Lehrbuch der Landwirthſchaft. Von Johann Burger, der Heilkunde Doktor, ordentlichem öffentlichem Lehrer der Land⸗ wirthſchaft und Thierarzneikunſt am Lizeum zu Klagenfurt; Mit⸗ gliede der landwirthſchaftlichen Geſellſchaften zu Brünn, Klagen⸗ furt, Laibach, München, Prag und Wien. 2 ½ 10–vu ε εε αέ ee Erſter Band.— Wien, 1819. Gedruckt und verlegt bei Carl Gerold. theore piriſch zu nen — und in der ſei dieſes ſchaft Nacha PVac weil di ſelten dem ei ſeyn ſe fallen, Vorrede. — Da Landwirthſchaft iſt eine ſehr zuſammenge⸗ ſetzte, viele Kenntniſſe erfordernde Wiſſenſchaft, die gleich allen übrigen erlernt werden muß. Dieß kann auf dreifache Art geſchehen. Sie wird entweder durch das Geſicht, oder das Gehör, oder mittelſt beider Sinne erlernt. Man nennt die erſtere Art des Lernens praktiſch, die andere theoretiſch, die letztere theoretiſch⸗ praktiſch. Es wäre beſſer die erſtere em⸗ piriſch, die zweite logiſch und die dritte experimentell zu nennen. Wer die Landwirthſchaft auf die erſtere Art erlernt und in der Folge ausübt, ahmt Jenem blindlings nach, der ſein Meiſter war, oder ihm dafür galt, Je nachdem dieſes Vorbild mehr oder weniger zweckmäßig die Wirth⸗ ſchaft betrieben haben wird, je nachdem wird auch ſein Nachahmer eine vollkommenere oder unvollkommenere Wirthſchaft führen: aber immer wird ſie einſeitig ſeyn, weil die Verhältniſſe des Bodens und des Klimas nur ſelten wo ſo gleichförmig ſind, daß das Verfahren in dem einen Orte auch auf dem andern ganz zweckgemäß ſeyn ſollte, und die Maͤngel werden um ſo mehr auf⸗ fallen, je größer dieſe Verſchiedenheit iſt. Wer keine 2 IV wiſſenſchaftliche Bildung erhalten, und den Grund des Verfahrens nicht einſieht, dem bleibt aber nichts übrig als nachzuahmen. Bei der zweiten Art lernt man erſt die Grund⸗ ſätze der Landwirthſchaft, die in naturwiſſenſchaftlichen Kenntniſſen beſtehen, und errichtet aus dieſen ein Ge⸗ bäude von Schlußfolgen und Lehrſätzen, die nicht ſo⸗ wohl beſtimmt ſind die natürlichen Erſcheinungen in der Landwirthſchaft zu erklären, ſondern auch das zweckmäßigſte Verfahren für die mancherlei Verſchie⸗ denheiten der Lage anzugeben. Sie iſt rein wiſſen⸗ ſchaftlich und allgemein. Dadurch wird ſie zwar nicht einſeitig; denn all unſer Beſtreben iſt dahin gerichtet, den Grund der Erſcheinungen einzuſehen und Regeln für die Erziehung der Pflanzen und Thiere davon ab⸗ zuleiten; aber minder brauchbar für den Bedarf der Meiſten iſt dieſe Lehrart, da der Menſch in einer Er⸗ fahrungswiſſenſchaft nicht ſowohl die allgemeine Re⸗ gel, als auch das beſondere Verfahren in der Befol⸗ gung dieſer Regel kennen lernen will. Die dritte Art, wobei die Herleitung der allge⸗ meinen Lehrſätze der Landwirthſchaft gezeigt, und ihre Anwendung auf die einzelnen Fälle nachgewieſen, und durch die allgemeine Praxis ſowohl als durch be⸗ ſondere Beobachtungen und eigens zu dieſem Behufe angeſtellte Verſuche erläutert wird, hat unſtreitig die größten Vortheile, weil ſie die Richtigkeit der Lehr⸗ ſätze beſtätiget, und ſie ſelbſt anſchaulich macht. Der empiriſche Unterricht iſt handwerksmäßig, die beiden letztern ſind wiſſenſchaftlich. — Iigſat Lehrbu nicht ſe Zwei praktſc Hüſfin de pre Jucſt gen nu wir die vorzüg Anleit Schu ten, Werk 4 und he vorzüg keines entſora ich wir weinen ſologie Vorbe ſelbſt! 4b; do Hülfon dabon iörig Grund nichts Grund⸗ ftlichen in Ge⸗ icht ſo⸗ gen in ch das erſchie⸗ wiſſen⸗ ar nicht erichtet, Negeln on ab⸗ arf der er Er⸗ ie Re⸗ Befol⸗ allge⸗ nd ihre 1, und rch be⸗ Behufe itig die rLehr⸗ mäͤßig, XIII Phyſiolog wird daher immer ein ſehr mangelhaftes Lehrbuch der Landwirthſchaft verfaſſen, wenn er ſie nicht ſelbſt in ihrer Ausübung und in ihren kleinſten Zweigen kennt: und weil es nur ſelten iſt, daß der praktiſche Landwirth hinlängliche Ausbildung in den Hülfswiſſenſchaften hat, und der gelehrte Landwirth die praktiſche Wirthſchaft mehr nur aus Büchern und Nachfragen, als aus eigener Anſicht, und deßwe⸗ gen nur unvollkommen und einſeitig kennt: ſo müſſen wir dieſen Umſtänden die Mängel unſerer Lehrbücher vorzüglich zuſchreiben, die entweder nur praktiſche Anleitungen zur Wirthſchaft, oder mit gelehrtem Schmucke überladene, in ſich aber mit mangelhaf⸗ ten, ſchiefen und unrichtigen Behauptungen erfüllte Werke ſind. Ich lehre ſeit zehn Jahren die Landwirthſchaft, und habe den Mangel eines zweckmäßigen Lehrbuches vorzüglich in den erſteren Jahren lebhaft gefühlt. Weil keines der vorhandenen Lehrbücher den Forderungen entſprach, die ich an ein ſolches machte: ſo entwarf ich mir ſogleich ſelbſt einen neuen Leitfaden, und begann meinen Vortrag mit Vorleſungen über Chemie und Phy⸗ ſiologie, um alle, wie mich däuchte, nothwendigen Vorbegriffe zuvor zu erklären, ehe ich zur Hauptſache ſelbſt überginge. Allein ich wich bald wieder davon ab; denn ich fand, daß ich zu viele Zeit für die Hülfswiſſenſchaften verbrauchte und daß mir zu wenig davon für die Lehre ſelbſt, die ich vortragen wollte, übrig blieb: auch fühlte ich, daß es meine Zuhörer er⸗ XIV müdete, faſt die Haͤlfte der Zeit von allem anderen, nur nicht von Landwirthſchaft reden zu hören, und ich überzeugte mich, daß ich durch eine geringe Erwei⸗ terung der Agronomie leicht den größten Theil der che— miſchen Kenntniſſe, die dem Landwirthe vorzüglich nö⸗ thig ſind, einſchalten könne. Zudem hat der akademi⸗ ſche Lehrer der Landwirthſchaft ja doch größtentheils nur ſolche Zuhörer, denen die Grundbegriffe der Phyſik und Chemie nicht unbekannt ſind, denen eine geringe Andeutung zur Verſtändigung des Geſagten genügt, und eine volle Wiederhohlung des ſchon Gehörten über⸗ flüſſig und zeitraubend iſt. Thaers Grundſätze der rationellen Landwirthſchaft, die bald darauf er⸗ ſchienen, und von denen ich glaubte, daß ſie mich einer großen Arbeit entheben würden, laſſen zwar alles zurück, was bis dahin in Deutſchland ſowohl als anderswo erſchien. Es enthält dies Buch unſer derma⸗ liges geſammtes Wiſſen über dieſen Gegenſtand in einer ſyſtematiſchen Ordnung und in einem klaren Vortrage; es iſt ein Schatz für den praktiſchen Landwirth, ſo wie für den Lehrer des Ackerbaues; allein es iſt nicht geeignet zu einem Lehrbuche, weil ihm die aphoriſti⸗ ſche Form mangelt, weil es zu weitſchichtig iſt, zu ſehr allenthalben in das Detail geht, und wohl auch mehr nur für das nördliche Deutſchland berechnet iſt. Ich glaube in dem gegenwärtigen Lehrbuche die meiſten Fehler, die in den übrigen vorkommen, ver⸗ mieden zu haben. Es ſoll die allgemeinen Grund⸗ ſätze der Landwirthſchaft enthalten, das Ergebniß aller Erfahrung in allen Ländern, mit beſonderer Rückſicht üre Amtei endur enn für 2 ſſtema iſche ſol mi us lauerngen d es 3 tihtes uh luußeſen d at ritm ra Jc hed Ekhuſa 1 laſſen, ſeyn, n richt de geſamm Äles mi der Varlindung ſ füſg ghale in der nchſt Machethun d Soden vorkor Nrifung guu gemeinen Ken achen des nn dutücher ſang ds B danteiung u heil ühne die unr vervorrene damn ud d en, nur und ich Erwei⸗ der che⸗ ich noͤ⸗ ademi⸗ ntheils Phyſik geringe genügt, über⸗ ndſätze auf er⸗ e mich zwar hl als erma⸗ einer rage; ſo wie nicht oriſti⸗ t, zu lauch iſt. he die , ver⸗ brund⸗ ß aller ickſch XV ihrer Anwendung auf Deutſchland. Es ſoll brauchbar ſeyn für den Lehrer, in gedrängter Kürze und in ſyſtematiſcher Ordnung die Lehrſätze aufſtellen; es ſoll noch nützlicher ſeyn dem Schüler durch die Er⸗ läuterungen der Lehrſätze, und die Stelle des Leh⸗ rers erſetzen bei Jenen, die des öffentlichen Unter⸗ richtes entbehren müſſen, ohne daß es in die beiden Aeußerſten der Lehrbücher verfällt, weder in eine zu trockene Kürze, noch in eine zu große Weit⸗ ſchweifigkeit. Ich habe es für unzweckmäßig gehalten, die Hülfswiſſenſchaften der Landwirthſchaft vorausgehen zu laſſen, denn ich hätte dann, um folgerecht zu ſeyn, nicht allein Chemie und Phyſiologie, ſondern die geſammte Naturlehre abhandeln müſſen, weil Alles mit dem Leben der Pflanzen und Thiere in Verbindung ſteht; allein ich habe es nicht für über⸗ flüſſig gehalten, jene Körper, die mit den Pflanzen in der nächſten Verbindung ſtehen, und auf ihr Wachsthum den wichtigſten Einfluß haben: die im Boden vorkommenden Subſtanzen, einer näheren Prüfung zu unterwerfen, und ſie deßwegen zur all— gemeinen Kenntniß zu bringen, damit dadurch die Urſachen des Gedeihens oder Mißrathens der Pflan⸗ zen deutlicher werden, in ſo fern ſie in der Mi⸗ ſchung des Bodens und in ſeiner verſchiedentlichen Bearbeitung und Vorbereitung gegründet ſind, und weil ohne dieſe Kenntniſſe der Landwirth immer nur verworrene Begriffe von der Verbeſſerung des Bodens und den Urſachen der mehreren oder minde⸗ XVI ren Fruchtbarkeit deſſelben haben wird. Die Erſcheinun⸗ gen in der lebenden oder todten Natur, ſo wie ſie im Betriebe der Landwirthſchaft vorkommen, werden meines Dafürhaltens vortheilhafter für den Schüler an jenen Stellen erklärt, wo ſie zuerſt zur Spra⸗ che kommen, weil er die Nothwendigkeit und den Nutzen dieſer Kenntniſſe ſogleich einſieht, und die Erklärung beſſer begreift, als wenn wir dieſe Lehren früher für ſich und ohne Verband mit der Land⸗ wirthſchaft vortragen. Daß übrigens ſolche Erklä⸗ rungen phyſiſchen, chemiſchen, phyſiologiſchen und pa⸗ thologiſchen Inhaltes mehr Andeutungen als erſchö⸗ pfende Abhandlungen ſeyn werden, bedarf ich wohl nicht zu rechtfertigen, wenn man auf die beſchränkte Zeit eines Jahres für den ganzen Lehrkurs Rück⸗ ſicht nimmt. Die kurze Zeit, die der Menſch dem Studium einer Wiſſenſchaft auf Schulen widmet, reicht bei keiner hin, ihn mit dem ganzen Umfange derſelben bekannt zu machen. Jeder Zweig des menſchlichen Wiſſens hat eine ſolche Tiefe, daß lange Jahre und ein ganzes Menſchenalter darüber vergehen, um eine gründliche Kenntniß, in ſofern ſie möglich iſt, hievon zu erlangen: darum iſt die Schule nur beſtimmt, das jugendliche Gemüth mit den Grundſätzen der Wiſſenſchaften bekannt zu ma⸗ chen und das Licht der Kenntniſſe in ihm zu ent⸗ zünden. Daß der Funke nicht verlöſche, vielmehr zur erleuchtenden Flamme werde, dafür muß Jeder ſelbſt ſorgen, nachdem er in das wirkende Leben eingetreten iſt. ——ͤͤͤͤſſſͤſſa——— O derungen Landwirt Werk de und die Erſcheinu der Sadh unſeter K kennen, wiſenſch wiſſen. Do ſchaft v Jahren ich ab hen, und vor vielen fremde E daher nich vom Alg zu wenig der Vieh ſens einer wendig dſ ſciefe M. Inde ih ſcherf de Erſce ſchrften u rſcheinun⸗ vie ſie im „ werden Schuüler ur Spra⸗ und den und die eſe Lehren der Land⸗ che Erklä⸗ en und pa⸗ als erſchö⸗ f ich wohl beſchränkte kurs Rück⸗ denſch dem n widmet, Umfange zweig des iefe, daß er darüber ſofern ſie m iſt die emüth mit nt zu ma⸗ m zu ent⸗ , vielmehr muß Jeder ende Leben XVII Ob es mir gelungen ſey, den geſteigerten For⸗ derungen, die unſere Zeiten an ein Lehrbuch der Landwirthſchaft machen, zu genügen, und ob mein Werk die Summe unſeres gegenwärtigen Wiſſens und die richtigſte, wiſſenſchaftliche Erklärung der Erſcheinungen enthalte, überlaſſe ich dem Urtheile der Sachverſtändigen, welche die Mangelhaftigkeit unſerer Kenntniſſe in allen Erfahrungswiſſenſchaften kennen, und die Beſchwerde, ſie in eine folgerechte wiſſenſchaftliche Form zu bringen, zu würdigen wiſſen. Dadurch, daß ich die Praxis der Landwirth⸗ ſchaft vieler Laͤnder genau kenne, und ſeit langen Jahren ſelbſt ausübender Landwirth bin, glaube ich als Schriftſteller einen mehreren Werth zu ha⸗ ben, und meinem Werke einen weſentlichen Vorzug vor vielen anderen verſchafft zu haben, die bloß auf fremde Erfahrungen gebauet ſind, deren Verfaſſer daher nicht immer im Stande waren, das Beſondere vom Allgemeinen zu unterſcheiden, und, überhaupt zu wenig bekannt mit dem Betriebe des Ackerbaues, der Viehzucht und des vielfach verſchlungenen We⸗ ſens einer landwirthſchaftlichen Haushaltung, noth⸗ wendig oft in Irrthümer verfallen und falſche oder ſchiefe Maßregeln in Vorſchlag bringen mußten. Indeſſen bin ich weit entfernt zu glauben, daß ich ſcharfſinnig genug ſey, allenthalben den Grund der Erſcheinungen einzuſehen, und daß meine Vor⸗ ſchriften überall die richtigſten ſeyen; aber ich hoffe, .** XVIII * daß mein Lehrbuch die Wiſſenſchaft fördern und auf den Betrieb des Gewerbes ſelbſt vortheilhaft einwirken werde, wenn es auch noch ſehr viele Wünſche unbefriedigt läßt. Harbach, am 13. März 1819. ern und rtheilhaft hr viele Inhalt des erſten Bandes. Einleitung. §. I. Begriff und Zweck der Landwirthſchaft.. 1 §. II. Von der Natur der lebenden Körper.— §. III. Abtheilung und Ueberſicht der Lehre der Land⸗ 8 wirthſchaft....... . IV. Schema der Lehre der Landwirthſchaft. 11 Erſtes H auptſtück. Agronomie. §. I. Begriff und Zweck der Agronomie... 12 §. II. Beſchaffenheit und Entſtehung des gegenwär⸗ tigen Zuſtandes der Erdoberfläche..„-— §. III. Emtheilung der Beſtandtheile der Bodens. 14 §. IV. Von den chemiſchen und phyſiſchen Eigen⸗ ſchaften der Beſtandtheile des Bodens.— A. Von den unveränderlichen Beſtandtheilen des Bo⸗ dens...... 4..— a. Erdarten....... 4 16 1. Kieſelerde........— 2. Thonerde....... 19 3. Kalkerde.— 4. 23 4. Bittererde....... 29 b. Metalle......... 33 1. Eiſen.. 5 XX B. Von den veränderlichen Beſtandtheilen des Bodens. 1. Organiſche Materie...... 2. Salze. 1... §. V. Won der phyſiſchen Beſchaffenheit und darauf η . gegründeten Eintheilung des Bodens, in ſo⸗ fern ſie von ſeinen Beſtandtheilen abhängt. A. Vom Sande...... B. Vom Thone.„... . Von kohlenſauren Kalke.... D. Von der Bittererde...... E. Vom Eiſenoxyd...— 4 1 2.. F. Vom Humus. 6.... VI, Von dem Einfluſſe des Bodens auf das Wachs⸗ thum der Pflanzen und der Veränderung ſei⸗ nes Werthes unter veraͤnderten Verhält⸗ niſſen.***„** 4 A. Vom Klima....... . Von der Unterlage der Dammerde.... .Von der ebenen oder geneigten Lage des Bodens. D. Von den Umgebungen, welche auf die Tempera⸗ tur und Beſchaſſenheit der Luft Einfluß haben. 8 VII. Von der Veränderung des Bodenwerthes durch die tiefere oder ſeichtere Schichte der Dammerde, und die derſelben beigemengten Steine........ VIII. Vom objektiven und ſubjektiven Werthe des Bodens.... 2** 8 Zweites Hauptſtück. Agrikultur. I. Begriff, Zweck und Eintheilung der Agri⸗ kultur..—.... . II. I. Chemiſche Agrikultur... Seite 35 36 4² 44 45 51 58 61 6² 63 71¹ 72 74 76 78 79 8² 8⁵ 90 4 Pan d . Vin ſ. Il. Oxga A TJhjierſ a. Ausn. b. Aust e. Ausr und d. Aus e. Als f. Aus B. Veget 4. St b. L. e. S d.§ e. He f. Fat 6. Ter h. Gät i. Nob K. Teit 1. Tan m. Oel n. Mal 0. Ruf P. Grü d. W. Mi 4. Schwe B. Schwef a. Gips à Vitr C. Kalk. à. Rein à. Kohl ri⸗ 79 8² 85 90 A. Von der Düngung..... a. Von den Dünger⸗Materialien. §. III. Organiſche Düngermaterialien.. A. Thieriſche Körper und Auswürfe.. a. Auswürfe des Hornviehes... b. Auswürfe der Schafe. 3. c. Auswürfe des Dſeidederchlechtaß vie und Maulthiere.. d. Auswürfe der Schweine... e. Auswürfe der Menſchen.. f. Auswürfe des Geflügels.. 1. B. Vegetabiliſche Körper.... a. Stroh...... Laub.... 4. Schilf...... . Heidekraut.... . Heideboden..... Farrenkraut.. 4... . Torf...„.„* . Gärberlohe...... Modererde..... . Teichſchlamm..... Tang..... . Oelkuchen. . Malzſtaub.. . Ruß... p. Grünende Pflanzen. 0 82gövn n 0 Ae EK §. IV. Mineraliſche Dünger⸗Materialien. A. Schwefel....... B. Schwefelhaltige Mineralien... a. Gips. b. Vitriolhaltige Steniohten und Torf. C. Kalk...... a. Reiner Kalk.... 2 b. Kohlenſaurer Kalk.., 9 * Eſe el XXII . Seite 3 Bn D. Laugenſalze........„ 129 u 1 a. Holzaſche....... 131 2. Pon d b. Torf⸗ und Steinkohlenaſche.... 133 u. Ve E. Salpeterſaure Salze....... 134 1.¹ F. Kochſalzſaure Salze.......— V 3 §. V. b. Von der Zubereitung der düngenden Sub⸗ 3.8 ſtanzen, ehe man ſie dem Boden eiverleibt. 135 V lb. T 4. Thieriſche Körper....... 136 V den B. Vegetabiliſche Körper...—... 138 ce. W C. Mineraliſche Körper....... 156 nun §. VI. c. Von der vortheilhafteſten Art die verſchie⸗ ſ. M. B. denen Düngerarten zu verwenden..— 4. Er A. Thieriſche Auswürfe........ 157 V b B. Vegetabiliſche Körper.....„. 1061 b. 3 C. Stallmiſt......... 162 1 D Mineraliſche Körper. l..... 165 V e. 9 6 §. VII. d. Von dem verhältnißmäßigen Werthe und V 1. der verſchiedenen Menge der düngenden Sub⸗ 1 ſtanzen, die erforderlich iſt, um von ihnen V beſtimmte Wirkungen zu erhalten.„„ 167 3 §. VIII. B. Von der Veränderung der phyſiſchen V 1 Beſchaffenheit des Bodens durch chemiſche V 4 d Mittel......... 183 n A. Vom Sando, als Verbeſſerungsmittel des Bodens. 185 e. Von B. Vom Kalke, als Verbeſſerungsmittel des Bodens. 187 V C. Vom Thone, als Verbeſſerungsmittel des Bodens. 192 Drit §. IX. II. Mechaniſche Agrikultur.... 195 1.1 Begr §. X. A. Von der Beackerung....— 1 I. 1.1 a. Von der Beackerung im Allgemeinen... 297 1. 4. 1. Von der Wendung des Bodens im Allgemeinen..— 2, b 2. Von der oberflächlichen Lockerung des Bodens V b 3 im Allgemeinen....... 214 ——yͤͤͤͤͤääͤſſſa——— Seit 4. u a 8 133 . Suh⸗ erleibt. 135 135 138 156 erſchie⸗ 1 . 1br 162 165 und Sub⸗ ihnen .. 16; ſiſchen miſche . 10 Zodent. 185 Bodens. 13 Bodens. 1¹09 . 19* 4 4 neinen.. Bodens * XXIII Seite 3. Von der Ebnung und Ralhigns des Bodens im Allgemeinen... 219 b. Von der Beackerung insbeſonders... 2²1 aa. Von der Wendung des Bodens insbeſonders.— . Wie tief der Boden gewendet werden ſoll..— 2. 1. Welche Form die Oberfläche des Ackers durch das Pflügen erhalten ſoll.. 229 3. Wann der Boden gewendet werden ſoll.. 234 bb. Von der oberflächlichen Lockerung des Bo⸗ dens insbeſonders... 241 cc. Von der oberflächlichen Reinigung und Eb⸗ nung des Bodens insbeſonders.... 243 §. XI. B. Von der Beurbarung..... 244 a. Erklärung der Wörter: unbeurbarter und beur⸗ barter Boden..— b. Zweck der Beurbarung. Vortheile ad Nach⸗ theile derſelben...— 245 c. Von den verſchiedenen Hinderniſſen der Kultur des Bodens und dem Verfahren ſie wegzuräumen. 246 1. Bäume und größere Sträuche.... 247 2. Kleinere Sträuche: Heide, Ginſter, Sta⸗ chelginſter.. 3.... 250 3. Sand.......„ 251 4. Steine..—....„ 252 5. Stehendes Waſfer—... 253 d. Von der Umſtaltung eines Bodens in Acker⸗ land.....„ 260 e. Von der Einfriedigung des Bodens... 267 Drittes Hauptſtück. Pflanzenkultur. §. I. Begriff und Eintheilung der Pflanzenkultur.. 274 §. II. I. Allgemeine Pflanzenkulturt..— §. III. A. Von der Saatt...... 275 „Von der Auswahl des Samens. 277 1. Wie tief das Samenkorn unter die Erde gebracpt werden müſſe.... 5 ———ÿ——— 6. ——————— — —— XXIV Seite— . Wie groß die Anzahl der Samenkörner für einen gegebenen Raum ſeyn müſſe..„ 289 d. Welches Verfahren das zweckmäßigſte ſey, die Samenkörner unter die Erde zu bringen. 296 e. Wann geſäet werden müſſe..... 306 f. Von den Vortheilen des Ueberſetzens der Pflan⸗ zen und dem Verfahren bei demſelben... 316 §. IV. B. Von der Pflege der Pflanzen... 3¹3 a. Vom Behacken....... 315 Be b. Vom Walzen....... 320 c. Vom Behäufen...... 322 b d. Vom Jäten........ 323 1. 1 3 welche) §. F. C. Von der Ernte....... 345 verden a. Vom Schnitte.....— 8 b. Von der Trocknung der Getreidegarben... 331 2. c. Von der Aufbewahꝛung der Getreidegarben und iſt ein trocknen Futterpflanzen.... 334 meine d. Vom Dreſchen, Reinigen und Aufbewahren ppbe des Getreides......„ 335 kedet Kleidung dienende den Betr⸗ Behufer Nich gegebenen Tjiere iſt ſondern n Kapital d ahwerfe. W 4,⸗ ſeugung, dügitt, — per vor, duxger 8 Einleitung. —j—— §. I. Begriff und Zweck der Landwirthſchaft. 1. D. Landwirthſchaft iſt jene Wiſſenſchaft, welche Pflanzen und Thiere zu erziehen und nützlich zu ver⸗ wenden lehrt.—. 2. Der Zweck der Landwirthſchaft iſt doppelt: er iſt ein allgemeiner und beſonderer. Der allge⸗ meine Zweck, weßwegen Landwirthſchaft überhaupt be⸗ trieben wird, iſt die Hervorbringung der zur Nahrung, Kleidung und anderweitigen Bequemlichkeit der Menſchen dienenden Thiere und Pflanzen; der beſondere, durch den Betrieb der Landwirthſchaft, als Gewerbe, das zu dieſem Behufe verwendete Kapital am vortheilhafteſten zu benutzen. Taedeih Wit Sr h nenüheera hee er drbheanene ennen Thiere iſt die Abſicht des Landwirthes in der letzteren Hinſicht; ſondern wie das auf den Ackerbau und die Viehzucht verwendete Kapital den größten Vortheil, das heißt, die höchſten Zinſen abwerfe. §. II. Von der Natur der lebenden Körper. 1. Da ſich die Landwirthſchaft einzig nur mit der Er⸗ zeugung, Pflege und Verwendung der Pflanzen und Thiere abgibt, ſo iſt ihr die Kenntniß der Natur der lebenden Kör⸗ per vor allem nothwendig. Burgers Lehrb. d Landw. 1. Bd. 1 2. Lebende Körper nennt man jene, die ſelbſt⸗ thätige Bewegungen äußern. Sie haben immer ein orga⸗ niſches Gefüge, welches darin beſteht, daß ſie aus ver⸗ ſchiedenen, zu mancherlei Zwecken beſtimmten Werkzeugen und aus Gefaͤßen zuſammengeſetzt ſind, in denen eine Flüſſigkeit im Umtriebe erhalten wird, worin das weſent⸗ lichſte Moment des thätigen Lebens beruhet, und wo⸗ durch es ſich von dem ruhenden, im Eie des Thieres, oder im Samenkorn der Pflanzen, ſo wie in den ſchein⸗ todten Thieren oder den Pflanzen während dem Winter, unterſcheidet. 3. Der lebende Körper wächſt zu einem beſtimmten Umfange, erſetzt verlorne oder durch ihre Abnützung un⸗ brauchbar gewordene und ausgeſchiedene Theile durch neue, und erzeugt Keime, aus denen unter beſtimmten Verhält⸗ niſſen ähnliche Körper ſich entwickeln. 4. Um dieſes zu vermögen nimmt der lebende Körper äußere Stoffe zu ſich, die er in ſeinem Inneren auflöſt, zerlegt, und auf mannigfaltige Weiſe neu zuſammenſetzt, und aus denen er jene Flüſſigkeit bildet, die auf beſtimmten Stellen feſt und belebt wird, und ſo lange dieſer Zuſtand dauert, den Geſetzen der organiſchen Natur folgt. 5. Der größte Theil deſſen, was zu dieſem Zwecke dienen ſoll, muß zuvor lebend geweſen ſeyn: nur aus den Beſtandtheilen der organiſchen Subſtanzen kann wieder ein organiſcher Körper werden. 6. Alle Thiere ernähren ſich dadurch, daß ſie andere Thiere oder Pflanzen freſſen, und die Nahrung der Pflanzen beſteht in nichts Anderem, als den gleichen Subſtanzen. In wiefern einige mineraliſche Körper: Schwefel, Kalk, Laugenſalze u. ſ. w. ebenfalls hieher gezählt werden müſſen, —— —. werden ſtuck,„ 7. Hinſicht noch J und Lit 9. ſten Na die Natr 9. demſelbe mengt i itt ſſe vertrete zerſett, Gefahen einem be ſehen wie ligkeit ſ langſame Die Verhältni geitraum der warn langſamer Manzen aͤußern un ſachen her die organiſche ſelben, ſo lichen Fli dig wiede Umtrieb 10. bendig. ſelbſt⸗ morga⸗ us ver⸗ tzeugen n eine veſent⸗ d wo⸗ hieres, ſchein⸗ einter, umten g un⸗ neue, erhaͤlt⸗ 1 eörper uflöſt, enſetzt, mmten zuſtand Zwecke aus den ader ein andere ng der gleichen el„ Kalk, müſſen, werden wir ſpäter auseinanderſetzen. Siehe das II. Haupt⸗ ſtück,§. I. 7. Außer der organiſchen Materie, die man in dieſer Hinſicht Nahrung nennt, bedarf der lebende Körper noch Waſſer, atmoſphaäͤriſche Luft, Wärme und Licht. 3. Das Waſſer dient zum Auflöſungsmittel der fe⸗ ſten Nahrung und geht in Verbindung mit derſelben in die Natur des organiſchen Körpers uüber. 9. Die atmoſphaͤriſche Luft dienet theils zu demſelben Behufe, in ſofern ſie mit der Nahrung ge⸗ mengt in den Körper kömmt, theils aber und vorzüglich iſt ſie beſtimmt in den Lungen der Thiere oder dieſelben vertretenden Organe, ſo wie in den Blättern der Pflanzen zerſetzt zu werden, wodurch Wärme erzeugt, und die in den Gefaßen der organiſchen Körper umlaufende Flüſſigkeit mit einem beſtändig erneuerten Reitze, dem Sauerſtoffe ver⸗ ſehen wird, womit ſie die Gefäße zur ununterbrochenen Thä⸗ tigkeit ſpornt, ohne welche alles Leben geſchwinder oder langſamer aufhört. Die eigenthümliche Wärme der Thiere iſt in einem gleichen Verhältniſſe mit der Maſſe der Luft, die ſie in einem beſtimmten Zeitraume einathmen und zerſetzen. Daher rührt der Unterſchied der warm⸗ und kaltblütigen Thiere, und der geſchwindere oder langſamere Umtrieb der Säfte in ihren Gefäßen. Auch die Pflanzen haben in ihrem Innern eine eigenthümliche, von der äußern unabhangige Wärme, die nothwendig von denſelben Ur⸗ ſachen herrühren muß.— Die Zerſetzung der atmoſphäriſchen Luft im Innern der organiſchen Körper bewirkt nicht bloß allein die Erwärmung der⸗ ſelben, ſondern ſie verleiht auch noch der in den Gefäßen befind⸗ lichen Flüſſigkeit, die reitzende Eigenſchaft, wodurch die beſtän⸗ dig wiederhohlte Zuſammenziehung der Gefäße, und dadurch der Umtrieb der Säfte bewirkt wird. 10. Aeußere Wärme iſt zum Leben ebenfalls noth⸗ wendig. Sie trägt zwar nichts zur Vermehrung der Ma⸗ „ 1 4 terie bey; allein ohne ihre Zwiſchenkunft findet keine Wech⸗ ſelwirkung in den Körpern Statt. Das thätige Leben der Pflanzen und Thiere hört auf, ſobald die Kälte ſo groß wird, daß ihre Säfte ſtocken. Die Quantität der äußern Wärme, welche die verſchiedenen Thiere und Pflanzen erfordern, wenn ſie in lebhafter Thätigkeit bleiben ſollen, ſo wie der Grad und die Dauer der Kälte, die ſie über⸗ kommen können, ohne dadurch getödtet zu werden, iſt ſehr ver⸗ ſchieden, immer aber den klimatiſchen Verhältniſſen ihrer natür⸗ lichen Standörter angemeſſen. 11. Das Licht gehört nicht zu den abſoluten Beding⸗ niſſen des Lebens: indeſſen gehen die meiſten Thiere und Pflanzen ſehr bald zu Grunde, wenn ihnen daſſelbe völlig entzogen wird. Ohne alles Licht gedeihen nur wenige Pflanzen, z. B. einige Arten von Schwämmen, Konferven u. ſ. w. alle übrigen verfallen, ſo wie die warmblütigen Thiere, in Bleichſucht, die, früher bei den Pflanzen, ſpäter bei den Thieren, den Tod her⸗ beyführt. Nur in der Klaſſe der bein⸗ und knorpelloſen Thiere: Würmer, Mollusken, Schalthiere und Inſekten findet man viele, die ohne alles Licht zu leben vermögen. 12. Thiere und Pflanzen unterſcheiden ſich dadurch, daß die erſteren willkürliche Bewegungen äußern, mit mehreren Werkzeugen und Kraäften ausgerüſtet ſind, ſich ihre Nahrung ſelbſt zu ſuchen, und daß ſie dieſelbe durch den Mund in den Magen nehmen, um ſie daſelbſt, und in ſeiner Verlängerung, den Gedärmen, durch die chemi⸗ ſche Wirkung der beigemiſchten Säfte und die mechaniſche des Magens ſo aufzulöſen und umzuändern, daß ſie fähig wird durch die Sauggefäße aufgenommen, in die Blut⸗ maſſe gebracht und dem Körper aſſimilirt, zu werden: während die Pflanzen ihren Standort nicht zu verwechſeln im Stande ſind, keinen Magen und keine Gedärme haben, ſondern ihre Nahrung, die in der Oberfläche der Erde durch die Gährung vorbereitet, das heißt: im Waſſer auflöslich gemacht wird, mittelſt ihrer in den Wurzeln befindlichen Sauggefaͤße in das Innere ihrer Körper bringen. — 1 Galle u. gefäße d zu erlan 13) nebſtbein gegebene ſollen: ger Nahe mit einen 1 raumes: und luft gebene den Pſt kann, d. tung em Gehide gewäͤhrt. und der reichlich g. und körn dem üpp. Feldern. 14.1 dhiere von org prozeß r. währende S8 jene, die unthätige die kaltbl 15. Pfanzen N reichen B Wech⸗ ört auf, n. Die Thiere bleiben je über⸗ ehr ver⸗ rnatür⸗ heding⸗ re und völlig „z. B. üäbrigen zt, die, od her⸗ Thiere: viele, durch, , mit d, ſcch e durch ſt, und echemi⸗ haniſche je fäͤhig e Blut⸗ werden: wechſeln e haben der Erde Vaſſer Wurzeln Körper 5 Was bei den Thieren der Speichel, Magenſaft, die Galle u. ſ. w. bewirken, das muß für die Pflanzen die faule Gährung thun, die Nahrung nämlich in einen Zuſtand bringen, daß ſie im Waſſer auflöslich wird: Man muß demnach die Erde als den Magen der Pflanzen betrachten, in dem ſich alle Saug⸗ gefäße derſelben münden, um aus ihr Nahrung und Feuchtigkeit zu erlangen. 13. Wenn Thiere und Pflanzen ein ſchnelles und nebſtbei großes Wachsthum äußern, das heißt, in einem gegebenen Zeitraume viel organiſche Maſſe hervorbringen ſollen: ſo bedürfen ſie vieler, leicht auflöslicher und krãfti⸗ ger Nahrung. Im entgegengeſetzten Falle kommen ſie aber mit einer viel kleinern Menge aus. Hält man die Maſſe der Erzeugung eines gegebenen Zeit⸗ raumes zu der hierauf verwendeten Nahrung im feſten, flüſſigen, und luftförmigen Zuſtande: ſo zeigt es ſich immer, daß eine ge⸗ gebene Menge Nahrung, wenn ſie nicht ſo groß iſt, daß ſie von den Pflanzen oder Thieren nicht völlig aufgenommen werden kann, oder ſo klein, daß Krankheiten wegen Mangel an Ernäh⸗ rung entſtehen, immer einer gewiſſen Maſſe von organiſchem Gebilde gleich ſeyn werde. Erläuternde Beiſpiele dieſes Satzes gewährt das Ausſehen und die Gewichtszunahme des Hornviehes und der übrigen Thiere, wenn dieſelben karg, und wenn ſie reichlich genährt oder gemäſtet werden; die ſchmächtigen, kurzen und körnerloſen Halme des Getreides auf mageren Aeckern gegen dem üppigen Wachsthum deſſelben auf reichlich gedüngten Feldern. 14. Bei gleichen übrigen Bedingungen bedürfen die Thiere in demſelben Verhältniſſe einer größeren Menge von organiſcher Materie zur Nahrung, als ihr Lebens⸗ prozeß raſcher, und die Abnützung der wirkenden Theile während demſelben, und ihre Ausſcheidung größer iſt. Junge Leute bedürfen mehr Nahrung, wie alte. Mehr jene, die viele Bewegungen machen, gegen jene, die ein ſtilles, unthätiges Leben führen. Mehr die warmblütigen Thiere gegen die kaltblütigen. 15. Das gleiche Verhältniß findet Statt bei den Pflanzen. Die langſam wachſenden Bäume bedürfen eines minder reichen Bodens, wie die einjährigen Getreidepflanzen. 4 16. Die Thiere erfordern überhaupt mehr Nahrung, wie die Pflanzen. Der Wechſel der Materie geht ſchneller und häufiger vor in den Thieren, wie in den Pflanzen. 177. Die Pflanzen ernähren ſich zum Theil von der atmoſphäriſchen Feuchtigkeit. Es ſaugen die Thiere zwar etwas Feuchtigkeit aus dem Waſſer ein, und der Menſch iſt ſchwerer nach dem Baden als vor demſelben; aber aus der Luft, dem Regen und Thaue ſcheinen ſie kaum bemerklich ernährt zu werden. Die Pflanzen ſaugen aber die Feuchtigkeit des Regens und Thaues, und die mit dem atmoſphäriſchen Waſſer gemiſchte Kohlenſäure ſehr leicht, und in gößerer Menge ein, wodurch ſie einen Theil des Kohlenſtoſſes erhalten, der zur Bildung der organiſchen Materie ſo weſentlich erforderlich iſt. Dadurch erklärt ſich das Wachs⸗ thum der Pflanzen in Gefäſten, in welchen ſich eine beſtimmte Menge Erde befindet, worin ſie eine viel größere Maſſe orga⸗ niſcher Materie erzeugen, als der Abgang des Gewichtes an den Beſtandtheilen der Erde beträgt. Nur dadurch wird es begreif⸗ lich, wie in dürrem Sande und in regenloſen Gegenden viele Kaktus und andere fettblättrige Pflanzen üppig wachſen, und wie die Steinflechten ernährt werden. Werden die Pflanzen aber in einem nahrungsloſen Boden eingeſchloſſen, und erhalten ſie keine andere Feuchtigkeit als reines, kohlenſäurefreies Waſſer, ſo verſchmachten ſie, und leben ein kümmerliches Leben nur ſo lange, als Nahrung im Samenkorne oder in den Wurzeln vor⸗ handen iſt. DDie verſchiedenen Beobachtungen und Theorien der Na⸗ turforſcher über die Ernährung der Pflanzen findet man am be⸗ ſten zuſammengeſtellt, und mit eigenen ſcharfſinnigen Beobach⸗ tungen und Bemerkungen begleitet in Davy's Elementen der Agrikultur⸗Chemie, überſetzt von Wolff, Berlin 1814. 18. Die Erhaltung und Vermehrung der Thiere hängt in der freien Natur ſowohl als in der Landwirthſchaft von der vorausgehenden Ausbreitung der zu ihrer Ernährung beſtimmten Pflanzen ab- Nur wo ausgebreitete, pflan⸗ zenreiche Weiden ſind, findet man große und viele Thiere: dürre Steppen ſind leblos. So muß auch in der Haushal⸗ tung des Menſchen die Kultur der Weiden, Wieſen und Futterkräuter erſt die Unterhaltung der Thiere begründen, „ digenthü im Klin der mer ſchluſſe dern A zucht b der S vom zu von It zu klein trennlich bloß Vie der Thie 2 ganz vo Behufe genthün Verwen 3. ſchreite zu unt Pachs 4. ſo miſ thume rung, er vor n der dem n als Thaue anzen d die ſehr il des fkaterie Vachs⸗ timmte orga⸗ an den egreif⸗ viele , und naber en ſie Jaſſer, nur ſo in vor⸗ er Na⸗ am be⸗ Heobach⸗ ten der 814. e hängt daft von naͤhrung „ pflan⸗ Thiere: Haushal⸗ iſen und gründen, 7 ehe man auf ihre Vermehrung oder Vergrößerung oder beſſere Penützung denken darf. §. III. Abtheilung und Ueberſicht der Lehre der Landwirthſchaft. 1. Die Lehre der Landwirthſchaft wird abgetheilt in die Lehre der Kultur der Pflanzen, Acke rbau, und jene der Thiere, Viehzucht. Bei einem geringen Stande der Bevölkerung, unter eigenthümlichen, in der bürgerlichen Verfaſſung oft mehr als im Klima beruhenden Verhältniſſen, ſo wie im rohen Zuſtande der menſchlichen Geſellſchaft wird oft die Viehzucht mit Aus⸗ ſchluſſe des Ackerbaues, und umgekehrt in überbevölkerten Län⸗ dern Acker⸗ oder vielmehr Gartenbau mit Ausſchluſſe der Vieh⸗ zucht betrieben. Beiſpiele vom erſteren ſind: mehrere Kantone der Schweiz, die nomadiſchen Völker in Aſien u. f. w. vom zweiten, die Chineſen, zum Theile manche Gegenden von Italien, u. ſ. w. Wo aber die Bevölkerung weder zu klein, noch zu groß iſt, ſind Ackerbau und Viehzucht unzer⸗ trennlich, weil das Eigenthum jedes Einzelnen zu klein iſt, um bloß Viehzucht zu betreiben, und zu groß, um es ohne Hülfe der Thiere als Ackerland zu benützen. 2. Da der Menſch größtentheils und ſeine Hausthiere ganz von Pflanzen leben: ſo iſt die Kenntniß der zu dieſem Behufe anwendbaren und vorzüglichſten Pflanzen, ihrer ei⸗ genthümlichen Natur, und die Lehre ihrer Pflege und Verwendung der wichtigſte Theil der Landwirthſchaft. 3. Ehe wir aber zur Lehre der Pflege dieſer Pflanzen ſchreiten, iſt es nothwendig, zuerſt jene Subſtanz näher zu unterſuchen und kennen zu lernen„Iin welcher das Wachsthum derſelben vorgeht, nämlich die Erde. 4. Wollen wir Grundſätze für den Ackerbau aufſtellen: ſo müſſen wir vorerſt wiſſen, was der Boden zum Wachs⸗ thume der Pflanzen beiträgt, in wiefern ſeine phyſiſche 8 Beſchaffenheit von ſeinen Beſtandtheilen abhängt und wie dieſe umgeändert werden kann. 5. Die Kenntniß der Beſtandtheile des Bodens erklärt die phyſiſche Beſchaffenheit deſſelben unter heſimman kli⸗ matiſchen Verhältniſſen. 6. Die Lehre der Kenntniß der Beſtandtheile, phy⸗ ſiſchen Eigenſchaften und dadurch begründeten Eintheilung und Werthſchätzung des Bodens, die man Agronomie nennt, iſt nothwendig der Grund alles landwirthſchaftlichen Wiſſens. 7. Weil aber der Boden allein, in ſofern er aus erdigen und metalliſchen Theilen beſteht, nur mitttelbar zum Wachsthum der Pflanzen beiträgt; die Nah⸗ rung ſelbſt aber organiſchen Urſprungs iſt, und jenen Pflanzen, die man an einem beſtimmten Orte wachſen laſſen will, zugeführt werden muß: ſo iſt die Kenntniß jener Subſtanzen, welche hiezu mit Vortheile verwendet werden, ihre Zubereitung, Verwendung, und ihr re⸗ lativer Werth, mit einem Worte, die Lehre der Dün⸗ gung die zweitwichtigſte. 38. Oft hat der Boden eine fehlerhafte Erdenmiſchung, und die davon abhängenden phyſiſchen Eigenſchaften deſſel⸗ ben ſind der Natur der Pflanzen, die wir auf ihm kultiviren wollen, nicht ganz zuſagend. Wie ſolcher Boden unſeren Wünſchen mehr entſprechend umgeändert werden könne, zeigt die Lehre der Verbeſſerung des Bodens. 9. Damit die in der Folge in den Boden kommenden Pflanzen nicht gehindert werden, ſich nach Willkür in demſelben zu verbreiten, und die darin befindliche Nahrung anzuſaugen, muß er von fremden Pflanzen, Steinen, ſtehen⸗ dem Waſſer und dergleichen Hinderniſſen befreiet, ſeine Be⸗ ſtandt und m heſſern beſteht und 10 beitung Haupte nen, u werden theilen 1 o iſ Pfan turt ſpeii 6 Pflau zen u Pflan, letere verſchie 1' mein 7 2 ſäze d wie de 1 der al unter; 1 meinen d wie rklaͤrt T kli⸗ phy⸗ ilung mie ichen aus telbar Nah⸗ jenen ichſen ntniß endet t re⸗ Dün⸗ chung, deſſel⸗ tiviren unſeren könne, dens. menden lüür in dahrung ſtehen⸗ eine Be⸗ ——— 9 ſtandtheile ſelbſt müſſen auf eine angemeſſene Tiefe gelockert und mit dem zugeführten Dünger, oder den zu ſeiner Ver⸗ beſſerung beſtimmten Erdarten gemengt werden. Hierin beſteht die Lehre der Bearbeitung des Bodens und ſeiner Beurbarung. 10. Die Lehre der Düngung, der Verbeſſerung, Bear⸗ beitung und Beurbarung des Bodens faſſen wir in eine Hauptabtheilung zuſammen, die wir Agrikultur benen⸗ nen, und die wir nach den Mitteln, welche angewendet werden in die chemiſche, und in die mechaniſche ein⸗ theilen. 11. Iſt der Boden gedüngt, gereiniget und gelockert; ſo iſt er zur Aufnahme der darin zu wachſen beſtimmten Pflanzen vorbereitet, und nun wird die Pflanzenkul⸗ tur vorgetragen, die wir in die allgemeine, und in die ſpezielle eintheilen. Die erſtere umfaßt die Lehre der Saat, der Pflanzung, der Pflege der wachſenden Pflan⸗ zen und der Ernte, in wiefern dieſe Lehren auf alle Pflanzen anwendbar, das heißt, allgemein ſind. Die letztere zeigt die eigenthümliche Pflege, welche die verſchiedenen Gewächſe nach ihrer Natur erheiſchen. 12. Die Viehzucht zerfäͤllt ebenfalls in die allge⸗ meine und die beſondere. Die allgemeine Viehzucht enthält die Grund⸗ ſätze der Paarung, der Zucht und Wartung, ſo wie der mannigfaltigen Benützung unſerer Hausthiere. Die beſondere Viehzucht lehrt die Anwendung der allgemeinen Regeln auf die ihrer Natur nach ſo ſehr unter ſich verſchiedenen Hausthiere. 13. Weil endlich Ackerbau und Viehzucht im Allge⸗ meinen unzertrennlich ſind: ſo muß ſchlüßlich gezeigt wer⸗ 10 den, wie dieſe beiden Zweige der Landwirthſchaft ſchicklich und vortheilhaft mitſammen verbunden werden ſollen. Die Lehre des Haushaltes, oder der Organiſation der Wirthſchaft zeigt, wie Ackerbau und Viehzucht mitſammen zu verbinden ſeyen; in welchem Verhältniſſe ſie gegeneinander ſtehen müſſen; welche Kräfte von Menſchen und Thieren zur Erreichung eines beſtimmten Zweckes er⸗ forderlich, und wie dieſelben zu ordnen ſeyen, daß daraus für den gegebenen Fall der größtmögliche Vortheil hervor⸗ gehe. — — I. —— — — — Landwirthſchaft. F. hi Die ation haucht iſſe ſie nſchen es er⸗ qraus ervor⸗ Landwirthſchaft. §. V. Schema der Lehre der Landwirthſchaft. (I. Agronomie. 5 II. Agrikultur.⸗ 3 1 III. Pflanzen⸗ Kultur. IV. Viehzucht.) V. Haushalt. chemiſche mechaniſche— allgemeine ſpezielle 1 allgemeine beſondere Düngung. 1 Verbeſſerung der Miſchung. — — Bearbeitung. Beurbarung. Saat. Pflanzung. Pflege. Ernte. Getreide⸗ Pflanzen. Futter— Handels— Paarung. Zucht. Benützung. Hornvieh. Schafe. Pferde. Schweine. Wendung. Lockerung. Reinigung. 3 Wegräumung von — Pflanzen. — Steinen. — Sand. — Waſſer. Erſtes Hauptſtück. Agronomie. §. I. Begriff und Zweck der Agronomie. 1. D. Agronomie iſt jener Theil der Land⸗ wirthſchaftslehre, welcher die chemiſchen Beſtandtheile des Bodens zu erkennen und zu unterſcheiden lehrt, und die phyſiſche Beſchaffenheit deſſelben, in ſofern ſie von dieſen oder von anderen Urſachen abhängt, erklärt. 2. Der Zweck dieſer Lehre iſt, einzuſehen, wie der Boden überhaupt und jeder Beſtandtheil deſſelben insbeſon⸗ dere zum Wachsthume der Pflanzen beiträgt, und wie wir durch die Veränderuug der Miſchung des Bodens ſeine phyſiſche Beſchaffenheit umzuändern im Stande ſeyen. §. II. Beſchaffenheit und Entſtehung des gegenwartigen Zuſtandes der Erdoberfläche. 1. Die Oberflaͤche der Erde iſt eine pulverige, aus der Reibung und Verwitterung mineraliſcher Subſtanzen her⸗ rührende, und mit Ueberbleibſeln zerſtörter organiſcher Kör⸗ per gemengte Maſſe. 2ℳ ten M wälzu s 3l 1 die Th nichts(* ſo trug Theil d breiter 1. und der Erde vof zie ſumgs Fels in leegt/ das 2 wordein der Erit 41 Form 9 dens ber leitet we chende ſchieden ſchieden hald fou 5. erlangen das We d. ſchaften nothwer zuſamm tand⸗ des die leſen der eſon⸗ wir ſeine tigen „ aus n her⸗ Kör⸗ 13 2. Die Tiefe dieſer mehr oder weniger fein gepulver⸗ ten Maſſe iſt ſehr verſchieden, und hängt ſowohl von der urſpruͤnglichen Geſtalt der Erde, als den mancherlei Um⸗ wälzungen ab, die ſie erlitt. Im Allgemeinen haben die Bergflächen einen ſeichten Boden, die Thäler und Ebenen einen tiefen: denn da die pulverige Erde nichts anderes iſt, als der verwitterte oder zertrümmerte Fels, ſo trug das Waſſer von jeher und thut es noch, den größeren Theil dieſer loſen Maſſe in die Thäler, die dadurch erhöht und breiter werden, oder in die Ebenen, deren Berge verwittert, und deren Thäler von dem höher zuſtrömenden Waſſer mit loſer Erde vollgefüllt ſind⸗ 3. Die Berge und ſchmalen Thäͤler zeigen in der Mi⸗ ſchung ihres Bodens dieſelben Beſtandtheile, aus welchen der Fels zuſammengeſetzt iſt, der über oder unter denſelben liegt, oder der das Thal einſchließt. Ebenen, die durch das Aufſchwemmen von verſchiedenen Seiten her, gebildet worden, ſind daher auch von ſehr ahweichender Mengung der Erdtheile. 4. Wenn man die verſchiedene Konſiſtenz, Farbe und Form der Geſteine, und des aus ihnen gebildeten Erdbo⸗ dens betrachtet: ſo muß man nothwendig zum Schluſſe ge⸗ leitet werden, daß die Beſtandtheile des Bodens abwei⸗ chende Eigenſchaften beſitzen, und je nachdem ſie in ver⸗ ſchiedener Menge vorhanden ſind, dem Wachsthume ver⸗ ſchiedener Pflanzen unter beſtimmten übrigen Verhältniſſen bald förderlich, bald nachtheilig ſeyn müſſen. 5. Wer wiſſenſchaftliche Begriffe über den Ackerbau erlangen will, muß erſt den Körper genau kennen, worin das Wachsthum der Pflanzen vor ſich geht. Die Kenntniß der chemiſchen und phyſiſchen Eigen⸗ ſchaften der im Erdboden befindlichen einfachen Körper muß nothwendig vorausgehen, wenn man ihre Beſchaffenheit im zuſammengeſetzten Zuſtande in voraus beſtimmen, oder in 14 gegebenen Faͤllen erkennen ſoll: denn nur dann erſt kann man Folgerungen für die zweckgemäße Vorbereitung des Bodens und die Pflege der darin wachſenden Pflanzen zie⸗ hen, wenn man weiß, auf welche Art jeder einzelne Be⸗ ſtandtheil des Bodens an und für ſich und in ſeiner Ver⸗ mengung mit den übrigen Theilen zum Pflanzenwachsthum beitraͤgt, oder ihm hinderlich iſt. §. III. Eintheilung der Beſtandtheile des Bodens. 1. Die Beſtandtheile des Bodens werden eingetheilt: in beſtändige, die in Menge und Beſchaffenheit auf demſelben Orte immer dieſelben bleiben, oder wenigſtens nicht ſehr merklich ſich ändern, und in veränderliche, deren Menge und Beſchaffenheit wandelbar iſt. Man nennt die erſteren auch wohl feuerfeſte, die zweiten verbrennliche, was aber nicht völlig richtig iſt, weil mehrere veränderliche Beſtandtheile der Erde nicht verbrenn⸗ lich ſind. 3 2. Zur erſten Abtheilung gehören die Er den und Metalle, zur zweiten die Ueberbleibſel der durch die Fäulniß zerſtörten organiſchen Körper, und alle ſich in der Oberfläche des Bodens beſindenden Salze. §. IV. Von den chemiſchen und phyſiſchen Eigenſchaften der Beſtandtheile des Bodens. A. Von den unveränderlichen Beſtandtheilen des Bodens. 1. Unter Erde verſteht man einen einfachen, unzer⸗ legber unſchn. lic iſ „ℳ Natun d verſci’ igenges 4 kalkte MM miker hi ke recht füt vir geged würden und Meis 3 dens, 6 ſind chit 4 betſchiedt welchen 5. 4 dichigke halten gu den Gal⸗ b. ten, Me ſchiedeng außert. 74 heſchaſe vorher di ſien Beſt kann des mzie⸗ Be⸗ Ver⸗ thum irch per, enden aften des 15 legbaren Körper, der weiß und pulverförmig, im Feuer unſchmelzbar und unzerſtörbar, und im Waſſer unauflös⸗ lich iſt. 2. Metalle heißen jene einfachen, unzerlegbaren Naturkörper, die ſich durch ihren eigenthümlichen Glanz, verſchiedentliche Farbe, ihre Dehnbarkeit und ihr größeres Eigengewicht von den übrigen unterſchieden. Daß die Erdarten ſammt den Laugenſalzen nichts als ver⸗ kalkte Metalle ſeyen, ahndete man immer: jetzt meinen die Che⸗ miker hievon überzeugt zu ſeyn. Wir ſollten daher, um folge⸗ recht fürzugehen, hier nur bloß von Metallen reden. Allein da wir gegenwärtig noch zu ſehr gegen den Sprachgebrauch anſtoßen würden, ſo wollen wir die alte Unterſcheidung zwiſchen Erden und Metallen beibehalten. 3. Die Eigenſchaften der Beſtandtheile des Bo⸗ dens, wodurch ſich die einen von den andern unterſcheiden, ſind chemiſch, oder phyſiſch. 4. Chemiſche Eigenſchaften beſtehen in dem verſchiedenen Verhalten gegen andere Naturkörper, mit welchen ſie Verbindungen eingehen und neue Körper bilden. 5. Phyſiſche Eigenſchaften nennt man: die Dichtigkeit und den Zuſammenhang des Körpers, ſein Ver⸗ halten gegen das Waſſer, die Waͤrme, die Elektrizität und den Galvanismus. 6. Die Ackererde iſt ein Gemiſch verſchiedener Erdar⸗ ten, Metalle und organiſcher Subſtanzen, die nach Ver⸗ ſchiedenheit der Miſchung auch verſchiedene Eigenſchaften äußert. 7. Wenn wir den Grund der Eigenſchaften oder der Beſchaſſenheit des Gemenges kennen wollen: ſo müſſen wir vorher die Beſchaffenheit oder Eigenſchaften der entfernte⸗ ſten Beſtandtheile kennen. Es iſt daher nothwendig zuerſt C—]ßkͤͤͤͤͤͤn1ndb3ſßöſbſbbſſbſbſbſbbſbe —— ——— 46 die chemiſch⸗ phyſiſchen Eigenſchaften der Urbeſtandtheile 438 oder Elemente des Bodens zu wiſſen. Schmt V g. Weil aber dieſe Urbeſtandtheile nirgendwo allein, ſer auilt ſondern immer in einem chemiſchen Gemiſche und mechani⸗ nennt. ſchen Gemenge untereinander vorkommen: ſo müſſen wir 16 auch die Eigenſchaften der näheren Beſtandtheile des Bo⸗ afenns dens kennen, ehe wir es wagen dürfen die mancherlei Er⸗ 3 ſcheinungen, welche uns die Ackererde ſelbſt darbietet, rich⸗ 5, G ig zu erklären. ſe: ſo 7 Rie a) Erdarten. ter ſch i? a. Die Chemiker unterſcheiden 9 unter ſich verſchiedene d5 ..... ſer für C Erdarten; indeſſen ſind es faſt immer nur 4, die man in ie ſi dem Ackerboden antrifft und deren nähere Kenntniß dem virthe ſu Landwirthe nothwendig iſt. verch Bey einer genauen chemiſchen Unterſuchung des Bodens. in verſchiedenen Gegenden würde man ganz gewiß auch die übri⸗ 6.p gen Erdarten antreffen. Weil ſie aber nur ſeltene Findlinge auch verd ſind, und nirgendwo in einer ſolchen Menge angetroffen werden, aucj der daß ſie die Beſchaffenheit des Bodens umzuändern vermöchten: Da ſo dürfen wir ſie ohne Nochtheil übergehen. ut un 2. Dieſe allgemein verbreiteten Erdarten ſind: die Kieſel⸗, Thon⸗, Kalk⸗ und Bittererde. 1 doch find. n. Kieſelerde. inner i „.. in den N 1. Die Kieſelerde iſt ein weißes, feines Pulver, 4 ohne Geruch und Geſchmack, das im Feuer keine Verän⸗ fabe, derung erleidet, und im Waſſer völlig unauflöslich iſt. Harnſtin — 2. Sie iſt in keiner Saͤure, außer der Flußſpatſaͤure, halten vie auflöslich. 3 3. Die feuerfeſten Laugenſalze löſen ſie mit Beihuͤlfe V gemiſcht der Waͤrme auf trockenem Wege vollkommen auf, und bil⸗ 8 den mit ihr das Glas. unbeͤeut bei ihrer Im Tho Vurget ndtheile allein, nechani⸗ ſen wit es Bo⸗ lei Er⸗ rich⸗ diedene man in iß dem Bodens ie übri⸗ ndlinge verden, jchten: d: die Pulver, Peraͤn⸗ ſt. atſäͤure, zeihülfe und bil⸗ 17 4. Setzt man der Kieſelerde viel Laugenſalz beim Schmelzen zu: ſo erhalt man eine Materie, die im Waſ⸗ ſer aufloöslich iſt, und die man Kieſelfeuchtigkeit nennt. 8 Auf dieſe Art iſt in manchen heißen Quellen Kieſelerde aufgelöſt, die ſich bei der Einwirkung der Luft in Steinform niederſchlägt. 5. Uebergießt man trockene, reine Kieſelerde mit Waſ⸗ ſer: ſo findet man, daß 100 Theile derſelben 250 bis 280 Theile Waſſer zwiſchen ſich angezogen halten, ohne es un⸗ ter ſich in Tropfen fahren zu laſſen. Die Eigenſchaft der Körper, einen gewiſſen Antheil Waſ⸗ ſer für eine Zeit zwiſchen ſich angezogen zu halten, heißt man die waſſerhaltende Kraft derſelben. Sie iſt dem Land⸗ wirthe ſehr wichtig, weil von ihr das geſchwindere oder langſa⸗ mere Entweichen des Waſſers zum großen Theile abhängt, wel⸗ ches beym Vegetazionsprozeß eine ſo wichtige Rolle ſpielt. 6. Waſſer mit Kieſelerde bildet keinen formbaren Teig; auch verdünſtet das Waſſer ſehr bald wieder aus ihr. Das Verhalten der reinen Kieſelerde zur Wärme iſt noch nicht unterſucht worden⸗ 7. Sie iſt am häufigſten in der Natur verbreitet; doch findet man ſie nirgendwo im völlig reinen Zuſtande, immer iſt ſie mit anderen Erdarten und Metallen gemiſcht in den Mineralien vorhanden. Im durchſichtigen, kryſtalliſirten Quarze, dem Bergkry⸗ ſtalle, iſt ſie am reinſten vorhanden. Der gemeine Quarz, Hornſtein, Feldſpat beſtehen größtentheils aus Kieſe erde. Die gemengten Steinarten: Granit, Gneus, Porphyr u. ſ. w. ent⸗ halten viel mehr Kieſel⸗, als andere Erden. 8. Sie kömmt im Boden mit andern Erdarten chemiſch gemiſcht als feinſtes Pulver, oder als Sand vor. Jene Steinarten, die aus Kieſel⸗ und einer nicht gar zu unbedeutenden Menge anderer Erdarten gemiſcht ſind, gewähren bei ihrer Verwitterung ein ſehr feines, unfühlbares Pulver. Im Thone, der aus der Verwitterung des Thonſchiefers ent⸗ Burgers Lehrb. d. Landw. 1 Bd. 2 ——Y—P—— 13 ſtand, findet ſich oft mehr als die Hälfte an Kieſelerde; im Kalkmergelboden, der aus der Verwitterung des Uebergang⸗ kalkes entſteht, fand Sauſſure o, 30 Kieſelerde. So wie die Kieſelerde im Minerale in einer chemiſchen Miſchung mit den übrigen Erdarten ſtand: ſo iſt ſie es auch noch in ihrem fein zertheilten Zuſtande. Jene Steinarten, die größtentheils aus Kieſelerde beſte⸗ hen, und nur eine höchſt unbedeutende Menge anderer Erdar⸗ ten in ihrer Miſchung haben, verwittern nicht, und zerfallen nur in ſofern, als zwiſchen ihren Theilmaſſen andere Minera⸗ lien eingelagert ſind. Solche Steinarten werden nur auf mecha⸗ niſche Art, durch Rollen in den Bächen verkleinert, wodurch gröberer oder feinerer Sand entſteht. 9. Der Sand iſt ein näherer Beſtandtheil des Bo⸗ dens, welcher, abgeſchieden von dem übrigen und für ſich betrachtet, von der Kieſelerde abweichende phyſiſche Eigen⸗ ſchaften beſitzt. 10. Er hält das Waſſer am geringſten an ſich. 100 Theile ſehr feiner Sand nehmen nach Schübler 25— 29, nach Krome aber 0,31; gröberer Sand 0, 20 bis 0,25 Theile Waſſer an. 11. Er läßt es am ſchnellſten wieder fahren. Die Unterſuchungen des Herrn Dr. Schübler, im V. Hefte der landwirthſchaftlichen Blätter von Hofwyl, Aarau 1817, über die phyſiſchen Eigenſchaften der Erden, ſind das Vollſtändigſte, was wir zur Stunde über dieſen Gegenſtand aufzuweiſen haben. Ich werde die Ergebniſſe ſeiner Unterſuchun⸗ gen überall an ſeinem Orte einſchalten. Nach Schübler verdünſten von 1000 Theilen Waſſer, die dem Sande beigemiſcht ſind o, 884, während in derſelben Zeit vom Thone nur erſt o,313, und vom Humus 0,205 ſich verflüchtigen. 12. Er hat keinen Zuſammenhang. Er bildet im naſſen Zuſtande keine formbare Maſſe, und wenn er abgetrocknet iſt: ſo zerfällt er wieder ganz. 13. Sein Umfang— Volumen— wird durch das Austrocknen nicht verhindert. 14. Er nimmt aus der atmoſphaͤriſchen Luft keine Feuchtigkeit an. 2 1. etwas G 55 Erde ut ler ⁸ Zuſtand. davon 1. 6 bis Sand its Luft ger t arten, uis 1 den dir findet ſie hele der Uif hen. Piäemenr der um ¹ bikzoll Ke⸗ 30 Minat bracht us beim Aff nur 2 S 1. Pulver, ſchmalzb We leidet ſe menbaͤckt, mehr ſo 4. de; im eerrgang⸗ wie die mit den em fein beſte⸗ Erdar⸗ erfallen Ninera⸗ mecha⸗ vodurch 3 Bo⸗ ür ſich Eigen⸗ übler 20 bis im V. Aarau nd das enſtand ſuchun⸗ Waſſer, erſelben 05 ſich ſe, und h das keine 19 15. Im naſſen Zuſtande nimmt er aus der Atmoſphäre etwas Sauerſtoff zu ſich Die Zerſetzung der atmoſphäriſchen Luft durch die naſſe Thon⸗ Erde iſt zuerſt von Humbold geszeigt worden. Nach Schüb⸗ ler zerſetzen alle näheren Beſtandtheile des Bodens im naſſen Zuſtande die Luft, und nehmen mehr oder weniger Sauerſtoff davon zu ſich, ohne aber, wie er bemerkt, denſelben feſt mit ſich zu verbinden; denn wenn man ſie trocknet, und dann wie⸗ der befeuchtet, ſo zerſetzen ſie wieder von neuem die Luft. Der Sand nahm in dreißig Tagen von o0, 11 Sauerſtoff, die in der Luft gewöhnlich vorhanden ſind, o,oi6, während die übrigen Erd⸗ arten, wie wir zeigen werden, bis 0, 153 davon zu ſich nehmen. 16. Bei gleichem Einfluſſe der Sonnenwärme wer⸗ den die Erdarten ziemlich gleichförmig erwärmt, und es ſindet nur in ſofern eine Abweichung hierin Statt, als ſie heller oder dunkler gefärbt ſind: deſto größer iſt aber der Unterſchied der wärmeanhaltenden Eigenſchaft derſel⸗ ben. Der Sand hält die Warme am laͤngſten an ſich. Nach Schübler behält der Kalkſand am längſten die Wärme, nach ihm der Quarzſand, dann kömmt erſt der Thon, der um ein volles Drittel der Zeit ſich früher erkältet. 30 Ku⸗ bikzoll Kalkſand bedurften bei einer Lufttemperatur von 130, 3 St. 30 Min., um von einer Wärme von 500, zu welcher ſie ge⸗ bracht worden waren, auf 170 herab zu ſinken. Hiezu waren beim Quarzſande 3 St. 27 M.; beim ſendloſen Thone aber nur 2 St. 19 M. erforderlich. 4. Thonerdee. 1. Die Thonerde iſt ein weißes, unfühlbares Pulver, ohne Geruch und Geſchmack, das im Feuer un⸗ ſchmelzbar, und im Waſſer unauflöslich iſt. Wenn ſie einem hohen Hitzgrade ausgeſetzt wird: ſo er⸗ leidet ſie eine Veränderung, die darin beſtehet, daß ſie zuſam⸗ menbäckt, und ein viel kleineres Volumen einnimmt, auch nicht mehr ſo viel Waſſer zwiſchen ſich angezogen erhalten kann. 2. Sie iſt in allen Säuren auflöslich. 3. Die feuerfeſten Laugenſalze löſen ſie auf naſſem 2* 20 Wege mit Beihülfe der Waͤrme leicht und vollkommen auf. 4. Friſch bereitete, aus dem Alaun gefäͤllte Thon⸗ erde, halt das Vierfache ihres Gewichtes an Waſſer zwi⸗ ſchen ſich angezogen, ohne es in Tropfen fahren zu laſſen. Nach meinen Unterſuchungen halten 100 Grane der friſch bereiteten Thonerde 379 Grane Waſſer zwiſchen ſich angezogen. Thaer ſagt(Nat. Landw. II. Th. 61.), daß ſie manchmal das Sechsfache ihres Gewichtes an Waſſer zurückhalte; wäre ſie aber einmal getrocknet worden, ſo behielte ſie nur mehr anderthalb bis zweimal ſo viel Waſſer bei ſich, als ſie ſelbſt wiegt. 5. Sie bildet mit dem Waſſer einen formbaren Teig. 6. Die durchnaͤßte Thonerde verliert nur ſehr lang⸗ ſam ihr Waſſer. (Die phyſiſchen Eigenſchaften der reinen Kieſel⸗ und Thon⸗ erde hat Herr Dr. Schüubler nicht unterſucht. Nach meinen Unterſuchungen iſt zwiſchen der Thonerde, die man aus Alaun fällt, und der ausgeglühten Bittererde kein ſehr bemerklicher Unterſchied in der Zeit, binnen welcher ſie das häufige, zwiſchen ſich aufgenommene Waſſer wieder verlieren. In einem Zimmer von 17° bedurften 100 Grane von beiden Erdarten 8 Tage, um all ihr aufgenommenes Waſſer wieder zu verlieren. Die waſſerhaltende Kraft der reinen Erdarten und Erdge⸗ menge ſteht in einem gleichen Verhältniſſe mit der Größe der Erdtheilchen. Je feiner dieſe ſind, je mehr bietet ein beſtimm⸗ tes Gewicht von ihnen dem Waſſer Oberfläche dar zur Adhä⸗ ſion, und um ſo mehr wird davon in den Zwiſchenräumen der Erde angehalten. Daher zeichnet ſich die Bitter⸗ und Thon⸗ erde vor allen dadurch aus, daß ſie die größte Menge von Waſ⸗ ſer zurückhalten, denn ihre Theilchen ſind offenbar die allerfein⸗ ſten. In Hinſicht ihrer Erwärmungsfähigkeit ſind die Erdar⸗ ten im reinen Zuſtande aber überhaupt noch zu wenig unter⸗ ſucht worden, als daß wir etwas Gewiſſes von derſelben bis jetzt angeben könnten. 7. Sie iſt in jedem Boden vorhanden; in geringerer Menge im loſen, in groͤßerer im bindigen; immer mit an⸗ dern Erdarten und Metallen gemiſcht. 22 erde ſer macht ſt enthalttt ſten der 91* oder ut ſtun Thon! ſammentt wirkung ſehr fein denthch! nähern: mit Ke⸗ 9 deſeen alweic in eine finden. De Archib d mehreren Sande fand er meiſten; am wenig hielt: K Thon de Eiſenoxyn an Kieſel Thon, d Dr. Sch ſeiner U Eiſenoxyd 10 1⁰ Vaſer Töfert 7o Proc lang⸗ Thon⸗ meinen Alaun rklicher wiſchen Zimmer 8 Tag 3 Tage, Erdge⸗ oöße der deſtimm⸗ r Adhäͤ⸗ men der d Thon⸗ )n Waſ⸗ llerfein⸗ Erdar⸗ umter. ben bis ingerer nit an⸗ Der weiße Saphir ſoll ganz reine, kryſtalliſirte Thon⸗ erde ſeyn. In Berbindung mit erwas Eiſenoxyd und Kieſelerde macht ſie die meiſten orientaliſchen Edelſteine aus. Überyaupt enthalten faſt alle Steine mehr oder weniger Thonerde, am mei⸗ ſten der Thonſchiefer, die Hornblende, der Glimmerſchiefer u. a. m. 8. Sie kömmt im Boden in der Form eines mehr oder weniger gefarbten Pulvers vor, das eine chemiſche Miſchung aus Thonerde, Kieſelerde und Eiſen iſt, und Thon genannt wird. Wenn die thonhältigen Mineralien in einer ſolchen Zu⸗ ſammenſetzung ſich befinden, daß ſich ihre Fugung durch die Ein⸗ wirkung der Luft und des Waſſers löſt: ſo zerfallen ſie in ein ſehr feines Pulver, das ſich während der Verwitterung verſchie⸗ dentlich färbt, indem das Eiſen ſich oxydirt, und das bei einer nähern Unterſuchung bald mehr, bald weniger reine Tyonerde mit Kieſelerde und etwas Eiſenopyd enthält. 9. Der Thon iſt ein näherer Beſtandtheil des Bodens, deſſen phyſiſche Eigenſchaften in demſelben Verhältniſſe abweichend ſind, als ſich die Urbeſtandtheile des Thons in einem verſchiedenen Mengen⸗Verhaͤltniſſe darin vor⸗ finden. Der Profeſſor Krome in Möglin,(Hermbſtädts Archiv der Agrik. Chemie, V. Band, 379) hat den Thon aus mehreren Bodenarten durch Schwemmen und Sieden von allem Sande möglichſt gereinigt, und dann chemiſch unterſucht. Da fand er dann, daß der Thon des bindigſten Bodens auch am meiſten Thonerde, und der Thon des wenigſt bindigen Bodens am wenigſten Thonerde enthielt. Der Thon des Klaibodens ent⸗ hielt: Kieſelerde o,5², Thonerde 0,37, Eiſenoxyd o, 11; der Thon des Lehmbodens enthielt Kieſelerde 0,70, Thonerde 0,25, Eiſenoxyd 0,05; der Thon des Lettenbodens enthielt endlich: an Kieſelerde 0o,85, Thonerde o, 12, und Eiſenoxyd 0,03. Der Thon, deſſen phyſiſche Eigenſchaften, nach der Angabe des Dr. Schübler ſogleich beſchrieben werden ſollen, enthält nach ſeiner Unterſuchung: Kieſelerde 0,580, Thonerde 0,362, und Eiſenoxyd o,058. 10. Er nimmt viel Waſſer zwiſchen ſich auf. 100 Theile Thon nahmen bei Schübler 7o Theile Wa ſſer zwiſchen ſich auf, ohne ſie abtropfen zu laſſen. Hieſiger Töpferthon, den ich aber nicht zerlegte, nahm ebenfalls 68— 70 Procente Waſſer auf. 11. Er nimmt nur eine beſtimmte Menge Waſſer an; dem Eindringen des folgenden widerſetzt er ſich. Er läßt nur ſo viel Waſſer in ſich eindringen, als die Schwere deſſelben größer iſt wie die Kraft der Adhäſion mit dem Thone Daher die Verwendung des Thons zu Waſſerbe⸗ hältern; das Entſtehen der meiſten Quellen; das Verſumpfen der Vertiefungen in den thonigen Ebenen; das ſtehende Waſſer in den Ackerfurchen ꝛc. 12. Er läßt daſſelbe nur langſam wieder fahren. Von 10 000 Theilen Waſſer, die im naſſen Thone ent⸗ halten waren, verdünſteten in derſelben Zeit 313, während vom Sande 759 bis 884 verloren gingen. 13. Er hat die größte Kohäſion. Hierin wird er von keinem näheren oder entferntern Be⸗ ſtandtheile des Bodens übertroffen, und die Bodenarten nehmen in demſelben Verhältniſſe an Bindigkeit zu, als Thon in ih⸗ nen enthalten iſt. Dr. Schübler ſetzt die Kohäſion des Thons= 100, die des Klaibodens= 832²; des Lehmbodens= 5o, und des Lettenbodens= 40. 14. Durch das Austrocknen wird ſein Volumen von allen Erdarten am meiſten vermindert. Reiner Thon verliert nach Schübler durch das Aus⸗ trocknen 0,183 am Volumen; der Klaiboden 0, 114, der Lehm⸗ boden 0,089, und der Letten 0,060. 15. Er ſaugt Feuchtigkeit aus der Luft an. Nach Schübler nehmen 1000 Grane Thon in 48 Stunden, 48 Gran Feuchtigkeit aus der Luft an, während der Klai 40, der Lehm 34, der Letten 28, der kohlenſaure Kalk 35, der Humus aber 110 Grane aufnahm. 16. Im naſſen Zuſtande zerſetzt er die atmoſphäri⸗ ſche Luft und verbindet ſich mit dem Sauerſtoffe der⸗ ſelben. In 30 Tagen nahm er von den 22 Procenten des Sauer⸗ ſtoffes in der Luft o, 153 weg Der Klai nahm nur 0, 136, der Lehm 0, 110, und der Letten 0,093 weg. 17. Er erwärmt ſich langſamer wie der Sand, und verliert ſen hiͤl 9 ſandes= 0,667, 4 des Lettel! 16 Feuer zi geuſchaf Er⸗ ſg vorko Schmelzu gemengten Feuet be Maſfe de im Feue Diu men der! den Cher⸗ tererde zu Ahnlichken Erde und. Win wie man Saͤure ei lenthalben ben, oder. man in de die Verbi demſelben weniger h Der kaugenſale gelbe Abke & löslich Vaſſe h. als die on mit iſſerbe⸗ mpfen Waſſer en Be⸗ hehmen in ih⸗ n des ens= 1von Aus⸗ Lehm⸗ in 48 nd der alk 35, phäͤri⸗ e der⸗ Sauer⸗ ˖6, der 23 verliert die Waͤrme um vieles ſchneller, wie dieſer; indeſ⸗ ſen haält er ſie länger, wie Kalk und Bittererde. Nach Schübler iſt die waͤrmehaltende Kraft des Kalk⸗ ſandes= 1000, des Quarzſandes= 0,950; des Thons= 0,667, des Klaibodens= 0,684, des Lehmbodens= 0,718, des Lettenbodens= 0,769; des Kalkes= 0,618 ꝛc. 18. Wird der Thon geglüht: ſo verhärtet er im Feuer zu einer ſteinigen Maſſe, die alle phyſiſchen Ei⸗ genſchaften des Sandes an ſich hat. Er geht mit der Kieſelerde, dem Eiſen und dem häu⸗ fig vorkommenden Kalke in der Hitze in den erſten Grad der Schmelzung über. Je mehr das Schmelzen entweder durch bei⸗ gemengten Kalk, Gips, Feldſpat, oder durch ſehr heftiges Feuer befördert wurde; je mehr nähert ſich dieſe gebrannte Maſſe dem Glaſe. z. Kalkerd e. 1. Die Kalkerde iſt ein weißes, feines Pulver, ohne Geruch, mit einem laugenhaften Geſchmacke, das im Feuer unſchmelzbar, im Waſſer aber auflöslich iſt. Die Kalkerde im reinen Zuſtande entſpricht nicht vollkom⸗ men der Definition einer Erde, deßwegen ward ſie auch von den Chemikern ſchon vor einer geraumen Zeit, ſo wie die Bit⸗ tererde zu den Laugenſalzen gezählt, mit denen beide die größte Ahnlichkeit haben. Jetzt hört auch dieſe Unterſcheidung auf, und Erde und Laugenſalz gehören zu den Metallen. Wir handeln hier von der Kalkerde im reinen Zuſtande, wie man ſie in der Natur nicht antrifft; denn da ſie zu jeder Säure eine ſehr große Anziehung beſitzt, Kohlenſäure aber al⸗ lenthalben verbreitet iſt: ſo verbindet ſie ſich ſchnell mit derſel⸗ ben, oder jeder andern ihr dargebotenen Säure Daher triſſt man in der Natur nur größtentheils kohlenſaur Ralk an, und die Verbindungen des Kalkes mit den übrigen Säuren ſind in demſelben Grade ſeltener, als die Grundlagen dieſer Säuren weniger häufig vorhanden ſind. Der reine Kalk verändert die Pflanzenfarben, wie die Laugenſalze. Der blaue Veilchenſaft wird davon grün und die gelbe Abkochung der Kurkumewurzel braun gefärbt.. lich3 680 Theilen kalten Waſſers iſt ein Theil Kalkes auf⸗ öslich. 2. Sie iſt in allen Sauren auflöslich. 3. Die feuerfeſten Laugenſalze äußern keine Wirkung auf ſie. 4. Mit der organiſchen Materie geht ſie Verbindun⸗ gen ein. Sie wirkt ätzend, zerſtörend auf todte ſowohl als auf le⸗ bende Körper. Vegetabiliſche Körper, die erſt durch die Gäh⸗ rung in einen auflöslichen Zuſtand gebracht werden können, ge⸗ hen mit dem atzenden Kalke Verbindungen ein, die im Waſſer auflöslich ſind; thieriſche Körper aber, oder ſolche nähere Be⸗ ſtandtheile der Pflanzen, die, wie der Eiweißſtoff, das Oehl, und der Kleber, die größte Aehnlichkeit mit thieriſchen Materien haben, gehen mit dem Kalke Verbindungen ein, die im Waſſer weniger auflöslich ſind, woraus für die praktiſche Landwirth⸗ ſchaft ſehr fruchtbare Folgerungen ſich ergeben, und wovon wir noch einmal ſprechen werden, wenn wir vom Kalke als Dün⸗ gungsmittel handeln. Davy hat das Verdienſt, auf dieſen merkwürdigen Unterſchied der Wirkung des Kalkes auf die or⸗ ganiſche Materie zuerſt aufmerkſam gemacht zu haben.(a. a. O. 367.) 5. Friſch bereiteter, ätzender Kalk zieht das in der Luft befindliche Waſſer begierig an ſich, verliert da⸗ durch ſeinen Zuſammenhang und zerfällt in ein ſehr zar⸗ tes, weißes Pulver. Reiner, oder ätzender Kalk wird bereitet, wenn man ge⸗ meinen Kalkſtein durch das Brennen von der Kohlenſäure und dem Kryſtalliſationswaſſer, die mit demfelben verbunden ſind, befreiet. Man nennt deßwegen auch den ätzenden Kalk ge⸗ brannten. Rein kann er nur dann genannt werden, wenn er auch von andern Erdarten und Metallen befreiet iſt. Wenn man weißen, durchſichtigen Kalkſpat brennt; ſo erhält man reine Kalkerde. Setzt man einen wohl ausgebrannten Kalkſtein in die freie Luft: ſo ſaugt er das in derſelben in Dampfform vor⸗ findige Waſſer mit Schnelligkeit an, wodurch er aufſchwillt und zertheilt wird. 6. Tröpfelt man über ätzenden Kalk Waſſer: ſo ver⸗ ſchluckt er o,309 davon, ohne dadurch naß zu werden, wobei ſich eine große Menge von Waͤrme entbindet. Das zugeſetzte Waſſer geht eine chemiſche Miſchung mit dem Kat ſer bis her dien hrannte! mi ſtt, butterat nennt. Ne angezogen noch nid er mehr! dieſe dut kaln habt 8. Paſſen erdige attige der Lu⸗ D Steine! doppelte und als 9. wo ang ſtandthe und K mitſam zirkung indun: auf le⸗ — Gäh⸗ n, ge⸗ Waſſer 43 Be⸗ Oehl, aterien Waſſer dwirth⸗ on wir Dün⸗ dieſen die or⸗ (a. a. in der et da⸗ r zar⸗ nan ge⸗ ire und en ſind, all ge⸗ wenn Wenn an reine ſtein in orm vor⸗ illt und 84 ſo ver⸗ werden/ det. zung mit 25 dem Kalke ein, und wird feſt. Jener Waͤrmeſtoff, der das Waſ⸗ ſer bisher fluſſig erhielt, wird nun frei, und entweicht. Da⸗ her die Entwicklung der großen Hitze beim Ablöſchen des ge⸗ hrannten Kalkes. 7. Wird dem gebrannten Kalke mehr Waſſer zuge⸗ ſetzt, als er mit ſich binden kann; ſo löſt er ſich in eine butterähnliche Maſſe auf, die man gelöſchten Kalk nennt. Wie viel der ätzende Kalk Waſſer zwiſchen ſeinen Theilen angezogen halten könne, ohne es in Tropfen fahren zu laſſen, iſt noch nicht erhoben worden. Es iſt aber ſehr wahrſcheinlich, daß er mehr als der friſch gefällte, kohlenſaure Kalkerde enthalte, weil dieſe durch die Anziehung der Kohlenſäure ſchon größere Parti⸗ keln haben dürfte. 8. Der gelöſchte Kalk verliert den Überſchuß des Waſſers an der Luft ſehr bald, früher wie jeder andere erdige Körper, und verwandelt ſich hiebei in eine ſtein⸗ artige Maſſe, die ſich im Waſſer nicht auflöſt, und au der Luft kohlenſauer wird. Die Anwendung des Kalkes als Verbindungsmittel der Steine und Ziegeln gründet ſich auf dieſe Eigenſchaft. Ueber die doppelte Art, wie der Kalk als Zement wirkt, als Kalkhydrat und als kohlenſaurer Kalk; ſiehe Davy a. a. O. S. 376. 9. In der Natur wird die reine Kalkerde nirgend⸗ wo angetroffen. Im Boden kömmt ſie, als näherer Be⸗ ſtandtheil deſſelben, entweder als kohlenſaurer, oder als ſchwefelſaurer Kalk vor. 10. Der kohlenſaure Kalk iſt ein weißer, er⸗ diger Körper, ohne Geruch und Geſchmack, in reinem Waſſer unauflöslich, und im Feuer unſchmelzbar. In dieſem Zuſtande hat er alle Eigenſchaften einer Erde. 11. Er iſt zuſammengeſetzt aus Kalk, Kohlenſäure und Kryſtalliſationswaſſer. Kalk und Kohlenſäure ſind immer in gleichem Verhältniſſe mitſammen in dieſer Erde vorhanden, nur die Menge des Kry⸗ 26 ſtalliſationswaſſers wechſelt in den Mineralien, die aus kohlen⸗ ſaurem Kalke beſtehen. Davy ſagt(a. a. O. 190), daß im koh⸗ lenſauren Kalke, wie er bei der Zerlegung der Bodenarten vor⸗ komme, immer 0,43 Kohlenſaure enthalten ſeyen. Er ſcheint im erdigen Kalke kein Kryſtalliſationswaſſer anzunehmen, waran er aber Unrecht thut. Vom Kryſtalliſationswaſſer hat man von 1 bis o, 11 angetroffen. 12. Er löſt ſich in allen Saͤuren auf, wobei die mit ihm verbunden geweſene Kohlenſäure in Geſtalt von Bläschen und mit Geräuſch entweicht. Seine Gegenwart in einem Erdgemenge wird daher ſehr leicht durch das Uebergießen derſelben mit verdünnter Salz⸗ oder einer andern Säure entdeckt. Brauſt die Erde auf: ſo enthält ſie kohlenſauren Kalk. 13. Wenn Kohlenſäure mit dem Waſſer gemiſcht iſt: ſo löſt ihn dieſes ebenfalls auf. Nach Bergmann löſt das mit Kohlenſäure geſättigte Waſſer 0,0008 kohlenſaurenKalk auf. 14. Wird der kohlenſaure Kalk einem hohen Hitz⸗ grade ausgeſetzt: ſo verflüchtigt ſich zuerſt das Kryſtalli⸗ ſationswaſſer, und ſpäter auch die Kohlenſäure. Er iſt nun reine Kalkerde, falls nicht im Mineral andere Erd⸗ arten mitgemiſcht vorhanden ſind. Man findet den kohlenſauren Kalk ſelten in reinem Zu⸗ ſtande, meiſtens iſt er mit einer größern, oder kleineren Menge von andern Erdarten und Metallen gemiſcht. Der durchſichtige Kalkſpat, und der Urkalk enthalten nicht andere Erdarten; der Übergangskalk aber, aus dem die großen Kalkgebirge beſtehen, iſt immer ein Gemiſch von Erdarten und Metallen. Sauſſure zerlegte den Kalkſtein des Sallegebir⸗ ges, und fand 0,38 in Säuren unauflösliche Subſtanzen. Der Stein ſelbſt beſteht nach ſeinen Unterſuchungen,(Hermbſtädts Archiv der Agrikult. Chemie, I. Bd. 460.) aus Kieſelerde.... 3 0,30 — Kalkerde..*.. 0, 2436 — Kohlenſäure..—.. 0, 27 — Thonerde 4.... 0,04 — Eiſen und Braunſtei—.. 0, 13 — Verluſt.... . 0,0164 Man bedarf keiner künſtlichen Zerlegung, um einzufehen, daß der verwitten Erde, 7 15 Waſſet ſchen ſe 3. 7 bis znſethu 16. und iſt trockenen pfongen langſam L bei Sch Thone ſch 16. 19. riſchen L mengten In rend der und der 20. virkt ſie Si ſelben 3e erden o,) kohlen⸗ im koh⸗ ken vor⸗ heint im Haran er a von bei die lt von er ſehr ⸗ oder enthaͤlt emiſcht eſättigte 1 Hit⸗ hſtalli⸗ Er iſt e Erd⸗ em Zu⸗ Menge hſichtige en; der heſtehen, gebir⸗ en. Det ſtädts 27 daß der Uebergangskalk kein reiner kohlenſaurer Kalk ſey. Er verwittert gar leicht, und zerfällt in eine gelbgraue, formbare Erde, die keineswegs ſehr bindig iſt. 15. Wenn man über gepülverten, kohlenſauren Kalk Waſſer gießt: ſo nimmt er faſt eben ſo viel Waſſer zwi⸗ ſchen ſich auf, als er ſelbſt wiegt. Ich habe bei friſch bereiteter, kohlenſaurer Kalkerde von 97 bis 127 Procent Waſſer gefunden. Schübler ſetzt die waſſerhaltende Kraft auf 85. 16. Er bildet mit dem Waſſer einen formbaren Teig, und iſt im feuchten Zuſtande ſtark zuſammenhängend; im trockenen aber iſt ſeine Kohäſion gering. Die Kohäſion des trockenen Kalkes zum Thon verhält ſich, nach Schübler, wie 5: 100; des naſſen aber wie 50: 100. 17. Die kohlenſaure Kalkerde verdünſtet das em⸗ pfangene Waſſer ſchneller wie die reine Thonerde, aber langſamer wie der Thon. Von 1200 Theilen Waſſer verdünſteten in derſelben Zeit bei Schübler vom kohlenſauren Kalke 280, während vom Thone ſchon 3243 ſich verflüchtigt hatten. 18. Ihr Volumen vermindert ſich hiebei um 0,05. 19. Sie ſaugt weniger Feuchtigkeit aus der atmoſphä⸗ riſchen Luft an, wie der Thon, aber mehr, wie die ge⸗ mengten, kalkloſen Bodenarten. In 48 Stunden nahm ſie o,o35 Feuchtigkeit auf, wäh⸗ rend der Letten o,028, der Lehm 0,034, der Klai aber o,040 und der Thon 0,048 aufnahmen. 20. Auf die Zerſetzung der atmoſphäriſchen Luft wirkt ſie ebenfalls geringer wie der Thon. Sie abſorbirt 0, 108 des Sauerſtoffes der Luft in der⸗ ſelben Zeit als der Thon o, 153, und die gewöhnlichen Acker⸗ erden 0, 150 bis o, 162 aufnehmen. 98 21. Sie entlaͤßt die empfangene Wäͤrme ſchneller wie der Thon, und die thonigen Erdarten. Die wärmehaltende Kraft des kohlenſauren Kalkes wird von Schübler auf o. 618 geſetzt. 22. Der kohlenſaure Kalk kömmt im Boden immer in einer Miſchung mit Thon und Sand vor, die nach der verſchiedenen Menge des Kalkes, Thones und San⸗ des eine verſchiedentliche Benennung erhält. 23. Die ſchwefelſaure Kalkerde iſt ein Mi⸗ neral von ſehr verſchiedener Farbe und Form, das in kaltem Waſſer auflöslich und im Feuer ſchmelzbar iſt. Der ſchwefelſaure Kalk iſt unter dem Namen Gipe und Alabaſter bekannt. Meiſtens iſt der erſtere grau, und hat ein ſchiefriges und faſeriges Anſehen. Er läßt ſich leicht ritzen; ſchon der Nagel des Menſchen vermag es. Nach Davy löſt ſich ein Theil davon in 500 Theilen Waſſer auf. 24. Er iſt zuſammengeſetzt aus o,33 Kalk, o,43 Schwefelſäure und o,24 Kryſtalliſationswaſſer. Es gibt auch waſſerfreien Gips, Anhydrit; er kömmt aber nur ſehr ſelten vor. 25. Er iſt in keiner Säure auflöslich, aber die kohlen⸗ ſauren Laugenſalze zerſetzen ihn auf naſſem Wege. 26. Wenn man ihn einem hohen Feuergrade aus⸗ ſetzt: ſo verdünſtet er ſein Kryſtalliſationswaſſer, und einen kleinen Theil von Schwefel. Er verliert dadurch ſeine graue Farbe, und ſeinen Zuſammenhang. 27. Der gebrannte Gips iſt nicht ätzend; verbindet ſich mit dem Waſſer minder raſch, wie der Kalk, und nimmt eine größere Menge davon auf, die er mit ſich verbindet. Deßwegen paßt er vorzüglich zu Abgüſſen, denn der dünne Gipsbrei erſtarrt bald in eine ſteinartige Maſſe. 2. immer pyyſſche Stande Er⸗ Im Bod da er im von den fel ſich b den gerſe faltem W verbunder Boden ve der Litfe glichblei wir am I. ſes/ 1 das in Ei Thonerde ſtofgas Thonerde Maße zu 2. 3. Virkun ſe aber 4. ſtanz, veraͤnde 5. hierhei hneller jes wird immer e nach San⸗ Mi⸗ das in iſt Gipe u, und h leicht Davy 0,43 kömmt kohlen⸗ 2 aus⸗ deinen h ſeine ndet ſich nimmt indet. der dünne 29 28. Im Boden kömmt der Gips nur ſelten, und dann immer nur in einer ſo geringen Menge vor, daß er die phyſiſche Beſchaffenheit deſſelben nicht umzuändern im Stande iſt. Er kömmt in den Kalkgebirgen als Stockwerk häufig vor. Im Boden iſt er ein veränderlicher Beſtandtheil deſſelben, denn da er im Waſſer auflöslich iſt, ſo kann er in dieſem Zuſtande von den Pflanzenwurzeln eingeſaugt werden, und da der Schwe⸗ fel ſich bei der, unter Vermittlung des Kohlenſtoffes vorgehen⸗ den Zerſetzung des Waſſers mit dem Waſſerſtoffe zu geſchwe⸗ feltem Waſſerſtoſſe verbindet, welcher entweder mit dem Waſſer verbunden von den Pflanzen angeſaugt wird, oder ſich aus dem Boden verflüchtiget: ſo erhellet hieraus, daß man ihn wohl in der Tiefe des Bodens, aber nicht in der Oberfläche deſſelben in gleichbleibender Quantität antreffen kann. Von ſeiner Verwendung als Dünger⸗Materiale werden wir am gehörigen Orte ſprechen. 4. Bittererde. 1. Die Bittererde, oder Talkerde iſt ein wei⸗ ßes, ſehr zartes Pulver, ohne Geruch und Geſchmack, das im Feuer unſchmelzbar, und im Waſſer unauflöoslich iſt. Sie hat die Eigenſchaften einer Erde ſo gut wie die Thonerde: denn wenn die Bittererde im höchſten Feuer mit Sauer⸗ ſtoffgas nach Ehrmann ſchmelzbar ſeyn ſoll, ſo ſintert die Thonerde noch viel früher in eine feſt aneinander hängende Maſſe zuſammen. 2. Sie iſt in allen Säuren auflöslich. 3. Die reinen, feuerfeſten Laugenſalze äußern keine Wirkung auf ſie: in den kohlenſauren Laugenſalzen wird ſie aber aufgelöſt. 4. Sie äußert keine Wirkung auf die organiſche Sub⸗ ſtanz, obſchon ſie die Pflanzenfarben ſo wie die Kalkerde verändert. 5. Wird ſie mit Waſſer übergoſſen: ſo entwickelt ſich hierbei keine Waͤrme. 6. Sie halt bis zum Vierfachen ihres Gewichtes Waſſer an ſich, ohne es in Tropfen fahren zu laſſen. Nach meinen Unterſuchungen nahmen 100 Gran durch das Brennen von der Kohlenſäure befreiete Bittererde 380 Gran Waſſer zwiſchen ſich auf. Nachdem durch das Trocknen der Ueberfluß des Waſſers wieder verflüchtiget worden, zeigte es ſich aber, daß die urſprünglichen 1wo Gran 140 Gran wogen. Dieſe o,40 Zuſchuß ließen ſich beim gewöhnlichen Trocknen bei einer Wärme von 400 nicht verflüchtigen. 7. Mit Waſſer gibt ſie keinen zähen Teig, und ihr Zuſammenhang iſt äußerſt gering. 8. Sie ſaugt weit langſamer, wie die Kalkerde, Feuch⸗ tigkeit aus der Luft an, und viel ſpäter wie dieſe ſättigt ſie ſich mit Kohl enſäure. 9. Sie kömmt in der Natur, nach der Meinung der Chemiker, nirgendwo in reinem Zuſtande vor, immer ſoll ſie, gleich der Kalkerde, mit irgend einer Saͤure gemiſcht ſeyn. 10. Bey der Zerlegung des Bodens kömmt ſie, als näherer Beſtandtheil deſſelben, immer nur als kohlen⸗ ſaure Bittererde vor. 11. Die kohlenſaure Bittererde iſt ein weißes, ausnehmend zart und lockeres Pulver, das im Waſſer ge⸗ ring auflöslich, im Feuer aber unſchmelzbar iſt. Nach Fourcroy ſind im renen Waſſer o,oorb; im kohlenſauren Waſſer aber 0,007 auflöslich. 12. Sie beſteht aus Bittererde, Kohlenſäure und Waſſer. Nach Fourcroy beſteht ſie aus 0,40 Erde, 0,48 Koh⸗ lenſäure, und 0, 12 Waſſer. 13. Sie iſt in allen Säuren auflöslich, und brauſt mit denſelben auf, wie die kohlenſaure Kalkerde. 8 viel B. Chlorit durch d terſalze ren aufl wie ſie⸗ miſche J Bittererd ſett ſe. gemiſchten eine Miſ 14. 15 am mei ] nach me Körper, in einen chen, w ſten Wa grüßten Verhaͤltn ſteht, un ten The Erdarten ceerer in Natur ir Kraft dier größer, daraus; weil bei der derth 1b. formbare ſo zerbri ſionskraft ² 0,050 unterlauf tererde b Kalkerde ewichtes en. an durch 880 Gran knen der zeigte es wogen. nen bei ind ihr Feuch⸗ ttigt ſie dung der mer ſoll gemiſcht je, als ohlen⸗ weißes/ iſſer ge⸗ 016; im ire und ,46 Koh⸗ d brauſt 31 Es iſt ſehr merkwürdig, daß die Mineralien, welche viel Bittererde enthalten, z. B. Serpentin, Meerſchaum, Chlorit, nicht mit Mineralſäuren aufbrauſen, während die durch die Fällung mit kohlenſauren Laugenſalzen aus dem Bit⸗ terſalze dargeſtellte kohlenſaure Bittererde ſehr ſtark mit Säu⸗ ren aufbrauſet. Ich glaube daher nicht, daß die Bittererde, ſo wie ſie im Boden vorkommt, kohlenſauer, ſondern daß die che⸗ miſche Miſchung der Bittererde in den Mineralien aus reiner Bittererde und andern Erdarten und Metallen zuſammen ge⸗ ſetzt ſey. Nur dann, wenn man die Bittererde von allen bei⸗ gemiſchten Körpern frei darſtellt, geht ſie mit ber Kohlenſäure eine Miſchung ein. 14. In den kohlenſauren Laugenſalzen iſt ſie auflöslich. 15. Sie nimmt von allen Beſtandtheilen des Bodens am meiſten Waſſer auf. Nach Schübler iſt die waſſerhaltende Kraft= 456; nach meinen Unterſuchungen aber= 546. Das Vermögen der Körper, Waſſer zwiſchen ſich angezogen zu halten, ſteht immer in einem umgekehrten Verhältniſſe mit der Größe ihrer Theil⸗ chen, wie wir bereits erwähnten. Der Sand kann am wenig⸗ ſten Waſſer zwiſchen ſich angezogen halten, weil er aus den größten Theilen zuſammengeſetzt iſt; der Thon hält in demſelben Verhältniſſe mehr Waſſer an, als er aus mehr Thonerde be⸗ ſteht, und als dieſe mehr durch die Verwitterung in ihre letz⸗ ten Theilchen zerfallen iſt. Die künſtliche Darſtellung aller Erdarten liefert Körper, die viel feiner zertheilt ſind, und lo⸗ ckerer in ihrer Anhäufung übereinander liegen, als dieß in der Natur irgendwo angetroſſen wird: darum iſt die waſſerhaltende Kraft dieſer durch die Kunſt dargeſtellten erdigen Körper ungleich größer, wie jene der natürlichen, und wenn wir Folgerungen daraus ziehen wollen, ſo finden wir, daß ſie unrichtig ſind, weil bei der Verwitterung die Ackererde nie jenen hohen Grad der Zertheilung erlangt, wie bey der chemiſchen Auflöſung. 16. Die naſſe Erde liefert keinen zuſammenhängenden, formbaren Teig, und wenn derſelbe getrocknet worden, ſo zerbricht er viel leichter, wie der vom kohlenſauren Kalke. Schübler gißbt der koylenſauren Bittererde eine Kohä⸗ ſionskraft= 0, 118, der kohlenſauren Kalkerde aber nur von = 0,050. Ich vermuthe, daß hier irgend ein Fehler müſſe unterlaufen ſeyn, denn bei mir zerbrach ein Cylinder von Bit⸗ tererde bei der geringſten Gewalt, während die kohlenſaure Kalkerde immer eine größere erforderte⸗ 32 17. Sie verdunſtet das erhaltene Waſſer von allen Beſtandtheilen des Bodens am langſamſten. Von 1000 Theilen Waſſer verdünſten aus ihr in der gleichen Zeit nur 108, während vom Kalke 280, und vom Thone 313 ſich verflüchtigen. 18. Ihr Volumen vermindert ſich hierbei um o,154. 19. Sie vermag am meiſten Feuchtigkeit aus der Luft anzuſaugen. In 48 Stunden o, 110. 20. Den Sauerſtoff der atmoſphäͤriſchen Luft abſor⸗ birt ſie von allen Erdarten in der größten Menge. Nach Schübler werden durch die naſſe Erde in 30 Ta⸗ gen 17 Prozent Sauerſtoffgas aus der Luft abſorbirt. Hierin wird ſie nur vom Humus übertroffen. 21. Sie nimmt bei gleicher äußerer Wärme der atmoſphäriſchen Luft in einem gleichen Zeitraume die ge⸗ ringſte Waͤrme an, und erkaltet von allen am ſchnellſten. Wenn die wärmehaltende Kraft des Kalkſandes= 1000 iſt; ſo iſt jene der kohlenſauren Bittererde, nach Schübler = o,38o. 22. Die Bittererde kömmt als Beſtandtheil faſt eines jeden Bodens vor: denn ſie iſt in ſehr vielen Steinen ent⸗ halten. Am meiſten wird ſie aber da gefunden, wo der Boden aus der Verwitterung des Chlorits und Ser⸗ pentins beſteht, welche große Felsmaſſen bilden, und zum dritten Theile aus Bittererde beſtehen. In Kärnthen wird die Bittererde gar häuſig im Bo⸗ den angetroffen, denn die mit Gletſcher bedeckten Serpentinfel⸗ ſen des Möllthales, und die ungeheure Ausdehnung des Chlo⸗ ritſchiefers am linken Drauufer, verſehen unſeren Boden mit einer großen Menge von Bittererde. 1 Körpt feltener miſche tt Malt ftell, ohi Kaſſe ge⸗ des Min⸗ in Erzge” men nuri vor; faſt Sauerſte erſtern; Anſehen 21 färbt, ſchung Mannig, 4. ſcheinen d gen der! es gibt; weißen( ſie aber e geröſtet ne Pulsge Thon und weiße Fa Weile fre tot. 4. vor: ein 5 Gegenwa Durzer⸗ on allen r in der n Thone 0, 154. er Luft abſor⸗ 30 Ta⸗ Hierin rme der die ge⸗ nellſten. = 1000 chübler faſt eines einen ent⸗ n, wo der und Ser⸗ den, und ſig im Bo⸗ erpenine⸗ des Chlo⸗ Boden mit 33 b) Metalle. 1. Es gibt eine ſehr große Menge von metalliſchen Körpern, die aber nur ſehr ſelten abgeſondert, und noch ſeltener in ihrem reinen Zuſtande, meiſtens in einem Ge⸗ miſche mit anderen Naturkörpern vorkommen. Man hat bis jetzt 27 Arten verſchiedener Metalle darge⸗ ſtellt, ohne die Erdarten und feſten Laugenſalze, die zur nämlichen Klaſſe gezählt werden ſollen. Die Metalle machen nur einen kleinen Theil der Maſſe des Mineralreiches aus; ſelten findet man ſie zuſammengehäuft in Erzgängen, meiſtens zerſtreut in den Felsmaſſen. Sie kom⸗ men nur ſelten im reinen, das heißt: reguliniſchen Zuſtande vor; faſt immer ſind ſie entweder mit Schwefel, oder mit dem Sauerſtoff der Luft, oder einer wirklichen Säure vermiſcht. In erſtern Falle haben ſie ein metalliſches, im anderen ein erdiges Anſehen, im dritten ſind es Salze. 2. Sie ſind ſchon an und für ſich verſchiedentlich ge⸗ färbt, und erlangen noch ferners durch die chemiſche Mi⸗ ſchung mit andern Körpern, und unter ſich eine große Mannigfaltigkeit von Farben. 3. Sie ſind die Urſache, daß die Steine gefärbt er⸗ ſcheinen. Dieß gilt nur in ſofern, als die Steine den Einwirkun⸗ gen der Luft, des Waſſers und des Lichtes ausgeſetzt ſind: denn es gibt metallhaltige Mineralien, die weiß ſind, z. B. den weißen Eiſenſtein, und einige Thon⸗ und Kalkarten. Sobald ſie aber auf der Gberfläche des Bodens eine Weile liegen, oder geröſtet werden, färben ſie ſich verſchiedentlich. Der berühmte Pulsgauer Thon in Steiermark, ein Gemiſch aus Thon und Bittererde, welches ſehr feuerfeſt iſt, hat eine ganz weiße Farbe, wie man ihn ausgräbt. Läßt man ihn aber eine wih frei in der Luft liegen, ſo wird er durch und durch blut⸗ rot 4. Die Metalle kommen in ſehr ungleicher Menge vor: einige ſind ſehr ſparſam, andere haͤufig verbreitet. 5. Nur jene, die häufig verbreitet, und durch ihre Gegenwart im Boden die phyſiſche Beſ ſchaſt uhei deſſelben Durgers Lehrb. d. Landw. 1 Bd. 34 umzuändern im Stande ſind, haben für den Landwirth ei⸗ nen Werth, und muͤſſen naͤher unterſucht werden. 6. Von allen Metallen iſt nur allein das Eiſen faſt allgemein verbreitet; denn man findet kaum einen Stein, der nicht Eiſen enthielte, und keinen Boden, der frei da⸗ von wäare; daher iſt in agronomiſcher Hinſicht eine nähere Kenntniß des Eiſens nothwendig. 1. Eiſen. 1. Das Eiſen kömmt in der Oberfläche des Bodens niemals im reguliniſchen, das heißt: im reinen Zuſtande vor: immer erſcheint es nur im oxydirten. 2. Das Eiſenoxyd iſt die Verbindung des Sauer⸗ ſtoffes mit dem Eiſenmetalle. Das Eiſen hat eine ſehr große Verwandtſchaft zum Sauer⸗ ſtoffe. Wird das Eiſen mit einem Körper in Verbindung ge⸗ bracht, der Sauerſtoff enthält, und eine geringere Verwandt⸗ ſchaft zu demſelben hat, wie das Eiſen: ſo verbindet es ſich mit demſelben, und der neu entſtandene Körper heißt nun ein Eiſenoryd, Eiſenkalk, Ocher, Roſt. Das reguliniſche Eiſen wird bei der Einwirkung der Luft, des Waſſers und der Säuren opydirt. 3. Es iſt ein erdig ausſehender, ſchwarz oder braun gefärbter Körper, der keinen Geruch und keinen Geſchmack hat, im Waſſer unauflöslich und im Feuer für ſich un⸗ ſchmelzbar iſt. Seine Farbe rührt von dem Sauerſtoffgehalte her. Das Eiſenoxyd iſt ſchwarz, wenn es die geringſte Menge von Sauer⸗ ſtoſf enthält; es wird braun, wenn ihm mehr, und endlich pomeranzenfarb, wenn ihm die größte Menge von Sauerſtoff beigemiſcht iſt. Daher rührt die Umänderung der grauen Farbe des Thons in eine rothe, durch das Brennen, weil hierbei das graue Eiſenoxyd durch die Vermittlung der Hitze noch mehr Sauerſtoff annahm. 4. Es iſt ein Beſtandtheil des Thons, mit dem es oft in gro in dert ſten int öt als ſa Eäiſer 606G der But ter We und des 21 boden der orſ gem 9. 82 vetändik Ueberſlt in Vernn der Ec und es 3. Vo . 1. Peränd werden 2 andere! gen von hichten iirth ei en faſt Stein, ei da⸗ eine odens inen n. Sauer⸗ Sauer⸗ ung ge⸗ rwandt⸗ es ſich nun ei uliniſche und der r braun ſchmack ich un⸗ err. Das Sauer⸗ endlich auerſtof n Farbe rbei das ch mehr nes oft 33 in großer Menge verbunden iſt; geringer iſt ſein Gehalt in den bittererdigen Geſteinen oder Erdarten, am gering⸗ ſten im Kalke. 5. In ſeltenen Fällen erſcheint das Eiſen im Boden als ſchwefelſaures, anderswo als kohlenſaures Eiſen. 6. Das ſchwefelſaure Eiſen entſteht, wenn der Boden, welcher Schwefeleiſen(Markaſit) enthäͤlt, un⸗ ter Waſſer geſetzt wird, wobei ſich der Schwefel ſäuert, und dann das Eiſen auflöſt und den Eiſenvitriol bildet. 7. KohlenſauresEiſen wird im Torf⸗ und Moor⸗ boden angetroffen, wo der Eiſenkalk bei der Zerſetzung der organiſchen Körper unter der Mitwirkung von überflüſſi⸗ gem Waſſer Kohlenſäure annimmt. 8. Sowohl das eine wie das andere ſi ind aber nur veränderliche Beſtandtheile des Bodens; denn ſo wie der Ueberfluß des Waſſers abgeleitet wird, und dieſe Körper in Berührung mit der Luft kommen: ſo werden ſie zerſetzt; der Schwefel wird, ſo wie die Kohlenſaͤure verflüchtigt, und es bleibt nichts als der Eiſenkalk zurück. B. Von den veranderlichen Beſtandtheilen des Bodens. 1. Jene näheren Beſtandtheile des Bodens, die einer Veränderung in der Menge und Beſchaffenheit unterliegen, werden veraͤnderlich genannt. 2. Die Körper werden beraͤndert, wenn ſie unter ſi ich andere Verbindungen eingehen. Sind die neuen Bildun⸗ gen von feſter Natur: ſo bleibt das Geſammte, dem Ge⸗ wichte nach, ſich gleich, und nur die Anordnung der Ele⸗ 3* 36 mente iſt verändert geworden, die Körper haben eine aͤn⸗ dere Form: ſind die neuen Bildungen aber zum Theile von luftiger Geſtalt, ſo haben die Körper nicht nur in der Form ſondern auch im Gewichte eine Veränderung erlitten. Wenn man die Abkochung von Gallus und die Auflöſung des Eiſenvitriols zuſammenmiſcht: ſo erhält man aus zwei hellen klaren Flüſſigkeiten eine ſchwarze, undurchſichtige Flüſſigkeit, die Tinte. Die Elemente, welche in den beiden Flüſſigkeiten ent⸗ halten ſind, haben ihre ehemaligen Verbindungen aufgegeben und ſind neue eingegangen: aber die Geſammtmaſſe iſt dieſelbe ge⸗ blieben; die erhaltene Tinte wiegt ſoviel, wie die beiden Auf⸗ löſungen zuſammen. Setzt man aber ein Stück Holz in einer gläſernen Retorte und in Verbindung mit dem pneumatiſchen Apparate einem hohen Hitzgrade aus: ſo ſieht man, daß es an⸗ fänglich braun, und mittlerweile ganz ſchwarz wird: nebſtbei erhäl man tropfbare, mehr aber noch luftförmige Körper in der Vorlage. Die Kohle des Holzes macht nur mehr einen kleinen Theil des urſprünglichen Holzgewichtes aus Wie man die Vor⸗ lagen öffnet, ſo entweicht die Luft. 3. Wenn die Elemente der Körper bloß Erden, Lau⸗ genſalze oder Metalle ſind: ſo ſind die Produkte der Mi⸗ ſchung derſelben dicht, und bloß in der Form verändert; beſteht der Körper aber nicht einzig aus dieſen Elementen, ſo iſt das Produkt der Miſchung nicht bloß eine Veränderung der ſichtlichen Form: ſie iſt immer dann mit einem Sub⸗ ſtanzverluſt verbunden, weil ein Theil des Körpers eine luftförmige Geſtalt angenommen und in die Atmoſphäre entwichen iſt.. 4. Veränderliche Beſtandtheile des Bodens können alſo nur jene ſeyn, die nicht bloß aus Metallen, Erden und feſten Laugenſalzen beſtehen. Hieher müſſen demnach gezählt werden: die organiſche Materie, und alle in der Oberfläche des Bodens ſich vorfindenden Salze. 1. Organiſche Materie. 1. Die org aniſche Materie iſt im Boden im⸗ mer in einem Zuſtande der Zerſetzung, der von dem Augen⸗ blice lt erſt ei ſchen s 96 ſchen 44 3,1: Anzahl t unter gt einer kli dd die Vegi Planzen erſtern! 4 Theile ſezt ſie Dt Kalke, und dadurch e⸗ widerſtehe 5. unter ber hältniſſe atmoſpha ganz: ſo der ander Verhaltn ſamer vo verſchiede tritte die die der organ Waſſers, Sperrt n ine an⸗ ile von Form 1 flöͤſung hellen it, die n ent⸗ en und he ge⸗ Auf⸗ einer tiſchen 8s an⸗ ebſtbei in der kleinen Vor⸗ Lau⸗ Mi⸗ dert; en, ſo erung Sub⸗ eine ſphaͤre können en und gezähle in der 37 blicke beginnt, als ſie nicht mehr belebt iſt, und nur dann erſt endet, wenn ſie ſich bis auf die erdigan und metalli⸗ ſchen Theile ganz verflüchtiget hat. 2. Den Prozeß der allgemachen Zerſetzung der organi⸗ ſchen Materie heißt man die Fäulniß⸗ 3. Jene organiſchen Körper, welche aus der größten Anzahl von Elementen zuſammengeſetzt ſind, zerſetzen ſich unter gleichen Bedingungen ſchneller, wie jene, die aus einer kleinen Anzahl zuſammengeſetzt ſind. Die thieriſchen Körper ſind mehr zuſammengeſetzt, wie die Vegetahilien; darum verfaulen ſie ſchneller. Die Körner der Pflanzen ſind zuſammengeſetzter, wie das Holz, weßwegen die erſtern ſchneller ſich zerſetzen, wie das letztere. 4. Je größer die Menge von erdigen und metalliſchen Theilen in der organiſchen Materie iſt, je langſamer zer⸗ ſetzt ſie ſich. Die Knochen der Thiere beſtehen zum großen Theile aus Kalke, und das Holz der Bäume aus Kalk, Kieſelerde und Eiſen; dadurch erlangen dieſe Körper einen feſten Zuſammenhang, und widerſtehen lange der Fäulniß. 5. Die Fäulniß der organiſchen Körper findet aber nur unter beſtimmten äußeren Verhältniſſen Statt. Dieſe Ver⸗ hältniſſe ſind: ein beſtimmtes Maß von Waſſer, Wärme und atmoſphäriſche Luft. Mangelt einer von dieſen Einflüſſen ganz: ſo findet gar keine Zerſetzung Statt: iſt einer, oder der andere, oder mehrere in einem zu kleinen oder zu großen Verhältniſſe vorhanden: ſo geht die Zerſetzung um ſo lang⸗ ſamer vor ſich, und das Produkt derſelben iſt auffallend verſchieden von dem, was unter einem angemeſſenen Zu⸗ tritte dieſer Einflüſſe hervorgebracht worden iſt.* Die Fäulniß iſt eine Wechſelwirkung der Beſtandtheile der organiſchen Materie mit den Beſtandtheilen der Luft und des Waſſers, die durch eine angemeſſene Wärme vermittelt wird. Sperrt man die Luft ganz und gar ab, oder umgibt man den or⸗ 838 ganiſchen Körper mit nicht reſpirablen Luftarten: ſo fault er nicht. Bringt man ihn in eine Temperatur, die unter dem Ge⸗ frierpunkt iſt: ſo kann keine Wechſelwirkung Statt finden, weil keine Flüſſigkeit da iſt; und ſetzt man ihn einer hohen Tempera⸗ kur aus: ſo wird durch ſie das Waſſer verſtüchtigt, was zur Auf⸗ löſung nöthig iſt. Findet aber beim Faulungsprozeß ein zu geringer Zutritt der Luft Statt: ſo vermodert der Körper langſam. Bei zu vielem Waſſer geht die Fäulniß noch langſamer vor ſich, und es bildet ſich Säure im faulenden Körper. 6. Durch die Faͤulniß wird der Zuſammenhang des organiſchen Körpers aufgehoben, und indem die Beſtand⸗ theile deſſelben neue Verbindungen unter ſich, und mit den Beſtandtheilen der Luft und des Waſſers eingehen, werden neue Subſtanzen gebildet, die theils im Waſſer auflöslich ſi ind, theils unauflöslich, theils aber ſogleich in Luftgeſtalt entweichen. 7. Weil aber die Faͤulniß ein fortwaͤhrender chemiſcher Zerſetzungsprozeß iſt: ſo verandern ſich die Produkte der Fäͤulniß der organiſchen Körper immerfort, und was erſt noch unauflöslich im Waſſer iſt, wird es allgemas h, und was im Waſſer auflöslich geworden, wird mittlerwelle flüchtig, bis endlich die Verflüchtigung des ganzen Körpers bis auf die erdigen und metalliſchen heile vollendet iſt. 8. Im Boden finden ſich als nähere Beſtandtheile deſſelben nur die Trümmer von organiſchen Körpern in einem verſchiedentlichen Zuſtande ihrer Zerſetzung durch die Fäulniß. 9. Wenn die organiſchen Körper durch die Fäulniß ſo weit zerſetzt worden ſind, daß man von ihrem Gefuͤge nichts mehr wahrnimmt, ſo heißt man dieſen Körper: Humus. 10. Unter Humus, den man auch Pflanzenerde, die Stät lihen T im Waſte zumal i Due Laf inus: ſ holzigen Sind noch niͦ Laugen zuruck, dern au haltene ſonſt mit wohl als beym Ver bis auf d weichen, nicht verf dung mit bleibt ſo langer 3 und allgen iſ aber e dings der weil aber handen ſt Je mehr hältniß d wird nun auflöslich mer enthe vird er a 11. terſchied fault er dem Ge⸗ den„ weil Tempera⸗ zur Auf⸗ er Zutritt Bei zu „ und es ang des Beſtand⸗ mit den werden ufloslich ftgeſtalt miſcher ite der as erſt , und erwelle Körpers iſt. ndtheile epern in g durch qulniß ſo Gefüge Körper: enerde, 39 Modererde, Faulerde nennt, verſteht man ein ſchwarzgraues, ſehr leicht und lockeres Pulver, das im Feuer verbrennlich und im Waſſer zum Theil, in den Lau⸗ genſalzen aber, ſie mögen ätzend oder kohlenſauer ſeyn, ganz auflöslich iſt. Verbrennlich iſt der Humus, weil er eine organiſche Materie iſt, die größtentheils aus luftigen Körpern zuſammengeſetzt, bei der Zwiſchenkunft der Wärme ſich verflüchtigt; im Waſſer iſt er aber nur in ſofern auflöslich, als die Fleiſchfaſer und das Oehl der Thiere, oder bei den Pflanzen die Holzfaſer, der Kleber, die Stärke und alle übrigen im kalten Waſſer für ſich unauflös⸗ lichen Theile ſolche Verbindungen eingegangen ſind, daß ſie nun im Waſſer auflöslich ſind. Nie iſt der ganze Humus des Bodens zumal im Waſſer auflöslich, immer wird er es erſt nach und nach. Die Laugenſalze aber ſind mächtigere Auflöſungsmittel des Hu⸗ mus: ſie löſen ihn ganz auf, in wiefern in ihm die faſerige oder holzige Materie wirklich durch die Fäulniß zerſetzt worden iſt. Sind dieſe näheren Beſtandtheile der organiſchen Körper aber noch nicht vollkommen zerſtört, ſo bleibt nach dem Auskochen mit Laugen ein verhältnißmäßiger Theil von organiſchen Körpern zuruͤck, der auch wohl ſchwarz ausſieht, aber nicht Humus, ſon⸗ dern nur halbverfaulte Holzfaſer iſt. Die durch das Feuer er⸗ haltene Kohle unterſcheidet ſich daher von dem Humus, der ſonſt mit ihr ſo viele Aehnlichkeit hat, daß ſie im Waſſer ſo⸗ wohl als in den Laugenſalzen unauflöslich iſt. Durch das Feuer beym Verkohlungsprozeſſe wird aus der organiſchen Materie alles bis auf den Kohlenſtoff verflüchtigt; dieſer kann aber nicht ent⸗ weichen, weil es ihm an Sauerſtoff mangelt, ohne den er ſich nicht verflüchtigen kann. Kohlenſtoſf für ſich geht keine Verbin⸗ dung mit dem Waſſer und den Laugenſalgen ein, und die Kohle bleibt ſo lange unverweſen im Boden, bis ſie im Verlaufe ſehr langer Zeit ſich wieder mit dem Sauerſtoffe der Luft verbindet, und allgemach dadurch im Waſſer auflöslich wird. Der Humus iſt aber eine noch ſehr zuſammengeſetzte Materie, in der aller⸗ dings der Kohlenſtoff den überwiegenden Beſtandtheil ausmacht; weil aber auch noch Waſſer⸗, Stick⸗ und Sauerſtoff darin vor⸗ handen ſind: ſo erklärt ſich hieraus ihr Unterſchied von der Kohle. Je mehr aber die Zerſetzung vorſchreitet; je mehr wird das Ver⸗ hältniß des Kohlenſtoffes auch im Humus überwiegend, und er wird nun um ſo ſchwerer und in geringerer Menge im Waſſer auflöslich: nie aber wird er in eine reine Kohle verwandelt, im⸗ mer enthält er noch etwas Waſſer⸗ und Sauerſtoff, und darum wird er auch immerfort, nur allgemach langſamer verflüchtiget · 11. Die chemiſchen Eigenſchaften des Humus ſind verſchieden, je nachdem er von verſchiedenen thieriſchen/ oder vegetabiliſchen Körpern herruͤhrt, und je nachdem die Verhaͤltniſſe verſchieden waren, unter denen er ſich bildete. Wieil die thieriſchen Körper ein anderes Miſchungsver⸗ hältniß der Urbeſtandtheile haben, wie die Pflanzen: ſo vermu⸗ then wir mit Grunde, daß auch ihr Humus unter ſich verſchieden ſeyn müſſe, wenn wir auch bis jetzt, aus Mangel an Verſuchen, den w rklichen Unterſchied nicht zeigen können. Im Boden kömmt überhaupt eine viel zu kleine Menge von thieriſchem Humus vor, als daß er die Eigenſchaften des vegetabiliſchen beträchtlich ver⸗ ändern könnte; denn da die thieriſchen Stoffe, die wir im Stall⸗ miſte auf die Aecker fuͤhren, nur eine geringe Menge ausmachen, und leicht auflöslicher Natur ſind, ſo verſchwinden ſie bald daraus, und wir haben es bei unſern Unterſuchungen größtentheils nur mit den Reſten der Pflanzenkörper zu thun. Daß der Humus verſchiedene Eigenſchaften erhalte, je nachdem er unter verſchiedenen Verhältniſſen ſich gebildet hat, wurde bereits erwähnt. Die merkwürdigſte Verſchiedenheit iſt jene, wenn er beim Zutritte von zu vielem Waſſer gebildet wurde, denn dadurch wird er ſauer, weil ſich Eſſig, und wie Einige meinen, auch Phosphorſäure unter ſolchen Umſtänden erzeuge. Im Torf⸗ und Moorboden, ſo wie allenthalben, wo das Waſſer lange geſtanden hat, findet man eine freie Säure im Humus. Genauere Unterſuchungen über die chemiſchen Eigenſchaften des Humus hat der verſtorbene Profeſſor Crome zu Möglin angeſtellt. Sie ſtehen in Hermbſtädts Archiv für die Agri⸗ kultur⸗Chemie V. B. 350. 12. Er hält beinahe das Doppelte ſeines Gewichtes an Waſſer zwiſchen ſich angezogen, ohne es in Tropfen fahren zu laſſen. Nach Schübler können 100 Theile Humus 190 Theile Waſſer angezogen halten. Nach Körte(Hermbſt. Archiv VII. B. 109.) hält der aus wildem Kaſtanienholz erhaltene Humus 239 Prozent Waſſer in ſich, während ein lettenartiger Thon nur 45 Prozent anhält. 13. Das empfangene Waſſer häͤlt er ſehr hartnäͤckig an ſich, und läßt es langſamer noch, wie der Thon entwei⸗ chen. Nach Schübler verdünſteten von 10060 Theilen Waſſer in der gleichen Zeit aus dem Humus 108, während vom Thone 313, aus der Gartenerde aber nur 245 entwichen. Er ſetzt die wärmehaltende Kraft des Humus= 0,49, während ſie Crome (¹. a. O. 413.)= 0,72 ſetzt. Solche Differenzen ergeben ſich, —ꝛ= net: ſo ſaute Kah erde zuſat 16.1 von allen keit ein. R Stunden⸗ er aber 17 ſeandthe großen d Nai 0,21 Sau in Zeitra 16. auflöslich mus vert Luft. 10. ſten und auch wie Di dunkeln F einer bock 20. Bodens. dem die bildete. hungsver⸗ o vermu⸗ erſchieden kerſuchen, n kömmt mus vor, lich ver⸗ m Stall⸗ zmachen, daraus, heils nur lte, je det hat, cheit iſt wurde, Einige erzeuge. Waſſer mus. ſchaften öglin Agri⸗ wichtes ropfen Theile hiv VII. nus 239 nur 45 rtnäͤckig entwei⸗ n Waſſer n Thone ſetzt die Crome ben ſich, 4¹ wenn der zu unterſuchende Körper in einem größeren oder kleineren Volumen, und verſchiedentlich zuſammengedrückt der warmen Luft ausgeſetzt wird⸗ 14. Sein Wolumen wird dabei um o,n vermindert. 15. Seine Kohäſion iſt gering. Wenn man ihn feucht zuſammendrückt und dann austrock⸗ net: ſo hängt er nach Schübler etwas mehr wie die kohlen⸗ ſaure Kalkerde, und etwas weniger wie die kohlenſaure Bitter⸗ erde zuſammen. 16. Setzt man ihn der freien Luft aus, ſo ſaugt er von allen Beſtandtheilen des Bodens am meiſten Feuchtig⸗ keit ein. Nach Sechübler abſorbirten 1000 Grane Humus in 48 Stunden 110 Grane Waſſer. Nach Körte(a. a. O.) ſaugt er aber in 4 Wochen faſt ſechsmal ſo viel Feuchtigkeit an. 17. Er zerſetzt die atmoſphäriſche Luft von allen Be⸗ ſtandtheilen des Bodens am meiſten, und abſorbirt einen großen Theil des Sauerſtoffes aus ihr. Nach Schübler abſorbirt er im feuchten Zuſtande von 0,21 Sauerſtoſſ, die in der Luft vorhanden ſind ½,= 0,203, im Zeitraume von 30 Tagen. 18. Der mit Sauerſtoff verbundene Humus iſt nun auflöslicher im Waſſer, und ein Theil der Kohle des Hu⸗ mus verbindet ſich mit dem Sauerſtoffe zu kohlenſaurer Luft. 19. Er erwärmt ſich, der Sonne ausgeſetzt, am ſchnell⸗ ſten und am ſtärkſten; verliert aber die empfangene Warme auch wieder am ſchnellſten. Die ſtärkere und ſchnellere Erwärmung iſt wohl nur der dunkeln Farbe zuzuſchreiben, ſo wie die geſchwindere Verkältung ſeiner Lockerheit. 20. Er findet ſich nur in der oberen Schichte des Bodens. 4²2 So weit die Pflanzenwurzeln reichten, die zuerſt den Boden bedeckten: ſo weit kann er im natürlichen Zuſtande mit Humus gemengt ſeyn. Thieriſche Körper verfaulen nur an der Oberfläche, und man bemerkt in einer geringen Tiefe nichts mehr von ihnen. 21. So weit der Boden mit Humus gemengt iſt heißt, man ihn Dammerde. 22. Die Schichte der Dammerde iſt verſchieden tief. Wo Klima, Boden und Lage die Vegetation überhaupt begünſtigen, iſt ſie tiefer, wie da, wo die entgegengeſetzten Ver⸗ hältniſſe vorhanden ſind. Am Fuße der Berge findet man mei⸗ ſtens eine ſehr tiefe Schichte, weil durch den Regen die fruchtbare Erde immmer von den Höhen abgeſpült wird. In der Nähe von Flüſſen iſt die Dammerde durch das Uebertreten des hoch gehenden und Schlamm führenden Waſſers ebenſalls mächtiger, wie entfernt von ihnen. 2. Salze. 