7 Johann Senebier's, Dieners des göttlichen Worts, Bibliothekars der Republik Genf und Mitgliedes der Soc. der Wiſſenſchaften zu Harlem, Pphyſikaliſch„chemiſche Abhandlungen uͤber den Eiinfluß des Sonnenlichts auf alle drei Reiche der Natur und auf das Pflanzenreich inſonderheit. — — Zweiter Theil. Aus dem Franzoͤſiſchen. Nit Kupfern. Mit Churfuͤrſtl. Saͤchſiſcher Freiheit. ——— Leipzig, bei Friedrich Gotthold Jacobaͤer, 17875. Sca 8 8 Inhalt. — weite Abhandlung. Von derjenigen Gattung von Grasledern(Conferva. Conferve), die ſich in Gefaͤßen erzeugt, welche, mit Waſſer ange⸗ fuͤllt, an der Luft ſtehen, und von dem ſonderba⸗ ren Einfluſſe des Sonnenlichts auf ihre Entwi⸗ ckelung. S. 1 1, Geſchichte dieſer Entdeckung. ebend. 2. Beſchreibung und Geſchichte der Grasleder, von de⸗ nen jezt die Rede ſeyn wird. 3 3. Einige nothwendige Bedingungen bei Erzeugung die⸗ ſer Grasleder. 11 4. Vom Einfluſſe des Lichts auf die Erzeugung dieſer Grasleder und der reinen Luft, die ſie ausſtoſ⸗ ſen. 16 5. Naͤhere aus einigen Thatſachen hergeleitete Folgerun⸗ gen, als Beweiſe der in der vorhergehenden Abhand⸗ lung feſtgeſetzten Grundlehren. 24 Dritte Abhandluntg. Ueber die Bleichſucht, oder uͤber den Einfluß des Sonnenlichts auf die gruͤnen Blaͤtter der Pflanzen, ſie gruͤn zu faͤrben. 27 *. Geſchichte der Bemuͤhungen, die Bleichſucht zu er⸗ forſchen. 27 6 3. Vom — Inhalt. 2. Vom Einfluſſe der verſchiedenen Strahlen, aus denen das Sonnenlicht zuſammengeſetzt iſt, auf die darin vegetirenden Pflanzen. S. 29 3. Bereits entdekte Erſcheinungen der Bleichſucht. 39 4. Mikroſcopiſche Beobachtungen uͤber die bleichſuͤchtigen Pflanzen. 4² 5. Beobachtungen an lichſůcheie Pflanzen und Aus⸗ nahmen dabei. 45 6. Beobachtungen uͤber die Blumen einiger im Finſtern er⸗ zogener Pflanzen. 5² 7. Wirkungen der verſchiedenen Strahlen auf die Her⸗ vorbringung der Blumen. 54 8. Von Pflanzen, die unter glaͤſernen Beſchiirtn eingeſperrt ſind. 54 9. Traͤgt die Feuchtigkeit zur Bleichſucht bei? 55 10. Beſondre Erſcheinungen, die man an Pflanzen wahr⸗ nimt, die unter Glocken voller gemeiner Luft, dem Lichte und der Finſternis ausgeſetzt werden. 59 rr. Wichtige Erſcheinungen, die man an Pflanzen wahr⸗ nimt, welche unter Glocken, mit phlogiſtiſirter Luft gefuͤllt, der Luft und dem Lichte ausgeſetzt ſind. 61 12. Pflanzen in einer Atmosphaͤre von entzuͤndbarer Luft. . 69 13. Die Pflanzen verſchlucken Brennbares. 7 14. Wirkung der ſauern Salze auf die Blaͤtter, ſowohl von bleichſuͤchtigen, als geſunden Pflanzen. 75 15. Wir⸗ — d. 21. Inhalt. hlen, nat ſt, auf han 25. Wirkung der Laugenſalze auf die Blaͤtter bleichſuͤchti⸗ 8 ger und geſunder Pflanzen. S. 77 lechſucht 16. Tinktur aus bleichſuͤchtigen Blaͤttern. 77 ie blitſütin 17. Leſe engſütherze Blaͤtter, wenn ſie ahsis Lunzen und ze 18. Von der Gaͤhrung bleichſuͤchtiger Pflanzen. 80 19. Vom Geſchmacke und den Salzen eiheüchsſger dſtan zen. 1 ſer im Finſtene 20. Vergleichung zwiſchen der chemiſchen Zerlegung der en auf di gruͤnen mit jener der bleichſuͤchtigen Pflanzen. 82 1 21. Folgerungen, aus dieſen beiben Zerlegungen gezogen. . 84 hitren eingiſen 22. Von den luftartigen Daͤmpfen, die ſich bey der Zer⸗ v legung ſowohl bleichſuͤchtiger, als gruͤner Pflanzen t bei; j durchs Feuer entwickeln. 86 n Pfanzen rc 23. Verſchiedene Beobachtungen zu naͤherer Kenntnis der neiner kuſt denge, der ſowohl in den gruͤnen, als bleichſuͤch⸗ werden. j tigen Pflanzen vorhandenen Materie. 87 ſ 1 Pfanſen c 24. Von gruͤner, durch Kunſt hervorgebrachter Farbe. 90 hlogiſtiſärte. sgeſett ſid 25. Von den Urſachen des Verſchwindens der gruͤnen Jar⸗ 1G be an gruͤnen Pflanzen. 91 tzuͤndaneit Vierte Abhandlung. Von der Bleichſucht, oder 3 Betrachtungen uͤber die in der vorigen Abhand⸗ 3 lung aufgeſtellten Thatſachen. 97 Blätter, in ſanne d 1. Allgemeine Betrachtungen. 1 97 8 8 8 2 5 N 3 1 W. a Inhalt. 2. Vergleichung der Umſtaͤnde, die auf die gruͤnen ſowohl als bleichſuͤchtigen Pflanzen Einfluß aͤußern. S. 9o 3. Betrachtungen uͤber den Einfluß der verſchiedenen pris⸗ matiſchen Strahlen auf die Vegetation. 99 4. Auf welche Art wirkt das Licht im Faͤrben der Pflan⸗ zen. 1 102 3. Das Licht ſcheint auf die Pflanzen als ein phlogiſtifi⸗ render Koͤrper zu wirken, der ſich in dieſer Eigen⸗ ſchaft mit ihnen verbindet. 105 6. Welches iſt der Sitz der Bleichſucht in Pflanzen, die des Einfluſſes des Sonnenlichts beraubt ſind? 109 7. Vergleichung der reifenden Fruͤchte mit den bleichſuͤch⸗ tigen Blaͤttern. 114 3. Bleichſuͤchtige Pflanzen ſondern keine Luft ab. 117 9. Von den urſachen, welche die Farbe gruͤner Blaͤtter nicht aͤndern, ob ſie gleich, dem Anſchein nach, ſie aͤndern ſollten. 120 10,. Betrachtungen zur Bekraͤftigung der vorhergehenden Raiſonnements. 122 1I. Hypotheſe zu Erklaͤrung der gruͤnen Farbe der Blaͤtter und ihrer Bleichſucht im Finſtern. 124 12. Abgekuͤrzte Zerlegung des Berlinerblaues. 125 13, Unterſuchungen uͤber die gruͤne Farbe der Pflanzen, als ein Berlinerblau betrachtet. 127 Fuͤnfte deginne verſchiedene 1 etation.„ Färban derg „ n als ein phloii h in dieſer Eh in Pßonze, beraubt ſind mit den blätſth 1 Luſt ab. n he gruͤner Alit Anſchein noch a r vorhergehent M Zarbe dertn 4 laues. I te der gine m Fünin Inhalt. Fuͤnfte Abhandlung. Betrachtungen uͤber einige Bewegungen der Blaͤtter und der Blumenbläͤt⸗ ter.. S. 139 1. Allgemeine Betrachtungen. ebend. 2. Von den Bewegungen, die man an den Pflanzen be⸗ merkt, davon hier die Rede ſeyn wird. 140 3. Ueber den Paralleliſmus junger Zweige und Pflanzen⸗ blaͤtter mit dem Erdboden. 141 4. Ueber die Bewegung des Drehens der Pflanzen. 145 . Ueber das taͤgliche Oefaen verſchiedener Blumen, 148 5 6. Das Licht iſt zum taͤglichen Oefnen des Safrans und der Tulpen nicht unumgaͤnglich noͤthig. 149 7. Die Waͤrme beſtimmt das Oefnen der Safranblumen und Tulpen. ebend. 8. Eigene Umſtaͤnde bei dieſer Erſcheinung. 151 9. Folgerungen aus dieſen Thatſachen. 152 Sechſte Abhandlung. Ueber den Einfluß des Lichts auf die Veraͤnderung der Farbe der Hoͤl⸗ zer. n 1. Beſchreibung der bei dieſen Verſuchen gebrauchten Werkzeuge⸗ 155 2. Allgemeine Erſcheinung. 157 a 3 3. Iſt Inhalt. 3. Iſt das Licht allein die Urſache dieſer Veraͤnderung der Farben? S. 158 4. Von der Zeit, welche das Sonnenlicht braucht, die Farben verſchiedener Hoͤlzer zu veraͤndern. 160 5. Von der Intenſion der Veraͤnderung der Farben, wel⸗ che die Hoͤlzer an der Sonne erleiden. 163 6. Von beſondern Farbeveraͤnderungen einiger Hoͤlzer. 166 7. Werden junge Hoͤlzer vom Sonnenlichte weniger ver⸗ aͤndert, als alte. 167 8. Vom Einſluſſe des Sounenlichts auf die Hoͤlzer unter verſchiedenen Umſtaͤnden. 159 9. Von der Wirkung des durch verſchiedene durchſichtige Koͤrper durchfallenden Sonnenlichts, in Veraͤnde⸗ rung der Farbe der Hoͤlzer. 170 10. Von der Einwirkung des Sonnenlichts durch Kor⸗ per, welche undurchſichtig zu ſeyn ſcheinen, auf die Farbe der Hoͤlzer. 173 II. Von der Wirkung des, durch mehrere in verſchiede⸗ nen Entfernungen von einander angebrachten Glastafeln, durchfallenden Lichts auf die Hoͤlzer. 178 12. Beſondere Beobachtungen. 179 13. Wel⸗ 46. 7 ¹9, Wrrindem en icht braudt, aͤndern. b der Farben,N ¹ einiger Higt 19 hte wenigtr i 1 die hoher unn 6p ene durchſchte ts, in Verande n hts durch ſt heinen, auf T in verſchie angebrach uf die huhn I Inhalt. 13. Welches iſt der Theil des vegetabiliſchen Koͤrpers, der vom Lichte veraͤndert wird?— S. 180 14. Von der natuͤrlichen Beſchaffenheit des Theils an Pflanzen und an Hoͤlzern, der vom Lichte veraͤndert wird. 182 15. Thatſachen, zu Beſtaͤtigung des Vorhergehenden. 184 16. Beobachtungen uͤber den Einfluß des Waſſers, des Weingeiſts und des Lichts, in Veraͤnderung des harzigen Theils der Pflanzen ſowohl, als auch des⸗ jenigen, deſſen Farbe vom Sonnenlichte veraͤndert wird.— 1985 17. Aus dieſen Beobachtungen gefolgerte Hypotheſen. 187 18. Genaue aus den vorhergehenden Betrachtungen her⸗ geleitete Folgerungen, die Zerſtoͤrung der dem Lich⸗ te blosgeſtellten Hoͤlzer betreffend. 189 19. Farbe und innere Beſchaffenheit der Hoͤlzer ſcheinen die Einwirkung des Lichts auf ſie zu beſtimmen. 190 20. Betrachtungen uͤber die Dauerhaftigkeit der Hölzer in Anſehung ihrer Farbe und der Einwirkung des Lichts auf dieſelben. 192 21. Betrachtungen uͤber die faulen Hoͤlzer und uͤber das Mark. 192 22. Von der Wirkung der Saͤuren auf die Hoͤlzer. 193 23. Be⸗ Inhalt. 23. Betrachtungen in Beziehung auf die Kuͤnſte. S. 195 Zuſaͤtze.. Erſter Zuſatz; oder Betrachtungen uͤber Hrn. Prieſt⸗ ley's neue Beobachtungen uͤber die Grasleder. 199 Zweiter Zuſatz; oder Schluͤſſe, aus einer Menge neuer vom Hrn. Prieſtley gemachter Beobachtungen ge⸗ folgert, wodurch meine im erſten und dieſem zwei⸗ ten Theile des gegenwaͤrtigen Werks entwickelten Ideen Beſtaͤtigung erhalten. 200 Dritter Zuſatz; oder Verſuch der Unterſuchungen uͤber den Einfluß des Lichts auf die Verzoͤgerung der Gaͤhrung. 203 Vierter Zuſatz; Namen einiger Pflanzen, deren Blaͤt⸗ ter, oder Stengel, oder Blumenkelche ſich blau oder blaͤulichviolet faͤrben; nebſt einer Hauptbeobachtung aͤber die Veraͤnderung der Farbe des Harzes aus dem Franzoſenholze in Blau. 210 Zweiter 4 wddie mei waliodd iner 5 „ 9 b—— Käͤnſt. 3 in in ſi Zweite Abhandlung. e Grasſede net Nangen Von derjenigen Gattung von Grasledern zobactungn,(Conferva. Conferve), die ſich in Gefaͤßen er⸗ und dieſem e zeugt, welche, mit Waſſer angefuͤllt, an der Luft zerks entwittt ſtehen und von dem ſonderbaren Einfluſſe des 4 Sonnenlichts auf ihre Entwicke⸗ terſuchungenü lung*). Verzögerung 1 — 9 kin untt 1. Geſchichte dieſer Entdeckung. ſche ſich hlaut err Prieſtley, deſſen Name in der Geſchichte des dauptbeobothun Fortgangs der Naturkunde gluͤckliche Epoke des hatßsu macht, dieſer vortreffliche Natur ſor ſcher, der in 1 die dunkelſten Theile der Naturlehre eindrang, 4 und die pneumatiſche Chemie ſchuf, gedenkt in ſeinen 1779 in England erſchienenen Experiments and Obſer- vations on various branches of natural phiofophy*+*) einer neuen Thatſache, die meine Neugier erregte. Er ſagt zu viel davon, um mich in Zweifel zu laſſen, aber doch nicht genug, um mein Verlangen nach einer naͤhe⸗ ren *) Ein Stuͤck von dieſer Abhandlung iſt in den Monat Maͤrz des Journal de Phyſiqus vom Jahre 1781 eingeruͤckt; ob es gleich ſchon im Auguſt 1780 eingeſendet war. **) Davon eine deutſche Ueberſetzung unter dem Titel: Prieſt⸗ ley's Verſuche und Beobachtungen uͤber verſchiedne Theile der Naturlehre, in Leipzig 1780 ans Licht getreten iſt. 1,99, Ueberſ. Jre Sennebier a. Th. ————ͤ—äööͤͤͤͤͤſͤſͤſͤſͤöͤſͤſſn 2 Zweite Abhandlung. ren Kennkniß derſelben zu befriedigen. leberdies hatte dieſe Thatſache mit meinen Unterſuchungen uͤber das Licht und deſſen Einfluß auf das Pflanzenreich ſo viel Analogie, daß ſch nicht ſaͤumte, mich ihrer zu bemaͤchtigen, und freilich nur ganz von weiten, den Fußtapfen eines ſo großen Lehrers, als dieſer beruͤhmte engliſche Naturſor⸗ ſcher iſt, zu folgen. Folgendes ſind die Hauptreſultate der Beobachtun⸗ gen des gedachten Gelehrten, die man in ſeinem vorer⸗ waͤhnten Buche(S. 259. u. f. der deutſchen Ueberſetzung) findet. Er erzaͤhlt, er habe beobachtet, daß aus Waſſer, welches in Gefaͤßen geſtanden, die mit der von ihm ſo⸗ genannten gruͤnen Materie uͤberzogen waren, dephlo⸗ giſtiſirte Luft herausgetreten ſei, davon ein Maaß mit zwei Maaß Salpeterluſt gemiſcht, auf vier Fuͤnftheil eines ſolchen Maaßes vermindert worden, dieſe Luftart ſei vorzuͤglich dann aus dieſem Waſſer, das in denen mit der gruͤnen Materie uͤberzogenen Gefaͤßen ſtand, heraus⸗ getreten, wenn ſie in der Sonne geſtanden; Regen⸗ und Flußwaſſer erzeugten dieſe gruͤne Materie nicht, ſondern dieſes Vermoͤgen ſei blos dem Brunnenwaſſer eigen; Waſſer, mit firer Luft geſchwaͤngert, befoͤrdere die Erzeu⸗ gung; dieſe gruͤne Materie, ſagt er ferner, ſinde ſich in verſchloſſenen und mit Waſſer angefuͤllten Geſaͤßen, bloße Hitze ſei vermoͤgend ſie zu erzeugen und Luft aus ihr herauszutreiben, ſie ſei weder ein pflanzenartiger, noch thieriſcher Koͤrper, ſondern ein Ens ſui generis, und es ſei doch wahrſcheinlich, daß das Sonnenlicht auf ihre Erzeugung Einfluß habe, und endlich, erzeuge ſich ge⸗ dachte Materie ſpaͤter, wenn das Waſſer tief iſt. Im zweiten Theile dieſes Abſchnitts, fuͤgt er noch hinzu, er zweiſte, daß dieſe gruͤne Materie das Organ ſei, wel⸗ ches die heraustretende Luft hervorbringe, ferner, dieſe zuft ſteige nur dann aus dem Waſſer empor, wann ſol⸗ ches cſs nicht Warm dn3 gen; Re⸗ 1 ſänen wie ſe Netul undd ihrer alles der rrlſſ mich, lerij mehret lebende fet een u ber dg di ) ſo vilAnaeg emächte tige, n ißtopſen eines Gliſche Naure der Beobaghir in ſeinem ven hen Ueberſezan daß aus V dſe der von ihn wartn, d nh eudh n, dise ftar fr das in denen n ſtand, haral⸗ en; Regen'un enicht, ſonden nwa nſſe digan dere die Etn erner, 8 lllten Geſäße nd luft ausi enartiger, 1 enelib. 1 d6 nlicht auf he erzeuge ſch 17 tief it. N Aid bin Organ ſſd, ne r / fe ner, d wa and ſ o del, ce Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 3 ches ſich unter einem beſondern Umſtande, den er aber nicht anfuͤhrt, beſindet, und endlich, kein Grad ven Waͤrme erſetze die Stelle der Sonne, um das Waſſer in den Zuſtand zu verſetzen, dephlogiſtiſche Luft h rvorzubrin⸗ gen; aber die Waͤrme ſei hinreichend, wenn das Waſſer der Sonne ausgeſetzt worden. Dies ſind die Schluͤſſe, die Herr Prieſtley aus ſeinen Verſuchen folgert. Sie moͤgen beſchaffen ſeyn, wie ſie wollen, ſo verrathen ſie den großen Kopf, der die Naturlehre mit ſo vielen neuen Warheiten bereicherte, und den Naturſorſchern ſo viele Gegenſtaͤnde zur Uebung ihrer Thaͤtigkeit darſtellte. Ich werde mich wohl huͤten, alles, was gedachter Gelehrter uͤber dieſen Gegenſtand, der mich beſchaͤftigt, bekannt gemacht hat, kritiſch zu pruͤfen. Er leuchtet mir auf meiner Bahn, und fuͤhrt mich auf derſelben bei der Hand. Ich werde aber offen⸗ herzig alles, was ich mit Zuverlaͤßigkeit beobachtet, und mehrere Andre habe beobachten laſſen, erzaͤhlen. Anfangs werde ich 1) die Beſchreibung dieſer gruͤ⸗ nen Materie liefern. 2) Werde ich einige Beobachtungen beifuͤgen, die auf einige Bedingungen, welche, wenn gedachte Materie zum Vorſchein kommen ſoll, erforderlich ſud⸗ Beziehung haben. Endlich werde ich 3) Beweiſe aufſtellen, die mir den Einfluß des Lichts auf Erzeugung dieſer gruͤnen Materie und auf Entwickelung der dephlogiſtiſirten Luft, die von gedachter Materie hervorgebracht wird, darzuthun ſcheinen. 2) Beſchreibung und Geſchichte der Grasleder, von denen jetzt die Rede ſeyn wird. Anfaͤnglich glaubte ich, dieſe gri uͤne Materie waͤre eine Art von Waſſerpflanze aus dem Geſchlecht der gallert⸗ A 2 artigen ———————QO—-——ü 4 Zweite Abhandlung. artigen Grasleder; nachher ſchien ſie mir, ſo wie Herrn Forſter, eigentlich das Traubenſtaubaftermoos des Linne“ (Byſſus botrijoides Linn.) zu ſeyn; nach genauerer Un⸗ terſuchung aber erkannte ich ſie endlich fuͤr Conferva ceſpi- toſa filis rectis undique diuergentibus Halleri, No. 2114. *) die Linne nicht beſchrieben hat. Folgendes ſind ei⸗ nige Zuͤge aus der Geſchichte dieſer Pflanze. Ich habe beſtaͤndig wahrgenommen, daß ſie in glaͤſernen cylindriſchen Gefäͤßen, die man ſieben bis acht Zoll hoch mit Waſſer anfuͤllt, und dann der unmittelba⸗ ren Einwirkung der Sonne ausſetzt, zuerſt gegen den Boden zum Vorſchein kommt und ſich da unaufhoͤrlich mehrt. Von da breitet ſie ſich hernach gegen die Seiten des Gefaͤßes aus und uͤberzieht ſie, doch bleibt ſie gegen den Boden des Gefaͤßes zu, immer am dichtſten, und wird, je weiter ſie ſich vom Boden entfernt und aufwaͤrts aus⸗ breitet, immer duͤnner. Auf ſolche Art habe ich dieſe Pflanze binnen zwey Monaten bis zu einer Hoͤhe von ohngefaͤhr 22½ Zoll vom Boden emporwachſen ſehen, doch iſt ſie an den hoͤchſten Stellen, die ſie erreicht, ſehr durchſichtig; dagegen der Ueberzug, den ſie macht, immer dichter und dicker wird, je naͤher er dem Boden des Geſchirres koͤmmt. In flachen Geſchirren, als wie Unterſetzſchaalen, uͤberzieht dieſes Vegetabile die ganze Oberflaͤche, aber doch nicht weiter, als das Waſſer geht, das darinn iſt. Er⸗ haͤlt man dieſes beſtaͤndig in der naͤmlichen Hoͤhe, ſo kommen auch die Grasleder nicht hoͤher zum Vorſchein, als etwa zwey bis drey Linien uͤber der beſtaͤndigen Ober⸗ aͤche des Waſſers. f Beim *) In der Recenſion dieſes Werks des Herrn Sennebier in den Goͤtt gel. Anzeigen 1783. 5 St. wird erinnert, daß ob⸗ gedachte Pflanze von ihrer botaniſchen Seite unter 2089(gez wiß nicht 214) vom Herrn von Zaller Leeſeheeben worden. eberſ. Erſce geto halt man, ſam e ſch, in der ſchig teſt de undw Gtas Gall El Klunn dieklei die ke den ſi und al rauheſe hen ſtauſt ein grün Dich Farbe de kaͤ welche auch, nimm dder w de R. nir, ſo wie di emoos desllin ic genouertt! r Conferaa ea- aller, No,20 Jolgendes ſin anze. men, daß ſte an ſiebtn bis n der unmitte zuerſt gegen! h da unauſhin gegen die Ein eibt ſie gegen kſten, und wid id aufwaͤrts ee fanze binnen m fähr 21 Zäl w an den hotſi pig; dagegn und dickt wi oͤmmt. Unterſetſche erflache, oberdh darimn iſt. b ſchen Hihe, zum Varſi eſtändigen oy Bm zertn Sennebit id erinnert, dft heite unter 7049 0 eſchrieben wotden⸗ eberſe Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsc. 5 Beim Beobachten dieſer und verſchiedener andrer Erſcheinungen, die ich beſchreiben werde, muß man Sor⸗ ge tragen, daß man das Waſſer in der groͤßten Ruhe er⸗ halte, und die Natur dieſes Vegetabils nicht ſtoͤre, wenn man, um das verdunſtete Waſſer zu erſetzen, unbehut⸗ ſam neues nachgießt. Beobachtet man aber dieſe Vor⸗ ſicht, ſo wird man wahrnehmen, daß das Waſſer, wor⸗ in dergleichen Grasleder wachſen, immer ſeine Durch⸗ ſichtigkeit und Reinheit behaͤlt, wie man ſich hiervon mit⸗ telſt der Loupe und ſogar ſtarker Linſen uͤberzeugen kann, und wie man dies auch in Waſſern, worin die groͤßern Grasleder wachſen, gewahr wird. Dieſe Pflanze entſteht und vegetirt, wie die andern Gallerten(Tremiella Linn. La Tremelle) im Waſſer. Sie ſetzt ſich in ihrer natuͤrlichen Lage gern in kleinen Klumpen an die Waͤnde der Gefaͤße an, und zwar auf die kleinern Erhoͤhungen, die ſie da vorſindet, oder auch auf die kleinen Koͤrperchen, die etwa auf dem Boden vorhan⸗ den ſind. Rauheve Oberflaͤchen liebt ſie am meiſten, und auf ſolchen ſcheint ſie beſtaͤndig wiederum die aller⸗ rauheſten Stellen am erſten zu uͤberziehen. Dieſe Flecken ſind bei ihrer Entſtehung ungemein klein. Es ſind nur Punkte, die man blos mittelſt der ſtarkſten Linſe entdecken kann. Aber allmaͤhlig breitet ſich ein ſolcher Punkt aus und bildet einen beinahe runden und gruͤnen Flecken. Solche Flecken ſind von einer gewiſſen Dicke, und ihr Mittelpunkt hat eine ſehr dunkelgruͤne Farbe, die aber immer lichter wird, je naͤher ſie dem Ran⸗ de koͤmmt, bis ſie endlich da ganz ins Weiſſe uͤbergeht, welches man durch eine ſtarke Loupe ſehen kann, und auch an andern Pflanzen von dieſer Gattung ſo wahr⸗ nimmt. Indem nun dieſe Flecken ſich einander mehr oder weniger naͤhern, bilden ſie den gruͤnen Ueberzug, der die Oerter, wo dieſe Pflanzen wachſen, bedeckt. A 3 Dieſes ————— ———— — 1 5 d B *— 6 gweite Abhandlung. Dieſes Vegetabile laͤßt ſich nicht fuͤhlen(impalpa- ble) und wird wenn man es zwiſchen den Fingern druͤckt, zu einer gruͤnen ins Gelbe fallenden Gallerte, die ſich im Waſſer in kleine dem Auge unſichtbare, Koͤrperchen auf⸗ zuloͤſen ſcheint, davon aber doch das Waſſer, ſo lange ſie darinn ſchwimmen, eine gruͤne Farbe bekoͤmmt. Dieſe Koͤrperchen aber ſetzen ſich bald wieder auf dem Boden des Waſſers oder an den Seiten des Geſchirr⸗ zuſam⸗ men, und dann erhaͤlt das Waſſer ſeine Durchſichtigkeit wieder. Sie ſcheimmen nie im Waſſer herum, als wenn man es ſchuͤttelt. Gleiche Erſcheinungen nimmt man an vielen gallertartigen Grasledern wahr. An die Luft, außer dem Waſſer, geſtellt, vertrocknet dieſes Vegetabile ſehr geſchwind, und verwandelt ſich in eine gelbliche ſchwammartige Subſtanz. Unterſucht man es mittelſt des Vergroͤßerungsgla⸗ ſes, ſo ſcheint es, daß Jeder von den vorgedachten gruͤ⸗ nen Flecken ein aus ſehr zarten Faſern beſtehendes Ge⸗ webe ſei, und daß dieſe Faſern in ihrem Zuſammen⸗ hange eine Art von Warte(Ouate) bilden. Sie ſind uͤbrigens blos mit ihrem unterſten Ende in einanden ge⸗ floch en, das oberſte aber iſt in den Maſchen des Gewe⸗ bes nicht befeſtigt, ſondern man ſieht es im Waſſer ſich hin und her bewegen, wenn man das Waſſer, worin die Pflanze ſich entwickelt, berumſchuͤttelt. Dieſe Faſern ſchienen mir eine elipſoidiſche Geſtalt zu haben, das heißt, betrachtet man ſie als Roͤhren, ſo ſtellen ihre aͤußerſten Enden den Durchſchnitt einer Elipſe von ziemlich unglei⸗ chen Aren und ziemlich ſtark abgeſchnittener Grundlinie vor. Die Farbe dieſer Faſern iſt gruͤn, aber von ganz blaſſer Schattirung, weil ſie ziemlich durchſichtig ſind. Jede derſelben ſcheint aus kietnen, einander bepuhrenden, Köornchen zuſammengeſetzt zu ſeyn, welches folglich Orga⸗ niſation — ₰ 2* riſaie Kärnch Bäan haben —y htſwe⸗ felunte d 8 Füßi in den terſch Ende ſond, der mit: de ſi kt, ſ turg d che, d und die deryndg um die mn den W vom. ſeiin, ſch der in Geſc dermut in Geſt ſern R jeugun Sichd Beenn Entwic fuͤhlen 2 2 Rbrp p, h„ rperchen. Gaſſer, ſo larn, befömm. d weuf dem A Geſbirs z n Durchſcchn rherum aber ngen nimnt r. eſtellt, verte derwandelt ſc dergröͤßerunghe vorgedachten beſtehende prem Zuſamm ülden. Sieſt e in einander aſchen des Gm Him Waſer gſſer, worn Dieſe gil aben, das ſ ihre äufent giemlich un tener Geundhe aber bon g durchſchig ſe der berührendd, lalic rh fagc N Iiſanan —— ☛ 3 1 unpal don 6 Fingern di allerte, de ſe Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 7 niſation anzeigt. Es iſt moͤglich, daß dieſe ſcheinbaren Koörnchen Blaͤschen ſind, ſo wie jene im Zellgewebe der Biaͤtter, doch habe ich dies nicht beobachten koͤnnen, ſie Zaben wir ſogar ziemlich feſt zu ſeyn geſchienen. Jede dieſer Faſern erſcheint als eine Roͤhre oder vielmehr als eine Keite von Luftbläͤschen, die ohne Zwei⸗ fel untereinander zuſammenhaͤngen, ſo wie die Blaͤschen des Zellgewebes. Man nimmt darin eine ſehr feine Fluͤßigkeit wahr, beſonders laͤßt ſich dieſe Organiſation in den gallertartigen Grasledern, welche groͤßer ſind, un⸗ terſcheiden. Man kann ſogar die kuſt aus dem untern Ende dieſer Roͤhren oder Faſern, wenn ſie zerbrochen ſind, herausfahren ſehen, wenn man ſie unter Waſſer in der Sonne beobachtet; durch eine recht ſtarke Linſe und mit dieler Aufmerkſamkeit wuͤrde man ſogar die Blaſe, die ſich bis zur Oefnung, welche ihr den Ausgang verſtat⸗ tet, fortbewegt, verſolgen, und alsdenn ſich an Beobach⸗ tung des Wiederzuſammenfließens dieſer kleinen Blaͤs⸗ chen, das oͤfters an dem oberſten Ende der Faſer vorgeht, und die groͤßer gewordene Blaſe ſich loszureiſſen zwingt, vergnuͤgen koͤnnen. Dieſe Blaͤschen nimt man beſonders um die kleinen gruͤnen Klumpen herum, aber noch mehr an den kleinſten Faͤſerchen wahr. Dieſe Faſern oder Haͤlmchen, deren oberes Ende vom Gewebe los iſt, laſſen ſich leicht trennen, wenn man ſie im Waſſer bewegt, und dies iſt auch die Art, wie ſie ich vermehren. Da aber dieſe Pflanze ſehr geſchwind in Gefaͤßen zum Vorſchein koͤmmt, wo man gar keine vermuthet; ſo wuͤrde ſich doch daraus, daß dieſe Pflanze in Gefaͤßen mit Waſſer, worein man etliche ſolche Fa⸗ ſern gethan, zum Vorſchein koͤmmt, nicht auf ihre Er⸗ zeugung aus ſolchen Faſern der Schluß machen laſſen. Sich davon zu vergewiſſern, muß man die Faſer in die Brennweite einer recht ſtarken Loupe bringen und ihre Entwickelungen verſolgen, um gewiß zu werden, daß ſich A 4 eber 8 gZgweeite Abhandlung. eben da der gruͤne Ueberzug, der das Gefaͤß uͤberkleiden ſoll, anzuzetteln anfaͤngt. Dieſe Pflanzen haben keine Wurzeln, und naͤhren ſich, indem ſie das Waſſer und die darin vorhandene Luft durch ihre Oberflaͤche einſaugen. Da ſie auch weder Stengel noch Blumen zu haben, noch Fruͤchte zu tragen ſcheinen, ſo folgt hieraus, daß ſie ſich durch Ableger (bouture) fortpflanzen muͤſſen, wie der Abt Corti dies von den Gallerten(Tremella) dargethan hat. Die Leich⸗ tigkeit, mit der die Faſern bei einer geringen Bewe⸗ gung des Waſſers zerbrechen, beweiſt das, was die Be⸗ obachtung zeigt, daß naͤmlich dieſe Gewaͤchſe gebildet ſind, ſich auf ſolche Art zu vervielfaͤltigen, und daß bei dieſem Grasleder, ſo wie bei den Gallerten, die erzeugen⸗ den Faſern ſich ohne Zweifel ſelbſt abloͤſen, wenn ſie ſich in denen zu Vermehrung ihrer Gattung ſchiklichen Um⸗ ſtaͤnden befinden; ſo ſehr weiß die Vorſicht ihre Mittel zur Reproduktion zu vervielfachen. Dieſe Gewaͤchſe moͤchten ſich im Pflanzenreiche fuͤr das halten laſſen, was die Polypen im Thierreiche ſind. Mir hats geſchienen, daß Waſſer, worin verſchie⸗ dene Materien in Gaͤhrung zu aehen angefangen, dieſen Grasledern nicht zuwider ſei. Ich legte ein Blatt vom Tauſendſchoͤn(Amaranthus, D'Amarante) unter eine zu⸗ gedekte Glocke, das Waſſer bekam davon eine rothe Far⸗ be und auch einen ziemlich heftigen Geruch, gleichwohl waren die an die Glocke anliegenden Stellen mit ſolchem Grasleder uͤberzogen, unter der Glocke ſelbſt war aber gar keins, weil ich ſie beſtaͤndig zugedekt gehalten hatte; hin⸗ gegen unter einer andern ebenfalls mit Waſſer angefuͤllten, Glocke kamen Grasleder nicht ſo geſchwind zum Vorſchein; woraus leicht der Schluß zu machen, daß verdorbenes Waſſer die Entwickelung dieſes Gewaͤchſes beguͤnſtigt. Die D woſſet mlae b fundn. J ſernd dn ſie dr wit ſchein, ſenſelſ Fral unter Ohme nes Metal traͤgli nur da lſfn, tingen; geQum bad ge Drennb met de bürtm decn den o außen breiten tiren. Glc ſehr Freide Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 9 Die Grasleder kommen auch im Regen⸗ und Thau⸗ waſſer zum Vorſchein, und Boerhaave erzaͤhlt(Che- ſiß üten En, indr miae Proceſſus I.) daß er ſie im deſtillirten Waſſer ge⸗ hahan dorhanden funden. wſie auch w 1 nihut 3 Ich habe ſie auch auf Eiſenfeilſpaͤnen, die unter Waſ⸗ den 9 ſer an der Sonne ſtanden, wachſen ſehen, und zwar wur⸗ ArC den ſie groͤßer, als in reinem Waſſer wachſende: unter 1d der mit Waſſer angefuͤllten Glocke kamen keine zum Vor⸗ har. Di ſchein, obgleich der Rand der Glocke mit eben ſolchen Ei— geingen de ſenfeilſpaͤnen bedeckt war, wie unter der Glocke waren. 