der Hei wirthſch gitde Lehrbuch der Landwirthſchaft. Von Johann Burger, der Heilkunde Doktor, ordentlichem öffentlichem Lehrer der Land⸗ wirthſchaft und Thierarzneikunſt am Lizeum zu Klagenfurt; Mit⸗ gliede der landwirthſchaftlichen Geſellſchaften zu Brünn, Grätz, Klagenfurt, München, Prag und Wien. 5555 3 3eeKeee K Zweiter Band. 1 Wien, 1821. Gedruckt und verlegt bei Carl Gerold. 6 den Inh Etklärun de ungsſize in der ſe haltes an die Bäune, wechſel de ſpezille die halke. Tas tnerläßlch gegeindet ein angen tungen bekt meeüche dij ſie de vittſchitsn di ſejel⸗ Vorrede. —— Jo glaube meinen Leſern über die Form und den Inhalt des vorliegenden zweiten Bandes einige Erklärungen ſchuldig zu ſeyn: ſie betreffen die große Menge von Beobachtungen und Erfah⸗ rungsſätzen, die ich in der ſpeziellen Pflanzenkultur, in der ſpeziellen Viehzucht und in der Lehre des Haus⸗ haltes angeführt habe; die Weglaſſung der Kultur der Straͤuche und Bäume, ſo wie aller Pflanzen, die nicht in den Frucht⸗ wechſel paſſen; die Theilung der Viehzucht in die allgemeine und ſpezielle; endlich die Form und den Inhalt der Lehre des Haus⸗ haltes. Was den erſten Fall betrifft, ſo ſchien es mir unerläßlich, in einer Lehre, die ganz auf Erfahrungen gegründet iſt, keinen Satz aufzuſtellen, der nicht durch eine angemeſſene Menge genauer und ſicherer Beobach⸗ tungen bekräftiget würde; und es iſt gewiß ein ſehr weſentlicher Fehler aller unſerer bisherigen Lehrbücher, daß ſie den ſogenannten praktiſchen Theil der Land⸗ wirthſchaftslehre, der die ſpezielle Pflanzenkultur und die ſpezielle Viehzucht enthält, gar zu oberflächlich, IV und zu mangelhaft behandelten, wodurch der Schüler, oder der, welcher ſich des Lehrbuches zur eigenen Be⸗ lehrung bedient, keine vollkommene und überzeugende Kenntniß, weder über die eigenthümliche Pflege noch über den Ertrag der Pflanzen und thieriſchen Produkte erhält.— Wenn ich überall den Gewährsmann der Erfahrungen und Beobachtungen anführe, ſo gewinnt die Angabe an Zutrauen; und wenn das mannigfal⸗ tige Kultursverfahren kritiſch dargeſtellt iſt: ſo erhält der ausübende Landwirth dadurch den richtigſten Maß⸗ ſtab, den Grad der Vollkommenheit ſeines eigenen Verfahrens zu prüfen; er ſieht, wie viel ihm noch mangelt, um es bis zu dem Erträgniſſe anderer Län⸗ der zu bringen, oder auch wohl, um wie viel er ſie übertrifft. 3 Was den zweiten Fall betrifft: ſo habe ich in dem Werke ſelbſt die Urſachen dieſes Verfahrens näher angegeben. Ich wollte nur ein Lehrbuch der Landwirth⸗ ſchaft entwerfen, in ſo ferne dieſe aus den beiden untrennbaren Hauptſtücken derſelben, dem Ackerbaue und der Viehzucht, beſteht; und weil ich Gartenbau, Obſtzucht, Weinkultur, Forſtkunde, Hopfenbau, Sei⸗ denwürmer und Bienenzucht als abgeſonderte, für ſich beſtehende Theile der Landwirthſchaft betrachte, die größten Theils auch als ſolche gelehrt und behan⸗ delt werden, und die nur in einem geringen, oft gar keinem Verbande mit der eigenthümlichen Landwirth⸗ ſchaft ſtehen: ſo glaubte ich ſie um ſo füglicher über⸗ gehen zu können, als ich mich ſonſt in ein zu weites Feld hätte einlaſſen müſſen, welches dem Zwecke der ——ꝛ—— Ahronſtt denn wen nes Jühr der Land Ackerbau lich, ſe kannt zu eine ut arten ſol da pille get vel ih der hflan nir de wel ſſe des Lchre meĩdung d duntt, i Lüne ge lbergang lere der de Very di eſer, inder heg gffühtt un nb.— D nit ot haues gegen ſenſet d r Schüler, igenen Be⸗ eerzeugende öflege noch Produkte Smann der ſo gewinnt mannigfal ſo erhaͤlt ſten Maß⸗ es eigenen ihm noch derer Län⸗ viel er ſie abe ich in eens näͤher tandwirth⸗ een beiden Ackerbaue artenbau, au, Sei⸗ „für ſich chte, die d behan⸗ Noft gar undwirth⸗ her über⸗ u weites wecke der v Lehranſtalt mehr geſchadet als genützt haben würde; denn wenn es allerdings möglich iſt, im Verlaufe ei⸗ nes Jahres ſeinen Zuhörern eine gründliche Kenntniß der Landwirthſchaft beizubringen, in ſo fern ſie aus Ackerbau und Viehzucht beſteht: ſo iſt es aber unmög⸗ lich, ſie auch mit den obbeſagten ſpeziellen Lehren be⸗ kannt zu machen, wenn der ganze Vortrag nicht in eine zu trockne Kürze und nutzloſe Oberflächlichkeit aus⸗ arten ſoll. Daß ich die Viehzucht in die allgemeine und ſpe⸗ zielle getheilt habe, geſchah der Konſequenz wegen, weil ich und mehrere vor mir dieſelbe Eintheilung bei der Pflanzenkultur machten; auch, glaube ich, werden mir die Freunde der Landwirthſchaft Dank dafür wiſſen, weil ſie ſehr weſentlich zu einer lichtvolleren Darſtellung des Lehrgegenſtandes, ſo wie zur Abkürzung und Ver⸗ meidung langweiliger Wiederhohlung beiträgt. Die Lehre des Haushaltes habe ich, wie mich dünkt, in eine, dem Zwecke des Buches angemeſſene Kürze gebracht, bei der man aber nichts Weſentliches übergangen, und die wichtigſten Gegenſtände dieſer Lehre dennoch vollkommen erörtert finden wird. Über das Verhältniß des Düngers zur Produktion werden die Leſer, wenn auch nicht ganz neue Ideen, doch minder bekannte antreffen, die hier konſequenter durch⸗ geführt und vollkommener entwickelt ſind, als irgend⸗ wo.— Der innige Zuſammenhang des Ackerbaues mit der Viehzucht und das Verhältniß des Getreid⸗ baues gegen die Futterpflanzen, dieſe eigentliche Wiſ⸗ ſenſchaft der praktiſchen Landwirthſchaft, wird, wie NI ich hoffe, durch meine Bemühungen viel an Deutlich⸗ keit gewonnen haben, und man wird nun leichter im Stande ſeyn, die für die gegebene Ortlichkeit ange⸗ meſſenſte Wirthſchaftsweiſe aufzufinden, und ihren wahrſcheinlichen Ertrag im voraus zu berechnen. Harbach, am 23. März 1820. ———ͤ— —-——— ſ. Eegi ſ.. Eing d.IlI. Pen A Pon d Algen 4. Pen insbe 1. F. Gemein da Deutlih⸗ leichter im hkeit ange⸗ und ihren nen. Inhalt des zweiten Bandes. II. Spezielle Pflanzenkultur. §. I. Begriff dieſer Lehre..... §. II. Eintheilung der landwirthſchaftlichen Gewaͤchſe §. III. Von der Kultur der Getreidepflanzen.. A. Von der Kultur der rurasligen Geireideyſanten im Allgemeinen..... a. Von der Kultur der grasartigen Getreidepſlanzen insbeſondere........ 1. Vom Weitzen..... Gemeine Weitzenarten...... aa. Gewöhnlicher Weitzen..... . Winterweitzen...... 6. Sommerweitzen...... 7. Abarten des gemeinen Weihens.. 8 bb. Spelz........ Nicht gemeine Weitzenarten...... a. Pohlniſcher Weitzen. 3... 8. Vielähriger Weitzen..... 7. Einkorn..... 8. Dickähriger Weigen...„. a. Vom Rocken...... aa. Winterrocken....... bb. Sommerrocken....... 3. Von der Gerſte..... aa. Große, zweizeilige Gerſte.... bb. Zweizeilige, nackte Gerſte. 4 4. ce. Pfauen⸗ oder Neißgerſte... dd. Vierzeilige, oder kleine Gerſte.. Sx überhaupt. 3 b. Von der Kultur der ſchoteutragenden. Getreidepſlan⸗ zen insbeſondere. 1. Von den Erbſen. t 0œ S. 6. C. Von der Kultur der krautartigen Gettedeyſtngen aa. Gemeine Erbſen. bb. Kronerbſen. .Von den Bohnen. .Von den Wicken. . Von den Linſen. „Von den Fiſolen. . * 2 kleiner Mais.. . 2 . .2 2 2 2 2 Von den Kichern und Platterbſen.. a. Vom Buchweitzen. §. IV. Von der Kultur der Futterpflanzen. ** ee. Vierzeilige, nackte oder Himmelsgerſte. ff. Sechszeilige oder Wintergerſte. . Vom Hafer.„.. aa. Rispen⸗ oder Aſt⸗Hafer. bb. Fahnen⸗Hafer. ce. Nackter Hafer⸗ . Vom Mais... aa. Gemeiner, großer Mais. bb. Gemeiner, Von den Hirſearten. aa. Von der Hirſe. bb. Vom Pfennich.. cc. Vom Himmelthaue(Bluthirſe). 7. Von den Moorhirſearten. B. Von der Kultur der liotenrigenden Getreidepflanzen 2 2 „ 4 „ 90 . A. Von der Kultur der beſtaͤndigen Futterſeldar a. Von den Weiden. b. Von den Wieſen. B. Von der Kultur der zeitweiligen Futterfelder. 0ℳ 6 * «ℳ * 0 0 a. Von der Kultur der grasartigen Futterpflanzen.. b. Von der Kultur der ſchotentragenden Futterpflanzen. 1. Die Wicken.. 2. Der Klee. 3. Di 4. d. e. Vmn 4. Pond 1. De 4. D 6 Den d k Va! 1. Di 2 de! 3 Da! „ dis 5 Die 6 Pun der 1 J. Pon der 4 Pon den E 1. Vom! ² Dom. 3 Pon den 0 Von de 4 Von de 3. Vom. 4. Von L. (. Von den 6, 1. Vom 6 2 Vom K 3. Von 4. Vom 5. Vom. D Don den 1. Vom T ¹ Vom T 3 Lan 1 du de V diert Il daß dl Ahm 4* ** ⁴ epflanzen eidepflan⸗ „ lder. lder.. flanzen.. rpflanzen. * 3. Die Luzerne.. 4 Die Esparzette.. 0 . ₰4 2 4. 130 c. Von der Kultur der krautartigen Futterpſlanzen. 133 d. Von der Kultur der Kaollengwächſ. 1. Die Kartoffel. 2. Die knollige Sonnenroſe. 6. Von der Kultur der Gemüsarten. f. Von der Kultur der Wurzegevichſe 1. Die Möhren.. 2. Die Paſtinaken.. 3. Die Runkelrüben.. 4. Die Steckrüben.. 5. Die Saatrüben.. 2 . g. Von der Kultur der Futter⸗„Früchte. 6. r. Von der Kultur der Handelspflanzen. A. Von den Gepiyaſtpfſlanzen. . Vom Lein.. 2. Vom Hanfe... B. Von den Oehlpflanzen.. 1. Von der Rübſaat.. 2. Von der Kohlſaat.. 3. Vom Mohn... 4. Vom Leindotter. C. Von den Gewürzpflanzen. 1. Vom Safran. 2. Vom Kümmel. 3. Vom Fenchel. 0 2 4. Vom Anis und Koriander. 5. Vom Tabak.. 4 D. Von den Farbpflanzen. 1. Vom Waid. 3 2. Vom Wau.. 8 3. Vom Krapp... E. Von der Weberdiſtel.. . 0⁴ 2 0 2 0 2 0ℳ— .. 134 .. 141 .. 143 .„ 146 . 148 151 .. 154 .. 155 156 4„ 160 4 163 0 2 165 . 0 166 . 167 168 . 169 4 170 4 0 173 0 2 173 4. 174 175 . 177 Viertes Hauptſtück. Viehzucht. §. I. Begriff, Eintheilung und Nutzen der Viehzucht. 180 §. II. Allgemeine Viehzucht. „* .. 192 4*½ X A. Von der Paarung..... C. Von der Maſtung.. Begriff und Eintheilung dieſer Lehre.. A. Von der Hornviehzucht..... a. Von dem Werthe und der Natur des Hornviehes. b. Von den Raſſen des Hornviehes⸗.. viehes. 3.. d. Von der Verwendang und Benützung des Horn⸗ viehes..4 2 2. 2 0⁴ 0. 1. Die Kuh....... 3. Der Ochs. 2 4 0 2«·2 2 B. Von der Schafzucht.** 4* 2 a. Von dem Werthe und der Natur der Schafe. c. Von der Paarung, Zucht und Pflege der Schafe d. Von der Benützung der Schafe... 1. Von der Nachzucht..... 2. Von der Wolle...... 3. Von der Milch...... 4. Von dem Pferch...... 5. Von der Maſtung...... C. Von der Ziegenzucht...... a. Von der Natur der Ziegen. 4 .Von der Benützung der Ziegen.. D. Von der Pferdezucht.. 4... b. Von den Raſſen der Pferde.... d. Eintheilung der Pferdezucht... e, Von der Paarung, Zucht und Pflege der Pferde. f. Von der Benützung der Pferde.. B. Von der Pflege.. 3... 3. c. Von der Paarung, Zucht und Pflege des Horn⸗ ·ℳ 2 2. «ℳ §. III. Spezielle Viehzucht...... 4 2 5 2. Der Stier..„... 8. b. Von den Arten und Raſſen der Schafe... ·. . b. Von der Paarung, Zucht und Pflege der; egen a. Von dem Werthe und der Natur der Pferde.. c. Eintheilung der Pferde.... 4* 1. Vond 4. Por b. Von c. Ein d. Vor Ec e. Ve ſ.I Kes ſ En „ III. T A. Von 4. Vo b. Vo B. Vom 1 ſcchafe. jegen. ferde. A 80 8E E. Von der Schweinzucht..... .Von dem Werthe und der Natur der Schweine. .Von den Raſſen der Schweine.... . Eintheilung der Schweinzucht.... . Von der Paarung, Zucht und Pflege der Schweine..... e. Von der Benützung der Schweſne.... Fünftes Hauptſtück. Haushalt. §. I. Begriff und Nothwendigkeit dieſer Lehre.. §. II. Eintheilung der Lehre des Haushalts... §. III. Vom äußeren Haushalte.... A. Von der Arbeit....... a. Von der Arbeit der Menſchen.. 3. b. Von der Arbeit der Thiere. B. Vom Dünger...... 1. Wie viel man Duüͤnger bedarf, um ein gegebe⸗ nes Maß von Feldern im fruchtbaren Zuſtande zu erhalten. .In welchem Verhältniſſe dar Dünger den Fel⸗ dern durch die Ernten entzogen wird. „‚Welche Thiere den zum Betrieb der Wirth⸗ ſchaft erforderlichen Dinher am wohlfeilſten liefern. . Wie groß die Anzahl von Vieh in der Wirth⸗ ſchaft zum Behufe der Düngererzeugung ſeyn müſſe... „Wie ſich das Gewicht des verzehrten Futters ſammt der verwendeten Streu zu dem Gewichte des Düngers verhalte. . In welchem Verhältniß die Erzengung verkäuf⸗ licher Pflanzen⸗Produkte zur Futter⸗ und Streu⸗ erzeugung ſtehen müſſe... „Wie die verſchiedenen, auf den Aeckern kulti⸗ virten Pflanzen auf einander folgen ſollen, daß der nöthige Bedarf an Futter und Streu auf⸗ 4*½ 361 364 gebracht, und mit der größtmöglichen Erzeu⸗ gung von Körnern und Handelspflanzen gepaart werde, ohne daß die Aecker dadurch zu ſehr er⸗ ſchöpft werden, oder verwildern, oder eine au⸗ ßerordentliche Bearbeitung erfordern⸗.. §. IV. Vom inneren Haushalt.... A. Von der Vertheilung der Geſchäfte.... B. Von den Pflichten der Herren und Diener. C. Von der Wirthſchaftsrechnung.... 1” man die eit heiſcht, wer grüßten, ne 4.G Bedingung ihre Ernäh und ihte noch neben welchen G chen Unfe wie lange Quantitqt allgemeinen 3 de er zu fultivir à. den Ausbidung, Klina kegrei « den Noͤifkaten Burgas as Erzeu⸗ gepaart ſehr er⸗ eine au⸗ Seite II. Spezielle Pflanzenkulturs⸗Lehre. §. I. Begriff dieſer Lehre. 1. Uaer ſpezieller Pflanzenkultur verſteht man die eigenthümliche Pflege, welche jede Pflanze er⸗ heiſcht, wenn ſie unter den gegebenen Verhältniſſen den größten, reinen Ertrag abwerfen ſoll. 2. Es iſt nicht genug, nur allein zu wiſſen, welche Bedingungen der Boden den Pflanzen gewähre, von was ihre Ernährung abhange, und wie ihr lebhaftes Wachsthum und ihre zusbildung zu befördern ſey; wir müſſen auch noch nebenbei die eigenthümliche Natur der Pflanzen kennen: welchen Grad von Warme und Feuchiigkeit ſie fordern, wel⸗ chen Umfang ſie unter verſchiedenen Verhältniſſen erreichen, wie lange ihre Lebensdauer ſey, welchen Ertrag ſie in Quantität und Qualität geben u. ſ. w., um hiernach die allgemeinen Lehren in Anwendung zu bringen. 3. Der Landwirth muß daher von jeder Pflanze, die er zu kultiviren geſinnt iſt, kennen: a. den Grad der Wärme und Feuchtigkeit, den ſi zur Ausbildung erfordert, was man im Allgemeinen durch das Klima begreift; b. die Bodenart, welche ihr nach der verſchiedenen Modifikation des Klima am meiſten zuſagt; Burgers Lehrb. d. Landw, II. Bd. c. die eigenthümliche Pflege, worunter wir die Zube⸗ reitung des Bodens, die Art und Größe der Saat, die Art der Kultur und der Ernte verſtehen; endlich d. den Ertrag und den verhältnißmäßigen Werth deſſelben. §. II. Eintheilung der landwirthſchaftlichen Gewächſe. 1. Die landwirthſchaftlichen Gewächſe werden einge⸗ theilt in Getreide⸗, Futter⸗ und Handelspflanzen. 2. Unter Getreide verſteht man im Allgemeinen alle jene Pflanzen, deren Same den Menſchen und Thieren zur Nahrung dient. Die Samen der Grasarten werden im näheren Sinne des Wortes Getreide genannt; jene der ſchotentragenden Gewächſe heißt man Hülſenfrüchte. 3. Futterpflanzen werden jene genannt, die man ihrer Blätter, Stängel, Wurzeln oder Knollen wegen, eut⸗ weder ganz oder größtentheils zur Nahrung der Thiere bauet. 4. Handelspflanzen ſind jene, die nicht zur Er⸗ nährung der Menſchen und Thiere, ſondern zu irgend einem andern Behufe dienen. Wenn einige in dieſer Klaſſe vorkommenden Gewächſe, wie z. B. die Oehlpflanzen, ein Produktzliefern, das den Menſchen zur Nahrung dient, und häufig von ihnen verzehrt wird: ſo dürfen wir doch nicht überſehen, daß die größte Menge unſers, d. h. in Deutſchland gewonnenen Oehles nur zur Beleuchtung verwen⸗ det wird. Gewürzpflanzen werden zwar auch genoſſen; ſo wie der Wein und der Obſtmoſt getrunken wird: allein dieſerwegen darf man ſie doch nicht zu den nährenden zählen. Gewiſſer Maßen iſt jede Pflanze eine Handelspflanze, denn es wird mit Getreide der größte Handel betrieben, und es läßt ſich zwiſchen Getreide⸗, Fut⸗ ter⸗ und Handelspflanzen keine ſcharfe Gränzlinie ziehen, woran aber auch nichts liegt, da dieſe Untertheilung zu nichts anderm dienen ſoll, als um eine leichtere Ueberſicht der verſchiedenen landwirth⸗ ſchaftlichen Gewächſe möglich zu machen. 1. Gräͤ hohlen, er ten, duch§. ſchmale Bütt Sringel bülde 2, Jene in kaltiorten tragen, die ei werden vorzu Kältut it de 3. Eie den her, kon ſend vor, in 4. Sie Geäſern, ein lings und S Kurn nagen. 5 Außer Geträdenren a de einen den nihtendander gat len ertar tidet wana. wir die Zuhe⸗ der Sagt, die lich äßigen Veri Gewähſe werden einge⸗ elspflanzen. m Allgemeinen en und Thieren hheren Sinne des genden Gewichſe enannt, die man llen wegen, ent⸗ eer Thiere bauet. die nicht zur Er⸗ dern zu itgend en Gewächſe, wie den Menſchen zur wird: ſo dürfen unſers, d. h. in leuchtung verwen⸗ noſſen; ſo wie der dieſerwegen dar zewiſſer Naßeni mit Getreide der en Getreide⸗ Fut⸗ nie ziehen, woran chts anderm dienen edenen landwitth⸗ §. IIIA. Von der Kultur der Getreidepflanzen. Die Getreidepflanzen werden eingetheilt in Graͤ⸗ ſer, ſchotentragende und krautartige Pflanzen. A. Von der Kultur der grasartigen Getreidepflanzen im Allgemeinen. 1. Gräͤſer nennt man jene Pflanzen, die einen hohlen, oder mit ſehr lockerem Marke erfüllten, geſtreif⸗ ten, durch Knoten unterbrochenen Stängel, lange und ſchmale Blätter, die ſtatt Stielen eine Scheide um den Stängel bilden, und ſpelzige Blumen haben. 2. Jene Gräſer, die im natürlichen, noch mehr aber im kultivirten Zuſtande eine beträchtliche Menge Samen tragen, die ein geſchmackvolles, nährendes Mehl liefern, werden vorzugsweiſe Getreidepflanzen genannt, und ihre Kultur iſt der weſentlichſte Theil des Ackerbaues. 3. Sie ſtammen beinahe alle aus wärmeren Gegen⸗ den her, kommen daher in Europa nirgendwo wildwach⸗ ſend vor, und werden nur durch Kultur erhalten. 4. Sie ſind in ihrer Heimath, gleich ſo vielen andern Gräſern, einjährige Gewächſe, die im Verlaufe des Früh⸗ lings und Sommers aus dem Samen erwachſen, reife Körner tragen, und dann ſammt der Wurzel abſterben. 5. Außer der äußeren Form unterſcheiden ſich dieſe Getreidearten aber dadurch, daß die Blätter und Wurzeln der einen den heftigſten Froſt Monate lang überkommen, während andere einen leichten, kurzen Froſt, andere aber gar keinen ertragen können, und von dem geringſten ge⸗ tödtet werden. 6. Daher theilen wir die Getreidearten in Winter⸗ und Sommergetreide, und verſtehen unter dem er⸗ ſteren diejenigen, die im Herbſte des einen Jahres ausge⸗ ſäet, erſt im Sommer oder Herbſte des folgenden Jahres reif werden; und unter den letzteren jene, die im Frühlinge geſäͤet, und im Sommer oder Herbſte deſſelben Jahres noch geerntet werden. 7. Dieſe Eigenſchaft der meiſten Getreidearten, in ihrer Jugend einen großen Kältegrad übertragen und aus⸗ dauern zu können, macht ſie geſchickt, auch in den nördli⸗ chen und rauhen Klimaten gebauet werden zu können, die ihrer ſonſt entbehren müßten; und durch die Theilung der Saat⸗ und Erntearbeiten tragen ſie zum Vortheile des landwirthſchaftlichen Betriebes weſentlich bei. 8. Wenn man jene Getreidearten, die dieſe Eigenſchaft in einem vorzüglichen Grade beſitzen, und die in ihrer Hei⸗ mat keinen Winter kannten, bei uns im Herbſte ausſaͤet: ſo überkommen ſie ziemlich leicht den Winter, und werden im folgenden Jahre um ſo viel früher reif, als ihr Wachs⸗ thum im Herbſte ſchon Fortſchritte gemacht hat; und der Ertrag der Ernte iſt bei gleichen übrigen Verhältniſſen an Körnern und Stroh ergiebiger, als wenn wir dieſelbe Pflanze als Sommerſaat kultivirt hätten. 9. Der Grund dieſer Erſcheinung liegt in dem grö⸗ ßeren Volumen von Wurzeln, und dem vermehrten Austriebe der Seitenaͤſte, welcher durch die kühle und feuchte Witte⸗ rung des Herbſtes und Frühlingsanfanges begünſtiget wird; wohingegen die im Frühlinge gemachte Saat ſchon in einem ſehr zarten Zuſtande, und bei geringer Bewurzelung von der ſteigenden Hitze zum Schoſſen, d. h. zum Austreiben der Halme gereizt wird. da Gii mäls ſchon der zmnührenden lung, wittelſ in ſich ninmt⸗ rie wird in u thum iußern, zeln, gegen ei⸗ hatte; und we dem Winter ſt denkraft bewun nen die Vergre ginnt, wie de lacht beeſſi hältriſen groß liefan miſſen, 10. 6 nach einande Jeit zu ihter dann den Sa ſo bringen d ſe durch Kl ſih ſiß g t ſchoſſen ſie Klim. und gleicfärn und ihr Verh aus Slavo Kaͤrnten ar einen maͤhtige unreife Körnel genfurt ſäet ſſ: ſo vird er damn einige 3⸗ witd dem gewü duch vohl urſpr in das Drau Sutt auch vied geworden, und da ogreekter d Vetzälniſe klei vitd, umn hieles Aelinuiſtun wo Kims und; MManza ſt aun in Vinter⸗ unter dem er⸗ Jahres ausge genden Jahes ſe im Frühlinge en Jahres noch treidearten, in ragen und aus⸗ in den nördl⸗ zu können, die ie Theilung der Vortheile des ei. dieſe Eigenſchaſt die in ihrer hir Herbſte auſcet: er, und werden als ihr Wachs⸗ zt hat; und der Verhaͤltniſſen an un wir dieſelbe ggt in dem gri⸗ ehrten Austriebe feuchte Witte⸗ egünſtiget witd; t ſchon in einem ewurzelung von zum Austreiben 5 Die Größe einer Pflanze hängt, außer den übrigen, viel⸗ mals ſchon berührten Umſtänden, ab: von der Menge der pflan⸗ zennährenden Materie im Boden, und der Größe der Bewurze⸗ lung, mittelſt welcher ſie die nährende Subſtanz aus dem Boden in ſich nimmt. Bei gleicher Menge der pflanzennährenden Mate⸗ rie wird ein und die nämliche Pflanzenart ein größeres Wachs⸗ thum äußern, wenn ihr mehr Zeit gegönnt wird, ſich zu bewur⸗ zeln, gegen eine aͤndere derſelben Art, die weniger Zeit hierzu hatte; und weil nun die im Herbſte ausgeſäete Pflanze noch vor dem Winter ſich nach Verhältniß der Zeit, Witterung und Bo⸗ denkraft bewurzelt, und mit dieſen Nahrung einſaugenden Orga⸗ nen die Vergrößerung des Wachsthums der Pflanze ſogleich be⸗ ginnt, wie die laue Witterung des Frühlinges eintritt; ſo iſt es leicht begreiflich, daß die Winterſaaten bei gleichen übrigen Ver⸗ hältniſſen größere, vollkommnere und dichter beſtockte Pflanzen liefern müſſen, wie die Sommerſaaten. 10. Säet mon dieſe Getreidearten mehrere Jahre nach einander im Herbſte an: ſo wird ihnen eine längere Zeit zu ihrer Entwicklung zum Bedürfniß, und wenn man dann den Samen vom Wintergetreide im Frühlinge ausſäet: ſo bringen die Pflanzen nur dann vollkommne Körner, wenn ſie durch Klima und Witterung beſonders begünſtiget, oder ſehr früh geſäet worden ſind; im entgegengeſetzten Falle ſchoſſen ſie entweder gar nicht, oder bringen unreife Körner. Klima, Witterung, Kultur, Saatzeit, wenn ſie lange und gleichförmig in die Pflanzen einwirken, ändern ihre Form und ihr Verhalten gegen die Dinge von außen. Wenn man Mais aus Slavonien im obern Drau⸗ oder Gailthale von Kärnten ausſäet: ſo wird er nicht reif; er wächſt hoch, hat einen mächtigen Stamm, aber er blüht zu ſpät, und bringt nur unreife Körner. Wenn man aber dieſen ſüdlichen Mais in Kla⸗ genfurt ſäet, und das Jahr einiger Maßen dieſer Frucht günſtig iſt: ſo wird er da reif. Säet man den hier erhaltenen Samen dann einige Jahre nach einander: ſo verliert er ſeine Höhe, und wird dem gewöhnlichen ganz ähnlich. Wenn man hieſigen, oder auch wohl urſprünglich ſlavoniſchen, aber ſchon veränderten Mais in das Drau⸗ oder Gallthal bringt, ſo bedarf die erſte Saat auch wieder eines guten Jahres; iſt ſie aber einmal zeitig geworden, und wird dann fortgepflanzt: ſo erhält ſie ſchleunig den Charakter des dortigen gemeinen Mais, der niedrig, in allen Verhaͤltniſſen kleiner, und wenn er in wärmern Gegenden gebaut wird, um vieles ſchneller reif wird. Dieß iſt der Gang der Acclimatiſirung und Umänderung aller Gewächſe; denn nur da, wo Klima und Boden ſich völlig gleich ſind, bleiben dieſelben Pflanzen ſich auch gleich, und ſo wie einer dieſer beiden Faktoren 6 verändert wird, iſt auch das Produkt verändert. Darum iſt es unmöglich ſiziliſchen Weitzen bei uns aus hier erzielten Samen zu erhalten, weil er in wenigen Jahren den Charakter des Landes annimmt, und hierin liegt die Urſache, daß man alljährlich fri⸗ ſchen Lein⸗Samen aus Liefland kommen laſſen muß, wenn man ungewöhnlich hohen Flachs bauen will. So wie die Pflanzen durch die Ausſaat im Herbſte ange⸗ wöhnt worden ſind auf eine längere Wachsthumsperiode: können ſie dann nicht mehr mit Sicherheit als Sommergetreide benützt werden. Die Beobachtungen des Paſtor Schlötz in Sachſen [geſammelte Erfahrungen für Stadt⸗ und Landwirthe, Leipzig, 1796, S. 36) ſind beſonders geeignet, dieſen Satz zu beſtätigen. Er fing am 12. Hornung an, Winterrocken und Winterweitzen zu ſäen, und ſetzte dieſe Ausſaat wöchentlich fort bis zum 18. Mai. Die Saaten vom 12., 19. und 26. Hornung kamen noch zur Reife, aber ſpäter, wie die im Herbſte ausgeſäcten Getreide, auch ſtanden die Halmen dünner. Jene vom 2., 9., 16., 23. März kamen nur ſehr ſpät zum Blühen, machten zwar noch vollſtändige Aehren, die aber nur wenigen Samen enthielten. Die vom 4. bis 29. April trugen nur ſehr kleine Aehren, mit wenigen Blüthen und gar keinen Samen. Die Saaten vom 4. bis 18. Mai kamen im Sommer nicht mehr zum Schoſſen, gaben aber im folgenden Jahre eine frühe und ergiebige Ernte. Sinelair erzählt(Grundſätze des Ackerbaues S. 404), daß Herr Dudgeon, zu Peora in Oſtlothian in Schott⸗ land, bis zur Mitte des März, ja oft noch ſpäter, Winter⸗ weitzen in die Rübenfelder geſäet habe, wenn die Nüben am Acker durch Schafe wären verzehrt geworden. Ich ſelbſt ſäete am 23. März 1806 ſchönen Winterweitzen in ein wohlgedüngtes Land. Die Saat beſtockte ſich im erſten Theile des Sommers außerordentlich; aber nur wenige Halmen ſchoßten in die Höhe, und nicht von allen Stöcken. Obgleich Klima, Boden und Jahreswitterung dem Weitzen ſehr zuſagend waren: ſo kam doch keine einzige Aehre zur Zeitigung. Sommerweitzen habe ich oft im Herbſte ausgeſäet, ohne daß er über Winter gelitten hätte. Er läßt ſich leicht zu Winter⸗ weitzen umbilden. Ob man ihn aber durch beſtändiges Wechſeln, bald als Winter⸗ und bald als Sommerfrucht bauen könne, wie Mehler(Böhmiſche Landwirthſchaft, II. B. 10) behauptet, muß ich dahin geſtellt ſeyn laſſen, da ich keine eigenen Erfahrun⸗ gen hierüber habe. Es iſt aber nicht unwahrſcheinlich, daß er einen Winter über ſeine Eigenſchaft als Sommergetreide nicht einbüßen werde. 11. Die Gattungen— genera— der Pflanzen überhaupt, und alſo auch der Getreidepflanzen, haben Ar⸗ ten, species, d. h. eigenthümliche, ſich gleich bleibende Abweichungen der äͤußeren d des Bodens u genannt Die han den ihtigen h jig, untt ſ daher de Ga Art des Niepe bauet wird, er die äußeren abänderung in 1. ſ. v., die i ſch aber verli Solche Abarten bunte u. ſ ſe wieder eine B. if eine 1. d. loß gleich ſe wnterſchei ſe mehr ode vidung bed nen, ſchnel ihrer Kötnen 13. 7 henzen wil denen Pflan ſolche zu kul auch den Wit 14. Wi trideykanzen dejoglen, un ſder Untether ¹) Getre lang iherkonm Darum iſt es elten Samen zu kter des Landes alljährlich fri⸗ en muß, wenn Herbſte ange⸗ periode: können rgetreide benitzt in Sachſen virthe, Leipzg, tz zu beſtäͤtigen. d Winterweitzen is zum 18. Mai. noch zur Reife, de, auch ſtanden Närz kamen nur ſtändige Aehren, vom 4. bis 29. en Bluthen und 18. Mai kamen der im folgenden rbaues S. 400, an in Schott⸗ ſpäter, Winter⸗ die Ruben am en Winterweiten te ſich im erſten wenige Halmen töcken. Obgleich en ſehr zuſagend tigung. ausgeſäet, ohne leicht zu Winter⸗ aͤndiges Wechſeln, bauen könne, wie „10) behauptet, igenen Erfahrun⸗ heinlich, daß er mergetreide nich der Pflanzen zen, haben Ar⸗ gleich bleibende 7 Abweichungen in der aͤußeren Form. Die Abweichungen von der aͤußeren Form, die nur von Einwirkungen des Klima, des Bodens und der Kultur herrühren, werden Abarten genannt. Die Hauptkennzeichen, wodurch ſich der Hafer z. B. von den übrigen Pflanzen unterſcheidet, findet man bei mehr als zwan⸗ zig, untex ſich wieder weſentlich verſchiedenen Pflanzen. Es hat daher die Gattung: Hafer, mehr als zwanzig Arten. Jene Art des Nispen⸗Hafers, die gewöhnlich in unſeren Aeckern ge⸗ bauet wird, erhält aber in den verſchiednen Ländern, je nachdem die äußeren Verhältniſſe ihr mehr oder weniger zuſagen, eine Abänderung in ihrer Höhe, Größe der Körner, Farbe derſelben u. ſ. w., die in gleichen örtlichen Verhältniſſen ſich gleich bleibt; ſich aber verliert, wenn dieſe Verhältniſſe geändert werden. Solche Abarten ſind die engliſche, podoliſche, die ſchwarze, bunte u. ſ. w. Man nennt die Abarten Spielarten, wenn ſie wieder eine zufällige Abänderung erleiden. Der rothe Mais z. B. iſt eine Spielart des gemeinen gelben. 12. Die Arten der Pflanzengattungen haben aber nicht bloß gleich bleibende Abweichungen in der äußeren Form; ſie unterſcheiden ſich auch noch dadurch unter einander, daß ſie mehr oder weniger Wärme oder Feuchtigkeit zur Aus⸗ bildung bedürfen, mehr oder weniger Kälte vertragen kön⸗ nen, ſchneller oder langſamer zeitigen, und daß der Gehalt ihrer Körner von einem verſchiedenen Werthe iſt. 13. Wer daher ſeinen Boden auf das zweckmäßigſte benützen will, muß die eigenthümliche Natur der verſchie⸗ denen Pflanzenarten auf das genaueſte kennen, um nur ſolche zu kultiviren, die dem Klima und Boden ſowohl, als auch den Wirthſchaftsverhältniſſen die angemeſſenſten ſind. 14. Wir haben die Eintheilung der grasartigen Ge⸗ treidepflanzen bereits(5) angezeigt. Wir müſſen ſie wie⸗ derhohlen, um anzugeben, welche Pflanzengattungen wir jeder Untertheilung zuzählen. 1) Getreidearten, die den heftigſten Froſt Monate lang überkommen können, ſind We itzen und Rocken. 2) Getreidearten, die einen leichten, kurzen Froſt er⸗ tragen können, ſind Gerſte und Hafer. 3) Getreidearten, die keinen Froſt ertragen, und von ihm getödtet werden, ſind der Mais, die Hirſe⸗ und Moorhirſearten. Von der Kultur der grasartigen Getreidepflanzen insbeſondere. 1. Vom Weitzen. 1. Der Weitzen iſt die vorzüglichſte Getreideart, die am meiſten geſucht und am theuerſten bezahlt wird. Er liefert das geſchmackvollſte, nahrhafteſte und weißeſte Mehl, das zu allen Arten der Verwendung das tauglichſte und beſte iſt. 1000 Theile Winterweitzen enthalten. nach Einhof:(Thaers An⸗ nal. d. Ackerb. B. IV. S. 644) Nach Davy(a. a O. 160.) Stärkemehl o,605 Sehr reifer Winterweitzen: Kleber und pflanzenei⸗ Stärke...... 77 weiß.. 0,125 Kleber.. 19 Süßlich⸗ ſchleimige Ma⸗ Sommerweitzen: terie.: 0,050 Staärke.. 70 Hülſen o, 125 Kleber..... 24. Feuchtigkeit: o0,095 Winterweitzen aus Sizilien: Stärke..... 75 Kleber...... 25 2. Wir bauen von dieſer Getreidegattung nur zwei Arten als gewöhnliche Ackerfrüchte; die vier andern Arten werden wir zwar auch anführen, und das, was wir von ihnen wiſſen, angeben; ſie ſcheinen aber nicht für den deut⸗ ſchen Landbau zu gehören, weil ihr Ertrag zu unſicher, oder zu gering iſt. 3. Gemeine Weitzenarten ſind: I. Gewöhnlicher Weitzen als Winterfrucht, „„„ Sommerfrucht. II. Spelz; ebenfalls in beiden Geſtalten. . Nich Polriſe I. Vieläh II. Einkot W. dikht Gei 1. Ger hat eine groß in ällen Lände iber allgemas anderten Ver 4. der vollkorniger, Bodenz ſein riedriger, Kima undj Der 1 Temesvar zu wünſchen ausſitn; ſoet nit allen ſuͤdli hocſtͤmmig u wird.— Ich hern ſchen de un die Hä 3 Die! da glic lit de Pfanze un die äßen Ver 1. Der A eum ulgare h arzen Froſt et⸗ rtragen, und die Hirſe⸗ treidepflanzen e Getreideart, gahlt wird. Er weißeſte Mehl tauglichſte und (a. a O. 160.) Winterweitzen: .... 9 rweitzen: .„ 4⁴ 7⁰ / aus Sizilien: .. 75 tung nur zwei r andern Arten „was wir von ht für den deut⸗ ag zu unſcher, terfrucht/ nerfrucht alten. 4. Nicht gemeine Weitzenarten ſind: I. Polniſcher Weitzen. II. Vielähriger Weitzen. III. Einkorn. IV. Dickähriger Weitzen. 0 Gemeine Weitzen arten. aa. Gewöhnlicher Weitzen. 1. Gewöhnlicher Weitzen, Triticum vulgare, hat eine große Menge von Abarten; denn man findet faſt in allen Ländern eigenthümliche Formen dieſer Pflanze, die aber allgemach verſchwinden, ſo wie man ſie unter ver⸗ anderten Verhältniſſen mehrere Jahre fortpflanzt. 2. Der Weitzen wird um ſo höher, großähriger und vollkörniger, je mehr das Klima und der Reichthum des Bodens ſein Wachsthum begünſtigen; und er wird um ſo niedriger, kleinähriger und kleinkörniger, je rauher das Klima und je ärmer der Boden iſt. Der Weitzen erhält in dem warmen und reichen Boden des Temeswarer Bannats eine Vollkommenheit, die nichts zu wünſchen übrig läßt. Wenn wir hier auch Bannater Samen ausſäen; ſo erhalten wir doch nicht Bannater Weitzen. Er hat das mit allen ſüdlichen Pflanzen gemein, daß er in warmen Gegenden hochſtämmig und großkörnig, und in kalten kurz und kleinkörnig wird.— Ich habe Weitzen aus den nördlichſten Gegenden des Perm'ſchen Gouvernements aus Rußland erhalten, der um die Hälfte kleiner war, als unſerer. 3. Die Abarten des Weitzens, d. h. die ſſich beſtän⸗ dig gleich bleibenden, der Gegend eigenthümlichen Formen der Pflanze und Frucht, ſind die deutlichſten Redner, ob die aͤußern Verhältniſſe denſelben günſtig ſind, oder nicht. a. Winterweitzen. 1. Der Weitzen kann als Winterfrucht, Triti- cum vulgare hibernum, nur da kultivirt werden, wo 10 der Schnee nicht viel über drei Monate den Boden bedeckt. In rauheren Gegenden thut man beſſer, Sommerweitzen zu bauen. Ich habe eine große Anzahl barometriſcher Meſſungen gefam⸗ melt, uͤber die Höhe, in welcher man aufhört, Winterweitzen zu bauen: aber ich habe keine Schlußfolgen daraus ziehen konnen, da die Waͤrme, welche der Weitzen erfordert, nicht bloß durch die Höhe des Landes, ſondern auch durch die Neigung gegen die Sonne, durch den Breitengrad, und durch die Umgebungen be⸗ ſtimmt wird.(Agronomie§. VI.) An den ſüdlichen Abhängen der Sau⸗Alpe in Kärnten, am hohen Preßen, gedeihet der Weitzen noch ſehr vollkommen in einer Höhe von 600 Wiener Klafter über dem Meere; indeſſen er am Fuße dieſer Alpe, zu Hör⸗ bach, 200 Klafter niedriger, nicht mehr mit Sicherheit gebauet werden kann. In Schottland, bei einer Breite von 54— 55⁰ iſt eine Erhöhung von 600 Fuß über dem Meere die größte Höhe, auf welcher noch Weitzen mit Sicherheit gebauet werden kann. Eine Höhe von 800 Fuß wird da für das Maximum der Elevation für das Gedeihen der Getreidarten angenommen. (Sinclair Grundſätze. 39.) 2. Er fordert einen thonigen Boden, und kömmt in einem minder zuſammenhängenden nur dann gut fort, wenn das Klima mäßig warm und feucht iſt. In den warmen, beſonders aber ebenen, windigen und trocknen Gegenden gedeiht der Weitzen nur in einem bindigen Boden. Der reiche Boden in der großen Ebene des Bacſer Komitates enthält faſt bloß feine, feſt zuſammenhängende Erdtheile, aus denen ich bei meinen Unterſuchungen durch das Schwemmen 0,546 ſehr feine, ganz den Charakter des Thons an ſich habende Erde ausſchied. In 1000 Theilen waren 0, 122 verbrennliche Sub⸗ ſtanzen; das kohlenſaure Kali ſchied o,925 Humus aus.— In den warmen und feuchten Thälern unſers Landes wächſt ſchöner Weitzen, auch in ſolchem Boden, der in den Ebenen kaum für Gerſtenboden gelten würde; und in Engla nd kennt man den Rocken kaum, und alle Welt bauet Weitzen, obgleich die Inſel, ſo wie jedes andere Land, eine große Verſchiedenheit in der Erdenmiſchung hat. Daß der Weitzen dort auch im leichten Boden geräth, muß bloß allein dem glücklichen Klima zugeſchrie⸗ ben werden, welches dort allen Pflanzenwachsthum ſo ſehr begünſtiget. Thaer nimmt an(Nationelle Landw. II. Th. 142²), daß der Weitzenboden von 48 bis 81% abſchwemmbarem Thon, mit 6 bis 50% Sand enthalten müſſe. Ich habe aber bereits früher (Agronomie§. VI.) gezeigt, daß die Bodenbenennungen nur einen ortlichen Werth haben, und daß man daher Weitzen in ſehr ab⸗ —— —————— ——— veichenden Bod durc eine daſe Dinger untet 3, Etf viele und leih Weiten Kultur begür die Stoppeln! oder in die u fälder geſttt und kräftige A an der Lhei oder Mais und enen Luzernefe und drei Jahre Wäiten nachge fuſten, iſt ei ten undin E kürzer in Etr Froſte befälle des Weitens, vor allem dar vorhanden ſer nur in demſe gleihen üne den vorfindet bedarf er be dieſer nicht n ziehende und Di R ſpäͤter in der abhandeln. 4. Die hens it ſehr ſen geſäet wi leſenders ven woren. Nird dercer nehrr „do Jlef Weisenſet u er Kraft und actzel, dag dn, und duch— Boden hedeckt Sommerweizen deſſungen gefam⸗ Winterweitzen zu s ziehen konnen, nicht bloß durch teigung gegen die Umgebungen he⸗ pblichen Abhängen reßen, gedelhet von 600 Wiener er Alpe, zu Höͤr⸗ Sicherheit gebauet eite von 54— 550 Neere die größte gebauet werden as Maximum der in angenommen. und kö mmt in ngut fort, wenn en, windigen und bindigen Boden. er Komitates ee Erdtheile, aud Schwemmen 054 ſich habende Erde erbrennliche Sub⸗ mus aus.— In des wachſt ſchöner den Ebenen kaum land kennt man iten, obgleich de Verſchiedenhelt i t auch im leichten Klima zugeſchrie⸗ chöthum ſo ſthe Il. Th. 162), diß barem Thon, mit ber bereits früher nnungen nur einen geibzen in ſehr 11 weichenden Bodenarten kultiviren kann, wenn ſein Wachsthum durch eine paſſende Witterung befördert, und durch vermehrten Dünger unterſtützt wird. 3. Er fordert einen kräftigen Boden, d. h. er bedarf viele und leicht auflösliche düngende Theile. Weitzen wird allenthalben, wo Klima und Boden ſeine Kultur begünſtigen, entweder in die gedungte Brache, oder in die Stoppeln der wohl gedüngten, meiſtens behackten Brachfrucht, oder in die umgebrochenen, oft noch beſonders gedüngten Klee⸗ felder geſäet. In allen dieſen Fällen kommt der Weitzen in reine und kräftige Aecker. In den ungariſchen Marſch⸗Böden an der Theis und Donau wird Jahr für Jahr Weitzen, oder Mais und Weitzen abwechſelnd gebauet. In die aufgebro⸗ chenen Luzernefelder ſäet man im ſüdlichen Frankr eich zwei und drei Jahre nach einander Weitzen. Nach Mais wird überall Weitzen nachgeſäet. Nach ſtark gedüngtem Hafer, Weitzen nach⸗ zuſäen, iſt ein ſehr beliebter Fruchtwechſel im mittlern Kärn⸗ ten und in Schleſien. Solcher Weitzen iſt ſehr rein, zwar kürzer im Stroh, wird dafür aber früher reif, und weniger vom Froſte befallen. Aus dieſem erhellet, daß es ſich bei der Kultur des Weitzens, vorausgeſetzt, daß ihm Klima und Boden zuſagen, vor allem darum handle, daß genug düngende Materie im Acker vorhanden ſey. Er gedeiht nach den verſchiedenſten Vorfrüchten nur in demſelben Verhältniſſe mehr oder weniger, als er bei gleichen übrigen Umſtänden mehr oder weniger Nahrung im Bo⸗ den vorfindet. Je weniger bindig aber der Boden iſt, je mehr bedarf er verhältnißmäßig Dünger: denn in dieſem Falle muß dieſer nicht nur allein als Nahrung, ſondern auch als waſſeran⸗ ziehende und anhaltende Subſtanz wirken⸗ 8 Die Regeln und Vortheile des Fruchtwechſels werden wir ſpäter in der Lehre der Verhältniſſe der Landwirthſchaft genauer abhandeln. 4. Die Vorbereitung des Ackers zur Kultur des Wei⸗ tzens iſt ſehr einfach. Wenn er nach Mais, Bohnen, Erb⸗ ſen geſaͤet wird: ſo iſt es hinlänglich, einmal zu pflügen, beſonders wenn die Vorfrüchte behackt und behäuft worden waren. Wird er nach einem Halmgetreide geſäet: ſo muß der Acker mehrmals gepflügt, oder exſtirpirt werden⸗ Die Kleefelder öfter als einmal zur Empfangung der Weitzenſaat zu pflügen, iſt nicht nur allein eine Verſchwendung der Kraft und Zeit, ſondern hat auch noch den nicht geringen Nachtheil, daß dadurch die Kleewurzeln von der Erde los wer⸗ den, und durch die Egge auf die Oberfläche des Bodens gebracht 12 werden, die als eine halbe Düngung betrachtet werden müſſen, und einzig und allein die Urſache ſind, warum alles Getreide nach Klee ſo gut ſteht. 5. Die Zeit der Saat muß nach den allgemeinen Regeln(Agrikultur§. III. A. c.) beſtimmt werden. Eine frühe Saat hat beim Weitzen, außer den allgemeinen Vor⸗ theilen auch noch den ganz beſonderen Nutzen, daß er dann weniger vom Roſte befallen wird. Je ſpäter der Weitzen in Herbſte geſäet wird, je ſpäter kömmt er im folgenden Jahre zum Schoſſen und Blühen. Um ſo ſpäter er aber zum Blühen und Körnermachen gelangt, um ſo mehr unterliegt er Krankheiten, dem Roſte vorzüglich, aber auch dem Brande. In den wärmern Gegenden ſäen wir im Herbſte zuerſt Rocken, und dann erſt Weitzen, aus Gründen, die wir beim Rocken angeben werden; in den kalten Gegenden hält man es aber für klüger, erſt Weitzen, und dann Rocken zu ſäen; denn der Rocken, wenn er auch noch ſo ſpät geſäet wird, wird doch reif, nicht aber der verſpätete Weitzen. Ich möchte es aber für noch klüger halten, unter ſolchen Umſtänden lieber gar nicht Weitzen zu ſäen. Die Saatzeit des Weitzens iſt durch das ganze nördliche Europa ziemlich gleich; ſie fällt in die letzte Woche des Sep⸗ tembers, und die erſte Hälfte des Oktobers. 6. Die Weitzenpflanze macht einen größern Stock, wie die übrigen Getreidarten, und bedarf daher mehr Raum. Einzeln ſtehende Stöcke in Gartenboden bekommen oft einen Umfang von einem Quadratfuß. Allein in den beſten Aeckern kann man nur 9 ◻ Zoll, in mittleren 6, in magern 4 ◻ Zoll auf eine Pflanze rechnen. 7. Die Quantität der Ausſaat wechſelt von 1 bis 3 Metzen, nach Verſchiedenheit der Größe des Korns, der Natur des Bodens, der frühern oder ſpätern Saatzeit, und der Art, den Samen unterzubringen, wovon wir bereits im Allgemeinen das Nöthige geſagt haben.(Agrikultur §. III. A. e.) Groß⸗oder kleinkörniger Samen, magerer oder fetter Boden, früh oder ſpäte Saatzeit, breitwürſige oder Drillſaat, Unterpflü⸗ gen oder Eineggen u. ſ. w. verändern gar weſentlich die erforder⸗ liche Saatmenge. 6. 96 dis 3 Meflt InL ruckvier ſäen, beat In der G Im När I Arti land eine Menge derit ſalben wäred mäßigteM liſte Andt Allgemeinenan Saat ſpät ine ein großer 7 vird, da mit Die9 T). 35.) d. der Schel n IIt auf das Jonn die Saat in ol Un ſ. zemeſſenſteng Arzahl deie enthalten; bauten A. nach der hielt 50294 und da eit Veizenpftai ein Mezen Korn keim todte Körnen fihige Kort Naum von Boden, un filen würd, in eie Lagen Wunt deß frihe gnri nach Verhäl At des Unt rechneten Sa meſtn vite, tzen pr. oder nilneh achtet werden miſſ, um alles Getreide nch ch den allgemeinn mint werden. Ei en allgemeinen Wa⸗ ſdutzen, daß er dm geſäet wird, je ſpin mund Blühen. Unſ dachen gelangt, un ſ vorzüglich, aber auh n ſäͤen wir im Hetſt Bründen, die wir hem enden hält man esht ſäen; denn der Koln, wird doch reif, ncht s aber für noch llhe nicht Weitzen zu ſin as ganze noͤrdlitt letzte Woche des E⸗ 8. nen groͤßern Euii f daher mehr Jam⸗ en bekommen oft ein in den beſten Aeim / 1 in magern 4 03 echſelt von li zße des Kornd/ d r ſpatern Sruhii ,, wovon wir bertih haben.(Agritule erer oder fetter Boden, Drillſaat, Unteryfl⸗ veſentlich die erſorder⸗ 13 8. Bei der gemeinen Wirthſchaft rechnet man 1 ½ bis 3 Metzen auf das Joch. In Oberöſterreich, in den beſten Gegenden des Haus⸗ ruckviertels, ſäet man 1 ½¼, höchſtens 2 Metzen. Mehr zu ſäen, behaupten die dortigen Landwirthe, wäre Verſchwendung. In der Gegend um Wien rechnet man 2 ½¼ bis 2 ½ Metzen. Im Marchfelde 3 Metzen. Arthur Noung ſammelte auf ſeinen Reiſen durch Eng⸗ land eine große Menge von Beobachtungen über die ſchicklichſte Menge der Einſaat der verſchiedenen Getreidarten. Nach dem⸗ ſelben wären 1 ½ Metzen auf das Joch in England die zweck⸗ mäßigſte Menge. Begtrup ſagt(Bemerkungen über die eng⸗ liſche Landwirthſch. II. Th. 43.): daß man in England im Allgemeinen 1 ½ bis 2 Metzen auf das Joch ſäe; nur wo die Saat ſpät im Jahre gemacht werde, ſäe man dichter. Allerdings ein großer Beweis, wie zweckmäßig der Ackerbau da geführt wird, da man eine ſo geringe Anſaat für die beſte hält! Die Wallonen ſäen nach Schwerz(Belg. Landw. I. Th. 345.) auch nur 1 ¾ Metzen. Im vormaligen Departemente der Schelde ſäet man 1 ½ Metzen. In Preußen wird, wie bei uns, 2 ½ bis 2 ¾ Metzen auf das Joch gerechnet.(Thaers rat. Landw. I. Th. 53.) Die Engländer rechnen ⅞ bis ⅛ Metzen, wenn die Saat in 9 bis 10 Zoll entfernte Reihen zu liegen kömmt. Um die Menge der Saat, welche den Umſtänden die an⸗ gemeſſenſte iſt, gehörig beſtimmen zu können, iſt es nöthig, die Anzahl der Saatkörner zu wiſſen, die in einem gegebnen Maße enthalten ſind. Ich wog einen Metzen im Jahre 1817 ſelbſt er⸗ bauten Weitzen von ziemlicher Vollkommenheit, neun Monate nach der Ernte; er hatte 84 Pfund. Ein Loth hiervon ent⸗ hielt 502 Körner. Ein Metzen enthielt demnach 1,355,480 Körner, und da ein Joch 8,294,400 ⁵◻½. Zoll enthält, ſo würde auf jede Weitzenpflanze ein Raum von 6 bis 11 ◻ Zoll kommen, wenn ein Metzen auf das Joch geſäet würde; vorausgeſetzt, daß jedes Korn keimte und fortwüchſe. Nun fand ich aber, daß 14% todte Körner vorhanden waren, folglich blieben nuͤr 1,165,713 keim⸗ fähige Körner, die am Acker gleichförmig vertheilt, jedes einen Naum von 7 bis 11 ◻ Zoll bekämen, den ſie in einem guten Boden, und bei übrigen günſtigen Verhältniſſen allerdings aus⸗ füllen würden, wenn man annehmen dürfte, daß jedes Saatkorn in eine Lage käme, keimen zu können, und keine Pflanze über Winter, oder im Frühlinge zu Grunde ginge. Weil man aber, der früher(Agrikultur§. III. A. e.) angegebenen Urſachen willen, einen nach Verhältniß der Güte des Samens, der Saatzeit, der Art des Unterbringens u. ſ. w. viel größern Zuſchuß zum be⸗ rechneten Saat⸗Quantum, welches den Kräften des Bodens ange⸗ meſſen wäre, hinzuthun muß, ſo würden bei 50% Zuſchuß, 1 ½ Metzen pr. Joch kommen, wodurch auf jedes lebendige Korn, oder vielmehr jede künftig nicht bloß aufgehende, ſondern auch 14 bleibende Pflanze ein Naum von 6 bis 11 ◻ Zoll käme, und eine hinlänglich dichte Saat auf einem nicht ganz magern Boden hervorgebracht würde. Mit der Fellenbergiſchen Säemaſchine habe ich dieſe Quantität für meine Aecker hinlänglich gefunden; wenn ich die Saat aber mit der Egge oder mit dem Exſtirpator unterbrachte, ſo habe ich bei früher Saatzeit 2 ¼½, etwas ſpäter aber 2 ½ Metzen für das Joch gebraucht, ohne daß ich eine dichtere Saat, wie mit 1½ Metzen mittelſt der Maſchine erhalten habe. Daß man in England und den Niederlanden im Durchſchnitte mit einer geringern Menge Saatkorn auskömmt, möchte ich nicht gern bloß allein der zweckmäßigeren Kultur, ſondern großen Theils auch dem milden Winter und feuchten Frühlinge dieſer Länder zuſchreiben, die das Pflanzenwachsthum ſo ſehr be⸗ fördern; während wir in den Fröſten des Novembers, unter der langen Schneedecke des Winters und endlich bei den feind⸗ ſeligen Nord⸗Oſt⸗Winden des März ſo viele Pflanzen einbüßen, und daher dichter wie unſere Nachbarn ſäen müſſen. 9. Der breitwürfig, oder in ſchmale Reihen geſaͤete Weitzen läßt nur wenige Kultur durch die Anwendung der Egge zu: der in weiten Reihen gedrillte kann und muß aber öfters behackt werden. Das Uebereggen der Weitzenſaat bringt vorzüglich in ſchwe⸗ ren und fetten Böden Vortheil. Der Zeitpunkt der Anwendung der Egge iſt im Frühjahre, wenn ſich der Boden feſtgeſetzt, und eine feſt zuſammengebackene Oberfläche hat. Wird dieſe zerbro⸗ chen: ſo hat die Luft mehr Einfluß zur Zerſetzung des Humus; die Haarwurzeln finden eine minder dichte Erdſchichte, in die ſie leichter eindringen, und das Wachsthum wird offenbar dadurch befördert. In einem großen Theile der Schweiz iſt das Ueber⸗ eggen der Weitzenſaat, ohngefähr in der Mitte April, nachdem die Vegetation ſchon begonnen, allgemein üblich. Man ſäet vor⸗ her Kleeſamen über derlei Felder, welcher dann unter einem mit Erde bedeckt wird.(Tſchiffeli Briefe über die Stallfütterung. Bern, 1789. S. 9².) Die Mecklenburgiſche Ackerbau⸗ geſellſchaft hat im II. Bande ihrer Verhandlungen ſehr lehr⸗ reiche Beobachtungen über dieſen Gegenſtand bekannt gemacht. Soll das Eggen von Vortheil ſeyn, ſo muß es ausgiebig geſchehen: ein leichtes Ueberfahren iſt gleichgültig. Die Schwei⸗ zer nehmen eine 60 Pf. ſchwere Egge mit eiſernen Zinken, und fahren zweimal auf demſelben Striche. In Mecklenburg egt man ſo lange, bis die Erdoberfläche völlig zerkrümmelt iſt. Ich ſelbſt habe nie ſchweren Thonboden bewirthſchaftet; aber ich habe dennoch ſehr oft meine Weitzenfelder eggen laſſen. Sehr auffallende Vortheile habe ich auf meinen Aeckern nicht davon beobachtet: aber reiner erhielten ſich die geegten Stellen, und das Blatt däuchte mir dunkler zu ſeyn. Bei 7 in Herbſe beitet wer noh ſo miſſeſs feih ſ n dot gegenden Kühe. M nu tif ah 11.) nommen uitt leicht aus. 8 dage ftähin witd. Bidui Cato. N. überreifen Aa den Mehlesn man ihn fiſ Calendar, 12.) witd umß Klima in, gen Kultt Der bor, wenn wird. Man Ungarnb. Jache, indeſ ſenſt ſhr gut land und de Ertrag, wie hen vie im 13. 7 Kömem p und nittg oll käme, und magern Boden n Säemaſchine glich gefunden; em Erſtirpatur 4, etwas ſpäter ne daß ich ein faſchine erhalte erlanden in orn auskömmt, Kultur, ſondern ichten Frühlinge thum ſo ſehr be⸗ dembers, untet bei den feind⸗ anzen einbüßen, ſen. Reihen geſceie Unwendung der kann und muß ezüglich in ſcon der Anwendung n feſtgeſetzt, ud ird dieſe zerbte ung des Humaz; hichte, in die ſe offenbar dadurt eiz iſt das Ueher April, nachden . Man ſiet vir unter einem mi die Stallfütterung⸗ che Ackerbau⸗ dlungen ſeht lehr kannt gemacht⸗ muß es ausgieig . Die Sch wei⸗ enen Zinken, un e eent 1 rümmelt iſt. en bewirthſchaflt lder eggen laſtn nen Aeckern nih e geegten Steller, 15 Bei der Pferdehackenwirthſchaft muß der Weitzen ein Mal im Herbſte und zwei Mal im Frühlinge mit dem Exſtirpator bear⸗ beitet werden. 10. Wächst er im Frühlinge zu uppig mit Blättern, ſo müſſen dieſe weggeſchnitten werden, weil er ſonſt zu früh ſich lagern würde. Das Abſchneiden der Blätter des Weitzens iſt in den Weitzen⸗ gegenden ein alljährliches, köſtliches Frühlingsfutter für neumelke Kühe. Man muß aber Acht haben, daß man den Stängel nicht zu tief abſchneidet, und die aufſteigende Aehre verletzet. 11. Die Ernte des Weitzens muß wohl in Acht ge⸗ nommen werden; denn wenn er überreif wird: ſo fällt er leicht aus. Es ſchadet ihm nicht, wenn er auch um einige Tage früher, als ſeine Körner hart geworden, geſchnitten wird. Biduo citius, quam biduo serius metere, ſagt ſchon Cato. Nicht bloß allein des Verluſtes wegen, den man beim überreifen Weitzen erleidet, ſondern auch des feineren und ſchöne⸗ ren Mehles wegen, das der früher geerntete Weitzen liefert, ſoll man ihn früher ſchneiden, wie YNoung behauptet.(Farmer's Calendar, 1809. 433.) 12. Der Ertrag des Weitzens an Korn und Stroh wird um ſo größer ſeyn, je mehr ſein Wachsthum durch das Klima in einem angemeſſenen Boden und einer zweckmäßi⸗ gen Kultur befördert worden iſt. Der größte Fleiß bringt nur eine mittelmäßige Ernte her⸗ vor, wenn er nicht durch Klima und Boden beſonders unterſtützt wird. Man gewinnt im Bannate und anderen Gegenden von Ungarn bei der roheſten Kultur nicht ſelten 40 Metzen vom Joche, indeſſen wir 20 Metzen nur in einem ſriſch gedüngten, oder ſonſt ſehr gut beſtellten Felde hervorbringen. Er gibt in Eng⸗ land und den Niederlanden im Durchſchnitte einen höheren Ertrag, wie in Deutſchland; und einen größeren im ſüdli⸗ chen wie im nördlichen Europa. 13. Das Durchſchnitts⸗Erträgniß des Weitzens an Körnern wechſelt in Deutſchland auf Weitzenboden und mittelguter Kultur zwiſchen 16— 18 Metzen pr. Joch. — ęOO——————QCQO.Q·—ZñQ—Qᷓ——n— 3* 5 16 Der Graf Podewils rechnet zu Guſow, in der Kur⸗ mark, auf Höheboden, nach friſchem Dünger im Mittelertrage 16— 18 Metzen pr. Joch. Im Bruche aber— Marſchboden— 17— 19 ⅓ Metzen.(Wirthſchafts⸗Erfahrungen auf den Gütern Guſow und Platkow. Berlin, 1801— 4.) Nach den Tax⸗Prinzipien des Lebuſiſchen Kreiſes, in welchem Guſow liegt, iſt das Durchſchnitts⸗Erträgniß des Weitzens im Höheboden erſter Klaſſe zu 16 Metzen, in jenem der zweiten Klaſſe zu 12 Metzen angenommen. Podewils ſtärkſter Ertrag wird von ihm(I. Th. S. 71) auf 34 Metzen pr. Joch angegeben. Das Durchſchnitts⸗Erträgniß meiner Wirthſchaft im La⸗ vantthale von den Jahren 1804, 5, 6, 7 und 8 war 18,7 Metzen. Mein ſtärkſter Ertrag: 29 ½¼ Metzen, nach Klee ohne Dünger.. Der Durchſchnitts⸗Ertrag des Weitzens zu Hungerbrunn in Kärnten im Jahre 1809.... 18 16 Metzen. 1809..... 181216— 1810...... 16 ½6— zu Kreuz in Kärnten, im Mittelgebirge: im Jahre 180G...... 1712/6 Metzen. 1890..... 17— 1810.By.. 13— Lürzer zu Saalfelden im Salzburgiſchen ern⸗ tete in einem zwanzigjährigen Durchſchnitte: 15 Metzen, 1 ¼ Maßl. (Abhandlungen über die wichtigſten Gegenſtände der Landwirth⸗ ſchaft in gebirgigen Gegenden. Salzburg, 1800.) In der Umgebung von St. Florian in Oberöſter⸗ reich, einer ſehr fruchtbaren, ſleißig kultivirten Gegend, rechnet man als gewöhnliches Erträgniß 18 Metzen; in vorzüglich kulti⸗ virten Aeckern und guten Jahren 24 Metzen. Ernten von 30 und mehr Metzen ſind Seltenheiten. Arthur Young(Oexron. Reiſen, Ater Th. 446) gibt an, daß der reichſte Boden in England, bei der beſten Kultur 25 ½— 31 Metzen, gewoͤhnlicher Boden bey guter Kultur 16— 24 Metzen pr. Joch liefern; im ganzen Durchſchnitte aber meint er, daß das Joch in England 18⅛ Metzen gebe. Das größte Er⸗ trägniß von Weitzen, das ich irgendwo angeführt finde, iſt jenes, was Midleton angibt, in der Umgebung von London manch⸗ mal geſehen zu haben.(Report of Middlesex by J. Midleton Esq.) 68 Buſhels pr. Acker= 56 ⁄6 Metzen pr. Joch, ſind nur begreiflich, wenn man den Ueberfluß von Dünger betrachtet, den London liefert, das milde Klima und den paſſenden Boden. In jenen Theilen von Flandern und Brabant, wo man den höchſten Fleiß auf die Kultur des Bodens wendet, rech⸗ net Schwerz(Belg. Landw. I. Th. 345) das Mittel des Er⸗ trages auf 23 ½ Metzen; in der Umgebung von Antwerpen auf 19% Metzen; bei Lille, im Depart. des Nordens aber nur auf 16½ Metzen.(III. Th. 160.) 14. 8 Strob ſtl k d Ettrin 16 Boden dalt und lein e und das t warmen un 1, wcnet mat 16- 195 Otroh. lIs ſant gedüm nahme in m Thd der Geteidu for beſtimne Terhälerih einzigen d gewinnſten auf das 5 auf ihrents dem gleicen dadurch vmn man in ni gekehrt in i daß ſriſch i mehr Körig Wicken odin daß in tieftn Korn größe Stande desn ger Kötner und daß ma⸗ und däteſt Kürnern bo. getraue mich zahlen zu 9. Stroſgenin dder venige Durgets geh ow, in der Kur er im Mittzlatzag — Marſchoden- gen auf den Gütn chen Kreiſet,n itts⸗Erträgniſ d tetzen, in jenem u ihm(. J). 8.1 Wirthſchaft im r 7 und 8 war. en, nach Klee dhn u Hungerbrun . 18 16 Min . 189 56— . 16 ⁄5 4: . 171⁄6 Nen. . 17 4 „ 13 34 zburgiſchen er 5 Metzen, 15di aͤnde der Landwith 1800.) an in Oberüft erten Gegend, rtre in vorzüglic kll⸗ Ernten von 30) ter Th. 416) litn di der beſten Kun uter Kultur 16= chnitte aber meit, be. Das gtiüßte xführt finde, iſt jen von London nu e by.Nicide r. Soch, ſidd m de betrachtt, paſſenden Boden⸗ und Brabant, 3 Bodens wendet, u das Mittl de n von Antwerp n des Nordenste 1 17 214. Das Durchſchnitts⸗Ertraͤgniß des Getreides an Stroh ſteht in keinem gleichförmigen Verhältniſſe zur Größe des Erträgniſſes an Körnern. 15. Es iſt groß in ſolchen Gegenden, wo Klima und Boden das Wachsthum der ganzen Pflanze ſehr begünſtigen, und klein in mageren und ſeichten Gründen. Groß in feuchten und das Blatterwachsthum begünſtigenden, und kleiner in warmen und trocknen Jahren. 16. In ſolchen Gegenden, die dem Weitzen zuſagen, rechnet man im Durchſchnitte bei einem Erträgniſſe von 16— 19 Metzen an Kornern, 30 bis 36 Zentner an Stroh. Höheres Erträgniß findet man nur in beſonders ſtark gedüngten Aeckern, im Marſchboden, oder als Aus⸗ nahme in beſonders günſtigen Jahren⸗-* Thaer hat ſich viele Mühe gegeben, den Strohgewinnſt der Getreidegattungen aus ihrem Ertrage an Kornern feſtzuſetzen, und für beſtimmte Gegenden findet hierin auch wohl ein beſtimmtes Verhältniß ſtatt. Allein es iſt ganz und gar unmöglich, aus dem einzigen Faktor des Körner⸗Ertrages den Quorienten des Stroh⸗ gewinnſtes auszumitteln, weil eine große Menge von Umſtänden auf das höhere oder niederere Wachsthum der Getreidepflanzen, auf ihren dickeren oder dünneren Halm einwirken, ohne daß in dem gleichen Verhältniſſe auch die Anzahl und Größe der Körner dadurch vermehrt oder vermindert wird. Wer weiß nicht, daß man in naſſen Jahren hohes Stroh und wenig Körner, und um⸗ gekehrt in trocknen Jahren kurzes Stroh und viele Körner erhält; daß friſch gedüngte Aecker immer mehr Stroh, nicht immer aber mehr Körner geben, wie ſolche, wo das Getreide nach Klee, Wicken oder einer wohl bearbeiteten Brachfrucht zu ſtehen kömmt; daß im tiefen und reichen Boden das Verhältniß des Strohes zum Korn größer iſt, als im ſeichten; daß man bei einem ſchütteren Stande des Getreides mehr, und bei einem dichten Stande weni⸗ ger Körner gegen das umgekehrte Verhältniß von Stroh erhält; und daß man in den Thälern und im Mittelgebirge das höchſte und dichteſte Getreide ſieht, das aber keinen größeren Ertrag an Körnern vom Joche gibt, wie jenes in den Ebenen?— Ich getraue mich daher keinen Kalkul auf die Thaer'ſchen Verhaͤltniß⸗ zahlen zu gründen, und es däucht mir ſicherer, wenn wir den Strohgewinnſt nach Verhältniß der das Blätterwachsthum mehr oder weniger begünſtigenden Umſtände im Gewichte ausdrücken. Burgers Lehrb. d. Landw. II. B5. 2 B ͤͤͤöͤͤ 2— —— neee een ———;ÿ—ÿ—ᷣ—— 18 Zum Beweiſe mögen die folgenden Erfahrungen dienen: Nach Thaer(Rat. Landw. I. Th. 270) ſollen 48 bis 52 Pf. Weitzenkörner 100 Pf. Stroh geben.— Ein ſo geringer Stroh⸗ Ertrag iſt wohl nur in loſen Böden, bey magerer Düngung, wo die Pflanzen klein bleiben, wirklich; anderswo gibt der Weitzen überall mehr Stroh. Nach einem Wäg⸗Verſuche, den ich auf meiner Wirthſchaft zu Wolfsberg 1806 anſtellte, gab der Weitzen, der nach Boh⸗ nen geſäet worden war, in einer nicht ſehr günſtigen Lage 3488 Pf. Stroh pr. Joch. Das Erträgniß an Körnern war 1606 Pf. Folglich iſt das Verhältniß der Körner zum Stroh= 46: 100; allein in den fruchtbaren Jahren 1812 und 1313 erhielt ich hier in Harhach vom Joche 22,8 Metzen Weitzen und 4000 Pf. Stroh pr. Joch. Das Verhältniß iſt 100 Theile Stroh gegen 39 Theile Körner. Das gleiche Verhältniß fand der Graf Podewils beim Weitzen auf der Höhe(a. a. O. III. Th. Tafel I.). Das Stroh⸗ Erträgniß war vom Morgen nach einem ſehr großen Durchſchnitte 16 Ctnr. 18 Pf.; pr. Joch= 3685 W. Pf. Beim Weitzen aber, der im Bruche— Marſchboden— gewachſen war, zeigt ſich mehr Stroh gegen weniger Koͤrner. Das Verhältniß war = 35: 100. In dieſem Falle bekam er 21,7 Ctnr.(nicht 22 Ctnr. 105 Pf., wie in der Tafel ſteht) pr. Morgen, was 4504 Pf. für das Joch beträgt.(a. a. O. III. Th. VIII. Tafel.) SchwerFz thheilt eine Angabe des Herrn Dierxſen mit, (Belg. Landw. I. Th. 322), nach welcher er auf einem Bunde 42 Viertel Weitzen geerntet hat, der 5544 Pf. wog; das Stroh hatte 141 11 Pf. Das Verhältniß iſt= 39: 100. Nach meiner im Marchfelde in Oeſterre ich genau angeſtellten Unterſuchung gewann man auf einem Joche 16 Häufel Stroh à 20 Garben zu 11 Pf., folglich 3520 Pf. Das Korn betrug 16 Metzen à 84 Pf.= 1344 Pf.; folglich iſt das Ver⸗ hältniß= 38: 100. Wie groß das Stroh⸗Erträgniß in fleißig bearbeiteten, faſt alljährlich gedüngten Berggegenden ſeyn könne, erhellet aus den Wirthſchafts⸗Rechnungen des Bauers Paul Adler, von Außen in Oberſteiermark,, die er mir voll⸗ kommen mittheilte, und die die Jahre 1804 bis 15 enthalten. Das Durchſchnitts⸗Erträgniß dieſer Jahre war nur 15,9 Metzen Weitzen pr. Joch, aber 6002 Pf. Stroh. Das Verhältniß des Strohes zum Korne iſt wie 100;: 22. 8. Sommerweitzen. 1. Der Sommerweitzen, Triticum vulgare aestivum, unterſcheidet ſich vom Winterweitzen keines⸗ weges in der aͤußeren Form, ſondern nur in der kürzeren Zeit, die er zu ſeiner Ausbildung bedarf. Indeſſen iſt es doch nur meiſtens der Bartweitzen, deſſen Aehren mit Grannen bewaffnet find, den man als Sommerfrucht u, 6 dung, wie* 2, t genden dauerndeich mers wect er nark, 19 von Beiträ de noh ſee Petza, ain Nare, jn Slut, Bas an den ſüdl können die 18 Einftuſſe deinte rigen Reiguig dem Rordvg 3. Als Waterveiſf Aut ſort, n einem tten rith er. Dar ren, und 4.6 V Wenn Winterweize bündigen Be der ſeſt zuſar geiher Lage ſowohl, wie lic ihm, i an Hunus: Dem b 8 Kgönnt, as 2 1 9 ungen dienen; 6 bs 5. f. kultivirt, weil der Kolbenweitzen längere Zeit zu ſeiner Ausbil⸗ ringer Stroh⸗ dung, wie der Bartweitzen, bedarf. Gebund, n t der Wei.. 5 2. Man kann daher Sommerweitzen in ſolchen Ge⸗ t Binſäit genden bauen, in denen der Winterweitzen des lang an⸗ rnach Boh⸗ 2 dage au dauernden Schnees, oder der zu geringen Wärme des Som⸗ dar 4 pf mers wegen, nicht mehr gedeiht. — 46: 10;.. ielt ich hierin Er wird in den Gebirgen von Kärnten, Oberſteier⸗ Pf. Stroh yr. mark, durch Salzburg und in der hoch liegenden Ebene Lheile Körner. von Baiern häufig gebauet. Er kömmt in den höchſten Gegen⸗ ewils beiin den noch fort. Ich fand ihn auf der Riſchberger Meierey an der 1 Das Shroh⸗ Petza, einer kärntneriſchen Alpe 4026 Wiener Fuß über dem Durchſchnitte Meere, ja ſelbſt am Fuße des Glockners, im Dorfe heil. eim Weiten Blut, 4322 Wiener Fuß über dem Meere; freilich überall nar var, zeigt an den ſüdlichen Abhängen der Berge, denn in ſolchen Höhen ältniß par konnen die Getreidearten nur dann noch zeitigen, wenn ſie dem cht 22 Ctnr. Einfluſſe der Sonne vollkommen ausgeſetzt, d. h. in einem gehö⸗— 8 4500 Pf. rigen Neigungswinkel gegen ſie geſtellt, und dadurch auch vor* d. dem Nordwinde geſchützt ſind. 8G ry ſen mit, aunni 4 3. In jenen Gegenden, die warm genug für den— Winterweitzen ſind, kömmt der Sommerweitzen nur dann ki dur gut fort, wenn ſie hinlänglich und oft Regen erhalten; in „Das Korn einem trocknen und heißen Klima oder Jahrgange miß⸗ 3 ae räth er. gniß in fleißig.. rſemn könne, Darum gedeiht er in ſandigen Böden nur in naſſen Jah⸗ auers Paul ren, und mißraͤth daſelbſt ganz in trockenen. eer mit boll⸗ uß atzalen 4. Er fordert denſelben Boden, wie der Winterweitzen. r15, Neten aeſallnß ds Wenn er in ſolchen Gegenden gebauet wird, die keinen Winterweitzen mehr hervorbringen: ſo muß er in einem minder bündigen Boden gezogen werden, der ſich leichter erwärmt, wie der feſt zuſammenhängende. Wenn man aber Sommerweitzen in gleicher Lage mit dem Winterweitzen bauet: dann muß er eben n rulgare ſowohl, wie dieſer, in Thonboden geſäet werden, und er mißräth, gleich ihm, in ſandigen Aeckern. 3 en keines⸗ der kürzeten 5. Sommerweitzen fordert mehr Dünger oder einen 7 4„.. an Humus reichern Boden, wie Winterweitzen. itzen, deſeen. Lie ni„ Dem Winterweitzen iſt mehr Zeit zu ſeiner Ausbildung 6 gegönnt, als dem Sommerweitzen. In der längeren Zeit kann 2* — — — 20 mehr alter Humus aufgelöst und allgemach von den Wurzeln eingeſaugt werden. Wenn aber die Wurzeln des Sommerweitzens in einer kürzeren Zeit dieſelbe Menge von Nahrung einſaugen ſol⸗ len, wie der Winterweitzen in einer längeren; ſo iſt es nothwen⸗ dig, daß ſie vorhanden ſey, was aber nur durch eine verhältniß⸗ mäßig ſtärkere Dungung des Ackers möglich iſt. 6. Er muß ſo zeitlich als möglich im Frühlinge ge⸗ ſäet werden, damit er Zeit habe, vor der Hitze ſich zu be⸗ ſtocken, und durch die Hitze gezeitiget zu werden. Was die Engländer Marſhal und Wilkinſon(Report of Yorkshire T. 1. p. 7.) und Dick ſon(Pract. Husbandry Vol. I. 609— 14.) über die Natur und Kultur des Sommer⸗ weitzens ſagen, beruht zum Theil auf falſchen, zum Theil einſei⸗ tigen Behauptungen. Es iſt falſch, daß der Sommerweitzen von der Kälte leidet, denn in ſeinem jugendlichen Zuſtande kann er den härteſten Froſt ertragen. Der im März 1817 geſäete Som⸗ merweitzen des Dr. Rabitſch am Stadtgraben bei Klagen⸗ furt war bis zum 5. April durch die warme, günſtige Witte⸗ rung auf 3 Zoll Höhe erwachſen. Nun trat aber eine windige, ſehr kalte Zeit ein; taͤglich fror es, die Kälte war gewöhnlich Mor⸗ gens 5 bis 6 ½ 6 unter o, und ſie dauerte bis zum 2. Mai. Doch litt der Weitzen nicht im mindeſten, und nie ſah ich in der Folge eine reichere Ernte von dieſer Frucht, als auf dieſem Felde. Einſeitig iſt es, zu behaupten, daß früh geſäeter Sommerweitzen ein ver⸗ ſchrumpftes Korn gebe, und daß man erſt Ende April ihn ſäen dürfe, wenn man ein volles Korn haben wolle, weil das, was zufällig, und von unbeobachteten Einflüſſen abhängig, hier er⸗ ſcheint, und im Widerſpruche mit der viel größeren Anzahl der Beobachtungen im ſüdlichen Deutſchlande iſt, keineswe⸗ ges zur Regel erhoben werden darf. In unſeren Bergen wird der Sommerweitzen allenthalben ſo früh als möglich geſäet; eben ſo im böhmiſchen Mittelgebirge, wo man ihn, nach Mehler (Böhm. Landw. I. B. 72.) längſtens bis 9. April ſäet. 7. Er muß dichter wie der Winterweitzen geſäet werden. Denn er beſtockt ſich weniger, weil er weniger Zeit hierzu hat; und wenn man auch in Anſchlag bringt, daß bei der Som⸗ merſaat weniger Pflanzen zu Grunde gehen, wie bei der Winter⸗ ſaat: ſo würden doch zu große leere Räume am Acker ſtehen, wenn man ihn ſo dünn ſäen wollte, wie den Winterweitzen in guten Böden und bei aufmerkſamer Kultur. Die Verſuche, welche der Herr Regierungsrath Jor⸗ dan im zweiten Hefte der Verhandl. der landw. Geſellſchaft in weizen, 8 6,n jier dei Brand t gedingtn tt 19 14 eür agjährigend S man da im halten habn Iahre 1dun Au: wie venig t daß man n bauen, die: ſad. 7. Le⸗ n lige. M weitzen letteren 2 der ſch de Roſte wen und wenie trag geein die cel der de giger Beſte genden, de Bartweizen Jahren in Wureln gerweitzens ſaugen ſol⸗ Bnothwen⸗ verhältniß⸗ hlinge ge⸗ ch zu he⸗ m(Report usbandry Sommer⸗ eil einſei⸗ eitzen von kann er te Som⸗ Klagen⸗ ge Witte⸗ windige, lich Mor⸗ Doch litt Folge eine Einſeitig n ein ver⸗ l ihn ſäen das, was , hier er⸗ Anzahl der , keineswe⸗ zergen wird geſäet; eben hRehler t. zen geſät Zeit hierzu i der Som⸗ der Winter⸗ Acker ſtehen, terweitzen in rath Jon eſellſchaſt in 21 Wien S. 15) erzählt, ſind Belege dieſes Satzes. ¼ Metzen pr. Joch⸗ gaben an Ertrag 12 Metzen, ⅛ Metzen Saat gaben 18%, und 2 Metzen Saat 23 ½ Metzen. Eine Saat von Winter⸗ weitzen, 2 Metzen pr. Joch, ſtand aber dichter. 8. Sein Ertrag iſt im Allgemeinen geringer, wie jener des Winterweitzens, und häufiger durch Roſt und Brand gefaͤhrdet. Wilkinſon gibt ſeinen Durchſchnitts⸗Ertrag(a. a. O.) auf 13 ½ Metzen pr. Joch an. Nur dann, wenn er nach friſch⸗ gedüngten, und am Felde verfütterten Rüben geſäet wird, gäbe er 19 ½ Metzen. Lürzer zu Salfelden(a. a. O.) erhielt in einem zojährigen Durchſchnitte ebenfalls nur 13 6 Metzen. Schwerz erzählt von Hofwyl(a. a. O. S. 200), daß man da im Durchſchnitte zweier Jahre 16 Metzen vom Joch er⸗ halten habe; allein nach den angehängten Tafeln erntete man im Jahre 1812 nur 12,67, und im folgenden 13,05 Metzen pr. Joch. Aus dieſer Darſtellung des geringen Ertrages erſieht man, wie wenig einträglich die Kultur des Sommerweitzens ſey, und daß man faſt immer beſſer fahren wird, Gerſte und Hafer zu haen⸗ die mehr ſichere und gewöhnlich auch einträglichere Früchte ind. 1 7. Von den Abarten des gemeinen Weitzens. 1. Abarten des gemeinen Weitzens gibt es unzaͤh⸗ lige. Man theilt ſie in Bartweitzen und Kolben⸗ weitzen; die erſteren haben Aehren und Grannen, die letzteren ſind ohne Grannen. 2. Man hält den Bartweitzen für ſteifer im Strohe, der ſich daher weniger leicht lagert; für frühreifer und dem Roſte weniger unterliegend: allein ſein Korn für kleiner, und weniger geeignet zu feinem Mehle, auch ſeinen Er⸗ trag geringer. Die Naturforſcher behaupten, daß die Granne, der Sta⸗ chel der Aehre, ein wandelbarer, von äußeren Umſtänden abhän⸗ giger Beſtandtheil der Pflanze ſey. Indeſſen findet man in Ge⸗ genden, deren Boden und Klima ſich kaum unterſcheiden, dort Bartweitzen, hier Kolbenweitzen. Ich baue ſeit den letzten ſieben Jahren immer meinen eigenen Weitzen, der ein Bartweitzen iſt, ———Z—B—B—P—— 22 ohne daß ich eine Veraͤnderung an ihm finde. Die Gegend kulti⸗ virt meiſtens Kolbenweitzen, der ſtark vom Roſte leidet, und in manchen Jahren beinahe ganz von ihm zerſtört wird; indeſſen ich einen nur ſehr geringen Nachtheil bis jetzt hievon erlitten habe. Der ſogenannte ſardiniſche Weitzen, eine Bartweitzenabart, paßt beſonders als Sommerfrucht, weil er ſehr früh reif wird. Am 19. März 1805 geſäeter wurde bei mir zwiſchen dem 3. und 10. Juli reif. Die bei uns unter dem Namen ſiziliſcher Weitzen bekaͤnnte Abart hat keine Grannen, wächſt langſam, beſtockt ſich ſehr ſtark, wächſt höher im Strohe, liefert ein gelbes, großes, faſt durchſichtiges Korn; wird aber ſpäter reif, paßt daher nicht wohl zur Sommerfrucht, und geht auch als Winterfrucht viel häuſiger zu Grunde, als unſer gewöhnlicher, wie ich mehrmals ſelbſt erfahren habe. Ich habe zum Verſuche in früheren Jahren eine große An⸗ zahl von Weitzenarten aus allen Ländern im Garten gebauet, und immer war eine ſchöner als die andere. Wenn ich aber die im Garten erbeuteten Körner auf die Aecker brachte, und ſie gleich den heimiſchen Weitzen behandelte: ſo verſchwanden ihre Vorzüge oft ſchon im erſten, ſicher aber im zweiten oder dritten Jahre; und oft zeigte es ſich, daß ſie unſere langen Winter und die Nordoſtwinde des Frühlings nicht ſo gut überſtanden, wie unſere heimiſchen Weitzenarten, was beſonders von jenen gilt, die weiß⸗ gelbe Körner haben. Der bei uns ſogenannte Neapolitaner Weitzen, eine ſehr ſchöne Pflanze, mit großen, weißen Körnern, verwinterte im Garten im Jahre 1817 zum dritten Theil, im freien Felde im folgenden Jahre aber faſt ganz, indeſſen der gemeine Weitzen nichts litt. Darum baue ich jetzt keinen andern mehr, als mei⸗ nen eigenen Bartweitzen, und würde uur in einer wärmeren Lage und in ſchwereren Boden Kolbenweitzen bauen. bb. Sp el z. 1. Spelz, den man anderswo Dinkel und Ve⸗ ſen nennt, Triticum spelta, iſt eine eigene Art des Weitzens, die ſich vom gemeinen dadurch unterſcheidet, daß die Körner, wie bei der Gerſte und dem Hafer, mit der Umhüllung verwachſen ſind. Beim Dreſchen ſchlägt man bloß die in dicken Hüllen ver⸗ borgenen Körner von der Aehre ab, die auf der Mühle erſt hier⸗ von befreiet— gegerbt werden müſſen, ehe man das Korn ſelbſt erlangt. Darum erhält man vom Spelze dem Volumen nach mehr als das Doppelte des Erträgniſſes gegen gemeinen Weitzen; wird der Spelz aber gemahlen: ſo zeigt ſich nur ein geringer Unterſchied im Mehlgewinne zwiſchen beyden Weitzenarten. Von einem Metzen Spelz zu 47,6 Pf. bekam Lürzer (a. a. O., S. 22.) 30,6 Pf. brauchbares Kochmehl. Wogegen in Men: Kleien und! 2 feſtes Ett übrigen 7 Jährszeit ſeddet, ui 3 4 zum Lih Kärner me ein wenige 4. fizerjedai 5.* auch beim was wit Vie wie derg achtet, da bindigen das Kim 6. braucht r vom gem Fel gf in dbet 5,1 er in erſe gab des g 3 ſagt habe Weizen end kulti, „ und in deſſen ich ten habe. tenabart, eif wud. n dem 3. Weitzen ſtockt ſich großes, acher nicht rucht viel nehrmals roße An⸗ tet, und die im le gleich Vorzüge Jahre; und die e unſere ie weiß⸗ Weitzen, winterte en Felde eWeitzen als mei⸗ waͤrmeren nd Ve⸗ Art des ſcheidet, fer, mit üllen ver⸗ erſt hier⸗ korn ſelbſt umen nach Weitzen; n geringer ten. Lürzer Wogegen 28 ein Metzen Weitzen zu 84 ½ Pf., mit Abſchlag von 16% für Kleien und Steinmehl= 13 ½ Pf., an Kohlmehl 71 Pf. liefert. 2. Seine Vorzüge beſtehen darin, daß er ein ſehr feſtes Stroh hat, und ſich daher weniger leicht, wie alle übrigen Weitzenarten lagert; daß er bei der ungünſtigſten Jahrszeit nicht auswächſt; daß er nicht vom Vogelfraße leidet, und daß er einen ſehr großen Ertrag liefert. 3. Dagegen wird ihm vorgeworfen, daß ſein Stroh zum Viehfutter untauglich ſey; daß das Vermahlen der Körner mehr Kunſt und Zeit bedürfe, und daß ſein Mehl ein weniger ſchmackhaftes Brot gebe. 4. Er wird als Sommer⸗ und Winterfrucht, häu⸗ ſiger jedoch als leztere gebauet. 5. Was Klima und Boden betrifft, ſo gilt alles das auch beim Spelze, ſo wie bei den übrigen Weitzenarten, was wir bereits beim gemeinen Weitzen angeführt haben. Viele behaupten zwar, er komme in einem leichtern Boden wie der gewöhnliche Weitzen fort; allein ich habe überall beob⸗ achtet, daß wenn Spelz oder anderer Weitzen in einem nicht ſehr bindigen Boden wohl gedieh, dieß nur dann Statt fand, wenn das Klima dafür feucht, und doch nicht kalt war. 6. Weil er in ſeine Umhüllung eingeſchloſſen iſt, ſo braucht man ein größeres Maß davon zur Ausſaat, wie vom gemeinen Weitzen. Fellenberg ſäete nach Schwerz(Hofwyl. Wirthſch. 198) im Jahre 1812, 3,1 Metzen pr. Joch, im folgenden Jahre aber 5,12 Metzen auf dieſelbe Flaͤche. Als Sommerfrucht ſäete er im erſteren Jahre 5 Metzen pr. Joch. Die ſtärkere Einſaat gab das größere Erträgniß. 7. Der Ertrag des Spelzes iſt, wie wir bereits ge⸗ ſagt haben, mehr als doppelt ſo groß, gegen gemeinen Weitzen. 24„ Tſchiffeli in Bern gibt(a. a. O. 101) 9 Müd pr. Jauchert, d. ſ. 48 Metzen pr. Joch an. Fellenberg erzählt in ſeinen landw. Blättern I. H. 130), daß er vom Winterſpelze 15 bis 18 Müd pr. Jauchert erhalten habe. Wenn man 16 ½ Müd annimmt, ſo betrüge dies für das Joch 83 Metzen. Im Jahre 1812 erhielt er nach Schwerz(a. a. O. 190) 41,3 Metzen; im folgenden Jahre aber 73,1 Metzen pr. Joch. Vom Sommerſpelz eryielt er im Jahre 1812 49 ½ Metzen pr. Joch. Herr Möllinger zu Pfeddersheim in der Pfalz ſagt(Schwerz, über den Ackerbau der Pfälzer, Wien, 1816. S. 154), daß er vom Spelze am meiſten 79,3 Metzen, und am wenigſten 17,93; im Durchſchnitte 42,4 Metzen erhalten habe, die ihm 2719 Pf. Stroh pr. Joch gaben. Außer der Schweiz und den Rheinländern, wo man ſehr viel Spelz, und wie es ſcheint, mit großem Vortheile bauet, findet man ihn ſeltener, und dann gibt er auch anderswo nur ge⸗ ringere Ernten. Schwerz erhielt auf ſeiner eigenen Wirthſchaft(Belg. Wirth. I. Th. 352) 30 ½ Metzen pr. Joch, und im Depart. des Nordens(ebendaſelbſt III. Th. 96) rechnet man gar nur 22,4 Metzen. 42² Metzen Spelz geben erſt ſo viel Mehl wie 18 Metzen Weitzen. Des größern Mehlertrages wegen darf man daher nicht Spelz bauen, ſondern nur ſeiner übrigen guten Eigen⸗ ſchaften wegen. Nicht gemeine Weitzenarten. Die nicht gemeinen Weitzenarten ſcheinen weniger für unſere Verhältniſſe in Deutſchland zu paſ⸗ ſen; denn ſo viel verſprechend auch immer der Anblick die⸗ ſer Pflanzen iſt, das Einkorn ausgenommen, ſo wenig war man im Durchſchnitte der Jahre mit ihrem Ertrage zufrieden, und nirgendwo hat ſich ihre Kultur bisher erhalten. Wir führen dieſe Weitzenarten mehr in wiſſenſchaftlicher als in praktiſcher Rückſicht an. Es iſt aber nicht zu läugnen, daß man die Natur derſelben noch keinesweges gehörig erforſcht hat, und es fehlen uns noch genügende, in verſchiedenen Gegenden, und unter verſchiedenen Umſtänden mannigfaltig abgeänderte Ver⸗ ſuche mit denſelben. Wo Klima und Boden dem polniſchen, vielährigen und dickährigen Weitzen zuſagen, müſſen ſie offen⸗ bar einen größern Ertrag an Körnern und Stroh geben, wie die gemeinen Weitzenarten. 1. 9 licum Jol Halme; di ſchmal, 9 groß/ wie 1 Als Enmn einer jenl nur benig 3 1. 8 ſmyrniſch ſehr aubges i einen ſo zuſammeng darſtelle. klein, rund Im faſt gäazlih 2. J uen. P kann daher fultivit we In ei dder un En ben, denn i Frucht dille aber lagert dann hidde ſon mit der ggricult, f lan in aſe Rüd pr. tern I. düd pr. amt, ſo erhielt lgenden erhielt Pfalz Wien, Metzen, rrhalten do man bauet, ur ge⸗ Belg. hart. n gar Metzen daher Eigen⸗ 1. ſcheinen zu paſ⸗ lick die⸗ wenig Ertrage bieher licher als en, daß ſcht hat, egenden, rte Ver⸗ glniſchen, ſie offen⸗ ben, wie 25 . Polniſcher Weitzen. 1. Polniſcher Weitzen oder Gommer, Tri- ticum polonicum, hat hohe, dicke, mit Mark erfüllte Halme; die Aehren ſind 6— 7 Zoll lang; die Körner lang, ſchmal, gefurcht, weißgelb, hornartig, faſt doppelt ſo groß, wie vom gemeinen Weitzen. 3. Er wird als Sommer⸗und Winterfrucht kultivirt. Als Sommerfrucht zeitigt er bald, gibt aber immer nur einen ziemlich kärglichen Ertrag, da in der langen Aehre nur wenig Körner enthalten ſind. 6 35 A. 6. Vielähriger Weitzen. 1. Vielähriger Weitzen, egyptiſcher, ſmyrniſcher Weitzen, Triticum compésitum. Eine ſehr ausgezeichnete, anſehnliche Weitzenart, deren Aehren in einem ſtark gedüngten Boden aus 5— 8 kleinern Aehren zuſammengeſetzt ſind, und daher einen Büſchel von Aehren darſtellen. Die Halme ſind mit Mark erfüllt; die Körner klein, rundlich, blaßgelb, dickſchalig und haben wenig Glanz. Im engeren Boden verliert ſich die zuſammengeſetzte Aehre faſt gänzlich, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. 2. Man kann ſie als Sommer⸗ und Winterfrucht bauen. Von allen Weitzenarten wird ſie zuletzt zeitig, und kann daher nur in warmen Gegenden als Sommerfrucht kultivirt werden. In einem heißen und trockenen Klima, wie in Egypten, oder um Smyrna in Aſien mag ſie einen hoh en Ertrag ge⸗ ben, denn ich zählte bei meinen Verſuchen mit der Kultur dieſer Frucht viele Aehren, die 124 Körner enthielten; in unſerem Klima aber lagert ſich dieſe ſchwere Weitzenart zu leicht, und bekömmt dann blöde Körner. Die Verſuche, welche Dr. Wilkin⸗ ſon mit der Kultur dieſer Weitzenart anſtellte(Dickson, pract. Agricult. Vol. I. 600— 614), beſtätigen das Geſagte. Er be⸗ kam im erſten Jahre 19 ⅜i Metzen pr. Joch; im dweiten aber 26 nur 9 ¹416 Metzen, und er hatte viele Mühe, das Korn anzubrin⸗ gen, weil es die Müller für viel ſchlechter erklärten, und behaup⸗ teten, daß ſie kein feines, weißes Mehl davon erzeugen könnten. ). Einkorn. 1. Einkorn, Emmer, Peterskorn, Triticum monococcon. Dieſe Weitzenart iſt die unanſehnlichſte. Sie⸗ iſt meiſtens zweizielig, und weil von den drei Blumen jedes Aehrchen gewöhnlich nur eine einzige Frucht anſetzt, ſo heißt ſie Einkorn. Ihre Körner ſind gleich dem Spelze mit den Blumenblättern verwachſen, und viel kleiner, wie bei dieſem. a2. Sie wird als Sommer⸗ und Winterfrucht ge⸗ bauet; wird aber als Sommerfrucht beſonders ſpät zeitig. Man ſindet das Emmerkorn hin und wieder in der Schweiz und in Schwaben. Man glaubt, daß es mit einem leichtern Boden vorlieb nehme, wie der gemeine Weitzen. d. Dickähriger Weitzen. 1. Dickähriger Weitzen, Tuneſer, Ma⸗ rokkaner Weitzen, Triticum turgidum. Er wachſt hoch, hat große dicke Aehren, lange Grannen, welche, ſo wie die Spelzen, bald röthlich, bald braun oder dunkelgrau ſind. Die Körner ſind groß, ſchwer, hornartig. Der Halm iſt nicht hohl, ſondern mit einem Marke erfüllt. Das botaniſche Kennzeichen dieſer Weitzenart beſteht darin, daß die aufgeſchwollene, faſt angeblaſene Umhüllung— Spelze— des Korns, ſo wie die Spindel der Aehre mit Haaren bedeckt ſind. 2. Er kann eben ſo wie die übrigen Weitzenarten als Sommer⸗ und Winterfrucht gebauet werden; doch gibt er nur als Winterfrucht einen anſehnlichen Ertrag. Alle Weitzenarten und Abarten, die unter dem Namen engliſcher Weitzen bei uns hin und wieder verſucht worden ſind, gehören zum gemeinen Weiten, und ſind bald mit, bald ohne iige Ar„ Grannen- d wirgendwo cum turg nannt witte metweitzen N Haaren üö nikern dls glauh ten ſi tieum turit erfülte hen ſe bei emit 36 und Abarte jählung ui Klina und is Portheil tr was näher vi friedigung en Bayle⸗ Bare Mijano, dieſem Bachte ſwaͤchte S 8 8 1. d Getteideand darf als a 4.1 allen Arten dafür aben längere ge 1000 ncch Einh⸗ .— Stürkemeh Kber und Eld 5 dar d ei 42 zubrin⸗ behaup⸗ könnten. ritieum e. Sie⸗ Blumen anſetzt, Spelze r, wie ht ge⸗ zeitig. chweiz leichtern „Ma⸗ rwaͤchſt elche, ſo inkelgrau 3. Der füllt. eht darin, Spelze— deckt ſind· arten als h gibt er rden ſind, hald ohne 27 Grannen. Man klultwvirt höchſt wahrſcheinlich in England nirgendwo den dickährigen Weitzen, obgleich bei uns der Triti- cum turgidum bei einigen Schriftſtellern engliſcher Weitzen ge⸗ nannt wird. Weil der in England unter dem Namen: Sam⸗ metweitzen, Velvet- wheat, häuſig gebauete Weitzen, mit feinen Haaren überzogene Spelzen hat, dies Zeichen aber von den Bota⸗ nikern als unterſcheidend für den dickährigen angegeben wird, ſo glaubten ſie ſich berechtigt, dieſen engliſchen Weitzen fuͤr den Tri- tieum turgidum zu halten. Es fehlt ihm aber der mit Mark erfüllte Halm, auch iſt die Spindel der Aehre glatt, während ſie bei dem dickährigen Weitzen haarig iſt. Ich habe es für überflüſſig erachtet, von andern Arten und Abarten des Weitzens Erwähnung zu thun, weil die Auf⸗ zählung und Beſchreibung ungewiſſer Arten, und zahlloſer, von Klima und Boden abhängender Abarten dem Landwirthe keinen Vortheil bringt, und ihm gleichgültig iſt. Wer ſich hierüber et⸗ was näher unterrichten will, wird im folgenden Werke mehr Be⸗ friedigung erhalten: Monograſia agronomica dei Cereali di G. Bayle-Barelle, P. Profess. d'agraria etc. del formento. Milano, 1809. Mehr als bloß Naturhiſtorie darf man aber in dieſem Buche nicht ſuchen. Der Abſchnitt von der Kultur iſt die ſchwächſte Seite deſſelben. 2. Vom Rocken. 1. Der Rocken iſt in Deutſchland die wichtigſte Getreideart. Seine Kultur iſt die ausgebreitetſte, ſein Be⸗ darf als allgemeines Brotkorn der größte. 2. Das Rockenmehl iſt zwar nicht ſo weiß, und zu allen Arten von Speiſen verwendbar, wie das vom Weiten, dafür aber liefert es ein ſehr ſchmackhaftes Brot, das ſich längere Zeit gut erhält, wie das vom Weitzen. 1000 Theile Winterrocken enthalten naih Ginhai win, her Annal. Nach Söllner. Stärkemehl.... 0,5 46... 0, 444 Kleber und Pflanzeneiweiß 0,0632 0, 075 Sußlich⸗ſchleimige Materie. 0,00oo0.... o, 175 Hülen....... 0,200.... 0,175 Feuchtigkeit 0,100.. 9, 131 Davy erhielt aus 100 Theilen Rocken, aus Suffolk, 61 Th. Stärke und 5 Th. Kleber. 3. Wir haben von dieſer Getreidegattung nur eine ein⸗ zige Art, welche die Botaniker Secale cereale nennen, die, 28 ſo wie der Weitzen, bald als Sommer⸗, bald als Winter⸗ frucht gebauet wird. 4. Abarten des Rockens gibt es zwar auch: ſie ſind aber weniger unter einander in der äußeren Geſtalt verſchie⸗ den, wie jene des Weitzens, und zeichnen ſich bloß durch ein anderes Grün der Blätter, ſchnelleres oder ſpäteres Reifen, höheres oder niederes Wachsthum u ſ. w. aus, und legen in wenig Jahren dieſe Eigenthümlichkeiten ab, indem ſie in den gemeinen, der Gegend gewöhnlichen Rocken übergehen. Man hat zwar das ſogenannte Staudenkorn, Secale cereale multicaule, als eine Art des Rockens feſtſetzen wollen; es iſt aber nichts als eine Abart, wie ich durch mehrjährige Ver⸗ ſuche mich überzeugt habe. Sein Blatt iſt lichtgrün, breiter, ſein Wachsthum langſamer, und es verträgt den Sandboden in un⸗ günſtigen Frühlingen weniger, wie der gemeine Rocken. Mir iſt der Staudenrocken in den Jahren 1813 und 1814 mehr ausge⸗ wintert, wie mein gewöhnlicher. Ob er im reichen Boden bei früher Ausſaat wirklich immer einen viel höheren Ertrag gewähre, wie der gemeine, muß erſt noch mehr unterſucht werden. Der Johannis⸗Rocken, der norwegiſche, Mon⸗ taubaner⸗Rocken u. ſ. w., ſind nichts als gewöhnlicher Rocken, der, wie der erſte und zweite angewöhnt worden ſind, ſehr frühe geſäet zu werden, und ſich daher ſtark im Herbſte be⸗ ſtocken, und früh im folgenden Jahre zeitigen; oder wie der letztere, in einer ihm ſehr zuſagenden Oertlichkeit aufgewachſen iſt, und ein beſonders ſchönes Korn liefert: welche Eigenſchaften aber bei veränderten Umſtänden bald alle verſchwinden. aa. Winterrocken. 1. Winterrocken, Secale cereale hibernum, iſt im nördlichen Europa die geſchätzteſte Getreide⸗ pflanze, weil ſie in den kälteſten Gegenden, wo jedes an⸗ dere Getreide mehr gefährdet iſt, ſicherer wie dieſes zeitig wird. In Kärnten bauet man Winterrocken auf den höchſten Bergen, wo oft die Aecker mit den Alpenwieſen zuſammenſtoßen; aber freylich nur in ſonniger Lage. St. Johann am Hohen⸗ Preſſen, 3822 Wiener Fuß über dem Meere hat vorzüglich ſchönen Rocken. In Tweng, am Fuße des Radſtädter Lauren, 3499 Par. Fuß über dem Meere, wird der Winter⸗ racin it di zettig widd. Pahlen tentr. S. gebirge lcc nicht 1 3. B. Lappen, A den zwer abtt und nimmt ma. Lage der i dieſee lanitt von 156, Der i in ehren gf gtidttt. dn hefindlichen 2, Jit iig wid is gibt damin In un ols Wäiber teren Gegeit übertrefſen i Großkon ſo wie in 2 von d Sc 4. 1 zuſammenn Ern. ungewiſſe tem Sandber er nicht vern hen Deu Niederla Boden oſt m terrocen ged Mihe, Ind Sandbodene iu loſen Bo nennt ſlchen lichen Sand, So ſclte — 29 Linter⸗ rocken als die ſicherſte Frucht betrachtet, da der Hafer nicht immer zeitig wird. Im Rheinthale ober Chiamut wird er nach Wahlenberg(De vegetatione et climate Helvetiae sep- tenir. S. 195) in der gleichen Höhe noch gebauet. Im Glatzer⸗ ſie ſind gebirgeaber ſäet man Winterrocken über 2800 Par. Fuß gewöhn⸗ erſchie⸗ lich nicht mehr, außer in ſehr geſchützter Lage(Thaers Annal. 4 3. B., 446). Schmidt erzählt in ſeiner Reiſe zu den ſüdl. g durch Lappen, daß man in Herjedalen im nordweſtl. Schwe⸗ päteres den zwar etwas Sommerrocken in gebranntes Land ſäe; mehr aber und ſicherer Winterrocken baue. In Hoch⸗Schottland v. aus, nimmt man im Allgemeinen nur mehr 500 Fuß für die höchſte ten ab Lage der Rockenfelder an. In den beſſer gelegenen Gegenden ab, dieſes Landes bauet man aber auch noch Rocken bis zu einer Höhe nlichen von 1564 engl. Fuß(Sinclair, a. a. O., 40). Der Rocken verträgt die ſtärkſte Kälte, ſo lange er nicht in Aehren geſchoſſen iſt. Dieſe werden aber von ſtarken Reifen getödtet. Der Froſt am 14. Mai 1816 zerſtörte allen in Aehren Kahan befindlichen Rocken bei uns. ge Ver⸗.. er, ſein 2. In einem Klima, wo der Winterweitzen noch zei⸗ Mir i tig wird, gedeiht auch der Winterrocken am beſten, und 14 gibt dann in einem angemeſſenen Boden den höchſten Ertrag. den bei In unſeren Ebenen und Thälern bauen wir mehr Rocken wuih als Weitzen, und unſer Rocken iſt im Verhältniß gegen die käl⸗ Mor⸗ teren Gegenden viel ergiebiger im Korne; aber im Stroh⸗Ertrage ähnlicher übertreffen uns die Wirthſchaften in einer höheren Lage weit. Am den ſind, Großkollergute und in der Reichenau in Kärnten, erbſte be⸗ ſo wie in Tamsweg im Salzburgiſchen, habe ich Rocken wie der von 8 Schuh 3 Zoll, Wiener Maß, angetroffen. gewachſen enſchaften 3. Rocken fordert überhaupt einen leichten, nicht feſt zuſammenhängenden Boden. Er mißräth ſehr häufig im Thonboden, und iſt da eine ſehr ungewiſſe Frucht. Er kömmt in einem kühlen Klima in ſehr leich⸗ bernum tem Sandboden fort, wenn dieſer nur ſo viele Bindung hat, daß . er nicht verweht wird. In den ſandigen Ebenen des nördli⸗ Getreide⸗ chen Deutſchlands, ſo wie in einem großen Theile der edes an⸗.. Niederlande kann nicht Weitzen gebauet werden, weil der deure Boden oft mehr als 80% gröblichen Sand enthält; aber Win⸗ ttig wird. terrocken gedeiht dennoch, und lohnt gut die auf ihn verwendete 3 Mühe. Indeſſen darf man nicht glauben, daß er unumgänglich höchſten Sandboden er fordere; er gibt vielmehr nur in einem nicht gar nenſtoßen; zu loſen Boden den höchſten Ertrag an Korn und Stroh. Thaer Hohen⸗ nennt ſolchen Acker erſt einen Rockenboden, der 85 bis 97% gröb⸗ vorzüglich lichen Sand, und nur ½ bis 1% Humus enthält(Agron.,§. IV.) Sſtädter So ſchlechter Boden mag freilich wohl auch nur einen kärglichen ar Winter⸗ 30 Ertrag gewäͤhren. Wenn man aber den Rocken in einen Acker bringt, der einen mürben, ziemlich leicht zerfallenden Boden hat, der bei guter Düngung auch wohl Weitzen, und mit Vortheil trägt, den man ſonſt Gerſtenboden erſter Klaſſe nennt, ſo wird man von ihm die reichlichſte Ernte gewinnen. 4. Er bedarf in gleichem Boden weniger Dünger, wie der Weitzen. Wenn man in einem mürben Boden, nach der gedüngten Brache, erſt Weitzen und dann Rocken bauet: ſo gewinnt man binnen zwei Jahren eine größere Ernte, als wenn man erſt Rocken und dann Weitzen bauet; woraus erhellet, daß in einem Boden, der beide Früchte hervorzubringen beſtimmt iſt, der Weitzen mehr wie der Rocken Dünger nothwendig hat; wahrſcheinlich deßwe⸗ gen, weil er um 2 bis 3 Wochen länger am Acker bleibt. In⸗ deſſen kann man da, wo der Boden und das Klima dem Weitzen mehr zuſagt, und dieſe Frucht häufig und wiederhohlt die Felder bedecket und reichliche Ernten abwirft, nicht bemerken, daß die Landwirthe mehr und öfter ihre Felder zu düngen genöthiget wären, wie jene, die in loſen Aeckern nur Rocken und andere, leichten Boden vertragende Pflanzen kultiviren. Es nimmt dem⸗ nach im gleichen Zeitraume der Weitzen aus dem Boden nicht mehr Humus, als der Rocken, und wenn man in zu gering ge⸗ bundenen Aeckern mehr Dünger zum Weitzen bedarf, wie zum Rocken; ſo iſt die Urſache darin zu ſuchen, daß wir den Weitzen in einen unſchicklichen Boden bauen, und daß wir ihm daher die mehrere Feuchtigkeit, die er in ſeinen Wurzeln bedarf, und die er ſonſt in einem geſchloſſenen Boden gefunden hätte, hier mit⸗ telſt des Düngers verſchaffen müſſen. Der Dünger muß hier nicht bloß als Nahrung für die Pflanze, ſondern auch noch durch ſeine anziehende Kraft zum Waſſer wirken. Wenn man in einem loſen, und nebſtbei noch ziemlich mageren Boden vom Nocken immer noch einen, die Mühe lohnenden Ertrag; vom Weitzen aber in demſelben Boden keinen Vortheil, vielleicht nur Schaden erhält: ſo darf man daher dieſe Erſcheinung nicht ganz der Frugalität des Rockens, ſondern zum großen Theile dem Schmachten des Weitzens nach Feuchtigkeit zuſchreiben. Der Rocken verträgt das Ausdörren des Bodens durch Sonne und Wind ungleich leichter, wie der Weitzen. Wo man Rocken in einem mehr gebundenen Boden bauet, bedarf man weniger; wo man ihn in loſem Sandboden bauet, mehr Dunger, ja eben ſo viel, wie man unter gleichen klimati⸗ ſchen Verhältniſſen anderswo, im Thonboden zum Weitzen, für nöthig erachtet. 5. Wo Rocken die Hauptfrucht iſt, wird der Acker auf dieſelbe Weiſe für ihn vorbereitet, wie anderswo zu Weizen abwechſet kummt(n mäßiget! oder Huifn fällige nn piren, ün werde; mn wohl era 6 in denn wellſ Große ſen 8 lung und E gemacht he Späfs er wäre in a Witterung da In ns. Neel desſät⸗ die ſpäte zn deckt, unen brochen i vhr am 25.1 Ebene igt Vo Drittel teb durch gan g weniger Ens auch wohl Belg. dan wie de Len der gleichem Vemn Herhſte 1 wird: vit ken„daß de tden Acker oden hat, Vortheil ſo wird Dünger, gedüngten innt man rſt Rocken n Boden, gen mehr deßwe⸗ bt. In⸗ Weitzen ie Felder daß die enöthiget andere, amt dem⸗ den nicht ering ge⸗ wie zum Weitzen daher die , und die hier mit⸗ hier nicht durch ſeine nem loſen, ten immer en aber in en erhält: Frugalität achten des rträgt das c leichter, den bauet, en bauet, klimati⸗ ttzen, für der Acker erswo zu 31 Weitzen. Wo er aber die zweite Frucht iſt, und die Aecker abwechſelnd mit beiden Winterfruͤchten beſtellt werden, da kömmt er in die Stoppeln des Weitzens, oder, was zweck⸗ mäßiger iſt, nach einer dem Weitzen folgenden Futterpflanze oder Hülſenfrucht. In dieſen Fällen erheiſcht er eine mehr⸗ fältige Bearbeitung des Bodens durch Pflügen und Exſtir⸗ piren, damit dieſer hinlänglich zertheilt und gereiniget werde; denn die Natur des Rockens fordert einen loſen, wohl zertheilten Boden. 6. Winterrocken muß früh im Herbſte geſaͤet werden; denn weil er ſehr zeitlich im Frühlinge ſchoßt, ſo hängt die Große ſeines Ertrages mehr von der Größe der Bewurze⸗ lung und der Menge der Seitentriebe ab, die er im Herbſte gemacht hat, als von jenen, die er im Frühlinge macht. Spät geſäeter Winterrocken bleibt immer ſchütter, außer er wäre in ſehr reichen Boden geſäet worden, und die Frühlings⸗ Witterung wäre beſonders fruchtbar geweſen. In kalten Ländern oder hoch gelegenen Gegenden gilt die. Regel des Frühſäens ganz beſonders. Weniger Nachtheil bringt die ſpäte Saat dort, wo der Schnee nur kurze Zeit die Felder deckt, und das Wachsthum der Saaten nur wenige Wochen unter⸗ brochen iſt. Im hohen Gebirge beginnt bei uns die Rockenſaat am 25. Aug. Im Mittelgebirge am 8. Sept. In der Ebene und den Thälern am 15. Sept. Von der Mitte des Septembers bis zum Ablaufe des erſten Drittels des Oktobers iſt faſt die allgemeine Saatzeit des Rockens durch ganz Deutſchland. In der Nähe des Meeres, wo weniger Schnee und Kälte den Winter über herrſcht, wird die Saat auch wohl durch alle Wintermonate durch fortgeſetzt(Schwerz, Belg⸗ Landw., III. Th., 162). 3 7. Die Rockenpflanzen bilden einen kleineren Stock, wie die Weitzenpflanzen, und es müſſen daher mehrere auf der gleichen Fläche ſtehen, wenn ſie ganz gedeckt ſeyn ſoll. Wenn Winterrocken und Winterweitzen zu gleicher Zeit im Herbſte, jede Getreideart in einem angemeſſenen Boden geſäet wird: ſo wird man zur Zeit des Schoſſens im Frühlinge bemer⸗ ken, daß der Stock des Winterrockens, der früher ſchoßt, weni⸗ 3² ger Seitentriebe gemacht hat, als der ſpäter ſchoſſende Stock des Winterweitzens. Aus einer großen Menge von Beobachtungen glaube ich annehmen zu dürfen, daß unter gleichen, angemeſſenen Verhältniſſen der Rocken nur weniger Halme treibt. Nach dieſen müſſe man einer Rockenpflanze in guten Aeckern 6, in mitt⸗ leren 4, und in mageren 2 ◻ Zoll anberaumen. 8. Weil man den Rocken dicker wie Weitzen ſäen muß, und immer mehrere ſeiner Körner in einem unvollſtändigen Zuſtande der Ausbildung ſich befinden: ſo bedarf man von demſelben für die gleiche Lage faſt eben ſo viele Saat dem Maße nach, wie vom Weitzen, obgleich ſeine Körner um vieles kleiner ſind. Ein Metzen ſchöner, neuer Rocken wiegt 2 Monate nach der Ernte im Durchſchnitte mehrerer Jahre 83 Pf. 1 Loth Win⸗ terrocken hatte im Jahre 1817, 967 Körner; im Jahre 1818 im Allgemeinen 863; der Saatrocken aber 300 Körner. Nimmt man das Mittel aus dieſen drey Zählungen= 876: ſo ſind im Metzen von 33 Pf. 2,326,656 Körner enthalten. Schlägt man hierzu für todte Körner, ſchwächliche und bald zu Grunde gehende Pflanzen u. ſ. w. 50% der ſonſt nach der Güte des Bodens erforderlichen Saat⸗Quantität: ſo würden auf einem mageren Boden, wo man jeder einzelnen Pflanze einen Raum von 2 6˖ ◻ Zoll gonnen will, genau 2 NMetzen für das Joch erforderlich ſeyn. Zu 4 ◻ Zoll wären 1H Metzen, und zu 6 ☛ Zoll ſind im Ganzen 0,889 Netzen, d. i., 14 ½ Maßl nothwendig. Wir wollen nun ſehen, wie viel man in den verſchiedenen Ländern, und unter günſtigen und ſchlimmen Umſtänden ausſäet. In Brabant ſäet man 17— 27 Maßl, im Durchſchnitte 1 ½ Metzen pr. Joch(Schwerz, Belg. Landw. I. Th., 311). Eben ſo viel ſäet man im Depart. d. Nord.(a. a. O. III. Ty.) In den wenigen engliſchen Grafſchaften, wo Rocken gebauet wird, ſäet man 1— 2 Metzen.(Dickſon Farm. Comp. 449 Begtrup. II. Th. 51) In der Kurmark ſäete Podewils(a. a. O.) auf der Höhe im friſchen Miſte 1,87 Metzen; in zweiter Tracht aber nur 1,74 Metzen; im Bruche, im friſchen Miſte und zweiter Tracht aber 2,24 Metzen pr. Joch.— Nebenbei ein Beiſpiel, wie ein ſonſt ſehr verſtändiger Mann den abſurden Grundſatz befolgt, gu⸗ tes Land ſtark, und ſchlechtes ſchwach zu beſäen. Im Marchfelde in Oeſterreich ſäet man 3— 3 ¼ Metzen; in Kärnten und Oberſteiermark bis 4 Metzen. Fellenberg ſäete mit ſeiner Maſchine im Jahre 1813 1 q6 Metzen, im folgenden Jahre aber 2,8 Metzen pr. Joch. (Schwerz, Hofwyl. Wirth., 199. Ob die letztere Angabe nicht etwa ein Druckfehler iſt?) 3 hei ſwiſchen dem eine Saat ganz bedeckt 9. di Pachsthun” 10, t in Eandlät riedrigerin 1 I. 3 krägniß zwiſ ſo wie bein Ueber d der Kurmau ſchafts⸗Erfa bung der W dem Herrn E Erträgniß der (Tod)n Metzen pr. = G72 M. Jahren auf 5,13 Scheße ſcherlohn hir In T Yodewile Aeten pr. Das von Schwe In D Nehen pr. 3 Bei S. 159) va 15 Meten pr Arth imOſtenvon⸗ do groen In Ri man in den h 9 ½ Aürze hielt in zwer durgersdeh Slock des achtungen emeſſenen dt. Nach 1 in mitt⸗ äen muß, ſtändigen man von Saat dem rner um nate nach Loth Win⸗ e 1818 im timmtman im Metzen hierzu für e Pflanzen orderlichen , wo man nnen will, 4 Zoll azen 0,889 nun ſehen, r gunſtigen Durchſchritte Th., 311). 9. III. Th.) ften, wo (diekſon O.) auf der acht aber nur veiter Tracht iel, wie ein befolgt, g⸗ nan 3— 3 ¼ 1s 4 Metzn. Jahre 1813 en pr. Joch gtere Angohe 33 Ich habe mit demſelben Werkzeuge 1,75 Metzen pr. Joch zwiſchen dem 16— 24 Sept. 1817 und 1818 geſäet, und habe eine Saat erhalten, die bis zu Anfang November den Boden ganz bedeckte. 9. Die breitwürſige Rockenſaat bedarf während ihres Wachsthums keiner Nachhuͤlfe. 10. Der Ertrag an Körnern und Stroh iſt niedriger in Sandländern, höher in einem mehr bündigen Boden; niedriger in den Ebenen, höher in den Bergen. 11. Im Sandboden wechſelt das Durchſchnitts⸗Er⸗ trägniß zwiſchen 9 und 12 Metzen, in beſſeren Lagen aber ſo wie beim Weitzen, zwiſchen 16 und 18 Metzen pr. Joch. Ueber das Erträgniß des Rockens in den ſandigen Feldern der Kurm ark, in Preußen, haben wir die trefſlichen Wirth⸗ ſchafts⸗Erfahrungen des Grafen Podewils und die Beſchrei⸗ bung der Wirthſchaft zu Möglin, von ihrem Eigenthümer, dem Herrn Staatsrathe Thaer. Erſterer gibt das Durchſchnitts⸗ Erträgniß des Rockens auf den Feldern der Höhe zu Guſow (Tab. Cll.) in friſchem Miſte auf 5Sch. 10 Metzen pr. Morgen,= 11 ¼ Metzen pr. Joch, und in zweiter Tracht auf 4 Sch. 6 Metzen — 8,72 Metzen pr. Joch; letzterer in einem Durchſchnitte von 8 Jahren auf 991 Morgen, wovon er 5687 Scheffel erhielt, auf 5,73 Scheſſel pr. Morgen an; dies beträgt, wenn man den Dre⸗ ſcherlohn hinzu rechnet, 12 Metzen pr. Joch. Im Bruche, d. h. in der Oder⸗Niederung, erhielt Podewils im friſchen Miſte, 18, in zweiter Tracht, 15 ¼ Metzen pr. Joch. Das Mittel des Ertrages in den Niederlanden wird von Schwerz(a. a. O. I. Th. 311) auf 25 Metzen angegeben. Im Depart. d. Nord. ſoll der Mittel⸗Ertrag 19,64 Metzen pr. Joch ſeyn(Schwerz III. Th. 96). Bei Hrn. Möllinger(Schwerz Ackerb. d. Pfälzer, S. 154) war der hochſte Ertrag des Rockens 35,8; der geringſte 15 Metzen pr. Joch. Der Durchſchnitt 27,64 Metzen. Arthur Young rechnet als Mittel⸗Ertrag des Rockens im Oſten von England 17 1; im Norden 21 ¼ Metzen pr. Joch⸗ Als großen Durchſchnitts⸗Ertrag nimmt er 19,20 Metzen an. In Niederöſterreich, am linken Donauufer, gewinnt man in den beſſeren Gegenden im Durchſchnitte 18— 19 Metzen. Lürzer zu Salfelden, im Salzburgiſchen, er⸗ hielt im zwanzigjährigen Durchſchnitte 16 ½ Metzen pr. Joch. Purgers Lehrb. d. Landw. II. Bd. 4 3 —ͤſͤſõõä.—“ —————— — — A — — — 1 1 Ich ſelbſt erhielt auf meiner Wirthſchaft im Lavantthale im fünfjährigen Durchſchnitte auf jenen Feldern, wo der Rocken im Aten oder 5ten Jahre nach dem Dünger kam, 17 ½ Metzen; wo er aber in dem zweiten Jahr nach dem Dünger kam, 24 Metzen pr. Joch im Durchſchnitte. Hier in Harbach aber, auf leichtem Boden, bekam ich im ſechsjährigen Durchſchnitte, in welchen Zeitraum aber zwey völlige Mißjahre zu ſetzen kommen, nur 14 ¾ Metzen pr. Joch. 12. Das Stroh⸗Erträgniß iſt beim Rocken größer wie beim Weitzen, indem ſeine Halmen höher wachſen. 13. Es iſt größer in fetten und tiefen Gründen, klei⸗ ner in ſandigen und mageren; größer in den Thälern und im Mittelgebirge, wie in den freien Ebenen. 14. Wo das Wachsthum der Pflanzen durch den Bo⸗ den und die Lage beguünſtiget iſt, wechſelt das Erträgniß an Stroh bei einem gewöhnlichen Körner⸗Ertrage von 17— 20 Metzen, von 30— 40 Zentner pr. Joch. Wo aber das Stroh gewöhnlich nur kurz bleibt, und das Wachs⸗ thum entweder wegen der Loſigkeit des Bodens oder wegen Mangel an Humus zu oft unterbrochen wird, oder überhaupt nur gering ſich äußern kann, wechſelt das Erträgniß zwi⸗ ſchen 20 und 30 Zentner. 3 Den wirklichen Strohgewinnſt des Rockens gibt der Graf Podewils(a. a. O., III. Th., I. und VIII. Tafel) nach einem ſehr großen Durchſchnitte auf der Höhe zu 2169 Pf., und im Bruche auf 3476 Pf. pr. Joch an. Das Verhältniß des Strohes zum Korn auf der Höhe iſt bald 100: 52, bald 100: 31. Im Bruche iſt es 100: 28. „Thaer(Rat. Landw., I. Th., 270) ſagt, daß das Stroh⸗ verhältniß zum Korne beim Rocken ſchwanke zwiſchen 100 zu 38 und 42,. Ich habe zweimal den Rocken vor und nach dem Dreſchen gewogen, und fand das Erträgniß an Korn und Stroh, dem Ge⸗ wichte nach, in beiden Fällen nicht gar ſehr abweichend, aber weit von der Thaer'ſchen Annahnne verſchieden. Jahr Ertrag an Korn pr. Joch.„ Ertrag an Stroh. Verhältniß. 1807.. 22,38 Metzen„ 3310 I1b. 54: 100 1812a 21—„ 3360 lb.„ 51: 100 Hert. den, hatſ doch nur 3. 1. T., 3 derswo(28 beim Rot Strohe gil Ha 5 Durüſtne Joch an. Joch 61 man bom trag an Kn wachſen;“ vird geninte Halm geno 1. 1 terſcheddet geringſtent gewöhnt(r daun ſogliz 2.1E was heinn 3.8 Getreidean Sonn weil ſein d) und weil er⸗ fahren. An des Bodentn man die Sn Daeſſthritt wie der Son 4 8 feuchte de Sonn lerroden; d ntthale der Rocken Meßen; kam, 24 bach aber, urchſchnitte, en kommen, en größer achſen. ſen/ klei⸗ lern und den Bo⸗ Ertraͤgniß rage von och. Wo s Wachs⸗ der wegen überhaupt agniß zwi⸗ zt der Graf nach einem *,, und im es Strohes : 31. Im das Siroh⸗ hen 100 zu in Dreſchen 9h, dem Ge⸗ d, aber weit Verhaͤltnib. 5 ½: 100 51: 1⁰⁰ 35 8 Herr Dierxſen, zu Edeghem in den Niederlan⸗ den, hatte in den Jahren 1802 und 1803 34 Metzen Korn, und doch nur 3321 Pf. Stroh pr. Joch erhalten(Schwerz, a. a. O., I. Th., 334). Das Verhältniß wäre hier wie 100: 83. An⸗ derswo(S. 322) gibt er an, im Durichſchnitte 4533 Pf. Stroh beim Rocken erhalten zu haben. Das Verhältniß des Korns zum Strohe gibt er da an:= 5488: 12500; oder 44: 100. Herr Möllinger gibt(a. a. O., 159) als zehnjähriges Durchſchnitts⸗Quantum des Strohes beim Rocken 5238 Pf. pr. Joch an. In unſeren Gebirgswirthſchaften iſt es nichts Seltenes, daß man vom Joche 7000 Pf. Stroh und Halme, bei 16 Metzen Er⸗ trag an Körnern gewinnt. Der ganze Acker iſt da mit Gras be⸗ wachſen; über dem Graſe ſchneidet man das Stroh ab, und dann wird gemäht, und dieſe letztere Ernte an Stroh und Heu wird Halm genannt⸗ bb. Sommerrocken. 1. Sommerrocken, Secale cereale aestivum, un⸗ terſcheidet ſich vom Winterrocken der Form nach nicht im geringſten, und iſt, ſo wie der Sommerweitzen, nur an⸗ gewöhnt geworden, im Frühlinge ausgeſaͤet zu werden, und dann ſogleich zu ſchoſſen, ohne ſich erſt lange zu beſtocken. 2. Was Klima und Boden betrifft, ſo gilt alles das, was beim Winterrocken geſagt worden iſt, auch für ihn. 3. Er iſt eine minder ergiebige und mehr gefäͤhrdete Getreideart, wie der Winterrocken. Sommerrocken gibt nie das Erträgniß, wie Winterrocken, weil ſein Wachsthum auf einen kleineren Zeitraum beſchränkt iſt; und weil er ſpäter blüht und reift, ſo unterliegt es mehreren Ge⸗ fahren. Wo man daher nicht genöthiget iſt, wegen der Loſigkeit des Bodens Sommerrocken zu bauen, fährt man beſſer, wenn man die Sommerfelder mit Gerſte oder Hafer beſtellt, die im Durchſchnitte eine mehr ſichere, und gewöhnlich auch größere Ernte, wie der Sommerrocken, abwerfen. 4. Er gedeihet nur in wohlgedüngten Aeckern und bei feuchter Frühlingswitterung. Sommerrocken fordert einen kräftigeren Boden, wie Win⸗ terrocken; denn da er eine ſehr ſchnellwüchſige Pflanze iſt, ſo muß 3* ———ÿõÿõÿõÿõüäöÿõÿÿõÿõõ⅓ä— K 4* — 2 2 36 viele und auflösliche Nahrung im Boden vorhanden ſeyn, die ihn während dem kurzen Zeitraume ſeines Wachsthums vollauf zu nähren im Stande ſey; während der Winterrocken längere Zeit im Boden zubringt, langſamer ernährt wird, und von dem allge⸗ mach ſich auflöſenden älteren Humus zehrt. Die feuchte Frühlings⸗ witterung iſt zum nämlichen Zwecke nothwendig; denn wenn nicht genug Feuchtigkeit in dieſer Jahrszeit vorhanden iſt, ſo wird zu wenig Nahrung aufgelöſt, und das Wachsthum wird zu gering unterſtutzt. Daher rührt es, daß der Sommerrocken nur in ber⸗ gigen oder hoch gelegenen Ländern, die kühle und feuchte Früh⸗ linge haben, gut fortkömmt, und in den ebenen Ländern faſt im⸗ mer mißraͤth. Er iſt in Kärnten und in Oberſteiermark eine häufig gebaute Frucht; wird aber in den Ebenen von Oeſterreich, Ungarn, Mähren u. ſ. w. nicht, oder nur ſelten wo gefun⸗ den; denn die erſteren Länder haben viel leichteren Boden, in dem der Sommerrocken beſſer, wie die Gerſte wächſt, und wo ſein Wachsthum durch die Witterung ſehr begünſtigt iſt, indeſſen die letzteren theils keinen, nur für Rocken noch geeigneten Boden, und theils zu trockne Frühlingswitterung haben. 5. Er muß ſehr frühe geſäet werden. Damit die junge Pflanze in der kühlen Frühlingswitterung noch einiger Maßen ſich bewurzle, und durch ſie in der Folge eine zureichende Menge von Nahrung einſauge, iſt es nothwendig, ſie ſo zeitlich als möglich zu ſäen. Spät geſäeter Sommerrocken bleibt immer ſehr dünnhalmig, und gibt einen unanſehnlichen Ertrag. 6. Er muß eben ſo dicht, wie Winterrocken geſäet werden. Man ſollte zwar meinen, daß man den Sommerrocken dichter wie Winterrocken ſäen müſſe, weil er ſich weniger wie dieſer beſtockt, und jede einzelne Pflanze weniger Halme austreibt. Weil aber von den aufgegangenen Pflanzen bei den Sommerſaa⸗ ten weniger zu Grunde gehen, wie beim Wintergetreide: ſo glei⸗ chen ſich dieſe mehreren Pflanzen gegen ihren ſchmächtigeren Wuchs aus. Doch verſteht ſich dieß nur von jenen Wirthſchaften, wo eine vernünftige, nicht aber eine verſchwenderiſche Ausſaat beim Winterrocken Statt hat. In jenen Gegenden, wo man 4 Metzen Winterrocken für das Joch ausſäet, wäre es barer Unſinn, eben ſo viel Sommerrocken auf dieſelbe Fläche zu ſaen; und darum gilt da die Regel: den Sommerrocken dünner, wie den Winter⸗ rocken zu ſäen. 3 7. Sein Ertrag an Körnern iſt geringer, wie beim Winterrocken. Nach lächtſſen J de edüng un 9 4 cbirge ind Joche 15 31 richung de beide Jahre zud. vom Winte 1815 — 16 1916 — n 17 191¹ — 12 16 Uebere dem Dünger 8 ⁶ ſäben Bed Di ſcch die Ku Ertrages, dieſer Fruc von Hafer rocken eige bleiben. Ih 42o0 Pf.¹ Sonſt erhie viele Garbe Jahren Wi viel kürzer 1. 5 treide, we get, wodu dem Norh n, die ihn vollauf zu ingere Zeit dem allge⸗ Frühlings⸗ wenn nicht ſo wird zu zu gering nur in ber⸗ uchte Früh⸗ rn faſt im⸗ mark eine erreich, wo gefun⸗ Boden, in und wo „indeſſen en Boden, witterung Folge eine endig, ſie mmerrocken nſehnlichen ken geſäet mmerrocken geniger wie austreibt. zommerſaa⸗ de: ſo glei⸗ eren Wuchs zaften, wo sſaat beim n 4 Mehen nſinn. eben und darum den Winter⸗ wie beim 37 Nach einem ſechsjährigen Durchſchnitte habe ich auf meinen leichteſten Aeckern in Harbach, auf denen ich dieſe Frucht baue, nicht mehr als 14 Metzen vom Joche geerntet, obgleich die Saat nach gedüngten und behackten Früchten zu ſtehen kam. Zu Kreuz in Kärnten, eine Wirthſchaft im Mittel⸗ gebirge und gutem Boden, erntete man im Jahre 1808 vom Joche 25 ¼ Metzen, im folgenden Jahre aber, bei gleicher Vor⸗ richtung des Bodens nur 12,62 Metzen vom Joche. Es waren beide Jahrgänge fruchtbar. Zu Bleiburg auf der herrſchaftlichen Meierei erhielt man vom Winterrocken pr. Joch: vom Sommerrocken pr. Joch: 1815 —5 3 Metzen, 9 Maßl. 7 Metzen, 10 Maßl⸗ 1 1816 B e,= re.. 10— 6— 17 1317 — 12———... 11——— 18 Ueberall kam der Winterrocken in die ſpäteren Jahre nach dem Dünger, der Sommerrocken in das 2te oder 3te. 8. Stroh gibt der Sommerrocken mehr, als in dem⸗ ſelben Boden jede andere Sommer⸗Halmfrucht. Dieſer Strohgewinnſt iſt die vorzüglichſte Urſache, daß ſich die Kultur des Sommerrockens, trotz des geringen Körner⸗ Ertrages, doch erhält. Man erhält faſt eben ſo viel Stroh von dieſer Frucht, wie vom Winterrocken, immer aber mehr, wie von Hafer und Gerſte, die in ſo leichten Aeckern, wo Sommer⸗ rocken eigentlich gebauet werden ſoll, äußerſt kurz und niedrig bleiben. Ich habe im Jahre 1813 auf einem friſch gedüngten Acker 4²00 Pf. Stroh, und doch nur 14½4 qG Metzen Korn erhalten. Sonſt erhielt ich aber im Durchſchnitte aller Ernten immer ſo viele Garben im Strohe, als ich auf demſelben Felde in anderen Jahren Winterrocken geerntet hatte; auch war das Stroh nicht viel kürzer oder leichter. 3. Von der Gerſte. 1. Die Gerſte iſt das älteſte und ausgebreitetſte Ge⸗ treide, welches mehrere weſentliche Vorzüge in ſich vereini⸗ get, wodurch es dem Menſchen überhaupt, vorzüglich aber dem Nordläͤnder oder Bergbewohner ſchätzbar wird. 2 38 2. Dieſe Vorzüge beſtehen darin, daß die Gerſte vor allen Getreidearten am ſchnellſten reift, am wenigſten von Krankheiten leidet, und daher einen gewiſſeren Ertrag ab⸗ wirft, wie die vorhergehenden Gattungen, Weitzen und Rok⸗ ken; ferner, daß ſie bei geringer Anſtrengung eine reichliche Ernte gibt, und daß die Frucht als Grütze, Mehl und Malz dem Menſchen eine ſehr ergiebige Nahrung, und im Bier ein ſehr angenehmes und nährendes Getränk liefert. 1000 Theile Gerſte enthalten nach Einhof:(a. a. O.) nach Sbllner; Stärkemehl.. 0,595„ 0,431 Kleber und Pflanzeneiweiß. 9,065.. 0,065 Süßlich⸗ſchleimige Malerie. 9,060.... 0,160 Hülſen... 0,190..„ 0, 195 Feuchtigkeiit 0,110 0, 129 8 3. Von dieſer Getreidegattung bauen wir mehrere Arten: a. Die große, zweizeilige Gerſte, b.» zweizeillige nackte Gerſte, c.» Pfauengerſte, » vierzeilige gemeine oder kleine Gerſte, e.» vierzeilige, nackte oder Himmelsgerſte, f.» ſechszeilige Gerſte. 4. Dieſe verſchiedenen Gerſtenarten unterſcheiden ſich nicht bloß in ihrer Geſtalt; ſie ſind auch verſchieden in Hin⸗ ſicht der Zeit, die ſie zum Wachsthum bedürfen, und der Kälte, welche die einen mehr wie die andern überkommen können. 5. Um Wiederhohlungen zu vermeiden, wollen wir zuerſt die Kultur der Gerſte vortragen, in wiefern ſie auf alle die erwähnten Arten paßt, und dann von jeder das Eigenthümliche erwähnen, worin ſie von einander abweichen, und daher beſondere Rückſichten erheiſchen. 6. d. ndi denf Gegenden der ſhatſ hauen, d Lint no Gerſt 15 4 1. 5) 3 3 3 ſetzebrjch 33, Mi, 3 ligenden t öhängen d Frucht an. Nüllſtäde daß dieGert Jhälern rir di Reißge Alpen, ch zu Roden! und die Gen 7.( 1 Sie man in we liegt darin vollere Ge länder auf allein beſch 6. von Kälte leidet, ale Die wachen, un Munze an Die die ſtengſ ſelbſtbc 9. nen Klim herſte vor gſten von ttrag ah⸗ und Rok⸗ reichliche Nehl und und im liefert. ner: 31 65 60 95 29 mehrere Gerſte, zgerſte, iden ſich in Hin⸗ und der rkommen ollen wir ſie auf jeder das bweichen, 39 6. Die Gerſte kömmt in den nördlichſten Klimaten und in den höchſten Bergen noch fort, und iſt in ſolchen Gegenden, wo man wegen der Lange des Winters oder der ſchattſeitigen Lage ſich nicht getrauet, Winterrocken zu bauen, das ſicherſte Getreide. Linné fand in Lullna⸗Lappland, 670 20⸗ N. B. noch Gerſte; ſie ward am 31. Mai im Jahre 1732 geſäet, und am 28. Juli, alſo nach 58 Tagen ſchon reif.(Schwed. Abhandl. I. B.) Indeſſen ſcheint dieſes Jahr eine Ausnahme gemacht zu haben; denn der Pfarrer Hollſten erzählt(a. a. O., 30. B.) ſiebzehnjährige Beobachtungen, wornach die mittlere Säezeit am 23. Mai, die Ernte aber auf den 24. Auguſt fällt. Die zu höchſt liegenden Wirthſchaften im Möllthale in Kärnten, an den Abhängen der Gletſchergebirge, geben Gerſte als ihre ſicherſte Frucht an. So fand ich auch in den höchſten Wirthſchaften des Müllſtädter und Gmündtner Gebirges in Kärnten, daß die Gerſte früher reift, wie der Winterrocken, was in den Thälern nirgendwo geſehen wird. Ich fand am 12. Juli 1819 die Reißgerſte an den ſüdlichen Abhängen der Müllſtädter Alpen, ober Kanig, viel ausgebildeter, wie den Rocken, und zu Radenthein, am Fuße dieſer Alpen, den Rocken zeitig und die Gerſte weniger reif. 7. Sie gedeiht eben ſo wohl in den wärmſten Ländern. Sie wird in Egypten und Arabien gebauet. Daß man in warmen Ländsrn weniger Gerſte, wie in den kalten bauet, liegt darin, daß man andere, mehr einträgliche oder geſchmack⸗ vollere Getreidegattungen zur Auswahl hat; indeſſen der Nord⸗ länder auf nur wenige, ja mittlerweile gar nur auf dieſe Frucht allein beſchränkt iſt. 8. In ihrer Jugend verträgt ſie einen großen Grad von Kälte, ohne daß ſie einen größeren Schaden davon er⸗ leidet, als daß die Spitzen ihrer Blätter abgeſengt werden. Die kleine, vierzeilige Gerſte ſoll hievon eine Ausnahme machen, und wird im nördlichen Deutſchlande als eine ſehr zarte Pflanze angeſehen, die ein Nachtfroſt zu zerſtören im Stande iſt. Die zweizeiligen Gerſtenarten ertragen mit 2— 4 Blättern die ſtrengſten Frühlingsfröſte, und die ſechszeilige Gerſte kann ſelbſt bey uns als Winterfrucht gebauet werden. 9. Die Gerſte erfordert in einem warmen und trocke⸗ nen Klima einen mäßig bündigen Boden, und gedeiht nur .—— g ——— — S 4⁰ dann in einem leichten und loſen Boden, wenn das Klima kühl und feucht iſt. Ein mürber Boden, der das Mittel hält zwiſchen Weitzen⸗ und Rockenboden, worin man bei gehöriger Düngung Weitzen, aber auch noch Rocken bauen kann, iſt der wahre Gerſtenboden. Im ſüdlichen Deutſchlande findet man die Gerſte überall nur im bündigen Boden; aber in dem kühleren, nördlichen Theile unſers Reiches wird ſie auch in Sandboden gebauet. Auf meiner Wirthſchaft bei Wolfsberg war Klima und Boden der Gerſte vorzüglich zuſagend. Ich erhielt da die reich⸗ ſten Ernten. In demſelben Boden konnte ich mit gleichem Vor⸗ theile Rocken und Weitzen bauen. Hier in der Umgebung der Stadt Klagenfurt kümmert die Gerſte in dem leichten, ſan⸗ digen, mit Steinen erfüllten Boden; bleibt immer ſehr niedrig, und beſtockt ſich nicht, außer die Witterung wäre im April und Mai beſonders günſtig, oder man hätte zu dieſer Frucht einen vorzüglich gut gedüngten Acker genommen. Schweren Thonboden verträgt ſie nicht wohl, denn wenn dieſer bald nach der Saat durch ſtarke Regengüſſe überſchwemmt wird und eine feſte Rinde erhält; ſo erliegen viele Pflanzen über dem Beſtreben, durchzudringen, und wenn in der Folge lang anhaltende naſſe Zeit eintritt; ſo wird die Gerſte gelb und mißraͤth. Eben ſo wenig verträgt ſie einen zu loſen Boden im war⸗ men und trocknen Klima. Sie geht darin zwar ſchnell und ſchön auf, wächſt die erſten Wochen viel verſprechend, faͤngt dann aber an gelblich zu werden, bleibt niedrig, klein, und gibt einen un⸗ anſehnlichen Ertrag. 1 Einen Boden, der ſich mit Waſſer vollfüllt, und ſich nicht bald wieder deſſelben zu entledigen vermag, verträgt ſie eben ſo wenig, als dürren Sand.. 10. Sie erfordert einen Boden, der mit pflanzen⸗ nährender Materie reichlich erfüllt iſt. Alle ſchnellwüchſigen Pflanzen erfordern mehr Dünger, wie die langſam wachſenden. Die Gerſte iſt von den Getreidearten die ſchnellwüchſigſte, und erfordert daher einen beſonders gut ge⸗ düngten Boden. 1 11. Auch muß der Boden ſehr fein zertheilt, und von allem Unkraute durch die vorbereitenden Arbeiten möglichſt befreiet ſeyn. Soll der im Boden beſindliche Humus in einem gegebnen Zeitraume den höchſten Grad der Auflöslichkeit erlangen, ſo muß jeder Theil deſſelben den Einwirkungen der Luft zugänglich ge⸗ — madt werd fein als m Unkraut ſi ge, mußd Gerſte eine düngten, ¹ Mais u. nen ſtiſc Ständ das ſchone Ger⸗ diniſchen. herſchiedenen (Beſe verbundenen Dreite. 14,( einen höher als wenn die viele Gerſte ihrer Kultu die ſchalic gebriß ent ohachtung. ogeeigneter daus Etfc ddurch Pf „find; ſo! jene des? pr. Joch zund Mai ſo ſagt m figt, wele Umſtänden Mitzſaate Früh Erfarungen daher eine 9 machenzukd und bleibt er dann üher beitung und Die Vortze beſellen,i gemn. Agrik. Gerſte gdin a venn der as Klima n Weitzen⸗ Weiten, ſtenboden, te überall hen Theile klima und die reich⸗ hem Vor⸗ bung der en, ſan⸗ niedrig, pril und ht einen un wenn hwemmt zen über ge lang mißräͤth. m war⸗ nd ſchön ann aber inen un⸗ ſich nicht eben ſo flanzen⸗ ger, wie idearten gut ge⸗ ind von öglichſt gegebnen „ſo muß glich ge⸗ 4¹ macht werden. Dieß kann nur geſchehen, wenn der Boden ſo fein als möglich gepülvert worden iſt; und damit nicht das Unkraut ſich des Platzes und der Nahrung der Gerſte bemächti⸗ ge, muß dieſes früher vertilgt worden ſeyn. Darum gibt die Gerſte einen ganz vorzüglichen Ertrag, wenn ſie nach ſtark ge⸗ düngten, und wohl bearbeiteten Hackfrüchten, nach Kartoffeln, Mais u. ſ. w. geſäet wird. Auch nach Wicken, Erbſen, zu de⸗ nen friſch gedüngt worden iſt, und die durch ihren dichten Staͤnd das Aufkommen des Unkrautes hinderten, erhält man ſehr ſchöne Gerſte. Die Beobachtungen, welche von Eßen auf der däniſchen Inſel Dreibe über das Gedeihen der Gerſte nach verſchiedenen Vorfrüchten machte, ſind ſehr belehrend. (Beſchreibung der mit Brachfruchtbau und Stallfütterung verbundenen Wechſelwirthſchaft auf den Inſeln Thorſeng und Dreibe. S. 155.) 12. Sommergerſte gibt im Durchſchnitte der Jahre einen höheren Ertrag, wenn ſie ſehr zeitlich im Frühlinge, als wenn ſie ſpäter geſäet worden iſt. Die Engländer, die in Norfolk und Suffolk ſo viele Gerſte bauen, ſind gewiß ſehr befugte Richter in der Sache ihrer Kultur. Was Arthur Young(Farm. Cal. 111) über die ſchicklichſte Saatzeit der Gerſte ſagt, iſt zuverläßig das Er⸗ gebniß einer langwierigen und mit aller Vorſicht angeſtellten Be⸗ obachtung.»Ich will nicht behaupten, daß der April ein un⸗ »geeigneter Monat zur Gerſtenſaat ſey; ich weiß das Gegentheil »aus Erfahrung; allein wenn Boden, Vorbereitung deſſelben »durch Pflügen und Düngen, Waſſerableitung u. a. ſich gleich »ſind; ſo wird die Märzenſaat im Durchſchnitte mehrerer Jahre vjene des Aprils um 4 Buſchels Ertrag übertreſſen(=— 3 ½⅓ Metzen „pr. Joch). Wenn man daher ſagt, daß die Gerſte, im April »und Mai geſäet, hie und da einen großen Ertrag gegeben habe, »ſo ſagt man nur wenig, wenn man nicht zu gleicher Zeit hinzu⸗ »fügt, welchen Erfolg die im März geſäeten Fruͤchte unter gleichen »Umſtänden hatten. Noch weniger will ich behaupten, daß alle »Märzſaaten von einem glücklichen Erfolge begleitet ſeyn.« Früh geſäete Gerſte gibt nach meiner und aller Landwirthe Erfahrungen ein vollkommeneres Korn, als ſpäter geſäete. Um daher eine große Gerſtenſaat ſo zeitlich als möglich im Frühlinge machen zu können, wird der Acker im Herbſte vollkommen zubereiket, und bleibt über Winter in rauher Furche liegen. Im Frühlinge wird er dann überegt, beſäet und exſtirpirt, worunter ich die Bear⸗ beitung und Unterbringung der Saat mit dem Exſtirpator verſtehe. Die Vortheile und das Verfahren dieſer Art, die Sommerſaat zu beſtellen, ohne den Acker im Frühling zu pflügen, ſind in der all⸗ gem. Agrik.(I. B. 24¹) näher angegeben. Wird aber friſch zur Gerſte gedüngt, ſo muß das im Herbſte geſtürzte Feld noch ein Mal, ja wenn der Boden ſehr unrein, oder klößicht waͤre, zwei Mal ge⸗ 4² pflügt werden, und in ſolchen Fällen verſpätet ſich nothwendig die Anſaat. Man kann die Gerſte zur Noth ſehr ſpät, ja die kleine, vierzeilige ſelbſt bis in die Mitte des Juni in ſolchen Gegenden ausſäen, wo der Winterrocken gewöhnlich bis zum 15ten Juli ſchon reif iſt. Man verſchiebt aber die Saat der großen Gerſten⸗ arten nicht leicht irgendwo über den Ablauf des erſten Drittels des Maimonates. Trockene Aecker werden in den beſten Wirthſchaften im März, naſſe aber im Mai beſäet; denn es verträgt die Gerſte die Näſſe keinesweges, und man muß dem Acker Zeit laſſen, ſich derſelben zu entledigen, ehe man ihn damit beſtellt. 13. Wintergerſte muß früher, wie der Weitzen ge⸗ ſäet werden, und gibt bei gleichen übrigen Umſtänden einen reicheren Ertrag, als ſie früher im Herbſte beſtellt worden iſt. 14. Die Menge der Ausſaat muß bei der Gerſte größer dem Maße nach ſeyn, wie beim Weitzen, weil in einem gegebenen Maße weniger Körner enthalten ſind, und die Gerſtenpflanzen, bei gleichen übrigen Umſtänden, ſich minder beſtocken, wie jene des Weitzens. Ein Metzen zweizeiliger Gerſte wiegt zwiſchen 64 und 72 Pf⸗ Im Mittel: 66,4 Pf.. 8 Ein Wiener Pfund enthält: nach der Zählung des Grafen Podewils: 12,746 Körner. des Hrn. v. Walberg... 2 14,972» meiner eigenen Zählung von der Pfauengerſte: 13,824— 11,584. Ich habe gefunden, daß man in guten Aeckern, wo die Weitzenpflanzen im Durchſchnitte 6 ◻ Zoll einnahmen, nur 5 ◻ Zoll auf einen Gerſten⸗Stock, und in ſchlechteren Aeckern gar nur die Hälfte hiervon rechnen durfte. Hiernach würden auf dem Joche im erſteren Falle 1,658,880, und im letzteren das Doppelte an Körnern geſäeet, und mit einem Zuſchlage von 50% würden nach meiner Zählung 180 Pf. Samen,= 2,71 Metzen, und auf magerem Boden 5,42 Meten erforderlich ſeyn. Nach den ſehr belehrenden, durch 4 Jahre fortgeſetzten ver⸗ gleichenden Verſuchen von Noung, welche Thaer(Engl. Landw. I. Th. 445) anführt, ſind 2,48 Metzen für gedüngte Aecker die angemeſſenſte Anſaat; für ungedüngte aber 4 ½ Metzen. Unter dieſen gab es ein Jahr, wo er in ungedüngten Feldern von 6 5 Metzen pr. Joch den höchſten Ertrag erhielt.— Die Erfah⸗ rungen und Beobachtungen Noungs'ss ſtimmen ſehr wohl überein mit meinen wiſſenſchaftlichen Berechnungen. Wir wollen nun ſehen, was man in den verſchiedenen Ländern in der gemeinen Wirthſchaft wirklich ausſäet. Be. Etgland? 9 wohl in 1 3 gedüngt mend gu tark gedü Meten yi Ettrag⸗ Hit dddurc f 15,1 geld zu nn gehen dern 16,¾ weizeiige Mezen En ſad, odar darf mar. ſchlag bt It und d von ten und ne Kartoſſeln. pr. Joch; Hie mit der G. ten Boden in winder hier in eine Der gerbrund ſchen Dine Mtzen; zu lung, n T Mezen. Der 21, und in Cll Tafch Bruchicke Man Son Faru In der Um hwendig e kleine, Hegenden ten Juli Gerſten⸗ ttels des hſchaften de Gerſte ſen, ſich tzen ge⸗ en einen tden iſt. Gerſte weil in d, und n, ſcch nd72 pf Körner. „ — 1, 584. 1, wo die nur 5 0 gar nur em Joche ppelte an rden nach und auf etzten ver⸗ l. Landw. Aecker die n. Unter von 6 ½ die Erfah⸗ hl überein vollen nun r gemeinen 43 Begtrup ſagt(a. a. O. II. Th. 54), daß man in England 2 ½ Metzen, auch wohl 3,307 Metzen pr. Joch ausſäe. Podewils(a. a. O. I. Th. 39) ſäete im Bruche ſo⸗ wohl in erſter als zweiter Tracht 3 Metzen pr. Joch. Ich ſäete im Jahre 1805 nach Kartoffeln, zu denen gut gedüngt worden war, 2,93 Metzen, und erhielt einen ausneh⸗ mend großen Ertrag. Im folgenden Jahre kam die Gerſte nach ſtark gedüngtem Mais. Es wurden, ohne daß ich es wollte, 4 Metzen pr. Joch ausgeſäet, und ich erhielt einen noch größern Ertrag. Hiernach ſcheint es, daß man häufiger in der Praxis dadurch fehlt, daß man die Gerſte zu dünne, als zu dick ſäet. 15. Nach untergebrachter Saat thut man wohl, das Feld zu walzen, um ein gleichförmiges und ſchnelles Auf⸗ gehen der Saat dadurch zu bewirken. 16. Jn gutem und kräftigem Boden gibt die große, zweizeilige, oder die Pfauengerſte zwiſchen 25 und 30 Metzen Ertrag; in leichten Aeckern, wenn ſie auch gedüngt ſind, oder in bündigen, nach vorausgegangenem Weitzen, darf man aber nicht mehr wie 16— 20 Metzen in An⸗ ſchlag bringen. Ich habe zu Wolfsberg in den Jahren 1805, 6, 7 und 8 von der Pfauengerſte, die immer nach einer ſtark gedüng⸗ ten und wohl bearbeiteten Brachfrucht kam, gewöhnlich waren es Kartoffeln und Mais: 36, 37 ½, 41 ¾, ja ſelbſt 45 ½ Metzen pr. Joch erhalten. Hier in Harbach habe ich in den erſteren Jahren auch mit der Gerſte Verſuche gemacht; ich habe aber auf dieſem leich⸗ ten Boden von der Pfauengerſte im gedüngten Acker nur 20 Metzen, in minder kräftigem Boden 16 erhalten, weßwegen ich dieſe Frucht hier in einem ſehr beſchränkten Maße baue. Der Durchſchnitts⸗Ertrag der gemeinen Gerſte zu Hun⸗ gerbrunn in Kärnten nach behackten Früchten oder in fri⸗ ſchem Dünger war während der Jahre 1808, 9 und 10: 24 Metzen; zu Kreuz im Mittelgebirge, bei der gleichen Behand⸗ lung, 21 Metzen; zu Bleiburg in leichtem Kalkboden, 17 Metzen. Der Graf Podewils erhielt zu Guſow im Bruche 21, und in zweiter Tracht 18 Metzen pr. Joch(a. a. O. 1 Th. CII. Tafel). Ein wirklich ſehr kärglicher Ertrag für gedüngte Bruchäcker! Man rechnet in England im großen Durchſchnitte(Dik- son Farm. Comp. 438) von 22 ½¼ bis 24% Metzen pr. Joch. In der Umgebung von London 26 ½ Metzen. — 3 1 1 8 — unn—— ———— 44 Herr Möllinger gibt den höchſten Ertrag der Gerſte zu 39,65, den niedrigſten zu 12 ⁄, den Durchſchnitt zu 25,3 Metzen pr. Joch an. In den franzöſiſchen Niederlanden, ſo wie in dem vormaligen Departemente der Schelde erntet man in dem ſchweren Marſchlande von 25 bis 42 Metzen; in gewöhn⸗ lichen Aeckern 29— 32 Metzen(Neuſchateau, in Schwerz's Belg. Land. III. Th. 164). 17. Der Strohgewinnſt wechſelt in einem der Gerſte angemeſſenen Boden zwiſchen 2000 und 2500 Pf. pr. Joch. Thaer gibt das Verhältniß des Strohes zum Korne bei der Gerſte an, die 100 zu 62 bis 64. 20 Metzen Gerſte pr. Joch würden alſo 2062 bis 2120 Pf. Stroh geben. Der Graf Podewils ſagt(a. a. H. I. Th. 65), daß er bei 10 ½ Scheffel pr. Morgen= 21 Metzen pr. Joch, 19 Schnitte Mandel erhalten habe. Ein Schnitte Mandel Gernſe gibt aber(a. a. O. III. Th. I. Tafel) an Stroh, Aehren und Spreu 133 Pf., folglich der Morgen 2622 Berl. Pf. und das Joch 4947 Wiener Pfund. Hier wäre das Verhältniß wie 100: 28;3 während es an einem andern Orte(nach der I. Tafel, im III. Bande) angegeben wird, wie 100: 42. 18 Metzen pr. Joch gaben 3124 Pf. Stroh, und hier wäre das Verhältniß 100: 38. Ich vermuthe, daß irgend ein wichtiger Verſtoß in der Rech⸗ nung liegt, denn es iſt unglaublich, daß die Gerſte mehr Stroh als der Rocken von der gleichen Fläche und in der gleichen Lage liefern ſoll. Herr Möllinger zu Pfeddersheim(a. a. O. 158) gibt 1905 Pf. Stroh als zehnjähriges Durchſchnitts⸗Erträgniß pr. Joch an. Bei 25,8 Metzen Ertrag an Körnern, ſtünde das Verhäͤlt⸗ niß deſſelben zum Stroh wie 89: 100. aa. Die große, zweizeilige Gerſte. Hordeum distichon. 1. Dieſe iſt die gewöhnlichſte Gerſtenart, die man überall und am meiſten verbreitet findet. Man nennt ſie anderswo auch wohl die große Gerſte im Gegenſatze der kleinen, worunter die vierzeilige verſtanden wird. 2. Sie verträgt die Frühlingsfröſte ſehr gut, und kann daher ohne Nachtheil ſehr früh geſaͤet werden. 0 1* und ſechsz 1 14 Korn der und ſiht ſaren Bet gher auch verſlander 3. 9 und unter ten Gerſe dunklet ge 4 1¼ de gem reif, vie Froſt in 4 Kultur de J6 und haue zum Hausk zu wenig g gemeine Ge Ein 4 ½ Mehen gaben mir, 1 ſceidet ſ der Gerſte zu 25,3 ſo wie in ontet man n gewohn⸗ chwerzs er Gerſte pr. Joch. Korne bei Herſte pr. 65), daß Joch, 19 Berſte gibt 8 nd Spreu das Joch 00: 28; „im III. und hier der Rech⸗ ehr Stroh eichen Lage a. O. 159) „Erträͤgniß s Verhäͤlt⸗ die man nennt ſie Gegenſae vird. gut, und den. 45 3. Ihre Körner ſind größer, wie die der vierzeiligen und ſechszeiligen Art, auch iſt der Halm höher. bb. Die zweizeilige, nackte Gerſte. Hordeum distichon, nudum. 1. Die Pflanze ſieht der erſteren ganz ähnlich, das Korn derſelben iſt aber mit den Spelzen nicht verwachſen, und ſieht aus, wie großer Weitzen; weßwegen ſie in un⸗ ſeren Bergen Weitzgerſten genannt wird, worunter aber auch, und noch häufiger, die vierzeilige nackte Gerſte verſtanden wird. 2. Ihr Korn iſt das größte von allen Gerſtenarten, und unterſcheidet ſich ſowohl dadurch von der kleinen nack⸗ ten Gerſte, als daß es an der inneren Seite zur Haͤlfte dunkler gefärbt iſt. 3. Dieſe Gerſtenart hat einen höheren Halm, als die gemeine zweizeilige; ſie wird um eine Woche früher reif, wie die nackte, vierzeilige, und verträgt auch heftigen Froſt in der Jugend. 4. Ihr Korn iſt ſehr mehlreich und feinſcha lig. Die Kultur derſelben iſt in reichem Boden vortheilhaft. Ich habe dieſe Gerſtenart durch mehrere Jahre kultivirt, und baue auf paſſenden Stellen noch alljährlich ſo viel, als ich zum Hausbedarf nothig habe: denn als Marktwaare iſt ſie noch zu wenig gekannt, wird nicht geſucht, und zu gering gegen die gemeine Gerſte bezahlt. Ein Metzen wiegt 84193 Pf. Ein Loth enthält 321 Körner. 2 ½¼ Metzen Anſaat pr. Joch, breitwürſig geſäet und eingeegt, gaben mir von 16 bis 18 ½¼ Metzen Ertrag. cc. Pfauen⸗oder Reißgerſte. Hordeum Zeocriton. 1. Sie iſt auch eine zweizeilige Art, und unter⸗ ſcheidet ſich von der erſteren durch die längeren und . 46 ausgebreiteten Grannen, die ihr das Anſehen einer Pfauen⸗ feder geben. 2. Bei gleich guten Verhältniſſen mit der erſteren wächſt ſie höher, hot einen ſtärkeren Halm, und größere, ſpeziſiſch ſchwerere Körner. Sie bedarf aber eines mehr gebundenen Bodens, wie die erſtere, und verträgt in der Jugend ebenfalls den ſtärkſten Frühlingsfroſt. 3. Sie wird um eine Woche ſpäter reif, wie die ge⸗ meine zweizeilige. Meine Erfahrungen über Gerſtenkultur im Großen be⸗ ſchränken ſich größtentheils auf die Pfauengerſte, die ich nach ver⸗ gleichenden Verſuchen meinem Boden im Lavantthale am angemeſſenſten fand. dd. Vierzeilige, oder kleine Gerſte. Hordeum vulgare. 1. Dieſe Gerſtenart iſt eigentlich ſechszeilig, nur ſind die Körner in der Aehre ſo geordnet, daß dieſe viereckig erſcheint. Sie hat einen ſehr kurzen Halm, und eine ver⸗ hältnißmäßig große Aehre. 2. Sie vertraͤgt in ihrer Jugend keinen Froſt, und darf daher nicht ſo früh, wie die vorhergehenden Gerſten⸗ arten geſäet werden. Dafür iſt ſie aber ſchnellwächſi 9, und wird in der kürzeſten Zeit reif. Man ſaͤet ſie im nördlichen Deutſchlande erſt nach der Mitte des Mai, oft bis in die Mitte des folgenden Mo⸗ nats. Bei dem Grafen Podewils fällt die Saatzeit der klei⸗ nen Gerſte im Durchſchnitte auf den 30. Mai, die Ernte auf den 24. Auguſt. 