1. Alle jene Körper werden im Allgemeinen Salze genannt, die ſich im Waſſer auflöſen und einen Geſchmack haben; insbeſondere aber nennt man alſo jene Verbin⸗ dungen von Säuren mit Erden, Laugenſalzen oder Me⸗ tallen, die in 500 Theilen Waſſer auflöslich ſind. 2. Sie haben alle eine regelmäßige Geſtalt, die ſie annehmen, ſobald ſie ſich nebſtbei mit Waſſer verbinden können. 3. Es gibt eine unüberſehbare Menge von Salzen. Den Landwirth können aber hier nur jene intereſſiren, die in der Oberfläche des Bodens manchmal vorkommen. 4. Man kann die ſalzigen, im Boden vorkommenden Körper eintheilen in ſolche, wo die ſäuerbaren Grundlagen in den mineraliſchen Beſtandtheilen deſſelben vorhanden ſind, die durch die Zwiſchenkunft eines dritten Körpers ſich mit Metallen oder Erden zu einem Salze vereinigen, und X in and der orge 5. Schweit kieſes en erde. 34 die aust mit den Bitterer b. ſolchem Bittere peterſa reichli Mauer 2 Miſſſta 7. ſo lange denen ſi gehen ſie engeſau d weil dure wit ande eine näͤhe ſaure Eiſ gelegt we nun nich ſic unter igt ſich ſih in I in größer ſich auch Boden, auftöslich zuerſt den ſtande mit ur an der ichts mehr iſt heißt, Itief. berhaupt ten Ver⸗ dan mei⸗ uchtbare er Nähe des hoch aächtiger, Salze ſchmack Verbin⸗ er Me⸗ die ſie erbinden Salzen. ten, die n. nmenden undlagen handen pers ſich ſen, und 43 in andere, wo die ſäuerbare Grundlage ein Beſtandtheil der organiſchen Materie iſt. 5. Zu den erſteren gehören die Verbindungen der Schwefelſäure, welche durch die Zerſetzung des Schwefel⸗ kieſes entſtanden iſt, mit dem Eiſen, der Kalk und Bitter⸗ erde. Zu den letzteren die Verbindungen der Salpeterſäure, die aus dem Stickſtoffe der zerſetzten thieriſchen Körper mit dem Sauerſtoffe der Luft entſtanden, mit Kalk und Bittererde. 6. Man findet ſchwefelſaures Eiſen nicht ſelten in ſolchem Boden, der verſumpft iſt: Gips oder ſchwefelſaure Bittererde aber nur in der Nähe von Gipslagern. Sal⸗ peterſaure Salze finden ſich in der Erde von Miſtbeeten, in reichlich mit Pferdemiſt gedüngten Gärten, die mit hohen Mauern umgeben ſind; in der Erde der Viehſtallungen; Miſtſtätten. 7. Die Gegenwart der Salze im Boden dauert nur ſo lange, als die Verhältniſſe ſich gleich bleiben, unter denen ſie entſtanden ſind. Werden dieſe verändert: ſo gehen ſie neue Verbindungen ein, werden zerſetzt, oder eingeſaugt, und verſchwinden aus dem Boden. Darum findet man in einem alten Ackerboden kein Salz, weil durch die Wendung des Bodens dieſe Körper in Berührung mit anderen Subſtanzen kommen, zu denen ihre Beſtandtheile eine nähere Verwandtſchaft haben als unter ſich. Das ſchwefel⸗ ſaure Eiſen des naſſen Torfes wird zerſetzt, wenn dieſer trocken gelegt worden iſt, indem ſich das Eiſen jetzt mehr oxydirt, und nun nicht mehr in der Säure auflöslich iſt. Die Säure zerſetzt ſich unter der Mitwirkung der Kohie, und der Schwefel verflüch⸗ tigt ſich aufgelöſt in Waſſerſtoff. Die ſalpeterſauren Salze löſen ſich im Waſſer auf, und werden von den Gewächſen, wenn ſie in größerer Menge darauf ſtehen, bald aufgezehrt. So verliert ſich auch der Gips und die ſchwefelſaure Talkerde völlig aus dem Boden, weil beide Körper zerſetzbar ſowohl, als im Waſſer auflöslich ſind. 44 §. V. Von der phyſiſchen Beſchaffenheit und darauf gegründeten Eintheilung des Bodens, in ſofern ſie von ſeinen Beſtandtheilen abhängt. 1. Unter der phyſiſchen Beſchaffenheit des Bodens verſtehen wir in agronomiſcher Hinſicht: den Zuſammenhang ſeiner Beſtandtheile und ſein Verhalten gegen das Waſſer und die Wärme. (§. IV. A. 5.) 2. Die Beſtandtheile des Bodens müſſen wir einthei⸗ len in ſeine näheren und entfernteren. 3. Die näheren Beſtandtheile des Bodens ſind jene mehr oder weniger fein gepülverten, zuſam⸗ mengeſetzten Körper, die in dem Gemenge des Bodens vorhanden ſind, und auf mechaniſche Art von einander ge⸗ ſchieden werden können. 4. Entfernte Beſtandthei le des Bodens nennt man die Elemente der näheren Beſtandtheile. 5. Zu den erſteren gehören der Sand, der Thon, der kohlenſaure Kalk, die kohlenſaure Bittererde, das Ei⸗ ſenoxyd und der Humus; zu den letztern: die Kieſel⸗, Thon⸗, Kalk⸗ und Bittererde; das Eiſen, der Sauer⸗, Koh⸗ len⸗, Waſſer⸗ und Stickſtoff; der Schwefel, Phosphor, die Laugenſalze u. ſ. w. 6. Die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens wird be⸗ ſtimmt durch das Mengen⸗Verhältniß der näheren ſowohl als entfernteren Beſtandtheile deſſelben, und durch Ein⸗ flüſſe, die außer ſeiner Miſchung liegen. 7. Welche Veränderungen der Boden erleidet, und welche 1 Miſchunts in dieſen die außeh 9. meiner/ ſcaftlihe unterſuche dem Wach welche A 7 9. ₰ werden: ſchaffenh haltiiß andern 6 ſchaftl⸗ ſche Beſc mehr oder 7 10. ſie beruht der naher aher eine riſſe, woß andert wi relativ. „ 1.7 hen darin zwiſchen und an G. M.. darauf ſofern t. eit des : den nd ſein arme. einthei⸗ Bodens zuſam⸗ Bodens der ge⸗ nennt Thon, das Ei⸗ Kieſels, , Koh⸗ hor, die vird be⸗ rſowohl rch Ein⸗ 45 welche phyſiſchen Eigenſchaften er durch die verſchiedentliche Miſchung der näheren Beſtandtheile erlangt, wollen wir in dieſem Abſchnitte unterſuchen, und wie dieſelben durch die äͤußeren Einflüſſe verändert werden, im ſolgenden. 8. Da wir aber dieſe Unterſuchungen nicht in allge⸗ meiner, naturwiſſenſchaftlicher, ſondern nur in landwirth⸗ ſchaftlicher Hinſicht unternehmen, ſo müſſen wir nebſtbei unterſuchen, in wiefern dieſe verſchiedenen Bodengemenge dem Wachsthume der Pflanzen überhaupt zuſagen, und welche Arten von Pflanzen vorzüglich darin gedeihen. 9. Die Bodenarten können daher doppelt eingetheilt werden: in phyſiſcher Hinſicht, in wiefern die Be⸗ ſchaffenheit des Bodens durch das verſchiedene Mengungsver⸗ hältniß ſeiner nähern Beſtandtheile, abgeſehen von allen andern Einflüſſen, verändert wird, und in landwirth⸗ ſchaftlicher Hinſicht, in wiefern ſie durch ihre phyſi⸗ ſche Beſchaffenheit dem Wachoͤthume gewiſſer Pflanzen mehr oder weniger zuſagen. 10. Die erſtere Eintheilung iſt weniger ſchwierig, denn ſie beruht bloß auf der Kenntniß der verſchiedenen Menge der näheren Beſtandtheile des Bodens; die letztere erheiſcht aber eine genaue Berückſichtigung der mancherlei Verhält⸗ niſſe, wodurch die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens ver⸗ ändert wird. Die erſtere gilt allgemein, die andere nur relativ. A. Vom Sande. 1. Die phyſiſchen Eigenſchaften des Sandes beſte⸗ hen darin, daß er nicht zuſammenhängt, nur wenig Waſſer zwiſchen ſich angezogen hält, ſich ſtark und ſchnell erwaͤrmt und am ſpäͤteſten die empfangene Wärme wieder verliert. (§. IV. A. a. 1). 46 2. Je mehr ein Boden Sand uͤberhaupt und insbe⸗ ſondere grobkörnigen in ſich enthält: je mehr äußert er dieſe Eigenſchaften. 3. Beſteht der Boden bloß aus feinem Sande, ſo heißt man ihn Flugſand, weil er, alles Bindemittels entblößt, durch den Wind aufgehoben und weggeführt wer⸗ den kann. 4. Ein Boden aus grobem Sande mit wenig Thon und vielen Steinen, heißt Grand⸗oder Schuttboden. 5. Hält der Sand aber ſo viel Thon, daß er im feuchten Zuſtande aneinander gedrückt, gering zuſammen⸗ hängt, im trockenen aber wieder von ſelbſt zerfällt, oder mit geringer Gewalt von einander weicht: ſo nennt man ihn Sandboden. 6. Es gibt eine große Verſchiedenheit des Sandbo⸗ dens, je nachdem der Sand ſelbſt grober oder feiner iſt, und je nachdem ihm eine etwas größere oder kleinere Menge von Thon und den übrigen näheren Beſtandtheilen des Bo⸗ dens beigemengt iſt. 7. Der Sandboden wird um ſo mehr zuſammenhän⸗ gend, als ihm Thon beigemengt iſt, und er bedarf um ſo weniger Thon um einen gleichen Grad von Bindigkeit und waſſerhaltender Kraft zu erlangen, je feiner der Sand ſelbſt iſt, oder je mehr feiner kohlenſaurer Kalk oder Humus darin vorhanden iſt: und er wird um ſo loſer, je mehr die Menge des grobkörnigen Sandes vorwaltend wird. Je feiner die Beſtandtheile des Bodens ſind, je größer iſt die Gewalt der Anziehung, die ſie unter ſich und gegen das Waſſer äußern: je gröber die Beſtandtheile ſind, je loſer und dürrer iſt der Boden. Dieß iſt die Urſache, warum der gröbere Sand, wenn er in großer Menge im Boden vorhanden iſt, ihn leicht ſo loſe macht, daß er in einem trockenen Klima unfruchtbar wird. 8.1 ringerent in loſeln 9 ſande, u der Sanl von Thot Beim Pfi menhange 10. gtoßen— ren San Kalk ber Zuſtande völlig zo 11. ſo vitd chen Get pfangene nes gerin zu ſehr e zen unta oder ein tragen ka Sändpfla Pfanzen den, we haltenden 12. Grand⸗ einen R. insbe⸗ ßert er de, ſo mittels tt wer⸗ Thon oden. er im mmen⸗ der mit an ihn andbo⸗ der iſt, Menge es Bo⸗ nenhaͤn⸗ darf um indigkeit er Sand Humus mehr die je größer gegen das loſer und er gröbere n ſſt, ihn nfruchtbar 41 8. Der Sandboden wird nach Maßgabe ſeines ge⸗ ringeren oder etwas größeren Zuſammenhanges eingetheilt in loſen und lehmigen Sandboden. 9. Der loſe Sandboden naäͤhert ſich dem Flug⸗ ſande, und unterſcheidet ſich von demſelben dadurch, daß der Sand ſelbſt gröber, und daß ihm ein geringer Theil von Thon beigemengt iſt, der ſein Verwehen hindert. Beim Pflügen im naſſen Zuſtande bildet er keine zuſam⸗ menhangende Scholle. 10. Der lehmige Sandboden beſteht aus einer großen Menge feinen, und einer kleineren Menge gröbe⸗ ren Sandes, dem etwas mehr Thon, auch wohl etwas Kalk beigemengt iſt. Solcher Boden bildet im naſſen Zuſtande beim Pflügen Schollen, die aber beim Eggen völlig zerfallen. 4 11. Wenn zu viel Sand im Boden vorhanden iſt: ſo wird er zur Kultur unſerer meiſten landwirthſchaftli⸗ chen Gewächſe untauglich: denn da der Sand das em⸗ pfangene Waſſer zu leicht wieder fahren läßt, theils ſei⸗ nes geringen Zuſammenhanges wegen, theils weil er ſich zu ſehr erwärmt, ſo iſt er zur Kultur aller jener Pflan⸗ zen untauglich, die etwas mehr Feuchtigkeit erheiſchen, oder ein vollkommenes Austrocken des Bodens nicht er⸗ tragen können. Der Sandboden paßt daher nur für Saͤndpflanzen; und andere, mehr Feuchtigkeit fordernde Pflanzen können nur dann im Sandboden gebauet wer⸗ den, wenn ein feuchtes Klima den Mangel der waſſer⸗ haltenden Kraft des Bodens erſetzt. 12. Der Flugſand iſt für ſich ohne Werth. Der Grand⸗ oder Schuttboden kann nur dann als Ackerland einen Werth haben, wenn er nicht ganz ohne Bindung iſt⸗ 48 Der Sandboden hat einen geringen Werth, weil er nur wenigen Gewaͤchſen zuſagt; er heißt in Deutſchland uberall Rockenboden, weil man als Wintergetreide nur Rocken in demſelben mit Vortheil bauen kann. (Im nördlichen Deutſchland wird der beſſere Sandboden: Haberboden; der mittelgute ſchlechtweg: Rockenboden, und der gar loſe ſechs⸗ und neunjähriges Rockenland genannt. Im erſtern bauet man Rocken im Winter⸗, und Haber im Sommerfelde; im zweiten Rocken im Winter⸗, Buchweitzen im Sommerfelde; im dritten wird der Acker nur alle 6 oder 9 Jahre einmal aufgepflügt und mit Winterrocken beſtellt. In welchem Verhältniſſe die nähern Beſtandtheile des Bo⸗ dens zuſammengeſetzt ſeyn müſſen, wenn ſie zu einer oder zur an⸗ dern Bodenklaſſe gezählt werden ſollen, hierüber baben die Leh⸗ rer der Schule zu Möglin viele Unterſuchungen angeſtellt. Thaer hat die Reſultate derſelben in ſeiner rationellen Land⸗ wirthſchaft(II. Th. 142.) in einer Tabelle aufgeſtellt, aus der wir das, was den Sandboden angeht, hier mittheilen. 8 Syſtematiſche Gewöhnliche 3 2 3 3 5 S 2 5 r22 S=Ss=8 onitirungs⸗ S3[[28[2S8 38 S=E 8 Benennung. Vonitirung 588 8 88 85 25 8 Benennung. 5S 5 5 5 8 14 Sandiger Gerſtenboden Lehmboden. zweiter Art. 28 70— 2 4⁰ 15[Desgleichen. Haberboden.[23½ 75- 1 ½ 30 16 Lehmiger Desgleichen. 18 ½ 860— 1 ½ 20 Sandboden. 17(Desgleichen. Rockenboden, 14 85— 1 15 18[Sandboden. Desgleichen. 9[90— 1 10 19 Desgleichen. bjähriger Ro⸗ ckenboden. 4 00-„7 5 20 Desgleichen. gjähriger Ro⸗ ckenboden. 2[97 ½— 2 Die mechaniſche, durch das Schwemmen mit Waſſer be⸗ wirkte Scheidung des ſpecifiſch ſchwereren grobkörnigen Sandes von den ſperifiſch leichteren Theilen des Bodens, die hier Thon genannt werden, liegt dieſer Abtheilung der Bodenarten zum Grunde. Weil aber der Thon ein chemiſches Gemiſch aus Thonerde, Kieſelerde und Eiſenoxyd iſt, in welchem der bindende Theil, die Thonerde, in einem verſchiedentlichen Mengenverhältniſſe vorkom⸗ men kann, und weil im Thone nebenbei immer noch eine bald nen T). felbſt uß anden 4 ndi theilung theils 9ls Schwem erde vor waſſethab auch die gleich gr verſchiede de Thonartet ich bereit Thone dh den wen aus Lett das Ge liche Mu feinen E zu wenig war, unl S. 246) Behauptu dem feinen wechſelt d Es rende Mut oder chem denn auf Thonerde teln; un weil es men oder E theilunge ren Luſa im halba Verwend chen wir Süwier halt an durch di vorzunel N durger l er nur uͤberall er Rocken ndboden: boden, 2enland dd Haber ichweitzen b oder 9 des Bo⸗ er zur an⸗ n die Leh⸗ angeſtellt. Uen Land⸗ aus der u. V Sehalt an Humus. Werthsver⸗ hältniß. — — 8 ◻ △ ½ 1 ½ 20 Waſſer be⸗ Sandes von don genannt Hrunde. Thonerde, Theil, die iſſe vorkom⸗ ch eine bald 49 größere, bald kleinere Menge von höchſt feinem Sande vorkömmt, der gleiche ſpeeifiſche Leichtigkeit mit den Thontheilen hat: ſo er⸗ hellet hieraus, daß in den, durch das Schwemmen abgeſchiede⸗ nen Theilen des Bodens baͤld mehr bald weniger Thon, und ſelbſt in dieſem Thone bald mehr, bald weniger Thonerde vor⸗ handen ſeyn werde. Nun hängt aber die waſſerhaltende Kraft der erdigen Beſtandtheile des Bodens von der Feinheit ihrer Zer⸗ theilung und von ihrer Kohäſion ab, die Kohäſion aber größten⸗ theils von der Thonerde, und weil in gleichen Gewichten durch Schwemmen erhaltenen Thones bald mehr bald weniger Thon⸗ erde vorhanden ſeyn kann: ſo kann auch die Kohäſion und die waſſerhaltende Kraft in zwei Bodenarten verſchieden ſeyn, wenn auch die Menge der durch Schwemmen erhaltenen feinſten Theile gleich groß, und der beigemengte gröbere Sand unter ſich nicht verſchieden iſt. Daß der Profeſſor Crome in den von ihm unterſuchten Thonarten auch verſchiedene Mengen von Thonerde fand, habe ich bereits oben(§. IV. A. a. 2.) erwähnt; daß er aber in dem Thone aus Klaiboden mehr Thonerde, im Thone aus Lehmbo⸗ den weniger und die geringſte Menge von Thonerde im Thone aus Lettenboden erhielt, kann eben ſo gut davon herrühren, daß das Geſtein, wovon die Erdart herrührte, dieſe eigenthüm⸗ liche Miſchung von Kieſel⸗ und Thonerde enthielt, als daß er den feinen Sand, der in den letztern Thonarten mehr vorhanden iſt, zu wenig ſorgfältig abſchied, oder nicht abzuſcheiden im Stande war, und ihn nun als Kieſelerde anführt. Davy führt(a. a. O. S. 228) vier Ackererdezerlegungen an, die als Belege meiner Behauptungen dienen koͤnnen; denn die Menge der Thonerde in dem feinen, durch das Schwemmen erhaltnen Theile des Bodens wechſelt darin von 0,07 bis 0,41⸗ Es iſt eine vergebliche, unnütze und in ein Labyrinth füh⸗ rende Mühe, die Klaſſiſikation der Bodenarten auf die mechaniſche oder chemiſche Scheidung der Beſtandtheile deſſelben zu gründen; denn auf die erſtere Art iſt man nicht im Stande, die Menge der Thonerde in dem feinpülverigen Antheile des Bodens auszumit⸗ teln; und die zweite Art liefert darum mangelhafte Angaben, weil es unmöglich iſt, den Thon von feinem Sande durch Schwem⸗ men oder Kochen ganz zu befreien. 4 Es dünkt mir daher zuverläßiger, wenn wir unſere Ein⸗ theilungen des Bodens auf ſeinen ſichtlichen größeren oder kleine⸗ ren Zuſammenhang gründen, ſo wie er beim Pflügen und Eggen im halbabgetrockneten Zuſtande ſich darſtellt. Wollen wir ſeine Verwendbarkeit als Ackerland noch näher würdigen: ſo unterſu⸗ chen wir ſeine waſſerhaltende und anſaugende Kraft, was ohne Schwierigkeit geſchehen kann, und wodurch wir über ſeinen Ge⸗ halt an Thonerde und Humus ſicherere Aufſchlüſſe erhalten, als durch die chemiſche Zerlegung, die ein Landwirth ohnehin ni⸗ vorzunehmen im Stande iſt. Wendet man dagegen ein, daß die Kohäſion des Thonbo⸗ Burgers Lehrb. d. Landw. I. Bd. 4 5⁰ dens durch den Humus und Kalk gemindert werde; ſo wie, daß die waſſerhaltende Kraft deſſelben durch den Humus beträchtlich vermehrt werde; und daß alſo beide trügliche Kennzeichen der Miſchung des Bodens ſeyen: ſo will ich dieß keineswegs läug⸗ nen. Ich glaube aber, daß wir weniger oft Fehlſchlüſſe ma⸗ chen werden, wenn wir aus der Kohäſion, und der waſſerhalten⸗ den Kraft mitſammen auf die Natur und Miſchung des Bodens ſchließen, als wenn wir bloß aus der mechaniſchen Abſcheidung der Beſtandtheile ſeinen Zuſammenhang und ſeine waſſerhaltende Kraft in voraus beſtimmen wollen. Wie ungenügend die mechaniſche Scheidung zur Erkennt⸗ niß des Bodens ſey, mögen folgende, von mir angeſtellte Un⸗ terſuchungen zweier Ackererden beweiſen, wovon ſich die eine durch ihre hohe Fruchtbarkeit, und daß ſie dem Weitzen und dem Mais gleich gut zuſagt, und die andere durch ihre Dürre und Magerkeit auszeichnet, bei der ſie nur Rocken, nicht einmal Ger⸗ ſte mit Vortheil hervorbringt. Beſtandtheile der Ackererde. V A. B. In kaltem Waſſer auflösliche Theile 0,001— Verbrennliche Theile 0,066 0,069 Unfühlbare erdige Theile 0, 178 0, 192 Feiner Sand. 0,071 o, 216 Grober Sand mit kleinen Steinen. 0,681 5,230 Man ſollte aus der Vergleichung der Beſtandtheile dieſer beiden Aecker glauben, daß der Boden B viel bindiger ſeyn ſollte, als der von K, denn er enthält o, 192 unfühlbare, d. h. dem Thone an Feinheit faſt gleichkommende Erde und noch nebſtbei 0,216 feinen Sand, während der Boden A nur 0,178 feinſte Erde, nur 0,071 feinen Sand und mehr gröberen Sand als B enthält; und doch iſt nur das Gegentheil wahr, denn beim Ackern ballt ſich der Boden in A zu mäßig harten Schollen, die ſich nicht ſehr leicht zereggen laſſen, indeſſen ſich der Boden in B nach Regen oder Dürre immer gleich leicht pflügen läßt, und nur im naſſen Zuſtande gering zuſammenhaltende Schollen bildet, die ſich leicht und ganz durch die Egge zerkleinern laſſen. Nach der Thaer'ſchen Tabelle wäre der Boden A als beſ⸗ ſerer Haberboden und der Boden B als Gerſtenboden zweiter Art zu klaſſiſiziren. Bei dieſem mag es hingehen, er iſt ein lehmiger Sand⸗, allein der erſte iſt ein Lehmboden, und ver⸗ dient ein Gerſtenboden beſter Art genannt zu werden, der nach der Tabelle aus o,60 Sand, und 0.38 Thon zuſammengeſetzt ſeyn ſollte. 4 ſimmun dung;! Kraft: nut 34 feinſen! enthalte verbren! ſetten! Sande dung, u dutch da zu Hol die aus in dene 0,0100 cher B ſtzirt! Stadt Unſer 6 zildet die. daß trächtlich hen der g5 läͤug⸗ ſſe ma⸗ erhalten⸗ Bodent heidung haltende erkennt⸗ lte Un⸗ ie eine nd dem erre und al Ger⸗ B. 0,069 0,192 0,216 5,230 eile dieſer eyn ſollte, d. h. dem h nebſtbei 78 feinſte and als B denn beim ollen, die oden in B äßt, und len bildet, en. Aals beſ⸗ en zweiter er iſt ein und ver⸗ „der nach nmengeſett 51 Die Kohaͤſion gab hier viel richtigere Kennzeichen zur Be⸗ ſtimmung der Klaſſifikation des Bodens als die mechaniſche Schei⸗ dung; und eben ſo deutlich die Unterſuchung der waſſerhaltenden Kraft: denn 100 Theile der Erde von A hielten 56, und ven B nur 34 Theile Waſſer zwiſchen ſich angezogen. In den 0,173 der feinſten Erdtheile des Ackers A war demnach viel mehr Thonerde enthalten, als in den 0,230 des Ackers B. Der große Gehalt an verbrennlichen Theilen rührt bei B zum Theile von noch unzer⸗ ſetzten Vegetabilien her, denn bei ſpäteren Unterſuchungen zeigte er nur 3 bis 4%. Ein ſehr kleiner Theil von Thonerde, der mit höchſt zartem Sande im Boden vorhanden iſt, verleiht ihm hinlängliche Bin⸗ dung, um noch als Acker einen Werth zu haben, der freilich durch das Klima, die Unterlage ꝛc. veraͤndert wird. Man bauet zu Holkham, in Norfolk Gerſte und Rüben in Aeckern, die aus 0, 88 Sand, und o0, 12 fein zertheilter Subſtanz beſtehen, in denen nur o, 11 Thonerde; wo alſo im ganzen Boden nur 0,0109 Thonerde enthalten ſind(Davy a. a. O. S. 199.). Sol⸗ cher Boden würde bei uns nur als ſchlechter Rockenboden klaſſi⸗ ſizirt werden, Der gewöhnliche Boden in der Umgebung der Stadt Klagenfurt iſt der ſo eben beſchriebene Boden von B. Unſer beſſerer Boden beſteht aus grobem Sande= 0,466, — feinem Sande— 0,256, — unfühlbaren Theilen= o,278. Die waſſerhaltende Kraft dieſes Bodens iſt= 483. Er bildet beim Pflügen nur gering zuſammenhängende Schollen. B. Vom Thone. 1. Die phyſiſchen Eigenſchaften des Thones beſte⸗ hen darin, daß er feſt zuſammenhängt; viel Waſſer zwi⸗ ſchen ſich angezogen hält; ſich dem Eindringen des Waſ⸗ ſers, daß er nicht angezogen halten kann, widerſetzt; ſich langſam erwärmt, und die empfangene Waͤrme ſchneller, wie der Sand verliert(§. IV. A. a. 3.). 2. Wenn dem Boden ſo viel Thon beigemengt iſt, daß er, im halbfeuchten Zuſtande gepflügt, zuſammen⸗ hängende Schollen bildet, die durch die Egge nur un⸗ vollkommen zerkleinert, und nur mit großer Mühe ganz 4* 5² zertheilt werden können: ſo nennt man ihn einen Thon⸗ boden. 3. Der Thonboden verſchluckt eine größere Menge von Waſſer, wie der Sandboden, bis er ſich maß an⸗ fuhlt. Sind ſeine Zwiſchenräͤume aber mit Waſſer an⸗ gefüllt: ſo läßt er das nachſolgende nicht mehr ein und durch ſich in die Tiefe dringen, ſondern halt es auf. Daher ſtauet das Waſſer in den Furchen der thonigen Aecker oft lange zum Verderben der Saaten: während es aus den Furchen der Sandäcker bald verſchwindet. 4. Er läßt das Waſſer nur langſam wieder fahren, und trocknet viel ſpäter ab, wie der Sandboden. Das ſpätere Abtrocknen der Thonäcker muß drei Urſachen zugeſchrieben werden: ¹) ſeiner großen waſſerhaltenden Eigen⸗ ſchaft, wornach er mehr Waſſer aufnimmt, und es langſamer wieder von ſich läßt; ²) ſeiner Kohäſton, die das Eindringen der Luft abwehrt, und 3) ſeiner geringeren Kapazitäͤt für die Wärme. — 5. Im naſſen Zuſtande iſt er ſchwer, formbar, und zähe. Naſſe Thonaͤcker laſſen ſich nicht pflügen, denn die Zug⸗ thiere ſinken zu tief in den Boden ein, haben keinen ſichern Tritt, und die Werkzeuge verkleben ſich ſo ſehr, daß die Reibung beim Umwenden des Erdſtreifens zu groß, und von der gewöhnlichen Kraft nicht mehr überwältiget wird. Man muß oft lange war⸗ ten, bis ſolcher Boden den Überfluß des Waſſers verdünſtet hat, bis man ihn zu pflügen anfangen kann⸗ 6. Im trockenen Zuſtande zieht er ſich ſehr zuſam⸗ men, und hat einen großen Zuſammenhang. Der Thonboden bekommt in heißen und dürren Som⸗ mern Spalten, und er verhärtet dann ſo ſehr, daß es ſo lange unmöglich iſt ihn aufzupflügen, bis nicht ein ausgiebiger Regen den Zuſammenhang ſeiner Theile wieder gemindert hat. 7. Der Boden außert die Eigenſchaften des Thones um ſo mehr, als ihm mehr feine Thonerde beigemengt iſt. — der all außert brochen⸗ in der dern. ſch ſo pülder, mit ei erde. 1 Scholl brochen ßen, u mehrma läßt ſie iſ zuſa letten, Thoner 11 boden, Grad ſamme chen werden bem, 1 thum Sand 53 ꝙ d)n 8. Nach der Menge der Thonerde wird der Thon⸗ boden eingetheilt in Letten, Lehm und Ziegelthon, Menge oder Klai. duß an⸗ 1 er an⸗ 9. Letten, Moll⸗Letten heißt jener Thonboden, in und der als ſolcher den geringſten Grad von Zuſammenhang uf. äußert, deſſen Schollen zwiſchen den Fingern leicht zer⸗ au gen brochen werden können, die im Waſſer zerfließen, und es aus in der Hitze ihren Umfang nicht ſehr auffallend vermin⸗ dern. Bei einem gehörigen Grade der Abtrocknung läßt ſbren ſich ſolcher Boden durch Pflug und Egge vollkommen pülvern. Er iſt zuſammengeſetzt aus vielem groben Sande mit einer verhältnißmäßig nur geringen Menge von Thon⸗ liſbe erde. ngſamer.. gen der. 10. Lehm nennt man jenen Thonboden, deſſen arme. Schollen feſt zuſammenhängen, und nur mit Gewalt zer⸗ , und brochen werden können, die im Regen nur wenig zerflie⸗ ßen, und in der Hitze feſt zuſammenbacken. Nur durch mehrmaliges Pflügen und Eggen im gehöͤrigen Zeitpunkt b Jin läßt ſich der Lehm ziemlich vollkommen zertheilen. Er ag beim iſt zuſammengeſetzt aus weniger grobem Sande, wie der Aüite Letten, mit einer verhältnißmäßig größeren Menge von ſtet hat, Thonerde. 11. Ziegelthon, Klai, heißt endlich jener Thon⸗ zuſam⸗ boden, deſſen Beſtandtheile unter ſich einen ſo hohen Grad von Anziehung ausüben, daß ſie immer feſt zu⸗ en Som— ſammenkleben, und deſſen Schollen durch die gewöhnli⸗ ü as chen Ackerwerkzeuge nur zerſtückt, nicht aber gepülvert werden können. Er iſt zuſammengeſetzt aus wenig gro⸗ Thems bem, und vielem feinen Sande mit vieler Thonerde. engt iſt 12. Der Thonboden iſt mehr geeignet, das Wachs⸗ thum der Pflanzen überhaupt zu begünſtigen, wie der Sandboden, weil er das empfangene Waſſer nicht ſo 54 leicht verliert, der Luft nicht ſo viel Zugang zu den Wur⸗ zeln der Pflanzen geſtattet, ſich nicht ſo ſtark erwärmt, Feuchtigkeit aus der Luft anſaugt, und die zu raſche Zer⸗ ſetzung des Humus hindert. Wie ſehr der Werth des Thonbodens relativ ſey, werden wir im folgendem Paragraphe zeigen. Hier betrachten wir die Bodenarten für ſich. So wie der Sandboden einen höheren Werth hat, je mehr er mit Kalk, Thon und Humus gemiſcht iſt; um ſo höher iſt auch der Werth des Thonbodens, wenn er mit einer angemeſſenen Menge von Sand, oder Kalk mit Humus gemengt iſt: und ſo wie bloßer Sand keiner Kultur fähig iſt: ſo iſt auch der Ziegelthon, wenn er keinen gröberen Sand oder Kalk bei ſich führt, ein Boden, der wenig geeignet iſt, den land⸗ wirthſchaftlichen Gewächſen zum Standorte zu dienen. In ei⸗ nem, dem Klima und den übrigen Umſtänden angemeſſenen Thon⸗ boden, ſinden die Pflanzen die Bedingungen, die ſie vom Boden fordern, wenn ihr Wachsthum ſchnell und kräftig vor ſich gehen ſoll, mehr erfüllt, als im Sandboden, und darum ſind die durch ihre reichen Ernten berühmten Gegenden nur Thonböden. Zu den angeführten Urſachen, warum die Kultur des Thon⸗ bodens überhaupt lohnender ſey, gehören auch noch folgende. Im Thonboden tritt nie ein völliges Stocken der Vegetation ein, weil der Thon ſehr lange das Waſſer zurückhält, und weil er über Nacht wieder Waſſer anfaugt, und dann dauert in ihm die em⸗ pfangene Düngung auch viel länger, denn es geht da die Zer⸗ ſetzung der organiſchen Subſtanzen überhaupt viel langſamer vor ſich, wie im Sandboden; auch iſt es. nicht unwahrſcheinlich, daß der extraktive Theil des Humus, wenn er nicht ſogleich von den Pflanzenwurzeln angeſaugt wird, ſich im Thonboden chemiſch mit dem Thone miſcht, und nur allgemach wieder auflöslich wird, während er im Sandboden als Kohlenfäure ſich verflüchtiget. Das, was Davy über dieſen Gegenſtand ſagt(a. a. O. S. 210.), ver⸗ dient vollſtändig hier angeführt zu werden. »Die Erden, ſogar die kohlenſauren, erdigen Verbindun⸗ gen haben einen gewiſſen Grad chemiſcher Anziehung für mehrere Beſtandtheile der animaliſchen und vegetabiliſchen Subſtanzen. Dieſes wird durch das Verhalten der Alaunerde und des Oehls ſehr gut erläutert. Vermiſcht man eine ſaure Auflöſung der Thonerde mit einer Auflöſung der Seife, welche aus Oehl und feuerfeſten Laugenſalzen beſteht; ſo wird das Oehl ſich mit der Thonerde verbinden und ein weißes Pulver darſtellen, welches in der Flüſſigkeit zu Boden ſinken wird.« Der Extrakt aus den ſich zerſetzenden vegetabiliſchen Sub⸗ ſtanzen, bildet, wenn er mit Pfeifenthon gekocht wird, eine che⸗ miſche Zuſammenſetzung, durch welche die vegetabiliſche Subſtanz ſchwer auflöslich und zerſetzbar wird. Reine Kieſelerde und Kie⸗ felſand haben wenig Wirkung darauf, und derjenige Boden, wel⸗ cher die meiſte Thon⸗ und Kalkerde enthält, iſt der, welcher die — großte— reich be liſche N ſie(na⸗ werden men eit pflegt, Boden nicht an der Atn werden. ) den ſche mit ertt getabili genomn ſchänt Boden ter( zen! 1 Veit G mehr t nem B. einen g ner ane bauek r halten, lein die könne, welcher ſen mit ſind zu ſchaftli Kraft der R. ſo ände mehr auf ſeit iben. des u Wur⸗ wärmt, he Zer⸗ werden wir die höheren gemiſcht wenn er Humus hhig iſt: nd oder en land⸗ In ei⸗ en Thon⸗ Boden ch gehen die durch 8 Thon⸗ de, Im I, weil er über die em⸗ ie Zer⸗ ner vor h, daß von den üſch mit h wird, et. Das, 0.), ver⸗ rbindur⸗ mehrere bſtanzen. es Oehls ſung der dehl und mit der welches hen Sub⸗ eine che⸗ Subſtanz und Kie⸗ den, wel⸗ elcher die 5⁵ größte Kraft in Erbaltung des Düngers zeigt. Ein ſolches Erd⸗ reich verdient ein reiches genannt zu werden, denn die vegetabi⸗ liſche Nahrung wird lange Zeit in einem ſolchen erhalten, ſo daß ſie(nach und nach) von den Organen der Pflanzen aufgenommen werden kann. Kieſelſand im Gegentheile, verdient den Beina⸗ men eines armen Bodens, den man ihm gewöhnlich zu ertheilen pflegt, denn die organiſchen Subſtanzen, welche in einem ſolchen Boden enthalten ſind, werden von den erdigen Beſtandtheilen nicht angezogen, und ſind daher mehr geeignet durch die Wirkung der Atmoſphäre zerſetzt, oder durch das Waſſer fortgeführt zu werden.« »In den meiſten ſchwarzen und braunen, reichen Gartener⸗ den ſcheinen die Erden ſich in einer eigenthümlichen Verbindung mit extraktiver Subſtanz, welche während der Zerſetzung der Ve⸗ getabilien hergegeben wird, zu befinden; dieſe wird langſam auf⸗ genommen, oder vom Waſſer aus den Erden angezogen und ſcheint eine der vorzüglichſten Urſachen von der Fruchtbarkeit des Bodens auszumachen.« 13. Nach ſeiner Verwendbarkeit zur Kultur beſtimm⸗ ter Gewächſe wird er bei uns in Gerſten⸗ und Wei⸗ tzenboden eingetheilt. 14. Gerſtenboden nennt man den mürben, und Weitzenboden den feſt zuſammenhaͤngenden Thonboden. Es gedeiht nähmlich bei uns, die wir im Ganzen ein mehr trockenes als feuchtes Klima haben, die Gerſte nur in ei⸗ nem Boden, der nicht zu loſe iſt, und Weitzen fordert überhaupt einen geſchloſſenen Boden, und kann ſelbſt im bindigſten bei ei⸗ ner angemeſſenen Düngung und angeſtrengter Bearbeitung ge⸗ bauet werden. Man würde aber einen zu einſeitigen Begriff er⸗ halten, wenn man glaubte, daß im mürben Thonboden nur al⸗ lein die Gerſte, und nur im zähen Lehm der Weitzen kultivirt werden könne, es iſt vielmehr nur die erſtere Bodenart diejenige, in welcher auch der Weitzen ſammt den meiſten anderen Ackergewäch⸗ ſen mit der größten Sicherheit gedeiht. Die Benennungen des Bodens nach ſeiner Verwendbarkeit ſind zu lokal, das heißt zu relativ, als daß ſie je einen wiſſen⸗ ſchaftlichen Werth erlangen könnten; denn weil die waſſerhaltende Kraft und die Erwärmungsfähigkeit des Bodens nicht bloß von der Menge und Beſchaffenheit der Beſtandtheile deſſelben abhängt: ſo ändert der Boden ſeine Natur, und wird gewiſſen Pflanzen mehr oder weniger zuſagend, je nachdem die übrigen Einflüſſe auf ſeine phyſiſche Beſchaffenheit verändernde Einwirkungen aus⸗ uͤben. Daß die mechaniſche Scheidung der Beſtandtheile des Bo⸗ des ungenügend ſey, um daraus ſeine Kohäſion, ſeine waſſer⸗ 56 haltende Kraft, ſeine Benennung, vorzüglich aber ſeinen Werth zu beſtimmen, haben wir ſcon früyer angegeben. Zum Be⸗ weiſe unſerer Behauptung wollen wir die Thaer’ſche Tabelle, in ſofern ſie den Thonboden betrifft, hier anführen, und mit eini⸗ gen Bemerkungen begleiten. öhnliche/8. E 2.3 ½ 5. Syſtematiſche Gewöhnliche 5 ½ 5 5 22 5 — Bonitirungs⸗S 2 3SS2S= = Benennung⸗ 28 SO[S6 5. 5 8 Benennung. 5 ſ 58. 1 Humoſer Thon⸗ Starker Weit⸗ boden. zenboden. 74 10 2 Humoſer, ſtren⸗ ger Boden. Desgleichen. 81 6 Desgleichen. Desgleichen. 79 10 Reicher Mer⸗ gel⸗Boden. Desgleichen. 40 22 136 4 90 Humoſer loſer Wieſen oder Boden. Aueboden. 14 49 10[27 2 6 Humoſer Starker Ger⸗ Sandboden. ſtenboden. 20 67 3[10 78 7(Reicher Thon⸗ Starker Weit⸗ & 0 +— — — 8— ☛ — ₰½ Q boden. zenboden. 58 36 2 4 77 8 Mergelboden. Weitzenboden. 56 30 12 2 7⁵ 9 Thonboden. Weitzenboden. 60 38— 2 7⁰ 10 Lehmboden. Desgleichen. 48 50— 2 65 11 Desgleichen. Desgleichen. 66 30— 2 6⁰ 12 Desgleichen. Gerſtenboden erſter Art. 38 1 60— 2 60 Die erſten 6 Bodenarten ſind offenbar Marſchboden, das iſt: reicher, durch Aufſchwemmung entſtandener, vielen Humus, zum Theil beträchtlich viel Kalk enthalkender Boden. Dieſen Beimengungen iſt es zuzuſchreiben, daß ein ſolcher Bo⸗ den noch bearbeitbar, und wenn er ſicher vor dem Eindringen des Waſſers liegt, ſo fruchtbar iſt. Wenn man den großen Ge⸗ halt an Thon, der hier angegeben iſt, gegen die geringe Menge von Sand vergleicht: ſo ſollte man meinen, daß man es mit einem ſehr feſten Ziegelthon zu thun habe, was aber der Marſch⸗ boden keinesweges iſt; denn der bei weitem größte Theil des hier ſogenannten Thones iſt nichts als ſehr zarter Sand, mit einer keineweges ſehr großen Menge Thonerde, aber einer verhältniß⸗ mäßig großen Menge von Humus. Darum zerfließt ſolcher Bo⸗ den im Waſſer ganz zu Schlamm, und bäckt in der Hitze wieder ſehr feſt ane nander. Wir werden vom Marſchboden unter dem Actikel»Humus« mehr ſprechen. * T kömmt 3 0,30— beigeme hervor. 1 den einen feine ſehr fein Evesh. aus 2 f tere wat 7 den er überzeug ſtandthe Lehm n. 0,13 re mengt ihm eine Ei der aus mengeſet den nur; aber die und deme ſeinem S liche Bin all, ſo (etten he und der erde nat Waſſer 6,33 dur Crome Schub —-ℳœäl— J Werthsver hältniß oden, vielen Boden. der Bo⸗ dringen zen Ge⸗ Menge es mit Marſch⸗ des hier it einer häͤltniß⸗ her Bo⸗ wieder ter dem r 57 Weitzenboden, wie er in den gewoͤhnlichen Aeckern vor⸗ kömmt, heißt nach dieſer Tabelle ſolcher, der o,60— 68 Thon, 0,30— 38 Sand, und 0,02 Humus enthält. Iſt demſelben Kalk beigemengt, ſo bringen ſchon 0,56 Thon die nöthige Bindung ervor. 5 Davy(a. a. O. 227) will aber ſchon einen ſolchen Bo⸗ den einen Klaiboden(ſoll heißen Letten) benannt wiſſen, der ½⅛ feine, unfühlbare erdige Subſtanz, und Lehm ſolchen, der ½ ſehr feine, kalkhaltige Erde enthält. Ein fruchtbarer Boden von Evesham in Worceſterſhire, den er unterſuchte, beſtand aus%¼ feinem Sand, und ¼ unfühlbarer Subſtanz. Dieſe letz⸗ tere war zuſammengeſetzt aus: 0,35 Thonerde, 0,41 Kieſelerde, 0,14 kohlenſaurer Kalkerde, 0,05 Eiſenoxyd, 0,07 organiſcher Materie und Salzen. Nach Thaer gehört dieſer Boden zum ſandigen Lehm, den er als Gerſtenboden zweiter Art bonitirt. Ich bin aber überzeugt, daß er vermög ſeiner mechaniſchen und chemiſchen Be⸗ ſtandtheile eine ſehr bindige Eigenſchaft habe, und als ein zäher Lehm nur zum Weitzenboden gezählt werden müſſe; denn wenn 0, 13 reine Thonerde im feinſten Zuſtande mit feinem Sande ge⸗ mengt ſind: ſo iſt dieſe Menge Thonerde mehr als hinlänglich, ihm eine ſehr große Bindigkeit zu verſchaffen. Ein Lettenboden ſcheint jener von Tiviotdale zu ſeyn, der aus% feinem Sand, und unfühlbarer Materie zuſam⸗ mengeſetzt war.(Davy ebendaſelbſt,) Thaer heißt ſolchen Bo⸗ den nur mehr einen lehmigen Sand, einen Haberboden. Weil aber die feine Materie zuſammengeſetzt iſt aus: 0,41 Thonerde, 0,42 Kieſelerde, 0,04 kohlenſaurer Kalkerde, 0,05 Eiſenoxyd, 0,08 organiſcher Materie und Salze,. und demnach o,o reine Thonerde in dieſer Erdenmengung mit feinem Sande gemengt vorhanden ſind: ſo hat er annoch hinläng⸗ liche Bindung, um als ein mürber Thon⸗ oder Lettenboden auch bei uns, um ſo mehr in England, als Gerſtenboden klaſſifi⸗ zirt zu werden. 6 Die waſſerhaltende Eigenſchaft des Bodens ſteigt aber über⸗ all, ſo wie die Menge des Thones im Boden zunimmt. Der Letten hält bey Schübler o,40, der Lehm 0,50, der Klai 0,61 und der ausgeſottene Thon 0,70 Waſſer. Die Hofwy ler Acker⸗ erde nahm 0,52, und die aus einem Thale des Jura 0,47 Waſſer an; dafür aber hatte die erſtere 0,51, die letztere nur 0,33 durch Schwemmen erhaltenen Thon.— Ganz daſſelbe gibt Crome an, ſo daß ich beinahe fürchte, die Angaben von Schübler ſtützen ſich hierin nur auf ſeinen Vorgänger. C. Vom kohlenſauren Kalke. 1. Die phyſiſchen Eigenſchaften des zum feinſten Pul⸗ ver zerfallenen kohlenſauren Kalkes beſtehen darin, daß er mehr Waſſer zwiſchen ſich aufnimmt als der Thon, es aber geſchwinder wie dieſer fahren läßt. Seine Kohä⸗ ſion iſt geringer, ſo wie ſeine Fahigkeit Wärme aufzuneh⸗ men und zu behalten auch kleiner iſt, wie jene des Thons. 2. Er iſt nicht, wie der Sand und Thon, ein beſtän⸗ diger Beſtandtheil des Bodens, und häufig iſt er nur in ſo kleiner Menge vorhanden, daß er die phyſiſche Beſchaf⸗ fenheit des Sand⸗ und Thonbodens nicht merklich ver⸗ ändert. 3. So lange der Kalk nicht 2 Procent der fein pul⸗ verigen Theile des Bodens beträgt, bemerkt man von ihm keinen Einfluß auf die Abänderung der phyſiſchen Beſchaf⸗ fenheit des Sand⸗ und Thonbodens: ein größerer Gehalt verändert aber ſeine Eigenſchaften merklich, nnd ſolcher Boden erhaͤlt jetzt eine andere Benennung. 4. Wenn mehr als o,oa, und nicht über o, 10 kohlen⸗ ſauren Kalkes im Boden vorhanden ſind: ſo erhalt er den Beinamen kalkhaltig, z. B. kalkhaltiger Letten⸗, Lehm⸗, Klai⸗, Sandboden. Sind mehr als o, 10, aber nicht über 0,75 Kalk mit einer angemeſſenen Menge von Thon, die nicht weniger als o,10, und nicht mehr als 0,75 betragen darf, im Boden vorhanden: ſo heißt man ihn Mergel, und je nachdem eine Erdart in demſelben vorwaltet, be⸗ kömmt er von dieſer den Beinamen; ſo hat man Sand⸗Thon und Kalk⸗Mergel. Sind mehr als o,75 Kalk im Boden vorhanden, ſo heißt er Kalkboden, und je nachdem et⸗ was mehr Sand oder Thon ihm beigemengt iſt, heißt er ſandiger, oder thoniger Kalkboden. ☛ 6 arten. gleichů il verbinde gen viell (Herm 5. ofenbar ten datl förnigen ausgem 8 die Geg tererde, nig, al dem ſtä dem zt ob viel vorgand allenfall einen ge wird zu arten du den Uetb ren Kali und die Miſchun richt ab b. man N ſcht ih hat nic lleinere ſe vern liet ſie 3 geringer um zerf auch im nur dan fen Pul⸗ darin, r Thon, Kohaͤ⸗ fzuneh⸗ Thons. beſtaͤn⸗ nur in Seſchaf⸗ ch ver⸗ fein pule von ihm Beſchaf⸗ Gehalt ſolcher o kohlen⸗ lt er den „ Lehm⸗, nicht über thon, die betragen Nergel, altet, be⸗ nd⸗Thon im Boden chdem et⸗ heißt er 59 Es herrſcht viele Willkuͤr in der Eintheilung der Mergel⸗ arten. Da aber die Benennungen und Eintheilungen derſelben gleichgültig ſind, wenn wir nur einen beſtimmten Begriff damit verbinden: ſo mag dieſe unſere Eintheilung ihrer Einfachheit we⸗ gen vielleicht jener von And reä und Crome vorzuziehen ſeyn. (Hermbſtädts Archiv, V. B. 396.) 5. Die Gegenwart des kohlenſauren Kalkes im Boden offenbart ſich durch das Aufbrauſen deſſelben, wenn Saͤu⸗ ren darüber gegoſſen werden. Seine Menge im pulver⸗ förmigen Zuſtande kann aber nur durch Hülfe der Chemie ausgemittelt werden. Für den Landwirth iſt es hinlänglich, aus dem Aufbrauſen die Gegenwart des Kalkes im Boden zu erkennen: denn die Bik⸗ tererde, wie ſie in den Steinarten vorkömmt, brauſt eben ſo we⸗ nig, als das im Boden vorkommende kohlenſaure Eiſen. Aus dem ſtärkeren oder ſchwächeren Aufbrauſen, aus der Farbe und dem Zuſammenhange ſchließt er dann mit ziemlicher Sicherheit, ob viel oder wenig Kalk im Boden vorhanden ſey. Wer aber genauer wiſſen will, wie viel Kalk im Mergel vorhanden ſey, uͤbergieße ihn mit Salzſäure, die allen Kalk, die allenfalls mitverbundene Bittererde, ſo wie das Eiſen, und auch einen geringen Theil von Thonerde auflöſt. Aus der Flüſſigkeit wird zuerſt das Eiſen durch die Blutlauge, und dann die Erd⸗ arten durch kohlenſaures Kali gefällt. Wenn man durch⸗Sieden den Ueberſchuß der Kohlenſäure aus der Auflöſung des ſalzſau⸗ ren Kali verjagt: ſo fällt die kohlenſaure Bittererde zu Boden; und die Thonerde wird vom Kalke geſchieden, wenn man dieſe Miſchung in ätzendem Laugenſalz kocht, die wohl die Thonerde, nicht aber den Kalk auflöſet. 6. Die Miſchung des Thons mit dem Kalke, welche man Mergel nennt, weicht in manchen Stücken, in Hin⸗ ſicht ihrer phyſiſchen Beſchaffenheit, vom Thone ab. Sie hat nicht im naſſen, wohl aber im trocknen Zuſtande eine kleinere Kohäſion, und nimmt noch mehr Waſſer an, als ſie vermög des Gehaltes an Thonerde thun ſollte; auch ver⸗ liert ſie im Waſſer ihren Zuſammenhang. Im Ganzen macht die Beimiſchung des Kalkes den Thon geringer zuſammenhängend, und den Sand waſſerhältiger. Dar⸗ um zerfallen die Schollen des Mergelbodens über Winter, und auch im Sommer bei anhaltendem Regen, was im Thonboden nur dann geſchieht, wenn der Froſt die Erdklumpen auseinan⸗ * 60 dertreibt. Die Sandhügel dorren in regenarmen Sommern kaß ganz aus, während die Kalk⸗ und Kreidehügel noch iin gru⸗ nende Pflanzen auf ſich tragen. 1 7. Kalkhaltiger Boden iſt bei gleichen übrigen Ver⸗ hältniſſen fruchtbarer, wie kalkloſer. Dieſe Erfahrung kann nicht durch die Wirkung des Kal⸗ kes auf den im Boden befindlichen Humus erklärt werden, denn der kohlenſaure Kalk äußert keine zerſetzende Wirkung auf ihn; noch kann ſie erklärt werden aus der Wechſelwirkung des Kalkes auf die Luft, denn mit Kohlenſäure geſättigter Kalk abſorbirt den Sauerſtoff der atmoſphariſchen Luft geringer als Thon. Es muß daher die großere Fruchtbarkeit des kalkhaltigen Bodens nur dadurch erklärt werden, daß er bei ſeiner großen waſſerhalten⸗ den Kraft ſich doch weniger feſt, wie der Thonboden ſchließt und der atmoſphäriſchen Luft größeren Zugang geſtattet, wodurch der Humus mehr, wie im Thonboden auflöslich wird, und weil der kohlenſaure Kalk im kohlenſauren Waſſer auflöslich iſt und von den Pflanzen als ein weſentlicher Beſtandtheil derſelben einge⸗ ſaugt wird: ſo liegt auch hierin eine nicht unbeträchtliche Ur⸗ ſache ſeiner größeren Fruchtbarkeit. Dies Letztere gilt beſonders von einigen Pflanzen, die mehr wie die übrigen vom kohlen⸗ ſauren Kalke zu ihrer Bildung bedürfen, und daher nur im kalk⸗ haltigen Boden vorkommen, wie z. B. die ſchwarze Nießwur⸗ zel, die Esparſette, und die meiſten ſchotentragenden Gewächſe. 8. Die Benennung des Bodens nach ſeiner Verwend⸗ barkeit zur Kultur der Pflanzen überhaupt und insbeſon⸗ dere, gründet ſich nur auf ſeinen geringeren oder ſtärkeren Zuſammenhang, und ſeine geringere oder ſtärkere, durch die Miſchung oder andere Einflüſſe bedingte waſſerhaltende Kraft. In wiefern der Kalk eine Veränderung der phy⸗ ſiſchen Beſchaffenheit des Sand⸗ und Thonbodens bewirkt, erhält dieſer im veränderten Zuſtande auch eine veränderte Benennung. Man kann daher nicht ſagen, ein Boden müſſe ſo viele Theile Thonerde in ſich enthalten, wenn er ein Nocken⸗, Gerſten⸗ oder Weitzenboden ſoll genannt werden, weil eine kleinere Menge hievon hinreicht, ihn zur Kultur dieſer Pflanzen tauglich zu ma⸗ chen, wenn ihm Kalk beigemiſcht iſt; oder es müſſe ihm ſo viel Sand beigemiſcht ſeyn, wenn er nicht zu bindig ſeyn ſoll, weil der Kalk den Zuſammenhang des Thons ausnehmend mindert. Kalkhalti⸗ ger Letten, das heißt Sandmergel, iſt ein beſſerer Gerſtenboden als kalkloſer, und kann in einem nicht zu trocknen Klima wohl auch ſchon en Weiten außern ungleich ſaͤnden dem all 6 Nachu daß es a zuſammer 4 1. Kalkerd Menge ſowohl licer! J. erde⸗ und wie ſie veraͤ als daß ſtellen 4. der Vi ſcheinli überall 3 nur vo es traͤg zur he T Engle wiſſen, 1 9 en Ver⸗ des Kal⸗ den, denn auf ihn; 1s Kalkes abiorbirt hon. Es odens nur ſerhalten⸗ hließt und odurch der weil der t und von ben einge⸗ ctliche Ur⸗ t beſonders om kohlen⸗ ur im kalk⸗ Nießwur⸗ Gewaͤchſe. Verwend⸗ insbeſon⸗ e ſtaͤrkeren ere, durch ſerhaltende der ph⸗ s bewirft, veräͤnderte üſſe ſo viel , Gerſten⸗ nere Menge glich zu ma⸗ ihm ſo viel ll, weil der Kalkhalti⸗ enboden als wohl auch 61 ſchon ein Weitzenboden ſeyn. Kalkmergel iſt der Gerſte und dem Weitzen beſonders zuträglich, und Thonmergel, der ſich dem äußern Anſehen vom Thone faſt gar nicht unterſcheidet, iſt ein ungleich beſſerer Weitzenboden, als unter gleichen übrigen Um⸗ ſtänden der Lehm, beſonders aber der Ziegelthon oder Klai, in dem alle Kultur ſo ſehr gefährdet iſt. Davy unterſuchte ein vorzügliches Weitzenfeld aus der Nachbarſchaft von Weſt Drayton(a. a. O. 200) und fand, daß es aus fein zertheilter Materie und/ kieſelerdigem Sande zuſammengeſetzt ſey. Die erſtere beſtand aus: kohlenſaurer Kalkerde..—. 0,28 Kieſelerde..... 0,33 Thonerde..... 3 0,29 organiſcher Materie, Salzen... 0,11. In 100 Theilen des ganzen Bodens waren demnach nur 7 ½¼ Procente Thonerde, aber faſt eben ſo viele kohlenſaure Kalkerde vorhanden, die zuſammen der verhältnißmäßig großen Menge von höchſt feinem Sande eine hinlänglich ſtarke Bindung ſowohl als waſſerhaltende Kraft verſchafften, um als ein vorzüg⸗ licher Weitzenboden klaſſifizirt werden zu können. D. Von der Bittererde. 1. Welche Wirkungen die pulverförmige Bitter⸗ erde auf den Sand⸗, Thon⸗ und Kalkboden hervorbringe, und wie die phyſiſche Beſchaffenheit dieſer Bodenarten durch ſie veraͤndert werde, iſt noch zu wenig erforſcht worden, als daß man bis jetzt mehr als Vermuthungen hierüber auf⸗ ſtellen kann. a. Aus der Betrachtung der phyſiſchen Eigenſchaften der Bittererde(§. IV. A. a. 4) iſt es mehr als wahr⸗ ſcheinlich, daß ſie die waſſerhaltende Kraft des Bodens überall vermehren und ſeine Erwärmung verzögern werde. 3. Der Werth der bittererdehaltigen Erde hängt ſicher nur von ihren allgemeinen phyſiſchen Eigenſchaften ab, denn es trägt die Bittererde direkt weder zur Beförderung noch zur Hemmung der Vegetazion etwas bei. Weil man in der Nachbarſchaft von Donkaſter in England ſchädliche Wirkungen von der Anwendung einer ge⸗ wiſſen Art von Kalkſtein beobachtete, den man häufig in Eng⸗ 6² land zur Befruchtung der Felder aufführk, und Tennant bei der chemiſchen Zerlegung dieſes Kalkes ½ Bittererde darin fand: ſo wurde die Bittererde als eine der Vegetazion nachtheilige Subſtanz verſchrien, und man bauete mancherlei Theorien, wo⸗ durch die Schädlichkeit derſelben bewieſen werden ſollte. Als man ſpäter mehrere Kalk⸗und Mergelarten unterſuchte, die nur günſtige Wirkungen auf das Wachsthum der Pflanzen äußerten, und Bittererde darin vorfand; als man in weit ausgedehnten Gegenden, die ſo fruchtbar waren, als irgend andere, die Bit⸗ tererde als einen beſtändigen und nicht zu geringen Beſtandtyeil derſelben entdeckte, verlor ſich allgemach die Meinung von dem ſchädlichen Einfluſſe dieſer Erdart auf die Pflanzen. Daß die kohlenſaure Bittererde, wenn ſie über die Wieſen oder Getreide⸗ ſaaten geſtreut wird, eine gleichgültige, den Pflanzen unſchäd liche Subſtanz ſey, erhellet aus dem Verſuche von Davy, den er(a. a. O. S. 374) erzählt, und daß ſie wohl eher nütz⸗ lich als ſchädlich ſey, aus den Verſuchen von Lampadius. Die Verwitterung des Serpentins, noch mehr aber des weit ausgebreiteten, Chloritſchiefers gibt uns in Kärnten genug Gelegenheit über die unſchädlichen Einflüſſe der Bitter⸗ erde auf das Wachsthum aller Arten von Pflanzen Beobachtun⸗ gen anzuſtellen. E. Vom Eiſenoxyd. 1. Das Eiſenoxyd iſt gewöhnlich in einem ſo ge⸗ ringen Verhältniſſe mit dem Thone gemiſcht, daß die phy⸗ ſiſche Beſchaffenheit des Bodens durch ſeine Gegenwart nur in ſofern geändert wird, als die dadurch bewirkte verſchiedentliche Färbung die ſchnellere und ſtärkere Er⸗ wärmung deſſelben hervorbringt. 2. Nur wenn ungewöhnlich viel Eiſenoxyd im Thone vorhanden iſt, wird auch ſeine Kohäſion verändert, denn dadurch wird der Thon bindiger, und haͤngt im naſſen und trocknen Zuſtande feſter aneinander. Aller Boden würde ohne die Beimiſchung von Metallen weiß ſeyn, und ſich um vieles weniger erwärmen, weil die weiße Farbe der Körper das Sonnenlicht zurückſchlägt, die dun⸗ keln Farben es aber einſaugen. Je mehr der Boden überhaupt gefärbt, und je dunkler gefarbt er iſt, um ſo leichter und ſchnel⸗ ler erwärmt er ſich, und darum ſind rothe Aecker häufig als ſehr fruchtbar bekannt. Daß man dem Eiſen die mehrere Formbar⸗ keit und Kohäſion zuſchreiben müſſe, erhellet daraus, daß reine Thonerd mehrte aus mar Paſſeer das Wad 1. Veſentlt von Koh⸗ theile de den Sau ſer zwiſe wie dieſ nem ge 2. dene⸗ dern. bodens; durch ſei dampfe nehſt der des Bod 3. mus auf dert, je J. umustt ſeitigen halbabge als wenn theile da Thons di deſſelben di Erde A Jiegeltho Nant bei rin fand: ꝛchtheilige rien, wo⸗ lte. Als „die nur äußerten, ſedehnten die Bit⸗ tandtheil von dem Daß die hetreide⸗ unſchäd. Davy, er nütz⸗ dius. aber des ärnten r Bitter⸗ kobachtun⸗ m ſo ge⸗ die phy⸗ egenwart bewirkte arkere Er⸗ im Tyone ert, denn naſſen und zn Metallen nüberhaupt und ſchnel⸗ ufig als ſehr ee Formbar⸗ daß reine 63 Thonerde weniger bindig als Töpferthon iſt, und daß der ver⸗ mehrte Eiſengehalt die Kohäſion des Thones erhöhe, erhellet aus manchen Unterſuchungen. Uebrigens iſt das Eiſenoxyd ein im Waſſer unauflöslicher Körper, der keinen direkten Einfluß auf das Wachsthum der Pflanzen ausübt. F. Vom Humus, 1. Die phyſiſchen Eigenſchaften des Humus ſind im Weſentlichen folgende: daß er einen ſehr geringen Grad von Kohäſion hat; daß er mehr als alle übrigen Beſtand⸗ theile des Bodens das Waſſer aus der Atmoſphare und den Sauerſtoff der Luft anſaugt, daß er am meiſten Waſ⸗ ſer zwiſchen ſich angezogen halten kann; daß er es ſchwerer wie dieſe fahren läßt, und ſich der Sonne ausgeſetzt in ei⸗ nem gegebenen Zeitraume am meiſten erwaͤrmt. 2. Er kann vermög dieſer Eigenſchaften auf verſchie⸗ dene Art die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens umän⸗ dern. Er mindert den zu großen Zuſammenhang des Thon⸗ bodens; er macht jeden Boden waſſerhältiger; verhütet durch ſeine Anſaugung der in der Luft befindlichen Waſſer⸗ dämpfe das Ausdorren der Pflanzen, und verurſacht nebſt den Metallen die ſchnellere und größere Erwärmung des Bodens. 3. Die Kohäſion des Thonbodens wird durch den Hu⸗ mus auf mechaniſche Weiſe, und daher um ſo mehr gemin⸗ dert, je größer ſein Antheil im Boden iſt. Indem zwiſchen den Theilen des Thonbodens allenthalben Humustheile eingeſtreut ſind, hindern ſie die Wirkung der gegen⸗ ſeitigen Anziehung des Thones, und ſolcher Boden läßt ſich im halbabgetrockneten Zuſtande leichter und vollkommener zertheilen, als wenn weniger und auf ſeltenern Stellen vorkommende Humus⸗ theile darin vorhanden ſind. Auch wird der Zuſammenhang des Thons durch den Humus durch die waſſeranſaugende Eigenſchaft deſſelben gemindert, wodurch ſich die Humustheile vergrößern und die Erdentheile voneinander drängen. Mancher Marſchboden iſt im ausgetrockneten Zuſtande vom Ziegelthone nicht zu unterſcheiden, und läßt ſich in einem gehöri⸗ 64 gen Zuſtande von Feuchtigkeit doch ziemlich gut bearbeiten: wäh⸗ rend der Ziegelthon der Bearbeitung ſo lange die allergrößten Hinderniſſe entgegen ſetzt, bis er durch oftmaliges ſtarkes Dün⸗ gen mit einer hinreichenden Menge von Humus verſehen wor⸗ den iſt. 4. Jeder Boden nimmt verhältnißmäßig um ſo mehr Waſſer zwiſchen ſeinen Theilen auf, als die Menge des Humus in ihm größer iſt, und wenn er in dieſer Hinſicht den thonigen Boden eher nachtheilig als nützlich iſt: ſo iſt er dem Sandboden deſto vortheilhafter, der für ſich nur eine ſehr geringe Menge von Waſſer angezogen halten kann. 4 Eine große Menge trefflicher Verſuche über die waſſerhal⸗ tende Kraft und das Wärmeleitungs⸗Vermögen der verſchiedenen Bodenarten hat uns Crome in der ſchon oft angeführten Ab⸗ handlung hinterlaſſen. Es erhellet aus denſelben, daß die waſ⸗ ſerhaltende Kraft eines jeden Bodens in demſelben Verhältniſſe erhöht wurde, als ſie einen größern Gehalt von Humus bei ſich führte. 9 Wenn wir den Thonboden zum Theil deßwegen düngen müſſen, damit ſeine zu große, und daher ſchädliche Kohäſion ge⸗ brochen werde: ſo wird dieß beim Sandboden zum Theil deß⸗ wegen nothwendig, weil wir ſeine waſſerhaltende Kraft dadurch verſtärken. Aus einem wohl gedüngten Sandboden verdünſtet die mehrere Menge des Waſſers, die er beim Regen aufgenom⸗ men hat, nicht ſo geſchwinde, wie aus einem mageren, und er kann daher eine längere Dürre aushalten, wie dieſer. 5. Weil der Humus die Eigenſchaft, die Waſſerdämpfe aus der Luft einzuſaugen, in einem hohen Grade beſitzt, ſo wird er dadurch dem Wachsthum der Pflanzen zuträglich, daß er ihr Verdorren beim Abgange des Regens verhütet, und ſeine Menge ſteht in einem gleichen Verhältniſſe mit der Menge des angeſaugten Waſſers. In der Atmoſphäre iſt immer eine beträchtliche Menge von Waſſer in Dunſtform vorhanden; eine größere in der Hitze des Sommers, eine kleinere im Winter. Durch friſch bereitete, ſalzſaure Kalkerde läßt ſich die jedesmalige Menge die⸗ ſes Waſſers darſtellen. Nach Davy(a. a. A. 234.) enthält die Luft bei 30 R. ungefähr c¶ ihres Volumens an Dunſt, und da das ſpezifiſche Gewicht des Dunſtes ſich zu dem der Luft nahe wie 10 zu 15 verhält; ſo beträgt dieß ungefähr ½s ihres Ge⸗ pichtes⸗ enthalten dem Gen mit dem bedeutent zweien2 Pflanzen zen, wen auf indir und das! einen ode faͤhrt wird das verſch richt kenne zu ſeyn, d aus der L die diabl men Geg abgekühlt regen äl beſchräͤnd einzuſau verdankt N bei einer Waſſer g Waſfer a auf einer Paſſer au Die in einem, digen Hur Gigenſchaf Gewichtes Gewicht d wenn auch Humus be enn ſehr le Perth ein in einem Waſſer m durchſinken Ackerhoden deren Gra in einem näͤchſte Ur Durgers ken: wah⸗ lergrößten ekes Duͤn⸗ hen wor⸗ ſo mehr enge des Hinſicht ſo iſt ſich nur halten waſſerhal⸗ ſchiedenen ührten Ab⸗ 3 die waſ⸗ erhältniſſe us bei ſich en düngen hhäͤſion ge⸗ Theil deß⸗ ft dadurch verdünſtet aufgenom⸗ en, und er ſſerdaͤmpfe beſitztt, ſo zuträglich, verhütet, iſſe mit der liche Menge ere in der Durch friſch Menge die⸗ ˖enthäͤlt die unſt, und da r Luſt nahe ihtes Ge 65 wichtes. Bei 3° R. bekraͤgt die Menge des in der Atmoſphäre enthaltenen Waſſerdunſtes ungefähr 4 dem Volumen oder ½̃— dem Gewichte nach, vorausgeſetzt, daß eine freie Komunikazion mit dem Waſſer Statt findet.— Es iſt demnach immer eine ſehr bedeutende Menge von Waſſer in der Luft voehanden, das auf zweien Wegen, dem direkten, oder indirekten in das Innere der Pflanzen gelangt. Es kömmt auf direktem Wege in die Pflan⸗ zen, wenn es von den Blättern derſelben eingeſaugt wird, und auf indirektem, wenn der Humus erſt dieſe Dämpfe abſorbirt, und das Waſſer derſelben den Wurzeln überläßt. Ob auf dem einen oder dem andern Wege mehr Waſſer den Pflanzen zuge⸗ führt wird, iſt ſchwer, vielleicht unmöglich auszumitteln, da wir das verſchiedentliche Vermögen der Pflanzen, Waſſer einzuſaugen, nicht kennen, noch erheben können. So viel ſcheint wahrſcheinlich zu ſeyn, daß die dünnblätterigen Pflanzen das Vermögen, Waſſer aus der Luft zu abſorbiren, nicht in jenem Grade beſitzen, wie die dickblätterigen, oder fettblätterigen, und wenn in den war⸗ men Gegenden der Erde die Luft in der Nacht nicht ſo beträchtlich abgekühlt würde, daß der Thauzoft einem täglichen kleinen Strich⸗ regen ähnlich wird; ſo müßte das Pflanzenwachsthum da viel beſchränkter ſeyn. Dem Vermögen, das Waſſer aus der Luft einzuſaugen, das der Humus in einem ſehr hohen Grade beſitzt, verdankt das Wachsthum der Pflanzen einen ſehr großen Vorſchub. Nach Schüblers Beobachtungen nimmt der Humus bei einer Temperatur von 12— 150 R. wenn er unter eine mit Waſſer geſperrte gläſerne Glocke geſtellt wurde, um ſo mehr Waſſer auf, je länger er darunter gelaſſen wurde. 1000 Gran auf einer Fläche von 50 Quadratzoll verbreitet, nahmen Waſſer aufz in 12 Stunden 30 Gran. ⸗ 24— 9— 4 4A9— 110— 2 7²— 120— Die waſſeranſaugende Kraft des Bodens ſteht zwar nicht in einem geraden Verhältniſſe mit der Menge des darin vorfin⸗ digen Humus; weil auch die Kalkerde, ja ſelbſt der Thon dieſe Eigenſchaft beſitzet, und man kann daher aus der Zunahme des Gewichtes der Erde in der feuchten Luft nicht auf ein beſtimmtes Gewicht von Humus im Boden mit voller Sicherheit ſchließen, wenn auch dieſe Kraft in ihm vermehrt wird, ſo wie ihm mehr Humus beigemengt iſt. Indeſſen ſcheint es doch, daß man hierin ein ſehr leichtes Mittel zur Hand habe, den höheren oder minderen Werth eines Acker⸗Bodens auszumitteln, denn da jede Erde, die in einem ſolchen Miſchungsverhältniſſe ſich befindet, daß ſie das Waſſer mit Leichtigkeit eindringen, aber nicht ſchnell, weder durchſinken, noch verdünſten läßt, einen höheren Werth als Ackerboden hat, wie jene, die dieſe Eigenſchaften in einem min⸗ deren Grade hat, und da die erſtere die waſſerabſorbirende Kraft in einem höhern Grade äußert, wie die letztere; ſey es, daß die nächſte Urſache in der größeren Menge von Humus liegt, was Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Bd. 5 getazion aus. 66 wohl meiſtens der Fall iſt, oder daß der dem Thone beigemengte Kalk und Sand mit einer geringern Menge von Humus doch einen mürben, und nicht zu loſen Boden bildet; ſo verdient dieſer Gegenſtand alle Aufmerkſamkeit, und die folgenden Beob⸗ achtungen von Davy, Schübler und mir duürften hier nicht am unrechten Orte ſtehen. »Ich habe das Vermögen« ſagt Davy,(a. a. O. 2⁰0), »welches mehrere Arten von Ackererde beſitzen, die atmoſphäriſche Feuchtigkeit zu abſorbiren, verglichen, und ſtets gefunden, daß es in der fruchtbaren Erde am größten war; ſo daß dieſes ein Kennzeichen von Fruchtbarkeit des Bodens abgibt.« „ 1000 Theile der berühmten Ackererde von Ormiſton in Oſt⸗Lothian, die mehr als die Hälfte unfühlbarer Sub⸗ ſtanz, und im Ganzen ½ kohlenſauren Kalk, und i Humus enthält, nahmen, wenn ſie bei 800 R. getrocknet, und dann eine Stunde lang einer mit Feuchtigkeit geſättigten Luft bei einer Temperatur von 13— 140 R. ausgeſetzt worden, 18 Gran an Gewichte zu. „1000 Theile eines ſehr fruchtbaren Bodens von den Ufern des Fluſſes Parret in Sommerſetſhire gewannen unter gleichen Umſtänden 16 Gran.« „ 1000 Theile einer Ackererde von Merſea in Eſſer, von welcher das Joch um 28 fl. 53 r. verpachtet war, ge⸗ wannen 13 Gran.« „õ 1000 Theile feiner Sand von Eſſex, verpachtet um 18 fl. 10 kr., gewannen 11 Gran.« „ 1000 Gran grober Sand, verpachtet um 9 fl. 44 kr., gewannen nur 8 Gran.« »1000 Gran von der Heide von Bagſhot gewannen nur 3 Gran.« Der Marſchboden von Bulkeßz aus dem Batſcher Komitate in Ungarn nahm bei mir in einer Temperatur von 3⁰0 R. binnen 48 Stunden, 0,046 zu. Der Ackerboden B, deſſen Beſtandtheile ich oben beim Sandboden angegeben habe, nahm unter gleichen Umſtänden nur o,o21 an Gewichte zu. Die Unterſuchungen Schü bler s ſtimmen mit den meinigen ganz überein; bei ihm nahm die Gartenerde in 48 Stunden um 0,050 an Gewichte zu, während die fruchtbare Ackererde von Hofwyl um o,“025, und ein anderer armer Boden nur um 0,020 zunahm. Man wird in trockenen Jahren immer gleichförmig keobachten, daß die wohl gedüngten und kräftigen Aecker den Mangel des Regens leichter uͤberkommen und minder ausgedorret werden, wie jene, die mager ſind: ſie mögen übrigens Thon⸗ oder Sandaͤcker ſeyn, und jene Plätze, wo in dieſem oder dem vorhergehenden Jahre ein Miſthaufen eine Weile am Acker gele⸗ gen hatte, zeichnen ſich auch in der größten Dürre und im fandigſten Boden durch ihre lebhafte, nie unterbrochene Ve⸗ 6. dern en gen ſch Varme 1 ſtandthei nehmen Maſſeng Keſultate d den im t heren Wi er verlie trſtere G von ſeir mus w. pfangen wie ein weiten bedarf. gegeben tiefer i Wenn! iſt: ſoi das meh Humus, derſelben warum Darum Pflanzen Aecker, ſtreuen, liegende ſchlechten und wir ſonſt nun D ſen, ei unbedeck Erfol ge den, mi zeit der peratur ten nur ühnng 1816, e beigemetgte Humus dach ; ſo verdient ggenden Beoh⸗ ften hier nicht a. O. 209), tmoſphaͤriſche efunden, daß iß dieſes ein Ormiſton lbarer Sub⸗ 6 Humus nd dann eine ifft bei einer 18 Gran an on den Ufern vannen unter a in Eſſer, et war, ge⸗ eerpachtet um ) fl. 44 kr., ewannen nur Batſcher Temperatur h oben beim en Umſtänden den meinigen 48 Stunden Ackererde von Boden nur gleichförmig in Aecker den er ausgedorret brigens Thon⸗ ſem oder dem am Acker gele⸗ ürre und im ebrochene Ves 67 6. Jener Boden, der mehr Humus gegen einen an⸗ dern enthält, erwärmt ſich bei gleichen übrigen Bedingun⸗ gen ſchneller und mehr, und verliert die empfangene Wärme langſamer. Die Schüblerſchen Verſuche über die Fähigkeit der Be⸗ ſtandtheile des Bodens, ſo wie der Bodenarten, Wärme anzu⸗ nehmen und zu halten, ſind unvollkommen, und mit zu geringen Maſſen angeſtellt, wenn ſie auch im Ganzen keine widerſprechenden Reſultate geben.—— Der Humus für ſich nimmt bei gleichen uͤbrigen Umſtän⸗ den im trockenen Zuſtande in der Sonne früher, und einen hö⸗ heren Wärmegrad an, wie die übrigen Beſtandtheile des Bodens, er verliert aber die empfangene Wärme ſchneller wie dieſe. Die erſtere Eigenſchaft rührt von ſeiner dunkeln Farbe, die letztere von ſeiner Lockerheit her. Wir bemerken aber, daß ein mit Hu⸗ mus wohl verſehener Boden ſich mehr erwaärmt, und die em⸗ pfangene Wärme länger nicht fahren läßt, länger warm bleibt, wie ein weniger Humus enthalkender Boden, was dem obigen, zweiten Satze zu widerſprechen ſcheint, und daher einer Erklärung bedarf.— Der Humus enthaltende Boden erwärmt ſich in einem gegebenen Zeitraume ſchneller, und mehr, und die Wärme dringt tiefer in ihn ein, weil er ſeine Wärme den Erdtheilen mittheilt. Wenn dann am Abend die Quelle der Erwärmung untergegangen iſt: ſo iſt ein größeres Quantum Wärme überhaupt im Boden, das mehrere Zeit bedarf um zu entweichen, und weil jetzt der Humus, als ein ſchlechter Leiter der Wärme, das Entweichen derſelben aus der Tiefe verzögert: ſo wird es einleuchtend, warum ſolcher Boden die empfangene Wärme länger anhält. Darum iſt die Temperatur des Gartenbodens in der Tiefe der Pflanzenwurzeln höher, wie die Temperatur der gewöhnlichen Aecker, und wenn wir den Boden mit Kohlenpulver dicht über⸗ ſtreuen, ſo bringen wir eine ungewöhnliche Wärme in die unter⸗ liegende Erdſchichte, die wegen der dichten Kohllage, als eines ſchlechten Wärmeleiters nur ſehr langſam zu entweichen vermag, und wir können in einem ſolchen Boden jetzt Früchte ziehen, die ſonſt nur in wärmeren Gegenden fortkommen. Der Profeſſor Lampadius, zu Freiberg in Sach⸗ ſen, einer rauhen, unwirthlichen Gegend, zog in einem freien, unbedeckten Kaſten, im kühlen Sommer 1813, mit dem beſten Erfolge Melonen, weil er die Erde, worin dieſe Pflanzen ſtan⸗ den, mit einer zwei Zoll hohen Kohlenſchichte bedeckt hatte. Zur Zeit der Mittagsſonne erhielt dadurch dieſe Schichte eine Tem⸗ peratur von 30— 380 R. während das Thermometer im Schat⸗ ten nur 12— 16, und in der Sonne 20— 30o zeigte:(Er⸗ fahrungen im Gebiete der Chemie und Hüttenkunde. Weimar, 1316. S. 173.) 5* 68 7. Nach der Menge und Beſchaffenheit des im Boden vorfindigen Humus erhält dieſer verſchiedene Eigenſchaften, die dem Wachsthum der Pflanzen bald mehr, bald weniger zuſagen. 8. Der Werth des Bodens ſteigt mit der Menge des Humus ſo lange, bis deſſelben ſo viel wird, daß er durch ihn die nöthige Bindung verlieret, und dann fällt er in demſelben Verhältniſſe, als die Menge des Humus noch immer zummmt. In gewöhnlichen, gut kultivirten Aeckern findet man 2, 3 bis 6 Prozent Humus. ö bis 10 Prozent Humus, nicht aber unzerſetzte Vegetabilien, ſind nur im Gartenboden, oder in ſolchen Aeckern, die eben ſo, wie die Gärten gepflegt werden. Mehr als dieſe Menge findet man nur in aufgeſchwemmten, oder torfi⸗ gen Böden. 9. Er heißt reicher Weitzenboden, wenn er, ohne Düngerz nöthig zu haben, ſeine Kultur lohnt; ſtarker Weitzenboden, wenn er mit der gewöhnlichen Düngung reichere Ernten, wie der gemeine Lehm⸗ oder Thonboden ab⸗ wirft; torfiger Boden, wenn das Uebermaß des Hu⸗ mus anfängt ſchädlich zu werden, und Torf, wenn er ganz aus Vegetabilien beſteht. Der Boden, als Standort der Pflanzen betrachtet, trägt nur in ſofern zum Wachsthum derſelben bei, als ihre Wurzein ſich leicht in ihm verbreiten, Feuchtigkeit und Nahrung erlangen und vor Vertrocknung und Verruͤckung geſchützt ſind. Die Be⸗ ſtandtheile des Bodens ſind daher nicht im Stande für ſich allein dieſen Forderungen zu entſprechen, weil ſie entweder zu loſe oder zu bindend ſind, und außer dem Humus den Pflanzen entweder gar nicht, oder nur zu einem ſſehr geringen Theile zur Nahrung dienen können. Ein Boden, der bloß aus verweſenen, organi⸗ ſchen Körpern beſteht, hätte freilich nährende Subſtanzen genüg⸗ lich in ſich, allein es fehlt ihm die Kohäſion und daher die Stä⸗ tigkeit, denn ohne Bindung iſt ſolcher Boden durch den Wind beweglich: er zerfließt beim Regen in Schlamm, und trocknet in der Oberfläche ſchnell wieder ab, ohne doch das Waſſer aus der Tiefe zu entlaſſen. Die oberflächlichen Wurzeln ſind der Einwir⸗ kung der Luft zu ſehr ausgeſetzt, während die riefer gehenden häufig im Waſſer ſtehen, und wegen der beſtändigen Verdünſtung des Waſe e örig, 1 geh 34 in Boden ſo bekomn Humus iſ lichen Pfa barkeit ber mehr als“ und TJyoner der langt daß es nöth genüglich ſ Ueberfluß e Noth ihn; Ind 6 Bodenal ten Abhan liefert zwa ren Boden nirgendwo und vielen vorhanden 36 mitate i iſt der Auf vorbeifließe Hülfe des! in ſch in fe in ſe in T z der Erd vir annehn ſelerde und der Fall it ſelerde, we ſehr bndige Vodens, n waren, ko werden. Die alo 55, w Bein den Conch Angen 0, „ Diſ it dunkelt ſande; fe es im Boden ggenſchaſten, ald weniger Menge des aß er durch fällt er in umus noch tman 2, 3 nicht aber er in ſolchen den. Mehr „oder torfi⸗ un er, ohne z ſtarker nDuͤngung nboden ab⸗ ß des Hu⸗ ,wenn er achet, träͤgt hre Wurzeln ung erlangen d. Die Be⸗ ür ſich allein zu loſe oder zen entweder sur Nahrung nen, organi⸗ anzen genüg⸗ der die Stäͤ⸗ h den Wind d trocknet in ſſer aus der der Einwir⸗ fer gehenden Verdunſtung 69 des Waſſers aus der Unterlage erwärmt ſich ſolcher Boden nie gehörig, und iſt daher zum Ackerbau ſehr ungeſchickt. Wenn aber mit dem Humus eine hinlaͤngliche Menge Thon im Boden vorhanden iſt, die ihm die nothige Bindung gewährt: ſo bekömmt er um ſo mehr Werth, je größer die Menge von Humus iſt, denn um ſo reichlicher vermag er die in ihm befind⸗ lichen Pflanzen zu ernähren. Man hat in den durch ihre Frucht⸗ barkeit berühmten, entwäſſerten Niederungen großer Flüſſe oft mehr als ¼ des ganzen Gewichtes der Erde mit feinem Sande und Thonerde zu einem ſehr feſten Boden verbunden angetroffen, der lange Jahre als Ackerboden genutzt werden konnte, ohne daß es nöthig war, ihn zu düngen, indem er die Pflanzennahrung genüglich ſelbſt bei ſich führte. Nur dann, wenn der große Ueberfluß an Humus mittlerweile ſich zerſetzt hatte, ward es Noth ihn zu düngen. In der oben angeführten Tafel von Thaer ſind die erſten 5 Bodenarten von dieſer Art. Crome gibt in der oft erwähn⸗ ten Abhandlung mehrere Beiſpiele von Marſchboden. Davy liefert zwar(S. 228) 4 Analyſen von aufgeſchwemmten, fruiyrda ren Bodenarten, wovon aber keine ein Marſchboden iſt, denn nirgendwo iſt darin die große Menge zarten Sandes mit Thon und vielem Humus, die den Marſchboden eigentlich karakteriſirt, vorhanden. Ich habe den Boden von Bulkeßz im Batſcher Ko⸗ mitate in Ungarnunterſucht, der zweifelsohne ein Produkt iſt der Aufſchwemmung der ungeheuren, in ſeiner Nachbarſchaft vorbeifließenden Ströme, der Donau und der Sau. Durch Hülfe des Waſſers konnte er geſchieden werden in ſchwarzgrauen Sand, ſo fein wie er an dem Uſer des Meeres iſt... 2 0,248 in feineren Sand. 8... 0, 142 in ſehr zarten Sand 1 4.., 282 in Thon.. 0, ,328 der Erde ſind demnach Sand, und nur Thon, und wenn wir annehmen, daß dieſer Thon aus Thonerde, und Kie⸗ ſelerde und Eiſen beſtand, was im bindigen Thone gewöhnlich der Fall iſt: ſo erſehen wir, daß o, o Thonerde mit 0, 20 Kie⸗ ſelerde, wenn ſie mit faſt lauter feinem Sande gemengt ſind, einen ſehr bindigen Boden hervorbringen, denn die trockenen Stücke dieſes Bodens, wenn ſie im naſſen Zuſtande zuſammengedrückt worden waren, konnten nur mit großer Gewalt auseinander gebrochen werden. Die waſſerhaltende Kraft dieſes Bodens iſt doch nicht höher als 55, weil ſo viel Sand im Boden iſt. Beim Brennen der von der beigemengten Kalkerde und den Conchylien, die zuſammen o,o5 betragen, befreiten Erde gingen 0,102 verloren. Dieſer Boden hat alle Merkmale des Marſchbodens. Er iſt dunkelbraun von Farbe im trockenen, ſchwarz im naſſen Zu⸗ ſtande; fehr feſt zuſammenhängend im trockenen, zerfließend im 70 ganz durchweichten Zuſtande, und enthält ungewöhnlich viel Humus, und Reſte von Schalthieren. Die Schichte der Dammerde iſt 2 Fuß mächtig, und obwohl dieſer Boden ſchon ſeit 34 Jahren nach den Regeln den Dreifelder⸗Wirthſchaft ununterbrochen be⸗ nützt wird, und noch niemals gedüngt worden iſt: ſo lohnt er doch noch immer die auf ihn verwendete Mühe. Durch die anhaltende Benützung derlei Bodens zum Ackerbau wird der Humus allgemach verzehrt, und wenn auch in demſelben Verhältniſſe, als die oberſte Schichte vom Humus mehr entleert wird, der tiefer greifende Pflug eine neue Schichte friſcher Dammerde heraufbringt: ſo ſieht man doch ein, daß mittlerweile eine Zeit kömmt, wo die von Humus größtentheils ausgezogene Erde in der Oberfläche eine ſo hohe Schichte bildet, daß der Pflug jetzt keine neue, friſche Erde heraufzubringen ver⸗ mag, und nun muß man entweder die tiefere Erde ausgraben, und auf die Oberfläche führen, oder man muß düngen. So lang der Boden von ſelbſt, und ohne Düngung Früchte trägt, ſeine Lage vor Ueberſchwemmung geſichert iſt, und ſeine Furchen einen Seiger haben: iſt er vom höchſten Werthe. Er heißt in dieſem Zuſtande ein reicher Weitzenboden: denn aller Marſchboden iſt ein Thonboden, in dem der Weitzen die ſicherſte Frucht iſt. Hat er entweder urſprünglich weniger Humus, oder iſt ihm ſein Ueberfluß durch die Kultur entzogen worden, ſo daß er ohne eine regelmäßig wiederkehrende Düngung nicht mehr die Kulturskoſten erſetzt: ſo heißt man ihn einen ſtarken Weitzenboden, weil dieſelbe Düngung, die auf gemeinem Lehm⸗oder Klaiboden einen nur mittelmäßigen Ertrag hervorge⸗ bracht haben würde, in dieſem Boden einen ſehr reichen hervor⸗ bringt; denn der Dünger wirkt hier doppelt: direkt als Nahrung, und indirekt, indem er die Auflöſung des alten im Boden vor⸗ findigen Humus befördert.. Iſt aller alte Humus, der durch die Wirkungen des Waſ⸗ ſers in den Boden gebracht worden iſt, wieder verzehrt und verflüchtigt, ſo verliert er ſeine Eigenthümlichkeiten als humoſer Boden, und iſt jetzt gemeiniglich ein ſehr bindiger, hart zu bear⸗ beitender Klaiboden. Iſt der Gehalt an Humus im Boden aber ſo groß, daß er dadurch zu loſe wird: ſo heißt man ihn einen torfigen Boden, und wenn der Boden bloß aus vegetabiliſchen, zum Vheiie nur halbzerſetzten Subſtanzen beſteht, ſo heißt er: or f. Der torfige Boden verliert allgemach durch die Kultur das ſchädliche Uebermaß der organiſchen Subſtanzen; denn das Ver⸗ hältniß der Erdarten wächſt in demſelben Maße, als ſich die Hu⸗ mustheile verflüchtigen. Reiner Torf aber hat für ſich keinen Werth als ackerboden, und erlangt erſt einen durch Kultur; wo⸗ von wir an ſeinem Orte handeln werden. 10. Die Beſchaffenheit des Humus hat ebenfalls Ein⸗ zaß auf Humus i es wenige Daſ und übera hierüher h und ſeine niſe ab, 3 nittlerwei ſehr hattnc mal freie ſch, die n ſchkeit ver in jenem? ſich unter oder in zerſeht ſe der Pfan finden, Verth he meht ode 3. ihrer eie Värme ihren, o und die mißigen nügende iel Humus, immerde iſt 3⁄ Jahren brochen be⸗ ſo lohnt er dens zum wenn auch dm Humuz te Schichte ein, daß ößtentheils hte bildet, ringen ver⸗ ausgraben, ugen. So ichte trägt, ine Furchen er heißt in denn aller die ſicherſte mus, oder en, ſo daß nicht mehr ſtarken gemeinem hervorge⸗ en hervor⸗ Nahrung, oden vor⸗ des Waſ⸗ zehrt und s humoſer et zu bear⸗ groß, daß korfigen ſchen, zum heißt er: Kultur das n das Ver⸗ ſch die Hu⸗ ſich keinen zultur; wo⸗ ffalls Ein⸗ 71 fluß auf den Werth des Bodens. Er iſt größer, wenn der Humus im Waſſer mehr auflöslich, und kleiner, wenn er es weniger iſt. Daß die Beſchaffenheit des Humus im Boden nicht immer, und überall dieſelbe ſey, erhellet ſchon aus dem, was wir früher hierüber vorgetragen haben; denn die Auflöslichkeit des Humus, und ſeine pflanzennährende Kraft nimmt in demſelben Verhält⸗ niſſe ab, als er ſich mindert, weil er immer einfacher wird, und mittlerweile bloß in geſäuerter Kohle beſteht, die der Zerſetzung ſehr hartnäckig widerſteht. Es hat der Humus aber auch manch⸗ mal freie Saͤuren, meiſtens Eſſig, ſeltener Phosphorſäure bei ſich, die nur ſehr ſchwer ſich von ihm trennen, und ſeine Auflös⸗ lichkeit verhindern. §. VI. Von dem Einfluſſe des Bodens auf das Wachs⸗ thum der Pflanzen, und der Veränderung ſeines Werthes unter veränderten Verhältniſſen. 1. Der Boden trägt nur in ſofern zum Wachsthum der Pflanzen bei, als dieſe in ihm die Bedingungen erfüllt finden, von denen ihr Leben überhaupt abhangt, und ſein Werth hängt davon ab, in wiefern er dieſen Bedingungen mehr oder weniger entſpricht.— 2. Die Pflanzen bedürfen nach der Verſchiedenheit ihrer eigenthümlichen Natur einen gewiſſen Grad von Wärme und Feuchtigkeit, das Licht und die Luft muß zu ihren, außer der Erde befindlichen Theilen einen freien, und die letztere ſelbſt in die Oberfläche des Bodens einen mäßigen Zutritt haben, und endlich verlangen ſie eine ge⸗ nügende Menge für ſie ſchicklicher Nahrung. 8 3. Je mehr den Pflanzen alle dieſe Bedingungen ge⸗ währt ſind: je ſchneller und größer iſt ihr Wachsthum. 4. Die Erdeniniſchungen tragen nur in ſofern zum Wachsthum bei, als ſie das empfangene Waſſer und die empfangene Waͤrme in einem ſchicklichen Maße zurückhal⸗ ten; weil aber die zum Wachsthum erforderliche Menge von Naſſe und Waͤrme nur von außen gegeben wird und veränderlich iſt, ſo iſt auch der Werth einer gegebenen Erdenmiſchung in Hinſicht ihres Einfluſſes auf das Wachs⸗ thum der Pflanzen nach dieſen äußeren Einflüſſen verän⸗ derlich. 5. Der Werth einer gegebenen Erdenmiſchung wird beſtimmt durch das Klima, durch die Unterlage der Dammerde, durch die ebene oder gemeigte Lage des Bodens und durch die u mgebungen, welche auf die Temperatur und Beſchaffenheit der Luft Einfluß haben. A. Vom Klima. 1. Unter Klima verſteht man die der Gegend eigen⸗ thuͤmliche Witterung, den Grad und die Dauer der Wärme und Kälte in den mancherlei Jahrszeiten, die Menge des Regens, die Gewitter u. ſ. w. 2. Das Klima wird hauptſächlich beſtimmt durch den verſchiedenen Breitengrad des Ortes, nächſt dieſem durch ſeine Erhöhung über dem Meere, ſeine ebene oder gebirgige Lage und ſeine Entfernung vom Meere. Je ſüdlicher ein Ort liegt, um ſo wäͤrmer iſt er bei glei⸗ chen übrigen Verhältniſſen. Je mehr ſich der Boden über den Spiegel des Meeres erhebt, je kalter wird die Temperatur der Luft. Große Ebenen ſind windig, und leiden häuſig an Regen⸗ mangel. Gebirgsländer haben mehr Regen, weniger Wind und ihre Thäler ſind wärmer, als bei gleicher Höhe die Ebenen. Läͤnder, die am Meere liegen, ſind im nördlichen Europa bei gleichen entfernet 3. hen der je mehr gekehrt, der land der Ver De Werth w außer der Winter bringen! im Sept wirthes. weiter: wegen in einig barn jer haben, Tage lie ber hinen fängt die März nic frucht nac in den ſe alhährlich Nobembe dort kann Zugthiere wo die 2 begränzt: wie bei un und Kleef tuch läng 4. ſteigt der näͤſſer w e gleichen geſchwind der Bode Angen ge⸗ hum. feru zum r und die zurückhal⸗ 4 Menge vird und eegebenen Wachs⸗ en veraͤn⸗ ung wird age der te Lage elche auf Fhaben. d eigen⸗ Warme enge des durch den em durch gebirgige bei glei⸗ über den ratur der an Regen⸗ Tind und Ebenen. uropa bei 73 gleichen uͤbrigen Verhältniſſen waͤrmer wie jene, die weit davon entfernet ſind. 3. Je mehr die klimatiſchen Verhältniſſe dem Gedei⸗ hen der landwirthſchaftlichen Gewächſe überhaupt zuſagen: je mehr ſteigt der Werth des Bodens überhaupt, und um⸗ gekehrt, je mehr die klimatiſchen Verhältniſſe das Gedeihen der landwirthſchaftlichen Gewächſe gefährden, je tiefer faͤllt der Werth deſſelben. Der beſte Boden in Kaͤrnten hat einen abſolut geringern Werth wie der beſte Boden in Friaul, alle Verhältniſſe, außer den klimatiſchen gleichgeſtellt. Unſer langer und heftiger Winter gefäyrdet ſehr die Winterſaaten, unſere hohen Alpen bringen uns oft noch Fröſte im Mai, und dann wohl auch ſchon im September, und zerſtören häufig die Hoffnungen des Land⸗ wirthes. Die Kultur des Mais und des Buchweitzens, als zweiter Frucht, mißräth bei uns des rauhen und unſtäten Klimas wegen nicht ſelten, und der Weinſtock im Freien bringt bei uns nur in einigen wenigen Gegender ſüße Früchte: während unſere Nach⸗ barn jenſeits der karniſchen Alpen einen äußerſt milden Winter haben, wo der Boden nie verfriert, der Schnee kaum einige Tage liegen bleibt, wo man ohne Nachtheil bis in den Novem⸗ ber hinein noch Weitzen ſäet, und im Hornung ſchon wieder an⸗ fängt die Sommerſaat zu beſtellen, wo die Spätfröſte nach dem Maͤrz nicht mehr erſcheinen, wo man den kleinen Mais als Nach⸗ frucht nach Weitzen bauen kann, und wo der Weinſtock nicht bloß in den ſonnig gelegenen Hügeln, ſondern auch in den Ebenen alljährlich ſüße Früchte bringt. Bei uns hört alle Feldarbeit im November auf, und beginnt erſt wieder nach der Mitte des März; dort kann man das ganze Jahr pflügen, und mit demſelben Paar Zugthiere eine doppelt ſo große Fläche Land kultiviren, wie bei uns, wo die Beſtellung der Winterſaat auf einen ſo engen Zeitraum begränzt iſt; und endlich ernähret man dort die Thiere leichter, wie bei uns, denn bei der längern Vegetazionsperiode geben Wieſen und Kleefelder einen größern Ertrag, und die Weidezeit dauert auch länger, wie bei uns. 4. So wie das Klima waͤrmer und trockner wird, ſteigt der Werth des Thonbodens, und ſo wie es kaͤlter und näſſer wird, fällt er. Je wärmer das Klima iſt, je geſchwinder verdünſtet bei gleichen übrigen Verhältniſſen das Waſſer aus dem Boden, je geſchwinder und mehr erwärmt er ſich, und um ſo bindiger muß der Boden ſeyn, wenn die Feldfrüchte in ihm nicht verdorren 74 ſollen. Er darf weniger bindig ſeyn, wenn das Klima bei glei⸗ cher Wärme weniger trocken iſt. Je mehr die Wärme aber Eigenſe abnimmt, oder die Fenchtigkeit zunimmt; je weniger bindig darf tragt d der Boden ſeyn, wenn er dieſelben Früchte noch zur Reife und pag Vollkommenheit bringen ſoll. In warmen und trockenen Län⸗ b werthes dern wird nur der Thonboden für fruchtbar geachtet, den man in kalten und naſſen für unfruchtbar hält, wo der mürbe, mehr 3 ſandige, und ſich leichter erwärmende Lehm den erſten Rang ein⸗: nimmt. In England iſt der Rocken eine Seltenheit, und Waſeer man bauet da faſt in allen Aeckern Weitzen, weil der mehrere iſ. ſ A Regen, oder die größere Feuchtigkeit der Luft, der ſtärkere Thau, ſie iſ die mindere Hitze, den Boden entweder mit mehr Feuchtigkeit chen; o I verſorgt, oder ſein Austrocknen nicht ſo ſehr befördert, oder die 1 Pflanzen ſelbſt öfters und mehr befeuchtet, wie in Deutſch⸗ land, wo man in leichteren Aeckern, in denen der Engländer 4. noch Weitzen ſäet, nur mehr Nocken bauen kann. UIm Kla⸗ Oberfl genfurt wird der Mais in einem ſehr loſen Sandboden mit Ianl gutem Erfolge kultivirt, der in Friaul für dieſe Pflanzen ſam un ſchon viel zu trocken iſt, und worin man nur mehr Hirſe ſäen daher unl darf. Die Benennung des Bodens nach ſeiner Verwendungs⸗ ü fähigkeit, als Nocken⸗, Gerſten⸗ und Weitzenboden, kann daher b er nich nur einen lokalen Werth haben; denn jene Erdenmiſchung, die in England ein Weitzenboden genannt wird, heißt bei uns 3 ein Gerſtenboden, und in Friaul ein Nockenhoden⸗ zuſch 3 5. Alle Umſtände, die in einem warmen und trocknen der di Klima die waſſerhaltende Eigenſchaft des Bodens beför⸗ ten wir dern, tragen zur Erhöhung ſeines Werthes bei, und jene, ausgeſe welche das raſche Abfließen oder zu ſchnelle Verdunſten des 6 Waſſers begünſtigen, vermindern ſeinen Werth, und um⸗ 4 21. rung de gekehrt, findet das entgegengeſetzte Verhältniß in einem u96 kühlen und feuchten Klima Statt. ¹ ejerun Das langſame oder ſchnelle Verdünſten des Waſſers aus 3 dem Boden und ſeine langſamere oder ſchnellere Erwärmung hängt baltend auch von andern Umſtänden ab, die wir ſogleich näher betrachten b haltend werden, und die daher den Werth des Bodens in einem gege⸗ gemäß, benen Klima wieder modiſjziren. 1 b 6. B. Von der Unterlage der Dammerde, dre 1. Unterlage der Dammerde, oder auch wohl eine un geradezu Unterlage, nennt man jene Erdſchichte, die 1 1 zunächſt unter der Dammerde liegt, ae bei glei⸗ tme aber ndig darf Neife und enen Laͤn⸗ den man he, mehr ang ein⸗ eit, und mehrere e Thau, chtigkeit oder die eutſch⸗ ngländer m Kla⸗ dden mit Pflanzen irſe ſaen endungs⸗ nn daher ung, die dei unz rocknen beför⸗ d jene, ſten des und um⸗ n einem ſerrs aus ing häͤngt hetrachten em gege⸗ erde. uch wohl 75⁵ 3. Sie hat großen Einfluß auf die waſſerhaltende Eigenſchaft der Dammerde und ihre Erwarmung, und tragt daher zur Erhöhung oder Verminderung des Boden⸗ werthes bei. 3. Die Unterlage iſt entweder bindig und läßt das Waſſer gar nicht, oder nur ſehr langſam eindringen; oder ſie iſt loſe und läßt es in die Tiefe ohne Hinderniß entwei⸗ chen; oder ſie hält das Mittel zwiſchen beiden. 4. Im erſteren Falle verweilet das Waſſer auf der Oberfläche des Untergrundes, der Boden trocknet nur lang⸗ ſam und dünſtet immerfort Waſſer aus und erwärmt ſich daher nur ſpät. Solcher Boden verſumpft leicht, wenn er nicht eine geneigte Lage hat. 5. Im zweiten Falle geht die Wirkung des Regens zu ſchnell vorüber, wenn das Entweichen des Waſſers aus der Dammerde nicht etwas durch den Untergrund angehal⸗ ten wird, und derlei Boden iſt dem Ausdorren beſonders ausgeſetzt. 6. Im letzteren Falle trägt ſie nie zur Verſchlechte⸗ rung des Bodenwerthes bei, häufiger nur zu ſeiner Ver⸗ beſſerung. 7. Je angemeſſener durch die Unterlage die waſſer⸗ haltende Kraft der Dammerde, den übrigen Umſtänden gemäß, modiſizirt wird, je höher iſt der Werth des Bodens. 3. Der relative Werth des Sandbodens wird erhöht durch eine bindige Unterlage; jener des Thonbodens durch eine unterliegende Sandſchichte. Ziegelthon und Steingerölle ſind aber uberall gleich ſchlechte Unterlagen, und verſchlechtern den Werth des Bodens auffallend, außer es wäre die Schichte der Dammerde ungewöhnlich mächtig, 76 ſo daß im erſten Falle der Ueberfluß des Waſſers tief genug ein⸗ ſinken könnte, daß er den Wurzeln nicht nachtheilig wuͤrde, und im anderen ſo viel Waſſer durch den Humus und die Erdarten in der Tiefe angezogen bliebe, daß dadurch dem Verdorren vor⸗ gebeugt würde. Wenn der thonige Boden nur eine dünne Schichte von Dammerde hat, und horizontal liegt: ſo verſumpft er in einem naſſen und kühlen Klima, und hat ſelbſt im trockenen Klima nur einen geringen Werth, weil die Früchte in ihm zu ſehr gefährdet ſind, und in naſſen Jahren ganz zu Grunde gehen. Liegt bald unter der ſeichten Schichte der Dammerde grobkörniger Sand, oder gar ein Steingerölle, ſo dorrt ſolcher Boden nur in ſehr regneriſchen Jahrgängen nicht aus, ſonſt aber immer, und um ſo mehr, je trockener und wärmer das Klima, und je loſer die Dammerde ſelbſt iſt. Die Brand⸗oder S chrind⸗ ſtellen auf den Aeckern rühren immer von ſolcher Unter⸗ age her. C. Von der ebenen oder geneigten Lage des Bodens. 1. Die Oberfläche des Bodens liegt eben, wenn das Waſſer nirgendwohin ein Gefälle hat; wenn es abfließt, ſo iſt der Boden geneigt. Wohin es abfließt, dahin neigt ſich der Boden. 2. Der eben liegende Boden verliert das Waſſer, das er durch den Regen empfangen, nur durch das Ein⸗ ſinken deſſelben in die Tiefe, und durch das Verdünſten in die Luft; der geneigte Boden verliert es noch außerdem durch das Abfließen. 3. Der eben liegende Boden wird durch die Sonnen⸗ ſtrahlen weniger ſtark erwärmt, als wenn er geneigt der Sonne entgegen liegt, und ſeine Erwärmung ſteht immer in einem gleichen Verhältniſſe mit ſeiner Lage gegen die Sonne. 4. Hieraus erhellet, daß die ebene oder geneigte Lage des Bodens auf ſeinen Werth, in wiefern nämlich da⸗ durch bei gleichen übrigen Verhältniſſen das Wachsthum der„ tigen ſelbel kete hältn Sonn b liegt, je me⸗ ſerd oder er d und Lage in ein in den digen gründe So wi feuchter ( nut jen liegen, mehr o ſee den ſie die O. nas die So Sonne Pergfl Schatt hüchſten 6 als irg ges, d enug ein⸗ ede, und Erdarten ren vor⸗ Schichte ft er in krockenen ihm zu e gehen. körniger den nur immer, und je hrind⸗ Unters vodens. enn das ließt, ſo n neigt aſſer, 3 Ein⸗ üünſten gerdem dvonnen⸗ eigt der timmer igen die zte Lage ich da⸗ hsthum 77 der Pflanzen begünſtiget oder verhindert wird, einen mäͤch⸗ tigen Einfluß habe. 5. Der Werth des Thonbodens ſteigt, je leichter der⸗ ſelbe den Ueberfluß des Waſſers durch die Neigung und ſtär⸗ kere Erwärmung verliert, und er fallt in demſelben Ver⸗ hältniſſe, als das Waſſer weniger Gefaͤll hat, oder die Sonne weniger in ihm einwirkt. 6. Der Werth des loſen Bodens ſteigr, je ebener er liegt, und er faͤllt, je meyr der Boden überhaupt, und je mehr er gegen die Sonne geneigt iſt. 7. Je leichter der Boden durch die Neigung das Waſ⸗ ſer verliert, um ſo mehr muß er an Bindigkeit zunehmen, oder um ſo minder darf die Wärme in ihm einwirken, wenn er dieſelben Früchte im gleichen Klima hervorbringen ſoll: und umgekehrt muß er der Sonne in einer ſehr geneigten Lage entgegen gerichtet, und loſer Natur ſeyn, venn er in einem kühleren Klima Fruͤchte hervorbringen ſoll, die in den Ebenen der wärmeren Klimate heimiſch ſind. Sonnig gelegene Hügel, oder Bergflächen, wenn ſie ſan⸗ digen Boden haben, ſind in einem warmen Klima als Acker⸗ gründe von ſehr geringem Werthe, und häufig völlig unfruchtbar. So wie aber der Boden bindiger, oder das Klima kühler und feuchter wird, erhöht ſich ihr Werth. In den Gebirgsländern des nördlichen Europa werden nur jene Bergflächen zu Aeckern benützt, die der Sonne entgegen liegen, und ihr Werth ſteigt in demſelben Verhältniſſe, als ſie mehr oder weniger gegen Süden abhängen, und er fällt je länger ſie den Einfluß der Sonne überhaupt und insbeſondere, je länger ſie die Morgenſonne entbehren müſſen. Jene Thäler, die von O. nach W. oder von N. O. gegen S. W. ſtreichen, werden in die Sonn⸗ und Schattenſeite eingetheilt. Sonnſeite wird die der Sonne ansgeſetzte, oder der Morgenſonne gegenüber liegende Bergflaͤche genennt, die nur allein zu Ackerland verwendet wird; Schattſeite heißt die andere Fläche, wo nur Wälder und Weiden, höchſtens Wieſen ſind. Wo man in Deutſchland Wein bauet, iſt man mehr als irgendwo aufmerkſam, daß die Fläche des Hügels oder Ber⸗ ges, der mit Reben bepflanzt werden ſoll, gegen Mittag, oder 78 wenigſtens gegen Morgen abhänge; denn in jeder andern Lage iſt der Wein um vieles ſchlechter, und in allen Laͤndern haͤngt ſeine Güte nur von der Dauer und Intenſität der Wärme und der Beſonnung ab. D. Von den Umgebungen, welche auf die Tempera⸗ tur und Beſchaffenheit der Luft Einfluß haben. 1. Die Umgebungen, welche auf die Temperatur und Beſchaffenheit der Luft Einfluß haben, ſind nahe und entfernte Berge, Wälder, große Flüſſe, Sümpfe, Seen und das Meer. 2. Hohe Berge, die den größten Theil des Jahres mit Schnee bedeckt ſind, erkälten ungemein die benachbarte Gegend, und weil ſie im Sommer und Herbſt leicht beſchneiet werden, ſo gefaͤhrden ſie durch Nachtfroͤſte die Kultur der zarteren Pflanzen. 3. Sind die hohen Berge nicht zu nahe, und ſo ge⸗ lagert, daß ſie für die gegebene Gegend die kalten Winde abhalten, ſo tragen ſie zur Erhaltung der empfangenen Sonnenwaͤrme bei. Das nordweſtliche Italien hat darum ein ſo beſonders warmes Klima, weil es durch die in Norden liegenden hohen Schweizerberge vor den kalten Winden geſchützt iſt, und gegen Süden oſſenes Land hat. Wir würden in Kärnten ein viel freundlicheres Klima haben, wenn uns die karniſchen Alpen den Einfluß der Süd⸗ und Weſtwinde nicht hinderten. 4. In der Nähe großer Wälder iſt die Luft kält⸗r, und man beobachtet einen ſtärkeren Thau. Die ſtärkere Ausdünſtung der Bäume erkältet die Tempe⸗ ratur, und die in der Luft vorfindigen Wafferdämpfe ſchlagen ſ nieder, wenn die Warme der Luft am Abend noch tiefer inkk.. So wie die Wälder gelichtet werden, erwärmt ſich, die Luft mehr und das Klima der Gegend oder des Landes wird da⸗ durch aufſallend verändert, wovon uns die Kulturgeſchichte aller Länder die überzeugendſten Beweiſe liefert. urſach lebel Ver die wenn maͤßt ſie ud planze zeln d Feucht ſeichten verbre Unterl Im ii ohne Wurze ſeichter Stang Ansdel dieſe andern dage dern hängt Wäͤrme und Tempera⸗ daben. emperatur nahe und fe, Seen s Jahres enachbarte roſt leicht tfroͤſte die ind ſo ge⸗ en Winde pffangenen beſonders nden hohen und gegen nten ein ſchen Alpen käͤlt«, und die Tempe⸗ gpfe ſchlagen )noch tiefer irmt ſich, die des wird da⸗ eſchichte aller 79 5. Baumlofe Gegenden ſind bei gleichen übrigen Ver⸗ hältniſſen trockner. Wenn die Wäͤlder in weiten Ebenen zu ſehr, oder wohl ganz niedergeſchlagen werden: ſo werden die Winde durch kein Hinderniß aufgehalten, in allen Richtungen über dieſe Fläche zu ſtreichen, wodurch ſie um vieles trockener, ja leicht zu durre wird, wenn der Boden ſandig oder das Klima ſehr warm iſt. 6. Große Flüſſe, Sümpfe, Seen, vor allem aber das Meer erfüllen die Luft mit Waſſerdämpfen, und ver⸗ urſachen in den benachbarten Gegenden mehrere Kühlung, Nebel und ſtarken Thau. §F. VII. Von der Veränderung des Bodenwerthes durch die tiefere oder ſeichtere Schichte der Dammerde und die derſelben beigemengten Steine. 1. Die Schichte der Dammerde heißt ſeicht, wenn ſie nur 4 bis 6 Zoll mächtig iſt; ſie heißt mittel⸗ mäßig tief, wenn ſie 6 bis 12 Zoll, und tief, wenn ſie über 12 Zoll hinabreicht. 2. Der Werth des Bodens ſteigt in demſelben Ver⸗ hältniſſe, als die Schichte der Dammerde mächtiger, und fällt, ſo wie ſie ſeichter iſt. Je tiefer die Dammerde iſt, je größer iſt die Menge der pflanzennährenden Materie im Boden; je mehr können die Wur⸗ zeln der Pflanzen ſich in die Tiefe ſenken, wo ſie nicht bloß Feuchtigkeit, ſondern auch noch Nahrung finden, indeſſen ſie im ſeichten Boden genöthiget ſind, hart unter der Oberfläche ſich zu verbreiten und daher dem Verdorren, oder bei einer thonigen Unterlage in regneriſchen Jahren, dem Ertränken ausgeſetzt ſind. Im liefen Boden können mehrere Pflanzen nebeneinander ſtehen, ohne ſich in ihrer Bewurzelung zu irren, und die Menge der Wurzeln iſt hier immer und bei jeder Pflanze größer, als im ſeichten Boden. Weil aber die Größe des Wachsthumes der Stängel, Blätter und Früchte immer nur von der Größe und Ausdehnung der Nahrung einſaugenden Organe, der Wurzeln, dieſe aber von der kubiſchen Groͤße der Dammerde und ihrem 80 Gehalte an auflöslichem Humus abhängt: ſo müſſen die Pflanzen einen größern Wachsthum, einen dichteren Stand, und einen rei⸗ cheren Ertrag in einer tieferen, wie in einer ſeichteren Schichte der Dammerde, bei gleichen übrigen Verhäͤltniſſen, abwerfen. 3. Die Tiefe der Dammerde iſt veränderlich. Sie iſt mächtig im aufgeſchwemmten Boden, in trocken gelegten Sümpfen, Teichen, und wird allgemach ſeichter, ſo wie durch die Kultur der Humus ausgezogen oder verflüchtiget wird. Eine ſeichte Schichte kann aber auch wieder durch anhaltend fleißiges Düngen, und durch die Kultur ſolcher Pflanzen, die den Boden minder erſchöpfen, mächtiger werden. Wir werden auf dieſen Gegenſtand in dem zweiten Haupt⸗ ſtücke wieder zurückkommen, wenn wir vom tiefen und ſeichten Pflügen handeln. 4. Steine findet man nur in der Dammerde des Sandbodens und nur in der Nähe von Bergen. Wenn man ein wenig über die Bildung der Erdoberfläche nachdenket; ſo wird es klar, daß man Steine nur in der Um⸗ gebung von Bergen finden könne, woher ſie durch die Gewalt der Bäche gebracht wurden. So wie in den Ebenen die Gewalt des Stroms durch den verminderten Seiger gebrochen wird; kann das Waſſer die Steine nicht mehr weiter bewegen, und ſie bleiben am Grunde liegen; der feine Sand und Schlamm wird aber weit hinaus ins Land getragen. In den Ebenen findet man daher keine Steine in den Aeckern, und wenn ſie vorkommen: ſo iſt ihre Herkunft nicht ſchwer auszumitteln. Daß die Steine im⸗ mer Begleiter des Sandbodens ſeyen, erhellet aus derſelben Ur⸗ ſache, warum die Steine als die ſchwerſten Körper zuerſt liegen bleiben, denn der Sand iſt ſpezifiſch ſchwerer wie der Thon. 5. Der Werth des Bodens wird in dennſelben Ver⸗ hältniſſe minder, als die Menge der Steine in ihm größer wird. Je mehr der Boden mit loſen Steinen erfüllt iſt, je weniger hängt er zuſammen, je geringer iſt ſein Vermögen, das Waſſer an⸗ gezogen zu halten, und weil ſich die Steine mehr wie der Sand erhitzen, die Wärme auch länger anhalten, und tiefer in dem Boden hinab verbreiten: ſo wird der Regen ſchleuniger wieder verdünſtet, und ei rin kei angibt unter durch zeigt nen wenn digen. ten di vielme men; einer ſich du tigkeit Erfah⸗ Geleg und T verri ter! Wer Sta Thei aber hetra dee ſi nothw die P Stein um ſo läßt, Ackerr Früch und u Siche für d von iſ Rückſ hande auch dere Pode Dr nd einen rei⸗ eren Schichte abwerfen. ch. Sie iſt n gelegten er, ſo wie rflichtiget eder durch tur ſolcher machtiger iten Haupt⸗ und ſeichten merde des edoberflaͤche der Um⸗ die Gewalt die Gewalt hen wird; en, und ſie amm wird findet man ommen: ſo Steine im⸗ erſelben Ur⸗ uerſt liegen Thon. elben Ver⸗ ihm größer ſ, je weniger s Waſſer an⸗ die der Sand n dem Voden er verdünſtet, 81 und ein ſolcher Boden dorrt früher und ſtärker aus, als der, wo⸗ rin keine Steine ſich befinden. Was man den Steinen zu Gunſten angibt, daß ſie den Boden zuſammendrücken, daß die Feuchtigkeit unter ihnen mehr im Boden zurückgehalten werde, und daß er da⸗ durch weniger ausdorre, beruht auf falſchen Vorausſetzungen und zeigt ſich nicht in der Erfahrung. Die Steine würden wohl ei⸗ nen humoſen Boden, auch einen Flugſand zuſammendrücken, wenn ſie in einem ſolchen je vorkämen, aber nicht den grobſan⸗ digen, worin ſie nur allein vorkommen. Kopfgroße Steine hal⸗ ten die Feuchtigkeit allerdings im Boden mehr zurück, oder vielmehr unter ſich, weil ſie ſich nicht durch und durch erwär⸗ men; aber kleine Steine, von der Größe eines Apfels bis zu einer Nuß, wie ſie gewöhnlich im Boden vorkommen, erhitzen ſich durch und durch, und es iſt unter ihnen keine mehrere Feuch⸗ tigkeit bemerklich, als anderswo; auch zeigt eine tauſendfältige Erfahrung, die wir in Kärnthen vorzüglich häufig anzuſtellen Gelegenheit haben, daß der Werth der Aecker durch das Ableſen und Wegführen der Steine überall nur erhöht, und nirgendwo verringert wird. Die Steine tragen aber nebſtdem, daß ſte den Boden dür⸗ rer machen, auch noch auf andere Art zur Verminderung ſeines Werthes bei. Jeder Boden iſt nur in ſofern als ein ſchicklicher Standort für die Pflanzen zu betrachten, als er in allen ſeinen Theilen von den Wurzeln durchdrungen werden kann. Wenn aber in einem gegebenen kubiſchen Raume der Dammerde ein beträchtlicher Theil deſſelben aus Steinen, d. h. ſolchen Körpern, die für die Wurzeln undurchdringlich ſind, beſteht: ſo muß er nothwendig in demſelben Verhältniſſe einen mindern Werth für die Pflanzenerzeugung haben, als der Raum groß iſt, den die Steine einnehmen. Dann hat der ſteinige Boden auch deßwegen um ſo viel weniger Werth, weil er ſich nur ſehr ſeicht pflügen läßt, weil man den Dünger nicht rein unterackern kann, weil die Ackerwerkzeuge viel ſchneller abgenützt werden, weil man behäufte Früchte entweder gar nicht oder nur unvollkommen darauf bauen, und weil man endlich bey der Ernte alles Getreide nur mit der Sichel und nicht mit der Senſe abbringen kann. Daß ein mit Unkraut erfüllter Boden einen mindern Werth für den Augenblick habe, als ein gleicher anderer, der frei da⸗ von iſt, unterliegt keinem Zweifel. Wir können aber hier keine Rückſicht darauf nehmen, wo wir von den ſtätigen Verhältniſſen handeln, die auf das Wachsthum der Pflanzen Einfluß haben; auch kann das Unkraut getilgt werden, ohne daß wir eine beſon⸗ dere Auslage zu machen genöthiget ſind, oder einen Entgang des Bodennutzens erleiden. Burgers Lehrb. d. Landw. 1 Bd. 6 8² §. VIII. Vom objektiven und ſubjektiven Werthe des Bodens. 1. Der objektive Werth des Bodens iſt jener, den er als Objekt, als Werkzeug zur Pflanzenproduktion an und für ſich durch ſeine Miſchung in einer gegebenen phyſiſchen Lage für Jedermann hat. 2. Der ſubjektive Werth des Bodens iſt jener, den derſelbe Boden als Subjekt der Kultur durch ſeine Lage insbeſondere erhält. 3. Der objektive Werth des Bodens iſt um ſo grö⸗ ßer, je mehr die Miſchung deſſelben den übrigen Ver⸗ haͤltniſſen angemeſſen iſt, je günſtiger die klimatiſchen Einflüſſe dem Pflanzenwachsthum überhaupt ſind, und je größer die Menge der pflanzennährenden Subſtanz in ihm iſt. Er wird ferner in demſelben Verhältniſſe er⸗ höht, als die Koſten geringer ſind, die ſeine gewöhnliche Kultur erheiſcht. 4. Der Boden hat in objektiver Hinſicht einen ſo ge⸗ ringeren Werth, je weniger die klimatiſchen Verhältniſſe dem Gedeihen der vorzüglichſten Getreidearten zuſagen; je weniger die Bodenmiſchung überhaupt den meiſten Pflanzen angemeſſen iſt, oder durch die anderweitigen Verhältniſſe verſchlechtert wird; je ſeichter die Dammerde und je ärmer der Boden an pflanzennährenden Subſtanzen iſt. Endlich verliert jeder Boden noch dadurch an Werth, wenn ſeine gewöhnliche Kultur mit größern als gewöhnlichen Koſten verbunden iſt. Die Kultur des Bodens in den Bergen erfordert größere Auslagen, als die Kultur in den Ebenen, denn alle Arbeiten ſind da beſchwerlicher und langſamer, und verſchlingen nothwen⸗ dig iine Ebenen. 5.1 je naͤhen leichter oder un Materia: Daͤ größeren; erfordert! Fruhkbat die Kultoe Verkauf Strahen! Pirthſch welche de verurſach bloß mi ſten in! punkte e D. Durftur iiven We ſeinem H großen ſu und gerad arrondirt niſſen in Manufakt fernt von dukte wol oſtſpielig weil dieß Ei verwickel gründlich gebenen auch die ſeinen W W ſtückes un lic iſt: Landes n zelnen G Kadaſter datum h de des iſt jener, foduftion egebenen ſt jener, ich ſeine ſo grö⸗ gen Per⸗ mmatiſchen , und je ſtanz in niſſe er⸗ vöhnliche en ſo ge⸗ thältniſſe ſagen; je Pflanzen erhaͤltniſſe je armer . Endlich enn ſeine en Koſten ert größere le Arbeiten en nothwen⸗ 83 dig einen größeren Theil der Einnahme, als die Kultur der Ebenen. 5. Der ſubjektive Werth des Bodens iſt um ſo größer, je näher derſelbe dem Mittelpunkt der Wirthſchaft liegt, je leichter und theurer man die Produkte deſſelben verkaufen, oder um ſo viel wohlfeiler man ſich Arbeiter oder Dünger⸗ Materialien verſchaffen kann. Der ſubjektive Werth wird nicht nur allein durch die größeren oder kleineren Kulturskoſten beſtimmt, die der Acker erfordert, ſondern auch noch durch alle Umſtände, wodurch die Fruchtbarkeit des Bodens durch wohlfeile Düngungsmittel erhöht, die Kulturskoſten durch wohlfeile Arbeiten verringert, und der Verkauf der Produkte durch die Nähe von Städten, Fabriken, Straßen, Kanäle erleichtert und erhöht wird. Je näher bei dem Wirthſchaftshofe der Acker liegt, je geringer ſind die Koſten, welche das Hinführen des Düngers und das Heimfahren der Ernte verurſachen, und um ſo kleiner iſt die Zeit, welche die Arbeiter bloß mit Hin⸗ und Hergehen zubringen, und es ſteigen die Ko⸗ ſten in demſelben Verhältniſſe, als der Acker von dieſem Mittel⸗ punkte entfernt liegt.. Daher kann derſelbe Acker in den gewöhnlich zerſtreuten Dorffluren dem Eigenthümer A von einem ſehr geringen ſubjek⸗ tiven Werthe ſeyn, weil er ganz abgeſondert, und weit von ſeinem Hauſe entfernt liegt, während er dem B von einem ſehr großen ſubjektiven Werthe wäre, weil er nahe bei ſeiner Wohnung und gerade zwiſchen zweien ſeiner Felder liegt, wodurch er ganz arrondirt wuͤrde. Daß der Boden bei gleichen übrigen Verhält⸗ niſſen in der Rähe einer Reſidenz, oder in einer volkreichen, mit Manufakturen erfüllten Provinz mehr werth iſt, als weit ent⸗ fernt von Städten; daß er mehr werth iſt, wenn man ſeine Pro⸗ dukte wohlfeil verführen kann, als wenn die Fracht lang und koſtſpielig iſt, u. ſ. w., bedarf keiner weitern Auseinanderſetzung, weil dieß ohnehin Jedermann einleuchtend iſt. Eine richtige Werthſchätzung des Bodens gehört zu den verwickeltſten Gegenſtänden der Agronomie, und erfordert die gründlichſten Kenntniſſe von dem Einfluſſe des Bodens unter ge⸗ gebenen Verhältniſſen auf das Wachsthum der Pflanzen, als auch die größte Umſicht, um nichts außer Acht zu laſſen, was ſeinen Werth außer dieſem noch erhöht oder erniedrigt. Wenn die Ausmittlung des reinen Ertrages eines Grund⸗ ſtückes unter beſtimmten, gegebenen Verhältniſſen allerdings mög⸗ lich iſt: ſo iſt auch die Verfaſſung des Kadaſters eines ganzen Landes möglich, denn es iſt das Land nur ein Aggregat von ein⸗ zelnen Grundſtücken. Weil es ſich aber bei der Verfaſſung des Kadaſters zum Behufe der Beſteuerung der Grundbeſitzer mehr darum handelt, den relativen Werth ihrer Realitäten auszumit⸗ 6* 84 teln, als ihren abſoluten: ſo werden wir dieſen Zweck nicht er⸗ reichen, wenn wir hiebei concentriſch verfahren, was excentriſch geſchehen ſoll. Der Spielraum der Willkür bei der Erhebung des reinen Ertrages der Grundſtücke muß ſo ſehr als möglich beſchränkt werden, was nur dann Statt findet, wenn wohl überdachte, auf die Erfahrung aller Lander gegründete Voran⸗ ſchläge entworfen werden, in denen auf alle Umſtände Rückſicht genommen wird, die den Ertrag des Grundſtückes, es ſey ein Acker, Wieſe, Weingarten, Wald oder Weide, erhöhen oder verringern, die dem Grundwerthſchätzer als ein Regulativ dienen, und nach welchen er das Grundſtück in die eine oder andere Klaſſe ſetzt, je nachdem die Umſtände zuſammentreffen, die dieſe Klaſſi⸗ fikazion begründen. Begri 1 wirthſe tung d in ihm Pflanze Pachst 9 2 gegeben in dem fen, u Terhäl △ 5 3 aus ot ſch in durch Stoff eck nicht er: zexeentriſch er Erhebung als möglich wenn wohl dete Voran⸗ de Rückſicht es ſey ein höhen oder ativ dienen, ndere Klaſſe dieſe Klaſſi⸗ Zweites Hauptſtück. Agrikultur. §. I. Begriff, Zweck und Eintheilung der Agrikultur. 