5, wos ded Freilich roſteten die außerhalb der Glocke bald, und jene wwächſe geit unter der Glocke verſperrten, behielten ihre Schwaͤrze. „ und daß Ohne Zweiſel dient im erſten Falle das geroſtete und ſei⸗ die eran nes Brennbaren,— welches davon geht,— beraubte n, wenn ſeſ Metall den Grasledern zu einem Boden, der ihnen vor⸗ ſchiklichen la traͤglich ſeyn kann. Da die eingeſperrten Eiſenfeilſpaͤne ſht ihre Mn nur dann etwas von ihrem Brennbaren koͤnnen fahren Dieſe Gewite laſſin, wenn es ſich mit der im Waſſer vorhandenen ge⸗ ten laſſen, u ringen Quantitaͤt Luft verbindet und mit dieſer eine gerin⸗ ge Quantitaͤt fixe Luft erzeugt, die Luft im Waſſer aber bald geſaͤttigt iſt; ſo kann aus den Eiſenfeilſpäͤnen kein worin verſt Brennbares weiter heraustreten,— weil ſich davon nichts fangen, dii mehr damit verbinden kann,— und die Eiſenfeilſpaͤne ein Blatt behalten ihren Metallglanz, der in ſolchem Zuſtande fuͤr unter eitey die Grasleder keinen ihrer Entwickelung guͤnſtigen Bo⸗ eine rothegy den abgeben kann. Dieſe Gewaͤchſe konnten ſich aus dem h, gleic aͤußern Theil der Glocke nicht in den innern Raum aus⸗ en mit ſitn breiten, wenigſtens nicht, um ſichtbar darin zu vege⸗ dwar aberg tiren. en hatte, h A... ſer angefülln uf Erde, die unter denen mit Waſſer angefuͤllten un Vrſthr Glocken verſperrt war, entwickelten ſich dieſe Grasleder f veroyrtune ſehr geſchwind, aber wenig und gar nicht auf geſtoßener beginiin Kreide. d' A 5 Dieſes ————y—y——— 10 Zweite Abhandlung. Dieſes Grasleder geht, wie alle andre Gewaͤchſe, wenn es abſtirbt, oder man ihm den unmittelbaren Ein⸗ fluß des lichts entzieht, aus dem Gruͤnen ins Gelbe uͤber. Iſt es aber blos bleichſuͤchtig, ſo nimt es ſeine grune Far⸗ be wieder an, wenn man es ans licht ſetzt, wie Herr Prieſtley beobachtet hat. Weingeiſt auf dieſe Grasleder gegoſſen, faͤrbt ſie ſchwach gruͤn, loͤſt alſo die dem Sewächſe weſentlichen Harzihelle auf, und die ſe gruͤnen Harze theile ſind es eben, velche das vegetirende Zellgewebe d eWlaͤtter, oder der Ninde, welche— wie ich in der erſten⸗ Abhandlung zeigte, — die Quelle der von nur gedachten Pflanzentheilen aus⸗ geſtoßenen Luft iſt, kurakeriſäee ledern aus den vo in ten Bis aschen oder Koͤrperchen zu beſtehen, denn wenn dieſe Gewaͤchſe eingehen, ſo ver⸗ ſchwindet die gruͤne Farb be und man nimt nichts als ei⸗ nige iſehie 3 Blaͤschen wahr. Sind dieſe Grasleder vertrocknet, und man ſeuch⸗ tet ſie Hieden an. ſo entdeckt man auch die Spuren des Zellgewebes bald wieder. Es laͤßt ſich alſo, wie mirs jezt ſcheint, mit Zuver⸗ laͤßigkeit der Schluß folgern, daß dieſe gruͤne Marerie kein ens ſui generis, wie ſie Herr Prieſtley nennt, ſei, ſondern eine Pflanze, und zwar eine unter der Benennung beſtimmte, Conferua ceſpitoſa filis rectis vndique diuer- gentibus Halleri N. 2114. Dieſe m eikroſkopiſchen Wieſen ſind auch mit ihren Herden bevoͤlkert, denn ich habe Gelegenheit gehabt, ei⸗ nige Thierchen auf ihnen wahrzaneh dmen, die darauf ihre Weide zu finden ſcheinen. Ihre naͤhere Unterſuchung habe ich freilich nicht verfolgt, weil ſie nicht mit zu dem mir vorgeſte ekten Ziele gehoͤrten; ich glaubte aber doch, es ſei Pflicht Endlich ſcheint das gruͤne Zellgewebe in dieſen Gras⸗ or 29 — —. (hige ain iſt v dae 6 der N ckelan 6 ce zeh. re Anſe geht on ſer kanr iigkeit! Es mut vdim Aid vie Kaſe ſing ſtlle ſen ku noch wicke und ſ in wo wenig tend ei um I Vem Einfluße des Sonnenlichts ꝛc. 11 andte Gidig nitetets. Pflicht des Geſchichtſchreibers einer Pflanze, eine ſolche insGhein Thatſache nicht mit Stillſchweigen zu ubergehen. ſeine grüne⸗ ſett, we 3. Einige nothwendige Bedingungen bei Erzeu⸗ gung dieſer Grasleder. goſſen, ſtt — b 3 Das Grasleder, aus deſſen Geſchichte ich hier eben ſſe weſontliche if 88 einige Zuͤge geliefert, Henn: nie anders zum Vorſchein, dängr, drd Sn Gefaßen⸗ worin Waſſer iſt, und die an der freien uandung Luft und Licht ſtehen„Dieſes Gewächs ſleht mit dieſen eet hu drei Grundſtoffen in ſo genauem Zuſammenhange, daß ujenipenenn der Mangel des einen ſchon hinreichend iſt, ihre Entwi⸗ kelung zu verhindern. ein dieſen Gi oder Korpac ingehen, ow nt nichts as Wie ich bereits geſagt, iſt das Waſſer der natuͤr⸗ liche Wohnort dieſes Gewaͤchſes, ſo wie aller Waſſerpflan⸗ zen. Iſt ihm dieſes entzogen, ſo bekoͤmmt es das auße⸗ re Anſehen aller Gewaͤchſe, die abſterben; ſeine Farbe geht aus dem Gruͤnen ins Bleichgelbe uͤber. Ohne Waſ⸗ und mar(at ſer kann es gar nicht entſtehen. Selbſt die groͤßte Feuch⸗ die Spuen d tigkeit reicht nicht hin, ſeine Entſtehung zu befoͤrdern. Es muß vielmehr gaͤnzlich vom Waſſer uͤberfloſſen ſeyn 1. und immer in dieſem Zuſtande verbleiben. Unſere ziem⸗ t, mit Jui lich viel Selenit bei ſich fuͤhrende Quellwaſſer und die ͤne Natn„Waſſer aus unſern Fluſſen ſcheinen auf gleiche Weiſe die⸗ ley nenn, ſem Gewaͤchſe dienlich zu ſeyn. Mit gekochtem und de⸗ eer Benannuh ſtillirtem Waſſer aber verhaͤlt ſichs nicht ſo, denn in die⸗ nciqus cir ſen koͤmmt dieſes Grasleder ſehr ſchlecht fort, und es iſt noch ſehr zweiſelhaft, ob es ſich in ſolchen Waſſeen ent⸗ wickeln koͤnne, wenn ſie ihrer fixen Luft beraubt worden, 14 Jhet ie lh 3. uch mith und ſie ſolche nicht wieder in ſich nehmen koͤnnen, wie dies 3 ſ 4 bt, 4. 6 ätgees in wohl verpfropften und verkuͤtteten Flaſchen geſchieht, ninn wenigſtens habe ich dieſes Grasleder in Flaſchen, waͤh⸗ lihen rend eines Jahres, mit ſolchen Waſſern angefuͤllt, nicht mit zudem it — zum Vorſchein kommen ſehen, dagegen aber in aͤhnlichen er deh, uſ 3 Pfic 75 Flaſchen, —————————— 1 32. Zweite Abhandlung. Flaſchen, die mit gemeinem Waſſer gefuͤllt und wohl ver⸗ ſtopft waren, nach Verlauf von fuͤnf bis ſechs Wochen. Soll dieſes Grasleder recht lebhaft vegetiren, ſo muß die gemeine Luft das Waſſer unmittelbar beruͤhren koͤn⸗ nen und dieſe Luft ſich beſtaͤndig erneuern laſſen. Ich habe bemerkt, daß in einem wohiverſchloſſenen Gefaͤße einige Luſtblaſen zur muntern Erzeugung dieſes Gewaͤch⸗ ſes nicht hinreichend waren. Ich habe Flaſchen von weiſ⸗ ſem und duͤnnem Glaſe mit Waſſer gefuͤllt, einige Luft⸗ blaſen darinnen gelaſſen und mit einem Korke verſtopft, es vergiengen aber ſechs Wochen, ehe ein ſchwaches Ge⸗ webe von dieſem Grasleder zum Vorſchein kam, auch war es, anſtatt eine ſchoͤne gruͤne Farbe zu haben, gelb⸗ lich. Ohne Zweifel war mit der aͤußern Luft einige Ge⸗ meinſchaft, denn nachdem ich dieſe Gemeinſchaft, ohne ſie ganz aufzuheben, erſchwert hatte, ſo zeigte ſich weiter keine Spur von Grasleder. In einer mit Waſſer angefuͤllten Phiole, an die ich eine lange gebogene und ofne Roͤhre gekuͤttet hatte, kam binnen drei Monaten kein Grasleder zum Vorſchein, wiewohl ſie ſich immer in den naͤmlichen Umſtaͤnden befand, wie die Gefaͤße, in denen ſich dieſes Gewaͤchs am haͤufigſten erzeugte, und worin bei warmen Wetter ſchon nach Verlauf von zwey bis drey Tagen Fa⸗ ſern zu ſehen waren. Entwickeln ſich nun gleich dieſe Grasleder nicht leicht in Gefaͤßen, zu denen der aͤußern luft der Zutritt verſperrt oder doch ſehr erſchwert iſt; ſo dauern ſie gleichwohl in Gefaͤßen aus, in denen der Luft die Cirkulation erſchwert iſt, doch vegetiren ſie langſam darinnen; ſogar habe ich welche in Gefaͤßen fortleben ſe⸗ hen, wo die Cirkulation der Luft gaͤnzlich geſperrt war, welches natuͤrlich auf die Vermuthung bringt, es muͤſſe die Luft die Saamenkoͤrnchen dieſer Pflanzen ins Waſſer fuͤhren, und dieſe ſich darin, ſo wie der Schimmel, ent⸗ wickeln, ſo bald ſie einen thnen zutraͤglichen Boden an⸗ treffen. Aber d A. nen mit zum d Tr 35 tb Annit ſi, vls Nehhne Wegetti grefft, mittelſt ſad d de ut finden, duſte kann, vickeln ſich un Qele: ſant des liren an korion d den Geſt ſuche g ſchnide Vid un baren je hd ltund nih w ſechs Dace, egetiten, ong t brihem en loſtn. a loſſenen Giit dieſes Gemi laſchen von we lt, einige o Kare derſtr ſchwaches G ein kam, au zu haben, g Luſt einige ſchaft, hne ich weiter ki ſer angeſülh und ofne Ai kein Grasli den naͤmlich nen ſich dis in bei warmit rey dagn geich d en der äuhn chwert iſe denen dri ſe langſe fortleben geſpennin gt, es müſe n ins M himm, en Bon Por Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 13 Aber woher ruͤhrt es, daß dieſe Pflanzen unter mei⸗ nen mit Waſſer gefuͤllten und damit geſperrten Glocken zum Vorſchein kommen? Warum vegetiren ſie denn dar⸗ unter ſo ſehr gut? Sie ſind ja doch des unmittelbaren Zutritts der Luft beraubt. Hier erinnere man ſich deſ⸗ ſen, was ich in der vorhergehenden Abhandlung von der Nothwendigkeit der im Waſſer aufgeloͤſten firen Luft zur Vegetation der Pflanzen geſagt, ſo wird man bald be⸗ greifen, daß in Gefaͤßen, die mit Waſſer voll gefuͤllt und mittelſt eines wohleingekuͤtteten Stoͤpſels ſeſt verſchloſſen ſind, dieſe Pflanzen zu Erhaltung ihres Lebens keine an⸗ dre Luft, als die in dem Waſſer, in welchem ſie ſich be⸗ finden, vorhandene fixe, haben koͤnnen. Da aber dieſe Luft nur ſparſam vorhanden iſt, ſich auch nicht verneuern kann; ſo vegetiren auch dieſe Pflanzen nur ſchwach, ent⸗ wickeln ſich in geringer Menge, und ſehen dabei kraͤnk⸗ lich und hinſaͤllig aus. Dies beweiſt, wie geringe die Quelle ihres Lebens iſt. Fuͤllt man aber dieſe Flaſchen ſtatt des gemeinen Waſſers mit abgekochtem oder deſtil⸗ lirten an, und verſtopft ſie ſorgfaͤltig; ſo kann die Vege⸗ tation darin ganz und gar nicht wirken, weil nichts in den Gefaͤßen iſt, was ſie beguͤnſtigt. Oefnet man aber ſolche Flaſchen wieder, damit die aus der Atmoſphaͤre ſich niederſchlagende fixe Luft wieder hineingehen kann; ſo wird auch nach einiger Zeit die Vegetation wieder ſicht⸗ bar werden, und zwar um deſto geſchwinder, je mehr und je eher das Waſſer fixe luft in ſich genommen haben wird. Unter meinen mit Waſſer angefuͤllten und auch da⸗ mit geſperrten Glocken wachſen dieſe Grasleder lebhaft fort, weil der Boden dieſer Glocken nicht abgerieben oder mit Schmirgel abgeſchliffen iſt. Folglich ſchließen die Boden nicht in allen ihren Punkten genau an die Ober⸗ faͤche der Unterſezſchaale, auf der die Glocken ſtehen, an; alſo hat das in freier Luft ſtehende Waſſer mit dem unter der Glocke Gemeinſchaft, und theilt Letzterm einen Theil von 14 Zweite Abhandlung. von der fixen Luft mit, welche es empfaͤngt, erſetzt alſo diejenige, welche das Waſſer unter der Glocke zur Vege⸗ tation der Grasleder hergiebt. 4 Da mir doch dran lag, dieſe Frage, die mir uͤber die Entſtehung dieſer Grasleder Licht geben ſollte, aufzu⸗ loͤßen, ſo waͤhlte ich eine abgeſchmirgelte Glocke, von der ich glaubte, daß ſie an eine Unterſezſchaale aus Porcellan recht genau anſchloͤße; aber zu meiner großen Verwund⸗ rung ſah ich gleichwohl meine Grasleder unter dieſer Glo⸗ cke wieder zum Vorſchein kommen, zwar ſpater, das iſt allerdings wahr, und auch einige Heit nachher, als der aͤußere Rand der Glocke damit uͤberzogen worden war. Ich bob hierauf die Glocke ab, aber wie groß war mein Erſtaunen und Vergnuͤgen, als ich nicht allein gewahr ward, daß der Boden der Glocke in allen Punkten ge⸗ nau an die Unterſezſchaale angeſchloſſen hatte, ſondern ich auch den weißen Boden des Porcellans mit ſeinem voͤlli⸗ gen Glanze erblickte, und blos an einer kleinen Seelle, wo die Glocke nicht genau angeſchloſſe hatte, ein zartes, ganz duͤnnes, durchſichtiges gruͤnes Gewebe, das mit dem an den Raͤndern der Glocke ſitzenden gruͤnen Ueberzuge zuſammenhing, wahrnahm. Dieſes Nezchen war ſehr zart, und die Grasleder, aus denen es beſtand, ſchienen nicht ſo lebhaft zu ſeyn, als die außen an der Glocke ſitzen⸗ den. Ich ſah alſo deutlich, daß die Grasleder unter der Glocke wegkrochen, um ſich darin zu vermehren, und daß ſie von außen hineinkamen. Da auch bekannt iſt, daß eine einzige Faſer von dieſen Grasledern die reichſte Aerndte gibt; ſo kann man ſich leicht vorſtellen, wie die innere Oberflaͤche meiner Glocke damit hat koͤnnen uͤber⸗ zogen werden. Auch ſah ich noch hieraus, daß das Waſſer außerhalb der Glocke mit jenem innerhalb Ge⸗ meinſchaft halte, und daß die zur Unterhaltung der Ve⸗ getation nothwendige fixe Luft zugleich mit dem Waſſer, — in dem ſie aufgeloͤſt war,— und dem Gewaͤchſe, wel⸗ ches ſie naͤhren ſollte, hineintreten konnte. 2 Nun — R tcugf wwiſc der ane te ich ſöülun, fälk und gih! dicſe ſe leder, Paſee Heeran oußen tſe ſe deg Glcke ebgoft Auchſ En do, wen und an Jleß deaäͤnand teni ten d des dih in dene Waeme ſtalter ken ſch wie ſich man die ſcnite Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 15 gt, eiſct her, aed Nun blieb mir weiter nichts mehr uͤbrig, als Mit⸗ Nocke zurg 3, ℳo tel ausfindig zu machen, wodurch ſich alle Gemeinſchaft zwiſchen dem in der Glocke eingeſchloſſenen Waſſer und der außern zuſt abſchneiden ließe, und dies bewerkſtellig⸗ te ich, indem ich Queckſilber in i eine Unterſezſchaale ſchuttete, nachdem ich zuvor die Glocke mit Waſſer ge⸗ die nir t ollee an hock, und e dach fäͤllt und ſie ſo voll auf die Schaale geſetzk hatte. So öhen Vem ließ ich meine Glocke zwey Monat an der Luft und am uter deſe⸗ Lichte ſtehen, aber umſonſt, es erzeugten ſich keine Gras⸗ ſater, dii leder, obgleich auf dem Queckſilber, das beſtaͤndig vom chher, ad Waſſer befeuchtet ward, welche zum Vorſchein kamen. n worden ma Hieraus konnte ich alſo ſchließen, daß dieſe Pflanzen von groß wor mi außen herkommen, und daß die Gegenwart der aus der aleein gemt Luft ſich niederſchlagenden fixen luft erforderlich iſt, wenn a Punkten ſie vegetiren ſollen. Auf ſolche Art wird man ſie unter tte, ſondern Glocken voller Waſſer, das mit ſixer Luft geſchwaͤngertiſt, it ſeinem dul lebhaft vegetiren ſehen, wenn ſie gleich von außen von kleinen Suel Qucckſilber umſchloſſen ſind. tte, ein zott e, das mitd Endlich iſt auch das Licht unumgaͤnglich nothwen⸗ nen Ueberz dig, wenn ſich in Geſchirren, die man voll Waſſer gießt chen war und an die Luft ſetzt, dieſe Grasleder erzeugen ſollen. rand, ſhin Ich ließ mit Waſſer angefuͤllte Geſaͤße drey Monat hin⸗ Glocke ſte ter einander unter den naͤmlicen Umſtaͤnde ſtehen, unter rasleder unt welchen in andern die Grasleder am lebhaſteſten vegetir⸗ ermehren,u ken, den einzigen ausgenommen, daß ſie der Einwirkung h bekarnti des lichts gaͤnzlich beraubt waren. Sie ſtanden uͤbrigens n die reiſ in dem naͤmlichen beſtaͤndigen Luftzuge, in der naͤmlichen tellen, wie Wärme; die Glocken waren von Glas, und eben ſo ge⸗ Kannen V ſtaltet, uind ſtanden neben den andern. Gleichwohl zeig⸗ us, daßd ten ſich auch nicht die geringſten Spuren von Grasleder, wie ſich noch uͤberzeugender wird einſehen laſſen, wenn inerholh( d uͤderzenge 3 hn man die umſtaͤndliche Beſchreibung der im folgenden Ab⸗ Paſt ſchnitte angefuͤhrten Verſuche lieſet. zewichſ, Es M A——yyn——J———— 9— 16 Zweite Abhandlung. Es geſchieht aber noch mehr. Beraubt man die lebhafteſten Grasleder der Einwirkung des Lichts, ſo be⸗ kommen ſie bald, wie andre Pflanzen, die Bleichſucht. Sie nehmen eine gelbe Farbe an und hoͤren auf zu vege⸗ tiren, ob ſie gleich bei dieſer Krankheit mehrere Monate hinleben; und in der That geht doch alsdann ein großer Theil davon daruͤber ein. Endlich hege ich auch die Vermuthung, daß dieſe Grasleder das Licht ſuchen, ſo wie die Gallerten; doch fehlt mirs noch an hinreichenden Beweiſen, dies zu be⸗ haupten. 4. Vom Einfluſſe des Lichts auf die Erzeugung dieſer Grasleder und der reinen Luft, die ſie ausſtoßen. Die Geraͤthſchaft, deren ich mich zu dieſen Verſu⸗ chen bediene, iſt die naͤmliche, von mir in der vorherge⸗ henden Abhandlung beſchriebene, und meine Behandlung ebenfalls ganz dieſelbige. Nur muß ich anmerken, daß wenn ich den Glocken die unmittelbare Einwirkung des Lichts entziehen will, ich ein Fayancegeſchirr uͤber ſie de⸗ cke, an dem der Rand der Oefnung auf der Unterſez⸗ ſchaale, oder lieber auf dem Boden eines Napfes voll Waſſer ruht. Ich nehme hiezu lieber einen Napf, als eine Unterſezſchaale, weil er von der mit Waſſer gefuͤllten Glocke, die im Finſtern ſtehen ſoll, das Licht beſſer ab⸗ haͤlt, er muß aber ſo tief, als moͤglich, ins Waſſer ver⸗ ſenkt werden. Die Glocken, die ich dazu nahm, wurden immer in ein gegen Suͤd⸗Weſten gelegenes Fenſter, das die Sonne beſtaͤndig von 11 bis 5 Uhr beſchien, geſtellt. Einen Theil dieſer Verſuche machte ich im Jahr 1780, vom Anfange des Junius bis zum 13. Auguſt. 20) merke netke dag ber Stunde merxfſe Feſer hieſer Un kalborn cenkomm te zit⸗ bitſte ſe inde, datsin A hen l in den, encegeſc richt ine ge uſt ſen beid d, g iher de nit Gas Sen Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 17 denit nu merke dies deswegen an, weil waͤhrend dieſer Zeit kein des lits Tag verging, wo die Sonne das Fenſter nicht mehrere düae g verging, wo d die eitſ Stunden lang beſchien. oren aul ¹'* 7 7 nenn Das Waſſer, deſſen ich mich bediente, war bad Quellwaſſer, das ziemlich viel Selenit bei ſich fuͤhrt bald Rhonewaſſer; ich habe aber in dem Reſultate keinen Unterſchied verſpuͤrt, wenn ich von dieſen beiden Arten von Waſſern unter gleichen Umſtaͤnden Gebrauch machte. donn ein 76. 1 dung, daß 1 Galerten, d Setzt man eine mit gemeinem Waſſer angefullte ſen, dies u Glocke, zu welcher der aͤußern Luft aller Zutritt verſperet iſt, der unmittelbaren Einwirkung des Sonnenlichts aus; ſo kommen, wenn die Witterung warm iſt, nach zwei Tagen Luftblaſen zum Vorſchein: unterſucht man alsdenn die Erzeuge e“Jen 4. n6 .. e, dieſes Waſſer, nachdem mans vorher geſchuͤttelt hat, auf⸗ -uft, dieſſ merkſam mit dem Vergroͤßerungsglaſe: ſo entdekt man Faſern von Grasledern, welches die Zeugungswerkzeuge u deeſe e dieſer Luftblaſen ſind. in der vorhen Unter allen mit Waſſer angefuͤllten und der unmit— ine Behantun telbaren Einwirkung des Sonnenlichts ausgeſetzten Glo⸗ anmetken, di cken kommen die Graslederfaſern und die Luftblaſen zu glei⸗ Finwirkung u cher Zeit zum Vorſchein, und die Menge der erzeugten irr uͤber ſed Luft ſteht mit der Menge der Grasleder, die ſich im Waſ⸗ ff der Un ſer findet, und mit der Intenſion des auf ſie wirkenden es Napſes Lichts in beſtaͤndigem Verhaͤltniſſe. ten Naff 3 Bringt man mehrere gleiche Glocken in die naͤmli⸗ Taſſer giln chen Umſtaͤnde, und ſetzt ſie der Sonne aus; ſo wird ſich ſich bſte in denen, von welchen man das Licht mittelſt eines Fay⸗ ns Waſſew encegeſchirrs, welches ſie vollkommen bedekt, abhaͤlt, nicht eine Faſer von Grasleder, noch eben ſo wenig eini⸗ ge Luft erzeugen. Mehrere ſolcher Glocken ſtanden in die⸗ wurden nn ſen beiden Betrachtungen drei Monat lang unfruchtbar uſtr, nni da, obgleich der aͤußere Rand des Fayencegeſchirrs, das ſchin, gä uͤber die Glocke geſtuͤrzt war, und im Lichte ſtand, ſelbſt n Jehr e mit Grasledern uͤberzogen war: allein die Faſern dieſes Auguſ 4. Senebier 2. Th. B Ga 18 Zweyte Abhandlung. Gewaͤchſes hatten die ihnen von der Finſterniß vorgeſchrie⸗ benen Grenzen meht uͤberſchritten, waren auch nicht un⸗ ter dem Boden meiner abgeſchmirgel ten Glocke weggekro⸗ chen. Sie dnen ,„wenn ich mich dieſes Ausdrucks be⸗ dienen kann, ſich vor dieſer Finſterniß gefuͤrchtet zu haben, denn es fanden ſich keine Gr eder, weder unter der Glo⸗ cke, noch unter dem Geſchirr, welches uͤber die Glocke ge⸗ dekt war. Setzt man mit Waſſer angefuͤllte Glocken dem Son⸗ nenlichte aus, und dekt Fayancegeſchirre daruͤber, die durch⸗ löchert ſind, damit ein Sonnenſtrahl,— de ſſin Staͤrke nach der Groͤße der Loͤcher verſchieden iſt,— durchfallen kann; ſo werden nicht nur die Grasleder um deſto eher unter den Glocken zum Vorſchein kommen und dabei um ſo lebhafter und reichlicher vegetiren, ſondern es werden ſich auch die Luftbl aſen um deſto eher zeigen, je laͤnger ei⸗ ne groͤßere Menge Licht auf die Glocke geſallen ſeyn wird. Ich habe beohachtet, daß auf den aͤußern Seiten der Ge⸗ ſchirre, mit denen ich die Glocken zugedekt hatte, die folg⸗ lich dem Lichte zugekehrt waren und nicht immer im Schatten ſtanden, beinahe gar kein eGrasleder zum Vor⸗ ſchein kamen, und auf denen dem Lichte zugekehrten Sei⸗ ten der Glocken, denen durch die daruͤber gedekten Fayan⸗ cegeſchirr das licht entzogen war, ganz und gar keine, kurz, ich habe wahrgenommen, daß dieſes Grasleder ſich nirgend anders, als an ſolchen Stellen findet, die vom Lichte unmittelbar und beſtaͤndig erleuchtet werden. Setzt man die mit Waſſer angefuͤllten Glocken an⸗ fangs an einen dunkeln Ort, ſo erzeugen ſi ſich d darin weder Grasleder noch Luftblaſen; wenigſtens habe ich nach drey Nonaten keine entdecken koͤnnen, obgleich Reaumur's Thermometer an dem Orte, wo die Glocken ſtanden, bis zum 210 uͤber O ſtieg. In andern ſolchen Glocken, die an einem Orte ſtanden, wo man kaum das Journal de Phyſique leſen konnte, kamen auch keine zum Vorſchein, und und in brochen ds ha enxxin „Glkn Iren nctsd di lut ſihr we nen, ſt Stelbe erwart ſein? geviſ gung Enrwit Paſer ſchaalen linige d ſtelle ſe ſcheſe⸗ Glocen drrchei padet alh de geſcnde unmi Unter a de uſt der ind erſt das Agend ſcein heeausne ſeyve . terniß erf Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 19 en auch giä und in Glocken, die in einem Zimmer blos von ge⸗ Glockenetn brochenem Lichte erleuchtet wurden, eben ſo wenig. Kurz, ſs Auedrut es hat mir geſchienen, die Vegetation habe nur dann ſich füͤrchet an angefangen, wenn das Licht durchs Fenſter grade auf die er unter dr Glocken fiel. Iſt nun gleich das gebrochene Licht er dieGle zur Entwickelung der Grasleder nicht hinreichend; ſo ver⸗ mag es doch, wirklich aus ſchon entwickelten Grasledern die Luft herauszuziehen, beſonders wenn die Witterung Blocken deme. ſehr warm iſt; allein es werden keine Grasleder erſchei⸗ darüber dede nen, wenn nicht ein lebhafteres Licht dieſe Stellen belebt, — deſſen n Stellen, welche nur deſſen Gegenwart und Lebhaftigkeit 1,— durchſ erwarten, um dieſen lebendigen Sammt, der beinahe allein der um deſn ſein Werk iſt, hervorbringen. en und dabte Um mich aber von dieſer Erſcheinung mehr zu ver⸗ ndern es u gewiſſern und zu erweiſen, daß die Dunkelheit der Erzeu⸗ ,, jſelänge gung der Luft aus den Grasledern nicht weniger als der Entwikelung der Grasleder ſelbſt ſchade; ſo ſetzte ich mit Waſſer angefuͤllte Glocken auf Geſchirre und Unterſez⸗ ſchaalen, die mit Grasledern bewachſen waren. Ueber nicht ſende einige derſelben dekte ich alsdann Fayencegeſchirre, und geder un ſtellte ſie ſo in die Sonne, andre aber ließ ich aufgedekt, 1.⸗ ſetzte ſie aber ins Dunkle. Aber in keiner von allen dieſen zihecnee Glocken kam binnen drei Monathen eine Luftblaſe zum Feeiheäen Vorſchein. Hierauf dekte ich die Glocken, welche ich J uni Fi i zugedekt an die Sonne geſtellt hatte, auf, und brachte 3 Gesstän auch die andern aus dem Zimmer, in dem ſie im Finſtern indet, de geſtanden hatten, heraus, und ſetzte ſie zuſammen der gei eſallen ſeyn un Seiten del et waden unmittelbaren Einwirkung des Sonnenlichts aus, worauf ten Glocn unter allen dieſen Glocken nach Verlauf einer halben Stun⸗ ſch darinih de Luftblaſen aufſtiegen. Hierauf brachte ich ſie alle wie⸗ beich uch der in die vorige Dunkelheit zuruͤß, nachdem ich vorher h Rcaumr erſt das Waſſer in ihnen erneuert hatte, aber von dem ken ſtander, Augenblicke an kam nicht Eine Luftblaſe in ihnen zum Vor⸗ un Glctm i ſchein. Als ich aber ſie nochmals aus ihrem Gefaͤngniſſe das Journde herausnahm und wiederum an die Sonne ſtellte, ſo gaben un dut ſie von neuem Luft. du n B 2 Bringt ————y———— — 20 Zweite Abhandlung. Bringt man dieſe ſolchergeſtalt entwickelten Grasle⸗ der unter Glocken, die mit Waſſer angefuͤllt ſind, das mit fixer ꝛuft geſaͤttigt iſt, und ſetzt ſie an die Sonne; ſotrei⸗ ben ſie alsdann weit mehr uft aus, doch hat mirs nicht geſchienen, als haͤtten ſie ſich darin eher entwickelt. Endlich wollt' ich doch auch ſehen, was die Einwir⸗ kung verſchiedener Lichtſtrahlen fuͤr einen Unterſchied ſo⸗ wohl in der Erzeugung der Grasleder, als auch in der Beſchaffenheit und Menge der uft, welche jene abſon⸗ dern, hervorbringen wuͤrde. Zu dieſer Abſicht waͤhlte ich die bereits beſchriebene Geraͤthſchaft, die ich zum Zude⸗ cken der Glocken gebrauche, um blos einen einzigen Licht⸗ ſtrahl auf ſie fallen zu laſſen. Ich ſetzte daher einige einander gleiche, mit Waſſer gefuͤllte Glocken unter meine Flaſchen, an denen der Bo⸗ den in den Bauch der Flaſche hineingedrukt iſt, und zwar auf die Art, daß ich eine Glocke unter eine mit rother Fluͤßigkeit angefuͤllte Flaſche ſetzte, eine andre unter eine, die violette Fluͤßigkeit enthielt, und eine dritte unter eine, worin blos gemeines Waſſer war, damit ich beſtimmen koͤnnte, was man blos der Farbe zuſchreiben muͤſſe, end⸗ lich ſtellte ich noch eine Glocke der freien Luft und unmit⸗ telbaren Einwirkung der Sonne blos. Alles dies nahm ich am 1. Jul. um 2. Uhr vor. In der in freier Luft ſtehenden Glocke kamen die Grasle⸗ der und die Luft gleich vom 2ten Tage an zum Vorſchein, in der, die unter der mit gemeinem Waſſer angefuͤllten, Flaſche ſtand, drey bis vier Tage nachher, in der, auf welche der rothe Strahl ſiel, zwiſchen dem 10ten und urten, aber in der von dem violetten Lichte erleuchteten ſah ich erſt am 13ten Grasleder und Luft ſich entwickeln. Ueber die Menge und Beſchaffenheit der entwickel⸗ ten Luft habe ich, als ich ſie am 23. Jul. maß und pruͤf⸗ te, nachfolgende Beobachtungen gemacht: Die * 4 d teurhe de Gr theg ihſc ehatt 5 3. fülten mit.N verminde )) ni gemi „Maß dsufn ) Flcſhe petau vermind A ge der in Va wickeſten G ult ſind„dab eSonme⸗„ſoth Dat m jis M entwickelt. was die Eingg n Unterſchd ais auch in elche ſene abſ⸗ ie ich zim en einzigen di ſche, mit Vi n denen der L kt iſt, und zu eine mit raſt andre unter en⸗ dritte unter n ich beſtimr den müͤſſe, uft und unm m 2. Uhr gen die Grai zum Vorſch ſer angefllln —, in der, 1 im Iotun un zte erleucht ch entvittl der ent nwwit naß und d 1 l Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 21 Die Menge der entwickelten Luft wird ſich beſſer beurtheilen laſſen, wenn man nicht aus der Acht laͤßt, daß die Grundflaͤche der von mir hierbei gebrauchten Glocken ohngefaͤhr zwei Zoll im Durchmeſſer hatte. 2) Aus der in freier Luft ſtehenden Glocke erhielt ich ſechs Maaß Luft. 2) Unter der mit gemeinem Waſſer gefuͤllten Fla⸗ ſche hatten ſich fuͤnf Maaß Luft entwickelt. 4 3) Unter der mit dem rothgefaͤrbten Waſſer ange⸗ fuͤllten 24 Maaß. 4) Unter der mit dem violetgefaͤrbten Waſſer 2 ¾ Maaß. Als ich nun dieſe Luft mittelſt der Salpetarluft pruͤf⸗ te, nahm ich folgendes wahr: 1)*½ Maaß uft aus dem in freier zuft. ſtehenden, mit 4 Maaß Salpeterluft gemiſcht, wurden auf 24 Maaß vermindert. 2) 1½ Maaß Auft aus der Glocke, die unter der mit gemeinem Waſſer angefuͤllten Flaſche geſtanden, mit 3 Maaß Salpeterluft gemiſcht, litt eine Verminderung bis auf 1½ Maaß. 3) 1 ½ Maaß Auft aus der Glocke, die unter der Flaſche mit rothem Waſſer geſtanden⸗ mit 3 Maaß Sal⸗ peterluft gemiſcht, ward auf 1½ Maaß vermindert. 4) 12 Maaß Luft aus der Glocke, welche von der Flaſche mit dem violetten Waſſer uͤberdekt geweſen war, mit 3 Maaß Salpeterluft gemiſcht, ward auf 24 Maaß vermindert. Aus dieſen Verſuchen erhellet deutlich, daß die Men⸗ ge der entwickelten Luft mit der Erleuchtung der Glocke im Verhaͤltniß ſteht, und daß ihre Reinigkeit beinahe auch B 3 dieſer —————õ— ——ʒ—ꝛ—·—y—— 22 Zweite Abhandlung. dieſer Verhaͤltnis folgt. Gleichwohl iſt der Unterſchied in der Beſchaffenheit der Luft, die das unter dem violet— ten Strahle entwickelte Grasleder ausſtoͤßt, groͤßer, als es die mittelſt des violetten Strahls erzeugte Menge Luſt anzuzeigen ſchien. Eben dieſe Beobachtung wird man machen, wenn man die Zahlen mit einander ver⸗ gleicht, welche die Reſultate der Menge von Luft ausdruͤ⸗ cken, die ſowohl in der Glocke, die unter der mit gemei⸗ nem Waſſer angefuͤllten Flaſche ſtand, als auch unter der andern, uͤber welche die mit rothem Waſſer gefuͤllte Glocke gedekt war, entbunden worden: man wird aber ganz offenbar den Einfluß des Sonnenlichts auf dieſe Er⸗ zeugung, die in ihren Graden ſich allezeit nach der In⸗ tenſion des Sonnenlichts richtet, gewahr werden. Endlich habe ich auch bemerkt, daß die Grasleder an der Sonne Luft abſonderten, wenn gleich das Ther⸗ mometer nur bei 30 uͤber o ſtand. Hieraus duͤrfte ſol⸗ gen, daß die Vegetation dieſer Pflanzen durch ziemlich heftige Kaͤlte nicht gehemmt werde. Aber vielleicht iſt dieſe von den Grasledern ausge⸗ ſtoßene Luft die Wirkung der Waͤrme? Wohl gewiß, we⸗ nigſtens beweißt die eben angefuͤhrte Beobachtung, daß dieſe Waͤrme nicht betraͤchtlich ſeyn muß; uͤberdies hat eine Sonnenwaͤrme von 350 uͤber o in der Finſterniß nie eine Lufiblaſe aus den Grasledern herausgetrieben. Ge⸗ ſchieht es aber doch, daß einige Luftblaſen aufſteigen, wenn die Glocken der Wirkung des Feuers ausgeſetzt ſind, ſo geht dieſe Luft aus dem Waſſer heraus, und die bei einem ſolchen Grade von Waͤrme ſich dann gewoͤhnlich entb indende Luft iſt eine ſehr ſchlechte fire, die vom Waſ⸗ ſer bald nachher verſchlukt wird, und die weder in Anſe⸗ hung ihrer Beſchaffenheit, noch Menge, noch anhalten⸗ den Erzeugung mit jener, welche die der Sonne ausge⸗ ſtellten Grasleder abſondern, verwandt iſt. Sollte 3 8l de lrſe brteit hauut Ghen Gheentin IMlgen,u räßerur Fal de ts ſin ſoder ver man das Adgenödh läßtes al hieraufin in kine 7u kr eine N Pranderu 9)d Arddr dc dr alstih nämücha keine G Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 23 Sollte man endlich nicht das Waſſer, als die wirken⸗ de Urſache dieſer Luft betrachten muͤſſen? Dieſe Frage habe ich bereits in der vorhergehenden Abhandlung uͤber⸗ haupt beantwortet, werde daher auch nicht alles daruͤber it innden Geſagte wiederholen, ſondern nur das, was ſich auf den Gegenſtand, den ich jetzt behandle, Beziehung hat, hin⸗ on(uft alsdee de. ſt ausdi zufuͤgen, und dies iſt das: der mit geme der Unate uier dem da it, griße, 3 Ajeugte Man bbachtung n als auch umg 1) Geſchieht es zuweilen, daß das Waſſer, wenn Vaſſe geil es an der Sonne ſteht, reine Luft gibt, ſo ruͤhrt dies da⸗ man wird a her, weil bereits Faſern von Grasledern darin vorhan⸗ Ns auf dieſe den ſind, die das bloße Auge nicht, wohl aber das Ver⸗ naͤch der) groͤßerungsglaͤs entdecken kann. Laͤßt man in ſolchem werden. Fall das Waſſer durch ein Loͤſchpapier laufen, ſo verliert „ es ſein Vermoͤgen, Luft auszuſtoßen, weil es dieſe Gras⸗ die Graä leder verliert. Es geſchieht aber noch mehr. Gießt eich dis d man das uͤber den Grasledern ſtehende Waſſer in dem rus dirſeeſ Augenblicke ſachte ab, da die Grasleder Luft ausſtoßen, durch zinic laͤßt es alsdann durch ein Loͤſchpapier lauſen, und ſetzt es hierauf in meinen Glocken der Sonne aus, ſo wird es dar⸗ in keine Luftblaſe mehr ausſtoßen, und gleichwohl iſt wei⸗ gledern auege ohl gewiß e achtung, di ter keine Veraͤnderung mit ihm vorgegangen, als blos die Veraͤnderung des Orts. überdis ſ 2) Das naͤmliche Waſſer, welches an dem aͤußern Finſternif Rande der Fayancegeſchirre, die ich uͤber meine Glocke rieben. 