3. Sie verträgt einen leichteren Boden, wie die anderen Gerſtenarten, weßwegen ſie auch anderswo Sandgerſte genannt wird. ner; zudh ee. U 1. unterſche wachſenen 2.( gemeine liceen Ge⸗ It Steiern angetrofen 3 36 An zweite, u wich allgen zweizeilige 44 de Voge tollomme 1 nackten G, G. weizellgen Pfauen⸗ r erſteren größere, nes mehr igt in der e die ge⸗ oßen be⸗ nach ver⸗ hale am e. nur ſind ſe viereckig eine ver⸗ Froſt, und en Gerſten⸗ ichſig, und ande erſt lgenden No⸗ eit der klei⸗ ‚Ernte auf 7, wie die anderswo zweizeiligen, den andern mit der vierzeiligen nackten Gerſte am 47 4. Ihr Ertrag iſt geringer, wie jener der andern Gerſtenarten. Nach einem ſechzigjährigen Durchſchnitte erhielt man zu Guſow(Podewilsa. a. O. I. Th. XCVI. Tafel) 3,45 Kör⸗ ner; zu 3 Metzen Einſaat: 10,35 Metzen pr. Joch. ee. Vierzeilige, nackte oder Himmelsgerſte. Hordeum coeleste. 1. Sie ſieht der vorhergehenden völlig aͤhnlich, und unterſcheidet ſich bloß durch die nicht mit den Spelzen ver⸗ wachſenen Körner. 2. Sie iſt für die Kälte nicht ſo empfindlich, wie die gemeine vierzeilige, und wird in hohen Bergen und nörd⸗ lichen Gegenden mit Sicherheit gebauet. Ich habe ſie in den hohen Bergen, welche Kaͤrnten von Steiermark trennen, zu Preitenegg, in der Pack angetroffen. 3. Sie iſt fruͤh reif. Ich habe am 8. April 1807 in denſelben Acker geſaͤet: Hord. distichon nudum » coeleste. »„ distichon. Am 13. Juli war die erſte Gerſtenart reif; am 18. die zweite, und am 23. die dritte. In den Bergen verſicherte man mich allgemein, daß ſie um 10 Tage früher reife, wie die große, zweizeilige. 3 4. Die Körner dieſer Frucht fallen leicht aus, und die Vögel ſtellen derſelhen ſehr nach, ſo lange ſie nicht vollkommen reif iſt. 5. Ihr Ertrag an Körnern iſt dem der zweizeiligen nackten Gerſte faſt gleich, an Stroh aber geringer. Ich habe im Jahre 1807 einen Acker zur Haͤlfte mit der ———— 8* 4 6 5. ———— gr — ꝗHÿů-n- — — — —— . 48 gleichen Tage beſaͤet. Das Joch der erſtern gab 18,81, der andern 17,40 Metzen. ff. Sechszeilige oder Wintergerſte. Hordeum hexastichon. 1. Die Aehre dieſer Gerſtenart bildet ein Sechseck, weßwegen ſie ſechszeilig genannt wird, und weil ſie mehr, wie die übrigen, lang anhaltende Kälte und Schneebedeckung vertragen, und daher im Herbſte angeſäet werden kann, ſo heißt man ſie Wintergerſte. 2. Die Höhe ihrer Halme haͤlt das Mittel zwiſchen der zwei⸗ und vierzeiligen Gerſte. 3. Wenn ſie als Winterfrucht größeren Nutzen, als Weitzen und Rocken geben ſoll: ſo muß ſie in einen Boden geſäet werden, der zu fett für dieſe beiden Früchte iſt, und wo man befürchten muß, daß ſich beide lagern, und vielleicht auch noch roſtig werden dürften. 4. In gewöhnlichen Aeckern, wenn ſie auch friſch ge⸗ dungt worden ſind, gibt die Wintergerſte einen minder reinen Ertrag, wie Weitzen und Rocken. 5. Man ſaäet ſie zu derſelben Zeit, wie anderes Wintergetreide. In den Niederlanden, wo ſtie nicht ſelten gebauet wird, ſäet man ſie im September, und auch noch durch den gan⸗ zen Oktober(Schwerz, Belg. Landw. I. Th. 346, III. Th. 164). Thaer aber will ſie im nördlichen Deutſchlande ſchon im Auguſt geſäet wiſſen(Rat. Landw. IV. Th. 88). 6. Ihr Ertrag in Marſchboden iſt immer um vieles größer, wie jener der Sommergerſte. In den Niederlanden erhält man 30 bis 42 Metzen pr. Joch(Schwerza. a. O.). Thaer ſagt(a. a. O.), daß Getreideal den von 7 üherhaupt 2,( daß er vo⸗ wie dieſe; und daß Dünger ei et bei den und den A Jene erzengen w Stroh hat gewinnt i Die Kult größte Au wenig nat durch Klin der zun Ve ſondern nu den Vorzu nern ein dieß letter treidearten etwas geri dder über hellt aus (iber die wornach er Stätkem Hüſen Schlein, Keinkär Kleber durgetzue te. Sechzeck, ſie mehr, bedeckung mkann, ſo zwiſchen tzen, als en Boden iſt, und vielleicht (friſch ge⸗ nen minder ie anderes ſten gebauet rch den gan⸗ 6, III. Th. tſchlande 88). um vieles 3 42 Meten 4 O.), daß 4 9 man in der Regel 44 Metzen pr. Joch rechne, aber auch manchmal 56 erhalte.. 4. Vom Hafer. 1. Der Hafer iſt nächſt dem Rocken die ſchätzbarſte Getreideart in den kälteren, ſo wie in den ſandigen Gegen⸗ den von Deutſchland und dem nördlichen Europa überhaupt. 2. Seine Vorzüge vor der Gerſte beſtehen darin, daß er von der Tröckne ſowohl als Näſſe weniger leidet, wie dieſe; daß er beſſer für loſen, trocknen Boden taugt, und daß er in demſelben Boden von der gleichen Menge Dünger ein größeres Pflanzen⸗Volumen hervorbringt; daß er bei dem größern Stroherzeugniß mehr Dünger liefert, und den Acker kräftiger erhält, wie die kurzhalmige Gerſte. Jene Wirthſchaften, die zur Sommerfrucht Hafer bauen, erzeugen mehr Stroh, wie jene, die Gerſte bauen. Wer mehr Stroh hat, gewinnt mehr Dünger, und wer mehr Dünger hat, gewinnt im Allgemeinen reichere Ernten von allen Früchten. Die Kultur des Hafers verdient daher in dieſer Rückſicht die aller⸗ größte Aufmerkſamkeit, beſonders in ſolchen Gegenden, wo man wenig natürliche Wieſen hat, und die Kultur der Futterpflanzen durch Klima und Boden nicht begünſtiget iſt; oder wo man keine, oder zu wenig andere Streu⸗Materialien außer dem Strohe hat. Weil man aber die Getreidearten nicht des Strohes wegen, ſondern nur um ihrer Körner willen vauet: ſo haben diejenigen den Vorzug, die in demſelben Boden bei gleicher Menge von Kör⸗ nern ein größeres Stroherzeugniß hervorbringen, oder durch dieß letztere eine größere Körnererzeugung bei den folgenden Ge⸗ treidearten veranlaſſen, wenn auch ihr eigenes Körnererzeugniß etwas geringer wäre. Daß ein Metzen Hafer weniger Mehl, oder überhaupt thieriſche Nahrung liefere, iſt ſicher, und er⸗ hellet aus der Analyſe des Hafers vom Prof. Jasnüger (über die Vortheile der Erdäpfel. Wien, 1805. S. 204), wornach er zuſammengeſetzt iſt aus: Nach Davy. Nach Söllner Stärkemehl. 0,48 0,59. 0,425 Hülſen 0,3 4...... 0,305 Schleimzucker. 0, 14 0,02 0,110 Keimkörper 0,02 Waſſer 0, 120 Kleber.... 0,01. 0,O00.... 0,40 Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd. 4 ——— ͤͤ—“ — — ——— — — —— Dieſe Analyſe iſt freilich im Ganzen mangelhaft, weil Herr Jaßnüger ſowohl hier, als bei allen von ihm gelieferten Getreidezerlegungen auf die in den Körnern enthaltene Feuchtig⸗ keit aufmerkſam zu ſeyn vergaß; allein, das Verhältniß der nähe⸗ ren Beſtandtheile bleibt deßwegen daſſelbe, und bei 100 Pf. Hafer müſſen alſo 34 Pf. Hülſen in Abſchlag kommen, die keinen größern Werth, wie Stroh haben. Dafür aber müſſen wir beim Hafer wieder die größere Metzenzahl anſchlagen, die er liefert, und wodurch ſich ſein Ertrag an Mehl dem der Gerſte oder des Sommerrockens und Sommerweitzens oft nähert, ihn auch wohl übertrifft.. 3. Da der Hafer weniger Feuchtigkeit während ſeines Wachsthums bedarf, wie die Gerſte; ſo mißraͤth er in ſan⸗ digen ſo wie in humusarmen Boden weniger, wie dieſe. Der Humus wirkt doppelt, theils durch ſeine pflanzennäh⸗ rende, theiis durch ſeine waſſeranziehende Eigenſchaft. Die all⸗ gemeine Erfahrung, daß in mageren Boden der Hafer einen grö⸗ ßeren Ertrag gibt, wie die Gerſte, muß nach meiner Meinung, mehr durch die größere Trockenheit des mageren Bodens erklärt werden, welche der Gerſte ſo nachtheilig iſt, und leichter vom Hafer übertragen wird, als durch ſeiue Eigenſchaft, ſich mehr von luftförmigen Stoffen aneignen zu können, wie alle übrigen Halmgetreidearten. 4. Er gibt aber nur dann einen großen Ertrag, wenn man ihn in einem, mit Dünger erfüllten, und mürben Bo⸗ den, in einem mehr feuchten als trockenen Klima bauet. Wenn man ihn in den Ebenen nur im loſen Boden, oder im bündigeren Boden in der letzten Tracht antrifft: ſo iſt dieß kein Beweis, daß er nur etwa im loſen Boden gedeihe, oder den friſchen Dünger nicht bezahle, den man auf ihn verwendet; er liebt vielmehr nur einen Boden, der, in einem nicht gar zu trock⸗ nen Klima, hinlängliche Bindung hat, um Weitzen tragen zu kön⸗ nen; und in friſchem Dünger, oder in zweiter Tracht, beſonders nach einer behackten Frucht, gibt er dann in einem angemeſſenen, mehr feucht als trockenen Klima einen bei weiten größeren Er⸗ trag, wie die Gerſte. 5. Seine Blätter und Halmen vertragen jeden Früh⸗ lingsfroſt, weßwegen der Hafer in kalten Gegenden die ſicherſte Sommerfrucht iſt. Wenn die Blätter der vorhergehenden Sommergetreidear⸗ ten auch nicht durch einen Frühlingsfroſt getödtet werden, ſo kün⸗ nen doch 3 roſt vertr h Hafers und wird wird der wilder Wi Er ſpäter wie man ihn d er aber vo lddet, kal von den J hiel er ne vie die von 6.1 triide ban 4. Nis h. Fal c. Na „. ſät in ter ſch witd 9 1. gebauet! der hähe ſo wie der ſehr verſ Ale des Klime ken Verin hältiſen de und vid ihn ugend lhaft, weil gelieferten de Lucng ʒſß der nähe⸗ ei 100 Pf. „ die keinen n wir beim er liefert, ſe oder des Hauch wohl end ſeines er in ſan⸗ dieſe. lanzennäͤh⸗ Die all⸗ einen grö⸗ Meinung, ns erklärt chter vom ſich mehr e übrigen ag, wenn ürben Bo⸗ bauet. den, oder ſo iſt dieß , oder den pendet; er e zu trock⸗ en zu kön⸗ beſonders zemeſſenen, ſeeren Er⸗ den Frih⸗ enden die rgetreidear⸗ dn, ſo kew 51 nen doch die Halme derſelben, vor allen aber die Aehren keinen Froſt vertragen, und werden durch ihn zerſtört. Die ganze Pflanze des Hafers widerſteht aber ſolchen leichten Fröſten ſehr kräftig, und wird nur durch die ſtrenge Winterkaͤlte getödtet. Darum wird der Hafer in manchen Gegenden Englands, wo ein gar milder Winter iſt, auch im Herbſte gebauet. Er kömmt zwar, in gleichen Verhältniſſen mit der Gerſte, ſpäter wie dieſe zur Zeitigung, und man möchte meinen, daß man ihn deßwegen in kalten Gegenden dieſer nachſetzen ſollte; weil er aber von den jaͤhen Veränderungen der Temperatur weniger leidet, kalte Luft und Trockniß beſſer überkömmt, und im Herbſte von den Reifen nicht getödtet wird: ſo erhellet hieraus, um wie viel er mehr für die hohen Berge und das nördliche Klima paſſe, wie die vorausgegangenen Getreidearten. 6. Vom Hafer gibt es drei Arten, die wir als Ge⸗ treide bauen: a. Rispen⸗ oder Aſt⸗Hafer. b. Fahnen⸗Hafer. c. Nackter Hafer. 7. Sie ſind von gleicher Natur, und weichen in Hin⸗ ſicht ihrer Forderungen auf Boden, Klima und Kultur un⸗ ter ſich nicht ab.(Was uber die Kultur des erſteren geſagt wird, gilt auch von den zwei anderen.) aa. Ripen. oder Aſt⸗Hafer⸗ Avena sativa. 1. Dieß iſt der gewöhnliche Hafer, der allenthalben gebauet wird, wovon es viele Abarten gibt, die in Hinſicht der Höhe des Strohes, der Größe und Farbe der Körner, ſo wie der Zeit, die ſie zur Zeitigung bedürfen, unter ſich ſehr verſchieden ſind. Alle Abarten ſind Ergebniſſe der anhaltenden Einwirkung des Klima, zum Theil auch des Bodens. Die dadurch bewirk⸗ ten Veränderungen der Form gehen aber unter veränderten Ver⸗ hältniſſen wieder verloren. Der Rizpenhafer hat weiße, ſchwarze und bunte Körner, und wird bald ſchneller, bald langſamer zeitig, je nachdem man ihn irgendwo bauet. 5² In den Ebenen hat man überall nur weißen Hafer; ſchwar⸗ zen in den Bergen und hoch liegenden Thälern, vielleicht auch in den mehr nördlich gelegenen Ländern. Wenn wir in den Ebenen ſchwarzen Hafer bauen: ſo be⸗ merken wir, daß er früher reift, und daß ſeine Körner leicht aus⸗ fallen. Mit den Jahren verliert ſich die erſtere Eigenſchaft und die dunkle Farbe. Der in kalten Gegenden gebaute Hafer erlangt mit den Jahren die Eigenſchaft, weniger Waͤrme zu bedürfen, und ſeine Wachsthums⸗Periode verkürzt ſich. Wird ſolcher Hafer in wärme⸗ ren Gegenden gebauet: ſo wird er gegen den gewöhnlichen um vieles ſchneller zeitig, und da heißt er nun frühreifer, oder Eil⸗Hafer. Darum darf man in den kalten Bergen keinen Hafer aus den Ebenen ſäen, weil er da nicht zeitig werden würde, wenn ihn die Witterung nicht beſonders begünſtigte, indem er noch nicht an die ganz verſchiedenen klimatiſchen Verhältniſſe ge⸗ wöhnt worden iſt. Drr engliſche, podoliſche, georgianiſche Ha⸗ fer u. ſ. w. ſind Abarten des Rispenhafers, die grannenloſe Spelzen haben, und in gutem Boden einen reicheren Körner⸗Er⸗ trag liefern ſollen, wie unſer gewöhnlicher Hafer; was auch oft durch einige Jahre erfolgt, bis ſie endlich acelimatiſirt ſind, und dieſe Eigenthümlichkeiten ablegen. 2. Je beſſer der Boden für den Hafer vorbereitet wor⸗ den iſt, je größeres Ertraͤgniß wird er geben. Man erlangt daher nur im friſchen Dünger, oder nach ſolchen Vorfrüch⸗ ten, die große, leicht verfaulende Wurzeln hinterlaſſen, oder nach einer ſtark gedüngten Brachfrucht den ſchönſten Hafer. Er verträgt den Dünger beſſer wie der Weitzen, der da⸗ von leicht ſich lagert, roſtig oder brandig wird; weßwegen man in einigen Gegenden, bei uns ſowohl als anderswo, den Hafer ſtark düngt, und in die Stoppeln deſſelben Weitzen bauet, wo⸗ von bereits oben geſprochen worden iſt. Sind die Luzernefelder im ſüdlichen Frankreich, wenn man ſie umbricht, reich mit Wurzeln beſetzt: ſo trauet man ſich nicht, Weitzen zu ſäen, ſondern beſtellt ſie erſt mit Hafer. Nach Klee wird ausnehmend ſchöner Hafer, aus demſelben Grunde, warum alles Getreide in dichter Kleeſtoppel ſo wohl gedeiht. In unſeren Bergen ſäet man ihn häufig in die aufge⸗ brochenen Egarten— Brachwieſen, oder Dreſchfelder, worin er aber nur dann ſchön wird, wenn dieſe Felder dicht mit Gräſern bewachſen waren. e 3. Die frühe Saat hat Vorzüge vor der ſpäͤtern. Dit pienzet ten audeit fer in ſole Furchen egt, ven. tet werd die men! der Maſt fer an ſ Poden b. und in l. fruh als aufgeht ſe Gebirge v des Hafer aher dann bringt im J Arftngs kurz und! 1 4. glechen don de geütgen muß in 9 A wie von die Ger enthalte denn J größern und wir zur beree E Hafer enn bon ge nach d N ren wir denſeben Weizen weil er wir, we Boden; 1; ſchwar⸗ cht auch in en: ſo be⸗ leicht aus⸗ iſchaft und t mit den und ſeine in wäͤrme⸗ zlichen um fer, oder een keinen en würde, indem er ltniſſe ge⸗ che H d⸗ annenloſe orner⸗Er⸗ auch oft ind, und tet wor⸗ merlangt Vorfrüch⸗ ſen, oder en Hafer. „der da⸗ egen man den Hafer net, wo⸗ nkreich, auet man Hafer. demſelben lſo wohl die aufge⸗ worin er t Gräſern tern. 53 Die Urſachen hievon haben wir bereits in der allgemeinen Pflanzenkultur, ſo wie bei den ſchon abgehandelten Sommerfrüch⸗ ten auseinandergeſetzt. Man ſäet mit dem beſten Erfolge den Ha⸗ fer in ſolche Aecker, die im Herbſte gepflügt worden, und in rauhen Furchen über Winter lagen, und die jetzt entweder nur bloß über⸗ egt, wenn es Sandboden iſt, oder mit dem Exſtirpator bearbei⸗ tet werden, wobei unter einem die Saat untergebracht wird, die man in den geegten oder exſtirpirten Acker auch wohl mit der Maſchine einbringen kann. Auf dieſe Art kann man den Ha⸗ fer am früheſten und mit dem geringſten Kräftenaufwande in den Boden bringen. Die frühe Haferſaat gibt die ſchwerſte Frucht, und in leichten Boden ſoll man vor allem ſich bemühen, ſie ſo früh als möglich zu machen, weil die ſpätere ſchwer und ungleich aufgeht, und mehr von der Dürre leidet, als die frühere. Man kann Hafer bis in den Juni ſäen. In unſerm hohen Gebirge verzögert ſich in manchen ſpätern Jahren die letzte Saat des Hafers bis in die letzte Woche des Mai. Solche Saat iſt aber dann ſehr gefährdet, denn ſie wird häufig nicht zeitig, und bringt immer mehlarme Körner. In den Ebenen wird ſie zwar immer zeitig, wenn ſie auch Anfangs Juni geſäet wird: ſie iſt aber dann ſchütter, dünnſtänglich, kurz und leichtkörnig. 4. Vom Hafer bedarf man auf dieſelbe Fläche bei gleichen übrigen Verhältniſſen nicht mehr an Körnern, wie von den übrigen Getreidearten. Weil er aber der ungleich⸗ zeitigen Ausbildung wegen mehr blöde Körner enthaͤlt: ſo muß in dieſer Hinſicht auch mehr geſäet werden. Vorzüglich aus zwei Urſachen ſäet man vom Hafer mehr, wie von der Gerſte: Weil man glaubt, daß er ſich weniger, wie die Gerſte beſtocke, und weil ſein Same viel mehr blöde Körner enthalte, wie das übrige Getreide. Die erſtere Meinung iſt falſch, denn Jedermann weiß, daß der Hafer in gutem Boden einen größern Stock bildet, wie die Gerſte; die letztere aber richtig, und wir bedürfen beim Hafer eines etwas größeren Zuſchlages zur berechneten Saat, wenn dieſe nicht zu ſchütter ausfallen ſoll. Ein Metzen vollkommener Hafer wiegt 48— 50 Pf. Ein Pf. Hafer enthält nach meiner Zählung von ſehr ſchönem 16920 Körner. von gewöhnlichem..... 1811z— nach der Zählung des Grafen Podewils. 24144— Mein Hafer wog 49, jener von Guſow 49 ½ Pf. Gewäh⸗ ren wir dem Hafer nach Verſchiedenheit der Güte des Bodens denſelben Flächenraum für jede einzelne Pflanze, wie beim Weitzen, und bringen aber ſtatt 50% Zuſchlag 60% in Rechnung, weil er mehr blöde Körner enthält, wie die Gerſte: ſo bedürfen wir, wenn wir die erſtere Zählung zum Grunde legen, im guten Boden oder friſcher Düngung 2 ⅞ Metzen, in zweiter oder dritter 2 ——— 7 54 Tracht 4 Metzen, und in der ſchlechteſten Lage, wo man jeder Pflanze nur 3 ◻½ Zoll Raum zurechnen kann, 5 ¼ Metzen. Schwerz erzählt(Belg. Landw. I. Th., 353), daß man in den Niederlanden, in der Campine zu Vroede und ir den Poldern 2 ¾⅞ bis 3 ¼ Metzen pr. Joch ſäe. Der Mittelſatz des Einfalls in Guſow(a. a. O., I. Th., 30) iſt im Bruche 4 ½ bis 4 ½ Metzen. Arthur Young ſagt, daß 3 ⅛ bis 4 Metzen in reichem Boden, 5 Metzen in armen eine angemeſſene Saat ſey; wie er aber die unverhältnißmäßig große Saat von 6 ½˖ Metzen pr. Joch, die Herr Walker in Linkolnſhire ausſäet, ohne ſie zu ta⸗ deln, anführen kann, begreife ich nicht wohl. Der berühmte Duket drillt 4 ½ Metzen auf das Joch(Farm. Cal. 78. 196). Es ſcheint aus mehreren Angaben, daß die Engländer, gleich meinen Landsleuten, eine ſehr ſtarke Haferſaat lieben, und daß es nichts ſeltenes iſt, auch dort 5, 5 ¾ bis 6 ½ Metzen pr. Joch ausgeſäet zu ſehen(Thaers engl. Landw. I. Th., 456). Wenn ich mit der Fellenbergiſchen Maſchine 3 ½ Metzen auf das Joch ſolchen Hafers ausſäe, von dem 18112 Körner auf ein Pfund gehen; ſo iſt die Saat für einen mageren Boden dick genug. Sie würde zu ſtark ſeyn für einen kräftigen Acker. 5. Wenn der Hafer in ein zweckmäßig vorbereitetes Feld geſäet worden: ſo bedarf er in der Folge keiner beſon⸗ dern Pflege. Was im Allgemeinen über die Kultur der Pflanzen geſagt worden iſt, findet hier ſeine Anwendung. Reine, trockne und reiche Felder beſäet man ſo frühe als möglich, und bereitet zum Empfang der Saat den Acker im Herbſte vor; unkrautige oder naſſe beſäet man ſpät, nachdem man ſie vorher durch Pflügen ge⸗ reiniget und getrocknet hat. Das gleichförmige und beſchleunigte Aufgehen der Saat befördert man durch Walzen. 6. Sein Ertrag in einem angemeſſenen Boden wech⸗ ſelt nach der darin vorfindigen Kraft und einer anpaſſen⸗ den Kultur zwiſchen 30 und 50 Metzen. Im Sandboden aber, bei geringer Kultur, oder in ausgetragenen Aeckern kann man nicht mehr wie 20 bis 30 Metzen rechnen. Der Hafer lohnt die empfangene Düngung gewiß eben ſo reichlich, wie die Gerſte, und in ſolchen Laͤndern, wo er einen verhältnißmäßig hohen Preis hat, thut der Landwirth wohl, die Kultur der andern Sommergetreidearten zu beſchränken oder auf⸗ zugeben, und ſich mit allem Fleiße auf den Hafer zu legen. lich gedun Jochk. 80 gerinom: Vſufn⸗ 1 dreir Je entveher Lü und trntt ung: 39 gung di Neubruche bekam aber ſchute er Hafer gec dafet er hoch Ernte; zwicen Gegend 30 his 8 Hafer ge trag nur Mandel den wil. man jeder tzen. „ daß man dede und d. 7 J. Th., in reichem y; wie er n pr. Joch, ſie zu ka⸗ berühmte 76. 196). er, gleich und daß pr. Joch 9). 2 Netzen örner auf oden dick er. ereitetes er beſon⸗ zen geſagt rockne und reitet zum nutige oder Pflügen ge⸗ der Saat en wech⸗ anpaſſen⸗ andboden nAeckern en. iß eben ſo Her einen wohl, die Noder auf⸗ legen. 5⁵ Schwerz erzählt(a. a. O.), daß man in den früher an⸗ geführten Gegenden von 53 bis 70 Metzen, ja noch mehr vom Joche ernte. 4 In unſeren Thälern, ſelbſt in den Bergen, gewinnt man bei reichlicher Düngung nicht ſelten 50 bis 60 Metzen. Einer meiner Freunde erhielt im Mittelgebirge nach reich⸗ lich gedüngten Kartoſſeln im Jahre 1816, 45 bis 62 Metzen vom Joche. Sonſt aber iſt der Ertrag des Hafers bei uns, bei der geringen Kultur, die man auf ihn verwendet, indem er nur eine Pflugfurche erhält, nur 28— 30 Metzen.. Zu Hungerbrunn in Kärnten, im Durchſchnitte dreier Jahre: 28,11, zu Kreuz: 29,25 Metzen, obgleich er entweder in friſchen Dünger, oder in die zweite Tracht kam. Lürzer zu Saalfelden(a. a. O.) ſäete 5 6 Metzen, und erntete in einem 20jährigen Durchſchnitte, nach friſcher Dün⸗ gung: 29 Metzen. Der Graf Podewils gibt den Ertrag des Hafers im Neubruche, ohne Dünger, im beſten Falle zu 35 ¾ Metzen an, bekam aber oft nur die Hälfte. Nach einem bojährigen Durch⸗ ſchnitte erhielt er 19 ¼ Metzen pr. Joch. Es kömmt aber da der Hafer gewöhnlich nur in ausgetragenes Land. 7. In ebenen Ländern und ſandigen Boden bleibt der Hafer kurz im Strohe, in Hügel⸗ und Bergländern wird er hoch. In den erſteren Gegenden erhält man bei guter Ernte zwiſchen 20 und 30 Zentner, in ausgetragenen Aeckern zwiſchen 15 und 20 Zentner vom Joche. In den letzteren Gegenden aber in guter Lage 40 bis bo, in mittelmäßiger 30 bis 40 Zentner vom Joche. Thaer ſetzt das Verhältniß des Stroh⸗Ertrages beim Hafer gegen das Korn= 100: 60. Welch geringer Stroh⸗Er⸗ trag nur in Sandboden im ebenen Ländern Statt hat. Bei Podewils iſt er noch geringer, denn ſeine Schnitt⸗ Mandel gaben 70 und 72 Pf. Körner gegen 100 Pf. Stroh. Noch geringer iſt das Stroh ⸗Erträgniß bei Herrn Kle⸗ mens, deſſen Schwerz(Belg. Wirth., I. Th., 361) erwähnt. Er erhielt 28% Metzen Körner, und nur 2184 bis 2303 Pf. Stroh vom Joche. Das Verhältniß iſt hier 100: 78 bis 70. Dagegen iſt das Stroherträgniß nach reich gedüngten Kar⸗ toffeln im Mittelgebirge eben ſo reich, wie das Körnererträgniß. Ich habe eine verläßliche Rechnung vor mir über den Ertrag des Hulehe unter ſolchen Umſtänden, die ich meinen Leſern mitthei⸗ en will. ererereegecer ——— ͤſͤſͤſͤſͤſſ. ———— ͤͤ„ͤ„ͤ8ͤ8ͤ8J8ʒ8ʒ-8-8—8—8—868ͤ86868ʒ8ʒ8ʒ8äʒäʒä8ä8ä6868-80808080808-8-⁊-⁊-—0—»—-—-—-—-—‧²“ 5—y 7 8—————————— 8 8 1 8 8 4 1—* 1 —. 4 ſo lect Hafer⸗Ertrag auf ein Joch berechnet. autzutti 7 5 3 ſBerhalt. 3. 5 8. 3 8 3 de Namen der Haferart. 5 ☚ 8 5* 8 Korner 8E 88 8 S Zum 52EIS Strohe.— pf. pf. Pf. pf. 1 1. Gem. weißer Hafer 50 53 ½ 100 7 5050 52: 100 ſe um— Gem. ſchwarzer Hafer 46 53 ½¼ 50 200 6450 38: 100 b Näpe,m Georgiſcher Hafer 45 ⁄6 57 ½¼ 225.] 200 6400 38:100 51 Fahnen⸗Hafer. 62 ½ 55 h6 100 100 6900 49: 100 41 Ein ſprechender Beweis, daß das Verhältniß des Strohes ilt te um ſo größer wird, je mehr das Halm⸗ und Blätterwachsthum durch V ſehnlichen Dünger und Feuchtigkeit begünſtiget worden iſt. b ſ Man G bb. Fahnen⸗Hafer. ius Avena orientalis. Peaen un V 1. Er heißt auch ungariſcher, tatariſcher, V egyptiſcher und orientaliſcher Hafer. Er unter⸗ ſcheidet ſich dadurch von dem Aſthafer, daß die Zweige dder d Rispe nicht baumähnlich geſtellt ſind, ſondern alle nach zen, weil einer Seite nach abwärts hängen. echl äle 2 rähtende 2. Im fetten Boden wird dieſe Haferart größer, wie 1j nſs der Aſthafer, und gibt dann einen reicheren Ertrag ſowohl zui an Körnern als Stroh. In gewöhnlichen Aeckern aber iſt d n .. 2 den fann die Kultur derſelben mit keinem größeren Ertrage verbunden. 1 Der vergleichende Verſuch, welchen Herr Klemens mit bſtha u der Kultur des gemeinen weißen und orienkaliſchen Hafers an⸗ Piſſti ſtellte(Schwerz, Belg. Wirthſch., I. Th., 361), und die Stula lange und große Erfahrung des Grafen Podewils(a. a. O., Leinüt I. Th., 97. Tafel) beſtätigen die auch anderwärts gemachte„ Sdlein⸗ Beobachtung, daß dieſe Haferart einen ſehr reichen Boden for⸗ Eineß dert, wenn ſie einen beträchtlich größeren Ertrag, wie der ge⸗ Stiine meine Hafer geben ſoll.. Keeber. „„ SErden 3. Der Fahnen⸗Hafer braucht mehr Zeit zu ſeiner Ausbildung, wie der Aſthafer; er wird ſpäter reif. Die Körner ſitzen feſter innerhalb der Spelzen, und fallen nicht 2. 81 kutopa — — Verhalt⸗ niß der Korner zum Sirohe. Strohes um durch ſcher, unter⸗ eige der lle nach zer, wie g ſowohl aber iſt bunden. u ſeiner f. Die len nicht 57 ſo leicht aus: ſind aber auch beim Dreſchen ſchwerer auszubringen. cc. Nackter Hafer. Avena nuda. 1. Dieſe Haferart iſt dem Aſthafer ähnlich, nur iſt ſie um vieles niedriger, feiner, hat eine mehr buſchichte Rispe, und die Körner ſind nicht mit den Spelzen verbunden. 2. Er verlangt einen guten Boden, beſtockt ſich ſehr; fällt aber leicht aus, und gibt im Ganzen einen ſehr unan⸗ ſehnlichen Ertrag. Man hat viele Proben in Deutſchland damit gemacht: ich habe ihn ſelbſt 2 Jahre lang gahode; er verdient aber nicht in unſere Aecker aufgenommen zu werden, denn ſein Ertrag an Körnern und Stroh iſt gar zu gering. 5. Vom Mais. 1. Der Mais iſt eine der ſchätzbarſten Getreidepflan⸗ zen, weil ſie einen ausnehmend großen Ertrag an Körnern ſo⸗ wohl als an Stroh liefert; weil das Mehl dieſer Körner nährender iſt, wie jenes der anderen Getreidearten, und ein großer Theil ſeiner Stängel und Blätter noch vor dem Reifwerden der Aehren im grünen Zuſtande verfüttert wer⸗ den kann. 1000 Theile zehn Monate alten, gelben, großen Mais beſtehen aus Wäſſerigen Theilen.......... 0,130 Schalen............ o,078 Keimkörpern........ 0,086 Schleim⸗ und Zucker⸗ Materie........ 9,993 Eiweiß............„ 0,012 Stärkmehl............ 0, 211 Kleber„„....„„... ⸗„..„„. 0,358 Erden(2).............. 0,027 2. Von dieſem Pflanzengeſchlechte kennt man in Europa nur eine einzige Art, den gemeinen Mais, H* — — 58 Mais vulgaris(Zea Mais ELinn.), aber eine Menge von Abarten und Spielarten. 3. Die Abarten, Varietäten, des Mais laſſen ſich ſehr füglich in zwei Klaſſen bringen; in den großen oder ſpätreifen, und in den kleinen oder frühreifen Mais. 1 aa. Gemeiner, großer Mais. 1. Der gemeine, große Mais ſtellt nach der Verſchiedenheit des Klima und Boden ſehr verſchiedene Formen dar; der Stängel iſt bald hoch, bald nieder; bald ſind die Aehren groß, bald klein, die Körner weiß, blaß⸗ gelb, pomeranzenfarb u. ſ. w. Die höchſte und üppigſte Vegetation dieſer Pflanze findet man aber nur in warmen Ländern, und in einem reichen und bündigen Boden, und überall, wo man in kälteren Gegenden dieſe Frucht antrifft, iſt ſie um ſo niedriger, und in allen Verhältniſſen kleiner, als die geringere Menge von Wärme und Licht ihre Ent⸗ wicklung weniger begünſtigte. Man ſagt, daß er in Chili eine Höhe von 18 Fuß er⸗ reiche. Herr Karl Pietet fand ihn in den pontiniſchen Sümpfen, ſo wie den Hanf, 16 Fuß hoch. In Ungarn und Ober⸗Italien habe ich nicht ſelten Stämme von 10 bis 12 Fuß Höhe angetroffen. Der höchſte erreicht bei uns in den warmen Gegenden des Landes, im Lavantthale, nur ſelten mehr 10 Fuß, und ſeine gewöhnliche Höhe iſt da nur 7 bis 8 Fuß. In den kälteren Gegenden, im oberen Drau⸗ und Gailthale wird er immer kleiner, ſo daß er da kaum mehr 5 Fuß hoch iſt. In warmen Ländern hat er dunkelgelbe, flach⸗ gepreßte Körner; in kälteren Gegenden ſind ſie blaßgelb und rund⸗ 2. Ueberall, wo der Wein im Freien ſüße Früchte bringt, oder der Buchweitzen als zweite Frucht noch reif wird, kann auch noch Mais gebauet werden. Die Wärme des Klima eines gegebenen Ortes läßt ſich wohl am ſicherſten entnehmen aus der Natur der Früchte, die man da bau haben in K läigte Wi übetall Bu deſſen Se lette Ottii bauen in i mit gutem thale ti (GWahlen 4.6 Boden; in liichtere ge zeüigung, In U wird Weitzen bearbeiteten in einem ſan diel häͤuſger lchwigen S langſam er und von ſti 4. Van Dinger, ges ſtehte Düngung, Vergäͤltuſ gen Halmg rung, öſt Nuhen her ges inmer man auche das Klima ger große. iſt, un ſo hervorgiter lich Miis treide unge 4 muß ente enge von laſſen ſich ßen oder hreifen nach der ſchiedene er; bald , blaß⸗ üppigſte warmen den, und antrifft, n kleiner, ihre Ent⸗ 8 Fuß er⸗ tiniſchen rUngarn von 10 bis uns in den nur ſelten ur 7 bis 8 rau⸗ und aum mehr lbe, flach⸗ und rund. ſe Früchte noch reif s lißt ſich Früchte, die 59 man da bauet, und aus der Zeit, wann dieſelben reifen. Wir haben in Kärnten nur zwei Weingebirge, wo man aber nur leichte Weine gewinnt; nach den Ufern der Drau wird aber überall Buchweitzen in die Stoppeln des Winterrockens geſäet, deſſen Saat am 17. Juli beginnt. Oberdrauburg, der letzte Ort in Kärnten, uud Lienz, der erſte Ort in Tyrol, bauen in einer Erhöhung von mehr als 1700 Fuß über dem Meere mit gutem Erfolge noch Buchweitzen und Mais, und im Rhein⸗ thale trifſt man ihn noch zu Trons an, 2650 Par. Fuß hoch. (Wahlenberg, a. a. O.) 3. Er heiſcht in warmen Laͤndern einen bündigen Boden; in kälteren Gegenden erwärmt ſich aber nur der leichtere geſchwind und hinlaͤnglich genug, um ihn noch zur Zeitigung zu bringen. In Unterſteiermark, in Ungarn und in Italien wird Weitzen nach Mais geſäet, und beide Früchte ſtehen in gut bearbeiteten Feldern ſehr ſchön; in Kärnten wächſt der Mais in einem ſandigen Lehm zwar auch ſchön, aber er mißräth darin viel häufiger, als wenn wir ihn in Lettenboden, oder in einem lehmigen Sande bauen, weil ſich der erſtere zu wenig und zu langſam erwärmt, und die Zeitigung des Mais ſich verſpätet, und von frühen Reifen verderbt wird. 4. Er verlangt ein friſch und reichlich geduͤngtes Feld. Von allem Halmgetreide erträgt er die größte Menge von Dünger, ohne daß ſie ihm ſchadet, und die Größe ſeines Ertra⸗ ges ſteht eben ſo wie bei den übrigen Pflanzen mit der Größe der Düngung, bei übrigen gleichen Bedingungen, in einem geraden Verhältniſſe; nur darin unterſcheidet ſich dieſes, daß bei dem übri⸗ gen Halmgetreide eine zu ſtarke, friſche Düngung immer Lage⸗ rung, oft auch Roſt und Brand, und daher mehr Schaden als Nutzen hervorbringt, während beim Mais die Größe des Ertra⸗ ges immer gleichförmig mit der Größe der Düngung ſteigt, wenn man auch eine doppelt ſo ſtarke Düngung verwendet. Je wärmer das Klima iſt, um ſo mehr wird eine kleinere Menge von Dün⸗ ger große Wirkungen hervor bringen; und je kälter das Klima iſt, um ſo mehr iſt Dünger erforderlich, wenn daſſelbe Produkt hervorgebracht werden ſoll(Agrik.§. VII). Große, ungewöhn⸗ liche Mais⸗Ernten erheiſchen auch eine große, für anderes Ge⸗ treide ungewöhnliche Düngung. 5. Der Acker, in welchen Mais geſaͤet werden ſoll, muß entweder durch die vorausgegangene Frucht, oder — ——a8 — — ——yüääüä— — — — ———— 6⁰ durch mehrfaͤltiges Pflügen in einen reinen Zuſtand ver⸗ ſetzt worden ſeyn. In Oberkärnten ſuͤet man den Mais in die Kleefelder, die man im Frühlinge gut überdüngt. Es iſt ſehr begreiflich, daß man bei dieſem Verfahren, wo der Stall⸗Dünger und die Kleewurzeln zu ſeiner Ernährung beitragen, ungewöhnliche Ern⸗ ten erhält, und weil das Kleefeld frei von Unkraut iſt, ſo bedarf man hierbei nur eines einzigen Pflügens. Ueberall aber, wo er in die Stoppeln eines Getreidefeldes geſäet wird, müſſen dieſe im Herbſte geſtürzt, und nach der Natur des Bodens im Früh⸗ linge nach dem Dünger wieder gepflügt, oder auch wohl vor⸗ her mit dem Exſtirpator bearbeitet werden. Wollte man ein Stop⸗ pelfeld im Frühlinge düngen, und bloß mittelſt eines ein⸗ maligen Pflügens vorbereiten: ſo würde der Acker, wenn er auch, als ein loſer Boden, hinlänglich dadurch gelockert würde, dennoch zu unrein ſeyn, und man hätte zu große Mühe, das üppig auf⸗ ſproſſende Unkraut zu unterdrücken und auszurotten. 6. Die Zeit der Saat richtet ſich nach dem Klima. Wenn keine Nachtfröſte in der Regel mehr zu befürchten ſind, ſoll man Mais ſäen. Im ſüdlichen Deutſchlande ſäet man allenthalben in den letzten Tagen des Aprils. 7. Der zu Samen beſtimmte Mais ſoll in Aehren auf⸗ gehangen bleiben, bis man ihn bedarf, und auch dann darf er nicht ausgeſäet werden, wenn man ſich nicht früher von ſeiner Keimfähigkeit überzeugt hat. . Eine Menge eigene und fremde Erfahrungen hat mich be⸗ lehrt, daß ſich der Mais oft vollkommen ausbildet, und doch im Frühlinge lauter todte Körner hat. Entweder mangelt ihm die Kraft der Befruchtung ſchon urſprünglich, oder er enthält ein ſo unſämiges Leben in den Körnern, daß es über Winter wieder erliſcht. 8. Der Same muß in gleich weit von einander ent⸗ fernten Reihen geſäet werden, damit er in der Folge durch Pferde behackt und behäuft werden kann. Wo man den Mais, wie in Steiermark und einem Theile von Ungarn, breitwürſig ſäet, und unterackert, muß die ganze Arbeit des Behackens und Behäufens durch die Handhaue vollführt d und oſt un Samen u Pflanze h Schuh A0 und wo ſe ſeltſ muſſ ſciedene 6 in leßteren Ditſ ann Zviſch Hauptyftan daj lhre be it und wen legt verden deten, und Nahrung d rur meht f häͤufen dur werkſomkeit Saaten er Rerneſachen eintragen. zu ſehen, bringt, ſe 9. des Rau hältniſſe ſet Fruch Von auf ein L ausgetrockn In 3 gung d Men 1 Saaträhen in den Bod henraum 0,4 Mezen bis 7 Schl den; denn richt ſehen ſtand ver⸗ eKleefelder, begreiflich, ger und die nliche Ern⸗ t, ſo bedarf ber, wo er müſſen dieſe as im Früh⸗ wohl vor⸗ in ein Stop⸗ eines ein⸗ un er auch, de, dennoch üppig auf⸗ mn Klima. befüͤrchten allenthalben lehren auf⸗ ˖dann darf früher von at mich be⸗ nd doch im elt ihm die hält ein ſo nter wieder ander ent⸗ olge durch und einem ſe Handhaue 61 vollführt werden, wodurch die Kultur des Mais ſehr koſtſpielig, und oft unausführbar wird. Das Säen geſchieht, daß man den Samen in Löcher legt, die mit dem Setzholz gemacht worden ſind, oder daß man ihn in die Furche des Pfluges ſtreuet, oder, daß man ſich hiezu eigener Säemaſchinen bedient, wodurch man am ſchnellſten und am gleichförmigſten die Saat beſtellt. 1 Die Reihen dürfen nicht überall gleich breit ſeyn. Wo die Pflanze hoch und mächtig wächſt, bedarf eine von der andern 2 ½ Schuh Abſtand; in gewöhnlichen Fällen ſind 2 Fuß hinlänglich, und wo ſie nur niedrig bleibt, 1½ Faß zureichend. In der Linie ſelbſt müſſen die Pflanzen nach den gleichen Rückſichten eine ver⸗ ſchiedene Entfernung beobachten: im erſteren Falle einen Fuß, im letzteren genügt oft ein halber⸗ Dieſe zur Entwicklung der Pflanze des großen Mais nöthi⸗ gen Zwiſchenräume können durch Zwergfiſolen ohne Nachtheil der Hauptpflanze benützt werden, wenn das Klima warm genug iſt, daß ihre Beſchattung der Erwärmung des Bodens nicht nachtheilig iſt, und wenn ſie nicht zu dicht, oder den Maispflanzen zu nahe ge⸗ legt werden, wodurch ſie die Entwicklung der Maiswurzeln hin⸗ derten, und auch wohl einen Theil der dem Mais gebührenden Nahrung entzögen. Es paßt aber die Zwiſchenfrucht überhaupt nur mehr für kleine als große Wirthſchaften, indem ſie das Be⸗ häufen durch den Umhäufepflug merklich erſchwert, viele Auf⸗ merkſamkeit in der gleichförmigen Vertheilung der verſchiedenen Saaten erheiſcht, und weil die Fiſolen oft rankend werden: ſo verurſachen ſie dann der Maisernte mehr Nachtheil, als ſie ſelbſt eintragen. Höchſt verderblich iſt es, Kürbiſſe in den Maisacker zu ſetzen, und wenn man Kartoffeln, Kraut und Rüben hinein⸗ bringt, ſo erſtickt man den Mais. 9. Die Menge der Saat richtet ſich nach der Größe des Raumes, den der Mais nach Verſchiedenheit der Ver⸗ hältniſſe fordert, und nach der Größe des Kornes die⸗ ſer Frucht. Von dem hieſigen großen Mais gehen 50 bis 58 Körner auf ein Loth. Vom Gallthaler 60 bis 65. Der Metzen wohl ausgetrockneter, ſieben Monate alter Mais wiegt 83 bis 86 Pf. Im Jahre 1818 wog ein Metzen Mais meiner eigenen Erzeu⸗ gung 83 ½¼ Pf., und 52 Körner gingen auf ein Loth. In einem Metzen waren demnach 138,528 Körner enthalten. Wenn die Saatreihen 2 Fuß Zwiſchenraum haben, und alle 6 Zoll ein Korn in den Boden gelegt wird, ſo bekömmt jede Pflanze einen Flä⸗ chenraum von einem gevierten Schuh, und der Saatbedarf iſt 0,4 Metzen. Hierunter iſt aber beim großen Mais, wenn er 6 bis 7 Schuh hoch wird, der nöthige Saatzuſchuß ſchon verſtan⸗ den; denn auf 6 Zoll Entfernung in der Linie dürften die Stämme nicht ſtehen. Wo aber der Mais einen niedrigeren Stamm bil⸗ 62 det, als den ſo eben angegebenen, da müſſen ſie dichter zu ſtehen kommen, und man trägt wohl auf eine dichtere Saat an, die aber dem Maße nach nicht größer iſt, weil dieſer Mais kleinere Körner hat. Durch ganz Oberkärnten ſieht man daher ſehr eng ſtehenden Mais; die Reihen ſind 16 bis 18 Zoll aus ein⸗ ander, und in der Linie ſteht eine Pflanze nur 6 Zoll von der andern ab. Weil aber die Pflanzen niedrig bleiben, und keinen dicken Stängel bilden: ſo können ſie ſich in dieſem verhältnißmä⸗ ßig kleinen Raum doch vollkommen ausbilden, und die Ernten fallen da nicht ſchlechter aus, wie bei uns in den wärmeren Ge⸗ genden des Landes, wo der Mais höher wächſt. 10. Die Kultur des Mais beſteht darin, daß man die junge Pflanze ſo bald als möglich behackt, daſſelbe ſpäter noch einmal vornimmt, und wenn ſis hoch genug geworden iſt, behäuft. So wie die Pflanzen 6 Zoll hoch ſind, werden ſie mit Handhauen in der Linie ringsum behackt, um alles in der näch⸗ ſten Umgebung der jungen Pflanze aufgeſproſſene Unkraut zu til⸗ gen, und die Erde ſelbſt ausgiebig zu lockern. Unmittelbar hier⸗ auf wird der Zwiſchenraum der Saatlinien mittelſt des dreiſcha⸗ rigen Schaufelpfluges ſeicht bearbeitet; wenn die Pflanzen 9 Zoll hoch ſind, wird die Bearbeitung mit dem Schaufelpfluge wieder⸗ hohlt; nur ſtellt man jetzt die Scharen tieſer, wodurch der Bo⸗ den ſehr vollkommen gereiniget, und etwas Erde an die Pflanzen ſelbſt angeworfen wird. Wenn die Pflanzen einen Schuh hoch geworden ſind, werden ſie das erſte Mal, und 14 Tage ſpäter das zweite Mal behäuft. 11. Die reifen Aehren des Mais muͤſſen erſt noch eine Weile der freien Einwirkung der Luft ausgeſetzt bleiben, damit die Fruchtböden austrocknen, ehe man ſie driſcht. In kleinen Wirthſchaften hängt man die Fruchtähren in die freie Luft; wo man dieſe Frucht aber im Großen bauet, wie in Ungarn, Kroatien u. ſ. w., hat man eigene Trocken⸗ häuſer— Koſch;— 2 ½ Schuh weite, 2 bis 3 Klafter hohe, und beliebig lange, aus hölzernen Latten zuſammengeſetzte und mit einem Dache verſehene Gebäude, in die man die entblätterten Aehren hinein wirft, und über Winter darin läßt, ohne daß ſie verderben, weil dieſe ſchmale Schichte von Aehren hinlänglich von der Luft durchdrungen wird. 12. Der Ertrag des großen Mais an Körnern hängt mehr von der Größe der Düngung ab(4), wie der Ertrag anderer I größere 1* veniger de richlichuc figer an Düngurla oſt nicht d u in der bitin ſo haben i8 von alentis eines Joch Pfanze en: aber wiedme der Erfaht d Mezen, ſ Auſtt wohl, wern Jahte 6, 38 ſowohl v imn kurzſtängl f. wmallen Aun ich und duſ Jng. Viertel. N. müllerne Band. 2 Dä Schweng auf 27,19, offenbar din den Maiagn ten, die mn Naugh Kroatien trag bon 3 ½ weniger Dd 33.1 bon der hi ab. Veng ſnnd, und „ Scahen! und Jruchtt ter zu ſtehen gat an, die kais kleinere man daher voll aus ein⸗ Zoll von der und keinen rhältnißma⸗ „ie Ernten irmeren Ge⸗ daß man daſſelbe jch genug den ſie mit der naͤch⸗ raut zu til⸗ telbar hier⸗ es dreiſcha⸗ nzen Zoll uge wieder⸗ acch der Bo⸗ die Pflanzen Schuh hoch ze ſpäͤter das ſt noch eine t6t bleiben, driſcht. uchtähren in bauet, wie ene Trocken⸗ laſter hohe, etzte und mit entblätterten ohne daß ſe hinlanglic emern häͤngt der Ertrag 63 anderer Getreidearten; zunachſt hierauf erhält man eine größere oder kleinere Ernte, je nachdem man mehr oder weniger zweckmäßig ſeine Kultur betrieben haben wird. Bei reichlicher Düngung, in einer günſtigen Lage und zweckmä⸗ ßiger Kultur erntet man 60 bis 70 Metzen, bei magerer Düngung, oder vernachläßigter, oder unſchicklicher Kultur oft nicht die Halfte. Wenn der Mais auf 2 Schuh Entfernung geſaͤet iſt, und in der Linie eine Pflanze von der andern einen Schuh entfernt iſt, ſo haben ſie bei uns hinlänglichen Raum ſich zu entfalten, und ſich von allen Seiten beſonnen zu laſſen. Auf dem Flächenraume eines Joches ſtehen jetzt 28800 Pflanzen. Rechnen wir jeder Pflanze einen Kolben zu,— manche haben zwar zwei, dafür aber wieder andere keinen,— und rechnen wir, was wir aus der Erfahrung wiſſen, 27 Kolben auf ein Maßel, 432 auf einen Metzen, ſo iſt der Ertrag 66 Metzen. Auf meiner Wirthſchaft im Lavantthale habe ich ſo⸗ wohl, wie mehrere andere dortige Landwirthe durch mehrere Jahre 67 Metzen vom Joche geerntet. Im Roſenthale ſowohl wie im Gailthale von Kärnten, wo der Mais kurzſtänglich iſt, und kleinere Aehren hat, wo man ihn aber dafür in allen Richtungen dichter ſäet, erntet man eben ſo viel, wie ich aus dem Munde mehrerer ſehr achtbaren Landwirthe weiß. Im Rheinthale erntet man von der Juchart 130— 150 Viertel. 140 Viertel ſind gleich 67 ༠Metzen pr. Joch(Stein⸗ müller, Beſchreibung der ſchweizeriſchen Wirthſchaft, 21. Band. 294)⸗ Der Mittelertrag des Mais im Elſaſſe wird von Schwerz(Beſchreib. der Landw. im Nieder⸗Elſaß. S. 292) auf 27,16 Metzen pr. Joch angegeben; welch geringer Ertrag offenbar den unverhältnißmäßig weiten Zwiſchenräumen, die man den Maispflanzen da läßt, und dem Haufen von Zwiſchenfrüch⸗ ten, die man in den Maisacker bringt, zugeſchrieben werden muß. Man rechnet in Unter⸗Steiermark, Ungarn und Kroatien bei der gewöhnlichen Wirthſchaft einen Durchſchnittser⸗ trag von 30 bis 40 Metzen, je nachdem die Wirthſchaft mehr oder weniger Dünger aufbringt. 13. Der Ertrag des großen Mais an Stroh hängt von der Höhe der Pflanze und der Dichtigkeit des Standes ab. Wenn die Pflanzen im Durchſchnitte 7 Schuh hoch ſind, und jede derſelben einen Flächenraum von 2 gevierten Schuhen hat, ſo beträgt er an Stängeln, Deckblaͤttern und Fruchthöden 70 bis 80 Zentner vom Joche. “ 64 14. Das Stroh des Mais hat als Viehfutter einen höheren Werth, wie jenes des andern Halmgetreides, weil es mehr Zucker, Schleim und Staͤrke enthält; dafür ſind aber die Stängel ſchwer zu ſchneiden, und das Futter muß entweder abgebrüht werden, oder ein paar Tage ftü⸗ her mit kaltem Waſſer übergoſſen in Bottichen ſtehen. Der Zucker verliert ſich mehr aus dem Stängel, ſo wie dieſer allgemach völlig reif wird; darum ſchneidet man den über den Aehren befindlichen Theil deſſelben ſchon früher ab, wenn er noch ſaftig iſt, und gewinnt dadurch eine ſehr große Menge des ſaftigſten und nährendſten Futters, das uns bei der Stallfütte⸗ rung während der zweiten Hälfte des Auguſt und dem Verlaufe des Septembers die größte Ueberhülfe leiſtet. Man hüte ſich aber, den Stängel früher abzuſchneiden, als die Körner in der Aehre ſich vollkommen ausgebildet haben, weil man ſonſt am Ertrag der Frucht mehr verlieren würde, als die etwas mehr nährende Eigenſchaft dieſes Futters werth iſt. bb. Gemeiner, kleiner Mais. 1. Man nennt dieſe Abart des Mais in Amerika Dreimonats⸗Mais, in Italien heißt ſie Cinquan⸗ tin, weil ſie in 50 Tagen reif werden ſoll. 2. Er iſt eine niedrige, oft kaum 3 Schuh hohe Pflanze, mit kleinen, hart am Boden hervorkommenden Aehren, und ſehr kleinen, gediegenen Körnern. 3. Wenn man in warmen Ländern, wo der Schnitt des Winterweitzens in den Juni fällt, dieſe Maisabart in die Stoppeln deſſelben zu Ende dieſes Monates ſaͤet, ſo wird er da noch im Herbſte reif; in Deutſchland fällt die Ernte des Wintergetreides zu ſpät, und die Wärme des Septembers iſt zu gering, ſo, daß wir nirgendwo dieſen Mais mit Sicherheit als zweite Frucht zu bauen ver⸗ mögen. Als erſte Frucht gibt er aber einen zu unanſehn⸗ lichen Ertrag, als daß es ſich lohnte, ihn in den Ackerbau aufzunehmen. Vond Panicumit in unſernit pfennie thau, ic well ſe veit ſnd, jeder. 1. A nahen E Baattern bekömmtu Das Koſſ und it von denn einen ver ahwwirft: n volle Auff 2.( galdgelben, überall ein bleibt nter aber um u nen Vorzu licſte it, Vurgers de utter einen ngetreides, aäͤlt; dafür das Futter ehen. gel, ſo wie un den über b, wenn er Menge des Stallfütte⸗ m Verlaufe n hüte ſich ener in der n ſonſt am etwas mehr Awerika Cinquan⸗ Schuh hohe rkommenden der Schnitt daisabart in tes ſaͤet, o land fäͤllt die Waͤrme nirgendwo bauen ver⸗ u unanſehn⸗ den Ackerhau 65 Wer ſich eine gründliche und vollkommene Kenntniß uͤber den Mais erwerben will, dem wird meine»Vollſtändige Abhand⸗ „lung über die Naturgeſchichte, Kultur und Benützung des Mais, „»Wienbei Geiſtinger, 1809, am beſten hiezu dienen. Ich ſchmeichle mir, eine erſchöpfende Monographie in dieſem Werke geliefert zu haben⸗ 6. Von den Hirſearten. Von dem Pflanzengeſchlechte, das die Botaniker Panicum nennen, kultiviren wir drei Arten als Getreide in unſern Aeckern: die Hirſe, Panicum milliaceum, den Pfennich, Panicum italicum, und den Himmel⸗ thau, oder die Bluthirſe, Panicum sanguinale, die, weil ſie verſchiedener Natur, nicht bloß verſchiedener Form ſind, jede für ſich betrachtet werden muſſen. aa. Von der Hirſe. 1. Die Hirſe iſt eine Grasart mit einem ſtarken, rauhen Stängel, der mit Mark erfüllt iſt, feinhaarigen Blättern, und einem rispenförmigen Samenanſatze. Sie bekömmt in guter Lage eine Höhe von 5 Fuß, und daruͤber. Das Korn dieſer Frucht gibt eine ſehr ſchmackhafte Speiſe, und iſt eine ſehr geſuchte Marktwaare. Das Stroh wird von den Thieren gern gefreſſen, und weil dieſe Pflanze einen verhältnißmäßig großen Ertrag an Korn und Stroh abwirft: ſo verdient ſie in einer für ſie geeigneten Lage die volle Aufmerkſamkeit des Landwirthes. 2. Es gibt mehrere Abarten der Hirſe, mit weißen, goldgelben und ſchwarzen Körnerſchalen, worunter aber überall ein gelbes Korn enthalten iſt. Die ſchwarze Hirſe bleibt unter gleichen Verhältniſſen kleiner im Wuchſe, wird aber um 10 bis 14 Tage früher reif; die weiße ſcheint kei⸗ nen Vorzug vor der gelben zu haben, welche die gewöhn⸗ lichſte iſt, und deren Kultur wir hier beſchreiben. Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd. 5 3. Die Hirſe fordert daſſelbe Klima, wie der Mais. Sie gedeiht in den heißeſten Ländern; in Deutſchland kömmt ſie da am beſten fort, wo man noch Wein bauet; ſie wächſt aber auch noch ſehr ſchön bei uns in Kärnten, in jenen Gegen⸗ den, wo wir keinen Wein mehr bauen. 4. Sie verträgt große Trockne und Hitze, und kann daher in ſandigem Boden mit Nutzen gebauet werden. Ich kenne keine Pflanze aus der Klaſſe der Gräſer, die dieſe Eigenſchaft in einem höheren Grade beſäße, und wir müſ⸗ ſen daher in einem ſandigen Boden und warmen Klima die Hirſe als die vorzüglichſte, ja gewiſſer Maßen einzige Sommerfrucht be⸗ trachten. Die Hitze und Trockenheit des Sommers 1811 machte auf den hieſigen Sandfeldern alles vertrocknen, nur die Hirſe wuchs fort, und ſchien über Nacht allzeit neue Kräfte zu erhalten. Wir finden in Kärnten die Hirſe überall nur da, wo der leichte Boden die Kultur des Weitzens verbietet, und wo dann die Hirſe ſeine Stelle in der Beköſtigung des Volkes einnimmt. So wie der Boden bündig genug iſt für Weitzen, verſchwindet die Hirſe, die mehr Mühe macht, ohne einen höheren Ertrag wie der Weitzen abzuwerfen. 5. Sie fordert einen gedüngten Boden, und verträgt eine größere Menge von Dünger, als die Halmgetreidear⸗ ten mit hohlen Stängeln. Für Neubrüche iſt ſie die vor⸗ trefflichſte Pflanze. Wenn bei uns, wo die Hirſearten reif werden, ein Land aufgebrochen, und in einen Acker umgeſtaltet wird: ſo beſäen wir es jederzeit mit Hirſe oder Pfennich, je nachdem der Boden mehr oder weniger bündig iſt. Der Ertrag dieſer Saat iſt immer ſehr groß, und wenn dieſe Früchte abgeſchnitten ſind, ſo finden wir die Grasnarbe ſo mürbe und zergangen, daß wir ſie im Herbſte ohne Anſtand durch den Pflug völlig zertheilen, und eine künftige Saat vorbereiten können. Wo Hirſe und Pfennich reif wird, wäre es ein barer Unſinn, alte Weiden, Driſchfelder, ausge⸗ trocknete Teiche, Moorländer auf irgend eine andere Art in den Ackerwechſel zu bringen, als dadurch, daß man ſie mit dieſen Früchten veſäet. Im Fruchtwechſel ſorge man dafür, die Hirſearten in einen Boden zu bringen, der von Unkraut durch die vorausgegangene Frucht ſchon ziemlich befreiet worden. Wir ſäen ſie daher mit. dem größten Vortheile in jene Aecker, die im vergangenen Herbſte gedüngte Stoppelrüben getragen haben, oder wir bringen ſie in das gedüngte Kleefeld. Kommen ſie nach Halmfrüchten, und wird . 1,— 1 füſch gadu jett diel haig ſchr große reinen Er⸗ 6. 5 beſtehtdn beiten wit einen miſt 5 unn: ſo Wenn der 3e eeſtgegt, i vitd: ſoh Kleefeld, is venig Und müſſen in ſh und gepfücir beſſer extire „ ſtöſten vimn reffende i zen Ver ſpäter an Diß am meiſten Arbeit ger⸗ 8.2 34 . eeir enlicfm deeſes vihre därfe, jen klein und ſt reteichlche der Mais. utſchland t; ſie wächſt lenen Gegen⸗ und kann verden. Gräſer, die nd wir müſ⸗ na die Hirſe nerfrucht be⸗ 18in machte r die Hirſe zu erhalten. der leichte un die Hirſe So wie die Hirſe, g wie der ad verträͤgt getreidear⸗ ſie die vor⸗ n, ein band ſo beſaen wir Boden mehr timmer ſehr finden wir im Herbſte eine künftige reif wird, der, ausge⸗ Art in den mit dieſen ten in einen usgegangene edaher mit enen Herbſte ngen ſie in n, und vird 67 friſch gedüngt: ſo verurſacht das Ausrotten des Unkrautes, das jetzt viel häufiger erſcheint, beſonders in einem feuchten Jahre, ſehr große Anſtrengungen, und verzehrt einen großen Theil des reinen Ertrages. 6. Die Vorbereitung des Ackers zu den Hirſearten beſteht darin, daß man ihn durch vorausgegangenes Bear⸗ beiten mit dem Pfluge, der Egge und dem Exſtirpator in einen möglichſt reinen Zuſtand zu bringen ſich bemüht. Weil die Hirſe ſpäter wie der Pfennich noch geſäet werden kann: ſo bleibt uns zur Vorbereitung des Ackers hinlänglich Zeit. Wenn der Rübenacker im Herbſte gepflügt, und im Frühlinge erſt geegt, dann unmittelbar vor der Saat noch einmal exſtirpirt wird: ſo haben wir faſt alles Unkraut unterdrückt; das gedüngte Kleefeld, obgleich es nur ein Mal gepflügt worden, zeigt auch wenig Unkraut; aber andere zu dieſem Behufe verwendete Aecker müſſen im Herbſte geſtürzt, im Frühlinge abgeegt, dann gedüngt und gepflügt, abgeegt, und ſpäter noch einmal gepflügk, oder beſſer exſtirpirt werden, wenn wir denſelben Zweck erreichen wollen. 7. Die Hirſe wird geſaͤet, ſobald man von den Nacht⸗ fröſten nichts mehr zu beſorgen hat; und weil ſie eine ſchnell reifende Frucht iſt: ſo kann ſie auch noch während dem gan⸗ zen Verlaufe des Mai, und in warmen Gegenden noch ſpäter angeſäet werden. Die früher geſäete Hirſe iſt immer die ſchönſte, macht aber am meiſten Mühe, weil der Acker zu wenig durch vorbereitende Arbeit gereiniget worden iſt. 8. Die Quantität der Saat beträgt für das Joch ½¼— ½ Metzen. 9. Die Hirſearten erfordern während ihrem Wachs⸗ thum ein zweimaliges Auflockern des Bodens. Hierin unterſcheidet ſich die Kultur der Hirſearten am we⸗ ſentlichſten von der Kultur des gewöhnlichen Halmgetreides, daß dieſes während ſeinem Wachsthum keiner Nachhülfe unerläßlich be⸗ dürfe, jene aber nothwendig behackt werden müſſen, weil ſie ſonſt klein und ſchmächtig bleiben, gelb werden, und einen höchſt un⸗ beträchtlichen Ertrag geben. Das erſte Behacken muß geſchehen, 5* 68 wenn die Pflanzen 2 Zoll hoch ſind; das zweite, wenn ſie 4 bis 6 Zoll hoch ſind. Es wird gewöhnlich mit kleinen, zweiſpitzigen Handhauen verrichtet, und erfordert viele Arbeit. Die Unkoſten dieſer Kultur werden vermindert, wenn man das Auflockern des Bodens entweder ganz oder zum Theile durch die Egge vornimmt. Das Uebereggen des Hirſeackers iſt in Kärnten eine allgemein übliche Arbeit, nur wird ſie ſelten ir⸗ gendwo ausgiebig genug verrichtet; auch iſt der Acker meiſten Theils zu unrein, ſo, daß er ein Mal nebſt dem Behacken auch gejätet werden muß. Wenn der Acker aber wohl vorbereitet, und nicht zu früh, ſondern erſt um die Mitte Mai beſäet worden iſt, und das erſte Eggen ſehr ausgiebig, bei trockner, warmer Witterung, und wohl ausgetrocknetem Boden vorgenommen wird: ſo erhält ſich der Acker rein vom Unkraute, es iſt kein Jäten nothwendig, und beim zweiten Eggen ſind die Pflanzen ſchon fo feſt im Boden befeſtiget, daß keine mehr durch die Egge ausgerauft wird, was beim erſten häufig geſchieht, im Grunde aber nicht ſchadet, weil die Hirſepflanzen nur ſchütter ſtehen dürfen, wenn die Ernte reichlich ausfallen ſoll.— Es iſt mir und Anderen mehr als ein Mal gelungen, auf dieſe Art ein wohlbeſetztes und reines Hirſe⸗ feld zu erhalten, ohne daß wir die Handhaue anzuwenden für nöthig fanden.— Die Drill⸗Methode würde bei der Hirſekul⸗ tur gewiß ſehr zweckmäßig ſeyn. Ich habe einen Verſuch damit gemacht, der mich beſtimmt, in der Folge noch mehrere anzu⸗ ſtellen, um mich zu überzeugen, ob ſie vor der ſo eben beſchrie⸗ benen bleibende Vorzüge habe. 10. Die Hirſe muß geerntet werden, wenn der größte Theil der Körner reif iſt, und die zuerſt reif gewordenen auszufallen beginnen. 11. Die Ernte geſchieht mit der Sichel, indem der ganze Acker, wie anderes Getreide, abgeſchnitten, und in Garben gebunden wird. 12. Die Garben werden ſogleich in die Scheunen ge⸗ führt, und die Körner durch das Treten mit Pferden oder Ochſen herausgebracht. Das Stroh muß auf hölzernen Gerüſten in die Luft gehänget werden, weil es, übereinander gehäuft, verderben würde, indem es noch ganz naß iſt, wenn es vom Acker kömmt. 13. Der Ertrag der Hirſe wechſelt bei einer angemeſ⸗ ſenen Kultur zwiſchen 20 und 30 Metzen vom Joche. dufe A4 bid zud de nh eine Won dee Erntt der Kit! Meten 9ut len. G6 ſbnits⸗ à 8 5” Ah tr dat obn . wehl, 16. Wetben 18 Breins zu? des Hirſei auch dieſerd in Abſchan t mit deni⸗ 14. dem des Nan ich vom h Körner gi⸗ er immen nern 44 1. gel, bra Er wachſt birſe gle allgemein allem üb 9, 44 ſowohl in tnt: er mehr geh ſie 4 is weiſpitzigen wenn man theile durch kers iſt in ſelten ir⸗ iſten Theils uch gejatet „und nicht n iſt, und Witterung, : ſo echaͤlt othwendig, im Boden vird, was det, weil die Ernte jr als ein nes Hirſe⸗ enden für Hirſekul⸗ uch damit rere anzu⸗ en beſchrie⸗ der größte ewordenen indem der en, und in eunen ge⸗ rden oder höͤlzernen ereinander z unaß iſt tangemiſ oche. 69 Auf Neubruch⸗Aeckern habe ich 31 bis 34 Metzen vom Joche bekommen. Auf gemeinen, aber wohl gedüngten Aeckern 24 bis 32 Metzen. Im Jahre 1819 31%¾ Metzen. Zu Lin⸗ denheim erhielt man in demſelben Jahre 37 ⅛ Metzen. Wenn man 24 Metzen als Erträgniß annimmt, ſo wiegt die Ernte an Körnern, der Metzen zu 77 Pf., 1848 Pf. Nach der Kärntneriſchen Mühlordnung muß der Müller von einem Metzen Hirſe zu 77 Pf., 48 Pf. Brein und 26 Pſ. Minken ſtel⸗ len. Geben alſo 24 Metzen 1152 Pf. Brein. Das Durch⸗ ſchnitts⸗Erträgniß des Weitzens im Weitzenboden iſt 17 Metzen, à 8²½ Pf., 14⁰²³ Pf. 3 Nach derſelben Mühlordnung erhält man vom Metzen, wenn er das obige Gewicht hat, 30 Pf. Semmel⸗ und 31 ½ Pf. Pohl⸗ mehl, 18 Pf. Kleien. Hiernach erhält man von einem Joche Weitzen 1062 ½¼ Pf. Mehl. Hält man aber den Geldwerth des Breins zum Geldwerth des Weitzenmehls: ſo iſt der Rohertrag des Hirſeackers größer, als der des Weitzens; und wenn wir auch dieſen Mehrertrag für die unſtreitig größeren Kulturskoſten in Abſchlag bringen, ſo bleibt er doch immer noch ſo groß, daß er mit dem Weitzen ſich gleichſtellen kann. 4 14. Der Ertrag an Stroh der gedüngten Hirſe wird dem des gedüngten Winterrockens gleich gerechnet. Nach einem von mir hierüber angeſtellten Verſuche erhielt ich vom Joche 36 Schöber, à 60 Garben, wovon jeder Metzen Körner gab, und ein Schober Stroh wog im Hornung, nachdem er immer in der Luft gehangen war, 114 Pf. Ertrag an Kör⸗ nern 24 Metzen, und an Stroh 4104 Pf. bb. Vom Pfennich. 1. Der Pfennich hat einen braungefärbten Stän⸗ gel, braune Kolben, und kleine, braunröthliche Körner. Er wächſt höher, wie die Hirſe, liefert bei einem mit der Hirſe gleichen Körnerertrag mehr Stroh, und dieſes wird allgemein als den Thieren angenehm und ſie ſehr nahrend allem übrigen Stroh vorgezogen. 2. Von der Hirſe unterſcheidet ſich der Pfennich nicht ſowohl in der Form, als auch durch ſeine verſchiedene Na⸗ tur: er bedarf nämlich ein waͤrmeres Klima, und einen mehr gebundenen Boden. 7⁰ Pfennich und Hirſe wird in Kaͤrnten in ganz verſchiede⸗ nen Gegenden kultivirt. Die erſte Frucht wird häufig im La⸗ vantthale, der wärmſten und fruchtbarſten Gegend des Landes, wo Wein wächſt, in einem moll⸗lettigen Boden, der ſchönen Weitzen trägt, gebauet. Hirſe findet man in der ſandigen Ebene vom Ausfluſſe des Wertherſees bis Lavemünde. Um wie viel das Klima für den Pfennich wärmer ſeyn müſſe, wie für die Hirſe, oder was daſſelbe iſt, um wie viel er in einem gegebenen Klima ſpäter zeitig wird, erſieht man aus der folgenden Beobachtung. Ich beſäete auf meiner Wirthſchaft im Lavantthale im Jahre 1806 am 26. April einen Neubruch zur Hälfte mit Hirſe, zur Hälfte mit Pfennich. Das Jahr ge⸗ hörte zu den fruchtbarſten. Der Pfennich ward am 26. April, die Hirſe am 15. Mai geſäet. Dieſe war am 27. Auguſt ſchon reif, der Pfennich konnte erſt am 24. September geſchnitten werden. 3. Der Pfennich muß früher, wie die Hirſe geſäͤet werden. 1 Wenn er nicht im April noch geſäet wird: ſo verſpätet ſich im ſüdlichen Deutſchland e ſeine Zeitigung, und er wird durch die geringe Wärme des Septembers nicht mehr zur vollen Ausbildung gebracht, oder durch frühe Reife zerſtört. Dieſe frühe Saat iſt die Urſache, daß der Pfennichacker jederzeit unreiner iſt, und daß ſeine Kultur durch die Handarbeit des Jätens und Be⸗ hackens mehr Mühe macht, als jene der Hirfe. 4. Seine Kultur iſt dieſelbe, wie ſie bei der Hirſe angegeben worden iſt. 5. Der Ertrag des Pfennichs an Koͤrnern und Stroh iſt in einer ihm völlig zuſagenden Lage größer, als jener der Hirſe. Auf jenem Neubruche, deſſen ich oben(2) erwähnte, er⸗ hielt ich vom Joche 33 Metzen Pfennich und 31 Metzen Hirſe⸗ Zu Bleiburg erhielt man 1817 30, und 1818 18 Metzen pr. Joch. Daß der Pfennich mehr und ſüßeres, mehr Zucker ent⸗ haltendes Stroh liefert, iſt gewiß, denn ſein Stängel iſt höher, und eben ſo reich mit Blättern verſehen, wie bei der Hirſe; und wenn man die Stängel kauet, ſo bemerkt man den Zucker. Die Frucht aber, der Pfennichbrein, iſt kleiner, und hat einen etwas minderen Werth, wie der Hirſebrein. cc. Vom Himmelthaue. 1. Der Himmelthau, die Bluthirſe, iſt eine ſchmaͤchtige, unanſehuliche Pflanze, die 5 bis 7 fingerför⸗ nig nusgeti ſleine Sol 2 1 wiediehn 3, 1 der hirſ 6 end mehr im dus durch die 8 ſidlice E dden Drichid 1 1.1 Holcus 9 8. vachſerden zun Genif warmſterst kommen n det Sict Holcus n 2, kommen, u fellſt in en ³ 2 in hinſcht tieleahn. 4. 4 leicht zben haben einen berſchiede⸗ g im La⸗ des Landes, der ſchönen gen Ebene e. ermer ſeyn wie viel er man aus Wirthſchaft Neubruch Jahr ge⸗ 26. Ayril, guſt ſchon en werden. ſe geſäet paͤtet ſich er wird ar vollen ieſe frühe reiner iſt, und Be⸗ der Hirſe nnd Stroh als jener hhnte, er⸗ gen Hirſe. Metzen pr. sucker ent⸗ iſt höher, irſe; und ker. Die nen etwas , iſ eine fingerför⸗ 7¹ mig ausgebreitete, dunkelrothe Aehrchen hat, in denen der kleine Same enthalten iſt. 2. Sie kömmt in einem minder warmen Klima fort, wie die Hirſe, und wächſt im mageren Boden höher wie dieſe. 3. Ihr Ertrag in guten Aeckern iſt geringer, wie von der Hirſe und dem Pfennich. Sie iſt eine der wenigen Pflanzen, die in der Vorzeit mehr im Gebrauch war, als in der Gegenwart. Ihre Kultur iſt durch die Hirſe und den Pfennich verdrängt worden, und im ſüdlichen Deutſchlande trifft man ſie nur mehr auf den öden Driſchfeldern des Pettauer⸗Feldes in Steiermark. 7. Von den Moorhirſearten. 1. Von den Pflanzen, welche zu dem Geſchlechte Holcus gehören, werden in heißen Ländern mehrere hoch wachſende, und viele und große Körner tragende Arten zum Genuſſe für Menſchen und Thiere gebauet. In den wärmſten Gegenden des ſüdlichen Deutſchlandes kommen aber hiervon nur die gemeine Moorhirſe, der Sirk, Holcus Sorgum, und das Beſenkraut, Holcus sacharatus, zur Zeitigung. 2. Sie fordern einen ſchweren, fetten Boden, und kommen, wenn die Wärme des Klima groß genug iſt, ſelbſt in einem ſumpfigen fort. 3. Ihre Kultur iſt mit jener des Mais, mit dem ſie in Hinſicht der Höhe des Stängels und der Blätterform viele Aehnlichkeit haben, völlig gleich. 4. Ihr Ertrag an Körnern und Stroh iſt groß, viel⸗ leicht eben ſo groß, wie jener des Mais; aber die Körner haben einen geringen Werth, enthalten ein dem Menſchen 888888)8ʒ-ʒ-ʒ-—-08-0-0—0-—] 44 4*. “ 7² widerlich ſchmeckendes Mehl, und ſind nur zu Futter für das Geflügel und die Schweine anwendbar. Wo der Boden trocken genug iſt, um Mais bauen zu kön⸗ nen, wäre es thöricht, Sirk zu kultiviren; nur wo er der Näſſe wegen für den Mais ſowohl, als die übrigen Getreidearten un⸗ tauglich iſt, wird er durch den Sirk am beſten benutzt. B. Von der Kultur der ſchotentragenden Getreide⸗ pflanzen überhaupt. 1. Jene Pflanzen, die ihre Körner in Schoten oder Hülſen einge chloſſen haben, werden ſchotentragende oder Hülſenfrüchte genannt. 2. Die Hulſenfrüchte unterſcheiden ſich von den Kör⸗ nern des grasartigen Getreides, daß ihr Mehl für ſich allein nicht zu Brot verwendet werden kann, daß ſie mehr Kleber und Eiweißmaterie enthalten, und daher, in einem gleichen Gewichte genoſſen, ſtärker wie dieſe nähren. 3. Alle in den Ackerbau aufgenommenen Pflanzen aus der Klaſſe der Hülſenfrüchte ſind einjäͤhrige Gewächſe, die, bis auf die Fiſolen, wohl einen Reif und leichten Froſt, aber keine tiefer, in den Boden eindringende und anhaltende Kälte übertragen können. Es gibt mehrere, ihres unanſehnlichen Ertrages oder ſchlech⸗ kten, den Thieren widerlichen Geſchmackes wegen nicht kultivirte Wickenarten, z. B. die gewöhnliche als Unkraut im Wintergetreide vorſindige Vogelwicke, Vicia cracca, die ſich entweder ſelbſt aus⸗ ſäet, oder mittelſt der Getreideſaat in den Acker gebracht wird; oder die Waldwicke, Vicia sylvatica, die im Herbſte aufwachſen, und im künftigen Sommer blühen und Früchte bringen; aber unſere Saatwicke im Herbſte geſäet, geht über Winter zu Grunde. Nur wo der Winter ſo milde iſt, wie im ſüdlichen England oder in Italien, erlangt ſie, wie die Bohne, durch wieder⸗ hohlte Ausſaat im Herbſte, mittlerweile die Eigenſchaft, auch einen etwas größeren Kältegrad zu überſtehen; in Deutſchland aber geht dieſe ſogenannte engliſche Winterwicke, oder die italieniſche Pinterboht. und Bohn dn 4.13 ten und u. tiefer in& ſie konnend Luft anſoin zutt Twi Ding auftehmen 8 it, v 48 ſüche habemts und die izde it; und wid Plättern arat binde: ſo ür größtin Thens ſu widerſtet Die us inem höherd Neinen Benls ſch daher ine einer gerin neren Klinſt Boden von ſeren Vornne men. Die ſi Luzetne, vin und größer ten älter, ſind. Die uen Hfanzt, fndlichen derſelbe Ack 4Jahren eti et Luzerne t. getrocketen; den igpigen mageten und, daß dieſ pſ behaarten Bl aus der Luft den Voden vurzeln, me des Bodens; iu ſchüten,, ———————— zdutter für en zu dön⸗ der Näſſe earten un⸗ Hetreide⸗ ken oder igende den Kör⸗ für ſch ſie mehr in einem en. Pflanzen Gewaͤchſe, hten Froſt, anhaltende nder ſchlech⸗ t kultivirte ntergetreide ſelbſt aus⸗ racht wird; aufwachſen, ngen; aber zu Grunde⸗ England ucch wieder⸗ „auch einen Dland ober eitalieniſche 73 Winterbohne, die nichts anderes als Abarten der gemeinen Wicke und Bohne ſind, über Winter immer zu Grunde. 4. Die ſchotentragenden Pflanzen haben einen dicke⸗ ren und ſaftigeren Stangel, mehr und dickere Blätter, und tiefer in den Boden eindringende Wurzeln, wie die Graäͤſer; ſie können daher mehr Feuchtigkeit und Nahrung aus der Luft anſaugen, verdorren weniger ſchnell, und können grö⸗ ßere Trockniß überkommen, wie die Graͤſer. Die Pflanzen können um ſo mehr Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, als die Oberfläche ihrer geſammten Blätter größer iſt, oder als ſie mehr einſaugende Gefäße, Haare an ihrer Ober⸗ fläche haben. Sie verdorren weniger leicht, je dicker die Blätter, und die inzwiſchen eingeſchloſſene Feuchtigkeit ſchleimiger oder zäher iſt; und wenn die Pflanzen mit vielen, dicken oder ſtark behaarten Blättern auch noch tief in den Boden eindringende Wurzeln ver⸗ binden: ſo vermögen ſie von allen am meiſten aus der Luft den größten Theil ihrer Nahrung zu ziehen, und nebſtbei der Trockniß zu widerſtehen.. Die ſchotentragenden Pflanzen haben dieſe Eigenſchaften in einem höheren Grade an ſich, wie die Gräſer. Die mit einer kleinen Bewurzelung: Wicken, Erbſen, Linſen, Bohnen, bilden ſich daher in einem feuchten Klima auch im leichten Boden, bei einer geringen Düngung, ſehr vollkommen aus; in einem trock⸗ neren Klima müſſen ihre Wurzeln aber durch einen geſchloſſenen Boden vor dem Austrocknen geſchützt ſeyn, oder durch einen grö⸗ ßeren Vorrath von Nahrung im Boden mehr Triebkraft bekom⸗ men. Die mit einer tief gehenden Bewurzelung: Klee, Esparſette, Luzerne, vertragen in demſelben Verhältniſſe ein wärmeres Klima, und größere Trockniß, als der Boden thoniger iſt, und die Pflan⸗ zen älter, und ihre Wurzeln tiefer in dem Boden eingedrungen ſind. Die ausnehmend große organiſche Produktion dieſer letzte⸗ ren Pflanze kann man unmöglich bloß allein dem im Boden be⸗ findlichen Humus zuſchreiben; denn wie wäre es möglich, daß derſelbe Acker, wenn er mit Getreide beſtellt, in einer Reihe von 4 Jahren etwa 150 Zentner Körner und Stroh hervorbringt, wenn er Luzerne trägt, mehr als das Doppelte, oft das Dreifache an getrockneten Blättern und Stängeln erzeugt; und wie wollte man den üppigen Wuchs der weißen Feigbohnen, Lupinus albus, im mageren und leichten Boden erklären, wenn wir nicht annehmen, daß dieſe Pflanzen mittelſt ihrer vielen, großen, dicken und ganz behaarten Blätter den bei weiten größten Theil ihrer Nahrung aus der Luft einſaugten, und daß ihre langen, pfahlförmig in den Boden gehenden Wurzeln, mit wenigen horizontalen Saug⸗ wurzeln, mehr beſtimmt zu ſeyn ſcheinen, Waſſer in der Tiefe des Bodens anzuſaugen, und die Pflanze vor dem Vertrocknen zu ſchützen, als ſie mit Nahrung zu verſehen. 74 5. Die Kultur der ſchotentragenden Pflanzen erſchöpft daher den Boden weniger, und weil ſie in ihren, bei der Zeitigung der Frucht abfallenden Blättern, und den meh⸗ reren, oft bedeutend großen Wurzeln viele organiſche Sub⸗ ſtanz im Boden zurücklaſſen; ferners ihr dichter Stand den Acker völlig unter Schatten ſetzt, und das Aufkommen des Unkrautes und die nutzloſe Verflüchtigung des Humus hin⸗, dert: ſo gedeiht die folgende Frucht jederzeit beſſer als nach grasartigem Getreide, oder Knollen⸗ und Wurzelgewächſen. Wir werden dieſen Gegenſtand im letzten Hauptſtücke etwas deutlicher auseinander ſetzen, obgleich er ſchon jetzt hinlänglich klar iſt; denn wenn die ſchotentragende Pflanze nur einen verhältniß⸗ mäßig kleinen Theil des Humus aus dem Boden nimmt; wenn viele dieſer Pflanzenarten für das Empfangene reichlichen Erſatz liefern, und wenn ſie den Acker durch die Beſchattung des Bo⸗ dens rein und mürbe erhalten, und die übermäßige Verflüchtigung des Humus während der heißen Jahreszeit hindern: ſo iſt es nicht ſchwer einzuſehen, daß der Boden für die folgende Frucht mehr Nahrung enthalte, und reiner und lockerer ſeyn werde, als wenn ein grasartiges Getreide oder eine andere Pflanze voraus⸗ gegangen wäre, die dem Boden mehr Humus entzogen hätte, ohne ihm was Bedeutendes dafür zurück zu laſſen. 6. Die in den Ackerbau aufgenommenen ſchotentra⸗ genden Pflanzen, die wir ihrer Körner wegen kultiviren, weichen unter ſich ſowohl in ihrer Form, in der Menge und Beſchaffenheit des Ertraͤgniſſes, als auch darin ab, daß die einen mehr oder weniger Feuchtigkeit, oder weniger oder mehr Wärme erfordern, die einen früher, die andern ſpä⸗ ter reifen, u. ſ. w., weßwegen wir ihre eigenthümliche Natur erſt kennen müſſen, um darnach die für ſie zuträg⸗ lichſte Kulturs⸗Methode zu beſtimmen. 7. Wir kultiviren von dieſer natürlichen Klaſſe der Pflanzen mehrere Geſchlechter, und von demſelben Ge⸗ ſchlechte oft mehrere Arten und Abarten: Erbſen, Boh⸗ nen, Wicken, Linſen, Fiſolen, Kichern und Platterbſen. 2. Von 7 1 1.9 den erſtenh ſizen w guuße Ma ſen undt terfallnid ſn aus dc Nach i ſachten Eria Wdl überflüſigin faſt gleihg ihre Vorz i von den Ci werden(. Schafen nm Hornviehe m ds Abführe 2. N gemeinen Psum con 1. Ei terweizenn 2. G in Sandbod erſchöpft bei der den meh⸗ che Suh⸗ tand den imen des -mus hin⸗ als nach waͤchſen. icke etwas glich klar erhaͤltniß⸗ t; wenn een Erſatz des Bo⸗ üchtigung ſo iſt es de Frucht derde, als 3 voraus⸗ gen haͤtte, ſchotentra⸗ kultiviren/ Nenge und ab, daß niger oder dern ſpaͦ⸗ nthümliche je zuträg⸗ Klaſſe der ſelben Ge⸗ en, Boh⸗ hern und 7⁵ b. Von der Kultur der ſchotentragenden Getreide⸗ pflanzen insbeſondere. 1. Von den Erbſen. 1. Die Erbſen verdienen unter allen Hülſenfrüchten den erſten Rang, weil ſie eine ſehr angenehme, den Men⸗ ſchen und Thieren gleich gedeihliche Nahrung liefern, eine große Menge von Körnern und die größte Menge des be⸗ ſten und nahrhafteſten Strohes abwerfen, und hierzu eine verhältnißmäßig ſehr geringe Menge von düngenden Stof⸗ fen aus dem Boden nehmen. Nach Einhof(a. a. O.) enthalten bie von 1h unter⸗ ſuchten Erbſen an Stärke und Faſern. 0,485 Kleber und Eiweiß 0, 174 Schleim........... 0,97 Hülſen........ 0,195 Feuchtigkeit. 0, 14 Nach Davy beſtehen die Erbſen aus Korfols: aus Stärke... 0,501 » zuckerartiger Subſtanz... 0,4022 » eiweißartiger detto ⸗.... 0, 035 » Extrack. 0,016 Welchen Werth ſie als Nahrung für Menſchen haben, wäre überflüſſig anzuführen, da die weißen Erbſen mit dem Weitzen faſt gleich, oft theurer noch bezahlt werden; weniger aber ſind ihre Vorzuͤge als Maſtfutter für die Schweine bekannt, wozu ſie von den Engländern allen übrigen Getreidearten vorgezogen werden(Farm. Cal. 131). Das Stroh der Erbſen wird den Schafen mit dem größten Vortheile verfüttert, und iſt auch dem Hornviehe angenehm und gedeihlich; aber den Pferden verurſacht es Abführen. 2. Wir kultiviren von den Erbſen zwei Arten: die gemeine Erbſe, Pisum sativum, und die Kronerbſe, Pisum corymbosum. aa. Gemeine Erbſe. 1. Sie kömmt in jedem Klima fort, worin der Win⸗ terweitzen noch bis zur Mitte des Auguſt zeitig wird. 2. Sie fordert einen nicht zu loſen Boden, und gedeiht im Sandboden nur dann, wenn er nicht gar zu ſehr erſchöpft iſt. 76 In einem kalkhaltigen Boden, der durch Thon hinlaͤnglich gebunden iſt, kömmt ſie nach einer allgemeinen Beobachtung am beſten fort. Es ſcheint, daß der Kalk den ſchotentragenden Pflan⸗ zen überhaupt nothwendig, oder wenigſtens ſehr zuträglich ſey; denn in kalkhaltigen Aeckern ſieht man die ſchönſten Erbſen, den ſchönſten Klee; und wenn man die Aecker mergelt, ſo iſt die Wir⸗ kung hiervon auf die Erbſe faſt die auffallendſte. Uebrigens ver⸗ tragen die Erbſen die größte Dürre; denn in dem ausnehmend dürren Frühlinge des Jahres 1810 ſtanden die früh(29. März). und ſpät(29. April) geſäeten immer ſchön, und ließen die Dürre keinesweges an ihnen beobachten. 3. Die Erbſen vertragen keinen ſtark gedüngten Boden, weil ſie dadurch zu lange Stängel bekommen, ſich zu früh lagern, und wenig vollkommene Körner hervorbringen: indeſſen dürfen ſie auch nicht in ganz entkräftete Aecker ge⸗ ſäet werden, und ihr Erträgniß wird immer um ſo größer ſeyn, je mehr ihr Wachsthum durch nährende oder Nah⸗ rung vermittelnde Subſtanzen befördert wird. Finden die Erbſen Ueberfluß von Nahrung im Boden, ſo wächſt jede Pflanze zu einer ungewöhnlichen Länge und Größe⸗ Dieſe rankenden Gewächſe halten ſich eine Zeitlang gegenſeitig in die Höhe, aber mittlerweile wird ihr Stängel zu ſchwach, ſie fallen zuſammen, und weil dieß unter ſolchen Umſtänden zu früh geſchieht, ehe noch die Körner in den Schoten ſich ausgebildet haben: ſo gibt dann der ſtark gedüngte Acker wohl viel Stroh, aber wenig Erbſen. Wenn man ſie in ein Feld bringt, das nach der Düngung ein paar Ernten abgetragen hat: ſo gedeihen ſie am beſten. Kalkt man die thonigen Aecker, ſo nützt dieß den Erbſen doppelt; denn es wird dadurch mehr Humus auflöslich, und der Kalk ſelbſt iſt ein für ſie nothwendiger Beſtandtheil. Ich habe mit der beſten Wirkung Seifenſiederaſche über Winter auf den im Herbſte gepflügten Acker führen, und im Frühlinge mit⸗ telſt des Schaufelpfluges mit der Erde miſchen laſſen, und hierauf Erbſen geſäet, die immer ſo gut ſtanden, als wenn ich ihnen eine halbe Düngung gegeben hätte. Im Elſaſſe, ſo wie an andern Orten, werden die Erbſen gegypſt(Schwerz, a.a. O.). 4. Die Vorbereitung des Ackers zu Erbſen iſt keine andere, wie die zu anderen Sommerfruͤchten. Die kürzeſte und zweckmäßigſte ſcheint jene zu ſeyn, wo der Acker im Herbſte tief gepflügt, und im Frühlinge bloß mit der Egge und dem Schaufelpfluge gelockert wird. Vieinf heſäen es 9 Erbſen 1 erbſte uk 88 ſehr ſi Nacthel ie die fruhe a linge jertes Saat in En tloß gite len auseil in beziehen. 5. 7 de n gröſere, veit des Feld vr noch Rübenſch und auch beis legen Eröſe gen auch ſch Früchte ehe: weil ſie vonß ſaat; indeſſi⸗ den Püdene nit die ves einen Vertt pülbern zun oder die n ten Wihic 6. 9 je nachdel und je nach der kleinen Nach (a. 4. O,1 Bei ihm war denn ich baue fir das Joch und bringt l Neten tufd ditſelbe gläch drat⸗gol, u ionmen voh einzelnen ein den Boden hinlaͤnglich chtung am den Pflan⸗ aäglich ſey; erbſen, den ſt die Wir⸗ rigens ver⸗ dusnehmend (29. März), die Dürre en Boden, h zu früh rbringen: Aecker ge⸗ ſo größer der Nah⸗ Boden, ſo nd Größe. genſeitig in chwach, ſie den zu früh ausgebildet viel Stroh, t, das nach gedeihen ſie zt dieß den auflöslich, dtheil. Ich Winter auf hlinge mit⸗ und hierauf ich ihnen ſo wie an „a. a. O.)⸗ iſt keine die kuͤrzeſte rAcker in der Egge 77 Viele pflügen das Stoppelfeld erſt im Frühlinge auf, und beſäͤen es mit Erbſen, und behaupten, auf dieſe Art blieben die Erbſen reiner vom Unkraute, als wenn der Acker dopßelt, im Herbſte und im Frühlinge, wäre bearbeitet worden. Dieß iſt auch ſehr begreiflich, und mag in leichten Boden ohne auffallenden Nachtheil hingehen; aber in einem ſchweren Acker wird dadurch die frühe Saat unmöglich, und ein einziges Pflügen im Früh⸗ linge zertheilt den Boden zu wenig. Die Vortheile einer frühen Saat in einem Acker, der im Herbſte gepflügt und im Frühlinge bloß geſchaufelt wird, haben wir ſchon in mehreren früheren Stel⸗ len auseinander geſetzt, daß es hier genügt, uns bloß dar auf zu beziehen. 5. Die Erbſen ſollen ſo früh als möglich geſäet werden. Die Vortheile der frühen Saat ſind doppelt. Sie gibt größere, vollkommnere und mehr Körner, wie die ſpäte, und das Feld wird früher leer; ſo, daß man in wärmeren Gegenden noch Rüben nachſäen, in kälteren aber den Acker gemächlicher und auch beſſer zur Winterſaat vorbereiten kann. Die Gärtner legen Erbſen im November, und ich habe ſie des Verſuches we⸗ gen auch ſchon in dieſem Monate gedrillt, und habe ſehr frühe Früchte erhalten; überall beſtellt man ſie ſo früh als möglich, weil ſie von den Fröſten weniger leidet, wie die andere Sommer⸗ ſaat; indeſſen bringt auch die ſpäte Saat, im Mai, noch einen, dem Boden und der Witrterung angemeſſenen, der Frühſaat oft nicht viel nachſtehenden Ertrag hervor; nur entbehrt man für den einen Vortheil, den Acker vor der Saat vollkommen reinigen und pülvern zu können, den anderen, eine zweite Frucht zu bauen, oder die Winterſaat frühe zu beſtellen, welche beide von der größ⸗ ten Wichtigkeit ſind. 6. Man ſäet b bis 12 Körner auf dem Quadrat⸗Fuß, je nachdem der Boden mehr oder weniger Kraft enthält, und je nachdem die Erbſenabart, die man kultivirt, größere oder kleinere Stängel bildet. Nach Podewils wiegt ein Metzen Erbſen 95 ½ Pf. (a. a. O., III. Th., 1. Tafel); meine Erbſen wogen 95,6 Pf. Bei ihm waren 354,600 Körner im Metzen, bei mir nur 221,264; denn ich baue nur die groskörnigen Kronerbſen. Er hält 2 Metzen für das Joch, wenn auch friſch gedüngt wird, für nothwendig, und bringt alſo 12,2 Körner auf den Quadrat⸗Fuß. Ich ſäe auch 2 Metzen auf das Joch; es fallen aber bei mir nur 7,6 Körner auf dieſelbe Fläche. Jedes Korn bekömmt einen Raum von 19 Qua⸗ drat⸗Zoll, und da man nicht auf alle Rechnung machen kann, ſo kommen wohl 24 Quadrat⸗Zoll auf eine Pflanze, wodurch jeder einzelnen ein angemeſſener Raum zukömmt. In einem kräftige⸗ ren Boden würde ich weniger ſäen. Bei der breitwürfigen Ausſaat werden faſt überall 2 Metzen pr. Joch ausgeſäet, was oft viel, oft wenig iſt, je nachdem im Metzen mehr oder weniger Körner enthalten ſind. 1 ⅓ bis 2 Metzen pr. Joch iſt die gewöhnliche Ausſaat, ſagt JNoung(Farm. Cal. 84), wenn jeder Pflugſtreifen beſäet wird. Er redet hierbei von der Drillſaat. 7. Die Erbſen müſſen tiefer, wie das Halmgetreide in die Erde gelegt werden. Darum paßt das Eineggen zur Erbſenſaat am wenigſten, weil ein großer Theil der Körner zu oberflächlich zu liegen kömmt, und entweder nicht keimet, oder wieder verdorret, oder von den Vögeln gefreſſen wird. Meiſtens wird die Saat allenthalben untergeackert, oder man nimmt den Exſtirpator, je nachdem der Acker vorbereitet iſt. Am beſten iſt es, ſich hierzu der Säema⸗ ſchinen zu bedienen, die den Samen zu einer beliebigen und gleich⸗ förmigen Tiefe, und in Reihen unterbringen, die in der Folge das Behacken mit dem kleinen Schaufelpfluge zulaſſen. In Eng⸗ land iſt es nicht ſelten, daß man die Erbſen mit der Hand legt; eine weitläufige, koſtſpielige, meiſtens unausführbare Operation, die vor der Säemaſchine nichts voraus hat. 3. Wenn die Erbſen vom Unkraute nicht zu viel lei⸗ den, und wenn ſie in ihrem Wachsthume befördert werden ſollen: ſo müſſen ſie behackt oder überegt werden. Wenn ſie in Reihen geſäet ſind: ſo können ſie mit leichter Mühe und ſehr vollkommen, mittelſt des kleinen Schaufelpfluges, rein erhalten und aufgelockert werden. Bei der breitwürfigen Saat muß das Jäten und Behacken mit der Hand geſchehen, wenn es den Zweck vollkommen erfüllen ſoll; denn die Egge lockert wohl den Boden, vertilgt aber das Unkraut nur wenig, und das tief wurzelnde gar nicht. Bis jetzt habe ich die Erbſen immer auf 15— 18 Zoll Entfernung gedrillt, habe ſie dann zwei Mal behackt, und hierauf gering angehäuft. Das Uebereggen der Erbſen habe ich oft, und mit Nutzen verſucht; es geht in einem leichten Boden am beſten für ſich, wenn der Acker nach der Saat niedergewalzt worden iſt. Unterläßt man das Walzen: ſo reißt die Egge zu viele Pflanzen aus. Der thonige Boden ſetzt ſich wohl von ſelbſt feſt genug zuſammen, beſonders nach Regen, um der ſchweren Walze nicht zu bedürfen. 9. Der Ertrag der Erbſen an Körnern in einer ſchick⸗ lichen Lage und bei zweckmäßiger Kultur kann im Durch⸗ ſchnitte auf 14 Metzen pr. Joch angenommen werden. Der 1 1605 1800 u l nitte 14 ſch 14 t Dünger Dien Meten. 25 Häfte hinſ 1 mene Erbſſt den Morgot gibt das Der i Nezen pt. 10. 1¼ dis 4o Zen⸗ Podl tung, vorna! darin war) Folglic an 1Scheſel A ſcnitte vonhd dader dur ganze Stren in dieſem e Thch 3861 lis 4. 3 ich bis jett ertrag anzu 1n. 4 leckern ein binſcht de Menge und ſcheden ſid Die a anterſcheidet Die beiden, Ale Fräͤherd langes Stro und gehen i neich zu ech U2 Meßen nachdem im he Ausſagt, eifen beſdet Umgetreide wenigſten, gen kömmt, er von den Uenthalben achdem der r Säema⸗ und gleich⸗ der Folge In Eng⸗ Hhand legt; Operation, viel lei⸗ rt werden * mit leichter zaufelpfluges, reitwürfigen d geſchehen, Egge lockert ig, und das bſen immer n zwei Mal ereggen der ht in einem h der Saat n: ſo reißt en ſetzt ſich Regen, um einer ſchic⸗ im Durch⸗ erden. 79 Der Durchſchnittsertrag an Erbſen während der Jahre 1804— 1807 war bei mir 18,7 Metzen. Zu Kreuz in Kärnten in einem dreyjährigen Durch⸗ ſchnitte 14 Metzen. Zu Bleiburg 8 Metzen. Arthur Young(Farm. Cal. 83) ſagt, daß er ohne Dünger 29 ¾ bis 36 ½ Metzen pr. Joch erhalten habe. Dickſon(Farm. Comp. 466) rechnet 20 ½¼— 23 ½ Metzen. Andere engliſche Landwirthe getrauen ſich aber nur die Hälfte hiervon als großes Durchſchnittserträgniß anzunehmen. Thaer erhielt in Möglin während 8 Jahren 4 vollkom⸗ mene Erbſenernten, die im Durchſchnitte 5,82 Berl. Scheffel für den Morgen gaben. Schlägt man hierzu den Dreſcherlohn= ¼1 6, ſo gibt das Joch 12,4 Metzen.(Mögl. Wirthſch.) Der Graf Podewils gibt den Ertrag auf 6 bis 12 Metzen pr. Joch an. 10. Unter denſelben Verhältniſſen rechnet man 30 bis 40 Zentner Stroh vom Joche. Podewilserzählt(a. a. O. III. Th. 1. Taf.) eine Beobach⸗ tung, wornach ein Fuder Erbſen vor dem Dreſchen wog 1085 Pf. darin waren 2 Scheſſel Erbſen.. 202— Folglich an Stroh in einem Fuderr. 833 Pf. 1 Scheſſel Ausſaat pr. Morgen gab(I. Th. Tafel 98) im Durch⸗ ſchnitte 1,075 Fuder, folglich das Joch 2,42 Fuder, und weil das Fuder nur 883 Berl. Pf. wiegt,= 738 Wiener Pf., ſo iſt der ganze Strohertrag pr. Joch nur 1785 Pf., und der Körnerertrag in dieſem Falle nur 4 i Metzen. Thaer rechnet aber(Rat. Landw. II. B., S. 14 u. 24) 3861 bis 4152 Pf. pr. Joch bei 10 bis 12 Metzen Ertrag. Ich getraue mir nicht dieſe Widerſprüche aufzulöſen, da ich bis jetzt verſäumt habe, ſelbſt Beobachtungen über den Stroh⸗ ertrag anzuſtellen.. 11. Von der gemeinen Erbſe werden in Gärten und Aeckern eine große Menge von Abarten kultivirt, die in Hinſicht der Länge des Stängels, der Größe, Farbe, Menge und des Geſchmackes der Körner unter ſich ſehr ver⸗ ſchieden ſind. Die auf Aeckern geba uten Abarten der gemeinen Erbſe unterſcheidet man gewöhnlich in weiße, grüne und graue. Die beiden erſteren ſind wieder Früh⸗ oder Späterbſen. Alle Früherbſen ſind niederer im Stängel, alle ſpäten haben langes Stroh. Die grauen ſind oft braunroth oder gefleckt, und geben einen größeren Ertrag, ſind aber ſchwer, oft gar nicht weich zu kochen, und daher mehr Viehfutter als Menſchennahrung⸗ bb. Kronerbſen. 1. Die Kronerbſen unterſcheiden ſich von den ge⸗ meinen, daß ſie einen dickeren Stängel haben, niedriger bleiben, und ihre Schoten rings um die Spitze in Form eines Büſchels anſetzen. 2. Sie gehören zu den frühreifen Erbſen, mit weißen großen Körnern. Ihre Kultur verdient deßwegen mehr ausgedehnt zu werden, weil ihre Schoten gleichförmig reif werden, weil die Pflanze weniger leicht ſich lagert, und wenn dieß auch geſchieht, die Ausbildung der Körner we⸗ niger darunter leidet. 2. VWon den Bohnen. 1. Die Bohnen, Vicia Faba, ſind eine Art des Wickengeſchlechtes, wovon wir mehrere Abarten kultiviren. 2. Die gewöhnlichſten dieſer Bohnen⸗Abarten ſind die Pferdbohnen, mit rundlichen, braungelben Kör⸗ nern; und die Schweinbohnen, mit flachgedrückten, weißgelben, oder auch blutrothen, großen Körnern. Die erſteren ſind ſpezifiſch ſchwerer, dünnſchaliger, geſchmack⸗ voller, wie die letzteren; dieſe aber werden früher reif, und geben einen größeren Ertrag, nicht ſowohl dem Maße, als auch dem Gewichte nach. Ein Metzen Pferdebohnen wiegt 96— 08 Pf.; ein Metzen Saubohnen 86— 88 Pf. Am 28. März 1806 beſäete ich einen Acker zur Hälfte mit den einen, zur Hälfte mit den anderen Boh⸗ nen; die Saubohnen waren am 6. Auguſt, die Pferdbohnen am 21. zeitig. Die erſteren eignen ſich daher beſſer für kalte, hoch gelegene Gegenden, wo ſie auch mehr, wie in den wärmeren gefunden werden, in denen man die letzteren vorzieht. 3. Die Bohnen ſind eine kräftige, aber minder an⸗ genehme Nahrung für Menſchen und Thiere, wie die Erb⸗ ſen; ihr Stängel iſt holzig, und außer den Schoten iſt we⸗ nig Nahrung daran, auch iſt der Strohgewinnſt überhaupt rict großit ben richt. Nacli it Ben andeteno und umeindi jährigen Cin niährung dedc 4. 0 d ſo wat ſonſtober te Die att wie jene deie geben die Bn⸗ 5. E dinen 1oſ übehaupſ beſonderb 6. 9 Dinger, . Alle n ihnen Nahi Vahthum! vühnlich daln Blätter mae nung ungenn Dſanzen, de 7 dd jene, vem. daß er in wetden. 9 du jeder and Srgerz eer on den ge⸗ niedriger e in Form mit weißen egen mehr formig reif gert, und Körner we⸗ e Art des kultiviren. arten ſind lben Kör⸗ gedrückten, nern. Die geſchmack⸗ er reif, und Maße, ald zein Metzen jete ich einen nderen Boh⸗ dbohnen am kalte, hoch n waͤrmeren minder an⸗ de die Erb⸗ oten iſt we⸗ t üherhaupt 81 nicht groß; dafür aber mißrathen ſie weniger oft, und ge⸗ ben nicht ſelten einen ausnehmend großen Ertrag. Nach Einhof(a. a. O.) beſtehen die Saubohnen aus: Stärke und Faſern........ 0,465 Kleber........... 0,127 Schleim........... 0,090 Hülſen............ 0, 16½ Feuchtigkeit........... 9,155 Bei uns werden ſie mehr zur Nahrung für das Dienſtvolk, anderswo ausſchließlich für die Pferde gebauet, denen ſie ganz und uneingeweicht ſehr wohl bekommen, wie ich aus einer mehr⸗ jährigen Erfahrung weiß. Gekocht wirken ſie trefflich zur Er⸗ nährung der Spennkälber und zur Maſtung der Schweine. 4. Sie kommen in einem jeden Klima zur Zeitigung, das ſo warm iſt, daß man noch Sommerweitzen bauen kann; ſonſt aber erfordern ſie mehr Feuchtigkeit, wie die Erbſen. Die Kultur der Erbſen verſchwindet in den Bergen früher, wie jene der Bohnen, und in feuchten, mäßig warmen Jahren geben die Bohnen in den wärmeren Gegenden den größten Ertrag. 5. Sie erheiſchen einen Thonboden, und kommen in einem loſen Boden nur dann gut fort, wenn das Klima überhaupt kühl und feucht iſt, oder die Jahreswitterung beſonders naß war. 6. Von allen Hülſenfrüchten fordern ſie am meiſten Dünger, und vertragen ihn am beſten. Alle Pflanzen wachſen um ſo größer und kraͤftiger, je mehr ihnen Nahrung im Boden gegeben iſt; allein dieſes vermehrte Wachsthum iſt allen dünnhalmigen und rankenden Pflanzen ge⸗ wöhnlich dadurch nachtheilig, daß ſie zu hoch aufſchießen, zu breite Blätter machen, und zu leicht durch den Regen vor der Einkör⸗ nung umgeworfen werden; während der viele Dünger von allen Pflanzen, die einen ſteifen, dicken Stängel bilden, wie die Boh⸗ nen, ſehr wohl vertragen wird, und die größten Ernten bewirkt. 7. Die beſte Vorbereitung des Ackers für Bohnen iſt jene, wenn er im Herbſte gedüngt und gepflügt wird; ſo, daß er im Frühling ohne ein neues Pflügen kann beſaͤet werden. Iſt dieß nicht möglich geweſen, ſo wird er, wie zu jeder andern Sommerſaat vorbereitet. Burgers Lehrb. d. Landw. I1. Bd. 6 82 Wo man Bohnen in ſchwerem Thonboden und mäßig war⸗ mem Klima bauet, ſoll man trachten, ſie ſo früh als möglich in den Acker zu bringen, damit ſie da noch zeitlich genug reif wer⸗ den, um Weitzen nachſaͤen zu koͤnnen. Dieß wird man aber nur dann bewerkſtelligen können, wenn man dem Acker vollſtändig im Herbſte vorrichtet. Im Frühlinge wird er dann bloß geegt, und mit dem Schneide⸗ oder Schaufelpflug oberflächlich gelockert. 3. Die frühe Bohnenſaat gibt einen größeren und mehr ſicheren Ertrag, wie die ſpäͤtere, und läßt mehr Zeit, den Acker für die darauf folgende Frucht vorzubereiten. Die ſpät geſäeten Bohnen leiden mehr vom Roſte und den Mücken, wie die früh geſäeten; dieſe ſetzen mehr Schoten an, und werden dann früher reif, und man kann mit aller Muſe den Acker noch mit Weitzen beſäen. Bis zur Mitte des Mai ſäet man in den warmen Gegenden von Kärnten noch Pferdebohnen. 9. Wenn die Bohnen gedrillt werden, und die Reihen 18 Zoll Abſtand haben, ein Korn von dem andern aber 2 Zoll entfernt iſt: ſo bedarf man 1 ¾ Metzen Pferdeboh⸗ nen für das Joch; von den Saubohnen aber 5 ¾ Metzen. Dieſer Angabe liegt die Größe der hieſigen Bohnen zum Grunde. Die erſteren ſind klein, die letzteren ſehr groß, ſo daß nur 472 auf ein Pfund gehen. Arthur Young(Farm. Cal. 67) rechnet bei den Pfer⸗ debohnen ebenfalls 1 ¾ Metzen, und von den Windſor⸗Bohnen, die nach der Beſchreibung der engliſchen Landwirthe unſere Sau⸗ bohnen ſind, 5 Metzen, wenn die Saat in 168zöllige Reihen ge⸗ drillt wird. 3 Bei der breitwürfſigen Ausſaat bedarf man in den nieder⸗ ländiſchen Poldern(Schwerza. a. O. I. Th. 372), in Eng⸗ land(Begtrup II. Th. 72²) und in Kärnten von den Pfer⸗ debohnen 2 ½ Metzen. 10. Sie muͤſſen während ihrem Wachſen behackt wer⸗ den, ſonſt werden ſie vom Unkraute leicht überwachſen; ſie geben dann einen geringen Ertrag, und der Acker verwil⸗ dert zum großen Nachtheile der folgenden Saaten. Wenn die Bohnen in hinlänglich weiten Zwiſchenräumen gedrillt worden ſind: ſo iſt das Behacken und Behäufen mit den gewöhnlichen, durch Thiere gezogenen Werkzeugen leicht, und ihre Kultur macht ſehr geringe Mühe. Der Ertrag der auf dieſe Art behandelten Bohnen iſt um vieles größer, und der Acker gliht in i Bohnen bei ſens eggen das Aufkom ſe, ſmien zoll hot ſ von, wie it die gedrille line ſetſt t Handhaue l 11. f dingten 5 Ertrigniß b kefact und Arth den(stttag di ſen durch dae Nach dieſen in hackten Bohn! behackten dbet d1 61, und! Aandv. I.. Don nen habe ie erhalten. d Lür) (a.4.O.) en ſaat hon Ind vom Joche Im 4.,4 O. 30 Ueber und auf der griſ im 2. ſeine Reiſe i 12, 7 ¹4 Zentner 1. T Futterſan mäͤßig war⸗ möglich in 9 reif wer⸗ er nur dann gim Herbſte t, und mit ert.— ßeren und mehr Zeit, reiten. ſte und den Schoten an, Muſe den iſäet man bohnen. ie Reihen dern aber ferdeboh⸗ Metzen. ohnen zum toß, ſo daß ei den Pfer⸗ ſor⸗Bohnen, unſere Sau⸗ Reihen ge⸗ den nieder⸗ *), in Eng⸗ on den Pfer⸗ hhackt wer⸗ achſen; ſie ker verwil⸗ en. ſſchenräͤumen leicht, und der auf dieſe nd der Aäer 83 bleibt in einem ſehr reinen und lockeren Zuſtande. Sind die Bohnen aber breitwürfig geſäet worden: ſo ſollte man ſie wenig⸗ ſtens eggen, wodurch die Auflöslichkeit des Humus befördert, und das Aufkommen des Unkrautes mehr gehindert wird. Man egt ſie, ſo wie ſie aus dem Boden hervorkommen, und wenn ſie 6 Zoll hoch ſind, noch einmal. Sie leiden nicht im geringſten da⸗ von, wie ich mich mehrmals ſelbſt überzeugte. In Kent werden die gedrillten und behackten Bohnen geegt, damit in der Saat⸗ linie ſelbſt die Erde aufgelockert werde, die ſonſt nur durch die Handhaue bearbeitet werden kann. 11. Wenn die Bohnen in einem bindigen, wohl ge⸗ düngten Boden kultivirt werden: ſo iſt ihr Durchſchnitts⸗ Erträgniß bei der breitwürfigen Saat 20, und wenn ſie behackt und behäͤuft werden, 30 Metzen vom Joche. Arthur Young hat eine große Menge von Daten über den(Ertrag der behackten und unbehackten Bohnen auf ſeinen Rei⸗ ſen durch das nördliche und öſtliche England geſammelt. Nach dieſen iſt das Durchſchnittserträgniß des Joches aller be⸗ hackten Bohnen auf der nördlichen Reiſe 31,84 Metzen, der un⸗ behackten aber 19,86 Metzen; auf der öſtlichen Reiſe der behackten 31, 41, und der unbehackten 21,5 Metzen(Thaers engliſche Landw. I. Th. 466). Von den gedrillten, dann behackten und behäuften Sauboh⸗ nen habe ich oft 30, 40, ja einmal ſogar 53 Metzen vom Joche erhalten. Von den Pferdebohnen aber nie über 30 Metzen. Lürzer zu Saalfelden im Salzburgiſchen (a. a. O.) erhielt in einem 20jährigen Durchſchnitte bei einer Aus⸗ ſaat von 3 Metzen pr. Joch nur 18½ Metzen Ertrag. In den niederländiſchen Poldern rechnet man 30 ½ vom Joche(Schwerza. a. O. I. Th. 372). Im Elſaſſe rechnet man 21 ½ Metzen(Schwerz, a. a O. 305). Ueber die Kultur und den Ertrag der Bohnen in Kent und auf der Inſel Foulneß erhält man den vollſtändigſten Be⸗ griff im 2. Bande von Arthur Youngs Annalen, worin er ſeine Reiſe in dieſe Gegenden beſchreibt. 12. Der Ertrag an Stroh wechſelt zwiſchen 18 und 24 Zentner pr. Joch. 4 3. Von den Wicken. 1. Die Wicken, Vicia sativa; werden häufiger als Futterpflanzen, als ihrer Körner wegen kultivirt, obgleich 6* 84 ihr Ertrag, wenn man ſie reif werden läßt, ſehr anſehnlich, und der Werth des Strohes nicht viel geringer, als der des Heues iſt. Wo man den Werth der Wicken als Futterpflanze kennt, läßt man überall ſo viel reif werden, um den eigenen Bedarf an Samen zu gewinnen, und nebſtbei einen Ueberſchuß zum Verkauf zu haben. Nicht ſelten aber werden die Wicken zur Nahrung für Menſchen und Thiere gebauet. Die Körner werden gemahlen und mit Rocken, oft mit Gerſte und Hafermehl zu Brot ver⸗ backen, in welcher Geſtalt dieſe Körner allein genoſſen werden können. Den Pferden und dem Hornviehe ſind die Wickenkörner ſehr gedeihlich, und ſie werden davon eben ſo gut, wie von Boh⸗ nen, vielleicht noch mehr genährt. Bei uns iſt das Wickenmehl ſehr beliebt zur Ochſenmaſtung. Nur ſelten werden die Wicken allein geſäet; gewöhnlich werden ſie mit Hafer, oder mit Gerſte, oder mit beiden zugleich ausgeſäet. Man meint, und wie ich glaube, nicht ohne ſehr große Wahrſcheinlichkeit, daß dieß Gemenge mehr Ertrag gibt, als wenn jede Getreideart für ſich ausgeſäet worden wäre. Der Grund liegt darin, daß die Aehren des Hafers und der Gerſte über die Wicken vorragen; daß dieſe nieder und rankend ſind, den leeren Raum zwiſchen den Halmen der Getreidearten einnehmen, und ſich an dieſelben ſtützen, wodurch ſie immer aufrecht erhalten werden, und daher nicht durch Lagerung leiden. Alles kömmt bei der Kultur dieſes, ſo wie jedes anderen Mengegetreides darauf an, daß man ſolche Abarten von Pflanzen zuſammenbringt, die möglichſt gleichförmig reif werden. 2. Die Wicken verlangen mehr Feuchtigkeit, wie die Erbſen; bedürfen aber weniger Waͤrme. n einem ſandigen und mageren Boden vertrocknen ſie in heißen Sommern oft ſo ſehr, daß ſie ganz abſterben. Nur in kühleren, vorzüglich feuchteren Gegenden, darf man Wicken im Sandboden bauen, und dann nur in gedüngten Aeckern. Im naſſen, unfruchtbaren Jahre 1816 ſtanden die Wicken im hieſigen Sandboden ganz vortrefflich; ſie mißriethen aber in den folgen⸗ den Jahren, die trockene Frühlinge hatten. 3. Sie geben auch in einem mageren Boden einen nicht unbeträchtlichen Ertrag, der aber durch eine ange⸗ meſſene, nicht zu ſtarke Düngung beträchtlich erhöht wird. Wicken darf man in magere Aecker nur dann ſäen, wenn ſie lehmig ſind. Wird zu den Wicken gedüngt: ſo darf dieß nicht zu ſtark geſchehen, weil ſie ſich ſonſt leicht zu früh lagern und verderben. 4. werden Äh Boden kut Irzs Herbſte nd terwicene holtes Aun größeren! die aber in 5 n nachdem d. käftige Ein gühlungen 6 nach det Iit halten. Wi den Quadtif ausſiet, zi 6. 0. iergehe: vollkomni ſchen ihni 7. Boden iſt Beiz Meten; d Ich Gemenge r Erbſen, vo Erttag, de 8, 1 4od anſehnüch, e, als der Nanze kennt, Bedarf an um Verkauf ar Nahrung en gemahlen u Brot ver⸗ oſſen werden Gickenkörner ie von Boh⸗ Wickenmehl gewöhnlich den zugleich ohne ſehr rtrag gibt, däre. Der der Gerſte d ſind, den einnehmen, echt erhalten s kömmt bei eides darauf enbringt, die eit, wie die trocknen ſie in ben. Nur in an Wicken in Aeckern. In en im hieſigen n den folgen⸗ Boden einen heine ange⸗ rchöht wird m ſäen, wenn darf dieß niht ih lagern und 85⁵ 4. Sie können ſo früͤh als möglich geſäet werden, werden aber auch noch reif, wenn ſie erſt im Mai in den Boden kommen.— In milden Klimaten, wie in Italien, werden ſie im Herbſte ausgeſäet. In England hat man Sommer⸗ und Win⸗ terwicken. Letztere ſind eine Abart der erſteren, die durch wider⸗ holtes Ausſäen im Herbſte gebildet wurde, und nun einen viel größeren Grad von Kälte auszuhalten vermag, wie die erſtere, die aber in Deutſchland über Winter doch zu Grunde gehet. 5. Man bedarf 1 ½ bis 2 Metzen für das Joch, je nachdem die Körner größer oder kleiner, oder der Acker kräftiger oder ſchwächer iſt. Ein Metzen Wicken wiegt 94 Pf. Darin ſind nach meinen Zählungen von der hieſigen kleinen Wickenabart 1,194, 176 Körner, nach der Zählung des Grafen Podewils 993,130 Körner ent⸗ halten. Wenn ich 1 ½ Metzen pr. Joch ausſäe, ſo kommen auf den Quadrat⸗Fuß 31, bei Podewils, wenn er zwei Metzen ausſäet, 36 Körner., 6. Sie bedürfen nach der Saat keiner Kultur, und überziehen den Acker, wenn er hinlänglich kräftig iſt, ſo vollkommen mit ihrem Gewächſe, daß kein Unkraut zwi⸗ ſchen ihm aufkömmt. 7. Ihr Durchſchnittsertraͤgniß in einem lehmigen Boden iſt 16 Metzen vom Joche. Bei dem Grafen Podewitss iſt der Mittelertrag nur 12 Metzen; da werden ſie aber nur im Sandboden gebauet⸗ Ich ſelbſt habe nie Wicken allein gebauet, immer nur ein Gemenge von Hafer, Wicken und einer Abark kleiner, grauer Erbſen, von dem man, wie ſehr begreiflich, einen viel größeren Ertrag, des Hafers wegen, erhält. 8. An Stroh erhält man 20— 30 Zentner vom Joche. Podewils ſetzt ihn bei 12 Metzen auf 28 ½ Zentner. 4. Von den Linſen. 1. Die Linſen, Ervum Lens, ſind eine eben ſo ſchmackhafte, als nährende Hülſenfrucht, die aber im Gan⸗ 86 zen, als eine niedere, kleine Pflanze einen geringeren Er⸗ trag an Körnern, beſonders aber an Stroh abwirft, wie Erbſen und Wicken, und deßwegen weniger kultivirt wird. Nach Einhof enthalten die Linſen an Stärke und Faſern.. 0,335 „ Kleber........ 0,320 „ Schleim..... 0,035 » Hülſen ʒ... 0,110 » Feuchtigkeit... 0, 150. 2. Es gibt zweierlei Abarten der Linſen, die kleinen und die großen. Dieſe gehen aber in die erſteren über, wenn ſie einige Male in ſandigen und mageren Böden fort⸗ gepflanzt werden. Dieſe beiden Linſenabarten unterſcheiden ſich nicht durch die Farbe, ſondern bloß durch die Größe der Körner. Man bauet in Kärnten ſehr viele kleine Linſen, die an Farbe eben ſo ſchön grünlicht ſind, als die großen, aus Mähren und Böhmen kommenden Pfennichlinſen. 3. Sie vertragen ein trockneres Klima wie die Wicken, und kommen daher in einem loſen Boden noch fort, worin die Wicken verdorren würden. 4. Dünger verlangen ſie nur wenig. Sie werden in Kärnten häufig gebauet, welches ſich aus ihrem niederen Preiſe entnehmen läßt; denn ſie ſind hier wohl⸗ feiler, wie der Rocken. Man ſäet ſie faſt allgemein in ſolche Fel⸗ der, die zu mager ſind, um Winterrocken oder Hafer mit Nutzen tragen zu können. Nur in den ſandigen Gegenden des Landes werden ſie gebauet; nirgendwo findet man ſie, wo der Boden für Weitzen bindig genug iſt. 5. Die Vorbereitung des Ackers iſt dieſelbe, wie zu jeder andern, nicht gedüngten Sommerfrucht. 6. Sie werden ſo früh, als möglich geſäet. Die Kälte ſchadet der jungen Pflanze keinesweges, wie ich oft zu beobachten Gelegenheit hatte. 7. Man bedarf 1— 1 ½ Metzen für das Joch. bin(u⸗ eſie inn 1 ta⸗ hui der( Pflanzen hi Zoll Kaum 6,Jhht tan halb ei Wa rich Iti nach der Dd 9¹ Picen get -⸗ 1. 8 teſte und z Sie 8 die gekocht 2 Menge u und paſſe Etangen niedrig, nennt, un 41 Aharten, dde ſit b dA weiſten g tothen ode geren Er⸗ 1 ft, wie virt wird. . 0,335 . 0,320 . 0,095 . 0, 110 . 0, 150. e kleinen en über, den fort⸗ durch die an bauet ſo ſchön Zoͤhmen eWicken, rt, worin hes ſich aus hier wohl⸗ ſolche Fei⸗ mit Nutzen des Landes der Boden de, wie zu 4 68, wie ich c. 30 37 Ein Metzen kleiner, hieſiger Linſen wog 93 ½ Pf. 1¹ Loth enthielt 721, folglich der Metzen 2,157,233 Körner. Werden 1 ½ Metzen pr. Joch geſäet, und nimmt man an, daß der dritte Theil der Saat entweder nicht aufgeht, oder früh verwelkende Pflanzen hervorbringt: ſo kömmt auf jede bleibende Pflanze 3%½ Zoll Raum.. 8. Ihr Ertrag an Körnern kann im Durchſchnitte auf leich⸗ ten, halb ausgetragenen Aeckern auf 14 Metzen geſetzt werden. Was die Linſen in kräftigen Aeckern abwerfen, weiß ich nicht. Ich habe in einem leichten Boden, im Aten bis 5ten Jahre nach der Düngung, von 10 bis 16 Metzen geerntet. 9. An Stroh liefern ſie die Hälfte deſſen, was die Wicken gegeben haben würden. 5. Von den Fiſolen. 1. Die Fiſolen, Phaseolus, ſind die ſchmackhaf⸗ teſte und zugleich nährendſte Hülſenfrucht. Sie enthalten nach Einhof an Stärke und Faſern 0,39 „ Kleber.... 0,16 » Schlei 0,21 » Hülſen. 0,08 „ Feuchtigkeit o, 16. Es muß hier bemerkt werden, daß weder die rohen, noch die gekochten Fiſolen von den Thieren gefreſſen werden. 2. Von den eßbaren Fiſolen gibt es eine ſehr große Menge von Arten und Abarten. Die meiſten ſind rankend, und paſſen deßwegen nur in die Gärten, wo man ihnen Stangen gibt, worauf ſie ſich winden. Nur eine Art bleibt niedrig, die man Zwergfiſolen, Phaseolus nanus, nennt, und in den Aeckern bauet. 3. Die Zwergfiſolen haben eine ungeheure Menge von Abarten, die ſich an Größe der Körner, Farbe und früherer oder ſpäterer Zeitigung unterſcheiden. Die weißen Fiſolen werden, als die ſchmackhafteſten, am meiſten geſchätzt, unterliegen aber dem Mißwachs mehr, wie die rothen oder geſprenkten. Die dunkelgelben ſind die frühreifſten. 83 4. Die Fiſolen vertragen keinen Froſt; können aber Hitze und Trockenheit gut vertragen. 5. Sie fordern einen mürben, mäßig gebundenen Boden, mißrathen in naſſen und kühlen Jahren im Thone, ſo wie wahrend heißen und trockenen Sommern im Sandboden. 6. Sie erfordern und vertragen einen wohlgedüngten Boden. 7. Ihre Kultur iſt dieſelbe, wie jene der Bohnen. 8. Sie werden häufiger als Zwiſchenfrucht im Mais⸗ acker, als allein und bloß für ſich, gebauet. Im Maisacker ſind ſie eine Aufgabe zur Hauptfrucht, und nehmen nur die ohnehin leeren Stellen zwiſchen den Maispflan⸗ zen ein. Werden ſie aber allein gebauet: ſo müſſen ſie nicht ſo⸗ wohl die Koſten der Kultur, als auch die Bodenrente bezahlen, und weil ſie vielen Dunger erheiſchen, einen gar geringen Stroh⸗ ertrag liefern, und keine Kälte vertragen: ſo iſt ihre Kultur in Deutſchland weniger vortheilhaft, wie jene der Bohnen und Erb⸗ ſen. Als Zwiſchenfrucht habe ich im Durchſchnitte mehrerer Jahre 9 Metzen vom Joche erhalten. In Bleiburg hat man 3 Jahre nach einander Fiſolen allein in 18zölligen Reihen auf ſehr mä⸗ ßig gedüngten Feldern kultivirt, und hat 15, 19 und 6 ½ Metzen pr. Joch erhalten. Als zweite Frucht kann man die gel⸗ ben Fiſolen dort, wo der Wein im Freien gedeiht, vielleicht mit vielem Vortheile kultiviren; denn ſie wurden bei mir, im La⸗ vantthale, wenn ich ſie bis zum 10. Juli ſäete, noch im⸗ mer reif. 6. Von den Kichern und Platterbſen. 1. Die Kichern, Cicer arietinum, und die Platt⸗ erbſen, Lathyrus sativus, wurden in den aͤlteren Zeiten mehr, wie jetzt kultivirt, wo ſie durch die geſchmackvolleren und ergiebigeren anderen Huͤlſenfrüchte derdrängt, und nur in ſehr ſeltenen Gegenden noch gekannt ſind. Die Kicher verträgt große Hitze, wachſt im duͤrren und mageren Boden; dafür iſt aber ihr Ertrag gering, und zum Genuſſe für Menſchen kaum brauchbar. V V Im l Kicher du 1 ſe den Erb 3. 7 von den niedtigt Stroh liff haltniſe d ſe diſen n (. Pan de 1 Unt Danta herl mit mehlhal att, och e zwwächs iſ 4.. rur zwei⸗ als Getrei 1. Heide, Getreidear ihten getin eiſte Fruch und als zu danem Vot als ähren 8 ¹ Verſuchen: in faltem in ſiedend in Waſe Kleien Waſſer unen aber ebundenen Thone, ſo Handboden. gedüngten ohnen. m Mais⸗ ucht, und Laispflan⸗ enicht ſo⸗ bezahlen, en Stroh⸗ Kultur in und Erb⸗ terer Jahre an 3 Jahre fſehr maͤ⸗ und 634 an die gel⸗ jelleicht mit r, im La⸗ , noch im⸗ ſen. i Platt⸗ ren Zeiten akvolleren und nurx wäͤchſt im hr Ertrag rauchbar. 839 Im leichten Boden des ſüdlichen Europa mag die Kicher eine wichtigere Pflanze ſeyn, wie in Deutſchland, wo ſie den Erbſen, Fiſolen und Wicken nachſtehen muß. 3. Die Platterbſen liefern eine Frucht, die ſich von den Erbſen nur wenig unterſcheidet. Weil ſie aber niedriger wachſen, einen geringern Ertrag an Korn und Stroh liefern, wie die Erbſen, und doch die gleichen Ver⸗ haͤltniſſe des Bodens und Klima erheiſchen: ſo verdienen ſie dieſen nachgeſetzt zu werden. C. Von der Kultur der krautartigen Getreidepflanzen. 1. Unter einer krautartigen Getreide⸗Pflanze, Planta herbacea, wird jede ein⸗ oder zweijaͤhrige Pflanze mit mehlhaltigen Körnern verſtanden, die weder eine Gras⸗ art, noch eine ſchotentragende Pflanze, oder ein Zwiebel⸗ gewaͤchs iſt.— 2. Von dieſer Klaſſe der Pflanzen werden bis jetzt nur zwei Arten aus dem Geſchlechte des Knöterigs als Getreide gebauet. a. Vom Buchweitzen. 1. Der Buchweitzen, das Heidekorn, die Heide, Polygonum Fagopyrum, iſt eine der wichtigſten Getreidearten, die durch ihr ſchnelles Wachsthum und ihren geringen Bedarf an Feuchtigkeit und Dünger, als erſte Frucht für die ſandigen Gegenden nördlicher Länder, und als zweite Frucht für die ſüdlichen Länder von unſchätz⸗ barem Vortheile iſt, und deren Mehl eben ſo angenehm als nährend iſt. In 1000 Theilen Buchweitzen ſind nach Söllner's Verſuchen: in kaltem Waſſer auflösliche Theile.. 0,088, in ſiedendem Waſſer auflösliche Theile„... 0,340, im Waſſer unauflösliche... 0,175, Kleien.............. 0,260, Waſſer............. 0, 137. 2. Er iſt aber eine für die Kälte und ausdoörrenden Winde empfindliche Pflanze, und mißräth daher häufiger wie die übrigen Getreidearten. Die Kälte verurſacht weniger oft das Mißrathen des Buch⸗ weitzens, wie die Oſt⸗ und Nordwinde, wenn dieſe in der Blüthe⸗ zeit eintreten. Morgenfröſte, wobei die Kälte durch ein paar Stunden den Eispunkt nicht überſteigt, machen bloß den Thau auf der Pflanze frieren, nicht aber die in den Gefäßen derſelven. vorfindige Feuchtigkeit, und ſind von keinem bedeutenden Nach⸗ theil, wie ich mich oft überzeugte; aber die ausdörrenden kalten Winde machen die Befruchtungswerkzeuge verſchrumpfen, und verurſachen ſichern Mißwachs. Mangel an Wärme und Sonne waͤhrend der Blüthe bringt die gleiche Wirkung hervor. Daß aber das Blitzen der Blume ſchädlich ſey, iſt unwahr: denn wäh⸗ rend der Blüthezeit im Jahre 1818 hatten wir häufige und ſehr ſtarke Gewitter, und am 14. September einen leichten Reif, und kein Jahr gab eine reichere Buchweitzenernte als dieſes. 3. Weil dieſe Pflanze ſo ſchnellwüchſig iſt, ſo wird ſie in dem kurzen Sommer der nördlichen Länder, wenn auch ſpät geſaäet, dennoch leicht zeitig; in den wärmeren Gegenden aber, wo der Schnitt des Wintergetreides in die erſten Tage des Juli fällt, und der September keine ſtarken Fröſte befürchten läßt, kann ſie als zweite Frucht geb auet werden. 1 Der Buchweitzen iſt eine der Hauptfrüchte im nörd lichen Deutſchlande, in Wiborg, Ingermannland, und ſelbſt noch im ſüdlichen Finnlande; ſo wie er als zweite Frucht in Steiermark, Kärnten, Tirol, Krain, Kroatien, im nördlichen Italien und in der ſüd⸗ lichen Schweiz eine Hauptrolle ſpielt. 4. Sie fordert einen Boden, der ſich leicht erwärmt, und das empfangene Waſſer bald wieder verdünſtet. Sie iſt ein unſchätzbares Geſchenk für die ſandigen oder torſigen Aecker der nördlichen Länder, die häufig nichts anders als Buchweitzen und Rocken hervorbringen. So wie das Klima wär⸗ mer wird, kann ſie aber auch als erſte Frucht in einem etwas mehr gebundenen Boden gebauet werden. Wird ſie als zweite Frucht gebauet: ſo ſindet daſſelbe Verhältniß Statt. In Kärn⸗ ten und Tirol ſindet ſie nur in Sandäckern hinlängliche Wärme; in Unterſteiermark und Kroatien wird ſie aber auch im ſandigen Lehmboden noch zeitig. Indeſſen gedeiht ſie nirgendwo im ſtrengen Thonboden. 5. 19 von Humutt Wod der Meinunt der wenige n Frucht u wird, und it wachſen u Meinung, Aüfal der ſ legie und wi nämlih nm Purzeln un? Humus auſct: egkkräfttt, nit ſeinem( Puchweiten wit den veni rungstheile de ein Theil den wir ſind nich Paßer leben nimmt, iuße riſcher Sudſ artigen Gen zuſtaten ſt jetzt Winter bloß pfüge beſtellen, ſ weiten getr in Anſchlag trug, und Deinen Theil vir fnden, uns den En Went di ideſten; den Untundd ſcreiben, d harvorzubrin maliges De den Sthit örrenden häufiger des Buch⸗ der Blüthe ein paar den Thau n derſelden. nden Nach⸗ den kalten pfen, und nd Sonne vor. Daß denn waͤh⸗ und ſehr Reif, und „ſo wird rr, wenn wärmeren treides in anber keine eite Frucht nördlichen land, und er als zweite I, Krain, in der ſüd⸗ ht erwärmt, ſtet. andigen oder ts anders alt ‚Klima wär⸗ einem etwas ſie als zweite In Kärr⸗ liche Wätme; Laber auch im ſie nitgendwo 91 5. Der Buchweitzen bedarf nur einer geringen Menge von Humus im Boden. Wo er als erſte Frucht kultivirt wird, da iſt man überall der Meinung, daß er den Boden nur gering erſchöpfe, und daß der wenige auf ihn verwendete Dünger größten Theils der folgenden Frucht zu Guten komme; wo er aber als zweite Frucht geſäet wird, und wo man ihn nicht düngen darf, weil er dadurch zu lang wachſen und zu ſpät einkörnen würde, da hört man häufig die Meinung, daß er den Boden ſtark angreife, und einen gewaltigen Abfall der nachfolgenden Frucht verurſache, was doch aller Ana⸗ logie und wirklichen Erfahrung entgegen iſt. Die Pflanzen können nämlich nur nach dem Verhältniſſe des kubiſchen Raumes ihrer Wurzeln und der Länge der Zeit, die ſie im Boden verweilen, Humus anſaugen; weßwegen der Winterweitzen den Boden mehr entkräftet, wie der Rocken oder die Gerſte, und mehr der Mais mit ſeinem großen Wurzelſtocke, wie der Hafer; während der Buchweitzen in der kurzen Zeit, die er in Boden verweilt und mit den wenigen Wurzeln, die er treibt, um vieles weniger Nah⸗ rungstheile dem Boden entziehen kann. Immer geht aber doch ein Theil des Humus zur Bildung des Buchweitzens auf, und wir ſind nicht geſinnt zu behaupten, daß er bloß von Luft und Waſſer lebe; nur meinen wir, daß das, was er vom Boden nimmt, äußerſt klein ſey im Verhältniſſe deſſen, was er an orga⸗ niſcher Subſtanz hervorbringt, und daß er mehr, wie die gras⸗ artigen Getreidearten, Luft und Waſſer in organiſche Form um⸗ zuſtalten fähig ſey. Wenn wir die eine Hälfte eines Feldes, das jetzt Winterrocken trägt, mit Buchweitzen beſäen, die andere aber bloß pflügen, und den ganzen Acker im Frühlinge mit Hafer beſtellen, ſo wird die Frucht in jenem Theile, der nicht Buch⸗ weitzen getragen, ohne Zweifel ſchöner ſtehen; wenn wir aber das in Anſchlag bringen, was uns der Buchweitzen nach Rocken ein⸗ trug, und es mit dem vergleichen, was uns der Hafer in dem einen Theile des Ackers mehr als im andern abwarf, ſo werden wir finden, daß er uns doppelt ſo viel ertragen müßte, wenn er uns den Entgang der zweiten Frucht bezahlen ſollte. Wenn Wärme mit öfterem Regen abwechſelt, ſo prangen die ödeſten Aecker mit üppigen Buchweitzenpflanzen, und verleiten den Unkundigen, dieſe Erſcheinung der Kraft des Bodens zuzu⸗ ſchreiben, die oft nicht mehr hinreicht, eine lohnende Haferernte hervorzubringen. A 6. Wo er als erſte Frucht gebauet wird, pflügt man ihn mehrmals, um den Acker vollkommen zu reinigen; wo er aber als zweite Frucht geſäet wird, genügt ein ein⸗ maliges Pflügen. Die Stoppeln des Wintergetreides müſſen gleich nach dem Schnitte geſtürzt werden, damit ſich die Erde vor der 9² Saat noch etwas ſetze, wodurch das Herauseggen der Stoppeln verhütet wird. 7. Im erſteren Falle ſäet man ihn nach der Mitte des Mai, im zweiten nach der Mitte des Juli. Im nördlichen Deutſchlande muß er bis zur Mitte des Juni, in England kann er noch in den erſten Tagen des Juli geſäet werden. In Kärnten, wo er als zweite Frucht. gebauet wird, ſäet man ihn vom 17. bis 26. Juli, in Steier⸗ mark noch bis zum Ende dieſes Monates. Es iſt eine allge⸗ meine Erfahrung, daß der früh gefäete Buchweitzen zwar größere Pflanzen, der ſpätere aber eine reichere Körnerernte gibt. 8. Man bedarf nach Verhältniß der Güte des Bo⸗ dens, der Art den Samen unterzubringen und der Größe der Körner,%¾ bis 2 ½ Metzen auf das Joch. Ein Metzen Buchweitzen, von der Abart mit kleinen, ge⸗ rundeten Körnern, wiegt nach meinen, in mehreren Jahren vor⸗ genommenen Unterſuchungen 64 bis 69 ½ Pfund. Ein Loth ent⸗ hielt 953 bis 978 Körner. Die andere Abart mit größeren, ſcharf dreiſeitigen Körnern iſt ſpezifiſch leichter. Ich habe ihn die letzten zwei Jahre mit der Fellenber⸗ giſchen Säemaſchine geſäet, in Reihen, die 3,38“ von einander entfernt ſind. In der Linie war ein Korn vom andern 1 Zoll abſtehend. Ich bedurfte 0,87 Metzen pr. Joch. Auf einem an⸗ dern Acker ſaͤete ich einen Metzen, wodurch die Saat zu dicht ward, und durch Eggen wieder zum Theile zerſtört werden mußte. Unſere Bauern ſäen gewöhnlich 1 ½ Metzen pr. Joch. Schwerz ſagt, daß man in den Niederlanden o,ö56 bis 0,75 Metzen pr. Joch ſäe. Es wird aber da der Acker gedüngt und zu Ende Mai beſaet(a. a. O. I. Th. 345. III. Th. 166). 9. Die Pflanze bedarf während ihres Wachsthums keiner Pflege. 10. Es iſt kaum möglich, einen Durchſchnittsertrag dieſer Frucht anzugeben, indem er mehr von der Witterung abhängt, als jener der übrigen Getreidearten, und die Kul⸗ tur auf denſelben einen geringeren Einfluß hat. Wo er als erſte Frucht gebauet wird, iſt ſein Ertrag gewiſſer, wechſelt aber doch von 12 bis 40 Metzen: wo er als zweite Frucht gebauet wird, iſt ſein Ertrag mehr gefährdet, und im Ganzen geringer. 8 ⁶ 20, 44, nn enle(ä. al Pasl des Winten! unrechten 4. 180%: 1 1805: G 1806: 18 1907: 10 1608: N 1609: 18 1910: 1811: 16 Das Durchſ Buchweiten! de drei allg otdentliche d zewühnlichn daträgniß bon 65 11. 4 tr. Joh. Na = N. Mh 1809.) Ri u. die eine g nere mehr die erſtere ndere ble feyn, wie auch mehr 13, tatzrieum grine, ſ grine mit die mitd mwaäjſum und ſſe en e Stoppeln der Mitte is zur Mitte Tagen des veite Frucht. nSteier⸗ eine allge⸗ war größere ibt. e des Bo⸗ der Größe einen, ge⸗ gahren vor⸗ Loth ent⸗ eren, ſcharf Allenber⸗ on einander ern 1 Zoll uf einem an⸗ udicht ward, nußte. . Joch. unden 0,56 lcker gedüngt Th. 166). gachsthums nittsertrag Witterung nd die Kul⸗ ſt. Wo et g gewiſet, als zweite ihrdet, und 93 Schwerz erzählt, daß man in den Niederlanden 20, 24, 28, und zu Contigh 33 bis 45,8 Metzen pr. Joch ernte(a. a. O. I. Th. 365. III. Th. 166.). Was ich von dieſer Frucht, die ich immer in den Stoppeln des Winterrockens anbauete, geerntet habe, duürfte hier nicht am unrechten Orte ſtehen: 1804: 9 ⅛ Metzen pr. Joch. 1812: 8 Metzen pr. Joch. 1805: Gänzlicher Mißwachs. 1813:9» 2» 1806: 1 ⅛ Metzen pr. Joch. 1814: 3 Allgemeine Miß⸗ 1807: 11,10„„„ 1815: 1 ½ 1808:2 Keinen geſäet. 1816: 1 ½ jahre. 18⁰9: 16,20 Metzen pr. Joch. 1817: 21,3 Metzen pr. Joch. 1810: Keinen geſäet. 1818: 22„„„ 1811: 26,6 Metzen pr. Joch. 1819: 15»„. Das Durchſchnittserträgniß von vierzehn Jahren, in welchem i Buchweitzen geſäet hatte, war 10,3 Metzen pr. Joch. Wenn wir die drei allgemeinen Mißjahre abſchlagen, die man nur als außer⸗ ordentliche Erſcheinungen betrachten, keineswegs aber in einen gewöhnlichen Anſchlag bringen kann, ſo wäre das Durchſchnitts⸗ erträgniß von zehn Jahren 12,6 Metzen. 11. Der Strohertrag überſteigt nur ſelten 10 Zentner pr. Joch. Maier nimmt pr. Himten Ertrag 50 Pfund Stroh an; = pr. Metzen 37 Pfund.(Grundſ. richt. Pachtanſchläge. Hannover 1809.) Käme auf 12,5 Metzen 1087 Pfund. 12. Vom Buchweitzen gibt es zwei Abarten, wovon die eine größere, ſcharf dreieckige Körner, die andere klei⸗ nere mehr gerundete Körner hat, die ſpezifiſch ſchwerer wie die erſteren ſind. Die erſtere Art wächſt etwas höher, die andere bleibt niedriger und ſcheint noch ſchnellwüchſiger zu ſeyn, wie die erſtere, weßwegen ſich ihre Kultur bei uns auch mehr verbreitet. 13. Der tatariſche Buchweitzen, Polygonum tataricum, unterſcheidet ſich vom gewöhnlichen, daß er grüne, flache und um vieles kleinere Blumen, und gras⸗ grüne mit einem glänzenden Firniß überzogene Körner hat, die mit der Zeitigung grau werden, und an jeder Kante zwei ſtumpfe Spitzen haben. Die Haut der Körner iſt dicker, und ſie enthalten weniger und minder ſchmackhaftes Mehl. 9⁴4 14. Man hat behauptet, daß er die Kälte mehr wie der gewöhnliche vertrage, was aber nicht völlig richtig iſt; und weil ſein Ertrag immer gering und die Körner wenig und ſchlechtes Mehl geben: ſo verdient er nicht kultivirt zu werden. In einer der höchſten Gebirgsgegenden von Kärnten, auf einem Abhange der Petzen, wird dieß Korn gebauet, das ſonſt überall nur als Findling in unſern Buchweitzenäckern vorkömmt. Auf meine Fragen über dieſes Getreide antworteten mir die dor⸗ tigen Bauern Folgendes: Dieſes Heidekorn beſtockt ſich außerordentlich ſtark, ſein Stroh wächſt viel höher und iſt ſtärker, als jenes des gewöhn⸗ lichen Heidekorns, es blüht früher und zwar mehr roth als weiß, und ſetzt ungemein ſtark auf, ſo daß die Ernte mehr als doppelt ſo reichlich ausfällt, wie bei dem gemeinen Heidekorn; gegen den Reif iſt es empfindlich, reift in der Regel aber ſchneller als das gemeine; nur hat es den Nachtheil, daß bei ſeiner vollen Reife die Körner äußerſt gerne abfallen, daher es kömmt, daß dieſe Frucht im Acker zu einem ſchwer auszurottenden Unkraute werden kann; weßwegen man hier dieſes Korn ſelten in Aeckern, ſondern gewöhnlich nur in den Geräuten, die dann zur Weide gelaſſen werden, anzubauen pflegt. Das Korn ſelbſt iſt nicht ſo mehlreich und bei weitem nicht ſo ſchmackhaft, wie das des gemeinen Heidekorns, ja wenn es nicht vollkommen reif wird, ſo iſt das Mehl bitter und hat eine etwas grünliche Farbe; daher es in beſſeren Fruchtjahren häufig nur zur Maſtung der Schweine dient. §. IV. Von der Kultur der Futterpflanzen. 1. Jene Pflanzen, die man entweder ausſchließlich, oder größtentheils zur Ernährung der Thiere kultivirt, wer⸗ den Futterpflanzen genannt. 2. Da uns die Thiere für ſich großen Nutzen gewäh⸗ ren, und in Bezug auf den Ackerbau durch die Arbeit, die ſie uns leiſten, und durch den Dünger, den ſie uns liefern, unumgänglich erforderlich ſind: ſo erhellet hieraus die Noth⸗ wendigkeit, für ihre Unterhaltung zu ſorgen. 3. 8 ſäſſemd: daß wit ſi wir auf B 4.1 paſſen, u auf ihnen allem unte 5. P die Thiere den, undd zu Hauſe ge Püſen nur Größe der⸗ et, eide Aackern z der Witth 6.4 zerfallen zeitwei Vieſen; beſtelt ind zeugte, un A Pon 1. 9 8 niedrigen beugchſen lte mehr wie g rihtig iſt dörner wenig icht kultivir ärnten, auf zuet, das ſonſ ern vorkömmt. n mir die dor⸗ ſch ſtark, ſein z des gewöhn⸗ roth als weiß, hr als doppelt an; gegen den neller als das er vollen Reift mt, daß dieſe kraute werden ckern, ſondern Weide gelaſen i weitem nicht 3, ja wenn es r und hat eine htjahren häufg nzen. usſchließlich, ltivitt, wer⸗ gen gewah⸗ Arbeit die uns liefern, us die Noth⸗ 95 3. Die der Natur der Thiere angemeſſenſte, wohl⸗ feilſte und zweckmäßigſte Art ſie zu ernähren beſteht darin, daß wir ſie während der wärmeren Jahreszeit weiden laſ⸗ ſen, im Winter aber in Ställen mit Heu ernahren, das wir auf Wieſen zu dieſem Behnfe geſammelt haben. 4. Welche Plätze für Weiden und Wieſen vorzüglich paſſen, und auf welche Art das Wachsthum der Pflanzen auf ihnen vermehrt und vergrößert werde, muß hier vor allem unterſucht werden. 5. Weil aber durch die Vergrößerung des Ackerbaues die Thiere nicht überall hinlänglichen Raum zur Weide ha⸗ ben, und daher ganz oder zum Theile den Sommer über zu Hauſe gefüttert werden müſſen, und weil die Größe der Wieſen nur ſelten wo in einem ſchicklichen Verhaͤltniſſe zur Größe der Aecker ſteht: ſo erhellet hieraus die Nothwendig⸗ keit, eine angemeſſene Menge ſolcher Pflanzen auf den Aeckern zu bauen, die hinlänglich iſt, um die zum Betriebe der Wirthſchaft erforderlichen Thiere zu ernähren. 6. Die zur Ernährung der Thiere beſtimmten Felder zerfallen daher in zwei Abtheilungen, in beſtändige und zeitweilige. Zu den erſteren gehören die Weiden und Wieſen; zu den letzteren alle, die mit ſolchen Gewächſen beſtellt ſind, welche man zu dieſem Behufe auf Aeckern er⸗ zeugte, und in dieſer Beziehung Futterpflanzen nennt. A. Von der Kultur der beſtändigen Futterfelder. a. Von den Weiden. 1. Weiden nennt man jene Plätze, die mit niedrigem Gras und mancherlei anderen Arten von Pflanzen bewachſen, den Hausthieren zur Sommernahrung dienen, 96 2. Sie werden eingetheilt in natürliche oder wilde, und in künſtliche oder kultivirte Weiden. 3. Wilde Weiden ſind jene, die im rohen Natur⸗ zuſtande ſich befinden, zu deren Bildung wir auf direktem Wege nicht beigetragen haben. Kultivirte Weiden ſind jene, wo der Boden zweckmäßig vorbereitet, ſich entweder von ſelbſt bewächſt, oder mit anpaſſenden Weidepflanzen beſäet wird. 4. Die erſteren ſind nur ſelten gut bewachſen, nehmen daher einen ſehr großen Raum ein, und können nur in menſchenleeren Gegenden Statt finden; die letzteren gewäh⸗ ren auf dem gleichen Raume das Mehrfache an Nahrung, und mittelſt deſſelben ſind wir im Stande, auf einem viel kleineren Raume die gleiche Anzahl der Thiere zu erhalten, und beſſer zu ernähren. 5. Die Kultur der natürlichen Weiden beſteht darin, daß wir ihre Verwilderung verhüten, daß wir den Pflanzen Zeit laſſen, ſich zu reproduciren, und die ſchädlichen oder unnützen vertilgen. 6. Dieß geſchieht, wenn wir die aufſproſſenden Straͤu⸗ cher ausrotten; die Maulwurfs⸗ und Ameiſenhügel jährlich ebnen; wenn wir den Abfluß des Waſſers, Falls eines vor⸗ handen iſt, beſördern; wenn wir die Weide nicht zu früh im Jahre betreiben; wenn wir nur eine angemeſſene Zahl von Thieren darauf halten; wenn wir die Weide in mehrere Theile abſondern, und einen nach dem andern abweiden, ſo, daß der zuerſt benützte wieder Zeit erhält, ſich zu be— wachſen, und wenn wir die ſchädlichen oder unnützen Pflan⸗ zen im Sommer nach dem Blühen abmähen. Alles dieß kann nur Statt finden, wenn die Weiden das Eigenthum eines Einzelnen ſind. Daß die Gemeinweiden den verhältnißmäßig geringſten Vortheil gewähren, weil ſie weder geriliget, hre Zerthei nehmer, d herausgebe das Wäddy Koſten der Einfriedigu erdoch eſth ſtrift: 1 weiläufiger 7. dhitte im dollkommen niht ausft die kultii 8. d pflanen o dann mit) Bewatzſen ſolche Wei den, E 9. es in ſein Kraſt des depflanze für aber Erttag in Deelezte mehr dem werige, liche Pfa 10. weſentich haben. Vurgers. liche oder Weiden. hen Natur⸗ uf direktem Weiden ſad ſch entweder eidepflanzen n, nehmen nen nur in ten gewaͤh⸗ Nahrung, einem viel u erhalten, ſteht darin, den Pflanzen dlichen oder inden Sträͤu⸗ hügel jihrlich lls eines vor⸗ nicht zu fruh mmeſſene Jahl ein mehrere en abweiden, „ſich zu be⸗ nitzen Pflan⸗ je Weiden das neinweiden den weil ſie weder 97 gereiniget, noch geſchont werden, und daß das ſicherſte Mittel, ihre Zertheilung zu bewirken, darin liege, daß man jedem Theil⸗ nehmer, wenn er es verlangt, ſeinen ihm gebührenden Antheil herausgebe, und ſtrenge darauf ſehe, daß aller Schaden, den das Weidvieh verurſachen könnte, durch eine zweckmäßige, auf Koſten der in der Gemeinſchaft bleibenden Theilnehmer errichtete Einfriedigung der Weide, und nicht der Aecker, verhüthet, und wenn er doch geſchieht, erſetzt werde, habe ich in meiner gekrönten Preis⸗ ſchrift:»Ueber die Zertheilung der Gemeinweiden, Peſth. 1818 weitläufiger aus einander geſetzt... 7. Wo es an hinlaͤnglichem Raume zur Erhaltung der Thiere im Sommer auf natürlichen Weiden mangelt, die vollkommene Sommerſtallfütterung derſelben aber entweder nicht ausführbar, oder nicht vortheilhaft iſt, da bringen die kultivirten Weiden den größten Nutzen. 8. Die kultivirten Weiden ſind entweder mit Weide⸗ pflanzen ordentlich beſtellt worden, und man nennt ſie dann mit Recht künſtliche Weiden; oder man überläßt das Bewachſen der Aecker mit Weidepflanzen ſich ſelbſt, und ſolche Weiden nennt man Driſchfelder, Dreeſchwei⸗ den, Egarten. 9. Der Vortheil der erſteren beſteht darin, daß man es in ſeiner Gewalt hat, eine dem Klima, der Natur und Kraft des Bodens angemeſſene Mengung der beſten Wei⸗ depflanzen auf dem gegebenen Acker hervorzubringen, wo⸗ für aber die Auslagen für den Samen und ihr geringer Ertrag im erſten Jahre in Abſchlag gebracht werden muß. Die letzteren werden nicht beſaͤet, dafür aber iſt ihr Ertrag mehr dem Zufall überlaſſen. Es kommen oft entweder nur wenige, oder den Thieren unangenehme, wohl gar ſchad⸗ liche Pflanzen zum Vorſchein. 10. Aus dieſem erhellet, daß die beſäeten Weiden weſentliche Vorzüge vor den Dreeſchweiden oder Egarten haben. Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd⸗ 1„ 98 11. Dreeſchweiden geben nur in einem kühlen und naſſen, dem Graswuchs beſonders zuſagenden Klima, bei ſtarker Düngung und ſeltener Beackerung der Aecker, wo⸗ durch das im Boden befindliche Unkraut, beſonders die Graswurzeln ober Quecken, Baier— Triticum repens— nicht vertilgt werden, einen großen Ertrag bei geringer Mühe; wo das Klima wärmer oder trockner iſt, und der Acker zur Hervorbringung des Getreides zweckmä⸗ ßig kultivirt wird: da iſt der Ertrag der Dreeſchweide ge⸗ ring, und wird durch die beſäete weit überwogen. 12. Künſtliche Weiden werden gebildet, wenn man in den wohl vorbereiteten Boden im Frühlinge oder Som⸗ mer, wenn er mit einer Sommerfrucht beſtellt wird, Wei⸗ depflanzen mit ausſäet. Die vorzüglichſten Weidepflanzen ſind: der weiße Klee, Trifolium repens, und das engliſche Raigras, Lolium perenne, wozu etwas Pimpinelle, Poterium sanguisorba, und Wegerich, Plantago lanceolata, gemengt wird. Außer dieſen werden eine Menge anderer Pflanzen, nach Verſchiedenheit des Klima und Bodens hierzu verwendet, als Poa pratensis und annua, Briza media, Festuca ovina, Anthoxanthum odora- tum, Holcus lanatus, mit Medicago lupulina, Hedysarum onobrychis u. ſ. w. Wenn ein Gemenge aus 4 Pf. weißen Kleeſamens mit 3 Pf. Pimpinell, ⅛ Metzen Raigras und 2 Pf. Wegerich auf ein Joch ſandigen Lehmboden ausgeſäet wird: ſo erhält man eine hinlänglich dicht bewachſene Weide. 13. Die Kultur der künſtlichen Weiden beſteht darin, daß man im erſten Jahre nach der Ausſaat kein ſchweres Vieh darauf läßt; daß ſie im zweiten Jahre im Frühlinge mit einer ſchweren Walze überrollt, und im Spätherbſte mit Seifenſiederaſche oder Gyps überſtreut werden. 14. Die Thiere weiden außer dieſen noch auf den Brachäckern, auf den Stoppelfeldern, auf Wieſen⸗ und Kleeäckern. Weil dieſe Felder aber nur nebenbei zur Weide 3 geritt, wt nügt es/ 3 Wir 4 letzten Hau beſtimmtent 1. ℳ tbieten eni züglich aher deren Etrad ſimmt iſt 2. G loſe, zu n wendbare; ngeſabei 8 N. trachtet n. gen oder; oder dien große Me enthalten als Aecke ſüße di Siß zeitweilig Wieſen; ſa deren Dam geoßen Thei nung ſäuer h mun vir kaaute, mu 4. 8 ſien Ung düſen ſo fühlen und Klima, bei lecker, wo⸗ ſonders die Triticum Ertrag bei trockner iſt, s zweckmaͤ⸗ hweide ge⸗ . venn man der Som⸗ ird, Wei⸗ iße Klee, 6, Lolium Mguisorba, Ard. Außer erſchiedenheit ratensis und thum odora. Hedysarum eeſamens mit Wegerich auf hält man eine ſſeht darin, in ſchweres Frühlinge Spatherbſte den. och auf den Wieſen⸗ und dei zur Wede 3 99 genützt, und zu dieſem Behufe nicht kultivirt werden, ſo ge⸗ nügt es, ſie hier anzuzeigen. Wir werden in der ſpeziellen Viehzucht, ſo wie in dem letzten Hauptſtücke dieſes Bandes von dem Werthe dieſer Weiden beſtimmtere Angaben liefern. b. Von den Wieſen. 1. Wieſen nennt man die mit allerlei, den Haus⸗ thieren angenehmen und ihnen gedeihlichen Pflanzen, vor⸗ züglich aber Grasarten, dicht und hoch bewachſenen Felder, deren Ertrag größten Theils zum Winterfutter der Thiere be⸗ ſtimmt iſt. 2. Sie werden eingetheilt in natürliche, kunſt⸗ loſe, zu Ackerland im gegenwaͤrtigen Zuſtande nicht ver⸗ wendbare; und in küͤnſtliche, aus Acker⸗ oder Weideland umgeſtaltete Wieſen. 3. Als natürliche Wieſen muſſen jene Felder be⸗ trachtet werden, die öfteren, vorübergehenden Ueberſtauun⸗ gen oder Ueberſchwemmungen mit Waſſer ausgeſetzt ſind, oder die vermög ihrer Lage und ihrem Untergrunde eine ſo große Menge von Waſſer in ihrer Dammerde fortwährend enthalten, daß ſie wohl zur Graserzeugung, nicht aber als Aecker benutzt werden können. Die erſteren werden ſüße, die andern ſaure Wieſen genannt. Süß oder edel nennt man das Heu von trockenen, nur zeitweilig mit Waſſer überronnenen natürlichen oder künſilichen Wieſen; ſauer nennt man jenes, was auf Wieſen wächſt, in deren Dammerde ſtauendes Waſſer ſi ſich aufhält, das daher zum großen Theile aus Sumpfpflanzen beſteht. Woher die Benen⸗ nung ſauer rührt, ob bloß aus dem Gegenſatz gut, ſüß, oder ob man wirklich ſchon früher den ſauern Zuſtand des Moorbodens kannte, müſſen wir dahin geſtellt ſeyn laſſen. 4. Süße, natürliche Wieſen ſind nur in der naͤch⸗ ſten Umgebung der Flüſſe und Bäche, und werden von dieſen ſo oft überſtrömt, als ſie einen außerordentlichen 7 8 100 Zufluß von Waſſer bekommen, den ſie in ihrem Bette nicht behalten können, und weil ſolche Wieſen außer dieſem durch die Verdünſtung des Fluſſes einen ſtärkeren Thau erhalten, ſo werden ſie dadurch vor dem Verdorren in jenen Zeiten geſchützt, wenn Ueberſchwemmungen und Regen ausbleiben. 5. Saure Wieſen ſind häufiger vorhanden. Ueberall, wo das Waſſer im Boden ſtauet ohne die Oberfläche zu bedecken, verſchwinden die ſüßen Gräſer, und kommen die Sumpf⸗ und Moorpflanzen zum Vorſcheine. 