1. U Agrikultur wird jener Theil der Land⸗ wirthſchaft verſtanden, welcher die verſchiedene Zuberei⸗ tung des Bodens lehrt, welche nothwendig iſt, wenn die in ihm befindlichen, oder in denſelben zu verſetzenden Pflanzen alles da finden ſollen, wovon ihr lebhaftes Wachsthum abhängt. 1 2. Das Wachsthum der Pflanzen wird in einem ge⸗ gegebenen Boden um ſo lebhafter vor ſich gehen, als ſie in demſelben eine größere Menge von Nahrung antref⸗ fen, und Waſſer, Wärme und Luft in einem ſchicklichen Verhältniſſe auf ſie einwirken. Siehe hierüber den§. II. der Einleitung⸗ 3. Die Nahrung der Pflanzen beſteht größtentheils aus organiſchen Körpern, die entweder ſchon an und für ſich im Waſſer auflöslich und ſogleich nährend ſind, oder durch die Fäulniß in dieſen Zuſtand verſetzt werden. 4. Wir müſſen aber außer dieſen noch alle jene Stoffe hieher zählen, die wir in der Zuſammenſetzung 86 der organiſchen Körper antreffen, und die dieſer nicht immer und überall bloß aus der Zerſetzung der organi⸗ ſchen Körper hernimmt. Hieher gehören der Schwefel, und die Verbindungen der Schwefelſäure mit Laugenſalzen„Kalk oder Eiſen; die Verbindungen der Salpeterſäure mit Laugenſalzen oder Erden; die Verbindungen der Kochſalzſäure mit Laugen⸗ ſalzen oder Erden; endlich Kalk und Laugenſalze ſelbſt, in wieſern ſie entweder mit den vegetabiliſchen Säuren oder mit den Beſtandtheilen des Humus Verbindungen eingehen, und auf dieſe Art von den Pflanzen aufgenommen werden. Die Beweiſe, daß dieſe Körper nicht als Reitze den Wachs⸗ thum der Pflanzen befördern, was ohnehin kaum bewieſen wer⸗ den darf, da es aller Analogie und allen Erfahrungen entgegen iſt; ferners daß ſie nicht bloß dadurch wirken, daß ſie den im Boden befindlichen Humus in einen im Waſſer auflöslichen Zu⸗ ſtand verſetzen; ſondern daß ſie zum Theil ganz als nährend, und nur zum Theil als Nahrung vermittlend angeſehen werden müſſen, werden wir ſpäter, wenn in der Aufzählung der Dün⸗ germaterialien die Rede von ihnen ſeyn wird, liefern. 5. Die Pflanzen erhalten genügende und jährlich ſich mehrende Nahrung, wenn die abſterbenden Theile der Pflanze im Boden bleiben, und auf kein erlei Weiſe weg⸗ geführt werden: geſchieht dieß letztere, ſo muß ihnen der Entgang durch düngende Materien, die man in den Boden führt, erſetzt werden. Endlich erhalten die Pflanzen auch noch düngende Subſtauzen durch Ueberſchemmungen. Der Waldboden, dem man alle abfallenden Blätter ſammt den Wurzelſtöcken läßt, iſt reich genug, beſonders in ebener Lage, wo er nicht abgeſchwemmt wird, den mächtigſten Holzwuchs zu zeigen. Wird ihm aber nicht ſowohl das abfallende Laub, als auch das im Schatten der Bäume wachſende Moos entzogen, und zur Streu in der Wirthſchaft verwendet; werden ſeine Wur⸗ zelſtöcke ausgegraben: ſo fäaͤngt der Holzwuchs an zu verkümmern, weil die Baͤume Mangel an Nahrung leiden. Wieſen, die nicht mit trübem Waſſer aus Bächen oder Flüſſen überſchwemmt wer⸗ den konnen, werden beim jährlichen Mähen, ohne daß man ſie düngt, immer weniger ergiebig: nur ſolche Wieſen, die alljähr⸗ lich überſchwemmt werden, oder nach Gefallen mit Bach⸗ und Verhältr † kultwvirte ihn entwe ſelden Be dder mar Verlaufe den u en herdorin 4 der Näl des re⸗ Neuſch ohne je dungen. lice Fr. und das forderlic haren un der miſſe gen und ſeyn. J der Fruch riel groß nit viele gung hin Balſcher Neldang ic unter Nas, I alle dri keinesw⸗ Verhalt dem oͤfte auflöslic wendete tere, vo Graden hinabgen heiſe d Deutf ieſer nicht der organi⸗ bindungen der Eiſen; ſalzen oder it Laugen⸗ alze ſelbſt, äuren oder eingehen, den werden. den Wachs⸗ ꝛwieſen wer⸗ gen entgegen ſie den im öslichen Zu⸗ s nährend, ehen werden der Dün⸗ zrlich ſich heile der hiſe weg⸗ ihnen der den Boden nzen auch gen. aätter ſammt ebener Lage, olzwuchs zu e Laub, als os entzogen, n ſeine Wur⸗ verkümmern, en, die nicht wemmt wer⸗ daß man ſie die alliͤhr⸗ t Bach⸗ und 87 Flußwaſſer bewäͤſſert werden können, oder ſolche Aecker, die auf gleiche Art gedüngt werden, wie z. B. die Felder von Nieder⸗ Aegypten durch den Nil beſchlammt werden, bedürfen keiner Düngung, alle andern Wieſen, beſonders aber Aecker, in denen die Konſumtion des Humus noch größer iſt, bedürfen in demſelben Verhältniſſe einer Zufuhr von Dünger als jener durch die darauf kultivirten Pflanzen aufgezehrt, oder durch die Einwirkungen der Luft, des Lichtes und des Waſſers verfluchtiget worden iſt. „Wenn man eine Weide oder einen Waldboden aufbricht, und in einen Acker verwandelt; ſo trägt er ſo lange reichliche Früchte, als hinlänglicher Humus in der Dammerde vorhanden iſt, die Pflanzen zu nähren. Iſt dieſer endlich erſchöpft: ſo muß ihm entweder neue Nahrung zugeführt werden, wenn man den⸗ ſelben Boden noch ferners als Acker mit Vortheil benützen will, oder man läßt ihn ruhig liegen und überläßt es der Natur im Verlaufe einer Reihe von Jahren wieder ſo viel Humus im Bo⸗ den zu erzeugen, als hinlänglich iſt, um eine neue Getreidernte hervorzubringen. Am Abhange von Hügeln und Bergen, beſonders aber in der Nähe großer Flüſſe trifft man oft eine ſehr mächtige Schichte des reichſten Bodens aufgeſchwemmt, die oft durch ein Paar Menſchenalter hindurch immerfort als Ackerland benützt wird, ohne je gedüngt zu werden, und ohne daß es Noth thut ſte zu düngen. Manche haben geglaubt, daß man dieſe außerordent⸗ liche Fruchtbarkeit der Wechſelwirkung des Bodens auf die Luft und das Waſſer zuſchreiben müſſe, woher ſolcher Boden die er⸗ forderlichen Stoſſe beziehe; denn im Humus, als einer zerſetz⸗ baren und vergänglichen Subſtanz könne ſie unmöglich liegen, der müſſe in dieſem langen Zeitraume durch das oftmalige Pflü⸗ gen und Früchtetragen aus dem Boden längſt verſchwunden ſeyn. Indeſſen liegt dennoch ſo hier wie allenthalben die Urſache der Fruchtbarkeit nur im Humus, der in einem ſolchen Boden in viel größerer Menge, zu einer mehr als gewöhnlichen Tiefe und mit vielem Thone umhüllt, vorhanden iſt, der ſeine Verflüchti⸗ gung hindert. Die Schichte der Dammerde von Bulkeßz im Batſcher Komitate, von der ich oben(Agronomie§. V. F. 9) Meldung that, iſt 2 Schuh mächtig. Jener Acker, deſſen Erde ich unterſuchte, trägt, wie ich bereits meldete, ſeit 34 Jahren Mais, Weitzen, Mengfrucht, Gerſte und Haber; doch wird er alle dritte Jahr gebracht. Die Fruchtbarkeit ſolcher Aecker iſt keineswegs unerſchopflich; nach einer Reihe von Jahren, die nach Verhaͤltniß der Früchte, die man dem Boden abnimmt, und nach dem öfteren oder ſeltneren Pflügen verſchieden iſt, wird endlich der auflösliche Theil des Humus ſo gering, daß er die auf ihn ver⸗ wendete Mühe nicht mehr lohnt, und nun muß entweder die un⸗ tere, vom Pfluge nicht erreichbare Schichte der Dammerde durch Graben auf die Oberfläche geworfen, und die obere Lage dafür hinabgeworfen werden, oder man muß den Acker düngen. Be⸗ weiſe dafür liefern die alten Marſchläͤnder des nördlichen Deutſchlandes, die alle mehr oder weniger ſchon gedüngt 88 werden: ſo werden auch im Batſcher Komitate nur wenige Gegenden mehr angetroffen, wo man gar nicht düngte, und wo der Stallmiſt zu Brennmateriale verwendet wird. Daß manche Aecker, die nie gedüngt werden, ohne Marſch⸗ boden zu ſeyn, doch noch die auf ſie verwendete Mühe lohnen, liegt oft in der Lage derſelben, vermög welcher ſie Nahrung zu⸗ geſchwemmt erhalten, oder muß in der oft wiederhohlten Brache geſucht werden, die man jedesmal nur dann ſtürzt, wenn ſie ſich ſtark begrünt hat, und wodurch ſie die Stelle einer grünen Dün⸗ gung verſieht. Daß ſolche Aecker nur aus Thon⸗ oder Mergel⸗ boden beſtehen können, verſteht ſich wohl von ſelbſt. 6. Waſſer, Wärmie und Luft werden von außen ge⸗ geben, und es liegt nicht in der Macht des Menſchen ſie zu mehren oder zu mindern, Weil aber von der Miſchung, und der Lockerheit oder Feſtigkeit des Bodens das längere oder kürzere Verweilen des Waſſers im Boden, und von daher ſeine ſchnellere und größere, oder langſamere und geringere Erwärmungsfähigkeit, ſo wie auch der größere oder geringere Zutritt der Luft abhängt: ſo liegt hierin die Möglichkeit, durch die Umänderung der phyſiſchen Be⸗ ſchaffenheit des Bodens, die auf die Pflanzen einwir⸗ kende Menge des Waſſers, der Wärme und der Luft zu verändern. 7. Es gibt daher zweierlei Mittel, die phyſiſche Be⸗ ſchaffenheit des Bodens umzuandern: chemiſche und mechaniſche. 8. Chemiſche Mittel ſind die Beſtandtheile des Bodens ſelbſt: Sand, Thon, Kalk und Humus, oder halb zerſetzte organiſche Subſtanzen. Sie verändern die Kohäſion des Bodens, ſeine waſſerhaltende Kraft und ſeine Erwärmungsfähigkeit. 9. Mechaniſche Mitte l ſind die Wendung, Locke⸗ rung und verſchiedentliche Bildung der Oberfläche des Bo⸗ dens, wodurch der dem Wachsthum der Pflanzen nachthei⸗ lige 3 ben/ ſein ſa verhind 10 fordern heit ver niget I lichen f reichen deren! fort. ſtimm ſchun Natur 1 gegeben virthſch zu etha zu verh de ihm es mal gemeſ Boden lere A 1 Steine werden wachſe nur wenige te, und wo hne Marſch⸗ ühe lohnen, dahrung zu⸗ lten Brache venn ſie ſch rünen Din⸗ der Mergel⸗ außen ge⸗ tenſchen ſie Miſchung, das längere , und von amere und der größere t hierin die iſchen Be⸗ n einwir⸗ er Luft zu jſiſce Be⸗ ſche und diheile des mus, oder andern die ft und ſeine ung, Locke⸗ he des Bo⸗ en nachthei⸗ 89 lige Zuſammenhang der Beſtandtheile deſſelben aufgeho⸗ ben, und das Abfließen und Verdünſten des Waſſers, ſein ſchnelleres oder langſameres Erwärmen befördert oder verhindert wird. 10. Die Pflanzen ſind verſchiedener Natur; die einen fordern mehrere Feuchtigkeit, die anderen konnen Trocken⸗ heit vertragen; die einen fordern mehr, die anderen we⸗ niger Warme; die einen fordern vielen und leicht auflös⸗ lichen Humus, die andern gedeihen auch in einem minder reichen Boden; die einen kommen nur im Sand⸗, die an⸗ deren nur im Thon⸗, und wieder andere nur im Kalkboden fort. Wollen wir daher beſtimmte Pflanzen in einem be⸗ ſtimmten Boden kultiviren: ſo muß die chemiſche Mi⸗ ſchung und die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens der Natur der Pflanzen gleich angemeſſen ſeyn. 11. Nicht immer entſpricht die Miſchung unter den gegebenen Verhaͤltniſſen der Natur der vorzüglicheren land⸗ wirthſchaftlichen Gewächſe, die wir von unſerem Boden zu erhalten wünſchen, und wir ſuchen dieſen Fehler dadurch zu verbeſſern, daß wir ihm jene Beſtandtheile beimengen, die ihm mangeln.. 12. Häufiger aber iſt die Miſchung des Bodens in Rückſicht der erdigen Theile den Pflanzen angemeſſen, und es mangelt dieſen zum lebhaften Wachsthum nur eine an⸗ gemeſſene Menge von Nahrung, oder ein Mittel, die im Boden befindliche Menge von altem Humus in eine ſchnel⸗ lere Auflöſung zu bringen. 13. Oft iſt der Boden mit unnützen Pflanzen, mit Steinen, Waſſer u. ſ. w. erfüllt, die erſt weggeſchafft werden müſſen, wenn die von uns zu kultivirenden Ge⸗ waͤchſe einen gehörigen Standort finden ſollen. 30 14. Endlich wird der Boden bloß deßwegen zur Kul⸗ tur der Acker⸗Pflanzen fehlerhaft, weil ſeine Theile zu feſt aufeinander liegen, und ſeine phyſiſche Beſchaffenheit wird durch die Wendung und Lockerung ſo ſehr verändert, daß er ohne alle anderen Mittel zum trefflichſten Standorte für dieſe Pflanzen geſtaltet wird. 15. Nach den Mitteln, deren ſich der Landwirth zur Verbeſſerung ſeiner Felder bedient, zerfällt die Agrikultur in die chemiſche und mechaniſche. 16. Die chemiſche Agrikultur lehrt, wie der Boden mit pflanzennährenden Subſtanzen bereichert, und wie ſeine, für die gegebenen Verhältniſſe fehlerhafte Mi⸗ ſchung verbeſſert wird. 17. Die mechaniſche Agrikultur zeigt, wie durch verſchiedene Arbeiten der Boden gewendet, gelockert, gereiniget und in einen urbaren Zuſtand verſetzt wird. 18. Die erſtere hat zwei Untertheilungen: die Lehre der Düngung und die Lehre der Verbeſſerung des Bodens durchchemiſche Mittel. 19. Die letztere zerfällt ebenfalls in zwei Unterthei⸗ lungen: in die Beackerung und die Beurbarung⸗ §. II. I. Chemiſche Agrikultur. A. Von der Düngung. 1. Unter Dünger verſteht man im Allgemeinen je⸗ den Körper, der zur Ernährung der Pflanzen unmittelbar beiträgt. 3. ſe dien Form⸗ Parzel muß da firi erſt dur und in geworder betrachte 4 dieſelbe ſcieden 5. ſchnellſ ſammen gende ur Meterie ſch erg 6. ſüffen ſonders 9 ſches und Pfaanzen lenſtof, und Kal nur aus? Erden z häſſon iſ zur Kul⸗ ile zu feſt heit wird ert, daß 5tandorte virth zur grikultur „wie der hert, und thafte Mi⸗ eigt, wit gelockert/ ird. eLehre ſerung Unterthei⸗ rung, meinen je⸗ nmittelbar 91 3. Die Pflanzen werden nur dadurch ernährt, daß ſie die nährende Subſtanz in flüſſiger oder dampfförmiger Form aus der Erde oder der Atmöſphäre mittelſt der Wurzeln oder Blätter anſaugen. Der naͤhrende Körper muß daher im Waſſer auflöslich ſeyn, und wenn es eine für ſich im Waſſer unauflösliche Subſtanz iſt, ſo muß dieſe erſt durch die Einwirkung einer anderen Subſtanz zerſetzt und in einer neuen Miſchungsform im Waſſer auflöslich geworden ſeyn, ehe ſie als Nahrung oder als Dünger zu betrachten iſt. 3. Die todte organiſche Materie enthält alle die Be⸗ ſtandtheile, aus denen die lebende derſelben Art zuſammen⸗ geſetzt iſt. Sie iſt daher die vorzüglichſte Nahrung der Thiere und Pflanzen. 4. Die organiſchen Subſtanzen enthalten nicht alle dieſelben Urſtoffe, und ihr Miſchungsverhäͤltniß iſt ſehr ver⸗ ſchieden. 5. Jene organiſchen Subſtanzen zerſetzen ſich am ſchnellſten, die aus der größten Menge von Urſtoffen zu⸗ ſammengeſetzt ſind, und geben eine vollkommen befriedi⸗ gende und reichliche Nahrung, weil alle Beſtandtheile der Materie vorhanden ſind, aus denen der lebende Körper ſich ergänzt und neu geſtaltet. 6. Organiſche Subſtanzen, die nur aus 3 bis 4 Ur⸗ ſtoffen zuſammengeſetzt ſind, zerſetzen ſich nur ſchwer, be⸗ ſonders wenn ihr Zuſammenhang ſehr feſt iſt. Hieraus erklärt ſich die große Nahrungsfähigkeit des Flei⸗ ſches und der thieriſchen Subſtanzen überhaupt für Thiere und Pflanzen; denn ſie ſind zuſammengeſetzt aus Waſſerſtoſſ, Koh⸗ lenſtoff, Sauerſtoff, Stickſtoff, Schwefel, Phosphor, Kalk und Kali: und die geringe Nahrungsfähigkeit des Holzes, das nur aus Waſſer, Kohlen und Sauerſtoff, aus kaliſchen Körpern, und Erden zuſammengeſetzt, und überdieß noch von ſehr feſter Ko⸗ häſion iſt.. 92 7. Da wir aber auch Schwefel, Phosphor, Kalk, Laugenſalze und manche andere Salze bei der Analyſe der organiſchen Subſtanzen antreffen: ſo müſſen wir mit allem Rechte im voraus ſchließen, daß auch dieſe Körper, da ſie weſentliche Beſtandtheile der organiſchen Subſtanz ſind, als unmittelbar nährend angeſehen werden müſſen. 3. Durch die Erfahrung wird dieſe Vermuthung be⸗ ſtätiget, denn alle dieſe Körper befördern das Wachsthum der Pflanzen. 9. Ihre Wirkung als Dünger muß aber viel geringer ſeyn, wie jene der organiſchen Subſtanzen, da ſie nur einen, oder zwei Stoffe in ſich enthalten, die in die Pflan⸗ zen eingehen. Sie iſt auch deßwegen geringer, weil dieſe Stoffe nur in kleinerem Maße in den Pflanzen erforderlich ſind. 10. Die organiſchen Körper werden in zwei Haupt⸗ klaſſen abgetheilt, in Thiere und Pflanzen. 11. Die Thiere ſind im Verhältniſſe gegen die Pflanzen nur ſparſam über die Erde verbreitet, auch werden ſie größtentheils nach ihrem Tode von anderen Thieren aufge⸗ zehrt, und nur ein geringer Theil derſelben kömmt den Pflanzen als Nahrung unmittelbar zu gute. 12. Die Pflanzen bedecken die Oberfläche der Erde, und gewähren nicht ſowohl dem größten Theile der Thiere die erforderliche Nahrung, als auch ſich ſelbſt, indem das folgende Geſchlecht die Ueberreſte des erſtern aufnimmt, 13. Die pflanzennährende Materie, die man im Hu⸗ mus des Bodens antrifft, oder die man den Aeckern zuführt, beſteht daher größtentheils nur aus vegetabiliſchen, und nur aus einem kleinen Antheile animaliſcher Stoffe. 1 der pf und we für die aͤnderu müſſe, werden wohl d haupt: gleichen grißer oder ſ jene de verſchi ihter; kannt thell d teſte A werden! Alſätzen 4. b. Subſte leibt. C. Verwe d. und de iſt, ur erhalt I. organ or, Jalk, nalyſe der rmit allem per, da ſe ſtanz ſid, n. uthung be⸗ Wachothum diel geringer da ſie nur die Pflan⸗ Stoffe nur in wei Haupt⸗ die Pflanzen werden ſie ieren aufge⸗ kömmt den e der Erde, e der Thiere „indem da fnimmt, an im Hl⸗ kern zuführt, iſchen, und offe. 93 16. Welche Mittel uns zu Gebote ſtehen, die Maſſe der pflanzennährenden Materie im Boden zu vermehren, und welchen Werth dieſe verſchiedenen Subſtanzen gegenſeitig für die Ernährung der Pflanzen haben; dann welche Ver⸗ anderung die todte organiſche Materie zuvor erleiden müſſe, ehe ſie als Nahrung für die Pflanzen betrachtet werden kann, ſind die wichtigſten Unterſuchungen nicht ſo⸗ wohl dieſes Abſchnittes, als der Landwirthſchaft über⸗ haupt: denn da das Erträgniß der Felder bei uͤbrigens gleichen Umſtänden immer nur in dem Verhältniſſe größer iſt, als dieſelben reicher an natürlichem Humus, oder ſtärker gedüngt worden ſind; ſo erhellet hieraus, daß jene Lehre, welche die düngenden Subſtanzen nach ihrem verſchiedentlichen Werthe kennen lehrt, und uns mit ihrer zweckgemäßeſten Behand lung und Verwendung be⸗ kannt macht, den allergrößten Einfluß auf den Vor⸗ theil der Wirthſchaft haben müſſe, und die angeſtreng⸗ teſte Aufmerkſamkeit des Landwirthes verdiene. Wir werden demnach die Lehre der Düngung in folgenden Abſätzen vortragen. a. Von den Düngermaterialien. b. Von der Zubereitung der düngenden Subſtanzen, ehe man ſie dem Boden einver⸗ leibt. c. Von der voortheihhafteſten Art ihrer Verwendung. d. Vonihrem verhältnißmäßigen Werthe, und derverſchiedenen Menge, die erforderlich iſt, um von ihnen beſtimmte Wirkungen zu erhalten. A. Von den Dünger⸗Materialien. 1. Die düngenden Körper werden eingetheilt in organiſche und mineraliſche. — 94 2. Alles, was organiſcher Abkunft und im Waſſer auf⸗ löslich iſt, oder es in Berührung mit der Luft allmäͤhlich wird, muß als Düngermaterial betrachtet werden. Die von organiſchen Körpern herrührenden Subſtanzen dürfen nur in ſofern als Düngermaterialien betrachtet werden, als ſie noch aus einem Gemiſche mehrerer Elemente beſtehen, oder in einem ſolchen quantitativen Verhältniſſe ſich befinden, daß ihre Zerſetzung im Boden nicht gar zu unmerklich iſt. Holz⸗Kohlen und reine Steinkohlen dürfen daher, obgleich ſie organiſcher Ab⸗ kunft ſind, nicht hieher gezählt werden, weil die erſteren faſt bloß aus Kohlenſtoff beſtehen, die andern aber eine Verbindung des Kohlen⸗, Waſſer⸗, Sauer⸗ und Stickſtoffes ſind, die nur ſehr langſam durch Luft und Waſſer zerſetzt wird. Strenge ge⸗ nommen müſſen aber auch dieſe Kohlenarten als Düngermateria⸗ lien gelten, weil ſie einer endlichen Zerſetzung und Verflüchtigung dennoch fähig ſind. Da dieſe aber ſo langſam, und nur im Ver⸗ laufe einer ſehr langen Zeit erfolgt: ſo können die Pflanzen von ihnen keine genügende Nahrung ſich aneignen, und wir ſchließen ſie daher mehr in praktiſcher als wiſſenſchaftlicher Hinſicht aus der Zahl der düngenden Subſtanzen. 3. Von den min eraliſchen Subſtanzen müſſen alle jene hieher gezählt werden, die als zuſammengeſetzte Körper die Beſtandtheile der organiſchen Materie enthalten, und mit den Beſtandtheilen des Bodens unter der Mit⸗ wirkung von Waſſer, Waͤrme und Luft Verbindungen einzugehen faͤhig ſind, oder auch wohl in Waſſer aufgelöſt, geradezu in die Pflanzen aufgenommen werden. Solche Subſtanzen ſind nach unſern gegenwärtigen Kenntniſſen: der Kalk, die Laugenſalze, der Schwefel, die Verbindungen der Schwefelſäure mit Erden, Laugenſalzen und Eiſen; und die Verbindungen der Erden und Laugenſalze mit Sal⸗ peter⸗ und Kochſalzſäure. §. III. Organiſche Düngermaterialien. A. Thieriſche Körper und Auswürfe. 1. Jeder animaliſche oder vegetabiliſche Kor⸗ per, oder nähere Beſtandtheil derſelben, iſt im Stande den Pflanze materia der Lar zu den⸗ heſſeren 9 Nahrung entweder werden; wärt zu die von vor, alt von den die Veſ entgege ſolche davon großer Liichi verwen 2. einen ſo und auf D Gedäͤrme unbedeut 3. andern den, u ſind: materie 4 aus der tänke, tichen aſſer aufe allmäͤhlich 1. Subſtanzen et werden, tehen, oder . daß ihre olz⸗Kohlen nniſcher Ab⸗ rſteren faſt Verbindung , die nur Strenge ge⸗ germateria⸗ rflüchtigung nur im Ver⸗ flanzen von eir ſchließen Hinſicht aus n müſſen rengeſetzte enthalten, der Mit⸗ dindungen aufgelöſt, Solche enntniſſen: bindungen und Eiſen; e mit Sal⸗ . fe. liſche Koͤr⸗ Stande den 95 Pflanzen zur Nahrung zu dienen, und muß als Dünger⸗ material betrachtet werden. Indeſſen können in der Praxis der Landwirthſchaft nur jene thieriſchen oder Pflanzenkörper zu den Düngermaterialien gezählt werden, die keiner anderen beſſeren Verwendung faͤhig ſind. Obgleich die Körper unſerer Hausthiere die kraftigſte Nahrung für die Pflanzen ſeyn würden: ſo kann doch hievon entweder gar kein, oder ein ſehr beſchränkter Gebrauch gemacht werden; denn geſunde Thiere zu tödten, um ſie zu verſcharren, wäre zu koſtſpielig, und durch Krankheiten zu runde gegangene, die von den Menſchen nicht verſpeiſet werden, kommen zu ſelten vor, als daß es ſich verlohnte hierauf Rückſicht zu nehmen, abgeſehen von den Hinderniſſen, die dieſer Verwendung das Vorurtheil und die Beſchwerlichkeit, ſie mit der Erde in Mengung zu bringen, entgegenſetzen; denn ſie verſcharren heißt nicht immer, ſie auf eine ſolche Art dem Boden einverleiben, daß die Pflanzen Vortheil davon haben.— An den Ufern des Meeres, in den Mündungen großer Flüſſe werden manchmal Fiſche in ſo großer Anzahl mit Leichtigkeit gefangen oder aufgeleſen, daß man ſie nicht beſſer zu verwenden weiß, als ſie unterzuackern 2. Alle thieriſchen Subſtanzen haben für den Menſchen einen ſo großen Werth, daß er ſie ſorgfältig zu Rathe hält, und auf jede andere Weiſe höher benützt, als zu Duͤnger. Die Haare, Häute, das Fleiſch, Fett, die Hörner, Klauen, Gedärme, Knochen; kurz alle Theile der Thiere werden bis auf unbedeutende Abfälle benützt. 3. Nur allein die thieriſchen Auswuͤrfe haben keinen andern Werth, außer dem, zu Dünger verwendet zu wer⸗ den, und da ſie zugleich in ſehr großer Menge zu haben ſind: ſo eignen ſie ſich dadurch zum vorzüglichſten Dünger⸗ materiale. 4. Die Auswürfe der Thiere ſind ein Gemenge, das aus den Ueberbleibſeln der genoſſenen Nahrung und Ge⸗ traͤnke, und den zur Auflöſung derſelben beigemiſchten this⸗ riſchen Saͤften beſteht. 96 Um die durch das Kauen im Munde verkleinerten Speiſen im Magen und dem erſten Darme vollends aufzulöſen, daß die einſaugenden Gefäße des Gekröſes, dieſer große Wurzelſtock der Thiere, der ſich in die Gedärme mündet, ohne daß wir ſeine Mündungen ſo wenig wie jene der Pflanzenwurzeln nachzuzeigen im Stande ſind, ſie aufnehmen können, wird denſelben im Ma⸗ gen der Magenſaft, im erſten Darme der Saft der Pankreas⸗ drüſe, und die Galle beigemiſcht, welche, beſonders der erſtere, eine ausnehmend ſtarke auflöſende Kraft auf die, der Natur des Thieres angemeſſenen Speiſen ausübet. Der Truthahn löſt ganze Nüſſe im Magen auf; der Hund und Wolf Beine, u. ſ. w. Das, was aus dem Speiſebrei von den thieriſchen Wurzeln nicht angeſaugt worden, wird ausgeworfen, und beſteht aus den un⸗ auflöslichen oder auch wohl aufgelöſten, aber im Ueberfluſſe ge⸗ nommenen Nahrungstheilen mit den thieriſchen Auflöſungsſäften gemiſcht. Der Antheil von thieriſchen Stoffen in den Auswürfen der pflanzenfreſſenden Thiere iſt immer ſehr gering, wie uns die chemiſche Zerlegung dieſer Subſtanzen, ja ſelbſt das bloße Anſe⸗ hen derſelben überzeugt. Bei fleiſchfreſſenden Thieren ſind die Exkremente ganz thieriſch. Bei jenen, die wie der Menſch, Fleiſch und Pflanzen eſſen, ſind die Auswürfe in demſelben Verhältniſſe thieriſcher, als ſie mehr Fleiſch zu ſich genommen haben. Immer geht dieſer Speiſebrei ſchon in den Gedärmen in die erſten Grade der faulen Gährung über, denn er findet alle Bedingungen hiezu in dem Körper. Die Fäulniß wird um ſo mehr fortſchreiten, je mehr die Nahrung thieriſch war und je dünner die Exkremente ſind. 5. Die thieriſchen Auswürfe der pflanzenfreſſenden Thiere ſind unter ſich nach der Natur der Thiere, und dann bei denſelben Thieren nach der Natur der genomme⸗ nen Nahrung verſchieden. Sie ſind feſter oder flüſſiger, je nachdem die Thiere viel oder wenig Waſſer oder wäſſerige Nahrung zu ſich nehmen, und mehr oder weniger verdünſten. So beſteht der Auswurf des Schaf⸗ und Ziegengeſchlechtes aus trockenen Kügelchen, und der Auswurf des auf der gleichen Weide ſich ernährenden Hornviehes iſt aufgelöſt und breiartig, wahrſcheinlich deßwegen, weil das Schaf nur wenig trinkt, und viel verdünſtet, wäahrend das Horn⸗ vieh viel trinkt, und weniger verdünſtet. Es bleibt demnach im letzteren Falle mehr Waſſer den feſten Exkrementen beigemengt, als im erſteren. Daß aber der auf das ktrockene Gewicht redu⸗ zirte Auswurf der einen Thiere bei gleichem Futter mehr oder weniger thieriſche Materie in ſich enthalte gegen andere Thiere, wie Einige meinen, iſt einer vernünftigen Anſicht der Sache entgegen, und die größere Wirkſamkeit der einen gegen die an⸗ deren, als Dünger, läßt ſich viel richtiger anders erklären⸗ Di ſcilden haben, ſ N ſcen Ko Subſtang forderlic und Hör werden von der verhaltni weil ſſe Thiere ei nehmen! wie wit und Fett der Ern Säͤgſpa — zen am ſtandth quantit allen Schwe⸗ Vaſſer Suhſtan ſee in de richt vor völlig au hievon,! d Dflanzen ſammenc mengeſel die Thie demſelbe leicht au lenſtoff 1 gen, v leuchten die Pfl in ſich Nenge! wie, da gefütter wenn di geln ern ſamkeit pflanzen dürg en Speiſen öſen, daß Vurzeſſos wir ſeine achzuzeigen en im Ma⸗ Pankreas⸗ der erſtere, Natur des thahn löſt ne, u. ſ. w. rrzeln nicht s den un⸗ erfluße ge⸗ ſungsſäften Auswürfen wie uns die bloße Anſe⸗ ren ſind die enſch, Fleiſch Verhältniſſe ben. Immer erſten Grade gungen hiezu kſchreiten, je Erkremente nfreſſenden hiere, und genomme⸗ Thiere viel nehmen, und Auswurf des en, und der in Hornviehes en, weil das end das Horn⸗ öt demnach im en beigemengt, Gewicht redu⸗ ter mehr oder andere Thiere, jcht der Sache gegen die all⸗ erklaren · 97 Die Auswürfe derſelben Thierart müſſen aber chemiſch ver⸗ ſchieden ſeyn, und als Düngermateriale einen abweichenden Werth haben, je nachdem dieſelben Thiere verſchiedentlich ernährt werden. Nährend ſind zwar alle näheren Beſtandtheile der organi⸗ ſchen Körper, nur ſind ſie es nicht im gleichen Grade. Thieriſche Subſtanzen enthalten alle zur Bildung eines neuen Körpers er⸗ forderlichen Beſtandtheile in ſich, und da ſie bis auf die Knochen und Hörner nur einen ſehr geringen Zuſammenhang haben; ſo werden ſie in den Körpern jener Thiere, denen dieſe Nahrung von der Natur angewieſen iſt, ſehr leicht verdauet, und eine verhaltnißmäßig geringe Quantität hievon nährt ſie hinlänglich, weil ſie faſt ganz aufgeſaugt werden kann, während dieſelben Thiere ein viel größeres Volumen an Pflanzennahrung zu ſich nehmen müſſen, um die gleiche Sättigung und Kraft zu erlangen, wie wir bei der Ernährung der arbeitenden Menſchen mit Fleiſch und Fett gegen Mehl und Zugemüſe erfahren, und wie wir bei der Ernährung der Pflanzen mit Kloakendünger gegen abgefaulte Sägſpäne oder Gärberlohe bemerken⸗ Nach den thieriſchen Subſtanzen ſind die Körner der Pflan⸗ zen am meiſten nährend. Sie enthalten faſt alle dieſelben Be⸗ ſtandtheile wie die thieriſchen Subſtanzen, nur in einem anderen quantitativen Verhältniſſe, indem naͤmlich jene Stoffe, welche allen thieriſchen Körpern eigen ſind: Stickſtoff, Phosphor, Schwefel in einem viel kleineren Verhältniſſe gegen den Kohlen⸗, Waſſer⸗ und Sauerſtoff vorhanden ſind, wie in den thieriſchen Subſtanzen. Da ihr Gefüge immer ziemlich feſt iſt, ſo werden ſie in dem Magen und den Gedärmen der Thiere, wenn man ſie nicht vorher durch Kunſt zerkleinert, oder aufweicht, nicht immer völlig aufgelöſt, und die Thiere brauchen ein größeres Gewicht hievon, um ſich zu ernähren, wie von thieriſchen Subſtanzen. Die Blätter, Stängel, Fruchtgehäuſe und Wurzeln der Pflanzen ſind immer aus einer kleineren Anzahl von Urſtoffen zu⸗ ſammengeſetzt, und um ſo minder nährend, je weniger ſie zuſam⸗ mengeſetzt ſind, und je feſter ihr Zuſammenhang iſt. Wenn die Thiere hievon gehörig ſollen ernährt werden; ſo müſſen ſie in demſelben Verhältniſſe mehr davon zu ſich nehmen, als ſie weniger leicht auflöslich ſind, und außer dem Waſſer, Sauer⸗ und Koh⸗ lenſtoff weniger von den übrigen Stoffen in ſich enthalten. Da die Ernährung der Pflanzen von denſelben Bedingun⸗ gen, wie die Ernährung der Thiere abhängt, ſo wird es ein⸗ leuchtend, daß die thieriſchen Auswürfe ſich um ſo nährender für die Pflanzen erweiſen werden, je mehr ſie thieriſche Beſtandtheils in ſich haben, und daß man mit einer verhältnißmäßig kleinen Menge derſelben ſehr auſſallende Wirkungen hervorbringen wird, ſo wie, daß die Auswürfe jener Thiere, die reichlich mit Körnern gefüttert werden, als Dünger ungleich wirkſamer ſeyn müſſen, als wenn dieſelben Thiere nur mit Pflanzenblättern oder dürren Stän⸗ geln ernährt worden ſind. Beweis hiefür iſt die ungemeine Wirk⸗ famkeit der menſchlichen Auswürfe, und die Vergleichung der pflanzennährenden Eigenſchaft der Auswürfe der Frachtpferde, Vurgers Lehrb. d. Landw. 1. Bd⸗ 7 98 die faſt ganz mit Körnern, gegen jene, die bloß mit ſchlechtem Heu und Strohe ernährt werden. Die erſteren dampfen einen ſtark ammoniakaliſchen Geruch aus, die zweiten riechen kaum; die erſteren gehen im Haufen, oder auf der Miſtſtätte ſchnell in Fäul⸗ niß über, und erwärmen ſich ſehr heftig; die zweiten thun dieß in einem gar viel minderen Grade, und wenn die erſteren auf den Acker gebracht werden, ſo äußern ſie eine auffallend große Wirkung, die nur von den menſchlichen Auswürfen übertrofſen wird. 6. Die Auswürfe des Hornviehes machen in den meiſten Wirthſchaften den größten Beſtandtheil des Dün⸗ gers aus; der Menge nach folgen hierauf die Auswürfe der Schafe, der Pferde, der Schweine, der Men⸗ ſchen und endlich jene des Geflügels. a. Auswürfe des Hornviehes. 1. Die Auswürfe des Hornviehes ſind immer brei⸗ artig, mit vielem Waſſer erfüllt, und deßwegen vor allen geſchickt, mit einer großen Menge von Streu ſich zu mi⸗ ſchen, wodurch ihre eigene Zerſetzung aufgehalten, jene der Streu aber befördert wird. Noch der Analyſe der Exkremente des Hornviehes von den Herren Thaer und Einhof(Hermbſt. Archiv II. Heft) ſind dieſelben ſpeziſiſch ſcherer wie Waſſer;= 104,5, und beſtehen aus 71% Waſſer, und 28 ½⅛ feſter Subſtanz. 3840 Gran fri⸗ ſcher Exkremente waren zuſammengeſetzt aus G wahrſcheinlich zufälligem Sande.. 45 Gr.= 0,011 Pflanzenfaſern...,. 600—= 0, 156 im Waſſer auflöslicher thieriſcher Materie. 90—= o,023 4 unauflöslicher, wahrſcheinlich ve⸗ getabiliſcher Materie.. 360—= 0,093 Waſſer..... 2745—= o,714 2. Die Auswuͤrfe des Hornviehes, ſowohl die feſten als flüſſigen, dünſten ſelbſt bei den Maſtthieren keinen ammoniakaliſchen Geruch aus, und gehen für ſich allein den Bedingungen der Gahrung überlaſſen, nicht ſehr raſch in Fäulniß über, weßwegen nur eine geringe Erwärmung hiebei bemerkt wird. 4 2,„ vnt! fen eult Gährut peil ſie 3 Stroh getinge oder ga mit Ge halten 1 wirſſe den würf vähr 2 5 wirkſar einzig! zerſetz den, diitten Thieri wird. lend große dertloſſen n in den es Dün⸗ luswurfe er Men⸗ mmer brei⸗ vor allen h zu mi⸗ en, jene 3 von den Heft) ſind d beſtehen die feſten ren keinen ſich allein ſehr raſch rwaͤrmung Die größere Menge von Waſſer, die in dieſen fen enthalten iſt, iſt die Urſache, daß die durch die anfange † 7 4 Gährung entſtehende Hitze größtentheils dadurch unmerklich wird, weil ſie zur Verdünſtung des Waſſers verwendet wird. 3. Wenn das Hornvieh im Winter größtentheils mit Stroh genahrt wird; ſo iſt ihr Dünger auch von ungleich geringerem Werthe, als wenn dieſelben Thiere mit Heu, oder gar mit Körnern gefüttert werden. Die Auswuͤrfe der mit Getreide gefütterten Maſtochſen ſind mehr zuſammen⸗ haltend, und am Acker von der größten Wirkſamkeit. 4. Der Hornviehdünger erzeigt ſich am Acker minder wirkſam, wie jeder andere Dünger, der im Sommer von den Schweinen gewonnene ausgenommen; weil die Aus⸗ würfe dieſer Thiere faſt immer mit Stren überladen ſind, während im Pferdemiſt weniger hievon, und im Schafmiſte haͤufig gar keine Streu enthalten iſt. 5. Daß ſich der Hornviehdünger durch längere Jahre wirkſam erweiſt, wie der Pferd⸗ und Schafdünger, muß einzig nur den beigemengten, minder leicht auflöslichen und zerſetzbaren vegetabiliſchen Subſtanzen zugeſchrieben wer⸗ den, die erſt allgemach verfaulen, und im zweiten und dritten Jahre den Pflanzen Nahrung geben, während das Thieriſche im Dünger faſt immer im erſten Jahre verzehrt wird. b. Auswürfe der Schafe. 1. Die Auswürfe der Schafe und der Ziegen beſtehen aus runden, kleinen, zimlich trockenen Kugeln, und ſehr wenigem Urin. 2. Der Schafmiſt geht in keine mit großer Erwär⸗ mung verbundene Gährung über, denn es fehlen ihm ſowohl die Pflanzentheile, die unter den Bedingungen der Gaäͤh⸗ * 100. rung ſich erwarmen, als auch die nöthige Feuchtigkeit und ſen — in Lockerheit. Erkren Gewöhnlich wird der Schafdünger unmittelbar aus den Adn. Ställen auf die Aecker geführt, was in jenen Fällen, wo nur Qiuln ſehr wenig eingeſtreuet wird, wohl auch das Zweckmäßigſte iſt. und 1 Im Stalle kann aber kein Dünger ſich erwärmen weil ihm die I allet 4 Bedingungen mangeln, die zur raſchen Fäulniß erforderlich ſind, jſlan bei welcher nur allein eine ſtarke Erwärmung der faulenden Maſſe her wahrnehmbar wird. Bringt man aber den Schafmiſt aus den 6 Ställen früher auf Haufen; ſo wird ſich da die Maſſe allerdings n b erwärmen, aber geringer noch wie die des Hornviehdüngers. dantich 6. r. 7 3 3. Die Auswürfe dieſer Thiere laſſen ſich nur ſehr. ſchwer und unvollkommen mit Streu miſchen, und weil häufig gar keine, in jedem Falle aber nur eine geringe Menge von beigemengten gröberen Pflanzentheilen ſich im Pfe Schafmiſte vorfindet, und derſelbe bloß aus den fein zer⸗ aus theilten Ueberreſten der genoſſenen Pflanzen mit den zur hahe V Auflöſung derſelben beſtimmten thieriſchen Säften beſtehet; V halte ſo zeigt er am Acker eine ſehr große Wirkſamkeit, und wird anter daher mit Recht von allen in der Wirthſchaft ſelbſt her⸗ V durch vorgebrachen Düngergattungen als der vorzüglichſte be⸗ V ichen trachtet. 4. Die Wirkung des Schafmiſtes als Pflanzennah⸗ V eu rung iſt groß, aber ſehr vorübergehend; denn die thieri⸗ V ſchen, und der größte Theil der vegetabiliſchen Beſtand⸗ theile deſſelben iſt in einem auflöslichen Zuſtande, und kann von den Pflanzenwurzeln ſogleich angeſaugt werden, und V b der geringe Reſt zerſetzt ſich entweder noch im Verlaufe deſſelben Jahres, oder iſt ſo geringe, daß er einer zwei⸗ ten Saat kaum mehr hinlängliche Kraft zu geben vermö⸗ aue gend iſt. V Wenn man vom gewöhnlichen Stalldünger, der aus den Abfällen des Hornviehes mit vieler Streu zuſammengeſetzt iſt, bemerkt, daß 30 Fuder, jedes zu 1200 Pfund einem Joche Acker ſo viele Kraft geben, daß er bei günſtigen übrigen Verhältniſſen 24 Metzen Weitzen hervorbringt: ſo werden dieſelbe Wirkung Nei 10 Fuder Schafmiſt à 1200 Pf., oder der dritte Theil der er⸗ unr igkeit und ar aus den n, wo nur näßigſte iſt il ihm die derlich ſind, enden Naſſ i*ſt aus den e allerdings düngers. nur ſehr und weil ne geringe enn ſich im fein zer⸗ t den zur beſtehet; und wird lbſt her⸗ chſte be⸗ nzennah⸗ die thieri⸗ Beſtand⸗ und kann rden, und Verlaufe einer zwei⸗ gen vermö⸗ der aus den engeſett iſt, Joche Aker gerhältniſſen be Wirkung heil der ei⸗ 2 101 ſteren! Menge leiſten: allein es ſind bei näherer Unterſuchung in dieſen 10 Fudern eben ſo viel, vielleicht noch mehr thieriſche Exkremente, auf ihr trockenes Gewicht reduzirt, vorhanden, als in den erſtern 3o Fudern, wenn wir nämlich vom ausgeführten Stallmiſte die beigemengten noch unauflöslichen Vegetabilien, und das Waſſer abſchlagen. Es iſt daher ganz überflüſſig, ja aller Analogie entgegen, anzunehmen, daß im Schafmiſte mehr pflanzennährende Materie vorhanden ſey, wie im Dünger des Hornviehes, oder der Pferde. Wenn wir nur auf das trockene Gewicht der Abfälle allein Rückſicht nehmen; ſo zeigt ſich zwi⸗ ſchen denſelben kein anderer Unterſchied, als der aus der verſchie⸗ dentlichen Nahrung der Thiere hervorgehet. c. Von den Auswürfen des Pferdegeſchlech⸗ tes: Pferde, Eſel und Maulthiere. 1. Die Auswürfe des Pferdegeſchlechtes: Pferde, Eſel und Maulthiere, beſtehen ebenfalls aus Kugeln, die aber einen minder feſten Zuſammenhang haben, wie jene der Schafe, mehr Feuchtigkeit in ſich ent⸗ halten, und ſpezifiſch leichter ſind. Der Harn dieſer Thiere unterſcheidet ſich aber von jenem der übrigen Thiere ſowohl durch ſeine trübe, röthliche Farbe, als ſeinen eigenthüm⸗ lichen Geruch. Der Harn der Thiere enthält von 0,03 bis 0,06 feſter Subſtanzen, die nach Verſchiedenheit der Thiere aus mancherlei Salzen nebſt Harnſtoff zuſammengeſetzt ſind. Der Kuhharn enthält(nach Brande) Salzſaures Kali und Ammonium. 0,015 Schwefelſaures Kali.... 0,006 Kohlenſaures—..... 0,004 Harnſtoff.. 4... 0,004 Phosphorſaure Kalkerde.... 0,003 0,052 Der Pferdeharn beſteht(nach Foureroy und Vau⸗ quelin) aus: Benzoeſaurem Natrum... 0,024 Kohlenſaurem—.. 0,009 Salzſaurem Kali..... 0,009 Harnſtoff... 0,007 Kohlenſaurer Kalkerde. 0,011 2 2 *„. 0,060 Nebſt dieſen war noch eine unbeſtimmte Menge von Schleim vorhanden. — Es ſcheint, daß der eigenthümliche Geruch des Pferdeharns dem Benzoeſauren Natrum zugeſchrieben werden muſſe, weiches die ſch dem Kuhharne, ſo wie jenem des Menſchen völlig mangelt. werden von d 2. Die Auswürfe der Pferde laſſen ſich ihres mehre⸗ b mcht und H ren Zuſammenhanges wegen nicht ſo leicht mit Streu miſchen, wie die Auswürfe des Hornviehes. In einer gegebenen Menge Stallmiſt von Pferden iſt daher halten immer eine ungleich größere Quantität von thieriſchen feſten und wie di flüſſigen Auswurfen enthalten, wie in einer gleichen Menge Stall⸗ miſt vom Hornvieh. 8 auf de 3. Wird der Pferdemiſt, d. h. ein Gemenge von Aus⸗ wuͤrfen der Pferde, mit einer mäßigen Menge von Streu den Bedingungen der Gährung ausgeſetzt; ſo geht dieſe ſehr raſch und mit der Entwicklung ſehr vieler Wärme vor Hen ſich. 6 ſich ſehr Warum ſich der Pferdemiſt mehr, wie der des Hornviehes und der Schafe erhitzt, rührt von ſeiner Lockerheit, ſeiner an⸗ dlte paſſenden Feuchtigkeit, und der angemeſſenen Menge von Stroh in it her, die ihm beigemengt iſt, und die ſich eigentlich am meiſten zn erwärmt, während ſie ſich zerſetzt. Legt man die Auswürfe der Rah Pferde zuſammen, ohne ihnen Stroh beizumengen; ſo iſt ihre kran Erwärmung ungleich geringer; und wenn der beſte friſche Pfer⸗ Srahe demiſt ſtark zuſammengedrückt wird; ſo erhitzt ſich die Maſſe nicht, vaube und geht nur gar langſam in Faulni ß über. Purze 4. Der Pferdemiſt erzeugt ſich zur Ernährung der Pflanzen ſehr wirkſam.— ſeht! 4. Streuloſer Schafmiſt iſt der wirkſamſte von allen; dieſem Acer folgt der Pferdemiſt, weil in demſelben nur wenig Streu ent⸗. halten iſt, und der größte Beſtandtheil in thieriſchen Auswürfen rannt beſteht. Da dieſe Auswürfe ſelbſt loſer zuſammenhangen, und et⸗ Dfie was mehr Feuchtigkeit haben, wie jene der Schafe, ſo gehen die ſerins darin enthaltenen Ueberreſte der Vegetabilien ſehr ſchleunig in der i Faulniß über, und liefern viele und kräftige Nahrung.. b Stal ⸗=lal ſie bis 5. Der Pferdemiſt iſt um ſo wirkſamer beim Ackerbaue, je mehr er von Pferden herrührt, die ſtark mit Körnern ge⸗ nährt werden. euch des Pferdeharn rden muße, weichs ollig mangelt. ſich ihres nehte leicht mit Etn iehes. on Pferden iſt dht hieriſchen feſten und eichen Menge Snl⸗ Bemenge von Ai⸗ Menge von Etra st; ſo geht diſe vieler Waͤrme dir der des Hornhiehes kerheit, ſeiner au⸗ Menge von Stuch ghentlich am meiſen die Auswürfe de engen; ſo iſt ihre beſte ftiſche Hfer⸗ ſich die Maſe nict, Ernäͤhrung der von alln; dieſem penig Streu ent⸗ eiſchen Auswürfen enhangen, und k⸗ afe, ſo gehen die ſehr ſchleunig in ahrung. Heim Ackerbaue, nit Körnern ge⸗ 103 Der Pferdemiſt aus den Ställen der Wirthshäuſer, wo die ſchweren Frachtpferde faſt ausſchließlich mit Körnern genährt werden, iſt der kräftigſte von allen, dieſem folgt der Dünger von den Kutſch⸗ und Reitpferden. Wirthſchaftspferde erhalten nicht überall und allemahl Körner, und werden mehr mit Klee, und Heu und Wurzelwerk genährt. 6. Die Wirkſamkeit des Pferdedüngers iſt länger an⸗ haltend, wie jene des Schafmiſtes, aber kürzer dauernd, wie die des Hornviehdüngers. Der Unterſchied beruhet, wie wir bereits erklärt haben, auf der Quantität und Qualität der beigemengten Streu. d. Von den Auswürßen der Schweine. 1. Die Auswürfe der Schweine ſind, wie beim Hornviehe, aufgelöſt und breiartig, und mit vielem und ſehr wäſſerigem Harne gemengt. Das Schwein iſt ein Sumpfthier, und nimmt als ein ſolches nur wäſſerige, oder mit vielem Waſſer gemiſchte Nahrung zu ſich. In den Ställen wird es ebenfalls nur mit wäſſeriger Nahrung gefüttert: im Sommer mit grünen Blättern von Klee, Kraut, Ruben u. ſ. w. mit Spülich von Branntweinbrennereien, Bräuereien, oder der Küche: im Winter entweder bloß mit Spülich, oder verdünnten Abkochungen von Hinterkorn, mit Wurzeln u. ſ. w. 2. Der Schweinmiſt aus den Ställen zerſetzt ſich nur ſehr langſam, und äußert daher geringere Wirkungen am Acker, wir die vorhergehenden Düngerarten. Warum der Schweinmiſt ein kalter, traͤger Dünger ge⸗ nannt werde, oder mit andern Worten, das Wachsthum der Pflanzen nicht ſehr auffallend befördere, liegt theils in der Wäſ⸗ ſerigkeit des Kothes; im vielen, und ſubſtanzleeren Harne; in der übergroßen Menge von Streu, welche dieſe Thiere in den Ställen nöthig haben, und in der gehaltloſen Nahrung, welche ſte bis zur Zeit der Maſtung erhalten. 3. Zur Zeit der Maſtung iſt der Koth der Schweine dicker, und da er um dieſe Zeit bloß aus den Ueber⸗ reſten von gehaltvoller Nahrung beſteht, ſo muß er auch 1⁰4 um vieles wirkſamer zur Ernaͤhrung der Pflanzen ſich erweiſen. e. Von den Auswürfen der Menſchen. 1. Die menſchlichen Exkremente ſind für den Betrieb unſers Ackerbaues im Allgemeinen von geringer Bedeutung, weil die Menge deſſen, was in jedem Haus⸗ halte geſammelt wird, zu unerheblich und kleinfügig iſt, als daß ſie verdiente beim Ackerbau in Anſchlag gebracht zu werden. Die menſchlichen Exkremente fangen in jedem Lande erſt dann an, beſonders gewürdiget zu werden, wenn durch die übermäßige Bevölkerung ſich der Ackerbau mehr in Gartenkultur verwandelt, und die Anzahl der Thiere in einem geringeren Verhältniß vor⸗ handen iſt, wie z. B. in den Niederlan den und in Ita⸗ lien. Der Menſch verdünſtet, nach den Beobachtungen des Sanctorius mehr als den dritten Theil deſſen, was er an Speiſe und Trank zu ſich nimmt. Nach dieſem Beobachter ent⸗ leerte ein Menſch, der 6 Pfund Speiſe und Getränke zu ſich nahm, in 24 Stunden nur 10 Loth feſte, und 3 Pfund flüſſige Exkremente, was zuſamen in 365 Tagen 1219 Pfund beträgt. Der menſchliche Harn enthält aber nach Berzelius: Harnſtoſſ.-...—. 0,030 Salzſaures Ammonium, freie Milchſäure, milchſaures Ammonium, und khieriſche Subſtanz...... 0,017 Blaſenſteinſäure.... 0,001 0,048 3 Pfund Urin enthalten alſo o, 144 Pfund feſte Subſtanz; und da im Kothe auch noch 0,733 Waſſer, und nur 0,267 feſten Sub⸗ ſtanz enthalten ſind: von 10 Loth nur 2 ⅞ Loth übrig blieben= 0,067 Pfund; ſo geben dieſe mit den erſteren nur 0,211 Pfund des Tags, und im Verlaufe des Jahres= 77 Pfund feſte waſſerloſe düngende Subſtanz; wobei aber vorausgeſetzt iſt, daß nichts verloren ginge. Da dieß aber nicht möglich iſt, und man zum allermindeſten ¼ dieſer Maſſe als Verluſt in Anſchlag brin⸗ gen muß; ſo bleiben nur mehr 51,4 Pfund übrig. Wollte man dieſe äußerſt kräftige Subſtanz mit vielem Waſſer verdünnt über die wachſenden Pflanzen ausgießen, wie dieß in Toskana ge⸗ ſchieht, oder ſie mit Mergel gemiſcht, über die Pflanzen aus⸗ ſtreuen, wie in China, oder ſie im trockenen, und gepülverken Zuſtande anwenden, wie in den Gärten von Paris geſchieht, ſo würde man mehr damit ausrichten; ſo aber, wie wir dieſe Subſtan beſchräͤnd wenn ſi verdient ſoll: ſo wenn me Menge Fleſſch; in einen faſt gar dann d großter dere t zu ho Einko vorüh . größer oder je in dieſe im Bo auch vo dem di Materi in luf mente, gegebe füügen weil wenn Unter verter desſel viellei bliebe Anthei wird verzeh Dſlarzen ſch ſchen. ſiid fir den on geringer dem Haus⸗ infügig iſ gebracht zu ande erſt dann e übermäßige rverwandelt, erhäͤltniß vor⸗ und in Ita⸗ achtungen des i, was er an eobachker ent⸗ änke zu ſich fund füſſige und betraͤgt. 3: 0,030 0,017 0,001 -— 0,006 ubſtanz; und Jfeſten Sub⸗ ig blieben= 0,111 Pfund Pfund feſte ſſett iſ, daß iſt, und man lnſchlag brin⸗ Wollte man erdnnt über zkana ge⸗ flanzen aus⸗ gepülverten is geſchieht, ie wir dieſe 105 Subſtanz in Anwendung bringen, wenn es ja irgendwo geſchieht, beſchränkt ſich ihre Wirkſamkeit auf einen zu kleinen Raum, und wenn ſie auch alle Aufmerkſamkeit von Seite des Landwirthes verdient, und in jedem Haushalte ſorgfältig geſammelt werden ſoll: ſo wird ſie für den Ackerbau doch nur erſt dann wichtig, wenn man in der Lage iſt, ſich dieſelbe aus Städten in größerer Menge zu verſchaffen. 2.. Von allen thieriſchen Auswürfen ſind ſie für die Ernährung der Pflanzen die wirkſamſten. Es leben die Menſchen größtentheils von Körnern und Fleiſch; ihre Auswürfe müſſen daher am meiſten animaliſch und in einem ſolchen Zuſtande von Auflöslichkeit ſeyn, daß ſie ſogleich faſt ganz zu Nahrung verwendet zu werden fähig ſind. Man kann dieſen Dünger deßwegen nur für ſolche Pflanzen mit dem größten Vortheile verwenden, die dicke Stängel, oder nie⸗ dere breite Blätter treiben. Alles Halmgetreide wächſt davon zu hoch und zu mürbe auf und lagert ſich ſicher allemal vor dem Einkörnen. 3. Die Wirkſamkeit dieſes Düngers iſt eben ſo ſchnell vorübergehend, wie ſie groß iſt. Die Wirkſamkeit eines jeden Düngermaterials iſt um ſo größer, je auflöslicher dieſelbe an und für ſich im Waſſer iſt, oder je ſchneller ſie durch die faule Gährung, oder die Oxydazion in dieſen Zuſtand gelangt. So wie aber die organiſche Materie im Boden ſich in einem auflöslichen Zuſtande befindet, wird ſie auch von den Pflanzen angeſaugt, und nebſtbei verflüchtiget, in⸗ dem durch den anhaltenden Gährungsprozeß ſich die organiſche Materie beſtändig beſtrebt ihren Zuſammenhang aufzulöſen und in luftförmige Körper überzugehen. Die menſchlichen Exkre⸗ mente, als die auflöslichſten von allen, müſſen daher in einer gegebenen Zeit das Wachsthum der Pflanzen am meiſten begün⸗ ſtigen, aber auch am ſchnellſten aus dem Boden verſchwinden, weil ihre gänzliche Zerſetzung am leichteſten erfolgt.— Nur wenn dieſe Subſtanz in größerer Maſſe dem Boden durch das Unterpflügen einverleibt und nicht bloß in flüſſiger, oder gepül⸗ verter Form über die wachſenden Pflanzen auf die Oberfläche desſelben gebreitet worden wäre, würde ihre Zerſetzung zwei, vielleicht drei Jahre erfordern, weil ein Theil davon vergraben bliebe; die wäſſerige Auflöſung derſelben, oder ihr geringer Antheil in anderen düngenden mit ihr gemiſchten Subſtanzen wird aber gewöhnlich im Verlaufe eines Sommers im Boden verzehrt. 106 f. Von den Auswürfen des Geflügels. 1. Das Geflügel lebt größtentheils von Inſekten und Körnern, zum Theil auch von grünen Pflauzen. Ihre Auswürfe ſind daher leicht zerſetzbar, und befördern den Wachsthum der Pflanzen auf eine ſehr kräftige Weiſe; nur ſind ſie in der Wirthſchaft von noch geringerer Bedeutung, wie jene der Menſchen. „Jede Wirthſchaft hält zwar eine angemeſſene Menge von Hühnern, Tauben, Gänſen u. ſ. w. Da dieſe Thiere aber unter Tags immer frei im Hofraume, und auf Weiden herum⸗ gehen, denn durch die Stallfütterung würden ſie zu koſtſpielig, und da man nur eine ſehr beſchränkte Anzahl dieſer Thiere vor⸗ theilhaft findet: ſo wird man in jeder Wirthſchaft kaum mehr Dünger von ihnen gewinnen, als die Samenbeete für Kopfkraut, Krautrüben, Tabak u. ſ. w. erheiſchen, B. Vegetabiliſche Körper. 1. Alle Pflanzen und näheren Beſtand⸗ theile derſelben können zu Dünger verwendet werden. 2. Bei der geringen Menge thieriſcher Materien, die zu Dünger mit Vortheil verwendet werden können, und dem großen Bedarfe deſſelben, müſſen die Pflanzen den größten Theil des Dünger⸗Materials liefern. 3. Mit Vortheil werden aber nur jene Pflanzen, oder Theile derſelben zu Dünger verwendet, die keiner andern mehr Vortheil oder Nutzen bringenden Verwendung fähig ſind. Hieher gehören nicht ſowohl alle todten Pflan⸗ zentheile, als auch die lebenden Pflanzen ſelbſt. 4. Die verſchiedenen Pflanzen und Pflanzentheile ha⸗ ben nach der Verſchiedenheit ihrer Natur, und nach dem verſchiedenen Zuſtande ihre Ausbildung eine verſchiedene Miſchung und mannigfaltig abweichende Kohaͤſion. Die einen Pflanzen enthalten während ihrer Vegetazion mehr 6 Pappeln Grosarto faulende Die and Nadeln ſind, u leichter rung, Acker „ dem 2 in der günſtg Pflan, ſich von Porber gels. ſekten und gjen. Ihre ordern den Leiſe; nur edeutung, denge von hiere aber den herum⸗ koſtſpielig, Thiere vor⸗ kaum mehr Kopfkraut, Beſtand⸗ herden. Materien, nen, und anzen den nzen, oder ner andern dung fähig n Pflan⸗ en ſelbſt. utheile ha⸗ nach dem erſchiedene n. Vegetazion ‿ 107 mehr Schleim, wie die Stängel und Blätter des Eibiſch, der Pappeln u. ſ. w., die andern mehr Zucker, wie die meiſten Grasarton, insbeſondere der Mais; die einen haben leicht ver⸗ faulende Blätter und Stängel, wie Rocken, Weitzen u. ſ. w. Die anderen widerſtehen ihrer Zerſetzung ſehr hartnäckig, wie die Nadeln der Fichten, Föhren, das Heidekraut, u. ſ. w. 5. Je einfacher die Pflanzentheile ſind, und um ſo feſter ihr Zuſammenhang iſt, je weniger ſind ſie geneigt ſich zu zerſetzen, und um ſo längere Zeit erfordern ſie hiezu. 6. Je zuſammengeſetzter die vegetabiliſchen Körper ſind, und je loſer ihr phyſiſcher Zuſammenhang iſt, je leichter zerſetzen ſie ſich unter den Bedingungen der Gah⸗ rung, je mehr und je ausgiebigere Nahrung liefern ſie dem Acker zur Ernährung der Pflanzen. 7. Die erſteren müſſen norhwendig fruher, ehe ſie dem Acker einverleibt werden, in eine Lage verſetzt werden, in der ſie alle Bedingungen ſinden, die ihre Zerſetzung be⸗ günſtigen, wenn ſie in den Acker gebracht ſogleich als Pflanzennahrung brauchbar ſeyn ſollen; die letztern zerſetzen ſich von ſelbſt ſchnell genug im Boden, und bedürfen keiner Vorbereitung. 8. Solche vegetabiliſche, oder von Vegetabilien her⸗ rührende Körper, die zur Düngung verwendet werden, ſind: Stroh, Laub, Schilf, Heidekraut, Hei⸗ deboden, Farrenkraut, Torf, Gärberlohe, Modererde, Teichſchlamm, Tang, Oehlkuchen, Malzſtaub und Ruß. q. Außer dieſen abgeſtorbenen, trockenen, und zum Theil zerſetzten Pflanzen und Pflanzentheilen werden aber auch oft grünende Pflanzen zur Düngung verwendet. 10. Beſteht die düngende Materie bloß aus todten Pflanzentheilen: ſo nennt man ſie einen vegetabili⸗ 108 ſchen Duͤnger; iſtt ſie aus Pflanzentheilen und thieri⸗ ſchen Auswürfen gemengt, ſo heißt ſie Stallmiſt, Stalldünger; und hat man grünende Pflanzen hiezu verwendet, ſo erhält ſie den Nahmen: grüne Düngung. 4 11. Die ſo eben benannten vegetabiliſchen Körper wollen wir nun etwas näher beſchreiben, und unter⸗ ſuchen, in wiefern ſie geeignet ſind den Pflanzen zur Nahrung zu dienen, und welche Wirkungen wir uns von denſelben verſprechen dürfen, wenn wir ſie zur Bedün⸗ gung der Felder verwenden. a. Stroh. 1. Das Stroh der Getreidearten, deren Körner die vorzüglichſte Nahrung der Menſchen ſind, wird al⸗ lenthalben in großer Menge erzeugt, und größtentheils zur Vermehrung des Stalldüngers verwendet, weil es einer vortheilhafteren Benützung nicht fähig iſt. In den Gebirgsländern, wo Viehzucht die Hauptabſicht des Betriebes der Landwirthſchaft iſt, ſo wie in mageren, ſan⸗ digen Ebenen, wo es nicht Wieſen gibt, und die Futterpflanzen⸗ Kultur vernachläßiget wird, auch wohl mehr gefährdet und min⸗ der einträglich iſt, dient das Stroh ganz und gar zu Futter, und kein Halm davon wird dem Viehe untergeſtreuet; in dieſem Falle beſteht die Streu aus Laub von Blätter⸗ und Nadelbäu⸗ men, Heidekraut, u ſ. w. Von dem Werthe des Strohes als Futter werden wir ſpäter bei der Viehzucht reden. 2. Im Strohe ſind noch Schleim und Zucker als Beſtandtheile vorhanden, und weil der Zuſammenhang der Holzfaſer nur gering iſt: ſo geht es unter den er⸗ forderlichen Bedingungen ſchnell in Gahrung über. Viel trägt hiezu die hohle oder mit Mark erfüllte zylin⸗ driſche Form des Strohes bei, welche die zur Gährung nöthige Feuchtigkeit mehr zurückhält, und der Luft mehr Zutritt in das Innere der Maſſe geſtattet. Stäͤngel wie der noch meh wird dah Pfenniche Wicken, geſchitten 1. die er Mater 2 und ſe Dünge chung, men ve 3. Sttoh zar he dg; wieder nebſt und G daß ſi wirkſar der Er Mater me, a werden ſamme beraul und thieri⸗ tallmiſ, Pflanzen : grüne en Körper nd unter⸗ anzen zur r uns von ur Bedün⸗ ren Körner , wird al⸗ ößtentheils „ weil es Hauptabſicht geren, ſan⸗ terpflanzen⸗ et und min⸗ zu Futter, ; in dieſem d Nadelbäu⸗ Strohes als Zucker als ammenhang ter den er⸗ über. rfüllte zylin⸗ rung nöthige tritt in das 109 3. Je mehr ſich das Stroh irgend einer Getreideart nährend für die Thiere erweiſet, je mehr wird es auch am Acker das Wachsthum der Pflanzen befördern. Nicht alle Getreidegattungen haben einen vollkommen kodten Stängel und verdorrte Blätter, wenn ihre Körner reif ſind, wie der Weitzen, Rocken, die Gerſte und der Haber; einige ſind noch mehr oder weniger ſaftig, und das Stroh ſolcher Pflanzen wird daher dem Heu nur wenig nachgeſetzt, wie z. B. des Pfennichs, der Hirſe, des Mais. Hieher muſſen auch Linſen. Wicken, und Erbſen gezählt werden, denn ſie werden früher geſchnitten, ehe die ganze Pflanze todt geworden iſt. b. Laub. 1. Das Laub der Bäume iſt nächſt dem Strohe die ergiebigſte Quelle, die Aecker mit pflanzennährender Materie zu bereichern. 2. Es iſt in Hinſicht der Form, des Geſchmackes und ſeiner Beſtandtheile unter ſich ſehr verſchieden; als Dünger⸗Materiale aber zeigt es keine merkliche Abwei⸗ chung, ob man das Laub von Nadel⸗oder Blaͤtterbaͤu⸗ men verwendet. 3. Es zerſetzet ſich nicht ſo geſchwind, wie das Stroh, und es iſt eine größere Menge ſolchen Düngers zur Hervorbringung einer beſtimmten Erzeugniß nothwen⸗ dig; dafür aber hält er länger an, und erſetzt dadurch wieder dieſen anſcheinenden Nachtheil. Die Nadeln der Fichten, Fähren und Tannen enthalten nebſt Schleim und Holzfaſer noch Harz; die Blätter der Nuͤſſe und Eichen viele Gallusſäure; aber man kann nicht bemerken, daß ſie mit den Exkrementen der Thiere gemengt einen minder wirkſamen Dünger lieferten, wie die Blätter der Obſtbäume, der Erlen, Pappeln oder Buchen. Man muß aber wohl unterſcheiden, ob man als Dünger⸗ Materiale bloß allein die Blätter, oder auch die Aeſte der Bäu⸗ me, an denen die Blätter hängen, verwendet. Im erſtern Falle werden bloß die todten, von den Bäumen gefallenen Blätter zu⸗ ſammengerecht, und in die Ställe geſtreut; im zweiten Falle beraubt man die Bäume ihrer Aeſte, und zerhackt die feineren 110 Stängel ſammt den daran hangenden Blättern. Die Blätter der einen oder andern Art Streu zerſetzen ſich bald, nicht aber die holzigen Stängel und Aeſte, und je dicker bieſelben ſind, und je feſter ihr Zuſammenhang iſt, je länger müſſen ſie mit den thie⸗ riſchen Exkrementen gemengt, den Bedingungen der faulen Gäh⸗ rung ausgeſetzt ſeyn, wenn die Pflanzen im Acker von dem hol⸗ zigen Duͤnger Vortheil ziehen ſollen. In wiefern es Nutzen bringt, die Waldſtreu als Dünger für die Aecker zu benützen, und dem Walde ſeinen natürlichen Dünger dadurch zu entziehen, muß wohl erwogen werden. Die Größe der Wälder, das Verhältniß des Preiſes des Holzes ge⸗ gen das Getreide müſſen uns beſtimmen, das Wachsthum der Bäume zu beſchleunigen oder zu vrrzögern, denn immer bleiben dieſelben zurück, wenn ihnen der eigene Abfall entzogen wird. Die zum Verkohlen, oder zur Pottaſch⸗Siederei beſtimmten Bäume würden dem Ackerbau eine ſehr große Menge Dünger⸗Ma⸗ teriale liefern, wenn die entfernte Lage ſolcher Wälder das Zu⸗ führen der belaubten Aeſte nicht meiſtens zu koſtſpielig machte. Die zum Hausbedarf niedergeſchlagenen Bäume liefern wohl Streu, aber im Verhältniß des ganzen Bedarfes nur wenig. Wo man die Wälder nicht zu ſchonen braucht, weil ſie zu groß ſind, und das Holz und ſeine Produkte keinen Verkaufs⸗Werth haben, da beraubt man die jüngeren Bäume des Nadelholzes ihrer Aeſte, ohne die Stämme umzuhauen: ein Verfahren, das in Gebirgen, die Ueberſtuß an Wald haben, allenthalben üblich iſt. In den Weingebirgen von Unter⸗Steiermark werden die Erlen, Pappeln, Weiden, Buchen u. ſ. w. wenn ſie am beſten grünen, Anfangs Auguſt ihrer Aeſte beraubt, aus denen man Bündel macht, die man in jene Gruben als Dünger einlegt, in die ein neuer Stock eingelegt, oder ein Zweig eingebogen wird. Der Mangel eines andern Düngers und die Wirkung dieſer Bündel erhöht ihren Werth, und man benützt die Baͤume ſehr hoch auf dieſe Weiſe. c. Schilf. 1. Der Schilf iſt in ſumpfigen Gegenden in großer Menge vorhanden, und da er keiner beſſeren Verwendung fähig iſt, und ſeine Blätter ſich alljährlich wieder erzeu⸗ gen, ſo gewährt er in ſolchen Lagen dem Ackerbau einen beträchtlichen Vorſchub. 2. Er zerſetzt ſich leicht, denn ſein Gefüge iſt von großer ſpezifiſcher Leichtigkeit, äußerſt loſe, und ſchwam⸗ mig: deßwegen wird aber auch von einer ſehr großen Maſſe Schilf nur eine geringe Menge Dünger. In ſolc geine Flächen di großten Sadens, und vendet werde jemäht, und untergeſtreut 2. E Hinſicht ſ' venig ver zes zeigt. 1. de ternaterial de Heid hedeboden duch die gen Humu Nur vie auf der ſtaft Statt 2. Fl dät um ſe mntergebau erkement Nentes, Die Blätte „ richt aber en ſind, und mit den thie⸗ faulen Gäh⸗ on dem hol⸗ als Dünger natürlichen erden. Die Holzes ge⸗ hsthum der mer bleiben zogen wird. beſtimmten Dünger⸗Ma⸗ der das Zu⸗ ielig machte. liefern wohl nur wenig. ſie zu groß kaufs⸗Werth Radelholzes rfahren, das galben üblich werden die e am beſten denen man einlegt, in dogen wird. kung dieſer Baͤume ſehr in großer gerwendung jeder erzeu⸗ erbau einen ige iſt von d ſchwam⸗ ir großen J. 111 3. Es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß die Wirkung des Schilfes ſehr vorübergehend ſeyn müſſe. d. Heidekraut. 1. Das Heidekraut iſt ein kleiner, niedriger Strauch, der in ſandigen Ebenen dem Ackerbaue die größte Ueberhülfe leiſtet. In ſolchen Lagen hat man entweder gar keine, oder nur kleine Flächen von Wieſen; die Kultur der Futterpflanzen findet die größten Hinderniſſe in der Trockenheit und Magerkeit des Bodens, und das am Acker erzeugte Stroh muß zu Futter ver⸗ wendet werden. Die mit Heidekraut überdeckten Weiden werden gemäht, und dieſer niedere Strauch in den Ställen den Thieren untergeſtreut. 2. Es iſt ein ſchwer zerſetzbarer Körper, der ſich in Hinſicht ſeines Zuſammenhanges und ſeiner Zerſetzbarkeit wenig verſchieden von den feineren Zweigen des Nadelhol⸗ zes zeigt. 3 e. Heideboden. 1. Der Heideboden, oder wie man dies Dün⸗ germateriale im nördlichen Deutſchlande nennt, die Heideplaggen ſind Raſenziegel, die man dem Heideboden abſchält, um nicht bloß die Stängel, ſondern auch die Wurzeln, und den alten, in der Erde vorfindi⸗ gen Humus als Dünger dem Acker zuzuwenden. Nur bei einer ſehr großen Ausdehnung des Heidebodens, wie auf der Lüneburger Heide, kann eine ſolche Wirth⸗ ſchaft Statt haben. 2. Für ſich in Haufen gelegt brauchen ſie lange Zeit um ſo weit zu zergehen, daß ſie am Acker verkleinert untergebauet werden können. Werden ſie mit thieriſchen Exkrementen gemengt, ſo zergehen ſie ſowohl des Fer⸗ mentes, als der mehreren Lockerheit des Haufens wegen 112 früher. Die Wirkung eines beſtimmten Volumens derlei Düngers muß aber der beigemengten Erde, der kleinen Quantität von thieriſchen Auswürfen, und der ſchwer zerſetzbaren Heideſtängel wegen nur gering ſeyn. f. Farrenkraut. 1. Farrenkraut wird in ſchattigen Weideplätzen, und gelichteten Wäldern oft ſo häufig angetroffen, daß es ſich verlohnt, dieſe ſonſt zu nichts dienenden Pflanzen zu mähen und zu trocknen, um ſie dann in den Ställen zur Vermehrung des Düngers, als Streu zu verwenden. 2. Dieſe Pflanze zerſetzt ſich leicht, und der Dün⸗ ger, den ſie mit den Exkrementen liefert, dürfte höchſt wahrſcheinlich ſelbſt vor dem Strohmiſte Vorzüge haben. g. Tor f. 1. Der Torf wird zwar im Allgemeinen mit größe⸗ rem Vortheile zum Brennen verwendet: indeſſen gibt es dennoch Fälle, wo man ihn auch als Dungermateriale mit vielem Nutzen gebraucht. Wer ſelbſt Torfgründe hat, wird die Mühe des Gewinnnes deſſelben durch ſeine Benützung zu Dünger hinlänglich belohnt erhalten. Sonſt erhält man bei Torfgräbereien den Abfall, der als Brennmaterial nicht zu verwenden iſt, wohl umſonſt, oder um einen ſehr mäßigen Preis.. 2. Führt man zerfallenen Torf in die Aecker, ſo kann er durch die Verminderung der Kohäſion des Thons, und durch ſeine waſſeranziehende Eigenſchaft, abgeſehen von ſeiner Wirkung als Dünger, ſehr oft nützen. Für ſich als Dünger äußert er nur geringe Wirkung, außer man befördert ſeine Zerſetzung, indem man ihn mit thie⸗ riſchen Auswürfen vermengt, oder mit Kalk in Haufen ſetzt, die man dann befeuchtet. Nac (Hetm der naſſe Phosphor auftöslich löſte ſich auf. 100 Kohle. 1 werer 7 aus 1 ausge eine be enthalte vorberei der Hau Fichten, berden, Schleim herloren 2. ſchwere mehr! niß il unterſ Seiſe ſtehen lumens denle der kleinen d der ſchme yn. Weideplätzen, trofen, daß een Pflanzen den Ställen verwenden. id der Dün⸗ dürfte höchſt orzüge haben, mit größe⸗ ziſen gibt es germateriale es Gewinnnes nglich belohnt en Abfall, der unſonſt, oder ecker, ſo n des Thons/ t, abgeſehen nigen. Füt fung, außet in mit thie⸗ in Haufen 113 Nach den Verſuchen der Herren Thaer und Einhof (Hermbſtädts Archiv für die Aarik. Chemie II. Heft) gibt der naſſe Torf 18— 25 Theile trockenen Torf und hat freie Phosphorſäure in ſich. Im Waſſer war er für ſich faſt ganz un⸗ auflöslich: ſo wie man aber Natrum oder ätzenden Kalk beiſetzte, löſte ſich die ganze Subſtanz bis auf wenige Faſern im Waſſer auf. 100 Theile der trockenen Torfmaſſe gaben 41— 48 Theile Kohle. 100 Theile Kohlen 30— 35 Theile Aſche. Die Aſche zweier Torfarten beſtand: I. II. aus Kalkerde... 0,305— 0, 20 Thonerde. 0,41— 0,47 Eiſen... 6,11— 9,075 Kieſelerde.* 0,382— 0, 135 Phosphorſaurem Kalke. 0,30— 0,095 Gips 3..—— 0, 26 h. Gaͤrberlohe. 1. Die Garberlohe beſtehet in kleinen Stücken ausgelaugter Rinde verſchiedener Bäume. Die Gärber übergießen die Rinde von jenen Baͤumen, die eine beträchtliche Menge von Gärbeſtoff— Gallusſäure, in ſich enthalten, mehrmals mit heißem Waſſer, und legen hierein die vorbereiteten Häute, damit ſich in dieſer Auflöſung die Gallerte der Haut zu Leder verwandle. Die Ninden, die bei uns von Fichten, Föhren, und Tannen, anverswo von Eichen genommen werden, haben während der langdauernden Einweichung allen Schleim, Gärbeſtoff, und was immer in Waſſer auflöslich iſt, verloren.— 2. Es iſt ſehr falſch, daß ſich dieſe Subſtanz ſchwerer auflöſe, wie die Zweige der Baͤume, ſie geht viel⸗ mehr unter den Bedingungen der Gaͤhrung leichter in Fäul⸗ niß über, und zerſetzt ſich ſchleuniger wie dieſe. 3. Sie wird verwendet, indem man ſie den Thieren unterſtreuet, was ſelten geſchieht, oder indem man ſie mit Seifenſiederaſche in Haufen ſchlägt, in denen ſie ſo lange ſtehen bleibt, bis ſie hinlänglich ſich zerſetzt hat. 4. Ihre Wirkung als Düngung iſt ſehr gering, denn die von allen anderweitigen nähern Pflanzenbeſtandtheilen Burgers Lehrd. d. Landw. 1. Bd⸗ 9 114 befreite Holzfaſer, die in der Gärberlohe nur mehr vor⸗ handen iſt, zeigt ſich ſo hier, wie allenthalben gleich ſchwach als Nahrung der Pflanzen. i. Modererde. 1. Moder heißt man den Pflanzenhumus, der ſich unter Waſſer gebildet hat, oder von demſelben zuſammenge⸗ ſchwemmt, lange unter ihm gelegen iſt. 2. Am Boden von trocken gelegten Teichen, Pfützen, überhaupt in Niederungen, die entweder periodiſch über⸗ ſchwemmt worden, oder ſehr lange Zeit unter Waſſer ge⸗ ſtanden hatten, findet man ihn in mehr oder weniger mäch⸗ tigen Schichten, mit viel oder wenig Erde gemengt. „Der Moder unterſcheidet ſich vom Torfe darin, daß ſich dieſer über dem Waſſer bildet, keine Erde, oder nur eine zufaͤllige in ſich enthalt, und daß man, wenigſtens in ſeinen oberen Schichten, noch die Pflanzentheile unterſchei⸗ det, aus denen er zuſammengeſetzt iſt, waͤhrend jener ſeine ganze Bildung der Bewegung des Waſſers verdankt, ſich nur unter ihm, und mittelſt deſſelben anhäuft, und immer mit Erde gemengt iſt. Es iſt höchſt wahrſcheinlich, daß der Moder erſt Torf war, der ſpäter ganz unter Waſſer geſetzt wurde, welches ſein Wachſen hinderte, und ſeine Abſchwemmung und neue Aufſchwemmung mit Erde bewerkſtelligte. 4. Er iſt eine ſtark verkohlte Subſtanz, die Saäure in ſich enthäalt, und für ſich in Waſſer unauflöslich iſt, die gber in Berührung mit Warme und Luft, und vom Ueberfluſſe des Waſſers befreit, bald auflöslich und in die⸗ ſem Zuſtande als Dünger mit Vortheil verwendet wird. 5. Die Wirkung des Moders als Düngung iſt immer ut geing hiertn ang Die U den geringen zarbhlt it, lenſtef entzäl ſem, un leſ Jarfe, der Ge räheren Ufen dur tohe Hal 1. Del Vehnlicheit daß er in zenkörper 2. T wenn das: man etſt in nan in All Menge deſſe ſcleimigen, hefndlichen iſczer gorpe geſchieben Dor Del geboßalches Seepfanzen Ar ua. wetden. 1. 2 Eri gen man mehr vor⸗ ſeich ſchwach , der ſich ſammenge⸗ 1, Pfützen, diſch über⸗ Waſſer ge⸗ eniger mäͤch⸗ nengt. darin, daß e, oder nur emigſtens in unterſchei⸗ jener ſeine dankt, ſich und immer ſt Torf war, ſein Wachſen ſſchwemmung de Saͤure in glich iſt, die „ und vom Hund in die⸗ det wird. ug it immer 115 nur gering, ſelbſt wenn eine verhältnißmaßig große Menge hiervon angewendet wurde. Die Urſache iſt in der Zuſammenſetzung und daher rühren⸗ den geringen Auflöslichkeit dieſer Subſtanz zu ſuchen, die ſtark verkohlt iſt, d. h. wenig Waſſer und Sauerſtoff gegen viel Koh⸗ lenſtoff enthält. Eine ſolche Miſchung zerſetzt ſich nur ſehr lang⸗ ſam, und liefert uͤberhaupt wenig Nahrung, und iſt hierin dem Torfe, der Gärberlohe und dem Holze ähnlich, die keine anderen näheren Pflanzenbeſtandtheile in ſich enthalten, als die verkohlte, oder rohe Holzfaſer, k. Teichſchlamm. 1. Der Teichſchlamm hat mit dem Moder viele Aehnlichkeit, nur unterſcheidet er ſich dadurch von ihm, daß er in ſeinen Beſtandtheilen noch viele unzerſetzte Pflan⸗ zenkörper enthält. 2. Wenn man dieſen Schlamm am Rande der Teiche, wenn das Waſſer abgelaufen iſt, in Haufen briugt, die man erſt im folgenden Jahre auf die Aecker fährt: ſo wird man im Allgemeinen größere Wirkungen von einer gleichen Menge deſſelben gegen dem Moder bewirken, was dem ſchleimigen, und halbzerſetzten Zuſtande der im Schlamme befindlichen Pflanzentheile, vielleicht auch den Reſten thie⸗ riſcher Körper, die zweifelsohne darin vorhanden ſind, zu⸗ geſchrieben werden muß. I. Tan g. 1. Der Tang iſt an den Ufern des Meeres ein ſehr gewöhnliches Düngungsmittel. Er beſteht in einigen Seepflanzen aus den Geſchlechtern: Fucus, Ceramium, Alga u. a. m. die durch die Fluth an das Ufer geworfen werden. 2. Er iſt eine ſehr leicht verweſende Subſtanz, weß⸗ wegen man ſie nicht in Haufen liegen laſſen darf, weil 9* 116 man ſonſt einen zu großen Subſtanz⸗ Verluſt erleiden würde. 3. Die Wirkung dieſes Düngers iſt überhaupt nur gering, und ſehr vorübergehend. Weil dieſe Subſtanz aber ſo leicht und in ſo großer Menge erhalten werden kann: ſo iſt ſie ein maͤchtiges Mittel, die Wirthſchaften am Meere zu bereichern. Sinclair meint(a. a. O. 43.), daß eine Wirthſchaft, welche den Vortheil hat, aus der Nähe ſich Tang in Menge ver⸗ ſchafſen zu können, um 20 bis 25% mehr Pachtzins geben könne, als ohne dieſes Hülfsmittel. m. Oehlkuchen. 1. Oehlkuchen werden in jenen Gegenden, wo man viel Pflanzenöhl oder Flachs erzeugt, nicht ſelten als Dünger verwendet. 2. Sie beſtehen aus den ausgepreßten Samenkörnern der Rübſen, des Raps, des Leins, Mohns oder Leindot⸗ ters, in denen eine große Menge Schleim, etwas eiweis⸗ artige Subſtanz und eine geringe Menge Oehl vorhan⸗ den iſt. 3. Meiſtens verwendet man ſie mit größerem Nutzen zum Futter der Thiere: indeſſen iſt ihre Wirkung als Dün⸗ ger, wenn ſie gepülvert über die wachſenden Pflanzen ge⸗ ſtreuet werden, ſo groß, daß man es oft gerathener findet, die letztere Verwendung der erſteren vorzuziehen. 100 Oehlkuchen koſten in Lille 12 Franken, und die Wirth⸗ ſchaft, die im III. B. von Schwerz Niederl. Landw. 116 S. beſchrieben wird, verwendet 14800 Stücke. Die Niederländer behaupten, daß auf leichtem Boden kein anderes Düngmittel ſo wirkſam ſey. Ich möchte hinzuſetzen; vin einem feuchten, und doch nicht kalten Klima.« f 1. 4 der Körn und Unſ 2. etzeugt/ vird ſo, ausgeſtr die in i 1 halbde tiſchen ſondern der or⸗ Subſta der org Gſſigſir 2 ſo zerſ it von damit Pethe die zerſto zen durc iſt erleiden thaupt nur e Subſtan erden kann: am Meere Wirthſchaft, Menge ber⸗ geben könne, en, wo man als Dünger nenkörnern er Leindot⸗ as eiweis⸗ hl vorhan⸗ eem Nutzen als Din⸗ öflanzen ge⸗ gener findet, . d die Wirthe dw. 116 S. Niederlaͤnder üngmittel ſo im feuchten, 117 n. Malzſtaub. 1. Der Malzſtaub beſt het aus den beim Keimen der Körner hervorgetriebenen Würzelchen, die beim Dörren und Unſchaufeln ſich abſtoßen. 2. Das, was man hievon in der eigenen Wirthſchaft erzeugt, oder von den Bräuern in Stadten erlangen kann, wird ſo, wie die Oehlkuchen, über die wachſenden Pflanzen ausgeſtreut, denen ſie durch die Schleim⸗und Zuckertheile, die in ihm enthalten ſind, die ſchnelle Nahrung gewähren. 0. Ruß. 1. Der Ruß aus den Rauchfängen beſteht aus den halbverbrannten Theilen des Holzes und dem empyrevma⸗ tiſchen Oehle. Er iſt kein näherer Beſtandtheil der organiſchen Körper, ſondern ein Produkt des Verbrennens derſelben, ein Sublimat der organiſchen Materie, in dem alle die feſten und flüſſigen Subſtanzen enthalten ſind, die man beim Verbrennungsprozeß der organiſchen Körper erhält: Kohle, brenzlichtes Oehl, und Eſſigſäure. 2. Wird er über die Oberfläche des Ackers geſtreuet, ſo zerſetzt er ſich ſehr bald, und ſeine Wirkung als Dünger iſt von Bedeutung. Er ſoll nebenbei noch den Vortheil gewähren, daß die damit überſtreuten jungen Pflanzen von dem Erdflohe und den Verheerungen der Raupen geſchützt bleiben, die ſo vielfältig die Saaten des Krautes, der Krautrüben und weißen Rüben zerſtören.. p. Grünende Pflanzen. 1. Wenn man die am Acker wachſenden ganzen Pflan⸗ zen oder vegetirenden Pflanzentheile unterpflügt, um da⸗ durch einer unmittelbar hierauf in den Boden gebrachten 118 Saat Nahrung zu verſchaffen; ſo heißt man dieſe Art den Acker zu düngen: eine grüne Düngung. 4. Die Pflanzen, welche die künftige Ernte zu ernähren beſtimmt ſind, ſind entweder von ſelbſt im Boden hervorge⸗ wachſen, oder gefliſſentlich hinein geſäet worden. Sie ſind ferners entweder beſtimmt ganz untergepflügt zu wer⸗ den, oder nur zum Theil. 3. Da die organiſchen Körper überhaupt und insbe⸗ ſondere die Pflanzen ſich nicht bloß von der zerſetzten und aufgelöſten, im Boden befindlichen organiſchen Materie er⸗ nähren, ſondern die Elemente ihrer Bildung auch aus Luft und Waſſer, und andern unorganiſchen Körpern ſich aneig⸗ nen(ſiehe die Einleitung§. II.): ſo erhellet hieraus, daß, wenn man dem kubiſchen Raume der Erde, in der die Wurzeln ſich verbreiten, die ganzen ausgebildeten Pflan⸗ zen durch Unterpflügen einverleibt, die Maſſe des Hu⸗ mus nach der erfolgten Zerſetzung derſelben darin größer ſeyn werde, als ſie vorher war. Van Helmont's bekannter Verſuch mit einem Weiden⸗ ſtocke, den er in gewogener Erde wachſen ließ, war der erſte, der die Naturforſcher auf die Wirkſamkeit des Waſſers und der Luft bei dem Wachsthume der Pflanzen aufmerkſam machte. Spä⸗ ter haben mehrere deutſche und franzöſiſche Naturforſcher: Bon⸗ net, Sauſſure, Haſſenfratz, Brakonnot, Krell, und Schrader die Ernährung der Pflanzen und die Quelle, woher die lebenden Pflanzen die Stoffe ziehen, aus denen ſie die orga⸗ niſche Materie bereiten, zum beſondern Gegenſtande ihrer Unter⸗ ſuchungen gemacht. Alle die künſtlichen Vorrichtungen, die ſie erdachten, um den Vegetazionsprozeß nur unter beſtimmten Bedingungen vor ſich gehen zu laſſen, und den Unterſchied des Reſultates zu vergleichen, gewähren uns aber nur ſehr geringe und zweifelhafte Aufſchlüſſe über die Wege, woher die Pflanzen Nahrung beziehen, und über ihr individuelles Vermögen aus der Zerſetzung. der atmoſphäriſchen Luft und des Waſſers jene Stoffe auszuſcheiden, die ſie zur Bildung der organiſchen Materie bedurfen. Daß der Buchweitzen, vor allen aber die Lupinen, in einem Boden ſich in großer Vollkommenheit entwickeln, in dem jed jillen N zen daher ihte notht Scllußfo ſch alle! ſehen: uns nicht anderen n ten Waſſ Stande tinger T. aen. D ſch dahe 1 zenthei wid! ſolchen eſe Art den zu ernähren en hervorge⸗ rden. Sie ügt zu wer⸗ und insbe⸗ rſetzten und Materie er⸗ uch aus Luft nſich aneig⸗ llet hieraus, e, in der die deten Pflan⸗ e des Hu⸗ arin größer tem Weiden⸗ r der erſte, ſers und der acte. Späͤ⸗ ſcher: Bon⸗ ot, Krell, auelle, woher ſie die orga⸗ ihrer Unter⸗ gen, die ſie rbeſtimmten nterſchied des ſehr geringe die Pflanzen ögen aus der zuſſers jene ſcen Materie Luvinen, in wickeln, im 119 dem jede andere Saat kümmern wuͤrde, werden wir in der ſpe⸗ ziellen Pflanzenkulturslehre näher angeben, und daß ſolche Pflan⸗ zen daher mehr das Vermögen beſitzen, von Luft und Waſſer ſich ihre nothwendigen Beſtandtheile anzueignen, iſt die nothwendige Schlußfolge. Da in der atm ſphaͤriſchen Luft und im Waſſer ſich alle die Beſtandtheile vorfinden, aus denen die Pflanzen be⸗ ſtehen: Waſſer⸗, Sauer⸗, Stick⸗ und Kohlenſtoff; ſo hindert uns nichts anzunehmen, daß die Pflanzen, einige mehr, die anderen weniger von der eingeathmeten Luft und dem eingeſaug⸗ ten Waſſer einen ſehr großen Theil deſſen ſich anzueignen im Stande ſeyen, was ſie gerade bedürfen, und daß oft ein ſehr ge⸗ ringer Theil von Humus nur nöthig iſt, um ſie wachſen zu ma⸗ chen. Die am wenigſten Humus zum wachſen bedürfen, eignen ſich daher vorzüglich zur grünen Düngung. 4. Je ſchwerer das Volumen der Pflanzen, oder Pflan⸗ zentheile iſt, die man dem Acker einverleibt, je größer wird bei gleichen übrigen Verhaltniſſen die Wirkung einer ſolchen Dungung ſeyn. 5. Je zuſammengeſetzter dieſe Pflanzen oder Pflanzen⸗ theile ſind je leichter zerſetzen ſie ſich, und je größer iſt ihre Wirkſamkeit.. 6. Wenn man einen Acker liegen läßt; ſo wird er ſich mit Pflanzen aller Art um ſo mehr bewachſen, je weniger die Beſamung und Bewurzelung derſelben durch die vor⸗ hergehende Kultur des Bodens zerſtört worden iſt: je mehr die Kühle und Feuchtigkeit des Klima das Wachsthum der Pflanzen überhaupt begünſtiget, und je mehr noch Humus in einem ſolchen Boden enthalten iſt. Stürzt man dann dieſen Acker zur Zeit, wenn er ſich über und über be⸗ wachſen hat; ſo gewährt das Produkt der Fäulniß dieſer Pflanzen andern in den nämlichen Acker geſäeten Pflanzen in demſelben Verhältniſſe Nahrung, als ihre Menge groß war, und ſie leichter oder ſchwerer auflöslich ſind. Hierauf gründet ſich die älteſte Wirthſchaftsweiſe, wo man die Weide aufbricht, und ſo lang mit Getreide beſtellt, als der Ertrag der Ernte die Mühe loynt; worauf man den Acker wieder zur Weide liegen läßt, ſo lange, bis er ſich wieder hin⸗ 120 länglich bewachſen und eine anſehnliche Schichte von Dammerde gebildet hat, worauf er wieder aufgebrochen und beſäet wird. Sollen ſich ſolche Weiden bloß durch den Weidedünger und das Vermodern der Weidepflanzen wieder in den vorigen Zuſtand her⸗ ſtellen, ſo wird eine lange Reihe von Jahren erfordert, und dieſe Wirthſchaft konnte daher nur in den frühern Perioden der Kultur, bei geringer Bevölkerung Statt finden. Die Koppel⸗, oder wie wir ſie nennen, Egartenwirthſchaft iſt zwar im Grunde noch dieſelbe, allein ſie kann ohne zugeführten Dünger nicht be⸗ ſtehen, weil die Weide früher wieder aufgebrochen werden muß, ehe ſie den verlornen Humus auf dem oben angezeigten Wege wieder erlangt hat. 7. Weil aber das Bewachſen eines ſolchen Ackersz nur zufällig iſt, und die groͤßere Anzahl der darin vorkommenden Pflanzen nicht immer der Natur des Bodens, oder unſern Abſichten entſpricht; ſo wird der Acker, den man durch eine grüne Düngung bereichern will, mit ſolchen Pflanzen ge⸗ fliſſentlich beſet, welche dem Boden und Klima angemeſſen, in einem gegebenen Zeitraume das größte organiſche Vo⸗ lumen hervorbringen, das ſich unter den Bedingungen der Fäulniß leicht zerſetzt, und dadurch viele und ausgiebige Nahrung gewährt. 3. Die Forderungen, welche man an eine Pflanze macht, die zum Behufe der grünen Düngung verwendet werden ſoll, ſind daher folgende. Sie muß mehr von den Beſtandtheilen der Luft und des Waſſers, als vom Humus im Boden ſich ernähren, alſo in einem mageren Boden dennoch, und zwar nicht kümmerlich wachſen: ſie muß in einem Sommer, oder wo möglich noch ſchneller, zur vol⸗ len Ausbildung gelangen: ſie muß das verhältnißmäßig größte Volumen an Wurzeln, Blättern und Stängeln her⸗ vorbringen; ferners ſoll dieſer organiſche Körper ſo ſehr ats möglich zuſammengeſetzt, d. h. aus mehreren näheren Pflanzenbeſtandtheilen beſtehend und endlich muß er der Natur des Bodens, und dem Klima angemeſſen ſeyn. 9. Für ein Klima, in dem der Wein gedeiht, iſt die Lupine: diſee fole Licken gel, Bu Die inn Send vurden ſie ſoet hatte Karnten un hoch z übet von kun in neuen An wendung nachgeleſ V. gel oder ſchränkte Dünger zweima geackert nur im die wich 2 Meteer Actr hi Korn in ſehr inte der dürr Heſter verdanke Perhand 10 wenn Puarze det we ricchlie und E organi ſo di daß in ſei Klefe n Dammerde beſdet wid ger und das Juſtand her⸗ ert, und dieſe n der Kültur, ppel⸗, oder ar im Grunde ger nicht be⸗ werden muß, eigten Wege Ackers nur rkommenden oder unſern n durch eine Pflanzen ge⸗ angemeſſen, aniſche Vo⸗ gungen der ausgiebige e Pflanze verwendet hr von den om Humus een Boden ſie muß in e, zur vol⸗ aängeln her⸗ zer ſo ſehr en naͤheren nuß er der nſeyn. it, iſt die 121 Lupine— Lupinus albus— die wichtigſte Pflanze; dieſer folgen für kältere Gegenden und bindigen Boden: Wicken, granue Erbſen, für leichten Boden: Spör⸗ gel, Buchweitzen. Die Lupinen wuchſen mir hier alljaͤhrlich in dem ſchlechte⸗ ſten Sandboden mit einer bewundernswürdigen Ueppigkeit, nur wurden ſie nie zeitig, ſelbſt wenn ich ſie im Anfang Aprills ge⸗ ſäet hatte. Dieß verhindert ihre Anwendung zu Dünger für Kärnten, weil der jährliche Ankauf der Saat aus Italien zu hoch zu ſtehen kommen würde. Welche Anwendungen man aber von dieſer Pffanze in Italien und Frankr eich macht, kann in Simonde's Toskan. Landw, und in Thaers neuen Annalen, I. B. wo der Herr v. Wulffen die Ver⸗ wendung der Lupinen im öſtlichen Frankreich beſchreibt, nachgeleſen werden. Von der grünen Düngung durch Wicken, Erbſen, Spör⸗ gel oder Buchweitzen wird in Deutſchland ein viel zu be⸗ ſchränkter Gebrauch gemacht, obgleich es gewiß iſt, daß kein Dünger ſo wohlfeil iſt, wie dieſer. Pflügt man ein ſolches Feld zweimal vor der Saat, und dann, wenn die Pflanzen unter⸗ geackert werden; ſo iſt der Acker ſo rein, und mürbe, als er es nur immer durch die Brache werden kann. Man erſpart die wichtige und beſchwerliche Arbeit des Düngeraufſührens, und 2 Metzen Wicken oder 1 Metzen Spörgel bereichern ein Joch Acker hinlänglich, um nach Abſchlag der Saat 8— 10 Metzen Korn in einem nicht gar zu loſen Boden hervorzubringen. Eine ſehr intereſſante Beſchreibung der Benützung des Buchweitzens in der dürren Ebene zwiſchen Neunkirchen und Neuſtadt in Oeſterreich zur grünen Düngung ſowohl als zur Fütterung, verdanken wir dem Freiherrn v. Ehrenfels, in Andres ökon. Verhandl. Okt. und Nov. 1817. 10. Eine grüne Düngung erhält der Acker zufällig, wenn wir Futterpflanzen bauen, die große und ſaftige Wurzeln bilden, welche, wenn ſie durch den Pflug gewen⸗ det werden, und in Fäulniß gerathen, die folgende Saat reichlich nähren. Hieher gehören der Klee, die Luzerne und Eſparſette. Die Wirkung der Wurzeln dieſer Pflanzen iſt gleich der organiſchen Maſſe, die ſie ausmachen. Alle Luzernfelder haben ſo dicke Wurzeln, und geben beim Verfaulen ſo viele Nahrung daß häufig Lagergetreide davon entſteht. Nach Klee geräth das in ſein Stoppeln geſäete Getreide um ſo viel reichlicher, als das Kleefeld dichter bewachſen war. Die Maſſe der Wurzeln eines gut 12³ beſtandenen Kleefeldes iſt ſo groß, daß ſie einer halben gewöhn⸗ lichen Düngung mit Stallmiſt gleichgeſetzt werden muß. 11. Endlich muß auch noch jene Art der grünen Dün⸗ gung erwähnt werden, wo man grüne vegetabiliſche Körper, die anderswo gewachſen ſind, auf den Acker bringt, um ſie da unterzupflügen. Das Kraut der Nüben wird in einigen Gegenden des Elſaſſes, nach Schwerzs Bericht(Elſaſſiſche Wirthſchaft S. 205) nicht, wie bei uns und überall verfuͤttert, ſondern auf die Aecker geführt, und da untergepflügt, wodurch es als unmit⸗ telbarer Dünger für den darauf folgenden Winterrocken größeren Nutzen verſchaffen ſoll, als wenn es erſt verfüttert worden wäre. 12. Die Ausgiebigkeit und Dauer der Wirkung einer grünen Düngung hängt von der Maſſe, und der Zerſetz⸗ barkeit derſelben ab. Wicken, Spörgel, Buchweitzen, überhaupt alle Blätter und Stängel grünender Pflanzen ver⸗ faulen und zerſetzen ſich im Verlaufe eines Jahres, und nach demſelben wird keine Spur mehr von ihnen wahrge⸗ nommen: wogegen die Wurzeln der Klee⸗, vorzüglich aber der Luzernfelder zwei und drei Jahre bedürfen, um völlig aufgelöſt zu werden. g. IV. Mineraliſche Dünger⸗Materialien. 1. Alle mineraliſchen Körper, die Schwefel, Kalk, Laugenſalze, Salpeter⸗ und Kochſalzſäure in ſich enthalten, und in Waſſer, oder in den Beſtandtheilen des zerſetzten Waſſers auflöslich ſind, oder es bald werden, müſſen als Düngermaterialien betrachtet werden.(Agrik. §. II. 7. 8. 9.) 2. Ihre Wirkſamkeit, als pflanzennährende Subſtan⸗ zen, muß in doppelter Rückſicht betrachtet werden; einmal,⸗ n viffern dr organi hen, und de Aufls dern, un termehrer 3.. nung der in ſofern ſteht, de lichen 3 rung! 6 rialien pelte) Dünge den, u geht er alben gewöhn mi gewähn grünen Dün⸗ vegetabiliſche ff den Acker Gegenden des e Wirthſchaft „ſondern auf es als unmit⸗ icken größeren uttert worden Lirkung einer d der Zerſet⸗ Buchweitzen, Pflanzen ver⸗ Jahres, und dnen wahrge⸗ tzüglich aber n, um völlig len. ie Schwefel ſͤure in ſich ndtheilen des bald werden, rden.(Agrik nde Subſtan⸗ nden; einmal, in wiefern ſie an und für ſich als weſentliche Beſtandtheile der organiſchen Subſtanz in die Natur der Pflanze einge⸗ hen, und dann, in wiefern ſie durch ihre Wechſelwirkung die Auflöslichkeit des im Boden befindlichen Humus beför⸗ dern, und dadurch die Menge der wirklichen Nahrung vermehren. 3. In wiefern ein Körper an und für ſich zur Ernäh⸗ rung der Pflanzen beiträgt, heißt er poſitiv düngend: in ſofern aber ſeine Wirkung größtentheils nur darin be⸗ ſteht, den im Boden befindlichen Humus in einen auflös⸗ lichen Zuſtand zu verſetzen, heißt er dünger⸗oder Nah⸗ rung vermittlend. Es iſt ſchwer, ja vielleicht unmöglich, die Dünger⸗Mate⸗ rialien in dieſe zwei Klaſſen einzutheilen, weil faſt alle auf dop⸗ pelte Art zur Ernährung der Pflanzen beitragen. Selbſt der Dünger wirkt auf die letztere Art auf den alten Humus im Bo⸗ den, und wenn das Laugenſalz den Humus auflöslich macht, ſo geht es in dieſer Auflöſung auch mit in die Pflanzen ein. A. Schwefel. 1. Der Schwefel itt ein einfacher, bis jetzt unzer⸗ legter Körper, der häufig im Mineralreiche, ſeltener in den organiſchen Körpern, und bei den Pflanzen nur im Kleber und der Eiweißmaterie angetroffen wird. 2. Im Waſſer iſt er unauflöslich; wird dieſes aber durch einen andern Körper zerſetzt, ſo löſt ſich der Schwe⸗ fel im Waſſerſtoſſe auf. Auch wird er durch Vermen⸗ gung mit ätzendem Kalke und Laugenſalzen im Waſſer auf⸗ löslich. 3. Streuet man gepülverten Schwefel über grünende Pflanzen aus; ſo wird man in dem Verhaͤltniſſe größere 124 düngende Wirkungen von ihm wahrnehmen; als ſeine Auflöſung begünſtiget wird. 4. Daß ſich der Schwefel wirkſam erweiſe, wird er⸗ fordert, daß entweder Kalien, oder kohlige Materie vor⸗ handen ſeyen, welche erſteren den Schwefel in Waſſer auflöslich machen, während letztere das Waſſer zerſetzet, und dadurch zur Auflöslichkeit des Schwefels im Waſſer mitwirkt. 5. Soll der Schwefel bloß auf die letztere Art in Waſſer auflöslich gemacht werden: ſo darf der Boden kei⸗ nesweges von Humus ganz erſchöpft ſeyn, auch muß Waſſer und Waͤrme in einem ſchicklichen Verhältniſſe auf den Bo⸗ den einwirken, weil ſich ſonſt der Schwefel gar nicht oder zu langſam auflöſt. Daß Mineralien, die Schwefelſäͤure in ſich enthalten, das Wachsthum der ſchotentragenden, und öhlſamenliefernden Ge⸗ wächſe, gleich dem Stalldünger beſördern, wußte man lange ſchon, und die Wirkung des Gipſes, der vitriolhaltigen Stein⸗ kohlen und Torfarten wurde der Schwefelſäure zugeſchrieben. Da aber dieſe Säure, außer im verdünnteſten Zuſtande, nur nach⸗ theilig auf die grünenden Pflanzen einwirkt, wenn ſie nicht ei⸗ nen Körper findet, mit dem ſie ſich neutraliſirt; ſo war man genöthiget anzunehmen, daß ſie ſich nur dann vortheilhaft zeiget, wenn ſie im Boden Kalk oder Talk antrifft, mit dem ſie ſich zu Gips oder Bitterſalz vereiniget, die beide im Waſſer auflöslich ſind, und von den Pflanzenwurzeln eingeſaugt werden können. Ob die Zerſetzung des Gipſes, und der ſchwefelſauren Mittel⸗ ſalze in der Pflanze ſelbſt vor ſich gehe, oder ob unter der Mit⸗ wirkung der Wärme und des Waſſers dieſe Körper ſich vorher im Boden mit den Beſtandtheilen des Humus zerſetzen, müſſen wir noch dahin geſtellt ſeyn laſſen. . Die erſten mir bekannten Beobachtungen über die Aehnlich⸗ keit der Wirkung des Schwefels und Gipſes ſind von Berard. (Cause de fertilité contenue dans le plätre. Annales des arts et métiers. 1809 T. 53.) Ich ſelbſt habe am 17. Aprill des Jahrs 1813 hierüber einen vergleichenden Verſuch angeſtellt, und habe 5 gleich große Vierecke in einem Kleefelde ſo beſtreuet; daß auf Nro. 1, 1000 Pfund Gips, Nro. 2, 500 Pf. Gips, Nro. 3, 300 Pf. Schweſel, Nro. 4, 200 Pf. Schwefel und Nro. 5, 100 Pf. Schwefel auf das Joch zu liegen gekommen wären. A- ich No. ſcinſe Et äbtigen S ſcöner, w Klet Daß ithe Grid ſtleze w bein Gipſt dm Schwe 6. dürfte i ſen, do zu ſteher wittel i J. Wim fein reiche man, lich wa einer d 2 ſer, un freuen, Es dau 4 Behu triol kaſit) dunge Wirde wende ; als ſeine 2, wird er⸗ ſaterie vor⸗ in Waſer er zerſetzet, im Waſſer ere Art in Boden kei⸗ muß Vaſſer uf den Bo⸗ r nicht oder thalten, das fernden Ge⸗ man lange figen Stein⸗ ugeſchrieben. e, nur nach⸗ ſie nicht ei⸗ ſo war man lhaft zeiget, ſie ſich zu er auflöslich den können. zuren Mittel⸗ ter der Mit⸗ er ſich vorher etzen, müſſen die Aehnlich⸗ on Berard. e. Annales am 17. Aptill uch angeſtell, ſo beſtreuet; o Pf. Gips, Schwefel und n gekommen 125 waͤren. Am 25. Mai war der Klee im Blühen, und da zeigte ſich Nro. 1 mit 1000 Pfund Gips pr. Joch als das auffallend ſchönſte Stück, dieſem folgte Nro. 4 mit 200 Pf. Schwefel; die kübrigen Stücke waren ſich faſt alle gleich im Anſehen, alle ſchöner, wie der daneben ſtehende, gefliſſentlich nicht gegipste Klee. Daß zur leichteren Auflöslichkeit des Schwefels ein ſchick⸗ licher Grad von Wärme und Feuchtigkeit Statt haben müſſe, ſchließen wir nur durch Induktion, weil wir dieſe Bedingungen beim Gipſe wahrnehmen, und wir die Wirkſamkeit des Gipſes dem Schwefel zuſchreiben. 6. Den Schwefel ſelbſt als Düngemittel anzuwenden dürfte in Deutſchland wohl nirgendwo vortheilhaft ſeyn, da uns ſeine Erzeugung aus Schwefelkies zu theuer zu ſtehen kömmt, als daß ſie ſeine Verwendung als Dünger⸗ mittel zu bezahlen im Stande wäre. B. Schwefelhaltige Mineralien. 1. Wenn man ſchwefelhaltige Mineralien im fein gepülvertem Zuſtande über ſchotentragende und öhl⸗ reiche Samen gebende Pflanzen ausſtreuet, ſo bemerkt man, wenn das Klima oder die Jahreswitterung hinläng⸗ lich warm und feucht iſt, eine Wirkung hievon, die der, einer Düngung mit organiſchen Subſtanzen gleich kömmt. Ich habe mehr als einmal verſucht Gips auf Wieſen Grä⸗ ſer, und Getreide, und auf verſchiedene andere Pflanzen zu ſtreuen, habe aber nie eine Wirkung davon wahrgenommen.— Es däucht mir ſehr ſchwer, dieſe Erſcheinung zu erklären. 2. Schwefelhaltige Mineralien, die man bis jetzt zum Behufe des Ackerbaues verwendet, ſind Gips, und vi⸗ triolhaltige Steinkohlen, und Torf. Ich zweiſle keinen Augenblick, daß Schwefelkies(Mar⸗ kaſit), Glauberſalz(ſchwefelſaures Natrum) und alle Verbin⸗ dungen der Schwefelſäure mit Laugenſalzen und Erden, düngende Wirkungen äußern würden; nur können ſie deßwegen nicht ver⸗ wendet werden, weil ſie zu koſtſpielig ſind. a. Gips. 1. Der Gips iſt eine Verbindung der Schwefelſäure mit Kalk.(Agronomie§. 1V. 3. 23.) 2. Wenn man Gips über die oben genannten Ge⸗ wächſe ausſtreuet: ſo bemerkt man unter Umſtänden, die ſeiner Auflöſung und Zerſetzung günſtig ſind, daß er, gleich einer Düngung, ihr Wachsthum befördert. Die vorzüglichſte Verwendung des Gipſes iſt zur Ueber⸗ ſtreuung der Klee⸗, Luzern⸗, und Esparſettſelder, weniger be⸗ kannt iſt ſein Gebrauch bei Erbſen, Wicken, Bohnen, ſo wie beim Kopfkraute und dem Leine. Am Rhein macht man von ihm einen ſehr ausgebreiteten Gebrauch ſowohl zu den Futter⸗ pflanzen als den übrigen ſchotentragenden Gewächſen, aber bei uns wendet man ihn außer zu Klee, nur zu Kraut und Lein an. Unter welchen Umſtänden ſich der Gips wirkſam erweiſet, iſt noch keinesweges völlig erhoben. Er wird durch den größten Theil von Deutſchland, durch einen Theil von Italien und Frankreich mit entſchiedenem Nutzen angewendet, wäh⸗ rend er in England, außer in der Grafſchaft Kent, nach vielfältigen Verſuchen nutzlos ſeyn ſoll, und doch rühmt man in dieſer Inſel die düngenden Wirkungen der Torfaſche, die oft mehr als i Gips, nebſt dieſen aber nur indifferente Erdarten enthält. Die Meinung Davy's(a. a. O. 383.), daß der Gips deßwegen nicht allgemein wirkſam ſey, weil der meiſte an⸗ gebauete Boden ihn ohnehin in hinreichender Menge für den Be⸗ darf der kultivirten Gewächſe enthalte, und daß er ihm mit dem Stallmiſte genügend mitgetheilt werde, ſtreitet wider alle unſere Erfahrungen, nach welchen der Gips im wohl gedüngten Boden größere Wirkungen hervorbringt, wie im magern. Die Urſache muß in England nur im Klima liegen, oder daß man ihn zu einer unſchicklichen Zeit ausſtrenet. Zufolge meiner eigenen Erfahrungen und Nachforſchungen zeigt ſich der Gips am wirkſamſten im bindigen, und kalkhaltigen, am unwirkſamſten im Sandboden. Wenn der Aprill und Mai mäßig feucht und warm ſind: ſo bringt er ſelbſt im Sandboden große, im Thon⸗ und Mergelboden aber außerordentliche Wir⸗ kungen hervor. In trockenen und heißen, in trockenen und kal⸗ ten, ſo wie in naſſen und kalten Frühlingen iſt ſeine Wirkung gering, beſonders im Sandboden. Von dem Zeitpunkte, in welchem er ausgeſtreuet wird, hängt ganz gewiß auch zum Theil ſeine größere oder geringere Wirkſamkeit ab. Ich habe vielen Grund zu vermuthen, daß man ihn in trockenen und kalten Gegenden, ſo wie in ſandigen Feldern ſchon im Spätherbſte; im Thonboden aber, und in wär⸗ mern und feuchten Gegenden im Frühlinge ausſtreuen mußſe. b. Lit 1. 2 paltn ei ſch an d chwefe 3. 7 ten und wendet/ Vo len, die wie über kann man und in 1 in ſein Zuſtan derbir er ze mögl ds den durc Dir ſien 127 b. Vitriolhaltige Steinkohlen, und Torf. hvefelſäne 1. Viele Steinkohlen und Torfarten ent⸗ halten eine große Menge von Schwefeleiſen, das ſich an der Luft, beim Einfluſſe des Waſſers ſäuert, und unten be⸗ ſchwefelſaures Eiſen bildet. inden, die er, gleic 2. Wenn man derlei zu Pulver zerfallene Steinkoh⸗ len und Torfarten auf dieſelbe Art wie den Gips an⸗ zur Ueber⸗ wendet, ſo bemerkt man ähnliche Wirkungen. alle unſere igten Boden weniger be⸗ Von den Wirkungen der Oppelsdorfer St einkoh⸗ zen, ſo wie len, die aus o,47 Kohlen und o,55 Eiſenvitriol beſtehen; ſo zt man von wie über die Wirkungen eines vitriolhaltigen Torfes den Futter⸗ kann man nähere Nachrichten ſinden in Thaers Annalen X. Band, n Rhe bei und in Andre's ökonomiſchen Neuigkeiten, 1818. S. 86. ein an. ſam erweiſet den größten C. Kal k. n Italien 3.. endet, wäͤh⸗ 1. Der Kalk, als Düngungsmittel, wird entweder Kra nauus in ſeinem reinen, d. h. ätzenden, oder im kohlenſauren he, die oſt Zuſtande angewendet. ke Erdarten ), daß der 2. Da die Wirkung verſchieden iſt, je nachdem man r meiſte an⸗ 4.. d d 2 d d. für den Be⸗ ihn in dieſem oder dem anderen Zuſtande verwendet, ſo hm mit dem muß hier die eine ſowohl als die andere Kalkart unter⸗ ſucht werden. Die Urſache. man ihn zu a. Reiner Kalk. cforſchungen 1. Wenn man ätzenden Kalk mit ſo vielem Waſſer kalkhaltigen,.:; 22. ill und Mai derbindet, oder ſo lang in der freien Luft liegen läßt, bis 1 Hanhede er zerfällt, und dann dieſes Pulver ſo gleichförmig als kliche Wir 2 r.„. 3 uen und ka⸗ möglich über die Aecker ſtreuet, und mit der Oberflache eine Wirkung des Bodens in Verbindung bringt: ſo bemerkt man in ſtreuet wird, den meiſten Fällen, daß die Fruchtbarkeit des Bodens da⸗ der geringere durch vermehrt geworden ſey, und daß der Kalk eine nuhnnaun Wirkung außere, die jener einer Dungung mit Stallmiſte und in wäͤr⸗ ziemlich aͤhnlich iſt. en muſſe. 128 2. Der ätzende Kalk äußert eine mächtige Wirkung auf den im Boden befindlichen, ſtark verkohlten, oder ſauren Humus, macht ihn im Waſſer auflöslich, was er bisher uicht in dieſem Grade war, und verſchafft auf dieſe Weiſe den Pflanzen Nahrung, die ſie ohne ihn nicht gehabt haben würden.(Siehe Agronomie§. IV. A. a. 3. 4.) Da dieſe neu gebildete, pflanzennährende Subſtanz aus Humus und Kalk beſteht, ſo muß daher der Kak nicht ſo⸗ wohl als dungervermittlend, ſondern auch als nährend betrachtet werden. 3. Der ätzende Kalk kann daher als Düngemittel nur in einem ſolchen Boden mit Vortheil angewendet wer⸗ den, in welchem Humus vorhanden iſt: fehlt dieſer ganz, ſo hat der Kalk nichts aufzulöſen, und was von ihm ſelbſt nach ſeiner Verwandlung in kohlenſauren Kalk aufgelöſet und in die Pflanzen eingeſaugt wird, iſt zu gering, als daß es den Abgang der übrigen nährenden Elemente er⸗ ſetzen könnte. Daß man den Kalk nicht mit thieriſchem Dünger miſchen dürfe, noch auf friſch gedüngte Aecker aufführen, erhellet aus dem, was hierüber in der Agronomie geſagt worden iſt. 4. Die größten Wirkungen vom ätzenden Kalke be⸗ merkt man im ausgetrocknetem Torf⸗ und Moorboden, der mit ſaurem Humus überladen iſt, hierauf im ſchweren Thonboden, in dem ſich der Humus minder leicht zerſetzt, wie im Sandboden, und wo er häͤufig in einem nicht ſauren, aber faſt völlig kohligen, und nur gering auflöslichen Zu⸗ ſtande angetroffen wird. b. Kohlenſaurer Kalfk. 1. Wenn man kohlenſauren Kalk, Kreide, Mergel, Bauſchutt auf die Aecker bringt, und dieſe Subſtar oberen jeden nüttelh Algen den ſen 2. fadlic 9. N. gung! bewirk ſchffe bringt Vortt übera gänzl Hinzu lichen ſchreibe dere zu Jalke thum tragen Erbſen dünger ſehen dder Lan ſchaft nem e Witkung iten, oder ch„was er rſchaft auf e ohne ihn mie g. V. zuöſtanz aus ik nicht ſo⸗ ad betrachtet Düngemittel wendet wer⸗ dieſer ganz, nihm ſelbſt k aufgelöſet gering, als klemente er⸗ inger miſchen erhellet aus ff. Halke be⸗ rboden, der im ſchweren eicht zerſetzt, nicht ſauren, göslichen Zu⸗ , Kreide, t, und dieſe 129 Subſtanzen im möglichſt fein zertheilten Zuſtande mit der oberen Schichte der Erde verbindet: ſo wird man in einem jeden Boden, der keinen Kalk enthält, bemerken, daß un⸗ mittelbar hierauf entweder das Pflanzenwachsthum im Allgemeinen, oder im Beſonderen dadurch erhöht gewor⸗ den ſey. 2. Da der kohlenſaure Kalk auf den im Boden be⸗ findlichen Humus nicht zerſetzend wirket(ſiehe Agronomie §. IV. A. 3.); ſo muß dieſe Erſcheinung, die einer Dün⸗ gung oft ſehr aͤhnlich iſt, größtentheils nur der durch ihn bewirkten Veränderung der chemiſchen und phyſiſchen Be⸗ ſchaffenheit des Bodens zugeſchrieben werden. In allen Fällen, wo Säure im Boden vorhanden iſt, bringt der kohlenſaure Kalk durch ſeine Entſäurung des Humus Vortheil hervor, weil dieſer jetzt ſogleich auflöslich wird; und überall, wo bisher der Kalk im Boden zu fehlen ſchien, denn gänzlich abweſend iſt er wohl nirgendwo, da wird durch ſein Hinzukommen die Maſſe der zur Bildung der Pflanzen erforder⸗ lichen Stoffe vermehrt, und dieſem Umſtande müſſen wir es zu⸗ ſchreiben, daß einige Pflanzen, die den Kalk mehr als an⸗ dere zu ihrer Bildung bedürfen, nach aufgeführtem kohlenſaurem Kalke bei gleichen übrigen Verhältniſſen ein lebhafteres Wachs⸗ thum äußern, wie andere. Hieher gehören vor allen die ſchoten⸗ tragenden Gewächſe, und von dieſen insbeſondere Esparſett, Erdſen und Klee. Im erſteren Falle wirkt der kohlenſaure Kalk düngervermittlend, im letzteren muß er als Dünger ſelbſt ange⸗ ſehen werden. Die günſtigen Wirkungen des kohlenſauren Kalkes oder Mergels müſſen aber mehr, und in den meiſten Fällen ganz der durch ihn bewirkten Veränderung der phyſiſchen Be⸗ ſchaffenheit des Bodens zugeſchrieben werden, wovon wir an ſei⸗ nem Orte das Erforderliche anzeigen werden. D. Laugenſalze. 1. Jene Körper werden Laugenſalze genann., die im Waſſer auflöslich ſind, einen laugenartigen Ge⸗ ſchmack haben, die blauen Pflanzenfarben grün, und die gelbe Farbe des Kurkume braun färben. Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Pd. 9 130 a. Sie werden eingetheilt in feuerbeſtaͤndige, und flüchtige. Zu den erſteren gehört das Kali und Natrum, zu den letztern das Ammonium. Die beiden erſteren ſind einfache(nach Davy metalliſche Oxyde), das letztere, ein aus Waſſer⸗ und Stickſtoff zuſammengeſetzter Körper.— 3. Das Kali findet man in der Aſche der meiſten Pflanzen, ſo wie auch in ſeltenen Fällen als Beſtandtheil von Mineralien. Das Natrum wird zwar auch als Be⸗ ſtandtheil der Pflanzen in ihrer Aſche angetroffen; allein nur dann, wenn ſie in der Nähe des Meeres leben. 