An Uaiv.-Bibl. Giessen 2 2 Das Ganze der Schakzucht 4 für Deutſchlands Klima * und das ihm aͤhnliche der angraͤnzenden Laͤnder mit beſonderer Hinſicht auf die zu beobachtende Pflege und Wartung der Merinos und Charakteriſirung derſelben. Ein vollſtaͤndiges praktiſches Handbuch, welches dieſe Wiſſenſchaft in ihrem neueſten Standpuncte nach 4 Grundſaͤtzen, die ſich auf Natur und Erfahrung ſtützen, aufſtellt, für Guts⸗ und Schaͤfereybeſitzer, Beamte und Schaͤfer. Von Bernhard Petri, Wirthſchaftsrath, Eigenthümer mehrerer Landwirthſchaften und original⸗ ſpaniſcher Stamm⸗Schäfereyen der leoniſchen Racen, und Mitglied verſchiedener ökonomiſcher Geſellſchaften im In⸗ und Auslande. Zweyte ſehr vermehrte und verbeſſerte Auflage. Zweyter Theil. Zweyte Abtheihun g. Wien, 1825. Bey Carl Schaumburg und Comp. Gedruckt bey Anton Strauß. Einleitung. Bey wiederkäuenden Thieren iſt im Allgemeinen wenig Wirkung von innern Medicamenten zu hoffen, Klyſtiere und flüſſige Medicinen ausgenommen; indem alle dieſe Thiere mit vier Magen begabt ſind, und der Banſen— der größte unter denſelben— die Nahrung in großen Maſſen aufnimmt, bis ſie nach und nach zum Wiederkäuen in das Maul wieder heraufgeſchafft wird, und dann erſt zu den Functionen der fernern Verdauung in die drey andern Magen übergeht. Das Gewicht von rohen Nahrungsmitteln in dem Ban⸗ ſen iſt aber ſehr bedeutend, und beträgt, nach Maßgabe der Größe eines Schafes, 12 bis 24 Pfund und darüber. Man kann ſich alſo vorſtellen, daß Arzneymittel, in unbedeu⸗ tender Menge eingegeben, wenn ſie mit einer überwie⸗ genden Menge von Nahrungsmitteln vermengt werden, we⸗ nig Wirkung machen können. In großer Menge gegeben, läuft man aber Gefahr, daß der Magen durch deren Berüh⸗ rung zu ſtark angegriffen werden könnte, weßhalb man ſich durch die Erfahrung überzeugt hat, daß man mit flüſſigen, zugleich auf den Urin wirkenden Arzneymitteln am glücklich⸗ ſten verfährt, dieſelben aber nicht immer die erwünſchten Wir⸗ kungen hervorbringen. Die meiſten in dieſem Bande beſchriebenen Krankheits⸗ fälle habe ich theils ſelbſt zu beobachten und kennen zu lernen * IV Gelegenheit gehabt; theils habe ich, um dieſes Werk ſo voll⸗ ſtändig als möglich zu machen, die Erfahrungen anderer be⸗ währter Männer dazu benutzt.— Da aber das Schaf als Hausthier, bey einer ſeiner Natur widerſtrebenden Behand⸗ lung, ſehr mannigfaltigen Krankheiten unterliegt, ſo will ich hier im Allgemeinen noch Folgendes erinnern: Das Waſſer, und die Näſſe überhaupt, kann bey ei⸗ nem unvorſichtigen Verfahren den Grund zu den gefährlich⸗ ſten Krankheiten legen. Erhitzung iſt gleichfalls den Schafen aus mancherley Urſachen ſehr ſchädlich, und wenn ſie z. B. er— hitzt zur Tränke kommen, ſo wird der Grund zur Fäule und zu andern Krankheiten gelegt. Bey ſtarker Hitze wird man immer wohl thun und vorſichtig handeln, etwas Kupferwaſſer in die Tränktröge zu miſchen, da⸗ mit die Schafe nicht zu ſtark ſaufen, und weil die Schnelligkeit des Blutumlaufs dadurch gemildert, und ihr Durſt gelöſcht wird. Jede Näſſe, beſonders aber kalte Näſſe, iſt eine ge— fährliche Feindinn der Schafe, und die Erfahrung lehrt, daß ſie dadurch ſehr angegriffen und geſchwächt werden. Über— haupt iſt die Organiſation des Schafes ſehr ſchwach, und zu waſſerſüchtigen Zufällen außerordentlich geneigt; daher es ſelten gelingt, eingeriſſenen Krankheiten curativ Gränzen zu ſetzen. Eher gelingt es präſervativ, durch rege Aufmerkſam⸗ keit und entſprechendes Verhalten, der völligen Ausbildung des Krankheitszuſtandes entgegen zu wirken; daher wird es unerläßlich, jedes crepirte Schaf zu öffnen, um ſeinen innern Zuſtand zu prüfen, ob es Andeutungen gibt, daß ſich in der Herde ein allgemeiner Krankheitszuſtand bilde. So wie gut genährte Schafe ſehr große Kälte ertragen können, ſo wer⸗ den im Gegentheile ſchlecht genährte dadurch ſehr angegriffen, leicht ſchwach und krank. “ — ſo voll⸗ derer be⸗ caf als Gehand⸗ will ich bey ei⸗ fährlich⸗ afen aus . B. er⸗ -lule und orſichtig den, da⸗ keit des t wird. ine ge⸗ rt, daß über⸗ und zu daher es anzen zu merkſam⸗ obildung wird es n innern ſch in der wie gut „ſo wer⸗ ggtiffen, VN Eine verdorbene, mit ſchädlichen, mephitiſchen Dün⸗ ſten geſchwängerte Stall⸗Luft legt den Grund zu vielen ge⸗ fährlichen und beſonders entzündlichen Krankheiten, weßhalb man ſolche durch Reinlichkeit und fleißige Einſtreu verdrängen, und durch friſche Lebensluft täglich mehrmahls verbeſſern muß. Auch muß eine jede, nur etwas verdächtige Weide mit äußerſter Vorſicht und Mißtrauen behüthet werden; jederzeit ſollen in Vorfällen dieſer Art, der Sicherheit wegen, Prä⸗ ſervativ⸗Mittel unter dem Salz dem Vieh gegeben werden. Insbeſondere vermeide man die Behüthung der Weiden ſo— wohl bey ſtarkem als bey geringem Thau und Reife, wodurch der Grund zu vielfachen Krankheiten gelegt wird. Eine Haupt— ſache iſt auch, daß im Herbſt und Frühjahr kein Vieh nüch⸗ tern auf die Weide getrieben, ſondern demſelben, bis die Felder abgetrocknet ſind, eher etwas trockenes Futter vorgelegt, und dasſelbe bey Hauſe gefüttert wird, indem die Vegetabilien in dieſen Jahreszeiten zu wäſſerig ſind. Bey anhaltender Näſſe beugt man aber durch angemeſſene Gaben von Wachholder⸗ beeren, Wermuth, Feldkamillen, Enzian, Kalmus, Schaf⸗ garbe, Gartenraute oder Senf den nachtheiligen Wirkun⸗ gen der Feuchtigkeit auf die Geſundheit dieſer Thiere vor; auch daß man ſie ſogar in gewiſſen Fällen einige Zeit von der Tränke abzuhalten ſucht. Befolgt man dieſe auf Erfahrung geſtützten Winke, und die in dieſem Werke gegebenen Regeln mit Genauigkeit, ſo wird man, außer epidemiſchen Krankheiten, nicht leicht ei⸗ nen bedeutenden Verluſt bey ſeiner Schäferey haben. Es erübrigt noch hier eine kurze Beſchreibung der in— nern Theile des Schafes nach ihrer Lage, Structur und Wir⸗ kung, damit man im Stande ſey, von den Urſachen, Kenn⸗ zeichen und ſelbſt von der Heilung derſelben ſich einen deut— VI lichen Begriff zu machen. Das Verdauungsgeſchäft, als das erſte und wichtigſte, will ich zuerſt berühren, werde mich jedoch, wegen des Zuſammenhangs nach der Lage der vier Magen mit den übrigen Eingeweiden, bloß auf das Wichtigſte hier beſchränken, indem ich, um nicht einerley Materie zu wie⸗ derhohlen, auf dasjenige aufmerkſam mache, was ich von dem Wiederkauungs⸗Prozeß im erſten Theile dieſes Werkes, Seite 249 bis 255, mit einem Kupfer verſinnlicht, die Abbildung der vier Magen vorſtellend, geſagt habe. Die Verrichtungen der vier Magen⸗Abtheilungen oder Behälter des Schafes ſind, was ihren Bau betrifft, von eben derſelben Lage, Structur und Wirkung, als bey den übrigen wiederkäuenden Thieren. Der erſte Magen(die Wampe, der Wanſt oder Banſen) iſt der größte. Die innere Fläche desſelben iſt mit ſehr vielen harten Warzen beſetzt, welche ſich aber nicht durchaus gleichen, nach verſchiedenen Seiten hin gerichtet und mit einem zottigen Weſen überwachſen ſind. Aus dieſen Wänden ſiekert, im geſunden Zuſtande des Thiers, beſtän⸗ dig eine Art von Magenſaft, von deſſen Beſchaffenheit das Befinden des ganzen Körpers abhängt. Der zweyte Magen(Haube, Mütze, Garn, Netz) hat ſeine Stelle etwas nach der rechten Seite des ganzen Magengebäudes, iſt der kleinſte von allen, hat eine rund⸗ liche Geſtalt, liegt vorn am linken Sacke des erſten Magens (Wampe, Banſen) unter der Mündung des Schlundes in denſelben, ſtößt an das Zwerchfell, und ruht an dem hin— tern Ende des Bruſtbeins. Inwendig iſt derſelbe mit einem, in verſchieden geformte ſcharf⸗ und vielkantige Zellen getheil⸗ ten, netzförmigen Hautgewebe bekleidet, aus welchem, wenn * — ————· 28 — — — — jdaserſte ch jedoch, t Magen igſte hier zu wie⸗ von dem es, Seite bbildung gen oder ft, von bey den iſt oder iſt mit er nicht tet und 3 dieſen beſtän⸗ heit das en, Netz) 8 ganzen eine rund⸗ n Magens lundes in dem hin⸗ it einem, n getheil⸗ em, wenn VII dieſer Magentheil ſeine Geſchäfte verrichtet, eine ſpeichelar⸗ tige Materie hervordringt. Der dritte Magen(Pſalter, Blättermagen, Lö⸗ ſer, Faltenmagen) liegt zwiſchen der Haube und dem Labma⸗ gen, und iſt inwendig mit einer Menge— 30 bis 40 an der Zahl— breiter und ſchmaler blätterförmiger Verlänge⸗ rungen der innern Haut überzogen. Die Blätter ſelbſt bilden verſchiedene Partien, laufen der Länge des Magens nach, und ihre Oberfläche iſt mit kegelförmigen, ſpitzigen, zum Theil ſehr harten Warzen beſetzt. Das Hervorragen dieſer En⸗ digungen hat den Zweck, daß, wenn das wiedergekäute Fut⸗ ter durch dieſe Offnung durchgehet, ſolches durch die hervor⸗ ſtehenden Falten getheilt und zwiſchen dieſelben gebracht wird. Das Rauhe der Falten reibt das zwiſchen ihnen liegende Futter zu einer breyartigen Maſſe, und ſobald das Futter dieſe Conſi⸗ ſtenz erhalten hat, wird es in den vierten Magen geführt. Der vierte Magen(Lab, Käſemagen, Labmagen) liegt in einer ſchiefen Richtung hinter dem Pſalter, zwiſchen dem Zwerchfelle und dem Banſen, mit dem er durch einen Theil des Netzes verbunden iſt. Man kann ihn als den ei⸗ gentlichen oder wahren Magen des Thieres betrachten, indem an ſeinen innern Flächen eben das muskulöſe Weſen ſich zeigt, welches man in dem einfachen Magen anderer Thiere findet, und in dieſem Magen die eingenommenen Nahrungsmittel die vorzüglichſte Veränderung erleiden. Auf ſeiner innern Oberfläche findet man weiche, mehr oder minder von einan⸗ der entfernte Blätter von verſchiedener Größe. Er ſteht oben durch eine weitere Offnung mit dem Pſalter in Verbindung, und mündet ſich unten durch eine engere, mit einem runden Fleiſchwulſt verſehene Offnung in den Darm-Canal. Seiner Verrichtung nach hat er die meiſte Ühnlichkeit mit dem Ma⸗ VIII gen der übrigen Thiere, indem die durch das Kauen und die Wirkung der übrigen Magen veränderten Nahrungsmittel erſt in ihm in den eigentlichen Speiſebrey verwandelt werden. Die drey erſten Magen ſind auf eine merkwürdige Weiſe durch eine rinnenförmige Fortſetzung des Schlundes mit ein⸗ ander verbunden. Der Schlund tritt nähmlich da ein, wo der Banſen, die Haube und das Buch an einander gränzen, verlängert ſich aber dann in die eben gedachte Rinne, deren oberes Ende in ihm— das untere aber in dem dritten Ma— gen ſich öffnet. Dieſe Rinne ſteht aber zugleich mit dem erſten und zweyten Magen in Verbindung, wenn ſie ſich im offenen Zuſtande befindet. Schließen ſich hingegen ihre wul⸗ ſtigen Ränder, ſo wird dadurch gleichſam eine geſchloſſene Röhre gebildet, welche ununterbrochen vom Schlunde zum drit⸗ ten Magen fortgeht. Dieſe höchſt merkwürdige Einrichtung dient nun dazu, das Geſchäft des Wiederkäuens zu bewerkſtelligen. Der Zweck des Wiederkäuens beſteht aber in Kürze vorzüglich darin, daß das nur ſchnell verſchluckte Futter noch einmahl in das Maul zurückbefördert, hier aufs neue zermalmt und zur fernern Verdauung geſchickter gemacht wird. Der ganze Vorgang desſelben iſt folgender: Zuerſt zermalmen die wiederkäuenden Thiere das Futter nur wenig, vermiſchen ſolches nur mit wenigem Speichel und ſchlucken es ſchnell hin⸗ unter. Hierbey iſt die eben genannte Rinne offen, und das noch halb rohe Futter fällt, wie in ein Magazin, in den Ban⸗ ſen. Hier wird es durchweicht, und erleidet eine Art von Maceration, ſo wie ſie ungefähr die Nahrungsmittel der körnerfreſſenden Vögel im Kropfe erleiden, mit dem der Banſen einige Ähnlichkeit hat. Iſt dieß geſchehen, und hat das Thier Ruhe zum Wiederkäuen, ſo zieht ſich der Banſen zuſammen, und treibt das Futter nach und nach in den zweyten 4* und die gsmittel werden. ſe Weiſe mit ein⸗ ein, wo gränzen, 2, deren tten Ma⸗ nit dem e ſich im hre wul⸗ hloſſene im drit⸗ i dient elligen. Kürze er noch rmalmt h. Der men die rwiſchen nell hin⸗ und das den Ban⸗ Art von ittel der dem der und hat „Banſen zweyten 1 1X Magen oder in die Haube; denn in den Pſalter oder dritten Magen kann es nicht gelangen, weil die vordere Offnung desſelben zu klein iſt, um das grobe Futter durchgehen zu laſſen. Aus der Haube wird es nun in kleinern Portionen, vermöge einer eigenen Bewegung, zum Maule zurückbeför⸗ dert, wo es von den Zähnen lange und langſam zermalmt und aufs neue verſchluckt wird. Bey dieſem Schlucken ſchließt ſich die Rinne zur Röhre, und die zermalmten Biſſen gelan⸗ gen nun gleich in den dritten Magen(Pſalter), wo ſie durch deſſen Blätter ſtärker zerrieben, mit dem eigenthüm⸗ lichen Safte desſelben vermiſcht, und endlich dem vierten oder Labmagen übergeben werden, welcher ſie verdauet. Anders verhält ſich die Sache beym Saufen der Schafe und Lämmer, indem die Flüſſigkeiten, welche ſie genießen, gleich in den Pfalter, nähmlich in den dritten Magen, gelangen. Von dem vierten Magen(Dauungs⸗oder Labmagen) gehen die Nahrungsmittel endlich in einem flüſſigen Zuſtande in den ſogenannten Zwölffingerdarm. Dieſer Darm iſt gegen 30 Ellen lang, und ungefähr eine halbe Elle vom vierten Magen wird die Galle aus der Leber durch den Gal⸗ lengang in dieſen Darm geführt. An den Zwölffingerdarm gränzt der Grimmdarm; ſeine Länge iſt gegen 3 Schuh. Der Zwölffingerdarm tritt nicht am Anfange des Grimmdarmes, ſondern etwas über der Hälfte in denſelben ein. Sowohl in dieſem, als in dem Zwölffingerd arm werden die flüſſigen, ingleichen die Nahrungs⸗ theile aus dem verdauten Futter abgeſondert, und dem Blute zugeführt. Man nennt den Nahrungsſtoff, welcher hier abgeſondert wird, wegen ſeiner weißen Farbe Milchſaft, und er beſteht, nach chemiſchen Grundſätzen, bloß aus Kohlen— ſtoff, wozu in der Lunge durch das Einathmen aus der At— X mosphäre der Sauerſtoff gemiſcht wird, welches bey dem Or⸗ ganiomus der Lunge deutlicher erklärt werden wird. So lange das Futter ſich in dem Zwölffingerdarm be⸗ findet, bleibt es flüſſig; in dem Grimmdarm wird es aber ſchon breyartig, und nimmt hier den Geruch des Miſtes an. An den Grimmdarm gränzt der ſogenannte dicke Darm; ſeine Länge bis zum Maſtdarm iſt gegen 7 Ellen. Seine Lage iſt äußerſt ſonderbar, weil er ſich ſchneckenartig auf⸗ und abwickelt. In dieſem Darm werden die letzten Rah⸗ rungsmittel aus dem Futter ausgezogen, und es bildet ſich ſchon zu den runden Miſtballen, welche hernach durch den After aus dem Körper geſchafft werden. An dieſen dicken Darm hängt ſich der Maſtdarm, welcher die Länge einer halben Elle hat: hier ſammeln ſich die im dicken Darm gebildeten Miſtballen an, bis dieſelben, wenn der Darm davon angefüllt iſt, aus dem After geſtoßen werden. Mit dem Nahrungsſtoff oder Milchſaft ſondern ſich auch die übrigen Flüſſigkeiten aus dem verdauten Futter durch die ſogenannten Milchgefäße, und werden mit dem Milch⸗ ſaft ebenfalls in das Blut geführt. Dieſe Flüſſigkeiten wer⸗ den durch die Uringefäße in den Nieren abgeſondert, und von hier gehen ſie in die Urinblaſe, und wenn dieſe da⸗ von angefüllt iſt, ſo werden dieſelben in Geſtalt des Urins durch den dazu beſtimmten Weg aus dem Körper geſchieden. Den Hunger hält man für eine Wirkung der unbe⸗ ſchäftigten Magenwände, die ſich an einander reiben, und er iſt die ſtärkſte unter allen Empfindungen, indem er ſo— gar allen Ekel überwindet. Einige Thiere können länger hungern, als andere; aber um ſo weniger können ſie den Hunger aushalten, je ſtärker und kraftvoller ſie ſind; ältere Thiere können länger hungern, als junge. Die Empfindung darm be⸗ hes aber ſiſtes an. te dicke „Ellen. ickenartig ten Nah⸗ rildet ſich urch den darm, ſich die n, wenn werden. ſich auch urch die Milch⸗ en wer⸗ ſondert, dieſe da⸗ 48 Urins eſchieden. der unbe⸗ den, und :m er ſo⸗ n länger mſie den d ältere pfindung XI des Durſtes iſt noch heftiger, als die des Hungers; ſie ſcheint ihren Sitz in der Mundhöhle, im Schlundkopfe und im Magen zugleich zu haben, und wird nicht immer durch wirk⸗ liches Bedürfniß, ſondern häufig auch durch krankhafte Zu⸗ fälle des Körpers veranlaßt. Die Lungen ſind in den thieriſchen Körpern die vor⸗ züglichſten Werkzeuge, Luft zu ſchöpfen, um das Leben und die Geſundheit zu erhalten. Die Lunge hat zwey Flügel oder Lappen, iſt in der Gegend des Rückgrathes befeſtigt, hängt ganz frey in der Bruſthöhle, und wird durch die Luftröhren⸗ Aſte mit einander verbunden. Die Luftröhre, durch welche das Ein⸗ und Ausath⸗ men geſchieht, nimmt im hintern Theile des Maules ihren Anfang, geht vorn am Halſe hinunter, und theilt ſich dicht bey den Lungenflügeln in zwey Äſte, von welchen der eine in den rechten, der andere in den linken Lungenflügel ſich ſen— ket. Dieſe Uſte theilen ſich in kleinere, dieſe wieder in klei⸗ nere, und dieß geht ſo fort, bis die ganze Lunge damit durchkreuzt iſt. Die letzten oder feinſten Luftgefäße ſind an ihren Endigungen mit einer kleinen, nur dem bewaffneten Auge ſichtbaren Blaſe verſehen. Die Verrichtung der Lungen beſteht darin, das Blut aus dem Herzen aufzunehmen, es mit dem Sauerſtoffgaſe der eingeathmeten Luft in Verbindung zu ſetzen⸗ hierdurch verändert wieder zum Herzen zurückzuführen, und den Reſt der eingeathmeten Luft wieder auszuſcheiden. Hierbey findet ein ſtetes Zuſammenziehen und Ausdehnen Statt; ſie deh⸗ nen ſich aus, wenn ſie das Blut und die Luft aufnehmen, und ziehen ſich zuſammen, wenn ſie das Blut wieder zurück⸗ führen, und die ihres Sauerſtoffes beraubte Luft ausſchei⸗ den. Dieſer beſtändige Wechſel von Aus⸗ und Einathmen XII der Luft, und die damit verbundene Schwängerung des Blutes mit Sauerſtoff, welche gleich nach der Geburt der Säugethiere anheben, ſind zur Unterhaltung des Lebens durchaus nothwen⸗ dig, und hören erſt mit dem Tode auf.— Ruhig liegende, geſunde Schafe athmen gegen 20 Mahl in einer Minute. Wenn der Milchſaft dem Blute in der Hohlader zuge⸗ führt, und aus dieſer in der erſten Abtheilung des Herzens angelangt iſt, ſo wird dieſe Vermiſchung durch die Lungen⸗ ſchlagader, die ſich ebenfalls, wie die Luftröhre, in im⸗ mer kleinere Aſte in der Lunge vertheilt, wovon ein Theil der Endigungen mit den Luftröhren⸗Üſten in Verbindung ſteht, in dieſe Gefäße hineingepreßt. Aus dieſen Endigungen wird ein Saft in die Luftröhrengefäße abgeſondert, welcher die⸗ ſelben feucht und ſchlüpfrig erhält. Dieſe Gefäße werden die Ausführungsgefäße genannt. Zugleich finden ſich in den Luft⸗ röhren die Endigungen der Lungenblutader; dieſe ſaugen nicht allein die überflüſſige Feuchtigkeit aus den Luftröhren⸗ Aſten, ſondern zugleich den mit der Luft in die Lunge ge⸗ brachten Sauerſtoff ein, welcher ſich hier mit dem Blute vermiſcht, und demſelben ſeine ihm eigenthümliche Beſchaf⸗ fenheit gibt. Hat das Blut auf dieſe Art ſeine natürliche Ei⸗ genſchaft erhalten, ſo wird es durch die Lungenblutader in die zweyte Abtheilung des Herzens zurückgeführt, und aus dieſer durch die Pulsadern dem ganzen Körper mitgetheilt. Durch den Sauerſtoff, welcher in der Lunge dem im Blute befindlichen Milchſaft, deſſen Hauptbeſtandtheil Kohlenſtoff iſt, beygemiſcht wird, erhält dieſer auch die rothe Farbe, welche dasſelbe bey ſeiner Erſcheinung zeigt. Das Blut iſt diejenige Flüſſigkeit im thieriſchen Körper, welche die veränderten und verähnlichten(aſſimi⸗ lirten) Nahrungsſtoffe enthält, und durch ſeinen Kreislauf 2 Blutes gethiere othwen⸗ iegende, Ninute. er zuge⸗ Herzens Lungen⸗ in im⸗ theil der g ſteht, en wird cher die⸗ den die n Luft⸗ ſaugen röhren⸗ gge ge⸗ Blute eſchaf⸗ iche Ei⸗ tadet in und aus ggetheilt. m Blute ahlenſtoff Farbe, ieriſchen (aſſimi⸗ Kreislauf XIII dem Körper mittheilt. Es beſteht aus Blutkügelchen, aus Blutwaſſer und aus Lymphe. Wenn dieſe drey Theile gegen einander, der Natur des Bluts angemeſſen, gehörig gemiſcht ſind, ſo kann das Thier von dieſer Seite geſund genannt werden. Wird aber der eine Theil vermehrt, und die an⸗ dern dadurch vermindert, ſo liegt ſchon eine Anlage zu Krank⸗ heiten in demſelben, welche über kurz oder lang bey den Thieren zum Vorſchein kommen. Die Maſſe des Blutes iſt in dem Schafkörper geringer, als ſie verhältnißmäßig bey andern Thieren ſich findet, welches denn verurſacht, daß die Blutgefäße, nach Maßgabe der Körpergröße, weit enger, und folglich für einen ſchnellen Blutumlauf nicht geeignet ſind, welches auch hauptſächlich die Veranlaſſung zu mannigfaltigen und eigenthümlichen Krankheiten gibt, de⸗ nen das Schafvieh ausgeſetzt iſt. Übrigens iſt die Quelle der Ernährung das Blut, welches beſtändig und ununterbrochen während des Lebens vom Herzen in alle Theile des Körpers, und von dieſen wieder zurück ins Herz, gebracht wird. Das Herz hat ſeinen Sitz in der linken Seite der Bruſthöhle, und iſt mit einer Haut umgeben, welche man den Herzbeutel nennt. Die Bruſthöhle wird von der Bauch⸗ höhle durch eine ſtarke Haut, welche man das Zwerchfell nennt, getrennt. Das Herz iſt ein muskulöſes, mit mehrern Höhlen verſehenes Eingeweide. Es bildet den Mittelpunct der Circulation, empfängt aus den verſchiedenen Theilen des Körpers das Blut durch die Blutadern, ſchickt es in die Lungen, wo es verändert wird, nimmt es von hier aus zum zweyten Mahle auf, und vertheilt es nun wieder im Körper durch die Arterien oder Schlagadern. Zu dieſen Verrichtun⸗ gen kann es ſich wechſelweiſe erweitern und zuſammenziehen. Die Leber liegt gleich am Zwerchfelle in der Bauch⸗ XIV höhle rechts; ſie iſt ein blutreiches, drüſenartiges Organ, ni welches zur Zubereitung der Galle aus dem Blute dient; Föti die Galle vermiſcht ſich mit dem Speiſebreye in dem Zwölf⸗— 4 fingerdarm. In der Leber hat die Gallenblaſe ihren Sitz. Beym mn Schafe ſindet man öfters in der Leber Würmer, Egel genannt. welc Die Milz iſt ein weiches, ſchwammichtes, ſehr ge⸗ V ban fäßreiches Verdauungswerkzeug von röthlicher, bisweilen Lu violetter Farbe, hat eine längliche, breitgedrückte Geſtalt, ſchi liegt an der linken Seite in der Nähe des Magens, und ſtur wird durch Verlängerungen des Netzes an den Magen und dis Grimmdarm befeſtiget. Sie dient dazu, die Galle vorzube⸗ reiten, welche ſodann dem Blute wieder zugemiſcht, durch 5 die Pfortader in die Leber geführt, und dort gänzlich zube⸗ V bern reitet wird; auch dient ſie vorzüglich als Behältniß zur Auf⸗ Sie nahme der in dem Magen befindlichen überflüſſigen Feuch⸗ b Vern tigkeiten. Bey jungen Thieren iſt die Milz roth und weich,+ jithen im Alter wird ſie feſter, mehr violett oder weißlich. Beym til Milzbrande iſt ſie entzündet und brandig. b in ei Die Nieren hängen am hintern Theil des Rückgra⸗ V thes, und haben die Beſtimmung, den Urin oder Harn ab⸗ V Daut zuſondern und auszuſcheiden. Es ſind deren zwey in dem fü thieriſchen Körper, welche in der Bauchhöhle, unter dem b der Zwerchfell, zu beyden Seiten des Rückgrathes, aber hinter dad und außer dem Sacke der Bauchhaut liegen. Die äußere ſite Subſtanz der Nieren beſteht meiſten Theils aus Blutgefäßen, AHin welche den in den Nieren aus dem Blute abgeſonderten Harn 3* verhi aufnehmen, und ſich nach der innern Höhle der Niere zu, iger wo ſich das Nierenbecken befindet, öffnen. Dieſes Becken Sau nimmt allen Harn auf, und führt ihn in die Blaſe, von wo b ſolcher durch den Uringang aus dem Körper geſchafft wird. b„hrla Vor den Nieren liegen Nebennieren, deren Beſtimmung Otgan, dient; Zwölf⸗ Beym henannt. ſehr ge⸗ aweilen Geſtalt, 3, und gen und vorzube⸗ t, durch h zube⸗ ur Auf⸗ Feuch⸗ weich, Beym ückgra⸗ arn ab⸗ i dem ker dem er hinter äußere gefäßen, ten Harn iere zu, Becken von wo ft wird. immung XV man noch nicht genau kennt, die aber wahrſcheinlich beym Fötus eine Verrichtung haben. Das Netz im thieriſchen Körper iſt eine mehr oder minder ausgedehnte, fette Verlängerung des Bauchfelles, welches im Umkreiſe des Magens, ſo wie auf dem Darm⸗ Canal, liegt, und ſich an mehrere Eingeweide befeſtiget. Außer dem, daß es zur Befeſtigung jener Eingeweide dient, ſcheint es auch noch dadurch zu nützen, daß es die Ausdün⸗ ſtung in der Bauchhöhle vermehrt, und dadurch die Geſchmei— digkeit derjenigen Theile unterhält, welche es umgibt. Die Schlagadern(Arterien) ſind diejenigen Blut⸗ gefäße in dem thieriſchen Körper, welche das Blut aus dem Herzen aufnehmen, und durch den ganzen Körper leiten. Sie unterſcheiden ſich von den Blutadern(Venen) durch das Vermögen, ſich wechſelweiſe zu erweitern oder zuſammen zu ziehen, wodurch der Pulsſchlag hervorgebracht wird. Sie ver⸗ theilen ſich, bey ihrer Verbreitung in alle Theile des Körpers, in eine unzählige Menge von größern und kleinern Aſten. Blutadern(Venen) ſind diejenigen, welche das Blut aus den verſchiedenen Theilen des Körpers dem Herzen zuführen. Ihr Gewebe iſt weniger feſt und elaſtiſch, als das der Arterien oder Schlagadern, von denen ſie ſich auch noch dadurch unterſcheiden, daß ſie in ihrer Höhlung Klappen be⸗ ſitzen, welche ſich nach dem Herzen zu öffnen, ſo daß ſie den Hingang des Blutes geſtatten, und den Zurückfluß desſelben verhindern. Sie entſpringen, wo die Arterien aufhören, verei⸗ nigen ſich mehr und mehr, und fließen endlich in einigen Hauptſtämmen zuſammen, welche ſich in das Herz ergießen. Muskeln nennt man die unter dem Nahmen Fleiſch bekannte Subſtanz, welche die Knochen der Thiere umgibt und bedeckt. Die Muskeln erſcheinen als röthliche, weiche, ver⸗ XVI ſchieden geſtaltete Bündel, welche ſich größten Theils in Flech⸗ ſen endigen, und mit vielen Rerven, Gefäßen und einer Menge Zellengewebe durchwebt ſind. Die Muskeln und die Nerven dienen den Thieren als Werkzeuge zur wirklichen Bewegung und Empfindung. Die Muskeln beſtehen aus ei⸗ ner Menge in Bündel vereinigter Faſern, welche ſich bey äußern Reizen zuſammenziehen, und dadurch die articulir⸗ ten Gliedmaßen in Bewegung ſetzen. Flechſen oder Sehnen ſind die elaſtiſchen Theile des thieriſchen Körpers, die mit den Muskeln in Verbin⸗ dung ſtehen. Sie beſtehen aus weißen, glänzenden, innig ver⸗ bundenen Fibern, und ſind von verſchiedener Länge. Die Nerven ſind der äußern Geſtalt nach den Adern ähnlich, aber nicht hohl, ſondern dicht. Sie beſtehen aus ſehr zarten Fäden, welche durch Zellengewebe zuſammenge⸗ halten werden, und entſpringen theils aus dem Gehirn, theils aus dem Rückenmark. Durch ſie erhält man die auf die Sinne gemachten Eindrücke, und durch ihre Einwirkung ſetzen ſie die Muskeln in Bewegung, indem ſie ſolche zur Thätigkeit reizen. Die Schafe haben im Verhältniß mit andern Thie⸗ ren wenig Nerven, welches denn auch als die wahrſchein⸗ liche Urſache angeſehen wird, daß dieſe Thiere durch keine Ge⸗ waltthätigkeit ſo leicht zum Schreyen gebracht werden können. Es gibt jedoch Fälle, wo ſie durch ihre Stimme den Ausdruck ängſtlicher Empfindungen zu erkennen geben. Die Knochen ſind die harten Theile des thieriſchen Körpers, die von den Muskeln umgeben und bedeckt ſind, dem Körper ſeine Geſtalt geben, der Bewegung halber durch Ge⸗ lenke verbunden ſind, nach ihrer verſchiedenen Härte und Biegſamkeit entweder Knochen oder Knorpel heißen, und durch die Einwirkung der Nerven und Muskeln in Thätig⸗ keit gel beſond Federt hende is in Flech⸗ und einer uskeln und wirklichen hen aus ei⸗ he ſich bey e articulir⸗ ſchen Theile in Verbin⸗ „innig ver⸗ ge. den Adern eehen aus mmenge⸗ rn, theils die Sinne ſetzen ſie Lhätigkeit ern Thie⸗ vahrſchein⸗ keine Ge⸗ zt werden timme den heben. thietiſchen ſind, dem durch Ge⸗ Härte und ißen, und in Thätig⸗ XVII keit gebracht werden. Die Knochen des Schafes, und zwar beſonders die Röhrenknochen, beſitzen beynahe mit denen des Federviehes gleiche Dichtigkeit der Maſſe und daraus entſte⸗ hende Feſtigkeit; ſie ſind bey geſunden Thieren völlig mit Mark angefüllt, welches größten Theils aus dem feinſten Fett beſtehet. Die Gebärmutter oder Tracht iſt in der Bauch⸗ höhle befindlich; in dieſer entwickelt ſich der Embryo zu einem Lamme, welches, wenn es ſeine Entwickelung erreicht hat, durch die Mutterſcheide aus der Scham geſchoben wird. Die zwey Teſtikel der Schafböcke liegen außer der Bauchhöhle. In dieſen wird der Same aus dem Blute ab⸗ geſondert und zubereitet, und dieſer zubereitete Same wird in einen kleinen Beutel, die Nebenhode genannt, geführt, und aus dieſem bey der Begattung in die Gebärmutter ge— ſpritzt, wodurch die Befruchtung und dadurch zugleich die Entwickelung des zu gebärenden Lammes bewerkſtelligt wird. Die Zähne ſind die in der Kinnlade der Thiere feſt⸗ ſtehenden Knochen, welche zur Zermalmung der Nahrung er— forderlich ſind. In Hinſicht ihrer Subſtanz und ihres Gefü⸗ ges zeichnen ſie ſich vor den übrigen Knochen der Thiere auf⸗ fallend aus. Die Glaſur oder der Schmelz, womit der obere Theil derſelben überzogen iſt, hat eine ſo ausnehmende Härte, daß er zum Theil am Stahle Funken gibt. Von ihrer Zahl und Form kommt das Nöthige im erſten Theile, Seite 197 und 198, vor. Die Zunge iſt ein langes, größten Theils muskulö⸗ ſes, äußerſt gelenkiges Organ, welches ſeine Form auf die mannigfaltigſte Art verändern kann, am Grunde mit dem Zungenbein in Verbindung ſteht, und unten durch mehrere häutige Verlängerungen in ihrer Lage gehalten wird. Sie iſt mit einer hautartigen Hülle umkleidet, welche mit mehrern II. 2. Abtheilung. b XVIII größern und kleinern Warzen beſetzt iſt, aus denen ſich ein ſchleimartiger Saft abſondert, welcher die Oberfläche der Zunge immer feucht erhält, und zum Schmecken nöthig iſt. Die Oberhaut iſt bey den Schafen insbeſondere feſt und dicht, und mit einer großen Menge zugeſpitzter, nach rückwärts ſte⸗ hender Wärzchen beſetzt, welche vorzüglich zum Abrupfen der Grashalme zu dienen ſcheinen. Den Puls unterſucht man bey den Schafen am Schlag des Herzens, indem man beyde Hände hinter den Schultern zu beyden Seiten an den Bruſtkorb nach vor⸗ und abwärts legt, und fühlt, ob der Schlag des Herzens nicht, oder nur an der linken, oder auch an der rechten Seite fühl⸗ bar ſey; ob er der Zahl nach mehr beſchleuniget oder ver⸗ mindert ſey; ob er der Zeit und Stärke nach gleich oder un⸗ gleich ſich ausnehme, oder ſelbſt ausſetze. Bey geſunden Schafen kann man den Schlag des Her⸗ zens nicht ausnehmen; je deutlicher man ihn an der linken Seite ausnimmt, deſto geſchwächter iſt der Zuſtand, und die hohe Anzahl beſtimmt den Grad des Fiebers.— Zu bey⸗ den Seiten des Bruſtkorbes fühlbare Schläge des Herzens zeigen einen ſehr hohen Grad des Krankheitszuſtandes an; ein ungleich ſich ausnehmender zeigt große Gefahr, und ein ausſetzender den baldigen Tod an. Die Haut des Schafes iſt auch ein würdiger Ge⸗ genſtand unſerer vorzüglichen Aufmerſamkeit; denn nicht nur, daß ſie die ganze thieriſche Maſchine bekleidet, und ſie gegen die etwaigen übeln Einwirkungen der Atmosphäre ſchützet, ſondern ſie iſt auch von der Natur beſtimmt, gewiſſe Mate⸗ rien, die dem Körper ſchädlich werden könnten, auszufüh⸗ ren, dagegen andere ihm gedeihliche atmosphäriſche Stoffe einzuſaugen, und dem Körper zuzuführen; weßhalb ſie auch lich au unter durch lich: befin Fette The dünf hefte ftign giebe den ſ dauer dennſ die M ſtaten weit Kar⸗ noth ſie felbſ Char lich n fung ſetii durch denen ſih ein Oherflice der ecken nithig iſ efeſt und dicht, hrückwärtz ſte⸗ Abrupfen der —Schafen am nde hinter den nach vor⸗ und Herzens nich, ten Seite fühl⸗ iget oder ver⸗ gleich oder un⸗ hlag des Her⸗ in der linken zuſtand, und 8.— Zu bey⸗ des Herzens zuſtandes an; fahr, und ein würdiger Ge⸗ denn nicht nur, „und ſie gegen zphäre ſchütze, gewiſſe Mate⸗ ten, auszufüh⸗ hätiſche Stoffe weßhalb ſi XIX auch zweyerley für dieſe Geſchäfte geeignete Gefäße, nähm⸗ lich ausführende und einſaugende, enthält, die als ſehr kurze, unten und oben offene Röhren durch alle drey Häute hin⸗ durch gehen. Die Haut beſteht aus drey verſchiedenen Häuten, nähm⸗ lich: der Oberhaut(zwiſchen welcher das Schleimnetz ſich befindet), der Mittel⸗ oder Zellhaut, und der Unter⸗oder Fetthaut. Die Beſchreibung davon befindet ſich im zweyten Theile erſter Abtheilung, Seite 71 und 72. Der Schweiß iſt eigentlich eine unnatürliche Aus⸗ dünſtung, indem derſelbe bey geſunden Thieren nur durch heftige Anſtrengung des Körpers, ſo wie auch durch Beäng⸗ ſtigung, und bey kranken nur durch die Wirkung heißer Fieber hervorgebracht wird; die Schafe unterliegen aber, aus den ſpäter angeführten Gründen, nicht dem Schwitzen. Die unfühlbare Ausdünſtung hingegen iſt fort⸗ dauernd, und muß es ſeyn, wenn der Körper geſund ſeyn ſoll; denn ſobald ſie auf irgend eine Weiſe unterdrückt wird, bleiben die Materien, welche die Natur— um ſich von denſelben zu be⸗ freyen— fortwährend nach der Oberfläche des Körpers hin⸗ treibt, in der letztern liegen, werden ſcharf, und folglich dem Körper noch ſchädlicher, als ſie zuvor waren, woraus denn nothwendiger Weiſe Zufälle entſtehen müſſen, welche, wenn ſie entweder nach der etwaigen Beſchaffenheit des Körpers ſelbſt, oder auch durch Nebenzufälle, einen beſondern, übeln Charakter bekommen, ſelbſt dem Leben des Thieres gefähr⸗ lich werden. Der Schweiß ſowohl als auch die unfühlbare Ausdün⸗ ſtung ſind an ſich wäſſeriger Natur; aber es geht auch eine fettige oder öhlige Ausdünſtung aus der Haut hervor, welche durch die in der Mittelhaut liegenden ſehr kleinen Drüſen aus * XX dem Innern des Körpers angeſogen, und mittels anderer ſehr feiner Ausführungs⸗Offnungen durch die Oberhaut durch⸗ gedrückt wird, dann auf deren Oberfläche liegen bleibt, und dieſe gegen die etwa nachtheiligen Einwirkungen der Näſſe ſchützt, ſich auch den Haaren mittheilt, und dieſen das glän⸗ zende Ausſehen gibt, das geſunden und wohlgenährten Thie⸗ ren eigen iſt. Diejenigen Ausführungsröhren der Haut, durch welche der Schweiß hervorkommt, werden Schweißlöcher oder Poren genannt, und ſind nicht allen Geſchlechtern der Säu— gethiere eigen, nahmentlich fehlen ſie allen, die man blind— geboren nennt, ſo wie auch allen Arten der Schafe. Dem zufolge ſind der Hund, die Katze und das Schaf unter den Hausthieren die drey Arten, die auf keine Weiſe zum Schwitzen gebracht werden können; die zuvor genannte fet⸗ tige Ausdünſtung aber haben alle drey Arten gemein, nur mit dem Unterſchiede, daß ſie bey den Hunden und Ka⸗ tzen wenig, bey den Schafen aber— beſonders wenn die Wolle eine gewiſſe Länge erreicht hat— im geſunden Zu— ſtande ſowohl dem Gefühle, als dem Auge ſich häufig, und ſelbſt dem Geruche zu erkennen gibt. In einem krank— haften Zuſtande verliert ſich aber dieſe öhlige Feuchtigkeit, und wird durch den Körper nicht genugſam erſetzt. Alles bisher Angezeigte iſt einem jeden, der über die Krankheiten des Schafviehes richtig urtheilen zu können wünſcht, zu wiſſen nothwendig, um im Stande zu ſeyn, ſich von den Urſachen, Kennzeichen, und ſelbſt von der Hei⸗ lung der Krankheiten bey den Schafen, einen deutlichen Begriff zu machen. Jn hun zu Seil R welche bedeuti von dei verkür e Jhelen nommdh üttels anderer berhaut dur⸗ gen bleibt, und gen der Räſſe eſen das glin— enährten Thie⸗ durch welche ßlöcher oder ſtern der Säu⸗ die man blind⸗ der Söhafe. 3 Schaf unter Weiſe zum genannte fet⸗ emein, nur den und Ka⸗ e wenn die eſunden Zu⸗ häufig, und einem krank⸗ Feuchtigkeit, ſetzt. der über die en zu können ande zu ſeyn, von der Hei⸗ nen deutlichen Berichtigung. Im zweyten Bande der erſten Abtheilung dieſes Werkes, in der Tabelle zu Seite 134, hat ſich durch fehlerhaftes Abſchreiben in der Haupttabelle, welche die Grundlage aller angeführten ſieben Woll⸗Claſſen iſt, ein ſehr bedeutender Irrthum eingeſchlichen, wodurch der Grad der Feinheit von den erwähnten ſieben Woll⸗Claſſen um anderthalb Grad Dollond verkürzt oder zurückgeſetzt wurde, indem die erſte Claſſe ſtatt des οοo Theiles eines Londoner Zolles nach Dollond, irrig mit 1ooo ange⸗ nommen erſcheint; daher ſoll es heißen: I. Claſſe, Electa Nr. 1. 4 ⅓ 2 4 2 5 1. Grad——; 2. Grad; 3. Grad— 10,000 10,000 10/,000 8 II. Claſſe, Electa Nr. 2. 6 1 1. Grad⸗; 2. Grad——; 3. Grad——. 10,000 10,000 10,000 III. Claſſe, Electa Nr. 3. 1 2 7*½ 8 1. Grad—= 2. Grad——; 3. Grad——. 10,000 10,000 10,000 IV. Claſſe, Prima. 1 1 8 ½ 1. Grad—; 2. Grad 9; 3. Grad 293 10,000 10,000 10,000 V. Claſſe, Secunda. 10 10 ½ 11 1. Grad——; 2. Grad——; 3. Grad——. 10,000 10,000 10,000 VI. Claſſe, Tertia. 11½ 12 12 ½ 1. Grad——; 2. Grad——; 3. Grad——. 10,000 10,000 10,000 VII. Claſſe, Quarta. 3 131 14½ 1. Grad 2. Grad——; 3. Grad 10,000 10/,000 10/,000 XXII wornach die ſämmtlichen, hin und wieder im zweyten Theile angeführ⸗ ten Woll⸗Claſſen zu berichtigen, nähmlich um 1 ½ Grad Dollond hö⸗ her hinauf zu zählen ſind. Nachdem Herr Staatsrath Thaer nach der Beſchreibung in den Möglin'ſchen Annalen einen Widder beſeſſen hatte, deſſen Haar zum Theil 4 Grad Dollond gemeſſen wurde(von dem mir aber der Herr Staatsrath Thaer ſpäter geſchrieben hat, daß ſolcher kränklich, folg⸗ lich ein Schwächling geweſen iſt), und ich auch Zuchtthiere beſitze, die eine Wolle von 4 ¼, 4 ½ und 45 Grad Dollond erzeugen; auch mehrere Schäfereybeſitzer in der öſterreichiſchen Monarchie derley einzelne hoch⸗ feine Schafe beſitzen: ſo kann man nach dem gegenwärtigen Stand⸗ punct der edlen Schafzucht die erſte Claſſe mit Zuverſicht zu 4 Grad Dollond annehmen und feſtſetzen. Dieſe Feinheit iſt zwar ſehr ſelten, und nur an einzelnen In⸗ dividuen noch vorläuſig zu finden; ſie iſt aber vorhanden, und wird ſich ſicher nach und nach ſehr vermehren und allgemeiner werden. Die zweyte Sorte iſt auch noch ſelten, aber ſchon häufiger zu finden; die dritte Claſſe iſt die gewöhnliche Electa⸗ oder Supra⸗Prima⸗Wolle. Petri. Porbeg heind Erklärg nenn §. 1. Aan 2. Bäng 3. Briſ 4 Dad 5. Ein 6. Einſ 7. Eiter 8. Font! 9. Gum 10. Gumm 11. Harz 12. Alyſti Theile angefüht⸗ ad Dollond hä— creibung in den deſſen Haar zun r aber der Herr kränklich, falg⸗ hiere beſtze, de n; auch mehrere ley einzelne hohh värtigen Stund⸗ rſichtzu 4 Grad n einzelnen In⸗ en, und wird ſich werden. Die zu finden; die rima⸗Wolle. Petri. Inhaltsanzeige der zweyten Abtheilung des zweyten Theils. Erſte Abtheilung. Vorbegriffe über die Natur und die Eigenſchaften verſchiedener Heilmittel und einiger damit in Verbindung ſtehender Gegenſtände. Erſtes Capitel. Erklärung des Sinnes der in dieſem Bande vorkom⸗ menden medieiniſchen und chirurgiſchen Kunſt⸗ Ausdrücke. Seite 1 2 8* .Aderlaſſen Bähungen. Breyumſchläge . Dampfbäder . Eingüſſe . Einſpritzungen „Eiterbänder oder Haarſeile . Fontanelle.. Gummi Gummiharz. . Harz. .Klyſtiere + A 9. 1 9 O e ☚ — — 10 18. 20. 22. 23. 24· 25. 26. XXIV 8. 13. Kräuterſäckchen 14. Lattwerge 15. 16. 17. Pillen. 19. 21. Mixturen Pflaſter Pulver Räucherungs⸗Apparat Salben Schmieren. Stallräucherungen Stuhlzapfen Trokar Umſchläge Waſchwaſſer Zwevtes Capitel. 2 4 Von den brauchbarſten Heilmitteln und ihren wir⸗ kenden Eigenſchaften, in Bezug auf die Errich⸗ tung einer landwirthſchaftlichen Hausapotheke bey großen und wichtigen Schäfereyen. .Allgemeine Bemerkungen . Alantwurzel . Alaun Aloe. Ameiſenhaufen Angelica . Anis. . Arſenik . Aſant . Baldrian .Bitterklee Bleyweiß Brechweinſtein .Braunſtein. Seite .“ 1 Brarde 42. But 43. Kamdt 44. Cichn 45. Crelk 46. Dolti 47. Eibus 46. Enz 49. Eicini 50. Eiſi 51. Eiſ 52. Fel 53. Gaut 5½4. Gel 55. Glat 56. Hafezi 57, Haust 56. Hirſchm 59. Höllein 60. Hollund 61. Honig 6. Huflat 65. Kalk. 64. Kalmu 65. Kumpy 65. Käſey 67. Kochſ 68. Kochi 69. Klette 7o. Knob 71. Knoch 72. Knoche 53. Krauſe 74. deinſat 7. Liebſtö 1ö. Lorber J. Manna F. Mälſſe 7o. Milch hren wir⸗ ie Errich⸗ apotheke yen. . Branntwein. Butter.. Kamillenblüthen.. . Cichorienwurzel „Cremor Tartari . Doppelſalz... . Eibiſchwurzel .Enzian . Eichenrinde . Eiſenvitriol. . Eiſen.... . Fenchel.. Gartenraute. 54. Gerſte Glauberſalz . Hafergrütze. . Hauswurzel . Hirſchhornöhl.. . Höllenſtein.. . Hollunderblüthen . Honig. . Huflattich.. . Kalk.. Kalmus.. . Kampher... .Käſepappeln .Kochſalz . Kochſalzſäure „Klettenwurzel.. Knoblauch... .Knochen, ſchwarzgebrannte .Knuochen, weißgebrannte Krauſemünze . Leinſamen. Liebſtöckel⸗Wurzel . Lorber.. . Manna Neliſſe . Milch. XXVI . Zucker. §. Seite 80. Meiſterwurz.. 3.... 26 81. Meerrettig.. 3.... 3— 82. Myrrhen........— 83. Nadelholz⸗Knospen. 3.....— 84. Ofenruß—.. 3 3.— 85. Hhl... 3 3.... 27 86. Opium.........— 87. Pfeffermünze....—... 28 . 83. Pottaſche...—....— 39. Queckenwurzel........— 90. Queckſilber.....B..4.. 29 91. Rauchtabak.... n. n.— 92. Rhabarber.. 3......— 93. Rosmarin.......... 30 94. Rainfarn. 8......— 95. Salpeter........— 96. Salbeyblätter........ 22* 97. Salmiak...—.. 4 1.— 98. Seife........ 31 99. Salzſäure...—.. 2..— . Schafgarbe...—... g— 101. Schlehenblätter....... 3 3² 102. Schwefel........ 4— 103. Spaniſche Fliege...... 3.— 104. Steinöhl. 3.......— 105. Spießglanz....—. 3. 33 106. Süßholz.........— 107. Terpenthinöhl.. 3.... 108. Vitriol, weißer. 3...—.— 109. Vitriol⸗oder Schwefelſäure... 4.— 110. Wachholderbeeren....... 34 111. Wagentheer........— 112. Wallnuß......... 8.— 113. Waſſer...—...—. 35 114. Wein.........— 115. Weineſſig.....— 116. Wermuth..... 2 5.— 117. Zinkblumen...—... 36 üſ „ 1. 119. Sdimi 140. Kiſtes 121. Alian 122. H in 133. Zutn 144. Orn 135. Nan 136. Bag 147, Mäh 126. Wirtt ¹29 Juraitr 150. Sruſd 131. Harn 132. Schwr. 385 Ätmi . 36 Von deng 3 134. Von 135.„ de⸗ Drittes Capitel. Überſicht der anwendbarſten Mittel in den gewöhnlichſten Krankheiten. 27 21§. Seite 46 119. Schleimige Miktel....... 5 7 120. Krampfſtillende detto......— 98 121. Abführende detto...... ₰ ²9 122. Harnabſondernde detto. 1—... r * 125. Zuſammenziehende detto......— ** 124. Lymphentleerende detto.—.... 30 125. Nervenmittel........— 126. Bähungsmittel.... 3...— — 127. Magenſtärkende Mittel.....„— — 128. Wind⸗ und wurmtreibende detto.... 3 — 129 Purgiermittel........ 38 31 130. Bruſtmittel....... 1— — 131. Harntreibende detto.......— — 132. Schweißtreibende dette....— 5² 133. Ätzmittel.......— 53 Zweyte Abtheilung. 2 Von den innerlichen und äußerlichen Krankheiten der Schafe. — Viertes Capitel. 54 — Von den innerlichen Krankheiten. 35 134. Von der Ruhr.. 3..... 39 — 135.„ dem Durchfalle...... 45 — 136.„ der Egelkrankheit, Faulſucht: ꝛc..... 45 — 137.„„ Gedärmentzündung 49 36 138.„ dem Aufblähen der Schafe oder der Lrommaſut. 5⁰° 139.„„ Huſten aus Verkältung.. 5² §. 141. 142. 143. 144. 145. 146. 147- 148. 149 · 150. 151. 152. 153. 154. 155. 155. 157. 158. 159. 160. 161. 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. 169. 170. 1,71. 172. 174. XXVIII 173. 140. Von den Wurmkoliken Geburtskrämpfen dem beſchwerlichen Athmen der verlornen Freßluſt. dem Milzbrande, Blutſchlag ꝛc. der Waldkrankheit.. dem Blutharnen. „ Rückenblute. „ Schnupfen den Würmern in den Eingeweiden dem Bandwurm.. den Naſenwürmern 4 „ Lungen⸗und Blaſenwürmern der Nachgeburt. dem laufenden Feuer oder Rothlauf der Lungenſucht und Lungen fäule „ Drehkrankheit „ Abzehrung. dem Verkrüppeln der Lämnet „ Sängen ſchwächlicher Lämmer. den Haarballen der Säure im Magen den Verſtopfungen. der fallenden Sucht dem Hodenbruch... der Halsgeſchwulſt oder Bräune. „ Lungenentzündung.. „ Kopf⸗oder Hirnentzündung dem verdorbenen Magen der Kolik dem Huſten. der Gelbſucht dem Urinverhalten „ Mrinlaſſen „ hitzigen Fieber 175. Vons 175.