0 decke, Grasleder erzeugte, und mittelſt dieſer die Luft n auffteihn austrieb, ließ zu der naͤmlichen Zeit weder unter den usgeſeztſ naͤmlichen Geſchirren noch unter den Glocken, worunter und diei keine Grasleder waren, eine Luftblaſe aufſteigen. n gewähnic ie vom Ve der in Aib och anhaltn Songe audge 3) Die Luftblaſen ſieht man gar leicht aus den Loͤ⸗ cherchen der Faſern der Grasleder herausgehen, und noch beſſer wird man ſie gewahr, wenn man dieſe Faſern zer⸗ bricht, denn alsdann ſitzt die uſtblaſe gewoͤhnlich an den beiden aͤußerſten Enden der zerbrochenen Faſer. B 4 4) End⸗ ———,— 24 Zweite Abhandlung. 4) Endlich iſt auch die Luft aus den Grasledern weit beſſer, als die beſte aus dem Waſſer, und ihre Men⸗ ge ſteht allezeit mit der Menge der im Waſſer vorhande⸗ nen fixen Luft im Verhaͤltniſſe; ein Beweis, daß die ent⸗ bundene Luft in denen zu dieſem Geſchaͤft beſtimmten Werkzeugen der Grasleder verarbeitet worden iſt. Man ſieht, daß dieſe Grasleder eben die Wirkung hervorbringen, als die Waſſer⸗ und Erdpflanzen, daß die fixe Luft zu ihrer Vegetation unumgaͤnglich erforder⸗ lich iſt, daß Waſſer, das ihrer beraubt iſt, zu Entwickelung dieſer Grasleder nicht kaugt, ſondern ſie vielmehr auf⸗ haͤlt, und daß keine Luft erzeugt wird, weil die fixe Luft, welche jene erzeugt, nicht in die Grasleder hineintreten kann. Man entdekt ſonach den Einfluß des Lichts und ſeine Verbindung mit der firen Luſt, die zugleich mit dem Waſſer in das Zellgewebe dieſer kleinen Gewaͤchschen dringt. Doch es iſt unnoͤthig, hier das zu wiederholen, was in der vorhergehenden Abhandlung geſagt worden, und ſich ganz auf alle in gegenwaͤrtiger angefuͤhrte That⸗ ſachen anwenden laͤßt. 5. Naͤhere aus einigen Thatſachen hergeleitete Folgerungen als Beweiſe der in der vorher⸗ gehenden Abhandlung feſtgeſetzten Grund lehren. Ob ich es gleich nach der Strenge meinen Leſern uͤberlaſſen koͤnnte, die beſondern Erſcheinungen, die ſie bereits werden bemerkt haben, ſich ſelbſt zu erklaͤren; ſo hielt ichs doch nicht fuͤr gle ich Lgultig, einiger wieder Er⸗ waͤhnung zu thun, um ihren Z ſammenhan g mit der von mir davon ge gebenen Erklaͤrung zu zeigen. Such te ich eine bekannte Idee zu behaupten, ſo wuͤrde ich in meinen Bemuͤhungen, ſie zu entwickeln, zuruͤkhaltende e ſeyn, weil ſie jedermann bekannt waͤre, und aus der Urſache id ihr Zu⸗ ſammen⸗ W ſmnun ti win ſt, ſ ſ zuklen In, m ſrede ü de frel ts ded auch da vnadh, denſoll ſchäſten den nahrun ſch rich Fallee Gewach geſchvn geſchvin dung vwit Pillact ung, de dan ſet Ede der d gecchhe Dieſer in ihen pfonze muß ſ harkeit J beobachr 1rb s den Ca ſet,und ind Vaſſerbett veis, dß d ſchäft beſim worden iſ. eben di Dit Erdpfenzn, ganglich eit t zu Encvittn ſſe vielmegt weil die fre leder hineinne ß des lichs zugleich mitn en Gewicht. zu wiedetgen jgeſagt vend ungeführte d n hergelett der vorher nGrund⸗ meinen Lit ungen, deſ zu erklärn. der widder jich in wene der eyn, wel . 7A 29 diibeira ſammo , Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 25 ſammenhang mit den ſich darbietenden Thatſachen leich⸗ ter wuͤrde zu begreifen ſeyn; da aber dieſe Idee ganz neu iſt, ſo iſts erforderlich, ſie aus allen Geſichtspunkten dar⸗ zuſtellen: man kann eine Pflanze hindern Wurzel zu ſchla⸗ gen, wenn man zu viel von ihren Nebenwurzeln weg⸗ ſchneidet. Wir wollen alſo gleich bemerken, daß Waſſer, dem die ſire Luft entzogen iſt, ſo wie abgekochtes und deſtillir⸗ tes, die Vegetation unſerer Grasleder gar nicht beguͤnſtigt, auch das Sonnenlicht iſt ihnen in ſolchem Fall beinahe unnuͤtz, weil es den Grundſtoff, der ſich mit ihm verbin⸗ den ſoll, um die Pflanze zu naͤhren und ſie zu ihren Ge⸗ ſchaͤften zu veranlaſſen, nicht weiter antrift. Auf der an⸗ dern Seite iſt die im Waſſer aufgeloͤſte ſire Luft zur Er⸗ naͤhrung dieſer Grasleder unzulaͤnglich, wenn das Licht ſich nicht mit ihr verbindet, die Pflanze hoͤrt in ſolchem Falle auf zu vegetiren, doch ſtirbt ſie nicht; kurz, dieſe Gewaͤchſe koͤnnen eher ohne Licht in einem mit fixer uft geſchwaͤngerten Waſſer leben, als ſich im Lichte ohne ſolch geſchwaͤngertes Waſſer entwickeln. Zu dieſer Entwicke⸗ lung wird die Vereinigung beider Urſachen erfordert. Vielleicht iſt es die durch dieſe Miſchung veranlaßte Gaͤh⸗ rung, die das Lebensprincipium der Grasleder in Bewe⸗ gung ſetzt. Dieſe mikroſcopiſchen Pflanzen ſind von den Erdpflanzen ſehr verſchieden. Letztere entwickeln ſich in der Dunkelheit und hoͤren bald auf zu leben, wenn, nach geſchehener Entwicklung, man ſie im Finſtern ſtehen laͤßt. Dieſer Unterſchied haͤngt ohne Zweiſel vom Unterſchiede in ihrer Organiſation ab. Die Organiſation der Waſſer⸗ pflanzen, die der aufloͤſenden Kraft des Waſſers trotzen, muß feſter ſeyn, und es muß ſchwerer halten, ihre Reiz. barkeit in Bewegung zu ſetzen. Man muß ſich nicht wundern, wenn— wie ich beobachtet habe— dieſe Grasleder unter meinen Glocken in Waſſer, in dem ſtinkende Pflanzen lagen, ſich entwi⸗ B 5 ckelten 26 Zweite Abhandlung. ckelten und vegerirten: denn erſtlich finden ihre Keime, wenn ſolches Waſſer ans Licht geſetzt wird, darin nicht al⸗ lein das Licht, ſondern auch die im Waſſer aufgeloͤſte fire Luft, von denen wir geſehen haben, daß ſie zur Entwicke⸗ lung oftgedachter Gewaͤchſe unumgaͤnglich nothwendig ſind; zum andern, wenn die Gaͤhrung zunimt, ſo entwi⸗ ckelt ſich phlogiſtiſirte Luft, die mit der reinen Luft aus den Grasledern eine fixe Luft erzeugt, welche, wenn ſie ſich im Waſſer aufloͤſt, dieſen Pflanzen die ihnen dienliche Nah⸗ rung darbietet, wie ſie denn auch außerordentlich wohl darin fortkommen. Mit einem Worte, dieſe Grasleder, die den Win⸗ ter ausdauren und Luft abſondern, ſo bald die Sonne ſie beſcheint, und das Waſſer nicht zugeſfroren iſt, be⸗ weiſen deutlich, daß auch im Winter die weiſe Vorſe⸗ hung es uns nicht an Mitteln zur Reinigung der Luft, die wir athmen, mangeln laͤßt. Geht man an Waſſern ſpazieren, ſo wird man wahrnehmen, daß die meiſten Waſſerpflanzen bei der Kaͤlte fortleben und vegetiren, und uns vielleicht in ihrer Vegetation Huͤlfsmittel zu Entwi⸗ ckelung beſſerer Luft darbieten, die wir beduͤrfen, und die in dieſer Jahrszeit gewis ſchlechter, als im Fruͤyllnge und Sommer iſt. Dritte Hr nn pylicten. ſthenher. rigen Un Ahandl uzbn A dergehe 8 46 M Ma dienende kunde 1 in Sran Naturſo bekannt neue a k ohno wiche i Oeſſt eſit 62 Iit en ißte ſa „ darin ſic nich tauf fgelſ Pfn ſe zar Etn lich methe ſendd nimt, den ne duſt a enn ſie ſchn 1 de ordentlich ve „die den Ih die Sonm roren iſt, h weiſe Vori gung der Ait n en Woſen iß die meiſtn vegetiten,u tel zu Er rfen, und d Jruͤhlingem Vom Einfluſſe des Banzanliihts. 257 . 7 2.—— Dritte Abhandlung. — ᷣ᷑ ỹ—⸗ Ueber die Bleichſucht, oder uͤber den Einfluß des Sonnenlichts auf die gruͤnen Blaͤtter der Pflanzen, ſie gruͤn zu faͤrben. — Geſchichte der Bemuͤhungen, die Bleichſucht zu erforſchen. H rr Bonner iſt einer von den erſten, der die Erſchei⸗ A nung der Bleichſucht der Pflanzen mit einem philoſo⸗ phiſchen Auge betrachtet, und ihre große Wichtigkeit einge⸗ ſehen hat. Man findet ſeine eben ſo genauen als tiefſin⸗ nigen Unterſuchungen uͤber dieſen Gegenſtand in ſeinen Abhandlungen uͤber die Blaͤtter im 79ſten und 113ten Abſchnitte, desgleichen auch in den Zufaͤtzen zu der neuen Ausga be ſeiner Werke in 8vo 5ter Theil. S. 46. Mit dieſem Gegenſtande beſchaͤftigte ſich auch Herr Meeſe, und hatte bereits ſehr viele zu de ſſ n Erlaͤuterung dienende Verſuche angeſtellt, als ihn der Tod der Natur⸗ kunde. entriß; der beruͤhmte Herr Prof van Swinden in Franeker hat indeß die Verſuche dieſes ſcharfſinnigen Naturſorſchers im Journal de Phyſique fuͤrs Jahr 1776 bekannt gemacht. Mun kuͤndigt auch Herr Bonnet e Erſcheinung angeſtellte Verſuche an, die ur Vol kommenheit treiben wird, und at rgeſchich chte mit Ungeduld erwartet, um ſich eines Gegenſtandes mehr erfreuen zu könen ——õD———— —,O— 28 Dritte Abhandlung. der auf eine ihrer wuͤrdige Art behandelt und durch den Scharfſinn dieſes großen Auslegers der Matur aufge⸗ klaͤrt waͤre. Eigenliebe haͤtte mich ohne Zweifel von Erforſchung eines Gegenſtandes abhalten ſollen, der einen der beſten Koͤpfe Europens beſchaͤftigt; da ich aber nicht aus Eigen⸗ liebe nachforſche, ſondern blos Warheitsliebe und Ver⸗ gnuͤgen der Belehrung mich in meinen Beſchaͤftigungen leiten: ſo habe ich dieſen kizlichen Gegenſtand mit Behut⸗ ſamkeit beruͤhrt, und da mirs geſchienen, daß ich einige neue und wichtige Thatſachen wahrgenommen haͤtte, ſo glaubte ich, es ſei Pflicht, ſie bekannt zu machen. Es werden Baumaterialien fuͤr einen geſchickten Baumeiſter, und vielleicht einige Worte aus dem großen Buche der Natur ſeyn. Noch muß ich vorausſchicken, daß das Wort Bleich⸗ ſucht(étiolement) die Kraͤnklichkeit ausdruͤkt, in die eine Pflanze verfaͤllt, wenn ſie des Einfluſſes des Lichts beraubt iſt. Sie verraͤth ſich durch eine bleichgelbe Far⸗ be, welche die ganze Pflanze uͤberzieht, durch ein ſon⸗ derbares Aufſchießen der Stengel und durch ganz kleine und verkruͤppelte Blaͤtter. Da dieſe Thatſache mit eine von denen iſt, die den Naturforſcher, der ſich mit dem Einfluſſe des Lichts be⸗ ſchaͤftigt, am meiſten intereßiren muͤſſen; ſo gehoͤrte ſie ohne Zweifel auch mit unter die, denen ich mit dem mei⸗ ſten Fleiße nachzuforſchen, und die ich unter den mannich⸗ faltigſten Geſichtspunkten zu betrachten hatte. 2. Vom c' dc Mang n, d zuſommer dinen beſ de man Gedait dchkeit man in man d mochte gefärbe weil ma dn ſio dis fal ſe, an d wieichſe gfact, deichder Ah. niſteit ſen, cun), ic hah E anzuſt geſeht aus ihne rälig g Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 29 1 S enan Vom Einfluſſe der verſchiedenen Strahlen, aus denen das Sonnenlicht zuſammengeſezt iſt, auf die darin vegetirenden Pflanzen. lvon Eifri Eh' ich unterſuchte, was die gaͤnzliche Beraubung lelnen dr des Lichts auf die im Dunkeln erzogenen Pflanzen fuͤr eine nicht aus Wirkung aͤußerte, ſchien mirs nicht uͤberfluͤßig zu erwaͤ⸗ lslitbe und gen, ob die verſchiedenen Strahlen, aus denen das Licht Beſchiſtiun zeſemtmengeſeßr iſt, oder wenigſtens einige von ihnen ſtond mi Der einen beſondern Einfluß auf die Vegetation der Pflanzen, „ daß ich an die man darin erziehen moͤchte, haben. Auf einen ſolchen mmen häi, Gedanken zu verfallen, war natuͤrlich, aber ihn zur Wirk⸗ su machen.( lichkeit zu bringen, nicht ſo leicht. Die Sonne kann kten Baumin man in ihrem Laufe nicht aufhalten, um den Strahl den oßen Buten man durchs Prisma gern aus ihrem Lichte abſonder moͤchte, feſt auf die Pflanzen richten zu koͤnnen. Aus gefaͤrbtem Glaſe geblaſene Gefaͤße wuͤrden ſehr viel koſten, 3Wott Blit weil man ſie ausdruͤcklich beſtellen muͤßte, und dann wuͤr⸗ usdeükt, n den ſie auch zu viel Licht auf halten, weil ſie zu dick ſind. puffes dst Dies habe ich durch große Flaſchen aus ſehr duͤnnem Gla⸗ bleich alenr ſe, an denen der Boden in den Bauch hineingedruͤkt iſt, durch in wie ich ſie im Anfange dieſes Werks beſchrieb, zu erſetzen Durc ich gnzt geſucht, und dieſe Flaſchen decke ich uͤber die Pflanzen, die ich den drſdeden gefaͤrbten Strahlen ausſetzen will. Will ich den rothen Strahl des Prisma nachahmen, ſo 1 w. miſche ich Karmin unter Waſſer, ſolls der Safrangelbe en it, 9 ſeyn, ſo faͤrbe ich das Waſſer mit Gilbwurz(Kadix Cur- des Eünt cuma)) zum violetten loͤſe ich Lakmuß im Waſſer auf, doch Fäbu⸗ ich habe ja alles dies ſchon umſtaͤndlicher beſchrieben. mit dem den unnc Es ſind nun ſieben Jahr her, als ich dieſe Verſuche te. anzuſtellen anfing, und vier Jahr lang habe ich ſie fort⸗ geſetzt. Ich muß vorlaͤufig erinnern, daß die Reſultate aus ihnen, was die Menge der Unterſchiede anlangt, nicht voͤllig gleich ſind, und dies iſt wegen der ſich unauf⸗ hoͤrlich 2O 30 Dritte Abhandlung. hoͤrlich veraͤndernden Umſtaͤnde ganz natuͤrlich, indeß ſind ihre Verhaͤltniſſe doch ſo ziemlich uͤbereinſtimmend. Ich ſaͤete Sallatſamen in gleiche Schalen und ſtell⸗ te ſie unter ihren, entweder erleuchteten, oder gefaͤrbten, oder finſtern Gefaͤngniſſen an die Sonne. Ich nenne die Gefaͤngniſſe erleuchtet, weil ich einige Schalen unter meinen Flaſchen voll Waſſer an die Sonne ſtellte, und gefaͤrbt, weil einige derſelben blos durchs gefaͤrbte Waſ⸗ ſer die rothen, violetten und gelben Strahlen empfingen. Die beiden erſten Eigenſchaften ſind die Extrema des Far⸗ benbildes, welches das Prisma macht, und die Leztere ſteht beinahe in ſeiner Mitte. Dies uͤberhob mich der Muͤhe, dieſe Verſuche mit allen ſieben Farben zu wiederholen, wel⸗ ches ich auch aus Mangel des Platzes nicht thun konnte. Einige andre Schalen mit hineingeſaͤeten Sallatſamen brachte ich in eine gaͤnzliche Dunkelheit, noch andre aber ſetzte ich der freien Luft und dem unmittelbaren Einfluſſe des Lichts aus. Folgendes ſind einige allgemeine Reſul⸗ tate, die ich erhielt. Sieht man anfaͤnglich blos auf die Hoͤhe des Wuch⸗ ſes der Stengel, ſo waren die Sallatpflanzen die hoͤch⸗ ſten, welche den gelben Strahlen ausgeſetzt geweſen wa⸗ ren, hierauf folgten die in den violetten Strahlen geſtan⸗ denen, doch waren ſie niedriger; naͤchſt auf dieſe folgten die, auf welche die rothen Strahlen gefallen waren, und zuletzt die, anf welche das Licht nur durchs reine Waſſer gewirkt hatte; dieſe kamen denen in ſreier Luft gewachſe⸗ nen am naͤchſten, ob jene gleich noch nicht voͤllig ſo hoch gewachſen waren, als dieſe eztere. Am gten Tage vom Keimen an zu rechnen, hatten die erſten Sallatpflanzen eine Hoͤhe von 20, die zweiten von 14, die dritten von 12, die vierten von 5, die fuͤnften von 6 Ainien, und endlich die im Finſtern geſtandenen von 2 Zoll 6 Linien erreicht. Dieſe Leztern ſtarben dc Fens age 3 To, 1ü ſenenen d Mau p hi, Faſce m faür uſt De nen Sall as vond nes Wo ſie wer ce der irer G gel warer . Saloryß en, und harre ga wänam rie Auc nab den welcede waren au am wen man die nenlichs Juſtat Bütte bein E ¹.—. — Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 31 olür lich.— 8 uide Tage, und die nur vom gelben Strahle beleuchtet gewe⸗ Ina ſenena am 9ten, aber die kbeigen fuhren fort zu wachſen. ( I. Apee tpflanzen hatten nach Verlauf von 1 ¾ , oddr gſit WRani unter der rathe Flaſche eine Hoͤhe von 4 Zoll en It um 2 Linien, unter der violetten von 3 Zoll 3 L. unter der lige Schalen Flaſche mit gemeinem Waſſer von 2 Z. 10 7. und in nß ſtelte 1 freier Lu ft von 1 3. 3 4. erreicht. 5 gefar afi bi Die Blaͤtter, an denen im rothen Str asleg geſtande⸗ Eerenahe nen Saliatpflanz zen waren minder breit und minder glatl, ud die Leſen als on denen, die im violette« 3 Strahle, unterm gemei⸗ b rih dag nen Waſſer und in der freien Luft geſanden hatlen, aber widderholn; ſie waren doch breiter un mehr genaͤhrt al die, auf wel⸗ niht hnn che der gelbe Strahl gefallen war. eten Salctir Die vom violetten Strahle beſchienenen Sallat⸗ noch andee! pflanzen aͤhnelten in Anſehung der Farbe der Blaͤtter und te baren Ein⸗ ihrer Groͤße ſehr denen ebenbeſchriebenen, aber ihre Sten⸗ allgemiinege gel waren weißer. Was die Blaͤtter der im Finſtern aufgewachſenen Bihetet Sallrpſtanzen anlangt, ſo hateen ſie glättere Oberflaͤ⸗ Fonzen de chen, und an denen mit Haaren! bewachſenen, waren die er uſf Haare gar nicht ſo ſteif, auch waren dieſe Blaͤtter bei Strahleng weitem nicht ſo breit noch ſo lang, als die von andern. auf dieſe ſt Auch die Veraͤſtungen der Wurzeln richteten ſich len waren, nach dem Zuſt ande der Blaͤtter. Die von Dfaun⸗ cs reine de welche die duͤnnſten Stengel und kleinſten Blätter hatten, r luſt gene waren auch mit den kuͤrzeſten, ſchlecht genaͤhrteſten und ht vollig ſit am wenigſten behaarten 2 Wurzeln verſehen. Doch muß man dies nicht als eine unmittelbare Wirſ kung des Son⸗ lüteh nenlichts anſehen, weil, nach zrmacher ee bemerkung, der ehnen ſin Zuſtand der Aeſte ſich allemal nach dem Zuſtande der deſan Biaͤtter richtet. Dieſe Beobachtung haͤlt Stich, ſowohl fän im Spi 1 de 3 beim Spinat, als an der Schminkbohne. geſtandenente ſarhen 3 Gie⸗ ———————y höhöhöhöoͤͤͤöͤoͤͤh „ 4 7 32 Dritte Abhandlung. Gibt man auf die Farbe unſrer Sallatpflanzen Acht, ſo bemerkt man, daß die vom gelben Strahle erleuchte⸗ ten Anfangs gruͤn zum Vorſchein kamen, und hernach vergilbten. Unterm rothen Strahle erſchienen ſie An⸗ fangs gruͤn, und behielten auch dieſe Faͤrbung, die ſie vom Anfange hatten, immer ſort. Unterm violetten nahm die gruͤne Farbe der Blaͤtter mit ihrem Alter zu. Alle dieſe Thatſachen habe ich auch an der Schminkboh⸗ ne wahrgenommen. Im Finſtern behielten die Blaͤtter gar kein Gruͤn. Am Spinat zeigt ſich eine beſondere Erſcheinung, die bemerkenswerth iſt. Die Stengel dieſes Gewaͤchſes ſind roth, wenn es der Natur nach in freier Luft waͤchſt. Aber an denen im Finſtern erzogenen Spinatpflanzen wa⸗ ren die Stengel ganz weiß, wurden aber in den violetten Strahlen roth. Unterdeſſen war doch die rothe Farbe der Stengel und dies Gruͤn der Blaͤtter lebhafter an denen im rothen Strahle erzogenen Pflanzen, als an denen un⸗ ter dem violetten Strahle vegetirenden: aber im gelben Strahle waren die rothe und gruͤne Farbe der Spinat⸗ pflanzen, die ſich in ihm entwickelten blaͤßer, als an de⸗ nen im rothen Strahle wachſenden. Dieſe Verſuche ſtellte ich hierauf auch mit den Schminkbohnen an. Ich ſtekte nemlich einige von die⸗ ſen Bohnen auf eben die Art, wie ich den Sallatſaamen geſaͤet hatte, und ſetzte ſie auch auf gleiche Weiſe der be⸗ ſondern Wirkung des rothen und des violetten Strahls aus. Nach verfloſſenen vierzehn Tagen bemerkte ich, ih⸗ rem Wuchſe nach, daß die am hoͤchſten aufgeſchoſſenen Schminkbohnen, die im Finſtern gewachſenen waren. Sie waren 6 Zoll 4 Linien bis zur Einlenkung der zwei⸗ ten Blaͤtter im violetten Lichte hoch; 4 Zoll 10 Linien im rothen, 2 Zoll 8 Linien unter der mit gemeinem Waſſer gefuͤllten Flaſche und 2 ½ Zoll in freier Luft. Die Reſul⸗ tate ſind etwas von jenen von den Sallatpflanzen verſchie⸗ den, W den, 6s von deren Hihe zu- in diej Stnimd iirrhih riclig we he bingt die uſten iine hihe letten S then Et der Glo lich de Es iſt⸗ hen(ic in ginſe O tt, die un tr der wit dioleten S tez ihred dag nen Stm briieine nien da d Pyſe varen an Ung haren die ſang und, Seneb Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 83 Sallatpganeng Sraſn den, es iſt aber zu bemerken, daß die Schminkbohnen, men, und ſe von deren Wuchſe ich das Maaß angegeben habe, in die er hiene 1 Hoͤhe zu wachſen aufgehoͤrt hatten, wenigſtens ſchoſſen ſie Färbun— in vierzehn Tagen nicht welter empor, da hingegen die Untem n Schminkbohne, welche im Finſtern ſtand, noch bis zu t irm U einer Hoͤhe von 8 Zoll aufſchoß. Dieſe Bemerkung iſt de Sthi wichtig, weil ſie dieſe Beobachtungen einander ziemlich na⸗ dieer d he bringt. Am neunten Tage nach dem Keimen hatten k M die erſten im Finſtern aufgewachſenen Schminkbohnen eine Hoͤhe von 6 Zoll, die zweiten, oder die von den vio⸗ dere Erſchhe letten Strahlen erleuchteten von 52 Zoll, die in den ro⸗ then Strahlen ſtehenden von 3 Zoll 9 Linien, die unter der Glocke mit gemeinem Waſſer von 9 Linien, und end⸗ lich die in freier Luft aufgewachſenen von 1 Zoll erreicht. Es iſt aber zu bemerken, daß die Schmiakbohnen im ro⸗ dieſes Gevich freier Luſt vie vinatpflanzan er in den vom—. e rothe abe then Lichte zwei Tage nach den andern aufgingen, und die bhaſte an im Finſtern erſt nach ſechs Tagen. dls an dimn Ddie Schminkbohnen in ſreier Luft hatten 14 Blaͤt⸗ wber in gi ter, die unter der Flaſche mit gemeinem Waſſer g, die un⸗ rrbe der Sone ter der mit dem rothen Waſſer 7, die unter der mit dem äßer, a n violetten Waſſer 5, und die im Finſtern ſtehenden 4 Blaͤt⸗ ter; ich rede blos von denen wohlgeſtalteten. f auch nit Die großen Blaͤtter der in freier Luft aufgewachſe⸗ Heinige dent, nen Schminkbohnen waren an den Stellen, wo ſie am en Selctſtn breiteſten waren, 2 Zoll 4 Linien lang und 2 Zoll 5 Li⸗ he Weiſedd nien breit. oletten Ett bemerkte ih Haufgeſchſer ꝛchſenen unn Die großen Blaͤtter der unter der mit gemeinem Waſſer gefuͤllten Flaſche aufgewachſenen Schminkbohnen waren 22 Linien lang und 15 Linien breit. nkung dee Unter der mit dem rothen Waſſer gefuͤllten Flaſche l Mihe⸗ waren die Blaͤtter der ſchon gedachten Pflanze 21 Linien meinen Ahf tang und auch eben ſo breit. ft. D N nzen veſb⸗ ſin 1 Senebier 2. Th. C Unter 34 Dritte Abhandlung. Unter der mit dem violetten Waſſer gefuͤllten Fla⸗ ſche erlangten die großen Blaͤtter der Schminkbohnen eine Laͤnge und Breite von 17 Linien, und im Finſtern 9 Li⸗ nien; alſo nehmen die Verhaͤltniſſe der Blaͤtter in dem Maaße ab, als der Stengel aufſchießt und die Pflanze bleichſuͤchtig wird. Was den Stiel der großen oder erſten Blaͤtter an⸗ langt, ſo war er in freier Luft 17 Linien, unter der mit Waſſer gefuͤllten Flaſche 14 L. unter der mit dem rothen Waſſer 13 L unter der mit dem violetten Waſſer 20 L. und im Finſtern 17 Linien. Die der Luft und dem Lichte ausgeſetzten Schminkbohnen behalten, wenn ſie aus der Erde hervorbrechen, ein bis zwey Tage lang ihre gelbe Farbe, nach Maaßgabe der Intenſion des auf ſie follen⸗ den lichts, nachher aber faͤrben ſie ſich gruͤn, die Saa⸗ menlappen aber werden ſpaͤter gruͤn, und zwar erſt vier bis fuͤnf Tage nach ihrem Hervorbrechen. Die Ribben der Blaͤtter ſind weiß, aber die Einfuͦgung der Blaͤtterſtiele in den Stengel, der an dieſer Stelle des⸗ wegen allezeit etwas dicker iſt, ziemlich dunkelgruͤn; man wird auch da die Saftgeſaͤße gewahr, welche dieſe Farbe verurſachen. Der uͤbrige Stengel iſt ein wenig mehr durchſichtig. Die Blaͤtter an Schminkbohnen, die unter der Fla⸗ ſche mit Waſſer aufgewachſen waren, waren ſchmaͤler, dagegen aber von einem dunklern Gruͤn, als die an Schmink⸗ bohnen in natuͤrlichem Zuſtande. Die Blaͤtter an de⸗ nen unter der violetten Flaſche gewachſenen ſchienen mir ein faſt ins Schwarze fallendes Gruͤn zu haben, allein ihre Stengel waren durchſichtiger, als die von Schminkboh⸗ nen in natuͤrlichem Zuſtande. An denen in den rothen Strahlen aufgewachſenen Schminkbohnen waren die Stengel durchſichtiger und glaͤtter, als an denen im Lichte aufgewachſenen. Das Gruͤn ihrer Blaͤtter kam mir an⸗ faͤnglich kung bſd dun d Dr ne re kauchtet! (inem ſh bis zu geln de Uebeig 2 bohner Vare die on aufgere ſchwache daſt und N ſaneiche i ſeien mealor ſtaibe 1 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛct. 25 ſſer gefültng em faͤnglich ziemlich dunkel vor, ward aber doch an der Ein⸗ in Finſtn, lenkung der Blaͤtterſtiele ein wenig blaͤßer. Dieſes Gruͤn, Bantr n das ich in der Verdickung, welche ſich in dieſer Einlen⸗ und de ge kung bildet, dunkler befunden habe, iſt gleichwohl nicht ſo dunkel, als an Schminkbohnen in natuͤrlichem Zuſtan⸗ de. Der Stengel war ſchwaͤcher als an den Pflanzen, erſten Blt die von denen durchs Waſſer gegangenen Strahlen er⸗ en, unter der leuchtet waren, auch war er, ſo wie auch das Blatt, von er mit dem n einem ſchwaͤchern Gruͤn. Die Hoͤhe des erſten Stengels ten Voſſr bis zu den Saamenlappen war groͤßer als an den Sten⸗ iſt und dende geln der in freier Luft gewachſenen Pflanzen, aber das wenn ſe ut Uebrige des Stengels war duͤnner. e lang iin Die im violetten Strahle aufgewachſenen Schmink⸗ des uu ſe fl bohnen hatten eine dunklere Farbe, als die andern. grün, deee Waren aber ihre Stengel gleich weniger durchſichtig als nd zoar aſ die an Schminkbohnen, welche in den rothen Strahlen n. aufgewachſen waren; ſo waren ſie doch durchſichtiger und herdiiſſ ſchwaͤcher als die an Schminkbohnen, die in der freien de Stun Luft und im Lichte aufgewachſen waren. lich duniegt Vergleicht man dieſe Reſultate mit den ſchoͤnen und ahr, weichen ſinnreichen Verſuchen, die Herr Lambert angeſtellt und gel iſt ein e in ſeinem ſo wichtigen Buche: Photometria ſiue de menſura et gradibus luminis, colorum et vmbrae, be- 1 ſchrieben hat, ſo wird man einige Verwandſchaften fin⸗ ie unttrdit den, die intereßiren koͤnnen. waren ſtn die anStr In der Luft, im Waſſer und im Glaſe werden be. Blater ſtaͤndig viele Strahlen zuruͤkgebrochen; dieſe Zuruͤkbre⸗ nen ſchennn chung ſteht aber mit der Dichtigkeit des Mittels(milieu) haben,aleui im Verhaͤltniß; daher ruͤhrt es, daß Pflanzen, die in dem on Sänit durchs Waſſer einfallenden Lichte vegetiren, weniger Licht⸗ en indan ſtrahlen auffangen, als die in freier Luft ſtehenden. Ver⸗ gnen womn! mehrt man alſo die Dichtigkeit des Mittels durch den Zu⸗ Iderenin t ſaz fäͤrbender Subſtanzen, ſo vermehrt man auch die tterkan min Staͤrke der Zuruͤkbrechung, und ſonach fangen Pflanzen, ue C 2 die ——————————— 35 Dritte Abhandlung. die einem durch gefaͤrbte Mittel gehenden Lichte ausgeſetzt ſind, eine geringere Menge licht auf. Hieraus folgt dann offenbar, daß wenn die von dieſem durchfallenden Lichte hervorgebrachte Wirkung ſich jener vom vollen Lich⸗ te hervorgebrachten naͤhert; dieſe Wirkung weniger der Intenſion der Erleuchtung,— welche geringer ſeyn muß, — als der Beſchaffenheit des erleuchtenden Strahls zuzu⸗ ſchreiben ſei. Folglich iſt die Wirkung der violetten Strahlen, welche wenigſtens eben ſo gruͤne Blaͤtter, als die Wirkung des vollen Lichts hervorbringt, eine Wir⸗ kung, die ſich in Anſehung der Intenſion der Erleuch⸗ tung mit jener des vollen und grade durchfallenden Lichts nicht vergleichen laͤßt; weil ¹) die violetten Strahlen nur ein Theil vom vollen Lichte ſind; 2) weil ſie durch zwei Glasflaͤchen und eine ziemlich dicke gefaͤrbte Waſſermaſſe durchfallen muͤſſen,— wiewohl doch auch zu bemerken iſt, daß dieſer Lichtſtrahl, der auf die Farbe Einfluß hat, und ſie ſo erhaͤlt, wie ſie an einer Pflanze ſeyn muß, die unter einem gefaͤrbten Geſchirr vegetirt, nicht auf gleiche Art auf den Wuchs des Stengels wirkt: daher er bleich⸗ ſuͤchtig und duͤnne iſt, faſt wie an denen im Finſtern auf⸗ gewachſenen Pflanzen,— und weil ſie zur Entwikelung der Blaͤtter eben ſo wenig beitragen. Hieraus wuͤrde alſo folgen, daß der Wuchs der Stengel und die Groͤße der Blaͤtter blos mit der Intenſion der Erleuchtung im Verhaͤltniß ſtehen, das Gruͤn der Blaͤtter dagegen mehr von der Beſchaffenheit des Strahls abhaͤngk. Aber es ereignet ſich noch mehr. Da die rothen Koͤrper in der naͤmlichen Entfernung vom leuchtenden Koͤrper mehr erleuchtet ſind, als die violetten; ſo iſt klar, daß Erſtere mehr ſicht zuruͤkwerfen, als Leztere; wor⸗ aus denn folgen muß, daß im violetten Strahle aufge⸗ wachſene Pflanzen mehr Licht auffangen koͤnnen, als im rothen Strahle erzogene, weil ihnen mehr Licht zugeſchikt wird, und dies hat auf die Farbe der Blaͤtter einen ſo ſtarken kannt; dicen I dieſerA viee d vnter! auf ſe deiſch vänn ab der an hi tthale Orrah neter ihe ſe Strah Nwar — Vom Einfluße des Sonnenlichts ꝛc. 37 ücht at ſtarken Einfluß, daß da gelbe Koͤrper mehr Licht zuruͤk⸗ Hians 1 brechen als rothe und violette, die im gelben Strahle er⸗ m durtſlne zogenen ſanzen auch von ſchwaͤcherm Gruͤn und hagrerm vom vollel Wuchſe ſind als die andern, weil ſie nemlich weniger ung werige Licht empfangen und deſſen weniger auffangen koͤnnen. wennne Da die Waͤrme auf dieſſe Unterſchiede Einfluß haben ng der nn konnte; ſo habe ich die Waͤrme der Strahlen, die ich bei ine Yina dieſen Verſuchen gedrauchte, zu meſſen geſucht, und in dieſer Abſicht mit Thermometern mit freiſtehender Kugel, viele eigene Verſuche angeſtellt, und dieſe Werkzeuge unter Umſtaͤnden, die in Beziehung auf alles das, was ingt, eine D ion der Ellah jhlata auf ſie Einſluß haben konnte, vollkommen gleich waren, lfeMi verſchiedenen Strahlen ausgeſetzt. bte Vaſſeri Meiſtentheils bemerkte ich, daß der rothe Strahl ich zu benen waͤrmer als der violette, und zuweilen der gelbe waͤrmer be Eifußte als der rothe war. Folgendes ſind die Reſultate, die ich ſern nußf am haͤufigſten durch ein vortreffliches engliſches Prisma nich aif ht erhalten. Dieſes Werkzeug warf die verſchiedenen daher i he Strahlen auf einen Bogen Papier und einige Thermo⸗ m Finiena meter waren in verſchiedenen Hoͤhen ſo aufgehaͤngt, daß ihre ſehr kleinen Kugeln in die Mitte jedes farbigen Strahls, der von den uͤbrigen durch das Prisma abgeſon⸗ dert war, trafen.