4. Wenn man die Laugenſalze von den übrigen Be⸗ ſtandtheilen der Aſche reinigt; ſo nennt man dann das Kali Pottaſche, und das Natrum Soda. Beide ſind im kohlenſauren Zuſtande. Sie werden ätzend, wenn man ſie durch Brennen, wie den Kalk, von der Kohlenſäure befreiet. Kalk und Laugenſalze findet man nicht bei der Zerlegung der organiſchen Subſtanzen auf naſſem Wege, ſondern immer nur in der Aſche derſelben, wahrſcheinlich weil ſie im organiſchen Körper nur immer mit verſchiedenen Säuren verbunden, vor⸗ handen ſind. 5. Die Laugenſalze äußern eine ungleich größere auf⸗ löſende Wirkung auf den Humus, wie der Kalk, weil ſie nicht nur allein im ätzenden, ſondern auch im kohlenſauren Zuſtande denſelben zerſetzen, und im Waſſer auflöslich machen. Weßwegen man ſich auch des kohlenſauren Kali zur Unter⸗ ſuchung der im Boden vorhandenen Quantität Humus mit größe⸗ rer Sicherheit, als des Brennens der Erde bedienet, wobei nicht ſowohl der Humus, d. h. die durch Gährung zerſetzte organiſche Ma⸗ terie, ſondern auch rohe, todte, organiſche Subſtanzen, Würzelchen, Stoppeln, verflüchtiget werden, die in dieſem Zuſtande noch nicht als Humus, als pflanzennährende Subſtanz betrachtet wer⸗ den können. —⸗⸗—⸗—⸗——— ſäͤndige, Kali und Die beiden ryde), das nengeſetzter er meiſten eſtandtheil ch als Be⸗ zallein nur übrigen Be⸗ nn das Kali eide ſind im wenn man Kohlenſaͤure r Zerlegung dern immer organiſchen nnden, vor⸗ rößere auf⸗ k, weil ſie ohlenſauren eauflöslich li zur Unter⸗ z mit größe⸗ wobei nicht ganiſche Ma⸗ Wirzelchen, uſtande noch trachtet wer⸗ 131 6. Zur Bedüngung der Felder bedient man ſich nicht der gereinigten Laugenſalze, ſondern entweder der Holzaſche im unausgelaugten, oder im ausge⸗ laugten Zuſtande, dann der Steinkohlen und Torfaſche. a. Holzaſche. 1. Wenn man Holzaſche über Wieſen, Kleefelder oder grünende Saaten ausſtreuet, und hinlänglicher Re⸗ gen fällt, der das Laugenſalz auflöſt; ſo bemerkt man Wirkungen an den Pflanzen, die man ſonſt nur von dem Ueberſtreuen düngender Subſtanzen gewahrte. 2. Die Laugenſalze ſind humusauflöſend, düngerver⸗ mittlend, und weil ſie in dieſer Auflöſung in die Pflanze ſelbſt mit eingehen, und immer als Beſtandtheil derſelben gefunden werden: ſo ſind ſie auch nährend, und gehören zur Klaſſe der Düngungsmaterialien. 3. Die Aſche der Pflanzen enthält außer dem Laugen⸗ ſalze noch ſchwefel⸗, phosphor⸗und kohlenſauren Kalk und Bittererde, Eiſenoryd, ſelbſt etwas Thon⸗ und Kieſelerde. Da die erdigen Verbindungen mit Sauren ebenfalls Dün⸗ gungsmittel ſind: ſo wird die Aſche, wenn man ſie als Dünger verwendet, nirgendwo geſchieden, ſondern ganz verwendet. In Hermbſtädts Archiv VI. B. I. Heft, iſt S. 63 eine Ueberſicht, welche Quantitäten Aſche und Laugenſal die Holzarten gewähren, vom Freiherrn von Wernek, die ſeh unterrichtend iſt. Die Ulmen, Weiden, Eſchen, Ahorne geben am meiſten Pottaſche, hierauf die Föhren, Fichten, Tannen, am wenigſten die Aſpen und Erlen. 1000 Pfund Ulmenholz mit belaubten Zweigen gab 22 Pf. 30 Loth 2 dl. 3 pf. 120 rpfthl üſche, und in dieſer Aſche war 3 Pf. 7 Loth 3 pf. 44 rpfthl. Pottaſche enk⸗ halten; indeſſen 1000 Pf. Erlenholz vom Stamme 13 Pf. 28 Loth 2 dl. 2 pf. 116 rpfthl. äſche gaben, und in dieſer nur 29 Loth 9 132 2 pf. 60 rpfthl. Pottaſche enthalten war. Krome fand in 100 Theilen Aſche:(von welchem Holze?) an Salzen, und im Waſſer auflöslichen Theilen 0,0925 kohlenſaurer Kalkerde... 0,2836 —— Talkerde... 0,41 Kieſelerde mit etwas kohligen Theilen. 2,2 136 (Thaers Annal. X. B. 160,) 4. Die Holzaſche wird nur in ſeltenen Fällen als Duͤn⸗ germittel angewendet, weil es faſt immer vortheilhafter iſt ihren Gehalt an Laugenſalzen zum Behufe des Waſchens, und Seifenſiedens im Haushalte, oder in Salpeterſie⸗ dereien, Glasfabriken, Färbereien u. ſ. w. auszuziehen. 5. Die ausgelaugte Aſche bleibt aber noch immer ein ſehr ſchätzbares Düngermaterial, daß aber auch einen ſehr abweichenden Werth hat, je nachdem man es von verſchie⸗ denen Gewerbsleuten erhält. 6. Wird die Aſche in Pottaſchſiedereien, Salpeterſie⸗ dereien, u. ſ. w. bloß ausgelaugt, d. h. der Gehalt an Laugenſalzen ausgezogen: ſo bleibt eine Subſtanz über, die mit der Torfaſche die größte Aehnlichkeit in den Beſtand⸗ theilen ſowohl, als in ihrer Wirkſamkeit hat. Wird die ausgelaugte Aſche aber von Seifenſiedern, Bleichern bezo⸗ gen: ſo erhält man nebſt den gewöhnlichen Beſtandtheilen der Aſche auch noch eine beträchtliche Quantität kohlenſau⸗ ren ſowohl als ätzenden Kalkes mit, weil man dieſen mei⸗ ſtens im Uebermaße der Aſche zuſetzt, um ätzende Lauge zu erhalten, und es iſt begreiflich, daß dieſer Zuſatz die Wirk⸗ ſamkeit der Aſche um ein Beträchtliches erhöhen müſſe. Zur Seifenſiederaſche kommen aber noch ferners die in der Lauge unauflöslichen Fleiſchtheile des Fettes, ſo wie die mit kohligen Stoffen erfüllte Mutterlauge, wodurch die Seifenſiederaſche ſchätzbarer wird, als alle die angeführten Aſchenarten. gan Anna Hert ſache Men ſchw der! ten i und liche 1917 mige ttha ten ung me fand in r,0925 r‚2836 „41 ,2136 als Dun⸗ lhafter iſt Vaſchens, zalpeterſie⸗ zuziehen. immer ein einen ſehr on verſchie⸗ Salpeterſie⸗ Gehalt an über, die n Beſtand⸗ Wird die chern bezo⸗ ſandtheilen kohlenſau⸗ deeſen mei⸗ de Lauge zu t die Wirk⸗ öhen müſſe. die in der ſo wie die vodurch die angeführten 133 Ueber die Wirkung der Seifenſiederaſche zur Befruchtung ganz magerer Aecker erzählt Herr Siemens, in Thaers Annalen der Fortſchritte des Ackerbaues, III. B. S. 407, ſo wie Herr Albert ebendaſelbſt V. B. S. 327 ſehr auſſallende That⸗ ſachen, aus denen erhellet, daß in dieſer Aſche ſelbſt eine große Menge poſitiv nährender Stoffe enthalten ſeyn müſſen. Der ſchwefelſaure und kohlenſaure Kalk, die halbverkohlten Holztheile, der kleine Antheil von Laugenſalz, der immer noch darin enthal⸗ ten iſt, endlich die in der Mutter⸗Lauge aufgelöſten animaliſchen, und vegetabiliſchen Theile liefern die Stofſe, die eine düngerähn⸗ liche Wirkung am Acker hervorbringen. In den Jahren 1816, 1817 und 1818 habe ich in ausgetragene, mehr ſandig als leh⸗ mige Aecker Seifenſiederaſche geführt, und habe Erbſen davon erhalten, deren Wachsthum gegen die daneben ſtehenden ungeaſch⸗ ten ſich verhielt, wie überhaupt eine halbgedüngte, gegen eine ungedüngte Frucht. b. Torf⸗ und Steinkohlenaſche. 1. Torf und Steinkohlen geben beim Verbren⸗ nen eine verhältnißmäßig größere Menge von Aſche, wie das Holz, die ſich von der Holzaſche dadurch unterſcheidet, daß in beiden kein Laugenſalz enthalten iſt. Die Zerlegung der Torfaſche der Herren Thaer und Einhof iſt bereits(Agrik.§. III. B. g.) angeführt. Der größte Theil dieſer Aſche beſtand in dem einen Falle aus Thon und kohlenſaurem Kalke, in dem andern aus kohlen⸗ und phos⸗ phorſaurem Kalke und Thon. Eiſen, Kieſelerde und Gips ſind in minderem Verhältniſſe vorhanden. Davy fand in der Torf⸗ aſche faſt immer eine ſehr große Menge von Gips, oft den vier⸗ ten, ja wohl den dritten Theil ihres Gewichtes. Die anderen Beſtandtheile dieſer Aſche waren Kalkerde, Thonerde und Kieſel⸗ erde mit abweichenden Mengen von ſchwefelſaurem Kali, etw as Kochſalz und Eiſenoxyde.(Agrikultur⸗Chemie S. 382.) Der ab⸗ weichenden Miſchung muß man es zuſchreiben, daß die Aſche ge⸗ wiſſer Gegenden in Holland, wo man bloß Torf brennt, mehr geſchätzt wird, als andere. Die Steinkohlenaſche enthält gewiß eben ſo ſehr abwei⸗ chende Beſtandtheile der Qualität und Quantität nach, wie die Torfaſche. Es gibt Steinkohlenaſche, die ziemlich viel ſchwefel⸗ ſaures Kali, Gips und andere Verbindungen verſchiedener Säuren mit Erden enthält. So enthält die Lavantthaler Stein⸗ kohlenaſche in Kärnten beinahe o,o5 im Waſſer auflöslicher Subſtanzen, die größtentheils Glauberſalz ſind: während die Aſche der Steinkohlen bei Sonnegg in Kärnten größtentheils aus kohlenſaurem und wenig ſchwefelſaurem Kalke mit Thon und Kieſelerde beſtehet. 2. Die Torf⸗ und Steinkohlenaſche iſt keiner anderen mehr Nutzen bringenden Verwendung fähig, und wird daher überall als Düngermittel angewendet. 3. Ihre Wirkung muß in dem Verhältniſſe größer ſeyn, als ihr Gehalt an Gips, oder den übrigen Verbin⸗ dungen der Schwefel⸗ und Phosphorſäure mit Laugenſalzen, und Erden größer iſt. E. Salpeterſaure Salze. 1. Die Verbindungen der Salpeterſäure mit Laugenſalzen und Kalkerde begünſtigen das Wachs⸗ thum der Pflanzen ohne allen Zweifel; nur kann von ihnen beim Ackerbau entweder gar kein, oder ein höchſt beſchränk⸗ ter Gebrauch gemacht werden, weil ſalpeterhaltige Erde faſt immer mit größerem Vortheile ausgelaugt und auf Salpeter, als wie zu Dünger benützt wird, und Salpeter ſelbſt ein zu koſtſpieliger Dünger iſt, als daß ihn der Land⸗ wirth bezahlen könnte. Man findet den Salpeter in einigen Pflanzen; z. B. im Tabak und im Safte der Stängel des Mais völlig gebildet vor. Es iſt freilich der Salpeter nur ein aus Stickſtoff und Sauerſtoff zuſammengeſetzter Körper, der bei der Zerſetzung der organiſchen Subſtanz gebildet wird: das beweiſt aber nichts dagegen, daß man ihn nicht als Pflanzennahrung anſehen könne, wenn man ihn anwendet, ſo wie er durch die Kunſt dargeſtellt wird, zumal es in der Erfahrung gegründet iſt, daß der Salpeter das Wachs⸗ thum der Pflanzen befördere. F. Kochſalzſaure Salze. 1. Die Verbindungen der Kochſalzſäure mit Lau⸗ genſalzen und Kalk und Bittererde, wenn ſie in einer ſchicklichen Maſſe dem Boden einverleibt werden, brin⸗ gen ebenfalls düngerähnliche Wirkungen hervor; allein es er anderen und wird niſſe größer hen Verbin⸗ zugenſalhen, ſäure mit das Wachs⸗ von ihnen dbeſchränk⸗ altige Erde t und auf Salpeter der Land⸗ z. B. im bildet vor. Sauerſtoff organiſchen gegen, daß in man ihn d, zumal das Wachs⸗ mit Lau⸗ enn ſie in den, brin⸗ allein es 135 gilt von ihnen daſſelbe, was wir ſo eben von den Verbin⸗ dungen der Salpeterſaäure geſagt haben. Viele Pflanzen wachſen nur in ſolchem Boden, worin koch⸗ ſalzſaures Natrum— gemeines Kochſalz— vorhanden iſt, und durch das Verbrennen derſelben gewinnt man die gemeine Barill, die in kohlenſaurem Natrum beſteht, von der die Kochſalzſäure durch das Brennen verflüchtigt worden iſt. Die Abfälle bei den Salinen, die man in ſehr großer Maſſe, oft umſonſt, oder ſehr wohlfeil haben kann, ſind der Dorn⸗ und Pfann⸗ ſtein, die aber beide nichts anderes als Gips und kohlenſaurer Kalk ſind, die man zerſtampfen muß, wenn man ſie verwenden will. Je nachdem mehr oder weniger Gips in dieſen Abfällen vorhanden iſt, je nachdem wird auch ihre Wirkung größer oder kleiner ſeyn. Eine Miſchung von Pfannſtein, Pfannenſchlamm und Aſche, die auf manchen Salinen unter dem Nahmen Dünger⸗ ſalz verkauft wird, hat zweifelsohne größere Wirkſam keit als der einfache Pfann⸗oder Dornſtein. Siehe hierüber die Abhand⸗ lung von Fr. Pohl im VIII. B. der Thaer'ſchen Annalen. §. V. b. Von der Zubereitung der düngenden Subſtan⸗ zen, ehe man ſie dem Boden einverleibt. 1. Alle Körper ſind nur in ſofern pflanzennährend, als ſie im Waſſer auflöslich ſind, und von den Pflanzen⸗ wurzeln angeſaugt werden können. 2. Die näheren Beſtandtheile der Thiere und Pflanzen ſind für ſich zum Theil im kalten Waſſer auflöslich, zum Theil nicht. 3. Zu den erſteren gehören von den thieriſchen Subſtanzen: der Schleim, Leim, die Eiweißma⸗ terie, der Harnſtoff, die Blaſenſteinſaure; zu den letzteren: der Faſerſtoff, fette und öhlige Subſtanzen, Knochenmaterie u. ſ. w. 4. Von den näheren Beſtandtheilen der Pflan⸗ zen ſind im kalten Waſſer auflöslich: Gummi, Schleim, Zucker, Eiweisſtoff, Extraktivoſtoff, 136 wohin wir auch die färbenden, betaubenden, bittern, gärbenden Stoffe der Pflanzen zäh⸗ len, dann die Pflanzenſäuren und ihre Verbin⸗ dungen mit Laugenſalzen. Im kalten Waſſer ſind unauflöslich: Holzfaſer, Stärke, Kleber, elaſtiſches Gummi, Wachs, Harz, Kampfer, fette und flüchtige Oehle. 5. Bringt man friſche thieriſche, oder vegetabiliſche Subſtanzen in Berührung mit wachſenden Pflanzen; ſo werden dieſe um ſo üppiger wachſen, als jene auflösliche Stoffe in ſich enthalten, und ihr Wachsthum wird um ſo kleiner ſeyn, je weniger auflösliche Materie in denſelben vorhanden iſt, oder in einem gegebenen Zeitraume ſich in denſelben bildet. 6. Weil aber der größere Theil der todten organiſchen Materie im kalten Waſſer für ſich nicht auflöslich iſt: ſo würden die wachſenden Pflanzen von ihr nur geringen Vortheil ziehen, wenn ſie nicht durch den Faulnißprozeß in einen Zuſtand verſetzt würde, wodurch ſie allgemach im Waſſer ganz auflöslich wird. A. Thieriſche Körper. 1. Alle thieriſchen Subſtanzen ſind ſehr zu⸗ ſammengeſetzte, und bis auf die Knachen nur gering zu⸗ ſammenhängende Körper, die unter den Bedingungen der Fäulniß ſchleunig ſich zerſetzen, und eben deßwegen im kürzeſten Zeitraume den Pflanzen die größte Menge von Nahrung liefern.— Weil aber die wachſenden Pflanzen nur in demfelben Verhältniſſe Nahrung erheiſchen, als ihr Wachsthum ſchnell und groß iſt: ſo erhellet hieraus, daß wenn man bloß thieriſche Subſtanzen zu ihrer Duͤn⸗ gung verwendet, dieſelben keine vorbereitende Behandlung —õ nöthi hheil gen rung wie Kör den cend benden, nzen zäh⸗ Verbin⸗ Vaſſer Kleber, ampfer, etabiliſche anzen; ſo auflösliche ird um ſo denſelben zme ſich in organiſchen lich iſt: ſo geringen lnißprozeß gemach im d ſehr zu⸗ gering zu⸗ zungen der ßwegen im Menge von n Pflanzen ſchen, als et hieraus/ hrer Duͤn⸗ zehandlung 137 nöthig haben, welche die Maſſe der auflöslichen Beſtand⸗ theile vermehrte; denn für den geringen Bedarf der jun⸗ gen Pflanzen hat die rohe thieriſche Subſtanz genug Nah⸗ rung an Schleim, Leim, Eiweißmaterie u. ſ. w. und ſo wie ſie größer wird, fault und zerſetzt ſich der thieriſche Körper, wenn er anders in hinlänglicher Quantität im Bo⸗ den vorhanden iſt, und verſieht die Pflanzen mit hinrei⸗ chender Nahrung. 2. Da die thieriſchen Körper ſo leicht zerſetzbar ſind, der Prozeß der Zerſetzung und Fäulniß aber immer mit Verflüchtigung eines Theiles der Subſtanz verbunden iſt, ſo muß man die Faͤulniß derſelben ſo lange zu hindern ſich bemühen, bis man ſie in den Boden gebracht hat. Der Kloakendünger wird in Frankreich gedörrt, hierauf vermahlen, und wird überall nur über die wachſenden Pflanzen ausgeſtreuet, und die Chineſen mengen ihn ganz friſch mit Lehm oder Mergel, und machen Ziegel daraus, die ſie trocknen, und dann in gehöriger Zeit verwenden. In beiden Fällen wird der zerſtörenden Fäulniß vorgebeugt, ohne daß man dieſe Dün⸗ germittel der Unwirkſamkeit beſchuldiget. Die Gärtner um Pescia im Toskaniſſchen verwenden dieſen Dünger, ſo wie ſie ihn aus den Kloaken der Städte erhalten, unmittelbar, nur mit Waſſer verdünnt, indem ſie die grünenden Pflanzen damit begießen,(Simonde, S. 18), und nichts übertrifft die Wirk⸗ ſamkeit dieſes Düngers. 3. Streuloſe, thieriſche Exkremente müſſen daher, wenn man ſie nicht bald verwendet, entweder getrocknet, oder mit vielem Waſſer vermengt werden. Im letztern Falle wird die Fäulniß und Verflüchtigung der feſten Subſtanz zwar nicht ganz gehindert, aber doch ſehr verzögert. Wenn man, wie dieß in den meiſten Gegenden der Schweiz üblich iſt, die Exkremente des Viehes mit vielem Waſſer vermengt, in unterirdiſchen Behältniſſen ſo lange auf⸗ bewahrt, bis ſie ſchicklich verwendet werden können, ſo hat man hierbei den Vortheil, daß die düngende Subſtanz ſehr gleichför⸗ mig über den Boden verbreitet, und daß ihre raſche Zerſetzung durch den Ueberfluß des Waſſers gehemmt wird.„ Die Aufgabe, wie alle Beſtandtheile der todten organiſchen 138 Materie den lebenden Pflanzen zu Nutzen zu bringen ſeyen, kann ſicher nur dadurch erreicht werden, wenn man die unzerſetzte todte Materie in den Bereich, oder in die Berührung der lebenden Pflanze bringt, deren Wurzeln dann die urſprünglich auflöslichen, oder durch die Fäulniß auflöslich werdenden Beſtandtheile der orgoni⸗ ſchen Materie einſaugen und ſich aneignen.— Wenn daher die todte organiſche Materie eine hinlängliche Menge auflöslicher Beſtandtheile in ſich enthält, um ſogleich Nahrung abgeben zu können, und wenn dieſe Subſtanz von der Art iſt, daß ſie ſich unter den Bedinqungen der Fäulniß im Boden hinlänglich ſchnell zerſetzt, um es den Pflanzen nie an Nahrung gebrechen zu laſſen; ſo iſt jede frühere Beförderung der Fäulniß derſelben ein offen⸗ harer Verluſt von Pflanzennahrung. B. Vegetabiliſche Körper. 1. Die vegetabiliſchen Körper, die man zur Ernäh⸗ rung der Pflanzen als Dünger verwendet, ſind entweder grünende Pflanzen, oder Körner im ganzen, oder gepülverten Zuſtande, oder Humus von verſchiedener Natur, oder trockene Pflanzen von verſchiedener Form, Zuſammenhang und Beſtandtheilen. 2. Indem man die grünenden Pflanzen unter⸗ pflügt, und mit Erde bedeckt, damit ſie während ihrer Zerſetzung im Boden eine andere Saat ernähren, erfüllt man die Aufgabe möglichſt, von der wir ſo eben geſpro⸗ chen haben. Die untergepflügten Pflanzen finden genug Feuchtigkeit, Luft und Wärme im Boden, um ſich im Verlaufe eines Jahres ganz, oder größtentheils zu zerſetzen, und nach Verſchiedenheit ihrer Maſſe und ihrer Miſchung eine größere oder kleinere Wir⸗ kung als Dünger hervorzubringen. Es würde ein ſehr weſent⸗ licher Subſtanz⸗Verluſt ſeyn, wenn man im Herbſte die Wicken⸗ oder Buchweitzenſaat abmähen, und über Winter in Haufen lie⸗ gen laſſen wollte, um ſie zur Fäulniß zu bringen, und ſie dann erſt im Frühlinge auf den Acker zu bringen, und unterzupflügen, abgeſehen von der mehreren und ſchädlichen Arbeit, die hiebei verſchwendet würde. Die grünenden Pflanzen, mit Ausnahme alter, holziger Luzern⸗ und Esparſettwurzeln, ſind voll Saft, mit Schleim, Zucker, Eiweiß und andern auflöslichen Subſtanzen gemiſcht; ihr Zuſammenhang iſt gering, und die Holzfaſer iſt noch ſeyen, kann erſetzte todte nden Pflanze glichen, oder der organi⸗ n daher die auflöslicher abgeben zu daß ſte ſich glich ſchnell mzu laſſen; ein offen⸗ zur Ernäh⸗ d entweder anzen, oder erſchiedener erſchiedener en unter⸗ rend ihrer en, erfüllt en geſpro⸗ Feuchtigkeit, ines Jahres eſchiedenheit leinere Wir⸗ ſehr weſent⸗ die Wicken⸗ Haufen lie⸗ und ſie dann kerzupflügen, . de hiebei er, holziger it Schleim, n gemiſcht; er iſt noch 139 nicht ſo ausgebildet, auch nicht in ſo großer Menge vorhanden, wie bei den reifen Gewächſen. Darum gewähren ſie ſchnelle Nah⸗ rung, und ſo gering auch im Ganzen die Maſſe derſelben ſeyn mag, die ſie liefern, ſo iſt ſie doch hinlänglich, einer Saat zu genügen, weil ſie während dem Wachsthume dieſer ganz verzehrt wird. Darum bemerkt man von einer grünen Düngung, die aus blühenden Wicken, Buchweitzen, Lupinen beſtand, nur für eine Saat Wirkung, und nur alte Luzern⸗ und Esparſettfelder liefern für mehrere Jahre Nahrung. 3. Verwendet man Körner zur Ernährung der Pflan⸗ zen; ſo bedürfen dieſe, wenn man ſie nach getödtetem Keime unter die Erde bringt, keiner Vorbereitung. Sie faulen da ſchnell, und liefern viele und ausgiebige Nahrung. Bringt man ſie aber nicht in die Erde, ſondern will ſie nur zur Ueberſtreuung der wachſenden Pflanzen verwenden, ſo muͤſſen ſie zuvor zu Mehl gemahlen werden. In Italien iſt es nicht ungewöhnlich, kümmernde Pome⸗ ranzen⸗ und Limonienbäume mit Lupinenkörnern zu düngen, die man zuvor hitzt, um die Keime zu tödten, und dann rings um den Stamm des Baumes vergräbt. Die Saaten mit Getreide⸗ mehl zu düngen, dürfte wohl nicht vortheilhaft ſeyn, obgleich dieſe Art der Düngung gewiß ſehr wirkſam wäre; aber ſie mit den ausgepreßten, getrockneten und zerkleinerten Oehlkuchen zu überſtreuen, iſt in den Niederlanden und in England ſehr gewöhnlich. Ein ſehr ſprechender Beweis, unſers Erachtens, daß die im Waſſer auflöslichen Beſtandtheile der todten Vegeta⸗ bilien von den Wurzeln der lebenden unmittelbar angeſogen, und in ihre Natur verwandelt werden. Die große Menge von Schleim, die in den ausgepreßten Oehlkuchen vorhanden iſt, wird durch den Regen den Pflanzen geſchwind, und unmittelbar zugewendet, ohne daß dieſe oben überliegende Subſtanz in Fäul⸗ niß übergeht, was ungleich ſpäter erſt geſchieht, und wodurch erſt der Kleber, und die Holzfaſer auflöslich werden; weßwegen man auch nach übergeſtreueten Oehlkuchen ſchleunige Wirkungen am Acker wahrnimmt, was nicht geſchehen könnte, wenn bloß erſt durch die Fäulniß Nahrung entwickelt werden müßte. Um ſich die Mühe des Zerkleinerns der Oehlkuchen zu erſparen, wirft man ſie häufig in die Jauche, und verbreitet ſie mit derſelben über den Acker. 4. Wir haben verſchiedener Arten von Humus als Düngermaterialien erwähnt: Teichſchlamm, Moder und Torf. Alle dieſe Subſtanzen können unmittelbar in 14⁰0 die Aecker geführt werden, und es iſt keinem Zweifel unter⸗ worfen, daß ſie durch die Umänderung der phyſiſchen Be⸗ ſchaffenheit des Bodens mittelbar, und durch die Ver⸗ mehrung der pflanzennährenden Beſtandtheile unmittiel⸗ bar zur erhöhten Fruchtbarkeit derſelben beitragen. Herr Vaughan von Namert in England hat auf das Anrathen Davy' mit vielem Erfolge Torferde auf ſandigem Boden angewendet.. 5. Der Humus dieſer Subſtanzen iſt aber immer ent⸗ weder in einem ſauren, oder zu ſtark verkohlten Zuſtande, oder es finden ſich beide Zuſtände. Dadurch aber ver⸗ liert er ſeine Auflöslichkeit, und man bemerkt von der Anwendung eines ſolchen Düngers, oft nur eine ſehr ge⸗ ringe Wirkung, die der Mühe nicht lohnt, die man darauf verwendet. Arthur NYoung gibt dem Torfſtaube viel mehr Lob, als alle deutſchen Landwirthe. »Er bewirkt überall daſſelbe wie die Aſche. Man häͤlt den Torfſtaub als das vortrefflichſte Ueberdüngungsmittel für „die Zwiebelbeete im Garten, auch bemerkt man nicht, daß vmehr Unkraut neben dieſem Düngmittel aufſproßte.— Er hat große Wirkungen auf die Diſteln, welche, wenn ſie damit über⸗ »ſtreuet werden, verwelken, als wenn ſie ausgedörrt würden. »Sie erhohlen ſich aber wieder, wenn man ſie nicht wiederhohlt »mit Torfſtaub überſtreuet.«“(The Farmer'’s Calendar. 8te Auflage. London, 1809. S. 172.) 6. Die Auflöslichkeit eines ſolchen Humus wird aber befördert, wenn man ihn mit kaliſchen Köpern: Kalk, Mergel, Aſche, Seifenſiederaſche mengt, die ihn entſaͤuern, oder wenn man dieſe Körper mit faulenden thieriſchen Subſtanzen in Verbindung bringt, die ſie ebenfalls ent⸗ ſäuern, und der ſtockenden Zerſetzung einen Vorſchub geben. Saurer Humus verliert aber auch ohne alle Beimen⸗ gung von Dünger oder kaliſchen Körpern ſeine Säure, wenn der Boden trocken gelegt, und durch die Anwendung des Pfluges gelüftet wird. 2 1 1 14¹ veifel unttt„. Der Teichſchlamm bedarf kaum einer anderen ſiſchen Be⸗ Vorrichtung, um als Dünger zu dienen, als daß man ihn hh die Ver⸗ einige Monathe der Luft auf einem trockenen Orte aus⸗ e unmittel geſetzt läßt. Er enthält nicht immer ſauren Humus, und ſen. die beigemengten unzerſetzten thieriſchen und vegetabili⸗ nd hat auf ſchen Subſtanzen bringen eine hinlängliche Gährung in uf ſandigem ihm hervor, daß er dann im Boden ſogleich Nahrung . abzugeben im Stande iſt.. immer ent⸗ a uſtande, 8. Der Moder muß eben ſo, wie der Teichſchlamm, h aher der eine Weile in Haufen der Luft ausgeſetzt bleiben, damit ſt won der das überflüſſige Waſſer verdünſte, und eine neue Gährung in ſer ge in demſelben entſtehe, welche die Saure zerſetzt, und den , de nar Humus auflöslicher macht. 9. Setzt man dem Moder kaliſche Körper zu, ſo wird ſeine Auflöslichkeit um vieles befördert, und ſein e viel mehr Wicir Nan bält Werth dadurch beträchtlich erhöht. Geni n 10. Der Torf iſt an und für ſich noch unauflös⸗ — Er hat licher wie der Moder, auch iſt er nicht ſo ſehr wie dieſer dutbe in Humus umwandelt, und enthält noch eine große wiederhohlt Menge von zuſammenhängenden Wurzeln, und Blättern. alendar. 8te 11. Seine Auflöslichkeit wird dadurch ſehr befördert, wenn man ihn, gleich dem Moder, eine Weile in Haufen liegen läßt, in denen eine neue Gährung die Menge des auflöslichen Humus vermehrt. 8 wird aber ern: Kalk, en entſäuern, i thieriſchen 12. Man erreicht aber dieſen Zweck geſchwinder, benfalls ent⸗ wenn man ſeine Gährung durch zugeſetzte thieriſche Aus⸗ en Porſchub würfe beſchleunigt. Indem man ihn den Thieren in den Ställen unterſtreuet, hat man den Vortheil, deuſelben ein alle Beimen⸗ reines und trockenes Lager zu verſchaffen, und durch das ziur pſahe faule Ferment der Exkremente die Gährung und Entſäue⸗ rung des Torfes zu befördern. 142 13. Wäre mehr Torf vorhanden, als man ſchicklich mit Exkrementen miſchen kann; ſo müſſen dem übrigen die obbeſagten kaliſchen Subſtanzen ſchichtenweiſe zugeſetzt werden, die nicht nur allein ſeine Saͤure neutraliſiren, ſondern auch, wenn es Laugenſalze ſind, ihn ſchleunig auflößlich machen. Hat man keine ſolche Subſtanzen, ſo wird der Torf an Auflöslichkeit gewinnen, wenn man ihn in kleinen Haufen wenigſtens ein halb Jahr lang liegen laßt, ehe man ihn in die Aecker bringt. 144. Trockene, unzerſetzte Pflanzen, oder Pflanzentheile ſind die gewöhnlichſten und häufigſten Düngermaterialien. Hieher gehören: Stroh, Laub, Baumzweige, Schilf, Heidekraut, Farren⸗ kraut und Gäͤrberlohe. 15. Alle dieſe Vegetabilien enthalten eine geringe Menge im kalten Waſſer auflösliche, gegen eine große Menge unauflöslicher, vorzüglich holziger Subſtanz. Bringt man ſie allein, und für ſich in die Oberfläche des Bodens, ſo gewähren ſie den darin wachſenden Pflan⸗ zen in ſo lange faſt gar keine Nahrung, bis ſie durch die Fäulniß zerſetzt und auflöslich gemacht worden ſind. 16. Weil aber die Faͤulniß der meiſten dieſer Kör⸗ per, wenn ſie der Erde oberflächlich beigemiſcht worden, nur ſehr langſam vor ſich geht, und ihre Vermengung mit der Erde nur dadurch möglich würde, daß man ſie vorher gehörig zerkleinerte, oder ſie in die Pflugfurche einlegte: ſo iſt es vortheilhafter ihre Fäulniß früher be⸗ ginnen zu laſſen, ehe ſie in den Boden gebracht werden, damit ſie früher zum größeren Theile auflöslich werden, und ſich in der Folge ſchleuniger zerſetzen, und damit ſie auch ihren Zuſammenhang verlieren, und mit geringerer Müh Fönue dem einer Edt der das wie! unter ſtrut getat wende well werd krau vers an ſchicklch übrigen die iſe zugeſezt neutraliſtten, in ſchleunig bſtanzen, ſo nn man ihn lang liegen nen, oder d häufigſten oh, Lauh, „Farren⸗ eine geringe eine große Subſtanz. Oberflaͤche den Pflan⸗ is ſie durch den ſind. dieſer Kör⸗ ſcht worden, Vermengung daß man ſie Pflugfurhe ß fräͤher be⸗ acht werden, lich werden, nd damit ſie t geringerer 143 Mühe, und vollkommen der Erde einverleibt werden können. Stroh und Laub verfaulen bald in der Erde, wenn ſie mit dem Pfluge wohl untergebracht worden ſind. Die Wirkungen einer hohen, und dichten Stoppel, die man gleich nach dem Schnitte unterpflügt, ſind nicht zu verkennen, und jene Stellen der Aecker, auf die benachbarte Bäume ihr Laub fallen laſſen, das im Frühlinge mit untergeackert wird, ſind immer fruchtbarer wie die uͤbrigen. Das Laub könnte man ohne alle Vorbereitung unterackern, nachdem es zuvor gleichförmig über den Acker ge⸗ ſtreut worden wäre: aber das Stroh, und alle die andern Ve⸗ getabilien, wenn man ſie für ſich als Düngermaterialien ver⸗ wenden wollte, müßten früher zerhackt und verkleinert werden, weil ſie ihrer Länge wegen ſonſt nicht unter die Erde gebracht werden können. In dieſem Zuſtande würden Stroh und Farren⸗ kraut, die ſich bald zerſetzen, zweifelsohne ſehr oft mit Vortheil verwendet werden können, beſonders bei Früchten, die in weit von einander entfernten Reihen gepflanzt, und ſpäter behäuft werden, z. B. bei Kartoffeln, Erbſen, Mais u. ſ. w.; allein von den übrigen Vegetabilien, wenn man ſie auch mit Sorgfalt unter die Erde brächte, würden die Saaten des erſten Jahres zu wenig Nahrung erhalten, weil dieſe holzigen Subſtanzen zu ſehr zu⸗ ſammenhängen, und nicht ſo bald ſich zerſetzen, da ihnen die Bedingungen mangeln, unter denen dieſe Körper bald faulen. Zwar verwendet man Bündel von Erlen⸗ und andern Holz⸗ Neiſern als Dünger in den Weingärten, allein man vergräbt die⸗ ſelben tief genug, damit ſie nicht ausdörren, und dann erwartet man von ihnen auch nicht, daß ſie in demſelben Jahre noch das Wachsthum der Reben befördern ſollen, deren Wurzeln erſt in der Folge dahin gelangen, und Nahrung daraus ziehen. Die Verwendung des Strohes und der andern Streumaterialien zur unmittelbaren Düngung kann daher aus mehreren Urſachen nicht Statt haben, weil eine große Maſſe dieſer ſpezifiſch leich⸗ ten Körper kaum mitteſt des Pfluges mit Erde bedeckt werden könnte, und wenn dieß auch mit einer Nachhülfe bewirkt würde, man dadurch den Boden hohl legen und leicht ein Verdorren der Pflanzenwurzeln verurſachen würde; und weil die meiſten dieſer Subſtanzen nicht in dem Verhältniſſe ſich ſchnell genug zerſetzen, als die Pflanzen Nahrung bedürfen. 17. Die Fäulniß der Vegetabilien wird in einem ge⸗ gebenen Zeitraume um ſo größere Fortſchritte machen, als die Pflanzenkörper ſelbſt weniger zuſammenhängen, und in Hinſicht ihrer Beſtandtheile zuſammengeſetzter ſind; je mehr ſie ſich ferner in einer Lage befinden, die den Bedin⸗ gungen der Fäulniß entſpricht, und je größer und wirkſa⸗ 144 mer die beigemengte Menge des faͤulnißerregenden„ frem⸗ den Körpers iſt. Blätter, und dünne, mit Schleim gemiſchte Holzfaſern, d. h. Stroh, faulen von allen oben angeführten Düngermateria⸗ lien am ſchnellſten; bloßes Holz am langſamſten, obgleich auch bei dem ſelbem ein großer Unterſchied obwaltet, ob es nämlich von den einjährigen, ſaftigen und mürben Aeſten, oder vom Stamme alter Bäume herrührt.“ Große Stücke älteren Holzes, beſonders von den feſt zuſammenhängenden, ſpezifiſch ſchwerſten, faulen ſo ſpät, und ſo unmerklich langſam, daß man ſie beim Ackerbau als völlig unnütz betrachten muß: indeſſen die Sägſpäne des weicheren Holzes, wenn man ſie mit den Exkrementen der Thiere miſcht, und mehrere Monate lang liegen läßt, allerdings ſchon zum Theil auflöslich geworden ſind, und den Pflanzen Nahrung gewähren. 18. Die Fäulniß der vegetabiliſchen Düngermateria⸗ lien wird im ſchnellſten Zeitraume vor ſich gehen, wenn wir dieſelben mit thieriſchen Exkrementen mengen, und dieſes Gemenge in ſchicklich großen Haufen unter den Be⸗ dingungen der Gährung ſtehen laſſen. Alle Körper gehen um ſo ſchneller in Fäulniß über, und zerſetzen ſich, je vollſtändiger ihnen die Bedingungen, unter denen die Gährung überhaupt Statt ſindet, gewährt ſind. Dieſe ſind: eine hinlänglich große Anhaufung der zu zerſetzenden Subſtanz, Waſſer, Wärme und Luft in ſchicklicher Maſſe. Das Stroh am Dache fault nicht, obgleich alle dieſe Bedingungen theilweiſe vorhanden ſind, weil ſie nie insgeſammt auf daſſelbe einwirken; vergraben wir aber Stroh in die Erde, und bedecken es nur ei⸗ nige Zoll hoch mit Erde, ſo werden wir finden, daß es im Ver⸗ laufe weniger Wochen ſchon ſeinen Zuſammenhang verloren haben wird. Läßt man einen Haufen Stroh frei der Einwirkung des Negens und der Luft ausgeſetzt, und iſt er nicht ſo geformt, daß das Regenwaſſer von ihm abgleitet, ſondern in ihn eindringt: ſo fault dieſer Haufen um ſo ſchneller zuſammen, je wärmer nebſt⸗ bei die Witterung, und je größer der Strohhaufen war. Haben wir dieſem Strohhaufen noch überdieß einen Körper zugeſetzt, der ſchon in der faulen Gährung begriffen war, oder äußerſt leicht in denſelben übergeht; z. B. thieriſche Exkremente: ſo wird da⸗ durch die Fäulniß noch früher herbeigeführt, und raſcher fortge⸗ ſetzt, denn Vegetabilien gehen für ſich unter den Bedingungen der Gährung nicht ſogleich in Faulniß über, ſondern ſie werden erſt ſüß, dann ſauer, endlich faul. Setzt man ihnen aber ein faules Ferment zu, d. h. einen faulenden Körper, ſo kann weder die ſüße, noch ſaure Gährung mehr Statt haben, und ſie gehen unmittelbar und ſchleunig in Fäulniß über. den, ften⸗ e Holffaſern, ungermateria⸗ obgleich auch nämlich von om Stamme ³, beſonders n, faulen ſo Ackerbau als des weicheren hiere miſcht, ſchon zum en Nahrung germateria⸗ ehen, wenn tengen, und teer den Be⸗ ß über, und unker denen Dieſe ſind: en Subſtanz, s Stroh am en theilweiſe de einwirken; en es nur ei⸗ zßes im Ver⸗ erloren haben mirkung des geformt, daß eindringt: ſo wäͤrmer nebſt⸗ war. Haben per zugeſetzt, Lußerſt leicht ſo wird da⸗ raſcher fortge⸗ Bediugungen en ſie werden nen aber ein ſo kann weder und ſie gehen 145 Wie groß ein ſolcher Haufen ſeyn ſoll, hängt von der leich⸗ jern oder ſchwerern Zerſetzbarkeit des Vegetabils ab, das hier mit den Exkrementen gemengt iſt. Stroh, Laub, und Farren⸗ kraut gehen leicht und bald in Fäulniß über, und würden ſich in großen Haufen leicht zu ſehr erhitzen, und zum Nachtheile des Landwirthes zu ſehr verflüchtigen, indeſſen holzige Körper und Torf in größere Maſſen aufgehäuft ſeyn dürfen, oder müſſen, wenn ſie ſich in der gleichen Zeit eben ſo weit zerſetzen ſollen. 19. Dadurch, daß wir dieſe vegetabiliſchen Dünger⸗ materialien unſeren Hausthieren unterſtreuen, haben wir noch den Vortheil, daß wir denſelben ein reinliches und trockenes Lager bereiten, und daß ſie ſelbſt die Arbeit der Mengung ihrer Erkremente mit der Streu vollbringen. o. Alle Vegetabilien, die man nicht geradezu auf die Aecker als Düngermittel führen darf, werden den Thie⸗ ren untergeſtreuet, und heißen deßwegen Streu, Streumaterialien. 21. Die Art die Streu mit den Exkrementen in eine möglichſt genaue Mengung zu bringen, iſt verſchieden nach der mehreren oder minderen Freiheit der Bewegung der Thiere in den Ställen und nach der Menge und Verſchie⸗ denheit der Streu. Je mehr die Thiere in den Ställen ſich frei herumbewe⸗ gen können, je gleichförmiger wird die untergelegte Streu allent⸗ halben mit ihren feſten und flüſſigen Exkrementen durch ſte ſelbſt gemiſcht werden; je weniger ſie ſich bewegen können, indem ſie angehängt ſind, und gedrängt ſtehen, je unvollkommener iſt die Mengung der Streu mit den Exkrementen, und je mehr muß nachgeholfen werden, wenn der Zweck der Gleichförmigkeit erreicht werden ſolll Von der Verſchiedenheit der Stren hängt ebenfalls, aber im minderen Grade die Art der Einſtreuung und Mengung der⸗ ſelben mit den Exkrementen ab. Je leichter ſich die Streu mit den Abfällen miſcht, und den Urin anſaugt, je mehr iſt ſie ge⸗ eignet den angehängten Thieren untergelegt zu werden. Je hol⸗ ziger, oder je länger ſie iſt, je mehr iſt es nothwendig, daß ſie von den Thieren übergangen, und durch Treten mit ihren Ab⸗ fällen gemengt werde. Eben ſo kann eine große Maſſe von Streu nur dadurch mit ben Exkrementen gehörig in Miſchung kommen, wenn ſie von den frei darauf herumgehenden Thieren Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Bz. 10 146 allenthalben wohl damit gemengt, und durchtreten wird, und mit einer geringen Menge von Streu langt man nur aus, wenn die Thiere angehängt ſind, und dicht aneinander ſtehen. Wo man keine andere Streumaterialien hat, als die der Acker liefert, muß man mit denſelben möglichſt wirthſchaftlich ver⸗ fahren, und in dieſen Fällen findet man das Hornvieh angehängt, und man räumt täglich den Miſt ſammt der Streu unter den Thieren weg. Wo man Ueberfluß an Streumaterialien hat, z. B. in ſehr fruchtbaren Gegenden, wo im Winter bei hinlänglichem Heu und Klee nur wenig Stroh gefüttert wird; beim Zehentzuge; oder wo man ſich viele Streu verſchaffen kann, indem man Schilf, Farrenkraut, Laub u. ſ. w. auf eigenem Boden erhält; da findet man die Thiere, wie in den Viehhöfen von England, oder in den geräumigen Stallabtheilungen unſerer Gebirge, frei herumgehen, und die Streu mit ihren feſten und flüſſigen Exkrementen auf das genaueſte miſchen. Schafe und Schweine laufen überall frei in ihren Ställen herum, und durchtreten allenthalben die ihnen gegebene Streu. Die erſtern bedürfen nur wenig hievon, weil ihre Ex⸗ kremente mehr trocken ſind, und ihr Harn wenig beträgt. Ihre Vließe ſind daher im Winter nicht ſchmutziger, wie im Sommer. Dagegen entleeren die Schweine einen viel weichern Koth und ſehr viel Harn, und weil ſie in ihren Ställen mehr mit Flüſſigem genährt werden, wie die übrigen Thiere: ſo bedürfen ſie einer oftmaligen Reinigung ihrer Ställe, und einer großen Menge von Streu.— Den Miſt der Schafe kann man den ganzen Winter über in den Ställen laſſen; denn da er bei der geringen Menge von Streu faſt ganz aus ihren Exkrementen beſteht, ſo bedarf er keiner Vorbereitung, braucht nicht in Gährung über⸗ zugehen, die ihm nur nachtheilig würde, weil man zuviel an Subſtanz verlore, ohne durch die verbeſſerte Qualität ent⸗ ſchädiget zu werden, und er kann geradezu auf die Aecker geführt werden. Die Menge der Streu, welche die Schweine nöthig ha⸗ ben, würde die für ſie beſtimmten Ställe bald anfüllen. Es wird daher der Stall nach Verſchiedenheit der Jahreszeit, und nach der Verſchiedenheit ſeiner Bauart bald früher bald ſpäter, immer aber dann ausgemiſtet, wenn der Raum für die Tröge und Thuren anfängt beengt zu werden. Die Pferde ſind in allen Wirthſchaften, wo man nicht Pferdezucht betreibt, immer angehängt, und da man dieſe Thiere mit vielem Fleiße reinlich hält; ſo wird ihnen nur Abends einge⸗ ſtreuet, und man beſtreitet ein reinliches Lager für ſie mit der verhaltnißmäßig kleinſten Menge von Streu, denn nur der hin⸗ tere Theil der Streu wird von den angehängten Thieren verun⸗ reiniget, der vordere wird weggeräumet, und dient für die fol⸗ genden Tage. Daher iſt der Stallmiſt von Pferden, gleich jenen von Schafen ſo wirkſam, weil er faſt bloß aus thieriſchen Abfällen beſtehet, und eine ſo geringe Menge von Stroh in ſich enthält, das von allen Streumaterialien ſich am leichteſten zerſetzt. wird, und taus, wenn en. als die der ſchaftlich ver⸗ hangehäͤngt, eu unter den n hat, z. B. inlänglichem Zehentzuge; indem man den erhaͤlt; England, Gebirge, und flüſſigen rei in ihren nen gegebene eil ihre Ex⸗ trägt. Ihre im Sommer. ern Koth und nit Flüſſigem xfen ſie einer oßen Menge den ganzen der geringen beſteht, ſo hrung über⸗ n zuviel an ualität ent⸗ ꝛcer geführt nöthig ha⸗ füllen. Es reszeit, und bald ſpäter, r die Tröͤge do man nicht dieſe Thiere bends einge⸗ ſie mit der rur der hin⸗ eren verun⸗ für die fol⸗ rden, gleich 1s tjierichen Stroh in ſi teſten zer ſetzt. 147 Weil man ihre Abfälle mit der wenigen Streu aber taͤglich weg⸗ räumt und dieſes Gemenge vor allen andern geneigt iſt, ſchleu⸗ nig in eine ſehr ſtarke Gährung zu übergehen, ſo muß man be⸗ ſorgt ſeyn, die nachtheilige Zerſetzung dieſer wirkſamen Subſtanz ſo ſehr als möglich zu unterdrücken, bis die Zeit ihrer Verwendung kömmt. Da das Hornvieh in den meiſten Wirthſchaften die größte Maſſe des für den Ackerbau erforderlichen Düngers zu liefern hat: ſo finden ſich über die Miſchung der Abfälle dieſer Thiere mit der Streu die mannigfaltigſten Abweichungen, die aber immer ihren zureichenden Grund in der Menge und Verſchieden⸗ heit der Streu haben. Wo man keine oder nur gar wenig Streu hat, wie in jenen Gegenden von Holland und der Schweiz, wo gar kein, oder nur ein geringer Ackerbau getrieben wird: da ſind die Ställe ſo eingerichtet, daß die angehängten Thiere den Stand, auf dem ſie ſtehen und liegen, nicht verunreinigen können. Die Exkremente werden in der Schweiz rückwärts in einer großen und weiten Rinne aufgefangen, mit Waſſer verdünnt, und in Bottiche geleitet, die in die Erde eingegraben ſind, worin dieſe Jauche ſo lange geſammelt und aufbewahrt wird, bis die Zeit ihrer Verwendung kömmt, wo man ſie dann in Fäſſern auf die Wieſen oder auch wohl auf die Klee⸗ und Getreidefelder führt, um ſie damit zu bedüngen. Hat man dem Viehe Streu untergelegt, ſo wird dieſe aus den Rinnen wieder herausgezogen, und beſon⸗ ders auf die Miſtſtätte gebracht, während man die Jauche in die Behälter abfließen läßt. Man glaubt da, auf dieſe Art gewänne man um ſo viel mehr Dünger, als die Jauche beträgt, weil man ſo viel feſten Miſt erhält, als die verwendete Streumenge beträgt: allein man überſteht hiebei, daß nur die organiſche Ma⸗ terie nährt, und daß das Waſſer in der Jauche keinen andern Vortheil gewährt, als die nährende Subſtanz möglichſt genau zu zertheilen. Man erhält nicht mehr Branntwein, wenn man zur gährenden Meiſche noch mehrere Kannen Waſſer zugießt, und ſo werden Menſchen und Pflanzen auch nicht mehr genährt, wenn man eine Unze Gummi in 20 oder 30 Unzen Waſſer auflöſt.— Aller Vortheil des flüſſigen Düngers beruht demnach in der Leich⸗ tigkeit, die pflanzennährende Subſtanz fehr gleichförmig über den Boden verbreiten zu können, und wahrſcheinlich auch darin, daß die Exkremente mit ſo vielem Waſſer vermiſcht, abgehalten wer⸗ den, ſo ſchleunig zu gähren, und ehe ſie in den Boden kommen, ſich nutzlos zu verflüchtigen. Wo man eine zureichende, aber nicht überflüſſige Qantität Streu hat, um die Thiere in den Ställen reinlich erhalten zu können, wird den angehängten Thieren täglich untergeſtreuet, und täglich wird die mit den Exkrementen gemengte Streu wieder unter denſelben weggenommen, und entweder unmittelbar auf die Miſtſtätte gebracht, oder wo es an Raum licht gebticht⸗ hinter den Thieren ſo lange aufgeyäuft, als es die Oertlichkeit zuläßt, worauf dieſe groͤßere Maſſe Miſt, die ſich indeſſen auch mehr 10* 148 mit dem Harne der Thiere angeſogen hat, auf die Miſſtſtaͤtte zumal geführt wird, und einen größern Raum daſelbſt einnimmt. Bei mehrerer Streu und engerem Raume wird der Miſt nicht täg⸗ lich unter den Thieren weggenommen, ſondern es geſchieht nur alle 8 bis 14 Tage, daß man die Stände reiniget, und den Miſt auf die Miſtſtätte führt. In den Niederlanden(ſiehe Schwerz. Niederl. Wirthſch. II. B. 294) hält man es für vortheilhaft, den auf dieſe Art durch ein Paar Wochen unter dem Viehe gelegenen Miſt in eine große, 2 bis 6 Fuß tiefe Grube zu ſchieben, die hart hinter dem Stande der Thiere ausgegraben iſt, und worin man den Miſt ſo lange liegen läßt, bis die Zeit ſeiner Verwendung vorhanden, oder bis die Grube voll iſt, worauf man ſie leert, und ihren Inhalt auf die Aecker bringt, wo man ihn entweder ſogleich breitet, wenn man ihn braucht, oder im entgegengeſetzten Falle einsweilen in Haufen legt.— So vortheilhaft dieſe Art der Düngerbereitung auch zweifelsohne iſt, da ſie ſo wenig Mühe macht, den Verluſt der düngenden Materie durch Abfließen, Verdünſten, oder raſche Gährung möglichſt verhütet, ſo iſt ſie doch auch mit Nachtheilen verbunden; denn die Ställe müſſen beſonders breit gebauet ſeyn, und erfordern daher eine größere Dachung; ſie ſind ſehr weit, und deßwegen im Winter kalt, und können daher nie in einem kälteren Klima, als jenes von Brabant iſt, eingeführt werden, und endlich iſt das Ausführen des Miſtes aus dieſen Gruben mit viel größerer Beſchwerde verbunden, als wenn die Thiere, wie in unſern Bergen, immer auf dem reichlich beſtreueten Miſtlager ſtehen, das ſich über die Sohle des Bodens erhebt, und mit Leichtigkeit ausgefüuhrt werden kann. In einem milderen Klima, wie jenes von Deutſchland iſt, wo man ſich nicht genöthigt ſieht, die Thiere im Winter in die Ställe zu ſperren, ſondern wo ſie bloß Nachts eingetrieben werden, bei Tage immer weiden, wie z. B. in England, zum Theil in Ungarn, da bedarf man nicht ſorgfältig ge⸗ ſchloſſener Ställe; da wird der Viehhof, der entweder bloß ein umzaͤunter oſſener Ort iſt, oder nur zum Theil ein Dach hat, mit Stroh und anderen vegetabiliſchen Dingermaterialien über⸗ legt, und man überläßt es den darauf herumgehenden Thieren und der Witterung, Miſt daraus zu machen. Jede Quantität und Qualität von Streu wird bei dieſem Verfahren mit den Exkrementen der darauf herumgehenden Thiere gemiſcht. Weil aber eine zu große Menge von Streu nothwendig würde, wenn man auch den unbedeckten Theil des Viehhofes mittels der Streu trocken und reinlich erhalten wollte, ſo wird faſt immer nur der bedeckte Theil eingeſtreuet. In den Gebirgen vor Kärnten, und Steiermarrk ſind die Ställe als geraͤumige, wohlbedeckte, geſchützte und warme Viehhöfe zu betrachten, in denen das Vieh den Winter über zubringt. Je zwei und zwei Thiere haben einen mit Stangen eingefriedigten Raum von 4 bis 6 Quadratklafter, in dem ſie frei herumgehen können. Sie werden aus einem in der Mitte des Standes ſtehenden, beweglichen Futterſtock gefüttert oder wie in riedere ohne d gewöhn den iſt auf die reitig 4 Er ohne da Gährun und get eine me ftreutt Zweige wäl a Menge Ihar ſo err Wud Mene reinli tiffi ſie m reu lichd der ge 1 tſcher Stäl b wena rung noth andi und bare die Miſſtitt lbſt einnimmt. Nit ucht täg⸗ geſchieht nur und den Mift nden(ſiehe tman es fuͤr den unter dem eefe Grube zu ausgegraben bis die Zeit ube voll iſt, Aecker bringt, ihn braucht, rlegt.— So eifelsohne iſt, enden Materie rung moglichſt den; denn die rfordern daher deßwegen im en Klima, als und endlich iſt viel größerer die in unſern llager ſtehen, eit Leichtigkeit autſchland m Winter in eingetrieben England, ſorgfäͤltig ge⸗ eder bloß ein ein Dach hat, terialien über⸗ denden Thieren zede Quantität ahren mit den emiſcht. Weil würde, wenn els der Streu nmer nur der r Kärnten, wohlbedeckte, nen das Vieh re haben einen auadratklafter, z einem in der gefüttert oder 149 wie in Salzburg aus einem Futterbarren, den man hoöher und niederer ſtellen kann, und täglich wird ihnen einmal eingeſtreuet, ohne daß man etwas hinwegräumt. Dieſe Viehſtände werden gewöhnlich nicht eher geleert, bis nicht die Zeit der Saat vorhan⸗ den iſt, wo man dann den Miſt unmittelbar aus den Ställen auf die Aecker bringt. Bei dieſer Art der Viehhaltung geht un⸗ ſtreitig die innigſte Mengung der Streu mit den feſten und flüſſi⸗ gen Exkrementen der Thiere vor ſich, ohne alle Mühe, und ohne daß der geringſte Theil hievon weder abfließt, noch durch Gährung ſich verflüchtiget; allein es ſind erforderlich, weite, und geraumige Ställe, und harte, oder in deren Ermanglung eine mehr als gewöhnliche Menge von anderer Streu. Man ſtreuet nämlich bei uns in ſolche Ställe meiſtens die feineren Zweige der Nadelbäume ein(die man bei uns Graas nennt) weil alles Stroh verfüttet wird), und davon iſt keine übergroße Menge erforderlich, denn dieſer Körper iſt hart, und wenn die Thiere auch viele Wochen auf einem ſolchen Miſtlager herumgehen, ſo erweicht er ſich nicht, und die Thiere treten ihn nicht durch. Wird aber Stroh, oder Laub eingeſtreuet, ſo iſt eine viel größere Menge hievon erforderlich, wenn man die Thiere einigermaßen reinlich erhalten, und nicht ſehen will, daß ſie einen halben Fuß tief in Koth einſinken; denn dieſe Subſtanzen erweichen ſich, wenn ſie mit den Abfällen der Thiere gemengt werden, und die ſchwe⸗ ren Thiere würden einſinken, wenn man nicht immer eine hinläng⸗ lich dicke Schichte von friſcher Streu zuſetzte, die das Erweichen der ganzen Maſſe verhüthet⸗ 3 22. Die Mengung der Streumaterialien mit den thie⸗ riſchen Exkrementen heißt Miſt, und in ſofern ſie in den Ställen erzeugt wird: Stallmiſt. 23. Der Stallmiſt wird erſt dann Dünger genannt, wenn die beigemengten Vegetabilien durch die faule Gäh⸗ rung ihren Zuſammenhang größtentheils verloren haben. 24. Damit der Miſt in Dünger übergehe iſt es daher nothwendig, ihn ſo lange den Bedingungen der Gaͤhrung auszuſetzen, bis dieß erfolgt iſt. 25. Die Gährung des Miſtes geht um ſo ſchleuniger und gleichförmiger vor ſich, je gährungsfähiger und zerſetz⸗ barer die thieriſchen Exkremente ſowohl, als die beige⸗ mengten Streumaterialien ſind, und je günſtiger die oft erwähnten Verhältniſſe auf die gährende Maſſe einwirken. 26. Der Stallmiſt zerſetzt ſich entweder ſchon hinläng⸗ lich in den Ställen der Thiere, oder er wird aus dieſen in die Miſtſtätte gebracht, um ſich da in Dünger umzu⸗ wandeln. Bei den Schafen geſchieht das Erſtere faſt immer, denn da die Exkremente dieſer Thiere weniger Streu erheiſchen, ſo iſt die geringe Quantität von Stroh oder Laub zur Zeit, wenn der Dünger am Acker nothwendig iſt, gewöhnlich ſchon mürbe genug, um gleichförmig geſtreut werden zu können: und nur in dem Falle, daß man den Schafen mehr als gewöhnlich langes Stroh eingeſtreuet hätte iſt es nothwendig, den Miſt einige Wo⸗ chen früher aus den Ställen in Haufen zu bringen, damit dies Stroh darin in Fäulniß übergehe, und ſeinen Zuſammenhang verliere. Hat man Laub, oder zerhacktes Stroh verwendet, ſo kann man den Miſt geradezu auf den Acker bringen. Bei den Pferden würde das gleiche Verhältniß Statt finden, wenn wir dieſe Thiere auf eine ähnliche Weiſe in den Ställen hielten, wie die Schafe. Da wir ihren Miſt aber täglich wegräumen: ſo muß derſelbe ſo lange aufbewahrt werden, bis die Zeit ſeiner Verwendung kommt. Wo er nur in geringer Menge vorhanden iſt, lohnt es ſich nicht der Mühe ihn beſonders zu behandeln, und da wird er am zweckmäßigſten mit dem Schweinmiſt gemengt, oder er kommt auf die gemeinſchaftliche Miſtſtätte. Wo er aber in großer Menge erzeugt wird, oder wo man nicht Schweine genug hält, und das Hornvieh den Miſt tritt, wie man unſere Art der Düngerbereitung nennt, da muß der Pferdemiſt abgeſon⸗ dert in Haufen aufbewahrt werden, in denen man die Gährung durch Feſttreten nur hemmen muß, um nicht zu viel von der Subſtanz deſſelben durch ſeine zu raſche Gäbrung zu verlieren. Der Hornviehdünger wird entweder in ſlüſſiger oder in feſter Form angewendet. Im erſteren Falle beſtehet er bloß aus den verdünnten thieriſchen Exkrementen, im letzeren iſt er mit Streu gemengt. Flüſſiger Dünger bedarf keiner Vor⸗ bereitung, und kann jeder Zeit verwendet werden, denn die faule Gährung der thieriſchen, und der damit verbundenen äußerſt fein zertheilten vegetabiliſchen Subſtanzen erfolgt ſehr bald, und es würde vortheilhafter ſeyn, ſie zu hemmen, wenn wir es vermöch⸗ ten, als ſie zu befördern; weil ohne Gährung genug auflösliche Materie in dieſer Jauche vorhanden iſt, und der Dunger nur nach und nach auflöslich werden ſoll, ſo wie es der Bedarf der Pflanzen erheiſcht.— Der mit Streu gemiſchte Hornviehmiſt bleibt entweder Monatelang unter den Thieren liegen, wie in unſern Bergen, oder er wird täglich, oder, wöchentlich in die Miſtſtätte geſchafft. Wenn unſere Landwirthe bloß Stroh und Laub einſtreuen, ſo iſt der Miſt bis auf die oberſte Schichte hin⸗ länglich mürbe, und kann unmittelbar in die Aecker gebracht werden: verwenden ſie aber, wie dieß häuſiger geſchieht, Nadel⸗ holzzweige, oder Heidekraut: ſo finden wir dieſe ſchwer zerſetz⸗ baten d wohulch geifen, fruher a ihn da bis die drungen ihn unte 1) Düͤnger ausgew dthalte 2 daßd ſtreng fremd von . in der zuſtröm ſic nich diſonder Daß n jiehen! ſchen( bereitur haden, Gruben Wirthſ Handl zugede ſchafe beabſt übet Jauch wieder dem ſ tcht ni ſo el Anbü widd. hair den; aus dieſen inger umzu⸗ immer, denn heiſchen, ſo Zeit, wenn ſchon mürde und nur in elich langes teinige Wo⸗ damit dies „wenn tällen hielten, egräumen: ſo dee Zeit ſeiner age vorhanden zu behandeln, niſt gemengt, Wo er aber ot Schweine man unſere niſt abgeſon⸗ die Gahrung viel von der zu verlieren. iger oder in deſtehet er im letzieren f keiner Vor⸗ enn die faule außerſt fein Hornviehmiſt gen, wie in entlich in die Stroh und Schichte hin⸗ ker gedracht dieht, Nadel⸗ ſchwer zerſet⸗ 151 baren Köͤrper in dem Duͤnger, den ſie in ihre Aecker führen, ge⸗ wöhnlich noch völlig friſch, oder nur wenig von der Faulniß er⸗ griffen, und die verſtandigeren unter ihnen führen ſolchen Miſt fruher aus den Ständen der Ställe in die Nahe der Aecker, um ihn da in Haufen zu ſchlagen die ſie dann ſo lange liegen laſſen, bis die holzige Faſer vom faulen Fermente ſelbſt ganz durch⸗ drungen, und in iyrer Oberfläche murbe geworden iſt, ehe ſie ihn unterackern. 27. Wenn der Stallmiſt ſich auf der Miſtſtätte in Dünger umwandeln ſoll: ſo muß der paſſendſte Platz hiezu ausgewählt, und die Stätte ſelbſt die angemeſſenſte Form erhalten. 28. Die Lage der Miſtſtätte muß ſo beſchaffen ſeyn, daß der Miſt leicht dahin geſchafft, und ohne beſondere An⸗ ſtrengung auch wieder weggeführt werden könne, daß kein fremdes Waſſer zuſtröme, und die Sonne möglichſt da⸗ von abgehalten werde. Kein Platz iſt wohl unſchicklicher, als der allergewöhnlichſte, in der Mitte der Wirthſchaftsgebäude, wo ihm alles Dachwaſſer zuſtrömt, und wo er eine haͤßliche Pfütze bildet, in der er frei⸗ lich nicht zu ſtark fault, in deſſen Tiefe aber auch die Streu, beſonders wenn ſie holzig iſt, keine merkliche Zerſetzung erleidet. Daß man beim Wegführen ſo naſſen Miſtes viel Waſſer unnütz ziehen muß, iſt ebenfalls nicht zu überſehen. Die niederländi⸗ ſchen Gruben in den Ställen haben in Hinſicht der Dunger⸗ bereitung mancherlei Vorzüge, von welchen wir bereits geſprochen haben, die man aber auch außer den Ställen in unterirdiſchen Gruben erlangen kann.— Man hat nägnlich oft, beſonders in Wirthſchaften, wo nicht der höchſte Vortheil die Triebfeder aller Handlungen iſt, den Miſt in Gruben geworfen, die oben über zugedeckt werden, und hat mehr damit gewonnen, als das Weg⸗ ſchaffen des Miſthaufens aus dem Geſichte, was man nur allein beabſichtigte. Denn wenn in ſolchen Gruben, einen Schuh hoch über dem Boden, ein eichener Roſt liegt, der die überflüſſige Jauche durchlaͤßt, die man mittelſt einer Pumpe nach Bedürfniß wieder über den Miſt verbreitet, oder in Fäſſern wegführt, nach⸗ dem ſie zuvor gehörig verdünnt geworden iſt: ſo hat man eine echt niederländiſche Art von Düngererzeugung; nur daß ſie nicht ſo ekelhaft immer in den Ställen vor Augen liegt, ſondern dem Anblicke ganz entzogen bleibt, bis der Inhalt der Grube geleert wird. Auf der gräflich Eggeriſchen Wirthſchaft zu Linden⸗ hain bei Klagenfurt beſteht dieſe Art Düngereczeugung ſeit dem Jahre 1810, und ich finde keine Urſache, mit der Qualität 15² der in dieſen Gruben erzeugten Düngermaſſe unzufrieden zu ſeyn. Die Grube iſt hart vor dem Stallthore, und iſt ein länglichtes Viereck, das in 3 Abtheilungen getheilt iſt, wovon eine nach der andern gefüllt wird. Nur das Ausleeren dieſer Gruben iſt mit derſelben größeren Mühe verbunden, wie in den Niederlanden. Die Miſtſtätte muß in der Nähe des Stalles ſeyn, wo möglich auf einem etwas erhöhten Platze. Die Grube ſelbſt wird muldenförmig ausgegraben, ſo daß ſie in der Mitte etwa 1 ½ Schuh Tiefe habe, damit ſich die abſinkende Jauche darin ſammle, und nicht zu früh wegfließe. Für den Ueberfluß von Jauche, der ſich bei lang anhaltendem Negenwetter bildet, muß eine be⸗ ſondere Grube ausgegraben ſeyn, in die ſie aus der Mitte der Vertiefung ſich ergießen kann, worin ſie ſich ſammelt, und woraus man ſie durch Pumpen wieder über den Düngerhaufen verbreitet, wenn er zu trocken hat, und zu raſch gährt. 29. Der Stallmiſt wird auf der Düngerſtätte ſo ge⸗ ordnet, daß er gleichformig dicht und feſt übereinander zu liegen kömmt. Man gibt dem Miſthaufen entweder die Form eines läng⸗ lichten Viereckes, das man in einer ſchiefen Richtung aufhäuft: oder der Haufen wird rund gebildet, und eine Lage horizontal über die andere gelegt. Die erſte Art hat den Vortheil, daß der Miſt in einem engeren Raume beiſammen liegt, weniger aus⸗ trocknet, und daher früher in Fäulniß übergeht; ferners iſt die Qualität des Düngers, in ſofern dieſelbe von der mehr oder weniger vorgeſchrittenen Gährung abhängt, in einem ſolchen Haufen mehr geſchieden, indem ſeine hinterſte Lage, die am erſten gebildet wurde, hinlänglich vergohren, während die vor⸗ derſte, letzte, noch völlig roh iſt, und man kann den Dünger nach ſeiner verſchiedenen Zerſetzung verwenden: dafür aber erfordert dies Verfahren mehr Arbeit, zum Theil ſelbſt Geſchicklichkeit, um die Wände gleichförmig zu erhalten, und wenn man den Haufen zu einer und derſelben Saat verwendet; ſo hat man den Nachtheil, daß die eine Stelle des Ackers bloß vergohrnen, die andere rohen Dünger erhält. Die andere Methode paßt mehr für große Wirthſchaften, denn das Aufhäufen des Miſtes in eine runde Form iſt minder beſchwerlich, und wenn die Größe des Durchmeſſers eines ſolchen Haufens der Größe der Quantität des Miſtes, die täglich, oder wöchentlich aufgebracht wird, angemeſſen iſt: ſo wird ſein ungleich⸗ förmiges Verfaulen minder auffallend werden.— Wenn man einen ſolchen Haufen weg führt, und ihn vertikal abſticht, ſo er⸗ hält der Acker eine gleichförmige Düngung von dem unteren. hin⸗ länglich zerſetzten, und dem oben über liegenden, roheren Miſte. Beide Arten haben ihre Vortheile und Nachtheile, die aber nir⸗ gendwo von weſentlichem Belange ſind. Wenn der Stallmiſt nur nicht in einem Sumpfe von Waſſer, oder ungleichförmig und in urförni iſts ſ Schve derländ doh, und du anglei 3 diebeig mürbe ſumig 6 der der! als, müͤtt lrach Nact dl m tabili laufe tieden zu ſeyn. ein länglichtes eine nach der gruben iſt mit lederlanden. lles ſeyn, wo ibe ſelbſt wird itte etwa 1156 darin ſammle, von Jauche, muß eine be⸗ der Mitte der ammelt, und Düngerhaufen ährt. eſtaͤtte ſo ge⸗ ſereinander zu em eines läͤng⸗ ung aufhaͤuft: age horizontal theil, daß der weniger aus⸗ erners iſt die der mehr oder einem ſolchen age, die am rend die vor⸗ Dünger nach aber erfordert Geſchicklichkeit, venn man den hat man den ergohrnen, die Wirthſchaften, em iſt minder es eines ſolchen e täglich, oder d ſein ungleich⸗ Wenn man zbſticht, ſo er⸗ unteren, hin⸗ roheren Miſte. die aber nir⸗ Stallmiſt nur förmig und in 153 unförmlichen Hügeln auf der Miſtſtätte zerſtreut umherliegt: ſo iſt es ziemlich einerlei, ob man ihn in zierliche Haufen, wie die Schweizer aufthürmt, oder ihn in Gruben wirft, wie die Nie⸗ derländer. Der Stallmiſt iſt eine ſo leicht faulende Subſtanz, daß, wenn man nur nicht zu grobe Fehler bei ſeiner Sammlung und Aufbewahrung begehet, die kleinen Mängel ſich alle ſelbſt ansgleichen, und am Acker nicht fühlbar werden. 30. Der Dünger muß ſo lange in Haufen liegen, bis die beigemengten Streumaterialien durch die faule Gährung mürbe geworden ſind, um ſich am Acker leicht und gleich⸗ förmig zertheilen zu laſſen. 31. Nach Verſchiedenheit der Exkremente, der Streu, der Witterung und der Lage des Düngerhaufens wird ſich der Miſt bald früher bald ſpäter ſo weit zerſetzen, daß er als Dünger verwendet werden kann. 32. Sobald die Streu im Düngerhaufen hinlänglich mürbe geworden iſt, ſoll der Dünger in den Acker ge⸗ bracht werden. Ihn länger noch im Haufen liegen zu laſſen, bringt mehr Nachtheil durch die Verflüchtigung der thieriſchen Subſtanzen, als man Vortheil hat durch die mehrere Auflöslichkeit der vege⸗ tabiliſchen Koörper: aber nicht immer wird man, ſeloſt nach dem Ver⸗ laufe von 5 bis 7Monaten die Streu mürbe finden, wenn man z. B. Nadelholzzweige oder Heidekraut einſtreuet. In dieſem Falle muß der Dünger in einem anſcheinend rohen Zuſtande aus⸗ geführt werden, was aber doch nicht ſo ganz der Fall iſt; denn das Holz iſt durch und durch mit Jauche imprägnirt, und fault jetzt im Boden ziemlich leicht; und weil dieſe Streu kurz iſt, ſo kann der Miſt doch gleichförmig über den Boden zerſtreut werden⸗ Es iſt wohl der Mühe werth hier die Meinung unſers angeſehen⸗ ſten Lehrers der Landwirthſchaft ganz anzuführen, die er über dieſen Gegenſtand in ſeinem neueſten Werke:»Geſchichte meiner Wirthſchaft zu Möglin, 1815(Seite 170) ausgeſprochen hat; zumal da ſie mit ſeinen früheren Anſichten nicht völlig überein⸗ ſtimmt:»Der Miſt wird hier(in Möglin) ausgefahren, ſo wie „die Beſtellung es erfordert und die Wirthſchaftsgeſchafte es ge⸗ „ſtatten. Ich bin jetzt überzeugt, daß es hinſichtlich der Wirkung die beſte Behandlung des Miſtes wäre, wenn man ihn ſogleich vaus dem Stalle auf den Acker brächte, ohne ihn irgend eine »Gährung und Zerſetzung untergehen zu laſſen, denn dieſe gebt vim Boden am beſten und ſchnell genug vor ſich, und ſie hat im 154 »Boden ſelbſt vorgehend, wahrſcheinlich eine beſonders nützliche »Wirkung auf den im Boden befindlichen, überoxydirten, faſerigen pund ſaͤuerlichen Humus. Aber ſolcher langer Miſt muß mehrer⸗ vmalen durchgepflugt werden, wenn er gehorig wirken ſoll: auch »darf man ihn bei höherer Lufttemperatur nicht unmittelbar vor „der Saatbeſtellung unterbringen, weil er die Getreideſaat ſonſt pleicht übertreibt und in der Folge ſchwächlich macht. Auch bringt vman den ſtrohigen Miſt mit einer Furche nicht gebörig unter, »und endlich ſind in einen ſolchen Miſte noch viele unzerſtörte Un⸗ »krautſamen. Uebrigens paßt auch dieſe unmittelbare Ausfuhr eſelten.«X „33. Hat man nicht Gelegenheit den Dünger zu ver⸗ wenden, wenn er ſich in dieſem Zuſtande befindet: ſo muß man Sorge tragen ſeine Gaͤhrung zu hemmen, oder zu mäßigen. Dieß geſchieht, wenn man die Düngerhäu⸗ fen durch die Thiere feſt treten läßt; oder wenn man ſie bei heißer Witterung mit Waſſer oder Jauche übergießt; oder wenn man den Stallmiſt mit erdigen, oder ſchwer auflöslichen vegetabiliſchen Subſtanzen miſcht; oder wenn man den Miſt über die Aecker breitet, und obenauf liegen läßt.— In England wird ein ſehr ausgebreiteter Gebrauch von Kompoſtdünger gemacht, der ein Gemenge vom Stalldün⸗ ger, Mergel, ausgelaugter Aſche, Moder, Torf und allerlei anderen thieriſchen und vegetabiliſchen Abfällen iſt, die man ſich von den Handwerken und Gewerben aus den Städten verſchafft: allein in Deutſchland wird mit ſeltenen Ausnahmen nirgendwo ſolcher Dünger bereitet, denn man findet es nicht vortheilhaft Erde mit großen Koſten in den Stallmiſt, und mit demſelben auf die Aecker zu bringen. Hält man den Mergel dem Acker ge⸗ deihlich, ſo führen wir ihn geradezu in denſelben, eben ſo die Aſche, den Moder, ſelbſt oft den Torf. Die organiſchen Körper wenden wir mit größerem Nutzen als Streu an, oder wir brin⸗ gen ſie für ſich allein, oder mit Stallmiſt gemengt in die Aecker, und erreichen mit minderen Koſten denſelben Zweck.. Dieſelbe Anſicht, wie wir, hat auch Arthur Young in ſeiner Bten Ausgabe des Farmer’s Calendar 1809. February S. 105 ausgeſprochen. Nachdem er über die Bereitung des Kompoſtdüngers das Gewöhnliche vorträgt, ſchließt er dieſen Aufſatz mit folgenden merkwürdigen Worten, die in der Ueber⸗ ſetzung in Thaers Annalen III. B. S. 307 nicht enthalten ſind, weil dort nur die 7te Auflage im Auszuge überſetzt erſchien. »So manche Landwirthe ſind für den Kompoſtdünger ein⸗ getonnt vſih ſit zabet e zlerhafte vodet 0l zhiebei zſollten ndaxaut d ſi gerod genden ¹ kraut ge ſen zu Thaer iberein 6. 1 Sdang vju „Sac kung Jaber „geit vwit „winn kkerial ſchwä Komy So! rich ih packe ders nißliche rien, faſerigen muß mehrer, ken ſoll: auch imittelbar vor reideſaat ſonſt Auch beingt zehörig unter, azerſtörte Un⸗ are Ausfuhr ger zu ver⸗ defindet: ſo mmen, oder Düngerhäu⸗ venn man ſie e übergießt; oder ſchwer oder wenn enauf liegen zebrauch von i Stalldün⸗ und allerlei die man ſich ten verſchafft: den nirgendwo t vortheilhaft demſelben auf em Acker ge⸗ eben ſo die iſſcen Körper der wir brin⸗ in die Aecker, ur Young 9o. February jereitung des eßt er dieſen der lleber⸗ thalten ſind, ſett erſchien. ſtdnger ein⸗ 155 „»genommen, daß ich ihnen zu Liebe all das aufgezaäͤhlt habe, was ſich für denſelben ſagen läßt. Nach meiner Meinung beruhet „aber beinahe die ganze Verfertigung vom Kompoſt auf einer feh⸗ vlerhaften Anſicht, und wer immer irgend eine Art von Dünger v»oder auch nur Tang auf dieſe Weiſe verwendet, darf ſicher ſeyn, „hiebei Nachtheil zu erleiden; denn vegetabiliſche Subſtanzen »ſollten in den Schweinhof geſtreuet werden, damit Dünger „daraus werde X Die Niederländer führen jenen Theil des Stallmiſtes, den ſie gerads nicht bedürfen, aus ihren Gruben auf den zu bedün⸗ genden Acker, und ſetzen ihn da mit Ackererde, Raſen, Heide⸗ kraut gemiſcht in einen Haufen, um ſein Brennen, d. h. ſein zu ſtarkes Gähren zu hindern.(Schwerz. II. B. S. 310). Thaers neueſte Meinung, die mit Youngs Anſichten ganz übereinſtmmt, iſt in ſeiner Beſchreibung der Möglin. Wirthſchaft S. 173 enthalten. »Daß es ſehr angenehm ſey, einen Vorrath von recht zer⸗ „gangenem Mengedünger(Kompoſt) zu haben, gebe ich allerdings „»zu. Man kann durch Ueberſtreuung deſſelben über eine junge »Saat, der man Kraft geben will, viel ausrichten. Seine Wir⸗ „kung iſt, zumal wenn Regen kommt, ſehr ſchnell. Wenn man vaber niel Miſt dazu verwenden muß: ſo verliert man in der „»Zeit. Nein Kapital verzinſet ſich durch ſeine Anlage ſo ſtark, „wie das Düngerkapital. Wenn man es ſchnell anlegt: ſo ge⸗ „winnt man zuweilen in einem halben Jahre ſo viel Düngerma⸗ pterial damit, als darin ſtack, und jenes bleibt doch faſt unge⸗ „ſchwächt im Acker. Laſſe ich den Miſt ein Jahr und länger im »Kompoſt⸗Haufen liegen, ſo produzirt er mir derweilen nichts. »So lange ich noch Acker habe, deſſen Ertrag gewinnt, wenn vich ihn gleich dünge, kann ich mich nicht eutſchließen Miſt beizu⸗ „packen zu künftigem Gebrauch.« Am ſicherſten wird dem zu raſchen Verfaulen und der ſchäd⸗ lichen Verflüchtigung einer zu großen Menge der düngenden Sub⸗ ſtanzen dadurch vorgebeugt, wenn man den Miſt, der in den Ställen der Thiere, oder auf der Miſtſtätte ſo weit vergohren iſt, daß die beigemengten Vegetabilien mürbe geworden ſind, auf die Aecker führt, und da ſogleich zerſtreuet, und ſo lange liegen läßt, bis die Zeit des Pflügens und der bald darauf folgenden Saat eintritt. Im Herbſte den Dünger auf die Aecker zu führen, und ihn geſtreut über Winter obenauf liegen zu laſſen, iſt bei uns allgemein üblich, und ich habe mich oft von der beſſern Wir⸗ kung ſolchen Düngers gegen den friſch im Frühlinge aufgeführten, beſonders in ſandigen Aeckern, überzeugt wobei noch überdieß ſo viel an der Menge gewonnen wird, als ſich den Winter über ver⸗ flüchtigt hätte: aber ihn im Sommer auf die Brachäcker zu füh⸗ ren und nicht ſogleich unterzuackern, hält man noch häufig fur nachtheilig, obgleich es einleuchtend iſt, daß hier die Zerſetzung des Düngers noch wirkſamer verhindert wird, wie im Winter. Weil bei uns nirgendwo Brache gehalten wird: ſo konnte ich nie hierüber Beobachtungen anſtellen, und führe daher zum Be⸗ — 156 weiſe dieſer Behauptung das an, was Thaer hierüber(Mög⸗ liner Wirthſch. 172) ſagt: »In meiner, ſchon an anderen Orten mehrmals geäußerten »Meinung, daß der Miſt gar nichts verliere, wenn er im Winter »und Sommer ausgebreitet auf dem Acker liege, bin ich durch die »Beobachtung faſt jährlich vorkommender Fälle, die man als kom⸗ „»parative Verſuche betrachten kann, immer mehr beſtärkt. Ich laſſe „den Miſt ausführen, wenn der Acker leer und Zeit da iſt, und ihn vſogleich ſtreuen. So bleibt er liegen, bis die Zeit des Pflü⸗ „gens heran kommt. In den erſten Tagen zeigt der Geruch an, „daß der Miſt etwas ausdünſte: das iſt aber auf keine Weiſe zu „vermeiden: nachher riecht man nichts. Der Miſt wird trocken vund wieder naß. Die durch den Zutritt des Sauerſtoffes ſich bildende extraktive Materie, ſo wie die Kohlenſäure wird von vdem trockenen Boden angezogen, und dieſer bleibt beſonders „»mürbe und begrünt ſtark zwiſchen dem Miſte. War der Miſt „ganz grün durchgewachſen; ſo hat er die herrlichſte Wirkung „gethan.« Mehr über dieſen Gegenſtand kommt im folgendem§. vor. C. Mineraliſche Körper. 1. Die mineraliſchen Dungermaterialien bedürfen keine andere Vorbereitung, als daß man ſie früher, ehe ſie über die Saat geſtreuet, oder untergeackert werden, in den feinſt gepülverten Zuſtand bringt. Dieß geſchieht beim Gipſe, daß man ihn ſtampft, mahlt und ſiebt; beim Kalke, daß man ihn an der Luft zerfallen läßt, oder am Acker in kleinen Haufen mit Erde überſchüttet, und darin zerfallen läßt; und beim Mergel daß man ihn ſo lange im Felde liegen läßt, bis er hinlang⸗ lich zerfallen iſt, worauf man ihn durch Walzen und Eggen früher noch mehr zertheilt, ehe man ihn unterpflügt. §. VI. Von der vortheilhafteſten Art die verſchiedenen Düngerarten zu verwenden. 1. Wir haben entweder bloß thieriſche, oder bloß vegetabiliſche, oder aus beiden gemiſchte, oder mineraliſche Düngerarten zu verwenden. 1 neng den„ löslich, haläng gende J ſleinſt haſchen Pahält hfüügt, beſond wud. die gego man Nich hinla 4 laufg miſte und trüber(Mög⸗ als geäußerten er im Winter ich durch die man als kom. irkt. Ich laſſe J iſt, und ihn eit des Pflü⸗ r Geruch an, ine Weiſe zu wird trocken zuerſtoffes ſich ure wird von eibt beſonders War der Miſt ſchſte Wirkung endem ſ. vor. ateriali en aß man ſie mtergeackert gt. hn ſtampft, an der Luft en mit Erde deim Mergel er hinlaͤng⸗ n und Eggen fflügt. ſhiedenen , oder bloß ſchte, oder 157 A. Thieriſche Auswürfe. 1. Thieriſche Auswürfe ohne anderweitige Bei⸗ mengung werden mit größerem Vortheile über die wachſen⸗ den Pflanzen geſtreut als untergepflügt. Dieſe Subſtanzen ſind zum Theil ſchon im Waſſer auf⸗ löslich, und opydiren ſich an der Oberfläche des Bodens bald hinlänglich, um vollends auflöslich zu werden. Liegt die dün⸗ gende Materie ober den Pflanzenwurzeln, ſo kömmt dieſen jeder kleinſte Theil derſelben, der durch den Regen in den Boden ge⸗ waſchen worden, zu guten, was bei weitem nicht in dem gleichen Verhaͤltniſſe Statt finden könnte, wenn dieſer Dünger unterge⸗ pflügt, und zum großen Theile außer dem Bereiche der Wurzeln, beſonders der nur wenig niederſteigenden Getreidearten geſetzt wird. 2. Sie werden entweder im gepülverten Zuſtande über die Saaten geſtreuet; oder im Waſſer aufgelöſt, daruͤber gegoſſen; oder man bringt die Thiere auf ein Feld, das man düngen will, und hält ſie darauf, durch ſo viele Nächte zuſammengeſperrt, bis der Acker, oder die Saat hinlanglich Dünger erhalten hat. 3. Die erſtere Art iſt mit vielen Unkoſten und Weit⸗ läufigkeiten verbunden, und außer dem wenigen Geflügel⸗ miſte, den man für die Samenbeete des Kopfkrautes und der Krautrüben verwendet, wird bei uns nirgendwo eine thieriſche Subſtanz in gepülvertem Zuſtande aus⸗ geſtreuet. Daß man in China die menſchlichen Exkremente mit Thon miſcht, Ziegel daraus formt, und dieſe in getrocknetem Zu⸗ ſtande allenthalben als Düngermaterial verkauft und verwen⸗ det, und daß man dieſelbe Materie in Paris trocknet, und zu Pulver mahlt, um ſie den Gärtnern zu verkaufen, haben wir bereits erwähnt. 4. Die Exkremente mit Waſſer zu miſchen, und ſie in dieſem verdünnten Zuſtande uͤber die Pflanzen zu verbreiten, iſt nur da vortheilhaft, wo man Mangel an Streu hat, 158 und der Zweck der Landwirthſchaft mehr auf Viehzucht und Wieſenkultur als auf Ackerbau gerichtet iſt. Der Kloakendünger wird am gemächlichſten und vortheilhaf⸗ teſten mit Waſſer hinlänglich verdünnt über die grünenden Pflan⸗ zen ausgegoſſen, wie wir oben erwähnten. In vielen Kantonen der Schweiz wird bloß Viehzucht betrieben, und aller Dünger für die Wieſen verwendet. Da man in dieſen Gegenden wenig Stren hat, und eine Vermehrung des Düngers durch beige⸗ mengte Vegetabilien auch nicht nothwendig iſt, indem die Wieſen weniger wie die Aecker erſchöpft werden, und leichter in Kraft zu erhalten ſind, als dieſe; zudem auch der mit Pflanzentheilen gemengte Stallmiſt ſich nicht ſo gut auf der Wieſe zertheilen läßt, wie der flüſſige, mehr Arbeit mit der Bereitung und Verwendung des feſten Miſtes verbunden iſt, und ſolcher Miſt auch während dem Wachsthume der Pflanzen nicht anzuwenden iſt: ſo hat man alle in den Ställen abfallenden Exkremente in Jauche— Guüulle— um⸗ gewandelt, deren Verwendung für die Wieſen mit unläugbaren und leicht einzuſehenden Vortheilen vor dem feſten Duͤnger ver⸗ bunden iſt. Was das Wachsthum der Wieſenpflanzen begünſtiget, bringt ähnliche Wirkungen auch bei dem Getreide und den Fut⸗ terpflanzen hervor. Wenn man die Jauche auf magere Saaten ausgießt⸗, ſo wird ihr Wachsthum mächtig dadurch unterſtutzt, und auf Kleefeldern zeigt ſich nichts ſo wirkſam, wie die Jauche. Die Verwendung von flüſſigem Dünger iſt daher in der Schweiz, und den ihr zunächſt liegenden Ländern auch auf den Getreidebau zum Theil übergegangen. So wirkſam die Jauche auch immer ſeyn mag, ſo iſt ihre Erzeugung in jeder Ackerwirthſchaft doch ſehr beſchränkt, und wenn man nicht gefliſſentlich, wie die Schweizer, die mit Koth in dem Stalle gemiſchte Streu wieder auswäſcht, den größten Theil der Exkremente in die Jauchgrube leitet, und nur mit Koth beſudel⸗ tes Stroh in die Miſtſtätte bringt, wird ſich bei der gewöhnlichen Miſterzeugung gar keine, oder nur wenige Jauche ergeben. Sie muß überhaupt nur mit Gewalt von dem feſten Stallmiſte abge⸗ ſchieden werden, indem man die Stäͤlle ſo mit Rinnen belegt, daß der Harn nicht Zeit hat ſich in die Streu einzuſaugen, und früher in die Jauchenbehälter abläuft; oder wo der Boden der Miſtſtätte hohl iſt, und die durchſinkende Jauche aufnimmt. Iſt keine dieſer beiden Vorrichtungen vorhanden: ſo nimmt die Streu in den Ställen die feſten und flüſſigen Exkremente der Thiere ganz in ſich auf, und wenn der Boden der Miſtſtätte, weder zu ſehr vertieft, noch zu eben liegt: ſo wird ſich keine Jauche darin anhäufen, und man iſt im Stande die ganze Miſtſtätte zu leeren, ohne ſie ausſchöpfen oder auspumpen zu müſſen. Der mit der Streu gemengte Harn bildet keine Jauche, denn er wird zwi⸗ ſchen den Miſttheilen immer angezogen erhalten; nur der Regen vermöchte am Boden der Miſtgrube einen Sumpf zu bilden; allein die oben über dem Miſthaufen Statt habende Ver⸗ dünſun des We anhalte man a anttfe ( als bei ausgege gewohn könnte: Periode material bald ihn endlich waden wit wi gauben — genah eines Jeld, gen un Nachtt Viehzucht und ind vortheilhaf inenden Pflan⸗ ielen Kantonen aller Dinger egenden wenig durch beige⸗ in die Wieſen hter in Kraft Nanzentheilen ertheilen läßt, dVerwendung h waͤhrend dem hat man allein zulle— um⸗ it unläugharen Dunger ver⸗ n begünſtigtt, und den Fut⸗ agere Saaten ch unterſtutzt, ie die Jauche. er Schweiz, Getreidebau I, ſo iſt ihre hränkt, und mit Koth in groͤßten Theil Koth beſudel⸗ gewöhnlichen ergeben. Sie tallmiſte abge⸗ Ninnen belegt, zuſaugen, und er Boden der ufnimmt. Iſt umt die Streu ke der Thiere tte, weder zu Jauche darin aätte zu leeren, Der mit der er wird zwi⸗ n; nur der n Sumpf zu habende Ver⸗ 159 dünſtung zieht bald wieder den im Boden vorhandenen Ueberfluß des Waſſers an ſich, und wenn man nicht unmittelbar nach lang anhaltenden, oder heftigen Regen ſolche Miſtſtätten leert, wird man auch nie eine etwas beträchtliche Menge von Jauche darin antreſſen. 3 Es hat die Jauche beim Ackerbau auch nicht ſo vielen Werth als bei der Viehzucht. Sie muß über die vegetirenden Pflanzen ausgegoſſen werden, was im Frühlinge und Sommer mit den gewöhnlichen Kraͤften der Wirthſchaft nicht beſtritten werden könnte: wir würden mit dem Aufführen der Jauche in dieſer Periode zu viele Pflanzen zerſtören; die vegetabiliſchen Dünger⸗ materialien würden einen weniger wirkſamen Duünger liefern, ſo⸗ bald ihnen die Exkremente größtentheils entzogen werden, und endlich kann die Menge des Düngers dadurch nicht vermehrt werden, daß man einen Theil deſſelben mit vielem Waſſer miſcht, wie wir bereits(Agrikultur 6. B. 21.) erwieſen zu haben glauben. 5. Wenn man Thiere, die bei Tage anderswo ſich genährt haben, über Nacht auf einen beſtimmten Platz eines Feldes zuſammenſperret, ſo nennt man dieſe Art das Feld zu duͤngen: Pferchen, oder Horden. 6. Man bedient ſich zu dieſer Art die Felder zu bedün⸗ gen nur allein der Schafe, weil nur dieſe allein ſich ohne Nachtheil in einen engen Raum zuſammenſperren laſſen. 7. Das Pferchen findet nur Statt, wo man große Weideräume hat, die man nur allein mit Schafen vortheil⸗ haft benützt. Wer eine Weideberechtigung auf die Brachfelder ſeiner Nachbarn hat, oder Heideland, oder trockene Hügel beſitzt, kann dieſe mit keinem andern Viehe als mit Schafen vortheilhaft be⸗ nützen. Dieſe Thiere, die bei Tage auf derlei Weiden zubrach⸗ ten, werden Nachts in Horden eingeſperrt, welche man auf jenen Aeckern aufſtellt, die durch ihre nächtlichen Exkremente gedüngt werden ſollen. Bei der Stallfütterung der Schafe werden ihre Körper zu zärtlich, und können die oft rauhe und naſſe Witterung in den Horden zur Nachtzeit nicht oyne Gefahr ihre Geſundheit einzubüßen, aushalten. So iſt es auch nicht vortheilhaft zu horden, wenn die Schafe in kultivirten Weidekoppeln genährt werden; denn da dieſe Koppeln im Ackerwechtel liegen, und nach einigen Jahren aufgebrochen und in Aecker umſtaltet werden: ſo iſt es nöthig, daß ſie inzwiſchen allen von den Schafen abfallen⸗ den Miſt erhalten, damit ſie nicht ſogleich mit Stallmiſt über⸗ —— — 160 führt werden dürfen, ſondern erſt ein Paar Ernten durch dieſen Dünger hervorbringen. 8. Der Vortheil des Pferchens beſtehet darin, daß die Thiere den Acker düngen, ohne daß wir denſelben erſt in den Ställen ſammeln, und dann auf die Aecker bringen dürfen. 9. Da der Pferchdünger bloß in den Erkrementen der Schafe beſtehet, ſo müſſen wir Sorge tragen, daß dieſel⸗ ben über die Oberfläche des Ackers gleichförmig verbreitet, und entweder gar nicht, oder nur ſehr oberflächlich mit Erde bedeckt werden. 10. Gleichförmig wird der Acker gepfercht, wenn man die Schafe in den Horden gedraͤngt ſtehen, und ſie auf jeder Stelle des Ackers, wo die Horden aufgeſchlagen worden ſind, eine gleiche Anzahl von Stunden darin verweilen läßt. 11. Der Pſerchdünger zerſetzt ſich hinlänglich an der Oberfläche des Ackers, und gewährt da, nach denſelben Gründen, die wir bereits(2) angegeben haben, mehr Vortheil, als wenn man ihn unterpflügt. 12. Die Stärke der Düngung hängt ab, von der Größe der Schafe, von der Güte der Weide, die ſie gehabt, von dem Raume, den ſie in den Horden einnehmen, und von der Zeit, die ſie darin zubringen. Wenn man annimmt, daß ein Schaf auf der Weide täg⸗ lich 8 Pfund Gras und Waſſer erhalten hat, und daß 6 Pf. Speiſe und Trank(ſo wie beim Menſchen, nach Sanctorius), 1% Pf. feſten, und 3 Pf. flüſſige Exkremente geben, und wenn man 10 Stunden als die Zeit feſtſetzt, die die Schafe im Durchſchnitte in den Horden zubringen, worin jedem einzelnen Schafe ein Raum von 10 Fuß gegeben iſt: ſo liefert jedes Schaf in einer Racht 1 ½ Pf. flüſſige und o, 7 Pf. feſte Erkre⸗ mente, und das Joch erhält hiedurch eine Düngung von 10540 Pf⸗ Maſſe, die aus 979 Pf. feſten Exkrementen, und 9561 Pf.⸗ Horn tin wobei „ Quad Dun reicl nach wird Wenn den S nitteln Ee iſ mehr halten zwſam des Hord von in 8 mehl es Han Ding in ein entwe mau Paſ ten durch dieſe et datin, daß denſelben erſt lecker bringen rementen der 1, daß dieſel⸗ ig verbreitet, lich mit Erde ht, wenn man d ſie auf jeder lagen worden rrin verweilen glich an der ach denſelben zaben, mehr 5b, von der die ſie gehabt, nehmen, und der Weide kig⸗ und daß 5 hf. zanctoriud), te geben, und die Schaft im jedem einzelnen ſo liefert jedes öf. ſene Erkte von 10530 Pf⸗ . und 9561 Ne 161 Horn beſtehet, welche Düngung allerdings hinreichend iſt, einer einzelnen Saat hinlängliche Nahrung zu geben. Eine Pferchung, wobei für ein Schaf für eine Nacht von 10 Stunden nur 10 Quadratfuß eingeräumet ſind, wird daher mit Recht eine ſtarke Düngung genannt.— In demſelben Verhältniſſe als die Weide reichlich, oder karg iſt, die Schafe groß oder klein ſind, und nach der Zeit und dem Raume, den ſie in den Horden einnehmen, wird die Stärke der Pferchung leicht beſtimmt werden können.— Wenn man bei Verhältniſſen, die den erſten Beiſpielen gleich ſind, den Schafen 15 Quadratfuß einräumt, ſo nennt man dieß eine mittelmäßige, und bei 20 Quadratfuß eine ſchwache Düngung⸗ Es iſt aber höchſt wahrſcheinlich, daß eine ſolche Düngung viel⸗ mehr eine ungleichförmige genannt werden ſoll; denn die Schafe. halten ſich in den Horden, wo ſie nichts zu freſſen finden, immer zuſammen, und es wird daher auf dieſe Weiſe ½, und oft i des Ackers ohne Dünger ſeyn, weil ¼ oder ¼ des Raumes in den Horden nur von den Schafen angefüllt iſt. Mit einer Herde von 500 Schafen pfercht man in 11 ½ Nächten ein Joch ſtark, in 8 Nächten mäßig, und 5 Nächten ſchwach. Wer mehr hierüber, und etwas ſehr Ausführliches leſen will, findet es in Mayers Anſchlägen zu Verpachtungen. Hannover 1812. B. Vegetabiliſche Körper. 1. Vegetabiliſche Subſtanzen, die man als Dünger verwendet, ſind entweder in einem zerſetzten, oder in einem ganzen Zuſtande. Im letzten Zuſtande ſind ſie entweder feſt zuſammenhängend und im Waſſer faſt ganz unauflöslich, oder gepuͤlvert, und zum großen Theil im Waſſer auflöslich. 2. Vegetabiliſche Körper, die bereits in einem zerſetz⸗ ten Zuſtande ſich beſinden, ‚und durch die vorhergehende Fäulniß in Humus verwandelt worden, ſind: Moder, Torf und Teichſchlamm. 3. Ganze, unzerſetzte vegetabiliſche Subſtanzen der erſten Art ſind: Stroh, Laub, Heidekraut, Farren⸗ kraut, Schilfz der letzten Art: Oehlkuchen und Malzſt aub. Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Bd. 9 162 4. Moder und Torf werden zwar größtentheils nur untergepflügt, indeſſen iſt es durch Verſuche wahr⸗ ſcheinlich,(ſiehe oben§. V. 5) daß ſie früh im Jahre über die Saaten geſtreut, immer weit größere Wirkungen hervor bringen dürften, als wenn ſie untergepflügt werden: vorzüg⸗ lich dann, wenn ſie vor ihrer Verwendung durch kaliſche Subſtanzen entſäuert worden ſind. 5. Teichſchlamm hängt immer zu ſehr zuſammen, und muß daher eine Weile im Haufen liegen gelaſſen wer⸗ den, ehe man ihn unterpflügt. 6. Alle vegetabiliſchen Subſtanzen, die zuſammen⸗ hängen, und größtentheils aus Holzfaſer beſtehen, müſſen erſt durch die Fäulniß ihren Zuſammenhang verlieren, und können nur erſt in dieſem veränderten Zuſtande angewendet werden.(§. V. B. 16.) 7. Oehlkuchen und Malzſtaub, als leicht auf⸗ lösliche vegetabiliſche Körper werden nicht untergepflügt, ſondern nur über die Saaten geſtreuet. 8. Ruß als ein Produkt des Verbrennens vegetabi⸗ liſcher Korper bedarf auch keiner anderen Vorrichtung, als daß man ihn ſo genau als möglich pülvert, ehe man ihn über die Saat ausſtreuet, deren Wachsthum er befördern ſoll. C. Stallmiſt. 1. Aus thieriſchen und vegetabiliſchen Subſtanzen ge⸗ miſchter Dünger iſt der Stallmiſt. 2. Bei der Verwendung des Stallmiſtes kömmt zu erörtern, ob er auf den Acker gebracht, ſogleich unterge⸗ pflügt werden müſſe, oder ob es nützlich ſey, ihn uͤber dem grißtentheils erſuche waht⸗ m Jahre über kungen hervor den: vorzig⸗ durch kaliſhe r zuſammen, gelaſſen wer⸗ ſe zuſammen⸗ eheen, müſſen erlieren, und angewendet leicht auf⸗ tergepflügt, ens vegetabi⸗ ichtung, als ehe man ihn er befördern ubſtanzen ge⸗ 3 kömmt zu eich unterge⸗ ihn über dem 163 Acker gebreitet eine Zeitlang liegen zu laſſen, ehe man ihn unterpflügt, oder ob es endlich nicht am vortheilhafteſten wäre, ihn über die Saat auszuſtreuen, ohne ihn unter⸗ zupflügen. 3. Ob das eine, oder das andere Verfahren das vortheilhafteſte ſey, hängt ab, von der Beſchaffenheit des Düngers, und des Klima. 4. Je mehr der Dünger aus bloß animaliſchen Sub⸗ ſtanzen beſteht, oder je mehr ſich die beigemengte Streu auf der Miſtſtätte bereits zerſetzt hat, je größeren Vortheil wird derſelbe den Saaten gewaͤhren, wenn er nur über die⸗ ſelben geſtreut wird⸗ 5. Halbzerſetzter Stallmiſt, wenn er über die Saaten gebreitet, und gleichförmig am Acker zertheilt worden iſt, enthält hinlängliche Nahrungstheile für die Frucht des erſten Jahres, und weil das Verfaulen der vegetabiliſchen Theile an der Oberfläche des Bodens minder begünſtiget iſt: ſo bleibt dadurch mehr düngender Stoff für die Früchte der folgenden Jahre im Boden. 6. Völlig roher, aus Stroh und Laub beſtehender Miſt, ſoll aber ſogleich mit Erde bedeckt werden, damit er nach dem Austrocknen nicht von den Winden verweht werde. Ein ſolcher Dünger ſoll aber ſpäter in einem mehr zer⸗ ſetzten Zuſtande durch ein nochmaliges Pflügen vor der Saat wieder zum Theil zur Oberfläche gebracht werden, damit die pflanzennährende Subſtanz nicht nur allein beſſer und gleichför⸗ miger mit der Erde gemengt, ſondern dadurch auch der Saat nützlicher werde, daß ſie mehr oberflächlich zu liegen, und den Pflanzenwurzeln, die unter oder neben ihr liegen, jeder auf⸗ lösliche Theil derſelben zu Nutzen komme. 7. Je feuchter und kühler das Klimg iſt, je vortheil⸗ 11* 164 hafter iſt unter übrigens gleichen Bedingungen die oberfläch⸗ liche Anwendung des Düngers; ſo wie in einem entgegen⸗ geſetzten, heißen, beſonders aber trockenen Klima die Saa⸗ ten mehr Nutzen ziehen vom Dünger, der mit Erde bedeckt iſt, die ſeine allgemache Auflöſung begünſtigt, und worin auch der Dünger durch ſeine waſſeranziehende Eigenſchaft mehr zum Pflanzenwachsthum beitragen kann, als wenn er über der Erde liegt. Daß aller Dünger nur in der Oberfläche des Bodens die größte Wirkſamkeit äußere, erhellet aus der Beobachtung, daß die thieriſchen Exkremente, wenn ſie nicht mit ganzen Pflanzen⸗ theilen gemengt ſind, eben ſo wie der Moder, das heißt, der Pflanzenhumus, das Waͤche thum der Pflanzen mehr befördern, wenn ſie über die Erde geſtreut, als wenn ſie untergepflügt wer⸗ den. Es ſind dieſe Subſtanzen ſchon zum Theil auflöslich, und werden es bei der freien Einwirkung der Luft, der Wärme und des Waſſers bald ganz; und da jener Theil dieſer Subſtanzen, ſo wie er im Waſſer auflöslich geworden, auch durch den Regen in den Boden gebracht wird, und bei ſeinem Einſinken irgend eine der Wurzeln nothwendig antrifft, die ohnedieß, beſonders die Nahrung einſaugenden, nur oberflächlich ſich verbreiten, und weil wir endlich bei dieſer Art zu düngen die Saaten nur dann mit Nahrung überſtreuen, wenn ſie derſelben bedürfen, nämlich in der Frühlingsperiode, und alles nutzloſe Verdünſten und Ver⸗ faulen im Herbſt und Winter dadurch verhindert wird; ſo erhellet hieraus, wie viel vortheilhafter die Ueberdüngung der Saaten überhaupt, und alſo auch mit ſolchem Dünger gegen das Unter⸗ pflügen deſſelben ſey. Darum erweiſet ſich auch der Stallmiſt der Schafe, der nur wenig Streu überhaupt enthält, wirkſamer zur Ueberdüngung, als wenn er untergepflügt wird.(Thaers neue Annalen I. B. wo die Wirthſchaft des Herrn Piktet er⸗ zählt wird.) Daß wohl zerſetzter kurzer Stallmiſt, über die Saa⸗ ten gebreitet, von großer Wirkſamkeit ſey, iſt eine längſt er⸗ wieſene Thatſache, und die Schriften der engliſchen Landwirthe ſind voll von dem Lobe dieſes Verfahrens— Topdressing. Ob es aber nicht ſchädlich, oder minder vortheilhaft ſey, halbrohen Dünger über die beſäeten Aecker zu ſtreuen, hierüber ſind ver⸗ ſchiedene Meinungen. Alle ſind darin übereinſtimmend, daß die Wirkſamkeit des Düngers vermehrt werde, wenn man ihn früher wohl abfaulen läßt: ob aber dieſe verbeſſerte Qualität nicht zu theuer durch den Verluſt der Quantität erkauft werde, darüber iſt man noch uneins.— Daß eine Verflüchtigung nicht ſowohl von riechenden Stoffen, die beinahe gewichtlos ſind, und keine Berückſichtigung verdienen, ſondern auch von Kohlenſäure und gekohltem Waſſer und Stickſtoffgaſe überhaupt bei der Fäulniß Statt habe, und daß dieſe Verflüchtigung um ſo größer ſeyn müſſ unte begl kom Jah dem zu ged ſelb —— die oberflach tem entgegen⸗ Erde bedekt t, und worin e Eigenſchaft in, als wenn des Bodens die obachtung, daß mzen Dilanz en⸗ das heißt, der nehr befördern, ergepflügt wer⸗ auflöslich, und Wärme und des Subſtanzen, ſo den Regen in en irgend eine beſonders die ten, und weil nnr dann mit , nämlich in en und Ver⸗ d; ſo erhellet Z der Saaten en das Unter⸗ der Stallmiſt ſt, wirkſamer (Thaers Piktet er⸗ über die Saa⸗ eine längſt er⸗ den Landwirthe dressing. ſey, halbrohen rüber ſind ver⸗ mend, daß die man ihn friher nalität nicht zu verde, darüber J nicht ſowohl ind, und keine ohlenſaure und i der unnh ſo größer ſeyn 165 müſſe, als die Fäulniß mehr begünſtiget wird, iſt keinem Zweifel unterworfen. Nun wird aber die Fäulniß des Düngers mehr begünſtigt, wenn er unter, als über der Erde liegt, und es kommt von einer gegebenra Menge von Dünger in den folgenden Jahren den Pflanzen mehr zu gute, wenn die Zerſetzung des dem Stallmiſte beigemengten Vegetabils im erſten Jahre nicht zu ſehr befördert wird; und da die oben über mit Stallmiſte gedüngte Saat von den leicht auflöslichen thieriſchen Theilen des⸗ ſelben im erſten Jahre hinlaͤnglich genährt wird: ſo ſcheint es vortheilhafter zu ſeyn, das unnütze Faulen des Miſtes in den Ställen und Miſtſtätten ſo ſehr als möglich zu verhüten, und ihn ſobald als möglich auf beſäete oder unbeſäete Aecker zu brin⸗ gen, je nachdem es die klimatiſchen Verhältniſſe erfordern, um die geſammte organiſche Materie durch langſames Faulen im Waſſer auflöslich zu machen, und in Nahrung zu verwandeln, ohne daß ſich viel davon verflüchtiget. Gepflügte aber nicht beſäete Aecker können zu jeder Zeit mit rohem oder halbzerſetztem Stallmiſte überführt werden: be⸗ ſäete Aecker können aber nur mit ſolchem Stallmiſte überſtreuet werden, der in Haufen ſo weit ſich zerſetzt hat, daß die beige⸗ mengte Streu hinlänglich mürbe geworden iſt, ſo daß ſich der Miſt leicht und vollkommen zertheilen läßt.— Von der Ueber⸗ düngung der beſäeten Felder wird man aber nur dann auffeallen⸗ den Nutzen wahrnehmen, wenn eine hinlänglich naſſe Witterung die Auflöſung und Auslaugung dieſes Düngers bewerkſtelliget. In trockenen Jahren ſind die überdüngten Aecker minder frucht⸗ bar, wie jene, wo der Dünger unterpflügt worden iſt. Darum wird das Ueberdüngen der Saaten in Deutſchland nie jene Vortheile verſchaffen, wie in England, weil unſer Klima Biet trockner iſt. D. Mineraliſe che Körper. Die mineraliſchen Düngermittel ſind entweder bloß duie ſich ſelbſt pflanzennihrend, oder ſie ſind zugleich humusauflöſend. 2. Zu den erſtern gehören, Schwefel, Gips, und alle Verbindungen der Schwefel⸗, Salpeter⸗ und Salzſäure mit Laug enſalzen und Er denz aus⸗ gelaugte Holz⸗, Torf⸗ und Steinkohlenaſche. Zu den letzteren gehören: Kalk im reinen und kohlen⸗ ſauren Zuſtande, Holz⸗Aſche und Seifenſieder⸗ Aſche. — — —=Vg 155 3. Alle zur erſten Klaſſe gehörenden mineraliſchen Düngemittel zeigen ſich nur dann nützlich, wenn ſie über die grünenden Pflanzen ausgeſtreut, und nicht mit der Erde gemiſcht werden. Humusauflöſende, oder ihn ent⸗ ſäuernde Mittel; Kalk, Mergel, Aſche müſſen aber ober⸗ flächlich mit der Ackererde gemiſcht werden, daß ſie in nähere Verbindung mit jenen Körpern kommen, auf die ſie zu wirken beſtimmt ſind. Man verliert, wenigſtens für die erſte Saat, die Vor⸗ theile der humusauflöſenden Subſtanzen, wenn man ſie mittelſt des Pfluges zur gewöhnlichen Tiefe unterackert. Je ſeichter ſie mit der Oberfläche des vorher gepflügten Ackers durch die Anwen⸗ dung der Egge oder des Extirpators gemengt werden, je wirk⸗ ſamer erweiſen ſie ſich. Den Kalk kann man auch nicht wohl im ätzenden Zuſtande über die grünenden Pflanzen ausſtreuen, weil er gar leicht, da, wo er etwas gehäuft zu liegen kömmt, ſchädliche Wirkungen hervorbringt. So kann man den Mergel, wie er aus der Grube kommt, nicht über Getreide verbreiten, weil er lange am Acker liegen muß, ehe er zerfällt, und weil man ihm dann noch erſt durch Walzen und Eggen in ſeiner Zer⸗ theilung nachhelfen muß. Indeſſen darf man nicht glauben, daß Kalk, Mergel und Seifenſiederaſche nothwendig untergebracht, oder mit der Ackererde gemiſcht werden müſſen, denn wenn man Mergel über Klee und Wieſen bringt, ſo begünſtiget man das Wachsthum derſelben, und ſelbſt der Kalk wird in einigen Ge⸗ genden von England über die Wieſen und Kleefelder mit Nutzen verbreitet. In Schleſien bei Liegnitz werden 30 bis 36 Metzen Kalk thells untergepflügt, theils nur eingeeggt. Ei⸗ nige behaupten, man verſpüre eine vorzügliche Wirkung bei trockenen Jahren, wenn er wie der Gips auf den grünen Klee geſtreut wird.(Thaers Annalen II. B. S. 648.) Wird die Seifenſiede aſche über die Kleefelder oben übergeſtreut, ſo wirkt ſie eben ſo günſtig, als wenn man ſie in Aecker bringt, und nur leicht mit der Oberfläche des Bodens mengt, ehe man Erbſen hineinſäet. Woraus demnach hervorgehet, daß man die minera⸗ liſchen Düngungsmittel allenthalben mit größerem Vortheile oben über die grünenden Pflanzen ausſtreut, und daß man ſie nur dann mit der Oberfläche der Ackererde in Miſchung bringen müſſe, wenn die Natur des Düngermaterials das Ausſtreuen verbietet, oder die Kultur der Pflanzen dieß nicht zuläßt. Ob man die Kleefelder im Herbſte oder Frühling gipſen ſoll, iſt keine gleich⸗ gültige Frage. Unſere Bauern ſtreuen ihn aus, ſo wie der Schnee die Felder verläßt; anderswo wird er im Herbſte ſchon, am gewöhnlichſten aber im April ausgeſäet. Nach meinen Er⸗ fahrungen ſoll man in trockenen Gegenden und im Sandboden wineraliſchen wenn ſie über nicht mit der oder ihn ent⸗ en aber ober⸗ daß ſee in en, auf die ſi aat, die Vor⸗ man ſie mitelſt Je ſeichter ſie urch die Anwen⸗ rden, je wirk⸗ zuch nicht wohl zen ausſtreuen, liegen kommt, an den Mergel, ide verbreiten, ällt, und weil in ſeiner Zer⸗ glauben, daß untergebracht, nn wenn man get man das neinigen Ge⸗ Kleefelder mit werden 30 bis ingeeggt. Ei⸗ Wirkung bei n grünen Klee 48.) Wird die -reut, ſo wirkt ingt, und nur e man Erbſen an die minera⸗ Vortheile oben man ſie nur bringen müſe, reuen verbietet, Ob man die ſt keine gleic⸗ , ſo wie der Herbſte ſchon, ach meinen Er⸗ im Sandboden 16 7 im Herbſte, im Thonboden, beſonders aber im feuchteren Klima im Frühlinge gipſen. §. VII. d. Von dem verhältnißmäßigen Werthe, und der verſchiedenen Menge der düngenden Subſtan⸗ zen, die erforderlich iſt, um von ihnen beſtimmte Wirkungen zu erhalten. 1. Die Wirkſamkeit der düngenden Subſtanzen wird beſtimmt durch die Menge der auflöslichen Materie, die in denſelben vorhanden iſt, wenn ſie auf den Acker gebracht werden, und von der Geſchwindigkeit, mit der ſie ſich vollends zerſetzen 2. Da die thieriſchen Subſtanzen entweder ſchon ſehr aufgelöſt in den Boden gebracht werden, oder doch ſehr ſchleunig ſich darin zerſetzen; ſo ſind ſie die wirk⸗ ſamſten Düngemittel, und eine gegebene Menge derſelben befördert das Wachsthum der Pflanzen mehr, als jeder vegetabiliſche oder mineraliſche Körper. 3. Der Werth der aus thieriſchen und vegetabiliſchen Subſtanzen gemengten Düngerarten, des Stallmiſtes und Kompoſtes hängt von der Menge der beigemengten thieri⸗ ſchen Subſtanzen, von den leicht oder ſchwer zerſetzbaren vegetabiliſchen Körpern, und endlich von dem Zuſtande der Zerſetzung ab, in welchem ſich dieſe letztern befinden, wenn ſie in den Acker gebracht werden. Je mehr im Stallmiſt Exkremente von Thieren vorhanden ſind, je wirkſamer iſt er, und ſein Werth erhöht ſich in dem⸗ ſelben Verhältniſſe, als dieſe Exkremente von Thieren herrüh⸗ ren, die mehr mit Körnern, oder gutem Heu genährt worden ſind. Strohmiſt, Laubmiſt, iſt wirkſamer wie der, dem Heide⸗ kraut beigemengt iſt, und dieſer iſt beſſer, wie der von Nadel⸗ holzzweigen: und endlich wird der Stallmiſt, der in Haufen lange genug gelegen iſt, daß die beigemengte Streu ihren Zu⸗ 168 ſammenhang verloren hat, wirkſamer ſeyn als eine gleiche Menge rohen Miſtes, von derſelben Miſchung. 4. Rein vegetabiliſche Subſtanzen außern immer nur eine ſchwache Wirkung im Verhältniſſe gegen thieriſche, oder gemiſchte Düngerarten: indeſſen haben ſie dennoch unter ſich einen verſchiedenen Werth, der eben ſo, wie wir bereits(1) erwähnten, von der Menge der gegenwärtig auflöslichen Materie, und der leichtern oder ſchwereren Zerſetzbarkeit dieſer Subſtanzen beſtimmt wird. 5. Die mineraliſchen Duͤngungsmittel ſind im Verhältniſſe gegen die organiſchen Düngemittel die ſchwächſten, weil ſie nur einen oder ein Paar Urſtoffe ent⸗ halten, die bei ihrer Zerſetzung in die zu ernährende Pflanze übergehen, weßwegen ſie die organiſche Materie als Düngemittel nie ganz zu erſetzen im Stande ſind. 6. Die kaliſchen Körper düngen oft kräftiger, wie Stalldünger, was ihrer Wirkſamkeit auf den im Boden befindlichen ſauren oder ſtark verkohlten Humus zugeſchrie⸗ ben werden muß, der durch ſie in einen auflöslichen Zu⸗ ſtand verſetzt wird, weßwegen man dieſe Subſtanzen auch nicht für ſich düngend, ſondern mehr düngervermittlend nennen muß. 7. Es iſt aber nicht genug bloß im Allgemeinen zu wiſſen, welches Werthverhältniß die verſchiedenen zum Düngen der Felder beſtimmten Subſtanzen unter ſich haben: es iſt auch nothwendig von jeder derſelben die abſolute Menge, dem Maße und Gewichte nach zu kennen, die erforderlich iſt, wenn unter beſtimmten Verhältniſſen eine beſtimmte Wirkung erfolgen ſoll. 8. Das was von den Düngerarten auf ein Joch Feld auf einmal verwendet wird, heißt eine Düngung. 9. dder ſ vothan der g ſoll oder w hevitt zung 16 teiner Vort gener ſetzu liche betre ſo bed Ding aher, leicht den; Dün Men auf ten; ſeden Thon ſaugt Aufth Riihe gleiche Nenge zen äußern tniſſe gegen eſſen haben ), der eben Menge der chtern oder mmt wird. nittel ſind gemittel die Ürſtoffe ent⸗ ernäͤhrende ſche Materie ſind. tiger, wie im Boden zugeſchrie⸗ zlichen Zu⸗ ganzen auch rvermittlend gemeinen zu edenen zum r ſich haben: die abſolute kennen, die ltniſſen eine Joch Feld ung. 169 9. Dieſelbe Duͤngung iſt bald ſtark, mittelmäßig, oder ſchwach, nach Verhältniß der im Boden noch ehe vorhandenen Menge von pflanzennährenden Subſtanzen; der Zeit, welche eine ſolche Düngung dauern oder ausgeben ſoll; des Bodens, welcher die Auflöſung des Humus mehr oder weniger begünſtiget, des Klima, welches das gleiche bewirkt, und endlich der Früchte, die man von einer Dün⸗ gung erzeugen will. 10. Ein bis jetzt in Kraft erhaltener Boden bedarf keiner ſehr ſtarken Düngung, weil er noch in ſich einen Vorrath von Kraft hat. In einen erſchöpften, ausgeſo⸗ genen, und überdieß noch bindigen Boden, der die Zer⸗ ſetzung des Düngers hindert, muß dagegen eine ſehr reich⸗ liche Düngung auf einmal geführt werden, wenn man eine beträchtliche Wirkung von demſelben wahrnehmen will. 11. Soll die Düngung nur für eine Frucht dauern, ſo bedarf man ſehr begreiflich eine viel kleinere Menge von Dünger, als wenn ſie für mehrere anhalten ſoll; dafür muß aber ein ſolcher nur für eine Frucht beſtimmter Dünger ſehr leicht auflöslich ſeyn, und ſehr gleichförmig über den Bo⸗ den zerſtreut werden. 12. Sandiger Boden begünſtiget die Auflöslichkeit des Düͤngers ungleich beſſer, wie der thonige. Eine kleinere Menge von Dünger muß daher in einen leichten Boden auf einmal gebracht werden, eine größere in den erſchöpf⸗ ten Thonboden; dafür aber muß die Düngung in einem jeden Sandboden öfter wiederhohlt werden, als dieß im Thonboden Noth iſt, der nicht etwa in einem völlig ausge⸗ ſaugten Zuſtande ſich befindet.. Der Thonboden erheiſcht bei gleichen uͤbrigen, die Auflöſung des Düngers begünſtigenden Umſtänden, in der Reihe der Jahre, weniger Dünger, als der Sandboden, weil 170 er die Zerſetzung des Humus zurückhaͤlt, und die allgemache Auf⸗ löſung deſſelben beinahe ganz den Pflanzen zu gute kömmt; wäh⸗ rend im Sandboden bei der raſchen Zerſetzung dieſer Subſtanz ein ſehr großer Theil nutzlos ſich verflüchtiget. Dann bedarf der Sandboden gegen den Thonboden auch deßwegen mehr Dünger, weil der dadurch in den Boden gebrachte Humus nicht nur allein beſtimmt iſt die Pflanzen direkt zu ernähren, ſondern auch durch ſeine waſſeranſaugende Kraft zum Wachsthum beizutragen, was beim Thonboden nicht Noth tyut, weil dieſer die Feuchtigkeit mehr als der Sandboden zurückhält. 13. Die Wärme trägt am meiſten zur Zerſetzung der organiſchen Materie bei. Je wärmer daher das Klima iſt/ je kleiner wird die Menge von Dünger ſeyn dürfen, die man bei übrigens gleichen Verhältniſſen dem Acker gegen ein kälteres Klima gibt: je öfter muß aber auch die Dün⸗ gung wiederhohlt werden. In ſehr kalten Gegenden, z. B. in den höheren Gebirgen von Kärnten, Steiermark und Salzburg wird die Egartenwirthſchaft getrieben, wo das Feld 2 bis 3 Jahre als Acker, und eben ſo lange hierauf als Wieſe benützt wird. In jedem Jahre, als das Feld Getreide trägt, wird friſch gedüngt, und reichlich; freilich wohl nur mit ſolchem Miſte, der mit Holz⸗ ſtreu überladen iſt. Es muß ein Ueberfluß von zerſetzbarer Materie im Boden vorhanden ſeyn, damit bei der geringen Wärme des Sommers doch ſo viel Humus auflöslich werde, als nöthig iſt, um die Sagt zu zu ernähren. 