6. Das Heu der ſüßen natürlichen Wieſen iſt allen Thieren ſehr angenehm und gedeihlich, allein der Ertrag dieſer Wieſen iſt ſehr gefährdet und zufällig. Werden die Wieſen im Spätherbſte oder Frühlinge überſchwemmt, ſo werden ſie dadurch im Untergrunde mit einem Vorrathe von Waſſer verſehen, und unter einem gedüngt, die Maul⸗ würfe getödtet, und die Wieſe gibt hierauf, beſonders wenn der Sommer nicht gar zu trocken iſt, einen außer⸗ ordentlichen Ertrag. Treten die Ueberſchwemmungen aber im Sommer ein, ſo wird oft die ganze Wieſe verſchlämmt, oder das Heu wird fortgetragen. Bleiben die Ueberſchwem⸗ mungen durch mehrere Jahre aus, ſo fehlt es dieſen Wie⸗ ſen an Dünger, und immer iſt ihr Ertrag von dem zufaͤl⸗ ligen Regen im Frühlinge abhängig. 7. Das Heu der ſauren Wieſen iſt den Thieren nicht ſowohl minder angenehm als vielmehr unangenehm, und wird von ihnen nur aus Noth gefreſſen. Je mehr die Sumpfpflanzen darin vorwalten, je unangenehmer iſt es den Thieren, und je ſchlechter werden ſie davon genährt. Der Ertrag der ſauren Wieſen iſt groß, wenn die ſüßen, natürlichen Wieſen vertrocknen, und er iſt gering, wenn die Jahreswitterung naß und kühl iſt; denn da im Boden dieſer Wies ſt, ſo fit machen/ zuträglih 6.1 dß nit k als mögli nem gel dingende! thum der t 4. 4 mongen d getruffen n den berorſ verde, un Paſen w Vaſſets, wandeln Toceenhe Ma jiemlich re ſich dadure Boden, d erzeugung die Sumpt leichtem B Stellen we Moor⸗ ode gute Wieſe bewiſern, Acalend! kann nur e men verden werden, d wenig wür bewitken 10. hrem Bette außer dieſem kkeren Thau erdorren in ungen und * Ueberal, berflache zu kommen die i iſt allen der Ertrag Perden die vemmt, ſo rrathe von die Maul⸗ beſonders einen außer⸗ nungen aber eerſchlämmt, leberſchwem⸗ dieſen Wie⸗ dem zufäl⸗ hieren nicht nehm, und e mehr die hmer iſt e⸗ on genährt. die ſüßen, ring, wemm a im Boden 101 dieſer Wieſen ohnehin ein Ueberfluß von Waſſer vorhanden iſt, ſo fehlt nur Wärme, um die Pflanzen wachſen zu machen, und trockene, warme Witterung iſt ihnen die zuträglichſte. 8. Die Kultur der natürlichen Wieſen beſteht darin, daß wir das Zuſtrömen und Abſließen des Waſſers ſo ſehr als möglich reguliren, daß wir die Oberfläche derſelben in einem geebneten Zuſtande erhalten, und daß wir durch düngende oder düngervermittelnde Subſtanzen das Wachs⸗ thum der Pflanzen befördern. 9. Bei den ſüßen, den zeitweiligen Ueberſchwem⸗ mungen ausgeſetzten Wieſen müſſen ſolche Vorkehrungen getroffen werden, daß die Ueberſchwemmung nicht Scha⸗ den verurſache, daß das Waſſer gleichförmig vertheilt werde, und daß es nirgendwo ſtehen bleibe. Bei den ſauren Wieſen muß man Sorge tragen, daß das Uebermaß des Waſſers, welches die Wieſe leicht in einen Sumpf ver⸗ wandeln könnte, Abzug finde, der aber zur Zeit großer TDoockenheit wieder geſperrt werden kannä. Man hat oft ſumpfiges Land entwäſſert, das bis jetzt einen ziemlich reichen Ertrag an ſaurem Heu gegeben hatte, und hat ſich dadurch um allen Ertrag gebracht. Denn der loſe modrige Boden, dem eine große Menge von Feuchtigkeit zur Pflanzen⸗ erzeugung nothwendig iſt, verdorrte nun in ſeiner Oberfläche, die Sumpfpflanzen ſtarben aus, andere Gewächſe konnten in ſo leichtem Boden auch nicht fortkommen, und die trocken gelegten Stellen waren nun öde Weiden. Kann man das trocken gelegte Moor⸗ oder Torfland in der Folge bewäſſern, ſo werden ſehr gute Wieſen in wenig Jahren daraus; kann man es aber nicht bewäſſern, wohl aber vollkommen trocken legen, ſo muß es in Ackerland umſtaltet werden. Kann es nur unvollkommen, d. h. kann nur ein Theil des im Boden ſtauenden Waſſers weggenom⸗ men werden: ſo müſſen die Abzugskanäle mit Schleußen verſehen werden, die man ſperrt, wenn des Waſſers im Untergrunde zu wenig würde. Das Waſſer häuft ſich nun wieder an, und wir bewirken dadurch eine Bewäſſerung von unten auf. 10. Die Ebnung des Bodens wird durch Zereggen 102 der Ameiſen⸗ und Maulwurfshaufen und darauf folgendes Walzen bewirkt. Im Fruͤhlinge, ehe die Vegetation beginnt, werden die Ameiſen⸗ und Maulwurfshaufen mit dem bekannten Wieſenhobel, dem eine mit Reiſig durchflochtene Egge folgt, geebnet und die Erde über die Wieſe zertheilt. Das Walzen iſt nur dann noth⸗ wendig, wenn die Erde in Schollen bricht und ſich nicht pülvert. Das Eggen der Wieſen hat aber außer der Ebnung auch noch den Nutzen, daß das nur oberflächlich im Boden wurzelnde Moos ausgeriſſen und durch die Verwundung des Bodens die Auflöslichkeit des Humus befördert wird. Man bedient ſich zu dieſem Behufe des Skarifikators mit niedern, ſchmalen, dünnen und ſcharfen Eiſen. 11. Die Bedüngung iſt den trocknen, ſüßen, nicht bewäſſerungsfähigen Wieſen nothwendiger, wie den feuch⸗ ten, ſauern. Das frühere und ſtarkere Wachsthum, das ſie dadurch erlangen, macht, daß ſie in der Folge auch eine größere Trockniß übertragen können, welche magere Wieſen ausbrennt. 12. Gedüngt werden die Wieſen am zweckmäßigſten und kraftigſten mittelſt der Jauche, außer dieſer aber mit Kompoſt, wozu jede düngende Subſtanz verwendet wer⸗ den kann, oder mit Gyps, Seifenſiederaſche, Torf⸗ und Steinkohlenaſche. 13. Die Zeit, die Wieſen zu düngen, iſt jene, wo die Vegetation ſehr gering iſt, oder völlig ſtille ſteht: der Spätherbſt, Winter und die erſten Wochen des Frühlings. 14. Das Verdorren der trockenen Wieſen wird aber auch durch die Bedeckung mit jeder erdigen Subſtanz, wenn auch nicht völlig, doch zum Theile verhütet, und dieſem muß es zugeſchrieben werden, daß, wenn die Wie⸗ ſen mit Märgel oder irgend einer andern Erde, die nicht Humus enthält, bedeckt werden, ihr Ertrag dadurch ver⸗ mehrt wird. 15. 1 Erde vorth Erde, ſt venn das! Wieſen,0 Wenn dern, Acer der Vorthei die Wieſeny Wenn man nur indirekt üyre nitt in die neue! fſlanzen bald ſengen, diej durch den Ab da aufgefähr Der ve nen Plement ditſen Gegen ſeiner nuche Bei uns hat höſerung un Syracht ge verjüngung ein zu gro Koſten und weil er ſich Mangel an gende Erde und die Er fährlich ale dder wenig man ſie in Nutzen brit aber wohl große Koſte beferung ſ immer gerc lagen auf? diſſer ſcher pflanzen de 16. nannt, d V qaßerten, folgendes werden die Wieſenhobel, onet und die dann noth⸗ nccht pülvert. Ebnung auch en wurzelnde Bodens die dient ſich zu len, dünnen gen, nicht den feuch⸗ hum, das olge auch ee magere kmäͤßigſten ſer aber mit endet wer⸗ Torf⸗ und ſt jene, wo eſteht: der Frühlings. wird aber Subſtang ätet, und in die Wie⸗ e, die uicht adurch ver⸗ 103 15. Auch den ſauren Wieſen iſt die Bedeckung mit Erde vortheilhaft. Es fehlt dieſen Wieſen überhaupt an Erde, ſie haben einen loſen, ſchwammigen Raſen, der, wenn das Waſſer abnimmt, noch mehr wie bei den ſüßen Wieſen, austrocknet und verödet. Wenn fruchtbare Erde aus Waſſargräben, Teichen, Waͤl⸗ dern, Ackerreinen u. ſ. w. über die Wieſe geführt wird: ſo iſt der Vortheil, den ſie derſelben gewähret, doppelt. Sie düngt die Wieſenpflanzen, und ſchützt ihre Wurzeln vor Vertrocknung. Wenn man aber todte Erde dahin führt, ſo kann ihre Wirkung nur indirekt das Wachsthum befördern, und wenigſtens im erſten Jahre nicht von ſehr großer Bedeutung ſeyn. Zwar werden ſich in die neue Erdenlage die oberflächlichen Wurzeln der Wieſen⸗ pflanzen bald verbreiten; aber Nahrung können ſie aus ihr nicht ſaugen, die jetzt noch nicht darin vorhanden iſt, und erſt allgemach durch den Abfall der Blätter, das Verfaulen der Wurzeln durch den aufgeführten Dünger oder Weidemiſt gebildet wird. Der verſtorbene Profeſſor Ré von Bologna hat in ſei⸗ nen Elementi d' agricoltura. Venezia, 1806. Vol. II. S. 82, dieſen Gegenſtand um ſo vollſtändiger behandelt, da er ihn in ſeiner nächſten Umgebung häufig in Anwendung bringen ſah⸗ Bei uns hat Herr Friedr. Pohl dieſe Art der Wieſenver⸗ beſſerung unter dem Namen der Wieſenverjüngung zur Sprache gebracht. In ſeiner Abhandlung: Ueber die Wieſen⸗ verjüngung, Leipzig 1810, legt er aber, unſeres Dafürhaltens, ein zu großes Gewicht auf dieſen Gegenſtand, deſſen Wirkung, Koſten und Ausführbarkeit er noch viel zu wenig zu kennen ſcheint, weil er ſich hierüber faſt gar nicht äußert. Der Vorſchlag, beim Mangel anderer Erde den Raſen abzunehmen und die unten lie⸗ gende Erde wegzunehmen, dann den Raſen wieder aufzulegen und die Erde über demſelben zu breiten, däucht uns eben ſo ge⸗ fährlich als der Koſten wegen unvortheilhaft. Mit Humus meyr oder weniger verſehene Erde über die Wieſen zu breiten, wenn man ſie in hinlänglicher Menge haben kann, wird ſicher großen Nutzen bringen; todte Erde auf trockene Wieſen zu führen, kann aber wohl nur dann Vortheil bringen, wenn dieſe Arbeit nicht große Koſten verurſacht; und weil dadurch keine dauernde Ver⸗ beſſerung ſolcher Wieſen hervorgebracht wird, ſo wird es faſt immer gerathener ſeyn, die zum Erdeführen beſtimmten Aus⸗ lagen auf Dünger oder wenigſtens Kompoſt zu verwenden, weil dieſer ſicherer und ungleich mehr das Wachsthum der Wieſen⸗ pflanzen befördert. 16. Künſtliche Wieſen werden jene Felder ge⸗ nannt, die an und für ſich keinen lebhaften Graswuchs außerten, Weiden, Ackerland oder auch wohl trockene, 194 aber ſchlechte Wieſen waren, durch künſtliche Waſſer⸗ zuleitung aber in den Stand geſetzt wurden, das Wachs⸗ thum der Pflanzen in einem fortwährenden und kräftigen Zuſtande zu unterhalten.. 17. Durch die Bewäſſerung verſchaffen wir den Wie⸗ ſen faſt immer zwei weſentliche Vortheile: daß wir ihnen Waſſer geben können, ſo oft und ſo viel ſie deſſen bedürfen, und daß ſie mittelſt des Schlamm führenden Waſſers unter einem gedüngt werden. Zum üppigen Wachsthum der Pflanzen iſt vor allem Nah⸗ rung derſelben, d. h. düngende Materie, und dann Waſſer und Wärme erforderlich. Bei natürlichen, trockenen, keiner Ueber⸗ ſchwemmung ausgeſetzten Wieſen, muß der Dünger mit großem Aufm ande den Wieſen zugeführt werden, und Waſſer und Wärme ſind von außen gegeben, auf die der Landwirth keinen Einfluß ausüben kann. Bei künſtlichen Wieſen koſtet die Düngung nichts, und wenn das Regenwaſſer bei trockener Witterung ausbleibt, ſo eröffnen wir unſere Schleußen, und erſetzen nach unſerm Gefallen das mangelnde Waſſer. Nur die zufällige, größere oder gerin⸗ gere Wärme des einen Jahres gegen das andere, macht den Un⸗ terſchied, daß bewäſſerte Wieſen nicht alljährlich einen gleichen Ertrag geben. Hieraus ergibt ſich der große Nutzen künſtlicher Wieſen, indem ihr Ertrag nicht nur allein größer, ſondern auch von der Witterung unabhängiger iſt, wie der aller andern land⸗ wirthſchaftlichen Erzeugniſſe. 18. Der erſtere Vortheil wird durch die Bewäſſerung immer erlangt, nicht aber allezeit der letztere. Nur dann aber, wenn beide erreicht werden, gibt die künſtliche Wieſe den höchſten Ertrag. 19. Das Waſſer düngt die Wieſe, wenn es aus Flüſſen und Bächen, die im Frühlinge und im Sommer bei Regengüſſen Schlamm führen, unmittelbar darauf ge⸗ leitet wird. Es hat keine, oder nur ſehr wenige nährenden Beſtandtheile, wenn es von Quellen oder Teichen herrührt, oder ſchon eine große Fläche von Wieſen überrieſelt hat, oder darauf geſtanden iſt. 20. f. des Wäſſe 21. ¹ Ueberriet 23. ſchefe Rit ohne irgen Viſſe eine 33. 1 d dsd ſen Punkte diiſen Grat iber denſelt ganz in der don jenen⸗ widde, n 4 man die wei Sch ſten Pun eines Zul dem Stro gelaſſen, itet die üter derſe gefhet, feren glc Kanals w 25. V hängend, he Paſſer das Wachs⸗ ad kräftigen ir den Wie⸗ wir ihnen en bedürfen, aſſers unter allem Nah⸗ Waſſer und einer Ueber⸗ mit großem und Wärme ien Einfluß zung nichts, usbleibt, ſo :m Gefallen oder gerin⸗ acht den Un⸗ zaͤnen gleichen en künſtlicher ſondern auch andern land⸗ Bewäſſerung Nur dann ſtlihe Vieſe eun es aus m Sommer darauf ge⸗ e nährenden zen herrühnt, errieſelt hat 105 20. Hieraus erhellet der Unterſchied der Wirkſamkeit des Waſſers, deſſen man ſich zur Bewaͤſſerung bedienet. 21. Es gibt zwei Arten der Bewäſſerung. Die Ueberrieſelung und die Ueberſtauung. 22. Die erſtere findet Statt, wenn die Wieſe eine ſchiefe Fläche darſtellt, über die ſich das Waſſer ergießt, ohne irgend wo ſtehen zu bleiben; die andere, wenn die Wieſe eine faſt wagrecht liegende Ebene iſt. 23. Die Anlage der Ueberrieſelung beſteht darin, daß das Waſſer in einem Zuleitungsgraben nach den höch⸗ ſten Punkten der Wieſen fortgeführt, und mittelſt der in dieſem Graben angebrachten Schleußen zum Austreten über denſelben genöthiget wird. Es verſinkt dann entweder ganz in den Boden, oder wird durch einen Abzuggraben von jenen Stellen, wo es ſtauet, und die es verſumpfen würde, weggeleitet. 24. Die Anlage der Ueberſtauung beſteht darin, daß man die Wieſe mit einem Damme umgibt, in welchem zwei Schleußen, die eine am höchſten, die andere am tief⸗ ſten Punkte angebracht ſind. Das Waſſer wird mittelſt eines Zuleitungsgrabens, oder auch wohl unmittelbar aus dem Strome oder Bache bei der oberſten Schleuße ein⸗ gelaſſen, waͤhrend die untere verſchloſſen iſt, ergießt ſich über die ganze Fläche, und wenn es hoch und lang genug über derſelben geſtanden iſt, ſo wird die untere Schleuße geöffnet, und die obere verſchloſſen; es ſtrömt nun in die tie⸗ feren Flächen, um ſie zu bewaͤſſern, oder wird mittelſt eines Kanals weiter unten wieder in den Bach zurückgeführt. 25. Nicht immer iſt die ſchiefe Fläche gleichförmig abs hängend, um ſie vollkommen überrieſeln zu können, und 106 häufig iſt die an den Abhang graͤnzende Ebene ſumpfig; in dieſem Falle bildet man eine gleichförmig abhängende ſchiefe Fläche, wenn man mittelſt des Waſſers im Zuleitungs⸗ graben die Erde von der Höhe in die Tiefe ſchwemmt, die Höhe erniedrigt, und die ſumpfige Tiefe erhöht. Die auf dieſe Art gebildeten Wieſen heißt man Schwemm⸗ wieſen, deren Anlegung Thaer im III. Bande der rat. Landw. S. 205 ſehr genau beſchrieben hat⸗ 26. Eben liegende Flaͤchen mit einem geringen Sei⸗ ger, der zur Ueberrieſelung zu klein iſt, die zu viel Waſſer erheiſchen, um ſie überſtauen zu können, und worin am tiefſten Orte das Waſſer zu lange und zu hoch ſtehen wuͤrde, werden im Ackerbeete mit einem hohen Rücken aufgepflügt. Das Waſſer fließt aus dem Zuleitungsgraben in eine Rinne, die längs dem Rücken eines jeden Beetes angebracht iſt, und wird durch Vorſteckbreter zum Ueberlaufen über die Beete genöthiget. Der Ueberfluß des Waſſers fließt durch die Furchen ab, und ſammelt ſich am Ende der Beete in einen quer vorgezogenen Graben, aus dem es ſich über eine neue, tiefer liegende Anzahl von Beeten ergießt. Dieſe Art der Bewäſſerung findet man meines Wiſſens nur in der Lombardeiz wo die Winterwieſen, Marcite, Prato a marcita, Prato marcitorio, auf dieſe Art angelegt ſind. Sie iſt ſehr deutlich beſchrieben, und durch Abbildungen verſinnlicht in folgendem Werke: Unterricht über die Bewäſſerung der Wieſen und Felder, nach lombardiſcher Weiſe, von Anton v. Witt⸗ mann(jetzigen Oberregenten des Herzogs Albert von Sachſen⸗Teſchen. Wien, 1810.) 27. Da die zu bewäſſernde Fläche nicht immer die nothwendige Ebene hat, ſo iſt es oft erforderlich, daß man Hügel ebnet, und Vertiefungen ausfüllt, wobei die Gras⸗ narbe zerſtört wird. So muß auch bei Schwemmwieſen, und bei der lombardiſchen Art der Ueberrieſelung oder Auf⸗ ſtauung die alte Raſennarbe ganz zerſtoͤrt werden. In die⸗ ſen Fäͤllen i ſen eine nei 26. G man auf de in den erſte Vieferfäch Die! als in Fri dahin ſtet, ſowohl als kühle und fa Samen ſicher des Frühling luch hat mat harig dorzube 39. N veder von dert ebſt ſen ſommel Stücke At men göma des heube 3o. nung liefe und die de Pfanzen, iu werden. zudie vo die Pf wechelung f zuerſt bhe unerühtt, henden Pfi Stelle 4 der äigentlie ſanmen ab ftih und y unpfig; in hende ſchiefe Zuleitungs⸗ vemmt, die. t Schwemm⸗ nde der rat. eingen Sei⸗ viel Waſſer worin am hen wurde, ufgepflügt. eine Rinne, ebracht iſt, u über die ſließt durch der Beete in es ſich über ergießt. s Wiſſens nur reite, Prato eegt ſind. Sie en verſinnlicht ung der Wieſen on v. Witt⸗ Albert von t immer die ch, daß man ei die Gras⸗ vemmwieſen/ ag oder Auf een. In die⸗ 107 ſen Fällen muß durch das Beſäen mit angemeſſenen Pflan⸗ zen eine neue Grasnarbe gebildet werden. 28. Ein Gemenge von Samen jener Pflanzen, die man auf den beſten Wieſen antrifft, wird im Herbſte, oder in den erſten Tagen des Frühlinges auf die wohl vorbereitete Wieſenfläche geſaͤet, eingeegt und niedergewalzt. Die Beſäung künſtlicher Wieſen wird ſicherer im Herbſte als im Frühlinge vorgenommen; denn alle Pflanzen, die man dahin ſäet, ſind perennirend, welche die Kälte im jugendlichen ſowohl als im erwachſenen Zuſtande vertragen können. Die kühle und feuchte Witterung des Früh⸗Herbſtes bringt ſolchen Samen ſicherer zum Wachſen, als die häufig eintretende Duürre des Frühlings, und die darauf folgende Hitze des Sommers. Auch hat man den Sommer über Zeit genug, das Feld ge⸗ hörig vorzubereiten. 29. Man erhält die hiezu nöthigen Sämereien ent⸗ weder von Samenhändlern, oder indem man ſie abgeſon⸗ dert ſelbſt kultivirt, oder zur Zeit ihrer Reife auf den Wie⸗ ſen ſammeln läßt, oder indem man die Pflanzen auf einem Stücke alter Wieſe reif werden läßt, und ſie dann zuſam⸗ men abmäht und ausdriſcht, oder indem man den Abrieb des Heubodens hiezu verwendet. 30. Die vorletzt erwähnte Art der Samengewin⸗ nung liefert mit den geringſten Koſten den beſten Samen, und die dem Boden und Klima anpaſſendſte Auswahl von Pflanzen, und verdient daher allen übrigen vorgezogen zu werden. Zu dieſem Behufe wählt man zwei Stellen in einer Wieſe, wo die Pflanzen am dichteſten und in der angemeſſenſten Ab⸗ wechslung ſtehen. Die erſtere Stelle wird gemäht, ſo wie die zuerſt blüͤhenden Pflanzen reife Körner haben, ſie bleibt dann unberührt, bis zum Spätherbſte, um den Samen der ſpät blü⸗ henden Pflanzen bei der ſpätern Mahd zu erhalten. Die zweite Stelle wird zu Ende Sommer gemäht, und liefert die Samen der eigentlichen Sommergewächſe. Alle drei Ernten werden mit⸗ ſammen abgedroſchen, und liefern eine angemeſſene Miſchung früh und ſpät blühender Wieſenpflanzen. 198 31. Zu den vorzüglichſten Wieſenpflanzen werden ge⸗ rechnet: Mehrere Arten des Wieſenrispengraſes, Poa pratensis, trivialis, annua; das engliſche Raigras, Lo- lium perenne; der Wieſenfuchsſchwanz, Alopecurus pratensis; Wieſenſchwingel, Festuca elatior; Hunds⸗ gras, Dactylis glomerata; Thimotigras, Phleum pra- tense; Trespe, Bromus mollis und arvensis; Raigras, Avena elatior; Honiggras, Holcus lanatus; Ruchgras, Anthoxanthum odoratum; rother und weißer Wieſenklee, Trifolium pratense und repens; Hopfenklee, Medicago lupulina; gehörnter Lotus, Lotus corniculata; Wieſen⸗ platterbſen, Lathyrus pratensis; Pimpinelle, Poterium Sanguisorba„Sanguisorba officinalis und Pimpinella Saxifraga; Schafgarbe, Achillea millefolium; Löwen⸗ zahn, Leontodon Taraxacum u. a. m.— 32. Neu angelegte Wieſen dürfen im erſten Jahre gar nicht, und im zweiten nur mit Schafen beweidet wer⸗ den, weil ſonſt die weiche Erde durch das ſchwere Vieh ungleich vertieft, und die gleichförmige Ebene des Bodens zerſtört würde.. 33. Die Kultur der Wieſen, zu deren Bewäſſerung oft trübes Waſſer verwendet wird, beſteht bloß und allein in der zweckmäßigen Anwendung des Waſſers, und es iſt alles Düngen und Eggen überflüſſig, weil das Waſſer genug pflanzennährende Materie mit ſich führt, und der bewäſſerte Boden für ſich locker genug iſt, und keiner Nach⸗ hülfe bedarf. Wo aber bloß klares Waſſer auf die Wieſen geleitet wird, kann dieß allein die zum reichen Graswuchs erforderlichen Beſtandtheile nicht liefern, und ſolche Wie⸗ ſen werden mit großem Vortheile gedüngt. Dieß iſt der große Vortheil der Bewäſſerungswieſen, daß ſie nebſt dem Waſſer, das ſo ſehr zum Wachsthum aller Pflanzen volhwendig verſehen wer die Oberfläc ſer voen Du hell und re läuft, und anthält, we die Vedüng des Waſers ten, Kanil 35.4 die Vieſen wären die! em Zuſtan drückt und Pfanzen, 6 derlcch und Am ver in Frhſing Schnees hoch ſo ſehr verſ thum entwe werden die ein Malun mer benitz 35. Pachethur werden, al den Reger Es l Jeit und D Alma und! vägt, daß, Pienzen bor ſet an meiſ di iſ, jem ſo widd mau Regulirung 36. Schneedet werden ge⸗ raſes, Poa aigtas, Lo⸗ Alopecurus or; Hunds⸗ Phleum pra- is; Raigras, „Ruchgras, Wieſenklee, „Medicago taz Wieſen⸗ „Poterium Pimpinella m; Löwen⸗ rſten Jahre weidet wer⸗ ſchwere Vieh des Vodenz Bewäſſerung loß und alein e, und es iſ t das Paſer ihrt/ und der keiner Nach⸗ if die Wiſſen n Graswuchs dſolche Vie⸗ ngswieſen, daß aller Pflanzen 109 nothwendig iſt, auch noch meiſtens durch daſſelbe mit Dünger verſehen werden, der mit ſehr feinen erdigen Theilen gemiſcht, die Oberfläche des Bodens allgemach erhöhet. Nur wo das Waſ⸗ ſer von Quellen herrührt, oder großen Teichen, immer völlig hell und rein von allen organiſchen Materien auf die Wieſen läuft, und außer einigen wenigen Salzen nichts in ſich aufgelöſt enthält, was den Pflanzen zur Nahrung dienen könnte, wird die Bedüngung vortheilhaft. Aus dieſem erhellet der Vorzug des Waſſers, das manchmal Schlamm führt, aus Flüſſen, Bä⸗ chen, Kanälen, gegen jenes aus Quellen und Teichen. 34. Man darf daher nie verſäumen, das Waſſer auf die Wieſen zu leiten, ſo oft es Schlamm führt, außer es wären die Pflanzen ſchon beträchtlich erwachſen, in wel⸗ chem Zuſtande ſie vom ſchlammigen Waſſer leicht niederge⸗ drückt und überdeckt werden. Auch iſt der Genuß der Pflanzen, an welchen Schlamm hängt, den Thieren wi⸗ derlich und ungeſund. Am vortheilhafteſten iſt das Bewäſſern mit trübem Waſſer im Frühlinge, wenn die Bäche beim raſchen Schmelzen des Schnees hoch und trüb gehen; denn wenn ſie die Wieſen auch noch ſo ſehr verſchlammen, ſo ſchadet dieß jetzt nichts, weil der Wachs⸗ thum entweder noch ſehr niedrig iſt, oder ſtille ſteht. Im Herbſte werden die Wieſen zur Zerſtörung der Maulwürfe und Mäuſe ein Mal unter Waſſer geſetzt. Trübes Waſſer muß man aber im⸗ mer benützen, außer die Pflanzen wären ſchon ſtark erwachſen. 35. Außer dieſem muß das Waſſer waͤhrend dem Wachsthum der Pflanzen ſo oft über die Wieſen geleitet werden, als dieſe Feuchtigkeit bedürfen, und ſie nicht durch den Regen erhalten. Es laſſen ſich daher keine allgemeinen Regeln über die Zeit und Dauer der Bewäſſerung geben, weil beide von dem Klima und der Jahreswitterung abhängig ſind. Wenn man er⸗ wägt, daß, außer der düngenden Materie, der Wachsthum der Pflanzen von einer ſchicklichen Einwirkung von Wärme und Waſ⸗ fer am meiſten abhängt, und daß um ſo mehr Waſſer nothwen⸗ dig iſt, je mehr daſſelbe durch Sonne und Wind verdünſtet wird; ſo wird man in jedem gegebenen Falle leicht ſelbſt die ſchicklichſte Regulirung der Bewäſſerung auffinden⸗ 36. Wo der Boden über Winter friert, und eine Schneedecke erhält, muß die Wieſe im Spätherbſte trocken lichſten Theil der Wirthſchaft ausmacht, der Acker in einem 1 10 gelegt werden, damit ſie nicht zu tief friere, oder ſich Eis⸗ felder darauf bilden, die ſpät erſt wegſchmelzen, und die untenliegenden Pflanzen oft tödten oder ſehr ſchwächen, und damit das im Frühlinge zerfließende Schneewaſſer allgemach und früh genug in den Boden eindringe. Nur in einem ſo milden Klima, wie jenes der Lom⸗ bardie iſt, kann man Winterwieſen anlegen. Hiezu be⸗ darf man viel Waſſer, und eine ſebr ſorgfältig angelegte, gleich⸗ förmig abhängende, in Beeten aufgepflügte Fläche, die vom Oktober bis in den März beſtändig mit Waſſer überrieſelt wird, welches den Boden vor Kälte ſchuͤtzt, und die Gräſer wachſen macht, ſo daß man hiemit den Winter über die Kühe grün füttert. Die beſte Beſchreibung dieſer Winterwieſen— Marcite— hat der Advokat Dominikus Berra in den Annali dell' agri- coltura di Filip. Ré, Tom. XI. 95 geliefert. 35. Im Frühlinge, vom Zeitpunkte des wiederkeh⸗ renden Wachsthums bis zur Blüthe, müſſen die Pflanzen reichlich gewäſſert werden; ſpäter bedürfen ſie mehr Wärme als Waſſer. 38. Nach jedem Schnitte wird die Wieſe unmittel⸗ bar darauf ſtark bewäſſert, um die Wurzeln zu erfriſchen, und zum neuen Austriebe von Stängeln und Blättern zu vermögen. 39. Eine eigene Art von Wieſen ſind die Brach⸗ oder Egartwieſen in der Koppel⸗ oder Egartenwirth⸗ ſchaft, wo der Acker, nachdem er zwei bis drei Getreide⸗ früchte abgetragen, liegen gelaſſen wird, und ohne mit Graspflanzen beſäet worden zu ſeyn, von ſelbſt ſich ſo kräftig bewächſt, daß er zwei, bis drei Jahre lang einen Heuertrag liefert, der den beſſeren Wieſen der nicht bewäſ⸗ ſerungsfähigen Niederungen gleich kömmt. 40. Solche Wieſen können nur da Statt haben, wo das Klima kühl und feucht iſt, die Viehzucht den vorzüg⸗ leſonders 1 der Ftucht Man⸗ lichen T Europch hängt von⸗ Neihe wun Egartwieſt wo kein A ſen dieſet i ger Lan Sommerwe worauf dat Wo der A0. dingt vid! Jahr kaum: frucht ein! Das Haup Tritieum re- lecern in vidd, un n laſſen wird. Weeſen eine wie auf der pid häher 41. Zuſtande ben, oder Etnährung 43.7 gerſtreuen hekömmt n dher in he oder in eine ds ſch, ni erwandel. nich hat, len, nit nie das g oder ſich Eie elzen, und de ehr ſchwächen, Schneewaſſe indringe. jenes der Lon⸗ gen. Hiezu be⸗ ngelegte, gleich⸗ läche, die vom berrieſelt wird, Graſer wachſen die Kühe grün — Mareite— nali dell' agri. es wiederkeh⸗ die Pflanzen mehr Vaͤrme ieſe unwittel⸗ zu erfriſchen, ad Blaͤttern zu d die Brach⸗ Egartenwirt⸗ drei Getreide⸗ und ohne mit 1 ſelbſt ſich ſo ahre lang eine der nicht bewiſ fatt haben w iht den vorzig⸗ Acker in einem 111 beſonders reichen Düngungszuſtande ſich befindet, und zu je⸗ der Frucht nur ein Mal gepflügt wird. Man findet dieſe Wieſen in den Gebirgsländern des ſüd⸗ lichen Deutſchlands, ſo wie allenthalben im nördlichen Europa. Ihre Moglichkeit liegt im Klima, und ihr Ertrag hängt von der Größe der Düngung ab, die der Acker in einer Reihe von Jahren erhält. Bei uns findet man die ſchönſten Egartwieſen in den Bergen und den höchſt gelegenen Thälern, wo kein Winterweitzen mehr gebauet wird. Die üppigſten Wie⸗ ſen dieſer Art fand ich im Pinzgauer Thale im Salzbur⸗ ger Lande, wo im erſten Jahre Winterrocken, im zweiten Sommerweitzen gebauet, und zu beiden Früchten gedüngt wird, worauf das Feld zwei Jahre lang wieder als Wieſe liegen bleibt. Wo der Acker drei Früchte tragen muß, und nur zwei Mal ge⸗ düngt wird, iſt der Heuertrag um vieles kleiner, und im dritten Jahr kaum mehr als eine gute Weide. Immer muß die letzte Frucht ein Sommergetreide, und friſch gedüngt worden ſeyn. Das Hauptgras dieſer Wieſen ſind die Quecken, der Baier, Triticum repens, der während der Benützung dieſer Felder zu Aeckern in ſeinem Wachsthum nur unterdrückt, nie aber zerſtört wird, und mit Mächtigkeit austreibt, ſo wie der Acker leer ge⸗ laſſen wird. Außer den Quecken findet man aber auf dieſen Wieſen eine faſt eben ſo große Mannigfaltigkeit von Pflanzen, wie auf den beſtändigen Wieſen, und das Heu dieſer Egarten wird höher geſchätzt, wie das der beſtändigen Wieſen. 41. Das Gras der Wieſen wird entweder im grünen Zuſtande den Thieren bei der Sommerſtallfütterung gege⸗ ben, oder es wird gemaͤht, getrocknet, und dient zu ihrer Ernaͤhrung im Winter. 42. Wenn man das Gras nach dem Maͤhen durch Zerſtreuen und mehrmaliges Wenden ſchnell trocknet, ſo bekömmt man ein grünes, wohlriechendes Heu; wird es aber im halbfeuchten Zuſtande in einer Triſte aufgehäuft, oder in eine Scheuer geführt, und feſt eingelegt: ſo erhitzt es ſich, wird in eine feſte, braune, torfähnliche Maſſe verwandelt, die einen eigenthümlichen, brotähnlichen Ge⸗ ruch hat, den Thieren, wenn ſie ſich daran gewoͤhnt ha⸗ ben, nicht unangenehm, und faſt eben ſo gedeihlich iſt, wie das grüne Heu. 112 43. Ueberall, wo die Witterung das Trocknen des Graſes nach dem Mähen nicht gar zu langwierig und zu unſicher macht, iſt es gerathener, grünes Heu zu machen; nur wo die Lage und Witterung dem Trocknen im Allgemei⸗ nen zu ungünſtig iſt, und es zu ſehr gefährdet und koſt⸗ ſpielig macht, hält man es für vortheilhafter, braunes Heu zu machen. In einem großen Theile der Schweiz, ſo wie in eini⸗ gen Thälern von Salzburg wird braunes Heu gemacht. Wenn das Gras gemäht iſt, wird es bald darauf ausgeſtreuet, Nachmittags gewendet, und bei warmer Witterung ſchon am Abende oeſſelben Tages, ſonſt aber am folgenden Tage eingeführt, nachdem es am erſten Tage in Haufen zuſammengerecht, und am zweiten wieder geſtreuet worden war. Wenn es nur ſo weit abgetrocknet iſt, daß eine kräftige Mannsfauſt keine Feuchtigkeit aus ſolchem Heue preſſen kann, ſo hält man es ſchon für trocken genug, um ſich im Haufen nicht mehr zu entzünden. Man führt es im Salzburgi ſchen in kleine, niedrige Schupfen, worin es feſt getreten wird, ohne welche es ſonſt ſchimmelig würde. Das Heu erhitzt ſich ſogleich, und erhält einen ſehr bedeutenden Wärmegrad; es verdampfet hierbei die in den Pflanzen vorfindige Feuchtigkeit, und die obere Lage eines ſolchen Heuſtoßes iſt ganz naß, und verdirbt, wenn man ſie nicht mit Laub oder Stroh bedeckt, was nun an deſſen Stelle ſchimmelig wird. Ich unterſuchte eine ſolche Heuſchupfe am iſten Oktober 1811, und fand das Heu noch ungefähr 280 R. warm, nachdem es ſchon ſeit den letzten Tagen des Juli da gelegen hatte. Erſt im December verliert ſich die Wärme ganz, oder mit andern Wor⸗ ten, hört der Gährungsprozeß auf. In wiefern das braune Heu vom grünen unterſchieden ſey, in Hinſicht ſeiner Nahrungsfähigkeit und ſeines Geſchmackes, konnte ich nicht genau erheben. Daß es aber weniger werth ſey, iſt man allgemein der Meinung⸗ 46. Der Ertrag der Wieſen iſt eben ſo veränderlich, als die Umſtände, welche beſtändig oder vorübergehend das Wachsthum der Pflanzen begünſtigen oder demſelben hinder⸗ lich ſind. Bewäſſerte Wieſen geben den höchſten Ertrag in warmen Ländern; einen viel geringeren, bei gleichen übri⸗ gen Umſtäaͤnden, in kalten Gegenden. Natürliche Wieſen hängen größten Theils von einer paſſenden Frühlingswit⸗ terung ab. G Trock d dingte Wi bis 40 Zer dbet kaum der Jahre t Pieſen lin Bewit⸗ fönnen ſie glüſſen bert⸗ netden, ſod zentner. Dieb Vieſe von G hodewilen Zau Pfund 9. Meine,t ten und nicht Wieſen gude do Zentner dn den ader we baue in dern der Cgartwu aber viel gi du(. müller Wieſe 6,18 Daß Joch in zu Erfahrung; ſollen, wie dnkt mir 1 Viltſhir werden ſoller Chaers? Scuh hohen Dent man an, daß bein Hühe gega do hentner vie dir Er Durga deh Trocknen des wierig und zu u zu machen; im Allgeme⸗ rdet und koſt⸗ ter, braunes ſo wie in eini⸗ Heu gemacht. f ausgeſtreutt, ung ſchon am gee eingeführt, gerecht, und s nur ſo weit te Feuchtigkeit on für trocken eine, niedrige lche es ſonſt , und erhält thierbei die in ere Lage eines wenn man ſie an deſſen Stelle iſten Oktober varm, nachdem hatte. Erſt im it andern Vor⸗ unterſchieden ſeh, es Geſchmackes, weniger werth o veränderlc übergehend das emſelben hinder iſten Ertragm i gleicen ite⸗ türliche Wiſen n Frühlingzui⸗ 113 Trockene, nicht bewäſſerungsfähige und nicht ge⸗ düngte Wieſen liefern unter günſtigen Verhältniſſen 30 bis 40 Zentner Heu und Grummet vom Joche: man kann aber kaum mehr als 20 bis 30 Zentner im Durchſchnitte der Jahre rechnen. Gedüngte und übrigens gut gelegene Wieſen liefern aber 50— b0 Zentner. Bewäſſerte Wieſen geben im Geringſten 40 Zentner; können ſie aber mit trübem Waſſer unmittelbar aus den Flüſſen bewäſſert, oder mit Jauche oder Stallmiſt gedüngt werden, ſo liefern ſie in drei Schnitten wohl g0 und mehr Zentner. 4 9 Die beſte, im Oderbruche gelegene, aber nicht bewäſſerte Wieſe von Guſow gab ihrem Eigenthümer, dem Gra fen Podewils, 4152 Pfund pr. Joch. Die im Oderbord gaben 3314 Pfund, und die im Gefrei und Stuttgarten 3114 Pfund. Meine, an den Ufern der Glan liegenden, nicht bewäſſer⸗ ten und nicht gedüngten, wohl aber manchmal überſchwemmten Wieſen gaben in den Jahren 1813, 14, 15, 16, von 40 bis 50 Zentner Heu und Grummet; in den folgenden trockenen Jah⸗ ren aber nicht die Hälfte deſſen. Sſchiffeli ſagt(von der Stallfütterung und vom Klee⸗ baue in der Schweiz. Bern, 1789. S. 31), daß der höchſte Ertrag der Egartwieſen um Bern 4155 Pf. pr. Joch; 20 bis 28 Zentner aber viel gewöhnlicher ſeyen. Zu Gais, im Appenzeller Lande, rechnet Stein⸗ müuller(a. a. O. H. Th. 283), von einem Joche gedüngter Wieſe 6,14 Kubikklafter Heu und Grummet pr. Joch. Daß bewäſſerte und gedüngte Wieſen 60— 70 Zentner pr. Joch in zwei bis drei Schnitten liefern, weiß ich aus eigener Frfahrung; daß ſie aber mehr als 100, ja gar 200 Zentner geben ſollen, wie Herr von Wittmann(a. a. O. S. 50) ſagt, dünkt mir unmöglich: denn die berühmte langgraſige Wieſe in Wiltſhire, deren Grasſtängel 16, ja einige ²2 Schuh hoch werden ſollen, liefert in zwei Schnitten nur 15352 Pf. pr. Joch. (Thaers engl. Landw. III. Th. 531); und unſere 5 bis 3 ½ Schuh hohen Rockenfelder geben nur 33— 40 Zentner Stroh⸗ Denkt man ſich eine doppelte Ernte von Stroh, und nimmt man an, daß bei der Wieſe das an Blättern erſetzt wird, was an der Höhe gegen das Rockenſtroh fehlt; ſo kommen doch erſt 66 bis 80 Zentner pr. Joch. 1 *45. Der Werth des Heues iſt eben ſo verſchieden, wie der Ertrag der Wieſen. Der erſte Schnitt iſt nahr⸗ Burgers Lehrb. d. Landw. 11. Bd. 8 114 hafter wie der zweite, und dieſer nahrhafter wie der dritte. Das Heu der trockenen Wieſen iſt gehaltvoller wie jenes der bewäſſerten, und überhaupt um ſo beſſer, je mehr die ſüßen Grasarten in demſelben vorwalten. Saures Heu hat im günſtigſten Falle nur die Hälfte des Werthes vom ſüßen. Je mehr das Wachsthum der Pflanzen durch Waſſer beför⸗ dert wird, je geringer iſt der verhältnißmäßige Antheil von Koh⸗ len⸗ und Stickſtoff in demſelben, und um ſo weniger nährt ein gegebener Theil derſelben. Wie ſehr in dem ſchnellwüchſigen Sumpfholze: Weiden und Erlen, der Waſſerſtoff gegen den Koh⸗ lenſtoff vorwalte, um wie viel ſchneller das Wachsthum der Bäume überhaupt, dafür aber lockerer im Gefüge oder von geringerer ſpezifiſcher Schwere, in feuchten Gegenden gegen trockene ſey, weiß jeder Forſtmann. Gebirgsheu iſt ausgiebiger, wie jenes der Ebenen oder Thäler, und es iſt eine allgemeine Erfahrung, daß das Heu von trockenen Jahren mehr ausgibt, wie jenes von naſſen. Aus dieſem erhellet, daß der Werth des Heues gegen Getreide ſehr veränderlich ſeyn müſſe. Wüßte man, wie ſich die Nahrungsfähigkeit des gegebenen Heues gegen irgend eine Ge⸗ treideart verhielte, ſo könnte man den Geldwerth deſſelben an⸗ geben; da uns aber hierüber noch zu wenig vergleichende Erfah⸗ rungen zu Gebote ſtehen, ſo müſſen wir uns mit dem begnügen, was im Allgemeinen angenommen wird. Thaer(Rat. Landw. III. Th. 238) ſetzt den Werth eines Zentners guten Heues gleich 5,61 Maßl,= 0,35 Metzen Rocken; des ſchlechteren 4,23 Maßl,= 0,26 Metzen. Wird ein Metzen Rocken zu 1 fl. 30 kr. Conv. Geld angenommen, ſo wäre der Zentner guten Heues 31 ½, und des ſchlechteren 28,8 Kreuzer werth. Die Werbungskoſten erheiſchen nach Podewils(a. a. O. I. Th. 101) für 10 Zentner 2 ½ Perſonen. Nach meinen Erfahrungen kömmt faſt das Gleiche heraus, denn bei mir ſind auf ein Joch Wieſe, die beim erſten Schnitt 27 Zentner Heu lie⸗ fert, erforderlich: zum Maͤhen 2,07, zum Trocknen und Auf⸗ laden 3,51, zum Führen und Toßen 1,59, zuſammen 7,17 Tag⸗ werke von Menſchen, und 0, 42 von Pferden. Das beträgt für 10 Zentner 2,65 Perſonen und ½ Pferd, und für 40 Zentner, dem Ertrage eines Joches, ſind 10,6 Menſchen und ⅛ Pferde⸗ tagwerke erforderlich. Koſtet die Unterhaltung der erſtern 20 kr., der letztern 1 fl. des Tages: ſo ſind von 21 fl., dem Rohertrage von 40 Zentnern, à 31 ½ kr., A fl. 3 kr. abzuſchlagen, und es bleiben Reinertrag 16 fl. 57 kr., wenn man für Wieſenkultur gar nichts in Anrechnung bringt. Ein Joch Ackerland, das man all⸗ jährlich auf 15 Metzen Rocken Rohertrag rechnen könnte, gehört zu dem beſſeren. Hievon müſſen für Saat 3 Metzen, und für Kultur, Schnitt und Dreſchen 6 Metzen, zuſammen 9 abgezogen werden, bleiben 6 Metzen, à fl. 30 kr., zuſammen 9 fl. Es verhalten ſich aber 16 fl. 57 kr. zu 9 fl., wie 100 zu 53, und es — demnach da derlei 8 ouaht w glleich. de nur a hringung Janf ſe ahſrtt; aber dr 6 Piſſenſch lalleger vi pläten ſaſßm zuf demſelbie ſüdruend, 1 tinige Jah u Jii, und i P hſeher. 4. 4 Verſchied: wächſe/ wächſe, Früchte 4. Vyn 1. treddearten lanzen g. 2. V der hafen har. Gon das Heni 44 pflanze, d ie der dritte er wie jenes je mehr die res Heu hat vom ſißen. Waſſer beför⸗ theil von Koh⸗ iger naͤhrt ein hnellwüchſigen egen den Koh⸗ n der Baͤume du geringerer trockene ſey, wie jenes der ahrung, daß te jenes von Heues gegen wie ſich die nd eine Ge⸗ deſſelben an⸗ hende Erfah⸗ im begnügen, n Werth eines Retzen Rocken; ird ein Metzen „ſo wäre der 1 38,8 Kreuzet ewils(a. a. Nach meinen n bei mir ſind entner Heu lie⸗ knen und Auf⸗ men 7,17 Tag⸗ Das beträgt für ür 40 Zentner, und ½ Pferde⸗ erſtern 20 kr., dem Rohertrage hlagen, und es zeſenkultur gar „das man all⸗ könnte, gehört deten, und für en abgedogen nmen 9 fl⸗ zu 53, und 6 115 iſt demnach ein Joch ſolcher Wieſe faſt ſo viel werth, wie zwei Joch derlei Aecker, denn für das Stroh darf nichts in Anſchlag gebracht werden, weil ſich dadurch die Düngerverwendung aus⸗ gleicht. B. Von der Kultur der zeitweiligen Futterfelder. 1. Zeitweilige Futterfelder nennt man jene, die nur vorübergehend und nicht für immer zur Hervor⸗ bringung von Futterpflanzen beſtimmt ſind. Jede Pflanze dauert nur eine beſtimmte Zeit, nach welcher ſte abſtirbt; und in ſo fern ſind alle Pſlanzen nur zeitweilig. Weil aber die Gräſer und die übrigen Pflanzen unſerer Weiden und Wieſen ſich theils durch Samen, größtentheils aber durch Wur⸗ zelableger vermehren und fortpflanzen; ſo findet man auf dieſen Plätzen faſt immer dieſelben Pflanzen, wenn auch nicht immer auf demſelben Orte, und wir nennen ſie deßwegen perennirend, fürdauernd, wenn auch die individuelle Pflanze nur ein oder einige Jahre dauert. Jede Futterpflanze, die nur für einige Zeie, und nicht beſtändig, daſſelbe Feld einnimmt, gehört demnach hieher. 3. Die Futterpflanzen werden nach ihrer natürlichen Verſchiedenheit eingetheilt in Graͤſer, Schotenge⸗ wächſe, krautartige Pflanzen, Knollenge⸗ wächſe, Gemüsarten, Wurzelgewaͤchſe und Früchte. a. Von der Kultur der grasartigen Futter⸗ pflanzen. 1. Aus dieſer Pflanzenklaſſe werden mehrere Ge⸗ treidearten und einige perennirende Grasarten als Futter⸗ pflanzen gebauet. 2. Von den erſteren gehören hieher: der Rocken, der Hafer, der Mais, der Pfennich und der Mo⸗ har. Von den letzteren: das franzöſiſche Raigras, das Honiggras, der weiße Windhalm u. a. m. 3. Der Rocken iſt eine ſehr vorzügliche Futter⸗ pflanze, die im Herbſte und Frühlinge eine reiche Weide, 8* 116 und wenn ſie im Frühlinge nicht beweidet wird, zu Ende April einen ſehr anſehnlichen Schnitt für die Stallfütterung liefert, wo noch keine andere Pflanze ſo weit erwachſen iſt. Säet man in der erſten Hälfte des Juli Sommerrocken nach Winterrocken, oder früh weggebrachte Wicken, ſo er⸗ wächſt er noch bis zum Blühen und liefert für den Winter eine große Menge ſtrohähnlichen Heues. Von vorzüglichem Nutzen iſt der Winterrocken bei der Stallfütterung der Kühe, und als Frühlingsweide für die ſäu⸗ genden Mutterſchafe. Wird er abgemäht, ſo beſtellt man das Feld mit einer angemeſſenen Sommerpflanze; wird er aber bloß abgeweidet, ſo läßt man ihn wieder bewachſen, er treibt neu aus und gibt dann eine ſpätere und kargere Körnerernte. Der Sommerrocken als Futterpflanze iſt kaum gekannt und verdient doch alle Aufmerkſamkeit. 4. Der Hafer iſt im Gemenge mit Wicken eine der gewöhnlichſten Futterpflanzen, die allen Thieren ſehr an⸗ genehm und gedeihlich iſt. In jenen Gegenden, wo der Klee entweder gar nicht fortkömmt oder häufig mißräth, iſt dieß Gemenge deſſen Stellvertreter, und bei der Stall⸗ fütterung kann man ihrer auch, nebſt dem Klee, kaum entbehren. In ganz Kärnten wird in die Stoppeln eines Theiles des Winterrockenfeldes bis zum 20. Juli Hafer mit Wicken ge⸗ ſäet, welches Gemenge bis zum October mbis 1½ Schuh hoch erwächſt, und nun entweder abgemäht und zu Hauſe eingefüttert, oder auf Stangen getrocknet, oder, was am gewöhnlichſten iſt, durch Ochſen und Kühe, die man auf dieſe Felder heftet— Ab⸗ tüdern— verzehrt wird. 5. Der Mais iſt die wichtigſte Futterpflanze, die im Ertrage und dem innern Werthe alle andern übertrifft. Wo der Winterrocken gewöhnlich im erſten Drittel des Juli reif wird, da kann man ihn mit dem größten Vortheile in die Stoppeln dieſes Feldes ſäen; dort aber, wo der Rocken erſt im letzten Drittel des Juli reift, muß er Anfangs Mai geſaͤet werden. Die Kultur dieſer Pflanze beſteht darin, daß man ſie kraut, das d Joll daß auf Saat fir Pflanzen blüßen an feüher, n wenig zue gu hart n⸗ Vill ſo miß ſe legen und det und a der rvken geſe 65o lis 50 36 Jentner acen 15) Rih pflanze find pflanze, i Andrés Jiitdes vergrößern übrigen w Boden ihr b. Futter, de das Klime und hinlaän Pinterrock kommen, rnth uun ſ „/ 7 pſlanze hi d, zu Ende allfütterung wachſen iſ. mmerrocken ſcken, ſo er⸗ den Winter zcken bei der für die ſäu⸗ Olt man das er aber bloß er treibt neu rernte. Der und verdient en eine der nſehr an⸗ en, wo der ig wißräth, ider Staln⸗ Klee, kaum eines Theiles nit Wicken ge⸗ Schuh hoch ſe eingefüttert, pöhnlichſten iſ heſtet— Ah⸗ rpflanze, die ern übertrift. ittel des Juli Vortheile in vo der Rocken Anfangs Mi daß man ſe 117 in 18 Zoll weite Reihen, aber dicht in der Linie drillt, ſo daß auf 1 ½ Zoll ein Korn fällt, wornach 2 ½ Metzen Saat fuͤr das Joch erforderlich iſt. Später werden die Pflanzen behackt und behäuft, und wenn die Rispen zu blühen anfangen, ſo iſt es Zeit ſie abzuſchneiden; nicht früher, weil ſie ſonſt noch zu klein ſind und der Saft zu wenig zuckerig iſt; nicht ſpater, weil die Stängel ſonſt zu hart werden. 4 Will man dieſe Pflanze für den Winter bewahren, ſo muß ſie nach dem Schnitte erſt eine Weile am Boden liegen und welken, worauf man ſie in kleine Garben bin⸗ det und auf Stangen haäͤngt, um ſie vollends abzudörren. Der Ertrag eines wohl kultivirten, nach Winter⸗ rocken geſäeten Futtermais beträgt im günſtigſten Falle 450 bis 500 Zentner pr. Joch; im ungünſtigſten 326 bis 287 Zentner im grünen Zuſtande. 100 Pf. grüne Pflanzen geben 16 Pf. trockenes Futter. Nähere Angaben über die Vortheile des Mais als Futter⸗ pflanze findet man in meinem Aufſatze:»Der Mais als Futter⸗ pflanze,« in Thaers neuen Annalen, III. Bd. 1812; und in Andreé's ökon. Neuigk. Dezember 1811. Ich habe ſeit dieſer Zeit das Vergnügen, die Kultur dieſer Futterpflanze ſich alljährlich vergrößern zu ſehen, und Jedermann überzeugt ſich, daß ſte allen übrigen weit vorgezogen zu werden verdient, wo Klima und Boden ihr zuſagen. 6. Der Pfennich liefert eine große Menge von Futter, das im trockenen Zuſtande ſehr geſchätzt wird. Wo das Klima warm genug, und der BZoden friſch gedüngt und hinlänglich locker iſt, da wird er in die Stoppeln des Winterrockens geſäet, im Herbſte noch bis zur Blüthe kommen, und gibt als Nachfrucht einen trefflichen Vor⸗ rath von Futter für den Winter. 7. Der Mohar, Panicum germanicum, ein Un⸗ kraut, das in jedem Acker vorhanden iſt und als Futter⸗ pflanze hin und wieder kultivirt wird, muß in wärmeren 118 Gegenden dem Mais und Pfennich, in kälteren dem Hafer⸗ und Wickengemenge nachgeſetzt werden. 8. Das franzöſiſche Raigras, Hafergras, Avena elatior, eine in allen Wieſen vorkommende Gras⸗ art, verdient in vieler Hinſicht die Aufmerkſamkeit des Landwirthes. Die Pflanze wächſt hoch und gibt eine Menge Futter; ſie wächſt ſehr ſchnell, kann ſehr zeitlich im Frühlinge und dann noch zweimal gemäht werden; ſie dauert fünf und mehr Jahre, und wenn man ſie reif wer⸗ den läßt, ſo gibt ſie leicht zwölf Metzen Samen vom Joche. Dagegen aber wird ſie von den Thieren im grünen ſowohl als trockenen Zuſtande nicht ſehr gerne gefreſſen, ſie iſt trocken und ſcheint geſchmacklos zu ſeyn. Sie erheiſcht ei⸗ nen mürben, mehr los als bindigen Boden, der von Na⸗ tur reich an Humus, oder ſonſt wohl gedüngt worden iſt. Eine geſchützte Lage, feuchte Luft, vor allem aber die Be⸗ wäſſerung, bringen ſie zum größten Wachsthume. Der Same dieſer Pflanzen wird im Frühlinge mit einer Sommer⸗Haferfrucht ausgeſäet und eingeegt, und im folgenden Jahre gibt das Feld ſchon zwei Schnitte, im dritten Jahre iſt der Ertrag der höchſte, der nun immer wieder abnimmt, weil einzelne Stöcke ausſterhen. 9. Das Honiggras, Holcus lanatus, gibt einen ſehr dichten Raſen, viele Blätter, einen nicht unbedeu⸗ tenden Ertrag an Heu, und eine reiche Herbſtweide; allein der Geſchmack dieſes Heues iſt den Thieren nicht ſehr angenehm, und ſie freſſen es für ſich allein nur ungern, und in dieſer Hinſicht verdient die Pflanze kaum die man⸗ cherley Lobſprüche, die ihr hin und wieder gegeben werden. 10. Der weiße Windhalm, Agrostis alba, das Fioringras der Engländer, wird als eine Grasart angerühmt, die alle andern am Heuertrage um das Dop⸗ palt und ütrigen ue und Wintin Schnee in werden. Nan welhen E loſen, tto richt gedeitn ſehr tauun Auszuge ins S. bog dict 11. 41 engliſcht ſchingen Phleum pr damit Futt öſee Ertog le Anlegung b. Von Aus die Wich Esparz 5 1.„ Ponüge. derricht läßt als. ben Aier ter, das und inden tieles Un dem Hafer⸗ afergras, nende Gras⸗ ſamkeit des iĩ gibt eine ſehr zeitlich werden; ſe ſie reif wer⸗ vom Joche. inen ſowohl ſen, ſie iſt erheiſcht ei⸗ er von Na⸗ worden iſt. ber die Be⸗ ne. rühlinge mit ngeegt, und Schnitte, im „nun inmer ken. s, gibt einen icht unbedeu⸗ weide; allein n vicht ſehr nur ungern, um die man⸗ eben werden. rostis alha, eine Grasart im das Doß⸗ 119 pelte und Dreiſache übertreffen, und vom Rindviehe den übrigen vorgezogen werden ſoll. Er bleibt den ganzen Herbſt und Winter über grün, und kann nach weggeſchmolzenem Schnee im Frühlinge ſogleich vom Felde weg verfüttert werden.. Man findet dieſe Pflanze bei uns in feuchten Wieſen; aus welchem Standort ſich ihre Natur errathen läßt, wornach ſie in loſen, trockenen Boden, oder in einem trockenen, warmen Klima nicht gedeihen wird. In Irland und Dänemark hat man ſehr gelungene Verſuche mit ihrer Kultur gemacht, die in einem Auszuge in dem erſten Bande der Möglin'ſchen Annalen der Landw⸗ S. 6o0g erzählt werden.. 11. Außer dieſen hat man noch hin und wieder das engliſche Raigras, Lolium perenne, den Wieſen⸗ ſchwingel, Festuca elatior, das Wieſenlirſchgras, Phleum pratense u. a. m. für ſich allein ausgeſäet, um damit Futterfelder anzulegen; man hat ſich aber überzeugt, daß ſie gegen die übrigen Futterpflanzen einen zu geringen Ertrag liefern, und ſie werden jetzt nur im Gemenge zur Anlegung künſtlicher Wieſen verwendet. b. Von der Kultur der ſchotentragenden Fut⸗ terpflanzen. Aus dieſer Pflanzenklaſſe werden bei uns kultivirt: die Wicken, der rothe Klee, die Luzerne und die Esparzette. 1. Die Wicken. 1. Die Wicke hat als Futterpflanze ſehr weſentliche Vorzüge. Sie verträgt jedes Klima und jeden Boden, der nicht ſumpfig oder ganz entkraͤftet iſt. Sie wächſt ſchnell, läßt als Vor oder Nachpflanze eine doppelte Ernte deſſel⸗ ben Ackers zu, gibt einen anſehnlichen Ertrag an Fut⸗ ter, das allen Hausthieren angenehm und gedeihlich iſt, und indem ſie den Boden unter Schatten ſetzt, vertilgt ſie vieles Unkraut, und erhält ihn mürbe. 130 Sie wird in Italien und im nördlichen Deutſch⸗ lande gebauet. Man findet ſie im Sand⸗ und Thonboden, nur daß ſie im erſtern Falle ein feuchtes, kühles Klima erheiſcht, im letztern ein trockenes verträgt. In nicht gar kalten Gegenden werden nach früh geſäeten Wicken Rüben gebauet; anderswo kom⸗ men ſie nach Winterrocken in den Acker, und gewähren im Spät⸗ herbſte eine treſfliche Fütterung. Für trockene Gegenden, die dem rothen Klee nicht zuſagen, und zu kalt oder zu mager für die Lu⸗ zerne oder den Mais ſind, iſt ſie die vortheilhafteſte Futterpflanze. 2. Sie wird faſt immer in Mengung mit Hafer als Futterpflanze gebauet. Die Urſachen haben wir bereits oben(§. III. B. 3.) angegeben. 3. Sie erfordert zwar nicht friſchen Dünger, verträgt ihn aber gar wohl, und der Ertrag wird oft um das Dop⸗ pelte dadurch erhöhet. 4. Man ſäet auf das Joch 2 ½ Metzen Wicken, oder 2 ½ Metzen Hafer und 1 ½ Metzen Wicken. 5. Wenn ſie gleich nach dem Verblühen gemäht und zu Heu getrocknet werden: ſo bekömmt man von 30 bis 50 Zentner vom Joche. Arthur Young rechnet auf mittelmäßigen Boden 1 ½ bis 2 Tonnen Heu pr. Acker;= 3444 bis 5756 Pf. pr. Joch. Thaer gibt an als Ertrag für das Joch, bei friſcher Düngung 3775 Pf.; wenn aber nicht friſch gedüngt worden, der Acker aber noch ſonſt in guter Kraft ſey, 2265 Pf. Heu.(Nat. Landw. I. Th. 264.) Herr Nöldechen erhielt 4040 Pf. Heu pr. Joch(Nieder⸗ ſächſiſche Annal. d. Landw. 5. B. 380); allein der Herr A. von Eſſen nimmt ſür das gedüngte Land nur 7200 Pf. Grünfutter für den Berl. Morgen an= 138 Zentner pr. Joch, wobei er wahr⸗ ſcheinlich ſehr ſchlechten Sandboden vor Augen hatte(Thaers Annalen 6. B. 630). Ein genauer Verſuch, den mein verſtorbener Freund, der Chorherr Mayer zu St. Florian in Oeſterreich, über den Ertrag des Wickengemenges anſtellte, verdient hier angemerkt zu werden. Ein Joch Acker ward mit 433 Pf. Stalldünger über⸗ führt, gepflügt, und am 8. April 1811 mit 4 Metzen eines Gemenges von Wicken, Erbſen und Hafer beſäet. Im grünen Zuſtande nach dem Verblühen betrug die Pflanzenmaſſe 240 Zentn. Vorſichtig getrocknet verloren die grünen Pflanzen 0,7666. Ein gob vortit gend faſt a heued. 1. 4 ganze nin Sie bedau väͤchſt ſch ſczon ihren Erag an 2 nen zuſtanil den Fruch V ang höch und bereich noch durh nach i kon in deſeden kühlen Fr ab, daßer tigkeit hat linge des bildung ſe heit des O an Stäng R Klets eniſch ten und hot Iahte geh Kee känen in den Be Süden dth trieben hat ſen iſt, wi leichter R von einem n deutſc⸗ onboden, nur erheiſcht, im ten Gegenden nderswo kom⸗ hren im Späi⸗ nden, die dem er für die Lu⸗ Futterpflanze Hafer als „) angegeben. e, vertraͤgt das Dop⸗ ſcken, oder gemäht und en 30 bis 50 en Boden 1 ½ df. pr. Joch. c, bei friſcher dungt worden, f. Heu.(Nat. Joch(Nieder⸗ Herr A. von Grünfutter für oobei er wahr⸗ te(Thaers Freund, der rr ei ch über hier angemerkt ldünger uͤber⸗ Metzen eines Im grünen aſſe 240 Zentn. 0,7666. Ein 1 21 Joch vortrefflicher Märgelboden, wie er in jener Ge⸗ gend faſt allgemein iſt, gab daher 56 Zentner wohlgetrockneten Heues. 2. Der Klee. 1. Der Klee, Trifolium pratense, iſt für das ganze nördliche Europa die wichtigſte Futterpflanze. Sie bedarf keiner außerordentlichen Vorbereitung des Bodens, wächſt ſchnell, erreicht im zweiten Jahre nach der Saat ſchon ihre vollkommene Ausbildung, gibt einen ſehr großen Ertrag an Futter, das allen Thieren im grünen und trocke⸗ nen Zuſtande gleich angenehm und gedeihlich iſt, paßt in jeden Fruchtwechſel, indem ſie den Acker nur ein Jahr lang, höchſtens zwei einnimmt, erhält ihn mürbe und rein, und bereichert ihn durch die abfallenden Blätter, mehr aber noch durch die großen, ſaftigen Wurzeln ſo ſehr, daß jede nach ihr kommende Pflanze üppiger wächſt, als wenn ſie in denſelben Acker um ein Jahr früher wäre geſäͤet worden. 2. Der Klee fordert ein Klima mit einem feuchten und kühlen Frühlinge; denn ſein ganzes Gedeihen hängt davon ab, daß er im Frühlinge des erſten Jahres hinlängliche Feuch⸗ tigkeit habe, um zu keimen und aufzuwachſen, und im Früh⸗ linge des zweiten Jahres iſt ihm dieſe Witterung zur Aus⸗ bildung ſeiner Wurzeln nothwendig, wenn er der Trocken⸗ heit des Sommers widerſtehen, und einen großen Ertrag an Stängeln und Blattern abwerfen ſoll. Iſt der April und Mai trocken, ſo iſt das Mißrathen des Klees entſchieden, und aller Regen in der Folge kann keinen dich⸗ ten und hohen Kleewuchs mehr hervorbringen. Warme und naſſe Jahre geben den reichſten Kleeertrag. Uebrigens erheiſcht der Klee keinen beſondern Grad von Wärme, denn er gedeiht bei uns in den Bergen von 3000 Fuß Höhe, in ſonniger und gegen Süden abhängender Lage. So lange er noch keine Stängel ge⸗ trieben hat, verträgt er jede Kälte; ſo wie er aber mehr erwach⸗ ſen iſt, wird er für dieſelbe empfindlich, und wenn ihm auch ein leichter Morgenfroſt nicht offenbar ſchadet, ſo werden die Blätter von einem größeren Kältegrad immer getödtet. 3. Er fordert einen gebundenen Boden, und kommt in einem loſen nur dann gut fort, wenn ihm die klimati⸗ ſchen Verhältniſſe beſonders zuſagend ſind. Ein kräftiger Gerſtenboden iſt ihm in den meiſten Gegen⸗ den von Deutſchland der zuſagendſte. Iſt der Boden loſe: ſo muß dafür die Feuchtigkeit des Klima größer ſeyn; und umgekehrt finden wir ihn auch in einem ziemlich trocknen Klima noch fort⸗ kommend, wenn der Boden Bindung genug hat, Weitzen mit Vortheil zu tragen. 4. Kalkhaltiger Boden bringt bei gleichen übrigen Umſtänden einen gewiſſeren und ſicheren Ertrag an Klee, als kalkloſer. Es iſt eine allgemeine Beobachtung, daß ſich der Klee in einem natürlichen Märgelboden durch die Ueppigkeit ſeines Wuch⸗ ſes beſonders auszeichnet. Eben ſo weiß man, daß er in die ge⸗ märgelten Sandäcker ſogleich geſäet werden kann, und wohl fort⸗ kömmt, die früher für Klee untauglich befunden worden. Viel⸗ leicht liegt es in dem geringen Kalk⸗ oder Gypsgehalte einiger Aecker, daß er da einige Jahre nur einen reichen Ertrag liefert, und wenn dieſer Kalk oder Gyps aufgelöſt und eingeſaugt wor⸗ den, ſo lange kümmerlich wächſt, oder ganz verungluͤckt, bis nach einer längeren Reihe von Jahren ſich durch die Düngung wieder Kalk oder Gyps genug im Boden geſammelt hat, um dem Klee⸗ wuchſe zureichend zu genügen. Vielleicht iſt der Gyps ein Mittel, das Gerathen des Klees im kalkloſen Boden mehr zu ſichern. 5. Er fordert einen tief gelockerten und mit Humus wohl erfüllten Boden. In ſeicht gepflügten Aeckern verſpricht die Pflanze bei gün⸗ ſtiger Witterung oft recht viel im Herbſte des erſten Jahres: aber im folgenden, dem eigentlichen Ertragjahre, fängt ſie bei ungünſtiger Witterung ſchnell an zu kränkeln, und gibt überhaupt nie jenen großen Ertrag, wie tief gepflügter Boden, in dem die Wurzeln mit Leichtigkeit eindringen können, und worin ſie vor Trockniß und zu vieler Feuchtigkeit geſchützt ſind. Noch weniger aber kömmt der Klee in mageren Böden fort, und bis dieſer nicht durch reichliches Düngen in einen ſolchen Zuſtand verſetzt wor⸗ den, daß er in ſeiner Kategorie als gut erklärt werden kann, darf man von ſeiner Kultur ſich keinen günſtigen Erfolg verſprechen. 6. Auch muß der Acker, in den er geſaͤet wird, durch die vorausgegangene Bearbeitung deſſelben in einen möglichſt gereinigten und gelockerten Zuſtand gebracht worden ſeyn. Der 8 durch das Un druct weiden vorbereitende paßt der Ke und in der⸗ ſten nach ein Mais, Bohr Kalturzatbel den ſeyl In aud Portheil; der veggebrachen Unkraute einge daß magerer. fulltiſ. An der Acker nic der Somme ſarkgedüöngte den racchlich 8.L Je er in Vode findet, und den. In ſpätere geh ſpäter, od lingsſaat n in Juli, auszuſden: 9 tet⸗ oder andere Ac Vot mehrmalge ſoll man K ſern Acer 10. I denheit d und kommt die klimati⸗ neiſten Gegen⸗ oden loſe: ſo und umgekehrt ma noch fort⸗ „Weiten mit chen üͤbrigen an Klee, als hder Klee in ſeines Wuch⸗ er in die ge⸗ d wohl fort⸗ oorden. Viel⸗ ehalte einiger rtrag liefert, geſaugt wor⸗ uckt, bis nach ungung wieder um dem Klee⸗ gps ein Mittel, zu ſichern. d mit Humus ſanze bei gün⸗ erſtn Jahkes: „fängt ſie bei gibt überhaupt e, in dem die worin ſik bor Noch weniger bis dieſer nicht verſetzt wor⸗ werden kann, g verſprechen twird, durch nen miglihſt worden ſeyn. 123 Der Klee waͤchſt im erſten Jahre nur langſam, und würde durch das Unkraut ſehr leicht ganz oder zum großen Theil unter⸗ drückt werden, wenn wir uns nicht bemühten, daſſelbe durch die vorbereitende Kultur des Ackers möglichſt zu zerſtören. Darum paßt der Klee ſo vorzüglich in ein fleißig bearbeitetes Brachfeld, und in der Wechſelwirthſchaft ohne Brache geräth er am ſicher⸗ ſten nach einer behackten und behäuften Frucht, nach Kartoffeln, Mais, Bohnen u. ſ. w., weil bei dieſen alles Unkraut durch die Kultursarbeiten zerſtört worden iſt. * 7. Endlich muß der mit Klee beſaete Acker entweder friſch, oder im nächſt vorhergehenden Jahre gedüngt wor⸗ den ſeyn. In ausgetragene Aecker Klee zu ſäen, bringt nirgendwo Vortheil; denn wenn ſich die junge Kleepflanze nicht gleich nach weggebrachtem Getreide des Platzes bemächtigt, ſo wird er vom Unkraute eingenommen, und hierin liegt die vorzüglichſte Urſache, daß magerer Klee gewöhnlich ſchütter ſteht, und mit Unkraut er⸗ füllt iſt. Auch bleibt er niedrig, ſchmal, und gelbblättrig, wenn der Acker nicht kräftig genug iſt. In friſch gedüngte Winter⸗ oder Sommerfrüchte ihn zu ſäen, oder in ein Feld, worin eine ſtark gedüngte und wohl behackte Brachfrucht ſtand, bringt immer den reichlichſten Ertrag. 8. Er wird ſo früh als möglich geſäet. Je früher er geſäet werden kann, je gewiſſer iſt man, daß er im Boden noch genug Feuchtigkeit zum Keimen und Wachſen findet, und daß ihm die ſpäter vorkommenden Erdflöhe nicht ſcha⸗ den. In trocknen Frühlingen rettet ſich die frühe Saat, die ſpätere geht zu Grunde: ſie keimt entweder nicht, oder verdorret ſpäter, oder wird von den Erdflöhen verzehrt. Wenn die Früh⸗ lingsſaat mißräth: ſo hat man oft verſucht, ihn mit Buchweitzen im Juli, oder auch wohl mit dem Wintergetreide im Herbſte auszuſäen: was manchmal geräth, häufiger aber mißlingt. 9. Er wird nie allein, ſondern entweder in das Win⸗ ter- oder Sommergetreide geſäet, je nachdem ein oder der andere Acker kräftiger oder zweckmäßiger vorbereitet iſt. Wo man zu Wintergetreide düngt, oder den Acker durch mehrmaliges Pflügen beſonders rein zu machen ſich beſtrebt, da ſoll man Klee hineinſäen; wo aber das Sommergetreide den beſ⸗ ſern Acker einnimmt, da gebührt auch der Klee dahin⸗ 10. Die Menge der Ausſaat wechſelt nach Verſchie⸗ denheit des Reichthums des Bodens, des mehr oder min⸗ 124 der paſſenden Klima, und der Art, ihn in den Boden zu bringen, von 25 bis 24 Pf. pr. Joch. Wenn ein reicher Märgelboden mit einer Sommerſaat be⸗ ſtellt, und Klee darein geſäet wird: ſo bedarf man höchſtens 15 Pf.; ſandiger Boden erheiſcht 20, und wenn das Klima auch noch mehr zur Trockniß ſich hinneigt, 24 Pf. Ich habe mehr⸗ malen das Gewicht des Kleeſamens erhoben, der in meiner Wirth⸗ ſchaft auf ein Joch ausgeſäet ward, und habe faſt immer 17 bis 18 Pf. gefunden. Säet man 15,10 Pf. pr. Joch, ſo kommen nach Podewils(a. a. O. I. Th. 97) 96 Körner auf den ²◻☚ Fuß. Nach A. Young's intereſſanten Verſuchen(Thaers engl. Landw. I. Th. 546) gaben 14,40 Pf. pr. Joch auf gedüng⸗ ten, 20,15 Pf. aber auf ungedüngten Feldern den größten Ertrag⸗ Wird der Samen mit der Sommerſaat in den friſch gelockerten Boden gebracht, ſo bedarf man weniger; ſtreuet man ihn aber über die Winterſaat, ſo bedarf man um ein Drittheil mehr, weil unter dieſen Umſtänden ein großer Theil der Körner nicht in die Lage kömmt, keimen zu können. 11. Er wird breitwürfig ausgeſäet, und nur leicht mit Erde bedecket. In einem ſehr mürben und klaren Boden genügt es, ihn über das beſäete und geegte Feld zu ſtreuen und einzuwalzen. Sicherer iſt man des Keimens, wenn man ihn mit einer Egge mit ſehr kurzen Zähnen unterbringt. Weil ich das Getreide mit der Fellenbergiſchen Säemaſchine unterbringe, ſo laſſe ich den vorgeegten Acker erſt mit Klee breitwürfig beſäen, und bringe dann das Getreide mit der Maſchine unter, wobei unter einem der Kleeſamen mit Erde bedeckt wird. Die koſtſpielige beſondere Vorrichtung zum Kleeſäen in der Fellenbergiſchen Maſchine finde ich überflüſſig. Wo man ihn in das Wintergetreide ſäet, da wird, wie in der Schweiz, der mit Klee überſäete Weitzen geeg', was ſowohl dem Weitzen als der Kleeſaat nützt. Daß es aber nicht unumgänglich erforderlich ſey, das Feld zu eggen, davon habe ich mich durch eigene und fremde Erfahrungen überzeugt; denn in einem großen Theile von Kärnten wird der Klee in den Winterrocken gleich nach weggeſchmolzenem Schnee eingeſäet, und man hat da ſo ſchönen Klee, als irgendwo.. 12. Das Wachsthum des Klees wird befördert, wenn man ihn mit Jauche übergießt, oder Kompoſt, Gyps oder Aſche darauf ſtreuet. Von den Wirkungen der thieriſchen und mineraliſchen Dün⸗ germaterialien haben wir bereits das Erforderliche in dem zwei⸗ ten Hauptſtücke des erſten Bandes vorgetragen 13. d nenköpfe A 16.7 ſeyn, zu de verderten/ u In ſidlie Suungen, d Deutſchla WPeile in St zuſammengel und aus den im Felde lä verden. Da ſettere, iſt ei heſſcke die und Aufhifeln von 2 Kafte den Märner⸗ und Wäbe Nargen= Unſere Land beim Aufhif in der ſchit dieſe Art e Die große Haufe er durch un und weil en verloren,) nigen Stu Praris, m vieder all 15. mnter gin gen. Wo nut ſdei liche din Ils b0 36 den Boden zu Sommetſaat be⸗ man höchſtens das Klima auch ch habe mehr⸗ meiner Wirt⸗ immer 17 bis b, ſo kommen korner auf den ben(Thaers ch auf gedüng⸗ rößten Ertrag. ſch gelockerten nan ihn aber rittheil mehr, örner nicht in nur leicht wägt es, ihn d einzuwalzen. it einer Egge 3 Getreide mit laſſe ich den 1, und bringe dei unter einem ielige beſondere Maſchine finde ſäct, da wird, Weiten geeg⸗ Daß es aber eggen, davon gen überzeugt; der Klee in den eingeſtet, und fördert, wenn „Gyps oder raliſchen dün⸗ in dem zwei⸗ 125 13. Der Klee wird gemäht, nachdem ſich die Blu⸗ menköpfe alle entwickelt haben. 14. Beim Trocknen muß alle Sorgfalt dahin gerichtet ſeyn, zu verhüten, daß die dicken, ſaftigen Stängel nicht verderben, und die feinen Blaͤtter nicht verloren gehen. Das Trocknen des Klees wird ſehr verſchieden betrieben. Im ſüdlichen Deutſchlande wird er größtentheils auf Stangen, die Querſpitzen haben, aufgehängt; im nördlichen Deutſchlande aber, ſo wie ſonſt überall, bleibt er eine Weiſe in Schwaden liegen, wird dann in kleine Haufen locker zuſammengelegt, die man bei ungünſtiger Witterung wendet, und aus denen man allgemach größere macht, die man ſo lange am Felde läßt, bis der Klee trocken genug iſt, eingeführt zu werden. Daß die erſtere Art viel mehr Arbeit macht, wie die letztere, iſt einleuchtend. Nach einer genauen Beobachtung er⸗ heiſchte die Arbeit des Zuſammenrechens, Stangenſchlagens und Aufhifelns eines Joch großen Kleefeldes, wozu 95 Stangen von 2 Klafter Höhe und darüber erforderlich waren, 20,7 Stun⸗ den Männer⸗ und eben ſo viele Weiberarbeit; alſo 2 Männer⸗ und 2 Weiber⸗Tagwerke, 4 Menſchen; während Thaer auf 4 Morgen= 1 ½¼ Joch nur ein Weib zum Kleeheurechen rechnet⸗ Unſere Landwirthe meinen aber, daß ihnen die größere Arbeit beim Aufhifeln des Klees durch die Sicherheit des Trocknens auch in der ſchlimmſten Witterung, und die mehrere Güte des auf dieſe Art erhaltenen Kleeheues erſetzt werde. Die Klapmayer'ſche Methode, den friſchen Klee in große Haufen zuſammenzuführen, ſich erhitzen zu laſſen, und wenn er durch und durch braun geworden, auseinander zu ſtreuen, und weil er während der Erhitzung den größten Theil des Waſſers verloren, und jetzt an der Luft ſchnell trocknet, ihn dann nach we⸗ nigen Stunden heimzuführen, hat ſo viele Hinderniſſe in der Praxis, macht mehr Arbeit, wie das Aufhifeln, und iſt daher wieder allgemein verſcholken. 15. Der Ertrag des Klees an trocknem Futter kann unter günſtigen Umſtänden 100 Zentner vom Joche betra⸗ gen. Wo der Klee im zweiten Jahre nach der Saat aber nur zwei Mal gemäht werden kann, und nicht außerordent⸗ liche Düngermittelverwendet werden, darf man nicht mehr als 60 Zentner pr. Joch rechnen. Wo der Klee ſchon im Herbſte des erſten Jahres einen Schnitt, und im folgenden drei gibt, da erhält man vie größte Menge von Klee; eben ſo reich iſt der Ertrag, wenn der Boden 126 tief gelockert, reich geduͤngt, und das Klima feucht und doch nicht kalt iſt, wie in England, wenn er unter ſolchen Umſtänden auch nur zweimal gemäht wird. In Middleſey wird der Ertrag des Kleeheues von Middleton von 37,37 bis 124,57 Zentner pr. Joch angege⸗ ben(Podewilsl. B. 100). Young berechnet in ſeinen Reiſen durch die nördlichen Provingen Englands(II. Th. 237) bei zweimaligem Mähen den Ertrag im Durchſchnitte auf 8305 Pf. Heu pr. Joch. In Oberöſterreich gedeiht der Klee ganz beſonders. 10 Quadratklafter gaben beim erſten Schnitt dem Chorherrn Mayer in St. Florian 200 Pf. grünen Klee. Zu Wieſenau in Kärnten gab dieſelbe Fläche 187,5 Pf.; und bei mir in Har⸗ bach, im Jahre 1813, vom gegypsten Theile 152,5, vom nicht gegypsten Theile 117,5 Pf.; im Jahre 1815 vom gegypsten 133, vom nicht gegypsten 122 Pf. Rechnet man, daß 100 Pf. grüner Klee 20 Pf. Heu geben: ſo beträgt der erſte Schnitt an Heu in St. Florian 64 Centner, in Wieſenau 60, Centner; bei mir im Jahre 1813 4880 und 3760 Pf., im Jahre 1815, 4256 und 3904 Pf. Thaer meint(Rat, Landw. I. Th. 264), daß man im Durchſchnitte der Jahre auf gutem, lehmig⸗ſandigen Boden, der in guter und tiefer Kultur ſteht, in zwei Schnitten 2400 Pf. Kleehen pr. Morgen.= 4536 Pf. pr. Joch rechnen könne; aus welchem erhellet, daß das trockene, kühle Klima des nördlichen Deutſchlandes, und der da vorwaltende loſe, und magere Boden dem Klee nicht zuträglich ſey. 16. Will man Samen vom Klee gewinnen, ſo läßt man den zweiten Schnitt ſtehen, und erhält dann 2 bis 3 Zentner pr. Joch. 17. Es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß man einige andere Arten von Klee mit Nutzen kultiviren würde, wo jetzt der rothe Klee keinen angemeſſenen Standort findet: den Bergklee, Trifol. montanum, auf trockenen Höhen; den Baſtardklee, Trifo]. hybridum, in naſſen, jedoch nicht ſumpfigen Feldern, den Inkarnatklee, Trifol. incarnatum, und dengelben Klee, Trifol. alexandrinum, in trockenen, warmen und regenlofen Gegenden. 3. Die Luzerne. 1. Die Luzerne, Medicago sativa, iſt für das ſüdliche Europa die wichtigſte Futterpflanze, denn ſie dhſeſſht eint nes Kima Nichte Daandvirthes der Luzerne. genden ghru wahl des 5. nactheilg g Kultur der L herheit roth⸗ weil ſie da kl duß ſie aberi des Klima zu verderblich ſin de Virthſchaff Man fi Frankreich dorret. Die! vie dem Klee nen Lage wege un Franken Lazerne; und Thaet, wir er Mögl einige Jahte finden, daß der Luzernet here Fordern Varbereitun 2. 8 ſen und ni Boden. Sand Ii habe ſie ſiennich gut heſten, wo f ſen Umſand Bäden entwe his bieten 3 deinen weſenl der Päze der giegich br Augen, elem Humn iefes Steing ſnd mit au und doch niht een Umſänden Kleeheues von Joch angege die nördlichen ligem Miͤhen Joch. beſonders. 10 herrn Mayer Zieſenau in mir in Har⸗ 5, vom nichk jgypsten 1¹33, 50 Pf. grüner tt an Heu in Centner; bei 1915, 4255 .²64), daß nig⸗ſandigen dei Schnitten Joch rechnen lee Klima des waltende loſe, nen, ſo läßt dann 2 bis 3 F man einige n würde, wo ndort findet: kenen Höhen; nſſen, jedoch ee, Trifol. exandrinum, ſen. „iſ für das nze, denn ſe 127 erheiſcht ein warmes, ja ſie verträgt ein heißes und trocke⸗ nes Klima, in dem der rothe Klee verdorret. Nichts iſt widerſprechender, als die Angabe des deutſchen Landwirthes über die Vortheile, den Ertrag und die Ausdauer der Luzerne. Sie wird bei uns überhaupt nur in ſeltenen Ge⸗ genden gebauet, und die vielen Mißgriffe, die man in der Aus⸗ wahl des Standortes für ſie machte, ſind ihrer Verbreitung ſehr nachtheilig geweſen. So viel ſcheint gewiß zu ſeyn, daß die Kultur der Luzerne in jenen Gegenden, in denen man mit Si⸗ cherheit rothen Klee bauen kann, einen gringern Vortheil abwirft, weil ſie da koſtſpieliger und unergiebiger iſt, wie der Kleebau; daß ſie aber in andern Gegenden, die bei hinlänglicher Wärme des Klima zu trockene Frühlinge haben, die dem Klee höchſt verderblich ſind, in einem geeigneten Boden einen größern und die Wirthſchaft mehr ſichernden Ertrag liefert, wie jene des Klees. Man findet die ſchönſten Luzernefelder im ſüdlichen Frankreich und in Italien, wo der rothe Klee überall ver⸗ dorret. Die Umgebungen von Wien ſind der Luzerne mehr, wie dem Klee zuſagend, denn das Klima iſt warm, und der ofſe⸗ nen Lage wegen, windig, und daher trocken. Viele Gegenden in Franken und Sachſen bauen mit entſchiedenem Nutzen Luzerne; und ſelbſt im nördlichen Deutſchlande, meint Thaer, wäre die Luzerne oft ergiebiger wie der Klee; weßwegen er in Möglin ihre Kultur einführte, da ihm der rothe Klee einige Jahre nacheinander mißrieth. Sonſt wird man aber überall ſinden, daß der Klee, ſolche klimatiſche Verhältniſſe abgerechnet, der Luzerne vorzuziehen ſey, und daß dieſe letztere bei weitem grö⸗ ßere Forderungen auf die Güte des Bodens und eine ſorgfältige Vorbereitung deſſelben macht, wie der erſtere. 2. Sie fordert einen trocknen, mürben, nicht zu lo⸗ ſen und nicht zu bindigen, mit Humus wohl verſehenen Boden. Sandmaͤrgel ſcheint ihr bei uns am zuträglichſten zu ſeyn. Ich habe ſie in Lehm- und Sandboden zwar nicht üppig, aber ziemlich gut fortkommen geſehen; immer aber ſtand ſie da am beſten, wo Kalk im Boden vorhanden war. Ich ſchreibe es die⸗ ſem Umſtande zu, daß ſie ſo oft, auch in fruchtbaren, trocknen Böden entweder nur geringe Triebkraft äußert, oder im dritten bis vierten Jahre ſchon wieder ausgeht. Die Unterlage ſcheint keinen weſentlichen Einfluß auf das Gedeihen und Fortkommen der Pflanze zu haben, wenn ſie nur waſſerlos, und nicht Felſen oder Ziegelthon iſt. Ich habe ein funfzehnjähriges Luzernefeld vor Augen, auf einem Acker, der bei einer ſandigen, aber mit vielem Humus gemengten Dammerde von 3 Zoll ein 4 Klafter tiefes Steingeröll unter ſich hat, das, zufolge einer Anterſuchung, ganz mit Luzerne⸗Wurzeln durchdrungen iſt. Humusarmer Boden, 128 der nach einer Düngung ſchönen Klee tragen würde, iſt zu ſchlecht für die Luzerne, die bei uns nur in einem reichen Lande fortkömmt. 3. Der Acker, in welchem Luzerne geſäet werden ſoll, muß mit angeſtrengter Sorgfalt von allem Unkraute befreiet worden ſeyn, weil die anfangs ſchwach wachſende Futterpflanze ſonſt zu leicht von dem Unkraute unterdrückt würde. Hierin unterſcheidet ſich am meiſten die Kultur der Luzerne im ſüdlichen und nördlichen Europa. In Frankreich behandelt man die Luzerne, wie bei uns den rothen Klee, und man iſt ſicher, daß ſie im zweiten Jahre nach der Saat, bei der gewöhnlichen Kultur und Zubereitung des Bodens, den Herrn Üüber das Unkraut ſpielen wird, während wir in Deutſchland ſie in das Brachfeld, oder nach einer beſonders ſorgfältig kulti⸗ virten Brachfrucht ſäen, und da noch häufig ſehen, daß ſie im zweiten Jahre vom Unkraute gedrängt wird. Ein deutlicher Be⸗ weis, daß ſie zum raſchen Wachsthum mehr Wärme nöthig hat, als ihr unſer Klima gewähren kann. z. Die Zeit der Saat iſt vom Anfange des Mai, bis in den Auguſt. Je mehr durch das Klima und die Jahreswitterung die Reinigung und Pülverung des Bodens begünſtiget wird, je früher wird man ſäen können; was in Hinſicht des Ertrages in demſel⸗ den und dem nächſtfolgenden Jahr von Belange iſt. Nie ſoll man aber den Acker früher beſäen, bis nicht das Unkraut in dem⸗ ſelben aufgeſproſſen, und durch das Unterpflügen vertilgt worden iſt. 5. Man bedarf 20 bis 30⁰ Pf. Samen für das Joch, je nachdem die Verhältniſſe verſchieden ſind, die auf das Keimen und Fortwachſen der jungen Pflanzen Einfluß haben. Wenn die Saat in neunzollige Reihen gedrillt wird, ſo räth Noung(Farm. Cal. 21⁰) 19 Pf. pr. Joch. Bei der breitwürſigen Saat rechnet man in England nach Begtrup (a. a. O. II. Th. 125) 25,8 Pf., und in Frankreich zu Liancourt, nach Young(Reiſen d. Frankr. II. Th. 151) 29,5 Pf. 6. Sie wird, wie der rothe Klee, breitwürfig mit einer Sommerfrucht gemeinſchaftlich ausgeſaͤet, und leicht mit Erde bedeckt. Wiſſens, n In F. auch egt man „Plätter ha ſendſte Mita breiteren B dem Ausdor jeder andern Man vürfge Se wenn man auch längere nen Erſtag, b Fed liefert 7. N Auftommen fehr ſcharfes thierſche un In ſü tr voll von! ſhmalen, ſp zufgewihlt, (Doungs 8. d jener des geringer, und kömn dann ann ſo viel H Wwei Mal Den Frankre der uzerne In England uiſ der l vit rict de tion viel fr da de Lun aict ſo ſch wie bei und vinnen, er Durgers e „iſt zu ſchlecht nde fortkömmt. heſäet werden lem Unkraute ach wachſende te unterdrückt tur der Lußernt Frankreich den Klee, und Saat, bei der 3, den Herrn eutſchland egfältig kulti⸗ ,daß ſie im deutlicher Be⸗ e nöthig hat, des Mai, bis reswitterung die twird, je fruͤher rages in demſel⸗ e iſt. Nie oll Unkraut in dem⸗ ertilgtworden iſ nfür das Joch V, die auf das nEnflußhaben. gedrill vird, ſo Joch. Bei der nach Begtr un frankreich 3 II. Th. 151) breitwütfg wi ſzit, und lch 129 In Frankreich ſaͤet man ſie mit Gerſte oder Hafer aus; auch egt man ſie da oft in die Haferfelder ein, wenn dieſer ſchon 2 Bläͤtter hat. In England hält man Buchweitzen für die paſ⸗ ſendſte Mitausſaat, der ſeiner Schnellwüchſigkeit wegen und ſeiner breiteren Blätter, womit er die jungen Luzernepflanzen mehr vor dem Ausdorren und dem Erdflohe ſchützt, offenbar Vorzüge vor jeder andern Pflanze hat. 4 Man iſt wohl faſt allgemein der Meinung, daß die breit⸗ würſige Saat auch für die Luzerne die angemeſſenſte ſey, und wenn man die gedrillten und alljährlich behackten Luzernefelder auch längere Jahre rein erhalten kann, ſo geben ſie doch nie je— nen Ertrag, den ein wohlbeſtelltes, über und über bewachſenes Feld liefert.. 7. Die Pflege der Luzerne beſteht darin, daß man das Aufkommen des Unkrautes durch Jäten und alljährliches ſehr ſcharfes übereggen hindert, und ihr Wachsthum durch thieriſche und mineraliſche Düngemittel befördert. Im ſüdlichen Frankreich wird der Luzerneacker, wenn er voll von Unkraut iſt, im Winter bet Froſtwetter, mit einer ſchmalen, ſpitzigen Schar umgepflügt, oder vielmehr oberflächlich aufgewühlt, wodurch das Unkraut, aber nicht die Luzerne abſtirbt. (Young's Reiſen d. Frankr. II. Th. 150.) 8. Der Ertrag der Luzerne hängt bei uns mehr, wie jener des rothen Klees vom Klima und Boden ab. Er iſt geringer, wie jener des Klees im erſten und zweiten Jahre, und kömmt dieſem gleich vom dritten Jahre an. Man kann dann annehmen, daß ein Joch drei Mal gemähter Luzerne ſo viel Heu abwirft, wie ein Joch rothen Klee, wenn er zwei Mal gemäht wird. Den ungeheuren Futterertrag, den man im ſüdlichen Frankreich und an den öſtlichen Küſten von England von der Luzerne gewinnt, erreicht man in Deutſchland, meines Wiſſens, nirgendwo⸗. In Arthur Young's Reiſe durch Frankreich und England findet man eine Menge von Angaben über das Erträg⸗ niß der Luzerne, die uns übertrieben vorkommen würden, wenn wir nicht bedächten, daß in den bemeldeten Gegenden die Vegeta⸗ tion viel früher im Jahre beginnt, und ſpäter endet; daß man da die Luzerne vier bis fünf Mal mäht, und daß das Unkraut nicht ſo ſchnell zwiſchen ihr, und zu ihrem Nachtheil aufkömmt, wie bei uns: 160 bis 190 Zentner Heu könne man vom Joch ge⸗ winnen, erzählt Noung. Indeſſen nimmt er an einer andern Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd. 9 130 Stelle(Begtrup II. Th. 127) nur 92 Zentner Heu auf 3 Schnitte an, was mir viel wahrſcheinlicher und allgemeiner zu ſeyn dünkt. Schwerz fütterte im Jahre 1802 mit einem Joche Lu⸗ zerne durch 150 Tage 2,186 Kühe. Im Jahre 1803 fütterte er eben ſo lange 2,83 Pſerde damit, was aber nur ungefähr 50 Zentner Heu pr. Joch beträgt. Mir iſt es noch nie gelungen, ein ſchönes Luzernefeld her⸗ vorzubringen; indeſſen gebe ich die Hoſſnung hiezu noch nicht ganz auf, da ich in meiner Nachbarſchaft auf lehmigem aber ſtark ge⸗ düngtem Sande, der auf Steingerölle aufſitzt, ſchöne Luzerne ſehe. 9. Die Art, ſie zu Heu zu machen, iſt dieſelbe, wie beim Klee. 10. Dieſe Futterpflanze dauert nach Verhältniß des Klima, der Kraft des Bodens, der wiederhohlten Über⸗ düngung, 8 bis 15 Jahre. Sie wird umgeriſſen, wenn die leeren Plätze zu groß werden. 11. Der Samenertrag iſt größer bei der Luzerne, wie beim Klee. Man läßt ebenfalls den zweiten Schnitt im dritten und den folgenden Jahren ſtehen, und gewinnt 5 bis 8 Zentner vom Joche.(Hkon. Neuigk. von André 1812. Juni.) 4. Die Esparzerte. 1. Die Esparzette, Hedysarum Onobrychis, ſteht zwar im Ertrage den beiden vorhergehenden Futterpflanzen weit nach, verdient aber deßwegen die Aufmerkſamkeit des Landwirthes in einem hohen Grade, weil ſie, ſehr rauhe Gegenden abgerechnet, ſonſt überall fortkommt, vom Klima viel weniger, wie Klee und Luzerne abhängt, mit einem ſchlechteren, magereren und weniger ſorgfaltig vorbereiteten Boden vorlieb nimmt, und eben ſo lange als die Luzerne ausdauert. 2. Die Gegenwart einer nicht zu geringen Menge von Kalk iſt für ſie aber eine unerläßliche Bedingniß. † übers da bautte, dder in ver lien, Fre folge auf h Sciichte de felſen beien Feuctiaket de Fümn Tiefe herau Die ftanz dis man die nnd daß ihr nder ſür K 3, d. tte geſttt zegiben ha Untraute g Etrage u 4. zu Anfan Iu guſtunde iſt es gew auszuſäen. 5.8 Dief vil die Ke immer ein leit. zur F 45 Neten (4.4.0.1 -1! ſo bereag Nodena auten Bode (Nemoria Annali da tner Heu auf 3 d allgemeiner zu einem Johe Lu⸗ 8803 fütterte er ſefähr öo Zentner Luzernefeld her⸗ u noch nicht ganz m aber ſtark ge⸗ one Luzerne ſehe dieſelbe, wie Lerhäͤltniß des thohlten Uher⸗ geriſen, wenn der Luzerne, wie ten Schnitt im und gevinnt 5 von André 4. nobrſebis ſteß Fütterpflnzen metkſamkeit des ſe ſehr muhe nt, von Klma gt, mit einem jvorbereiteten is die Luzerne gen Menge ton uiß⸗ 131 überall, wo man((sparzette in kalkloſem oder kalkarmen Bo⸗ den bauete, ging ſie bald wieder aus, während ſie im Märgel, oder in verwitterten Kalkgebirgen andauert. Man hat ſie in Ita⸗ lien, Frankreich und England mit dem glücklichſten Er⸗ folge auf Hügeln und Bergabhängen gebauet, die nur eine dünne Schichte von Dammerde hatten, unter der ſich ein mürber Kalk⸗ felſen befand, worauf keine andere Futterpflanze aus Mangel an Feuchtigkeit fortkam: nur allein die Esparzette mit ihren, tief in die Felſenritzen eindringenden Wurzeln brachte Waſſer aus der Tiefe herauf, und konnte ſich friſch erhalten, wo alles verdorrte. Die franzöſiſchen und engliſchen Kredehügel ſtanden ſo lange öde, bis man die Esparzette darauf brachte, und ſeit dieſer Zeit datirt ſich der verbeſſerte Zuſtand der Landwirthſchaft jener Gegenden. Ihre Kultur verbreitet ſich allgemach mehr in Deutſch⸗ land, ſeit dem man weiß, daß ſie nur im Kalkboden fortkommt, und daß ihr Ertrag nur auf ſolchem Boden vortheilhaft iſt, der weder für Klee noch Luzerne taugt. 3. Die Vorbereitung des Ackers, in welchem Espar⸗ zette geſäet werden ſoll, iſt dieſelbe, die wir beim Klee an⸗ gegeben haben. Je kräftiger der Boden, und je mehr er vom Unkraute gereinigt iſt, um ſo mehr darf man ſich von dem Ertrage und der Dauer der Pflanze verſprechen. 4. Die Zeit der Saat iſt von der Mitte des April bis zu Anfang des Auguſt. In Italien und Frankreich wird ſie häufig im Au⸗ guſt und September geſäet. In England und Deutſchland iſt es gewöhnlich, ſie mit einer Sommerſaat im April oder Mai auszuſäen. 5. Man bedarf fuͤr ein Joch 4 bis 6 Metzen Samen. Dieſe große Menge von Saat wird deßwegen nothwendig, weil die Körner in ihre Hülſen noch eingeſchloſſen ſind, und weil immer ein ſehr großer Theil derſelben nicht keimt. Gericke(An⸗ leit. zur Führung der Wirthſchaftsgeſchäfte, II. Th. 401) ſäek 4 ½ Metzen pr. Joch. In der Pfalz werden nach Schwerz (a. a. O. 143) 80— 9o Pf. Samen auf den Morgen geſäet;= 174— 195 Pf. pr. Joch: und da ein Metzen nur 30 Pf. wiegt; ſo beträgt dieß 6 Metzen pr. M. Eben ſo dicht ſaͤet man ihn in Modena, denn Savani ſagt, daß man ihn in einem mittel⸗ guten Boden wenigſtens doppelt ſo dicht ſäen müſſe; wie Weitzen. (Memoria per promuovere la coltivazione del sacco fieno. Annali d'agricolt. ital. VIII. T. 137.) 132. 6. Er wird breitwürſig, gemeinſchaftlich mit einer Som⸗ merfrucht ausgeſäet und eingeegt, worauf das Feld u nie⸗ dergewalzt wird. Der Samen der Esparzette muß mehr mit Erde bedeckt werden wie jener des Klee oder der Luzerne, weil er mehr Feuch⸗ tigkeit bedarf, um keimen zu können. 7. Das Esparzettfeld wird rein erhalten, wenn es alljährlich ſtark überegt wird, und das Wachsthum der Pflanzen wird erhöht, wenn man es alljahrlich mit Gyps, Ruß, Aſche, oder abwechſelnd mit Jauche oder Stallmiſt düngt. 8. In trockenen Jahren, oder in gar ſchlechter Lage, gibt ſie bei uns nur einen Schnitt, ſonſt zwei, wovon aber immer der zweite um vieles geringer iſt, wie der erſte. Man rechnet für unfruchtbare Hügel 23 bis 34 Zentner Heu pr. Joch; für ebenen, tiefländigen Boden 45 Zentner. Arthur Young ſagt(Farm. Cal. 211.), daß man in den mageren Sandfeldern von Suffolk und Norfolk, die für 1 fl. 40 bis 3 fl. 10 kr. pr. Joch verpachtet ſind, 22 bis 56 Zentner pr. Joch an Esparzettheu gewinne. 45 Zentner ſeye ein gewöhnlicher Ertrag. Savani(a. a. O. 110) erhielt vom er⸗ ſten Schnitte am 22. Mai 1810, 3243 Pf. wohl ausgetrockneten Heues. Möllinger in der Pfalz(Schwerz, Pfälz. Landw.) rechnet ebenfalls 45 Zentner Heu im Durchſchnitte. 9. Der Ertrag dieſer Pflanze iſt im erſten und zwei⸗ ten Jahre nur gering; im dritten und vierten gibt ſie den größten; und wenn man keine Sorgfalt auf ſie verwendet, ſo fängt ſie im fünften ſchon wieder an abzunehmen. 10. An Samen gewinnt man von 3 Feldern 14—24 Metzen pr. Joch. Siehe Dickſon(a. a. O. II. Th. 197.) und Kreibaum in Thaers neuen Annalen IV. B. 153. bis Ajährigen 11. weniger U de ſcch n c. Pon 1.7 hat man! zengung h 2, 2 diige, ſaft mähen geſe lichen D fann, um Sie it de dem liſeſ nichts me tur ſolch 3. du di giebig empfindl paßt eber V V b b nit einer Som⸗ das Feld nie⸗ t Erde bedect er mehr Feuth⸗ ten, wenn es ſachsthum der ich mit Gyps, der Stallmiſt lechter Lage, wovon aber er erſte. Man tner Heu pr. utner. ), daß man in Norfolk, die ſind, 22 his 56 Zentner ſeye ein erhielt vom er⸗ ausgetrockneken „Pfälz⸗ Landw.) te. rſten und zwei⸗ ten giht ſſe den ſie verwendet, rehmen. bis gläͤhrigen d Kreibaum 133 11. Die Esparzette läßt ſich viel leichter, und mit weniger Umſtänden zu Heu machen, wie Klee und Luzerne, die ſich mehr zu Grünfutter bei der Stallfütterung eignen. c. Von der Kultur der krautartigen Futter⸗ pflanzen. 1. Aus der großen Menge der Pflanzen dieſer Klaſſe hat man bei uns bisher nur zwei zum Behufe der Futterer⸗ zeugung kultivirt; den Spörgel, und den Buchwe itzen. 2. Der Spörgel, Spergula arvensis, iſt eine nie⸗ drige, ſaftige Pflanze, mehr zum Abweiden wie zum Ein⸗ mähen geſchickt, ſchnellwüchſig, ſo daß ſie ſelbſt im nörd⸗ lichen Deutſchlande noch nach Rocken geſaͤet werden kann, um noch in demſelben Herbſte verfüttert zu werden. Sie iſt dem Viehe gedeihlich und angenehm, nimmt mit dem loſeſten Sandboden vorlieb, worin außer Winterrocken nichts mehr gedeiht, und durch ſie nur allein wird die Kul⸗ tur ſolcher Gegenden möglich. 3. Der Buchweitzen iſt für trockene ſandige Gegen⸗ den die wichtigſte Futter⸗ und Getreidepflanze, doppelt ſo ergiebig wie der Spörgel, eben ſo ſchnellwüchſig, nur mehr empfindlich für die Kälte, die dem erſtern nicht ſchadet. Er paßt eben ſo wohl zu Grünfutter, wie zu Heu. d. Von der Kultur der Knollengewächſe. 1. Jene Pflanzen werden Knollengewächſe ge⸗ nannt, die mehlreiche, mit Keimen verſehene unterirdiſche Früchte tragen. 2. Aus dieſer Klaſſe der Pflanzen bauen wir zum Ge⸗ nuſſe für Menſchen und Thiere die Kartoffel und die knollige Sonnenroſe. 81 Die Kartoffel. 1. Die Kartoffel, Solanum tuberosum, iſt das vorzüglichſte aller landwirthſchaftlichen Gewächſe; denn es gedeiht in allen Klimaten, in jedem Boden, Thon und Sumpf abgerechnet; es unterliegt viel weniger den Ge⸗ fäahrdungen der Witterung, bedarf nur einer kunſtloſen Kultur, und gibt einen Ertrag an Mehl, der das Mehr⸗ fache der gewöhnlichen Getreideernten beträgt. Dieſe urſprünglich amerikaniſche Pflanze iſt gegenwärtig über ganz Europa verbreitet, und macht in Irland, in den Niederlanden, in einem großen Theile von Deutſchland und der Schweiz den weſentlichſten Beſtandtheil der menſchli⸗ chen Nahrungsmittel aus, und nur in ihr findet eine große Be⸗ völkerung die gültigſte Verſicherung für Mangel und Hunger. 2. Überall, wo Gerſte und Hafer noch reif werden, da kömmt auch die Kartoffel fort. Das Kraut der Kartoffel iſt zwar für die Kälte empfind⸗ lich, und wird durch den Froſt getödtet; die Pflanze iſt aber ſchnellwüchſig, und wenn eine frühreife Sorte in den hohen Ber⸗ gen in der erſten Hälfte des Mai gelegt wird, ſo wird ſie Ende Auguſt ſchon größten Theils reif ſeyn, wenn die Gefahren der Nachtſröſte eintreten. 3. Ein mürber, mehr los wie bindiger, krorfner Bo⸗ den iſt ihr am zutraͤglichſten. Je kühler das Klima, je loſer darf der Boden ſeyn; und umgekehrt, verträgt ſie in trocknen und warmen Gegenden auch wohl einen ziemlich bindigen Boden. Schwerer Weitzenboden ſcheint ihr aber, wenigſtens in Deutſchland, widerlich zu ſeyn. Noch nachtheiliger iſt dieſer Pflanze im Boden ſtauendes Waſſer. 4. Sie erfordert vielen Dünger, und ihr Erträgniß ſteht in einem gleichen Verhältniſſe mit der Menge und Güte desſelben. Sie gibt einen reichen Ertrag in trocken gelegten Teichen, in gebranntem Torfe, in aufgebrochenen guten Weiden oder Wie⸗ ſen, wo überall eine große Menge alter Humus vorhanden iſt. Pflanzt man ſie in ausgetragene Aecker, ſo lohnt ſie nicht die auf fe zetwende ihr Erträgn rufgelährt! 5,1 ſeder gd 6.7 gatze Sno mn Augem 15 dren jede aber, den für dieſe⸗ ſe in dem efforderlc Kolen g Mange r Thelle d b We müſſen die den Acker man gan man von braltar'ſch 8 Stüc zo Mehen Krolle in gen haben man mit herkürzt; f der Gndeihen riſch betra en leyfel das Okult desſelben osum, iſ das üchſe; denn es en, Thon ud niger den Ge⸗ ner kunſtloſen der das Mehr⸗ 4 iſt gegenwärtig Lland, in den Deutſchland il der menſchli⸗ eine große Be⸗ nd Hunger. reif werden, Kälte empſind⸗ Pflanze iſt aber den hohen Ber⸗ ſo wird ſie Ende die Gefahren der —·, trockner Bo⸗ Boden ſeyn; und en Gegenden auch eitenboden ſcheint ich zu ſeyn. Noch es Paſſer⸗ ihr Etträgniß er Menge und gelegten Teichen, Teiden oder Wie⸗ s vorhanden iſt tſe nich die auf 135 ſie verwendete Mühe; werden dieſe aber friſch gedüngt, ſo ſteigt ihr Erträgniß nach der Menge und Güte des Dungers, den man aufgeführt hat.. 5. Die Vorbereitung des Ackers iſt dieſelbe, wie zu jeder gedüngten Sommerfrucht. 6. Die Kartoffeln werden fortgepflanzt, indem man ganze Knollen oder Theile derſelben mit einem oder mehre⸗ ren Augen in die Erde legt. 7. Da jede Kartoffel mehrere Keime oder Augen hat, deren jede einen Pflanzenſtock zu bilden fähig iſt; der Raum aber, den die geſammten Triebe einer Kartoffel einnehmen, für dieſe Menge von Wurzelſtöcken zu beſchränkt iſt, und ſie in demſelben auch nicht hinlanglich Nahrang fänden, die erforderliche Menge von Wurzeln, und durch dieſe die Knollen zu bilden: ſo iſt es zur Erſparung einer großen Menge von Saat vortheilhaft, ſtatt ganze Knollen nur Theile derſelben mit 2 oder 3 Keimen auszulegen. Wenn man den Boden auf das Höchſte benützen will; ſo müſſen die Kartoffelſtöcke zur Zeit ihrer Blüthe mit ihrem Kraute den Acker ganz bedecken, ohne ſich gegenſeitig zu drängen. Legt man ganze Kartoffeln in Neihen von 2 Fuß Entfernung; ſo wird man von den großen, gelben Speiſekartoffeln(ſogenannten gi⸗ braltar'ſchen) in der Linie alle Schuh einen legen müſſen. Da nun 3 Stück davon ein Pfund wiegen: ſo würde man 3600 Pf.= 40 Metzen für ein Joch nöthig haben. Zerſchneidet man aber jede Knolle in 4 Stück, und legt ein ſolches Stück, das 2 bis 3 Au⸗ gen haben wird, auf 6 Zoll Entfernung in der Linie; ſo kömmt man mit der Hälfte der Saat aus, ohne dadurch im Ertrage verkürzt zu werden, was durch tauſendfältige Verſuche erwieſen iſt. Der Einwurf, daß dieſe widernatürliche Zertheilung dem Gedeihen der Kartoffeln unmöglich zuträglich ſeyn könne, iſt aprio⸗ riſch betrachtet ſehr einſeitig; denn wir fäen ja auch nicht die gan⸗ zen Aepfel und Birnen aus, und pflanzen wir nicht Bäume durch das Okuliren fort? und in der Erfahrung zeigt ſich der Ungrund desſelben erſt vollkommen⸗ 8. Die Zeit der Saat richtet ſich nach den klimatiſchen Verhaltniſſen. In kalten Gegenden müſſen ſie in den Bo⸗ 136 den kommen, ſobald dieſer hinlänglich erwaͤrmt iſt, um bis zu Ausgang des Sommers reif zu ſeyn: in warmen Ge⸗ genden kann ihre Saat bis in den Juni verſchoben werden: ja ſie gedeihen dort, wo Wein wächſt, auch noch als zweite Frucht. Ich habe die Kartoſſeln immer Anfangs Mai gelegt. Meine Nachbarn legen ſie oft ſchon im März: dafur gehen meine ſchnell auf, die ihrigen bleiben lange in der kalten Erde liegen, und werden kaum um eine Woche früher reif, wie die meinigen. Nach abgemäahten Futterwicken, ſo wie nach Winterrocken habe ich hier, wo der Weinſtock im Freien nicht mehr kultivirt wird, einige Male Kartoſſein mit dem beſten Erfolge gebauet: nur die ſpätreifen Viehkartoffeln,(ſogenannten Howard'ſchen) bildeten ſich nicht mehr hinlänglich aus. 9. Wenn die Kartoffelſtücke in die durch den Pflug geöffnete Furche gelegt, und mit dem zweiten Zuge mit Dünger und Erde gedeckt werden, ſo kommen die Reihen hinlänglich weit aus einander, und die Art des Einlegens ſelbſt erfordert die geringſte Mühe, und ſcheint die vor⸗ theilhafteſte zu ſeyn. Man verwendet bei dem Einlegen der Kartoffeln häuſig mehr Zeit und Mühe als nothwendig iſt. Viele pflügen erſt den Dünger unter, und ziehen dann mit dem Pfluge, der jetzt ſeich⸗ ter geſtellt wird, neue Furchen, in die ſie die Saat einlegen, was nach meinen Erfahrungen nur im bindigen Boden nothwendig iſt, wo ich den im Herbſte gepflügten Acker im Frühlinge vor dem Einlegen noch ein Mal, und zwar quer mit der Aadl überpflügen ließ. Im leichten Boden iſt dieſe Arbeit überflüſſig, und man kann ohne Nachtheil Dünger und Saat unter einem unterpflügen. Andere legen die Saat in das Gevierte über den ganzen Acker, um die Kartoffeln nach der Länge und Breite bearbeiten zu können: aber dieſe verlieren, nebſt der mehreren Arbeit, die ihnen das Le⸗ gen verurſacht, auch noch zu vielen Raum am Acker, und erhalten ihn wenigee leicht in reinem Zuſtande, wie wir, die wir ihn in langen, ununterbrochenen Reihen bauen u. ſ. w. Was die Furcht betriſſt, die manche für die Saat hegen, wenn ſie das Rad des Pfluges und die Füße des einen Zugthieres über die Setzlinge ge⸗ hen ſehen, ſo iſt ſie mehr ſcheinbar als wirklich; denn die weiche Erdunterlage läßt kein Zerquetſchen zu, und der Fuß des Thieres trifft nicht immer auf die Saat. Auch nicht zu tief kommt ſie da⸗ durch zu liegen, denn die Keimkraft dieſer Pflanze iſt erſtaunlich groß, wie wir an den langen Schoſſen bemerken, welche die Kar⸗ tofeln im endlich Saat zi jeßt ein Haatrei des Dü ſamer d unter de 10 den Ack ſen ben unrein dreiſcha lohauf 1 durche Ind die den ein Kartoffe das Be inem: ſaufen ſe darf berſcht dr gr ſüjlic. b Rein täch weile gäter nt it, um bis warmen Ge⸗ ſooben werden: och als zweit i gelegt. Meine en meine ſchnell ede liegen, und meinigen. Nach habe ich hier, , einige Male die ſpatreifen ſic nicht mehr h den Pflug i Zuge mit die Reihen es Einlegens eint die vor⸗ artoſſeln häͤufig pflügen erſt den „der jetz ſeich⸗ at einlegen, was nothwendig it, ühlinge vor dem Aadl überpfügen iſſig, und man im unterpflügen. anzen Acker, um iten zu können: ie ihnen das Le⸗ r, und erhalten die wir ihn in Was die Furcht ſe das Rad des ie Seblinge ge⸗ denn die weiche zuß des Thieres f kommt ſied⸗ ze iſt erſianlich welche die Kar⸗ 137 toffeln in den Kellern in Haufen liegend austreiben. Und daß endlich auf dieſe Art der aufgebrachte Oünger nicht vollſtändig der Saat zu guten käme, iſt ebenfalls nicht richtig; denn wenn auch jetzt ein Theil des Düngers nicht in der unmittelbaren Nähe der Saatreihen liegt: ſo kommt doch beim Behaͤufen der größte Theil des Düngers über und um den Kartoſſelſtock, wo er weit wirk⸗ ſamer das Wachsthum der Knollen befoördert, als wenn er ganz unter dem Stocke ſich befände.. 10. Die Kultur der Kartoffeln beſteht darin, daß man den Acker erſt dann egt, wenn man die Keime der Pflan⸗ zen bemerkt; dieſes Eggen, wenn der Boden ſchollig oder unrein wäre, in 10 Tagen wiederhohlt; ihn ſpäͤter mit dem dreiſcharigen Extirpator behackt, und endlich mit den Anhaäufepflug zwei Mal behäuft. Man läßt den Acker nach dem Einlegen deßwegen in rauher Furche liegen, weil das Unkraut dadurch zurückgehalten wird, und die Egge ſpäter, wenn es hervorſproßt, kräftiger in den Bo⸗ den eindringt. Ich habe oft durch ein einmaliges Uebereggen das Kartoffelfeld ſo gereiniget und gelockert, daß ſpäterhin nur mehr das Behäufen nothwendig ward. Dieß ſoll immer zwei Mal in einem Zeitraume von 14 Tagen geſchehen; denn da das erſte Be⸗ häufen früh geſchehen muß da die Stöcke noch nicht groß ſind, ſo darf man keine hohe Erdſchichte heraufhohlen, um ſie nicht zu überſchütten; und weil von der Höhe des Behäufens zum Theil der größere Ertrag al hängt, ſo wird ein zweites Behäufen uner⸗ läßlich. Bei dieſer einfachen und kunſtloſen Art, ſie zu kultiviren, die in Deutſchland und England wohl ſchon die gemein⸗ üblichſte iſt, erhält man ein ſehr reines Feld, das ſich mittler⸗ weile völlig mit dem Kraute der Kartoffelpflanzen bedeckt, und ſpäter gar kein Unkraut mehr aufkommen läßt. 11. Die Kartoffeln können ausgenommen werden, ſo⸗ bald ihre Stängel verdorrt ſind. Man ſollte nicht glauben, daß es ſo ſinnloſe Menſchen ge⸗ ben könne, die da glauben, daß man das Kraut der Pflanzen, ſobald es verblüht hat, ohne Nachtheil der Knollenbildung ab⸗ ſchneiden könne; und dennoch ſieht man dieß noch häufig. Die berühmten Verſuche von Anderſon, die Thaer in ſeiner engl. Landw. I. Th. 393 erzählt, zeigen auf das Klarſte den auſ⸗ ſerordentlichen Nachtheil dieſes Verfahrens. 12. Die Ernte geſchieht, daß man die Kartoffelſtöcke, wenn ſie einzeln ſtehen, mit der Handhaue ausgräbt, und 138 mit dem Hacken(der Aadl) auspflügt ,„wenn ſie in langen Reihen gepflanzt ſind. Thaer rühmt das Setzen der Kartoffeln in das Viereck, weil er den Acker durch den Extirpator und Anhäufepflug leichter rein erhalten könne, und weil ihm die Ernte viel weniger Muhe mache, indem ein Mann mit einer Winzerhaue ſo viel aufhackt, daß zwölf Aufleſer zu thun haben, und ihm die Erntearbeit nicht mehr als den zwölften, oft nur den funfzehnten Theil der Ernte koſtet.(Rat. Landw. IV. Th. 219.) Was die Vortheile in der er⸗ ſten Hinſicht betrifft, ſo kann ich ſie nicht zugeſtehen, muß viel⸗ mehr ſagen, daß ein ſolches Feld ſchwerer rein zu erhalten iſt, weil zu wenige Karloffelſtöcke vorhanden ſind, den Acker bald un⸗ ter Schatten zu ſetzen. Die Vortheile bei der Ernte will ich nicht beſtreiten; ich habe aber immer, ſo oft ich dieſe Arbeit thun ließ, oder ſie bei andern verrichten ſah, bemerkt, daß ein großer Theil der Früchte verletzt wurde. Auch ſind unſere Arbeiter noch zu we⸗ nig gewandt, um ſo viele Kartoffelſtöcke aufzuhauen, und ihre Früchte aufzuleſen, daß ſich ihr Taglohn deckte: denn da nach Thaer acht Weiber und ein Mann einen Morgen Kartoffeln aus⸗ nehmen, der 81 Scheffel über die Einſaat, oder 90 Scheffel ſammt der Saat gibt, ſo muß jeder Menſch 10 Scheffel,= 8,34 Metzen ausgraben und aufleſen, wovon er den zwolften Theil, = 0,333 Scheffel, oder= 0,736 Wiener Metzen bekommt, was allerbings eine gute Bezahlung iſt. Nach den Erfahrungen des Grafen Podewils nehmen fünf Perſonen des Tages aber nur einen Winspel aus;= 4 ¼ Wiener Metzen pr. Perſon und Tag: wornach bei 144 Metzen pr. Joch Ertrag, was er im Durchſchnitte annimmt, pr. Joch 34 Tagwerke entfallen(a. a. O. I. Th. 91¹). Nicht ſo viele Arbeit machte bei mir das Ausnehmen und Heimführen; denn nach einer ſehr genauen Beobachtung bedurfte ich pr. Joch zum Auspflügen und Heimfahren 6 Pferde, 10 Män⸗ ner und 30 Weiber: nur bekomme ich durch dieſe Menſchen vom Joche ſtatt 144, 290 Metzen, kommen auf einen Menſchen 7 ½ Metzen des Tags. Daß ich ſo vieler Pferdearbeit bedarf, rührt davon her, daß der Acker doppelt gepflügt und doppelt geegt wird. Nur das erſtere Pflügen und Eggen darf aber den Kartoffeln zur Laſt geſchrieben werden, das zweite müßte geſchehen, wenn ſie auch mit der Haue ausgenommen worden wären. Die Verſchie⸗ denheit der Angabe des Arbeitbedarfes bei der Ernte rührt wohl auch großen Theils von der Art ſie zu legen, und von der Größe des Produktes her. 13. Der Ertrag der Kartoffeln hängt von der Dün⸗ gung, der Art ſie zu legen, zu kultiviren, und von der Spielart ab, die man bauet. Wenn man die Viehkartof⸗ feln, oder die großen, gelben Speiſekartoffeln in zweifü⸗ inen Reih düngt, und in einem ſe in Durche 3t und fremder verg ahie tzen; hier a 1015, 390 gen Jahre ete ich nur 3 9 39 8 Boden: Nou im von Er enden auf I. dh. n Oohwer trag der! Puaesle la Hes b We r. Joch Jtheils zu daß ihrt? ſh. in Freien legen von ſchtt 15. die keit res Ertre treideart Ein ſie in langen in das Viered, ufepflug leichter weniger Mihe ſo viel aufhackt, rntearbeit nicht Theil der Ernte theile in der er⸗ hen, muß viel⸗ u erhalten iſt, Acker bald un⸗ e will ich nicht beit thun ließ, n großer Theil er noch zu we⸗ ten, und ihre denn da nach fartoffeln aus⸗ 0o Säeffel heffel,= 8,84 volften Theil, ekommt, was wils nehmen A aus;= 4 ½ dei 144 Metzen mmt, pr. Joch Ausnehmen und achtung bedurfte Pferde, 10 Min⸗ e Menſchen vont n Menſchen 71 it bedarf, rihrt pelt geegt wird. n Kartofeln zur hehen, wenn ſie Die Verſchie⸗ nnte rührt wohl von der Größte von der Dir⸗ und von der je Viehkatto⸗ feln in veifü⸗ 139 ßigen Reihen, und dicht in die Linie gelegt, bauet, gut düngt, und nichts bei der Kultur verabſaͤumet; ſo wird man in einem jeden, nicht gar zu loſen oder zu bindigen Boden im Durchſchnitte 250— 300 Metzen ernten. Ich begründe dieſe Angabe auf eine große Menge eigener und fremder Erfahrungen. Auf meiner Wirthſchaft zu Wolfs⸗ berg erhielt ich im Jahre 1804, 413 Metzen; 1807, 332 Me⸗ tzen; hier auf Sandboden im Jahre 1813, 300 Metzen; im Jahre 1815, 290 Metzen; andere Jahre 250; und nur in dem einzi⸗ gen Jahre 1817, wo ich ſie auf gar zu loſem Boden hatte, ern⸗ tete ich nur 170 Metzen.— Zu Hungerbrunn in Kärnten war der Ertrag: 1808, 270 Metzen pr. Joch. 18⁰9, 231»„„ 1810, 272„„„ Zu Kreuz in Kärnten, in kälterer Lage, und graſigem Boden:— 18⁰8, 244 Metzen pr. Joch. 18⁰09, 154».„ 2 , 1810, 218»„» Young gibt in ſeinen ökon. Reiſen durch die öſtl. Provin⸗ zen von England, IV. Th. 320, den Mittelertrag dieſer Ge⸗ genden auf 352 Metzen pr. Joch an; in den nördl. Provinzen, II. Th. 216, auf 311 Metzen. In Irland auf 271 Metzen. Schwerz gibt in den Niederlanden den Durchſchnittser⸗ trag der Kartoffeln zu Contigh, Melln, Aloſt und im Waeslande auf 320 Metzen pr. Joch an. Nur in der ſteri⸗ len Hesbaye erntete man 192 Metzen(a. a. O. IH. Th. 96). Wenn Podewils und Thaer nur 144 und 180 Metzen pr. Joch annahmen, ſo bewies dieß nichts anderes, als daß ſie theils zu loſen, und theils zu mageren Boden haben; ſo wie, daß ihre Art, dieſe Frucht zu kultiviren, nicht die vortheilhafteſte ſey. 3 14. Sie werden in Kellern, in Gruben, oder auch im Freien, in Haufen aufbewahrt, die man durch Ueber⸗ legen von Stroh und Erde vor dem Eindringen des Froſtes ſchützt. 15. Der Werth dieſer Frucht ergibt ſich, wenn man die Leichtigkeit ihrer Kultur, die Sicherheit und Größe ih⸗ res Ertrages, und ihren inneren Werth gegen andere Ge⸗ treidearten vergleicht. Ein gehäufter Metzen Kartoſſeln wiegt 94 Pfund. Wenn 140 100 Pfund Kartoffeln zerſchnitten und getrocknet werden, ſo er⸗ hielt ich von der Gibraltar'ſchen Sorte im Maͤrz 26 bis 28 Pfund trockner Subſtanz. Es beſteht aber die friſche Kartoffel nach meinen Unterſuchungen: nach Einhof: Aus Waſſer 0,77471. 0,7251. Schleim und Zucker 0,0557. 0,0406. Stärkmehl, 1643. 0,1501. Eiweiß und Faſern. 0,0379. 0,0842. Nach Davy ſind in 1000 Theilen Kartofſeln an nährenden Stoffen 200 bis 260 enthalten, wovon 155—200 Schleim oder Stärke, 15—20 zuckerartige Theile, und 30—40 Kleber oder Eiweißſtoff ſind(a. a. O, 168). Nach Jasnüger(a. a. S. 50—53) enthalten die Kar⸗ toffeln: Eiweißſtoff.. 0,008 bis 0,013. Seröſen Zuckerſtoff. 0,014» 0,020. Schleimigen». 0,025» o,033. Stärkmehl» 0,168» o 191. Holzigen Faſerſtoff. 0,095» 0,124. Wenn wir das Waſſer und die Faſern wegſchlagen: ſo bleiben noch immer 22 Pfund Schleim, Zucker, Stärke und Ei⸗ weiß in 100 Pfund Kartoffeln. Es geben demnach 250 Metzen zu 235 Zentner, 5170 Pfund trockene Subſtanz, die in Hinſicht ihrer Ernährungsfaͤhigkeit dem kleberloſen Buchweitzenmehl gleich gehalten werden muß. 16. Es gibt eine große Menge von Spielarten der Kartoffeln, die in Hinſicht des Geſchmackes, der Größe der Knollen, ihrer Farbe, und ihres früheren oder ſpaäͤte⸗ ren Reifwerdens ſich unterſcheiden. Als Futterpflanze paſ⸗ ſen aber nur jene, die, ohne Rückſicht auf den Geſchmack, den größten Ertrag abwerfen. Hierher gehört vor allen die Viehkartoffel(Howard's Kartoffel), eine große, glatte Knolle, innerlich weiß mit röthli⸗ chen Ringen. Sie taugt nicht zum Genuſſe für Menſchen, denn ſie erregt ein Kratzen und Brennen im Halſe. Nach dieſer ver⸗ dient die große, gelbe Speiſekartoſſel(Gibraltar'ſche), mit ſchuppiger Haut, innerlich gelb, den zweiten Rang: und wo man von den Kartoſſeln eine große Verwendung zum Genuß für Men⸗ ſchen macht, da verdient dieſe allen andern vorgezogen zu werden. Man hat ferner Taͤfel⸗ und frühreife Kartoſſeln, wie z. B. die Nierenkartoffel, die blaue holländiſche u. a. m., die ſich aber ihres geringen Ertrages wegen nicht wohl zur Kul⸗ tur auf Aeckern ſchicken, außer in der Nähe großer Städte. Die k ocke, l ſeltenen ll Jeckern ndrängt! ſtogen zu Sie! auet(. uf Aeckern huen X. e. V 1. S uns dieſer kechränkti lein das iilſeltene 2. T Iassiea 0 Re det Na Cauuſe fü u varden; zuß, und n ſe bet Wer pfa wagiſte ulſſigen iriaſſch din. der Winter gehohlt. 3,6 et werden, ſo er⸗ Narz 26 bis 28 fr ſche Kartofel Einhof: 7251. 2406. 5501. 6842. ſeln an nährendn 00 Schleim oder 4o Kleber oder halten die Kar⸗ 13. 20. 3. h1. 7 vegſchlagen: ſo Stärke und Ei⸗ ach 250 Metzen die in Hinſicht eizenmehl gleich Spielarten der kes, der Größe eren oder ſpäte⸗ atterpflanze paſ⸗ den Geſchmack fel(howardz weiß mit rthli⸗ ir Menſchen, denn Nach dieſer ver⸗ altar'ſch), mit ng: und wo man Genuß für Nen⸗ ſogen zu wadan 1, wie z. B. dir diſche u. a. m, it wohl zur Kl eßer Städte 141 2. Die knollige Sonnenroſe. Die knollige Sonnenroſe, Erdarti⸗ ſchocke, Topinambour, Helianthus tuberosus, wird in ſeltenen Fällen noch hin und wieder, mehr in Gärten als Aeckern kultivirt. Sie iſt mit Recht durch die Kartoffel verdrängt worden, die in mehr als einer Hinſicht ihr vor⸗ gezogen zu werden verdient. Sie werden im Elſaß noch hin und wieder in Aeckern gebauet(Schwerza. a. O. 322). Ein gelungener Verſuch, ſie auf Aeckern mit Vortheil zu bauen, wird erzählt in Thaers Annalen, X. B. 97. e. Von der Kultur der Gemüsarten. 1. So viele Pflanzenarten man auch in den Gaͤrten, aus dieſer Klaſſe, zum Genuſſe für Menſchen bauet, ſo beſchränkt iſt ihre Anzahl auf Aeckern, wo man bei uns nur allein das Kopfkraut, mehr zum Genuſſe für Menſchen, viel ſeltener als Futterpflanze kultivirt. 2. Das Kopfkraut, der weiße Kopfkohl, Brassica oleracea capitata, verdient in ſolchen Gegenden, die der Natur dieſer Pflanze zuſagen, nicht ſowohl zum Genuſſe für die Menſchen, als auch für die Thiere gebauet zu werden; denn der Ertrag an Futter iſt ausnehmend groß, und die Thiere lieben die Blätter dieſer Pflanze, und ſie bekommt ihnen ſehr wohl. Die Größe der Kultur dieſer Pflanze wird aber dadurch beſchränkt, weil ſie von den Fröſten leidet, und daher nicht am Felde gelaſſen, oder in luftigen Behältniſſen aufbewahrt werden kann; ſondern in froſtſichere Oerter geſtellt werden muß, wo ſie bald ver⸗ dirbt. 3 Der Kohl iſt eine Futterpflanze für den Herbſt, und muß bis zum Dezember bei uns verzehrt ſeyn. In England, wo der Winter milder iſt, wird er bis zum Jänner vom Acker weg⸗ gehohlt. 3. Er fordert ein kühles und feuchtes Klima. 142 In hoch gelegenen Thälern und im Mittelgebirge geraͤth. er bei uns am beſten. Das Klima von England, Schott⸗ land und Nordamerika ſcheint ihm beſonders zuzuſagen, denn da erlangt er eine bei uns nicht geſehene Größe. 4. Im gemäßigten Klima bedarf er eines ſchweren, bindigen; in einem kühlen und feuchten Klima aber eines minder zuſammenhängenden Bodens. 5. Er fordert einen reichlich gedüngten Acker. In düngerarmen Wirthſchaften wird er immer auf dem nämlichen Platze gebauet, der alljährlich gedüngt wird: denn je⸗ der andere Acker, wenn er jetzt auch friſch geduͤngt würde, wäre dennoch zu arm, um großes Kopfkraut hervorzubringen. In England, ſo wie in den Gebirgen zwiſchen Oeſterreich und Steiermark wird bei der Egartenwirthſchaft der Raſen des zu Kohl beſtimmten Feldes abgeſchaͤlt, gebrannt, und nach⸗ dem der Acker gedüngt und gepflügt worden, mit Kohl beſetzt, der in ſolchem Boden ausnehmend gedeiht. Er verlangt die größte Menge von Dünger(weil ſeine Wurzeln nur einen kleinen Raum einnehmen, ſo muß derſelbe voll mit auflöslichem Humus ſeyn), erſchöpft aber den Acker weniger, weil der kubiſche Raum, den die Wurzeln einnehmen, nicht groß iſt. Darum findet man die Aecker, wo Kohl in der Wechſelwirthſchaft gebauet wird, we⸗ niger erſchöpft, wie jene, wo Kartoffeln, Mais und Bohnen ſtanden. 6. Die Kultur des Kohls macht weniger Mühe, wenn man die Pflanzen erſt auf einem Samenbeete erzieht, und in den wohl vorbereiteten Acker überſetzt, als wenn man den Samen unmittelbar in den Acker ſäet. Zu dieſem Ende wird der Same im Mäaͤrz in das Samenbeet geſäet, und die Pflanzen im Mai in den Acker, zwei Fuß ins Gevierte, geſetzt. 7. Die fernere Pflege dieſer Pflanze beſteht darin, daß ſie bald nach dem Ueberſetzen behackt wird, worauf die Zwiſchenräume extirpirt, und endlich mit dem Anhäufepflug durchfahren werden. 8. Wo Boden und Klima dem Kohl zuſagen, und der Acker wohl gedüngt worden, erhält man 5 bis 600 Zent⸗ at in Dur tehl das D Wenn frden ſich 14 Stäͤngel und un. In Ent unn Joche,⸗ ſin ethält dun Kopfe 16 b0, ja Krautköpfe w. gfund habe 9 Ihr due, wenn nhneirt. Werder an ein Pfun m uch die in Midlet M 1¹9 4⁵⁷) ſeus Fleiſchg Lon 1 Jene wede Wur 4 Ale Jaſcen, a 3 Vit Aütan die Oietrübe ——q 1 d hatſäti ſene haua ſähe gemef 1 Pniſ lgebirge geräth nd, Sdott⸗ ders zuzuſagen, ße. nes ſchlheren, na aber eines Acker. imer auf dem vird: denn je⸗ würde, waͤre bringen. In Deſterreich aft der Raſen k, und nach⸗ Kohl beſetzt, verlangt die einen kleinen ſchem Humus udiſche Raum, um findet man auet wird, we⸗ 8 und Bohnen Mihe, wenn derzieht, und als wenn man zu dieſem Ende geſcet, und ins Gevierte, heſteht darin, d, worauf die Anhäufepfug bis boo Zent⸗ 143 ner im Durchſchnitte, und kann in günſtigen Jahren auch wohl das Doppelte erhalten. Wenn die Pflanzen auf 2 Fuß ins GeVvierte ſtehen, ſo be⸗ finden ſich 14400 auf dem Joche. Hat eine Pflanze ſammt dem Stängel und allen Blättern 4 Pfund, ſo beträgt dieß 576 Zent⸗ ner: In England ſſt es etwas ſehr Gewöhnliches, 60000 Pf. vom Joche,= 690 Zentner vom Akre, zu bekommen, und nicht ſelten erhält man da das Doppelte: denn ſie haben Kohlarten, deren Köpfe im dortigen Klima die unglaubliche Größe von 50 bis 60, ja 92 engliſchen Pfunden erlangen. Meine ſchönſten Krautköpfe wogen 13 Wiener Pfunde. Wenn ſie im Durchſchnitte 4 Pfund haben, ſo ſind ſie ſchon ſchön. 9. Ihre Ernährungsfähigkeit iſt gleich dem Wieſen⸗ heue, wenn man die Futtergabe auf ihr trockenes Gewicht reducirt. Werden 6 bis 7 Pfund Kohlblätter getrocknet, ſo erhält man ein Pfund trockne Blätter, und in dieſem Verhältniſſe wer⸗ den auch die Thiere von ihnen genährt, wie aus den Verſuchen von Midleton und Mure erhellet(Thaers engl. Landw. III. Th 457). Ein Maſtochs frißt ungefähr den fünften Theil ſeines Fleiſchgewichtes an grünen Blättern. f. Von der Kultur der Wurzelgewächſe. 1. Jene Pflanzen, die wir ihrer Wurzeln wegen bauen, werden Wurzelgewächſe genannt. 2. Alle dieſe Gewächſe dienen ſowohl zum Genuſſe für Menſchen, als zur Ernährung der Thiere. 3. Wir kultiviren von dieſen Gewächſen in unſeren Aeckern die Möhren, Paſtinaken, Runkelrüben, Steckrüben und weißen Rüben. 1. Die Möhren⸗ 1. Die Möhre, gelbe Rübe, Daucus Carotta, hat ſehr ſüße, feſte, nie holzige Wurzeln, welche alle un⸗ ſere Hausthiere, ſelbſt das Geflügel, im rohen Zuſtande ſehr gerne freſſen, und die an Nahrungsfähigkeit alle Wur⸗ zelgewächſe ubertrifft. 244 Sie werden in England, zum Theil auch bei uns, den Pferden mit dem größten Nutzen verfüttert. Es bedarf ein Ar⸗ beitspferd täglich einen Metzen nebſt zureichendem Strohhechſel. Gibt man aber täglich ein Maßl Hafer, ſo langt man mit einem halben Metzen aus; in beiden Fällen ohne Heu. Den Schweinen dienen ſie als Vorbereitung für die eigentliche Maſt, und wenn ſie den Kühen gefüttert werden: ſo geben dieſe im Winter eben ſo ſchmackhafte, butterreiche Milch, wie im Sommer bei Klee. Young iſt ein ſehr großer Lobredner der Möhren, und in ſei⸗ nem Farmer's Calendar ſindet man über die Kultur und Ver⸗ wendung dieſer Wurzeln eine genügende Anleitung. So haben auch Thaer und Begtrup den engliſchen Möhrenbau aus⸗ führlich beſchrieben. Nach Einhofs Unterſuchungen beſtehen die Möhren: aus Waſſer 86 ⅞. Nach Davy: » Zucker 3. aus Zucker 0,095. » Faſern. 4 W6⸗» Schleim. o,o03. » Eiweiß.— ⅛.»„ Extrakt 0,00050. In 100 Theilen ſind nach Einhof nur 13%¾ krockene, nährende Beſtandtheile vorhanden; woraus die große Maſſe er⸗ klärlich wird, die man den Thieren geben muß, wenn ſie davon hinlänglich ſollen ernährt werden. 2. Sie will ein gemäßigtes Klima, und einen leich⸗ ten, tiefen, und fruchtbaren Boden. Warmes und trockenes Klima iſt ihr widerlich, eben ſo kühl und feuchtes. Im erſteren fehlt es ihr an Feuchtigkeit, im letz⸗ teren iſt man nicht im Stande, den Acker im nöthigen Zuſtande der Reinheit vom Unkraute zu erhalten. In einem thonigen Boden gibt ſie einen zu geringen Er⸗ trag; indeſſen würde man irren, wenn man glaubte, daß ſie im loſen Sande fortkäme. Ein mürber, lehmiger, tiefer, in guter Kultur ſtehender Sandboden iſt ihr am zuträglichſten. Sie kommt in Deutſchland größten Theils ſehr gut fort; ſcheint aber im Klima von England am vorzüglichſten zu gedeihen, weßwegen ſich auch dort, namentlich in Suffolk, die Kultur derſelben ausnehmend vergrößert hat. 3. Ihre Kultur als Futterpflanze kann nur da Vor⸗ theil bringen, wo man das häufige Jaͤten und Behacken mit der Hand, was eine unerläßliche Bedingniß hierbei iſt, mit mäßigen Koſten vollführen laſſen kann. Darum werden die Möhren nie in dem Maße in Deutſch⸗ land kultivirt werden, wie in England, weil unſere Bevöl⸗ kerung, größten Theils aus Eigenthümern und 2 ienſtboten beſte⸗ hend, nicht dieſe zahlloſe Menge von Taglöhnern und Bettlern athält, wie ſauliches E 4.8 vothergehe Unkraut d Theils zer In als Zwiſch und wieder Krain zw riumt, und iſ: ſo gewit die ganzen Arbeit mach tergetreide, 6 d. unteſcheide rigſens zw die nals berſuch worden, und ſern. Schr Vaſuch nit 7 Im fit eien u ne beſond Hou hel ht. Akt Reſe uuch atrigiß pr. 89. 290.318„ behact van „ fell eiger Kultur ((andwitth dürgers ch bei uns, den bedarf ein Ar⸗ n Strohhechſel man mit einem Den Schweinen aſt, und wenn im Winter eben wmer bei Klee. ten, und in ſei⸗ uitur und Ver⸗ ng. So haden töhrenbau aus⸗ e Möhren: avy: . 0,095. . 0,003. . 0,°0050. 3 5% trockene, oße Maſſe er⸗ denn ſie davon einen leich⸗ ich, eben ſo kühl htigkeit, im let⸗ othigen Zuſtande zu getingen Er⸗ znubte, daß ſie in tiefer, in guter hſten. Sie kommt ; ſcheint aber im eihen, weßwegen Kultur derſelhen mn nur da Vor⸗ mund Behacken dingniß hietbi ann. aße in Deutſch⸗ eil unſere Beyil⸗ Dienſtboten heſte⸗ gern und Betllern 145 enthält, wie England, die zur Kultur dieſer Pflanze ein we⸗ ſentliches Erforderniß zu ſeyn ſcheinen. A. Sie werden in einen ſolchen Acker geſäet, der im vorhergehenden Jahre gedüngt worden iſt, und worin das Unkraut durch die Kultur der gedüngten Frucht größten Theils zerſtört worden iſt; nach Kartoffeln, Rüben u. ſ. w. In Deutſchland iſt es nicht ſelten, daß man Möhren als Zwiſchen⸗ und Nachfrucht antrifft. Sie werden nämlich hin und wieder zwiſchen Mohn, Bohnen, ja in Steiermark und Krain zwiſchen Gerſten geſäet. Da die Gerſte den Acker früh räumt, und der Herbſt in dieſen Gegenden warm und langdauernd iſt: ſo gewinnen ſie noch recht große Wurzeln. Es müſſen aber die ganzen Gerſtenſtoppeln herausgehackt werden, was ſehr viele Arbeit macht. In den Niederlanden werden ſie über Win⸗ tergetreide geſäet, weil die Gerſte ſchon zu ſpät das Feld räumt. 5. Sie werden im Maͤrz geſäet: 6 Pf. Samen pr. Joch. V 6. Das Feld muß, ſobald man die Möhrenpflanze unterſcheidet, gejätet, und im Verlaufe des Sommers we⸗ nigſtens zwei Mal mit der Handhaue behackt werden. Die Drillkultur dieſer Pflanze iſt in England mehr⸗ mals verſucht, von vielen gelobt, von noch mehreren getadelt worden, und ſcheint jetzt ganz auf die Seite geſetzt worden zu ſeyn. Schwerz erzählt(Belg. Landw. II. Th. 59) gelungene Verſuche mit der Drillkultur.— 7. Im Allgemeinen kann man 250 Metzen pr. Joch für einen mäßigen, 300 für einen guten, und 400 für ei⸗ nen beſonders ſtarken Ertrag halten. Young rechnet in ſeiner letzten Schrift nur auf 400 Bu⸗ ſhel pr. Akre,= 330 Metzen pr. Joch. In ſeiner öſtlichen Reiſe durch England gibt er noch 660 Metzen als Durchſchnitts⸗ erträgniß pr. Joch.. Schwerz erhielt von gedüngten und behackten Möhren 280— 318 Metzen, und wenn ſie gedüngt, in Reihen geſäet, und behackt worden waren: 380 Metzen pr. Joch. Fellenberg ſaete ſie unter Winterſpelz, und nach gehö⸗ riger Kultur behauptet er noch 358 Metzen pr. Joch zu ernten (Landwirthſch. Blätter, 1 Heft). Burgers Lehrb. d. Landw. I1. Bd. 10 146 3. Sie werden mit dem Pferdehacken— der Aadl— oder mit einer dreizackigen Gabel ausgenommen, und in Kellern, Gruben, oder regelmäßig aufgeſchichtet und mit Stroh gedeckt, auch über der Erde im Freien aufbewahrt. 2. Die Paſtinaken. 1. Die Paſtinaken, Pastinaca sativa, ſind ein den Möhren zunächſt verwandtes Pflanzengeſchlecht, deren Wurzeln die Thiere, ihrer Süße wegen, ſehr lieben, und die in Hinſicht ihrer Ernährungsfähigkeit die Möhren über⸗ treffen ſollen. Budd beſchreibt(Farm. Cal. 9⁷) die Wirkungen des Fut⸗ ters mit Paſtinaken bei Pferden, Schweinen, Kühen, und beim Mäſten eines Ochſen, welche letztere vorzuglich merkwürdig ſind. Er kaufte dieſen Ochſen vom Pfluge weg um 41 fl., und mäſtete ihn 13 Wochen bloß mit Paſtinaken, nach welcher Zeit er beim Schlachten 322 engl. Pfund Fleiſch, und 182 Pfund Unſchlitt wog Er betrug im Werth 124 fl., und zahlte die Fütterung mit 83 fl. 2. Sie fordern einen trockenen, ſehr tiefen, und wei⸗ chen Boden. 3. Ihre Kultur iſt dieſelbe, wie jene der Möhren: nur iſt ihnen ein ſehr tiefes Pflügen beſonders zuträglich. 4. Ihr Ertrag iſt jenem der Möhren gleich. Nach den Berichten der engliſchen Landwirthe verdient dieſe Pflanze eine viel groͤßere Aufmerkſamkeit, als man ihr bisher ſchenkte. In Deutſchland wird ſie, meines Wiſſens, nir⸗ gendwo in Aeckern gebauet. 3. Die Runkelrüben. 1. Die Runkelrüben, Burgunderrüben, Beta cicla altissima, ſind eine ſüße, den Thieren ſehr an⸗ genehme und zuträgliche Fütterung. Da ihr Ertrag ſehr beträchtlich und ihre Kultur nicht ſchwer iſt, auch die Pflan⸗ zen nicht von Inſekten oder Würmern leiden, ſo verdienen ſie alle Aufmerkſamkeit. 8 cker, un tiwitt.) den M wenige 1chT 3 lälteren der Er datf als uns d elſetzt Pfi verſe Ueber var hacker menb den gi — der Aadl— mmen, und in zichtet und mit en aufbewahrt. ntira, ſind en eſchlecht, deren r lieben, und Möhren iber⸗ kungen des Fut⸗ ihen, und beim terkwürdig ſind. k., und mäͤſtete er Zeit er beim pfund Unſchlitt die Fütterung efen, und wei⸗ e der Möhren: ers zuträglich gleich tthe verdient dieſe z man iht bisher 6s Wiſens, nir⸗ 47 underrüben, dhieren ſehr a⸗ ir Ertrag ſeht auch die Pfan⸗ n, ſo verdienen 147 Sie enthalten von allen deutſchen Pflanzen am meiſten Zu⸗ ecker, und wurden daher vor einiger Zeit zur Zuckererzeugung kul⸗ tivirt. Nach Einhof enthält die Wurzel dieſer Pflanze an wäſſerigen Beſtandtheilen..... 86 ½ » zuckeriger Materie.. 10 ⁄àl » Faſern.......... 3 ⁄½ » Eiweiß...— vy Sie ſtehen zwar an Nahrhaftigkeit ſo wie im Geſchmacke den Möhren und Paſtinaken nach, dafur aber iſt ihre Kultur viel weniger mühſam, und leichter im Großen ausführbar. 2. Dieſe Pflanze kömmt in jedem Klima fort, wo man noch Winterweitzen bauet. 3. Sie erheiſcht einen mürben Boden, und kommt in kälteren Gegenden ſelbſt im Sandboden fort. 4. An Duͤnger darf es dem Acker nicht fehlen, wenn der Ertrag der Wurzeln von Belang ſeyn ſoll. Wenn man die Wurzeln zur Zuckererzeugung kultivirt, ſo darf der Acker nicht friſch gedüngt werden; wenn man ſie aber als Futter bauet: ſo darf die Düngung nicht unterbleiben, weil uns der geringere Ertrag durch die mehr zuckerigen Wurzeln nicht erſetzt würde. 5. Auch muß er durch ſorgfältiges und wiederhohltes Pflügen in einen ſehr reinen und tief gelockerten Zuſtand verſetzt worden ſeyn. o60. Die Runkelrüben werden vortheilhafter durch das Ueberſetzen kultivirt, als durch die Saat in den Acker, die zwar auch gelingt, aber mehr Arbeit beim Jäten und Be⸗ hacken macht. 7. Der Same wird gegen Ende März in das Sa⸗ menbeet geſaͤet, woraus die Pflanzen zu Anfang Juni in den Acker in zweifüßigen Reihen und 1 ½ Fuß in der Linie geſetzt werden. . 10* Umſtaänden erhalte. 148 8. Während ihres Wachsthumes werden ſie ein Mal mit der Handhaue, und ein, auch wohl zwei Mal mit dem Schaufelpfluge bearbeitet. Ob ihnen das Behäufen zuträglich ſey, wird von Vielen bezweifelt, von Thaer aber behauptet. Die Erſteren ſtützen ihre Meinung auf einen hypothetiſchen Schluß; weil nämlich die Wur⸗ zel über die Erde vorrage, ſo wollen ſie nicht mit Erde bedeckt ſeyn. Dagegen behaupten die Andern aus der Erfahrung, daß ein mäßiges Behäufen ihren Ertrag ſowohl, als ihren Zuckerge⸗ halt vermehre. 9. Sie dürfen nicht früher ihrer Blätter beraubt wer⸗ den, bie nicht die Wurzeln ihren gehörigen Umfang erlangt haben. Es iſt zwar nichts gewöhnlicher, als daß man die Runkeln ein, ja wohl zwei Mal blattet; aber nichts iſt auch gewiſſer, als daß man dadurch einen beträchtlichen Abfall an dem Erträg⸗ niß der Wurzeln erleidet. Die Verſuche, welche Schwerz (Belg. Landw. II. Th. 69) über dieſen Gegenſtand erzählt, be⸗ weiſen die Richtigkeit einer im Voraus einleuchtenden Sache. 3 Joch zwei Mal geblattete Runkeln gaben nur ſo viele Körbe Wur⸗ zeln, und niche ſo viele Blätter, als 2 Joch, die nicht waren geblattet worden. Ein ander Mal gab ein Joch nicht geblattete Runkeln 925 Körbe Wurzeln; ein Mal geblattete 359, zwei Mal geblattete 539. 10. Man rechnet im Durchſchnitte bei guter Kultur und einem mittelmäßigen Boden 350 bis 400 Centner an Rüben, und bei 100 Centner an Kraut. Thaer ſagt(Rat. Landw. IV. Th. 229), daß man auf einem angemeſſenen Boden 377 Zentn. pr. Joch annehmen könne; daß man aber auch 5 ja 600 Zentn. unter beſonders günſtigen Schwerz erhielt 367 Zentn. Rüben.(a. a. O. 70). 11. Sie werden auf dieſelbe Weiſe ͤber den Winter aufbewahrt„ wie die übrigen Wurzeln. 4. Die Steckrüben. 1. Die Steckrüben, Krautrüben, Erdkohl⸗ rabi, Dorſchen, Brassica rapobrassica, verdienen in . duß g6 ſind. S kühe, u merkſan man ka Winter riſſen f gerſett, geütten Perder wader hetg men ugd ttag; teiwi ſe ein Mal ni Mal mit dem ird von Villen eren ſtüͤtzen ire imlich die Wur⸗ it Erde bedect arfahrung, daß ihren guckerge⸗ beraubt wer⸗ fang erlangt n die Runkeln nuch gewiſſer, dem Erträg⸗ Schwerz erzählt, be⸗ Sache. 3 Joch Körbe Wur⸗ ie nicht waren nicht geblattete 859, zwei Nal guter Kultur oo Centner an „ daß man auf nnehmen köune; enders günſtigen .O. w). er den Winter , Erdkohl „voddienen in 149 einem hohen Grade die Aufmerkſamkeit des Landwirthes, weil ſie eben ſo leicht, wie die Runkeln zu kultiviren ſind, bei gleichen Verhältniſſen einen größern Ertrag liefern wie dieſe, einen hohern Werth als Futter haben, und vom Froſte nicht beſchädiget werden. Sie enthalten nach Einhof's Unterſuchungen an wäſſerigen Theilen. 0,875 » zuckerigen„. 9,065 » Faſern 0,055 » Eiweiß. 0,005. Zufolge dieſer Analyſe möchte man den Runkeln den Vor⸗ zug geben, und dieſe für nährender halten, was ſie doch nicht ſind. Sie iſt eine treffliche Winterfütterung fur Schafe und Milch⸗ kühe, und verdient in Deutſchlano deßwegen die großte Auf⸗ merkſamkeit, weil ſie vom Froſte im Boden nichts leidet, denn man kann ſie überall einfrieren laſſen, wenn man ſie nicht im Winter braucht. Nur dann, wenn ſie im Winter in den Behält⸗ niſſen friert, ſo iſt ſie nach dem Aufthauen zwar nicht weich und zerſetzt, wie die anderen Wurzeln, und hat im Geſchmacke nicht gelitten: geht aber in einigen Wochen nach dem Aufthauen in Verderbniß über, weil ſie durchgefroren iſt, und ihr Leben ent⸗ weder darüber, oder durch das jähe Aufthauen eingebüßt hat. 2. Sie kömmt in jedem Klima fort, wo man die vor⸗ hergehenden Wurzeln noch bauet. In Schweden und England, wo ſie unter dem Na⸗ men Rutabaga gebauet wird; in Böhmen, Oeſterreich, ugd bei uns gedeiht ſie überall gleich gut. 3. Sie erheiſcht einen ziemlich bindigen Boden. In leichtem Boden gibt ſie immer nur einen geringeren Er⸗ trag; außer man hätte ungewöhnlich ſtark gedüngt, oder die Jah⸗ reswitterung wäre mehr als gewöhnlich feucht, und warm. 4. Ihre Kultur iſt dieſelbe, wie jene der Runkeln. 5. 400 Zentner Rüben, ohne Kraut, iſt ein gewöhn⸗ licher, 5 bis b0o Zentner ein guter Ertrag pr. Joch. Der hieſige Boden iſt dieſer Pflanze keineswegs ſehr zuſa⸗ gend, und doch erhielt ich nicht ſelten 500 Zentner pr. Joch abge⸗ putzte Wurzeln. Sie erhalten in guter Lage und bei fleißiger Kul⸗ 150 A tur oft eine ungeheure Größe, von 14 bis 18 Pf.: ich kann aber hier nur auf 2 ½ Pf. Rechnung machen; dafür aber ſetze ich ſie in der Linie auf 1 ½ Fuß, und bekam im Jahre 1813 525 Zent⸗ ner Rüben ohne Kopf und Schweif. In demſelben Jahre erhielt man zu Karlsberg 504 Metzen pr. Joch. Thaer ſagt(Rat. Landw. IV. Th. 239), daß er 400 Centner Rüben pr. Joch geerntet habe, in einem Acker, der noch nicht in volle Kraft geſetzt worden war. Er klagt aber, daß ihm dieſe Pflanze durch die Durre, den Erdfloh und die Raupe öfters mißrathen ſey. Aehnliche Klagen führt auch Noung(Farm. Cal. 271), daß der Erdfloh die Pflanzen zerſtöre, woraus erhellet, daß beide das Samenbeet zu wenig ſorgfältig vorbereiten, daß ſie zu ſpät ſäen, daß ſie die Pflanzen nicht mit Jauche begießen, und ſie bei ſehr kaltem oder heißem Wetter nicht mit Geſträuch bedecken. Die Verbreitung der Kultur dieſes trefflichen Futtergewäch⸗ ſes verdanken wir in Oeſterreich den Bemühungen des Herrn Dr. v. Hopfen zu Idolsberg in Oeſterreich, der uns zuerſt auf die großen Vorzüge derſelben neuerdings aufmerkſam machte. Seine Idolsberger Rüben ſind von den unſeren aber nicht verſchieden, auch nicht von den engliſchen, wie ich mich mehrmals überzeugte. Daß man in ſehr günſtigen Lagen 7 bis 800 Zentner pr. Joch ernten könne, bezeugen Dickſon(II. Th. 514) und der Herr v. Hopfen).. b. Die ſchwediſche Rübe, Rutabaga, iſt ei⸗ nerlei mit der Krautrübe. Mir iſt es unmöglich, eine weſentliche Verſchiedenheit zwi⸗ ſchen beiden auszumitteln. Daß ſie mehr, wie unſere Krautrübe der Kälte und Fäulniß widerſtehe, habe ich nicht gefunden, denn unſere Steckrüben halten den Winter unter der Schneedecke aus. Daß die Rutabaga kleinere Rüben gebe, mag nur in ſo ferne wahr ſeyn, als man Samen von ſolchen Gegenden ausſäet, wo der Boden dieſer Pflanze vielleicht minder zuſagend war, und iſt gewiß eine nur vorübergehende Erſcheinung. 7. Es gibt Krautruͤben mit weißem und gelbem Fleiſche. Die letztern werden für ſüßer und feſter, die er⸗ ſtern für ergiebiger gehalten. Mir mangelt über dieſen Umſtand eine genügende Anzahl von Beobachtungen, um das Wirkliche vom Scheinbaren zu un⸗ kerſcheiden.. 6 ich, de ſe ga käit ge hute men loſem man zen T zeichn deſſen Alime dingt mali mög Wirt 16 : ich kann aber ber ſetze ich ſie 8813 525 gent⸗ lsberg 5os „ daß er 400 cker, der noch aher, daß ihm te Raupe ofters m.(al. 271), erhellet, daß en, daß ſie zu begießen, und käuch bedecken. Futtergewaͤch⸗ gen des Herrn ich, der uns z aufmerkſam en aber nicht ich mehrmals o Zentner pr. 514) und der daga, iſ ei⸗ hiedenheit zwi⸗ nſere Krautrübe gefunden, denn chneedeckt aus. nur in ſo ferne en ausſcet, wo war, und iſt und gelben fſter, die er igende Anjch inbaren zu Un⸗ 1541 5. Die Saatrüben. 1. Die Saatrüben, Waſſerrüben, weißen Rüben, Brassica Rapa, ſind als Futterpflanzen unter den Wurzelgewächſen die gewöhnlichſten, weil ſie allenthal⸗ ben beinahe fortkommen, einen großen Ertrag, und wenn auch nicht eine ſehr nahrhafte, doch eine ſehr angenehme Nahrung abgeben. Nach Einhof beſtehen die Rüben aus wäſſerigen Theiln 0,917 zuckerigen 2...... 0,048 Faſern... 5. 6„ 2-⸗.„ 0,028 Eiweiß........... 0,005 Davy erhielt: Schleimm:n. 0,007 Zucher............ 9,034 Eiweiß....... 0,001 Sie ſind demnach ziemlich gehaltlos, und es wird begreif⸗ lich, daß die Thiere große Quantitäten davon freſſen muſſen, wenn ſie genährt werden ſollen. Thaer nimmt ihre Nahrungsfähig⸗ keit gegen das Heu an, wie 22, Midleton wie 12 ½, und Hutcheſon Mure wie 15 zu 100. * 4 2. Sie kommen in jedem Klima fort. 3. Sie verlangen einen leichten, nur gering zuſam⸗ menhängenden Boden. Eine ausgebreitete Rübenkultur findet man überall nur in loſem Boden. Dieß iſt vorzüglich in England auffallend, wo man nur in jenen Grafſchaften die Ruͤben als die Stützen der gan⸗ zen Wirthſchaft anſieht, die ſich durch ihren leichten Boden aus⸗ zeichnen, wie z. B. in Norfolk, Suffolk u. ſ. w. ſind. In⸗ deſſen kommen ſie in warmen Jahren, oder in einem warmen Klima auch in einem Lehmboden gut fort, wenn ſie kräftig ge⸗ düngt werden, wie ich oft zu beobachten Gelegenheit hatte. 4. Sie erfordern ein friſch gedüngtes, und durch mehr⸗ maliges Pflügen wohl gelockertes, und von allem Unkraut möglichſt befreites Feld. Die Rüben eignen ſich darum zur Kultur in den großen Wirthſchaften von England, weil ſie dem Landwirthe hinläng⸗ lich Zeit laſſen, ſein Feld im Mai und Juni zur Empfangung 15² der Saat auf das Zweckmäßigſte vorzubereiten. Es ſind die ge⸗ wöhnlichen Bracharbeiten, die er auf den Acker verwendet; nur kommt ſtatt dem Rühren und der Saatfahre ein zweimaliges Be⸗ hacken der Rübepflanzen. 5. Die Zeit der Saat richtet ſich nach dem Klima. Sie werden in den nördlichen oder hoch gelegenen Gegenden im Juni, längſtens im Juli, in dem wärmeren aber im An⸗ fange Auguſt geſäet. Die erſtern heißen Brachrüben, weil ſie in dem Brachacker, und als erſte Frucht kult virt werden; die letzteren heißen Stoppelrüben, weil ſie in die Stoppeln des Wintergetreides geſäet werden. Im ſüdlichen Deutſchlande werden außer den ho⸗ hen Bergen allenthalben nur Stoppelrüben gebauet, ſo auch in Belgien und in der Schweiz. Im nördlichen Theile aber, ſo wie in ganz Eng land, bauet man nur Brachrüben. Wo der Winterrocken Anfangs Juli reif wird, da kann man noch Stoppelrüben ſäen. In Eng land iſt die Saatzeit 14 Tage vor und nach Johannis. Bei uns, ſo wie in Belgien, iſt die Saat der Stoppelrüben vom 2. bis 10. Auguſt. 