„ l 166.„ dei 187,, dei 163.„ Albt 9. ſpe 190.„ bei 191.) W 19. Ge 195. de 194.„ 195.„. 196.„ d 197„ 19.) 199.„ 200,„ d 20l.„ z 12., — Von den äußerlichen Krankheiten. 175. Von der Schafräude 176. 177. 178. 179. 180. 181. 182. 183. 184. 185. den natürlichen Pocken der Schafe „ Vortheilen der Schafblattern-Inoculation, und Methode, ſie am beſten auszuüben den Milchknoten, Euterverhärtungen ꝛc. „ Fußkrankheiten dem Haarwurme der Klauenkrankheit, Krümpe „ bösartigen Klauenſeuche „ Maulſeuche den Beinbrüchen.. dem Lahmwerden der Lämmer der Steifheit des Körpers der Schafe den geſchwollenen Füßen der Lämmer Abſchärfungen der Haut ſpeckigen Rändern der Geſchwüre verhärteten Geſchwüren Wunden. Geſchwüren, welche beſtändig näſſen dem Wespenſtich. „ Zungenkrebs „ Kropf... den Augenkrankheiten „ Maden in der Zucht der Muterſgaf „ Schafzecken. „ Schafläuſen dem Vorfall oder dem Anstreten der Gebärmutter. „ Kreuz⸗ oder Kaiſerſchnitt. „ Ausſatze oder Grinde und den trehsarrigen Geſchwüren den Flechten dem äußerlichen Mundausſchlag der Lämzer „ Aufſchwellen des Kopfes Fünftes Capirel. Seite 9⁰ 99 XXX §. 206. 207. 208. 209. 210. 211. Von den Euterſäcken und der Geſchwulſt am Euter der Hals⸗ und andern Geſchwülſten. „ „ 2 „ S den Verblutungen dem Hörnerbruch. den Nabelbrüchen. chließliche Erinnerungen 81 ken Schaff Nachricht an den Buchbinder, wegen Einbindung des Kupferſtiches. S. 156. Tab. 20. Abbildung des Hirn⸗Blaſenwurms der drehkran⸗ ken Schafe. Seite 72. ———ii — Vorbegriff Hei Erkläru koume A Scafen an aber nach Un Kniekehle, a Die g⸗ wenn manza Dieſes bewi der rechten an der Luf geſchoren, Hand mit nen will, und ſichtba Nun die Aer,) do lath B O'gle iſt es dochi II. 2, 1 Erſte Abtheilung. Vorbegriffe über die Natur und die Eigenſchaften verſchiedener Heilmittel, und einiger damit in Verbindung ſtehender Gegenſtände. Erſtes Capitel. Erklärung des Sinnes, der in dieſem Bande vor⸗ kommenden mediciniſchen und chirurgiſchen Kunſtausdrücke. 1. Aderlafſen. Dieſes geſchieht gewöhnlich bey den Schafen an der Stirne, über und unter dem Auge, und am Halſe; aber nach Umſtänden auch am Schenkel, dem Schwanze, über der Kniekehle, am Fuße und auf den Kniegelenken. Die gewöhnlichſte und allgemeinſte Art iſt die bey dem Auge; wenn man aber viel Blut laſſen will, ſo öffnet man die Halsader. Dieſes bewirkt man gewöhnlich auf folgende Art: Entweder an der rechten oder linken Seite des Halſes wird, wo die Halsader an der Luftröhre heraus liegt, zunächſt am Kopfe, die Wolle ab⸗ geſchoren, ſodann durch den Daumen und Zeigefinger der linken Hand mittels eines Druckes das Blut in der Ader, die man öff⸗ nen will, in ſeinem Laufe aufgehalten, wodurch die Ader anläuft und ſichtbar wird. Nun öffnet man mit einer Lanzette oder einem Aderlaßſchnäpper die Ader, und läßt, nachdem es die Krankheit erfordert, 6, 8 bis 10 Loth Blut ab. Obgleich das Thier durch das Aderlaſſen geſchwächt wird, ſo iſt es doch in gewiſſen Krankheiten, wo Vollblütigkeit zum Grunde II. 2. Abtheilung. 1 3 liegt, ofters unvermeidlich nothwendig, ſo daß es, z. B. beym Schlagfluß, dem Taumeln und den meiſten hitzigen Krankheiten, und zuweilen auch bey trächtigen Mutterſchafen, ein unumgänglich nothwendiges Hülfsmittel abgibt, das aber auf jeden Fall nur mit großer Üüberlegung: und Vorſicht anzuwenden iſt. Iſt z. B. ein hoch⸗ traͤchtiges Mutterſchaf ſehr vollblütig, ſo dringt nicht ſelten das Blut zu heftig an die Gefäße der Gebärmutter, und verurſacht die Ablöſung der Placenta, worauf das Schaf verlammt. In dieſem Fall iſt ein Aderlaß, jedoch mit großer Vorſicht, anzuwenden; denn würde das Schaf zu ſehr geſchwächt werden, ſo liefert es nicht genug Blut zur Ernährung des Fötus, die Placenta löſet ſich dann von dem Grunde der Gebärmutter los, und das Lamm wird vor ſeiner gehörigen Ausbildung geboren. Man muß daher beym Aderlaſſen, nächſt der Krankheit, die Leibes⸗Conſtitution, den übrigen Geſundheitszuſtand ꝛc. berück⸗ ſichtigen, und darnach ſeine Aderläſſe, ſtaͤrker oder ſchwächer, ein⸗ richten.— Wenn bey der Kinnlade zur Ader gelaſſen wird, ſo muß man vorſichtig ſeyn, damit die Speichelgänge nicht verletzt werden, 2. Bähungen ſind flüſſige Arzneyen. Nach dem Krank⸗ heitszuſtande feuchtet man Leinwand in kalte oder erwärmte flüſſige Arzneyen ein, und legt ſolche auf den ſchadhaften Theil. 3. Breyumſchläge. Die Arzneyen werden in Waſſer, Wein, Miſch oder Bier ꝛc. zur Form eines Breyes gekocht, in Leinwand eingeſchlagen, und auf den ſchadhaften Theil gelegt. 4. Dampfbäder ſind flüſſige Heilmittel, deren warme Dämpfe auf den kranken Theil des Körpers zu leiten ſind, wäh⸗ rend man ſolche unter den kranken Theil des thieriſchen Körpers ſtellt, und das Thier mit einer Decke überhängt, daß der warme Dunſt eingeſchloſſen bleibt. 5. Eingüſſe beſtehen aus abgeſottenen, aufgegoſſenen, oder auch bloß in Flüſſigkeiten aufgelöſten Medicamenten, welche, wenn ſie das Thier nicht ſelbſt trinkt, demſelben eingegoſſen werden. 6. Einſpritzungen werden beſonders bey Wunden an⸗ * gewendet, b waſchungen künſtice an, wenn einen and das Eitett zogen; m dem Auge ſhafft wi Dar Dar Wolle ge der Thier ſeil beweg mehrt wer geſtir⸗Sal Tage ſien Die g wo das H. faßt, und ſicht man reiten un befndich; die dende fallen ka Im erforderl ſſen Flie Nach der Salzwaſf 9. Man bew Griße, de 1s,. V. jeyn n Krantheite n unumgänglih en Fall nur ni z. B. ein hol⸗ icht ſelten das verurſact di int. In dieſem anzuwenden; liefert es nicht renta löſet ſich das Lamm wird Krankheit, die d c. berück⸗ hwächer, ein⸗ en wird, ſo nicht verletzt dem Krank⸗ urmte flüſſige eil. n in Waſer, z gekocht, in heil gelegt. deren warme ten ſind, waͤh⸗ iſchen Körpers daß der warme aufgegoſſenen, nenten, welche, ꝛgoſſen werden. Wunden an⸗ 3 gewendet, die tief ins Fleiſch gehen, deren Grund man durch Aus⸗ waſchungen nicht erreichen kann. 7. Eiterband oder Haarſeil. Hierdurch werden künſtliche Geſchwüre bewirkt, und man wendet ſie in ſolchen Fällen an, wenn man eine Krankheit von einem Orte ableiten, und an einen andern ziehen will. So wird z. B. bey Augenkrankheiten das Eiterband am Hals, an den Backen oder durch die Ohren ge⸗ zogen; man verurſacht dadurch Geſchwüre, die materiſiren, wodurch dem Auge Erleichterung durch die Ableitung der ſcharfen Säfte ver⸗ ſchafft wird. Das Haarſeil beſteht in einem von Leder, Roßhaaren oder Wolle gemachten Seile, welches zwiſchen der Haut und dem Fleiſche der Thiere durchgezogen wird, und Eiterung erregt. Dieſes Haar⸗ ſeil bewegt man täglich hin und her; damit aber die Eiterung ver⸗ mehrt werde, ſo befeuchtet man ſolches mit Terpenthinöhl oder Di⸗ geſtiv⸗Salbe. Ein derley Eiterband läßt man nach Umſtänden 8— 14 Tage ſitzen, bevor man es herausnimmt, oder ein friſches anlegt. Die ganze Operation beſteht darin, daß man auf der Stelle, wo das Haarſeil oder Eiterband gezogen werden ſoll, die Haut faßt, und eine angemeſſene große Falte damit macht. Dieſe durch⸗ ſticht man dicht über dem Fleiſche mit einem Federmeſſer oder einer breiten und dicken Packnadel, in deren Ohre zugleich das Haarſeil befindlich iſt, welches man mit Terpenthinohl befeuchtet, und die beyden Enden zuſammenbinden muß, damit es nicht heraus fallen kann. Im Falle einmahl die Eiterung nachlaſſen ſollte, aber noch erforderlich wäͤre, kann man das Band mit der Salbe von ſpani⸗ ſchen Fliegen beſtreichen, worauf ſie wieder unverzüglich eintritt. Nach der Herausnahme des Eiterbandes wird die Wunde bloß mit Salzwaſſer rein gehalten, und ſie heilt. 8. Die Fontanelle machen den Effect der Eiterbänder. Man bewerkſtelliget ſie durch einen Einſchnitt in die Haut von der Größe, daß man unverzüglich nach dieſer Operation eine trockene * 4 Erbſe hineinlegen kann, und ſodann die Wunde mit einem Pich⸗ pflaſter belegt wird. Alle 24 Stunden muß eine friſche Erbſe in die Wunde gelegt werden. Iſt die Eiterung gehörig bewerkſtelliget, und das Übel ge⸗ hoben, ſo nimmt man die Erbſe aus der Wunde, reiniget dieſelbe gehörig, und läßt ſie verheilen. Weit einfacher als das Fontanell iſt das Eiterband allerdings; man erreichet bey Thieren dadurch ſeinen Zweck eben ſo ſicher, und kann es leichter anwenden. 9. Gummi iſt ein aus ſehr vielen Gewächſen hervor quel⸗ lender verdickter Pflanzenſaft von gelblicher Farbe, welcher ſich aber nicht in Branntwein, ſondern in Waſſer auflöſet. 10. Gummiharze iind eine Miſchung von Harz und Gummi. Dergleichen ſind: Gummigutt, ſtinkender Aſant, Myrrhe, Aloe. 11. Das Harz iſt ein aus einer Pflanze fließender ver⸗ härteter Saft, der ſich in ſtarkem Branntwein und in Ohlen, aber nicht im Waſſer, auflöſen läßt. In Büchſen verwahrt, hält ſich dasſelbe Jahre lang. Die Harze ſind mehr oder minder feſt, mehr oder weniger gefärbt, ſchmelzen in der Wärme, und werden durch Reiben, z. B. an Glas und Tuch, elektriſch. Mit ätheriſchen Ohlen verbunden, bilden ſie die natuͤrlichen Balſame, z. B. Peru⸗Bal⸗ ſam, Mekka⸗Balſam, Terpenthin ꝛc. 12. Klyſtiere ſind Flüſſigkeiten, welche den Schafen mittels einer Spritze oder Blaſe, woran eine Röhre bejindlich iſt, durch den After beygebracht werden. Man gebe auf ein Mahl nicht zu viel, aber öfter, damit ſie das kranke Thier einige Zeit, der ſicherern Wirkung wegen, im Leibe behalten kann. Es ereignet ſich häufig der Fall, daß ein Schaf von dem augenblicklichen Tode durch ein Klyſtier gerettet wird; es treten öftere Fäͤlle ein, wo ihnen erweichende oder ſtärkende Klyſtiere ge⸗ geben werden müſſen. Die erweichenden beſtehen aus einem Decoct von weizenen Kleyen, etwas Salz mit einem kleinen Löffel voll Baumöhl; bey hartnäckigen Verſtopfungen muß man zuweilen ſeine Zuflucht zu Klyſtierens ſtärkende c „.. Kn. in Fällenzt Offnunge um dasſt *)j wärmteiſt 1 Seidic warmtes ſ neßl; od zene Butt 1Seidel T etwas Wen 9§ des Urins, gen: 1Se. ) d ſonde len Hals hunge wichti mente liche? dieſer zeugt Ktank nt einem di⸗ Wunde gelegt nd das üihelge einiget dieſebe das Fontanell hieren dadurh mwenden. n hervor gull⸗ welcher ſic dſet. don Harz und ant, Myrrhe, jeßender ver⸗ Ohlen, aber t/ häͤlt ſich r feſt, mehr derden durch ſchen Ohlen Peru⸗Val⸗ den Schafen befindlich iſt, in Mahl nicht ige Zeit, der chaf von dem rd; es treten Klyſtiere gi⸗ don weizenen aumöhl; bey Zuflucht zu 5 Klyſtieren von purem Seifenwaſſer mit etwas Ohl nehmen. Die ſtärkenden werden aber aus Decocten von bittern Kräutern, z. B. Kamillen, Wermuth, Rauten ec. gemacht; erſtere werden in Fällen angewendet, wo es die Umſtände erfordern, den Schafen Offnung zu verſchaffen; letztere die Eingeweide zu ſtaͤrken, ja auch um das ſtarke Abweichen zu ſtillen.*) 1) Abführende Klyſtiere: Man nehme Seidel er⸗ wärmtes Waſſer, 1 Loth Glauberſalz und 1 Loth Leinöhl, oder 1 Seidel erwärmtes Waſſer, 1 Loth Aloe und 1 Loth Seife. 2) Auflöſende Klyſtiere: 1 Seidel erwärmtes Waſſer, 2 Loth Weinſtein oder Kochſalz(oder 1 Loth Salpeter), 1 Loth Leinöhl. 3) Kühlende, erweichende, einwickelnde und ſcharfe Stoffe einhüllende Klyſtiere: 1 Seidel er⸗ wärmtes Waſſer, 2 Loth ungeſalzene Butter und etwas Weizen⸗ mehl; oder 2 Seidel Waſſer,* Seidel Kuhmilch, 1 Loth ungeſal⸗ zene Butter; oder 2 Loth Käſepappeln, 2 Loth Eibiſchkraut, in ¹ Seidel Waſſer gekocht, durchgeſeihet, und 1 Loth Leinöhl und etwas Weizenmehl hinzugeſetzt. 4) Krampfſtillende Klyſtiere, z. B. beym Verhalten des Urins, bey Koliken, Maulſperre, Blutharnen und Blähun— gen: 1 Seidel erwärmtes Waſſer mit etwas Weizenmehl, 1 Quent⸗ *) Die Klyſtiere gibt man aber nicht allein in vorbeſagten Fällen ſondern auch in allen Krankheiten, wo man von den obern Thei⸗ len eine Ableitung bewirken will, z. B. bey Gehirnentzündung, Hals⸗und Bruſtentzündung, Schlagfluß, Maulſperre, bey Blä⸗ hungen, bey verlorner Freßluſt ꝛc. Da ich in der Einleitung die wichtigen Gründe aus einander ſetzte, warum von flüſſigen Medica⸗ menten und Klyſtieren bey wiederkäuenden Thieren eine vorzüg⸗ liche Wirkung zu erwarten iſt, ſo will ich wegen der Wichtigkeit dieſer Sache, wovon ich mich aus langjährigen Erfahrungen über⸗ zeugt habe, hier mehrere bewährte Klyſtiermittel für die meiſten Krankheiten der Schafe anführen. 6 chen Hirſchhornöhl; oder 1 Seidel Waſſer, ½ Loth Kamillen, ½ Loth Schafgarben und 1 Loth Butter oder Leinöhl. 5) Klyſtiere gegen die Ruhr und den Durch⸗ fall, um in den Gedärmen den durch den Bauchfluß weggenom⸗ menen Schleim zu erſetzen, die Schmerzen zu lindern, gelinde den Miſtabgang aufzuhalten, ohne gerade Verſtopfungen zu veran— laſſen: 1 Seidel Waſſer, 1 ½ Loth Leinſamen, 1 Loth Gummi, gekocht, durchgeſeihet und 1 Eßlöoffel voll feines Weizenmehl bey— gemiſcht: oder 1 Seidel Waſſer, 1 Eyerdotter, 1 Löffel voll Wei⸗ zenmehl; oder 1 Seidel Waſſer, 1 Loth feines Eichenrindenpulver und 1 Loth Leinöhl. 3 6) Reizende, erregende, erhitzende Klyſtiere: 1 Seidel Waſſer, 1 Loth Branntwein, 1 Quentchen Hirſchhornöhl; oder 1 Seidel Waſſer, 1 Loth Branntwein, 1 Loth Salzſäure. 7) Stopfende Klyſtiere. Dieſe verurſachen in fauli— gen Krankheiten und ruhrartigen Miſtabſätzen, wobey die Thiere abmagern, eine heilſame Wirkung: 1 Seidel Waſſer und 1 Loth Schwefelſäure; oder 1 Seidel Waſſer, ½ Loth Eiſenvitriol und 1 Eßlöffel voll Mehl; oder 1 Seidel Waſſer, 1 ½ Loth Kreide, 14 Loth Eichenrinde; oder 1 Seidel Waſſer mit 1 Loth Tiſchlerleim gekocht, worauf 1 Loth geröſtetes Eichenpulver und 1 Eydotter beygemengt werden. Beſondere Bemerkung. Alle dieſe Recepte ſind auf zwey Klyſtiere, jede lau zu geben, berechnet. 15. Kräuterſäckchen beſtehen aus kleinen Säckchen von Leinwand, worin klein geſchnittene Kräuter eingefüllt ſind, wor— unter zuweilen auch andere Arzneyen gemiſcht werden. 14. Lattwerge ſind Pulver, die mit Flüſſigkeiten, als: Honig, Syrup, Waſſer, Salſe oder mit Mehl, in Form eines dicken Breyes gebracht, dem Thiere auf die Zunge geſtrichen und von demſelben hinuntergeſchluckt werden. 15. Mixturen werden gewöhnlich aus Arzneykörpern berei⸗ tet, die mittels Abkochungen mit einer Flüſſigkeit, z. B. Waſſer, Milch, Wein ꝛc., und mittels Aufgüſſe durch lübergießen mit ſie⸗ denden Fi und ihre einem H4 ten, daſtt Umſtändi ten, wol mehrereit 1 nen marſt Leder ꝛce 1 gepülvenn welche di den, daß dazu Ho ein, indet het, hinta läßt, dam 16. einfache od Planzen⸗: dem Vieh dermiſcht/ man d a wittel in len und Iſ Speci 19. Fälle, do Läuſe und wenn kein Vid tungs⸗An amillen, doth den Durc⸗ luß weggenon⸗ , gelinde den gen zu veran⸗ Loth Gummi, eizenmehl bey⸗ oöffel voll Wei⸗ enrindenpulver Klyſtiere: Hirſchhornohl; Salzſaure. hen in fauli⸗ y die Thiere und 1 Loth itriol und 1 Kreide, 1 ½ Tiſchlerleim 1 Eydotter pte ſind auf Säckchen von lt ſind, wor⸗ en. ſigkeiten, al: in Form eines geſtrichen und pkörpern berei⸗ z. B. Waſeer, zießen mit ſe 7 denden Fluͤſſigkeiten, die über den Arzneyen einige Zeit ſtehen, und ihre Beſtandtheile ausziehen. Man gibt ſie gewöhnlich mit einem Horn oder Trichter dem Thiere ein; hierbey iſt zu beobach⸗ ten, daß man dem Thiere den Kopf in die Höhe haͤlt, ihm nach Umſtänden ein Holz in das Maul legt, um dasſelbe offen zu hal⸗ ten, wornach man den Trank durch das Inſtrument langſam, in mehreren Abſaͤtzen hinein laufen läͤßt. 16. Pflaſter ſind mehr feſte als flüſſige Arzneymittel, de⸗ nen man gerade ſo viel Feſtigkeit gibt, daß ſie ſich auf Leinwand, Leder ꝛc. aufſtreichen laſſen, um äußerlich aufgelegt werden zu können. 17. Pillen ſind entweder einfache oder zuſammengeſetzte gepülverte Medicamente aus dem Pflanzen⸗, Stein⸗ oder Thierreich, welche durch Flüſſigkeiten in den Grad von Feuchtigkeit geſetzt wer⸗ den, daß man runde Kügelchen daraus machen kann. Man gebraucht dazu Honig, Syrup, Waſſer ꝛc. und gibt dem Vieh die Pille ein, indem man ihm die Zunge behuthſam aus dem Maule zie⸗ het, hinten die Pille darauf legt, und ſodann die Zunge fahren läßt, damit es ſolche während des Zurückziehens ſchlucken muß. 18. Ein Pulver iſt eine, zu feinem Staube geſtoßene, einfache oder, nach Erforderniß der Umſtände, aus dem Thier⸗, Pflanzen⸗ oder Steinreich zuſammengeſetzte Arzney, welche man dem Vieh auf das befeuchtete Futter ſtreuet, oder, mit Waſſer vermiſcht, demſelben als Trank eingibt. Auch trocken gebraucht man es auf Wunden; als Rieſemittel in die Naſe; oder als Augen— mittel in die Augen zu blaſen, ſo wie auch um Blutungen zu ſtil⸗ len und in offene Schäden zu ſtreuen. Iſt das Pulver etwas gröblich zerſtoßen, ſo nennt man es Species. 19. Räucherungs⸗Apparat. Es ereignen ſich ſehr oft Faͤlle, daß Schafe und vorzüglich Lämmer außerordentlich durch Läuſe und Zecken geplagt werden, dadurch abmagern, und zuletzt, wenn keine Hülfe verſchafft werden kann, eingehen. Wider dieſes häufige Übel habe ich einen hölzernen Räuche⸗ rungs⸗Apparat erfunden, welcher beyläufig 4 Schuh lang, und 8 eben ſo breit, vorwärts gegen 5 Schuh, rückwärts aber 1 Schuh hoch iſt, und dieſe Form hat: FE Dieſer Apparat iſt hinlaͤnglich groß, um 5 Schafe zu faſſen; für Läͤmmer wird er kleiner eingerichtet. Oben iſt ein wohlverſchloſſener Deckel oder Schuber, durch welchen die Thiere aus⸗ und eingehoben werden, und vorwärts be⸗ finden ſich in einer bequemen Höhe drey runde Offnungen ange⸗ bracht, wodurch man den Kopf der Thiere leitet, um bey den Ohren um den Kopf einen, an den innern Offnungen des Kaſtens befeſtigten Wachstaffet, der mit einem Zuge zum Zuſammenzie⸗ hen eingerichtet iſt, zu befeſtigen, ſo, daß nur die Augen und die Schnauze des Thieres im Freyen ſind. In dieſer Stellung werden die Thiere 5— 6 Minuten am Kopf und den Ohren unbeweglich feſtgehalten, während zugleich durch einen hinten angebrachten Schuber eine kleine Gluthpfanne mit Kohlen in den Kaſten geſetzt, und eine Handvoll Rauchtabak mit etwas Schwefel darauf geworfen wird. Jede Art von Unge— ziefer wird durch dieſe Operation in wenigen Minuten getödtet, und ſo kann eine große Herde ſehr leicht und geſchwind davon befreyet werden. Der Kaſten muß luftdicht gemacht, der Wachstaffet oder der⸗ ley Leinwand von innen mit einem Rahmen in einem Falz befeſti— get werden, der Kaſten an einem ſchicklichen Platz eine in Kitt einge⸗ laſſene kleine Glasſcheibe zum Durchſehen erhalten, und der Ort, wo die Gluthpfanne ſtehen ſoll, unten und oben mit Blech be⸗ ſchlagen werden. 20. Salben ſind halb feſte, halb flüſſige Arzneyen, wer⸗ den auf Leinwand aufgeſtrichen, und äußerlich gebraucht. 21. Die Schmieren ſind etwas dünner, als die Sal⸗ ben, und werden öfters warm eingerieben. 22. Stall⸗Räucherungen. Sind anſteckende Krankhei⸗ ten in einer Herde eingeriſſen, ſo iſt es nicht genug, allen Dung aus den Stall fen, Hün mit feiſch Grunde! dern die ausgeräu dadurch! Dil ligen,- ¹) ſtoßenen Loth wel Pfeifenſe vor deren aufhören 2)1 und drey 4. ſo. Die dah Dieſe Nau 5) T iſ folgende glas, feut Vanolehl der Gidß verſchließ zuweilen einander lice Mi Die das vorzü 23. orm gibt uſchlitt, 9/ 24. huber, durh vorwärtz he⸗ nungen ange⸗ um bey den n des Kaſtenz zuſammenzie⸗ ggen und die Yinuten am nd zugleich gluthpfanne Rauchtabak von Unge⸗ getödtet, bind davon fet oder der⸗ Falz befeſti⸗ nKitt einge⸗ und der Ott, it Blech be⸗ teyen wer⸗ icht, ls die Sal⸗ de Krankhei⸗ en Dung aus 9 den Stallungen zu ſchaffen; Thore und Fenſter zu öffnen; Rau— fen, Hürden und Mauern mit kochendem Waſſer zu waſchen, und mit friſchem Kalk anzuſtreichen; die Erde einige Zoll tief aus dem Grunde wegzunehmen und andere hineinbringen zu laſſen: ſon⸗ dern die Stallungen müſſen zu dieſem Zwecke auf das ſorgfältigſte ausgeräuchert, das ſchädliche Gas neutraliſirt, und das Miasma dadurch ganz vertilgt werden. Dieſes Räuchern kann man auf verſchiedene Arten bewerkſtel⸗ ligen, wovon hier die leichteſten angeführt werden. 1) Man nimmt ein halb Loth gereinigten, trockenen und zer— ſtoßenen Salpeter, thut ihn in einen Taſſenkopf, gießt ein halb Loth weißes Vitriolöhl darauf, und rührt es mit einem irdenen Pfeifenſtiel um. Es entwickeln ſich daraus ſchnell ſtarke Däͤmpfe, vor deren Einathmen man ſich hüthen muß. Soll das Dampfen aufhören, ſo legt man ein paſſendes Glas auf die Taſſe. 2) Man nimmt drey Quentchen trockenes, reines Kochſalz, und drey Quentchen weiße Schwefelſäure, und verfährt damit eben ſo. Die daraus ſich entwickelnden Dämpfe ſind noch angreifender. Dieſe Raͤucherung iſt die wohlfeilſte, und gibt die meiſten Dämpfe. 3) Die am wenigſten umſtändliche, mineraliſche Räucherung iſt folgende: Man thut einen Eßlöffel voll Kochſalz in ein Bier— glas, feuchtet es mit etwas Waſſer an, und tröpfelt dann ſo viel Vitriolöhl darauf, bis ſich hinlängliche Daͤmpfe entwickeln. Nach der Größe der Stallungen ſetzt man mehrere ſolche Glaͤſer hinein, verſchließt den Stall auf das ſorgfältigſte, rührt die Miſchung zuweilen um, wiederhohlt ſolche zweymahl mehrere Tage nach einander, und bringt nicht eher wieder Vieh hinein, bis das ſchäd— liche Miasma dadurch ganz vertilgt worden iſt. Dieſes Räuchern mit Salpeter und Salzſäure iſt zugleich auch das vorzüglichſte Vorbauungsmittel gegen anſteckende Seuchen. 25. Stuhlzapfen ſind feſte Mittel, welchen man die Form gibt, daß man ſolche in den After ſtecken kann; als: Seife, Unſchlitt, Peterſilienwurzel ꝛc. 24. Trokar, ein chirurgiſches Inſtrument, welches dem 10 Landwirthe von großer Wichtigkeit iſt, und deſſen Gebrauch er da⸗ her von einem Sachverſtändigen erlernen muß. Man bedient ſich des Trokars, um aufgeblähte, durch kein anderes Mittel mehr zu rettende Schafe von dem Tode zu retten.(Des Säuge⸗Trokars bedient man ſich zur Operation bey drehkranken Schafen.) Der Trokar beſteht aus einer dreyſchneidigen, pfriemenförmi— gen Spitze mit einem hölzernen Handgriffe, welche in eine eiſerne, polirte Röhre paßt, und unten aus derſelben einen ſtarken halben Zoll hervorſtehet. Dabey iſt die Röhre ſo anſchließend gearbeitet, daß beyde unterwärts nur ein Stück auszumachen ſcheinen, und die Spitze ſammt der Röhre ohne Hinderniß in den Körper einge⸗ ſtoßen werden können. Sticht man den Trokar bis an das Heft in den Banſen des aufgeblähten Thieres, ſo wird die Spitze heraus gezogen, und Luft oder Waſſer durch die in dem Körper ſteckende Röhre abgezapft. Man muß meyhr ſenkrecht als horizontal, im Mittelpunct der lin— ken Flanke, gleichweit ab von der letzten Rippe, der Hüfte, und dem Theile des Rückgrathes, den man Lendenwirbel nennt, einſto— ßen, um den Banſen zu öffnen. 25. Umſchläge. Die Arzneyen werden in Leinwand einge⸗ ſchlagen, und, entweder feucht oder trocken, über den ſchadhaften Theil gelegt. 26. Waſchwaſſer wird hauptſächlich bey Wunden ange⸗ wendet, und beſtehet aus in flüſſigen Zuſtand verſetzten Arzney— mitteln. Zweytes Capitel. Von den brauchbarſten Heilmitteln und ihren wirkenden Eigenſchaften, in Bezug auf die Er⸗ richtung einer landwirthſchaftlichen Hausapo⸗ theke bey großen und wichtigen Schäfereyen. 27. Bey einer jeden bedeutenden, wohl organiſirten Schä— ferey ſoll man, nebſt Impfnadeln, Lanzetten, Klyſtierſpritzen, Trokars, nen Haus einfache c lichen Kre ben witd! wendig i zu verpfe dennoch; ner Leſer Stand g W. will, ſo zen, in haben; d daher an Die die Blüthe wenn ſie ſ iihtigen b tinen heite einem troch ſehr trocke Geſüßen, 2 reif ſind ſoftreich in einen nommen Gebrauch man ſien 56 Gewichs La beniif, ſe Jehrauth er d⸗ an bedient ſi s Mittel mehr Säuge⸗Troka hafen.) pfriemenförmi⸗ neine eiſerne, ſtarken halben end gearbeitet, ſcheinen, und Körper einge: n Banſen des gen, und Luft dre abgezapft. unct der lin⸗ Hüfte, und ennt, einſto⸗ wand einge⸗ ſchadhaften unden ange⸗ zien Arzney⸗ und ihren uf die Er⸗ Hausapo⸗ fereyen. ſſirten Schä⸗ ſtierſpriten, 11. Trokars, auch einen Kräutergarten haben, und ſich mit einer klei⸗ nen Hausapotheke einrichten, in welcher zum Theil nachſtehende einfache Hausmittel enthalten ſeyn können, die in allen gewöhn⸗ lichen Krankheitsfällen zureichen.— Von den Wirkungen derſel⸗ ben wird das Nöthige zugleich angeführt, indem es weſentlich noth⸗ wendig iſt, daß jedermann, der mit Thieren umzugehen und ſie zu verpflegen hat, damit innigſt vertraut ſeyn ſollte; da es aber dennoch zu vermuthen iſt, daß dieſes bey dem größern Theile mei⸗ ner Leſer nicht ſo ganz der Fall iſt, ſo werden ſie dadurch in den Stand geſetzt, das Nothwendigſte ſich eigen zu machen. Wenn man derley Vegetabilien zu Arzneymitteln einſammeln will, ſo muß dieſes, in Bezug auf die Wurzeln der Pflan⸗ zen, im Frühjahre geſchehen, ehe ſolche in die Stängel getrieben haben; denn zu dieſer Zeit enthalten ſie den meiſten Saft, und ſind daher am wirkſamſten. Die Blätter der Pflanzen ſammelt man aber, ehe die Blüthen ſich entwickeln; und die Blüthen nimmt man ab, wenn ſie ſich eben entfaltet haben. Jederzeit wähle man zu dieſem wichtigen Geſchäfte eine trockene, beſtändige Witterung, nähmlich: einen heitern Himmel.— Alles trockne man im Schatten, an einem trockenen, luftigen Orte, und hebe ſolches auf einer kühlen, ſehr trockenen Stelle zum Gebrauche, am beſten in verſchloſſenen Gefäßen, auf. Samen und Früchte werden eingeſammelt, wenn ſie reif ſind. Man trockner ſie, je nachdem ſie mehr oder minder ſaftreich ſind, im Schatten, an der Luft, an der Sonne, oder in einem mäßig erwarmten Backofen, wenn das Brot herausge⸗ nommen iſt. Man bewahrt ſie in Büchſen oder Schachteln zum Gebrauche auf; und wenn ſie zu verderben anfangen, verwechſelt man ſie mit friſchen. Hölzer und Rinden werden eingeſammelt, wenn das Gewächs im ſtärkſten Saft ſich befindet. Was die Arzneymittel aus dem Mineralreiche betrifft, ſo müſſen ſie, gleich den übrigen, ſehr rein und unvermiſcht 12 erhalten, und in wohlverſchloſſenen Büchſen oder Gläſern an tro⸗ ckenen Ortern verwahrt werden. Die Mittel aus dem Thierreiche müſſen auf das ſorgfältigſte getrocknet, nicht von Fäulniß oder Schimmel ange⸗ griffen, und das Fett weder ranzig, noch ſcharf ſeyn. Man be— wahret ſie nach ihren Eigenſchaften am beſten in Schachteln, Büch— ſen und in Töpfen auf. Alantwurzel. 28. In allen Faulkrankheiten, Entzündungen der Lunge, im lockern Huſten ꝛc. iſt ſolche ſehr gedeihlich. Sie befördert die Freßluſt und ſtärkt die Verdauungs⸗Organe, wodurch die Verdauung verbeſſert, der Zufluß des Speichels vermehrt, die Sauggefäße in größere Thaͤtigkeit verſetzt, der Auswurf aus den Lungen erleich⸗ tert, die Winde abgetrieben, und eine unmerkliche Ausdünſtung erzweckt wird. Alaun. 29. Iſt ein erdiges Mittelſalz. Innerlich, in kleinen Gaben, verbeſſert er die Verdauung; bey ſtaͤrkern Portionen und fortge⸗ ſetztem Gebrauche ſchwächt er dieſelbe: für Schafe iſt die Gabe beyläufig ein Quentchen. Außerlich wird er, bey ſtarken Ausdehnungen und Verrenkun⸗ gen, in aromatiſchen Kräuterbrühen aufgelöſet und zu Bähungen gebraucht: man nimmt zu 1 Maß Waſſer 2 Quentchen; Salmiak iſt jedoch wirkſamer. Der gebrannte Alaun dient als ein gelindes Atzmittel bey Wunden und Hautverluſt. Aloe. 30. Ein ausländiſches Gewächs, wovon der ſchleimharzige Saft, welcher aus den Blättern gepreßt oder ausgekocht und ein— gedickt wird, zu mancherley Gebrauch dient. In kleinen Gaben wirkt ſie bey Schafen als ein magenſtärkendes, die Verdauung be⸗ förderndes Mittel; in größern Gaben bewirkt ſie Purgiren und treibt die ſtens O. ſenen Sch 51. gen gefu Bläͤttern iſt hier d In einen vor und nach aus und jiehende⸗ ſen enthͤ fteht der gar ſehr an des Huſter ang der? Egelkrankh Thiere geſt beföernde 52 ſtärkt die Winde! ſtande, i anerkann 33. mer zu d oder als. Gliſern an tu⸗ müſſen auf das Schimmel ange ſeyn. Man he⸗ chachteln, Bü⸗ gen der Lunge, die befördert die die Verdauung Sauggefäße in Lungen erleih⸗ e Ausdünſtung kleinen Gaben, n und fortge⸗ iſt die Gabe nd Verrenkun⸗ zu Bähungen chen; Salmiak Ahmittel bey ſchleimharzige ekocht und ein⸗ kleinen Gaben Verdauung be⸗ Purgiren und 13 treibt die Würmer ab. Als ſtärkendes Mittel gibt man oder höch⸗ ſtens x Quentchen, zum Purgiren aber 1 Loth, einem ausgewach⸗ ſenen Schaf. Ameishaufen. 31. Hauptſächlich von jenen, die in Nadelholz⸗Waldun⸗ gen gefunden werden, und die, nebſt den balſamiſchen Nadelholz— Blättern und Harzkörnern, zur Brutzeit ihre Eyer enthalten, iſt hier die Rede. Im Sommer faßt man dieſe Haufen in Säcke, legt ſie in einen von Brot eben entleerten Backofen, wo die Ameiſen erſticken, und nach der gänzlichen Auskühlung nimmt man dieſe Haufen her⸗ aus und ſtößt ſie zu einem Pulver, welches bittere, herb zuſammen— ziehende, balſamiſche, harzige Beſtandtheile mit der Säure der Amei⸗ ſen enthält.— Dieſes Pulver verbeſſert die Verdauung, und wider⸗ ſteht der Entwickelung der Würmer; die harzigen Theile wirken gar ſehr auf den Abgang des Harnes, und erleichtern den Auswurf des Huſtens. Der ſchlecht verdaute Miſt wird feſter, und der Ab— gang der Winde zugleich befördert, weßhalb ſolches als Lecke in Egelkrankheiten und in ſolchen Fällen, wo der Organismus dieſer Thiere geſchwächt iſt, überhaupt auch als ein gutes, die Verdauung beförderndes Mittel in naſſen Jahren zu empfehlen iſt. Die Angelica. 32. Sie erwärmt und belebt die geſchwaͤchte Verdauung, und ſtärkt die Eingeweide, wodurch der Miſt feſter, der Abgang der Winde befördert wird, und deßhalb im geſchwächten, fauligen Zu— ſtande, in der Ruhr und in bösartigen Pocken ihre gute Wirkung anerkannt iſt. Der Anis. 33. Wird gewöhnlich gebraucht, um Blähungen und Wür⸗ mer zu vertreiben. Man gibt ihn geſtoßen mit Salz gemiſcht, oder als Abſud allein, bey Koliken und Krämpfen. Arſenik. 34. Der Arſenik wird ſowohl im metalliſchen, als oxydirten Zuſtande angetroffen; der reine, weiße iſt oxydirtes Arſenikmetall. Er löſet ſich vollkommen im Waſſer und im Weingeiſte auf, und läßt ſich daraus wieder kryſtalliſiren. Der Geſchmack des Arſeniks iſt anfangs etwas ſüßlich, und hintenher ſehr brennend und ätzend. Er iſt ein fürchterliches Gift, und darf als ſolches nur von gewiſſenhaften, vorſichtigen und er⸗ fahrnen Arzten innerlich angeordnet werden. Außerlich gebraucht man ihn als eines der wirkſamſten Mit⸗ tel gegen den Krebs, gegen Flechten und hartnäckige Hautausſchläge, zu Gran mit Schwefelblüthe. Auf alle Fälle erfordert der Ge⸗ brauch des Arſeniks die größte Vorſicht und Behuthſamkeit, weß⸗ halb ihn auch die Apotheker nicht ohne ärztliche Recepte verabfolgen dürfen. Aſant. 35. Der ſtinkende Aſant quillt in Perſien und in der Levante aus der Wurzel und den Blättern unten am Stamm als ein milchichter Saft, und erhärtet an der Luft. Er kommt in Stücken von verſchiedener Größe vor. Der echte Aſant enthält mehr gummoſe als harzige, und außerdem noch flüchtige Theile und ein ätheriſches Ohl. Das Waſſer löſet bloß die Gummitheile auf, der Weingeiſt die Harztheile; doch ſind beyde nie ganz von einander trennbar. Man gebraucht den Aſant als ein ſehr kräftiges krampf— ſtillendes Mittel, bey ſchwachen Verdauungswerkzeugen und Dis⸗ poſition zu Krämpfen mit Fenchel, Anis und bittern Mitteln, oder in Aufgüſſen von Iſop ꝛc. oder in Klyſtieren zu ½ Dr. mit Eygelb, beſonders in Krampfkoliken. Baldrian. 36. Die auf Wieſen und in feuchten Wäldern wild wachſende Wurzel des Baldrian iſt wegen ihres gewürzhaften bittern Geſchmacks der Verdauk halb ſie in mer mit der 57. Wermuth 58. bey die Fer ken zur B wendet, d wird. 39. Hlanzgloſe m MNang und Gtan, b deinfilen, 10. W Seuchen d 41. Theilen we wit andern wider Kraͤn 422. 7 weichenden, mit illele Doprditten nikmetal. um eiſte auf, mich, und 12 hes Gift, ( und er⸗ dden Mit⸗ ha sſchläͤge, dit der Ge⸗ rnit, weſß⸗ pffolgen rn in der unStamm EA unmt in A ungenthält 1 zin Theile (uasümitheile 1 Sanz von krampf⸗ du und Dis⸗ nn aln, oder 1 Eygelh 1r hachſende 11 eſchmackt 15 der Verdauung ſehr förderlich und allen Würmern widrig, weß⸗ halb ſie in der Egelkrankheit und überhaupt wider die Wür⸗ mer mit dem beſten Erfolg gebraucht wird. Sie iſt zugleich krampf— ſtillend. Bitterklee. 37. Iſt wider die Würmer und in allen Fällen dienlich, wo Wermuth bey den Schafen angewendet zu werden pflegt. Bleyweiß. 38. Das Bleyweiß iſt gelinde zuſammenziehend, ſaugt da⸗ bey die Feuchtigkeiten auf und trocknet. Es wird in den Apothe⸗ ken zur Bereirung der ſogenannten Bley⸗oder Brandſalbe ange⸗ wendet, die auch in mehrern Fällen bey den Schafen angewendet wird. Brechweinſtein. 39. Der Brechweinſtein wird am wirkſamſten aus dem Spieß⸗ glanzglaſe mit gereinigtem Weinſtein bereitet. Man gebraucht ihn bey den Schafen in kleinen Gaben zu z und ¾ Gran, als ein reizend auflöſendes Mittel in vielen Krank⸗ heitsfällen, z. B. in der Waſſerſucht ꝛc. mit bittern Extracten. Der Braunſtein 40. Wird vorzüglich zu Räucherungen, um bey anſteckenden Seuchen die Luft zu reinigen, gebraucht. Der Branntwein 41. Wird vorzüglich bey äͤußern Gebrechen und geſchwäͤchten Theilen wegen ſeiner ſtärkenden Kraft verwendet, und innerlich auch mit andern Ingredienzien, z. B. mit Terpenthin oder Steinöhl, wider Krämpfungen eingegeben. Die Butter. 42. Die friſche ungeſalzene Butter wird wegen ihrer er⸗ weichenden, ſanft lindernden Eigenſchaft zu mancherley Salben mit allerley Zuſätzen benutzt. Die Kamillenblüthen 43. Dienen wider Blaͤhungen und Kolikſchmerzen von Winden und Erkältung, und in Krämpfen. Man übergießt ſo viel Kamillen, als man mit vier Fingern faſſen kann, mit kochendem Waſſer, läßt ſie kurze Zeit zugedeckt ſtehen, damit ſich die Kräfte auszie⸗ hen, gibt den Aufguß dann bey obigen Zufällen, und wieder⸗ hohlt den Gebrauch, wenn es nothwendig iſt.— Auch zu Klyſtie⸗ ren bey Krämpfen und geſchwächten Eingeweiden, ſind die Kamil⸗ len, abgekocht, äußerſt nützlich. Die Cichorienwurzel. 44. Sie iſt bitter, auflöſend und blutreinigend; ſie wirkt vor⸗ züglich in gelbſüchtigen und abzehrenden Fällen. Man ſchneidet ſie etwas klein, kocht eine Handvoll in einer halben Maß Waſſer etwas ſtark, und gibt das Abgekochte den kran⸗ ken Thieren öfters unter Tags in kleinen Portionen; auch kann man etwas Süßholzwurzeln damit beym Kochen vereinigen. Cremor Tartari. 45. Der präparirte Weinſteinrahm kann bey mancherley Krankheiten mit Nutzen gebraucht werden. Er widerſteht der Faͤulniß und Hitze, dämpft die Galle, kühlt, löſet auf, und treibt den Urin. Ein ſtarker Eßlöffel voll iſt, im Waſſer aufgelöſet, für eine Gabe hinlänglich. Das Doppelſalz. 46. Es iſt in ſeiner Wirkung gegen Koch⸗und Steinſalz nur ſo weit beſſer, als es weniger Kryſtalliſations⸗Waſſer enthält; daher wird es ſelten für Schafe angewendet. Die Eibiſchwurzel. 47. Sie iſt ausnehmend ſchleimig, und kann mit vielem Nutzen bey trockenem Huſten, Entzündung der Lunge, bey Schmerzen in der Blaſe un gegeden! Me 4 Maß! und gibt zwey po 46 lung der beſchleun kann ihn, 99. ſtof und Ninde de und Ner pülvert nur die 2 Maß 5o. und aus zu 1—2 und aſter davon un II. 2. on Winden Jamillen, — Vaſer, ee ausjie⸗ = d vieder⸗ Au Khyſte⸗ — ie Kamil⸗ pirkt vor⸗ in einer azyen kran⸗ uch kann umn. u ancherley „giteht der IInd treidt g jöſet, für ü inſalz nut er enthält a em Nutzen atzen in der 17 Blaſe und den Nieren, bey der Harnſtrenge und bey der Ruhr gegeben werden. Man nimmt 1 Loth trockene, klein geſchnittene Wurzeln auf ½ Maß Waſſer, läßt † davon einſieden, ſeihet es durch ein Tuch, und gibt davon täglich die Hälfte, mit etwas Süßholz verſetzt, in zwey Portionen dem kranken Thier ein. Der Enzian. 48. Er hindert wegen ſeines bittern Geſchmackes die Entwicke⸗ lung der Würmer, erregt die Freßluſt, beſſert die Verdauung, beſchleunigt, als ein der Galle ähnlicher Reiz, die wurmförmige Be⸗ wegung des Magens und dadurch den Abgang des Miſtes, und iſt ein bewährtes Präſervativ⸗Mittel wider die Entwickelung der Egel. Man gebraucht ihn auch mit etwas Salz in Koliken, und kann ihn auch in Pillen in Gaben von † bis zu* Loth eingeben. Eichenrinde. 49. Die Galläpfel und die Eichenrinde enthalten Gärbe⸗ ſtoff und Gallusſäure, ſind ſtärkend und zuſammenziehend. Die Kinde der jungen Zweige iſt am wirkſamſten, und wird in Faul⸗ und Nervenfiebern, Harnruhr, Wurmkoliken ꝛc. gebraucht. Ge⸗ pülvert gibt man einem Schaf ½ Loth, von Gallusäpfeln aber nur die Hälfte. Zu Abkochungen nimmt man 1 Loth Rinde auf 2 Maß Waſſer. Eiſenvitriol. 50. Der grüne Eiſenvitriol beſteht aus verkalktem Eiſen und aus Vitriolſäure, und wirkt ſtark zuſammenziehend. Man gibt ihn zu 1— 2 Quentchen gegen Schwäche der Verdauungswerkzeuge und öfteres Aufblähen der Schafe. Man verwendet ein Quentchen davon unter 4— 5 Maß Trinkwaſſer. II. 2. Abtheilung. ſtatke Ha Eiſen. ti di 3 die Brut 51. Das reine Eiſenfeil muß von reinem Eiſen in der Apo⸗ Trank al theke ſelbſt bereitet werden, keine Kupfertheile enthalten, und nicht etwas ge roſtig ſeyn. Es iſt das einzige Metall, deſſen Genuß nicht giftig halbes 2 iſt. Es wird von allen Saͤuren aufgelöſet. In Verbindung mit der Kohlenſäure iſt es ein Beſtandtheil der eiſenhaltigen Waſſer. Die Eigenſchaften, welche es als Medicament äußert, ſind 5 erhitzend, ſtärkend und adſtringirend. thiere. Man gebraucht die Eiſenmittel hauptſächlich bey Schwäche aufgelbf der Verdauung und als allgemeines Stärkungsmittel nach Krank⸗ heiten. Man pflegt es in bittern Pulvern, Pillen oder in Tinc⸗ turen in der Quantität von 5— 10 Gran zu geben. 3 nen Tra Der Fenchel. ehrut 52. Der Same davon befördert die Verdauung, den Abgang heſonderz der Winde und den Auswurf; weßhalb ſolcher bey Schnupfen und velſüßt. Huſten, nach Entzündung der Lunge und bey Aufblähungen der Schafe nützlich iſt. Man gibt dem kranken Thiere mit etwas Salz oder durch 17. Abſud auf eine Gabe ein halb Loth davon. düttern⸗ ſhwülſte Die Gartenraute. 53. Sie iſt ein vortreffliches Gewäͤchs von ſehr heilſamen Wir⸗ kungen, dienet zur Stärkung des Magens und als ein die Galle R. und die Saͤfte ſehr verbeſſerndes Mittel, nicht minder wider die weßhalb Waſſerſucht und die Würmer.— Der Saft der Blätter dienet auch dauung wider Felle in den Augen, wenn man davon täglich ein paar Mahl, und ind jedes Mahl einen Tropfen, in das kranke Auge zu bringen ſucht. falls 10 Man pffegt die getrockneten Blätter gewöhnlich mit Salz, die friſchen aber durch Abſud, den kranken Schafen beyzubringen, Die Gerſte 3 tarkſten n 54. Wird zu einem guten und erquickenden Trank in vielen Fäl⸗ len verwendet, wenn man auf 1 Maß oder zwey Pfund Waſſer eine Ayo⸗ nicht giftig nit der r⁰. e, ſind hwache Krank⸗ Tine⸗ wgang un und an der a durch an Wir⸗ e Galle der die 3 iet auch er Mall, 2 ſucht. t Sal⸗ n ingen. zelen Fäͤl⸗ ſſer eile 19 ſtarke Handvoll reine Gerſte nimmt, dieſe ſo lange kochen läßt, bis die Körner aufgeſprungen ſind, dann ſolche durchſeihet, und die Brühe mit etwas Honig oder Süßholz verſüßt. Soll dieſer Trank aber bey Entzündungen zur Kühlung dienen, ſo thut man etwas gereinigten Salpeter darein, auf ein Seidel ungefähr ein halbes Quenichen. Das Glauberſalz. 55. Dieſes iſt ein wohlfeiles, gutes Laxiermittel für die Haus⸗ thiere. Einem erwachſenen Schafe kann man, in lauem Waſſer aufgelöſet, in zwey Gaben 5 Loth davon eingeben. Hafergrütze. 56. Dieſe iſt, wenn man etwas im Waſſer zu einem dün⸗ nen Tranke abkochet, bey mancherley Krankheiten mit Nutzen zu gebrauchen, vorzüglich aber bey Huſten und Lungenkrankheiten, beſonders wenn man den Trank mit etwas Honig oder Möhrenſaft verſüßt. Die Hauswurzel. 57. Von der großen Hauswurzel wird der Saft aus den Blättern ausgepreßt, eine Leinwand darein getaucht und auf Ge⸗ ſchwülſte gelegt, wodurch ſolche gewöhnlich bald vertrieben werden. Hirſchhornöhl 58. Wirkt ſtark auf die Nerven und iſt den Wuͤrmern widrig, weßhalb man ſolches mit andern bittern Mitteln, welche die Ver⸗ dauung befördern, wider die Würmer in den Baucheingeweiden und in der Waſſerblaſe, mit etlichen Tropfen Terpenthinöhl, allen⸗ falls 10— 12 Tropfen davon, zuſetzen und gebrauchen kann. Der Höllenſtein. 59. Zu Folge ſeiner Wirkungen iſt der Höllenſtein eines der ſtärkſten und durchdringendſten Atzmittel, um ſo mehr, wenn er A aus dem feinſten Silber in Salpeterſäure aufgelöſet und, nach dem Abrauchen geſchmolzen, bereitet worden iſt. Er brennt die Theile, her nuh ſobald er ſie berührt, zu einer weißen Kruſte, welche bald nachher u. ſ. d. ſchwarz wird. Er iſt um ſo ſchätzbarer, weil er von allen Atzmitteln gibt ef am wenigſten Entzündung erregt. Man benutzt ihn am vorzüglichſten in Wunden und Geſchwü⸗ ..... 61 ren, um das ſchwammichte Fleiſch wegzubeizen. Er verdient den. „.... 2.' Vorzug, weil man ihn immer in ſeiner Gewalt hat, und weil leiſtet! ¹...„ 1.:. 83,4 2. a1 d n ſeine Wirkungen ſich nicht leicht über die beſtimmten Gränzen hin— zun u gebrauc aus verbreiten, wenn man anders bey der Verwendung nicht zu roh verfährt. Er kann in jeden Punct der Wunde leicht gebracht wer— den; dabey wirkt er augenblicklich, ohne große Schmerzen. 6 Wenn man ihn anwenden will, ſo muß vorher die Stelle, oder auch der Höllenſtein ſelbſt, befeuchtet werden— nur nicht mit M 1 der Zunge— und man betupft die Stelle dann gelinde. ſih Er iſt auch zum Wegbeizen kleiner Fleiſchgewächſe, deßglei⸗ r. chen gegen Warzen, eins der beſten Mittel. 1 Hollunderblüthen. 65. . zweckmäͤßi 60. Dieſe kann man hauptſächlich in ſolchen Fällen, welche nfe von Erkältung entſtehen, gebrauchen, wenn man von dieſen ge— d trockneten Blüthen ſo viel, als man ungefähr zwiſchen 4 Fingern 1 uun 8 halten kann, in einem Topfe, der zwey Seidel faßt, mit kochen— Foſhe * 9 dem Waſſer abbrüht, alsdann zudeckt, bey dem Feuer noch eine Zeit lang ausziehen läßt, nunmehr aber dieſen Abſud dem Patien⸗ utd ten öfters in kleinen Gaben, während etlicher Tage, lau eingießt. — Bey ſchmerzenden Geſchwülſten iſt ein warmer Umſchlag von bun Hollunderblüthen auf den leidenden Theil ſehr wirkſam. Eben ſo d an befördern die grünen friſchen Blätter vom Hollunder auf Geſchwül⸗ ſten und Geſchwüren in den Füßen das Schwitzen und den Aus⸗ fluß, und ſind daher in rheumatiſchen Fällen ſehr anwendbar. Das 66 von den Beeren gekochte Hollundermuß beſitzet eben ſo ſchweißtrei⸗ 4 8. 1— Verdaun bende Kräfte, wie der von den Blüthen gekochte Thee, und iſt da⸗ wegen ſo ch dem Theile, N nachher — mitteln ceſchwüͤ⸗ ament den ĩd weil S en hin⸗ t u roh — cht wer⸗ n. Etell, Icht mit Beßglei⸗ un welche ug nſen ge⸗ 2 singern ien kochen⸗ och eine = Patien⸗ aeingießt. rmylag von 2 Cben ſo Zeſchwül⸗ n den Aus⸗ bar. Das weißtrei⸗ nd iſt da⸗ 21 her nach Erkältungen und davon entſtandenen Huſten, Fiebern u. ſ. w. ein vortreffliches Mittel. Bey Entzündungen des Halſes gibt es für die Schafe nichts Beſſeres. Der Honſi g. 61. Dieſer löſet auf, eröffnet, zertheilt den Schleim, und leiſtet in Bruſtkrankheiten, Huſten, Katarrhen, in Lungenent⸗ zündungen, bey Geſchwüren und Wunden ſehr gute Dienſte. Man gebraucht ihn gewöhnlich unter allerley Mittel als Zuſatz. Der Huflarsti ch. 62. Derſelbe gewährt ſowohl in ſeinen Blättern als Blüthen ein ſehr gutes Auflöſungsmittel bey Lungenbeſchwerden. Man gießt kochendes Waſſer darauf, läßt die Beſtandtheile gelinde durch die Waͤrme im Thee ausziehen, und verwendet den Abſud, mit etwas Honig vermiſcht, in öfteren kleinen Portionen. Kalk(gebrannter). 