— ur Entwikku Hieraus wln und die Gii Erleuchtungſ Violetter Strahl 16 ½20 dagegen m Rother 16 ⁰ gt. Gelber 16 ½ Im Schatten 160 Da die nt In voller Sonne 18 ½ 3. ſacin Man ſieht hieraus, wie viel die getrennten Strah⸗ ten; ſ 1 len von der Waͤrme verloren hatten, die ſie vereinigt be⸗ Lezkerz; 1 ſitzen, man ſieht ferner, daß das Vermoͤgen des violet⸗ Strahle eu ten Strahls, die Bliͤtter gruͤn zu faͤrben, nicht von ſei⸗ Ennen, d 1 ner Waͤrme abhaͤngt; grade ſo wie eine betraͤchtlichere üctepzſt Waͤrme weder zum hagrern Aufſchießen der Stengel, lätke eien C3 noch furi 38 Dritte Abhandlung. 8 noch zum beſſern Gruͤnfaͤrben der Blaͤtter beitraͤgt. Hier⸗ t aus folgt ferner noch, daß die Eigenſchaften des violetten rit gihe Strahls bis auf einen gewiſſen Punkt von ſeinem Vermoͤ⸗ ſuͤmn gen zu erwaͤrmen und zu erleuchten unabhaͤngig ſind da⸗ ſ p⸗ gegen aber aus der beſondern Beſchaffenheit der Materie, gujute aus der er zuſammengeſetzt, zu entſpringen ſcheinen. lou Dieſe Verſuche fallen ausnehmend unterſchieden 25 aus, und muͤßen es auch, da ſie von tauſenderlei Umſtaͤn⸗ den abhangen: doch haͤlt das von mir angegebene Reſul⸗ tat das Mittel zwiſchen vielen angeſtellten Verſuchen.— de Indes muß ich doch anmerken, daß wenn ſchon die an⸗ dern Verſuche im Grade der Waͤrme verſchieden ausſie⸗ d len, ſie doch mit denen von mir beſchriebenen in ziemlich ſattze beſtaͤndiger Uebereinſtimmung blieben. rits g Um dieſe Verſuche auf die gleichfoͤrmigſte Art anzu⸗ reilſe ſtellen, iſt es,— wie ich auch angemerkt und ſelbſt gethan Lifaden habe,— dienlich, das prismatiſche Sonnenbild auf die haben. Tafel fallen zu laſſen, und mit der freiſtehenden Kugel e: des Thermometers von der Seite her ſo in den Strahl vi liſd zu ruͤcken, daß jedes Thermometer nur allein der Einwir⸗ Ann fe kung des Strahls, deſſen Waͤrme man will, daß es anzei⸗ gen ſoll, ausgeſetzt werde. Auch waͤre es ferner noch dien⸗ aiu lich, wenn an den Thermometern die Kugeln von gleichem dn. Durchmeſſer waͤren, welche ſie auf gleiche Art in die din Strahlen, deren Waͤrme ſie meſſen ſollen, eintauchten; ein und endlich muͤßte man ſie auch von ihrem Obertheile her e hä beobachten, ſo daß die Kugel vom Leibe des Beobachters klben weggekehrt waͤre. Dies waͤre leicht zu bewerkſtelligen, ner, d weil die Thermometer auf der Tafel liegen wuͤrden, und rmah dies iſt ſchlechterdings nothwendig, weil man die Ther⸗ ſtin mometer der Bewegung des prismatiſchen Bildes, wel⸗ dee diß ches dem Sonnenbilde nachgeht, folgen laſſen, und Eſſenn weil man ſie dabei nur von weitem und bei ihrem obern Lintiſ Ende anfaſſen muß, um ſo wenig als moͤglich auf ihre H Kugeln zu wirken..... utr d Ich —— ☛ 1 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts:ꝛc. 39 beitrage ſten nn Ich muß hier noch hinzufuͤgen, daß ob ich wohl nſeinnnen mit groͤßter Sorgfalt mich vor Irthuͤmern bei dieſen Ver⸗ öhängig ſ ſuchen zu huͤten geſucht, doch der Verfuͤhrungen dazu eine het de Nan ſo große Menge iſt, daß ich meine Verſuche nicht fuͤr enſcheien ganz zuverlaͤßig ausgeben mag, ob ich gleich Urſache ha⸗ be zu glauben, daß ich ſie ſo gut, als nur moͤglich gewe⸗ nd untaſti ſen, angeſtellt, auch ſie oft und unter verſchiedenen Um⸗ enderle Unſt ſtaͤnden wiederholt habe. 1 noegebene R lien Taütt 3. Bereits entdekte Erſcheinungen der Bleich⸗ an ſchon die ſucht. rſchieden ae Da mir obliegen wird, von den Urſachen der Bleich⸗ ſucht zu handeln, ſo muß ich auch mit Wenigem die be⸗ reits entdekten Haupterſcheinungen derſelben anfuͤhren, denen in zient nigſie Anc weil ſie meine Unterſuchungen unterſtuͤtzt und mir zum und ſelſtget Leitfaden bei meinen angeſtellten Beobachtungen gedient menbid af haben. ſtehenden Ku Sch 8 b in den En Schon D. Ray that in ſeiner 1686 herausgegebe⸗ in drem nen Hiſtoria plantarum, T. J. Libr. I. p. I5. durch viele l daas Verſuche dar, daß das bloße Licht auf die gruͤne Farbe , di der Pflanzen Einfluß habe. Er nahm wahr, daß Pflan⸗ erner nogdu zen eine gruͤne Farbe hatten, ob ſie gleich unter einem n von glitn glaͤſernen der Sonne ausgeſetzten Geſchirr vegetirten, daß ce An in aber ihre Farbe alsdann nicht ſo dunkel war, als wenn , einkaubt der Pflanze nichts im Wege ſtand, was ihr die unmit⸗ Obettheie telbare Einwirkung der Sonne entzog. Er bemerkte fer⸗ e8 Beuhatt ner, daß die Pflanzen ganz und gar keine gruͤne Farbe hewerkſtlie annahmen, wenn ſie unter einem undurchſichtigen Ge⸗ wuͤrden, u ſchirr vegetirten, und daß ihre Stengel ausnehmend in nan die d die Hoͤhe ſchoßten. Er uͤberzeugte ſich auch, daß dieſe „Bildes, Erſcheinung weder der Beraubung der Luft, noch dem 7 laſtn, u Einfluſſe der Waͤrme zuzuſchreiben ſei. i im 8 Herr Bonnet, uͤber dieſe Erſcheinung erſtaunt, be⸗ dolch a leuchtete ſie mit der Fackel des ſcharfſinnigen und logiſchen C 4 Beob⸗ 4 45 Dritte Abhandlung. Beobachters, er noͤthigte die Natur, ihm verſchiedene Eigenſchaften dieſer Thatſache zu geſtehen, beſtaͤtigte Kays Entdeckungen durch unwiderſprechliche Verſuche und er⸗ weiterte ſte betraͤchtlich, wie man im 4ten und sten Ban⸗ de ſeiner Werke nachſehen kann. Die vornehmſten Geſtaͤndniſſe, welche dieſer vor⸗ treffliche Naturforſcher der Natur entriß, ſind folgende: 1) Pflanzen, die unter einer verſchloſſenen Glas⸗ roͤhre aufgewachſen ſind, bleiben kleiner, als andre, A 2) Pflanzen, die, ohne die unmittelbare Einwirkung der Sonne zu genießen, aufwachſen, aber doch vom Ta⸗ geslichte beleuchtet werden, ſind gruͤn. 3) Im Finſtern aufwachſende Pflanzen ſind bleich⸗ ſuͤchtig. 43) Ein Stengel, der noch an ſeiner Mutterpflanze ſitzt, wird bleichſuͤchtig, wenn er ſich im Finſtern befin⸗ det, waͤhrend die Mutterpflanze den Einfluß des Lichts ge⸗ noſſen hat. 5) Ein ſolcher bleichſuͤchtiger Stengel kann nicht zum Ableger taugen. 6) Die Bleichſucht iſt im Verhaͤltniß der Finſter⸗ niß. 7) Luft und Waͤrme haben auf die Bleichſucht kei⸗ nen Einfluß. 8) Eine bleichſuͤchtige Pflanze 24 Stunden ans ſicht geſetzt, iſt hinreichend, ſie gruͤn zu faͤrben. 9) Gruͤne Blaͤtter nebſt ihren Stengeln ins Fin⸗ ſtere geſtellt, vergilben zwar nicht, fallen aber ab. 10) Das Holz wird im Finſtern nicht haͤrter. 4) Bleich⸗ 11) ſet und, das dch Nülee rin d — gitzu ten gli wobich hode, e G Natur den u ſuch die ma TTI ſulkate 1. m hele ¹) dn Wt 9) 11 4 lenda, Pfen chen in Hellen ſch a being ſeht 9. im deiſti en, beſtiige 1 ten und zteng weche dieſe ſriß, ſind ſiga erſchloſſnen Ge relbare Einwit aber doch von fanzen ſid le ner Mutterzfe Wim Finſtern he lluß des lite, tengel kam i ilriß der gi e Bleicſuc 4 Stundn irben. tengelr ieh aber dl. rict lit 1) dh — Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 41 11) Bleichſuͤchtige Pflanzen, die man ins Waſſer ſetzt und ans Licht ſtellt, werden darin gruͤn, ob ſie gleich das Licht durchs Waſſer durch empfangen. Hier haben wir nun eben ſo wahre, als wichtige Reſultate. Mein Zeugniß thut zu der Exzaͤhlung dieſes großen Beobachters, von dem wir ſie erhalten, nichts hinzu. Wenn ich aber doch ſage, daß ich dieſe Thatſa⸗ chen gleich ihm bemerkt habe, ſo werde ich vielleicht dem, was ich ſagen werde, daß ich es von mir ſelbſt beobachtet habe, etwas mehr Glauben verſchaffen. Endlich hat auch Herr Meeſe, ein holaaͤndiſcher Naturforſcher, deſſen Bemuͤhungen Herr van Swin⸗ den uns bekannt gemacht hat, ſich mit der Bleich⸗ ſucht beſchaͤftigt und darin wichtige Entdeckungen gemacht, die man im Journal de Phyſique Tom. VI. S. 445. und T. VII. S. 112. 193. findet. Folgendes ſind die Re⸗ ſultate ſeiner Beobachtungen. 1) Die Samen gehen im Finſtern ſo wohl auf, wie am hellen Tage. 2) Die Purpurfarbe der Blaͤtter veraͤndert ſich an den Blaͤttern, die ſie haben, nicht. 3) Waſſerpflanzen werden ſo wohl bleichſuͤchtig, als Erdpflanzen. 4) Die Befruchtung wird im Finſtern nicht vol⸗ lendet, indes machen einige unter der Erde wachſende Pflanzen doch hierin eine Ausnahme. Die Blumen bre⸗ chen im Finſtern auf und verwelken eher darin, als im Hellen, aber die ſich im Finſtern geſchloſſen haben, oͤfnen ſich auch darin nicht. 5) Vegetirende Pflanzen, die man ins Finſtere bringt, leben nicht weiter fort, wenn ſie jung ſind, man ſieht aber einige Steugel aus ihnen aufſchießen, wenn ſie C 5 noch —— 4² Dritte Abhandlung. noch in ihrer voͤlligen Lebhaftigkeit ſind. In Betracht der jungen Pflanzen moͤchten die, welche noch die Samen⸗ blaͤtter haben, beſſer als andre fortwachſen. 6) Die Bleichſucht iſt am ſtaͤrkſten in den erſten Tagen. 7) Das Wachsthum der bleichſuͤchtigen Pflanzen iſt in den erſten Tagen am ſtaͤrkſten und wird von der Waͤrme und Feuchtigkeit beguͤnſtigt. Ueberfluß an Waſ⸗ ſer traͤgt weniger zur Bleichſucht bei, als Waͤrme und die Finſterniß wirkt kraͤftiger zum hagern Aufſchießen der Pflanzen als Waͤrme und Feuchtigkeit. 8) Die Pflanzen dunſten im Finſtern aus, aber ihre unmerkliche Ausduͤnſtung ſcheint darin vermindert zu ſeyn. 9 9) Die Pflanzen ſaugen weniger Waſſer im Fin⸗ ſtern ein, als im Hellen. Dieſes ſind die uͤber dieſen Gegenſtand gemachten ſonderbaren Entdeckungen; folgende ſind die, welche ich glaube hinzuſetzen zu koͤnnen. Gluͤklich werde ich ohne Zweifel ſeyn, kann ich nach dieſen fleißigen Beobachtern noch eine Nachleſe von einigen wichtigen Thatſachen hal⸗ ten. Ich habe geſucht, ihnen nachzufolgen. Ich bin im Begriff, einige meiner Schritte am Ende der langen Laufbahn, die ſie durchlaufen haben, aufzuzeichnen. Ha⸗ ben ſie gleich nicht das Verdienſt, groß zu ſeyn, ſo wer⸗ den ſie doch, hof' ich, das haben, ganz ſicher zu ſeyn. 4. Mikroſkopiſche Beobachtungen uͤber die bleich⸗ ſuͤchtigen Pflanzen. Es ſiel mir ein, die bleichſuͤchtigen Pflanzen mit den geſunden mittelſt der Glaͤſer zu vergleichen, und ich ſchlug bei dieſer Unterſuchung folgenden Weg ein: Ich d J0 dee Pch hutee ud ud1489 dre turin ein ſitigen ſirkern u de Ober veiß. T flonze gewebe 6 hohneny faͤh de dem Dde bſen Nin ſeht, und gen, gebi dien griͤn bſintn wetſſ Sin thanfin ne Ohh Schni häurche unter der lich bone diſen fe in dmn rimmt. db ſenet 0. . N Ann noch dieen jſen. en in den i chigen Pfun d witd vin tberftuß ane Waͤrme und Auſſciefen en aus cher vermindet, Vaſſer in g ſtand gemalt die, welche t werde ich th en Beobachtn thatſachen ſ gen. Ic tt nde der lauen uzeichnen h ſeyn, ſo rzu ſeyn⸗ er die blch Pfanzn 1 ſchen, und deg än N Vom Einfluſſe des Sonnenlichts c. 49 Ich waͤhlte zwei Schminkbohnenpflanzen, eine die drei Wochen lang in freier Luft und im Lichte vegetirt hatte, und eine, welche im Finſtern aufgewachſen war und 14 Tage darin geſtanden hatte. Der Stengel der geſunden Schminkbohnenpflanze war in ſeinem groͤßten Durchmeſſer 1, der von der bleich⸗ ſuͤchtigen 2 Linien dick; auch war der Letztere mit laͤngern, ſtaͤrkern und mehrern Haaren bewachſen, als Erſterer. Die Oberflaͤche des Erſtern war gruͤn, des Letztern matt⸗ weiß. Das Oberhaͤutchen der gruͤnen Schminkbohnen⸗ pflanze war dichter, und ſchien mir genauer mit dem Zell⸗ gewebe verbunden zu ſeyn. Schneidet man vom Stengel der gruͤnen Schmink⸗ bohnenpflanze duͤnne Scheibchen, und zwar mit der Grund. flaͤche des Stengels parallel ab; ſo bemerkt man unter dem Oberhaͤutchen deutlich einen durchſichtigen und farb⸗ loſen Ring, der wie ein bloßer Zug mit der Feder aus⸗ ſieht, und aus Blaͤschen, die ſich eins an das andre draͤn⸗ gen, gebildet zu ſeyn ſcheint. Hiernaͤchſt entdekt man einen gruͤnlichen, mit kleinen undurchſichtigen Puͤnktchen beſaͤeten Ring, der in Vergleichung des erſten ziemlich breit iſt. Schneidet mon nach gleichem Verfahren und zwar ebenfalls mit der Grundflaͤche des Stengels parallel, duͤn⸗ ne Scheibchen von dem Stengel der bleichſuͤchtigen Schminkbohnenpflanze; ſo unterſcheidet man das Ober⸗ haͤutchen, dann einen durchſichtigen farbloſen Ring, der unter der Loupe x Linie breit zu ſeyn ſcheint, und aus ziem⸗ lich von einander entfernten Blaͤschen gebildet iſt. Auf dieſen folgt ein andrer Ring, der faſt braun ausſieht, und in dem man ziemliche ſtarke undurchſichtige Punkte wahr⸗ nimmt. Dieſer Theil kam mir noch undurchſichtiger, als jener von der gruͤnen Schminkbohne vor. Der ————õ———— 443 Dritte Abhandlung. Der markige Theil, der in den bleichſuͤchtigen Schmink⸗ bohnenpflanzen einen ziemlich breiten Ring bildet, ſcheint aus ziemlich ſtarken großen und ziemlich von einander ab⸗ ſtehenden Kuͤgelchen zu beſtehen, da doch ſonſt alles weit enger und naͤher beiſammen iſt, als in dem Stengel von den gruͤnen Schminkbohnenpflanzen. An den gruͤnen Schminkbohnenpflanzen iſt der er⸗ ſte Ring des Querſchnitts vom Stengel weniger durch⸗ ſichtig, als der erſte Ring des Querſchnitts vom Stengel der bleichſuͤchtigen Schminkbohnenpflanzen. Der leere Raum, der ſich in der Mitte beider Stengel findet, iſt ohngefaͤhr gleich groß. Eben dieſe Erſcheinungen habe ich an den Samen⸗ lappen ſowohl bleichſuͤchtiger als geſunder Pflanzen wahr⸗ genommen, aber mit dem Unterſchiede, daß in den Sa⸗ menlappen der gruͤnen Schminkbohnenpflanze gar kein leerer Raum nahe beim Stengel vorhanden war, aber wohl in jenem der bleichſuͤchtigen. Auch war das Gewebe bei den erſten lokrer und der Ort des Markes enger am Sa⸗ menlappen, als am Fuße des Stengels. In gruͤnen Schminkbohnenpflanzen war alles ausgefuͤllt. Eben die⸗ ſe Erſcheinung habe ich an den Stellen, wo ſich die Ver⸗ aͤſtungen bilden, wahrgenommen. Schneidet man eine gruͤne Schminkbohnenpflanze nahe bei der Wurzel ab, ſo muß man ihre Wurzel mit faſſen, wenn man nicht in den mitten im Stengel vor⸗ handenen leeren Raum ſchneiden will, anſtatt daß in bleichſuͤchtigen Schminkbohnenpflanzen man die Roͤhre einen Zoll hoch uͤber der Wurzel voller Mark findet. Folglich erhellet deutlich, daß bleichſuͤchtige Schmink⸗ bohnenpflanzen mehr Mark haben, daß ihre lymphati⸗ ſchen Gefaͤße mehr aufgeſchwollen ſind, daß ihr Zellge⸗ webe einen ſehr kleinen Raum einnimmt, daß daſſelbe einen undeutlichen Ring von dunkelgrauer Farbe b a W dhner b ind audj gi ſed de bächſäch cheene ſappen an bratern gie S ds Ste der Na Oherha ge vin Ales i verrith der ſch 5 Bed di ſoit md wudige der en eine V von dm un ſich hheiltd entdekt der P geeich in nich ho 9. ichtigenetn Ring bide von einn. och ſonſt als, dem Sta pflanzen it gel wenigr de nitts von Sh anzen. Der Stengelfnde ſch an den En der Pflanenn 1 daß in da enpffanze gur den war obern ur das Gewehl fes enger ime els. In gi ffuͤllt. Eln „wo ſich del ninkbohnenft ihre Wun im Stenol anſtatt di man dieN Mark fide jchiigetnt pß ihre hmnd daß it 30 nt, daß dſt ſe uer Fabe h 9 Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 45 daß man darin dunklere oder undurchſichtigere Blaͤschen, als in den uͤbrigen Theilen wahrnimmt, daß Letztere aber auch groͤßer, als in den gruͤnen Schminkbohnenpflanzen ſind.. Die Stengel uͤber den Samenlappen gleichen an bleichſuͤchtigen Schminkbohnenpflanzen ziemlich dem, was ich eben beſchrieben habe: da ſie aber von den Samen⸗ lappen an der Wurzel an, einen groͤßern Durchmeſſer und breitern Kranz von organiſirter Materie haben, als gruͤne Schminkbohnenpflanzen; ſo nimt der Durchmeſſer des Stengels oberhalb der Samenlappen mit der Menge der Materie ab. Es bleibt daran beinahe nichts, als das Oberhaͤutchen uͤbrig, und man findet die naͤmliche Men⸗ ge von Materie nach demſelben Umfange nicht darin. Alles iſt darin weit ſchlaffer, als im untern Theile und verraͤth den duͤrftigen Zuſtand und die Entkraͤftung, in der ſich die Pflanze befindet. 5. Beobachtungen an bleichſuͤchtigen Pflanzen, und Ausnahmen dabei. Die große Durchſichtigkeit bleichſuͤchtiger Stengel laͤßt an den bleichſuͤchtigen Schminkbohnen ein ſehr an⸗ muthiges Schauſpiel ſehen. Man entdekt nemlich an der Stelle, wo die Blaͤtter in ihren Stiel eingelenkt ſind, eine Wulſt, die ziemlich gruͤn iſt. Dieſe Wulſt wird von den Saftgefaͤßen, die an dieſer Stelle gepreßt ſind, um ſich von da in den Blaͤtkerſtiel zu oͤfnen, gebildet, und cheilt dieſer Stelle eine Schattirung ihrer Farbe mit. Man entdekt dieſe gruͤnen Gefaͤße in dem Augenblicke zuerſt an der Pufbohne, da ſie anfaͤngt zu vegetiren, wenn ſie gleich immer mit Erde bedeckt geweſen iſt, und vom Lichte nicht hat unmittelbar getroffen werden koͤnnen. Bleich⸗ —————— Se—yy 46 Dritte Abhandlung. Bleichſuͤchtige Blaͤtter ſind mir allezeit durchſichti⸗ ger vorgekommen, als gleichartige gruͤne. Ohne Zwei⸗ fel enthalten ſie weniger Materie. Gruͤne Blaͤtter, die man mit ihrer Pflanze, welche ſie naͤhrt, in einen dunkeln Ort einſperrt, haben mir zu⸗ erſt auf der obern Seite zu vergilben geſchienen, wenn ſie anders in ihrem Gefaͤngniß nicht abſterben. Man kann dies an gruͤnen Schminkbohnen wahrnehmen, wenn man ſie allmaͤhlig an die Finſterniß gewoͤhnt; beſonders aber an den Narciſſen, an denen die Blaͤtter im Finſtern nicht abſterben, ob ſie gleich darin die voͤllige Bleichſucht bekommen. An bleichſuͤchtigen Schminkbohnenpflanzen, die man nach und nach ans Licht bringt, und ſie ſonach nicht der Gefahr ausſetzt, daß ſie durch die zu ſtarke Einwirkung des vollen Lichts abſterben, desgleichen auch an mehrern andern bleichſuͤchtigen Pflanzen, denen eine zu raſche Verſetzung aus der Finſternis an die Sonne nicht nach⸗ theilig iſt, ſieht man die zaͤrteſten Theile zuerſt aus dem Weißen ins Gelbe uͤbergehen. Das Gelbe wird hierauf dunkler, alsdann kommen an den Enden und Raͤndern der Blaͤtter, desgleichen an den Veraͤſtungen der Rib⸗ ben gruͤne Punkte zum Vorſchein. Dieſer Punkte wer⸗ den immer mehr. Sie breiten ſich aus und ruͤcken naͤher aneinander. Endlich wird auch der Blaͤtterſtiel gruͤn, allein der Stengel, wenn er ſich anders gruͤn faͤrbt, erhaͤlt dieſe Farbe doch erſt nach ziemlich langer Zeit. Die friſchgetriebenen Blaͤtter ſind gleich Anfangs gruͤn. Sol⸗ chergeſtalt kann man auf dem naͤmlichen Stengel ganz gruͤne, und ſchwaͤcher gruͤne Blaͤtter und einen vollkom⸗ men weißen Stengel haben. Das Gruͤn koͤmmt, beſon⸗ ders an bleichſuͤchtigen Blaͤttern, um die zoͤcher, welche darin ſeyn moͤgen, zum Vorſchein; vermuthlich fließt der Saft am reichlichſten dahin. ee Ich fmn ch d nütdene De andera ſi benen S. Inde tongert dernure dgein, mr. H perbe der dn Verb ſi li au ien de ge deſ mäſnu ind Nuc Eie ei laufmne Lingen die, einige dar don m ins ſich nit dm hi ic tige? 9 9 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts:ꝛe. 47 nn c Ich habe das Vergnuͤgen gehabt, eine bleichſuͤchtige . Nma. Schminkbohnenpflanze zu ſehen, die eingehen wollte, die ich aber behutſam ans Licht gewoͤhnte, und die faſt ganz gruͤn wurde. Der Stengel war bis zur erſten Vergabe⸗ 1 Tſag, lung blaßgruͤn, das Uebrige aber war voll llkommen gruͤn, 4 hade n desgleichen auch die erſten Blaͤtter. Ich erhielt ſogar gſtimn, 1 Bluͤthen daran, da es aber ſchon ſpaͤt dn Jahr war, ſo Gſeti. 1 kann ich nicht ſagen, ob ſie Schoten angeſetzt haben dinernn wuͤrden.. ehihn e bann unh. Die vollkommenen Blaͤtter der Waſſerpflanzen ver⸗ äligeVetſ aͤndern ſich im Finſtern nicht, obgleich ihre friſchgetrie⸗ 1 benen Stengel bleichſuͤchtig ſind. An den Narciſſen hat mir die Spitze des Blatts oſt gruͤner nyflanzen der von Farbe zu ſeyn geſchienen, als das Uebrige und ein Theil, ſonach nich der nur eben aus der Zwiebel herausgetrieben, war nicht rarke Einvit ſo gruͤn, als ein ſchon ſeit einigen Tagen hervorgewachſe⸗ auch nmir ner. Hieraus wuͤrde zu folgen ſcheinen, daß die gruͤne en eine zuti Farbe der Blaͤtter ganz von der aͤußerlich vor ſich gehen⸗ vonne nichen den Verbindung abhaͤngt, und daß man fagen kann, ſie e zuerſt ue ſei, bis auf einen gewiſſen Punkt, von der innern Vegeta⸗ Abe vid he tion der Zwiebel unabhaͤngig. en und Rin Dieſe Thatſache war wichtig, und erforderte naͤher lungen delh erwieſen zu werden. Ich bedekte daher an einem Blatte ſer Punktt einer Narciſſe eine Stelle, die recht gruͤn war, mit einem und ruͤcken Stuͤcke Stanniol, das einen Zoll breit war. Nach Ver⸗ lätterſtittg lauf von einigen Tagen war das Blatt in ſeiner ganzen yn ſätbt, Länge vollkommen gruͤn, nur die mit dem Stanniol be⸗ er del ¹ dekte Stelle nicht, dieſe war ganz gelb. Nimmt man nos grün,5 ein ſehr bleichſuͤchtiges Narciſſenblatt, bedekt einen Theil Stenaa. davon mit einem Stuͤcke Stanniol und bringt es alsdann einen bolte ins Licht; ſo wird das ganze Blatt gruͤn werden, nur die kömnt, bi mit dem Stanniol bedekte Stelle nicht. öce, u Hierauf ſchnitt ich von einer Hyacinthe einige bleich⸗ nutit h ſuͤchtige Blaͤtter ab, und ließ ſie nachlaͤßig auf dem Fenſter 3 liegen, ———————————8höZöoͤöͤöͤöͤſͤſͤͤſͤſͤſͤſͤſͤſͤſſſ 48 Dritte Abhandlung. liegen, wo ſie einige Stunden von der Sonne beſchienen wur⸗ dpie d den, worauf der der unmittelbaren Einwirkung der Son⸗ ſizenuns ne ausgeſetzte Theil des Blatts ſich gruͤn faͤrbte. Mit Blaͤt⸗ gaed tern von andern bleichſuͤchtigen Pflanzen hat mir dies deEmm nicht ſo gluͤcken wollen. Ohne Zweifel hatten ſie weniger iugei Saft, und die mit ſtaͤrkerer Kraft wirkende Sonnen⸗ 1. waͤrme machte, daß ſie verwelkten und vertrokneten, eh d die Verbindung des Lichts vor ſich gehen konnte. Pnn enſehte Dieſen Verſuch wiederholte ich nach Verlauf eines hem Jahres im Fruͤhjahr mit bleichſuͤchtigen Blaͤttern von wich i Narciſſen und beobachtete dieſelben Erſcheinungen, doch—. dn hatte ich alsdann noch Gelegenheit die Bemerkung zu ma⸗ bätſt chen, daß das abgeſchnittene Blatt einige Tage kang in te nnd der Sonne liegen mußte, eh es gruͤn ward, ja ich ſah 5 ai ſogar, daß die Stelle des abgeſchnittenen Blattes, die Ari nur ganz leicht mit einem Futteral von Pappe oder einer dunfun duͤnnen Bleiplatte bedekt war, und in der die Luft und eſſe 3 das Licht ſich leicht herumbewegten, weil das Futteral nur einen Zoll lang war, weit ſtaͤrker und weit geſchwin⸗ di der gruͤn wurden als die andern, und daß ihre gruͤne drrverden Farbe alsdenn beinahe dem Gruͤn geſunder Blaͤtter gleich Brxen! war. Wintrsu Dieſe letzte Beobachtung, die ich im April dieſes wenta Jahres gemacht habe, verdient einige Aufmerkſamkeit. mi Sie rechtfertigt meine gehabte Idee von dem geringen r Einfluſſe des Lichts, die abgeſchnittenen Blaͤtter von bleich⸗ Leins ſuͤchtigen Schminkbohnenpflanzen im Sommer gruͤn zu ir un faͤrben: denn wenn die Theile von den Nareiſſenblaͤttern, und di die leicht bedekt waren, und dadurch gegen die gar zu un⸗ von der mittelbare Einwirkung des Lichts bewahrt wurden, dieje⸗ dies Gen nigen waren, welche aufs vollkommenſte gruͤn gefarbt d wurden; ſo ruͤhrte dies vermuthlich daher, weil die Ver⸗(ne ab bindung in dieſen Theilen beſſer hat vor ſich gehen koͤn⸗ riiim nen, indem die Organiſation dieſer Theile durch eine zu degde ſchnelle Vertroknung nicht ſo gleich iſt zerruͤttet, noch dieſe Fb, Theile Sanet b.— Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 49 nebeſchien. nehe Theile durch die Trennung von dem Stennel, an dem ſie t. N ſaßen und der ſie naͤhrte, gleich getoͤdter worden, und ich den hit ge glaube dies um deſto eher, da waͤhrend dieſer Ve che haten ſ ni die Sonne nur ſelten, und auf kerris Zrit, zum Vor⸗ iikend En ſchein gekommen und auch die Waͤrme gering gewefen iſt. dertrofntn, Die Blaͤtter der Schminkbohnen, die aus der Erde konnt. hervorbrechen, und alsdann ganz bleichfuͤchtig ſind, fan⸗ ac Veuftn gen ſeh merklich an gruͤn zu werden, nachdem die brennen⸗ en Bläten de Sonne nur Eine Stunde auf ſie gewirkt hat. Hierin teinunga, weicht ihr Zuſtand ganz von den bleichſüchti gen Pflanzen emerdngnn ab, denn dieſe verdeb ein Niennender Sonnenſlich. Da ige dag wn bleichſuͤchtige Blatter weniger Waſſer einſaugen als gruͤ⸗ ne, und da ihr Vermoͤgen zu dieſer Verrichtung ſehr ſchwach en Butce iſt; ſo iſt die große Verdunſt ung, die ſie erleiden ohne 8* iir Zweifel Urſache, daß ſie glelch verwelken, und die ſe V r⸗ ber. dunſtung muß um deſto ſtaͤrker ſeyn, je waͤßriger die der de laſte Saͤfte ſolcher Pflanzen find. eil das Futne ward, ſa ich d weit geſche Die Mooſe, die Staubaftermooſe, und die Grasle⸗ daß ihre gi der werden im Finſtern gelb und der Schimmel weiß. er Blaͤtteg Barenz bemerkte unterm 700, daß waͤhrend des langen Winters und der langwierigen Finſterniß, welches er bei⸗ des dort ausſtehen mußte, die Mooſe weiß wurden. Lin⸗ . S„*. 7. Wim Aori di ne fuͤhrt in ſeiner Flora Lapponica ein Lychen caule lufmerfſimi erecto tereti ramoſiſſimo alis perforatis Muſcus rangi- dem gein ferinus an, welches das am haͤufigſten wachſende Gewaͤchs ätter von b in Lappland iſt. Es lebt unterm Schnee, iſt ganz weiß, ommer grii und die Felder ſehen davon weiß aus. Sollte dies nicht zreiſenblänn von der ſchwachen und kurzen Einwirkung des Lichts auf die got ul⸗ dies Gewaͤchs herruͤhren? wurden, d” e geuͤn geſte wei dieb⸗ Die gruͤne Schale der Kuͤrbſe und Melonen bekoͤmmt eine gelbe Farbe, ſo bald man ihnen die unmittelbare Ein⸗ wirkung des Lichts entzieht, die Seite an den Fruͤchten ſch geben th— 4 4„ ſic Pr ebengedachter Pflanzen, die auf der Erde aufliegt, iſt un gelb, aber auch die obere Seite nimmt dieſe Farbe an, ütten n d Senebier 2. Th. D wenn . eTen ———————hhhhhhhnn 50 Ddrritte Abhandlung. wenn ſie von einem Blatte uͤberdekt iſt. Gefaͤrbte Fruͤch⸗ „* 64„ptfo 3 her Hon IſSttgy: E G te haben, wenn ſie hinter den Blaͤttern verſtekt ſind, 1 Farbe 37 1 o Gndoyg Son YHKn eine Farbe, wie man beſonders an den Pfir⸗ 6 nimmt. ebenfalls k ſichen wahr Unterſucht man uͤberhaupt den Zuſtand einer bleich⸗ ſuͤchtigen Pflanze; ſo bemerkt man an der Schminkbohne, daß ihr Stengel ſchlaff und ſiſtuloͤs iſt, der gruͤne Saft⸗ welcher die Hohlung des Stengels einer geſunden Schmink⸗ bohne erfuͤllt, wird durch neuen Saft nicht erſetzt, die zwiſchen den Veraͤſtungen der Rippen vorhandenen Raͤu⸗ me, welche in gruͤnen Blaͤttern voll und eben ſind, ſind in bleichſuͤchtigen leerer. Auch iſt jede Rippe in bleich⸗ ſuͤchtigen Blaͤttern weit ſichtbarer, weil die anliegenden Gefaͤße nicht ſo voll ſind, folglich die Raͤume um die Rip⸗ pen nicht ſo ausfuͤllen. Vielleicht ſcheinen die Blaͤtter wegen der Wirkung der Fibern, die ſich zuruͤkziehen, auf⸗ geſchwollen zu ſeyn, wenigſtens ſteht man auf der Unter⸗ ſeite des Blattes ausgehoͤhlte Stellen, die den Erhoͤhun⸗ gen auf der Oberſeite entſprechen. Man bringt es nicht dahin, das Gruͤn des Zellge⸗ webes von der Rinde einer vegetirenden Pflanze bleich⸗ ſuͤchtig zu machen. Ich bedekte ein Stuͤck von dem Zweige eines Kirſchbaums mehrere Monate lang mit Stanniol, das Groͤn erhielt ſich aber vollkommen unter der Rinde, doch koͤmmt es in Zweigen, die im Finſtern treiben, nicht weiter zum Vorſchein. Die rothen und gelben Theile des dreifaͤrbigen Ama⸗ rants werden nicht bleichſuͤchtig, und an den rothen Ruͤ⸗ ben beſinden ſich die rothen Blaͤtter in der Erde. Aber weit mehr noch iſt dies. In Schatten ſte⸗ hende, von andern verdekte, Blaͤtter, ſind nicht minder gruͤn, als dem lichte am meiſten ausgaſetzte. In der Mitte der Gehoͤlze und Gebuͤſche wachſende Pflanzen be 8 en 1 5 dnte) d n Bate dA un Lina ſoüich ſche be moltag Etui D „ 0. N iſen.9 Kuoſben Lin l menülätt ni dr gen in der Cat. We veh erit 1 derber he de beichi⸗ anzune nungen i qiriſ dütes an dm Ielg Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 51 Geſche rſckble n.„.. tern derſit ben ein eben ſo vollkommenes Gruͤn, ja es ſcheint ſogar ders an da dunkler zu ſeyn. An einigen Gaktungen der Bandgraͤſer ſind die fgand ſen Streifen auf derſelben Oberflaͤche gruͤn und gelb. ſtand einet hig der Schaiitt Das Schelkraut(Chelidonium maiur Linn. LE- „der griwe⸗ claire), das gern im Dunkeln waͤchſt, hat ziemlich gruͤ⸗ geſunden Ec ne Blaͤtter. nich 6t 3„ 9. dniht aſt Die heimliche Schuppenwurz(Lathraea clandeſli- vethndenna na Linu. L.a Clandefline), der Stinkſchwertel,(Iris nd tben ſuh, foetidiſſ. Linn. Le Glayuel puant) und der gemeine wel⸗ Rippe in l ſche Liebſtoͤckel(Liguflicum leviſticum Liun. L Ache de i die nlenn montague) haben dunkelgruͤne Blaͤtter. taume um de. 4 erer i due In den Knoſpen ſind die gruͤnen Schuppen unter zritihne ihren Huͤllen ſehr dick und gummicht, wie man an den an aufdel Knoſpen des zahmen Kaſtanienbaums(Fagus caſlanea 1 der Uni.., 4„.. d dn S Linn. Le Maronnier) leicht wahrnimmt. Die Blu⸗ ren e menblaͤtter ſind urſpruͤnglich gruͤn, eh ſie ſich entwickeln, wie der Herr Abt Spalanzani durch ſeine Beobachtun⸗ Grün de z gen in der aten Abhandlung ſeiner neuen Schriften dar⸗ en Pflnl thut. Was ich von den Saftgefäͤßen und dem Zellge⸗ Stückund webe bereits geſagt, fuͤhre ich hier nicht wieder an, doch ſcheint es nicht zweifelhaft, daß es Gewaͤchſe und Theile hnn ui von Gewaͤchſen geben koͤnne, die gruͤn gefaͤrbt ſind, ob⸗ de in ſi gleich das Licht nicht unmittelbar auf ſie zu wirken ſcheint. Ich kann mich nicht enthalten, hier eine ſehr ſon⸗ 1 derbare Aehnlichkeit zwiſchen den Theilen der Blätter, wel⸗ räfrbijn t che die meiſte Luft austreiben und jenen von Blaͤttern den rottan bleichſuͤchtiger Pflanzen, welche am erſten gruͤn werden, rErde anzumerken, und zwar nimmt man dieſe beiden Erſchei⸗ nungen in den Winkeln der Rippen der Blaͤtter wahr. 4 Sünna Hier iſt es alſo, wo die ausfuͤhrenden Gefaͤße des Zellge⸗ ſand iihtm webes auslaufen, wo das Licht anzeigt, daß es ſich mit ſſeßt. dem Zellgewebe des Blatts verbunden habe, wie man de faſ D 2 aus 5² Dritte Abhandlung. aus der Luft, welche das Blatt ausſtoͤßt, und aus der gruͤnen Farbe, die es angenommen hat, erſieht. Dies iſt alſo ein Beweis mehr, daß das vom Lichte belebte Zellgewebe die Quelle der Luft iſt: doch werde ich davon noch buͤndigere Beweiſe beibringen. 