6. Die Rübenpflanzen müſſen während ihrem Wach⸗ ſen entweder behackt oder geegt werden. Die Vortheile des Behackens haben wir genügend in der allgemeinen Pflanzenkultur abgehandelt. Werden die Rübenfelder nicht behackt, ſo verwildern ſie nicht nur allein im Unkraute, ſon⸗ dern ſtehen auch gewöhnlich zu dicht, und haben nicht Raum, ſich auszubilden. Um dieſes Behacken weniger koſtſpielig zu machen, werden ſie in England hin und wieder auch wohl gedrillt, wo⸗ bei man früher den Acker ſo pflügt, daß aller Dünger gerade unter die Saatlinie zu liegen kömmt(Farm. Cal. 336.), wobei aber der Dünger weniger kräftig ſich erweiſt, als wenn er mehr in der Oberfläche ſich befindet, und von oben nach unten wirkt. Das Verfahren der Niederländer, die Rüben ſtatt zu beha⸗ cken, zwei Mal zu übereggen(Schwerz Yelg. Landw. II. Th. 45), hat nach meinem eignen, nun ins fünfte Jahr fortgeſetzten Ver⸗ ſuche ſo große Vorzüge, daß es allgemein nachgeahmt zu werden verdient. Die Stoppeln werden bei mir gleich nach dem Schnitte tief umgepflügt, und der Acker hierauf überegt; Anfangs Auguſt wird der Dünger aufgeführt, gebreitet und untergepflügt, worauf die Saat, 2 ½ Pf. pr. Joch, oben über geſäet und eingeegt wird. Sobald die Rüben 6 Blätter haben, und ihr Kraut eine Hand lang iſt, werden ſie mit der gewöhnlichen viereckigen Egge, die im obern Winkel angeſpannt iſt, überegt, wobei allerdings eine Menge weil ſie wird di tur, w jeder a ſpäͤtet Un t d l des Un des E wird, Pfanze Folge ſie zu d teen Ert kbener bindig viele, o ſetre Fe⸗ di Nied einen v Engla in der Wweima 5fl ko ſiehen ſpielig Krai mehr den, der S mets, der Nerg der! erſter Zentn tern; länden wollen trog d drillte 590 9 Es ſind die ge⸗ verwendet; nur zweimaliges Pe⸗ em Klima. Sie Gegenden im en aber im An⸗ rachrüben, frucht kult virt n, weil ſie in den. außer den ho⸗ uet, ſo auch in lichen Theile ur Brachrüben. kann man noch it 14 Tage vor n, iſt die Saat ihrem Wach⸗ genügend in der die Rubenfelder m Unkraute, ſon⸗ nicht Raum, ſic telig zu machen, ohl gedrillt, wo⸗ Dünger gerade 1. 336.), wobei gwenn er mehr ach untm wirkt. n ſtatt zu beha⸗ Landv. II. Th. ertgeſetzen Ver⸗ umt zu werden dem Schnüte infangs Auguſt pflügt, worauf eingeegt wird. raut eine Han ſgen Egge) die allerdings, eine 153 Menge von Pflanzen zerſtört wird, was aber nothwendig iſt, weil ſie ſonſt zu dicht geſtanden ſeyn würden. In 8 bis 10 Tagen wird dieſes Eggen wiederhohlt— Die Methode der Rübenkul⸗ tur, wie ſie in der hieſigen Gegend betrieben wird, weicht von jeder andern bekannten ab. Das Stoppelfeld wird gepflugt, geegt, ſpäter dann gedüngt und überſäet, worauf Samen und Dünger une einem untergepflügt wird. Das Feld wird nicht geegt, ſon⸗ de bleibt in rauher Furche liegen, wodurch das Hervorkommen des Unkrautes gehindert wird; und weil mit dem Unterpflügen des Samens auch der größere Theil deſſelben ſo tief untergebracht wird, daß er nicht keimt, ſo wird dem zu dichten Stande der Pflanzen vorgebeugt. Die hieſigen Rübenfelder erhalten in der Folge gar keine Pflege, höchſtens werden ſie unterrauft, wenn ſie zu dicht ſtehen, und doch geben ſte häuſig einen ſehr anſehnli⸗ chen Ertrag, wenn ſich's gerade fügt, daß nicht zu viele Saat⸗ körner vergraben werden; denn wenn der Boden etwas zu ſehr bindig oder zur Zeit des Saatpflügens zu naß iſt: ſo werden zu viele, oft faſt alle Körner am Keimen gehindert, und man hat leere Felder. Darum iſt dieſe Methode immer unſicher, indeſſen die Niederländiſche Art auch nicht viel mehr Arbeit, dafür aber einen viel mehr geſicherten Ertrag abwirft. Wenn ich, wie in England, eine Menge von Taglöhnern zu Gebote hätte, die in der Arbeit des Rübenbehackens ſehr gewandt ſind, und wo ein zweimaliges Behacken eines Joch großen Rübenfeldeß nur 4 bis 5 fl. koſtet, da würde ich auch ihr Verfahren befolgen: ſo aber ziehe ich die Belgiſche Methode allen andern vor; denn das koſt⸗ ſpielige Behacken der Stoppel⸗Rübenfelder in Steier mark, Krain und Oberitalien, das ich häufig ſah, und wo ſie mehr zum Genuſſe für Menſchen als für die Thiere gebauet wer⸗ den, iſt unausführbar auf größern Aeckern, weil es in die Zeit der Saat des Wintergetreides, der Ernte der Hirſe, des Grum⸗ mets, fällt, wo alles Volk ohnehin vollauf beſchäftigt iſt. 7. Der Ertrag der Brachrüben iſt größer, wie jener der Stoppelrüben. Er hängt in beiden Fällen von der Menge des darauf verwendeten Düngers, und der mehr oder weniger zweckmäßig ausgeführten Kultur ab. Von den erſtern rechnet man unter günſtigen Umſtaͤnden 5 bis 600 Zentner Wurzeln ohne Kraut und Schweif; von den letz⸗ tern 250 bis 400 Zentner pr. Joch. Der Ertrag der erſtern ſtützt ſich auf die Angaben der Eng⸗ länder, die oft 30, ja wohl 1100 Zentner pr. Joch erhalten wollen. William Watſon erzählt einen Verſuch über den Er⸗ trag der Rüben bei verſchiedener Kultur. Er erhielt von eben ge⸗ drillten, auf 13“ Entfernung, ohne Kopf und Schweif pr. Joch 590 Zentner auf Rücken von 26“ Entfernung gedrillt, wobei ein 154 Theil des Düngers nicht bedeckt wurde. 788 Ztn. eben ſo, aber mit gut untergebrachtem Dünger 861— breitwürfig, aber wohl behackt.... 689— Den Ertrag der Stoppelrüben habe ich ſelbſt mehrmals gemeſſen und gewogen. Im Jahre 1815, als ich zuerſt die Bel⸗ giſche Manier einfuͤhrte, erhielt ich nur 238 Zentner Ruben, ohne Kraut und Schweif; ſie ſtanden aber etwas zu dunn, und der Acker war zu mager. Im Jahre 1817 erhielt ich 377 Zentner; 1818, 380 Zentner. Schwerz erzählt, daß man in den Niederlanden 736 Zentn. pr. Joch Stoppelrüben bekomme, was mir nicht unglaub⸗ lich dünket, wenn ich die reich gedüngten Felder, ihre emſige Rultur, und ihr für Rüben paſſendes Klima betrachte. Wenn Thaer von den Stoppelrüben(Rat. Landw. IV. Th. 234) nur 20 bis 25 Zentn. pr. Morgen,= 41 bis 51 Zent⸗ ner pr. Joc, und als etwas Ungewöhnliches 40 Zentn. pr. Mor⸗ gen,== 82 Zentn. pr. Joch annimmt, ſo iſt dieß ein Beweis, vif⸗ mager derlei Aecker, und wie vernachläſſigt ihre Kultur ſeyn müſſe. 8. Sie werden in Kellern, oder in wohl bedeckten Haufen aufbewahret, denn ein heftiger Froſt zerſtört ſie. In England werden ſie im Felde gelaſſen, wo ſie von den Thieren ausgefreſſen werden. Höchſtens zieht man täglich ſo viel aus, und läßt es am Acker liegen, als die Thiere bedür⸗ fen. Dieſe unwirthſchaftliche Art ihrer Verwendung kann nur in einem Lande ausgeführt werden, wo der Winter ſo mild iſt, wie in England. 9. Man hat eine große Menge von Abarten der Rü⸗ ben: längliche, runde und flache, rothe, grüne u. ſ. w. Jene iſt die vortheilhafteſte, die in den gegebenen klimati⸗ ſchen Verhältniſſen bei gleichen übrigen Umſtänden den größten Umfang erlangt. g. Von der Kultur der Futter⸗Früchte. 1. Früchte nennt man die ſaftigen Umhüllungen der Kerne. 2. Zum Behufe der Viehfütterung werden bei uns nur allein die Früchte der Kürbiſſe, Cucurbita Pepo, kultivirt. . 3. in Frei 4 Boden. 1 eine„ und ſi geſett S zun gro ſaltens! ſchenfrue als Hau treſen, näͤhrn ander und ſock, abet die V ſen,d badet ſo wie dige; richt ühres . 783 3in. . mn .. 689— elbſt mehrmals zuerſt die Bel⸗ ter Ruben, ohne dunn, und der 9 577 Zentner; lederlanden„35 rnicht unglaut⸗ er, ihre emſige ichte. at. Landw. IV. 41 bis 51 Zent⸗ entn. pr. Mor⸗ ſ ein Beweis, de Kultur ſeyn ohl bedeckten zerſtört ſie. en, wo ſie von man täglich ſo ie Thiere bedür⸗ ung kann nur in ſo mild iſt, vie barten der Ri⸗ grüne u..w. ehenen llmati lmſtänden den Früchte. Umhüllungen erden bei uns varbita Pepo, 155 3. Sie erheiſchen ein warmes Klima, wo der Wein im Freien gedeiht, und können gar keine Kälte vertragen. 4. Sie verlangen einen ſtark gedüngten, mürben Boden. 5. Ihr Ertrag iſt im Verhältniſſe des Raumes, den eine Pflanze mit ihren Blättern einnimmt, nur gering, und ſie müſſen daher den ſchon angeführten Pflanzen nach⸗ geſetzt werden.. Sie werden häufig als Zwiſchenfrüchte in den Maisaͤckern zum großen Nachtheile der Hauptfrucht gebauet. Meines Dafur⸗ haltens verdienen ſie nirgendwo gebauet zu werden, nicht als Zwi⸗ ſchenfrucht, weil da die Fiſolen mehr Nutzen abwerfen, und nicht als Hauptfrucht, weil da Runkeln, Krautrüben u. ſ. w. ſie über⸗ treffen... §. V. Von der Kultur der Handelspflanzen. 1. Handelspflanzen ſind jene, die nicht zur Er⸗ nährung der Menſchen und Thiere, ſondern zu irgend einem andern Behufe dienen.(J. II. 5.) 2. Solche ſind die Geſpinnſt⸗, Oehl⸗, Gewürz⸗ und Farbpflanzen, ſo wie die Weberdiſteln. Es gehört in dieſe Abtheilung der Pflanzen auch der Wein⸗ ſtock, und gewiſſer Maßen die ganze Obſtkultur. Da wir uns aber in unſerem Lehrvortrage nur allein auf den Ackerbau und die Viehzucht beſchränken, und daher alle jene Pflanzen ausſchlieſ⸗ ſen, die nicht auf Aeckern, im Wechſel mit anderen Früchten ge⸗ bauet werden; ſo fällt der Wein⸗ und Obſtbau, der Hopfenbau, ſo wie die Garten⸗ und Forſtkultur weg, die überhaupt ſelbſtſtän⸗ dige Zweige der Landwirthſchaft ſind, und mit dem Ackerbaue nicht in unmittelbarem Verbande ſtehen. A. Von den Geſpinnſtpflanzen. 1. Geſpinnſtpflanzen werden jene genannt, die ihres vielen, zähen und feinen Baſtes wegen kultivirt wer⸗ 156 den, der zu Verfertigung der Leinwand und Stricke ge⸗ braucht wird. 2. Hieher gehört der Lein und der Hanf. 1. Vom Lein. 1. Der Lein, Linum usitatissimum, liefert den feinſten und zur Verfertigung der Leinwand gewohnlichſten Spinnſtoff. 2. Er liebt ein mäßig warmes, mehr feucht als tro⸗ ckenes Klima. Seine Kultur iſt in Deutſchland ſehr ausgebreitet. In den öſterreichiſchen Staaten fſindet man eine größere Lein⸗ kultur in den gebirgigen, als in den ebnen Ländern, wie z. B. in Böhmen, Schleſien, Kärnten u. ſ. w., aus doppelten Gründen, erſtens weil der Lein beſſer in den Bergen und Thä⸗ lern gedeiht, und dann, weil er dieſen Menſchen zugleich einen Erwerb für den Winter liefert. In Niederſachſen, in den Niederlanden und im ganzen nördlichen Deutſch⸗ lande iſt ſeine Kultur ſehr ausgebreitet. Wie ſehr man bei uns überzeugt iſt, daß ihm ein kühles Klima, und eine hohe Lage zuſagend ſey, erhellet daraus, daß manche Herrſchaften in der Ebene ſich das Recht ausbedingten, bei ihren in den Bergen liegenden Unterthanen eine beſtimmte Fläche mit Flachs beſäen zu können. 3. Er will einen mürben, mehr leicht als bindigen tiefen Boden. 4. Der Acker muß reichlich mit Humus verſehen ſeyn. Ein Acker, der im vergangenen Jahre eine gedüngte, und behackte Frucht oder Hanf getragen hat, iſt der geeignetſte zu Lein, weil er nicht ſowohl kräftig genug, als auch hinlänglich rein iſt, und die Kultur des Leins in demſelben weniger Koſten verurſachen wird, als in einem anderen, wo noch mehr Unkraut vorhanden iſt. Deßwegen paſſen für den Lein vor allem reiche Neubrüche, und in deren Ermanglung gut beſtockte Kleefelder. Kommt der Lein in einen Acker, der jetzt friſch und reichlich ge⸗ düngt iſt, ſo läuft man Gefahr, daß er ſich lagert, wodurch er ſehr Schaden leidet; indeſſen wird der Lein doch häufig in ge⸗ düngte Felder gebracht, nur müſſen ſie nur mäßig und im Herbſte reinen . Boden nict l verwen haben, 6 Heit, u ſieden neht ei vird, 1 get; nu getodtet ren Gt Närz ihn bei Nachpf Steckr Nach und de verurſa und Etite ge anf. im, liefert den gewohulichſten feucht als tro⸗ ausgebreitet. In eine größere bein⸗ ern, wie z. B. in , aus doppelten zergen und Thi⸗ den zugleich einen achſen, in den hen Deutſc⸗ aß ihm ein kühles ellet daraus, daß ausbedingten, bei beſtimmte Fläͤche ht als bindigen z verſehen ſeyn. ine gedingte, und der geeignetſte zu auch hinlänglich zweniger Koſten c mehr Unkraut vor allem reiche ſockte Kleefelder. und reichlich ge⸗ ert, wodutch et och häufgg in ge⸗ 44 Bim herbſt 157 gedüngt, auch muß der Dünger durch mehrmaliges Pflügen ge⸗ nau mit dem Boden in Miſchung gebracht worden ſeyn. 5. Er muß durch öfteres Pflügen in den möglichſt reinen und völlig gepulverten Zuſtand verſetzt werden. Alles hängt bei der Kultur des Leins in einem geeigneten Boden davon ab, daß die langſam wachſende Pflanze vom Unkraut nicht leide. Je mehr Sorgfalt auf die Vorbereitung des Ackers verwendet worden iſt, je weniger wird man Mühe mit dem Jäten haben, und um ſo größer wird der reine Ertrag ſeyn. 6. Die Zeit der Saat iſt nach dem Klima, und der Zeit, welche die Vorbereitung des Bodens erheiſcht, ver⸗ ſchieden. Man kann ihn ſäen, ſobald keine heftigen Fröſte mehr einfallen; und wo der Rocken zu Ende Juni geerntet wird, kann er noch Anfangs Juli geſäet werden. Der Lein wird von gewöhnlichen Nachtfröſten nicht beſchädi⸗ get; nur wenn die Kälte einen hohen Grad erreicht, wird er davon getödtet. Man ſäet ihn bei uns gewöhnlich im April; in wärme⸗ ren Gegenden, ſo wie auch in Flandern, wird er häufig im März geſäet., Weil er den Acker nur kurze Zeit einnimmt, ſo benützt man ihn bei uns oft doppelt, indem der Lein bald als Vor⸗ bald als Nachpflanze geſäet wird. Man pflanzt nach Frühlein Spätkraut, Steckrüben, oder man ſäet Futtermais, Hirſe, Fiſolen u. ſ. w. Nach Futterwicken, oder in die Samenbeete des Weißkrautes und der Steckrüben, Runkeln u. ſ. w. wird Spätlein geſäet. 7. Man ſäet 2 bis 3 Metzen Samen auf das Joch, egt ihn wohl ein, und walzt den Acker nieder. Young, Marſhall und Dickſon ſagen, daß man in England nur 15 ⁄4 bis 2 Metzen pr. Joch ſäe. Die Brabanter ſäen im Durchſchnitte nach Schwerz (Belg. Landw. II. Th. 113) 2 Metzen pr. Joch. Gericke nimmt 3 5 Metzen(II. Th. 549.) Podewils aber ſäete, gleich unſern Bauern, 6 Metzen pr. Joch(II. Ty. 38). Er muß dicht geſäet werden, weil die Pflanze klein, und nicht äſtig iſt; und darum däucht mir, daß weniger als 2 Metzen zu große leere Zwiſchenräume laſſen 5 bis 6 Metzen aber Ver⸗ ſchwendung ſeyen, und Nachtheil durch einen zu dichten Stand verurſ achen⸗ 158 8. Die Leinpflanzen müſſen, wahrend ſie wachſen, von allem Unkraute durch Jäten ſorgfältig befreiet werden, weil daſſelbe dem Lein an und für ſich nachtheilig iſt, und weil es beim Brechen den Flachs ſehr verunreinigen würde. 9. Um das Lagern der Leinpflanzen in ſehr fruchtba⸗ ren Gründen zu verhüthen, werden die ſchmalen Ackerbeete mit einem Geläͤnder überlegt, durch das die Pflanzen em⸗ porwachſen, und das ihr Aufliegen auf den Boden hindert. Nur unter ganz beſonderen Umſtänden dürtte dieſes Ver⸗ fahren vortheilhaft ſeyn, wenn man nämlich ruſſiſchen Flachs in ſehr fetten Boden ſäet. Siehe hierüber Schwerz(Belg, Landw⸗ II. Th. 117). 10. Will man ſehr feinen Flache, ſo muͤſſen die Lein⸗ pflanzen gerauft werden, ſo wie ſich die Korner in den Sa⸗ menkapfeln ausgebildet haben, aber noch nicht reif ſind. Gröbern Flachs erhält man, wenn man die Körner voll⸗ kommen reif werden läͤßt. 11. Damit ſich der Baſt leicht vom Holze trenne, läßt man die Pflanzen in die erſten Grade der Fäulniß über⸗ gehen, wobei die Holzfaſern mürbe werden. Dieß geſchieht, wenn man ſie in Gruben, die mit Waſſer vollgefüllt wer⸗ den, mehrere Tage liegen laͤßt, oder wenn man ſie, über eine Wieſe gebreitet, mehrere Wochen lang den Einwir⸗ kungen der Luft, des Waſſers und der Sonne ausſetzt. Das erſtere Verfahren iſt ſchnell, und liefert einen weißeren Flachs, macht aber mehr Mühe, und iſt mit Gefahr ver⸗ bunden; das letztere iſt langſam, macht aber weniger Mühe und bedarf weniger Aufmerkſamkeit, liefert aber nur grauen Flachs. Es iſt ſchwer zu ſagen, welches Verfahren, die Waſſer⸗ oder Thauröſte, im Allgemeinen vortheilhafter ſey. Mir däucht, daß man da, wo ein ausgebreiteter Lein⸗ oder Hanfbau betrieben wird, und kein ſchicklicher Platz vorhanden iſt, ihn zu ie ein hreiten, ne däucht mir ſ wie bein at mittelſt ein richt nur dan auch ſt noch zu ſatt, als fudet alles plachs⸗ un Leimar 1 12. pf, jen dnwendet Eng ſen, denn telerttag öt daß man tag 8109 S v., erhielt vo J. zunehmen 13 Pfanzer D Belg. La Metzen un 14. elſt au ben. Der leßtere, er auche ¹5 d ſie wachfen, efreiet werden, heilig it, und keinigen vinde ſehr fruchtha⸗ lalen Ackerheete e Pflanzen em⸗ Boden hindert. erſte dieſes Ver⸗ ſiſchen Flachs in 3(Belg⸗Landw. uſſen die Lein⸗ er in den Sa⸗ nicht reif ſind. ie Körner vol Helze trenne, er Fäulniß über⸗ Dieß zeſchieht vollgefüllt ver⸗ n man ſee, über ng den Einwir⸗ Senne ausſett. einen weißeren tGefaht ver⸗ eber weniger liefert aber nun n, die Veſſer⸗ dafter ſch. Nr in⸗ oder Hanf fbau anden iſt, i in — 259 breiten, nothgedrungen zur Waſſerröſte greifen müſſe. Beim Lein däucht mir die Thauröſte viel angemeſſener, wie die Waſſerröſte, ſo wie beim Hanf die letztere ſchicklicher ſcheint. Das Verfahren, den Lein und Hanf ohne alles Röſten mittelſt einer Maſchine mit vielen Walzen zu brechen, wobei man nicht nur allein die Arbeit des Röſtens und Breitens erſpart, ſon⸗ dern auch mehr und einen weißeren und ſtärkeren Flachs erhält, iſt noch zu neu, und zu wenig unter allen Verhältniſſen unter⸗ ſucht, als daß wir uns getrauten, hierüber abzuſprechen. Man findet alles hierüber Bekannte im Magazin für den deutſchen Flachs⸗ und Hanfbau; von J. Rothſtein und D. Bertuch. Weimar 1819. 12. Der Ertrag an Flachs wechſelt von 300 bis 500 Pf., je nachdem man mehr Dünger und Arbeit auf ihn verwendet, oder langſtänglichen Samen ausgeſäet hat. England ſcheint dieſer Pflanze vorzüglich zuſagend zu ſeyn, denn Marſhall ſagt, daß man in Yorkſhire als Mit⸗ telertrag 563 Pf. pr. Joch ernte.(II. Th. 141.) Dickſon ſagt, daß man manchmal 1260 Pf. erhalte, und nimmt als Mitteler⸗ trag 810 Pf pr. Joch an.(II. Th. 558.) In den Niederlanden, ſagt Schwerz(a. a. O. II. Th. 113), gewinnt man im Durchſchnitte 515 pr. Joch. Er ſelbſt erhielt vom geländerten Flachſe 534 Pf. In Kärnten trauet man ſich nicht mehr als 400 Pf. an⸗ zunehmen. Man bekömmt aber häufiger nur 300 Pf. 3 13. An Samen erhaͤlt man vom Lein, wenn man die Pflanzen ganz reif werden läßt, 8 bis 10 Metzen. Dickſon nibe bis 3 3Meten; Neuſchateau(Schwerz Belg. Landw. III. Th. 186) 5 bis 8 ¼ Metzen; Podewils 9 Metzen und Schwerz 16 Metzen als Ertrag pr. Joch an. 14. Man hat Klanglein, deſſen Samenkapſeln von ſelbſt aufſpringen, und Dreſchlein, die geſchloſſen blei⸗ ben. Der erſtere iſt dem Verluſte des Samens mehr, als der letztere, ausgeſetzt, und iſt daher minder vortheilhaft, wenn er auch einen feineren Baſt geben ſoll. 15. Der ruſſiſche Lein iſt eine Abart, die ſich durch die Laͤnge des Stängels, wenigen Aeſte, und vorzuüͤglich 160 den vielen und feinen Baſt auszeichnet, und daher allen an⸗ dern Samen weit vorgezogen zu werden verdient. 16. Da aber keine Abart beſtändig bleibt, und unter veränderten äußeren Einflüſſen den Charakter der Gegend annimmt: ſo muß alljährlich, oder mindeſtens alle andere Jahr neuer Samen angekauft werden. 2. Vom Hanfe. 1. Der Hanf, Cannabis sativa, liefert zwar einen groberen Spinnſtoff, wie der Lein; dafür erhält man aber von einer gegebenen Fläche mehr, und die Kultur dieſer Pflanze iſt mit minderer Mühe verbunden. Der Lein paßt der vielen Arbeit wegen, die ſeine Kultur erheiſcht, mehr für kleine Wirthſchaften; während der Hanf, der weder ein Jäten noch Behacken erfordert, in großen Wirthſchaf⸗ ten, ohne Beirrung der anderweitigen Geſchäfte, gebauet werden kann. 2. Er bedarf ein warmes Klima mit hinlaͤnglicher Feuchtigkeit. Er iſt zwar für die Kälte nicht ſehr empfindlich, und ge⸗ wöhnliche Reife ſchaden ihm nicht. Er wächſt aber nur in war⸗ men Gegenden hoch, die nicht gar zu ſelten Regen erhalten. Pietet fand ihn in den pontiniſchen Sümpfen 16 Fuß hoch, und Schwerz erzählt, daß er im Nieder⸗Elſaß 10—15 Fuß hoch werde, ja daß er zu Biſch ofsheim einen Stängel mit 21 Fuß rhein. gemeſſen habe(Beſchreibung der Landwirthſch. im Nieder⸗Elſaß, Berlin 1816, 399). 3. Ein tiefer, lehmiger Boden, der durch den Pflug wohl und tief gelockert, und durch die Egge ſehr klar ge⸗ macht, überdieß reichlich gedüngt worden iſt, ſagt dem Hanf am beſten zu. 4. So ſind auch abgezapfte Teiche, oder andere bis jetzt unter Waſſer geſtandene, mit Schlamm reichlich ver⸗ ſehene, aber nicht torfige Erdſtriche für den Hanf ver⸗ wendbar. E” ſaet, und Boden. dens hinli Lagen oft Hanfacker Dünget, der auf ij nicht, wie Boden da rig werdet ſeinen hor ſind ſeine ngen und 5 6.) Nor ſtet wurde St Landw. N ſt, wenk Samenſt E ten Unte den 3 nahe au wäre, dieß abe weniger 3 nich übe ten Bod hen eine u 7. mes kei terdruͤck 6. nach de Gänge beete Vurger daher allen au⸗ ndient. ſibt, und mnter ter der Gegend ens alle andere fert zwar einen -hält man aber Kultur dieſer die ſeine Kultur nd der Hanf, der toßen Witthſähif⸗ e, gebauet werden nit hinlängliher npfindlich, und ge⸗ aber nur in war⸗ en Regen erhalten. ſümpffen ¹d Fi Nieder⸗Elſaſ cofsheim einen (Beſchreibung der n 1816, 399), durch den Pflug igge ſehr klat ge⸗ en iſ, ſagt dem oder andere bis um reichlich bt⸗ den Hauf ver 161 Es vertraͤgt der Hanf, der zu Anfang des Sommers ge⸗ ſäet, und zu Ende desſelben gerauft wird, einen ziemlich naſſen Boden. Die Hitze des Sommers erhält die Oberfläche des Bo⸗ dens hinlänglich trocken und warm, und man erhält in ſolchen Lagen oft die reichlichſte Ausbeute. An Dünger darf es dem Hanfacker nie fehlen; er verträgt vielen und ſehr ausgiebigen Dünger, und ſein Erträgniß ſteht im gleichen Verhältniſſe mit der auf ihn verwendeten Düngung Man hat von der Dungung nicht, wie bei ſo vielen andern Pflanzen, zu beſorgen, daß der Boden dadurch mit Unkraut erfüllt, oder daß die Pflanzen lage⸗ rig werden; denn der Hanf wächst ſchnell, und unterdrückt mit ſeinen horizontal liegenden Blättern jede Zwiſchenpflanze: dann ſind ſeine Stängel hinlänglich ſtark, um gewöhnlichen Geoitter⸗ regen und Winden zu widerſtehen. 5. Er wird im Mai geſäͤet. 6. Man bedarf 2 ½ bis 3 Metzen für das Joch. Young ſagt(Cal. 303), daß 2% bis 2 ¾ Metzen ge⸗ ſaͤet würden. 1. Schwerz will aber nur 1,38 bis 1,50 Metzen ſäen(Belg. Landw. II. Th. 128, 133), was ganz gewiß eine zu kleine Menge iſt, wenn unſere Abſicht dahin geht, viel Baſt, und nicht bloß Samenſtängel zu erzeugen. Ein Metzen ſchöner Hanf wog nach einer von mir angeſtell⸗ ten Unterſuchung 57%lñ Pf. Ein Loth enthielt 1510 Körner. Wer⸗ den 3 Metzen ſolchen Hanfes auf das Joch geſäet: ſo kommt bei⸗ nahe auf jeden gevierten Zoll ein Korn; was freilich zu viel wäre, wenn jedes Korn keimte, und jede Pflanze fortwüchſe. Da dieß aber nicht der Fall iſt: ſo thut man wohl, etwas mehr, als weniger zu ſäen. Ich habe öfter 3 ½ Metzen pr Joch geſäet: allein ich habe mich überzeugt, daß 3 Metzen in einem nicht außerordentlich fet⸗ ten Boden vollkommen genügen; in dieſem aber mögen 2 ½ Me⸗ tzen eine paſſende Ausſaat ſeyn. Unſere Bauern ſaen 5 bis 6 Metzen pr. Joch. 7. Die Hanfpflanze bedarf waͤhrend ihres Wachsthu⸗ mes keiner Pflege; ſie waͤchst ſchnell und kräftig, und un⸗ terdrückt alles Unkraut. 8. Wenn die maͤnnliche Pflanze— der Fimmel— nach dem Verblühen anfängt gelb zu werden; ſo werden Gänge durch den Acker geſchnitten, die ihn in ſchmale Beete theilen, damit man dadurch in den Stand geſetzt Burgers Lehrb⸗ d. Landw. II. Bd, 11 162 werde, den Fimmel auszuraufen, der nebſt den andern jetzt weggebrachten Pflanzen den feinſten Hanfbaſt liefert. 9. Die weiblichen Pflanzen haben nun mehr Raum, werden größer und ſtarker, liefern Samen und groben Baſt. 10. Die gerauften oder geſchnittenen Hanfpflanzen werden wie der Lein behandelt. Bei der Thauröſte erhält man grauen, bei der Waſſerröſte weißen Hanf(Schwerz, Elſaß. Landw. 391). 11. Der Ertrag des Hanfes an Baſt beträgt 6— 800 Pfund pr. Joch. Dickſon ſagt(a. a. O. II. Th. 540), daß in Suffolk der Ertrag an Baſt manchmal 8 bis 900 Pf. pr. Joch betrüge, und in andern Fällen nicht viel über die Hälfte dieſes Gewichts ſteige. Ein anderer, neuerer Schriftſteller nimmt 684 bis 720 Pfund als Durchſchnittserträgniß an.. Schwerz gibt den Mittelertrag des weißen gehechelten Hanfes im Elſaß(a. a. O. 390) auf 717 Pf. an. Unter die⸗ ſem Gewichte ſind 0,53 langer, und 0,47 kurzer Hanf. An ei⸗ ner andern Stelle(Belg. Landw. II. Th. 137) nimmt er 483 Pf. Baſt in 14 ½ Metzen Samen pr. Joch an.„ Ich habe hier in einem ganz gewöhnlich gedüngten Acker erhalten: im Jahre 1817, 663 Pf. ohne Samen. „»„. 1818, 587 2 2„ „ y 1819, 670„„„ Darunter iſt aber das grobe Werg, das nicht im Büſchel bleibt, nicht verſtanden. 100 Pf. roher, grob zugerichteter Hanf gab 1819, 38 Pf. lange, aber nicht ſehr feine Rüſter. In Hungerbrunn erhielt man 834 Pf. ohne Samen. 12. An Samen erhält man viel, wenn man wenig und ſchlechten Baſt gewinnt; und wenig oder gar keinen Samen bekommt man, wenn man viel Baſt erhält. Es läßt ſich daher nicht wohl ein Durchſchnittserträgniß anneh⸗ men, weil man beides nicht vereinigen kann. Schwerz erhielt in einem abgewäſſer ten Teiche 31 ½ Metzen Samen, aber wenigen und ſchlechten Baſt. Sonſt gibt er an, daß man bei Koblen; erhielt: 433 Pf. Baſt und 14 ½ Metzen Samen pr. Joch(Belg. Landw. II Ty. 137). Podewils, der voöllig mißrathene Verſuche mit Hanf machte, 9 Metzen S Reten E, Ich meln, un In zur Saat 1. gen Sau 2ℳ4 der Moh Auße Hehlret Die beiden die ihnen n land gewe Sö ſaſa De ſſ ſehr” Pfanzen nen. D werden i V DOeutſ angemen feiner k 2. verſchied dampest itdeE wegen eenriſe 4 ſott, d ihergl, ſt den andenn anfbaſt lefet. un mehr Raun, nd groben Vaſt. n Hanfpflanzen i der Waſferröſt eetraͤgt 5— 00 daß in Suffolk er. Joch betrüge, dieſes Gewichts amt 68 4 bis 710 eißen gehechelten . an. Unter die⸗ er Hanf. An ei⸗ nimmt er 483 9f. h gedüngten Acker amen. 2 „ nich im Büſch zugerichteter huuf Rüſter. Pf. ohne Sama. denn man wenig oder gat keinen aſt ethält. Es ertäguiß anmſ 1. tn Teiche 31 3 aſt. Sonſt gt b und 16 6 na nit huf 163 machte, gewann im Durchſchnitte nur 282 Pf. Baſt und 12 ½ Metzen Samen; nur ein Mal Tpieit er 368 Pf. Baſt und 21 Metzen Samen(a. a. O. II. Th. 53). Ich ließ im Jahre 1819 60 o vom Hanfacker ausfim⸗ meln, und zu Samen ſtehen, und erhielt hievon einen Metzen. In England rechnet man in den Fällen, wo der Hanf zur Saat ſteht, 9 ½ Metzen(Dickſon a. a. O.). B. Von den Oehlpflanzen. 1.. Oehlpflanzen heißen jene, die ihres öhlhalti⸗ gen Samens wegen kultivirt werden. 2. Hieher gehört die Rübſaat, die Kohlſaat, der Mohn, und Leindotter. Außer dieſen werden noch der Senf, der chineſiſche Oehlrettig, die Krautrüben zur Kultur vorgeſchlagen. Die beiden erſteren mißrathen gar zu häufig wegen der Inſekten, die ihnen nachſtellen, und die Krautrüben frieren in Deutſch⸗ land gewöhnlich aus; weßwegen alle drei nirgendwo noch feſten Fuß faſſen konnten. Der Same des Hanfs, des Leins und der Kürbiß iſt ſehr öhlhaltig, und man gewinnt in jenen Gegenden, wo dieſe Pflanzen häufig gebauet werden, eine große Menge Oehl von ih⸗ nen. Da aber das Oehl hier nur als eine Nebenſache betrachtet werden muß: ſo genügt es, ſie hier bloß zu erwähnen. 1. Von der Rübſaat. 1. Die Rübſaat, Rübſen, Lewat, ſſt in Deutſchland die gewöhnlichſte Oehlpflanze, die in einer angemeſſenen Lage einen ſehr hohen Ertrag abwirft, und keiner künſtlichen oder mühevollen Kultur bedarf. 2. Man bauet Sommer⸗ und Winterrübſen, die aber verſchiedene Pflanzen ſind. Die erſtern ſind die Brassica campestris, die andern die Brassica napus. Geringer iſt die Ergiebigkeit der erſteren; größer der letzteren, weß⸗ wegen man überall, wo es das Klima geſtattet, nur Win⸗ terrübſen bauet. 3. Die Winterfrucht kommt nur in jenen Gegenden fort, die einen milden Winter haben; die Sommerfrucht überall, wo der Winterweitzen noch reif wird. 11* 164 Am Rheine, in Schwaben, im weſtlichen Deutſch⸗ land, an den Küſten des Meeres, in Schleßwig, Hol⸗ ſtein u. ſ. w. wird die Winterrübſaat häufig gebaut, und iſt der einträglichſte Artikel der Landwirthſchaft jener Gegenden. Bei uns friert ſie gewohnlich aus, oder geht im Frühlinge bei dem Frie⸗ ren und Aufthauen zu Grunde. 4. Sie bedarf eines mürben Lehmbodens, der durch mehrmaliges Pflügen in einen ſehr reinen und völlig gepül⸗ verten Zuſtand gebracht worden iſt: auch fordert ſie vielen Duͤnger. Sie wird im nördl. Deutſchlande gewöhnlich in die gedüngte Brache geſäet: in wärmeren Gegenden, wo nicht Brache gehalten wird, kommt ſie auch wohl in die Stoppeln des Win⸗ tergetreides, die aber mit großer Anſtrengung zur Rübſenſaat vorbereitet werden. 5. Die Sommerſaat wird Ende Mai und Anfangs Juni, die Winterſaat aber Ende Auguſt vorgenommen. 6. Man bedarf für ein Joch 10— 12 Pf. Samen. 7. Wenn die Pflanzen größten Theils reife Schoten haben, werden ſie geſchnitten oder gemäht, und entweder ſogleich ausgedroſchen oder ausgetreten, oder bei drohen⸗ dem Regen in Haufen zuſammengebracht, wo man ſie 5 bis 6 Tage lang liegen laſſen kann, worin ſie ſich zwar er⸗ wärmen, was aber dem Samen keinen Nachtheil bringt. 8. Der Ertrag des Winterrübſens kann im Durch⸗ ſchnitte auf 24— 30 Metzen angeſchlagen werden. Nach einer Angabe in Thaers niederſächſiſchen Annalen (II. Jahrg. 4. St. 340) erntet man in Niederſachſen ge⸗ wöhnlich 27, in günſtigen Fällen auch wohl 31 Metzen pr. Joch. Rixen erzählt(Thaers Annal. 1810, 3⁰7), daß man in Holſtein im Durchſchnitte 41, manchmal auch wohl 50 Metzen vom Joche ernte. Podewils(I. Th. 86) erhielt 24 Metzen. Marſhall ſetzt in der Beſchreibung von Yorkſhire (II. Th. 114) den Mittelertrag auf 26, und den höchſten auf 33 Metzen. 9. Der Metzen wiegt 75 Pf., und gibt 18 Pf. Oehl. 1. kohld de Wi dieſer auefrie reic, ſen richt lond Grunde. 2 uung der der iſ, 3 „ Brathe u de zwei 1 zu den 4 cber i len, erhalt vor de ſagt er cen Deutſc⸗ K 4 wi 9, 8 ol⸗ aut, und iſt der enden. Bei uns e bei dem Frie⸗ ns, der durch dollig gepil⸗ rdert ſie vielen wöhnlich in die do nicht Brache peln des Win⸗ ur Rübſenſaat und Anfangs enommen. F. Samen. teife Schoten und entweder er bei drohen⸗ wo man ſie 5 ſe ſich zwar er⸗ htheil bringt. unn in Duch⸗ erden. chſſſchen Annalen eerſachſen ge⸗ Meten pr⸗ Joch. 30), daß man auch wohl 50⁰ n.— dn Yorkſhire höchſten auf5 t18 Pf Oefl 165 8. Von der Kohlſaat. 1. Die Kohlſaat, der Raps, der Schnitt⸗ kohl der Gartner, Prassica oleracea laciniata, iſt wie die Winterruͤbſen eine zweijahrige Pflanze, die aber vor dieſer ſich dadurch auszeichnen ſoll, daß ſie weniger leicht ausfrieret. Sie wird in den Niederlanden, im nördl. Frank⸗ reich, ſo wie in England häuſig gebauet, wo man die Rüb⸗ ſen nicht zu kennen ſcheint. Als Futterpflanze wird ſie in Eng⸗ land vielfältig kultivirt. Mir ging ſie aber über Winter zu Grunde. 2. Was vom Klima und Boden, und der Vorberei⸗ tung desſelben zur Saat oben bei der Rübſaat geſagt wor⸗ den iſt, gilt auch von der Kohlſaat. 3. Sie wird in den erſten Tagen des Auguſt geſäet. Das gilt ſowohl von der gemeinen Kultur, wo ſie in die Brache geſäet wird, als von der minder gewöhnlichen, wo ſie in die Stoppeln des Winterrockens kommt, wo aber der Acker zwei Mal gepflügt, gedungt, und eben ſo zubereitet wird, wie zu den Stoppelrüben. 4. Sie wird gewöhnlich breitwürſig geſäet: es ſcheint aber in doppelter Hinſicht vortheilhafter zu ſeyn, ſie zu dril⸗ len, theils um ſie mit geringer Mühe in reinem Zuſande erhalten zu konnen, theils um ſie durch das Behaufen mehr vor dem Ausfrieren zu ſichern. Einen ſehr gelungenen Verſuch über das Drillen der Kohl⸗ ſaat erzählt Schwerz.(Belg. Landw. II. Th. 163.) 5. Das Ueberſetzen der im Juli auf ein Samenbeet geſäeten Pflanzen zu Ende September in ein friſch gepflüg⸗ tes Feld macht zwar viel mehr Mühe: ſcheint aber ei⸗ nen ziemlich geſicherten glücklichen Erfolg zu haben. Hierüber, ſo wie über die geſammte Kultur der Kohlſaat muß ich vorzüglich auf Schwerz verweiſen, der ſie in ſeiner Belg. Landw. ſehr genau beſchrieben hat. 1 166 6. Man erhält dieſelbe Menge von Samen, wie von der Rubſaat. 7. Der Metzen Kohlſaatſamen enthält 20 Pf. Oehl. So wird er von Fr. von Neuſchateau angegeben. (Schwerz belg. Landw. III. Th.) 3. Vom Mohn. 1. Der Mohn, Papaver somniferum, liefert ein Oehl, das nach jenem der Oliven, das beſte, in Deutſch⸗ land alſo das vorzüglichſte iſt. Die Pflanze leidet nichts von Inſekten, die der Rüb⸗ und Kohlſaat ſo verderblich ſind, ihre Kapſeln ſpringen nicht auf, und die Blumen liefern den Bienen eine ſehr reichliche Nahrung. 2. Er kommt überall fort, wo noch Getreidebau be⸗ trieben wird. In Kärnten wird er in den höchſten Gebirgswirthſchaf⸗ ten, 600 Klafter über dem Meere, noch gebauet, und wächst da vorzüglich ſchön. Unſere Bauern lieben ihn zerſtoßen in vielen Speiſen: Oehl wird aus ihm bei uns nicht gepreßt. 3. Er fordert einen mürben, und ſehr reichen Boden. 4. Die frühe Saat iſt die vortheilhafteſte, doch kann er bis Ende April noch geſäet werden. 5. Er muß während ſeines Wachsthumes gejätet und behackt werden. 6. Man erhält 10 bis 15 Metzen pr. Joch. Poske rechnet 16 ¾l Metzen.(Niederſächſ. Annal. 1. Jahr⸗ gang, I. B) Neufchateau 1 ½ Metzen.(Schwerz, Belg⸗ Landw. III. Th. 190.) Klenems 13 6 Metzen.(Schwerz, Belg. Landw. III. Th. 196.) Der Hr. v. Lanner zu Krumpendorf in Kärnten erhielt 1811: 19 ½ Metzen, und Hr. Matſchnigg zu Kreuz: 125 ⅛ Metzen. verdien den, in grißte ledet, die gege E d rati dußgg gen und fert. J das Ge und in lich für und tr 2 wotde 3 den; ſchnell ſchen men, wie hen 10 Pf. Ochl tau angegehen. m, liefert ein in Deutſch⸗ e leidet n chts ſo verderblich d die Buumen g. etreidebau he⸗ biroswirthſchef⸗ „ und waͤchst da iſtotzen in vielen eßt. reichen Boden. eſte, doch kamn nes gejätet und Auncl. 1. Ithe⸗ 167 7. Der Metzen Same wiegt 67 bis 83 Pf., und gibt 18 bis 30 Pf. Oehl. Je nachdem der Same mehr oder minder ausgebildet wird, je nachdem wird er ſpecifiſch ſchwerer oder leichter, und aͤrmer oder reicher an Oehl. 4. Bom Leindotter. 1. Der Leindotter, Dotter, Myagrum sativum, verdient in einem loſen, ſandigen, und humusarmen Bo⸗ den, in welchem die übrigen Oehlgewachſe mißrathen, die größte Aufmerkſamkeit; weil er von der Trocenheit nicht leidet, von den Inſekten nicht angegriffen wird, und für die gegebenen Umſtände einen betrachtlichen Ertrag liefert. Es wird der Leindotter in Unter⸗Kärnten längs der Drauin den ſchlechten, ſandigen, mit Steinen erfuͤllten Aeckern häͤufig gebauet: ſelten ſindet man ihn aber in dem tiefen, lehmi⸗ gen und fruchtbaren Boden, obſchon er da großere Ernten lie⸗ fert. Mir däucht nach den häufigen Beobachtungen, die ich uüͤber das Gedeihen dieſer Pflanze in den verſchiedenen Standoörtern und in den verſchiedenen Jahren angeſtellt habe, daß ſie vorzug⸗ lich für einen nicht gar zu loſen Sandboden, in einem warmen und trockenen Klima paſſe. 2. Ein Acker, der im vorhergehenden Jahre gedüngt worden, iſt füur ihn der angemeſſenſte. 3. Er kann zu allen Zeiten des Frühlings geſäet wer⸗ den; denn da er von der Trockenheit nicht ſehr leidet, und ſchnellwüchſig iſt: ſo gerath auch die ſpäte Saat, wenn ſchon die frühere immer die vorzüglichſte bleibt. Er wird bei uns vom März bis in die Mitte Mai geſaet⸗ 4. Er muß gejatet und behackt werden. 5. Man bekommt im Durchſchnitte 12, in den gün⸗ ſtigſten Fällen 18 Metzen vom Joch. 6. Der Metzen Same wiegt 75 bis 61 Pf., und lie⸗ fert 18 bis 24 Pf. Oehl. C. Von den Gewürzpflanzen. 1. Gewürzpflanzen werden jene genannt, welche irgend einen angenehm riechenden oder ſchmeckenden Stoff liefern. 2. Hieher gehören von jenen, die man in Deutſch⸗ land auf Aeckern und im Wechſel mit andern Früchten bauet: der Safran, der Kümmel, der Fenchel, der Anis, Koriander, und der Tabak. Der Hopfen iſt bei uns wohl die wichtigſte Gewürz⸗ flanze. Weil er aber, wie wir bereits erwähnt haben, nicht auf Aeckern gebauet wird, ſondern einen eigenen Zweig der Landwirth⸗ ſchaft ausmacht: ſo können wir uns nicht mit ihm befaſſen. 1. BVom Safran. 1. Der Safran, Crocus sativus, iſt ein Zwiebel⸗ gewächs, das mehrere Jahre dauert, deſſen hochrothe, dreifach getheilte Narbe mit einem durchdringenden Ge⸗ ruche und einem ſtark gelb färbenden Pigmente erfüllt iſt. 2. Er kommt in jedem Klima fort, wo der Wein im Freien noch ſüße Früchte bringt. 3. Er will einen mürben Lehm⸗, oder Sandmärgel⸗ boden, der ſonnig gelegen, und vor rauhen Winden ge⸗ ſchützt iſt. 4. Seine Kultur beſteht im erſten Jahre darin, daß man das für ihn beſtimmte Stück Feld dungt, mit dem Spaden umgräbt, und des Weideviehes und der Haſen wegen einfriedigt, worauf man zu Ende Auguſt die im Juni früher aus dem alten Safranfeld ausgenommenen Zwie⸗ beln ſo in den Boden einlegt, daß ſie 4 Zoll ins Gevierte ſtehen. Im zweiten und dritten Jahre wird das Safran⸗ feld im Juli und Auguſt behackt. 5. Die Ernte, die zu Ende September fällt, beſteht darin, daß man Morgens die vollkommen ausgeblühte PBlume pflückt, —. indem! abtrock eingele 1 erſt nei 7. kerweile ſcpft! zu weni I Gegenden eine Abt groß ad man ne Safran ſterr. G. 267 der He zweite Safta n. henannt, welche eckenden Soof in Deutſch⸗ ndern Früchten Fenchel de btigſte Gewürz⸗ aben, nicht auf der Landwirth⸗ befaſſen. ein Zwiebel⸗ en hochrothe, ingenden Ge⸗ ente erfüllt iſt o der Wein in r Sandmaͤrgel⸗ en Winden ge⸗ hre darin/ daß üngt, mit dem und der Haſen guſtdie in ui ommenen Zwie⸗ l ins Gerierte d das Saſtan⸗ rfält, beſeßt en ausgeklühe 169 Blume abbricht, nach Hauſe bringt, dort die Narben ab⸗ pflückt, und ſie vorſichtig auf dem Ofen trocknet. 6. Alle drei Jahr wird der Safranacker gewechſelt, indem man alle Zwiebeln im Juni ausgräbt, im Schatten abtrocknet, und ſo lange vorſichtig aufbewahrt, bis ſie neu eingelegt werden. Man hat daher drei Safranfelder alljährlich, wovon das erſte neu angelegt, das zweite und dritte im vollen Ertrage ſind. 7. Das Wechſeln iſt deßwegen nothwendig, weil mitt⸗ lerweile der Acker ſo ſehr verhärtet„ verwildert und er⸗ ſchöpft wird, daß er das Wachsthum der Safranpflanzen zu wenig befördert. 3 In Nieder⸗Oeſterreich wird der Safran in mehreren Gegenden betrieben; auch haben wir über ſeine Kultur daſelbſt eine Abhandſung von Ulrich Petrak, Wien, 1797. Wie groß aber der rohe und reine Ertrag des Safrans ſey, erſieht man nicht aus dieſer Schrift. Sehr gut iſt die Kultut des Safrans beſchrieben im dritten Bande der Landwirthſchaft des öſterr. Kaiſerthums, von Herrnvon Heintl, Wien 1812, S. 263, wo auch der Ertrag angegeben iſt.»Man kann,« ſagt der Herr Verfaſſer S. 283,»von einem Joch Grund in der »zweiten und dritten Blume unter günſtigen Umſtänden bis 10 Pf⸗ „»Safran ernten.« 2. Vom Kümmel. 1. Der Kümmel, Carum carvi, liefert einen Sa⸗ men, der mit einem angenehm ſchmeckenden weſentlichen Oehle erfüllt iſt, und in den Branntweinfabriken ſtark ver⸗ braucht wird. 2. Er bedarf keines ſehr warmen Klima, aber eines reich gedüngten, tiefen und gebundenen Bodens. 3. Er iſt eine zweijährige Pflanze, die im erſten Jahre im Frühling entweder allein, oder mit einer Sommerfrucht gemengt in den Acker, oder auf ein Samenbeet geſäet, ſpä⸗ ter allein, oder was vortheilhafter iſt, mit Kohl oder Steck⸗ A 170 rüben in den Acker überſetzt wird, wo ſie im erſten Jahre ein paar Mal, und im zweiten ein Mal behackt wird; im Juni des zweiten Jahrs wird ſie ſchon zeitig⸗ 3. Vom Fenchel. 1. Der Fenchel, Foeniculum vulgare, wird eben⸗ falls ſeines Samens wegen gebauet. 2. Er will ein wärmeres Klima, und kömmt in einem leichteren, aber wohl gedüngten Boden fort. Man findet ihn bei uns häufig in den Weingärten; und weil er da wohl gedeiht, ſo läßt ſich auf ſeine Natur aus dieſen Standorten ſchließen. 3. Wenn er auf Aeckern gebauet werden ſoll; ſo wird er auf dieſelbe Art kultivirt, wie der Kümmel. 4. Vom Anis und Koriander. 1. Der Anis, Pimpinella Anisum, und der Ko⸗ riander, Coriandrum sativum, ſind einjährige Pflan⸗ zen, die im Frühlinge geſäet, gejätet, behaat und im Herbſte reif werden. 2. Sie lieben ein warmes Klima, wo der Wein wächst, und einen mürben, reinen, und ſtark gedüngten Boden. 5. Vom Tabak. 1. Vom Tabak wird gewöhnlich der virginiſche, Nicotiana tabacum, mit ſtängelloſen, länglichen Blät⸗ tern; ſeltener der türkiſche, Nicotiana rustica, mit ge⸗ ſtielten, eyrunden Blättern gebauet. Seine Blätter ver⸗ breiten im trockenen Zuſtande einen ſtarken Geruch, und haben, wenn man ſie, zu Pulver gerieben, ſchnupft, oder wenn man ihren Rauch beim Verbrennen durch den Mund gehen läaßt, eine den inneren Sinn angenehm erregende Eigenſchaft, 3. beiten ſchon hei Er noͤrdli 3. Boden. J würben! ſt, finder daf man die in zmerikani mehreren Beſtandtt 4. nmnd er G Luzerne rühmt. ten, u witd d trag ha gen R ab.— Diͤngen ten Vel gleichen 6 ling au lichen? geſchüt Genie 6 zur Be Spize im erſten Jahte ehackt wird; in . rre, wird ehen⸗ kömmt in einem 3 eingärken; und katur aus dieſen ſoll; ſo wird l.. er. und der Ko⸗ njährige Pflan⸗ behaat und in wo der Wein ſtark gedüngten virginiſcht, anglichen Blit rustica, mit ge⸗ ine Blaͤtter vet⸗ n Geruch, und ſchnupſt, der urch den Mund nehm trregende 171 2. Er kommt in jedem Klima fort, wo der Winter⸗ weitzen bis zum Ablaufe des erſten Drittheils des Auguſt ſchon zeitig iſt. „Er wird in den warmen Ländern allenthalben, und im nördlichen Deutſchland bis zum 550 gebauet. 3. Er verlangt einen leichten, nur mäßig gebundenen Boden. In Deutſchland wird er nur in einen leichten, ſehr mürben Boden gebauet: in Ungarn, wo das Klima wärmer iſt, findet man ihn ſchon in einem mehr gebundenen Boden, ohne daß man bemerkt, daß er ihm nachtheilig wäre: vielmehr ſind die im ſüdlichen Ungarn erzeugten Tabakblätter nach den amerikaniſchen die geſchätzteſten; was aber wohl nur allein der mehreren Wärme und vollkommenern Ausbildung der aromatiſchen Beſtandtheile des Blattes zuzuſchreiben iſt. 4. Der Acker muß in einem ſehr kraͤftigen, mit Hu⸗ mus erfüllten Zuſtande ſich befinden. Er geräth ſehr gut in tiefländigen Neubrüchen, in alten Luzernefeldern u. ſ. w. Gebranntes Land wird vorzüglich ge⸗ rühmt. Weil aber ſolcher Boden in kultivirten Gegenden nur ſel⸗ ten, und in derſelben Wirthſchaft nicht immer vorhanden iſt: ſo wird der Tabak im Fruchtwechſel immer gedüngt, und ſein Er⸗ trag hängt bei gleichen übrigen Umſtänden, ſo wie jener der übri⸗ gen Pflanzen, von der Menge und Beſchaffenheit des Düuͤngers ab.— Ob die Güte des Tabaks mit der Menge des friſchen Düngers, die zu ſeiner Kultur verwendet worden, im umgekehr⸗ ten Verhältniſſe ſtehe, wie Einige meinen, iſt aus Mangel ver⸗ gleichender Verſuche noch zweifelhaft. 5. Der Same wird ſo früh wie möglich im Früh⸗ ling auf ein Samenbeet geſäet. Die für den Froſt empfind⸗ lichen Pflanzen werden durch aufgelegte Reiſer oder Stroh geſchützt, und zu Ende Mai in den Acker auf zwei Fuß ins Gevierte überſetzt. 6. Die Pflanzen werden behackt und behaͤuft, und zur Beförderung des Wachsthumes der Blätter werden die Spitzen der Stängel ſowohl, als die in den Achſeln der 17²2 Blaͤtter vorkommenden neuen Blaͤtter— der Gritz— aus⸗ gebrochen. 7. Wenn die Blätter gelbe Flecke bekommen, ſteif und gekrümmt werden, ſo werden ſie abgebrochen, in Büſchel gebunden, und nach Hauſe geführt, wo ſie mit einem Fa⸗ den durchzogen, und in luftigen, gedeckten Behältniſſen zum Abtrocknen aufgehängt werden. 3. Wenn die Blätter im Trockenraume bis in den No⸗ vember hängen geblieben, ſo ſind ſie hinlänglich ausgetrock⸗ net: ſie werden nun abgenommen, und in Haufen genau über einander gelegt, worin ſie ſich nach einer Weile erwär⸗ men, worauf man den Haufen aus einander bringt, und nachdem er abgekühlt iſt, wieder zuſammenlegt, um auf dieſe Weiſe theils den Reſt der Feuchtigkeit zu verjagen, theils aber, um durch dieſe Gährung den Blättern die braune Farbe zu verſchaffen, und die riechenden Theile mehr zu entwickeln. 9. Man kann 13— 15 Zentner als Durchſchnittser⸗ trag an getrockneten Blättern für das Joch rechnen. Der Graf Podewils(a. a. O. I. Th. 81) rechnet als Mittelertrag zu Guſow 1267 bis 1470 Pf. pr. Joch. Der ſtärkſte Ertrag war da 1795 Pf. Im Bruch war der Ertrag ſtärker: er rechnet da 1584 Pf. als Durchſchnittserträgniß. Schwerz gibt in ſeiner Beſchreibung der Landwirthſchaft im Nieder⸗Elſaß, S. 40:, eine ſehr umſtändliche und ſchätz⸗ bare Nachricht über die Kultur dieſer Pflanze, und ihren Ertrag⸗ Als Mittelertrag nimmt er bei guter Kultur 15 metriſche Zent⸗ ner für den Hektar an,= 1542Pf. pr. Joch. D. Von den Farbpflanzen. 1. Farbpflanzen werden jene genannt, die eines in ihnen vorfindigen färbenden Stoffes wegen kultivirt werden. 2. Wir führen jene Farbpflanzen hier an, die in Deutſchland auf Aeckern, und im Wechſel mit andern Pflauzen der War 1. Blättern ſtoffes ſung des der Küpf dirten Ehe nit Waid allein nicht ben iſt vich in den Jahr land, Fr Paide dar d. Hein 6o,oo0 ſl. den ſo d daß man; herwenden gehen. Da d Mal Dltter, diſer Pfl ſtand. Re an Indig darmen? nict ganz üihnliche nun allge man die 4. b wadhſend man nos 93 iig gedi kommen, ſtef ud ſchen, in Viſth ſe mit einen zo ſkten Behaltniſe me bis in den go⸗ inglich ausget in Haufen genat einer Weile ervär⸗ ander bringt, ud menlegt, um af gkeit zu verjagen den Blätten de henden Theile nit 1s Dorchſchritter ſoch rechnen. Th. 81) rechntt al Pf. pr. Joc. De uch war der Erkei nittserteägniß der Landwittſihi nſtändliche und ſit⸗ e, und ihren Ektrog⸗ ir 15 mttriſche Dut⸗ z. zen. enonnt, die dines g wegen käͤltiin hitr an, dien zechel mit andern 1273 Pflanzen gebauet werden. Hieher gehören: der Waid, der Wau, und der Krapp. 1. Vom Waid. 1. Der Waid, lsalis tinctoria, enthält in ſeinen Blättern zwar nur eine geringe Menge jenes blauen Farb⸗ ſtoffes, den man Indigo nennt; weil er aber zur Auflö⸗ ſung des indiſchen Indigo durch die Gährung, die er in der Küppe bewirkt, unerläßlich iſt, ſo wird er von den Farbern ſtark geſucht. Ehe man den Indigo in Europa kannte, wurde bloß mit Waid gut blau gefärbt. Jetzt können unſere Färber mit Waid allein nicht dunkelblau färben. Auch lichtblau mit Waid zu fär⸗ ben iſt nicht mehr vortheilhaft.— Während der Handelsſperre, in den Jahren 1800 bis 1813 wurden viele Verſuche in Deutſch⸗ land, Frankreich und Italien gemacht, Indigo aus dem Waide darzuſtellen. Die berühmteſten oder berüchtigſten ſind von D. Heinrich, für deren Bekanntmachung er ein Prämium von 40,000 fl. erhielt. Er behauptete und bewies, daß im Waid faſt eben ſo viel Indig vorhanden ſey, wie in den Indigopflanzen, daß man zur Erzeugung des Indigs die getrockneten Waidblätter verwenden könne, und daß 80 Pf. trockne Blätter: Pf.- Indig geben. Da er ferner annahm, daß die Waidpflanze in einem Jahre drei Mal könne geblattet werden, und daß ein Joch 3880 Pf. Blätter, folglich 48 ½ Pf. Indigo lieferte: ſo erſchien die Kultur dieſer Pflanze ſehr vortheilhaft, beſonders da der Indig ſehr hoch ſtand. Man fand aber in der Folge, daß der Gehalt der Blätter an Indig dieſer Angabe gar nicht entſpreche, daß ſich nur in ſehr warmen Jahren, und unter beſonders günſtigen Umſtänden eine nicht ganz unbeträchtliche Menge von Indig im Waid bilde, in ge⸗ wöhnlichen Jahren nur wenig, in kalten faſt gar keine, und iſt nun allgemein überzeugt, daß es offenbaren Schaden bringe, wenn man die Waidblätter auf Indigo benützen wollte. 2. Er iſt eine zweijährige, in Deutſchland wild wachſende Pflanze, die überall kultivirt werden kann, wo man noch Winterweitzen bauet. 3. Ein leichter ,in guter Kultur ſtehender, und kraͤf⸗ tig gedüngter Boden wird für den Waid gefordert. 174 4. Die Saat wird entweder ſo früh als möglich im Maͤrz gemacht, wenn man in demſelben Jahre noch Blät⸗ ter gewinnen will, oder im Frühherbſte, wobei man aber nur im folgenden Jahre erntet. Die erwachſenen Pflanzen werden zwei Mal behackt, und um dieß mit minderer Mühe zu bewerkſtelligen, ſo wird die Saat gedrillt. 5. Die Blätter werden im erſten Falle zu Ende Juni, wenn ſie aufangen gelb zu werden, abgeſchnitten, was im Herbſte noch ein Mal wiederhohlt wird. Im folgenden Jahre werden ſie abgeſchnitten, ſo wie der Stängel Blu⸗ wen machen will, und weil ſich die Blätter wieder reprodu⸗ ziren, ſo kann man ſie drei bis vier Mal abſchneiden. 6. Die abgeſchnittenen Blätter werden gewaſchen, und entweder friſch, oder auch wohl an der Sonne zur Hälfte getrocknet, in die Windmühle gebracht, wo ſie erſt zu einer verkauflichen Waare verarbeitet werden. Wir können uns hier nicht in die Erklärung der Fabrika⸗ tion des Indigs oder der Waidballen einlaſſen, und verweiſen hierüber was die Indigo⸗Erzeugung betrifft, auf die Schrift des D. Heinrich:»Ueber die Erzeugung des Indigo aus Waid, Wien, 1812, was aber die Kultur ſowohl als die folgende Zu⸗ bereitung der Waidblätter betrifft, auf Dickſon's Farmer'’s Compagnon. II. Th. 275. Uebrigens glauben wir, daß ſich die Waidkultur für den gewöhnlichen Landwirth gar nicht eignet, weil das rohe Produkt des Ackers nicht verkäuflich iſt. 2. Vom Wau. 1. Der Wau, Reseda luteola, iſt ebenfalls eine bei uns wildwachſende zweijährige Pflanze, die in allen ihren Theilen einen gelb färbenden Stoff enthält. 2. Er fordert einen mürben und ſehr fruchtbaren Bo⸗ den, und ein Klima wie der Waid. 3. Er wird entweder im Frühling mit Gerſte, Buch⸗ weitzen oder einem andern Sommergetreide ausgeſaͤet, wo⸗ bei aber unterdrü wärden; tetes Fe Die Pfl im Frih 4. lichtgel mnn u hunden, 5 1 1 Pflan tthingt. Die Atkunft, tet werd torum, iſ dinen rot 3 da, der nſßein als möglich in ahre noch Blaͤt⸗ vobei man abet hſenen Pflanzen minderer Mihe t. ezu Ende Jum, nitten, was in Im folgenden Stangel Blu⸗ wieder reprodu⸗ ſchneiden. den gewaſchen, der Sonne zur cht, wo ſie erſt nden. rung der Fabrikt⸗ n, und verweiſen uf die Schrift des ndigo aus Wad, z die folgende Ja⸗ kſons Farmers wir, daß ſich di richt eigntt, väl ſ. ebenfalls eine ze, die in allen nthält. frchtbaren Be⸗ tGerſte, Buch ausgeſet wo⸗ 175 bei aber die Pflanzen gar leicht in der Folge vom Unkraut unterdrückt werden, oder nur mit großen Koſten behackt würden; oder man ſäet ihn im Auguſt in ein wohl vorberei⸗ tetes Feld, was immer einen größeren Ertrag abwirft. Die Pflanzen werden ein Mal im Herbſte, und ein Mal im Frühling leicht behackt. 4. Wenn die Pflanzen verblüht haben, und eine lichtgelbe Farbe bekommen, ſo werden ſie bis auf jene, die man zu Samen ſtehen läßt, ausgerauft, in kleine Büſchel gebunden, am Acker getrocknet, und dann heimgeführt. 5. Der Ertrag iſt ſehr unſicher, weil das Gedeihen der Pflanze von einer zuträglichen Witterung vorzüglich abhängt. Man rechnet von 13 bis 39 Zentner pr. Joch. Dickſon gibt über den Anbau der Farbpflanzen die beſte Auskunft, die in England mehr als in Deutſchland ge⸗ bauet werden, mehr geſucht ſind, und auch beſſer bezahlt werden. 3. Vom Krapp. 1. Der Krapp, die Färberröthe, Rubia tine- torum, iſt eine perennirende Pflanze, deren Wurzeln, mit einem rothen Pigmente erfüllt, ein ſehr geſuchter Gegen⸗ ſtand des Handels ſind. 2. Er kommt in jedem, nicht gar zu rauhen Klima fort. Man findet ihn kultivirt in Daänemark, Holland, England, und in vielen Gegenden von Deutſchland. Auch wächst er bei uns häufig wild. 3. Er fordert aber einen tiefen, lehmigen Sandbo⸗ den, der mit vielem Dünger verſehen und innig mit ihm ge⸗ miſcht iſt. 4. Der Boden muß mehrmals tief gepflügt, und in V uh nn einen vollkommenen reinen und gepülverten Zuſtand ver⸗ trages ſe ſetzt worden ſeyn, ehe er mit Pflanzen beſetzt wird. 5. Die Pflanzen werden anfaͤnglich auf eigenen Bee⸗ V 1 ten aus dem Samen erzogen; in der Folge werden aber b zun du die jungen Triebe und Seitenſchoſſen hiezu genommen, wenn ſ gc ſie eine Höhe von 10 bis 12 Zoll erlangt, und eine hin⸗ ſt de reichende Menge Wurzeln getrieben haben. alhen 6 V 6. Gegen Ende Mai werden die jahrigen Pflanzen aus dem Samenbeete, und in der Folge die Seitentriebe b Jähte n der alten Pflanzen vorſichtig ausgenommen, und ſogleich in he den Acker ſo verſetzt, daß eine Pflanze von der andern 6 Zoll in der Reihe, und eine Reihe von der andern 18 Zoll. entfernt iſt. Dieſe Pflanzenreihen werden mit der Hand⸗ sa und Pferdehacke im erſten Sommer fleißig bearbeitet, und V 3 dann in den folgenden zwei Jahren alle Jahre zwei Mal uin behäuft, und ein Mal in der Reihe mit der Handhaue be⸗ lang G h ackt. Berdiſ V h 7. Im Herbſte des dritten Jahres werden die Wur⸗ 4. zeln mit der Aadl ausgepflügt, ſorgfältig aus der Erde her⸗ b ng all vorgeſucht, an der Luft getrocknet, dann von der Erde ge⸗ d reiniget, worauf ſie auf einer Darre vorſichtig getrocknet, V ſae in entweder geradezu verkauft, oder in die Krappmühle ge⸗ V un führt werden, wa man ſie zu Pulver vermahlt. b ht 8. Der Ertrag eines Joches an getrockneten Wurzeln b beträgt 12 ½ bis 25 Zentner. b b 5 Schwerz hat in ſeiner Beſchreibung der Belgiſchen Land⸗ iug wirthſchaft, II. Th. 199, die Kultur des Krapps nach eigenen Er⸗ 4 fahrungen beſchrieben, hat aber nichts vom Ertrage gemeldet. Man Dickſon hat die Kultur ausführlich beſchrieben, und den obi⸗ den Ae gen Ertrag angegeben. Da der Krapp eine Pflanze iſt, die den Boden drei Jahre Aadſe But gepflügt, und i en Zuſtand ver etzt wird. auf eigenen Ver⸗ Ige werden aber genommen, vem t, und eine hi 1 ährigen Pflanzen e die Seitentrite en, und ſogleih in von der andem er andern 1 zul n mit der Hand⸗ ig bearbeitet, un Jahre zwei M der Handhaue be⸗ werden die Vur aus der Erde her⸗ von der Erde he⸗ rſichtig getrocnet ie Krappmühle ge mahlt. rockneten Votzeln der Belgiſchen Land⸗ ps nach eigenen 3 Ertrage geneddt eben, und den obi⸗ a Poden driiJihe 177 lang einnimmt, ſo erhellet von ſelbſt, daß der Ertrag eines Jah⸗ res nur der dritte Theil des Werthes des oben angegebenen Er⸗ trages ſey. E. Die Weberdiſtel. 1. Die Weberdiſtel, Dipsacus fullonum, wird zum Aufkratzen der wollenen Tücher von den Wollfabrikan⸗ ten gebraucht. Der hiezu verwendete Theil dieſer Pflanze iſt der Kopf, der Fruchtboden mit den krummſtachligen Kelchen. 2. Sie iſt eine zweijährige Pflanze, die im erſten Jahre nur Blätter, im zweiten erſt mit mehreren Stängeln in die Höhe treibt, blüht, und Samen macht. 3. Sie kommt in jedem, nicht gar zu rauhen Klima fort. Feuchte Jahre ſind ihr zuträglicher, wie trockene. Sie wird in Deutſchland überall, wo Tuchfabriken vorhanden ſind, gebauet; häufig in Mähren dann in der Um⸗ gebung von Nürnberg. Auch um Klagenfurt findet man Weberdiſtelfelder, und ſie gedeihen bei uns ſo wohl, als irgendwo⸗ 4. Sie erheiſcht einen trocknen, mäßig gebundenen, vor allem aber tiefen, und ſtark gedüngten Boden. Die Wurzeln dieſer Pflanze greifen tief in den Boden, und jeder einzelne Stock treibt eine Menge von Stängeln. 6—13, em⸗ or, die viele Nahrung bedürfen, wenn ſie alle ſich allgemach ausbilden ſollen. Nur bei reichlicher Düngung wird man große Diſtelköpfe, die vorzüglich geſchätzt und doppelt ſo theuer bezahlt werden, wie die kleineren, hervorbringen. 5. Der Same der Diſteln wird im März und April entweder in das Samenbeet, oder auf den Acker unmittel⸗ bar gebracht. Im erſtern Falle werden die erwachſenen Pflanzen dann im Auguſt, längſtens im September in den Acker überſetzt; im letztern Falle bleiben ſie, wo ſie er⸗ wachſen. 4 Burgers Lehrb. d. Landw. I. BB. 12 6.. Die erſtere Methode macht weniger Mühe; und weil der Acker, in welchen die Pflanzen überſetzt werden, ſchon eine Frucht getragen hat, ſo iſt ſie auch minder koſt⸗ ſpielig. Die andere macht durch die mehrere Arbeit, welche das Behacken der Pflanze erheiſcht, und weil der Acker auch im erſten Jahre ganz von den Diſteln beſetzt iſt, mehr Koſten: dafür aber gehen die überſetzten Pflanzen über Win⸗ ter und im Frühling häufiger zu Grunde, und liefern im Durchſchnitte nie ſo vollkommene und ſo große Diſtelköpfe, wie die nicht überſetzten, die überdieß im zweiten Jahre nicht immer, oft erſt im dritten blühen. 7. Wenn die Pflanzen überſetzt werden, ſo müſſen ſie zwei Fuß wenigſtens in das Gevierte ſtehen; und wenn ſie in den Acker geſäet werden, ſo thut man auch beſſer, ſie in zweifüßigen Reihen zu drillen. Beim Ueberſetzen iſt es nothwendig, ſie im erſten Jahre ein Mal mit der Hand⸗ haue in den Reihen, und ein Mal mit der Pferdehacke zu bearbeiten. Bei der Ackerſaat muß das Feld im erſten Jahre wenigſtens zwei Mal behackt werden. Im zweiten Jahre müſſen die in Reihen ſtehenden Pflanzen ein Mal mit der Hand, und zwei Mal mit der Pferdehacke bearbeitet werden.. 3. Die Diſtelköpfe werden abgeſchnitten, ſo wie die nach und nach hervorkommenden Blumen alle zum Vorſchein gekommen ſind. Die Ernte der Diſteln dauert lange, mehrere Wochen, weil der Hauptſtamm viel früher blüht, wie die Seitenäſte, und dieſe früher, wie die Seitentriebe. Alle Tage muß der Acker durchgegangen, und jene Köpfe abgeſchnitten werden, die abge⸗ blüht haben. Man darf ſie nicht ſpäter abſchneiden, weil ſonſt der Haken zu mürbe, zu zerbrechlich wird; und nicht früher, weil er ſonſt zu weich iſt. Man läßt bei jedem Kopf einen unge⸗ fähr 9 Zoll langen Stängel, um ſie zuſammen binden zu können. 9. Die Diſtelköpfe werden in kleine Büſchel gebun⸗ den, und in luftigen Oertern aufgehangen, bis ſie ganz ausgetre die mitt 100 S. 1 auf das „ men 4 nenküp 4 8 . großtn, den mitt der Meth tern, od etwa gar ger Mihe, und üͤberſett werden, auch minder bſe e Arbeit, welche d weil der Ater beſetzt it, man ſlanzen über Vir⸗ , und liefern in große Diſtelkäpf, n zweiten Iahre ekden, ſo müſſen tehen; und wem man auch beſer m Ueberſetzen it al mit der Hand⸗ r Pferdehacke zu dim erſten Jahre m zweiten Jahte ein Mal mit der ehacke bearheitt itten, ſo wie de allezum Porſchin mehrere Wochn, ie Seitenäſte, und ge muß der Acker werden, die ahgt⸗ neiden, weil ſonſ und nicht frühe, „Kopf einen unge⸗ binden zu können Biſchel gebun⸗ 479 ausgetrocknet ſind, worauf man ſie ſortirt, die größten, die mittelgroßen, und die kleinen in beſondere Bündel, zu 100 Stücken, bindet. 10. Man rechnet 60 bis 100,000 Stück aller Art auf das Joch. Wenn die Pflanzen auf 2 Fuß ins Gevierte ſtehen, ſo kom⸗ men 14,400 auf das Joch; und wenn auf jede Pflanze 6 Blu⸗ menköpfe gerechnet werden, ſo beträgt die Summe 80, 400. Die Engländer ſortiren die Diſteln ſo, daß von den großen, die ſie Könige nennen, 9000 Stück in einem Pack, von den mittleren aber 20,000 enthalten ſind. Herr Billingsley ſagt von den Diſteln(Dickſon (a. a. O. II. Th. 590), daß ihr Ertrag ſehr ungewiß ſey, daß man manchmal 15, 16 und mehrere Pack pr. Akre(— 10 Joch) und oft kaum einen erhalte. Daß die Ernte ſo gar ungewiß ſey, bemerkt man nur bey der Methode des Ueberſetzens, wo die Pflanzen leicht auswin⸗ tern, oder im folgenden Jahre nicht blühen, wenn der Winter etwa gar naß, oder der Fruhling ſehr trocken iſt. — Viertes Hauptſtück. Viehzucht. §. I. Begriff, Eintheilung und Nutzen der Viehzucht. 1. U Viehzucht verſteht man im Allgemeinen zwar nur die Regeln der Paarung und Erziehung der Thiere: weil ſie uns aber zu einem beſtimmten Zwecke dienen, ſo iſt es nothwendig, auch ihre Benützung ab⸗ zuhandeln. 2. Wir verſtehen demnach unter Viehzucht den Inbe⸗ griff der Lehren, wie beſtimmte, den örtlichen Verhaͤltniſ⸗ ſen angemeſſene Raſſen von Hausthieren hervorzubringen, in ihrer Form zu erhalten, zu erziehen, und am vortheil⸗ hafteſten zu benützen ſeyen. 3. Die Regeln der Viehzucht ſind entweder allge⸗ mein, auf alle Thiere anwendbar; oder ſpeziell, nur für beſtimmte Geſchlechter oder Arten der Thiere geltend. 4. Die erſteren werden aus den allgemeinen Geſetzen des thieriſchen Lebens abgeleitet; die letzteren zeigen die Anwendung der allgemeinen Lehren bei den Thieren nach der Verſchiedenheit ihrer eigenthümlichen Natur, und nach der Verſchiedenheit der Lage, in der ſie ſich beſinden. b 3 allge Hinſe für ſ ſie ne ihre du je der un weiige der Viehzuct an im Allgemeinen und Erziehung beſtimmten zwece Benützung a⸗ iehzucht den Nü⸗ ttlichen Vethilhiſ en hervorzubringa , und am vorthel⸗ d entweder allge⸗ der ſpeziell! un der Thiere gelte lgemeinen Geſeza lezterm zeigen R den Thieren na n Natur/ und nac ſch befinden 181 5. Die Lehre der Viehzucht muß daher in die allgemeine und in die ſpezielle abgetheilt werden. b. Der Vortheil der Viehzucht muß in zweifacher Hinſicht betrachtet werden; in wie fern die Thiere an und für ſich dem Menſchen Nutzen gewähren, und in wie fern ſie nebenbei dem Ackerbauer unentbehrlich ſind. 7. Die Hausthiere nützen uns an und für ſich durch ihre Milch, ihre Wolle, ihre Kraft Laſten zu tragen und zu ziehen, und nach ihrem Tode durch ihren ganzen Körper, der uns theils zur Speiſe, theils zur mannigfaltigen ander⸗ weitigen Benützung dient. 8. Dem Ackerbauer nützen die Thiere noch außer die⸗ ſem, daß ſie alle beſchwerlichen Arbeiten, die mit einer ausgebreiteten Pflanzenkultur verbunden ſind, verrichten, und durch ihre Abfälle ein wohlfeiles und ergiebiges Mit⸗ tel liefern, die Aecker in fruchtbarem Zuſtande zu erhalten. 9. Viehzucht kann für ſich allein, Ackerbau nie ohne Viehzucht betrieben werden. Ohne Ackerbau leben die Menſchen in einem nomadiſchen und rohen Zuſtande, und ihre Menge wird immer ſehr gering ſeyn, da die umherziehenden Horden gewöhnlich feindſelig gegen einander handeln, und die Viehzucht überhaupt zu wenig Nah⸗ rungsmittel liefert, um die Vermehrung der Menſchen zu begün⸗ ſtigen. Die Vermehrung ſowohl als die ſittliche Ausbildung des Menſchengeſchlechtes muß daher überall in einem gleichen Verhält⸗ niſſe mit der Ausdeynung und der Vollkommenheit des Acker⸗ baues ſtehen; und da das Erträgniß der Aecker von der Menge des in dieſelben gebrachten Düngers und der zwechmäßigen und fleißigen Bearbeitung abhängt, ſo erhellet hieraus der enge Zu⸗ ſammenhang, den die Verbreitung des Menſchengeſchlechtes mit der Vermehrung der Hausthiere hat. Wenn wir ferner die Vor⸗ theile in Anſchlag bringen, die uns die Zug⸗ und Reitthiere beim Handel, auf Reiſen, und im Kriege gewähren, ſo wird der mäch⸗ tige Einfluß erklärbar, den eine ausgebreitete und verſtändig be⸗ baßtene Viehzucht auf das Glück und die Macht der Staaten äußert.— §. II. JI. Allgemeine Viehzucht. 1. Die allgemeine Lehre der Viehzucht zeigt, wie Thiere von beſtimmten Formen durch die Paarung her⸗ vorzubringen, und wie die gegebene, oder neu hervorge⸗ brachte Raſſe in ihrer Form zu erhalten ſey; wie die Thiere in den verſchiedenen Perioden ihres Alters gepflegt werden müſſen, und auf welchen Grundſätzen die Maſtung derſel⸗ ben beruhe. 2. Dieſe Lehre zerfällt daher in drei Abſchnitte; in die Lehre der Paarung, der Pflege, und der Ma⸗ ſtung. Dadurch, daß wir die allgemeinen Lehren voraus gehen laſſen, erſparen wir in der Folge alle Wiederhohlungen des näm⸗ lichen Gegenſtandes bei den verſchiedenen Geſchlechtern der Haus⸗ thiere; die geſammte Lehre der Viehzucht gewinnt an Deutlich⸗ keit und an Kürze, ohne an Vollſtändigkeit etwas zu verlieren. A. Von der Paarung. 1. Die Thiere derſelben Art weichen in Hinſicht der Größe, der Form und Farbe ihrer Körpertheile, nach Ver⸗ ſchiedenheit der Länder und Gegenden, in denen ſie leben, unter ſich ſehr mannigfaltig ab. Wenn man den Ochſen aus Ungarn mit dem in dem tyroliſchen oder oberkärntneriſchen Hochgebirge vergleicht, ſo wird man einen erſtaunlichen Unterſchied zwiſchen ihnen wahrnehmen. Der erſtere iſt weiß von Farbe, hat ſehr große Hörner, hohe Füße, und einen großen, ſtarken, großknochigen Körperbau; der andere iſt roth, hat kleine Hörner, kurze Füße, und eine gerundete Körperform. Im Gewichte hat er kaum mehr als die Hälfte des erſteren. Vergleicht man die Kühe von Oſt⸗Friesland mit jenen der nicht ſehr entfernten Lüneburger Heidez die Pferde von Holſtein mit jenen von Kroatien, oder gar von Corſika; die Schafe aus den engliſchen Marſchen mit denen auf den Schettländiſchen Inſeln; ſo wird man hinlänglich von dem großen Einfluſſe des Klima und der Lebensweiſe auf die körperliche Form überzeugt. 7 2.2 kung der Menge u weiſe. Das mäßigteb, Weiden, dingungen klein, wer in Frühſit ts ſehr ſoc Griße des. der Nahtun aher in der Knochenbau berſchieden, netwegs zu auch nur i Biſchaffnhe bensweiſe 3. unttt e gründen eine Ab unter gl Djieree mahl de Naſſe. 8 die Esku aber, un 4. u eerſ eewuchſe zu Gene ten der A Cbenen! Winterfe t. iehzucht ſegt die Paarung her er neu heryorge⸗ y; wie die Thiere gepflegt werden Maſtung denſe⸗ rei Abſchnitte in e, und der Mo⸗ hren voraus geh ohlungen des nin⸗ hlechtern der Hut⸗ winnt an Deutliih⸗ twas zu verliern. en in Hinſcht de ertheile, nach Ver in denen ſie leen mit dem in den e2n Hochgebitge Unterſchid zviſha zarbe, hat ſhr gr rkken, groſenocig Horner, kurze duß e hat er kaum mihr jesland mit jenen dez die Pferde van ar von Corſika n mit denen auf den nan hirlänglich bon gebensweiſe auf die 183 2. Dieſe Abweichung hat ihren Grund in der Einwir⸗ kung der klimatiſchen Einflüſſe, in der Verſchiedenheit der Menge und Beſchaffenheit der Nahrung und der Lebens⸗ weiſe. Das Hornvieh z. B. ſordert ſeiner Natur gemäß ein ge⸗ mäßigtes, nicht zu heißes, aber auch nicht zu kaltes Klima; reiche Weiden, ſchattige Lagerplätze und Flußwaſſer. Wo ihm dieſe Be⸗ dingungen gewährt ſind, wächst es groß; und wird im Gegentheil klein, wenn es in kalten Ländern nicht ſowohl im Winter, als im Frühling und Herbſte viele Kälte überkommen muß, oder wo es ſehr ſparſam genährt wird u. ſ. w.— Die Abweichung der Größe des Körpers nach der verſchiedenen Einwirkung der Wäaͤrme, der Nahrung und Lebensweiſe iſt nicht ſchwer einzuſehen: warum aber in der einen Gegend bei gleicher Größe des Körpers der Knochenbau ſo, und in der andern anders geſtellt, die Farbe verſchieden, das Haar gröber oder feiner iſt, vermögen wir kei⸗ neswegs zu erklären, obgleich wir die Urſachen dieſer Abweichung auch nur in den klimatiſchen Einwirkungen, in der Menge und Beſchaffenheit der Nahrung, ſo wie in der eigenthümlichen Le⸗ bensweiſe ſuchen dürfen. 3. Iſt dieſe Abweichung der Thiere einer Art, die ſich unter einander fortpflanzen, unter den die Abweichung be⸗ gründenden Umſtänden, bleibend: ſo bilden dieſe Thiere eine Abart, Raſſe. Ifſt ſie nicht bleibend, und wird unter gleichen Umſtänden nicht vererbt: ſo heißt man dieſe Thiere Spielarten. Das eigenthümliche, bleibende Merk⸗ mahl der Abweichung heißt man den Charakter der Raſſe. So ſind das Ungariſche und Tyroler Hornvieh, Raſſen; die Eskurial⸗ und Negretti⸗Schafe, Raſſen, u. ſ. w. Stutzpferde aber, und Schweine mit ungetheilten Klauen, Spielarten. 4. Bringt man die Thiere in Verhältniſſe, die von je⸗ nen verſchieden ſind, unter denen ſie und ihre Stammeltern erwuchſen; ſo wird man bemerken, daß ſie von Generation zu Generation mehr und mehr die körperlichen Eigenſchaf⸗ ten der da einheimiſchen Thiere derſelben Art annehmen. Wenn man das kleine, rothe Hornvieh der Berge in die Ebenen eines milden Himmelſtriches, in üppige Weiden, und reiche Winterfütterung bringt; ſo wird die Nachkommenſchaft allgemach 184 lichtroth, größer im Körper, und hochfüßiger. Das große, ſchwere Hornvieh aus den Marſchen, oder aus einigen Schweizerthälern wird in den Bergen aber wieder kleiner. Daß ſich die fremde Raſſe unter veränderten klimatiſchen Verhältniſſen viele Genera⸗ tionen hindurch in der urſprünglichen, von der Landes⸗Raſſe ver⸗ ſchiedenen Form erhält, muß am häufigſten der Paarung mit neu eingeführten Thieren derſelben fremden Raſſe zugeſchrieben werden, wodurch das Ausarten in die Landes⸗Raſſe am ſicherſten weiter hinausgeſchoben wird. Der wichtigſte Einwurf gegen dieſen Lehrſatz wäre das Gleichbleiben der grob⸗ und feinwolligen Schafe in Spanien, die unter beinahe gleichen Verhältniſſen ſeit drei Jahrhunderten noch immer ſo ſcharf abgeſondert ſind, wie anfänglich; wenn wir nicht annähmen, daß die Merinos eine eigene Art Schafe, und nicht eine Abart des gemeinen europäiſchen Schafes ſeyen, wovon wir an ſeinem Orte den Beweis liefern werden. 5. Wenn man verſchiedene Arten oder Abarten der Thiere desſelben Geſchlechtes— Genus— mitſammen paart: ſo erhält man eine Nachkommenſchaft, die zur einen Hälfte dem Pater, und zur andern der Mutter gleicht. Wenn man den Eſelhengſt mit der Pferdſtute paart: ſo erhält man ein Maulthier, welches die langen Ohren, den dicken Kopf, und den ſchlechten, kurzen Schweif des Vaters, und in ſeinen übrigen Theilen die Form der Mutter zeigt.— Das gleiche Thier erhaͤlt man, wenn das männliche Pferd mit einer Eſelinn gepaart wird; nur darin unterſcheidet ſich das Maulthier vom Mauleſel, daß das erſtere größer, der letztere kleiner iſt.— Aus der Paarung des braunrothen, kurzfüßigen, kleinen Tyrolerſtiers mit der weißen, großen, ſchöngeſtellten ſteiermärkiſchen Kuh kommt ein lichtrothes Kalb. Wenn ein Merinoswidder mit einem grob⸗ wolligen Mutterſchafe gepaart wird: ſo bekommt die Nachkom⸗ menſchaft viel feinere und dichtere Wolle, als die Mutter an ſich hat, ohne doch die Feinheit des Vaters hierin zu erlangen. Die Form der Hörner des Vaters geht aber gleich an den Sohn über. Aus einer großen Menge von Beobachtungen erhellet, daß aus der Paarung verſchiedener Arten oder Abarten— Reſſen— von Thieren desſelben Geſchlechtes Blendlinge zum Vorſchein kom⸗ men, bei denen die Stellung des Körpers, die Knochenform, und die Farbe der Haut ein Gemenge aus den älterlichen Formen iſt. Auf die Hörner und die Behaarung wirkt aber der mannliche Körper ſtärker ein; ſo wie die Größe der Nachkommenſchaft mehr von der Mutter abhängt. 6. Wird der weibliche Blendling, der aus der Paa⸗ rung von zwei verſchiedenen Arten oder Abarten der Thiere hervorge Art odet verbunde chet der tend vor rationen imwer w Att paar V Naarung nun Thie ſnd. Da mer mit ort gepao⸗ Die dere bei d ausdruͤcken der Char „ 8s hervorgen ters,= Y nem we ten Gen Blendlit das große, ſtvir Schweizerthilern ſß ſich die ſunde ſſen diele Genera⸗ Landes⸗Raſſe her⸗ der Paarung mi kaſſe zugeſchieden Raſſe am ſicherſte kehrſaß wäre dan fe in Spanien, rei Jahrhunderten inglich; wenn wit Art Schafe, und ffes ſeyen, wovon er Abarten der tſammen paart: zur einen Hälfte icht. dſute paart: ſo Ohren, den dicken à Vaters, und in gt.— Das gleice mit einer Eſelin as Maulthier von kleiner iſt.— Aus ſeinen Threlerſttrz irkiſchen Kuh kommt er mit einem gret⸗ umt die Nachon⸗ die Mutter an ſich zu erlangen. de an den Sohn iler ungen erhellt, daß aarten— X ſen 6 zum Vorſhein kom⸗ e Krochenform, in erlichen Formen iſ. aber der mämli konmenſchft ni der aus der Pau⸗ barten der dhir⸗ 185 hervorgegangen iſt, mit einem maͤnnlichen Thiere derſelhen Art oder Abart, die zur erſten Paarung zugelaſſen wurde, verbunden: ſo erhält man eine Nachkommenſchaft, in wel⸗ cher der Charakter der männlichen Stamm⸗Raſſe ſchon bedeu⸗ tend vorwaltet; und wenn man durch drei bis vier Gene⸗ rationen hindurch die weiblichen Blendlinge dieſer Zeugung immer mit männlichen Thieren der anfänglichen mannlichen Art paart: ſo verliert ſich der Charakter der anfänglich zur Paarung verwendeten weiblichen Form ganz, und man hat nun Thiere, die ganz dem männlichen Stamme ähnlich ſind. Das gleiche gilt, wenn der männliche Blendling im⸗ mer mit einem weiblichen Thiere der andern Art oder Ab⸗ art gepaart wurde. Die umänderung des Charakters der einen Raſſe in die an⸗ dere bei der Blendlingserzeugung läßt ſich ſehr gut in Zahlen ausdrücken: der Charakter des männlichen Thieres von der Raſſe Aſey= 100. „„» weiblichen„„ p„ B ſey— o. So iſt der Charakter des aus der Paarung dieſer zwei Thiere hervorgehenden Jungen gleich der Hälfte des Charakters des Va⸗ ters,= 50, und die Hälfte der Mutter,= o, alſo: 50. Wird nun ein männliches Thier A= 100, gepaart mit ei⸗ nem weiblichen Blendlinge= 50: ſo iſt der Charakter der zwei⸗ 5 ten Generation: 100+ 50= 2g 75, und es hat der 2 Blendling dieſer Generation ſchon ½ des Charakters des Vaters. In der dritten Generation hat der Vater, ſo wie anfäng⸗ lich und immer: 100; die Mutter aber 75, und das Junge 10 76=—= 87½. In der vierten Generation ſteht die Rechnung: 100+ 87,5 187,5 ———= 93,75 u. ſ. w. 2 Immer nimmt man zu dieſem Behufe das männiiche Thier zum Typus, weil man damit ſchneller das Ziel erreicht, indem man mit einem männlichen Thiere 30 bis 50 weibliche paart; indeß man mit dem weiblichen Typus nur ein Junges durch die Paarung mit einem männlichen Blendling erhält. Paare ich einen Merinoswidder mit 4o inländiſchen Mutterſchafen, ſo habe ich im erſten Jahre 40 Blendlinge der erſten Generation, wo⸗ von die weiblichen Thiere, etwa 18, wieder mit dem Vater, oder einem ihm ähnlichen Widder gepaart, 18 Blendlinge der zweiten Generation hervorbringen; und weil ich dieſen Widder in dem⸗ 186 ſelben Jahre wieder mit Landſchafen paare, ſo erhalte ich noch überdieß ſo viele Blendlinge erſter Generation, als er in der ge⸗ gebenen Zeit zu erzeugen vermochte. Woltte ich aber Merinos⸗ mütter mit inländiſchen Schafböcken paaren: ſo brauchte ich 40 Mütter, um eben ſo viele Blendlinge der erſten Generation zu bekommen, und weil jeder dieſer männlichen Blendlinge wieder ein Merinosſchaf bedarf, um Blendlinge der zweiten Generation hervorzubringen: ſo muß ich wieder 40 andere Merinosmütter mit dem Blendlinge der erſten Generation paaren, um Widder der zweiten Generation zu bekommen; was nicht nur allein viel koſtſpieliger, ſondern in den meiſten Fällen, und bei andern Thie⸗ ren unausführbar wäre. 7. Nimmt man Blendlinge aus den erſten Genera⸗ tionen, und paart ſie mit Thieren der urſprünglichen Art: ſo wird die Nachkommenſchaft wieder mehr den Charakter dieſer letzteren zeigen. Aus der Paarung eines Blendlingwidders erſter Genera⸗ tion mit einem weiblichen inländiſchen Schafe muß ein grobwol⸗ ligeres Thier hervorgehen, als es der Vater iſt: denn der Werth des männlichen Thieres iſt 50, des weiblichen o; folglich des Jungen 25. 8. Da die Abarten der Thiere— Raſſen— Races— von den oben angegebenen Einflüſſen(1) entſtehen: ſo kön⸗ nen ſie ſich, wenn wir ſie in andere Gegenden übertragen, nur dort vollkommen in ihrer Form erhalten, wo gleiche äußere Verhältniſſe auf die Thiere einwirken. 9. Sind dieſe Verhältniſſe verändert: ſo entſteht im Verlaufe der Zeit und nach mehreren Generationen eine neue Raſſe, die, wenn ſie immer unter ſich gepaart wird, konſtant bleibt. So haben ſich verſchiedene neue Pferde⸗Raſſen in Europa gebildet, die urſprünglich arabiſcher Herkunft ſind; z. B. das engliſche Jagdpferd, das ſiebenbürgiſche Stutereipferd u. a., bei denen man wohl den arabiſchen Charakter, zugleich aber auch die Modifikation desſelben bemerkt. So ſind in England eine Menge von Schaf⸗Raſſen hervorgebracht worden, wovon ſich die einen durch die Größe ihrer Körper, und ihrer Maſtfähigkeit, an⸗ dere durch die Menge ihrer Wolle, oder durch ihre Feinheit un⸗ terſcheiden. So ſind ſelbſt die Merinos in den verſchiedenen Län⸗ dern und Gegenden von Europa von einem verſchiedenen Cha⸗ rgkiet. M bouille lerſchen u. ſ.p.h zuverläßig Gegend,” ſeiner Gt 10. anderten oft wämn unter di Mar tes, von als durch käinem Zr die ftemde kangen um genſeten! Gegenden wir daher forthflan liche Thi in Lande ſchn da das. Arabi die Me weifelh 1. gebilde ſo erhaltt ich noch „als er in der ge⸗ ich aber Nerinon⸗ o brauchte ich ken Generation ju Blendlinge wiede weiten Generation ere Merinosmitter daren, um Widder ſcht nur allein vie bei andern Thie erſten Generg⸗ wrünglichen Art: den Charakter s erſter Genera⸗ nuß ein grobwol⸗ denn der Werth o; folglich des ſen— Races— ntſtehen: ſo kön⸗ nden übertragen, lten, wo glecht ken. t: ſo entſteh in henerationen ein ich gepaatt uid, Naſſ n in Euroye ſt ſnd⸗ 1 3 di reipferd u. a, rucha aher auch n England ein den, wovon ſch die Maſtfähigkeit, an⸗ ihre Feinheit un⸗ verſchitdenen bin⸗ verſchiedenen Cha⸗ 187 rakter. Man hat in Spa nien mehrere Abarten, und die Ram⸗ bouilleter in Frankreich, die Sächſiſche, die Geiß⸗ ler'ſche und Lichnowsky'ſche in Mähren und Schleſien u. ſ. w. haben unter ſich einen ſehr abweichenden Charakter, der zuverlaͤßig in den eigenthümlichen Verhältniſſen des Klima, der Gegend, der Nahrung und der Lebensweiſe der Thiere den Grund ſeiner Entſtehung hat. 10. Dem Ausarten einer gegebenen Raſſe unter ver⸗ änderten äͤußern Verhältniſſen wird vorgebeugt, wenn man oft männliche ſowohl als weibliche Original⸗Thiere wieder unter die Herde bringt. Man nennt dieß Verfahren das Auffriſchen des Blu⸗ tes, von deſſen Wirkung man mehr durch aprioriſche Gründe, als durch die Erfahrung uͤberzeugt werden kann; denn es ſcheint keinem Zweifel zu unterliegen, daß, wenn es richtig iſt, daß ſich die fremde Raſſe allmählich nach den veränderten neuen Einwir⸗ kungen umändere, man dieſen Einflüſſen nichts Kräftigeres entge⸗ genſetzen könne, als die Paarung mit Stammthieren aus jenen Gegenden, woher die fremde Raſſe urſprünglich kam. Wollen wir daher arabiſche Pferde in nnveränderter Form bei uns fortpflanzen, ſo müſſen wir von Zeit zu Zeit männliche und weib⸗ liche Thiere aus Arabien kommen laſſen, und ſie nit unſern im Lande gezeugten arabiſchen Pferden paaren, weil unſere arabi⸗ ſchen Pferde ſonſt allmaͤhlich einen anderen Charakter annehmen, da das Klima, die Nahrung und die Lebensweiſe der Pferde in Arabien und Deutſchland auſaallend verſchieden iſt. Ob die Merinos eine Auffriſchung des Blutes bedürfen, ſcheint noch zweifelhaft, wie wir ſpäter näher auseinanderſetzen werden. 11. Eine ganz neue Raſſe von beſtimmter Form wird gebildet, wenn man die Nachkommenſchaft ſolcher Thiere, welche die verlangten Eigenſchaften wenigſtens theilweiſe an ſich haben, immer wieder mit ſolchen Thieren paart, welche dieſe Eigenſchaft in einem vorzüglichen Grade an ſich haben. Wollte man eine Hornvieh⸗Raſſe hervorbringen, die als Fettvieh den größten Werth hätte; bei der das Verhältniß des Fleiſches und Fettes zu den Knochen größer wäre, als bei der gewöhnlichen: ſo müßte man vor allem einen Stier und eine Kuh ausſuchen, die kurzfüßig, feinbeinig, und kleinköpfig wäre; da⸗ bei müßte die Kuh von einer großen Raſſe ſeyn. Die Nachkom⸗ menſchaft dieſer Paarung ſuchen wir mit Thieren zu verbinden, die dieſe körperlichen Formen vielleicht in einem noch höheren 188 Grade beſitzen. Finden wir aber nicht ſogleich ſolche Thiere, ſo paaren wir die Nachkommen mit ihren Eltern, und in der Folge die Brüder mit ihren Schweſtern. Zeigt ſich aber ein fremdes Thier, das unſerem aufgeſtellten Muſter ähnlicher iſt, als unſere Zucht: ſo paaren wir es mit jenem, das von uns als das voll⸗ Fommenſte erachtet wird. Nach einer Reihe von Generationen wird man bei einer unausgeſetzten Rückſicht auf die ſorgfältigſte Auswahl der Stammthiere eine Raſſe entſtehen ſehen, die als völlig neu gebildet betrachtet werden muß, da ſie den urſprüngli⸗ chen Eltern nur theilweiſe ähnlich iſt. So mögen Bakewell, Fowler, Paget und Princeps, dieſe berühmten engliſchen Viehzüchter, verfahren ſeyn, als ſie jeue eigenthumlichen Raſſen aller Arten von Hausthieren hervorbrachten, die in ganz Eng⸗ land ſo viel Aufſehen erregten, und ihren Eigenthümern ſo viel Geld brachten, wovon man in Thaers engl. Landw. III. B., und Begtrup's Bemerkungen über die engl⸗ Landw. II. B. hinlängliche Nachrichten findet. 12. Jede neu eingeführte, oder durch Kreuzen neu hervorgebrachte Raſſe der Thiere kann nur dadurch in ihren eigenthümlichen korperlichen Eigenſchaften erhalten werden, wenn man immer die vollkommenſten Thiere dieſer Raſſe zur Paarung, wenigſtens zur Hervorbringung der Stamm⸗ thiere auswählt. 13. So lange man nur eine kleine Anzahl von Raſſe⸗ Thieren hat, muß die Paarung in der nächſten Bluts⸗ verwandtſchaft vorgenommen werden. Iſt die Anzahl die⸗ ſer Thiere vergrößert: ſo wählt man immer die vorzüg⸗ lichſten, ohne Rückſicht auf Verwandtſchaft. Bei gleichen Verhaͤltniſſen der körperlichen Vollkommenheit verdient aber die Paarung in der nächſten Blutsverwandtſchaft, Inzucht, den Vorzug, weil man durch ſie die gleiche Form ſicherer hervorbringt, wie durch entferntere Ver⸗ wandte. 1 Daß die Nachkommenſchaft der in naher Verwandtſchaft erzeugten Thiere ausarte, d. h. die der Raſſe eigenthümlichen Eigenſchaften verliere, wie Manche behaupten, iſt eine hypothe⸗ tiſche, auf ſehr unvollkommenen Erfahrungen beruhende Grille, die nirgendwo erwieſen iſt, und gegen die eine ſehr große Menge der bewährteſten Erfahrungen ſtreitet. Nirgendwo hat man durch poſitive Erfahrung erweiſen können, daß die Paarung in naher gerwand! Iin enne ſcwöchi Nackkomnectt fahrungen mn genthel ane Sic ture(S. 44 ſcaft, vit ſeines Lanit i der durch ih Vernuuft 50n Nro. Mllun herühmten e ſoruche mitd ſagt, daß fu tergeende bin vendige Fit n Beweis desn ters ſey, nhn denn nur ſSr ihnliche Namne wollkommenc i der Hadrunde Denſſon nachſten Lnoc⸗ geliefert, Gr bildete, d n durch fünftm Abweichun nar uang des na ean. Neuiß Diet ſeuchtbar inn , daß daß ſic hat, ſta gegebenen! die Charaks und da ſich ahſteigender gi dſt den Brin den Jater nn dohh in irgen liegt ſierin di ren, wenn d ſic haben, 4 darſelben Fa⸗ das minnlihe ihm voll a nit der es i Deeſen, h ſolche Thitte, ſ n, und in der Falge t aber ein ſtendes icher iſt, als unſer uns als das vol⸗ von Generationen zuf die ſorgfältigt hen ſehen, die al ſie den urſprüngi⸗ nögen Bakewell, hrühmten engliſchen enthumlichen Raſſen die in ganz Eng⸗ genthümern ſo viel l. Landw. III. B, gl. Landw. II. B. irch Kreuzen neu dadurch in ihren erhalten werden, iere dieſer Raſe zung der Stamn⸗ Anzahl von Raſſe er näͤchſten Blutz⸗ ſt die Anzohl de immer die votjig⸗ haft. Bei gleihe mmenheit verdim kutsverwandtſhheſt uch ſie die gli h uutferntee Ve⸗ naher Verwandiiccf 34 eigenthümlita a, iſt eine hybothe⸗ n beruhende Geill, ne ſehr große Menge ndwo hat man ducch e Paarung un naher 189 Verwandtſchaft zur Erhaltung und Befeſtigung irgend einer Raſſe eine ſchwächliche, zu Krankheiten oder Deformitäten geneigte Nachkommenſchaft hervorgebracht hätte; vielmehr haben die Er⸗ fahrungen der berühmteſten Viehzuchter in England das Ge⸗ gentheil auf das Bundigſte bewieſen. Sinelair erklärt ſich zwar in ſeinem Code of agricul- ture(S. 119 d. Ueberſ) gegen das Paaren in naher Verwandt⸗ ſchaft, wozu ihn wahrſcheinlich der Glauben der Pferdezüchter ſeines Landes vermochte; er iſt aber keinesweges im Stande, we⸗ der durch die angeführten unvollſtändigen Thatſachen, noch durch Vernunftgründe ſeine Meinung zu begründen. Im Anhange Nro. XIII. nimmt er endlich einen ſehr kurzen Aufſatz von dem berühmten Viehzüchter Maſon auf, der in offenbarem Wider⸗ ſpruche mit ſeinen eigenen Behauptungen ſteht; denn Maſon ſagt, daß jede aus der Paarung unter Blutsverwandten etwa her⸗ vorgehende Verſchlimmerung nicht ſowohl eine unmittelbare, noth⸗ wendige Folge der Methode an und für ſich, als vielmehr ein Beweis des Mangels an Beurtheilung von Seite des Viehzüch⸗ ters ſey, womit jeder verſtändige Landwirth einverſtanden iſt; denn nur ſchöne und kräftige Thiere derſelben Familie bringen ähnliche Nachkommen; und wenn der entferntere Verwandte ein vollkommeneres Thier iſt, als der nächſte: ſo werde ich dieſen von der Paarung ausſchließen, und jenen wählen. Den neueſten Beleg für die Vortheile der Paarung in der nächſten Verwandtſchaft hat der Graf Emerich Feſteties geliefert, der durch Kreuzen erſt eine neue Raſſe von Merinos bildete, die er durch Paarung in der nächſten Verwandtſchaft durch fünf Generationen fortpflanzte, ohne daß man an ihr eine Abweichung von der charakteriſtiſchen Form, oder eine Schwä⸗ chung des Körpers, oder ſonſt einen Nachtheil bemerkt(André ökon. Neuigk. Jänner und November 18 ¹0). Die Nichtigkeit der Theorie iſt eben ſo einleuchtend, als fruchtbar in ihren Folgerungen für die Praxis. Wenn es gewiß iſt, daß die Nachkommenſchaft die Eigenſchaften der Eltern an ſich hat, ſo iſt es nothwendig, daß wir zur Fortpflanzung einer gegebenen Raſſe zwei Stammthiere auswählen müſſen, die beide die Charaktere der Raſſe im vollkommenſten Grade an ſich haben; und da ſich dieß häufiger bei den nächſten Verwandten in auf⸗ und abſteigender Linie findet, als bei den entfernteren, ſo werden wir oft den Bruder mit der Schweſter oder mit der Nichte, ja wohl den Vater mit der Tochter paaren. Weil aber die Nachkommen doch in irgend einem Stucke von ihren Erzeugern abweichen, ſo liegt hierin der Grund, manchmal entferntere Verwandte zu paa⸗ ren, wenn dieſe den eigenthümlichen Familien⸗Charakter mehr an ſich haben, als die näheren. Sind aber zwei weibliche Thiere derſelben Familie von völlig gleicher Vollkommenheit: ſo wird das männliche Thier mit ſeiner Schweſter oder Nichte ſicherer ein ihm vollig gleiches Junge hervorbringen, wie mit ſeiner Muhme, mit der es im vierten oder fünften Grade verwandt iſt. Dieſen Grundſatzen gemäß muß die Paarung unter Ver⸗ 190 wandten vorgenommen werden; die nächſten Blutsverwandten trifft die Reihe die Raſſe fortzupflanzen aber nur dann, wenn ſie die vollkommenſten Thiere ihrer Art ſind. 16. Außer dem, daß die zur Fortpflanzung ihrer Art beſtimmten Thiere den Charakter der Raſſe vollkommen an ſich tragen müſſen, ſollen ſie auch noch in einem gehörigen Alter ſich befinden, und durch Muth und Munterkeit ſich auszeichnen. 15. Zur Hervorbringung eines kraͤftigen Stammes werden die Thiere von jener Zeit an verwendet, wo ſich der Begattungstrieb wiederhohlt und ſtark äußert, bis dahin, daß er nur unkräftig, oder ſelten mehr bemerklich iſt. Alle Thiere äußern den Begattungstrieb ſehr früh, in ei⸗ ner Periode, in der ihre Körper oft kaum zur Hälfte entwickelt ſind. Läßt man ſo junge Thiere zur Paarung: ſo ſchadet man ſich dadurch, weil ſie in der Ausbildung ihres eigenen Körpers zurückbleiben; denn die Thiere wachſen ſtärker und werden kräf⸗ tiger, wenn ſie etwas ſpäter erſt zur Paarung gelaſſen werden. — Alte weibliche Thiere, wenn ſie auch noch manchmal den Be⸗ gattungstrieb äußern, bleiben doch häuſig unbefruchtet, und männliche alte Thiere können nur in längern Zwiſchenräumen, und dann noch mit einem ungewiſſen Erfolge dieß Geſchäft ausüben. Wollte man aber mit der Paarung ſo lange warten, bis die Körper der Stammthiere ihre vollkommene Größe erlangt ha⸗ ben: ſo ginge darüber die ſchönſte und günſtigſte Zeit für dieſelbe verloren, und Jene ſchaden ihrem Vortheile zuverläſſig, die ihr Jungvieh zu lange von der Paarung zurückhalten. So wollen Viele den Stier nicht vor dem dritten Jahre ſpringen laſſen, weil er früher nicht hinlänglich groß und ausge⸗ wachſen ſey, indeſſen Andere, die Natur der Thiere überhaupt und insbeſondere des Hornviehes genauer beobachtende Landwir⸗ the behaupten, daß ein Stier über 3 Jahre wenig mehr tauge, zu träg und zu ſchwer ſey, und daß dieſe Thiere nur von 1 1½ bis 3 Jahren die größte Thätigkeit äußerten und am fruchtbar⸗ ſten waͤren. Die Zeit der Jugend iſt die Zeit der Paarung, denn in dieſer Periode iſt der Trieb hiezu der ſtärkſte, und junge männ⸗ liche Thiere vermögen eine doppelt ſo große Anzahl weiblicher Thiere zu befruchten, wie ältere. Daß die Abkunft eines 1 ½ jährigen Stieres von einer großen Raſſe mit einer gegebenen Kuh kleiner ſey, oder bleibe, als die Abkunft derſelben Kuh mit dem vierjährigen Vater dieſes Stiers, iſt unrichtig; aber kleiner iſt das Kalb einer zweijaͤhrigen Kuh als das einer vierjährigen, aus vei ſehr be Kälber nen, Kaſſe werden bald d bemerk Kame bor 10 — fahren der kon der me vir in varlets vermeit und S hen de zu behe ſarken ig, n den d erſte kräft und Form der) ſchaf Entn Alter man dien Wir im w maͤnn bertre den Widd ſentlu ſie E. utsverwandten tift „—n Lann, menn ſie die Nanzung ihte N ſe vollkommen en zeinem geßötign ind Munterfeit ſ räftigen Staume vendet, wo ſcch de äußert, dis dahin, bemerklich it. rieb ſehr früh, in u⸗ zur Hälſte entwicet ung: ſo ſchadet un hres eigenen Körgen ker und werden kiſ⸗ rung gelaſſen veder ch manchmal den de⸗ g unbefruttet, un zern Zwiſcerrirnen, rfolge dieß Giſiſt ſo lange warten, bis ene Größe erlandt de⸗ ligſte geit für dieſit ſe zuverliſſig, de ir halten. er dem dritten Jaitt glich groß und auzze der Thiere überhaukt beohachtende Pandir ee wenig mehr kard, Thiere nur von 1 1 en und am fruchtder it der Paarung, dn ktte, und iunge nim he Anzahl weidlide e Abkunft eines 1 einer gegedenen 8 eſelben Kuh müt den ig; aber kleiner it zer vierjährigen, 18 werden. 191 ſehr begreiflichen Urſachen. Das iſt aber keine Folge, daß ſolche Kälber in der Folge nicht zu den größten Thieren erwachſen kön⸗ nen, wenn ſie nur von Eltern abſtammen, die zu einer großen Raſſe gehören, und wenn ſie in ihrer Jugend reichlich genährt Die Thiere paaren ſich im natürlichen, freien Zuſtande, ſo⸗ bald der Trieb hiezu in ihnen erwacht iſt, und wir können nicht bemerken, daß ihre Geſchlechter abarten. Der Elephant, das Kamehl, der Bär, das Wildſchwein ſind noch eben ſo groß, wie vor 2000 Jahren. Wir finden eine ſehr anſchauliche Belehrung über das Ver⸗ fahren der Natur bei der Hervorbringung der Blendlinge und der konſtanten Raſſen, wenn wir die Ergebniſſe der Vermiſchung der mancherlei Formen der Menſchenſtämme betrachten, wovon wir in Blumenbachs bekanntem Werke: De generis humani varietate, die vollkommenſte Auskunft erlangen. Auch über die vermeintlichen Nachtheile früher Paarung für die künftige Größe und Stärke der Stammthiere ſowohl als ihrer Nachkommen ge⸗ ben die Ehen der Menſchen die beſten Aufſchlüſſe. Wer wagt es zu behaupten, daß ein achtzehnjähriger Jüngling von geſunden, ſtarken und großſtämmigen Eltern gezeugt, ſelbſt geſund und kräf⸗ tig, mit einer ſechzehnjährigen, von gleichem Stamm herrühren⸗ den Braut nicht kraftige und große Kinder zeugen ſoll, wenn das erſte auch bei der Geburt kleiner iſt, wie die folgenden?— Wer weiß nicht, daß es bei vielen Völkern, die ihres großen und kräftigen Körperbaues wegen berühmt ſind: bei den Ungarn und Perſern, gewöhnlich iſt, ſehr früh zu heirathen?— Die Form und Größe der Nachkommenſchaft hängt größten Theils von der Raſſe, und dann von der Menge und der zweckmäßigen Be⸗ ſchaffenheit der Nahrung ab, welche die Jungen während der Entwickelung ihrer Körper erlangen: der Einfluß, welchen das Alter der Erzeuger hiebei hat, ſcheint ſehr gering zu ſeyn, wie man beim Menſchen und allen ſeinen Hausthieren ſieht. Muth und Munterkeit ſind aber weſentliche Eigenſchaften, die man, beſonders von den männlichen Stammthieren, fordert. Wir ahmen bei der Befolgung dieſer Regel der Natur nach; denn im wilden, natürlichen Zuſtande bemächtigt ſich nur das ſtärkſte männliche Thier des einen oder auch mehrerer weiblichen, und vertreibt die ſchwächeren Mitwerber, wie wir beim Hirſche, bei den Pferden in den halbwilden Stutereien, bei den Böcken und Widdern beobachteten. Muth zeigt Kraft, und dieſe iſt eine we⸗ ſentliche Eigenſchaft eines Stammthieres. B. Von der Pflege. 1. Unter der Pflege der Thiere verſtehen wir die Ernährung und Wartung derſelben. a. Sie läͤßt ſich in vier Zeiträume eintheilen: a) in den Zeitraum, binnen welchem das Thier im Körper der Mutter ſich befindet; b) in den Zeitraum, wo es ſäugt, und größten Theils von der Mutter abhängig iſt; c) in den Zeitraum, vom Entwöhnen bis zur Paarung; d) in den Zeitraum ſeines ausgebildeten Körper⸗ zuſtandes. a. Erſter Zeitraum. 1. Schon ehe das Thier geboren iſt, müſſen wir Sorge tragen, daß es ihm nicht an Nahrung im Körper der Mutter gebreche, und daß es nicht Unbilden in dieſem zarten Zuſtande erleide. 2. Das trächtige Mutterthier muß daher nach der Hälfte der Schwangerſchaft beſſer genährt werden, und man muß Sorge tragen, daß es keine erſchütternden oder heftigen Leibesbewegungen mache, oder Stöße oder Schlãge auf den Bauch erhalte. Dleſelbe Menge von Nahrung, welche früher hinlaͤnglich war das Thier zu ernähren, genügt jetzt nicht mehr, da in dem Körper desſelben ein anderes Thier aufwächst und ebenfalls Nah⸗ rung fordert. In der erſten Hälfte der Schwangerſchaft iſt der Wachsthum nur gering, viel ſtärker in der zweiten. Die Mutter⸗ thiere einige Tage vor und nach dem Gebären vollauf zu füttern, iſt widerſinnig, und bringt häufig Nachtheil hervor, weil die Milchabſonderung in dieſer Zeit ohnedieß ſehr reichlich Statt fin⸗ det, das Junge nur wenig Milch nothwendig hat, und die Mut⸗ terthiere durch das Gebären in einem mehr oder weniger kränkli⸗ chen Zuſtande ſich befinden, in dem das Verdauungsvermögen ge⸗ ſchwächt iſt. Dem Abortiren, Verwerfen der Thiere, beugt man am ſicherſten dadurch vor, daß man die trächtigen Thiere jede ſtarke, erſchütternde Bewegung vermeiden läßt, und ſie vor Mißhandlun⸗ gen ſchützt. Mit trächtigen Stuten ſchnell zu reiten oder zu fah⸗ ren, die Schafe mit Hunden zu hetzen, und ſchnell zu treiben, oder den trächtigen Kühen das Raufen und Stoßen zu geſtatten, ſetzt ſie der Gefahr des Verwerfens im höchſten Grade aus. 1. ℳ * Mutter, 15 dufgehehe gt B0 6 en vnd nun den Kühend in ihren Mitltn in in beſo dn gen herneiisf naturgemäßt n her bei dmiti auunuſtrinS ſic dorun 26 nd ſie in Ia ringen. 2. Alr wieſen,1. ſuchen biedn ausgebidden. ſie derdauene 3. ar lich und gim geſondert, ts muß mich gung verſcn elſchaft den efden. z. Din de Mich den Vedarf an Luſuß a) V 5 Tor entwöhnen, dungers dehth eintheilen. chem das Thier i et; ugt, und grüßten agig iſt; intwöhnen bis zu zgebildeten Käryer n. niſt, müſſen wi⸗ dahrung im Körpe Unbilden in dieſen ß daher nach de nährt werden, m) (erſchütternden oi⸗ Stöße oder Sthli elche früher uu nicht mehr, da in dam hst und bbenfals Ri Schwangerſchft ſt d r zweiten. Die Nutte baͤren vollauf zu füktn, theil hervor, we hm reichlich Stut⸗ ſr endig hat, und die du hr oder weniget kindi gudauungevermogen z man 2n 193 b. Zweiter Zeitraum. 1. Iſt das Thier geboren, ſo überläßt man es der Mutter, die am beſten für dasſelbe ſorgt, und wo es beſſer aufgehoben iſt, als an jedem anderen Orte. Bei Pferden, Schafen und Schweinen laſſen wir die Jun⸗ gen und die Mütter, ſo lange ſie ſäugen, beiſammen; nur bei den Kühen läßt es der Stallraum nicht immer zu, die Kälber bei ihren Müttern zu laſſen, und wir ſind oft genöthiget, die Jun⸗ gen in beſondere kleine Ställe zu ſperren, und ſie nur zum Säu⸗ gen hervorzulaſſen. Man iſt aber allgemein überzeugt, daß es am naturgemäßeſten und alſo auch am zweckmäßigſten ſey, die Käl⸗ ber bei den Müttern in einem und demſelben abgeſonderten und eingeſchränkten Stallraum oder Weideplatz zu laſſen, wenn es ſich darum handelt, Zuchtkälber geſund und kräftig zu erhalten, und ſie im ſchnellſten Zeitraume zur größten Vollkommenheit zu ringen.. 2. Alle ſäugenden Thiere ſind von der Natur ange⸗ wieſen, ſo lange bei den Zitzen der Mutter ihre Nahrung zu ſuchen, bis ihre Kaͤu⸗ und Verdauungswerkzeuge ſo weit ausgebildet ſind, daß ſie Vegetabilien zu ſich nehmen, und ſie verdauen können. 1* 3. Während dem Säugen muß das Mutterthier reich⸗ lich und gut genährt werden; ſonſt wird zu wenig Milch ab⸗ geſondert, und das Junge bleibt im Wachsthume zurück: es muß mit anſtrengender Arbeit und aller ſtärkeren Bewe⸗ gung verſchont werden, und ſoll immer, entweder in Ge⸗ ſellſchaft des Jungen, oder in ſeiner nächſten Umgebung ſich befinden.— 4. Die Jungen fangen an zu freſſen, ſobald ihnen die Milch der Mutter bei dem allmählich ſteigenden größern Bedarf an Nahrung, und dem immer ſich vermindernden Zufluß an Milch nicht mehr genügt. 5. Wollen wir aber die Jungen vor dieſem Zeitpunkte entwöhnen, oder iſt die Mutter krank, oder gar verloren Burgers Lehrb. d. Landw. II, Bd. 13 194 gegangen: ſo müſſen ſie entweder laue Milch, oder ein Gemenge von Milch und ſchleimigen Getreideabkochungen ſo lange zu trinken bekommen, bis ſie feſte Nahrung kauen und verdauen können. 6. Das Entwöhnen— Abſpennen,— jener Haus⸗ thiere, wo die Milch der Mutter den Jungen nie entzogen wird, und wo die Jungen lange genug bei der Mutter blei⸗ ben, um hinlänglich kräftig zu werden, ſchon neben der Muttermilch die Nahrung der Mutter ſelbſt zu verdauen, macht wenig Mühe, und erheiſcht geringe Sorgfalt; wo aber beide abgeſondert gehalten, und wo die Milch der Mutter den Jungen früh entzogen wird, da muß das Ent⸗ wöhnen langſam und mit Vorſicht geſchehen, um die Jun⸗ gen allmählig an die neue Nahrung zu gewöhnen; um der Mutter nicht Milchverhärtungen in den Eutern zuzuziehen; und um nicht durch ein zu raſches Trennen die Sehnſucht beider Theile zu einander in einem zu hohen Grade zu erre⸗ gen, die ſie abmagert und zu Krankheiten disponirt. Das Entwöhnen der Pferde, Schafe und Schweine bringt nur ſelten, weder den Müttern noch den Jungen Nachtheil; denn wir laſſen ſie ſo lange ſäugen, bis die Jungen ſo groß und ſtark ſind, von der Weide oder dem Stallfutter leben zu können; aber jenes der Kälber macht uns oft viele Mühe, weil wir ſie, des Milchgewinnſtes wegen, nur 5 bis 6 Wochen lang ſäugen laſſen⸗ c. Dritter Zeitraum. 1. Nach dem Entwöhnen muß das junge Thier in eine Lage gebracht werden, worin es eine, ſeiner Natur zuſa⸗ gende Nahrung findet, und ſeine körperlichen Eigenſchaften und Kräfte vollkommen zu entwickeln im Stande iſt. Während der günſtigen Jahreszeit iſt es am beſten, ſie auf einer guten Weide zu laſſen, wo ſie nebſt auter und hinlänglicher Nahrung auch noch des Einfluſſes der Sonne und friſchen Luft genſeßen, und Raum zur Uebung im Laufen und Springen haben. Stallfütterung im Sommer paßt nicht gut für junge Thiere— Während des Winters hält man alles Vieh im Stalle; wer aber * ——— — ——— —-ↄ--ͤ——— zungviehzu beite, gera dhne ſie ang 2. A fäteet wer Tir den, wenn füteen wol un erheiſe te über be ha, und u ſclechter w ſtlecter in tume viel 3.7 Abwechsl das aäͤlter R heilig; deſen M herbſte, vetderbli Diere d man das in die ni wedden; wo ſie währen ten na ſchieden die lle en, dieſes here dd des Ge wir no Abarter guant Milch, oder in ſetreideabkochungan ſte Nahrung kauen 1,— jener Haui⸗ uungen nie entzogen bei der Mutter le⸗ n, ſchon neben de ſelbſt zu verdaun, inge Sorgfalt; no wo die Milc w ), da muß daz Er⸗ chehen, um die zu gewöhnen; un e Eutern zuzuziehen ennen die Schſüh hohen Grade zu me⸗ iten disponitt fe und Schweine brint Jungen Nacthell; um ngen ſo grof und ſt leben zu könnn; an hhe, weil wieſie, chen lang ſtugen laſa aum. a junge Thirri ein , ſeiner Natur li erlichn Eigenſchf im Stande iſt ſt es am beſten, ſt uf auter und hinlänglite Zonne und fr ſchn luſt en und Springen hahen⸗ tt für junge Thiere— th im Stallz ve ch 195 Jungviehzucht von ſchöner Raſſe mit Nutzen betreiben will, muß weite, geräumige Ställe haben, worein er die Thiere ſperrk, ohne ſie anzuhängen.. 2. Alles junge Vieh muß verhaͤltnißmäßig beſſer ge⸗ füttert werden, wie älteres. Wir würden der Natur und unſerem Zwecke entgegen han⸗ deln, wenn wir die Thiere in ihrem jugendlichen Alter kärglich füttern wollten, wo ſie am ſtärkſten wachſen und am meiſten Nah⸗ rung erheiſchen. Wenn der Arbeitsochs und der Widder den Win⸗ ter über bei wenigem Heue und vielem Strohe immer noch beſte⸗ hen, und wenn auch nicht beſſer, doch wenigſtens nicht um vieles ſchlechter wird, ſo würde das Jungvieh dieſer beiden Thierge⸗ ſchlechter in der gleichen Jahreszeit bei ſolcher Koſt im Wachs⸗ thume viel zu ſehr zurückbleiben, oder wohl gar verkümmern⸗— 3. Das Jungvieh bedarf mehr Wärme, und kann die Abwechslungen der Witterung nicht ſo gut vertragen, wie das ältere. Naſſe Kälte und Wind ſind dem Jungvieh aller Art nach⸗ theilig; weßwegen das Weiden im März und April, bei den in dieſen Monaten gewöhnlichen Nordoſtwinden, ſo wie im Spät⸗ herbſte, wegen der Näſſe und Kälte, den jungen Thieren häufig verderblich iſt. In den Gebirgsländern, wo der größte Theil der Thiere den Sommer über auf die Alpen getrieben wird, bringt man das junge Hornvieh und die Pferde nach dem erſten Jahre wohl in die niederen, geſchloſſenen, und mit Ställen verſehenen Berg⸗ weiden; aber erſt nach ihrem zweiten Jahre auf die Hochalpen, wo ſie oft ohne anderes Obdach, als das ihnen die Bäume ge⸗ währen, aller Witterung Preis gegeben ſind. 4. Die Fähigkeit zur Paarung tritt bei den Hausthie⸗ ren nach der Verſchiedenheit ihrer Natur und Abart ver⸗ ſchieden ein. In der letzteren Hinſicht bemerkt man, daß die kleineren Raſſen früher im Stande ſind ſich fortzupflan⸗ zen, wie die größeren. Das Schwein paaret ſich früher, wie das Hornvieh, und dieſes früher, wie die Pferde. Nach welchen Geſetzen ſich die frü⸗ here oder ſpätere Entwicklung der Blumen bei den Pflanzen und des Geſchlechtstriebes bei den Thieren überhaupt richte, wiſſen wir noch nicht; nur ſo viel bemerken wir, daß alle frühreifen Abarten der Pflanzen klein und zwergartig ſind; z. B. Cin⸗ quantin, Zwergfiſolen, Früherbſen u. ſ. w., und 13* 196 daß man bei den, ihrer Größe wegen berühmten Raſſen der Haus⸗ thiere, z. B. dem oſtfrieſiſchen und unterwaldner Hornvieh; den großen ſpaniſchen, oſtfrieſiſchen und mecklenburgiſchen Pferden eine viel ſpätere Ent⸗ wicklung dieſes Triebes wahrnimmt, wie bei den kleineren Arten. d. Vierter Zeitraum. 1. Waͤhrend ihrem erwachſenen Zuſtande müſſen die Thiere ihrer Natur, ihrer Größe, und ihrem zeitweiligen Bedarf gemaͤß genährt und behandelt werden. Schweine und Schafe erheiſchen entgegengeſetzte Weiden. Die Schweizerkuh braucht doppelt ſo viele Nahrung, als die böhmiſche; und mehr braucht der Arbeitsochs während der hibet zur Saatzeit, als im Winter, wenn er müßig im Stalle iegt.. 2. Bereifte Weiden ſind der Geſundheit aller Thiere gefährlich, und im Herbſt iſt dem Hornvieh und den Scha⸗ fen ſelbſt das vom Thau ſtark benäßte Gras oft nach⸗ theilig. 3. Nie ſollen die Thiere bis zum Hunger Mangel an Nahrung leiden; plötzliche Ueberfütterung mit Nahrung wird ihnen dann ſchädlich, beſonders wenn dieſe ſehr ſaf⸗ tig iſt, oder aus Körnern beſteht. 4. Die Thiere ſollen von dem bisher gewohnten Fut⸗ ter zu einem anderen ungewohnten oder entwohnten nur allmaͤhlich übergeführt werden. 5. Den wiederkäuenden Thieren muß man, nachdem ſie ihr Futter verzehrt haben, noch einige Zeit Ruhe gön⸗ nen, ehe ſie zur Arbeit angeſpannt werden, damit ſie das genoſſene Futter wiederkäuen können. 6. Außer der Nahrung erfordern die Thiere luftige, lichte und trockene Ställe, werin ſie vor Froſt, Hitze und Naͤſſe geſchützt ſind, und endlich darf man nicht mehr Ar⸗ bäitleitun Kraft naec 7. ant handel, ſs und un ſid 4 Wictigfein zu kennen, nd ſeinen is 1. Un der dhjie, ¹ ung und au ſand verſeie 2. T Sitt hervon der im ma. Det Dhiere ſei fült mi i er und nah⸗ at gewöhnl iſbei ſid größere Hau Niemwerk a Vathe. Es veiſſe nur ſe ainer laicht u s wüthig, ſß gewinnen wir auch den rele futte ſamme Thiertz bel Venn tu den gewo durch die E Dinger de Raſſen der Haut⸗ anterwaldner oſtfrieſiſchen viel ſpäͤtere Ent⸗ n kleineren Arten. tande miſſen de hhrem zeitwellge den. gengeſetzte Wedn. ſele Nahrung, äl tsochs wähtend d er müßig im Sul dheit aller Dier eh und den Sche⸗ Gras oft mi⸗ Hunger Mängelm mg mit Nahrun zenn dieſe ſhr ſ er gewohuten b er entwahnten mn uß man, nachdem ige Jeit Juhe gi en, damit ſi s die Thier lüit r Froſt, Hiße 1n aun nitme 197 beitsleiſtung von ihnen fordern, als ſie ihrer Größe und Kraft nach füglich zu leiſten im Stande ſind. 7. Je mehr man die Thiere ihrer Natur gemäß be⸗ handelt, je geſunder und ſtärker wird man ſie erhalten, und um ſo größeren Vortheil von ihnen ziehen. 8. Es iſt daher für den Viehzüchter von der höchſten Wichtigkeit, die eigenthümliche Natur der Hausthiere wohl zu kennen, um nie gegen die Geſetze derſelben anzuſtoßen und ſeinen Thieren Nachtheil zu verurſachen. C. Von der Maſtung. 1. Unter Maſtung verſtehen wir jene Behandlung der Thiere, wobei ſie durch vermehrte und verbeſſerte Nah⸗ rung und anderweitige ſchickliche Mittel in einen feiten Zu⸗ ſtand verſetzt werden. 2. Der Zweck der Maſtung iſt doppelt. Wir wollen Fett hervorbringen, und den relativen Werth der Thiere, der im mageren Zuſtande nur gering iſt, dadurch erhöhen. Der Werth der zur Nahrung für die Menſchen beſtimmten Thiere ſteigt in demſelben Verhältniſſe, als ſie fetter ſind, und fällt mit ihrer Magerkeit; denn fettes Fleiſch iſt viel ſchmackhaf⸗ ter und nahrhafter, und wie billig auch theurer, und bloßes Fett hat gewöhnlich den doppelt und dreifachen Werth des Fleiſches; nebſtbei iſt die von thieriſchem Leim und Eiweiß⸗Materie ſtrotzende, größere Haut der gemäſteten fetten Thiere zu Sohlleder und Riemwerk anwendbarer und beſſer, und daher auch hoher im Werthe. Es ſind aber die Thiere bei der gewöhnlichen Lebens⸗ weiſe nur ſelten fett, viel häufiger mager; und wenn wir ſie zu einer leicht und gut verkäuflichen Waare umſtalten wollen, ſo iſt es nöthig, ſie vorher zu mäſten. Indem wir ſolche Thiere mäſten, gewinnen wir doppelt, indem wir nicht ſowohl den abſoluten als auch den relativen Werth des Thieres erhöhen, und unſer Maſt⸗ futter ſammt der Mühe durch die Vermehrung des Werthes des Thieres bezahlt erhalten. Wenn man das zur Maſtung verwendete Futter auch nur zu den gewöhnlichen Marktpreiſen anbringt, ſo gewinnt man ſchon durch die Erſparniß der Marktfuhren, und vorzüglich durch den Dünger der Maſtthiere. 2 4“ , 198 3. Die Mittel, die Thiere fett zu machen, beſtehen darin, daß wir ſie zum Freſſen reitzen, oder ſie dazu nö⸗ thigen, und ihnen mehrere und kräftigere Nahrung geben, als ſie zum Unterhalte des Lebens bedürfen; wobei wir ſie alles vermeiden laſſen, oder von ihnen abwenden oder ihnen entziehen, was ſie unruhig machen, oder den Ueberfluß der Safte verringern könnte. 4. Zum Genuſſe der Nahrung werden die Thiere ge⸗ reitzt, wenn wir ihnen ſolche Subſtanzen, die ſie vorzüg⸗ lich gern freſſen, oft und abwechſelnd, und bei den vier⸗ füßigen Thieren mit Kochſalz oder Kali gemiſcht vorſetzen. So wie der Menſch von ſolchen Speiſen, die ihm beſon⸗ ders wohl ſchmecken, und wovon mehr als hinreichend vorhan⸗ den iſt, mehr zu ſich nimmt, als er bedarf, ſo frißt auch das Thier unter gleichen Verhältniſſen mehr, als nothwendig; es frißt, obgleich es nicht mehr hungert, weil ihm die Speiſen im Munde einen angenehmen Reitz verurſachen. Sie werden um ſo angenehmer, wenn die für ſich faden Vegetabilien durch den Beiſatz des Salzes eine Würze, d. h., einen Reitz bekommen, der den Geſchmack erhöhet, und die Verdauung befördert. Dieß iſt die Urſache, daß das Salz bei der Ernährung der Thiere über⸗ haupt, vorzüglich aber bei der Maſtung der vierfüßigen Haus⸗ thiere eine ſo wichtige Rolle ſpielt, weil es zum übermäßigen Freſſen reitzt, und das Genoſſene verdauen hilft. Nicht einerlei Nahrung darf den Maſtthieren vorgeſetzt werden; der Wechſel iſt ihnen angenehm, und reitzt und erhält ihre Freßluſt aufrecht. Hefter als den übrigen Thieren muß dem Maſtvieh das Futter vorgelegt werden; nie zu viel auf ein Mal, ſondern in kleineren, aber wiederhohlten Gaben.. 5. Da die Maſtung um ſo ſchneller vor ſich geht, je mehr die Thiere in einem gegebenen Zeitraum kräftige Nah⸗ rung zu ſich nehmen und verdauen; ſo müſſen jene am ge⸗ ſchwindeſten fett werden, denen man die größte ihrem Verdauungsvermögen angemeſſene Menge von Nahrung wider ihren Willen in den Magen bringen kann. Nichts geht ſchneller vor ſich, als die Maſtung des Geflü⸗ gels, die dem praktiſchen Landwirthe in Hinſicht der Lehre der Maſtung ir ihm das 157 überläßt An dem Maſst wit Gewetttt gen— dor. er leer 942 Dadurch¹0 in Perlatd Dens ber in 16 der Wertzütn ſih die Sits zu machen, 3 angemeſſnas täglich weg s Scläge hig füßigen haus fung ginge K b. Jr Diier in em detdaue f ſch, undi zen, denn Dien genommenm ſaße der dß Stoff nit Naſtung u einer lang ceen kötper; ausgewachſ vollkommen, bleiben. N. Pf. Heu te er in Verl daß et als Mafuung 26 Salz lſtet ſennehl 6 und wir hr chen Gride mehl, 13oo ben 20 Pf. unſer ausga die Zeit der nachen, beſtehe der ſie dazn ni⸗ Nahrung geken, en; wobei wir ſe venden oder ihnen er den Ueberſuß den die Thiere ge⸗ 1, die ſie vorzig und bei den vir⸗ emiſcht vorſezen ſen, die ihm biſt⸗ hinreichend vorzu⸗ , ſo frißt auc de ls nothwendig; 6 ihm die Speiſen in Sie werdm un ſ getabilien durt in nen Reitz beionna, nung hbefödett. Dß ung der Thiere iher er vierfüßigen huu es zum ubermäßige hilft. Naſtthieren torgzſte und reitt und ehit ß dem Naſvich d ein Mal. ſonden n ler vor ſch geht, raum friftigei müͤſſen jene am ge die großte ihrem nge von Nahrung en kann. Maſtung des Ggllli inſcht der dihre d 199 Maſtung überhaupt von der größten Wichtigkeit iſt, weil ſie ihm das wahre Verfahren der Maſtung deutlich anzeigt.— Man überläßt es nicht der Freßluſt dieſer Thiere, wie viel ſie von dem Maſtfutter zu ſich nehmen wollen, ſondern es wird ihnen mit Gewalt eine verhältnißmäßige Menge davon in den Vorma⸗ gen— den Kropf— gebracht, und ſo wie man bemerkt, daß er leer geworden, wird eine neue Portion Futter eingeſteckt. Dadurch wird es uns möglich, eine Gans oder einen Kapaun im Verlaufe von 6 Wochen vollkommen fett zu machen. Dem Stopfen des Geflügels iſt das Mäſten der Wei⸗ ber im nördlichen Afrika ähnlich, wo die Schönheit und der Werth derſelben nach ihrem Fette bemeſſen wird. Da geben ſich die Sklavenhändler alle Mühe, ihre weiblichen Sklaven fett zu machen, ehe ſie ſelbe feil ſtellen; zu welchem Ende jede eine angemeſſene Menge von Mais und Hirſemehl in Milch gekocht täglich wegeſſen muß, wenn ſie nicht Gefahr laufen will, durch Schläge hiezu gezwungen zu werden. Könnten wir unſere vier⸗ füßigen Hausthiere ſtopfen, oder zum Eſſen zwingen, ihre Mä⸗ ſtung ginge geſchwinder vor ſich, und brächte uns mehr Nutzen. 6. Je kräftiger die Nahrung iſt, und je mehr ein Thier in einem gegebenen Zeitraume davon frißt und ſie verdauet, um ſo ſchneller geht der Prozeß der Maſtung für ſich, und um ſo größer iſt der Vortheil, oder der reine Nu⸗ tzen, den wir hieraus beziehen. Die Thiere werden nur von dem Ueberfluſſe der zu ſich genommenen Nahrung fett; von dem Ueberſchuſſe, der zum Er⸗ ſatze der durch den Lebens⸗Prozeß abgenützten und ausgeſtoßenen Stoffe nicht nothwendig iſt. Es muß daher der Nutzen bei der Maſtung um ſo größer ſeyn, je kürzer dieſe währt, weil bei einer langen Dauer derſelben, die Unterhaltung des gewöhnli⸗ chen körperlichen Zuſtandes zu viel koſtet. Es bedarf z. B. ein ausgewachſener Ochs täglich 20 Pf. Heu, um im Winter bei vollkommener Ruhe bei gleichem Umfange und gleicher Kraft zu bleiben. Nun wollen wir ihn mäſten, und geben ihm zu den 20 Pf. Heu täglich 4 Pf. Gerſtenmehl mit 4 Loth Salz, wovon er im Verlaufe von 20 Wochen, oder 140 Tagen ſo fett wird, daß er als ausgemäſtet betrachtet werden kann, wobei uns die Maſtung 2800 Pf. Heu, 560 Pf. Gerſtenmehl, und 17 ½ Pf. Salz koſtet. Wenn wir aber demſelben Ochſen ſtatt 4 Pf. Ger⸗ ſtenmehl 6 Pf. geben, und Heu und Salz ſich gleich bleiden, und wir bringen dasſelbe Thier jetzt in 9o Tagen zu dem glei⸗ chen Grade der Fettigkeit; ſo haben wir nur 540 Pf. Gerſten⸗ mehl, 1800 Pf. Heu, und 11 ½1 Pf. Salz gebraucht. Wir ha⸗ ben 20 Pf. Mehl, 1000 Pf. Heu, und 6 ½ Pf. Salz erſpart, unſer ausgelegtes Kapital iſt in kürzerer Zeit zurückgekehrt, und die Zeit der Gefahr waͤhrend der Maſtung iſt abgekürzt. 200 Die Nahrung, welche zu dieſem Behufe verwendet wird, muß daher kräftig ſeyn, d. h. in einem gegebenen Gewichte der⸗ ſelben müſſen Kleber, Schleim, Oehl, Stärkmehl und Zucker mehr als des trockenen Gewichtes derſelben ausmachen, wenn die Maſtung ſchnell bewirkt werden ſoll; und Mais, Weitzen, Hirſe, Erbſen mäſten deßwegen viel mehr, und geſchwinder, wie Hafer: Kartoffeln mehr wie Rüben u. ſ. w. Daß es überhaupt nur mit kräftiger Nahrung möglich ſey, die Maſtung ſchnell zu betreiben, wird auch daraus erſichtlich, weil gehaltloſe Nahrung ein großes Volumen einnimmt, und die Magentäfte nicht hinreichen, dieſe Maſſe aufzulöſen, und daß daher ein großer Theil derſelben unverdauet weggehen muß. In wie fern Schwefel und rohes Spießglanz, den Ochſen, Schweinen und Pferden gefüttert, ihre Maſtung be⸗ ſchleunige, muß ich dahin geſtellt ſeyn laſſen, weil mir reine Er⸗ fahrungen hierüber mangeln. Häufig wird der Schwefel den Och⸗ ſen bei uns verfüttert, und unſere Bauern behaupten feſt, daß er die Maſtung auffallend beſchleunige.— Widerſinnig iſt es nicht, den Schwefel auch als Nahrung der Thiere zu betrachten, da er es für die Pflanzen iſt. 7. Die Menge der auf einmal gegebenen Nahrung muß aber immer dem Verdauungsvermögen des Thieres angemeſſen ſeyn, damit nicht Unverdaulichkeit und eine Stockung in der Maſtung entſtehe. Sowohl der Menge als der Beſchaffenheit nach muß die Nahrung dem zeitweiligen Zuſtande des Maſtviehes angemeſſen ſeyn. Es wäre daher unklug, wenn wir dem obigen Ochſen, der bisher nichts als 20 Pf. Heu bekam, ſogleich am erſten Tage 6 Pf. Gerſtenmehl als Zugabe geben wollten, weil wir Gefahr liefen, daß er dieſe Menge von Futter nicht zu verdauen im Stande ſeyn würde. Wenn wir ihm aber allmaͤhlich, und Tag für Tag mehr Mehl zuſetzen; ſo laſſen wir der Natur Zeit, die Abſonderung des Magenſaftes, der Galle, und der übrigen auf die Speiſen chemiſch wirkenden auflöſenden Säfte zu vermehren, und dadurch die größere Menge von Speiſen zu verdauen. Beim Stopfen des Geflügels vermehrt man täglich die Menge des Fut⸗ ters, bis man jenen Grad erreicht, der nicht ohne Nachtheil über⸗ ſchritten werden darf, und man würde die Thiere tödten, wenn man ihnen gleich Anfangs die volle, ſpäter erreichte Portion ge⸗ ben wollte. Hat man mehrere Arten von Futter, die man durch die Maſtung verwenden will: ſo verfüttert man erſt die geringer nährenden, und geht dann zu den kräftigern über. Es iſt aber keinesweges nothwendig, wie Einige meinen, erſt wäſſerige und gering nährende Subſtanzen zu füttern, und dann zu den kräfti⸗ geren überzugehen; man kann eben ſowohl bloß mit Mais, wie mit Rüben mäſten, wenn man nur von beiden allgemach ſo viel gitt, als 3 aber nicht ſt atn, und chen hinau⸗ der nuf 8 at man deneins ſie abet: ſa Mith Geſchwindit den träge, i des bebenaſt Thiere, ſot ſin und bed t welche den his tiich habenis gelegt verdeit 6. Dis wehl auf d dos daurche Idder! bloß mit Aif Füttert man paar Wochtt Ob das Fl wo man ſien ſen Rübeng wie bei den ſo weiß Jen cͤen gefang: verliert, we den. Der ger, wie je 9. D daulich wer den, Pül mehr zerthe ſchmackole bringen Ein der Thiete einem ſolchen von den dh ff verwendet wird denen Gewichte dr aärkmehl und Jucker n ausmachen, wenn d Mais, Weitzen, nd geſchwinder, vi ahrung möglic ſg ſ daraus erſichlih, einnimmt, und die ufzulöſen, und daß deggehen muß. êpießalanz, de ihre Maſtung he⸗ weil mir reineEr⸗ Schweſel den e⸗ behaupten feſt, daß Widerſinnig iſt chiere zu betrachke, gebenen Naßrung bgen des dhitres ulichkeit und tir enheit nah mu di aſtviehes angemſin zobigen Ocſien, d eich am erſten Tagt n, well wir Giſch cht zu verdauen im Umäͤhlic,, und dg der Natur Jei, di und der übrigen duf Zaͤfte zu vernühte, zu verdalen. Beim die Neng de u ohne Nacthel üher: zbiere tödten, vem rreichte Portion ge⸗ die man durch d in erſt die geringer über. Es iſt aber erſt wäſſerite un) dann zu den kifti ſoß mit Mai, vie en allgemac ſe vie 201 gibt, als die Thiere zu verdauen im Stande ſind. Man kann aber nicht immer mit der Menge des Futters beim Mäſten ſtei⸗ gen, und man erreicht mittlerweile den höchſten Punkt, über wel⸗ chen hinaus nichts mehr verdauet wird; denn die Abſonderung der Verdauungsflüſſigkeiten iſt durch den Organismus begränzk. Hat man dieſe Höye erreicht, und überſchreitet ſie nicht, ſo geht die Maſtung ſchnell und gleichförmig vor ſich; überſchreitet man ſie aber: ſo werden die Thiere krank. Mit dem Fettwerden der Thiere iſt eine Verminderung der Geſchwindigkeit des Lebens⸗Prozeſſes immer verbunden: ſie wer⸗ den träge, liegen und ſchlafen viel, und bedürfen zur Erhaltung des Lebens weniger Nahrung. Daher erklärt es ſich, daß die Thiere, ſo wie ſie fetter werden, verhältnißmäßig weniger freſ⸗ ſen und bedürfen, als halbfette; weßwegen den fetten Thieren, welche den höchſten Punkt in Hinſicht der Menge des Futters er⸗ reicht haben, das Maſtfutter in allmählich kleinerer Menge vor⸗ gelegt werden muß. 8. Die Beſchaffenheit der Nahrung hat aber nicht ſo⸗ wohl auf die Menge, ſondern auch auf die Beſchaffenheit des dadurch erzeugten Fettes einen ſehr großen Einfluß. Jedermann weiß, daß das Fleiſch von Enten, die man bloß mit Rüben füttert, einen unangenehmen Rübengeſchmack hat. Füttert man aber die Enten erſt mit Rüben, und dann durch ein paar Wochen mit Getreide: ſo ſind ſie fett und wohlſchmeckend. Ob das Fleiſch der Ochſen in jenen Gegenden von England, wo man ſie bloß mit Rüben und etwas Heu fett macht, auch die⸗ ſen Rübengeſchmack hat, und ob man dasſelbe Mittel dagegen, wie bei den Enten, anwendet, wäre intereſſant zu wiſſen. Eben ſo weiß Jedermann, daß Karpfen und Hechten, friſch aus Tei⸗ chen gefangen, einen lettigen Geſchmack haben, der ſich erſt dann verliert, wenn ſie einige Zeit im fließenden Waſſer gehalten wer⸗ den. Der Speck von Schweinen aus den Buchwäldern iſt wei⸗ cher, wie jener aus den Eichenwäldern u. ſ. w. 9. Damit die Nahrung auflöslicher, d. i. leichter ver⸗ daulich werde, iſt es nothwendig, ſie vorher durch Schnei⸗ den, Pülvern, Kochen, oder durch die Gährung in einen mehr zertheilten, oder auch wohl chemiſch veränderten, ge⸗ ſchmackvolleren, und leichter verdaulichen Zuſtand zu bringen. Ein großer Theil des Vortheils haͤngt bei der Fütterung der Thiere überhaupt davon ab, ihnen die Nahrungsmittel in einem ſolchergeſtalt vorbereiteten Zuſtande zu geben, daß dieſelben von den Thieren leicht und ganz verdauet werden, oder mit an⸗ 203 thieriſchen Aüflöſungsſäften Auflösliche in dem Zeitraume, welchen die Nahrung in den Eingeweiden zubringt, ausgezogen, und von den einſaugenden Gefäßen abſorbirt werde. Bliebe die genoſſene Nahrung ſo lange im Magen liegen, bis ſie völlig zerlegt wor⸗ den: ſo wäre es nicht ſo wichtig, die Speiſen früher vorzubereiten, indem ſie doch mittlerweile aufgelöst würden; höchſtens verlöre man an der Zeit. Weil aber durch die Schwere der Nahrung, und die wurmförmige Bewegung des Magens und der Gedärme eine fortwährende Vorrückung des Genoſſenen Statt hat: ſo geht ein großer Theil desſelben unaufgelöst wieder aus dem Körper, wenn er zu feſt zuſammen hängt, um mit den thieriſchen Säften in Wechſelwirkung zu treten. Deßwegen erſpart man bei den Pferden ¼ des Hafers, wenn man ihn vorher mahlen läßt, und bei der Maſtung des Geflügels bringt eine gleiche Menge von Maismehl mit Waſſer zu Stopfnudeln geformt, und den Thie⸗ ren gegeben, größere und ſchnellere Wirkung hervor, wie ein glei⸗ ches Gewicht ganzer Maiskörner, die man in gleicher Zeit ver⸗ füttert. Rohe Rüben bringen bei der Maſtung der Schweine nur geringe Wirkungen hervor; werden ſie aber gekocht, ſo iſt ihre Wirkung auffallend größer; denn durch das Kochen werden die Pflanzenkörper zertheilt, ſind zum Theil im Waſſer aufgelöst, und zum Theil ſelbſt chemiſch verändert, denn ihr Geſchmack iſt nicht derſelbe, wie im rohen Zuſtande. Wenn es bei der Maſtung mit Wurzelgewächſen auch nicht ſo nothwendig iſt, ſie früher zu kochen: ſo ſollten ſie doch durch Schneiden fein zertheilt ſeyn; Getreidekörner aber roh und ganz zu füttern, iſt die größte Verſchwendung; dieſe muſſen immer gemahlen, und wo möglich gekocht, oder in Gährung verſetzt ge⸗ geben werden. Das Gleiche gilt von den Kartoffeln. Dee Beob⸗ achtungen und Verſuche, die man über das Füttern mit ganzem und gemahlenem Getreide bei der Ernährung und der Maſtung der Thiere angeſtellt und geſammelt hat, ſind zu zahlreich, und Jedermann iſt von den Vortheilen derſelben überzeugt; nur mei⸗ dern eenene daß bei dem Verdauungs⸗Prozeß alles in den nen noch Viele, daß die Vorbereitung der Fütterung durch Ko⸗ chen und Gährung zu weitläufig und unter manchen Umſtänden die erſtere zu koſtſpielig ſey; was aber beim Mäſten zuverläßig nirgendwo der Fall ſeyn kann, da das Maſtfutter ſelbſt, wenn es in Kartoffeln beſteht, mit geringen Koſten in Dampf geſotten werden kann, und wenn es Getreidemehl iſt, das Einweichen desſelben in ſiedendem Waſſer genügt, worauf beide entweder ſo⸗ gleich verfüttert, oder früher ohne fernere Anwendung von Hitze in Gährung geſetzt werden können.. I . Wir werden in der ſpeziellen Viehzucht das verſchiedent⸗ liche Verfahren, Hornvieh, Schafe und Schweine zu mäſten, an⸗ geben, und dieſen hier nur im Allgemeinen angegebenen Gegen⸗ ſtand näher erörtern. 10. Während der Maſtung müſſen die Thiere ihr Fut⸗ ter zu beſtimmter Zeit erhalten; ihr Lager muß reinlich ge⸗ palten unis lich ruhilin nur gert den kamn is Aleaa Maſtung 61 alein demiſt Maſtung ih zuter dergin auch die g dn Ein greßert daher zur Nitt Bedutfniß u empfadlich 8 nie ſo warntte eines Thelsin verluſt dem d Halbtls der Nangel2 Dinge mim wird dos Ge Kloß zum fe Maſochſena Wunter gat Verfahrennn Daß Naſtkühe n 11. 1¾ eignet, un zarter und Das als Vorber thiere ſeit Naſtung a Thjere, be ſa bald ſeg rung in den Statt hat, liche, uns. lichen leg da aus dem zwar nur d iſt ebenfall Geſchmad nicht zu ku dzeß alles in den eitraume, welchen zgezogen, und von liebe die genoſſene vollig zerlegt wat⸗ hher vorzuberette, höochſtens verloke ere der Nahrung, und der Gedärmt Statt hat: ſo geht waus dem Körpe, thieriſchen Säfta part man bei den mahlen läßt, un leiche Menge ven at, und den Thie ervor, wie ein gli⸗ gleicher Zeit ver der Schweine nur gekocht, ſo iſt ihre kochen werden de Waſſer aufgelös, n ihr Geſchmack ſſ wwächſen auch nict lten ſie doch duch aber roh und gau dieſe muſſen immer Hährung verſett ge⸗ eoffeln. De Belh⸗ füttern mit ganzen Hund der Maſung zu zahlreich, un berzeugt; nur mei⸗ fütterung durc g⸗ manchen Umſtänden Miſten zuverlißig zutter ſelſt, vem in Danpf geſettn ſt, das Einweichen fbeide utweder ſo wendung von Hihe ͤt das verſchiedent⸗ ine zu mäſten, al⸗ gegebenen Gegen⸗ e Thiere i bl nuß teiuich ge 2 03 halten und weich geſtreuet ſeyn; ſie muſſen ſo ſehr als mög⸗ lich ruhig, und von allem Geräuſche entfernt, in einem nur gering beleuchteten Stalle, der wohl geſchloſſen wer⸗ den kann, mehr als gewöhnlich warm gehalten werden. Alles, wodurch die Sinne aufgeregt werden, muß bei der Maſtung vermieden werden. Je ruhiger daher die Thiere, bloß allein dem Freſſen und Verdauen obliegen; je ſchneller geht die Maſtung vorwarts. Es iſt daher nicht zweckmäßig, das Maſtvieh unter dem übrigen Viehe zu halten, weil ihm da die Ruhe und auch die größere Wärme mangelt, die das Maſtvieh erheiſcht.— Ein großerer Grad von Wärme disponirt zur Trägheit, und trägt daher zur Maſtung bei. In der Folge iſt der wärmere Stall ein Bedurfniß; denn fette Thiere fordern mehr Warme, und ſind empfindlicher für die Kälte, als magere. Indeſſen darf der Stall nie ſo warm ſeyn, daß die Thiere ſchwitzen; denn das würde ſie eines Theils unruhig machen, und andern Theils würde der Säfte⸗ verluſt dem Zweck entgegen wirken. Halbdunkel müſſen die Ställe für das Maſtvieh ſeyn, weil der Mangel an Licht die Aufmerkſamkeit der Thiere auf äußere Dinge mindert, und dadurch das Fettwerden befördert. Darum wird das Geflügel in ganz finſtere Käfige geſperrt, und kommt bloß zum Stopfen in das Licht. Unſere Bauern ſperren ihre Maſtochſen in ganz ſinſtere, oder nur ſehr gering beleuchtete, im Winter genau verſchloſſene Sralle, und halten mit Recht dieſes Verfahren für zweckmäßig und vortheilhaft. Daß man Maſtochſen nicht zum Ziehen anſpannen, und Maſtkühe nicht melken werde, verſteht ſich wohl von ſelbſt. 11. Die Thiere werden zum Fettwerden beſonders ge⸗ eignet, wenn man ſie vorher kaſtrirt: auch wird ihr Fleiſch zarter und wohlſchmeckender. Das Kaſtriren der männlichen ſowohl als weiblichen Thiere als Vorbereitung zur Maſtung wird bei allen Arten der Haus⸗ thiere ſeit unfürdenklichen Zeiten vorgenommen, und trägt zur Maſtung auf eine doppelte Art bei; indem die verſchnittenen Thiere, beſonders die männlichen, jetzt um vieles ruhiger ſind, ja bald ſehr träge und unthätig werden, und da keine Abſonde⸗ rung in den zerſtörten oder ausgerotteten Geſchlechtstheilen mehr Statt hat, ſo wird dafür Fett angehäuft.— Der eigenthüm⸗ liche, uns widerwärtige Geruch der Thiere, beſonders der männ⸗ lichen, liegt zum größten Theile in ihrem Samen, und wird von da aus dem ganzen Körper mitgetheilt. Von weitem ſtinkend iſt zwar nur der Bock; allein das Fleiſch des Stiers und des Ebers iſt ebenfalls mit einem eigenthümlichen unangenehmen Geruch und Geſchmack erfüllt, der ſich verliert, wenn man das Thier eine nicht zu kurze Zeit vor dem Toͤdten verſchneidet. 204 12. Junge und alte Thiere können gemäſtet werden, wenn ſie nur geſund ſind. Man mäſtet bekanntlich Kälber, junge Schweine, Lämmer und Geflügel, und alte, ausgediente Kühe und Ochſen müſſen vor dem Schlachten, wenigſtens zur Hälfte gemäſtet werden, wenn dieſe Thiere als Fleiſcherwaare verkäuflich ſeyn ſollen. Geſund muß aber jedes Thier ſeyn, wenn man ſich Hoſſ⸗ nung machen ſoll, es in der gewoͤhnlichen Zeit zu einem beſtimm⸗ ten Fettigkeitsgrade zu vringen; auch dürfen die Zähne bei einem älteren Maſtthiere nicht fehlen. Beim Ankauf der Thiere zur Ma⸗ ſtung hüthe man ſich daher vor ſehr mageren, weil ſie gewöhnlich einen Fehler haben, der die Verdauung und Ernährung des Kör⸗ pers hindert; ſo wie vor ſolchen, deren Exkremente fluſſiger als gewöhnlich ſind, weil in dieſen die Thätigkeit der Gedärme und der einſaugenden Gefäße erſchlafft iſt. Lebhafte Thiere, mit wei⸗ cher, über den Rippen leicht verſchiebbarer Haut, die gern freſ⸗ ſen und zahm ſind, mäſten ſich am leichteſten. 13. Die größte Menge von feinem Fett ſetzen die Thiere nur dann an, wenn ſie ausgewachſen gemäͤſtet wer⸗ den; auch iſt ihr Fett in früherer Zeit mit Schleim ge⸗ mengt. Wenn man zweijaͤhriges Hornvieh, halbjährige Schweine mäſtet: ſo werden dieſe Thiere allerdings fett; aber Unſchlitt und Speck iſt in einem geringeren Verhältniſſe zum übrigen körperli⸗ chen Gewicht vorhanden, als wie bei fünfjährigen Ochſen und zweijährigen Schweinen; auch iſt im Unſchlitt oder Speck der jungen Thiere noch verhältnißmaßig mehr Zellengewebe vorhan⸗ den, und ſelbſt das darin befindliche Fett iſt nicht ſo rein, hat mehr Schleim, und liefert beim Ausſchmelzen weniger thieriſches Oehl. Werden jüngere Thiere gemäſtet, ſo findet man das, zwi⸗ ſchen den Fleiſchſibern befindliche Zellengewebe voll ſchleimigen Fet⸗ tes, und ihr Fleiſch iſt daher mürbe, ſaftig und fett: bei älte⸗ ren Thieren iſt dieſes Zellengewebe mehr verwachſen; dafür iſt aber jenes zwiſchen der Haut und den Muskeln, ſo wie die Ver⸗ dopplung des Bauchfells voll reinen Fettes. Ihr Fleiſch iſt von außen mehr als von innen fett. 14. Die Thiere können zu allen Zeiten gemaͤſtet werden. Das Hornvieh z. B. wird im Sommer auf Fettweiden, im Winter mit Heu oder Getreide, und in Branntweinbrenne⸗ reien, oder Brauereien das ganze Jahr gemäſtet. Wer aber nicht Maſtung als Gewerbe betreibt, wird ſeine Kühe, Ochſen, Schweine und Schafe immer nur im Winter mäſten, weil er in dieſer Jahres⸗ zeit mehr Muße hat, den Thieren aufzuwarten, und weil auch in leier dit d ken liegen, 9 15. 8 niſzet. 8 ren Thiersn um Fett 1 Ae und Schaſt ſches wegel n ſic ziemliche verkauft, out uunge Echv fur Hälfte q Eyecmaſe f Die 1s ſööhſtmöli V ſttten Fleiſch zeugen. Od duß Naſtungsfäſt⸗ und Fettes n 6. † fung bei ril ſahlen es an neſten Faͤln muß den in verden, als Den L ſoche von C Virt. II., nährt wurden 4 Pf., in ten 1 6 pf. u. D die Matun ten Wihtig in genauer! Wenn da vir dei gemäͤſtet werden, weine, Lännet d Ochſen müſen ſtet werden, wemn ſollen. enn man ſich Hoſ⸗ zu einem beſtimm⸗ ie Zähne bei einem eer Thiere zur M⸗ veil ſje gewoͤnlch enäͤhrung des Kor⸗ mente fluſſiger als der Gedärme und Thiere, mit wei⸗ t, die gern fteſ Fett ſetzen de en gemäͤſtet wer nit Schleim ge⸗ lbjährige Schwein aber Unſchlitt und n übrigen korptel⸗ hrigen Ochſen und itt oder Speck der llengewebe vorhau⸗ nicht ſo rein, hal weniger thieriſces det man das, ſwi⸗ voll ſchleimigen ger und fett: bei älte wachſen; dafüt ſſ n, ſo wie die Ver⸗ Ihr Jliſt iſ un gemäſtet werden. er auf Fettweiden, Branntweinbrenne, et. Wer aber nicht Ochſen, Schweine er in dieſer Jahres⸗ und weil auch in 205 dieſer Zeit die Thiere ruhiger in den warmen, nicht heißen Stäl⸗ len liegen, und nicht von Inſekten geplagt werden⸗ 15. Die Thiere werden entweder halb oder ganz ge⸗ mäſtet. Das erſtere geſchieht, um dem für ſich zu mage⸗ ren Thiere einen mehreren Werth zu verſchaffen; das andere, um Fett zu erzeugen. Alte, oder gelte Kühe, ausgediente Stiere, alte Widder und Schafmütter ſind ihrer Magerkeit und ihres ſchlechten Flei⸗ ſches wegen von ſehr geringem Werthe, und es zahlt ſich gewöhn⸗ lich ziemlich gut, ſie eine Weile beſſer zu füttern, ehe man ſie verkauft, oder zum eigenen Gebrauche tödtet. So werden auch junge Schweine, die man ihres Fleiſches wegen ſchlachtet, nur zur Hälfte gemäſtet, weil ſie ſonſt zu fett werden, und eine bloße Speckmaſſe darſtellen. Die ganze Maſtung hat zum Zwecke, das Thier auf den höchſtmöglichen Grad der Fettigkeit zu bringen; die größte Menge fetten Fleiſches und feinen Fettes, Unſchlitt oder Speck zu er⸗ zeugen. 