63. Der gebrannte Kalk iſt beym Aufblähen der Schafe ſehr zweckmäßig, um das im Wanſt durch das gährende Futter ſich entwickelnde Gas, welches den Magen ausdehnt, einzuwickeln. Der rohe Kalk wird zu dieſem Behuf ſehr ſtark ausgebrannt, ſo lange er noch heiß iſt, zu Pulver geſtoßen, in eine gläſerne Flaſche gethan, welche, damit keine Luft eindringen kann, verpicht werden muß. Zum Gebrauche nimmt man jedes Mahl 2 Kaffehlöffel voll heraus, vermiſcht ſolches ſogleich mit 1 Seidel lauwarmen Waſſer, läßt die Miſchung ſich etwas ſetzen, gibt die eine Hälfte ſogleich, und die andere Hälfte eine halbe Stunde ſpäter, dem kranken Thiere ein. Der Kalmus. 64. Die bittere Wurzel dieſes Sumpfgewächſes beſſert die Verdauung, treibt die Winde und wirkt ſtärkend auf den Miſt, weß⸗ wegen ſolche bey erſchlaffren Gedärmen, bey einer Anlage zu fauli⸗ 22 gen Krankheiten, nach Entzündungen der Lunge, hauptſächlich auch als Praͤſervativ⸗Mittel bey herrſchender feuchter Witterung, mit gutem Nutzen anzuwenden iſt. Man gibt ſie gepülvert, entweder in Pillen oder mit Salz, den Schafen, auf 1 Stück* Loth, durch längere Zeit. Der Kampher. 65. Der Kampher wirkt vorzüglich auf die Nerven, und be⸗ lebt im geſchwächten Zuſtande, daher er in bösartigen Pocken und im Faulfieber das Fieber mäßiget; auch nach Entzündungen der Lunge, im Milzbrande mit Salpeter wird er verwendet, ſo wie auch äußerlich, wo beym Klauenwehe Knorpeln oder Flächſen ent⸗ blößt ſind. Man gibt für einen Tag 4 bis 6 Pfefferkörner ſchwer. Käſepappeln. 66. Dieſe ſind mit Nutzen bey Geſchwülſten, welche eitern ſollen, zu gebrauchen. Man kocht dieſes Kraut mit ſeinen Blättern und Samen in Milch, und braucht dasſelbe öfters ſo warm, als es zu erleiden iſt, zu Umſchlägen. Eben ſo kann man auch aus den weich gekochten Blättern, mit Butter vermiſcht,, eine erweichende Salbe bereiten. Das Kochſalz. 67. Das Kochſalz kühlt, macht den Miſt weicher, treibt auch den Urin, befördert bey einem mehr ſtraffen Faſerbau die Ver⸗ dauung, und mäßiget in Entzündungs⸗Krankheiten die Fieberhitze. So lange der Miſt ſehr klein geballt iſt, iſt es bey einer trockenen Witterung den Schafen ein nothwendiges Mittel, ihre Geſund⸗ heit nicht nur zu erhalten, ſondern auch in ſieberhaften Entzündungs⸗ Krankheiten, ſo wie auch in Koliken, mit bittern Mitteln ver⸗ bunden, ſehr dienlich. Hauptſächlich beugt es in heißen, trockenen Sommern in größern Gaben dem Milzbrande vor, daß weniger an der ſogenannten Seuche oder großen Galle eingehen. Mo trockenen 68. wird, ſ und Ho und die 6 die Sa ſcharfen Gefäße J keein ale läßt ſolch öfterz un 70 medieini Verdaun die Kah ſteht b ſtoßen und P umgeſt beſte w toh, o erregt d Luft in Nund —h auch , mit a weder * durch ſd be⸗ mn und an der o wie Aent⸗ Ihwer. atern ctern un als IItern, — t auch Ver⸗ zrhitze. enen eſund⸗ — ungs⸗ an vei⸗ ckenen geniger 25 Man gibt, nach Maßgabe der Umſtände und der feuchten und trockenen Witterung, † bis zu 1 Loth. Kochſalzſäaure. 68. Wenn etwas im Weingeiſte aufgelöſter Kampher zugeſetzt wird, ſo heilt ſie, mit Waſſer verdünnet, als Leckſaft, mit Mehl und Honig vermiſcht, eingepinſelt, die Entzündungen des Halſes und die wehen Mäuler. Die Klettenwurzel. 69. Dieſelbe hat die Tugend, daß ſie das Blut reiniget, die Saͤfte verdünnet, auflöſet und ausführet; ſie iſt daher bey ſcharfem Blute, Lähmungen, Blähungen, Verſchleimungen der Gefäße und beym Ausſchlage zu gebrauchen. Man ſchneidet die getrockneten Wurzeln in Stückchen, ſo klein als möglich, nimmt eine Hand voll auf eine Maß Waſſer, läßt ſolches bis zur Hälfte einkochen, und gibt dem kranken Thiere öfters unter Tags eine kleine Portion davon mittels Einguſſes. Der Knoblauch. 70. Dieſer iſt unſtreitig eine unſerer nützlichſten einheimiſchen medieiniſchen Pflanzen, die im geſchwächten Zuſtande des Magens die Verdauung beſſert, und auf den Abgang der Winde wirkt. Er ſtillt die Kolik oder das Bauchgrimmen, treibt den Urin, und wider⸗ ſteht bösartigen Saͤften. Mit Salz und Salpeter zuſammenge⸗ ſtoßen und warm auf den Nabel gelegt, lindert er bey Menſchen und Vieh die Schmerzen der Kolik; zu einem Brey gemacht und umgeſchlagen, ziehet er Splitter aus den Wunden. Er iſt das beſte wurmtreibende Mittel, und man kann ihn nach Umſtänden roh, oder als Abſud und in Klyſtieren gebrauchen. Er ſtärkt und erregt den Begattungstrieb. So iſt er auch ein ſicheres Verwahrungsmittel gegen böſe Luft in epidemiſchen Krankheiten, wenn man etwas davon in den Mund nimmt, und in den Taſchen führt. Innerlich gebraucht, iſt 24 er ein ſtarkes Gegengift beym Vieh, das giftige Nahrung genoſ—⸗ ſen hat. Bey naſſer Witterung unter dem Salz 4 Loth einem Schafe gegeben, beugt er den Faulkrankheiten vor. Knochen(ſchwarzgebrannte). 71. Die in einem verklebten Topfe ſchwarzgebrannten und gepülverten Knochen unter dem Salz gegeben, vertreiben die Würmer, und ſind beſonders gegen die Luftröhrenkratzer dienlich. Man rechnet für Lämmer ¼, für altes Vieh ½ Loth davon unter die Salzlecke. Knochen(weißgebrannte). 72. Dieſe ſo lange im Feuer, bis kein Rauch mehr auf— ſteigt, durchgeglühten Knochen werden gepülvert, und zur Lecke bey feuchtkühler Witterung, wenn der Miſt mehr feucht abgeſetzt wird, verwendet, indem ſie gleich der Magneſia und Kreide die Säure dämpfen. Man gibt davon † bis* Loth. Die Krauſemünze. 75. Wenn man die Blätter mit kochendem Waſſer, wie Thee, aufbrühet, und bey gelinder Wärme am Feuer ausziehen läßt, ſo ſtärkt der Aufguß den Magen, lindert die Krämpfe ꝛc. Der Leinſamen. 74. Zu einem Mehle geſtoßen, in Milch oder Waſſer wie ein Brey gekocht, wird er als ein ſchmerzſtillender und erweichender Um⸗ ſchlag theils bey Eitergeſchwüren, theils bey andern Geſchwülſten, welche zum Aufgehen gebracht werden ſollen, warm aufgelegt, gebraucht; deßgleichen kann derſelbe auch zu erweichenden Klyſtke⸗ ren gebraucht werden. Heißes Waſſer zieht ſehr leicht den Schleim aus ihm, und dieſer, in kleinen Portionen gegeben, iſt ein guter Trank in der Ruhr. 5. Verdauur feſter be auch im g halb ſie wie auch * Loth. 76. Quantur gen Zuſt wärmt, Auch wen Pocken ni hen, leiſet T. tel, wovon 12 aufgebru ſten Erfd 79. Mittel, w der di hin fen. Ultig des, vortt 25 denuſ Die Liebſtöckel⸗Wurzel 1n) einem 75. Hat eine vorzügliche Heilkraft. Sie belebt die geſchwäͤchte Verdauung, erwärmt die innern Theile des Körpers, macht den Miſt feſter, befördert den Abgang der Winde und des Harns, ſo wie ra ten und auch im geſchwächten Zuſtande den Auswurf aus der Lunge; weß⸗ Sben di halb ſie nach Entzündungen der Lunge, in Faulkrankheiten⸗ ſo dienit, vir auch in der Ruhr zu gebrauchen iſt. Die Gabe iſt † bis zu = unter 4 Lolh. Der Lorber. 76. Taͤglich ein viertel Loth der Baeren, und das doppelte Quantum der trockenen Blätter dieſes Baumes, mäßiget im fauli⸗ an hr auf⸗ gen Zuſtande das Fieber, unterhaͤlt eine gelinde Ausdünſtung, er— he lece wärmt, ſtärkt, befördert den Abgang der Winde und des Harns. ogeſebt Auch wenn bey bösartigen Pocken der Kopf anſchwillt, und die ande die Pocken nicht ausbrechen wollen, oder zuſammen zu fließen dro⸗ hen, leiſtet er gute Dienſte. Mannſa nn, wie 77. Mit warmen Waſſer aufgelöſet, iſt ein leichtes Laxiermit⸗ a zziehen tel, wovon aber 2— 5 Loth für eine Gabe erforderlich ſind. mrneac. Die Meliſſe. 78. Die Citronen-Meliſſe kann, durch kochendes Waſſer vie ein aufgebrühet, wider die Krämpfe bey den Schafen mit dem be— der Un⸗ ſten Erfolge angewendet werden. püuülſten, Mi lch. gelegt,.. 3 au 79. Die Milch, lauwarm eingegeben, iſt ein unſchätzbares 9 Mittel, wenn das Vieh giftige Nahrung genoſſen hat. Auch wi— , und der die hinfallende Krankheit der Schafe ſoll die Ziegenmilch hel— 3 ter fen. Ubrigens iſt die Milch ein in ſehr vielen Fällen zu verwenden⸗ des, vortreffliches Mittel. Meiſterwurz. 80. Die Meiſterwurz(Radix Imperatoria) iſt ein vortreffli⸗ ches Mittel in Nervenkrankheiten, und kann ſtatt der Angelica ge⸗ braucht werden, und auf eben die Art. Der Meerrettig. 81. Derſelbe dient, roh gegeben, als ein vortreffliches Mit⸗ tel, den zähen Schleim in dem Magen und auf der Bruſt aufzu⸗ löſen und zu zertheilen. Auch iſt ſolcher ſehr harntreibend. Ein paar Haͤnde voll klein geſchnittener Meerrettig in eine Bouteille mit Wein, wohl verſtopft in den Keller gethan, und davon ein bis zwey Löffel voll bey eintretenden Umſtänden eingegeben, iſt für Menſchen und Schafe in obigen Fällen ein vortreffliches Heilmittel. Myrrhen(Gummi Myrrhae) 82. Ein aus Afrika kommendes Schleimharz, von bitterem, aromatiſchen, etwas ſtechenden Geſchmack, und einem heftigen, eigenthümlichen Geruch. Es befördert eine gute Eiterung in jau— chigen, unreinen Geſchwüren, ſo wie die Heilung und Vernarbung. Nadelholz⸗Knospen(uuch derley Blätter.) 83. Sie enthalten viel balſamiſches Harz, das ſich in vielen hartnäckigen Krankheiten ſehr wirkſam zeigt. Dahin gehoͤren: hart— naͤckiger Huſten, Schlaffheit des Körpers, Waſſerſucht, Anlage zu Faulkrankheiten ꝛc. Man läßt die Patienten derley Zweige freſſen, oder man ſammelt die Knospen, nimmt eine ſtarke Hand voll, übergießt ſie mit 1 Maß ſiedendem Waſſer, ſetzt ſolches einem gelinden Feuer zum Auszug bey, und gibt dem kranken Schafe öfters ein halbes Trinkglas voll davon ein. Der Ofenruß. 84. Dieſer iſt bey der Schafzucht kein unbedeutendes Mittel, mancherley gefährlichen Krankheiten zuvor zu kommen, und je rei⸗ ner und glänzender, deſto beſſer iſt er. Das dauung v Verdauun und beförd Anfange: auch gege entſpreche 65. lich gebro ders gege alle Stu Außeric Nutzen ge theili. 96. kipfe. Esg menkapſeln. Gaft aus, den Sam (Naslab) auspreßt Es Vaſer n ungleich! Ve Körper, u barkeit dur dert, den dieſe Arn werden, i ttreffli⸗ — ica ge⸗ aufzu⸗ — in paar älle mit eein biz rrriſt für E nittel dg terem, ad igen, hn jau⸗ anbung. u vielen 13 hart⸗ C age zu er man eießt ſie Feuer — halbes a je rei⸗ ₰s Mit⸗ 27 Das Bittere, Kohlichte beſſert den bey einer ſchlechten Ver⸗ dauung verdorbenen Nahrungsſaft in dem erſten Magen und die Verdauung; das Brenglichte, Geſalzene iſt den Würmern widrig, und befördert ſehr den Abgang des Harns; weßwegen ſolcher im Anfange der Egelkrankheit, wider alle Würmerkrankheiten, ſo wie auch gegen die Luftröhrenkratzer, in Entzündungen der Lunge mit entſprechendem Erfolge gebraucht werden kann. Das Ohl. 85. Beſonders das Leinöhl, leiſtet, ſowohl innerlich als äͤußer⸗ lich gebraucht, viel Nutzen. Innerlich gebraucht man ſolches beſon— ders gegen anhaltende Leibesverſtopfungen zu zwey Eßlöffel voll alle Stunden, bis ein Effect erfolgt; und gegen die Würmer. Außerlich wird das friſche Ohl auf mannigfaltige Art mit großem Nutzen gebraucht. Jedes ranzige Ohl iſt aber der Geſundheit nach— theilig. Bey Einreibungen ſoll ſolches erwärmt werden. Das Opium. 86. Opium nennt man den eingetrockneten Saft der Mohn⸗ köpfe. Es gibt davon dreyerley Arten: 1¹) Aus den unreifen Sa⸗ menkapſeln. Nach vorhergängigem Einritzen fließt der milchichte Saft aus, und erhärtet an der Luft; das iſt die beſte Art. 2) Aus den Samenkapſeln, welche ausgepreßt und eingekocht werden (Maslak). 5) Aus allen Theilen der Mohnpflanze, velche man auspreßt und einkocht(Meconium). Es iſt im Weingeiſt leichter als im Waſſer auflösbar, das Waſſer nimmt nicht alle Beſtandtheile auf, und dieſe ſind darin ungleich vertheilt. Wegen ſeiner durchdringenden Reizbarkeit auf den thieriſchen Körper, wirket es in geringen Doſen dadurch, daß es die Reiz— barkeit durch den ganzen Körper ſchwächt, und die Schmerzen lin— dert, den Schweiß vermehrt, und den Schlaf erregt. Es darf dieſe Arzney nur mit großer Vorſicht in geringen Doſen gebraucht werden, indem es in großen Gaben als narkotiſches Gift wirkt. Die Anwendung des Opiums iſt ſehr mannigfaltig, z. B. in allen Krankheiten, wo der thieriſche Körper ſehr reizbar und empfindlich iſt; nach ſchweren Verletzungen, Wunden, Knochenbrüchen und ſchmerzhaften Krankheiten, krampfhaften Zufällen, der Epilepſie, in Convulſionen, Koliken, Dysenterien, Blatternzufällen ꝛc. Die Doſis des Opiums für ein Schaf läßt ſich nicht beſtim⸗ men; in vielen Fällen habe ich von einem halben Quentchen auf⸗ gelöſten Opiums ſehr gute Wirkungen wahrgenommen. Meiſtens dauert die Wirkung einer Doſis acht Stunden. Die Pfeffermünze(Mentha piperita). 87. Hat einen ſtarken, durchdringenden Geruch, und einen kampherartigen, flüchtigen Geſchmack. Sie erhöht die Nerventhä⸗ tigkeit, wirkt krampfſtillend, erwaͤrmend und die Verdauung an⸗ ſpornend. Im Pulver gibt man einem Schafe auf einmahl* Loth, und zu einem Aufguſſe nimmt man 1 Loth davon. Außerlich gebraucht man ſie zu krampfſtillenden Klyſtieren, zertheilenden und ſtärkenden Bähungen mit andern aromatiſchen Gewächſen. Die Pottaſche. 88. Unter Waſſer vermiſcht, innerlich gebraucht, neutrali— ſirt ſie die bey einer ſchlechten Verdauung entwickelte Säure, und iſt deßhalb bey dünnem Miſte und Aufblähungen zu gebrauchen. Außerlich dient ſie als Reinigungsmittel der Haut und der Räude. Man gibt innerlich ꝓ⅞ bis ¾ Loth. Die Queckenwurzeln 89. Sind zur Reinigung des Blutes, in Waſſer- und Gelb⸗ ſuchten, ſo wie auch bey Verſtopfungen der Eingeweide und Urin— beſchwerden, ſehr dienlich und heilſam, wenn ſie im Waſſer abge— kocht gebraucht werden. Man kann ſie friſch oder getrocknet gebrauchen. Wenn ſie klein geſchnitten und getrocknet werden, ſo nimmt man auf 1 Maß oder 2 Pfd. Waſſer eine ſtarke Hand voll, läßt ein Drittel davon ainkochen, eine kleine 9o- der ſtreng Geſchmack, lebenden allen Met eine betri In braucht, mit große chen Stell nich gelan geriehenes, lacken, welch ſiberſalbe er 91. E rungen des derlich iſt. leiſtet et de 92 Eigenſchaf die von V zuträglicher die bis5 Quen Auf oth 24 Ctunde in allen = mpfndlih Eicen und = Epilepſe, len ꝛc. dht deſtim. ttchen auf⸗ Meiſtens 1 — and einen erventhä⸗ uung an⸗ an Loth, d ſtieren, am atiſchen aneutrali⸗ Sure, und orauchen. er Räude. und Gel⸗ z und llrin⸗ = iſſer ahge⸗ Wenn ſe 4 auf 1 Maz Tttel davon 29 einkochen, und gibt dem kranken Thiere davon alle drey Stunden eine kleine Gabe ein. HQueckſilber. 90. Das Queckſilber(Mercurius), ein flüſſiges und nur in der ſtrengſten Kälte gefrierendes Metall, hat weder Geruch noch Geſchmack, und äußert, ſo lange es ſich nicht verändert, auf den lebenden Körper ganz und gar keine Wirkung. Es beſitzt unter allen Metallen den höchſten Grad von Theilbarkeit, und zugleich eine beträchtliche Schwere. In der Viehwirthſchaft wird es zu verſchiedenen Salben ge— braucht, beſonders gegen die Läuſe und die Schäben. Es muß aber mit großer Vorſicht angewendet, und die Salbe darf nur an ſol— chen Stellen eingerieben werden, wohin das Thier mit der Zunge nicht gelangen kann. Auch muß man in der Regel ein damit ein— geriebenes Thier etwas entfernt von andern ſtellen, um das Be⸗ lecken, welches üble Folgen haben kann, zu vermeiden. Die Queck⸗ ſilberſalbe erhält man gleich zubereitet in der Apotheke. Der Rauchtabak. 91. Er bewirkt, als Klyſtier angewendet, ſchnelle Entlee— rungen des Darm-Canals, wozu † Loth auf 2 Klyſtiere erfor— derlich iſt. Auch als Waſchwaſſer, in der trockenen und naſſen Räude, leiſtet er vorzugliche Dienſte. Die Rhabarber 92. Iſt eines der vorzüglichſten Purgiermittel, und hat die Eigenſchaft, daß ſie keine Magenſchwäche zurückläßt. In Fällen, die von Vollblütigkeit herrühren, iſt ſie nicht entſprechend, deſto zuträglicher aber bey ſchleimigen und kalten Körpern. Die Gabe iſt für ein erwachſenes Schaf nach Umſtänden 2 bis 5 Quentchen. Vorzüglich iſt ihr Nutzen in der Ruhr anerkannt. Auf 2 Loth Rhabarber wird*½ Pfd. Branntwein gegeben, und 24 Stunden in eine gelinde Wärme geſtellt, auch öfters geſchüt⸗ telt. Dann wird die klare Tinctur abgegoſſen, und davon dem Thiere täglich zweymahl in paſſenden Krankheitsumſtänden von kalten, ſchleimigen Fiebern ꝛc. ein Eßlöffel voll gegeben. kranken Der Rosmarin 93. Wirkt ſtärkend auf die Eingeweide und die Verdauung, befördert die Ausdünſtung, den Abgang des Harns, und den Aus⸗ wurf; weßhalb man ihn mit Nutzen in fauligen Pocken, wenn der Miſt ſchon anfängt weich abzugehen, ferner in Faulkrankhei⸗ ten und nach Lungenentzündungen, mit einer Gabe von † oder * Loth, gebraucht. Rainfarn(Tanacetum vulgare) 94. Eine ausdauernde Pflanze von ſtarkem, kampherartigen, balſamiſchen Geruch und bitterm, gewürzhaften Geſchmack. Sie iſt magenſtärkend, treibt die Blähungen, und dient, wie andere birtere Mittel, gegen Würmer. Schafen gibt man 1 Quentchen auf einmahl davon. Auf 1 Pfd. Waſſer nimmt man zum Aufgießen 1 Loth. Bey Schafen wird ſie als Vorbauungsmittel gegen die Egelkrankheit gebraucht. Salpeter oder Salniter 95. Erregt ein feuchtes Miſten, erleichtert das Uriniren, kühlt überhaupt, und mäßiget Krankheiten von entzündlicher Art weßhalb er im Milzbrande, bey Lungenentzündungen, bösartigen Blattern, in Gaben von † oder Loth, herrliche Dienſte thut. Die Salbeyblätter 96. Widerſtehen Entzündungen im Maule und dem Halſe, wenn man mit abgekochtem Salbeywaſſer dieſe kranken Theile zugleich öfters reiniget. Der Salmiak 97. Wirkt gelinde reizend und auflöſend, und ſchwächt die Thätigkeit der Muskelfaſern unmerkbar wenig. Bey Schleim⸗ und Entzündmn Außerlich zertheilend 9b. ſie als Kl Fällen die der äußer 99. übertrifft In entzündli wird ſie m Pocken zeig mein dienlie Für äner Stund hinreichend. diee den, und Wer ſo iſt dir Luft in, Thiere von heſſern Zu 100. trefliches 4 mungen des —on dem nſtaͤnden Sben. — dauung, xen Aus⸗ ☛˖, wenn rankhei⸗ — † oder Tartigen, u gck. Sie andere ₰ entchen Wrgießen g hen die I riniren, iger Art 2 artigen 2 te thut. helſe/ Theile Seim⸗ und 31 Entzündungsfiebern und in Wurmzufällen wird er gebraucht. Außerlich aber angewendet, übertrifft der Salmiak durch ſeine zertheilende Kraft alle übrige Mittel lſalze. Die Seife 98. Befördert den Abgang des Miſtes und Urins; weßhalb ſie als Klyſtier, lauwarm, in Verſtopfungs-Koliken und andern Fällen dieſer Art angewendet wird. Auch dient ſie zur Reinigung der äußerlichen Haut. Die Galzſaure 99. Wirkt beſonders als Reiz für das Gefäß-Syſtem, und übertrifft alle übrige Säuren an Flüchtigkeit. In fieberhaften Krankheiten, ſo wie in der ſpäteren Periode entzündlicher Fieber, in der Rinderpeſt, in der Halsentzundung, wird ſie mit gutem Erfolg angewendet. Auch in den bösartigen Pocken zeigt ſich ihre Anwendung, in den Trank gemiſcht, unge⸗ mein dienlich. Für Schafe iſt die tägliche Gabe in Zeviſchenraumen von einer Stunde in verſchlagenem Waſſer von 1 ½ bis 2 Quentchen hinreichend. Die oxygenirte Salzſäure iſt vorzüglich äußerlich anzuwen— den, und wirkt beynahe ſo, wie die gemeine. Wenn man die S Salzſäure in Stallungen verdünſten läßt, ſo iſt dieſe Räucherung wirkſamer, als jede andere, indem die Luft im Stalle davon verbeſſert wird; ſie bewahrt die geſunden Thiere vor der Anſteckung, und verſetzt auch die kranken in einen beſſern Zuſtand. Die Schafgarbe 100. Liefert ſowohl durch ihre Blüthen als Blätter ein vor⸗ treffliches Heilmittel wider Magenkrämpfe, Koliken, Verſchlei⸗ mungen des Magens und der Gedärme; indem ſie ſtärkend wir⸗ 3² ket, verurſachet ſie Freßluſt, iſt zugleich urintreibend, und deß⸗ wegen auch wider das Waſſer im Körper ſehr nützlich. dan kocht eine ſtarke Hand voll davon mit 1 Maß Waſſer auf zwey Drittel ein, und gibt dem kranken Thiere davon öfters † Seidel voll zu trinken. Die Schlehenblätter 101. Haben eine laxierende Kraft, wenn man ſie auf eben die Art und in eben der Quantität, wie die Kamillen, mit ko— chendem Waſſer anbrühet, etwas anziehen läßt, und ſodann in kleinen Gaben zu trinken gibt. Sie ſind auch ein gegen die Wür⸗ mer dienliches Mittel. Der Schwefel 102. Unterhält eine unmerkliche Ausdünſtung, und mindert die Saͤure bey einer verdorbenen Verdauung, indem er den Schleim auflöſet. Er wird innerlich in einer Gabe von Loth bey der Räude und bey Pocken, und äußerlich als Waſchwaſſer in der Räude mit Seifenſieder⸗Lauge gebraucht. Die Schwefel⸗ leber wirkt zu dieſem Behuf noch ſtärker, in gleicher Doſis gege— ben. Man gibt ſie aber nicht gern innerlich, weil ſie die Ver⸗ dauung ſchwächt. Die ſpaniſche Fliege 105. Wird äußerlich mit Terpenthinöhl, innerlich den hin— tern Schenkeln als Einreibung in Entzündungen, dem Lungen— und Milzbrande, ſo wie auch bey nicht hervorkommenden Blat⸗ tern gebraucht. Das Steinöhl 104. Wird äußerlich zum Einſchmieren verwendet, um bey Verwundungen oder Geſchwüren die Fliegen durch ſeinen ſtarken Geruch abzuhalten. Innerlich wird es bey ſehr hartnäckigen Auf— blähungen als äußerſtes Mittel angewendet. 10 ſo wie di die Verd nen Gal ben ein 1c Harnſche und der Auerlic Madenw man dave Regen en nicht g des M terung Zweck Paſer * Waſer nen öͤfters nuf eben mit ke⸗ (dann in aie Wür⸗ un mindert 2 ₰ er den 2 Loth „AThwaſfer 9 zhwefel⸗ ſal gege⸗ 1 Ver⸗ 7 H iden hin⸗ 7 Lungen⸗ en Blat⸗ um bey 1 31 ſtarken gen Au⸗ (Antimonium crudum) Spießglanz 105. Befördert die Ausdünſtung der Haut und der Lunge, ſo wie die Harnabſonderung, ſchwächt aber, anhaltend gebraucht, die Verdauung; iſt ſehr blutreinigend, darf jedoch nur in ſehr klei— nen Gaben dem Viehe gegeben werden. Das Süßholz 106. Iſt ebenfalls ein treffliches Mittel bey ſtarkem, trockenen Huſten, bey Entzündungen der Lunge, und erleichtert den Auswurf. Ein Abſud von einer kleinen Hand voll klein geſchnittenen Süßholzwurzeln, und eine Hand voll Gerſtenkörner, in 5 Sei— del Waſſer gekocht, bis die Gerſte aufſpringt und † des Waſſers eingekocht iſt, durchgeſeihet, den Patienten öfters in kleinen Ga⸗ ben eingegeben, verſchafft gewöhnlich Linderung— Das Terpenthinohl 107. Kann in Gaben von 6— 12 Tropfen innerlich bey Harnſchwäche, in Faulkrankheiten und Entzündungen der Lunge und der Egelkrankheit mit dem Hirſchhornöhl gegeben werden. Außerlich leiſtet es bey Geſchwüren, bey Verwundungen und wo Madenwürmer ſich zeigen, vortreffliche Hülfe. Auch verfertiget man davon mit einem Zuſatz von Kampher eine vortreffliche Salbe gegen entblößte Flechſen und Knochen. Vitriol(weiße v). 108. Der weiße Vitriol wird bey den Schafen innerlich nicht gebraucht, äußerlich wirkt er aber als ein zuſammen ziehen— des Mittel, und wird zum Blutſtillen, zur Verbeſſerung der Ei⸗ terung und bey Augenentzündungen angewendet. Zu letzterem Zweck löſet man ein Quentchen davon in 6 Unzen deſtillirtem Waſſer auf. Vitriol⸗ oder Schwefelſaͤure⸗ 109. Die verdünnte Vitriolſäure iſt unter den minerali⸗ ſchen Säͤuren die angenehmſte, und eins der vorzüg lichſten ſtär— II. 2. Abtheilung. 5 34 kend adſtringirenden Mittel. Die Mineralſäuren haben die Ei⸗ genſchaft, die Entwickelung des Wurmſtoffes zu vermindern. Die Vitriolſäure paßt hauptſächlich gegen die Hitze und Wallung des Blutes in Fiebern als ein adſtringirendes, ſtärkendes Mittel. Man benutzt ſie daher bey Fiebern mit fauligem Zuſtande, in der Blatternkrankheit ꝛc. Zum innerlichen Gebrauch verdünnt man x Quentchen Vi⸗ triol unter ½ Maß Waſſer, und kann dieſe Portion täglich zwey⸗ bis dreymahl wiederhohlen. deiſtens ſaufen die Schafe die mit Waſſer verdünnte Vi⸗ triolſäure von ſelbſt. Die Wachholderbeeren 110. Sind ſehr ſtärkend, Harn und Wind treibend, und unterhalten eine gelinde Ausdünſtung. Bey naſſer Witterung ſind die gepülverten Beeren mit ſehr wenigem Salze ein Vorbauungs— mittel wider Faulkrankheiten, und man gibt zu dieſem Behufe einem Schafe Loth derley Beeren. Auch wirken ſie gegen die Wür⸗ mer, und dienen zu Räucherungen in epidemiſchen Krankheiten. Der Wagentheer. 111. Mit Salz gegeben, befördert er die Verdauung und bewirkt eine gelinde Transſpiration, bringt eine ſtärkende Ten⸗ denz im geſchwächten Zuſtande der Gedarme und der Urinblaſe hervor, und iſt den Würmern widrig. Auch leiſtet er, mit Schwe⸗ fellauge verbunden, in der naſſen Räude gute Dienſte. Wallnuß(Juglans regia). 112. Die im Monath Juny und July abgenommenen un⸗ reifen grünen Wallnüſſe, beſitzen ſehr aromatiſch bittere und zu⸗ ſammenziehende Beſtandtheile. Innerlich wirken ſie, zugleich mit etwas Salz den Schafen gegeben, als ein herbes, die Verdauung ſtärkendes Mittel, und zeigen ſich beſonders wirkſam gegen die Würmer. Ein Decoct von dieſen Früchten habe ich gegen hart⸗ näckiges Abweichen ſchon ſehr oft mit Nutzen angewendet. ſen/ 1 ng) 11 wand ¹ deſto be tel, der geſchw außerli b gungzr man es und iu ſchwüch Arzneyt und in; 11 aen Kra neffache derſteht Harn eſig, bey H anzuwe ſteckend 1. vie Ei⸗ =. Die Aug des l. ande, an Vi⸗ ☛ zwey⸗ 1e Vi⸗ m, und erung Jungs⸗ Pehufe a0 Wür⸗ Nniten. vnmnund anden⸗ irlölaſe O ywe⸗ —“ un⸗ d zu⸗ 4 h mit auung en die a hart⸗ Das Waſſer. 113. Iſt bey Contuſionen, mittels Fließpapiers oder Lein⸗ wand auf den friſch beſchädigten Theil aufgeleget, und, je öfter deſto beſſer, damit gewechſelt, das einfachſte und vorzüglichſte Mit— tel, derley Beſchädigungen auf das geſchwindeſte zu heilen, und geſchwulſtigen Entzündungen dadurch vorzubeugen. Auch iſt es, äußerlich aufgeſchlagen, ein gutes Mittel bey Blutungen. Lauwarmes Waſſer iſt eines der allgemeinſten Beſunfti— gungsmittel, ſowohl innerlich als äußerlich angewendet; wozu man es am beſten mit Kamillen, Meliſſen, Hollunder ꝛc. abbrühet. Der Wein 114. Iſt in allen Fällen als ein ſtärkendes Mittel innerlich und äußerlich zu gebrauchen, vorzüglich im erſten Falle bey ge⸗ ſchwächtem Organismus, und in letzterem mit Zuſätzen von andern Arzneymitteln, in Umſchlägen bey Quetſchungen, Stößen ꝛc. und in Fäͤllen, wo Schwäche zu Grunde lieget. Der Weineſſig 115. Leiſtet bey den Thieren, wie bey den Menſchen, in hitzi⸗ gen Krankheiten, mit etwas Waſſer und Honig vermiſcht, vor— treffliche Dienſte; denn er löſcht nicht nur den Durſt, ſondern wi— derſteht auch der Fäulniß, kühlet, löſet auf, befördert den Schweiß, Harn und Stuhl. Die Proportion iſt gewöhnlich 1 Theil Wein⸗ eſſig, 3 Theile Waſſer und etwas Honig darunter. Vorzüglich bey Halsentzündungen der Schafe iſt dieſer Trank mit Nutzen anzuwenden; auch wird der Weineſſig gebraucht, die Luft von an⸗ ſteckenden Krankheiten zu reinigen. Der Wermuth 116. Wird mit dem beſten Erfolge als eines der vorzüglich⸗ ſten, zur Stärkung des Magens(vorzüglich bey naſſer Witte⸗ rung) und als ein die Galle und die Säfte verbeſſerndes Mitter, 3* 56 auch wider die Entwickelung der Egel⸗ und Faulkrankheiten ge⸗ braucht. Man gibt davon pr. Haupt nach Umſtänden ¾ bis„Loth. Zinkblumen. 117. Die Zinkblumen(oder der Zinkkalk) wirken gelinde zuſammen ziehend und austrocknend. Wenn man ſie mit Waſſer vermengt, ſo werden ſie zwar nicht aufgelöſet, aber wegen des feinen Pulvers, welches zu Boden fällt und leicht wieder aufge— ſchüttelt werden kann, ſind ſie in manchen Fällen wirkſamer, als eine Auflöſung des Zinkvitriols. Man bedient ſich ihrer gegen Augenentzündungen, beſonders wenn die Augenlieder ſchwürig ſind, ſo auch gegen das Triefen der Augen von Schwäche, deßgleichen gegen flechtenartige Aus— ſchläge, mit Schweinſchmalz zu einer Salbe gemiſcht. Auch; als Pulver zum Einſtreuen fauler Geſchwüre ꝛc. Z uſck er 118. Iſt ein Salz, und hat die natürlichen Eigenſchaften aller Salze in Krankheiten; vorzüglich aber nährt er auch, und hat folglich bey weitem nicht die ſchwächenden und den Magen an— greifenden Wirkungen anderer Salze. Zucker iſt eines der beſten kühlenden Mittel, beſonders nach Erhitzungen des Körpers, in Waſſer aufgelöſet, gegeben. Er befördert die Verdauung, wie jedes Salz, durch ſeinen Reiz. Er löſet den Schleim auf, und dienet bey Überladungen des Ma⸗ gens und Darm⸗Canals zur Reinigung. Drittes Capitel. Üüberſicht der anwendbarſten Mittel in den ge⸗ wöhnlichſten Krankheitsfällen. Schleimige Mittel. 119. Leinſamen, Leinöhl, Baumöhl, Eibiſchkraut oder Ei— biſchwurzeln, Pappeln, Wollkraut ꝛc. 1. 13 Pogelbe triol, 2 126 denthinöhn 155 Rüicawun 120 Baunnu eſonders Triefen mage Aus⸗ — luch als Aiſchoften 1n), und Ezen an⸗ „ſonders aoben. Er a'n Reiz. des Ma⸗ den ge⸗ . odet E⸗ 57 Krampfſtillende Mittel. 120. Hirſchhornöhl, Kamillen, Baldrianwurzel, Aſant, Knoblauch, Opium, ꝛc. Abführende Mittel. 121. Salpeter, Doppelſalz, Glauberſalz, Bitterſalz, Koch⸗, Stein-und Meerſalz, Brechweinſtein, ſüßes Queckſilber, Ohl, ꝛc. Harnabſondernde Mittel. 122. Alle Salze und die Seife, ſo wie auch Salmiakgeiſt. Zuſammenziehende Mittel. 125. Gallusäpfel, Knoppern, Eichenrinde, Fichtenrinde, Vogelbeeren, Eiſen, Stahl, Schwefel, grüner oder Eiſen⸗Vi⸗ triol, Alaun, Bleyeſſig, Thon, ꝛc. Lymphentleerende Mittel. 124. Canthariden(ſpaniſche Fliegen), weiße Nieſewurz, Ter⸗ penthinöhl, Lorberöhl, ꝛc. Nervenmittel. 125. Kampher, Terpenthinöhl, Kien⸗oder Steinöhl, An⸗ gelicawurzel und Liebſtöckel, ꝛc. Bähungsmittel. 126. Salbey, Iſop, Meliſſen, Krauſemünze, Rosmarin, Raute, Hollunderblumen, ꝛc. Magenſtärkende Mittel. 127. Enzian, Tauſendguldenkraut, Bitterklee, Cardobene⸗ dict, Wermuth, Eicheln, Kalmus, wilde Kaſtanien, ꝛc. Wind⸗ und wurmtreibende Mittel. 128. Kümmel, Anis, Ofenruß, Fenchel, Hirſchhornöhl, Baumnußſchalen, Brechweidenrinde, ꝛc. Purgier⸗Mittel. 129. Aloe in Seife zerſetzt ꝛc. Bruſtmittel. 130. Kalmus, Alant, Eibiſchwurzel, Anisſamen, Fen⸗ V chel, Senfſamen, ꝛc. Vo Harntreibende Mittel. 131. Wachholderbeeren, rother Fingerhut, Knoblauch, Küm⸗ mel, Rettig, ꝛc. Schweißtreibende Mittel. 132. Ein Abſud von Hollunderblüthen und Blättern, Hol⸗ lunderſalſe, Lorber, Liebſtöckelwurzel, Schwefel, Wachholder⸗ beeren, ꝛc. 1 „ ander un AAtzmittel. Imu der derſelben d. der Lam angewen d niren. cer ſi ſchwär ruch;d und zul Umſtin achten o ſanden, bey gute B we roth durcjzeg 153. Schwefel⸗, Salpeter⸗ und Kochſalzſäure, AÄtz⸗ und Höl⸗ V lenſtein, das ätzende Sublimat, das rothe Präcipitat, der grü⸗ b ne Vitriol, Arſenik, ꝛc. —, gin⸗ ₰ 1, Hol⸗ = hholder⸗ u Höl⸗ ger grü⸗ Zweyte Abtheilung. Von den innerlichen und äußerlichen Krankheiten der Schafe. Viertes Capitel. Von den innerlichen Krankheiten. Von der Ruhr. 134. Die Ruhr und der Durchfall müſſen genau von ein⸗ ander unterſchieden werden. Durchfall iſt eine flüſſige Auslee⸗ rung der Excremente; Ruhr aber eine krampfhafte Abſonderung derſelben. Dieſe Krankheit ſtellt ſich meiſtens in der zarten Jugend der Lämmer ein, und rafft ſolche, in Ermangelung zweckmäßig angewendeter Mittel, in kurzer Zeit weg. Das Lamm fängt anfänglich an ſich aufzublähen und zu la⸗ xiren. Der anfangs molkenartige, etwas gelbliche Unrath, wel⸗ cher ſich bey der eigentlichen Ruhr nach einigen Tagen in einen ſchwärzlichen, dicken Stoff verwandelt, hat einen ſäuerlichen Ge⸗ ruch; das Laxiren vermehrt ſich immer, mit Drang vergeſellſchaftet, und zuletzt iſt es mit Blut vermiſcht. Das Lamm nimmt in dieſen Umſtänden keine Milch mehr zu ſich, und überlebt dann ſelten den achten oder neunten Tag der Krankheit. Iſt dieſe Kriſis aber über⸗ ſtanden, ſo wird es gewöhnlich beſſer, und kommt größten Theils bey guter Pflege davon. Bey Eröffnung eines ſolchen Lammes findet man die Gedär⸗ me roth, und durch den außerordentlichen Reiz mit rothen Adern durchzogen. 4⁰ Dieſe Krankheit iſt auch oft ein Local⸗Übel, und Gegenden, wo ſolche herrſcht, ſind mehr zur Rindvieh-, als zur Schafzucht ge— eignet. Der Grund ihres Entſtehens iſt in dieſem Falle in ſchlech— ter— ſey es friſcher oder trockener— Nahrung, vorzüglich in den, in ſolchen Gegenden erzeugten, zu geilen und wäͤſſerigen Gräſern und davon herkommender trockener Fütterung, dann auch zuweilen in verſchlämmtem, ſtaubigen Futter und auch darin zu ſuchen, daß, wenn die Lämmer zu ſpät im Frühjahr in ſolchen Localitäten gebo⸗ ren werden, ſie bey dem Austreiben der Mütter auf die Weide (da ſie noch nicht hinlängliche Nahrung aufnehmen können, um ſich bis zur Zurückkunft derſelben gehörig zu ernähren) bey ihrer Zurückkunft mit Heißhunger über ſie herfallen, in der Begierde den Magen mit der in dieſen Localitäten ſehr wäſſerig erzeugten Milch überladen, und dadurch denſelben ſchwächen, die, da ſie in ſolchen Umſtäͤnden nicht gehörig verdauet werden kann, gerinnt und Säure erzeugt, welches denn ebenfalls eine Urſache zu dem Entſtehen dieſer Krankheit geben kann. Solche kann aber auch öfters allein von Erkaͤltung der Läm⸗ mer herrühren, wenn dieſe zarten Thiere vernachläſſiget, und nicht vorſichtig genug gegen den Wechſel der Temperatur ge— ſchützt werden; indem die Thätigkeit der gereizten Organe durch den gähen Üübergang von der Wärme in die Kälte augenblicklich geſtört, die Ausdünſtung auf die Eingeweide zuruck geworfen, und auch dadurch das übel begründet werden kann. Man vermeide demnach alle mögliche Urſachen der Verkäl— tung bey den Lämmern, z. B. daß der Wechſel der Temperatur in den Stallungen durch die Offnung der Thore nicht ſo plöͤtzlich Statt finde; der Stall, während die Mütter auf der Weide ſich befinden, ſich nicht ſtark auskühlen kann; die Lämmer nicht ſo plötz— lich über die kalten Euter ihrer nach Hauſe gekehrten Mütter her— fallen dürfen ꝛc.: die Vermeidung dieſer Urſachen, und eine Ab⸗ wechſelung des Futters mit Heu, Stroh, Grummet, das auf hohen und geſunden Localitäten gewachſen iſt, ferner Roßkaſtanien, Eicheln, Ofenruß, Kalmus, Schafgarbe, Enzian, Wermuth und andere bi freſſen, dieſe 3 werden aber au die Zuc und den 3 ſuchen, Schmel fen übe 4 dem ka (Hetula die Schaf gutes ſüßß It man die Heu oder Vermuth auch br und En zwey Lo hervor. nehmen. 9 9 Kenden, Icht ge⸗ ſchlech⸗ hen, in an und a llen in 86 Läm⸗ un und nm ge⸗ amourch nnscklich marrfen, erkäl⸗ eeratur böblich de ſic ⁴ plot⸗ dur her⸗ 3 e Ab⸗ s auf anien, nth und 41 andere bittere Ingredienzien unter etwas weniges Salz den Schaf⸗ müttern abwechſelnd gegeben; früher— im Jäͤnner ſchon— gefallene Lämmer, welche bis zur Zeit des Austreibens ſchon ſelbſt ſo viel freſſen, daß ſie ſich nicht ſo nach Muttermilch ſehnen, und um dieſe Zeit ſchon ganz von ihnen entwöhnt werden können, werden dieſem Üübel in manchen Localitäten vorbeugen. Es gibt aber auch Localitäten, die das geſundeſte Futter erzeugen, für die Zucht der Schafe ſehr vortheilhaft und geſund gelegen ſind, und dennoch den Keim dieſes Üübels entwickeln. In ſolchen Fällen iſt im Waſſer die Quelle des übels zu ſuchen, das öfters, beſonders das fließende, im Fruͤhjahre beym Schmelzen des Schnees, mit zu vielen kohlenſauren Beſtandſtof— fen überhaͤuft iſt. Anfänglich kann es öfters hinreichend ſeyn, wenn man je⸗ dem kranken Schaf täglich 2 Löffel voll pulveriſirte Erlenknospen (Betula alnus) mit etwas ſehr wenigem Salz gibt. Dabey müſſen die Schafe aber auf trockene Weide getrieben werden, oder zu Hauſe gutes ſüßes Heu in geſunden, trockenen Stallungen empfangen. Iſt die Krankheit unter dem alten Vieh vorhanden, ſo ſuche man die Grundurſachen zu beſeitigen, und füttere gutes, geſundes Heu oder Klee, beſonders aber Roßkaſtanien, Eicheln, Enzian, Wermuth, und andere ſtärkende, bittere Kraͤuter unter etwas Kleyen; auch bringt eine von Kreide oder gepülverten Auſterſchalen und Enzian mit Waſſer angemachte Lattwerge, täglich zweymahl zwey Loth einem Stück eingegeben, anfaͤnglich eine gute Wirkung hervor. Statt Enzian kann man auch Bitterklee oder Wermuth nehmen. Oder: 1 Seidel rother Wein ½»„ Waſſer 1 Loth Rhabarberpulver 1„ Theriak; alles gekocht und geſeihet; dem Schafe täglich 3 Loth in 2 Portionen, 5 Ta⸗ ge lang zu geben. . 4² Als Nachcur: 1½ Seidel Waſſer 2 Loth Theriak 2 Loth Boluserde, zum Gebrauche wie oben. Oder: Wenn ſich die Ruhr gleich nach der Geburt der Lämmer ein⸗ ſtellt, ſo gebe man den Müttern alle zwey Tage ein Kleyenfutter, mit 10 Loth Rhabarber, auf 100 Stück gerechnet. Als eines der bewährteſten, unkoſtſpieligſten und einfachſten Mittel, ſowohl für Lämmer als älteres Vieh, bewähren ſich die Eyerſchützen oder Azerolen im getrockneten Zuſtande. Man rechnet auf ein altes Schaf 2 Stucke, und auf ein Lamm 1 Stück, pulveriſirt einzugeben. Insbeſondere gebe man ruhrkranken Schafen eine Klyſtier von einer Kaffehtaſſe voll kalter Milch, in welche ein Eßlöffel voll Branntwein gemiſcht wird. Dieß verſäume man ja nicht öfters zu thun, beſonders wenn viel Blut abgehet. Auch leiſten folgende Eingaben bey erwachſenem Vieh gute Dienſte; nähmlich ein Quentchen Theriak, in rothem Wein aufge— löſet; oder ein Scrupel Alaun und ein halbes Quentchen Theriak mit einem halben Löffel voll Waſſer auf einmahl eingegeben. Folgende Mittel habe ich unter allen am brauchbarſten ge⸗ funden: 1 Quentchen Theriak 2 Gran doveriſches Pulver zur Lattwerge bereitet. Hiervon erhaͤlt das kranke Thier alle 2— 5 Stunden eine Eingabe. Oder: 4 Loth ſchwarzes Hirſchhornöhl, 3 Loth gepülverte Kalmus⸗ wurzel, 5 Loth gepülverten Leinſamen und 3 Loth Wachholder⸗ muß, und mache eine Lattwerge. Zum Getränke gibt man den Schafen reines Waſſer, worin etwas Gerſtenmehl im warmen Waſſer aufgelöſet werden muß. Der Dünger muß bey dieſer Seuche öfters aus dem Stalle ge— ſchafft, und fleißig eingeſtreuet werden. Den Lämmern kann ein Decoct von Kreide oder Hirſchhorn mit etm man n Quente von ein davon eine F Atzner Frühjt einen genthe die ſic C 4 X terung Folgen geile, dn Ki Einſaalle gene V I und ſiü dörrt und g welche unmter b b ſten H üinen 2 ſiere Seidel Ranzſü e oben. ner ein⸗ rafutter, fachſten * ſich die Lamm * Klyſtier Afel voll Aiters zu gute nsaufge⸗ un heriak Joni mien ge⸗ Sdiervon rbe. Ialmut⸗ hholder⸗ 1 worin mon muß. Balle ge⸗ rrſchhorn 45 mit etwas Opium⸗Tinctur bey der Ruhr eingegeben werden; oder man nimmt ein Quentchen Rhabarber in Pulver, miſcht zwey Quentchen Magneſia dazu, theilt ſolches in vier Theile, und gibt von einem oder dem andern, Morgens und Abends, einen Theil davon mit Waſſer ein. Von dem Durchfalle. 135. Die Urſachen des Durchfalls ſind verſchieden. Iſt er eine Folge von waſſerſüchtigen Zufällen, ſo iſt die Anwendung der Arzneyen gewöhnlich vergebens. Bekommen die Schafe aber im Frühjahr nach dem gierigen Genuß des jungen friſchen Graſes einen Durchfall, ſo iſt er ihnen unſchädlich, ja er iſt im Ge⸗ gentheil, wenn er nicht zu heftig wird, eine nützliche Ausleerung, die ſich von ſelbſt hebt. Iſt indeſſen, durch das plötzliche Verſetzen von trockener Füt⸗ terung auf die Weide, der Durchfall zu heftig, und ſind üble Folgen davon zu befürchten, ſo muß die Urſache, nähmlich das geile, junge Gras, beſeitigt werden, und man gibt ſtatt deſſen dem Vieh in der Früh vor dem Austreiben, und Abends beym Einſtallen gutes geſundes Heu und über Tags hohe, trocken gele⸗ gene Weiden, welches dieſen Umſtand bald heben wird. Wenn Lämmer von jungem Graſe den Durchfall bekommen, und ſich ſolcher nicht ſelbſt ſtillt; ſo nimmt man junge Erlenſproſſen, dörrt ſolche in der Sonne oder am Ofen, macht ein Pulver daraus, und gibt es ihnen, unter etwas wenigem Salz, öfters zu lecken; welches baldige Hülfe verſchaffet. Auch weiß gebrannte Knochen unter dem Salz gegeben, heben die Saͤure im Magen. Während der Cur muß man den Schafen, nebſt dem ſüße⸗ ſten Heu, mit Gerſten⸗ oder Haferſchrot bittere Ingredienzen füttern. Bey Gedarmentzündungen oder zu heftigem Reiz ſind Kly⸗ ſtiere von glücklicher Wirkung. Man nimmt zu einem großen Seidel Waſſer 1 Loth Leinſamen oder Stärkmehl, und kocht dieſes ganz ſchleimig, darauf wird ſolches geſeihet, 1 Loth Leinöhl hin⸗ 44 zu gemiſcht, und laulicht dem kranken Thier in kleinen Portionen beygebracht. Der Durchfall iſt auch bisweilen eine Folge der Pocken, mehr aber der Erſchlaffung des Darm⸗Canals, und nicht ſelten rührt er von Schärfen her. 1 Quentchen Rhabarberpulver und 1 Loth Honig, oder ſtatt deſſen r Quentchen Magneſia, leiſten in dieſem Fall gewöhnl ich den erwünſchten Effect. Die oben beſchriebene Lattwerge von Kreide oder pulveri⸗ ſirten Auſterſchalen und Enzian, mit Waſſer angemacht, wird in den meiſten Fällen, wo Säure im Magen und Schärfe in den Eingeweiden ſteckt, Hülfe leiſten. Wenn obige Mittel nichts helfen, ſo gebe man ein Decoct von einer Hand voll geraspelter Eichenrinde in 1 Seidel Waſ— ſer, täglich zweymahl, jedes Mahl den vierten Theil. Oder: 2 Quentchen gepülverte Tormentillwurzel mit etwas Waſſer ein— gegeben. Oder: 1 Loth gepülverte Kalmuswurzel, 1 Loth Kamillen, 4 Stunde in einem Seidel Waſſer gekocht, wornach ſolches ab⸗ geſeihet, und 1 Quentchen aufgelöſtes Opium(Tinctura Opii) dazu gemiſcht wird. Davon gibt man den Schafen alle drey Stun— den 2 Eßlöffel voll. Oder: 6 Loth Tormentillwurzel 2„ Rhabarber 1„ Magneſia mit Wachholderſalſe zu 6 Pillen zu machen. Zwey Eßlöffel voll geſchabte Kreide, einige Tage nach ein⸗ ander dem Schafe mit Rhabarber eingegeben, hilft allzeit, wenn Säure im Magen die Urſache des Üübels iſt. Iſt in Folge verdorbenen Futters der Durchfall bey den an— zuhoffenden Lämmern zu fürchten, ſo gebe man 14 Tage vor dem Lämmern den trächtigen Mutterſchafen viele Kreide unter das Salz. Wäͤhrend des Säugens aber gebe man nebſt Kreide gebrannte Auſterſchalen und gepülverte Enzianwurzel unter das Salz. Von de Entzu 7 15 daß die aufnehn gen, u vickeln. D Körper würmer 4 naſſe W res He die Trit plußlic zu grüne Oganizn ſchwacher nismus d Neattion erzeuge ten Kö in den vicklt; zeit mit 6 ddet naß Korper 6 R ortionen — Pocken, ht ſelten der ſtatt vohnlih — pulveri⸗ 8 wird in an in den Decoct =l Waſ⸗ = Oder: „Ter ein⸗ d nillen, daſes ab⸗ 101 Opii) 376 Stun⸗ 2n Pilen ach ein⸗ —, wenn d den an⸗ atvor dem 4 15 Salz. ebrannte 1 — — 45 Von der Egelkrankheit, Faulſucht, der fauligen Entzündung der Lunge, als Folge der Verhüthung. 