14. Die Fruͤchte erheiſchen nach ihrer Natur eine ver⸗ ſchiedentliche Menge von Düngung. Die einen wachſen groß, ſchnell, und bringen viele Körner, oder ſehr große Blätter, oder Wurzeln hervor, z. B. der Mais, Hanf, die Hirſe, das Kopfkraut, die Rüben u. ſ. w. und bedür⸗ fen vielen, und leicht auflöslichen Dünger; die andern wachſen langſam, und weniger üppig, oder bleiben niedrig, oder erzeugen weniger Körner, oder haben das Vermögen, mehr von den luftförmigen Nahrungs⸗Stoffen ſich anzu⸗ eignen, und kommen daher mit einer kleineren Menge von Dünger aus, z. B. Erbſen, Wicken, Linſen, Buch⸗ weitzen, Lupinen u. ſ. w. Je mehr im Fruchtwechſel * Hfen Ding Aceer wenn Neng Prodl . gleice vathat plan Diar Din man ihm ren und viel aber ethe ſiee ſauge dünge richt ſonde tivire ſtanz nern kaun Man dieſ und iber tern eint Iuh hiſch kloß der thei We otge 1 allgemache Auf⸗ ekömmt; wäh⸗ dieſer Subſtang ann bedarf der mehr Dünger, nicht nur allein dern auch durch zutragen, was ie Feuchtigkeit erſetzung der as Klima iſt, dürfen, die Acker gegen uch die Din⸗ heren Gebirgen urg wird die 5 3 Jahre als ßzt wird. In friſch gedüngt, der mit Holz⸗ zerſetzbarer der geringen h werde, als tur eine ver⸗ nen wachſen e ſehr große Mais, Hanff v. und bedür⸗ die andern kiben niedrig as Vermögen, fen ſich angg⸗ Menge von nſen, Buch⸗ ruchtwechſl 171 Pflanzen der erſten Art vorkommen, je ſtaͤrker muß die Düngung ſeyn, die der Acker erhält, und umgekehrt. 15. Endlich muß die Menge des Dungers, die der Acker jährlich oder nach einer Reihe von Jahren erhält, wenn er eine gegebene, dem Boden und Klima angemeſſene Menge von Produkten hervorbringen ſoll, der Größe dieſes Produktes angemeſſen ſeyn. Die Größe der Pflanzenerzeugung hängt bei übrigens gleichen Umſtänden nur allein von der Menge der in dem Boden vorhandenen, und in einem auflöslichen Zuſtande ſich befindlichen pflanzennährenden Beſtandtheile ab. Je größer demnach die Pflanzenerzeugung ſeyn ſoll: je größer muß auch die Menge von Dünger ſeyn, die man dem Acker zuführt; vorausgeſetzt, daß man in einem gegebenen Boden nur ſolche Pflanzen kultivirt, die ihm und dem Klima angemeſſen ſind. In dieſem Falle konſumi⸗ ren die Pflanzen den Dünger im Verhältniſſe ihres Produktes, und dieſelbe Menge von Dünger erzeugt im Thonboden eben ſo viel Weitzen, als ſie im Sandboden Rocken hervorbringt. Wenn aber die Pflanzen ihrem Standorte nicht völlig angemeſſen ſind: erheiſchen ſie um ſo mehr Dünger, als dieſer nebſtbei, daß er ſie ernähren muß, auch noch durch ſeine waſſerhaltende und an⸗ ſaugende Kraft u. ſ. w. zu ihrem Wachsthume beitragen muß. Es iſt aber nicht genug, daß bloß eine große Menge von düngender Materie in den Boden geführt werde; es muß dieſe nicht nur allein leicht zerſetzbar ſeyn, was wir ſchon erwähnten, ſondern auch die Beſtandtheile in ſich haben, welche die zu kul⸗ tivirenden Pflanzen erheiſchen. Darum wirken thieriſche Sub⸗ ſtanzen in geringer Menge ſo kräftig auf die Erzengung von Kör⸗ nern, und vegetabiliſche Körper bringen in viel größerer Menge kaum ähnliche Wirkungen hervor. Darum bringt eine gegebene Menge von den Auswürfen des Menſchen die größte Wirkung, dieſelbe Menge von gewöhnlichem Stallmiſt einen viel kleineren und um ſo geringeren Eſſekt hervor, je mehr demſelben Streu überhaupt, und insbeſondere holzige beigemengt iſt⸗. Wenn man dem Acker das, was er an Stängeln, Blät⸗ tern, Früchten und Wurzeln hervorgebracht hat, auch wieder einverleibte, ſo müßte die Quantität des Humus von Jahr zu Jahr ſich vermehren(denn der lebende Körper nimmt unorga⸗ niſche Stoffe waͤhrend des Lebens in ſich auf, und nährt ſich nicht bloß von der todten organiſchen Materie), wenn nicht während der Fäulniß der todten Körper ein großer Theil ihrer Beſtand⸗ theile ſich verflüchtigte, und dem Acker dadurch verloren ginge. Wenn wir annehmen, daß die Summe deſſen, um was ſich die organiſche Subſtanz während des Lebensprozeſſes durch unorga⸗ niſche Körper vermehrt hat, gleich ſey jener, die ſie durch den 172 Verdauungsprozeß in den Körpern der damit genährten Thiere und durch den Faulungsprozeß wieder verliert, die durch die Wurzeln der Pflanzen nicht aufgeſaugt werden kann, wenn dieſe auch in genügender Menge vorhanden ſind: ſo bleibt die Menge des Humus im Boden ſich gleich, und die Größe der Produktion ſteht in einem gleichen Verhältniſſe mit der Größe des Humus. Wir müſſen alſo, um den Acker in ſeiner gegenwärtigen Produk⸗ tionskraft zu erhalten, ihm alles das wieder einverleiben, was er hervorgebracht hat, und wenn wir von ſeinen Produkten etwas wegnehmen, ihm dafür durch Surrogate einen genügenden Er⸗ ſatz leiſten. Dieß geſchieht, wenn wir ihm alles erzeugte Stroh, alle Futterpflanzen und für die entzogenen Korner, Wurzeln, Stängel, Blätter, ſo viel Heu, oder andere getrockneten Fut⸗ terpflanzen zuwenden, als das Gewicht der entzogenen Maſſe im getrockneten Zuſtande beträgt. Soll die Kraft des Ackers über ſein gegenwärtiges Maß gehoben werden, ſo iſt dieß nur möglich, wenn wir frem⸗ den Dünger hineinführen, das heißt; wenn wir mehr dün⸗ gende Subſtanzen in den Boden bringen, als er ſelbſt erzeugt hat. Dieß geſchieht, wenn wir Dunger zukaufen, oder was einerlei iſt, wenn wir fremdes Stroh, Heu, Streumittel her⸗ beiſchaffen, oder dem Futterbau auf unſern Aeckern eine größere Fläche, wie bisher einräumen. So wie wir mehr Futter in Dünger verwandeln, das anderswo als auf dem zu bedüngenden Acker gewachſen iſt, oder fremde Streumaterialien herbeifchaffen, oder mehr Futterpflanzen, wie bisher bauen, oder alle erzeugten Pflanzen im Stalle verfüttern, wird durch den vermehrten Dün⸗ ger die Fruchtbarkeit erhöht und der Acker erzeugt ein größeres Produkt, wie vorher, das dem auf ihn verwendeten Quantum. des Düngers nach ſeiner innern Beſchaffenheit gleich ſeyn wird, Die erhöhte Fruchtbarkeit bleibt ſich gleich, wenn wir dem Acker ſein größeres Erzeugniß wieder einverleiben, und das, was wir ihm entziehen, durch Surrogate wieder erſetzen. Nehmen wir aber das Stroh des Ackers zu Futter; ſo wird durch den Verdauungsprozeß ein beträchtlicher Theil ſeines Gewichtes, theils der thieriſchen Maſſe aſſimilirt, theils ver⸗ flüchtiget, und nur der Reſt kommt dem Dünger zu Guten. Nehmen wir ferner viele Getreidefrüchte dem Acker ab, müſſen wir Zehent geben, und ſind wir nicht im Stande in demſelben Maße Stroh und Körner durch Wald und Sumpfſtreu, Wie⸗ ſenwachs, Stadtdünger u. ſ. w. zu erſetzen: ſo wird die Quan⸗ tität des erzeugten Düngers immer geringer, und die Ernten fallen Jahr für Jahr ſchlechter aus. Um den Werth des Düngers und die Veränderung der Erträgnißfähigkeit des Ackers mehr anſchaulich zu machen, wollen wir nun ſein Produkt anführen, ſo wie es unter beſtimmten, gegebenen Verhältniſſen wirklich erfolgt, und die Hülfsmittel, die erforderlich ſind zeigen, um ſeinen Ertrag zu erhöhen. Der Acker wird bis jetzt nach den Regeln der Dreifelder⸗ — wirthſe Korne im fi und? Pf. Gew land des wird Men kern wir a halbbe in die nur al 59 Ce aber e hettä⸗ Oto Begi Ste⸗ nährten Thiere die durch die in, wenn dieſe ibt die Menge der Produktion e des Humur, tigen Produk⸗ eiben, was er odukten etwas nügenden Er⸗ zeugte Stroh, er, Wurzeln, rockneten Fut⸗ enen Maſſe im wärtiges Maß enn wir frem⸗ dir mehr dün⸗ ſelbſt erzeugt fen, oder was trreumittel her⸗ en eine größere nehr Futter in zu bedüngenden herbeiſchaffen, Lalle erzeugten mehrten Dün⸗ ein größeres eten Quantum. ich ſeyn wird. wir dem Acker das, was wir zu Futter; ſo eer Theil ſeines tt, theils ver⸗ ager zu Guttn. cer ab, müſſen ein demſelben pfſtreu, Wie⸗ wird die Quan⸗ und die Ernten eräͤnderung der machen, wollen ter beſtimmten, die Hülfsmittel erhöhen. der Dreifelder⸗ 173 wirthſchaft mit Brache benützt. Sein Ertrag vom Joche iſt an Körnern, im erſten Jahre: Brache.——— zweiten Jahre: Winterrocken. 16 Metzen. dritten Jahre: Haber... 18— vierten Jahr: Brache——— funften Jahre: Winterrocken 14—— ſechsten Jahre: Habrer 16—— 64 Metzen An Stroh gibt der Acker vom Winterrocken auf 2 Joch 6200 Pfund. Haber dto. 20600— 8800 Pfund. Wenn der Acker fortan dieſen Ertrag liefern ſoll; ſo müſſen ihm für die 30 Metzen Winterrocken à 80 Pfund= 2400 Pfund und 34 Metzen Haber à 50 Pf.= 1700 Pf., zuſammen 4100 Pf. ein hinlängliches Surrogat, alſo mindeſtens eben ſo viel Gewicht an gutem Heu geliefert werden, d. h. auf 6 Joch Acker⸗ land iſt ein Joch guter Wieſen nothwendig, oder wenn ein Theil des Strohes verfüttert, oder durch den Zehent weggenommen wird: ſo müſſen wir ein fremdes Streumateriale in angemeſſener Menge dafür zur Hand haben. Wenn man 838 Ctr. Stroh und 41 Ctr. Heu durch Füt⸗ tern und Streuen in Miſt verwandelt: ſo erhält man, worüber wir an einem anderen Orte den Beweis führen werden, 297 Ctr. halbverfaulten Stallmiſt= 25— 30 doppelſpännige Fuder, der in die Brache des erſten Jahres geführt wird. Da der Acker nur alle 6 Jahre einmal gedüngt wird: ſo kömmt auf jedes Jahr 50 Centner. Wir wünſchen nun in der Brache Erbſen zu bauen, ohne aber einen geringeren Ertrag an Rocken und Haber zu erhalten. Metzen. Gewicht Ganzes des Metzen. Gewicht Im erſten Jahre Erbſen 12 94 Pf. 1128 Pf. zweiten— Rocken 16 80 1280 dritten— Haber 18 5⁰ 900 vierten— Erbſen 10— 940 fünften— Rocken 14— 1120 ſechsten— Haber 16— 8⁰⁰ 86 Metzen 6168 Pf. 2 Joch Erbſen geben Stroh... 6600 Stroh von Rocken und Haber wie vorher. 88⁰0 Die mehrere Erzeugung, die wir hervorbringen wollen, beträgt auf 2 Joch 22 Metzen Erbſen,— 2068 Pf. und 66 Ctr. Stroh, zuſammen im Gewichte, 8668 Pf. Wenn wir beim Beginnen der neuen Wirthſchaft 21 Etr. Heu, und 66 Ctr. Stroh insbeſondere zu kaufen, und zu Haus in Dünger verwan⸗ 174 3 deln, oder wenn wir 200 Ctr⸗ guken Stallmiſt ankaufen, und in die Brachfelder fuͤhren: ſo wird dieſe Erzeugung möglich ge⸗ macht. Soll dieſe Wirthſchaft ſich fort erhalten; ſo bedarf ſie ſo viel Heu, als das Gewicht der Körner beträgt,= 6168 Pf.3 d. h. auf 6 Joch Aecker 2 Joch gewohnlicher Wieſen, oder an⸗ derweitige Surrogate an Streu, Weide, u. ſ. w. um das Stroh mehr zu Futter verwenden zu können, und weniger Heu zu be⸗ dürfen.— Werden 6168 Pf. Heu mit 15400 Pf. Stroh im Stalle zu Miſt gemacht: ſo erhält man 496 Ctr.= 41— 50 doppelſpännige Fuder. Wird dieſes Miſtquantum auf 6 Jahre vertheilt: ſo kömmt auf jedes 82 Centner pr. Joch. Aber auch dieſes Erträgniß entſpricht zu wenig unſeren Forderungen. Wir wollen mehr Körner, und weil hiezu noth⸗ wendig mehr Dünger erforderlich iſt, ſo wollen wir zu deſſen Hervorbringung einen Theil der Aecker zu Futterpflanzen ver⸗ wenden, weil wir nicht hinlänglich Wieſen haben, oder an⸗ dere Gelegenheit uns Düngematerialien zu verſchaſſen. Wir le⸗ gen zu dieſem Behufe unſere Aecker in folgenden Wechſel: Metzen. Gewicht Ganzes des Metzen Gewicht Erſtes Jahr Mais 40 80 Pf. 3200 Pf⸗ Zweites— Gerſten 24 66 1584 Drittet— Klee—— 6000 Viertes— Winterrocken 18 8 1440 Fünftes— Erbſen 12 94 1128 Sechstes— Haber 18 50 900 112 Metzen 14252 Pf. Stroh ſollen wir erhalten: vom Mais. 3 3. 3500 von der Gerſte.... 2000 vom Winterrocken... 3200 von den Erbſen.. 4. 3000 vom Haber.. 3.. 1400 ——— 13100 Bei der vorigen Wirthſchaft haben wir erzeugt an Körnern⸗.. 6168 Pfund. Stroh 0. 92 15400— zuſammen 21568 Pfund. Jetzt wollen wir erzeugen an Körnern und Klee 1425² Stroh. 13100 2735² Mehr alſo gegen die vorige Wirthſchaft: 5784 Pf., wozu wir beim Beginnen, d. h. im erſten Jahre zukaufen 20 Ctr. Heu und 33 Ctr. Stroh, oder 133 Ctr. Dunger, den wir nebſt dem ſt Aeder 8254] mehr, Boden Eiſat duktes und wi Heuts de wir Klee n il wir verthe thig, wir z ſ der terdan in den der der Bedarf wo wit annahtn weiſe eines: ganz: Bewe gerun noch ſonden mus! Aöſch wiſch ſeyn laſſen. men ankaufen, ünn ng möglich e4 ſo bedarf ſe 85 6168 Pf.; eſen, oder an⸗ um das Stroh er Heu zu be⸗ pf. Stroh im .— 41— 50 auf 6 Jahre wenig unſeren il hiezu noth⸗ wir zu deſſen erpflanzen ver⸗ ben, oder an⸗ ſſen. Wir le⸗ Wechſel: t Ganzes den Gewicht Pf. 3200 Pf⸗ 1584 6000 1440 1138 900 14252 Pf. 3500 2000 3200 3000 1400 — 13100 eugt an d. 784 Pf., wozt kaufen 20 Ckr. den wir neb 175 dem ſonſt erzeugten Dünger in den Maisacker bringen. Die Aecker liefern uns bei dieſer Wirthſchaft an Körnern..... 8²252 Pf. Stroh.... 4 13100 Pf. Klee..... 600 Pf. An Heu würden wir zum Erſatze der Körner bedürfen 3252 Pf. Weil aber der Klee durch ſeine abfallenden Blätter, mehr aber und größtentheils durch ſeine vielen, und großen, im Boden zurückbleibenden Wurzeln für den empfangenen Humus Erſatz leiſtet; ſo kann ihm nur die Haͤlfte ſeines Gewichtspro⸗ duktes als nothwendig zur Düngererzeugung angerechnet werden, und wir ſchlagen daher von 8252 Pſ. des ſonſt erforderlichen Heues 3000 Pf. ab; bleiben demnach nur 5252² Pf. Heu übrig, die wir alljährlich zur Fortſetzung dieſer Wirthſchaft außer dem Klee noch nöthig haben. Werden 5252 Pf. Heu, 6000 Pf. Klee, 13100 Pf. Stroh, zuſammen 24352 Pf. in Dünger verwandelt: ſo erhalten wir 560 Ctr.;= 47 bis 56 doppelſpännige Fuder. Auf 6 Jahre vertheilt, kömmt auf jedes 93 Ctr. pr. Joch. Bei der Dreifelderwirthſchaft haben wir 41 Ctr. Heu nö⸗ thig gehabt, um 64 Metzen Getreide zu erzeugen; hier bedürfen wir zwar 52 ½ Ctr. Heu; bringen dafür aber 112 Metzen auf %¾ derſelben Fläche hervor, die wir größtentheils dem Klee zu verdanken haben. Das Erträgniß der Aecker an Körnern und Stroh muß in den beiden erſteren Fällen genau entſprechend dem Quantum der verwendeten Düngung ſeyn, weil aus der Produktion der Bedarf an Dünger berechnet iſt; daß aber auch im dritten Falle, wo wir nur die Hälfte des Kleeertrages als Erſatz bedürftig annahmen, ſich das gleiche Verhältniß ergab, dient zum Be⸗ weiſe der Richtigkeit unſerer Anſchauung über die düngende Kraft eines wohlbeſtellten Kleefeldes. Der Werth des Düngers erhellet aus dieſer, keinesweges ganz idealen, Berechnung mehr, als aus irgend einem anderen Beweiſe. Es iſt hier nicht der Ort, weder die fruchtbaren Fol⸗ gerungen, die hieraus abgeleitet werden können, zu verfolgen, noch den Einwürfen zu begegnen, die man gegen dieſelben, be⸗ ſonders in Hinſicht der Hülſenfrüchte, die offenbar weniger Hu⸗ mus konſumiren, aufſtellen kann; wir werden aber in dem letzten Abſchnitte unſers Lehrbuches, wo von dem Verhältniſſe, welches zwiſchen dem Getreide⸗ und Futterbaue beſtehen muß, die Rede ſeyn wird, den Faden wieder auffaſſen, den wir hier fallen laſſen. 3 16. Wie viel man von den menſchlichen Exkre⸗ menten im gepülverten, oder mit Waſſer verdünnten Zu⸗ 176 ſtande für das Joch auf einmal mit Nutzen verwenden ſoll, wird nirgendwo angegeben, weil man dieſen Dün⸗ ger bis jetzt nicht auf Aecker, ſondern nur in Gärten ver⸗ wendet hat. 5 17. Wie viel man vom flüſſigen Hornviehdün⸗ ger aufführen ſoll, hängt von der größeren oder kleineren Menge von Waſſer ab, die in der Jauche enthalten iſt, weßwegen ſich ſo lauge nichts Sicheres hierüber feſtſetzen läßt, bis man nicht einer beſtimmten Menge von Exkremen⸗ ten eine beſtimmte Menge voͤn Waſſer beimiſcht. Schwerz ſagt in ſeiner Beſchreibung der Fellenberg. Wirthſchaft S. 110, daß jedes Stück erwachſenen großen Vie⸗ hes, das beſtändig in dem Stalle gehalten wird, mit Inbegriff des Zuſatzes an Waſſer, den er auf c bis ¼ des Ganzen an⸗ ſchlägt, täglich beinahe 2 Eimer, jeden zu 100 Pf. gäbe: alſo mindeſtens 60000 Pf. Jauche. Gericke(Oekonom. Hefte⸗ Leipzig 1808, 30. Band.) erhielt von ſeinen Kühen bei 25 Pf⸗ trockenem Futter aus— Heu und—/ Stroh mit ein⸗ ſchluſſigen 2 ½ Pf. Schrot, und 81 bis 91 Pf. Waſſer, mit Ausſchluß der Streu, täglich 66,7 bis 68 Pf. W. G. feſte und flüſſige Exkremente. Rechnet man 68 Pf. Exkremente, und Waſſer= 51%⅜ ſo beträgt dies zuſammen erſt 119 ¾ Pf. Jauche, und wenn man dem Schweizervieh auch 30 Pf. Heu zubetheilt; ſo kann dieſe Zugabe doch nicht viel mehr als 24 Pf⸗ betragen, wodurch wir erſt 143 ¾ Pf. Jauche täglich erhalten. Je nachdem man bei der ſchweizeriſchen Art der Düungerbereitung dem Streuſtrohe mehr oder weniger Dünger läßt, vorausgeſetzt, daß eine gleiche Menge an Waſſer den Exkrementen beigemiſcht wird, je nachdem wird man auch mehr oder weniger Jauche auf⸗ bringen. Da in Hofwyl das Streuſtroh, nachdem es in den Exkrementen eingeweicht geworden, auf der Miſtſtätte beſonders aufgeſchichtet wird, ſo muß von den obigen der Jauche zugerech⸗ neten Erkrementen nothwendig ein Theil in Abzug, und dem Miſthaufen zu gute gebracht werden. Was man hiefür annimmt, iſt willkürlich, da keine Angabe gemacht worden iſt: allein ich denke, daß der Exkremente wohl im Stroh bleiben dürfte, und dann gewänne man täglich nur einen Eimer Jauche= 95,8 Pf. und nicht zwei: vorausgeſetzt, daß man nicht mehr als ½ des Exkrementengewichtes an Waſſer zuſetzt, und erzeugt man wirklich zwei Eimer, ſo iſt um die Hälfte weniger Dünger in denſelben vorhanden, und man hat nicht ¾ ſondern%½ des Ex⸗ krementengewichtes Waſſer zugeſetzt. Schwerz erzählt ferner, daß man in Hofwyl 3 bis 500 Eimer zur Ausdüngung einer Juchart rechne, das iſt, wenn man 400 im Durchſchnitte an⸗ danit haͤn Erk Jet zen verwenden i dieſen Din⸗ in Garten ver⸗ ornviehdün⸗ noder kleineren de enthalten iſt eriher feſſjezen von Exkremen⸗ iſcht. der Fellenberg. nen großen Vie⸗ d, mit Inbegrif des Ganzen an⸗ HPf. gäbe: alſo Oekonom. Hefte. ihen bei 25 Pf. Stroh mit ein⸗ f. Waſſer, mit f. W. G. feſte exkremente, und erſt 119 ¾ Pf. cch 30 Pf. Heu nehr als 24 Pf. täglich erhalten. Dungerbereitung t, vorausgeſett, enten deigemiſcht niger Jauche auf⸗ hdem es in den ſiſtätte beſonders Jauche zugerech lbzug, und dem hiefür annimmt, miſt: allein ich Hbleiben dürfte, ⸗Jauche= 95,3 icht mehr als 7e nd erzeugt man niger Dünger in dern 4 des Er⸗ zerzählt ferner, usdüngung einer Durchſchnitte an⸗ 177 nimmt, 665 Eimer pr. Joch, was allerdings eine ſtarke Be⸗ düngung iſt, denn ſie wird in dem nämlichen Jahre noch konſu⸗ mirt, und wird auf einen Acker gebracht, der vorher noch in großer Kraft ſich befindet.— Wollte man auf dieſe Art 8 Joch Feld alljährlich bedüngen, und gar keinen feſten Dunger er⸗ zeugen, wie man bei der Wieſenwirthſchaft thut, ſo würden 1 ½ Stücke mittelgroßen Viehes, die immer auf dem Stalle ge⸗ füttert werden müßten, hiezu erforderlich ſeyn, woraus demnach ſehr deutlich erhellet, daß ein ſolches Verfahren nur da Statt ſinden könne, wo Viehzucht allein betrieben wird, und wo man das Vieh den Sommer über auf Alpen und im Herbſte auf den Wieſen hält, und wo es nur im Winter von dem Heu dieſer Wieſen erhalten wird. Beim Ackerbaue müſſen allenthalben ve⸗ getabiliſche Subſtanzen dem Miſte zu ſeiner Vermehrung beige⸗ ſetzt werden, und weil ſich dieſe nicht in flüſſiger Form anwen⸗ den laſſen, ſo iſt der Gebrauch des feſten Stallmiſtes nothwendig damit verbunden. 18. Die Wirkſamkeit des feſten Stallmiſtes hängt ab, von der Qualität und Quantitaͤt der thieriſchen Exkremente und Vegetabilien, und von dem Grade der Zerſetzung, in welchem die letztern ſich befinden. 19. Je mehr der Stallmiſt bloß aus thieriſchen Exkre⸗ menten beſtehet, und je trockener und ſpezifiſch ſchwerer dieſelben ſind, je wirkſamer iſt ein gegebenes Gewicht des⸗ ſelben. Je mehr vegetabiliſche Subſtanzen im Allgemei⸗ nen demſelben beigemengt ſind, und je mehr dieſelben ent⸗ weder noch roh, oder ſchwer zerſetzbarer Natur ſind, je mehr muß man von demſelben in den Acker bringen, wenn man dieſelbe Wirkung, wie in dem erſten Falle, hervor⸗ bringen will. 20. Man rechnet die Quantitäat des Stallmiſtes ge⸗ wöhnlich nach Fudern; es iſt aber nichts ſo ſehr abwei⸗ chend als dieſes Maß, weil es von der Größe und Staͤrke der Thiere, der Beſchaffenheit der Wege, der Lockerheit oder Gediegenheit des Miſtes und vielen andern Dingen abhängt. Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Vr. 12 178 21. Man hat vorgeſchlagen die Größe der Düngung nach dem kubiſchen Maße des verwendeten Düngers aus⸗ zudrücken. Weil aber das ſpezifiſche Gewicht eines Kubik⸗ fußes Stallmiſt von 42 bis 54 Pfund abweicht, je nach⸗ dem derſelbe mehr oder weniger zerſetzt iſt, und mehr oder weniger Streu enthält, ſo können große Abweichungen Statt finden, und das Fuder wird bald um ½ mehr oder weniger wiegen. Die Größe der Düngung wird daher nur dann genau angegeben, wenn man den kubiſchen Inhalt der Fu⸗ der, und das abſolute Gewicht derſelben zugleich erhebt. 22. Man rechnet im Allgemeinen, daß ein vierſpän⸗ niges Fuder mäßig abgelegenen Stallmiſtes auf ebenen aber nicht immer guten Wegen mit Pferden oder Ochſen gezogen, die den Pflug auf 6— 7 Zoll Tiefe in einem bindigen Boden erhalten, 17 bis 18 Centner; ein zwei⸗ ſpänniges Fuder mit Pferden oder Ochſen, die den Pflug unter gleichen Verhältniſſen 5 Zoll tief erhalten, 10 bis 12 Centner wiege. a3. Dreißig ſolche doppelſpännige Fuder Stallmiſt von Hornvieherkrementen und Stroh, und hinlänglich auf der Miſtſtätte vergohren, bilden eine gewöhnliche, mäßige Düngung für ein Joch. Eine Düngung, die weniger Fuder anwendet, heißt ſchwach, und iſt um ſo viel ſchwächer, als die Anzahl der Fuder kleiner iſt, und ſie heißt groß, wenn man mehr als 30 verwendet, und iſt um ſo viel größer, als die Anzahl der Fuder über die Mittelzahl ſteigt. 24. Aus dem, was dem Acker auf einmal an Dünger zugeführt wird, läßt ſich aber die Kraft deſſelben, und ſeine Produktionsfähigkeit nicht entnehmen, wenn man nicht zu⸗ gleich angibt, wie oft eine ſolche Düngung wiederhohlt wird. 45. land zug nach dem Joch ent PWie ts Verwendu Jahre au könne, w berichtet, ſuller( in enem auf en ſpäͤnnige wo ein und 13 Daß a jener d werden Theer in ſeine toch we ner Ber Joch kät ausfallen auf den im in jäh abgezog lohn= 597B 21 erforde der in Bodene der Düngung Düngers aus ht eines Kulik⸗ icht, je nach⸗ und mehr oder eichungen Stutt ir oder weniger aher nur dann Inhält der Fu⸗ gleich erhebt. Fein vierſpän⸗ es auf ebenen en oder Ochſen diefe in einem ner; ein zwei⸗ die den Pflug alten, 10 bis der Stallmiſt inlänglich auf ewoͤhnliche, Düngung, die und iſt um ſo einer iſt, und rwendet, und Fuder über die nal an Dünger lben, und ſeine man nicht zu⸗ i wiederſohl 179 45. Wenn 30 Fuder alle 3 Jahre einem Joche Acker⸗ land zugeführt werden: ſo iſt dieß eine ſtarke Dungung; kommen ſie alle 4 Jahre, eine mittelmäßige, und alle 5 Jahre eine ſchwache Düngung. Beſſer iſt es daher, wenn man die Stärke der Düngung nach dem Gewichte bemißt, das davon für ein Jahr auf ein Joch entfällt, wie wir in der Anmerkung zu 15 bereits thaten.— Wie es möglich iſt, daß man in Hofwyl bei der großen Verwendung von Jauche noch 9 Fuder pr. 4600 Pf. alle vierte Jahre auf ein Juchart(690000 Pf. auf das Joch) bringen könne, wie Schwerz(Hofwyler Wirthſch. S. 197) berichtet, und wie man in Brabant nach demſelben Schrift⸗ ſteller(Belgiſche Landw. II. Thl. 398— 405) den Acker, der in einem fünfjährigen Wechſel ſteht, alljährlich bedüngen, und auf ein Bunder Ackerland=— 2 ½¼ Joch, in 5 Jahren 460 ein⸗ ſpännige Karren Miſt, und 30 Tonnen Jauche bringen könne, wo ein Joch Ackerland alle Jahr im Durchſchnitt 92 Karren Miſt, und 13 Tonnen Jauche erhält, müſſen wir dahin geſtellt ſeyn laſſen. Daß aber in der Wirthſchaft des Herrn Dierrſen, ſo wie in jener des Herrn von Fellenberg ungewöhnlich ſtark gedüngt werden müſſe, beweiſen ihre ungewoöͤhnlich großen Ernten. Thaer hat in ſeiner Beſchreibung von Möglin S. 291 den in ſeine Aecker durch 8 Jahre verwendeten Dünger angegeben, nach welcher auf jeden Morgen jährlich 1,497 Füder à 20 Cent⸗ ner Berliner Gewicht oder 62 Centner W. G. jährlich für das Joch käme, weßwegen die erhaltenen Ernten auch nicht hoch ausfallen konnten. Die Rockenernten in Möglin hetrugen auf den Berlin. Morgen im Jahre 18⁰8 3,94 Scheffel⸗ 9 5,65— 10 5,41 11 5,65 12 4,01 13 5 69 14 8 71 im gjährigen Durchſchnitte: 5,58, wobei aber das Dreſcherlohn abgezogen iſt. Rechnet man zu 5,53 den 15ten Theil als Dreſcher⸗ lohn= 0,39 hinzu; ſo beträgt der rohe Ertrag eines Morgens 5,97 Berl. Scheffel; d. i. 12 Metzen für das Wiener Joch. EIEEI 26. Die Quantität des Moders, welche für ein Joch erforderlich iſt, hängt ab, von dem Gehalte an Humus, der in demſelben vorhanden iſt, und von der Natur des Bodens, in den er geführt wird. 80 27. Iſt er beſtimmt, im Thonboden untergepflügt, und mit demſelben vor der Saat durch die mehrmalige Anwen⸗ dung des Pfluges genau vermiſcht zu werden: ſo hat man oft eine ungeheure Menge hievon in den Acker gebracht, uͤber 6000 Centner auf das Joch, wodurch zugleich eine weſentliche Verbeſſerung der phyſiſchen Beſchaffenheit eines ſolchen bindigen Bodens bewirkt ward; auf ſandigen Bo⸗ den iſt eine viel kleinere, von 6 bis 700 Centner für hin⸗ länglich erachtet worden. Daß man den Moder irgendwo zur Ueberdüngung ange⸗ wendet hätte, finde ich nirgendwo bemerkt. Es dünket mir aber, daß man nur dann von einer kleineren Menge ſich Vortheile ver⸗ ſprechen konne, wenn man ihn über die Saat ausbreitet. 23. Der Torf wird faſt überall nur zur Bildung von Kompoſt, oder als Streu, nicht aber als unmittel⸗ bares Düngermittel verwendet. Er verdient aber ſeiner Aehnlichkeit mit dem Moder wegen, im fein zertheilten Zuſtande in kleinerer Menge zur Ueberdüngung der Saaten verſucht zu werden. 29. Vom Teichſchlamme hält man dafür, daß von ihm das Vierſache der ſonſt vom Stalldünger erforderlichen Fuderanzahl verwendet werden müſſe, wenn man auf die Saaten eine beträchtliche Wirkung hervorbringen wolle. 30. 400 Stück Oehlkuchen wiegen in Flandern (Schwerz III. B. 24) 240 bis 250 Pf. In England bringt man nach Dickſon, I. B. 236, 5 bis 5 Quarter auf den Aker= 26 ½ bis 33 Metzen pr. Joch. 31. Vom Ruße, wenn er wohl verkleinert iſt, ver⸗ wendet man in England 20— 40 Bufh. pr. Aere= 16 ½ bis 33 Metzen pr. Joch.(Farm. Cal. 170); Stein⸗ kohlenruß wird höher als Holzruß geachtet. 4 6 ahwei venig dachd Boden Die g ſchr f ſezenl gewöhn ſnd b unſer! hält d beſeer mich! Pfa den Tſch pr. Je (S. Hentner geld kof vermehr Verechne 15 gentu 1813 erl Grünfut 5oo Pf. beim T. um uu ungegiy Ertrag den ich beim er Grinfu 212 6 Koſten hieſigen der, und riß dur N. 8. 27 M giyſtes dehnte iſ nach ergepflügt, und malige Anwen⸗ —n: ſo hat man Acker gebracht, zugleich ein haffenheit eines ſandigen Bo⸗ entner für hin herdüngung anger dünket mir aber, ſch Vortheile her⸗ usbreitet. r zur Bildung als unmittel⸗ ent aber ſeinet ein zertheilten ng der Saaten gfür, daß von erforderlichen man auf die ngen wolle. in Flandern In England bis 5 Quartet zch. einert iſt, ver⸗ h. pr. Aere= 70); S t ein⸗ itet. 181 44 3². Vom Gipſe wendet man auf das Joch eine ſehr abweichende Menge an, je nachdem derſelbe mehr oder weniger fein gepülvert iſt, gebrannt, oder nicht, und je vachdem die Witterung der Gegend ſeine Zerſetzung im Boden, oder in der Pflanze mehr befördert, oder nicht. Die geringſte Menge von ungebranntem Gips, wenn er ſehr fein zertheilt iſt, und Klima und Boden ſein Zer⸗ ſetzen befördern, iſt ein Metzen von 132 Pf. pr. Joch; die gewöhnlichere beträgt 4 Metzen= 536 Pf.; außerordentlich ſind 6 bis 8 Metzen. Man rechnet bei uns durchgehends 4 Metzen; es iſt aber unſer Gips nicht fein geſiebt, ſondern bloß geſtampft, und ent⸗ hält eine große Menge von kleinen Steinen, und wir würden beſſer thun, wenn wir 6 bis 7 Metzen hievon ausſtreuten, wie mich vergleichende Verſuche belehrt haben. Möllinger in der Pfalz(Schwerz, Pfälz. Wirth. 139) ſtreuet 250 Pf. auf den Morgen, was ohngefähr 500 Pf. pr. Joch beträgt. Tſchiffeli ſagt(S. 96), daß man um Bern 6 ½ Metzen pr. Joch ausſäe, und Fellenberg verwendet nach Schwerz (S. 182) 7 ⅓ bis 8 Metzen. Dies letzte Maß betrüge 11 1 Zentner, und wenn man annimmt, daß 100 Pf. 40 Kr. Silber⸗ geld koſten, ſo beträgt dieſe Auslage 7 fl. 33 kr., die durch das vermehrte Erträgniß der Pflanzen hereingebracht werden muß. Berechnet man den Zentner Klee zu 30 kr.; ſo muß das Joch 15 Zentner mehr geben, bis dieſe Auslage gedeckt iſt. Im Jahr 1813 erhielt ich beim erſten Kleeſchnitte vom Joche 188 Zentner Grünfutter, wo nicht gegipſt worden war; wo aber mit 500 Pf. pr. Joch gegipſt wurde, 244 Zentner. Rechnet man beim Trocknen o,80 Verluſt, ſo erhielt ich am gegipſten Acker um 11 ¼ ZZentner Kleeheu beim erſten Schnitte mehr, als beim ungegipſten, wodurch die Koſten gedeckt waren; das Mehrere des Ertrages beim zweiten und dritten Schnitte war reiner Ertrag, den ich aber nicht gewogen hatte.— Im Jahre 1815 erhielt ich beim erſten Schnitte vom Joche nicht gegipſten Klee 195 Zentner Grünfutter, vom gegipſten(ebenfalls mit 500 Zentner pr. Joch) 212 Centner; alſo nur 3 773 Zentner Heu mehr, wodurch die Koſten des Gipſens nicht gedeckt wurden. Anderswo als im hieſigen Sandboden wirkt aber der Gips auf Klee viel bedeuten⸗ der, und es iſt etwas ziemlich Gemeines, das Doppelte der Erträg⸗ niß durch dieſe Ueberdüngung zu erhalten. In Thaer's Annalen VI. B. S. 28 iſt eine Beobachtung, wo ein Joch mit 4 Metzen 2,7 Maßl Gips beſäet wurde, und gegen ein anderes nicht ge⸗ gipſtes beinahe das Vierfache mehr ertrug. Ueber die ausge⸗ dehnte Verwendung des Gipſes im Elſaſſe und der Pfalz iſt nachzuſehen Schwerz. 18² 33. Von der mit ſchwefelſaurem Eiſen gemiſchten Steinkohle führt man zu Oppelsdorf 54 bis 65 Metzen auf das Joch, wenn ſie zu Weitzen, Korn,. Flachs oder Kraut beſtimmt iſt; auf Klee, Wicken und Erbſen halt man die Halfte für hinlaͤnglich. 34. Von der Steinkohlenaſche werden nach Young(Form. Cal. 171) 50— 60 Buſh. pr. Acre = 41— 49 ½ Metzen pr. Joch ausgeſtreuet. Von der Torfaſche meint er, waͤren 33 Metzen hinlänglich. 35. Von der Seifenſiederaſche werden in den bergigen Gegenden des Unterharzesb vierſpännige Fuder auf das Joch gerechnet(Thaer's neue Annalen 3 B. 407). In die Sandfelder des Anhalt⸗Zerbſtiſchen Landes wird noch weniger Aſche gebracht, auf 10 ⅛ Metzen Ausſaat nur 9 vierſpännige Fuder. Ich ſelbſt habe 48 bis bo einſpäͤn⸗ nige Fuder à 4 bis 5 Centner im naſſen Zuſtande auf das Joch geführt. 36. Wird der Kalk bloß in der Abſicht angewendet, um mittelſt deſſelben den im Boden befindlichen Humus in einen leicht auflöslichen Zuſtand zu verſetzen: ſo hat man 40 bis 80 Metzen als hinlänglich zu dieſem Zwecke erachtet. In jener fruchtbaren Gegend Englands»the Weald of Henta ſind die Pächter verbunden 100 Buſh. Kreidekalk pr. Akre= 82 ¾ Metzen pr. Joch auf ihr Brachfeld zu führen, das darauf mit Weitzen beſäet wird. Der Kalk iſt ſtark mit Gips verm ſcht, und wird zu Wagen 20 engliſche Meilen weit herge⸗ hohlt.(Begtrup I. Thl. 234.) 37. Wird der Mergel zu demſelben Zwecke verwen⸗ det, und enthält er mehr als die Haͤlfte kohlenſauren Kal⸗ kes, ſo bringen oft 4 Kubikklafter pr. Joch ſchon ſehr merk⸗ liche Wirkungen hervor. Indeſſen wird er meiſtens in un⸗ gleich größerer Menge: 16 bis 24 Kubikklafter pr. Joch, 1. Perhät heten dieſer tinger er Go wenig boder dhon ſim maßi tinge renne und u b Gand n gemiſchten f 5 bis 65 Korn, Flachs mund Erbſen verden nach ſh. pr. Acre et. Von der llänglich. derden in den waͤnnige Fuder n 3 B. 40)). den Landes Letzen Ausſaat is bo einſpaͤn⸗ ude auf das angewendet, en Humus in zen: ſo hat deſem Zwecke pthe Weald of Kreidekalk pr. zu führen, das fark mit Gips en weit herge⸗ vecke verwen⸗ nſauren Kal⸗ on ſehr merk⸗ eiſtens in un⸗ ter pr. Joch 183 aufgefuͤhrt, weil man ihn faſt immer nur zur Verbeſſerung des Bodens, um ihn bindiger oder loſer zu machen, an⸗ wendet. §. VIII. B. Von der Veränderung der phyſiſchen Beſchaf⸗ fenheit des Bodens durch chemiſche Mittel. 1. Wenn die Miſchung des Bodens unter gegebenen Verhältniſſen dem Gedeihen der beſſeren und einträgli⸗ cheren Gewächſe nicht angemeſſen iſt: ſo nennen wir ſie in dieſer Hinſicht fehlerhaft. a. Die Bodenmiſchung iſt fehlerhaft, wenn ſie zu loſe, zu wenig zuſammenhängend, oder wenn ſie zu bindig, zu feſt zuſammenhängend iſt. 3. Der Boden iſt zu loſe, weil in ihm ein zu ge⸗ ringer Antheil von Thon vorhanden iſt, und dann heißt er Sandboden; iſt er deßwegen zu loſe, weil zu wenig Erde überhaupt vorhanden iſt: ſo heißt er Torf⸗ boden. 4. Der Sandboden wird verbeſſert, wenn man ihm Thon beimengt; der Torfboden durch jede Erdenmi⸗ ſchung z wenn ſie auch bloßer Sand wäre. 5. Der Boden iſt zu bindig, weil ein verhältniß⸗ mäßig zu großer Antheil von Thon gegen eine zu ge⸗ ringe Menge von Sand oder Kalk vorhanden iſt. Wir nennen ſolchen Boden im Allgemeinen Thonboden, und unterſcheiden ihn in Lehm⸗und Klaiboden. 6. Solcher Boden wird verbeſſert, wenn man ihm Sand oder Kalk, oder beide zuſammen beimengt. 184 7. Ein Boden, der wegen ſeinem zu großen Sand⸗ gehalt zu loſe iſt, verdünſtet in jedem Klima, das dem Wachsthume der meiſten Getreidearten zuträglich iſt, das empfangene Waſſer zu ſchleunig, und iſt daher nur ge⸗ eignet Sandpflanzen fortzubringen, und weil in einem ſolchen Boden die Zerſetzung des aufgeführten Düngers zu raſch vor ſich geht, und ſich verflüchtiget; ſo hat er einen auffallend geringern Werth gegen einen anderen Boden, deſſen Theile mehr zuſammenhängen. 8. Iſt der Boden zu loſe, weil es ihm überhaupt an Erde mangelt, wie dieß in Torf⸗ und Moorboden der Fall iſt; ſo iſt er aus Urſachen, die wir bereits(Agronom. §. V. F. 9.) angegeben haben, von einem ſehr beſchränk⸗ ten Werthe. 9. Hängen die erdigen Beſtandtheile des Bodens aber zu feſt zuſammen; ſo verdünſtet das Waſſer in einem et⸗ was kühleren Klima zu langſam aus demſelben, der Bo⸗ den erwärmt ſich zu ſpät, die Wurzeln verbreiten ſich nur mit Beſchwerde, und der Dünger liegt von der Luft abge⸗ ſchloſſen, nutzlos darin. 10. In dem einen, wie in dem andern Falle wün⸗ ſchen wir die Miſchung der Oberfläche des Bodens zu ver⸗ ändern, d. h. ſeine waſſerhaltende Eigenſchaft mit den übrigen Verhältniſſen in einen ſchicklichen Einklang zu bringen. 11. Sand, Kalk und Thon ſind demnach die Mittel, welche die phyſiſche Beſchafſenheit des Bodens durch die Veränderung ſeiner Kohäͤſion, und ſeiner waſſer⸗ haltenden, wahrſcheinlich auch waſſeranſaugenden Eigen⸗ ſchaft zu unſerem Vortheile umändern. —CO— 19 gemein ob die in pral theil⸗ an 90 Gand, gebrach Verbeſſ wenn den ſh 4 1 dem wird d hängen ches M 9 in der? eine ib und ſi der ge Don pen zu tunge aus, d wittel ten kr 3 densi toßen Sand⸗ da, das dem glich iſt, das aher nur ge⸗ il in einen en Düngers get; ſo hat nen anderen n überhaupt orrboden der S(Agronom. hr beſchraͤnk⸗ Bodens aber n einem et⸗ , der Bo⸗ en ſich nur Luft abge⸗ Falle wün⸗ dens zu ver⸗ aft mit den Einklang zu demnach die des Bodens iner waſſer⸗ nden Eigen⸗ 185 1a. Es iſt aber nicht genug dieſe Mittel bloß im All⸗ gemeinen zu kennen; es iſt auch nothwendig zu wiſſen, ob die Vermengung dieſer erdigen Körper mit dem Boden in praktiſcher Hinſicht ausführbar ſeyn, d. h. ob der Vor⸗ theil der Wirkung nicht durch die Größe des Aufwandes an Koſten überwogen werde; ferner, in welcher Form Sand, Kalk und Thon am vortheilhafteſten in den Boden gebracht werden müſſen, und endlich wie viel von dem Verbeſſerungsmittel in den Acker geführt werden müßte, wenn dort die gewünſchte Wirkung hervorgebracht wer⸗ den ſoll. A. Vom Sande, als Verbeſſerungsmittel des Bodens. 1. Wenn man eine große Menge von Sand mit dem fein zertheilten Thone wohl untereinander mengt, ſo wird der daraus entſtehende Lehm minder feſt zuſammen hangen, und in dieſer Hinſicht iſt der Sand ein weſentli⸗ ches Mittel den Thonboden zu verbeſſern. 2. Weil man aber in Thongegenden nur ſelten Sand in der Nähe der thonigen Aecker antrifft: weil vom Sande eine übergroße Menge in den Acker gebracht werden müßte, und ſich dieſer mit dem Thone bloß mittelſt der Anwendung der gewöhnlichen Ackerwerkzeuge nicht ſo bald mengt; der Thon an der Luft nicht zerfällt, ſondern immer in Klum⸗ h 3 pen zuſammenhängt, und nur durch jahrelange Bearbei⸗ tung eine ſolche Mengung Statt fäͤnde: ſo erhellet hier⸗ aus, daß man den Sand für ſich allein als Verbeſſerungs⸗ mittel des Thonbodens in praktiſcher Hinſicht nicht betrach⸗ ten könne. 3. Zur Verbeſſerung des torſigen und moorigen Bo⸗ dens iſt der Sand von entſchiedenem Nutzen: denn da einem 186 ſolchen Boden die nöthige Feſtigkeit und der Zuſammen⸗ hang mangelt, ſo iſt er ſo lange minder fruchtbar, bis eine genügende Menge von Erde in die obere Torfſchichte ent⸗ weder durch das Verbrennen derſelben, wovon wir in der Folge ſprechen werden, oder durch das Aufführen von Außen gebracht worden iſt. Hiezu iſt jeder erdige Körper, der ſich mit den torfigen Theilen mengt, und ſie nieder⸗ drückt, wenn es auch bloßer Sand wäre, von Nutzen. 4. Ob es Vortheil bringe, ſolchen Torfboden durch das Aufführen von Sand oder anderer Erde zu verbeſſern, haͤngt ab: von der Menge der Erde, die hiezu erfor⸗ derlich iſt, und den Koſten, welche ihre Herbeiſchaffung erfordert. Da ein Wiener Kubikfuß Sand im trockenen Zuſtande 155, im feuchten aber 181 Pf nach Schübler wiegt: ſo wollen wir das Mittel: 168 annehmen. Ein Kubikfuß deckt 12 Quadratfuß, wenn der Sand nur einen Zoll dick aufgetragen wird, und wenn man 6 Kubikfuß als Ladung für ein Pferd annimmt; ſo deckt eine ſolche 72 Qua⸗ dratfuß: und für das Joch ſind 800 ſolcher Karren erforderlich. 5. Trocken gelegte, torfige, aber noch lockere Wieſen mit Sand zu überführen, wenn es nicht möglich iſt ſie zu bewaͤſſern, noch ſie in Acker zu umſtalten, bringt auf den Graswuchs immer eine ſehr vortheilhafte Wirkung hervor. Der Sand ſenkt ſich allmählich in den Boden, preßt die ſchwammige Konſiſtenz des torfigen Bodens zuſammen, und verhütet ſein zu ſchnelles oberflächliches Austrocknen. Wenn man in den Stand geſetzt iſt, torſige Wieſen zu über⸗ ſchwemmen; ſo bringt man mittelſt des Waſſers ſo viele Erde in die Oberfläche des Bodens, daß ſie dadurch in wenigen Jahren völlig feſt, und mit den beſten Pflanzen beſtockt ſeyn wird. 1 Kalk witd d Merge 2. Menge nes al ein kle Wirku in hur ſchon! 332²) d Thon, leich bailh voch ſe Zeit be⸗ 3 hheilen je weni ſe gi ſandih hedaf hract 4 er in ahelle beiage e Zuſammen⸗ tthar, bis eine rfſchichte ent⸗ en wir in der lufführen pon rdige Körper d ſie nieder⸗ Nutzen. ſboden durch zu verbeſſern, ehiezu erfor⸗ erbeiſchaffung kenen Zuſtande er wiegt: ſo der Sand nur un 6 Kubißfuß olche 72 Qua⸗ erforderlich. ckere Wieſen ich iſt ſie zu ingt auf den kkung hervor. en, preßt die s zuſammen, ustrocknen. Vieſen zu übet⸗ ſo viele Erde ch in wenigen beſtockt ſeyn 187 B. Vom Kalke, als Verbeſſerungsmittel des Bodens. 1. Wenn man ätzenden oder kohlenſauren Kalk im fein gepülverten Zuſtande mit Thon mengt, ſo wird dies Gemenge die vortheilhaften Eigenſchaften des Mergels(Agronom.§. V. C.) zeigen. 2. Der Kalk hat in einer verhältnißmäßig geringen Menge ſchon das Vermögen, die ſtarke Kohaͤſion des Tho⸗ nes aufzuheben. Er zerfällt von ſelbſt in unfühlbar kleine Theile, wovon ein kleines Volumen hinreicht, die Thontheile in ihrer gegenſeitigen Wirkung zu unterbrechen; denn wenn nur einige Pfunde Kalk in hundert von Thon angetroffen werden: ſo iſt ſolcher Boden ſchon minder bindig. Krome erzählt(Hermbſt. Archiv V. B. 33²) daß er Bodenarten kenne, die 70 bis 86% abſchlemmbaren Thon, 8— 16% groben Sand, 2 ½— 4 ½ c% Humus, zu⸗ gleich aber— 2% kohlenſauren Kalk enthalten, die einen ſo wohlthätigen Einfluß auf ihn äußerten, daß ſie, bei einem freilich noch ſehr bedeutenden Zuſammenhange, ſich doch zu gehöriger Zeit bearbeiten ließen.. 3. Je reiner der Kalk von allen fremdartigen Beſtand⸗ theilen, und je mehr er in ſeine feinſten Theile zertheilt iſt, je weniger bedarf man von ſelbem dem Umfange nach; und je größer die Menge der beigemengten fremdartigen Be⸗ ſtandtheile, oder je weniger fein zertheilt er iſt, je mehr bedarf man von ihm, wenn dieſelhe Wirkung hervorge⸗ bracht werden ſoll. 4. Da der Kalk nur dann den Thon verändert, wenn er im feinſten Pulver mit demſelben gemengt wird: ſo erhellet hieraus, daß man ihn fruher in dieſen Zuſtand bringen müſſe. 5. Derber Kalkſtein verwittert erſt im Laufe von Jahrhunderten; wenn man ihn aber brennt, und dann der 188 feuchten Luft ausſetzt, oder mit einer angemeſſenen Menge von Waſſer befeuchtet; ſo zerfällt er von ſelbſt in das feinſte Pulver, und iſt in dieſem Zuſtande das vorzüg⸗ lichſte Mittel, den Thonboden zu verbeſſern. 6. Will man durch die Anwendung des Kalkes nicht bloß den im Boden befindlichen Humus in einen auflös⸗ lichen Zuſtand bringen, ſondern auch die phyſiſche Be⸗ ſchaffenheit des Bodens umändern; ſo muß eine verhältniß⸗ maͤßig viel größere Menge hievon verwendet werden, als wir früher bei der Düngung angaben; es ſind jetzt 4 bis B00 Metzen für das Joch erforderlich. Young erzählt in ſeinem Kalender(S. 48), daß man in Derbyſhire auf Mooren, Bergen, Moräſten und ſumpfigen Gründen 600 bis 1000 Buſh. pr. Akre= 495 bis 816 Metzen pr. Joch gebrannten Kalkes auſſühre; 33 einſpännige Ladungen zu 30 Buſh.=— 17 i Metzen, pr. Akre. So groß uns auch dieſe Menge vorkommt; ſo ſind es doch nur 1 bis 2%, die man der Erdſchichte einverleibt: denn wenn man das Gewicht eines Kubikfußes der Ackererde im trockenen Zuſtande gleich 124 Pf. ſetzt; ſo wiegt die geſammte Ackererde eines Joches zu einer Tiefe von 6 Zoll: 3571200 Pf., 1 Kubikfuß Kalk wiegt 43,31 Pf. und ein Metzen ſoll gleich ſeyn 2 Kubikfußen, weil er etwas ge⸗ häuft wird. 800 Metzen ſind alſo 1600 Kubikfuß= 69296 Pf. welche, wenn ſie der Ackererde einverleibt ſind, o,0194, alſo faſt 2%, und im koylenſauren Zuſtande, worin der Kalk bald verſetzt wird, 4% betragen. 400 Metzen machen 2% kohlenſauren, 100 Metzen nur ½% kohlenſauren und nur ½% ätzenden Kal⸗ kes aus. 7. Weil eine ſo große Menge von ätzendem Kalk den Pflanzen aber ſchädlich ſeyn würde, ſo muß ſie zu einer Zeit in den Boden gebracht werden, wo keine Saat ſich in demſelben befindet, auch darf nicht zu bald hierauf geſäet werden. 8. Will man mit ätzendem Kalke den Boden ver⸗ beſſern, ſo geſchieht dieß am zweckmaͤßigſten, wenn man ihn bracht, und mit der vorletzten Fahre den Kalk ſeicht unter, und mit der Saatfahre ihn wieder in die Höhe bringt. Acker dieſet⸗ der ge Den. den Be und iſt 9 den The jitalsſ die erh auszuf ihrer brenne oft nic tben ſo des Tho eſenen Menge ſelbſt in das de das vorzüg⸗ es Kalkes nict elnen auflös⸗ bphyſiſche e⸗ eine verhäͤltniß⸗ et werden, al ſind jeßt 4 bin 8), daß man in en und ſumpfigen bis 816 Metzen ännige Ladungen groß uns auch 3 2%, die man Gewicht eines gleich 124 Pf. oches zu einer viegt 43,31 Pf. Uer etwas ge⸗ = 692²06 Pf. 6194¼, alſo faſt alk bald verſetzt kohlenſauren, „ ätzenden Kal⸗ dem Jalk den F ſie zu einer e Sant ſich in Hierauf geſtet Boden ver⸗ , wenn man in Kalk ſeicht in die Höhe 189 bringt. Der Kalk wird eher in kleinen Haufen über den Acker abgeſchlagen, und mit Erde bedeckt, damit er unter dieſer Decke zerfalle, worauf er mit Schaufeln auseinan⸗ der geworfen, und mit Eggen noch mehr zertheilt wird⸗ Den Kalk im zerfallenen Zuſtande aus dem Wagen über den Boden werfen zu laſſen, verurſacht noch mehr Staub, und iſt den Arbeitern nachtheiliger. 9. Nur in ſeltenen Fällen wird es ausführbar ſeyn, den Thon mit ätzendem Kalke zu verbeſſern; weil die Ka⸗ pitalsſumme der Auslagen zu groß, und nicht immer durch die erhöhte Fruchtbarkeit gehörig verzinſet wird. Die Engländer vermögen dieſe Verbeſſernng mehr wie wir auszuführen. In den Kreidegegenden graben ſie in der Mitte ihrer Felder mit geringen Koſten Kreide, oder Kalkmergel, und brennen ihn mit Torf oder Steinkohlen; ſo daß ihnen der Metzen oft nicht höher als auf 17 kr. zu ſtehen kommt.(Begtrup I. Thl. 230.) Immer iſt aber eine Ausgabe von 3 bis 400 fl. für ein Joch eine, nur wenigen Menſchen und in ſeltenen Gegen⸗ den ausführbare, Verbeſſerung, wenn wir auch annehmen, daß ſie zu 8% verzinſet würde, denn wie Wenige haben bei uns ſo große disponible Kapitalien, oder wo erhält man ſie zu geringen Zinſen, daß dem Unternehmen auch ein Vortheil bliebe? 10. Weil aber der Kalk auch im kohlenſauren Zuſtande gleiche Wirkung auf den Thon äußert, ſo iſt es nicht noth⸗ wendig ſich des ätzenden zu bedienen, ſondern man kann eben ſo gut kohlenſauren Kalk zum Behufe der Verbeſſerung des Thonbodens gebrauchen. 11. Wenn man aber den kohlenſauren Kalk zu dieſem Behufe verwenden will: ſo iſt es nothwendig, daß man eine ſolche Kalk⸗Art verwende, die leicht gewonnen wer⸗ den kann, und keiner künſtlichen Pülperung bedarf, ſon⸗ dern von ſelbſt in kurzer Zeit in das feinſte Pulver zerfällt. 12. Dieſe beiden Bedingniſſe erfüllt der erdige 190 Mergel, der mit Spaden ausgeſtochen wird, und wenn er einige Monate der Luft und dem Regen ausgeſetzt geweſen iſt, von ſelbſt in das feinſte Pulver zerfällt, und dann leicht auf das innigſte mit dem Boden gemengt werden kann. 13. Je mehr Kalk im Mergel vorhanden iſt, je mehr eignet er ſich zur Verbeſſerung des Thonbodens, und um ſo größer wird ſeine Wirkung von einer gege⸗ benen Menge ſeyn; und je weniger Kalk im Mergel vor⸗ handen iſt, je mehr muß bhievon aufgefahren werden, wenn dieſelbe Menge von Kalk in ihn gebracht werden ſoll, ohne daß doch dieſe vermehrte Quantität von Mer⸗ gel die gleich gute Wirkung hervorbrächte, weil man gemeinſchaftlich mit dem wenigen Kalke ſo viel unnütze Thonerde in den thonigen Boden mitführt. 14. Wie viel man aber vom Mergel in den Bo⸗ den bringen müſſe, um eine bemerkliche günſtige Ver⸗ änderung ſeines Zuſammenhanges zu bewirken, häaͤngt ab: von dem Gehalte an pulverförmigem Thone im Acker, und von dem Gehalte des Kalkes im Mergel. 15. Bringt man mittelſt des Mergels zu wenig Kalk in den Boden; ſo bewirkt er nichts, und die Mühe dieſer Arbeit iſt verloren: bringt man zu viel Thon und Sand mit dem Mergel in den Boden; ſo wird oft der Nutzen des Kalkes dadurch wieder geſchmälert, indem jetzt die Humustheile zu ſehr zerſtreuet werden. 16. Um hierin nicht Mißgriffe zu machen, iſt es gut, wenn man den Kalkgehalt des Mergels erforſcht, und ſo viel von demſelben in den Boden führt, daß er zu einer Tiefe von 6 Zoll wenigſtens mit 2% kohlen⸗ ſauren Kalkes bereichert werde. 2 ein Ku hievon nach 1 Zentne Erdſch ſchfts ſrrenge ausgeg auf den 1. an der ſteeuet goißt auf ei reich zu zer nöthig Meiſt Brache man ii der Me dem Ac ſeinet ſeh we 1 ſeuren geht denn jenvu gemi n wird, and egen ausgeſegt dulver zerfäll, oden gemengt anden iſ, je 3 Thonbodens, on einer gege⸗ im Mergel vn⸗ fahren werden, ebracht werden titat von Met⸗ te, weil man hviel unniüte in den Bo⸗ zünſtige Ver⸗ erken, haͤngt one im Acker, hel. ls zu wenig und die Mihe wiel Thon und wird oft der zalert, indem den. achen, iſt es gels erforſcht/ ührt, daß er t 2% kohlen⸗ 191 Der gemeine Mergel enthält 0,50 kohlenſauren Kalk, und ein Kubikfuß, der im trockenem Zuſtande 104 Pf. wiegt, enthält hievon in runder Zahl 50 Pf. Eine Kubikklafter enthält dem⸗ nach 108 Zentner, und 8 Kubikklafter gemeiner Mergel: 864 Zentner kohlenſauren Kalkes, die 0,024 der ganzen 6 Zoll tiefen Erdſchichte ausmachen. In Hertfordſhire, erzählt YNoung in ſeinem Wirth⸗ ſchafts⸗Kalender S. 44, wird die Kreide zur Verbeſſerung des ſtrengen Thonbodens mit vieler Anſtrengung bis 5 Klafter tief ausgegraben. 60 bis 100 Ladungen, jede von 18 Schachteimern auf den Acker zu 1124 o W. M. iſt die dort übliche Menge. 17. Da die Kreide ſowohl als der Mergel nur allgemach an der Luft zerfallen; ſo müſſen ſie am Acker ſogleich zer⸗ ſtreuet und dann ſo lange liegen gelaſſen werden, bis ſie größtentheils zerfallen ſind, ehe man ſie unterpflügt. Man bringt den Mergel entweder in das Brachfeld, oder auf eine Egarte, oder ein Driſchfeld, oder wie in Oberöſter⸗ reich, in einen Kleeacker. In allen dieſen Fällen hat er Zeit zu zerfallen, ohne ein Saat zu beirren, und man iſt nicht ge⸗ nöthiget das Mergeln in einem zu kurzen Zeitraume zu vollführen. Meiſtens iſt es das Brachfeld, das gemergelt wird, und wo Brache gehalten wird, iſt es wohl auch das zweckmäßigſte, weil man in ein ſolches das ganze Jahr Mergel führen kann, und der Mergel die längſte Zeit der Luft ausgeſetzt bleibt, und mit dem Acker durch mehrmaliges Pflügen vor der Saat auf das Beſte gemengt werden kann. Egarten, Driſchfelder und Klee⸗ äcker gewähren den Vortheil, daß man den Mergel, der auf denſelden gebreitet liegt, im Frühling und Sommer durch Wal⸗ zen auf das vollkommenſte verkleinern kann; auch wird meiſtens durch den Mergel das Wachsthum der Gräſer auf den Egarten⸗ und Driſchfeldern befördert, und die Weide ergiebiger: ſo wie am Kleeacker, der im Winter gemergelt worden, der Klee viel üppiger wächſt, und ſchoͤn in dieſer Hinſicht ſowohl durch ſein vermehrtes Erträgniß, als durch die ſtärkere Düngung mittelſt ſeiner Wurzeln für die folgende Frucht die Koſten des Mergelns ſehr verringert. 18. Es mag aber der Kalk im ätzenden oder kohlen⸗ ſauren Zuſtande in den Acker gebracht worden ſeyn, ſo geht er wieder über kurz oder lang daraus verloren, denn er iſt eine auflösliche Subſtanz, die von den Pflan⸗ zenwurzeln theils für ſich allein, theils mit dem Humus gemiſcht eingeſaugt, und ſo dem Acker entzogen wird. 192 Darum muß das Kalken und Mergeln ſo oft wieder⸗ hohlt werden, als die größere Maſſe des Kalkes ſich wieder aus dem Acker verloren hat. Wie oft das Kalken und Mergeln der Aecker wiederhohlt werden müſſe, hängt von der Menge des Kalkes ab, die man demſelben auf einmal gibt. In Somerſetſhire(Beg⸗ trup, I. Thl. 234.) iſt man der Meinung, daß, wenn man bis 80 Fuder Kreide, oder Kreidemergel— thonigen Kalk— auf einen Akre naſſen und zähen Lehhmboden bringt, ſeine Wirkung bis 20 Jahre bemerklich ſey. Häufiger aber wird das Kalken alle 10— 12 Jahre wiederhohlt. C. Vom Thone, als Verbeſſerungsmittel des Bodens. 1. Wenn man gepülverten Thon mit dem Sande mengt, ſo wird das daraus entſtehende Erdgemenge das empfangene Waſſer nicht ſo geſchwind fahren laſſen, der Boden iſt geſchloſſener, und den Einwirkungen der Luft nicht gar ſo ſehr ausgeſetzt, und er hat alle jene Vorzüge, die dem mehr gebundenen Boden vor dem ganz loſen ei⸗ gen ſind. 2. Weil der Thon aber im trockenen ſowohl als im feuchten Zuſtande immer feſt zuſammenhängt, und an der Luft nur äußerſt langſam zerfällt und ſich mit den übrigen Erdtheilen mengt; ſo kann man ihn nicht ohne Nachtheil auf die Aecker führen, ohne ihn früher im trocknen Zuſtande gepülvert zu haben. 3. Dieſe Vorbereitung des Thons würde aber zu koſt⸗ ſpielig ſeyn, und ſich nur in ſeltenen Fällen lohnen, wenn wir nicht mittelſt des Mergels eine beliebige Menge von Thon mit viel mindern Koſten in die Aecker bringen könnten. 4. Wenn man Mergel in die Sandacker föbrt, ſo erſpart man das Pulvern des Thons, weil der Mergel von ſelbſt am Acker zerfällt, und im feinſt gepülverten Zu⸗ ſtande dann mit dem Boden gemengt werden kann. um eit häͤngt des Mer gem mach daß d 0,07 b6 unſern tungen dge S. Küſelerd 0,08 ber Gl 0,0, nen gut T tat. da ſtwema Hunus der Bo den 0, der o Naſt Dur. ſo oft wieder ites ſich wieder ecker witdethohlt tes ab, die man tſhire(Bep⸗ daß, wenn nu honigen Kalk— en bringt, fin er aber wird das el des Bodens. it dem Sande erdgemenge das ten laſſen, der ungen der Luft jene Vorzüͤgt, ganz loſen ei⸗ ſowohl als im und an der it den üͤbrigen ohne Nachtheil ocknen Zuſtande de aber zu koſt lohnen, wenn ge Menge don ringen könnten. däcker fübrt, ſ eil der Mergel gepülberten 3l⸗ nkann. 193 5. Je mehr Thonerde im Mergel vorhanden iſt, je mehr iſt er geſchickt den Sandboden zu verbeſſern, und um ſo viel weniger, dem Maße nach, iſt nothwendig, daß von ihm auf den Acker geführt werde; und umgekehrt iſt der Kalk, noch mehr aber der Sandmergel weniger geeignet, ſolchen Boden zu verbeſſern, und inan bedarf oft mehr als des doppelten Maßes von demſelben gegen den erſteren. 6. Die Quantität des Mergels, die nothwendig iſt, um eine gegebene Fläche vom Sandboden zu verbeſſern, hängt daher von der Menge der Thonerde ab, die im Thone des Bodens früher ſchon vorhanden iſt, und jener, die im Mergel liegt, den man hiezu verwendet. 5. Da die Thonerde die Eigenſchaft hat, in ſehr gerin⸗ gem Maße den Sandboden um vieles waſſerhaltender zu machen; ſo kann eine verhältnißmäßig geringe Menge von Thon⸗Mergel den Boden oft ſehr weſentlich verbeſſern. 8. Wenn man ſo viele Thonerde in den Boden bringt, daß die zugeführte mit der im Boden vorher vorhandenen 0,07 beträgt; ſo hat der Boden Bindung genug, um in unſern klimatiſchen Verhältniſſen die meiſten Getreidegat⸗ tungen tragen zu können. Ich lege hier Da vy's Analyſe des Bodens von Tiviotk⸗ dale zum Grunde(ſiehe Agrik. Chemie 228.); in dem ͤ fei⸗ ner kieſelartiger Sand, und ⅛ abgeſchwemmte, unfühlbare er⸗ dige Subſtanz vorhanden war, die aus 0,41 Thonerde, 0,42 Kieſelerde, 0,04 kohlenſaurer Kalkerde, 0,05 Eifenoxyde, und 0,08 verbrennlicher Subſtanz beſtand, in weichein alſo nicht mehr als o ‚of pulverförmige Thonerde enthalten war, und den er ei⸗ nen guten Boden nennt. 1 Wollten wir daher Thaer's Sandboden Nro. 19(ſtehe rat. Landw. II. Thl. S. 142) verbeſſern, der aus o,oo abge⸗ ſchwemmten feinen, thonartigen Theilen, 0,90 Sand, und 0,01 Humus beſteht, ſo bedürften wir annoch 0,0331 Thonerde, wenn der Boden 0,0 voll haben ſoll; wenn wir annehmen, daß in den o,o9 abgeſchwemmten, feinen, erdigen Theilen ſich, wie in der obigen Analyſe ·¶¼ Thonerde vorfinden, die in der Geſammt⸗ Maſſe der Ackererde 0,0369 ausniachen. Burgers Lehrb. d. Landw. I. Bd. 13 194 Die auf 6 Zoll Tiefe mit Thon zu vermiſchende Flaͤche ei⸗ nes Joches wiegt nach unſerer obigen Annahme(B. 6.) 3571200 Pf., davon betragen 0,0331= 118206 Pf. Haben wir zur Verbeſſe⸗ rung dieſes Bodens einen Thonmergel, der aus ½ Thon beſte⸗ het, und wiegt ein Kubikfuß hiervon im trockenen Zuſtande 104 Pfund; ſo beſteht er aus 0,6864 Pf. Thon, indem nach der nämlichen Annahme 0,41 Thonerde= 28,1424 Pf. enthalten ſind. Die Summe von 118206 Pf. Thon iſt demnach in 4207 Kubik⸗ fuß= 19,4 Kubikklafter derlei Mergels enthalten. Thaer führt von ſeinem Mergel, oder wie er ihn nennt, mergeligen Lehm, oo bis 180 Karren zu 10 Kubikfuß auf den Morgen(Mögl. Wirthſch. 49.). Das beträgt für das Joch 2030 bis 4060 Kubikfuß,= 9,41 bis 18,82 Kubikklafter. »Das letztere iſt das,« ſagt er,»was, um den völligen Ertrag zu haben, gegeben werden muß.« Rixen erzählt(Thaer's Annalen, I. B. 24.), daß man in Schleswig und Holſtein 3 bis 400 Fuder Mergel à 12 Kubikfuß,=— 3600 bis 4800 Kubikfuß für ein Joch verwende. Der blaue Lehm beſteht da aus 0,30 Kalk, und 0,70 Thon. Daß man auf einen minder ſandigen Boden auch weniger von demſelben Mergel führen dürfe, leuchtet von ſelbſt ein. Young ſagt in ſeinem Wirthſch. Kal. 41., daß man 50 bis 60 kubiſche Vards für den Akre Sandland legen müſſe;= 8 bis 9 ½ Kubikklaͤfter pr. Joch. 9. Alles, was wir bereits über die Verwendung und Behandlung des Mergels zur Verbeſſerung des Thonbodens geſagt haben, gilt auch hier, wo es ſich um die Verbeſſe⸗ rung des Sandbodens durch daſſelbe Mittel handelt. 10. Ein Sandboden, der einmal mittelſt des Mergels verbeſſert geworden iſt, verliert ſeine dadurch erhaltene meh⸗ rere Bindung des Waſſers nicht mehr, weil der Thon keine im Waſſer auflösliche Subſtanz iſt, die von den Pflanzen⸗ wurzeln ein geſaugt würde, und in dieſer Hinſicht iſt es nicht nothwendig, das Mergeln zu wiederhohlen. 11. Weil man aber auf einmal nur eine verhältniß⸗ mäßig geri nge Menge von Thon in den Acker bringt, der Werth des Bodens aber durch einen größern Thongehalt erhöht wird; ſo bringt ein wiederhohltes Mergeln immer nur Nutzen: und da ferner mit dem Thone im Mergel auch Kalk in den Boden gebracht wird, der im kohlen⸗ ſaure verze lung den verm verm der run AlI tiſſ jügli pende Flache ⸗ „ 3571 di pf. ir zur Verheſſe⸗ 15 Thon heſte⸗ n Zuſtande 10 ndem nach de wenthalten ſind. in 4¹⁰7 Kubik⸗ n. e er ihn nennt, * Kubikfuß auf heträgt für das a Kubikklafter. öllggen Ertrag .24.), daß man der Mergel à n Joch verwende. 0,70 Thon. en auch weniger von ſelbſt ein. man 50 bis b0 ſe;= 6 bis 9 wendung und S Thonbodens die Verbeſſe⸗ zandelt. t des Mergels erhaltene meh⸗ der Thon keine den Pflanzen⸗ ſcht iſes nit ine verhältnif⸗ ker bringt, der en Thongehalt jergeln immer e in Mergel er im kohlen⸗ 195 ſauren Waſſer auflöslich, von den Pflanzen allgemach verzehrt wird; ſo erhellet hieraus, daß die Wiederhoh⸗ lung des Mergelns mit einem doppelten Vortheile verbun⸗ den ſey, indem ſie die Maſſe des Thones im Boden vermehrt, und in dem Kalke ein düngendes und Dünger vermittlendes Materiale den Pflanzen liefert. §. IX. II. Mechaniſche Agrikultur. 1. Die mechaniſche Agrikultur faßt die Lehren der Beackerung und Beurbarung in ſich. 2. In der erſteren wird die Wendung, Locke⸗ rung, Reinigung und Ebnung des Bodens im Allgemeinen und im Beſonderen abgehandelt. 3. In der letzteren wird gezeigt, wie die Hinder⸗ niſſe wegzuräumen ſeyen, die ſich der Kultur der vor⸗ züglicheren landwirthſchaftlichen Gewächſe entgegenſetzen. §. X. A. Von der Beackerung. 1. Unter Beackerung verſtehen wir alle jene Ar⸗ beiten, wodurch die Beſtandtheile des Bodens gemiſcht und gelockert werden, und die Oberflaͤche deſſelben ver⸗ ſchiedentlich geformt, gereiniget und geebnet wird. 2. Die Miſchung und Lockerung des Bodens trägt zur Beförderung des Wachsthumes der darin hefindlichen, oder hinein verſetzten Pflanzen auf mehrfältige Art bei; denn im gelockerten Boden finden die Pflanzen weniger Hinderniſſe, ihre Saugwurzeln zu verbreiten; ſie finden mehr Nahrung, weil der Humus des Bodens durch die 13* 196 begünſtigte Einwirkung der atmoſphäriſchen Luft ſich ſchleuniger zerſetzt, und auflöslich wird; ſie ſind dem Ver⸗ dorren weniger ausgeſetzt, weil die Feuchtigkeit leichter in die Tiefe verſinkt, wo ſie von den Pfahlwurzeln der Pflanzen in der heißen und trocknen Jahreszeit immer wie⸗ der angeſaugt werden kann; und weil ſich ein ſolcher Boden mehr erwärmt, als der feſte und ungelockerte, ſo ſind die Wurzeln im lockeren Boden in größerer Thätig⸗ keit, wie im feſten. Außer dieſem gewaͤhren uns die Arbeiten der Beacke⸗ rung noch manche andere Vortheile. Wir bewirken da⸗ durch die innige Miſchung der im Boden befindlichen, oder dahin geführten erdigen und düngenden Körper; wir bringen den Stallmiſt, indem wir ihn mit Erde bedecken, in eine ſeiner ſchnelleren Zerſetzung günſtige Lage; wir überdecken den Samen oder die Anfänge der Pflanzen mit einer ſchicklichen Schichte von Erde, damit ſie kei⸗ men und wachſen können; wir bringen den tief gelegenen Humus in Thätigkeit; wir bewirken durch die Wendung das Verwittern und Zerfallen des Thons und Mergels; und endlich reinigen und bereichern wir zugleich den Bo⸗ den, wenn wir das aufgeſproſſene Unkraut durch das Unterpflügen vertilgen. 3. Die Arbeiten der Beackerung laſſen ſich füglich in drei Klaſſen abtheilen: in die Wendung, die ober⸗ flächliche Lockerung, und in die Rein gung und Ebnung des Bodens. 4. Unter der Wendung des Bodens verſteht man jene Arbeit, mittelſt welcher die Oberfläche deſſelben ſtreifenweiſe zerſchnitten, und jeder Streifen ſo umgedreht wird, daß die jetzt oben aufliegende Fläche deſſelben ganz oder größtentheils umgelegt, und die untere Flache da⸗ für in die Höhe gebracht wird. — Luft ſich nd dem Ver⸗ gkeit leichter lwurzeln der immer pie⸗ ein ſolcher ſelockerte, ſo erer Thaͤtig⸗ der Beacke⸗ bewirken da⸗ befindlichen, Körper; wir rde bedecken, e Lage; wir der Pflanzen zmit ſie kei⸗ ef gelegenen ie Wendung d Mergels; eich den Bo⸗ t durch das ſch füglich in , die ober⸗ nigung und ens verſteſt iche deſſelen ſo umgedreht eſſellben ganz e Fläche da 197 5. Unter der oberflächlichen Lockerung des Bodens verſtehen wir jene Arbeiten, mittelſt welcher bloß die obere Schichte des Bodens zertheilt und gelockert wird. 6. Unter der Reinigung und Ebnung des Bodens verſteht man jene Arbeiten, wodurch die un⸗ ebene Oberfläche des Bodens geebnet, und die obenauf liegenden Hinderniſſe des Wachsthumes ſowohl als der ſchleunigen und leichteren Ernte weggeräumt werden. 7. Wir werden dieſe Arbeiten zuerſt für ſich, oder in allgemeiner Hinſicht betrachten, die Werkzeuge, ihre Handhabung und ihre Wirkung beſchreiben, und dann erſt die verſchiedenen Arbeiten der Beackerung noch ein⸗ mal durchgehen, und zeigen, wie der Boden durch die Anwendung der beſchriebenen Werkzeuge gewendet, ge⸗ lockert und gereiniget werden müſſe, daß der vorgeſteckte Zweck erreicht werde. a. Von der Beackerung im Allgemeinen. 1. Von der Wendung des Bodens im Allgemeinen. 1. Der Boden wird gewendet, indem man ihn mit Werkzeugen ſtreifenweiſe von der Seite und dem Unter⸗ grunde lostrennt, und ſo umdreht, daß die untere Fläche obenauf zu liegen kommt. 2. Zu dieſem Zwecke bedient man ſich entweder der Schaufel, wenn Menſchenhände das Feld umgraben ſollen; oder des Pfluges, wenn es durch Thiere ge⸗ ſchehen ſoll. 3. Das Feld durch Menſchenhände mittelſt der Schau⸗ fel umgraben zu laſſen, iſt nur bei der Gartenkultur vortheilhaft, oder wo bei außerordentlich großer Bevöl⸗ 198 kerung der Acker in ſehr kleine Stuͤcke getheilt iſt, und in hohem Werthe ſteht. Wenn ein Mann 10 Stunden des Tages arbeitet, ſo graͤbt er in einem Weitzenboden auf 8 Zoll Tiefe nicht mehr als 30 ☚ Klafter um. Ein Joch bedürfte daher bei uns 53 ⅛ Tag⸗ werke. In Italien wird häufig der zu Mais beſtimmte Acker umgegraben, und ſo wird auch in Flandern nach Schwerz's Bericht I. B. 157. der ſechste bis achte Theil alles Ackerlandes auf 15— 16 Zoll Tiefe umgegraben. Dieſe Arbeit koſtet in Flandern, wenn ſie in Verding gegeben wird, die Summe von 34 bis 65 ⅛ fl. für das Joch.— Ich begreife nicht, wie ſich eine ſolche Ausgabe im dortigen Klima und Boden bei No⸗ cken, Kartoffeln u. ſ. w., die nicht höher im Werthe, wie bei uns ſtehen, wieder bezahlt, und daß man nicht einſieht, daß man durch derlei Auslagen ſich um einen großen Theil des rei⸗ nen Ertrages der Aecker bringt. 4. Der Pflug iſt ein horizontaler, gegen den Bo⸗ den geneigter Keil, deſſen Spitze die Erde ſpaltet, und deſſen hinteres Ende ſie umdreht. 5. Die Form der Pflüge iſt höchſt mannigfaltig; doch laſſen ſich alle in zwei Hauptklaſſen bringen: in Pflüge, die einen halben Keil, ein rechtwinkliges Dreieck darſtellen; in Pflüge, die einen ganzen Keil bilden, und ei⸗ nem gleichſchenkligen Dreiecke ſich nähern. Man nennt die erſten geradehin Pflüge, die zwei⸗ ten Hacken, oder Aadl(Radlo im Slaviſchen). 6. Um die Zweckmäßigkeit des Werkzeuges beurthei⸗ len zu können, deſſen wir uns zur Wendung unſerer Aecker bedienen, iſt es vor allem nothwendig, daß wir vom Zwecke des Pflügens ſelbſt erſt eine deutliche Vorſtellung haben, damit wir dadurch in den Stand geſetzt werden, die For⸗ derungen, die wir an ein ſolches Werkzeug machen müſſen, klar in voraus beſtimmen, und aus der mehreren oder min⸗ deren Erfüllung derſelben deſſen Güte und Zweckmaͤßigkeit beurtheilen zu können. ſeilt iſt, und eitet, ſo grͤbt t mehr als 30 53 ½ Tag⸗ ſtimmte Acker Schwerz 3 Ackerlandes beit koſtet in die Summe eife nicht, wie oden bei Ro⸗ er t bei einſieht, da Jheil des u gen den Bo⸗ ſpaltet, und gfaltig; doch echtwinkliges en, und ei⸗ ge, die zwei⸗ viſchen). gges beurthei unſerer Aecker ir vom Zwecke ellung haben, den, die For⸗ achen müͤſſen, ren oder min⸗ veckmäßigkei 199 7. Der Zweck des Pflügens iſt: einen Streifen Erde von einer beſtimmten Breite, zu einer beſtimmten Tiefe ſenkrecht vom Lande, und wagerecht vom Untergrunde ab⸗ zuſchneiden, und ſo umzuwenden, daß ſeine untere Fläche zur oberen werde. 8. Ein Pflug, der dieſe Bedingungen mit dem minde⸗ ſten Aufwande von Kraft, ſowohl von Seite der ziehenden Thiere, als der leitenden Menſchen erfüllt, und nebſtbei dauerhaft und einfach iſt, tiefer und ſeichter, und zu ſchmä⸗ lern oder breitern Furchen geſtellt werden kann, entſpricht allen Forderungen, die man an ein ſolches Werkzeug zu machen befugt iſt. Die Wohlfeilheit iſt ein relativer Begriff, die man nicht zu den abſoluten Forderungen zaͤhlen darf; denn wenn der Pflug deßwegen im Ankaufe theurer iſt, als ein anderer, weil er fe⸗ ſter und dauerhafter gebauet iſt; ſo iſt er im Grunde faſt im⸗ mer nur wohlfeiler, weil er um ſo länger keine Verbeſſerungen erfordert, und überhaupt um ſo viel länger dauert. Auch die Leichtigkeit darf nicht dazu gezählt werden, weil leichte Pflüge mehr zerbrechlich ſind, einen unſtäten Gang haben, und weil die mehrere Schwere eines Pfluges nur einen ſehr geringen mehreren Kraftaufwand von Seite der Thiere erheiſcht. Aus den ſehr be⸗ lehrenden Verſuchen über den Kraftaufwand, welchen verſchiedene Pflüge erheiſchen, die in Noungs Annalen(I. B. deutſche Ueberſetz. S. 28.) erzählt werden, und die wir ſpäter(26) an⸗ führen werden, erhellet, daß das Gewicht eines Pfluges ohne große Bedeutung iſt, und daß die Schwere deſſelben öfter Vor⸗ theil als Nachtheil bringt. Das Gewicht eines Pfluges macht den geringſten Theil der Arbeit der Pferde aus; die Hauptlaſt liegt nur in der Kohäſton des Bodens. Iſt ein Pflug nicht nach wahren Grundſätzen erbauet, ſo iſt ſeine Leichtigkeit nur nach⸗ theilig, weil ſie ſeine Unſtätigkeit vermehrt. 8 9. Wie der Pflug geformt ſeyn müſſe, daß er allen dieſen Forderungen vollkommen entſpreche, iſt noch nicht erhoben, und liegt vielleicht außer dem Gebiete einer rein wiſſenſchaftlichen Berechnung. Wir ſind noch zu wenig in der Mechanik des Pfluges un⸗ terrichtet, um durch aprioriſche Demonſtrationen ſeine zweckge⸗ mäßeſte Form beſtimmen zu können: denn alle die Pflüge, die man bis jetzt als die beſten anpreiſet, der Small'ſche, der 209 Bailey'ſche haben mannigfaltige Maängel. Indeſſen bleibt die Abhandlung Bailey's uber den beſtmöglichen Pflug, überſetzt aus dem Engl. Berlin 1805, eine ſehr ſchätzbare Schrift. 10. Wir müſſen uns daher hier darauf beſchränken, den Bau der bis jetzt als zweckmäßigſt erachteten Pflüge zu beſchreiben, und die Vorzüge und Mäangel derſelben zu bemerken. 11. Die Beſtandtheile des Pfluges werden eingetheilt in wirkende, nothwendige; und leitende, nicht nothwendige. 12. Die wirkenden, zur Weſenheit eines jeden Pfluges gehörigen Theile ſind: die Schar, das Soh⸗ lenſtück oder Pflughaupt, der Grindel, die Gries⸗ ſäule, die Handhabe, das Streichbret, und das Secheiſen. 13. Minder nothwendig iſt das Vordergeſtell. 14. Die Schar iſt das weſentlichſte Stück eines jeden Pfluges. Sie iſt jenes Eiſen, welches an der Spitze des Keils befeſtiget iſt, und die Schaufel vorſtellt, die den Erdſtreifen im Untergrunde wagrecht abſchneidet. Sie ſtellt beim Pfluge ein rechtwinkliges, bei dem Hacken ein gleich⸗ ſchenkliges Dreieck vor. Die Breite der Schar beim Pfluge hängt ab von der Breite der Streifen, die man abzupflügen Willens iſt, und die Länge ſteht im Verhaltniß mit der Breite, ſo daß der Winkel der Hypothenuſe gleich wird 45 Graden. Die meiſten Scharen ſind zu ſchmal, weßwegen der Erd⸗ ſtreifen, der faſt immer 10 bis 12“ breit genommen wird, durch die 8“ breite Schar nur zu ½ bis cz abgeſchnitten wird, das übrige ¼ oder ¼ wird entweder abgeriſſen, oder wird nur überdecket.— Beim niederländiſchen Pflug iſt ſie am zweckmäßig⸗ ſten gebauet. Von 80 Pfund, die der ganze Pflug wiegt, kom⸗ men 25 Pfund auf die Schar. am vorne mitte telſt ſeyn, werde in He Aäͤnge Forn ſt, komr pelte eigen in ei zu ſe würde krümn Porde Richt über; eine? rader zmiſc unge dem ſenn, das it b unten n bleibt die 9, über etzt chrift. ſn eſchrͤnken, Pflüge zu erſelhen zu eingetheilt den nicht eines jeden das Goh⸗ die Gries⸗ „ und das geſtell. ick eines er Spitze „die den Sie ſtellt ein gleich⸗ m Pfluge zupflügen jmit der wird 45 der Erd⸗ d, durch ird, das wird nur ickmäßig⸗ gt, kom⸗ ——— 20] 15. Das Sohlenſtück, oder Pflughaupt iſt der am Boden einhergehende Theil des Pfluges, an welches vorne die Schar, und über ſich der Grindel, rückwärts mittelſt der Handhabe, und gleich hinter der Schar mit⸗ telſt der Griesſäule befeſtiget iſt. Es muß hinlaͤnglich ſtark ſeyn, daß der Hals des Schareiſens nicht zu eng gemacht werden darf, wodurch der Kopf dieſes Sohlenſtückes, der im Halſe der Schar ſteckt, leicht brechen würde. Seine Länge hängt ab von der mehr oder weniger zweckmaͤßigen Form des Streichbretes. Je vollkommner dieſes gebauet iſt, je kuͤrzer kann das Sohlenſtück ſeyn, und je unvoll⸗ kommner dieſes iſt, je länger muß es ſeyn. 16. Der Grindel, oder Baum, der durch eine dop⸗ pelte Verbindung mit dem Sohlenſtücke befeſtiget iſt, dient eigentlich dazu, um die Zuglinie, die an ihm befeſtiget iſt, in eine mehr horizontale Lage zu bringen, die ſonſt immer zu ſehr aufſteigen, und den Pflug aus der Erde ziehen würde.— Er iſt bald gerade, bald verſchiedentlich ge⸗ krümmt: je nachdem die Gegenwart oder Abweſenheit des Vordergeſtelles, die verſchiedene Form deſſelben, und die Richtung des Secheiſens dieſes nothwendig macht. Daß er aber nothwendig gekrümmt ſeyn müſſe, iſt unrichtig, denn eine Menge ſehr gut arbeitender Pflüge hat einen ganz ge⸗ raden Grindel, z. B. der Brabanter u. ſ. w. 17. Die Griesſäule ſtellt die feſte Verbindung zwiſchen dem Sohlenſtücke und dem Grindel her. Sie iſt ungefähr in der Mitte zwiſchen der Spitze der Schar und dem Ende des Sohlenſtückes, und muß hinlänglich ſtark ſenn, um dem Drucke, den die zu uͤberwindende Erdlaſt auf das Schareiſen ausübt, zu widerſtehen. Ihre Richtung iſt bald gerade, oder nach vorwärts geneigt, bald oben und unten in dem Grindel und Sohlenſtücke befeſtiget, und un⸗ 203 beweglich; bald oben beweglich, je nachdem es der Bau und die Form der übrigen Theile des Pfluges zulaſſen, oder auch wohl erheiſchen. Bei den Schwingpflügen wäre es überflüſſig, der Gries⸗ ſäule oder der Handhabe eine Ueberſtellbarkeit zu geben, weil die Tiefe des Pfluges, wenn die Schar auch abgenützt, oder etwas überrückt iſt, immer durch das höhere oder tiefere Hän⸗ gen der Zuglinie an der Spitze des Grindels geregelt wird. Bei den Räderpflügen aber, oder denen, die eine Schleife haben, iſt es zwar nicht geradezu nothwendig, daß die Griesſäule im Grin⸗ del beweglich ſey, aber es bringt Vortheil, wenn man das Soh⸗ lenſtück niederer laſſen kann, wenn die Schar etwas verſchlif⸗ fen iſt, weil man ſonſt die Schar zu ſchief in den Boden ſtel⸗ len muß, wenn der Pflug nicht immer aus demſelben herausge⸗ hen ſoll, wodurch dann der Untergrund nur abgedrückt und nicht abgeſchnitten wird. Der Pflug geht dann auf der Naſe, wie man ſagt.. 18. Die Handhabe befeſtiget gleich der Griesſäule den Grindel mit dem Sohlenſtücke am hinterſten Ende deſ⸗ ſelben, und erhebt ſich dann in die Höhe und nach rück⸗ wärts, um in dieſer Verlängerung als ein Hebel zu dienen, womit der Pflug in gehöriger Richtung erhalten werden kann, wenn er durch zufällige Urſachen von derſelben ab⸗ weichen will. Der Pflug hat nur eine Handhabe, die mit dem Körper deſſelben feſt verbunden iſt; die zweyte Handhabe, die man an die meiſten Pflüge mehr zur Gemächlichkeit als der Nothwen⸗ digkeit wegen anbringt, iſt nur in einer leichten Verbindung mit dem Sohlenſtücke, oder beſteht bloß in einem Zapfen, den man in die Haupthandhabe oben querüber anbringt. 19. Das Streichbret iſt ein ſehr wichtiger Theil des Pfluges, ja der weſentlichſte, der ihn vom Hacken un⸗ terſcheidet. Das Streichbret dient dazu, den durch das Sech⸗ und Schareiſen abgeſchnittenen Erdſtreifen umzu⸗ drehen; und da in der Wendung des Bodens das haupt⸗ ſächlichſte Moment der Anwendung des Pfluges beſteht, ſo hat bei gleichen übrigen Umſtänden jener Pflug den Vor⸗ zug, der dieſe Wendung am vollkommenſten verrichtet. der Brete und, Prete ohern nem der men Pii hinte waͤrt Die Pfuu Solc don dder a, ahzu es der Bau zulaſſen, oden ig, der Gries⸗ geben, weil bgenütt, ader r tiefere Han⸗ gelt wird. Bei leife haben, iſt ſäule im Grin⸗ man das Soh⸗ etwas verſchlif⸗ en Boden ſtel⸗ elben herausge⸗ drückt und nicht der Naſe, wit der Griesſäͤule ſten Ende deſ⸗ und nach rück⸗ bel zu dienen, alten werden derſelben ab⸗ it dem Körper e, die man an 3 der Nothwen⸗ Verbindung mit apfen, den mat wichiger Thel mm Hacken un⸗ enn durch das ſtreifen unzu⸗ s das haupt⸗ es beſteht, lug den Vor⸗ verrichtet. 203 Die Wendung des abgeſchnittenen Erdſtreifens ge⸗ ſchieht dadurch, daß derſelbe quer in die Höhe zu ſteigen genöthiget, und durch die ſchiefe Fläche des Streichbretes zum Ueberfallen genöthiget wird. Je leichter, und ohne Un⸗ terbrechung der Erdſtreifen nach der ſchiefen Fläche des Streichbretes aufſteigt, und je eher derſelbe durch die Form des Bretes übergedreht wird, je weniger iſt Reibung, und je geringer iſt die Laſt, welche auf dem Pfluge ruht.— Aus dieſem erhellet, daß ſchon das Schareiſen ſo geformt ſeyn müſſe, daß der abgeſchnittene Erdſtreifen eine ununter⸗ brochene Richtung nach aufwärts erhalte, und daß ſich das Streichbret feſt an die Schar anſchließen, und in einem mehr ſtumpfen als ſpitzen Winkel die aufgehobene Erde zur Seite ſchieben müſſe. Iſt das Streichbret eine ebene Flä⸗ che, und iſt daſſelbe lothrecht aufgeſtellt, ſo muß es in ei⸗ nem ſpitzigen Winkel aufgeſtellt und ſehr lang ſeyn, bis der zwiſchen dem gepflügten Stücke des Feldes und dem Brete eingeſchloſſene Erdſtreifen die Ueberſchwere erhält, und es liegt eine ſchwere Laſt von Erde immer auf dem Brete; hat das Streichbret aber an ſeinem hintern und obern Ende eine geringe Ueberwölbung; ſo kann es in ei⸗ nem ſtumpferen Winkel aufgeſtellt und viel kürzer ſeyn, und der Erdſtreifen wird viel früher, und doch eben ſo vollkom⸗ men herumgedreht. Sehr vollkommen in dieſer Hinſicht iſt der Brabanter Pflug, deſſen große und gewölbt aufſteigende Schar mit dem hinter derſelben liegenden, verhältnißmäßig kleinen, und rück⸗ wärts überhängenden Streichbrete eine konkave Fläche bildet. Die Form des Streichbretes iſt im Smal ſchen und Bailey'ſchen Pfluge dieſem ähnlich, und im letztern wohl am vortrefllichſten. Solche Streichbreter müſſen aber von Eiſen ſeyn, weil man ſie von Holz nicht wohl machen kann, ohne daß ſie nicht ſehr ſchwer, oder leicht zerbrechlich wären. 20. Das Secheiſen, oder das Meſſer dient da⸗ zu, um den umzuwendenden Erdſtreifen lothrecht vom Acker abzuſchneiden. In loſem Sandboden, oder in einem leich⸗ 294 ten Acker, der ſchon mehrmals gepfluͤgt worden, kann man dieſes Beſtandtheiles auch wohl entbehren, und darum füh⸗ ren wir ihn zuletzt auf. Die Spitze des Meſſers geht hart vor der Spitze der Schar, und muß eben ſo tief, als dieſe eindringen. Die Richtung iſt ſchief, von hinten nach vorne, und damit eine ſo lange Fläche durch den Druck der Erde nicht verrückt werde, iſt es vortheilhaft, den Körper des Secheiſens mit einer eiſernen, an ihn befeſtigten Stange noch beſonders an die Seite des Grindels anzuſchrauben. Die Fläche des Meſſers wird bei gemeinen Pflügen von der geraden Rich⸗ tung abweichend, etwas landeinwärts gerichtet, um da⸗ durch das Ausgleiten des Pfluges aus dem Lande zu ver⸗ hüten; dadurch entſteht aber eine Vermehrung der Laſt, weil der Erdſtreifen nun nicht abgeſchnitten, ſondern abge⸗ drückt wird; wenn aber der Pflug, wie es ſeyn ſoll, eine Vorrichtung hat, ihn mehr in das Land ſtellen zu können, ſo kann das Meſſer immer gerade ſtehen, ganz mit ſeiner Schneide, und nicht zum Theil mit ſeiner Fläche wirken. 21. Unter dem Vordergeſtelle des Pfluges ver⸗ ſtehet man entweder einen zweiraͤderigen Wagen, an dem die ziehenden Thiere angeſpannt ſind, und auf welchen der Grindel gelegt und befeſtiget wird, oder auch nur ein Rad, oder eine Schleife. Daß das Vordergeſtell kein nothwendiger Beſtandtheil des Pfluges ſey, geht daraus hervor, weil man die Kraft eben ſo wohl an den Grindel unmittelbar anbringen, als den Pflug mittelſt des Wagens ziehen kann. 22. Pflüge ohne alles Vordergeſtelle heißt man Schwingpflüge; die einen Wagen zum Vordergeſtelle haben, heißt man Räderpflüge; die eine Schleife, oder ein Rad vorne haben, heißt man Stelzenpflüge, oder einrädrige Pflüge. nune mige cet eindt nen! ſogle glich geht de d Wn Sch neh der vor nen/ Bode elben der v Lode kaum lette den ger Ete wen. Zugt heſtr ſeu nem den, kann man nd darum füh⸗ der Spize de dringen. die und damit eine nicht verriück Secheiſens nit noch beſonders Die Fläche des geraden Rich⸗ ctet, um da⸗ Lande zu ver⸗ eung der kaßt ſondern abge⸗ eyn ſoll, eine zu können, ſo z mit ſeiner ſche wirken. Pfluges ver⸗ gen, an dem fwelchen der nur ein Rad, Beſtandtheil nan die Kraft ibringen, als e heißt man Vordergeſtele Schleife/ oder fluge, oder 205 Der Vortheil eines jeden Vordergeſtelles, es mag nun ein Wagen, oder ein Rad, oder gar nur eine knieför⸗ mige Schleife ſeyn, beſteht darin, daß der Pflug in glei⸗ cher Tiefe mit großer Stätigkeit geht, daß er nicht tiefer eindringen kann, als er geſtellt iſt, und wenn er durch ei⸗ nen vorliegenden feſten Körper in die Höhe gewörfen wird, ſogleich von ſelbſt wieder eingreift; daß er durch einen un⸗ gleichen Schritt der Pferde nicht ſogleich aus dem Lande geht, daß er beim Umwenden mit weniger Mühe wieder in die Furche geleitet wird, und überhaupt eine viel geringere Aufmerkſamkeit von Seite des Pflügers erheiſcht, als der Schwingpflug. Die Nachtheile eines Vordergeſtelles ſind: die Ver⸗ mehrung der Koſten, und der mehrere Aufwand von Kraft, der erforderlich iſt, um auch dies Geſtelle weiter zu ziehen; vor allem aber, daß die Thiere zu ſehr belaſtet werden kön⸗ nen, wenn die Pflugſchar eine zu große Neigung in den Boden hat, durch die Räder aber verhindert wird, der⸗ ſelben zu folgen, wo dann durch die gebrochene Zuglinie der vordere Theil des Pfluges mit großer Gewalt in den Boden gedrückt, und viele Kraft unnütz verwendet wird⸗ Was die beiden erſten Nachtheile betrifft, ſo iſt es kaum der Mühe werth davon zu ſprechen; und was den letzteren angeht, ſo wühlt in einem ſolchen Falle der Pflug den Untergrund auf, er geht auf der Naſe, und der Pflü⸗ ger muß ihn hinten immer niederdrücken. Dieſe fehlerhafte Stellung des Pfluges iſt auf der Stelle bemerkbar, und wenn der Arbeiter nicht eben ſo müde werden will, als ſeine Zugthiere, ſo wird er ſogleich den Fehler zu verbeſſern ſich beſtreben. Hieraus erhellet, daß ein Vordergeſtell zwar kein we⸗ ſentlicher Beſtandtheil des Pfluges ſey, indem man in ei⸗ nem von Steinen und Wurzeln befreiten Boden jeder Art mit einem gut geſtellten Schwingpfluge und gehoriger Auf⸗ 206 merkſamkeit allerdings ſehr gut pflügen könne; daß aber ein zweckmäßiges Vordergeſtell die Brauchbarkeit eines je⸗ den Pfluges vermehre, weil ſeine Leitung dadurch weniger abhängig von der Geſchicklichkeit und Aufmerkſamkeit des Pflügers wird, und weil man ihn nun auch in einem Bo⸗ den verwenden kann, in dem der Schwingpflug wegen den beſtändig vorkommenden Hinderniſſen eine höchſt ungleiche Furche ziehen würde. 23. Jene Art von Vordergeſtell iſt die zweckmaͤßigſte, welche zur Stätigkeit des Ganges und zur Richtung des Pfluges am meiſten beitraͤgt, und das iſt ohne Widerrede der Wagen. 26. Der Wagen als Vordergeſtell gibt dem Pfluge mehr Oberfläche, verhuͤtet das Schwanken des Grindels, und gibt dadurch dem Gange des Pfluges ſo viele Stätig⸗ keit, daß er ohne Zuthun des Menſchen von ſelbſt in der gleichen Linie bleibt. Die Richtung mittelſt des Wagens zu reguliren, iſt ebenfalls ſehr leicht, denn ſo wie der Grindel verkürzt oder verlängert wird, oder die Bruſt der Achſe erhöht oder erniedert wird, dringt der Pflug mehr oder weniger in den Boden. Die Breite der Furche wird durch das rechte, immer in der Furche gehende Rad beſonders gleichförmig gehalten; ſoll ſie aber verandert werden, ſo hat man eigene Vorrichtungen hiezu, die auf eine eben ſo leichte als einfache Art den gewünſchten Zweck erfüllen. 25. Stellt man nur ein Rad, oder eine Schleife hinter die Spitze des Grindels; ſo regulirt das Rad oder die Schleife die Tiefe der Furche, die Breite wird aber dadurch verändert, daß man den Zug in den horizontal liegenden Kamm, der an der Spitze des Grindels befeſti⸗ get iſt, verſchiedentlich einhängt. 26. Daß der Gang eines ſolchen Pfluges ſchwanken⸗ — det und ſonde ſtimn Geſc richt Pfig wos! hheile ſellſt den d zbe d ſi 9 meſſ ab ne tigl einen dieß ben iherh Abbil dort üͦt ſchaf Müg oder d Augt bant gleich finden ter ein Stte Stre zu ſo haken ſeellt den Baille weger beide die? ane; daß aber rleit eines je⸗ durch wenige erkſamkeit des in einem Bo⸗ ig wegen den chſt ungleiche weckmäͤßigſte, Richtung des hue Widerrede t dem Pfluge des Grindels, viele Stätig⸗ ſelbſt in der des Wagens n ſo wie der die Bruſt der r Pflug mehr iche wird durch Rad beſonders tt werden, ſo f eine eben ſo c erfüllen. eine Schleife das Rad oder ite wird aber den horizontal indels befeſti⸗ es ſchwanken⸗ 4 2⁰⁷ der ſeyn müſſe; daß er größere Aufmerkſamkeit erheiſche; und weil das Rad oder die Schleife nicht in der Furche, ſondern am Lande geht, auch zur Feſthaltung der be⸗ ſtimmten Breite nichts beitragen könne, erhellet aus dem Geſagten. Wir können uns in einem Lehrbuche der Landwirthſchaft nicht einlaſſen, die Zweckmäßigkeit der verſchiedenen Formen der Pflüge zu unterſuchen; es genügt hier im Allgemeinen zu wiſſen, was vom Pfluge gefordert wird, und was jeder ſeiner Beſtand⸗ theile zur Erreichung des Zweckes beiträgt. Jeder mag jetzt ſelbſt den bei ihm üblichen Pflug unterſuchen, in wiefern er den allgemeinen Forderungen entſpricht. Die Arbeit des Pfluges zu beurtheilen iſt nicht ſchwer, weil ſie vor Augen liegt; allein ob ſie mit einem mindern Aufwande von Kraft vollführt worden ſey mit dieſem gegen einen anderen Pflug, iſt ohne einen Kräfte⸗ meſſer oft unmöglich zu erheben. Die Bauart des Pfluges gibt einen ziemlich richtigen Maß⸗ ſtab zur Beurtheilung des Verſtandes des Landwirthes, der ſich deſſelben bedienet.— Wenn jenes Werkzeug, deſſen er ſich faſt täglich zu dem wichtigſten Geſchäfte des Ackerbaues bedienet, in einem rohen und unvollkommenen Zuſtande ſich befindet; ſo iſt dieß ein Beweis, daß er über den Zweck der Anwendung deſſel⸗ ben nie nachdenkt, und daß er nicht ſowohl das Pflügen als überhaupt ſein Gewerbe automatiſch betreibt.— Wenn man die Abbildungen der böhmiſchen Ackerwerkzeuge, vorzüglich der dort üblichen mannigfaltigen Pflüge in Mehler's Landwirth⸗ ſchaft des Königreichs Böhmen mit den engliſchen Pflügen in Dikſon's Farmers Companion vergleicht, oder die meiſten italieniſchen Pflüge, die ſeit den Zeiten des Auguſtus die gleiche Form beibehalten haben, mit dem Bra⸗ banter Pfluge in Thaer's Annal. XII. Band, S. 577 ver⸗ gleicht; ſo wird man die Beſtätigung unſerer Behauptung darin ſinden. Als vorzügliche Muſter von Pflügen gelten der Braban⸗ ter Pflug, der ein Stelzenpflug, und der Bailey'ſche, der ein Schwingpflug iſt. Das Schareiſen des erſteren, und das Streichbret des letztern ſind ſehr vollkommen; allein es iſt das Streichbret des erſteren zu kurz, und die Schar des letzteren zu ſchmal; darum muß der Niederlaͤnder mittelſt des Streich⸗ hakens das Streichbret verlängern, wenn er den Pflug tief ſtellt, und den herausgehobenen Erdſtreifen umwenden und üher den gepflügten Theil des Ackers verbreiten will: und mit dem Bailey'ſchen und Small'ſchen Pfluge kann man der ſchmalen Schar wegen nur ſchmale, 7 bis 8 zöllige Furchen pflügen, und ſie ſind beide nur zu einer ſehr mäßigen Tiefe brauchbar. Wenn man die Brabantiſche Schar mit dem Balleyſchen Streichbrete ver⸗ 208 einigte, und den Pflug auf einen Wagen ſtellte: ſo würde man ein viel vollkommneres Werkzeug erhalten.— Ueber die Kraft, welche erforderlich iſt, um mit Pflü⸗ gen von verſchiedener Form unter beſtimmten Umſtänden ſchmale und breite, tiefe und ſeichte Furchen zu ziehen, mogen die ältern, von YNoung(Annalen des Ackerbaues. I. B. S. 28 der deutſchen Ueberſetzung) bekannt gemachten, und meine ei⸗ genen zum Mabßſtabe künftiger Unterſuchungen und Vergleichun⸗ gen dienen. 1) Verſuche, um die nöthige Kraft, welche ver⸗ ſchiedene Pfluüge bedurften, zu beſtimmen.(Von der Kommiſſion des Ackerbaues der Londner Geſellſchaft der Künſte. Reduzirt auf Wiener Maß und Gewicht.) a. Mit dem Rotterahmer Pfluge, welcher 90,6 Pf. wog, mit einer Schar von 7,71“ auf einem Kleefelde in ſchwerem Thonboden auf 5,78“ Tiefe, und 9,63“ Breite. Gute Ar⸗ beit— Erforderliche Kraft: 498,3 Pf. b. Mit demſelben Pfluge, auf 3,35“ Tiefe bei gleicher Breite. Gute Arbeit.—= 385 Pf. c. Mit demſelben Pfluge, der aber nur eine Schar von 4,81“ hatte, auf 9,63“ Breite, und 5,78“ Tiefe. Sehr ſchlechte Arbeit—(Weil die Schar zu ſchmal iſt.) = 408,3 Pf.. (Die Verſuche a und c ſind in der Breite der Schar allein unterſchieden, und beweiſen den Vortheil der Breite derſelben.)— d. Brand's eiſerner Pflug wog vollſtändig: 129 ½ Pf. Die Furchen waren 5,78“ tief, und 9,63 breit: gute Arbeit, 546 Pf... 3 e. Arbuthnots rother Pflug, der 118 Pf wog, bedurfte bei gleichen Verhältniſſen und guter Arbeit 475 Pf. f. Derſelbe Pflug beſchwert mit 10,8 Pf., um ihn dem von d gleich zu ſtellen, bei gleichen Verhältniſſen: 450 Pf. (Ein Beweis, daß die Schwere des Pfluges nicht immer die Fortſchaffung deſſelben beſchwert. Wie aber derſelbe Pflug, der um 10,8 Pf. beſchwert wird, bei gleicher Tiefe we⸗ niger Zugkraft erfordern ſollte, begreife ich nicht, und vermuthe daß hier ein Fehler der Beobachtung uUnterlaufen müſſe.) s. Der gemeine Surreyer Pflug wiegt vollſtändig 125 Pf. Die Schar iſt vorn 6,26“ und rückwärts 12“ breit. Die Breite und Tiefe der Furche, wie in a. c. d. e. f. Die Furchen waren am Grunde nicht aufgeſchnitten. Kraft 611 Pf. h. Derſelbe, wenn er mit 4 ½ Pf. beſchwert ward; bedurfte bei übrigens gleichen Verhältniſſen: 566 Pf. i. Arbuthnots blauer Pflug, wog 108,7 Pf. Nöthige Kraft bei gleichen Verhältniſſen: 430 Pf. k. Derſelbe Pflug mit 25,3 Pf. beſchwert, erheiſchte bei glei⸗ chen Verhältniſſen 475 Pf. Bauart Vauhäll dem rh hedurſte Krchi;! heiſchte ſolle: Furche, den erſ dieſe g ſelbe„ gejt a auf ein eine vit Pfug! gleicher und ohn meine S 9) 39 (nach der Schar ne 1) 4. In No Di Mi! ) ) handelt ſcied d ſo würde man t, um nit i. mſtänden mi ehen, mogen di 2s. I. B.. 3 „ und meine ei⸗ und Vergleihun t, welche ver⸗ immen.(Ban Geſellſchaft de ht.) 6 Pf. wog, mi lde in ſchwaren dreite. Gute Ar⸗ i gleicher Breite ir eine Schar d 5,78“ Tiefe. zu ſchmal iſt.) reite der Schat eil der Breite 29 ½ Pf. Die : gute Arbeit, , bedurfte bel d... nihn dem von Ho Pf. ges nicht immer aber derſelbe eicher Tiefe we⸗ „ und vermuthe müſſe.) tändig 145 gf. rts 14“ brett. in a. e. d.(. aufgeſchnitten. ward; bedurfte tthige Kraft be eiſchte bei gle⸗ Furche, von 0,92“ (nach dem Verſ. r.) 294 Pf. Schar nach Verſ. s. 271 Pf. 2) Von mir angeſtellte Verſuche.. a. In einem leichten, ſandigen Boden, beim Stürzen eines Rockenſtoppelfeldes(26. Juni 1811 Die Breite der Furchen iſt allenthalben gleich,= 11 Zoll. auf 4 ½ Tiefe= 290— 309 Pf.. 4 5 ½——= 328— 340 Pf. -—— 430 Pf. Mit dem noriſchen P » gemeinen hieſigen Pfluge 6“ Zur Vergleichung ward jetzt die Aadl genommen; denn es handelte ſich darum zwiſchen dieſen beiden Werkzeugen den Unter⸗ ſchied der Kraft und Wirkung zu zeigen. Die Aadl bedurfte auf 4 ¼˙ Tiefe. Purgers Lehrb. d. Landw. I. Pd. 209 (Ein Beweis, daß derſelbe Pflug, wenn er bei gleichen Verhältniſſen ſchwerer iſt, auch mehr Kraft erheiſche.). I. Ducket's ſchneidender Pflug wog mit Zubehör: 240,9 Pf. die Furchen waren 7,71 breit, und 5,73“ tief. Kraft: m. Arbuthnots blauer Pflug(i) mit 132,2 Pf. beſchwert, um ihn dem Ducketſchen(1) gleich zu machen, bedurfte bei 9,63“ Breite und 5,78“ Tiefe der Furche: 453 Pf (Aus dieſen Verſuchen erhellet, um wie viel es auf die Bauart des Pfluges ankommt, daß der eine bei gleichen übrigen Verhältniſſen weniger Kraft, als der andere erheiſcht, dem Arbuthnot'ſchen Pfluge Lit. i, wenn er nicht beſchwert war, bedurfte man bei einer Breite der Furche von 9,63“ nur 430 Pf. Kraft; wurde derſelbe Pflug mit 132,2 Pf. beſchwert: ſo er⸗ heiſchte er nur 453 Pf., wenn er gleich breit und tief gehen ſollte: während der Ducket'ſche Pflug bei einer mindern Breite der 588 Pf. Kraft, alſo um 158 Pf. mehr gegen den erſtern erforderte. Rechnet man 200 Pf. auf ein Pferd: ſo iſt dieſe Kraftverſchwendung von 158 Pf. gleich 0,79 Pferden. Daß der⸗ ſelbe Pflug wenn er beſchwert wird, auch mehr Kraft erfordere, geht auch aus dieſem Verſuche hervor.) 4 Die Verſuche n. bis s. wurden mit den gleichen Pflügen auf einem Brachfelde angeſtellt, und zeigten, daß nun bei allen eine viel geringere Kraft erforderlich ſey: ſo bedurfte der blaue Pflug von Arbuthnot, mit 132,2 Pf. beſonders beſchwert, bei gleicher Tiefe und Breite der Furche, jetzt nur nach Verſ. n. 362,4, und ohne Beſchwerung(Verſ. o.) gar nur: 226 Pf. meine Surreyer(Verſ. p.) 271 Pf.; der eiſerne Pflug(Verſ. q.) 317 Pf. Der Rotterammer Pflug mit der ſchmalen Schar Derſelbe Pflug mit einer breiten Mit Der ge⸗ in Lindenheim); 340 Pf. 362 445— 485⁵ Pf. b. Auf einem feuchten Sandmergelboden wurden dieſelben ver⸗ gleichenoen Verſuche ebenfalls angeſtellt(22. Nov. 1810 zu Hungerbrunn.) Der Pflug bed „ 2 urfte auf 5 ¼ 7 Tiefe 435 Pf. 3„ 8⸗.. 645 2„» 10“.. 790 Die Aadl„ 2 556.. 518 „ y 2 7.. 545 Die hieſigen Pflüge ſind ziemlich unvollkommen, und darum bedurfte ich mehr Kraft als in den erſtern engliſchen Ver⸗ ſuchen auf dem Brachfelde erforderlich war. Es hängt nicht im⸗ mer von der Willkür des Landwirthes ab, ſich des vollkommen⸗ ſten Pfluges zu bedienen, weil vielleicht die Geſtellmacher und Schmiede ſeiner Gegend nicht den nöthigen Verſtand, und die nöthige Geduld haben, ſich in den Bau des neuen Werkzeuges einzuſtudieren: immer wird es ihm aber möglich ſeyn, wenigſtens die gröbſten Mängel daran zu verbeſſern, und auf dieſe Art ſeinen Pflug den beſſeren zu nähern. Auch iſt der Unterſchied zwiſchen einem ſehr berühmten engliſchen oder einem berühmten deutſchen und dem in der Gegend üblichen vielleicht weniger oft ſo groß, daß es ſich der Müͤhe lohnte große Koſten auf die Um⸗ änderung deſſelben zu verwenden, oder ganz neue Werkzeuge ein⸗ zuführen, die nur unter ſehr ſeltenen Umſtänden ſich in der fremden Gegend erhalten. 27. Weil der Pflug einen halben Keil darſtellt, und die damit abgeſchnittenen Erdſtreifen durch ſein Streich⸗ bret auf zwei ſich entgegengeſetzte Seiten geworfen wer⸗ den: ſo gibt es zwei Fälle, wo ſeine Anwendung nicht Statt finden kann: einmal, wenn man eine Bergfläche beackern, und das andere Mal, wenn man ein ebenes Feld ohne Furchen zu bilden umpflügen will. Wenn man eine ſtark geneigte Fläche quer über mit dem Pfluge ackert; ſo müßte der Erdſtreifen beim Hinüberfahren wi⸗ der ſeine Neigung nach aufwärts gelegt werden; und weil er in einem ſolchen Falle häufig zurückfallen würde: ſo muß man ein anderes Werkzeug anwenden, das den Erdſtreifen immer nach abwärts legt. Eben ſo kann man auch den gewöhnlichen Pflug nicht mit Vortheil anwenden, wenn man einen Acker ohne alle Furchen haben will: denn da man mit dem Pfluge beim Hin⸗ fahren den Erdſtreifen rechts, oder z. B. von Weſten gen Oſten, und beim Herfahren nach der Anſicht des Zuſchauers links, oder von Oſten gen Weſten wendet: ſo entſtehen Beete, die man nach Belieben breiter oder ſchmäler machen kann. Zwiſchen je⸗ dem Beete iſt aber eine Furche, um ſo tiefer, und breiter, je tiefer der Pflug geht, und jedes Beet iſt aus derſelben Urſache in der Mitte höher, oder minder hoch. 48 anwend überſtl Pflüge dern li ¹9 diidet/ 3o. Päuge ganzen daß ſi Etreich T den and werfen ſchneide 31. duch, ſtelbree überrich 32. ein äͤuß zeug iſ Näigun dieſem ſlächlic dens, Sandbo ftiher 33 daß d ds pf. 545 Joo 518 545 lkommen, und engliſchen Ver⸗ hängt nicht im es vollkommen⸗ jellmacher und tand, und die en Werkzeuges eyn, wenigſtens auf dieſe Art der Unterſchied nem berühmten ſcht weniger oft en auf die Um⸗ Werkzeuge ein⸗ den ſich in der darſtellt, und ſein Streich⸗ eworfen wer⸗ endung nicht eBergfläche ebenes Feld über mit dem überfahren wi⸗ und weil er in muß man ein een immer na öhnlichen Pfug Acker ohne all huge beim Hi⸗ ſten gen Oſten ers links, odet zeete, die mal .. Zoiſchen je⸗ und breiter, ſe eſelben Urſach 211 28. Jn dieſen Fällen muß man einen ſolchen Pflug anwenden, der einen ganzen Keil bildet, oder der ein überſtellbares Streichbret hat, oder man pflügt mit zwei Pflügen, wovon der eine den Erdſtreifen rechts, den an⸗ dern links wendet. 29. Einen ſolchen Pflug, der einen ganzen Keil bildet, heißt man Hacken, oder Aadl. 30. Die weſentlichſte Verſchiedenheit der Aadl vom Pfluge beſteht darin, daß ſie eine Schar hat, die einen ganzen Keil, oder ein gleichſchenkliges Dreieck bildet, und daß ſie auf jeder Seite ein nach aufwaͤrts gekrümmtes Streichholz hat, das den Erdſtreifen umlegt. Weil nämlich die Aadl den Streifen Erde immer einen über den andern in derſelben Nichtung, z B. von Oſten gen Weſten, werfen muß; ſo bedarf ſie eine Schaar, die auf beiden Seiten ſchneidet, und zwei Streichhölzer, welche abwechſelnd wirken. 31. Dann unterſcheidet ſie ſich noch ferners da⸗ durch, daß ſie entweder gar kein, oder ein leicht über⸗ ſtellbares Secheiſen hat, das nach jedem Furchenzuge uͤberrichtet wird. 32. Die Vortheile der Aadl beſtehen darin, daß es ein äͤußerſt einfaches, wohlfeiles und dauerhaftes Werk⸗ zeug iſt, womit man einen Boden, der hinlängliche Neigung hat, ziemlich gut wendet und umpflüget. Außer dieſem Falle paßt aber die Aadl in Ebenen nur zur ober⸗ ſlächlichen Lockerung, nicht aber zur Wendung des Bo⸗ dens, und ſie gehört daher nur zur Kultur eines loſen Sandbodens, oder zur Lockerung jedes andern, ſchon früher durch den Pflug gewendeten Ackers. 33. Die Unvollkommenheit dieſes Werkzeuges macht, daß der Zweck des Pflügens(7) damit nicht erreicht 212 werden kann, denn die Streichhölzer wenden den abge⸗ ſchnittenen Erdſtreifen nicht vollkommen herum; dann er⸗ fordert die Anwendung der Aadl mehr Kraft von Seite der Thiere(26) als der Pflug, und eben ſo auch von Seite des Menſchen, denn ihr Gang iſt ſchwankend, und der Pflüger darf ſie nie aus der Hand laſſen. Warum die Aadl mehr Kraft gegen den Pflug bei gleicher Tiefe und Breite der Furche erfordere, liegt darin, daß beim Pfluge nur auf der Furchenſeite allein Reibung Statt ſindet, wo nämlich die Laſt des abzuſchneidenden und umzuwendenden Erd⸗ ſtreifens zu überwinden iſt, und daß an der Landſeite das Werk⸗ zeug glatt iſt, und keine Reibung verurſacht, während bei der Aadl die Schar mehr Erde aufſchneidet, als umgewendet wird, und das Streichholz der entgegengeſetzten Seite durch ſeine Ein⸗ klemmung ein Verrücken der Zuglinie verurſacht, dem der Menſch immer entgegenwirken muß, und wodurch ein beträchtlich größerer Aufwand von Kraft durch dieſe unnütze und ſchädliche Reibung nöthig wird. Darum paßt die Aadl nur für Bergflächen, wo der unvollkommenen Wendung des Erdſtreifens durch das Werkzeug die eigene Schwere der Erde zu Hülfe konimt. Sie kann ferner ohne beträchtlichen Nachtheil in ſolchen Boden an⸗ gewendet werden, der ſehr wenig Zuſammenhang hat, und ent⸗ weder bloß aus feinem Sande oder aus Steingerölle beſteht; denn der erſtere Boden ſetzt dem Werkzeuge wenig Widerſtand entgegen, und es wäre nachtheilig, ein beſſeres Werkzeug dem ſchnellen Abreiben in einem Steingerölle Preis zu geben; auch bringt es oft Vortheil, die Aadl in einem bindigen Boden anzu⸗ wenden, wenn derſelbe früher ſchon ein oder zweimal zur gehö⸗ rigen Tiefe gepflügt worden iſt. Wenn wir die durch den Pflug entſtandenen Furchen vertilgen, und die Ackerbeete ebnen wollen, oder wenn wir die Ackerfläche mehr zertheilen, und die darin befindlichen Wurzeln mehr auf die Oberfläche und zur Vertrock⸗ nung bringen wollen: ſo geſchieht dieß am zweckmäßigſten durch die Aadl. 34. Weil der Zweck, den Acker völlig eben und ohne Furchen zu pflügen, durch die Aadl nur unvollkommen, und mit großer Kraftanſtrengung erreicht wird; ſo hat man ſie dadurch der Form des Pfluges anzunähern ſich beſtrebt, daß man die breiten Streichhölzer wegließ, und dafür ein ſchma⸗ les Streichbret anbrachte, das in die Griesſäule einge⸗ hängt, und nach jedem Zuge überſtellt wird. Ein ſolches Werkzeug heitzt jetzt Wendepflug. 3 immer eine un dieWe unvoll kann; eiſen h muß, 1 das Lan ſberrich Lande deyflu ſey, 3 Kräfte ſo hat nothlwe zu werfe Acer 0 Pflgeg diein ei woyon tes, der Dop nennt, er nur wird, i kommen dieſelbe 4 den den age rum; dann er⸗ taft von Seit n ſo auch von zwankend, und — 4 klug bei gleiche arin, daß bein iui findet, wo wwendenden Erd⸗ ſeite das Werk⸗ während bei der ogewendet witd, durch ſeine Ein dem der Menſch äa größerer aädliche Reibung für Bergflächen, ffens durch das fe konimt. Sie ſchen Boden an⸗ hat, und ent⸗ gerill beſteht; enig Widerſtand Werkzeug dem zu geben; auch n Boden anzu⸗ imal zur 85 durch den Pfiug te ebnen wollen, „ und die darin ad zur Vertrol⸗ tmäßigſten durh eben und ohne lkommen, und ſo hat man ſt h beſtrebt, daß ffür ein ſchma⸗ esſäule einge⸗ Ein ſolches 213 35. Mittelſt des Wendepfluges wird der Erdſtreifen immer auf dieſelbe Seite gelegt, ohne daß an der Landſeite eine unnütze und ſchädliche Reibung Statt hat. Weil aber die Wendung des abgeſchnittenen Erdſtreifens durch das ſehr unvollkommene Streichbret auch nicht vollkommen geſchehen kann; weil ferner bei dieſem Pfluge entweder das Sech⸗ eiſen bei jedem Zuge überkeilt, oder überſpannt werden muß, um der Schneide deſſelben immer eine Neigung in das Land zu geben, oder die Zuglinie nach jeder Furche überrichtet werden muß, weil ſonſt der Pflug nicht im Lande bleiben würde; ſo erhellet hieraus, daß der Wen⸗ depflug zwar ein vollkommneres Werkzeug, wie die Aadl ſey, aber gegen den Pflug ſelbſt doch weit zurückſtehe. 36. Da der Zweck des Pflügens mit dem geringſten Kräftenaufwande nur durch den Pflug bewirkt werden kann; ſo hat man in jenen Fällen, wo es entweder unumgänglich nothwendig iſt, den Erdſtreifen immer auf dieſelbe Seite zu werfen, oder wo man es für zuträglich erachtet, den Acker ohne Furchen, und ganz eben zu beſtellen, zwei Pflüge auf dem nämlichen Grindel hintereinander angebracht, die in einem geraden Winkel von einander abſtehen, und wovon der eine die gewöhnliche Stellung des Streichbre⸗ tes, der andere aber eine dieſer entgegengeſetzte hat. 37. Mittelſt dieſes Pfluges, den man hin und wieder Doppelpflug, anderswo Leitenpf lug, u. ſ. w. nennt, den wir noriſchen Pflug heißen wollen, weil er nur in den Gebirgen des alten Norikums angetroffen wird, iſt man im Stande, den Acker mit der größten Voll⸗ kommenheit eben zu pflügen, und den Erdſtreifen immer auf dieſelbe Seite zu werfen. 38. Die Anwendung des noriſchen Pfluges iſt aber 214 auch mit manchen beſondern Nachtheilen verbunden. Er iſt ein aus zwei Pflügen zuſammengeſetztes Werkzeug, und ſein Gang erleidet daher öfteren Auf nthalt, weil bei zwei Werkzeugen eher etwas in Unordnung kommt, als bei ei⸗ nem; er iſt für den Pflüger mehr beſchwerlich, weil der eine Pflug indeſſen außer der Erde in der Luft hängt, und zum Theil getragen werden muß, wahrend der andere arbeiter; er iſt koſtſpieliger und ſchwerer. 39. Wenn wir den Zweck des Pflügens und den verſchiedenen Bau der dazu beſtimmten und angeführten Werkzeuge betrachten: ſo ſcheint es am gerathenſten zu ſeyn, den Pflug in allen ebenen, oder mäßig geneigten Lagen, wo der Boden nicht bloßer Sand oder Steingerölle iſt, anzuwenden, und den Gebrauch der Aadl für gebirgige Lagen, oder für Sandboden oder Steingerölle zu be⸗ ſchränken. Der Wendepflug, ſo wie der noriſche, haben einen ſehr beſchränkten Vortheil; denn da der erſtere den Pflug doch nicht vollkommen zu erſetzen vermag, und im Grunde nur eine geringe Verbeſſerung der Aadl iſt, und der letztere auf Bergen nur wenig beſſere Arbeit leiſtet, wie die Aadl; ſo iſt der Vortheil dieſer beiden Werkzeuge in Bergen von geringer Bedeutung, und in den Ebenen offen⸗ bar kleiner, wie jener des Pfluges. Man hat gemeint, daß bei der Drillſaat ein ebenes Pflü⸗ gen des Ackers erforderlich ſey, was aber unrichtig iſt, weil in parallel gehaltenen Beeten die Säemaſchinen eben ſo leicht als in ebenen furchenloſen Feldern angewendet werden können, und die Furchen in jedem bindigen Boden zur Ableitung des Waſſers nothwendig ſind. Wo man in England Drillwirthſchaft be⸗ treibt, liegt der Acker allenthalben in Beeten. 2. Von der oberflächlichen Lockerung des Bodens im Allgemeinen. 1. Wenn man die Oberfläche des Bodens durch ver⸗ ſchied ſo nen lchſte durch und l bethan Saat 3 die A Hand Perk ſeinen dießd denhei Boden und S T ten Bo enge, Lann m Menſ das! beſchr gezog und é 5 Pͤng Jurch berbunden. E. Pertzeug, und t, weil bei vei mt, als bei i⸗ lich, weil der ift haͤngt, und ud der andere gens und den nd angeführten gerathenſten zu näßig geneigten eer Steingerolle d für gebirgige gerölle zu be⸗ toriſche, haben der erſtere den mag, und im Aadl iſt, und beit leiſtet, wie Werkzeuge in n Ebenen offn⸗ ein ebenes Pfl⸗ tig iſt, weil in n ſo leicht als in können, und die ng des Waſers lwirthſchaft be⸗ des Bodeus ens durch ber⸗ 215 ſchiedene Werkzeuge zertheilt, und untereinander mengt, ſo nennt man dieß eine oberflächliche Lockerung deſſelben. 