1 Ob das eine oder andere vortheilhafter ſey, hängt von der Maſtungsfähigkeit der Thiere, und von dem Preiſe des Fleiſches und Fettes gegen die Maſtungsmittel ab. 16. Die Thiere nehmen in der erſten Periode der Ma⸗ ſtung bei reichlichem und gutem Futter am meiſten auf, und zahlen es am beſten. Darum iſt die halbe Maſtung in den meiſten Fällen vortheilhafter, wie die ganze, und darum muß den Thieren gleich Anfangs ſo viel Futter gegeben werden, als ſie zu verdauen im Stande ſind. Den überzeugendſten Beweis dieſes Satzes liefern die Ver⸗ ſuche von Cretté de Palluel in Thaers Einl. zur engl. Wirth. III. B. 707, wo 16 Schafe mit verſchiedenem Futter ge⸗ nährt wurden, und im erſten Monate im Durchſchnitte das Stück 54 Pf., im zweiten 14 Pf., im dritten 5 ½ Pf., und im vier⸗ ten 1%Xl Pf. an lebendem Gewichte zunahmen. 17. Die Thiere werden ſo lange gemäſtet, als ſich die Maſtungskoſten bezahlen. Es iſt daher von der größ⸗ ten Wichtigkeit, über die Zunahme der Thiere an Gewicht in genauer Kenntniß zu ſeyn. Wenn wir den Zweck der Maſtung(2) erwägen, ſo wer⸗ den wir bei jedem einzelnen Thiere ohne Zaudern den Zeitpunkt 206 feſtſetzen können, über welchen hinaus die Maſtung ſich nicht mehr bezaylt, alſo auch nicht weiter fortbetrieben werden ſoll. Kennen wir den Geldwerth des Maſtfutters einer gegebenen, nicht gar zu beſchränkten Zeit, und die Vermehrung des abſoluten Gewichtes des Thieres in demſelben Zeitraume: ſo brauchen wir nur den Geldwerth des lebenden Thiergewichts zu wiſſen, um einzuſehen, ob und wie ſich unſere Auslage und Mühe bezahlt. Hieraus er⸗ hellet die Nothwendigkeit, das jeweilige Gewicht der Maſtthiere genau zu kennen. 4 Das ſicherſte Mittel hiezu iſt die Wage, weniger ſich er iſt das Maß, am ungewiſſeſten das Befühlen. 3 Gegen die Wage kann nichts eingeworfen werden, als ihre Koſtſpieligkeit; denn wenn man Ochſenmaſtung betreibt: ſo bedarf man Wagen, die je 5 und 5 Pf. über 20 Zentner mit großer Deutlichkeit anzeigen. Wenn man aber erwägt, daß man ohne dieſelbe doch nur nach einem dunklen Gefühle handelt, und immer Gefahr läuft, Thiere fortzumäſten, die ſich nicht bezahylen, oder einen großen Theil des wohl erworbenen Gewinnes beim Verkaufe dem Gegentheil zu überlaſſen: ſo wird man finden, daß man Ochſenmaſtung im Großen ohne eine Wage gar nicht be⸗ treiben ſoll, und daß ſich die Auslage dafür in kurzer Zeit be⸗ zahit.— Um kleine Thiere: junges Hornvieh, Schweine und Schafe zu wägen, hat man Wagen mit einem. ungleichen Wag⸗ balken, wo auf dem kürzern Arm ein hölzerner Kaſten hängt, in den man die Thiere treibt und verſperrt, und am längern eine Schale für die Gewichter. Iſt dieſer Balken gegen den andern um zehn Mal länger: ſo iſt 1 Pf. in die Schale gelegt gleich 10 Pf. in dem Kaſten. In Dickſon's oft angeführtem Werke iſt eine ſolche Wage P. I. 103 abgebildet. Das Maß dient dazu, um das Zunehmen des Thieres am Umfange zu meſſen. Zu dieſem Behufe mißt man das Thier von Zeit zu Zeit hinter den vordern Füßen über den Umfang der Bruſt mit einem feſt gewebten, ſich nicht ausdehnenden Bande. Man erſieht dann, ob und wie das Thier zunimmt. Weil man aber das Band nicht immer genau über dieſelbe Stelle ſpannt, es ſich wohl auch etwas dehnt, und man doch nur den Anſatz des Fettes unter der Haut meſſen kann: ſo ſieht man darin die Man⸗ gelhaftigkeit dieſes Mittels. Ueber die Ausmi e ung des Gewich⸗ tes des Hornviehes durch das Ausmeſſen ſeiner Dicke und Länge, werden wir ſpäter das Nähere angeben. Das Befühlen iſt wohl das unſicherſte Mittel, wodurch wir uns über das Verhältniß des Zunehmens unſerer Maſtthiere Kenntniß verſchaffen. Nur Fleiſcher können ſich eine ſolche Fer⸗ tigkeit erwerben, aus dem Anſehen und Befühlen des Thieres ſein Fleiſch⸗ und Fettgewicht zu beſtimmen, weil ſie täglich Thiere kaufen und gleich darauf tödten. Landwirthe können ſich dieſe Richtigkeit der Beurtheilung der Thiere nie erwerben, wiſſen wäh⸗ rend der Maſtung nie genau, ob ſie gewinnen oder verlieren, und werden beim Verkaufe oft überliſtet. b R 1. eigenthin tanſchedelt 2. H haushaltes ur mannigg 3. Ven ſie Ziegen hausthieren Nach 9 Nenſchen. ¹ iſien und: Lüdafriki gſeln. Doch Scweine dier Aerdau treil in, weil er Die Zu Sidenwürme bande mit den ſtaſt nur inn de Acerbaues 4. Die Natm. Si⸗ dageuchtig dung unter inn zucht! Vetſltiiſe vothwend Die 2 ludvirthe m dird er im hnig i deh gſich nicht mehr den ſoll. Kennen nen, nicht gar zu oluten Gemi hen wir nur den „um einzuſehen, t. Hieraus er⸗ t der Maſtthiett e, weniger ſicher en. fen werden, als kung betreibt: ſo 20 Zentuer mit rwaͤgt, daß man ühle handelt, und ch nicht bezahlen, Gewinnes beim man finden, daß ge gar nicht be⸗ kurzer Zeit be⸗ „Schweine und ungleichen Wag⸗ Kaſten hängt, in am längern eine gegen den andern hale gelegt gleüh ngeführten Warke en des Thieres am an das Thier von den Umfang der dehnenden Bande immt. Well man jStelle ſpannt, 6 5 den Anſatz des an darin die Nan⸗ e ung des Gewic⸗ rDicke und länge Mittel, wodurch 5 eret Naſtthirt ic eine ſolche der⸗ ühlen des Thieres ſe täglich Thiete können ſich dieſe erben, wiſſen wij⸗ der verlieren, und §. II. II. Spezielle Viehzucht. Begriff und Eintheilung dieſer Lehre. 1. Die ſpezielle Lehre der Viehzucht zeigt die eigenthümliche Pflege, Behandlung und Benützung der verſchiedenen Arten und Abarten der Hausthiere. 2. Hausthiere werden jene genannt, die wir im Haushalte, theils zum Betriebe des Ackerbaues, theils ih⸗ rer mannigfaltigen anderweitigen Benützung wegen halten. 3. Bei uns gehört das Hornvieh, das Schaf, die Ziege, das Pferd und das Schwein in den Hausthieren. Nach Verſchiedenheit des Klima wechſeln die Hausthiere der Menſchen. In Oſtindien ſind Elephanten, in ganz Mittel⸗ aſien und Afrika die Kamehle das gewöhnliche Laſtthier. In Südafrika reitet man auf Büffeln, in Südeuropa auf Eſeln. Doch ſind Ochſen, Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen und Schweine die Begleiter des Menſchen uberall hin, wo er noch Ackerbau treibt. Nur über die Polarkreiſe hinaus verlaſſen ſie ihn, weil er ſie nicht mehr zu ernähren im Stande iſt. Die Zucht der Kaninchen, des Geflügels, der Bienen, der Seidenwürmer werdea wir nicht abhandeln, da ſie in keinem Ver⸗ bande mit dem Ackerbau ſtehen, und wir die Lehre der Landwirth⸗ ſchaft nur innerhalb der Gränzen der gegenſeitigen Bedingungen des Ackerbaues und der Viehzucht vortragen. 4. Die Thiere ſind, wie die Pflanzen, verſchiedener Natur. Sie ſind in Hinſicht des Bedürfniſſes der Wärme, der Feuchtigkeit und der Menge und Beſchaffenheit der Nah⸗ rung unter ſich ſehr verſchieden; und wenn man ſich mit ihrer Zucht befaſſen, und von ihnen den für die gegebenen Verhaltniſſe höchſtmöglichen Rutzen gewinnen will: ſo iſt es nothwendig, ihre eigenthümliche Natur zu kennen. Die Kenntniß der Naturgeſchichte dieſer Thiere iſt dem Landwirthe unerläßlich; und nur erſt, wenn er damit vertraut iſt, wird er im Stande ſeyn, ſie in landwirthſchaftlicher Hinſich ge⸗ hörig zu behandeln und zu Benüßen. 208 A. Von der Hornviehzucht. a. Von dem Werthe und der Natur des Horn⸗ viehes. 1. Für die Landwirthſchaft iſt das Hornvieh das wichtigſte, da dieſe großen, kräftigen und zahmen Thiere alle beim Ackerbau vorfallenden Arbeiten leiſten, leicht und ohne große Koſten zu ernähren ſind, und uns durch ihre ander⸗ weitige Benützung die größten Vortheile verſchaffen. Hält man Ochſen zur Arbeit und Kühe als Nutzvieh, ſo kann man jede Wirthſchaft damit betreiben.— Wir wollen aber damit nicht behaupten, daß auf dieſe Art unter allen Verhält⸗ niſſen der größte reine Gewinn aus derſelben hervorginge.— Zum langſamen Zuge, wobei aber dennoch viele Kraft erfordert wird, paſſen die Ochſen beſſer, wie Pferde, z. B. im Pfluge, beim Düngen und Ernteführen; weniger ſchicken ſie ſich zum Eggen, zu weiten Marktfuhren, und im Winter beim Glatteiſe können ſie nur, mit Eiſen beſchlagen, verwendet werden. Die Ernährung des Hornviehes iſt, wie wir in der Folge zeigen werden, viel weniger koſtſpielig, wie jene der Pferde; und die Benützung desſelben durch Milch, Nachzucht, und durch ihr Fleiſch, Fett und ihre Häute, machen es uns weit aus zum wichtigſten Hausthier⸗ 2. Das Vaterland des Hornviehes ſind die wärmeren Steppen des inneren Aſien. Es iſt eben ſo nothwendig, den natürlichen Standort der Thiere, wie jenen der Pflanzen zu kennen, um in voraus beur⸗ theilen zu können, ob die neue Lage, in die ſie verſetzt wor⸗ den, ihrer Natur angemeſſen ſey, oder welche Vorkehrungen nothwendig ſeyen, damit ſie nicht abarten, oder krank werden und zu Grunde gehen. 1 Ungeheure Herden wilden Hornviehes findet man, wie Azara berichtet, in Südamerika auf den unermeßlichen Ebenen längs dem Parana und Uruguay. Die Thiere ſind da groß, grau, gefleckt, wie wir aus ihren Häuten ſehen, die man über Trieſt hieher bringt, und da zu Sohlleder ver⸗ arbeitet.— Auch im ſüdlichen Ungarn, in Pohlen u. ſ. w. gibt es, wie in Südamerika halbwildes Hornvieh, das während dem ganzen Jahre nie unter Obdach kommt, nicht gemolken, oder ſonſt verwendet wird, und das man nur dann von den Weiden wegbringt, wenn es den Schlächtern verkauft worden. Weil aber in Ungarn die Winter nicht ſo milde ſind, wie in Südamerika, ſo erbauen vorſichtige Landwirthe Eintreibſtät Schnee odl wäͤhren. In t den ganzelt Klma ker Viehſtäll ds wo die In den, in nichts met 3, ¾ den; Sunfh Wennt kann es ſich n Graſen zubn. dihne mit ds in derhältnt nie ſie, umtt Sumpn li, und ni friſen ſie ſo⸗ 4. J. düwerk anger d G eiden des tlich bei de b. P. A un des Kli Qtinlche K deſe Perhäl à Uet dyire in jer lih in Ste dockene„m geres Vieh SAuxgers . r des Hort⸗ vornvieh da hmen Thiere älle leicht und ohne zucch ihre ander erſchaffen. als Nutzvieh, ſo Wir wollen aber ter allen Verzält⸗ n hervorginge.- le Kraft erfordut †. B. im Pfäge ken ſie ſich zun ker beim Glateiſ det werden. N der Folge zeigen e Pferde; und de t, und durch i ins weit aus zun ind die wärmeren ſichen Stendott de um in voraus heur⸗ ie ſie verſetzt wor⸗ elche Vorkehrungen oder krank verden findet man, wit den unermeßlicen 1ay. Die Thjier ihren Häuken ſehen, 'zu Söhlleder vir⸗ rn, in Pohlen löwildes Horntie bdach kommt, n das man nur ann chlͤchtern vrkuiſ zer nicht ſo m. rſchige eandvithe 209 Eintreibſtälle, und haben Heu vorräthig, um bei eingetretenem Schnee oder Froſt den Thieren Schutz und Nahrung zu ge⸗ währen. In vielen Grafſchaften von England iſt das Hornvieh den ganzen Winter im Freien. Wenn man aber das dortige Klima kennt, ſo findet man es begreiflich, daß man da keine Viehſtälle findet, ſondern nur eingefriedigte Plätze beim Haus, wo die Thiere mit Stroh und Heu in jener Zeit gefüttert wer⸗ den, in der ſie nicht auf die Futterfelder gehen können, oder nichts mehr da finden. 3 3. Im Sommer liebt es trockne, hochgraſige Wei⸗ den; Sumpfpflanzen ſind ihm widerlich. Wenn man ihm kurzgraſige, magere Weiden einräumt, ſo kann es ſich kaum ernähren, wenn es auch den ganzen Tag mit Graſen zubringt; denn es frißt, bei gleicher Einrichtung der Zähne mit den Schafen, viel langſamer als dieſe, und muß da⸗ her verhältnißmäßig mehr auf ein Mal in das Maul bekommen, wie ſie, um geſättiget zu werden. Sumpfpflanzen ſind allen wiederkäuenden Thieren wider⸗ lich, und nur in der Noth, oder von Jugend auf gewöhnt, freſſen ſie ſolche Nahrung. 4. Im Winter ſind ihm ſüßes Heu und alles Wur⸗ zelwerk angenehm und zuträglich. Die Ernährung des Hornviehes in ſeinen verſchiedenen Perioden des Wachsthumes ſowohl als ſeiner Benützung, kommt ſogleich bei den betreffenden Abtheilungen vor⸗ b. Von den Raſſen des Hornviehes. 1. Alle Thiere erhalten durch die anhaltende Einwir⸗ kung des Klima, der Nahrung und Lebensweiſe eine eigen⸗ thümliche Körperform, die ſich gleich bleibt, ſo lange dieſe Verhältniſſe nicht veraͤndert werden. 2. Ueberall, wo reiche Weiden ſind, und wo die Thiere in jener Periode, wo ſie nicht weiden können, reich⸗ lich im Stalle genährt werden, findet man großes Vieh. Trockene, magere, fandige Gegenden haben kleines und ma⸗ geres Vieh. Burgers Lehrb. d. Landw. II, Bd. 14 210 In Holland, ÖOſt⸗Friesland, Oldenburg und in den fruchtbaren und dem Graswuchs äußerſt zuträglichen Nie⸗ derungen des nördlichen Deutſchlandes findet man ſehr großes und ſchönes Hornvieh, während hart daneben auf den ſandigen, höher gelegenen Theilen dieſes Landes nur kleines, un⸗ anſehnliches Vieh angetroſſen wird. Dieſelbe Erſcheinung kann man im ſüdlichen Deutſchlande, in der Schweiz und in Italien beobachten. Die Größe des Körpers, durch viele und gute Nahrung hervorgebracht, wird nur allmäͤhlich ausgebil⸗ det; denn wenn man kleines Vieh in die Marſchgegenden bringt, und unter ſich fortpflanzt, ſo wird es erſt nach vielen Generatio⸗ nen zum großen Vieh. Früher artet aber das große Vieh in ma⸗ geren Gegenden und bei karger Stallfütterung in kleineres, ge⸗ wöhnlich ubel geſtaltetes aus. 3. Außer der Größe, die immer nur von der. Menge der Nahrung abhängt, iſt das Hornvieh in den Ländern, deren Klima weſentlich verſchieden iſt, auch abweichend ge⸗ formt und gefaͤrbt. 4. Alles in den Ebenen wohnende Hornvieh iſt über⸗ haupt größer, meiſt weiß oder grau, hochfüßig und groß⸗ hornig; das Bergvieh iſt kleiner, roth, mit kurzen Füßen und kleinen Hörnern. 5. Man kann daher das Hornvieh in zwei Haupt⸗Raſ⸗ ſen eintheilen; in die große, weiße, und in die kleine, rothe. Ich weiß allerdings, daß es ſehr großes, ſchwarzes Vieh gibt, wie z. B. in einigen Thälern der Schweiz, in den Mar⸗ ſchen von Norddeutſchland u. ſ. w., ich halte aber dieſe Thiere für Blendlinge, oder für groß gefüttertes Bergvieh. Auch iſt es wohl möglich, daß die weiße Farbe, welche die große Raſſe in den wärmeren Gegenden hat, in den kälteren in eine dunkle über⸗ geht, aus denſelben Urſachen, weßwegen das in den kälteren Ber⸗ gen wohnende Hornvieh immer gefärbt iſt. Sonſt aber kann man in unſeren Staaten die Scheidung der beiden angegebenen Raſſen ſehr deutlich bemerken. In Ungarn, Pohlen, in der Lom⸗ bardie, in Unter⸗Steiermark, ſelbſt in den wärmeren Thäͤlern von Ober⸗Steiermark, z. B. im März⸗ und Murthale bis Murau, dann in Unter⸗Kärnten gibt es größten Theils nur weißes und großes Vieh; in Tirol, Salz⸗ burg, Ober⸗Kärnten, Ober⸗Oeſterreich, Ober⸗ Steiermark, und in Karnien gibct es nur rothes, kleines geh. Rät dieſen beiden dern uberall Dieſen dene Abweih von der einen dagegen nun und den ſal weiten Selt der Form i Det ungn ren Hörnert NMärztha Furbe, wien Fiße; tz iſt ſchnitte kleine vant⸗ und E veiß, mit ge tonaenförmige Sdwere erla 1r9 u Gr terholzer ler Dich iſ wohl geſtalte riſce Wa Pauch. Da dadurch vor noch kleiner bei der erſt der andern. 6. welcher A hangt von Nährung, 72 digen Veid kam grß mehr Vort aer, ode V den with die [denburg und zuträglichen Nie⸗ findet man ſehr daneben auf den nur kleines, un⸗ Erſcheinung kum rSchweij ud pers, durch wiele Umäͤhlich ausgeti ſchge enden hringt, vielen Generatie große Vieh in ma⸗ in kleinetes, ge von der Mee in den Laͤnden, h abweichend ⸗ oornvieh iſ ihe⸗ füßig und guß⸗ wit kurzen Fßen zwei Hauyt Raſ nd in die klein es, ſchwarſes Vih veiz, in den Nar⸗ ich halte aber dieſe rtes Bergvieh⸗ uch che die große Raſe in eine dunkle über⸗ in den kälkeren Ber⸗ onſt äber kann man angegebenen Räſen len, in der Lon⸗ min den wäͤrmeren .im Märk m gärnten gtt n Tirol, Salu⸗ erreich, Ober⸗ ur rothts, llanes 211 Vieh. Mähren und Böhmen hat nur Blendlinge, die von dieſen beiden Haupt⸗Raſſen abſtammen; doch ſchlägt in dieſen Län⸗ dern überall die Form des Bergviehes vor. Dieſe beiden Haupt⸗Raſſen haben aber wieder ſehr verſchie⸗ dene Abweichungen. Wenn man den ungariſchen Ochſen als Typus von der einen, und den tiroliſchen von der andern Seite aufſtellt, und dagegen nun den pohlniſchen und den ſteiriſchen von der erſteren, und den ſalzburgiſchen, ſchweizeriſchen, kärntneriſchen von der zweiten Seite zuſammenſtellt, ſo wird man die Abweichungen in der Form ihrer verſchiedenen Körpertheile auffallend bemerken. Der ungariſſche Ochs iſt weißgrau, hochbeinig, mit ungeheu⸗ ren Hörnern, großknochig und immer mager ausſehend. Das Märzthaler Vieh in Ober⸗Steiermark hat die gleiche Farbe, wie das ungariſche, aber kleinere Hörner und kürzere Füße; es iſt wohlgeſtalteter, mehr gerundet, und im Durch⸗ ſchnitte kleiner. In Unter⸗Steiermark, ſo wie im La⸗ vant⸗ und Gurkenthale von Kärnten, iſt das Vieh milch⸗ weiß, mit gelben Hörnern, noch etwas kürzeren Füßen, großem, tonnenförmigen abgerundeten Körper, der oft eine ungeheure Schwere erlangt, 4000 Pf. lebendes Gewicht.(Die am 1. April 1779 zu Grätz geſchlachteten Ochſen des Bürgers Joſ. Ru⸗ ſterholzer wogen 3050 und 3960 Pf. lebend.) Das Tiro⸗ ler Vieh iſt rothbraun, klein, kurzfüßig, abgerundet, und wohl geſtaltet. Das Salzburger und Ober⸗Kärntne⸗ riſche Vieh hat einen weißen Streifen über den Rücken und den Bauch. Das Vieh im Gailthale und in Karnien iſt nur dadurch vom benachbarten Tiroler Vieh verſchieden, daß es noch kleiner iſt. Ueberhaupt bemerkt man, daß die Abweichungen bei der erſtern Raſſe viel größer und mannigfaltiger ſind, wie bei der andern.. 6. Ob man ſich der einen oder andern Raſſe, und welcher Abart derſelben in der Wirthſchaft bedienen ſoll, hängt von dem Klima, der Menge und Beſchaffenheit der Nahrung, und der Verwendung der Thiere ab. 7. In einem milden Klima, und bei reichen und üp⸗ pigen Weiden, oder einer wohl beſorgten Stallfütterung, kann großes Vieh gehalten werden, und wird im Ganzen mehr Vortheil bringen, als kleines. In rauhen Gegenden aber, oder auf magerm, dem Graswuchs ungänſtigen Vo⸗ den wird die kleine Raſſe vortheilhafter ſeyn. . Die Frage, welche Raſſe des Viebes die vortheilhafteſte ſey, kann eben ſo wenig, wie ſo viele andere in der Landwirth⸗ 14* 212 ſchaft, geradezu beantwortet werden, weil die Ernährung und Be⸗ nützung der Thiere von ſo vielen Umſtänden bedingt wird. Im Allgemeinen kann man ſagen, daß jene Raſſe die vortheilhafteſte ſey, welche das verzehrte Futter durch ihre Arbeit, Milch⸗ oder Gewichtszunahme in einem gegebenen Zeitraume am beſten be⸗ zahlt. Weil aber die eine Raſſe ſtärker und größer, die andere ſchwächer und kleiner iſt, ſo erhellet hieraus, daß nach Verſchie⸗ denheit der Umſtände und Zwecke bald die eine, bald die andere die vortheilhafteſte ſeyn werde. Wo alle Ackerarbeit durch die Ochſen verrichtet wird, iſt es beſſer, größeres Vieh, als kleines zu halten, weil häuſig zwei ſtarke Ochſen ſo viel ſchaffen, als vier kleine, und doch weniger koſten und bedürfen, als dieſe. In ſchwerem Boden muß großes, in leichtem kleines Vieh gehalten werden. Wo das Nutzvieh aus Kühen beſteht, muß man nach der Natur der Weide die Raſſe beſtimmen; bei der Stallfütterung ſcheint es aber gleichgültig, großes oder kleines Vieh zuhalten, denn es iſt allen phyſiologiſchen Grundſätzen entgegen, anzunehmen, daß eine Raſſe mehr wie die andere das Vermögen habe, aus der ge⸗ noſſenen Nahrung thieriſche Stoffe zu erzeugen. Daß die Nah⸗ rung aber in Mlilch und nicht in Fleiſch verwandelt werde, hängt nicht immer von unſerer Wüllkür ab, denn milchreiche Kühe gibt es in allen Raſſen, und dieſe Eigenſchaft ſcheint mehr von der ſorgfältigen Pflege und der Kultur abzuhängen, und mehr indi⸗ viduell, als einer beſtimmten körperlichen Form anklebend zu ſeyn, und nur in ſo fern, als bei großem Vieh dieſelbe Menge von Milch von weniger Thieren erzeugt wird, und weniger Vieh weniger Raum und Wartung bedarf, mag es bei der Milchwirth⸗ ſchaft vortheilhafter ſeyn, große Kühe wie kleine zu halten. Wer Maſtung betreibt, muß eine Raſſe wählen, bei welcher das Ver⸗ Pinniß der Knochen zu den übrigen Koͤrpertheilen das kleinſtmög⸗ iche iſt. 1b c. Von der Paarung, Zucht und Pflege des Hornviehes. 1. Der Stier ſowohl als die junge Kuh(Kalbe, Farſe) iſt in einem Alter von anderthalb bis zwei Jahren ſchon vollkommen tauglich ſich fortzupflanzen. Wir haben uns bereits früher über dieſen Gegenſtand im Allgemeinen erklärt, und wenn unſere Behauptung im Wider⸗ ſpruche mit den meiſten Lehrbüchern der Landwirthſchaft iſt, ſo ſteht ſie doch mit der Natur im Einklange, und mit der Praxis großer Länder, die ihrer Viehzucht wegen berühmt ſind, ſo wie einzelner beruhmter Viehzüchter. In Salzburg und Tirol werden die Stiere von 1 ½ bis 3 Jahren gebraucht, und dann, als zu ſchwer und zu träg abgeſchafft. Man glaubt in dieſen Län⸗ dern allgemein, daß Stiere von dieſem Alter viel gewiſſer die Kühe befruchten; und daß ihre Abkunft eben ſo kräftig und groß ſo, wiet Sinelons leden) iere d 8 Dul Jahten zif will, unes Körper e gewiß niclt hen, in eit nen Wirt ft zugelaſent in der Eril wäͤte, nod in de Folgis aött dafür t. ner Nahruls 4. T ſeln der K eannt. Dan im Unterdi fallen dien deitten Jen im fünftenn glätten ſin einen Wu 14 Monate Ninge, ſo bei den S Lühen ſch 3.1 wähnlich Nach um n wn & welchen d alten Kuh da betru rnährung und Be⸗ bedingt wid. Im die vortheilhaſtet rbeit, Milch dher me am beſte he⸗ größer, die anden daß nach Veiſcie e, bald die anden kerarbeit durch de Vieh, als Kleinez viel ſchaffen, alt rſen, als dieſe. J eines Vieh gehaltn t, muß man nach der Stallfütternn Vieh zuhalten,dem u, anzunehmen, dh habe, aus der en. Daß die Ri ndelt werde, hingt nicchreiche Kihe git eint mehr von de en, und mehr iwi anklebend zu ſen dieſelbe Menge von und weniger vich bei der Milchwithe eine zu halten. We ei welcher das a⸗ ilen das kleinſmnuh⸗ id Pflege dn nge Kuh(gabe b bis zwei Jährn zen. 213 ſey, wie die von aͤlteren Stieren, zeigt die tägliche Erfahrung. Sinclair erzählt in ſeinem Code of Agriculture(S. 124 der Ueberſ.), daß Herr Vandergoes dem Gebrauche ſehr junger Stiere die Vortrefflichkeit ſeiner Raſſe zuſchreibe. Die Kalben, Farſen, ebenfalls mit anderthalb bis zwei Jahren zuzulaſſen, iſt nothwendig, wenn man folgerecht handeln will, und die Stiere in dieſem Alter verwendet. Der weibliche Körper entwickelt ſich bei allen Thieren früher, und wir fehlen gewiß nicht, wenn wir unſer junges Hornvieh, Stiere und Kal⸗ ben, in einem gleichen Alter paaren. Ich habe oft in meiner eige⸗ nen Wirthſchaft junge Kühe mit 17 bis 18 Monaten zur Paarung zugelaſſen, und habe nicht gefunden, weder, daß die junge Kuh in der Entwicklung ihres eigenen Körpers dadurch geſtört worden wäre, noch daß das Kalb, welches ſie mit 2 ½¼ Jahren brachte, in der Folge kleiner, wie ſeine Mutter geb leben wäre Ich ſorate aber dafür, daß es den Thieren nie an reichlicher und angemeſſe⸗ ner Nahrung gebrach. 2. Das Alter des Hornviehes wird aus dem Wech⸗ ſeln der Milchzähne und der Verlängerung der Hörner erkannt. Das Hornvieh und die Schafe haben im Oberkiefer keine, im Unterkiefer aber 8 Schneidezähne. Zu Ende des erſten Jahres fallen die mittelſten aus, und ſind mit 1 ½ Jahren erſetzt; im dritten Jahre wechſeln die inneren, im vierten die äußeren, und im fünften die Eckzähne. Die Hörner ſind anfänglich rauh, und glätten ſich allmählich. Im vierten Jahre machen ſie am Grund einen Wulſt, Ning, und wachſen dann wieder glatt, bis ſie nach 12 Monaten, und ſo alljährlich einen neuen machen. So viele Ninge, ſo viele Jahre und 3 dazu. Indeſſen iſt dieß Kennzeichen bei den Stieren und Ochſen kaum, und nur bei den feinhornigen Kühen ſichtlich. 3. Die Kuh geht 41 Wochen trächtig, und bringt ge⸗ wöhnlich nur ein Junges zur Welt. Nach Teſſier kalbten von 575 Kühen 21 mit 240— 270 Tagen; Mitteldauer 259 Tage. 544 mit 270— 299 Tagen; Mitteldauer 282 Tage. 10 mit 299— 321 Tagen; Mitteldauer 303 Tage. (Mémoires de l'acad. des sciences à Paris, 1817.) Ich habe aus meinem Tagebuche 16 Fälle ausgezogen, nach welchen die kurzeſte Zeit des Trächtiggehens 270 Tage bei einer alten Kuh, und die längſte Zeit 309 Tage bei einer erſtgebärenden Kuh betrug. Die Durchſchnittszeit war 288 Tage. * —— 214 4. Soll das Kalb erzogen werden, ſo iſt es nothwen⸗ dig, daß man es mindeſtens 6 Wochen lang an der Kuh ſaugen laſſe, weil ſein früheres Entwöhnen mit zu vieler Mühe und Gefahr für dasſelbe verbunden iſt. In manchen Gegenden wird das Kalb, wie es geboren worden, der Kuh genommen, und in einem abgeſonderten Stalle durch Tränken mit Milch, und ſpäter mit Abkochungen von Mehl u. ſ. w. aufgezogen. Man meint auf dieſe Weiſe mancherlei Vor⸗ theile zu erlangen; es ſoll die Aufzucht weniger koſten, die Käl⸗ ber ſollen nicht ſo leicht den Durchfall bekommen, die Kuh beſſer ausgemolken werden, nicht Milchverhärtungen oder Zitzenverſto⸗ pfungen bekommen, u. ſ. w. Es däucht mir aber, daß die un⸗ gleich mehrere Mühe, die dieß Verfahren verurſacht, und daß die gehörige und zeitgemäße Ernäaͤhrung der Kälber von dem Fleiße und Verſtande des Dienſtvolkes ganz abhängig wird, in keinem ſchicklichen Verhältniß mit dem geringen Erſparen an Milch ſtehe, worauf ſich mittlerweile alles reducirt. Eben ſo wenig, als es unſern Kindern vortheilhaft iſt, wenn ſie ihre Mütter nicht ſaugen laſſen, ſondern mit Milch und Suppen aufziehen, eben ſo wenig bringt dieß Verfahren den Kälbern Nutzen. 5. Iſt es aber beſtimmt, geſchlachtet zu werden, ſo hängt es von dem Preiſe der Milch und ihrer Produkte, ſo wie von jenem des Kalbfleiſches ab, ob man die Kälber ſo bald als möglich wegbringen, oder zuvor noch mäſten ſoll. In der Nähe großer Städte wird fettes Kalbfleiſch oft ſehr theuer bezahlt, und dann verlohnt es ſich, dem Kalbe nicht nur die ganze Muttermilch zu laſſen, ſondern demſelben noch nebſtbei andere Milch, Eier, und mittlerweile Getreideabkochungen zu geben, wodurch man dieſe Thiere zu einer beträchtlichen Größe und Fettigkeit bringt. Wo das Kalbfleiſch aber nicht nach ſeiner Qualität verkauft wird, oder die Milch oder deren Produkte zu hohem Preiſe angebracht werden, wird ſich die Maſtung nicht be⸗ zahlen, und dann iſt es beſſer, die Kälber, wenn ſie drei Wochen alt geworden, weg zu geben. 6. Jene Thiere, welche beſtimmt ſind, verſchnitten zu werden, unterzieht man dieſer Operation, ſo lang ſie ſäu⸗ gen, weil ſie in dieſem Alter am wenigſten davon leiden. 7. Die Stierkälber werden verſchnitten, weil ſie da⸗ durch zahmer und gelehriger werden, und als Arbeitsthiere V in der Frt großer al beſſetes 1 3. Tiiene in votzigligt 9. ſehen, und dunin der Thiete 10. 4 aus Mich vfeln, zu 11.1 ſind, kan laſſen, u hiezu hat wenn wit nen Klee 13. entweder in Vinte beimengt. 13. zveiten J zen, die A vird, bri jährige T gegen den iſt es nathuen⸗ ng an der gah en mit zu vieler 4 wie es gebore geſonderten Stall hungen von Rehl mancherlei Vor⸗ Pkoſten, die Kal⸗ n, die Kuh beſſer oder Zitzenverſto⸗ er, daß die un⸗ eſacht, und daß Kälber von dem bhängig wird, in erſparen an Milch eben ſo wenig, als hre Mütter nicht aufziehen, eben zen. zu werden, ſo rer Produkte, ſ an die Fälber ſo och mäͤſten ſoll Kalbfleiſch oſt ſeßr em Kalbe nicht vir ſelben noch nedſtbe eideabkochungen ſu eträchtlichen Griße er nicht nach ſeint deren Produkte zu eMaſtung nich hi⸗ enn ſie drei ochm d verſchnitten i „ſo lang ſie ſiu⸗ in davon leiden tten, weil ſe da⸗ als aukettthin 215 in der Folge mehr brauchbar ſind. Auch waͤchst der Ochs größer als der Stier, laͤßt ſich leichter maͤſten, und hat ein beſſeres Fleiſch. 3. Die Kuhkälber werden verſchnitten, weil ſich ſolche Thiere in der Folge beſonders leicht mäͤſten laſſen, und ein vorzüglich fettes und ſchmackhaftes Fleiſch liefern. 9. Das Entwöhnen der Kälber darf nur allgemach ge⸗ ſchehen, damit ſich dieſe an die neue Nahrung gewohnen, und damit nicht durch eine jähe Trennung die Sehnnucht der Thiere für einander zu ſehr erregt werde. 10. Die Kälber müſſen neben der Kuh erſt Getränke aus Milch und Mehl, dann Kleien, gekochte Bohnen, Kar⸗ toffeln, zuletzt Heu bekommen. 11. Wenn die Thiere einige Monate alt geworden ſind, kann man ſie ohne Nachtheil ihrer Geſundheit weiden laſſen, wenn man warm gelegene, wohl bewachſene Plätze hiezu hat; ſie wachſen aber ſchneller und werden kräftiger, wenn wir ſie in den Ställen füttern, ſey es ſchon mit grü⸗ nen Klee⸗Gräſern, oder mit Heu und Kleien. 12. Im zweiten Jahre werden die Thiere im Sommer entweder geweidet, oder im Stalle mit Grünfutter genährt; im Winter erhalten ſie Heu, dem man zum Theil Stroh beimengt. 13. Es iſt nothwendig, das Hornvieh im erſten und zweiten Jah e ſeines Lebens vor Kälte und Näſſe zu ſchü⸗ tzen, die ſie in dieſem Alter weniger vertragen, wie ſpäter. Wo das Vieh den Sommer über auf die Alpen getrieben wird, bringen manche Landwirthe aus Futternoth ein⸗ und zwei⸗ jährige Thiere dahin. Wo die Alpenweide aber nicht beſonders gegen den Nordwind geſchützt liegt, oder die Thiere bei rauher 216 Witterung keine Herberge finden, da verkümmern ſie, und kom⸗ men ſchlechter nach Haus, als ſie ausgezogen ſind. 14. Der Stier und die Farſe werden gegen Ende des zweiten Jahres gepaart; der Ochs wird aber erſt im drit⸗ ten Jahre zu leichter Arbeit, und im fünften Jahre vor den Pflug geſpannt. 15. Die Sommerſtallfütterung beſteht darin, daß man ihnen grünes Gras von den Wieſen, oder andere grüne Futterpflanzen: Klee, Luzerne, Wicken, Mais u. ſ. w. im Stalle vorlegt. 16. Ob es vortheilhafter ſey, die Thiere zu weiden, oder im Stalle grün zu füttern, hängt ab von der Ausdeh⸗ nung und Beſchaffenheit der natürlichen Weiden, und vom Klima und Boden, die dem Graswuchs mehr oder weniger zuſagen. 17. Bei einer großen Ausdehnung von wilder Weide, die ſich überhaupt nicht beſſer benützen läßt, ſo wie in jenen Gegenden, die menſchenleer ſind, oder wo die Koppel⸗ oder Egartenwirthſchaft betrieben wird, bringt die Weidewirth⸗ ſchaft mehr reinen Gewinn: wo aber nur wenig natürliche Weiden vorhanden ſind, oder wo dieſe mit Vortheil in Aecker und Wieſen umſtaltet werden können, und wo das wärmere Klima, oder der trocknere Boden die Einführung der Koppelwirthſchaft nicht geſtattet, da müſſen die Thiere mit künſtlich gebauten Futterpflanzen genährt werden, die man ihnen entweder im Stalle verfüttert, oder die man ſie am Acker ſelbſt abfreſſen läßt, indem man ſie da anheftet, tüdert.— 18. Die grüne Stallfütterung macht viele Arbeit, und erheiſcht viele Vorauslagen: man iſt aber nur mittelſt der⸗ ſelben im Stande, in einem wieſen⸗ und weideloſen Lande Witthſche nlt, daß Vergeudut Dünger g fütterung! 19. ter vird und das d diſſe Art d ſen, die i nachwachſe In K haͤufg Wicke ſich mit Och wit alln A und Füllen. Klet und L Ahfälle der hindern, tt The rativen Ve Tüdern und nach man! als beim? Falle wen aufßubring gefüttert n verdient es 20. Hen, St al. ndet durch ſind: je hedürfe ern ſie, und kom⸗ ind. gegen Ende de der erſt in die en Jahre vot de darin, daß nm eer andere grine Nais u. ſ. n. chiere zu weden von der Ausd Zeiden, und don ehr oder wenign on widder Piid t, ſowie injenen die Koppel⸗ der die Weidewitt⸗ wenig mtürlch mit Porthel in den, und vo dos en die Enfifrung müſſen die Thirt ahrt werden, di „oder die man ſe uſe da anhefte diele Arbeit und nur mittelt der⸗ veideloſen kande 217 Wirthſchaft zu betreiben; und wenn es ſich darum han⸗ delt, daß alles Futter auf das zweckmäßigſte und ohne Vergeudung verzehrt, und aller dadurch hervorgebrachte Dünger geſammelt werde: ſo kann dieß nur durch die Stall⸗ fütterung bewirkt werden. 19. Das Tüdern macht viel weniger Arbeit, das Fut⸗ ter wird durch den Fuß des Thieres nur wenig zertreten, und das Feld wird gewiſſermaßen gepfercht. Es paßt aber dieſe Art der Fuͤtterung nicht wohl für ſolche Futterpflan⸗ zen, die in demſelben Jahre noch ein Mal oder mehrmal nachwachſen. In Kärnten wird in die Stoppel des Winterrockens haͤufig Wickengemenge geſäet, das man in der Folge, gewöhn⸗ lich mit Ochſen, abtüdert. So tüdern wir unſern Stoppelklee mit allen Arten von Vieh, beſonders aber mit Mutterpferden und Füllen. Es däucht mir aber, daß es nicht wohl angehe, auf Klee und Luzerne den ganzen Sommer über zu tüdern, weil die Abfälle der Thiere das Nachwachſen der Futterpflanzen theils hindern, theils verunreinigen. Thaer erzählt(Rat Landw. IV. Th. 335) einen kompa⸗ rativen Verſuch, den man auf der Inſel Thorſeng über das Tüdern und die Stallfütterung der Kühe mit Klee anſtellte, wor⸗ nach man von demſelben Kleeacker weniger beim Tüdern bedurfte, als beim Mähen und Füttern im Stalle, dafür aber im erſtern Falle weniger Milch erhielt. Um eine gleiche Quantität Milch aufzubringen, war es gleichgültig, ob getüdert, oder im Stalle gefuͤttert wurde. Da aber das Tüdern weniger Mühe macht, ſo verdient es oft der Stallfütterung vorgezogen zu werden. 20. Die Winterfütterung des Hornviehes beſtehet in Heu, Stroh, Wurzeln, Knollengewaächſen und Getreide. 21. Je mehr dieſe Nahrungsmittel früher zerkleinert, oder durch Brühen oder Kochen auflöslicher gemacht worden ſind: je gedeihlicher ſind ſie den Thieren, und je weniger bedürfen ſie davon.(Siehe Maſtung 9.) Das Heu, als ein kurzer, dünner und weicher Körper, braucht nicht geſchnitten in werden; und wer bloß Heu im Win⸗ ter füttert, wie dieß z. B. in vielen Gegenden der Schweiz und von H olland geichieht, dem macht die Wartung der Thiere 218 die mindeſte Mühe. Stroh ſoll immer geſchnitten werden, um es leichter mit dem Heu miſchen zu konnen, und um den Thieren das Zerſtücken der langen Halme zu erſparen. In unſeren Bergen, in Ober⸗Steiermark, Tirol, Salzburg, wo Viehzucht der Hauptzweck der Landwirthſchaft iſt, macht das Stroh einen ſehr weſentlichen Theil der Winterfutterung des Horn⸗ viehes aus. Es wird überall zu 1— 2 Zoll langem Hechſel zer⸗ ſchnitten, was allerdings Mühe macht, die ſich aber wohl be⸗ zahlt. Gericke rechnet(a. a. O. 131), daß ein Mann in 8 Stunden 31 ¼ Metzen Hechſel à 8 ½ Pf. ſchneide. In Böh⸗ men rechnet man dasſelbe, denn in 8 Arbeitsſtunden ſoll der Futterſchneider 300 Pf. langes Stroh zu reiner Siede verſchnei⸗ den.(Wirthſch. Kal. der ökon. Geſellſch. in Böhmen, 1819.) Im Mecklenburgiſchen muß aber der Hirt 24 Häup⸗ ter Ochſen oder Kühe verſorgen, und den nöthigen Hechſel dazu ſchneiden, der nicht länger als einen halben Zoll lang ſeyn darf. Ein fleißiger Mann, der im Verdinge arbeitet, liefert da in den kürzeſten Tagen 45, im Hornung und März 60 Metzen. (v. Ramdohr in Thaers Annal. d. Ackerb. X. B. 373.) Allein die bei uns mehrfältig ſchon eingeführten Hechſel⸗ ſchneidmaſchinen, vom Waſſer getrieben, liefern in einer Stunde 315 Pf. 3 Zoll langes Hechſel. Daß man Wurzeln und Knollengewächſe früher waſchen, und dann zerſchneiden müſſe, ehe man ſie den Thieren vorlegt, leuchtet Jedermann ein: eden ſo nothwendig hält man das Mah⸗ len oder Brechen des Getreides, ehe man es verfüttert. Ob es aber Nutzen bringe, den Hechſel früher abzubrühen, die Wurzel und Knollen zu kochen, wollen Manche bezweifeln, theils, weil es zu viele Arbeit und Auslagen für Holz und Geſchirr verurſache, theils, weil es die Thiere verweichliche, und zu Krankheiten dis⸗ ponibel mache.— Was den erſteren Einwurf betriſſt: ſo kann dieſer in menſchenleeren Gegenden, oder wo die Feurungsmittel ſehr theuer ſind, oft wohl begründet ſeyn; was aber den anderen betrifft, ſo habe ich weder bei Kühen, denen in den Gebirgslän⸗ dern des ſüdlichen Deutſchlandes, ſo wie nach Schwerz's Bericht in den Niederlanden, faſt allenthalben Brühfutter gegeben wird, noch bei den Schafen, denen man auch hin und wieder warme Kartoffelträber füttert, gefunden, daß ſie dadurch irgend einen Nachtheil erlitten. 42. Die Menge der Nahrung, welche man dem er⸗ wachſenen Hornviehe geben ſoll, es ſey Stier, Ochs oder Kuh, muß der Größe und Verwendung desſelben angemeſ⸗ ſen ſeyn. Große Thiere brauchen mehr wie kleine; und wenn die Kühe melken, und die Ochſen im Zuge arbeiten, ſo müſſen ſie reichlicher und beſſer genährt werden, als wenn die erſteren gelte, oder ausgemolken ſind, und die letztern den Winter de Thiete e Vinter. 33. 1 entweder, oder im 6 Etallen ge 44, 4 und hei al ti derſel Es iſ ſchaft, wie Hausthieren Perſchiedenhe gemeinen ſe mittel ſo vi i dß ſe Fil, und vorlegen, aber die? als ſie ge nomwener richt bezat nothwendi des Dien ſuche ang Fütterung Verhaltnit Ein der Herr: ſchritte de und in der 2. Maij täglic,a 149, 30, diſer deit mehr an Daräjſhe Weil abe ſo zaßlte beſſer, w Qurden.. ſogleich utten werden, um d um den Thierin n. In unſeren Al, Salzburg, faft iſt, macht dai utterung des Horn⸗ langem Hechſel ſe jſich aber wohl be daß ein Mannſin hneide. In Viß beitsſtunden ſall der ner Siede verſchni⸗ Böhmen, 1619) der Hirt 24 hinn thigen Hechſel den zoll lang ſeyn dar ebeitet, liefert ai März 60 Meza⸗ erb. X. B. 373) ingeführten Heih⸗ ern in einer Sune hſe früher vaſtn, den Thieren vorle häͤlt man das N z verfuttert. Ob brühen, die Vurſl weifeln, theils, vil dGeſchirr verurſath, d zu Krankheitn dü⸗ urf bettift: ſo kmn o die Feurungzmit vas aber den andern n in den Gebirgölr⸗ wie nach Schyetſi lenthalben Brütfütte in man auch hun und nden, daß ſi dadunc gelche man dem de Stier, Ochs c desſelben angene' mwee kleine; un in Zuge atheite, twerden, ald wen! d, und die kzien 21] den Winter uͤber im Stalle müßig ſtehen: auch brauchen die Thiere im Sommer überhaupt mehr Nahrung, wie im Winter. 23. Das erwachſene Hornvieh wird den Sommer über entweder auf natürlichen und künſtlichen Weiden gehalten, oder im Stalle gefüttert: im Winter müſſen ſie in den Stallen genahrt werden. 24. Die Menge der Nahrung richtet ſich überhaupt und bei allen Arten der Thiere nach der Ernährungsfahig⸗ keit derſelben. Es iſt eine der ſchwierigſten Aufgaben in der Landwirth⸗ ſchaft, wie viel man von den mancherlei Fütterungsmitteln den Hausthieren nach Verhältniß ihrer Größe, Benutzung, und nach Verſchiedenheit der Jahreszeit geben müſſe. Wenn man im All⸗ gemeinen ſagt, man müſſe den Thieren von jedem Fütterungs⸗ mittel ſo viel geben, daß ſie davon gehörig genährt würden: ſo iſt dieß zwar allerdings richtig, allein man weiß weder Maß noch Ziel, und kann nichts anders thun, als den Thieren das Futter vorlegen, damit ſie davon freſſen, ſo viel ihnen beliebt. Weil aber die Thiere beim Ueberfluß des Futters mehr davon freſſen, als ſie geradezu nothwendig haben, und dieſer Ueberfluß von ge⸗ nommener Nahrung bei arbeitenden oder melkenden Thieren ſich nicht bezahlt; ein beſtimmtes Fütterungsmaß in jeder Wirthſchaft nothwendig iſt, wenn man ſich nicht der Willkür und Unordnung des Dienſtvolkes Preis geben will: ſo hat man mancherlei Ver⸗ ſuche angeſtellt, die verhältnißmäßige Ernährungsfähigkeit der Futterungsmittel auszumitteln, und wie viel die Thiere nach Verhältniß ihrer Schwere, Verwendung u. ſ. w. davon bedürfen. Ein ſehr intereſſanter Verſuch dieſer Art iſt jener, welchen der Herr v. Jena zu Cöthen, in Thaers Annalen der Fort⸗ ſchritte des Ackerbaues, II. B. 102 erzählt, wo 5 an Schwere und in der Milchzeit gleich alte Kühe vom 18. November an bis 22. Mai jede gleich viel Heu,= 16,72 Pf., und Stroh 8,36 Pf. täglich, aber ungleich viel Kartoffeln als Zubuß erhielt; nämlich 24,9, 20, 15, 10, und 5 Pf.— Dieſe Kühe gaben während dieſer Zeit, mit Ausnahme der zweiten, mehr Milch, ſo wie ſie mehr an Kartoffeln erhalten hatten; nämlich A gab täglich im Durchſchnitte 5,9 Maß; B 4,93; C 5,07;3 D 4.58; und E 4,39. Weil aber ſchon die Gabe an Heu und Stroh ſehr reichlich war, ſo zahlten ſich die Kartoffeln nur im umgekehrten Verhältniſſe beſſer, wie ſie nämlich den Kühen in geringerer Menge gegeben wurden.— Ein ähnlicher Verſuch iſt der von Gericke, den ich ſogleich(d. 17.) anführen werde. 220 Ein ſehr ſcharfſinniger Landwirth meint, daß man den Thieren für 100 Pf. ihres lebenden Gewichtes 2 ½ Pf. Heu, oder eine dieſem Heugewichte entſprechende Menge anderer Futte⸗ rungsmittel geben müſſe, wenn ſie bei gehöriger Kraft bleiben, wachſen, arbeiten, oder Milch geben ſollen, ohne dabei mager zu werden. Hiernach bedürfte ein Ochs von 10 Zentner lebenden Gewichtes 25 Pf.; eine Kuh von 8 Zentner 20 Pf. Heu, u. ſ. w. Mir daucht dieſe ſtarke Fütterung nur für den Sommer nothwen⸗ dig, nicht für den Winter, wo die Thiere gewöhnlich um den vierten, oft um den dritten Theil weniger freſſen: auch iſt bei dieſer Hauptregel zu wenig Ruͤckſicht genommen auf das Alter des Thieres; denn junge freſſen verhältnißmäßig mehr, wie äl⸗ tere; auf die Zeit der ſtarken Arbeit, oder der größten Milchab⸗ ſonderung, wo Ochſen und Kühe ungleich mehr bedürfen, wie ſpäter, wo ſie nur wenig arbeiten, oder weniger Milch abſondern⸗ Wenn wir endlich auch den Futterbedarf der Thiere an Heu mit Rückſicht auf ihr Alter, ihre Verwendung und die Jahreszeit ausgemittelt haben; ſo bleibt uns immer noch die zweite, viel ſchwerere Aufgabe zu löſen übrig: wie groß die Menge der näh⸗ renden Beſtandtheile im Heue ſey, und wie ſich die mancherlei anderen Fütterungsmittel zum Heu verhalten. Hierüber mangeln uns nicht ſowohl chemiſche, als vielmehr chemiſch⸗phyſiologiſche Unterſuchungen; denn wenn uns auch Davy(Agrik. Chemie, Anhang) von den meiſten Gras⸗ und Kleearten ſagt, wie viel im heißen Waſſer auflösliche Theile in denſelben zur Zeit der Blü⸗ the, oder wenn die Samenkörner reif waren, enthalten ſind: ſo berechtigt uns dieſe Angabe noch keineswegs auf die größere oder mindere Nahrungsfähigkeit der Pflanzen zu ſchließen, wie ſich leicht erweiſen laͤßt. Nach dieſen Unterſuchungen ſollen in 1000 Theilen grünem Wieſenklee, Luzerne und Esparzette, beim erſte⸗ ren 39, beim zweiten 23, und beim dritten wieder 30 Theile nur als nährend angeſehen werden. Wenn wir aber einem Stück Vieh 100 Pf. dieſer Futterpflanzen geben, ſo wird es reichlich davon ernährts ja es wird fett, und doch wären nur 3,9, ja von der Luzerne gar nur 2,3 Pf. nährender Stoff darin. Geben wir aber dieſem Thiere nichts als 4 bis 6 Pf. Weitzenmehl in Waſſer ge⸗ kocht, ſo wird es nicht davon hinlänglich genährt. Es ſind alſo in den Kleearten auch ſolche Stoſſe nährend, die im Waſſer nicht, wohl aber im Magenſaft auflöslich ſind. Die Nahrungsfähigkeit der Getreidearten und Futterpflan⸗ zen ſollte aus der chemiſchen Analyſe, die wir überall angegeben haben, erhellen: indeſſen müſſen wir geſtehen, daß es ſchwer, vielleicht unmöglich iſt, aus dieſen Angaben allein den relativen Werth der verſchiedenen Fütterungsmittel anzugeben, weil wir die intenſive Nahrungsfähigkeit der näheren Beſtandtheile der Pflanzen: Kleber, Stärke, Schleim, Oehl u. ſ. w. nicht ken⸗ nen. So löſet auch der Magenſaft der Thiere manchen Pflan⸗ peplisper auf, der in kaltem und ſiedendem Waſſer unauflös⸗ ich iſt. Herr Petri liefert in ſeinem Werke über die Schafzucht 6. n eni herlei Fütt! ſam mit de ſer Tuhelt b 1 Hier angenomme ter, und n Werth des angenomm chende Ver Petriin kungen der des Weite Hafer und vom Wint mergetreid mit allerle und Gerſte Um wie vn ſagen. V mir noch d ter genähr oder wit) We gleich ſeze Ocſen zu haͤtten ab Kartoſſeln =u die andern nt, daß man da tes 2 ½ Nf. ha, nge anderer Fitte, iger Kraft blete, de dabei mager Fentner letendn Pf. Heu, u. ſ.. Sommer nothwen⸗ gewähnlich un da reſſen: auch iſt bi men auf daz Ale aßig mehr, wit il⸗ e größten Nlczh⸗ ehe bedürfen, wi er Milch abſonder fder Thiere an ha und die Jahrezzet ch dee zweite, ui die Menge der ni⸗ ſich die mauderli Hierüber manzen miſch⸗phyſiloaſte dy(Agrik. Chemn, n ſagt, wie vil w n zur Zeit de Bl⸗ , enthalten ſidt o auf die größere ha ſchließen, vie ſch ungen ſollen in 1oo varzette, bein tiſt⸗ vieder 3) Theile nm eer einem Stut Diß rd es reichiich daumn ur 3,9, ja von de rin. Geben virabtt nmehl in Wäſſr ge nährt. Es ſd dſt die im Waſer nic ten und Fütterfft ir überall angegete en, daß es ſctt allein den telatide nzugeben, well wmi n Beſtandtheile der u. ſ. w. nicht km⸗ iere manchen Hfll m Waſſer unalffös⸗ iber die Scheſiih 221 S. 172 eine Ueberſicht der relativen Nahrungsfaͤhigkeit der man⸗ cherlei Fütterungsmittel, die ein Reſultat achtzehnjähriger, müh⸗ ſam mit der Wage angeſtellter Verſuche ſeyn ſoll. Zufolge die⸗ ſer Tabelle werden 100 Pf. ſüßes Wieſenheu erſetzt durch Esparzetthenu.. 85 P Kleehen.... 90 2 Spergelheu. 90„ Bohnenſtroh. m11 2 Wickenheu.. 125 2 0 0. 200„ . 250 . 333» Erdäpfel Möhren.. Krautrüben. Erbſenſtroh. 142» Linſenſteohoh 142 2 Gerſtenſtropy.. 153» Breinſtroh. 181„ Haferſtroh... 181„ Maisſtroy 400* Weitzenſtrop.. 500» Kornſtroh.... 666» Buchweitzenſtropo. 1000* Runkelrüben.. 500„ Kopfkraut... 600„ Weiße Rüben.. 600» Hier iſt der Werth des Bohnenſtrohes zuverlaͤßig zu hoch angenommen, wenn hier unter Bohnenſtroh Stängel und Blät⸗ ter, und nicht bloß Schoten verſtanden werden. Dafür wird der Werth des Strohes vom Wintergetreide wieder gar zu niedrig angenommen, und ich zweifle um ſo mehr, daß genaue verglei⸗ chende Verſuche dieſer Annahme zum Grunde liegen, als Herr Petri in ſeinen jüngſt erſchienenen Beobachtungen über die Wir⸗ kungen der Körner⸗ und Hechſelfütterung, Baden 1819, den Werth des Weitzen⸗ und Rockenſtrohes gegen Heu wie 4 zu 1 annimmt: Hafer⸗ und Gerſtenſtroh aber wie 2 zu 1. Sicher iſt das Stroh vom Wintergetreide holziger und härter, wie jenes vom Som⸗ mergetreide; reiner von Unkraut das erſtere, das letztere mehr mit allerlei Pflanzen gemengt: darum meine ich, dürfte Hafer⸗ und Gerſtenſtroh nahrhafter ſeyn, wie Rocken⸗ und Weitzenſtroh. Um wie viel aber ihr Werth größer ſey, traue ich mir nicht zu ſagen. Viel beträgt es ſicherlich nicht, denn ich konnte weder bei mir noch anderswo beobachten, daß die Thiere aufſallend ſchlech⸗ ter genährt würden, wenn ihnen Hechſel mit Gerſten⸗ und Hafer⸗, oder mit Rocken⸗ und Weitzenſtroh gefüttert wird. Wenn wir 200 Pf. Käartoffeln und 200 Pf. Haferſtroh gleich ſetzen dem Werthe von 100 Pf. Heu, und wir hätten 4 Ochſen zu futtern, wovon jeder 25 Pf. Heu des Tages bedarf; hätten aber nicht Heu, und möchten dieſes durch Haferſtroh und Kartoſſeln erſetzen: ſo mußten wir die Hälfte von 25 Pf. Heu, = 12 ½ Pf. durch das Doppelte von Haferſtroh.= 25 Pf., und die andern 12 ½ͥ Pf. Heu mit 25 Pf. Kartoffeln erſetzen. Mayer 2 22 ſetzt den Werth des Strohes gegen Heu, meines Gedunkens, zu hoch an, wenn er ſagt, daß 1 ½ Pf. Stroh ſo viel werth waͤ⸗ ren, wie 1 Pf. Heu, und ich glaube, daß wir ſicherer uns der Wahrheit nähern, wenn wir 2 Pfund Stroh einem Pfunde Heu gleich ſchätzen. Daß man mit Stroh allein ausgewachſene, aber müßig im Stalle liegende Ochſen im Winter füttere, ſteht man in allen Gegenden von D eutſchland. Wird das Stroh geſatzen, und nur ein ſehr geringer Theil von Mehl hinzugethan, ſo bringt man die Thiere ganz gut durch, wie man häufig in unſern Ber⸗ gen ſieht, und wie die Petriſſchen ſpäteren Beobachtungen zei⸗ gen, die alle Aufmerkſamkeit verdienen. Von bloßem Strohe aber, wenn es auch in noch ſo großer Menge gegeben wird, magern die Thiere ab; auch können ſie mit bloßem Wurzelwerke, ohne Heu und Stroh nicht gefüttert werden, weil ſie krank davon wür⸗ den. Die Surrogate des Heues müſſen daher immer in einer ſolchen Mengung oder Abwechslung gegeben werden, daß das be⸗ ſtimmte Futter nicht ein zu großes Volumen einnehme, und von den Magenſäften des Thieres nicht aufgelöst werden kann, wie z. B. bloßes Stroh; noch ein zu kleines Volumen haben, wie z. B. bloßes Getreide, weil zur Sättigung auch eine angemeſſene Anfüllung der Magen erforderlich iſt, die hiebei nicht Statt fände; noch aus bloßen ſaftigen Wurzeln beſtehen, weil dieſe den Thieren Abweichen und geſtörte Verdauung verurſachen. Die Beobachtungen der Engländer über den relativen Werth der ver⸗ ſchiedenen Fütterungsmittel hat uns Thaer im III. Bande ſei⸗ ner engliſchen Landwirthſchaft mitgetheilt. Sie ſind aber eben ſo mangelhaft, als einſeitig, und halten keine kritiſche Prüfung aus.. d. Von der Verwendung und Benützung des Hornviehes. 1. Die Benützung des Hornviehes im erwachſenen Zuſtande iſt mannigfaltig. Die Kuh bringt Vortheil durch Kälber und Milch, der Stier durch die Paarung und Fort⸗ pflanzung ſeines Geſchlechtes, der Ochs durch die von ihm geleiſtete Arbeit, und endlich alle durch die Erhöhung des Werthes ihrer Körper durch die Maſtung. a. Wie Kühe, Stiere und Ochſen zu behandeln ſeyen, daß ſie uns den größten Nutzen gewahren, und worin der⸗ ſelbe beſtehe, muß nun angezeiget werden. 1. 1 die Micht 9. ¹ zopflanze vetden, in möglie 3. Mich beſt giebigkeit u Wet t verkauft, ne Formen, G. giäbigkeit. 4. d ſowohl 3 Kühe die mit der g Die henſcaft, iſt nur inde tat einer ſe und Gegen lühe. 5. 7 vollkomme Die gewochſen: digkeit zu 6,4 tet, und ſ ergeii Es Gegenden, eines Gedindes, zt h ſo viel verth vi⸗ wir ſicherer 1 det einem Pfunde Heu ichſene, aber niſg „ ſteht man in ali Stroh geſatzen, un zugethan, ſo lig aufig in unſern Ber⸗ — Beobachtungen n zi⸗ bloßem Strohe dh r, eben wird, magen Wärzelwerke, Ihm ſie krank davon vir her immer in eine werden, daß das he einnehme, und ha Bt werden kann, we olumen haben, nie uch eine angemeſſne hiebei vicht Ett gehen, weil diſſeda g verurſachm. N tiven Werth der der⸗ t im III. Bande ſi Sie ſind aber ehn eine kritiſche Prüftnh * Benützung des es im erwachſene ingt Vortheilurt Paarurg und gor⸗ Zdurch die von ihn die Erhößung des g. z behandeln ſcyn n, und worin di en. 223 1. D i e Ku h. 1. Die Kuh gewährt uns Nutzen durch die Kälber, die Milch, und als Maſtthier. 2. In ſo fern die Kuh beſtimmt iſt, ihre Raſſe fort⸗ zupflanzen, ſo darf nur eine ſolche zur Paarung verwendet werden, welche die auszeichnenden Eigenſchaften der Raſſe im möglichſt vollkommenen Grade in ſich vereinigt. 3. Wo aber die Benützung der Kuh bloß allein in der Milch beſteht, ſind alle andern Eigenſchaften der Milcher⸗ giebigkeit untergeordnet. Wer nämlich bloß Milchwirthſchaft betreibt, altmelke Kühe verkauft, neumelke zutouft⸗ der ſieht weder auf Schönheit der Formen, Größe u. ſ. w., ſondern bloß allein auf ihre Milcher⸗ giebigkeit. 4. Da in den meiſten Wirthſchaften die Kühe zur Zucht ſowohl als zur Milchbenützung beſtimmt ſind: ſo ſind jene Kühe die geſchätzteſten, die alle Vollkommenheiten der Raſſe mit der größten Milchergiebigkeit verbinden. Die größere oder geringere Milchergiebigkeit iſt keine Ei⸗ genſchaft, die mit irgend einer Naſſe verbunden wäre, ſondern iſt nur individuell, wie wir bereits geſagt haben, und das Reſul⸗ tat einer ſorgfältigen Pflege dieſer Thiere; denn in allen Ländern und Gegenden trifft man gute, dewohnliche und ſchlechte Milch⸗ kühe. 5. Die Milchergiebigkeit der Kühe nimmt zu, bis ſie vollkommen ausgewachſen ſind. Die Kuh iſt erſt mit ihrem ſechsten bis achten Jahre aus⸗ gewachſen: bis dahin nimmt ſie mit jedem Kalbe an Milchergie⸗ bigkeit zu.. 6. Je ſorgfältiger die Kühe von Jugend auf gewar⸗ tet, und je reichlicher ſie immer genährt worden ſind: um ſo ergiebiger ſind ſie in der Folge an Milch. Es iſt eine allgemeine Erfahrung, daß die Kühe in jenen Gegenden, wo ſie mit der groößten Sorgfalt gepflegt und reich⸗ 224 lich und mit angemeſſenen Nahrungsmitteln gefüttert werden, den größten Nutzen abwerfen; und da, wo ſie von zarter Jugend an immer auf wilden und mageren Weiden herumgetrieben werden, wenig, wohl gar keinen Milchnutzen geben. Die häufigere Ab⸗ ſonderung der Milch iſt demnach die Folge der Kultur des Vie⸗ hes: je zahmer dasſelbe gemacht, und je reichlicher dasſelbe ge⸗ nährt worden, je mehr darf man hoſſen, viele Milch von dem⸗ ſelben zu erhalten. Wenn man den Milchertrag der Kühe in den Niederlanden bei einer reichlichen Stallfütterung, oder in den reichen Weiden von Holland, Oſt⸗Friesland, in der Schweiz u. ſ. w. mit jenem der meiſten anderen Gegenden ver⸗ gleicht, wo die Kühe auf Brach⸗ und Stoppelfeldern, oder gar auf Gemeinweiden den Sommer über gehalten werden; ſo wird man die Richtigkeit dieſer Behauptung einſehen. 7. Die Kuh gibt in den erſten Wochen nach dem Kal⸗ ben die meiſte, aber auch wäſſerigſte Milch; allmählich nimmt dieſe an Menge ab, und an Oehlhaltigkeit zu, bis ſie, wenn die Kuh wieder trächtig geworden, 1, 2 bis 3 Monate vor dem Kalben ganz verſiegt. Wenn man den Milchertrag einer Kuh von einer Kalbzeit zur anderen auf 1000 Maß anſchlägt: ſo müſſen dieſe auf 38 Wochen vertheilt werden; denn 6 Wochen ſaugt das Kalb, und bedarf faſt alle Milch, und 8 Wochen lang vor dem Kalben milcht die Kuh nichts. Man kann dieſe 38 Wochen in 4 ungleich lange Perio en eintheilen, in denen die Kuh 7, 5, 2 und endlich 1 Maß des Tages gibt. 1 8. Neumelke Kühe ſollen drei Mal des Tages, alt⸗ melke Kühe zwei Mal gemolken werden. So lange die Abſonderung der Milch ſehr häufig vor ſich geht, würde man ſich ſelbſt am Ertrag verkürzen, wenn man nur zwei Mal des Tages melken wollte, denn die weggenommene Milch erſetzt ſich in dieſer Periode ſchnell wieder; ſo wie aber weniger Milch abgeſchieden wird, erhält man beim dreimaligen Melken kaum mehr als beim zweimaligen; und man gewinnt an der Güte der Milch, was man an der Menge vielleicht verliert. Wo man die Kühe den Tag über auf entlegenen Weiden hält, iſt es nicht vortheilhaft, auch nicht immer möglich, ſie drei Mal zu melken. Es herrſcht aber hierin, meines Dafürhaltens, mehr die Gewohn⸗ heit als die Ueberzeugung. Zwei Mal wird gemolken faſt allent⸗ halben, wo die Kühe im Sommer geweidet und im Winter mit Stroh gefüttert werden; drei Mal meiſtens bei der Sommerſtall⸗ füutterung; doch findet man nicht ſelten Ausnahmen.. Mir ſind keine vergleichenden Verſuche bekannt, die mich überzeugten mehr Ruhen 9. T rer Gröͤße rung, un halten. Daß ger Wartu ein: ob abe kleines Vie⸗ gebe, iſt ne kiftigm d und je wenit ſattzu freſſe verden: jer ahält man dithſchft, ante Egartw 10. T der Eritas Mich,p 11. Maß abu ſolche, d Ausnahn giht da ei za Maß i Ne ſcläge, F Mllcertta aus welch Wienet 7 nate hinz trag nicht 6,88 Maf ſolche Kut Preis, 90 an Futten Durgetz. gefüttert werden, da on zarter Jugend a rumgetrieben wenda Die haͤufigere der Kultur des I eichlicher dasſeld 1 viele Milch von den etrag der Kühe in d allfütterung, oher Friesland, in underen Gegenden de ppelfeldern, oderza lten werden; ſo vih ehen. ochen nach den Müch; almäüt ehlhaltigkeit zu, vorden, 1, à uh von einer kalh o müſſen dieſe uf z ſaugt das Kalb, m vor dem Kalben nitt hen in 4 unglei(eg Z, 2 und endlich ah Nal des Tages, i en. lch ſehr hiufg rſt rkürzen, wenn man m le weggenommene Rih ; ſo wie aber wennze im dreimaligen Mla an gewinnt an der Gl icht verliett. Wo n eiden häͤlt, iſt es nict „ drei Nal zu mel ens, mehr die Gewoir⸗ gemolken faſt dlun t und im Winter mt bei der Sommerſtb⸗ snahmen. buham, die nih 225 überzeugten, daß das dreimalige Melken der neumelken Kühe nicht mehr Nutzen abwerfe, wie das zweimalige. 9. Der Ertrag der Kühe an Milch hängt ab: von ih⸗ rer Größe, von der Menge und Beſchaffenheit der Nah⸗ rung, und der Zweckmaͤßigkeit der Wartung, die ſie er⸗ halten. Daß große Kühe bei genügender Fütterung und zweckmaͤßi⸗ ger Wartung mehr Milch geben, wie kleine, leuchtet von ſelbſt ein: ob aber eine gegebene Menge von Futter durch großes oder kleines Vieh verfüttert gleich viel, oder mehr oder weniger Milch gebe, iſt noch nicht genau erhoben. Je reichlicher die Kühe mit kräftigem Futter genährt werden, je größer iſt der Milchertrag; und je weniger ſie auf den Weiden Mühe verwenden dürfen, ſich ſatt zu freſſen, je weniger ſie da oder in den Ställen beunruhiget werden: je mehr werden ſie Milch geben. Bei der Stallfütterung erhält man im Durchſchnitte mehr Milch, wie bei der Weide⸗ wirthſchaft, außer man könnte den Kühen Marſchweiden, oder gute Egartweiden einräumen. 10. Nach Verſchiedenheit dieſer Verhältniſſe wechſelt der Ertrag der Kühe im Verlaufe von 12 Monaten an Milch, von 700 bis 1400 Maß.= 377⸗ re, 11. Kühe, die bei gehöriger Pflege weniger als 700 Maß abwerſen, verdienen nicht beibehalten zu werden; und ſolche, die mehr als 1400 Maß geben, gehören zu den Ausnahmen. Die großen Kühe in den Marſchweiden des nördlichen Deutſchlandes, ſo wie in Holland und den Nieder⸗ landen geben wahrſcheinlich den höchſten Milchertrag; denn es giht da einzelne Stücke, die in der beſten Milchzeit 25, 30 bis 32 Maß in einem Tage geben. Mayer führt in ſeinen Grundſätzen richtiger Pachtan⸗ ſchläge, Hannover 18090, S. 137 eine Rechnung an über den Milchertrag der großen Marſchkühe in der Nähe von Hamburg, aus welcher erhellet, daß eine ſolche Kuh in 304 Tagen 2514 Wiener Maß Milch gab. Rechnet man die zwei fehlenden Mo⸗ nate hinzu, wo ſie keine Milch gibt, und theilt man dieſen Er⸗ trag nicht mit 304, ſondern 365 Tagen: ſo kommt auf jeden Tag 6,88 Maß. Es iſt wohl der Mühe werth, zu hören, was eine ſolche Kuh, deren Schwere nicht angegeben iſt, ſondern nur ihr reis, von 14 bis 16 Louisd'or, den Sommer und Winter über an Futter erhält. Sie bekommt von dem beſten Wieſenboden, Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd, 15 6 der das eine Jahr zur Weide, das andere aber zur Wieſe dient, 1 ½ Wiener Joch, wovon ſie die Hälfte im Vorſommer, und die andere Hälfte, nachdem ſie früher gemäht worden, im Nach⸗ ſommer und Herbſt beweidet. Das Heu der zweiten Hälfte be⸗ kommt ſie im Winter. Mayer berechnet, daß eine ſolche Kuh im Sommer täglich 152 ¾ Pf. Wiener Gewicht Gras, oder 38 Pf. Heu freſſe. Im Winter erhält ſie außer dem obgedachten Heu in den erſten 8 bis 10 Wochen 18 Metzen Kartoſſeln, dann in den übrigen 16 bis 18 Wochen wöchentlich ½ Metzen Bohnen, und die ganze Winterfütterung durch 30 Metzen Gerſtenmalzträ⸗ ber. Andere Kühe, von denen Mayer ebenfalls, aber nur ſum⸗ mariſche Rechnungen mittheilt, von denen er die mit 523 Pf. W. G. lebendigen Gewichtes, ſchon ſchwere, und die mit 349 Pf. lebend, erſt kleine Kuhe nennt, erhielten, die erſtern bei der Weide den Werth von 20,95 Pf. Heu, und im Winter 10,47 Pf. Stroh und 13 Pf. Heu, und die letztern bei der Weide 13 Pf. Heu, und im Winter 10,47 Pf. Stroh und 5,23 Pf. Heu; wofür die erſteren täglich 2,74, und die andern 2,05 Maß Milch gaben.— Wollte man aus dieſen Angaben Schlüſſe ziehen, ob man großes oder kleines Milchvieh halten ſoll: ſo würde man das große dem kleinen weit vorziehen müſſen; denn dieſelbe Menge von Futter brachte bei den erſteren Kühen mehr Milch wie bei den letzteren hervor. Andere behaupten dagegen, daß das kleinere Vieh mehr Milch gebe; und auch dieſen fehlt es nicht an Belegen. Uns dünkt es einerlei zu ſeyn, ob man das Futter durch großes oder kleines Vieh verzehren läßt, und daß wir bei einer nicht zu kar⸗ gen oder zu verſchwenderiſchen Fütterung für ein gegebenes Ge⸗ wicht Futter in beiden Fällen gleich viel Milch erhalten werden. — Wäre bei den landwirthſchaftlichen Schriftſtellern, die uns über ihren Milchertrag Rechenſchaft geben, überall die Größe des Viehes und die Fütterungsart angegeben: ſo wäre dieß kein Ge⸗ genſtand des Zweifels mehr. Ueber den Melkerei⸗Ertrag der Kühe in den Niederlan⸗ den gibt uns SchwerFz ſehr intereſſante Nachrichten, ſo wie der ganze Artikel über die dortige Fütterung und Pflege der Kühe änßerſt belehrend iſt. Er ſah in Weſtmael zwei frieſiſche Kuhe, die nach dem Kalben einige Zeit lang täglich 2,07 Pf. W. G. Butter gaben In der Gegend von Contigh geben, die Kühe bei der Stallfükterung in den erſten 3 Monaten 768 Maß Milch, in den folgenden Monaten 1024, zuſammen 1702 Maß. In den Polderen— Marſchland— von Eckeren gibt eine gute Weidekuh 234 Pf. W. G. Butter; und wenn man 8 Maß Milch auf 1 Pf. Butter rechnet, ſo erhielt man 1872 Maß Milch. Nach der ausführlichen Rechnung des Hrn. Goyen's erhielt er von jeder ſeiner o Kühe bei knapper Weide und karger Winterfütte⸗ rung dennoch 128 Pf. Butter. Schwerz meint, man dürfe in den Niederlanden bei reichlichem Winter⸗ und Sommerfutter 167 Pf., und bei kärglichem Futter, aber guter Behandlung 125 Pf. Butter des Jahrs fuͤr eine Kuh rechnen. Be in Engla abe, was in Suffe Naß, nac Kuh ol j I/ II. T. 7 nur 3,26, im Verlau Der (a. 4.9. wen täglich gtoß ſje abe zu Hertn Sb hält, in W Nilch des und werden Gommer üt Heu und Et füttert. Gi des Grafen nicht erſich an Milch ci der Küͤhe von Nöc reinen G Mlcchertre Naß redr p A. — — 160b bie 1607„ 18086) 8809) 1810 y 1811) 1614„ 1913) — — ber zur Wiſſe din im Vorſommet, m) ht worden, im Nai⸗ er zweiten Häfte te daß eine ſolce g Gewicht Gras, a ußer dem odgedactn ehen Kartoſeln, den h ½ Mezen Pohna, Retzen Gerſtenmalti⸗ enfalls, aber nur ii n er die mit öu hf , und die mit zh erſtern bei der Wed⸗ inter 10,47 Pf. Etn r Weide 13 Nf ha, 3 Pf. Hen; wefit i Maß Milch gahen.- jehen, ob man greſts de man das groſe dm lbe Menge von zutt wie bei den litzten das kleinere Deh mir ucht an Belegm. les utter durch großes te bei einer nick ſu ke⸗ für ein gegebenes Ge Milch erhalten vardn⸗ ſchriftſtellern, die u überall die Größe de ſo waͤre dieß kin be in den Niederlar⸗ te Nachrichten, ſo ni ng und Pflege de ih ſmael zwei ſtieſit na tänlih 07 K Contigh geben di 3 Monaten 70 N zuſammen ¹79, M. zceren gibt eine t venn man 5 Maß Nil 972 Maß Rilc. Näi hen erhielt er in nd karger Winterüte meint, man dürfe n er⸗ und Sommerilte dr guter Behandlun ichnen. 227 Begtrup erzählt uns(a. a. O. II. Th. 172), wie man in England ebenfalls Kühe mit täglichen 25— 29 Maß Milch habe, was aber nur zu den Ausnahmen gehört. Herr Green in Suffolk rechnet, daß eine Kuh bis Johannis täglich 9,78 Maß, nach dieſer Zeit 8,15 bis 6,52 Maß Milch gebe. Jede Kuh ſoll ihm des Jahrs 113 bis 135 Pf. Butter liefern. In Irland aber nimmt William Petty(Dickſon, II. Th. 777) für 90 Tage tägl. 9,78, für andere 90 Tage aber nur 3,26, und für die folgenden 90 Tage gar nur 0,73 Maß, im Verlaufe eines Jahrs daher nur 1258 Maß Milch an. Der Milchertrag der Kühe in Hofwyl wird von Schwerz (a. a. O. 87) auf jährliche 1478 Maß angegeben. Sie bekom⸗ men täglich 27,6 Pf. Heu, oder ein Aequivalent desſelben. Wie groß ſie aber ſind, wird nicht geſagt. 1 Zu Wieſenau in Kärnten, bei meinem Freunde, Herrn Söllner, gaben die Kühe, deren er 12— 15 Stücke hält, im Durchſchnitte in den Jahren 1818 und 19, 1100 Maß Milch des Jahres. Sie ſind ungefähr 800 Pf. lebend ſchwer, und werden immer im Stalle mit Klee, Gras und Wicken den Sommer über, und mit trockenem Häckſel aus gleichen Theilen Heu und Stroh im Winter, nebſt etwas Krautrüben reichlich ge⸗ füttert. Es iſt ſehr Schade, daß aus der weitläufigen Berechnung des Grafen Podewils über ſeine großen Holländereien doch nicht erſichtlich wird, was die Kühe im Durchſchnitte der Jahre an Milch ergeben haben. Eine genaue und umſtändliche Berechnung über den Ertrag der Kühe liefert der Herr Staatsrath Thaer in ſeiner Geſchichte von Möglin, S. 198. Da es hier nicht unſere Abſicht iſt, den reinen Geldertrag der Kühe auszumitteln, ſondern nur ihren Milchertrag; ſo habe ich dieſen in folgender Tabelle auf Wiener Maß reduzirt zuſammengeſtellt: ⸗ 2 S.8 2E Auf den ganzen SL2225 Kuhviehſtand Jahr. 8 5 58 vertheilt, kom⸗ ₰ S8* 5 5 5 men auf jede 3 5 8 ½ E=S S Kuh des Jahrs 4 S28S Wiener Maße 1806 bis 1807 48 40 8[51830 1053 877 1807» 1808 50 38 12 51618 1105 839 1806» 18⁰9] 40 34 6 /145810 1⁰95 931 1809» 1810 46 38 8 47900 1024 846 1810»„ 1811 42 30[12 39220 1063 758 1811» 1812 44 30 14 38406 1040 7⁰8 1812» 1813 46 35 11 403332 936 71² 1813» 1814 43 34 9 46295 1106 874 228 Jede melkende Kuh hat hier im Verlaufe von 8 Jahren alljährlich 10-52 Maß Milch gegeben. Weil man aber den Milch⸗ ertrag auf die geſammte Kopfzahl des Kuhviehes vertheilen muß, wenn man vorläufig einen Kalkul über den Ertrag desſelben ma⸗ chen will: ſo muß auch hier die erhaltene Milch auf alle vertheilt werden, und ſo kommen im Durchſchnitte von 8 Jahren, bei ei⸗ nem jährlichen Stande von 44,87 Kühen auf jede derſelben all⸗ jährlich nur 318 Maß.— Die Kühe werden in Möglin nach S. 70 ſo gefüttert, daß ſie im Sommer bei der Stallfütterung 30 Pf. grünes Futter, im Winter aber an Kleehen, Kartoffeln, Rüben und Stroh ſo viel erhalten, daß ihnen dadurch 16,7 Pf. Heu erſetzt werden. Lurzer zu Salfelden im Salzburgiſchen(a. a. H. S. 56) rechnet für eine ſeiner Kühe 775 Salzb. Viertel Milch,= 356 Wiener Maß. Sie ſind 20 Wochen im Sommer auf den Alpen, und erhalten im Winter eine mittelmäßige Füt⸗ terung mit Heu und Stroh, nebſt etwas Nachmehl und Kleien. Den elendeſten Milchertrag hat Gericke von ſeiner eige⸗ nen Melkerei in Heinde erhalten; von einer Kuh 42,8 Pf. Butter und 27 Maß Milch, was für das Jahr 455 Maß be⸗ trägt(a. a. O. S. 20¹).. Aus meiner eigenen Wirthſchaft kann ich über den Milch⸗ ertrag der Kühe nichts Sicheres angeben, weil ich von jeher nur Milchwirthſchaft betreibe, und meine Kühe daher oft wechsle. 12. Die Milch, welche im Haushalte nicht unmittel⸗ bar verſpeist wird, wird entweder als Milch verkauft, oder man bereitet Butter, oder Kaſe aus ihr. 13. Wenn die Milch in friſchem Zuſtande verkauft werden kann, ſo iſt dieſe Art der Benützung die vortheil⸗ hafteſte, weil friſche Milch verhältnißmäßig theurer bezahlt wird, als Butter und Käſe. In der Nähe von Städten gewähren die Kühe einen ſehr beträͤchtlichen reinen Ertrag. Der Verkauf ihrer Milch bringt oft doppelt ſo viel herein, als wenn man ſie zu Butter oder Käſe verwenden wollte. Ein Maß friſche Milch koſtet z. B. hier 4 Kr. Conv. G., und 1 Pf. Butter 17 Kr. Weil aber zu 1 Pf. Butter wohl mindeſtens 3 Maß Milch, häufig mehr, erfor⸗ derlich ſind, und 7 Maß Buttermilch nur 7 Kr. werth ſind: ſo habe ich dieſe 3 Maß nur zu 24 Kr. benützt, während beim Ver⸗ kauf im friſchen Zuſtande 32 Kr. gelöſ't wurden. Dieſes Verhält⸗ niß iſt zwar nicht überall dasſelbe, doch wird man immer die Milch in den Städten theurer ſinden, als ihre Produkte, denn die Milch läßt ſich nicht von weiten zuführen, wohl aber Butter und Käſe. Was aber nicht im Ueberfluß vorhanden, und geſucht iſt, das iſt auch theurer. 14. oder Käſe den, wenn Butter d kauft wen 15. ſch in d von den diten Ha ſcheidet teitet Die tritte der in di nih materie, u Milch ſteh und ſee ge⸗ einer zuk det ſichd 8 bis 10 ſenſten. ſoll. Ge volle, a man ſchl Zeit vor zurahme aher noch dem die (. a. L 46 Stun loth ſüß hen Mer 3o 5 L 3 angeſtell ten, der die Wär maächtige rahmen, hiſſere! . im Butt laufs von 3 Jahren nan aber den Mlc⸗ ehes vertheilen wif rtrag desſelden nr ilch auf alle verhalt en 8 Jahren, dii e zuif jede derſelden il en in Noͤglin ut i der Stallſtttemg Kleehen, Karbyfän nen dadurch 16) 1 burgiſchen(a⸗ 775 Salzb. Veril Wochen im Sonne ne mittelmäͤßige fü⸗ achmehl und Keir. ricke von ſeiner iae einer Kuh 410 Ff. Jahr 455 Miß e ich über den lc veil ich von jeher m e daher oft weczle halte nicht unwite⸗ Nilch verkauft eda ihr. n Zuſtande verkuſ nützung de vorhäl aäßig theurer but in die Kihe einn ſä uf ihrer Milch krint ie zu Butter dder ſi ich koſtet z. B. hin Weil aber zu N. häͤufg mehr, eifee „ Kr. werth ſid: t, wäͤhrend beim da⸗ rden. Dieſes Vertſil wird man immer d ihre Produkte, denn n, wohl aber Bte N anden, und geſuct 229 14. Ob es vortheilhafter ſey, aus der Milch Butter oder Käſe zu machen, kann nur dann erſt feſtgeſetzt wer⸗ den, wenn man weiß, wie viel eine gegebene Menge Milch Butter oder Käſe liefert, und zu welchem Preiſe dieſe ver⸗ kauft werden können. 15. Die Butter iſt der öhlige Theil der Milch, der ſich in der Ruhe und bei einer mäßig warmen Temperatur von den übrigen Beſtandtheilen der Milch in Geſtalt einer dicken Haut, die man Rahm, Sahne, Obers nennt, aus⸗ ſcheidet, aus der man durch Schütteln die feſte Butter be⸗ reitet. Die Milch iſt eine thieriſche Flüſſigkeit, die ſich beim Zu⸗ tritte der Luft bei einer Temperatur von 6 bis 140 R. von ſelbſt in drei nähere Beſtandtheile zerſetzt: in den Rahm, in die Käſe⸗ materie, und die Molken. Iſt die Temperatur, in der man die Milch ſtehen läßt, zu warm; ſo ſäuert ſich die Milch zu früh, und ſie gerinnt, ehe ſie den Rahm völlig abgeſchieden hat. Bei einer zu kalten Temperatur gerinnt ſie zwar nicht, aber es ſchei⸗ det ſich der Rahm auch nur unvollkommen ab. Eine Wärme von 3 bis 120 R. ſcheint der Abſcheidung des Rahms am angemeſ⸗ ſenſten. Es iſt nicht gleichgültig, wann die Milch abgerahmt werden ſoll. Geſchieht dieß zu früh, ſo erhält man zwar ſehr geſchmack⸗ volle, aber zu wenig Butter; geſchieht dieß zu ſpät, ſo erhält man ſchlechte und weniger Butter, als wenn dieß in gehöriger Zeit vorgenommen worden. Der rechte Zeitpunkt, die Milch ab⸗ zurahmen, iſt jener, wenn ſich aller Rahm aufgeworfen, die Milch aber noch nicht geronnen iſt. Dieß geſchieht gewöhnlich nach 36 bis 48 Stunden, je nach⸗ dem die Waͤrme der Luft größer oder geringer war. Lürzer (a. a. O. 57) erhielt von 94,62 Pf. Milch, die er nur 36 bis 48 Stunden ſtehen ließ, 3 Pf. 3 ½¼ Loth Butter, 7 Pf. 10 ½ Loth ſüßen Käſe, und 3 Pf, 5 Loth Schotten; und von der glei⸗ chen Menge Milch, die 50 bis 91 Stunden alt war, nur 2 Pf. 30 ½ Loth Butter, nebſt 6 Pf. 13 ½ Loth ſauren Käſe⸗ Ich habe über dieſen Gegenſtand oft vergleichende Verſuche angeſtellt, die aber nicht immer ein gleichförmiges Ergebniß zeig⸗ ten, denn die Milch iſt eine ſehr empfindliche Subſtanz, auf die die Wärme, Elektricität, jeder fremde, beigemengte Körper eine mächtige Wirkung äußert. Doch erhielt ich beim früheren Ab⸗ rahmen, ehe die Milch vollkommen gerann, immer mehr und beſſere Butter, als ſpäter. Die Bereitung der Butter geſchieht, indem man den Rahm im Butterfaß oder Kübel ſchüttelt oder ſtößt, wobei ſich die dünn⸗ 230 flüſſigen Theile der Butter mit einem Theile der atmoſphaͤriſchen Luft verbinden, dadurch feſt und gelblich werden, und ſich von den käſigen und wäſſerigen Theilen des Rahms abſcheiden. 16. Der Gehalt der Milch an Butter iſt abhängig von dem Futter der Kühe, und ob dieſe alt— oder neu⸗ melk ſind. Auf reichen Weiden, oder bei einer wohl unterhaltenen Stallfütterung mit Klee, Luzerne, Wicken oder Mais gibt die Milch am meiſten Butter: ſie iſt am ſchlechteſten, oder hat am wenigſten Butter, wenn die Kühe im Winter viel Stroh freſſen müſſen.— Gleich nach dem Kälbern iſt die Milch am wäſſerig⸗ ſten, wenn die Kühe auch ſehr gut gefüttert werden: ſie wird immer butterhaltiger, je altmelker die Kühe werden, und je we⸗ niger ſie Milch geben. Darum iſt wohl die Milch im Herbſte am fetteſten, weil die Kühe faſt meiſtens altmelk ſind, und doch noch gute Nahrung auf den Feldern ſinden oder im Stalle bekommen. Jene Milch, welche zuerſt aus dem Euter der Kuh hervor⸗ gemolken wird, iſt am wäſſerigſten: ſie wird immer fetter, je länger man milkt, und darum iſt es für den Landwirth ein em⸗ pfindlicher Verluſt, wenn die Kühe nicht rein ausgemolken wer⸗ den, weil er dadurch die gehaltvollſte Milch verliert. Dr. Schüb⸗ ler hat in ſeinen trefflichen»Unterſuchungen über die Milch und ihre Beſtandtheile« gezeigt(Landw. Blätter von Hofwyl, V. Heft, S. 125), daß wenn man die Milch von einer Kuh in 5 Gefäße einmelken läßt, die erſte Milch 5%, die zweite 8, die dritte 11 ½⅛, die vierte 13 ½¼, und die fünfte 17 ½% Nahm enthielt. 17. Nach der Verſchiedenheit dieſer Verhältniſſe iſt ein Pfund Butter bald in 7, bald in 14 Maß Milch ent⸗ halten. Im großen Durchſchnitte rechnet man 10 Maß Milch für ein Pfund Butter. 100 Pf. Milch gäben 3,844 Pf. Butter. Die butterhaltigſte Milch, die ich unterſuchte, war vom 2. Nov. 1814, als die Kühe auf dem Stoppelklee weideten. In 6,79 Maß= 17,61 Pf. Milch war 1 Pf. Butter enthalten. Auf den reichen Alpen des Salzburgerlan des rechnet man 18 Pf⸗ Milch auf 1 Pf. Butter.. Herr Pfeifer erzählt in Thaers Annalen 1807, April, mehrere intereſſante Verſuche, die er über den Buttergehalt der Milch bei Schafen und Kühen anſtellte. Dieſe jetztere war im Juni, als die Kühe mit Wickengemenge gefüttert wurden, ſo ge⸗ haltig, daß 100 Pf. Milch anfänglich 5,14 Pf⸗, dann 4,67, end⸗ lich 4 66 Pf. Butter gaben. Lürzer erhielt von ſeinen zu Hauſe weidenden Kühen im Auguſt 1792 nur wenig Butter; es waren 39 ½ bis 32,1 Pf. Mülch erfot unterſuchte n,4 pf.2 rahmt wur wenn ſie ne Die unterſuche Schwerz Maß ein d ner Gewic Ma Micch auf Die Leipjig 16 genau ange im Winter we ſich de Erkremente dünſung ve min, wenn ſorechen we⸗ dieſen Beot der Mäch hen laſſen er vom M er die W Ich habe zurt, und ſer Zahl 1 der ammaſchtſin en, und ſich von) ſcheiden. 3 tter iſt abhänxi ſe alt⸗ oder na wohl unterhlten oder Mass git teſten, oder hat im r viel Stroh ſtiſ Milch am viſeri⸗ werden: ſe vid werden, und je ve⸗ ie Milch im Hetſſt Ik ſind, und dochnot Stalle bekonma. ater der Kuh herber ird immer ſetter, n Landwirth ein me in ausgewolken ver erliert. Dr. Sgzüt⸗ nüber die Mich ud von Hofwyl, J. hit er Kuh in 5 Geſih e zweite 8, di din 7: ½% Nahw enthil ſer Verzältiſſe it i4 Maß Mch in gnet man 1 Ni Milch gäben 359 interſuchte, war bon pelklee weidetn. I. Butter enthalken. du es rechnet man 1f. Annalen 1307, Jhri den Buttergehalte Dieſe ſettere var in uttert wurden, ſo ge pf., dann„,67, an⸗ weidenden Kühen in 130 ½ bis u 231 Milch erforderlich, um Pf. Butter zu liefern. Auf der Alpe unterſuchte er ebenfalls die Butterhaltigkeit der Milch; da waren 21,4 Pf. Milch erforderlich, wenn ſie nach 24 Stunden abge⸗ rahmt wurde, 23 Pf., wenn ſie nach 36 Stunden, und 27,9 Pf.⸗ wenn ſie nach 48 Stunden abgerahmt ward. Die Milch von Hofwyl, die Schübler(a. a. O. 147) unterſuchte, enthielt in 100 Pf. nur 2,4 Pf. Butter Nach Schwerz(a. a. O. 87) erhält man aber dort von 6,1 Berner Maß ein dortiges Pfund Butter; d. i. von 100 Pf. Milch, Wie⸗ ner Gewicht,= 10,17 Maß 3,8 Pf. Butter. Mayer(Pachtungen S. 158) rechnet 10,21 bis 13 Maß Milch auf 1 Pf. Butter. Die Verſuche, welche Gericke im 30. B. der ökon. Hefte, Leipzig 1808, erzählt, ſind in vieler Hinſicht merkwürdig, weil genau angegeben iſt, wie viel die Kühe von mancherlei Futter im Winter und Sommer fraßen, wie viel ſie dabei Milch gaben, wie ſich die Butterhältigkeit der Milch verhielt, wie viel ihre Exkremente wogen, und wie viel ſie durch die unmerkliche Aus⸗ dünſtung verloren. Wir werden auf dieſe Verſuche zurückkom⸗ men, wenn wir von dem Verhältniß des Futters zum Dunger ſprechen werden; hier müſſen wir nur bemerken, daß ſich aus dieſen Beobachtungen über die Vermehrung oder Verminderung der Milch bei verſchiedenem Futter keine richtigen Ergebniſſe zie⸗ hen laſſen, weil es immer die nämlichen Kühe waren, mit denen er vom März an bis Ende November Verſuche machte, und weil er die Wurzelgewächſe ohne alles Stroy und Heu verzehren ließ. Ich habe ſeine Beobachtung auf Wiener Gewicht und Maß redu⸗ zirt, und in folgender Tafel zuſammengeſtellt: Jede Kuh nahm tägli z..Zu 1 Pf. Verſuchs⸗ Jede K t1 dn dglich Vagti Butter ſind Zall———— BMNMiillch Maß Milch Futter Waſſer ich erforderlich 1 Heckerling aus ½ Heu, Stroh, 20,42 Pf. u. 2,5 Gerſtenſchrott. 81,55 4,047 11,64 2 Heckerling aus ⁄. Heu, Stroh, 22,44 PfSchrott 2,5 Pf.... 91,92 4,18 14,66 3 Heu, 22,39 Pf. Schrott, 2,5 Pf. 93,65 4,36 11,11 4 Gras, 90,04 Pf. 19 49 4,48 12,83 5 Klee, 102,96 Pf. 20,44 4,70 6 Runkelrüben, 75,14 Pf... 8,8⁰ 4,58 22,50 7 Steckr., 73,87 Pf⸗ 1,11 5,36 16,690 8 Kartoffeln, 1 72,71 Pf... 6,66 4,69 1 11,353 23²2 In England ſcheint die Milch ſehr wäſſerig zu ſeyn, den Dickſon(a. a. O. II. Th. 768) rechnet 4 Gallonen auf 1 Pf⸗ von 16 Unzen. Wenn die Gallonen Biermaß ſind(und die Milch rechnet man da meines Wiſſens nur noch Ale Measure); ſo ge⸗ ben 10 Maß Milch nur erſt ½ Pf. Butter. 18. Der Gehalt an Rahm, oder Butter in der Milch läßt ſich nicht durch den Schweremeſſer erheben, weil der Rahm ſpeziſiſch leichter, wie das Waſſer, die abgerahmte aber ſchwerer wie dieſes iſt. Ueber dieſen Gegenſtand ſind die Verſuche von Schübler (a. a. O.) ſehr unterrichtend. Doch ſtimmen ſie mit den meini⸗ gen nicht völlig überein, was ſehr begreiflich iſt, da die Milch und der Rahm nicht überall dieſelben Beſtandtheile hat. Spezif. Gewicht» Nach Schübler» Nach mir Friſche Milch v 1,0287„ 1,0315 Nahm» 1,0119„ 1,0000 Abgerahmte Milch» 1,0366„ 1,0358 Ein Wiener Maß mit reinem Waſſer gefüllt, muß nach Vega 2,5266 Pf. wiegen; mit friſcher Milch gefüllt fand ich es 2,6063 Pf., und mit abgerahmter Milch 2,6172 Pf. Der Rahmgehalt der Milch wird beſtimmt, wenn man dieſe in ein hohes, cylindriſches Glas gießt, das von oben herab in Grade getheilt iſt, worin man nach 24 bis 36 Stunden die Dicke der Rahmlage angegeben ſieht. 19. Der Käſe iſt der eiweißähnliche Beſtandtheil der Milch, der durch alle Säuren und den Magenſaft der Thiere zum Gerinnen gebracht wird. 20. Das Gerinnen der Milch beſteht in der Verände⸗ rung der Käſetheile, wodurch dieſe feſt, weiß, undurchſich⸗ tig, und ſpezifiſch ſchwerer werden, und ſich von den Mol⸗ ken, dem Waſſer, worin ſich einige Salze und der Milch⸗ zucker aufgelöst befinden, abſcheiden. 21. Das Gerinnen der Milch wird durch die Wärme befördert; auch erleidet der Käſe durch den verſchiedenen Wärmegrad, den man bei ſeiner Bereitung anwendet, eine Abweichung in ſeiner Feſtigkeit und ſeinem Geſchmack. Er wird um ſo feſter, je höher der Hitzegrad war, bei dem man ihn bereitete, und um ſo weicher, je geringer die Wärme war. Der erſtere erlangt viel ſpaͤter jenen Grad der Ran⸗ zigkeit, den man Käſegeſchmack nennt, der andere viel eher. 32, fette! 33. man der Miſchung So ttt, denn wird balde 4. abgeramt ten Butter Parbindun 25. als Butter ſch darc ſſdeden Aat Kälber, d eingeſalzer nige Tage Ni Theil der immer in Syrthe Siedhite erſtere Ar Nich get auch die! erſteren ve 2b. if ſtic Tage nach „N nilc au äſſerig u ſeyn, da allonen auf! 1 ſind(und de Madh Measure); ſo ge utter in der Rich erheben, weil de er, die ahgerafmme iche von Schühlen en ſie mit den neit⸗ hiſt, da die Nic dtheile hat. „ Nach mir „ 1,0315 „ 1,0000 „ 1,0359 er gefüllt, muf ut dilch gefullt fand 2,6172 Pf. eſtimmt, wenn nn gießt, das von ohm h 24 bis 36 Stnnda che Beſtandthell de den Mazerſcſt de eht in der Verind⸗ „weiß, undurtjſt ſcch ven den ⸗ alſe und derllt d durch die Vime h den terſciedun ung anwendet, ein ꝛem Geſchmak. 6 war, bei dem man eriuger die Virme jen Grad der Ran⸗ r andere viel eher. 2 239 22, Die Kaͤſe werden eingetheilt in uͤberfette, fette, halbmagere und magere. 23. Ueberfette Käſe werden jene genannt, wo man der friſchen Milch noch ſüßen Rahm zuſetzt, und dieſe Miſchung zum Gerinnen bringt. Solcher Käͤſe wird nur in der Nähe reicher Städte berei⸗ tet, denn er hält ſich nicht lange, iſt weich, Streichkäſe, und wird bald unleidentlich ranzig. 24. Fette Käſe heißen jene, die aus friſcher, nicht abgerahmter Milch bereitet werden, in welchem die geſamm⸗ ten Buttertheile der Milch mit den Käſetheilen in inniger Verbindung vorhanden ſind. 25. Man erhält aus der Milch ſo vielen fetten Käſe, als Butter und Käſetheile in demſelben enthalten ſind, die ſich durch das Lab bei einer Wärme von 300 Reaum. aus⸗ ſcheiden laſſen. Lab nennt man den im Waſſer aufgelösten Magenſaft der Kälber, den man erhält, wenn man friſche oder geraucherte, oder eingeſalzene Magen von Kälbern zerſchneidet, und im Waſſer ei⸗ nige Tage weichen läßt. Nicht alle Käſetheile ſcheiden ſich durch das Lab aus. Ein Theil derſelben, den man Zieger, Schotten nennt, iſt noch immer in dem grünlichen Milchwaſſer, das man in der Schweiz Syrthe nennt, enthalten, und wird nur erſt durch Eſſig und Siedhitze ausgeſchieden. Deßwegen, daß der Magenſaft nur die erſtere Art Käſe ausſcheidet, bedient man ſich desſelben, um die Milch gerinnen zu machen; denn nähme man Säuren, ſo würde auch die letztere ausgeſchieden, wodurch aber der Geſchmack des erſteren ververbt wird. 26. Man kann im Durchſchnitte rechnen, daß 100 Pf. friſcher Milch 9 bis 21 Pf. fetten Kaͤſe geben, drei Tage nach ſeiner Bereitung gewogen. Nach Schübler's Unterſuchungen beſtehet die friſche Kuh⸗ milch aus friſchem Käſe. 0,110 „ Zieger.......... 0,050 Butter«. 3 ·ℳ.. 0.. 0«.«ℳ 0,024 Milchzucker.......... 0,977 Waſſer........... 0,739 1,000 234 Man müßte dieſem zu Folge aus 100 Pf. Milch 11 Pf. Käſe und 2,4 Pf. Butter, zuſammen 13,4 Pf. fette Käſe bekom⸗ men, was man aber bei der Käſebereitung nirgendwo erhält.— Steinmüller in ſeiner Beſchreibung ſchweizeriſcher Landwirth⸗ ſchaft II. B. 203 ſagt, daß man im Appenzeller Lande rech⸗ net, daß 180 Pf. Milch, die nicht abgerahmt worden, 15 bis 18 Pf. Käſe geben. Auf fetten Alpen bekomme man von 12 Pf. Milch 1 Pf. Käſe; im Thale aber kaum von. 15 Pf. Hiernach geben 100 Pf. Milch 3 ⅛ bis 10 Pf. Fettkäſe. Dasſelbe ſagt der alte Gallo(Venti giornati dell' Agricoltura etc. Brescia 1775. S. 277). Er rechnet 12 Pf. Milch auf 1 Pf. Käſe, gewogen nach Verlaufe eines Jahres. 100 Pf. Milch auf 8 ½ Pf. Käſe. Herr Gantſchnigg, Beſitzer der Herrſchaft Goppels⸗ bach in Ober⸗Steiermark, hält ſeine Kühe vom 12. Mai bis 26 October auf einer niederen Alpe, und macht da fetten Käſe und Zieger, Scholtenkäſe. Er fand, daß ihm eine Kuh wäh⸗ rend dieſer Zeit 9o, bis 100 Pf. fetten, und 13 Pf. Schotten⸗ käſe lieferte, wenn das ganze Product im November gewogen wurde. Sonſt fand er, daß 100 Pf. friſcher Käſe nach Verlauf eines halben Jahres nur mehr 80 Pf. wiegen. Seine Kühe haben ungefähr 3 Zentner Fleiſchergewicht. Marſhall(Dickſon II. Th. 777) fand aber nach wie⸗ derhohlten Verſuchen, daß in Glouceſterſhire 14,24 Pf. Milch 1 Pfund Käſe geben. 100 Pf. Milch geben in dieſem Lande nur 7 Pf. Käſe. Nach meinen Unterſuchungen bekommt man von 100 Pfund nicht abgerahmter Milch 10,6 Pf. Käſe, drei Tage nach ſeiner Bereitung gewogen.— Daß aber die Menge des Käſes, wie jene der Butter, nicht überall, und immer gleich ſeyn koͤnne, er⸗ hellet aus der Natur der Milch, die nach Verſchiedenheit der Nah⸗ rung, welche die Kühe erhalten, und der übrigen ſchon bemerk⸗ ten Einfluſſe, bald mehr, bald weniger Käſe ſowohl als Butter⸗ theile in ſich enthält.. 27. Halbfette Käſe ſind jene, wo der Rahm von der Milch, die am Abende gemolken worden, am folgen⸗ den Morgen abgenommen, und mit der friſchen Morgen⸗ milch gemiſcht, verkäſet wird. 28. Da bei dieſem Verfahren mehr als ½ von den Buttertheilen der Milch wegkommt, ſo erhält man von ei⸗ ner gegebenen Menge Milch um ſo weniger halbfetten Kaſe, als man Butter von ihr bekommen hat. Wenn 100 Pf. Milch 3,84 Pf. Butter geben, ſo beträgt das Gewicht der Butter von 50 Pf. Abendmilch, die man Mor⸗ gens 1 nach demſelben 1,97: 07 von 100 ten Käſe, Butter vnd nach der⸗ Art reich und rict über! diſchen, Nech ſchr! ſind unzehen hortreflich: ſad: daß ſt Heu geben, ſten 16 Ma ſieferte jähr gah alſo zu— voch überdie nebſt obiger dngs übert ſagte, daß Mergenme werden. von Butte Um 54½ diſe enthe bleiben da du Profeſor Käſe, un bung von I. 226.) Na Att Käſe werden ſo hii eine ſo 29. theile vor oder giu 3c Pf. Nilcn h. ſette Käſe bekom⸗ gendwo erhäͤlt.— eriſcher Landvirt⸗ eller Lande ret⸗ worden, 15 bit 1 von 12 Pf.Mlt l. Hiernach gelm zſelbe ſagt der alt etc. Breseia wyd. Pf. Käſe, gewoha uf 8 ⅛ Pf. Kiie reſchaft Gopyelz Kühe vom 14. Mi d macht da ſetten ihm eine Kuh vif⸗ 13 Pf. Schotter Novemder gewogen Käſe nach Verlaf . Seine Kühe heben fand aber nach wie⸗ eſhire Ff eben in dieſem kande man von 10o hfürd ei Tage nach ſeint nge des Käſes, wi gleich ſeyn konne, a ſchiedenbeit der Nu⸗ brigen ſchon bemae eſowohl als Butte⸗ wo der Rahn bn orden, am ſolzur fichen Nao hr als von dn trhalt man bolj er halbfetten Käſe, At r geben, ſo bnnſß nch, die man 38 23 gens, nach 12 Stunden abrahmt, von ⅜ bis„% der ganzen in demſelben enthaltenen Butter,= 0,70; das iſt alſo—=— 2 1,97: 0,70= 1,379 Pf. das ſind 0,35 des ganzen Buttergehaltes von 100 Pf. Milch. Erhält man von 100 Pf. Milch 10 Pf. fet⸗ ten Käſe, ſo muß man von derſelben Menge Milch 1,379 Pf. Butter und 8,621 Pf. halbfetten Käſe erlangen, wenn er gleich nach der Bereitung gewogen wird.— Arthur Young gibt uns in ſeinen Reiſen durch Frank⸗ reich und Italien, III. B. 214, einen ſehr ausführlichen Be⸗ richt über die Bereitung des Parm eſankäſes im Mailän⸗ diſchen, der ein halbfetter Käſe von beſonderer Güte, und mit Recht ſehr berühmt iſt. Die Erträgniſſe der dortigen Melkereien ſind ungeheuer, und werden nur begreiflich, wenn man hört, wie vortrefflich und reich bewachſen die dortigen künſtlichen Weiden ſind: daß ſie ihren Kühen im Winter täglich jeder 27 Pf. bloßes Heu geben, wofür ihnen jede Kuh des Tages 13,6, und die be⸗ ſten 18 Maß Milch geben.— Eine Holländerei von 55 Kühen lieferte jährlich 320 Käſe à 54 Pf. Wiener Gewicht. Jede Kuh gab alſo 314 Pf. Käſe. Die Milch zu einem Käſe von 54 Pf. ſoll noch überdieß 16 ⅛ Pf. Butter liefern. Dieſelbe Kuh gäbe daher nebſt obigem Käſe noch jährlich 126 ¾ Pf. Butter, was aller⸗ dings übertrieben zu ſeyn uns dünken könnte, wenn er uns nicht ſagte, daß die Abendmilch 16 bis 17 Stunden, und auch die Morgenmilch 6 Stunden ausſtehe, und daß dann beide abgerahmt werden. Im Parmeſankäſe iſt daher nur ein ſehr geringer Theil von Butter vorhanden,=— o, 4 des Buttergehaltes der Milch. Um 54 Pf. Käſe zu machen, ſind 490 Pf. Milch erforderlich, dieſe enthalten 18,81 Pf. Butter; 16,20 Pf. kommen aber weg, bleiben daher nur 2,61 Pf. Zu Codogno ſagte man ihm, daß 100 Pf. Milch 6,34 Pf. Käſe geben, 6 Monate nach der Erzeugung gewogen. Der Profeſſor Bignami in Bologna nimmt aber nur 233 Pf. Käſe, und 102 Pf. Butter für eine mittlere Kuh in der Umge⸗ vung von Lodi an.(Annali d' agricolt. di Felip. Re. Tom. I. 228.) „Nach dieſen Daten iſt es klar, daß die Verfertigung dieſer Art Käſe weit aus von allen die vortheilhafteſte ſey, denn ſie werden ſo theuer bezahlt, wie die fetten, und man erhält nebſt⸗ bei eine ſo große Menge Butter. 29. Magere Käſe ſind jene, worin die bloßen Käͤſe⸗ theile vorhanden ſind, und woraus die Butter vorher völlig oder größten Theils ausgeſchieden worden iſt. 30. Sie werden von ſüßer und von ſaurer Milch be⸗ 336 reitet. In der erſteren iſt noch ein ſehr geringer Theil von Butter, in der letzteren gar keine vorhanden. Man kann nämlich die ſüße Milch nicht ſo lange ſtehen laſ⸗ ſen, bis ſich der letzte Theil des Rahmes Hjaufgeworfen hat, ſie muß früher verkäſet werden, weil ſie ſonſt gerinnt, und daher iſt der magere Käſe von ſüßer Milch doch in einem geringen Grade butterhältig. Wenn man aber die Milch früher gerinnen läßt, und dann den Rahm wegnimmt und die Milch verkäſet, ſo bekommt man einen butterloſen, trocknen Käſe, in welchem nicht ſowohl die eigentliche Käſematerie, als auch der Zieger, den man bei uns „Schotten« nennt, enthalten iſt. 31. 100 Pfund Milch liefern 6 bis 7 Pf. mage⸗ ren Käſe, wenn dieſer 3 bis 4 Monate nach ſeiner Er⸗ zeugung gewogen wird. Steinmüller(a. a. O.) ſagt, daß, wo man in den Alpen von Appenzell mageren Käſe mache, man eben ſo viel Geldwerth aus dem Miſchproducte herausbringe, wie beim Fett⸗ käſe. 180 Pf. Milch geben nach ihm 8— 10 Pf. Butter, und 11 bis 12 Pf. mageren Käſe. 100 Pf. Milch alſo 4,4 bis 5,5 Pf. Butter und 6,1 bis 6,6 Pf. Käſe. Wenn die Produete der Milch einen beſtändigen, angemeſſenen und relativen Werth hätten, ſo müßte es überall gleichgultig ſeyn, Butter oder irgend eine Art Käſe zu machen. Weil aber die Be⸗ ſchaffenheit dieſer Waaren nach der Beſchaffenheit der Milch und nach der Art der Bereitung verſchieden, auch ihre Menge nicht überall dem Bedarf angemeſſen iſt, ſo muß hieraus der Unter⸗ ſchied des Preiſes derſelben erklärt werden.. Lürzer(a. a. O) erhielt 5 ½ bis 7,7 Pf. ſüßen Käſe von 100 Pf. Milch, die von 24 bis 48 Stunden geſtanden hatte, und dann abgerahmt worden war. 100 Pf. ſaure Milch gaben 6,7 Pf. Käſe. Der Zieger, Schottenkäſe, den man bei der Bereitung des ſüßen, fetten und mageren Käſes erhält, indem man dem Milchwaſſer, woraus der Kaͤſe durch Lab ausgeſchieden worden, Eſſig oder ſaure Milch zuſetzt, und es zum Sieden bringt, iſt auch eine Art magerer Käſe, der zum Hausgebrauch in den Käſereien verfertigt, und damit er ſich erhalte, ſcharf getrocknet oder geräuchert wird. Nach Schübler ſind in 100 Pf. friſcher Milch 5 Pf. fri⸗ ſcher Zieger enthalten, und 100 Pf. friſcher Zieger geben 15,74 Pfund trocknen. 33a. Die Güte und der eigenthümliche Geſchmack des Käſes hängt ab von der Güte der Milch und der eigenthümlichen Art ihn zu bereiten und aufzubewahren. 33. beſſerer g beſſerer b Ain ſten zu diſ dder in de vortheilhaf nicht zu la Stalle der ſcen, de der Wedd, gen miſen Geſhwod ben dieſem! vorzüglich i dhiere, die nehr und be Kähe den ga zur Erſparu rige Stonde JaL in Winter 3½. größere ſeine ſper früͤßer od Käſegeſch terie dar je nachder rer oder hieraus, raitung a „VWir giife dein man dei d züglihſten 20— 22⁰9 neſſene J Farbe we ſehen ge eringer Thel den den. ſo lange ſthenli⸗ ufgeworfen hut, ſe erinnt, und daher inem geringen Grade rgerinnen lißt, u käſet, ſo bekoumt elchem nicht ſovol er, den man bei me bis 7 Pf. wage te nach ſeiner E⸗ aß, wo man in a de, man eden ſo til nge, wie bein Fi⸗ o Pf. Butter, u alſo 4,4 bis 55 N. ändigen, angentſtne erall gleichüllgſeg, a. Weil aber die B⸗ henheit der Nlh m uch ihre Nenge iih uß hieraus de Unte 1 7 Yf ſüßen i unden geſtanden hal ſaure Mch gaben 6, e, den man bei de n Käſes ethält, idm urch Lab auzgeſciden es zum Sieden bein Hausgebrauch in da 5 alte, ſcharf gettucnt riſcer Micc 5pf ſ er Zieger geben 1573 hümliche Geſchmat der Mich und 1 nd rufzubewaßtn 237 33. Im Sommer wird bei der grünen Fütterung beſſerer Käſe erzeugt, als im Winter bei der trocknen, beſſerer bei reicher Weide, als bei der Stallfütterung. Künſtliche Weiden mit weißem Klee hält man für die be⸗ ſten zu dieſem Behufe. Ein beſtändiges Freſſen auf den Weiden oder in den Ställen ſcheint aber für die Güte der Milch minder vortheilhaft zu ſeyn, als wenn die Thiere nur eine beſtimmte, nicht zu lange Zeit weiden dürfen, die andere Zeit aber ruhig im Stalle der Verdauung obliegen. Man glaubt im Mai ländi⸗ ſchen, daß die Kühe nur 5 bis 6 Stunden lang beim Tage auf der Weide, die übrige Zeit im Stalle bei leerem Raufen zubrin⸗ gen müſſen, weil ſonſt die Milch nicht jenen Gehalt und Geſchmack erhielte, die ihren Käſe auszeichnet. Sie ſchrei⸗ ben dieſem Verfahren den eigenthümlichen Charakter ihres Käſes vorzüglich zu. Es iſt auch wohl erklärlich, daß die Milch jener Thiere, die mehr Zeit und Ruhe zu ihrer Verdauung verwenden, mehr und beſſere Butter und Kaͤſe enthalten werde, als wo die Kühe den ganzen Tag mit Freſſen zubringen. Auch iſt es wohl zur Erſparung unnützen Futters zweckmäßig, das Weiden auf ei⸗ nige Stunden des Tages zu beſchränken. In England macht man nur im Sommer Handelskäſe; im Winter jenen, den man, als ſchlechten, im Hauſe verzehrt. 3½. Von der Art, den Kaͤſe zu bereiten, hängt ſeine größere oder mindere Feſtigkeit, ſein Zuſammenhang und ſeine ſpezifiſche Schwere ab. Weil aber der Käſe um ſo früher oder ſpäter ſcharf und ranzig wird, was man den Käſegeſchmack nennt, je nachdem die eiweißartige Käſema⸗ terie durch die Hitze mehr oder minder feſt gemacht, und je nachdem die gehitzten Kaſetheile bei der Bereitung locke⸗ rer oder feſter zuſammen gebracht worden ſind, ſo erhellet hieraus, wie ſehr der Geſchmack des Käſes von ſeiner Be⸗ reitung abhänge. Wir können uns hier nicht einlaſſen, die mancherlei Hand⸗ griffe beim Käſemachen, und die vielen Rückſichten zu lehren, die man bei der Bereitung der Käſe beobachten muß. Nur die vor⸗ züglichſten Momente dieſes Geſchäftes wollen wir hier anführen. Die Milch, welche verkäſet werden ſoll, muß entweder kühwarm, oder durch Wärmen wieder zu jenem Wärmegrade— 20— 220 Reaum. gebracht worden ſeyn. In dieſe wird eine ange⸗ meſſene Menge von Labauflöſung mit Safran oder Orlean der Farbe wegen geſchüttet, wohl damit gemengt, und ruhig ſo lange ſtehen gelaſſen, bis die Milch nach 1— 2 Stunden ganz geronnen 238 iſt, worauf ſte mit einer Schaufel oder einem knotigen Holze ſo lange gerüͤhrt wird, bis die Käſetheile möglichſt zertheilt worden ſind. Dann läßt man die Käſetheile ſich ſetzen, und erwärmt jetzt die Flüſſigkeit durch ein raſches Feuer bis auf 40⁰0 Reaum⸗, um ſie etwas körnig zu machen. Es dürfen die Käſetheile aber nur kurze Zeit dieſer Hitze ausgeſetzt werden; dauert es länger, ſo wird der Käſe ſpröd und geſchmacklos. Nun werden die Käſe⸗ theile am Boden des Gefäßes in einen Ballen zuſammengedrückt, und in die Form gebracht, worin der Käſe einen oder ein paar Tage beſchwert, oder gar gepreßt wird. Nach dieſer Zeit wird er aus der Form genommen, und bleibt auf einem ſchiefen Tiſche liegen, auf dem er durch 30— 40 Tage an ſeiner Oberfläche mit Salz eingerieben, und dann in die Käſekammer gebracht wird. Die Milch, welche auf dieſe Art verkäſet worden, enthält jetzt noch den Zieger. Dieſer wird ausgeſchieden, wenn man zu der im Keſſel zurückbleibenden Flüſſigkeit Milcheſſig gießt, und ſie zum Sieden bringt. Dieſe Käſetheile erſcheinen nun in Flocken, und werden von der Flüſſigkeit abgeſchieden, indem man ſie durch ein Tuch ſeihet. Je weniger warm die Milch iſt, wenn ihr das Lab zuge⸗ ſetzt wird, je langſamer gerinnt ſie, und um ſo zarter wird der Topfen. Je weniger man Lab zuſetzt, um ſo feiner wird der Ge⸗ ſchmack des Käſes. Je gexinger die Hitze iſt, der man den Topfen— die ge⸗ ronnene Milch— ausſetzt, je weicher wird der Käſe u. ſ. w. Eine genaue Beſchreibung der Verfertigung des Parmeſankäſes ſindet man in Youngss oben angeführten Reiſen. Wie die mage⸗ ren Käſe in Hofwyl bereitet werden, erzählt ſehr umſtändlich Schwerz; und wie man die berühmten engliſchen Käſe berei⸗ tet, findet man in Dickſon beſchrieben. 35. Außer zur Zucht und Milchbenützung werden die Kühe auch zum Zuge verwendet, was aber nur ein Nothbehelf iſt, und für die Dauer nicht vortheilhaft ſeyn kann; denn arbeitende Kühe bedürfen mehr Futter, wie müßige, und geben weniger Milch, wie dieſe. Die Verwendung der Kühe zum Pflügen und den übrigen Zugarbeiten ſcheint nur für ſehr kleine Landwirthe vortheilhaft zu ſeyn, die außer ein paar Kühen kein anderes Vieh zu ernähren vermögend ſind; da mag der Entgang der Milch durch die ge⸗ leiſtete Arbeit aufgewogen werden, denn ſie müſſen ſich dieſe Ar⸗ beit höher anrechnen, als die größeren Landwirthe, weil ſie Och⸗ ſen oder Pferde miethen müßten, und ſie nicht immer bekommen, wenn ſie dieſelben wunſchen. In der Schweiz, im Nieder⸗ Elſaß, auch wohl bei uns, ſieht man bei kleinen Landwirthen von 3 bis 6 Joch Ackerland Kühe im Pfluge und Wagen. 36. zu alt ge ben, der macht: ſe ſie nich gemäſtet 2.2 berwendet ihrer Raſſ hen, und 3.8 ſie an! brauchba⸗ werden, Ma zwar woh rung ſcher den Stall Bewegung deßwegen 3 Jahren und dabei 4. theil vern jung und Wenn er ſchnitten leicher Die denn ſie an knotigen halze ſ ichſt zertheilt voud „ und erwirmt jiß uf 400 Reaum., m Käſetheile aber m dauert es länger, ſ tun werden die Kiſe en zuſammengehrü, e einen oder ein pur ic dieſer Jeit wi feinem ſchiefen dich ſeiner Oberfläche ni mer gebracht wid äſet worden, anhil eden, wenn man g llcheſſig gießt, udſt Beinen nun in Flotn, „indem man ſidh enn ihr das Lab uht um ſo zarter vid d ofeiner wird der be den Topfen— die he dird der Käſe u. ſd. ng des Parmeſentiſ Reiſen. Wie de ig⸗ rzäͤhlt ſehr umſtiit engliſchen Kiſe bii chbenützung wene , was aber nut an icht vottheihaft en mehr Futter, Ue wie dieſe. lügen und den iitim andwirthe votthelhii deres Vieh zu ernähren er Mich durch die ge miſſen ſich dieſ Ar⸗ dwiethe, weil ſie Oc⸗ icht immer bekommel, weiz, im Nieder⸗ ei kleinen Landwitthen eund Wagen. 239 36. Wenn die Kuhe nicht mehr träͤchtig werden, oder zu alt geworden ſind, oder einen andern Fehler an ſich ha⸗ ben, der ſie als Melk⸗ oder Zuchtvieh minder brauchbar macht: ſo werden ſie als Schlachtvieh weggegeben, wenn ſie nicht zu mager ſind. Im letztern Falle muſſen ſie früher gemaſtet werden. 4 a. Der Stier. 1. Der Stier wird benützt zur Zucht, zum Zuge und zur Maſtung. 2. Als Zuchtthiere ſollen nur ſolche zur Paarung verwendet werden, welche die eigenthümlichen Charaktere ihrer Raſſe in einem ausgezeichneten Grade an ſich ha⸗ ben, und von wirklichen Raſſethieren abſtammen. 3. Im Alter von 2 bis längſtens 4 Jahren ſind ſie am lebhafteſten, und zum Behufe der Paarung am brauchbarſten. Nach vier Jahren fangen ſie an träge zu werden, und taugen nicht mehr ſo gut zur Paarung. Man wird überall ſinden, daß die Stiere nach drei Jahren zwar wohl groß und ſchön, aber nur langſam und träge zur Paa⸗ rung ſeyen, wahrſcheinlich deßwegen, weil ſie gewöhnlich nur in den Ställen das ganze Jahr gefüttert, und wegen Mangel an Bewegung fett werden. Sie über 4 Jahre zu behalten wird auch deßwegen unvortheilhaft, weil der Nachwuchs mit 2, 2 ½ bis 3 Jahren dasſelbe Geſchäft ſchneller, beſſer und ſicherer betreibt, und dabei weniger koſtet. 3 4. Als Zugthier kann daher der Stier nicht mit Vor⸗ theil verwendet werden, weil er in früherer Zeit noch zu jung und für ſchwere Arbeit zu ſchwach iſt; ſpäter aber, wenn er zur Paarung nicht mehr verwendet wird, ver⸗ ſchnitten werden ſoll, wodurch er zahmer, und in der Folge leichter fett gemacht wird. Die Stiere ſind gewöhnlich von einem ſehr lebhaften, und wenn ſie nicht mit großer Sorgfalt erzogen und zahm erhalten 240 wurden, von einem wilden Temperamente, die ſich nicht anſpan⸗ nen, und nicht nach Gefallen lenken laſſen Von 2 bis 4 Jahren ſind ſie wohl tüchtige Springer, aber ſchlechte Zieher; ſpäter wären ſie außerordentlich ſtarke Zugthiere, aber ſchlechte Springer. Weil wir aber die Stiere nur der Zucht wegen halten, ſo werden ſie abgeſchafft, ſo bald ſie dieſem Zwecke nicht mehr vollkommen Ge⸗ nüge leiſten; und weil die verſchnittenen Stiere, wenn ſie auch früͤher noch ſo wild waren, jetzt zahm ſind, und der Ochs ſich leichter mäſten läßt, und ein geſchmackvolleres Fleiſch hat, wie der Stier: ſo werden ausgemärzte Stiere entweder ſogleich ge⸗ ſchlachtet, oder, wenn man ſie als Zug⸗ oder Maſtthiere verwen⸗ den will, früher verſchnitten. 3. Der Ochs. 1. Da man in jeder Wirthſchaft nur wenige Stiere zur Zucht bedarf, die Stiere aber als Zug⸗ und Maſtthiere weniger Werth als die Ochſen haben; ſo werden alle jene männlichen Kälber, die man nicht als Stiere verwenden will, in ihrer frühen Jugend verſchnitten. Warum man ſie ſo früh verſchneiden ſoll, haben wir be⸗ reits früher A. c. b. angegeben. 2. Der Ochs nützt uns während ſeines Lebens durch die Arbeit, welche er uns leiſtet, und nach ſeinem Tode durch ſein Fleiſch, Fett, ſeine Haut u. ſ. w. 3. Wenn uns der Ochs als Zug⸗ und Maſtthier den größten Vortheil gewähren ſoll, ſo ſoll er nicht zu jung zur ſchweren Arbeit verwendet werden. Man kann ihn wohl im dritten Jahre leichte Laſten ziehen laſſen, um ihn an die Arbeit zu gewöhnen; aber ihn vor dem Ablaufe des vierten Jahres in den Pflug zu ſpannen, iſt im All⸗ gemeinen nachtheilig, weil er noch zu ſchwach iſt, weil ſein Kör⸗ per dadurch im Wachsthume gehindert wird, weil er verküm⸗ mert, und in der Folge als Maſtthier weniger leicht aufnimmt, als wenn er erſt im fünften Jahre vor den Pflug geſpannt wird. 4. Die Ochſen wachſen bis zum zehnten Jahre, und ſind mit zwölf und vierzehn Jahren die brauchbarſten, ſtärk⸗ ſten und geſchickteſten Zugthiere. Weil aber da, wo man Vätzuct om: ſo we ude Nu findet, be Von Pinnttr üher Jahre lang wehreten I tere Thiere Vichzuch b kann, da w maͤſtet, wo nuß. Wol alle Jahre f genau ſo vie als man Pag dos finfte Naſt aufſtel 5. N. ſern ſoll ſpannt wer ehindett 6. T bein Och Thiere nu b der minde iher die? Die Franker na hinter nigen Gege men, der 1 I dieſen die Thiere der erſtern höcht unde mit ihren! ſont vüllg giehen mißf Unkenntniß doch imme Vurgers die ſich richt anſpu n 2 bis Jahren ſiy ieher; ſpäter vite ichte Springer. Vil alten, ſo werden ſe nehr vollkommen Ge tiere, wenn ſi auc „ und der Ods ſit 13 Nis hut, n entweder ſogleich zs⸗ r Naer aan nur wenige Sii zug und Maſtther ſo werden all ſae Stiere dergande en. ſoll, haben nit t ſeines Lebend dit d nach ſeinen di 1. ſ. w. und Maſthie 1 ler nicht u jing i hre leiche aſten ſihe en; aber ihn vor ſm zöhnten Jahr⸗ m brauchbarſten fiih aber da, wo um 241 Viehzucht betreibt, die jüngeren Ochſen die älteren verdräͤn⸗ gen: ſo werden dieſe mit 6 Jahren entweder verkauft oder in die Maſt geſtellt; und nur da, wo nicht Viehzucht Statt findet, behält man ſie längere Jahre. Wo man nicht Viehzucht betreibt, und die Ochſen auch den Winter über beſchäftigen kann: da behält man ſie gerne 10—12 Jahre lang, weil ſie als ſtarke, und wohl eingelernte Zugthiere mehreren Werth haben, als jüngere, ſchwächere, und ungeſchick⸗ tere Thiere, worauf ſie erſt gemäſtet werden. Wo man nicht Viehzucht betreibt, und die Ochſen im Winter nicht beſchäftigen kann, da werden alle überflüſſigen im Herbſte verkauft, oder ge⸗ mäſtet, wofür man aber im Frühling wieder andere zukaufen muß. Wo man aber alles junge Vieh ſelbſt erzieht, da kommen alle Jahre fünfjährige Ochſen als Nachwuchs; und wenn man genau ſo viele Paar Ochſenkälber alle Jahr zur Zucht aufſtellt, als man Paare Zugochſen hält; ſo wird man die Ochſen, welche das fünfte Jahr vollendet haben, entweder verkaufen, oder zur Maſt aufſtellen müſſen⸗ 5. Wenn der Ochs als Zugthier ſeine volle Kraft äuſ⸗ ſern ſoll, ſo muß er an den Pflug oder Wagen ſo ange⸗ ſpannt werden, daß er in der Ausübung ſeiner Kraft nicht gehindert, oder ihm dieſelbe beſchwerlich gemacht wird. 6. Von allen Anſpannungsarten verdient das Kummet beim Ochſen ſo gut wie beim Pferde den Vorzug, weil alle Thiere nur dann die ihren Kräften angemeſſene Laſt mit der mindeſten Beſchwerde überwinden, wenn die Zuglinie über die Bruſt geht.— Die Ochſen werden bei uns und in einigen Gegenden von Franken und Sachſen an ein Joch geſpannt, das man ih⸗ nen hinter die Hörner leat, und über die Stirn befeſtigt; in ei⸗ nigen Gegenden von Baiern ziehen ſie mit einem breiten Rie⸗ men, der über die Stirn geht, und an die Hörner angehängt iſt. In dieſen beiden Fällen geht die Zuglinie über die Stirn, und die Thiere müſſen ihren Nacken ſteif halten, wenn ſie ziehen. Bei der erſtern Art ſind die Thiere in einer äußerſt zwangvollen, und höchſt unbequemen Stellung, weil zwei Thiere an dasſelbe Joch mit ihren Köpfen feſt angebunden ſind; bei der letztern ſind ſie ſonſt völlig frei, nur daß ſie mit einem unſchicklichen Körpertheil ziehen müſſen. Dieſe Anſpannung zeugt von einer vollſtändigen Unkenntniß des Mechanismus des Gehens und Ziehens, den man doch immer an ſich ſelbſt beobachten kann; denn Laſten werden Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd. 16 242 * durch die Thiere nur dadurch fortgeſchoben oder überwunden, wenn die Kraft der die Füße bewegenden Muskeln größer iſt als das Gewicht oder die Reibung der Laſt. Wir müſſen demnach dem Thiere, das wir zum Ziehen verwenden, es durch die Verbindung ſeines Körpers mit der Laſt möglich machen, alle ſeine Kräfte hiebei in das Spiel zu ſetzen. Legen wir die Zuglinie über die Stirn, ſo wird ſeine Kraft dadurch vermindert, oder ein Theil derſelben wird verſchwendet, weil es den Nacken ſteif halten muß, damit der Kopf durch die Gewalt der Fußmuskeln nicht zurückge⸗ riſſen werde. Sind beide Ochſen zuſammen gejocht: ſo ſind ſie in einer peinlichen Lage, können ſich mit dem Kopfe nicht rühren; und wenn dieſe Anſpannung für unbändige Thiere allerdings die zweckmäßigſte iſt: ſo iſt ſie die ungeſchickteſte für zahme. Anderswo, und faſt überall legt man den Ochſen das Joch über den Nacken, befeſtigt es um den Hals, und die Thiere zie⸗ hen mit dem Widerriß; d. h. der Druck der Laſt iſt an die Sta⸗ chelfortſätze der Wirbelbeine angebracht. Hiebei bewegen ſich die Thiere frei, aber der Theil, auf dem die Laſt ruht, iſt zu klein, der Druck iſt hier zu ſtark, und erregt Schmerzen, denn nicht ſelten ſehen wir, daß der Widerriß wund wird. Legt man dem Ochſen aber, ſo wie dem Pferde, ein Kum⸗ met über die Bruſt, und befeſtigt an dieſes die Laſt: ſo kann er mit der größten Leichtigkeit ziehen, denn die Bewegung aller Körpertheile iſt frei, und der Druck der Laſt iſt über einen gro⸗ ßen Theil des Körpers verbreitet, ſo daß er keinem einzelnen Punkte zu beſchwerlich fällt. Das Ochſenkummet iſt häuſig verbreitet: man findet in al⸗ len Ländern einzelne, hin und wieder zerſtreute Landwirthe, die ſich desſelben bedienen. Jeder Nachbar geſteht die Vortheile des⸗ ſelben, und bleibt doch beim Joche!— weil es wohlfeil iſt, kei⸗ ner Reparatur bedarf; vorzüglich aber, weil das An⸗ und Aus⸗ ſpannen dem Dienſtvolke weniger Mühe macht, und dieſes jedes Verfahren verabſcheuet, und zu hintertreiben bemüht iſt, das ihm die mindeſte Arbeitsvermehrung verurſacht. 7. Der Ochs verträgt die Hitze nicht gut, und bedarf mehr Zeit zum Freſſen wie das Pferd, weil er wiederkäuet. In der großen Hitze ermüden die Ochſen ungewöhnlich ſchnell. Man muß daher mit ihnen nur in der kühleren Tageszeit arbeiten, oder ſie öfters wechſeln. Da der Ochs ein wiederkäuen⸗ des Thier iſt: ſo muß man ihm Zeit gönnen, nicht ſowohl das vorgelegte Futter zu freſſen, als auch dasſelbe zu wiederkäuen. 8. Bei der Arbeit muß der Ochs kräftigere Nahrungs⸗ mittel erhalten, weil er nicht ſowohl mehr Kraft braucht, als weil er auch ſonſt zu viele Zeit des Tages mit dem Freſ⸗ ſen gehaltloſer Nahrung zubringt. Im⸗ wenig Heu und kann bringen⸗ er, um kr nicht zu b cr. müſſen die enthalten, ſeyn. Be gute und; grünen K ten Heues ling mit ſollen, ſo Pfanzen gdeihlih So liſe, i ja ſelbſti trieben w fett zu m 11. dirfe, nicht an der Pfla ſchaffenhe dem glit 12. vollauf auf den 13 ſen kan 4 4 3 oder überwunden den keln größer iſ 1 a ir müſſen demnach dm s durch die Verbinden en, alle ſeine in 1 Kräſte die Zuglinie ihe h aindert, oder ein di Nacken ſtef halten ni zmuskeln nich zmig nen gejocht: ſi ſndſ dem Kohfe nicht rührn ge Thiere alledinz 1 eſte für zahnt. an den Ochſen das ni 1s, und die Thireie der Laſt iſt an deei⸗ Hiebei bewegen ſt Laſt ruht, it zu za Schmerzen, den utt wird. edem Pferde, einer es die Laſt: ſo kunn in die Bewegung al Laſt iſt über enn gr daß er keinem einzhn reitet: man findetin ⸗ ꝛſtreute bandvirtße, R geſteht die Vortheile de weil es wohlfell it n weil das Au⸗ und Lue macht, und diſſt jäde ben bemüht iſ, das i üt. nicht gut, und ͤaf , weil er widderkäue ie Ochſen ungewifnih in der kühleren Jagtzſt er Ochs ein wiederkäler innen, nicht ſowohl di zſelbe zu wiederkäun kftigere Nahuge mehr Kraſt balc 7 Tages mit dn dit 24³ Im Winter begnügt ſich der Ochs mit Stroh, dem nur wenig Heu beigemengt iſt. Er arbeitet nichts, oder gar wenig, und kann ſeine Zeit mit Freſſen, Wiederkäuen und Verdauen zu⸗ bringen. Wenn er aber im Sommer viel arbeiten ſoll: ſo bedarf er, um kräftig zu ſeyn, vieler und kräftiger Nahrung; und um nicht zu viele Zeit mit dem Freſſen und Wiederkäuen zuzubringen, müſſen die nährenden Theile nicht in einem zu großen Volumen enthalten, d. h. nicht mit zu vielen gehaltloſen Theilen gemengt ſeyn. Bei der Arbeit müſſen daher die Ochſen entweder eine ſehr gute und reiche Weide, oder bei der Stallfütterung genügenden grünen Klee, Wicken u. ſ. w., oder eine hinlängliche Menge gu⸗ ten Heues, oder in Ermanglung alles deſſen geſalzenen Häcker⸗ ling mit Getreide bekommen. 9. Die Ochſen werden gemäſtet: auf Weiden, und in den Ställen mit Grünfutter, Heu, Wurzel⸗ und Knollengewächſen, Oehlkuchen, Getreide oder Träbern. 10. Wenn die Ochſen auf den Weiden fett werden ſollen, ſo müſſen dieſe reich bewachſen ſeyn, und nur ſolche Pflanzen enthalten, die denſelben beſonders angenehm und gedeihlich ſind. Solche Fettweiden ſind nicht ſelten an den Ufern großer Flüſſe, in Thälern, die von hohen Gebirgen eingeſchloſſen ſind, ja ſelbſt in niederen Alpen. Dort, wo die Egartenwirthſchaft be⸗ trieben wird, iſt es nicht ſelten, die Ochſen auf ſolchen Weiden fett zu machen. 11. Wie viel man Flächeninhalt von den Weiden be⸗ dürfe, um die Thiere fett zu machen, kann im Allgemeinen nicht angegeben werden, da dieß von dem dichten Stande der Pflanzen auf den Weideplätzen, von der nährenden Be⸗ ſchaffenheit derſelben, von der Größe des Viehes, und von dem Klima der Gegend abhängt. 12. Gibt man ihnen während des Sommers im Stalle vollauf Grünfutter, ſo werden ſie ſo gut gemaſtet, wie auf den Weiden. 13. Die Ochſen mit bloßem Heue im Winter zu mä⸗ ſten kann nur dort Vortheil bringen, wo ein großer, na⸗ 16* 244 türlicher Heuwuchs vorhanden iſt, und das Heu keinen an⸗ dern Werth hat, als den es durch die Verfütterung in das eigene Vieh erhält. Die größten Erfahrungen über das Mäſten mit Heu er⸗ zaͤhlt der Graf Podewils in ſeinen Wirthſch. Erfahrungen, II. Th. 58. Vom Jahre 1784 bis 1800 wurden 1497 podoliſche und 226 Landochſen mit Heu gemäſtet. Im Spätherbſte weiden ſie auf den Wieſen, nachdem das Grummet heimgebracht worden iſt, und werden am 1. November aufgeſtellet. Sie werden bloß mit Heu genährt, und in kleinen Abtheilungen von Ende Dezem⸗ ber bis Mitte Juni an die Schlächter abgegeben; im Durch⸗ ſchnitte werden ſie 20 Wochen lang gefüttert. Anfangs freſſen ſie am ſchärfſten, und bekommen das ſchlechtere Heu, ſpäter das beſſere. Jeder Ochs bekommt wöchentlich im Durchſchnitte 187 ½ Pf., täglich 26 ⁄ Pf. Wiener Gewicht, ſüßes, gu⸗ tes Heu. Zur Ausmäſtung eines Ochſen ſind 3745 Pf. Heu er⸗ forderlich. Um wie viel ſie durch die Mäſtung ſchwerer gewor⸗ den, wird nicht angegeben, ſondern nur, um wie viel ſie an Werthe gewonnen, und aus dieſem wird auf ihre Fleiſchvermeh⸗ rung geſchloſſen, was aber nicht richtig iſt. Ein podoliſcher Ochs koſtete beim Einkaufe 58 fl. 53 kr. Conv. G., und wurde um 75 fl. 45 kr. verkauft, es blieben alſo Ueberſchuß 16 fl. 52 kr.; weil aber für das Hüten und Futtern, für die Zinſen des An⸗ kauf⸗Capitals, Geräthſchaften u. ſ. w. für jedes Stück noch ins⸗ beſondere 3 fl. 16 kr. abgezogen werden müſſen: ſo würden 3745 Pf. Heu mit 13 fl. 36 kr. bezahlt, wenn man das Streuſtroh für den Dünger rechnet, wie Podewils thut. Ein Zentner Heu wurde hier bei der Maſtung auf 21 kr. benützt. 4 Nach Tab. IV. iſt der Mittelſatz eines zu Hauſe geſchlach⸗ teten Maſtochſen an Fleiſch 376 Pf., und 45 Pf. Unſchlitt. Nach Tab. 38 wiegen aber die podoliſchen Ochſen an Fleiſch und Fett nur 397 Pf., die Landochſen 359 Pf. Das W. Pfund Fleiſch wird zu 6,71 kr., das Pfund Unſchlitt 15,65 kr., und die Haut auf 6 fl. angeſchlagen. Der Zentner Fleiſchergewicht berechnet ſich nach Tab. IV. auf 15 fl. 54 kr.; und da der Ueberſchuß zwi⸗ ſchen Ein⸗ und Verkauf bei einem Stücke 16 fl. 52 kr. beträgt: ſo hätte es in 140 Tagen nur wenig mehr als einen Zentner ſol⸗ chen Gewichtes zugenommen, und der Gewinnſt wäre ſehr ge⸗ ring, wenn wir nicht nebſtbei die Verbeſſerung und Werthserhö⸗ hun der geſammten Fleiſchmaſſe des Viehes in Anſchlag bringen müßten. 1 Thaer nimmt an(Rat. Landw IV. B. 369), ich weiß aber nicht nach welchen Erfahrungen, daß ein Ochs, den man auf 700 bis 750 Pf. bringen wolle, und dem man täglich 40 Pf. gutes Heu gebe, dafür täglich um 2 Pf ſchwerer werde. Wenn der Werth eines Pfundes fetten Fleiſches 2 Groſchen iſt; ſo wer⸗ den 280 Pf. Heu mit 28 Groſchen bezahlt, oder 100 Pf. mit 10 Groſchen, was zwar nicht viel, für manche Gegenden aber dennoch eine hinlänglich gute Bezahlung des verwendeten Heues iſt. a. züglich ot des Heues lerer Zii Mit Schweine, ten der T fn, ie tung der Kraut, un bortheilhaf Zuchtvith tan, oder z V In? oôtttheſe ſan zu mäß b 89 ſl und etw Neze Nantälribe ſchnitte 3 ſchnitte 1. 1 feln geſet gleichen. 5 Poche zehrt hat nnd eben 10 Getreide V erungen 1ae a V noch täͤgl d fen(a. mit Kar T man ein gelnden nährt, das Heu keinen ne Verfütterung in 3 Mäſten mit Hel a Wutthſch. Efüma wurden 149 pohulſ Im Shatherhſte vehe ſet heimgebtacht venn ellet. Sie venden li ngen von Ende Dar⸗ abgegeben; in dut ittert. Anfangs ſtſ echtere Heu ſpät d klich im Durſſtie Gewicht, ſißts, e ſind 3745 Pf. Hac däſtung ſchwerer gwe⸗ ir, um wie vill ſen auf ihre Fleiſchurmt 7. Ein podolſſerdch ww. G., und wutdem eberſchuß 16 ſl. A für die Zinſen de k ür jedes Stück wh i nüſſen: ſo würden dn an man das Struſt ils thut. Ein an ⅛ kr. benitt. eines zu Hauſe gellt d45 Pf Wrſtltt Re hſen an Fleiſh un it Das W. Pfund dliſ 15,65 kr., und di hu Hleiſchergewicht hartn dda der Ueberſcuſ ſ⸗ ke 16 fl. b2 kr. betiſ r als einen gatue Gewinnſt vätt ſehr ſerung und Petthac ſehes in Auſtlag trign IV. B 369), ic viß daß ein Ochs, d nu dem man täglich 100, ſtweren werde. Dent Groſchen iſt; b an ſt, oder 100 Yf. ni manche Gegenden thtr s verwendeten Huts i — 2 45 14. Die Maſtung mit Rüben, Krautrüben, vor⸗ zuüglich aber mit Kartoffeln, bringt einen großen Theil des Heues in Erſparung, und bewirkt die Maſtung in ſchnel⸗ lerer Zeit. Mit Rüben mäſtet man in England Hornvieh und Schweine, nirgendwo aber in Deutſchland, wo ſie allen Ar⸗ ten der Thiere als Futter, beſonders den Kühen und Mutterſcha⸗ fen, aber nicht zur Maſtung gegeben werden; nur als Vorberei⸗ tung der Maſtung werden ſie den Schweinen gekocht gegeben. Kraut⸗ und Runkelrüben hält man als Maſtfutter ebenfalls nicht vortheilhaft, und gibt ſie lieber den melkenden Kühen, oder dem Zuchtvieh überhaupt; aber mit rohen, gewaſchenen und zerſtampf⸗ ten, oder zerſchnittenen Kartoffeln werden Ochſen häufig gemäſtet. In Thaers engl. Landw. III. Th. 447 werden einige von Hutcheſon Mure mit Wurzelwerk angeſtellte Verſuche, Och⸗ ſen zu mäſten, erzählt, die hier angeführt zu werden verdienen. 8 Ochſen wurden 6 Wochen lang mit Runkelrüben, Häck⸗ ſel und etwas Bohnen gefüttert. Jedes Stück bekam wöchentlich 0,14 Metzen Bohnen, 2,32 Metzen Häckſel, und 3,13 Metzen Runkelrüben. Sie wogen beim Aufſtellen das Stück im Durch⸗ ſchnitte 1364 Pf.; nach 6 Wochen aber wog das Stück im Durch⸗ ſchnitte 1637 Pf., und hatte um 73 Pf. zugenommen. Zugleich wurden 8 andere Thiere derſelben Art auf Kartof⸗ feln geſetzt, um ſie mit denen, die Runkelrüben erhielten, zu ver⸗ gleichen. Ein Stück dieſer Thiere wog anfänglich 1353 Pf., nach 6 Wochen 1431 Pf., hatte demnach zugenommen 77 Pf. Ver⸗ zehrt hatte ein ſolcher Ochs wöchentlich 4,64 Metzen Kartoffeln, und eben ſo viel Bohnen und Häckſel, wie die erſteren. 100 Pf. Fleiſchgewicht Zuwachs bedurften 11,13 Metzen Runkelrüben oder 6,02 Metzen Kartoſſeln, nebſt etwas Bohnen und Häckſel.. Nebſt dieſen ſind viele andere Maſtungsbeobachtungen mit Getreide, Wicken, Kohl, Heu, Grasweide und Kartoſſeln ange⸗ führt: ſie ſind aber zu mangelhaft beſchrieben, als daß man Fol⸗ gerungen daraus ziehen könnte. Zu Entzheim im Elſaſſe fand Schwerzla⸗ a. O. 73), daß jeder Maſtochs täglich erhielt: einen halben Metzen Kartof⸗ feln und Rüben mit eben ſo viel Häckſel gemengt, und 0,62 Maßel gemahlne Pferdebohnen nebſt eben ſo viel Oehlkuchenmehl. Sie werden zwei Mal des Tages gefüttert, und erhalten nebſtbei noch täglich 3 Pf. Grummet. Die Maſtung dauert 6 Monate. Die Ochſenmaſtung des Hrn. Gerſt in Pfaffenho⸗ fen(a. a. O. 74) wird ebenfalls, und mit noch größerem Nutzen, mit Kartoffeln betrieben. Thaer behauptet(Rat. Landw. IV. Th. 369), daß, wenn man einem Ochſen ſtatt 30 Pf. Heu nur 10 Pf., und die man⸗ gelnden 20 Pf. mit 60 Pf. Kartoffeln erſetze, er beſſer davon ge⸗ nährt, und ſchneller fett würde; was ſehr klar iſt, denn es wer⸗ 246 den 3 Pf. Kartoffeln für ein Pfund Heu, oder faſt ein Pfund trockener, größten Theils mehliger Subſtanz gegen ein Pfund Heu gegeben. In 16 Wochen ſoll er 224 Pf. Fleiſch und Fett gewinnen, während welcher Zeit er, wenn er mit bloßem Heue genährt worden wäre 4480 Pf., und wenn er mit Kartoffeln ge⸗ mäſtet wird, 1140 Pf. Heu und 6720 Pf. Kartoffeln erhalten hat. Dauert die Maſtzeit 20 Wochen: ſo muß der Ochs 280 Pf. an Fleiſch zunehmen; frißt dafür aber entweder 5700 Pf. Heu, oder 8400 Pf. Kartoffeln, und 1424 Pf. Heu.. 15. Oehlkuchen werden in jenen Gegenden, wo viel Oehl⸗ oder Flachsbau betrieben wird, zum Mäſten der Ochſen mit vielem Nutzen verwendet. 16. Ihre gewoͤhnlichſte Verwendung iſt, daß man ſie im Waſſer aufweicht, und dieſes den Maſtthieren zum Trin⸗ ken gibt. 17. Die Maſtung mit Getreide bringt die größte Wirkung in der kürzeſten Zeit hervor. 18. Welche Gattung von Getreide den Thieren über⸗ haupt zur Maſtung gegeben werden ſoll, muß aus dem Marktpreiſe derſelben, verglichen zu ihrem inneren Wer⸗ the, ausgemittelt werden. Jenes Getreide iſt das wohlfeilſte Maſtfutter, wovon das Pfund mehliger Subſtanz, nach Abſchlag der Hülſen, den ge⸗ ringſten Geldwerth hat. Darum ſind der Mais vom Getreide, und die Wicken von den Hülſenfrüchten faſt gewöhnlich das wohl⸗ feilſte Maſtfutter, weil ſie im Verhältniß der ſpeziſiſchen Schwere ihrer Körner und des relativen Gewichtes ihrer Hülſen gegen die übrigen Getreidearten den geringſten Geldwerth haben. Dieſer geringe Preis rührt beim Mais gewöhnlich vom Ueberfluſſe ſeiner Erzeugniß, und dem minder angenehmen Ge⸗ ſchmack ſeines Mehls, und bei den Wicken davon her, daß ſie für den Menſchen ungenießbar ſind.— Sonſt wird die Gerſte, und in den Bergen der Hafer als Maſtfutter verwendet. 19. Das Getreide wird den Ochſen entweder ganz, oder zu Mehl vermahlen und mit Hackſel vermiſcht, oder im Getränke im rohen oder gegohrnen Zuſtande gegeben. 20. zu geben, einen ſch ſund, 0 dern, od R. boſſpicli und bleib weichte G 21, wit etwa die gewih 3 man das z Salze wit dem wan dem ſie de Tahes ſü in der ſamkeit, das Met 2 zu men machen Mehl⸗ ealha genehm ſteſſen werden theil a oder faſt ein Pfurd anz gegen ein Pr Pf. Fleiſc und Fet n er mit bloßem ha⸗ er mit Kartrfen a ff. Kartoffeln erhu muß der Ochs dbohf der 5700 Pf. Heu, ae nen Gegenden, w td, zum Maſtmwe ung iſt, daß naſ Naſtthieren zundir de bringt die giit ſoll, muß aud dn ihrem inneren Var de den Thieren lir⸗ I Maſtfutter, wovon d der Hilſen, da i⸗ r Mais vom Gettid, tgewohnlich das wi der ſpezifſchen Stnen s ihrer Hülſen gelt geldwerth haben. Mais gewöhnlih ta ninder angenehmen be ken davon her, daß ſe Sonſt wird die Gerfe, zter verwendet. gſen entweder gan ſſel vermiſcht, de zuſtande gegeben 247 20. Das Getreide den Thieren ganz und ungeſchroten zu geben, kann nur da vortheilhaft ſeyn, wo das Getreide einen ſehr niederen Preis hat, und Mühlen weit eutfernt ſind, oder wo dieſe einen unverhältnißmäßigen Lohn for⸗ dern, oder nehmen. Mais, Hafer und Gerſte werden da, wo das Mahlen zu koſtſpielig iſt, mit heißem Waſſer in einem Geſchirre übergoſſen, und bleiben 24 Stunden zugedeckt ſtehen, worauf man das er⸗ weichte Getreide verfüttert. 21. Das Getreide, als Schrot oder grobes Mehl, mit etwas Salz gemengt, über den Häckſel zu ſtreuen, iſt die gewöhnlichſte Methode, es zu verfüttern. Ich habe in manchen unſerer Wirthſchaften gefunden, daß man das zur Maſtung beſtimmte Mehl ſammt dem beigemengten Salze mit Waſſer zu einem feſten, trockenen Teige knetete, aus dem man apfelgroße Kugeln formte, die man den Ochſen, nach⸗ dem ſie das Heu oder den Häckſel gefreſſen hatten, zwei Mal des Tages ſtückweiſe vorgab. Das gleiche Verfahren fand Noung in der Provence, und es däucht mir, daß es alle Aufmerk⸗ ſamkeit, und einen großen Vorzug vor jenem verdiene, wo man das Mehl mit Salz, als Leck, den Thieren ohne Häckſel vorlegt. 22. Einen Theil des Getreidemehles unter das Waſſer zu mengen, und dieſes den Thieren dadurch angenehmer zu machen, iſt eben ſo zweckmäßig als vortheilhaft: das ganze Mehl aber auf dieſe Art zu verwenden iſt deßwegen unvor⸗ theilhaft, weil das trockene Futter ohne Mehl minder an⸗ genehm iſt, und von den Thieren in kleinerer Menge ge⸗ freſſen wird. 1 23. Das zur Maſtung beſtimmte Mehl mit Waſſer anzurühren, und durch zugeſetzten Sauerteig erſt in Gäh⸗ rung zu ſetzen, und dann verdünnt den Ochſen als Trank zu geben, bringt größere Wirkungen hervor, als wenn das Mehl ungegohren gegeben wird. Daß man die Schweine mit gegohrenem Mehltrank mäſte, werden wir ſpäter anführen; daß man aber Maſtochſen mit Vor⸗ theil auf dieſelbe Art füttere, iſt weniger bekannt, obgleich es 248 einleuchtend iſt, daß das, was die Schweine ſchneller fett macht, dieſelbe Wirkung auch beim Ochſen haben müſſe.— Im ſüdli⸗ chen Frankreich fand Young(Reiſen durch Frankr. und Italien, III. B. 24) dieß Verfahren. Auch im Elſaß iſt es nicht unbekannt(Schwerz Elſ. Wirth 91); ſo wie man auch an einigen Gegenden von Ober⸗Steiermark den gegohrnen Mehltrank als Maſtfutter antrifft, von dem die Landwirthe die⸗ ſer Gegenden behaupten, daß er beträchtlich größere Wirkungen hervorbringe, als rohes Mehl, oder gemeiner Mehltrank. Ich muß hier vorläufig auf die Miſchung von 1 Theil Mehl und 2 Theilen gekochter und zerſtoßener Kartoffeln, die man in die ſaure Gährung übergehen läßt, und dann verfüttert, aufmerkſam ma⸗ chen, von der ich bei der Schweinmaſtung eine ausführlichere Nachricht mittheilen werde. 24. Wie viel man vom Getreide den Thieren bei der Maſtung geben müſſe, hängt von ihrer körperlichen Größe, und von der größeren oder geringeren Ernährungsfähigkeit des Getreides ab; ferner, ob man es ihnen ganz, geſchro⸗ ten oder gemahlen, roh, geſotten oder gegohren gibt. Ueber dieſen Gegenſtand haben wir noch ſo wenige Erfah⸗ rungen, daß es unmöglich iſt, Regeln für den Maſtungsbetrieb abzuleiten: denn wir wiſſen nicht, wie ſich die verſchiedenen Ge⸗ treidearten in der Fetterzeugung verhalten, wenn ſie verſchiedent⸗ lich zubereitet, und in verſchiedenen Gaben verfüttert werden. So lange wir aber über dieſe Fragen durch wiederholte nnd vielfach veränderte Maſtungsproben uns nicht eine genügende Aufklärung verſchafft haben, iſt jede Maſtung mit Getreide eine Probe, de⸗ ren Ausgang wir in Voraus nicht wiſſen, nur vermuthen. Darum iſt bei dieſer Art Maſtung eine Wage noch viel nothwendiger, als bei jeder andern; denn das Getreide iſt eine koſtbare, und leicht verkäufliche Fütterung, und wenn es zu viel oder zu wenig den Thieren gegeben wird, ſo erleidet man einen oft ſehr beträchtlichen Nachtheil bei der Maſtung. Der Maſtungsverſuch, welchen Herr Schultſchick er⸗ zählt(Oekon. Kalender für Böhmen, 1816), gibt mehr Aufklä⸗ rung wie viel die Thiere freſſen, wenn ſie langſam aufnehmen, und wie viel ſie brauchen, wenn ſie geſchwinder fett werden ſol⸗ len, als über den Werth der verſchiedenen bei der Maſtung ver⸗ wendeten Fütterungemittel. Er gab einem auf 650 Pf. Fleiſchergewicht geſchätzten, gut gehaltenen, und wohlleibigen 6jährigen Stier vom 15. Nov. bis 28. Horn. durch 106 Tage täglich 10 Pf. Strohhäckſel. 10 Pf. Krautſtrünke, Rüben und Kartoffeln. 10 Pf. Heu. 5 Pf. Getreidſchrot. V b dein Stroh i ſtung dautttt wenn man g. ben häte. 0 err M in Wint aamit ſtite M.. Unſchütt. ſel, der aus Genügen fra mehl mit ein ſe b 3 Ntt ſung ſeht th 25. nan Bie,, b und weil d dieſe At! lleberſchuß Das Pranntwein Nͤber ſind werth anrecht zahlt. Verec ſo vütde die vorhergehen „Man Landw. V. Wiener Ne kenem, mit des Naſtfut V V ine ſchneler fett mat miſſe.— In fidli ſen durch Franit. u luch im Elſaß iſ a h1); ſo wie man d rmark den gegehne tem die Landwitthee lich größere Wirnen ſeiner Mehltrank at en1 Theil Ml un n, die man in die ſar ttert, aufmerkſon ne ng eine autfährüche den Thieren heiſe tkorperlichen Gii⸗ Ernahrungsfähigſi ihnen ganz, geſtee egegohren git. noch ſo wenige Grit⸗ ir den Maſtunzeber h die verſchiedenen Ge , wenn ſie verſieden verfüttert verden. d wiederholte nnd liefug genügende Lufklärng treide eine Probe, d nur vermuthen Darmn viel nothwendiger, in ine koſtbare, und lit viel oder zu wenig da en oft ſehr betrählichn ar Schultſchick a 6), gibt mehr Auff ie langſem auftema, winder fett werden ſe⸗ bei der Maſtung ne⸗ gewicht geſchätten nu tier vom 15. Noyl toffeln⸗ 249 27 Loth Schwarzmehl mit 3 Loth Salz in das Waſſer⸗ 5 Pf. Haferſtroh über Nacht in die Raufe⸗ Vom 1. März bis zum 23. Mai bekam er nebſt dem Häck⸗ ſel, Wurzelwerk, Heu, ſtatt 5 Pf. Schrot 10 Pf., dafür aber kein Stroh über Nacht, weil es das Thier nicht fraß. Die Ma⸗ ſtung dauerte 190 Tage, und würde ſehr verkürzt worden ſeyn, wenn man gleich Anfangs die größere Menge von Schrot gege⸗ ben hätte. Das getödtete Thier hatte an Fleiſch..... 1176 Pf. » Unſchlitt..... 170 /61» » Innerei(Zuwag). 104 ¼ 2 » Haut..... 136„ Es hatte in dieſer langen Zeit verzehrt: Stroh zu Häckſel 1900 Pf. Wurzelweerr„1900„ Heu....... Getreideſchoo 1370» Stroh über Nacht 450» Salz....... 7 Schwarzes Mehl in den Trank 160» Herr Matſchnigg zu Kreuz in Kärnten mäſtete im Winter 1815 zwei Ochſen, die man auf 1100 Pf. Fleiſcher⸗ gewicht ſchätzte, binnen 7 Wochen auf 1350 Pf. Fleiſch und 300 Pf. Unſchlitt. Sie bekamen binnen dieſer Zeit außer dem Häck⸗ ſel, der aus ¼ Heu und ¼ Stroh beſtand, und wovon ſie nach Genügen fraßen, Mittags als Maſtfutter o, 0 Metzen Wicken⸗ mehl mit einer Handvoll Salz zur Leck. In 7 Wochen verzehrten ſie 6% Metzen Wicken und 30 Pf. Salz, die ſich durch die Ma⸗ ſtung ſehr theuer bezahlten. 25. Die Maſtung mit Traͤbern ſindet Statt, wo man Bier, Branntwein oder Stärke im Großen erzeugt; und weil das Maſtfutter hier ein Abfall iſt, ſo gewährt dieſe Art der Maſtung den größten Nutzen, und mehr Ueberſchuß wie die vorhergehenden. Das Malz, die Kartoffeln, das Getreide iſt dem Bier, Branntwein oder der Stärke faſt ganz zugerechnet worden; die Träber ſind ein Abfall, dem man nur einen gar geringen Geld⸗ werth anrechnet, weßwegen ſich die Maſtung hierbei ſo hoch be⸗ zahlt. Berechnete man die Träber nach ihrem inneren Werthe, ſo würde dieſe Art Maſtung auch nicht vortheilhafter, wie die vorhergehenden ſeyn. „»Man nimmt im Durchſchnitte an,« ſagt Thaer(Rat. Landw. IV. B. 367),»daß ein Ochs an dem Schlamm von 0, 55 Wiener Metzen abgezogenen Getreide, neben zu Häckſel geſchnit⸗ tenem, mit etwas Heu gemengtem Strohe, täglich ſein zureichen⸗ des Maſtfutter habe⸗« Wer 10 Metzen täglich Getreide in der 250 Branntweinbrennerei verbraucht, kann nach dieſem 18 Maſtochſen nebenbei füttern. Man rechnet, daß ſolche Ochſen 20 Wochen lang gefüttert werden müſſen, bis ſie hinlänglich fett geworden ſind. Die Nahrungsfähigkeit der Träber bei der Erzeugung des Branntweins aus Kartoffeln, ſoll im Verhältniß ſtehen zur Menge des Branntweins, den ſie geben. Wenn daher 3 ¼ Metzen Kartoffeln ſo viel Branntwein geben, als Metzen Ro⸗ cken, ſo müßten täglich 33 Metzen Kartoffeln zu Branntwein ver⸗ wendet werden, wenn 18 Maſtochſen ſollen hinlängliches Futter haben. 26. Ueber den Fortgang jeder Maſtung überzeugt man ſich durch das Wägen, Meſſen, und Befühlen der Thiere. Wir haben bereits früher gezeigt, wie ſehr die Wage ein nothwendiges Werkzeug für Jedermann ſey, der ſich mit dem Mäſten im Großen befaſſen will. Durch das Meſſen über die Bruſt ſieht man die allmähliche Zunahme des körperlichen Umfan⸗ ges der Thiere während der Maſtung, und durch das Ausmeſſen des kubiſchen Inhaltes des Körpers der Thiere kann man ihr ab⸗ ſolutes Gewicht erforſchen, wenn man das ſpezifiſche kennt. Der Herr von Strachwitz zu Weintzen in Preußen ſuchte die längſt bekannte kubiſche Ausmeſſung des Körpers der Thiere dadurch zu verbeſſern, daß er einen Theiler ſuchte, der das reine Fleiſch⸗ oder Schlächtergewicht des Thieres in Berliner Pfunden angäbe. Sein Verfahren iſt im 10. B. von Thaers Annalen, S. 121 beſchrieben, und beſteht in Folgendem. Man multiplicirt das Quadrat des Diameters der Thiere hinter den Schultern ge⸗ meſſen, mit der Länge vom Schulterpunct bis zum Ende des Hin⸗ terbackens, dividirt dieſe Summe mit 54, und der Quozient er⸗ gibt die Pfundezahl des Schlächtergewichtes des Thieres. Ein Ochs z. B. hatte Länge 49“ Umfang 71,5. Der Umfang verhält ſich zum Durchmeſſer, wie 22² zu 7. 