136. Die meiſten Okonomen hatten früher den Begriff, daß die Schafe auf naſſen, ſumpfigen Weiden die Egelſchnecken aufnehmen, und daß dann im Körper dieſelben ſich vervielfälti⸗ gen, und die übrigen Folgen dieſer Krankheit ſich dadurch ent⸗ wickeln. Die Egelſchnecke(Fasciola hepatica) ſchlummert in dem Körper des Schafes, und iſt angeboren. Dieſe Art Eingeweide⸗ würmer hat in den Gallengefäßen ihren Aufenthalt. Das Austreiben bey naſſer, nebliger Witterung, ſumpfige, naſſe Weide, Sumpfluft, verdorbenes, dumpfes, wie auch ſau⸗ res Heu, Mangel an Salz, an bittern gewürzhaften Kräutern; die Tränke aus ſtehenden Wäſſern, aus Moräſten und Pfützen; plötzlicher Übergang von gutem zu ſchlechtem, und von trockenem zu grünem, geilen Futter, oder umgekehrt— kurz alles, was den Organismus ſchwächt, und die Galle verdirbt, wirkt auf den mit ſchwacher Cohäſion der feſten und flüſſigen Theile begabten Orga⸗ nismus der Schafe nur allzu ſchädlich ein, ſpannt die normale Reaction der Lebensthätigkeit ab, wodurch die Egelſchnecke zur thatigen Lebensäußerung erweckt wird; mithin die Entwickelung und Ausbildung der Egel, ſchon als Folge der früher bewirkten Schädlichkeiten, angeſehen werden müſſen. Schlechte Jahrgänge, lang anhaltende naſſe Witterung, erzeugen minder nahrhafte Futtergattungen, und in dem geſchwäch⸗ ten Körperzuſtande bilden ſich faulige Krankheiten, wodurch der in den Gallengefäßen ſchlummernde Keim der Egelſchnecke ſich ent⸗ wickelt; daher ſind die Faulſucht und die Egelkrankheit auch all— zeit mit einander vergeſellſchaftet. Ofters von Regen während der Fechſung ausgewaſchenes oder naß eingebrachtes, moderig gewordenes Heu, disponirt den Körper ebenfalls zu dieſer Krankheit. Niedrige Stallungen, in welchen der Miſt ſo lange ange⸗ 46 häuft bleibt, daß er in faulende Gährung übergehet, ſind auch geeignet, entzündliche Krankheiten in faulige ſchnell übergehen zu machen. Wer in naſſen Jahren ſehr viel Salz füttert, hat im fol⸗ genden Frühjahr auch große Sterblichkeit durch faulige Krankhei⸗ ten zu gewärtigen, indem der durch die nahrungsloſen Futtergräſer geſchwächte Körperzuſtand, durch die auflöſende Eigenſchaft des Salzes, dazu noch mehr disponirt wird. Die Symptome der Krankheit ſind: ein aufgedunſener Kör⸗ per, bleiches, leicht blutendes Zahnfleiſch, eine bleiche, gelbliche Haut, ſpäter erſt rothe, dann ſchwarzbraunliche Blutflecken an derſelben, Geſchwulſt der Kanaſchen und anderer Theile, Abma⸗ gerung, Zehrfieber, endlich der Tod; in dem Cadaver aufgelöſte Säfte, ſchlappes, aufgeweichtes Fleiſch, Waſſer in den Körperhöh⸗ len, verdorbene Galle, und in der Leber eine angehäufte Anzahl Egel⸗ ſchnecken. Bey egelkranken Schafen iſt übrigens auch der Schlag des Herzens, der Zeit und Stärke nach, ungleich; ſie miſten ſel— ten, aber viel auf ein Mahl. Bey normaler Qualität der Galle werden die Egelſchnecken in ihrer Unthätigkeit erhalten, weil ſie bitter iſt; und wie ſich dieſe alterirt, entwickeln ſich die Thiere verhältnißmäßig. Darin liegt der Grund, warum bittere Mittel den Schafen zu allen Zei⸗ ten gedeihlich ſind, und warum die Egel, wenn die Säfte der Schafe ſich dem Verderben oder ihrer Auflöſung nähern, ein ſo tödtliches Symptom der Fäule werden. Alle faulig kranke Schafe ſaufen mehr, ſehnen ſich öfter nach dem Waſſer; und je ſchwächer das Thier wird, deſto mehr verliert es an Harn auf ein Mahl; aber deſto ſeltener. Je breyartiger der Miſt wird, und je mehr er ſtinkt, deſto größer iſt die Gefahr.— Dieſer Krankheit iſt durch Achtſamkeit der Schäfer, daß oben berührte Urſachen vermieden werden, viel leichter vorzubeugen, als ſie zu heilen. Iſt ſie jedoch vorhanden, und nicht zu weit vor⸗ gerückt, ſo gebrauche man vorzüglich bittere Mittel, als: geſchnittene Roßkaſtanien, Eicheln, Wermuth, Wachholderbee⸗ ren, Ofe oder Eiſ glangleb kaſtanien Präſerve gemacht mit etwe * angefeut tiglich i 9 „ Salz un Traͤnke, 1 Pfund doß das? darin lieg Kaänke en e We Ih muth, C A N d auch xgehen im fel⸗ ankhei⸗ egräſet Maft des er Kor⸗ gelbliche an cken an Aoma⸗ eloſte erhö⸗ hEgel⸗ * Schlag anen ſel⸗ lagnecken Kie ſich ai Darin d zen Zei⸗ O ſtee der ein ſo Scafe a hwicher Mahl; mehr er aß oben abeugen/ useit vor⸗ Sl, als: 2 olderbee⸗ 47 ren, Ofenruß, Enzian, Aſant, Bitterklee, Kalmus, das Eiſen oder Eiſenpillen, Wagenſchmiere, und zeitweiſe auch etwas Spieß⸗ glanzleber, unter dem Sa lz. Gedörrte und geſchrotene Roß⸗ kaſtanien ſind in vielen Fällen gegen die Egelkrankheit, als ein Präſervativ⸗ und Curativ⸗Mittel, wo ſie noch keine Fortſchritte gemacht hat, als höchſt wirkſam gefunden worden, den Schafen mit etwas Salz zu füttern. Auch kann man derley Schafen unter angefeuchteten Hafer oder Schrot, während 10— 12 Tagen, täglich in der Früh und Abends, auf ein Haupt jedes Mahl 11¼ Quentchen Baldrianwurzel 1 ½„ rothe Enzianwurzel 1½„ Kalmuswurzel, eingeben. Oder: Pillen, aus Wermuth oder Garten⸗Raute, Enzian, etwas Salz und Mehl beſtehend, von der Größe einer Haſelnuß, dabey Traͤnke, auf 1 Büttel reines Waſſer 1 Pfund ſcharfen Eſſig mit 1 Pfund Salz gemiſcht, und ſo viel roſtiges Eiſen hinein gelegt, daß das Waſſer davon röthlich wird; laſſe es 5o— 40 Stunden darin liegen, und rühre es öfters herum, und ſo fort wird die Tränke erneuert. d Oder: Wenn die Krankheit noch nicht weit vorgeſchritten iſt, pr. Stück: In 1 Seidel Waſſer 20— 30 Gran Kampher, mit Wer⸗ muth, Enzian und Kalmus abgeſotten, und mit Honig verſüßt. Oder: Täglich zweymahl zur Lecke: 1 Loth Salz 2„ Enzian oder Wermuth 1» geſtoßene Wachholderbeeren 2 gehäufte Eßlöffel voll luftentſäuerte Buchen⸗ oder Birken⸗Kohle. Wollen die Thiere nicht lecken, ſo mache man es in Pillen, und bringe es dem Thiere bey. Oder: Man gebe jedem Stuück einen Einguß von: 4 Ehlöffel voll Kalmusabſud * 3 Eßlöffel voll guten Eſſig, 3 Quentchen Steinſalz, während 4 Tagen, jedes Mahl in 2 Portionen zu verabreichen. G V Oder: Man ſammle Holz, Blätter und Beeren von Daphne mezereum(deutſch: Kellerhals, Seidelbaſt, Pfeffer⸗ ſtrauch), und zwar anfangs May, trockne ſie im Ofen, pul⸗ veriſire ſolche, und gebe ſie den Schafen unter die Salzlecke als Präſervativ⸗Mittel. Man gebe auf 100 Stück 1 Pfund. Da dieſe len; oder man übergieße dieſen zerſtoßenen Pfeffer mit weißem Wein: nachdem derſelbe 24 Stunden darin geweicht hat, gießet man den Wein ab, und gibt jedem kranken Stück von dieſer Infuſion früh und Abends ein Kelchglas voll. Oder: 4 Man nehme trockene, geraspelte Eichenrinde, gepülverte Enzianwurzel, geſtoßene Wachholderbeeren, von jedem 2 Pfd.; ferner 1 Pfd. Eiſenvitriol, und 7 Pfd. Kochſalz, nebſt einigen Handen voll Leinſamen. Dieſes koche man ſo lange zu einer Latt⸗ werge, bis ſich die Flüſſigkeit in Fäden ziehet. Den kranken Scha⸗ fen iſt, während 8 Tagen, täglich nüchtern ein Quentchen davon einzuſtreichen. Man ſehe aber darauf, daß das Schaf nicht bald darauf ſaufe. Man kann auch 2 Quentchen Salmiak, und 5 Quent⸗ chen Kampher(welcher letztere aber zuvor in Weingeiſt aufgelöſet werden muß) dieſer Lattwerge beymiſchen. Oder: Man nehme 6 Loth grüne Schalen von wilden Kaſtanien, oder von der Wallnuß(Juglans regia), die ich noch wirkſamer gefunden habe, 2 Quentchen Eiſenvitriol in 3 Seidel Waſſer ge⸗ kocht, auf 5 Portionen. Als Präſervativ⸗Mittel kann ich empfehlen: Auf 100 Schafe 1 Loth Antimoniam crudum(Spieß⸗ glanz), fein gepülvert, 4 Loth Radix gentianae(gelber Enzian), Pflanze giftig iſt, ſo iſt Vorſicht bey dem Gebrauch zu empfeh- 2 Loth dem V ſettt; Falz; Maße Ofenr. die gen und fen be gebrau Zeiten Präſe ſich ein rung, ſ dei glei hoftet! gen Sch der Me⸗ die Ktea giſtige auch d und iſ deren! weilen W ein Ein und ein von ſch Il. ionen zn Daphre feffer⸗ — n, pul lecke als da diſfe empfeh⸗ dn weeißem Seßet man * JInfuſion wülverte a Pfd.; ſan einigen is er Latt⸗ marn Scha⸗ ban davon richt bald 115 Quent⸗ saufgelbſe a aftanie, ewirkſamer SKaſer ge 4(Syuß nar Enziau) — 49 2 Loth Kalmus pulveriſirt, unter Salz oder unter dem Futter dem Viehe beygebracht. Mit dieſem Mittel wird 2 Monathe ununterbrochen fortge⸗ ſetzt; oder man nimmt nach Verhältniß des nöthigen Quantums Salz zum Salzgeben ſeiner Herde, die Hälfte ſo viel nach dem Maß an Theer, und den vierten Theil an bittern Kräutern und Ofenruß, miſchet alles ſorgfältig unter einander, und gibt ſolches auf die gewöhnliche Weiſe, als Salzlecke, den Schafen vor. Im Herbſt und Frühjahr iſt dieſes Präſervativ⸗Mittel bey den Weideſcha⸗ fen beſonders zu empfehlen, und an den gewöhnlichen Salztagen zu gebrauchen. Das Federweiß(Alumen plumosum), wovon man in neuern Zeiten ſo viel Übertriebenes wahrgenommen haben wollte, hat als Präſervativ⸗Mittel gegen dieſes libel ſeinen ganzen Credit verloren. Iſt dieſe Krankheit aber ſchon zu weit vorgerückt, und äußern ſich einmahl Geſchwülſte, rothe Flecken auf der Haut, oder gar Abzeh⸗ rung, ſo iſt kein anderes Mittel, als das Meſſer. Durch den Genuß des Fleiſches von Schafen, die mit dieſer Krankheit nur ſchwach be— haftet waren, hat man nie nachtheilige Folgen, bey ſtark fauli— gen Schafen hingegen einen ſchaͤdlichen Einfluß auf die Geſundheit der Menſchen verſpürt, indem ein derley aufgelöſtes Fleiſch nie die Kraft und den guten Geſchmack eines geſunden beſitzen kann. Gedärm⸗Entzündung. 137. Dieſe kann ſich bey Schafen nicht nur auf den Genuß giftiger Kräuter und verſchlämmter dumpfiger Fütterung, ſondern auch durch gähe Abkühlung nach übermäßiger Hitze leicht ereignen, und iſt durch die Unruhe, das ängſtliche Umherſpringen der Thiere, deren Umwälzen auf der Erde, und den darauf erfolgenden, zu⸗ weilen auch mit Blut vermiſchten, Durchbruch zu erkennen. Wenn dieſe Krankheit von Erkältung herrührt, ſo hat oft ein Einguß von warmen Wein, mit bittern Kräutern abgekocht, und ein Klyſtier von Kamillen gute Wirkung gethan; iſt ſie aber von ſchlechtem Futter oder giftigen Kräutern entſtanden, ſo hat ein II. 2. Abtheilung. 4 5o Stück Speck, dem kranken Thiere in den Schlund geſteckt, oder ſtatt deſſen ein halb Loth Schießpulver unter einige Löffel voll Lein⸗ öͤhl öfters eingegeben, das Übel gehoben. Auch Knoblauch iſt, in⸗ nerlich gebraucht, ein ſtarkes Gegengift, und ſtillt ſehr oft die Kolik oder das Bauchgrimmen, das von Blähungen herrührt. Man kann ihn nach Umſtänden roh oder als Abſud und in Kly⸗ ſtieren beybringen. Dieſe Mittel müſſen jedoch gleich bey dem Ent— ſtehen der Krankheit angewendet werden, ſonſt iſt das Thier oft ohne Rettung verloren. Vom Aufblähen der Schafe oder der T rommelſucht. 158. Wenn! die Schafe, ſo wie alle Thiere, beſonders die wiederkäuenden,zmehr freſſen, als ſie verdauen können, ſo geht das Futter im Wanſt in Gährung über, und entwickelt vieles Gas, welches den Magen ausdehnt, ſeine Schließmuskeln zugleich reizt, zuſammenſchnürt, und den Ausgang ſich ſelbſt verſperrt. Wenn die Herde nach lange anhaltender trockener Fütterung, oder nach langem Faſten zu lange auf einer Weide gelaſſen wird, deren Gras zart und dem Viehe wohlſchmeckend iſt, wie z. B. der junge Klee ꝛc., und daher dieſelben zum Genuß anreizt, ſo genießen ſie davon im Überfluß und zu gäh, wodurch die gefräßi⸗ gern, oder jene, welche einen ſchwachen Magen haben, aufblähen. Die vom Thau naſſen, jungen Gräſer, beſonders junger Klee oder Lucerne, verurſachen, wegen der Begierde und Geſchwin⸗ digkeit, womit ihn die Schafe verzehren, hauptſächlich dieſe Krank⸗ heit, ohne daß das Vieh übermäßig viel davon genoſſen hätte; denn die Feuchtigkeit, womit das genoſſene Futter angefüllt iſt, erzeugt eine ſchnelle Gährung, und das ſich daraus entwickelnde Gas treibt den Leib übermäßig auf, hemmt die Circulation des Blutes, erſchwert das Athmen, und tödtet meiſten Theils ſchnell das Thier, wenn nicht augenblickliche Hülfe geleiſtet wird. Die Kennzeichen davon ſind nicht zu verkennen, und beſte— hen in einer merklichen Ausdehnung des Bauches, welche immer mehr und mehr bis zu einer außerordentlichen Weite zunimmt, anfang. tigkeit Luft ſe ſo wid gen A ren, wo ſie und ſi chen2 ten, ein tü Herur aufſoe hend, das S den le mittel oder zu ſo groß brennt heiß it ſo, daß etliche. rrrührt. in Ilh⸗ em Ent⸗ ier oft Flſuht. ders die an ſeht das 38 Gas, Nôh reizt, a ßekung, ſn wird, ic z. B. unzt, ſo azhefräßi⸗ m blähen. 79 junger eeſchwin⸗ e Krank⸗ 7 hätte; üllt iſ, an oickelnde a tion des — ſchnell . d beſte⸗ we immer nimmt/ 51 anfänglich in einem langſamen, endlich ganz ſteifen Gange, Mat⸗ tigkeit, Stolpern, ſchwerem Athmen und öftern Schnappen nach Luft ſich äußert. Iſt die Krankheit bis zu dieſem Grade gediehen, ſo widerſtehen die Thiere nicht mehr lange, und fallen nach eini— gen Augenblicken todt zur Erde. Um die Schafe davon zu bewah— ren, muß man ſie auf einer ihnen beſonders angenehmen Weide, wo ſie mit zu viel Begierde freſſen, nie zu lange weiden laſſen, und ſich beſonders in Acht nehmen, wenn dieſe bethaut iſt. Auf ſol⸗ chen Weiden muß man die Schafe in beſtändiger Bewegung erhal⸗ ten, auch nie ſtark gegen den Wind treiben. Wenn der Schäfer das Aufblahen früh genug bemerkt, ſo iſt ein tüchtiges Reiben des Rückens und des Bauches, nebſt mäßigem Herumtreiben(während man ihnen mit einem Holze das Maul aufſperrt, um den Abgang des Windes zu befördern), oft hinrei— chend, um das Ausfahren des Gaſes zu befördern; oder man ſtelle das Schaf ſo tief in das Waſſer, daß ſolches den Rücken ganz be⸗ deckt, und laſſe das Thier ſo lange darin ſtehen, bis man bey ihm ein erkünſteltes Fieber bemerket. Hat man kein hinlänglich tiefes Waſ⸗ ſer in der Nähe, ſo begieße man das Schaf mit kaltem Waſſer ſo lange, bis ſich das Fieber einſtellt. Oder: 6. Man gebe dem aufgeblähten Schafe, wenn das Ubel im Ent⸗ ſtehen iſt, eine Hand voll Hanfſpreu, und nöthige es, ſolches zu ver— ſchlingen. Hierbey zäume man das Schaf mittels eines Strohſeiles auf. Sicherer verfährt man aber, wenn man ihnen zuvor entweder ein Glas voll laue Milch oder Seifenwaſſer, Kalkwaſſer(von bey— den letztern ein halb Seidel), auch in Ermangelung dieſer Huülfs⸗ mittel das nähmliche Quantum Pottaſche oder Holzaſchen⸗Lauge, oder zwey Eßlöffel voll zerrriebenes Schießpulver, mit einer vierfach ſo großen Portion von Leinöhl beygemiſcht, eingießt. Den Kalk brennt man zu dieſem Ende ſtark aus, zerſtößt ihn, wenn er noch heiß iſt, zu Pulver, thut ihn in eine Flaſche, und verpicht dieſe ſo, daß keine Luft dazu kommen kann. Man nimmt zum Gebrauche etliche Kaffehlöffel voll heraus, vermiſcht ſolche ſogleich mit 1 Sei⸗ * 5² del Waſſer(welches erwaͤrmt dem Zwecke entſprechend iſt), läßt die Miſchung ſich ſetzen, und gibt die Hälfte ſogleich, und die andere Halfte etwa nach einer halben Stunde dem Thiere ein, wobey man das kranke Vieh bey Hauſe behält. Auch Klyſtiere aus einem Abſud von Seife, weizenen Kleyen und Salz mit etwas Leinöhl, verſchaffen oft augenblickliche Hülfe. Siehe§. 12. Eine Miſchung von A Loth Steinöhl und 12 Loth Brannt⸗ wein iſt auch ein vorzügliches Mittel; da es jedoch ſehr angrei⸗ fend und gefährlich iſt, ſo muß man nur im größten Norhfalle da⸗ von Gebrauch machen. Zwey Loth von dieſer ganzen Miſchung ſind eine Portion für ein Schaf; oder man gebe dem Schaf 5 bis 4 Tropfen Scor⸗ pionöhl, eigentlich das Ohl der Maulwurfsgrille, ein. Iſt der Zuſtand ſchon gefahrdrohend, ſo muß man die Ope⸗ ration mit dem Trokar vornehmen, die§. 24 genau beſchrieben iſt. Bisweilen verſchließen außerordentliche Dinge, welche mit dem Gas eindringen, die Röhre, welche man in dieſem Falle durch Einfahren mit einer Sonde zu reinigen ſuchen muß, und ſie ſo lange ſitzen läßt, bis ſich kein Gas mehr entwickelt. Dann reinigt man die Wunde mit warmen Wein, bedeckt ſie mit in Terpenthin eingetauchter Charpie, und ſie verheilt in kurzer Zeit. Hat man keinen Trokar, ſo muß man mit einem Meſſer dieſe Operation bewerkſtelligen, und eine Röhre in die Offnung ſtecken, indem es doch gerathener iſt, zu verſuchen, das Thier durch eine ge⸗ wagte Handlung zu retten, als umkommen zu laſſen. Vom Huſten, der von Verkältung entſtanden iſt. 159. Dieſer Fall ereignet ſich bey naßkalter nebeliger Wit⸗ terung, beſonders im Herbſt und Frühjahr, ſehr häufig. In die⸗ ſem Falle miſche man Schwefelblüthen unter die Salzlecke der Schafe. Von Wurmkoliken. 140. Die Schafe werden von Koliken, die theils von Wür⸗ mern, theils daher rühren, wenn der Magen und die Eingeweide unthäti tigſten ſtande mer zu zu ſtrt in und werder —. 11 dendor empii men fallen d heit in — läͤßt die andere ey man m Atſud a ſchaffen ⸗ rannt⸗ angrei⸗ amalle da⸗ ſportion = Scor⸗ n iie Ope⸗ ₰ hrieben zesthe mit „Dedurch nu ſie ſo unteeinigt „enthin ller dieſe a ſtecken, b veine ge⸗ Den iſt „ ger Wit⸗ In die 5 Schafe on Wir⸗ ngeweide 55 unthätig ſind, ſehr geplagt, und unterliegen öfters dießfalls den hef⸗ tigſten Schmerzen und Convulſionen. In dieſem Krankheitszu⸗ ſtande iſt folgendes Mittel ſehr zuträglich, nicht allein die Wür⸗ mer zu vertreiben, ſondern auch den Magen und die Eingeweide zu ſtärken, und die Freßluſt wieder herzuſtellen: 1 Loth Enzian, 1 ⸗ Gartenraute, Wermuth oder Schafgarbe, ¹ Scrupel Spießglanz, mit Mehl und Waſſer zur Lattwerge gemacht. Von Krämpfen in und nach der Geburt. 141. Es iſt ein Fall, der ſich ſehr oft ereignet, daß die Schafe in und nach der Geburt mit höchſt ſchmerzhaften Krämpfen befallen Snens; folgende Miyxtur iſt ein bewäͤhrtes Mittel dagegen: Loth Leinöhl, und 4 ⸗ Leinſamen werden gekocht, und Saffran beygemenget. 84— u Vom beſchwerlichen Athmen. 142. Es ereignen ſich öfters Fälle, daß Schafe wegen eines verdorbenen Magens die Freßluſt verlieren, große Unbehaglichkeiten empfinden, und dieſe durch ein keuchendes und beſchwerliches Ath⸗ men zu erkennen geben. Folgendes Mittel wird dieſes Üübel heben: 6 Loth Schafgarbenpulver, 4 ⸗ Kochſalz, ½ Scrupel Spießglanz, nebſt Mehl und Waſſer zu einer Lattwerge gemacht, und in 7 bis 8 Gaben dem kranken Thier nüch⸗ tern eingegeben. Mittel, die Freßluſtzu erregen. 145. Sehr oft verſchmähen die Schafe das beſte Futter, und fallen vom Fleiſche ab, ohne daß man Spuren von einer Krank⸗ heit an ihnen wahrnehmen kann. Der Grund von dieſer Erſchei⸗ 54 4 nung liegt gewohnlich in einem verdorbenen Magen, deſſen Ver⸗ dauungsvermögen man wieder herzuſtellen durch folgende Mittel befliſſen ſeyn muß: Enzian, Kalmus und Wachholderbeeren, gepülvert und zu gleichen Theilen mit Salz vermiſcht zu geben; oder: Kochſalz, Wermuth, Bitterklee, von jedem 1 Pfd., und 1 Loth Terpenthinöhl dazu gemiſcht. Oder: 1 Pfd. Enzian, 2 ⸗ Wermuth oder Gartenraute, 1 ⸗ Fenchelſamen, 1 2 Senf, 6 Loth Spießglanz, fein gepülvert, mit 5 Pfd. Haferſchrot oder weizenen Kleyen abgemiſcht, und mit etwas Salz den Schafen gegeben. Vom Milzbrand, Blutſchlag, Stickblut oder der ſogenannten Seuche. 144. Dieſe Krankheit iſt nicht anſteckend; aber eine heiße, ſchwüle Temperatur, beſonders wenn die Luft ſehr elektriſch iſt, dis⸗ ponirt die Natur des Schafes vorzüglich dafür. Die Urſachen liegen, außer der Anlage, welche ein Thier ver dem andern dazu hat, vielleicht in der Wartung und Fütterung durch das ganze Jahr, und beſonders zu der Zeit, wann dieſe Krankheit vorzüglich erſcheint. Es iſt eine ausgemachte Thatſache, daß Körnerfutter und blöhende Nahrung, nebſt ſchwüler, elektriſcher Witterung, ſolche befördern; wofür ſehr viele Erfahrungen ſprechen. Am häufigſten zeigt ſich dieſes übel bey der Stoppelweide, wo den Schafen die von dem ausgefallenen Weizen, Korn und beſonders Hafer geil hervorgeſproſſenen jungen Pflanzen, ſo wie auch die abgefallenen und zurückgebliebenen Ähren, eine vorzüglich angenehme, aber das Blut im Übermaß vermehrende Nahrung darbiethen. Derſelbe Fall findet auch bey jenen Stellen in den Vertiefungen der Felder Statt, welche bey⸗ regneriſcher Witterung mit S rung f lich ei iſt bet die Fü auch b zuwei der Ge gen ur ken in Weide lange Bewe den — un ſic obe Haupt a allem b Mittel kähle, S ſite Thiere Ader ter de als ſie Galz, alles fe tiv⸗Mit zu gebre d kann m auch ei —n Ver⸗ = Mirtel mn und uu ☛ und 1 =5 Pf. emiſcht, nregeben. der aiſchwüle Duer ver ic terung denn dieſe ne und ), ſole Delveide, ern und 1 s ſo wit rzüglic = ahrung 1 in den ² aitterung 55 mit Schlamm übertragen wurden, und nun eine ſehr geile Nah⸗ rung für das Schafvieh hervorbringen. Dieſe Krankheit tritt plötz⸗ lich ein, und iſt ſchnell tödtend. Das Thier ſteht plötzlich ſtill, iſt betäubt, taumelt, kann ſich kaum aufrecht erhalten, ſtämmt die Füße von einander, fällt um, ſchlägt mit den Flanken, gibt auch oͤfters Blut von ſich, und überlebt oft kaum mehr eine Stunde, zuweilen aber auch mehrere Tage, wenn der Brand bloß einen Theil der Gedärme, oder nur die Lunge oder Leber, oder einen der Ma⸗ gen und nicht die Milz angegriffen hat. Um die Schafe vor dieſer Krankheit, die zuweilen große Lü⸗ cken in den Herden verurſachet, zu bewahren, muß man ſie auf Weiden von nahrhaften, das Blut erhitzenden Beſtandtheilen nicht lange verweilen laſſen, auch ſie dabey immer in ſehr langſamer Bewegung erhalten; und wenn dieſe Krankheit zu befürchten iſt, den Schafen täglich Salniter oder Glauberſalz mit etwas Kleyen — um die Entleerungen des Miſtes zu erzwecken— geben; ſobald ſich aber das Übel einſtellt, das ſämmtliche Vieh öfters baden, über⸗ haupt aber vor jeder Erhitzung, vor dumpfigen Ställen, und vor allem bewahren, was ihr Geblüt erhitzet; dabey alle diejenigen Mittel anwenden, welche dasſelbe abkühlen, und ihnen über dieß kühle, ſchattige Ruheplätze während der Mittagshitze verſchaffen. Wenn man dieſe Krankheit unter der Herde wahrnimmt, ſo iſt es ſogar rathſam, beſonders den ſtärkſten, wohlbeleibteſten Thieren, die dieſer Krankheit immer am erſten unterworfen ſind, zur Ader zu laſſen, auch ihnen viel Salpeter und Schwefelblüthen un⸗ ter dem Salz zu füttern, und ſie ſo oft und ſo viel ſaufen zu laſſen, als ſie wollen; beſonders aber empfehle ich eine Lecke von 2 Pfd. Salz, 1 Pfd. Schafgarbe, 1 Pfd. Weinſtein,* Pfd. Spießglanz, alles fein gepülvert, welche überhaupt als ein wichtiges Präſerva⸗ tiv⸗Mittel beym Eintritt aller gefährlichen Entzündungskrankheiten zu gebrauchen iſt. Thieren, bey denen ſich die Symptome dieſer Krankheit äußern, kann man nebſt einem ſtarken Aderlaß von 10— 12 Loth Blut auch ein Eiterband an der Bruſt machen. Man gebrauche zugleich 56 bey dieſen Thieren, alle 2 Stunden, mit Waſſer angemacht, ein halbes Loth von folgendem Pulver: 5 Loth vitrioliſirten Weinſtein, 3 ⸗ Weinſteinrahm, und 2 ⸗ gereinigten Salpeter. Überdieß gebe man anfänglich eine Klyſtier von* Loth Rauch⸗ tabak und † Loth Seife mit 1½ Seidel Waſſer dem kranken Thiere lauwarm ein, um den Abgang eines feuchten Miſtes zu erzwecken. Der Verlauf dieſer Krankheit iſt gewöhnlich zu ſchnell, um wei⸗ tere innere Hülfe zuzulaſſen. Doch habe ich ſchon mehrere durch einen ſehr ſtarken Aderlaß und oͤftere Eingüſſe von Salniter, mit Schieß⸗ pulver vermiſcht, gleich bey dem Entſtehen der Krankheit, und durch ein gleich darauf angewandtes kaltes Bad glücklich gerettet.— Ich empfehle, ſolche Schafe, an denen ſehr viel gelegen iſt, ſo lange dieſe Krankheit unter der Herde wüthet, öfters zu baden, an kühle Orter, z. B. in eine luftige Kammer, zu bringen, von der alle ſchwüle Stall⸗Luft entfernt iſt. Weiche Nahrung iſt ſolchem Viehe in dieſer Lage zu ſeiner Rettung und Erhaltung viel zuträglicher, als hartes, das Blut erhitzendes Futter. Von der Waldkrankheit. 145. Dieſe Krankheit zeigt ſich, wenn die Schafe viel junge Eichenknospen und ſtopfende Pflanzen im Frühjahr genießen. Hitze, Durſt, ſehr verhärtete Excremente oder gar Verſtopfung, wobey ſie nicht wiederkäuen, ſind die Symptome dieſer Krankheit, welche von längerer Dauer iſt, ja oft 4 Wochen währt. Das ſicherſte Präſervativ⸗Mittel dagegen iſt, ſie im Frühjahr nicht in den Wald zu laſſen. Ein Aderlaß und Einguß von Ohl, ſo wie auch auflöſende Mittel, z. B. Glauberſalz, Salniter, Leinöhl mit Schießpulver oder Salniter vermiſcht, Klyſtiere von gekochten weizenen Kleyen, mit Ohl beygebracht, ſind in dieſen Um— ſtänden ſehr entſprechend. Man leſe§. 12. Das Blutharnen oder die Blutkrankheit. 146. Dieſe entſteht von dem Genuß ſcharfer Kräuter auf in Vo Salein des we naſſen Früh ausſe dasi futte dunk Krän Wier meid Tem ein 2 Ef nehm ſtein! gemiſch d mös tione 1 A. ſo ka den; oder: pfung. kann u blut 1 —t, ein = Nauh⸗ .. Thiere wecken. An wei tch einen A⅞Echjieß⸗ d durch ttet.— d legen aden, aver alle u Viehe aaulicher, e ljunge 367. Hitze, 1 wobey 8=, welche 3 Srühſoh on Oll⸗ alnitet/ Itiere von jeſen Um⸗ peit. muter au 97 naſſem Boden. Vorzüglich äußert ſich dieſer gefärbte Urin auch im Frühjahr auf Holzweiden, wo die Schafe begierig die Blätter der ausſchlagenden Sträuche zu freſſen pflegen. Auch kann dieſes Übel, das jedes Mahl entzündlicher Natur iſt, durch ſchlechtes Winter⸗ futter erzeugt werden. Der Krankheitszuſtand zeigt ſich durch die mehr oder minder dunkle Farbe des Urins, den ſie nur mit Schmerz laſſen, durch Krämpfe, die ſie bekommen, und durch gänzliche Unterlaſſung des Wiederkauungsgeſchäftes. Nach und nach wird das Thier ſchwächer, meidet ſich immer mehr und mehr, und geht endlich ohne Hülfe ein. Vor allem ſchütze man die kranken Thiere gegen abwechſelnde Temperatur und Witterung, dann laſſe man zur Ader, und gebe ein Quentchen Salniter mit 1 Loth Honig; oder einen Einguß von 2 Eßlöffel voll gepülvertem Schießpulver mit Leinöhl; oder man nehme 1 Loth gereinigten Salpeter, 2 Loth vitrioliſirten Wein— ſtein und 2 Loth Alaun, welches alles gepülvert und zuſammen⸗ gemiſcht, und dem Schaf täglich zweymahl, jedes Mahl ½ Loth im Waſſer, eingegeben wird; jedes dieſer Mittel wird helfen. Schleimige Klyſtiere leiſten auch augenblickliche Linderung, beſon⸗ ders wenn Krämpfe wahrgenommen werden, Man leſe§. 12. Nicht minder heilſam iſt ein Abſud von 1 Seidel Bier und einer halben Handvoll verkleinertem Bilſenkraut(Hyoscya— mus niger), welcher durchgeſeihet, dem Schafe täglich in 3 Por⸗ tionen gegeben wird. Iſt die Krankheit hartnäckig, ſo füge man 1 Quentchen Salpeter bey. Begleiten dieſes Übel ſtarke Krämpfe, ſo kann ½ Quentchen fein geriebener Kampher hinzugegeben wer— den; oder: † bis ſteigend zu 1 Loth Alaun mit Milch eingegeben; oder: ½ bis 1 Quentchen Bleyzucker mit Milch eingegeben. Von dem Rückenblute. 147. Das erſte Symptom dieſer Krankheit iſt die Verſto⸗ pfung. Wenn man auf dem Miſtballen etwas Blut entdeckt, ſo kann man gewöhnlich daraus ſchließen, daß das Schaf das Rücken⸗ blut habe. Tritt endlich die Verſtopfung ein, dann verliert das⸗ ſelbe die Freßluſt, es legt ſich nieder, und ſchöpft ſchneller Athem. Bey längerer Dauer der Krankheit läuft demſelben der Bauch auf, es bekommt Krämpfe, wornach es unruhig wird, und es ſo fort⸗ treibt, bis es eingeht. Der Schäfer muß in dieſem Falle auf der Stelle den harten Miſt mit den mit Speichel oder Ohl naß ge⸗ machten Zeigefingern aus dem Maſtdarm nehmen, ſogleich zum Ader⸗ laſſen ſchreiten, und gibt ihm bis zur hergeſtellten Offnung des Leibes alle zwey Stunden ein erweichendes Klyſtier. Siehe§. 12. Zugleich gibt man ihm, als innerlich wirkend, mit Waſſer aufgelöſet, in 2 Löffel voll Leinöhl gemiſcht, folgendes Pulver: 2 Loth Salpeter mit 4 Loth Glauberſalz, fein gepülvert und zuſammen gemiſcht, jedes Mahl ein halbes Loth, täglich dreymahl, Morgens, Mittags und Abends, bis zur völligen Geneſung ein. Vom Schnupfen. 148. Schnelle Witterungsveränderung und Verkältung veran⸗ laſſen zuweilen den Schnupfen; einige Thiere ſind demſelben mehr, andere weniger unterworfen. Wenn der Schnupfen bloß in der Verdickung der Feuchtigkeit beſteht, welche die Schleim⸗ g g haut umgibt, ſo verſtopfen ſich die Naſenlöcher, oder es läuft ih⸗ nen ein mehr oder weniger dicker Rotz aus denſelben; ſie heben daher den Kopf, um leichter durch das Maul zu athmen, und ſuchen ſich durch Anſtrengungen Luft zu verſchaffen. Iſt das Ubel nur leicht, ſo hebt es ſich von ſelbſt; hat ſich aber der Eindruck der Luftröhre und der Lunge mitgetheilt, ſo huſten die Thiere, und leiden mehr. Derley von einem entzündlichen Schnupfen oder Huſtenfieber befallene Schafe fangen an zu fröſteln und zu zittern. Sie hängen die Ohren, ſenken den Kopf tiefer zur Erde, und gehen matt einher. Sie athmen geſchwinder, und die ſonſt feuchte Schnauze wird trocken. In dieſem Falle läßt man ſie zu Hauſe, und hüthet ſie vor kalter Zugluft, macht ihnen, wenn ſich die Krankheit nicht gibt, ihnen Thät Hauf rung mon püly derſa gens gebe ſü. 1 L ſett, und; ſeze: — ein Sind dieſe elten genn Vord lgen, b ſuchen klein V V V unttie althem. 8h auf, d fort⸗ Zuf der naß ge⸗ = Ader⸗ ang des §. 12. Waſer = lver: as Loth, s zut unweran⸗ ad ſelben fam bloß iindrit — dhiere, e nupfen * und zu ar Erde, cie ſonſt et ſie iit nich 59 gibt, auch ein Dampfbad von Waſſer mit bittern Kräutern, hält ihnen die Naſe darüber, um die geſchwächten Organe wieder in Thätigkeit zu ſetzen(ſiehe§. 4), gibt ihnen gute Nahrung zu Hauſe, und ſetzt ſie nicht eher wieder den Einflüſſen der Witte⸗ rung aus, bis ſie den Huſten verloren haben; innerlich gebraucht man täglich dreymahl folgende Lattwerge, die aus 3 Loth ge⸗ pülperten Schwefelblumen und 4 Loth Althäawurzel, mit Hollun⸗ derſalſe verdünnt, jedes Mahl ein Eßlöffel voll eingegeben wird. Um bey dem Schnupfen oder Rotze die Thätigkeit des Ma⸗ gens und der Gedärme zu heben, und die Freßluſt zu erregen, gebe man 2 Loth ſchwarze Nieſewurzel, in einem reinen Ge⸗ fäß ½ Stunde in 3 Seideln Waſſer gekocht, durchgeſeihet, und 1 Loth gepülverten Schwefel, 2 Loth gepülverte Kohle hinzuge⸗ ſetzt, dem Schaf in drey Gaben. Oder: man nehme Schafgarbe und Fieberklee, koche es mit 1 Maß Waſſer eine Stunde, und ſetze 2 Loth gepülverte Kamillen und 1 Loth Kochſalz hinzu. Von den Würmern in den Eingeweiden. 149. Die Wirkung der Würmer, welche die Lämmer und die alten Schafe oft in den Eingeweiden haben, und von denen ſie nicht ſelten plötzlich getödtet werden, haben Einige bisher für die fal⸗ lende Sucht angeſehen. Man erkennt ihr Daſeyn durch krampfhaftes Dehnen des Körpers, durch Koliken, welche ſie verurſachen, durch ein plötzliches Niederwerfen und convulſiviſche Bewegungen ꝛc. Sind ſie in großer Menge vorhanden, ſo kümmern und magern dieſe Thiere ab, bleiben in ihrem Wachsthume zurück, und nicht ſelten gehen eine Menge davon zu Grunde, wenn man kein Ge— genmittel anwendet. Alle Schafe, welche öfters mit aufgehobenen Vorderlippen die Witterung ſuchen; wenn ſie öfters unruhig ſich legen, wieder aufſtehen, und mit unter den Bauch geſtellten Füßen ſtehen ꝛc., werden von Würmern geplagt. Viel Knoblauch, ſowohl die Bollen als auch das Kraut, klein gehackt, unter dem Salz gefüttert, habe ich immer als ein untriegliches Mittel dagegen gefunden. Auch bittere Ingredienzen⸗ 60 z. B. Wermuth, Gartenraute, Enzian, Kalmus, Ofenruß ꝛc., unter dem Salz gegeben, wirken gegen die Würmer. Die Wür⸗ mer, in Berührung mit öhligen und fettigen Sachen gebracht, wer⸗ den ſicher gerödtet; daher leiſten 5 Loth Leinöhl, einem alten Schafe auf einmahl eingegeben, ſehr gute Dienſte, und führen zugleich ab. Ferner habe ich folgende Mittel ſehr zweckmäßig gefunden: Wurmkraut, Wermuth, Weinraute, von jedem 5 Loth, mit 2 Maß ſiedendem Waſſer, in einem wohl verdeckten Geſchirr eine Stunde in Dunſt erhalten, durchgeſeihet, und hinzu gegeben: Eiſenfeil 1 Loth, und Terpenthinöhl 2 Loth, in öfteren Gaben den Patienten eingegeben; oder: 2 Loth Baumöhl und 1 Loth Ofenruß; oder: Baldrianwurzel 6 Loth, wie oben übergoſſen, und 1 Quentchen Hirſchhornöhl nebſt 3 Loth Glauberſalz und 1 Loth Gummi guttä beygemengt; oder: Rainfarnkraut und Baumöhl, von jedem 2 Loth, und Steinöhl 1 Quentchen; oder: man übergieße, wie oben, 6 Loth Ingwer und ſetze ¹ Loth ſtinkenden Aſant und 2 Loth Schwefelblüthen hinzu; oder: Baumöhl 2 Loth, Schwefel ½ Loth, Schießpulver 1 Quentchen, Doppelſalz 1 Loth, in etlichen Gaben gegeben; oder: Ingwer, Ofenruß, Salz, von jedem 6 Loth, mit Wagentheer 20 Pillen zu machen. Vom Bandwurme. 150. Gegen den Bandwurm leiſtet das Ricinus⸗Ohl ſehr gute Dienſte, indem ſolches den Wurm betäubet. Zwey Löffel voll werden dem Thiere eingegeben; und wenn der Wurm abzugehen anfängt, hält man ein Gefäß mit lauer Milch unter, indem er ſich darin behaglich befindet und leichter abgehet. Die Schafe ſind dem Bandwurm ſehr oft unterworfen. Von den Würmern in der Naſe(Oestrus Ovis). 151. Dieſe haben ihr Entſtehen einer Fliege zu verdanken, Koof üer d nan d zu rii dhier über anſat verſe ſeten tel f wo ſ Erde werden ſi ſh der S Sthu khanih 1 k., — Vir⸗ „ wer⸗ = Ohafe t ungleich Dnnnden: m, nit Ir eine geben: = Gaßben FN, und ann Loth 29), und au ſetze ) azn ichulver osen; 10l, mit cffel voll uugehen dem er ll ſehr 61 welche ihre Eyer in den Eingang der Naſenhöhle der Schafe legen(). Dieß iſt wenigſtens die allgemeine Meinung. Die Larven drängen ſich, gleich nach dem Auskommen, in die Schleimgänge der Naſenhöhle, und ziehen ſich in die beyden über den Augen befindlichen Knochenhöhlen hinauf, wo ſie zunehmen, und die Thiere ſehr quälen. Das Thier hebt in dieſem Falle den Kopf auf, dreht ihn umher, ſenkt ihn zur Erde, nieſet, drehet ſich bisweilen herum, woraus wahrſcheinlich der Irrthum herrüh⸗ ren mag, daß die Drehkrankheit von der Larve entſtehe. In das Gehirn können ſie nicht kommen; aber obgleich man ſie bey ge⸗ ſchlachteten geſunden Schafen, von beyderley Geſchlecht, oft fin⸗ det, ſo können ſie doch durch den Reiz, den ſie hauptſächlich um jene Zeit, wenn ſie ſich verpuppen und abgehen wollen, bey man— chem Entzündung erregen, die ſich den Gehirnhäuten mittheilt, heftige Zufälle veranlaßt, die oft tödtlich werden. Dieſe Würmer ſind im ausgewachſenen Zuſtand Zoll lang und ¼ Zoll dick, rundlich, von Farbe weiß, und haben bloß am Kopf einen braunen Flecken. Bey manchen ausgewachſenen laufen über den Rücken ſchwarze Streifen. Um ſie loszubringen, blaͤſ't man den Schafen Schnupftabak in die Naſe, um ſie zum Nieſen zu reizen; es hilft aber ſelten. Die Schafe werden von dieſen Thieren außerordentlich gequälet, und da ſich dieſelben am liebſten über dem Gehirne, bey den Widdern unter der Stelle des Horn⸗ anſatzes, einniſten, und die Hörnerhöhlen ſelbſt bewohnen: ſo verzehren ſie das Mark der Hornwurzel und des Hornes, und ſetzen nach Vollendung desſelben ihre Zerſtörung bis zum Schei— tel fort, zu welcher Zeit gewöhnlich ihre Verpuppung eintritt, wo ſie ſich dann durch die Naſenhöhlen herausbegeben, in die Erde verkriechen, nach einiger Zeit als Bremſe wieder ſichtbar werden, ſich begatten, Eyer legen und ſterben. Als Larven haben ſie ſcharfe Hakenköpfe. Wenn ſie damit in die empfindlichen Häute der Stirnknochen eingreifen, ſo äußern die Schafe Anfälle von Schwindel und Raſerey, und die Symptome der eigentlichen Dreh⸗ krankheit. Dieſe Krankheit, welche Widder und Mutterſchafe be⸗ fällt, iſt ſeither die Schuld des Todes von vielen tauſend Scha⸗ fen geweſen, die man an der eigentlichen Drehkrankheit umge⸗ kommen zu ſeyn vermeinte. Iſt die Zahl der Bremſenlarven groß, ſo werden die Schmerzen unausſtehlich, die Thiere hören auf zu freſſen, magern ab, und gehen ein. Bey einer geringen Quanti⸗ tät überſtehen ſie oft die Kriſis, bis die Larven aus den Naſen⸗ höhlen herauskriechen.— Man erkennt die damit behafteten Thiere an dem öftern heftigen Nieſen, wodurch ſie ſich der läſtigen Gäſte zu ent⸗ ledigen ſuchen. Bey den ungehörnten Thieren kennt man noch gar kein entſprechendes Mittel wider dieſes Übel: den damit behafte⸗ ten Widdern, die ſich zugleich durch ein muthloſes und trauriges Anſehen auszeichnen, pflegt man die Hörner genau bey der Wur⸗ zel abzuſägen, ohne daß eine Verblutung erfolgt, wodurch die Larven von ſelbſt herauskriechen. Hat die Krankheit noch keinen hohen Grad erreicht, ſo wird das Thier öfters dadurch gerettet, welches jedoch, wie Einige wähnen, nicht allezeit der Fall iſt. Es ſind mir ſchon Faͤlle vorgekommen, daß 12— 15 Stück Maden nach und nach durch dieſe Operation zum Vorſchein gekommen ſind, das Thier aber doch eingegangen iſt. Von den Lungen⸗ und Blaſenwürmern. 152. Die Brut dieſer Würmer(Stronylus Filaria) befin⸗ det ſich wahrſcheinlich bey jedem Schafe in der Lunge, und ent⸗ wickelt ſich bey ſchlechter Beſchaffenheit des Blutes. Hauptſächlich in naſſen Jahren werden die Schafe von dieſen gefährlichen Wür⸗ mern heimgeſucht, welche ſich klumpenweiſe in den Luftröhren der Schafe anhäufen, und beſtändiges Huſten errzgen. Die Schafe magern davon ab, und gehen ohne zweckmäßige Hülfe zu Grunde. Die Lämmer unterliegen dieſen fadenförmigen Lungenſpulen be⸗ ſonders ſtark. In feuchten Jahren und nach feucht genoſſenem grünen Futter werden aber auch in einer Herde viele alte Thiere mit dieſer Krankheit, nähmlich dem Schafhuſten, befallen. Trübe Augen und blaſſe Adern auf dem Augapfel, ſo wie auch eine blaſſe Farbe des Maules und der Naſenhaut, nebſt Ab⸗ mage unter dem 8d Sha⸗ =— unge⸗ un groß, — auf zu = Quanti: Naſen⸗ Ahiere n e zuen anoch gat an behafte l rauriges a er Wur⸗ urch die arn keinen Perettet, 1 Es ſind 7Clen nach umm ſind, 1 4. 76l) beii⸗ „Jund ent⸗ orſächlih en Wir⸗ ohren der e Shefe Grunde. oulen be enoſſenem ste Thiet: an. 1, ſo wit nebſt A 63 magerung des Thieres, verkündigen dieſe Krankheit. Das öfter unterbrochene, und länger anhaltende Huſten der Lämmer, bey dem ſie ſich zugleich erbrechen möchten, ohne etwas auszuwerfen, läßt das Daſeyn der Lungenwürmer in den AÄſten und Zweigen der Lunge vermuthen. Die Blaſenwürmer(Taenia solitaria), welche die Thiere, die damit heimgeſucht ſind, gewaltig plagen, und die Schafe abmagern, ſind ebenfalls eine gefährliche Plage derſelben. Die bey den Wurmkrankheiten erwahnten bittern Mittel ſind die beſten und ſicherſten, und helfen gewöhnlich, wenn die Krankheit noci keinen hohen Grad erreicht hat. Man gibt z. B. jedes Mahl 14 Quentchen Wermuthkraut, Enzian, Kamus ge⸗ pülvert, mit Waſſer, acht T Tage nach einander dem kranken T Thier ein. Oder: man gebe, mit Waſſer zu einer Lattwerge angemacht, oder in Schrot gemengt, ein halb Loth täglich jedem Thiere von folgendem Pulver ein: 1 Pfd. Ofenruß, 1 Pfd. ſchwarzgebrannte Knochen,* Pfd. Pottaſche. Mit dieſer veibet man zuerſt wohl ab 8 Loth Terpen⸗ thinöhl und eben ſo viel Hirſchhornöhl; dann ſetzt man noch hin- zu: 1½ Pfd. gepülverten Wermuth, 12 Pfd. gepülvertes isländi⸗ ſches Lungen⸗Moos, und miſcht alles gehörig zum Bedarf. Eingemachtes ſaures Kraut, den Schafen in Salzgränden gefüttert, iſt ebenfalls ein ſicheres Mittel wider dieſes übel. Oder: 4 Loth Waſſer, ¼„ Alaun, 28 Tropfen Hollunderöhl(Oleum sambuci), drey⸗ mahl des Tages zu geben. Oder: 2 Loth Vitriol(weißen), in 2 Pfd. Waſſer aufgelöſt, in 8 Portionen, täglich zweymahl einzugeben. Oder: ſtatt Vitriol nehme man Alaun, und verfahre wie oben. Von der Nachgeburt. 155. Wenn bey einem Schafe die Nachgeburt nicht erfolgt, ſo darf man nicht verſäumen, dieſe ſobald als möglich fortzuſchaf⸗ üͤlgend fen. Man gibt zu dieſem Endzwecke dem kranken Schaf einen Ab⸗ vere ſud von den Blättern des Säbenbaumes(Juniperus Sabina), werge oder Sauerteig in Waſſer aufgelöſt, ein, wodurch die Nachge⸗ witd. burt bald abgetrieben wird. Der in Waſſer aufgelöſte Sauerteig b d ſte iſt für alle Gattungen der Hausthiere ſehr entſprechend, und das V wenn beſte Mittel.— Ein Abſud von Sellerie⸗ und Peterſilien⸗ Blät⸗ b muß tern haben in vielen Fällen die nähmliche Wirkung hervorgebracht. miſch Iſt die Nachgeburt angewachſen, ſo ſuche man ſolche ja nicht werd mit Gewalt herauszureißen, wie es oft unwiſſende Schäfer thun, einan indem der Tragkuchen an dem Tragknochen ſitzen bleiben, und ſo erſch der Tod des Thieres befördert werden könnte; wohl aber ziehe rinde man öfter ſehr leiſe daran, wodurch die Ablöſung befördert wird. Von dem laufenden Feuer oder Rothlauf. 1 154. Mehrere Arten von Thieren, und hauptſächlich Schweine, trän ſind dieſer verheerenden, äußerſt anſteckenden Krankheit unterwor⸗ heit fen. Sie entſteht von ſchneller Abwechſelung der Hitze zur Kälte. d hei Wenn ein Schaf mit dieſer Krankheit befallen wird, ſo verliert V b es ſeine natürliche Munterkeit, läßt den Kopf hängen, und folgt langſam der Herde. Es wird von einem Fieber befallen, und mit der Fieberhitze entſtehen am Halſe, an den Schultern und über V in m den ganzen Rücken bis zum Kreuz rothe Flecken. Haben dieſe eine küͤnd natürliche rothe Farbe, dann iſt dieſe Krankheit nicht ſehr bedeu⸗ V weil tend; erſcheinen die Flecken aber gelb oder braunroth, dann iſt ſie falt gefährlich. In dieſem Falle iſt dieſe Krankheit brandig, und ſehr dur verderblich, die Thiere ſind oft ſchon halb todt, ehe man bemerkt, begl der daß ſie krank ſind. In dieſem letztern Falle ſind die fernern Symptome äußer⸗ auch liche Beulen, welche ſich durch ihre Härte und Ausdehnung, die ſie inne in kurzer Zeit erreichen, zu erkennen geben, ſodann, wenn nicht ſebbe ſchnelle Hülfe geleiſtet wird, ſchwarz werden, und einen abſcheu⸗ und lichen Geruch verbreiten; worauf das Thier ſogleich ſtirbt. ſſtt Sobald man dieſe Krankheit bemerket, bediene man ſich bund 1 — —. le he uſtii nen l⸗ dbina), n ace uerteij — nd das 1⸗Bat⸗ an ebracht. Wia riht a.r thun/ m und ſt er ziehe wiidd. uf. chlt D hweine, khenu terwor⸗ bite u Kaͤlte. ird, d erliert gen u ad folgt falle und mit lter u nd über Hat! Tneſe eine nich rott ranf he 1 de an 77 e bedeu⸗ r miit ſi aund ſehr pemerkt/ Ze ußer⸗ a die ſ ann niht a aſcheu⸗ 71 1. amnman ſc 65 folgender Lattwerge: Schwefelblumen 2 Loth und 8 Loth gepül⸗ verte Wachholderbeeren, mit Honig und Waſſer zu einer Latt⸗ werge verdünnt, wovon täglich in drey Portionen 1 Loth eingegeben wird. Iſt die Krankheit nicht bösartig, und ein bloßer Rothlauf, ſo ſtellt ſich in einigen Tagen die Freßluſt wieder ein; wo nicht, wenn nähmlich die Flecken eine gelblich rothe Farbe erhalten, ſo muß man zu jener Lattwerge noch* Loth Kampher in Pulver miſchen. Werden die Flecken brandig, ſo müſſen ſie ſcarificirt werden. Dieſes geſchieht, wenn man einen Strohhalm breit von einander ſo tiefe Einſchnitte macht, bis das Blut in denſelben erſcheint. Dieſe Einſchnitte müſſen durch einen Abſud von Eichen⸗ rinde drey- bis viermahl täglich ausgewaſchen werden. Vorbauungsmittel weiß man noch keine andern, als künſt— liche Eiterungen durch Haarſeile oder Fontanelle bey Zeiten zu legen, mit Eſſig die Ställe auszuräuchern, und unter das Ge— tränke Eſſig und Salz zu geben. Glücklicher Weiſe iſt dieſe Krank⸗ heit unter unſern Schafen noch ſelten, und nur in den wärmern Theilen von Europa bekannt. Von der Lungenſucht und Lungenfäule. 