6. Beobachtungen uͤber die Blumen einiger im Finſtern erzogener Pflanzen. Daß bleichſuͤchtige Pflanzen bluͤhen, habe ich, ſo wie Herr Meeſe, bemerkt. Ruͤben, die man in Kellern eingraͤbt, treiben darin Blaͤtter und Blumen. Die Cro⸗ cus, desgleichen die Hyacinthen, bluͤhen ebenſalls in gaͤnz⸗ licher Finſterniß. Mir haben dieſe Pflanzen unter ble⸗ chernen Roͤhren, unter denen ſie beſtaͤndig vegetirt hatten, Blumen getrieben. Narciſſen und Tulpen, die im Finſtern erzogen und ganz bleichſuͤchtig ſind, bluͤhen nicht anders, als wenn man ihr Geburtshelſer iſt und ihren Blumen aus ihrer Huͤlle hilft. Verrichtet man dieſe Operation nicht, ſo ſterben die vollkommen gebildeten Blumen mit ihren Blättern (petales), und allen ihren gutentwickelten Organen, dage⸗ gen, wenn man ihre Huͤlle aufſchlitzt, ſie mit ihrer ganzen Farbe und Geruch zum Vorſchein kommen und im Fin⸗ ſtern, worin ihre ganze Entwickelung vor ſich gegangen, ſehr gut ausdauern. Zu laͤugnen iſt nicht, daß dieſe Blumenhuͤlle, die an Pflanzen, die in der Luft und im Lichte erzogen ſind, e 4. 8. ☛— gruͤn iſt, blaßgelb iſt, wenn die Pflanzen im Finſtern vegetirt haben. Die Einwirkung des lichts gibt, indem es ſich verbindet, dieſer Blumenhuͤlle eine Spannung, die ihr Aufplaßen beguͤnſtigt, und macht, daß die gerin⸗ ge Anſtrengung, welche die Blume derwender, ſich aus ihrem Gefaͤngniſſe zu befreien, gluͤklicher von ſtalten geht. Dieſe d di Ah ren de en, run feräcſ mu urmüich rch hhen, um Der im mäſſer g wen Alanenb kane Ve ben nich A- mm llüht dile Anze Bl nin zum ften, ſoh gnen iren vnden Ben mhrt iſ fneene „Sm teitt, uit dem it zubreite beſſchri dn launn Blaue von des grine neahlitnt ſnh der E . Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 53 lißt, undte Dieſe Blumenhuͤlle iſt in ihrem natuͤrlichen Zuſtande, t, erſich. d wenn die Blume ſich oͤfnen will, wenigſtens ziemlich tro⸗ vom(iche cken, wenig biegſam, und ſchließt an die Blume an, an⸗ h werde ihn ſtatt daß ſie an der bleichſuͤchtigen Pflanze ſehr ſchlaff iſt, und den Veraͤnderungen, welche die Blume in dieſem Augenblicke erleidet, nachgibt. Auch die Blume bluͤht darin, ohne daß ſie noͤthig hat, ſich ihrer Windeln zu ent⸗ imen einige ledigen, um im reifen Alter zu erſcheinen. nzen. b— Der Theil der Blumen, welcher in der Finſterniß lhen, habe ch am meiſten leidet, iſt der Stiel; dieſer ſchießt in die Laͤn⸗ die man in ge, wie man an dem Crocus leicht wahrnimt: aber die lumen. Die Blumenblaͤtter erleiden im Finſtern in ihrer Geſtalt ebenſals int keine Veraͤnderung, und viele Blumen auch in ihren Far⸗ Ranzen unn ben nicht. dic„dot G'„.. 8 dog degentth An weißen Hyacinthen, die unter blechernen Roͤh⸗ ren bluͤhten, habe ich Verſchiedenheiten bemerkt, die mir eine Anzeige zu verdienen ſcheinen. inſtern erzogen ers, als wenne Bluͤhen dieſe Hyacinthen im Lichte, ſo fangen ſie an en aus ihre. gruͤn zum Vorſchein zu kommen, bluͤhen ſie aber im Fin⸗ n nicht, ſoſe ſtern, ſo haben ſie gelbe Blumenblaͤtter, wo man aber nit ihren Bi gegen ihren Stiel ſechs blaue Gefaͤße wahrnimt, die ge⸗ en Orgoten, gen den Boden des Blumenblatts zulaufen. Das Blu⸗ emit ihre menblatt iſt alsdann mit blauen Tuͤpfelchen uͤberſtreuet⸗ men urd in ſeine Spitze iſt gelb und ſein Stiel weiß. vor ſich gt Sonach wird alſo die blaue Farbe ohne Licht zube⸗ reitet, anſtatt daß die gruͤne Farbe noͤthig hat, ſich mit dem Lichte zu verbinden, um ihre ſanfte Schattirung aus⸗ fül⸗ Nund zubreiten. Wahr iſt es, daß im Finſtern die blaue Far⸗ fdde ſi ſi be ſich nicht uͤbers ganze Blumenblatt ausbreitet, aber an anzen 3 den blauen Hyacinthen, die im Lichte ſtehen, ſteigt das lchls ge Blaue vom Stiele bis zur Spitze des Blumenblatts und 1 e kin das Gruͤne verſchwindet nach und nach daraus. Die Blu⸗ ct) deß menblaͤtter, welche ſich am geſchwindeſten blau faͤrben, awendes, A ſind der Sonne am meiſten ausgeſetzt. Bleichſüͤchtige r bon ſtne 93 weiße ——————— ᷣ ——— — 54 Dritte Abhandlung. weiße Hyacinthen haben blos eine gelbe mit blauen Tuͤp⸗ felchen beſtreuete Farbe, beſonders am Boden. Die Tulpen behalten im Finſtern die ganze Lebhaf⸗ tigkeit ihrer ſchoͤnen Farben, und ihre Schattirungen ſind immer gleich gecheilt und abgeſchnitten, ſo daß der Grund, den ſie bemahlen, dadurch keine ſchmutzige Faͤrbung be⸗ koͤmmt. 7. Wirkungen der verſchiedenen Strahlen auf die Hervorbringung der Blumen. Ich war doch auch begierig zu ſehen, was die ver⸗ ſchiedenen Strahlen auf das Aufbluͤhen der Schminkboh⸗ nen fuͤr eine Wirkung aͤußern wuͤrden, nachdem ich ſie, wie ich bereits angemerkt, im Finſtern hatte bluͤhen ſehen. In den violetten Strahlen bluͤhten Schminkboh⸗ nen, welche beſtaͤndig davon beleuchtet wurden, beinahe in eben der Zeit, als andre in natuͤrlichem Zuſtande, wel⸗ che mit ihnen zugleich gepflanzt worden, und der Luft und dem Lichte immer ausgeſetzt geweſen waren. Solche, die in den rothen Strahlen ſtanden, bluͤhten ohngefaͤhr 10 Ta⸗ ge ſpaͤter; da aber verſchiedene Umſtaͤnde, die von jenen, an welche uns der Unterſchied des Lichts erinnert, verſchieden ſind, auf die Verzoͤgerung Einfluß gehabt haben koͤnnen, ohne daß ich ſie zu bemerken im Stande geweſen, ſo will ich dieſes Reſultat nicht fuͤr zuverlaͤßig ausgeben, ſondern mich damit begnuͤgen, es angezeigt zu haben. 8. Von Pflanzen, die unter glaͤſernen Geſchirren eingeſperrt ſind. Wenn man Pflanzen unter Glocken von recht durch⸗ ſichtigem Glaſe einſperrt, oder wenn ſie anfangen, darun⸗ ter aufzuwachſen, und ſich darunter entwickeln; ſo ſieht man ihre Stengel ſich gegen die Stelle wenden, auf velchs ie d Neren bemekt m Errw'h ſpe h weuſ ütr nnae thenzien öſhi garſinn⸗ Danbettd niedn A dn Id rade dh Erhln Inunſedu m nichk dögringe litſchhir dckbei dr lng, de i dnon mu dägd Wahe ſonſen, lnnn am nn lita Erinmge nich ien g Kuſ rit Stz denun dal mn, undd di Paſe Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 55 mit aibt die Strahlen des Sonnenlichts immerfort fallen. Auch bemerkt man beſtaͤndig, daß unter den Glocken 1) ihre die ganzelte Stengel weißer und länger ſind, als im natuͤrlichen Zu⸗ cattirunge ſtande 2) daß ihre Blaͤtter weder ſo gruͤn, noch ſo groß daß derG ſind, als in freier Luft und vollem lichte; 3) daß dieſe Baaͤtter ein wenig feuchter ſind, und zwar die dem Lichte entgegengeſetzten weit mehr als die andern. 2 Es ſcheint daher, daß der erſte Grad der Bleichſucht Strohlen hier ſeinen Anfang nimt, und daß ſie durch die bloße ige Järbun zumen. Quantitaͤt des vom Glaſe zuruͤkgeworfenen Lichts in denen en, ma d mit den Blaͤttern, dem Stengel der Pflanze, und vielleicht der Schitt dem Boden, in dem die Pflanze wäͤchſt, korreſpondi⸗ naddem h renden Theilen erwekt wird. Sehr gewiß iſt, daß alle teblihaſt Strahlen, die uns das Glas ſehen laſſen, durch daſſelbe keuken in unſer Auge zuruͤkgetrieben werden, und daß dieſe Strah⸗ len nicht auf die Pflanze wirken koͤnnen. Kann aber eine ſo geringe Quantität einen ſo großen Einſluß haben; ſo laͤßt ſich hieraus auf die große Rolle ſchließen, welche das Licht bei der Vegetation ſpielen muß, und von der Wir⸗ kung, die ihr gaͤnzlicher Mangel in den Pflanzen hervor⸗ bringen muß. en Schmittt wurden, bein n Zuſtande, und der luftr n. Selche, engefäͤhr u „ die von ſen nert, verſcl 9. Traͤgt die Feuchtigkeit zur Bleichſucht bei? baten ſir Dieſe Frage iſt ſchwerer zu beantworten, als es an⸗ veſen,ſont ſangs ſcheint, da es gar nicht leicht iſt, verſchiedne Wir⸗ n ſondernne kungen zu vergleichen, oder unter mehrern ſtets wirkſa⸗ men Urſachen diejenigen zu unterſcheiden, welche auf eine Erſcheinung Einfluß haben, oder nicht, wenn man ſie en Geſcie nicht kann allein wirken laſſen, oder jeder einzeln ſo eine Kraft mittheilen, woran ſie ſich leicht erkennen laͤßt. Schon Herr Meeſe nahm wahr, daß Pflanzen, utbt.. Schon Hetr Meeſe nahm wahr, Knncet'der die man viel begießt, eher die Bleichſucht bekommen, als 5 andre, und daß die Blaͤtter bleichſuͤchtiger Pflanzen we⸗ ieig ag niger Waſſer einſaugen, als die von Pflanzen in natuͤr⸗ den, D 4 lichem —— 1ug nuer n—— — — 56 Dritte Abhandlung. lichem Zuſtande. Aber Niemand iſt noch darauf gefal⸗ len, dem Einfluß eines feuchten Dunſtkreiſes auf die Blaͤtter, oder die Wirkung, welche das Waſſer, wenn es auf ihnen ſtehen bleiöt, in ihnen hervorbringen kann, zu berrachten. Gleichwohl war dies ſehr wichtig, weil die Blaͤtter aus unſerer Atmosphaͤre ein Waſſer einſau⸗ gen, das ſich in ihnen verbinden muß. Da aber die Blaͤtter vielleicht ſehr wenig einſaugen,— weil ſie vielleicht eben ſo viel durch die Wurzeln einziehen;— ſo muß ein Theil davon auf den Blaͤttern ſtehen bleiben und dieſe Quantitat Waſſer wird durch die beſtaͤndigen aus dem Dlatte ausſchwitzenden Saͤfte noch vermehrt. In freier Luft und Sonne verdunſtet dieſes Waſſer und dieſe Saffe hald, dies kann aber unter blechernen Roͤhren oder in verſchloſſenen Orten nicht geſchehen, weil die Luſt dar⸗ in nicht ſtreichen kann, und weil die darin ſtockende Luft mit Waſſer geſattigt iſt; ſo entſteht daraus, daß ſie das aus den Pflenzen, welche darin eingeſchloſſen ſind, her⸗ austretende Waſſer nicht verſchlucken kann, welches alſo di Urfache iſt, warum das Waſſer auf den Blaͤttern ſte⸗ hen bleibt.— Indeſſen belehrt uns Vernunft ſowohl als Erfah⸗ rung, daß beſtaͤndig mit Waſſer benetzte Blaͤtter davon leiden muſſen, weil das Waſſer ihre ausziehbaren Theile außloͤßt. Setzt man vegetirende Pflanzen unfer eine Glo⸗ cke, deren Boden mit Waſſer bedekt iſt, und unter der die uff ſich mit Waſſer ſaͤttigen kann; ſo wird man bald ſehen, daß die Blaͤtter darunter ſchwarze Flecken bekom⸗ men und ganz verderben. Man ſperre Pflanzen im Finſtern unter eine Glocke, die von dem Waſſer, mit dem ſie benezt worden, recht frucht iſt, damit die darunter verſperrte Luft mit dieſem Waſſer ſchnell geſaͤttigt werde, und den Boden des Ge⸗ ſchirrs, auf dem die Glocke ruht, uͤbergieße man mit Waſſer⸗ Po Dlſr n ne Ju rarim de temdlhe (tkehn wtana dcema kniken i dleſc e dohwwiſe dhdeh wrigt: volin de gelender langer d 71 Glock m niche weit Fachtite T ſer An i Gnind ie Nane 1 Rit ſpere ſihe.) ſern 9 drenen beidng deſe in fund, m in Finne weniger ſcch draſt 1 nſtkkeiſes Kf 46 Vaſſe, e M vorhringan ſhr rwitt 1 n D Tüſe in en,— vil el liehe ſehen beihn be eiäninn 1 jvermehrt. Vaſeer und rnen 3 öhren wei die lut rin ſtocknde taus, daß ſee hloſſen ſind, nn, welchs den Bläten wohl als E e Blaͤttet den giehbaren d runter eiregh „und unter Hwird manbh Flecken din nter eine Gh t woddan nt Luſt mitde Boden des rguße unn Sſ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts:ꝛc. 57 Waſſer, damit die Luft darunter ſich nicht erneuern koͤn⸗ ne. Zu gleicher Zeit ſtelle man eine gleiche und eben ſo weit im Wachsthum gekommene Pflanze unter eine ble⸗ cherne Nöhrean worin ſich die Luſt verneuen kann, ohne dem Lichte einen Durchgang zu verſtatten. Dies wird man durch umgebogene Roͤhren, die ſich innerhalb der großen blechernen Roͤhre, welche verſchloſſen iſt, oͤfnen, leicht bewirken koͤnnen. Hierbei muß man auch Sorge tragen, alle ſich etwan an die Roͤhre haͤngende Feucheigkeit fleißig abzuwiſchen. Man wird hierauf bald gewahr werden, daß die Pflanzen unter der blechernen Roͤhre kuͤrzer und weniger aufgeſchoſſen ſind, als jene unter der Glocke, worin die Luft mit Waſſer geſchwaͤngert iſt, und bei an⸗ haltendem Verſuche wird man finden, daß die Pflanzen laͤnger darunter leben. Sperrt man Pflanzen unter eine mit luft erfuͤllte Glocke mittelſt Oels ein, daß dieſe Luft mit der aͤußern nicht weiter Gemeinſchaft haben, und daß ſie durch die Feuchtigkeit der Erde, worin die Pflanze waͤchſt, nicht zu ſehr angeſeuchtet werden kann; ſo behalten die Blaͤtter ihr Gruͤn und ihre Geſundheit weit laͤnger, als wenn man ihre Blaͤtter unter den naͤmlichen Umſtaͤnden beſtaͤndig benezt. Endlich habe ich auch Schminkbohnen zu erziehen geſucht, indem ich ſie in gemeiner Luft unter Glocken ſperrte, einige davon ins Hells„andre aber ins Finſtre ſetzte. Als ich ihnen nun alle Gemeinſchaft mit der aͤuſ⸗ ſern Luft im ittelſt des Waſſers abſchnitt und die Blaͤtter der einen flanze fleißig und behutſam abwiſchte, dies aber bei den Blaͤttern einer an dern, die ſich in aller Ruͤckſicht,— dieſe einzige ausgenommen— in eben den Umſtaͤnden be⸗ ſand, unterließ, was geſchah? Beide Pflanzen bekamen im Fönſtern die Bleichſucht, aber die abgewiſchte litt weit weniger von der Finſterniß, und lebte laͤnger. In Glo⸗ D z cken, ———/ 58 Dritte Abhandlung. cken, die dem Lichte ausgeſetzt waren, beobachtete ich die⸗ ſelben Erſchei innngen. die abgewiſchte Pflanze vegetirte weit lebhafter. Behandelt man gruͤne Pflanzen eben ſo, ſo wird man ſehen, daß die, deren Blaͤtter man ab wiſch t, im Finſtern weit laͤnger ausdauern werden, als nicht ab⸗ gewiſchte. Sie werden die Blaͤtter nicht ſo bald fallen laſſen, und werden Stengel treiben, welche die Bleichſucht bekommen, indes die andern gleich verwelken werden. Die Waſſerpflanzen ſind im Waſſer gruͤn und vege⸗ tiren darin lebhaft. Bleichſüchtige Schminkbohnen be⸗ kommen unterm Waſſer eine gruͤne Farbe, wenn ſie darin dem Lichte ausgeſitzt werden, das Bermoͤgen des Lichts iſt aber ohne Zweifel ſtaͤrker, um dieſe Pflanzen gruͤn zu faͤr⸗ ben, als das Vermoͤgen des Waſſers, dieſe Wirkung zu verhindern. kleberdies findet die Bleichſucht im Som⸗ mer im Finſtern unter Geſchirren voller ganz trokner kuft ſtatt, ſie wuͤrde ſich aber ſchneller einſtellen und ſtaͤrker ſeyn, und die Zerſtoͤrung der Pflanze wuͤrde weit eher er⸗ folgen, wenn die Feuchtigkeit ſich zum Mangel des Lichts geſe llte. Ich muß noch hinzuſuͤgen, daß die Pflanzen in der Luft und Sonne weit mehr ausduͤnſten, als im bloßen Tageslichte und weit mehr im bloßen Tageslichte und freier Sife⸗ als in der Finſternis. Bleibt aif das Waſ⸗ ſer, welches davon geht und davon gehen muß, wenn die Panze: in gutem Zuſtande bleiben ſoll auf ed gen Blaͤttern ſtehen; ſo verſtopft es unſtreitig die Gefaͤße der Bu aͤtter, es verhindert das Einſaugen des atmosphaͤriſchen Waſſer welches nothwendig iſt, damit die †. Pflanze theils da von Nahrung erhalte, theils von der in aieſn atmos phaͤri⸗ i en Waſſer vorhandenen fixen Luft ſo viel in ſich ziehe, als ihr die enlich iſt. Nothwendig leidet alſo die Pflanze durch dieſe anlirunne und durch dieſes Waſſer,— welches ihre Holzfaſern erſchlafft, ja ſogar agläns in aͤulung d Fülungſt ducch M gen ä b neB fier, g. N A tngls Eche räſcha ſ R, odgei der wih nong wa bemerken nar, we dprn don mit! 10 B. jen wahe ner ll de in voin mähn mn kts bonhr dde d ſſ unmic ni Vſß ler, ge vachkett 1 anze dte flan den eden er man hnſet n, alntteh te ſo bad ſ edie Vlthe elken waden. grün undd jminkhohnen , wenn ſee den gen des licteſt zen grinzuſa eeſe Wirfung ſucht in En Jog kreEno” ? gs ee Weil ehre „„lda Lict DNag Je angel des Ach ₰ Pflenzen id als in blchn Lageslichte w afſo dos A muß, wein 1 NG5 f den Bütin iſchen Voſtt e theils ain m atmorghi dl in ſc t ſo die Tf is Vöſc Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 59 Faͤulung ſitzt, indem es in ihren Gefaͤßen ſtockt,— ſo wie durch die Beraubung der Nahrung, welche ſie empfan⸗ gen ſollte. Sie befindet ſich beinahe in dem Falle wie je⸗ ne Blaͤtter, die taͤglich 7 bis 8 Stunden lang unter Waſ⸗ ſer der Sonne ausgeſetzt wurden und die nach Verlauf von 6 bis 7 Tagen ſtarben. Schon Hales bemerkte, daß die Pflanzen im Ge⸗ waͤchshauſe des Nachts weniger ausduͤnſteten als am Ta⸗ ge, obgleich die Waͤrme darin immer dieſelbe war, er ſah aber nicht, daß das Licht allein die Urſache dieſer Erſchei⸗ nung war. Indeß haͤtt' er nach ſeinem Tagebuche doch bemerken koͤnnen, daß die Ausduͤnſtung allezeit ſtaͤrker war, wenn der Himmel am heiterſten war, obgleich das Thermometer nicht ſo hoch ſtand. Dieſe Verſuche wur⸗ den mit der Muſe(Muſa) angeſtellt. 10. Beſondere Erſcheinungen, die man an Pflan⸗ zen wahrnimt, die unter Glocken voller gemei⸗ ner Luft, dem Lichte und der Finſternis aus⸗ geſetzt werden. Dekt man Glocken, die voller gemeiner Luſt ſind, uͤber vegetirende Pflanzen, ſperrt ſie hierauf mit Waſſer, und ſtellt unter ſolcher Zuruͤſtung einige ins Finſtere, andre an die Sonne; ſo wird man ſehen, daß die uft in der in der Sonne ſtehenden Glocke eine ſehr große Verminderung leidet, hingegen jene in der im Finſtern ſtehenden Glocke — beinahe gar keine, und daß oft gar keine zu ſpuͤren iſt. Dieſe ſonderbare Erſcheinung zeigt, daß Brennba⸗ res vorhanden iſt, welches die Glocke durchdrungen hat, oder daß welches verſchlukt worden iſt. Der erſte Fall iſt unmoͤglich, weil die blos der Sonne ausgeſetzke und mit Waſſer geſperrte Luft keine andre Veraͤnderungen er⸗ leidet, als die Waͤrme oder Kaͤlte in ihr hervorbringen koͤnnen, 60 Dritte Abhandlung. koͤnnen, die Pflanze, die ſich im Finſtern befindet, theilt dieſer Luft auch nichts mit, was dieſe Verſchluckung be⸗ wirken koͤnnte, weil die Luft, welche die Pflanze umgibt, ſich nicht abſorbirt. Sonach muß die dephlogiſtiſirte Luft, die von der dem Lichte ausgeſetzten Pflanze hervorgebracht wird, und welche ſich mit der gemeinen uft miſcht, ſich des Brennbaren, welches Letztere bei ſich fuͤhrt, bemaͤchti⸗ gen, und eben dies geſchieht, wie man durch die fixe Luft uͤberzeugt wird, welche von dieſen Gemiſch niedergeſchla⸗ gen, vom Waſſer verſchluckt und auch zum Theil von der Pflanze in dem Waſſerdunſte, der dieſe fixe Luft in Auf⸗ loſung erhaͤlt, eingeſaugt wird. Kurz, es zeigt ſich dies klar, weil erſtlich der Niederſchlag der fixen Luft Anfangs ſehr betraͤchtlich iſt, aber allmaͤhlig mit dem Brennba⸗ ren in dem Waſſer abnimt, als Lezteres ſich mit der im⸗ merfort aus der Pflanze herausgehenden reinen Luft ver⸗ miſcht, und zum andern, weil die Luft untr der Glocke reiner wird, wenn die Pflanze darunter recht geſund bleibt, indem das Brennbare alsdann ſich von der gemeinen Luft trennt, um durch ſeine Vermiſchung mit der durch die Vegetation entwickelten dephlogiſtiſirten Luft die ſixe Luft niederzuſchlagen. Aber warum geht im Finſtern in der Luft unter der Glocke keine Veraͤnderung vor? Die Urſache davon iſt klar. Weil die Pflanze darin nicht vegetirt, und weil das Licht zu Entwickelung der dephlogiſtiſirten Luſt unum⸗ gaͤnglich nothwendig iſt. Leztgedachte Luftgattung aber erzeugt durch ihre Vermiſchung mit dem in der gemei⸗ nen Luft vorhandenen Brennbaren die fixe Luft. 11. Wich⸗ le ſihtän Un ler ritt voh bn,ſab man wei wirde ians T ne nich delad perbind pfegen laſt, in mikelſee nen oſſ, nuter de tonr Cau Tüch A rech irn. dſethen Echich ſchwee d mener Siß, d dr du d Lſd nache lden 1 Pads Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 61 ffindet, e ae 11. Wichtige Erſcheinungen, die man an Pflan⸗ Nan e nzi zen wahrnimt, weiche unter Glocken, mit phlogi⸗ voiſtſere ſtiſirter Luft gefuͤllt, der Luft und dem Lichte ſervorget ausgeſetzt ſind. tmiſct, ſ t, bwte Ueber die Natur der uftgattungen laſſe ich mich hier M Io M„ 2„ 5..„. 18. ₰ Mden nicht in Umſtaͤndlichkeiten ein; dies iſt zu meinem Zwek deien nicht noͤthig. Da ich melne Operationen genau beſchrie⸗ Thel und ben, ſo laſſen ſich lhre Vieſilltat⸗ beurtheilen, vhie aß eut ii man meine Sheorie uͤber die Luftgattungen weiß. Dieſe Finr ſci wuͤrde mich vielleicht verleitet haben, ein eben ſo weitlaͤuf⸗ tiges Werk, als gegenwaͤrtiges, zu ſchreiben. Ich bedie⸗ ne mich angenommener Kunſtwoͤrter, und paſſe ihnen, ſo viel als moͤglich, die Begriffe an, die man mit ihnen zu Luſt Anfones em Brennto ) mir de u verbinden gewohnt iſt. inen luſt de 4 r der Gei Ich habe aber bei meinen Verſuchen ſolgendergeſtalt geſandbli pflegen zu Werke zu gehen. Erſt phlogiſtiſire ich die gemeitendi Luft, in die ich meine Pflanzen bringen will, entweder der durchd mittelſt eines Wachsſtocke, den ich ſo lange darin bren⸗ die ſie ui nen laſſe, bis er ausloͤſcht, oder indem ich Schwefelleber unter die Glocke bringe, und ſie in dem Augenblicke mit einer Saͤure oder dem rauchenden Geiſte des Boyle (uſt unterd miſche. che daven rt, und ul Doch auf dieſe Art haͤtt' ich meine Behandlung n Luſt unm noch immer nicht umſtaͤndlich genug beſchrieben. Um gatuung ti alſo hierin leichter und ſichrer zu verfahren, ſtelle ich ein in der ge Schalchen voller hinlaͤnglich angeſeuchteter Erde, in der uft. ſich die Pflanzen, oder die Samen, welche die Gegenſtaͤn⸗ de meiner Verſuche werden ſollen, befinden, auf einen Fuß, der eine ſo hinreichende Hoͤhe hat, daß wenn nach der durch die gefuͤllte fire Luft bewirkten Verminderung der Luft das Waſſer ſteigt, es die Pflanzen und Samen nicht uͤderſchwemmen kann. In das Schaͤlchen ſetze ich ein Wachsſtoͤckchen und biege es krumm, damit es vom ———,—— ☛— 4 62 Dritte Abhandlung. Schaͤlchen und den Pflanzen darin entſernt ſei, ich ſtecke es alsdann an, und wenn es gut brennt, decke ich eine Glocke daruͤber. Dieſe ruht auf einem Teller, auf deſſen Boden ich Waſſer, und zwar bis auf eine gewiſſe Hoͤhe, gieße, damit es durch den luftleeren Raum, der waͤhrend des Brennens des Wachsſtocks unter der Glocke entſteht, nicht ganz hineingeſchluckt werde. Hierauf bewege ich die Slocke fleißig im Waſſer herum, um den Nieder⸗ ſchlag der firen Luft ua ihre Aufloͤſung im Waſſer oder in deſſen Dunſte zu beſchleunigen. Nehme ich den rauchenden Geiſt des Boyle, oder die Schweſelleber mit einer Saͤure, ſo thue ich etwas da⸗ von in ein Uhrglaͤschen, oder in eine langhaͤlſige Flaſche und beſchwere ſie, damit ſie vom Waſſer nicht gehoben werde, und dann bringe ich das eine oder das andre von dieſen Geſchirren nebſt der Pflanze, unter die mit Waſ⸗ ſer geſperrte Glocke, die auf einer tiefen Schuͤſſel ſteht. Die erſte Erſcheinung, die ſich darſtellt, wenn man die Luft unter einer Glocke durch Verbrennen phlogiſtiſirt, iſt die große Verminderung der Luft, die ziemlich ſchnell erfolgt und aus zwei Urſachen entſpringt: die eine iſt die Verminderung der Luft durch die Waͤrme, wie denn auch Luft genug, ungeachtet des Waſſers, welches ſie einſper⸗ ren ſollte, entwiſcht; die andre, der Niederſchlag der firen Luſt, der durch die Vermiſchung des aus dem brennbaren Koͤrper heraustretenden Brennbaren mit dem reinen Thei⸗ le der atmosphaͤriſchen Luft veranlaßt wird. Dieſe Luft wird noch weiter durch die Vegetation verduͤnnt, weil dieſe eine neue Miſchung von Luſt, welche ſie mit dem unter der Glocke vorhandenen Brennbaren erzeugt, veranlaßt. Wenn ich von phlogiſtiſirter Luft reden werde, ohne das Mittel anzuzeigen, deſſen ich mich zu dieſer Phlo⸗ giſtikation bedient habe; ſo verſtehe man darunter durch Verbrennung eines brennbaren Koͤrpers phlogiſtiſirte Luft. Unter d Unn odren Stmn dole rhi dereſſe Aik. Rſtura renüät un haabachtet ſe beco 2 Wennba Wiſer, fen, wel ſeberden Pnon wo 9 meineng diſeng ghfllen wit dr Varun menem Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 63 ſei, it a Unter ſolche Glocken, davon einige mit gemeiner, de üt andre mit phlogiſtiſirter Luſt ſt gefuͤll lt Waren⸗ brachte ich ller 70iſ S chminkbohnen, die eine gleiche Zeit lang in Schalen gewiſe 1 voller gleich ſtark angefeuch hteter Erde vegetirt hatten, und m deen ſperrte ſie nebſt ihren Schalen unter dieſe Glocken mit Glocke ernih Waßfr. Von olchen mit gemeiner und auch mit phlogi⸗ duf bewegei üſe irter Luſt gefuͤllten Giocken ſtellte ich etliche ins Son⸗ n den Na nc bt und andre derg gleichen ins Finſtre. Die von mir Waſſe a be chteten Erſcheinungen ſind folgende: 1) Unter denen dem Lichte ausgeſetzten Glocken ver⸗ Bofle, ſchlukte das Weſſer weit mehr Luſt, als unter denen im ich etwas Finſtern ſehenden. Unter denen voller gemeiner Luft war halſige glit ſ gar im Fiaſtern die erſten Tage uͤber gar wenig Luft ver⸗ nicht geſoh ſchlukt. w orden. Dies mußte unter denen im lichte ſte⸗ das andre n enden G locken geſchehen. Die Pflanzen ſonderten, indem die mit ſie vege irten, eine zuft ft ab, d dieſe verba and ih mit dem vchüſſelſtt Brennharen der phlogiſtift rten Luft und ſchlug ſich als fre 8f nieder. Dieſe ſire Luft ward entweder von dem lt, wenn m Waſſer, welches ſie be ruͤhrte, oder von den Waſſerduͤn⸗ n phogſtſn ſten, welche die Sonnenwaͤrme unter denen im Finſtern iemlich ſte ſte henden Glocken in die Hohe zog, verſchlukt. Die Ve⸗ ie eine ii ecotion war darin ſehr ſchwach, und es entband ſich gar g wie denn ait keine oder doch unendlich wenig Luft. Ein andrer Rie⸗ es ſie einſe der ſchlag konnte darin auch nicht erfolgen, als das leztere hlag defrn Genmliſch, das durch die innige Verbindung des durchs m brennten Werbrennen entbundenen Brennbaren mit der in der ge⸗ remnä meinen Luſt noch vorhandenen reinen Luft entſtand. Und Dieei dieſerwegen war auch unter denen blos mit gemeiner Luft ant, weiti gefuͤllten Glocken des Niederſchlags ſo wenig, und ſtand it dem une mit der geringen Quantitaͤt der durch die ſehr ſchwache veraulit Vegetation der Pflanze entbundenen Luft in ſo vollkom⸗ menem Verhaͤltniße. teden nen dieerhe 2) Unter denen mit phlogiſtiſirter Luft gefuͤllten und runer dh ins Licht geſtellten Glocken ward etwas Luft mehr vom gſäſtelt Waſſer Unde ——————dDdDY—ßV—3“ 64 Dritte Abhandlung. Waſſer verſchlukt, als unter denen voller gemeiner Luſt, die ebenfalls im Lichte ſtanden. Wenn ich dieſe Verglei⸗ chung anſtelle, ſo rechne ich ſie nur von dem Augenblicke an, wo der durch die Verbrennung bewirkte Niederſchlag auf hoͤrt, bis dahin, wo die durchs Erkalten des Geſchirrs verurſachte Verminderung voͤllig ſtill ſteht. Es iſt aber immer ſehr ſchwer, die Groͤße dieſer Wirkung genau zu ſchaͤten, weil die Sonnenwaͤrme die Luft ausdehnt und deren ziemlich viel zur Glocke herausjagt, und da derglei⸗ chen Gefaͤße nicht vollkommen gleich ſind, ſo duͤrften Schluͤſ⸗ ſe hieraus, auch wohl nicht ganz richtig ſeyn. Die Glo⸗ cken mit Wachs ganz zu verſchließen, habe ich nicht thun wollen, weil mir dran lag, daß zu Verhuͤtung des Ab⸗ ſterbens der Pflanze die entwickelte fire Luft vom Waſſer verſchlukt werden moͤchte, wenn anders ſie's nicht von den Waſſerduͤnſten wuͤrde. 3) In phlogiſtiſirtem Dunſtkreiſe waren die Blaͤt⸗ ter der Pflanzen feuchter, als in gemeiner Luftatmosphaͤ⸗ re, die Glocken mochten eben ſo wohl im Lichte, als im Finſtern ſtehen. Sollte die im Waſſer enthaltene fixe Luft nicht die Verduͤnſtung dieſes Waſſers befoͤrdern, und ſollte nicht alsdann mehr davon verduͤnſten als die Pflan⸗ zen einſaugen koͤnnen? Dieſer ſehr feuchte Dunſtkreis ſchadet der Pflanze, weil er auf den Blaͤttern liegen bleibt und ſie in Faͤulnis ſetzt. Ich habe angefangen, einige Verſuche anzuſtelſen, die mir darthun ſollen, daß mit fixer Luft uͤberladenes Waſ⸗ ſer unter eben den Umſtaͤnden geſchwinder verdunſtet als gemeines, und dieſes langſamer als mit firer Luft an⸗ geſchwaͤngertes Waſſer. Es iſt aber hier noch nicht der Ort die Geſchichte davon mitzutheilen, und um ſo weniger, da weine Unterſuchungen uͤber dieſen Gegenſtand noch nicht geendigt ſind. 4) Un⸗ d “))! ſun ſrme dn inch mlhe tn Ghwic hutdo 91 nerkmkei d Shh nare un den, wet Sömie neuen Re au Ver Mhanſen undſolgen fa läſteines dunes dnſde dute d pjegſe cen ant vuchſn, den Sum bebe gf ſirde m ts die R ſt noch 1 Anker einen Seneh Vom Einfluße des Sonnenlichts ꝛc. 65 gemein a]) Unterdeſſen die Pflanzen in gemeiner Luft lang⸗ diſt dae ſam fortwuchſen und ſich darin ziemiich gut hulten, wur⸗ in Augnde den in phlogiſtiſirter Luſt die Pflanzenblatter mit Schim⸗ ſe Ndnte mel uͤberzogen, der ſich beſonders auf ſehr angeſeuchte⸗ des Ghethn ten Gewaͤchſen ausbreitet, und die ungemein große Feuch⸗ Es ſſth tigkeit des die Gewaͤchſe umgebenden Dunſtkreiſes anzeigt⸗ fan es 5) Aber eine Erſcheinung verdient die groͤßte Auf⸗ 1ud d merkſamkeit, und dieſe iſt, daß die friſchen Schoſſe an ditfentl den Schminkbohnen, die von einer phlogiſtiſirten Aemos⸗ dad phaͤre umgeben waren, und in der dickſten Finſternis ſtan⸗ i rit 6 den, weit gruͤner waren, als die Schoͤßlinge von andern dene Keen