71,5 Umfang gibt daher zum Diameter: 22,75. 22,75 mit ſich ſelbſt multiplicirt, gibt: 517,56(nicht 495 16, wie in der Ab⸗ handlung ſteht), zum Quadrat. 517,56% 49= 25360,44 25360, 44: 54= 469. Als der Ochs geſchlachtet wurde, wog er an reinem Fleiſche 460 Pf. Er erzählt hierauf nach 2 Berechnungen von Schweinen und von einem Hammel, wo dieſe Formel überall ziemlich gut das Fleiſchgewicht angab. Mein Freund, Herr Söllner zu Wieſenau, machte über dieſen Gegenſtand eine große Menge von Beobachtungen, und ſuchte den Diviſor, um das Gewicht in Wiener Pfunden ausgedrückt zu erhalten. Nach ſeinen wiederhohlten Verſuchen iſt der Diviſor des Herrn v. Strachwitz für unſere Hornviehraſſe ſchlerhaſt un ſu, wenn d und das Pr⸗ Ochſen und s dieſe Formet teren Thiere Es veit Landwirthe, Fleiſcgewich des Viehhard Gefahr liefen Wenn nohme an Gt ihr abſolutts den, welcene vichte habe. 9 Erforſung? und die mind Zuwage— get denen hervorg. ſtetet, aber do und wenn das heißt, halbgen ſchlitte, 59— N., ud n Feeiſch geben und Füße, v gemäſteten T bis 2) Pfun Die beim magere — 10; heim Aus d ſey, fettes 85 mageres viel mehr Fe fch ſo ther und leichter, hütrimißig vagfleiſch be⸗ Fleſſhe hat. Der ſchlitts witd der Riypen, Hodenſackes Theilen vorr witd das 85 abet teſahrenſten ſclites. wieſem 18 Maſolſ Oäͤſen 20 Woten nglich fett gewarda ei der Erzeugun Verhältniß ſtha n. Wenn daher 3 , als 1 Mezn ge⸗ zu Branntwen ⸗ hinlängliches Fute Maſtung ilenzng und Lefühlen de ie ſehr die Vagein y, der ſcc midm das Meſſen iher w s körperlichen Uuir⸗ durch das udneſa ere kann man ir ⸗ ſpezifiſche kennt. da in Preußer ſete s Körpers der dit eſuchte, der das uim Hin Berliner hfun on Thaers Anln dem. Man multylän ater den Schulten ⸗ bis zum Erde desh und der Quhfint es des Jhiertz Er †. hmeſſer, wie 1 l 22,75. 11/15 mit ſ 5 16, wie in Ri"- ger an reinem Fliſt ungen von Schvin liherall jiemlich ni Wieſenau, nact von Beobachtunge in Wiener hfunda erhohlten Verſucen r unſert Hernüihriſ 251 fehlerhaft und zu klein, und die Berechnungsart trifft nur dann zu, wenn das Thier nach obiger Art in Wiener Zollen gemeſſen, und das Product der Multiplication mit 67,5 dividirt wird. Bei Ochſen und Kühen, die mehr als 200 Pf. Fleiſch haben, gibt dieſe Formel das Schlächtergewicht ſehr richtig an, aber bei leich⸗ teren Thieren, ſo wie bei Stieren iſt ſie unrichtig. Es verdient dieſer Gegenſtand die Aufmerkſamkeit aller Landwirthe, denn wenn es möglich iſt auf dieſe Art das reine Fleiſchgewicht der Thiere auszumitteln, ſo würde die Sicherheit des Viehhandels ungemein dabei gewinnen, indem man weniger Gefahr liefe, beim Kauf und Verkauf betrogen zu werden. Wenn man aber auch durch das Wägen die allmähliche Zu⸗ nahme an Gewicht bei den gemäſteten Thieren wahrnimmt, oder ihr abſolutes Gewicht weiß, ſo bleibt es noch immer unentſchie⸗ den, welchen Antheil das Fleiſch und Unſchlitt an dieſem Ge⸗ wichte habe. Man hat eine große Menge von Schlachtproben zur Erforſchung dieſes Verhältniſſes ſowohl, als wie ſich die Abfälle und die minder nützlichen und wohlfeileren Körpertheile— die Zuwage— gegen die übrigen Theile verhalten, angeſtellt, aus denen hervorgeht, daß 100 Pfund lebendes Gewicht nicht gemä⸗ ſteter, aber doch nicht abgemagerter Thiere, 52— 54 Pf. Fleiſch, und wenn das Fett zugerechnet wird 56—59 Pf. halbfetter, das heißt, halbgemäſteter, 54— 60 Pf. Fleiſch, und mit dem Un⸗ ſchlitte, 59— 63 Pf.: und ganz ausgemäſteter Thiere 61— 64 Pf., und mit dem Unſchlitte bis 70 Pf. geben. 100 Pf. reines Fleiſch geben bei mageren Thieren 6— 8 Pf. Unſchlitt, bei halb⸗ gemäſteten Thieren 9— 12 Pf., und bei fetten Thieren aber 13 bis 27 Pfund.. Die Fleiſchtheile von minderem Werthe, Eingeweide, Kopf und Füße, verhalten ſich zum reinen Fleiſch in den vier Vierteln beim mageren Vieh wie 20— 2; beim halbgemäſteten wie 15 — 20; beim fetten wie 8— 12 zu 100. Aus dieſem erhellet, wie vortheilhaft es für den Fleiſcher ſey, fettes Vieh zu kaufen, wenn es auch beträchtlich theurer iſt, als mageres, weil er mit dem abſoluten Gewichte des Thieres viel mehr Fetttheile bekommt, die als Unſchlitt doppelt und drei⸗ fach ſo theuer als Fleiſch ſind, weil er das fette Fleiſch theurer und leichter anbringt, als das magere, weil die Haut einen ver⸗ hältnißmäßig höheren Werth hat, und weil er viel weniger Zu⸗ wagfleiſch bekommt, das oft nur die Hälfte des Werthes vom Fleiſche hat. Der Zuſtand der Fettigkeit, oder das Gewicht des Un⸗ ſchlittes wird gewöhnlich am lebenden Körper aus dem Befühlen der Rippen, Hüftknochen, der Flanken, und bei den Ochſen des Hodenſackes geſchätzt. Je mehr ſich in dieſen, für ſich fettloſen Theilen vorraͤthiges Fett fühlen läßt, je mehr, vermuthet man, wird das Thier auch Fett im Netz und Gekröſe haben. Nichts täuſcht aber mehr als dieſe Schätzung, und die geſchickteſten und erfahrenſten Viehhändler betriegen ſich über das Gewicht des Un⸗ ſchlittes, wenn ſie auch jenes des Fleiſches mit großer Richtig⸗ keit angeben. B. Von der Schafzucht. a. Von dem Werthe und der Natur der Schafe. 2. Das Schaf gewährt dem Menſchen ſo riele Vortheile durch ſeine Wolle, ſein Fleiſch, Fett und ſeine Haut, daß es ihm nach dem Hornviehe das wichtigſte Haus⸗ thier iſt. Dem umherziehenden Menſchen, Nomaden, iſt das Schaf das wichtigſte Thier, denn es liefert alles, was er zu ſeiner Er⸗ nährung und Bekleidung bedarf, und er braucht nur einige wenige andere, ſtärkere Thiere: Pferde, Hornvieh oder Kamehle, die ihm ſein Gepäck tragen oder ziehen; der ackerbautreibende Menſch kann aber des Schafes entbehren weil ihm das Hornvieh Ar⸗ beit leiſtet, Fleiſch, Fett, Milch und Leder liefert, und weil er ſeine Kleidungsſtücke entweder am Acker erzeugt, oder für die Er⸗ zeugniſſe desſelben eintauſcht. Weil aber ein großer Theil des Bo⸗ dens in allen Gegenden Weideland iſt, das zu einer höheren Be⸗ nützung entweder nicht nothwendig, oder derſelben nicht fähig iſt, ſo wird Schafzucht mit Ackerbau verbunden; und wo die Weide dieſen Thieren angemeſſen iſt, oder die vorzüglicheren Producte des Schafes einen hohen Preis haben, gewährt ſie nicht ſelten ei⸗ nen größeren Nutzen, wie jelle des Hornviehes. 2. Schafe werden im wilden, ungezähmten Zuſtande uͤberall in den unkultivirten Gegenden angetroffen. In den warmen Gegenden der Welt, in Europa, in Korſika und Sardinien, ſo wie in den griechiſchen Inſeln, dann im Vorder⸗ und Hinter⸗Aſien, ſo wie in Afrika findet man überall wilde Schafe. In den nördlichen Ländern iſt das Schaf nicht einheimiſch, aber man ſindet da verwilderte Herden, z. B. in Norwegen, und ſelbſt in Is⸗ land, die das ganze Jahr im Freien leben, und die in dieſem rauhen Klima eine ganz eigenthümliche Hörnerform angenommen haben, die ſie von allen anderen Schafen unterſcheidet. „Dieſe Thiere kommen daher in jedem Klima fort, nur wird man überall finden, daß die klimatiſche Veränderung auch eine Veranderung der Körper form hervorbringt. 3. Sie lieben den Aufenthalt auf Hügeln und Ber⸗ gen, auf kurzgraſigen, trocknen Weideplätzen, die mit Bäu⸗ men hin und wieder beſetzt ſind, unter denen ſie Schatten and Khlune gegen den 9 b Die s terworfen, u wie in de G W. arja jene Schaft wihnt vwotde Waden, und es dahin üben heit zu bekon Lon de finnt, aber vühwen, dien itrigen Jhitte Si in Scatten in de in der Sonne nas ſe wohl KAden düli en Tiietts d eaureyiſſce S. meren Gegend derlich, und nnd weden b ihnen ſeht g djenen Winter feerden, wi dis 1810 der wie das Gr tung in ſa V dieſem fre Heornvieh! 5 6 ten, und Wenn ſic ernähren cen, aher ſochen, die iflich 8) Kärnten, ct. tur der Schaſ Menſchen ſt di ſch, Fitt und ſi das wichtigſtehu⸗ maden, iſt das Eth was er zu ſeiner er ucht nur einige vin h oder Kamehle, i erbautreibende aih im das Herntith ⸗ er liefert, und vil eugt, oder füt die h großer Theil deb zu einer hähern be erſelben nict ſißg t n; und wo die bih. orzüglicheren rduh ährt ſie nicht ſala ehes. zgezahmten zuin angetroffn. lt, in Eurohe, den grieciſten er⸗Aſien, ſowii In den nöͤrdlitn , aber man fuie n, und ſelbſ in N en, und die in dee rnerform angenonna unterſcheitt. Klima fort, nut ri geränderung au in ingt. f higeln uh in tzen, di nübü denen ſieEtuin 253. und Kühlung in den heißen Stunden des Tages, und Schutz gegen den Regen finden. Die Schafe ſind in den Bergen weniger Krankheiten un⸗ terworfen, und gedeihen bei übrigens gleichen Verhältniſſen beſſer, wie in den Ebenen, wo ſie der Egelkrankheit mehr unterworfen ſind. Auf naſſen, vorzüglich aber ſumpfigen Weiden bleiben nur jene Schafe geſund, die von Jugend auf an dieſe Weiden ge⸗ wöhnt worden ſind. Das Marſchſchaf lebt auf fetten, feuchten Wedden, und gedeiht da ganz vorzüglich, wo das Bergſchaf, wenn es dahin überſetzt wird, die größte Gefahr läuft, die Egelkrank⸗ heit zu bekommen. Von der Natur iſt das Schaf nur für trockne Weiden be⸗ ſtimmt, aber es kann ſich allmählich auch an ſolche Nahrung ge⸗ wöhnen, die ihm anfänglich nachtheilig war; was wir bei allen übrigen Thieren ebenfalls beobachten⸗ Sie können nicht große Sonnenhitze ertragen, und ſuchen Schatten in der Mittagszeit. Finden ſie keinen, ſo ſtellen ſie ſich in der Sonne zuſammen, und halten ihre Köpfe zum Boden, was ſie wohl auch im Schatten manchmal thun, weil die Luft am Boden vielleicht kühler iſt, und in der Sonne der Körper des ei⸗ nen Thieres den Kopf des andern beſchattet.— Es iſt daher das europäiſche Schaf von der Natur mehr für die kühleren als wär⸗ meren Gegenden beſtimmt. Die Naͤſſe iſt aber dieſen Thieren wi⸗ derlich, und ihnen nachtheilig; ſie ſuchen Unterſtand beim Regen, und weiden nicht während demſelben. Auch ſind naſſe Jahrgänge ihnen ſehr gefährlich, und man wird immer beobachten, daß in jenen Wintern, die einem naßkalten Jahre folgen, viele Schafe ſterben, wie dieß z. B. in den Wintern 1815 bis 1816 und 1816 bis 1817 der Fall war. 1 4. Das Laub der Gebüſche und jungen Bäume, ſo wie das Gras auf trocknen Wieſen iſt ihre angenehmſte Nah⸗ rung im ſaftigen ſowohl als getrockneten Zuſtande. Außer dieſem freſſen ſie aber auch alle Futtergewaͤchſe, die das Hornvieh liebt. 5. Sie ſind im Stande, täglich weite Reiſen zu ma⸗ chen, und freſſen den ganzen Tag während des Gehens. Wenn ſie in vielen Gegenden bloß auf den Brachfeldern ſich ernähren müſſen, ſo dürfen ſie zwar nicht weite Reiſen ma⸗ chen, aber ſie müſſen doch den ganzen Tag gehen, und Nahrung ſuchen, die nur ſpärlich auf ſolchen Weiden wächst.— Auf der gräflich Thurniſchen Merinos⸗Schäferei am Riſchberg in Kärnten, die 3372 Wiener Fuß über dem Meere liegt, ge⸗ 254 hen die Schafe im hohen Sommer alltäglich auf die Spitze der Petzen, 6744“ über dem Meere, und kehren alle Abend zurück. Sie haben Morgens 2 ½— 3 Stunden, und Abends 1 ½— 2 Stunden zu gehen, und man bemerkt nicht, daß ihnen dieſe Rei⸗ ſen beſchwerlich fielen, oder ihnen nachtheilig wären. 6. Sie trinken nur wenig, und bedürfen überhaupt weniger Waſſer, wie die übrigen Hausthiere. Um waſſerloſe Weiden zu benützen, ſchickt ſich das Schaf am beſten, denn es bringt den ganzen Tag ohne Trinken zu; und wenn es im Sommer auch wirklich Morgens und Abends zur Tränke geführt wird, ſo bemerkt man, daß viele gar nicht, und die meiſten nur wenig trinken. Im Winter aber, wenn ſie nichts Saftiges erhalten, bedürfen ſie mehr Waſſer. b. Von den Arten und Raſſen der Schafe. 1. Alles das, was(Spez. Pflanz. Kultur,§. III. A. 11. 12.) von den Pflanzen und den Thieren(Allgem. Viehz.§. II. A. 3. 7.) über ihre Arten und Abarten geſagt worden iſt, gilt auch von den Schafen. 2. Das Geſchlecht der Schafe enthält eine große Menge von Arten, und jede Art eine große Menge von Abarten, die man bei den Thieren Raſſen nennt. Der Landwirth bedarf aber nur von jenen Arten und Abarten eine nähere Kenntniß, die in Europa einheimiſch und un⸗ ſeren klimatiſchen Verhaͤltniſſen angemeſſen ſind, oder die⸗ ſelben ſchon angewöhnt haben. 3. Alle unſere Schafarten können füglich in zwei Klaſ⸗ ſen eingetheilt werden, in die, welche ſchlichte, und jene, welche gekrauste Wolle tragen. Man nennt die grobe, ſchlichte Wolle häufig Haare, weil es keine ſcharfe Gränzlinie zwiſchen Haar und Wolle gibt. Man nennt Haare jene Art der Hautbekleidung, wo der einzelne Fa⸗ den ſteif, glänzend und gerade iſt; Wolle heißt man den Faden, wenn er weich und fein iſt, weniger glänzt, und ſich in den mei⸗ ſten Fällen kräuſelt. Alle unſere Schafe haben Wolle, nur iſt der Durchmeſſer des Wollfadens bei den verſchiedenen Arten und Raſ⸗ ſen ſehr verſchieden, ſie iſt bald ſo fein, daß 136 Fäden auf eine Pieuer Linit 170), bald Haare komw der Wolle vo fin, undſt decung in H wie der Voe wächet, ind abgeriſſen wi Dnennt, ſchein dicker, wie d lich gedreht. Öchli aller Kraͤuſeln nde, am Kor und grob, und diſcht witd, ſe Gekra verſchiedentlich dtſchwoll. nuß, wenn ſe aber auch die gemach werde ſen, und woh Sthlich wenn der ei vird, ſo iſt 4. J ſchaf, da und grober Wenn während ſor b körperliche E heit der Wal ackelſche derg Frankrei⸗ der Bergraf Deutſche fes du ſchn; die Schwere Def tions on l Schafraſen ſich auf die Spited 4 ren alle Abend zuri und Ahends 1— daß ihnen dieſe hi⸗ g waͤren. bedürfen ühejan usthiere. ſchickt ſih das S ohne Trinken zu; m gens und Abands g Fviele gar uitt, w aber, wenn ſe ni er. en der Säaft. z. Kultur, ſ. N.4 Thieren(llhm und Abarten gſe enthaͤlt eine gif e große Menge ta Raſſen vennt. N Arten und Ahnin einheinich uh⸗ eſſen ſud, dad⸗ füglih in wiglt ſche ſchlichte, 1 ragen. le häufg Haart, ril und Wolle gih Im wo der einzelted heiſt man den Sde ¹, und ſich in da 3 hen Wolle, nur ſ 1 ledenen Arten un Ru ſß du didn uf 255 Wiener Linie gehen(Oekon. Neuigk. von André, Juli 1819, 174), bald ſo grob, daß 36 Fäden denſelben Raum einnehmen. Haare kommen aber auch bei einigen Arten der Schafe zwiſchen der Wolle vor; man nennt ſie Stichelhaare;z ſte ſind kurz, fein, und ſcheinen von der Natur zur Vermehrung der Körperbe⸗ deckung im Herbſte gebildet, und eben ſo abgeworfen zu werden, wie der Vogel die Feder verliert; während die Wolle immerfort wächst, und nur an ihren Enden abgerieben, oder durch Zufall abgeriſſen wird. Was man Hundshaare bei den Schafen nennt, ſcheinen verkrüppelte, kranke Wollfäden zu ſeyn; ſie ſind dicker, wie dieſe, kurz, glanzlos, oft flach gedrückt, und unförm⸗ lich gedreht. Schlichte Wolle heißt man jene, wo die Wollfäden ohne aller Kräuſelung, oder mit einer ſehr geringen, ſchlicht, d. h. ge⸗ rade, am Körper herabhängen. Weil ſolche Wolle gewöhnlich lang und grob, und bei der Verarbeitung nur gekämmt und nicht kar⸗ däſcht wird, ſo heißt ſie auch Kämmwolle.. Gekrauste Wolle iſt jene, wo jeder einzelne Wollfaden verſchiedentlich gebogen oder gewunden iſt. Sie heißt auch Kar⸗ dätſchwolle, weil ſie nach dem Waſchen kardätſcht werden muß, wenn ſie zu Tuch verarbeitet werden ſoll. Indeſſen wird aber auch die feinſte, krauſe Wolle gekämmt, wenn ſolche Zeuge gemacht werden ſollen, die einen ſehr dünnen Körper haben müſ⸗ ſen, und nicht aufgekratzt werden dürfen. Schlichte Wolle iſt lang, krauſe, ſcheinbar kurz; denn wenn der einzelne Faden dieſer letzteren aus einander gezogen wird, ſo iſt er ſo lang, wie bei der erſteren. 4. In die erſtere Klaſſe gehöret das Fettweiden⸗ ſchaf, das Schaf der Ebenen, mit großem Körper und grober Wolle.. Wenn dieſe Schafart eine ſehr reiche Weide hat, und fort⸗ während ſorgfältig gepflegt wird, ſo erlangt ſie eine ausnehmende körperliche Größe, und eine beſondere Länge und größere Fein⸗ heit der Wolle. In unſeren Ländern iſt das un gariſche oder Zackelſchaf der Typus dieſer Art. Seine Wolle iſt lang, ſehr grob, der Körper iſt groß. In Deutſchland, ſo wie in Frankreich, findet man gewöhnlich Blendlinge aus dieſer und der Bergraſſe mit gekrauster Wolle. Die Marſchſchafe in Deutſchland und England ſcheinen eine Abart dieſes Scha⸗ fes zu ſeyn; ſie zeichnen ſich durch die Menge der Wolle und die Schwere ihrer Körper aus. Die folgende Tabelle von George Culley(0bserva- tions on Live Stock. London 1705) gibt eine Ueberſicht der Schafraſſen in England und ihres verhältnißmäßigen Werthes. 4 4 inigt in e ei 1 2 9 110— 150 geben * 8 — 2 9 2 olle 5. Paduane Wele. Die Pfund Fleſ ſeckt, hraun ſee, aber ni den Ber⸗ nud, d oird, das Ft ht im ſe Ir f nf c Norveziſ —= » zi b. A emeine ſzaf af, und 3 2— .—— 8—— E —— ½; die ſich do de dee Dict heit der I tung von be deckten; meſſtens gewunden durzni 20 4 MittleresGe Alter, Namen der H6 Farbe der Ko⸗ Art Gewicht des Pr⸗ee von„wicht eines in dem er Raſſe. orner. pfe u. Beine. der Wolle. Fließes. Pf. Wolle am Hammels pr. getödtet — Jahre 1794-] Viertel. wud. Pfund. ſL. s. d. 1 Diſhley. Keine. Weiß. Kämmwolle. 8—— 10 25 2 2 Lincoln.„„„ 11—— 10 25 3 3 Treswater.„„„ 9—— 10 30 2 4 Dartmoor.„„„ 9—— 8 3⁰ 2 /½ 5 Ermovr. Gehörnt„„ 6—— 8 16 2 ½ 6 Haide. Große Hörner. Schwarz.„ 3 ½¶—— 6 15 4 ½ 7 Romney⸗ Ohne. Weiß.„ 8—— 10 25 2 ½ 8 Dorſet. Kleine Hörner.»„ Kardätſchwolle. 3 ½½— 1 2 18 3 /½ 9 Hereford. Keine.„„ 2-— 2 9 14 4 ½ 10 Southdown„ Gran.„ 2 /½— 2— 18 2 11 Norfolk. Große Hörner. Schwarz.„ 2- 1 5 18 3/ 12 Herdwig. Keine. Gefleckt.„ 2—— 6 10 4 13 Cheviot.„ Weiß.„ 3—— 1 16 4 ½ 14 Dunfaced.„ Braun.„ 1— 3— 7 4 ½ 15 Schettland.„ Gefleckt.„ 1 ½—-— 3— 8 4 ½ 16(Merinos. Gehörnt. Weiß.„ 3 ½—-— 4— Alle Schafe, die ſchlichte Wolle tragen, ſind Marſchſchafe; ſie ſind ſchwer, groß, und geben viele, aber grobe, und deßwegen wohlfeile Wolle. Die Schafe von E gehören zu dieſer Klaſſe. Indeſſen findet man dieſe Schafe nicht immer ſelten, in den Bergen, auf vorzüglich maſtigen Weiden, die dem gewö yderſtädt in Schleswig, in den Niederungen, hnlichen Bergſchaf nicht zutraͤglich ſind, wo ſie, das flandriſche Schaf u. a. m. man findet ſie auch, aber — ‿—⸗ —x 9— 959§ 222 & ⸗ 2 8 S 9 355 ¹ 238G 85 87 3 n* 8 5 84 kt —— 22 n 5 3 2 * 84 8 —— 5 h 3½ 8 2** 8NN„ — 6⁹ 95 2½ 75 — 2 t 3 8 8 v 5 53 5. 8[ 8 9 —— 6 9 324 „ 28 2 2* 9 a * 9 6 2 dt 1III* 9&5 26 9 8 ¼ 1IIlSs 222 — 05 55513. — — 4 9½ 22⁷ 3 ½ b 21 α 3. 2355 256 — — 57. 2„* 2575 . 52* N 922 4 6 d 257 wie in einigen Thäͤlern von Tyrol, ſo groß werden, daß ſie 120— 150 Pf. Fleiſch, und 12— 15 Pf. gewaſchene krauſe Wolle geben. 5. In die zweite Klaſſe gehört das Bergſchaf, kleine Schaf, mit viel kleinerem Körper, dichter, kur⸗ zer und krauſer Wolle. Der Typus dieſer Schafart iſt in unſeren Ländern das Paduaner Schaf, wälſche Schaf, mit krauſer, feiner Wolle. Die Thiere ſind mäßig groß, weiß, haben etwa 30— 40 Pfund Fleiſch, und ſind nicht gehörnt. Kleine Schafe, weiß, ge⸗ fleckt, braun und ſchwarz, meiſt ohne Hörner, mit kurzer, krau⸗ ſer, aber nicht ſehr feiner Wolle findet man überall in Europa, auf den Bergen und in Anhöhen. Das Heidſchaf, Heid⸗ ſchnucke, das auf den niederſächſiſchen Heiden angetrof⸗ fen wird, das klein, gehörnt, und meiſtens gefärbt iſt, das ganze Jahr im Freien lebt, gehört eben ſo gut zu dieſer Art, wie das 25 Fwegiiche⸗ Hochſchottiſche und Schettländiſche — a. 6. Aus der Vermiſchung dieſer beiden Arten iſt das gemeine Schaf entſtanden, das größer, wie das Berg⸗ ſchaf, und kleiner, wie das Marſchſchaf iſt, und eine ziem⸗ lich lange, wenig gekrauste Wolle trägt. 5. Das ſpaniſche Schaf, Merinosſchaf, gehört auch zur zweiten Klaſſe; iſt aber eine eigene Art, die ſich von der gewöhnlichen krauswolligen Schafart durch die Dichtigkeit des Fließes und die ausnehmende Fein⸗ heit der Wolle, ſo wie durch eine ſehr bedeutende Abſonde⸗ rung von einem harzigen Fett über den ganzen, mit Wolle bedeckten Theil des Körpers auszeichnet. Die Widder haben meiſtens Hörner, die groß und nach vorne, und abwaͤrts gewunden ſind. Man muß die Merinos für eine eigene Art Schafe halten, und nicht für eine Abart— Raſſe— des Bergſchafes; denn ſonſt würde man in Spanien, im ſüdlichen Frankre ich und in Ka labrien überall nur Merinos, und nicht dieſelbe Art Schafe antreſſen, die man allenthalben im übrigen Europa ſindet, und die nach Schweden vor 100 Jahren überſetzten Burgers Lehrb. d. Landw. I1. Bd. 17 258 Merinos würden jetzt den Charakter des Landviehes angenommen haben, während L aſt eyr ie verſichert(Histoire de l'introduc- tion des moutons à laine fine d' Espagnc. Paris, 1802. S. 14), daß er bei Hrn. Schulzenheim zu Gronſon in Upland eine Herde geſehen habe, die von Thieren abſtammte, welche vor 55 Jahren aus Spanien kamen, deren Wolle, verglichen mit der Wolle friſch aus Spanien kommender Schafe, ihr weder an Schönheit noch Feinheit nachſtand. Dieſelbe Beobach⸗ tung machte man in Oeſterreich und in allen Ländern, wo die neue Schafart zweckmäßig behandelt wurde; überall blieb ſich der Haupt⸗Charakter der Merinos gleich, und nur kleine Abweichun⸗ gen— Abarten, Varietäten, Raſſen— ſindet man bei dieſen Thieren in Spanien, Frankreich, Deutſchland und Ungarn. Wo dieſe Schafart einheimiſch ſey, oder unter welchen Um⸗ ſtänden ſie ſich in Spanien bildete, iſt gegenwärtig noch un⸗ entſchieden. Man glaubt nicht mehr, daß ſie aus Afrika nach Spanien überſetzt worden ſey, denn man findet nirgendwo in der Barbarei Merinos, und es hat mehr Wahrſcheinlichkeit, daß dieſe Art entweder im nörd lichen Spanien urſprünglich zu Hauſe ſey, oder daß feinwollige Schafe aus England in den Gebirgen von Nord⸗Spanien jenen Agenchümlichen Charakter erhielten, den ſie ſeit ihrer Bekanntwerdung 300 Jahre lang gleichförmig zeigen. Ueber die Raſſen der ſpaniſchen Schafe ſindet man eine Menge von Nachrichten in Petri's Werk über die Schafzucht, Wien 1815; auch beſchreibt Thaer die aus Frankreich nach Preußen geführten Merinos von verſchiedenen Raſſen ſehr deut⸗ lich, und im I., III. und IV. Bande der Möglinſſchen Annalen ſind eine Menge der trefflichſten Bemerkungen über dieſen Ge⸗ genſtand enthalten. Thaer will alle Merinos⸗Raſſen in zwei Huuptſtämme theilen, in die eine mit ſehr elaſtiſcher, dicht zuſammengedräng⸗ ter, aber ſehr lang ausziehbarer Wolle, von kurzem ſtumpfen Stapel, die von der Negretiti, und in die andere, mit min⸗ der gekräuſelter, nur ſanft ſpiralförmig gewundener, wenig ge⸗ drängter Wolle, mit langem, weniger breiten, ſpitzer zulaufen⸗ den Stapel(Wollenbüſchel?), die von der Eskurial⸗Herde urſprünglich abſtammen ſoll. Uns dünkt es, daß unter veränderten Umſtänden eine Raſſe ſich leicht der anderen nähern, vielleicht gar in dieſelbe überge⸗ hen werde; und weil bei dem fortwährenden Kreuzen der ver⸗ ſchiedenen Merinos⸗Naſſen ſich immer neue Raſſen bilden: ſo wird man mit dieſer Deſinition nicht immer ein gegebenes Schaf klaſſiſiziren können: woran aber auch nichts liegt. Möge die Herde aus Leon oder Soria, von Paular oder Esku⸗ rial ſtammen, wenn ihre Wolle nur jetzt jenen Grad der Fein⸗ heit, Gleichförmigkeit und Dichtigkeit hat, die uns ſo vorzüg⸗ lich ſchäͤtzbar iſt. 8. 8 des fe fet tter vortheilha fetts gl Polle u mehr Afe dieſch au In ſts de Ne dahin eingen funden. Dee für nuzenbt hahen; denn V von Linco n z0 D. ſo vnd di Güte des gewogen.— ſremdes Nras, un Wert za get un ger für N le Wedder unter ein Narſchſch b e V .. gemiſchte 1 rung wie Lrankheit ger d faller as theilhſt niſſ es die neue R. begannen ſert: ſe ddiehes angenomnen ioire de lintrolae Aris, 1804. S. 1 donſon in Uplen) n ahſtammte, dits eren Wolle veitn mmender Schaf, t d. Dieſelbe Deohat, allen Ländern, neſi z überall blieb ſch R nur kleine Abvechn⸗ findet man bei din Deutſchlaudm der unter welhull. gegenwärtig noh n⸗ ſte aus Aftika uh an findet nirgendwo n nehr Wahrſtzenliten 5panien urſprinſt afe aus Englani jenen eigenthänlch antwerdung 3oo Jih Schafe findet mi in kk über die Shhut, us Frankreit ut ꝛdenen Raſſen ſet du⸗ Möglinſſche lma kungen üder diln b⸗ in zwei Hutttüne dicht zuſanmnghdi „von kurzem funfſa die andere, mi n gewundener, vai reiten, ſpiter zulgin Eskurial⸗her en Umſtänden titgi aar in dieſelbe ihne enden Kreuzen da do eue Raſſen bidne er ein gegebensbhi ſichts liegt. Nöge daular oder biit jenen Grad der i t, die und ſo borjih 259 8. Wo reiche Weiden vorhanden ſind, und der Preis des fetten Schaffleiſches beſonders gut bezahlt wird, iſt es vortheilhafter, Marſchſchafe zu halten, mit ihnen viel und fettes Fleiſch, und nebſtbei viele, wenn auch wohlfeilere Wolle zu erzeugen, als kleinere Thiere, die im Verhältniß mehr Abfäͤlle haben, deren Haut weniger werth iſt, und die ſich auf ſolchen Weiden Krankheiten zuziehen. In England werden, ungeachtet des übergroßen Prei⸗ ſes der Merinoswolle, die aus Spanien und Deutſchland dahin eingeführt wird, dennoch nur wenige Merinosherden ge⸗ funden. Die Landwirthe jenes Reiches halten ihre großen Schafe für nutzenbringender, wie die Merinos, und werden auch Recht haben; denn wenn die Wolle ihrer beſſerern Raſſen, z. B. der von Lincoln, Diſhley, Teeswater, Romney, auch nur 10 D. das Pfund koſtet; ſo erzeugen ſie aber 10 Pf. da⸗ mit, und bekommen 8 ¼l Sh. dafür. Wenn das Merinosſchaf wirklich 3 ½ Pf. à 4 Sh., alſo 14 Sh. für die Wolle liefert: ſo wird dieſer Ueberſchuß von 5 ⅛ Sh. durch die Menge und Güte des Fleiſches, Fettes und den Werth der Haut weit auf⸗ gewogen. In einem Lande, wo ſo viel Fleiſch verzehrt und kein fremdes Vieh eingeführt wird, hat dieſes einen bedeutend hohen Preis, und man verſchmerzt leicht den Entgang des höheren Werthes der Wolle, wenn man reichlich beim Fleiſch entſchädi⸗ get wird.— Daß Fettweiden weder für Bergſchafe, noch weni⸗ ger für Merinos paſſen, und daß ſich dieſe Schafarten auf der⸗ lei Weiden Krankheiten und den Tod hohlen würden, mag mit⸗ unter ein Beweggrund mehr ſeyn, daß gewiſſe Gegenden nur Marſchſchafe halten. —. Gemeine Schafe, ſie mögen von der Berg⸗ oder gemiſchten Art ſeyn, erheiſchen dieſelbe Pflege und Fuͤtte⸗ rung wie die Merinos, und ſind denſelben Zufällen und Krankheiten unterworfen, wie dieſe. Weil ſie aber weni⸗ ger Wolle geben, und die gemeine Wolle um vieles wohl⸗ feiler als jene der Merinos iſt: ſo erhellet hieraus, wie vor⸗ theilhaft es ſey, wenn die übrigen Wirthſchafts⸗Verhält⸗ niſſe es erlauben, den alten Schafſtamm auszumärzen, und die neue Art einzuführen. Man hat anfänglich, wie ſich die Merinos zu verbreiten begannen, viele Bedenklichkeiten gegen ihre Einführung geäu⸗ ßert: ſie würden ſehr bald abarten, ſie müßten ungleich beſſer 17* 260 gewartet und reichlicher gefüttert werden, wie die Landſchafe, und verzehrten mehr, als ſie einbrächten, und endlich wären ſie mehr Krankheiten unterworfen, wie dieſe. Was den erſten Ein⸗ wurf betrifft: ſo iſt man gegenwärtig ſo ziemlich überzeugt, daß dieſe Schafart nirgendwo in die gemeine Land⸗Raſſe ausartet. Daß man aus ſehr feinen Stammthieren, oder veredelten Blend⸗ lingen, die man für Stammthiere hielt, durch unzweckmäßige Paarung und karge Ernährung eine minder feinwollige Nach⸗ kommenſchaft erhält, kann man häuſig beobachten: wo aber die Schafzucht mit Verſtand betrieben wird, bemerkt man nirgendwo eine Verſchlimmerung oder Verſchlechtung der Raſſe; oft nur eine Vervollkommnung derſelben.— Daß ſie beſſer und reichli⸗ cher genährt werden müſſen, wie die Landſchafe gewöhnlich ge⸗ halten werden, gilt nur relativ; denn ſie können mit derſelben kargen Fütterung, wie die Landſchafe deſtehen. Weil wir aber durch eine beſſere Weide und reichlichere Winterfütterung, durch die Menge und verbeſſerte Eigenſchaft der Wolle entſchädiget werden: ſo würden wir unſerem Vortheil entgegen handeln, dieſe Thiere kärglich zu nähren. Daß ſie endlich ſchwächlicher ſeyen, maehr zu Krankheiten aller Art geeignet, iſt nicht zu erweiſen, und man bemerkt in ſolchen Schäfereien, wo Merinos und Land⸗ ſchafe neben einander gehalten werden, keinesweges, daß die er⸗ ſteren größeren Verluſt an Krankheiten erlitten, wie die letzte⸗ ren: nur die anſteckende Klauenſeuche ſcheint nach den neueſten Beobachtungen eine Krankheit zu ſeyn, die dieſer Schafart ei⸗ genthümlich iſt. Da wir ſie aber in Deutſchland bis jetzt nicht kannten, und unſere Herden erſt durch franzöſiſche Meri⸗ nos angeſteckt wurden: ſo iſt zu hoffen, daß dieß keine Krank⸗ heit ſey, die ſich unter unſern klimatiſchen Verhältniſſen bei die⸗ ſen Thieren entwickelt, und daß ſie vorübergehend, nicht blei⸗ bend ſeyn werde. c. Von der Paarung, Zucht und Pflege der Schafe. 1. Das Schaf iſt mit achtzehn Monaten zur Fortpflan⸗ zung ſeines Geſchlechtes hinlänglich ausgebildet. In den meiſten Schäfereien hält man die weiblichen Schafe, wenn ſie dieß Alter erreicht haben, das man auf die⸗ ſelbe Art, wie beim Hornviehe aus dem Wechſeln der Zähne erkennt, welches in der gleichen Zeit vorfällt, für hinlänglich ausgebildet, um zur Paarung zugelaſſen zu werden; aber die Widder, meint man, müßten 2 ½ bis 3 Jahre alt ſeyn, wenn ſie zugelaſſen werden. Daß dieß aber eine irrige Meinung ſey, gläuden wir bereits in der allgemeinen Viehzucht ſowohl als bei der Hornviehzucht erwieſen zu haben Wohlgenährte Thiere aͤu⸗ ßern den Begattungstrieb viel früher, und ſind in dieſem Alter auch wohl ſchon groͤßten Theils ausgewachſen. 2, E V ſich nut ii Nach Die und Merin 3 gleich den ſe bei de genügende die Lammz richt genöt ſch ihre N Geſchäfte haben, d merkſamt in Stal In den das g pflanzung die Hite: cung und muß der Periode; Warum mers zu! den Thier herumgehe kann nich gar leicht. gut iherſe Hälie leiſ Jäli und ner und „ Im können ji darf; de das ſchwe övechzl dieſen za „vie die dand und endlich nnt Was den erſten Gi jemlich überzeugt 1 Land Raſſe autate oder veredelten Ble durch unzweämihig der feinvollige Rat bachten: wo aön i emerkt man nirgende der Raſſe; ot m ſie beſſer und rat⸗ dſchafe gewohri können mit daſtha ehen. Weil wit dhn Tinterfütterung, duh der Wolle enſſthdie entgegen handeln, Ni ich ſchwächlichr ſgn, iſt nicht zu erveſt, wo Merinos und luy inesweges, daß lir⸗ rlitten, wie die la Heint nach den neuſe die dieſer Schafatt⸗ deutſchland ti ſt urch franzöſſche Na⸗ daß dieß keine Kaui Verhaltniſen be ne Pbergehend, nict i und Pflege d onaten zur getgfa sgebildet. t man die näülin den, das man dufj n Wechſeln der Jühn rfällt, fir hultut zu werden; aber n ſen. 264 2. Es geht 21 Wochen trächtig, und bringt gewöhn⸗ lich nur ein Junges zur Welt. Nach Teſſier lammten von 912 Schafen: 140 zwiſchen dem 146ſten und 15o0ſten Tage⸗ 676„„ 15oſten» 154ſten» 96»„» 154ſten» 16iſten» Die Marſchſchafe bringen häufig Zwillinge, die Landſchafe und Merinos aber nur ſehr ſelten mehr als ein Junges. 3. Im natürlichen Zuſtaude paaren ſich die Schafe, gleich den übrigen Thieren, zu einer ſolchen Jahreszeit, daß ſie bei der Geburt des Jungen eine milde Witterung und genügende Nahrung finden: in der Haushaltung muß aber die Lammzeit in eine ſolche Zeit fallen, wo die Schafe nicht genöthiget ſind, den ganzen Tag herum zu gehen, um ſich ihre Nahrung zu ſuchen, und in der wir durch andere Geſchäfte nicht gedrängt werden, und hinlängliche Muße haben, den Schafmüttern und ihren Jungen alle Auf⸗ merkſamkeit zu widmen; und dieß iſt im Winter, wo ſie im Stalle gefüttert werden.. In einem ſolchen Klima, wo die Schafe auf guten Wei⸗ den das ganze Jahr im Freien lebten, könnte man die Fort⸗ pflanzung des Geſchlechtes ſich ſelbſt überlaſſen. Wo aber durch die Hitze des Sommers, oder die Kälte des Winters eine Sto⸗ ckung und Unterbrechung des Pflanzenwachsthums eintritt, da muß der Landwirth Sorge tragen, die Lammzeit in eine ſolche Periode zu bringen, wo genügende Nahrung vorhanden iſt.— Warum wir aber die Lammzeit nicht in die Mitte des Som⸗ mers zu bringen ſuchen, liegt in der kärglichen Weide, die wir den Thieren meiſt nur einräumen können. Sie müſſen weit herumgehen, um ſich ihre Nahrung zu ſuchen, das junge Lamm kann nicht nachkommen, und beide verkümmern in ſolcher Zeit gar leicht. Auch können wir eine weit zerſtreute Herde nicht ſo gut überſehen, und den gebärenden Schafen und ihren Lämmern Hülfe leiſten, als wie im Stalle. Wir wählen daher die Monate Juli und Auguſt zur Paarung, damit die Lammzeit in den Jän⸗ ner und Hornung falle. Im Stalle überſehen wir mit Leichtigkeit die Schafe; wir können jedem einzelnen Thier Hülfe leiſten, wenn es deren be⸗ darf; die Mütter durfen der Nahrung wegen nicht herumlaufen, das ſchwache Lamm kann neben der Mutter liegen, und iſt den Abwechslungen der Witterung nicht ausgeſetzt, gegen die es in dieſem zarten Alter nicht gleichgültig iſt, und beide ſind kräftig, 262 wenn die Zeit der Weide kommt, und das Junge der Mutter fol⸗ gen muß. 4. Man rechnet auf 30 bis 40 Mütter einen Widder. Ginge die Paarung vor ſich, ſo wie ſich ein Thier brünſtig zeigt: ſo würde man mittlerweile alle Tage Geburten in der Herde haben, und ein Widder genügte auf 2 bis 300 Mütter. Weil man aber zur Zeit der eintretenden Weide ſchon hinlänglich kräf⸗ tige Lämmer haben will: ſo muß die Lämmerung in einer mehr gedrängten Zeit zuſammen vor ſich gehen, und ſollte binnen 6 Wochen vollendet ſeyn. Hieraus geht hervor, daß auch die Paa⸗ rung in dem gleichen Zeitraume vollendet ſeyn muß; und da man nicht wohl annehmen kann, daß ein Widder mehr als ein Schaf in einem Tage befruchten könne: ſo kommen auf 6 Wochen 42 Stück Schafe für einen Widder. 5. Die Paarung geſchieht, daß man dem Widder das einzelne Mutterſchaf vorführt, oder daß man mehreren Widdern eine angemeſſene Anzahl von Schafen zugibt, mit denen ſie während der Paarungszeit herumgehen. 6. Die erſtere Art iſt nur bei der Stammſchäferei nothwendig, wo aus der Paarung einzelner, ſorgfältig aus⸗ gewählter Thiere eine auserleſene Herde und Stammthiere zur Veredlung, d. h. Vervollkommnung des Stammes ge⸗ bildet werden ſollen. Wenn Landſchafe in feinwollige umgeſtaltet werden ſollen: ſo geſchieht dieß, wenn man einen Merinoswidder mit dem grob⸗ wolligen Landſchafe paart, und die Nachkommenſchaft dieſer Zeu⸗ gung bis zur fünften und ſechsten Generation immer mit Origi⸗ nal⸗Merinoswiddern paart. Man bedarf daher zur Paarung die⸗ ſer Blendlinge alljährlich mehr Widder, und man hat ſie durch 12— 18 Jahre nothwendig.— Um von dieſem koſtſpieligen Zu⸗ kauf befrelet, und der ausgewählten Raſſe mehr verſichert zu ſeyn, kauft man anfänglich nebſt den nothwendigen Widdern auch eine angemeſſene Zahl von Merinosmüttern, und bildet ſich ſelbſt aus dieſer kleinen Herde durch ſorgfältige Auswahl der vollkommen⸗ ſten Thiere eine auserleſene Stammherde, die ſich alljährlich ver⸗ größert, und in demſelben Maße die Meſtizenherde verdrängt, die nach der Meinung erfahrner Schafzüchter mehr dem Ausarten in die Landes⸗Raſſe ausgeſetzt ſeyn ſoll, wie die original⸗ſpani⸗ ſche, oder wie andere ſagen, nie jenen Grad der Feinheit der Wolle und des Glanzes erhält, welche der original⸗ſpaniſchen eigenthümlich ift. In nnos beſt man die b fahren, konnen a au viele ſtiwmten laſſen we aus der Anleitun ein Wer Merinos gfehlend a Ech Dint⸗, erit b 6 wit ihre tlaiben. b großen fir da b richt ſem E den! b fanme Futter b tet lie eefenn 6 nen a daßd keite der a durch unge der Mutte ſ ütter einen Pida. ſic ein Thier brünii Geturten inde he 300 Mütter. Pil ſchon hinläͤnglih kie merung in einee net 1, und ſollte bimen or, daß auch die her yn muß; und dann er mehr als en eoi ten auf 6 Vatha a nan dem Widerdo daß man meßren Schafen zupit n rumgehen. der Stamnſchiin elner, ſorgfälti ar de und Stannthin ig des Stanme geſtaltet werde il swidder mit den mi zmmenſchft diſe de tion imner mit Oi⸗ ſlaher zur Patttng e und man htt ſe dut dieſem koſiſilien e mehr berſichrt zu ſ en Widdern tut(il nd bildet ſch ſelit u zwahl der vollkͤnni⸗ die ſich allihrlite eſttenherde tetdrin ter mehr dem Auzut vie die vriginalſtan Prad der Fennhet R der original⸗ ſpanicha 263 In jeder Herde, wenn ſie auch aus lauter Original⸗Me⸗ rinos beſteht, kann eine Stammſchäferei gebildet werden, indem man die auserleſenſten Thiere unter ſich paart, und nur ihre Nachkommen zur eigenen Zuzucht auswählt.— Bei dieſem Ver⸗ fahren, das man das Springen aus der Hand nennt, können aber nur einzelne Thiere gepaart werden, und man müßte zu viele Haufen machen, wenn man die für einen Widder be⸗ ſtimmten wenigen Schafe ſechs Wochen lang mitſammen weiden laſſen wollte.— Es gibt große Schäfereien, wo alle Thiere nur aus der Hand beſprungen werden. Siehe: Ru dolf Andre'’s Anleitung zur Veredlung des Schafviehes⸗ Prag, 1816. S. 49, ein Werk, das ſehr richtige Grundſätze über den Betrieb einer Merinosſchäferei aufſtellt, und in mehr als einer Rückſicht em⸗ pfehlenswerth iſt. 7. Die zweite Art iſt die gewöhnliche bei grobwolli⸗ gen Schafen, auch wohl bei großen Herden feinwolliger Thiere, wenn ſie einen hohen Grad der Vervollkommnung bereits erreicht haben. Es iſt ſehr vortheilhaft, die Widder nur alle zweite Tage mit ihrer Abtheilung herumgehen zu laſſen, damit ſie kräftiger bleiben.— 8. Da die Schafe in den Ställen mitten unter einer großen Anzahl von Thieren lammen, ſo iſt es nothwendig, für das Junge Sorge zu tragen, daß es von den übrigen nicht Schaden leide, oder ſeine Mutter verliere. Zu die⸗ ſem Ende ſperrt man die Mutter durch 3 bis 4 Tage ſammt dem neugebornen Lamme in ein kleines, aus Hürden zu⸗ ſammengefügtes Behältniß, das mit einer Seite an den Futterbarn anſtößt, worin das Junge ruhig neben der Mut⸗ ter liegen, an derſelben nach Bedürfniß ſaͤugen, und es erkennen lernen möge. 9. Die Schafmütter werden mit ihren Lämmern in ei⸗ nen abgeſonderten Stall gebracht, der ſo eingerichtet iſt, daß der dritte oder vierte Theil des Raumes mittelſt einer Leiter abgeſchieden iſt, deren Sproſſen ſo weit von einan⸗ der abſtehen, daß wohl die Laͤmmer, aber nicht die Mütter durchkommen können, worin man den Lämmern eine ihrem 264 Alter angemeſſene Nahrung von Kleien und zartem Heu ſammt Waſſer vorlegt. Bei dieſer Vorrichtung können die Lämmer ſaugen, ſo oft es ihnen beliebt, und gewöhnen ſich allmählich an das Freſſen des trockenen Futters, das in dem abgeſchiedenen Raume von den Muttern nicht weggezehrt werden kann. 10. Man läßt die Lämmer drei Monate lang ſäugen, während welcher Zeit die Mütter beſonders gut ernährt werden müſſen, worauf man ſie vorſichtig und allmählich entwöhnt. Bei einem längeren Säugen erzeugen die Mütter zu wenig und ſchlechtere Wolle; denn Milch und Wolle kann die Natur nicht zu gleicher Zeit gleichſtark hervorbringen. 11. Die Schafe werden im Sommer auf Weiden, oder auch mit grünem Futter im Stalle; im Winter aber mit Heu, Stroh und Wurzelgewächſen ernährt. 12. Alle Arten von Weiden, außer der in den Waͤl⸗ dern und Sümpfen, werden für die Schafe verwendet, wenn ſie nur hinlaͤnglich, und mit ſolchen Pflanzen bewach⸗ ſen ſind, die denſelben angenehm ſind. Schafe werden geweidet auf wilden Weiden, in den Ebe⸗ nen, Huügeln, Bergen und hohen Alpen; dann auf den Stoppel⸗ feldern, auf Brachäckern, auf Driſchfeldern; auf Wieſen und Saatäckern, wo die Berg⸗ und gemeinen Schafe nebſt den Me⸗ rinos überall ſehr gut fortkommen, wenn ſie nur hinlänglich be⸗ wachſen, und nicht zu klein ſind für die gegebene Menge der Schafe. Marſchweiden gehören für Marſchſchafe; Wald⸗ und Sumpfweide iſt ungeſund. 13. Weil den krauswolligen Schafen das naſſe Futter nicht ſowohl unangenehm iſt, als ihnen auch leicht Krank⸗ heiten verurſacht: ſo ſollen die Thiere Morgens nicht frü⸗ her, als bis die Sonne den Thau etwas abgetrocknet hat, ausgetrieben, und die dichtwolligen Merinos in Regenta⸗ gen im Stalle oder in Schupfen mit trocknem Heue gefüt⸗ tert werden. di Erhaltung ben. Ind vor jeder teſten Re grimmg. tiſch vne der dich mandma beregnet ſo ledene Landſche nien we ſcüzen, konnte. 7 bei ſterken gelder zu etwos He nnd naſſe def man dirft, d deregnete 1 nem Iu für ſich dee dhe weder audgeſ ſen, u pers 6 winnen und † werden gewohn außeron kangte, man ne den S krank! einbüß diſche den und zurten fa Lämmer ſaugen, ſ ſj 4 hlich an das Freſſa enen Raume han w Monate ling ſugn eſonders gut trrin ſchtig und Alniii in die Mitter de Wolle kann di gu mgen. Sommer auf ain alle; im Wurer a en ernaͤhtt. ußer der in da bi⸗ ie Schafe vervene chen Pflanzen benet⸗ n Weiden, in den li⸗ dann auf den Etn ldern; auf Witſt w) n Schafe netſt da do n ſie nur hinlingit die gegebene Nangen arſchſchafe; Vahdem ſafen das nuſe dut en auch lecht geut e Mergens nich fi vaß ahgetrodknt li Meriuos in Jegant twoctnen Huegüt 265 Dieſe Vorſichtsmaßregel wird von allen Schafzüchtern zur Erhaltung der Geſundheit der Merinos für unerläßlich angege⸗ ben. Indeſſen gehen Viele hierin zu weit, und wollen die Schafe vor jeder Feuchtigkeit, Morgen⸗ und Abendthau, und dem leich⸗ teſten Regen bewahrt wiſſen, als wäre das Luftwaſſer für ſie das grimmigſte Gift. Nicht nur allein, daß ſolche Vorſchriften prak⸗ tiſch unausführbar ſind; ſo iſt auch der Körper und die Natur der dichtwolligen Merinos keinesweges ſo ſchwächlich, daß ein manchmaliges Naßwerden ihrem Fließe, oder der Genuß eines beregneten, oder durch den Abendthau befeuchteten Graſes ihnen ſo lebensgefährlich werden ſollte: ſo ſehr weichen ſie von den Landſchafen und Bergſchafen nicht ab. Auch hat man in Spa⸗ nien weder Ställe noch Schupfen, wo man ſie füͤr jeden Regen ſchützen, und Morgens und Abends vor dem Thaue bewahren könnte. Wir halten dafür, daß es zweckmäßig ſey, ſie im Herbſte, bei ſtarkem Thaue, erſt ſpät auszutreiben, ſie nicht auf bereifte Felder zu bringen, ihnen an ſolchen Tagen Morgens im Stalle etwas Heu oder Hülſenfrüchtenſtroh zu geben, und ſie in kalten und naſſen Tagen zu Hauſe zu behalten: allein wir glauben auch, daß man es im Frühling und Sommer nicht ſo genau nehmen dürfe, weil da der Thau ſehr früh abtrocknet, und die zufällig beregneten Thiere bald wieder trocken werden. 14. Die Sommerſtallfütterung der Schafe mit grü⸗ nem Futter in zweckmäßigen Ställen und Schupfen verdient, für ſich betrachtet, dem Weiden vorgezogen zu werden; weil die Thiere hiebei regelmäßiger gefüttert werden; weil ſie weder naſſes Futter freſſen dürfen, noch dem Regen ſelbſt ausgeſetzt ſind; weil die Lämmer ſchneller und kräftiger wach⸗ ſen, und weil ſie dabei nicht ſowohl an Umfang des Kör⸗ pers als an Feinheit der Wolle gegen die Weidſchafe ge⸗ winnen: allein die großen Koſten einer ſolchen Ernährung und Pflege können nur von einem Schafſtamme gezahlt werden, der von ſehr hohem Werthe iſt, deſſen Wolle un⸗ gewohnlich koſtbar, und deſſen Jungvieh zur Zucht um außerordentliche Preiſe verkauft werden kann. Als man die Sommerſtallfütterung der Kühe längſt ſchon kannte, und von ihren Vortheilen überzeugt war, behauptete man noch immer, daß man die Schafe nicht auf die gleiche Art den Sommer über zu Hauſe füttern könne, ohne daß ſie nicht krank würden und die Merinos nicht die Feinheit ihrer Wolle einbüßten. Allein die großen Verſuche von Bernhard im Ba⸗ diſchen, und von Erben auf den böhmiſchen Staatsgütern 266 Schmirſchitz und Horziniowes mit 5500 Schafen erſchüt⸗ terten dieſe Meinung, und in den neueren Zeiten ſtellt die im Stalle gefütterte Schäferei des Grafen Schönburg zu Rochs⸗ burg in Sachſen den überzeugendſten Beweis, daß entweder mittelſt dieſes Verfahrens, oder neben demſelben die feinſte Wolle hervorgebracht werde. Wenn die Schafe zu Hauſe grün gefüttert werden ſollen, ſo muß ihr Stall, deſſen Thür immer offen bleibt, mit einem angemeſſenen eingefriedigten Raume verbunden ſeyn, damit die Thiere nach ihrem Belieben entweder im Stalle oder im Freien ſich aufhalten. Die Raufen werden am beſten nach den mit ei⸗ nem Dache verſehenen Seiten des Viehhofes ſo angebracht, daß man das Futter von außen einlegen kann, ſo daß die Schafe im Trocknen freſſen, und auch im Freien einen gedeckten Raum haben. Berechnet man aber die Koſten der Production des Fut⸗ ters, und die große Mühe der Stallfütterung, und vergleicht ſie mit dem Pachtwerthe der wilden oder Brachweiden auf frem⸗ den Aeckern, welche man gewöhnlich faſt umſonſt hat, oder, wie die erſteren, ſehr gering veranſchlagt, auch wohl keiner an⸗ dern Verwendung fähig ſind, ſammt den geringen Ausgaben für die Hirten; vergleicht man ſie ſelbſt mit den kleinen Ausga⸗ ben für kultivirte Weiden: ſo wird man ſinden, daß gemeine Schafe ſolchen Aufwand gar nicht bezahlen; daß bei veredelten Schafen kein Vortheil übrig bleibt, und daß er nur von den feinſten Raſſen beſtritten werden könne.— Die Verſuche mit Stallfutterung, welche der Mähriſche Sch afzüchter⸗ Verein veranlaßte, und die in Andre's ökon. Neuigk., Nov. 1819, Beilage Nro. 36 erzählt werden, ſind vom höchſten In⸗ tereſſe, allein nach einem viel zu kleinen Maßſtabe, und nur ein Jahr lang durchgeführt. Die Weidſchafe lieferten 2 ½ bis 2 ⅓ Pf. Wolle, die im Stalle gefütterten aber 3,12 bis 3,20 Pf., alſo faſt um 1 Pf. Wolle mehr. Die Schäferei des Freiherrn von Ehrenfels zu Meidling bei Wien wird uns in ei⸗ nigen Jahren die nöthigen Belege zur Hand geben, dieſen Ge⸗ genſtand mit größerer Sicherheit zu entſcheiden. 15. Die Winterfütterung der Schafe beſteht in Heu, in Stroh aller Art, beſonders von Hülſenfrüchten, und in Wurzel⸗ und Knollengewächſen. 16. Je gehaltvoller die Winterfütterung iſt, je mehr und beſſere Wolle geben die Thiere, und um ſo kräftiger werden Mütter und Junge ſeyn, wenn ſie auf die Weide kommen. Weil aber grobwollige Thiere, auch bei der be⸗ ſten Fütterung, nur einen ſehr geringen Geldwerth an Poll, 8 hierau/ len im gut gefüt Int Thaet Boobachte Schafend glch gro 647 Yf. 351 3kr. Heau 29;! m: ſo m künne, d. 1 3t. Heu trren füſt? . b net üher cben w V des dut vorhund die Weit Gras be oder 1) meint, nen 10f Ertrag des Sc du bet V D für ein ter Vra⸗ (4. 6.O . 5 ſcllechter Wede vollkom das 60 Gras t 5ö0o Schrfnn aii en Zeiten ſeet n honburg ſuatt Beweis, daß entde ſelben die fanſe de gefüttert werden ſale ofeen bleibt, mit ina unden ſeyn, dani Stalle oder in fein beſten nach de ni ofes ſo angebrath, N a, ſo daß di eti einen gedeckte aum er Production de ſe tterung, und verjit Brachweiden euf ſir umſonſt hat, ohd, auch wohl keint. a den geringen Auagi mit den kleinen hr an ſinden, daß geen len; daß bei berchän nd daß er nur en h — Die Perſuch nt che Schafzücter es ökon. Neuizk, Ne ſind vom höchin ⸗ Maßſtabe, und ma lieferten 2 ¼ 3 11 der 3,11 bis, äferei des Freihern Wien vird uns Hand geben, düſn ⸗ eiden. ſchafe beſeſt in ha iſenfrüchte,uhi tterung it, i uc und un ſo kiſig mm ſe auf di L ere, auch bii deh⸗ ingen Geldverth” 267 Wolle, Fleiſch und Nachzucht hervorbringen: ſo erhellet hieraus, daß ſie eine kräftige Winterfütterung nicht zu be⸗ zahlen im Stande ſeyen, und daß nur feinwollige Thiere gut gefüttert werden dürfen. Intereſſante Verſuche über dieſen Gegenſtand werden in Thaers Annal. d. Fortſchr. II. B. 122 u. ſ. w. von mehreren Beobachtern erzählt. Hr. v. Arnim gab einem Haufen von 51 Schafen den Winter über 1630 Pf. Heu mehr, als einem andern, gleich großen, ſonſt ganz gleich gefütterten, und erhielt dafür um 62,7 Pf. Wolle mehr.— Wenn man aber S. 127 ſteht, daß 351 Ztr. Heu in ꝛ00 Schafe verfüttert 403 Pf. Wolle, 257 Ztr. Heu 297 Pf. Wolle, und 111 Ztr. 218 Pf. Wolle hervorbrin⸗ gen: ſo merket man, daß man ſehr leicht des Gulen zu viel thun könne, d. h. mehr Heu verfüttern, als nothwendig war, denn 1 Ztr. Heu erzeugte im erſten Falle nur 1,14 Pf. Wolle, im letz⸗ teren faſt 2 Pf. 17. Wie viel man Weideland für die Schafe den Som⸗ mer über rechnen müſſe, kann im Allgemeinen nicht ange⸗ geben werden, da nichts ſo veränderlich iſt, als die Maſſe des Futters, das auf den verſchiedenen Arten der Weiden vorhanden iſt. Man rechnet, ſagt Mayer(Pachtanſchläge, S. 220), auf die Weide einer Gerſtkuh der größern Art, die täglich 78,57 Pf. Gras bekommen ſoll, 8 rheinländiſche, oder 10 halbedle Schafe, oder 12 Heidſchnucken. Hier iſt die Weide der Brachfelder ge⸗ meint, und man bedarf für eine ſolche Kuh von Aeckern, die ei⸗ nen ofältigen Körnerertrag geben, 0,48 Joch; beim 5fältigen Ertrag 1,27 Joch; beim 3fältigen 2,4 Joch. Hiebei würde je⸗ des Schaf der erſten Art täglich 9 ¼ Pf. Gras, oder 2 Pf. Heu bekommen. Der Graf Podewils(a. a. O. II. Th. 191) rechnet für ein Schaf auf der Höhe 385, und im Bruch 74. Klaf⸗ ter Brachweide. In Spanien rechnet man nach Laſteyrie (a. a. O. S. 52²) für jedes Schaf eine Fanega Land,— 1046 o. Herr Nudolf Andrela. a. O. 74) rechnet, daß ein Joch ſchlechter Huthweiden 8, ein Joch mittleres Land 12, und gute Weide 16 Stuck ausgewachſene Merinos während der Weidezeit vollkommen ernähren könne. 18. Bei der Sommerſtallfütterung muß ein Thier, das 80 Pf. lebendes Gewicht hat, 12 bis 14 Pf. Klee⸗ Gras oder Wicken bekommen. 268 Bei den Stallfütterungsverſuchen, deren wir früher er⸗ waͤhnten(14), erhielten die Schafe theils 4 Pf. grünen Klee, und * Pf. Futterſtroh, theils 6,7 bis 8 Pf. Klee ohne Stroh, ſo lange dieſe Sommerfütterungs⸗Periode dauerte. Es waren Meri⸗ nos, deren Gewicht nicht angegeben iſt. Wenn man aber weiß, daß 10 Pf. Klee erſt 2 Pf. Heu geben, und daß die Thiere im Sommer mehr, wie im Winter freſſen, ſo möchte man meinen, es müͤſſe hier ein Druck⸗ oder Wagfehler vorgefallen ſeyn. 19. Bei der Winterfütterung rechnet man für das⸗ ſelbe Thier 2 Pf. Heu, oder ein hinlaͤngliches Aequiva⸗ lent an anderen Fütterungsmitteln. Den Mutterſchafen gibt man nach dem Lämmern mit ſehr großem Vortheil Knollen⸗ und Wurzelgewächſe, um ihnen dadurch die Milch zu vermehren. Den Widdern und Hammeln wird etwas mehr, dem Jungviehe weniger Stroh mit dem Heue gegeben. Die Verſuche, welche der Herr v. Schlieffen(Thaers An⸗ nal. d. Fortſch. II. B. 128) mit der Schaffütternng mit Heu und Rockenſtroh, Kartoſſeln und Stroh, und Kartoſſeln und Heu erzählt, beweiſen, daß die Schafe gleich viel Wolle erzeugten, wenn jedes 1 Pfund Heu, und Stroh vollauf; oder Pfund Heu, mit Strohhäckſel und o, 1 Metzen Kartoffeln erhielte. Pe⸗ tri(a. a. O. 154) gibt veredelten Schafen von mittlerem Schlage Morgens ½4 Pf. Gerſtenſtroh, Mittags 1 Pf. Heu und Abends ½ Pf. Rocken⸗ oder Weitzenſtroh: nach ſeinen neueren Beobach⸗ tungen hält er 33 Pf. Heu, und 66 Pf. Stroh zu Häckerling geſchnitten, mit ½ Metzen Kleien und ½ Metzen Hafer nebſt 1 Pf. Salz für 100 Schafe pr. Tag hinreichend; gelte Schafe ſollen ſelvſt mit 100 Pf. Strohhäckſel, 18 Pf. Kornmehl, und 1 Pf. Salz auskommen(a. a. O. 23. 25.). Grobwollige Schafe werden haufig mit bloßem Stroh gefüttert, wie zu Guſow (Podewils a. a. O. II. Th. 190), wo außer den Müttern und Jaͤhrlingen alle übrigen bloß Stroh erhielten; dieſe bekommen aber je 100 Mütter 7490 Pf. Heu, und 100 Jährlinge die Hälfte deſſen. Auch Gericke gab bei ſeiner Schäferei zu Heinde(a. a. O. I. B. 321) faſt bloßes Stroh. Den trächtigen Schafen bis Lichtmeſſe 2 Pf. weißes Stroh und 1 Pf. ſchwarzes(Hülſen⸗ fruchtenſtroh); von Lichtmeſſe an wird nebſt obigem Stroh auf 100 Stück eine Stiege ungedroſchne Garben gegeben. Das güſte Vieh bekommt bloß 4 Pf. weißes Stroh, u. ſ. w. In den meiſten Schäfereien rechnet man nur 100 bis 150 Pf. Heu pr. Stück; das Fehlende an Nahrung wird durch Stroh erſetzt, und wo man einen großen Vorrath von Hülſenfrüchten⸗ ſtroh hat, mag dieſe Fütterung auch woyl genügen. Dagegen geben jene Schäfereien, die ſich durch ihre Wolle vor allen auszeichnen, die königl. ſächſiſche Stammſchäferei zu Rennersdorf, die gräfl. Bünauſche zu Dahlen, die Heinitziſche zu Droöſchkau, und die gräfl. Schön⸗ burgiſch 4 haen für Stroh vor der Fortſch ter noch b 20. es ſchein lich noth mer mit Waſeer, du ſth . dertn vir ſtiha 1 4 Pf. grüneng, . Klee ohne Ett, auerte. Es waren Ni enn man ader neß und daß die Tſin ſſo mochte man niin vorgefallen ſeyn. rechnet man ſür hinlängliches Nan dem Lämmenn ni aächſe, um ihnen dant und Hammeln nid mit dem Heue gegte lieffen(Thanzb Schaffütternng ni he und Kartofeln un za ch viel Wolte erzenn h vollauf; oder ie Kartoffln erhiet. fen von mittleren Si 8 1 Pf. Heu und Ue ſeinen neuerm Beic Pf. Stroh zu Hitei ½ Metz heft i inreichend; gelt dt 1f18 Pf. Kuranch,n 35.). Grobwollie 83i üttert, wie zu Giſtt o außer den Nüttmn u. rhielten; dieſe tehan roo Jihrliuge de hün däferi zu Heindi en trächtigen Strſa Pf. ſchwarzes(hllo nebſt obigem Strchu rben gegeben. Das h, u.. 1 mag nur 1o0 is h ahrun nitd durh 5n trath von Hülſerfriti ayl genügen. ſs dr zas ſiſce Stunmitin nauſche iu 14*½ 3 und dit grifl'Edi? 269 burgiſchen Schäfereien nebſt 2 Pf. Wiener Gewicht Heu, die ihnen für zwei Mahlzeiten gegeben werden, noch eine Mahlzeit Stroh von Rübſen, Erbſen oder Gerſten.(Thaers Annalen der Fortſchritte. I. B. 103.) Anderswo bekommen die Schafmüt⸗ ter noch etwas Wurzelwerk zu den 2 Pfunden Heu. 20. Die Schafe lieben das Salz ausnehmend, und es ſcheint ihnen zur Erhaltung ihrer Geſundheit unumgäng⸗ lich nothwendig. Sie ſollen es täglich erhalten; im Som⸗ mer mit Kleien gemengt zur Lecke; im Winter wird es im Waſſer aufgelöst, und ihr Futter damit beſprengt. 21. Man rechnet für die Lämmer und Jaͤhrlinge 1 bis 2 Pf. Salz jährlich, für die übrigen 2— 4 Pfund. Wenn 2 Pf. des Jahrs über gegeben werden, ſo kommt auf den Tag ⅛ Loth für das Stück. 22. Da die Schafe durch ihre Wolle gegen die Kälte geſchützt ſind, und mehr Wärme erzeugen, wie das Horn⸗ vieh; ſo dürfen die Ställe nicht niedrig, finſter, und zu ſehr geſchloſſen ſeyn, weil ſie ſonſt zu warm werden, und zu ſchlechte Luft enthalten, wodurch die Schafe entweder wirklich krank, oder zu Krankheiten disponirt werden. d. Von der Benützung der Schafe. Die Schafe werden uns nützlich durch ihre Nach⸗ zucht, ihre Wolle, ihre Milch, durch den Pferch, und als Maſtthiere durch ihren ganzen Körper. 1. Von der Nachzucht⸗ 1. Wenn die Zucht der Schafe den höchſten Grad der Vollkommenheit erreichen ſoll, ſo müſſen immer nur die vollkommenſten Thiere derſelben Raſſe gepaart werden. 2. Jene Schafe werden für die vollkommenſten geachtet, welche die größte Menge der feinſten Wolle auf ſich tragen. 270 Dieß gilt ſowohl von den Marſchſchafen, als den Meri⸗ nos; denn jenes Marſchſchaf, das mehr und feinere Wolle hat, als ein anderes von gleicher Größe, iſt ſchätzenswerther. Die höchſte Menge von Wolle, die ein Schaf geben kann, mit der höchſten Feinheit des Fadens, deren er fähig iſt, zu vereinigen, iſt aber phyſiſch unmöglich; denn wenn auf derſelben Grundfläche die größte Menge feiner Wollfäden hervorwächst, ſo wird ſie bei gleicher Laͤnge und gleichem Zwiſchenraume zwiſchen einem Faden und dem anderen weniger wiegen, wie gröbere Wolle auf berſelben Grundfläche bei einem anderen Schafe. Bei dieſer ſind weniger Zwiſchenräume und mehr Woll⸗ maſſe; bei jener wird der geſammte Wollfaden länger ſeyn, aber er wiegt weniger. Da die Schafe nicht gleich feine Wolle auf allen Theilen ihres Körpers haben, ſo ſind jene als die vollkommenſten zu be⸗ trachten, welche die größte Menge feiner Wolle, und nur we⸗ nig mittle, noch weniger grobe Wolle auf ſich tragen⸗ 3. Da nicht alle Mutterſchafe traͤchtig werden, ein Theil ihre Frucht verwirft, viele Laͤmmer bei der Geburt, oder bald nach derſelben ſterben, ſo kann man bei ſehr ſorg⸗ fältig betriebenen Schafereien auf 100 Mütter nicht mehr als 9o Lämmer rechnen; bei gemeinen Schäfereien nur 75 bis B0. Herr André(a. a. O. 89) rechnet ſo wie Petri(a. a. O. 293) bei einer Merinosſchäferei, daß nur 4 Mütter von 100 nicht trächtig würden, womit man aber nicht auslangt. An einem andern Orte aber(S. 316) nimmt letzterer ſelbſt nur 80 Lämmer auf 100 Mütter an. Mayer(a. a. O. 197) rech⸗ net, daß 10 Mütter von 100 nicht trächtig würden, und daß man von 100 Müttern nur 85 Lämmer in die Winterfütterung bringe. Bei Podewils(a. a. O. II. Th. 143) blieben von 100 Müttern in der erſten Periode ſeiner Schäferei 28, in der zweiten 27, und in der letzten 13 gelte; eine nicht unbedeutende Anzahl Lämmer ſtarb immer, ehe ſie den Winter erreichte. 2. Von der Wolle. 1. Die Wolle iſt der weſentlichſte Theil der Benützung der feinwolligen Schafe„denn ihr Werth kann alljährlich ſo viel und mehr betragen, als der Fleiſchwerth des ganzen Thieres. 2.4 ſicſſe ð b Glanze! verbindet V Da bar kirzer der gezog nur 1 ½ di ſammenſc durth die Polfader ſoden iſ riiſen ent Verhältni fen it, ſit ſe gla oht; iſ ſponnen w ir votder Coiütt wenn me Merthy am Tuü Strich! der S Seite Kanye an den und an mmm 14 le weni rainige ſchafen, als den Nei zund feinere Wall 1 ſchähenswerthe 1 af geben kann, ri fäͤhig iſt, zu vertiitn auf derſelben Gemii vorwächtt, ſo vih aruune buide tun „wie gröhere Voll n vſs Waleu räͤume und mehr N llfaden langer ſehn a Wolle auf allen dhal e vollkommenſin u er Wolle, ud mn auf ſich tragen. traͤchtig werdn i mmer bei der Gem ann man hei ſgrſe 100 Mütter nicht ng einen Schifetein n inet ſo wie Petritt daß nur 5 Nütem aber nicht auslatt mt letzterer ſälſſt u r(a. a. O. 19) n ächtig würden, u r in die Winterfüttem I. Th. 143) blita ter Schäſerei 36, i ;eine nich unbedeuten en Winter errichte olle. ſe dheil der benin Werth kamn alläht leſchwerth des ſn 271 2. Jene Wolle hat den größten Werth, welche die höchſte Feinheit des einzelnen Fadens mit dem größten Glanze und einer angemeſſenen Länge und Schnellkraft verbindet. Da die feine Wolle gekraust iſt, ſo iſt ſie immer ſchein⸗ bar kürzer, als ſie es wirklich iſt. Die Wolle kann, aus einan⸗ der gezogen, 4— 5 Zoll lang ſeyn, und hat in Flocken doch nur 1 ½ bis 2 Zoll Länge. Die Schnellkraft aͤußert ſich durch das gleichförmige Zu⸗ ſammenſchrumpfen der aus einander gezogenen Wollflocke, und durch die Kräuſelung des aus der Flocke gezogenen einzelnen Wollfadens. Sie iſt um ſo geringer, je feiner der einzelne Woll⸗ faden iſt. Was die Kraft betrifft, welche der Faden dem Zer⸗ reißen entgegen ſetzt, ſo ſteht ſie ebenfalls in einem umgekehrten Verhältniſſe mit der Feinheit desſelben. Wenn die Wolle ſehr fein iſt, ſo können aus ihr die feinſten Zeuge gewebt werden; iſt ſie glänzend, ſo wird dadurch der Werth des Fabrikates er⸗ höht; iſt ſie nicht zu kurz, ſo kann ſie leicht in feine Fäden ver⸗ ſponnen werden; iſt ſie aber mehr als gewöhnlich lang, ſo iſt ihr vorderer Theil gewöhnlich abgeſtorben oder glanzlos. Große Elaſtizität iſt immer mit gröberer Wolle verbunden, und würde, wenn man ſie dem feinſten Wollfaden mittheilen könnte, deſſen Werth vermindern, denn der Tuchfabrikant will, daß ſich der am Tuche aufgekratzte, und abgeſchorene Wollfaden nach dem Strich lege, und nicht emporſtrebe. 3. Die Wolle iſt nicht auf allen Theilen des Körpers der Schafe gleich fein. Sie iſt am feinſten an der vorderen Seite desſelben, längs dem Rücken bis über die Mitte des Körpers, und an der Seite des Halſes; minder fein iſt ſie an den Hinterſchenkeln, dem Bauche, Kopfe und Genicke, und am gröbſten iſt ſie an den Beinen, der Bruſt, der Wamme(Goder, Kother) und dem Schweife. A. Je mehr feine Wolle im Fließe vorhanden iſt, und je weniger dasſelbe mit Stichel⸗ oder Hundshaaren verun reiniget iſt, je höher iſt der Werth desſelben. Wie der Werth der Wollnützung ſteigt, ſo wie das Thier mehr Wolle überhaupt, und dann die größte, verhältnißmäßige Menge von feiner Wolle hervorbringt, hat Herr André(a. a. OH. 35) in ſeinem Abtheilungs⸗Schema zu zeigen ſich bemüht⸗ Je nachdem die Schafe von 1 ½ bis 6 Pf. gewaſchene Wolle e M 2d Klſper r, 4 f. 27² geben, und dieſe in 2, 3 oder 4 Sorten zerfällt, mehr oder we⸗ niger von feiner, mittlerer oder grober Wolle liefert, die be⸗ deutend oder nur gering mit Fett durchzogen iſt, ſteigt die Woll⸗ nützung von 100 Schafen von 79 fl. durch 82 Abſtufungen, nach damaligen Wollpreiſen bis 650 fl. 5. Die Wolle muß gewaſchen, und der Schmutz und Unrath, der faſt die Halfte des Gewichtes der Wolle be⸗ trägt, von ihr abgeſondert werden, damit er nicht durch ſein Gewicht die Frachtkoſten unnütz vermehre. 6. Sie wird entweder am Körper der Thiere, oder nachdem ſie geſchoren worden, in eigenen Waſchhäuſern gewaſchen. Wo man keine ſehr reine Waͤſche zu machen genöthiget iſt, da genugt die erſtere Methode; wo man aber die Wolle ſehr weit zu verſchicken hat, und bedacht ſeyn muß, die Frachtkoſten mög⸗ lichſt zu verringern, da muß die Wolle ſehr rein gewaſchen wer⸗ den, was nur in Waſchhauſern möglich iſt. Nichts iſt trüglicher und abweichender, als der Zuſtand der mehreren oder minderen Reinheit der an dem Körper der Thiere gewaſchenen Wolle. Der eine wäſcht in einem weichen, lauen Waſſer ſeine Thiere ſehr rein, der andere bringt mit der⸗ ſelben Mühe in ſeinem kalten Bache weniger Schmutz weg; der will den Unrath möglichſt aus der Wolle bringen, jener nur ſo viel, als unumgänglich nothwendig iſt, um ſeine Wolle gewa⸗ ſchen nennen zu können, weil er glaubt durch die Größe des Ge⸗ wichtes mehr zu gewinnen, als durch die Reinheit bei vermin⸗ dertem Gewichte. Wer ſeine Wolle ungewaſchen dem Fabrikan⸗ ten oder Wollenhändler verkaufen kann, und dieſem 40% für Schmutz einläßt, die man bei einer guten Leibwäſche immer ver⸗ liert, gewinnt die Arbeitsunkoſten des Waſchens, und läuft kei⸗ ne Gefahr, daß ihm die Schafe dadurch erkranken. Bei gröbe⸗ rer Wolle, oder wenn man die Merinos gefliſſentlich wenig wäſcht, verliert man oft nur 20— 30. In den ſpaniſchen Waſch⸗ häuſern, wo die Wolle in warmem Waſſer gewaſchen wird, rech⸗ net man 50— 55% Verluſt; dafür iſt ſie aber ſo rein, daß ſie bei der Fabrikswäſche nur mehr 10— 12% verliert. Nach den Mittheilungen der hieſigen Feintuchfabrikanten, Herren v. Moro, erhalten ſie von 100 Pf. ungewaſchener Me⸗ rinoswolle, je nachdem die Flietze mehr oder weniger kothig, und mit mehr oder weniger Fett verſehen ſind, 22 bis 38 Pf. völlig rein gewaſchene Wolle. Die Wolle des Freiherrn von Geißlern verlor in kaltem Waſſer ausgewaſchen 0,50, und bei der Fabrikswäſche noch o, 23; ſo daß von 100 Pf. nur 27 Pf⸗ ührig blieben. Die eaner 3 ührer 3 cung ni eſcr öhen, vie de b rmei ausge den, lere 0 V und b ſchnit V ein M ſcaf his ſeher belle peric 2 Pf. preu 3 derfällt, meht dher d, Beir he u3 n iſt, ſteigt diee ich 82 Aüſtufungza, 1 und der Schmuh vichtes der Voll jdamit er nith m vermehre. rper der Thier,an eigenen Paſchhiuim in machen genüthiti aber die Woll ſhr m ß, die Frachtkeſtn ni ſehr rein gewaſchn i iſt hender, als der Dit der an dem Kürper wäſcht in einen vitn der andere beingt nit eniger Schmuß vinz le bringen, jeuer m , um ſeine Pell gn durch die Gröze d die Reinheit di tand agewaſchen dem Faüria i, und dieſen 40 ten Leibwäſche inmer w Waſchens, und lan e ich erkranken. be cih rinos gefiſenlic vn In den ſanſn Bit ifer gewaſten vin, 1 ſie aber ſo tein, 1 % herltert nie Siurzutun » pf. ungewaſchenn⸗ 9 oder veniger boh 9, u dis 36 df R 273 Wolle des Herrn Petri in Thereſienfeld gab 31 Pf. Fabrikswäſche: die Wolle von T ribuswinkel aber nur 22 ½ Pf. Die letztere war ſehr kothig; die erſtere nicht kothig, aber ſehr fett; die Petriſche minder fett. Der deutſche Wollenhandel müßte ſehr gewinnen, wenn alle Wolle, gleich der ſpaniſchen, vor der Ausfuhr gewaſchen würde, weil keine Diſſerenz zwiſchen Käufer und Verkäufer über den Grad der Reinheit obwaltete, und wegen des minderen Ge⸗ wichtes unſere Wolle auch an Fracht und Mauth bis nach Eng⸗ land und den Niederlanden viel wohlfeiler geſtellt wer⸗ den könnte..ͤ 7. Die feinwolligen Schafe werden im Frühlinge zu einer Zeit geſchoren, die warm und trocken iſt, damit die ihrer Fließe beraubten Thiere durch den Mangel an Bede⸗ ckung nicht erkranken. Grobwollige Thiere werden im Frühling und Herbſte geſchoren, weil ſie beim zweimaligen Scheren mehr Wolle geben, und dieſe kürzere Wolle doch denſelben Werkh hat, wie die längere, aber gleich grobe. 8. Man rechnet, daß ein geübter Mann täglich 20 gemeine, oder 15 Merinosmütter, und die Hälfte ſo viel ausgewachſene Widder oder Hammel ſcheren könne. 9. Der Ertrag der Herde an Wolle iſt ſehr verſchie⸗ den, je nachdem ſie ſchlichte oder krauſe, ſehr grobe, mitt⸗ lere oder feine Wolle haben, von großer oder kleiner Raſſe, und beſſer oder ſchlechter genährt worden ſind. Im Durch⸗ ſchnitte einer ganzen Herde zungen und alten Viehes gibt ein Marſchſchaf mit ſchlichter Wolle 6— 9 Pf.; ein Land⸗ ſchaf mit krauſer Wolle 1 ⁄½ bis 2 Pf.; ein Merinos a ½ bis 3 Pf. am Leibe gewaſchene Wolle. Ueber den Ertrag der Marſchſchafe an Wolle in England ſehe man den Beleg dieſer Annayme in der oben mitgetheilten Ta⸗ belle von Culley. Die Schäferei zu Guſow aab in der erſten Periode: 1,46 Pf., in der zweiten: 1,25, und in der dritten: 2 Pf. Wolle, Wiener Geoicht(a a. O. II. Th. 160.). ändere preußiſche Schriftſteller: Blankenſee und Borgſtede Burgers Lehrb. d. Landw. 11. Bd⸗ 18 rechnen, erſterer 1,40 Pf., letzterer 1,90 Pf. pr. Stück. In Pommern, ſagt der Herr v. Dewitz(Thaers Annal. d. Fortſch II. B. 153) geben 100 Landſchafe nicht über 7 Stein, d. h. 128 Pf. Wiener Gewicht. Der berühmte preußiſche Schafzüchter, Fink, erhielt vom Stück zweiſchüriger, unveredelter Wolle 2,04— 2,14 Pf., und vom Stück einſchüriger Merinosmeſtizen von 1,83 Pf. allgemach bis 2,26 Pf.(Podewils II. Th. 164.) Die hieſigen Landſchafe ſind minder arm an Wolle. Bei einer Schurprobe am Riſchberge, im Jahre 1811, gaben von 173 Stück erwachſenen Müttern bei einem dreimaligen Scheren am 15. Jänner, 28. Mai, und 22. Auguſt, jede 2,34 Pf. Wolle. Ueber den Ertrag der Merinos an Wolle häufen ſich die Daten, ſo wie ſich dieſer Schafſtamm allgemach mehr verbreitet. „Das, was man in gut genährten Merinosſchäfereien im Durch⸗ „ſchnitte erhalten hat, und worauf man ſich gewiſſer Maßen Rech⸗ »nung macht,« ſagt Thaer in ſeiner Anleitung zur veredelten Schafzucht, S. 133, v»iſt Folgendes:« Von einem Widder 4—5 Pf., bei einzelnen 6—7 Pf. „»„ Hammel 3— 3 ½ Pf. „„ Mutterſchafe 2— 2 ½ Pf. „»„ Jährling 1 i— 1 ⅞ Pf. „ 2 Lamme ß— ⅓ Pf., preuß. Gewicht.(= 0,836.) Herr Pekri gibt uns in ſeinem weitſchweiſigen Werke, über die Schafzucht, keine Nachricht von dem Ertrage der Wolle ſeiner Merinosherden. Daß ſeine Widder von 10 bis 15 Pf. un⸗ gewaſchene Wolle tragen, ſagt er, nicht aber, wie viel die Müt⸗ ter, und wie viel die ganze Herde im Verlaufe der Jahre Wolle gegeben habe. Der Ertrag der am Leib gewaſchenen Wolle von der kai⸗ ſerl. Herde zu Mannersdorf in Oeſterreich war im Jahre 1808 folgender: Jeder Widder gab im Durohſchnitte 4 Pf. 5 Loth. Jedes Mutterſchaf 3 Pf. 3 Loth..— Im Jahre 1807 gaben die erwachſenen Schafe im Haupt⸗ durchſchnitte das Stück 4 Pf. 3 Loth. Die Wolle iſt aber ſchlecht gewaſchen. Auf der kaiſerl. Merinosſchäferei zu Saſſin in Ungarn war im Jahre 1819 der Ertrag an Wolle folgender.(Andr é's Oekon. Neuigk. Auguſt 1819. 391.) Von 1184 Stück. alter Mutterſchafe 3727 Pf. 3,15 Pf. pr. St. »„ 746» einjähriger» 1765» 2,36»» „ 515» alt. u. zweij.Kappen 1724» 3,32» » 717» zweij. Mutterſchafe 1528 2 3,66»» Eatfällt auf ein Stück im Durchſchnitte 3,05 Pf., wo aber weder Widder noch Lämmer in Rechnung gebracht ſind. Es iſt gewiß intereſſant, hier den Wollenertrag im Jahre 1817, der zu Frankenfelde, unter der Leitung des Herrn Staatsraths Dhaer aufgeſtellten königl. preußiſchen Stamm⸗ ſchäferei in einer Tabelle mitzutheilen.(Mögl. Annalen I. B. 86.) VBerhält⸗ Wolle. Sortirung der — ſGeſamme Aluf⸗ St. Anzabl der Thiere. 7 .99oa -ua ce ee e i e enee eee e e e e e „p 1 1 12 u . 3 in danar ue ide eaun gun a⸗z— „qb ⸗pl0) ,u e i ae ae n uege ee e ee n aan. ma ⸗ 4 3 z 2 8 0g5 5u⸗ pvarsb znb 34193 uu 2 510 212 ,us) euna Hanweh zucldlg una eht hnchane, an ohadn 2u, nn g 1 ol uvu cvu Kiade) ens 5 6 aàluo guv 10 uaaguv un ee e n e e ee ae c 42 21 a1au 2un mwan 12.auanoa uae p ⸗Soulaeee, oae ſun gv ueezan bnnlnla,davnnen⸗ec 1nihd an0 23110% uv Ich 99˙1 3 1lr a2ue un goe ch 1e'e Pu uie Ind zume„gneah e9pe uogvb p 00G 001 oor 0or 001 oor oor — 1240 L1 91¹ 05 51 29˙„ 21 91 . 64 jvanzc 24 49 30936 Lar 93,9 451 oor dn r 33 33 Se ⸗2 991 0½1 uolv unjv 9 691 1 9˙L9 Lyε 991 fyei anajazuvdH 8 8 92 26 9 G 01 9⁰¹ 2 Tnoquln 55 09 9³¹ 991 911 98,5 82 307 d⸗ο̃ gg 24 9˙6 1 491 092 19˙⁶ 99 L 4 6. noh. uadun uau l1095 Sda eI10. punoas] wuußad'evooli- uagunlch nen uuvng vonnacs ⸗1915 2 v g 11 71 0 A-e asu* un Vpaza⸗ a9 ie 100 guu lo. a2 bun dgh ne. 122 n4216 a29 1veun 1y gaa 3 luuv ˙ „2 9 2 u 4 2—=—= S— ———————————— 2——=———=—=— ==—————==ö=é===—=——=—=—————————= v==VS2Z=SSS==S====n ==*— E=====——==ͤ== E 4 —==,—==S=SSSS=Z=E= E— E 3—=—, E G =ä=FE G—Y= Bö===EE== 11= S———=== S8 S 8 —.==— B————— 280= A —= ⁸½ 5—====—½—====e———— 2B8SBS=ES=SS= ————=——==———— 28=SgS=— ——— FSSSS=SESe=—.—=—+½—===———— — 2—=== ₰ ˙—— 2 SSS———— ½. 8==—== =—— E 8ö===—=S=— 8˙82——.=== —— ½— 2————,——*= ————=—— S E=— ˙8=———E= 5 2—=S=—— ☛— 8 1——— ͤ=—— ——— S——.——————-/— 2— 2———— ☛—-—2———— 276 2. Sie wird aber nur in ſo geringer Menge abge⸗ ſondert, daß man während dem Säugen des Lammes gar nichts wegnehmen darf.— 3. Die Schafe nach dem Entwöhnen zu melken hält man nur bei gemeinen Landſchafen für vortheilhaft, weil da der Werth und die Menge der Wolle, wenn ſie auch durch das Melken vermindert wird, durch den Ertrag an Milch Erſatz ſindet. Bei den Merinos⸗ und ſelbſt den Me⸗ ſtizenherden hält man aber das Melken für nachtheilig. Zu Guſow wurden die Schafe von der Mitte April bis Mitte Auguſt gemolken. Für dieſe Zeit bekam man für ein Melk⸗ ſchaf 30 Kreuzer Pacht. Ein Pfund Wolle galt 25 Kreuzer. Herr von Blankenſee rechnet(a. a. O. 347) ſür 100 Schafe 120 Pf. Butter und 15 Schock Käſe als Pacht. Mayer(Pachtanſchläge S. 190) rechnet vom alten Mai⸗ tag bis 3 Wochen nach Jakobi auf ein Melkſchaf nur 6,6 Maß. An einem andern Orte aber gewann man gar nur 6 Maß, wobei wahrſcheinlich nur Heideſchnücken gemeint ſind. Herr Friedrich Edelmann, Beſitzer des Gutes Feuersberg in Kärnten, hält das Melken der Schafe für ſehr vortheilhaft; denn es liefert ihm ein Melkſchaf vom 15. Mai bis. 10. Auguſt an Käſen im Geldwerthe einen Gulden C. G., obgleich er das Pfund Fettkäſe nur zu 12 kr. anſchlägt. Vergleichende Verſuche, welche den Nachtheil des Melkens in der Verminderung der Wolle und der Verſchlechterung ihrer Beſchafſenheit wirklich erwieſen, ſind mir nicht bekannt. Es ſind nur Vernunftgründe, welche uns das Melken der feinwolligen Schafe verwerfen machen; wir halten es nähmlich für höchſt wahr⸗ ſcheinlich, daß die Natur Milch und Wolle nicht in gleichem Mahe produziren könne, und daß, wenn wir den Schafen nach dem Entwöhnen ihrer Lämmer noch Milch entziehen, weniger und ſchlechtere Wolle erzeugt werde. Auch dünket es uns natür⸗ lich, daß die Lämmer größer und ſtärker werden müſſen, wenn man ſie länger trinken läßt. 4. Von dem Pferch. 1. Pferchen nennt man jene Art die Aecker zu düngen, wenn die Schafe die Nächte auf denſelben, in Hürden eingeſchloſſen, zubringen müſſen. Das Verfahren, und die Vortheile dieſer Düngungsart ſind bereits im erſten Bande S. 159 angegeben⸗ darin, ſo wie halta liche kunge dezei den grobtt Meti dürfe hehalt ir d wobe daß ditf ger Menge älge gen des Laume nen zu melken ſit vortheilhaft, ne lle, wenn ſe ach uch den Ertag n und ſelbſt den Re für nachtheilg der Mitte Ihri m man für en Rüt galt 2 Krewer. hn ˖ſür 100 Scife m ꝛchnet vom alte Ri⸗ elkſchaf nur(, Nch ar nur b Nai vti ind. Beſiter des Gu Melken der Schfſt Melkſchaf vom 5 N einen Gulden 6.9, kr. anſchlägt. Nachtheil des Na Verſchlechkerun int nicht bekannt, Giſ elken der fämälin ähmlich für höcſtm olle nicht in getm vit den Soͤſn i lc entziehm, nalte dinket es unz ntti werden miſſn, um 2rd. de Jecker zu dinnh ſelben, in hüni dieſer Dirzunzin geben. 477 8. Der weſentlichſte Vortheil des Pferchens beſteht darin, daß man das Miſtführen vom Stalle auf den Acker, ſo wie das Zerſtreuen daſelbſt erſpart. 3. Wenn man dafür in Anſchlag bringt: die Unter⸗ haltung der Hürden, das Aus⸗ und Heimfahren und täg⸗ liche Ueberſetzen derſelben, und die nachtheiligen Einwir⸗ kungen der Witterung, welcher die Schafe die ganze Wei⸗ dezeit während der Nächte in dieſen eng geſchloſſenen Hor⸗ den ausgeſetzt ſind; ſo wird man finden, daß man nur grobwollige, abgehärtete Landſchafe, nicht aber dichtwollige Meſtizen, viel weniger Merinos in die Hürden ſperren dürfe; daß man in regneriſcher Zeit die Schafe zu Hauſe behalten ſoll, weil ſie bei Regenwetter zu viel Waſſer in ihr Fließ aufnehmen, und dasſelbe zu lang zurückhalten, wobei ſie zu ſehr aͤbgekühlt, und häufig krank werden; und daß man überhaupt nur in der warmen Jahrszeit pferchen dürfe. 5. Von der Maſtung. 1. Das Schaf iſt mehr, wie das Hornvieh, bei einer angemeſſenen Behandlung, zum Fettwerden ge⸗ neigt. 2. Die Maſtung der Schafe würde mehr Vortheil, wie die Maſtung des Hornviehes gewähren, wenn das fette Schafvieh in demſelben Verhältniſſe theurer bezahlt würde, wie das fette Hornvieh, und eben ſo leicht verkauft werden könnte, wie dieſes. In England gewährt die Schafmaſtung einen ſehr be⸗ trächtlichen Theil der baren Einnahme vieler Wirthſchaften, weil da das fette Schaffleiſch ein ſehr beliebter, geſuchter und verhält⸗ nißmäßig theuer bezahlter Conſumtions⸗Artikel iſt. Bei uns ver⸗ zehrt man in den Städten ungleich mehr Rind⸗ als Schaffleiſch, auch kauft nur die ärmere Klafſe das gewöhnlich etwas wohlfei⸗ lere Schaffleiſch; und da das ſette und magere Schaffleiſch eine 278 gleiche Satzung hat, ſo wird kein Landwirth angeeifert, ſein Brackvieh oder ſeine Hammel vor dem Verkaufe zu mäſten. 3. Alle Arten von Schafvieh können gemäſtet wer⸗ den: Lämmer, alte Mütter und Widder, gelte Schafe und Hammel. Als eigentliches Maſtvieh können aber nur die beiden letzteren Arten betrachtet werden. Es mag allerdings einen Unterſchied in der Maſtungsfä⸗ higkeit der verſchiedenen Schafarten geben. Zwiſchen dem Marſch⸗ ſchafe und dem krauswolligen Land⸗ oder Merinosſchaf gibt es aber in dieſer Hinſicht keinen, denn die letzteren laſſen ſich in der⸗ ſelben Zeit eben ſo fett machen, wie die erſteren, nur ſind dieſe um vieles größer. In der Nähe großer Städte ſind fette Lämmer im Winter oft ſehr geſucht, und werden gut bezahlt. Alte Widder und aus⸗ gediente Mürter werden durch die Maſtung, gleich den alten Stieren und Kühen, nicht ſo viel Nutzen bringen, wie unfrucht⸗ bare, junge Schafe, vorzüglich aber Hammel; indeſſen iſt es doch nothwendig, ſie vor dem Verkaufe in einen fettleibigen Zuſtand zu beingen, weil man ſie ſonſt entweder gar nicht, oder nur un⸗ verhältnißmäßig wohlfeil anbringen kann. 4. Lämmer werden gemäſtet, wenn man ihre Mütter beſonders gut füttert, und ſie ſelbſt mit Milch und Mehl⸗ trank reichlich ernahrt. 5. Alte Widder und Mütter, die zum Verkauf be⸗ ſtimmt ſind, hält man im Sommer auf gut bewachſenen Weiden, wenn ſie auch ſtellenweiſe etwas ſumpfig ſind. 6. Geltvieh und Hammel werden auf reichen, natür⸗ lichen oder künſtlichen Weiden, oder in den Ställen mit Grünfutter oder im Winter mit Heu oder Warzelgewäch⸗ ſen, Trabern, oder zum Theil mit Getreide gemäſtet. 7. Die Sommermaſtung der Hammel auf guten Weiden iſt die gewöhnlichſte und meiſtens auch vortheil⸗ hafteſte. Den Marſchſchafen werden Marſchweiden, den Land⸗ und Merinosſchafen aber zu dieſem Behufe Egartwieſen, künſtliche Weiden, Wieſen ſ W geſchonten auffallen die Weit Etüchb 683 ½ 9 Monaten wir obe Fleiſch ben erw II. B. Herbſt u Ocs un 6o Pf. Oäſen⸗ 6. Ställen pelned gemäſ G 4 Getre preiſe Geme ſhr deeſes Getre Maſtu Krautt nan il allein ſuche! im g ſo ve dem den das dth angeeient, ſi aufe zu näſt 1 nen gemäͤſtet ve⸗ der, gelte Sthe h können aber mn en. in der Maſtmgi Wwiſchen dem Maiſ. Nerinosſthaf züt 3 en laſſen ſch in d⸗ eren, nur ſind diſß Lämmer in Dite lte Widder und un ag, gleich den alln ingen, wie unftuct ; indeſſen iſt es Ri fettlerbigen guim nicht, oder mr u⸗ in man ihte Mite Müch und Nie e zum Vakufe uf gut bewachenn as ſumpfgg ſe auf reichen/ natit den Stäͤlln ni der Warzelgevit eide gemäſtt ammel auf daln ees auch vohi den, den band⸗ un rrwieſen, kinglih 279 Weiden, und nachdem das Grummet aͤbgebracht worden iſt, die Wieſen ſelbſt eingeräumt. Wie ſchnell geſunde, 3— Alährige Hammel auf guten und geſchonten Weiden zunehmen, davon erzählt Petri(a. a.O. 203) ein auffallendes Beiſpiel. Solche Thiere wurden vor Ende Juli in die Weiden gebracht, 16 Stück auf ein Joch, und wogen das Stuck 52 Pf. Zu Ende Septembers wogen ſie im Durchſchnitte 98 ½ Pf. Ein Joch Weideland hatte in dieſem Falle in zwei Monaten 744 Pf. thieriſche Subſtanz hervorgebracht. Hieher gehören die analogen Verſuche von Cretté, deren wir oben(Allgem. Viehzucht, G. 17) erwähnt haben.— Solche Fleiſchaufnahme iſt aber ungewöhnlich.»Mehrere Verſuche ha⸗ ben erwieſen,« ſagt der Hr. v. Knobelsdorf(Möglin. Annal. IV. B. 521),»daß 5 Bockwellſche Schafe vom Frühjahr bis Herbſt um 168 Pf. auf derſelben Fläche zunehmen, auf der ein Ochs um 224 Pf. ſchwerer wird; weil die Schafe aber nebſtbei 60 Pf. Wolle liefern: ſo bringen ſie mehr Gewinnſt, wie die Ochſen.« 8. Die Schafe im Sommer mit Grünfutter in den Ställen zu mäſten, kann nur da Vortheil bringen, wo ein⸗ zelne Thiere, denen man keine Fettweide einraͤumen kann, gemäſtet werden ſollen. 9. Sie im Winter mit bloßem Heue, oder gar mit Getreide zu mäſten, dürfte bei den gewöhnlichen Getreide⸗ preiſen nicht Nutzen bringen, weil die Schafe bei einem Gemenge aus Heu und Stroh mit Wurzelwerk, das ſie ſehr gern freſſen, eben ſo gedeihen, und die Erzeugung dieſes Futters uns weniger, wie jene des Heues, oder des Getreides koſtet. Etwas Heu bekommen die Schafe im Winter bei jeder Art Maſtung; den größten Theil desſelben erſetzen aber Kartoffeln, Krautrüben, Runkeln, Möhren, auch wohl Waſſerruben, die man ihnen zerſchnitten, und mit Häckſel gem ngt, oder auch wohl allein vorgibt. Die bereits oben(§. II. C. 17) erwähnten Ver⸗ ſuche von Cretté zeigen, daß Kartoffeln, Runkeln und Rüben im gleichen Zeitraume das lebende Gewicht der Thiere zwar nicht ſo viel vermehrten, wie das Getreide, daß aber die Maſtung mit dem wohlfeileren Futter mehr reinen Nutzen abwarf. 10. Mit dem Spülich bei Branntweinbrennereien, oder den Träbern des Malzes können die Schafe ſo gut, wie das Hornvieh gemäſtet werden. 280 Ich kenne Merinosſchäfereien, wo ihnen das Spülich von Kartoſſeln nicht zur Maſtung, ſondern als Winterfütterung mit großem Nutzen verfüttert wird. 11. Den höchſten Grad der Fettigkeit erlangen aber die Schafe, gleich den übrigen Thieren, in dem gleichen Zeitraume nur dann, wenn ſie Getreide zum Futter be⸗ kommen. Nur beim Mangel aller Wurzelgewächſe kann es vielleicht Nutzen bringen, einen Monat lang den Schafen nebſt dem Häck⸗ ſel aue Stroh und Heu, Getreideſchrot mit etwas Salz gemengt zu geben. 12. Den Schafen im Winter länger als 6— 8 Wo⸗ chen Maſtfutter zu geben, bringt keinen Gewinn, weil ſie bei reichlichem, gutem Futter ſich viel ſchneller mäſten, wie das Hornvieh, und zu fettes Schaffleiſch auch nicht geliebt wird. 13. Das Verhältniß des lebenden Gewichtes zum rei⸗ nen Fleiſch iſt bei den Schafen dasſelbe, wie beim Horn⸗ viehe.— „Ob man das Gewicht der Thiere durch das Ausmeſſen ihres Körpers, wie beim Hornvieh, zu beſtimmen im Stande ſey, vazu fehlen noch mehrere Verſuche, denn der einzelne, vom Hrn. v. Strachwiz erzählte(Thaers Annal. 10. B. 121), genügt zu dieſem Behufe keinesweges. Es iſt aber höchſt wahrſcheinlich, daß man fur dieſe Thiere mit großer Leichtigkeit einen Diviſor finden wird, der ihr reines Gewicht angibt. C. Von der Ziegenzucht. 2. Von der Natur der Ziegen. 1. Die Ziegen gehören mit den Schafen zu einem und demſelben Thiergeſchlechte. Sie unterſcheiden ſich aber von dieſen dadurch, daß ſie bärtig ſind, Kinnglocken ha⸗ ben, und ſchlichte grobe Haare auf ihrem Körper tragen. Die Hörner ſind, wie bei den Schafen, nicht allen Ziegen gemein: es gibt gehörnte und ungehörnte. Die hörnte wei Seltenheit 3. weſß. Ge zetſtreuet Salzb! braunrött 4 Menge b Di die den b ger Nahtz h. KPinter 6 lichen die mar ganzen! len in Jungen nund B begreifl Bergen Winter 5 Nnde Nadel Dam vabn 4, 41 nen das Spülic nen das 1 Winterfütteung n Keeit erlangen t d) in dem glih de zum Futte ichſe kann es vilit hafen nebſt den gib etwas Salz genng ger als 6— 1 0e n Gewinn, nelſ hneller mäſten wi h auch nit gut Gewiichtes zin n de, wie hein hi⸗ h das Ausweſen in im Stande ſey, n inzelne, vom mn t B. mn), genigt höchſt wahrſteuli dtigkeit anen Düſt zich. ziegen. r Schafen zu eimn tercheden ſih in , Kinglociſr em Körper trahen nicht allen Jihe te. 281 Die meiſten Ziegen, Böcke und Geißen ſind gehörnt. Ge⸗ hörnte weibliche Schafe gehören in den kultivirten Herden zu den Seltenheiten.. 2. Sie ſind verſchiedentlich gefärbt, auch wohl ganz weiß. Ganz weiße Ziegen ſindet man nur in ebenen Ländern, und zerſtreuet.— Die großen Herden von Ziegen, die man in Salzburg und Tyrol antrifft, ſind alle gleichförmig gefärbt, braunröthlich mit einem ſchwarzgrauen Streifen über dem Rücken. 3. Ihre Größe iſt verſchieden, und hängt von der Menge der Nahrung ab, die ſie erlangen. Die Ziegen in den Thälern ſind immer größer wie jene, die den Sommer über auf hohen Alpen, und im Winter bei kar⸗ ger Nahrung in den Ställen zubringen. 4. Sie können in den rauheſten Gegenden den ganzen Winter über im Freien leben. Es iſt nichts ſeltenes, daß in den Gebirgsländern des ſüd⸗ lichen Deutſchlandes Ziegen in den Alpen zurückbleiben, die man im folgenden Jahre wieder ſindet. Wenn Schafe den ganzen Winter im nördlichen Frankreich, a ſelbſt in Poh⸗ len im Freien ohne Nachtheil zubringen, lämmern, und ihre Jungen aufbringen können, wie die Verſuche von Daubenton und Biernacki beweiſen: ſo wird man es von den Ziegen viel begreiflicher finden. Wären keine reißenden Thiere in unſeren Bergen; wir ließen den Ziegen die Sorge ſelbſt über, für ihren Winterunterhalt zu ſorgen⸗ 5. Sie freſſen am liebſten das Laub, auch wohl die Rinde von jungen Laubbäumen; die jungen Sproſſen des Nadelholzes freſſen ſie auch, aber nicht die harzige Rinde. Dann weiden ſie allenthalben, und freſſen im Winter alles, was man den Schafen gibt. b. Von der Paarung, Zucht und Pflege der Ziegen. 1. Die Ziegen ſind mit anderthalb Jahren zeugungs⸗ fähig, und werden im Spaͤtherbſte gepaart, damit ſie ihre 282 Jungen zu einer ſolchen Zeit zur Welt bringen, wo die Mütter auf den Weiden genügliche Nahrung finden. 2. Sie gehen mit den Schafen gleich lang trächtig, und bringen 1, 2 bis 3 Kitzen. 3. Sie haben ein verhältnißmäßig größeres Euter, wie die Schafe, und geben auch mehr Milch, wie dieſe. 4. Den Sommer über werden ſie in waſſerloſe, fel⸗ ſige, mit Hecken und Geſtrüpp erfüllte Oerter zur Weide geführt. Die Ziegen paſſen nicht für kultivirte Gegenden, weil ſie da zu häufig Gelegenheit finden, den Bäumen und Hecken nach⸗ theilig zu werden: auch bringen da die Schafe mehr Vortheil, wie ſie. Aber dort, wo in unkultivirten, oder keiner Kultur fä⸗ higen Oertern Hecken und Geſtrüpp mit mageren, kurzen Weid⸗ pflanzen abwechſeln, finden Schafe oder Ziegen, und wo die Weidplätze ſteile Felſen ſind, nur die letzteren allein ihren Standort. Daher treibet man in vielen Gegenden von Salzburg und Tyrol in jede Alpe nebſt den Kühen auch eine Herde Zie⸗ gen. Die erſteren beweiden die niederen, die letzteren die höch⸗ ſten, den Kühen unzugänglichen Stellen, und in den dürren und wüſten Gegenden von Krain, am Karſte, ſo wie längs der kroatiſchen Küſte und in Iſtrien bringen die Ziegen mehr Vortheil wie die Schafe. 5. Im Winter werden ſie mit trockenem Laub, mit Heu und Stroh und mit Wurzelwerk, gleich den Schafen ernährt. 6. Das Salz lieben ſie eben ſo ſehr, erhalten es aber nur im Winter. c. Von der Benützung der Ziegen. 1. Die Ziegen nützen uns durch ihre Zucht, durch ihre Milch, und ihren Körper als Schlachtvieh. 2. Weil ſie eben ſo früh, wie die Schafe, zur Zeugung fähig werden, nicht länger wie dieſe trächtig gehen, und — nühr Jur ſch ſchne thieriſe Schafe. 3. pers wet nur mit liccen G Die gung, un vorgejogen and ſteinig nehr Mile unähten tan wer 1. die Be Sprichn ſchnitten wie eine Bockhal verarde 6 veil ſ ſehr g ſehn, tt beingen, woſ hrung funden, glich lang nittg big großeres Enn Mich, wi die in waſſerbſe, ſ e Oerter zur W te Gegenden, vilſ umen und hein nt Schafe meht Varzt oder keiner Falhr i nageren, kurſen Uih⸗ Ziegen, und vo d letzteren alein tze nden von Galzbutn n auch eine Hed ze , die letztern die ſt und in den dürrn m ſte, ſo wie länzz n ringen die Jign utt rockenem Laut ni „gleich den Ocn hr, ethaltn d er Ziegen. Hihre Zucht, dut achtvieh. hafe, urZugnt ichiig gehen/ n) 283 mehr Junge wie ſie zur Welt bringen: ſo vermehren ſie ſich ſchneller, und bringen in demſelben Zeitraume mehr thieriſchen Stoff hervor, wie das Hornvieh, oder die Schafe. 3. Sie geben im Verhaͤltniß der Schwere ihres Kör⸗ pers mehr Milch, wie die Schafe, die eben ſo butterhaltig, nur mit einem, auch dem Fleiſche dieſer Thiere eigenthüm⸗ lichen Geſchmack durchdrungen iſt. Die Ziege verdient als Melkvieh die allergrößte Würdi⸗ gung, und es gibt nicht wenige Fälle, wo ſie den Kühen weit vorgezogen zu werden verdient. In dürren Alpen, in ſandigen und ſteinigen Steppen, ſo wie in Waldungen liefert die Ziege mehr Milch, wie die Kuh, und für arme Leute, die keine Kuh ernähren konnen, iſt die Ziege das nützlichſte Hausthier 4. Als Schlachtvieh liefert der Ziegenhammel ein mür⸗ bes, dem Schafhammel nicht ſehr unähnliches Fleiſch. Zie⸗ genböcke enthalten aber in allen Theilen ihres Körpers eine ſo heftige und übelriechende Subſtanz, daß ihr Fleiſch ſelbſt von der gemeinſten Klaſſe nur mit Widerwillen verzehrt wird. Sie müſſen daher ein halbes Jahr früher verſchnit⸗ ten werden, ehe man ſie ſchlachtet. Ziegenböcke bedarf man nur wenig bei einer Herde, denn die Befruchtungsfähigkeit dieſes Thieres iſt bekannt, und zum Sprichwort geworden. Wenn er 4 Jahre alt iſt, wird er ver⸗ ſchnitten. 5. Außer dem Fleiſche iſt es vorzüglich die Haut, welche bei den Ziegen einen ſehr beträchtlichen Werth hat. Die Haut eines großen Ziegenbockes gilt nicht viel weniger, wie eine kleine Kuhhaut. Hammelhäute ſind etwas wohlfeiler wie 2 Bockhaute. Die Felle dieſer Thiere werden von den Weißgärbern verarbeitet 6. Die Haare werden den Ziegen niemals abgeſchoren, weil ſie nicht dicht damit bewachſen ſind, und nur einen ſehr geringen Werth haben. Es dürfte aber vortheilhaft ſeyn, dicht bewachſene, und minder grobhaarige Raſſen zu 284 erziehen, und ſie jährlich, gleich den grobwolligen Schafen zu ſcheren. Wenn das Ziegenhaar auch wenig Werth hat: ſo verlohnt ſich die Mühe doch immer, ihnen dasſelbe abzuſcheren. Von den angoriſchen Ziegen wird das Haar alljähr⸗ lich abgeſchoren, das weiß, glänzend, ſehr fein, und 8 bis 9 Zoll lang iſt, und zu den ſchönen Zeugen, die man Kam elotte nennt, verarbeitet wird. Das Geſpinnſt dieſer Haare heißt Ka⸗ mehlhaar(vom arabiſchen Worte Kämel, d. i. Ziege). Es iſt ſehr Schade, daß dieſe anſehnliche, große, milch⸗ und haarreiche Ziegenart, die um Angora und Begbazar in Natolien häuſig gezogen wird, nicht ſchon längſt bei uns eingeführt iſt, wo das Gewebe aus ihren Haaren ſo beliebt iſt. Die tibetaniſchen oder caſchemir'ſchen Ziegen, aus deren Wolle man die feinſten Tücher, die man Shawl'’s nennt, webt, ſind im vorigen Jahre nach Frankreich einge⸗ führt worden. Es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß dieſe Thiere dort nicht ausarten, und daß wir ihre Anzahl in wenigen Jahren ſehr vergrößert ſehen werden. D. Von der Pferdezucht. a. Von dem Werthe und der Natur der Pferde. 2. Das Pferd hat für den Landwirth weniger Werth, wie das Hornvieh, weil es demſelben bloß durch ſeine Ar⸗ beit und ſeine Nachzucht, nicht aber auch durch ſeinen Kör⸗ per nach dem Tode nützt. 2. Da der Geldwerth des Pferdes uberdieß durch Schönheitsfehler ſehr vermindert wird; da er in einem glei⸗ chen Verhältniſſe fällt, ſo wie das Pferd nach ſeiner vol⸗ lendeten Ausbildung älter wird, und da es in jedem Alter ſeines Lebens werthlos iſt, ſo wie es krumm, oder von ei⸗ ner unheilbaren Krankheit befallen wird: ſo erhellet hieraus ſein geringerer relativer Werth für den Landwirth. 3. Weil die Pferde aber große, kräftige, ſehr geleh⸗ rige und leicht zu zähmende Thiere ſind, die weniger em⸗ pfindlich für die Hitze, Kälte und Feuchtigkeit, wie das hzamric b ſnd; we niget de ſe vicht! ſelſchft weſentli ſolchen! ſattn ei 4 veüm, b und ing enden/ Mauſcher . de Sye nan wi herden, lichen d und we 5 V Paſſe und w. b mit ſar ihnen! deihlic das 9. vo ſe gegen ſthen, des. aber, reinen ken df einw grobwoligen Scheia Werth hat: ſo eahienn ais wvird das hHaar dlid ſehr fein, und 3 5 die man Kaneleut dieſer Haate heijt ne nel, d. 1. Ziege ſehnliche, große, ul ora und Beghaſu tt ſchon längſ dau —Haaren ſo belehtit chemirſchen Jen r, die man Sſant ah Frankreit ch einlich, daß dieſe de azahl in wentgen Iih ezucht. der Ratur der dwitth wenigern en bloß durchſiue! auch durch ſeine t ferdes üierzi ui d; daet in einn pferd nach ſimn 1 d da es in jden U z krumm, odet ti 1 id: ſo ahllt inu en Landvirth hifige/ heg ſid, die wenigt ſt guzeitit, nd 285 Hornvieh, und zum Ziehen und Tragen gleich geſchickt ſind; weil ihr Gang überhaupt ſchneller, und weil ſie we⸗ niger Zeit zur Ruhe und zur Fuͤtterung bedürfen, indem ſie nicht wiederkäuen: ſo gewähren ſie der menſchlichen Ge⸗ ſellſchaft als Fracht⸗, Kutſchen⸗ und Reitthiere ſo viele und weſentliche Vortheile, die ihren Kaufwerth immer in einer ſolchen Höhe erhalten, daß ihre Zucht dem Landwirthe nicht ſelten einen großen, reinen Gewinn abwirft. 4. Die urſprüngliche Heimath der Pferde ſind die weiten, menſchenleeren Steppen von A ſien. Verwildert und in großen Herden findet man ſie auch in anderen Ge⸗ genden, wo ſie das ganze Jahr Weide finden, und durch Menſchen oder reißende Thiere nicht geſtört werden. In allen Theilen von Süd⸗Amerika hat ſich das durch die Spanier dahin überſetzte Pferd jetzt ſo ſehr verbreitet, daß man wilde Herden derſelben überall da antrifft. Wilde Pferde⸗ herden gibt es ſehr häufig im mittleren Aſien, auch in den öſt⸗ lichen Ländern von Europaz ſie ſind aber Menſcheneigenthum, und werden bewacht. 5. Sie lieben trockene Weiden, wo ſie Schatten und Waſſer finden. Sumpfpflanzen freſſen die Pferde überhaupt nur aus Noth; und wenn wir ſie häufig auf Moorboden weiden, und im Winter mit ſaurem Heu ernähren ſehen: ſo müſſen wir nicht glauben, daß ihnen trockene Weiden und ſüßes Heu nicht angenehmer oder ge⸗ deihlicher wäre; indeſſen vertragen ſie Sumpfpflanzen beſſer, wie das Hornvieh und die Schafe. Schattenloſe Weiden ſind ihnen minder angenehm, als jene, wo ſie in den heißen Stunden des Tages Schutz unter Bäumen gegen die Strahlen der Sonne finden: denn überall wird man ſehen, daß die Pferde im Sommer nur in den kühlen Stunden des Tages, und den größten Theil der Nacht weiden: bei Tage aber, wenn dieſe heiß ſind, ſich im Schatten aufhalten.— An reinem klaren Waſſer darf es den Pferden nicht fehlen; ſie trin⸗ ken oft, und lieben es ſehr. b. Von den Raſſen der Pferde. 1. Der Körper des Pferdes wird durch die dauernd einwirkenden klimatiſchen Verhaͤltniſſe, die Menge und Be⸗ 286 ſchaffenheit der Nahrung, und ſeine Lebensweiſe vielfaͤltig verändert, und man findet daher eine ſehr große Menge von Pferdeabarten— Raſſen. 2. Das wärmere Klima bringt ein regeres, thätigeres, und behenderes Pferd hervor; das kühlere ein trägeres. Die berberiſchen, arabiſchen und türkiſchen Pferde zeichnen ſich vor allen europäſſchen durch ihre Leb⸗ haftigkeit aus. Die neapolitaniſchen und ſpaniſchen Pferde haben viel mehr Feuer, wie die ſchönſten engliſchen oder deutſchen. 3. In den nördlichen und feuchten Ländern, wo das Klima den Graswuchs äußerſt befördert, und die Pferde den Sommer über auf reichen Weiden überflüſſige Nahrung finden, und im Winter in den Ställen eben ſo reichlich ge⸗ füttert werden, findet man die größten und ſchwerſten Thiere. Hieher gehören die däniſchen, holſteiniſchen, meck⸗ lenburgiſchen, oſtfrieſiſchen, holländiſchen, ſalz⸗ burgiſchen u. m. a. Pferde. 4. Die Landes⸗Raſſe der Pferde wird in demſelben Verhältniſſe kleiner, als die Weiden weniger ergiebig ſind. Was beim Hornviehe und den Schafen in dieſer Hinſicht geſagt worden iſt, gilt auch von den Pferden. Die dürren und magern Weiden in den wärmeren und trockneren Gegenden brin⸗ gen kleine, oft ſehr unanſehnliche Pferde hervor, wie z. B. die kroatiſchen, ungariſchen, pohkniſchen, und alle aſiatiſchen und afrikaniſchen Pferde ſind. 5. Es gibt nur in wenigen Gegenden von Deutſch⸗ land noch eigenthümliche Landes⸗Raſſen; in den meiſten Ländern iſt durch die Kreuzung mit fremden Pferden ein veränderter, charakterloſer Schlag hervorgebracht worden, der nicht immer, weder den Bedürfniſſen, noch der Natur des Landes zuſagt. In früheren Jahren hatten die Regenten, und andere ſehr reiche Leute eigene Stutereien, in denen ſie für ihren Bedarf, und letter Kitpferd und wur Peil ma der Natu den Pfer niſche bald zu ſtellte deeſtut en franzö einen 8 (Ernähru blieb: ſo bracht, man in deutſche genommer Landes⸗R fortgeyflat einen aus hohem W 6ö unmittelt verdbting ſeren R Koſten, ben, mi verhältn b. ſonder kann d unter: ben, aatt, T allgem. als Bel oder n abſtamr dem es wo eine den irg ſen unt Wett. pfend kedensweſe tüthi ſehr große Mag in regeres, thätgng hlere ein trägere. en und türkiſte iſchen durc ihn den und ſpaniſte ſchonſten engliſtn ten Ländern, vo dert, und de pfe überfliſſige Räimg en eben ſo tiihlc ßten und ſchwenn olſteiniſchen n olländiſchen ſeth de wird in denſebe weniger ergiti ſi cafen in dieſe hiſtt erden. 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Weil aber die Lan⸗ desſtuten bald mit arabiſchen, bald mit ſpaniſchen oder franzöſiſchen Hengſten; jetzt mit einem Reitſchlag, dann mit einem Kutſchenpferde gepaart wurden; die Wartung, Pflege und Ernährung der Thiere aber in demſelben Zuſtande, wie vorher, blieb: ſo ward das ſonderbarſte Gemenge von Pferden hervorge⸗ bracht, und nichts iſt bunter als die Formen der Pferde, die man in Deutſchland überhaupt, und insbeſondere in den deutſchen Provinzen unſeres Staates— Salzburg aus⸗ genommen— antrifft.— In dieſer letzteren Provinz ward die Landes⸗Raſſe bib jetzt immer ohne Einmengung fremden Blutes fortgepflanzt, und die ſalzburgiſchen Pferde haben daher einen ausgezeichneten Charakter, und ſind als Frachtpferde von hohem Werth. Es iſt ſehr problematiſch, ob die Regierungen durch ihre unmittelbare Einmengung in die Erzeugung der Pferde zur Her⸗ vorbringung einer, den gegebenen Verhältniſſen angemeſſenen, beſ⸗ ſeren Raſſe etwas beigetragen haben; gewiß aber iſt, daß die Koſten, welche ſie für Stutereien und das Beſchellweſen ausge⸗ ben, mit dem Gewinn für die Länder in dem ſchreiendſten Miß⸗ verhältniß ſtehen. 6. Da die mancherlei Raſſen der Pferde nicht Arten, ſondern nur Abarten eines und desſelben Thieres ſind: ſo kann der eigenthümliche, die Raſſe bezeichnende Charakter, unter veränderten äußeren Verhältniſſen nicht gleich blei⸗ ben, wenn die Raſſe auch immerfort, nur unter ſich ge⸗ paart, fortgepflanzt wird. Die theoretiſchen Gründe dieſes Satzes haben wir in der allgem. Viehzucht bereits geliefert. In der Erfahrung kann man als Beleg den engliſchen Wettrenner mit den ar abiſchen oder nordafrikaniſchen Pferden vergleichen, von denen er abſtammt; das andaluſiſche mit dem berberiſchen, von dem es herrührt, u. ſ. w. Indeſſen iſt mir kein Beiſpiel bekannt, wo eine fremde Pferde⸗Naſſe unter weſentlich veränderten Umſtän⸗ den irgendwo rein, und ohne alle Vermiſchung mit anderen Raſ⸗ ſen unter ſich wäre fortgepflanzt worden, denn der engliſche Wettrenner, oder wie ſie ihn auch nennen, das Vollblut⸗ pferd, iſt nach den Angaben der Engländer doch meiſtens 2868 nur ein Baſtard, und die ſpaniſchen Pferde mögen noch mehr baſtardirt ſeyn. Jetzt erſt kommt man auf die Idee, Raſſen⸗Ge⸗ ſtüte zu errichten, und in angemeſſenen Gegenden arabiſche, ſpaniſche und andere, durch Schönheit der Körperform, oder beſondere Schnelligkeit und Ausdauer ſich auszeichnende Raſſen rein unter ſich fortzupflanzen. Wählt man eine, dem Klima und dem Zuſtande der Weiden analoge fremde Raſſe: ſo gelingt die Ueberſetzung derſelben ſicher, ver ollkommt ſich vielleicht ſogar bei größerer Aufmerkſamkeit bei der Paarung und Wartung; will man aber arabiſche Pferde in Holland, oder holländi⸗ ſche am Karſte in Krain erziehen, ſo wird man im erſteren Lande zwar ſchöne, aber von Generation zu Generation größer werdende Thiere erhalten, die von dem Eigenthümlichen ihrer Raſſe bald nichts mehr, als die Farbe zeigen: in letzterem Lande wird aber in demſelben Verhältniſſe die Größe und Stärke des Körpers ſchwinden, als die mageren, waſſerloſen Weiden und die trockene Luft den Wachsthum ihrer Körper weniger begün⸗ ſtigen⸗ c. Eintheilung der Pferde. 1. Die Pferde werden nach ihrem Gebrauche und ih⸗ rer Verwendung eingetheilt in Reit⸗,Kutſchen⸗, Fra cht⸗ und Wirthſchaftspferde. 2. Reitpferde nennt man die kleineren, fein ge⸗ baueten, dünnfüßigen, dabei aber hinlänglich kräftigen Thiere, um einen Mann lauſend wegtragen zu können. Sie werden wieder in ſchwere und leichte unterſchieden, weil die erſteren größer, ſchwerer und ſtärker, auch ſtär⸗ kere Laſten zu tragen vermögend ſind; die letzteren nur als leichte Jagd⸗, Renn⸗ oder Soldatenpferde gebraucht werden. 3. Kutſchpferde heißt man die größeren, ſchön und kräftig gebauten Pferde aller Raſſen, die Stärke und Schnelligkeit in ſich vereinen, eine nicht zu große Laſt mit großer Geſchwindigkeit fortzuziehen. 4. Frachtpferde heißt man die großen, ſehr ſtar⸗ ken, zum Fortbringen großer Laſten beſtimmten Pferde. 5. 1 trebe des kräftiget, ſak, wi errichen die griß ülraach ſo ſchön Kutſchfe 4 nicht h auch; Stam in ihre daher Vurg dferde mägen wi ni Idie Jdee, Raſerge Gegenden aratiſte t der Körperforn, a auszeichnende giſt zn eine, dem Kim 1 ſe Raſſe: ſo geluugt t ſich vielleicht ſogn ng und Wartung: N. und, oder holläm ſo wird man im eit zu Generation gi Eigenthümlche g eigen: in leztermla Größe und Stirke vaſſerloſen Weide u eKorper wenige Pferde. em Gebrautem Kutſchen⸗Fua die kleineren, fin hinlänglih kiſn tragen zu könmn d leichte mteſti und ſtärker, ahſt d; die leztee mi datenpferde genut n die groößere, ſit gaſſen, die Stäri 1 richt zu große eai n die gußen, ſhr beſiinmten Pfah 289 5. Wirthſchaftspferde nennt man die zum Be⸗ triebe des Ackerbaues verwendeten Pferde. Sie müſſen kräftiger, wie Reitpferde, dürfen aber nicht ſo groß und ſtark, wie Frachtpferde ſeyn, weil die beim Ackerbau zu verrichtenden Arbeiten nicht ſo viele Kraft erheiſchen, um die größten und am meiſten verzehrenden Thiere hiezu zu gebrauchen. Auch iſt es nicht nothwendig, weder, daß ſie ſo ſchön gebauet, noch ſo raſch im Lauf und Zuge, wie Kutſchpferde ſeyen. d. Eintheilung der Pferdezucht. 1. Die Pferde werden entweder in eigenen Geſt ü⸗ ten, oder in der Wirthſchaft erzogen. Die erſteren heißen Geſtuͤtspferde, die anderen Landpferde. 2. Die Geſtüte ſind entweder wild, halbwild oder zahm.— 3. Wilde Geſtüte ſind jene, wo die Herde der Pferde das ganze Jahr ſich ſelbſt überlaſſen bleibt. Halb⸗ wilde ſind jene, wo die Pferde auf den ihnen beſtimm⸗ ten Weiden herumgeleitet, im Winter im Freien, oder auch wohl unter Schupfen gefüttert werden, und wo bei der Auswahl der Hengſte und Stuten einige Sorgfalt gepflo⸗ gen wird. Zahm nennt man die Geſtüte, wo die Pferde in Hinſicht ihrer Paarung, ihrer Ernährung und Pfiege ganz vom Menſchen abhängen.— 4. In der Wirthſchaft wird Pferdezucht getrieben, nicht bloß der Nachzucht wegen, ſondern damit dieſe Thiere auch Feldarbeit leiſten; in den Geſtäten arbeiten die Stammthiere gar nicht, und ihre ganze Benützung beſteht in ihrer Nachzucht. 5. Die Erziehung gemeiner Pferde in Stutereien kann daher nur in wilden und halbwilden Anſtalten dieſer Art Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd, 19 290 Vortheil bringen; in menſchenleeren Gegenden, wo weit ausgedehnte, angemeſſene Weiden vorhanden ſind; und in einem milden Klima, wo die Pferde entweder das ganze Jahr, oder doch mindeſtens 3 Monate weiden können: vor⸗ züglich geſchätzte Raſſen zahlen die Koſten ihrer Erziehung aber auch in kultivirten, oder zahmen Stutereien. 6. Die Pferdezucht in wilden und halbwilden Stute⸗ reien iſt ein eigener Wirthſchaftszweig, der mit dem Acker⸗ bau in gar keiner Verbindung ſieht: die zahme Stuterei hängt aber mit ihm zuſammen, weil ſie ihren Bedarf an Heu, Stroh, Getreide und künſtlichen Weiden von ihm erhaͤlt. 7. Bei der Erziehung der Pferde in zahmen Stute⸗ reien iſt dieſe der Hauptzweck der ganzen Wirthſchaft: bei ihrer Erziehung in der Wirthſchaft iſt es der Acker⸗ bau, und die Pferdezucht iſt ihr untergeordnet. Daher kann in Stutereien nur die Zucht mehr als gewöhnlich theurer Thiere Nutzen bringen, ſo wie in der Wirthſchaft die Zucht guter, allgemein brauchbarer und doch nicht zu koſtſpieliger Kutſchen und Wirthſchaftspferde den mei⸗ ſten Vortheil abwirft. 3. Die Erziehung der Pferde in Stutereien weicht von ihrer Erziehung in der Wirthſchaft nur darin ab, daß in der erſteren die Stammthiere von aller Arbeit verſchont bleiben; in der letzteren aber die Geſchäfte des Ackerbaues verrichten müſſen. 9. Ob Pferdezucht überhaupt, und ob jene in Stute⸗ reien oder in der Wirthſchaft vortheilhafter ſey, kann nur dann entſchieden werden, wenn man die Verhältniſſe und den Werth der Weiden, und der übrigen Ernahrungsmittel der Pferde mit ihren Preiſen vergleicht. N Stutereie Verthen tel, in d und füt der deſſ mehreren liegen. d handen lic ſt, dieh und Karnte den, ve hreitete. aber alle ju etwarr ehe man Rechnung terſtuten! det werde nißmäͤßig en; fer döer ad Stuten was der die mal krift; zuſamm tere vor hött ein ler zug e, P Gegenden, wo het thanden ſind; uhn entweder das ze weiden können. ie oſten ihrer Enia Stutereien. nd halbwilden Em der mit den lin die zahme Swi ſie ihren Beͤuf hen Weiden h ꝛde in zahme r ganzen Wittſtet zaft iſt es da l ntergeordnet. d mehr als gevittt vie in der Vitſte barer und doc n ſchaftspferde en in Stutereien nit zaft nur darit”b,N Raller Arbeitvente eſchäfte des Acetten und ob jene in En Ilefter ſey, emm die Vethälniſt u igen Ennährungbei icht 291 Wenn man die Uhſachen des Verfalles faſt aller Privat⸗ Stutereien erforſcht;: ſo findet man, daß ſie in dem geſtiegenen Werthe des Bodens, in dem erhöhten Preiſe der Fütterungsmit⸗ tel, in der vortheilhafteren Benützung der Weide für Hornvieh, und für Schafe, und in dem verhältnißmäßig geringern Preiſe der beſſeren und ſchöneren Pferde, oder was eins iſt, in der mehreren Anzahl ſolcher in den Wirthſchaften erzeugten Thiere liegen. 3 Wo paſſende Weiden und Ueberfluß von ſolchem Heue vor⸗ handen iſt, das dem Hornviehe und den Schafen minder gedeih⸗ lich iſt, da bringt es mehr Nutzen, Pferde zu erziehen, als Horn⸗ vieh und Schafe; wie man im Geil⸗ und Glanthal von Kärnten beobachtet, wo die ſauern Wieſen und ſumpfigen Wei⸗ den, welche da die Fläche des Thals bedecken, eine ſehr ausge⸗ breitete Pferdezucht bewirkten. Wo die Weiden und die Wieſen aber allem Hausvieh zuträglich ſind, müſſen die Koſten und der zu erwartende Nutzen bei der Pferdezucht wohl erwogen werden, ehe man ſich für dieſelbe entſcheidet. Man muß aber bei dieſer Rechnung nicht vergeſſen in Anſchlag zu bringen, daß die Mut⸗ terſtuten keineswegs zu ſo vieler Arbeit, auch nicht zu jeder verwen⸗ det werden können, wie andere Pferde, und daß daher verhält⸗ nißmäßig mehr Pferde in der Wirthſchaft gehalten werden müſ⸗ ſen; ferner, daß der Werth des Pferdes durch Schönheitsfehler, oder andere unbedeutende Mängel herabgedrückt werde; daß Stuten nicht ſo gewiß trächtig werden, wie Kühe und Schafe, was den älteren und trägen Hengſten zugeſchrieben werden muß, die man ſo häuſig in den Beſchälanſtalten und Stutereien an⸗ trifft; daß ſie leichter verwerfen, weil böſe und fromme Thiere zuſammen getrieben, einander nicht ausweichen können, und letz⸗ tere von den erſtern geſchlagen werden; und daß das Pferd auf⸗ hört einen Werth zu haben, ſo wie es ſich einen unheilbaren Feh⸗ ler zugezogen hat. e. Von der Paarung, Zucht und Pflege der Pferde. 1. Welche Raſſen in den Stutereien erzogen werden ſollen, hängt von dem beſonderen Zwecke ab, den man da⸗ mit erreichen will. Bald ſind es Jagd⸗, große Kutſchen⸗ pferde, oder Landesbeſchaler. 2. Wenn das Letztere die Abſicht der Stuterei iſt: ſo muß die Stamm⸗Raſſe den klimatiſchen und wirthſchaftli⸗ chen Verhaltniſſen des Landes angemeſſen ſeyn, deſſen be⸗ ſtehende Raſſe ſie zu verbeſſern beſtimmt iſt. 19* 292 3. In der Wirthſchaft ſollen ſolche Pferde erzogen werden, die Kraft, Behendigkeit und ein ſchönes Eben⸗ maß ihres Körpers in ſich vereinigen, um alle vorfallenden Arbeiten leicht vollführen, und nebſtbei als Kutſchen⸗ und Frachtpferde, oder auch wohl zum Reiten verwendet werden zu können. 4. Sehr große, wie ſehr kleine Pferde paſſen nicht zur Wirthſchaft. Ein Mittelſchlag enthält alle Eigenſchaf⸗ ten, die man bei einem Landespferd anzutreffen wünſcht. Sehr große Pferde ſind zwar im Ganzen ſehr ſtarke Thiere: man bedarf aber keiner ſo großen Kraft, um die Arbeit des Landbaues zu vollführen, und ihre Unterhaltung iſt ſehr koſtſpie⸗ lig. Kleine Pferde koſten zwar weniger, ſind aber zu ſchwach, und weil man dafür mehrere Züge halten muß: ſo verliert man bei ihnen, weil nun mehr Menſchen und Zeug für ſie nothwen⸗ dig wird. Ein Pferdeſchlag, wovon ein Paar ſtark genug iſt, einen ſandigen Lehmboden auf 6 Zoll Tiefe aus den Stoppeln aufzupflügen, iſt hinlänglich ſtark für den Wirthſchaftsbedarf, und wenn er wohl gebauet iſt, ſo wird er als Kutſchen⸗ oder ſchweres Reitpferd leicht verkauft werden können, wenn er auch für den ſchweren Fuhrmann zu leicht, für Staatspferde zu klein, und für Jagdpferde zu ſchwer iſt. 5. Die Pferde ſind mit dem vollendeten dritten Jahre hinlänglich ausgebildet, um ſich ſelbſt fortzupflarzen. Ich weiß wohl, daß man in den Stutereien die Stute und den Hengſt 4 Jahre alt werden läßt, ehe man ſie paart; ich weiß 3 aber auch, daß man in England ſowohl als bei uns, wo eine große Pferdezucht betrieben wird, die Thiere mit dem Anfang des vierten Jahres zur Paarung zuläßt. Die Gründe für die frühere Paarung ſind in der allgemeinen Viehzucht angegeben. Wollte man warten, bis die Thiere vollkommen ausgewachſen ſind, ſo müßte man die Paarung bis zum ſechsten Jahre ver⸗ ſchieben. Drei⸗ und vierjährige Hengſte ſind die zu dieſem Ge⸗ ſchäte bereitetſten und fruchtbarſten; und wenn man auch ſieht, daß Pferde noch mit 20 und mehr Jahren als Beſchäler verwen⸗ det werden: ſo wird man aber auch finden, daß ſolche alte Thiere oft vergeblich ſich anſtrengen, und fruchtloſe Verſuche machen, eine Funktion zu vollführen, die nur im jugendlichen Alter eben ſo raſch als fruchtbar ausgeübt wird. Es iſt gewiß keinem Zweifel unterworfen, daß eine der weſentlichſten Urſachen des haͤufigeren Gelteſtehens der Stuten in jenen alten Hengſten geſucht werden muß, die man, weil ſie noch Luſt zur Paarung zeigen, als Be⸗ ſhäler or Vermög zu beftue 6. Pferde diel hä durch i gen dh den La 7. und ſpät zähne er d Schnede Jahren und wer ſett. N Sdnei Ein 9 Iahr, tet als 12 St Hunds Schnei ſchwar aus de Mit 6 ſtalk, die Ech lich ab Schnei nütun, endlich ein 0 1en, ſiche g des bes ſolche Pferde enſehe ad ein ſchöncs ür um alle vorfällade bei als Kutſchen⸗ ſten vervendet vazt te Pferde paſſe ni enthalt alle Eiganht anzutreffen vind anzen ſehr ſtarke diat aft, um die Miet erhaltung iſt ſehr viße er, ſind aber zu ſtat en muß: ſo derliet e d Zeug für ſie mied n Paar ſtar? gemi Tiefe aus den Sttan a Wirihſchaftsbchuin s Kutſchen⸗ odir ſtoun n, wenn er auh ſten tspferde zu lein, wii m vollendeten dii ich ſelbſt fortuyſun Stutereien die Entg le man ſie paart; ſt ohl als bei und, u Thiere mit dm lia t. 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Mit 2 ½— oft erſt mit 3 Jahren fallen die mittleren Schneidezähne— Zangen— aus, und werden in einem halben Jahre durch größere, bleibende er⸗ ſetzt. Mit 3 ½¼ bis 4 Jahren fallen die zunächſt daran ſtoßenden Schneidezähne, und nach wieder einem Jahre die Eckzähne aus⸗ Ein Pferd, das keine Milchzähne mehr hat, iſt älter als 4 ½ Jahr, und wenn die Eckzähne vollkommen ausgewachſen ſind, äl⸗ ter als 5 Jahre. Es hat in jedem Kiefer jetzt 6 Schneidezähne, 12 Stockzähne, und wenn es ein Hengſt iſt, noch überdieß zwei Hundszähne— Hacken.— Weil aber die Pferdezähne auf ihrer Schneidefläche ausgehöhlt ſind, und der Grund dieſer Fläche ſchwarz iſt, was man die Bohne, Kunde nennt, ſo erkennt man aus der Abnützung der Zahnoberflächen ihr Vorrücken im Alter. Mit 6—7 Jahren ſind die Zangen ganz glatt, die Mittelzähne ſtark, die Eckzähne wenig abgeſchliſſen; mit 7—8 Jahren ſind die Eckzähne abgenützt, ſchon faſt eben, und der Hackenzahn merk⸗ lich abgenützt; mit 8— 9 Jahren ſind alle Aushöhlungen der Schneidezähne mit den Kunden verwiſcht. Durch die fernere Ab⸗ nützung werden dieſe Zähne eiförmig, dann rund, dreieckig, und endlich zweieckig. Ueber die Erkenntniß des Alters der Pferde haben wir ein vollkommenes Werk vom Profeſſor Peſſina, Wien 1812, auf das ich jene verweiſen muß, die ſich eine ſehr gründ⸗ liche Kenntniß dieſes Gegenſtandes verſchaffen wollen⸗ 8. Die gewöhnliche Zeit der Paarung iſt der Anfang des Frühlings, weil die Füllen dann zur Zeit des Auftrie⸗ bes auf die Weiden ſchon kräftig genug ſind, ihrer Mutter 294 zu folgen, ohne von den Abwechslungen der Witterung Nachtheil zu leiden. Für Wirthſchaftspferde ſcheint es aber zweckmäßiger, die Paarung entweder im Winter oder im Sommer vorzunehmen, damit das Füllen in einer Jahres⸗ zeit falle, wo die Stute wenig zu thun hat; es kann dann im erſteren Falle leichter mit der Mutter auf die Aecker gehen, wenn die Arbeiten zur Sommerſaat beginnen, oder es kommt erſt dann zur Welt, wenn die Sommerſaat lange ſchon beſtellt iſt. Dieß iſt ein Gegenſtand, der allgemein zu wenig berück⸗ ſichtigt wird, und eine ganz vorzügliche Urſache, daß die Erzie⸗ hung der Pferde in den Wirthſchaften weniger Vortheil abwirft, und daher mehr vernachläſſigt wird. Wenn bie Paarung im Jän⸗ ner vorgenommen würde, ſo käme das Füllen zu Ende Decem⸗ ber. Die Stute wäre ohne Nachtheil zur Beſtellung der Herbſt⸗ ſaat verwendet worden, könnte jetzt 3 Monate lang ruhig neben dem Füllen ſtehen, und dieſes könnte vielleicht ſchon entwöhnt werden, ſo wie die Sommerſaat anfängt. Würde die Paarung Ende Juni vorgenommen, ſo füllt das Pferd in der Mitte die⸗ ſes Monates, und kann daher von der Mitte Mai an, wo die Sommerſaat beſtellt iſt, geſchont werden: während jetzt die Wirthſchaftspferde, die Füllen haben, für die Arbeiten bei der Sommerſaat faſt untauglich ſind, da ſie gewöhnlich füllen, wenn dieſe Arbeit beginnt, und die Mutter in den letzten Wochen vor, und den erſten nach dem Gebären doch etwas mehr geſchont wer⸗ den muß; das ſehr junge Füllen der Mutter auch nicht überall hin folgen kann, wodurch mehr Züge erforderlich werden, wenn man die Beſtellung der Saat nicht über die Zeit hinausziehen will. 9. Die Stuten gehen 49 Wochen trächtig, und brin⸗ gen nur in äußerſt ſeltenen Fällen mehr als ein Junges zur Welt. Nach Teſſier füllten von 277 Stuten: 25 zwiſchen 322— 330 Tagen. Mitteldauer 326 Tage⸗ 227» 330— 359»» 344 ½» 28„ 361— 419»„ 390„ 10. Hat die Stute im Winter gefüllt, ſo ſperret man Mutter und Füllen in eine geräumige Abtheilung des Stal⸗ ſes, und läßt ſie frei in demſelben beiſammen, bis die Weddeze Pedde 11 folgt d 1 Füllen zeit d ihnen d tingerd jangen; Kälte v den St gen aue den ſee der S zu ſch Septe eben ſ man freilich und wenn den W Stute Fütte der here den hefte aungen der Witang öpferde ſcheint 6 t im Vinter ode i . 97.. füllen in einer guits un hat; es kann um Nutter auf die Aih nerſaat beginnen, on die Sonmerſaa lag gemein zu wenig lnit Urſache, daß de bh⸗ deniger Vortheil zivin u die Paarung ii⸗ Füllen zu Ende Der ir Beſtellung de heßß Nonate lang nilg u vielleicht ſchon etni agt. Würde die Paum Pferd in der Mite Mitte Mai an, veſ rden: während jti für die Arbeitm k gewoͤhnlich fülln, un den letzten Voun. twas mehr geſchnt ee⸗ Rutter auch nict ſiel eforderlich werde, un ie geit hiauzzichn i hen trächtig un bhh eht als ein Iungin Stuten: teldauer 325 Dul „ 344/* „ 59o grfült, ſo perm edlbtheilung d68s beiſemmen, i N 295 Weidezeit beginnt, und das Füllen der Stute auf die Weide folgt. 11. Füllt die Stute während der Weidezeit, ſo folgt das geſunde Junge ſogleich ſeiner Mutter. 12. So lange die Mutterſtute mit dem ſäugenden Füllen im Stalle ſich befindet, muß ſie beſſer, wie in der Zeit der Trächtigkeit genährt werden; im Frühlinge wird ihnen dann in den Stutereien die beſte und ſonnigſte Weide eingeraͤumt, damit es ihnen nicht an Milch fehle, und die jungen Thiere weder aus Mangel an Nahrung, noch durch Kälte verkümmern; in der Wirthſchaft werden die ſaugen⸗ den Stuten im Stalle gefüttert, wenn ſie neben dem Säu⸗ gen auch arbeiten ſollen; dürfen ſie nicht arbeiten, ſo wei⸗ den ſie mit dem Füllen. 13. Das Füllen muß mindeſtens drei Monate lang an der Stute ſäugen, weil früher ſeine Verdauungswerkzeuge zu ſchwach ſind, von anderer Nahrung ſich zu erhalten. In den Stutereien läßt man ſie bis gegen das Ende des Septembers ſäugen, 4,5 bis 6 Monate lang, was ohne Zweifel eben ſo naturgemäß, als ihrer Geſundheit zuträglich iſt. So wie man aber Kälber mit 6 Wochen entwöhnt, und aus denſelben, freilich mit etwas mehr Mühe und größeren Koſten, die ſchönſten und größten Thiere erzieht; ſo geht dieß auch bei Pferden an, wenn wir ſie ſtatt 6 Monate, nur 3 ſäugen laſſen, wie wir in den Wirthſchaften allenthalben beobachten. 14. Wenn das Füllen im erſten Sommer mit der Stute auf die Weide geht, ſo bedarf es keiner beſonderen Fütterung; es ſäugt und weidet allgemach, ſo wie es von der Milch nicht hinlänglich ernährt wird; wenn es aber frü⸗ her entwöhnt worden, ſo müſſen ihm beſonders gute Wei⸗ den eingeraumt werden, oder es wird auf Kleefelder ge⸗ heftet, oder auch wohl mit Klee in den Ställen gefüttert. 296 15. Im Winter des erſten Jahres erhalten die Fül⸗ len gutes Heu, und Morgens und Abends etwas Hafer. Wenn die Pferde im erwachſenen Zuſtande auch wohl ſau⸗ res Heu ſehr gern freſſen, ſo nährt ſie doch das ſuße immer beſ⸗ ſer, und da wir den Füllen in dieſem zarten Alter nur ange⸗ nehme, und gut nährende Fütterung geben müſſen, um ſie im Wachsthume zu unterſtützen; ſo muſſen wir ihnen nicht ſo wohl gutes Heu, als noch nebſtbei etwas Hafer geben. In unſeren Stutereien erhalten ſie in dieſer Zeit ſchon 10 Pf. Heu und eine halbe Portion Hafer. 16. Im Sommer des zweiten Jahres weiden die Füllen allenthalben, wo ſie hinlänglich und gutes Futter finden. Im Herbſte beſuchen ſie die Wieſen, den Stop⸗ pelklee u. ſ. w. 17. Es müſſen die Hengſte von dem Stutfüllen ab⸗ geſondert geweidet werden, weil ſonſt viele Unruhe, auch wohl eine zu frühe Paarung Statt hat. 18. Im Winter desſelben Jahres bekommen ſie in den Ställen eine Vermehrung an Futter, die ihrem Al⸗ ter und ihrer Größe angemeſſen iſt. 4 In unſeren Stutereien erhalten die Füllen im zweiten und dritten Winter gleich viel Nahrung; 15 Pf. Heu, und 5 Pf. Furterſtroh ohne Hafer. In den Wirthſchaften erhalten ſie Hä⸗ ckerling aus Stroh und Klee, und Heu, ſo viel ſie wollen. 19. So wohl im erſten als zweiten Winter ihres Le⸗ bens gehen ſie frei in den Ställen herum, weil ſie ange⸗ hängt die Form und Kraft ihrer Glieder nicht gehörig aus⸗ bilden könnten. 20. Im dritten Sommer können ſie Berg⸗, ja ſelbſt Alpenweiden beziehen. In den Gebirgsländern: Salzburg, Ober⸗Steier⸗ mark und Kärnten, machen die Alpen jene große Viehzucht möglich, die man in dieſen Ländern antrifft. Alles Vieh, das ſtark genug iſt, den jähen Wechſel der Temperatur in dieſen ho⸗ hen Gege pen geſch Das kaiſ war, ha hängen! Kleink treibt. D der Troc net, un Eintrieb ger ſud, beſten 3 den Inſ Witterun oſt i ei kann ks ſwelten S dieſe jun find, der u den Et Häͤckſel Korner wede den mer, treten tes erhalten de 1 Abends etvas hein Buſlande auch vohl ſ ich das ſüße inme E zarten Aler un ain ben müſſen, un ſen wir ihnen nicht ſ h ifer geben. In uſan on 10 Pf. Heu unh a MJahres wedder ich und gutes zur Wieſen, den d n dem Stutfälat ſt viele Unruhe, ul hat. hres bekonmen ſii zutter, die ihrn! e Füllen im zweimn m 5 Pf. Heu, un ſchaften erhalten ſehe ſo viel ſie wolln. eiten Witter ie herun, weil ſt un⸗ der nicht gehöri i en ſe Berg⸗ ja ſi Ober⸗Sttit en jene große pihs ntrift. Alles Vih, d empetatut a dieſen he⸗ 29 hen Gegenden zu vertragen, wird den Sommer über in die Al⸗ pen geſchickt: Hornvieh, Schafe, Ziegen, Schweine und Pferde. Das kaiſerl. Geſtut in Kärnten, als es noch zu Kollnitz war, hatte eine ſehr gute und wohlgelegene Weide auf den Ab⸗ hängen der Koralpe; jetzt in Oſſiach hat es die Alpen von Kleinkirchheim und Nillſtadt, wohin es ſeine Füllen treibt. Das gute Gedeihen alles Viehes in den Alpen hängt von der Trockenheit und Wärme des Sommers ab. Wenn es viel reg⸗ net, und öfters ſchneiet, ſo verkümmert alles Vieh, wenn auch Eintriebſtälle vorhanden ſind, die uberhaupt in den Alpen nöthi⸗ ger ſind, als in den Ebenen. In den Alpen iſt ein Ueberfluß der beſten Weide; die Thiere leiden da weniger von der Hitze und den Inſekten, und dieß iſt die Urſache, daß ſie alle bei guter Witterung ſo ſehr gedeihen, und daß man ſie zu Ende Auguſt oft in einem mehr als halbgemäſteten Zuſtande antrifft. Man kann es aber nicht wagen, das Hornvieh und die Pferde im zweiten Sommer ihres Lebens auf die Alpen zu bringen, weil dieſe jungen Thiere noch zu empfindlich für die rauhe Witterung ſind, der ſie nothwendig oft ausgeſetzt ſeyn müſſen. 21. Im Winter des dritten Jahres werden ſie in den Ställen angehängt, und erhalten ſo viel Heu oder Häckſel, wie die Mutter, nebſt einer angemeſſenen Portion Korner. In den Stutereien werden ſie erſt im Winter des vier⸗ ten Jahres angehängt, oder, wie man es da nennt, aufge⸗ ſtellt.. 4 22. Im vierten Jahre ſind die Thiere hinlänglich ausgebildet, um zur Zucht und zu leichter Arbeit ver⸗ wendet zu werden. 23. Die zur Zucht beſtimmten Hengſte werden in der Wirthſchaft jetzt in den Ställen behalten; nur die übrigen ſammt den verſchnittenen Pferden und den belegten Stu⸗ ten kommen in dieſem Sommer noch auf die Weiden, und werden erſt im Herbſte zu leichter Arbeit angehalten. In den Stutereien weiden alle Hengſte noch in dieſem Som⸗ mer, weil ſie erſt im folgenden Jahre als Beſchaͤler ein⸗ treten. 298 24. Arbeitspferde werden das ganze Jahr in den Ställen gefüttert; nur das Jungvieh weidet den ganzen Sommer, ſo wie die ſpät füllenden Mutterſtuten einen Theil des Sommers. 25. Die Menge und Beſchaffenheit der Fütterung für ein Pferd richtet ſich nach ſeiner Größe und nach ſeiner Verwendung. Große Pferde bedürfen von gleichem Futter mehr, wie kleine, und ſtark arbeitende müſſen kraͤftiger gefüttert werden, wie jene, welche den größten Theil der Zeit müßig in den Ställen zubringen. 26. Wo man viele und ſchwere Arbeit von den Pfer⸗ den fordert, da langen ſie mit grünen oder getrockneten Futterpflanzen und Heu nicht aus, ſondern muſſen nebſtbei Körner bekommen. 27. Welche Körner ihnen gegeben werden ſollen, muß der Verkaufspreis derſelben, verglichen mit ihrer nährenden Eigenſchaft, beſtimmen. Gewöhnlich iſt im nördlichen Europa der Hafer das allgemeine Pferdekorn, weil es das verhältnißmäßig wohlfeilſte iſt. Weil es von jeher und allgemein gefüttert wird, ſo hat ſich der Glaube verbreitet, nur Hafer allein ſey den Pferden zuträg⸗ lich; und wenn irgendwo bei der Futterung eines anderen Getrei⸗ des ſich eine Krankheit bei den Pferden ereignete, ſo ward ſie dieſer Fütterung zugeſchrieben. Indeſſen ſehen wir durch einen großen Theil von Italien den Mais, im Orient die Ger⸗ ſte, in England die Bohnen zu Pferdefutter mit der beſten Wirkung verwenden. Ich habe Bohnen, Mais und Rocken Jahre lang meinen Pferden verfüttert, wenn dieſe Körnergattungen wohlfeiler wie der Hafer waren, und ich habe nie einen Nach⸗ theil davon wahrgenommen. 28. Wirthſchaftspferde von oben(e. 4) angegebener Kraft, bedürfen bei der trocknen Stallfütterung täglich 12 Pf. Heu, 3 Maßl Hafer, wovon der Metzen 50 Pf. wiegt, und 3 Pf. Haͤckerling, der aus Rockenſtroh und Klee be⸗ ſteht. Kutſchenpferde langen mit 10 Pf. Heu und der glei⸗ en Me⸗ fen nut halten. 6 und b Meilen! 1 ſſaftepfe zu ſchie daraus den zum d heitsyferd tzen Hafer Pferde nie Ge 16 Nehen rebſt bi Ein ſecht ond d ſenäpfer 3 ſchälzeit außer d Größe: gende F geſchnitt 4 Atbeit werden erpfla in Wi W und nu hältwiß dder ſ Lu er Pf Statt; vb d üblich, iih hü ganze Jaht in he 2e) weidet den zana a Mutterſtuten tun beit der zittemſ röße und nah ſan en von gleicen date tende müſſen küde den großten dhal e Arbeit von da yr inen oder getrnen ondem muſſen niii egeben werden flle verglichen ui in Europa de hein rhaltnißmäßig vehfft * efuttert wird, ſo hr i n dieſe Lürregtn ich habe nit eiuen lu en ſe.1) angegeten allfterung tiglc Nez öo f. ni kenſtroh und gle b f heu ud Neſ 29) chen Menge Hafer und Häͤckerling aus. Reitpferde bedür⸗ fen nur 8 Pf. Heu, wenn ſie die gleiche Menge Hafer er⸗ halten. Frachtpferde aber brauchen nebſt 15 Pf. Heu wohl 6 und 8 Maßel Hafer, wenn ſie täglich 12— 15 Zentner 4 Meilen weit führen ſollen. Thaer(Rat. Landw. IV. Th. 437) gibt ſeinen Wirth⸗ ſchaftspferden täglich 6,4 Pf. Heu und 2,64 Maßel Hafer; woraus zu ſchließen, daß dieſe Pferderaſſe klein ſeyn müſſe, was auch daraus erhellet, daß man ihrer 4 Pferde in einem leichten Bo⸗ den zum Pflügen bedarf. Dickſon(a. a. OQ. II. Th. 887) ſagt, daß man Ar⸗ beitspferden täglich 16 Pf. Heu, und für die Woche 1,16 Me⸗ tzen Hafer und eben ſo viel Häckerling geben müſſe, wenn die Pferde nicht vom Fleiſch fallen ſollen.. Gericke(a. a. O. I. B. 40) gibt für ein Arbeitspferd ½¼˖ Metzen Hafer, ½ Metzen Häckſel aus Hafer und Rockenſtroh, nebſt 4 bis 5 Pf. Heu täglich. Eine Pferdeportion bei der öſterreichiſchen Armee be⸗ ſteht aus ½ Metzen Hafer, und 8—10 Pf. Heu. Die Kavalleriepferde erhalten 3 Pf., und die Fuhrwe⸗ ſenspferde 10 Pf. Heu. In den Geſtüten erhalten die Beſchäler während der Be⸗ ſchälzeit täglich o Pf. Heu, und eine doppelte Portion Hafer; außer der Beſchälzeit 10 Pf. Heu, und nach Verhältniß der Größe 1 ½2 bis 2 Portionen Hafer. Die Mutterſiuten bekommen in den Ställen, wenn ſie ſäu⸗ gende Füllen haben, 20 Pf Heu und 5— b Pf. Futterſtroh, un⸗ geſchnitten, ohne Hafer. 29. Wo man von dieſen Thieren überhaupt geringere Arbeit fordert, oder ſie nicht beſtändig beſchäftigt, da. werden ſie auch wohl bloß mit grünen und getrockneten Fut⸗ terpflanzen: Gras, Klee, Heu, Stroh, Spreu, und im Winter mit einem Zuſatze von Wurzelgewächſen ernährt. Wenn die Wirthſchaftspferde nicht ſtark beſchäftigt ſind, und nur geringere Arbeit haben, wird ihnen entweder ein ver⸗ haltnißmäßiger Theil ihrer gewöhnlichen Fütterung abgebrochen, oder ſie werden im Sommer auf Weiden getrieben, oder im Stalle mit Wicken, Klee und Luzerne gefuͤttert. Das Weiden der Pferde nach vollendeter Sommerſaat findet bei uns hãufig Statt; aber die grüne Stallfütterung iſt nur in Oeſterreich ob der Enns, Italien, Frankreich und England üblich, wo man ſie der Geſundheit der Pferde beſonders zuträg⸗ lich hält. 300 Da dieſe Art der Fütterung offenbar weniger koſtſpielig iſt, wie die mit Heu und Hafer; den bei Hauſe beſchäftigten Pfer⸗ den auch wohl zuträglicher ſeyn mag: ſo ſehe ich keinen vernunf⸗ tigen Grund, warum wir ſie nicht einführen ſollen. Im Winter werden in England die Pferde ſehr oft mit Heu, Stroh und gelben Rüben gefüttert; auch in Deutſch⸗ land iſt dieſe Fütterungsweiſe nicht unbekannt, und wenn man jedem nebſt der gewöhnlichen Portion Heu und Stroh täglich ½ Metzen gewaſchener und grob zerſchnittener Mohren gibt, ſo ſol⸗ len ſie ſo gut erhalten werden, wie wenn ſie 2 ⁄ Maßl Hafer erhalten haͤtten. Wo Klima und Boden den Möhren zuſagen, da mag dieſe Fütterung gewiß Vortheil bringen; auch freſſen ſie die Thiere ſehr gern, wie ich mich oft überzeugte; nur iſt ihre Kul⸗ tur des Jätens wegen ſehr koſtſpielig, und die Arbeiten des Auf⸗ bewahrens der Wurzeln, des Waſchens und Schneidens, ma⸗ chen viele Umſtände. Auch rohe Kartoffeln werden den Pferden in England gegeben, und man rühmt ſehr dieſe Berwendung. Mir dämht ſie vortheilhafter, wie die Möhrenſütterung, weil ihre Production weniger Mühe macht, und leichter im Großzen auszuführen iſt; allein ſie findet in dem Widerwillen der Pferde gegen dieſes Knollengewächs ein großes Hinderniß. Ein ſehr ver⸗ ſtaͤndiger Landwirth, der Freiherr von Aichelburg zu St. Stephan im Geilthale, füttert nun ſchon im drit⸗ ten Winter 11 Pferde bloß mit etwas Heu, Häckerling und ro⸗ hen, zerſchnittenen Kartoffeln. Die Pferde müſſen dabei ſchwere Fuhren richten, und werden nicht magerer; ich aber konnte meine Pferde nicht dahin bringen, daß ſie Kartoffeln gefreſſen hätten. Auch mit gekochter Nahrung füttert man im Winter hin und wieder Pferde, wie z. B. in einigen Gegenden der Nie⸗ derlande und von Schottland, mehr, wie es ſcheint, weil es d ſo herkömmlich iſt, als aus Ueberzeugung der größern Nutz⸗ barkeit. 30. Das Salz lieben die Pferde eben ſo ſehr als die wiederkäuenden Thiere, und es ſcheint ihrer Geſundheit ſehr zuträglich zu ſeyn. Wo die Pferde ſich größten Theils mit ſaurem Heu und Strohhäckſel ernähren müſſen, iſt ihnen das Salz als Würze dieſes geſchmackloſen oder minder angenehmen Futters beſonders angenehm, und gewiß auch ſehr zuträglich. Bei gutem Heu und Hafer können ſie deſſen entbehren⸗ 31. Das Putzen, Waſchen und Schwemmen der Pferde geſchieht meiſtens nur, um ihnen ein reinliches und 2 wohlgeſaͤlliges Anſehen zu geben; nur wenn ſie dem Staube ſark aus fet volh di ſo lange mand iſ die dach täglich, würde n wandeten de hi ten Zuſte b Pllge thun, al zun gro die groößt aber, wie ſcaſtspfe tiglich de ſoicher ho krnſt de thelig Süallkae Puen den wi Norge ren un Aend pſende eis d kerne den der 3 weniger koſtilg dauſe deſcäftute gſe ſehe ich keinen tenah ren ſollen. 1 die Pferde ſehr dſtm dt; auch in Deutſ bekannt, und wenn nn eu und Stroh tägit her Nohren dübt, ſeſt in ſe 21s Nah hi den Möhren zuſagen, ggen; auch ſreſſen ſi zeugke; nur ſſt ihn g nd die Arbeiten da Hund Schneddens, n werden den gfedei ſehr dieſe Vervanda Röhrenſütterun, n und leichter in Guie Widerwillen der hſeh Hinderniß. Ein ſchr w von Aichelhurgy ttert nun ſchon mm Heu, Häͤckerling udn :de müſſen dabel ſoug er; ich aber komte nin foffeln gefreſen hinn tert man im Pun ſt gen Gegenden d Ri⸗ hehr, wie s ſcein ni eugung der griͤßerngh ede eben ſo ſer aud ihrer Geſundheiſt As mit ſaurem Heu u n das Salz alt Bih ehmen Futkers tetnin ſch. Vei gutem heu u und Schwemmen d gnen ein reinlichs w wenn ſie dem Suu kauft und unnothwendig, 3⁰⁸ ſtark ausgeſetzt ſind, iſt es zur Erhaltung ihrer Geſund⸗ heit nothwendig. Die Füllen werden vor dem dritten Jahre nicht geputzt; ſo lange die Pierde weiden, werden ſie nicht geputzt, und nie⸗ mand iſt deßwegen für ihre Geſundheit bekümmert; wenn aber die Zucht⸗ und Arbeitsthiere im Stalle, auch im Winter nicht täglich, oder wie Viele wollen, gar drei Mal geputzt würden, würde man dieſerwegen beſorgt ſeyn. Daß die zum Luxus ver⸗ wendeten Kutſchen⸗ und Reitpferde, die Beſchäler in Stutereien, die Pferde der Kavallerie ſich beſtändig in einem ſehr rein geputz⸗ ten Zuſtande befinden, iſt eine billige Forderung, denn die zur Pflege dieſer Pferde aufgeſtellten Menſchen haben ſonſt nichts zu thun, als ſie zu füttern und zu putzen, und weil alle dieſe Pferde zum großen Theile der Parade wegen gehalten werden, ſo iſt die größte Reinlichkeit ein weſentliches Erforderniß. Wenn man aber, wie Gericke(a. a. O. I. Th. 47) fordert, daß die Wirth⸗ ſchaftspferde täglich zwei Mal gewaſchen oder geſchwemmt, und täglich drei Mal geſtriegelt und geputzt werden ſollen, ſo iſt ein ſolcher hoher Grad von Reinlichkeit nicht nur allein zu theuer er⸗ ſondern ſelbſt den Thieren eher nach⸗ theilig als vortheilhaft, denn für jeden Zug iſt nur ein eigener Stallknecht— Enke— erforderlich, der ſeine Zeit bloß mit Putzen der Pferde, des Stalles, und Futter vorrichten zubringt, den wir erſparen, weil wir ſie nur Mittags ordentlich putzen, Morgens und Abends nur abhürſten laſſen; auch muß es den Thie⸗ ren unangenehm ſeyn, daß man vom frühen Morgen bis zum Abend immer an ihrem Körper kratzt und fegt, ſtatt ihnen Ruhe zu laſſen beim Freſſen. Luxuspferde müſſen gewaſchen werden; Wirthſchaftspferde wäſcht der Regen. Das Schwemmen bringt im Ganzen mehr Nachtheil als Nutzen, denn ſo lange die Thiere erhitzt ſind, darf man ſie nicht ſchwemmen, und die Abendſchwemme erregt nicht ſelten Koliken. 