155. Dieſe iſt eine bis jetzt noch unheilbare Krankheit, die ein mattes, entfärbtes Auge und ein öfteres, dumpfes Huſten ver⸗ kündiget, und welche durch ungeſundes, dumpfiges Futter und zu⸗ weilen auch durch dumpfige Ställe und andere Zufälle, z. B. kaltes Saufen in der Hitze ꝛc. ꝛc., erzeugt wird, und äußert ſich durch einen ſtarken, mit einem ſchleimigen Ausfluß aus der Naſe begleiteten Huſten. Diejenigen Schafe, bey denen die Lunge von der Faͤulniß ſtark angegriffen iſt, zeichnen ſich nebſt dem Huſten auch durch einen kurzen Athem aus. Bey einigen iſt die Lunge von innen und außen mit Geſchwüren angehäuft, und oft von den⸗ ſelben gleichſam wie mit einer Rinde überzogen. Der Herzbeutel und vorzüglich die Bruſthöhle ſind mit Waſſer angefüllt; und ſtatt der röthlichen, friſchen Farbe der Haut iſt eine blaſſe, ver⸗ bunden mit einer Schlaffheit aller Theile, eingetreten. Man kann, II. 2. Abtheilung., 5 66 wenn die Fäulniß ſchon ſtark iſt, das Waſſer in der Lunge und 2 Loth Leber durch einen Druck mit der Hand auf den Leib ſehr leicht dieſes⸗ gewahr werden. Außerſt widrig ſtinkt die ausgeathmete Luft, gebed wenn die Schafe lungenfaul, oder die Lungen vereitert ſind. Zwar ſtinkt das Schaf auch aus dem Maule, wenn ſich Geſchwüre in demſelben befinden, aber es athmet freyer. Bey verhärtetem Herzen fühlt man den Schlag desſelben gewöhnlich in der linken Seite Jähr! des Bruſtkorbes nicht, dagegen aber in der rechten, mit dem frucht⸗ loſen Beſtreben, durch einen trockenen Huſten ſich ein freyes Ath— außer men zu verſchaffen. Anfänglich, ehe ſich das Übel eingewurzelt ſprü hat, kann anfeuchtende, weiche Nahrung und derley Getränke, V theile wahrſcheinlich mit guter Wirkung, gebraucht werden. Bittere In⸗ gredienzen ſind jederzeit, beſonders bey naſſer, nebliger Witterung, V hirn als die wirkſamſten Präſervativ-Mittel zu empfehlen. Sind die beni Schafe aber ſchon ſehr angegriffen, ſo iſt das beſte Mittel, ſie krant auf die Fettweide zu thun. V der Bey Entſtehung der Krankheit thut gute Wirkung: V und i Baldrianwurzel,’ ena rothe Enzianwurzel, b t dn Kalmuswurzel, V b und V Fieberklee, V daand von jedem gleiche Theile, auf jedes Stück 1½ Quentchen durch 15— 20 Tage. b mäſ Oder: 2 Pfd. geraspelte Eichenrinde, V Andr 2„„ Enzian, V eine 2„„ Wachholderbeeren, über 7„ Kochſalz, nebſt einigen Händen voll Leinſa⸗- men, und mit 2 ½ Pfd. Waſſer ſo lange ge⸗ ſotten, bis ſich Fäden ziehen; pr. Stück V deßen Morgens und Abends ein Quentchen. dbone O der—.. ſonder Friſch geriebener Meerrettig 8 Loth, zerſtoßene Zwiebel le 4 Loth, Teufelsdreck, Ammoniakgummi, Myrrhen, von jedem faun ge und leict Luft, (At ſin. 1 ſchwüte Herzen m Seit deAiflucht⸗ i ſes Ai ten wurzet tränke, ere Ju⸗ 94— terung, (on iind dis t tel, ſe ir* le Hu durch d0 l(einſa⸗ e inge ge⸗ — tt . Stüch Zwiehel dnn jedem 67 2 Loth, Spießglanzleber und Schwefelblumen, ron jedem 2 Loth; dieſes alles mache mit Gelberübenſaft und Honig zur Lattwerge, und gebe dem Schaf Früh, Mittags und Abends jedes Mahl zwey Loth ein. Von der Drehkrankheit. 156. In der Regel befällt dieſe Krankheit nur Lämmer und Jährlinge, ſelten aber Thiere, die über zwey Jahre alt ſind. Dieſe Krankheit iſt eigentlich eine Anhäufung lymphatiſcher, außer Circulation geſetzter Flüſſigkeiten, und läßt ſich in die ur— ſprüngliche und zufällige Gehirn⸗Waſſerſucht ein⸗ theilen. Man entdeckt den Sitz dieſer Krankheit alle Mahl am Ge— hirn, der höchſt wahrſcheinlich durch das Leiden eines mit demſel— ben in engſter Verbindung ſtehenden Organs, durch veranlaßte kränkliche Thätigkeit der Gehirngebilde, erzeugt wird; wo an einer oder mehreren Stellen eine Waſſerblaſe, die immer größer wird, und in derſelben mehr oder weniger kleine Gegenſtaͤnde, die Körn— chen ähnlich ſind, jedes Mahl bemerkt werden können, die, un— ter dem Mikroſkop betrachtet, eine beſtimmte Organiſation, Leben und Bewegung zeigen, und von den Naturforſchern Taenia So- cialis genannt werden. Ich habe ſchon vor mehr als zwanzig Jahren in dem ehe⸗ mahligen patriotiſchen Tagsblatt des Herrn Hofrath André, von der Wichtigkeit dieſes Gegenſtandes durchdrungen, eine Preisaufgabe(wenn ich mich recht entſinne) von 150 fl. C. M. über ein verläßliches Mittel, dieſe Krankheit zu heilen, und den veranlaſſenden Urſachen derſelben zuvor zu kommen, ausgeſetzt; die Aufgabe wurde aber nicht gelöſet. Nun hat der ſehr verdienſtvolle Freyherr von Ehrenfels, deſſen Stimme in der praktiſchen und literariſchen Welt für die Okonomie im Allgemeinen und in dieſem Induſtriezweig insbe⸗ ſondere ſchon vieles Nützliche bewerkſtelliget hat, die hochanſehn⸗ liche Landwirthſchaftsgeſellſchaft in Wien angeregt, in ihrer Ver⸗ ſammlung am 19. Jänner 1824 einen Preis von 100 Ducaten * 66 in Gold, ſammt beygefügter ſilberner Ehren-Medaille der Geſell⸗ ſchaft, auf die Beantwortung folgender Preisfrage auszuſetzen, und zum längſten Termin der Einſendung dieſer Preisſchrift den 1. May 1825, unter Aufſchrift des Pröſes der Geſellſchaft(Sr. Excellenz des Herrn Joſeph Carl Grafen von Dietrichſtein, Nied. Oſt. Landmarſchalls), zu beſtimmen: a) Welches ſind, nach Würdigung aller Theorien und Natur⸗ erſcheinungen, die nächſten Urſachen der Drehkrankheit der Schafe? b) Welche Mittel hat man geſchichtlich, mit und ohne Nutzen bisher angewendet? c) Welche Mittel gibt es, dieſe Krankheit zu heilen oder ent— fernt zu halten?. d) Wie ſollen die Lämmer im erſten Lebensjahre aufgezogen wer— den, um allen, die Drehkrankheiten veranlaſſenden Urſachen vorzubeugen? Endlich: e) Wie kann man dieſe Krankheit in ihren erſten Stadien er⸗ kennen, und welche Mittel waͤren anzuwenden, um ihre weitern Fortſchritte zu hemmen? Ehe ich mich in die Beantwortung der erſten Frage hier einlaſſen werde, will ich zuerſt die angewandten vielfältigen ver⸗ geblichen Mittel in Kürze berühren, deren man ſich ſeither be⸗ diente, um dieſes Übel zu heilen, die aber nicht helfen konnten, weil die Natur des Übels von einer Art und Beſchaffenheit iſt, daß nach meinen anatomiſchen und phyſiologiſchen Überzeugungen auch ſchwerlich je ein Mittel gefunden werden kann, derley Patien— ten mit dem oft größten Theils zerſtörten Gehirnmark und deſ— ſen organiſchen Functionen begabt, zu erſetzen, oder wieder her⸗ zuſtellen; indem bey der Entdeckung der Krankheit die Unmög⸗ lichkeit, ihr abzuhelfen, ſchon eingetreten iſt. Zur beſſern Verſtändigung dieſer Sache will ich aber zuvor die vom Herrn Ritter von Heintel der Wiener⸗Zeitung einge⸗ rückte Belehrung über die Drehkrankheit der Schafe nach Erfah⸗ rungen, die ſich auf die neueſten Beobachtungen ſtützen, und ein un ten w wahn ſtand ohne ne ten hat Hirni ſelbe iſt u Würn erſchen einer mit 4 endet Vürn werhe ſtellun er Giſel⸗ uſetzen, riit da m aſt(Er. Sin, Nae. 1 Natur⸗ am kheit der man ee Ruhen t soder ent⸗ 4 pgen wer & a Ulſetzen n tadien er dIn um ihte c mrage hin wi upiigen ver⸗ 1 Lither b⸗ h konnten, 8 ies enheit it, 1& zeugunga n 12 Patien⸗ dl tenk und de ass oieder her⸗ 1— ree Unmi⸗ ds zaber zuver 2 Hung eing⸗ ach Etfa 4 ta, und 69 ein unzweydeutiges Licht auf den umfaſſenden Geiſt dieſes berühm⸗ ten wiſſenſchaftlichen Landwirthes werfen, um ſo lieber hier er— wähnen, da ich bis jetzt nichts Gründlicheres über dieſen Gegen⸗ ſtand kenne und geleſen habe; daher ich mich bewogen fand, dieſe Belehrung am Schluſſe mit einer Kupfertafel aus Teſſier: Über die Schafzucht, ins Deutſche mit Anmerkungen und Zuſätzen übertragen von W. Witte, zu verſinnlichen. Die eigentliche Dreh⸗ und Fallſucht iſt ein chroniſches übel, welches die ungehörnten, wie die gehörnten Schafe befällt. Ob dazu eine Anlage angeboren ſey, ob ſie von großer Hitze, von naſſer Kälte, von ſchlechtem Futter, oder von unglücklichen Stö⸗ ßen entſtehet, welche ſich dieſe muthigen Thiere in ihrer Jugend beybringen, während ihr Schedel noch minder hart iſt, darüber ſind wir noch ganz im Dunkeln. Wenn die Krankheit den Grad erreicht hat, daß ſie ſich uns durch äußere Kennzeichen unbezweifelt darſtellt, oder daß ein Schaf daran ſtirbt, ſo wird im Gehirne ein Blaſenwurm(Hydatis), und zwar der vielköpfige oder geſellige Hirnblaſenwurm (Polycephalus oder Coenurus cerebralis) angetroffen, den man, ohne nähere Unterſuchung, lange fuͤr eine bloße Waſſerblaſe gehal— ten hat. Auch im Kopfe der Menſchen wird zuweilen eine Art von Hirnblaſenwurm angetroffen, welcher zuletzt den Tod herbeyführt. Ob die Hydatide eine Folge der Krankheit iſt, und die⸗ ſelbe unheilbar macht, oder ob ſie die Krankheit erſt veranlaßt, iſt uns noch ein Geheimniß. An einer gemeinſchaftlichen Blaſe ſitzen oft einige hundert Würmchen, die dem freyen Auge wie Mohn oder Hirſekörnchen erſcheinen. Das Vergrößerungsglas zeigt, daß jedes in Geſtalt einer rüſſelförmigen Verlängerung aus der Blaſe hervorrage, und mit 4 Saugblaſen und 36 Haken verſehen ſey. Der Hintertheil endet in einen zweyborſtigen Schwanz. Wenn nur 10o ſolcher Würmchen an einer Blaſe ſich befinden, ſo haben ſie 400 Saug⸗ werkzeuge und 3600 Häkchen. Man kann ſich daraus eine Vor⸗ ſtellung machen, wie ſie die armen Thiere peinigen. 7⁰ Die gemeinſchaftliche Blaſe, die nicht ſelten größer, als ein Hühner⸗Ey iſt, ſcheint das Vorrathsbehältniß zu ſeyn, in wel⸗ ches die Würmer alle die Säfte abgeben, die ſie zum Behuf ih⸗ rer Ernährung aus dem Gehirn des Schafes eingeſogen haben. Wie dieſe Blaſenwürmer erwachſen, zehren ſie das Gehirn auf, und wo ſie an der Gehirnſchale nahe liegen, wird dieſe, von dem Drucke der Blaſe und von dem Nagen der Würmer verdünnet, wie Pergament nachgiebig. An dieſer weichen Stelle der Hirn⸗ ſchale erkennet man das Daſeyn und den Hauptſitz des Vielko⸗ pfes. Es geht aber auch aus dem entwickelten Verlaufe der Krankheit hervor, daß damahls das Übel ſchon ſehr weit gekom— men iſt. Manche Kranke haben zwey und drey ſolche Blaſen im Gehirn, woraus erhellet, daß die weiche Stelle der Hirnſchale nicht immer in der Mitte des Kopfes gefunden wird. Liegt die Hydatide gegen die Mitte der Hirnſchale unter der Stirn, ſo ſtürzen die Thiere vorwärts, ſo daß ſie ſich nicht ſelten die Schnauze verletzen; liegt ſie im Hinterhaupte, in dem kleinen Gehirne, ſo zieht die Blaſe den Kopf des Kranken aufwärts, und macht ihn rücklings fallen. Hat ſie die Lage auf der rechten oder linken Seite, ſo dreht ſich das Thier auf die nähmliche Seite, dieß iſt die Regel; es ſind aber nicht ſelten die Bewegungen der Kran⸗ ken ſo unregelmäßig, daß man über den eigentlichen Sitz des Übels ungewiß wird. Und dieß iſt faſt immer der Fall, wenn zwey und drey Blaſen das große und kleine Gehirn beſetzt haben ꝛc. Da der Hirnblaſenwurm mit den Maden-Larven der In⸗ ſecten nicht einmahl zur nähmlichen Thier⸗Claſſe gehöret, ſo können ſie wohl zu gleicher Zeit im nähmlichen Schafe vorhanden jeyn, ſie können aber nicht als Entſtehung und Folge, als Ur⸗ ſache und Wirkung, in Verbindung ſtehen. Sobald man gewiß iſt, daß die Drehkrankheit von dem Vielkopfe herrühre, ſo iſt es auch gewiß, das Übel könne nicht ge⸗ hoben werden, ſo lange dieſe ſchmarotzenden Sauger nicht herausge⸗ ſchafft, oder im Innern getödtet worden ſind. Eines und das Andere zu bewirken, ſind verſchiedene Mit⸗ —,— er, al , in wer a zzehaj i n haben. irn auf, Ss pvon dem dünntt, =r Hirn⸗ Vialte aufe de : gekon⸗ —c laſen in irnſchal ³ Süliegt di tirn, ſo Schnauze le m Hehirne, 1 r snd macht et aun er linken 24 dieß iſ g ar Kran⸗ ti us Sitz des San ann zwe) den z. o der Ie a e öret, ſ 3 4 oorhanden n. ad U n von den tel, ſelten mit gutem, öfter mit zweifelhaftem oder unglücklichem er oherausge⸗ (ene M⸗ 71¹ Erfolge, angewendet worden. Die weiche Stelle der Hirnſchale, die den Sitz der Hydatide andeutet, wird mit einer Schuhahle, einem Pfriemen, Nagel, Meſſer oder mit einem andern ſpitzigen Inſtrument durchſtochen, der Kopf des Thieres geneigt, daß die Wurmblaſe durch ihre Schwere ſich im Innern an die Offnung lege, und die wäſſerige Feuchtigkeit herauslaſſe. Der Einſtich ſoll den Vielkopf erreichen, ſeine Blaſe durchbohren, und nicht zu enge ſeyn; er darf aber nicht zu tief, nur etwa bis 1 Zoll, eingehen. Das Einſtechen mit einem Trokar, welcher wie ein Federkiel dick iſt, hat den Vortheil, daß die Röhre in der Offnung ſtecken bleibt, bis das Waſſer ausgeronnen iſt. Um die Hydatide ſelbſt aus dem Schedel herauszuſchaffen, bediente man ſich einer vorn etwas gekrümmten Nadel, mit welcher die Blaſe zu faſſen und herauszuziehen verſucht wurde. Das Tre⸗ paniren führte noch ſicherer zu dieſem Ziele. Allein dieſe gewalt⸗ ſameren Operationen retteten nur wenig Schafe. Viele ſtarben durch dieſelben, die uͤbrigen an den Folgen. Die ſehr wenig ge⸗ retteten blieben kränklich, zur Zucht und fortdauernden Benutzung nicht mehr geeignet. Jetzt hat der Herr von Reinal in einem Berichte an den Ackerbaurath des königl. franzöſiſchen Miniſteriums des Innern angezeigt, er habe die Dreher an den weichen Stellen der Hirn⸗ ſchale mit einem rothglühenden Eiſen gebrannt, davon ſeyen alle Kranke geneſen, ohne jemahls wieder Spuren der Drehkrankheit zu äußern. Wie das Brennen mit Glüheiſen die Heilung bewirke, hatte zwar Herr von Reinal nicht angegeben; ich denke aber, ſie könne nur erfolgen, indem der Brand den Blaſenwurm unmit⸗ telbar tödtet, oder der erregte große Reiz ihn zwingt, ſeine Säfte fahren zu laſſen und zu vertrocknen. Dabey ſchien es mir, daß das Schaf eher als die Hydatide durch dieſe Operation zu Grunde gehen könne. Meine bisherigen Verſuche und Erfahrun⸗ gen haben ſich nicht erfolgreich erprobt. Erklärung der Kupfertafel: 1) Die Abbildung des ganzen Polycephalus oder Coenu- rus cerebralis, unverletzt, wie er ſich im Gehirn befindet, nach Teſſier, mit einigen Colonien der kleinen Würmchen im ruhi⸗ gen Zuſtande, andere in ausgeſtreckter Geſtalt. V 2) Abbildung eines Blaſenwurms in halb verwelktem Zu⸗ ſtande, wie ſolcher in einer operirten Gehirnhöhle bey dem Tode eines Schafes gefunden wurde, wo auffallender Weiſe die Wurm⸗ körperchen ſich auch ausgeſtreckt hatten. 5) Abbildung eines einzelnen Körperchens in ausgeſtrecktem Zuſtande; doch nicht in ſo ſtarker Vergrößerung, daß man die in Riems Abbildungen ſehr deutlichen Hakenkränze ſehen könnte. 4) Abbildung eines Blaſenwurms, nach ausgefloſſenem Waſſer, ſchlaffhängend. Ad b) Man hatte früher geglaubt, daß dieß Übel in den Jahren häufiger wäre, welche auf einen feuchten und gelinden Winter folgen; ferner in den Schäfereyen, welche dem Aus⸗ treten naher Flüſſe unterworfen ſind; aber die Erfahrung hat das Ungegründete dieſer Vermuthung dadurch widerlegt, daß hochgelegene Schäfereyen dieſem Übel ſo ſehr als niedrige unter⸗ liegen. Man war lange Zeit der Meinung, daß das Drehen von dem Stich der Sonne herrühre, den das weidende Schaf auf den Kopf erhält; aber die Erfahrung hat bewieſen, daß die auf dem Scheitel mit Wolle ſtark bewachſenen Merinos eben ſo ſehr der Drehſucht, als die Racen, welche kahle Scheitel haben, unter⸗ worfen ſind. Auch müßte dieſe Krankheit häufiger im Süden, als im Norden zu finden ſeyn, wofür keine Thatſachen ſprechen. Andere haben der Unzulänglichkeit der Nahrung die Schuld zugeſchrieben, und ſich eingebildet, daß jene Jährlinge, welche nicht lange genug geſogen haben, eher davon befallen wurden, als die übrigen. Auch dieſe Vermuthung widerlegte ſich von ſelbſt durch andere Schäfereyen, wo man ſehr reichlich fütterte, und doch Dreher ſich zeigten. Woenu. findet, ehr der 9 Unter⸗ Ten, als 31. Schudd welche zurden/ on elbſt , und And Backenzuh) Nadit Stülle, af veranlaſſenes Gemt des Drehet. u dhieres Eichitten Gehirn ſich⸗ Gehien ke die Entſtehee da n konnten, Mans die Volle aa legten ihn? Keankheit Vieder An⸗ riutern,). ſen gegebeld Andere nich Endlig etzneykundes iine Mengi hen Etfolga drnach gel Ideſen we ſalt jaben.) ter mehrer aujwiſſt. die b mit dn Au Reſultat 75 Andere ſuchten den Grund dieſes Übels in dem Ausbruch der Backenzaͤhne(!) Nach andern Schriftſtellern ſoll die zu große Wärme der Ställe, aus daraus entſtehender Schwäche der Lämmer, das Übel veranlaſſen: auch das findet ſich in der Erfahrung nicht beſtätiget. Gerike verwirft alle dieſe Meinungen, und behauptet, das Drehen rühre von den heftigen Stößen her, welche die jun⸗ gen Thiere ſich häufig gegen den Kopf beybringen. Durch dieſe Erſchütterung wird eine der vielen Drüſen beſchädiget, welche im Gehirn ſich befinden. Auch dieſe Idee erhielt ſich nicht, weil im Gehirn keine andern Drüſen, als das Gehirn ſelbſt ſind, und die Entſtehung der Taenia übergangen wurde. Da dieſe Meinungen keine Vorbeugungsmittel hervorbringen konnten, ſo hat man verſchiedene Verſuche zur Heilung gemacht. Man ließ den Lämmern bis zum 18. Monath ihres Alters die Wolle auf dem Kopfe ſtehen; Andere, damit noch nicht zufrieden, legten ihnen Pechhauben auf den Schopf. Andere ſuchten dieſer Krankheit durch Stallfütterung zu begegnen: es hat nichts gewirkt. Wieder Andere haben ihren Drehern eine Abkochung von bittern Kräutern, noch Audere von Krappwurzeln zu verſchiedenen Mah— len gegeben. Der Eine will Wirkungen davon bemerkt haben, der Andere nicht. Endlich hat man nach der Analogie der menſchlichen Wund⸗ arzneykunde ſeine Zuflucht zum Trepan genommen. Es wurden eine Menge Curen damit in allen Ländern, jedoch ohne glückli⸗ chen Erfolg, vorgenommen, Manche Thiere haben 8— 14 Tage darnach gelebt, gewöhnlich ſtarben ſie aber einige Tage nachher. Indeſſen wollen Einige doch auch einzelne glückliche Erfolge er— zielt haben. Man kann aber auf kein Verfahren bauen, das un⸗ ter mehreren hundert Beyſpielen kaum Einen glücklichen Fall aufweiſet. Die verdienſtvollen Verſuche der Herren Riem und Reutter mit dem Auspumpen des Sauge⸗Trokars führten zu keinem beſſern Reſultat. Auch die Ankündigung des Domcapitels Droskau in Schleſien, ein Vorbeugungsmittel jedem zu geben, der 1 Bock und 2 Mutterſchafe ſeiner Herde dafür auswählen läßt, half nichts; eben ſo wenig die Cur nach ſchottländiſcher Manier, mit einer ſpitzi— gen Stricknadel durch die Naſenlöcher die Blaſe auf⸗ zuſtechen; noch das Recept, daß man die Stelle des Gehirns, wo man die Blaſe vermuthet, anbohre, welches oft an acht Hr⸗ tern geſchieht, bis man ſie findet, und jeder angebohrten Offnung ein Pechpflaſter aufklebe, und daß man zuletzt die Hirnhöhle ge⸗ rade zwiſchen den Augen durchbohren ſoll, um die Maden heraus⸗ hohlen zu können(!). Alle dieſe und andere vergeblich angewandte Mittel wider die eigentliche Drehkrankheit beweiſen, daß man dieſes Übel als unheilbar anſehen muß; oder wenn ſie auch zuweilen gehoben wird, ſo iſt das Gehirn größten Theils ſchon zerſtört, welches doch zum zhieriſchen; Leben und Gedeihen unumgäͤnglich erforderlich iſt. Ad a) Der Umſtand, daß das Drehen nur junge Schafe, nähmlich Lämmer und zweyjährige, böchſt ſelten aber dreyjährige Thiere befällt, beweiſet, daß dieſes Übel— ſo wie bey den Men— ſchen— meiſtens eine Jugendkrankheit, und nichts anders, als der ſogenannte Waſſerkopf der Kinder iſt, der ebenfalls von einem Hirnblaſenwurm bewohnt wird, wofür noch kein Mittel bekannt iſt, wenn nicht in dem Momente der Entſtehung der Krankheit, wie Dr. Gölis, Seite 120 des erſten Bandes in ſei— ner 2. Auflage der praktiſchen Abhandlungen über die Krankheiten des kindlichen Alters, ausdrücklich ſagt, dieſem Übel zuvorgekom⸗ men werden kann.(Wer wird aber dieſen Moment bey den Thie⸗ ren angeben koͤnnen!?) Die Entſtehung des Übels halte ich entweder für einen angebor⸗ nen organiſchen Fehler(für eine Unvollkommenheit im Gehirn), oder daß der Grund dazu bey der Geburt durch einen Druck oder durch eine Erſchütterung gelegt wird, ja letzteres a auch ſpäter durch verſchiedene andere Zufälle bewerkſtelliget werden kann, z. B. durch Stoßen und andere Kopfverletzungen. heit hatt auf den eöUlrſach urſache ve dezeichnen mehr. D dos Abſor den Hohl lidende? ins Leben wihnte, lleinen, nie lang, Idder Ko⸗ Lepf noch 1 n J deuürmer lepatica- zaſtion de zn in kau in Vot 1 fnichts; dier ſpibi⸗ ſe auf ³ Gehirns, dn acht Or * Offnung 1 höhle ge⸗ a heraus⸗ Rel widr bel a6 2 gehoben Ks hhes doch ferlich iſ. 7 hafe, ud wjährige on Men⸗ 236 als der u in einem n Mittel ung der es in ſi⸗ ankheiten 4 vorgekon⸗ eden Thie⸗ n zlangebot⸗ irn), oder durch eine rſchieden 1 ⸗ Stoßen 75 Ich habe einen Schafmeiſter gehabt, welcher die Gewohn⸗ heit hatte, die Lämmer nach der Geburt mit ſiedend heißem Pech auf den Schedel zu zeichnen, und ich konnte mir mehrere Jahre die Urſache der vielen Dreher nicht erklären, bis ich auf die Grund⸗ urſache verfallen bin, und die Lämmer ſeitdem mit Numer⸗Hölzern bezeichnen laſſe. Seit dieſer Zeit zeigen ſich ſehr wenige Dreher mehr. Das Gehirn wurde durch das ſiedend heiße Pech beſchädiget, das Abſonderungsgeſchäft geſtört, es ſammelte ſich die Lymphe in den Höhlen des Schedels, wodurch der in Form einer Blaſe ſich bildende Blaſenwurm, Polycephalus oder Coenurus cerebralis, ins Leben gerufen wurde. Der Wurm beſteht, wie ich ſchon er— wähnte, aus einer groͤßern oder kleinern Waſſerblaſe mit vielen kleinen, ſchon beſchriebenen Köpfen verſehen, die etwa eine Li— nie lang, † Linie breit ſind, und ſich aus-und einſtülpen können. Jeder Kopf hat 4 Saugemündungen, zwiſchen dieſen kann der Kopf noch eine Keule hervorſtoßen, um welche gegen 30 Häkchen in zwey Reihen ſtehen, womit ſie ſich an die Hirnhäute anhän— gen, und durch die 4 Sauger ſaugen, welches das Drehen zur Folge hat. Daher ſich die Entſtehung dieſer Krankheit in die ur⸗ ſprüngliche und zufällige eintheilen läßt. Die eigentliche Entſtehung der Hydatiden ſehe ich als Folge der Krankheit an; der Keim davon, ſo wie jener der Eingewei— dewürmer, oder wie die ſogenannten Egelſchnecken— Fasciola hepatica— ſchlummert im Körper ſo lange fort, bis zufällige Dis⸗ poſition der verſchiedenen Körpertheile ſeine Entwickelung ins Leben ruft*). *) Die Hydatiden gehören zu Okens VII. Claſſe, zu ſeinen Darm⸗ thieren oder Würmern, und zwar zur erſten Ordnung der Darm⸗ loſen, und zu deren erſter Zunft, die er Samenwürmer oder Finnen nennt, und die ſich dadurch charakteriſiren, daß ſich ihr hinteres Glied in eine große Waſſerblaſe erweitert, auf welcher der Leib nur wie ein kleiner, gegliederter Hals ſitzt. Inwendig ſind ſie ohne alle Organe. Er theilt dieſe Samenwürmer wieder in 3 Sippſchaften; die erſte find die Keim⸗Finnen. Hier liegen viele Ad c) Nachdem wir bey den Menſchen noch kein ſicheres Mittel wider den ſogenannten, wirklich ſchon vorhandenen Waſſerkopf kleine Würmchen, nicht größer wie Sandkörnchen, frey in einer ihnen fremden Waſſerblaſe, die von den Theilen des behafteten Thieres herkommt. So z. B. in der Leber des Menſchen und der wiederkäuenden Thiere. Die zweyte ſind die Geſchlechts⸗Finnen. An einer großen Waſſerblaſe ſitzen hier nach außen viele Hälſe der Thiere. Dieſer Blaſen⸗ wurm kommt am häufigſten im Hirn der Schafe vor, und verurſacht die Drehkrankheit. Die dritte nennt er Lungen⸗Finnen. Hier erweitert ſich das hintere Glied eines einfachen und einzelnen Wurms in eine Waſſerblaſe. Hierher ge⸗ hört nun die Darm⸗Finne oder Cysticercus, eine Waſſerblaſe mit einem einzigen Kopf, an dem 4 Saugemündungen mit Ha⸗ kenkeulen befindlich ſind. Die Blaſe oder das eigentliche Thier ſteckt gewöhnlich noch in einer andern Blaſe, welche eine Ausdeh⸗ nung der Haut, des Eingeweides oder anderer Theile des behafte⸗ ten Thieres iſt. Man nennt derley Blaſenwürmer Waſſerblaſen oder Hydatiden. Sie hängen gewöhnlich an der äußern Oberfläche der, beſonders häutigen, Eingeweide, kommen aber in allen Theilen des thieri⸗ ſchen Leibes vor. Nicht alle Waſſerblaſen ſind übrigens lebendige Thiere, ſondern viele ſind bloß mit Waſſer angefüllte Ausdehnun⸗ gen des Zellgewebes, gleichſam nur die äußere Blaſe, in wel⸗ cher der eigentliche Blaſenwurm erſt entſtehen ſoll. Man kennt zwey Arten: 1. Die gemeine Darm⸗Finne, Cyst. Cellulosus, mitellip⸗ tiſcher Blaſe, kaum 1 Linie groß, in einer andern Blaſe ſteckend, der Hals dick, der Kopf viereckig, der Rüſſel rund mit doppeltem Hakenkranz. Am häufigſten findet man ſie im Speck zwiſchen den Muskeln, auch im Hirn des Hausſchweins, Erbſen große, gelbe, harte Drüſen, ſelten beym Wildſchwein. Man hat ſelbſt ſchon im Menſchen, beſonders zwiſchen den Rücken⸗Muskeln und auch im Hirn, Finnen gefunden. 2. Die Haſendarm⸗Finne. Cyst. pisiformis, eine Erb⸗ ſen große Blaſe, der Hals dünn, der Kopf kugelicht, der Rüſſel ſehr kurz, mit 2 Hakenreihen, noch in einer äußern Blaſe ſteckend. Sie ſinden ſich vorzüglich an der Leber und am Netz der Haſen. der Kinde ner das heit beha Fleiſh dur der Entſte uen, wo gälle, die decung di iöer den thguwender uf das C. don Nutze! Tas des natürl derley Geſ zucht zu v lor it, de nuprüngli nütes mit Sohald we ſchſcon d Ade rufdie Ent nikelung man alle l Iu entzänd dunpfe, ſtlettes, de Vaſer nerweide, düſe ute ithere ſeribyj in aner Shafteten und der V Finnen. f e nach laſer⸗ 3 hafe ie dritte 8) ied eines 1= rher ge⸗ 41 Faſe mit a mnit Ha⸗ ze Tiier ur ilusdeh⸗ 8 Sbehafter e e. atiden. de onders e 6 thieri⸗ en Sbendige te u W)ehnun⸗ 8 fin wel⸗ Kon kennt I u wiielli⸗ e ſeeckend⸗ yppeltem — S= ſcen da n n, gelbe hit A ſchon dn und auch 1ne Eth⸗ r Rüſeel . ſeeckend r Haſen. 77 der Kinder kennen, ſo iſt und bleibt es für den Eigenthümer im⸗ mer das Vortheilhafteſte, ſobald man ein mit dieſer Krank⸗ heit behaftetes Thier entdeckt, es zu ſchlachten, bevor das Fleiſch durch Abmagerung ungenießbar wird; denn den Moment der Entſtehung der Krankheit zu erſpähen, dürfte bey dieſen Thie⸗ ren, wo nicht unter die unergründlichen, doch unter die ſeltenſten Fälle, die ſich ereignen können, gerechnet werden; indeß bey Ent⸗ deckung dieſer Krankheit hauptſächlich ein Aderlaß an dem Kopf über den Augen, einige Mahl wiederhohlt, um die Entzündung abzuwenden, zuträglich ſeyn müßte. Auch würden kalte Umſchläge auf das Cranium applicirt, deßgleichen Veſicatore, Haarſeile ꝛc., von Nutzen ſeyn. Was die Entfernthaltung dieſer Krankheit betrifft, ſo liegt das natürlichſte und einfachſte Mittel darin, keine Thiere von bey⸗ derley Geſchlecht vor dem geſtandenen oder dreyjährigen Alter zur Zucht zu verwenden, indem es aus phyſiologiſchen Gründen erklär⸗ bar iſt, daß, wenn zwey Individuen, mit gleichen Anlagen der urſprünglichen Jugendkrankheit begabt, ſich zuſammen paaren, ein drittes mit der Neigung zu dem nähmlichen Fehler daraus hervorgehet. Sobald weniger junge Thiere zur Zucht verwendet würden, müßte ſich ſchon dadurch die Drehkrankheit vermindern. Ad d) Ich glaube nicht, daß die Erziehung der jungen Geſchöpfe auf die Entſtehung des Waſſerkopfes, wohl aber auf die ſchnellere Ent⸗ wickelung des übels Einfluß haben mag; daher iſt es immer gut, wenn man alle Urſachen entfernt, welche Schwäche und beſonders Stoff Zu entzündlichen Krankheiten liefern können. Dahin gehört eine dumpfe, verdorbene Stall⸗Luft, geile, ungeſunde Weidegräſer, ſchlechtes, trockenes und verdorbenes Futter, und ahnlich ungeſun⸗ des Waſſer; hingegen würde eine grüne, trockene, nahe Läm— merweide, aus feinen, harten, geſunden Gräſern beſtehend, wo dieſe zarten Thierchen in der angenehmen Jahreszeit in freyer, ge⸗ Der Jäger ſagt dann: ſie hätten die Franzoſen, und wirft ſie gewöhnlich weg, aber mit Unrecht. 78 ſunder Luft naturgemäß leben könnten, zur Befeſtigung ihrer Geſundheit und zur Entfernung entzündlicher Krankheiten ſehr för⸗ derlich ſeyn. Ad e) Die Merkmahle eines krankhaften Zuſtandes dieſer Thiere ſind noch nicht ganz genau erforſcht, indem es Arten von Krankheiten gibt, worin ſich die Thiere ſo, wie beym Drehen, be⸗ nehmen. Dr. Goͤlis nimmt bey der hitzigen Gehirnhöhlen⸗Waſſerſucht vier Perioden an: nähmlich das Stadium der Turgescenz nach dem Kopfe; der örtlichen Entzündung der Häute oder der Subſtanz des Gehirns, oder beyder zugleich; der Transſudation des Blutwaſſers und der Lymphe, gewöhnlich in die Höhlen des Gehirns, nach vor⸗ ausgegangener Entzündung; und das Stadium der Lähmung. Ich glaube, daß wir die zwey erſten Stadien bey den Schafen nicht, und das Vorhandenſeyn dieſer Krankheit nur aus den zwey letzten erkennen können. Gewöhnlich iſt ein iſolirtes Stehen, ein trauriges Beneh— men, ein unverwandter Blick und die Kopfhaltung nach einer Richtung, das erſte Merkmahl dieſer Krankheit. Dabey miſten und uriniren ſie wenig. Dieſes iſt nach Dr. Gölis aber ſchon das dritte Stadium. Sobald aber das Schaf einen unſichern Gang annimmt, und hinter der Herde bleibt, oder gar ſich von der Herde trennt; den Kopf ſchwerfällig haͤlt, in die Luft ſchauet, oder ſich gar dre— het: ſo hat die Krankheit ſchon einen hohen Grad erreicht. Fängt es an, die Naſe in die Luft zu halten, ſich zu verirren, zu ſtol— pern, niederzufallen, nicht mehr zu freſſen, die Herde nicht mehr zu kennen, betäubt liegen zu bleiben: ſo hat die Krankheit ihren höch⸗ ſten, nähmlich den vierten Grad erreicht. Sobald der Keim dieſer Krankheit oder Gehirn⸗Waſſerſucht, der wohl ſelten ältere Men⸗ ſchen und Thiere befällt, ſich entwickelt hat, ſo glaube ich aus der Analogie zu ſchließen, daß die totale Au flöſung des Gehirns nicht verhindert werden kann; wenigſtens ſind alle Verſuche der Arzte, bey dem Waſſerkopf der Kinder dieſes zu bewerkſtelligen, bisher ohne glücklichen Erfolg geblieben. ——— 107 dr Egelkta zuricgetre d ch Schwe werden, in nind. Iſtes ten Schwich je heben, mnimalichen ſtafenheit zugeführt, fadert verde Im S nd heilende iſtes von ſe Duentchen v de Schrot Lalmu 1p., alle ran Gerſten inn ainvirke Muter mit nſt etwas ſie und ril ſe wol deniges E. Vnpeit a Anrain ur zu nit ihrer eeeht far — s dieſer ten don — hen, he⸗ iſerſuht n nach dem Shubſtanz waſeets ach vor⸗ aihmung. 8 Säafen a den zwe „d Benez⸗ an h einer i ten und nas dritte p nimmt, ga trennt; 7) gar dre⸗ *. Fängt ir zu ſiel icht meht aren höch⸗ im dieſer ere Men⸗ aaus der Drns niht wer Arzte r nn/ lishe 79 Von der Abzehrung. 157. Die Abzehrung iſt öfters eine Folge der Lungenfäule oder der Egelkrankheit, und in dieſem Falle unheilbar. Rührt ſie von zurückgetretener Räude her, und iſt ſie erſt im Entſtehen, ſo kann durch Schwefel in ſtärkern Doſen, innerlich gebraucht, geholfen werden, indem die Räude dadurch auf die Haut herausgetrieben wird. Iſt es aber eine falſche Abzehrung, und rührt das Abmagern von Schwäche der Verdauungs⸗Organe her, ſo muß man dieſe Schwä⸗ che heben, und die Verdauungswerkzeuge ſtärken, damit durch den animaliſchen Prozeß der Nahrungsſaft in ſeiner natürlichen Be— ſchaffenheit aus dem zu verdauenden Futter abgeſondert, dem Blute zugeführt, und ſofort die Reproduction aller Theile daraus be⸗ fördert werde. Im Sommer helfen ſich derley Thiere, wo junges Gras und heilende Kräuter aller Art auf den Weiden zu finden ſind, öfters von ſelbſt; im Winter hingegen gebe man jedem Haupt 1 ½ Quentchen von folgendem Pulver, täglich zweymahl unter Hafer oder Schrot zu freſſen: Kalmus⸗ und Angelica⸗Wurzel, dann Fieberklee, von jedem 1 Pfd., alles gepülvert und zuſammengemiſcht; dabey einen Trank von Gerſtenmehl. Vom Verkrüppeln der Lämmer. 158. Wenn die Lämmer nicht wachſen wollen, ſo iſt entweder die Schuld an der Muttermilch, an dem Futter oder an äußern da— hin einwirkenden Urſachen. Man füttere daher in dieſem Falle die Mutter mit reichlicherem, kräftigen Futter, und gebe den Lämmern, nebſt etwas kräftigem, zarten, ſüßen Heu oder Grummet, Hafer und etwas weizene Kleyen zu freſſen, und zu ſaufen, ſo viel ſie wollen. Dabey muß man nicht unterlaſſen, ihnen etwas weniges Salz einen über den andern Tag zu geben, um den Appetit zu reizen, und dabey Knoblauch und etwas weniges bittere Ingredienzen, im Falle ſie mit Würmern behaftet waͤren, darun⸗ ter zu miſchen. Üüber dieſes muß beobachtet werden, daß dieſe ſchwa— 8⁰ chen Weſen eine anpaſſende Temperatur und geſunde, ſtärkende Luft umgebe, weßhalb ſie in den Sonnenſchein im Freyen, an wind⸗ ſtille, warme Drter öfters gelaſſen werden ſollen; und die Abthei⸗ lung des Stalles, wo ſie ſtehen, muß die lichteſte ſeyn, weil Licht und Sonnenſchein Hauptbedingungen zum Wachsthum und Gedeihen der Lämmer ſind. Vom Saäͤugen ſchwächlicher Läͤmmer. 159. Wenn die Lämmer durch Krankheit oder unmittelbare Schwäche nicht ſelbſt zu ſaugen vermögen, ſo muß man täglich die Mutter fünf⸗ bis ſechsmahl niederlegen, dem Lamm die Striche ihres Euters ins Maul geben, und es anreizen zu ſaufen. Iſt es hierzu dennoch zu ſchwach, ſo kann man ſolche Lämmer noch oft dadurch retten, daß man ihnen die Muttermilch langſam einmelkt, bis ſie wieder zu Kräften kommen. Das Einmelken muß aus dem Grunde langſam und nur im äußerſten Nothfall geſchehen, da⸗ mit die Miſchung des Speichels beym Saufen Statt finden könne. Dieſe Miſchung des Speichels iſt bey dem Säugen eine Hauptſache. Dasſelbe wird durch das Kauen bewerkſtelliget, und es iſt daher nicht gleich viel, ob man das Lamm ſaugen, oder es bloß die Milch trinken läßt. Bey dem Saugen fließt nähmlich durch die dabey erforderliche Anſtrengung mehr Speichel— dieſes Fer⸗ ment der Verdauung— zu. Von den Haarballen. 160. Dieſe finden ſich in dem vierten Magen der wieder⸗ käuenden Thiere oft 10— 12 an der Zahl vor, und entſtehen bey den Schafen wahrſcheinlich durch die Wolle, welche die Läm— mer bey dem Saugen verſchlucken, wenn das Euter ihrer Mutter nicht gehörig von Wolle gereiniget iſt; hauptſächlich aber, wenn ſich die Lämmer angewöhnen, Wolle von ihren Müttern zu freſſen. In dieſem letzten Falle muß man durch Abſonderung verhüthen, daß die Lämmer ſich nicht lange bey ihren Müttern aufhalten. Einige halten dieſe Haarballen für unſchädlich; ich aber bin nicht dieſer Meinun. peſtete! zu Grun 16 ſitten tar bes Miſt ſriehene Lnochen, den Scha Kalmus! 9 d, 162 hende Kl Pölappa p dhne daß Pälaxpa, Nifeuurz dusgiermi lhl oder e dulder un dingender nin aus 5 ſene Fleye rinmt da dres Ohl Fhſtierſe kende dut an wind⸗ ddie Abthei eyn, wil thum und — ar. nittältn Ran tigich u die Stihe Men. Ji 6 mrr noch iſt a einmelt, ß aus dem 'ehen, de Dutt finden 9 ugen ein anüget, und aon, oder ài zanalich durch — jieſes Feu a der widder d entſeehe me die lin⸗ 4 rer Mut a tt, wenniit a fteſtn.3 a ithen, d T jten. Einig nict t diſe 81 Meinung, weil man ſchon häufige Beyſpiele hat, daß damit be⸗ haftete Lämmer durch Koliken, welche wahrſcheinlich daher rühren, zu Grunde gegangen ſind. Von der Säure im Magen. 161. Wenn Säure im Magen vorhanden iſt, welche nicht ſelten ſtarkes Abweichen oder doch ein ſchwächendes, auflöſendes, wei⸗ ches Miſten verurſacht, ſo kann man das bey der Trommelſucht be⸗ ſchriebene Kalkwaſſer, oder noch beſſer weißgebrannte, pulveriſirte Knochen, unter etwas Salz gegeben, gebrauchen; oder man gebe dem Schaf einige Löffel voll gepülverte Kreide, mit Enzian oder Kalmus vermiſcht, ein. Auch Magneſia curirt dieſes Üübel ſehr bald. Von Verſtopfungen. 162. Dieſe ſucht man durch abführende Mittel oder erwei⸗ chende Klyſtiere zu heben. Ein Loth oder 5 Quentchen pulveriſirte Jalappa purgirt ein Schaf nach 8— 9 Stunden ſehr gut, ohne daß es die Freßluſt verliert. Drey Unzen Manna und 1 Loth Jalappa, deßgleichen 2 Loth Doppelſalz und* Loth gepülverte Nieſewurz, in zwey Portionen, iſt ebenfalls ein vortreffliches Purgiermittel; auch kann man derley Zufälle mit Salniter, Lein— oͤhl oder einem Einguß von 2 Eßlöffel voll pulveriſirten Schieß⸗ pulver und 6 Löffel voll Leinöhl heben. Die Klyſtiere müſſen in dringenden Fällen alle halbe Stunde gegeben werden, und kön— nen aus Folgendem beſtehen: Man nimmt eine Hand voll wei— zene Kleyen, kocht dieſe in 1 Pfd. Waſſer, ſeihet das Waſſer ab, nimmt davon die Hälfte, miſcht dazu 1 Loth Leinöhl oder min⸗ deres Ohl, und einen Theelöffel voll Salz, thut dieſes in eine Klyſtierſpritze, und bringt es dem Schafe ſo lange alle halbe Stunde bey, bis die gehörige Offnung erfolgt. 1 Auch iſt bey Verſtopfungen folgendes abführende Mittel zu gebrauchen: 2 Loth Sennesblätter werden in 1 Seidel Waſſer gekocht, durchgeſeihet, 2 Loth Glauberſalz und 3 Quentchen ge⸗ II. 2. Abtheilung. 6 83 pülverte Rhabarder hinzugeſetzt, welches dem Thier in 2 Portio— nen gegeben wird oder: 2 Loth Leinöhl und 2 Loth Duplicatſalz; oder: 1 Seidel Waſſer und 2 Loth Doppelſalz; oder: 1„ Waſſer, 1 Loth Alaun,* Loth Seife; oder: 1„ Waſſer, Loth Nieſewurz, 2 Loth Kochſalz; oder: 1 ½ Loth rohen Spießglanz, 34„ Kochſalz, mit Honig Pillen zu machen; oder: 3„ Leinohl, 2„ Kochſalz, ½ Quentchen Brechweinſtein. Von der fallenden Sucht. 163. Man trifft dieſe Krankheit auch unter den Schafen an; das Thier wird taumelnd, fällt um, zappelt mit den Füßen etwa einige Minuten, ſteht dann auf, und kommt nach und nach wieder zu ſich. Manche Thiere erhalten den Paroxismus täglich zehn- bis zwanzigmahl, und werden dadurch ſehr geſchwächt. Die Schafe werden ohne Rückſicht des Alters am gewöhnlichſten vor der Schur⸗ zeit damit befallen, und nach derſelben verliert ſich dieſes Übel öfters von ſelbſt wieder. In naſſen Jahren zeigt ſich dieſe Krank— heit am häufigſten. Die Schafe ſind übrigens geſund, freſſen, erzeugen Junge, und ſäugen ſie wie die geſunden. Zwey Eßlöf⸗ fel voll pulveriſirten Zucker, dem Schaf während des Paroxismus oder unmittelbar darnach einige Mahl eingegeben, ſoll dieſe Krank— heit, ſo wie Ziegelmehl, auf die nähmliche Art eingegeben, he⸗ ben, welches wiederhohlte, von mir angeſtellte Verſuche aber nicht beſtätiget haben. Vom Hodenbruch. 164. Dieſer entſteht oft durch einen Stoß in die Weiche, den ein Bock von dem andern erhaͤlt; auch zuweilen durch An⸗ ſtrengung bey dem Kämpfen oder andern Zufällen. Zun zes jedod nir kin zu lberge d 165 tn Boden ner ſtren hite, kan Das kalte Ohre hal iſt ſt ten, und tn, und iijich vier r. M bte beyde Horh We tend eines die ſe rein al Lompher; hotauche is d ll 166 bälten mn. dhier an aa Näthe in 1* ⸗„EScafen dan Füßen d aund nach g Wiehn⸗ bis 7. Schafe v„e Schur⸗ tis ſes Übel h id e Krank⸗ * Frn freſſn, 1ey Eßlöf 2aroxismus piſe Krank⸗ m eben, he de aber niht Weite/ 1 10 durch Än⸗ 83³ Zuweilen verzieht ſich der Hodenbruch von ſelbſt wieder, wel⸗ ches jedoch ein ſeltener Fall iſt; und geſchieht dieß nicht, ſo iſt mir kein anderes Mittel bekannt, als das Thier dem Schlächter zu übergeben. Von der Halsgeſchwulſt oder Braune. 165. Gaͤhe Verkältung, wenn die Schafe auf naſſem, kal⸗ ten Boden liegen, oder aus warmen Stallungen in die Zugluft oder ſtrenge Kälte kommen, oder gar zu gähe Abkühlung auf Hitze, kann dieſe Krankheit erzeugen.. Das Vieh hat in dieſem Krankheitszuſtande trübe Augen, kalte Ohren, iſt ſehr traurig, und hängt den Kopf zur Erde. Der Hals iſt ſtark angeſchwollen, das Thier kann oft gar nicht ſchlu— cken, und ſchöpft aus dieſem Grunde auch ſehr ſchwer Athem. Das zweckdienlichſte Mittel dagegen iſt, aus der Halsader ſechs bis acht Loth Blut abzulaſſen; dann pülvert man 3 Loth Süßholz, 5 Loth Althäa⸗Wurzel und 2 Loth gereinigten Salpe⸗ ter, und miſcht dieſes mit Honig zu einer Lattwerge, welche täglich viermahl dem kranken Thiere auf die Zunge geſtrichen wird. Oder: Man nehme Sauerklee und ſaures Heu, von jedem 8Loth, koche beydes in 3 Seideln Waſſer, und ſetze 6 Loth Kochſalz und 4 Loth Weinſtein hinzu; welches Decoct in 3 Portionen, wäh⸗ rend eines Tages, gegeben wird. Die Wolle wird zugleich um die angeſchwollenen Halsdrü— ſen rein abgeſchoren, und 5 Loth Salmiakgeiſt mit 2 Quentchen Kampher in ſechs bis acht Loth Leinöhl aufgelöſet, und nebſt dem Gebrauche der Lattwerge täglich einmahl ſo lange eingerieben, bis das Übel gehoben iſt. Von der Lungenentzündung. 166. Dieſe Krankheit rührt gewöhnlich von Erhitzung und Er⸗ kältung, beſonders nach der Schur, her.— Das damit befallene Thier äußert dieſe Krankheit durch verlorne Freßluſt, Mattigkeit und ein trauriges Verhalten, beſonders auch durch eine erhöhte Röthe in den Augen und durch einen trockenen Mund. * 84 Man ſetze dem kranken Thiere ein Eiterband an die Bruſt, laſſe ihm zur Ader, und gebe ihm alle halbe Stunde in Waſſer lein halbes Loth von folgendem Pulver ein: Vitrioliſirten Weinſtein und Weinſteinrahm, von jedem 3 Loth, und 2 Loth gereinigten Salpeter. Entſtehet die Lungenentzündung durch ſchlechtes Futter, ſo gebrauche man bey heftiger Kriſis einen Aderlaß: ſodann täglich in zwey Portionen 4 Loth Salpeter mit 2 Seideln Waſſer aufgeldſet. Zugleich gebraucht man folgendes Mittel: Schwefelblumen 6 Loth, gepülverte Enzianwurzel und Fenchelſamen, von jedem 8 Loth, 1 Pfund geriebenen Meerrettig, mit Honig zu einer Latt⸗ werge gemacht(ſtatt Fenchelſamen kann man auch 4 Lorh Spieß⸗ glanz nehmen), täglich in zwey Portionen, Hühner⸗Ey groß auf die Zunge geſtrichen. Statt des Honigs kann man auch Leinöhl nehmen. Rührt die Lungenentzündung von Verkaͤltung durch Trinken ꝛc. her, ſo gebraucht man, nebſt einem Aderlaß und Salpeterwaſſer⸗ Einguß, folgenden Eingußthee: Iſop, Himmelbrand, Huflat⸗ tich, von jedem 2 Hände voll in 1 Maß Waſſer mit Schwefel⸗ blüthen geſotten. Oder: Hollunderblüthen, Enzianwurzel, Iſop, zu einem Thee gekocht, nebſt ½ Loth Spießglanz und* Loth Schwefelblüthen als Zuſatz auf eine Gabe. Von der Kopf⸗ oder Hirnentzündung. 167. Die von dieſer Krankheit befallenen Thiere äußern ſie durch Traurigkeit, Mattigkeit und einen ungewöhnlich erhitzten Kopf und Ohren. Ihre Augen, aus denen oft Thränen fließen, ſind verſchloſſen, und das Innere derſelben iſt ſtark geröthet; das Maul aber heiß und trocken. Man ſetze dem kranken Thiere mehrere Eiterbänder an den Fopf und ich folgen N 2 166: nig, weil Um ſen wieden ſetrcknete rurzeln in den Stüch drvon zu f ſjunden: bod 4 4 1 y 1„ 69. lcgerſich, ſe di Fuß Mi verlie die teweiden! früher geſ hiezer terungen, derderben 2e Vrut, an Vaſer m jeden G utter, o Jim ttiglih i 3 Sufgeläſt dan jeden g aner kut⸗ h1i Seieſ⸗ 1. groß auf h keinohl du 1Grinken u E ulserwaſfer⸗ ar 4m Huflat⸗ in? chwefel JA u eineul — 1 cg. d ufern ſi Jig y erhibten 1 an fießen, Authet; de Sder an del 85 Kopf und die Ohren, laſſe ihm zur Ader, und gebrauche inner⸗ lich folgendes Mittel: Maß Waſſer, 1 Loth Salpeter, 6„ Glauberſalz, mit einander gekocht, und in kleinen Portionen dem kranken Thiere öfters eingegeben. 8 Vom verdorbenen Magen. 168. In dieſem Krankheitszuſtande freſſen die Schafe we— nig, weil das unverdaute Futter die Freßluſt vermindert. Um den Verdauungswerkzeugen die Kraft ihrer Verrichtun⸗ gen wieder zu verſchaffen, miſche man unter 6 Pfd. Salz 1½ Pfd. getrocknetes Wermuthkraut, eben ſo viel Fieberklee und Kalmus— wurzeln in Pulver, und gebe unter etwas Kleyen oder Hafer je— dem Stück täglich in zwey Portionen in die Krippen 1 ½ Loth davon zu freſſen. Auch habe ich folgendes Mittel ſehr entſprechend gefunden: 4 Loth Schwefelleber, 1„ Fenchelſamen, 1„ Alantwurzel, mit Mehl und Waſſer zu Pillen ge⸗ macht, in etlichen Gaben dem Thiere nüchtern ein— gegeben. Von der Kolik. 