2. Die Wendung des Bodens iſt zwar das vorzüg⸗ lichſte Geſchäft der Beackerung, allein der Boden wird durch das Wenden oft zu wenig gelockert und zertheilt, und wüurde überhaupt gar bald wieder in ſeiner Oberfläche verharten und verwildern, wenn er nicht vor und nach der Saat öfters wieder zertheilt und aufgerührt würde. 3. Die Oberfläche des Bodens wird gelockert durch die Anwendung von ſolchen Werkzeugen, die nur in der Hand des Menſchen dieſen Zweck vollführen, oder durch Werkzeuge, welche durch Thiere gezogen werden. 3. Wenn man den Boden durch Menſchenhände in ſeiner Oberfläche lockern und reinigen läßt, ſo geſchieht dieß durch die Anwendung der Haue, die nach Verſchie⸗ denheit des Bodens und der Frucht, zwiſchen welcher der Boden behackt werden ſoll, eine ſehr verſchiedene Form und Schwere hat. Man hat in Thonboden ſehr ſchwere und breite, in leich⸗ ten Boden minder ſchwere, ſchneidende Hauen. Steht die Saat enge, zwiſchen welcher man den Boden auflockern will; ſo kann man nur mehrſpitzige Hauen hiezu verwenden. 4. Die Lockerung der Oberfläche des Bodens durch Menſchenhände iſt im Großen eben ſo unvortheilhaft, wie das Umgraben deſſelben, und man muß ſich daher darauf beſchränken, ſolche Werkzeuge anzuwenden, die durch Thiere gezogen werden. Solche ſind: die Egge, der Schneid⸗ und Schaufelpflug. 5. Die Egge dient vorzüglich dazu, die von dem Pfluge gewendeten Erdſtreifen zu zertheilen, und den in Furchen aufgeworfenen Acker zu ebnen, nebſtbei wird ſie — ℳ 216 gebraucht, den Samen unterzubringen, oder den verhärteten Acker wieder oberflächlich aufzulockern, oder auch wohl das am gepflügten und geegten Acker aufgegangene Un⸗ kraut zu zerſtören. 6. Nach der Verſchiedenheit des Zweckes und des Bodens hat man Eggen von verſchiedener Form, Größe und Schwere, Große, ſchwere Eggen, mit langen, öf⸗ ters nach vorn gerichteten Zinken für thonige Aecker; leich⸗ tere Eggen für einen weniger gebundenen Boden, oder zum Unterbringen der Saat; breite Eggen, wenn der Acker keine Beete hat, oder völlig eben liegt; ſchmale Eggen, wenn er in kleine, hohe Beete aufgepflügt iſt, und endlich gegliederte Eggen, wenn mehrere kleinere Eggen zuſammen verbunden ſind, um ungleichen Boden, oder ge⸗ wölbte Beete damit zu bearbeiten. Eine meiner Saateggen bedarf auf dem hieſigen trockenen Sandboden 158— 195 Pf. Zugkraft, je nachdem der Acker meßf oder weniger ſandig, friſch oder nicht friſch gepflügt iſt, U. 2 w. 7. Bei der Anwendung der Eggen muß darauf geſehen werden, daß die Zinken derſelben gleichförmig in den Bode und daß nicht mehrere in den gleichen Strich eingreifen. Bei der gewöhnlichen Anſpannung und Stellung der Eggen kann dieß kaum vermieden werden; denn da die Eggen ganz am Boden mit dem Wagſcheite verbunden werden, ſo bringt der gäh aufſteigende Zug den vordern Theil der Egge in die Höhe, und das vordere Orittel der Zähne wird dadurch größtentheils aus der Erde gehoben, und weil bei der Anſpannung der Egge in ihrer vordern Mitte die Zinken meiſtens auch ſo geſtellt ſind, daß die dritte wieder in die Furche der erſtern eingreift; ſo ent⸗ ſtehen dadurch zu tiefe Furchen, und der Zweck der Ebnung wird verfehlt, und feinere Samen werden zu tief vergraben. Wenn man an die Eggen vorn einen gerad aufſteigen⸗ den Kamm anbringt, wie an die Anhäufepflüge; ſo kann man die Zuglinie nun über der Erde in einer angemeſſenen Höhe anbringen, und die Egge greift jetzt vorn ſo gut wie hinten ein. Man erhält durch dieſen Kamm ein Mittel, dieſelbe Egge tiefer oder ſeichter zu ſtellen, alle Zähne oder nur einen Theil der⸗ ſelben wirken zu laſſen. n, . . daß je ein zw viereck Anſpau angebr 3ugd wirkt 9. tine ſe Lockern ſäche, hinder ſch Bode man fely nach b brach. Boden und Sc ſind. 9 fikat onder Seche ſind, den! iheilt det ſi Seche ſtlle Ocha gemi den yerhäͤrteten der auch wohl gegangene Un⸗ kes und des Form, Griße t langen, if⸗ ecker; leich⸗ den, oder zum enn der Acker cmale Egger, ügt iſt, und kleinere Eggen den, oder ge⸗ eſigen trockenen dem der Acker ch gepflügt iſt, arauf geſehen in den Boden, eingreifen. lung der Eggen Eggen ganz am ſo bringt der e in die Höhe, h größtentheils nung der Egge ſo geſtellt ſind, nrreift; ſo ent⸗ r Ebnung wird raben. rad aufſteigen⸗ ſo kann man meſſenen Höhe gut wie hinten dieſelbe Egge einen Theil der⸗ 217* Die Stellung der Zaͤhne muß immer ſo gerichtet werden, daß jeder derſelben für ſich einen Strich macht, und daß nie ein zweiter in die Furche des erſteren eingreife. Wenn die Egge viereckig gemacht, die Zähne in vertikaler Linie geſtellt und die Anſpannung nicht in der Mitte, ſondern in den Winkeln der Egge angebracht worden, woͤdurch die Egge ſchief gezogen, und jeder Zug des einen Zahnes von dem andern Zuge entfernt wird: ſo wirkt ſie ſehr regelmäßig. 8. Mittelſt der Egge iſt man immer nur im Stande, eine ſehr oberflächliche, kaum mehr als ein Paar Zolle tiefe Lockerung des Bodens zu bewirken; denn die große Ober⸗ fläche, die ſie bedeckt, und die gerade Stellung ihrer Zähne hindern ein tieferes Eindringen in den Boden. Wenn es ſich daher darum handelt, einen bereits gepflügt und geegten Boden ſpäter wieder und ausgiebig aufzulockern, ſo muß man ſich hiezu entweder des Schneide⸗, oder Schau⸗ felpfluges bedienen. Man hat in den neueren Zeiten ſehr ſchwere Eggen mit nach vorne gerichteten Zinken in Vorſchlag und Anwendung ge⸗ bracht. Sie erfordern eine große Zugkraft, und lockern den Boden doch nicht ſo tief und gleichförmig, wie die Schneide⸗ und Schaufelpflüge, die allen ſehr ſchweren Eggen vorzuziehen ſind.. 9. Der Schneidepflug, Schröpfer, Skarri⸗ fikator iſt ein Werkzeug, in welchem auf zwei hinterein⸗ andergeſtellten, und mitſammen verbundenen Balken mehrere Secheiſen in gleicher Entfernung von einander angebracht ſind, mittelſt welcher man ohne großer Kraftanſtrengung den wieder verhärteten Boden zu einer mäßigen Tiefe zer⸗ iheilt, und lockert. 10. Der Schaufelpflug, Extirpator, unterſchei⸗ det ſich von dem vorhergehenden, daß ſtatt der ſchneidenden Secheiſen entweder lothrecht oder ſchief nach vorwärts ge⸗ ſtellte Stangen angebracht ſind, an denen vorne kleine Schareiſen ſich befinden, womit die Ackererde gelockert, gemiſcht, und das Unkraut ſehr wirkſam zerſtört wird. 218 11. Soll ein ſchwerer Boden, der bereits durch den Pflug gewendet worden iſt, ſpater noch einmal, oder mehr⸗ mal gelockert werden; ſo geſchieht dieß viel wirkſamer durch den Schneidepflug, als durch den Schaufelpflug, der nur mehr für leichteren Boden paßt, und wenn er zur glei⸗ chen Tiefe, wie der Schneidepflug gehen ſoll, viel mehrere Kraft erheiſcht; oder wenn der gepflügte Boden noch nicht Zeit gehabt hat, ſich feſt genug wieder zuſammenzuſetzen, um ſich ſeinem Eindringen entgegenzuſetzen. Die Fellenbergiſchen, ſchief nach vorwärts geſtellten Schaufelpflüge ſind das Mittel von Skariſikator und Extirpator. Sie lockern den Boden vortrefflich und dringen mit verhältnißmäßig geringer Kraft tief in denſelben ein, und haben unſtreitige Vorzüge vor den älteren engliſchen, mit lothrecht ſte⸗ henden Stangen, und wagrechten Schaufeln, die weniger tief eingreifen, und den Boden am Grunde zuſammendrücken. Der Herr Regierungsrath von Jordan zu Vöſendorf, bei Wien, hat, den Fellenbenbergiſchen Schaufelpflug verbeſſert. Eine Abbildung iſt in Andre's ökonom. Neuigkeiten. Jänner 1817. Die Vortheile dieſes Werkzeuges ſind ſo einleuchtend, daß es ſich mit großer Schnelligkeit verbreitet. 12. Der Nutzen dieſer Werkzeuge iſt ausnehmend groß, denn da es viel öfter nothwendig iſt den Boden nur oberflächlich zu lockern und zu reinigen, als ihn zu wenden, und da eine ausgiebigere Lockerung bisher immer nur durch ein ſeichtes Pflügen oder durch die Handhaue bewirkt wer⸗ den konnte: ſo muß ein Verfahren, welches dieſelbe Wirkung in einer mehrmal geſchwindern Zeit vollführt, für die Praxis der Landwirthſchaft von dem günſtigſten und vortheilhafte⸗ ſten Einfluſſe ſeyn. Der Thaerſche neunſcharige Extirpator bedurfte bei mir im lockeren Sandboden, 27. März 1816. 270— 300 Pf. Kraft, und im ſolgenden Jahre bei etwas feuchten Boden und tie⸗ ferer Stellung: 400 Pf. In zwei Stunden ward ein Joch mit zwei Pferden umgearbeitet. Der Jordan’ſche Schaufelpflug bedarf weniger Kraft, dafür aber etwas mehr Zeit, weil er ſchmäler iſt. Abbildungen di ſer Werkzeuge findet man in Thaer's Beſchreibung der nützlichſten Ackergeräthe. Berlin 1805. In Dickson's Farmer'’s Compagnon u. ſ. w. auf d ganze dert n reits durch den zal, oder mehre viel wirkſamer aufelpflug, de enn er zur glei l, viel mehrete den noch ſict ammenzuſezen, rwarts geſtellten Skariffkator und und dringen mit ein, und haben nit lochrecht ſte⸗ die weniger tief endrücken. Der ſen dorf, hei flug verbeſfert. keiten. Jänner o einleuchtend, ausnehmend n Boden nur zu wenden, ner nur durch bewirkt wer⸗ ſelbe Wirkung für die Praris vortheilhafte⸗ durſte bei mit 300 Pf. Kraft, Zoden und tie⸗ vard ein Joch Schaufelyfun Zeit, weil er an in Thaers in 1905. In 219 3. Von der Ebnung und Reinigung derOberflaͤche des Bodens im Allgemeinen. 1. Durch die Anwendung der Egge wird der geackerte Boden zwar meiſtens hinlänglich wieder geebnet; es gibt aber dennoch mehrere Falle, wo dies Werkzeug nicht im Stande iſt, den Boden vollig zu ebnen, und die auf dem⸗ ſelben befindlichen, der Gleichförmigkeit der Saat, als Nauch dem Wachsthume ſowohl als der Ernte hinderlichen Körper zu verkleinern, oder wegzuräumen. 2. Solche Hinderniſſe ſind roßers„loſe Steine, Un⸗ kraut, und Erdklöße. 3. Größere Steine werden entweder durch Menſchen zuſammengeleſen, oder durch einen ſchief geſtellten eiſernen Rechen, der durch Thiere gezogen wird, ſtellenweiſe zu⸗ ſammengezogen, und dann abgeführt. 4. Das durch das Pflügen und oberflächliche Lockern auf die Oberflaͤche des Bodens gebrachte Unkraut, das in ganzen Pflanzen, Wurzeln, Stoppeln u. ſ. w. beſteht, hin⸗ dert nicht ſowohl die gleichförmige Verkheilung und Unter⸗ bringung der Saat, ſondern auch die völlige Zertheilung der Ackeroberfläche. Man muß daher erſt entweder durch Hand⸗ oder Steinrechen, den man jetzt Queckenrechen nennt, dieſe Hinderniſſe wegräumen, ehe man durch neues Eggen und Extirpiren den Boden zur erforderlichen Reinheit und Pülverung bringen kann. 5. Erdklöße hindern gleich den Steinen die gleichför⸗ mige Saat, und ſind der Ernte dadurch hinderlich, daß man die Senſe oft nicht anwenden kann, und überhaupt höhere Stoppeln ſtehen laſſen muß. b6. Der Boden wird geebnet, und die Erdklöße wer⸗ den zerdrückt, wenn man mit einer Walze über den Acker 320 faͤhrt, die ſchwer genug iſt, dieſe verhärteten Erdklumpen zu zertheilen.. Um die Erdklöße in thonigen Aeckern zu zertheilen, wird ſehr häufig des Menſchen Hand mit einem langſtieligen hölzer⸗ nen Hammer angewendet; eine langwierige, koſtſpielige Ar⸗ beit, die völlig überflüſſig wird, wo man hinlänglich ſchwere Walzen hat.— Glaubt man den Boden nach dem Walzen zu feſt zuſammengedrückt, ſo lockert ihn der Extirpator wieder tief genug. 7. Die Anwendung der Walze gewährt aber außer dieſem noch andere Vortheile. Wenn die Frühlingsſaat gewalzt wird, ſo keimet ſie früher und geht gleichförmiger auf; feine Samen vertragen oft nicht das Eineggen, und werden durch die Walze mit einer hinreichenden Menge von Erde gedeckt; der mit vielem Humus erfüllte Boden trock⸗ net nach der Saat leicht zu ſehr aus, und wird mit Nutzen oberflächlich niedergedrückt, und wenn die Winterſaaten im Frühlinge durch den Froſt zu ſehr in die Höhe gezogen wor⸗ den ſind, und nicht ſogleich Regenwetter eintritt, ſo ver⸗ dorren die Wurzeln an der Luft, beſonders wenn ſcharfe Winde ziehen, und nur allein ein wiederhohltes Walzen iſt im Stande, ſie in eine mehrere Verbindung mit Erde zu bringen, und vor dem Verderben zu ſchützen. 3. Die Walze muß ein glatter und gleichförmiger Cy⸗ linder ſeyn; denn wenn ſie an den beiden Seiten dünner iſt, ſo macht ſie Furchen in den Acker, und zerdrückt nicht die Klöße an den Seiten; iſt ſie mit Stacheln oder vorra⸗ genden Kanten verſehen, ſo legt ſich die Erde zwiſchen die⸗ ſelben ſehr leicht hinein, umhüllt ſie ganz damit, und die Wirkung der Stacheln und Kanten wird dadurch ſehr bald aufgehoben. Meine ſteinerne Walze iſt 4 i Schuh lang, hat 1 Schuh im Durchmeſſer, und bedarf auf trocknem Boden 400— 425 Pf. Zugkraft. b dazue b nund unter ſchil geelne werde. 4 unter wer dur⸗ wan en Erdklumpen ertheilen, wir gſtieligen hölzer⸗ koſtſpielige Ar⸗ länglich ſchwere m Walzen zu ſeſß ſeder tief genug. art aber außer Frühlingsſaat gleichförmiger Eineggen, und den Menge von e Boden trock⸗ ird mit Nutzen interſaaten im egezogen wor⸗ tritt, ſo ver⸗ wenn ſcharſe tes Walzen iſt mit Erde zu hförmiger Ch⸗ Seiten dünner zerdrückt nicht ln oder vorra⸗ e zwiſchen die mmit, und die urch ſehr bald „hat 1 Schuh 4⁰⁰— 4²⁷ N b) Von der Beackerung insbeſonders. 1. Nachdem uns der Zweck der Beackerung, und die dazu erforderlichen Werkzeuge bekannt ſind: ſo wollen wir nun die Arbeit der Beackerung ſelbſt näher betrachten, und unterſuchen, wie der Boden durch die Anwendung der be⸗ ſchriebenen Werkzeuge gewendet, gelockert, gereiniget und geebnet werden müſſe, daß der vorgeſteckte Zweck erreicht werde. 2. Bei der Wendung des Bodens muß demnach unterſucht werden: wie tief der Boden gewendet werden ſoll; welche Form ſeiner Oberfläche durch die Arbeit der Wendung gegeben, und wann er gewendet werden ſoll. 3. Bei der oberflaͤchlichen Lockerung des Bo⸗ dens kommt zu unterſuchen: wann dieſelbe nöthig, und wie ſie auf das Zweckmaͤßigſte zu vollfüh⸗ ren ſey 4. Dieſelben Fragen müſſen auch in Hinſicht der Rei⸗ nigung und Ebnung des Bodens beantwortet werden. aa) Von der Wendung des Bodens ins⸗ beſonders. 1. Wie tief der Boden gewendet werden ſoll. 1. Der Boden ſoll ſo tief gelockert werden, als die nahrungeinſaugenden Wurzeln jener Pflanzen in ihn ein⸗ dringen, die wir auf ihm bauen wollen. Die Pflanzenwurzeln müſſen unterſchieden werden in ſolche, die Nahrung und Waſſer, und ſolche, die bloß Waſſer einſaugen. Die erſtern ſind immer nur in der Oberfläche des Bodens, und verbreiten ſich gewöhnlich mehr wagrecht in demſelben; ſie drin⸗ gen nur ſo tief in den Boden ein, als ſich Humus vorfindet, und als ſie noch in einer angemeſſenen Verbindung mit der atmo⸗ 222 ſphäriſchen Luft bleiben; die letztern dringen tiefer in den Boden ein, und ſteigen gewöhnlich ſenkrecht nieder: ſie ſind beſtimmt die im Untergrunde befindliche Feuchtigkeit zur Zeit der Dürre anzu⸗ ſaugen, und in den Stamm der Pflanze zu bringen. Jene Pflan⸗ zen, die von der Natur das Vermögen erhalten haben, eine große Sommerhitze und Durre zu überſtehen, haben entweder ſehr dicke, fleiſchige Blätter und Stängel, in denen die Feuchtigkeit, die ſie über Nacht einſaugen, vor dem Verdunſten mehr geſchützt iſt; wie die Geſchlechter: Sedum, Cactus, Crassula u. ſ. w., oder ſie haben tief gehende Pfahlwurzeln, wie die Bäume, oder die Luzerne und Esparſet e.— Alle dieſe letztern Gewächſe ſind peren⸗ nirend, und erhalten das Vermögen, dem Austrocknen zu wider⸗ ſtehen, in dem Verhältniſſe mehr, als ſie älter werden, und tie⸗ fere Wurzeln eingetrieben haben. Die Grasarten, die wir zur Nahrung für Menſchen und Thiere bauen, ſo wie alle übrigen landwirthſchaftlichen Gewächſe ſind nur ein⸗ oder zweijährig, und verbreiten mehr in der oberen Schichte des Bodens ihre Wurzeln; denn während der kurzen Periode ihres Lebens müſſen ſie mehr dafür beſorgt ſeyn, ihre Wurzeln ſo ſehr als möglich iſt in jener Erdſchichte zu vermehren, wo die größte Menge von Nahrung vorhanden iſt, als ihre Kräfte zu erſchöpfen, in jene Gegend des Bodens Wurzeln zu ſchicken, wo ſie nur wenig Nahrung und bloß Feuchtigkeit erlangen können: überdieß ſind faſt alle unſere Ackerfruchte von der Natur nicht be⸗ ſtimmt in heißen Gegenden und waſſerloſen Sommern zu wach⸗ ſen, und haben es daher nicht nothwendig tiefe Wurzeln zu kreiben. 2. Nach der Verſchiedenheit der Pflanzen, die wir kultiviren, und nach der Verſchiedenheit des Bodens, in dem wir ſie erziehen wollen, muß dieſer bald tiefer, bald darfer ſeichter gelockert werden. 3. Pflanzen, die eine große und tief eindringende Bewurzelung haben, erfordern eine tiefere Lockerung des Bodens als jene, die nur ſehr oberflachlich ihre Wurzeln verbreiten. Wenn wir einen Baum überſetzen, ſo bereiten wir für ihn ein gelockertes Beet von 2 bis 4 Fuß Tiefe, während füͤr die mei⸗ ſten Getreidearten eine Lockerung des Bodens von 5 bis 7 Zoll hinlänglich iſt. Kartoffeln, Mais, Klee u. a. m. geben eine viel reichlichere Ernte, wachſen nämlich ſchneller und größer, wenn ſie einen tiefer gelockerten Boden unter ſich haben, als wenn er nur ſeicht iſt, was minder bemerklich iſt bei der Gerſte, beim Buch⸗ weitzen u. a. m. Die erſtern Pflanzen haben aber eine ſtarke und ritder nur m fodh. der obe indem 3. her gel de da Magu thume faagend Sciicht der gel und da 5 nict ſ Trockn tergrun er in den Boden ind beſtimmt die er Dürre anzu⸗ en. Jene Pflan⸗ aben, eine große weder ſehr dicke tigkeit, die ſi ir geſchützt iſt; u. ſ. w., oder zume, oder die achſe ſind peren⸗ eknen zu wider⸗ derden, und tie⸗ er Nenſchen und tlichen Gewaͤchſe r in der oberen rend der kurzen ſorgt ſeyn, ihre ke zu vermehren, Fals ihre Kräfte zeln zu ſchicken, rlangen können: Natur nicht be⸗ mmern zu wach⸗ ee Wurzeln zu 4—. zen, die wir 3 Bodens, in ld tiefer, bald feindringende Lockerung des ihre Watzeln kten wir für ihn end für die mei⸗ n 5 bis 7 Joll geben eine wick rößer, wenn ſi ls wenn er nur de, beim Buch⸗ Beine ſtarke und 223 niederſteigende Bewurzelung, während die andern weniger, und nur mehr wagrecht auslauſende Warzeln haben. 4. Die Verſchiedenheit des Bodens, welche auf die Tiefe der Lockerung deſſelben zunächſt Einfluß hat, beruhet in der Tieſe der Dammerde, und in der verſchiedenen Na⸗ tur des Untergrundes. 5. So tief die Dammerde gehet, ſo tief ſoll der Bo⸗ den für die Ackergewächſe gelockert werden, außer dieſe Schichte wäre zu maͤchtig, und die Pflanzen hätten eine ſo tiefe Lockerung nicht nöthig. 6. Wenn aber die Schichte der Dammerde nur ſeicht iſt, ſo müſſen wir uns beſtreben, entweder eine maͤchtigere Lage von fruchtbarer Erde zu bilden, oder den Untergrund aufzulockern, ohne ihn mit der Oberlage in Mengung zu bringen. 7. Die Vertiefung eines ſeichten Bodens iſt daher zwei⸗ fach. Wir lockern entweder den Untergrund, ohne ihn mit der oberen Erdſchichte zu mengen, oder wir vertiefen ihn, indem wir die Unterlage mit der Oberlage mengen. 8. Wenn der Boden zu einer größeren Tiefe wie bis⸗ her gelockert werden ſoll, ohne daß die ſeichte, obere Lage der Dammerde mit der todten Erde des Untergrundes in Mengung kommt, ſo gewähren wir dadurch dem Wachs⸗ thume der Pflanze zwei Vortheile: ¹) daß ihre waſſeran⸗ ſaugenden Pfahlwurzeln mit größerer Leichtigkeit in dieſe Schichte eindringen können, und 2) daß die tiefere Schichte der gelockerten Erde mehr Waſſer aufnimmt, als die ſeichte, und daſſelbe auch nicht ſo geſchwind verliert. Der Ueberfluß des Waſſers ſchadet in einem ſolchen Boden nicht ſo bald, weil er tiefer einſinken kann; ſo wie die Hitze und Trockniß auch minder nachtheilig auf ihn wirkt, da in ſeinem Un⸗ tergrunde immer mehr Feuchtigkeit vorhanden iſt, die nach und 32 4 1 ₰ nach verdunſtet, während der ſeicht gelockerte Boden mit einer fe⸗ 'iſten Unterlage ſich dem Eindringen des mehreren Waſſers wider⸗ ſetzt, und es ſchnell wieder durch die Wirkung der Sonne und der Winde verliert. 9. Die Lockerung des Untergrundes, wobei die todte Erde mit der Dammerde nicht in Mengung kommen ſoll, geſchieht, indem man dem gewöhnlichen Pfluge, der die Dammerde wendet, eine ſtarke Aadl ſolgen läßt, die keine Streichhölzer und auch kein Vordergeſtell hat, die den Bo⸗ den bloß aufwühlt, ohne ihn in die Höhe zu bringen. 10. Der Vortheil einer ſolchen Vertiefung der gelocker⸗ ten Oberflache des Ackerbodens iſt immer ſehr beſchränkt; denn da die fruchtbare Schichte des Bodens dadurch nicht vermehrt wird, die Vergrößerung und der ſchnellere Wachs⸗ thum der Pflanzenwurzeln aber nur durch die Tiefe der fruchtbaren und lockern Erdſchichte beſtimmt wird: ſo erhel⸗ let hieraus, daß ſie nur allein in einem ſolchen Boden Nutzen bringe, der eine ſeichte Lage von Dammerde hat, die auf einer waſſerdichten Thonlage aufliegt. Der Vortheil iſt immer nur mittelbar, und bloß auf den feſtgebundenen Boden beſchränkt, denn der loſe widerſetzt ſich we⸗ der dem Eindringen des Waſſers, noch der Pfahlwurzeln. 11. Wenn wir die lockere Schichte des Bodens da⸗ durch vermehren, daß wir durch die Schaufel oder den Pflug einen Theil der Unterlage mit der Dammerde men⸗ gen, ſo bringen wir einen verhältnißmäßigen Antheil von todter Erde in ſie, und weil durch dieſe die Humustheile weiter auseinander gerückt, und zum Theil in die Tiefe ge⸗ bracht werden, wo ſie nutzlos für die unmittelbare Ernäh⸗ rung ſind, ſo wird dadurch die Fruchtbarkeit eines ſolchen Bodens in demſelben Maße vermindert, als die Schichte der heraufgebrachten todten Erde groß iſt, und der Scha⸗ den, den man dem Boden durch die verhältnißmäßige Ver⸗ mind der wenie herauf Vinter der lu hang ſimmt iberfl ſelben vinnen . deſſelbe Frucht Jahre und mi toſſeln, unterge zeln;; iinem Bur oden mit einen ſe ten Waſſers mi ten Vaſſers wider. g der Sanne und wobei die tode ng kommen ſal, Pfluge, der de läßt, die keine at, die den Po⸗ zu bringen. kung der gelecke ſehr beſchräntt; ns dadurch nich hnellere Wachs⸗ die Tiefe der wird: ſo erhel n Boden Nutzen ee hat, die auf und bloß auf den viderſetzt ſich we⸗ hhlwurzeln. des Bodens da⸗ aufel oder den Dammerde men⸗ gen Antheil von die Humustheile in die Tiefe ge ttelbare Etni⸗ eit eines ſolchen ais die Schichte und der Sche⸗ nißmäͤßige Ver 229 minderung des Humus zufügt, wird durch den Vortheil der Lockerung des Untergrundes(9) nicht aufgehoben, viel⸗ weniger überwogen. 12. Es darf daher nur in dem Falle ein beträchtlicher Theil des Untergrundes herauf, und mit der Dammerde in Miſchung gebracht werden, wenn man eine hinlängliche Menge von Dünger vorräthig hat, dieſe neue Erdſchichte mit pflanzennährenden Stoffen zu verſehen. Daß eine ſolche Bedüngung aber ſtark ſeyn müſſe, wird erſichtlich, wenn man das Gewicht der neu aufgebrachten Erde, und des dazu erforderlichen Humus erhebt. Zwei Zoll Untergrund wiegen auf einem Joche(Agrik. VIII. B. 6.) 223200 Pfund, und wenn wir 3% Humus hinein bringen wollen, ſo beduürfen wir mindeſtens 12% hievon an feuchtem und halbzerſetztem Miſte, d. h. 268 Zentner für ein Joch außerordentlicher, bloß für die todte Erde beſtimmter, nebſt der ſonſt gewöhnlichen Dungung. In der Folge bedarf man freilich nur immer das alte Dünger⸗ quantum; allein nur mit Aufopferungen wird man in den gewöhn⸗ lichen Fällen im Stande ſeyn, ſo viel Dünger überſchüſſig zu ma⸗ chen, um die ganze Erdſchichte im erſten Jahre der Büngung gleichförmig damit zu verſehen. 13. Wenn eine größere Schichte vom Untergrunde heraufgebracht wird, ſo muß dieſelbe, nachdem ſie über Winter, oder überhaupt mehrere Monate der Einwirkung der Luft ausgeſetzt geweſen iſt, damit ſie ihren Zuſammen⸗ hang mehr verliert, wenn ſie thonig iſt, mit der für ſie be⸗ ſtimmten Düngung überführt, und der Dünger nur ſehr oberflächlich mit ihr verbunden werden, wenn man in dem⸗ ſelben Jahre ſchon alle Vortheile der tieferen Erdenlage ge⸗ winnen will. Am vortheilhafteſten iſt es, die Vertiefung in dem Herbſte deſſelben Jahres vorzunehmen, wo der Acker eine friſch gedüngte Frucht getragen hat. Im folgenden Frühlinge, oder im zweiten Jahre des Fruchtwechſels, wird die neue Erdenlage überdungt, und mit einer zu behäufenden Pflanze beſiellt, mit Mais, Kar⸗ toffeln, Bohnen, Krautrüben u. ſ. w. Der Dünger wird ſeicht untergepflugt, und kommt dadurch ganz in den Bereich der Wur⸗ zeln; und da ſpäter auch ein Theil der mittleren Lage der erſt vor einem Jahre friſch gedüngten Erde über die neu aufgebrachte ge⸗ Burgers Lehrb⸗ d. Landiv. 1. Bd. 15 226 legt wird, ſo kann es nicht fehlen, daß die Ernte dieſer Frucht nicht gut ausfallen ſollte. Im dritten Jahre kommt die obere Lage zu unterſt, und dafür die untere herauf; dieſelve, die ſonſt im zweyten Jahre nach der gedüngten Frucht obenauf zu liegen gekommen wäre. 14. Wenn der Boden bis 5 Zoll tief gewendet wird, ſo heißt man dieß eine ſeichte, bis 6 Zoll eine mittel⸗ tiefe, und jede tiefere eine tiefe Pflugart. 15. Die erſtere genügt, wenn der Untergrund loſe iſt, und ſich dem Eindringen des Waſſers nicht widerſetzt, oder wenn die Lage des bindigen Ackers abhängig genug iſt, und mit den Waſſerfurchen jeder ſchädliche Ueberfluß des Waſ⸗ ſers abgeleitet werden kann, und wenn man ſich in beiden Fällen begnügt nur ſolche Pflanzen zu bauen, die ſehr ober⸗ flächliche Wurzeln treiben, wie z. B. Rocken, Gerſte, Ha⸗ fer, Buchweitzen u. ſ. w. Die zweite iſt hinlänglich für alle unſere Getreidearten und Futterpflanzen, denn in einer größeren Tiefe findet man nur ſelten mehr nahrungeinſau⸗ gende Wurzeln, und wenn wir tiefer pflügen, ſo begünſti⸗ gen wir den Wachsthum der Pflanzen nur auf eine indirekte Art. 16. Ob es vortheilhaft ſey, den Boden zu vertiefen, haͤngt von der Beſchaffenheit des Untergrundes, und von dem Werthe des Bodens überhaupt und insbeſondere ab. Ueberall, wo der Untergrund nicht bloß aus thonloſem Sande, oder grobem Steingerölle beſteht, bringt es abſo⸗ lutèn Vortheil, den Boden auf die eine oder andere Art zu verſtiefen. Den größten Nutzen aber gewährt die Vertiefung nux da, wo der Boden einen verhältnißmäßig hohen Geld⸗ werth hat, und wo die Vertiefung dazu dient, ſeinen er⸗ tr agsfähigen Raum zu vergrößern. In einem ſolchen Falle voird die Mühe der vermehrten Arbeit und der Vorauslage an Dünger reichlich wieder zurückgezahlt, was nicht Statt findet, wo der Boden wohlfeil und die Arbeit theuer iſt. pfl locke dern ine halte in; Rüch hin, Irnſer Ernt ſege man will pital mein den! thell pfüg Pert zahlt Defe ſchickli ſeht. gen, a men li dürfe. er na Kutſ mal a durch dern herau Stan bung 1912 ben, Boden ſo wit Hien, ein A Kutf det, zur S ente dieſer Frucht kommt die obere dieſelde, die ſonſt henauf zu liegen gewendet witd, eine mittel⸗ art. rgrund loſe iſ widerſetzt, oder genug iſt, und rfluß des Waſ⸗ ſich in heiden die ſehr ober⸗ 1, Gerſte, Ha⸗ hinlänglich für „denn in einer nahrungeinſar 1, ſo begünſti⸗ feine indirekte n zu vertiefen, ndes, und von sbeſondere ab. aus thonloſem bringt es abſo⸗ randere Art zu die Vertiefung ig hohen Geld⸗ eent, ſeinen er⸗ m ſolchen Fall er Vorauslage a8 nicht Statt it theuer iſ. 227 17. Bis zu welcher Tiefe der fruchtbare Boden ge⸗ pflügt werden dürfe, oder wie tief man fruchtbaren und lockern Boden bilden müſſe, daß aus dem einen oder an⸗ dern Verfahren der größte Vortheil hervorgehe, hängt ab, im erſtern Falle von dem Werthe der vermehrten Arbeit, ge⸗ halten gegen den Werth der vermehrten Erträgniß, und im zweiten von der Beſchaffenheit des Untergrundes mit Rückſicht auf das Verhältniß im erſtern Falle. Der Zweck der Landwirthſchaft(Einleit.§. I. 2.) geht da⸗ hin, für das auf den Ackerbau verwendete Kapital die höchſten Zinſen zu gewinnen. Zur Hervorbringung einer gewöhnlichen Ernte werden nur geringe Hülfsmittel erfordert: aber in einem ſteigenden Verhältniſſe vermehren ſich die Anſtrengungen, wenn man ſich immer mehr und mehr über das Gewöhnliche erheben will, bis man zu einem Punkte kommt, wo das verwendete Ka⸗ pital keine höheren Zinſen mehr abwirft, wie früher, beim ge⸗ meinſten Ackerbau, und ſo, wie man jetzt noch mehr Arbeit an den Boden verwendet, geht nur Nachtheil und nicht mehr Vor⸗ theil heraus.— Jeder Zoll, um welchen der Boden tiefer ge⸗ pflügt wird, erfordert mehr Zugkraft, mehr Dünger, ſtärkere Werkzeuge; das hierauf mit kluger Umſicht verwendete Kapital zahlt durch vermehrtes Erträgniß ſo lange höhere Zinſen, bis die Tiefe endlich ſo groß wird, daß der Aufwand an Kraft in keinem ſchicklichen Verhältniſſe mehr mit dem vermehrten Erträgniſſe ſteht.— Wir haben noch zu wenig Erfahrungen über tiefes Pflü⸗ gen, auch ſind die Fälle viel zu relativ, als daß es ſich beſtim⸗ men ließe, wie weit man mit dem Pfluge in den Boden greifen dürfe. Fellenberg pflügte ſeinen Boden, deſſen Kapitalswerth er nach Schwerz, S. 106, auf 695 fl. pr. Joch hält,(nach Kutſchera auf 920 fl. Oekon. Neuigk. Mai, 1816.) auf ein⸗ mal auf 2 Berner Fuß Tiefe= 22 Wiener Zoll, und erlitt da⸗ durch nicht nur allein auch im erſten Jahre keinen Nachtheil, ſon⸗ dern erhöhte nur das Erträgniß deſſelben, obgleich er die neu heraufgebrachte Erdſchichte bei weitem nicht durchzudüngen im Stande war. Das Erträgniß, das Schwerz in ſeiner Beſchrei⸗ bung der Fellenb. Wirthſchaft S. 200 angibt, iſt in den Jahren 1812 und 13 noch um ¼ größer als das gewöhnliche allenthal⸗ ben, und war früher noch größer.. Wäre die Thatſache wirklich, daß Fellenberg ſeinen Boden auf 2 Fuß Tiefe gewendet hätte, ohne ihm zu ſchaden, ſo würde dieſelbe unſere ganze Theorie von der Ernährung der Pflanzen über den Haufen werfen: allein ſein Pflügen iſt nur ein Auflockern und nicht ein Wenden des Bodens, denn nach Kutſchera's Bericht werden nur die obern 4— b Zolle gewen⸗ det, die übrige Schichte wird in einen Winkel von 110— 1200 zur Seite geſchoben, und nur ein ſehr kleiner Theil von Erde 15* 428 konnte durch das lange Streichbret in die Höhe gebracht werden. Auch iſt es nicht möglich, daß mit dem gemeinen Pfluge ein 12 Zoll breiter Streifen zu einer Tiefe von 24 Zoll vollkommen umgewendet werden kann. Denn wenn man die Erdſtreifen in einen Winkel von 450 umlegen will, ſo muß bei einer Tiefe von 3 Zoll die Breite nach Bailey ſchon 11 ½ Zoll ſeyn. Soll⸗ ten die Erdſtreifen auf dieſe Art zu liegen kommen: ſo müß⸗ ten ſie bei 24 Zoll Tiefe 33 ℳ Zoll Breite haben, denn Bailey ſagt, daß ſich die Tiefe zur Breite verhalten müßte, wie 5 zu 7. Nach meinen Unterſuchungen kommen die Streiſen bei 8 Zoll Tiefe und 12 Zoll Breite in einen Winkel von 41,795, „ 8»y„„»„ 10„ 5 y„» 52,50, „ 8»y»y»„ 14»„„»„„ 360. Es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß der Boden von Hof⸗ wyl mittelſt der Aufſchwemmung, die ihn bildete, eine Menge von organiſchen Subſtanzen miterhielt, die an die Luft gebracht, ſich auflösten, und ſo in den erſten Jahten die ſonſt nothwendig entſtehende Unfruchtbarkeit der Felder verhütete. Mit dem tie⸗ fen Aufbruche gemeinſchaftlich, ſo wie hinterher immerfort wurde ungewöhnlich viel Dünger verwendet, wodurch der Acker in ei⸗ nem ſehr kräftigen Zuſtande erhalten wird, und die großen Ko⸗ ſten ſeiner Bearbeitung dennoch lohnt.— Daß man im Unter⸗ grunde des Bodens ſehr oft eine beträchtliche Menge von Hu⸗ mus antreffe, beſonders am Fuße der Berge und den letzten Hügeln, mit denen ſie ſich in die Ebene oder in das Thal en⸗ den, ſo wie in der Nachbarſchaft von Flüſſen, iſt eine allgemeine Erfahrung; indeſſen dürfte eine jaͤhe und tiefe Wendung, und nicht bloß Lockerung des Bodens in den meiſten Fällen ſehr un⸗ vortheilhaft ausfallen, und ohne genauere Unterſuchung des Un⸗ tergrundes iſt es nie rathſam mehr davon heraufzubringen, als man durchdüngen kann. Aufgeſchwemmten, humushaltigen, mäßig gebundenen Un⸗ tergrund kann man vielleicht immer mit Vortheil auf einmal auf 8 bis 9 Zoll tief pflügen; Mergel, oder kalkhaltiger Thon ohne Humus darf zur gleichen Tiefe im Herbſte gepflügt werden, wenn man die neue Erdenlage im Frühlinge bedüngen kann; aber kalk⸗ loſer Thon darf nur in ſehr geringen Theilen zur Oberfläche gebracht, und nur ſehr allgemach tiefer gepflügt werden, weil er ſehr hartnäckig zuſammenhängt, und ſeine Kohäſion nur lang⸗ ſam verliert. Brächte man auf einmal eine größere Schichte herauf, und wäre man auch im Stande ſie durchzudungen: ſo könnte man ſie doch nicht in ſo kurzer Zeit pülvern, und mit dem Dünger mengen, wie die vorhergehenden Erdarten, und ohne eine mehrmalige Anwendung der Egge, des Extirpators, vorzüglich aber der Walze wird man überhaupt nicht dahin ge⸗ langen, ſolchen Boden im Verlaufe eines Jahres zu zertheilen. Daß es im Allgemeinen vortheilhaft ſey, den Boden tie⸗ fer als 9 Zoll zu pflügen, iſt nicht ſehr wahrſcheinlich; denn wenn wir betrachten, daß die nahrungeinſaugenden Wurzeln der meiſten Ackergewächſe, die nur ſelten über 6 Zoll tief eindringen, jett alle den das Bot Pfa ſche ſchu Fre herſt mehr heit bildet Etdi aufe und gend bett thei M gebracht werden. en Pfuge ein u Zoll vollkommen die Erdſtreifen in i einer Tiefe von Zoll ſeyn. Sel⸗ mmen: ſo miß⸗ te haben, denn verhalten mißte, nen die Streiten nkel von 41,/%, „„ 52,5˙, „» 3bo. Boden von Hof⸗ dete, eine Menge die Luft gebrackt, ſonſt nothwendiz te. Mit dem tie⸗ immerfort wurde der Acker in ei⸗ d die großen Ko⸗ 3 man im Ünter⸗ Menge von Hu⸗ und deu letzten in das Thal en⸗ eine allgemeine Wendung, und Fällen ſehr un⸗ ſuchung des Ün⸗ fzubringen, als gebundenen Un⸗ auf einmal auf ktiger Thon ohne ugt werden, wenn kann; aber kalk⸗ a zur Oberfläche gat werden, weil häſton nur lang⸗ größere Sciichte urchzudungen: ſo älvern, und mit Erdarten, und des Extirpakott, tnicht dahin ge⸗ ees zu zertheilen. den Boden ti⸗ rſcheinlich; denn den Wurzeln der tief eindringen, 229 jetzt 9 Zoll Spielraum haben; wenn wir erwägen, daß faſt alle jene Pflanzen, die eine tiefere Schichte von fruchtharem Bo⸗ den erheiſchen, dieſelbe mit minderem Kräftenaufwande durch das Behäufen erhalten, wie z. B. der Mais, die Kartoffeln, Bohnen u. ſ. w., und daß andere Pflanzen, die tief gehende Pfahlwurzeln haben, dieſe auch in den todten Untergrund ein⸗ ſchlagen, wenn ihnen nur das Klima, und die chemiſche Mi⸗ ſchung des Bodens zuſagt, wie z. B. die Luzerne im ſüdlichen Frankreich bei einer Pflugfurche von 5 bis 6 Zoll Tiefe äu⸗ ßerſt üppig wächſt, und Wurzeln in den Untergrund treibt, die mehrere Fuß lang ſind, und die Esparſette bei ſeichter Pflugar⸗ beit in dem Mergel⸗ oder Kreideboden eben ſo lange Wurzeln bildet; und wenn wir endlich betrachten, daß eine gelockerte Erdſchichte von 9 Zoll eine 6 Zoll hohe Schichte von Waſſer aufftehmen kann, oyne daß dieſe den Wurzeln ſchädlich wird, und daß der Waſſerfall eines ganzen Jahres in den meiſten Ge⸗ genden von Deutſchland im Durchſchnitte nicht über 24 Zoll beträgt: ſo ſcheint es, daß es nur unter ſeltenen Fällen vor⸗ theilhaft ſeyn wird, den Boden über dieſe Tiefe mittelſt des Pfluges zu wenden, 2 2. Welche Form die Oberfläche des Ackers durch das Pflügen erhalten ſoll. 1. Wenn man mit der Schaufel das Feld umgräbt, oder mittelſt der Aadl, des Wende⸗ oder noriſchen Pflu⸗ ges daſſelbe umpflügt, ſo entſtehet eine ganz ebene Flä⸗ che; denn von der einen Breite oder Länge des Ackers zur andern wird der durch das Werkzeug abgeſchnittene Erdſtreifen immer auf dieſelbe Seite herumgeworfen. Wenn man aber mit dem Pfluge das Feld beackert, ſo entſtehen Beete, die unter ſich durch eine Furche getrennt ſind; denn da der abgeſchnittene Erdſtreifen durch den Pflug nach entgegengeſetzten Richtungen herumgedreht und gelegt wird, ſo müſſen nothwendig irgendwo Furchen ent⸗ ſtehen, und zwiſchen zwei Furchen muß das Beet eine Wölbung haben. 2. Es liegt zwar in unferer Willkür, den Acker ent⸗ weder ganz eben zu pflügen, oder ihn in Beete von ver⸗ ſchiedener Breite und Höhe zu bringen: es iſt aber nicht 230 einerlei, welche Form die Oberfläche des Ackers durch die Arbeit des Ackerns erhält, und nach der Verſchiedenheit der Lage, der phyſiſchen Beſchaffenheit des Bodens muß die Oberfläche des Ackers eine verſchiedene Form erhalten. 3. Bergäcker werden nach der wagrechten Linie der Fläͤche, und nicht nach der ſenkrechten gepflügt. Man kann daher bei ihnen nur die Aadl, oder einen derſelben gleich wirkenden Pflug verwenden, und indem man einen Streifen über den andern immer nach abwärts legt, ent⸗ ſtehet eine ganz ebene Flaͤche. Wenn man mit der Aadl, dem Wende⸗ oder noriſchen Pfluge in der Ebene pflügt, ſo wechſelt man bei jedem Pflügen die Seiten des Ackers, um die Erdſtreifen, die beim letzten Pflügen alle nach Oſten gewendet worden ſind, jetzt nach Weſten zu legen, und erhält auf dieſe Art den Acker innerhalb ſeiner Gränzen. Auf geneigten Flächen geht das aber nicht an; denn da man immer den Erdſtreifen nach abwärts legt, ſo ſteigt der Acker bei jedem Pflügen um eine Furche weiter hinab, und die unfruchtbare Fläche wird am obern Ende des Ackers alljährlich breiter. Will man in ſolcher Lage den Acker innerhalb ſeiner Gränze erhalten, ohne daß ſich am untern Orte ein Bollwerk von fruchtbarer Erde auf Koſten der oberen Gegend anſetzt, ſo iſt es nothwendig, alljährlich die untere erſte Furche wegzuführen, und in die leere Furche am oberen Rande zu legen, was auch bei uns, in Salzburg, Oberöſterreich u. ſ. w. ge⸗ ſchieht. 4. In ebener oder nur mäßig geneigter Lage, wo man mit dem Pfluge den Boden wendet, hängt die Form der Oberfläche ſowohl von der Lage des Bodens als von ſeiner phyſiſchen Beſchaffenheit ab. 5. Iſt die Lage ganz eben, und der Boden thonig: ſo leidet ein ſolcher Boden ſehr an Näſſe; denn da das Waſſer in einen ſolchen Boden nicht verſinken kann, und zu wenig Seiger zu einem ſchnellen Abfluſſe hat, ſo ſtauet es in demſelben, und ertränket die Saaten. Dieſem Uebel beugen wir zum Theil dadurch vor, daß wir den Acker lckers durch de Verſchiedenhet 8 Bodens muß Form erhalten ſchten Linie de epflügt. Man einen derſelhen dem man einen värts legt, ent⸗ oder noriſchen ei jedem Pflüͤgen die beim letzten jetzt nach Weſten innerhalb ſeiner rnicht an; denn gt, ſo ſteigt der hinab, und die Ackers alljäͤhrlich innerhalb ſeiner te ein Bollwerk gend anſetzt, ſo he wegzuführen, egen, was auch ich u. ſ. w. ge⸗ gter Lage, wo hängt die Form zodens als von Boden thonig: ; denn da das nken kann, und ehat, ſo ſtauet jDieſem llebel wir den Acker 231 in hohe, und 4 bis 50 breite Beete aufpfluͤgen, um ihn zum größern Theil über die Ehene des Bodens zu erhö⸗ hen, und dadurch aus dem Bereiche des ſtauenden Waſ⸗ ſers zu bringen. Die Nachtheile, welche mit den hohen und breiten Bee⸗ ten verbunden ſind, beſtehen darin, daß die obere Hälfte derſel⸗ ben mit fruchtbarer Erde überladen, und die untere unfruchtbar iſt. Da man aber auf den Ertrag dieſer unteren Fläche über⸗ haupt nicht Rechnung machen kann, ſo iſt dieſer Nachtheil der geringſte, weil man ihn nur in ungewöhnlich trocknen Jahren bemerkt. Wichtiger ſind die Nachtheile, daß der Regen von der Höhe ſolcher Beete zu leicht abläuft; daß man den ungleich feuchten Boden derſelben nur ſchwer pflügt, indem der untere Theil faſt immer noch zu naß iſt, während der obere zu Stein erhärtet iſt; daß man die Saat ſchwer einegget, und daß alle Arbeiten auf einem ſolchen Acker viel beſchwerlicher ſind.— Wo daher die Lage einigermaßen hängend iſt, und man dem Waſſer Abfluß verſchaffen kann, wäre es thöricht, dieſe hohen Beete bei⸗ zubehalten, die nur ein Nothbehelf ſind um ¼ oder wenigſtens die Hälfte der Ernte ſicher zu ſtellen, die ohne dieſer Erhöhung des Bodens oft ganz, oder größtentheils verloren ginge. 6. Hat der thonige Boden einen mäßigen Abhang, ſo legt man ihn in Beete von mittlerer Breite= 2 ½— 30 in einer Richtung, daß das Waſſer in den Furchen hin⸗ länglichen aber nicht jähen Abzug findet: denn es iſt hier nothwendig, ſowohl das Verdünſten als auch den Ab⸗ fluß des Waſſers, das erſtere durch Vermehrung der Ober⸗ fläche des Bodens, das andere mittelſt mehrerer Furchen zu begünſtigen. uunter ſolchen Umſtänden findet man ſehr häufig ſchmale und hohe, nur aus 4 bis 6 Furchen beſtehende Beete. In Kärnten ſieht man die vierfurchigen Beete, Büffange, im Lavantthale, in Steiermark im Cillierkreiſe, dann in ganz Krain, in einem großen Theile von Ungarn und Italien. In Oberöſterreich ſind bfurchige Beete. Dieſelben Ackerbeete findet man auch nach Schwerz's Be⸗ ſchreibung in den Niederlanden. Mirr ſind dieſe Beete, die Art ſite anzulegen und zu beſäen, ſehr genau bekannt, da die Aecker auf meiner Wirthſchaft im Lavantthale im An⸗ fange eben dieſelbe Form beibehielten, welche die in der ganzen Gegend übliche iſt. Ich ſchaffte ſie aber ab, weil ich mich von ihren mancherlei Nachtheilen überzeugte, die die geringen Vor⸗ theile nicht zu überwiegen vermochten. 232 Die Vortheile ſolcher kleinen Beete ſind folgende: Man pflügt eine größere Flache in einem Tage, wenn man afurchige, als wenn man 20 bis Zofurchige Beete anlegt; der Acker er⸗ hält durch dieſe zahlloſen Hügel die größte Oberfläche, und mag am meiſten verdunſten; durch die vielen Furchen lauft das Waſ⸗ ſer ſchleunig ab, und auf dem Bogen der Hugel wächſt mehr Getreide als auf der ebenen unteren Fläche. Dagegen wollen wir nun auch die Nachtheile im Kurzen anführen. Mehr als ein ganzes Drittel des Ackers wird nicht gelockert; denn die zwei erſten Furchen, die man von beiden Seiten zieht, und in die Furche, welche zwei Buffange trennt, zuſammenwirft, decken faſt die Hälfte des neuen Beetes, und haben unter ſich einen ganzen Boden; in einem Acker, der ein geviertes Joch groß iſt, und wo nur alle 4 Klafter eine Furche kömmt, ſind derlei Furchen 10, jede zu 2“ Breite und 40⁰° Länge. 400° 2= 133 ½ ²o. Die ungelockerte Fläche verhält ſich in dieſem Falle zur gelockerten= 8: 100; im erſteren, wie 40 ja 50: 100.— In der Furche iſt immer eine ſeichtere Schichte von fruchtbarer Erde, weil ſie gegen die Mitte des Beetes angehäuft iſt, und wenn man auch durch das Eggen einen Theil des gu⸗ ten Bodens wieder in die Furche bringt, ſo ſind die Pflanzen in derſelben dennoch immer entweder kleiner, ſchmächtiger, oder ſchütterer, während ſie ſich häufig am Hügel lagern.— Der Dünger wird auf das ungleichförmigſte vertheilt; dben über wird er durch das Uebereinanderſchlagen der erſten Pflugfurchen ganz in die Tiefe vergraben, und durch das Ausſtreichen der Furchen bleibt ſie leer an Dünger, der aller an die Seiten und auf die Höhe getrieben wird.— Das Unterbringen der Saat in ſolchen ſchmalen Beeten durch das Eineggen kann nie ordentlich, gleich⸗ förmig, und tief genug geſchehen, weil man nur ſchmale, ein⸗ ſpännige Eggen hiezu gebrauchen kann, die zu wenig tief ein⸗ greifen, und mit jedem Striche Erde und Samen in die Fur⸗ chen bringen; darum wird in dieſen Gegenden aller Samen un⸗ ktergepflügt, und weil die Saat zur Halfte durch die beiden er⸗ ſten Pflugſtreifen vergraben wird, ſo muß dafür gleich anfäng⸗ lich mehr, und nachdem das Feld gepflügt worden, noch einmal in die Furche geſäet werden, weil darin weder Dunger, noch Samen vorhanden iſt. Man muß es daher zum großen Theile dieſen 4ͤfurchigen Beeten zuſchretben, daß man faſt durchgehends 4 Metzen Wintergetreide auf das Joch ſäet, wo dieſelden üblich ſind.— Die Kultur aller Hackfruͤchte muß bei ſolchen Beeten unterbleiben, und man muß ſich bloß auf das Halmgetreide be⸗ ſchränken.— Alle Arbeiten auf einem ſolchen Felde ſind beſchwer⸗ licher, z. B. das Miſtführen, und das Einführen des Getrei⸗ des, weil der Wagen ſchief geht, und oft über die Hügel fah⸗ ren muß; und was endlich den Vortheil betrifft, daß durch die Vermehrung der Oberfläche der Ertrag des Ackers vergrößert werde; ſo will ich keinesweges in Abrede ſtellen, daß auf dem Bogen des Hügels nicht mehr Pflanzen wachſen und ſich aus⸗ bilden können, weil ihre Wurzeln nach der ſchief anſteigenden folgende: Ma in man gfürchige, zt; der Acker ee erfläche, und mag n laͤuft das Waſ⸗ gel wäͤchſt met theile im Kurzen iceers wird nicht man von beiden Bufjange trennt, den Beetes, und a Acker, der ein lafter eine Furche te und 40 Länge. ce verhaͤlt ſich i ſteren, wie zo ja htere Schichte von Beetes angehäͤuft nen Theil des gu⸗ ſind die Pflanzen ſchmaͤchtiger, oder lagern.— Der t; öben über wird Pflugfurchen gauz ichen der Furchen eiten und auf dee er Saat in ſolchen ordentlich, glei⸗ nur ſchmale, ein⸗ zu wenig tief ein damen in die Fur⸗ maller Samen un⸗ urch die beiden er⸗ xfür gleic anfäng⸗ rden, noch einmal der Dünger, noch zum großen Jhele faſt durchgehends vo dieſelben üölich bei ſolchm Beeten Halmgttreide be elde ſind beſchwer⸗ ühren des Getri⸗ er die Hügel fah ftt, daß durch die Ackers vergrößert en, daß auf dem in und ſich aus⸗ chef anſtigenden 233 Fläche ſich verbreiten, und von der Größe der Bewurzelung die Geöße der Stängel, Blätter und Früchte abhängt; allein wir durfen nicht überſeyen, daß ein Drittel zu beiden Seiten des Bogens nicht in demſelben, dem Pflanzenwachsthume günſtigen Verhältniſſe ſich befindet, wie die übrigen höher gelegenen zwei Drittheile; denn es iſt da eine ſeichtere Schichte von fruchtbarer Erde, und die Pflanzen leiden häufig von der Anhäufung des Waſſers, und der langſamern Vertrocknung. Darum wird der Vortheil der Vermehrung der Oberfläche durch die Verſchlech⸗ terung eines Antheils derſelben wieder aufgehoben. 7. Hat der Boden aber keine waſſerdichte Unterlage, ſo iſt es am vortheilhafteſten den Acker entweder ganz eben zu pflügen, oder in breite und flache Beete zu le⸗ gen, er mag nun eben, oder geneigt liegen; denn da es ſich hier darum handelt das zu ſchnelle Verdünſten des Waſſers zu hindern, ſo iſt es zweckgemäß die Oberfläche ſo wenig als möglich zu vergrößern, und nicht durch Er⸗ höhungen den Wirkungen der Sonne und des Windes Preis zu geben. 8. Wenn der Acker in Beete gepflügt wird, ſo wird die Richtung derſelben durch ſeine Neigung beſtimmt; hat die Fläche aber keine Neigung, ſo müſſen die Beete nach der Mittagslinie angelegt werden, damit ſie den Einfluß der Sonne gleichförmig genießen. Die Furchen welche zwiſchen zwei Beeten entſtehen, müſſen zur Ableitung des überflüſſigen Waſſers verwendet werden, und darum müſſen die Beete eine ſolche Richtung bekommen, daß das Waſſer in den Furchen nach einem mäßigen Seiger ab⸗ laufen kann. Hat man aber hierauf keine Rückſicht zu nehmen, ſo muß man Sorge tragen, daß durch die Anlegung der Beete kein Theil des Ackers verkürzt werde am Genuſſe der Sonne. Würde man die Beete von Oſten gen Weſten anlegen; ſo wür⸗ den die Pflanzen an der vorderen, der Sonne zugewendeten Seite des Beetes, der Sonnſeite, viel früher antreiben, und reifen, und ſpäter erſt würde dasſelbe an der hintern, der Schattſeite geſchehen⸗ 234 3. Wann der Boden gewendet werden ſoll. 1. Die Frage, wann der Boden gewendet werden ſoll, zerfällt in drei andere; Wie oft ſoll der Boden ge⸗ wendet werden? Welches iſt der ſchicklichſte Zeitpunkt ihn zu wenden? Soll er immer gleich tief gewendet werden? 2. Der Boden muß zu jeder Frucht gepflügt und gewendet werden, denn, während dem Verlaufe des Wachsthums einer Pflanze verhärtet er ſo ſehr, daß er zur Begünſtigung des Wachsthums einer andern Saat neu umgepflügt und gewendet werden muß, und weil bei dieſer Wendung auch eine andere Erdſchichte zur Oberfläche ge⸗ bracht wird, die, wenn nicht friſch gedüngt worden iſt, reicher an Dünger iſt, wie die oben aufliegende, welche ge⸗ rade eine Frucht abgetragen hat; ſo wird dadurch die Nothwendigkeit und der beſondere Vortheil des Umpflü⸗ gens zu jeder Saat oder Pflanzung einleuchtend. 3. Der Zweck der Beackerung(§. IX. A. 2) wird nicht immer erreicht, wenn der Boden nur einmal gepflügt und gewendet wird, und in ſolchen Fällen iſt es dann noth⸗ wendig, den Acker mehrmals zu bearbeiten. 4. Eine mehrmalige Wendung des Bodens iſt erfor⸗ derlich, wenn man die zur Verbeſſerung oder Düngung des Bodens in den Acker gebrachten Subſtanzen inniger mit den Beſtandtheilen des Bodens in Mengung bringen will; wenn man das im Boden überhand genommene Un⸗ kraut möglichſt zerſtören will, und endlich wenn man einen ſchweren, thonigen Acker vor ſich hat, der nur durch oft⸗ maliges, in längeren Zwiſchenraͤumen wiederhohltes Zer⸗ ſchneiden mit dem Pfluge und Zerſtoßen mit der Egge und Walze jenen Grad der Pülverung erlangt, der zum Ge⸗ deihen der Saat erforderlich iſt. ni dei Mer ges/ läng Unt ſza getei begin Sao er n düre in: ſe Oo. meyr Ihſic man Bra Bod und gan düͦ Wei wer diin des der erden ſoll. ndet werden ol, er Voden ge⸗ ſchicklichte ll er inmer t gepflügt und Verlaufe des ſo ſehr, daß er ndern Saat neu d weil bei diſſer Oberflaͤche ge⸗ ngt worden iſt, ende, welche ge⸗ rd dadurch die il des Umpfli⸗ tend. -. A. 2) wird einmal gepflügt des dann noth⸗ * podens iſt erfot⸗ oder Düngung bſtanzen inniger engung bringen genommene Un⸗ wenn man einen r nur durch oſt⸗ ederhohltes Jer üt der Egge und , der zum Ge⸗ 235 5. In den meiſten Faͤllen wird man im Stande ſeyn die in den. Boden gebrachten chemiſchen Subſtanzen: Kalk, Mergel, Moder durch die doppelte Anwendung des Pflu⸗ ges, verbunden mit der Egge, oder dem Extirpator hin⸗ länglich mit demſelben zu mengen; eben ſo wird der mit Unkraut erfüllte Acker durch ein zweimaliges Pflügen, zwi⸗ ſchen welchem man den Extirpator einmal anwendet, ſicher gereiniget, wenn wir nur einigermaßen durch das Wetter begünſtiget werden; aber einen verharteten, thonigen und mit Unkraut aller Art erfüllten Boden zu pülvern, und zur Saat gehörig vorzubereiten, hiezu wird oft erfordert, daß er noch öfter gepflügt, und inzwiſchen eben ſo oft wieder durch die Egge und den Extirpator gelockert werde, wozu in naſſen und kalten Klimaten, oder naſſen Jahrgängen, ſo viele Zeit erfordert wird, daß man hierüber eine Sommerſaat aufgeben muß. 6. Wenn man den Acker im Verlaufe des Jahres mehrmal, 3 bis 6mal pflügt und egget, bloß in der Abſicht, ihn zur Herbſtſaat gehörig vorzubereiten: ſo heißt man dieß: den Acker brachen; das Feld ſelbſt die Brache. 7. Da die Brache die koſtſpieligſte Zubereitung des Bodens iſt, die es gibt, indem ſie ihn 3 bis bmal pflügt, und ihr überdieß die Zinſen zweier Jahre, und der Ent⸗ gang einer Ernte, ſo wie die nutzloſe Verflüchtigung des Düngers während dieſer Zeit, die durch das mehrmalige Wenden des Bodens ſehr befördert wird, zur Laſt gerechnet werden muß: ſo erhellet hieraus, daß man nur in den dringendſten Fällen ſeine Zuflucht zu dieſer Vorbereitung des Ackers nehmen müſſe. 3. In leichtem und mürbem Boden hat man zwiſchen der Ernte der vorhergehenden und der Saat der folgenden 236 Frucht immer Zeit genug, den Boden durch Pflügen, Eggen und Extirpiren hinlänglich zu pülvern und zu reinigen, auch gewährt die Kultur der behackten Früchte ein ausgiebiges Hülfsmittel dieſen Zweck zu erreichen; aber im bindigen, ſchwerthonigen Boden wird man öfters gehindert, das Feld in der gehörigen Jahreszeit zu pflügen, und wenn es nicht in einem höchſt unreinen Zuſtande beſäet werden ſoll; ſo bleibt uns nichts übrig, als es ſpäter wieder zu pflü⸗ gen, worüber aber die Zeit der Sommerſaat manchmal verloren geht. 9. Aus dieſem erhellet, daß die Brache nur zufällig, nicht für ſich zur Vorbereitung des Thonbodens nothwendig wird. Obgleich es gewiß iſt, daß der wirkliche Grund, weßwe⸗ gen ſich die Menſchen entſchloſſen Brache zu halten, nur in der Natur des bindigen, nur allgemach und durch viele Arbeit zer⸗ fallenden Bodens liegt, ſo ſcheint doch derſelbe im Verfolge der Zeit mehr vergeſſen worden zu ſeyn, und weil die Brache aus mancherlei Urſachen faſt allgemein in Europa eingeführt ward, ſo murde der Hauptgrund ein Nebengrund, und andere Gründe ſollten die Nothwendigkeit und Nützlichkeit derſelben beweiſen. Das Brachfeld ſollte durch das Ausruhen eines vollen Jahres an Kraft gewinnen, und durch die oftmalige Wendung ſollte die Brache ſich mit atmoſphäriſchen Stoffen bereichern.— Was den erſten Grund betrifft: ſo wäre es überflüſſig ihn zu widerlegen, da wir nun genauer, wie in der Vorzeit, von der Wirkung des Bodens auf die Vegetazion unterrichtet ſind, und was den zweiten betrifft: ſo iſt ihr Vortheil allerdings doppelt. Einmal, daß durch die oftmalige Wendung des Bodens der Hu⸗ mus in einen auflöslicheren Zuſtand verſetzt wird, und dann, daß durch das öftere Unterpflügen des immer wieder aufſproſſen⸗ den Unkrautes die Maſſe des Humus ſelbſt vermehrt wird. Allein wir dürfen hiebei nicht überſehen, daß in der Zeit, als wir den Boden lüften, und den Humus in Thätigkeit bringen, keine Pflanze am Acker ſteht, die ihn aufnehmen könnte, und daß durch die Beforderung der Verflüchtigung des alten Humus der Vortheil ſeiner leichtern Auflöſung, vielleicht ſelbſt ſeiner Vermeh⸗ rung aufgewogen wird. Immer dbeſchränkt ſich der wirkliche Vortheil dieſes Verfahrens einzig nur auf die Reinigung eines außerordentlich im Unkraute verwilderken, was ſeltener iſt, oder eines feſt zu⸗ ſammenhängenden, bindigen und verhärteten Bodens, was öfter iſt. flügen, Eggen tennigen, auch ein ausgiehiges er im bindigen, ndert, das geld dwenn es nicht erden ſoll; ſo ieder zu pfl⸗ ſaat manchmal he nur zufällig ens nothwendig Grund, weßwe⸗ ltten, nur in der viele Arbeit zer⸗ im Verfolge der die Brache aus eingeführt ward, d andere Gründe lben beweiſen. hen eines volen tmalige Wendung een bereichern.— überflüſſig ihn zu Vorzeit, von der rrichtet ſind, und gerdings doppelt Bodens der hu⸗ vird, und dann, ieder aufſproſſen⸗ ehrt wird. Allin eit, als wir den it bringen, keine könnte, und da alten Humus der iſt ſeiner Vermih⸗ Vortheil dieſes 8 außerordentli er eines feſt zu⸗ n Bodens, was 237 Wie es gekommen iſt, daß man es nöthig glaubte, die Brache alle drei Jahre auf demſelben Acker zu wiederhohlen, warum mit andern Worten die Dreifelderwirthſchaft die gemeinſte, auf ſchwerem und leichten Boden, allenthalben wurde, muß in der unverhältnißmäßigen Größe der Wirthſchaften, oder was daſſelbe iſt, in den zu geringen Hülfsmitteln dieſelben zu be⸗ treiben, in dem Aufbrechen des Weidelandes, in dem Mangel an Futter, in der Frohne, und in der verſtandloͤſen Nachah⸗ mung deſſen, was der Vater oder der Nachbar thut, geſucht werden. Abſolut nothwendig iſt ſie nirgendwo, denn es iſt kein Fall denkbar, daß man den Thonboden, wenn er auch noch ſo verwildert iſt, mittelſt eines tiefen Pflügens im Herbſte, und der wiederhohlten Anwendung des Schneide⸗ und Schaufelpflu⸗ ges bei günſtiger Witterung im Frühlinge nicht zweckmäßig genug follte vorbereiten können, um noch eine Sommerfrucht zu gewin⸗ nen. Von der Donau bei Wien bis zum Po kennt man die Brache nicht: und wer wollte behaupten, daß dieſe großen Länder weniger erzeugten, wie jene, die zwiſchen der Donau und den Küſten des baltiſchen Meeres liegen. Das Klima in Steier⸗ mark, Salzburg, Tirol, Karnien, Kärnten und Krain ſſt eben ſo, wie der Boden dieſer Länder verſchieden, und man findet da eben ſo viele Abweichungen, als in jenen Ländern, die Brache halten. Der Grund der Nothwendigkeit der Brache liegt alſo nicht im Klima und nicht im Boden. Wenn wir aber die Wirthſchaftsverhältniſſe der Länder, die keine Brache halten, mit jenen vergleichen, wo die Dreifelderwirthſchaft die gewöhn⸗ liche iſt: ſo wird uns der wahre Grund, und die Richtigkeit unſerer aufgeſtellten Meinung einleuchtend. Die verhältnißmäßig kleineren Wirthſchaften, der größere Viehſtand, die ausgedehnte Futterkräuterkultur, und die größere Wieſenfläche machen es möglich, daß alle unſere Felder ununterbrochen entweder Getreide oder Futterpflanzen hervorbringen, während jene, die große Wirth⸗ ſchaften mit zu kleinen Hülfsmitteln betreiben wollen, die Brache, auch im mürben, ja im Sandboden für unerläßlich finden. 10. Oft iſt man aber gezwungen zur Brache, denn häufig liegen die Felder der ganzen Gemeinde in drei Ab⸗ theilungen, und der Einzelne kann ſein Stück, das im Brachfelde liegt, nicht für ſich benützen, weil die Laſt der freien Beweidung darauf liegt. In einem ſolchen Falle bleibt uns nichts übrig, als unſern Antheil möglichſt gut zur Winterſaat vorzubereiten. 11. Wie oft der Boden im Brachjahre gepflügt wer⸗ den müſſe, hangt von der Zweckmäßigkeit jeder einzelnen iſt, wenn er in jenem Zuſtande von Feuchtigkeit ſich be⸗ 238 Pflügung, und von der Witterung ab, die das Reinigen und Pülvern mehr oder weniger begünſtiget. Der Zweck muß erreicht werden, und je geringer die Koſten ſind, mit dem man ihn erreicht, je größer iſt der Nutzen. Wenn man im Herbſte das Brachfeld zur vollen Tiefe ſtürzt; ſo wird man im folgenden Frühling und Sommer den ſtrengſten Thonboden mit einem zweimaligen Pflügen und eben ſo oftmaligen Extirpiren ſehr vollkommen pülvern. Sonſt rechnet man in der Regel, daß der Boden im Herbſte, im Frühling, im Juni, Auguſt und September gepflügt werden müſſe, wenn die Brache vollkommen beſtellt ſeyn ſoll. Der Dünger wird im Mai und Juni auf das Feld geführt, und untergebauet, wird im Auguſt wieder heraus, und im September wieder unterge⸗ bauet. Die Sommerfahren werden häufig in die Quere mit dem Hacken gemacht, was gewiß ſehr zweckmäßig iſt. Läßt man aber das Brachfeld, wie das viel häufiger geſchieht, bis zum Juni unaufgebrochen, um es bis dahin zur Weide zu benützen, und bricht man dann erſt den Boden auf, ſo wird man in trockenen Sommern den Zweck der Brache nicht immer erreichen, nicht ge⸗ rechnet, daß jetzt die meiſte Ackerarbeit in die Zeit der Ernte fällt. Ueberhaupt wird man bemerken, daß man faſt überall mit der Brache zwei ſich entgegengeſetze Zwecke erreichen will; man hält Brache, um den Boden vom Unkraut zu reinigen und ihn möglichſt fein zu zertheilen, und man hält Brache, um eine Weide für ſein Vieh zu haben. In den meiſten Fällen hat man kein anderes Futterfeld, ſein Vieh, beſonders die Schafe, bis zum Schnitt des Wintergetreides zu ernähren, als die Brache. Um die Thiere nicht verhungern zu laſſen, pflügt man die Brache ſpät auf, läßt ſie zwiſchen jedem Pflügen wieder recht begrünen, und erharten, und wenn man dadurch zwar den Zweck der voll⸗ kommenſten Reinigung, Lockerung und Pülverung des Bodens nicht immer zu erreichen im Stande iſt: ſo glaubt man ſich dafür wie⸗ der durch die Bereicherung des Bodens entſchädiget; denn in einem ſolchen Falle muß die Brache als eine Art von grüner Düngung betrachtet werden, und die räthſelhafte Erſcheinung, daß man in vielen Gegenden immer Getreide auf den Aeckern erzeugt, ohne ſie zu düngen, und ohne daß man in ihnen eine beſondere An⸗ häufung von altem Humus wahrnimmt, kann nur durch dieſe grüne Düngung, mittelſt der alle 3 Jahre wiederkehrenden Brache, erklärt werden. Die Witterung hat großen Einfluß, ob man das Brach⸗ feld mehr oder minder oft pflügen ſoll, weil ſich der Thonboden nur dann gut bearbeiten läßt, wenn man ihn zu gehöriger Zeit wendet und egt. 12. Der ſchicklichſte Zeitpunkt den Boden zu wenden fndet/ hang äu 9 ren ſo ſe Kraft gat rufgefti Anſtreau den aber das Wakt bricht dich bedurf dup Bei darf niät dem der? befndet, allen Zeitt vortheilhe pflügen: und nicht kraut dad 13 mehtmali und loce nicht borth mer auf ei 18.; nut einma iſter geſch u kommer drin die vande erſ eogen n 15. ſor vollen ſels de dodurch! Unttause ie das Reinigen ſet. Der Zue Koſten ſid, ni ten. zur vollen Tief und Sommer da oflügen und eben rn. Sonſt rechnet te, im Frühling, den müſſe, wm Dünger wird in ntergebauet, vird er wieder untetge⸗ ie Quere mit dem t. Läßt man aher , bis zum Juni zu benützen, und man in trockenen rreichen, nicht ge⸗ e Zeit der Ernte in faſt uberall mit eichen will; man einigen und ihn Prache, um eine Fällen hat man Schafe, bis zum hie Brache. Um man die Brache recht begrünen, Zweck der voll⸗ des Bodens nicht an ſich dafür wie⸗ t; denn in einem grüner Düngung ung, daß man in rn erzeugt, ohne ine beſondere An⸗ nur durch dieſt kehrenden Brache man das Brac⸗ h der Thonboden zu gehöriger Jit den zu wenden hegkeit ſih be findet, bei dem er den geringſten Grad von Zuſammen⸗ hang äußert. Iſt der thonhaltige Boden ganz trocken, ſo iſt er zu ei⸗ nem ſo feſten Körper verhärtet, daß er mit der gewöhnlichen Kraft gar nicht aufgebrochen werden kann, und wird er wirklich aufgepflügt; ſo bricht er in Schollen, die nur durch beſondere Anſtrengungen wieder zerkleinert werden können; iſt ſolcher Bo⸗ den aber zu naß: ſo iſt er zu ſchmierig; das Zugvieh ſinkt ein, das Werkzeug verklebt ſich mit Erde, der Boden iſt zähe, und bricht nicht, und der im naſſen Zuſtande umgelegte Erdſtreifen bedarf doppelt ſo viele Mühe beim Eggen um ihn zu zerkleinern. Beim Sandboden hat man es ungleich leichter, und man darf nicht mit aͤngſtlicher Genauigkeit den Moment erhaſchen, in dem der Boden in einem gehörigen Zuſtande von Abtrocknung ſich befindet, um ihn zu pflügen; denn der loſe Boden läßt ſich zu allen Zeiten pflügen. Indeſſen iſt es auch beim Sandboden nicht vortheilhaft, ihn im ganz trocknen oder zu naſſen Zuſtande zu pflügen: weil er im erſten Falle gar keinen Zuſammenhang hat, und nicht ganz gewendet werden kann, und im zweiten das Un⸗ kraut dadurch nicht vertilgt wird. 13. Wenn es nothwendig iſt, dem Boden durch ein mehrmaliges Pflügen den gehörigen Grad von Reinheit und Lockerung zu geben; ſo iſt es nicht nothwendig, auch nicht vortheilhaft, den Boden bei dieſem öftern Pflügen im⸗ mer auf eine gleiche Tiefe zu wenden. 14. Zu jeder Saat oder Pflauzung darf der Boden nur einmal völlig umgewendet werden, weil, wenn dieß öfter geſchähe, jene Schichte, die nun auf die Oberfläche zu kommen, und die Saat zu ernaͤhren beſtimmt iſt, wie⸗ der in die Tiefe käme, und nutzlos und mit großem Auf⸗ wande erſt beim dritten Pflügen wieder an die Oberfläche gezogen würde. 15. Wenn man den Boden mit der erſten Pflugfurche zur vollen Tiefe wendet, ſo hat man den Zweck des Wech⸗ ſels der Erdſchichte erreicht, und der Boden iſt in der Tiefe dadurch hinlänglich gelockert, und die größte Menge des Unkrautes iſt zerſtört.— Weil aber die neue Oberfläche 240 noch viel Unkrautsgeſäme und vegetirendes Wurzelwerk in ſich ſchließt, auch der thonige Boden ſchollig und feſt zuſam⸗ menhaͤngend iſt: ſo muß das ſpäter aufkeimende Unkraut, und das in der Oberfläche befindliche Wurzelwerk durch Pflug und Egge neuerdings zerſtört, und nebſtbei der Thonboden gehörig zerkleinert und gepülvert werden, was aber nun viel ſicherer, und mit minderem Kräftenaufwande durch eine ſeichtere Wendung, oder vielmehr nur oberflaͤch⸗ liche Lockerung des Bodens bewerkſtelliget wird. Zur vollen Tiefe ſoll man ſich immer bemühen den Boden im Herbſte zu wenden, weil dieſe Arbeit die beſchwerlichſte iſt, und mehr Zeit erfordert, als man ihr in jeder anderen Periode des Jahrs geben kann. Im Spätherbſte ruhen alle andern Feldarbeiten, und nun kann der Pflug gemächlich angewendet werden. Wenn die untere Schichte im Herbſte heraufgebracht worden iſt; ſo liegt ſie mehrere Monate an der Oberfläche, dem Waſſer, Froſt, der Luft und dem Lichte ausgeſetzt, und wenn es ein thoniger Boden iſt, ſo wird dieſer wieder mürbe dadurch; denn wenn er auch noch ſo oft ſchon an der Oberfläche war, ſo wird er in der Tiefe doch immer wieder feſt und ſtark zuſam⸗ menhängend. Endlich wird der Humus in der neuen Erdſchichte während dieſer Zeit auch ſattſam oxydirt, und die Schichte er⸗ weiſet ſich fruchtbarer, als wenn ſie erſt im Frühlinge wäre her⸗ aufgebracht worden. Der im Herbſte zur vollen Tiefe gepflügte Boden trägt gedüngte oder ungedüngte Sommerfrüchte, oder er iſt eine Brache. Wird er im Frühlinge geduͤngt; ſo wird er früher abgeegt, dann entweder ſogleich gedüngt, und ſeicht geackert, wenn er eine frühe Saat zu tragen beſtimmt iſt; oder noch einmal nach dem Eggen entweder ſeicht geackert, alle bloß extirpirt, dann gedüngt und geackert. Wird der Acker nicht gedüngt; ſo iſt alles Ackern im Frühlinge überflüſſig, und der Schneid⸗ und Schaufelpflug lockert die zu beſäende Oberfläche hinlänglich; ſey es, daß ſie im Maͤrz oder erſt im Mai beſtellt würde. Im erſten Falle iſt es hin⸗ länglich, den Boden einmal zu lockern: im letztern Falle müßte dles zweimal geſchehen. Mit welchen Vortheilen dieſe neue Art die ungedüngte Sommerſaat zu beſtellen verbunden, und wie groß dieſelbe insbeſondere auf ſchweren und thonigen Boden ſey, dar⸗ über iſt vorzüglich Arthur Young in ſeinem Wirthſchafts⸗ kalender auf mehreren Stellen, z. B. S. 70. 545. 552- nachzu⸗ leſen. Wir wollen nur ein Paar davon anführen. »Hier iſt es nothwendig, daß ich ein Verfahren näher er⸗ kläre, daß in Suffolk ſeit einigen Jahren, und erſt nach der letzten Auflage dieſes Werkes, große und reißende Fortſchritte gemacht hat: dieß iſt die Beſtellung der Gerſte in die Rübenfel⸗ der mitteiſt der Säemaſchine ohne alles Pflügen.« ſaat dan folge zu Young Sommer heſonders gepfüht und wenn gen im Fi hate Schi handelt n Pird die iſ es hinl Mai wied guſt quer Saat unt bb. P 1. B kommen Larzelwerkin ſch und feſt zuſane imende Unkrau, urzelwerk durch ind nebſthei der rt werden, waß craͤſtenaufwande r nur oberflh⸗ eird. nühen den Boden beſchwerlichſte i, r anderen Petiode kuhen alle andern ſchlich angewendet ſte heraufgebracht Oberflaͤche, dem geſetzt, und wem er mürbe dadurch; berflaͤche war, ſo und ſtark zuſam⸗ neuen Erdſchichte die Schichte er⸗ ihlinge wäre her⸗ gte Boden traͤgt er iſt eine Brache. er abgeegt, dann t, wenn er eine einmal nach den irt, dann gedüngt ſo iſt alles Ackern und Schaufelbflug ſey es, daß ſie in en Falle iſtes hin⸗ ttern Falle mißte dieſe neue Art die 1, und wie graß Boden ſey, dar⸗ nem Witthſchaftt⸗ 545. 552. nachil⸗ ten. rfahren näher ete , und erſt na ßende Fortſchritt in die Nüͤbenfet⸗ 1.5 24 1 „»— Die Aufmerkſamkeit des Landwirthes ſoll auf die größte aller neueren Verbeſſerungen vorzüglich gerichtet ſeyn: ſo ſehr als möglich auf ſchwerem Boden alles Pflügen im Fruhlinge zu vermeiden. Die Sommer⸗Brachfelder, die zu Gerſte und Haber beſtimmt ſind; die Bohnen⸗, Erbſen⸗ und Wickenſtoppeln, die mit irgend einer Saat im Frühling beſtellt werden ſollen, müſſen jetzt(Oktober) mit großer Sorgfalt gepflügt werden, denn in die jetzt aufgeworfene Erde wird geſäet, indem kein fer⸗ neres Pflügen mehr Statt findet.« »— Dieſe große Veränderung iſt die möglichſte Verban⸗ nung des Pfluges im Frühlinge vom ſchweren Boden. Alle Gerſte, Hafer, Erbſen und Bohnen, die auf irgend eine Art auf dieſe Weiſe behandelt werden können, werden im Frühling in die Herbſtfurche geſäet.. Meine eigenen Verſuche auf leichtem Boden in den Jahren 1815, 16, 17 und 1818 fielen ſehr zu Gunſten dieſes Verfahrens aus. 1815 wurde die Herbſtſaat mit dem Extirpator gemacht, auf 2 Aeckern: nur einmal gepflügt, 2mal extirpirt. Der Erfolg war ſehr gut. 1816, 1817 und 1818 wurde alle nicht gedüngte Sommer⸗ ſaat damit untergebracht, und ich habe alle Urſache mit dem Er⸗ folge zufrieden zu ſeyn. Ich theile vollkommen die Anſicht Young's und halte alles Pflügen im Frühling zu ungedüngter Sommerſaat nicht nur allein für überflüßig, ſondern für ſchädlich, beſonders auf ſchwerem Boden. Iſt der Thonboden im Herbſte gepflügt worden; ſo wird er über Winter mürbe und fruchtbar, und wenn dieſe gut vorbereitete Erdſchichte durch ein neues Pflü⸗ gen im Frühlinge vergraben wird, und die ausgetragene, unart⸗ bare Schichte wieder auf die Oberfläche zu liegen kommt, ſo handelt man oſſenbar widerſinnig, und ſchadet ſich doppelt. Wird die Bracharbeit mit einer tiefen Herbſtfurche begonnen; ſo iſt es hinlänglich, wenn man im März egt und extirpirt, im Mai wieder extirpirt, im Juni den Dünger unterpflügt, im Au⸗ guſt quer hackt, und im September mit dem Extirpator die Saat unterbringt. bb. Von der oberflächlichen Lockerung des Bodens insbeſonders. 1. Bei der oberflächlichen Lockerung des Bodens kommen die Fragen hier zu unterſuchen: Wann dieſel⸗ be nothwendig; wie ſie auf das Zweckmäſ⸗ ſigſte zu vollführen, und welches der ſchick⸗ lichſte Zeitpunkt hiezu ſey. 2. Die Oberfläche des Ackers muß vot der Saat Burgers Lehrb. d. Landw. I. Bd 16 242 ſo oft gelockert werden, als dieſelbe verhaͤrtet, oder noch Unkraut in derſelben vorhanden iſt. Der Zweck der oberflächlichen Lockerung iſt derſelbe, wie der des Pflügens, nur daß er auf eine ſeichtere Fläche ſich beſchränkt. 3. Je bindiger der Boden iſt, je öfter wird derſelbe in erſter Rückſicht, und je mehr er verwildert iſt, in zwei⸗ ter Rückſicht oberflächlich bearbeitet werden müſſen. 4A. Die Bearbeitung geſchieht mit Eggen, und mit den Schneid⸗ und Schaufelpflügen. 5. Ob man ſich des einen oder anderen Werkzeuges bedienen ſoll, hängt vom Zwecke ab, den wir erreichen wollen, und pon der Natur des Bodens, der gelockert werden ſoll. b. Wollen wir die Oberfläche des gepflügten Bo⸗ dens bloß ſehr oberflächlich lockern, und ebnen, ſo ge⸗ nügt die Egge, deren Wirkung wir eindringender machen konnen, wenn wir uns ſolcher bedienen, die ſehr ſchwer ſind, oder nach vorwärts geneigte Zinken haben. Wollen wir aber den Boden auf eine mehrere Tiefe, etwa 3 bis 4 Zoll lockern; ſo iſt es nothwendig im Thonboden den Schneidepflug, an⸗ derswo den Schaufelpflug in Anwendung zu bringen. 7. Die Reinigung des Bodens vom Unkraut geſchieht, indem man das aufgeſproſſene Unkraut entweder unter⸗ pfluͤgt, oder über der Wurzel abſchneidet, oder ſammt der Wurzel in die Höhe zum Verdorren bringt. Das erſtere geſchieht durch die Anwendung des Pfluges; das zweite durch den geraden Extirpator, das dritte durch die Egge in einem friſch gepflügten Boden, und noch wirkſamer durch den ſchief geſtellten Schaufelpflug. Wie die oberflächliche Lockerung des Bodens mit dem Wen⸗ den deſſelben abwechſeln müſſe, haben wir zum Theil ſchon in dem vorhergehenden Abſchnitte abgehandelt, ſo daß es eine un⸗ nüte W einmal: . rungd Pflüge Atbeit ici auch hie 3,10) 7 cc. 1 1. die E. ſelbe 4. derlich wir ber 3. lichſten ſad, zu 4. ſind n ahgeleſ 7 einen ſie aufke zUrotten Peaden indem ſi ſtaft ab und Cga flche zu gen die ftiſc g ſo tref ttet, oder voch derſelbe, wie der he ſich beſchrinkt ewird derſalte tt iſt, in zwi⸗ müſſen. Eggen, und gen. ten Werkzeuges wir erreichen „der gelocker gepflügten Vo⸗ ebnen, ſo ge⸗ gender machen ihr ſchwer ſind Lollen wir aber d Zoll lockern; neidepflug, an⸗ bringen. kraut geſchieht, intweder unter⸗ der ſammt der Das erſtere 8; das zweite durch die Egge virkſamer durh z mit dem Wen⸗ Theil ſchon in haß es eine ul⸗ 243 nütze Wiederhohlung wäre, hier den nämlichen Gegenſtand noch einmal zu behandeln. 8. Der ſchicklichſte Zeitpunkt, die oberflächliche Locke⸗ rung des Bodens vorzunehmen, muß eben ſo, wie beim Pflügen, genau wahrgenommen werden, wenn wir dieſe Arbeit mit dem geringſten Kräftenaufwande, und unſerer Abſicht entſprechend vollführen wollen. Es gilt daher auch hier im Allgemeinen das, was wir bereits oben(aa. 3.10) erwähnt haben. cc. Von der oberflächlichen Reinigung und Ebnung des Bodens insbeſonders. 1. Die Reinigung des Bodens geſchieht durch die Egge und den Rechen; die Ebnung durch die⸗ ſelben Werkzeuge und durch die Walze. 2. Unter welchen Umſtänden dieſe Arbeiten erfor⸗ derlich ſeyn, und welchen Nutzen ſie gewaähren, haben wir bereits erwähnt. 3. Hier kommt nur noch die Frage über den ſchick⸗ lichſten Zeitpunkt, wann dieſe Arbeiten vorzun ehmen ſind, zu erörtern. 4. Stein und Unkraut, wenn ſie im Boden vorhanden ſind, müſſen nach jedem Eggen oder Extirpiren vom Acker abgeleſen, zuſammengerecht und weggebracht werden. Wurzelunkraut, vorzüglich die Quecken, ſind im Stande einen Boden ſo einzunehmen, daß eine Saat nur ſchwer gegen ſie aufkommt, und der Landwirth muß ſich Mühe geben ſie aus⸗ zurotten. Dieß geſchieht in der Egartenwirthſchaft, daß er den Boden einige Jahre liegen läßt, wodurch die Quecken verderben, indem ſie nur im lockeren Boden gedeihen; in der Wechſelwirth⸗ ſchaft aber, daß er dieſe Wurzeln durch mehrfältiges Pflügen, und Eggen im Sommer bei trockener Witterung auf die Ober⸗ fläche zum Verdorren bringt. Die Aad!l leiſtet zum Herausbrin⸗ gen dieſer langen Wurzeln beſonders gute Dienſte. Wenn der friſch gepflügte, oder gehackte Boden recht tüchtig ausgeegt wird; ſo ſtreift man die Quecken am Acker in Büſcheln zuſammen, und 16* 244 eine andere, eben ſo große Anzahl derſelben liegt auf der Ober⸗ fläche zerſtreut. Durch den Hand⸗ oder Pferdrechen bringt man die Wurzeln zuſammen, um ſie wegzuführen. Wenn einige Wochen ſpäter, aber immer nur in trockener Zeit, der Acker auf dieſelbe Weiſe behandelt, und unmittelbar darauf mit einer dicht ſich bewachſenden Saat beſtellt wird; ſo wird er von dieſem ſchädlichen Unkraute befreit ſeyn. 5. Auch die Walze darf nur im trockenen Boden an⸗ gewendet werden, weil ſich ſonſt die Erde an dieſelbe klebt. Sie bekommt unter ſolchen Umſtänden eine unmäßige Um⸗ hüllung von Erde, die ihren Gang erſchwert, die Saat mit aufwickelt, und die Erdklöße weniger zerdrückt. §. XI. B. Von der Beurbarung. a. Erklärung der Wörter: Unbeurbarter und beurbarter Boden. 1. Im Allgemeinen heißt jener Boden wild, unkul⸗ tivirt, unbeurbart, der im rohen, natürlichen Zu⸗ ſtande ſich befindet; im näheren Sinne aber verſteht man hierunter nur einen ſolchen Boden, der ſich zwar in dieſem Zuſtande befindet, der aber daneben weder als Wieſe, noch als Wald betrachtet werden kann. Im gemeinen Sprachgebrauche verſteht man unter einem rohen, wilden unkultivirten Boden nur jenen, der in einem ſolchen Zuſtande ſich beſindet, daß er Menſchen und Thieren zu ſehr geringem Vortheile dient, und entweder mit unnützem Geſtrippe erfüllt, oder kahl und von nützlichen Pflanzen entbößt, höchſtens nur mit Heide und Sandpflanzen kärglich beſetzt, oder in einem mehr oder weniger ſumpfigen Zuſtande befindlich iſt. 2. Einen Boden beurbaren, urbar machen, heißt: alle die Hinderniſſe wegräumen, die dem Wachs⸗ thume der dem Menſchen, oder ſeinen Hausthieren nütz⸗ lichen landwirthſchaftlichen Gewäͤchſe und ihrer Kultur ent⸗ gegen ſtehen, und ſolche Vorkehrungen treffen, daß daſſelbe nicht geſtört werde. ¹. gegehe Benüß nder d ſchon eine A unſtal oder wärtic ſt, ſ ſheil! dem w Verhä 3 unſere. verzinſ . Grun unklu durch Der kheil, treibe das E Bode inme gt auf der Ohn rechen bringt man . Wenn einige eit, der Acker auf uf mit einer dicht der von dieſen nen Boden an⸗ dieſelbe klett unmäͤßige Un⸗ 1, die Saat nit rückt. ung. rharter und wild, unkub⸗ natürlichen zu⸗ r verſteht ma zwar in dieſen der als Wüſf man unter einen jenen, der in ſchen und Thiera der mit vnnüten flanzen enthäßt, glich beſett, ode e befmndlich iſ. bar machen, ie dem Pach⸗ austhieren nih⸗ rer Kultur ent⸗ n, daß duſſte 245 3. Aecker, die auf dieſe Art urbar gemacht worden, neu erſchaffen ſind, heißen Neubrüche, Roden, Neu⸗ reude, Rautfelder. b. Zweck der Beurbarung. Vortheile und Nachtheile derſelben. 1. Der Zweck der Beurbarung beſteht darin, eine gegebene Flaͤche Landes ſo umzuſtalten, daß durch ihre Benützung jetzt mehr Vortheil hervorgeht, als vormals. Urbar machen heißt daher nicht bloß eine magere Weide, oder ein Geſtripp in einen Acker umwandeln; der Boden wird ſchon beurbart, wenn ich einen unnützen Wald abtreibe und in eine Weide, oder einen Sumpf durch Entwäſſerung in eine Wieſe umſtalte: denn beide Flächen haben früher entweder gar keinen oder einen ſehr geringen Werth gehabt, und obgleich ihr gegen⸗ wärtiger gegen einen wohl gepflegten Acker noch immer ſehr klein iſt, ſo iſt er doch größer als vormals. 2. Soll die Beurbarung daher mit wirklichem Vor⸗ theil verbunden ſeyn, ſo müſſen die Koſten derſelben mit dem wahrſcheinlichen, künftigen Ertrage in einem ſchicklichen Verhaltniſſe ſtehen. Denn nicht die größtmögliche Produktion, ſondern wie unſere Arbeit am beſten bezahlt, und unſer Geld am höchſten verzinſet werde, iſt unſere Abſicht beim Ackerbau. 3. Wo die Bevölkerung gering, die Arbeit einen hohen, Grund und Boden aber einen niedern Werth hat, wäre es unklug die Fläche des beurbarten Bodens zu vergrößern. Wo die Arbeit aber keinen Werth hat, wie dieß bei den durch die Frohne betriebenen Gütern in dem größten Theile von Deutſchland der Fall iſt, da bringt es dem Eigenthümer Vor⸗ theil, die Beurbarung auf den höchſten Grad der Ausdehnung zu treiben, wenn der Boden auch noch ſo geringen Werth hat, und das Erzeugniß auch noch ſo gering iſt. 4. Wo aber die Bevölkerung groß, und Grund und Boden deßwegen einen hohen Werth hat, bringt es faſt immer Vortheil, wilden Boden zu beurbaren. 246 5. Die Beurbarung eines Bodens, der eine tiefe Schichte von Dammerde hat, gewährt in den meiſten Fäl⸗ len großen Nutzen; nachtheilig aber, und ſchadenbringend ſſt es meiſtens, Sandboden urbar machen zu wollen, außer man könnte ihn nach ſeinem Bedürfniß bewäſſern. 6. Eine Fläche zu beurbaren, die mit unſerer ſchon beſtehenden Wirthſchaft zuſammenhängt, iſt vortheilhafter, als wenn dieſelbe von ihr entfernt iſt, und der Vortheil wird noch geringer, wenn wir ihretwegen auch noch Ge⸗ bäude errichten müſſen. 7. Endlich wird die Beurbarung im Allgemeinen da vortheilhaft ſeyn, wo der Unternehmer durch einen ange⸗ meſſenen Zeitraum von jeder höheren landesherrlichen Be⸗ ſteuerung frei bleibt. 3 Der wüſte Boden iſt natürlich ſehr gering beſteuert; wollte man ihn nach der Beurbarung ſogleich eben ſo hoch beſteuern, wie den übrigen kultivirten, ſo würde man einen zu großen Theil des reinen Nutzens wegziehen, der nothwendig dem Unternehmer bleiben muß, damit er die Vorauslagen wieder allgemach herein⸗ bringe. 4 Neubruchäcker mit dem Zehenten in unſeren Zeiten zu be⸗ legen, heißt: verbieten, Neubruchäcker anzulegen; denn wenn der Zehent gegenwärtig eine unverhältnißmäßige, jede Verbeſſe⸗ rung der Kultur vereitlende Abgabe iſt, die häufig den größten Theil, oft wohl den ganzen des reinen Ertrages verſchlingt, ſo muß die Wirkung derſelben auf Neubruchäckern, wo die Kultur noch koſtſpieliger iſt, um ſo nachtheiliger ſeyn. Nur Thoren kön⸗ nen Auslagen machen für ein Unternehmen, deſſen wahrſcheinli⸗ chen reinen Ertrag ihnen ein Fremder vor der Naſe wegnimmt⸗ Mehr hierüber in meiner gekrönten Preisſchrift: Ueber die Gemeinheitstheilungen. Peſth bei Hartleben, 1818. c) Von den verſchiedenen Hinderniſſen der Kultur des Bodens, und dem Verfahren ſie wegzuraͤumen. 1. Wir werden zuerſt die verſchiedenen Hinderniſſe anführen, welche ſich dem Wachsthum und der Kultur der beſſern landwirthſchaftlichen Gewächſe entgegenſetzen, und die A den! allge diſſe haſt ſe dder 9. nur ger a, der eine iif⸗ den meſſen gi ſchadenbeingen zu wollen, außer wäſſern. nit unſerer ſtn iſt vortheilhaftn und der Vortzl n auch noch Ge n Allgemeinen di durch einen anze⸗ desherrlichen de⸗ ig beſteuert; wollt ſo hoch beſteuern, en zu großen Thel g dem Unternehmer rallgemach heräir ſeren Zeiten zu be legen; denn vem ige, jede Verbeſſ⸗ häufig den gräßten ges verſchlingt, ſ en, wo die Kulu Nur Thoren kon⸗ deſſen wahrſchenl⸗ r Naſe wegnimmt. isſchrift: Ueber di 1816. derniſſen der Verfahren enen Hinderniſe d der Kultut der gegenſezen, und 247 die Art ſie wegzuräumen, und dann erſt die mancherlei Me⸗ thoden, ſolchen Boden in Ackerland umzuſtalten, angeben. 2. Die Hinderniſſe, welche der beſſeren Benützung ei⸗ nes gegebenen Bodens entgegenſtehen, ſind: Baume und größereSträuche, kleinere Strauche, Sand, Steine, und ſtehendes Waſſer. 1. Bäume und größere Sträuche. 1. Wenn der Wald ſeiner Lage wegen, oder wegen dem Ueberfluſſe des Holzes überhaupt keinen, oder einen ſehr geringen Werth hat, ſo wird er in eine Weide, Wieſe, oder in einen Acker umſtaltet. 2. Einen Wald urbar zu machen, gibt es zwei Wege: den langſamen und den ſchnellen. Der erſte iſt jener, der allgemachen Vertilgung der Bäume; der zweite jener, wo dieſe auf einmal ganz ausgerottet werden. Nur unter ganz beſonderen Umſtänden wird es vortheil⸗ haft ſeyn, einen Wald ganz auszurotten, um ihn in eine Wieſe oder gar in einen Acker umzuändern; meiſtens findet man es nur gerathen, ihn vorerſt zur Weide zu machen. 3. Ein Wald wird zur Weide gemacht, indem man ihn entweder kahl abtreibt, wenn ſich dieſe Arbeit durch die Benützung des Holzes zu Kohlen, oder Pottaſche mit einem Ueberſchuſſe bezahlt; oder indem man ihn ſchwendet, wenn das Holz auf keinen Fall zu Nutzen gebracht werden kann. 4. Einen Wald ſchwenden heißt: die Bäume am Stamme tödten, indem man ihnen rings um den Stamm am Boden ein hinlänglich breites Stück Rinde ablöſt. 5. Die todten Bäume verdorren ſogleich, werden all⸗ gemach faul, und in wenigen Jahren von den Winden nie⸗ dergeworfen. 248 6. Indem die Sonne den Waldgrund erwärmt, über⸗ zieht ſich der Boden mit Pflanzen, und wird in eine Weide umgeandert, die nach der Verſchiedenheit der übrigen Ver⸗ hältniſſe mehr oder weniger ergiebig ſeyn wird. 7. Sind die Wurzelſtöcke hinlänglich mürbe, und die Bäume niedergeſtürzt, ſo koſtet es nur geringe Mühe, beide wegzuräumen, und die reiche Weide iſt nun eine Wieſe. 3. Sind endlich die Wurzeln auch verfault, ſo kann nun der Pflug eingeführt, und der Boden in einen Acker umgeändert werden, wenn wir dieß im Bezuge auf ſeine üb⸗ rigen Verhältniſſe für vortheilhaft erachten. 9. Bäume auszurotten, um den Platz, worauf ſie ſtanden, in einen Acker umzuandern, kann nur in einem ſolchen Falle von Vortheil ſeyn, wenn ſie in geringer An⸗ zahl auf dieſem Platze vorhanden ſind; denn die Mühe ihre Wurzeln aus dem Boden zu bringen, iſt zu groß, und würde die Koſten der Beurbarung zu ſehr vergrößern, wenn der mehrere Theil des Bodens nur dadurch gewonnen wer⸗ den ſollte; und ſoll zwiſchen den Wurzelſtumpfen der Bo⸗ den aufgehackt oder gepflügt werden, ſo macht dieß zu viele Mühe, und lohnt nur ſelten die große Arbeit, die darauf verwendet wurde. In unſern Bergen iſt das Geräutbrennen eine häufig vorfallende und ſehr gewöhnliche Art, den kahl abgehackten Wald⸗ platz zu benutzen. Die größern Stämme werden verkohlk, oder zu Brennholz aufgearbeitet; die kleinern, ſammt den Aeſten wer⸗ den über den Boden gleichformig verbreitet, und wenn ſie trocken ſind, angezündet. Der gebrannte Boden wird hierauf mit Hand⸗ hauen aufgehackt, und mit Winterrocken beſäet, der, wie ſehr be⸗ greiflich iſt, ſich in jeder Hinſicht auszeichnet. Der Geräutacker wird meiſtens 3 Jahre lang beſäet, worauf man ihn in einem ganz erſchöpften Zuſtande wieder liegen läßt. Seltener, und nur, wenn er mit den übrigen Feldern zuſammenhängt, behäͤlt man ihn auch wohl als Acker bei, ohne aber die Wurzeln auszugraben. Man wühlt mit der Aadl und mit der Haue, ſo gut es angeht, derlei Boden um.— Es iſt das Geräutbrennen überhaupt eine Bäum nieder! ihre T „ man ſ Boden 11 deln er man ſ in der Purze 1 bewer größer das a du koſt 3 iſ die! Acker d herrühr ten uad chen un ſolche und be der E in geb die me ſich ur aber Weide Landw machen hringt. berbre thum rere e ſelbſt dervärmt, iher tdin eine Veie der ührigen Var vird. mürbe, und di ige Mühe, bede eine Wieſe. erfault, ſo kan en in einen Acker zuge auf ſeine üh⸗ l. Nlatz, worauf ſe un nur in einem ein geringer A⸗ an die Mihe ihre ſt zu groß, und eergrößern, vem h gewonnen her tumpfen der be⸗ acht dieß zu viel veit, die daruf innen eine häufßg abgehackten Wadd⸗ en verkohlt, oder nt den Aeſten wer⸗ d wenn ſie troken Hierauf mit Hand⸗ der, wie ſehr be⸗ Der Geräutacker man ihn in einem Seltener, und nur, t, behäͤlt man ihn eln auszugraben. ſo gut es angeht, en üͤberhaupt eine 249 ſo elende Benutzung des Bodens, daß wir ſie mehr der Kenntniß, als der Nachahmung wegen, hier anführen. 8 10. Weniger Mühe machen die Sträuche und kleinen Baume, die man leicht ausrottet, indem man ſie entweder niederhackt, und ihre Austriebe in den erſten Jahren, als ihre Wurzeln noch lebendig bleiben, wegmaht; oder indem man ſie ausgräbt oder heraushebt, und ſo auf einmal den Boden von ihnen reiniget. 11. Bäume werden ausgerottet, indem man ihre Wur⸗ zeln entblößt, und die ſtärkeren derſelben abhauet, worauf man ſie mit einem Stricke, den man früher um ihren Stamm in der Höhe befeſtiget hat, niederreißt. Die abgehaueten Wurzeln werden dann ausgegraben. 12. Sträuche oder Baumſtumpfen werden durch He⸗ bewerkzeuge herausgebracht, nachdem ihnen ebenfalls die größern Wurzeln vorher abgehauen wurden, ohne welches das Ausroden der Baumſtöcke ſonſt zu beſchwerlich, und zu koſtſpielig würde. In vielen Ländern, und namentlich bei uns in Kärnten iſt die Umänderung eines Waldgrundes in Weide, Wieſe oder Acker durch eigene Geſetze verboten, die noch aus jenen Zeiten herrühren, wo man das Heil des Landes nicht in dem vergrößer⸗ ten und vervollkommneten Ackerbau, ſondern in der größtmögli⸗ chen und wohlfeilſten Erzeugung der Metalle ſuchte. Daß eine ſolche willkürliche Beſchränkung des Eigenthums nicht beachtet, und befolgt wurde, weil ſie dem Vortheile des größten Theiles der Einwohner widerſprach, läßt ſich leicht errathen. Es gibt in gebirgigen Ländern ſo ungeheuer große Gegenden und Stellen, die man nicht zu Wieſen und Aeckern verwenden kann, daß man ſich um einen großen Waldſtand nicht bekümmern darf. Daß aber der Wald nundeſtens ſo vielen Nutzen, wie die geringſte Weide hereinbringen ſoll, dieſe Forderung darf man doch dem Landwirthe nicht verargen, und es ihm nicht zum Verbrechen machen, wenn er einen Wald vertilgt, der Niemanden Vortheil bringt.— Daß man in ebenen Ländern, wo der Ackerbau mehr verbreitet, die Waldfläche verhältnißmäßig klein, und ihr Wachs⸗ thum weniger begünſtiget iſt, auf die Erhaltung derſelben meh⸗ rere Sorgfalt wenden müſſe, und auch wende, verſteht ſich von ſelbſt; denn da haben die Wälder einen Werth, und werden oft 250 ſo hoch geachtet, als Ackerland. Aber auch da iſt ein ſolches Ge⸗ bot überflüſſig; denn wer wird einen Wald in einen Acker mit ſchweren Koſten umſtalten, wenn ihm dieſer ſo viel wie jener ein⸗ trägt, ohne daß er eine Mühe damit hat. 2, Kleinere Sträuche: Heide, Ginſter, Stachel⸗ ginſter. 1. Dieſe kleineren Strauche nehmen oft die größten Flächen ein, und hindern durch ihren dichten Stand das Aufkommen jeder andern Pflanze. 2. Soll ein mit denſelben bewachſener Boden zu einer Weide umwandelt werden, ſo geſchieht dieß dadurch am leichteſten, wenn man ſie im Frühlinge abmäht, und die über Sommer wieder aufgewachſenen im Herbſte noch ein⸗ mal wegſchneidet, und die Fläche immerfort mit Schafen beweidet. So ſind auf der Bleiburger Heide, in Kärnten, die größten Flächen, wo vormals nichts als Heide ſtand, in gute Weideplätze umwandelt worden. 3. Zur Wieſe können die abgemähten Plätze nur dann gemacht werden, wenn man im Stande iſt Waſſer darauf zu bringen, welches dieſe Pflanzen ſehr wirkſam zerſtört. 4. In einen Acker wird ſolches Land umſtaltet, wenn man den abgemähten Boden aufpflügt, und ſein Wurzel⸗ gewebe entweder durch Fäulniß oder durch Verbrennen zer⸗ ſtört, wovon wir ſpäter ſprechen werden. Ich habe ſelbſt Heideland urbar gemacht, und habe kein weſentliches Hinderniß hiebei angetroffen. Nachdem die Heide wegge⸗ mäht worden war, ließ ich den Boden theils im Herbſte, und theils im Frühlinge auf 6 Zoll Tiefe aufbrechen, wozu aber ein ſcharf ſchneidender Pflug gehört, denn der Boden iſt ein dicht in ein⸗ ander gewebter Filz von holzigen Würzelchen. Er ward gleich darauf mit Hirſe beſäet, und faulte, waͤhrend dem dieſe Frucht auf ihm wuchs, ſo zufammen, daß im Herbſte beim Pflügen nicht die kleinſte Wurzel mehr lebendig war. 3 1 det K durh den G tr ſo hohen! beſteht man d boden reiſer Zwiſe dieſe Stan nit und d ih. er ein nen? ſchri ſt ein ſolches 6e. n ſeinen Acker mit viel wie jener eiln ſter, Stachel ehmen oft di n dichten Stand Boden zu eint dieß dadurch im bmaͤht, und die Herbſte noch ein ort mit Schafe , in Kaͤrnten, de ſtand, in gut Plätze nur dam Waſſer darauf rkſam zerſürt umſtaltet, wem nd ſein Purzil⸗ Verbrennen zet⸗ :, und habe kein die Heide wegge⸗ erbſte, und thei u aber ein ſchrf ein dicht in ein⸗ Er ward gleic dem dieſe Fruch im Pflügen lich 251 3. Sand. 1. Der S and kann nur in ſo fern als ein Hinderniß der Kultur irgend eines Bodens angeſehen werden, als durch ihn die benachbarte kultivirte Fläche überdeckt zu wer⸗ den Gefahr läuft. Dieß kann aber nur geſchehen, wenn er ſo fein, und ſo thonlos iſt, daß er vom Winde aufge⸗ hoben und davon geführt werden kann. 2. Einen Boden zu kultiviren, der bloß aus Flugſand beſteht, und keine Dammerde hat, kann nirgendwo vor⸗ theilhaft ſeyn, und es wäre unklug, einen Boden, der aus Flugſand beſteht, und eine geringe Decke von Pflanzen hat, aufzupflügen, weil er nun dem Winde zugänglich wird, und davon geweht werden kann. 3. Wenn der Flugſand mit dem kultivirten Boden zu⸗ ſammenhängt, ſo iſt dieſer der Gefahr ausgeſetzt, mit Sand überſchüttet und zu Grunde gerichtet zu werden, und man muß Sorge tragen, dieſem Unglücke vorzubeugen. 4. Man verhütet das Verwehen des Sandes, wenn man von der Windſeite her, meiſtens von N. W. den Sand⸗ boden in einiger Entfernung von ſeinem Ende mit Baum⸗ reiſern und Aeſten belegt, zwiſchen welchen man in kleinen Zwiſchenräumen niedere, geflochtene Zäune errichtet. In dieſe Abtheilungen ſäet man Bäume, die einen trockenen Stand lieben: Föhren, Birken, Sandweiden u. ſ. w. Die Wirkung dieſes Verfahrens iſt, daß der Wind mit gebrochener Gewalt auf den belegten Boden einwirkt, und dieſen nicht aufzuheben und zu verrücken vermögend iſt. Wird der Sand ſpäter dennoch aufgehoben, ſo macht er eine Sandwehe bei den Zäunen, und bildet dadurch ei⸗ nen Damm, der von dem nachfolgenden minder leicht über⸗ ſchritten wird. Haben die Baͤumchen zwiſchen den Zäunen 25² erſt eine Höhe von einigen Schuhen erlangt, ſo iſt das vor⸗ liegende Land gewöhnlich dadurch vollkommen geſichert. Außer den Heiden zwiſchen Peſth und Belgrad jenſeits der Donau gibt es in unſern Staaten keinen Flugſand. Ueber die verſchiedenen Methoden den Flugſand zu hemmen, und ſol⸗ chen Boden nutzbringend zu machen, haben wir ein ſehr erſchö⸗ pfendes Werk von dem königl. ungariſchen Feldmeſſer: Herrn Witſch, das alles enthält, was der Landwirth zu wiſſen be⸗ darf, der von einer ſolchen Gefahr bodroht iſt. 4. Steine. 1. Die Steine werden eingetheilt in loſe, und feſt⸗ ſitzende. 2. Nur wenn die loſen Steine groß ſind, können ſie der Kultivirung des Bodens hinderlich ſeyn. 3. Sind die loſen Steine an der Oberfläche, ſo wer⸗ den ſie weggeführt; ſind ſie aber ganz oder zum Theil un⸗ ter der Oberfläche, ſo müſſen ſie erſt losgemacht werden, ehe man ſie wegführen kann. 4. Steine, die nicht mehr als einige Zentner wiegen, führt man leicht vom Acker weg; größere aber müſſen zer⸗ ſchoſſen werden, und wenn man ſie nicht zu Gebäuden noth⸗ mendig hat, ſo thut man oft beſſer, ſie durch Vergraben außer dem Bereiche des Pfluges zu bringen. Um der Mühe des Zerſprengens und Wegführens überho⸗ ben zu ſeyn, macht man neben dem Steine eine tiefe Grube, und vergräbt ihn darein ſo tief, daß er dem Pfluge nicht mehr hin⸗ derlich wird. 5. Feſtſitzende Steine ſind die zu Tage oder hart unter der Oberfläche vorragenden Felſen, das Grundge⸗ ſtein des Bodens. 6. Wenn ſolche Felſen in einem ſpitzigen Winkel vor⸗ kommen, ſo macht ihr Wegſchaffen nicht zu viele Mühe, beſonders wenn das Geſtein blaͤtterig iſt. Ragen ſie aber in eine eine d theil u wahre 7. hlatter durg) N ben, w wingen, ſchlinge groß ſ Frucht dert. unter an ihne aber of lich zu ſten de 1. Boden! wieder duttery über der eryflan ſläched 4. den m In ſolc in ſolch den er andern 3 dem p t, ſ iſt das in⸗ nen geſichert. Belgrad ineit Flugſand. Ueher emmen, und ſi ir ein ſehr erſci eldmeſſer: Hern rth zu wiſſen de⸗ loſſe, und feſt oß ſind, können ſeyn. erfläͤche, ſo wer er zum Theil mn⸗ gemacht werden, Zentner viegen, aber müſſn zer Gebaͤuden voiſ⸗ durch Pergraben . gegführens überhe⸗ tiefe Grube, und e nicht mehr hin⸗ Tage oder hat das Grundge⸗ gen Winkel vor⸗ u viele Mihe, Ragen ſie aber 253 in einem ſtumpfen Winkel vor; ſo wird die Mühe, ſie auf eine Tiefe von 12 Zoll wegzubringen, meiſtens den Vor⸗ theil überwiegen, den dieſer neugeſchaffene Boden zu ge⸗ wahren im Stande iſt. 7. Die Felſen werden geſprengt durch Keile, wenn ſie blätterig ſind, und ihr Gefüge nicht zu feſt aneinander hängt; durch Pulver, wenn es derbe, ſehr feſte Maſſen ſind. Nur wenn die gewonnenen Steine ſelbſt einen Werth ha⸗ ben, wird es ſich lohnen, ſolche Unternehmungen Land zu ge⸗ winnen, zu unternehmen. In den meiſten übrigen Fällen ver⸗ ſchlingen die Koſten den anzuhoffenden Gewinn, der nie ſehr groß ſeyn kann, weil der tiefer liegende Felſen eine gleiche Fruchtbarkeit mit den übrigen Stellen des Ackers beſtändig hin⸗ dert. Sehr häufig ſprengt man dieſe blinden Steine— d. h. unter der Oberfläche des Bodens liegenden Felſen, weil man an ihnen die Ackerwerkzeuge verdirbt, oder zerbricht: es würde aber oft mehr Nutzen bringen, ſolche Stellen durch Zeichen kennt⸗ lich zu machen, um den Pflug da zu lüften, als die ſchweren Ko⸗ ſten des Sprengens anzuwenden. 5. Stehendes Waſſer. 1. Nur einen mäßigen Grad von Feuchtigkeit ſoll der Boden haben, und das empfangene mehrere Waſſer bald wieder verdunſten, wenn die Getreidearten und beſſern Futterpflanzen in ihm gedeihen ſollen. Stauet das Waſſer üͤber dem Boden; ſo bemerkt man nur einige wenige Waſ⸗ ſerpflanzen in demſelben, und erfüllt das Waſſer die Ober⸗ flache deſſelben; ſo wachſen bloß Sumpfpflanzen in ihm. 2. Der wegen Ueberfluß des Waſſers unfruchtbare Bo⸗ den muß daher in zwei Hauptklaſſen eingetheilt werden. In ſolchen, wo das Waſſer uͤber dem Boden ſteht, und in ſolchen, deſſen Boden mit Waſſer erfüllt iſt. Man nennt den erſtern: See, Teich, Werder, Weiher; den andern: Sumpf, Pfütze, Bruch, Moor⸗ 3. Wenn der Ueberfluß des Waſſers über und aus dem Boden abgeführt werden ſoll; ſo muß man die Urſachen 254 kennen, welche ſich dem Abfließen des zufließenden Waſſers entgegenſetzen, und im Stande ſeyn ſie wegzuräumen. 4. Es bildet ſich ein Teich auf eine ſichtliche oder un⸗ ſichtliche Weiſe. Sichtlich, wenn ein fließendes Waſſer in eine waſſerdichte Vertiefung des Bodens einſtrömt, und erſt dann wieder ausfließen kann, wenn es dieſe Vertiefung vollgefüllt hat. Unſichtlich, wenn in dem Boden des Tei⸗ ſches Quellen ſind, welche denſelben bis zu feinem Rande vollfüllen. 5. Soll eine derlei Wäſſerſammlung ganz abgezapft, und der Teich, See, u. f. w. trocken gelegt werden; ſo muß man im Stande ſeyn, mittelſt eines zugeführten Gra⸗ bens den Boden der Waſſerſammlung zu erreichen. In gebirgigen Gegenden geht dieß oft an, und große Seen laſſen ſich trocken legen, weil man da viel Gefall hat, und die Ausflüſſe derlei Seen und Teiche einen ſtarken Seiger haben: al⸗ lein in ebenen Ländern wird man nur ſelten im Stande ſeyn, das Becken ſolcher Waſſerſammlungen aus uleeren. 6. Wenn man aber auch nichti im Stande in den Teich ganz trocken zu legen: ſo bringt es oft ſchon Vortheil, wenn man den Waſſerſpiegel niederer legt, indem man den Ab⸗ fluß ſo nieder ſtellt, als es die Umgebung erlaubt, wodurch man den oberen Theil des Sees trocken legt, und verhält⸗ nißmäßig am meiſten Land gewinnt. 7. Das Land verſumpft aus denſelben Urſachen, welche Teiche und Seen entſtehen machen. Die Verſchiedenheit zwiſchen einem Teiche und einem Sumpfe liegt bloß ent⸗ weder in der minderen Tiefe des Bodens, oder in dem ge⸗ ringeren Zufluſſe am Waſſer. 8. Die Bedingungen, daß ein Land verſumpfe, ſind: eine flache, beckenartige Vertiefung des Bodens mit einem waſſerdichten Untergrunde unter der Dammerde. Das Waſ⸗ ſer der D Paſer daeſelt über d ſo lang Iſt des ſens ll 9 weder 1 hhen/ von A ſind d 1 Oberſl ben lieg tz die, gitkes er 1. ſeſch, bell ſie hiße a barien Ebenen it8p ßenden Paſſe gzuräumen. ſchtliche oder in endes Waſſerin einſttömt, ud dieſe Vertiefung Boden des din ſeinem Nande ganz abgezapft egt werden; ſ ugeführten Gra⸗ rreichen. , und große Seen efall hat, und de Seiger haben: al Stande ſeyn, das nde iſt den dich „Portheil, wenn em man den A⸗ erlaubt, wodurch gt, und vethäl Urſachen welhe Verſchiedenhei liegt bloß en oder in dem ge⸗ erſumpfe, ſad: dens mit einem erde. Das Woß 488 ſer, das in dieſes Becken einſtrömt, erfüllt die Schichte der Dammerde, und wenn die Menge des zufließenden Waſſers nicht zu groß, und die Flache weit genug iſt, daß dasſelbe verdunſten kann; ſo ſtauet das Waſſer nur ſelten uͤber die Oberflache, und es entſteht ein Torflager, das ſo lange wächſt, bis es den Rand des Beckens erreicht hat. Iſt des Waſſers aber zu viel, und ſtauet es oft und mei⸗ ſtens über die Oberflache, ſo wird es ein Sumpf. 9. Die Urſachen der Verſumpfung ſind ebenfalls ent⸗ weder ſichtlich, oder nicht ſichtlich. 10. Wenn man das Zufließen des Waſſers aus Bä⸗ chen, Quellen, oder das Herabſtrömen des Regenwaſſers von Anhöhen in die flach liegende Vertiefung bemerkt: ſo ſind die Urſachen der Verſumpfung ſichtlich. 11. Sie ſind unſichtlich, wenn das Waſſer unter der Oberfläche hergeleitet wird, und nur ſo flach unter derſel⸗ ben liegt, oder durch den Druck emporgehoben wird, daß es die ganze überliegende Dammerde eines begränzten Be⸗ zirkes erfüllt, und in Sumpf verwandelt. 12. Fließende Wäſſer verſumpfen den Boden, indem ſie ſich ganz, oder zum Theil in denſelben ergießen, und weil ſie nicht frei abfließen können, ihn zu einer beſtimmten Höhe anfüllen. 13. Bäche und Quellen erfüllen oft einen großen Theil der Thäͤler, der beckenartig gebildet iſt, auf dieſe Weiſe mit ſtauendem Waſſer, und verwandeln ihn in Sumpfland. 14. Große Flüſſe tragen zur Verſumpfung des benach⸗ barten Landes auf eine doppelte Art bei. Wenn ſie in den Ebenen in einem hoch liegenden Flußbette dahinfließen und ihr Spiegel dem Horizonte des Bodens gleich liegt; ſo muß 256 alles Waſſer, das mehr zuſtrömt, übertreten, und der Bo⸗ den verſumpft entweder für beſtändig oder nur zeitweilig, je nachdem das Flußbett verſchiedentlich hoch, und das benachbarte Land eine mehrere oder mindere Vertiefung hat. Je höher das Flußbett, und je tiefer das Land, um ſo beſtändiger iſt die Verſumpfung, und um ſo ge⸗ wiſſer muß ſie immer zunehmen. Dann tragen derlei Flüſſe auch dadurch zur Verſumpfung des Bodens bei, indem ſie in ihren hohen Flußbetten die einmündenden Flüſſe und Bäche nicht frei aufnehmen können; ſolche Wäſ⸗ ſer müſſen daher ſo weit zurückſtauen, bis ihr Spiegel bei der Mündung ſo hoch wird, daß er dem des größern Fluſſes gleich wird. Ein auffallendes Beiſpiel der erſtern Art der Verſumpfung gibt die Salzach im Pinzgau, die in einem hohen Bette ein⸗ herfließt, und das ſchöne Thal zu beiden Seiten bei jedem län⸗ ger dauernden Regenwetter, oder heftigen Gewitter unter Waſſer ſetzt, und alljährlich mehr verſumpft. Eine ahnliche Lage haben faſt alle Flüſſe von Italien, weßwegen man genöthiget iſt, ſie in ſehr hohe Dämme einzuſchließen, und gleichſam aufgehangen zu erhalten, um ihre Wäſſer durch die Ebenen zu leiten, wenn ſie dieſe nicht ganz mit Waſſer erfüllen ſollen.(Siehe Simon⸗ de's Gemälde der toskan. Landw. S. 6. 7., wo er beſonders vom Arno, Serchio, und der Pescia redet.) Das größte Bei⸗ ſpiel der letztern Art findet man in Ungarn, wo der reichſte Boden, und die größte Ebene jährlich mehr Land durch die Ver⸗ ſumpfung verliert, welche die Theys, die Maros, die Te⸗ mes und alle Flüſſe verurſachen, die zwiſchen der Don au und dem ſiebenbürgiſchen Gebirge liegen, und ſich in dieſen Strom entleeren. 15. Das von Anhöhen zur Regenzeit oder wenn der Schnee ſchmilzt, herunter kommende Waſſer, wenn es in dem Becken der Ebene nicht verſinken, oder aus demſel⸗ ben nicht abfließen kann, muß ebenfalls den Boden ver⸗ ſumpfen. 