32. Die Pferde werden nicht früher beſchlagen, als bis ſie zur Arbeit angehalten werden. 33. Schwere Eiſen mit Stollen gebören für Fracht⸗ pferde; glatte Eiſen, die nur im Winter, ſo lange Glatt⸗ eis vorhanden iſt, in der Mitte und auf beiden Enden ſtäh⸗ lerne gleich hohe Stollen oder Griffe erhalten, gebühren den übrigen Pferden. Ihre Dicke hängt von der Schwere der Pferde, und ihrem Gebrauche ab. f. Von der Benützung der Pferde. 1. Die Pferde nützen uns durch ihre Zucht und ihre Arbeit.. 2. Die männlichen Pferde werden entweder als Be⸗ ſchäler, oder als Arbeitsthiere verwendet. Die erſteren müſſen entweder nebenbei arbeiten, oder werden bloß zur Paarung gebraucht. 3. Die weiblichen Thiere werden entweder bloß zur Zucht, oder bloß zur Arbeit, oder zu beidem gemeinſchaft⸗ lich verwendet. 4. In den Stutereien werden die Stammthiere bloß zur Zucht, und nicht zur Arbeit verwendet. Die Füllen, die ſie liefern, koſten daher ſchon in dieſer Hinſicht allein, un⸗ gleich mehr, wie die in den Wirthſchaften hervorge⸗ brachten. Wir haben bereits oben(d. 5.) erwähnt, daß es unvor⸗ theilhaft ſey, gemeine Pferde in zahmen Stutereien hervorzubrin⸗ gen, und daß ſich dieſe nur mit der Kultur ſolcher Raſſen befaſ⸗ ſen ſollen, die ungewöhnlich theuer bezahlt werden. Wenn man erwägt, daß Hengſte und Stuken ihren koſtſpieligen Ankauf, ihre Ernährung im ganzen Jahre, die Ausgaben für das große, zu ihrer Wartung beſtimmte Perſonale, die Gebäudeanlagen und Unterhaltung bloß allein durch ihre Füllen bezahlen ſollen, und wenn man ferner in Anſchlag bringt, daß von 4 Stuten nur 3 Füllen fallen, daß von dieſen wieder mehrere von hundert in Abſchlag gebracht werden müſſen; ſo iſt es nicht ſchwer einzuſe⸗ hen, daß Stutereipferde ungewöhnlich hoch zu ſtehen kommen, die ſelten wo die Koſten ihrer Erzeugung und Erziehung wieder hereinbringen. Sehr treffliche Bemerkungen über die Nachtheile der Stutereien lrefert der Herr v. Knobelsdorf auf Sellin im Mecklenburgiſchen, der ſeit langen Jahren ſelbſt Pfer⸗ dezucht betreibt. Es war mir ſehr angenehm in ſeinen freimuthi⸗ gen Aeußerungen die Beſtätigung meiner Anſichten zu hören. So⸗ wohl in dieſer Hinſicht, als daß er uns eine vollkommene Kennt⸗ niß über die engliſche Pferdezucht mittheilt, die er ſich durch laͤn⸗ geren Aufenthalt in jener Inſel erwarb, iſt ſein Aufſatz(Möglin⸗ Annalen IV. B. 478) vom größten Intereſſe⸗ b 5.3 Paarung 6. in 12 T We kann er und man ſehn wird Wochen; det man nich die! fruchbar 7. werden en ſande ger 8. und kro aber ſe einen ſe ijrer g kleiner i laſten z werden oder Ste ſcwere ſich am daß hen ſehen er ten. Ad gutes R Zaume det we der Pferde. ühre Zucht min den entweder ald. wendet. Die erſan oder werden l den eatweder ll u beidem gemenſt die Stammthite vendet. Die Fülln,g ſer Hinſicht alein, n girthſchaften ſenn erwaͤhnt, daß tz une Stutereien hervorgunt⸗ lltur ſolcher Naſin bi ahlt werden. Wenn ne koſtſpieligen Anteuf i gaden füt das guze, die Gebäudeanlcgen w) üllen bezahlen ſolln,n daß von 4 Stutn m r mehrere von hundat! t es nicht ſchwer änu hoch zu ſtehen köun ing und Grziehung vi agen über dieRath belsdorf uf Stlli angen Jahren ſeltt Ui nehm in ſeinen freinuſ ½ r Anſichten zu hörtn.3 eine vollkommene Kann⸗ ilt, die et ſich durc k „iit ſein Aufſat(Mägls treff. 3⁰03 5. In der Wirthſchaft werden die Beſchaͤler außer der Paarungszeit auch zur Arbeit angewendet. 6. Man rechnet, daß ein Hengſt von 4— 10 Jahren in 12 Wochen 36 Stuten decken könne. Wenn man ſich junger Hengſte zur Paarung bedient, ſo kann er alle Tage einen Sprung machen, ohne ſich zu ſchaden, und man darf verſichert ſeyn, daß ihre Paarung die fruchtbarſte ſeyn wird. Aeltere Hengſte von 10—15 Jahren, können nur alle Wochen zwei wirkſame Sprünge machen; 20jährige Beſchäler fin⸗ det man nur in manchen Stutereien, wo überhaupt vom Gewinn nicht die Rede iſt; bei Landesbeſchälern wäre es der häufigen Un⸗ fruchtbarkeit ſolcher Thiere wegen ein grober Fehler. 7. Die bloß zur Arbeit beſtimmten maͤnnlichen Pferde werden entweder im unverſchnittenen oder verſchnittenen Zu⸗ ſtande genützt. 8. Hengſte oder Vollpferde ſind ungleich ſchönere und kraͤftigere Thiere, als verſchnittene oder Wallachen; aber ſie ſind oft wild und unbändig, und erheiſchen immer einen ſehr feſten Zeug, und kraftige und muthige Leute zu ihrer Führung. Der Unterſchied zwiſchen einem Hengſt und Wallachen iſt ſo auffallend, daß man meint zwei verſchiedene Raſſen zu ſehen. Die ſtolze Haltung des erſteren, ſein Feuer, ſein Muth, ſeine Kraft, ſeine mehrere Größe und Völligkeit des Körpers, kontraſtiren ſehr auſſallend mit der Indolenz des letzteren, der immer ſchwäͤ⸗ cher, ſchmäler in der Bruſt, und im Halſe, gewöhnlich auch kleiner iſt Wenn es ſich darum handelt, mit den Pferden große Laſten zu überwinden, oder Parade mit ihnen zu machen; ſo werden Hengſte mehr dem Zwecke entſprechen, wie Wallacben oder Stuten. Darum ſehen wir auch, daß die Fuhrleute, welche ſchwere Frachten auf der Achſe oder gegen den Strom befördern, ſich am liebſten der Hengſte bedienen; und ſo ſehen wir auch, daß Hengſte als Reit⸗, Karoß⸗ oder Staatspferde viel mehr Auf⸗ ſehen erregen, als Wallachen, oder die für ſich kleineren Stu⸗ ten. Aber ſie muſſen ſtreng in der Zucht gehalten werden, und gutes Riemwerk, und kräftige Hände müſſen es ſeyn, die ſie im Zaume erhalten. 9. Weil die Hengſte zu Kriegspferden nicht verwen⸗ det werden können, und weil ihre Verwendung zu Wirth⸗ 304 ſchafts⸗, Kutſchen⸗ und Reitpferden immer mit manchen Widerlichkeiten verbunden iſt, ſo werden ſie häufig ver⸗ ſchnitten, und man opfert einen Theil ihrer Schönheit und Kraft der mehreren und ſicherern Verwendbarkeit, die ſie dadurch erlangen. 10. Hengſte ſollen nicht vor dem Ablaufe des dritten Jahres verſchnitten werden, weil ſie ſonſt einen zu zarten, ſchwäͤchlichen, und überhaupt minder ſchönen Körper er⸗ langen. So wie der frühe verſchnittene Ochs immer eine andere Körpergeſtalt haben wird, wie der Stier, und ſich die Stier⸗ form mehr äußert, wenn man das Thier erſt nach einem Jahre verſchneidet, ſo zeigt auch das Pferd mehr die Hengſtform, je ſpäter es verſchnitten wird. Werden die Pferde ſchon im erſten Jahre verſchnitten, ſo bleiben ſie immer ſchmal in der Bruſt, dünnhalſig, und ſind überhaupt von einem ſchwächlicheren Kör⸗ perbau. Weniger bemerkt man dieſe nachtheilige Körperform, wenn ſie nach dem zweiten, noch weniger, wenn ſie nach vollen⸗ detem dritten Jahre verſchnitten werden. Was die Gefahr des Verſchneidens betrifft, ſo iſt ſie im vierten Jahre nicht größer, als im zweiten, und im Ganzen überhaupt nicht ſehr groß⸗ 11. Die Stuten können bis zum zwanzigſten Jahre zur Zucht benützt werden; doch wird man finden, daß ſie vor zehn Jahren ſicherer, und nach dieſer Zeit minder ge⸗ wiß alljährlich trächtig werden. 12. In Stutereien rechnet man, daß alljährlich zwei Drittel bis drei Viertel der Stuten trächtig werden; bei der Landesbeſchälung durch ärariſche Hengſte kann man kaum mehr wie die Häaͤlfte der zugeführten Stuten für befruchtet annehmen. Das iſt kein kleiner Theil des Schadens, der durch das koſtſpielige ärariſche Beſchälweſen dem Lande zugeht, daß eine ſo große Anzahl Stuten nicht trächtig wird. Die Urſache liegt in der verhältnißmäßig zu geringen Anzahl von Hengſten, in ihrer oft übermäßigen Anſtrengung, daß ſie zu lange Jahre hierzu ver⸗ wendet werden, und in der großen Entfernung der Beſchäl⸗Sta⸗ tionen⸗ 13. ſo kfti nict fri Körper! vor den! der Raſſ ſelce 9 Weiden Wacheth unzeitige kruypät! M des hferd dee bolle Feſigkeit dieſen Ie reiten und lig ernätt wäͤhrend Periht 1 Jhätig ſeyn — ſagt ha nirgend über di nem B Druck derſelbe ſhmaler ſoannun un üben ten Brk ſcöner ſen ein und de b brechen glich Purg ——— immer mit nnch verden ſſe häufg i i ihrer Schönhein ſerwendbarket, de em Ablaufe des di eſonſt einen u ann er ſchöͤnen Kora Ochs immer iine un tier, und ſich de ein ier erſt nach einen aif mehr die Henzliin, die Pferde ſchon in ein ner ſchmal in der bi inem ſchwäͤchliche ſ nachtheilige Körpein ger, wenn ſie noc ul 1. Was die Geſcſr ierten Jahre nict gei upt nicht ſehr gu. zum zwanzigſtn erd man finden, di h dieſer zei mint in, daß ollührit in trächtig wedne he Hengſte kim u ugefühtten Suin 4 Schadens, der u Lande zugeht, dih in ird. Die Urſache ſin ahl von Hengſten, in tn zu lange Jahre türi 8 ffernung der Beſchin 3⁰05 8 13. Wenn die Pferde als Reit⸗ und Zugthiere eben ſo kräftig als andanernd ſich erweiſen ſollen; ſo dürfen ſie nicht früher zur Arbeit angehalten werden, bis ſich ihr Körper nicht vollkommen entwickelt hat. Jedermann weiß, daß Geſtütspferde, beſonders aus wil⸗ den und halbwilden Geſtüten, in dieſer Hinſicht einen Vorzug vor den Landespferden haben. Mit Unrecht wird er immer nur der Raſſe zugeſchrieben; viel häufiger liegt die Urſache darin, daß ſolche Pferde fünf und mehrere Jahre lang frei immer auf den Weiden herum gehen, und daß ſich ihr Körper in dieſer Zeit des Wachsthumes ſehr vollkommen ausbilden konnte, und durch keine unzeitige oder unangemeſſene Anſtrengung geſchwächt oder ver⸗ krüppelt wurde. Man täuſcht ſich in der Berechnung, wenn man die Arbeit des Pferdes im dritten und vierten Jahre höher anſchlägt, als die vollkommenere Entwicklung ſeines Körpers, und die mehrere Feſtigkeit und Ausdauer, die es dadurch erlangt, daß wir es in dieſen Jahren noch weiden laſſen. Behalten wir es zu Hauſe, und reiten und fahren damit, ſo muß es im Stalle gut und koſtſpie⸗ lig ernährt werden, und ſeine Arbeit zahlt kaum dieſen Aufwand, während es auf der Weide faſt nichts koſtet, und an innerem Werthe ſo viel zunimmt. 8 14. Sollen die Pferde im Zug ihre volle Kraft in Thätigkeit ſetzen; ſo muß ihre Anſpannung ſo angebracht ſeyn, daß ſie hierin nicht gehindert werden. Was wir früher ſchon bei der Anſpannung der Ochſen ge⸗ ſagt haben, gilt auch im Allgemeinen hier. Pferde werden zwar nirgendwo anders angeſpannt, als daß man ihnen die Zuglinie über die Bruſt legt; es iſt aber nicht gleichgültig, ob ſie mit ei⸗ nem Bruſtriemen, oder mit dem Kummet ziehen. Je mehr der Druck der Laſt vertheilt iſt, je geringer iſt der Schmerz, den derſelbe beim Ziehen dem Körper verurſacht, und darum iſt ein ſchmaler Bruſtriemen eine ſeß unſchickliche und nachtheilige An⸗ ſpannung für Arbeitspferde. utſchenpferde, die eine geringe Laſt zu überwinden haben, mögen mit einem breiten, wohl gefütter⸗ ten Bruſtriemen ziehen, um ſo mehr, da dieſe Anſpannung für ſchöner gehalten wird; aber Fracht⸗ und Wirthſchaftspferde müſ⸗ ſen ein gut geformtes Kummet haben, das nicht zu ſchwer, und doch hinläͤnglich ſtark iſt, um beim Zuge nicht zu zer⸗ brechen, das ſich an die Seiten der Bruſt und Schultern gleichförmig anlegt, und nirgendwo mehr oder weniger druckt. Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd. 20 3⁰6 E. Von der Schweinzucht. a. Von dem Werthe und der Natur der Schweine. 1 1. Das Schwein iſt dem Menſchen ein äußerſt nütz⸗ liches Thier, das ſchneller wie die andern Hausthiere wächst, ſich ungeheuer vermehrt, und die genoſſene Nahrung mehr in Fett verwandelt, wie die übrigen. 2. Wir finden es in allen Klimaten als Hausthier: im wilden Zuſtande aber vom Aequator bis zur Küſte der Oſtſee. 3. Das wilde Schwein liebt ſchattige und ſumpfige Gegenden, denn es lebt von Gras, allerhand Wurzeln, Baumſamen, Inſekten, Würmern und Sumpfthieren. 4. Als Hausthier liebt es ſumpfige Weiden, frißt die Abfälle aus der Küche und dem Garten, und wird im Win⸗ ter mit Wurzelwerk, Molken, Spreu und Körnern genährt. 5. Obgleich es in Sümpfen ſeine Nahrung ſucht, und ſich in der heißen Tageszeit in den Schlamm legt: ſo kann es doch nicht naſſe Kälte vertragen, und ſucht immer ein trocknes Lager über Nacht, und beim Regen. b. Von den Raſſen der Schweine. 1. Das europäiſche Schwein, das wir im wil⸗ den Zuſtande noch ſo häufig antreffen, hat durch die Um⸗ wandlung zum Hausthier in den verſchiedenen Läandern ei⸗ nige Abanderungen ſeiner körperlichen Form und Farbe er⸗ litten. 2. Große Schweine findet man in Laͤndern, wo ſie in Eichen⸗ und Buchenwäldern, die mit ſumpfigen Weiden wechſeln, vollauf Nahrung finden, und wo das Klima hin⸗ ———y——-y—— —OOByꝑBQnᷓõõ— linglich Freien i 3. den ſcc ſſe nut halten! ₰ d Schwein lichen in Ung Kima d. halben in 4. ſtecten dand ſe bei den Fanbe alle di man ſt lanen ſo iſta ten Fo 5 ein Ke kultivi und m beingt, gleich Enthet fett: geme aber inzucht. der Ratut der nſchen ein äußenſ dern Hausthierenitg enoſſene Nahrung uß . imaten als Haue uator bis zur ſiß ſchattige mnd imi 3, allerhand A und Sumpſtzirm ofige Weiden, ſiß rten, und vird inke 4 u und Körnern gan ine Nahrung ſuch,n Schlamm legt: ſeim , und ſucht inme i in Regen. ir Schveine. vein, das wiint fen, hat durchdelle eſchiedenen Ländn en Form und datt rin bndern, veſt nit ſumpfigen Vin ud wo das Flinaſt 3⁰7 tänglich mild iſt, daß ſie den größten Theil des Jahres im Freien zubringen können. 3. Klein ſind die Schweine, wo ſie auf trockenen Wei⸗ den ſich erhalten ſollen, oder wo das Klima ſo rauh iſt, daß ſie nur einen kleinen Theil des Jahres ſich im Freien auf⸗ halten können. Dieß gilt ſowohl von den wilden als Hausſchwelnen. Große Schweine ſind in den Marſchländern des weſtlichen und nörd⸗ lichen Deutſchlandes, zum Theil in Pohlen, ſo wie in Ung arn und Unterſteiermark, wo ſie in einem milden Klima die reichſte Nahrung finden. Kleine Schweine ſind allent⸗ halben in den trocknen, waldloſen Ebenen aller Lander. 4. Man findet Schweine mit einem langen und ge⸗ ſtreckten, andere mit einem kurzen Körper; die Beine ſind bald ſehr kurz, bald wieder etwas länger; die Ohren ſind bei den einen aufgerichtet, bei den andern hängend; die Farbe des Körpers iſt mannigfaltig verſchieden; ohne daß alle dieſe Abweichungen eine beſtimmte Raſſe anzeigen, weil man ſie häufig unter einander gemiſcht antrifft. Man findet weiße, rothe, ſchwarze Schweine, die einen langen, und eben ſo gefärbte, die einen kurzen Körper haben: ſo iſt auch das Hängen der Ohren nicht immer mit einer beſtimm⸗ ten Form des übrigen Körpers verbunden. 3 5. Nur das ſtruppige, wollenartig gekrauste Haar iſt ein Kennzeichen einer halbwilden, das ſchlichte Haar einer kultivirten Raſſe. Ein Theil der ungariſchen, ſo wie die bosniſchen und moldauiſchen Schweine, die man auf unſe e Märkte bringt, ſind kraushaarig, kurz im Körper, rundleibig; und ob⸗ gleich ſie eine ſehr weite Reiſe unter ſehr vielen Beſchwerden und Entbehrungen machen, ſo ſind ſie dennoch über alle Erwartung fett: aber ihr Fleiſch iſt grobfaſerig, und minder ſchmackhaft. 6. Das chineſiſche Schwein iſt nur eine Abart des gemeinen Schweines, das ſchwarz, kurzbeinig, tiefleibig, aber kleiner wie das unſere iſt, ſich durch mehrere Zahm⸗ 20* 308 heit, und daß es ſich beſonders ſtark vermehrt und leicht mäſtet, auszeichnet. Man findet in England haͤufig chineſiſche Schweine; in Deutſchland ſind ſie ſelten. Mir ſind keine vergleichenden Verſuche bekannt, wodurch der größere Nutzen dieſer Raſſe vor unſeren beſſeren genau erwieſen worden wäre. c. Eintheilung der Schweinzucht. 1. Die Schweinzucht wird eingetheilt in die wilde, halbwilde und Hauszucht. 2. Wild wird die Schweinzucht genannt, wenn die Schweine das ganze Jahr ſich ſelbſt überlaſſen bleiben, und nur in ſo fern gehüthet werden, daß ſie ſich nicht verlaufen, oder weggetrieben werden. Im ſüdlichen Ungarn, in Bosnien und Servien gibt es ſolche Herden, wo die Schweine den Sommer über auf den Weiden ſich nähren, und im Herbſt in den Eichenwäldern ei⸗ nen ſolchen Ueberfluß von Nahrung finden, daß ſie bis zum Win⸗ ter vollkommen ausgemäſtet ſind. Sie kommen nie in einen Stall, ſind wild, und müſſen im ganzen Rudel fortgetrieben werden. 3. Halbwild heißt man die Schweinzucht, wo die Thiere den Sommer über zwar geweidet, im Winter aber in eingefriedigten, und zum Theil gedeckten Oertern ge⸗ füttert werden; wobei die Thiere in mehrere Haufen ge⸗ ſondert ſind, und ſich nicht nach Gefallen fortpflanzen können. In dieſem Zuſtande iſt die Schweinzucht gewöhnlich in Ungarn. In den menſchenleeren, weiten, und fruchtbaren Ebenen jenes großen Reiches gedeiht das Schwein ganz vornehm⸗ lich; und weil ſeine Erziehung dem Eigenthümer immer nur äu⸗ ßerſt wenig koſtet, ſo überſchwemmen ſie mit ihrem Vieh alle Märkte der angränzenden deutſchen Provinzen, und ſind die Urſache, daß uns die Schweinzucht häufig Schaden ſtatt Vortheil bringt, weil wir mit ihnen nicht gleiche Preiſe halten können. 4. Die Hauszucht der Schweine iſt jene, wo ſie als Nutzvieh im Haushalt gezogen werden. d. Po 1. hirlänc werden wilden im M gutt E chenabf Porthen den, wi der Erf 2 kann ſe di 3e aber i feritte ihre⸗ V b b b V b ve un ind b V 1 vermehrt und lit hineſiſche Stden 9 keine bergleiten uten dieſer iſen wͤre. n chweinzucht. getheilt in die pin iht genannt, nan überlaſſen hleiten n ſie ſich nicht delain osnien und 5 niin ne den Sommer iin g in den Eichennähen: den, daß ſie his zmde kommen nie in einn? el fortgetrieben dann e Schweinzdt, un veidet, im Vin ie gedeckten Oaun; in mehrere Haia Gefallen ſeryien chweinzucht gewähriti weiten, und futttn as Schwein zanz erner igenthumtr inmtr nr 5 ſſe mit ihrem U d Provinzen, und fud ufla Schaden ſett Derſi e Preiſe halten bmn hweine iſt jene, w werden. 3⁰9 d. Von der Paarung, Zucht und Pflege der Schweine. 1. Mit acht Monaten ſind gut gehaltene Schweine hinlänglich ausgebildet, um zur Paarung zugelaſſen zu werden. Es zeigt ſich dieſer Trieb ſchon mit 6 Monaten, und im⸗ wilden Zuſtande paaren ſie ſich auch in dieſem Alter. Wenn die im März gebornen Schweine den Sommer über entweder eine gute Weide hatten, oder zu Hauſe mit Klee, Garten⸗ und Kü⸗ chenabfallen gut genäyrt wurden: ſo können ſie mit dem größien Vortheil im November, d. h. nach acht Monaten gepaart wer⸗ den, wie ich aus meiner eigenen, und einer großen Menge frem⸗ der Erfahrungen weiß. 2. Das Schwein geht 16— 17 Wochen trächtig, und kann ſehr füglich in einem Jahre zwei Mal ferkeln. Nach Teſſier's Beobachtungen war bei 25 Schweinen die Zeit der Trächtigkeit zwiſchen 109— 143 Tagen. Ich habe aber in meinen Wirthſchaften nicht gefunden, daß ſie ſo weit dif⸗ ferirten: denn ſie brachten ſehr regelmäßig mit 114— 115 Tagen ihre Jungen. Weil das Schwein bald nach dem Gebären wieder gepaart werden kann, ſo kann die Sau, welche im März geferkelt hat, im Auguſt wieder Junge bringen; und wenn ſie nur Nahrung vollauf hat, ſo wird ihr dieſes, in der Natur des Thieres ge⸗ grundete zweimalige Ferkeln nicht nachtheilig werden. 3. Da den Ferkeln die Kalte ſehr nachtheilig iſt, ſo muß die Paarung der Mutter zu einer ſolchen Zeit vorge⸗ nommen werden, daß ſie ihre Jungen bringt, wenn die heftige Kälte vorüber iſt. In unſerem Klima iſt man beſorgt, die Schweine im No⸗ vember zu paaren; ſie bringen dann im Marz Ferkel, wo be⸗ reits eine milde Temperatur herrſcht, und ſind bis zum Novem⸗ ber ſchon ſo weit erwachſen, um ihrerſeits gepaart zu werden. 4. Die Schweine bringen 2 bis 20 Junge zur Welt. Im großen Durchſchnitte rechnet man für den erſten und zweiten Wurf ſechs, für den dritten und vierten Wurf acht Ferkel. 310 Ich habe nie mehr als 17 Ferkel auf einen Wurf bei un⸗ ſeren Schweinen beobachtet; aber die chineſiſchen Schweine in England haben nicht ſelten 20 und mehr Junge(Begtrup, II. Th. 256). Die jungen Mutter haben weniger Junge, und erhalten allmählich mehr, ſo wie ſie älter werden. Mehr als 12 Junge kann ein Schwein aber doch nicht füglich, und gleichförmig gut ernähren, weil es nur 12 Zitzen hat. Zu Guſow rechnet der Graf Podewils, daß vom Jahre 1778 bis 1788 von 190 Zuchtſäuen jede 6 Ferkel, und von 1788 bis 1794 von 102 Zuchtſäuen jede 6 ½ Ferkel gebracht habe(a. a. O. II. Th. 212). 5. Die Ferkel, welche zur Zucht beſtimmt ſind, müſ⸗ ſen 7— 8 Wochen an der Mutter ſäugen: die aber zum Schlachten beſtimmt ſind, läßt man nur 3— 4 Wochen bei der Mutter. 6. Die ſäͤugende Mutterſau muß ſehr reichlich und gut genährt werden, wenn ſie dem Bedarf ihrer zahlreichen Jungen genügen, und nicht ſelbſt in einen ausgemagerten Zuſtand verſetzt werden ſoll. 7. Während des Saͤugens gewöhnen ſich die Ferkel von ſelbſt zu weiden, und von jener Nahrung zu freſſen, welche die Mutter im Stalle erhält. 8. Die nicht zur Zucht beſtimmten Schweine werden während des Saugens verſchnitten. Gericke(a. a. O. I. B. 225) will ſie erſt mit 10— 11 Wochen verſchneiden. Wenn dieſes Alter vielleicht für die weib⸗ lichen Schweine paſſender iſt, was mir ſehr wahrſcheinlich iſt, ſo iſt doch ein Alter von 4— 8 Wochen für die männlichen ſchickli⸗ licher, denn beim Säugen überſtehen ſte dieſe Operation ohne alle Gefahr. 9. Beim Entwoͤhnen müſſen die Ferkel beſonders an⸗ genehme und kraͤftig naͤhrende Fütterung, d. h. Getreide⸗ körner erhalten, damit ſie beim Entgang der Milch, von der ſie ſich bis jetzt größten Theils erhielten, nicht zu ſehr vom Fleiſche fallen, oder gar krank werden. R hafer, ein Gemt terkorn vorgeſch und wen kommen 10 weder: nen Fu tei, de 11 genügen mit Va in der 1 der,d dern i benüte trockne mancht zuſpern man i nich! 260), bis M und g Junge worden dieſe ſind, junge platz terlie Die gen, Horn auf einen Wurf hin ineſiſchen enn mehr Junge(Degtu en weniger Junge, m rwerden. Mehr abn fuglig, und gleicfemi Podewils, dßm jede b Ferkel, um lde b ½ Ferkel gaüra t beſtimmt ſid, n ſaͤugen: die cham nur 3— 4 Pacai ſehr reichlic udg darf ihrer zahlut einen ausgemagenn vöͤhnen ſich die gnd ter Nahrung zu fiſe nten Schweine vein will ſie erſt mit 10- er vielleich für de ne ſeehr waht cheinih ſ ir die minnlihe ſtitt je dieſe Opectin thi ie Fertil heſonder 7 rung, d.. Getrie tgang der Micc, 1 thielten, nich u ſh werden. 311 Man gibt den Ferkeln nach dem Entwöhnen 2 Wochen lang Hafer, Gerſte, und bei uns Hirſebrein; worauf ſie eben ſo lang ein Gemiſch von ſaurer Milch, Molken, Kartoffeln, Spreu, Hin⸗ terkorn erhalten, das ihnen abgekocht, und des Tages drei Mal vorgeſchuttet wird. Gerochte Erbſen lieben ſie außerordentlich; und wenn ſie beim Beginnen des Weidganges ein Abweichen be⸗ kommen: ſo iſt dieſes Futter zugleich ein Heilmittel. 10. Die Sommerfütterung der Schweine beſteht ent⸗ weder in der Weide, oder in der Stallfütterung mit grü⸗ nen Futterpflanzen, oder mit den Abfällen aus der Molke⸗ rei, der Brauerei und Branntweinbrennerei. 11. Wenn die Schweine ſich bloß von der wilden Weide genügend ernähren ſollen: ſo muß ſie gut bewachſen, und mit Waſſer, und wo möglich mit einer Lacke verſehen ſeyn, in der ſich die Thiere in den heißen Tagen wälzen können. 12. Als künſtliche Weiden dienen am beſten Kleefel⸗ der, die eingehegt, oder mit Hürden eingeſchloſſen ſind. Es iſt nichts Seltenes bei uns, Schweine auf den Kleefel⸗ dern im Herbſte zu ſehen: allein wir meinen den Klee beſſer zu benützen, wenn wir ihn erwachſen laſſen, und dann entweder trocknen, oder dem Hornvieh grün einfüttern; indeſſen ſcheint es manchmal vortheilhaft zu ſeyn, die Schweine auf Kleefelder ein⸗ zuſperren, und ſie den ganzen Sommer da zu laſſen, nachdem man ihnen eine Tränkſtelle zugerichtet, wenn die Stallfutterung nicht leicht ausführbar iſt. Noung erzählt(Begtrup, II. Th. 260), daß er auf zwei Akres Klee,= 140 Joch, vom 12. Mai bis Michaeli, 30 Stück halb⸗ und ganz ausgewachſene Schweine und große Ferkel unter einander, nur keine Mutterſchweine mit Jungen, die zu Hauſe mit den Abfällen der Melkeret gefuttert worden waren, ohne alle andere Beiyulfe gehalten, und daß ſich dieſe Thiere gut darauf ernährt hätten. 13. Wo keine Weiden für die Schweine vorhanden ſind, oder nicht zureichen, werden ſie im Schweinhofe mit jungem Klee, Luzerne, Wicken und Buchweitzen gefüttert. Wenn der Schweinhof ſo eingerichtet iſt, daß der Futter⸗ platz gepflaſtert und gedeckt iſt, und reinlich erhalten wird, ſo un⸗ terliegt die Stallfütterung der Schweine gar keinem Anſtande. Die Schweine freſſen nur jungen Klee, den älteren laſſen ſie lie⸗ gen, er wird verwüſtet, und daher mit größerem Vortheil dem Hornvieh gegeben. 14. Die Laufſchweine ernähren ſich hinlänglich bei der grünen Fütterung; den ſaͤugenden Müttern und entwöhn⸗ ten Ferkeln muß aber nebſtbei eine Abkochung von Wur⸗ zeln mit Kleien, oder ſaure Milch oder Molken gegeben werden. 15. Wo die Schweine bloß von den Abfällen der Mol⸗ kerei, der Brau⸗ und Branntweinbrennereien genährt wer⸗ den, iſt ihre Anzahl auf die gegebene Menge dieſes Futters beſchränkt. Gericke rechnet(a. a. O. I. Th. 239), daß, wenn wö⸗ chentlich 10 ½ Metzen Gerſte verbrauet werden, man im Durch⸗ ſchnitte 12 Säue mit ihren Jungen, welche zuſammen wohl 170 Stuck ausmachen, ernähren könne, wenn dieſelben noch nebſtbei Weide haben, und Spreu, Spülicht, und für die milchenden Schweine und Ferkel Korn erhalten. Wo die Schweine nichts als Molken erhalten, rechnet man auf 4— 5 Kühe ein anderthalbjähriges Schwein. Haben ſie nebſt⸗ bei Weide, wie z. B. in den Sennereien auf unſeren Alpen, ſo reichen die Molken von 3 Kühen für ein ſolches Schwein hin. 16. Die Winterfütterung der zur Zucht beſtimmten Schweine beſteht entweder in den Abfällen der Brau⸗ und Branntweinbrennereien, in den Träbern beim Wein⸗ und Obſt⸗Moſtpreſſen, oder in den gewöhnlichen Haushaltun⸗ gen, in dem Spülicht der Küche, und in den Abkochungen von Wurzelwerk, Kleien und Hinterkorn. Es bekommen die zur Zucht beſtimmten Schweine bei mir jedes ½ Metzen Buchweitzen⸗Spreu mit 5 Maß ſiedendem Küchen⸗ ſpülicht übergoſſen drei Mal des Tages. Anderswo bekommen ſie ſaure Milch mit Spuülicht, wozu etwas Kleien gemengt werden; oder ſie werden mit Abkochungen von Rüben und Karfoffeln, die man über Kleien gießt, oder zu denen man ſaure Milch ſchüttet, denbe Den Nahrſchweinen Mehl zu geben, bringt nicht Vor⸗ theil.. e. Von der Benüutzung der Schweine. 1. Die Schweine nützen uns durch ihre Zucht und als Maſtthiere. 3. D ſchweineh ein, oder oder gauz und es ge gen Schw 3. 7 werden ko Jahre nac laſſen, un man ſcch ſtung ni d werden ſchitte d ſchweine, lice, die Speckſcht Im zwei wollen aber nar nen, und gen wir und entn Ferkelt d ihrer Jur und in d diger zu aus geme T 8 ind ſe Jerk Fällen! mehr be nahme! nig me ſcch hinlänglic w Müttern und entnüir Abkochung don ga⸗ der Molien ga den Ahfallen der g ennereien genälhtt ne Meuge dieſes dunn h. 439), daß, vm werden, man in Daß lche zuſammen vol n un dieſelben noch naihe und für die milcein een erhalten, rechnt uu Schwein. Haben ſe iſ en auf unſeren Aha, ſ ſolches Schwei ſi⸗ zur Zucht heſionn (bfaͤllen der Brau n bern beim Weil⸗n öhnlichen hauittte nd in den Wkochunn korn. mmten Schveine li n 5 Maß ſiedendem ütn Anderswo bekonnanſ Kleien gemengt valn üben und Karfen, n nan ſaure Mich ſcü gehm, bugtäit he er Schweine auth te Zutm 313 „. Da die kleinen Wirthſchaften nicht ſelbſt Zucht⸗ ſchweine halten können, wohl aber ſo viel Futter haben, um ein, oder auch mehrere jüngere oder ältere Schweine halb oder ganz maſten zu können; ſo ſind ſolche Thiere geſucht, und es geht aus dem Verkauf von Ferkeln oder halbjähri⸗ gen Schweinen oft ein ſehr großer Vortheil hervor. 3. Wo ſolche junge Schweine leicht und gut verkauft werden konnen, iſt es vortheilhaft, die Mutterſchweine zwei Jahre nach einander zwei Mal in einem Jahre ferkeln zu laſſen, und von vier Würfen, die ſie in dieſem Zeitraume bringen, drei zu verkaufen, und nur den letzten zur eigenen Zucht zu behalten. 4. Wo dieſer Vortheil nicht Statt hat, iſt es gera⸗ thener, das Schwein nur ein Mal ferkeln zu laſſen, weil man ſicherer iſt, daß das Thier beim Beginnen der Ma⸗ ſtung nicht abgemagert iſt, und leicht ſett wird. Da jedes wohlgenährte Schwein mit 8 Monaten gepaart werden kann, und wie es ein Jahr alt iſt, 6 Junge im Durch⸗ ſchnitte wirft, ſo haben wir nach 8 Monaten 3 männliche März⸗ ſchweine, die entweder verkauft oder gemäſtet werden, 3 weib⸗ liche, die wieder gepaart werden, ſammt der Mutter, die zum Speckſchwein gemäſtet, und wie ſie 2 Jahre alt, getödtet wird. Im zweiten Jahre bringen 3 Mütter 18 Schweine im März, und wollen wir mehr, noch ein Mal 18— 24 im Auguſt. Da wir aber nur 3 Mütter in unſerer Wirthſchaft gut durchfüttern kön⸗ nen, und keine große Nachfrage nach Zuchtferkeln iſt, ſo begnü⸗ gen wir uns mit 18 Jungen, wovon 15 als Jährlinge gemäſtet, und entweder verkauft, oder im Haushalte verwendet werden.— Ferkelt die Sau nur ein Mal, ſo wächst ſie nach dem Entwöhnen ihrer Jungen viel mehr, als wenn ſie gleich wieder gepaart wird, und in demſelben Sommer wieder Junge bringt: ſie iſt wohllei⸗ biger zu Anfang des Winters, und wird mit geringeren Koſten aus gemäſtet. Das Mutterſchwein mehrere Jahre lang zu behalten, kann nur in dem einzigen Falle vortheilhaft ſeyn, wenn man gewiß iſt, die Ferkel gleich und gut verkaufen zu können: in den meiſten Fällen bringt dieß nur Schaden, weil die Ernährung der Schweine mehr beträgt, als der Werth der Spanferkel, und als die Zu⸗ nahme des Gewichts der Mutterſau, die nach 2 Jahren nur we⸗ nig mehr wächst⸗ 314 3 Das Schwein bildet ſich ſo frühe aus, und vermehrt ſich ſo ſtark, daß es immer mehr Nutzen bringt, dieß Thier nur kurze Zeit im Haushalte zu behalten, und es wegzuräumen, ſo wie ſein Junges wieder Junge bringt. 5. Durch die Maſtung bringen die Schweine den größ⸗ ten Nutzen; denn von allen Hausthieren verwandelt keines die genoſſene Nahrung ſo ſchnell und ſo ſehr in Fett, wie die Schweine. Fette Ochſen haben auf einen Theil Unſchlitt mindeſtens 5 Theile Fleiſch. Fette Schweine haben nicht ſelten gleich viel Fett und Fleiſch, wenn man Speck und Schmeer von der einen Seite, und von der andern Seite den Körper ohne Eingeweide, Kopf und Füße rechnet, wie beim Ochſen. Die Maſtung der Ochſen dauert um ein Drittheil, oft um die Hälfte der Zeit länger, wie die Maſtung der Schweine, was von großem Belange iſt; denn je kürzer die Maſtung dauert: je weniger koſtet ſie überhaupt, je geringer iſt das Wagniß— Ri⸗ ſiko— und je ſchneller kehrt das Kapital wieder zurück. 6. Die Schweine werden in jedem Alter gemäſtet. Weil aber altere als zweijährige Zuchtſchweine nicht ſo viel Nutzen bringen, wie jüngere, und weil ſie auch nach zwei Jahren ein grobfaſeriges Fleiſch bekommen, ſo werden ſie in einem Alter von 6 bis 24 Monaten zur Maſtung auf⸗ geſtellt. Aeltere Schweine mit 3 und 4 Jahren ſind ohne Zweifel größer, wie die mit 2 Jahren, und geben bei der Maſtung eine große Menge von Fleiſch und Speck. Weil aber der Zweck des Betriebes der Landwirthſchaft nicht iſt, die größten Schweine hervorzubringen, ſondern nur durch Schweinmaſt den relativen Werth der Thiere möglichſt zu erhöhen, und die Fütterungsmit⸗ tel durch die Umwandlung in Fleiſch und Fett auf das Vortheil⸗ hafteſte zu verwenden, ſo verzichten wir auf den Rahm, die ſchwereſten Maſtſchweine in unſerer Wirthſchaft hervorgebracht zu haben, weil uns dieſelben weniger reinen Geldgewinn abwerfen, wie die etwas kleinern. 7. Ehe man die Schweine zur Maſt aufſtellt, ſollen ſie verſchnitten werden. Da in den Schweinen der Paarungstrieb ſtärker, und viel öfter, wie in den übrigen Hausthieren ſich äußert, und die oft eintretende Unruhe einer ſolchen Periode das Fettwerden der ————- Säte ſehr man nicht! Derſchnitten ſie zut NMa ühr Fleiſch Geſcmak! Die friheſt J Nactheil! oft verderd wird. De Urſache, 2 ſcnitten w weniger re werbe nur Geſchlcht 8. D Im erſeern Win lezter 9. C Häͤlfte, Ae das weni Zellengew Verdoppl gemaäͤſtete der Mus. des Fette V theurer b junge Sch nig wohle Be veil es g verwendd denn nur ainen hot bringt k Scwen dem Ma Entgang 10 Schwei aus, und vermeh 3 41, und bermehrt bringt, dieß Thiet 3 und es wegzuräuman, ie Schweine den gii eren verwandelt k d ſo ſehr in Feu il Unſchlitt mindefme ict ſelten gleicnzt eer von der eing En, ohne Eingewadd, ia um ein Dritthell,ſiu tung der Schwent, u die Maſtung dauent iſt das Wagaß-) wieder zurück, jedem Alter gemiit htſchweine nicht ſ i weil ſie auch nah e tommen, ſo wetdaſ aten zur Maſung u ahren ſind ohne Driit hen bei der Naun in Weil aber det Iwin „die größten Stnin chweinmaft den rauin und die Fütterunzini⸗ d Fett auf das Verthäl Pr auf den Rahn, N hſchaft hervorgärtt n en Geldgewinn dhverin, Naf aufſtell, ſile gstrieb färker, un 1 ich äͤußert, und e ich äußett, und de 9 das Fettweret R 315 Saue ſehr hindert; ſo ſollen die weiblichen Schweine, ſobald man nicht mehr geſinnt iſt, ſie wieder ferkeln zu laſſen, ſogleich verſchnirten werden. Eben ſo muſſen die Eber— Baren, ehe man ſie zur Maſtung aufſtellt, verſchniften werden, um ſo mehr, weil ihr Fleiſch ſonſt ſo wie jenes des Ziegenbockes einen widerlichen Geſchmack hat. Die nicht zur Zucht beſtimmten Schweine werden in ihrer früheſten Jugend ſchon verſchnitten, wo ſie dieſe Operation ohne Nachtheil und leicht uberſtehen, die den ältern Mutterſchweinen oft verderblich wird, wenn ſie von ungeſchickten Leuten verrichtet wird. Der Mangel an geſchickten Sauſchneidern iſt daher die Urſache, daß die weiblichen Schweine bei uns meiſtens nicht ver⸗ ſchnitten werden, und daß dieſerwegen die Maſtung dieſer Thiere weniger reinen Nutzen abwirft, als anderswo, wo dieſes Ge⸗ werbe nur ſolchen Menſchen uberlaſſen wird, die ſich über ihre Geſchicklichkeit ausgewieſen haben. 3. Die Schweine werden halb oder ganz gemäſtet. Im erſtern Falle hat man zur Abſicht, gute Fleiſchſchweine, im letztern Speckſchweine hervorzubringen. 9. Jüngere Schweine werden gewöhnlich nur zur Hälfte, ältere aber ganz gemäſtet. Aeltere Schweine ſetzen bei der Maſtung ein feſtes Fett an, das weniger ſchleimig iſt: auch ſetzen ſie das Fett mehr in das Zellengewebe zwiſchen der Haut und den Muskeln, ſo wie in die Verdopplungen des Bauchfelles ab, während die jüngern, ſtark gemäſteten nicht ſowohl dahin, als auch in allen Zwiſchenräumen der Muskeln Fett abſetzen, weßwegen ihr Fleiſch vom Ueberfluß des Fettes oft kaum genießbar iſt.. Wo das fette Schwiiafleiſch nicht verhältnißmäßig viel theurer bezahlt wird, wie das minder fette, wäre es thoricht, junge Schweine ganz zu mäſten; nur wo ſolches Fleiſch nur we⸗ nig wohlfeiler, wie Speck iſt, lohnt es ſich.. Bei ältern Schweinen iſt der Werth des Fleiſches gering, weil es grobfaſerig, und nur zur Verſpeiſung des Dienſtvolkes verwendbar iſt; da bringt die ganze Maſtung mehr Vortheil, denn nur der Speck und das Schmeer haben an dieſen Thieren einen hohen Werth. Solche Thiere nur zur Hälfte zu mäſten, bringt keinen Nutzen, denn der Werth des Fleiſches älterer Schweimne wird durch die mehrere Fettigkeit bei weitem nicht in dem Maße erhöht, als der Verluſt groß iſt, den wir durch den Entgang des Speckes erleiden, der nicht abgeſondert werden kann. 4 10. In den erſtern Wochen der Maſtung nehmen die Schweine mehr an Gewicht zu, als in den letztern. 316 Wenn das Produkt der Maſtung nicht in demſelben Ver⸗ hältniſſe an Werth zunähme, als es dem Gewichte nach im Ver⸗ laufe der Zeit geringer wird; ſo wäre es viel vortheilhafter, die Thiere überhaupt, und alſo auch die Schweine nur zur Hälfte zu mäſten, d. h. bloß gutleibig zu machen. Weil aber Unſchlitt, Speck und Schmeer den doppelten, oft den dreifachen Werth des Fleiſches haben, und Gallerte und Schleim, die ſich anfänglich bilden, erſt allgemach in reines Fett umgewandelt werden; ſo zahlt ſich auch die ganze Maſtung, wenn wir auch von Woche zu Woche das Thier weniger an Gewicht zunehmen ſehen. Die inter⸗ eſſanten und höchſt belehrenden Verſuche von Noung über Schweinmaſtung(Annal. d. Ackerb. deutſche Ueberſ. I. B. S. 246) verdienen in dieſer Hinſicht ganz nachgeleſen zu werden. Wir begnügen uns hier bloß die Thatſachen anzuführen, die zur Beſtätigung unſeres Lehrſatzes dienen. In dem Verſuche Nro. VI., wo er die Maſtung von 5 Schweinen mit einem ge⸗ gohrnen Mehltranke erzählt, hatte das Schwein Nro. I. am 16. Dezember lebendiges Gewicht 150 Pf., am 28. Jänner 257 Pf., am 22. Hornung 30⁰1 Pf. Es nahm in den erſten 43 Tagen zu, um 107 Pf., in den zweiten 25 Tagen um 44 Pf., und in den dritten 63 Tagen um 151 Pf. Auf jeden der erſteren Tage entfallen 2 ½, auf die zweiten 1 ½, und auf die letztern wieder 2 ½ Pf. Gewichtszunahme. Nro. II. wog am 27. Dezember le⸗ bend 100 Pf., am 25. Jänner 150 Pf., am 22. Hornung 200 Pf., und am 24. Mai 275 Pf. Es nahm in den erſten 29 Ta⸗ gen zu um 40 Pf., in den zweiten 28 Tagen um 50 Pf., in den letzten 72 Tagen um 75 Pf. Auf die erſte Periode fällt tägliche Gewichtszunahme 1 ½ Pf., auf die zweite 1%¼, und auf die dritte nur wenig mehr als 1 Pf. Nro. V. wog am 26. Jänner 142 Pf., am 22. Hornung 190 Pf., am 20. März 226 Pf., und am 9. April 246 Pf. Es nahm in den erſten 27 Tagen zu, um 50 Pf., in den zweiten 27 Tagen um 36 Pf., und in den drit⸗ ten 20 Tagen um 20 Pf. Auf die erſtere Periode fällt tägliche Gewichtszunahme 2 Pf., auf die zweite 1 ½¼ Pf., und auf die dritte nur: Pf.— Beiläuſig ſteht man auch aus dieſen Verſu⸗ chen, wie ſehr die Schweine das Vermögen beſitzen, die vegeta⸗ biliſche Materie in thieriſche umzuwandeln. 11. Die Maſtung der Hausſchweine wird gewöhnlich mit Wurzel⸗ und Knollengewächſen begonnen, und mit Ge⸗ treide, das man ihnen ganz, gemahlen, gekocht oder ge⸗ gohren gibt, vollendet. 12. Das Salz iſt den Schweinen eben ſo angenehm, als den übrigen Hausthieren, und wenn ſie viel von den für ſich geſchmackloſen Kartoffeln, und dem Mehle des Getreides freſſen ſollen, ſo muß es geſalzen ſeyn. 13. zu näſten wenn ſied Die am Felde men; ſten her, zerht kommen ſie und wenn ken nehſt Otatt find 4 14. den, ſon inebeſonde wohl blße wittal. 80 tungen he ſchiedenen feln oder terten N wir über ſie als) den bei! zufangen die Rib miſcht; ger war Mehl zu mit Kar 9 Nöhren Tagen vergaß er nicht mächte: 8 Gegt die Füt koffeln allerdin den ab Nro.) Nro. 3 nicht in denſelhen de Gewiche nach in 4 es viel vortheilhafter 1 weine nur zur Hilteg en. Weil aber Uniit den dreiſachen Vath tleim, die ſch uftact umgewandelt wedaz n wir auch von Wete nehmen ſehen. Die ine uche von Young inn eutſche Uederſ. 1. R 5 achgeleſen zu varda. e Thatſachen anzgften dienen. In dem Vai Schweinen mit eun Scwein Nro.l m f., am 28. Jiana 5 m in den erſten 3 dun agen um 44 Pf, mi ff jeden der erſtern di nd auf die leztern wi vog am 27. Dezenin f., am 22. Hornung ahm in den eſen u Tagen um 50 f, uk erſte Periode fill tiit weite 1 ¼, und uf „V. wag an n. Im m 20. März ub lf, erſten 27 Tagen n, n 36 Pf., ud u daw ſtere Periode ſäll tilt te 1“, Pf, ud ull an auch aus diſen bal⸗ nögen beſizen, di thi eln. weine vid grvii begounen, und mi be ahlen, gekoct he inen eben ſo angeni wenn ſie vielon M und dem Mehle) s geſalzen ſenn. 5 3¹⁷ 13. Hat man nur zur Abſicht, die Schweine halb zu mäͤſten, ſo kann man dieß mit jeder Fütterung bewirken, wenn ſie den Schweinen nur reichlich gegeben wird. Die Schweine werden fettleibig, wenn ſie zu Hauſe, oder am Felde ſehr reichlich jungen Klee, Luzerne, Salat bekom⸗ men; ſie werden von dem bloßen und ausſchließlichen Genuſſe ro⸗ her, zerhackter Rüben, Möhren und Kartoffeln halb fett; be⸗ kommen ſie aber Molken eine gute Weile, ſo werden ſie halb, und wenn ſie eine Abkochung von isländiſchem Moos mit Mol⸗ ken nebſt reicher Weide haben, wie dieß in unſern hohen Alpen Statt findet, ganz beſonders fett. 14. Sollen die Schweine aber ganz gemaͤſtet wer⸗ den, ſo müſſen ſie nebſt den Wurzeln und Knollen noch insbeſondere Getreide bekommen, oder ſie erhalten auch wohl bloßes Getreide mit Ausſchluß der erſtern Fütterungs⸗ mittel. 4 So lange bis wir nicht eine große Menge von Beobach⸗ tungen haben, die uns zeigen, wie bei der Fütterung mit ver⸗ ſchiedenen Wurzeln, die allein, oder in Verbindung mit Kartof⸗ feln oder Getreide gegeben wurden, nach Verhältniß der verfüt⸗ terten Menge, das lebende Gewicht der Thiere zunimmt, ſind wir über den Werth der Rüben, Moͤhren und Kartoſſeln, den ſie als Maſtfutter haben, ſehr zweifelhaft. Es iſt zwar allenthal⸗ ben bei uns gebräuchlich, die Maſtung mit gekochten Rüben an⸗ zufangen, denen man ſpäter Kartoffeln zuſetzt, worauf man bald die Rüben wegläßt, und den Kartoffeln Getreidemehl unter⸗ miſcht; allein es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß es zweckmäßi⸗ er wäre, die Rüben ganz weg zu laſſen, oder ihnen ſogleich Mehl zuzumiſchen, oder anfänglich Kartoffeln, und dann Mehl mit Kartoffeln zu geben⸗ Young erzählt einen Verſuch(a. a. O. 260), wo er bloß Möhren einem Schweine fütterte, das er von 140 Pf. in 82 Tagen auf 244 Pf. lebendes Gewicht gebracht hatte; allein er vergaß die Menge der gegebenen Möhren aufzuführen, und da er nichts Beſonderes zum Ruhme dieſer Fütterung beiſetzt, ſo möchte man meinen, ſie ſey nicht ſehr vortheilhaft ausgefallen. In ſeiner früheren Preisſchrift: Ueber Schweinmaſtung (Begtrup II. Th. 264) erzählt er aber mehrere Verſuche über die Fütterung der Schweine mit gekochten gelben Rüben, Kar⸗ toffeln u. ſ. w., welche die Maſtfähigkeit dieſer Pflanzenkörper allerdings in ein kläreres Licht ſetzen. Fünf Paar Schweine wur⸗ den abgeſondert gefüttert und fraßen in demſelben Zeitraume, Nro. 1, 9,28 Metzen Erbſen, Nro. 2, 46,40 Metzen Weitzenkaff, Nro. 3, 15,66 Metzen Buchweitzen, Nro. 4, 16, 24 Metzen gekochte 318 Kartoffeln, und Nro. 5, 28,42 Metzen gekochte Möhren. Nach dieſer Zeit wurden ſie wieder gewogen, und Nro. 1 hatte an Ge⸗ wicht zugenommen 14 Steine, 2 Pf; Nro. 2, 15 Steine 3 Pf.; Nro. 3, 16 Steine 13 Pf.; Nro. 4, 12 Steine 10 Pf., und Nro. 5, 17 Steine 13 Pf. Kartoffeln gekocht und zerſtoßen werden häufig allein, oder auch wohl mit ſaurer Milch gemiſcht, den Schweinen zur Ma⸗ ſtung gegeben; es ſtoßen ſich die Schweine aber ſehr gern an den bloßen Kartoffeln, d. h., ſie hören auf, ſie gern zu freſſen, und nimmer will es gelingen ſie recht fett zu machen, wenn man ſie auch noch ſo lange füttert. Dadurch will ich aber keineswegs ſagen, daß Rüben, Möhren und Kartoffeln nicht mit großem Nutzen zur Maſtung könnten verwendet werden, wenn ſie auch für ſich allein nicht geeignet ſind, die Thiere in kurzer Zeit ſehr fett zu machen. Rüben, Möhren und Paſtinaken enthalten eine Menge Zucker und Schleim, und werden von den Schweinen ſehr gern gefreſſen, ſie dienen als Würze dem für ſich geſchmackloſen Mehle des Getreides, und der Kartoffeln, und tragen daher in doppelter Rückſicht zur Maſtung bei, die ſie allein zu bewerkſtel⸗ ligen nicht im Stande ſind, weil ſie nicht hinlänglich Mehl und Kleber enthalten. Der Abgang der letztern Subſtanz iſt wahr⸗ ſcheinlich die Urſache, warum die Kartoffeln ohne Mehl von Ge⸗ treide ſo langſam maſten. Bloßes Getreide allein, ohne alle Vor⸗ und Zubereitung kommt in bevölkerten Gegenden zu hoch, und wird durch die Verfütterung in das Vieh nicht zu den laufenden Marktpreiſen benützt, weßwegen man es entweder im Gemenge mit Wurzeln oder Kartoffeln, oder auch wohl für ſich, aber verſchiedentlich vorbereitet, verwendet. 15. Alle Arten von Getreide können zur Maſtung verwendet werden. Jenes iſt für den Augenblick das vor⸗ theilhafteſte, deſſen Marktpreis in Hinſicht ſeiner nähren⸗ den Eigenſchaft der niederſte iſt. Wo Mais kultivirt wird, oder um einen gleichen Preis mit dem Rocken erhalten werden kann, verdient er allem andern Getreide vorgezogen zu werden. In England ſind es Gerſte und Erbſen, mit denen man feaſt ausſchließlich die Schweine mäſtet; in unſern Bergen iſt es der Hafer. Indeſſen gibt es Fälle, daß der Mais verhältnißmäß g gegen die Gerſte und Hafer zu theuer iſt, oder umgekehrt, und dann füttert man in den Ber⸗ gen Mais, und ein anderes Mal in der Ebne Hafer. 16. Wenn das Getreide bei der Schweinmaſtung mit Nutzen ſoll verfüttert werden, ſo muß es entweder ge⸗ malzt oder gekocht, oder in Mehl verwandelt worden ſeyn, zamit die nnd ganz werde. M beſte Auft ganzen G. daß er be Verſuche tett, ſitt 2 fl. 35 k auf jedes Schweine und hatten Preiſe der jett nur m get deyhell wieder mit und Spedh 4 f.. 10 kt wälche Ale zählt, ſto Maßel en Pohnen, 1,32 Pf. nimmt, Mles: D ſpülicht ſhr woh das Get Gährung futter g d 1775 ma ſchieben. ſchrelbt D Botliche mit 100 ei ſehr ſtehen, r ſaner gen vorräthie den zu neunte n bewieſen hegeben Rkkochte Mößren. N und Nro. 1 hatte an e Nro. 2, 15 Steine 3 h Steine 10 Pf., und derden häͤufig allein e den Schweinen zur Re zweine aber ſthr gen g auf, ſie gern zu ſtiſ, ekt zu machen, wem n will ich aber keinesdeg artofeln nicht nit gije et werden, wem ſeug Thiere in kurzer get Paſtinaken enthaltn i n von den Schwenn t dem für ſcch geſnaütt feln, und tragen ei ie ſie allein zu bewatz richt hinlänglich Mln ibtern Subſtan, ſſ nir ofeln ohne Mehl inb⸗ alle Vor⸗ und gubriw doch, und witd dur den laufenden Merktnein im Gemenge mit Vrſn ſich, aber berſtidalt e können zut Miw en Augenblik db de Hinſccht ſeine nißn e um einm gliiten h verdient er allen unn Fnaland ſind Gan usſchießlich die ärin Hafer. Indeſtn oit gegen die Gerſte undhi n füttert man in den ber Ehne Haftr. er Schweinmaſtung 1 ) muß es entweder ge erwandelt wurhen ſe 319 damit dieſe koſtſpielige Speiſe ſo ſehr als möglich leicht und ganz verdauet, und in thieriſchen Stoff umgewandelt werde. Young's oben erwähnte Verſuche geben auch hierin die beſte Aufklärung. Im erſten Verſuche wurden 5 Schweine mit ganzen Ebſen gefüttert, nach gemachter Rechnung zeigte ſich, daß er bei jedem Schweine 10 fl. 30 kr. verlor. Im zweiten Verſuche wurden 5 Schweine wieder mit ganzen Erbſen gefüt⸗ tert, ſie fraßen in 7o Tagen 32 ½ Metzen, der Metzen koſtete 2 fl. 35 kr., das Pfund Schweinfleiſch 12 ⅛ kr., und er verlor auf jedes Schwein 5 fl. 50 kr. Im dritten Verſuche wurden 6 Schweine mit gemahlenen Erbſen gefüttert, ſie fraßen 31 Metzen, und hatten nach dem Schlachten 572 Pf. reines Fleiſch. Die Preiſe der Erbſen und des Fleiſches waren dieſelben; er verlor jetzt nur mehr auf ein Schwein u fl. 30 kre., was durch den Dün⸗ ger doppelt erſetzt wird. Im fünften Verſuche wurden drei Schweine wieder mit Erbſenmehl gemäſtet, und weil man das Pfund Fleiſch und Speck um 15 kr verkaufte, ſo wurde der Metzen Erbſen um 2 fl. 49 kr. benutzt. In dem Verſuche über die Schweinmaſtung, welche Alex. Baxrter in Young's Annalen III. B. 167 er⸗ zählt, fraßen 10—14 Monat alte Schweine täglich 1 ⅓ Metzen⸗ Maßel eines Mehlgemiſches aus Gerſte, mit etwas Erbſen und Bohnen, und nahmen dafür an lebendem Gewichte täglich zu 1,82 Pf., und wenn man das lebende Gewicht zum todten an⸗ nimmt, wie 100: 72, ſo wurde von einem Metzen⸗Maßel ſolchen Mehles 25 ½¼ Loth Fleiſch und Fett erzeugt. Die Beobachtung, daß das alte, ſauer gewordene Küchen⸗ ſpülicht von den Schweinen gern gefreſſen wurde, und ihnen ſehr wohl anſchlug, veranlaßte Noung, Verſuche zu machen, das Getreidemehl mit Waſſer anzumachen, früher in die ſaure Gährung übergehen zu laſſen, ehe er es den Schweinen als Maſt⸗ futter gab.— Die Verſuche, die er mit dieſem Futter vom Jahr 1771 bis 1775 machte, ſind ebenfalls in der oberwähnten Abhandlung be⸗ ſchrieben. In der letzten Auflage ſeines Wirthſchaftskalenders be⸗ ſchreibt er S. 539 die Zubereitung dieſes Futters folgender Maßen: Das Getreidemehl von Gerſte, Erbſen, Bohnen, wird in Bottichen mit ſo viel Waſſer gemengt, daß ein Metzen Mehl mit 100 Maß Waſſer angerührt wird. Das Gemenge läßt man bei ſehr kaltem Wetter drei, bei wärmerem zwei Wochen lang ſtehen, rührt es öfters auf, und gibt es jetzt, nachdem es völlig ſaner geworden. Man muß mehrere Bottiche voll ſolchen Futters vorräthig haben, um immer gleiche Nahrung den Schweinen ge⸗ ben zu können. Der ſechste Verſuch mit 5, der achte mit 10, der neunte mit 3, der zehnte mit 4, und der eilfte mit 2 Schweinen bewieſen die Vortheile dieſer Fütterung, die den Schweinen kalt gegeben wurde. 1 mit geſäuertem Futter iſt in wie ich bereits fruͤher erwähnte; den Schweinen angewen Schwerz uns in der Beſchrei⸗ S. 38 das Verfahre lersdorf mittheilte. ewöhnlichem Sauerteige u einem dicken ärme geſtellt; dad Maſſe Sauerteig, Die Maſtung der Ochſen Deutſchland nich daß man ſie aber irge war wir unbekannt, bung der Elſaſſer Wirthſch rers Schröder zu Sch ein kleines Stück ſer in einer Schü und dieſer zur Gährun man dann eine zureichende tzen Mehl in ſchnelle Gährung einer großen Kufe m t lauem Waſ⸗ ſſel voll Mehl 3 Teige angemacht, Dieſes Mehl wird in heißen Waſſer, mit auerteig zu einem ld in Gährung Metzen Kartoffeln in kommen wird. Während Dampf oder auf die ge⸗ und im heißen Zu⸗ mit demſelben f ⁵tel gefüllt welcher ſeiner deſſen wird ein wöhnliche Art geſotte en Teig geſchüttet, Die Kufe darf nur au bei der Gährung aufſt f ein Mal bereitet, je ſte die Schwei ſatz einiger Hän Beim Verfütter unter einander werden, weil dieſe Maſſe die Maſſe iſt, die deſto lieber freſſen ſaurer wird ſie, mehr iſt ſie ih⸗ devoll Salz thut treffliche dieſer dicke Teig mit ſaurer Mi n.« Er erzählt h s in 14 Wochen, nd in einem ander Pf. reines Gewi Ochſen mäſte, ieſe Art Futter, in hlfeilſte ſeyn dürfte, Wirkung.— n Schweinen vorgegebe mittelſt dieſes wohlfeilen Futte altes Schwein auf 24 Monat altes auf 249 eben ſo gut die ich glaube, daß d vielleicht das wo jerauf, wie er ein 13 Monat en Jahre ein 16 habe. Daß dieß s Beweiſes, und Verbindung mit etwas Heu, womit man Ochſen fett den Schweinen mit der „Erbſenſuppe, ſagt Joung er⸗ und dürfte etreidekörner werden kung als Maſtfutter ge al. 640), iſt eir vielleicht dem oben lich wenn ſie im ffliches Schweinfutt erten) gleich komme egeben wird. Indeſſen Winter milchwarm geg d Mühe nicht vergeſſen e Ausgaben für in Anſchlag zu bringen⸗« In Steierma der Maſtung warm g. r nur im Winter mäſtet, ützt werden können, ckmäßig. Auch glau ben wird, de kochen aber unſer Get Gemiſche mit gekochten e dicke Maſtfutter mü arnten werden die Schweine enn da man dieſe und die Ställe ſo iſt die warme Füt⸗ be ich, daß ein Futter, n Schweinen warm Einfrieren kaum geſch üſſigen Zuſtande gege als kalt. Wir ben es in einem — Das geſäuert angenehmer iſt, nicht, ſondern ge oder Kartoffeln. uns mit lauem Waſſer verdünnt werden. 1. vichtes d Gewicht größer 1 gegen de Fol die Richi Ein ten Otte Kopfe aue ber, Jun Bauchſch Ganzes 6 Futt ſamm Ein Bruſt43 lunge u. Gan dete Er ſammt d Haut, u E hatte 70 G um ſiei ſchreidun Fort fende der Be tun —,,n— — eſäuertem Fuitet ſſ bereits fruher aväßtte peinen angewendet zi rz uns in der Veſthe⸗ as Verfahren des gir f mittheilte. vG d zweerteige mit lauen di dicken Teige engenct geſtellt; dadurch geun eig, um einen haen en. Dieſes Mehl vidi nem heißen Waſer, n dünnen Teige angenutt kommen wird. Wäheh Dampf oder auf Rp net, und im heiß p⸗ und wohl mit dewſth rf nur auf ꝛatel giil eung aufſteigt. Jegit reitet, je ſaure vid nd um ſo mehr iſ ſet voll Salz thut krſtt heſer dicke Teig ni bi Nilch verdünnt, w w erzählt hierauf, vin Wochen, ein B Ne nem anderen Jalr t t gebracht hobe dh darf keines Bewiſt, erbindung mi twu womit man Odſu ſt den Schweine vin „Erbſeniurbe, eatgeln S chweinſutte ſi ten) gleich konmn, 19 gegeben wird I und Mihe ritt tahi erden die Etwin teh da man 0 1. 321 17. Bei den Schweinen iſt das Verhäͤltniß des Ge⸗ wichtes des reinen Fleiſches und Fettes gegen das lebende Gewicht größer, wie bei den übrigen Hausthieren; noch größer aber das Verhältniß des Fettes: Speck und Schmeer, gegen die Fleiſchtheile. Folgende Beobachtungen, die ich ſelbſt machte, werden die Richtigkeit dieſes Satzes beweiſen. Eine Maſtſau, 3 Jahr alt, maß über die Bruſt am brei⸗ ten Orte 48 Zoll. Sie hatte an Fleiſch, wozu aber nebſt dem Kopfe auch die Füße gewogen wurden, 106 Pfund; Lunge, Le⸗ ber, Zunge und Milz 8 Pf.; Speck ſammt der Haut 76 Pf.; Bauchſchmeer 19 ½˖ Pf.; Abfälle 18%¼. Ganzes Gewicht der Sau.. 223 Pfund. Fett ſammt der Haut........ 95 ½» Eine halb gemäſtete Sau, auch 3 Jahr alt, maß über die Bruſt 43 Zoll; hatte an Fleiſch, Kopf und Füßen 76 Pfund; Lunge u. ſ. w. 6%⅜ Pf.; Abfälle 17 Pf. Ganzes Gewicht der Sau. 151%⁄ Pfund. Fett ſammt Haut..... 51 ½ 2 Ein 10 Monat altes Maſtſchwein wog todt, rein geputzt ſammt den Eingeweiden 150 Pf., und hatte 60 Pf. Speck mit Haut, und 10 Pf. Schmeer. Ein anderes gleich altes Maſtſchwein wog 160 Pf., und hatte 70 Pf. Speck und 10 Pf. Schmeer⸗ Einer meiner Freunde kaufte alljährlich ungariſche Schweine, um ſie in ſeinem Haushalte zu verwenden⸗ Ich habe ſeine Auf⸗ ſchreibungen in folgender Tabelle zuſammen geſtellt. Fortlau⸗ be0 re heheaheoe auns. ewit. Sanen tung. 1 225„ 96 20 4 276„ 3 20 3 15² 58 62² 10 4 145 54 57 19 .. 7 3²0 113 125 37 8 235 103 9² 9 116 10³ 28 Bei ſetten Schweinen wie in den Nummern 2, 3 und 4, iſt das Verhältniß des lebenden Gewichtes zum Fett, wie 100:46 Burgers Lehrb. d. Landw. I1. Bd. 21 322 und 47; bei den größern und fetteren Säuen Nro. und 7, aber, wie 100:50 und 51. So wie die Schweine fetter werden, ſteigt daher der Werth eines Pfundes lebenden Gewichtes, und je größer und ſchwerer ſie im ausgemäſteten Zuſtande ſind; je mehr ſteigt das Verhältniß des Fettes zu den Fleiſchtheilen. Sorgfältig gepflegte Schweine erreichen nicht ſelten eine ungewöhnliche Größe und Schwere ihres Körpers, und liefern dann eine faſt unglaubliche Menge Fett. In einigen Gegenden des Grätzer⸗Kreiſes in Steiermark ſetzen die Landwirthin⸗ nen eine beſondere Ehre darein, ſehr fette Schweine zu ziehen, und es gelingt ihnen nicht ſelten, einen Speck von 200 bis 250 Pf. hervor zu bringen. Einer meiner Freunde ſtach ein zweijäh⸗ riges Schwein, deſſen Speck mehr als 200 Pf. wog. ◻— winn; ken: ſe der Wiu (Einlei 6 daß me und T. lichen! ſu gri ſchaft hen ve geläͤhn pfan 8 Säuen Rro. uu, ¼ erden, ſteigt daßer h dr und ſe gräßer 3; le mehr ſteit rreichen nicht ſeltn in 3 Körpert, und lein In einigen Gegenda g k ſetzen die Landwithr⸗ ette Schweine zu i Speck von zoo lü h freunde ſtach ein wiij 600 Pf. wog. Fünftes Hauptſtück. Haushalt. § I. Begriff und Nothwendigkeit dieſer Lehre. De Lehre des Haushalts wird auch die Organiſation, oder die Oekonomie der Land⸗ wirthſchaft genannt. 2. Sie zeigt die Größe und zweckmäfige Verwendung der verſchiedenen zum Betriebe der Wirthſchaft erforderli⸗ chen Kräfte und Hülfsmittel, damit daraus für die gege⸗ benen Verhältniſſe der größte Gewinn hervorgehe. Der Zweck der Landwirthſchaft iſt jener aller Gewerbe: durch Arbeit und Geld, die mit Verſtand verwendet werden, Ge⸗ winn zu erzeugen, oder Geld zu erwerben; mit anderen Wor⸗ ten: ſeine Arbeit und ſein verwendetes Geld durch den Betrieb der Wirthſchaft ſich am höchſten bezahlen oder verzinſen zu laſſen. (Einleitung§. I.) Wenn dieſer Zweck erreicht werden ſoll, ſo iſt es nöthig, daß man nicht ſowohl wiſſe, wovon es abhänge, daß Pflanzen und Thiere gedeihen, ſondern daß man auch den hiezu erforder⸗ lichen Aufwand von Kräften und Hülfsmitteln kenne, um weder zu große Vorauslagen für die gegebenen Verhältniſſe der Wirth⸗ ſchaft zu machen, die ihr wahrſcheinlicher Ertrag nicht zu erſe⸗ tzen vermag, oder zu geringe, die den ganzen Betrieb in einem gelähmter Zuſtand erhalten. 3. Die Landwirthſchaft beſteht in der Verbindung der Pflanzenerzeugung mit der Viehzucht. 21* 324 4. Zur Pflanzenerzeugung ſind die Arbeit der Men⸗ ſchen und Thiere, und düngende Stoffe; und zur Erhal⸗ tung der Thiere das Erzeugniß von Aeckern und Wieſen nothwendig. Wenn wir auch auf ſeltenen Oertern Aecker finden, die kei⸗ nes Düngers bedürfen, ſo ſind doch Thiere zu ihrer Bearbeitung nothwendig, und wenn es Gegenden gibt, die keinen Ackerbau treiben, ſo bedürfen ſie doch Winterfutter für ihr Vieh, und ha⸗ ben Wieſenbau nothwendig. 5. Wie Ackerbau und Viehzucht mitſammen zu ver⸗ binden ſeyen, daß daraus der größte Gewinn hervorgehe, darin beſteht die Weſenheit der Lehre des Haushalts. 1§. II. Eintheilung der Lehre des Haushaltes. 1. Der Haushalt wird eingetheilt in den äußeren und inneren. 2. Der äußere Haushalt lehrt die Kenntniß und ſchickliche Verbindung der Verhältniſſe zwiſchen dem Acker⸗ bau und der Viehzucht. 3. Der innere Haushalt lehrt die Ordnung der Ge⸗ ſchäfte, ihrer Ueberſicht, und Berechnung, ſo wie die ge⸗ genſeitigen Pflichten der verſchiedenen Mitglieder des 22 Hans weſens. §. III. Vom äußeren Haushalte. 1. Zum Betriebe des äußeren Haushaltes ſind die Arbeit der Menſchen und Thiere, und nährende Stoffe nothwendig, um Menſchen, Thiere und Pflanzen unterhalten zu können. 2. wohl, lhiere i werden Evfe Nhbeit. 3. tes in zum B die Me de Gti bau erfe beigeſch 1 ſchen in der von 2 Menſ ſten, 1 4 ſt,b unge Yirtt Erzeu von d tenwi ſchoft Prod ſtigt Hohe der? Hülſ die Arbeit der Ner ofee; und zur Gi Aeckern und Wiſa ecker finden, di de zu ihrer Benteing t, die keinen Aäeda für ihr Vieh, und u t mitſammen gin ‚Gewinn hernngſh des Haushalts Haushaltes eilt in den äͤußetin hrt die Kenntni w ſe zwiſchen den lin die Ordnung del hnung, ſo wiedi Mitglider hun zhalke Huugheltes ſih ere, und nähterde dhere und Pfuln 325 2. Die Arbeit der Menſchen iſt bei der Viehzucht ſo⸗ wohl, wie beim Pflanzenbaue erforderlich. Ohne Arbeits⸗ thiere kann wohl der Garten⸗, aber kein Ackerbau betrieben werden, und ohne eine hinreichende Menge düngender Stoffe lohnt der Pflanzenbau nicht die auf ihn verwendete Arbeit. 4 3. Es zerfällt daher die Lehre des äußeren Haushal⸗ tes in zwei Abtheilungen, wovon die erſte die Größe der zum Betriebe des Haushalts erforderlichen thieriſchen Kräfte, die Menge arbeitender Menſchen und Thiere; die andere die Größe der düngenden Materie zeigt, welche der Acker⸗ vau erfordert, und wie dieſe mit den geringſten Koſten her⸗ beigeſchafft, und am vortheilhafteſten verwendet wird. A. Von der Arbeit. 1. Die Landwirthſchaft erfordert die Arbeit von Men⸗ ſchen und Thieren: ſie zahlt aber durch ihre Erzeugniſſe in den mancherlei Verhaͤltniſſen nur ein beſtimmtes Maß von Arbeit, und man muß daher vor allem wiſſen, was Menſchen und Thiere in einem beſtimmten Zeitraume lei⸗ ſten, ehe man irgend eine Wirthſchaftsweiſe feſtſetzt. 2. Wo der Boden wohlfeil, die Arbeit aber theuer iſt, bringt es mehr Vortheil, eine extenſive; wo das umgekehrte Verhaltniß Statt findet, eine intenſive Wirthſchaft zu treiben. Extenſiv nennt man die Wirthſchaftsweiſe, wenn die Erzeugniß mehr vom Boden, und intenſiv, wenn ſie mehr von der Arbeit abhängt. Die Dreifelderwirth'chaft, die Egar⸗ tenwirthſchaft ſind ertenſive Wirthſchaftsarten; die Wechſelwirth⸗ ſchaft ohne Brache und Weide eine intenſive. Vermehrung des Produktes iſt immer mit Vermehrung der Arbeit verbunden: nur ſteigt die Größe des mehreren Produkts bis zu einer gewiſſen Hohe in einem entgegengeſetzten Verhältniß mit der Vermeyrung der Arbeit. Die Höhe zu treffen, bis zu welcher die Kräfte und Hülfsmittel der Wirthſchaft geſteigert werden dürfen, daß ſie für 326 die gegebenen Verhältniſſe den größten Vortheil durch die Ver⸗ mehrung des Produktes abwerfen, iſt für den rechnenden Land⸗ wirth die wichtigſte Aufgabe. 3. Wenn man weiß, wie ſich der Ertrag der Felder unter den gegebenen Verhältniſſen bei verſchiedenem Auf⸗ wande von Arbeit und Dunger verhält, und wenn man den Geldwerth der Arbeit und jenen der vegetabiliſchen und thieriſchen Produkte kennt: ſo hat man die nöthigen An⸗ gaben, aus denen ſich der Nutzen oder Schaden der vor⸗ geſchlagenen Wirthſchaftsweiſe berechnen läßt. a. Von der Arbeit der Menſchen. 1. Die arbeitenden Menſchen im Haushalte werden eingetheilt m Dienſtboten, Taglöhner, Stuckar⸗ beiter und Fröhner. 2. Dienſtboten werden jene Arbeiter genannt, die für die Koſt und einen beſtimmten Lohn ſich auf ein ganzes Jahr in die Arbeit verdingen. 3. Sie erhalten die Koſt entweder an einem gemein⸗ ſchaftlichen Tiſche, oder ſie bekommen Deputate an Lebens⸗ mitteln, und ſorgen ſelbſt für die Zubereitung derſelben. Das erſtere findet Statt in kleineren, das andere in gro⸗ ßen Wirthſchaften, die ganz unter fremder Aufſicht ſtehen. So anſcheinend groß auch die Vortheile der Deputate für den Dienſtgeber ſind, weil die Wirthſchaftsrechnung vadurch gar ſehr an Kurze und Richtigkeit gewinnt, und man keinen Verdruß mit dem Dienſtvolk über die Menge und Beſchaffenheit der Spei⸗ ſen hat: ſo nachtheilig ſind ſie wieder von der andern Seite, weil man dadurch an Arbeit verliert; denn wenn jetzt ein Menſch für 3o andere kocht, bringen bei Deputat⸗Wirthſchaften 5— 6, viel⸗ leicht noch mehrere Menſchen mit dem Kochen einen großen Theil des Tages zu, der für den Dienſt verloren geht. Man verliert ferner die Aufſicht über das Dienſtvolk; es verwildert, gebahrt ſchlecht, und wird dadurch verleitet zu ſtehlen und zu betrügen. 4. So viele Dienſtboten ſind in jedem Haushalte nothwendig, als man durch die beſtehende Wirthſchaftsart das gan⸗ kann. 5. für de ben/ un tung de 1 der Vir ſch gle heßndi land, dern, w beſtelltn ten werd 6. üh wenige löhner notht auch; holten ſchft an T Fleiß Brach wenigf unter ans, geſci ten d Vortheil durch die Pa⸗ ur den rechnenden dan der Ertrag der zuhn ei verſchiedenen A- hält, und wem un der vegetabilſſcen m nan die näthigen hr der Schaden der un nen laͤßt. Menſchen. im Haushalte nehe lohner, Stütan Arbeiter genant, N hn ſich auf ein gunt der an einen geni⸗ Deputate an läe Zubereitung daſihe , das andere in gr remder Jufſcht ſin ttheile der Deputti t aftsrechnung odurt a und man keinen Vah Beſchafenheit det Ehe a der anderg Seite de venn jett ein Naſth t dirthſchaften 5— 5, u ſchen einen großen hil ten geht. Nan tetlet in jedem Haushal hende Purthſcein 32 das ganze Jahr ununterbrochen und nützlich beſchäftigen kann. 4 5. Es paſſen daher nur jene Geſchäfte ausſchließlich für die Dienſtboten, die im ganzen Jahre gleichförmig blei⸗ ben, und nicht wandelbar ſind, wohin nur allein die War⸗ tung der Arbeits⸗ und Nutzthiere gehört. Das Füttern und die ſonſtige Wartung der zum Betriebe der Wirthſchaft nothwendigen Thiere iſt eine durch das ganze Jahr ſich gleich bleibende Arbelt, welche die dazu beſtimmten Arbeiter beſtändig und gleichförmis beſchäftigt; weßwegen ſelbſt in Eng⸗ land, wo ein Ueberfluß von Taglohnern iſt, oder in jenen Län⸗ dern, wo alle Arbeiten bei den Edelmannsgütern durch Fröhner beſtellt werden, zur Wartung der Hausthiere Dienſtboten gehal⸗ ten werden⸗ 6. Weil aber in ſolchen Ländern, wo die Frohne ab⸗ geſchafft iſt, und das Grundeigenthum nicht in den Händen weniger Eigenthümer ſich befindet, die Anzahl von Tag⸗ löhnern nur gering iſt: ſo iſt es unter ſolchen Umſtänden nothwendig, nicht bloß zur Wartung des Viehes, ſondern auch zu den übrigen Arbeiten des Ackerbaues Dienſtleute zu halien. 7. Die Menge des Dienſtvolkes hängt von der Wirth⸗ ſchaftsart, von der Größe der Arbeit, die man demnach an Tag⸗ und Stückarbeiter übertragen kann, und von dem Fleiße derſelben ab.— Bei der Egarten⸗ und Dreifelderwirthſchaft, mit einer Brache, die erſt im Juni aufgebrochen wird, bedarf man am wenigſten Hände, erzeugt aber auch am wenigſten. Man kommt unter ſolchen Umſtänden mit 8 Menſchen auf 100 Joch Ackerland aus, wenn beim Mähen der Wieſen und dem Dreſchen Aushülfe geſchieht. Bei der Fruchtwechſelwirthſchaft braucht man nicht ſel⸗ ten doppelt ſo viel. In Ober⸗Oeſterrei ch, in einer ſehr gut betriebenen Wirthſchaft von 130 Joch Ackerland und 30 Joch Wieſen, fand ich 4 Pferdknechte, 1 Hausknecht, 2 Buben, 4 Taglöhner und 7 Mägde. Kommen auf 100 Joch 13 Menſchen. Turnus: 1. Brache, 2. Weitzen, 3. Gerſte, 4. Klee, 5. Weitzen, 6. Wicken⸗ gemeng. Es ſind ſehr fleißige Leute⸗ 328 Bei uns rechnet man ungleich mehr Dienſtleute, weil wir eine größere Abwechslung von Früchten bauen, keine Brache hal⸗ ten, und weil auch unſere Dienſtleute trägerer Natur ſind. Es iſt etwas ſehr Gewöhnliches, auf unſeren Gutern 20 bis 25 männ⸗ liche und weibliche Dienſtboten auf 100 Joch Ackerland, womit 40 bis 50 Joch Wieſen verbunden ſind, anzutreffen. Der Schnitt des Getreides wird hiebei noch zum großen Teile von Taglöh⸗ nern oder Fröoöhnern betrieben. Der Turnus iſt: ¹) Kartoffeln, Hirſe, Mais u. ſ. w. ²) Gerſte, 3) Klee, 4) Weitzen, 5) Ro⸗ cken: oder 1) Hafer gedingt, 2²) Weitzen, 3) Rocken, 4) Gerſte ged. 5) Klee, 6) Weitzen, 7) Rocken. Unſere Bauernwirthſchaften ſind klein. 10— 12 Joch Acker⸗ land, und 3— 5 Joch Wieſen. Hierauf ſind gewöhnlich außer dem Bauer und ſeinem Weibe noch 3 arbeitende Menſchen. Faſt das gleiche Verhältniß fand Schwerz im Elſaſſe (a. a. O. 55), denn er ſagt, daß man da ſo viele Arbeiter in den großern Wirthſchaften rechnen könne, als ſie Pferde halten. Nun gibt er aber S. 47 an, daß auf 15 ½ Acker ein Pferd kommt, wornach 18,6 auf 100 Joch kommen. Wirthſchaften mit 40 Acker,= 13,8 Joch, haben 4 Pferde, alſo auch 4 Arbeiter. Daß man in der Landwirthſchaft, ſo wie bei jeder Fabrik um ſo weniger Arbeiter bedürfe, je größer ſie iſt, und daß grö⸗ ßere Wirthſchaften daher auch einen großern reinen Ertrag ab⸗ werfen muſſen, weil ſich die Koſten für die Leitung und Bear⸗ beitung immer vermindern, ohne daß die Beſchaffenheit der Arbeit dadurch nothwendig ſchlechter werde, iſt ein allgemein anerkann⸗ ter und leicht einzuſehender Satz⸗ 8. Die Tagesarbeit eines Dienſtboten wird erhoben, wenn man den Geldwerth der Koſt, der Wohnung, der Kleidung und des Lohns zuſammenrechnet, und mit der Anzahl der Arbeitstage theilt. Daß der Arbeitstag eines Dienſtboten nach der Verſchie⸗ denheit der Gegenden und der Jahre höher und minderer zu ſte⸗ hen kommen muüſſe, erhellet von ſelbſt. Muſter ſolcher Berech⸗ nungen haben Podewils(a. a. O. II. Th.), Mayer(Pacht⸗ anſchläge S. 92), Häſer in Thaers Annal. der Fortſchritte, I. B. 613, Lürzer(a. a. O.), Moöllinger(Schwerz Elſaſſer Wirthſch. S. 130) u. a. m. geliefert. 9. Taglöhner heißen jene Arbeiter, die ihre Arbeit Tagweiſe verrichten: Stück⸗ oder Gedingarbeiter jene, die für eine beſtimmte Arbeit einen beſtimmten, ak⸗ kordirten Lohn erhalten. „ 10. Pitthſch hetriebe angreſt well de heiten jete de 11 wohl ve fir Et Holzma⸗ J Man haät ten; nüt bedatf: ſchieht 9 Gree einem hen, ei in So Ernte ſolche b chenma dei ih L die al genei tes od müſſe der Inte de ſchf die Dienſileute„well hi auen, keine Brage hul gerer Natur ſind. 6. Hutern 20 big 25 wän. Joch Ackerland, want azutreffen. Der Stuit den Theile don Tagli aus iſt: 1) Karvflt ee, 4) Weihen, i No.. 13) Nocken, 1) Gaft n. 10— 1s Joch lie ſind gewohnllch aßn etende Menſchen. chwerz in Elſeſſe da ſo viele Ardeitei 15 ½ Acker en hfeh men. Wirtyſchaften ni „alſo auch„ Atbäln. ſo wie bei jeder zat er ſie iſt, und duß ge zern reinen Eetrag d⸗ die Leitung und dar Beſchaffenheit der llit ein allgemein anaimn ſiboten wid ahe „der Vohnung,z echnet, und ni oten nach der nſbi⸗ zer und mindertt ſl ſe Muſter ſolcher Buthe Th.), Mayer(lat⸗ Annal. der Fortſtrit Nollinger(Stua ffert. eiter, die ihte Mt gedingarteite iren beſtimmten, 11 3²29 10. Wo ſolche Menſchen vorhanden ſind, wird die Wirthſchaftsfuhrung ſehr erleichtert, und auch wohlfeiler betrieben; denn man kann jede Arbeit mit größeren Kraften angreifen, und in der angemeſſenſten Zeit vollenden, und weil der eigene Vortheil die letzteren antreibt, ſchnell zu ar⸗ beiten, ſo iſt ihre Arbeit auch faſt immer wohlfeiler, wie jene der eigenen Dienſtleute oder der Taglöhner. 11. Für Taglöhner paſſen jene Arbeiten, die man nicht wohl verdingen kann; das Heumachen, Jaͤten, Behacken: für Stückarbeiter das Schneiden des Getreides, Dreſchen, Holzmachen. In England werden beinahe alle Arbeiten verdingt. Man hält auf den dortigen Wirthſchaften gar wenige Dienſtbo⸗ ten; nur ſo viel als die Fütterung der Hausthiere nothwendig bedarf: alle ubrigen Arbeiten, ſeldſt das Pflügen und Eggen, ge⸗ ſchieht durch Taglöhner und Gedingarbeiter. Begtrup erzahlt(a. a. O. II. Th. 101), daß Herr Green in Suffolk, bei dem er ſich eine Weile aufhielt, bei einem Ackerland von 143 i Joch, und einer Meierei von 20 Kü⸗ hen, einigen Ochſen und 40 Schafen, nur 2 Knechte und 2 Jungen, im Sommer 2 Mägde, und im Winter eine gehalten habe⸗ Die Ernte und das Dreſchen geſchah durch Gedingarbeiter. Dieſe Leute haben im Behacken, Schneiden, Mähen eine ſolche Fertigkeit, daß ſie für geringes Geld ein beſtimmtes Flä⸗ chenmaß zu behacken oder abzuernten übernehmen, und doch hie⸗ bei ihr Auskommen finden. 13. Fröhner oder Roboter heißen jene Arbeiter, die als wirkliche oder freigelaſſene, oder modiſtzirte Leibei⸗ gene ihrem Herrn, oder dem Gute desſelben ein beſtimm⸗ tes oder unbeſtimmtes Maß von Arbeit umſonſt entrichten müſſen. 13. Da der Fröhner nur durch Gewalt zur Leiſtung der Arbeit bewogen werden kann, und nicht das mindeſte Intereſſe hat, dieſelbe gut und ſchnell zu vollführen: ſo muß die Produktion aller, bloß mittelſt der Frohne bewirth⸗ ſchafteten Güter, die geringſte und ſchlechteſte ſeyn. Weil die Arbeit aber, ſo ſchlecht ſie immer iſt, doch unverhält⸗ 8 1 „ 330 mißmaͤßig gering im Geldwerthe angeſchlagen iſt: ſo geben ſolche Güter immer noch einen großen, reinen Ertrag. Die Frohne iſt die Urſache, daß der Ertrag des Ackerlan⸗ des in einem ſehr großen Theil von Europa ſo gering iſt. Das Gut des Herrn wird auf die elendeſte Art bearbeitet, und eben ſo ſchlecht in den Nebentagen der Acker des Bauers. Der rohe Uebermuth von der einen, das Elend, die Stupidität und In⸗ dolenz von der andern Seite rühren größten Theils nur von die⸗ ſem Verhältniſſe her. 14. Wer Fröhner verwenden muß, wird wohl thun, jene Arbeiten, wobei ſie Schaden verurſachen können, ent⸗ weder durch eigene Leute und Züge vollführen zu laſſen, oder mit den Fröhnern über die Qualität der Arbeit ſich einzuverſtehen, und ſie für die größere Kraftanſtrengung durch Nachlaß an Arbeitstagen zu entſchädigen. Minder wichtige Arbeiten mögen ſo lange von ihnen geleiſtet wer⸗ den, bis eine gerechte Geſetzgebung dieſe Bande gelöst hat. 15. Wenn man weiß, welches Maß von Arbeit Dienſt⸗ boten und Taglöhner zu leiſten im Stande ſind, kann ihre Anzahl im Haushalt in voraus feſtgeſetzt werden. 16. Hält man Pferde zur Arbeit: ſo iſt für jeden Zug, wenn er in zwei Thieren beſteht, ein Knecht noth⸗ wendig, wenn dieſer nicht bloß fuͤttern, ſondern auch mit denſelben pflügen und fahren ſoll. Beſteht er aus vier und mehr Thieren: ſo langt der Knecht wohl zur Fütte⸗ rung und Reinigung der Thiere hin, kann auch mit den⸗ ſelben fahren; bedarf aber einen Gehulfen beim Pfluͤgen und Eggen. 17. Haͤlt man Ochſen zur Arbeit: ſo rechnet man, daß ein Mann das Futter für 16— 20 Ochſen vorrichten und ſie gehörig warten könne. Beim Pflügen mit 2 Ochſen iſt nur ein Menſch; mit 4 und 6 Ochſen ſind aber zwei Menſchen erforderlich. 18. nach Pe 100 Et 1 Stück 3 Men hen, 1 und al I Kler no das ſind ſen Tag und Wie nen wirt eine hal andeteh n delln man in me weil ſlagen it ſ n jreinen Ernag er Ertrag des Ackerla⸗ opa ſo gering iſ. Da rt bearbeitet, und ta des Bauers. Der ut ie Stupddität und Ja ten Thells nur ton de uß, witd wßl he⸗ urſachen können, an vollführen zukliſ, alität der Artei ſc jere Kraftauſtengnn ntſchäaͤdigen. Nu n ihnen geleſſetne ſeſe Bande gabtt Naß von Arbeidieſ⸗ tande ſind, kam in iſetzt werden. beit: ſo iſ fir ſden eht, ein Kuect nuc ern, ſondern auch ni Beſießt er u necht nohl zur züt , kann auch mit de⸗ ehelfen bein pfüte ſo recnet man, dj Ochſen vottichten u ſügen mit2 odſ otſen ſind aber zoe 331 18. Wird das Hornvieh geweidet: ſo reicht ein Menſch, nach Verſchiedenheit der Oertlichkeit der Weide, für 50 bis 100 Stück Vieh zu. 19. Bei der Stallfütterung im Sommer ſind für 100 Stück Hornvieh: Kühe und Ochſen von mittlerem Schlage, 3 Menſchen und 1 Zug erforderlich, die das Futter mä⸗ hen, zuſammenbringen, heimführem, die ferner einſtreuen und ausmiſten. Wenn ein Stück Vieh den Sommer über täglich 100 Pf. Klee nothwendig hat, ſo ſind 100 Zentner täglich erforderlich, das ſind 5 bis 6 doppelſpännige Fuhren, die einen Zug den gan⸗ zen Tag beſchäftigen. Wenn man dann annimmt, daß von Klee und Wicken von der gevierten Klafter 12 Pf. Grünfutter gewon⸗ nen wird: ſo bedarf man für 100 Cent. 833 Klafter, wozu eine halbe Tagearbeit; zum Zuſammenrechen und Auflegen eine andere halbe Tagarbeit erforderlich ſeyn wird. Ein dritter Menſch iſt vollauf veſchäftigt auszumiſten, einzuſtreuen und einzufüttern. 20. Bei der Winterfütterung hängt es von der Art des Futterns ab, ob man mehr oder weniger Menſchen hiezu nothwendig haben wird. Wer Heu und unzerſchnittenes Stroh füttert, braucht gar wenig Menſchen; wer Häckſel gibt, bedarf zu dieſer Arbeit nach Verhältniß der Größe des Häckſels mehr oder weniger Leute, wo⸗ von wir bereits geſprochen haben(Spez. Viehzucht. A. c. 21.) 21. Zum Melken von 10 kleineren Kühen bedarf man eine Stunde; größere, mehr Milch gebende Thiere kann man nur 7 bis 8 in einer Stunde melken. Hier⸗ nach läßt ſich der Bedarf an Menſchen zu dieſem Be⸗ hufe ermeſſen. Wir halten gewöhnlich auf 10 Kühe eine Magd; die kann aber durch die Kühe nur zum Theil beſchäftigt werden, und wird daher zu den übrigen Arbeiten des Haushaltes verwendet. Daß aber ein einziger Mann 20— 24 Kühe mit Futter verſorgen, ſie zwer Mal täglich melken, und die Milch erkäſen könne, ſehe ich in manchen Wirthſchaften, wo man italieniſche Küher hält. 22. Das Jungvieh macht um ſo weniger Arbeit, weil ein Menſch eine größere Anzahl desſelben beim Wei⸗ 332 den überſieht, und weil es bei der Stallfütterung weni⸗ ger Nahrung und Wartung, wie das erwachſene Vieh nothwendig hat. 23. Schafe machen am wenigſten Arbeit, weil ſie den ganzen Sommer weiden, und im Winter das Aus⸗ miſten ihres Stalles nicht nothwendig iſt. Ein Hirt mit einem Hund hüthet leicht 500 Schafe, und genügt auch im Winter für ſie, wenn er zur Lammzeit einen Gehül⸗ fen erhaͤlt. So gering auch der Nutzen iſt, den ein einzelnes Schaf abwirft: ſo iſt es doch gewöhnlich nur die Schäferei, die einen beträchtlichen Geldüberſchuß liefert, weil die Weide auf den Brach⸗ feldern, Dreſchäckern, auf den Huthweiden und Alpen nur gar gering veranſchlagt wird, weil die Thiere im Winter im Verhält⸗ niß ihrer Größe weniger Hen, wie die Kühe erhalten, und weil ſie ſo wenig Menſchen zu ihrer Wartung bedürfen. Wenn man die Widder zu Hauſe füttert, oder ihnen einen eingefriedigten Platz zur Weide gibt: ſo kann ein Hirt den ganzen Schafſtand hüthen, wenn er auch mehr als 500 beträgt. Beſindet ſich in der Weide nicht zu viel Gebüſch: ſo kann er mit einem Hunde 700 und mehr überſehen. 24. Schweine hält man in den gewöhnlichen Wirth⸗ ſchaften, die nicht Sumpf⸗ und Waldweide, oder Braue⸗ reien und Branntweinbrennereien haben, nur wenig, und nur erſt dann, wenn die Anzahl der erwachſenen ein⸗ und mehrjährigen Schweine ſich über 30 ohne die Fer⸗ kel beläuft, wird ein Menſch mit ihrer Fütterung den ganzen Tag beſchäftiget. Bei uns iſt es gewöhnlich, daß die Küchenmagd, welche für das Dienſt⸗Perſonale kocht, auch die Fütterung der Schweine beſorgt, wenn die Anzahl der Menſchen nicht über 12 ſteigt, und der Schweinſtand aus ungefähr 4 Mutterſchweinen, einem Eber, 4 Maſtſchweinen und etwa 12 halb⸗ und ganzzährigen Schwei⸗ nen beſteht. 25. Die Größe der mit der Kultur der Pflanzen verbundenen Arbeiten iſt bereits in der allgemeinen Pflan⸗ zenkultur angegeben worden. Jeder Fruchtwechſel kann⸗ herechnet helche man we ttiebe ſtimm die g Jeitre vorth rothy V leſt üher Stalffitterng vi das erpachſene d6 gſten Arbeit, bel ſ im Winter das e dig iſt. En Hin n afe, und genügt an ſammzeit eine Geh den ein einzelnss 6t die Schäferei, di imn die Weide auf den Vu⸗ den und aAlpen mur ſu im Winter in Vatſt Kühe erhalten, und di g bedürfen. Vam nn nen einen eingefridi et den ganzen Shrfie rägt. Befindet ſihu er mit einem Hunde w en gewoͤhnlihen Sit aldweide, oder bruu⸗ aben, nur werig u der erpachſenen i ber 30 ohne de be t ihrer Füttenng e die Küchennadd, nict Fütterung dr Sgoin nicht üͤber 1 ſeigt 1m erſchweinen, einem Ehn, ind ganziährigen Scrii gultur der Pfani det allgemeinenſa er ructvetſi⸗ fam 333 berechnet werden, wie viel er Dienſtleute erfordert, und welche Koſten die Arbeit der Menſchen verurſacht, wenn man weiß, was das Saͤen, Behacken, Behäufen, Ern⸗ ten, Dreſchen, Reinigen, Mäͤhen, Trocknen und Heim⸗ fahren der verſchiedenen Getreide⸗, Futter⸗ und Handels⸗ pflanzen für Arbeit erfordert. 26. Die Größe der Arbeit, welche die Unterhaltung der Einfriedigung erheiſcht, iſt nach der Verſchiedenheit derſelben ſehr veränderlich: ſo wie die Herbeiſchaffung der Streu, wenn ſie aus Wäldern, Sümpfen oder Heiden genommen wird. b. Von der Arbeit der Thiere.⸗ 1. Unſere gewöhnlichen Arbeitsthiere ſind Pferde und Ochſen: minder gewöhnliche Stiere und K ühe. Warum die Stiere nur ſelten wo zur Arbeit verwendet werden können, und unter welchen Verhältniſſen man ſich der Kühe zu dieſem Behufe bedienen ſoll, haben wir früher ſchon, als wir die Benützung des Hornviehes abhandelten, aus einander geſetzt. Eſel werden zwar auch hin und wieder in Deutſch⸗ land in den Wirthſchaften angetroffen, nirgendwo aber zum ei⸗ gentlichen Ackerbau verwendet, ſondern nur zum Ziehen oder Tra⸗ gen geringer Laſten. 2. Ob man ſich der Pferde oder der Ochſen zum Be⸗ triebe des Haushalts bedienen ſoll, läßt ſich erſt dann be⸗ ſtimmen, wenn man die Koſten ihrer Unterhaltung, und die Größe der Arbeit kennt, die ſie in einem gegebenen Zeitraume leiſten. 3 Jene Arbeitsthiere ſind für die gegebene Lage die vortheilhafteſten, welche die zum Betriebe des Haushaltes nothwendigen Arbeiten bei dem geringſten Koſtenaufwande leiſten. 4. Da die Ernährung der Pferde und Ochſen nicht überall gleich große Koſten verurſacht, und die Natur des 334 Bodens und des Klima bald der einen oder der andern Thierart mehr zuſagt: ſo iſt es bald vortheilhafter Pferde, bald Ochſen zu halten. 5. In trockenen Ebenen, wo ein geringer Graswuchs iſt, wo keine, oder kleine, oder nur ſchlechte, kurzgraſige Weiden, und nur wenige ſüße, aber wohl ſaure Wieſen vorhanden ſind, iſt es vortheilhafter, Pferde, als Ochſen zu halten. 6. Wo der Graswuchs durch das Klima und den Bo⸗ den begünſtigt iſt, bei einer genügenden Ausdehnung von Weiden und Wieſen, koſtet die Arbeit der Ochſen weniger, als jene der Pferde. Die Pferde vertragen das ſaure Heu gut, die Ochſen ſchlecht; die Pferde bedürfen nur wenig ſüßes Heu, wenn ſie nebſtbei Stroh und Körner bekommen, die Ochſen verlangen aber ein größeres Volumen, und wo das Heu koſtbar iſt, kommt ihre Ernäbrung den Sommer über im Stalle bei trocknem Futter im Verhältniß der Arbeit, die ſie leiſten, theurer, wie jene der Pferde. Wo man aber eine paſſende Weide hat, und die Ochſen nach der Frühlingsſaat auf derſelben wohlfeil unterhalten kann, wo man genügende Wieſen hat, und die Futterpflanzenkultur ei⸗ nen ſichern und großen Ertrag abwirft, werden die Ochſen die gegebene Arbeit mit mindern Koſten leiſten. 7. Außer der Verſchiedenheit der Koſten, welche die Ernährung von Ochſen oder Pferden verurſacht, muß aber auch die Verſchiedenheit der Koſten in Betrachtung gezogen werden, welche die Anſchaffung dieſer Thiere, das un⸗ gleiche Sinken im Werthe bei. denſelben, durch die Benü⸗ tzung, die ungleiche Gefahr ihren Werth durch den Tod ganz oder nur zum Theil zu verlieren, ihr Geſchirr u. a. D. verurſachen. Die Pferde koſten meiſt doppelt ſo viel⸗, wie die Ochſen; ihr Werth wird vermindert in einem gleichförmigen Verhältniſſe, ſo wie ſie über 6 Jahre alt ſind; Schönheitsfehler haben bei ih⸗ rem Verkaufe einen wichtigen Einfluß, ihr Geſchirr und Beſchläg iſt koſtſpieliger, und ſtößt ihnen ein Fehler zu, der ſie zur Ar⸗ beit unta ſe nah Ochſen wenn ſi nen ſehr haben, ſchläg be Tode zu durch d bei eine ſande l 34 den, w num le entſchein leiſten, ſind, beit n der ve Nenſe gevin ſen de vrbeit hafter ſoließ die O derſelt ſten F ein Po Untert durch erforde bei der weßt ag inen oder det anda vortheilhafter Pfed⸗ in geringer Grazvutz ſchlechte, kungriſg der wohl ſaure Viſa „Pferde, als Ochſa das Klima und den u⸗ enden Ausdehnung w eit der Ochſen vaiin e Heu gut,„die Oöſ ig ſüßes Heu, vim ſt die Ochſen verlangn dn en koſtbar iſt, konnt ir le bei trocknem Futtt in , theurer, wit jen i eide hat, und die Oin wohlfeil unkerfalte m, he Futterpftanzenkultn „werden die Ocſn N ſten. der Koſten, weche verurſacht, muß üt in Betrachturg ghuze ieſer Thiere, dis l⸗ elben, durch di Bewi⸗ ert durch der dod ga ihr Geſchir à d 335 beit untauglich macht, ſo geht ihr ganzer Werth verloren, weil ſie nach dem Tode nicht zu Nutzen gebracht werden; indeſſen die Ochſen bei einer angemeſſenen Arbeit im Werthe nicht verlieren, wenn ſie auch zwölf Jahre alt werden, Schönheitsfehler nur ei⸗ nen ſehr geringen Einfluß auf die Verminderung ihres Werthes haben, ihr Geſchirr eben ſo einfach als wohlfeil, und das Be⸗ ſchlg beim Ackerbau überflüſſig iſt; und weil ſie uns nach ihrem Tode zur Speiſe dienen, ſo wird der ausgediente Arbeitsochs durch die Maſtung zu einem großen Werthe gebracht, und ſelbſt bei einem zuſtoßenden Fehler, wenn man ihn im mageren Zu⸗ ſtande todtet, geht nur ein Theil ſeines Werthes verloren. 8. Endlich muß die Größe der Arbeit erwogen wer⸗ den, welche Pferde und Ochſen in einem gegebnen Zeit⸗ raum leiſten, wenn man ſich für die einen oder die andern entſcheiden ſoll; und weil Pferde in derſelben Zeit mehr leiſten, wie Ochſen, und für manche Arbeiten paſſender ſind, wie dieſe: ſo geſchieht es nicht ſelten, daß die Ar⸗ beit mit Pferden wohlfeiler verrichtet wird, weil man an der verminderten Anzahl an Zugvieh, und dazu gehöriger Menſchen gegen die größere Anzahl von Ochſenzügen mehr gewinnt, als die Koſten ihrer Unterhaltung und die Zin⸗ ſen des auf ihnen liegenden Kapitals betragen. Wenn ein Ochſenzug in einem gegebnen Zeitraum ſo viele Arbeit leiſtete, als ein Pferdezug: ſo wäre es überall vortheil⸗ hafter, ſich der erſteren zu allen Arbeiten des Haushaltes aus⸗ ſchließlich zu bedienen, und die Pferde ganz zu meiden; weil aber die Ochſen um vieles langſamer im Zuge ſind, und ein Paar derſelben, wenn ſie kräftig und wohleingelernt ſind, im günſtig⸗ ſten Falle nur%¼, meiſtens aber nur die Hälfte deſſen leiſtet, was ein Paar guter Wirthſchaftspferde verrichtet: ſo wird da, wo die Unterhaltung der Ochſen nicht beſonders wohlfeil zu ſtehen kommt, durch die vermehrte Anzahl der Züge, und der zu ihrer Leitung erforderlichen Menſchen leicht ein größerer Aufwand gemacht, als bei den Pferden erforderlich geweſen wäre. 9. Die Züge von Ochſen und Pferden ſind zwei⸗ oder mehrſpännig. 10. Die erforderliche Anzahl der Thiere, die einen Zug ausmachen, richtet ſich nach der Verſchiedenheit der — 7 336 Staͤrke der Thiere, und der Laſt, die ſie zu überwinden haben. 11. Die meiſten Arbeiten im Haushalte erheiſchen keine größere Kraftanſtrengung, die zwei tüchtige Ochſen oder Pferde nicht zu leiſten vermochten; und weil zwei Thiere weniger zu unterhalten koſten, als vier, und nur ei⸗ nes Menſchen zu ihrer Leitung bedürfen: ſo leuchtet der Nutzen des Zweigeſpanns vor dem mehrſpaͤnnigen Zuge von ſelbſt ein. 12. Hieraus erhellet aber auch die Nothwendigkeit, gutes, ſtarkes und wohlgenährtes Zugvieh zu halten, das zwar im Ankaufe mehr koſtet, auch beſſer genährt werden muß, das aber auch durch ſeine viele Arbeit, und durch die Erſparung an der Anzahl von Thieren und Menſchen mehr Nutzen bringt, als ſchwaches, kleines und ſchlecht genährtes Vieh. Wo die Raſſe der Arbeitsthiere klein, der Boden aber ſchwer und bündig iſt, da müſſen freilich vier oder ſechs vor den Pflug geſpannt werden; man findet aber auch oft vier, 6 und noch mehrere eingeſpannt, wenn die Thiere groß und ſtark, oder der Boden leicht und mürbe iſt, und dann verſchwendet man Kräfte, und wendet größere Mittel zur Erreichung eines Zweckes an, als nothwendig iſt Es gehört in vielen Gegenden zum Anſehen, und ſoll ein Zeichen der Wohlhabenheit ſeyn, mit vier tüchtigen Pfer⸗ den oder vier und ſechs ſehr großen Ochſen zu pflügen und zu fahren, und man hält es da für ſchimpflich, ein Zweigeſpaun zu haben; dann iſt es billig, für ein ſolches Vergnügen einen großen Theil des Nutzens der Wirthſchaft aufzuopfern. Es gibt nur wenige Arbeiten, wozu zwei gute Zugthiere, es mögen Ochſen oder Pferde ſeyn, nicht hinreichten; ſolche mö⸗ gen ſeyn: das Aufbrechen der Klee⸗ oder Egartfelder im thonigen Boden, und das Stürzen eines Ackers zu ungewöhnlicher Tiefe; alle übrigen Arbeiten laſſen ſich mit zweien verrichten. Wenn man meint, daß vier Thiere doppelt ſo ſchnell ar⸗ beiteten, als zwei, weil jedes weniger Laſt zu überwinden habe; ſo irrt man ſich. Das Viergeſpann geht zwar ſchneller in der Furche, aber nicht doppelt ſo ſchnell; und weil man beim Um⸗ kebren eines Viergeſpanns mehr Zeit bedarf, wie beim Doppel⸗ geſpann, ſo iſt die Schnelligkeit des erſteren gegen das letztere keineswegs von großer Bedeutung, oft nur geringer. Arthur Poung Otſen u den in el Ochſen trup- 13 und das pfägt n Stunden zul geh und 14 Boden a wie ſeh pfügen alle ha Zuge ſpannt mit zu ſo ſind den un einem Munge wenn wecſe daß m lang a wenn der W der be di zi Plluge beim bleibe waͤhre daß d überw Pfug Sehr Bu die ſie zu übernide n Hauzhalte eiheſt ie zwei tüchtige Ohn chten; und well ſ , als vier, und un dürfen: ſo leuchet i mehrſpaͤnnigen zugen uch die Nothwerdißi Zugvieh zu halte W h beſſer genähtt veh viele Arbeit, ud ni Thieren und Mai , kleines und ſolc re klein, der Bun in ich vier oder ſetts u 1 aber auch oſt iet, bm diere groß und ſin nn verſchwendet nan uſ hung eines Zwectt i,3 hegenden zum Auiehn, 3 en, mit vier tittieſ Ocſſen zu Pfügen 1 4 pflich, ein Zwäigton 1 des Vergnügen einn g 1 wozu zwei gute Juut z nicht hinteichten; ſolcen der Egartfel s zu ungewb weien verrichen. ; und weil bedarf, wie erſeren gege fft nur gerin 33„ Houng wettete gegen Lord Egremont, daß er mit zwei Ochſen und einem Menſchen bei gleicher Tiefe in demſelben Bo⸗ den in einem Tage mehr pflügen wollte, als ſein Gegner mit 6 Ochſen und 2 Menſchen, und er gewann die Wette.(Beg⸗ trupa. a. O. II. Ty. 39.) 13. Wenn man ein Paar gute Pferde im Pfluge hat, und das Werkzeug gut gehauet und gehörig geſtellt iſt, ſo pflügt man in einem mäßig gebundenen Boden binnen 9 Stunden ein Joch, wenn der Pflug nicht tiefer als 4—5 Zoll geht, die Streifen nicht ſchmäler als 10—11 Zoll, und 12 bis 14furchige Beete gemacht werden. Iſt der Boden aber bündig, ſo kann man nur%½ Joch umpfluͤgen. 14. Unter den gleichen Bedingungen pflügt man in derſelben Zeit mit gleich viel Ochſen ½ bis ½ weniger. Wenn man mit gewechſelten Ochſen arbeitet, ſo kann man, wie ſehr begreiflich, in einem Tage ſo viel, wie mit Pferden um⸗ pflügen, ja vielleicht mehr noch; denn wenn man die Zugochſen alle halbe Tag wechſelt, ſo kann man ſchon mehr Zeit mit jedem Zuge arbeiten, als wenn derſelbe Vor⸗ und Nachmittags einge⸗ ſpannt wird, und mindeſtens ſind es 10 Stunden, die man jetzt mit zwei Zügen arbeitet. Weil dieſelben mehr ausgeraſtet ſind, ſo ſind ſie auch raſcher und kräftiger.* Wechſelt man drei Mal, ſo arbeitet man 12 bis 14 Stun⸗ den ununterbrochen, und pflügt etwas geringes mehr, wie mit einem Zuge von Pferden. Daß man aber mit einer gegebenen Menge von Ochſen in einer beſtimmten Zeit mehr pflügen werde, wenn ſie im Wechſel arbeiten, und nicht in einzelnen, nicht ge⸗ wechſelten Zügen, darf man nicht glauben; vielmehr iſt es gewiß, daß man mehr pflügt, wenn man jeden Zug für ſich Stunden lang arbeiten läßt, als wenn er nur 4 bis 5 Stunden arbeitet, wenn er in dieſer Zeit auch etwas raſcher geht. Der Vortheil der Wechſelochſen ſoll in der Erſparung der Menſchen und in der beſſeren Erhaltung der Arbeitsochſen beruhen; denn wenn die Züge nicht gewechſelt werden, ſo arbeitet der Menſch beim Pfluge ſammt dem Ochſentreiber nur 3—9 Stunden des Tags, beim Wechſel aber werden ihnen die Ochſen zugefühnt, und beide bleiben von Früh Morgens bis in die ſinkende Nacht am Acker, während welcher Zeit der Pflug immer geht Es däucht mir aber, daß dieſe Erſparung durch den größeren Bedarf an Arbeitsochſen überwogen werde, wenn ich auch zugebe, daß die Thiere nach der Pflugzeit beſſer ausſehen, wie da, wo nicht gewechſelt wird. Sehr treffend wird die Richtigkeit dieſes Satzes durch die Ver⸗ Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd.. 22 338 gleichung der Menge des Zugviehes erläutert, die man im Brandenburgiſchen bedarf, wo man mit 3 Ochſen im Pfluge, drei Mal des Tages wechſelt, gegen Thüringen, wo man mit demſelben Paare den ganzen Tag arbeitet.(Thaers Annalen IV. B. 660.) 15. Iſt der Acker aber ſchon früher gepflügt worden, und noch nicht ganz erhärtet, oder macht man nur 3 bis 4 Zoll tiefe Furchen, ſo kann man auch wohl mehr Land in einem Tage umackern. Die Fröhner in Oeſterreich und Ungarn müſſen mit ihren ſchlechten Pferden 2000 ◻ Klafter, die Bauern in Preußen 1800 ₰o in einem Tage umpflügen!— Wie eine ſolche Furche ausſehen mag, iſt nicht ſchwer zu errathen. 16. Je länger der Acker iſt, je mehr iſt man, bei glei⸗ cher Tiefe der Furche, zu pflügen im Stande, weil man weniger Zeit beim Umwenden nutzlos zubringt. Je ſchmä⸗ ler die Ackerbeete ſind, je mehr kann man umpflügen, weil ein größerer Raum des Ackers zwiſchen den Anfangsfurchen des Ackers ungepflügt liegt, als da, wo die Beete breit ſind, und mehr Land kann man mit dem Hacken, der Aadl, umackern, wie mit dem Pfluge, weil die Furchen der Aadl 12—14 Zoll breit ſind, und nur ein Theil des Landes ge⸗ wendet wird. Iſt der Acker 1000 lang, ſo geben 160 Breite ein Joch. Werden die Furchen 11 Zoll breit gemacht, und pflügt man in 24furchige Beete, ſo erhält man 4.354 Beete. Hatte man mit dem noriſchen oder dem Wendepflug den Acker ganz eben ge⸗ pflügt, ſo würden 104 Furchen erforderlich geweſen ſeyn. Weil hier auf jedes Beet 2 Furchen wegfallen, die als ganzes Land unter der Mitte des Beetes liegen; ſo ſind nur 95,3 Furchen zu machen. Beim Umkehren bedarf man mindeſtens 1 ½ Minuten Zeit, theils um den Bogen zu machen, theils den Thieren zum Uriniren Zeit zu laſſen, den Pflug etwas zu richten u. ſ. w., worüber man 145 Minuten, faſt 2 ½ Stunden verliert. Die Ta⸗ gesarbeit beträgt 9 Stunden; bleiben zum Ziehen der Furche 6 ½ Stunden, und weil 95,3 Furchen, jede 100 Klafter lang, 9530 Klafter betragen, und 6 ½ Stunden 23400 Sekunden aus⸗ machen, ſo müſſen die Thiere in 2,4 Sekunden eine Klafter lange Strecke fortſchreiten. Pflügt man in afurchige Beeten, ſo enthält jedes auf einer Breite von 66 Zoll nur 4 Furchen, d. h. ein Drit⸗ A des Ade 34 ⁸ aögei Klafter du digkeit da hien 6 61 ſamet gah wenn. 5 413 ¹7. gleicförn und unge ſchnellere weil vich jeuges hie gieh die teſlc Säite geri len wedde ſo virkt Scollen. 18 der Acke flache lo Krifte! M je nachden Pflügen tief oder rläutert, die min „ die ma man mit 3 Othſen 1 xgen Thüringen jag arheitet. CThun üher gepfügt nain macht man nur z ich wohl mehr Landi Kaie den umpflügen!— Wein ver zu errathen, mehr iſt man,iig m Stande, bel un zubringt. Je ſta man umpflägen,n en den Anfangiſwte a, wo die Bett in dem Hacken, de lu ldie Furchen der Theil des emndo⸗ hen 160 Priite in h acht, und hfügt nui Beete. Hätte numi den Acker gauz tter ſe erlich geweſen ſehn 3 en, die als ganſt en ſind nur 753 unta mindeſtens 1 4 Anin „theils den Thiern in was zu tichten 1,n zrunden verliert Dedu zum ziehen der bute jede 100 Kafter dal den 43400 Sckudn ms kunden eine Kafta 4 teciige Beeten, ſ en Furchen,? h. an 339 zel des Ackerlandes iſt nicht gepflügt, und von 104 Furchen müſſen 34% abgezogen werden; bleiben nur 69 ½ Furchen, d. i. 7133 Klafter Furchenlänge zu ackern, die man bei gleicher Geſchwin⸗ digkeit der Thiere in 4%¾ Stunden umpflügt. Verwendet man hiezu 6 ½ Stunden Zeit, ſo dürfen die Thiere faſt um lang⸗ ſamer gehen, und 3 ½ Sekunden auf eine Klafter verwenden, und wenn ſie gleich ſchnell gehen, ſo pflügen ſie um ¼ mehr, d. h. 2133* 17. Wenn zum Pflügen die Ochſen ihres ſtaͤten, gleichförmigen Zuges wegen paſſender ſind, wie muthige und ungeduldige Pferde, ſo ſind dieſe letztern aber, ihres ſchnelleren Ganges wegen, zum Eggen viel angemeſſener, weil nicht bloß der Druck, ſondern auch der Stoß des Werk⸗ zeuges hier wirken muß. Zieht man die Egge langſam über den Acker, ſo werden die oberflächlich liegenden Erdklöße von den Zähnen der Egge zur Seite gerückt, und nur die tiefere Erde, oder die großen Schol⸗ len werden zerkrümelt. Läßt man die Egge aber ſchnell ziehen, ſo wirkt ihr Stoß mehr, wie ihr Druck zur Zerkleinerung der Schollen. 18. Nach der Verſchiedenheit des Zuſammenhanges der Ackererde, und der Tiefe, zu welcher man die Ober⸗ fläche lockern will, wird man bald mehr, bald weniger Kräfte und Zeit beim Eggen bedürfen. Man egt mit ein, zwei und mehr Pferden oder Ochſen, je nachdem der Boden muürbe oder bündig iſt, je nachdem ſeit dem Pflügen eine kurze oder lange Zeit verfloſſen iſt, und der Acker tief oder ſeicht in ſeiner Oberfläche gelockert werden ſoll. 19. Wenn die Egge nur ein Mal auf denſelben Strich fährt, ſo kann man mit Pferden in einem nicht ſehr bündi⸗ gen, oder mit Unkraut erfüllten Boden, in Stunden 6 Joch abeggen. Das oben(16) angegebene Joch Ackerland hat 160 Breite, und da die einſpännige Egge 3 Schuh Breite hat, ſo darf man nur 32 Striche machen, um das Feld ein Mal zu übereggen. Wenn man 32 Umwendungen zu 1 Minute, und 3200 Klafter Zuglinie zu 1 ¼ Sekunde Zeit auf die Klafter berechnet, weil die Eage doppelt ſo geſchwind wie der Pflug gezogen werden kann; ſo be⸗ 22* 840 darf man für das Joch, ſammt dem Umwenden, 1 Stunde 36 Minuten, in runder Zahl 1 ½ Stunden Zeit. Wenn man ſich der Doppel⸗ und mehrſpännigen Egge bedient, ſo wird man auf dem gleichen Acker nach Verhältniß der Breite des Werkzeuges, und der geringeren Laſt, die den Thieren dadurch aufgelegt iſt, in 9 Stunden vielleicht 9 Joch ein Mal überfahren können. Einſpänniger Eggen kann man ſich im ſchweren Boden nur zur Unterbringung der Saat, im loſen Boden aber zum Ab⸗ eggen des gepflügten Ackers in jedem Zeitraume bedienen. Mehr als zwei Thiere bedarf man nur bei jenen großen Eggen, die ſchief nach vorwärts gerichtete Zähne haben. 3 20. Mit dem dreiſcharigen Exſtirpator oder dem An⸗ häufepfluge behackt man mit einem Pferde und 2 Menſchen ein Joch in drei Stunden. Mit dem geraden eilfſcharigen Exſtirpator werden in leichtem Boden 2, in ſchwerem 4 Thiere und 2 Menſchen ein Joch in 2 Stunden auflockern; mit dem ſchiefen Extirpator mit 7 Scharen ſind aber für 2 Pferde 3 Stunden für das Joch erforderlich. 21. Die Arbeiten des Miſtführens, der Ernte, der Holz⸗ und Marktfuhren, laſſen ſich unmöglich im Allge⸗ meinen, ſehr leicht aber für eine gegebene Lage berechnen; weil die Entfernung der Aecker, Wieſen und Wäͤlder, ſo wie des Marktes vom Wirthſchaftshoſe, die Beſchaffenheit der Straßen, die ebene oder bergige Lage u. ſ. w. die Länge der Zeit beſtimmt, die hiezu verwendet werden muß. 22. Die Zahl der zum Betriebe des Haushaltes noth⸗ wendigen Arbeitsthiere hängt in jeder Wirthſchaft ab, von der Art und Natur derſelben; von der Wirthſchaftsweiſe, von der Natur des Bodens, von dem Zuſammenhange der Wirthſchaftsbeſtandtheile, und vom Klima. 23. Man bedarf mehr Ochſen, wie Pferde; mehr kleines und ſchwächeres, wie großes und ſtarkes Vieh; mehr Züge ſind erforderlich, wenn man eine große Abwechs⸗ lung von Früchten, beſonders Hackfrüchte bauet, weniger ſud bi d Egarteud im Sand gerſteant das Klin den biſ als won We verſchieden ſocht: ſo ſaze ſade Bei Prache ha behockten getteides man in u wenn aber werden b den— D. Acker un jähtige — — ̈—— in eintn Pferd. Arbeite Landwi derlich. o Bu Contt fer in Ef Brach von; St dornmn wenden, 1 Stunde Zeit. Wenn nuſt dient, ſo wird man di Breite des Werhheune en dadurc zufgilt j überfahren können. ich im ſchweren Zha ſen Boden aber zunzle traume dedienen Ae enen großen Egze, R en. rpator oder den l ferde und 2 Maſta zgeraden eiſſchene en 2, in ſchwamn 2 Stunden aufboen haren ſind ahe ſtt nderlich. drens, der En, R h unmoͤglich in A⸗ zebene Lage bertzen ieſen und Bide, oſe, die Beſefebit ge Lage uſnd erwendet vedda u des Haushalte ni er Wirthſtzft ü un der Wirthſcheſteeit m Zuſammenheg a Klima. n, wie Peerde nit jes und datkes Li nn ein große lrce früchte daut, Nege 341 ſind bei der Dreifelderwirthſchaft, noch weniger bei der Egartenwirthſchaft erforderlich; mehr im Thon⸗, weniger im Sandboden; mehr da, wo die Aecker und Wieſen weit zerſtreuet, als wo ſie alle nahe zuſammenhängen; und wo das Klima die Herbſtſaat auf einen Zeitraum von 6 Wo⸗ chen beſchränkt, braucht man um die Hälfte mehr Züge, als wo man 12 Wochen hiezu Zeit hat. Wenn man den wirklichen Stand der Arbeitsthiere in den verſchiedenen Ländern und bei verſchiedenen Verhältniſſen unter⸗ ſucht: ſo wird man die Beſtätigung dieſer allgemeinen Grund⸗ ſätze finden.— Bei einer Wirthſchaft in einem mürben Boden, die keine Brache hält, und den ſechsten bis achten Theil ihrer Aecker mit behackten Fruͤchten beſtellt, nebſtbei in die Stoppeln des Winter⸗ getreides Buchweitzen, Rüben oder Mengfutter bauet, rechnet man in unſern Gegenden auf 100 Joch Ackerland 8 Pferde; wenn aber das Klima kälter, und keine Stoppelfrüchte gebauet werden können, oder der Boden auch wohl bindiger iſt: da wer⸗ den 10— 12 Pferde, oder im Verhältniß Ochſen angetroffen. Das Gut Hungerbrunn in Kärnten hat auf 60 Joch Acker und 30 Joch Wieſen 2 Pferde, 6 Ochſen, 2 Terzen(drei⸗ jährige Ochſen.) Kreuz hält auf 54 Joch Ackerland 30 Joch Wieſen, 8 Och⸗ ſen, 2 Terzeu. Mittelgebirg, kühle, feuchte Lage, mürber Boden. Karlsberg auf 90 Joch Ackerland, 45 Joch Wieſen, 4 Pferde, 3 Ochſen. Märgelboden, warme Lage. Wieſenau auf 75 Joch Ackerland 45 Joch Wieſen,* Pferde, 10 Ochſen. Mürber Boden, kalte Lage. Rogeis in Steiermark auf 100 Joch Ackerland und 12 Joch Wieſen 4 Pferde, 6 Ochſen. Mürber Boden, warme Lage. In den Niederlanden, ſagt Balſamo(Schwerz, Ja. a. H. II. Th. 384), rechnet man zum Betrieb des Ackerbaues in einem großen Durchſchnitte 5 Bunder,= 11 ½ Joch auf das Pferd. Bei Tournay hat ein Hof 112 ½ Joch, und hält 10 Arbeitspferde; bei Ath auf 135 Joch 12 Pferde. Ein anderer Landwirth hält 6 Pferde für 3“0 Bunder,= 6 ½ Joch erfor⸗ derlich. Die Pachtung des Herrn von Lille bei Voorde hat 40 Bunder,— 90 Joch, und 8 Pferde. In der Gegend von Contigh rechnet man auf 10 Bunder Ackerland,= 22 ½ Joch, 2 Pferde u. ſ. w. Die Bauernwirthſchaften im ſüdlichen Deutſchland, im Elſaß, ſo wie in den Niederlanden, wo man nicht Brache haͤlt, haben überall eine verhältnißmäßig größere Anzahl von Zugvieh, wie die größeren Güter. Im Elſaß berechnet Schwerz(Elſ. Wirthſch. S. 47), daß auf 5 ½ Joch ein Pferd komme. In Kärnten kann man in den warmen Gegenden des 342 Landes auf 10 Joch Ackerland 2 Ochſen und 1 Pferd; in den kalten, bei der Egartenwirthſchaft, und der vielen Weide, die ſie haben, 4 Ochſen rechnen.— Wo man aber Brache hält, fin⸗ det man weniger Vieh. Im Marchfelde in Oeſterreich im Durchſchnitte auf 24— 30 Joch Ackerland 2 Pferde, ſo auch in Bohmen auf 30— 35 Joch Acker nur 2 Pferde, obgleich die Bauern einen Tag der Woche zur Frohne fahren müſſen. In England hält man bei gleichen Verhältniſſen des Bodens viel weniger Zugvieh, wie in Deutſchland, weil das dortige Klima die Bearbeitung des Bodens faſt das ganze Jahr geſtattet. Herr Bloomfield in Norfolk(Mögl. Annal. I. H.) hält auf 563 ½ Joch Ackerland nur 16 Ackerpferde. Hunter zu Tynefield in Schottland hält aber auf 305,9 Joch 16 Ackerpferde(Sinclair, a. a. O. 729). Er kaun den ganzen Win⸗ ter durch pflugen, und ſäet Winterweitzen in die Kleeſtoppeln von der Mitte Jänner bis 12. März. In der Umgebung von London rechnet man aber auf 70 Joch Ackerland, und eine verhältnißmäßige Menge von Wieſen, ſo wie bei uns, 6 Pferde(Begtrup, II. Th. 161). Dickſon(Farm. Comp. II. Th. 893) liefert eine Menge von allgemeinen Angaben, wie viel man bei den verſchiedenen Verhältniſſen der Wirthſchaft Zugvieh nöthig hat. Mit 2 Pfer⸗ den und 4 Ochſen werden oft nur 70, oft 140 und mehr Joch Ackerland bearbeitet. Thaer ſchlägt in ſeinen Arbeitsberechnungen(Rat. Landw⸗ I. Th. 153) bei einer angenommenen Größe der Wirthſchaft von 444 Joch Ackerland, 66% Joch Wieſen und 133 Joch Weide, die nach den Regeln der Dreifelderwirthſchaft bearbeitet wird, 15 Pferde, auf 100 Joch Acker 3 ½¼ Pferd an. Bei der achtſchlä⸗ gigen Koppelwirthſchaft rechnet er auf 532 ¼ Joch Ackerland, 66 Wieſe, und 44,4 Joch Weide, 12 Pferde für genügend, auf 100 Joch Ackerland 2 ½ Pferd, und fuüͤr die gleiche Fläͤche hält er bei der Fruchtwechſelwirthſchaft in 7 bis 11 Schlägen, die mit Stabfütterung verbunden iſt, 17 Pferde für zureichend, das⸗ wäre für 100 Joch 3 ⅛, alſo weniger, wie bei der Dreifelder⸗ wirthſchaft.— Es dünkt mir unmöglech, mit ſo wenigem Zug⸗ vieh den Acker in Deutſchland ordentlich beſtellen zu konnen. Es iſt mir leid, daß ich aus meiner Wirthſchaft nicht eine genauere Angabe über die Menge des Zugviehes zu der geacker⸗ ten Fläche geben kann, weil meine eigenthumlichen Verhältniſſe eine größere Menge von Pferden nothwendig machen, als der Betrieb der Wirthſchaft erheiſcht. Ich habe mich aber vollkom⸗ men uberzeugt, daß ich hier mit 7 Pferden auf 100 Joch Acker⸗ land mit 30 Joch Wieſen vollkommen zureichte, obſchon ich den fünften Theil der Aecker mit Hackfrüchten: Mais, Kartoffeln, Steckruͤben, und in die Stoppeln des Winterrockens Buchweitzen, Ruben, Mais und Mengfutter baue. Der Boden iſt aber leicht, Phmiger Sand, und die Aecker und Wieſen ſind ganz nahe beim Hauſe. 24. ijier vir Futters 1 den Vert ſchlag tage tzeil Der 9” ſuht in Jene Str den, werde gerechut „2 1, ten it Ertragd im Bode bhangt Porber den ger Virthſe ten Wi 3. der ver hbereits wie di vie ſee können 6 Viti übrig tet we Rede n und 1 Pferd d der vielen Vn 4 nur 2 Peerde, oh d rohne fahren müſſen. leichen Verhaltniſen 1 Deutſchland, m Dodens faſt du u l k(Nögl. Annal 15) Akerpferde. Hunte aber auf 305 3t Er kaun den ganſene n in die Kleeſtogpen rechnet man ähtrufn ßige Menge don Viß⸗ . T). 16).. : 893) liefert eineNan an bei den vaiſtehen öthig hat. Mi hh oft 14o und mehr 3 erechnungen(Rtt lu röͤße der Wietzſteft mn mund 133 ¼ Jod Wi, ſchaft bearbeitet vid, 5 d an. Bei de acſſtä⸗ b53²1% Joch Aäalm, 12 Pferde für genign, und für die gleihe Fü in bis uu Stlägn, N ferde für zureicend, „ wie bei der Driffhe⸗ c, mit ſo wenigen entlich beſtelln zu imn ner Wirthſchft rict int Zugviehes zu de fabe⸗ genthumlichen Vatitnſt wendig machn, ab habe mich aber tllkor rden auf 100 Joch Ai zureichte, obſchon tm ztten: Mais, Kartffn zunterrockens Buchehn, der Boden iſ aher lit ſſen ſnd guuz uör in 343 24. Der Geldwerth eines Arbeitstages unſerer Zug⸗ thiere wird erhoben, wenn man von dem Geldwerthe des Futters und der Streu, welche die Thiere erhielten, zuerſt den Werth des dafür erhaltenen Düngers(B. 3. 3.) ab⸗ ſchlagt, und dann den Reſt durch die Summe der Arbeits⸗ tage theilt. Der Geldwerth des Futters, das keinen Marktpreis hat, ſteht im Verhältniß ſeiner Ernährungsfähigkeit gegen Getreide. Jene Streumaterialien, die nicht auf den AUeckern erzeugt wor⸗ den, werden den Thieren nach den eigenen Gewinnungskoſten an⸗ gerechnet. B. Vom Dünger. 1. Da der Dünger die ernährende Materie der Pflan⸗ zen iſt, und bei gleichen übrigen Verhältniſſen der höhere Ertrag der Felder einzig und allein nur von der größeren, im Boden vorfindigen, leicht auflöslichen Menge desſelben abhängt: ſo iſt die nähere Kenntniß dieſer Subſtanz, ihre Vorbereitung, zweckmäßige Verwendung, und wie ſie mit den geringſten Koſten in einer zureichenden Menge in jeder Wirthſchaft aufzubringen ſey, dem Landwirth von der größ⸗ ten Wichtigkeit.. 2. Die Kenntniß, Zubereitung, Verwendung und der verhältnißmäßige Werth der düngenden Subſtanzen iſt bereits in der chemiſchen Agrikultur gezeigt worden: nur wie viel hievon in jeder Wirthſchaft erforderlich ſey, und wie ſie mit den geringſten Koſten herbeigeſchafft werden können, muß hier gezeigt werden. 3. Weil die Befruchtung der Aecker in den meiſten Wirthſchaften vom Stalldünger allein abhaͤngt; und die übrigen düngenden Materien als außergewöhnlich betrach⸗ tet werden müſſen: ſo kann hier nur vom Stalldünger die Rede ſeyn, und wenn irgendwo andere Düngerarten ver⸗ 344 wendet werden: ſo müſſen ſie ihrem Werthe nach auf die⸗ ſen reduzirt werden. 4. Da der Stalldünger aus thieriſchen Exkrementen und verſchiedenen, demſelben beigemengten Pflanzenkör⸗ pern beſteht; ſo iſt er ein Produkt der im Hausweſen zur Arbeit und anderweitigen Benützung gehaltenen Thiere, des ihnen gereichten Futters, und der ihnen untergelegten Streu. 5. Die Ernährung der Thiere und Menſchen hängt von der Kultur der Pflanzen ab, und die Kultur der Pflan⸗ zen von der Arbeit der Thiere und der Menge und Beſchaf⸗ fenheit des Düngers, den ſie liefern. Die Produktion von Thieren und Pflanzen wird daher gegenſeitig bedingt. 6. Um den Ackerbau mit der Viehzucht für jede gege⸗ bene Lage in ein ſchickliches Verhältniß zu bringen, muß der Landwirth wiſſen: ¹) wie viel er Dünger be⸗ darf, um ein gegebenes Maß von Feldern im fruchtbaren Zuſtande zu erhalten; 2) in wel⸗ chem Verhältniſſe der Dünger den Feldern durch die Pflanzenerzeugung entzogen werde; 3) welche Thiere den Dünger für die gegebene Lage am wohlfeilſten liefern; 4) wie groß die Anzahl dieſer Thiere ſeyn müſſe; 5) wie ſich das verzehrte Gewicht des Futters ſammt der verwendeten Streu zu dem Gewicht des Dün⸗ gers verhalte;) in welchem Verhältniſſe die Erzeugung der Futter⸗ und Streumaterialien zu den Körnern und Handelspflanzen ſtehen müſſe; und 7) wie die verſchiedenen auf den Aeckern kultivirten Pflanzen auf einander fol⸗ gen müſſen, daß der nöthige Bedarf an Fut⸗ ter und Streu aufgebracht, und mit der größt⸗ — näglich delsyfl Aecer vervild beitung 7. und weſ witthſch Klina, nes Vir wenn me nen Lage tll ihr! ſet, und dürfe. 1. ceen i mit de pflanze 9 24 den di Dunge ſch die ſchritt lichet Pid wache größe Perihe noch auf hieriſhin Erktun emengten Pflanzni der in Hausweſe g gehaltenen Thien d e ihnen untergabg und Menſchen lin die Kultur der he ‚er Menge und Bü . Die Produktin m genſeitig beding. ſehzucht fir jde e tuiß zu brirgen, un el er Düngu he ß von ßeldenin alten;) in wel⸗ gger den zilden g entzogen vade für die gegehene 4) vie greß i nüſſe; 5) vie ſit sutters ſanmt er Gewicht des dir Verhaͤltniſſe ie Streumateritlien lspflarzen ſiejn Hiedenen auf den auf einander il eBedarf an Ft nd nit der grift⸗ 345 möglichen Erzeugung von Koͤrnern oder Han⸗ delspflanzen gepaart werde, ohne daß die Aecker dadurch zu ſehr erſchöpft werden, oder verwildern, oder eine außerordentliche Bear⸗ beitung erfordern. 7. In der Löſung dieſer Fragen beſteht der größte und weſentlichſte Theil der Lehre der Organiſation der Land⸗ wirthſchaft, und ein richtiges, der Natur des Bodens, des Klima, und der übrigen örtlichen Verhältniſſe angemeſſe⸗ nes Wirthſchafts⸗Syſtem kann erſt dann feſtgeſetzt werden, wenn man weiß, welche Thiere und Pflanzen der gegebe⸗ nen Lage die angemeſſenſten ſeyen, welche Kräfte und Mit⸗ tel ihr Unterhalt erfordert, was ihre Herbeiſchaffung ko⸗ ſtet, und welchen Erfolg man ſich von denſelben verſprechen dürfe. 1. Wie viel man Dünger bedarf, um ein gegebe⸗ nes Maß von Feldern im fruchtbaren Zuſtand zu erhalten. 1. Die Größe des Pflauzenwachsthumes ſteht bei glei⸗ chen übrigen Bedingungen in einem geraden Verhältniſſe mit der Größe der im Boden befindlichen, auflöoslichen, pflanzennährenden Subſtanz. 2. Wenn die Menge dieſer Subſtanz, welche dem Bo⸗ den durch die Ernten entzogen wird, demſelben durch den Dünger in dem gleichen Maße wieder erſetzt wird: ſo bleibt ſich die Kraft desſelben gleich, und man wird im Durch⸗ ſchnitte vieler Jahre, wodurch ſich der Einfluß außerordent⸗ licher Witterung ausgleicht, die gleichen Ernten erhalten. Wird ihm mehr gegeben, als ihm genommen worden: ſo wachst der Reichthum des Bodens, und ſein Erträgniß wird größer. Wird ihm aber mehr genommen, als man ihm 346 gibt: ſo vermindert ſich in demſelben Verhaͤltniß die Größe ſeines Ertrages. 3. Es iſt daher von der größten Wichtigkeit, das Ver⸗ hältniß der Düngerverzehrung der verſchiedenen Pflanzen nach der Verſchiedenheit des Bodens und des Klima zu kennen, um den Aeckern immerfort ein angemeſſenes Maß von Dünger in gehöriger Zeit zuzuführen, das ihre Ertrags⸗ fähigkeit auf jener Stufe erhaͤlt, die wir den Umſtaͤnden angemeſſen erachten. 4. Der Acker erfordert mehr Dünger, um die gleiche Produktion hervorzubringen, wenn er loſe, und zu wenig durch Thon gebunden iſt, weil er dann des Humus nicht ſowohl zur Ernährung der Pflanzen, ſondern auch zur An⸗ ſaugung der dunſtförmigen, atmoſphäriſchen, und zur meh⸗ reren Feſthaltung der Regenfeuchtigkeit bedarf, und der Humus in einem loſen Boden ſchneller zerſetzt, und fruͤher verflüchtiget wird, ehe die Pflanzenwurzeln ihn aufzuſau⸗ gen vermögend waren. 5. Dieſelbe Menge von Dünger bringt daher im Ver⸗ laufe der Zeit ihrer Zerſetzung im Thonboden ein größeres Pflanzen⸗Produkt hervor, wie im Sandboden, wenn die Wärme des Klima in einem ſchicklichen Verhaͤltniß zur Bün⸗ digkeit des Bodens ſteht. Hierin liegt die weſentliche Urſache, daß der Ertrag des ſandigen Bodens allenthalben ſo gering, und der Thonboden mit gleichen Hülfsmitteln bearbeitet, ein größeres Produkt abwirft⸗ Wenn man im Sandboden fortwährend mit Nutzen Getreide bauen will, ſo bedarf er außerordentlicher Hülfsmittel: große Weiden, fremdes Streumateriale, und viele Wieſen. Hat man dieſe nicht: ſo wird ſich der Ertrag des Ackers von Jahr zu Jahr vermin⸗ dern, und man wird genöthigt, einen Theil des Ackers als Driſch⸗ feld liegen zu laſſen, um den andern mit den zu Gebote ſtehenden Hülfsmitteln in Kultur zu erhalten, oder künſtliche Weiden anzu⸗ legen, und Koppelwirthſchaft zu treiben. 6.4 btingung wie in ein Voden,! it, und Düngerd Nie ſeine daſ Statt fid weil er d rimmt, 1 ordeutliche hoch und! der honget in den B zer Thell tbener La⸗ Dammerd 7. ſer dur gebrach nem öf T wächt, ſo muß ſchrieben hen wit dindung durch d bei Ste dei der Endſch ung k ſchaſten den, ſ ein M niger Aecker zehet, arbeit verde man! die A Verhäͤltriß de giße Wichtigket, das da erſchiedenen Pfana s und des Kim iin angemeſſenes Nih dren, das ihre Eung⸗ ie wir den Unſlid dunger, un di gih er loſe, und zunig ann des Humus n ſondern auch zu h äriſchen, und grut Keeit bedarf, ud d ler zerſett, un feie nwurzeln ihn aufiir bringt daher in le⸗ honboden ei gijan Dandboden, wen en Vethältii ſrbir he, daß der Ertux „ und der Thorbode ni ößeres Drohutt thvii mit Nuten Getrele dun lfemittel: große Behe ſen. Hut nan diſe nit a Jahr zu Jahe bermi⸗ eil des Acker als Diſt⸗ tden zu Gebote ſuhahn t künſllche Wedden tnje 347 6. In einem kalten Klima braucht man zur Hervor⸗ bringung des gleichen Ertrages überhaupt mehr Dünger, wie in einem warmen, und mehr im ſchweren, als mürben Boden, weil die Auflöſung des Humus minder begünſtiget iſt, und der kalte Boden durch die größere Menge des Düngers erwärmt werden muß. Nicht unmittelbar erwärmt der Dünger den Boden, denn feine Zerſetzung geht im Acker ſo langſam vor ſich, daß die dabei Statt findende Wärme unfühlbar iſt; nur mittelbar geſchieht dieß, weil er die Sonnenſtrahlen nicht zurückwirft, ihre Wärme an⸗ nimmt, und der Umgebung mittheilt. Warum man keine außer⸗ ordentliche Anhäufung von Humus in den oft gedüngten Aeckern hoch und kalt gelegener Gegenden bemerkt, muß größten Theils der hangenden Lage zugeſchrieben werden, in der ſich ſolche Aecker in den Bergen befinden, in der ihnen durch den Regen ein gro⸗ ßer Theil der auflöslichen düngenden Subſtanz entführt wird. In ebener Lage merkt man aber allerdings eine Anhäufung der Dammerde. 7. Der Boden verliert um ſo mehr Humus, als die⸗ ſer durch öfteres Pflügen in einen ſehr auflöslichen Zuſtand gebracht worden, oder als die Kultur der Gewächſe mit ei⸗ nem öfteren Lockern des Bodens verbunden iſt. Wenn nach der ungedüngten Brache vorzüglicheres Getreide wächst, als man es ohne die Brachbearbeitung erhalten hätte: ſo muß dieß nicht einer Luftdüngung, wie man ſonſt ſagte, zuge⸗ ſchrieben werden, denn die erdigen Beſtandtheile des Bodens ge⸗ hen mit den Beſtandtheilen der Luft und des Waſſers keine Ver⸗ bindungen ein; es erklärt ſich dieſe Erſcheinung viel natürlicher durch die, wenn auch oft nur geringe, grüne Düngung, die hie⸗ bei Statt hat, und durch die Auflöſung des älteren Humus, der bei dem oftmaligen Wenden des Bodens in allen Theilen der Erdſchichte mit der Luft, der Wärme und dem Licht in Berüh⸗ rung kommt. Man wird aber immer beobachten, daß jene Wirth⸗ ſchaften, die alle 3 Jahr brachen, und die Brache ganz ausdün⸗ gen, ſo wie jene, die in 6 Jahren zwei Mal brachen, und nur ein Mal düngen, im Verhältniß ihres verwendeten Düngers we⸗ niger produziren, als jene, die bei gleich großer Düngung ihre Aecker nie müßig liegen laſſen; woraus unwiderſprechlich hervor⸗ gehet, daß ein großer Theil des Humus ſich nutzlos bei der Brach⸗ arbeit verflüchtigt.— Wenn die Pflanzen behackt und beyäuft werden; ſo geben ſie unſtreitig ein größeres Produkt, als wenn man dieſe Kultursarbeiten unterläßt, denn man befördert dadurch die Auflöslichkeit des Humus, und bringt ihn durch das Beyau⸗ 348 fen in die naͤchſte Umgebung der Pflanßen. Weil aber die Pflan⸗ zen gerade im größten Wachſen begriffen ſind: ſo kommt alle auf⸗ lösliche Nahrung ihnen zu gute, was bei der Brache nicht mög⸗ lich iſt, denn in demſelben Jahre, wo der Acker mit dem größ⸗ ten Fleiße oft gewendet, und ſchon im Sommer gedüngt wirdt kommt erſt im Herbſte die Saat hinein. Behackte Früchte geben ein größeres Produkt, nehmen aber in einem größeren Verhalt⸗ niß mehr Nahrung aus dem Boden, als die nicht behackten, weil durch dieſe Lockerung auch ein großer Theil des Humus verflüch⸗ tiget wird. Der verhältnißmäßig größere Düngerbedarf in jenen Wirthſchaften, die viele behackte Früchte kultiviren, iſt daher nicht bloß den größeren Ernten zuzuſchrelben, welche man da ge⸗ winnt, ſondern zum Theil auch der früheren Konſumtion des Humus. 8. Alle Pflanzen entziehen dem Boden um ſo mehr Humus, als ſie längere Zeit in demſelben verweilen. Der Winterweitzen konſumirt daher bei gleicher Größe des Produkts den Humus meyr wie die Gerſte; und mehr der Hafer, wie der Buchweitzen: mehr werden die Wicken vom Humus an⸗ ſaugen, wenn man ſie reifen läßt, als wenn ſie grün gemäht werden. Wenn perennirende Gewächſe den Boden nicht entkräf⸗ ten ſollen; ſo muüſſen die abſterbenden Theile der Pflanze dem Boden einverleibt bleiben: ſonſt kümmert das Wachsthuam. Wenn man daher das abgefallene Laub ſammt den Fruchten aus den Wäldern wegbringt, und es in den Ställen als Streu verwen⸗ det: ſo kränkeln die Baume, bleiben krüppelig, und wachſen nur dürftig. 9. Je größer das organiſche Produkt iſt, welches die Pflanzen hervorbringen: je größer iſt das Gewicht des Hu⸗ mus, das ſie hiezu verwendet haben. Reiche Ernten fordern reichliche Düngung. Will man auf demſelben Boden immer Hanf, Mais und Kopfkraut bauen: ſo muß alljährlich gedungt werden. Düngt man nicht friſch: ſo iſt der Ertrag des zweiten Jahres um ein ſehr beträchtliches gerin⸗ ger; zum Beweiſe, daß die große Produktion des erſten Jahres auch den größten Theil des Humus, in ſo fern er auflöslich war, ſich angeeignet hat, und daß die kleine Menge von Humus, die im zweiten Jahre auflöslich wird, zu einer großen Produktion nicht mehr zureicht. 10. Läßt man die Gewächſe nicht reif werden, und bringt ſie vor der Körnerbildung vom Acker weg: ſo erfor⸗ dern ſie in abſoluter ſowohl als relativer Hinſicht weniger tmus,9 pflanzen ger Nahr Körner. Wen Etingeler ſ de Ge und ausget Kunſumtio Pfanzen hemerken, desſelden, andern Vf reif wenden in der lng wovon wir auch dem ben werder Thelle net dong der Körnerbit bei günſt Feddern Humus: ger zahl Aeckern anſehnlie ben gro des Bol tigen Pf verdorre zur Ein grlßten aufſtei en. Weil aber de ſind: ſo kount ha ei der Brache nit a dder Acker mit den an n Sommir gedungt i . Behacke Früche gin einem göheren Vat ls die nict behacktn, dn Thell des Humui it ere Düngerdedatf jn ſchte kultiviren, it dye relben, welcht man ſag früͤheren Kenſumien em Voden un ſong mſelben verweile. iher bei gleicher Geiſehg eſte; und mehr de hi Wicken vom Hunt w aes wenn ſie grit gi den Boden nitt at Theile der Pfent da ert das Wachsthen. Vm ut den Früchten as i tällen als Streu bate⸗ äippelig, und vatſam produkt it, wechs iſt das Gewich dah n. Düngung. Wll nuuſ und Kopfkraut baun: agt man nitt frſch:bi a ſehr betrichtlihs gal oduktion des trten Jühtt ſo fein er auflöslch vu. „Menge vun hun, 1 einer großen Produlin nicht reif werden, u am Acer weg: ſofl⸗ 1 det Hiuſcht wage latitet Hinſcht wa 349 Humus, als in der ſpäteren Periode; denn es bedürfen die Pflanzen zur bloßen Blatt⸗ und Stängel⸗Produktion weni⸗ ger Nahrung aus dem Boden, wie zur Erzeugung der Körner. Wenn Einige meinen, daß die Pflanzen zur Blätter⸗ und Stängelerzeugung bloß Luft und Waſſer bedürfen: ſo können ſie ſich des Gegentheils auf jeder Flur überzeugen, wo friſchge düngte und ausgetragene Aecker mit der gleichen Saat beſtellt ſind. Die Konſumtion an Dünger iſt aber zwiſchen grün und reif geer nteten Pflanzen immer ſehr groß, wie wir aus der verſchiedenen Kraft bemerken, welche der Acker äußert, wenn man z. B. die Hälfte desſelben, wenn er ganz mit Wicken, Nocken oder irgend einer andern Pflanze beſäet war, grün abmäht, und die andere Hälfte reif werden läßt. Die Urſache dieſer Erſcheinung liegt zum Theib in der längern Zeit, welche die letztere Hälfte im Acker zubringt, wovon wir ſchon(8) geſprochen haben: zum Theil muß ſie aber auch dem verſchiedenen Bedarf an organiſcher Nahrung zugeſchrie⸗ ben werden, welche die Pflanzen zur Bildung ihrer verſchiedenen Theile nothwendig haben; und wenn ſie weniger Humus zur Bil⸗ dung der Blätter und Stängel bedürfen: ſo iſt mehr hievon zur Körnerbildung erforderlich, denn wenn wir in mageren Aeckern bei günſtiger Witterung die Saaten oft mit den in kräftigerern Feldern gleich hoch werden ſehen; ſo zeigt ſich der Abgang an Humus in der Körnerbildung, die unter ſolchen Umſtänden weni⸗ ger zahlreich und kleiner im Umfange ſind. Erbſen in magern Aeckern wachſen bei feuchter und warmer Witterung immer noch anſehnlich genug in Stängel und Blätter, aber die Schoten blei⸗ ben größten Theils taub. Endlich muß die größere Erſchöpfung des Bodens durch die Körner⸗Produktion, vorzüglich der grasar⸗ tigen Pflanzen, auch darin geſucht werden, daß die Blätter zu verdorren anfangen, ſo wie die Blüthe vorüber iſt, und unfähig zur Einſaugung ſind, wenn die Körner gebildet werden, die nun größten Theils nur durch die aus den Wurzeln durch den Stamm aufſteigende Nahrung hervorgebracht werden. 11. Die Pflanzen erfordern für das, was ſie auf den Feldern erzeugt haben, und was von da weggeführt worden iſt, nicht einen gleich großen Erſatz an Dünger, weil ſie das Vermögen, unorganiſche Stoffe ſich anzueignen, in einem ungleichen Grade beſitzen, und die Menge der orga⸗ niſchen Abfälle, die ſie im Boden verlaſſen, abfallende Blätter und Wurzeln, ungleich groß iſt⸗ 12. Die ſchotentragenden Gewächſe bedürfen über⸗ haupt weniger Dünger, wie die grasartigen, denn ſie er⸗ zeugen in einem gegebenen Boden und in gegebener Zeit mehr organiſche Materie, wie die letzteren, weil ſie eine größere Menge atmoſphäaͤriſcher und erdiger Stoffe in ſich aufnehmen. Wir haben die Richtigkeit dieſer Erſcheinung in der ſpe⸗ ziellen Pflanzenkultur(§. III. B.) bereits erwieſen, und beziehen uns hier auf das früher Geſagte. 13. Der Acker fordert zur Hervorbringung mehrerer Früchte in einer Reihe von Jahren um ſo weniger Dünger, als mehrjaͤhrige, ſchotentragende Pflanzen in demſelben gebauet werden, die große Warzeln bilden, und während ihres Verfaulens, nachdem ſie durch das Pflügen getödtet worden, eine oder mehrere Saaten zu ernähren im Stande Die Kultur des Klee, der Luzerne und Esparzette iſt daher von der größten Wichtigkeit, weil ſie nicht nur allein eine ver⸗ hältnißmäßig ſehr große Menge von Futter hervorbringen, ſon⸗ dern auch dem Acker nur wenig Humus entziehen, und in ihren rückbleibenden Wurzeln und abfallenden Bodenblättern eine große Menge von organiſcher Maſſe im Boden zurücklaſſen, die oft ei⸗ ner ganzen Düngung mit Stallmiſt gleich gerechnet werden muß. 14. Weil die Gewächſe überhaupt mehr organiſches Produkt hervorbringen, als das Gewicht des Humus be⸗ trägt, den ſie während ihres Wachsthums aus dem Boden anſaugen; ſo liegt hierin die Möglichkeit, die Aecker in dem⸗ ſelben Zuſtande von Fruchtbarkeit zu erhalten, wenn wir auch einen Theil des Erzeugten nicht wieder in dieſelben zu⸗ rückbringen. Wenn die Pflanzen bloß von organiſcher Materie lebten, ſo müßten wir für das, was wir auf den Aeckern erzeugt haben, und für uns behalten wollten, anderswo gewachſene Vegetabilien in demſelben Maße hineinführen, wodurch aber ein allgemaches Verſchwinden der Vegetation bewirkt würde. 15. weder der 16. nen Din werden j vieder a Die aus der zen. Da tm, die den den der Pflan e verfü zer Etre der faule U 1 Fracht führt n von Ja 1 viſſen, bedürfe tion de riel ſe Acker, 4 liſchen wichte verder wache ſch a und — waͤchſe hedürſen in tasartigen, dem ſen und in gegebener dä letzteren, well ſe in d ediger Stofei 1 eErſcheinung in i ſe its erwieſen, und deithe vorbringung mehre um ſo wenign ding Pflanzen in daſeka n bilden, und pitrad h das Pflügen zuünt zu ernäͤhren in im e und Esparzette it dhe nicht nur allein einew utter hervorbringen, im⸗ us entziehen, und in ima Bodenblättan eine gi en zurücklaſen, diegt leich gerechnet verden uuj baupt mehr orgrnſte Gewicht des hums sthums aus dem Bde ſchkeit, di lce in der zu ecthalten, vim ne t wiedet in deſſebene organiſcher Materie lon den Aeckern erzeugt hahn vo gewachſen durch aber ein aligemabe pürde⸗ e Ttzttchiin 351 15. Die Erzeugniſſe unſerer Felder werden aber ent⸗ weder denſelben ganz, oder nur zum Theil entzogen. 16. Ganz entzogen werden jene Produkte, die kei⸗ nen Dünger in die Wirthſchaft liefern; zum Theil aber werden jene den Feldern entzogen, die mehr oder weniger wieder als Dünger in dieſelben zurückgeführt werden. Die Getreidekörner, Handelsgewäͤchſe u. ſ. w., die wir aus der Wirthſchaft verkaufen, werden dem Acker ganz entzo⸗ gen. Das Getreide, das wir in der Wirthſchaft ſelbſt verzeh⸗ ren, die Futterpflanzen, womit wir unſere Thiere nähren, wer⸗ den den Feldern zum Theil entzogen, weil ein großer Theil der Pflan enkoͤrper in die Thiere übergeht, und ein anderer da⸗ bei verflüchtiget wird; und ſelbſt von den Vegetabilien, die wir zur Streu verwenden, geht ein Theil der Subſtanz während der faulen Gährung verloren. 17. Sollen die Felder in dem gleichen Zuſtande von Fruchtbarkeit bleiben, ſo muß ihnen ſo viel Dünger zuge⸗ führt werden, daß ſich die Maſſe des Humus in einer Reihe von Jahren gleich bleibt. 18. Wenn dieß aber geſchehen ſoll, ſo müſſen wir wiſſen, in welchem Verhältniß die Pflanzen des Humus bedürfen, wie ſich die Größe ihres Produktes zur Conſum⸗ tion des düngenden Stoffes im Boden verhält, und wie viel ſie durch die Verfütterung und die Fäulniß außer dem Acker an Subſtanz verlieren. 19. Was man den Feldern an irgend einem vegetabi⸗ liſchen Produkte wegnimmt, muß ihnen in demſelben Ge⸗ wichte mit anderen organiſchen Produkten wieder erſetzt werden, als man mehr weggenommen hat, wie der Zu⸗ wachs beträgt, den die Pflanzen an unorganiſchen Stoffen ſich angeeignet haben. 1 20. Weil die Pflanzen aber verſchiedener Natur ſind, und meyr oder wemger das Vermögen beſitzen, unorga⸗ 352 niſche Stoffe in organiſche umzuwandeln, und weil dieſel⸗ ben Pflanzen in den verſchiedenen Perioden ihres Wachs⸗ thums hierin abweichen: ſo iſt die Summe deſſen, was ſie für das Weggenommene fordern, nicht gleich. 21. Wieſen, die künſtlich bewäſſert, oder öfters über⸗ ſchwemmt werden, bedürfen für ihr Produkt keinen Dün⸗ gererſatz, weil ſie ihn durch den Schlamm erhalten, der im Waſſer enthalten iſt. Wenn ſie aber weder bewäſſert, noch überſchwemmt werden, ſo müſſen ſie einen Theil ihres Ertrages zurück erhalten, wenn ihr Erträgniß mehr gleich⸗ foͤrmig bleiben ſoll. Es gibt allenthalben Wieſen, die weder bewäſſert noch ge⸗ düngt werden, und in günſtigen Jahren, die feuchte Frühlinge haben, einen anſehnlichen Heugewinnſt liefern, der aber bei minder günſtiger Witterung häufig auf die Hälfte, auch wohl auf ein Drittel herabfällt. Solche Wieſen müſſen wohl größten Theils von Luft und Waſſer leben, und ihr Ertrag kann ganz zum Erſatz für die den Aeckern weggenommenen Produkte ver⸗ wendet werden. Weil ſie aber nur im Verlaufe mehrerer Jahre einige gute Ernten liefern, wenn ſich nämlich der in trockenen Jahren vom Verfaulen der abſterbenden Pflanzenſtämme und Wurzeln, und durch den Abfall des weidenden Viehes entſtandene Hu⸗ mus mehr angehäuft hat, und jetzt durch Waſſer und Wärme aufgelöst wird; ſo müßte dieſen Wieſen, wenn ſie einen mehr gleichförmigern Ertrag liefern ſollen, eine angemeſſene Menge von Dünger gegeben werden. Mich däucht, daß eine trockene Wieſe, die 30 Zentner Heu und Grummet vom Joch abwerfen ſoll, mindeſtens den ſechsten Theil ihres Ertrages zurückbekom⸗ men müßte, wenn wir auf ihren Ertrag eine mehr geſicherte Nechnung ſollen machen können. 