169. Von Kolikſchmerzen gequälte Schafe ſind unruhig, legen ſich, ſtehen haſtig wieder auf, und wenn ſie ſtehen, ſtellen ſie die Füße wieder unter den Bauch, wobey ſie weder Harn noch Miſt verlieren. Die Kolik bey den Schafen rührt von Krämpfen in den Ein⸗ geweiden und von Verſtopfungen her. Von dieſen habe ich ſchon früher geſprochen; und jene entſtehen aus mancherley Urſachen. Hierher gehören vorzüglich: die Nahrung ſolcher verdorbenen Füt⸗ terungen, welche die Saͤfte in dem Magen und in den Gedärmen verderben, und dadurch eine Schärfe erzeugen; Verkältung, 86 giktige Pflanzen, ſchlechtes oder nach Erhitzung genoſſenes Waſ⸗ ſer, ꝛc. ꝛc. Krampfſtillende Klyſtiere leiſten hier ſehr gute Dienſte, nähmlich eine Kamillenabkochung ½ Loth, Kampher 8 Gran, aufgelöſtes Aſant-Gummi † Quentchen, Baumöhl ein Löffel voll, alle halbe Stunde beygebracht. Innerlich gibt man dieſen Thieren einen Trank, welcher aus einer Hand voll Kamillenblumen, in einem Pfund Waſſer gekocht, beſteht, wovon ein Seidel, mit 2 Eßlöffel voll Baumöhl vermiſcht, alle halbe Stunde gegeben werden kann. Wird die Krankheit heftiger, ſo kann man unter jeden Trank 15 Gran Kampher in Pulver, und 5 Tropfen auf⸗ gelöſtes Opium geben. In Ermangelung deſſen kann man auch ein Quentchen Aſant-Gummi, und ein Quentchen gereinigten Sal⸗ peter zuſetzen. Bom Huſten, 170. Zu den Urſachen, welche den Huſten herbeyzuführen pfle⸗ gen, gehören: Verkältung, Staub, Näſſe, ungeſundes, ſtaubi⸗ ges Futter, ꝛc. Bey der Heilung muß man auf die Urſachen zurückgehen, und dieſe heben und zu vermeiden ſuchen. Iſt der Huſten von Er⸗ kltung entſtanden, ſo gebe man dem Patienten täglich einen Eß⸗ löffel voll Hollunderſalſe, in einem halben Seidel erwärmten Vier aufgelöſet, bis ſolcher nachläßt. Oder: Man mache aus Leinſamenmehl, Aronwurzel, Alantwurzel und Salz eine Lecke, und gebe dem Schaf früh oder Abends jedes Mahl 3 Loth davon ein. Oder: Mandelöhl oder Baumöhl 1 Loth, mit etwas geſtoßenem Zwiebel gemiſcht, auf eine Doſis. Hierbey kann man Huflattich unter Salz füttern. Iſt der Huſten aber ein Vorbothe der Lungenentzündung, ſo gebe man dem kranken Schafe: 171 gn, Gei und kann yelvürm dorbenem drungen! lenen Thi gelkranke und keinen Im ron dieſer tiſich zw pulder: 1 n— 172 bedden, nen in der ninmt ei m nes War *. Dienſe, 88 Gnn, * ofe dal, n Thiere umen, in ¹eidel, mi 1e gegebe aan unte 8 yfen our i nauth ein 41 Sgten Eä⸗ ageühren yſe⸗ e 1ratz, ſtauii en uz ickgehen, anti von Er⸗ a bieinen Ef⸗ zannten Vier 1 antwurze d aendd jedes & weſcßenen 1 Arbufattih arrzündung, 1 Quentchen Salpeter, 1 Loth Glauberſalz, 1„ Leinſamenmehl, 2„ Honig, 32„ Möhrenſaft, auf zweymahl ein. Von der Gelbſucht. 171. Dieſe Krankheit entſteht gewöhnlich durch Verhartun⸗ gen, Geſchwüre, Entzündungen und andere Zufaͤlle der Leber, und kann auch von den bey dem Faulwerden ſich einfindenden Egelwürmern in der Leber und Gallenblaſe, ſo wie auch von ver⸗ dorbenem Futter, veranlaßt werden, welches zu häufige Abſon⸗ derungen der Galle in den Darmcana bewirkt. Die damit befal⸗ lenen Thiere verrathen die nähmlichen Symptome der mit der Egelkrankheit behafteten, nur daß ſie nicht ſo ſchwer athmen, und keinen ſo üblen Geruch aus dem Munde verbreiten. Im Sommer helfen ſich die Schafe auf der Weide ſelbſt von dieſer Krankheit; im Winter gebe man jedem kranken Thiere täglich zweymahl in Waſſer oder Wein ¾ Loth von folgendem Pulver: 1 Loth Rhabarber, ¼„ gereinigte Aloe, 6„ Kalmuswurzel, welches alles fein gepülvert und zu⸗ fammen gemiſcht wird. Vom Urin⸗Verhalten. 172. Dieſe Krankheit kann durch Krämpfe in den Einge⸗ weiden, welche auf die Urinblaſe wirken, von Gries und Stei⸗ nen in der Blafe, welche den Abgang des Urins verhindern, von der Verſchleimung der Urinröhre, ſo wie auch von Verkältung entſtehen. Der Gebrauch folgender krampfſtillender Klyſtiere iſt ſehr zweckmäßig: Man nimmt eine Hand voll Kamillenblumen, läßt dieſe in einem Pfund Waſſer aufkochen, ſeihet das Waſſer ab, nimmt ein Seidel davon, löſet ein Quentchen Aſant⸗Gummi und 88 10 Gran Kampher darin auf, miſcht ein Loth Leinöhl dazu, und bringt dieſes dem Schafe mit einer Klyſtierſpritze alle halbe Stunde bey.— Zugleich kann man folgendes innerliche Mittel gebrauchen: Man nimmt eine Hand voll Wachholderbeeren, ſtößt dieſe klein, kocht ſie in einem Pfund Waſſer ab, nimmt hiervon 1 Seidel, löſet ein Quentchen gereinigten Salpeter, und eben ſo viel Aſant— Gummi auf, und gibt es dem Schafe auf einmahl ein. In zwey Stunden muß dieſe Gabe erforderlichen Falls wiederhohlt werden. Oder: 1 Man nehme die innere grüne Rinde des Hollunderbaumes, Fieberklee, Cardobenedictenkraut, Aſche und gebrannte Eyerſcha⸗ len, von jedem 10 Loth und 6 Loth Schwefel, alles fein gepül⸗ rert, welches man als Leckpulver nach und nach vorgibt. Auch habe ich folgendes Mittel oft ſehr bewährt gefunden: 1 Hand voll geſtoßene Wachholderbeeren, 2 Loth Kalmus, in ½ Maß Waſſer gekocht, durchgeſeihet, dann: 2 Loth Branntwein, 1„ Terpenthinöhl hinzugeſetzt, dem Thiere in mehreren Portionen gegeben. Vom Urinlaſſen. 173. Dieſe Krankheit, die ich nirgends beſchrieben finde, ereignet ſich in manchen Gegenden ſehr oft unter dem Schaf— vieh. Die Patienten können den Urin nicht halten, empfinden einen ununterbrochenen Drang zum Saufen, und das Waſſer geht durch den Urin augenblicklich wieder ab; ſie werden dadurch der⸗ maßen geſchwächt, daß ſie ſich zuletzt alle Nahrung verſagen, abmagern und eingehen. Der Grund kann aus mancherley Urſachen, ſo wie bey der vorigen Krankheit, herrühren, meiſten Theils aber von Krämpfen und einer Schwäche, die ſich in die Gefäße der Urinblaſe geworfen haben. Der obigen krampfſtil⸗ lenden Klyſtiere mit Hinweglaſſung des Baumöhls habe ich in diſeen Fül von einen dre bis glücklicſte men könn 174 traurig au hoen dab bemerkt zu Safe laſ 7 ſe den Ko Eualle ſuch ter dos Th Grad des! riinigten Aiiue ben ftichendes der Huſt t Huſter deuürzha Ealſecke krantheit leiſſelnd 1 l dug, b Zäall hals 1 rauhh. A eeſe llen, in Sedl, as ſielAlant⸗ n zueh a tt werden⸗ t arbaumes, m Eyerſhe⸗ ein geyl Sbt. Auch es aangeſeihet, let ut nehreren 1 ſt b d de 1 1 1 1 den finde, † Sbaf⸗ den einen 8 ſer geht .. urch der⸗ perſagen, aancherley er, weiſtn 8) in die ereampffi⸗ Se ih in 89 dieſen Fällen(nebſt dem, daß ſie alle 5 Stunden eine Eingabe von einem Kaffehlöffel voll Wagentheer erhalten), jedes Mahl mit drey bis vier Tropfen Terpenthinöhl vermiſcht, mich mit dem glücklichſten Erfolge bedienet. In Ermangelung der Kamillenblu— men können Meliſſen oder Krauſemünze ihre Stelle vertreten. Vom hitzigen Fieber. 174. Die damit befallenen Schafe athmen ſchwer, ſehen traurig aus, und haben gewöhnlich einen trockenen Huſten. Sie haben dabey eine unreine Zunge und entzündete Augen. Man bemerkt zugleich viele Neigung zum Saufen an ihnen. Derley Schafe laſſen die Ohren ſinken, und hängen den Kopf. Je tiefer ſie den Kopf zur Erde ſenken, deſto heftiger iſt der Anfall. Im Stalle ſuchen ſie die kühlen, abgeſonderten Winkel auf. Je wei— ter das Thier die Naſenöffnungen erweitert, deſto höher iſt der Grad des Fiebers. Die Schnauze iſt gewöhnlich ganz trocken. Je dunkler der wenige und ſeltener abgeſetzte Harn in der Farbe erſcheint, und je dünner er iſt, deſto heftiger iſt das Entzün⸗ dungsfieber. Erkalten endlich die Ohren, die Schnauze und die Füße oberhalb der Kniegelenke, ſo tritt der Brand ein. Derley Thieren gibt man Waſſer zu ſaufen, worin gerei— nigter Salpeter aufgelöſet iſt, und zugleich täglich 1 Quentchen gereinigten Salpeter mit 2 Loth Honig. Dabey kann man dem Thiere beym heftigen Huſten ein Haarſeil an die Bruſt legen. Er— friſchendes Futter iſt derley Patienten beſonders angemeſſen. Läßt der Huſten nach, ſo gibt man ihnen noch folgende Lattwerge ein: 1 Quentchen Rhabarber, 2„ fein geſtoßenen Schwefel, mit 1 Loth Honig vermiſcht. Eine ſaftige, weniger gewürzhafte Weide, oder weniger gewürzhaftes Rauhfutter, keine erhitzende Bewegung, eine öftere Salzlecke, und hinlängliches Waſſer, beugen den Entzündungs— krankheiten vor, wenn dieſe Thiere gegen ungünſtige, ſchnell ab— wechſelnde Witterungs⸗Einflüſſe geſchützt werden. 90 Fuͤnftes Capitel. Von den äußerlichen Krankheiten. Von der Schafraͤude. 175. Herr Walz, königl. würtembergiſcher Landthierarzt, hat ſich durch jahrelange Beobachtungen und Verſuche überzeugt, daß die Schafräude von einem Inſect entſtehe, welches ſich nur auf der Haut des Schafes zu ernähren, und in derſelben fortzupflan⸗ zen vermöge, und zu der Gattung der Milben gehöre. Seine dankenswerthen Beobachtungen, in ſeiner Schrift: Natur und Behandlung der Schafräude, der er eine Abbildung der Krätzmilbe in ihren verſchiedenen Zuſtänden, worin er ſie mit bewaffnetem Auge beobachtete, beygefügt hat, ſind auch für den Naturforſcher nicht ohne Intereſſe. Die erſte Abtheilung ſeiner kleinen Schrift beſchäftiget ſich mit der Natur der Schafräude. Sie theilt ſich durch Anſteckung beſonders dann mit, wenn das Regenwetter zu ungewöhnlicher Zeit mehrere Wochen lang anhält. Nie erfolgt ſie bey trockener Witterung und auf hochliegender, wenn auch noch ſo magerer Weide. Hämmel, die einige Jahre zur Fortpflanzung benutzt, vor kurzem erſt enthodet wurden, gelt gehende oder unfruchtbar gebliebene Schafe, und unter dieſen wieder dünnwollige find ihr vorzuͤglich ausgeſetzt. Bey dem Anfange der Krankheit wird die Haut, beſonders längs des Widerriſtes bis zum Schwanzende und den nahe gelegenen Seitentheilen, ver— aͤndert, die Oberhaut trennt ſich, wird weich und breyartig; ſie löſet ſich bey einiger Entzündung ab, eine trockene ſeröſe Feuch⸗ tigkeit ſchwitzt aus und trocknet ebenfalls. Beyde bilden einen Grind, die Haut bekommt Riſſe, und blutet bey ſtarkem Befühlen, das die Thiere ſchmerzt. Trockene Luft trennt den Grind von der kran— ken Haut, dieſe ſchuppt ſich ab und geneſet wieder. Dauert der Regen fort, ſo ſchwillt die Haut, wird blaß, weiterhin bläulich⸗ grün, wäſſerige ſchäumende Feuchtigkeiten ſchwitzen aus, gehen in die Wollhaare über, welche zuſammen kleben. So wie die Hautfarbe grünlich geworden iſt, reiben ſich die Stafe, ſhein, iigkeiten warmer n klte/ aaren ſi reine fruche auf das In d d a Hellverfa ) d be de Milbe nihtheili lch einet Kalk, dure duſſetzt; (oder wer ten und f vetter ab ſabe eing Han riſe gege tor der) den, un M reindlihe genden Mnge Füſigee Hen N r f 1 9 14 1 1 1 I 4 ſt hen. ierorg, hat t rieugt, di ‚As aich nur af S fottzuyfer B. er Shtit. te, der er Defügt hu, iget ſihni a g beſonden sSeit mehtar e ung und ꝛi der dieeinie en em Alfans deriitesli , jeilen, der u breyuttg ſerbſegelt inen Giin, Wihlen, do Syn der ku⸗ Dauett de in bläuli⸗ 1 ls, gehu „1 KK ben ſch i Zuſtänden, 1 dt wunde, unter diien Schafe gern an dieſen Stellen, und die Milben kommen zum Vor⸗ ſchein, nagen ſich in der Haut fort, die ausſchwitzenden Feuch— tigkeiten verhärten zu neuem Grind, und dieß mehr bey feucht warmer Witterung, welche dieſes Ungeziefer recht begünſtiget, da kalte, trockene Witterung dasſelbe tödtet. Nach einigen Tagen paaren ſie ſich, legen Eyer, und nach 10— 12 Tagen kommt wie⸗ der eine neue Brut zum Vorſchein, und ſo geht das fort. Durch befruchtende Milbenweibchen wird die Räude von einem Schafe auf das andere übertragen. In der zweyten Abtheilung macht uns Herr Walz mit dem Heilverfahren bekannt. Hier gibt er ein, unter allen Umſtaͤnden die Milben ſchnell tödtendes, weder dem Schafe, noch der Wolle nachtheiliges Mittel an, das ſelbſt die Milbenneſter zerſtört, nähm— lich eine chemiſche Miſchung: 1) von 4 Theilen friſch gebranntem Kalk, durch allmähliges Waſſerzugießen in einen breyartigen Zuſtand verſetzt; 2) von 5 Theilen kohlenſaurem Kali oder guter Pottaſche (oder wenn dieſe nicht zu haben iſt, von 60 Theilen Buchenaſche); 3) von 200 Theilen Miſtjauche; 4) mit 800 Theilen Waſſer ver— dünnt; 5) von 6 Theilen Hirſchhornöhl(thieriſch-empyreumati⸗ ſchen Ohh und 6) von 5 Theilen Schiffstheer. Mit dieſer Miſchung wird das räudige Schaf am erſten, ach— ten und fünfzehnten Tage, alſo in Allem dreymahl, bey Regen⸗ wetter aber vier-bis fünfmahl befeuchtet, oder noch beſſer, in die— ſelbe eingetaucht, und an einem beſondern Ort getrocknet. Hat die Wolle ſchon eine hübſche Länge, finden ſich Hinder⸗ niſſe gegen das Abſcheren derſelben, ſo muß man die Flüſſigkeit vor der Anwendung durch ein Stück Leinen⸗oder Wollenzeug ſei⸗ hen, um alles Mißfärbige zu entfernen. Merkwürdig bleibt, daß eine in der Nähe von Stuttgard befindliche Schäferey, auf dieſe Art von der Raͤude befreyt, im fol⸗ genden Jahre bey der Schur eine, alle Erwartung überſteigende Menge Wolle lieferte, und daß ſeit 4 Jahren noch kein, mit jener Flüſſigkeit behandeltes Schaf von ſelbſt räundig wurde. So weit Herr Walz. 9¹ 4 9 9² Die Schafräude iſt eine Hautkrankheit, die ſelten von ſelbſt, ſondern meiſtens durch Anſteckung entſteht, allmählig ausbricht⸗ und anfänglich nur die Haut krank macht. Sie rührt bekanntlich, ſo wie die Krätze bey den Menſchen, von einer Milbe(Acarus) her, die ſich auf der Haut nährt, fortpflanzt, und nur dem Schaf⸗ körper eigen iſt. Man unterſcheidet hauptſächlich zwey Gattungen des Ausſchlages, nähmlich die trockene und die naſſe Räude. Die trockene Räude iſt gewöhnlich die Folge einer ſchlechten oder nicht hinlänglichen Nahrung, weßwegen man ſie auch die Hungerräude zu nennen pflegt. Eine gute, kräftige Nahrung heilt dieſe Räude oft ohne äußerlich angewandte Mittel. Erfolgt hierauf nicht die gehörige Wirkung, ſo wäſcht man die räudigen Stellen mit folgen— der Lauge. Man nimmt: Rauchtabak* Pfund, 8 Loth Pottaſche und 4 Loth Schwe⸗ fel, kocht alles in einer hinlänglichen Menge Waſſer eine halbe Stunde, daß ungefähr 5 Maß davon übrig bleiben. Dieſe Lauge iſt nun zum Gebrauche fertig, und wird am beſten warm gebraucht. Die weit gefährlichere naſſe Räude fängt allezeit mit kleinen, rothen, harten, über der Haut erhabenen, fühl⸗und ſichtbaren, mehr oder weniger zerſtreut und einzeln ſtehenden, juckenden Knoöͤt— chen an, die bey Vernachläſſigung dieſer Hautkrankheit nach und nach in Puſteln oder Eiterbläschen übergehen, welche eine durchſichtige Feuchtigkeit enthalten, ſodann aber kleine Kruſten bilden, die von jenem inſicirten Eiter entſtehen. Zuerſt erſcheinen ſie an dem Theile, der unmittelbar durch das Inſect angegriffen worden iſt, wornach ſie ſich an den übrigen Stellen des Körpers durch die häufige Vermehrung derſelben verbreiten. Die inſicirten Theile erregen ein Jucken, welches mehren⸗ theils durch die erhöhte Sonnenwärme vermehrt wird; in der Kälte ſcheint dieſe Krankheit zu verſchwinden, kommt aber mit ie⸗ dem Frühjahr heftiger zum Vorſchein, bis das quälende Übel, wenn das Thier ohne alle Hülfe ſich ſelbſt überlaſſen bleibt, endlich das fleiſchfreſſende Geſchwür erzeugt, wornach die Functionen des ſo wichtigen Haut⸗Organs geſtört werden, und durch die Abſorption der in ſo ſgkeiten Alehrune iin großen und von! dieſes Lo Bedenken werden; d fruh al wodurch unter Sch deriſche) ſeotonet Loher dieſen ſch du befürt M ſeſter und Polle ze Lurart d die zuver faher it. nen eigen wiewohl legenden ſit viel taudigen riadig beregnet durch di actung gattu übter pflan een dan ſeüſ, n aubbriht, I vekanntit 112(Aeara) nd zasdem Sdar⸗ h Gattungn e e Räͤude ſc oder ritt hn aungertüudt h mieſe Räude Hun uüit d ns suit folger un h Stwe⸗ VWeine habe eit ieſe bauge nrwigebrauct. n, Pdden Kui⸗ rat nach und en u lche eint det e Kruſeen us erſchinen Jn A ngegiifen telns Körperz 28 mehter hi u'; in d o yer mit ſe⸗ S'el, wem 4 andlich d dd ugen der ſ d gllſotptin lle Wiit kleinen, hlt Arnſichtbaren, 95 der in ſo vielen Geſchwüren und Geſchwürchen abgeſonderten Flüſ⸗ ſigkeiten die Saͤfte des Körpers gänzlich verderben, worauf eine Abzehrung erfolgt. So lange ein ſchäbiges Schaf noch bey Kräften, ein großer Theil des Körpers noch nicht von Geſchwüren ergriffen, und von der Abzehrung noch nicht befallen iſt, ſo lange hat auch dieſes Local⸗Übel nur die Haut krank gemacht, und kann ohne alles Bedenken mit außerlichen Mitteln allein behandelt und geheilt werden; daher es bey der Cur von der äußerſten Wichtigkeit iſt, ſo früh als möglich folgendes untriegliche Heilmittel anzuwenden, wodurch der Verfaſſer in 10 Jahren mehr als 30,000 Schafe(wor⸗ unter Schäfereyen waren, in welchen dieſes Übel mehr als 20 Jahre herrſchte) jedesmahl mit ſicherer Wirkung geheilt hat. Gehörig an⸗ g geordnet und behandelt, wird dieſe Krankheit längſtens in 5 oder 4 Wochen in der größten Schäferey beſiegt, und man hat von dieſem ſchleimigen Seige nicht die mindeſten nachtheiligen Folgen zu befürchten. Mein einfaches Verfahren vernichtet die Milben und Milben⸗ neſter unter allen Umſtänden, und ein kräftiger neuer Wuchs der Wolle zeigt ſich gleich nach der Cur. Man vergleiche eben erwahnte Curart des Herrn Walz mit der Verfahrungsart des Verfaſſers, die zuverläſſig zum Zweck führt, und wie mir ſcheint, auch ein⸗ facher iſt. Noch muß ich gegen die Angaben des Herrn Walz aus mei⸗ nen eigenen Beobachtungen anführen, daß die Anſteckung auch, wiewohl ſeltener, bey trockener, warmer Witterung und auf hoch— liegenden Weiden Platz greifet, wovon ich mich in Spanien bey ſehr vielen Gelegenheiten uͤberzeugt habe. Aber auch ohne je mit räudigen Schafen in Berührung zu kommen, kann eine Herde räudig werden, wenn ſie oft, beſonders bey naßkalter Witterung, beregnet wird, und das Vließ nicht austrocknen kann, indem hier⸗ durch die Transpiration gehemmt wird. Auch möchte ich der Beob⸗ achtung desſelben, daß nähmlich Stähre, die den Be⸗ gattungsact zu wenig oder zu lange nicht aus⸗ übten,— Hämmel, die, einige Jahre zur Fort⸗ pflanzung benutzt, vor Kurzem erſt enthodetwur⸗ 94 den,— ferner, daß gelt gehende oder unfrucht⸗ bar gebliebene Schafe— am eheſten dieſe Krank⸗ heit befällt, nicht beyſtimmen, indem im Gegentheil unge⸗ ſchwächtes Vieh allen Arten von Krankheiten länger widerſteht, als anderes. Gegründet iſt es aber, daß dieſe Schafmilben ſich bey Widdern viel geſchwinder verbreiten, als auf den übrigen Schafen, und aus dieſem Grunde ſämmtliche Milbenneſter auch hier mühſa⸗ mer zu finden und auszurotten ſind. Man nehme zu 2 Eimer ſcharfer Seifenſiederlauge§ Metzen ganz klein gehackte jährige oder noch jüngere Föhrenzweige(Pi- nus Silvestris). In Ermangelung derſelben leiſten die jungen Zweige von andern Nadelholzgattungen eben dieſen Dienſt. Man ſetze dieſe 1 Zoll lang gehackten Zweige ſammt der Lauge in einen über dem Feuer befindlichen großen Keſſel, und miſche noch ½ oder 4 Pfd. Rauchtabak dazu. Alles dieſes läßt man gegen 2 Stunden heftig ſieden, bis ein Drittel davon eingekocht iſt, während die obenauf ſchwimmenden Föhrenzweige beſtändig niedergedrückt werden müſ⸗ ſen. Nach Verlauf dieſer Zeit ſeihet man durch ein Sieb dieſe Flüſſigkeit ab, und drückt die Föhrenzweige ſehr ſtark aus, weil die heilſamſte Flüſſigkeit darin befindlich iſt.— In dieſe durchge— ſeihte, noch ganz heiße, faſt noch ſiedende Lauge wirft man ohne Zeitverluſt ¾ Pfd. weißen und ¼ Pfd. blauen geſtoßenen Vitriol, laͤßt alles in einem Bottich eine halbe Viertelſtunde lang ſich vereinigen, und die Lauge iſt ſodann ganz fertig. Bey jedesmahligem Gebrauch muß ein Theil dieſer Lauge, nachdem der Bodenſatz davon zuvor umgerührt worden war, ſo ſtark erwärmt werden, daß man kaum die Hand darin dulden kann, worauf man in dieſe Lauge einen Schwamm oder einen Fetzen von alter Leinwand eintaucht, und ſo heiß, als man es mit den Händen leiden kann, den ſchadhaften Theil, nachdem die Wolle davon vorher genau abge⸗ ſchoren wurde, und die Krätze oder die harte Haut durch die Nögel oder ein ſchmales Schabeiſen etwas wund iſt aufgekratzt worden, recht einreibend damit befeuchtet. Dieſe Operation wird jeden drit⸗ ten Tag wiederhohlt. Das erſte Mahl empfindet das Schaf durch mhtern T düſes Auf di Lippen wenn die Shmerzen dhir, in d deice wuhggelaſſe den Thiere hetheit we ſit Lauge det.(Alle auf einmal dehandele inem ande 8 7 wecmäßig kante, ger ſerter Auf Der iiſe Lauge dPolle ii den inñß nn der Ha chernicht dr Runde Schwefelbe ſummen- wäannt ge nit ſehr u der hereit mataliſce lücſt ze d Da⸗ ernſach — anfruht⸗ b* i Krank de thil unge la verſeht ier ten ſihte 1 Shrin t ier mühſe ☛2 — — ( wie junge ieſſ r enſt. Mu de a He in einen 1 hoch dde 1g Stunda wa en dieobenauj rch 6 ich diſ hr aus, vil J. e duthe II bl r Sgeſioßenen dal ateftune n wrtig Bh Lau acdem der ka Worauf mat vo Leinven Hamn aden kaun⸗ b d anau düge⸗ aute die Nögt auf r3t worden, ion a ejeden drir — 2 Sdnv et chaf durch e Mete 8 weigt(b. ede erden miſe „ erwarmt 95 dieſes Aufkratzen der Räude einen angenehmen Reiz, den es durch die Lippen und die Zunge zu erkennen gibt; das zweyte Mahl, wenn die Lauge gewirkt hat, iſt dieſe Empfindung ſchon mit Schmerzen vergeſellſchaftet; das dritte Mahl aber empfindet das Thier, in der Regel, ſchon ſtarke Schmerzen, welches zugleich das Zeichen iſt, daß die Milben getödtet ſind, und durch ihre nachgelaſſene juckende Bewegung und den Reiz, den die Wunde dem Thiere verurſachet, Wundſchmerzen eingetreten ſind. Der Si— cherheit wegen kann man die Wunde noch einmahl ſtark mit die⸗ ſer Lauge einreiben, und die Cur iſt nun an dieſem Orte vollen— der.(Alle durch Milbenneſter beſchädigte Theile der Haut müſſen auf einmahl, und zu gleicher Zeit, auf dieſe Art angegriffen und behandele werden). Jedoch kann ſich eine Milbenfamilie auch an einem andern Theile des Körpers eingeniſtet haben, und erſt nach mehrern Tagen ſichtbar werden; daher man die Thiere bey einer zweckmaͤßigen Curart in mehrere Haufen, naähmlich in ganz kranke, geneſende, geheilte, die aber wenigſtens 4 bis 6 Wochen unter ſtarker Aufſicht bleiben müſſen, und in ganz geſunde abtheilen muß. Der Wollwuchs tritt gleich bey der Heilung wieder ein, und dieſe Lauge ſchadet der übrigen Wolle nichts. Auch iſt der Verluſt der Wolle bey dieſer Heilart nicht empfindlich, indem nur erforderlich iſt, den inficirten Fleck des Thieres gleich bey ſeinem Entſtehen nahe an der Haut abzuſcheren, welches, wenn die Schäfer und ihre Vor⸗ ſteher nicht unvorſichtig ſind, anfaͤnglich kaum mehr als einen Zoll in der Runde betragen kann. Die Schwefelſalbe, die aus vier Loth Schwefelblumen, 4 Loth Terpenthinöhl und 8 Loth Schweinfett zu⸗ ſammen gemiſcht, beſteht, habe ich, ehe vorſtehendes Mittel mir bekannt geworden war, bey vielen Gelegenheiten, gewöhnlich aber mit ſehr unſicherm Erfolge, gebraucht. Die aus Fett und Queckfil— ber bereiteten Salben, ſo wie die aus andern Metallkalken oder metalliſchen Mittelſalzen vorgeblich beſtehenden Heilmittel, wirken höchſt zerſtörend auf die Geſundheit dieſer und der meiſten Thiere. Das Zuruͤcktreten der ſchon einen hohen Grad erreichten Räude verurſacht gewöhnlich die Abzehrung, und man pflegt in dieſem Falle 96 dem Thier mit gutem Erfolge Schwefelblumen in groͤßern Portio⸗ nen einzugeben, welche die Räude wieder auf die äußern Theile der Haut heraustreiben, wodurch man in den Stand geſetzt wird, die äußerliche Abheilung nach obiger Art zu bewerkſtelligen. Als innerliches Mittel kann man, da das Üübel ſchon den ganzen Orga⸗ nismus in dieſem Falle ergriffen hat, 4 Loth Schwefelblumen, 2 Loth Goldſchwefel und 8 Loth Alantwurzel zuſammen miſchen, mit Honig zu einer Pillenmaſſe machen, und 52 Pillen zu gleichem Gewichte daraus verfertigen, wovon einem Thiere in der Frühe und Abends ein Stück gegeben wird. In den landwirthſchaftlichen Blättern der Bildungsanſtalt in Ungariſch-Altenburg kommt folgendes Mirtel wider die Räude, vom Herrn Oberregenten von Wittmann, vor, das wegen ſeiner angerühmten Zuverläſſigkeit angeführt zu werden verdient. or e n r. So lange die Herde nicht geſchoren wurde, iſt keine Radi— calcur möglich, man muß ſich mit der Vorcur begnügen, um we⸗ nigſtens bis zur nächſten Schur die zu große Verbreitung des Übels hintanzuhalten. Zu dieſer Cur bedient man ſich folgender Eſſenz zum Tupfen. Man nehme 1 ½ Maß Waſſer, gieße es unter 6 Loth gedeiz⸗ ten Tabak, und laſſe das Ganze 1 ½ Stunde am Feuer ſieden. Dann wird der Tabak herausgenommen, ausgedrückt und weg: geworfen. In den Tabaksſud gebe man hierauf: Loth Salmiak, „ Terpenthinoͤhl, und * Quentchen Sublimat(Mercurius sublimatus corrosivus), decke den Topf zu, laſſe ihn noch ein wenig aufwallen, rühre alles während dieſer Zeit ein paar Mahl fleißig um, nehme es vom Feuer und verwahre es in Flaſchen. Mit dieſer Eſſenz werden mit einem Pinſel von Leinwand die wunden Flecken, die man am Schafe entdeckt, getupft und ſchnell — bo⸗- gheil. pot kom ſch dieſe ſih dien pintanzz die in d Mahl ve eintreten am folge Kauge 9. M Eimet T Feuer g Tahak vird ei t kern Horii⸗ Schern Thei iſet vidd, lligen. A azen Arge 2 er elblumen, niſchen, mi a gliten han der Frih⸗ 1aanſiatti 1 die Räude „ egen ſeine eent. Ain keine Ro⸗ d en, um we⸗ 5 mng des lle ft u per n u1 J oth gebei⸗ i nuer ſieen Rsr und we⸗ 1 2u orrosirus d me es voln Uo einwand de 2u 3 und ſnul 1 rüͤhre als 97 geheilt. Da ſich aber die räudigen Stellen, die nach und nach her⸗ vor kommen, nicht immer gleich entdecken laſſen, ſo bedient man ſich dieſes Mittels bloß in der Abſicht, um bey einer Herde, bey welcher ſich die Räude gezeigt hat, die Verbreitung des Üübels ſo lange hintanzuhalten, bis man zur Radicalcur ſchreiten kann. Die Haupteur, die in der Wäſche beſteht, und bey einer ganzen Herde auf Ein Mahl vorgenommen werden muß, kann erſt nach der Wollſchur eintreten. Sobald eine ſolche Herde geſchoren wurde, muß gleich am folgenden Tage zur Wäſche geſchritten, und hierzu folgende Lauge genommen werden. Lauge zur Wäſche. Man nehme auf 120 Maß, d. h. 5 niederbſterreichiſche Eimer Waſſer, 6 Pfd. Tabak. Beydes wird in einem Keſſel zum Feuer geſetzt, und durch 1 ¾ Stunde geſotten, dann wird der Tabak heraus genommen, ausgedrückt und weggeworfen. Nun werfe man 4½ Pfd. Salmiak und 4 Pfd. ungelöſchten Kalk in den Tabak⸗Abſud, laſſe ihn noch ½ Stunde ſieden, und rühre das Ganze während dieſer Zeit fleißig um, rücke dann den Keſſel vom Feuer weg, und wenn es zu ſieden aufgehört hat, gebe man noch 2 Pfd. Terpenthinöhl, 1 Loth Sublimat(Mercurius sublimatus corrosivus) hin⸗ ein, rühre alles ſorgfältig um, und ſchreite, wenn die Lauge abgekühlt iſt, zur endlichen Wäſche. Man nimmt dazu zwey Wannen oder Bortiche. Der eine wird mit Lauge angefüllt, der andere bleibt leer. In den erſten wird ein Schaf nach dem andern dergeſtalt hineingeſtellt, daß ſein ganzer Körper von der Lauge bedeckt wird, und ihm bloß der Kopf frey bleibt. Ein Mann hält das Schaf, der zweyte hält ihm mit einer Hand die Augen zu, und wäſcht ihm mit der andern mit⸗ tels eines Fetzens den Kopf dergeſtalt, daß mit Ausnahme der II 2. Abtheilung. 7 98 Augen, kein Theil desſelben unbenetzt bleibt. Sobald dieß geſchehen iſt, wird das Schaf herausgenommen, und zum Abtropfen in den leeren Bottich geſtellt, damit von der Lauge nichts verloren gehe. Auf dieſe Art wird die ganze Herde behandelt. Nach vollendeter erſter Wäſche, und nicht früher, gibt man den Schafen 2 Tage hinter einander des Abends die gewöhnliche Schwefelblüthenlecke, drängt ſie in einen engen Stall zuſammen, und läßt ſie die Nacht hindurch ſchwitzen, damit aller noch in der Haut ſteckender Räudeſtoff hervorgehe. Acht Tage nach der erſten Waͤſche wird zu der zweyten geſchritten, und damit die Cur beendet. Ferner ſind folgende Mittel gegen die Schafräude als ſehr bewährt befunden worden: So lange die Schafe noch in der Wolle ſind, als Vorcur: Alaun und Salmiak, von jedem 2 Loth; man laſſe beydes in 2 Pfd. Waſſer, worin Tabak abgeſotten wurde, zergehen, und ſetze* Loth Schwefelſäure hinzu, rühre alles durch einander, und betu— pfe die aufgekratzte räudige Wunde damit. Nach der Schur gebrauche man auf die nun leichter aufzu⸗ findenden räudigen Stellen folgende Beize: 5 Pfd. Tabak, klein geſchnitten, in 20 Pfd. Waſſer eine halbe Stunde gekocht, und durchgeſei⸗ het, dann 6 Loth Salmiak, und 4„ Schwefelſäure beygegeben. Dieſe Beize wird, wie ich ſchon mehrmahl erwähnte, nach dem Aufkratzen der räudigen Stelle angewendet. Oder: Man nehme 4 Maßel Hühner⸗oder Taubenmiſt, eben ſo viel Aſche, 6 Loth Vitriol, in einem Eimer Waſſer gekocht, und lauwarm verwendet. Oder: Man ſchere die kranke Stelle gut aus, und beſchmiere ſolche mit Queckſilberſalbe(unguentum neapolitanum) und reibe ſolche mittels einer Bürſte ein. Nach 24 Stunden kann man die Salbe mittels warmen Seifenwaſſers herunterwaſchen. 1 495 iiner E ¹ zut H Virriol duf Ho das Ho 9 entfernt ibervei tief aus wie H. P 1 balegte ie wa d vegen d tere St ſe verb D nes, e ds ein dertroch undſet don jed mait, 1n ggeſceen 1 n in den ran ghe 1 Sgübt mi 1“ vöhnlihe 2 Aannen, ad ch in de yer erſte O beendet af t Aals ſihr d hm Vorcur: 66 ½en 2 9f. en d ſetze⸗ nd Ind bet⸗ [ace aufzr⸗ un ud ichgeſei⸗ et Mie, nah enu Jeben ſi ſeer st, und be inge ſolhhe 30„e ſolce m 1r Galbe 99 Oder: 1 Pfd. Queckſilber, ½ Pfd. venetianiſchen Terpenthin, 4 Pfd. Schweinfett, 1 Seidel Terpenthinöhl, gut abgerieben zu einer Salbe. Oder: Unter 1 Eimer Waſſer 8 Pfd. klein geſchnittenen Tabak, 4 Metzen geſiebte Holzaſche,§ Metzen Hühnermiſt, alles gut bis zur Hälfte eingekocht und durchgeſeihet, dann ſchütte man ſo viel Vitriolöhl(concentrirte Schwefelſäure) langſam hinein, bis ein auf Holz fallen gelaſſener Tropfen Blaſen erzeugt, ohne jedoch das Holz braun zu faͤrben. Nach der Abheilung muß aller Miſt aus den Stallungen entfernt, alle Wände, Thüren, Raufen ec. mit friſchem Kalk überweißet, ja ſelbſt die Erde unter dem Dünger auf einige Zoll tief ausgefahren, und durch friſche erſetzt, und ſo verfahren werden, wie§. 22 vorgeſchrieben iſt. Von den natürlichen Pocken der Schafe. 176. Es gibt zwey Gattungen mit dem Nahnen Blattern belegte Hautkrankheiten, die ſogenannten Steinpocken, und die wahren Pocken der Schafe. Die Steinpocken ſtecken nicht an, und ſchützen auch nicht gegen die wahren. Es werden zwar unter einer Herde wohl meh— rere Stücke befallen, aber die größte Zahl bleibt frey davon, und ſie verbreiten ſich nicht auf andere Herden. Dieſe Steinpocken erſcheinen gewöhnlich als ein klei⸗ nes, erhabenes, rothes Knötchen, in der Größe eines Hirſekorns, das einen weißgelben Eiter enthält, dann berſtet, zu einem Schorf vertrocknet, und ohne Narbe abfällt. Derley Schafe zeigen ſich kaum merklich krank. Man gebe ihnen als Lecke etwas Schwefel und Salpeter mit Kleyen zur Reinigung. Die wahren Pocken ſind aber eine äußerſt gefährliche und ſehr anſteckende Krankheit, die ſich mit Fieberanfaͤllen äußert, wo⸗ von jedoch die Schafe nur einmahl befallen werden. Die Thiere ſind matt, freſſen und wiederkäuen nicht, leiden ſtark an Hitze und N* 100 Durſt. Dieſe Symptome dauern gewöhnlich 5 Tage, nach deren Verlauf ſich zuerſt an den von Wolle entblößten Theilen der innern Schenkel, des Geſichtes, dem Euter ꝛc., dann aber auch an den mit Wolle bewachſenen Theilen des Körpers rothe Fleckchen auf der Haut zeigen, welche immer größer werden, und Blaſen mit röth— lichen Umkreiſen und einem gelben Flecke in der Mitte, bilden. Sind dieſelben waͤhrend dieſer Periode, welche, wie die erſte, 3 bis 4 Tage dauert, hervorgekommen; laſſen jene Zufälle nach; wer⸗ den die Thiere munter und bekommen wieder Freßluſt: ſo ſind die Blattern gutartig; werden dieſe aber blau und ſchwärzlich, geben ſie eine dünne ſtinkende Materie, und fließen ſie zuſammen, ſo ſind ſie bösartig und äußerſt gefährlich. Kommen die Blattern nicht ganz vollkommen heraus, oder treten ſie plötzlich zurück, dann ſind ſie meiſtens tödtlich. In der dritten Periode werden die Blattern nach der Ordnung, wie ſie ausgebrochen waren, zuerſt an der Spitze, und dann durchaus weiß, und füllen ſich mit flüſſigem Ei— ter. Sind die Blattern nicht häufig, und ſtehen ſie einzeln, ſo äußert das kranke Thier nur wenig unangenehme Empfindung mehr von dem Reize auf der Haut. Dieſe Periode dauert bey gutarti⸗ gen Blattern nicht über 4 Tage, und man kann alsdann die Krankheit als überſtanden anſehen. Sind aber die Blattern bösar⸗ tig, dann gehen ſie in die vierte oder Abtrocknungs⸗Periode über. Ihre Symptome ſind ſtärker, der Ausbruch unvollkommen, die Puſteln fallen zuſammen, trocknen ab, werden ſchwarz, ohne Eiter zu enthalten, ein dicker Schleim fließt aus Naſe und Mund, der Kopf der Thiere ſchwillt, die Augen ſchwären zu, das Athemhohlen wird ſchwerer und röchelnd. Wenn dieſe Zufälle heftig ſind, ſo kom⸗ men die Thiere ſelten, oder im glücklichſten Falle doch nur nach langem Leiden durch, und büßen ſehr oft ihre Augen ein, oder andere Theile des Körpers bleiben beſchädiget. Um dieſe zurückgetretenen Blattern wieder heraus zu treiben, nehme man 1 Unze Schwefelblumen und 6 Unzen Leinöhl; beydes gemiſcht und in gelinde Wärme geſetzt, bis ſich die Schwefelblu⸗ men aufgelöſet haben. Hiervon wird jedem Stück* Loth auf Ein Mahl uch im gung un die Eyn außerord mertſam Mitteld Behandl Mittel a dieſer Kr 8. Hite un Tjieren macht gu d. iin Trin ten Vi die Häl 8 Blatte 2 Pf. niht g 2 ſo lu den, eren nern den fder döth⸗ den. re, 3 wer⸗ d die geben d ſind gang in ſind lattern an der em Ei⸗ n, ſo mehr tarti⸗ die nösar⸗ hüber. n, die Eiter 9, der kom⸗ a nach oder üübel/ vydes antlblu⸗ 7 Ein 101 Mahl eingegeben. Es unterliegt keinem Zweifel, daß man auch im heftigſten Grade der Krankheit durch ſorgfältige Verpfle⸗ gung und Anwendung dienlicher Mittel viel ausrichten kann; allein die Symptome der Krankheit ändern ſich oft ſo ſchnell, daß eine außerordentliche, bey der Menge von Kranken nicht mögliche Auf— merkſamkeit, nebſt ſehr genauer Kenntniß der Krankheit, der Mittel dagegen, und für jedes kranke Individium eine beſondere Behandlung erfordert würde, um die für jedes einzelne dienlichen Mittel anzuwenden. Ich will alſo nur zur allgemeinen Behandlung dieſer Krankheit übergehen. Den mit Pocken behafteten Schafen ſchadet die allzu große Hitze und ſtrenge Kälte; eine heitere, kühle Luft iſt derley kranken Thieren am zuträglichſten, und ein geſchloſſener, warmer Stall macht gutartige Pocken zu bösartigen. Den mit Blattern wirklich befallenen Schafen gebe man alle 2 bis 3 Stunden 1 Eßlöffel voll von folgender Arzney ein: 4 Loth Kampher, mit 4„ arabiſchem Gummi in Weingeiſt aufgelöſet, womit 6„ Schwefelſäure und 8„ Sauerhonig innigſt perbunden werden. Oder: Man ziehe auf dem hintern Schenkel ein Haarſeil, und gebe ein Trinkglas voll Weidenrinden⸗Decoct, mit einem halben Quent⸗ chen Vitriolſäure vermiſcht, als Einguß. Auf ein Lamm aber nur die Hälfte. Für die übrige nicht blatternde Herde wird, ſobald man die Blattern bemerkt, folgende Lecke täglich gegeben: Salz 4 Pfd., Spießglanz 1 Pfd., und Wachholderbeeren 2 Pfd., wodurch, wenn die fernere Ausbreitung dieſer Krankheit nicht gehindert werden kann, ihre Wirkung doch gemildert wird. Die kranken Thiere müſſen von den geſunden abgeſondert, ſo luftig und kühl, wie nur immer möglich, gehalten wer⸗ den, ja ſelbſt im Winter in einer Temperatur von nur 6 bis 7 102 Grad über den Gefrierpunct. Man reize ſie, ſo viel als möglich, zum Saufen, und gebe ihnen dünnen, aber ſtark geſalzenen Gerſten⸗ mehltrank; auch kann man ihnen Salz in guten Portionen einge— ben, und ſie darauf, ſo viel ſie wollen, trinken laſſen. Auch pflegt man mit gutem Erfolge, was ſogar eine Hauptſache iſt, unter den Mehl⸗ trank ſo viel Vitriolöhl zu geben, bis derſelbe den ſäuerlichen Geſchmack davon angenommen hat. Dieſes ſäuerliche Getränk ſau— fen ſie nicht ungern. Man gibt ihnen davon, ſo viel ſie wollen; oder man tröpfelt unter 1 Seidel Waſſer 1 ½ Quentchen Vitriol⸗ öhl, auch etwas Honig hinzu, und gibt davon täglich in 4 Por⸗ tionen einem Schaf den dritten Theil ein. Wegen des Beyſatzes von Mehl muß dieſer Trank täglich zweymahl friſch gemacht wer— den, damit er nicht in Gährung übergehe. Die unter der Borke oder in dem Geſchwüre ſich befindliche Jauche läßt man bey bösartigen Blattern aus, und verbindet die Wunde mit Eygelb und Terpenthin. Auch pflegt man mit gutem Erfolge den kranken Thieren in der erſten Periode den Mund und die Naſe mit eſſigſaurem Waſſer, die Augen aber mit lauwarmer Milch rein zu halten, und ihnen täglich 5 Eßlöffel voll von einer aus 5 Theilen Schwefelblumen und einem Theil Kochſalz mit Honig beſtehenden Lattwerge zu geben. In der zweyten Periode hört man damit auf, gibt ihnen ſtatt derſelben 2 bis 4 Mahl des Tags eine andere Lattwerge, welche aus Honig, Weidenrinden und Kalmuswurzeln bereitet wird, jedesmahl 2 bis 5 Eßlöffel voll. Zur Hebung der geſunkenen Lebensthätigkeit bey ſehr ſtark mitgenommenen Thieren, kann man nachſtehendes ſehr bewährt gefundenes Mittel gebrauchen. Eine halbe Maß Wein wird mit 4 Loth Salpeter und 2 Quentchen Kampher fein gerieben, und mit 4 Seidel Mehl und 5 Maß laulichtem Waſſer zu einem Brey verarbeitet, wovon man den gefährlichen Patienten täglich in 4 Portionen, beyläufig ein halbes Seidel mit gutem Erfolge zur Staͤrkung geben kann. Sollte ſich bey dem Patienten beengtes Athmen und Röcheln in der Bruſt wahrnehmen laſſen, ſo gebrauche man: Eberwurzel, getbell ſddem pülbett 3 in den. in die drgſten aniſch hees aus einer 3 wieder oder Er zur Nal d Vorkeh! ſe zu Zeiten: die In Inocule anſtecke ten, w ſondern autior fiof ſy mern zu beff in ſein ſs lü nur ve und d Port 1 nuigiih * Gaſn⸗ J Arneine JH ſlgtmu en Mehl be siuerlihen li e trintſr welln; u Virii⸗ i 4 Por⸗ zenn a Weyſetes iſc a acht wer⸗ irs Wefnrlih un Windet die i jieren in igt un Waſee, lter unnd ihnen we Adlnen und rge aben. In en incerſelben ch un Honig, „A Sshl 2 bis ben gkeit dey na ides ſeh — Gm und? 2 ehl und ita un'on man en, r aufg iin en kann. ren de Röcheln an. rvutze⸗ 103 Kerbelkraut, Cichorienwurzel, Löffelkraut, Mohrrübenkraut, von jedem 8 Loth, Spießglanz 9 Loth, Schwefel 12 Loth, fein ge⸗ pülvert, täglich 5 Löffel voll eingegeben. Iſt die Krankheit hartnäckig, und hat ſie ihren Hauptzug in den Kopf genommen, ſo macht man ein oder zwey Haarſeile in die Bruſt, um die Hitze aus dem Kopfe zu ziehen, oder im ärgſten Falle kann man inwendig an einem Hinterſchenkel ein ſpaniſches Fliegenpflaſter von der Größe eines 20 Kreuzerſtückes, wel⸗ ches aus 1 Loth ſpaniſchen Fliegen, 8 Loth Leinöhl beſteht, und zu einer Zugſalbe wohl gemiſcht wird, anwenden. Fangen die Schafe wieder an zu freſſen, ſo gibt man ihnen im Winter gelbe Rüben oder Erdäpfel und Gerſtenſchrot, und im Sommer friſches Gras zur Nahrung, welches ſie kühlet. Das beſte Mittel iſt aber die Impfung, indem alle übrige Vorkehrungen, den Zerſtörungen der Pocken zu begegnen und ſie zu vermeiden, von geringem Erfolge ſind. Es war unſern Zeiten die ruhmvolle und nützliche Erfindung vorbehalten, durch die Impfung eines gutartigen, durch eine Reihe glücklicher Inoculationen gemilderten Schafpockenſtoffes, dieſe furchtbare, anſteckende Krankheit zu bekämpfen, ja endlich gänzlich auszurot⸗ ten, wenn man ſich nicht bloß auf die Noth⸗Impfung beſchränkt, ſondern, um der natürlichen Anſteckung zuvorzukommen, die Prä⸗ cautions⸗Impfung durch einen beſtändigen Vorrath von gutem Impf⸗ ſtoff ſyſtematiſch, jährlich im Frühjahre, bey den ſäugenden Läm⸗ mern ſo lange vornehmen läßt, bis kein Ruckfall dieſes Üübels mehr zu berürchren iſt. Jeder Schafherden-Beſitzer und jeder Beamte hat es nun in ſeiner Macht, ſich den ſchrecklichen Folgen und Gefahren die⸗ ſes Übels durch dieſe heilſame Erfindung zu entziehen. Jede Jahreszeit, auch der Winter, iſt zum Impfen tauglich; nur vermeide man, ſo viel es thunlich iſt, die große Sommerhitze und die höchſte Winterkälte. Ich will(aus Andrés ökonomiſchen Neuigkeiten) über die Vortheile der Schafblattern⸗ Inoculation und die Methode des 104 Herrn Doctors Peſſina, ſie auszuüben, das Merkwürdigſte, mit einigen Anmerkungen begleitet, hier anführen, woraus die ganze Manipulation deutlich zu erſehen iſt. Uber die Vortheile der Schafblattern⸗Inocu⸗ lation, und die Methode, ſie am beſten auszu⸗ üben, vom Herrn Dr. Peſſina(aus den ökonomi⸗ ſchen Neuigkeiten, Jahrgang 1811, Nr. 47)⸗ 177. Die künſtlich durch die Inoculation der eigentlichen Schafblattern⸗Materie bewirkte Blatternkrankheit iſt, nach den darüber gemachten Erfahrungen, ſtets ſo gelinde und gutartig, daß ſie von 100 Inoculirten nicht Einem Stücke das Leben koſtet. Die natürliche Blatternkrankheit dagegen, wenn ſie auch in der beſten Jahreszeit und ohne alle Bösartigkeit unter den Schafen einreißt, läuft ſelten ſo unſchädlich ab, daß nicht wenigſtens zehn von hundert ihr Opfer werden, welches bey einer großen Herde von edler Zucht doch immer einen nahmhaften Verluſt verurſacht; oft iſt ſie aber ſo tödtlich, daß ſie auch die Hälfte des Viehes, und daruͤber, wegrafft., Dieſer natürlichen Krankheit wird durch die künſtliche Impfung geſteuert, ſo daß nach einmahl überſtandener Inoculation alle Schafe lebenslänglich von der natürlichen Blat⸗ ternanſteckung befreyt bleiben, und es in kurzer Zeit zu einem un— verzeihlichen Fehler der Wirthſchaftsbeamten(und ſelbſt der Guts— beſitzer) wird gemacht werden müſſen, wenn ſie, mit der Impfung unbekannt, die natürlichen Blattern einreißen laſſen. Man kann zu jeder Zeit Lämmer und alte Schafe ohne Gefahr inoculiren; die höchſte Zeit aber, wo die Inoculation keinen Aufſchub leidet, iſt diejenige, wann ſchon einige Stücke mit na— türlichen Blattern behaftet angetroffen werden, und folglich die überzeugung liefern, daß die Blatternkrankheit im Anzuge ſey, und bald in der ganzen Schäferey einreißen werde*). *) Durch die Präcautions⸗Impfung kann dieſer Fehler ſich nie er⸗ eignen, beſonders wenn diejenigen Schafe und Lämmer, bey denen d. daß man Dyeratio einiger! einfangen düſe kl Beſchwer ker Scha einer beſo ganz der andern T die ihnen nähmlich dre Unge ſit hindꝛ An tern meiſt Aühem ſch velchem verden ſi Eines um nicht weg toffener All dann zu ben jeden Anſteckur vitd auc llattern. n ijſt, mit S ten die gann Inocu⸗ 21 2 auszu⸗ 2an onomi⸗ d ſentliczen t nach den n t grtig, daß eliſtet. w mn auch in 1 ☛ Scafen n ens zehn r aan Herde rhn urſacht; et ies, und w gurch die Ius dandener tü bin Blat⸗ t u nem un⸗ ſl Ir Gutz⸗ it Smpfung e 41☛ Gefahr ch m n keinen C be mit na⸗ ui ſich die apey⸗ und 911 nie er⸗ 1 Sey denen 105 Der natürlichen Anſteckung muß man dadurch zuvorkommen, daß man die Unangeſteckten ſämmtlich auf der Stelle inoculirt. Die Operation geht bey einiger Übung ſo geſchwind von der Hand, daß ein einziger Menſch, nebſt ein paar Schafknechten, welche die Schafe einfangen und halten, in einem Tage 1200 bis 1500 inoculiren kann Dieſe kleine Mühe ausgenommen, erſpart man ſich alle übrige Beſchwerlichkeiten und Sorgen, die ſonſt ein ganzer Haufe kran⸗ ker Schafe zu verurſachen pflegt. Man hat weder Arzneyen, noch einer beſondern Wartung und Führung nöthig, und überläſt ſie ganz der Natur. Die meiſten, ja faſt alle, bekommen dabey keine andern Blattern, als an dem Orte, wo ſie inoculirt worden ſind, die ihnen, außer einer kleinen Steifheit im Gehen(wenn ſie nähmlich im hintern Schenkel eingeimpft worden ſind), keine an— dere Ungemächlichkeit verurſachen. Sie bleiben die ganze Blattern⸗ zeit hindurch bey ſo guter Eßluſt und friſchem Ausſehen, wie zuvor. An Augen, Maul und Naſe, welche bey natürlichen Blat— tern meiſtens ſo heftig leiden, daß ſie oft blind werden, keinen Athem ſchöpfen, noch eine Nahrung zu ſich nehmen können, aus welchem Grunde nicht wenige erſticken und verhungern müſſen, werden ſie gar nicht angegriffen, und wenn ja bey 100 Stücken Eines umkommen ſollte, ſo kann man ſicher annehmen, daß dieſes nicht wegen der Impfung, ſondern wegen anderer zufällig einge— troffener Übel umgekommen ſey. Allein die Sicherheit und Abwendung der Gefahr iſt nur dann zu erwarten, wenn, wie ſchon oben geſagt, die Impfung bey jedem Stück früher vorgenommen wurde, als die natürliche Anſteckung darauf gewirkt hat. Iſt dieſe jener zuvorgekommen, ſo wird auch das Schaf trotz der Impfung natürlich und gefaͤhrlich blattern. Darum kann man mit der Inoculation bey allen übrigen Schafen nicht genug eilen, ſobald einige darunter natürlich blat— der Impfſtoff nicht angegriſſen hat, einer zweyten, dritten ꝛc. Ope⸗ ration unterzogen werden, bis kein Rückfall mehr zu befürchten iſt. 106 tern, und ihre Blattern ſchon Materie haben. Dieſe werden ſorg⸗ fältig abgeſondert und die Materie aus ihren Blattern zur In— oculation benutzt*). Man darf nicht betroffen ſeyn, wenn man die unlängſt auf— gebrochenen Blattern ſteinhart und ohne Materie findet, welche gewöhnlich den zehnten, manchmahl auch den fünfzehnten Tag erſcheint. Da zur Inoculation das erſte Erforderniß eine hinlängliche Menge Materie iſt, ſo muß man die am erſten natürlich blattern— den Stücke ſorgfältig pflegen, und alle Tage nachſehen, ob ihre Blattern ſchon Materie geben. Sobald man merkt, daß ſich die Blatterhaut in Geſtalt ei— ner Blaſe erhebt, und dieſe Blaſe eine waſſerähnliche Flüſſigkeit enthält, ſo iſt auch der Zeitpunct da, mit dieſer Flüſſigkeit alle andere Schafe auf folgende Art zu impfen: Man laſſe einen gehörig großen Tiſch zum Schafſtall brin— gen. Der Operateur ſtellt ſich an die Mitte desſelben, und läßt ſich zur Linken das blatternde Schaf, woraus man die Materie nimmt, zur Rechten aber das Schaf, welches inoculirt werden ſoll, dar⸗ auf legen, und das erſte vom erſten Knechte, das zweyte aber vom zweyten ſo halten, daß der eine den rücklings liegenden Kör⸗ per und die Vorderfüße, der zweyte aber, nächſt dem Operateur geſtellt, nur die Hinterfüße hält**). *) Je öfter dieſer Impfſtoff reproduecirt wird, je gemildeter und gut⸗ artiger wird ſolcher; um ſich von der Verbeſſerung des Impf⸗ ſtoffes zu überzeugen, läßt man zwey bis drey Stücke ungeimpf⸗ ter Schafe unter die geimpften, wenn dieſe unangeſteckt blei⸗ ben, ſo hat man ſchon einen reinen Impfſtoff. Jedes zur Unter⸗ haltung des guten Impfſtoffes gewählte lungen⸗, leber⸗oder ſonſt kranke Schaf verdirbt den Impfſtoff. *) Es iſt noch nicht ausgemacht, ob ungeimpfte Schafe, welche mit dieſen friſch geimpften in Berührung kommen, ſogleich von dieſen angeſteckt werden können. Die Erfahrung hat ſchon bey vielen Gelegenheiten bewieſen, daß derley ungeimpfte mit geimpften in Berührung gekommene Schafe die natürlichen bösartigen Mi und mit der Nade nit den rinne dau der linken obern Kn und mit kann, ir ſach, ohl Shenkel ſiicht, un innen gel ſe herau Otich zu 4 ‿ ſorg⸗ i In⸗ gſt auf⸗ welche en Tag langlihhe blattern⸗ ob ihre jeſtalt ei⸗ lüſſigkeit lkeit alle aill brin⸗ aläßt ſich animmt, l, dar⸗ te aber werateur 9 und gut⸗ es Impf Angeimpi⸗ eeckt blei⸗ er Unter⸗ S der ſonſt elche mit Son dieſen ey vielen t neimften 3 osartigen 107 Mit der Impfnadel wird ſodann eine Blatter aufgeſtochen, und mit der hervorquellenden wäſſerichten Flüſſigkeit die Spitze der Nadel, die der Operateur in der rechten Hand, jedoch nur mit den Fingerſpitzen hält, ſo befeuchtet, daß ſich auch die Nadel⸗ rinne damit ein wenig anfülle. Hernach faßt der Operateur mit der linken Hand einen Schenkel des zu impfenden Schafes bey dem obern Kniegelenke, ſo daß der Daumen nach einwärts zu liegen kommt, und mit demſelben die innere Schenkelhaut etwas geſpannt werden kann, indem er während dieſer Spannung die Nadelſpitze ganz flach, ohne die Haut zu durchſtechen, in der Gegend der Scheibe des Schenkels, ungefähr eine Linie weit, in die wollenloſe Oberhaut ſticht, und ſodann die Nadel ſo umwendet, daß die Rinne nach innen gekehrt, und zugleich durch ein gelindes Andrücken, bevor ſie herausgenommen wird, die erhaltene Blattern-Materie in dem Stich zurückgelaſſen werden kann*). Die Impfung geſchieht übrigens mit einer Lanzette, am ge— Blattern erhalten haben. Dagegen behaupten aber die Geg⸗ ner, daß ein durch eine Reihe von Generationen herabgeſtimm⸗ ter und bewährt gefundener, gutartiger Schafblatternſtoff nicht ferner durch ſeine Ausdünſtung angeſteckt habe, und daß das aus⸗ gebrochene Blatterngift der ungeimpften Schafe ſchon früher, ehe ſie mit den geimpften in Berührung gekommen ſind, in ihrem Körper enthalten geweſen iſt. *) Im Innern der Ohren kann man auch die Impfung vornehmen, und dieſer Art zu impfen wollten Manche den Vorzug geben. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß der Kopf dadurch anſchwillt, und die Freßluſt ſich verliert, indem die Geſchwulſt die Bewegung der Kinnbacken erſchweret. Die Schafe am Schweif zu impfen, haben Einige nicht erſprießlich befunden, weil der Andrang des Blutes dahin zu heftig wirkt, und leicht eine Entzündung erfolgt. Andere hingegen empfehlen nachdrücklich die untere, fleiſchige, nackte Seite des Schwanzes der Schafe zur Impfſtelle, und ich ſtimme ganz ihrer Meinung bey. In dieſem Fall iſt die beſte Impfſtelle die untere unbehaarte Seite des Schwanzes. Man macht gewöhnlich zwey Impfſtiche neben einander, etwa 2 bis 3 Finger von der Schwanzwurzel. 108 ſchwindeſten aber mit der Impfnadel oder mit einer Ahle, die bey— läufig 5 Zoll lang, ſcharf zugeſpitzt, halbrund, und eine in die Spitze ſich verlierende kleine Rinne zur Aufnahme des Impfſtoffes beſitzt. Auf gleiche Art wird die Operation bey allen übrigen voll⸗ zogen. Um mit dem Einfangen der zu impfenden Schafe nicht viel Zeit zu verlieren, müſſen ſie im Voraus enge zuſammen ge— trieben und eingehürdet, aber die geimpften mit den ungeimpften ja nicht wieder vermiſcht werden. Sollte man wegen Menge der Schafe in einem Tage mit der Inoculation nicht fertig werden kön— nen, oder wegen Mangel der Materie daran gehindert ſeyn, ſo bleiben die inoculirten von den nicht inoculirten getrennt, und werden nicht eher zuſammen gelaſſen, bis ſie ſämmtlich inoculirt ſind. Der gewöhnliche Lauf der Krankheit beſteht darin, daß den vierten Tag an jeder Iinpfſtelle eine Blatter, als ein klei— ner, dem Flohſtich ähnlicher rother Fleck erſcheint, welcher ſich bis an den fünften und ſechſten Tag mehr und mehr ausbreitet und erhebt, den achten Tag die Größe eines Kreuzers oder Thaler— Stückes erreicht, ſich immer dunkler roth färbt, und erhabener wird, den zehnten bis fünfzehnten eine wäſſerichte Feuchtigkeit, mit der man eben ſo gut, als mit der natürlichen Blattern⸗Mate⸗ rie andere inoculiren kann, abſondert, den ſechzehnten bis vierund⸗ zwanzigſten an der Oberfläche austrocknet, und im Grunde eitert, welcher Eiter nicht zur Inoculation taugt, vom vierundzwan⸗ zigſten bis dreyßigſten ganz vertrocknet, und am Grunde ſo zuheilt, daß der ganz trockene Schorf nicht mehr halten kann, und wegfallen muß. Den achten, neunten, höchſtens den zehnten Tag müſſen alle inoculirte Schafe an ihrer Impfſtelle beſichtiget und durchgeſehen werden, um überzeugt zu ſeyn, daß alle richtig gefangen haben, und keines ungeimpft davon ge⸗ kommen ſey. Findet man ein anderes, an dem auf der Impfſtelle keine Ethaben eichnet wieder ds Ech ſ weni ethalten 81 ſnd, ſo hlattern doch ohn überſtand mnoculire ſ wird werden, fir das türlichen R. lſchen H lung 4. art, gera pocken a worden: 1. ader ein werkbare ſanden Otunde tefer g ihergeg , die g⸗ Inee in di Uet iigen vel⸗ — de nicht di 9 mwen ge t ngeimpften veſ Flenge der Derden kon⸗ (Set ſeyn, ten ennt, und in i inoculin ſte rin, daß tet ien ein keei⸗ t, ILar ſich bi hr zsneitet und ert 1a. Thalet t, urnerhabener ht 8 htigkeit, 1Ar⸗Mate⸗ 1 as vierund⸗ in ne eitert, ol ur undzwan⸗ un CGrunde ic hr halten „e ſtens der = Inufſele ed Ka zu ſeyn, ei Adavon ge⸗ relle keine 109 Erhabenheit bemerkt wird, ſo inoculirt man ſolches noch einmahl, und zeichnet es mit Röthel, damit man es nach acht oder neun Tagen wieder unterſuchen kann. Sieht man da wieder nichts, ſo hat das Schaf entweder ſchon ſeit langer Zeit abgeblattert, oder hat ſo wenig Empfänglichkeit für Blattern, daß es ſie niemahls mehr erhalten wird*). Wenn die inoculirten Individuen Lämmer oder Jährlinge ſind, ſo bekommen ſie faſt nie mehr, als die einzigen zwey Impf—⸗ blattern; alte Schafe aber erhalten auch etliche am Leibe und Kopf, doch ohne alle Gefahr. Will man den Verſuch anſtellen, und nach überſtandenen inoculirten Blattern einige Stücke noch einmahl inoculiren, oder dieſelben zu natürlich blatternden Schafen ſtellen, ſo wird man aus dem, daß ſie auf keine Weiſe mehr angeſteckt werden, ſich überzeugen, daß die Inoculation ein vollkommenes, für das ganze Leben ſicherndes Verwahrungsmittel vor aller na— türlichen und bösartigen Blatternkrankheit ſey. Nach vorſtehender Methode ſind auf der gräflich von Kobenz⸗ liſchen Herrſchaft Napagedl in Mähren im Frühjahr 18153 bey⸗ läufig 4400 Schafe, durchaus von ganz veredelter ſpaniſcher Ab⸗ art, gerade zur Zeit, als in einer Schäferey die natürlichen Schaf— pocken ausgebrochen ſind, mit folgendem guten Erfolg geimpft worden: 1. Die Impflinge haben die Operation ohne alle Arzneyen oder ein beſſeres Futter, ohne Verluſt der Eßluſt, und ohne be⸗ merkbare Schmerzen, ſelbſt die jüngſten Lämmer, glücklich über⸗ ſtanden**), und von der ganzen Herde ſind nur drey Stücke zu Grunde gegangen, die bey der Operation vermuthlich gezwickt oder tiefer geſtochen worden ſind, und deren Impfort in Entzündung übergegangen iſt. *) Iſt ſehr zweifelhaft. **) Die Lämmer überſtehen überhaupt dieſe Krankheit am leichteſten, und mit den mindeſten Beſchwerden, ſo lange ſie ſaugen. Das Frühjahr und der Herbſt ſind die beſten Jahreszeiten zur Impfung. 110 2. Der größere Theil bekam ordentliche Impfungspuſteln, doch die wenigſten mit der wäſſerichten Feuchtigkeit, und der zehnte Theil nach zwey⸗ und dreymahliger Impfung gar keine Blattern. Dieſe letzten, ſo wie auch einige von den erſten, wurden nach überſtandener Impfung unter Schafe 5. mit natürlichen Blattern zuſammen geſtellt, auch mit natürlichem Blatterngift neuerlich geimpft, aber ſie wurden weder angeſteckt, noch bekamen ſie natürliche Impfungspuſteln. 4. Da viele bereits von dem natürlichen Pockengift angeſteckt waren, aber dennoch ohne Unterſchied geimpft wurden, ſo hatte man die überzeugende Freude, daß Schafe, die nach der Impfung den ſechſten bis zwölften Tag natürlich blatterten, die Blattern nur meiſtens am Unterleib und an den nackten Schenkeltheilen bekamen, die Köpfe größten Theils frey behielten, und ſomit auch dieſe natürliche Krankheit leicht und ohne Gefahr überſtanden haben. 5. Wenn auch die wenigſten Schafe ordentliche, mit kla⸗ rer, wäſſerichter Flüſſigkeit angefüllte Blaſen oder Puſteln bekom⸗ men, ſo darf man doch um die Impfungs⸗Materie nicht beſorgt ſeyn, ſondern nur Schafe wählen, deren Puſteln, von neun bis zehn Tagen, hochroth erhaben ſich zeigen, das obere Häutchen ablö⸗ ſen, und dann mit der blutigen, jedoch klaren, nicht eiternden Feuchtigkeit fortimpfen. Der Erfolg beweiſet die beſte Wirkung. 6. Aus dieſen praktiſchen Beobachtungen iſt der faſt zuver⸗ läſſige Schluß zu machen, daß man Schafherden, die vor der An⸗ ſteckung nicht geſichert werden können, durch die Impfung vor der Schafpockenkrankheit verwahren könne, beſonders wenn die nachfolgende Generation jährlich fortgeimpft werden könnte. Die Folgezeit wird lehren, ob das Schafpockengift wenigſtens auf ein Jahr lang ſich wirkſam aufbewahren laſſe*). Doch iſt *) Dieſer Zweck wird ſicher erreicht, wenn man ſich eine perenne Schutzpocken⸗Materie, wie z. B. in dem landwirthſchaftlichen 1 7. fernt von und welche gen Vieh Denn war en, die Gemeinſch aus andern werden, do jehen*). Eine nyen zu? ung, daß iner Nade lnden Blu ſeiht⸗weiß Inſtitut dem Hrꝛ verſchaff Japflir ¹ Meine Blatter aus de 100,00 großen oft gan kein B noch b welche nur ni dr St f nngopuſteln, ¹dder khnt Ae Blattenn Hurden nah , auh nit urden waͤer mln. n itt angeſtt —n, ſo hatte er Impfung ie Blattern W enkeltheile mas ſomit auch Düberſtanden 1 an, mit kl⸗ t eeln bekon⸗ en Sicht beſotgt nun un neun bid 1 Atchen ablt⸗ „zzn eiternden 27 Wirkung. u faſt zuver Avor der l⸗ 12 apfung dor 1 c wenn die Jmmännte. die 1ens auf ein I es hihhftichn 111 7. Güterbeſitzern, deren Schäfereyen ſich in Gebirgen, ent— fernt von Landſtraßen und gewöhnlichen Viehtrieben, befinden, und welche auch keine Gemeinſchaft mit fremdem oder unterthäni⸗ gem Vieh haben, die Pocken⸗Impfung nicht geradezu anzurathen. Denn warum ſollten ſie eine künſtliche Krankheit einheimiſch ma⸗ chen, die ſie ſeit undenklichen Zeiten nicht kennen? Wo aber die Gemeinſchaft nicht zu vermeiden iſt, wo Tauſende von Schafen aus andern Ländern, vielleicht ſchon angeſteckt, durchgetrieben werden, da iſt natürlich das geringere Ubel dem größern vorzu⸗ ziehen*). Eine neue, in den gräflich Carl von Eſterhaziſchen Schäfe⸗ reyen zu Acs in Ungarn gemachte, und darin beſtehende Erfah— rung, daß man mit dem aus einer reifen Blatter, wenn ſie mit einer Nadel an mehrern Puncten aufgeſtochen wird, hervorquel⸗ lenden Blute eben ſo gut, wie mit der durchſichtigen und wäſ— ſericht⸗-weißen Materie impfen kann, wird hoffentlich auch die Ver⸗ Inſtitute, Georgikon genannt, zu Keßthely bey Sr. Excellenz dem Hrn. Grafen Feſteties von Tolna, zu geſchehen pflegt, dadurch verſchafft, daß man von fünfzehn zu fünfzehn Tagen durch etliche Impflinge ſeinen Bedarf für eine Jahresfriſt deckt. *) Meine Thereſienfelder Schäfereyen beurkunden in Bezug auf die Blattern für Naturforſcher eine merkwürdige Erſcheinung, die aus der Localität hervorgehen mag. Obgleich jährlich mehr als 100,000 Stück Schafe aus Ungarn durch Thereſienfeld nach Wien ꝛc., großen Theils Schlachtvieh, durchgetrieben werden, und darunter oft ganze Herden von den Pocken inſicirt ſind: ſo iſt doch noch kein Beyſpiel bekannt, daß je ein Schaf hier, weder bey mir, noch bey der Gemeinde geblattert hätte! Blatternde Schafe, welche unter die hieſigen Schafherden kommen, ſtecken dieſe nicht nur nicht an, ſondern dieſe Krankheit curirt ſich von ſelbſt auf der Stelle. 112 legenheit des Herrn Verwalters, ſo wie mir es geſchehen iſt, beſeitigen*). Den Werth dieſer neuen Entdeckung wird der Herr Ver⸗ walter, ſo wie ich, um ſo mehr zu ſchätzen und zu benutzen wiſ⸗ ſen, weil er, wie ich es ebenfalls oft gethan, über die Langwie⸗ rigkeit, mit welcher ſich die wäſſerichte, und vorher für einzig gut und wirkſam gehaltene Pocken⸗Materie erzeugt, ja oft gar nicht erzeugt, und über die indeſſen dabey mögliche allgemeine natür⸗ liche Anſteckung, lebhafte und gerechte Klage führte. Es gereicht mir zum beſondern Vergnügen, auch dieſe Schwierigkeit gehoben zu haben. Eine reife Pocke, d. i. eine ſolche, die bereits ihre hochrothe Farbe auf der Oberfläche zu verlieren anfängt und blaß wird, iſt ein Zeichen, daß ſie entweder die wäſſerichte Materie abzuſondern, oder ohne dieſe Abſonderung gerade auszutrocknen im Begriffe iſt, und welches gewöhnlich den zehnten bis zwölften Tag nach dem Ausbruche zu geſchehen pflegt,— gibt, wenn ſie, wie ſchon ge— ſagt, mit der Impfnadel nur ſeicht und leicht beſtochen wird, ſo viel Blut, daß man aus einer Blatter bis 100 Stücke inoculiren kann, welches eben ſo gewiß, wie die Materie wirkt. Auf dieſe Art habe ich bey dem Herrn Grafen von Eſterhazy 1000 Stück eingeimpft, von welchen nur 27 unangeſteckt geblieben ſind. Daß die natürliche Blatternkrankheit bey einem und dem nähmlichen Stücke 10 Wochen lang dauern könne, habe ich niemahls beobach⸗ tet, obwohl ich ſchon bey vielen tauſend natürlich blatternden Schafen gegenwärtig war; wohl aber, daß die Blatternkrankheit in einer Schäferey auch ein halbes, ja ein ganzes Jahr dauern *) Sogar das Blut von einem blutenden Schafe, wenn ihm zur Ader gelaſſen wird, iſt nicht nur eine ſehr ſchickliche Materie zur Im⸗ pfung, ſondern die Erfahrung hat gelehrt, daß durch ſolches Blut Blattern von einer beſſern Art, als durch die Pocken⸗Materie, welche von demſelben Thier erbalten wird, erzeugt werden können. bnne, ſondern werden. E gere Je nach me einer au deß kan hat, no bewahrt hlatt de Inpfun von den die ich, auch no 1 und bra Nadeln damit; weger nation! b den an worfen die ſich gemage andere tunde ſcehen it, * Herr Da⸗ a rnuhen nif ze Languie⸗ weinzig gut iſt gar riht Weine netlt⸗ — Es geriiht Seit gehohen te hochrothe a wind, iten = izuſondern, a Begriff iſ — Joi wird, ſe an inoculiten rir Auf dieſ 9, 000 Stück 1s ſind. Da d nähmlichel ahls beobah⸗ I blatternden g ernkranthei ahr dauern ahm zur Ader Uerie zur In⸗ rch ſolcht zals durh pen Thiet 2 —) nach den Lie ſchon gi- 113 könne, wenn nähmlich nicht alle oder die meiſten Stücke zugleich, ſondern nur einzelne in langen Zwiſchenzeiten davon ergriffen werden. Endlich die Antwort auf die Frage, ob das Pockengift län⸗ gere Zeit wirkſam aufbewahrt und verſendet werden könne, fällt nach meinen Verſuchen ganz bejahend aus*), indem ich ſelbſt mit einer aus Ungarn gehohlten Materie in öſterreich oculire. In⸗ deß kann ich, da überhaupt das ganze Geſchäft erſt angefangen hat, noch nichts beſtimmen, wie lange und ob, Jahre lang auf— bewahrt, die Materie ihre Wirkſamkeit beybehalte. In dem Amts⸗ blatt der königl. churmärk. Regierung werden in Betreff der Impfung über die Schafpocken vorzüglich folgende Vorſichtsregeln, von denen der gute Erfolg dieſer Operation abhängt, empfohlen, die ich, um dieſe wichtige Materie möglichſt zu ergänzen, hier auch noch berühren will: a) Um nähmlich zu verhüthen, daß die Impfwunde bösartig und brandig werde, müſſen zur Inoculation ſehr feine und ſcharfe Nadeln, aͤhnlich den chirurgiſchen Heftnadeln, gebraucht, und damit zwiſchen Haut und Fleiſch, daß kein Blut, wegen Befürchtung des Brandes, erfolgt, die Ope⸗ ration vorgenommen werden. b) Die noch im Wachſen begriffenen Pocken wer⸗ den anempfohlen, und die ſchon abheilenden als ſchädlich ver⸗ worfen. c) In dem Laufe der Krankheit dürfen nur ſolche Schafe, die ſich munter bey ihrer Krankheit bezeigen, freſſen, nicht ab— gemagert, und noch raſch auf den Füßen ſind, zur Impfung für andere gewählt werden. Sie haben gewöhnlich wenige, einzelne, runde und erhaben ſtehende Pocken. Sehen dieſe auf dem Grunde *) Laut verläßlicher Beobachtungen läßt ſich der Impfſtoff von Scha⸗ fen in kleinen gläſernen Fläſchchen nicht über vierzehn Tage auſbe⸗ wahren. II. 2. Abtheilung. 8 114 noch etwas roth aus, und fangen ſie an, oben auf den Spitzen weißgelblich und mit Eiter gefüllt zu werden, ſo ſind ſie die rechten, die gewählt werden müſſen, um eine gleichartige Krankheit zu hoffen. Von zehn ſolchen kreuzweiſe bis auf den Grund aus einander geſchnittenen Pocken kann man mit der darin zu— ſammen fließenden Feuchtigkeit, die bey jeder Anfeuchtung der Nadel wohl unter einander zu miſchen iſt, eine anſehnliche Schä⸗ ferey impfen. d) In Rückſicht der Impfungsſtelle macht es immer die wenigſten Umſtände, an den Lenden zu impfen, wobey die Knie⸗ gelenk-Kapſel zu vermeiden iſt. Vom Kopfe, der Bruſt, dem Unterleibe und den Gelenk-Kapſeln muß man entfernt bleiben*). *) Auf der Sr. kaiſerl. Hoheit dem Erzherzoge Carl gehörigen Herr⸗ ſchaft Altenburg in Ungarn werden folgende Grundſätze bey der Blattern⸗Impfung befolgt, welche ich ihrer Zweckmäßigkeit halber gleichfalls hier aufnehme: 1) Muß der Impfſtoff veredelt, von der beſten Art, und nicht von Schafen benützt werden, welche die natürlichen Blattern haben; denn je länger der Impfſtoff von einem Thier auf das andere fortgepflanzt wird, deſto mehr mildert ſich ſeine Schärfe: daher ſoll man das ganze Jahr die Impf⸗Materie auf einigen Stü⸗ cken Schafen unterhalten und fortpflanzen. 2) Bey Lämmern geht die Impfung am leichteſten vorüber, welches aber bey älterem Vieh nie der Fall iſt, und man darf ſich bey letzterem mit 10— 15 pr. Ct. Verluſt gratuliren, während man bey Lämmern mit 1— 2 pr. Ct. davon zu kommen pflegt. 3) Die beſte Impfzeit iſt das Frühjahr, und für die Lämmer vor der Abſpännung. 4) Der untere haarloſe Theil des Schweifes, möglichſt nahe an dem Auslaufe desſelben, iſt die beſte Impfſtelle; indem hier die Impfpuſtel am wenigſten läſtig fällt. 5) Falls die alte Herde noch nicht die Blatternkrankheit gehabt hat, ſo dürfen die Lämmer erſt nach der Abſpännung, und zwar auf einem abgeſonderten Hofe, damit vorgenommen werden. Die Menſchen, welche mit der Impf⸗Manipulation zu thun haben, vermei des de wird di it anſt werden Denn * Site ſind ſie eichattig 1 Grund arin zu⸗ ung der nhe Shhi⸗ amer die — ie Knie⸗ Wit, den veiben*). — gen Herr⸗ bey der r it halber and nicht nBlattern »auf das nöchärfe: nen Stü⸗ vorüber, a darf ſich a während nn pflegt. Lämmer thſt nahe hem hier Irt gehabt annd zwar yen. Die ta haben, 115 6) In Rückſicht der Jahreszeit ſind die heißen Monathe zu vermeiden, wegen der leicht eintretenden Fäulniß und des Bran⸗ des der Impfſtellen ſowohl, als der Fliegenmaden. Im Winter wird die Inoculation nicht angerathen. f) Auch das aus den Adern gelaſſene Blut pockiger Schafe iſt anſteckend, und kann nöthigen Falls bey Impfungen benutzt werden, wenn man kein gutartiges Impfgift bekommen könnte. Denn das Blut von einem Schafe, welches bösartige Pocken hat, dürfen nicht in die Nähe, viel weniger in Berührung mit unge— impften Schafen kommen. 6) Die geimpften Thiere dürfen ſelbſt mit den zu impfenden während der Operation in keine Berührung geſetzt werden. Die Vorſicht ſoll ſo weit getrieben werden, daß die Perſonen, welche impfen, ſich gegen den Wind und die zu impfenden Thiere in dieſer Richtung ſtellen. 7) Je geſchwinder das Geſchäft vollendet werden kann, deſto weniger iſt die Anſteckung von den natürlichen Blattern zu be⸗ fürchten. Man muß trachten, wenigſtens in einem Tage damit fer⸗ tig zu werden. Selbſt früher geimpfte Individuen dürfen nicht mit friſch geimpften, wegen der Gefahr der Anſteckung, zuſammen gelaſſen werden. 38) Es iſt gut, daß, ſo lange die Kriſis dieſer Krankheit, welche dieſe Operation veranlaßt, nicht vorüber iſt, die Impflinge in freyer Luft gehalten werden, indem die Ausdünſtung geimpfter Thiere den Ausbruch natürlicher Blattern nach ſich ziehen kann. 9) Schließlich pflegt man vor der Impfung 3— 4 pr. Ct. vor⸗ zuimpfen, damit, wenn das Blatterngift zeitig iſt, von dieſen die übrige Herde geimpft werden kann. Bey der Operation muß mit der Lanzette die Haut nur ſehr vorſichtig geritzt werden, daß ja kein Blut fließe, wodurch nicht allein, wenn die Materie fängt, eine ſehr gefährliche Entzündung erfolgen, ſondern die Impf⸗Ma⸗ terie auch zufällig unwirkſam gemacht werden könnte. Hat der Impfſtoff gefangen, und iſt die erkünſtelte Krankheit überſtanden, ſo hat das Thier von dieſer Krankheit nichts mehr zu befürchten. 8* 116 macht in den Faͤllen, wo es ausſchlägt, gutartigere und leichtere Impfwunden und beſſere Pocken, als das Eiter aus einer Pocke dieſes Schafes.. So ſind auch der Eiter aus ſtark ſchwärenden Pocken oder Ge— ſchwüren und der Naſenſchleim unſchickliche Impfmittel, weil ſie die Impfwunden bösartig und brandig machen, und nicht in allen Fällen einen regelmäßigen Ausſchlag zur Folge haben. g) Statt unmittelbar aus der friſchen Puſtel zu impfen, kann man auch Fäden, die vorher mit friſcher Materie getränkt, und in einer Glasröhre gut verwahrt ſind, in die mit der Impfna— del gemachten Stiche bringen, und ein Stuͤfckchen engliſches Pflaſter darüber legen. Doch iſt dieſes immer die unzuverläſſigſte Impfart. h) Am achten oder neunten Tage nach geſchehener Impfung mit feuchtem Eiter hat ſich auf der Impfſtelle eine Röthe ge— zeigt, und man kann die Schafe als angeſteckt annehmen, wenn nur die Impfſtellen ſichtbar erhaben und entzündet ſind. Die geimpften Schafe, die von natürlichen Pocken befreyt bleiben, brauchen durchaus keine diätetiſche Behandlung, und werden ſo, wie im geſunden Zuſtande, behandelt. Milchknoten, Euterverhärtungen, ꝛc. 178. Manche Schafe bekommen nach dem Abſpännen der Lämmer Euterverhärtungen, beſonders wenn ſie auf ein Mahl, und nicht nach und nach abgeſpännt werden. Der Zufluß der Milch iſt noch zu ſtark, und erzeugt in dieſem Falle Säure. Auch durch Un⸗ reinigkeit des Schafſtalles und eine harte Lagerſtätte in den Hür⸗ den, ſo wie hauptſachlich durch das heftige Stoßen der Lämmer bey dem Saugen, wird dieſes zuweilen befördert, und kann da⸗ her durch ein reinliches Lager oft vermieden werden. Im erſten Fall iſt leicht dadurch vorzubeugen, daß der Schä⸗ fer nach dem Abſpännen der Lämmer die Euter, vorzüglich der milch⸗ reichern Mütter, öfters unterſuchet, und ſolche, im Falle ſich die Milch zu ſehr anhäuft, gelinde ausmelkt, oder durch die ſchwäch⸗ ſten Lämmer ausſaugen läßt. Iſt es der ſogenannte weiße Schlier, oſn keinſe gen/ denen nit ei be, od gemiſc Eiter mit de ſer au die W zu glei verbun den al und ei erwarn üblen, Loth dazu, man ſ dieſer hebend eine R keu B heht ſe femde Erde leichtere er Pock: 1= oder Ge⸗ veil ſi at in allen impfen, 5 Pflaſter — Impfatt. = Impfung öthe ge⸗ a, wenn 11 8ℳ befreyt u1z, und A 5gien der zhl, und =Milch iſ Burch lin⸗ zen Hir⸗ Lämmet ann da⸗ Ner Schi⸗ ctr milch⸗ u ſich die s ſchwäc⸗ n Schlitr, 117 ſo ſind erweichende Umſchläge von warmen Kuhmiſt oder gekochten Leinſamen, mit etwas Branntwein darunter, in ein Tuch geſchla⸗ gen, und um das Euter gelegt, ſehr zweckmäßig. Gefährlicher iſt der blaue Schlier. Bey einer ſchon vorhan⸗ denen Geſchwulſt muß man das Euter täglich zwey- bis dreymahl mit einer Kampherſalbe, oder mit der gewöhnlichen flüchtigen Sal— be, oder mit einer Althäa-Salbe mit Lorberöhl, von jedem 4 Loth, gemiſcht, um ſelbe zu zertheilen, einreiben; hat ſich aber ſchon Eiter erzeugt, ſo muß der Ort, wo ſolcher befindlich iſt, zuerſt mit dem Finger genau ſondirt, und dann mit einem ſcharfen Meſ— ſer aufgeſchnitten, und von dem Eiter gereiniget werden, worauf die Wunde mit einer Miſchung von Terpenthinöhl und Eygelb, zu gleichen Theilen vermiſcht, oder der bekannten Bleyweiß Salbe verbunden wird. Sobald aber der Brand bemerkt wird, muß man den angegangenen Theil bis auf das geſunde Fleiſch wegſchneiden, und ein Pflaſter von Styrax⸗Salbe darauflegen. Bey Entſtehung dieſes Ubels iſt die alleinige Einreibung des erwärmten Leinöhls oft hinreichend, dieſe zu heben, und allen üblen Folgen vorzubeugen; oder man nimmt 1 Pfd. Kleyen und * Pfd. Knoppernmehl, kocht Beydes zu einem dicken Brey, mengt * Loth Kampher, welcher in ſtarkem Branntwein aufgelöſet wird, dazu, und ſchlägt es lauwarm über; nach dem Erkalten erwärmt man ſolches neuerdings. Dieſes iſt ein ſehr heilſames Mittel in dieſer gefährlichen Krankheit. Fußkrankheiten des Schafviehes. 179. Das Hinken der Schafe kann aus mehrern, leicht zu hebenden Urſachen entſtehen, So veranlaßt dieß oft eine durch eine Reiſe entſtandene Ermüdung, oder wenn im Sommer in ſtar⸗ ken Böden die Erde durch die Sonnenhitze ſehr erhärtet iſt, und hebt ſich von ſelbſt wieder, ſobald die Urſache davon beſeitiget iſt. Rührt das Hinken von einem in die Klaue gekommenen fremdartigen Körper, als Splittern, Stoppeln, Steinchen oder Erde her, ſo nimmt man dieſe heraus, und iſt der Fuß verwun⸗ 118 det, ſo reibe man ihn mit Terpenthinöhl ein. Iſt ein Schaf ge⸗ worfen oder am Fuß gebiſſen worden, ſo hilft folgendes Mittel: 2 Maß kaltes Waſſer, 1» guter Eſſig, 2 Loth Salmiak. Mit dieſer Flüſſigkeit wird die Verwun⸗ dung öfters befeuchtet, ein leinenes Tuch darein getaucht, und der beſchaͤdigte Theil damit ſanft umwunden. Oft wächſt die Klaue unregelmäßig, biegt ſich vorn um, und beſchwert das Thier dadurch im Gehen. Dieſem kann dadurch abgeholfen werden, daß man den unregelmäßigen Theil der Klaue mit einem ſcharfen Meſſer abnimmt. Bey ſtarken Verrenkungen und Lähmungen werden die kran⸗ ken Theile des Körpers mit erwärmtem Leinöhl fleißig eingerieben, und bey hartnäckigen Übeln wird ein Haarſeil angewendet. Von dem Haarwurme. 180. Der ſogenannte Haarwurm iſt eine ſehr gemeine Krankheit in hieſiger Gegend, welche, nach der frühern Mei⸗ nung, von einem Wurme entſteht, der zwiſchen der Spalte der Klaue ſeinen Sitz haben ſollte. Der Fuß ſchwillt dadurch an, und das Thier hinkt ſo ſtark, daß es endlich nicht auftreten kann. Dieſes Übel wird dadurch geheilt, daß man den kranken Fuß bey den beyden Klauen faßt, und dieſe an einander reibt, wodurch die wurmartige Feuchtigkeit aus ihrem Sitz heraus gedrückt wird. Nur muß man vorſichtig umgehen, daß man alles heraus bringt; denn wenn etwas davon zurüͤckbleibt, ſo erneuert ſich die Materie, und das Übel hört nicht auf; hat man die Materie ganz erhal⸗ ten, ſo iſt das Thier in einigen Tagen geſund. Hinkt das Thier ſtark, ſo tröpfelt man etwas Terpenthinöhl in die Offnung der Wunde. Nach Herrn Staatsrath Thaer iſt der eigenthümliche Bau des Schaffußes der Grund dieſer Krankheit. Es befindet ſich naͤhm— lich an den Füßen der Schafe, wie an den Füßen der damit ver⸗ wandten Thiere, der Ziegen, Rehe, bey der Vereinigung des Kro⸗ pun den ihre des ken nenn das der, Die man feine und! oder jieht. ohne ohne Die Kror ſeuch zwec Hier den. auße Spa Hau ſung dieſe her! Ma 15 tef ge⸗ * Mittel: Verwun⸗ mht, und Dorn un, — dadurch ver Klaue Sdie kran⸗ gerieben, att. Igemeine zurn Mii⸗ 2 Spalte aarch an, aann kann. men Fuß wodurch tt wird. bringt; Naterie, — erhal⸗ ans Thier ung der rhe Bau h nähm⸗ mit ver⸗ ung des 119 Kron⸗ und Feſſelbeines, ein Schleimbeutel, welcher, durch Umſtül⸗ pung der äußern Haut gebildet, von vorn nach hinten zwiſchen den Klauen ſich einſenkt; mehrere daran befindliche Drüſen ſetzen ihre Abſonderungen hier ab, welche allmählich, beym Gebrauch des Fußes, durch eine kleine Offnung, von der Größe eines ſtar— ken Stecknadelknopfes, vorn ausgedrückt werden. Die Schäfer nennen das Übel den Wurm; das Herausnehmen des Beutels, das Wurmſchneiden, wahrſcheinlich von der Form dieſes Körpers, der, herausgenommen, einige AÄhnlichkeit mit dem Wurm hat. Die Operation des Herausſchneidens geſchieht ſehr leicht, wenn man die Haut, um den Ring der Offnung herum, mit einem feinen Meſſer durchſchneidet, das Zellengewebe ein wenig trennt, und nun den Beutel an ſeiner Offnung mit den Spitzen der Finger oder mittels einer Pincette faßt, und allmählich nach ſich heraus⸗ zieht. Die Operation iſt, bis auf das Durchſchneiden der Haut, ohne Schmerz für die Thiere, und die peranlaßte Wunde heilt ohne alle Hülfe. Die Klauengeſchwulſt, das Klauengeſchwür oder die Krümpe. 181. Dieſe iſt vorhanden, ſobald ſich Geſchwülſte an der Krone und dicht über den Klauen einfinden. Die eigentliche Klauen⸗ ſeuche wird gewöhnlich von innerlichen Urſachen, nähmlich von un⸗ zweckmäßigem, ſauern Heu und auch von derley Weiden ꝛc. erzeugt. Hier muß natürlich die wirkende Urſache vor allem entfernt wer⸗ den. Bey vorhandener Krankheit muß man den Fuß und die äußerlich an der Krone der Klauen, gewöhnlich aber zwiſchen dem Spalt erſcheinenden Geſchwüre, deren Eiter das Horn von der Haut trennt, gehörig unterſuchen, Die Thiere äußern den heftigſten Schmerz vor der Ablö⸗ ſung des Hornes und ehe das Eiter zum Ausbruch kommt. Iſt dieſe Kriſis überſtanden, ſo mindert ſich der Schmerz, das Fie⸗ ber läßt nach, und die Freßluſt tritt wieder nach und nach ein. Man wende in dieſem Falle einen Umſchlag von Kleyen oder Mehl 120 mit Bleywaſſer, oder Lehm mit Eſſig, zur Heilung an. Findet man die Geſchwulſt in Verbindung mit Wunden, ſo bediene man ſich eines Sauerteiges zum Umſchlag, bis die Geſchwulſt geſunken iſt, reinige die Wunde, und waſche ſie mit Kupfervitriolwaſſer oder ſcharfem Salzwaſſer aus. Der ſchon im Körper ſich befinden⸗ den Urſache der Krankheit, welche vermöge eines Reizes Geſchwüre an der Krone der Klaue erregt, kann oft dadurch vorgebeugt wer⸗ den, daß man die Schafe täglich zweymahl eine halbe Stunde mit den Füßen in das Waſſer ſtellt, wodurch der Reiz vermindert, und die Entſtehung der Geſchwuͤre verhindert wird. Der angeordnete Umſchlag von Eſſig und Lehm, woraus ein dünner Brey gemacht wird, muß in einen der Größe des Fu— ßes angemeſſenen Überzug kommen, der Fuß in dieſen überzug geſteckt, und dieſer Verband täglich einige Mahl wiederhohlt wer— den, wodurch oft die Entzündung zertheilt wird, und keine Ge— ſchwüre erfolgen. Erfolgen aber ſolche dennoch, ſo muß man zu den andern ſchon beſchriebenen Mitteln ſeine Zuflucht nehmen. Statt derſelben kann man auch Folgendes bis zur gänzli— chen Heilung gebrauchen, und ſo weit das Geſchwür die Krone losgelöſet hat, das Horn ſorgfältig wegſchneiden, und die Wunde täglich zweymahl gut einfeuchten: Salmiak, Alaun und weißer Vitriol, von jedem 1 Loth, und 2 Quentchen Galläpfel werden gepülvert, zuſammengemiſcht, und mit 1 Pfd. Eſſig eine Viertelſtunde gekocht, hernach abge— klärt, und zum Gebrauche in einer Flaſche aufbewahrt. Oder: Man nehme ½ Pfund Alaun, „ Kupferwaſſer(Eiſenvitriol), Unze Grünſpan, „ Salmiak, „ weißen Vitriol, Gran Saffran, 40„ Kampher, und pulverifire alles, laſſe es in einem irdenen Topfe ſo lange ſieden, bis es ganz dick iſt. — ◻8I-„4 * Sindet ne man Neſunken n olwaſſe Mefinden⸗ chwüre 1 ct wer⸗ 1 Stunde indert, woraus N des Fu⸗ t dberzug Alt wer⸗ . e Ge⸗ uan zu Sen. nungäͤnzli⸗ id Krone ai bunde 1 nLoth, rrmiſch, e abge⸗ 82, laſe Sn 121 Saffran und Kampher werden erſt dann hineingegeben, wenn die Maſſe anfängt dick zu werden. Wenn ſolche dann erkaltet iſt, wird ſie ſo hart, wie Stein, von welcher man zum Gebrauche herunter— ſchlägt, im Waſſer auflöſet, und die Klauen auswaͤſcht.— Den geſunden Schafen gebe man bey dieſer Gelegenheit viel Wermuth, Enzian und Wachholderbeeren zur Lecke. Von der bösartigen Klauenſeuche. 182. Dieſe höchſt gefährliche, anſteckende Krankheit äußert ſich anfänglich mit Entzündung der Klauen. Die Klauen, welche im ge— ſunden Zuſtande enge zuſammen paſſen, entfernen ſich, und ſtehen weit geſpalten von einander ab. An der Klauenkrone bemerkt man eine erhöhte Wärme, und oft eine kleine Geſchwulſt, die inneren Klauenwände werden nun ſchuppig, feucht, und das Schaf hinkt. Die kleinen Entzündungen um und unter den Klauen gehen nun ſchnell in Eiterung, das Eiter ſchnell in Jauche über, ein bös— artiges, fiſtelartiges Geſchwür ergreift mit einer Art Fäulung das Hornartige der Klauen, beſonders die Sohlen, entblößt fortſchrei— tend den Fuß von ſeiner hornartigen Bekleidung bis auf das Fleiſch und die Knochen, trennt endlich die ganze Klaue vom Fuße, und greift ſelbſt den Knochen an. Hat das Übel einmahl Wurzel ge— faßt, ſo bleiben ſelten die übrigen Schafe verſchont. Durch Be— rührung der Fußſtapfen der kranken Thiere werden die geſunden unfehlbar angeſteckt. Hat das Übel bloß die Vorderfüße ergriffen, ſo gehen ſie auf den Knien. Werden endlich auch die hintern Füße ergriffen, ſo legen ſie ſich auf Bruſt und Bauch, und rutſchen ſo ihrem Futter entgegen. Die Thiere magern ſichtbar ab, und Wolle und Lämmer gehen gewöhnlich beym Muttervieh verloren. Die Widder verlie⸗ ren den Begattungstrieb, und eine aashafte Ausdünſtung ver⸗ breitet ſich in den Ställen. Würmer kommen im Sommer hinzu; und ſind die verdorbenen Säfte einmahl ins Blut übertragen, oder wirft ſich die auf die Füße abgeſetzte Materie auf andere Theile, ſo ſterben die Thiere ohne Rettung. Wenn dieſe Krank⸗ 122 heit noch keinen hohen Grad von Bösartigkeit erreicht hat, ſo öffne man die Geſchwüre, und waſche ſie mit Kupfervitriol⸗ waſſer fleißig aus. Hat das Geſchwür ſeinen Sitz unter dem Horn der Klaue, ſo löſet man an dem Orte, wo es befindlich iſt, das Horn ſplitterweiſe mit einem ſcharfen Federmeſſer ab, und macht eine Offnung in den Huf, um dem Eiter einen Abfluß zu ver⸗ ſchaffen. Iſt dieß geſchehen, ſo reinigt man den Huf mit Salz⸗ waſſer oder Kupfervitriolwaſſer erſt tüchtig aus, und ſtreuet ein Pulver von blauem Vitriol darüber. Oder: Man nehme eine Miſchung von Terpenthinwaſſer und Vitriolöhl, mit welcher man die Wunde mittels eines Haarpinſels überſtreicht. Oder: Kupfer— vitriol und Alaun, von jedem 2 Unzen, in 3 Loth Waſſer aufge— löſet, mittels Wergbäuſchen aufzulegen. Greift das Ubel aus was immer für einer Urſache weiter um ſich, ſo muß man von neuem dieſe Operation vornehmen; ja oft iſt es nothwendig, einen Theil, oder gar den ganzen Huf wegzunehmen, indem alle brandige Theile ausgeſchnitten, ja zu— weilen die Knochen rein geſchabt oder gebrannt werden müſſen. Iſt der Knochen noch nicht angegriffen, ſo muß der Fuß in einen Verband von gleichen Theilen Terpenthin und Eygelb mit etwas Branntwein und Kampher, oder, ſtatt der beyden letzten, Gold⸗ weidenrinden-Decoct und Commandeur-Balſam, täglich bis zur Heilung eingeſchlagen werden. So lange noch Eiter ausſchwitzt, iſt die Heilung nicht voll— ſtändig, und es zeigt dieß gewöhnlich Knochenfraß an. Um das dann durchaus nöthige Ausſplittern der Knochen zu bewirken, muß man Aloe⸗Tinctur in die Wunde einſpritzen(ſiehe§. 6). dach der Heilung müſſen ſolche Thiere ein Zeit lang vor allem gehüthet werden, was nur auf ihre Füße beleidigend einzuwirken vermag. Die meiſten dieſer Krankheiten rühren von Unnreinigkeit der Ställe und ſchlechter Nahrung grundurſäͤchlich her⸗ und es kann daher durch fleißiges Einſtreuen und durch eine zweckmäßige, beſſere Säfte bewirkende Fütterung nicht nur meiſtens dieſer, ſon— dern noch vielen andern Krankheiten vorgebeugt werden. 2 at hat, A vvitriol⸗ m Horn Bif, das dmaht a zu ver⸗ iit Saly⸗ duet ein ane eine er man — Kupfer⸗ aufße⸗ a weiter en; ja Sen Huf 18 a zu⸗ mesnüſſen. 4 n einen un etwas us Gold⸗ Hi'is zur r ht vol⸗⸗ amilm das virken, . 1§. 6) r allem aͤnuwirken ainigkeit Jund es uaßige/ S, ſon⸗ 34 4 125 Auch ſind nach Umſtänden folgende Mittel ſehr zweckmäßig anzuwenden. Nachdem die Wunde gut ausgeſchnitten iſt, waſche man ſolche mit Weineſſig aus, lege in Goulardiſches Waſſer eingetauchte Wergbäuſche auf, und verbinde die Wunde. Man fahre damit, und mit dem Ausſchneiden der Wunde ſo lange fort, bis ſolche geheilt iſt. Bey den gefährlichſten Patienten kann man vor dem Verbande die Vertiefungen, als Reinigungsmittel, mit Salz ausfüllen. Das Goulardiſche Waſſer beſteht aus Silberglätt⸗ eſſig mit Baumöhl und Wachs verbunden. Überhaupt dient es zu einer großen Beſchleunigung der Cur, wenn man bey Anwendung eines jeden Mittels den Schafen ein Fußbad in fließendem Waſſer verſchaffen kann. Üüber dieſe Krankheit hat ſich kürzlich zwiſchen zwey berühm— ten Schafzüchtlern, Herrn Staatsrath Thaer und Freyherrn von Ehrenfels, hinſichtlich deren Heilmethode und Beurtheilung, ein ſehr intereſſanter und belehrender Streit erhoben, weßhalb ich deren beiderſeitiges, lehrreiches Heilverfahren hier aufnehme. Ehrenfelſiſches Mittel. Nachdem durch ein ſcharfes Meſſer alle Fiſtelgänge in den Klauen aufgeſucht, die Sohle bis auf die geſunden Theile aus— geſchnitten, und das Horn der Klaue, ſo weit es locker iſt, weg— genommen worden ſind, wurden die kranken Klauen mit ſalpeter⸗ ſaurem Praͤparat(der aqua fortis ähnlich), mittels der Fahne oder des Rauhen einer beſtederten Gaͤnſefeder, etwas ſtark beſtri⸗ chen, ſo daß ſie, wie bey Anwendung des Feuers, rauchten. Eine etwas ſchwächere Beſtreichung hat auch zwiſchen den Klauen, ſo weit dieſe feucht ſind, Statt; die Thiere bleiben ſo ohne Verband. Am zweyten oder dritten Tag wird die Operation wieder vorgenom— men, und alles unterſucht. Sind die Spalten der Klauen noch feucht, zeigen ſich beym Druck der Sohle noch weiche Stellen u. ſ. w., ſo muß der kranke Fuß noch einmahl operirt, d. i., mit dem Meſ— ſer geſchnitten, und, wie oben, mit ſalpeterſaurem Präparat ein⸗ geſchmiert werden. Die Cur iſt ſodann gewöhnlich geendet. Soll⸗ 124 ten aber dennoch Patienten einer dritten Operation und Einbäu— ſchung bedürfen, ſo wende man ſolche an. Thaeriſches Heilverfahren. Nach Hrn. Staatsrath Thaer hat dieſe Krankheit drey Um— laufszeiten. Die Erſte: Hinken an einem oder an mehrern Füßen, ver⸗ mehrte Warme der Klaue im Grunde der Spalte, und Aus⸗ ſchwitzen einer übelriechenden Näſſe. Die Zweyte: Die Thiere können nicht mehr gehen, die Häute der Spalten erſcheinen weiß und rauh, die Wände der Hornſchuhe werden ſpröde, der Eiter dringt in die Hornkapſeln, das Thier ſchuhet aus. Die Dritte: Das Übel gehet weiter bis an die Gelenke, die Thiere liegen ſich an der Bruſt auf, alle Bänder ſchwellen, und der Brand tödtet ſie. Heilunſg. Im erſten Zeirraum: Reinigen des Fußes und Ein— ſtreuen von blauem Vitriol, bey Bewahrung der Füße vor Naͤſſe und Koth; Beſchneidung der abnormen, durch die Entzündung wachſenden Klauen. Im zweyten: Abſchneiden alles abgelöſten Hornes, al— ler angefreſſenen Fleiſchfaſern, und Beſtreuen mit blauem Vitriol. Im dritten: Ablöſung der trocknen Theile am Fuße ſelbſt, der Knochen, mit Schonung der Hautbedeckung; die Bruſt iſt mit Waſſer zu waſchen, und gegen Inſecten durch einen Anſtrich von brenzlichem Ohl zu ſichern.. Das Beſtreuen mit Vitriol kann auch nach Hrn. Staatsrath Thaer als Präſervativ⸗Mittel dienen. Ferner iſt zweckmäßig befunden worden: Man trockne die wunde Klaue mit einem leinenen Lappen aus, und waſche ſolche ſorgfältig durch drey Tage mit Holzeſſig. Oder: W Kal eine Dig ter/ zur nen Gart Spie lauer brau⸗ ſolche delt. ken F bund das man pent unte nicht und geſch lege Linbau⸗ *) Un⸗ , ver⸗ m Aus⸗ a:, die 5 de der t nyſeln, Denke, Zellen, un Ein⸗ 10 Räſſe uandung ur, al⸗ ttiol. a ſelbſt, t nit von I V ee zrath 125 Nach mehrmahl beſchriebener Operation verbinde man die Wunde mit einem Gemiſch von Salzſäure, Terpenthinöhl und Kampher, mittels Bäuſche auf die Geſchwüre gelegt. Stellt ſich eine gute Eiterung ein, ſo verbinde man die Wunde bloß mit Digeſtiv⸗Salbe oder einem Gemiſch aus Terpenthinöhl und Eydot— ter, und zuletzt bediene man ſich des ätzenden Sublimat-Waſſers zur Austrocknung. Oder: Man erfriſche die Füße täglich mehrmahls im friſchen, rei⸗ nen Waſſer, und waſche ſie mit Eſſig, worin etwas Salbey und Gartenraute gekocht worden iſt, ſchmiere ſodann die Wunde mit Spießglanzbutter ganz dünn ein, und waſche dieſes Atzmittel mit lauer Milch nach Verlauf von † Stunde ab. Wenn nach dem Ge⸗ brauch von etlichen Tagen die Wunde zu heilen anfängt, ſo wird ſolche nur mit obigem Salbey- und Gartenraute⸗Eſſig behan⸗ delt. Oder: Man nehme eine ſehr ſcharfe Aſchenlauge und bade die kran— ken Füße dreymahl des Tages darin, worauf ſolche mit Leinwand ver— bunden werden. Durch Nachgießen von heißer Lauge erhalte man das Bad bey der Temperatur der Blutwärme. Oder: Nachdem die Klauen gehörig ausgeſchnitten ſind, ſchmiere man ſolche mit einer Salbe von 1 Pfd. Stein⸗ und 1 Pfd. Ter⸗ penthinöhl und 1 Pf. Scheidewaſſer ein. Das Scheidewaſſer wird unter ſtetem Umrühren hinzugegoſſen, und Acht gegeben, daß es nicht überfließe. Oder: In 1 Seidel Waſſer löſe man 1 Loth Alaun, 1„ weißen Vitriol auf, und gebe etwas Myrrhen⸗Eſſenz dazu. Wenn die Klaue gehörig aus⸗ geſchnitten iſt, waſche man ſie mit dieſer Auflöſung gut aus, und lege damit befeuchtete Wergbäuſche auf. Von der Maulſeuche. 