16. Die Trockenlegung eines auf dieſe verſchiedent⸗ liche Weiſe verſumpften Bodens beruht darauf, daß man dem Waſſer, welches die Verſumpſung verurſacht, ent⸗ bedet deren in die meht Aubtt durch in de oder! mende dieſes aud d nen verſu liche den ferne vorge ſehr le lich au bhenen du ent unterir lhſache eten, und der Be der nur jeitveilg h hoch, und de ndere Veriefin tiefer das onn, und um ſo ge an tragen daule des Bodens i fie einmündende nnen; ſolche Vie bis ihr Spieg dem des grißen et der Verſumyfung em hohen Bette eir eiten bei jeden lin witter unter Waſſt ähnliche Lage hahn in genöthiget iſ ſe ichſam aufgehann en zu leiten, ven (Siehe Sinon o er beſonders von ) Das größte bi⸗ en, wo der ritſt Land durch die Va⸗ Maros, di de en der Donau m u, und ſich in dieſt it oder wem de aſſer, wenn ei oder aus demſ den Boden der⸗ dieſe verſchieden⸗ darauf, daß mat verurſacht, en⸗ 257 weder einen Abzug verſchafft, indem man ihm einen au⸗ deren Rinnſaal anweiſet, ſo daß es entweder gar nicht in die Vertiefung des Bodens geräth, oder in demſelben mehr Fall bekömmt; oder daß man durch Damme das Austreten des Waſſers aus ſeinem Bette verhindert, oder durch offene oder bedeckte Gräben dem ausgetretenen oder in der Dammerde ſtauenden Waſſer Abzug verſchafft; oder daß man den Boden, der durch das höher herkom⸗ mende Waſſer verſumpſt wird, in ſo weit erhöht, daß dieſes nun frei darüber hinfließen kann, oder wenn das aus den hohen Flußbetten tretende Waſſer nirgendwo ei⸗ nen Seiger fände, daß man die nächſte, und am meiſten verſumpfte Umgebung des Fluſſes ſo weit durch eine künſt⸗ liche Aufſchwemmung erhöht, daß aller verſumpfte Bo⸗ den dadurch zum fruchtbarſten umgewandelt, und aller fernern Verſumpfung für eine lange Reihe von Jahren vorgebeugt wird. Man findet dieſe Gegenſtaͤnde, die wir hier nur in einem ſehr leichten Umriſſe darſtellen können, weitläuftiger, und gründ⸗ lich auseinandergeſetzt in Thaers rat. Landwirthſchaft III. Thl., und was die Aufſchwemmungen des Bodens betriſſt in Simon⸗ de's Gemälde der toskan. Landwirthſchaft. 17. Oft findet man Sümpfe auf Anhöhen und in Ebenen, ohne daß man von außen die Quelle derſelben zu entdecken vermögend iſt. In einem ſolchen Falle ſind unterirdiſche Wäſſer, die hier ſich münden, die nächſte Urſache derſelben. 18. Alle Quellen entſtehen, indem ſich das Waſſer durch die obere loſe Erdſchichte in Bergen und Hügeln ſo tief niederſenket, bis es auf einen Felſen oder eine Thonlage kommt, die ſein ferneres Eindringen hindert. Hier ſammelt es ſich, und drängt ſich nach der Richtung dieſer Schichte ſo lange fort, bis es irgendwo in einer tiefern Lage wieder zu Tage kommt. Kann es frei aus⸗ Burgers Lehrb⸗ d. Landw. 1. By. 17 258 fließen, ſo heißt man einen ſolchen Waſſerausfluß: eine Quelle; liegt aber eine thonige Erdlage quer vor, ſo er⸗ füllt es dieſe mit Waſſer, und entleert ſich in einer großen Oberfläche, die es verſumpft. Dieſe Arten von Verſumpfungen finden daher nur zwiſchen Bergen und Hügeln Statt. In den Ebenen haben die Verſum⸗ pfungen ihren nächſten Grund immer nur in überirdiſchem Waſ⸗ ſer: denn da gibt es nicht Quellen, weil nirgendwoher ein Druck ruhrt, der das Waſſer vermöchte aufzuſteigen. 19. Es iſt immer ſchwer, oft unmöglich, ſolche Ver⸗ ſumpfungen, wenn ſie einen großen Umfang haben, trocken zu legen, und es bedarf einer vielfältigen Unterſuchung der Erdſchichte mittelſt des Erdbohrers, ehe man über die Lage der Schichte, auf der das Waſſer ſteht, eine richtige Kennt⸗ niß erlangt. 20. Die Mittel, ſolche Verſumpfungen trocken zu le⸗ gen, beſtehen darin, daß man dem Waſſer entweder einen freien Abzug verſchafft, oder daß man die waſſerdichte Un⸗ terlage durchſchlägt, wenn dieſe nicht zu mächtig iſt, und unter derſelben eine Sandſchicht vorhanden iſt, die nicht mit Waſſer angefüllt iſt. 21. Das Waſſer bekommt in verſumpften Anhöhen ei⸗ nen freien Abzug, wenn man ebenſöhlig mit der Thonlage, auf der das Waſſer ruht, eine Oeffnung in den Boden macht. 22. In ebenen Lagen, oder wo nur wenig Gefälle vorhanden iſt, kann der Boden nur dann ſicher trocken ge⸗ legt werden, wenn man dem Waſſer durch Gräben, die in die waſſerdichte Unterlage eindringen, und quer nach dem Gefälle des Bodens gezogen ſind, hinreichenden Abzug ver⸗ ſchaffen kann. 23. Wenn es nicht erforderlich iſt die Gräben tief zu führen, ſo läßt man ſie offen; wo dieſe aber über 2 Fuß a d in de ihn diet vorlt Gtäl wend zu we u ge er bf offen drinc hat! der ausg Obe und Grat chen! dit l hhen d Der Oberſ von vi Weide und i den. Bew ten d Anſch 12- ausg nach vethe ler n Nau dem bo- ſſerausſuiß: an e quer vor, ſo e⸗ ch in einer guußen daher nur zwiſtn haben die Verſun⸗ überirdiſchem Wi⸗ endwoher ein Druc öglich, ſolche Va⸗ ang haben, trotkm Unterſuchung de man über die lag ine richtige Kennd ngen trocken zul⸗ ſer entweder einmn e waſſerdichte le⸗ rmaͤchtig iſt, und den iſt, die niht npften Anhöhen i mit der Thenlag den Boden math nur wenig Gefile N ſicher trocken ge ch Gräben, dieit nd guer noch de henden Alſug ve die Gtäben tif in aber über d 259 in den Boden eindringen müͤſſen, da iſt es oft vortheilhaft, in der Tiefe des Kanals einen Waſſerzug zu erhalten, und ihn oben über wieder mit Erde zu decken. 24. Unterirdiſche Waſſerabzüge ſind nothwendig, wenn die trocken gelegten Stellen beackert werden ſollen. Sie ſind vortheilhaft allenthalben, wo das Füllungsmateriale der Gräben nicht beſonders koſtſpielig iſt, und durch die noth⸗ wendige mehrere Vertiefung ſolcher Gräben ihre Lange nicht zu weit ausgedehnt werden muß, um den nöthigen Seiger zu gewinnen. Die erſte Anlage des Grabens iſt nicht völlig gleich, wenn er offen zu bleiben, oder gedeckt zu werden beſtimmt iſt. Der offene Graben darf nur etwas in die waſſerdichte Unterlage ein⸗ dringen, der gedeckte muß ſeinen Zug ganz darin haben, darum hat der ſeichtere Graben auf einer gegebenen Länge mehr Fall, als der tiefer unter ihm liegende; dafur aber brauchr dieſer nur ſchmal ausgegraben zu werden, während jener um G breiter auf der Oberfläche ſeyn muß, weil ſeine Wände ſonſt zu gerade ſtehen, und zu leicht einfallen würden. Das Füllen und Zuwerfen der Gräben macht viele Mühe, dafür aber bedarf man keiner jährli⸗ chen Reparatur, wir dieß bei dem ofſenen immer nothwendig iſt, die leicht im Verlaufe einiger Jahre das Doppelte deſſen ausma⸗ chen dürften, was für das Füllen und Verwerfen ausgelegt wurde. Der Boden, der unterirdiſche Abzugsgräben hat, iſt auf ſeiner Oberfläche ganz zu benutzen; der durch Gräben zertheilte hat da⸗ von viel verloren, und kann weder als Acker, noch darf er als Weide benutzt werden, weil der Pflug zu häufig gehemmt wird, und im letztern Falle die Gräben durch das Vieh zertreten wür⸗ den. Iſt er eine Wieſe, ſo hindern die Gräben ihre regelmäßige Bewäſſerung, und man bedarf vieler Brücken, um die Heufuh⸗ ren darüber zu bringen. Dagegen muß man aber auch wieder in Anſchlag bringen, daß die gedeckten Gräben nach Verlaufe von 12— 20 Jahren ſich mit Erde füllen, nicht mehr ziehen, neu ausgeworfen und gefüllt werden müſſen. 25. Die Form der offenen Waſſergräben richtet ſich nach ihrer Tiefe; je ſeichter ſie ſind, je breiter kann man verhältnißmäßig ihren Boden, je tiefer ſie ſind, je ſchmä⸗ ler muß man ihn anlegen, weil man ſonſt unnütz zu viel Raum verlore, und der Graben oben zu breit würde, in⸗ dem die Seitenwande bei tiefen Gräben in einem Winkel von 60— 650 gegen die Fläͤche des Bodens ſtehen müſſen. 17* 260 26. Die unterirdiſchen Waſſerabzüge beſtehen darin, daß man in die waſſerdichte Unterlage des Bodens einen ſchmalen Graben mit einem genau angelegten, aber mäßi⸗ gen Gefälle macht, dieſen mit Reisbündeln, oder runden Steinen ausfullt, mit Raſen oder Stroh deckt, und darü⸗ ber die ausgegrabene Erde wirft. Der Waſſerzug braucht nicht mehr als am Grunde 3—4 Zoll breit zu ſeyn, wenn er mit Holz gefüllt wird, dreimal ſo breit aber muß er ſeyn, wenn er mit Steinen gefuͤllt wird. Oben muß er ſo viel erweitert ſeyn, daß der Arbeiter ſich darin bewe⸗ gen kann. Die Holzbündel aus Weiden, Erlen, Pappeln wer⸗ den feſt eingetreten, und wenn man Steine verwendet, ſo müſ⸗ ſen dieſe wohl abgerundet ſeyn, und mit Vorſicht eingelegt wer⸗ den, daß nicht hinterher eine Ueberrückung Statt finden könne. Auf 20 Klafter einen Zoll Fall iſt hinlänglich. Die durch den naſſen Theil des Feldes gezogenen Gräben müſſen ſchief nach dem Abhang deſſelben mit einem geringen Falle angelegt werden, da⸗ mit ſie das nach dem Hang herunterziehende Waſſer auſſangen und abführen. Ein Graben vom andern muß ö6 bis 8 Klafter entfernt ſeyn. Alle unterirdiſchen Gräben münden ſich in einen offenen Hauptkanal, der hinlängliche Tiefe haben muß, damit das Waſ⸗ ſer ſchnell genug abfließe, und nicht zurückſtaue. Die Mündun⸗ gen muß man in reinem Zuſtande erhalten, damit man ſich über⸗ Zeugen könne, ob ſie alle Waſſer abziehen, oder nicht.— Eine genügende Beſchreibung dieſer Gräben findet man in Thaer's engl. Landwirthſchaft; Begtrup's Bemerkungen; Dickson's Farmers Comp. Uebrigens iſt dies Verfah⸗ ren nicht bloß in Eng land üblich, ſondern auch in Deutſch⸗ land, und in ſehr vielen Gegenden unſers Vaterlandes findet man daſſelbe ſeit der graueſten Vorzeit in Anwendung. d. Von der Umſtaltung eines Bodens in Ackerland. 1. Wenn die Hinderniſſe weggeräumt ſind, welche ſich dem Wachsthume der Getreidearten eutgegenſetzten, ſo iſt der Boden im Allgemeinen, und insbeſonders die zur Auf⸗ nahme der Saat beſtimmie Oberfläche deſſelben entweder in einem ſolchen Zuſtande, daß man ſie nach vorausgegan⸗ gener Umackerung ſogleich beſäen kann, oder ſie iſt in einem ſolchen Zuſtande, daß ſie erſt noch beſonders vorbereitet wer⸗ den muß. 3 dicken mit ei auſag der Mater hener krachen Humu ten Fe neht zernfe ſie ſo gendr oder zernfe dieG ſch e dufge den durch hii giege hiere Etre Bod ſeich ine mal ebeſtehen dun, es Bodens einen gten, aber mißi⸗ n, oder runden deckt, und dari⸗ am Grunde 3— wird, dreimal ſ gefullt wird. Oben er ſich darin bewe⸗ en, Pappeln ve⸗ verwendet, ſo miſ⸗ rſicht eingelegt ver⸗ Statt finden könne. d. Die durch den ſſen ſchief nach den gelegt werden, dae Jaſer auffangen und 8 8 Klafter entfetnt h in einen ofenen ß, damit das Waſ⸗ ue. Die Mindmn⸗ amit man ſich über der nicht.— Eine man in Thaere Bemer kungen; as iſt dies Verfth⸗ auch in Deutſä⸗ Vaterlandes fudet wendung. Bodens in tt ſind, welch ſch egenſeßten, ſi iſ ders die zur Ai deſeelben entweder nach vorausgezan⸗ er ſie iſt in einem s vorbereitet wer 261 2. Ein leichter mürber Boden mit einer dünnen oder dicken Grasnarbe ſoll nach geſchehenem Aufbruche ſogleich mit einer Saat beſtellt werden, die einem ſolchen Boden zuſagt; denn nichts hindert in dieſem Falle das Wachsthum der Pflanzen, und es würde Verſchwendung der düngenden Materie ſeyn, wenn man einen ſolchen Boden nach geſche⸗ hener Beackerung erſt eine Weile liegen laſſen, oder gar brachen wollte, indem im erſtern Falle die Zerſetzung des Humus nicht eingeſaugt, ſondern verflüchtigt, und im letz⸗ ten Falle das Mürbwerden und Verfaulen der Grasnarben mehr als im erſteren gehindert würde. Wenn man ſchlechte Weiden, alte Wieſen, Klee⸗ und Lu⸗ zernfelder aufbricht, ſo werden ſie am beſten benützt, wenn man ſie ſogleich beſäet. Alle Neubrüche werden bei uns, die wir nir⸗ gendwo ſehr bindigen Thonboden haben, in den Ebenen mit Hirſe oder Pfennich, in den Zergen mit Lein beſtellt; Kloe⸗ und Lu⸗ zernfelder werden mit Hafer, Mais oder Weitzen beſäet. 3. Iſt der Boden aber feſt und bindig, und beſteht die Grasnarbe nebſtbei aus einem Geflechte grober, ſchwer ſich zerſetzender Wurzeln, ſo findet man es vortheilhaft die aufgepflügte Grasnarbe erſt zu verbrennen, und den Bo⸗ den zu beſaen, nachdem die Aſche mit dem Untergrunde durch ein neues ſeichtes Pflügen vermiſcht worden iſt. 4. Zu dieſem Behufe wird der Boden im Herbſte oder Frühlinge aufgepflügt, die Pflugſtreifen werden in Raſen⸗ ziegel zerhauet, in Haufen zuſammengelegt, getrocknet, und hierauf entweder für ſich allein, oder mit Hülfe von Holz, Stroh oder Kohlen verbrannt. Die Aſche wird über den Boden ſo gleichförmig als möglich verbreitet, und durch ſeichtes Pflügen und Eggen mit ihm in Verbindung geſetzt. 5. Der Vortheil, welcher aus dieſer Art den Boden in einen Acker umzuſtalten hervorgeht, iſt doppelt. Ein⸗ mal wird die dichte, ſchwer zerſetzbare Grasnarbe ſchnell 262 zerſtört, und dann wird durch das Brennen die oberfläͤchliche Thonlage ſo weit verändert, daß ſie das Waſſer nicht mehr ſo hartnackig anhält, und leichter ſich bearbeiten läßt. 6. Der Nachtheil, der mit dem Verbrennen der Gras⸗ narbe verbunden iſt, beſteht darin, daß ungezweifelt eine große Menge von nährenden Beſtandtheilen dadurch ver⸗ flüchtiget wird, welche, wenn ſie ſich nur allgemach im Boden zerſetzt hätte, mehr für das Wachsthum beigetragen häatte, als der kleinere, wenn auch wirkſamere Reſt, der im Boden zurück blieb, und der durch das entſtandene Kali jetzt auf einmal auflöslich gemacht worden iſt. Uebri⸗ gens darf die viele Arbeit, welche dieſe Art der Ackerberei⸗ tung erheiſcht, auch nicht überſehen werden. 7. Es kann daher das Brennen der Grasnarbe nur dann von wirklichem Vortheil ſeyn, wenn dieſelbe dick, und von einer ſchwer zerſetzbaren Natur iſt. Iſt ſie nur dünn, ſo iſt es nicht ſchwer ſie mit den Grund⸗ erden in Miſchung zu bringen, und man muß ſich wohl hüten ſie gewaltthätig zu zerſtören. Iſt ſie dick; ſo kommt es auf die Beſchaffenheit der Dammerde an; iſt dieſe murbe, und beſteht die Grasnarbe wirklich nur aus Graswurzeln: ſo iſt ſie leicht zerſetzbar, und es iſt genügend, wenn ſie bloß umgepflügt wird um beſäet zu werden: iſt ſie aber dick, und beſteht aus Heide, Binſen, oder Torf; ſo iſt es bei der erſtern vortheilhaft, beim Torfe nothwendig die Narbe durch Brennen zu zerſtören. 8. Hieher gehört vorzüglich der Torf, der eine dicke Schicht von ſchwer zerſetzbaren Pflanzenwurzeln und Blät⸗ tern iſt, in dem die Getreidearten nicht fortkommen können, weil es ſolchem Boden an der nöthigen Bindung fehlt. 9. Nur ſolche Torflager können in Aecker umſtaltet werden, die durch Entwaͤſſerungskanäle in ſofern vom Waſſer befreiet worden ſind, daß dieſes entweder ganz bis auf den Grund des Torflagers abgefloſſen iſt, oder 1 8 die cherſlächlihe Laſſer nicht meßt tbeiten läͤßt. tennen der Gras⸗ ungezweifelt ein len dadurch der sur allgemach in thum beigetragn virkſamere Neſ, h das entſtandene orden iſt. Uetri irt der Ackerberei⸗ en. er Grasnarbe nur denn dieſelbe dic l. ſie mit den Grund⸗ uß ſich wohl hitn kommt es auf de aurbe, und biſiet ;: ſo iſt ſie leich öß umgepflügt vied beſteht aus Heide, vortheilhaft, beim zau zerſtören. xf, der eine dite vurzeln und Vlit tkommen können, indung fehlt. Aecker umſtalte in ſofern vom entweder gan ſoſſen iſt, odet 263 doch ſo weit, daß die zu kultivirenden Pflanzen mit ihren Wurzeln nicht das Waſſer beruhren. 10. Im erſtern Falle wird der Torf erſt ganz bis auf eine Schicht von 9 bis 12 Zoll herausgeſtochen, und als Breunmateriale verwendet, worauf man die Torflage mit der Erde aus den Gräben überſchüttet, und durch Pfluͤgen mit ihr mengt, ohne daß es unerläßlich nothwendig iſt, ſie zu brennen. 11. Im zweiten Falle, wo man den Torfboden als Ackerland benützt, ohne ihn vorher auszuſtechen, muß der zu kultivirende Platz in ſchmale, und lange Beete einge⸗ theilt werden. Die Lange iſt willkürlich, oder hängt von der Lage ab, die Breite darf aber nicht über 4 bis 5 Klafter ſeyn. Dieſe Beete ſind durch Gräben geſchieden, die den Ueberfluß des Waſſers in einen Hauptkanal entleeren, der durch eine Schleuße geſperrt werden kann, theils, daß nicht fremdes andrängendes Waſſer in die Beete einſtrome, theils, daß man die erforderliche Höhe des Waſſers in den Beeten ſelbſt erhalte, die zur Regulirung der Tiefe des Brennens nothwendig iſt. Der Torf aus den Theilungs⸗ oder Abwäſſerungsgräben wird über das Beet geworfen, wo möglich auf die Mitte deſſel⸗ ben, um dadurch eine Wölbung hervorzubringen. Dieſe Gräben werden alljährlich tiefer ausgeworfen, ſo lange der Seiger des Hauptkanals es zuläßt. 12. Sind dieſe vorbereitenden Arbeiten geſchehen, ſo wird die Oberfläche der Beete im folgenden Sommer ent⸗ weder mit einem leichten Pfluge, wenn der Voden ein Pferd trägt, dem man oft die Füße auf Breter bindet, um ſein Einſinken zu hindern, aufgeackert, oder mit der Handhaue aufgehauet, und in dieſem Zuſtande im erſten Jahre über Winter liegen gelaſſen, worauf ſie im folgen⸗ den Aprill oder Mai noch einmal überpflügt, oder über⸗ 264 hauet, und nach einiger Zeit leicht überegget wird, was ſo oft wiederholt werden muß, als vor der gaͤnzlichen Austrock⸗ nung Regen fällt. 13. Iſt die gelockerte Oberfläche vollkommen trocken, was nicht wohl vor Ende Mai, oft erſt in der Mitte des Juni zu erwarten iſt; ſo wird jetzt der Boden verbrennt, indem man ihn auf der Windſeite auf mehreren Stellen anzündet. Der Boden brennt ſo tief als er durch die vorausgegan⸗ gene Bearbeitung locker und ausgetrocknet worden iſt. Die tie⸗ fere Stelle ſteht noch immer im Verbande mit dem Waſſer, und kann deswegen nicht verbrennen. Will man den Torfboden län⸗ gere Zeit, vielleicht fur immer nur als Acker, oder abwechslend auch als Wieſengrund benützen, ſo darf nur eine geringe Schichte der Oberfläche auf einmal gebrennt werden, und man muß das Waſſer in den Abzugsgräben hoch geſpannt halten, um dem Ein⸗ dringen des Feuers in die Tiefe dadurch zu ſteuern. 14. Der gebrannte Torfboden wird mit Buchweitzen beſäet, und auf dieſelbe Weiſe alljäͤhrlich im Frühling auf⸗ gehackt, geegt, und gebrennt, bis er endlich eine me rere Feſtigkeit, und mehr Erde erlangt hat, worauf man ihn auch mit Winterrocken, Hafer, und andern paſſenden Pflanzen beſtellen kann. Die Kultur des Torfbodens hängt faſt immer ſehr genau mit der Benützung des Torfes als Brennmateriale zuſammen, und da der Torfſtich einen eigenen Zweig des landwirthſchaftlichen Gwerbes ausmacht: ſo muß ich auf die vorzüglichen Schriften in dieſem Fache verweiſen. Das berühmteſte Werk über das Torfweſen iſt: Eiſelens Handbuch, oder ausführlich theore⸗ tiſch⸗prakt ſcher Unterricht zur nähern Kenntniß des Torweſens. III. Auflage. Berlin. Eine gute kle ne Abhandlung üder die Be⸗ wirthſchafrung der kleinen Torfmoore iſt von Herrn Mathias in Hermbſt. Archiv der Agrikultur⸗Chemie V. B. 1. Heft. Das Werk:»Ueber die Vehne oder Torfgräbereien von Joh. Heinrich Freeſe, Aurich 1798 gehört zu den beſten. 15. Das Verbrennen des Raſens geſchieht aber in vielen Gegenden, vorzüglich in England, nicht bloß zur erſten Umwandlung eines wuͤſten Bodeus in einen Acker, ſonden ſchaft Weide mark iner! zerhad einande entzun ſtreut, ſchönes land aazlichen Austros⸗ kkommen trokke in der Mite des Soden verbremt nehreren Stelln h die vorausgeger⸗ orden iſt. Dit iie t dem Waſfer, und den Torfboden lir⸗ „oder abwechzlend ine geringe Schice und man muß das alten, um dem Ei⸗ euern. mit Buchweizen im Frühling auß glich eine me ren worauf man ihn undern paſſende immer ſehr geneu ateriale zuſammen, fandwirthſchaftlichen zuüglichen Schriften ke Werk über das ausführlich theores uß des Torweſens dlung üder die Be⸗ Herrn Mathits „ B. 1. Heft. Das von Joh. Heinric geſchieht aber in , nicht bloß zur in einen Acker, 2b5 ſondern ſo oft bei der Wechſel⸗oder vielmehr Egartenwirth⸗ ſchaft das Feld, welches mehrere Jahre zu Wieſen und Weide gelegen hat, wieder aufgebrochen wird. In der Gebirgskette, die Oeſterr eich von Steier⸗ mark trennt, wird der zu Kraut beſtimmte Acker, ein Stück einer dreijährigen Egarte, im Frühling aufgepflugt, der Raſen zerhackt, und die Ziegel deſſelben uber ein Stück Holz ſo über⸗ einander gelegt, daß ſie das Holz decken; worauf man das Holz entzündet, und den Raſen mit verbrennt. Die Aſche wird zer⸗ ſtreut, und ſeicht untergeackert, und ohne Dünger wächſt darin ſchönes Kraut. Ein aͤhnliches Verfahren iſt das Kütten in Kur⸗ land, und das Braatebrennen in Norwegen. 16. Man behauptet, und es iſt durch die größte Er⸗ fahrung erwieſen, daß dies Verfahren den unmittelbar darauf folgenden Saaten von größtem Vortheil ſey, und keineswegs die Fruchtbarkeit des Bodes für die Zukunft vermindere, wie man aus dem Verfahren den Raſen zu verbrennen, vermuthen ſollte. 17. Der Nutzen dieſes, unſern Vorſtellungen üͤber die Nothwendigkeit des Humus widerſprechenden Verfahrens, wird aber allerdings erklärbar, wenn man das Schälen und Brennen des Bodens(Paring and Burning) aufmerk⸗ ſam beobachtet. Man ſchält den Boden in England nur ſehr ſeicht ab, einen bis 2 Zoll tief; das Verbren⸗ nen dieſer Erdſchichte liefert Aſche, gebrannten Kalk, gebrannten Gips, welch erſtere auf den im Boden bleibenden Humus zerſetzend wirken, und da ein größerer Wär⸗ megrad zum Theil auch die Auflöslichkeit jenes Hu⸗ mus, der nicht verbrannt wird, befördern mag, und durch das Brennen der Thon ſeine nachtheiligen Eigenſchaften verliert; ſo erhellet hieraus, daß ein auf dieſe Weiſe zu⸗ bereiteter Acker eine hohe Fruchtbarkeit aͤußern müſſe. Wird dieſe Fruchtbarkeit nicht bloß für Getreide benützt, ſondern zum Theil für Futterpflanzen; ſo erzeugt man eine hinlängliche Menge von Dünger, um dem Boden das ſo⸗ 4 266 gleich wieder mit Wucher zu erſetzen, was ihm das Feuer geraubt hat, und erhält dadurch ſeine Fruchtbarkeit auch für die Zukunft. Es iſt bemerkenswerth, daß dieſe Art den Grasboden in Acker umzuſtalten, nur in den nördlichen Ländern, oder in hoch liegenden Gegenden üblich iſt, während man in den wärmern ſie nirgendwo kennt: Es iſt daher nicht unwahrſcheinlich, daß der in den kaltern, oder näſſeren Gegenden mehr begünſtigte Graswuchs das Verbrennen einer ſeichten Schichte der Grasnarbe als Verluſt von poſitiv düngenden Subſtanzen minder beachtungs⸗ werth macht, und daß der Gewinnſt, den dieſes Verfahren ge⸗ währt, daß der geſchälte und verbrannte Boden ein ſehr gleich⸗ förmiges, und von Unkraut, und Inſekten befreites, fruchtbares Feld darſtellt, während ſonſt die Grasnarbe in dieſen Gegenden nur ſchwer fault, und das Unkraut niemals durch ein einmaliges Pflügen zerſtört werden könnte, dieſen geringen Verluſt weit überwiegt. Davy in ſeiner Agrikultur⸗Chemie liefert mehrere Daten, aus denen uns die Wirkſamkeit dieſes Verfahrens mehr anſchaulich wird, auch äußert er hierüber, unſerer Meinung nach, die rich⸗ tigſten Anſichten. Er unterſuchte(S. 400) drei Proben von ſolcher Naſenaſche, die Herr Boys von Bellhanger in Kent eingeſchickt hatte. Er fand, daß die erſte— von einem Kalkboden— beſtand aus kohlenſaurer Kalkerde. o, 400 Gips..... 9, 655 Kohle....— Eiſenoxyd. 075 Salzigen Subſtanzen: 1 ſhwefelfaurem Kali, falzſaurer Talkerde, Pflanzenkali 0,015 Thon und Kieſelerde 0, 425 1,000 Herr Boys ſchätzte, daß ein Acker im Durchſchnitte 2660 Buſhels Aſche tragen dürfte, die ſeiner Meinung nach 9 nedo Pf. wiegen würden= 2195 Metzen oder 221508 Pf. W. G. pr. Joch. Ein Quadratfuß Oberfläche oder c Kubikfuß der Dam merde, müßte dieſem zu Folge 3,8 Pf. Aſche liefern, was keinesweges eeie iſt, da faſt die Hälfte dieſer Aſche aus Thon und Sand beſteht. Nach dieſer Rechnung kämen pr. Joch mittelſt dieſer Aſche gusgeſtreut an gebranntem Gips.. 1218 Pf. Kohle«. 4 096 Pf. ſalziger Gubſtanz 332 Pf. kohlenſaurem Kalke,(der aber zur Zeit des Ausſtreuens gebrannter Kalk war) 8860 Pf. Welche Subſtanzen allerdings ſehr beträchtliche Wirkungen ſo⸗ wohl als poſitiv düngende, als auch als Auflöſungsmittel Dat vabet „uſ hauf zſchw vpand zwelch ohin ei Fäͤſcher verdige dlung „Merg agröbe yſich ei MFäͤll voder das The wirth ihm das Feun üchtharkei au a Grazboden in en, oder in hoc in den wäͤrmern hrſcheinlich, diß nehr begunſüigt e der Grasnarte nder heachtunge 4s Verfahren ze ein ſehr glei⸗ eites, fruchthares dieſen Gegenden ech ein einmalige zen Verluſt wit et mehrere Data, Bmehr anſchaulic g nach, die rich⸗ drei Proben von hellhanger in ſte— von einem Kali, ſilſur durchſchnitte 3660 nach 172900 yf W. G. pr. Jogh der Damnerde, was keinesweges Tyon und Sanh telſt dieſer Ae 1218 Pf. 006 Df. 331 Pf. der aber zur Zeit 8960 Pf. eWirkungen ſo⸗ auflöſungzmitt des in der unteren Schicht der Dammerde liegenden Humus machen müſſen. Die zweite Aſchenprobe war von einem Felde, das nur 0,04 kohlenſaure Kalkerde enthielt, und aus% feinem Sande und ungefähr ¼2 Lehm beſtand. Es war vor dem Brennen mit Raſen bedeckt geweſen Sie beſtand.. aus Kohle... 0,06 ſalzſaurem Natrum, ſchwefelſauren Kali, und einer Spur von Kali.. 0,03 Eiſenoxyd... 0,9 Der Ueberreſt beſtand aus Erden. Die dritte Probe war von einem ſteifen Lehmboden, der vormals Heide war. Die Aſche beſtand aus Kohle. 2. 2. 0,93 ſalziger Subſtanz, vorzüglich Kochſalz mit etwas Kali.... 0,02 Eiſenoxyd. 0,07 kohlenſaurer Kalkerde 0,2 Der Ueberreſt war Thon und Sand. »Man hat mehrere, nicht klare Urſachen angefübrta ſagt Davy,»um die Wirkung des Brennens zu erklären; ich glaube vaber, daß ſich dieſe Operazion ganz auf die Veränderung des »Zuſammenhanges und der Zähigkeit des Lehmbodens, ſo wie »auf die Zerſtörung der unfruchtbaren und unnützen,(ſoll heißen: „ſchwer auflöslichen) vegetabiliſchen Subſtanz, und ihre Um⸗ »wandlung in Dünger, zurückführen läßt. Alles Erdreich, in »welchem ſich zu viele todte Pflanzenfaſern befinden, und das mit⸗ vhin ein Drittel bis zur Hälfte ſeines Gewichtes durch das Ein⸗ „äſchern verliert, und alle ſolche Arten von Boden, welche ihre verdigen Beſtandtheile in einem unfühlbaren Zuſtande der Zerthei⸗ vlung enthalten, wie dieſes der Fall bei dem ſteifen Kleiboden und »Mergelboden iſt, werden durch das Brennen verbeſſert; bei vgröberem Sand hingegen, oder fruchtbaren Boden, in welchem pſich ein richtiges Verhältniß der Erden befindet, ſo wie in allen „Fällen, in welchen das Gefüge des Erdreiches ſattſam locker, v»oder die organiſche Subſtanz hinreichend aufgelöſt iſt, wird „das Brennen nachtheilig wirken.« Naͤhere Nachrichten über dieſes Verfahren ſindet man in Thaer's, und Begtrup's Werken über die engliſche Land⸗ wirthſchaft⸗ e. Von der Einfriedigung des Bodens⸗ 1. Unter der Einfriedigung des Bodens ver⸗ ſteht man die Schutzwehre, die man rings um den Boden aufſtellt, um ihn im Frieden zu erhalten, das iſt vor dem Anlaufe der Thiere und Menſchen zu bewahren. 368 2. Jedes Land kann nur in ſofern für den Landwirth den größten Werth haben, als er unbeſchränkter und un⸗ geſtörter Eigenthümer deſſelben iſt. So lange das Feld in Gemeinſchaft mit denen ſeiner Nachbarn offen da liegt, ſind die auf demſelben kultivirten Gewächſe vielfachen Ge⸗ fährdungen ausgeſetzt, und nur dann erſt, wenn es wohl eingefriedigt, und für den Anlauf von Menſchen und Thie⸗ ren geſichert iſt, kann er ſich in dieſer Hinſicht als unge⸗ ſtörter Eigenthümer deſſelben betrachten. 3. Der weſentlichſte Vortheil der Einfriedigung iſt immer die Sicherheit der ungeſtörten Benützung des Feldes; indeſſen dürfen die mancherlei Nebenvortheile, welche mit der Einfriedigung verbunden ſind, nicht überſe⸗ hen werden. 4. In einem eingehegten Boden wird die Feuchtigkeit mehr zurückgehalten, weil die Winde den Boden nicht ſo austrocknen können, und die Waͤrme wird nicht ſo geſchwind durch die bewegte Luft entführt. Ueberall alſo, wo die Feuchtigkeit mit Sorgfalt in dem Boden zurückgehalten wer⸗ den muß, und wo die Erhaltung der Wärme im Boden dem Pflanzenwachsthum zuträglich iſt, ſind die Einhegungen von großem Nutzen. — Sandboden in ebenen Gegenden wird durch hohe Einhe⸗ gungen den größten Vortheil erhalten. Nach dieſen jedes zu Wieſen und zur Weide beſtimmte Feld, weil dieſe Plätze mehr als Getreidefelder warme Näſſe nothwendig haben. * 5. Endlich gewähren die Einfriedigungen ſolchem Lande, das beſtändig oder nur zeitweilig als Weide benützt wird, ſehr großen Nutzen, weil man das Vieh darin ein⸗ geſchloſſen hat, ohne für daſſelbe eines Hirten zu be⸗ dürfen. 1 Darum findet man die Felder in verſchiedenen, oft gleich großen Abtheilungen mit Gräben und Hecken eingefriedigt in alen in Er hutgi 6 verbun nehme anhau ſchule, dienen, 5 ſeh, den, werd der- der T Sch. leber holz du den heck t den kandvith raͤnkter und u⸗ lange das gh n ofen da leg e vielfachen Ge⸗ ewenn es wii ſchen und dhie inſicht als unge Einftiedigung i Benützung de Nebenvorthell⸗ nd, nicht überſe d die Feuchtigtit · Boden richt ſo iccht ſo geſchvind ll alſo, wo de rückgehalten ver zaͤrme im Boden die Einhegungen durch hohe Einhe⸗ ch dieſen jedes zu dieſe Pläte mehr aben. igungen ſolhen als Weide benitt Vieh datin ei⸗ z Hitten zu be dene, oft glit n eingeftiedigt in allen jenen Ländern, wo die Egartenwirthſchaft betrieben wird: in England, in Mecklenburg, Holſtein, im Salz⸗ burgiſchen, und in un ſern Gebirgen. 6. Die Nachtheile, welche mit den Einfriedigungen verbunden ſind, beſtehen darin, daß ſie vielen Raum weg⸗ nehmen, die Abtrocknung de Bodens hindern, zu Schnee⸗ anhäufungen Gelegenheit geben, dem Unkraute zur Pflanz⸗ ſchule, den Inſekten, Mäuſen und Vögeln zum Aufenthalt dienen, und der Bearbeitung des Bodens im Wege ſtehen. 7. Ob die Einfriedigung des Ackerlandes vortheilhaft ſey, denn nur bei dieſen kann es in Zweifel gezogen wer⸗ den, kann daher nicht im Allgemeinen bejaht oder verneint werden, und ergibt ſich erſt aus der Gegeneinanderſtellung der Vortheile und Nachtheile für jeden einzelnen Fall. Man findet dieſen Gegenſtand gut auseinandergeſetzt in der Beſchreibung der Belgiſchen Landwirthſchaft von Schwerz I. B. 8. Die Einfriedigungen werden eingetheilt in todte, lebende, und gemiſchte. Zu den erſtern gehören: Holzzaͤune, Wälle mit Gräben, und Mauern; zu den zweiten Hecken, und zu den letztern Wälle mit Hecken. —. Holzzäune beſtehen entweder aus langen Schei⸗ tern,— Speltenzäune— oder aus den Aeſten von Wei⸗ den, Pappeln u. ſ. w. die man Gertenzäune nennt. Man findet die erſtern in waldigen Gebirgsländern; wo das Holz keinen andern Werth hat, als den es durch die Arbeit erlangt, oder wo man der Hirſche wegen die Aecker mit dieſer Einfriedigung umgeben muß. Die letztern wer⸗ den in den Thälern und feuchten Ebenen angetroffen, wo die Natur das Wachsthum der Weiden und Pappeln be⸗ günſtiget. 270 10. Holzzäune haben den Vortheil, daß ſie den klein⸗ ſten Raum einnehmen, und in der geſchwindeſten Zeit er⸗ richtet werden können: dafür aber ſind ſie nur von kurzer Dauer, müſſen oft, beſonders die Gertenzäune neu auf⸗ geſetzt werden und leiſten gegen den Andrang der Thiere, wenn ſie alt geworden ſind, nur geringen Widerſtand. 11. Erdwälle ſind die gewöhnlichſte Einfriedigung, und überall, wo die Errichtung und Erhaltung der hölzer⸗ nen Zaͤune nicht wohlfeiler kommt, iſt ſie die zweck⸗ mäßigſte. 12. Sie beſtehen in einem Aufwurfe von Erde mit inem Graben. Je breiter und tiefer der Graben iſt, je höher wird der Wall. Je mehr er ſeinem Zweck entſpricht, je mehr erfordert ſeine Anlegung aber auch Koſten, und um ſo größer iſt die Fläche des Landes, die in den Graben und Wällen nur einer ſehr geringen Benützung faͤhig iſt, wenn man den Wall nicht mit Hecken bepflanzt. Der Hof Bradfield Combuſt in Suffolk, der 325 Akres groß iſt, iſt in 22 Felder eingetheilt, deren jedes mit einem Graben und Wall umgeben iſt. Der Raum dieſer Wälle, Gräben und Wege macht den 8ten Theil des Ganzen aus= 26 Akres. Begtrup. I. Thl. 154. 13. Außer der Einfriedigung, welche Wall und Gra⸗ ben zuſammen bilden, gewährt der Graben aber auch noch im feuchten, oder Ueberſchwemmungen ausgeſetzten Boden die Möglichkeit und Leichtigkeit das Waſſer abzuleiten, und das Feld trocken zu legen, und zu erhalten. 14. Mauern kommen faſt allenthalben zu theuer, als daß man, nicht bloß die Gaͤrten, ſondern auch die Felder damit umgeben könnte. Indeſſen gibt es allerdings Fälle, wo man mit Vortheil ſeine Felder damit einfrie⸗ diget.— Wo man nämlich im eigenen Boden einen Stein⸗ Baäͤun der E daß ſie den llen. indeſten geit e⸗ nur von krrzer nzaune neu auf uang der dhire Liderſtand. 3 Einfriedigung tung der hölhn ſie die zwet. e von Erde ni rGraben iſt, j Zweck entſprich, uch Koſten, und ſe in den Graben ützung fähig iſ lanzt. uffolk, der 303 deren jedes mit um dieſer Vill, Hanzen aus= 1 Wall und Gra⸗ n aber auch noch ggeſezten Boden abzuleiten, und aiben zu theuer, ondern auch die bt es allerdings damit einftie⸗ en einen Stein⸗ 271 bruch hat, der aus Glimnterſchiefer, oder Sandſchiefer be⸗ ſteht, der ſich leicht brechen läßt, da iſt das Gewinnen von Steinplatten mit geringen Koſten verbunden, und es kann ſich lohnen dieſelben zum Behufe der Einfriedigung zu verwenden, indem man aus ihnen eine trockene Steinwand ohne Kalk auffuhrt. 15. Lebende Hecken beſtehen aus mancherlei Bäumen und Strauchen, die man gefliſſentlich zum Behufe der Einfriedigung anpflanzt. 1b. Mat hat Hecken, die auf ebenem Boden angelegt ſind, und andere, die man auf den Erdwällen anpflanzt⸗ Die erſteren nehmen weniger Raum ein, als die letztern; dafür aber ſind ſie viel ſchwerer aufzubringen, weil ſie dem Anlaufe von Menſchen und Thieren mehr ausgeſetzt ſind, wenn ſie auch in den erſtern Jahren mit einem dop⸗ pelten Zaun umgeben ſind. 17. Eine lebende Hecke, die gehörig bewachſen iſt, hat mancherlei und wichtige Vortheile. Sie iſt ſehr ſchwer durchdringlich für Menſchen und Thiere. Sie braucht alljährlich nur eine geringe Nachhülfe, indem man durch das Beſchneiden der oberen Triebe den lebhaften Wuchs der unterſten Aeſte erhält, und endlich liefert eine ſolche Hecke eine beträchtliche Menge von Holz. In England, den Niederlanden und in Italien gehören Wälder zu den Seltenheiten. Die Hecken liefern alles Brennholz, und den größten Theil des Gebäuholzes. 148. Nicht alle Bäume und Sträuche eignen ſich zu dieſem Behufe. Sie müſſen dem Klima und Boden ange⸗ meſſen, und nebſtbei ſchnellwüchſig und von der Art ſeyn, daß ſie das Beſchneiden der Wipfel nicht nur allein vertra⸗ gen, ſondern daß dadurch das Wachsthum der Bodenäſte vermehrt wird. 272 Manche Baͤume und Sträuche vertragen wohl das Be⸗ ſchneiden, aber ſtatt daß die untern Aeſte hierauf ſtärker wüchſen, treibt der Kopf neue, gerade in die Höhe gehende Aeſte, wie z. B. die Akazie, die Weiden, die Haſel u. ſ. w. 19. Solche Bäume und Straͤuche ſind: die Fichte und Föhreée, Pinus sylvestris und picea; alle Arten der Eiche; die Hagebuche, die Kornellkirſche, der Holzapfel, der Schlehendorn, und der Weiß⸗ dorn. 20. Die Kultur dieſer Hecken iſt die aller andern Bäume. Erſt müſſen ſie in hinlänglicher Anzahl in Pflanz⸗ ſchulen erzogen, dann in den wohl vorbereiteten, und hin⸗ länglich tief umgegrabenen Platz im Herbſt überſetzt wer⸗ den, wo ſie wachſen ſollen. Die erſten Jahre müſſen ſie durch hölzerne Latten geſchützt werden. So wie ſie lebhaft zu wachſen anfangen, werden ihnen die Wipfel abgeſchnit⸗ ten, um das Austreiben der Bodnäſte hervorzubringen, und ſo oft ſich wieder ſtark emporragende und in die Höhe wach⸗ ſende Aeſte zeigen, müſſen dieſe immer auf eine verhalt⸗ nißmäßige Kürze zurück beſchnitten werden. Wo das Klima die Kultur der Fichte erlaubt, und in Deutſchland ſſt dieß faſt überall, da verdient ſie allen übri⸗ gen Bäumen und Sträuchen vorgezogen zu werden, indem man junge Pflanzen allenthalben in den Wäldern genugend antrifft, ohne ſie mit Mühe ſelbſt erziehen, oder theuer von den Gartnern kaufen zu müſſen; ſie vertragen das Ueberſetzen, wenn ſie ſehr jung ſind, leicht; wachſen ſchnell, und bilden eine Wand, die nach der Kornellkirſche, welche die undurchdringlichſte iſt, die meiſte Dichtigkeit hat. Indem die Fichte den Blattraupen nicht zum Aufenthalte und zur Nahrung dient; ſo hat ſie auch hierin einen nicht ganz unwichtigen Borzug In Kärnten, meyhr noch in Steiermark, findet man häufig ſolche Hecken, bald zur Zierde, bald zum Nutzen, die erſten in Gärten, die andern auf Aeckern und Wieſen. Sie dauern ſehr lang; denn funfzigjährige ſehen noch ſehr friſch aus. 21. Eine gemiſchte Einfriedigung iſt jene, wo man den Erdwall mit einer Hecke bepflanzt. liſt hiet ſnd ange dahi zu be Otte ine dii En en wohl das P f ſtärker witſ de Aiſte, vie 5.B. v. d: die Fichte ea; alle Aten rnellkjirſche und der Weiß⸗ de aͤller anden nzahl in Pflan⸗ eiteten, und hu⸗ iſt überſetzt wer Jahre müſſen ſe So wie ſie lehhaſt Lipfel abgeſchri⸗ orzubringen, und in die Höhe hat⸗ zuf eine vethil⸗ e erlaubt, und in ient ſie allen ühr⸗ derden, indem man genugend antriſt, von den Gartnenn en, wenn ſee ſehr en eine Wand, de ringlichſte iſ, die Blattraupen nit hat ſie auch hieri enten, mebr no Hecken, bald jur i, die andern auf denn fünfziglährige gung iſ jene, anzt⸗ 22. Dieſe Art der Einfriedigung iſt die allergewöhn⸗ lichſte, und wohl auch zweckmäͤßigſte, indem drei Mittel hier zur Abhaltung der Thiere und Menſchen angewendet ſind: der Graben, der Wall und die Hecke. 23. Die Hecke wird anfänglich auf der Höhe des Walls angelegt, indem man die jungen Baume oder Sträuche dahin verſetzt. Nebſtbei wird aber der Abhang des Walls zu beiden Seiten mit Samen von paſſenden Bäumen und Sträuchen beſäet, damit der ganze Bogen des Walles ſich in eine Hecke verwandle, die um ſo feſter und undurch⸗ dringlicher wird, als ſie mehr Durchmeſſer hat, und die Erde des Walls mehr vor dem Abſchwemmen ſchuͤtzt. Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Bd. 18 Drittes Hauptſtück. Pflanzenkultur. §. 1. Begriff und Eintheilung der Pflanzenkultur. 1. Uupflanzenkultur verſtehen wir das Ver⸗ fahren, beſtimmte Pflanzen auf einem gegebenen Boden hervorzubringen, und ihr Wachsthum zu beſchleunigen, und zu vergrößern. a. Die Pflanzenkultur wird eingetheilt in die allge⸗ me in e und in die ſpezielle. 3. Die allg emeine Pflanzenkultur enthält die Re⸗ geln der Kultur, in wiefern dieſelben allgemein, und allen Pflanzen gleich angemeſſen ſind. 4. Die ſpezielle Pflanzenkultur lehrt die Anwen⸗ dung der allgemeinen Regeln bei den verſchiedenen Pflan⸗ zen mit Rückſicht auf die eigenthümliche Natur derſelben. 9. II. I. Allgemeine Pflanzenkultur. 1. Wenn wir beſtimmte Pflanzen auf einem gegebenen Boden hervorbringen, und ihr Wachsthum, ſo ſehr als dieß Q—Q—Q———— o ſein eine lihe ſeze voll dir wir flanzenkulter ehen wir das Va⸗ gegebenen Bode neſchleunigen, und eilt in die allge ur enthäͤlt die he gemein, und alln lehrt die Anwer ſchiedenen Pfan ntur derſelben. ltur. einem gegebenen ſo ſchr r als dief 275 möglich iſt, beſchleunigen und vergrößern wollen: ſo iſt es nothwendig zu wiſſen, wie dieſe Pflanzen in den Boden gebracht werden ſollen, und wodurch wir während ihrem Leben die Beſchleunigung ihres Wachsthums und die Ver⸗ größerung ihres körperlichen Volumens zu befördern im Stande ſeyn. 2. Es zerfällt daher die Lehre der allgemeinen Pflanzenkultur in die Lehre der Saat, und in die Lehre der Pflege der Pflanzen. 3. Weil wir aber die kultivirten Gewaͤchſe, nachdem ſie entweder bis auf die erzeugten Samenkörner ganz abge⸗ ſtorben ſind, oder auch wohl ſchon, wenn ſie einen beſtimm⸗ ten Grad der Ausbildung erlangt haben, von den Feldern wegbringen, die uns nützlichen Theile von den unnützen, oder minder nützlichen ſcheiden, aufbewahren, und vor Verderben ſchützen müſſen: ſo erhellet hieraus die Noth⸗ wendigkeit, auch das verſchiedentliche Verfahren kennen zu lernen, wie die Ernte der Pflanzen, ihre Reinigung, Scheidung und Aufbewahrung auf das Zweckmäßigſte bewerkſtelligt wird. §. II. A. Von der Saat. 1. Wenn der Boden mit einer zureichenden Menge von pflanzennährenden Subſtanzen verſehen, wenn alle ſeine Beſtandtheile wohl untereinander gemiſcht, und zu einer angemeſſenen Tiefe gelockert, und ſonſt kein weſent⸗ liches Hinderniß des Gedeihens der in denſelben zu ver⸗ ſetzenden Pflanzen vorhanden iſt: ſo ſind die Vorarbeiten vollendet, welche die Pflanzenkultur erheiſcht, und wir dürfen nun die Pflanzen ſelbſt in den Boden bringen, den wir für ſie zugerichtet haben. 18* 276 2. Die Pflanzen werden entweder in ihrem eiaͤhnlichen Zuſtande, als Samenkörner in den Boden gebracht, worin ſie beſtimmt ſind ſich vollkommen zu entwickeln, oder ſie werden an einem andern Orte geſäet, und werden dann in ihrem entfalteten Zuſtande, als junge Pflanzen, in den Boden überſetzt, worin ſie ihre Ausbildung vollenden ſollen. 3. Das erſtere, ſo wie den vordern Theil des zweiten Verfahrens heißt man Säen; das letztere Ueber⸗ ſetzen. 4. Alle Pflanzen überhaupt werden durch Samen fort⸗ gepflanzt. Die Natur hat aber einigen Gewächſen das Vermögen gegeben ſich auch auf andere Weiſe zu ver⸗ mehren, durch Wurzeltriebe, Knospen u. ſ. w. Getreidepflanzen und Futtergewächſe werden aber nur durch Samenkörner fortgepflanzt, mit Ausnahme der Kar⸗ toffeln, die man vortheilhafter durch ihre Wurzelknollen erzeugt. 5. Nicht immer iſt es vortheilhaft, die Pflanzen da ſtehen und fortwachſen zu laſſen, wo ſie aus ihren Samen aufgegangen ſind; nur wo die Pflanzen einen dichten Stand lieben, oder vertragen, und nebſtbei ſchnellwüchſig ſind, findet dies Verfahren Statt; wo aber die Pflanzen weite Zwiſchenräume bedürfen, in der Jugend keine Kälte ver⸗ tragen und langſam wachſen, macht ihre Kultur weniger Muͤhe, wenn wir ſie erſt auf einem Samenbeete erziehen, und ſie in den friſch zubereiteten Boden dann überſetzen, wenn ſie mehr erwachſen ſind. 6. Da wir in dieſem Abſchnitte zeigen wollen, wie die Pflanzen in den Boden zu bringen ſind, in welchem ſie beſtimmt ſind ſich auszubilden; ſo wollen wir zuerſt die dien tiähalihe oden gehrach entwickeln, oden nd werden dam flanzen, in da dung vollenden heil des zweitn ehtere Ueber rch Samen fort Gewachſen das Weiſe zu ver⸗ spen u. ſ.h. rden aber nur znahme der gar⸗ e Wurzelknoll die Pflanzen d zus ihren Santn en dichten Stund nellwüchſig ſid Pflanzen diit keine Kälte ver⸗ Kultur weniger enbeete erzieher, dann überſezen en wollen, vie d, in welchen vir zuerſt di 377 Regeln der Saat uͤberhaupt vortragen, und zu⸗ letzt auch die Vortheile des Ueberſetzens, und das Verfahren bei demſelben auseinanderſetzen. 7. Wenn wir den höchſten Gewinn von unſerem Bo⸗ den beziehen wollen, ſo iſt es nothwendig, daß er mit ei⸗ ner angemeſſenen Anzahl von Pflanzen bedeckt ſey, und daß dieſe den vollkommenſten Grad der Ausbildung errei⸗ chen. Es kann aber das Erſtere nur dann erlangt werden, wenn wir einen lebendigen Samen in den Boden bringen; wenn wir ihn da in eine Lage verſetzen, daß er keime und fortwachſe; und wenn wir eine angemeſſene Anzahl von Pflanzen, und gleichförmig vertheilt hervorzubringen uns bemühen. 8. Es zerfällt daher die Lehre der Saat in folgende Unterabtheilungen: a. Von der Auswahl des Samens. b. Wie tief das Samenkorn unter die Erde zu bringen ſey. c. Wie groß die Anzahl der Samenkörner ſeyn müſſe. d. Welches Verfahren das Zweckmäßigſte ſey, die Samenkörner unter die Erde zu bringen. e. Wann geſäet werden müſſe. f. Von den Vortheilen des Ueberſetzens, und dem Verfahren bei demſelben. a. Von der Auswahl des Samens. 1. Das zur Ausſaat beſtimmte Samenkorn muß keim⸗ fähig, das heißt lebendig ſeyn; es muß alle Kennzei⸗ chen der vollkommenen Ausbildung und Geſundheit an ſich haben; und muß von Pflanzen genommen werden, die ſich 07 A 70 durch ihre Größe, Staͤrke und vollkommenſte Ausbildung vor den übrigen auszeichnen, muß dem Klima und der Oertlichkeit angemeſſen, und muß bis zur Zeit der Saat zweckmäßig aufbewahrt worden ſeyn. 2. Die Keimfähigkeit des Samenkorns läßt ſich nicht von außen erkennen, und wenn wir uns hierüber überzeu⸗ gen wollen, ſo müſſen wir den Samen befeuchten und der Wärme ausſetzen, wodurch er zum Keimen bewegt wird, wenn er noch Leben in ſich hat. 3. Die Keimfähigkeit der Samenkörner iſt entweder nie vorhanden, oder ſie geht auf verſchiedentliche Weiſe wie⸗ der zu Grunde. 4. Viele Samenkörner haben eine ſo hinfällige Keim⸗ fähigkeit, daß ſie nur wenige Tage oder Wochen dauern. Dieſem Umſtande müſſen wir es zuſchreiben, daß nie alle Körner keimen, wenn ſie auch jung, und von ſehr vollkommenen Pflanzen genommen worden ſind. 5. Die Keimfähigkeit geht ferner zu Grunde, durch Alter, durch Erhitzung, durch Näſſe, durch Gährung. 6. Die Samenkörner behalten ihre Keimfähigkeit nur eine beſtimmte Zeit, und verlieren ſie nach derſelben. Die öhlhaltigen, mit einer genau ſchließenden, dichten Hülle umgebenen Körner behalten ſie am längſten, die Hülſen⸗ früchte am kürzeſten. Lein, Mohn, Kraut und Ruͤbenſamen dauern viele Jahre; ſo behauptet man, daß der Ackerſenf und der wilde Rübſen ſelbſt unter der Erde lange Jahre verborgen liegen könne, ohne ſeine Keimfähigkeit einzubüßen. Die Getreidekörner dauern kaum län⸗ ger als drei bis vier Jahre, und die Bohnen haben oft ſchon nach 1 ½ Jahren ihre Keimfähigkeit verloren. 7. Wenn man die Samenkörner erhitzt, entweder um ſie abzutrocknen, oder um ſie leichter von ihren Hülſen zu befreien; ſo büßen ſie ihre Keimfähigkeit darüber leicht ein. doe hän 21 wen ſte Ausbildung Klima und dr Zeit der Saat z läßt ſich niht erüber iberzer euchten und der n bewegt vit) ner iſt entweder kliche Weiſe wie hinfäͤllige Kein⸗ Lochen dauern. aꝛben, daß nie ile ſehr vollkommenen Grunde, duch ch Gahrung. „1 ſeimfahigkeit un hderſelben. die —, dichten Hill ten, die Hülſe zuern viele Iühre; vilde Rübſen ſelſſ könne, ohne ſeit dauern kaum lin⸗ ben oft ſchon nah t, entweder lim ihren Hülſen zu rrüber leich ein 379 In Kurland wird das Getreide gedörrt, und bei uns geſchieht dieß manchmal beim Klee, der ſo ſchwer aus jeinen Hul⸗ fen zu bringen iſt.— Solcher Kleeſame ſieht gut aus, und iſt doch todt. 8 g. Durch Näſſe geht das Leben der Samenkörner auch zu Grunde. Wenn nämlich die Körner eine Weile unter Waſſer liegen, und dann getrocknet werden; ſo haben ſie ihre Keimfähigkeit verloren. 9. Durch Gährung verlieren ſie ihr Leben am häufig⸗ ſten. Wenn ſie noch nicht vollkommen ausgetrocknet in gro⸗ ßen Haufen aufgeſchichtet liegen, ſo eutſteht in deuſelben eine Gährung; der Haufen erwaͤrmt ſich, und ohne daß ein Verderbniß nachfolgt, weil zu wenig Waſſer vorhanden iſt, um die Gährung fortzuſetzen, ſo iſt doch die Keimfähigkeit verloren gegangen. Ueber Meer gekommenes Getreide iſt zwar nicht immer, aber doch häufig todt, und es iſt allezeit ſehr gewagt von Getreide⸗ händlern Saatkorn zu kaufen, weil ſie ihr Getreide in großen Haufen aufgeſchichtet haben. 10. Das Saatkorn muß alle Kennzeichen der Vollkom⸗ menheit und Geſundheit an ſich haben. 11. Dieſe Kennzeichen ſind: die Körner müſſen groß⸗ glänzend, ausgeſpannt und geruchlos ſeyn. 12. Sind ſie groß; ſo iſt dieß ein Beweis der Voll⸗ kommenheit der Ausbildung, und der reichlichen Ernährung des Mutterſtockes. Sind ſind glänzend und ausgeſpannt; ſo deutet dieß Vollkommenheit der Ausbildung und Geſund⸗ heit an; denn nur kranke, halbgenährte und unvollkom⸗ men ausgebildete Körner ſind glanzlos oder gar einge⸗ ſchrumpft. Und wenn ſie geruchlos ſind; ſo iſt dieß ein Be⸗ weis, daß ſie geſund, gut eingebracht, und zweckmäßig auf⸗ bewahrt worden ſind. 980 Riecht das Saatkorn, ſo war, oder iſt es noch in jener Gährung begriffen, wobei ſich Schimmel erzeugt, und derlei Kör⸗ ner ſind entweder todt, oder haben nur ein ſchwaches Keimver⸗ mögen; in dieſem Falle iſt der Geruch ſchimmlig. Iſt er aber nach faulen Eiern riechend; ſo iſt Brandſtaub darunter. 13. Das Saatkorn ſoll von Pflanzen genommen wer⸗ den, die ſich durch ihre Größe, Stärke und vollkommenſte Ausbildung vor den übrigen auszeichnen. 14. Iſt der Bedarf an Samen nicht groß; ſo zeichnet man jene Pflanzen aus, die in ihrer Art, und unter den übrigen die vollkommenſten ſind, und bewahrt ihre Samen⸗ körner, die man beſonders gut auszeitigen ließ. So verfährt man in Gärten, und zum Theil auch bei der Feldwirthſchaft, z. B. beim Kraut, bei den Krautrüben, Rüben, Möhren, beim Mohn, Tabak u. ſ. w. 15. Iſt der Bedarf an Samen aber groß; ſo läßt man jene Aecker, die ſich durch die Vollkommenheit und Reinheit der Frucht auszeichnen, vollkommen auszeitigen, und trach⸗ tet ſie vor allen in einem wohl ausgetrockneten Zuſtande in die Scheuer zu bringen. Der Schnitt beginnt, ehe noch die Früchte auf allen Aeckern, die mit denſelben beſtelkt ſind, ganz abgezeitigt ſind; denn man würde in größern Wirthſchaften durch den Ausfall zu viel verlie⸗ ren, wenn man erſt dann anfangen wollte zu den, wenn die Körner hart ſind. Das zur Saat beſtimmite gelo läßt man auf die Letzte, damit die Körner ganz und gar abreifen können, und wenn wir hierbey auch etwas mehr durch den Ausfall verlie⸗ ren; ſo gewinnen wir aber dafür ein geſundes, und mit einem ſtarken Keimvermögen verſehenes Korn. 16. Selbſt erzeugtes Samengetreide iſt immer das beſte, nicht weil es das vollkommenſte in ſeiner Art iſt, denn es kann haͤufig vom fremden übertroffen werden; ſondern weil wir ſowohl von ſeiner Keimfahigkeit, individuellen Vollkom⸗ menheit, Geſundheit, als auch davon überzeugt ſind, daß es für die gegebenen Verhaͤltniſſe des Klimas und Bodens paſſend ſey. 1 ſer m überze nur 9 unſere niglih genden 1 worme reif w wogeg könner unſer Gegen wit der e men, hier gewö als von de Same darin, wöhne tein den ſi an en als it ſchen daß ſeht es noch in jner „und derlei Kor. hwaches Keimder⸗ lig. It er aber arunter. genommen wer⸗ dvollkommauit loß; ſo zeichne und unter den rt ihre Samen ließ. cheil auch bei de autrüben, Rüben oß; ſo laͤßt man eit und Reinzei ggen, und nach eten Zuſtanden auf allen Aeckern ſind; denn man kall zu viel verli⸗ ſe den, wenn te gelv laͤßt ma rabreifen können, den Ausfall berlie , und mit einen immerdasbeſt⸗ Irt iſt, denn ez n; ſondenn vil uellen Vollkom⸗ zeugt ſind/ daj as und Bodens 284 17. Fremdes Getreide darf nie ausgeſäet werden, au⸗ ßer man hat ſich zuvor von der Keimfaͤhigkeit der Körner überzeugt. 18. Mangelt uns eigenes Saatkorn; ſo müſſen wir nur aus ſolchen Gegenden Samen nehmen, die mit der unſeren die größte Aehnlichkeit haben, und wenn dieß nicht möglich iſt, nur aus kälteren, nie aber aus wärmeren Ge⸗ genden denſelben hohlen. Der Gebirgsbauer darf nicht Hafer ausſäen, der in den warmen Gegenden des Landes gewachſen iſt, weil er ihm zu ſpät reif wird, indem er mehr Wärme gewohnt iſt, und ſie fordert; wogegen wir in den Ebenen den Gebirgshafer ohne Anſtand bauen können, ja den Vortheil davon haben, daß er ſchneller reift, wie unſer gewohnlicher. Wenn wir Mais aus Syrm ien, und den Gegenden der untern Theys bei uns hier bauen, ſo erhalten wir Pflanzen, die viel größer wachſen, ſpät blühen, und wenn der Sommer nicht beſonders günſtig iſt, nicht zur Zeitigung kom⸗ menz während der Mais aus dem hochgelegenen Gailthale hier um Klagenfurt um 8—14 Tage fruͤher reift, als unſer gewöhnlicher. In den Moorgegenden darf man nicht Getreide aus Sandgegenden anſäen, wenn man nicht häufigen Mißwachs von demſelben erleiden will; man muß aus ähnlichen Gegenden Samen kommen laſſen. Der Grund dieſer Erſcheinungen liegt darin, daß die Pflanzen ſich allgemach an die Umgebungen ge⸗ wöhnen, in denen ſie durch mehrere Generationen hindurch ſich befinden, und eine Abart hervorbringen, die nur für dieſe Gegen⸗ den ſich eignet. Darum iſt es möglich, fremde Pflanzen allgemach an ein anderes Klima und an einen anderen Boden zu gewöhnen, als ihr natürlicher Standort iſt, wenn wir die Abſtufungen zwi⸗ ſchen dieſen und den unſern allgemach durchgehen; vorausgeſetzt, daß Klima und Boden ihren Forderungen nicht völlig entgegenge⸗ ſetzt ſeyen. 19. Wenn man mit Brandſtaub verunreinigtes Getreide auszuſäen genöthiget iſt; ſo hat man gefunden, daß faſt meiſtens wieder ein Theil der davon erwachſenen Pflanzen mit dem Brande befallen worden. Da man die Urſache die⸗ ſer Erſcheinung dem beigemengten Brandſtaube zuſchrieb; ſo ſuchte man denſelben vor der Ausſaat durch das Einwei⸗ chen der Körner in Laugenſalz und metglliſche Salzauflöſun⸗ gen zu zerſtören, und weil man oft fand, daß die auf dieſe 282 Art zubereiteten Saatkörner geſunde Pflanzen lieferten, die nicht vorbereiteten aber mehr oder weniger brandige; ſo glaubte man zu dem Schluſſe berechtiget zu ſeyn, daß das Einbeitzen der Saatkörner in ſolche Flüſſigkeiten die Pflan⸗ zen vor dem Brande bewahre. 20. Da es aber viel wahrſcheinlicher iſt, daß der Brand eine Krankheit iſt, die zum Grunde ihres Entſtehens ſowohl eine Dispoſition im Keime ſelbſt, als auch eine der Entwick⸗ lung dieſer Krankheit beſonders günſtige örtliche Lage und Jahreswitterung erfordert, und daß nicht die von außen am Korne klebenden Brandſtaubkügelchen dieſe Krankheit verurſachen; und da man häufige Erfahrungen hat, daß alles Einbeitzen nichts nützte, ſo müſſen wir andere Mittel gegen dieſe verderbliche Krankheit anwenden, die ſicherer zum Ziele führen. Das Einbeitzen der Saatkörner vor dem Ausſäen in Sal⸗ peterauflöſung, in Oehltreſtern u. ſ. w. iſt ein uraltes Verfahren, das man aber nicht zur Abwendung von Krankheiten, ſondern nur zur Beförderung des Wachsthums anwandte: Semina vidi equidem multos medicare serentes, Et nitro prius et nigro aspergere amurca. 3 Virgil. Georg. Noch gegenwärtig rühmt man das Einweichen der Saat in Miſtjauche, und wenn man den Lobpreiſern dieſes Verfahrens glau⸗ ben wollte; ſo hätte man davon ſo vielen Nutzen, als wenn das Feld zur Hälfte wäre friſch gedüngt geworden.— Daß die Eier keine Nahrung zu ſich nehmen, weiß Jedermann; eben ſo, daß das Samenkorn bloß Waſſer bedarf, um zu keimen. Es iſt alſo abgeſchmackt zu glauben, daß dies Verfahren irgend einen anderen Vortheil, als des geſchwinderen Keimens gewähre. Ueberdieß iſt dies Einweichen in Miſtjauche gefährlich, denn wie ſie nur etwas konzentrirt iſt; ſo wirkt ſie ſchleunig tödtend auf das Getreide, wie ich beim Rocken ſelbſt mich überzeugte: und wenn der Regen die Saat unterbricht; ſo kann das eingeweichte Korn nicht geſäet werden, und wäͤchſt entweder aus, oder wird im Beginnen deſ⸗ ſelben gehemmt, und verliert darüber die Keimfähigkeit.— Daß man eingeweichtes Getreide nicht mehr mit Maſchinen ſäen könne, und daß es auch beim Breitwürſigſäen einen großen Unterſchied auf die Quantität der Saat mache, ob man aufgeſchwollene Kör⸗ ner, oder natürlich große auswerfe, leuchtet von ſelbſt ein. ———— — Pren nittel teriel wirke ſälbſt man Beite vorha Lerfa 1 TÄ Güter anfing ſoglei hörte es ſo ſäen Pre zunt ſige Me tere Sar ſih in ei hörig gen i TV. L vollko gang ganz eine war! Acker har von kanne Bra als ſäer zen liferten, de er hrandige; ſ rſeyn, daß das keiten die Pfu⸗ daß der Brand aiſtehens ſovol eine der Entwil⸗ rtliche Lage md⸗ t die von außen dieſe Kranthäi ungen hat, daß ir andere Mitel den, die ſcchrer Ausſaͤen in Gal⸗ uraltes Verfahren, eiten, ſondern nur erentes, d. egil. Geors. eichen der Sant i Verfahrens glun⸗ een, als wenn dah — Daß die Eie un; eben ſo, dß eimen. Es iſ ald gend einen andern hre. Ueberdiſ t wie ſie nur etbas auf das Getridd, wenn der Regen Korn nict geſte im Beginnen di ähigkeit.— N. thii ſden kunne, großen Unterſcith ggeſchwollene Jir en ſelbſt ein. 283 Späͤter erſt ward das Einweichen als ein Mittel gegen den Brand beim Weitzen gebraucht. Kalk und Aſche ſind die Haupt⸗ mittel, und weil man die Idee hatte durch derlei Beitzen den ma⸗ teriellen Krankheitsſtoff zu zerſtören; ſo glaubte man noch ſtärker wirkende Mittel anwenden zu müſſen. Kupfervitriol, Operment, ſelbſt weißer Arſenik wurden gebraucht. Es gibt Gegenden, wo man kein Korn Weitzen ausſaet, ohne ihn zuvor in einer eigenen Beitze eingeweicht zu haben, wozu tauſend verſchiedene Rezepte vorhanden ſind; anderswo kennt man wieder von dieſem ganzen Verfahren nichts⸗ Der Graf Podewils erzählt(Wirthſchaftserfahrung. I. Thl. S. 59.), daß ſich auf ſeinen Feldern, auf der Hohe der Güter Guſow und Platkow nie Brand zeigte, als wie man anfing Weitzen anf Weitzen zu bauen, welche Krankheit aber auch ſogleich wieder verſchwand, als man mit dieſer Fruchtfolge auf⸗ hörte. Er und ſein Vater kalkten nie, ja ſein Vater verſuchte es ſogar einmal brandigen Weitzen aus der Neumark auszu⸗ ſäen, und erntete geſunden.»Ein Beweis,« ſagt er,„daß der »Brand bloß einem geſtörten Wachsthume zuzuſchreiben iſt, durch unrichtige Wahl des Ackers, ſchlechte Düngung, oder nachläſ⸗ „ſige Beſtellung entſtehet, und ſich hernach, wie die Seuchen der »Menſchen und Thiere durch Anſteckung fortpflanzt.«— Das letz⸗ tere ſteht zu erweiſen, denn es iſt uns wayrſcheinlicher, daß ein Samenkorn, das wirklich eine Dispoſition zu dieſer Krankheit in ſich trägt, dennoch eine geſunde Pflanze liefern wird, wenn es in einen angemeſſenen Standort zu liegen kommt, und eine ge⸗ hörige Witterung während ſeines Wachsthumes hat. Herr Flörcke erzählt(Magazin für die neueſten Entdeckun⸗ gen in der geſammten Naturkunde. Berlin, 1810. IV. Jahrg⸗ IV. Quart. S. 305.) eine Beobachtung, die dieſe unſere Meinung vollkommen beſtätiget. Ein Landwirth beſäete einen Acker, der ganz gleich zugerichtet und gedüngt worden war, an einem Tage ganz mit Weitzen, der in Salzlauge und Kalk gelegen hatte. Die eine Hälfte des Ackers lag aber etwas höher, als die andere, und war daher trockner.— So weit die Erhöhung reichte, trug der Acker den beſten, geſundeſten Weitzen, die niedrige feuchte Hälfte war aber durchaus brandig.— Es entſteht daher der Brand mehr von äußern Urſachen, als durch die Vererbung, und die Beitzen können nicht als ein Präſervativ dagegen angeſehen werden. 21. Mehr ſichere und vernünftigere Mittel gegen den Brand des Getreides ſind jene, wenn wir den Acker ſo ſehr als möglich vom ſtauenden Waſſer befreien, wenn wir früh ſäen, und wenn wir jaͤhrigen und auserleſenen Samen hiezu wählen. Jähriger Weitzen bringt oft weniger brandige Frucht her⸗ vor, als neuer: eine Erfahrung, die alle Landwirthe kennen. Ich 284 ſchreibe es zum Theil dieſem Umſtande, und der ſorgfältigſten Auswahl des Samens zu, daß ich nur in ſeltenen Jahren, und dann nur unter beſonders ungünſtigen Verhältniſſen den Brand in meinen Aeckern bemerkte. Es iſt ſchwer zu erklären, warum ein Jahr alter Samen weniger oft vom Brande leidet, als friſch geernteter, wenn wir nicht annehmen, daß die ſchwächlichen, zum Brande vielleicht geneigten Samenkörner in dieſer Zeit ihre Keim⸗ fähigkeit verloren haben, oder einen ſo ſchwachen Trieb machen, daß derlei Pflanzen über Winter zu Grunde gehen.— Vielleicht liegt eben in dieſer zerſtörenden Wirkung der Vortheil des Einbeitzens, daß auch dadurch dieſe ſchwachern Keime in den Körnern getödtet werden. 22. Daß die Samenkörner ihre Keimfahigkeit bis zur Zeit der Saat nicht einbüßen, wird verhütet, wenn wir beſorgt ſind, ſie auf einem trocknen Orte in einem trocknen Zuſtande zu erhalten. Das Halmgetreide bleibt am ſicherſten trocken und keimfä⸗ hig, wenn wir es unausgedroſchen in der Taſſe liegen laſſen, oder wenn wir es der Mäuſe wegen ausdreſchen laſſen müſſen, wenn wir es dann ſammt der Spreu in den Kaſten ſchütten. Samen⸗ Mais muß in Kolben bis zur Saatzeit hängen bleiben. 23. Weil aber in jeder Aehre oder Hülſe Körner von ungleichem Werthe vorhanden ſind, und wir nur die ſchön⸗ ſten und vollkommenſten zur Saat gebrauchen wollen; ſo müſſen wir dieſe von den minder vollkommenen ſcheiden. Dieß geſchieht, indem wir durch Werfen oder durch die Fegemühle die leichteren von den ſchwereren Körnern ab⸗ ſcheiden; und da auch im reinſten Acker immer noch etwas Unkraut mit aufwächſt; ſo muß der Samen deſſelben jetzt vom Saatgetreide durch dieſelben Mittel und durch Siebe abgeſchieden werden. b. Wie tief das Samenkorn unter die Erde gebracht werden müſſe. 4. Jedes Saatkorn muß ſo tief in die Erde gelegt wer⸗ den, daß es alle die Bedingungen erfüllt findet, von de⸗ nen das Keimen ſowohl als das Fortwachſen der Pflanze abhängt. der ſorgfältigte nen Jahren, und tniſſen den Brand erklären, warun — leidet, als friſh chwächlicen, zun er Zeit ihre Keim⸗ en Trieb machen, hen.— Vieliit eil des Einbeizens, Körnern getöhtt (fahigkeit biß a üütet, wenn wit einem trocknen trocken und keimfi⸗ liegen laſſen, oder ſen müſſen, wem ſchütten. Sama bleiben. zülſe Körner von ir nur die ſchn⸗ ſchen wollen; ſo mmenen ſcheiden moder durch de eren Körnern ah⸗ nmer noch etbat en deſfelben jez und durch Siebe ter die Etde . Erde gelegt wer findet, von de ſen der Pfane 285 2. Zum Keimen der Samenkörner iſt erforderlich: ein ſchickliches Maß von Waſſer und Waͤrme; ſo wie daß die atmoſphäͤriſche Luft von den Körnern nicht abgeſperrt ſey. 3. Wenn das gekeimte Korn fortwachſen ſoll; ſo iſt außer dem Lichte und der Nahrung, welche die Pflanze erſt ſpäter bedarf, wenn ſie bereits Wurzeln und Blätter gebil⸗ det hat, anfangs noch erforderlich, daß Waſſer, Warme und Luft ſo lange auf den Keim in einem ſchicklichen Maße einwirken, bis die junge Pflanze ſich ſowohl über als unter der Erde genügend entfaltet hat, und dadurch vor dem Verdorren geſchützt iſt. Denn was nützt es uns, wenn der oberflächlich ausgeſtreute Samen bei günſtiger Witterung auch wirklich keimt, wenn er ſpä⸗ ter wieder bei trocknem Wetter verdorrt, weil ſeine ausgetriebe⸗ nen Wurzeln noch zu wenig tief in die Erde eindringen konnten, um vor dem Austrocknen geſchützt zu ſeyn. 4. Hieraus erhellet, daß die Samenkörner nach Ver⸗ ſchiedenheit ihres Bedarfes an Feuchtigkeit und Wärme, und nach Verſchiedenheit des Bodens und der Saatzeit bald mehr bald weniger tief in die Erde gelegt werden müſſen, wenn ſie ſo ſchleunig als möglich keimen und fortwachſen ſollen. 5. Je ſeichter die Samenkörner unter der Erde liegen, je ſtärker wirkt auf ſie die Wärme, und um ſo freier genie⸗ ßen ſie der Luft; und da ſie nur eine geringe Menge von Feuchtigkeit bedürfen, die entweder ſchon im Boden vor⸗ handen iſt, oder mit Gewißheit erwartet werden kann: ſo erhellet hieraus der Vorzug, den eine ſeicht liegende Saat vor einer tiefer liegenden bei gleichen übrigen Verhältniſſen hat. Die ſeichte Saat kommt bei einem gehörigen Grade der Feuchtigkeit des Bodens ſchnell zum Vorſchein; eine ſchnell auf⸗ gehende Saat hat aber weſentliche Vorzüge vor einer langſamen; denn es bleibt ihr mehr Zeit ſich zu bewurzeln, ehe ſie durch die Hitze des Sommers zum Schoſſen getrieben wird. Die ſeichte Saat bedarf weniger Körner, weil ihrer weniger am Aufgehen . 286 verhindert werden; ſie gibt geſundere Pflanzen, weil die aus der Tiefe emporſteigenden Keime oft ihre ganze Kraft dadurch erſchö⸗ pfen, und dann entweder ſogleich abſterben, oder nur einen ge⸗ ringen Wurzelſtock und eine ſchwächliche Pflanze bilden; denn dem Samen iſt von der Natur nur ſo viele Nahrung beigegeben, als hinreichend iſt ſeinen Blattkeim und ſeine Erſtlingswurzel zu ent⸗ wickeln Muß er aber alle Nahrung für den unterirdiſchen Stän⸗ gel verzehren; ſo bleibt ihm nichts für das Blatt und die Wur⸗ zel, und die Pflanze geht ein, oder ſie kümmert. Zum Belege dieſer Behauptung mag der von mir angeſtellte, und in meinem Werke: über die Kultur des Mais, erzählte Verſuch dienen. In ein Gartenbeet, das ich nach dem Umſtechen und Ab⸗ rechen wieder glatt und feſt niedergetreten hatte, legte ich am 19. Juni 1807 nach einem vorausgegangenen warmen Regen eilf Körner vom weißen, ſpätreifen Mais mittelſt eines Stockes in eine verſchiedene Tiefe, um die Geſchwindigkeit des Aufkeimens zu beobachten; und die ſchicklichſte Tiefe der Saat für derlei Ver⸗ hältniſſe zu erforſchen. Nro. 1 lag unter d. Erde: Zoll; kam zum Vorſchein nach 8 ½ Tag. „„ 7 1 1„ 2» y„ 1 ½„„„„ 9 ½2» „ 3 y„ 2 p„»„„ 10 4 2¹1 1 „ 4„ 2„ 2 ½»„„„» 11 ½» „ 5 y„„ 3„»„»„ 2 12„ „ 6 y y„ 3 ½»„„„ 13„ 31 „ 7 y„„ 3„»„„ 13 ½ v „ 9„*» 4 ½„„»„„—» „ 9„ 5 y„»„„—„ » 10„»„ 5 ½»„»„ 9 16 ½» „ 11 y„„„ 6 v y„„„—» Die Nummern 8, 9 und 11 grub ich am 11. Juli, nach 22 Tagen, aus der Erde, und fand, daß 8 noch einen Zoll hoch zu treiben gehabt hätten, um auf die Oberfläche der Erde zu kom⸗ men. Nro. 9 und un hatten zwar auch gekeimt, allein ihr Trieb war ſo gering, daß ſie noch drey Zoll unter der Oberfläche ſtan⸗ den. Nro. no kam zwar nach 17 ½ Tagen hervor; allein die Spitze des jungen Blattes blieb nur 6 Tage grün, und ſing dann an abzudorren. Es gibt keinen Verſuch, der klarer den Vortheil einer ſeich⸗ ten Saat in einem nicht zu loſen und feſt niedergetretenen Boden erwieſe, als dieſer. Je oberflächlicher der Same mit Erde be⸗ deckt war, je ſchneller kam der Keim zum Vorſchein, und je ſtär⸗ ker ward in der Folge der Stamm. Je tiefer der Same lag, je länger dauerte es, bis ſich ſein Keim über die Erdoberfläche erhob. 4 Zoll war für den Mais ſchon zu tief, und muß es noch mehr für kleinere Getreidekörner ſeyn. Zwar kam er aus dieſer Tiefe noch zum Vorſchein, allein in der heißen Jahrszeit, im Juni, als ich dieſen Verſuch anſtellte, erſt am 15ten Tag; in kühlen Früh⸗ lingen wäre es wohl 18— 20 Tage hergegangen. Muß der Sa⸗ me unter der Erde zu lange Blattkeime treiben, ſo fangen ſie 8 h) weil die aus der ft dadurch erſchi⸗ der nur einen ge⸗ bilden; denn dem 9 beigegeben, als ngswurjel an ent⸗ kerirdiſchen Stin att und die Pure rt. Zum Balege „ und in menen erſuch dienen. zmſtechen und l⸗ te, legte ich an armen Regen älf eines Stockes in it des Aufkeimens ſat für derlei Da⸗ hein nach b Tag » 2 10 y 1 6* „ „ 13* „ „— 4 9 16 ½ „= a 11. Juli, nach ſch einen Zoll hoch der Erde zu kom⸗ , allein thr Trich er Oberfache ſton⸗ ervor; allein die ün, und fing dam ertheil einer ſeih⸗ getretenen Boden mme mit Erde he⸗ hein, und ie ſür er Same lag, je voberfläche erhob. nuß es noch mehr jaus dieſer Tüfe etzeit, im Juni zin kühſen Frih⸗ . Muß der Sa⸗ , ſo fangen ſie an ſich zu verdrehen, ſie werden bleichſuchtig, und ſterben entwe⸗ der ab wie Nro. 10, oder bilden ſchwächliche Pflanzen, wie die Nro. 7 und 10. Einen ähnlichen Verſuch erzählt Hr. Petri von Thereſienfeld in Oeſterreich in Andre's ökon. Neuigkeiten, Aprill 1818. Er ſäete Rocken im Oktober 1817, und fand Folgendes: Tiefe der Saat. Kommt zum Vorſchein. Anzahl der Pflanzen. ½ ½ Zoll. Nach 11 Tagen. 1„ 12„ 376 2»„ 3„ V½ 3»» 20 2 /¼ 4»„» 21 pv„6 5»„ 22»y„ 6 23» 1½ 2„ Der Wurzelſtock bildet ſich immer nur zunaͤchſt unter der Oberflache der Erde, und wenn wir die Körner tief legen, ſo treiben dieſe erſt ihre Keime zur Oberfläche, und bilden in einer naheren Berührung mit der Luft die Seitenäſte. Nie wird man finden, daß ſich die Saugwurzeln von unten nach oben anſetzen; ſtets findet das umgekehrte Verhältniß Statt. Zum Beweiſe dieſer unſerer Behauptung mag hier die in⸗ tereſſante Unterſuchung des Herrn Ugazy in Andres ökon. Neuigk. Juli 1817. 76. dienen.— Zwiſchen dem 5. und 15. Junt 1817 unterſuchte er auf den beſten Aeckern, wo aber die Saat landublich untergeackert worden war, bei verſchiedenem Getreide, wie tief die Wurzelſtöcke in der Erde ſtünden, und welchen Ein⸗ fluß die verſchiedene Tiefe auf die Bildung der Halme haben wurde. Er hat ſeine dießfällige Erfahrung in der folgenden Ta⸗ belle ausgedrückt: Die Wurzelſtocke ſtan⸗ Dieſe erzeugten im Benennung den in der Erde Durcſſchnitt Halme S 8.[[S.[S.. B. 2. err Fruchtgattung.- er.2 5 55 5* 2 25 ‧ 9. G Sgzssss =Ez[½[Ss 5E 5215* Vom Winter⸗ Rocken(742 221 32 5[1000[2 1 2 /1 1 Vom Winter⸗ Weitzen. 765 215 177—— 3 ½ 2 ⅛ ¹— Vom Sommer⸗ Weitzen.(45 3 3% 42 9— 4% 2 ⅛˖ 11/1 1 Von der Som⸗ mer⸗Gerſte. 631 317 41 11— 3 ¼ 1 ½⅓ 1 1 Vom Sommer⸗ Hafer 672 241 64 23— 1/½ 1 1 1 288 Man erſieht aus derſelben, daß ¼ bis ¼ aller dieſer Ge⸗ treidepflanzen ihren Wurzelſtock nur einen Zoll unter der Erde hatten, und daß gerade dieſe Pflanzenſtocke die meiſten Halme getrieben hatten; ½¼ der Pflanzen hatte ihre Wurzelſtöcke nur 1 ½ Zoll tief, und hatte ſchon um die Hälfte weniger Halme, wie die erſtern; 2 Zoll tiefe Wurzelſtöcke fand man nur bei 4 von 100, und 2 ½ Zoll tiefe nur bei 9 von 1000, die aber immer nur einen Halm getrieben hatten, während die erſten beim Rocken und Weitzen 2 i bis 4 ⅛ Halme zeigten. Hieraus erhellet, daß die ſeichtere Saat, wenn ſie nur in ſo fern mit Erde gedeckt iſt, daß das Korn keimt, und daß der Keim vor dem unmittelbaren Zutritte der Luft geſchützt iſt, Vor⸗ züge vor der tiefer gelegenen Saat habe, weil die ſeichtere Saat ſchneller emporkommt, und in der Folge ein kräftigeres Wachs⸗ thum äußert, als die tiefer gelegte, die entweder gar nicht mit ihren Keimen zur Oberfläche kommen kann, oder nur eine ſchwäch⸗ liche Pflanze hervorbringt. 6. Große Samenkörner müſſen bei gleichen übrigen Verhältniſſen tiefer gelegt werden, als kleinere, weil ſie mehr Feuchtigkeit bedürfen, als die kleineren, und einen ſtärkeren Keimtrieb machen. Bohnen, Erbſen, Mais, Faſeolen, Nüſſe und Kaſtanien müſſen tiefer in den Boden kommen, wenn ſie keimen, und in der Folge nicht wieder verdorren ſollen, wie Weitzen und Rocken, und dieſe beiden tiefer, wie Rüben, Klee und Mohn, die nur mit einer gar ſeichten Erdſchichte gedeckt werden dürfen, wenn ſie zum Keimen und Wachſen kommen ſollen. 7. Im thonigen Boden müſſen die Saatkörner bei glei⸗ chen übrigen Verhältniſſen ſeichter, im ſandigen oder tor⸗ figen Boden aber tiefer gelegt werden. Es hält der thonige Boden mehr die zum Keimen erforder⸗ liche Feuchtigkeit an, und läßt die Wärme nutr ſchwer in ſich ein⸗ dringen; darum muß das Samenkorn weniger damit gedeckt ſeyn, als im Sand und Torf, wo die Feuchtigkeit oberflächlich ſich ſo leicht verflüchtiget, und die beide dem Eindringen der Wärme ſich weniger widerſetzen: denn der Sand erhitzt ſich ſtark, und der humoſe Boden ſaugt die Wärme ſehr in ſich. 8. Das Klima und die Jahreszeit, ſo wie die Witte⸗ rung während der Saatzeit hat ebenfalls Einfluß auf das ſeichter oder tieſer Legen des Samens. Je wärmer, trock⸗ ner, vorzüglich aber windiger das Klima iſt, je tiefer muß 4 paller dieſer G9 ll unter der Cih die meiſten Halne Wurzelſtce m te weniger Halne⸗ nannur di4 n , die aber immer erſten beim Roiin „wenn ſie mri imt, und daß de geſchützt iſt, Dar die ſeichtere Sin kräftigeres Vach zeder gar nic ni r nur eine ſchwiz⸗ gleichen übrihe kleinere, weilſ neren, und einan düſſe und Kaſtanie je keimen, und i Geitzen und Roca, nd Mohn, die nu en dürfen, venn ſi ꝛatkörner bei gli⸗ andigen oder hr⸗ n Keimen erforder ſchwer in ſich ei damit gedeck ſeyn oberflchlih ſih ſ zen der Virme ſch ſich ſtark, und d ſ wie die Vite Einfluß auf das e wärmer, tnt⸗ t, je tefe nuſ unter übrigens gleichen Verhältniſſen die Saat gelegt wer⸗ den. Naſſe und kalte Witterung erfordert ein ſeichtes; tro⸗ ckene, heiße Zeit ein tieferes Unterbringen des Samens. Im Frühlinge kann es oft gerathen ſeyn die Saat etwas tiefer unterzubringen, während die Herbſtſaat bei gleichen übrigen Verhältniſſen immer ſeichter gelegt werden muß. 9. Eine ſeichte Saat nennt man jene, die nur mit einer halb Zoll dicken Erdſchichte bedeckt iſt; eine mittel⸗ tiefe Saat, wo die Erddecke einen, bis anderthalb Zoll dick iſt; und eine tiefe Saat jene, die von anderthalb bis drei Zoll in die Tiefe geht. Die erſte paßt für die kleinkör⸗ nigen Saaten, die zweite für die meiſten Getreidearten, die letztere nur für Steinfrüchte, und für größere Getreidekör⸗ ner in einem heißen Klima und leichten Boden. c) Wie groß die Anzahl der Samenkörner für einen gegebenen Raum ſeyn müfſe. 1. So viele Körner ſollen auf dem gegebenen Ranme der Erde anvertrauet werden, daß daraus eine ſo große Anzahl von Pflanzen erwachſe, als hinlänglich iſt, um den Boden damit zu bedecken, ohne daß aber eine die andere in ihrer vollkommenen Ausbildung hindere. Wir wollen die größtmögliche Anzahl von Pflanzen auf dem gegebenen Naume hervorbringen; allein nur die größtmögliche Anzahl ſolcher Pflanzen, die für die gegebenen Verhältniſſe die vollkommenſten ſind. Soll ſich aber die Pflanze vollkommen ent⸗ wickeln, ſo muß ihr ein angemeſſener Raum für ihre Wurzeln und Blätter gegönnt ſeyn, und wir dürfen daher nicht mehr junge Pflanzen auf demſelben ausſetzen, als ſolche verhältnißmäßige Räume auf der Fläche vorhanden ſind. 2. Die Anzahl der auszuſtreuenden Saatkörner hängt daher ab von dem Umfange, welchen jede einzelne daraus erwachſende Pflanze zur Entwicklung ihrer Wurzeln, Aeſte, und Blätter unter den gegebenen Verhältniſſen nothwendig hat. Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Bd. 19 290 3. Soll die Anzahl der Saatkörner, Keime, oder jun⸗ gen Pflanzen für einen gegebenen Raum beſtimmt werden: ſo muß man den relativen Raum kennen, den die Pflanzen in ihrem erwachſenen Zuſtande unter beſtimmten Verhält⸗ niſſen nothwendig haben.. 4. Die Größe des nothwendigen, relativen Raumes einer jeden Pflanze hängt ab, von der Menge und der Auf⸗ löslichkeit der im Boden befindlichen pflanzennährenden Materie; von der phyſiſchen Beſchaffenheit des Bodens, in wie fern dieſelbe der Natur der Pflanzen mehr oder weni⸗ ger angemeſſen iſt; von der Vorbereitung des Bodens; von der Pflege, welche die wachſende Pflanze erhält, und von der Zeit, die derſelben zu ihrem Wachsthume gewährt iſt. Außer dieſen hängt die Größe der Saat in der Ackerwirth⸗ ſchaft noch ab, von der Art den Samen unterzubringen, und von der Güte des Samens. 5. Je größer die Menge von pflanzennährender Ma⸗ terie in einem auflöslichen Zuſtande im Boden iſt, je mehr werden die Pflanzenwurzeln davon einſaugen, um ſo mehr wird das organiſche Produkt bei gleichen übri⸗ gen Verhäͤltniſſen dadurch vergrößert, und um ſo größer muß der relative Raum ſeyn, den jede einzelne Pflanze be⸗ darf; und umgekehrt, je kleiner die Menge von auflöslicher pflanzennaͤhrender Materie im Boden iſt, je ſchmaͤchtiger iſt das Wachsthum der Wurzeln und des ober der Erde be⸗ findlichen Pflanzentheils, und je kleiner iſt der Raum, den die Pflanze in ihrem erwachſenen Zuſtande gegen die er⸗ ſtern, bei gleichen übrigen Verhaͤltniſſen bedarf. Wenn wir ein Weitzenkorn in ein wohlgedüngtes Garten⸗ beet ſetzen: ſo erhalten wir eine Pflanze mit 30 und mehreren Halmen, die einen Raum von einem halben Quadratfuß und mehr einnimmt, und unterſuchen wir dagegen den Umfang dieſer Pflanzen auf Aeckern, ſo werden wir finden, daß ſich ihre Beſtaudung bei gleichen übrigen Verhältniſſen in demſelben Grade vermindert, als 4 de! einig „Jeime, oder jin beſtimmt werdan den die Pflanzer ſtimmten Vetjil relativen Raung enge und der Au pflanzennahrender eit des Bodenz i en mehr oder vei⸗ des Bodens; n ze erhält, und i thume gewahtt i in der Ackervit⸗ en unterzubringm, zennaͤhrender M im Boden it, ſ en einſangen, m bei gleichen üüt⸗ und um ſo giifr inzelne Pflanzehe ge von auflölche 4, je ſchmachtige ober der Erde be⸗ ſt der Raum, den nnde gegen diee bedarf. glaedüngkes Garte⸗ t 30 und mehrere adratfuß und maht fang dieſer Pfanzen ihre Beſtandung li ade vermindent, alh 291 die Aecker magerer ſind; ſo daß ſte mittlerweile nur mehr einen einzigen Halm austreihen, wenn ſie auch nicht beengt ſtehen. 6. Friſch gedüngter, oder überhaupt kräftiger Boden muß daher ſchütterer, magerer Boden aber dichter beſäet werden. Man ſollte nicht glauben, daß es möglich ſey die Richtig⸗ keit dieſer Sätze(5. 6.) zu verkennen, und doch ſindet man nicht ſowohl einzelne Landwirthe, als ganze Gegenden, die ein entgegengeſetztes Verfahren als nutzlich und vortheilhaft erachten, und fetten Boden dicht, mageren aber ſchütter beſäen. Zum Grunde ihres Verfahrens führen ſie an, daß kräftiger Boden viel, magerer Boden aber nur wenig abtragen könne; und daß man daher dem erſtern viel, dem zweiten weniger Pflanzen zur Ernährung übergeben müſſe. Als wenn die Pflanzen herum⸗ laufende Thiere wären, die ihre Nahrung von allen Theilen des Feldes hohlen könnten; und als ob das Wachsthum der Pflanzen nicht eben ſo gewiß dadurch gehemmt würde, wenn man ſie zu dicht aneinander ſtellt, als es gewiß iſt, daß ſich die Thiere ge⸗ genſeitig erdrücken und tödten würden, wenn man ſo unſinnig wäre, ſie ſo nahe aneinander zu ſtellen, daß ſie ſich zu ſehr beengten. Auf einer magern Weide haben freilich nur wenige Thiere Nahrung, und auf einer üppigen Weide ungleich mehrere; das iſt aber kein Beweis, daß auf einen fetten Acker viele Pflan⸗ zen, und auf einen magern weniger Pflanzen ſollen geſäet wer⸗ den; denn die Pflanzen bleiben im Boden geheftet, und ihre Wurzeln nehmen beim Mangel an Nahrung nur einen kleinen Raum ein. Wenn der magere Boden auch noch ſo dünn beſäet wird, ſo liefert er doch nur immer ſchmächtige Pflanzen, weil dieſe auf den beſtimmten Raum angewieſen ſind, und nicht weiter her Nahrung beziehen können, als ihre Wurzeln reichen; während auf magern Weiden die Thiere dennoch wohl genährt werden können, wenn ſie nur in kleiner Anzahl auf demſelben ſich befinden, weil ſie einen großen Raum täglich abweiden, von dem ſie einen ver⸗ hältnißmäßig kleineren gebraucht haben würden, wenn er pflan⸗ zenreicher geweſen wäre. In dieſem letzteren Falle hätten dann mehrere Thiere Nahrung darauf gefunden. 7. Je mehr die phyſiſche Beſchaffenheit des Bodens der Natur der zur kultivirenden Pflanze zuſagt; je mehr wird bei gleichen übrigen Verhältniſſen ihr Wachsthum be⸗ günſtiget, und je geringer darf der Boden beſäet werden, weil jede einzelne Pflanze mehr Raum einnimmt; und um⸗ gekehrt, je weniger der Boden der Pflanze zuſagt, je dichter 19* — 292 muß er beſäet werden, denn jede einzelne Pflanze bleibt in einem ſolchen Verhältniſſe kleiner und ſchmächtiger. Wenn man Weittzen und Gerſte in einem zu wenig bindigen Boden kultivirt; ſo müſſen dieſe Früchte dichter geſäet werden, als in einem mehr bindigen Boden⸗ 8. Die Vorbereitung, welche der Boden durch die Arbeiten der Beackerung erhalten hat, iſt für das Gedeihen der hinein verſetzten Pflanzen von den wichtigſten Folgen, und je zweckmäßiger und vollkommener der Boden zur Saat vorbereitet worden iſt, je weniger finden die Pflanzen⸗ wurzeln Hinderniſſe ſich allenthalben hin zu verbreiten, und je größer iſt das Wachsthum jeder einzelnen Pflanze bei gleichen übrigen Verhältniſſen, und je ſchütterer darf der Acker beſäet werden. Nur der tief gepflügte Boden macht in Hinſicht der ſchüt⸗ teren Ausſaat eine Ausnahme. Je tiefer der Boden gelockert worden iſt, je dichter kann er bis zu einer gewiſſen Gränze be⸗ ſäet werden; denn da jede einzelne Pflanze ein beſtimmtes Maß von Wurzeln haben muß, wenn ſie eine beſtimmte Groͤße er⸗ langen ſoll; ſo muß jener Boden, wo die Wurzeln ſich mehr als gewöhnlich in die Tiefe ſenken können, und auch da noch Nah⸗ rung antreſſen, mehr ſtarke Pflanzen ernähren können, ohne daß ſich dieſe gegenſeitig nachtheilig drängen, als jener, wo die Wurzeln ſogleich horizontal auslaufen müſſen, worin eine dichte Saat lauter ſchwächliche Pflanzen erzeugt, oder wo ein großer Theil der Pflanzen von den andern erdrückt werden muß, damit die überbleibenden hinlänglichen Raum gewinnen. Wenn ſich aber auch die Fruchtbarkeit oder vielmehr der Werth eines tiefen Bodens gegen einen minder tiefen, wie der Kubus der gelockerten Dammerde des einen gegen den des andern Bodens verhält: ſo darf der tiefere Boden doch keineswegs nach dem Größenverhält⸗ niſſe dieſes Kubus dichter beſäet werden, weil man ſonſt das Beſtocken und Beſtauden der Pflanze hinderte. Auch darf man nicht überſehen, daß die Pflanzen einen angemeſſenen Naum zur Entwicklung ihrer Blätter haben müſſen, und daß ſie der Sonne eben ſo ſehr als der Nahrung bedürfen. 9. Gewährt man der wachſenden Pflanze nicht die ge⸗ ringſte Pflege; ſo wächſt ſie langſamer, und ihr Umfang bleibt kleiner, als wenn man alles Unkraut rings um ſie zerſtört, und die Erde mehrmals auflockert, in der ihre ne Pfanze beit ſchmächtiger. zu venig binie ter geſiet weda, Boden durt di für das Gedein ſichtigſten Folge, t der Boden zu den die Pflanzen⸗ zu verbreiten, und elnen Pflanze bei hütterer darf de n Hinſicht der ſhit⸗ der Boden gelockt gewiſſen Graͤnze be ein beſtimmtes Maß eſtimmte Große n Wurjeln ſich meht auch da noch Nah⸗ hren können, ohnt als jener, wo di „worin eine dihte dder wo ein großer verden muß, danit innen. Wenn ſih „Werth eines tiefe ubus der gelockrtm Bodens bethälk: ſo dem Größenvethäl eeil man ſonſt das e. Auch darf man neſſenen Raum zut daß ſie der Sonnt fanze nicht de ge und ihr Umfang aut rings un ſe ert, in der ihre 293³ Wurzeln ſich verbreiten, oder fruchtbare Erde um ihren Stamm anhäuft. Jene Aecker werden daher ſchütterer beſäet, deren Pflanzen in der Folge gejätet, behackt oder behäuft werden. Hierin liegt zum Theil die Urſache, daß die gedrillten und behackten Saaten ſo wenig Samen erfordern, und doch ge⸗ wöhnlich ein höheres Reinerträgniß abwerfen, als die breitwürfig geſäͤeten, dichten, aber ſich ſelbſt überlaſſenen Felder. 10. Die Zeit, in welcher die Saat gemacht wird, hat auf die künftige Größe und Ausbildung der Pflanze einen ſehr großen Einfluß. Je länger nämlich der Zeitraum iſt, welcher den Pflanzen zur Entwicklung ihrer Wurzeln und Blätter gewährt iſt, je größer wird bei gleichen übrigen Verhäͤltniſſen ihr Umfang: je ſchütterer müſſen ſie ſtehen, wenn ſie ſich nicht nachtheilig beirren ſollen; und je kleiner der Zeitraum iſt, den dieſelben Pflanzen zu dieſem Behufe verwenden können, je kleiner bleiben ſie in allen ihren Thei⸗ len, und je dichter müſſen ſie an einander ſtehen, wenn nicht unnütze leere Zwiſchenräͤume am Acker entſtehen ſollen. Je früher die Herbſtſaat gemacht wird, je mehr haben die Pflanzen Zeit ſich im Herbſte noch zu bewurzeln und zu beſtocken, und je größeren Umfang erhalten ſie im künftigen Jahre. Je ſpäter die Saat gemacht wird, je kleiner iſt die Pflanze beim Anfang des Winters, und um ſo geringer bleibt der Umfang der Pflanze überhaupt, denn das, was im Herbſte verſäumt worden iſt, kann im Frühlinge nicht mehr eingebracht werden. Die Winterſaaten müſſen daher in dem Verhältniſſe ſchütterer geſäet werden, als dieß früher geſchieht, und um ſo dichter, als man ſpäter ſäet.— Sommerrocken und Sommerweitzen muß daher bei gleichen übri⸗ gen Verhältniſſen dichter als Winterrocken und Winterweitzen geſäet werden, und um ſo dichter, als die Saat dieſer Getrei⸗ dearten ſpäter im Frühling geſchieht. 11. Ob man ſchütterer oder dichter ſäen ſoll, hängt auch davon ab, ob durch die Art des Unterbringens der Saat jedes Samenkorn in eine Lage verſetzt wird, keimen und fortwachſen zu können. Wo die Samenkörner in eine angemeſſene Tiefe mittelſt der Hand gelegt werden, oder 294 wo man ſie durch zweckmaͤßige Saͤewerkzeuge in den Boden bringt, da iſt man ſicher, daß jedes lebendige Korn auch eine Pflanze liefert, und da wird man ungleich ſchütterer ſäen müſſen, als wo man den Samen unteregt, wo viele Körner oberflächlich zu liegen kommen, und wegen Mangel an Feuchtigkeit nicht keimen können, oder von den Vögeln verzehrt werden; oder wo man ihn unterpflügt, wobei eine noch viel größere Anzahl derſelben vergraben wird, und entweder gar nicht keimt, oder ſchwächliche, bald abſter⸗ bende Pflanzen liefert. 12. Endlich hängt es auch noch von der Güte des Samens ab, ob man mehr oder weniger davon ausſtreuen ſoll. Sind alle Körner lebendig, geſund und vollkommen; ſo liefert jedes derſelben eine Pflanze. Sind mehrere da⸗ von todt, oder ſehen mehrere davon ſchwächlich aus; ſo müſſen wir in demſelben Verhältniſſe dichter ſäen. Daß man nach Verhältniß der Reinheit des Samens eben⸗ falls das Saatquantum abändern ſolle, behaupten Viele. Allein wir fragen: wer wird denn unreinen, mit Unkrautsgeſäme ver⸗ mengten Samen ausſtreuen? und wer wird glauben, daß, wenn man Rocken mit Vogelwicken und Raden vermengt ausſäet, der Rocken die beiden letztern Pflanzen unterdrücken werde, wenn man auch ſtatt 2 ½ Metzen Rocken, die man ſonſt pr. Joch geſäet hat, jetzt 3 Metzen dieſes unreinen Samens nimmt? 13. Weiß man den relativen Raum, den jede einzelne Pflanze am Acker im Zuſtande ihrer vollkommeneren Ausbil⸗ dung nach den gegebenen Verhältniſſen des Bodens, des Klimas und der Kultursart einnimmt, ſo beſtimmt man nun darnach die verſchiedene Menge der Pflanzen, die man dahinein verſetzt, oder die Anzahl der Saatkörner, die man hinein ſäet. 14. Weil es gber nicht möglich iſt die ganze Anzahl der Getreidekörner zu zählen, die man alljährlich ausſäet; ſo beſtimmt man das Saatquantum nach Maß und Ge⸗ ige in den Vodin ndige Korn auch ngleich ſchüttere eregt, wo dihe d wegen Mange von den Vägaln terpflügt, wobe raben wird, i che, bald gbſer en der Güte des davon ausſtreuen und vollkommen; Sind mehrere de wachlich ausz; ſ⸗ ter ſäen. des Samenz ehene pten Viele. Allin krautsgeſäme vir lauben, daß, wem engt ausſcet, de cken werde, wem an ſonſt pr. Joch nens nimmt? den jede einzelne nmeneren Ausbi⸗ des Bodens, d ſo beſtiumt man flanzen, die man tkörner, die man ſe gauze Aniah. jährlich ausſtt Maß und Ge⸗ wicht, und zaͤhlt nur einen kleinen gewogenen Antheil von Körnern. Die Größe und ſpezifiſche Schwere der Körner bleibt nicht alljährlich und unter allen Umſtänden ſich gleich; und ein Metzen Winterrocken z. B. enthält oft um ¼ mehr Körner, als ein andermal; es iſt daher allzeit nothwendig die Anzahl der Körner in dem Maß zu wiſſen, das man ausſäet. Man erforſcht die Anzahl der Körner in einem gegebenen Maße, wenn man ſie erſt wiegt, und dann ein kleines Gewicht derſelben, z. B. 1 Loth, davon zählt. Ein Metzen am 15. Juli 1817 geſchnittenen Winterrockens wog z. B. am 13. September 83 ¼ Pf. und 1 ooth enthält 967 Körner; ſo ſind im Metzen 2,576088 Körner enthalten.— Wenn man daher einen Metzen auf das Joch von 8,294400 Qua⸗ dratzollen ausſäet, und annimmt, daß jedes Saatkorn eine Pflanze lieferte; ſo hätte jede derſelben einen Raum zu ihrer Ausbildung von 3,21 ☚ Zoll, wobei die Pflanzen offenbar um die Hälfte zu dicht ſtünden: und ein halber Metzen würde in ei⸗ nem guten Boden genügen. Wenn man aber ſieht, daß 3 Metzen pr. Joch ausgeſäet werden, und daß daher für jedes Saatkorn nur ein relativer Raum von 1,07 ◻ Zoll bleibt; ſo erhellet hieraus, daß der Saat entweder nicht aufgeht, oder aus Hinfälligkeit verwelkt, oder daß ſich der Ueberſluß von Pflanzen gegenſeitig tödtet, damit der Reſt hinlänglichen Raum zur Aus⸗ bildung ſinde. 15. Da die Pflanzen, wie die Thiere, in ihrer frühe⸗ ſten Jugend widrigen äußeren Verhältniſſen am wenigſten zu widerſtehen vermögen, und am leichteſten und häufigſten ihr Leben einbüßen; ſo müſſen wir bei der Saat hierauf Rückſicht nehmen, und in Anbetracht, daß ein geringer Theil auch der vollkommenſten Körner die Keimfähigkeit ſchon eingebüßt hat, daß ein Theil der aufgegangenen Keime in den erſten Wochen des Lebens von ſelbſt abſtirbt, daß ein anderer durch Inſekten gefreſſen wird(auf Mäuſe und Vögel kann keine Rückſicht genommen werden; denn für die erſtern hilft die dichte Ausſaat nichts, und gegen die letztern bewahrt man die Saat durch ein vollkommenes Decken mit Erde), und daß ein anderer Theil durch den Winter, und durch die kalten Winde im Frühling getödtet wird, einen angemeſſenen Ueberſchuß zur berechneten Saat⸗ 296 quantität hinzufügen, um den Acker gleichförmig mit Pflanzen beſetzt zu ſehen, und leere Stellen zu verhüten. 16. Die Größe dieſes Samenzuſchuſſes weicht ab, je nachdem der Same ſelbſt ſeine Keimfähigkeit leichter ver⸗ liert, oder ſeine Pflanzen für die gegebenen Verhältniſſe hinfälliger ſind, oder je nachdem durch die Art des Unterbrin⸗ gens der Saat unter die Erde ihr Keimen und Wachſen er⸗ leichtert oder erſchwert, oder zum Theil unmöglich ge⸗ macht wird Vorzüglich durch die Art den Samen unterzubringen, wird die Größe der Saat beſtimmt. Zwar muß man immer für todte Körner, ſchwache, bald verwelkende Pflanzen, Inſekten, eine Saatzugabe beſtimmen, die aber nicht bedeutend iſt, und höch⸗ ſtens c beträgt, das hierüber erforderliche Superplus muß dem Saatverfahren zugerechnet werden. Bringt man mit der Egge den Samen unter die Erde; ſo braucht man das Doppelte des berechneten Betrags, oder 1w0% Zuſchuß. Bedient man ſich der Säemaſchinen; ſo ſind 33 bis 50% Zuſchuß hinlänglich: pflügt man aber den Samen unter; ſo iſt unſtreitig das dreifache des berechneten Quantums nothwendig. Größer muß der Zu⸗ ſchuß ſeyn beim Rocken, weil ſeine Pflanzen hinfälliger ſind wie die Weitzenpflanzen, und man braucht mehr vom Hafer, wie von der Gerſte; mehr zur Winter⸗wie zur Sommerſaat, überall mehr in rauhen Klimaten als in wärmeren, u. ſ. w. wovon wir in der ſpeziellen Pflanzenkultur das Nähere angeben werden. d. Welches Verfahren das zweckmäßigſte ſey, die Samenkörner unter die Erde zu bringen. 1. Die Samenkörner ſollen im Boden in einer den Umſtänden angemeſſenen Tiefe und gleichförmigen Ent⸗ fernung unter ſich ſo vertheilt liegen, daß die emporwach⸗ ſenden Pflanzen zwar hinlänglichen Raum zu ihrer Ent⸗ wickelung haben, denſelben aber auch ganz erfüllen. 2. Jenes Saatverfahren, welches dieſen Forderungen völlig Genüge leiſtet, iſt das abſolut vollkommenſte. Weil ein ſolches Verfahren aber in der Praxis kaum ausführbar ſ 7 1 größtent licen te 6 facſte fenlich, einander 4. unditt mäßiger 3 bönne, der Geſe erworbe 1. Thell in ſchu⸗ welchen waren. Stunden erzählt i ſahrunge in den ne ländiſchen gen zuſt ſolk, beſtellte Eiſen b entwede Joch n Bohne alle 3 wird. pr. Jo rechnet Joch. 1254 degens ſſ nirg und J löhner großer kohn, glafimig ni en zu verhüten. es weich ab, keit leichter ve⸗ nen Verhältiſſe tt des Unterttu⸗ und Wachſen a unmöglich ge terzubringen, vith an immer für todte 1, Inſekten, eine end iſt, und höt⸗ zuperplus muß den man mit der Egge das Doppelte des Bedient mau ſih uſchuß hinlängli: reitig das drefage ößer muß der u Hinfälliger ſid nit vom Hafer, vie mmerſaat, ühenul 1. ſ. w. wovon vit neben werden. mäßigſte ſey⸗ Erde zu den in einer dea ichförmigen En⸗ die emporhach m zu ihrer Ent erfüllen. ſen Forderungen mmenſte. Tel⸗ aum ausfühtha 297 iſt: ſo iſt jenes das vortheilhafteſte, daß dieſe Forderungen größtentheils erfüllt, und zur Erhaltung des größtmög⸗ lichen reinen Ertrages am meiſten beiträgt. 3. Das vollkommenſte und zugleich älteſte, und ein⸗ fachſte Saatverfahren iſt das Legen der Körner in gefliſe ſentlich gemachte Löcher, deren Tiefe und Entfernung von einander genau beſtimmt und gleichförmig gehalten wird. 4. Es erfordert aber dieſes Saatverfahren viele Arbeit, und iſt nur bei einem ſehr kleinen Ackerbau, oder bei über⸗ mäßiger Bevölkerung, oder in Hunger⸗Jahren nützlich. In wie viel Zeit ein Joch auf dieſe Art beſäet werden könne, haͤngt von der Entfernung der Saatlöcher ab, und von der Geſchicklichkeit, welche ſich die Menſchen in dieſem Geſchäfte erworben haben. Schwerz erzählt in ſeiner Belgiſchen Landw. 1. Theil 280 eine Erfahrung des Herrn Dierxſen, der Weitzen in ſchuhbreiten Linien mit dem Erbſentreter legen ließ, in welchen je 2 und 2 Körner 6 Daumen breit von einander entfernt waren. Nach ſeiner Erfahrung würden 20 Tagwerke von 10 Stunden erforderlich ſeyn, um ein Joch zu beſtellen. Dikſon erzählt in ſeinen Farmer's Compagnion eine Menge von Er⸗ fahrungen, die man mit dem Legen der Körner in England in den neuern Zeiten machte, und Begtrup hat in ſeiner Eng⸗ ländiſchen Wirthſchaft 1. Theil 272. die intereſſanteſten Erfahrun⸗ gen zuſammengeſtellt. Es gibt nach ihm Gegenden in Nor⸗ folk, wo einzelne Landwirthe 60 bis 200 Akres auf dieſe Art beſtellten. Man rechnet da, daß ein Mann, der mit 2, mit Eiſen beſchlagenen Stöcken Löcher in die Erde macht, und dem entweder 6 kleine, oder 3 mehr erwachſene Kinder folgen, Joch mit Weitzen oder ¼ Joch mit Gerſte, Hafer, Erbſen und Bohnen beſtellen könne, wenn die Reihen 4 ½ Zoll abſtehen, und alle 3 Zoll in der Reihe ein 2“ tiefes Loch für die Saat gemacht wird. Man ſäet auf dieſe Weiſe von 1 ½h bis 1 Metzen Weitzen pr. Joch aus; das Doppelte wird bei der breitwürfigen Saat ge⸗ rechnet, und er rechnet 3 ½¼ bis 3,9 Metzen mehr Ertrag pr. Joch. Das Erſparniß mit der vermehrten Erträgniß betrüge 1,25+ 3,50= 4,75 Metzen, deren Werth durch die Arbeit des Legens vielleicht nur zur Hälfte verzehrt wird. Allein die Arbeit iſt nirgendwo im Großen ausführbar, als wo, wie in England und Italien, der größte Theil des Volkes aus Pächtern, Tag⸗ löhnern und Bettlern beſteht, welche beiden letzteren man in großer Anzahl zur Saatzeit haben kann, und die um geringen Lohn arbeiten; denn ein Joch Weitzen oder Gerſte auf dieſe Art 298 zu beſtellen koſtet in England nicht mehr als 5 fl. 18 kr. bis 6 fl. 37 kr. 5. So wie ſich der Ackerbau im ungleichem Verhält⸗ niſſe mit der Menſchenmenge vergrößerte, mußte man von dem Legen der Körner abgehen, denn es fehlten hiezu die Hande, und ein anderes, weniger Zeit und Arbeit erfor⸗ derndes Saatverfahren wählen. 6. Das Ausſtreuen der Saatkörner über die Ober⸗ fläche des Ackers, das man Breitwürfig ſäen nennt, iſt das ſchnellſte und allgemeinſte Verfahren der Saatbe⸗ ſtellung, und überall, wo der Ackerbau mit geringen Hülfs⸗ mitteln betrieben werden muß, iſt dieſe Saat auch die vortheilhafteſte. 7. Die breitwürfige Saat geſchieht, indem man mit der Hand den Samen über die Oberfläche ſo auswirft, daß er ſo gleichförmig als möglich darauf zu liegen kommt. 8. Dieſe Saat hat den Vortheil, daß ſie wenig Mühe macht, keine ſehr große Kunſtſertigkeit fordert, und wenig Zeit bedarf; dafür aber iſt ein völlig gleichförmiges Ver⸗ theilen der Körner unmöglich, und eben ſo wenig wird man Menſchen finden, die ein, den Umſtänden des Ackers angemeſſenes Maß der verſchiedenen Getreidearten auszu⸗ ſäen im Stande wären. 9. Die Saat iſt aber durch das Ausſtreuen der Körner erſt zur Hälfte vollendet, und wenn dieſe keimen, wachſen, und in der Ausbildung ſich nicht beirren ſollen; ſo müſſen ſie jetzt zu einer angemeſſenen Tiefe und mit Erhaltung der durch die Saat gegebenen Entfernung unter die Erde ge⸗ bracht werden. 10. Wenn es auch möglich iſt die breitwurfige Saat — ni goß der 6g mäglih unterzub tichtziu 11. Art unten pfluge 12 Boden! Ethſen/ man nu hin und riger? Purzel in den! Saat 3 kötner; 33. m ſeich und na aber ft ſo wie 11 nicht, und ſch in einen iierhar d die e als 5 fl. 18 k. ſi gleichen Verzäl⸗ mußte man bon fehlten hiezu de und Arbeit erfer t uͤber die Ote fig ſaͤen m hren der Saaüe it geringen hüſße e Saat auch de indem man mider auswirft, daß e gen kommt. s ſie wenig Mije Hdert, und beni eichförmiges Ve en ſo wenig wid ſtänden des Aces treidearten auzzn⸗ ſtreuen der kone keimen wachſen ſollen; ſomiſſn nit Erhaltung der ater die Erde he⸗ reitwürfige Saut 49 mit großer Geſchicklichkeit ſehr gleichfoͤrmig über den mit der Egge geebneten Acker auszuſtreuen; ſo iſt es aber un⸗ möglich dieſelbe zu einer angemeſſenen Tiefe gleichfoörmig unterzubringen, und ihre gleichſeitige Entfernung hierbei nicht zu verrücken. 11. Die breitwürſige Saat wird auf dreierlei Art unter die Erde gebracht. Mit der Egge, mit dem Pfluge und mit dem Schaufelpfluge. 12. In einem friſch gepflügten, mürben und reinen Boden laſſen ſich die Getreideſaaten, bis auf Bohnen und Erbſen, mit der Egge ziemlich gut unterbringen, wenn man nur gehörig gebaute Werkzenge hat, und oft genug hin und wieder fährt. Iſt der Boden aber ſchon vor ei⸗ niger Zeit gepflügt worden, iſt er thonig, und mit Wurzelunkraut und Stoppeln erfüllt; ſo bringt die Egge in den beiden erſtern Fällen zu wenig Erde locker, um die Saat zu decken, und im letztern Falle werden die Saat⸗ körner zuſammengeſchleppt. 13. Beim Unterbringen mit der Egge liegt die Saat am ſeichteſten. Es paßt daher dieſes Verfahren für kalte, und naſſe Gegenden; für einen ſehr bindigen Boden, der aber friſch gepflügt ſeyn muß; für eine verſpätete Saat; ſo wie für kleine Samenkörner. 14. Das Eineggen erfüllt ſeinen Zweck entweder gar nicht, oder ſehr unvollkommen, wenn der Boden verhärtet und ſchollig iſt; wenn die Saatkörner groß ſind, und wenn in einem ſehr leichten Boden und trockenen Klima die Saat überhaupt tiefer gelegt werden ſoll. 15. Aber ſelbſt unter den günſtigſten Umſtänden wird die Saat mit der Egge nie völlig gleichförmig unter die 300 Erde gebracht. Ein Theil derſelben liegt tiefer, beſonders wenn auf die rauhe Furche geſäet ward, ein anderer aber immer noch obenauf; jede Scholle, jede Stoppel oder Wurzel, die ſich zwiſchen die Zinken einhängt, verurſacht entweder tiefe, und breite Furchen, oder ein Anhäufen der Saatkörner, und endlich dürfen wir nicht überſehen, daß der Acker um ſo mehr wieder zertreten, und ungleichförmig vertieft und verballet wird, je emſiger wir beſtrebt waren durch die mehrfältige Anwendung der Egge die Saat völlig mit Erde zu decken. 16. Mit dem Pfluge wird die Saat untergebracht, wenn wir ſie unterackern. 17. Die Vortheile des Unterackerns der Saat beſtehen in der Erſparung der beträchtlichen Arbeit des Eineggens, und daß alle Körner mit Erde gedeckt, und zu einer größe⸗ ren Tiefe untergebracht werden, als beim Eineggen. 18. Dafür aber wird ein großer Theil der Saat mit einer zu hohen Erdſchichte überdeckt, und am Keimen gehin⸗ dert; die Körner werden in der Furche übermäßig gehäuft, und kommen dadurch in Reihen zu liegen, die mit dem Erd⸗ ſtreifen gleiche Breite haben, zwiſchen denen entweder gar keine, oder nur wenige Pflanzen ſich befinden. 19. Das Unterackern der Saat kann daher nur Statt finden, oder den geringſten Nachtheil verurſachen, wenn der Acker durch mehrmaliges, vorausgehendes Pflügen ſehr mürbe und rein gemacht worden iſt; wenn man beim Un⸗ terackern der Saat den Pflug ſo ſeicht als möglich ſtellt; wenn man ſchmale Erdſtreifen pflügt; wenn man großköoͤrnige Samen unterzubringen hat, und wenn der Boden loſe, die Gegend trocken, und das Klima warm iſt. Das Unterackern iſt der ſtete Begleiter des rohen Acker⸗ baues. Wenn man weitwendige Aecker beſtellen ſoll; ſo hat man riht du ſielin, 1 ſihr ver kein and man ſier 20 Pſuge tetgelrud azriſchen tend, de firniger Stande damit pflügen 1 Nuhen nach 50 Gebrau des Bo als das Saat u unter die Unterack Same n ntergeb 21 liker p nur ſel und we Egge, gen; Neng ſie auc 2 Kaaſe de d being tiefer, beſondetz „ein anderet ahen ede Stoppel der hängt, verurſagt ein Anhaͤuftn de t überſehen, de ad ungleichfinnig ir beſtrebt warn ge die Sagt oli Saat untergebrach der Saat beſtehe eit des Eineggen, ind zu einer grißt⸗ n Eineggen. heil der Sant ni am Keimen gehir bermaͤßig gehauſt „die mit dem Ei⸗ enen entweder gat iinden. n daher nur Eigt verurſachen, wemn endes Pflügen ſch enn man bein Uie als möglich ſelt an man großköriig der Boden loſe :m iſt. er des rohen Aci len ſoll; ſo hat um 301 nicht Zug und Zeit die Saat anders als auf dieſe Weiſe zu be⸗ ſtellen, weil ſie die geſchwindeſte iſt. Wo der Acker dann ferners ſehr verunreiniget iſt, und doch beſaͤet werden ſoll, da bleibt kein anderes Mittel übrig, als die Saat unterzupflügen, weil man ſie nicht eineggen kann. 20. Viel zweckmaͤßiger als mit der Egge und dem Pfluge wird die Saat mit dem Schaufelpfluge un⸗ tergebracht; denn da dieſes Werkzeug ein Mittelding iſt zwiſchen den beiden ſo ehen genannten; ſo iſt es einleuch⸗ tend, daß man mittelſt deſſelben die Saat tiefer und gleich⸗ förmiger und mit minderer Mühe mit Erde zu überdecken im Stande ſey, als dieß mit der Egge möglich iſt, ohne daß damit die Nachtheile verbunden ſind, welche das Unter⸗ pflügen begleiten. Der Extirpator iſt ein ſo treffliches Werkzeug, und ſein Nutzen ſo groß und vielfältig, daß wir überzeugt ſind, daß er nach 50 Jahren in dem größten Theile aller Wirthſchaften im Gebrauche ſeyn werde. Von ſeinen Vortheilen zur Vorbereitung des Bodens haben wir früher geſprochen: hier müſſen wir ihn als das paſſendſte Werkzeug anrühmen, woniit die breitwürſige Saat untergebracht wird: denn es erheiſcht dieſe Art den Samen unter die Erde zu bringen nur wenig mehr Mühe, als das rohe Unterackern, und betraͤchtlich weniger als das Eineggen, und der Same wird hierbei viel gleichförmiger als in beiden Fällen untergebracht. 21. Weil man aber weder mit der Hand die für den Acker paſſendſte Menge des Samens ſicher ausſtreuet, und nur ſelten Menſchen findet, die überhaupt gut ſäen können, und weil es nicht möglich iſt den Samen durch Pflug und Egge, ſelbſt nicht mit dem Extirpator fehlerfrei unterzubrin⸗ gen; ſo hat man Werkzeuge erſonnen, die eine paſſende Menge der gegebenen Körner entweder bloß ausſaen, oder ſie auch in eine beſtimmte Tiefe unter den Boden bringen. 22. Die Säemaſchinen werden daher in zwei Klaſſen eingetheilt, in ſolche, die bloß ſaͤen, und in ſolche, die den ausgeſtreuten Samen zugleich unter die Erde bringen. 