Schminkbohnen, die mit gewoͤhnlicher Luft umgeben wa⸗ anung deh ren, und in der naͤmlichen Dunkelheit und an demſe lben f um di Orte ſtanden. le's nicht e hnn Dies veranlaßte mich zu Betrachtungen und zu einer neuen Reihe von Verſuchen. Traͤgt das Brennbare auch ar'n die zu Veraͤnderung der Farbe der im Finſtern erzogenen Pflanzen bei? Dies war das, was zu unterſuchen war, Luftakgeh. Füße a und ſolgendes ſind die Mittel, die ich dazu anwendete. enthalkereſ Pflanzen, die ich im Finſtern und in Luft, die mit⸗ beſärdern, m kelſt eines durch Saͤure aus Schwefelleber entbundenen als die Pſw⸗ Dampfes phlogiſtiſirt war, erzog, trieben unter dieſen te Dunſtt Umſtaͤnden Blaͤtter, die eine ganz dunkelgruͤne Farbe n liegen b hatten. Die Blaͤtter, welche im Finſtern unter einer mit phlogiſtiſirter Luft gefuͤllten Glocke bei ihrem Hervorbre⸗ he Knjſes chen aus der Erde zwiſchen den Samenlappen heraus⸗ dadenese wuchſen, haben mir von dem Augenblicke an, da ſie aus vendmit den Saamenlappen hervorbrachen, eine gruͤne Farbe zu fret hſi haben geſchienen, ob ſie gleich in ihrem natuͤrlichen Zu⸗ noch nitti ſtande anfaͤnglich gelb zu ſeyn ſcheinen, und beſonders ſind um bcenge es die Raͤnder der Blaͤtter, welche ſich gruͤn faͤrben. Auch genſtan n iſt noch zu bemerken, daß dieſe erſten Blaͤtter, wenn ſie unter einer Glocke voller phlogiſtiſirter Luft ans licht geſetzt Senebier 2. Th. E werden, 9l ——————ſſb 66 Dritte Abhandlung. werden, ſich ebenfalls oft mit ihrer gruͤnen Farbe entwi⸗ ckeln; woraus alſo folgen wuͤrde, daß dieſe phlogiſtiſirte zuft auf dieſe jungen Blaͤtter gewirkt hat, als ſe noch unter der Erde in ihrer Wiege verſchloſſen waren. Kurz, Pflanzen, die von ihrer Geburt an in phlogi⸗ ſtiſirter Luſt und im Finſtern erzogen werden, haben ihre Blaͤtter beſtaͤndig ganz gruͤn behalten, wenn ſie anders von der maͤchtigen Einwirkung dieſes ſonderbaren Dunſt⸗ kreiſes nicht zu heftig ſind angegriffen worden. Hieraus iſt alſo zu ſchließen, daß das in dieſer At⸗ mosphaͤre von phlogiſtiſirter Luft vorhandene Brennbare die einzige Urſache der gruͤnen Farbe der Blaͤtter an den Pflanzen, die in ihr vegetiren, ſei, weil die Blaͤtter ſich grade in denſelben Umſtaͤnden befinden, wie Pflanzen, die blos gelbe Blaͤtter haben, wenn man die Beſchaffenheit der Atmosphaͤre, welche ſie beruͤhrt, und die in dieſem Falle phlogiſtiſirt iſt, ausnimt. Wenn nun das Brennbare ſolchergeſtalt auf die Farbe der Blaͤtter Einfluß hat: ſo iſt die Frage, hat es auch auf den Wuchs der Pflanzen Einfluß? Auch dies habe ich auf eine noch auffallendere Weiſe wahrgenom⸗ men. Alle Pflanzen, die ſich in phlogiſtiſirter Luft ent⸗ wickelt haben, wenn ſie gleich im Finſtern ſtanden, wa⸗ ren niedriger, als ſolche, die ſich in gemeiner Luft im Fin⸗ ſtern entwickelten. Oft geſchieht es ſogar, daß ſie nie⸗ driger ſind, als in natuͤrlichem Zuſtande, aber alsdann iſt der Theil des Stammes von den Saamenlappen an bis an den Ort, wo die Aeſte anfangen, bisweilen im Durchmeſſer dreimal ſtaͤrker, als der untere Theil des Stammes. Dieſer Fleiſchtheil iſt ſehr hart und kupſer⸗ farbig. Dieſe Erſcheinung nimt man auch wahr, wenn die Pflanze im Lichte in dieſer phlogiſtiſirten Atmosphäͤre iſt erzogen worden. Doch 8ö dd alde i 1 jmmdj dern wennd, ℳ dnce fant, 6 dber undim R güner u tnegene mten tungen geneiner dn, K känpfen ſt disee Ammesryc t dls en tolen, de tg, ühe linm, 6 Ketwelc niudi nſth M in nd d did lih vern den de 1 da ſche danen ier riniche Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 67 1Tade thi Doch kann man nicht in Abrede ſeyn, daß die Sten⸗ ſephlſße gel der im Finſtern in phlogiſtiſirter zuft erzogenen Pflan⸗ , als ſeu zen ziemlich weiß und durchſichtig ſind. Sonach wirft waren. das Brennbare im Faͤrben moͤhr auf das Blatt, als auf den Stengel, dagegen im Verkleinern mehr auf den Sten⸗ ton in he gel: unterdeſſen waren doch die Blaͤtter in allen Faͤllen en, 5 kleiner, als ſie im natuͤrlichen Zuſtande zu ſeyn pflegen. venn ſie ai erbaren Duſ Ueberhaupt ſind Pflanzen, die in phlogiſtiſirter Luft den. und im Finſtern erzogen worden, niedriger, blaͤtterreicher, gruͤner und lebhafter, als in gemeiner Luft im Finſtern as in dieſe! erzogene. Es geſchieht ſogar, daß in phlogiſtiſirter Luft ene Vremi unterm Einfluſſe des Lichts erzogene in gewiſſen Betrach⸗ Blätter en tungen beſſer fortkommen, als ſolche, die unter einer mit die Baätte gemeiner uft gefuͤllten Glocke und im Lichte erzogen wer⸗ ie Pflanzen den. Doch hat man hier gegen eine Schwierigkeit zu Beſchaffr kaͤmpfen, die mir bis jezt unuͤberſteiglich ſcheint, und das d die in de iſt dieſe: Pflanzen, welche man in einer phlogiſtiſirten Atmosphaͤre erzieht, ſind beſtaͤndig weit ſtaͤrker angefeuch⸗ 3 tet als andre; daher hat mirs auch noch nicht gelingen geſtat afft wollen, daß ich Pflanzen, die ich in phlogiſtiſirter Luft Frage, u erzog, uͤber 16 bis 18 Tage haͤtte beim Leben erhalten ? Aud konnen; es iſt mir ſogar oft geſchehen, daß ich die Blaͤt⸗ iſe wahrgene ter habe alle Tage abwiſchen muͤſſen, wenn ich die Ein⸗ ſeter uſte wirkung dieſes Waſſers, das auf den Blaͤttern und Sten⸗ ſtende,n geln ſtehen bleibt, verhindern wollte. . 1 mie Alle gruͤne Pflanzen, die ich in phlogiſtiſirter zuft aber dlhi ins Finſtre gebracht, haben ihr Grün behalten, auch wur⸗ uneriorar den die Blaͤtter an den neuen Schoͤßlingen nie weiß, frei⸗ lich waren ſie nie ganz ſo gruͤn, wie die Blaͤtter an Pflan⸗ „bisweltn-„„.. „bisr zen, die in freier Luft und im lichte wuchſen. tere Tyül axt und iu Doch kann ich nicht verheelen, daß ich meine Ver⸗ h wohr, n ſuche ſo veraͤndert habe ausfallen ſehen, daß ſie mich wohl en Neruerſe haͤtten irre machen koͤnnen. Ob ich gleich beſtaͤndig das naͤmliche Verfahren, wenigſtens dem Anſchein nach, be⸗ d E a folgte; 4 e — 17; emn N 2— 2 ————————— dD dD—=D—8IIIh“ 68 Dritte Abhandlung. 80 folgte; ſo muß ich doch geſtehen, daß ich ganz entgegen⸗ de geſetzte Reſultate erhalten habe; ich habe Pflanzen gehabt, Petwe die in phlogiſtiſirter Luft die voͤllige Bleichſucht hatten. m ſy t Doch dieſe Verſchiedenheiten duͤrſen die gegenſeitigen ſarbi Beobachtungen, die ich beſchrieben habe, nicht ausſchlieſ⸗ berdi du ſen, ſie legen mir blos die Verbindlichkeit auf, den Urſa⸗ dte, 6m chen davon nachzuſpuͤren. fann gtrates Mir haben dieſe Verſchiedenheiten oͤfters aus der bne verſchiedenen Quantitaͤt des Brennbaren, das mit der d Vota unter der Glocke befindlichen Luft verbunden iſt, zu ent⸗ dsüt ſpringen geſchienen, wenigſtens iſt gewiß, daß wenn dieſe enn Ve Quantitaͤt zu ſtark iſt, die Pflanze ſehr geſchwind abſtirbt. vſebe Koͤnnte ich die Pflanzen in einer phlogiſtiſchen Atmosphaͤ⸗ Enwi re, deren Feuchtigkeit ſich nach Graden abmeſſen ließe, Ingg erziehen; ſo duͤrfte ich vielleicht beſſern Erfolg, als bisher, üürun davon geſehen haben. Aber die Nothwendigkeit, ſich der tjr feſ gefaͤllten fixen Luft zu entledigen, welches nicht anders, tehr uſ als mittelſt des Waſſers geſchehen kann, welches dieſe ghmih zuftgattung aufloͤſet, vermindert meine Hoffnung ſehr, ob ſie gleich ſie nicht ganz niederſchlaͤgt. Verſchlukte das Olivenoͤl ohne Geruch eine groͤßere Menge fixe Luft, ſo ließe n Pfan es ſich zu dieſer Abſicht ſtatt des Waſſers nuͤtzlich gebrau⸗ chen, aber alsdann muͤßte oft friſches genommen werden. Ob ich nun gleich Pflanzen, mit Olivenoͤl geſperrt, in ten phlogiſtiſirter züft erzogen habe, und ſie darin auch ganz kin⸗ gruͤne Blaͤtter, und ziemlich kurze und wenig feuchte Sten⸗ th gel hatten; ſo kamen ſie darin nur mittelmaͤßig fort, und ſem dies ruͤhrte, wie ich glaube, daher, weil theils dieſes Oel fuali nur wenig fixe Luft verſchlukte, theils die Blätter dieſer kauſ Pflanzen nicht genug fixe Luft mit dem Waſſerdunſte, der den dieſe Luftart aufloͤßt, empfingen, und weil theils die unede Blaͤtter durch dieſe Saͤure, welche ganz ohne eingewi⸗ tnzehe ckelt oder von einem Zwiſchenmittel begleitet zu ſeyn, auf k kim ſie wirkt, angefreſſen wurden.„ Aus ſdeh Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 69 ganz er hh Aus dieſen Verſuchen folgt, daß das Brennbare tſäct den Wirkungen hervorbringt, welche das Gegencheil von je⸗ gegantin nen ſind, die aus dem Mangel des Lichts entſtehen. Es ſich arſti faͤrbt die Blaͤtter im Finſtern gruͤn, und dieſes Gruͤn iſt auf dd bisweilen dunkler, als im natuͤrlichen Zuſtande und im Lichte, es macht, daß die Pflanzen kuͤrzere Stengel be⸗ kommen, als ſie gewoͤhnlich haben, und daß endlich, an⸗ Fſer u ſtatt eines lang aufgeſchoſſenen Stengels das Ende dieſes * nin kurzen Stengels aufſchwillt und eine Art von Wulſt bil⸗ niß 1 1 det, worauf alsdann die Blaͤtter abfallen und der Stengel 9 vn abſtirbt. Sollte das gar zu uͤberfluͤßige Brennbare wohl in tit eine Verſtopfung, eine Verſchleimung in den Gefaͤßen ver⸗ m düſ urſachen? Sollte es die aͤußern Faſern kraͤuſeln? ihre en Aimunt Entwickelung hindern? Wenigſtens iſt gewis, daß ſehr ömiſin i junge Pflanzen mehr als andre von der Wirkung des zu dg, ashin uͤberfluͤßigen Brennbaren leiden, und daß dieſe Schwulſt digkei ſ ſehr fleiſchig iſt; ferner iſt noch gewis, daß Saamen in srich ann dieſer Luftgattung ſchlecht keimen, und daß ſie ihrem Auf⸗ nub gehen nicht guͤnſtig iſt. nung ſeh, athi 12. Pflanzen in einer Atmosphaͤre von entzuͤnd⸗ izit gir barer Luft. nmen wede Die neuen Erſcheinungen, die ich an Pflanzen ſah, wel⸗ geſpertt, che ich mitten in einer phlogiſtiſirten Atmosphaͤre erzog, rin auch u brachten mich auf den Gedanken, welche davon in ver⸗ feuchteEn ſchiedenen Luftgattungen vegetiren zu laſſen. Daß ſie in ßig ſor, u fixer Luft abſterben, bemerkt man bald, weil dieſe Luft⸗ ils duſs0 gattung ſich mit den Pflanzen nicht anders verbinden kann, Blätte di als wenn ſie im Waſſer aufgeloͤſt iſt, und weil ſie ihnen ſerdunſt, unter dieſer Luftgeſtalt das Brennbare, das ſie daraus eil teib W einziehen muͤſſen, und das ſie noͤthig haben, nicht darbie⸗ ohne Km, ten kann. 3' uſm In dephlogiſtiſirter Luft kommen die Pflanzen ſchlecht fort, und zwar immer um deſto ſchlechter, je mehr 4 E 3 dieſe —=——y—————C—. — 3— 8 — ſſ— — 70 Dritte Abhandlung. dieſe Luftgattung vom Brennbaren frei iſt, weil ihnen alsdenn das Brennbare und ſonach jenes koſtbare Nah⸗ rungsmittel abgeht, welches ihr Leben erhaͤlt. Die Salpeterluft zerſtoͤrt die Luft durch ihre ſchar⸗ fe Saͤure, die auf das Harz des Zellgewebes wirkt. Alle dieſe Verſuche gaben wenig Belehrung. Aber eine ver⸗ neinende Wahrheit iſt ſo gut eine Entdeckung, als eine bejahende, und man kernt in der Kenntnis einer Urſache eben ſo viel, wenn man das kennt, was ihr ſchaͤdlich iſt, als wenn man das entdekt, was ſie befoͤrdert. Meine Begriffe von der entzuͤndbaren Luft ließen mich gewiſſere Erfolge hoffen, und die Wirkungen, welche die phlogiſtiſirte Luft auf die Pflanzen geaͤußert hatte, ließen mich die erblicken, welche dieſe neue Luftgattung mir liefern wuͤrde. Ich ſetzte daher Geſchirre, in denen aus der Erde hervorkommende Schminkbohnen ſtanden unter Glocken, die zum grogen Theil mit entzuͤndbarer Luft gefuͤllt waren, ſperrte ſie mit Waſſer, und ſetzte alsdenn etliche davon ins Finſtre und andre ins Licht. Ich beob⸗ achtete an dieſen in ſolcher mit entzuͤndbarer uft geſchwaͤn⸗ gerten Atmosphaͤre und im Finſtern ſtehenden Schmink⸗ bohnen nach Verlauf von 14 Tagen alle die Erſcheinun⸗ gen, wie an jenen Schminkbohnen, die in einer phlogi⸗ ſtiſirten Atmosphaͤre im Finſtern ſtanden. Sie hatten gruͤne Blaͤtter, beſonders in der Gegend der Veraͤſtun⸗ gen, dieſe Blaͤtter waren klein, ihr Stengel war weiß, aber kuͤrzer, als an den bleichſuͤchtigen Schminkbohnen, und beſonders waren dieſe Stengel bis an die Gegend der Saamenlappen aufgeſchwollen. Ich wollte auch eine Pflanze mit 8 Blaͤttern in die⸗ ſe Luft und ins Licht bringen, ſie ſtarb mir aber darin ab, und die Blaͤtter wurden bleichgelb. In entzuͤndbarer Luſt, die rein iſt, ſterben die Pflan⸗ zen ab, weil ſie darin nicht gleich ſixe Luft ancreffen, welche inder ger Mächur Manzen rothwen tend de Zurſtu weche ſar, wal ſccen Un gſſiſitme terſchiden hrenuenden lucſend, udi gi ſwͤdri rütender bomge gen, n Innäene mana wchenin born ſogich bon geſt beveiß nangeſe Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 71 3 ſah welche ſich daraus niederſchlagen kann. Iſt aber die ent⸗ al ſ zundbare Luſt mit der gemeinen einige Zeit gemiſcht ge⸗ weſen, ſo leidet ſie unter den Glocken gewislich eine ziem⸗ urch ißnſt lich ſtarke Veraͤnderung, ja wenn man ſie in dieſem Zu⸗ ſtande einige Jahre lang uͤber Waſſer erhaͤlt, ſo vermin⸗ dert ſie ſich betraͤchtlich, wie ich mich davon uͤberzeugt Aber ein 3 kung, 5, habe, welches der gemeinen Luft nicht wiederfaͤhrt. Miſcht seeine Unt man daher eine Portion gemeiner Luft mit entzuͤndbarer, d ſcälh ſo kommen die jungen Pflanzen darin gut fort, weil das er. in der gemeinen Luſt vorhandene Brennbare durch ſeine Miſchung mit der dephlogiſtiſirten zuft, welche dieſe ren luft ii Pflanzen ausſtoßen, ſie gleich mit der zu ihrer Erhaltung rkungen ne nothwendig kleinen Quantitaͤt ſixer Luft verſieht. Waͤh⸗ geäufett ſ rend deſſen wird die entzuͤndbare Luft zerſetzt, und an ihrer eue Luſigate Zerſetzung iſt nicht zu zweifeln, da ſie an den Pflanzen, hirre, in de welche ſie umgibt, im Finſtern, eben die Wirkung auſ⸗ bohnen ſin ſert, welche die phlogiſtiſirte Luft an ihnen unter den naͤm⸗ ttzuͤndborett lichen Umſtaͤnden beweißt. Da die Luft, welche ich phlo⸗ dſette ied giſtiſirt nenne, von gemeiner blos durch das Brennbare ht. Jobe verſchieden iſt, das ſie aus der Schwefelleber oder dem ſt gſte brennenden Wachsſtocke in ſich genommen hat; ſo iſt ein⸗ den Scnd leuchtend, daß der Zuſtand derer in phlogiſtiſirter Luft hie Eiſhei⸗ und im Finſtern erzogenen Pflanzen, der von dem Zu⸗ reiter ſtand der in gemeiner Luft vegetirenden ſo verſchieden war, Se er nichts anderm als dem der gemeinen Luft zugeſetzten Brenn⸗ der V baren zugeſchrieben werden konnte, und da dieſe Wirkun⸗ nl verei gen, welche ſich an denen in entzuͤndbarer Luft und im cmitke Finſtern erzogenen Pflanzen zeigen, eben die ſind, welche die Gegenddr man an Pflanzen, die in phlogiſtiſirter Luft erzogen ſind, wahrnimmt; ſo iſt klar, daß das Brennbare der entzuͤnd⸗ baren Luft auf die Pflanzen Einſtuß gehabt hat, daß es Zlaͤten nth folglich ſich von ſeinem Grundſtoffe getrennt und als da⸗ aber drine von geſchieden gewirkt hat. Was aber dieſe Wahrheit beweißt, iſt die große Verminderung, welche dieſe zuſam⸗ mengeſetzte Atmosphaͤre erlitt, und welche alsdann die ben delſ E Menge lſt anſſt 4 4 uh ———n——õ—õm ——— —— — 7² Dritte Abhandlung. Menge der gemeinen Luft, die einen Theil von ihr aus⸗ machte, merklich uͤbertraf. Kurz, man ſieht hieraus, daß das Brennbare zu den Beſtandtheilen der entzuͤndbaren Luft gehoͤrt, daß es ſich von ihr trennen laßt, wenn ſie mit der gemeinen Luft ge⸗ miſcht und mit Waſſer geſperrt wird, und endlich, daß die Vegetation dieſe Zerſetzung beſchleunigt. Dies be⸗ wieſe ſonach noch die große chemiſche Verwandſchaft zwi⸗ ſchen den Grundſtoffen der Pflanzen und dem Brennba⸗ ren. Wer wird aber auch hieran zweifeln, wenn man bedenkt, daß ſie die Quelle des Harzes, aller brennbaren Macerie und brennenden Geiſter ſind. 13. Die Pflanzen verſchlucken Brennbares. Die Veraͤnderungen, welche die Pflanzen durch die Wirkung des Brennbaren auf ſie leiden, beweiſen deut⸗ lich, daß es ſich mit ihnen verbindet. Das Brennbare iſt es, das ſie im Finſtern faͤrbt und verkuͤrzt, das den Theil von ihren Stengeln, der ſo ſtark auswaͤchſt, anſchwellt, kurz, das ſie zu der Feuchtigkeit, welche ſie nur in dieſen Umſtaͤnden ausſtehen, empfaͤnglich macht. Wenigſtens iſt gewis, daß das Brennbare die Farben braun macht, gewis iſt auch, daß in den heißen Landern unter der Linie und wo die Pflanzen mit der dort reichlicher vorhandenen firen Luft eine groͤßere Menge Brennbares einſchlucken, ſie auch mittelſt der fixen Luft, die in der Atmosphaͤre, in der ſie vegetiren, enthaltene Feuchtigkeit begieriger ein⸗ ſaugen und den Regen, der ihnen ſchaden wuͤrde, entbeh⸗ ren koͤnnen. Freilich laͤßt ſich die Menge des von den Pflanzen einge chlukten Brennbaren nicht beſtimmen, weil man ſonſt die Menge der ſixen Luft, welche es enthaͤlt, und welche mit der Feuchtigkeit aus der Atmosphaͤre von den Pflanzen Ta petin in fann men! tons ded gennit ruubndn listenſt f Pännze ln die thenſowo wt ene daren d Mang ſte ſuchen ſung g Jahbu der Na ich, dac gehenden in denen entwiſchen dut enthi m, died duve te w ungda lchen ſcdic unter nit iſt ſ lch le goflr vmeine — Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 73 un ira Pflanzen eingeſaugt wird, muͤßte beſtimmen koͤnnen. Doch kann man verſichern, daß eine zu große Menge Brenn⸗ enriun bares die Pflanzen toͤdtet. In uft, die mit dem Dam⸗ 1 uan pfe vermiſcht war, den ich eine Stunde lang aus dem Aiptzß rauchenden Geiſte des Boyle, den ich in einem Uhr⸗ meinen gf glaͤschen ſtehen hatte, hatte aufſteigen laſſen, hat mir kei⸗ d endich, ne Pflanze vegetiren wollen. Auf der andern Seite ſter⸗ gt. Die ben die Pflanzen in einer des Brennbaren beraubten Luft vondſft g eben ſo wohl, als in einer Atmosphaͤre, die ſich der fixen Luft dem Brenn nicht entladen kann, welche durch das Gemiſch des Brenn⸗ in, wem m baren aus der gemeinen Luft, und der reinern von den ler bremte Pflanzen ausgeſtoßenen Luft, gefaͤllt worden iſt. Dies iſt es ohne Zweifel, was zu den widerſprechenden Ver⸗ ſuchen der Herren Prieſtley und Scheele Veranlaſ⸗ tennbatez ſung gegeben hat. Der zeztere, deſſen Name in den Jahrbuͤchern der Chemie eben ſo Epoke machen muß, als anzen durh der Name des Erſtern in der Phyſik, der Leztere, ſag' beweiſen ich, dachte nicht dran, daß die aus der die Pflanzen um⸗ das Weennte gebenden Atmosphaͤre gefaͤllte fixe Luft aus den Gefaͤßen, urzt, dos in denen die Pflanzen mit ihr eingeſperrt waren, nicht chſt on ch entwiſchen konnte, daß dieſe Gefaͤße nicht genug gemeine e nur in ie Luft enthielten, und keine genuͤglich weite Oefnung hat⸗ Wexigie ten, die dem Waſſer hinreichend verſtattet haͤtte, die fixe braun met Luft zu verſchlucken, die ſich erzeugte und die Pflanze toͤd⸗ unter der tete, weil ſie im Waſſer nicht aufgeloͤſt noch zur Nah— rvothenden rung der Pflanze tauglich war, ſondern ſie in ihrem natuͤr⸗ zeinſchlut lichen Zuſtande umgab, folglich auf eine der Pflanze tmosrhini ſchaͤdliche Art, wie ich bereits angemerkt habe. jeriger 8 Sperrt man zwei Pflanzen vermittelſt des Waſſers unter gleiche und gleichgeraͤumige Glocken, daran eine mit phlogiſtiſirter und die andre mit gemeiner Luft gefuͤllt Idr pin iſt; ſo wird die Pflanze unter der erſten Glocke gewoͤhn⸗ lich lebhaft vegetiren, wenn das Brennbare nicht in zu ſ n- 1b 1,63 1 großer Menge vorhanden iſt, aber in der Glocke voller din gemeiner Luft bald kraͤnkeln. Dies geſchieht, wenn das Pfunn E 5 Brenn⸗ —————— mn 2— ———— ———, ,—— 74— Dritte Abhandlung. Brennbare unter der Geſtalt der ſixen Luft durch ſeine Miſchung mit der reinen euft, welche die Pflanze aus⸗ ſtoͤßt, daraus gefaͤllt worden iſt. Man bringt eine ſolche Pflanze daher auch wieder zum Leben, wenn man unter die an Brennbarem erſchoͤpfte Glocke Brennbares laͤßt, welches ſich mit der phlogiſtiſirten Luft, von der ich geredet, und mit dem Dampfe aus der Schwefelleber, der durch eine Saͤure entbunden worden, bewerkſielligen laͤßt. Noch wird man bemerken, daß eine kleine Pflanze laͤnger mit Lebhaftigkeit unter einer gegebenen Glocke vol⸗ ler gemeiner zuft fortleben werde, als mehrere ſolcher Pflanzen, oder als eine große ſehr blaͤtterreiche, weil im erſten Falle wenig reine Luft entbunden, und wenig Brenn⸗ bares mit der firen Luſt gefaͤllt wird, anſtatt daß in den andern Faͤllen weit mehr reine Luft erzeugt und viel Brenn⸗ bares gefaͤllt wird, woraus denn folgt, daß das Brenn⸗ bare dieſes Umfangs(voluwe) Auft ſchneller ver⸗ ſchluckt worden ſeyn muß, und daß die deſſelben eher be⸗ raubten Pflanzen auch ſchneller eingehen muͤſſen. Kurz, man muß ohne Zweifel dem in der gemeinen Luft vorhandenen Brennbaren die Spuren von Gruͤn zu⸗ ſchreiben, die man auf den Blaͤttern bleichſuͤchtiger Pflan⸗ zen wahrnimt, und auch eben dieſes Brennbare der firen Luft, das ſich vielleicht gleich mit den Saͤften der Pflan⸗ ze verbindet, iſt es, das man als die Urſache der gruͤnen Farbe des Safts anzuſehen hat, den man in der keimen⸗ den Puffbohne wahrnimt, und der in dieſem Zeitpunkte der Gaͤhrung viel fixe uft erzeugt, auch iſt es vielleicht die Urſache, warum die Bleichſucht ſtaͤrker iſt, wenn die Feuchtigkeit groͤßer iſt, weil das in der Luft ſchwebende Waſſer viel fire Luft verſchluckt, der Pflanze, welche auf ſie, bei ihrem Niederſchlage, wartet, viele entzieht, oder ſie ihr doch ſehr verduͤnnt zukommen laͤßt, und folglich auf eine Art, welche die Wirkſamkeit dieſer Lufigattung — vermin⸗ 8 eminder phtre, beren de ſanden Pynmni uſegfe nhn ſad, und word ſücſigw 4 4¹ tend zu brin unmägl gleichen tzeilede duviel? d m Eim ſcdtem zvunge in en zen und zen od tung Damg ter ſo Farbe hos au Luf drh h ie Päunge ringt ineſa man urte res aßtn ich geredr, der durc läßt e kleine Phen enen Glockete mehrere ſich eiche, welle dwenig Ire att daß in und viel Dm oß das Am ſchneller w ſſelben thn mäͤſſen. der gemei von Grin ichtiger N nbare de ten der W hhe der grne in der kei em Zäipun ſt es dili iſt, um iſt ſhubte p, vichu entſelt, „ und fi ſi dgſgrtm tinh Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 75 vermindert. Endlich iſt wohl auch dieſem in einer Atmos⸗ phaͤre, die ſich erneuert, reichlicher vorhandenen Brenn⸗ baren, das geſunde Ausſehen und die etwas minder gelbe ſondern vlelmehr etwas gruͤnere Farbe der bleichſuͤchtigen Pflanzen in einem finſtern Orte zuzuſchreiben; dagegen dieſe Pflanzen mir gelber und weniger gruͤn vorgekom⸗ men ſind, wenn ſie in einem wohlverſchloſſenen Gefaͤße, und worin die Luft nicht erneuert werden konnte, bleich⸗ ſuͤchtig wurden. 14. Wirkung der ſauren Salze auf die Blaͤtter ſowohl von bleichſuͤchtigen, als geſunden Pflanzen. Vergebens habe ich geſucht, bleichſuͤchtige vegeti⸗ rende Pflanzen mit verſchiedenen Koͤrpern in Verbindung zu bringen. Es gibt ſolcher Verbindungen gar viele, dle unmoͤglich ſind, weil ſie die Pflanze toͤdten wuͤrden, der⸗ gleichen ſind die geiſtigen Daͤmpfe, dieſe wuͤrden die Harz⸗ theile der Pflanzen aufloͤſen und ſie ſchwaͤrzen, indem ſie zu viel Brennbares in ihnen anhaͤufen wuͤrden. Die ſalzigen Daͤmpfe zerſtoͤren die Pflanzen, die ih⸗ rer Einwirkung ausgeſetzt werden, gar bald, ſelbſt die ſogenannte fixe Luft thut dies. Daher ward ich bald ge⸗ zwungen, die Unterſuchungen, welche ich mit lebenden Pflan⸗ zen anſtellen wollte, aufzugeben, und ſie auf todte Pflan⸗ zen und auf Theile von ihnen, oder wenigſtens auf Pflan⸗ zen oder ihre Theile, die aus dem Boden, der ihnen Nah⸗ rung gab, genommen wurden, anzuſtellen. Die Schwefelſaͤure veraͤndert ſowohl durch ihren Dampf, als durch ihre Beruͤhrung, das Gruͤn der Blaͤt⸗ ter ſogleich in die Farbe duͤrrer Blaͤtter, aber nicht die Farbe ganz bleichſuͤchtiger Blaͤtter. Sonach wuͤrde ſie blos auf den gruͤnfaͤrbenden Theil wirken; dieſen wuͤrde ſie 1 2 2—. u u ͤſͤſͤͤ ——————yjjjü—— 76 Dritte Abhandlung. ſie ſeines Brennbaren berauben, indem ſie ihn durch ihre Verbindung mit ihm fluͤchtiger machen wuͤrde. Gruͤne Blaͤtter, die man in die Daͤmpfe der Vitriol⸗ ſaͤure, der Salpeterſaͤure und der Seeſalzſaͤure bringt, verwandeln ihr Gruͤn ſchnell in Gelb, bleichſuͤchtige Blaͤt⸗ ter hingegen, leiden nicht gleich dadurch, doch werden ſie nach einigen Tagen weiß und verlieren darin das wenige Brennbare, das ſie haben moͤgen. Gruͤne Blaͤtter, die man in Waſſer, das mit Vi⸗ triol; Salpeter, oder Seeſalzſaͤure geſaͤttigt iſt, tunkt, nehmen die Farbe ganz duͤrrer Blaͤtter an und gehen aus dem Gruͤnen ins Fahle, und aus dieſem ins Weiſſe uͤber. Die vollkommen farbloſe Vitriolſaͤure nimt waͤhrend die⸗ ſer Veraͤnderung eine braune Farbe an, ein Merkmahl, daß ſie mit dem aus dem Blatte herausgehenden Brenn⸗ baren angeſchwaͤngert worden. Dieſe Saͤuren veraͤn⸗ dern aber bleichſuͤchtige Schminkbohnen und die Herzchen des Sallats ganz und gar nicht. Rothe Blaͤtter, es moͤgen nun ſolche ſeyn, welche dieſe Farbe annehmen, wenn ſie eben abfallen wollen, als wie die vom Holzbirnbaum(Pyrus filueſtris Linn. Le Poirier ſauvageon), oder vom kanadiſchen ſchlingenden Mondſaamenkraute(Meniſpermum Lirgin. Linn. La Vigne de Canada) oder ſolche, die ſchon in ihrer zarten Kindheit dieſe Farbe haben, als die Blaͤtter von der Eiche, vom Aprikoſenbaum ꝛc. behalten ihre rothe Farbe, wenn ſie in Vitriolſaͤure getaucht werden, ja ſie wird noch hoͤ⸗ her, obgleich die mit Waſſer geſchwaͤchte Saͤure ſich ro⸗ ſenroth faͤrbt. Salpeterluft, die mit gemeiner ſo gemiſcht, iſt, daß Leztere mit Erſterer ihrem Brennbaren geſaͤttigt worden, wandelt das Gruͤne der Blaͤtter von den Roſenſtoͤcken in Blau. Dies iſt der einzige Fall dieſer Art, der mir vor⸗ gekommen iſt.. 15.Wir⸗ S 5 Ti bl Grin ſinge 1 ür unt An gecheten mote à bravn. W ſnd, be, ol 9 groſer ſauge g d (Labun blchſlch kommen! ſager in Taide Sthen dendent Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 77 4 dedh 15. Wirkung der Laugenſalze auf die Blaͤtter uͤrde. 5— bleichſuͤchtiger und geſunder Pflanzen. pfe derd a Gruͤne Blaͤtter, in eine mit gereinigtem Laugenſalze ge⸗ chüctieg ſaͤttigte Lauge getaucht, behalten darin ihr Gruͤn, die Lauge dac i aber nimt eine gelbe ins Gruͤn fallende Farbe an. orin das i An gelbgeſtreiften Blaͤttern, wie die von Ahorn mit geſchektem Laube(Acer var. fol. varieg. Linn. Le Sico- t, de un more à feuilles panachées) werden die gelben Streiffen tigt iſ, w rauh und gehen Blaͤtter, die abzuſterben anfangen, und daher gelb ins Weſſtäh ſind, werden darin ganz braun, und bekommen die Far⸗ mt währendd be, als wenn ſie ganz vertrokner waͤren. üne Rothe Blaͤtter, ſie moͤgen nun vor Alter oder vor ſhend dn großer Jugend roth ſeyn, faͤrben ſich in einer Laugenſalz⸗ Sääuren d d,uae grün ind die hant guge gruni⸗ Tunkt man ein Herzchen vom roͤmiſchen Sallat, (Lab(luca ſatiua Linn. La Laitue romaine), der voͤllig he ſenn, bleichſuͤchtige Blaͤtter hat, in eine ſolche Lauge, ſo be⸗ allen veli kommen dieſe Blaͤtter darin eine ſtarke gruͤne Farbe, die ri lim ſogar ins Dunkle faͤllt. Ich geſtehe aber, daß ich dieſe zen ſclunad Veraͤnderung der Farben an den Blaͤttern bleichſuͤchtiger in. Lim Schminkbohnen nicht beobachtet habe. Dieſe Thatſache in ihterſ verdient eine große Aufmerkſamkeit. von dert 6 dur⸗ 6 16. Tinktur aus bleichſuͤchtigen Blaͤttern. wir Sumſt Gießt man Weingeiſt auf gruͤne Blaͤtter, ſo faͤrbt er ſich bald gruͤn, weil er ihre Harztheile aufloͤßt. Gießt „0 man aber welchen auf bleichſuͤchtige Blaͤtter, ſo faͤrbt er miſbt t ſich bald gelb, weil er ebenfalls dieſer Blätter Harzthei⸗ ſättigt vene le aufloͤßt. Dies beweißt, daß der Theil des Blatts, Feſaſſiin, welcher gruͤn gefaͤrbt iſt, der Harztheil ſei, wie ich in einer tt der ni folgenden Abhandlung umſtaͤndlicher zeigen werde. Vitriol⸗ 1We E—. 