22. Wenn man annimmt, daß die ſchotentragenden, mehrjährigen Pflanzen die Hälfte ihres trockenen Produktes dem Humus, die andere den unorganiſchen Stoffen ver⸗ danken, und daß die Maſſe der Wurzeln des Klee, der Lu⸗ zerne und Esparzette, ſich jährlich um den vierten Theil des Blätterertrages vergroͤßert; ſo erhellet hieraus die hohe Wichtigkeit, die dieſe Pflanzen im Ackerbaue behaupten, ze ſe ſe entüehen Es wenn wi hr. Joch warmen an trocl in Din Etallnij tin Joch Gyps ve geernttf: gentner) und all gußen. ſo Nleibt der Klee ſeine W. über inn hen Mi ſand,u ginſägt und in tragen tiner T ner Ve wie di können. die dar leiner gemät Humu den d ſen fü und C den ſe liehen den n gedün tinge meine aber Du ndeln, und weit diſ Perioden ihres Tahe Summe deſſen, pas ſ niht gleic. ſſſert, oder iſte ie r Produkt keinen du Schlamm erhalten, w e aber weder eyiſn ſen ſie einen Thl i tErträgniß mhr git e weder bewäſſert ut ren, die feuchte Fruln iſt liefern, der ae i auf die Hälfte, and a und ihr Ettrag kun a genommenen Produne Verlaufe mhret Iin h nämlich der in taim nden Pflanzenſtänme u) enden Viehes enktandenht durch Waſfer und Vim eſen, wenn ſie enn un „ſeine angemeſene Aan däucht, daß eine tein ummet vom Joth abonſt hres Ertrages zurüchehn Ertrag eine meht gzeſte daß die ſchtentraah ihres trockenen Prodi organiſchen Stoffn ui urzeln des Klee, dal um den vierten Theil d rhellet hieraus de bi m Ickerbaue behaunig 35³ da ſie ſo große Erträge liefern, und dem Boden ſo wenig entziehen. Es ſind dieſe Annahmen keineswegs willkürlich, denn wenn wir ſehen, daß Klee und Luzerne 60—100 Zentner Heu pr. Joch produziren, und ein wohlbeſtelltes Luzernfeld in einem warmen Klima, in einer Reihe von 5 Jahren doppelt ſo viel an trocknem Futter hervorbringt, als man früher trockne Stoffe im Dünger hineingeführt hat(man hat bei der Saat 400 Ztr. Stallmiſt, der aus 147 Zentner Heu und Stroh entſtand, auf ein Joch geführt, und ſpäter zwei Mal, jederzeit 5 Zentner Gyps verwendet; jetzt hat man in 5 Jahren 294 Zentner Heu geerntet: im erſten Jahre 34, in den 4 folgenden immer 86 Zentner), und wenn man nun ein ſolches Luzernfeld umackert, und alle hineingebrachten Saaten ſo üppig von den verfaulenden großen Wurzeln wachſen, als wären ſie friſch gedüngt worden; ſo bleibt kein Zweifel über die Richtigkeit dieſes Satzes.— Weil der Klee nur zwei Jahre gewöhnlich im Boden bleibt; ſo ſind ſeine Wurzeln nicht von der Bedeutung, wie jene der Luzerne, aber immer genügen ſie, um dem vierten Theil einer gewöhnli⸗ chen Miſtdüngung ähnlich zu wirken, wenn das Kleefeld dicht ſtand, und der Wachsthum der Pflanze durch die Witterung be⸗ günſtigt wurde; denn wenn der Klee im Jahre der Saat 20, und im folgenden Jahre 80 Zentner pr. Joch abwirft, ſo be⸗ tragen die Wurzeln 25 Zentner, und übertreſſen die Wirkung einer Düngung mit 5750 Pf. Stallmiſt, die man aus 25 Zent⸗ ner Vegetabilien etwa erhält, weil ſie ſchneller auflöslich ſind, wie dieſe, und im folgenden Sommer ganz aufgeſaugt werden können. Wo der Klee ſchütter und niedrig ſtand, ſteht daher auch die darauf ſolgende Saat um ſo ſchlechter. 23. Die einjaͤhrigen ſchotentragenden Pflanzen mit kleinen Wurzeln, wenn ſie vor der Bildung der Körner gemäht werden, müͤſſen den mehrjaͤhrigen in Hinſicht des Humusbedarfes gleich gehalten werden; nur bleibt dem Bo⸗ den durch ihre Wurzeln ungleich weniger an Nahrungsſtof⸗ fen für das folgende Jahr.— Ich ſehe keinen zureichenden Grund, warum die Wicken und Erbſen, wenn ſie zu Futter gemäht werden, und den Bo⸗ den ſo kurze Zeit nur einnehmen, mehr Humus aus demſelben ziehen ſollen, wie Klee und Luzerne. Daß die Wicken dem Bo⸗ den nur wenig entziehen, und daß das Getreide, welches nach gedüngten und grün abgemähten Wicken folgt, nur um ein ge⸗ ringes ſchlechter ſtehe gegen das friſch geduüngte, iſt eine allge⸗ meine Erfahrung. Die Wurzeln von Erbſen und Wicken ſind aber ſo klein, daß ſte bei einer Düungerberechnung kaum in An⸗ Burgers Lehrb. d. Landw. II. Sd. 23 354 ſchlag gebracht zu werden verdienen; mehr müſſen die Wurzeln der Lupinen und Bohnen berückſichtigt werden. 24. Wenn die ſchotentragenden Pflanzen reife Körner bringen, und den Boden für den ganzen oder den größten Theil des Jahres einnehmen; ſo bedürfen ſie zur Bildung der Körner ſowohl als der Blätter mehr Humus, und wir müſſen das ganze Produkt der Körner und ¼ der Blätter und Stängel auf Rechnung desſelben bringen. Jedermann weiß, daß jene Aecker, die reife Wicken ge⸗ tragen haben, gegen andere, wo ſie im grünen Zuſtande abge⸗ mäht worden ſind, ungleich mehr ſich entkräftet zeigen. Klärer zeigt ſich die Richtigkeit dieſes Satzes, wenn wir ſpäter die Zu⸗ nahme und Abnahme der Bodenkraft bei verſchiedenem Frucht⸗ wechſel berechnen. Wäre man nicht genöthigt, das Erzeugniß der Körner der ſchotentragenden Pflanzen, und auch einen größern Theil der im reifen Zuſtande geernteten Blätter dem Humus zuzuſchreiben ſo würde man mit einer viel kleineren Menge von Stalldünger die gleiche Produktion hervorbringen. 25. Wenn die grasartigen Getreidepflanzen vor dem Einkörnen abgeſchnitten werden, ſo muß man die Bildung von%¾ des ganzen Produktes dem Humus, und nur ¼ den unorganiſchen Materien zuſchreiben. kürlich iſt, weil ſie auf keine beſtimmte Erfahrung gegründet, ſondern nur aus Berechnungen der Größe der Düngung zur Erzeugung an Pflanzenkörpern abgezogen iſt. Wenn wir aber für gewiß annehmen, daß die Pflanzen überhaupt unorganiſche Stoffe ſich aneignen, und daß die grasartigen Pflanzen dieß in einem minderen Grade vermögen, wie die ſchotentragenden; ſo kann nur die relative Größe des Bedarfes an organiſchen und unorganiſchen Stoffen bei dieſen beiden Pflanzenklaſſen ein Ge⸗ genſtand des Bezweifelns ſeyn. Wir haben bei den ſchotentra⸗ genden Pflanzen, wenn ſie grün abgemäht werden, nur die Hälfte ihres Produktes dem Humus zugerechnet; und wenn wir hier%½ desſelben in Rechnung bringen, ſo halten wir ſie nicht benachtheiliget, denn die Annahme ſteht in einem richtigen Ver⸗ hältniß mit dem folgenden Satz. 26. Wenn die grasartigen Getreidepflanzen im reifen Ich geſtehe, daß dieſe Annahme gewiſſer Maßen will⸗ Zuſtande abgeſchnitten werden, ſo muß ihr ganzes Pro⸗ dukt an in Bod D ter ſnd nur dur des Hul gung al hülſente warum ſo ſeht des Pre geben i deträgt, Unterſch ſenfrüch werden ganze 9 ſezt wer 7 Peihi his 7 verweit des tr brachten wohl? harren⸗ ten be Tur weil her d ausge Rechn durch deart wohl Bewe der ſehr mehr müſſen di werden. ſandeVan n Pflanzen rife gönn ganzen oder den giin dedürfen ſie zu dldn mehr Humus, udn zrner und 7 der Jli den bringen acker, die reife Win Gim grünen zrftnde i entkräftet zeigen An „wenn wir ſpättt w⸗ t bei verſchiedenen fui enöthigt, das Erzeug „ und auch einen gißen teten Blätter den zuu viel kleineren Maem ervorbringen. Getreidepflanzen wr a ſo muß man de dhm em Humus, und im feiben. wme gewiſſer Miin dl umte Erfaheung gegint Groͤße der Dingun n zogen iſt. Wem vi zzen überhauyt norgeit rasartigen Pfanſen din vie die ſchotenteugmai Zedarfes an orgmicham lden Pfianzenklaſſn in he r haben bei den ſati abgemäht werden, m ugerechnet; und vm 9 gen, ſo halken wi ſe 3 deht in einem richtigen de getredepſenzen in nin ſ miſ iñ gnnis hn 355 dukt an Körnern und Stroh der Verminderung des Humus im Boden gleich geſetzt werden.— Die nach dem Verblühen größten Theils abdorrenden Blät⸗ ter ſind die vorzüglichſte Urſache, daß jetzt die ganze Pflanze nur durch die Wurzeln ernährt wird. Die größere Anſaugung des Humus durch die Wurzeln, und ſeine mehrere Verflüchti⸗ gung aus dem Boden, der weniger beſchattet iſt, wie bei den hülſentragenden Gewächſen, ſind die weſentlichſten Urſachen, warum der Boden durch die Kultur der grasartigen Gewächſe ſo ſehr erſchöpft wird. Daß allerdings auch hier ein Ueberſchuß des Produktes gegen die verwendete Menge an Humus ſich er⸗ geben werde, der bei einer genauen Berechnung vielleicht 10% beträgt, iſt wohl keinem Zweifel unterworfen; weil aber der Unterſchied des inneren Werthes zwiſchen dem Strohe der Hül⸗ ſenfrüchte und dem der grasartigen Getreidearten ſo groß iſt, ſo werden wir nicht ſehr fehlen, wenn wir annehmen, daß das ganze Produktengewicht der reifen Halmfrüchte den Aeckern er⸗ ſetzt werden müſſe. 27. Die Wurzelgewächſe entziehen dem Boden, nach Verhältniß der Zeit, die ſie in ihm verweilen, die Hälfte bis ⁄ ihres trocknen Gewichtes an Humus. Stoppelrüben, die bei uns nur drei Monate im Boden verweilen, verwenden ſicher nicht mehr Humus, als die Hälfte des trocknen Produktes beträgt, das ſie in dieſer Zeit hervor⸗ brachten, während man den Möhren, den Krautrüben, Runkeln wohl f anrechnen muß, da ſie ungleich länger im Boden ver⸗ harren.— Der Unterſchied des Ertrages der folgenden Saa⸗ ten beſtimmt uns zu dieſen Annahmen⸗ 28. Kartoffeln entkraͤften den Boden mehr, wie alle Wurzelgewächſe, weil ſie behackt und behäuft werden, weil ſie im Boden reif werden, und weil ihre Blätter frü⸗ her das Einſaugungsvermögen verlieren, ehe die Knollen ausgebildet ſind. Uns däucht, daß man ihres trocknen Gewichtes auf Nechnung des Düngers ſchreiben müſſe, wenn man die Aecker durch dieſelben nicht entkräften will. Wenn die Sommergetrei⸗ dearten, beſonders die Gerſte, nach Kartoffeln immer noch ſo wohl geräth, wie man faſt allenthalben ſieht: ſo iſt dieß kein Beweis gegen uns; denn durch die Kultur der Kartoffeln wird der ältere Humus, ſo wie der neu aufgeführte Dünger in einen ſehr auflöslichen Zuſtand gebracht, und der nach Kartoſſeln im 23* 356 Boden bleibende Vorrath iſt immer noch groß genug, um eine reiche Gerſtenernte hervorzubringen. Denn wenn 250 Zentner Kartoffeln pr. Joch geerntet werden, ſo betraäͤgt dieß erſt 62 Zentner trockne Subſtanz, ohne das Kraut; hievon l¼, ſind 46 50 Zentner, und wenn man für 10 Zentner trocknes Kraut ⅜ dem Humus zuſchreibt,= 6,66: ſo beträgt die ganze Con⸗ famtion 53,16 Zentner organiſche Materie. Da wir aber zu dieſer Frucht mit 300 Zentner Dünger, 138 Zentner organiſcher Materie in den Boden gebracht haben: ſo bliebe noch 2 davon im Acker, wenn wir nicht für die Arbeiten des Behackens und Behaͤufens eine nebſtbei Statt findende größere Verflüchtigung des Humus annehmen müßten. 29. Die Oehlgewächſe und die Geſpinnſtpflanzen, wenn man ſie reif werden laͤßt, müſſen gleich dem reifen Getreide berechnet werden. Wenn man dieſe letztern aber im grünen Zuſtande rauft, ſo darf ihnen nur 1 ihres Produktes an trocknen Stoffen zugerechnet werden. Es gibt keinen zureichenden Grund, die Oehlgewächſe und die Geſpinnſtpflanzen für ausſaugender zu halten, wie das Halm⸗ getreide; es iſt vielmehr nur das Halmgetreide, welches mehr ſich vom Humus aneignet, als die erſtern Pflanzen. Die klei⸗ nen, niedrigen, eine viel kürzere Zeit im Boden verweilenden Rübſen und Leinpflanzen bedürfen zu ihrer Produktion verhält⸗ nißmäßig nicht mehr, wie Weitzen und Rocken, und wenn man den Lein und Hanf nicht reifen läßt, gewiß weniger. Die Mei⸗ nung Einiger, daß dieſe Gewächſe den Boden beſonders er⸗ ſchöpften, rührt von der Beobachtung her, daß viele Wirth⸗ ſchaften, die für das, durch Oehl und Geſpinnſtpflanzen dem Boden ganz Entnommene keinen hinreichenden Erſatz zu leiſten vermochten, ihre Aecker ganz entkräfteten, und von dieſem Baue mittlerweile abſtehen mußten. Es iſt aber klar, daß hier die mittelbare Wirkung mit der unmittelbaren verwechſelt wird. 30. Der Zuwachs an Humus, den der Acker durch das Dreſchliegen desſelben bei der Egartenwirthſchaft er⸗ langt, hängt ab: von der Fruchtbarkeit, die der Boden hatte, als man aufhörte ihn zu beſäen; vom Klima, das den Graswuchs mehr oder weuiger begünſtiget; von der Anzahl der Jahre, die man das Feld liegen laͤßt, und von den Pflanzen, die am Acker wachſen. 31. zünſigſe halten we 33. ben ſoll, agitt, aeiigen gewachſe menen— Gewiche die zurüc wonnen h 68 ich behaud dunit ha ſetzt wer ben ſoll, Waldſtre enthalten zur Bidd Heu, K. nen Men mit den dit darſ der Linſe 3 wonnen wendet dauung riß des Theld muß eiſett dur p ganiſe ih gruß genug, mi enn wenn 25o gathe ſo beträgt diß ath Kraut; hiedon, ſ ¹o Zentner krochnes du ſo detraͤgt de ganze Ci kterie. Da vir ait g *, 138 Zentner dezuiſt : o bliebe noch dm rbeiten des Behaakene wh nde groͤßere Darfüttin Geſpinnſtpflanzen ka eich dem reifen Geti e letztern aber in gin r ihres Produitzn n. und, die Oehlgewitſew ⸗zu halten, wie das har⸗ almgetreide, weltt un erſtern Pflanzen. Dell⸗ jeit im Boden vervelene ihrer Produktion wal nd Rocken, und wem un „gewiß wenign. Die N⸗ den Boden beſondas ng her, daß vill Vi und Geſpinnſyfeme nreichenden Etſez zu lin räfteten, und von däſa Es iſt aber kr, ni ſu nittelbaren vervechlt nih. us, den der Ain dn der Egartevithſti 1 gtbarkeit, die der Bod beſaen; vom Klima, d ger beginſiget; w 1 Feld litzen lht und u hſen. 35⁷ 31. Ein dreijähriges Dreſchfeld, Egarte, mag im günſtigſten Falle einem zweijährigen Kleefelde gleich ge⸗ halten werden. 32. In jeder Wirthſchaft, die in gleicher Kraft blei⸗ ben ſoll, iſt demnach ſo viel Dünger erforderlich, als ſich ergibt, wenn man dem Acker alles Stroh der reifen gras⸗ artigen Getreidepflanzen, alles Futter, das auf den Aeckern gewachſen iſt, und für die der Düngererzeugung entnom⸗ menen Produkte ſo viel an Heu und Streu in gleichem Gewichte erſetzt, als die Gewichtszunahme geringer iſt, den die zurückgeführten Gewächſe an unorganiſcher Materie ge⸗ wonnen haben. Es daäucht mir nothwendig hier zu bemerken, daß, wenn ich behaupte, es müſſe dem Acker das, was er an Körnern pro⸗ duzirt hat, durch andere Vegetabilien in gleichem Gewichte er⸗ ſetzt werden, wenn er in der gleichen Produktions⸗Fähigkeit blei⸗ ben ſoll, man hierunter nicht etwa bloß Stroh, Laub, Schilf, Waldſtreu verſtehen müſſe; denn dieſe vegetabiliſchen Korper enthalten nicht in hinreichender Menge jene Elemente, welche zur Bildung der Körper erforderlich ſind: ſondern daß man auch Heu, Klee und überhaupt Fütterungsmittel in einer angemeſſe⸗ nen Menge mitberechnen müſſe, die im Stalle verfüttert, und mit den thieriſchen Säften und der Streu gemengt, jenen Kör⸗ per darſtellen, der die Grundſtoffe des Weitzens, Mais und der Linſen enthält. 33. Weil aber die auf den Aeckern und Wieſen ge⸗ wonnenen Futterpflanzen zur Ernährung der Thiere ver⸗ wendet werden, wobei ein Theil ihrer Subſtanz beim Ver⸗ dauungs⸗Prozeß verflüchtiget wird; und weil bei der Faul⸗ niß des Düngers in den Ställen und auf der Miſtſtätte ein Theil der Subſtanz ebenfalls in Luftform verloren geht: ſo muß nach Verhältniß dieſes Verluſtes ein größerer Theil erſetzt werden, als ſich aus der Gegeneinanderſtellung der zur Pflanzenerzeugung verwendeten organiſchen und unor⸗ ganiſchen Stoffe und des zum Erſatz für das, der Dün⸗ 358 ger⸗Produktion entzogene Gewichts⸗Quantum, an Futter und Streu ergibt. 34. Weil bei der Verdauung etwa%, und bei der Fäulniß ½⁄ · von der Subſtanz verloren geht: ſo muß den Fütterungsmitteln insbeſondere noch ¼1, und dem geſamm⸗ ten Dünger ½, an vegetabiliſchen Materien mehr zugerech⸗ net werden, wenn die Maſſe des Humus für das, was ihr weggenommen worden, einen richtigen Erſatz im zuge⸗ führten Dünger erhalten ſoll. Sanctorius fand beim Menſchen, und Gericke bei den Kühen, daß durch die unmerkliche Ausdünſtung 28 bis 47% des Genoſſenen verdünſtet. Weil aber der erſtere nur im Allge⸗ meinen angibt, wie viel er feſte und flüſſige Speiſen zu ſich nahm, und letzterer die feſten und flüſſigen Exkremente nicht ab⸗ geſondert angibt: ſo können wir nicht beurtheilen, wie viel auf Rechnung der feſten und flüſſigen Dinge bei der Verdünſtung ge⸗ ſetzt werden muß; es iſt aber mehr als wahrſcheinlich, daß ſie größten Theils nur das Waſſer betrifft, und wenn wir daher 5½ für die feſte, trockne Nahrung als Abgang durch den Verdauungs⸗ Prozeß anſchlagen, ſo haben wir ſicherer zu viel als zu wenig angenommen; denn für das, was der thieriſche Körper ſich aus der Nahrung aſſimilirt, können wir, da es zu unbedeutend iſt, nichts in Abſchlag bringen, weil wir dafür die thieriſchen, im Exkremente enthaltenen, zur Auflöſung der Nahrung verwendeten Säfte erhalten. Daß durch die beginnende Fäulniß, die aber nicht weiter vorgeſchritten iſt, als daß das beigemengte Stroh mürbe geworden iſt, ½ von der trocknen Subſtanz verloren geht, weiß man aus Beobachtungen. 2. In welchem Verhältniß der Dünger den Fel⸗ dern durch die Ernten entzogen wird. 1. Je größer die Maſſe des vegetabiliſchen Produktes iſt, je größer iſt auch die Maſſe des im Boden vorfindigen Humus, die hiezu verwendet wurde. 2. Wenn man das Gewicht der auf einer beſtimmten Fläche erzeugten Pflanzenkörper im trockenen Zuſtande kennt, und wenn man weiß, wie viel dieſelben waͤhrend ihres Wachsthumes an unorganiſchen Stoffen ſich aneigneten: ſo weiß man auch, wie viel ſie vom Dünger im Boden kon⸗ ſumirten. 3. Au ſchiedenet. dahet mü Maſſe der 4( die Etzeug von Düng 5. 7 nur allgen ſten und i zuſtand ſwelten. gißer ſe G gen, we ſchrieben Düngun, d. all Pf gung, Stoff 0 enthalte läliche ein, un dann er der hf che: an h ſumtio Gewic gleich ger 8 Auantum, angutten) etwwa, und keinn loren geht: ſo mßn h%, und den geſoun⸗ Materien megt ugng Humus für das, ne nihtigen Eiſaß im ae iſchen, und Geriteſi Ausdünſtung 48 55 der erſtere nut in Ue d füſſige Speiſn g ſigen Exkremente nit beurtheilen, wie iuf ſe bei der Verdinſtn e ls wahrſcheinlih, zaſt , und wenn wit dahe ung durch den Verdeune derer zu viel als u vn ethieriſche Körper ſc da es zu undedeutndit e dafür die thitriſta i der Nahrung terwenin innende Fäuln, di d aß das beigenengt ön nen Subſtanz verorn gi⸗ der Dnger der entzogen vitd pegetabilſcen Prhan es im Boden vofſi de. der auf einer heſtinwie trockenen zuſtande fen⸗ dieſelten vwuͤhrend ins toffe ſch meignen n Dinge in Bide 1 359 3. Aus der Größe der Erzeugung an Gewaͤchſen ver⸗ ſchiedener Art in einer längeren Reihe von Jahren, läßt ſich daher mit ziemlicher Sicherheit berechnen, wie groß die Maſſe der Düngung war, die man hierzu verwendete. 4. So kann man auch im Voraus berechnen, wie groß die Erzeugung ſeyn werde, wenn man eine größere Maſſe von Dünger verwendet, als bisher geſchah. 5. Weil der Stalldünger aber eine Subſtanz iſt, die nur allgemach im Waſſer auflöslich wird, und weil im er⸗ ſten und zweiten Jahre der größte Theil desſelben in dieſen Zuſtand gerath; ſo müſſen auch die Ernten des erſten und zweiten Jahres nach der Düngung verhältnißmäßig viel größer ſeyn, wie die des dritten und vierten. Es iſt daher allgemein üblich, in den Wirthſchaftsrechnun⸗ gen, wo die Koſten der Düngung der betreffenden Frucht zuge⸗ ſchrieben werden, anzunehmen, daß jede auf den Acker gebrachte Düngung von ihrer Subſtanz verliere: — im erſten Jahre ½, » zweiten y ¼, „» dritten H, » vierten 6⸗ 6. Die Subſtanz des Düngers wird dem Boden durch alle Pflanzen in einem, der abſoluten Größe ihrer Erzeu⸗ gung, und ihrem relativen Vermögen, ſich unorganiſche Stoffe anzueignen, gleichförmigen Verhältniſſe entzogen. Im Dünger ſind alle Elemente der vegetabiliſchen Materie enthalten, und ſo, wie der Dünger in einem, im Waſſer auf⸗ löslichen Zuſtande ſich befindet, ſaugen ihn die Pflanzenwurzeln ein, und die im Innern der Pflanze beſindlichen Organe ſcheiden dann erſt jene Stoffe aus, die ſie zur Bildung der Beſtandtheile der Pflanze bedürfen. Je größer demnach die Menge der auflös⸗ lichen Düngermaterie im Boden iſt, je größer wird das Produkt an Pflanzen und Pflanzentheilen aller Art ſeyn: nur in der Kon⸗ ſumtion des Düngers zeigt ſich ein Unterſchied, weil eine dem Gewicht nach gleich große Ernte von Erbſen und Weitzen nicht gleich viel Humus aus dem Boden genommen hat. Uns däucht, daß wir auf dieſe Art viel einfacher und rich⸗ tiger die Größe der Konſumtion des Düngers erklären, als wenn 360 man mit Thaer annimmt, daß ſich dieſelbe nach der Größe des Produktes der Pflanzen und ihrer Nahrungsfähigkeit verhalte. Da(nach Einhof) 100 Theile Weitzen: 77,5, Rocken.: 70, große Gerſte: 62,5, kleine»: 60,3, Hafer.: 58 nährende Stoffe— Stärkmehl, Kleber, Eiweiß, Schleim, Zu⸗ cker, Oehl— enthalten: ſo würde der Acker um ſo mehr an Hu⸗ mus verlieren, als er bei gleichem Gewichte mehr von den erſte⸗ ren Fruchten, wie von den letzteren hervorgebracht hätte, oder um ſo mehr Dünger bedürfen, wenn man im gewöhnlichen Frucht⸗ wechſel Weitzen und Gerſte, als wenn man Rocken und Hafer bauete. Weil aber das Gedeihen der einen oder anderen Pflanze nicht bloß vom Dünger, ſondern auch von einer, der Natur der Pflanze angemeſſenen Menge von Feuchtigkeit, Wärme u. ſ. w. abhängt; ſo muß es dieſem Umſtande zugeſchrieben werden, daß dieſelbe Menge von Dünger, die hier zur Erzeugung einer be⸗ ſtimmten Menge von Rocken und Hafer erforderlich iſt, anderswo eben ſo viel Gewicht an Weitzen und Gerſte hervorbringt. Ich habe mit großer Aufmerkſamkeit die Größe der Dün⸗ gung in Oberöſterreich, in mehreren Gegenden von Unter⸗ ſteiermark, und im Lavantthale von Kärnten mit ih⸗ ren Ernten an Weitzen, Gerſte und anderen Früchten erhoben, und ſie mit der Düngung und dem Ertrage der hieſigen Gegend an Rocken, Hafer, Hirſe u. ſ. w. verglichen, und ich habe nicht gefunden, daß man zur Erzeugung eines beſtimmten Produktes an Weitzen und Gerſte in den erſteren Gegenden mehr Dünger vonnöthen gehabt hätte, als hier, um das gleiche Werthsverhält⸗ niß an Rocken und Hafer hervorzubringen: ich fand vielmehr, daß man da eher weniger als mehr, wie hier, düngte, was auch ſehr begreiflich iſt, wenn man auf die Einwirkung des bündigen Bodens der erſteren Gegenden, auf die Konſumtion des Dün⸗ gers, und auf jene des lockeren Bodens der hieſigen Gegend Rück⸗ ſicht nimmt.— Wenn man aber in einem, dem Wieitzen und der Gerſte ungünſtigen Boden dieſe Früchte dennoch bauen will, ſo bedürfen ſie allerdings mehr Dünger, wenn ihr Ertrag dem des angemeſſenen Bodens einiger Maßen gleich kommen ſoll: denn es muß dann der Humus nicht ſowohl als nährende, ſondern auch als waſſeranſaugende, und dasſelbe im Boden zurückhaltende Subſtanz wirken; und hieraus muß die, in allen, mit einem leichten Boden verſehenen Gegenden herrſchende Meinung, und auch richtige Beobachtung erklart werden, daß der Weitzen mehr Dünger bedürfe, wie der Rocken. Im Lavantthale bauete ich immer Weitzen in der Kleeſtoppel, ohne Dünger, mit dem be⸗ ſten Erfolge; indeſſen ich hier nur Rocken in demſelben Felde ernte, und wenn ich Weitzen da hervorbringen will, was aber im⸗ mer ſehr mißlich iſt, ſo muß ich das Kleefeld düngen.— Außer dieſen ſind die Anſichten Thaers über den Zuwachs an Kraft, den der Boden durch die Brache, durch das Dreſchliegen des züdes, d beineswegs Vorderſäße 3 da Thae di den iſ für der Pictas nung volſſ net ratione 6.WW. S. 7,! 3 fiden. »Lulf ilr Hit b Nellſion d s jür n aen S9 geſagt vir Wer und weſt b dermann Enten n der Dün den, daß ge oder t nach nmoͤgen die Vor⸗ dokeit! eoduſir Landbau nitte pin 3. We ſcaf eſelbe nach der G rungefähigket Anha Weiten.:775, Rocken.: große Getſte: ta kleine„: 603 Hafer..: dh 8, Eiweiß, Scln,⸗ r Acker um ſo mht uct :wichte mehr von da ai hervorgebracht hilt, he an im gewohnlichen fut in man Rocken un ſiſe einen oder andern hin von einer, der Naur R chtigkeit, Wärmeu ſ zugeſchrieben verda, er zur Erzeugung ine r erforderlich iſt, nam Herſte hervorbringt, mkeit die Größe de di⸗ ren Gegenden von lun le von Kaͤrntennii⸗ anderen Früchken ataln, ertrage der hieſte bew rglichen, und ich ſaheitt eines beſtimmten drohult n Gegenden mahr Dunt das gleiche Vathedazit ringen: ich fund vilngr vie hier, düngte, nesat e Einwirkung des büniia die Konſuntion ds du as der hieſtgen Geged ül inem, dem Wiizen mie hte dennoch zautn wl,, wenn ihr Erttag de gleich kommen ſil: dm 6 als nährende, ſondenn dW im Voden fürickulme die, in alln, nit eien herrſchende Meinun, m den, daf der Peizen na zm davantthalt taun ohne Dinger, mi den ie rbringen vill, was dün in⸗ Aleefeld dungen.— lha ger den Zupachs an kuft durch das Dreſchlig 361 Feldes, durch die Kultur des Klees erhaͤlt, mit den meinigen keineswegs übereinſtimmend, ſo ſinnreich, und wenn man die Vorderſätze zugibt, konſequent ſie auch durchgeführt ſind. Ich kann mich hier unmöglich in eine nähere Widerlegung der Thaer'ſchen Hypotheſe einlaſſen, noch will ich behaupten, daß die meinige in allen ihren Theilen völlig erwieſen ſey. Es iſt für den Zweck dieſes Buches genügend, die Umriſſe unſerer Anſichten anzugeben; wem es aber daran liegt, Thaers Mei⸗ nung vollſtändig kennen zu lernen, wird ſie im erſten Bande ſei⸗ ner rationellen Landwirthſch.§. 25:1 u. f., dann im zweiten Bande S. XIV. u. f., in ſeiner Geſchichte der Wirthſchaft zu Möglin S. 247, und zuletzt im erſten Bande der Mögliner Annalen S. 235 finden. Es iſt aber nothwendig, auch die Anſichten des Herrn v. Wulffen in den Mögliner Annalen II. B. 258, und die in vieler Hinſicht ſehr belehrende Schrift des Herrn J. G. Koppe: Reviſion der Ackerbauſyſteme, Berlin 1818, zu leſen, um das, was zur näheren Erläuterung der Thae r'ſchen Hypotheſe in der erſtern Schrift, und was zu ihrer Widerlegung in der zweiten geſagt wird, kennen zu lernen. Wenn Manche glauben, es ſey ein bloß wiſſenſchaftlicher, und wie ſie ſagen, unnützer Streit, der hier geführt werde: je⸗ dermann wiſſe ja ohnehin, daß, je beſſer man dünge, je reichere Ernten man gewinne, ſo wie, daß man in jedem Jahre, das nach der Düngung mehr verfließt, weniger ernte; ſo mögen ſie beden⸗ ken, daß keine Praxis ohne Thevrie beſteht, und daß eine rich⸗ tige oder falſche Theorie immer eine richtige oder fehlerhafte Pra⸗ ris nach ſich zieht. Iſt unſere Anſicht über das verſchiedene Ver⸗ mögen der Pflanzen, ſich unorganiſche Stoffe anzueignen; über die Vortheile der Klee⸗ und Luzernwurzeln, über die Nothwen⸗ digkeit den grasartigen Getreidefrüchten alles zu erſetzen, was ſie produzirt haben, u. ſ. w. richtig: ſo iſt dieß für die Praxis des Landbaues von den wichtigſten Folgen, wie wir im ſiebenten Ab⸗ ſchnitte dieſes Paragraphes näher zu zeigen Gelegenheit haben werden. 4. 3. Welche Thiere den zum Betrieb der Wirth⸗ ſchaft erforderlichen Dünger am wohlfeilſten liefern. 1. Jene Thiere werden den zum Ackerbau erforderli⸗ chen Dünger am wohlfeilſten liefern, die durch den Werth ihrer Arbeit oder ihrer anderweitigen Benützung den Werth des ihnen gegebenen Futters ganz oder größten Theils er⸗ ſetzen. Wenn die Pferde ſo viele Arbeit leiſten, daß ihr Futter, und alles, was auf ſie verwendet wird, dadurch erſetzt wird: ſo iſt der Dünger, den ſie in den Ställen liefern, ihr reiner 362 Ueberſchuß. Leiſten ſie nicht ſo viele Arbeit, daß die Ausgaben gedeckt werden: ſo iſt vielleicht der Werth des Düngers dieſen Abgang zu erſetzen im Stande.— Wenn durch die Maſtung das Futter ſowohl als die Mühe durch die Werthsvermehrung des Viehes wieder zurückbezahlt werden: ſo iſt der Werth des Dun⸗ gers der reine Gewinnſt dieſer Unternehmung.— Wenn aber Ochſen, Kühe, Schafe und Schweine durch ihre Benützung den Werth der Fütterung nicht erſetzen: ſo müſſen wir entweder dem Acker den Dünger ungebührlich hoch anrechnen, was unbillig wäre, oder wir müſſen eingeſtehen, beim Vieh Schaden erlis⸗ ten zu haben. 2. Der Duͤnger hat für eine gegebene Lage einen beſtimmten Werth. So viel nähmlich durch ihn allein der Werth des Ertrages an Früchten während einer Düng⸗ zeit zur anderen auf der Hälfte des gleichen Ackers ge⸗ gen die andere, die nicht gedüngt worden, mehr beträgt: ſo viel beträgt der Werth der Düngung. Nach dem Geldwerthe der Pflanzen, die man kultivirt, verhält ſich der Geldwerth des Düngers. Darum kann ihn der Gärtner theurer bezahlen, wie der Landwirth. Theurer kann ihn jener bezahlen, der ihn zu Handelspflanzen, als jener, der ihn zu Getreide verwendet, weil erſtere immer verhältnißmäßig theurer verkauft werden. Wo Mais und Weitzen die Haupt⸗ früchte ſind, iſt der Werth des Düngers höher, als wo es Ro⸗ cken und Hafer ſind. Thaer ſetzt(Landwirthſchaftliche Gewerbslehre. Berlin 1815, S. 125) ein Fuder Stallmiſt von 20 Berl. Zentner (1872 Pf. W. G.) gleich 1 ½ Berl. Scheffel(1,32 Metzen Ro⸗ cken); und wenn man mit Hube(der Landwirth, II. B. 40²2) annimmt, daß die eine Hälfte des Ertrages an Körnern in ei⸗ ner bis jetzt in der Düngung nicht vernachläßigten Wirthſchaft dem neu aufgeführten Dünger, die andere Hälfte dem alten Hu⸗ mus zugeſchrieben werden müſſe, und daß man in der erſteren Hälfte doppelt ſo viel ernte, wie in der letzteren: ſo paßt die⸗ ſer Werth da, wo Erbſen, Rocken und Hafer die Feldfrüchte ſind, ziemlich richtig. Wenn man nähmlich den im erſten Bande S. 173 dieſes Lehrbuchs angenommenen Ertrag von 86 Metzen Körner in 6 Jahren auf Nocken reduzirt; ſo beträgt er 74,5 Metzen, wozu 496 Zentner Dünger verwendet wurden. Auf ei⸗ ner gleichen, aber nicht gedüngten Fläche desſelben Ackers würde er 37,25 Metzen betragen haben: folglich iſt der Mehrertrag von 37,25 Metzen Rocken, gleich: 496 Zentner Dünger, oder 1872 Pf. Dünger,= 1,4 Metzen Rocken. Es iſt aber mehr als wahr⸗ ſcheinlich, daß die ungedüngte Hälfte nicht ſo viel hervorbringt, und daß daher der Dünger einen höheren Werth habe, 3. N Thiere un ſett iſt was da nicht abet m werde Nan 1d 6 E ner Fütter Streu ver de unmer Erkremente Dinger ko M 1619 zuſammeng heſtegt, ſ anes Net ben werder den der konto zug technunge nung, un ten Stre Ackers a muß, un in ſo vie nicht R 4. ſchaft d Bodens andern der; v Preduk 5. verſchie Att de bend benüt dühun Arbeit daß di lrbeit, t Au Werth des Düngens 35 die Watthsvernthrug 1 iſt der Werth des di nt mung.— Pemn äi durch ihre Benüzung i Hmuſſen wir entweher en anrechnen, was eii beim Viey Schadan a ne gegebene dagt in ich durch ihn aliird wahrend eint dup des gleichen Ainn worden, mehr berig. üngung. lanzen, die man kultein ers. Darum kann ihn de Landwirth. Theun kun elspflanzen, als jene, u ere immer vethältißniin 3 und Weitzen die Hunb gers höher, alt wo ſche Gewerbslehrt Bai iſt von 20 Be Jan Scheffel(1,2 Neeke er Landwitth, l B. 0) Ertrages an Kürnttn in vernachläßigten Brtſttf ndere Hälfte den altie⸗ ad daß man in der eſen der letteren: ſo haſtde und Hafer die Fedfüc mlich den im erſten Bane nen Ettrag vyn h5 Nhn duzirt; ſo heträgt tr 1 verwendet wurden. dufa iche desſelben Acers vüth glich iſt der Mehrerttag de enter Dinger, e in Es it üer nehr al 6 nicht ſo vie hertorhei zeren Werth habe 363 3. Weil aber der Dünger aus den Exkrementen der Thiere und der ihnen untergelegten Streu zuſammenge⸗ ſetzt iſt: ſo darf von der Maſſe des Düngers nur das, was das Futter zu deſſen Vermehrung beigetragen hat, nicht aber die Streu den Thieren zum Nutzen geſchrie⸗ ben werden.— Man kann annehmen, daß der Dünger aus ¼ Streu und ¼ Exkrementen beſtehe, denn ſelten wo findet man bei ei⸗ ner Fütterung von 20 Pf. trockenen Stoffen mehr als 4 1 Pf. Streu verwendet. Wenn man von 20 Pf. Fütterung% für die unmerkliche Verdünſtung abſchlägt, ſo bleiben 18 ⅛ Pf. Exkremente gegen 4 ⅛ Pf. Streu,= 4:1. Von 1872 Pf⸗ Dunger kommen daher 1497,5 Pf. den Exkrementen zu, und da 1372 Pf. Stalldunger aus 810 Pf. trockenen Vegetabtlien zuſammengeſetzt ſind, wovon aber ¼ auß Streu,= 160 Pf. beſteht, ſo muß den Thieren für 1497, 5 Pf. Dünger der Werth eines Metzen Rocken zu guten, und den Aeckern zu Laſt geſchrie⸗ ben werden. Die dem Fuder fehlenden 374 Pf. Dünger wer⸗ den der Streu mit ½ Metzen Rocken vergütet, die dem Acker⸗ konto zugeſchrieben werden. In den gewöhnlichen Wirthſchafts⸗ rechnungen bringt man den Werth des Futters in die Viehrech⸗ nung, und ſchäͤtzt den Dünger gleich dem Werthe der verwende⸗ ten Streu. Es iſt aber gewiß, daß hierbei das Erträgniß des Ackers auf Koſten der Viehrechnung ungebührlich hoch erſcheinen muß, und daß man es dieſem Umſtande zuſchreiben muß, warum in ſo vielen Fällen der Konto des Nutzviehes nur Schaden und nicht Nutzen ausweist⸗ 4. Welche Art von Nutzvieh für eine gegebene Wirth⸗ ſchaft die angemeſſenſte ſey, hängt ab: von der Natur des Bodens und des Klima, die der einen Thierart mehr, der andern weniger zuſagt; von der örtlichen Lage der Fel⸗ der; von dem Geldwerthe der verſchiedenen thieriſchen Produkte, u. ſ. w. 5. Nur nach einer ſorgfältigen Berückſichtigung dieſer verſchiedenen Verhältniſſe wird man erkennen, durch welche Art der Thiere und durch welche Art der Benützung derſel⸗ ben das zur Düngererzeugung nöthige Futter am höchſten benützt werde. Wenn der Werth des Futters durch den Werth der Vieh⸗ nützung bezahlt wird, ſo iſt der Werth des Düngers als reiner 364 Ueberſchuf zu betrachten: iſt der Werth der Viehnützung größer, ſo dürfen wir aber dem Acker den gegebenen Dünger darum nicht wohlfeiler anrechnen, weil wir uns ſonſt ſelbſt über den großen Ertrag desſelben täuſchen; ſo wie wir auch dann dem Acker den Dünger in gleichem Werthe anrechnen müſſen, wenn es ſich aus der Rechnung zeigt, daß die Viehnützung die auf ſie gewendeten Koſten nicht gedeckt hat, obgleich wir den Werth des Düngers hierbei in Anſchlag, brachten. In dieſem Falle hat die Vieh⸗ nützung Schaden gebracht, und wir müſſen trachten, die Urſa⸗ chen aufzufinden und zu heben. 4. Wie groß die Anzahl von Vieh in der Wirth⸗ ſchaft, zum Behufe der Düngererzeugung ſeyn müſſe. 1. In jeder Acker⸗Wirthſchaft ſind Thiere zur Arbeit nothwendig; und weil der Dünger, den dieſe liefern, für den Bedarf der Felder nicht zureicht, ſo halten wir noch ſo viel andere Thiere: Nutzvieh, um durch ſie den abgängi⸗ gen Dünger herbei zu ſchaffen. 2. Wie viel jedes Stück Arbeitsvieh Dünger liefert, muß daher zuerſt unterſucht werden, ehe man zur Löſung der zweiten Frage ſchreitet: wie viel ein Stück Nutzvieh Dünger gibt, und wie viel ihrer gehalten werden müſſen. 3. Weil aber das zur Arbeit und anderweitigen Benützung gehaltene Vieh groß oder klein iſt, gut oder ſchlecht genährt wird, entweder. beſtändig im Stalle gefüt⸗ tert wird, oder einen bald größeren, bald kleineren Theil des Jahres weidet, und weil man bald reichlich, und bald nur karg dem Vieh einſtreuet, und den Dünger früher, als man ihn in den Acker bringt, mehr oder weniger abfaulen läßt; ſo iſt das Gewicht des Düngers, das ein Stück Vieh derſelben Art in der Wirthſchaft liefert, nach der Verſchie⸗ denheit dieſer Verhaltniſſe abweichend. Den hier angegebenen verſchiedenen Umſtänden muß es zu⸗ geſchrieben werden, daß die Thiere bald mehr, bald weniger Dünger liefern, und daß ſelbſt in derſelben Wirthſchaft von der gleichen Anzahl Thiere nicht immer das gleiche Gewicht an Dün⸗ ger erhalten wird. 1 f. Heu 515 Pf f. Eno et 1300 ges Gewic und 13 ½ Dinger i 16 tt, als K, es ſid oftka noch ihter hald weni enn Schaf gegeben tigäch5: zen Wd P verſchid drſe n 3— S ic die ſeze, d tirjährie Perhäl 7 55 gefütter 15. Oe wobei ſ ethalter nesweg ainmer tiren! und in Kah, beſten Ander zeugn 100, redu bewe man und tth der Viehnüßnd e gebenen dan ſonſt ſeldſt ühet da gtje r auch dam den Aat 9 n müſſen, wenn es ſih zung die auf ſe menden ir den Werth des Duuna. dieſem Falle hat di Ua müſſen trachten, de li 4 n Vieh in der Vitt Düngererzeugun ſe. fft ſind Thiere er nt er, den dieſe liefe ſi eicht, ſo halten nint im durch ſie den üpin tbeitsvieh Dinga liſn en, ehe man zur liſen viel ein Stüt Nohri gehalten werda niſa tbeit und andentitn oder klein ſt, gut d eſtäͤndig in Stale rrü⸗ eren, bald klirern d n bald ricchih, mlid d den Dänget frihn d hr oder venixer tiful gers/ das til etit W lefert, nach der veiſte hend. unfänden muß dnd mhe bald weiil erſelben Bitthſtift en 3 as gleich Gewicht in A 365 Mayer rechnet in ſeinen Pachtanſchlägen, daß eine Kuh, die 350 Pf. lebendiges Gewicht hat, und 6 Monate lang weidet, während welcher Zeit ſie bloß die Nacht im Stalle zubringt, und 6 Monate lang im Winter täglich mit 10 ½ Pf. Stroh und 5 ½¼ Pf. Heu gefüttert und geſtreuet wird, 5%¾ 4ſpännige Fuder zu 1746 Pf., oder 10039 Pf. Dünger liefern werde. Hat die Kuh 525 Pf. lebendes Gewicht, und wird ſie im Winter mit 10 ½ Pf. Stroh und 13 ½¼ Pf. Heu verſehen, ſo ſoll ſie 7,39 Fuder, oder 13002 Pf. Dünger geben, und wenn ſie 700 Pf. lebendi⸗ ges Gewicht hat, und bei der Winterfütterung 14,8 Pf. Stroh und 13 ½ Pf. Heu erhält, ſo ſoll ſie 8,3 Fuder,= 15364 Pf. Dünger liefern., Arbeitsochſen geben in demſelben Verhältniß weniger Dün⸗ ger, als ſie der Arbeit wegen vom Stalle abweſend ſind. Schafe weiden gewöhnlich den größten Theil des Jahres; ſind oft kaum mehr als 3—4 Monate im Stalle. Nach dieſer Zeit, nach ihrer Größe, Fütterung und Streu rechnet man bald mehr, bald weniger Dünger Hube(a. a. O. 438) hat gefunden, daß ein Schaf in 150 Winkertagen 12 ½ rheinl. Kubikfuß Dünger gegeben habe. Mayer(a. a. O. 204) rechnet auf ein Schaf täglich 3 ½ Pf. Dünger. Nach ihm liefert ein Schaf in 135 Ta⸗ gen Winterfütterung, 472,5 Pf. Dünger. Bei den Schweinen wird die Menge des Düngers eben ſo verſchieden angegeben; bald meint man, ein zweiſpänniges Fuder dürfe man auf ein Schwein rechnen, bald hat man zwei gewonnen. Ich halte in meiner Wirthſchaft 3 Pferde, 12— 15 Kühe, 3—5 Stück Kalbinnen, 3 Mutterſchweine mit ihrer Zucht. Wenn ich die Pferde gleich den Kühen in Hinſicht der Düngererzeugung ſetze, das Jungvieh nach Verhältniß des Futterbedarfes, und 5 einjährige Schweine gleich einer Kuh, ſo habe ich dadurch das Verhältniß der Thiere angegeben. Eine Kuh iſt im Durchſchnitte 7 bis 800 Pf., lebend, ſchwer. Sie werden immer im Stalle gefüttert, und bloß nach der Grummetfechſung gehen ſie, vom 15. September bis Ende Oktober, auf die Wieſen und Kleefelder, wobei ſie aber doch Morgens, Mittags und Abends etwas im Stalle erhalten. Sie werden gut genährt, aber nur mäßig eingeſtreuet. Von dieſen Thieren erhielt ich im Verlaufe der Jahre kei⸗ neswegs alljäyrlich gleich viel Dünger vom Stücke, weil nicht immer gleich ſtark geſtreuet wurde, und weil die Leute in dem einen Jahre beim Ueberfluß an Klee auch überflüſſig fütterten, und in dürren Jahren beſſer haushielten. Ich erhielt von einer Kuh, oder darauf reduzirten Vieh, im geringſten Falle 12, im beſten 14 doppelſpännige Fuder halb gefaulten Dunger, jedes Fuder zu 12 Zeniner gerechnet, alſo 44 bis 188 Zentner, des Jahrs⸗ Ich koönnte eine Menge von Angaben über das Düngerer⸗ zeugniß in der Wirthſchaft hier liefern, wornach man bald nur 100, bald aber 200 Zentner Dünger von einem Stück auf Kühe reduzirten Viehes gewann: ſie wuͤrden aber doch nichts anderes beweiſen, als daß man dadurch nicht mehr Dünger gewinnt, wenn man viel Vieh hält, ſondern nur dadurch, daß man mehr Futter und Streu zweckmäßig verwendet, wie bisher⸗ 366 4. Weil die Größe des Düngergewichtes, welche ein Stück Vieh liefert, nach der Verſchiedenheit dieſer Verhält⸗ niſſe abweichend iſt, ſo laͤßt ſich im Allgemeinen keineswegs angeben, wie groß die Kopfanzahl der Nutzthiere ſeyn müſſe, damit durch ſie der nöthige Bedarf an Dünger er⸗ zeugt werde. 5. Soll ein Stück Vieh eine beſtimmte Maſſe von Dünger im Stalle liefern, ſo muß es eine beſtimmte Menge von Exkrementen da auswerfen, die mit einer beſtimmten Menge von Streu gemiſcht wird. Da aber das Gewicht der Exkremente in einem gleichen Verhaͤltniß mit dem Ge⸗ wicht der gegebenen Fütterung ſteht; ſo wird man nur ſo viel Dünger erhalten, als man Futter und Streu in den Ställen verwendet, oder nach dem Verhältniß der Zeit, welche die außer dem Stalle ernährten Thiere in demſelben, oder die in den Ställen genährten Thiere außer demſel⸗ ben zubringen. 6. Um die Maſſe des Düngers genau voraus zu be⸗ rechnen, muß man daher wiſſen, wie viel ein Arbeits⸗ oder Nutzthier des Tags verzehrt, wie viel es Streu erhält, wie ſich das Gewicht des genoſſenen Futters zu dem Ge⸗ wicht der Exkremente verhalte, und wie groß der Gewichts⸗ verluſt bei den Exkrementen und der Streu durch die Fäul⸗ niß ſey. 7. Weil aber nur jener Dünger zur freien Verfügung des Landwirths gegeben iſt, der in den Ställen gewonnen wird; ſo muß auf die Zeit, welche die Thiere in den Staͤl⸗ len zubringen, Rückſicht genommen werden, und es muß bei den Arbeitsthieren, die in den Ställen gefüttert wer⸗ den, jene Zeit abgeſchlagen werden, die ſie, der Arbeit we⸗ gen, außer denſelben verweilen, ſo wie bei den Weidethie⸗ ken/ die Düngerve Sommer 6. und ihre Yeczuch ſch nach Theil na lien hat, Win Stall dahd b„ nen Futt dem Gel wemn er deigeme unterſa 5, Wie ſannt 1 ſeſter Dvne ein dh und ein wird: R ve⸗ der M dageg ſung. wach gergewichtes, welche a hiedenheit dieſer Ver dtſ Allgemeinen keinentg zahl der Nußt hiet ſa ge Bedarf an Dünge„ ine beſtimmte Miſem es eine beſtinmteag die mit einer beſünatn .. Da aber das Grit Verhaͤltniß mit dn teht; ſo wird mam Jutter und Sreu iin em Verhaͤltniß der zi rten Thiere in demſele ten Thiere außet daſt gers genau voralz gie wie viel ein heitz⸗ ee viel es Strau ehü nen Futtets zu den Ge id wie groß der Geuit der Streu durh di zü⸗ nger zur freiet Prrügeg in den Stülen gevomn he die Thier in dans dii nen werden/ un dö ni en Stͤlle geflttet da den, die ſie der Atbettwe ſo wie bi de Veddi 367 ren, die außer dem Stalle genaͤhrt werden, jene Zeit der Düngervermehrung zugerechnet werden muß, die ſie im Sommer in den Ställen zubringen. 8. Wie viel die Thiere nach Verhältniß ihrer Größe und ihrer Benützung Futter bedürfen, iſt in der ſpeziellen Viehzucht angegeben. Die Verwendung an Streu richtet ſich nach der Größe und der Art des Futters, auch zum Theil nach dem Ueberfluſſe, den man an ſolchen Materia⸗ lien hat, und dem Raume, den man jedem einzelnen Thiere im Stalle gönnt(I. Band 146): er beträgt bald nur 3, bald 6 Pf. Stroh; wie ſich aber das Gewicht des genoſſe⸗ nen Futters und Waſſers und der verwendeten Streu zu dem Gewichte des Düngers im feuchten Zuſtande verhalte, wenn er ſo weit in der Fäulniß vorgeſchritten iſt, daß das beigemengte Streumateriale mürbe geworden iſt, ſoll nun unterſucht werden. 5. Wie ſich das Gewicht des verzehrten Futters ſammt der verwendeten Streu zu dem Gewichte des Düngers verhalte. 1. Alle Nahrung, welche die Thiere in flüſſiger oder feſter Form zu ſich nehmen, erleidet durch den Verdauungs⸗ Prozeß einen Gewichtsabgang, der davon herrührt, daß ein Theil derſelben in die thieriſche Subſtanz aufgenommen, und ein anderer Theil während dieſem Prozeß verflüchtiget wird: dann wird das Gewicht der thieriſchen Abgange und der verwendeten Streu durch die Fäulniß vermindert, welche der Miſt früher erleidet, ehe er in die Aecker geführt wird. Dagegen bekommen die Abfälle durch die zu ihrer Auflö⸗ ſung verwendeten thieriſchen Säfte einen Zuwachs. 2. Wenn man das Gewicht des Abganges und Zu⸗ wachſes genau kennte, ſo wüßte man auch das Gewicht 368 des Düngers, der durch eine beſtimmte Menge von Fut⸗ ter und Streu erzeugt wird. 3. Weil man aber die Maſſe, die in dem thieriſchen Organismus an feſter, in Waſſer aufgelöster Subſtanz aufgenommen wird, ſo wenig,⸗ wie jene, die während ihres Durchganges durch die Verdauungswege, und durch die ſpätere Faͤulniß auf der Miſtſtätte verflächtiget wird, genau kennt; ſo müſſen wir uns einſtweilen mit Annahmen be⸗ gnügen, die zwar aus der Erfahrung abgezogen ſind, ihrer Mangelhaftigkeit wegen aber nur als der Wahrheit ſich nähernd betrachtet werden dürfen. 4. Wenn man das Gewicht der trocknen Subſtanz des verzehrten Futters, und der in einer angemeſſenen Menge verwendeten Streu mit 2,17 multiplizirt, ſo erhält man das Gewicht des Düngers im feuchten und hinkänglich mürben Zuſtande. Wenn man ſich die Mühe gäbe, die Beobachtungen des Sanctorlus bei den Thieren mit groͤßerer Genauigkeit zu wiederhohlen, als er ſie an ſich anſtellte, ſo würde man genau wiſſen, wie viel man feſte und flüſſige Abfälle von einer gege⸗ benen Menge des verſchiedenen Futters und Waſſers erhält. Bis dahin müſſen uns die Beobachtungen Gericke's genügen, von denen ich oben(B. 1. 34) bereits Erwähnung gethan habe⸗ Sie ſind das genaueſte Experiment, das bisher über dieſen Gegen⸗ ſtand angeſtellt worden iſt; und darum ſcheint es mir nothwendig, ſie hier in einer Ueberſicht zu zeigen, und auf die Fehlſchlüſſe aufmerkſam zu machen, die er machte⸗(Oekonomiſche Hefte⸗ Leipzig 1808. Zoſter Band.) Er unternahm mit 3 Kühen 7 Verſuche, um auszumit⸗ teln: wie viel ſolche Thiere von den verſchiedenen Nahrungs⸗ mitteln freſſen, und nebſtbei Waſſer trinken, wie viel ſie davon Milch geben, und wie groß das Gewicht der feſten und flüſſi⸗ gen Abfälle ſey.— Jeder Verſuch währte 7 Tage, mit Aus⸗ nahme der Verſuche ½ und 5, und wurde mit der größten Ge⸗ nauigkeit angeſtellt. In der folgenden Tabelle ſind dieſe Ver⸗ ſuche zuſammen geſtellt, ohne auf Wiener Gewicht reduzirt zu ſeyn, weil es bloß Verhältniſſe ſind, die in jedem Gewichte gleich gelten. ungupen 1.359*3 36 zuuv, :gag 8709 — dunn 1hc 10 — r1I41 9 Srdll90 — nauS = 5 rung. Staftige Futten un n d Trank. u f f exr mntteruüung- fFone A ümmte Menge din da e, die in dem biſhe ſer aufgeläster Süüſin ejene, die dihred in ngswege, und durg ſ verflüchtiget vin, gan eilen mit Annahmen e ung abgezogen ſid, in ar als der Wahrhitſſ der trocknen Sauſtn ner angemeſenen Nan altiplizirt, ſo ebitna feuchten und ſibdnc zbe, die Beobachuma it groͤßerer Genzuigtät ſeellte, ſo würde man hau ſſige Abfälle van dune a ars und Waſerz khil R en Ger ick es genühen, M wäͤhnung gethan haht. 6” bisher üder deſen ba m ſcheint es nir uthon , und auf de Fühti achte. Oebononſch hc 1 Verſuche, um unn den verſchiedenen Aahrd 4 te rul ſe dat hewi feſt d f Gewicht der feftn 9 4 6 Burgers Lehrb. d. Landw e c. S 5 8 25 „unL.upoaz 1adatang 3 88 3 888 3 2 as dne e 3 a2d ,uuv S21 80 8 S8 8 E 5 ai* 800 Nlunipgaog E 2..8 .- 285 S , Sardunn ⸗ao ch uv Unja⸗ 2 2G LnlaoS S 5 0l S6 A Z „naa a0. 0 ZS ⸗ra 32p a 8 35 58 8 288 8 — 3 8 2———— — S noa3 225 ua 8 8 ½ 838 2 5 3 2—————— — 0 92 00 50 0 e 8 Aͤ Hvaa⸗ o6 2 5 5 8 88 † 5 2———— .4²]— 00 00 S 8 ⸗Iv 20 72 . co d 8o 52SEb— S 8 . ☛ 8 4— ‿ E—2 22 22 S ₰ 2 82————— 5 2 10 D 2;2 E — SE— 00 c 3 00 FE5— 8 e8 „ 8 —— 82 2,S G g 9OL 8 5 8 8S=S 85 8 SSS n 8 ao 8 42 3 8 2 3,86 5 8 5 2 S& 2 G& ³ f— 40)&△ . 3 2 2 2 8 8 8x 8* 3 32 0 20& EI3 5 8 X 8 5 5 2 8 8 8S2 82——. 582 5F5= 4 85 ES3 — 5—— ·„ES — 2 3 6 8 ⸗ — 35 55-‚ꝙES8— ☛˙ 5 8 285..2S8SH SAENA —, 2————.. 7 1. 2 3 221G —. 2.. 5 6 ‿ S8 g. 2 6 8 7½ 2 12 I 139 8 ⁹ꝗο 25= 0 8 95 8 . 4 4 4 20 Hunzcpvgo g4318ſſ 8 60.. 9 d5 .11. Bd. 24 370 So mühſam und in vieler Hinſicht belehrend dieſe Ver⸗ ſuche ſind, ſo mangelhaft ſind ſie dennoch in vielen Stücken. Nur die erſten 5 Verſuche kann man zu Folgerungen ver⸗ wenden, denn Häckerling, Heu, Gras und Klee kann man als natürliche Fütterungsarten anſehen; mit Runkelrüben, Steckrü⸗ ben und Kartoffeln allein kann man nicht Thiere füttern, ohne ſie krank zu machen: was bei den Runkelrüben auch geſchah, und bei den andern Wurzeln ſicher geſchehen ſeyn würde, wenn man länger damit angehalten hätte.— Das verhältnißmäßig größere Gewicht an Dünger bei dem trocknen Futter gegen das Gras muß der großen Menge von Waſſer zugeſchrieben werden, welche die Thiere bei dem Genuſſe des Hackerlings und Heues tranken. Warum ſie von Klee, auf ſein trocknes Gewicht reduzirt, weniger fraßen, wie vom Heu, und ſelbſt vom Häckerling, liegt höchſt wahrſcheinlich darin, daß der Klee ſchon im vollen Blühen begriffen war, in welchem Zu⸗ ſtande ihn die Thiere nicht mehr gern freſſen. Warum aber das Verhältniß des Miſtes ſammt der Streu bei der Grasfütterung, wenn dieſe auf Heu reduzirt wird, ſich um ſo viel kleiner zeigte, indem 2687 Pf. Gras, 561 Pf. Waſſer, und 144 Pf. Streu, zuſammen 3392 Pf. nur 1579 Pf. Dünger; 627 Pf. Heu, 2359 Pf. Waſſer mit 105 Pf. Streu, zuſammen 3⁰91 Pf. aber 1902 Pf. Dünger lieferten, vermag ich nicht zu erklären.— Wenn man die Verhältniſſe des Miſtes, ſammt der Streu, gegen das Gewicht des verzehrten Futters in den erſten 5 Verſu⸗ chen zuſammen rechnet, und mit 5 theilt: ſo zeigt ſich das Durch⸗ ſchnittsverhältniß der grünen und trocknen Fütterung= 236,8. Wird von dieſer Summe noch ein Zwölftel für die Verflüchtigung während der folgenden Fäulniß angenommen,=— 19,7, ſo zeigt ſich, daß 100 Pf. Futter und Streu 217 Pf. Dünger liefern. Zuerſt hat der um die Berechnung der Wirthſchaftsver⸗ hältniſſe hochverdiente Mayer in ſeinem Werke über Gemein⸗ heitstheilung(III. Th. 69) auf dieſe Methode, den Düngerge⸗ winnſt aus dem Gewichte des verzehrten Futters und der Streu zu berechnen, aufmerkſam gemacht. Er ſchlug vor, das verwen⸗ dete Futter und Streuſtroh mit 2,7, das Heu aber, wovon ſich der Körper mehr aneignet, mit 1,8 zu multipliziren. Dieſer An⸗ nahme zu Folge erhielte man aus 70 Pf. Stroh und 30 Pf. Heu 189+ 54= 243 Pf. Dünger; aus 30 Pf. Stroh und 70 Pf. Heu aber nur 31+ 126= 207 Pf., alſo um ½ weni⸗ ger; was in voraus ſchon höchſt unwahrſcheinlich erſchien, und in der Erfahrung dann als falſch nachgezeigt wurde. Die Thei⸗ lungszahlen für die Wurzelgewächſe ſind von 2,1 bis 2,8, bei den Kartoffeln aber 1,3. 100 Pf. Kartoſſeln, die etwa 28 Pf. trockne Subſtanz enthalten, würden alſo 77 Pf. Dünger geben, während ſie nach unſerer Annahme nur 60 Pf. liefern. Die Kör⸗ ner endlich will er gar mit 3—3,7 multiplizirt wiſſen. In der Folge hat Thaer dieſen Gegenſtand öfters in ſei⸗ nen Annalen und im erſten Bande ſeiner rationell. Landwirthſchaft S. 258, und zuletzt in ſeiner Geſchichte der Wirthſchaft von Nöglin S fütterte mit 43 1 Düngers! auf hren nach velch keln 660, Peißtahl. Eeparzelt get geben. yf. Heu Ma die Körner winnſt au den Heu nac ſelner ſ mnß d m, die derſelben Theils mi ſo viel M väre gen halten h 15 Pf. Pf und in Erkr nen 240 ſnd, wi dern aue lleineres von 409 ttrien T vir in de ther hier des Fut darauf R 3 hältnie fluß der ſer The werden, dann die dann ei ſceint Rüdſi net, w halte i Futter ohne a zehmen nſict belehrend deſe ge⸗ och in vielen Stücken. Nman zu Folger as und m7 du Pa nit Runkältüben, Steii nicht Thiere füttern hh nkelrüben aut gteſ n en ſeyn wütde, dem na zewicht an Dinge hi der großen Nanzt m die Thiere dei den G Warum ſie von Klee, af ger fraßen, wie von he t vohriczeinli Wri i riffen war, in vate freſſen. Warun aite ſi treu bei der Gtazfittem, ich um ſo viel keine i iſſer, und 14 Jf En ünger; 627 Pf. hn, 19 mmen 3091 Nſ aie in ͤt zu erkläͤren. Miſtes, ſammt de Ehn, ters in den erſten; Vei eilt: ſo zeigt ſch das dan⸗ ocknen Fütterung= 1h ölftel für die Valttgmg enommen,= 107, ſ h 217 Pf. Dünge liefen hnung der Wrthſſtlftz.. einem Werke über Genin Methode, den dinen⸗ drten Futters und Ne Ena Er ſchlug vor, das ven⸗ „das Heu aher, voron ſt u multiplizirm. Diſe l „o Pf. Stroh un 3 f „aus 30 Pf. Str m 107 Pf., alſo um ne wahrſcheinlic eicin, w ſchgezeigt vurde. de dhe ſind von ꝛ)1 b 16, R gartoſſeln, die awn 9 alſo„7 Pf Dinzu gig ar 60 Pf lifern. Di ſa ultiplizirt viſen. ſen Bennſim iſtae n ü ner rationel. Landwittſtti cichte der Pittſizuff R 374 Möglin S. 166 erörtert. Er hält dafür, man müſſe dos ver⸗ fütterte Heu und die gerade zureichende Menge von Streuſtroh mit 2,3 multipliziren, wenn man das Gewicht des gewonnenen Düngers wiſſen wolle. Die ſaftigen Futtergewächſe will er erſt auf ihren relativen Fütterungswerth gegen Heu gebracht wiſſen, nach welchem 100 Pf. Heu gleich ſeyen: Kartoffeln 200, Run⸗ keln 460, Krautrüben 350, Waſſerrüben 525, Möhren 266, Weißkohl 600; junges Kleeheu 90, Wickenheu 90, Luzerne und Esparzettheu 90 Pf.; und dann auch in dieſem Verhältniß Dün⸗ ger geben. 200 Pf. Kartoffeln, oder 525 Pf. Rüben oder 100 Pf. Heu würden alſo gleich viel Dünger geben. Mayer widerſpricht ſich, wenn er das Heu mit 1,8 und die Körner mit 3 zu multipliziren anräth, um den Düngerge⸗ winnſt auszumitteln; denn wenn die Natur des Thieres aus dem Heu mehr, wie aus dem Strohe anſaugt, und das Heu nach ſelnem Gewichte weniger Dünger liefert, wie das Stroh; ſo muß dieß noch viel mehr bei den Körnern wahrgenommen wer⸗ den, die um ſo viel nährender ſind, wie das Heu. Thaer iſt derſelben Meinung, wie Mayer, und glaubt, daß ein größten Theils mit Körnern gefüttertes Pferd nicht völlig, aber beinahe ſo viel Miſt gemacht haben würde, als wenn es mit bloßem Heu wäre genährt worden, und dem Gewichte nach das Doppelte er⸗ halten hätte. Nach ihm wäre es einerley, ob man den Pferden 25 Pf. Heu, oder 10 Pf. Hafer und 5 Pf. Heu gäbe, und 25 Pf. und 15 Pf. trockne nährende Stoffe gäben einerley Gewicht an Exkrementen. Wenn aber 10 Pf. Hafer einem Thiere bin⸗ nen 24 Stunden ſo viel nährende Stoffe abzugeben im Stande ſind, wie 20 Pf. Heu; ſo muß nicht nur allein in abſoluter, ſon⸗ dern auch in relativer Hinſicht von den 10 Pf. Hafer ein viel kleineres Gewicht an Exkrementen zum Vorſchein kommen, als von 20 Pf. Heu. Daß die Exkremente der mit Körnern gefüt⸗ terten Thiere als Dünger von größerer Wirkſamkeit ſind, haben wir in der Lehre des Düngers gezeigt(I. Band 167); da es ſich aber hier darum handelt, die Menge des Düngers aus der Menge des Futters und der Streu zu erheben; ſo koͤnnen wir jetzt nicht darauf Rückſicht nehmen. Je reichlicher die Thiere genährt werden, je größer iſt ver⸗ hältnißmäßig die Menge der Abfälle, weil die Thiere den Ueber⸗ fluß der Nahrung nicht aufzulbſen vermögen, und daher ein gro⸗ ßer Theil unzerſetzt wieder abgeht. Je karger die Thiere genährt werden, je geringer iſt verhältnißmäßig die Menge der Abfälle, denn die wenige Nahrung wird größten Theils aufgelöst, und dann eingeſaugt, wöbei alſo nur wenig Exkremente zum Vor⸗ ſchein kommen.— Es iſt allerdings nöthig auf dieſen Gegenſtand Rückſicht zu nehmen, wenn man die Menge des Düngers berech⸗ net, weil ſie von einem ſehr großen Einfluß iſt— Uebrigens halte ich dafür, daß wir am ſicherſten gehen, wenn wir alles Futter, das nicht trocken iſt, auf das trockne Gewicht reduziren, ohne auf die Ernährungsfähigkeit desſelben beſondere Rückſicht zu nehmen, die zwar in der Wirkung von großer Verſchiedenheit 24* 37² ſeyn kann, bei der Duͤngererzeugung aber keine erhebliche Ver⸗ änderung bewirkt. Daß die Vermehrung des Gewichtes beim Dünger, im feuchten Zuſtande, von dem Harne der Thiere herrühre, der mehr beträgt, als der Abgang, den die trockne Subſtanz wäh⸗ rend der Verdauung und der ſpäteren Fäulniß erleidet, bedarf keiner Erläuterung. 6. In welchem Verhältniſſe die Erzeugung ver⸗ käuflicher Pflanzenprodukte zur Futter⸗ und Streuerzeugung ſtehen müſſe. 1. Der Zweck des Ackerbaues iſt der höchſte Gewinn, der durch den Verkauf von thieriſchen und vegetabiliſchen Produkten hervor geht, die zum Betriebe der Wirthſchaſt nicht erforderlich ſiud. 2. Weil aber zur Ernaͤhrung der Thiere Pflanzen noth⸗ wendig ſind, und die Größe des Pflanzenwachsthumes von der Menge des Düngers abhängt, welche die Felder er⸗ halten; ſo erhellet hieraus die Nothwendigkeit, ſo viel Dünger in jeder Wirthſchaft zu erzeugen, als nothwendig iſt, um die Felder in einem gleichförmigen Zuſtande der Kraft zu erhalten, oder, wenn dieſer gering iſt, ihn zu erhöhen. 3. In einer Wirthſchaft, die bloß Viehzucht oder Viehbenützung zum Zwecke hat, bedarf man nur die Zahl des Viehes dem Ertrage des Landes anzupaſſen, weil alles Land, es ſey Acker, Wieſe oder Weide, nur Futterpflanzen hervorbringt; und in demſelben Verhältniſſe, als der Er⸗ trag des Landes an Pflanzen durch den verwendeten Dün⸗ ger erhöht wird, kann auch die Zahl des Viehes vermehrt, oder der Ertrag jedes einzelnen Stückes, der früher gerin⸗ ger war, erhöht werden. 4. In einer Wirthſchaft, die aber nur durch den Ver⸗ kauf vegetabiliſcher Produkte den größten Theil ihrer Ein⸗ gabmen ſi nährung itte ver gang verke 5 7 Dängeret⸗ pudutte ſch aus: und dem 6.L Otreuerze torgehend Kältut ſ ragen 7. auf Wie vird du 6. der nati Griße d diſſes g nur ein dei liefe ein und Fütter⸗ ne dagri dlch Futter ſigtte meht ——— aber keine nhehlice da wichtes hein Dünger. 85 ger, i der Thiere herrühte, 1 die trockne Subſinz ni Fäulniß aledt, ſae die Erzeugung ne te zur Futten un) hen niſſe. iſt der höchſte Gewin ſchen und vegentilſih Betriebe der Viſt der Thiere Pflanza me flanzenwachsthunez m , welche die gedae Nothwendigkeit, ſ n tzeugen, als vgomi ichörmigen utanenr dieſer gering it, ing die bloß Vicſuct d bedarf man ni di 3 des anzupaſſn, vild eide, nur Futtpſenm Verhältniſe, a Nn 5- den vervendelen din ahl des Liedes ermeht ztückes, de friher gn eaber nur durch un größten dheil i br 373 nahmen ſich verſchafft, muß ein Theil des Landes zur Er⸗ nährung der zum Betriebe der Wirthſchaft erforderlichen Thiere verwendet werden, und ein anderer zur Hervorbrin⸗ gung verkäuflicher Produkte. 5. Das Verhältniß zwiſchen dem Lande, das zur Dängererzeugung beſtimmt werden muß, und jenem, das Produkte hervorbringt, die nichts hiezu beitragen, ergibt ſich aus dem Ertrage der erſteren an Futter und Streu, und dem Bedarf an Dünger der letzteren. b. Es muß daher überall ſo viel Land zur Futter⸗ und Streuerzeugung verwendet werden, daß der daraus her⸗ vorgehende Dünger den geſammten Flächeninhalt des in Kultur ſtehenden Feldes in der höchſten, den Umſtänden angemeſſenen Ertragsfahigkeit erhalte. 7. Futter und Streu wächst aber entweder von ſelbſt, auf Wieſen, Weiden, in Wäͤldern und Sümpfen, oder wird durch Kunſt auf Aeckern hervorgebracht. 8. Wenn der Dünger, der durch die Verwendung der natürlichen Futter⸗ und Streufelder hervorgeht, für die Größe der Erzeugung des Ackerlandes zureicht, ſo kann dieſes ganz zu Handelsgewächſen verwendet werden; fehlt nur ein Theil, ſo wird der Körnerbau ſo viel Stroh neben⸗ bei liefern, daß dieſer erſetzt wird; ſind aber gar keine, oder ein unverhältnißmäßig kleiner Theil von ſolchen natürlichen Futter⸗ und Streufeldern vorhanden, ſo muß entweder der ganze oder der größte Theil des Düngers durch das Er⸗ zeugniß der Aecker hervorgebracht werden, und man wird nach Verhaͤltniß der Umſtände, die den Wachsthum der Futterpflanzen mehr oder weniger begünſtigen, in den gün⸗ ſtigſten Fällen den vierten Theil, oft die Hälfte, und noch mehr vom Acker zur Futtererzeugung verwenden müſſen, 874 um auf dem andern Körner und Handelsgewaͤchſe erzeugen zu können. Wo alles Land bloß in Aeckern beſteht, und weder Wieſen, Weiden, noch Wälder vorhanden ſind, und alles Futter und alle Streu auf dem Acker erzeugt werden muß, kann man nur in der günſtigſten Lage mit dem vierten Theile derſelben, zu Futter benutzt, auslangen, und darf auf den anderen 3 Theilen keine Gewächſe bauen, die nicht Stroh liefern, z. B. Fruchtwechſel: 1) Mais, 2) Gerſte, 3) Klee, 4) Weitzen.. Ertrag von 100 Joch Ackerland: Mais: 25 Joch à 30 Metzen: 1750 Metzen à 80 Pf.: 60000 Pf. Gerſte:» à 2o»: 500» à 66»: 33000» Luzern, oder Klee: 25 Joch à 10000 Pf... 250000» Weitzen;: 25 Joch à 16 Metzen: 450 Metzen à 32 Pf.: 32800» Der Dunger wird erzeugt aus: 2500 Zentuer Klee, aus 25 Joch Maisſtroh à 30 Zentner. 750» „» Gerſtenſtroh à 25 Zentner 625» „» Weitenſtroh à 30 Zentner;: 750» 4625 Zentner. Werden 4625 mit 2,17 mulliplizirt: ſo erhält man 10036 Zentner Dünger. Jedes Joch würde alle 4 Jahre mit 401 Zent⸗ ner bedüngt; oder was einerlei iſt, auf jedes Joch Ackerland kommt alljahrlich vo Zentner Dünger. Wir wollen nun ſehen, ob wir mit dieſem Dünger für die Produktion zureichen. 1. Erſetzt muß dem Acker werden das Gewicht der erzeugten und ihm entführten Getreideernten; vom Mais: 600 Zentner. Gerſte: 330„» Weeitzen: 328» Die Haͤlfte des Kleeertrages, als Ueberſchuß des Gewinn⸗ ſtes an aſſimilirten unorganiſchen Stoffen beträgt 1250 Zentner, und ſollte dem Körnerertrage, der nicht wieder in die Aecker zu⸗ rückkehrt, gleich ſeyn; und weil nun dieſer wirklich nicht mehr als 1258 Centner beträgt: ſo zeigt ſich die Möglichkeit, daß unter Umſtänden, die dem Klee oder der Luzerne ſo ſehr zuſagen, daß man auf 100 Zentner pr. Joch Rechnung machen kann, obige mäßige Getreidearten ohne alle fremde Hülfe von außen gewon⸗ nen werden können, die ſich aber in demſelben Verhältniß erhö⸗ hen werden, als zu dem Klee noch Heu oder fremde Streuma⸗ terialien, oder Weideland hinzukommt. Beſteht die Wirthſchaft aus Aeckern und Wieſen, ſo ſind 31 Joch keinen Dünger fordernde Wieſen à 40 Zentner erforder⸗ lich, um ſo viel Futter zu liefern, daß mit dem Strohe der Aecker der nöthige Dünger daraus werde, obigen Ertrag an Körnern hervorzubringen. Hier ſind ¼ Futterfeld gegen ¼ Aecker. Iſt die Lage dem Klee oder der Luzerne minder zuſagend, und müſſen Wicken ſeine Stelle zum Theil erſetzen, ſo bedarf man ¾ Feld zu Futter, um ¼ mit Körnern beſtellen zu kön⸗ nen. 3. B. 100 Joch Ackerland liegen im folgenden Wechſel: 44 4* Nait, 99 1 mun 6) 1 145 Joch diſje i Widen an 97 werden. u5 Jac a 135 5* unlt. Hievots dairer KörJ In t2 10 danrs ſo vil gi Kee einen ſi Jahre nur d 3 Dinit zeugt, wie n der Gerſte n 1000 f Fii 1701 8575 5 Keummt jährte Weil kator zur Per Erbſen noch; llet die, S. len und unte nertragender Vir don 100 Jo 16 5 Jocha v y) delsgewichſe trſega geht, und weder Vi 1 dieſa ind alles Futer uh 4 zen à do Df.: boew 4 b»: BWn ...:15ooho) en à 8n Pf: Bben 1500 Zentuer gle, a 750 6425 1 750* 4625 Zentner. tt: ſo erhält nu u le 4 Jahre mi n he auf jedes Joch Aenth ntt dieſem Dünga fin das Gewicht der ezane n Mais: oo hant. Gerſte: 0 Weitzen: 318 3 Uederſchuß det Gan ſen beträͤgt 1150 dannn t wieder un die Let p ſer wirklic nict ni ie Möglicket, du nn erne ſo ſehr jſagen, 3 ung matzen kumn, 1 Hülfe von aufen ſant emſelben Verhälnij afe u oder ftemde Sttunu kern und Witſen, ſ ſen à 40 Jentner trſerhe mit dem Steohe der lär bigen Ertag an Lör feld gegen Len. Lujera minder lüin, Theil erſezen, ſo 3 Kornern befeelen u d an in folzahen Detſti 1) Mais, gedüngt, gedüngt, 6) Hafer, 7) Wicken, 8) Hafer. 375 ²) Gerſte, 3) Klee, 4) Weitzen, 5) Wicken, 12,5 Joch Mais geben Körner, à 30 Metzen pr. Joch: 300 Zent. »„ Gerſte»„ à 2o„„„* 165» 2„ Weitzen» v à 16»„ p. 164» d„ Hafer»„ à 24 Metzen à 50 Pf.: 155 „„ Hafer»„ à 20»„»:1 120„» —— 904 Zent. Dieſe 904 Zentner müſſen durch das, was der Klee und die Wicken an unorganiſchen Stoffen ſich angeeignet haben, erſetzt werden. 12,5 Joch Klee oder Luzerne geben hier pr. Joch 80 Zent.: 1000 Ztr. 12,5» geduͤngte Wicken geben hier pr. J. 40 Ztr⸗ Heu: 500» 12,5» ungedungte Wicken geben hier pr. Joch 30 Ztr.: 375» 1875 Ztr⸗ Hievon beträgt die Hälfte: 937,5 Zentner, wodurch für 904 Zentner Körner Erſatz geleiſtet wird. Im erſten Beiſpiel haben wir auf 100 Joch Ackerland 1258 Zentner Körner erzeugt: hier nur 904 Zentner, weil ein ſo viel größerer Theil zu Futter verwendet werden mußte, der Klee einen geringeren Ertrag gab, und im ſechsten und achten Jahre nur Hafer gebauet werden kann. Dünger wird in dieſem Fruchtwechſel ebenfalls weniger er⸗ zeugt, wie im erſteren; denn wenn wir das Joch Hafer gleich der Gerſte in der Stroherzeugung ſetzen: ſo haben wir 1000 Zentner Klee, 874» Wicken, 17⁰¹1„ Stroh, 3575 Zentn. 2,17= 7757% Zentn. Dünger. Kommt jährlich pr. Joch 77,5 Zentner. Weil ich im erſten Bande noch den Thaer'ſchen Multipli⸗ kator zur Berechnung des Düngers annahm, und das Stroh der Erbſen noch ganz dem Dünger zur Laſt ſchrieb; ſo wollen wir hier die, S. 174 angeführte Produktions⸗Berechnung wiederho⸗ len und unterſuchen, wie ſich die Größe des Futterfeldes zum kor⸗ nertragenden Acker verhalte. 8 Wir erzeugen in dieſer Wirthſchaft in 6 Jahren an Körnern von 100 Joch Ackerland: à 40 Mtz.: à 80 Pf.: 650 i Mtz.: 520 Z. 16 ⅞ Joch an Mais, „»» Gerſte, à 24»: à 66»: 394»: 260 v „„„ W. Nocken, à 18»:à 80»: 300»: 240* „„„ Erbſen, A 12 y: 494 2 1200„: 188» „„» Hafer, à18 v»:à 50»: 300„: 150» — 1358 Zt. 376 Klee erzeugen wir pr. Joch 60 Zentner; folglich von 16 ⅜ Joch: 1000 Zentn. Hiervon kommt die Hälfte als Erſatz für die Körnererzeugung...: 50o Zentn. Erbſenſtroh wird erzeugt pr. Joch 30 Zentn.; folg⸗ lich von 16 ⅛ Joch: 500 Zentn. Hiervon kommt ½ ebenfalls hierher......... 166„ 666 Zentn. Es fehlen demnach 692 Zentner Erſatz für die Körner. Wenn wir keine Weiden und fremde Streu haben, und dieſen Erſatz bloß von den Wieſen erholen müſſen, die nicht zu bewäſſern ſind, und wovon wir dem Produkte des Jahres von 30 Zentn., als Erſatz 5 Zentn. zurechnen müſſen, wo alſo nur 25 Zentn. pr. Joch bleiben: ſo bedürfen wir, um dieſen Ertrag anhaltend zu erzeugen, 28 Joch Wieſen. 28 Joch Wieſen, und 16% Joch Klee;= 44%i Joch Futterfeld gegen 83 Joch Kör⸗ nerfrüchte.. Große Ernten werden nur mit großen Hülfsmitteln her⸗ vorgebracht, wie dieſe Berechnung ſehr anſchaulich zeigt. Als ich in früheren Jahren auf meiner Wirthſchaft zu Wolfsberg 67 Metzen Mais, 40 Metzen Gerſte, 20 Metzen Weitzen, und 24 Metzen Korn pr. Joch erzeugte, hielt ich folgenden Fruchtwechſel: Mais, 1. Jahr 3 Kartoffeln, Bohnen. 2„ Gerſte, Le Winterweitzen. 3. Klee. 4.» W. Weitzen. . 2 W. Nocken, und als Nachfrucht Stoppelrüben. Nebſtbei hatte ich eben ſo viele Joch trockne, nicht ſehr er⸗ giebige Wieſen als Ackerland, und gewann an Blättern von den Fruchtbäumen ſo viel, als die Hälfte des Strohes betrug. 9. Muß das Vieh den Sommer über ſich auf Weiden ernähren, und rechnet man die Größe des Weidelandes zur Größe der Aecker: ſo wird man nach Verhältniß der Güte der Weide mindeſtens gleich viel Futterfeld haben müſſen, um gleich viel Aecker in einem fruchtbaren Zuſtande zu erhalten. Sind die Weiden ſchlecht, hat man nur gar wenig Wieſen, und haͤlt man Brache: ſo verhält ſich die Fläche des körnertragenden Landes zur Weide, Wieſen und Brache oft wie 100: zu 200 und darüber. Die im erſten Bande der Möglin ſchen Annalen beſchriebene Wirthſchaft des Herrn Bloomfield in Norfolk hat 800 Akres Ackerland, wovon die Hälfte mit Rüben, Klee und Wicken 3— rit ſt, lider Behes gen 400 li Mezen von 4 2 ernten koune Snuandweldet die Halit de Die(28 Wäte, ſa. an dreährie an Wieſen— Sclänte 40¹, undtt 965 Morgen gen zu Klee 2 Norgen genche Im L und Haferlaue an Wieſen— Säläco Norgen; ftäs 107 Morgene Wieſen und in — Daß diefs dher nicht ge 8 und, beweiſſe ln der ſpez. Nog! lterland. 2 verfuttert wer ſuuht, 6) Hn nit Futterpfle Negen, unit 3 Jahre lanen lüferte im D leicht die Hä Jorgen Lan 19 gt b dor Getreidel Bede Land zun F det werden ſen Bande Norgen Ac folglich don nt die Hälſte .„..: hoo zh gentn.; folg. in on kommt „: 166 1 . 666 zm ir die Körnet. emde Streu hahen, le müſſen, die nitt Droduke des Jahesm 33 uüſa a alſo m ir, um diſſen Eidt . 2 Joch wii, eld gegen 831 Joh zg'oßen Hüfftmittln auſchaulich zeigt. aft zu Wolfsterzg Metzen Weiten, u)n folgenden Fruhtuetſt hfrucht Stophelrihe ich trockne, nit ſehrr ann an Blätten ruw s Strohes betrlg e üͤber ſich uf Vhn räße des Weddlluh n nach Verälni ie riel uttereld ä n fruchtborn Zuſen cht, hat man wir ſ he: ſo rethältſih d zur Wiide, Pife id darület. cen Annlen heſchriten 4 Norfolk tat bo Rüben, Ale un Tita an dreijährigem Rockenland.. 377 Beſäet iſt, nebſtbei 100 Akres künſtlicher, und 900 Akres natür⸗ licher Weide. 400+ 100+ 9⁰0= 1400 Akres Futterland, ge⸗ gen 400 Akres körnertragendes. Daß man hiebei ſehr wohl 36 Metzen von der Gerſte, und 26 Metzen vom Weitzen pr. Joch ernten könne, begreift man leicht, wenn man auch wirklich die Strandweide, wegen der Gefährdung durch die Fluty, nur auf die Hälfte der Fläche annähme. Die Guter Guſow und Platkow haben auf der Höhe, an Weitzen, Gerſte und Haferland: 1477 Morgen, 2 500„ an Wieſen......: 90» . 1867 Morgen. Schlägt man von dem erſteren Lande ⁄ für die Brache, —= 402, und vom zweiten ⁄ als Weide ab,= 200; ſo bleiben 985 Morgen körnertragendes Land, wovon aber wieder 70 Mor⸗ gen zu Klee und Kartoffeln weggerechnet werden muſſen, alſo 915 Morgen gegen 952 Morgen Weiden und etwas Wieſen. Im Bruche haben dieſe Güter an Weitzen, Rocken, Gerſte und Haſerlan)d 1735 Morgen, an Wieſen.........: 602„ 2337 Morgen. Schlägt man vom erſtern ⅛ für die Brache weg mit 573 Morgen; ferner 80 Morgen für Klee und Kartoffeln: ſo bleiben 1077 Morgen kornertragendes Land gegen 1260 Morgen Weide, Wieſen und Futterkräuter(Podewilsa. a. O. I. B. Taf. I.). — Daß dieß Verhältniß des Futterlandes zum körnertragenden aber nicht genüge, und daß zu wenig Winterfutter da erzeugt wird, beweiſen die geringen Ernten, die ich an mehreren Stel⸗ len der ſpez. Pflanzenkultur angegeben habe. Möglin hat in 7 Schlägen(a. a. O. 141) 619 Morgen Ackerland. Der Wegſel iſt: ¹) Hackfrüchte, die größten Theils verfüttert werden, ²) Gerſte, 3) Klee, 4) Klee, 5) Winter⸗ frucht, 6) Hülſenfrüchte, 7) Rocken. Es ſind alſo ½ des Ackers mit Futterpflanzen beſtellt. Die Koppelſchläge hielten früher 350 Morgen, und wurden 2 Jahre nach einander mit Getreide, und 3 Jahre lang zur Weide benutzt. Das Vorwerk Königshof lieferte im Durchſchnitte 777 Zentner Heu alljährlich, und viel⸗ leicht die Hälfte deſſen an Stroh,= 1165 Zentner, die wohl 100 Morgen Land gleich kommen mögen. 8 629 geben 258 Futterpflanzen, 350„ 210 Weiden, 969+ 100 Wieſen und Stroh von Königshof 463 507 Getreideland gegen 568 Futterland⸗— Bei der Koppel⸗ oder Egartenwirthſchaft iſt überall mehr Land zum Futter nothwendig, als zur Getreideerzeugung verwen⸗ det werden darf. Die Koppelwirthſchaft, welche Thaer im er⸗ ſten Bande ſeiner rat. Landw. S. 159 berechnet, beſteht aus 1200 Morgen Ackerland, wovon aber nur% mit Getreide beſtellt 378 ſind: 450 Morgen; die andern ½,= 650 Morgen, ſind 150 Mor⸗ gen Brache, 150 Morgen Klee, und 450 Morgen Weide. Fer⸗ ner hat dieſe Wirthſchaft noch nothwendig 150 Morgen Wieſen, und 100 Joch Autßenweide: 650+ 150+ 100= 900 Morgen Futterland gegen 450 Morgen Getreidland. 3 Unterſucht man unſere Gebirgswirthſchaften mit ihren Egarten, Huthweiden, Wieſen und Waͤldern, die Streu in lleber⸗ fluß liefern: ſo wird man haͤuſig 30 und 40 Joch Futter⸗ und Streuland gegen 10 Joch Getreidland antreffen. 7. Wie die verſchiedenen, auf den Aeckern kulti⸗ virten Pflanzen auf einander folgen ſollen, daß der nöthige Bedarf an Futter und Streu aufge⸗ bracht, und mit der größtmöglichen Erzeugung von Körnern und Handelspflanzen gepaart werde, ohne daß die Aecker dadurch zu ſehr er⸗ ſchöpft werden, oder verwildern, oder eine außerordentliche Bearbeitung erfordern. 1. Die Ordnung, in welcher ſich die Saaten am Acker auf einander folgen, heißt die Fruchtfolge, der Frucht⸗ wechſel, der Turnus. 2. Nur ſolche Pflanzen dürfen in die Fruchtfolge ei⸗ ner gegebenen Gegend aufgenommen werden, die der Na⸗ tur des Klima, des Bodens und den Verhältniſſen der örtlichen Lage angemeſſen ſind. In dürren und loſen Böden Weitzen und Klee bauen zu wollen, bringt Nachtheil, während Rocken, Wicken und Buch⸗ weitzen Vortheil gebracht hätten. Bohnen bringen in einem feuch⸗ ten, kühlen Klima mehr Vortheil wie Mais und umgekehrt; und dort, wo nur wenige Menſchen zur Arbeit vorhanden ſind, brin⸗ gen alle jene Gewächſe, die viel Handarbeit erfordern: Hirſe, Lein, Möhren u. ſ. w. nur geringen oder gar keinen Nutzen. 3. Die Pflanzen, die wir in jeder für ſich beſtehenden Wirthſchaft kultiviren, ſind entweder beſtimmt, die zum Be⸗ triebe derſelben erforderlichen Thiere zu ernähren: Futter⸗ pflanzen; oder Produkte hervorzubringen, die nur zum Theil, oder gar nicht zur Ernährung der Thiere und Dün⸗ gererzeugung beitragen: Getreide und Handelspflanzen. 1 Po ti ſad/kan d0 un derwend”G 5 din trthringung f urutergenſe wirthſcha 6. Vols genügender zutter ganz s dn, und Fiß döwechſeln. ., Wers vilden, nath deit als We Pirthſchaftst ſhaft: virs zn ahwechſe kuliwirt; ſo nechſelwie 8. die to die zur C ſen Benitz gader Aud nict fähig 9. die das Klma daß der Ack gflägt, hr heſen. Norgen, ſid b * Morgen Vedde ie àg 150 Norgen Wiin 100= Hao Nu N w= 9oo Norgn witthſchaften mi ihn dern, de Streu in lhe ind 40 Joch Puttar t untreffen. fden Aeckern kul folgen ſollen, ni rund Streu ufß glichen Erzeugun pflanzen gtytut dadurch zu ſehr ildern, odet ei tung erforden h die Saaten anli dtfolge, degrate din die Fructfilei nwerden, ne dee den Verhälniſſe i eitzen und Ale huun f ocken, Wicken und But⸗ en bringen in eineg ſat Nais und ungektt u) beit vorhanden ſid, i Darbeit erfordern: hi der gar keinen Nuha. dder für ſch heſtcenn r beſtimmt, die unc⸗ te zu eruihten ute⸗ teingn, de un mn a der dhien und dün nd handekpfanſn 379 4. Wo hinlängliche Weiden und Wieſen vorhanden ſind, kann der ganze Acker zu Getreide und Handelspflan⸗ zen verwendet werden. 5. Die Wirthſchaftsweiſe, wo der Acker bloß zur Her⸗ vorbringung von Getreide und Handelspflanzen, und nicht zu Futtergewächſen verwendet wird, heißt man Felder⸗ wirthſchaft. 6. Wo Weiden und Wieſen mangeln, oder nicht in genügender Ausdehnung und Güte vorhanden ſind, muß das Futter ganz oder zum Theil auf den Aeckern erzeugt wer⸗ den, und Futter⸗ und Getreidepflanzen müſſen am Acker abwechſeln. 3 . 7. Wenn der Acker durch zwei und mehrere Jahre dem wilden, natürlichen Graswuchs überlaſſen, und in dieſer Zeit als Wieſe oder Weide benützt wird; heißt man dieſe Wirthſchaftsweiſe die Egarten⸗ oder Koppelw irth⸗ ſchaft: wird der Acker aber mit Getreide und Futterpflan⸗ zen abwechſelnd beſäet, und werden dieſe letztern förmlich kultivirt; ſo nennt man dieſe Wirthſchaftsweiſe die Frucht⸗ wechſelwirthſchaft. 3. Die Felderwirthſchaft kann überall Statt haben, wo die zur Größe der Aecker und ihrer verhältnißmäͤßig höch⸗ ſten Benützung erforderlichen Weiden und Wieſen in genü⸗ gender Ausdehnung vorhanden, und einer höheren Benützung nicht fähig ſind. 9. Die Koppelwirthſchaft iſt nur da vortheilhaft, wo das Klima den natürlichen Graswuchs ſo ſehr begünſtiget, daß der Acker von ſelbſt zur Wieſe wird, wenn man ihn nicht pflügt, ohne daß es Noth thut, ihn mit Futterpflanzen zu beſäen. 380 10. Die Fruchtwechſelwirthſchaft muß da betrieben werden, wo die beſtändigen Futterpflanzenfelder: Weiden und Wieſen, den nöthigen Futterbedarf nicht liefern, und das Klima den natuͤrlichen Graswuchs zu wenig begünſtigt, ſo daß entweder alles Futter, oder ein Theil desſelben durch künſtlichen Futterbau hervorgebracht werden muß; oder wo der Boden bei der großen Bevölkerung einen zu hohen Werth hat, als daß man ſich mit der geringen Benützung desſel⸗ ben zur Weide, oder als wenig eintraͤglicher Wieſe begnü⸗ gen könnte. 11. Nur in ſehr ſeltenen Fäͤllen wird eine dieſer Wirth⸗ ſchaftsarten in reinem Zuſtande betrieben; meiſtens iſt eine mit der andern mehr oder weniger vermengt, und man bauet bei der Felderwirthſchaft doch etwas Futter in den Aeckern, oder man hat bei der Koppelwirthſchaft noch nebſt⸗ bei natürliche Wieſen und Weiden. 12. Wenn man eine für die Natur des Klima, Bo⸗ dens und der örtlichen Lage der Wirthſchaft angemeſſene Auswahl von Getreide, Handels⸗ und Futterpflanzen ge⸗ troffen, und das Verhältniß beſtimmt hat, in welchem die Futter⸗ und ſtrohliefernden Gewächſe gegen jene ſtehen müſſen, die nichts zur Düngererzeugung beitragen: ſo muß nun die Ordnung angegeben werden, in welcher dieſe Ge⸗ waͤchſe einander am Acker folgen ſollen. 13. Die auf den Aeckern kultivirten Pflanzen müſſen ſo nach einander gebauet werden, einander im Acker fol⸗ gen, daß jene, welche den meiſten Dünger vertragen, ohne von ihm Nachtheil zu erleiden, im erſten Jahre der Düngung in den Acker kommen, und früher hierauf jene, die mehr des Humus bedürfen, und ſpäter jene, die ſich mehr von den unorganiſchen Stoffen anzueignen im Stande ſind. Außer dieſen müſſen ſie ſo gereiht werden, daß der xind da fuct uſtt zuteglih ſeh. 14. Jenſs iinen diken 1 Alcer wachſenf henen: Naiss giben u. f. R Halmget 8 iodem es zu ml ſücde Aehren eu Jass und die udmſelben T neht Dunger 1 15. Welt ficzte, am gnden Pfan ab. Uebe Renzen mit d um auflösliche jicher Pflanze i werden u Arrge tragen gerzin ſich en neſenſten iſt Viele ſir de endern we Manzen verſe dß man es d ſtiher Weitze ſaſen miſſe; nit einer geg unzweckmäßige Krichte in de Humus im P de verſcieden wegen laſen haft muß da bedite pflanzenfelder. Laa darf rict lefern,u 6 zu wenig keguſßg in Theil deſben u werden muß; nen 1 einen in hohen da ungen Tenüzung deſt träglicher Viſe ge wird eine dieſe dit ieben; meiſtens iln r vermengt, und m ch etwas Futter un elwirthſchaft wiuiſ⸗ Natur des Flm, d⸗ Wirthſchaft egemſe und Futterfanzen e int hat, in welhm h ichſe gegen jene ſi gung beiragn ſoni en, in velcer diſt. llen. ivirten Pflenzen rüſe einander im Att fe jen Dünger kerrige e, in erſen Jähn dr nd ſriher hieruf Ine nd ſpitrr jene dieſh n anjueifrenin Et reiht verden, dh n 361 Zuſtand des Ackers, in den er durch die Kultur der Vor⸗ frucht verſetzt wird, der Nachfrucht angemeſſen, und ihr zutraͤglich ſey. 14. Jene Pflanzen vertragen am meiſten Dünger, die einen dicken und ſteifen Stängel bilden, oder niedrig am Acker wachſen, ferner alle Wurzelgewächſe. Hierher ge⸗ hören: Mais, Bohnen, Kopfkraut, Rübſen, Kartoffeln, Rüben u. ſ. w. Halmgetreide erleidet vom friſchen Dünger leicht Nachtheil, indem es zu mürbe und zu hoch aufwaͤchst, leicht ſich lagert, und blöde Aehren erhält, oder roſtig und brandig wird; während der Mais und die Bohnen, das Kopfkraut und die Wurzelgewaͤchſe in demſelben Verhältniß einen größeren Ertrag liefern, als man mehr Dunger zu dieſen Früchten verwendet hat. 15. Weniger Dünger bedürfen die gewoͤhnlichen Halm⸗ früchte, am wenigſten der Buchweitzen und die ſchotentra⸗ genden Pflanzen. 16. Ueberall aber ſteht die Größe des Ertrages aller Pflanzen mit der Menge der im Boden vorfindigen, in ei⸗ nem auflöslichen Zuſtande ſich befindlichen Menge von orga⸗ niſcher Pflanzennahrung in einem gleichen Verhäͤltniſſe, und wir werden um ſo reichlicher ernten, je mehr wir dafür Sorge tragen, daß die Aecker immer jene Menge des Dün⸗ gers in ſich enthalten, die der Natur der Pflanze am ange⸗ meſſenſten iſt. Viele ſind der Meinung, daß die einen Getreidearten mehr, die andern weniger Dünger bedürfen; andere meinen, daß die Pflanzen verſchiedene Theile des Humus ſich aſſimilirten, und daß man es dem erſteren Umſtande zuſchreiben müſſe, daß man früher Weitzen, und dann Hafer im Acker auf einander folgen laſſen müſſe; und dann andere, daß eine zweckmäßige Fruchtfolge mit einer gegebenen Düngung mehr produzire, wie mit einer unzweckmäßigen. Ich halte aber dafür, daß der Ertrag aller Früchte in demſelben Maße größer iſt, als ſie mehr auflöslichen Humus im Boden vorfinden, den ſie anſaugen, und aus dem ſie die verſchiedenen eigenthümlichen Pflanzentheile bilden. Nur deß⸗ wegen laſſen wir früher den Weitzen im Acker nach der Düngung 382 kommen, als den Hafer, weil das, was die Wetzenpflege im kräftigeren Acker mehr hervorbringt, einen größeren Geldwerth hat, als das, was die Haferpflanze produzirt, wenn dieſe auch überhaupt ein größeres Volumen, und früher, im reicheren Bo⸗ den mehr, wie ſpäter im ärmeren produzirt. Daß die Pflanzen nicht, gleich den Thieren, einen Theil der Nahrung, der ihnen geboken wird, anſaugen, einen andern zurückſtoßen, wird daraus erſichtlich, daß alle nur dieſelbe Nahrung, in Waſſer aufgelösten Humus, erhalten, den ſie einſaugen; und ſo wie aus dem Heu bei den Kühen Milch, bei den Maſtochſen Unſchlitt, und bei den Schafen Wolle durch den Lebens⸗Prozeß der Thiere gebildet wird: ſo wird aus demſelben Humus, je nachdem ihn eine Pflanze an⸗ ſaugt, ein vegetabiliſches Produkt, das bald mehr, bald weniger Kleber, Stärkmehl, Zucker, Schleim, Oehl u. ſ. w. enthält; immer aber iſt dieſes Produkt in einem ſolchen Verhältniß der Beöhe, die der Menge des auflöslichen Humus im Boden ent⸗ pricht. 17. Wer alljährlich den Acker duͤngt, kann dieſelbe Frucht fortwährend mit gleichem Erfolge kultiviren, wenn zwiſchen der Ernte und der Saat ein hinlänglicher Zeitraum gegeben iſt, den Boden zweckmäßig vorzubereiten, und wenn man nebſtbei Sorge trägt, daß der Acker nicht im Unkraute verwildere. Sommerfrüchte laſſen ſich auf demſelben Felde immerfort bauen, wenn man nur für Dünger ſorgt; mit den Winterfrüch⸗ ten, beſonders dem Weitzen, geht es aber nicht überall an, weil zwiſchen der Ernte und der Saat der Zeitraum oft zu kurz iſt, um den Acker durch mehrmaliges Pflügen vom Unkraut zu reini⸗ gen, und den verhärteten Boden zu zertheilen. Daß man das Kopfkraut, den Hanf, den Mais, die Kartoffeln immer in dem⸗ ſelben Acker mit gleich gutem Erfolge bauen könne, bezweifelt wohl Niemand; und wer es bezweifelt, kann ſich leicht allenthalben über die Nichtigkeit dieſer Thatſache überzeugen. Soll aber das, was beim Mais und dem Hanfe wohl angeht, bei der Gerſte, dem Hafer und Sommerweitzen nicht angehen? Wenn man die Menge und Beſchaffenheit des Düngers dieſen Pflanzen gehörig anpaßt: ſo geht es ganz gewiß.— Ich kenne den Acker eines Fleiſchers, den er 20 Jahre lang immer mit Gerſte beſäete, all⸗ jährlich mit etwas Schafdünger überführte, der ihm fortan die reichſten Ernten lieferte. Sicherlich könnten wir Hafer und Gerſte immer auf dem gleichen Acker mit gleichem Erfolge bauen, wenn wir es für vortheilhaft hielten. Weil aber mit friſchem Stall⸗ miſt gedüngte Sommerhalmfrüchte bei feuchter Witterung ſich leicht lagern, und in dürren Sommern mehr leiden, als wenn ſie im zweiten und dritten Jahre nach der Düngung geſäet wor⸗ dn: ſo nehmes en Düngung Wintertis hen Europe zältraum von 5 umbers, zu k 4 digen Buden den rern; weil der nhühn zu u ellict zu loar ud weil der ra und Roſt veruſc ni gutem Er t naer in dass goung die at ni Weizen blt ud in den nes ten Ungars Wiihen. Winterrt ſichen Deuk um es räumat ſit uns dahers nuch wird den tricht von ſn richt, un fiche Dünger Dähen. 16. Wel — dfahr des I tadepflanzens dn wir in de negrerer Jah ſae Aecker b lüſen, daß d ſeilg werde de Ernte de de Nachfrue Wenn ſüächten hauen ſüben zu ſehr luſt, den wi durch das C nwiüſſen wir 5 die Weßenie 1 inen griͤßeemn Gedda⸗ roduſitt„ venn diſe u ſtihe, im reiceren d. zuzirt. Daß dee Vfan det Nahrung, der h zurückſtoſen, vit) dan ag, in Waſer aufgiä und ſo wie aus den n ſen Unſchitt, und f n der Thiere gebilde un hdem ihn eine Dſene bald mehr, l vma „Oehl u. ſ. v. at em ſolchen Verzälhi en Humus in Soa a er düngt, kan dil rfolge kultidien, i hinläͤnglicher im ßiig vorzubereitn, u) daß der Ackn nittn demſelben Felhe innit :gt; mit den Vintaftt aber nicht überal i, r Zeitraum oft ſu uni gen vom Unkkaut ri zertheilen. Diß nn) Kartofeln inmer u in auen könne, bezweftl 7 aann ſic leit alaten berzeugen. Sel che ool angeßt, bei de bi angehen? Wenn ua ers dieſen Pfanze gat Ich kenne den Ain tn ner mit Geiſt bſtt, 6 ährte, der iin ſoein anten wir hfer id 1” ichem Erfolge bann,ꝛm i aber nit ftiſhen ei ei feucher Wlkaung i en mehe leiden, 16 m Hder Düngung gi un 383 den: ſo nehmen wir immer lieber ſolche Sommerfrüchte zur fri⸗ ſchen Düngung, denen der Miſt bei keiner Witterung ſchadet. Winterweitzen nach Winterweitzen kann man im nördli⸗ chen Europa aus mehreren Gründen nicht ſäen: weil der Zeitraum von der Ernte im Auguſt, bis zur Saat, Ende Sep⸗ tembers, zu kurz und gewöhnlich auch zu feucht iſt, um den tho⸗ nigen Boden durch mehrmaliges Pflügen zu reinigen und zu pül⸗ vern; weil der Boden durch zu häufiges, auf einander folgendes Pflügen zu viele Arheit in einer zu kurzen Zeit verurſacht; want r leicht zu locker werden kann, wodurch die Pflanze auswintert, und weil der rohe Stallmiſt und die verſpätete Saat ihm Brand und Roſt verurſachen. Im ſüdlichen Europa ſäet man aber mit gutem Erfolge nicht ſelten Winterweitzen mehrmals nachein⸗ ander in dasſelbe Feld. Im ſüdlichen Frankreich ſah Young die aufgebrochenen Luzernfelder drei Mal nach einander mit Weitzen beſtellen, ohne daß dieß Nachtheil verurſacht hätte, und in den neu aufgebrochenen reichen Marſchäckern des ſüd li⸗ chen Ungarn bauet man ebenfalls viele Jahre nach einander Weihen. Winterrocken karn man aber bei uns ſowohl als im weſt⸗ lichen Deutſchland in demſelben Felde anhaltend bauen, denn es räumt dieſe Frucht hier zu Ende Juni den Acker, und läßt uns daher Zeit bis Ende Septembers mehrmals zu pflügen. Auch wird der Rocken nur in loſem Boden gebauet, und er lei⸗ det nicht von der ſtarken Auflockerung, auch iſt er dem Brande gar nicht, und dem Roſt höchſt ſelten unkerworfen, und der friſche Dünger verurſacht ihm weniger oft Nachtheil wie dem Weitzen. 18. Weil wir aber der Theilung der Arbeit, und der Gefahr des Mißrathens wegen mehrere Futter⸗ und Ge⸗ treidepflanzen bauen, und weil der gewöhnliche Dünger, den wir in die Aecker führen, nur allmählich im Verlaufe mehrerer Jahre auflöslich wird; ſo müſſen wir die für un⸗ ſere Aecker beſtimmten Pflanzen ſo nach einander folgen laſſen, daß die Menge des Düngers den Pflanzen nie nach⸗ theilig werde, und daß der Reſt deſſen, was von ihm nach der Ernte der Vorfrucht im Acker übrig bleibt, dem Bedarf der Nachfrucht noch entſpreche. Wenn wir nur eine ſehr kleine Abwechslung von Acker⸗ früchten bauen, ſo ſind wir durch das zufällige Mißrathen der⸗ ſelben zu ſehr gefährdet. Bauen wir mehrere, ſo wird der Ver⸗ luſt, den wir durch das Mißrathen der einen Frucht erleiden, durch das Gerathen der andern Früchte übertragen. Ferner müſſen wir ſorgen, unſere zur Arbeit beſtimmten Thiere und 384 Dienſtleute in beſtaͤndiger, nützlicher Thätigkeit zu erhalten, und auch dieß wird nur dadurch möglich, wenn wir eine größere Ab⸗ wechslung von Pflanzen kultiviren; und weil endlich der mit Streu gemengte Stallmiſt ſich nur allmählich auflöst: ſo können wir, nach Verhältniß der Menge und der Beſchaſſenheit desſel⸗ ben, mehrere Jahre nach einander von ihm Nutzen ziehen; nur müſſen wir nicht alle Jahre gleich große Ernten von ſolchen Pflan⸗ zen erwarten, die ſich in Hinſicht des Humusbedarfes gleich ver⸗ halten. Weil aber einige Pflanzen das Vermögen, ſich unorga⸗ niſche Stoffe anzueignen, in einem höhern Grade beſitzen, wie andere; ſo erlangen wir durch die Kultur derſelben auch dann noch anſehnliche Ernten, wenn wirklich die Maſſe des Humus im Boden nur mehr gering, und dem Bedarf der mehr fordernden nicht mehr entſprechend iſt, wohin z. B. Wicken, Erbſen, Linſen und Buchweitzen gehören. 19. Die größte Ruͤckſicht aber erheiſcht es, die Pflan⸗ zen ſo auf einander folgen zu laſſen, daß die Beſchaffen⸗ heit des Bodens, in die er durch die Vorfrucht geſetzt wird, der Nachfrucht angemeſſen ſey, damit eines Theils die Pflanzen jenen Zuſtand der Zertheilung des Bodens an⸗ treffen, der ihrer Natur unter den gegebenen klimatiſchen Verhältniſſen angemeſſen iſt, und anderen Theils jede außer⸗ ordentliche Anſtrengung zu ſeiner Reinigung vermieden werde. 20. Wenn wir ſolche Pflanzen, die zu ihrer gehöri⸗ gen Entwicklung, in weiten Zwiſchenraͤumen gebauet, und öfters behackt, auch wohl behaͤuft werden müſſen, mit Halm⸗ früchten und anderen Pflanzen, die durch ihren dichten Stand und die Beſchattung des Bodens das Aufkommen des Unkrautes und das Verhärten des Bodens hindern, in einem angemeſſenen Wechſel auf demſelben Acker kulti⸗ viren, ſo erreichen wir dieſe Abſicht vollkommen. Kartoffeln, Runkeln, Steckrüben, Mais, Bohnen, Erb⸗ ſen, Tabak, Weberdiſteln u. ſ. w. müſſen in weiten Zwiſchen⸗ räumen geſäet, und während ihres Wachsthumes behackt, und, bis auf die beiden letztern, auch behäuft werden. Dadurch wird der Acker in einen lockern und ſehr reinen Zuſtand verſetzt, und wenn er nach der Ernte ein Mal gepflügt wird, ſo iſt er hin⸗ länglich für jede folgende Frucht vorbereitet. Klee, Luzerne, Stand, und kommen des l de Sonne eini nittelbar dart Acer zur Wel 41. N haht: ſo vern amgünſiget! Söma leicht reche Gde Wer i richt Kräͤfte der Vorfruch und zu reini ibrig, als d ganzen Som Bodens zu ve 22, 1 vendig, we kommen err vendig, we dem Thonbe ju verſchaff 23. 9 Hüffomittel difft afd DBtr ieh haben, der einen Fr lic beſchrän durgerz hätigkeit du erhalte, w denn wir eine griße A nd weil endlich der i nählich auflöst: ſo kämma der Beſchafenhit deſ ihm Nuten ſiehen; m Ernten von ſolcenyin⸗ Dumusbedarſts gleit ne 3 Vermöͤgen, ſic Vhorga hern Grade beſtn, de ultur derſelben auch un die Maſſe des Huntn edarf der mehr ſordenda 6. Wicken, Erbſen, unn erheiſcht es, die hfir en, daß die Viſtlfr Vorfrucht giſet n amit eines Thelb d eilung des Bodenz w rgegebenen klinaiſta aderen dheilsjädeuß Neinigung vemita gen, die zu irr zhii zenraͤunen getu m erden miſſen mithän die durh ihrn ditn Zodens das Aftenmn en des Bodens fühm zuf demſelben Ater hli⸗ ht vollkommen. 6 den, Mait, Behrm, E müſſen in weten gwiſt epfluct widd, ſo a 3 orbertittt Alee, luhen, 385 Wicken und Linſen wachſen in einem wohl vorbereiteten Boden ſo dicht, daß zwiſchen ihnen das Unkraut nicht aufkommt, und der Acker durch ſie in einem reinen und mürben Zuſtand erhalten wird, und durch den Hanf wird der Acker im reinſten Zuſtand er⸗ halten. Nur bei der Kultur des Halmgetreides, das während des Wachsthums nicht behackt wird, und das durch ſeinen ſchüttern Stand, und ſeine dünnen, früh abdorrenden Blätter dem Auf⸗ kommen des Unkrautes zu geringe Hinderniſſe entgegenſetzt, und der Sonne einen zu großen Einfluß auf den Boden zuläßt, fängt der Boden an zu verwildern; und hierin allein, und in nichts anderem, liegt die Urſache, warum man ſich hüthen muß, zwei Halmfrüchte auf einander folgen zu laſſen, wenn man nicht un⸗ mittelbar darauf wieder eine behackte Frucht bauen, oder den Acker zur Weide oder zur Egarte liegen laſſen will. 21. Wird kein zweckmäßiger Fruchtwechſel gehand⸗ habt: ſo verhärtet, und verwildert der thonige Boden bei ungünſtiger Witterung oder in einem kühlen und feuchten Klima leicht ſo ſehr, daß er nur durch eine Brache wieder zurecht gebracht werden kann. Wer immer Halmgetreide ſäen will, und nicht Zeit und nicht Kräfte findet, den Boden in der Zwiſchenzeit von der Ernte der Vorfrucht bis zur Saat der Nachfrucht hinlänglich zu lockern und zu reinigen, dem bleibt unter ſolchen Umſtänden nichts übrig, als die Saat eines ganzen Jahres aufzugeben, und den ganzen Sommer zur Reinigung und Pülverung des verwilderten Bodens zu verwenden⸗ 22. Die Brache iſt daher nirgendwo abſolut noth⸗ wendig, weil der Zweck derſelben durch Hackfrüchte voll⸗ kommen erreicht werden kann; ſie wird nur zufällig noth⸗ wendig, wenn wir durch die Witterung gehindert werden, dem Thonboden jenen Grad der Lockerung und Reinigung zu verſchaffen, den die Kultur der Pflanzen erfordert. 23. Nur dort, wo der Ackerbau mit ſehr geringen Hülfsmitteln betrieben werden muß, oder wo die Laſt der Trifft auf den Aeckern ruht, iſt man zur Brache genöthiget. Wer keine Brache hält, muß mehr oder kraͤftigeres Zug⸗ vieh haben, als jener der Brache hält, weil er von der Ernte der einen Frucht bis zur Saat der andern, oft in einem ziem⸗ lich beſchraͤnkten Zeitraume, den Acker zweckmäßig vorbereiten Burgers Lehrb. d. Landw. II. Bd. 25 386 muß, während bei der Brache der Zeitraum eines ganzen Som⸗ mers verwendet werden kann, um den dritten Theil des Ackers zur Winterſaat vorzubereiten; auch geſchieht das Pflügen und Düngerführen zu einer Zeit, wo keine Saatarbeit drängt. Daß man weniger Dünger bedarf, wenn man Brache hält, iſt ſehr natürlich, weil nur ¼ des Ackers Früchte tragen; bei gleicher Erzeugung alſo auch um ¼ weniger Dünger bedürfen. Dafür erntet man aber auch um ſo viel weniger, denn der größere Ertrag der gebrachten Winterfrucht entſchädigt uns nicht für den Entgang eines ganzen Drittheils des Ackers, der höchſtens eine kärgliche Weide abwirft. Wir haben dieſen Gegenſtand bereits im erſten Bande S. 235 behandelt, und berufen uns hier auf das dort Geſagte. Große Wirthſchaften halten die Brache gewöhnlich für nothwendig, weil ſie für die Ausdehnung der Aecker weder hinrei⸗ chenden Zug noch Dünger haben; wo die Wirthſchaften durch die Frohne betrieben werden, da iſt die Brache unerläßlich, wenn das Klima nicht die Egartenwirthſchaft begünſtiget. Man ſieht daher im ganzen nördlichen Deutſchland, im größten Theile von England, von Ungarn u. ſ. w. die Brache. Wo ſie aber kleiner ſind, und die Laſt der Trifft nicht auf dem Acker ruht, da kennt man entweder die Brache gar nicht, oder ſieht ſie allmählich verſchwinden, wie z. B. in den Niederlanden, in der Schweiz, im Elſaß, in Tirol, Steiermark, Kärnten und in Italien. Ein klarer Beweis, daß große Güter dem Wohlſtand der Nation doppelt hinderlich ſind, weil ſie weniger produziren, und einen großen Theil des Volkes hin⸗ dern, Eigenthümer oder Pächter zu werden!— Die Gründe für und wider die Brache hat Thaer im erſten Bande ſeiner rationellen Landwirthſchaft ſehr gut aus einan⸗ der geſetzt; auch findet man im erſten Hefte der Verhandlungen der landwirthſchaftl. Geſellſchaft zu Wien ſehr vortreffliche Be⸗ merkungen über dieſen Gegenſtand. Die Vertheidiger der Brache kennen gewöhnlich nur die Landwirthſchaft ihrer Gegend und die dortigen Verhältniſſe; und weil man da Brache hält, und nach Brache ſchönes Winterkorn erntet, und jene, die ihre Brache zum Theil beſömmern, ſchlech⸗ teres Winterkorn haben, und A und B, die die Brache ganz be⸗ ſtellten, wieder zurückkehren mußten, ſo ſchließen ſie: man könne ohne Brache gar nicht mit Vortheil Getreide bauen. Allein ſie überſehen, daß man jenſeits der Berge keine Brache hält, und eben ſo ſchönes und mehr Korn noch bauet, als daheim; daß jene, welche die Brache beſömmerten, ohne für mehr Dünger zu ſorgen, den Acker nothwendig noch mehr entkräften mußten, und daß man es nur dem Unverſtand, und den zu kleinen Hülfsmit⸗ keln zuſchreiben müſſe, daß A und B eine Wirthſchaftsweiſe wie⸗ der aufgeben mußten, die ſie nicht verſtanden, und der ſie daher keineswegs gewachſen waren. 44.9 iin Thelld dheil wit E Vitzſchaßt 35. 9 bnmbage! rut nach 5 Podens/ d gerthältriſſ 46, 9 falten, feu b völkerung un dende Kahi ſen Nuen den den( ſteützwaſ ger erheiſ und überal Bevölkerun vitthſchaft 1).1 rict bewäſ ſt, unterd Getreide, doypelt ſo 26.7 entwederd muß wau debau ſo meht dem ſucht mau aum eines ganzen d dritten 1 8 n ſtießt dus Jfügn n Saatarheit dringt dij an Vrache hält, iſ ſar icte tragen; bei llite 3* ir Deir niger, dem der giſe ſchädigt uns nict k Ackers, der höchſtens in reits im erſten Bande 8 f das dort Geſagte. Brache gewohnich ſe g der lecker weder hni⸗ ie Wirthſchaften der n Brache unerlißlich, da t begünſtiget. Nu ſe tſchland, in gifn lu. ſ. w. die Brache. d grifft nicht auf den Ue ache gar nicht, dder ſiß den Niederlandi lirel, Steiernen larer Beweis, daz gh ppelt hinderlich ſind, del ßen Theil des Volkes ſe rden!— Brache hat Thatti hſchaft ſehr gut ius enn Hefte der Verhandline ien ſehr vortrefüce d⸗ ennen gewöhnlih m dortigen Verhältniſe; n Brache ſchönts Vintein Theil beſommern, ſtſ „die die Brache zun ſchließen ſie: mi kr Betreide bauen. Alin e keine Brache hält, n bauet, als dabeim; R ohne für mehe Dinge 5 ar enkkriften meßtm, n d den zu kleinen Hilßies ne Wirthſchftäeiſ e ſtanden, und der ſiedie 387 24. Wo die Felder in 3 Theile abgeſondert ſind, und ein Theil davon gebracht, ein Theil mit Winter⸗ und ein Theil mit Sommergetreide beſtellt iſt, da heißt man dieſe Wirthſchaft: das Dreifelder⸗Syſtem. 25. Welche Art der Bewirthſchaftung bei einer gege⸗ benen Lage den größten Vortheil hervorbringen werde, kann nur nach einer genauen Berückſichtigung der Natur des Bodens, des Klima, der politiſchen und kommerziellen Verhältniſſe derſelben angegeben werden. 26. Im Allgemeinen kann man annehmen, daß in kalten, feuchten Gegenden mit Thonboden, wenn die Be⸗ völkerung und das zum Betrieb der Wirthſchaft zu verwen⸗ dende Kapital gering iſt, die Koppelwirthſchaft den mei⸗ ſten Nutzen abwerfen werde, weil das Klima und der Bo⸗ den den Graswuchs begünſtiget, und weil dieſe Wirth⸗ ſchaftsweiſe den mindeſten Aufwand von Kraft und Dün⸗ ger erheiſcht; in wärmeren, und trockneren Gegenden aber, und überall, wo der Werth des Bodens bei einer größern Bevölkerung nicht ſehr niedrig ſteht, die Fruchtwechſel⸗ wirthſchaft mehr Nutzen bringen werde. 27. Die Koppelwirthſchaft zieht alles Feld, welches nicht bewäſſerte Wieſe oder dürres, entferntes Weideland iſt, unter den Pflug, und bauet 2 bis 5 Jahre lang darauf Getreide, worauf es eben ſo lange oder auch wohl faſt doppelt ſo lange zur Wieſe und Weide benützt wird. 28. Der Zweck bei dem Betriebe der Koppelwirthſchaft iſt entweder die Viehzucht, oder der Körnerbau. Im erſteren Falle muß man die Kraft des Ackers durch Pflügen und Getrei⸗ debau ſo wenig als möglich angreifen, und den Dünger mehr dem Graſe als dem Korn zuwenden; im zweiten Falle ſucht man für ſeinen verwendeten Dünger im Getreide Er⸗ 25* 388 ſatz. Im erſten Falle ſtellt die Egarte eine Wieſe, im zwei⸗ ten Falle aber nur eine Weide vor. . In den Gehirgen des ſüdlichen Deutſchlandes und der Schweiz iſt die Egartwirthſchaft ſeit undenklichen Zeiten uͤblich. In welchem Wechſel die Felder liegen, mögen folgende Beiſpiele zeigen. Im Salzburgiſchen, bei Mitterſill: ¹) Winter⸗ rocken, gedüngt. 2) Sommerweitzen gedüngt. 3) und 4) Egarten. Man kann in hoch gelegenen, kalten und feuchten Ländern die Winterfrucht nicht in das zweite Jahr bringen, ſondern muß ſie in die friſch umgepflügte Egarte ſäen; denn der Sommerwei⸗ tzen räumt das Feld zu ſpät, als daß man noch Rocken wagen dürfte. Wenn beide Getreidearten gedüngt werden, was da leicht möglich wird, wo ein kleiner Ackerbau mit großen Berg⸗ und Alpenwieſen, ſo wie mit Sumpfſtreu verbunden iſt: ſo iſt ihr Ertrag an Korn und Stroh ſehr groß, und die Egartwieſen ſehen den üppigſten, bewaͤſſerten Wieſen gleich. In Ober⸗Steiermark, bei Murau: 1) Sommer⸗ weitzen ohne Dünger. ²) Hafer ohne Dünger. 3) Winterrocken, gedüngt 4), 5) und 6) Egarten. Das Klima iſt milder, wie bei Mitterſill, darum kann man nach Hafer noch Winterrocken ſäen; weil aber in 6 Jahren nur ein Mal gedüngt wird, wenn gleich mit der letzten Getreide⸗ frucht: ſo iſt der Ertrag der Egarten ungleich geringer, ja im dritten Jahre kaum mehr als eine gute Weide. In Kärnten: I. 1) Winterrocken, gedüngt. ²) Hafer. 3) Sommerrocken, gedüngt. 4), 5) und 6) Egarten. II. 1) Hafer ohne Dünger. ²) Sommerrocken, gedüngt. 3) Winterrocken, gedungt. 4), 5) und 6) Egarten. III. 1) Sommerweitzen, gedüngt. ²) Hafer. 3) Winter⸗ rocken, gedüngt. 4), 5 und 6) Egarten. IV. ¹) Hafer ohne Dunger. 2) Winterrocken ohne Dün⸗ ger. 3) Sommerrocken mit Dünger. 4), 5) und 6) Egarten. Der Fruchtwechſel wird in dieſen Ländern überall durch das Klima und die Menge des Dungers beſtimmt, den man durch Bergwieſen, Weiden und Waldſtreu gewinnt. Zu jeder Frucht wird nur ein Mal, unmittelbor vor der Saat gepflügt; theils, weil man nicht Zeit hat, öfters zu pflügen, theils weil man das im Boden befindliche Unkraut nur unterdrücken, nicht ausrotten will. In den Ebenen des nördlichen Deutſchlandes iſt die Koppelwirthſchaft erſt in neueren Zeiten eingeführt worden, als man ſie durch den Verkehr mit Dänemark und England näher kennen lernte, wo dieſe Wirthſchaftsweiſe ebenfalls ſeit undenklichen Zeiten üblich iſt. Man unterſcheidet da die Holl⸗ ſteiniſche und Mecklenburgiſche Koppelwirthſchaft. Die erſtere hat ſo wie unſere Egartenwirthſchaft mehr die Viehzucht Seir an den Get aber darin 4 rucgezogen, Aterliegen Dir 1 bindet die B de Getreidet die Vrache ll größte Thätie uunme. Dat veniger ergi liegen. zeiſpiele I.) Ggerſte. 4)? Kiide. II. ¹) Beiſpiele 1. 1¹) Hafer. 5), II. ¹) dm. 5) Ha 29. der nur Kö ab, wenn oder es r pflanzen g nicht, ode Jo. aufnimmt und der? Grade d keine Neſe,ini Deutſchlandes ft ſeit undenklichen 5 liegen, mägen fola Nitterſill:) Wi dungt. 3) und ch alten und feuchen dände ihr bringen, ſonden ni 1z denn der Sonnare man noch Rocken utga gt werden, vas de li u mit großen Berg w) verbunden iſt: ſo ißi Wmo die Egartwitſen ſhe Nurau: 1) Sunm bünger. 3) Winterron, eitterſill, darun hn ; weil aber in 6 ahe h mit der letzten Genei ungleich geringe, un Weide. Hafer. 3) Sontrrotn Sommerrocken, güint 6) Egarten. gt. 1) Haſet. 3) Wtin en. ˖Winterrocken ohne Du⸗ ), ⁵) und 6) Egerter ſen Ländern überil it ngers beſtimnt, da un Ntreu gewint. d he r vor der Saat dagſin s zu pflügen, helt ui ut nut unterdricin, i en Deutſchlandezi geiten iingeühtt vohn Inemarkund En 15 hſchaftsweiſe tberfal ſ nterſcheidet da di 3 he Koopebwirtſtt 1' tzſcheſt wehr de Nh 369 als den Getreidebau zum Zweck, und hält keine Brache; weicht aber darin ab, daß ſie mehrere Schläge hält, d. h. eine längere Reihe von Jahren Getreide erntet, und eben ſo lang, oft faſt doppelt ſo lang den Acker wieder zur Weide liegen läßt. Vor⸗ züglich aber unterſcheiden ſich beide Wirthſchaftsarten, daß man bei uns die Egarte als Wieſe betrachtet, und benützt, während ſie in Holſtein nur eine Weide iſt, denn der meiſte in den Acker gebrachte Dünger wird da wieder durch das Getreide her⸗ ausgezogen, indeſſen wir im letzten Jahre düngen, und dann den Acker liegen laſſen. Die Mecklenburgiſche Art der Koppelwirthſchaft ver⸗ bindet die Brache mit der Weidewirthſchaft. Ihr Hauptzweck iſt der Getreidebau, und nicht die Viehzucht; darum ſucht ſie durch die Brache das Unkraut zu zerſtören, und den Dünger in die größte Thätigkeit zu ſetzen, daß er den Getreidefrüchten zu gute komme. Daher ſind ihre Weiden aber auch viel ſchlechter und weniger ergiebig: auch läßt ſie das Land nicht ſo lang zur Weide liegen. Beiſpiele der Holſteiniſchen Koppelwirthſchaft. I. ¹) Hafer, ungedüngt. 2) Winterrocken, gedüngt. 3) Gerſte. 4) Rocken. 5) Hafer. 6), 7), 8), 9), 10) und 11) Weide. 3 II. 1) Buchweitzen. 2) Winterrocken, gedüngt. 3) Hafer. 9 Hafer. 5), 6), 7), 8), 9), ¹0) und 11) Weide. Beiſpiele der NMecklenburgiſchen Koppelwirth⸗ ſchaft. I. 1) Brache, gedüngt. 2) Winterrocken⸗ 3) Gerſte. 4) Hafer. 5), 6) und 7) Weide. II. 1) Brache, gedüngt. 2) Weitzen. 3) Gerſte. 4) Ro⸗ cken. 5) Hafer. 6), 7), 3) und 9) Weide. 29. Bei der Fruchtwechſelwirthſchaft wechſeln entwe⸗ der nur Körnerfrüchte und Handelspflanzen unter einander ab, wenn Wieſen und Weiden zur Genüge vorhanden ſind; oder es müſſen gemeinſchaftlich mit dieſen auch Futter⸗ pflanzen gebauet werden, wenn natürliche Futterfelder gar nicht, oder nicht genügend vorhanden ſind. 30. Die Pflanzen, die man in den Fruchtwechſel aufnimmt, müſſen der Natur des Klima, des Bodens, und der Wirthſchaftsverhältniſſe angemeſſen, und nach dem Grade der Düngerkraft, in dem ſich der Acker befindet, ſo 390 an einander gereiht werden, daß die Kultur der Vorfrucht den Boden in einem ſolchen Zuſtande hinterläßt, daß die Kultur der Nachfrucht keine außerordentliche Bearbeitung nöthig hat. Beiſpiele des Fruchtwechſels ohne Futter⸗ pflanzen. a) Im kühlen Klima und ſchweren Boden. I. 1) Bohnen, gedüngt, behackt. ²) Weitzen. 3) Gerſte. II. 2) Bohnen, gedüngt, behackt. 2) Weitzen. 3) Erb⸗ ſen. 4) Gerſte. In beiden Fällen kommt eine Hackfrucht vor; hierauf folgt Weitzen, dem der kräftige und reine Zuſtand des Ackers beſonders zuſagt, und womit wir den im Boden noch vorſindigen, vielen Dünger höher benützen, wie mit den ſpäteren Früchten. Zwi⸗ ſchen der Ernte des Weitzens und der Saat der Gerſte im erſten Beiſpiele iſt genug Zeit, um den Acker zwei Mal pflügen und extirpiren zu können; ſäen wir aber Erbſen, ſo bedecken dieſe durch ihren dichten Stand den Acker, und verhüthen ſein Ausdorren: auch können ſie gedrillt und behackt werden, und weil ſie dem Boden weniger wie eine Halmfrucht entziehen, ſo können wir von der Gerſte noch immer eine treſſliche Ernte erwarten. b) Im warmen Klima und ſchweren Boden. I. 1) Mais, Tabak, Hanf, gedüngt, und die eeſteren be⸗ hackt. 2) Weitzen. 3) Gerſte oder Sommerweitzen. II. 1) wie I. 2) Weitzen. 3) Erbſen. 4) Hafer. e) Im kühlen Klima und leichten Boden. I. 1) Kartoffeln, gedüngt, behackt. 2) Hafer. 3) Win⸗ terrocken. II. ¹) Erbſen, halbe Düngung, behackt. ²) Winterrocken. 3) Hafer, halbe Düngung. 4) Winterrocken. 4) Im warmen Klima und leichten Boden. I. 1) Mais, gedüngt, behackt. 2) Winterrocken. 3) Hafer. II. 1) und 2) wie zuvor. 3) Erbſen. 4) Hafer. Beiſpiele vom Fruchtwechſel mit Futter⸗ pflanzen. a) Im kühlen Klima und ſchweren Boden. I. 1) Bohnen, Kopfkraut, Steckrüben, gedüngt und be⸗ hackt. 2) Gerſte. 3) Klee. 4) Weitzen. J. 1)8 nerrocken, G Der be⸗ II.1)! 9 Pinterwei 3)⸗Im 1 y! und Hafer. 3 ſerräͤben. U. u) 9) Wetzen. Dieſe der oben auf In de kommen ang dung des La Natur des tes Maß zy tet, der die ten Theil ſein Handelspflan den, und der bedarf gemäß durch die Ku Niinheit und 1. 0 Organiſ de Verthe der der I und die ſe Kultur der Porfue de hinterlißt, dj 4 ordentliche deneing els ohne Futtts ſchweren Boden. . 1) Weitzen. 1) Geit kt. ¹) Weitzen. z)( ckfrucht vor; hietnf it ſtand des Ackers deſonde n noch vorſindigen, ii ſpäteren Früchtm. zn Saat der Gerſte in nit er zwei Mal pfügn m ſen, ſo bedecken ditſe d then ſein Ausdorren: un „und weil ſie den Beie 1, ſo können wir benn erwarten. ſchweren Boder⸗ düngt, und die efents ommerweiten. Erbſen. 4) hift. leichten Bodet. ackt. 2) Hafer. 3) Iu behackt. ¹) Winkerott errocken. leichten Boden. 2) Winterrodke. J hei Erbſen. 9) Hafer. chſel mit Futter . ſchweren Bodet⸗ teckrüben, gedüngt i itzen. I 391 II. 1), ²) und 3) wie zuvor. 4) Erbſen. 5) Weitzen, halbe Düngung. 6) Hafer. v) Im warmen Klima und ſchweren Boden. I. 1) Mais, Hanf, Steckrüben, Nunkeln, gedüngt und behackt. ²) Gerſte. 3) Klee. 4) Weitzen. II. ¹), ²), 3) und 4) wie zuvor⸗ 5) Wicken, gedüngt. 6) Weitzen. e) Im kühlen Klima und leichten Boden. I. 1) Karkoſſeln, Steckrüben, gedüngt und behackt. 2) Som⸗ merrocken, Gerſte und Hafer. 3) Klee. 4) Winterrocken⸗ Der bekannte Turnus in Norfolk iſt; II. ¹) Rüben, gedüngt und behackt. ²) Gerſte. 3) Klee. 4) Winterweitzen. W d) Im warmen Klima und leichten Boden. I. ¹) Mais, Kartoſſeln, gedüngt und behackt. 2) Gerſte und Hafer. 3) Klee. 4) Winterrocken, und als Nachfrucht: Waſ⸗ ſerrüben. II. 1) Mais, 2²) Gerſte, 3), 4), 5), 6) und 7) Luzerne. 9) Weitzen. 9) Hafer⸗ Dieſe Beiſpiele mögen genügen, die praktiſche Anwendung der oben aufgeſtellten Lehrſätze zu zeigen.. In der Anordnung eines, den gegebenen Verhältniſſen voll⸗ kommen angemeſſenen Fruchtwechſels zeigt ſich die vollendete Bil⸗ dung des Landwirths, der nur ſolche Pflanzen kultivirt, die der Natur des Bodens und Klima angemeſſen ſind, der ein gerech⸗ tes Maß zwiſchen Futter⸗, Körner⸗ und Handelspflanzen beobach⸗ tet, der die ergiebigſten Futterkräuter bauet, damit er den größ⸗ ten Theil ſeiner Aecker der Kultur jener Arten von Getreide⸗ und Handelspflanzen widmen könne, die den größten Geldwerth ha⸗ ben, und der die ausgewählten Pflanzen immer ihrem Dünger⸗ bedarf gemäß, und ſo auf einander folgen läßt, daß der Boden durch die Kultur derſelben in einem angemeſſenen Zuſtande von Reinheit und Lockerung erhalten wird⸗ §. WV. Vom inneren Haushalt. 1. Der innere Haushalt, oder die Lehre der Organiſation des inneren Hausweſens lehrt die Vertheilung der Geſchäfte unter die mancherlei Mitalie⸗ der der Wirthſchaft, die gegenſeitigen Pflichten derſelben, und die Art, wie man ſich eine klare Einſicht und vollkom⸗ 392 mene Ueberzeugung über die Vortheile oder den Schaden verſchafft, der aus dem Betriebe der mancherlei Zweige der Wirthſchaft hervorgeht. 2. Er zerfällt daher in drei Abtheilungen, von denen die erſte die Vertheilung der Geſchäfte, die andere die Pflichten der Herrn und Diener, und die dritte die Berechnung der Wirthſchaft zeigt. A. Von der Vertheilung der Geſchäfte. 1. Die Vertheilung der Geſchafte wird bei der Landwirthſchaft, ſo wie bei jedem anderen Gewerbe, das mehrere und verſchiedentliche Arbeiter beſchäftiget, nach denſelben Grundſätzen vorgenommen. 2. Wenn mehrere große Wirthſchaften einem und dem⸗ ſelben Beſitzer gehören: ſo iſt dieſer, oder ſein Stellvertre⸗ ter, hinlaͤnglich beſchaͤftigt, wenn er die Organiſation der Güter entwirft, die Wirthſchaftsweiſe angibt, ob ſeine Anordnungen befolgt werden, nachſieht, und die Wirth⸗ ſchaftsrechnungen revidirt. 3. Die Ausführung der im Allgemeinen angegebenen Bewirthſchaftung liegt dem Wirthſchaftsverwalter ob, der das Oberhaupt jeder einzelnen Wirthſchaft iſt, von dem die Vorſteher der Dienſtleute die Befehle empfangen, die ſie dann unter ihrer Anleitung und Aufſicht mit dem Dienſt⸗ volke ausführen. 4. In kleinen Wirthſchaften macht der Eigenthüͤmer zugleich den Verwalter, und in Bauernwirthſchaften legt er bei der Arbeit ſelbſt Hand an. 5. Jedem Arbeiter muß ein beſtimmtes Geſchäft zu⸗ gewieſen werden, das ihn hinlänglich beſchäftigt, und wo⸗ für er verantwortlich iſt. So hat der eine die Pferde, der andere die Ochſen, die Schafe, die Schweine zu beſorgen; es gibt Maͤgde bei den Kü⸗ hen, den Schweinen, dem Geflügel, in der Küche u. ſ. w.— biſ un ovoh ſein heen Beſorge⸗ Gewahrſam ihtiger dt . di hergehenden wom ftihen Geſchäſte „N dar betinm ih ſeedie B. Vor 1. Die netn beſte Diener der vofür ihm ſet, zud 2.( und Gedit Zeit, und 3. 3 muß ein i heide engen näͤher rich Habe dem Vortheil, dmit di du verhüt könnte. Der lebhaft in ihn ſorgt, ner am we giſchätzt u Burgerz. heile oder de Säde der mancherli Ikig lötheilungen, ton dnn Geſchaͤfte de aha ind Diener, udſ irthſchaft zig z der Geſchäfte r Geſchaͤfte widi edem anderen Gene rbeiter beſchäftige nn en. hſchaften einem mom⸗ r, oder ſein Stldenne er die Organiſatin d zweiſe angibt, oh ſu⸗ achſieht, und di Aiß Allgemeinen angegam hſchaftsverwalte c n Lirthſchaft iſt, ui in Befehle emyfanz, n Aufſcht mit den datt macht der Eigentne⸗ Bauernwirthſchftn lui beſtimmtes geſchiſt glich beſchftgt, nd ne der andere die Oüſen, es gidt Migde bii den fi l, in da guhe„ 393 Es iſt von großem Vortheil, jedem Pferd⸗ und Ochſenknecht nicht ſowohl ſein beſtimmtes Vieh, womit er fährt, zur ausſchließli⸗ chen Beſorgung, ſondern auch den erforderlichen Werkzeug in ſein Gewahrſam zu übergeben, weil er mit Vieh und Werkzeug auf⸗ richtiger verfahren wird, wenn er dafür verantwortlich iſt. 6. Die Geſchäfte des folgenden Tages müſſen am vor⸗ hergehenden Abend angeordnet werden, damit Jedermann vom frühen Morgen bis zur Nacht dem ihm aufgetragenen Geſchäfte obliege. 7. Man muß ſich öfters überzeugen, ob die Arbeiter zur beſtimmten Zeit ihr Geſchaft beginnen und endigen, und ob ſie die aufgetragene Arbeit gehörig vollführen. B. Von den Pflichten der Herren und Diener. 1. Die Pflichten zwiſchen Herren und Die⸗ nern beſtehen im engſten Sinne darin, daß der Herr dem Diener den ihm für ſeine Arbeit verſprochenen Lohn bezahle, wofür ihm dieſer die bedungene Zeit über jene Arbeiten lei⸗ ſtet, zu denen er ſich verbindlich gemacht hat. 2. Ein ſolches Verhältniß findet aber nur gegen Tag⸗ und Gedingarbeiter Statt, deren Dienſte wir nur auf kurze Zeit, und für eine beſtimmte Arbeit benützen. 3. Zwiſchen dem Dienſtherrn und dem Dienſtboten muß ein mehr geſellſchaftliches Verhältniß obwalten, das beide enger zuſammenhält, und den letzteren dem erſteren näher rückt: denn da der Dienſtherr ſeine ganze fahrende Habe dem Dienſtboten übergeben muß; ſo erfordert es ſein Vortheil, die Zuneigung des Dienſtboten ſich zu erwerben, damit dieſer fleißig und aufſichtig ſey, und jeden Schaden zu verhüthen ſich bemühe, der dem Dienſtherrn zugehen könnte. Der Diener wird ſich nur dann für den Vortheil des Herrn lebhaft intereſſiren, wenn dieſer in allen Stücken freundlich für ihn ſorgt, und ihm das Mißverhältniß zwiſchen Herrn und Die⸗ ner am wenigſten fühlen läßt. Er haßt ihn, wenn er ſich gering geſchätzt und ſchlecht behandelt ſieht, verrichtet dann ſeinen Dienſt Burgers Lehrb. d. Landw. K. Dd⸗ 26 394 nur in ſo fern als er muß, und ſo weit er dafür verantwortlich iſt, und ſchadet und neckt ihn, wo er kann. 4. Es iſt daher nicht genug, daß der Dienſtgeber den Dienſtvertrag genau erfülle, d. h. dem Dienſtboten den ver⸗ ſprochenen Lohn und die feſtgeſetzte Beköſtigung gebe: er muß auch für ihn ſorgen, wenn er erkrankt, oder in ſeinem Dienſte zur fernern Arbeit untauglich wird. 5. Die Größe des Lohns richtet ſich nach der Menge des Geldes, nach dem Verhältniß der Menge von Arbeit⸗ ſuchenden, und nach der Beſchaffenheit der Arbeit, die geleiſtet wird. In welchem Lande viel Geld iſt, da gilt es weniger, und der Lohn iſt größer, wie z. B. in England, in der Schweiz, in den Niederlanden, wo man einem Pferdeknecht 50 bis 160 fl. gibt, während er bei uns 12—20 fl. erhält.— Wo viele Dienſtboten ſind, iſt die Arbeit verhältnißmäßig wohlfeiler, als da, wo ihrer wenig ſind. Während des Krieges war bei uns der Lohn der Knechte um die Hälfte, oft um das Doppelte ſo hoch, als jetzt, wo im Frieden Ueberfluß an Arbeitern iſt.— Solche Arbeiten, die mehr Geſchicklichkeit und Kunſt erfordern, werden, wie billig, theurer bezahlt, als ſolche, wo bloß körperliche Kräfte zureichen: darum werden Knechte, die pflügen und ſäen, beſſer bezahlt, wie ſolche, die bloß zur Viehfütterung verwendet wer⸗ den; Käsmacher höher, als einfache Küher, und die Köchinn er⸗ hält mehr als die Küchenmagd. 6. So viel muß jeder Dienſtbote überall und in jedem Jahre an Lohn erhalten, daß er, ſeinem Stande gemäß, nach der Sitte des Landes, anſtändig gekleidet erſcheinen und bei guter Haushaltung einen Nothpfennig erübrigen könne, ohne allen Freuden des Lebens entſagen zu müſſen. 7. Weil der Dienſtbote nicht als ein fremder Menſch, ſondern als ein Mitglied der Familie angeſehen werden muß: ſo müſſen wir auch nicht bloß für ſeinen Unterhalt, ſondern auch für ſeine ſittliche Bildung beſorgt ſeyn. 8. Wenn Ordnung, Sittlichkeit und ſtreng religiöſe Form im Hausweſen bedhachtet und gehandhabt werden: durd fre die unta figet we⸗ Dienſtvol⸗ lohner ſi 9. 1 ungeſchi überall! Klaſſe, die nur ſin, in oder ihn nict auf 1. der Vi der eine gen habe Rechnm nung er 2 nung iſ gende 3. Att. J um V heißt C rente rothwe ſteßt: dhiere it ee däſit de kann ia nuaa daß der daenigie en Dienſeten e 1 t eüüſigun gi, erkrankt, der i ſinn ch vid. iet ſch nach de Ran der Menge dun i fanhet der Aht, da gilt es verige,n land, in da Snt enem Pferdeknect dt o fl. erhaͤlt.— Bt wißmäßig wohle, Krieges war bi mu um das Doyyelt ſ t Arbeiten if.- 24 Kunſt erfordern, dan⸗ wo bloß brpetütedin te pflügen und ſin,ſir fütterung bervet d Küher, und dir kätue tte iberal udu ſa ſeinen Emneegri indig gelledteſti Nothrfenni tünm hens enſuyn prſn ils ei fende lat mmilie angethn unm iß fit ſeinn durt ang beſetten fkeit ud ag rui 1 un ghnſ mi 395 ſo wird man ordentliche, vergnuͤgte und glückliche Diener In allen Ländern, wo der Boden mehr vertheilt, und durch freie Eigenthümer, durch Dienſtboten bewirthſchaftet wird, die unter dem Auge des Dienſtherrn leben, und von ihm bekö⸗ ſtiget werden, findet man eine größere Sittlichkeit unter dem Dienſtvolk, als da, wo es auf Deputat geſetzt iſt, oder als Tag⸗ löhner ſich ſelbſt überlaſſen iſt. 9. Die Klagen über das Dienſtvolk, daß es faul, grob, ungeſchickt und untreu ſey, fallen größten Theils auf die üͤberall vernachläßigte öffentliche Erziehung der dienenden Klaſſe, und zum Theil auf die Dienſtherren ſelbſt zurück, die nur allzuhäufig roh, unſittlich, unwiſſend und filzig ſind, in keinem Falle den Dienern zum Muſter dienen, oder ihnen Vorwürfe zu machen berechtiget wären, die dieſe nicht auf jene zurückſchieben könnten. C. Von der Wirthſchaftsrechnung. 1. Ob man Vortheil oder Schaden aus dem Betriebe der Wirthſchaft gezogen, und in welchem Verhältniß der eine oder andere Zweig der Wirthſchaft hiezu beigetra⸗ gen habe, wird nur durch die Rechnung erſichtlich. Ohne Rechnung hat man nur Muthmaßungen, durch die Rech⸗ nung erlangt man erſt klare Begriffe. 2. Der Hauptzweck einer jeden Wirthſchaftsrech⸗ nung iſt, zu zeigen, wie ſich das in der Wirthſchaft lie⸗ gende Kapital verzinſet habe. 3. Das Wirthſchafts⸗Kapital iſt aber von dreifacher Art. Jenes, welches im Grund und Boden, ſo wie in den, zum Betriebe der Wirthſchaft erforderlichen Gebäuden liegt, heißt Grund⸗Kapital, die Zinſen hiervon die Grund⸗ venten. Das andere, welches in den, zum Betriebe nothwendigen, lebenden ſowohl als todten Fahrniſſen be⸗ ſteht: Vieh, Geräthe, Lebensmittel für Menſchen und Thiere von einer Ernte zur andern, heißt Inventar ium; 26* 396 und das dritte, welches entweder ganz im baaren Gelde, oder zum Theil in überflüſſigen und verkäuflichen Wirth⸗ ſchaftserzeugniſſen beſteht, womit die laufenden Ausgaben für Arbeit, Steuern und erforderliche Einkäufe beſtritten werden, heißt das Betriebs⸗Kapital. 4. Die Zinſen des Grund⸗Kapitals ſind durch den An⸗ kauf des Gutes, oder durch die Pachtung gegeben. Wer ſein Gut um 10000 fl. gekauft hat, muß ſich die Zin⸗ ſen hiefür jährlich gleich in Rechnung bringen. Ob er ſich aber 3, 4, 5 oder 6% hierfür in Rechnung bringen müſſe, hängt von dem Zinsfuße ab, der in den verſchiedenen Ländern Statt hat, wenn man für geliehene Gelder eine ſogenannte Pragmatikal⸗ Sicherheit leiſtet. Wer das Gut gepachtet hat, bringt die Summe der Pacht hier in Anſchlag. 5. Die Zinſen des Inventariums müſſen doppelt ſo hoch, als die Zinſen des Grund⸗Kapitals angeſchlagen wer⸗ den, weil der Werth des Kapitals durch das Alter und die Benützung minder wird, weil er mehr gefährdet iſt, und oft vor der Zeit zu Grunde geht. Wenn mir Jemand heute ein vollſtändiges Wirthſchafts⸗ Inventar, 10000 fl. im Werthe, übergibt, und kein anderes Pfand, als dieſes Inventar für ſein Kapital hat, wofur ich ihm 5% Zinſen zahle: ſo wird er nach 5 Jahren, wenn er ſein Ka⸗ pital zurückhaben will, und den Werth des Inventars unterſucht, nicht mehr 10000 fl., ſondern nur etwa 7500 fl. finden; denn weil ich immer noch dieſelben Pferde, Ochſen und Kühe habe, die er mir übergab: ſo ſind dieſe inzwiſchen um ſo vieles minder werth geworden, und einige ſind auch zu Grunde gegangen: die Pflüge, Eggen, Wägen ſind kaum mehr zu brauchen, u. ſ. w. Hätte er von mir 10% gefordert: ſo hätte er binnen dieſen 5 Jahren 2500 fl. mehr an Zinſen bekommen, und der Abfall des Inven⸗ kars wäre gedeckt. b. Die Zinſen des Betriebs⸗Kapitals ergeben ſich, wenn man die Zinſen des Grund⸗ und Inventarial⸗Kapitals, ſo wie alle anderen für die Wirthſchaft geleiſteten Ausgaben, dann alle Einnahmen und den Unterſchied des Inventarial⸗ Kapitals des letzten Jahres zu dem gegenwaͤrtigen in Rech⸗ nung bringt.. Ein Der Werl 9 ) Aus Zinſen dee )» Steuern, gen man Ein Fir Vich Das deßl rige um We als Jinſen ſch, daß und auch: richt das rücgekehr tar enthal in der dem Be hervotgit 3. ts vicht an Geld Ausgabe net, und 9. net wir für das ferner w ſen, an für das ſchreibt: Summe dasſelbe gan; in hagren beh. d verkäuflchen La de laufenden Alögaha ihe Einkiufe henne pital. tals ſind duch en htung gegeben. uft hat, muß ſih deze bringen. Ob er ſihin bringen müſſe, häagt m eenen Ländern Stnt ſogenannte Hragnrit et hat, bringt die Suune ms müſſen deyhit itals angeſchlagena⸗ durch das Alter und ehr gefährdet iſ m oollſäündiges Wirſtat ergibt, und kein andas oital hat, wofir it in jahren, wenn er ſil za des Inventars untrith, „500 fl. finden; dem vil en und Kühe habe, dit im ſo vieles ninder ve de gegangen: dieTfü uchen, u. ſ. v. hilke „binnen dieſen 5 Jahra und der Abfell ds JIner ttals ergeben ſch ne nventaria cpiui ft geleiſteten Ausgeben ſſchied des Inwentkri⸗ gegenvirligen incet⸗ 397 Ein Beiſpiel ſoll dieß naͤher angeben. Der Werth des Gutes beträgt.... 10W0oo fl. »„»„ Inventariums....... 5000 Ausgaben: Zinſen des Grund⸗Kapitals à 5/....... 500 ſl. „„ Inventariums à 10%.... 500» Steuern, Taglohn, Einkäufe u. ſ. w., welche Ausla⸗ gen man das Betriebs⸗Kapital nennt.... 4000» Summe der Ausgaben 500o fl. Einnahmen: Für Vieh und Getreide.. 4600 fl. Das dießjährige Kapital iſt größer gegen das vorjäh⸗ .... cw„ 800„ rige um... 1 Summe der Einnahmen 5400 fl. Werden hievon die Ausgaben abgezogen: ſo bleiben 400 fl. als Zinſen des Betriebs⸗Kapitals von 4000 fl. übrig, und es zeigt ſich, daß ſich das Grund⸗Kapital zu 5%, das Inventar zu 10%, und auch das Betriebs⸗Kapital zu 10% verzinſet habe; daß aber nicht das ganze Betriehs⸗ Kapital wieder bar in die Hände zu⸗ rückgekehrt, ſondern daß ein Theil, nämlich 800 fl., im Inven⸗ tar enthalten ſey. 7. Der Nebenzweck der Rechnungsfführung beſteht in der Kenntniß des Nutzens oder Schadens, der aus dem Betriebe der verſchiedenen Zweige der Wirthſchaft hervorging. d 8. Wenn dieſer Zweck erreicht werden ſoll; ſo iſt es nicht hinlänglich, bloß die Einnahmen und Ausgaben an Geld zu verzeichnen: es muß auch alle Arbeit, jede Ausgabe an Geld und Wirthſchafts⸗Produkten verzeich⸗ net, und wofür es verwendet worden, bemerkt werden⸗ 9. Wenn jedem Boden⸗Produkte das zur Laſt gerech⸗ net wird, was es an der Grundrente und an Zinſen für das Inventar, ſo wie an Steuern aller Art trifft: ferner was für dasſelbe an Geld, an Wirthſchaftserzeugniſ⸗ ſen, an Arbeit verwendet worden iſt; und wenn man da⸗ für das, was es hervorgebracht hat, ihm zu Guten ſchreibt: ſo erhellet aus dem Unterſchiede dieſer beiden Summen, ob und welchen Vortheil oder Schaden uns dasſelbe gebracht habe. 398 10. Die Summe der Grundrente muß auf alle Theile des zur Wirthſchaft gehörigen Grund und Bodens nach Verhaͤltniß des objektiven und ſubjektiven Werths derſel⸗ ben vertheilt werden. 11. Die Zinſen für die fahrende Habe, mit Aus⸗ nahme des Viehes, ſo wie die Steuern werden nach dem gleichen Verhaltniß, wie die Grundrente, über den Bo⸗ den vertheilt. 12. Den verſchiedenen Aeckern, oder auf denſelben gebauten Früchten, ſo wie den Futter⸗ und Handelspflan⸗ zen wird außer dieſem die von eigenem und fremdem Vieh und Menſchen geleiſtete Arbeit, und der ihnen zugeführte Dünger angerechnet. Wir haben bereits früher angegeben, wie der Geldwerth eines Arbeitstages von Vieh und Menſchen auszumitteln ſey(§. I. A. a. 8. und b. 24). Auch haben wir früher(B. 3. 2) unſere Anſicht über den Werth des Düngers entwickelt, und berufen uns hier, um Wiederhohlungen zu vermeiden, darauf. 13. Weil aber der auf den Acker gebrachte Dünger nur allgemach, nach Verhältniß der Beſchaffenheit desſel⸗ ben, der Früchte, die man kultivirt, der Kultursart, des Klima und Bodens verzehrt wird: ſo muß den Fruͤchten, die auf demſelben Acker abwechſeln, ein dieſen Umſtänden angemeſſener Theil der Düngerkoſten zugerechnet werden. (Siehe B. 2. 5.) Wir führen z. B. auf ein Joch Ackerland 400 Zentn. Dün⸗ ger, die 30 Metzen Rocken werth ſind. Auf dieſen Acker wollen wir Mais, Gerſte, Klee und Weitzen bauen: ſo müſſen wir dem Mais, der das größte Produkt liefert, weil er den thieriſchen Theil des Stalldüngers ganz, und von dem vegetabiliſchen einen großen Theil konſumirt, die Hälfte des Düngerwerthes zur Laſt ſchreiben, um ſo mehr, weil durch das Behacken und Behäufen auch viel verflüchtiget wird; der Gerſte kommt ½, dem Klee v, und dem Weitzen ½¼1 zur Laſt. 1. Jahr: den Werth von 15 Metzen Nocken. 9. 5»» 7,50» 3 3.»„:„„» 5 3,75„„ 4. 2.»„» 1,87»„ Wärt pütde der der Klee eit die ceh at jt 8 der Kl diel ſeigt ſ belegte⸗ Nu Hafer; ſo ohen angeg Füüchte! 14. rähtt werd ſo komm i werden;, tragen,u Mal nen nutzbei das Vieh des Weehes 15. alles, w ſe an der nen Stä Wi haben wir 16. ſchftszn fen werd ſie leſtet geſchtieb 17. der di ente muß auf aledhil und und Bodens dah heektipen Verlhs dn rende Habe, mi ln⸗ euern werden nach in ndrente, über den be —n, oder auf daſchn ttet⸗ und Handelkgſer enem und fremden dih d der ihnen zugefüße eben, wie der Gehwet den auszumitteln ſg früher(B. 3.) ner atwickelt, und herujn un en, darauf. Acker gebrachte dun er Beſchaffenhei desſ⸗ t, der Kulturzart, de ſo muß den Frichn, , ein dieſen Umſädd en zugerechnet wethe keerland 100 Jutr Du Auf dieſen Acer nile. bauen: ſo müſen wit d , weil er den thieſchn dem vegetabilſſhen ännn Düngerwerthes dir l Behacken und Sühäufa kommt 4, dem Klet Meten Rocken. „ „ 2 “ 399 Wäre wirklich nur mehr 16 vom Dünger vorhandent ſo würde der Weitzen eine ſehr kärgliche Ernte liefern; weil aber der Klee eine Düngervermehrung durch ſeine Wurzeln gewährt, die 14% des ganzen Dünger⸗Quantums gleich iſt,= 4 Metzen: ſo hat jetzt der Weitzen Nahrung genug im Boden; dafür aber muß der Klee um 2,12 Meken weniger belaſtet werden, denn ſo viel zeigt ſich Ueberſchuß, wenn man den Klee mit 3,75 Metzen belegte. Nun kommt die Rechnung folgender Geſtalt zu ſtellen: .Jahr: Mais, wird belaſtet mit dem Werthe von 15 Metzen. „, Gerſte,.......... 7,50„ „: Klee, 3,75— 2,12-.. 1,63» : Weitzen, 1,87+ 4-=.. 5,87» Bauet man aber nach Mais Weitzen, dann Gerſte und Hafer; ſo wird der Düngerwerth von 30 Metzen Korn nach dem Snr 2 oben angegebenen Verhaͤltniß von ½. G, ½, unter dieſe 4 Früchte vertheilt. 14. Da die Thiere von den Produkten der Felder ge⸗ nährt werden, welche die Grundrente ſchon bezahlt haben: ſo kann ihnen in dieſer Hinſicht nichts zur Laſt geſchrieben werden; aber die Zinſen ihres eigenen Werthes müſſen ſie tragen, und die Koſten des Futters, und der Wartung. Man muß nähmlich das Vieh ſo gut, wie den Acker, als ei⸗ nen nutzbeingenden Körper betrachten. Wollte man die Zinſen für das Vieh ganz dem Acker zur Laſt ſchreiben: ſo würde der Nutzen des Viehes dadurch auf Koſten des Ackerbaues ungebührlich erhöht. 15. Dafür wird ihnen nicht ſowohl die Arbeit, als auch alles, was ſie an thieriſchen Produkten geliefert, und was ſie an der Anzahl und dem vermehrten Werthe der einzel⸗ nen Stücke gewonnen haben, zu Guten geſchrieben. Wie der Geldwerth des Düngers berechnet werden müſſe, haben wir früher(B. 3. 3) ſchon angegeben. 26. Soll eine genaue, und jeden einzelnen Wirth⸗ ſchaftszweig in das hellſte Licht ſetzende Rechnung entwor⸗ fen werden: ſo muß jede Arbeit und jede Auslage dem, der ſie leiſtet, zu Guten, und dem, der ſie empfangt, zur Laſt geſchrieben werden. 17. Jeder Wirthſchaftszweig, und alle zum Betrieb der Wirthſchaft gehörigen Kräfte und Hülfsmittel werden 400 zu dieſem Behufe als eben ſo viele Perſonen betrachtet, mit denen Ab⸗ und Zurechnung gepflogen wird. Man nennt dieſe Art von Rechnungsführung die doppelte Buchhaltung, weil jede Einnahme oder Ausgabe doppelt ver⸗ zeichnet wird; dem, der z. B. die Arbeit leiſtet, wird ſie zu Gu⸗ ten, und dem, der ſie erhalten hat, zur Laſt geſchrieben. 18. Weil dieſe Rechnungsart aber viel weitläufiger als die gewöhnliche iſt: ſo lohnt ſie ſich nur da genügend, wo die Wirthſchaft groß und ſehr zuſammengeſetzt iſt, und wo man ohnedieß einen eigenen Menſchen zur Wirthſchafts⸗ rechnung hält; in kleinen, oder ſehr einfachen Wirthſchaf⸗ ten genügt es, wenn der Hauptzweck der Wirthſchaftsrech⸗ nung erreicht wird. Bei jeder Wirthſchaftsrechnung hält man folgende Vor⸗ merkbücher: eines für die bare Einnahme und Ausgabe(Geld⸗ Journal); eines für die Einnahmen und Ausgaben an vegetabili⸗ ſchen Produkten(Kaſten⸗ und Scheuer⸗Journal); eines für die thieriſchen Produkte(Vieh⸗Journal); und eines für die Arbeit der Menſchen und Thiere(Arbeits⸗Journal). Aus dieſen wird bei der einfachen Wirthſchaftsrechnung durch die Gegeneinander⸗ ſtellung der Ausgaben und Einnahmen die Hauptrechnung gebil⸗ det. Bei der doppelten Buchhaltung bildet man aber aus dieſen Büchern erſt die verſchiedenen Spezial⸗Rechnungen, Konti, oder Ab⸗ und Zurechnungen mit den Beſtandtheilen der Wirthſchaft, aus denen der Gewinnſt oder Verluſt erſichtlich wird, den ſie ge⸗ währten, und aus der Zuſammenſtellung aller dieſer Konti in der Bilanz ergibt ſich dann der Nutzen oder Schaden, den die Wirth⸗ ſchaft im Ganzen gegeben hat. Thaer hat im IV. B. der Annalen des Ackerbaues, S. 477 eine praktiſche Anleitung zur landwirthſchaftlichen Buchfüh⸗ rung gegeben, die dieſen Gegenſtand genügend erklärt, und im III. B. ſeiner Annalen der Fortſchritte, S. 50 findet man das Hauptbuch der Wirthſchaftsrechnung einer auf dieſe Art geführten Buchhaltung vollſtändig abgedruckt, die belehrender wie jede An⸗ leitung iſt, weil ſie den ganzen Zuſammenhang der Rechnung und die Nothwendigkeit der verſchiedenen Konti anſchaulich macht. Im erſten Bande der rationellen Landwirthſchaft iſt aber die voll⸗ ſtändigſte Belehrung über das Rechnungsweſen überhaupt, und die doppelte Buchhaltung insbeſondere enthalten. Wer ſich eine vollſtändige Kenntniß von Wirthſchaftsrech⸗ nungen erwerben will, darf die neueſten Werke von dem Herrn Fputſch⸗ und dem Freiherrn von Buſchmann nicht über⸗ ehen. ePerſonen tenuhe gen wird. sungsführung died 0 3 oder Ausgabe 49 rbeit leſtt vith ſe zur Laſt geſchreehen, Rn mt ader ril eiling ſie ſcch nur da genim zuſammengeſeztiſ 1 denſchen zur Witſſchi fehr einfachen Vitzſt weck der Vitzſtſtnt ag hält man folgende der mahme und Ausgabe(bi⸗ und Ausgaben an begtub ner⸗Journal); eines ſit n ; und eines für die Aii Journal). 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