3 3⁰02 23. Der Vortheil der erſteren iſt im Allgemeinen ge⸗ ringer, wie jener der zweiten, denn es iſt das gleichförmige Unterbringen die wichtigere Operazion, und ſchwerer auszu⸗ führen wie das gleichförmige Ausſtreuen. Indeſſen iſt ihr Nutzen immer ſehr groß, und wenn wir auch den ausge⸗ ſtreuten Samen durch die Egge oder den Extirpator unter⸗ bringen müſſen; ſo haben wir ſchon durch die Gleichförmig⸗ keit der Vertheilung und die paſſende Menge der Saat vieles gewonnen, und es gibt Fälle, wo die zweite Art der Säemaſchine gar nicht anwendbar iſt, während die erſtere in allen Fällen gebraucht werden kann. Der Boden muß ſehr gut vorbereitet ſeyn, wenn man die zweite Art der Saͤemaſchine ſoll gebrauchen können; denn das Unkraut, die Stoppeln, ja ſelbſt ein etwas zu feuchter Zuſtand der Erde hindern die Anwendung derſelben; aber nicht der erſteren. 24. Jene Saͤemaſchinen, welche eine in voraus be⸗ ſtimmte Quantität Saatkörner nicht bloß ausſäen, ſondern auch zu einer beſtimmten Tiefe unterbringen, erfüllen ihre Beſtimmung vollkommen, und wenn ſie nebſtbei von einem feſten, nicht leicht verrückbaren Baue, dauerhaft, und fuͤr alle Arten der Getreidegattungen anwendbar ſind: ſo haben ſie die nöthigen Eigenſchaften, die man von einem Werkzeuge fordert, das in die Praxis des Ackerbaues auf⸗ genommen werden ſoll. Bis vor kurzem gehörten die Säemaſchinen in Deutſch⸗ land zu den ökonomiſchen Spielereien, die man in Modellen⸗ kabinetten aufbewahrte, und die etwa von irgend einem beſondern Freunde des Ackerbaues, der ſie aus Duhamel, Chateau⸗ vieux oder durch engliſche Schriften kennen lernte, in ſehr ſeltenen Fällen gebraucht, aber von dieſem ſehr bald, oft ſchon nach dem erſten Verſuche wieder auf die Seite geſetzt wurden, weil man weder ihren Bau genau kannte, noch die Bedingungen, unter denen ſie nur angewendet werden dürfen. Durch die nä⸗ here Bekanntſchaft, welche wir in den letztern Zeiten mit dem Ackerbau der Engländer machten, wurden wir mit dieſen treff⸗ lichen Werkzeugen erſt genauer bekannt, und weil ſich bei uns ein eben ſo reger Geiſt der Vervollkommnung äußerte: ſo er⸗ ſhleuni ſciiedenen (von 6 5 6b ummiſe ſern Ge erſtere ſch dur ſo weit! 146; 1 Färver i der breit fir Gt 165 konnen. zen Di man ni 4 überzen Aufmer meſſene Tefen Getreid urſache Maſcit a g9 duantit und hat m Allgemeinen pe ſt das gleihfännig nnd ſchverer auzz .. Indeſen it ie r auch den auge n Extirpator unta⸗ ih die Gleichfürnig Menge der Sau wo die zweite Ai tiiſt, während di kann. ſeyn, wenn man Re n können; denn das zu feuchter Zuſtand ben; aber nicht de eine in voraus he Fausſqen, ſonden gen, erfüllen ihe nebſtbei von einen , dauerhaft, und nwendbar ſind: ſ de man von einen des Ackerbaues guf ſchinen in Deutſt⸗ ie man in Modelle⸗ rgend einem beſoadern hamel, Chattal⸗— nen lerute, in ſiſr ſehr bald, öft ſbon Leite geſebt wurdan ſoch die Bedingunzun efen. Durch die li⸗ gtern Zeiten mit den wir mit dieſen tif⸗ a well ſich bii uns ung äußerte: ſo te⸗ 3⁰03 ſchienen in kurzer Zeit in Deutſchland eine Menge von ver⸗ ſchiedenen Formen von Säemaſchinen. Die Fellenbergiſche (von Emanuel von Fellenberg zu Hofwyl in der Schweiz) und die Ugazyſche(v. Vitusgazy, Straßen⸗ kommiſſär zu Wiener⸗Neuſtadt in N. Oeſt.) ſind in un⸗ ſern Gegenden jetzt die bekannteſten und zweckmäßigſten. Die erſtere ſäet in Reihen auf eine jede beliebige Entfernung, die ſich durch 3,7“ theilen läßt, weil eine Säewalze von der anderen ſo weit entfernt iſt; es gibt alſo Saatreihen von 3,7; 7,4 11,13 14,8; 18,5; 22,2; 25,9; 29,6; 33,3. Wenn die Saat durch alle Walzen läuft, ſo kommen die Köruer in Reihen von 3.7“ und eine ſolche Saat bedeckt, gleich der breitwürſigen, mittlerweile den ganzen Boden; 7,4 wäre für Erbſen und Bohnen, wenn es nicht gerathener wäre ſie auf 18,5“ zu ſäen, um ſie in der Folge behacken und behäufen zu können. 11, 1 für Getreide, das man behacken wollte. Die ubri⸗ gen Diſtanzen können für Bohnen, Mais benützt werden, wenn man nicht eigene leichte Säemaſchinen für dieſe Früchte hat. Der Gebrauch der Säemaſchinen vermehrt ſich ſehr. Man üͤberzeugt ſich, daß ſie keine Spielerei ſind, ſondern die größte Aufmerkſamkeit verdienen, weil nur durch dieſelben eine ange⸗ meſſene Menge von Körnern ausgeſtreut, und in eine gehörige Tiefe untergebracht werden kann. Ich ſäe ſeit zwei Jahren alles Getreide mit der Fellenbergiſchen Maſchine, und habe alle Urſache vollkommen damit zufrieden zu ſeyn. Die Ugazyſche Maſchine, mit welcher in meiner Nachbarſchaft der Herr Graf von Egger ſäet, iſt zwar viel leichter in Hinſicht der Saat⸗ quantität zu ſtellen: dafür aber ſäet ſie weniger gleichformig, und hat manche andere bedeutende Unvollkommenheiten noch an ſich. 25. Weil bei der Maſchinen⸗Saat jedes Korn in eine ſolche Lage verſetzt wird, daß es gewiß zum Keimen kom⸗ men kann, wenn es anders keimfähig iſt; und weil jedes Korn von dem andern in einer ſchicklichen Entfernung liegt; ſo wird dadurch die kleine Menge von Saatkorn begreiflich, die man hierbei bedarf, und auch der größere Ertrag, den ein ſolches Feld abwirft, gegen ein breitwürfig geſäetes. Beim Unterackern bedarf man überhaupt am meiſten, und um ſo mehr Saat, je unreiner der Boden, und je bindiger er iſt, weniger beim Eineggen, noch weniger beim Extirpator, am wenigſten bei der Saͤͤemaſchine, die den Samen auch unter⸗ bringt. Man ſäet vom Winter⸗Rocken im thonigen Boden des Lavantthales und Krapfeldes in Kärnten 4 Metzen pr. Joch aus; im Sandboden von Klagenfurt 3 Metzen. Wird die Saat eingeegt, ſo erachtet man 2 ½l bis 2 ¾ Metzen 3⁰4 hinlänglich. Beim Gebrauch des Extirpators habe ich 2 ¼ Metzen gebraucht, und wenn ich 1%¼ Metzen mittelſt der Fel⸗ lenbergiſchen Maſchine in der Mitte des Septembers aus⸗ ſäete, ſo ward der ganze Acker vor Winter mit Pflanzen über⸗ zogen, und gleich einem Teppich. Aus einer großen Menge von Verſuchen, die mit der Ugazyſchen Säemaſchine angeſtellt wurden, und in den Vaterl. Blättern Nro. 8, 1817 m tggetheilt ſind, erhellet, daß man im Durchſchnitte nur 1,31 Metzen Win⸗ terrocken ausſäete, und wenigſtens eben ſo viel, gewöhnlich aber mehr, als von der doppelt und dreifachen Menge der Ausſaat an reinem Erträgniß zurückerhielt. Wir werden in der ſpeziellen Pflanzenkultur Gelegenheit haben, die verſchiedene Quantität der Ausſaat und Ernte bei der verſchiedentlichen Kultur anzugeben, und beſchränken uns hier bloß auf das Allgemeine. Die Saͤemaſchinen mögen anfänglich wohl nur für große Körner, die man in weiten Zwiſchenräumen ſäete, und deren Pflanzen man in der Folge behackte und behäufte, für Bohnen und Erbſen, angewendet worden ſeyn. Als man aber beobachtete, daß alle Getreidearten durch das Behacken einen lebhafteren Wuchs erhielten; ſo fing man an auch dieſe in Reihen zu ſäen, und ſie in der Folge durch Hand⸗ und Pferdehacken zu bearbeiten. Dieß iſt die Drill⸗ oder Pferdehackenwirthſchaft der Engländer, wo die gewöhnlichen Arken des Getreides: Weitzen, Rocken, Gerſte und Hafer, in Reihen von 8 bis 10 Zoll Breite geſäet, und wo die Zwiſchenräume dieſer Pflanzen während ihres Wachsthums einigemal mit der Pferdehacke bearbeitet, das heißt, aufgelockert und die Erde an die Pflanzenſtoͤcke angehäuft wird. Ueberall, wo in England mit der Maſchine geſäet wird, da iſt die Pferdehackenkultur damit verbunden. Wir Deutſche bearbeiten nur Bohnen, Erbſen und Mais auf dieſe Weiſe, und wenn wir Weitzen, Rocken, Gerſte und Hafer mit der Ma⸗ ſchine ſaͤen, ſo geſchieht dieß noch größtentheils in engen Reihen, die kein Behacken zulaſſen. Es iſt alſo unſere Maſchinen⸗Saat nur eine verbeſſerte breitwürſige Saat. Soll die Frage gelöſt werden: ob die engländiſche oder unſere Art der Getreidekultur vorzuziehen ſeyn? ſo glauben wir, daß die erſtere nur dann mit einem größeren Vortheile als die letztere verbunden iſt, wenn der Boden in einem reichen Zuſtande an düngenden Theilen ſich befindet, und das Beſtocken der Saat und das Beſtauden der⸗ ſelben mächtig durch das Behacken und Behäufen befördert wird. Die Pferdehackenkultur iſt nur ausführbar, wenn man ſehr reine Felder hat; wenn die Arbeiter ſehr verſtändige Menſchen ſind, und der Boden nicht gar zu thonig iſt, weil er dann nicht immer behackt werden kann, wenn es der Zuſtand der Pflanze erheiſcht: während jeder, auch der magere Boden, und der nicht völlig unkrautslos iſt, der thonige und der ſandige auf unſere Art mit Vortheil gegen die breitwürſige Art beſtellt wird. — Wir müſſen freilich die weſentlichſten Vortheile der Drill⸗ kultur, nämlich das Behacken, bei dieſen Getreidearten entbeh⸗ ren; indeſſen können wir daſſelbe zum Theil durch die Egge erſeben, kleweren aber geſt deßwegen di pie ſcict i 36 gen der der der dortheil N den m geſtate hinlän unſere nehſeb 5 i, da zu deſ aleenth mehrte ten im die Ee derme , er iſt ſczaſt Hinſi auch i mäßig Virth tet, ſindi beſer At ots habe ich 21/ mittelſt der hel z Septemders als. mit Pfanzen übtr großen Renge zm aait 7 7 1,31 Meten Vi ei gevijniih e denge der Augſat en in der ſoezil ddene Quantität da Lultur anzugehe, neine. ur für große Kömt, und deren Pfanza für Bohnen ud in aber beohachtete, n lebhafteren Wudh ihen zu ſden, ud ſcken zu bearbeitm. wirthſchaft de Getreides: Weitzen, bis 10 Zoll Brett unzen wäͤhrend ihre Larbeitet, das heif, ke angehäuft wid. ne geſäͤet wird, R Wir Deutſee s auf dieſe Wäſ, Hafer mit der M⸗ s in engen Reiha, ere Maſchinen⸗Sat oll die Frage gelſ t der Getreidekulte erſtere nur dann nit verbunden iſt, wem ngenden Theilen ſch das Beſtauden der⸗ -ufen befördert nih , wenn man ſehr verſtändige Meuſcen „weil er dam nich Zuſtand dee Nfanie e Boden, und de nd der ſandige alf ge Att beſtelt vitd gortheile der Dil⸗ zetreidearten en eh⸗ heil durch die 1 305. erſetzen, und es ſcheint mehr Nutzen zu bringen, vorläufig einen kleineren und ſicheren Gewinn zu erwerben, als einen größeren, aber gefäyrdeten, und es iſt unklug, die Sache der Säemaſchinen deßwegen ganz aufzugeben, weil man nicht das Höchſte derſelben: die Pferdehackenwirtyſchaft, ſogleich erreichen kann, oder zu unge⸗ ſchickt iſt ſie auszuführen. 26. Aus dem Geſagten erhellet, daß das Unterbrin⸗ gen der Saat mit dem Pfluge, der Egge, dem Extirpator oder den Saemaſchinen nach Verſchiedenheit der Umſtände vortheilhaft ſey. Wo der Ackerbau mit geringen Mitteln betrieben wer⸗ den muß, und die Vermehrung der Arbeit entweder nicht geſtattet iſt, oder ſich nicht durch die vermehrte Erträgniß hinlänglich lohnt: da bleibt uns nichts anders übrig, als unſere Saat unterzuackern; beſonders wenn der Boden nebſtbei locker, vielleicht gar nur ſandiger Natur iſt. Wo der Boden thonig, oder das Klima kühl und feucht iſt, da wird man es wohl immer gerathen finden, die Egge zu dieſem Behufe anzuwenden. So wird auch das Getreide allenthalben mit der Egge untergebracht, wo man die ver⸗ mehrte Arbeit, welche dieſe Methode erheiſcht, zu verrich⸗ ten im Stande iſt, und den Nutzen einſieht, den man durch die Saaterſparniß, beſſere Bearbeitung des Bodens und vermehrte Erträgniß gewinnt. Der Extirpator übertrifft die Wirkung der Egge, und er iſt das vorzüglichſte Werkzeug, um auf größeren Wirth⸗ ſchaften die Saat des Getreides gut und ſchnell zu vollführen. Säemaſchinen erfordern eine große Aufmerkſamkeit in Hinſicht ihrer Stellung und Regulirung der Ausſaat, als auch in ihrer Führung, und erfordern ferner einen zweck⸗ mäßig vorbereiteten Boden. Sie paſſen daher nur in ſolche Wirthſchaften, wo der Eigenthümer ſelbſt die Maſchine rich⸗ tet, und bei der Saat gegenwaͤrtig iſt, oder wo ein ver⸗ ſtändiger, und eifriger Wirthſchaftsverwalter dieß Geſchäft beſorgt. Dann muß mit der Saͤemaſchine auch eine ſorg⸗ Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Pd. 20 3⁰6 fäͤltige Ackerung und Reinigung des Bodens verbunden wer⸗ den, denn in einem wüſten Boden kann man entweder gar nicht damit ſäen, oder erhält keinen Nutzen davon; und wenn endlich die Pferdehackenwirthſchaft eingeführt werden ſoll, ſo iſt es um ſo mehr erforderlich, ja unerläßlich, daß dieſe Bedingniſſe erfüllt werden.— Die Drill⸗ und Pferdehackenwirthſchaft iſt das Ideal des Ackerbaues.— Sie iſt die auf den Acker übertragene Gartenkul⸗ tur. Wir nähern uns demſelben, wenn wir nebſt dem Mais, den Karkoffeln, Kraut, Bohnen und Erbſen, die wir wohl größten⸗ theils ſchon nach den Regeln der Drillwirthſchaft kultiviren, auch noch unſere Getreideäcker in enge Reihen ſäen, und ſie vorläufig nur mit der Egge behacken; wir erreichen daſſelbe, wenn wir den Weitzen und den Haber, wie den Mais und die Bohnen behan⸗ deln. Solche Wirthſchaft paßt aber nicht für rohe Menſchen. Erſt müſſen dieſe ſelbſt auf einer höheren Stufe geiſtiger Kultur ſte⸗ hen, ehe ſie eine Wirthſchaft betreiben können, die ſo viel Ver⸗ ſtand erheiſcht. e. Wann geſaͤet werden müſſe. 1. Die Zeit der Saat wird hauptſächlich durch die Natur der zu kultivirenden Pflanzen, und das Klima, nebſt⸗ bei aber auch noch durch die Witterung und die Beſchaffen⸗ heit des Bodens beſtimmt. 2. Die Pflanzen vertragen entweder gar keinen Froſt, oder ſie vertragen in ihrer Jugend einen mäßigen, nicht an⸗ haltenden; oder ſie können in der Jugend einen heftigern, und lang dauernden Froſt überſtehen. 3. Die beiden erſten Gattungen ſind immer nur Som⸗ mergewächſe, d. h. ſolche Pflanzen, die im Verlaufe eines Sommers aus dem Korne erwachſen, und auch wieder reiſe Körner hervorbringen; die letztern werden Winterfrüchte ge⸗ nannt, weil ſie vor dem Winter geſäet werden, während der rauhen Jahreszeit am Acker ſtehen, und erſt im folgenden Sommer blühen und reife Körner hervorbringen. 4. Mai, Feyft d, b ihnen her al ſeine l N reif, ue viele Ge ihre B donnen, richts! kaut 4 ſieſu zer E 1 nicht veiſi ſaet w Pitter grüßter werden den do und g rocken Lopff net ſo du ihr in der als Ge ſe im derdunden war n entwedet gar en davon; und geführt werden nerläͤßlich, dß 1 das Ideal de gene Gartenda⸗ dem Mass, den dir wohl gräßten t kultiviren, auc und ſie vorliäufg be, wenn wir da e Bohnen behen he Menſchen. Eiſt ſtiger Kultur ſie die ſo viel Ver⸗ nſſe. ſchlich durch die as Klima, nehſ⸗ die Beſchafen⸗ ar keinen Fuoſ⸗ gigen, nicht ur einen heftigem, umer nur Som⸗ Verlauft tines uch wieder raiſe interfrüchte ge⸗ en, während de t in folgenden ggen. 3 ⁰ 4. Jene Pflanzen, die gar keinen Froſt vertragen, z. B. Mais, Hirſe, Buchweitzen, Faſeolen, Kürbiſſe, Tabak, Kopfkraut u. ſ. w. dürfen daher nicht früher geſäet wer⸗ den, bis die Zeit der Nachtfröſte vorüber iſt, oder, wenn ihnen dann der Sommer zu kurz würde, ſo müſſen ſie frü⸗ her auf ein Samenbeet geſäet werden, das entweder durch ſeine Lage oder durch Kunſt vor den Froſt geſchützt wird. Nais, Hirſe, Faſeolen und Kürbiſſe werden bei uns noch reif, wenn wir ſie auch erſt in der Mitte des Mai ſäen, aber viele Gewächſe würden zu ſpaͤt zum Blühen kommen, oder würden ihre Blätter und Wurzeln im erſten Jahre nicht gehörig entwickeln können, wenn wir ſie dann erſt ausſäen wollten, wenn vom Froſt nichts mehr zu fürchten iſt. Darum wird der Tabak, das Kopf⸗ kraut, die Kraut⸗ und Runkelrüben auf Samenbeeten geſäet, um ſie fruh genug zum Wachſen zu bringen, damit ihnen unſer kur⸗ zer Sommer noch zureiche. 5. Jene Pflanzen, die in ihrer Jugend einen mäßigen, nicht anhaltenden Froſt vertragen, ſind entweder ein⸗ oder zweijährig. Die einjahrigen können ſo früh im Jahre ge⸗ ſäet werden, als es die Beſchaffenheit des Bodens und der Witterung zuläßt; die zweijährigen müſſen über Winter größtentheils vor der Kälte in Kellern und Gruben geſchützt werden, weil ſie heftigen Froſt nicht überſtehen, und wer⸗ den dann im folgenden Frühlinge ausgeſetzt, um zu blühen und Körner zu bringen. Zu den erſtern gehören Sommer⸗ rocken, Sommerweitzen, Gerſte, Hafer; zu den letztern Kopfkraut, Ruben, Runkeln u. ſ. w. 6. Man ſäet die einjährigen Pflanzen dieſer Art in ei⸗ ner ſolchen Reihenfolge, daß jene, welche am meiſten Zeit zu ihrer Entfaltung bedürfen, am früheſten, jene, welche in der ſchnellſten Zeit reif werden, zuletzt geſäet werden. Erbſen werden früher als Bohnen, Sommerweitzen früher als Gerſte, und Sommerrocken früher als Hafer geſäet. 7. Jene Pflanzen, die man im Herbſte ausſaet, um ſie im folgenden Jahre zu ernten, haben das Vermögen, in 20* 3⁰8 ihrem jugendlichen Zuſtande den großten Grad der Kälte durch eine beſtimmte Zeit ertragen zu können. 8. Die Kultur dieſer Pflanzenvarietäten hat zwei ſehr weſentliche Vorzüge vor den einjährigen, oder Sommer⸗ gewächſen; daß dadurch die Arbeit der Saat, und eben ſo auch der Ernte getheilt wird, und daß dieſe Winterfrüchte bei gleichen ubrigen Verhältniſſen im Darchſchnitte einen größern Ertrag abwerfen, als die gleichnamigen Sommer⸗ früchte. 9. Der höhere Ertrag der Winterfruchte haͤngt ganz von dem längeren Zeitraume ab, den die Pflanzen dieſer Art zur Entwicklung ihrer Wurzeln, ihrer Blätter und Halm⸗ anſätze verwenden können. Je früher daher im Herbſte die Saat beſtellt wird, je größer und ſtärker iſt die Wurzel beim Anfange des Winters, je mehr ſind Blätter und Halman⸗ ſätze vorhanden, je ſicherer überſteht ſie den Winter, die Näſſe und den Blachfroſt, und je kräftiger iſt das Wachs⸗ thum im folgenden Frühlinge: je ſpäter aber die Saat ge⸗ macht wird, je kleiner iſt die ganze Pflanze beim Begiunen des Winters, je leichter geht ſie zu Grunde, oder wird im Frühlinge durch den Froſt herausgezogen, und getödtet, und je geringer iſt ihr gauzer Umfang, wenn die Hitze eintritt, und die Pflanze aufhört an Umfang zuzunehmen, und ihre Kräfte anwendet um zu blühen, und Früchte hervorzu⸗ bringen. 10. Eine frühere Saat des Wintergetreides hat daher immer Vorzüge vor einer ſpätern; vorausgeſetzt, daß die Saat nicht ſo früh geſchehe, daß ſie im Herbſte noch zu weit im Wachsthume Fortſchritte machte, wodurch die Pflanze dann die Kraft der Kälte zu widerſtehen verliert, und ent⸗ weder unter dem Schnee, oder im folgenden Frühlinge beim Wechſel des Froſtes mit dem Aufthauen zu Grunde geht. 1 unterd einet! kann Allgel Jecker fen, 1 ſowme wohr tigen m Lrad der gaält 7. en hat zweiſch oder Sommer⸗ t, und eten o e Winterfrüche chſchnitte einn nigen Sommer⸗ ichte hängt ge Pflanzen deſſe lätter und haln⸗ im Hethſtedi die Wurzel bein ter und Halman⸗ den Winter, de iſt das Vach⸗ ber die Sagt g⸗ beim Begiinmn e, oder widd in und getödtet, ud die hitze einrit ehmen, und inn rüchte hervorgi tredes hat aher ggeſett, de de bſte noch zu wel urch die Pfanze rliert, und ent Frihlinge bein Grunde geht 3090 11. Weil aber die Verhältniſſe ſehr verſchieden ſind, unter denen man Winterſaaten beſtellt, und dieſe Saat in einer und derſelben Wirthſchaft nicht zugleich beſtellt werden kann, ſo iſt es nothwendig feſtzuſetzen, welche Regel im Allgemeinen die Zeit der Winterſaat beſtimmt, und welche Aecker in derſelben Wirthſchaft früher beſäet werden müſ⸗ ſen, und welche ſpäter noch beſäet werden dürfen. 12. Die Winterſaat muß überall ſo frühe im Spãät⸗ ſommer oder Herbſte vorgenommen werden, daß die Pflanze noch vor dem Eintritte des Winters einen hinlänglich mäch⸗ tigen Wurzelſtock zu bilden Zeit hat. Der größte Vortheil der Winterſaat iſt immer das antizi⸗ pirte Wachsthum im Herbſte; je größer dieſes bis auf ein gewiſ⸗ ſes Maß iſt, je größer iſt das Volumen der Halme, Stängel und Früchte, die ſie im folgenden Jahre entwickeln. Weil aber das Wachsthum der Wurzeln und der überirdiſchen Beſtockung nur in der kühlen Jahreszeit, im Herbſte und Frühling, vor ſich geht; ſo ſetzt die Pflanze um ſo mehr Halme an, je mehr ſie Wurzeln im Herbſte getrieben hat, und Nahrung durch dieſelben einſaugen kann— In unſerem hohen Gebirge ſäet man daher den Winterrocken ſchon zwiſchen dem 10. und 24. Auguſt; wir in der Niederung des Landes vom 15. bis 30. September. In bei⸗ den Fällen wird dann eine gleich ſtarke Pflanze noch vor Winter erwachſen; denn um ſo viel der Berger früͤher ſäete, als der Ebner, um ſo viel iſt die Wärme in der Höhe geringer, als in der Tiefe, und um ſo viel tritt der Winter früher ein, als bei uns. Die Wärme allein macht die Winterſaat im Herbſte wach⸗ ſen. Ein beſtimmtes Maß hievon iſt für eine gegebene Zeit noth⸗ wendig, wenn ein beſtimmtes Produkt hervorgebracht werden ſoll. 13. Die Zeit der Saat wird durch die Witterung ver⸗ andert: denn da die Erde nur bei einem gehörigen Grade von Feuchtigkeit den mindeſten Zuſammenhang hat, ſo kann kein Acker im naſſen Zuſtande, und außer dem loſen Sande auch keiner in einem völlig trocknen Zuſtande beſäet werden, weil man in beiden Fällen die Saat nicht mit mürber, ge⸗ pulverter Erde zu decken im Stande iſt. 14. Die verſchiedenen Aecker in derſelben Wirthſchaft müſſen ſowohl zur Sommer⸗ als Winterſaat nach dem Ver⸗ 310 hältniſſe ihrer Erwaͤrmungsfähigkeit, und nach der Menge der pflanzennährenden Theile, die ſie enthalten, nacheinan⸗ der beſäet werden. Der Acker, welcher ſchattſeitig liegt, muß am früheſten; früher der thonige, wie der ſandige; der feuchte früher, wie der trockne; und der magere früher, wie der friſch gedüngte, oder überhaupt humusreichere beſäet werden. f. Von den Vortheilen des Ueberſetzens der Pflanzen, und dem Verfahren bei dem⸗ ſelben. 1. Wenn wir ſolche Pflanzen kultiviren, die in ihrer Jugend für den Froſt empfindlich ſind, und mehr Zeit zu ihrer Ausbildung bedürfen, als unſer Sommer lang iſt; ſo ſäen wir ihren Samen nicht unmittelbar in den Acker, weil wir da die Saat viel zu ſpät erſt machen dürften, ſondern auf ein Samenbeet, das eine natürlich oder künſtlich ge⸗ ſchützte und warme Lage hat, worein wir die Saat früh ge⸗ nug im Jahre machen können, und woraus wir dann die erwachſenen Pflanzen zu einer Zeit ſchon in die Aecker ver⸗ ſetzen können, in der wir ſie daſelbſt ſonſt kaum erſt hätten ſaͤen dürfen. Hieher gehören eine Menge von Gemüſepflanzen und Blu⸗ men, aber nur wenige Ackerpflanzen: Tabak, Kopfkraut u. ſ. w. 2. Solche Pflanzen, die weite Zwiſchenräume bedür⸗ fen, langſam wachſen, und im erſten Jahre bloß Blätter und Wurzeln entwickeln, werden ebenfalls auf Samenbee⸗ ten erzogen, und im erwachſenen Zuſtande in die Aecker üͤberſetzt, wenn ſie auch im jugendlichen Zuſtande die Kälte vertragen. 3. Die Vortheile dieſes Verfahrens beſtehen darin, daß man eine um ſo größere Ernte erhalt, je früher die Pflan⸗ zen geſäet worden ſind, und je mehr ſie Zeit gehabt haben ihre Blätter oder Wurzeln zu vergrößern, und daß man um ſne als ſi erſpat Behc zvei zen/ ten/ guß vorau reinen her, und ſie fi Vort ment nen, uns viel weil fört auf d ober Mitte ihrem ſchütz Rape Uebe erſo Arbe ben gezo gera nach der Meng⸗ ten, nacheinan⸗ uß am friüheſten; früher, wiede gedüngte, oder rſetzens der en, die in ihrer ĩ mehr zeit 1 mer lang iſt; ſt den Acker, weil ürften, ſonden der künſtlich ge e Saat frih ge⸗ is wir dann de die Aecker ver aum erſt hätten flanzen und Bl⸗ opfkraut u. ſ.. eenräume bedür⸗ re bloß Blatter auf Samenber⸗ e in die Aecker zande die Kaͤllt ehen datin,dß üher die Pflan t gehabt haben d daß man um 311 ſo mehr reinen Nutzen von der Kultur dieſer Pflanzen hat, als ſie uns weniger Mühe machte. Durch das Ueberſetzen erſparen wir alle die Arbeit, welche uns das Jäten, und Behacken der auf den Acker geſäeten Pflanzen in den erſten zwei Monaten verurſacht hätte, und wir bringen die Pflan⸗ zen, die uns am Samenbeete faſt gar keine Mühe mach⸗ ten, zu einer Zeit in den Acker, wo ſie ſchon hinlänglich groß ſind, um ſchnell fortzuwachſen, und wo der Acker durch vorausgegangenes Pflügen und Eggen in einen vollkommen reinen und lockern Zuſtand gebracht worden iſt. Die Krautrüben, Runkelrüben, Weberdiſteln gehören hier⸗ her, die wir zwar frühe im Jahre auf die Aecker ſäen könnten, und die keines Schutzes in den Samenbeeten nöthig haben, weil ſie für den Froſt nicht empfindlich ſind, die wir aber mit größerm Vortheil fruͤher als dieß auf dem Acker möglich iſt, in die Sa⸗ menbeete ſäen, um ſie recht zeitlich im Jahre überſetzen zu kön⸗ nen, und auf dieſe Weiſe den höchſten Ertrag zu erhalten, der uns durch dieſe Methode deßwegen zu Theil wird, weil wir ſo viel weniger Arbeit mit dem Jaͤten und Behacken haben, und weil uns die ausgeſetzten Pflanzen nicht mehr von Inſekten zer⸗ ſtört werden, was bei der Saat des Kohls und der Krautrüben auf dem Acker häufig geſchehen würde, welchen Verheerungen wir aber auf dem kleinen Raume der Samenbeete durch mancherlei Mittel zu ſteuern vermögend ſind. Auch andere Pflanzen, die man nur mit vieler Mühe in ihrem jugendlichen Zuſtande vor der Unterdrückung des Unkrautes ſchützen kann, hat man mit Vortheil auf dieſe Art kultivirt, z. B. Raps, Luzerne u. ſ. w. Zwar hat man auch Verſuche mit dem Ueberſetzen des Getreides gemacht, und ſo groß auch die Saat⸗ erſparung dabei ſeyn mag; ſo kann ſie doch nie die vermehrte Arbeit bezahlen, und derlei Verſuche und Uuternehmungen blei⸗ ben immer nur ökonomiſche Spielereien. Fruchtbäume und Sträuche werden nur in Samenbeeten gezogen, auch Waldbäume, obſchon man dieſe letztern auch wohl geradezu in den verwundeten Waldboden einſäet. 4. Damit wir beim Beginnen des Sommers ſchon er⸗ wachſene, und zum Ueberſetzen taugliche Pflanzen haben, iſt es fürs erſte nothwendig für die Samenbeete eine ſchick⸗ liche Lage zu waͤhlen, und ihnen eine gehörige Vorbereitung zu geben.— 312 5. Die Lage der Samenbeete muß ſo ſeyn, daß ſie des Einfluſſes der Sonne den ganzen Tag genießen, und wo möglich eine geringe Neigung gegen Suden haben. Sie müſſen gegen Norden und Oſten durch Gebäude, Mauern, Baͤume geſchützt ſeyn, und in kältern Lagen eine Vorrich⸗ tung haben, daß man ſie bei Gefahr eines Reifes eniweder mit Bretern, oder mit Stroh zudecken kann. 6. Die Vorbereitung der Samenbeete beſteht darin, daß ſie im Herbſte gedüngt, und im Frühjahre mit dem Spa⸗ ten umgegraben werden. 7. Der Same wird ſo gleichförmig als möglich mit der Hand ausgeſtreut und mit dem Rechen untergebracht. Man berechnet die Quantität der Saatkörner nach dem Raume, den jede einzelne Pflanze dann nothig hat, wenn ſie jene Größe erlangt, in der ſie ausgeſetzt wird. 8. Während des Wachsthumes in den Samenbeeten werden die Pflanzen, wenn ſich viel Unkraut zeigt, gejä⸗ tet; bei der Trockniß begoſſen; wenn ſie geringen Trieb äu⸗ ßern, mit aufgelöſtem Kloaken⸗ oder Geflügelmiſt überdüngt, und wenn ſich Inſekten daran zeigen, mit Ruß, Gips oder Aſche überſtreuet. 9. Wenn die Pflanzen die erforderliche Größe erlangt haben, ſo werden ſie bei feuchter Witterung ausgenommen, und ſogleich in den Acker überſetzt. Sind ſie nur gering bewurzelt; ſo geſchieht das Ausnehmen mit der Hand, ſonſt mit dem Spaten. Das Ueberſetzen geſchieht entweder mit dem Setzholze, wenn der Boden hinläͤnglich loſe iſt, oder mit der Haue, wenn er bindig, oder durch einen vorausge⸗ gangenen Regen zuſammengedrückt worden iſt. 10. Die Kultur der Bäume und Strauche iſt im We⸗ ſentlichen dieſelbe, wie jene des Kohls; nur erfordern ihre Eame duch oder Det Leet darir alßet ander ſie me werde gei verſe ſett lang widt ale thun hän Mf bei den fü ſi der in de ſeyn, daß ſ genießen, um den haben. Sie aͤude, Mauem, neine Porii Keifes entweder ſteht darin, diß mit dem Ehe⸗ als möglich mi n untergebracht. örner nach dem dihig hat, wem wird. n Samenbeeten ut zeigt, gei⸗ ingen Trieh au⸗ miſt überding, Ruß, Gips dder Gröͤße erlangt ausgenommen, ſie nur gering der hand, ſin t entwedet mit h loſe iſt, oder einen voraubge⸗ ſt. ihe iſ in Ve⸗ erfordern ihr 313 Samenbeete nicht dieſe beſonders warme und geſchuͤtzte Lage; auch iſt es nicht nothwendig, wohl auch nicht ausfuhrbar oder vortheilhaft, dieſelbe Vorbereitung für ſie zu verwenden. Der Baumſamen wird im Herbſte oder Frühling auf das Beet geſäet, und die Pflänzchen bleiben 1 bis 2 Jahre darin, wenn es Fruchtbäume ſind, wahrend welcher Zeit ſie außer dem Jäten keiner Pflege bedürfen; worauf ſie in ein anderes Beet in weitere Zwiſchenräume überſetzt werden, wo ſie mehr Platz haben ſich auszubreiten, und wo ſie veredelt werden. Waldbäume werden ſchütterer in das Samenbeet geſäet, und werden unmittelbar aus demſelben in den Wald verſetzt. Obſt⸗ und Waldbäume werden auf die Oerter über⸗ ſetzt, wo ſie zu wachſen beſtimmt ſind, wenn ſie eine hin⸗ längliche Größe und Stärke erlangt haben, um den äußern, widrigen Einflüſſen mehr widerſtehen zu können. §. IV. B. Von der Pflege der Pflanzen. 1. Unter der Pflege der Pflanzen verſteht man alle jene Arbeiten, deren Zweck die Beförderung des Wachs⸗ thumes der Pflanzen iſt. . Die Lebhaftigkeit des Wachsthumes der Pflanzen hangr bei gleichen übrigen Verhaltniſſen davon ab, daß die Pflanzen hinlänglich Nahrung im Boden vorfinden, und mit Leichtigkeit ſich derſelben bemächtigen können. 3. Der Duͤnger ſowohl, als der ältere daraus entſtan⸗ dene Humus wird aber nur dann im Waſſer auflöslich, und für die Pflanzen genießbar, wenn er ſich mit dem Sauer⸗ ſtoffe der Luft verbinden kann.— Der Zutritt der Luft zu den Beſtandtheilen des Bodens iſt daher nothwendig, und in dem Verhältniſſe, als der Boden immer in einem lockern, den mäßigen Zutritt der Luft begünſtigenden Zuſtande er⸗ 314 halten wird, löſt ſich der Humus leichter auf, und die Pflanze kann mehr Nahrung anſaugen, und ſich leichter darin ver⸗ breiten. 4. Aber nur ein mäßiger Zutritt der Luft in die Ober⸗ fläche des Bodens iſt den Pflanzen gedeihlich: iſt dieſer zu ſtark, ſo daß die Wurzeln ſelbſt der unmittelbaren Berüh⸗ rung der Luft und der Sonnenſtrahlen ausgeſetzt ſind; ſo verdünſten ſie zu viele Feuchtigkeit, ſie verdorren, und die Pflanze ſtirbt, wenn ſie ſehr jung iſt, oder ſie kränkelt, wenn ſie älter iſt. Iſt daher der Boden nach der Saat zu loſe, oder iſt er es durch den Froſt geworden, ſo wird ein Zu⸗ ſammendrücken ſeiner Oberfläche das Verdorren der Pflan⸗ zen verhüten. 5. Oft iſt die Schichte der fruchtbaren und lockern Erde zu ſeicht für den Bedarf der Pflanze, und weil die Größe des Wachsthums derſelben von der Menge der auflöslichen Nahrung abhängt, die in dem Bereiche ihrer Wurzeln ſich befindet; ſo befördern wir dieſelbe, wenn wir fruchtbare Erde über die Wurzeln der kultivirten Pflanzen zu einer an⸗ gemeſſenen Höhe anhäufen. 6. Aber alle unſere Mühe würde oft durch das Unkraut vereitelt werden, wenn wir nicht Sorge trügen, daſſelbe, in ſo fern wir es durch die Vorbereitung des Ackerns nicht vertilgen konnten, ſpäter auszurotten. Nur in einem nicht zu ſehr beengten Raume gedeihen die Pflanzen; ſie werden krank, bleiben ſchmaͤchtig, oder gehen gar ein, wenn ſie entweder durch einen zu dichten Stand der ähnlichen, oder fremdartigen Pflanzen in der Entwicklung ihrer Wurzeln, Blätter und Stängel gehindert, oder durch das ſchneller in die Höhe gehende Unkraut in den Schatten geſetzt, und des wohlthätigen Einfluſſes des Lichtes beraubt werden. 7. Die Pflege der Pflanzen zerfällt daher in ſolgende vier Abſchnitte: 7 — und die pflans ichter darin de uſt in die Dher⸗ h: iſ dieſera ſelbaren Berih⸗ geſetzt ſind; ſ dorren, und die ekränkelt, wem er Saat zu loſe ſo wird ein zu⸗ orren der Pflan⸗ und lockern Ende weil die Größ⸗ der auflöslichen rer Wurzeln ſih wir fruchthare zen zu einer a⸗ urch das Unktaut trügen, daſſbe es Ackerns nicht r in einem nicht zen; ſie werden wein, wenn ſe ähnlichen, ode ihrer Wutzen ch das ſchnelle ten geſeht/ und nubt werden. ahet ir ſegnde a. Vom Behacken. b. Vom Walzen. c. Vom Behäufen. d. Vom Jäten. a. Vom Behacken. 1. Unter Behacken, Behauen, verſteht man die Lockerung des Bodens rings um die wachſende Pflanze. 2. Es geſchieht mit Menſchenhänden durch Hauen, oder durch Thiere, die verſchiedentlich geformte, ähnlich wirkende Werkzeuge durch und über die Saaten führen. Dieſe Werkzeuge ſind kleine Ertirpatoren; Schaufelpflüge mit 2— 3 Eiſen, die wohl allenthalben ſchon bekannt ſind, und keiner Beſchreibung bedürfen. 3. Mit Hauen können die Pflanzen überall behackt werden, ſie mögen in einem Zuſtande der Größe ſeyn, in welchem ſie wollen, oder in einer beliebigen Ordnung ſtehen. 4. Sollen die Pflanzen aber durch Thiere behackt wer⸗ den, ohne daß ſie ſelbſt verletzt werden, ſo müſſen ſie in gleichweiten Entfernungen von einander geſäet oder ge⸗ pflanzt ſeyn. Die Egge iſt zwar auch ein Inſtrument, womit die Pflan⸗ zen behackt werden, allein dieß geht nicht an, ohne daß nicht ein Theil derſelben zerſtört, und ein anderer verletzt wird. 5. Die Hand des Menſchen lockert den Boden rings um den Stamm der wachſenden Pflanze, ja wohl unter die Wurzel ſelbſt; ſie lockert am tiefſten, zerſtört keine Pflanze, außer die man überflüſſig hält, und keine wird mit Erde überworfen; dafür aber iſt dieſe Arbeit ſehr koſtſpielig, und nur in ſeltenen Fällen, und für kleinere Aecker ausführbar. 6. Die Pferdehacken— hauenähnliche Werkzeuge, die durch Pferde, oder auch wohl durch Ochſen gezogen wer⸗ 31⁶ den— lockern zwar wohl den Zwiſchenraum zwiſchen einer Pflanzenreihe und der andern, aber die nächſt dem Stamme ſelbſt liegende Erde bleibt ungelockert, denn man darf die Hackeneiſen nicht ſo nahe ſtellen, daß ſie die Wurzeln be⸗ rühren, weil ſonſt die Verwüſtung zu groß würde, die der⸗ lei Werkzeuge an den Pflanzen anrichten würden, wenn ſie nur im geringſten zur Seite ausgleiteten.— Es zerſtören dieſe Werkzeuge wider den Willen des Landwirths oft viele Pflanzen, wenn das Zugthier einen ſchiefen Tritt macht, oder vorliegende Hinderniſſe das Werkzeug zur Seite ſchie⸗ ben; kleine Pflanzen werden mit Erde überworfen, weil jede Pferdehacke, wenn ſie nicht bloß ein Skariſikator iſt, Erde zur Seite ſchiebt, und endlich kann der Boden nur ſehr oberflächlich und nur von zweien Seiten gelockert wer⸗ den, und es muß die Pflanze immer noch von den beiden an⸗ deren in der Reihe liegenden Seiten durch die Hand be⸗ hackt werden. Dafür aber iſt man im Stande mit einem ſehr geringen Kräftenaufwande die größten Felder auf dieſe Art zu bearbeiten. 7. Ein vollkommenes Behacken iſt daher nur durch Handhauen möglich; weil dieß aber in den meiſten Fällen zu koſtſpielig, oft unausführbar würde, ſo begnügen wir uns mit dem Pferdehacken, womit wir zwar den Zweck nicht völlig, aber doch zum größeren Theile erreichen. 8. Das Behacken der Pflanze trägt zur Vermehrung ihres Wachsthumes dadurch bei, daß die Erde rings um die Pflanze in einen lockern Zuſtand verſetzt wird, wodurch die im Boden befindliche, pflanzennährende Materie in nã⸗ here Berührung mit dem Sauerſtoffe der Luft tritt— ſich oxydiret— und dadurch im Waſſer auflöslich wird, und daß die Verbreitung der Wurzeln dadurch ſehr erleichtert wird 0 fer i in ein fer un den Ki heobac dei an 1 irr diſſer tvend ig gejüt mite toſel geyf Alker richt iſ d und eines das 2 werd diche deha ſen Men Nei mit wit n zwiſchen eine ſtt dem Stanme in man darf de die Vurzeln he wütde, dee der⸗ ürden, wenn ſi — Es zerſtiren dwirths oſt rile fen Tritt macht, zur Seite ſchie berworfen, weil Skariftkatot iſ der Boden nur en gelockert ver⸗ on den beiden ar⸗ ch die Hand be— btande mit einen Felder auf diſe daher nur duch n meiſten Fälen ſo begnügen wi r den Zweckvihh eichen. zur Permehrung Erde rings um st witd/ wodurch Materie in ni⸗ Luft tritt— ſch Bölich witd/ und h ſehr erleichtert 9. Je öfter dieſes Lockern wiederhohlet wird, je grö⸗ ßer iſt die Wirkung; in einem bindigen Boden mehr, wie in einem lockern, und mehr in kühler und feuchter, als hei⸗ ßer und trockner Witterung, oder derlei Klima. Die auffallenden Vortheile des Behackens kann man in den Küchengärten bei der Kultur des Salats, des Kohls u ſ. w. beobachten, die alle 8 Tage aufgelockert werden, und ſichtlich da⸗ bei an Umfang zunehmen. 10. Allen Pflanzen bekommt das Lockern ſehr wohl, und ihr Wachsthum wird bei allen gleichförmig befördert; in⸗ deſſen hat man es meiſtens nur bei ſolchen Pflanzen in An⸗ wendung gebracht, die einen größern Zwiſchenraum unter ſich nothwendig haben, der ſich mit Unkraut erfüllt, und gejätet werden muß, und wo man das Jaäͤten und Behacken mit einer und derſelben Arbeit vollführt. So ward der Mais, der Tabak, der Kohl, und die Kar⸗ toſſeln von jeher behackt, denn da ſie in weiten Reihen geſäet oder gepflanzt werden müſſen, ſo bleibt dem Unkraute faſt der ganze Acker Preis gegeben. Um ihn nicht verwildern zu laſſen, und um nicht die geſäͤeten Pflanzen unter dem Unkraute erſticken zu ſehen, iſt das Jäten unerläßlich⸗ Weil dieß aber mit der Haue leichter und ausgiebiger geſchieht, und der Vortheil des Auflockerns auch eines reinen Ackers bald ſichtlich wurde; ſo iſt es begreiflich, daß das Behacken ſolcher Früchte bald zum Geſetz erhoben ward. 11. Wenn die Pflanzen in Reihen geſäet oder gepflanzt werden, die gleich weit von einander entfernt ſind, und ſo vier Raum zwiſchen ſich laſſen, daß in denſelben die Pfer⸗ dehacken gezogen werden können: ſo wird man in den mei⸗ ſten Fällen mehr Vortheil davon haben, ſich dieſer als der Menſchenhände zu gebrauchen. 12. Aus dieſem erhellet, daß mit den Pferdehacken das Reihenſaͤen nothwendig verbunden ſeyn müſſe. 13. In Reihen ſäen, und die aufgegangenen Pflanzen mit der Pferdehacke bearbeiten, heißt man die Drill⸗ wirthſchaft. 318 14. So lange man nicht Saͤemaſchinen hatte, konnte die Pferdehacke nicht auf die Kultur der in engeren Zwi⸗ ſchenräumen wachſenden Getreidearten angewendet werden; mit der Erfindung dieſer Werkzeuge dehnte man die Pferde⸗ hackenkultur auch auf dieſe aus. 15. Zu dieſem Behufe wird das Getreide nach dem Verhältniſſe der Güte des Bodens in 8 bis 10zöllige Rei⸗ hen eingeſäet, und wenn die Pflanzen eine angemeſſene Größe erlangt haben, werden die Zwiſchenräume der Saat⸗ reihen mit der Pferdehacke durchgefahren, welche Arbeit ſpäterhin, wenn dies nöthig ſeyn ſollte, noch einmal wieder⸗ hohlt wird. 16. Die Vortheile dieſer Kultur beſtehen in dem Nu⸗ tzen der Maſchinenſaat, und in dem Nutzen, welchen das Behacken, d. h. das Lockern der Erde, und die Vertilgung des Unkrautes den Pflanzen gewährt. Sie ſind von ſelbſt einleuchtend, und durch eine große Menge von Erfahrun⸗ gen beſtätiget. Indeſſen macht die Drillwirthſchaft bei der Kultur des Weitzens, Rockens, Hafers und der Gerſte nur geringe Fortſchritte, weil ſie mehr als gewöhnliche Auf⸗ merkſamkeit, größern Verſtand, mehr Thaͤtigkeit, und auch mehr Vorauslagen erheiſcht, als man in den allermeiſten Fällen auf den Betrieb des Ackerbaues verwendet.* Daß die Drillwirthſchaft nicht eine eitle und keiner vor⸗ theilhaften Anwendung fähige Spekulation müßiger Köpfe ſey, beweiſen die 2000 Cvoke’ſchen Säemaſchinen, die bis zum Jahre 1797 in England im Gebrauch waren. Rechnet man hiezu die Ducketſchen, und übrigen Maſchinen; rechnet man die neuere Zeit hinzu, ſo mögen in jenem Inſelreiche wohl 4000 Drillwirthſchaften vorhanden ſeyn. In den geſammten öſterreichiſchen Staaten iſt meines Wiſſens der Herr Dr. von Hopfen zu Idolsberg in Unteröſterreich der ein⸗ zige Landwirth, der ſeine Halmfrüchte drillt und behackt. Wir dünken uns ſchon gewaltige Fortſchritte gemacht zu ha⸗ ben, daß wir etwa mit 50 Fellenbergiſchen und 20 Ugazyſchen Slenſ heſtelen des w übereg und di 1t ſch di de yf den Ä Purz in ſo richt Vort auch bewitt richt diſſer koſtet köſtba dohnl dielen 5chn vöhnl und e die g. ſere g fir die P diß der a en hatte, konnt in engeren Zwe èwendet werden, man die Pfende rreide nach den d 1ozöllige Re⸗ ine angemeſſene räͤume der San⸗ , welche Abei h emmal wieder ehen in dem N⸗ den, welchen das d die Vertilgung je ſind von ſelht evon Erfahrun⸗ rthſchaft bei de und der Gerſe gewöhnliche dlf⸗ tigkeit, und a den allermeiſen wendet.* le und keiner bot⸗ üßiger Köpfe ſeh, nen, die bis zun en. Rechnet man inen; rechnet man Inſelreiche vohl a den geſammtel er Herr Dr. von erreich der ein⸗ llt und behackt genacht zu he⸗ nd o Ugagyſchen 319 Saͤemaſchinen unſere Saaten auf 30 Millionen Joch Ackerland beſtellen. 17. Eine minder vollkommene Lockerung des Getrei⸗ des wird erlangt, wenn man die Pflanzen zu einer Zeit überegt, wenn ſie des Behackens am meiſten bedürfen, und dieſe Operation am leichteſten überſtehen. 18. Bei den Winterſaaten iſt hiezu der Zeitpunkt, wenn ſich die durch den Froſt aufgehobene Erde wieder geſetzt, und die Pflanzen ihre vollkommene Feſtigkeit im Boden durch den Austrieb neuer Wurzeln und Blätter erlangt haben. 19. Sommerſaaten werden dann geegt, wenn ihre Wurzeln ſich ſo weit verbreitet haben, daß ſie die Pflanze in ſo fern im Boden befeſtigen, daß ſie durch die Egge nicht gar zu leicht herausgeriſſen werden. 20. Das Uebereggen der Saaten gewährt dieſelben Vortheile, wie das Behacken, nur ſind ſie minder, weil auch die Lockerung des Bodens minder vollkommen dadurch bewirkt werden kann. Die Egge zerſtört viele Pflanzen, die nicht feſt genug eingewurzelt ſind, und man muß daher in dieſer Rückſicht die Saat etwas dicker machen, dafür aber koſtet die ganze Arbeit eine Kleinigkeit; man bedarf keiner koſtbaren beſondern Werkzeuge, und kann ſie durch die ge⸗ wöhnlichen Arbeiter vollführen laſſen. Das Uebereggen des Winterweitzens im Frühlinge iſt in vielen Gegenden von Deutſchland, England und der Schweiz ſehr üblich; ja es gehört an manchen Orten zur ge⸗ wöhnlichen Kultur: anderswo kennt man es wieder gar nicht, und erſchrickt vor dem Vorſchlage, und meint, es würde dadurch die ganze Saat zerſtört werden. Wir eggen in Kärnten un⸗ ſere Hirſeäcker ein⸗ auch wohl zweimal, und das hält Jedermann für zweckmäßig und nützlich, aber den Rocken und Weitzen, oder die Bohnen und Erbſen zu eggen, fällt Niemanden ein, als wenn dieß ein Verfahren wäre, das nur der einen Pflanze frommte, der anderen aber nachtheilig wäre. Das Uebereggen iſt von vorzüglichem Nutzen bei dem Win⸗ 620 terweitzen, und es trägt ſehr weſentlich zur Befoͤrderung des Wachsthumes dieſer Pflanzen in einem ſchweren Boden bei, wenn die Rinde des Ackers aufgebrochen, und die Oberfläche einiger⸗ maßen gelockert wird.— Der Nachtheil, den die Eggenzähne uUrch die Zerſtörung einzelner Pflanzen anrichten, iſt von viel geringerer Bedeutung, als man ſich vorſtellt. Ich habe Weitzen, Rocken, Gerſte, Hirſe, Pfennich, Boh⸗ nen, Erbſen, Buchweitzen, Kartoffeln und Rüben geegt, und habe gefunden, daß die Eage nur allein den Buchwe tzen und die Rüben, wenn dieſe Pflanzen noch ſehr jung ſind, ſtark zer⸗ ſtört, die Getreid⸗ und Hüſenfrüchtepflanzen aber kaum merklich ausrauft. Die kleinen Zerſtörungen an den Blättern ſind bald wieder geheilt, und dieſer geringe Nachtheil iſt von einem zu unwichtigen Belange, um die großen Vortheile des Eggens bei der Kullur faſt aller Pflanzen zu überwiegen. b. Vom Walzen. 1. Das Zuſammendrücken der Ackeroberfläche durch die Anwendung der Walze iſt in ſofern ein Mittel das Waͤchsthum der Pflanzen zu beſchleunigen, als wir da⸗ durch das Keimen der Saat unter allen Verhaͤltniſſen befördern, das Fortwachſen derſelben in einem zu lockern Boden begünſtigen, und die durch den Froſt aus der Erde gezogenen Pflanzen wieder in eine naͤhere Berüh⸗ rung mit derſelben bringen. 2. Wenn das Keimen der Saat befördert, und das Hervorkommen derſelben auf eine gleichförmige Art bewirkt werden ſoll, ſo geſchieht dieß am ſicherſten, wenn wir den Acker unmittelbar nach der Anſaat mit einer mäßig ſchwe⸗ ren Walze überrollen. 3. In einem leichten, ſandigen, oder in einem mit Humus ſehr erfüllten, lockeren Boden iſt das Walzen der Sommerſaat in dieſer Hinſicht von Nutzen; Winterſaaten im Herbſte zu walzen, wenn die Saat ſonſt gut unterge⸗ bracht worden iſt, bringt aber keinen Vortheil. Es iſt ſehr wichtig, daß die Sommerſaat ſo gleichförmig als möglich, und im ſchnellſten Zeitraume zugleich aufgehe, damit 1le 9f it diſ in ſol glechſe gllegen terſaat Verſu daven nüten hinin Beförderung ds en Boden bei, wemn Oberflaͤche einiget den die Eggerzihne chten, iſt von wie e, Pfennich, Boh Rüben geet, un) n Buchwe ten un ng ſind, ſiark zar aber kaum merklch Blättern ſind bad liſt von einem t ale des Eggens he eroberfläche durh n ein Mittel dis gen, als wir de len Verhaltriſen einem zu locken Froſt aus da e nahere deri⸗ fördert, und di rwige Art bewit n, wenn wir den ner mäßig ſchwe⸗ der in einem mit das Walzen der en; Winterſaaten ſonſt gut unterge⸗ rtheil. aat ſo glchfümi lich aufgehe, daut 321 alle Pflanzen dann gleichförmig reifen. Bei den Winterſaaten iſt dieſe Rückſicht weniger wichtig, da ſich dieſe im Herbſte und im folgenden Frühlinge mehr ausgleichen, und immer ziemlich gleichförmig reifen, wenn auch ein Theil der Körner, der tiefer gelegen iſt, ſpäter erſt vorkam. Was das Walzen der Win⸗ terſaaten betrifft, ſo habe ich viele und vieljährige, vergleichende Verſuche damit angeſtellt, aber nie einen bemerklichen Vortheil davon wahrgenommen. Was ſoll auch das Walzen im Herbſte nützen; da der Boden von ſelbſt durch den Regen und Schnee hinlänglich den Winter über zuſammengedrückt wird. 4. Das Fortwachſen der gekeimten Saat iſt in einem ſehr loſen Boden gefährdet, denn wenn lang anhaltende Trockniß eintritt, ſey es Hitze, oder ausdörrender Wind: ſo geht die Feuchtigkeit aus einem ſolchen Boden ganz und gar verloren, und die Saat, die zum Keimen vielleicht noch genug Feuchtigkeit im Boden fand, fängt nun an zu kränkeln, und geht wohl gar, entweder ganz oder zum Theil ein. 5. Wenn wir es auch nicht nothwendig erachteten den lockern Boden zur Beförderung des Keimens zu walzen; ſo ſollte uns dieſe Ruͤckſicht hiezu beſtimmen. 6. Sehr wichtig aber iſt die ſehr ſchwere Walze, wenn es ſich darum handelt, den durch den Winterfroſt aufge⸗ triebenen und zerborſtenen Acker, auf dem die Pflanzen aus der Erde zum Theil herausgezogen liegen, wieder zu⸗ ſammen zu drücken, und die dem Verdorren nahen Pflanzen wieder in eine nähere Verbindung mit dem Boden zu bringen. Am verderblichſten iſt jene Witterung im Frühlinge, wenn der Boden im Untergrunde noch gefroren iſt, bei Tage in der Oberfläche aufthauet, und Nachts wieder friert. Die Erde wird über der gefrornen Unterlage durch das in der obern Schichte frierende Waſſer aufgehoben, und zerbricht. Die Pflan⸗ zen werden mit aufgehoben, weil aber die Erde bei Tage zum Theil wieder niederſinkt, die Pflanzen aber nicht wieder in die gleiche Lage kommen, ſondern im aufgehobenen Zuſtande liegen hleiben; ſo werden dadurch ihre Wurzeln entblößt, und wenn dann der Nordoſtwind dazu kommt, ſo geht der größte Theil Burgers Lehrb. d. Landw. 1. Bd. 21 3³2 der Pflanze darüber zu Grunde. Nur allein die Walze Nachmit⸗ tags angewendet, wenn der Boden trocken iſt, kann einiger⸗ maßen dem Verderben ſteuern. c. Vom Behäufen. 1. Wenn man die Erde rings um den Stamm der wachſenden Pflanze anhäuft; ſo heißt man dieß: Behäu⸗ fen, Anhäufen, Beſchütten, Erde geben. 2. Es geſchieht, wie das Behacken, entweder mit der Handhaue, oder mit Werkzeugen, die durch Thiere gezogen werden. Der Anhäufepflug iſt ein Hacken, Aadl, mit zwei Streich⸗ bretern, deſſen verſchiedentliche Formen man in den ſchon ange⸗ führten deutſchen und engliſchen Werken abgebildet findet. 3. Wenn das Behacken mit der Handhaue vor der Pferdehacke weſentliche Vorzüge hat,(b. 5.) und nur ihrer Koſtſpieligkeit wegen der unvollkommenen Arbeit der Pferdehacke weichen muß; ſo hat aber das Behäufen mit der Handhaue gar nichts vor dem Behäufen mit dem An⸗ häufepfluge voraus; und wenn die Saat in Reihen geſäet iſt; ſo ſteht der Anwendung dieſes höchſt ſchätzbaren Werk⸗ zeuges nichts im Wege, und wir vollführen die Behäufung mittelſt deſſelben eben ſo vollkommen mit dem vierten Theile der Koſten, den die Handarbeit ſonſt betragen ha⸗ ben würde. M 4. Der weſentlichſte Vortheil des Behäufens beſteht darin, daß jene Erde, die ſonſt von den Pflanzenwurzeln nicht erreicht würde, dadurch zur Vermehrung des Pflan⸗ zenwachsthumes beitragen muß, daß man ſie von dieſen Stellen weg, und auf die, über den Wurzeln liegende Erdſchichte legt, wodurch die darin befindlichen pflanzen⸗ nährenden Beſtandtheile durch den Regen den unterliegen⸗ die Walſe Nahnit⸗ „ kann einiger den Stamm de n dieß: Behäu⸗ de geben. entweder mit der rch Thiere gezgge „mit zwei Streih⸗ in den ſchon ange⸗ bildet findet. aandhaue vor der (b. 5.) und ur menen Arbeit der das Behäͤuſen mit fen mit dem An⸗ in Reihen geſät ſchätzbaren Vei⸗ en die Behäͤufug mit dem vierten ſonſt betragen ge Behäufens beſtht Pflanzenwurzeln hrung des Pfln⸗ an ſie von dieſen Wurzeln ligend dlichen pflanzen⸗ den unterliege 323 den Wurzeln zugeführt werden können, die ſonſt nutzlos im Boden gelegen waren, oder ſich verflüchtigt hätten. 5. Hieraus erhellet, daß das Behäufen nur be ſolchen Pflanzen anwendbar ſey, die der Ausbreitung ihrer Blätter und Aeſte, und des nöthigen Einfluſſes des Lichtes wegen in weitern Zwiſchenräumen gebauet werden müſſen, als ihre Wurzeln im Boden Raum bedürfen und einnehmen können. Der Kohl, der Tabak, der Mais u. ſ. w. nehmen mit ihren Wurzeln kaum mehr als den vierten Theil des Raumes der Oberfläche ein, den wir der ganzen Pflanze nothwendig über⸗ laſſen müſſen, und den ſie höchſt nöthig hat, ſowohl zur Verbrei⸗ tung ihrer Blätter, als um ſich von allen Seiten gehörig be⸗ ſonnen zu laſſen. 6. Außer dieſem ſind mit dem Behäufen noch manche andere Vortheile derbunden, die theils geradezu zur Beför⸗ derung des Wachsthumes der Pflanzen beitragen, theils auf indirektem Wege ſie begünſtigen. Zu den erſtern gehö⸗ ren: der begünſtigte Austrieb von Kronwurzeln bei den grasartigen Gewaͤchſen, die ſich in die neue Erdſchichte ver⸗ breiten; die mehrere Feuchtigkeit, welche die dadurch tiefer gelegten Wurzeln vor dem Ausdorren ſchützt, und eine gut behäufte Pflanze weniger abhängig vom Regen macht; zu den letztern muß die Vertilgung des Unkrautes gezählt werden, die durch das Behaufen, es geſchehe mit der Hand oder mit dem Pfluge, auf eine noch vollſtändigere Art, wie mit dem Behacken bewirkt wird. d. Vom Jaten. 1. Jäten nennt man das Vertilgen des Unkrautes, das am Acker zwiſchen den geſäeten oder hineingeſetzten Pflanzen aufſproßt. In jedem Acker kommt Unkraut zum Vorſchein. Die Meng⸗ und Art deſſelben wird aber größtentheils durch die mehr oder 21* 324 weniger ſorgfältige oder gelungene Vorbereitung des Ackers be⸗ ſtimmt, und je vollkommener und zweckmäßiger dieſelbe durch Pflug, Egge und Extirpator vollführt worden iſt, je geringer iſt die Menge des Unkrautes überhaupt, und des Wurzelunkrau⸗ tes insbeſonders⸗ 2. Die Vertilgung des Unkrautes geſchieht, indem wir daſſelbe mit den Händen ausziehen, oder mit der Hand ⸗oder Pferdehacke zerſtoͤren, oder beim Anhäufen mit Erde überſchütten und erſticken. 3. Die erſtere Art nennt man im nächſten Sinne das Jaͤten. Sie iſt die koſtſpieligſte Art die Saaten zu reini⸗ gen, und man muß ſich daher möglichſt beſtreben jene Pflanzen, die nicht durch das Behacken und Behäufen gejätet werden können, nur in einen ſolchen Boden zu brin⸗ gen, der durch eine ſehr ſorgfältige Bearbeitung vom Un⸗ kraut möglichſt befreiet worden iſt. 4A. Der Nutzen des Jätens beſteht darin, daß alle jene Pflanzen vertilgt werden, die der Saat oder Pflan⸗ zung dadurch hinderlich ſind, daß ſie ſich des Raumes ſo⸗ wohl als der Nahrung bemächtigen, der ſür die letzteren nur beſtimmt iſt. Das Unkraut beſteht meiſtens in fremdartigen Pflanzen, die ſich im Boden durch eine vernachläßigte Kultur fortpflanzen, oder deren Samen durch den Wind hineingebracht worden, oder es wirken auch wohl die hinein geſäeten Pflanzen dem Unkraute ähnlich, durch ihren zu dichten Stand.— Wenn die Pflanze nicht gehörigen Raum zur Verbreitung ihrer Wurzeln hat; ſo kann ſie nur ſchmächtig bleiben, weil ſie nur wenig Nahrung mit wenigen Wurzeln in einem beengten Naume einſaugen kann. Wird die Pflanze in der Entfaltung ihrer Blätter gehindert durch einen zu dichten Stand oder durch Unkraut, ſo wird der Stängel ſpindlig, und drängt ſich in die Höhe, büßt aber dafür die Stärke und Geſundheit ein. Wird die Pflanze durch das ſchneller wachſende Unkraut überwachſen, und in Schatten geſetzt; ſo wird ſie bleichſüchtig, krank und kümmernd. Endlich erwär⸗ met ſich der unkrautige, zu ſehr bewachſene Boden weniger, und er wird durch daſſelbe eines großen Theiles der Nahrung be⸗ g des Aleers he⸗ eer dieſelhe duch ſſt, je gering 8 Wurzelunkau⸗ ſchieht, indem oder mit dar Anhaͤufen nit ſten Sinne das aaten zu reinr beſtreben jene und Vehaufen Boden zu btin⸗ eitung vom l⸗ arin, daß all at oder Pfan⸗ 33 Raumes ſo ir die leztere artigen Pflarzer tur fortpflanzen, ct worden, oder en dem Unkrautt denn die Pfanzt Lurzeln hat; ſt nig Nahrung mit einſaugen kamn. läͤtter gehindert ut, ſo wird de büßt aber daflr lanze durch dis Schatten geſezt; Endlich erwät⸗ en weniger, und er Nahrung be⸗ 325 raubt, die ſowohl für die gegenwärtige als die künftigen Saaten beſtimmt iſt. Hieraus erhellet, wie nothwendig es ſey, daß man das Unkraut im Keime zerſtöre, und daß man daher beſorgt ſey, den Acker nicht eher zu beſäen, bis er durch die vorbereitende Kultur möglichſt gereinigt ſey. Um aber das mit dieſer Vor⸗ bereitung gleichzeitig, oder auch wohl ſpäter in den Acker gekom⸗ mene Unkraut leichter vertilgen zu können, als dieß mit dem Jäten möglich iſt, kultivire man alle jene Pflanzen in Reihen, die größere Zwiſchenräume heiſchen, und am meiſten vom Un⸗ kraute leiden, um ſie durch das Behacken und Behäufen zugleich zu reinigen. Halmgetreide bewächſt ſich in einem wohl vorbe⸗ reiteten Boden gewöhnlich ſo dicht, daß das Unkraut nicht be⸗ deutenden Schaden hervorzubringen im Stande iſt. Bei einer wohl eingerichteten Drillwirthſchaft würde alles Jäten weg⸗ fallen, was ohne dieſelbe doch nicht ganz zu vermeiden iſt, weil ungünſtige Umſtände das Wachsthum des Unkrautes oft ſo ſehr beſördern, daß uns nichts anderes übrig bleibt, als es mit der Hand auszuziehen. §. V. C. Von der Ernte. 1. Unter Ernte verſteht man ſonſt nur alle jene Ar⸗ beiten, welche das Wegbringen der Pflanzen von den Fel⸗ dern verurſacht. Wir werden aber in dieſem Abſchnitte auch die Entkörnung und das Aufbewahren der geernteten Früchte abhandeln. Es zerfällt dieſer Abſchnitt daher in vier Abtheilungen:„ a. Von dem Schnitte. b. Von der Trocknung der Getreidegarben; c. Von der Aufbewahrung der Garben und trocknen Futterpflanzen;— d. Von dem Dreſchen, Reinigen und Aufbe⸗ wahren des Getreides. a. Vom Schnitte. 1. Die Pflanzen werden in einem verſchiedentlichen Zuſtande ihrer Ausbildung von den Feldern weggebracht, je nachdem wir Theile von denſelben benützen. Einige wer⸗ 326 den weggebracht, wenn ſie ihre Blätter vollſtändig ent⸗ faltet haben, wie das Kopfkraut; andere wenn ihre Wur⸗ zeln ausgebildet ſind, wie die Rüben, Möhren, Kraut⸗ rüben. Andere werden geerntet zur Zeit ihrer Blüthe, oder kurz nach demſelben, wie die Gräſer und Futterpflanzen, und manche Handelsgewächſe; das Getreide aber und die Oelpflanzen bleiben ſo lange am Acker ſtehen, bis die Körner vollkommen reif geworden ſind. 2. Man erkennt den Zeitpunkt der Ernte dieſer letztern daran, daß die Körner ihre vollkommene Größe erlangt haben, mehr hart als weich ſind, ſich nur ſchwer zer⸗ drücken laſſen, und beim Zerdrücken weder eine milchige noch wäſſerige Flüſſigkeit zeigen. 3. Bei einigen wenigen Arten dieſer Pflanzen werden alle Körner zugleich reif, wie z. B. bei den grasartigen mit Aehren: Weitzen, Rocken, Gerſte; bei allen anderen Ge⸗ treide⸗ und Oehlpflanzen werden die Körner in demſelben Verhältniſſe nacheinander reif, als ſich die Blüthen allge⸗ mach entwickelten. Ma bemerkt dieß weniger beim Hafer, deutlicher bei der Hirſe, mehr bei den Hülſenſrüchten, und am auſſallendſten beim Buchweitzen. Weniger beim Mohn und Lein, deutlicher bei dem Rübſen und Raps. 5. Die Ernte der ihrer Körner willen gebauten Pflan⸗ zen kann nicht verſchoben werden, bis ſie alle einen gleichen Grad von Zeitigung erlangt haben, weil dann die erſteren⸗ und vollkommenſten darüber ausfielen; ſie muß vorgenom⸗ men werden, wenn der größere Theil derſelben zeitig, der übrige aber in einem ausgebildeten, nur noch nicht vollkom⸗ men trockenen Zuſtande ſich befindet. Es gilt dieſe Regel ſowohl für das ährentragende Getreide als für die Hülſenfruchte und die Oehlgewächſe. Die Ernte auf großen Wirthſchaften dauert oft mehrere Wochen, und man hat nicht immer ſo viele Menſchen, um jeden Acker nur dann erſt vollſtndig int denn ihre Wur böhten, Krau⸗ r Blüthe, dder Futterpflanze, eaber und de ehen, biß d e dieſer letzen Große erlangt ur ſchwer zar eine milchige flanzen werden grasartigen mi n anderen Ge⸗ r in demſelben Blüthen allze⸗ er beim hafer, nſrüchten, und ger beim Muhn ps. ebauten Pflan⸗ einen gleichen m die erſteren, nuß vorgenom⸗ den zeitg, de nicht vollem⸗ agende Getriide le. Die Erute chen, und man t nur dann erß 3²7 abzuſchneiden, wenn alle Körner am Stamme hart geworden ſind. Zwar verurſacht die verſchiedene Zeit der Saat wohl auch eine Verſchiedenheit der Zeitigung; die aber beim Wintergetreide ſich oft verwiſcht, weil eine günſtige Lage des Ackers die ſpätere Saat mit der früheren gleich reif macht. Man muß daher faſt immer den Schnitt früher beginnen, ehe noch die Körner trocken geworden ſind.— Beim Rocken verurſacht dieſer frühe Schnitt keinen Schaden, wie ich aus einer großen Anzahl von Verſuchen weiß, die ich alljährlich ſelbſt zu machen Gelegenheit habe: denn die Blätter dieſer Pflanze verdorren früh, und dann ſcheint es, kann die Pflanze abgeſchnitten werden, ohne daß man der fernern Ausbildung der Körner ſchadet. Sie ſind zwar noch weich, allein dieſer Zuſtand rührt nur von dem Ueberfluſſe der in den Gefäßen befindlichen wäſſerigen Flüſſigkeit her; dieſe verdünſtet in der Garbe eben ſowohl, wie am Stängel. Vom Weitzen ſagt Ar⸗ thur Young, daß man ihn wohl zehn Täge früher ſchneiden könne, als ſeine Körner ſonſt vollkommen trocken geworden wären. —»Viele verſtändige Landwirthe behaupten, daß man den Weitzen „mindeſtens zehn Tage früher ſchneiden ſoll, ehe er reif iſt. Dieß »Verfahren iſt wahrſcheinlich ſehr zweckmäßig, wenn man dann „die Garben länger als gewöhnlich am Felde liegen läßt, damit „die Körner darin ausreifen. Der Vortheil iſt eine beſondere „»Zartheit der Körner.«(Farm. Cal. 433). Sollen die Linſen geſchmackvoll ſeyn, ſich leicht ſieden laſſen, und will man nicht den größten Theil der Ernte einbüßen, ſo müſſen ſie gemähet werden, wenn die eine Hälfte der Schötchen noch grün iſt: Eben ſo nachtheilig wäre es, wenn man bei der Hirſe auf das Gelbwerden der Körner in dem untern Theile der Dolde warten wollte; die ſchönſten und ergiebigſten Körner an dem obern Ende würden dann ſchon ausgefallen ſeyn. 6. Die Ernte der Futterpflanzen geſchieht mit der ge⸗ wöhnlichen Senſe. Zur Ernte des Getreides bedient man ſich aber bald der Senſe, bald der Sichel, und hin und wieder des Siget's, das ein Mittelding zwiſchen Senſe und Sichel iſt, oder vielmehr beide vereiniget. Die Erntemaſchinen wollen wir hier bloß nur erwäh⸗ nen, da wir außer der Smit h'ſchen, die man zu Vöſendorf nachmachte, keine andere kennen. Ueber die Wirkung dieſes Werk⸗ zeugs findet man Nachrichten im aten Heft der Verhandl. der k. k. Landw. Geſellſchaft zu Wien. 1818. Uns däucht dies Werkzeug zu wenig allgemein verwendbar, und zu wenig ganz verläßig zu ſeyn, als daß es im Stande ſeyn ſollte die Senſe zu verdrängen. 7. Ob man ſich des einen oder des anderen Werkzeuges zum Abernten der Körnerfrüchte bediene, iſt nicht gleich⸗ 3328 gültig, weil das eine gegen das andere die Arbeit mehr fördert, und der Ausfall an Koͤrnern bei dem einen größer als bei dem andern iſt. 8. Jene Ernte⸗Methode iſt die vortheilhafteſte, die bei gleicher Vollkommenheit der Verrichtung oder Wirkung am wenigſten Zeit und Kraft erheiſcht. 9. Da man mit der Senſe in einem gegebenen Zeit⸗ raume mit minderer Mühe eine ungleich größere Fläche ab⸗ ſchneidet als mit dem Siget oder mit der Sichel: und da der Ausfall an Körnern beim Schnitt und beim Trockenen des gemähren Getreides gegen das mit der Sichel geſchnit⸗ tene nicht betraͤchtlich größer iſt; ſo gebührt der Senſe vor der Sichel der Vorzug. In Ländern, wo meiſtens kleine Wirthſchaften, und eine verhältnißmäßig große Bevölkerung iſt, findet man faſt allent⸗ halben die Getreideernte mit der Sichel vollführen, und weil die Arbeit mit. der Sichel die Halmen ordentlicher zuſammen⸗ bringt, die Garben ſchöner au sſehen; ſo hat man oſt gemeint, daß dieſer geringe Gewinnſt die größere Auslage des Schnitters decke, was nie der Fall iſt. Wenn man erwägt, daß man mit der Senſe mittelſt ſehr weniger Menſchen die Ernte voll⸗ führen könne, daß man dadurch weniger abhängig von fremden Arbeitern und Taglöhnern iſt, und daß man hiebei keinen we⸗ ſentlichen anderweitigen Nachtheil erleidet; ſo ſcheint es keinem Zweſfel unterworfen zu ſeyn, daß die Ernte mit der Senſe ſehr weſentliche Vorzüge vor der Sichel habe. Wir wollen zur Beſtaͤtigung dieſer Behauprung betrach⸗ ten, wie viele Arbeit erfordert wird, wenn daſſelbe Feld auf die eine oder andere Art d6 zeerntet wird. Thaer rechnet(Rat. Landw. I. Thl. S. 148), daß man mit der Geſtell⸗Senſe, wenn das Getreide in Schwaden gemäht wird, 2 ½ Morgen= 1 Joch 172—o abmähen könne. Für das Harken, Binden und Zuſammenſetzen rechnet er, daß eine Weibsperſon 2 Morgen= 1418 no aufräume.— Es käme demnach die Arbeit der Ernte eines Joches auf 0,9 Tag⸗ werke eines Mannes, und 1, 12 eines Weibes, zuſammen 2,02 Tagwerke. Beim Schneiden mit der Sichel nimmt er an, daß eine Perſon im Durchſchnitte einen Morgen,= 709 0 fertig mahen könne. Ein Joch erforderte daher nur 2 ¼ M enſchen, was wider alle Erfahrung iſt. Der Graf Podewills(Wirthſch. Erfahr. I. Thl. 42) — =ä — ——, ,—y— z8 die Ahelt mr em einen größer heilhafteſte, de g oder Wirkun gegebenen zi ößere Fläche ab⸗ der Sichel: und beim Trockenen Sichel geſchnie ührt der Sanſe haften, und eine t man faſt allent⸗ üyren, und well klicher zuſammen⸗ man oͤſt gemeint, ge des Sonitters wäͤgt, daß man n die Ernte bol⸗ ngig von fremden hiebei keinen we⸗ ſcheint es keinen it der Senſe ſehr auptuug bettat⸗ daſſelbe Feld auf .S. ¹49), dß ide in Schwaden abmähen könnt. rechnet er, daß ufräͤume.— 65 hes auf 0,) Tag⸗ zuſammen 2,02 er an, diß eine 709 Se fertig r 2%½ Nenſchen, ahr. 1. Thl. 44) —— 3³9 zeigt, daß 8 Mäher und 16 Sammler 24 Morgen Winterung in einen Tage abernten. Auf einen Menſchen kommt ein Morgen, und ein Joch erheiſcht 2 ½¼ Menſchen. Beim Schneiden mit der Sichel erntete ein Menſch im Durchſchnitte nur einen halben Morgen, und ein Joch erheiſcht 4 ½ Menſchen. Begtrup erzählt(a. a. O. II. Thl. S. 45) daß man in England den Weitzen häufiger ſchneide als mähe. 90 Akres Weitzen erfordern, nach ihm, 200 Tagwerke. 3,16 Menſchen pr. Tag, die ſonſt nur 140 Tagwerke beim Maͤ⸗ hen erfordert hätten, wobei 2,21 Tagwerker für das Joch entfielen. Die Arbeit, welche das Mähen verurſacht, iſt in dieſen 3 Beobachtungen ziemlich übereinſtimmend: nicht ſo die Arbeit des Schnittes, 2,25, 3,16 und 4,50 Tagwerke ſind für ein Joch gezählt. Indeſſen zweiſler ich ſehr, daß man in unſern Gegenden Leute finden dürfte, die in 4 ½ Tagen ein Joch Win⸗ tergetreide abſchneiden und in kleine Garben, wie ſie bei uns gewöhnlich ſind,— 15 bis 1800 Garben pr. Joch— binden könnten. Man rechnet bei uns, wo wir ſehr fertige Schnitte⸗ rinnen aus Krain erhalten, daß eine ſolche Arbeiterinn, wenn ſie im Verdinge ſteht, d. h. nach Schöbern ſchneidet, und von Morgens 4 Uhr bis 8 Uhr Abends arbeitet, in einem Tage 5 bis 6 Schober ſchneidet und aufbindet, deren 30 ungefähr auf ein Joch gehen, wenn es dicht beſtockt iſt. Hiernach wären 5 bis 6 Tagwerke pr. Joch erforderlich. Wenn durch Hausleute tten wird; ſo bedarf man beim Winterrocken 10 bis 11 für das Joch.— Erſparung von Arbeit beim Mähen iſt daher außer eel geſetzt. Ob aber nicht die größere Gewalt, welche gen das Schneiden erfordert, mehr Körner aus⸗ te, und ob nicht bei dem minder ordentlichen Zuſammenbrin⸗ Halme von der andern Seite wieder eine ſo großer Ver⸗ luſt entſtehe, der den Nutzen der erſparten Arbeit verſchlinge, wie viele behaupten, iſt meines Wiſſens nirgendwo noch durch einen vergleichenden Verſuch erhoben worden. Ich habe oft und genau nachgeſehen, ob beim Mähen des Getreides, das ich wi⸗ der die Gewohnbeit meiner Nachbarſchaft betreibe, mehr Körner, als gewöhnlich ausfielen, und fand nie einen bemerklichen Unter⸗ ſchied. Eine ſehr genaue Beobachtung über den Ausfall beim Mähen, welche in dieſem Jahre von einem meiner Freunde beim Winterrocken angeſtellt wurde, ergab, daß man auf 1 Joch 16 Pf. abgeſchlagene Aehren rechnen mußte: was vielleicht ½ Metzen beträgt. Ausgeſchlagene Samenkörner fanden ſich keine. Iſt das Getreide aber überreif, ſo geht beim Mähen mehr wie beim Schneiden verloren, wie ich ſelbſt erfahren habe. Daß das gemähte Getreide weniger ordentlich im Halmen zu⸗ ſammen kommt, iſt ſicher, und man kann es nicht vermeiden, daß nicht einige Aehren verkehrt in der Garbe ſtecken; allein dieß iſt von keiner Bedeutung, wenn man die Garbe, ſo wie ſie gebunden ſind, ſogleich einführt, oder auch dann, wenn ſie 33 0 aufgehifelt werden; nur beim Trocknen in Fröſchen bringt es Nachtheil, weil da die Garben auf ihren Hintertheilen am Bo⸗ den ſo lange ſtehen, bis ſie trocken ſind. Uber die Ernte⸗Methode mit dem Siget, das am Mit⸗ tel⸗ und Niederrhein, in den Niederlanden, und auch in England üblich iſt, und womit ein Niederländer, den ich in meiner Wirthſchaft hatte, in einem Tage ein Joch nieder⸗ legte, findet man das Nöthige zuſammengeſtellt in Schwerz's Belg. Landw. 10. Ungeachtet ihrer Vorzüge kann die Senſe doch nicht überall zur Ernte des Getreides angewendet wer⸗ den. Wenn das Getreide gelagert iſt, und doch in Gar⸗ ben gebunden werden ſoll; oder wenn es zwiſchen dichten Klee, oder bei der Egartenwirthſchaft zwiſchen Gras auf⸗ gewachſen iſt, thut man beſſer, es mit der Sichel zu ſchneiden, als es zu mähen. Denn im erſteren Falle kann man das Getreide nicht wohl in Schwaden legen, und im letzteren bringt man mit den Ge⸗ treidehalmen zu vieles Grünfutter in Mengung. In einem ſol⸗ chen Falle ſchneidet man die Helme mit der Sichel hoch genug ab, um ſie rein zu erhalten, worauf erſt der untere Theil des Halmes ſammt dem Klee oder Graſe abgemäht, und gedörrt wird. Es ſcheint aber, daß der Klee, wenn er auch in der Garbe am Acker nicht vollkommen austrocknet, das Ge⸗ treide ſelbſt in dem Taſſe nicht verderbe, wenn es nur dicht ge⸗ legt iſt. Schwerz erzählt eine Erfahrung Fellenbergs, daß Sommerweitzen mit Klee in Garben, die nicht völlig ausge⸗ trocknet waren, ſehr hoch aufgebanſet ward, und daß der Ueber⸗ fluß von Feuchtigkeit verdünſtete, ohne dem Getreide nachtheilig zu ſeyn.(Hofwyler Wirthſch. 172.). 11. Die Senſe wird zur Ernte des Getreides ent⸗ weder ohne alle Vorrichtung, oder mit einer Vorrich⸗ tung angewendet. Ohne alle Vorrichtung wird ſie ge⸗ braucht, wenn man es nicht nöthig findet das Getreide in Garben zu binden, und dieſe aufzuſtellen, ſondern wo dieſes in Schwaden getrocknet, und dann unmittel⸗ bar eingeführt wird. Mit einer Vorrichtung muß die Senſe verſehen ſeyn, wenn die abgeſchnittenen Halme ordentlich beiſammen liegen ſollen, um in Garben gebunden zu werden. 13. in Bi 13. Getreide mähen; man ho mäht/ ſtehende den zur Getreide den mä Horb, u Päihen Buchwe T hinge, und in d vird be richtung der Ver nen ahn Kunſt und die das Re halben Theild heiſchen hringt n ktertheilen an Ba⸗ het, das am Nit⸗ anden, und auh erländer, dan ih ein Joch nidder lt in Schverzz die Senſe dod angewendet wer⸗ ind doch in Gir⸗ zwiſchen dichte viſchen Gras auf t der Sichel zu Letreide nicht wohl man mit den Ge⸗ g. In einem ſel⸗ der Sichel hoh ſt der untere Thel näͤht, und gaͤerrt n er auch in der rocknet, das Ge⸗ es nur dicht ge Fellenbergs, nicht völlig ausges ind daß der lleber⸗ zetreide nachtheilig 3 Getreides ent⸗ t einer Vorric⸗ ng wird ſie ge⸗ et das Getredde ſtellen, ſondern dann unmittel ttung muß di hnitenen hHalne Garben gebunden 331 12. Die Vorrichtung an der Senſe beſteht im Korbe, im Bügel, und in der Gabel. 13. Die Senſe mit dem Korbe dient, um kurzes Getreide: Gerſte, Hafer, Buchweitzen in Schwaden zu mähen; der Bügel wird der Senſe aufgeſetzt, wenn man hoch ſtehendes Getreide: Weitzen und Rocken an⸗ mäht, d. h. das abgeſchnittene Getreide an das noch ſtehende hinwirft, was dann erſt abgerafft, und in Gar⸗ ben zur Seite gelegt werden muß; denn hoch ſtehendes Getreide läßt ſich nicht ohne große Unordnung in Schwa⸗ den mähen; und mit der Gabel, die zum Theil den Korb, und den Bügel erſetzet, kann man Hafer, Gerſte und Weitzen in Schwaden mähen, nicht aber Rocken, oder Buchweitzen. Wie ſehr der Menſch am Herkömmlichen und Ueblichen haͤnge, ſieht man auch bei der Ernte des Hafers im Gebirge und in den Ebenen von Kärnten. In den höheren Gegenden wird bei uns der Hafer faſt allenthalben mit der Gabel⸗Vor⸗ richtung gemäht, aber nirgendwo in der Ebene. Die Bewohner der Berge verſtehen das Mähen ſehr gut, aber die in den Ebe⸗ nen ahmen es nicht nach, weil ſie die Mühe der Erlernung dieſer Kunſt ſcheuen. Der Bergbewohner zieht nicht in die Ebenen, und dieſer nicht in die Berge: ſo bleiben ſich beide fremd, und das Mähen des Hafers, der Gerſte und des Weitzens, das allent⸗ halben nachgeahmt zu werden verdiente, bleibt auf einen kleinen Theil der Aecker des Landes beſchränkt. b. Von der Trocknung der Getreidegarben. 1. Die abgeſchnittenen Getreidhalme müſſen hinläng⸗ lich trocken ſeyn, wenn ſie eingeführt werden, um in der Folge nicht in Gährung oder in Verderbniß über⸗ zugehen. 2. Das Abtrocknen der Halme geſchieht entweder in Schwaden, oder in Garben. 3. In Schwaden muß jenes Getreide ausgetrock⸗ 332 net werden, das viel grünes Unkraut enthält, oder ſelbſt noch ſaftige Blaͤtter hat, oder in feuchtem Wetter ge⸗ ſchnitten wird. In Garben trocknet man das Getreide, das reif und rein iſt, und in trocknem Wetter geſchnit⸗ ten worden iſt. Linſen, Erbſen. Wicken, die noch viele grüne Blätter und Hülſen haben; Gerſte und Hafer mit Klee läßt man allent⸗ halben in Schwaden erſt austrocknen, ehe man ſie bindet. Alles Getreide, das man in feuchter Witterung ſchneidet, muß erſt in Schwaden wieder trocken werden, ehe man es in Garben zuſam⸗ menbringen darf. Trockenes und reifes Getreide aber, es ſey nun Gerſte, Hafer, Bohnen, oder Weitzen und Rocken, wird gleich hinter der Senſe oder Sichel gebunden. 4. Das in Garben gebundene Getreide hat aber nur ſelten jenen Grad der Trockenheit, daß man es ohne Gefahr des Verderbens ſogleich einführen könnte, und es muß erſt noch einige Zeit der Einwirkung der Luft und Wärme ausgeſetzt bleiben, ehe es trocken genug iſt, um nicht zu verderben. 5. Das Austrocknen der Garben geht aber in der kürzeſten Zeit und am zuverläßigſten vor ſich, in dem Verhältniſſe als dieſe kleiner und im trockenen Zuſtande zuſammengebracht worden ſind. 1 . Sehr große Garben, wenn ſie einmal gebunden ſind, trocknen im Verlaufe elniger Tage oder Wochen kaum merklich in ihrem Innern aus, und verderben, wenn ſie feucht zuſammen⸗ gebracht worden ſind. In große Garben zu binden iſt daher nur da räthlich, wo das Getreide am Halme ſehr reif geworden, und von grünen Pflanzen frei iſt, oder wo es lauge genug in Schwaden abgetrocknet iſt. Kleine Garben zu machen macht zwar mehr Mühe, dafür aber ſind ſie leichter zu behandeln; man kann ſie in Hocken, Schöber, Mandeln aufſtellen, ſie trocknen leichter aus, und ſind leichter aufzuladen, wie die ſchweren. 6. Um das Naßwerden der Garben zu verhüten, werden ſie ſo zuſammen, oder übereinander gelegt, daß ſie ſich gegenſeitig vor dem Eindringen des Regens ſchützen, worauf ſie ſo lange am Acker ſtehen bleiben, bis ſe im ſind. 8 manvigf ſammen zehaten iſ das Gegend denn es aber es Winde dder Stang die erſt wenige Die G theilha weilh Vögel , dadur ſichen ſchn, von K (Sich land ſind Sal die en beſtel auf n degar nemd und n Nutze gebor mmiit den g diey Aush Körn ſchait Wen enthäͤlt, oder ſehe uchtem Vette e man das Getred, u Wetter geſchlie viele grüne Blite ee läßt man allut an ſie bindet. Ali hneidet, muß erſtin es in Garben zuſen⸗ etreide aber, es ſeh und Rocken, wi n. Getredde hat ale daß man es ohue hren könnte, ud nwirkung der Luft trocken genug iſ geht aber in de vor ſich, in den trockenen Zuſtnde nal gebunden ſid, chen kaum merklih ſe feucht zuſammen⸗ binden iſt daher nr ehhr reif geworden, es lauge geuug in machen macht zc handeln; man kann ſie trocknen leichttr weren. en zu verhüte der gelegt/ duß gen des Rega ehen blaben li * 1 333 ſie innerhalb ganz oder hinlaͤnglich trocken geworden ſind. Das Trocknen der geſchnittenen Garben geſchieht in den mannigfaltigſten Formen. Bald werden je 4 und 4 Garben zu⸗ ſammengeſtellt, und erhalten eine fünfte zur Kappe; bald ſind es 9 Garben, die man koniſch zuſammenſtellt, und mit der zehnten bedeckt. Bei kurzem Getreide: Gerſte, Hafer, Weitzen iſt das erſtere, beim Rocken das zweite Verfahren in der hieſigen Gegend üblich. Das Getreide trocknet hiebei ſehr ſchnell aus, denn es iſt der Luft am meiſten ausgeſetzt, es macht wenig Arbeit aber es erfordern dieſe Hoken viel Raum, und werden durch Winde leicht umgeworfen. Anderswo werden die Garben je 20 oder 15 ins Kreuz übereinander gelegt, und haben eine kleine Stange zur Stütze. Dieſe Art macht etwas mehr Arbeit, als die erſtere, auch trocknen die Garben nicht ſo ſchnell; ſie iſt aber wenigern Zufällen ausgeſetzt, und nimmt weniger Raum ein. Die Garben auf hohe Stangen aufzuhifeln kann nirgendwo vor⸗ theilhaft ſeyn, weil das ſehr viele und große Mühe macht, und weil hiebei das Getreide unnöthig lange der Witterung und den Vögeln Preis gegeben iſt. 7. Das Trocknen der Garben geſchieht auch wohl dadurch, daß man ſie auf die Querſtangen eines gerade ſtehenden Gerüſtes legt, wo ſie entweder bis zum Dre⸗ ſchen, oder bis ſie trocken ſind, hängen bleiben. Solche Gerüſte nennt man Harfen, im Gailthale von Kärnten, Köſen, in Schweden heiſſen ſte Häßja. (Siehe Gißler, von den einfachen und doppelten in Weſtmore⸗ land üblichen Harfen, in der Schwed. Abhandl. 31. B.) Sie ſind am häufigſten in Krain, weniger zahlreich in Kärnten, Salzburg, Tirol. Man hat einfache und doppelte Harfen, die erſtern ſind ein Gerüſte, das aus mehreren geraden Bäumen beſteht, in die hölzerne vorragende Nägel eingeſchlagen ſind, auf welche man Querſtangen legt, zwiſchen die dann die Getrei. degarben gehängt und gelegt werden. Die letzteren beſtehen in ei⸗ nem doppelten ſolchen Gerüſte, die mit einem Dache verbunden ſind, und nebſtbei zur Dreſchtenne und zur Wagenhütte dienen. Der Nutzen ſolcher Harfen, daß das geſchnittene Getreide ſogleich geborgen werden kann, und daß es den Platz am Acker räumt, um ihn ſofort beſtellen zu können, wird zu theuer erkauft durch den großen Aufwand an Ausgaben für das Gebäude, und durch die vermehrte Arbeit beim Wegführen, Abladen, Einhängen, Aushängen und Einſcheuern, womit ein beträchtlich größerer Körnerausfall verbunden ſeyn muß. Nur für ſehr kleine Wirth⸗ ſchaften paſſen die Harfen, in einem ſehr kühlen und naſſen Klima⸗ Wenn man aber die Garben unter ſolchen Umſtänden aufhifelt, 334 das heißt: auf niedere Stangen übereinander legt; ſo erreicht man denſelben Zweck mit minderer Mühe. 3. Das Trocknen der Futterpflanzen werden wir in der ſpeziellen Pflanzenkultur abhandeln, weil faſt jede Pflanze etwas Eigenthümliches hiebei erfordert. c. Von der Aufbewahrung der Getreidegarben und trocknen Futterpflanzen. 1. Iſt das Getreide, oder die Futterpflanze im Freien endlich ſo weit ausgetrocknet, daß man ſie ohne Gefahr einer nachtheiligen Gährung aufhäufen kann; ſo wird die Ernte entweder in die Scheuern geführt, oder auch wohl im Freien in Triſten oder Fiemen getaßt. 2. Das Aufbewahren in Scheuern hat die Vor⸗ theile, daß 1¹) das Einbringen der Ernte weniger Mühe macht; 2²) das trockene Einbringen meehr geſichert iſt; 3) daß es in der Scheuer vor dem Regen vlllig ſicher iſt; und 4) daß die Wegnahme eines Theiles keinen Nachtheil für den Reſt hervorbringt. Dafür aber ſind die Scheuern koſtſpielige, große Gebäude, und die Ernte iſt in denſelben der Gefahr des Feuers ausgeſetzt. 3. Das Aufbewahren des Getreides, des Heues und Strohes in Triſten hat die Vortheile, daß man keiner Gebäude bedarf, höchſtens eines Bodens, um den untern Theil der Triſte über die Erde zu erheben, und ſie dadurch vor dem Verderben, und dem Zugange der Nagethiere zu ſichern; und daß die Ernte durch die Vereinzelung ſolcher Schöber weniger der Feuersgefahr ausgeſetzt iſt. Dafür aber macht das Einlegen des Getreides in die Triſten, ſo wie das Wegführen in die Tenne mehr Mühe, wie das Einſcheuern; das Bilden der Triſten muß ſehr aufmerk⸗ ſam vorgenommen werden, weil ſonſt Waſſer eindringt, wede Aehre Han undd Dre⸗ Stro Ahtbei wit e erſtern teiner für a Sache e lgt; ſo erih en werden wir in „ weil ſaſt jede ordert. reidegarben un 1 pflanze im Frein ſie ohne Gefah unn; ſo wird de ührt, oder auch nen getaßt. en hat die Vor⸗ te weniger Mihe ehr geſichert iſt gen vollig ſchr Theiles keinen Dafür aber ſid e, und die Ente ggeſetz. des Heues ind daß man keine , um den untern „und ſe dedurch er Nagethiere ſ einzelung ſolcer ſezt iſ. Dafir in die driſen, ehr Mihe, wie uß ſet aufmer⸗ zaſſet eindringt 335 und den ganzen Stock verdirbt, und wenn die Triſte auf⸗ gebrochen wird; ſo iſt es faſt immer nothwendig ſie ganz wegzuführen, weil ſonſt dem Waſſer der Weg in das Innere gebahnt iſt. 4. Hieraus erhellet, daß das Aufbewahren der Ernte in Scheuern nur in kleineren Wirthſchaften, und in holz⸗ reichen Gegenden, die Triſten aber in entgegengeſetzten Verhäͤltniſſen dem Vortheile des Landwirthes mehr ent⸗ ſprechen werden. In den Gebirgsländern von Deutſchland wird bis auf das Alpenheu alles eingeſcheuert; in den Ebenen von Ungarn muß alles in Triſten gelegt werden. So findet man auch durch ganz England faſt keinen Wald und keine Scheuer. 5. Das Aufbewahren der verſchiedenen Wurzelge⸗ wächſe werden wir in der ſpeziellen Pflanzenkultur an ſeinem Orte allenthalben angeben. d) Vom Dreſchen, Reinigen und Aufbewahren des Getreides. 1. Die Körner der Getreidearten und der Oehlpflanzen werden auf mancherlei Art aus ihrer Verbindung mit den Aehren, oder aus ihren Hülſen gebracht, entweder durch Handdreſchen, durch das Austreten mit Thieren, und durch Maſchinen. 2. Das Ausdreſchen der Getreidegarben mit den Dreſchflegeln iſt das einfachſte Verfahren, wobei das Stroh rein und in Ordnung bleibt: es macht aber ſehr viele Arbeit, und iſt daher das koſtſpieligſte. Das Dreſchen geſchieht in kleinen Wirthſchaften faſt ganz mit eigenen Leuten, in größern aber durch fremde⸗ Daß die erſtern in einem gegebenen Zeitraume weniger ausdreſchen, aber reinere Arbeit machen, als die letztern, die mehr ausdreſchen, da⸗ i geber mehr Korn im Strohe laſſen, liegt in der Natur der Sache. 336 Meine eigenen Leute dreſchen in Vieren, und fertigen im Winker in 6 Tagen 50 Schober Winterrocken à 1 Metzen im Durchſchnitte der Jahre: und es ſind flinke und rüſtige Menſchen. Kommt auf einen Tag für die Perſon 1 ⁄ Metzen. Die im Verdinge arbeitenden Dreſcher im Mar chfelde (Daninger's Beſchreib. einer Dreſchmaſchine. Wien, 1815.) arbeiten im Winter 8 ½ Stunden, und jeder driſcht und reinigt in einem Wintertage 1,40 Metzen ſchwere, oder 2,37 Metzen leichte Frucht. Der Graf Podewills gibt(I. Thl. Tab. 94) an, daß die Fröhner vom ſchlechten Winterrocken täglich 1,10 Metzen auf⸗ gebracht haben. Was Dickſon(Farm. Comp. II. T. 608) ſagt, daß man in England für einen Arbeiter 1 bis 1 ½ Quarter Weitzen, = 4,64 bis beinahe 7 Metzen, von der Gerſte von 7 bis 9,28 Metzen, und vom Hafer noch mehr rechnen könne, begreife ich nicht, und muß ſicher unrichtig ſeyn. Meiſtens wird das Dreſchen mit dem ausgedroſchenen Ge⸗ treide gezahlt. Thaer ſagt(Rat. Landw. IV. B. 45), daß das Höchſte, was gegeben wird, das Zwölftel, das Geringſte das Achtzehntel ſey. Wenn ſich der Taglohner täglich c Berl Schef⸗ fel,= 0, 11 Metzen oder 1,768 Metzen Maßl verdienen ſoll; ſo muß er im erſtern Falle täglich 1 ½, im letztern 2,1 Metzen aus⸗ dreſchen. Das Erſtere iſt wohl möglich; allein das Letztere duünkt mir beim Rocken und Weitzen kaum möglich, wenn nicht die Aus⸗ giebigkeit des Schobers beträchtlich höher angenommen wird. Bei uns wird den Dreſchern meiſtens das Zehntel gegeben, in Un⸗ terſteiermark das Dreizehntel, im Marchfelde ⅛0. Es kann aber die Dreſchergebühr keine ſtätige Größe ſeyn, denn ſonſt würden in dem einen Jahre die Dreſcher, in dem an⸗ dern der Landwirth betrogen ſeyn. Sie muß nach der Ausgiebig⸗ keit des Schobers größtentheils, und zum kleineren Theile auch nach dem Preiſe des auszudreſchenden Getreides regulirt werden. 3. Das Austreten durch Thiere hat den Vor⸗ theil, daß man mit den geringſten Koſten die größte Menge von Getreide in einem gegebenen Zeitraume ausdreſchen kann: dafür aber hat es die Nachtheile, daß man nur ſehr reifes, oder leicht aus den Spelzen gehendes Getreide da⸗ mit rein und geſchwind ausbringen kann, und daß das Stroh zum Futter größtentheils, oder auch wohl ganz untauglich wird. „ Dieſe Art des Ausbringens der Körner iſt in den ſüdlichen Ländern, bei uns aber in Ungarn, und zum Theil auch in Heſterreich, ja ſelbſt in einem kleinen Striche von Kärnten, in dem Getrei gleich viel m nau a würdie Mexſe 40— Beob Menſe 2 dochf ten. Reite un beide ten führ ſtz lentt noch 4bg aus rigt nen und fal en, und ferbzgen i 6„,„ a u NMezen in rüſtige Menge Mehen ge Nenſchen. er in Marhfelde chine. Wien, 1815) er driſcht und reuit er 2,3/ Meßen lacht d1. Tab. 94) an, dj ich 1,10 Metzen alf⸗ k.bog) ſagt, dß un ½ Quarter Weihn, erſte von bis g könne, begreife ih mausgedroſchenen Ge⸗ IV. B.(9), daß das , das Geringſte das äglich Berl Schef pl verdienen ſoll; ſo ttztern 2,1 Meten aus⸗ lein das Lehtere dunkt h, wenn nicht die Ans⸗ ggenommen vird. Bi ntel gegeben, in Ur⸗ Narchfelde„ ne ſtätige Größe ſcyn, Dreſcher, in dem zu⸗ iß nach der Ausgiehin kleineren Theile auc eides regulirt werhn. jere hat den Wr⸗ n die grißte Mage traume ausdriſcen , daß man nu ſch hendes Getreide d und daß das Otroh ohl ganz untauglih er iſt in de ſüdlichn d zum dheil auth in kriche vonKärntet, 337 in dem windiſchen Theile des G ailthales üblich. Wenn das Getreide in den wärmeren Ländern recht trocken iſt; ſo wird es gleich am Acker auf einem gereinigten Platze ausgeritten. Wie viel man in einem Tage ausbringen könne, wird nirgendwo ge⸗ nau angegeben. Daninger ſagt(a. a. O. 28), daß ihm glaub⸗ würdige Perſonen verſicherten, daß man mit 6 Pferden und 6 Menſchen in einem Sommertage ꝛ00, und in einem Wintertage 40— 60 Metzen Sommerfrucht austreten könne.— Nach ſeiner Beobachtung aber traten 10 bis 12 Pferde, mit 6 auch mehr Menſchen im Winter nur 25 Mandel Weitzen zu ½l Metzen = 19%¾ Metzen aus. Man gab den gten Metzen hiefür, und doch fanden ſich nicht Leute, die dieſe Arbeit unternehmen woll⸗ ten. Im Gailthale rechnet man, daß 2 Pferde mit einem Reiter 4 Schober Weitzen zu ⅛ Metzen, oder 5 Schober Gerſte zu 1 Metzen, in einem Herbſttage austreten. Man hat in dieſen beiden Gegenden vom Austreten des Getreides wohl keinen ande⸗ ren Vortheil, als daß die Thiere dieſe beſchwerliche Arbeit voll⸗ führen, indem man ſie ſonſt nicht beſſer zu benutzen im Stande iſt; denn es driſcht hier ein Pferd nicht mehr wie ein Menſch. Die Hirſe und den Pfennich laſſen wir in Kärnten al⸗ lenthalben durch die Thiere austreten; weil dieſe Getreidearten noch im naſſen Zuſtande des Strohes eingeführt, und ſogleich abgedroſchen werden müſſen, und weil die Körner dieſer Früchte ausnehmend leicht aus ihren Spelzen gehen. Weil das verunrei⸗ nigte Stroh der Hirſe und des Pfennichs ſämmtlich zum Trock⸗ nen aufgehifelt wird; ſo verliert es durch die Einwirkung der Luft und des Regens wieder allen üblen Geruch, und wird in der Folge von den Thieren gern gefreſſen. 4. Das Dreſchen des Getreides mit Maſchinen iſt uralt. Der weſentlichſte Vortheil derſelben beſteht darin, daß man unabhängig von einer großen Anzahl Menſchen, die zum Dreſchen mit Händen nothwendig ſind, dieſes Ge⸗ ſchäft vollführen kann. Andere Vortheile der Dreſchmaſchi⸗ nen ſind, daß man beim Ausbringen der Körner weniger vom Diebſtahl und von der Liederlichkeit der Arbeiter zu beſorgen hat, indem die Maſchine gleichförmig driſcht, und leichter überſehen wird. Die Nachtheile, welche mit den Dreſchmaſchinen verbunden ſind, bedeuten wenig. Das Verwirren des Strohes bei den wirkſamſten, iſt nur in ſo fern ein Nachtheil, als ein ſolches Stroh nicht zum Decken der Häuſer verwendet werden kann. Burgers Lehrb. d. Landw. I. Bd. 22 338 5. Die gegenwärtig üblichen Dreſchmaſchinen werden eingetheilt: in die Walzen, in den Stampf und in die Mühl. 6. Die Dreſchwalzen ſind die älteſten Werkzeuge, und haben ſich ſeit den Zeiten der Römer, wo ſie ſchon al⸗ lenthalben eingeführt wurden, in einem großen Theile des öſtlichen und nördlichen Europa erhalten. Ihre Errichtung erfordert die geringſten Koſten, und ihre Wir⸗ kung iſt das vier⸗ und fünffache des Handdreſchens. Wir finden die Dreſchwalzen in den Schriften von Varre und Kolumella: ſo ſind ſie als noch gebräuchlich im nord⸗ weſtlichen Italien obcgezeichnet in den Venti giornate von Agost. Gallo vom Jahre 1560. Im 31. B. der ſchwed. Abhandl. ſindet ſich eine ſehr gute Beſchreibung und Abbildung von 18⸗ bis 24rädrigen Wägen, und der koniſchen, geriften Walze, deren man ſich in Weſt⸗Norrland bedient. In verbeſſerter Form ſchei⸗ nen ſie der größten Aufmerkſamkeit werth zu ſeyn: denn aus der ſehr genauen Beſchreibung der Dreſchmaſchinen, die zu Rutzen⸗ dorf und Süßenbrunn in Oeſterreich errichtet ſind(von Joſ. Daninger, Wien 1815), erhellet, daß man im Winter in 7 ½h Arbeitsſtunden mit 2 Pferden und 3 Menſchen 21 116 Mandel ſchwere, oder 27 ½ Mandl leichte Früchte ausdroſch, die 15,93, oder 27 ½ Metzen Körner gaben. Im Sommer oder Herbſte kann man damit 32 Mandel Wintergetreide zu%¼ Metzen, — 24 Metzen, und 48 Mandel Sommergetreide zu 1 Metzen aus⸗ dreſchen. 9. Der Dreſch⸗Stampf iſt eine Vorrichtung, die man in Tirol, Salzburg und Kärnten häufig an⸗ trifft. Die Errichtung derſelben iſt nur wenig koſtſpielig, und die Bedienung erfordert nur einen bis zwei Menſchen, und doch leiſtet ſie ſo viel, als b unſerer gewöhnlichen Dreſcher. Für nicht ſehr große Wirthſchaften, und wo dieſe Ma⸗ ſchinen durch Waſſer betrieben werden können, ſind ſie von ent⸗ ſchiedenem Nutzen. Wir haben in Kärnten ungefähr 12 ſol⸗ cher Dreſchſtämpfe, und ihre Zahl vergrößert ſich alljaͤhrlich⸗ Man findet den zu Bleiberg in Kärnten aufgeſtellten im ökonomiſchen Kalender für das Jahr 1802 von Trautmann, Wien bei Binz, abgezeichnet Die Wirkung dieſer Maſchine be⸗ ruht auf der Menge der Schießer, und der Geſchwindigkeit ih⸗ rer Schläge in einem gegebenen Zeitraume. Ein Dreſchſtampf maſchinen erden Stampf und in teſten Vertzeng, „wo ſee ſchon al g'oßen Theile d erhalten. zite en, und ihre Wi⸗ dreſchens. hriften von Varre räuchlich in nord⸗ Venti giornate pon der ſchwed. Abhandl. bildung von 1⸗ bis n Walze, deren man rbeſſerter Form ſchei⸗ ſeyn: denn aus der en, die zu Rutzen⸗ h errichtet ſind(ton daß man im Winter 3 Menſchen 21% üchte ausdroſch, de Im Sommer dher treide zu Mezen, de zu 1 Metzen aut⸗ Vorrichtung, di enten häufg an⸗ wenig koſſſpielg is zwei Menſchen, öhnlichen Dreſcher und wo diſe Ma⸗ n, ſind ſie bon ent⸗ en ungefähr 12 ſol⸗ zert ſich allährli en aufgeſtelln im von Trautmann, dieſer Maſchine be⸗ Geſchwindigkei h⸗ Ein Deiſchtanyf 339 mit 12 Schießer driſcht in einem Herbſttage 8— 12 bis 20 Scho⸗ ber Rocken oder Weitzen zu ½ Metzen pr. Schober, und 16 bis 24 Schober Gerſte oder Hafer aus, zu 1 Metzen pr. Schober. 8. Die DTreſchmühlen, oder ſchottiſchen Dreſch⸗ maſchinen ſind zwar künſtliche und koſtſpielige Werkzeuge, leiſten aber auch dafür mehr, als alle anderen, und machen die reinſte Arbeit. 9. Sie paſſen für große Wirthſchaften, für menſchen⸗ leere Gegenden, oder wo es vortheilhaft iſt das Getreide frühe, im Herbſte ſchon, oder in der Mitte des Winters ausgedroſchen zu haben. Wir haben im Klagenfurter Kreiſe von Kärnten 9 Dreſchmühlen, die alle vom Waſſer getrieben werden. In Steiermark, Oeſterreich und Ungarn gibt es eben⸗ falls mehrere Man driſcht bei uns in einer Stunde 4 Schober Rocken, der 5 bis 6 Schuh hoch iſt, Weitzen 6 Schober, wenn er 4 ½ bis 5 Schuh hoch iſt, und 8 Schober Gerſte. Die bei⸗ den erſtern Früchte geben—% Metzen pr. Schober, die Gerſte 1— 1 ½¼ Metzen. In 10 Arbeitsſtunden bringen wir demnach mit Hülfe von 3 bis 4 Menſchen 26 é— 30 Metzen Rocken, 39 ⅞— 45 Metzen Weitzen, und 80— 100 Metzen Gerſte rein. Arthur Young rechnet für eine ſolche Maſchine, wenn ſie 8 bis 9 Stunden arbeitet, 15 Quarters Weitzen,— 69% Metzen, und 15 bis 20 Quarters Gerſte, Hafer, Erbſen oder Bohnen,= 69% bis 92 ⅛ Metzen(Parm. Cal. S. 25). Da unſere Maſchinen dieſelben ſind, wie in England; ſo vermu⸗ the ich, daß ihr Weitzen kürzer im Strohe iſt, wie der unſere, und daß ihr Getreide überhaupt mehr ausgibt, als unſeres, das ſtark in das Stroh wächſt.— 10. Aus dieſem erhellet, daß das Handdreſchen für kleine Wirthſchaften, und für volkreiche Gegenden paſſe, und in ſehr großen Wirthſchaften ſolcher Länder und Ge⸗ genden beibehalten werden muß, wo das Volk ohne ein hinlängliches Grundeigenthum ſich befindet; daß der Dreſchſtampf für Gebirgsländer, die allenthalben Bäche haben, wo kleinere Wirthſchaften ſind, und kein Ueber⸗ fluß von Menſchen vorhanden iſt, und daß Dreſchmaſchi⸗ nen, vorzüglich die ſchottiſchen, nur für große Getreide⸗ 28 1 340 wirthſchaften ſich vortheilhaft erweiſen, die mit freien Leuten betrieben werden, und wo der Entgang dieſes Winterverdienſtes das Volk der Taglöhner, das uns den Sommer über nothwendig iſt, nicht wegzuziehen nöthigt. 11. Das ausgedroſchene Getreide wird von der Spreu gereiniget, indem man es mit der Schaufel gegen den Wind wirft, oder indem man es durch die Fegemühle ſcheidet. Die mit dem Getreide gleich ſchweren Unkrauts⸗ ſamereien werden durch Siebe abgeſchieden. 12. Das gereinigte Korn muß aufbewahrt werden. Dieß geſchieht auf verſchiedene Weiſe, je nachdem es mehr oder weniger ausgetrocknet iſt. 13. So lange noch die Körner ſo viele Feuchtigkeit in ſich enthalten, die zur Erregung der Gährung zureicht, dürfen ſie, nicht aufgehäuft werden, weil ſich ein ſolcher Haufen erhitzen, und entweder keimen, oder ſchimmeln würde. Nur dann erſt, wenn die Körner durch die Luft⸗ ausſetzung ohne Anwendung einer größern Wärme, als der atmoſphäͤriſchen, oder wenn wir es in Darrſtuben trocknen, worin die Wärme nicht über 240 R. geht, mög⸗ lichſt trocken ſind, dürfen ſie aufgehäuft werden. 14. Solches Getreide, das noch viel innere Feuch⸗ tigkeit hat, wenn es von der⸗ Dreſchtenne kommt, muß ſehr dünn auf dem Schüttboden, einem luftigen Raume, ausgebreitet, und oſt gewendet werden, bis es hinläng⸗ lich trocken iſt. Wir dreſchen die Hirſe und den Buchweitzen, wenn die Pflanzen noch halbgrün ſind, und wenn wir dieſes Getreide nicht ſehr dünn aufſchütten, und oft wenden, ſo verdirbt es gewiß. Der Mais enthält ſehr lange im Frühlinge noch Feuchtigkeit in ſich, und muß mit vieler Sorgfalt erſt am Schüttboden ge⸗ trocknet werden, wenn man ihn nicht im Trockenhauſe liegen laſſen will. dee mit freien entgang diſſes „ das uns den ziehen nithig von der Spren fel gegen de Fegemühle deren Unkraute 4 wahrt werden. je nachden es ele Feuchtigkei aͤhrung zureich ſich ein ſolche oder ſchimmaln durch die Luſt n Wärme, äd in Darrſtuber »R. geht, ni⸗ verden. innere Feug⸗ e kommt, mu uſtigen Naum, bis es hinling⸗ eiten, vem die ſes Gelreide nict rdirbt es gewiß. h Feuchtigkeit in (Schüttboden ge⸗ odenhauſe ligtn 341 15. Alles Getreide, das bald nach der Ernte gedro⸗ ſchen wird, muß ebenfalls erſt eine Weile gelüftet und getrocknet werden, ehe man es aufbewahren kann. 16. Das Aufbewahren der Getreidekörner hat zum Zwecke, dieſelben vor der Feuchtigkeit und vor räuberi⸗ ſchen Thieren und Menſchen zu ſchützen. Kommt Feuchtigkeit zum Korn, ſo geht es in Gährung und Verderbniß über. Thiere, welche dem Getreide nachſtellen, ſind eine große Anzahl verſchiedener Inſekten, ferners: Ratten und Mäuſe.. 17. Jede Art, wodurch dieſer Zweck erreicht wird, iſt gut; jene aber, wodurch er mit dem verhältnißmäßig min⸗ deſten Aufwande am ſicherſten erreicht wird, die vortheil⸗ hafteſte. 18. Das Getreide wird aufbewahrt in gemauerten, mit gut ſchließenden Thüren und vergitterten Fenſtern geſchloſſenen Schüttböden, in Getreide käſten, und in unterirdiſchen Gruben. 19. Der Vortheil der erſtern beſteht darin, daß man bei großen Wirthſchaften, beſonders wo man auch fremdes Getreide empfängt, dieſes mit Leichtigkeit erſt allmählich abtrocknen kann, ehe man es in größere Hau⸗ fen aufſchichtet, und daß man es hierin vor Verderbniß durch Feuchtigkeit am ſicherſten, ſo wie vor Ratten und Dieben ſchützt. Allein ſie erfordern große Auslagen, die Inſekten richten darin oft beträchtliche Verheerungen an, und die Mäuſe werden nicht abgehalten. 20. Getreidekäſten, hölzerne, mit Eiſenblech an den unteren Kanten beſchlagene Schreinen, paſſen zur Aufbewah⸗ rung eines wohl ausgetrockneten Getreides für alle mit⸗ telgroßen Wirthſchaften am beſten; weil allen Thieren der Zugang zu denſelben vollkommen abgeſperrt iſt. 342 Ein Kaſten, der 25 lang, und 4“ hoch und breit iſt, faßt 200 Metzen Getreide. Solcher Käſten hat man mehrere in dem gewölbten Theile des Hauſes, wo ſie vor Feuer und Dieben geſichert ſind. 21. Unter der Erde kann das Getreide nur da aufbewahrt werden, wo man Gelegenheit hat in einem dichten, waſſerhaltenden Thon birnförmige Löcher zu gra⸗ ben, die man ausbrennt, mit Stroh auskleidet, mit trock⸗ nem Getreide vollfüllt, und mit Erde ſchließt. Es iſt dieß offenbar die leichteſte, mindeſt koſtſpielige, und ſicherſte Art ſein Getreide aufzubewahren, weil es vor Näſſe und Feuer, vor Thieren und Menſchen völlig geſichert iſt. In den Ebenen von Ungarn, Pohlen und Ruß⸗ land, ſo wie in den ſüdlichen Ländern, Spanien und Ita⸗ lien, ferners im ganzen Orient iſt dieſe Art das Getreide aufzubewahren die uͤblichſte, meiſtens auch die einzige. Wenn man Sorge trägt, daß die Mündung nicht ſowohl waſſerdicht geſchloſſen, als auch durch eine Erhöhung das Waſſer von der obern dünneren Schichte der Gruben abgeleitet wird, und der Thon hinlänglich dicht iſt, ſo daß auf keiner Seite Feuchtigkeit eindringen kann; ſo iſt dieſe Art der Aufbewahrung gewiß ſehr vorzüglich. Mehr hierüber kann man leſen in Simond's tos⸗ kaniſcher Landwirthſchaft. 22. Aus dieſem erhellet, daß für große Wirthſchaf⸗ ten eigene, zur Aufbewahrung des Getreides errichtete Gebaͤude nothwendig ſeyen, daß aber in mittelgroßen und kleinen Wirthſchaften, wo das Holz nicht zu theuer, Ge⸗ treideſchreine; in Thongegenden aber unterirdiſche Gru⸗ ben die zweckmäͤßigſten Aufbewahrungsörter des Getrei⸗ des ſeyen. Ende des erſten Theiles. 8c und breit ſſ, fißt an mehrerei in dem Feuer und Dihe Getreide nur d it hat in einn ge Löcher zu gue ileidet, mit tue⸗ ießt. Es iſt iß ge, und ſcchſt 8 vor Näſſe ud z geſichent iſt ohlen ud Arß danien und Ita e Art das Gerede die einzige. Dem ſowohl waſerditt das Waſſer hon da eitet wird, und de r Seite Feuchtigkit vahrung gewiß ſit in Simonde w⸗ große Withſſch etreides errichete mittelgroßen und ht zu theuer, Ge nterirddiſche G⸗ zrter des Getri⸗ In der Carl Gerol dſſchen Buchhandlung ſind noch folgende Werke um beygeſetzte Preiſe zu haben: Braunhofer(A. G.) Naturwiſſenſchaftliche Vorbegriffe für Naturgeſchichte, nebſt dem präparativen Theil der oriktogno⸗ ſtiſchen Mineralogie. Als Einleitung für Studierende der Heilkunde, Pharmacie, Hkonomie, und für Liebhaber die⸗ ſer Wiſſenſchaft. Mit einer Kupfertafel. gr: 8. 1816. 5 fl. Buſchmann(Joſ. v.), die Landguts⸗Rechnungslegung, um durch ſie nicht nur die nothwendige Sicherſtellung zu bezwe⸗ cken, ſondern auch unmittelbar und auf einfachen Wegen das Verhalten und den reinen Ertrag der verſchiedenen Verwal⸗ tungszweige für ſich allein zu erfahren. Nebſt einigen Grund⸗ ſätzen über die Güterverwaltung ſelbſt und ihre Organiſation⸗ gr. 4. 15 fl. Ropezky(J.) Anleitung zu dem Verfahren in Grundbuchsſa⸗ chen, nach dem neuen bürgerl. Geſetzbuche, und den in Gſter⸗ reich unter der Enns noch beſtehenden Patenten und Ver⸗ ordnungen. gr. 8. 1817. 6 fl. Lewenau(Joſ. Arn. Ritter von) Nittel zu einer ſparſa⸗ mern und zugleich nützlichern Fütterung der Pferde. Mit einem Kupferſtich der Maſchine. gr. 8. 1817. 1 fl. Meißner(P. T.), Handbuch der allgemeinen und techniſchen Chemie. Erſter Band. Syſtem der Chemie. Beſchreibung der chemikaliſchen Apparate. Tabellariſche überſicht der che⸗ miſchen Zuſammenſetzungen. gr. 8. Mit vier Kupfern. 12 fl. Pantz(V. J. Ritter von) und A. Joſ. Atzl Verſuch ei⸗ ner Beſchreibung der vorzüglichſten Berg⸗ und Hüttenwerke des Herzogthums Steyermark. Nebſt andern vermiſchten mineralogiſchen Berg⸗ und Hüttenmänniſchen Abhandlungen. Mit vier Kupfern und zwey Tabellen. gr. 8. 1814. 6 fl. Puteani(J. Freyh. von), Grundſätze des allgemeinen Rechnungsweſens, mit Anwendung auf alle Vermögens⸗ und Gewerbsverhältniſſe des bürgerlichen Lebens; insbeſondere auf konomie, Handlung und Staatswirthſchaft. gr. Ato. 10 fl. Schmitt(Joh. Ant.), theoretiſch⸗praktiſche Anleitung zur Forſtgehaubeſtimmung, oder Taxation und Regulirung der Waldungen; zum Selbſtunterrichte ſowohl für Forſtlehrlinge, niedere und höhere Forſtbeamte, als auch für die mit Forſt⸗ ———— öö geſchäften ſich befaſſenden Wirthſchaftsgeräthe, Verwalter und Waldeigenthümer ſelbſt, welche ihre Wälder auf eine ſichere und wenig koſtſpielige Art reguliren laſſen wollen. Zwey Bände. Mit Forſt⸗Karten. 24 fl. Schmitt(J. A.) Lehre der künſtlichen Holzzucht, durch die Pflanzung. Neu bearbeitet und mit neuen Beyträgen ver⸗ mehrt. gr. 8. 1808. 3 fl. —— Grundſätze zum Entwurf einer zweckmäßigen Schlagord⸗ nung. Ein Beytrag zur höhern Forſtwiſſenſchaft, nebſt einer vollſtändigen und gründlichen Anleitung zum Abtriebe der Wälder. gr. 8. 1812. 5 fl. Schwarz(J. D., k. k. Rath) Sammlung der allerhöchſten Patente und Vorſchriften in Stempelſachen. Enthält die im Jahre 1802 wegen Einführung der vierzehn Claſſen des Pa⸗ pierſtempels für Schriften und Urkunden, dann des Stem⸗ pels für Wechſel, Wechſelproteſte und Handlungsbücher, Karten, Kalender, Zeitungen, Stärke, Haarpuder und Schminke erfloſſenen Anordnungen; die dießfälligen Patente vom 5ten und 15ten October 18⁰2, und die dieſen Patenten bis zum Jahre 1818 nachgefolgten Verordnungen. gr. 8. 4 fl. 30 kr. Veſt(Lor. Chryſ. Edler von),(Dr. der Mediein, und Profeſſor der Botanik und Chemie am Johanneum zu Grätz), Anleitung zum gründlichen Studium der Botanik. Mit ei⸗ ner Überſicht über den Bau naturhiſtoriſcher Klaſſifikations⸗ ſyſteme, einer Kritik des Juſſieu'ſchen und den Grundzugen eines neuen natürlichen Syſtems. gr. 8. 5 fl. 30 kr. Wiener Kunſt⸗ und Luſtfeuerwerker(der), oder An⸗ leitung zur leichteſten, gründlichſten und zweckmäßigſten Er⸗ zeugung und Vorſtellung aller Kunſt⸗ und Luſtfeuer zu Land⸗ und Waſſer⸗Feuerwerken. Nach den neueſten und beſten Er⸗ findungen als Selbſtunterricht für Liebhaber dieſer Wiſſen⸗ ſchaft, zum ländlichen Vergnügen bearbeitet, und figürlich dem Auge dargeſtellt, durch L. von L—e. Mit 30 illuminir⸗ ten Kupfern. gr. 8. 12 fl. 30 kr. räthe, Vawules te Wilder auf ine 4. tren laſſen veltz. olzzuct, duh N e“. ten Beytrigm.—. 3— 1 1 äßigen Schlager⸗— zwiſſenſchaft,. S. 4 tung zum Atriee ag der allerhochin 3 en. Enthält ʒn ehn Claſſen des he⸗ 1, dann des Ste G— 1 d Handlunzsbch,. 4— e, Haarpuder da.— dießfallgen pine— die dieſen Pateuin 4. erordnungen. g. 1 . der Mediein,”1 hanneum zu Gii 3 r Botanik. M 4 iſcher Klaſſiftatua 4 4 und den Grundzißgt 5 fl. 30 tk. er(der), odke 88 8 d zweckmähigſenh id Luſtfeuer zu li ueſten und beſte be 4 2 bhaber dieſet Eije 3—. 3 4 rbeitet, und flitth— e. Mit 30 lumin⸗ v L 8 11LLeA eAAhh lrbaleh lelrtlelahudn hanaennahneng Ahna lnwnnnge GätaakaſtadandaneRnennnonn 5 Oem 1 6 7 8 9 10 11 12 13 14 3 SOſour eee rey Control Chart Blue Cyan Green Vellow Heod Magenta Wnite Grey 1 Grey 2 Srey 3 Grey 4 Black “ 4 8 4 I 8 4“ —1oöooſſ“———