183. Es iſt ein ſehr häufig ſich ereignender Fall, daß die mit der bösartigen Klauenſeuche behafteten Schafe zugleich die Maul— 126 ſeuche bekommen, deren ich hier bey der Klauenſeuche erwähne, indem ſolche bloß als eine Folge der durch Beißen und Belecken der kranken, in ſcharfe Eiterung übergegangenen Klauen zu betrach— ten iſt. Dieſes Übel iſt keinesweges bösartig, ja es haben dasſelbe in Folge der Klauenſeuche viele Schafe, ſo daß man ſie oft ohne beſondere Aufmerkſamkeit nicht bemerken würde. Die damit behaf⸗ teten Schafe bekommen einen Ausſchlag an der Naſe und dem Vordermaule; auch ſindet man zuweilen Bläschen an der Zungen⸗ ſpitze. In dieſem Zuſtande fließt ein zäͤher Schleim aus dem Munde, ſie nehmen nur wenig Futter auf, und das Wiederkäuen geſchieht nur ſehr langſam und unterbrochen, je nachdem ſie mehr oder weni⸗ ger Bläschen oder Puſteln in dem Maule oder auf der Zungenſpitze haben. Man gebrauche: Maß Weineſſig, Pfd. Honig, mit etwas Mehl gemiſcht, und pinſele da⸗ mit das Maul aus. Oder: Man löſe in Weineſſig Salz auf, und ſetze etwas Möhren⸗ ſaft oder Syrup zu. Oder: Weineſſig mit Kochſalz allein; man waſche damit das Maul öfters aus. le Beinbrüche. 184. Es iſt nichts Seltenes, daß die Schafe durch Sprünge oder aus andern Urſachen ein Bein brechen. Iſt der Bruch im Oberſchenkel des Vorderbeines oder in der Lende, ſo gelingt ſel— ten eine Cur vollkommen, indem man den Fuß nicht verbinden kann. In dieſem Falle ſchere man die Wolle an der Stelle, wo der Bruch Statt hat, gut aus, und ſchmiere ſolche mit einer kühlenden Auflöſung von Schießpulver in Eyweiß ein, und über⸗ laſſe die Heilung übrigens der Natur. Man verſetze das Thier in eine Lage, wo es nicht beunruhiget wird, und verhindere jede heftige Bewegung. Der Fuß heilt zwar bey dieſer Behandlung in einiger Zeit, bleibt aber gewöhnlich krumm. Iſt ſolcher aber im Unterſchenkel, ſo richte der Schäfer die Knochen unverzüglich gerade nich drey wele Eſſi daß liege dünn die ſo man feſt oder Eſig wein Fußes nilde lich v falls der k Erk hne, llecken Aetrach⸗ Lasſelbe tohne bhehaf⸗ d dem aangen⸗ a nunde, ſchieht 7 weni⸗ ſiie S yren⸗ a Maul ₰ erünge Wuh im gt ſel⸗ r binden a 5telle/ tuut einer düber⸗ r hier in n ee jede r aung in ac ber im = gerade —,— 127 von einander, und bewirke durch die angebrachten Schienen, daß ſie nicht wieder ausbrechen können. Am beſten iſt es, wenn man ungefäͤhr drey Finger breit über und unter dem Bruch eine Binde umwickelt, welche vorher in eine Miſchung von gleichen Theilen Branntwein und Eſſig getaucht iſt. Die Binde muß aber ſehr gerade gewickelt werden, daß ſie keine Erhöhung hat, und kann ungefähr dreyfach über einander liegen. Die mit einer andern Binde darüber gebunden werdenden, dünne geſchnittenen, ungefähr einen kleinen Finger breiten Schienen, die ſo lang ſeyn können, als die Binde um das Bein gewickelt iſt, lege man auf den vier Seiten des Beines über die Binde, jedoch nicht zu feſt, weil ſonſt der zu heftige Druck derſelben Geſchwulſt, Entzündung oder Brand verurſachen könnte. Dann bediene man ſich eines mit Eſſig angemachten Lehmes, beſſer aber des Kamphers, in Brannt— wein aufgelöſet, den Fuß damit anzuſtreichen, die Geſchwulſt des Fußes zu verhüthen, und die Hitze an den beſchädigten Theilen zu mildern. Man kann dieſe Befeuchtung des Verbandes anfangs täg⸗ lich viermahl, nachher aber nur zwey⸗ oder dreymahl vornehmen. Dieſes wiederhohlt man täglich, ſo lange es nöthig iſt(allen⸗ falls 8 Tage lang), aber immer mit größter Sorgfalt, damit der kranke Fuß nicht darunter leide, und man wird durch den Ge⸗ brauch, den das Thier mit ſeinem Fuße nach und nach macht, ſich von dem guten Erfolge der Cur überzeugen können. In 5oder 6 Wochen, wenn das Thier den Fuß wieder gut brauchen kann, wird der Verband ſammt den Schienen abgenommen, und die Cur iſt vollendet. Es bedarf nun weiter nichts mehr, als dasſelbe noch eine Zeit lang mit dem Gehen ſo viel möglich zu ſchonen, indem der entſtandene Knorpel noch nicht die vollkommene Feſtig⸗ keit hat, weßhalb es eigentlich ſicherer iſt, während des Verlaufes von 6 bis 14 Tagen einen zweyten Verband, der Vorſicht halber, anzulegen. Das Lahmwerden der Lämmer. 185. Dasſelbe rührt oft von einem ſtarken Zugwinde oder von Erkältung her, wenn ſie aus der Waͤrme desStalles auf Einmahl 1 28 in das Freye, in die Kaͤlte kommen. Dieſes Übeliſt von rheumatiſcher Art, und wird durch das Einreiben von ſtarkem Lagerbranntwein, worin etwas Seife aufgelöſet und erwärmt worden iſt, oder die flüchtige Salbe, öfters leicht gehoben. Von viel gefahrlicherer Natur, oft ſehr verderblich für die Lämmerzucht, iſt aber die Lähmung, wenn ſolche von einem kränk⸗ lichen Zuſtande der Mutter herrührt, oder, wenn bey ſolchen durch ſchlechte, naſſe Weiden und durch ſaures, ſchlechtes Winterfutter der Grund zu dieſer Krankheit gelegt worden iſt. Sie wüthet oft ſo ſtark, daß der größte Theil der Lämmer zu Grunde geht, wäh⸗ rend die Mütter geſund ſcheinen. Sie befällt gewöhnlich die März⸗ und April⸗Lämmer, ſeltner die im Winter gebörnen, und zwar meiſtens in einem Alter von 14 Tagen. Die Krankheit bricht ſchnell aus, das Lamm wird traurig, ſchleicht umher, kann gewöhnlich in 24 Stunden nicht mehr auf den Vorderfüßen ſtehen, und rurſcht auf den Knien. Oft pflegt auch der Hals ſteif zu werden, ſo daß er ſich verdrehet. Am dritten und vierten Tage liegt das Lamm ſchon wie todt auf der Seite, und bleibt in dieſem Zuſtande oft 14 Tage. Das Lamm hört auf zu ſaufen, Lippen und Zunge werden lahm, und es ſtirbt. Am beſten iſt es, die Schafe durch zweckmäßige Weide und Winterfutter in eine Lage zu verſetzen, wodurch dem Übel ganz vor⸗ gebeugt wird; denn iſt ſolches einmahl eingetreten, dann iſt die Hülfe ſchwer. Jeden Morgen iſt dem Lamme 8 Tropfen Schwefelbalſam in einem Theelöffel voll Waſſer einzugeben, und den kranken Thieren in die vier Kniegelenke ein Terpenthinpflaſter oder ein Haarſeil an jedes leidende Bein zu legen. Oder: 1 Loth Schwefelblüthe, 1„ Magneſia, 1„ Hollunderſalſe, mit Waſſer verdünnt, portionweiſe einzugeben; oder: Man bade jedes kranke Lamm 5 bis 10 Minuten lang in ſehr kaltem Waſſer täglich dreymahl die Füße, und gebe den Müttern: e atiſcher — twein, der die Zfür die akraͤnk⸗ Men durch er der Set oft „ wih⸗ Mi⸗ d zwar ſchnell Wöhnlich a rurſcht . ſo daß umn ſchon aoft 14 oerden Mhe und 2 Inz vor⸗ maiiſt die lbalſam d kkranken der ein zamm5 hl die 1 Loth Salz, 1 Drachme Schwefel, und 1„ Rhabarber; dem kranken Lamm aber zu gleicher Zeit den vierten Theil dieſer Doſis ein. Die Steifheit des Körpers der Schafe. 186. Dieſe Krankheit, welche ebenfalls oft von Verkältung herrührt, wird durch Warmhalten, Vermeidung der Zugluft und Einreiben mit Branntwein und Seife oder Kampher beſeitiget. Auch warm eingeriebenes Leinöhl bringt dieſe Wirkung hervor, in⸗ dem dieſe Krankheit ebenfalls rheumatiſcher Art iſt. Aber es gibt noch eine andere Art Steifheit, die mir bisher unbekannt war, und die ich an 3 Stück Schafen zu beobachten Gelegenheit hatte. Das Daſeyn dieſer Krankheit bemerkt man zuerſt an dem ſteifen Gang des Thieres, wobey es aber noch auf die Weide mitgeht, und mit dem beſten Appetit frißt. In dieſem Zuſtande gibt es bey einem Aderlaß faſt kein Blut mehr von ſich. Den Tag darauf iſt das Thier ſchon ſo ſteif, daß es kein Kniegelenk mehr bewegen kann; jedoch frißt und ſauft es zuweilen noch mit Appetit. Wenn man das kranke Thier an den Futterbarn hinſtellt, ſo fällt es um, und ſtreckt die Beine unbeweglich vor ſich hin. Dieſe erlangen eine ſolche Steifheit, daß man ſie eher brechen, als nur im mindeſten biegen könnte. Zugleich theilt ſich dieſe Steifheit dem ganzen Körper mit. Das bedauernswürdige Thier frißt im Liegen ſo lange, bis die Steifheit ſich auch den Kinnbacken dergeſtalt mitgetheilt hat, daß die Maulſperre eintritt, und man mit der größten Anſtrengung nicht mehr im Stande iſt, den Mund zu öffnen. Der Magen verrichtet noch immer ſeine Functionen, und durch Eingüſſe von Mehltrank, welche ich zwiſchen den Zähnen mit einem Löffel durch⸗ zubringen ſuchte, habe ich ſchon bis zum neunten Tage Schafen in dieſem leidenden Zuſtande das Leben erhalten; während welcher Zeit die Steifheit am ganzen Körper immer zugenommen hat. II. 2. Abtheilung. 9 130 Alle angewandte Mittel, als: Aderläſſe, Schweißbäder bis zu einem ſehr hohen Wärmegrad, ſtärkende, erweichende Klyſtiere, Einreibungen mit Kampher und Seife, die im warmen, ſehr ſtar— ken Branntwein aufgelöſet wurde, Frottirungen, Laxanzen, er⸗ weichende künſtliche Tropf-und andere Bäder, haben dieſe drey Thiere nicht zu retten vermocht, und ſie ſind den achten bis neun— ten Tag umgeſtanden. Bey Offnung derſelben konnte man keinen beſondern Krank⸗ heitszuſtand finden, als daß die Seiten durch das Liegen ange⸗ griffen waren. Noch iſt mir eine andere merkwürdige Art von Krankheit bey einem Lamm hier vorgekommen. Dieſes bekam geſchwollene Füße. Ich ließ ihm dieſelben mit Eſſig und Lehm einſchmieren, und es warm über Nacht im Stalle halten, worauf ſich dieſe Krankheit plötzlich gehoben hatte. Den folgenden Tag war die Wolle des Thieres in kleinen Sectionen feſt zuſammen geklebt, bey deren Auseinan⸗ dertrennung ein weißer Stoff, einem getrockneten Eiter ähnlich, zum Vorſchein kam, welcher wahrſcheinlich eine getrocknete krank— hafte Ausdünſtung war. Viele dieſer kleinen Knötchen fielen dem Lamm nach mehrern Tagen von ſelbſt in dem Verhältniß aus, als ſich ſeine Geſundheit gebeſſert und die Kräfte zugenommen hatten. Andere Knötchen blieben jedoch feſt, und es bildete ſich eine Gat— tung von trockenen Geſchwüren daraus, womit das Thier lebens— länglich behaftet blieb. Es fraß beſtändig und ununterbrochen mit dem geſundeſten Appetit. Es iſt höchſt wahrſcheinlich, daß ſich dieſe Fußkrankheit plötz⸗ lich auf die äußern Theile geworfen hat. Zuletzt vermehrten ſich dieſe trockenen Geſchwüre wieder ſo ſehr, und es wurde damit ſo ſtark überhäuft, daß man ſolches nicht mehr ſcheren konnte, worauf es in einem Alter von 19 Monathen eingegangen iſt. Von den geſchwollenen Füßen der Lämmer. 187. Rühren dieſe von der Waſſerſucht her, als einer Folge von ſchlechtem, ungeſunden Heu oder derley Sommerweide ihrer Müt⸗ haͤder tiere, ſtar⸗ , er. — i drey eun⸗ Arank⸗ nnnge⸗ 8 be üße. d es Akheit eres an⸗ n ich, ank⸗ nem Suals gen. sat⸗ „ ns⸗ a emit un llöt⸗ dn ſich aak f es 131 ter, ſo ſind bittere Mittel, wie ſie bey der Egelkrankheit vorge— ſchrieben wurden, zu gebrauchen; rührt dieſe Geſchwulſt aber von Verkältung, von ſtarker Anſtrengung, oder von zu wenig Bewe— gung her, ſo halte man dieſelben warm, ſtrenge ſie nicht durch vieles Gehen an, oder laſſe ihnen im letztern Falle mehr Raum im Stalle, damit ſie ſich Bewegung machen können, und beſtreiche die Füße in dieſem und dem nachfolgenden Falle mit einem Umſchlag aus halb Eſſig und Waſſer und Lehm, der bis zur völligen Gene— ſung ſo oft muß erneuert werden, als ſolcher trocken wird; während man dieſe Thiere zugleich mit einem trockenen, geſunden Lager und kräftiger Nahrung zu verſehen hat. Rührt endlich das Übel von zu reichlicher, geiler Nabrung der Mütter her, ſo muß man ſolche wechſeln und ändern. Mäßige Bewegung im Sonnenſchein, in warmen, windſtillen Localitäten, iſt in dieſen Umſtänden gleich⸗ falls ſehr zu empfehlen. Von den Abſchärfungen der Haut. 188. Nach oberflächlichen Wunden und Geſchwüren, deß⸗ gleichen nach Haarſeilziehen, Wurzelſtecken und Eiterbändern, ent— ſtehen gewöhnlich Abſchärfungen der Haut, welche durch folgende Salbe bald gehoben werden: 4 Loth Hirſchunſchlitt oder ungeſalzene Butter, 1„ Bley⸗Extract, zu einer Salbe gemacht. Gegen ſpeckige Ränder der Geſchwüre. 189. Zur Schmelzung unreiner ſpeckiger Ränder der Ge⸗ ſchwüre wird mit ſicherm Erfolg gewöhnlich gebraucht: 1 Seidel Waſſer, 8 Gran Höllenſtein. Oder: 1 Maß Waſſer, 10 Gran Sublimat. Das Sublimat wirkt, gehörig diluirk, als reinigendes Mittel, welches wider Geſchwüre aller Art(mit Ausnahme der ſcorbutiſchen) mit ſichtbar gutem Erfolg bey Menſchen und Thie— ren angewendet wird. 132 Man woäͤſcht damit die unreinen Geſchwüre, und kann ſolches auch zu Einſpritzungen gebrauchen. Gegen verhärtete Geſchwüre. 190. Gegen verhärtete Geſchwüre oder Verletzungen kann ich aus unendlich vielen Erfahrungen folgendes erweichende Pfla⸗ ſter von ſehr heilender Wirkung, für Menſchen und Thiere an— wendbar, anempfehlen: 6 Loth Hirſchunſchlitt, 6„ gelbes Wachs, 2„ Leinöhl, und 4„ Terpenthin. Man koche alles zuſammen zu einem Pflaſter. Von Wunden. 191. Es gibt ſehr viele Fälle, wo Schafe verletzt oder verwundet werden können, oder ſich Wunden durch Geſchwüre von ſelbſt bil— den. Folgendes Mittel habe ich bey vielen Gelegenheiten in der— ley Fällen mit dem beſten Erfolg benutzt: Seeidelbaſt 6 Loth, in ½ Maß Waſſer 1 Stunde gekocht, durchgeſeihet, und zwey Loth Salzſäure hinzugeſetzt, womit die Wunden ausgewaſchen, oder nach Umſtänden die Einſpritzungen in den Hohlgängen bewerkſtelliget werden können.— Fein gepülverter Zucker für ſich allein, oder 6 Loth gebrannter Alaun, und 2 Loth fein gepülverter Zucker, erfüllen den nähmlichen Zweck. Von Geſchwüren, welche beſtändig näſſen. 192. Es ereignet ſich zuweilen auch, daß Geſchwüre nicht heilen wollen und beſtändig näſſen; in dieſem Falle wende man dagegen an: 1 Seidel Kalkwaſſer, 85 1 Loth Myrrhen; oder 1 Maß Waſſer und 1 Seidel Bleyeſſig; und die Heilung wird dadurch erfolgen. Wider den Wespenſtich. 195. Daß die Schafe durch Wespen oder Bienen öfters ge⸗ hes nnn fa⸗ an⸗ 133 ſtochen werden, iſt gar kein ſeltenes Ereigniß, und es entſtehen dadurch äußerliche Entzündungen und Geſchwülſte, die große Schmerzen verurſachen. Man gebrauche dagegen: 1 Seidel Eſſig, 1„ Waſſer, 4 Loth Kochſalz; oder 4„ rohen Salpeter, 1 Seidel Waſſer und Eſſig. Vom Zungenkrebs, Teigmehl, Faſch der Lämmer im Maule. 194. Dieſe Krankheit iſt epizootiſch, jedoch hat man keine An⸗ ſteckung zu befürchten, obgleich mehrere Lämmer zugleich damit be⸗ fallen werden. Der Zungenkrebs der Lämmer zeigt ſich an der Zunge und um die Lippen herum durch einen blatternähnlichen Ausſchlag, der den ganzen inwendigen Theil des Mauls und der Lippen bedeckt, und ſie ſehr quält. Wird das bel vernachläſſiget, ſo entſtehen freſ⸗ ſende Geſchwüre mit einem weißen Rande. Die Lämmer ſaufen bey ſo bewandten Umſtänden nicht, und würden vor Hunger endlich ſterben, wenn man ihnen nicht von der Muttermilch einmelkte. Die Reinigung des Maules mit ſtarkem Salzwaſſer, und eine Salbe von Schießpulver und Leinöhl, öfters des Tages ge⸗ braucht, ſind hinreichend, dieſes Übel zu heben; oder man nehme 4 Loth Zinkblumen und 2 Loth friſche, ungeſalzene Butter zur Be⸗ reitung einer Salbe. Auch habe ich folgendes Mittel heilſam gefun⸗ den: Man nimmt eine gute Hand voll Salbeyblätter, kocht ſie in einem Pfund Waſſer, klärt das Waſſer ab, und miſcht dazu 2 Loth Salpeter, 2 Löffel voll Honig, 2 Loth Salz, 2 Loth Myrrhen Eſſenz, und reinigt damit durch ein Schwämmchen den Mund der Lämmer, wodurch die Krankheit auch in etlichen Tagen gehoben wird. 134 Werden die Wunden aber ſchwärzlich, ſo nimmt die Krank⸗ heit einen bösartigen Charakter an. Iſt dieſer Fall vorhanden, ſo waſche man ſie mit einer ſtarken Auflöſung von Salmiak oder blauem Vitriol im Waſſer, welches ein ſehr wirkſames und bewaͤhr⸗ tes Mittel für dieſen Zuſtand iſt. Vom Kropf. 195. Feuchte, niedrige, ſaure oder mooſige Weiden verurſachen faulige Krankheiten und Kröpfe bey Schafen, deßgleichen Leber— galle und andere waſſerſüchtige Übel. Solche Schafe werfen auch jederzeit kranke Lämmer, die durch die geringſte fehlerhafte Be⸗ handlung die Krankheit der Altern bekommen, und wegen ge— ſchwaͤchter Organiſation wenig zur Zucht taugen. Eine Abkochung von bittern Kräutern, als: Wermuth, En⸗ zian, Kalmus ꝛc., oder Roßkaſtanien, Wachholderbeeren pflegt man nebſt trockenen Weiden für Schafe, die mit dieſem übel behaftet ſind, zu gebrauchen, und derley Kräuter nebſt Knoblauch, mit etwas Salz vermengt, den Patienten zugleich beyzubringen, nähmlich: Pfd. Wachholderbeeren, „ Wermuth, „ Tauſendguldenkraut; alles fein geſtoßen und gemiſcht, mit 2 Theilen Salz vermengt, jedem Schaf täglich 1 Loth in 2 Portionen gegeben. Oder: 6 Loth Wallnußſchalen, 2 Quentchen Eiſenvitriol, in 5 Seidel Waſſer gekocht, auf 3 Portionen. Der Kropf legt ſich in der Größe eines Hühner-Eyes, und in gewiſſen Umſtänden noch größer, unter dem Halſe, manches Mahl auch an der Seite des Kopfes, an. Seine Geſchwulſt enthält Luft und Waſſer, und er vergeht, um wieder zu kommen, wenn er nicht öfters eröffnet wird. Aber außer dem lymphatiſchen Waſſer erzeugt ſich zuweilen auch Eiter in demſelben, vorzüglich an der Seite des Kopfes. Iſt frn är ⸗ die Waͤ Wa ſer wod oft nk⸗ —, h n der hr⸗ —hen — jer: ruch 8 he⸗ Sge⸗ — in⸗ Aren el lh, drin, 9t, 4 135 die Geſchwulſt kalt, ſo enthält ſie Waſſer; iſt aber eine erhöhte Wärme darin wahrzunehmen, ſo enthält ſie Eiter. Man ſteche die Geſchwulſt, ſobald man ſpüret, daß ſie mit Waſſer angefüllt iſt, mit einer Lanzette oder einem ſpitzigen Meſ⸗ ſer an einigen Puncten auf, und drücke dasſelbe ſorgfaͤltig aus, wodurch die Krankheit, in Verbindung mit obigen Mitteln, ſehr oft gehoben wird. Von Augenkrankheiten. 196. Die Schafe ſind öfters auch Augenkrankheiten unterwor⸗ fen, welche theils von innerlichen Urſachen, theils von einem in das Auge gekommenen fremdartigen Körper herkommen können. Iſt ein oder ſind beyde Augen entzündet, ſo waſche man ſie gelind mit friſchem Waſſer oder lauer Milch aus; wenn aber Staub oder andere in das Auge gefallene Unreinigkeiten die Urſache davon ſind, ſo trachte man ſolche durch das Ausreinigen her⸗ auszubringen. Thiere, bey denen dieſe Beſchwerden von innerlichen Urſa⸗ chen herrühren, ſind gewöhnlich feſtleibig; daher man ihnen Salz zur Lecke, um weicher zu miſten, oder gereinigten Salniter ein⸗ geben muß. Wird durch dieſes letztere Mittel das Üübel nicht gehoben, ſo werden in die Ohren Pfriemen von Juchtenleder oder von Wolle eingezogen, um künſtliche Geſchwüre zu erzeugen, und die ſchar⸗ fen Säfte von den Augen dahin zu leiten. Dieſes Mittel, in Verbindung mit ſehr fein gepülvertem weißen, feinen Zucker, welcher den Schafen in die kranken Augen mittels eines Federkiels geblaſen wird, vertreibt auch ſehr oft die weißen Felle, welche die Augäpfel der Schafe bey obigen vernach⸗ läſſigten Augenbeſchwerden häufig überziehen. Gebranntes, ſehr fein gepülvertes Salz kann mit günſtigem Erfolge die Stelle des Zuckers, nach meinen Erfahrungen, erſetzen. Auch leiſtet folgende Salbe voyxtreffliche Dienſte, wovon man täglich zweymahl, erwa eines Hanfkornes groß⸗ in das kranke Auge ſtreicht: 2 Loth ungeſalzene friſche Butter, 8 Gran rothen Queckſilber⸗Niederſchlag, 10„ Kampher, 6„ Zinkblumen; alles zu einer Salbe wohl abgerieben. Ein ſehr vortreffliches Präſervativ⸗Augenwaſſer, welches im Falle geſchwächter Augen, ſowohl bey Menſchen als Thieren, mit dem entſprechendſten Erfolge anwendbar iſt, und das ich bey mei⸗ nen Schafen, Pferden und meinem Hornvieh ſowohl, als bey Menſchen mit gleich glücklichem Erfolge verwende, und dadurch jederzeit nachtheiligen Folgen vorgebeugt, öfters ſchon weit vor⸗ geſchrittenen Übeln Einhalt gethan habe, iſt folgendes: Man nehme 1 Quentchen weißen Vitriol, 1„ Koochſalz; beydes läßt man mit einem Seidel Waſſer in einem neuen Hafen einen Sud machen, dann auskühlen, füllt es hierauf in eine reine Flaſche, und miſcht ein Quentchen Kampher dazu, ſo iſt es fertig. Dieſes Augenwaſſer wird nur äußerlich gebraucht, es werden nähmlich die Augendeckel und Augenwinkel damit befeuchtet. Iſt aber ſchon ein kleines Fell im Auge, ſo darf ſolches, ſtatt des Einblaſens mit Zucker oder Salz, damit maͤßig befeuchtet werden. Des Abends iſt der Gebrauch dieſes Mirtels am zweckmäßigſten befunden worden. Von den Maden in der Zucht der Muteerſchafe. 197. Dieſe rühren von einer Fliege her, welche ihre Eyer in die Mutterſcheide der Schafe, oder auf jeden andern wunden Theil legen, wodurch ſich die Maden erzeugen, nach und nach größer werden, und ſich je länger deſto tiefer in das Fleiſch einfreſſen. Man verwahrt das Vieh dagegen, wenn man im Sommer jede, auch die kleinſte und unbedeutendſte Wunde mit Wagen⸗ : 1 in hie mmit h Aei⸗ H1 Nöey nd en erch ni ior⸗ Mi me dem att en hie umin d up ſo es ae gen chte Fſt „pes tet en. ecki een . 157 ſchmiere, Terpenthin oder Steinöhl beſtreicht, deren Geruch den Fliegen widerlich iſt. Haben ſich aber wirklich ſchon Maden erzeugt, ſo muß man ſolche mit einem ſpitzigen Hölzchen aus der Wunde ſorgfältig herausſchaffen, welche dann mit Terpenthin⸗ öhl und darüber mit Wagenſchmiere oder brenzlichem Ohl ein— geſchmiert wird. Fein gepülvertes Bleyweiß oder Salz, in die Wunden ge⸗ ſtreut, vertilgt ebenfalls die Maden; um die Fliegen aber ferner abzuhalten, iſt der Gebrauch des Terpenthinöhls nebſt Wagen⸗ ſchmiere allezeit rathſam. Von der Schafzecke. 198. Die Zecke(Acarus ricinus) iſt in Laubholz⸗Waldun⸗ gen, wohin die Schafe bisweilen zur Weide getrieben werden müſſen, häufig, und hängt ſich dieſen Thieren gern an. In naſſen Jahren, wenn ſich die Sonne hinter Regenwolken verſteckt, und durch ihre Strahlen die Felder weniger erleuchtet, erzeugt ſich auch dieſes Ungeziefer in großer Menge auf denſelben. Während ſich dasſelbe mit ſeinen zackigen Vorderfüßen und mit ſeinem Rüſſel in die Haut der Schafe feſt einarbeitet, und durch ſeinen Blutdurſt dieſe Thiere ſehr quälet, ſo zwar, daß, wenn ſie ſtark damit befallen ſind, ſelbe weder bey Tag noch bey Nacht der Ruhe genießen können: nehmen die Schafe weder an Fleiſch noch Wolle zu, ſondern magern— beſonders die Lämmer— zuletzt ganz ab, und viele davon gehen, ohne die gehörige Hülfe, ein. Es iſt eine Thatſache, daß ſchwächliche Schafe und Lämmer vorzüglich von dieſen böſen Gäſten heimgeſucht und geplagt wer— den, und es gibt Fälle, wo ohne angewandte Mittel die ganze Haut des Thieres, beſonders am Halſe ꝛc., davon bedeckt iſt. In dieſem Falle iſt es am rathſamſten, weil dieſes Ungeziefer das Licht nicht vertragen zu können ſcheint, die Schur vorzunehmen, wenn es nähmlich die Jahreszeit geſtattet; denn ſobald die Schafe ge⸗ ſchoren worden ſind, ſo verlieren ſich auch die Zecken, aus oben erwähnter Urſache, augenblicklich, ohne eine Spur von ihrer Exi⸗ 138 ſtenz zurückzulaſſen.— Erlaubt es aber die Jahreszeit nicht, die Schafſchur vorzunehmen, ſo bleibt kein anderes Mittel übrig, als einen Abſud von Tabakwaſſer zu machen, und jedes Individuum in einem Gefäß einzeln, mit dem ganzen Körper— jedoch mit der Vorſicht, daß nichts in die Augen kommt— einzu— tauchen, wodurch dieſes Ungeziefer ſammt der Brut in den Eyern vergiftet wird. Oder man räuchere die Thiere nach§. 19. Ich habe die Queckſilber-⸗-Salbe und eine Menge anderer Mittel wiederhohlt verſucht, aber keines ſo wirkſam, wie dieſes wohlfeilere und einfa⸗ chere Mittel gefunden. Von den Schafläuſen. 199. Die Schafläuſe(Pediculus ovis und Hippobosca ovina) halten ſich an verſchiedenen Theilen des Körpers auf, und perurſachen Abmagerung, wenn ſie häufig ſind, wobey die Thiere ſehr gequält werden.. Man vertreibt ſie durch eine Salbe von Schweinſchmalz und Gueckſilber— die ſogenannte neapolitaniſche Salbe— durch einen Abſud von Tabak oder auch von den Blättern des Säbenbaums (Juniperus sabina), womit die Schafe gewaſchen werden müſſen. Will man dieſes Ungeziefer mit der Queckſilber⸗Salbe vertreiben, ſo pflegt man eine Schnur damit zu beſtreichen, und ſolche um einige Theile des Körpers ziemlich feſt zu binden, worauf ſich dieſe Läuſe verlieren; oder man macht den damit behafteten Thieren in den Achſelgruben und in den Weichen eine Einſchmierung mit die⸗ ſer Salbe, und einen ſchmalen Streif durch die Wollauseinander⸗ trennung auf der Haut über die ganze Länge und Breite des Körpers.— Das Tabakwaſſer habe ich auch in dieſem Falle vorzüg⸗ licher gefunden; das beſte Mittel iſt die§. 19. beſchriebene Räu⸗ cherung. G Von dem Vorfall oder dem Austreten der Gebärmutter. 200. Des Ausdruckes Vorfall bedienen ſich die Schäfer, wenn einem men d 1 alet n hufe, nothwe worin garbe/ zu erw brauche liche? den m ihren ein gl ſolches Ohl, — vortrit Porſic ſe ſch witt den nothe zu be daßd rend ſo fa tern, mutt 12 6 — 9 1 1 be die A³ als uum — nit azu⸗ hyern 2 Dabe ohlt cfa⸗ † gea d und ere i And er us en del unals 1 junn. er isn, ſo 1 — 6 1 le 9 6m Aueſe in 1 Jie⸗ Pl⸗ —es 1 gg9⸗ u⸗ . 139 einem Schafe entweder durch zufällige Schwäche, oder bey dem Lam⸗ men die Gebärmutter durch die Geburtstheile austritt. Ereignet ſich dieſer Fall, ſo muß ſolche unverzüglich, mit aller möglichen Vorſicht, zurückgebracht werden; zu welchem Be⸗ hufe, wenn man nicht gleich anfänglich gegenwärtig war, es oft nothwendig wird, mit einem laulichten Umſchlag von Wein, worin Heublumen, vorzuglich aber bittere Kräuter, z. B. Schaf⸗ garbe, Gartenraute, Wermuth ꝛc., gekocht wurden, den Vorfall zu erweichen, oder auch ſtatt desſelben erwärmtes Leinöhl zu ge⸗ brauchen, und ihn dann mit aller Behuthſamkeit in ſeine natür— liche Lage zu bringen. Da aber die Finger, welche mit Ohl ſchlüpfrig gemacht wer⸗ den müſſen, manchmahl zu kurz ſind, um die Gebärmutter an ihren gehörigen Platz zu bringen: ſo nimmt man in dieſem Falle ein glattes, rundes Holz von der Dicke eines Fingers, umwindet ſolches vorwärts mit etwas Leinwand, befeuchtet ſolche ſtark mit Ohl, und ſchiebt die Gebärmutter in ihre gewöhnliche Lage. Ofters ereignet es ſich, daß der Vorfall wieder her⸗ vortritt; in dieſem Falle wiederhohlt man die Operation mit aller Vorſicht, heftet dem Schafe die Geburtslefzen leicht zuſammen, daß ſie ſich nicht ſo weit öffnen koͤnnen, um der Gebärmutter den Aus— tritt zu geſtatten, jedoch ſo, daß ſie dem Uriniren kein Hinderniß in den Weg legen. Zugleich iſt es in dieſem Falle rathſam, ja oft nothwendig, die Füße des Schafes vorſichtig zu binden, und es zu bemüſſigen, 24 Stunden in einer ſolchen Lage liegen zu bleiben, daß der hintere Theil des Körpers etwas erhaben ſich befindet, wäh⸗ rend man ihm nur wenige, aber kräftige Nahrung gibt. Da dieſes Ubel gewöhnlich von abſoluter Schwäche herrührt, ſo fahre man fort, dem Schafe ſo lange Umſchläge von bittern Kräu⸗ tern, mit Wein geſotten, lau zu gebrauchen, bis ſich die Gebär— mutter gänzlich hineingezogen hat, welches gewöhnlich in 10 bis 12 Stunden geſchehen iſt. Man kann auch, um die Schmerzen zu ſtillen, folgende 140 Salbe gebrauchen, womit man den Maſtdarm oder die Gebär⸗ mutter gleich anfänglich beſtreicht: Man nehme friſche Butter, ſüßen Milchrahm und das Gelbe von einem Ey, von jedem gleiche Theile, und mache eine Salbe. Oder: Mehl, Ohl, friſche Butter, Milchrahm, wie oben. Oder: Ungeſalzene Butter und Ohl, von jedem gleiche Theile, zu einer Salbe. Vom Kreuz⸗oder Kaiſerſchnitt. 201. Es treten zuweilen Umſtände ein, daß man dieſe fürchterliche Operation vornehmen muß, wenn man nicht Lamm und Mutter zugleich einbüßen will. Dieſer Fall tritt ein, wenn die Mutter durch Kränklichkeit zu ſchwach iſt, ein Lamm zu gebären, und man ſonſt keine Hülfe verſchaffen kann, oder wenn die Geburtsgänge ſo enge organiſirt ſind, daß das Lamm nicht durchkommen kann. Iſt Eins oder das Andere der Fall, und alle Hülfe, die Mutter zu retten, erſchöpft worden, ſo lege man das Mutterſchaf auf den Rücken, halte ihm alle Füße feſt aus einander, ſchneide mit einem ſehr ſcharfen Meſſer vorſichtig den Bauch der noch le⸗ benden Mutter durch einen Kreuzſchnitt auf, ſuche zum Tragſack zu gelangen, und nehme das lebende Lamm heraus. In dem Augenblick, wo man das lebende Lamm durch dieſe Operation gerettet hat, ende man das Leiden der Mutter durch den gewöhnlichen Stich; aber ja nicht früher, indem mit dem Le⸗ pen der Mutter ſonſt jenes des Lammes zugleich erlöſchen würde. Dem geretteten Lamm wird eine Amme gegeben, und ſo wächſt es mit den übrigen heran. Vom Ausſatze oder Grinde, und von krebsarti⸗ gen Geſchwüren. 202. Der Ausſatz beſteht in einer ſcharfen Materie, gewöhn⸗ lich an dem Widerriſt, an den Schultern und am Kreuze, die 4 ein Iu das liche Fütte ſtunge ten An einer tracht ſich i Haut oder, guen aus( ten J werdel untet ſie, f einem beiz ſtarke Bral gute nen erfor ter! im haſft 'ehär⸗ elbe .räalde. er: „e, zu 5. dieſe Rlamm § Wahkeit s ülfr ge Mauſſit H A die Manchaf er, eide er zan le⸗ un„ ſack * Idieſe 141 ein Jucken, Wunden in der Haut und Verluſt an Wolle verurſacht. Das Entſiehen dieſer Krankheit iſt hauptſächlich als eine wahrſchein⸗ liche Folge von naſſer und ungeſunder Weide oder verſchlämmter Fütterung, von verdorbenen Säften und zurückgetretenen Ausdün⸗ ſtungen durch Kälte, Regen ꝛc., oder von mephitiſchen, mit verpeſte⸗ ten Ausdünſtungen angehäuften, unreinen Stallungen: kurz, von einer verwahrloſten Pflege und Wartung dieſer Thiere, zu be⸗ trachten. Anfänglich iſt dieſes Ubel, das nicht, gleich der Räude, erb⸗ lich iſt, gewohnlich dadurch zu heben, daß man äußerlich die Haut mit den Laugen, die bey der Räude anwendbar ſind, wäſcht; oder, wenn das Übel ſchon hartnäckig iſt, die Queckſilberſalbe(Un- guentum Neapolitanum) gebraucht wird. Zuweilen erfolgen aber bey vernachläſſigter Behandlung dar⸗ aus Geſchwüre, die um ſich greifen, die Haut und die benachbar⸗ ten Muskein zuweilen bis auf die Knochen durchfreſſen; manchmahl werden dieſe krebsartigen Geſchwuͤre ſogar epidemiſch, beſonders unter dem Rindvieh. Sie mögen nun aber epidemiſch ſeyn oder nicht, ſo muß man ſie, falls ſie ſich durch die Queckſilberſalbe nicht geben, nebſt einem Theil des geſunden Fleiſches wegſchneiden oder weg⸗ beizen(ſiehe Höllenſtein), alsdann die Wunde mit einem ſtarken Aufguſſe von Raute und Tabaksblättern und Kochſalz in Branntwein waſchen, und dieſes ſo lange wiederhohlen, bis ſich gutes, junges Fleiſch in der Wunde erzeugt, und dieſelbe heilt. Wenn das Thier etwa viel Hitze hätte, ſo gebe man ihm ei⸗ nen Mehltrank mit etwas Kochſalz und weizenen Kleyen, auch erforderlichen Falles Klyſtiere von Althäa⸗Abkochungen mit Salpe⸗ ter und Weinſteinrahm. Schwefelräucherungen würden dieſes Übet im Entſtehen heben. Von den Flechten. 205. Die Schafe ſind auch bisweilen mit den Flechten be⸗ haftet, welche man an kleinen Schörfchen erkennt, die kleine 142 Geſchwüre und Kruſten bilden, aus denen eine übelriechende Feuch⸗ tigkeit ausſchwitzt. Das Thier ſcheint dabey ſehr zu leiden und ange⸗ griffen zu werden. Es gibt aber auch eine andere Art von Flechten, welche keine Feuchtigkeit enthalten, ſondern trocken und gleichſam mehlig ſind. Dieſes Übel iſt keineswegs anſteckend, und hat ſeinen Sitz gewöhnlich über den Klauen oder an den Beinen; iſt aber nicht leicht zu vertreiben. Folgende Mittel ſind dagegen zu verwenden: Man reibe die Flechten täglich zweymahl mit einer Miſchung von zwey Theilen Salpeter und 2 Unzen Honig ein; oder waſche ſolche mit einer Abkochung von zwey Unzen Tabak und 2 ½ Pfd. Weineſſig, worin 2 Unzen Vitriol aufgelöſet worden ſind. Nach meinen Erfahrungen werden dieſe Mittel, ſowohl bey Menſchen als Thieren durch folgende Salbe noch übertroffen: Man nehme unter 4 Loth friſches Schweinſchmalz zwey Loth fein gepülverte Schwefelblüthen, bereite beydes zu einer Salbe, und ſchmiere täglich die Flechten früh und Abends damit ein, und in wenigen Tagen iſt die Cur vollendet. Wahrſcheinlich dürfte auch hier die Schwefelräucherung gleich anfangs das Übel heben(§. 19). Von dem äußerlichen Mundausſchlag der Lämmer. 204. Die Lämmer bekommen oft einen grindartigen Ausſchlag am Maul, welcher zuweilen daher rührt, wenn ſich dieſe Thiere an den im Heu befindlichen Diſteln oder ſonſtigen harten, ſpitzigen Körpern ſtechen, wozu ſich oft eine Schärfe des Blutes wirft. Dieſer Ausſchlag iſt nicht mit dem ſchon beſchriebenen Zun⸗ genkrebs zu verwechſeln, indem er durch das Einſchmieren von et— was ungeſalzener Butter, Schmalz, Milchrahm oder einer Salbe von gereinigtem Salpeter und Leinöhl, bald gehoben wird; oder man beſtreiche früh und Abends dieſen Ausſchlag mit folgendem Mittel: 2 Loth Kochſalzſäure, 4 Loth Honig, 6 Loth Weingeiſt werden unter 1 Seidel Brunnenwaſſer zum Gebrauch gemengt; oder: man machi Echr triebe ren d niget Will bald Win word hier waſe laſſen zu g ſcaft dieſes griffe meſſer diel? 1 ndeuhh⸗ ange⸗ 8 keine = g iind. 1 Sit 1 niht hung * vaſche 2. 7 t chl bey ': r Loth zyalbe, is und frl auch ) 1¹0). omer. Ig ſchleg Tre an izigen fft. Zun⸗ on et⸗ Salbe ; odel endem a verden manl — 145 mache eine Salbe von 2 Theil Schwefelblumen und 2 Theilen Schweinfett, und ſchmiere täglich zweymahl den Ausſchlag damit ein. Vom Aufſchwellen des Kopfes. 205. Wenn die Schafe auf die Heideſtoppeln zur Weide ge⸗ trieben werden, ſo ſchwillt ihnen gewöhnlich der Kopf und die Oh⸗ ren dadurch ſehr auf, welches aber bey veränderter Weide nach ei— nigen Tagen wieder vergeht. Eine ähnliche waſſerſüchtige Wirkung äußert ſich gewöhnlich bey den Schafen im Frühjahr, ſo— bald ſie bey Sonnenſchein auf die Weide kommen, falls ſie im Winter einige Zeit mit Heideſtroh oder derley Heu gefüttert worden waren. Die Geſchwulſt an Kopf und Ohren legt ſich auch hier nach einigen Tagen dem Scheine nach ganz, jedoch nicht, ohne waſſerſüchtige Nachtheile in dem Innern des Körpers zurückzu⸗ laſſen, die gewöhnlich mit einer totalen Auflöſung des Blutes, und zu gleicher Zeit mit dem Abſterben der Lämmer öfters vergeſell⸗ ſchaftet iſt*). Das beſte Vorbeugungsmittel iſt, die Schafe gegen dieſes Futter zu ſchützen; und hat die Geſchwulſt die Ohren er⸗ griffen, ſo ſteche man mit einer Nadel oder einem ſpitzigen Feder⸗ meſſer durch die Oberhaut derſelben 10 bis 12 Löcher, wodurch viel Waſſer ausſpritzen und die Geſchwulſt ſich legen wird. Von den Euterſäcken oder der Geſchwulſt am Euter. 206. Es geſchieht zuweilen, wenn der Andrang der Milch in die Milchgefäße zur Lammzeit ſehr ſtark iſt, daß Gefäße zerreißen, die Milch austritt, und ſogar harte Geſchwülſte in dem Euter da— durch hervorgebracht werden können. Oft gehen ſogar dieſe Ge— ſchwülſte in Entzündung und Eiterung über. *) Man leſe hierüber das Ausführliche(Seite 47 bis 48) meiner phy⸗ ſiologiſch⸗comparativen Verſuche über die Nah⸗ rungskräfte und Eigenſchaften ſehr verſchieden⸗ artiger Futterpflanzen ꝛc., von Bernhard Petri. Wien 1824, bey Carl Schaumburg und Comp. 144 Erzeugt ſich demnach bey irgend einem Schaf ein Geſchwür von erhöhter Wärme an dem Euter, ſo ſchmiere man ſol⸗ ches mit erwärmtem Leinöhl ein, laſſe es zeitigen, öffne es dann mit einem ſcharfen Biſturi, waſche die Wunde mit warmen Wein oder Salzwaſſer gehörig aus, und ſchütze ſie mit einer Salbe von Terpenthin, Eygelb und Branntwein.— Iſt die Geſchwulſt aber kalt anzufühlen, ſo gebrauche man folgendes Vertheilungs— mittel, welches, taͤglich dreymahl eingerieben, ſchnelle Hülfe leiſtet. Man miſcht 5 Loth Salmiakgeiſt unter 8 Loth Leinöhl, worin 2 Quentchen Kampher durch Reiben aufgelöſet werden. Im warmen Bier aufgelöſte Butter, täglich die Verhaͤrtung damit dreymahl eingerieben, vertheilt ſolche ebenfalls. Bey minder gefährlichen Fällen iſt oft das bloße Waſchen des Euters mit Milch, dann Abtrocknen mit reiner Leinwand, wor⸗ auf das Euter mit ſaurem Milchrahm eingeſchmiert wird, hinreichend. Innerlich gibt man dem Thier eine Lattwerge von 1 Quent⸗ chen Theriak und 1 Loth Honig, welches überhaupt in hitzigen Krankheiten ſehr heilſam iſt, und reicht ihm dabey einen Kleyen— oder Mehltrank mit etwas Salpeter, nebſt gutem Heu. Von der Halsgeſchwulſt und den übrigen Geſchwülſten überhaupt. 207. Die Geſchwülſte müſſen ſämmtlich nach dem vorherge⸗ henden Paragraph beurtheilt und behandelt werden. Die Halsgeſchwülſte bemerkt man vorzüglich häufig im Fruͤh⸗ jahr und Herbſt, bey Abwechſelung warmer und kalter Witterung. Anfangs ſind ſie klein und unbedeutend, wachſen aber ſehr ſchnell, werden brennend heiß, hart, und gehen faſt immer in Eiterung über, wo dann das Leben des Thieres in Gefahr iſt. Man muß ſie, ſo viel möglich, zu zertheilen ſuchen; daher iſt es gut, die Wolle an der Geſchwulſt wegzuſcheren, und dieſelbe mit nachſtehender Salbe recht fleißig zu ſchmieren: 1 Loth Harz, 1„ gelbes Wachs, Geſchwür man ſel⸗ ees dann men Wein Salde von wulſt aber ttheilungz⸗ ülfe leiſtet. ohl, worin n hizigen n Kleyen⸗ in Eiterung 3 eiſt n; daher l und dieſeld 145 4 Pfd. Baumöhl; laſſe alles bey gelinder Waͤrme zuſammen ſchmelzen, und gebrauche es als eine Salbe. Zugleich macht man einen Umſchlag von Bohnen⸗oder Ro⸗ ckenmehl, in Milch oder Waſſerlgekocht. Wird die Geſchwulſt nun weich, ſo öffnet man ſie, und läßt das Eiter ausfließen, macht aber hierauf eine Salbe von: * Pfd. Terpenthin, 1 Loth Terpenthinöhl, 3„ friſchen Eydottern, und rühre alles ſo lange unter einander, bis es eine gleich gelbe Farbe erhält. Dieſe Salbe legt man auf Charpie ſo lange in die Wunde, bis ſie geheilt iſt, wel⸗ ches gewöhnlich bald darauf geſchieht. Von Verblutungen. 208. Ofters werden Verblutungen, z. B. wenn kämpfende Widder einer dem andern ein Horn abſtöoßt, oder durch andere Urſachen veranlaßt. Bey einem Zufall von dieſer Art lege man, wenn es ſeyn kann, vor allem einen Feuerſchwamm(Zunder) auf die Wunde; oder man löſe weißen Vitriol in Waſſer auf, tauche Leinwand hinein, und verbinde damit die Wunde. Statt der Lein⸗ wand kann man noch zweckdienlicher Charpie verwenden; oder man gebrauche: 1 Maß Waſſer, 6 Loth Salmiak, 6„ Branntwein⸗ 6„ Alaun. Man lege die Compreſſen kalt auf die verwundeten Stellen, wo dieſes Wundwaſſer eine zertheilende und zugleich ſtärkende Kraft aͤußern wird. Iſt die Verblutung ſtark geweſen, und iſt das Thier dadurch bedeutend geſchwächt, ſo gebe man ihm Gerſtenſchrot unter das Waſſer, und verſehe es mit kräftigem Futter, um die entgangenen Kräfte wieder zu erſetzen. Man muß,bey Zufällen von dieſer Art auch beſorgt ſeyn, daß man durch zweckmäßige Vorbeugungsmit⸗ II. 2. Abtheilung. 10 8 8 ß 146 tel die Fliegen, und dadurch die Entſtehung der Maden abhalte: man muß nähmlich die Wunde mit Terpenthinöhl, Wagenſchmiere ꝛc. ſorgfältig einſchmieren.— Vom Hörnerbruch. 209. Es ereignet ſich manchmahl, daß gehörnte Schafe, beſon⸗ ders Widder, ihre Hörner an der Krone abbrechen, wodurch ein ſehr ſtarker Blutverluſt erfolgt. Dieſer muß, wie im vorhergehenden Paragraph erinnert worden iſt, durch Charpie oder Eſſigbäuſche ge⸗ hemmt werden. Iſt dieſer Zweck erreicht, ſo wird der Bruch mit Terpenthinöhl und Wagenſchmiere, wie oben erinnert wurde, ein⸗ geſchmiert, und eine Bedeckung von Leinwand darüber befeſtiget, um das Mark und die Gehirnhöhlen vor jeder Verletzung zu ſichern. Bisweilen erſetzt die Natur in kurzer Zeit das abgebrochene Horn, das aber in der Form von dem erſten verſchieden bleibt. War die Krone aber ſtark beſchädigt, ſo iſt mir noch kein Fall vorgekommen, daß ein Nachwuchs Statt gefunden hätte. Von Nabelbrüchen. 210. Die ſogenannten Nabelbrüche ereignen ſich bey den Wid⸗ dern ſehr häufig, und man verſteht unter dieſer ſonderbaren Benen⸗ nung das Ereigniß, wenn die Vorhaut der Ruthe des Stährs wegen Schärfe und Unreinigkeiten inflammirt wird, und zur Größe einer Nuß, und öfters noch ſtärker, anſchwillt. Falls man die Hülfe ver— nachläſſiget und die Reinigung unterläßt, ſo erzeugen ſich nicht allein Eiterung und Würmer darin, ſondern die ganze Oberhaut kann wegfaulen, das Membrum ſelbſt angegriffen werden, wodurch nicht ſelten der Tod des Thieres unvermeidlich iſt. Zuweilen heilt ſich dieſe Geſchwulſt an der Vorhaut wohl auch von ſelbſt; iſt die— ſes aber nicht der Fall, ſo faßt man die Haut ungefähr an der Mitte des Membrums an, ſchiebt ſolche vorwärts, und reinigt ſie inwendig mit friſchem Salz-oder Eſſigwaſſer, nachdem man zuvor den Unrath ausgedrückt hatte. Entdeckt man aber in dem Innern der Vorhaut Maden, ſo müſſen ſolche durch ein geſpitztes — — ꝗ—- Se —— 2 eſon⸗ ſehr enden ze ge⸗ t mit 4 ein⸗ iget, a man dem 6tes 147 Hölzchen mit allem Fleiß ſaͤmmtlich herausgenommen, die Wunde hernach mit Salzwaſſer auf das ſorgfältigſte gereinigt, und äu⸗ ßerlich mit Terpenthinöhl und Wagenſchmiere, zur Abhaltung der Fliegen, eingeſchmiert werden. Ein äußerlicher Umſchlag von Lehm, mit Eſſig und Waſſer verdünnt, und öfters wiederhohlt, hebt die Entzündung ſehr bald. Durch die mehrmahlige Reinigung und Auswaſchungs mit Salzwaſſer von innen, wobey man vorſichtig unterſuchen muß, ob keine Spuren von Würmern ſich zeigen, und durch die Be⸗ handlung von außen, nach der gegebenen Vorſchrift, wird das Üübel gleich im Entſtehen gehoben. Schließliche Erinnerungen. 211. Außer dieſen beſchriebenen Krankheiten gibt es noch viele ſehr bedeutende Zufaͤlle, denen das Schaf als Hausthier, wegen minderer Thätigkeit ſeiner Lebensorgane, mehr als andere Thiere ausgeſetzt iſt. Man kann ſehr oft dieſen Krankheiten, welche nicht ſelten von Indigeſtionen oder Verkältung herrühren, durch ein abführen⸗ des oder magenſtärkendes Mittel, z. B. einen Einguß von etlichen Löffeln voll Leinöhl, Kamillenthee, Knoblauch mit Salz abge⸗ rieben— oder durch ein erweichendes oder ſtärkendes Klyſtier ab⸗ helfen, und dadurch der Entwickelung größerer Krankheiten zu⸗ vorkommen. Überhaupt aber würde man ſehr vielen Übeln zuvorkommen können, wenn man dieſe Thiere aufmerkſamer vor Erkältungen, anhaltendem Nebel oder Regenwetter, insbeſondere aber vor ſchlech— ten Ausdünſtungen verwahrte, ſolche nicht hungern oder durſten ließe, bey feuchter Witterung bittere Ingredienzen unter nur ſehr wenigem Salz ſeinen Schafen reichte, und ihnen überdieß geſunde Stallungen zum Aufenthalt, nebſt einem reinen Lager verſchaffte. Verbeſſerungen. Seite 6 Zeile 6 von unten ſt. Salſe l. Sulſe. — 87— 12 von oben ſt. Darmcana l. Darmcanal. — 93— 15— ſt. ſchleimigen l. ſchleunigen. — 127— 1— ſt. von einander l. in einander⸗ 5 1 91⁴ 1eNdae