1— ———— e 28 Dritte Abhandlung. Vitriolſaͤure in geringer Quantitaͤt dieſer gruͤnen Tinktur aus gruͤnen Blaͤttern zugeſetzt, figirt dieſe Farbe ſo, daß verſchiedene Umſtaͤnde, welche dieſe Tinktur, wenn ihr keine Vitriolſaͤure zugeſetzt iſt, veraͤndern koͤnnen, denn ganz unwirkſam ſind, wenn ſie der Tinktur beige⸗ miſcht iſt. Setzt man aber Vitriolſaure in ſtaͤrkerer Quantitaͤt hinzu, ſo faͤrbt ſie ſie ſchwarz. Von der See⸗ ſalzſaͤure wird ſie braun, und von der Schwefel⸗ und Sal⸗ peterſaͤure gelb. Feuerbeſtaͤndiges Laugenſalz faͤllt dieſe gruͤne Farbe daraus, das fluͤchtige Laugenſalz faͤrbt ſie gelb; doch von allen dieſen umſtaͤndlicher in einer eignen Abhandlung. Die gelbe Tinktur aus den bleichſuͤchtigen Blaͤtktern faͤrbt ſich braun, wenn man ihr Vitriol⸗ und Seeſalzſau⸗ re zuſetzt, gruͤn aber, wenn man ihr ein Laugenſalz bei⸗ miſcht. Setzt man dieſe beiden Tinkturen dem Sonnenlich⸗ te aus, ſo werden beide von deſſen Einwirkung und glei⸗ chermaßen veraͤndert, wie wir umſtaͤndlicher an einem an⸗ dern Orte ſehen werden. Die erſte Tinktur geht aus dem Gruͤnen ins Gelbe und die andre aus einem ziemlich dun⸗ keln Gelb ins Blaßgelbe uͤber, aber eine unter die gruͤne und durch die Wirkung der Sonne gelbgewordene Tinktur gegoſſene Laugenſalzlauge faͤrbt ſie wieder gruͤn. Die naͤmliche Lauge macht auch die durch den Aufguß des Weingeiſts auf bleichſuͤchtige Blaͤtter gelbgefaͤrbte Tink⸗ tur gruͤn, eh ſie durch die Einwirkung des Sonnenlichts weiß gefaͤrbt wird, nachdem ſie derſelben ausgeſetzt wor⸗ den. 17. Sondern bleichſuͤchtige Pflanzen, wenn ſie vegetiren, Luft ab? Da gruͤne Blaͤtter vegetirender Pflanzen, wenn man ſio unterm Waſſer der Sonne ausſetzt, eine ſehr reine Luft 8 ditusſ fn die rich, w derig vyrchüde Mract ſtent al renig We d jehen den kanr ſhired durchi ſtensd thalle fire u richt Jlichſu haben duft und drrin ab man ſſe laufeine Neſel! Menxa thäl — d haben Erſe zuſoß widd, mani Lſta norürli vobon Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 79 Nlühe 2 122 e. rdeen Luft ausſtoßen; ſo thun Blaͤtter von bleichſüͤchtigen Pflan⸗ Tunkte 3 zen dies hingegen unter den naͤmlichen Umſtaͤnden gar indern ie nicht, und gelbe Blaͤtter ganz junger Pflanzen eben ſo 9 ma 1 1 din ritrt wenig. Hieraus folgt alſo, daß ihre Art zu vegetiren, verſchieden iſt, und daß der Mangel des lichts in dieſer 3 Betracht auf ihre Vegetation Einſluß hat. Außerdem 6 ſcheint auch ihr Gewebe verſchieden zu ſeyn. Da ſie lre in ſtieir Von de wefel⸗ und. auch e verſ da unes wenig Waſſer oder Feuchtigkeit aus der zuſt einſchlucken, naſſ ſo ziehen ſie ſonach auch wenig ſire Luft, die ſich verbin⸗ ſaiz fättt den kann, ein, weil dieſe Luftart im Waſſer der Atmos⸗ phare aufgeloͤßt iſt, und die Pflanzen folglich keine Luft durch ihre Vegetation hervorzubringen haben. Weil er⸗ igen Büt ſtens die zu Erzeugung dieſer Luft erforderlichen Grund⸗ ind Suaſcla theile, naͤmlich das Licht und eine zureichende Wienne Laugenſc ſire Luft fehlen. Zweitens, weil die Verbindung in ihne nicht vor ſich gehen kann, indem es denen Organen des bleichſuͤchtigen Blaͤtter an der Spannkraft fehlt, die ſie in einer 1 m Eennuit haben ſollten, denn wenn dieſe Pflanzen zu jaͤhling in die kung ud Luft und ans Sonnenlicht gebracht werden, ſterben ſie N an einne darin ab, ohne gruͤn zu werden, und ferner weil, wenn e geht au man ſie allmaͤhlig ans licht gewoͤhnt, ſie erſt nach Ver⸗ ziemüich d lauf einer gewiſſen Zeit gruͤn werden. Dieſe Zeit iſt ohne nter die gin Zweifel nothwendig, um den Organen der bleichſuͤchtigen ordene dii Pflanzen die Lebhaſtigkeit und die Eigenſchaften mitzu⸗ grün. A theilen, die zu Erzeugung der gruͤnen Farbe und der Luft, Aufcuß i— die ſich entwickelt,— wann die Pflanzen dieſe Farbe geinded haben, erſordert werden. Wenigſtens weiß man aus Sonnenite Erfahrung, daß die gruͤnen Blaͤtter aufhoͤren Luft aus⸗ zusgeſettee zuſtoßen, wenn ihnen der Einfluß des Lichts entzogen wird; ſie hingegen ſogleich wieder welche abſondern, wenn man ihnen das Licht wieder gibt. a, wemtſ Geſchieht es aber doch, daß bleichſuͤchtige Blaͤtter luft ausſtoßen, ſo iſt es verdorbene, es iſt fire Luft, ein natuͤrliches Produkt der erſten Augenblicke der Gaͤhrung, 9 ſee wovon meine erſte Abhandlung umſtaͤndlicher handelt. a— dht 4 Da 8—— 4 ————————jü ——— 80 Driitte Abhandlung. Da auch gruͤne von der Pflanze abgeſchnittene Blaͤt⸗ ter auf dem Waſſer, auf welches man ſie legt, ſchwim⸗ men, ſo ſinken hingegen bleichſuͤchtige Blaͤtter, die mehr voll Waſſer ſind, oder eine woͤßrige Feuchtigkeit, aber we⸗ niger Luft enthalten, darin bald unter; welches wiederum ein Beweis iſt, daß es ihnen ſchon an dieſer Luft fehlt, die durch eine vollkommene Vegetation erzeugt wird. 18. Von der Gaͤhrung bleichſuͤchtiger Pflanzen. Die leztern Beobachtungen, die ich angefuͤhrt habe, gaben mir Gelegenheit zu unterſuchen, ob bleichſuͤchtige Pflanzen geſchwinder in Gaͤhrung gehen als geſunde. Es waͤhrte auch nicht lange, ſo uͤberzeugte ich mich, daß die von ihnen ausgeſtoßene Luft Gaͤhrungsluft ſei, weil ſie dem Waſſer einen uͤbeln Geruch mittheilten und es truͤbe machten.. Auch bemerkte ich ferner noch, daß da gruͤne Blaͤt⸗ ter ihre Farbe und friſches Anſehen zwey bis drey Tage lang unterm Waſſer, und in der Sonne ſtehend,—— worin ſie eine ziemlich gute Luft abſonderten,— behielten; hingegen bleichſuͤchtige Blaͤtter von gleichartigen Pflan⸗ zen, unter eben den Umſtaͤnden, das Waſſer nach Verlauf von vier bis fuͤnf Stunden truͤbten. Das Waſſer war von ihnen ſchon gelb gefaͤrbt, als es von gruͤnen Blaͤttern noch kaum angefangen hatte, truͤbe zu werden, auch waren die bleichſuͤchtigen Blaͤtter ſchon ganz zu Brei geworden, als die gruͤnen vom Liegen im Waſſer noch kaum ange⸗ griffen waren. Stengel bleichſuͤchtiger Pflanzen bieten eben die Erſcheinungen, wie die Blaͤtter dar. 19. Vom d phume berechenſ Weſcieder Gichmac drgeächen LCicho rarun li de grine Cardunr in der N ee Lim. bau Früdhte alſb hiero nodiftite kiit minde tn iſ, ſ rachen de vaches ſer nadrfie N. wen, di tiechende Nit nen anwe nich zu ken, ſan witen, ſene mod tn, wel ſübeier. Senel Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 81 geſchniteeg ſe 1 19. Vom Geſchmacke und den Salzen bleichſuͤch⸗ Nätta, der tiger Pflanzen. hig r Die Wirkungen vom Mangel des Lichts auf die velces nene Pflanzen erſtrecken ſich nicht blos auf die Farbe, ſondern Ceer uſ ſ verrathen ſich auch durch den Geſchmack ſolcher Pflanzen. ugt widd Verſchiedene bittere Pflanzen bekommen einen mildern Geſchmack, wenn man ihnen das Sonnenlicht entzieht, iger Pfane dergleichen ſind die Cichorien(Cichorium ſatinum Iiun. La Cichoréc), und der Loͤwenzahn(Leomodon Tara- Vangefih xacum Linn.) Die Herzchen vom Sallat ſind ſuͤßer als 0b bleicſüte die gruͤnen Blaͤtter. Die Kardonenartiſchocken(Cyhnara en als geiu Cardunculus Linn. Le Cardon), die eßbaren Rippen te ich mihe in der Mitte der Arkiſchocken, der Sellery(Apium dul- ngeluſt ſi n te Linn. Le Sellery) muͤſſen bleichſuͤchtig ſeyn, wenn ttheilten un ſie wohlſchmeckend ſeyn ſollen. Im Schatten gewachſene Fruͤchte ſind nicht ſo ſchmakhaft, als andre. Es erhellet „, alſo hieraus, daß das Licht den Geſchmack der Fruͤchte da grin de modificiren kann, und zwar dadurch, daß es ihre Herbig⸗ e bis din d keit mindert; da aber dieſe eine Wirkung des Brennba⸗ e ſtehend,— ren iſt, ſo folgt noch weiter daraus, daß eine von den en— bäjin Urſachen der Bleichſucht der Mangel des Brennbaren ſei, hartigen gf⸗ welches ſie vom Lichte und aus der Verbindung des Lichts ſer nachVe mit der fixen Luft empfaͤngt. as Woſſ rünen Bur⸗ In Anſehung des Geruchs habe ich wahrgenom⸗ den, suchr men, daß bleichſuͤchtiggewordene Narciſſen eben ſo wohl⸗ Brei gewed riechende Blumen trugen, als im Lichte gewachſene. Die och kaum e Mittel, welche die Natur bei dieſen beiden Modiſicatio⸗ nen anwendet, ſind nicht dieſelbigen, woruͤber ſich auch nicht zu verwundern iſt. Die Att, wie die Eigenſchaf⸗ ieten cin ten, ſowohl auf unſre Geſchmacks⸗ als Geruchsnerven wirken, ſind nicht dieſelbigen, und die Nerven, welche jene modificiren, ſind es auch nicht. Die Eigenſchaf⸗ ten, welche auf unſre Geruchsnerven wirken, ſind weit ſubtiler, und haͤngen zuverlaͤßig von beſonderern und in⸗ 90- Senebier 2. Th. F nigern 8² Dritte Abhandlung. nigern Verbindungen ab; das Brennbare ſcheint minder innig damit verbunden zu ſeyn. 20. Vergleichung zwiſchen der chemiſchen Zerle⸗ gung der gruͤnen mit jener der bleichnuͤchti⸗ gen Pflanzen. Damit ich kein Mittel vernachlaͤßigen moͤchte, was mir zur naͤhern Kenntniß der Verhaͤltniße zwiſchen den geſunden und bleichſuͤchtigen Pflanzen ein Mittel abgehen koͤnnte; ſo kam ich auf den Einfall, ſie chemiſch zu zerle⸗ gen. Folgendes ſind die erhaltenen Reſultate. Dieſe chemiſche Zerlegung iſt von dem geſchickten Lehrer der Che⸗ mie, Herrn Tingry, der oft die Guͤtigkeit hat, mir mit ſeinen Kenntniſſen beizuſtehen, und mir zu Anſtellung meiner Verſuche behuͤlflich zu ſeyn, unternommen worden. Ich waͤhlte dazu die Blaͤtter von den Ruͤben(Braſ- ſica Rapa Linn. La Rave), die vegetirten und recht gruͤn waren. Nachdem ich ſie hatte troknen und ſchaͤlen laſſen, wurden ſie in einer Retorte ins Feuer gebracht, worauf ich denn erhielt 4 1) Ein Phlegma von einem gemuͤßarkigen Geruche. 2) Eine geringe Portion von einer fluͤßigen Saͤure. 3) Ein ſehrrſcharfes fluͤchtiges Laugenſalz, das den Veilchenſyrup gruͤn faͤrbte, und mit dem zugleich ein ſehr fluͤßiges Oel uͤbergieng, das wie verbranntes Brodt roch. 4) Ein ſehr dickes, aber immer fluͤßiges Oel von einem fluͤßigen fluͤchtigen Laugenſalz, das aber ſtaͤrker, als das vorhergehende war, begleitet, und endlich 5) Ein kryſtalliniſches fluͤchtiges Laugenſalz in na⸗ del und wuͤrfelfoͤrmigen Kryſtallen, die ſich im Halſe der Retorte angeſetzt hatten. 42 Die d hilt,d füdi fhrdu tülig de oiigen, lage dor m dem warauf Gerud tern g 2 der mit Schnab doch err te getty d Fab Pei des une kk bkau Viicher Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 83 e ſcheint n ſin Die Saͤure, welche ich zum zweiten Produkte er⸗ hielt, verrieth ſich ſehr ſtark, denn als ich ein ſeuerbe⸗ wiſchng ſtaͤndiges Lau genſal z in dieſe Fluͤßigkeit warf, nahm ich nagan ſehr deutlich eine Bewegung waht. leich uch unn Ich hatte in einem ganz finſtern Keller Ruͤben in Erde gepflanzt, worin ſie lebhaft Stengel trieben, 3 gen michte n voͤllig bleichſuͤchtig waren. Dieſe that ich, ſo wie di iße zwiſchen h vorigen, in eine Retorte, legte eine Glaub erſch e Vor⸗ Murlagt lage vor, und brachte ſie hieraufi in einen Reverberirofen, cemſch zun in dem das Feuer ſorgfaltig gradweiſe verſtaͤrkt ward, reſultate. worauf ich dann folgende Reſultate erhielt: en Lehrerdee 1) Ein ziemlich ſtark riechendes Phlegma das dem Geruche nach dem erſten Produkte aus den gruͤnen Blaͤt⸗ tern gleich zu ſeyn ſchien. eit hat, min ſiir zu Anſebn nommen wole 2) Als das Phlegma ſich zu faͤrben anſieng, bekam en Rüͤben(h 1 2* 4. der mit Waſſer verduͤnnte Veilchenſyrup, der unter dem aei Schnabel der Vorlage ſtand, eine merklich gruͤne Farbe; 9en doch erregten einige Tropfen dieſes Produkts, in eine Saͤu⸗ ehruch nn re getröpfelt, kein Aufbrauſen. Sollte die Veraͤnderung der Farbe wohl vom Dampfe eines fluͤchtigen zaugenſai⸗ zartigen eni zes herruͤhren? flüßigeni 3) Einige Tropfen eines fluͤchtigen Laugenſalzes von einigen Kuͤgelchen eines ziemlich füüch tigen, ſchwach enſcl,den genſal, gefaͤrbten und ſtark wie verbranntes Brodt riechenden nih i Oels begleitet; dieſes Produkt braußte mit Saͤuren. 4) Eine ſtaͤrker gefaͤrbte und ſtaͤrker riechende Fluͤſ⸗ 3 909 ſigkeit nebſt ein wenig dickerem Daie das ſich im Halſe ifina fütnt des untern Schnabels der Vorlage anſetzte. diich Dieſe Gerinnung gab! den vom Oele befreiten ſalzi⸗ nißte gen Grundſtoff, er ſchien aber ein Mittelſalz zu ſeyn, denn vnn ft er brauſete mit den Saͤuren nicht auf, doch faͤrbte er den cji Veilchenſyrup gelb, wie zu geſchehen pflegt, wenn man 5 F 2 ihn 84 Dritte Abhandlung. ihn mit einigen Mittelſalzen vermiſcht. Dieſes fluͤßige Mittelſalz machte den vierten Theil des Produkts aus. 5) Am Ende der Deſtillation verrieth ſich das fluͤch⸗ tige Laugenſalz ſtaͤkker. Die damit geſchwaͤngerte Fluͤſ⸗ ſigkeit braußte mit den Saͤuren ſtark auf, ſogar mit dem koncentrirten Eßige, und obgleich die Fluͤßigkeit weniger gefaͤrbt war, als jene, die ich durch die Deſtillation der gruͤnen Blaͤtter erhielt, ſo griff ſie den Geruch doch nicht weniger an. ) Zuletzt gieng ein fluͤchtiges Laugenſalz uͤber, das ſich in geringer Menge im Halſe der Retorte kryſtalliſirte. 21. Folgerungen, aus dieſen beiden Zerlegungen gezogen. So groß auch die Aehnlichkeit zwiſchen denen aus dieſen beiden Zerlegungen erhaltenen Produkten iſt; ſo finden ſich doch auch Hauptverſchiedenheiten, welche zu entwickeln ſind. 1) Die durch die erſte Operation erhaltene Fluͤßig⸗ keit hatte eine gelbliche, hingegen die bei der zweiten uͤber⸗ gegangene eine rothbraune Farbe. Sollte dies nicht et⸗ wan daher ruͤhren, weil die Fluͤßigkeit aus den bleichſuͤch⸗ tigen Blaͤttern weniger phlogiſtiſirt iſt? Wenigſtens weiß man, daß das Uebermaaß des Brennbaren die Urſache der braunen Farben iſt. 2) Die gruͤnen Blaͤtter gaben mehr Oel, folglich moͤſſen ſie mehr Brennbares enthalten. 3) Das fluͤchtige Laugenſalz gieng bei der Zerle⸗ gung der bleichſuͤchtigen Blaͤtter weder in ſolcher Menge noch Staͤrke uͤber, als bei der Zerlegung der gruͤnen Blaͤtter. Wir haben aber die Wirkung der kaliſchen Lau⸗ ge aufs Gruͤnfaͤrben der bleichſuͤchtigen Blaͤtter geſehen. 4) Bei 1 9 g toſmnmſr wihenddn 6 pig, hug inj nuß pr6 ſicht M 3 ſü ſütimm d man zuch d de ee D vihndet Laagenſet Dangf,d 8 Müttlal telchedie dechdrin dt, erge dh in den lidungh ni Priigcens dr Sune i Rnne Linetebi d zac (n Diſ feuhn )' Ingfen dds ans h knind iß wied dä ittmd Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 85 Dieſs i Fahnſ 4) Bei der Zerlegung der bleichſuͤchtigen Blaͤtter nahm man zwiſchen den Produkten Zwiſchenzeiten wahr, thſch vſ waͤhrend denen nichts, als ein fluͤchtiges Mittelſalz uͤber⸗ dwingne ging, hingegen bei der Zerlegung der gruͤnen Blaͤlter „ſgornin ging unaufhoͤrlich fuͤchtiges Laugenſalz uͤber. Freilich ißigkät nn war es nicht immer gleich ſtark, woraus ſich abnehmen deſillnd ließe, daß ſich durch die Verbindung der Saͤure mit dem euch dch fluͤchtigen Laugenſalze auch ein Mittelſalz erzeugt; laͤßt man zum wenigſten das fluͤchtige Laugenſals von der durch die erſte Operation erhaltenen Fluͤßigkeit abbampfen und genſalzie, behandelt das Zuruͤkbleibende mit dem feuerbeſtaͤndigen orte krnſtalſt Laugenſalze, ſo bekoͤmmt man einen zweiten kaliſchen Dampf, der ein Mittelſalz verraͤth. n Jerlegung Sollte es nicht moͤglich ſeyn, daß dieſes fluͤßige Mittelſalz durch die Verbindung der Saͤure der fixen Luft, 0 p welche die bleichſuͤchtigen Blaͤtter in geringer Quantitaͤt ſchen demn durchdringt, mit dem Laugenfalze, das ſich darin entwi⸗ rodulte it, ckelt, erzeugt werde? Ließe ſich nicht auch muthmaßen, eiten wic daß in denen dem Lichte ausgeſetzten Pflanzen dieſe Ver⸗ bindung nicht ſtatt hat, oder daß ſie viel ſchwaͤcher ſei? thalteme ü Wenigſtens ſcheints, daß das Brennbare, welches mit 4 e 3 der Saͤure eine ſtaͤrkere chemiſche Verwandſchaft hat, als de wentt die Saͤure mit den Laugenſalzen, ſich dann mit dieſer Saͤure verbinden und ſie in der Pflanze figiren muß, um din 6 dieſe phlogiſtiſirte Saͤure, dieſe Art von Schwefel, der 1 tir ein Beſtandtheil vom Harze des Zellgewebes iſt, zu er⸗ ꝛren dielit zeugen. 5) Sollte der Umſtand, daß ſich aus bleichſuͤchti⸗ N de gen Pflanzen weit weniger fluͤchtiges Laugenſalz entwickelt, als aus gruͤnen, nicht daher ruͤhren, weil ſie des gruͤnfaͤr⸗ Jbeideh benden Thells beraubt ſind, der die Hauptquelle davon ſlcerde iſt, wie die Zerlegung dieſer Materie zeigt? dr ge— bnagrs. Dies ſind nun Ideen, die durch Verſuche verwirk⸗ ſtte hih licht werden muͤßen. Ich laͤugne aber nicht, daß ſie zu 4 R 4— F 3 unter. ——— —.—. —— — 86 5 Dritte Abhandlung. unternehmen und mit Genauigkeit zu verfolgen, mir ſehr ſchwer zu ſeyn ſcheint. Indeß verliere ich! ſie nicht aus dem Geſichte. Ihre Aufloͤſung wird uns lehren, das Raͤthſel der Vegetation zum Theil aufzuloͤſen. 22. Von den Luftartigen Daͤmpfen, die ſich bei der Zerlegung ſowohl bleichſuͤchtiger, als gruͤner Pflanzen, durchs Feuer ent⸗ wickeln. Man nehme von bleichſuͤchtigen und von gruͤnen Schminkbohnenpflanzen, von jeden eine gleiche Quanti⸗ taͤt, thue jede in einen Kolben mit einem großen gekruͤmm⸗ ten Halſe, damit die Luft nicht daraus entwiſchen kann, ſtelle dann beide Kolben uͤbers Feuer und ſtecke ihre Haͤlſe ins Waſſer, damit man die Luftprodukte auffangen könne. Dies bewerkſtelligt man durch Gefaͤße mit Waſſer ange⸗ fuͤllt, die man,— um alle Gemeinſchaft mit der aͤußern Luft zu verhindern,— unter der Oberflaͤche des Waſſers im Gefaͤße uͤber die Oefnung der gekruͤmmten Haͤlſe dekt. Hat man hierauf die gemeine Luft, die durch die Hitze verduͤnnt wird, herausgetrieben; ſo erhaͤlt man 7 1) Fiyxe Luft, oder eine Luftart, die ſich mit dem Waſſer miſchen laͤßt, und ſich ohne Zweifel aus den Saͤf⸗ ten der Pflanze, denen ſie beigemiſcht iſt, und welche jene aus der Atmosphaͤre eingeſogen haben, entwickelt. Aus den troknen Pflanzen bekoͤmmt man ihrer weniger als aus den friſchen und dann gar keine, wenn die Hitze zu ſtark iſt, daß der harzige oder oͤlige Theil abraucht. Ueber⸗ haupt treiben bleichſuͤchtige Pflanz 35 welche immer mehr wäͤßrige Theile haben, als gruͤne, auch mehr fixe Luft aus, es ſei nun, we et dieſe Lafegattung durch die Ver⸗ bindung mit dem Lichte keine Zerſetzung erlitten hat, oder weil dieſe Pflanzen ſich in einem Zuſtande befinden, worin ſie der völige Gaͤhrung naͤher ſind. 2) Hier 85 ni d N Kabnate 1 Pemm A Dadunf bchſäch mn, t deredſt rict bi 9 leiichſe jplegidi veit gro De tit, weit Alers der d geuers v.N Fann R R hen und ſovolie tieundd zen en wenns lngen Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 87 olgen, ni ſh ih ſeis 2) Hierauf entſteht ein weißlicher und undurch⸗ d en ſichtiger Dampf. Dieſer erfuͤllt den Kolben, und iſt zeen 1 nichts als ein ſehr leichtes Oel, oder der Dampf davon mit dem Waſſerdampfe vermiſcht. Er iſt auch in dem Kolben mit den bleichſuͤchtigen Pflanzen in geringrer Men⸗ die ſc ge, als im andern. In allen beiden aber entzuͤndet er tga, t6 ſcch. ter ent⸗ 3) Die entzuͤndbare Luft koͤmmt endlich mit dem Verdampfen des oͤligen Theils zum Vorſchein. Die bleichſuͤchtigen Pflanzen geben ſowohl welche, als die gruͤ⸗ nd von gin nen, nur die Erſten ein Drittel weniger, und die entzuͤnd⸗ gleicht Dun bare Luft, welche ſie ausſtoßen, iſt ſchwaͤcher, riecht auch noßen getin nicht ſo ſtark als die aus gruͤnen Pflanzen. 1 wwih Hierauf folgt dann, daß bei gleichem Gewichte von ufangn in bleichſuchtigen und gruͤnen Blaͤttern„die Erſtern weniger it Veſtra phlogiſtiſirte Materien enthalten, und daß ſie mit einer emie weit groͤßern Menge waͤßriger Theile uͤberladen ſind. he des Woſt Die Maaße der Produkte hier anzugeben, waͤre un⸗ nten Häͤſſedt nuͤtz, weil ſie nach dem Grade der Trockenheit und des durch dieh Alters der Pflanze und nach der ſlufenweiſen Verſtaͤrkung tman des Feuers verſchieden ſind. e ſich mitie laus dei 23. Verſchiedene Beobachtungen zu naͤherer und wicte Kenntniß der Menge der ſowohl in den gruͤ⸗ twicktlk. 1 nen, als bleichſuͤchtigen Pflanzen vor⸗ veniger handenen Materie. Hitze zu ſe... 8 r Nachdem ich der Natur der Beſtandtheile der gruͤ⸗ deneu nen und der bleichſuͤchtigen Pflanzen nachgeforſcht hatte, 1 1 71 ſo wollte ich doch auch wiſſen, wie die Menge der Mate⸗ merf p rie, und die in den bleichſuͤchtigen ſowohl als gruͤnen Pflan⸗ durh i d zen enthaltenen verſchiedenen Materien ſich verhielten, itn e wenns anders moͤglich waͤre, zu dieſer Kenntniß zu ge⸗ befndn,n langen.. ——̃ÿ-—— äeͤ 8. K ————yyy“ 88 Dritte Abhandlung. Ich ſuchte daher zufoͤrderſt das Produkt der Aſche auf. Nachdem ich eine beſtimmte Menge von bleichſuͤch⸗ tigen und von gruͤnen Pflanzen in meine Kolben gethan hatte, ſetzte ich ſie ſo lange der Wirkung des Feuers aus, bis ſie im Kolben zu Aſche geworden waren. 1) Sechs Scrupel und acht Gran Stengel und Blaͤtter von bleichſuchtigen Schminkbohnen gaben 1 Gran Aſche. 2) Sechs Scrupel und acht Gran Stengel und latter von gruͤnen Schminkbohnen gaben 24 Gran Acche. Es erhellet alſo deutlich, daß im Feuer in den gruͤ⸗ nen Pflanzen mehr fixe Materie vorhanden iſt, als in den bleichſuͤchtigen, oder daß ſich vielmehr in ihnen weniger wäͤßrige Materien befinden, und daß die Verbindung des Lichts und der ſixen 2uft durch die chemiſche Verwand⸗ ſchaft ihrer Produkte mit der fixen Materie das Ihrige beitraͤgt, ſie in den Pflanzen zu figiren, wenn es nicht vielleicht geſchieht, um dieſe fire Materie ſelbſt zu bilden. Da aber zwiſchen der fixen Materie, die man mittelſt des Feuers ſowohl aus den bleichſuͤchtigen als aus den gruͤ⸗ nen Pflanzen erhaͤlt, ſo eine große Verſchiedenheit ſtatt fin⸗ det: ſo lag mir dran, zu wiſſen, wie groß in dieſen beiden Arten von Pflanzen die Menge der Materie ſei, die durch bloße Austroknung abdampfen koͤnne. Ich nahm daher von die⸗ ſen Pflanzen gleiche Mengen und ließ ſie in glaͤſernen Ge⸗ ſchirren bei gelinder Waͤrme troknen, worauf ich folgende Reſultate erhielt;. 1) Zwei Scrupel und ſechs Gran Stengel und Blaͤtter bleichſuͤchtiger Schminkbohnen trokneten bis auf 4½ Gran aus. 3) Zwei terrongi nung na j nauitbe rrſchbe ſictzu He kaiten in geünen fre Na fie M kerſchie ſe die mußteie außoßt, färd wa Abdann. gen eſu d herj vicherſ Dunnc 1 ge t ausgag 5 ¹ gil von geſſe a vict 5 Auskko Veun Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 89 rodukt de ze von un 2) Zwei Scrupel und fuͤnf Gran Stengel und Blaͤt⸗ e Kolben 1. ter von gruͤnen Schminkbohnen wogen nach der Austrok⸗ 28 u! noch 101 C. des Fan nung nur noch 10 ½ Gran ren. Ich nenne bis zu dem Punkte ausgetroknet, worin beim vorhergehenden Verſuche die Blaͤt⸗ an Stenal 4 4 Sumin ter ſich befanden, ſolche, die ſich zwiſchen den Fingern ahnen gin leicht zu Pulver reiben laſſen. V Hieraus ſieht man alſo, wie viel waͤßrige Feuchtig⸗ en Stemlr keiten in den bleichſuͤchtigen Pflanzen mehr, als in den geben à g gruͤnen ſind, folglich, daß weit weniger verbundene und fixe Materie in ihnen vorhanden iſt. eurr in dng Daß in den bleichſuͤchtigen Pflanzen ſich weniger en iſt alsing fixe Materien ſinden, als in den gruͤnen, ſollte dieſer Un⸗ in ihnen venn terſchied nicht auf der harzigen Materie, oder auf der Mate⸗ Verbindonge rie, die ſich extrahiren laͤßt, beruhen? Dies zu erfahren, niſche Veue⸗ mußte ich dieſe Harzmaterie, mittelſt des Weingeiſts, der ſie eerie das Ih aufloͤßt, aus den Blaͤttern ziehen, und als er nicht weiter ge⸗ wenn e ni faͤrbt ward, die Blaͤtter herausnehmen und austroknen. eſälbſt zubi Alsdann mußte der Unterſchied des Gewichts mit dem vori⸗ gen Reſultate zuſammengenommen, ohngefaͤhr die Menge „diemami des Harzes geben und das Zuruͤkbleibende der Theil ſeyn, als cus dng welcher ſich extrahiren laͤßt, und der nach Beſchaffenheit der eußeiſe Blaͤtter ohne Zweiſel derſchieden ſeyn muß. 6 B 1) Zwei Scrupel und ſechs Gran Blaͤtter und Sten⸗ M.. e..., ndaber ad gel von bleichſuͤchtigen Schminkbohnen, vom Weingeiſte n gſennt ausgezogen und dann ausgetroknet, wogen 2 Gran. auf ichfahn 2) Zwei Scrupel und ſechs Gran Blaͤtter und Sten⸗ gel von gruͤnen Schminkbohnen, ebenfalls vom Wein⸗ uef geiſte ausgezogen und nachher getroknet, betrugen am Ge⸗ n Skmſi wicht 5½ Gran. 0 tinan em Klar iſk, daß der Harztheil durch die vorhergehende Austroknung nicht verdunſtet, und daß das, was den Weingeiſt faͤrbt, vor der Austroknung nicht mehr darin 1f F 5 vorhan⸗ — ꝗ-jj———— 90 Dritte Abhandlung. vorhanden war. Sonach zeigt uns das Ueberbleibende ſo ziemlich genau das an, was im Weingeiſte unaufloͤs⸗ bar iſt, und man ſieht, daß dies bei den gruͤnen Blaͤttern ein wenig uͤber die Haͤlfte des erſten Reſultats und bei den bleichſuͤchtigen die Haͤlfte betraͤgt. Man ſieht alſo hier⸗ aus, daß gruͤne Blaͤtter auf alle Weiſe mehr Harz enthal⸗ ten, als bleichſuͤchtige. 24. Von gruͤner, durch Kunſt hervorgebrachter, Farbe. Herr Geoffroy belehrt uns in den Mem. de l'Acad. des Sc. fuͤrs Jahr 1707, daß die gruͤne Farbe der Pflan⸗ zen ein ſehr verduͤnntes mit ſeuerbeſtaͤndigen und fluͤchti⸗ gen Salzen aus dem Safte, verbundenes Oel ſei. Die⸗ ſen Schlutz folgert er aus folgendem Verſuche. Er loͤſte Thymianoͤl in Weingeiſt auf und goß nachher Weinſteinoͤl dazu, worauf das Gemengſel eine gruͤne Farbe bekam. Er hatte aber nicht, ſo, wie ich die Erfahrung gemacht, daß das bloße Laugenſalz dieſe Wirkung an bleich⸗ ſuͤchtigen Pflanzentheilen, in den gruͤnen am Lichte ent⸗ faͤrbten Tinkturen, in den weſentlichen Oelen und ſogar in den gelben Tinkturen bleichſuͤchtiger Gewaͤchſe immer hervorbringt. Solchergeſtalt beweißt ſein Verſuch mehr zum Vortheil der meinigen, welche ſie bekraͤftigen, als zum Vortheil ſeiner Meinung, welche durch meine Ver⸗ ſuche keine Beſtaͤtigung erhaͤlt, denn aus dem im Wein⸗ geiſte aufgeloͤßten Thymianoͤl erhaͤlt der Scheidekuͤnſiler nichts als den Harztheil aus denen im Weingeiſte aufte⸗ loͤßten bleichſuͤchtigen Pflanzen. Ich muß hier noch beifuͤgen, daß die Laugenſalze die gelbe Farbe des weißen Wollkrauts(Lerbaſcum Tha- pfus Linn. Le Bouillon blanc), ebenfalls gruͤn faͤrben, und da der Dampf von der Salpeterſaͤure des Krauſe⸗ minzoͤls, 89 ndt 1 ich uch ie Gein tge, ni ias Sch fa, we pheft aber no Werän Palſe benberc di Far daß das ben der. ken auße dnfongen tnes dere ) detz de ſch de h lih ui derbund Gegena duchd dungae lih de entöünd —— 6 leber banlie ngeiſe unßt gruͤnen De ltats und läy nſeht aſ khr Her ent wworgebrac gen und ſii OAl ſe R ſuche. Erli g. her diſi d Far be be d fm zhrung qnet eung an bhi- mam Lcchte delen und ſir jewaͤchſe innn n Veruuchn ekraftigen,¹ rch meined dem im Ve Scheidekin eingeiſe uh die lanni rruuſan M ls grüͤnſ h te do Fun niiab Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 91 minzoͤls, welches davon geſchwaͤngert wird, gruͤn und end⸗ lich roth faͤrbt. Von den Urſachen des Verſchwindens der gruͤnen Farbe an gruͤnet Pflanzen. Die Faͤulnis der Pflanzen verurſacht allemal, daß ihr Gruͤn verſchwindet und ſie gelb weiden, wie bleichſuͤch⸗ tige, indem ſie macht, daß ſie aus einem dunkeln Gruͤn ins Schwarze uͤbergehen. Dies laͤßt ſich nicht bezwei⸗ feln, wenn man Acht gibt, wie im Waſſer uͤbereinander⸗ gehaͤufte Pflanzen alle Stufen der Faͤulung durchgehen, aber noch 5 emerkenswuͤrdiger iſt der U mſtand, daß dieſe Veraͤnderung der Farbe ihren Grund in dem offenbaren Werluſte des Brennbaren der Pflanzen hat. Dieſe Far⸗ benveraͤnderung verraͤth ſich auf zwiefache Art: 1) durch die Farbe; dieſe wird anfangs dunkler, man weiß aber, daß das Brennbare im Uebermaaße vorhanden, die Far⸗ ben der Koͤrper dunkler macht. Daher iſt auch bei feuch⸗ ten auf einandergepakten Heu und bei allen Pflanzen, die darngen in Gaͤhrung zu gehen, dieſe ſchwarze Farbe eines der erſten Merkmale der Gaͤhrung. 2) Das Brennbare gibt ſich noch deutlicher durch die entzuͤndbare Luft zu erkennen, die aufſteigt, und da⸗ von ſich Blaſen auf der Oberflaͤche he des W⸗ iſſers, in dem die Pflanzen liegen, leicht anzuͤnden laſſen. Es iſt frei⸗ lich wahr, daß das Brennbare mit der entzuͤndbaren Luft verbunden iſt, ich glaube aber doch nicht, daß an ſeiner Gegenwart, und an Erzeugung der entzuͤndbaren Luft durch die waͤhrend der Gaͤhrung vor ſich gehende Entbin⸗ dung des Brennbaren zu zweiſeln ſei. 3 Dieſe Faͤulung, oder dieſe Gaͤhrung, und folg⸗ lich dieſes Enrfaͤrben laͤßt ſich blos durch den Zuſatz des entzuͤndbaren Grundſtoffs zum Gemenge verhindern, wie man 25. V ———— 92 Dritte Abhandlung. 3 man dies beſonders bei den Indigkuͤpen ohne Waid be⸗ nthad obachtet. ben,u de dhne 4) Das von den verfaulten Pflanzen Uebrigblei⸗ bende brennt nicht, oder doch nicht gern, entzuͤndet ſich P8 auch eben ſo wenig als die Gewaͤchſe, aus denen man den emet Harztheil durch Weingeiſt eptrahirt und nachher recht ab⸗ tr vi gewaſchen hat. Aus dieſen Thatſachen zeigt ſich alſo, lamm daß das Brennbare auf die Farbe der Pflanzen Ein⸗ rite, fluß hat. den 8 Blaͤtter, die eben abfallen wollen, als wie die von Fnde den Pappeln, werden gelb. Alle Blaͤtter verlieren als⸗ dien dann ihr Gruͤn und nehmen ein dunkles Rethfahl) an. auh r Sollte dies aber nicht davon herruͤhren, weil ſie aufhoͤren Hab nene Saͤfte zu verbinden und friſches Brennbares in ſich ken, ſ aufzunehmen? Oder, weil, indem ſie an den friſchen Saͤf⸗ rrüib ten, welche ſie aus der Luft und Erde einſaugen, Verluſt K dis leiden, ſie auch die chemiſche Verwandſchaft, in welcher diſnE ſie mit dem Brennbaren des Lichts ſtanden, verlieren, dlepflan folglich ſich nicht mehr damit verbinden. Auf ſolche Art befinden ſich dieſe der rauhen Witterung, der Naͤſſe ꝛc. ꝛc. li blosgeſtellten gruͤnen Blaͤtter auch in dem Falle, da ſie iche gaͤhren, ihr Brennbares verlieren, und ſtatt des Gruͤns 1dh eine gelbe Farbe annehmen. 4 itetde Es ereignet ſich aber hier eine Erſcheinung, die nicht tuütne aus der Acht zu laſſen iſt, und zwar dieſe, daß die gruͤ⸗ Jvig nen Blaͤtter, die im Schatten und zwar ſchnell vertrok⸗ Sonne- nen, ihr Gruͤn behalten. Dies muß nach meinen Grund⸗ dor de ſätzen geſchehen, wenn anders das, was ich geſagt, wahr ic wl iſt: denn alsdann wuͤrde ihnen die Feuchtigkeit der Luft tuih in dieſem Augenblicke nicht ſchaden koͤnnen; alſo werden dn, u die im Blatte vorhandenen Fluͤßigkeiten, welche zum zetnit Verderben der Blaͤtter beitragen konnten, verdunſten, es drche wird keine Gaͤhrung weiter entſtehen, folglich gar keine buuns; aͤußere Urſache da ſeyn, welche etwas beitragen läne euude le Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 93 die verbundenen Grundtheile zu trennen, und das Brenn⸗ bare, welches zu Hervorbringung der gruͤnen Farbe, die 1 ne Vad 1 en Uebi das Blatt alsdenn behaͤlt, beitragen muß. entzunde ſt 3 enen nin Ich kann nicht in Abrede ſeyn, daß Blaͤtter, die an hher reht der Sonne vertroknen, und Pflanzen, die darin verwel⸗ eigt ſch ken, wie z. B. das Stroh, darin ihr Gruͤn verlieren, aber unz 6 alsdenn muß man unter den Pflanzen, die geſchwind ver⸗ troknen, dergleichen das Heu iſt, einen Unterſchied ma⸗ chen. Dieſe behalten einen großen Theil ihrer gruͤnen zwie dien Farbe, weil die in dieſen Pflanzen befindlichen Fluͤßig⸗ verlieren keiten bald verdunſten und die Pflanzen ſehr duͤnne ſind, Rethfchl auch gar nicht in Gaͤhrung gerathen. Bleibt aber das liſe außin Heu lange in der freien Luft, Feuchtigkeit und Sonne lie⸗ unbates inſh gen, ſo verbleicht es wie das Stroh. Das Stroh ſelbſt ftiſcenei vergilbt auf dem Stocke, weil die Pflanze, deren Sten⸗ ꝛugen,Vei gel das Stroh ſind, zu vegetiren aufgehoͤrt, und die in t, in vitt dieſen Saͤften erregte Gaͤhrung das Brennbare, welches en, verlien die Pflanze gruͤn faͤrbt, herausgetrieben hat, Auf ſoſche Serernun⸗ r Nſtr: Um dieſen Streitpunkt zu entſcheiden, ſtellte ich Verſuche daruͤber an. Ich nahm lange Hanfſtengel. Alle Theile derſelben, die der unmittelbaren Einwirkung der Luft und des Lichts ausgeſetzt waren, verloren ihr Gruͤn, ſolche aber, die gegen die Luft geſchuͤtzt und des Lichts be⸗ Falle, dſ tt des Gil rung deiit raubt wurden, behielten es. An einem abgeſchnittenen doß den Zweige von einem Baume verloren alle Blaͤtter, die der hnel vn Sonne blosgeſtellt waren, ihr Gruͤn, ſolche aber, die nur einen Gnm vor der Wirkung des lichts geſchutzt waren, behielten ſie; geſukn ich will aber die Umſtaͤnde dieſes Verſuchs noch naͤher be⸗ het wr ſchreiben. An meinem Fenſter hatte ich einen Fenſterla⸗ gien 4 den, um vor der Sonne geſchuͤtzt zu ſeyn. Dieſer war 4 zerbrochen, ſchloß auch unten nicht an, ich konnte alſo wict 4 durch die Oefnung einen Theil von dem Aſte eines Birn⸗ eule⸗ baums durchſtecken, und dieſer ward der Sonne mehrere ſich gu 3 Stunden lang ausgeſetzt, der andre Theil aber, der gegen rogen 1 9 das ————ͤͤͤͤͤſſſſ 94 Dritte Abhandlung. das Zimmer zuſtand, befand ſich in einem ſehr ſchwachen und blos gebrochenen Lichte. Hierauf geſchah es, daß nach Verlauf einiger Tage die der Sonne ausgeſetzten blaͤtter eine blaſſe rothfahle Farbe bekamen, die andern aber blieben gruͤn. Da aber die Hitze hinter dem Fenſter⸗ laden, der waͤhrend er von der Sonne beſchienen ward, immer erwaͤrmt war, ſehr groß war; ſo konnte die Ver⸗ dunſtung auf gleiche Weiſe ſtatt finden und ſehr ſchnell erfolgen. Die Blaͤtter waren darhinter nur mehr gegen die Feuchtigkeit der aͤußern Luft gedekt, und das mußte ſie vor der Gährung, welche das Brennbare aus ihnen ver⸗ jagt, ſchuͤtzen, dagegen der außerhalb des Fenſterladens befindliche Theil des Aſts der Feuchtigkeit der Nachtluft preißgegeben war, ohne durch irgend etwas dagegen ge⸗ dekt zu ſeyn. Dieſer und der vorige Verſuch mit dem Hanfe ſchei⸗ nen mir noch zu beweiſen, daß das licht das Gruͤn an den Pflanzenblaͤttern vernichtet. Wenn dieſe Blaͤtter von der Pflanze getrennt ſind und nicht weiter vegetiren, ſo wirkt ohne Zweifel alsdann das Licht auf den faͤrbenden Theil, welchen es zerſtoͤrt; denn wie ich bereits geſagt und noch in einer eignen Abhandlung beweiſen werde, ſo zerſtoͤrt das bloße Licht die gruͤne Farbe, welche der Wein⸗ geiſt aus den Blaͤttern zieht und dieſe Zerſtoͤrung geſchieht, indem es die Verfluͤchtigung des Brennbaren beguͤnſtigt. Hieraus folgt dann noch weiter, daß der faͤrbende Theil der Blaͤtter des Produkts des Brennbaren iſt, und daß das Licht, welches ſie nicht verbindet, das zerſtoͤrt, was das Licht hervorbringt, wenn es ſich mit ſeinem Produkte ver⸗ bindet. Eine neue hinzukommende Menge Brennbares befoͤrdert die Verfluͤchtigung deſſen, das figirt worden war. Daher verliert an allen Baͤumen die Rinde ihr Gruͤn und wird grau. Ich werde aber auf die Unterſuchung dieſer Erſcheinungen wieder zuruͤkkommen. 5 as guünh nurſta rinuha riüchule, lr herde Pride keofſc ager bſet Us v ſene ſin he ſäßt ſch kur, w dievem tenn me ih berat Al trine ir duchde⸗ Metach, den Ge asd Weadmt ſemgi 0 dud 6- l ſ ſc auch Nthe ric ſ fänmn n keenaee tnſchͤ ſt un. Varin . Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 95 ſehr ü Das Roͤſten des Hanfs laͤßt ſich daher bis zu einem ſchaß a gewiſſen Grenzpunkte als eine Gaͤhrung benachten, der ne anffs man ſich bedient, und dadurch befoͤrdert, daß man den zu en, die oin roͤſtenden Hanf ins Waſſer legt. Sie erfolgt ſogar no ter dem gaſ weit ſchneller, wenn das Waſſer gaͤhrt, weil das Brenn⸗ eſchienen ie bare eher davon geht, und dies geſchieht durch die getrenn⸗ konnte dia te Verbindung der holzigen Faſern mit dem Harze, wel⸗ und ſehr t. che auf ſolche Weiſe ſehr beſchleunigt wird. Dies wuͤrde in längerer Zeit die bloße Sonne ſch enigc und weit beſſer als der Weingeiſt bewirken. Entzieht man mit⸗ mehr gegen dun hiun telſt ſeiner dem gruͤnen Hanfe, den man neinlect, alle ans 3 ſein Harz, ſo iſt der gehechelte Hanf alsdann weit weißer, 15 ſhney i laͤßt ſich weit beſſer ſpinnen und weit leichter trennen; kurz, man kann das Roͤſten vollſtaͤndig verrichten, und die vom Weingeiſte ausgezogene gruͤne Farbe vernichten, wenn man ſie dem Sonnenlichte ausſetzt, worin ſie, wie ich bereits geſagt, in etlichen Minuten verſchwindet. em Hanfeſtt. s Fenſtetede jder Nacte as dagegen, das Ghin Alle Fruͤchte verlieren beim Reifen ebenfalls ihre diee en gruͤne Farbe und es koͤmmt mir vor, daß ſie ſie noch mehr äter ugt durch die Zerſtreuung des enbaia und durch deſſen den ſctbeny Verbrauch zu andern B Behuf, al s zum Gruͤnfaͤrben, ver⸗ berit g lieren. Gewiß iſt, daß alle Fruͤchte beim Hervorbrechen ien ved aus der Bluͤthe diteſendn gruͤn und in ihrem ganzen ſche drde Weſen durch und durch gruͤn ſind, wie die Blaͤtter. Wenn vinr e ſie nun groͤßer wachſen, ſo wird das Mittlere weiß, als angxett od das Brennbare des Aichts weniger bis dahin draͤnge. 1 beio So wie ſie nun immer größer und groͤßer werden, ſo zieht trtene d ſich auch dies gruͤngeſaͤrb dte Zellgewebe immer weiter vom ſt in 9 Mittelpunkte zuruͤk. So wie nun endlich die Frucht reif ſir na wird, ſo verliert ſie ihr Gruͤn gaͤnzlich, wird gelb, oder be⸗ eher koͤmmt andre Farben. Aber auch beim Reiffen gehen eBunirn beſondre Veraͤnderungen in ihr vor. Ihre Kerne meh⸗ f vordnte ren ſich dann weit ſtaͤrker als vorher, und vervollkommnen wei b ſich, und da ſie mit der ganzen Beſchaffenheit der Frucht lurrutn in Verbindung ſtehen, ſo muͤßen ſie auch alles Brennbare d8 an 956— Dritte Abhandlung. an ſich ziehen, was die Frucht zu Erzeugung der gruͤnen Farbe, mit der ſie in Vergleichung des Werks uͤberladen ſind, wuͤrde verbunden haben. Indem die Fruͤchte an Umfang zunehmen, erhalten ſie eine große Menge wäß⸗ rigen Saft, der die phlogiſtiſirte ſtaͤrkende Materie uͤber⸗ ſchwemmt; nun weiß man aber aus Erfaht ung, daß Pflan⸗ zen, die man viel benezt, minder gruͤn ſind, als andre; kurz reifende Fruͤchte gaͤhren und muͤſſen, anſtatt viel Brenn⸗ bares zu verbinden, das, was ſie haben, verlieren, entwe⸗ der, indem ſie es verfluͤchtigen, oder indem ſie fixe Luft entwickeln, welche das Produkt der Gaͤhrung iſt, und jene verdorbene Luft erzeugt, welche mit Waſſer geſperrte Fruͤch⸗ te ausſtoßen. Fruͤchte, die bei ihrer Erzeugung alles Brennbare zu ihrem Vortheil vereinigen, es aus der fi⸗ xen Luft, die ſie mit der Feuchtigkeit aus der Atmosphäͤ⸗ re einſaugen, in ſich ziehen und es als dephlogiſtiſirte Luft in der Sonne wieder ausſtoßen, geben daher auch keine fixe Luſt weiter, wenn ſie reif ſind, weil ſie unaufhoͤrlich gaͤhren und die fixe Luft mit dem Lichte nicht weiter verbinden koͤnnen. Aus allem dieſen laͤßt ſich alſo folgern, daß in allen Faͤllen das Brennbare eine von den Urſachen der gruͤnen Farbe der Gewaͤchſe iſt. Wir werden aber Gelegenheit haben uns davon durch naͤhere Unterſuchung des Einfluſ⸗ ſes des Lichts auf alle Theile der Gewaͤchſe ſtaͤrker zu uͤber⸗ zeugen⸗ Vierte 95 ducheger ſe ſoum dus guzſe nun wohl inmer noch gen, de fetge inge dedrfach neid, nudech ſlturut nog wih nendat ſe unsze 2 Wt d — do db dehe füre, Senel Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 97 — A, EE laung derge n die Frütee tſehagn Vierte Abhandlung. dMeih Von der Bleichſucht, oder Betrachtungen gtung daßal. 5— Aumg daßg uber die in der vorigen Abhandlung aufge⸗ d, als kei ar e ſtellten Thatſachen. — verlieren an—— ndem ſeefre ung ſ n 1. Allgemeine Betrachtungen. geſoerrt hu Erzeugang Nudem ich alle Thatſachen uͤber die Bleichſucht, die n, es aus d ich in der vorhergehenden Abhandlung beſchrieb, der Atnet durchgegangen bin, ſo iſts nun auch natuͤrlich, daß ich phlogſtſſen ſie zuſammenſtelle. vergleiche, und ſolche Reſultate dar⸗ er auch kann aus zu ziehen ſuche, als ſſe darbieten können. Ob ſie ufhärlch gin nun wohl zahlreich und mannichfaltig ſid, ſo iſt man doch 9„ dn immer noch ziemlich verlegen, um Schluͤſſe daraus zu fol⸗ gern, die uͤber alles zu dieſer beſondern Erſcheinung Ge⸗ hoͤrige ein helles ꝛicht verbreiten zu koͤnnen dienen. Sind die Thatſachen gleich zahlreich, ſo ſind ſie dech noch zu veiter verdi rn, daß intlt 3 r 44 unverbunden, um ſie aneinander zu haͤngen, und daraus er Gelae in der Geſchichte der Vegetation ein vollſtaͤndiges Haupt⸗ ig ds Eiſ ſtuͤck zu machen. Indes ſind ſie doch immer wichtig ge⸗ ſtrketa nug, um ihnen einige Abſchnitte zu widmen, die unge⸗ mein dienlich ſeyn werden, einige Erſcheinungen, welche ſie uns darſtellt, leichter zu verſtehen. Vergleichung der Umſtaͤnde, die auf die gruͤnen ſowohl, als bleichſuchtigen Pflanzen Einfluß aͤußern. Vor allen iſt merkwuͤrdig, daß ſowohl die gruͤnen, als die bleichſuͤchtigen Pflanzen den Einfluß aller fremden Koͤrper, die auf ſie wirken ſollen, auf gleiche Art anneh⸗ 11 Senebier 2. Th. G men, —— .—C— 98 Vierte Abhandlung. men, wenn man davon das icht, das man den Bleich⸗ ſuͤchtigwerdenden Pflanzen entzieht, ausnimt. Ich habe oft welche gehabt, die in der naͤmlichen Erde ſtanden, mit dem naͤmlichen Waſſer, und in gleicher Quantitaͤt begoſ⸗ ſen wurden, und von der naͤmlichen Luft, welche ſich er⸗ neuern ließ, umgeben waren, daß ſonach die Wurzeln die⸗ ſer beiden Pflanzen in allem Betracht ſich in einerlei Um⸗ ſtaͤnden befunden, und uͤber der Erde ihre Stengel nur blos des Lichts beraubt waren. Wahr iſts, daß die Wirkung des Lichts und ſeine Verbindung in der Pflanze, die Verwandſchaft ihrer Theile mit den Koͤrpern, mit denen dieſe Theile ſich ver⸗ binden, vermannichfaltigen, folglich die Natur ihrer Ver⸗ bindungen veraͤndern kann und muß: denn man weiß ja, daß die Vermiſchung eines Koͤrpers mit einem andern in ihm Eigenſchaften, die er nicht beſaß, hervorbringt und ihn in den Zuſtand verſetzt, ſich mit Koͤrpern zu verbin⸗ den, mit denen er ſich vorher nicht wuͤrde haben verbin⸗ den koͤnnen. Auf ſolche Weiſe laͤßt ſich der in einer Saͤu⸗ re aufgeloͤßte Marmor mit Waſſer miſchen, welches vor⸗ her eh ihn die Saͤure aufgeloͤßt hatte, nicht wuͤrde haben geſchehen koͤnnen. Aber eben dieſer offenbare Einfluß des Lichts auf alle Theile des Gewaͤchſes iſt es, der das Problem der Bleichſucht ſo verwickelt und ſo ſchwer macht. Hemmt man den Einfluß des Lichts, ſo nimt man wohl die durch dieſe Hemmung hervorgebrachte Wirkung wahr, aber wie das Licht wirkt, ſieht man nicht. Ich habe Vermu⸗ thungen geaͤußert, werde auch eine Hypotheſe angeben, aber Vermuthungen beweiſen nichts, und Hypotheſen ſind eben keine genaue Kommentare uͤber die Natur. Um einen ſcheinbaren Widerſpruch zu heben, zwi⸗ ſchen dem, was ich von der Aehnlichkeit der Umſtaͤnde geſagt habe, in denen gruͤne ſowohl als bleichſuͤchtige Pflan⸗ zen l- 1 ſh rn witn d ub Pitht roblichn 3 Vrnh ſc emad krit, N tllloden! te ſhi ſokante⸗ ſunde Ei fen ds „ Be denen De teiger de ſin Uneriu ſtenung Gatze dd ſten Iehliid ſtervaat hh„wai giin ſit Srahl ous wird Dütkeru gebrochen durchdene dn Blt 3 Vom Einfluße des Sonnenlichts ꝛc. 99 3 zen ſich unter der Erde befinden, in der ſie vegetiren, und Edde irnn zwiſchen einer meiner Beobachtungen, welche beweißt, Dumin daß die Wurzeln bleichſuͤchtiger Pflanzen von laͤngerm f nücei Wuchſe ſchwaͤcher und ſparſamer vorhanden ſind, als in 8 1 natuͤrlichem Zuſtande, muß ich binzufuͤgen, daß da die ka Wurzeln ſich nach dem Zuſtande der Blaͤtter und der 6 Stengel der Pflanze, zu welcher ſie gehoͤren, richten; es üre Ein klar iſt, daß die Wurzeln einer bleichſüchtigen Pflanze viel leiden muͤßen, wenn ſie an einer Pflanze ſitzen, wel⸗ ücis m che ſo hoch aufgeſchoſſene Stengel und ſo wenige und rrndiſttf ſo kranke Blaͤtter hat, die, mit einem Worte, ſo unge⸗ M ſunde Saͤugammen von Muͤndungen ſind, die den Pflan⸗ ( 7. ie zen das wenige Leben, das ſie genießen, darreichen. enn man veß einem andn*. herawh,, 3: Betrachtungen uͤber den Einfluß der verſchie⸗ örpern zu i denen prismatiſchen Strahlen auf die Ve⸗ idde haben ni getation. der in inne Die Stengel ſind um deſto ſtaͤrker und weißer, je hen, weche weniger die Pflanze beleuchtet iſt. Dieſe, durch die er⸗ nicht wurde ſten Unterſuchungen uͤber die Bleichſucht feſtgeſtellte, Er⸗ ſcheinung erhaͤlt durch die Wirkung der verſchiedenen tin Kcchtſtrahlen auf die Vegetation noch mehr Beſtaͤtigung, des um doch ſcheints, daß das Gruͤnfaͤrben der Blaͤtter dieſer dos Nul Regel nicht ſchlechterdings allemal folge. Die am ſtaͤrk⸗ macht hr ſten erleuchtenden Strahlen, als der gelbe und der ro⸗ an wohl d the, waren nicht die, welche die Blaͤtter am dunkelſten ung wh, gruͤn faͤrbten, dieſe Wirkung aber brachte der violette ſch habe Im Strahl, der doch am wenigſten erleuchtet, hervor. Hier⸗ ppotheſeng aus wuͤrde denn zu folgen ſcheinen, daß die Karbe der döHvvegfſe Blaͤtter um deſto dunkler ſeyn werde, je weniger Licht zuruͤk⸗ Marn. gebrochen worden, und je mehr Licht die Blaͤtter der Pflanze Kuth,⸗ durchdrungen hat. Dieſerwegen gab auch der violette Stral 17 de lui den Blaͤttern ein dunkleres Le als ſelbſt das natuͤrliche ittug 4 iche 1 1. — 2 2 AnAE— G ———ö——eeceſſ 100 Vierte Abhandlung. bicht, das den violetten Stral in ſich faßt. Was aber noch be⸗ ſonders anmerkenswuͤrdig iſt, iſt der Umſtand, daß dieſer Stralnicht etwan durch ſeine eigenthuͤmliche, Waͤrme Ein⸗ fluß hat, weil er weniger Waͤrme als die uͤbrigen enthaͤlt, auch muß man nicht aus der Acht laſſen, daß die Bewe⸗ gung dieſes Strahls, bei dem die Refrangibilitaͤt ſtaͤrker als bei den andern iſt, langſamer geſchehen muß; woraus folgen duͤrfte, daß die Maſſe ſeiner Theilchen vielleicht ſtaͤrker und daß jedes derſelben minder elaſtiſch, min⸗ der geſchikt ſei, zuruͤkgebrochen zu werden, wenn ſie ein⸗ zeln wirken, als die Maſſe der andern leuchtenden Koͤr. perchen. Dies laͤßt ſehr wahrſcheinlich vermuthen, daß der violette Strahl mehr als die andern zuſammengeſetzt iſt, oder vielmehr, daß die Makerie, woraus er beſteht, weniger gleichartige Theile hat, und daß er den chemiſchen Verwandſchaften freieres Spiel, als die andern, laͤßt, indem er mehr Verbindungsmittel darbietet, die ihn mit den verſchiedenen Theilen der Gewaͤchſe zu vereinigen faͤ⸗ hig ſind. Und was endlich auffallend iſt, ſollte die Farbe des violetten Strahls, die ſich der Farbe ſtark phlogiſtiſir⸗ ter Koͤrper ziemlich naͤhert, nicht anzeigen, daß dieſer Strahl die erſte Anlage zum Brennbaren ſei, wie ich am Schluſſe dieſes Werks noch zu bemerken Gelegenheit haben werde, wenigſtens hoffe ich durch Verſuche zu zei⸗ gen, daß der violetke weit ſtaͤrker phlogiſtiſirt, als die an⸗ dern Strahlen. Mir ſcheints daher, es laſſe ſich daraus ſchließen, daß er mehr zuſammengeſetzt ſei, folglich daß er minder warm ſeyn muͤſſe, weil die Feuermaterie weni⸗ ger darin fuͤr ſich allein zugegen iſt, und weil es das An⸗ ſehen hat, daß ſie darin gewis mehr verbunden und in geringern Maaße vorhanden iſt, und dies, weil ſie darin mit andern Koͤrpern vermiſcht iſt. Dies der bh 1 Pm Indad N ſ jrredi e,d A hi hrnmd t ebelen gige wad I hht n g derin dr Wane wäche d A haltn, d dherihme dumner ſtl tine beſon reniger h Viſe af tiem die taſtidenen dſdeſen Ronn d mindſpvi d ſtttr faüen m Pyrſoce anfdi 65 ſch,. Tüdhe i 9. Vas äan mſtand dig, Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. ror Dies wuͤrde vielleicht noch mehr die Wirkſamkeit iche Vim des Brennbaren im Gruͤnfaͤrben der Pflanzen beweiſen, rigenauti und auf die Vermu Hhag fuͤhren, daß der violette Strahl doß de d. in H ervorbringung dieſer Wirkung beinahe allein wirkt. enziöltii Wahr iſts, daß ſeine Wirkung durch die Wirkung der andern mit ihm verbundenen Strahlen geſchwaͤcht wird, aber es helfen ihm auch andre Strahlen in Verminderung der Hoͤhe und Weiße der Stengel. Hieraus folgt denn, daß die naͤmlichen Grundſtoſſe, welche aufs Gruͤnfaͤrben der Blaͤtter abzielen, vielleicht nicht ganz genau die ſind, hen muß ne Lheichen d er elaſtſh, den, wenn ſ lachini welche zu Bildung ihres Wuchſes beitragen. vermuhen, LS cnag Auch kann man ſich der Muthmaaßung nicht ent⸗ er d üai halten. daß jeder Strahl gewiſſe beſondere Eigenſchaſten atnezt oder ihm eigne Verwandſchaften mit den Koͤrpern habe, mit ie ahdene denen er ſich verbinden koͤnne: denn haben ſie eine ver⸗ ſete, dein ſchiedne Intenſion der Erleuchtung, haben ihre Theilchen verentga eine beſondere Schnelligkeit, und ſcheinen ſie mehr oder 7 olle de weniger phlogiſtiſirt zu ſeyn; ſo wird man vernuͤnftiger ſcrk ſſ Weiſe auf die Muthmaßung gerathen, daß zufolge dieſer, igen, daß in jedem dieſer Strahlen verſchiedenen, Eigenſchaften ſie in ren ſei, n” verſchiedenen Verwandſchaften mit den Koͤrpern ſtehen, rken Cah auf die ſie wirken koͤnnen. Vielleicht koͤnte man dahin Verſuchen. gelangen, dieſe Eigenſchaften naͤher zu beſtimmen, wenn ſiſie, asde mans ſo weit bringen koͤnnte, daß man jeden von dieſen laſſe ſchde Strahlen ſpalten, und daß man ſie mittelſt des Prisma ſei, folic eine Zeit lang auf Gewaͤchſe und andre Koͤrper wirken uermatei laſſen koͤnnte. 53 weil ede eerbunden n Das Licht wird in ſtark phlogiſtiſirten Fluͤßigkeiten s, wälſſed ſtaͤrker zuruͤkgebrochen, als die Dichtigkeiten dieſer Fluͤßig⸗ keiten anzuzeigen ſcheinen. Dies iſt fuͤr mich eine neue Thatſache, welche die unmittelbare Einwirkung des Lichts auf dieſe Fluͤßigkeiten beweißt, und anzuzeigen ſcheint, daß es ſich, vornehmlich in den Harztheilen des Gewaͤchſes, d welche ſtaͤrker, als die uͤbrigen phlogiſtiſirt ſind, verweilen G 3 muß; ————— 1 —— * 102 Vierte Abhandlung. muß; dieſe Harztheile machen aber den gruͤnen Theil aus; folglich kann ich hieraus noch buͤndiger ſchließen, daß das Licht die Gewaͤchſe nicht anders gruͤn faͤrbt, als indem es ſich in dieſem gruͤnen Theile, mit dem, als einem ſehr phlo⸗ giſtifirten Koͤrper es eine unbezweiſelte Verwandſchaft hat, verbindet. Endlich beweißt auch die phosphoreszirende Eigen⸗ ſchaft vieler, dem Lichte blosgeſtellter Koͤrper wenigſtens, daß dieſe Koͤrper die Eigenſchaft beſitzen, ſich die Grund⸗ theile des Lichts anzueignen und ohne ſie zu veraͤndern, auf⸗ zubewahren. Ja noch mehr, man weiß, daß verſchiedene Koͤrper, und vornehmlich die Diamanten, beſonders den prismatiſchen Strahl einſchlucken, der ſie erleuchtet, ſo daß ſie blos dieſen Strahl wieder zuruͤkwerfen. Hieraus folgt denn ferner noch offenbar, daß die getrennten Strah⸗ len die Verwandſchaften des ganzen Lichts genießen. Hieraus wird alſo alles, was ich uͤber dieſen Gegenſtand bereits geſagt und in der Folge noch ſagen werde, noch wahrſcheinlicher. Auch wuͤrde hieraus noch folgen, daß wenn trokne Erden durch die Einwirkung der Sonne auf ſie phospho⸗ reszirt worden ſind, ſie Licht verbinden und denen vegeti⸗ renden Pflanzen durch die Wurzeln, eine mit ihren Licht⸗ koͤrperchen verbundene Materie zuſenden muͤßen, und dies muß folglich beitragen, jene Gefaͤße, die man in keimen⸗ den Saamenkoͤrnern und bleichſuͤchtigen Pflanzen gewahr wird, gruͤn zu faͤrben. Was aber meine Meinung be⸗ ſtaͤtigt, iſt, daß der faͤrbende Theil ziemlich viel Erde enthaͤlt, und daß dieſe wirklich phosphoriſch iſt. 4. Auf welche Art wirkt das Licht im Faͤrben der Pflanzen? Dieſes Problem iſt ſchwer aufzuloͤſen, doch laſſen bie beobachteten Thatſachen einige Hofnung zu beftiedigen en 1 w den ſg vende De dwihe aälen me in Ga lätſhns gin. M iade h daLot Uhnen d Ei aifeine von ein hedekt, Geele! einem? D kung des beweißt ſacigen wm. da d ämn n nachd rim, dusge 6 „. deei, de ne deſes über 9. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 103 den Ideen hervorblicken, die einer Aufloͤſung zur Grund⸗ n lage werden dienen koͤnnen. le eien i Die erſte Thatſache iſt dieſe. Bringt man einen Vervniſti Zweig von einer Pflanze, oder nur einen Theil von einem ſans Zweige oder nur eine Knoſpe ins Finſtre, ſo werden blos die im Finſtern nachwachſenden Stengel und Blaͤtter dreszienee bleichſuͤchtig, der uͤbrige Theil der Pflanze aber bleibt ganz Kätptt vn gruͤn. Hieraus erhellet alſo, daß die faͤrbende Materie n, ſch die in der Pflanze nicht circulirt und daß erfordert wird, daß z werinde das Licht auf die Theile der Pflanze wirken und ſich mit 5, u ihnen verbinden muß, wenn ſie ſich gruͤn faͤrben ſollen. tten, be ondes ſe a Eine zweite Thatſache aber beſtaͤtigt dieſe Meinung noch wefn he anf eine ſonderbare Art; denn wenn man ein junges Blatt getrentd von einer Narziſſe zum Theil mit einer duͤnnen Zinnplatte en zuc bedekt, ſo bleibt das ganze Blatt gruͤn, nur dieſe bedekte dihts gni. enaefon ſeſchter i diſenee Stelle nicht, und doch laͤßt ſich die Circulation leichter in nan ued, einem Blatte als in einer ganzen Pflanze vorſtellen. 1 Die dritte Thatſache, welche die unmittelbare Wir⸗ duß nen 1 kung des lichts in Faͤrbung des Theils, auf den ſie fäͤllt, auf ſezt beweißt, iſt die Geſchwindigkeit, mit der ſich die bleich⸗ und dean ſuͤchtigen Theile gruͤn faͤrben, wenn ſie ins licht geſtellt enit tmut werden. Sie iſt ſo groß, daß die circulirenden Saͤfte EA Mds von dieſer Subſtanz nicht wuͤrden genug einſchlu⸗ mfen wi cken koͤnnen, um dieſe Wirkung hervorzubringen, weil e nna uii nach Verlauf einer Stunde man ſchon den Einfluß wahr⸗ Pfanzdn nimt, und zwar blos auf denen der Einwirkung des Lichts ine Mennn ausgeſetzten Theilen der Pflanze. ſemlich la iſc iſ Die vierte Thatſache, die mir auffallend iſt, beſteht darin, daß wenn man an gruͤnen Blaͤttern eine Stelle, in gütan die recht grüͤn iſt, mit einem Stuͤcke Stanniol bedekt, dſen, u3 hefioi ngubi 9 dieſe Stelle dann ihr Gruͤn verliert, das Uebrige des Blatts aber ſein ſchoͤnes Gruͤn, das es zuvor hatte, behaͤlt. — G, i 104 Viierte Abhandlung. Alſo durchdringt das Licht das Oberhaͤutchen, erfuͤllt die Geſaͤße des Zeligewebes und verbindet ſich mit der Materie, die ſie in ſich faſſen. Es erfolgt noch mehr, indem das icht vielleicht die Luft phlogiſtiſirt, vermehrt es unaufhoͤrlich die Maſſe ſirer Luft,— welche die Blaͤtter zugleich mit dem Waſſer der Atmosphaͤre, das gedachte Luft⸗ gattung aufloͤßt, einſaugen,— und ſetzt in ihren Gefaͤßen das Brennbare ab, welches dieſe zuftgattung enthaͤlt, und welches ihr die Eigenſchaft reiner Luft raubte, die ſie wieder bekoͤmmt, wenn ſie aus den Blaͤttern heraustritt. Es duͤrfte ſogar ſcheinen, daß der gruͤne Saft, den man in keimenden Samenkoͤrnern und in den Stengeln bleich⸗ ſuͤchtiger Pflanzen wahrnimt, eine Wirkung der fixen Luſt ſei, weiche die Saͤfte aus der Erde dem Samenkorne und der Pflanze zufuͤhren; dieſe Quantitaͤt iſt aber zum Faͤrben der ganzen Pflanze zu geringe, ſondern es bedarf vornehmlich der unmittelbaren Einwirkung des Lichts, um ſich mit den vegetabiliſchen Grundtheilen, die die Pflan⸗ ze oft nicht gruͤn faͤrben kann, und welche friſche phlogiſti⸗ ſirende Materie noͤthig haben, zu verbinden. Endlich ſcheints mir, daß wenn die Sonne im Som⸗ mer ſtaͤrkern Einfluß hat, als im Herbſt, dies nicht daher ruͤhrt, daß ſie als ein leuchtender Koͤrper nicht eben die Wirkungen hervorbringen muͤßte, wenn ſie eben ſo lange Zeit uͤber dem Geſichtskreiſe bliebe; ſondern vielmehr, weil ſie als ein erwaͤrmender Koͤrper weniger Einſluß hat, die Verdunſtung der Waſſertheilchen der Blaͤtter zu ver⸗ anlaſſen, und ſonach den Pflanzen mehr fire Luft mitzu⸗ theilen, indem ſie ihnen die Mittel, mit neuer Feuchtig⸗ keit zugleich mehr fire Luft einzuſchlucken dadurch erleich⸗ tert, daß ſie das mit ſixer Luft geſchwaͤngerte Waſſer der Atmosphaͤre, welches ſie eingeſchlukt haben, wieder aus⸗ ſtoßen laͤßt. Waͤrine und Feuchtigkeit tragen zur Bleich ſucht auch darin bei, daß ſie den Zufluß einer großen Menge Saft in die Pflanze beguͤnſtigen. Dieſe wird damit ſogar uͤber⸗ . ₰ laden d läden un ſeſc dct der dr Emn gyikeſn Tfane hechleune enihre beil een Manx oach ſ ſen au nach! dohen tarete ds ſch m dnichge unacä pnſtid welce ich ind ftſtee aufde ſo glau dr Aü 9. Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 105 verhäͤut 5 3 laden und ſchwillt auf, folglich verlaͤngert und erweitert ſolgt natn ſie ſich, wenn dieſe Saͤfte durch die Grundtheile, die das giſtſt liit, nn Licht darr eicht, und welche nicht verdunſten koͤnnen, da ſie veſce deg der Einwirkung der Sonne nicht mehr eben ſo ſtark aus⸗ egtn geſetzt ſind, nicht ausgearbeitet ſind. Folglich ſtirbt die in Prn Pflanze gleichſam an einer Art von Waſſerſucht. Es ſtoxttg 5 beſchleunigt st vnh ſogar dieſes Uebermaaß an magern Saͤf⸗ uſtin,) ten ihre Faͤulung und Tod. Hieran iſt nicht zu zweifeln, enpe weil erwieſen iſt, daß die unmerkliche Ausduͤnſtung der eSif,n Pflanzen im Finſtern ſehr ver mindert iſt, woraus alſo Seſei 1 auch folgen muß, daß ſolche ſchwaͤcher ausduͤnſtende Pflan⸗ un 3 zen auch weit weniger einſaugen muͤßen; ſo doß ſie ſo⸗ der fp nach nichts als ſtockende Saͤfte enthalten, die ihrem Leben 83 33 drohen und ſie alle Augenblicke vergiften. ät iſt ober dunnn 5. Das Licht ſcheint auf die Pflanzen ais ein phlo⸗ ln,edege giſtiſirender Koͤrper zu wirken, der ſich in fticenen dieſer Eigenſchaft mit ihnen verbindet. den. Iſt die Analogie ein Mittel Wahrheiten in der Na⸗ Sonne inen turlehre zu entdecken, das Zutrauen verdient: ſo bietet dies nich d es ſich mir gegenwaͤrtig auf einem ungebähnten Wege dar, r nicht eben den ich gerne ebnen moͤchte. Ich werde es durch Verſuche ſie eben ſoh unterſtuͤtzen. Da dieſe aber unterſchiedene Koͤrper zu Ge⸗ andern vieln genſtaͤnden haben: ſo wird man vielleicht die Schluͤſſe, ger Einſußt welche ich daraus folgere, zu ſchwaͤchen ſuchen. Werde Blaͤtter zu ich indeſſen erweiſen, daß das licht zuwe⸗ ilen als phlogi⸗ fire luſtnt ſtiſirender Koͤrper wirkt, und daß das Brennbare auch neuer Fuc auf die Pflanzen auf eine dem lichte analogiſche Art wirkt: dadurg ut ſo glaube ich ſchon einen großen Schritt gethan und mich ate Wäſtn der Aufloͤſung des Problems genaͤhert zu haben. n, wiedtru en, 1) Das licht wirkt zuweilen als phlogiſtiſirender Tatſtt Koͤrper. Ohne Zuſatz vom Brennbaren laſſen ſich die e„ Ma'e Metallkalche nicht wieder herſtellen, wenigſtens erlauben unſge 1 und unſre chemiſche Kenntniſſe nicht, daran zu zweifeln. it egrr lh G 5 Gleich⸗ 106 Vierte Abhandlung. Gleichwohl ſtellt das Licht das Queckſilberpraͤcipitat per ſe, das rothe Queckſilberpraͤcipitat, den mineraliſchen Tur⸗ peth und das Hornſilber wieder her. Es macht auch, daß der Eiſenkalch vom Magnet angezogen wird, wenn er der Wirkung des Brennſpiegels ausgeſetzt wird. 2) Das Brennkare faͤrbt das Hornſilber, die mit Kreide verbundene Silberaufloͤſung oder die weiße Ma⸗ gneſia, das Wißmuthweiß ꝛc. ſchwarz. Eben das thut auch das Licht mit gleicher Schnelligkeit und Kraft. 3) Das Brennbare veraͤndert die Farben der Baͤn⸗ der und Hoͤlzer, auf die es wirken kann. Das kicht bringt noch andre faſt aͤhnliche Wirkungen hervor, wie ich noch in eignen Abhandlungen unſſttaͤndlich zeigen werde. 4) Dieſe Wirkungen bringt der violette Strahl ſtaͤrker und gewiſſer hervor als die andern Strahlen. 5) Zuletzt ſcheint es, daß das Brennbare der Grund⸗ ſtoff des Wohlgeſchmacks und der Farben ſei. Alles von mir Geſagte hat bewieſen, daß das licht die Urſache des Gruͤns der Pflanzen iſt. Eben ſo iſt auch erwieſen wor⸗ den, daß Fruͤchte und Kraͤuter, denen das Licht entzogen worden, weniger Wohlgeſchmack hatten. Soll ich ſagen, daß da das Brennbare den Salpe⸗ ter kaliſirt; ſo vermehre das Licht die Menge des Laugen⸗ ſalzes, das man in dem gruͤnfaͤrbenden Theile antrifft, und bringe dies hervor, welches die Samenkoͤrner geben? Nein, ich muthmaße dies nur und auch nur ſehr ſchwach. Das Brennbare aͤußert auf die Pflanzen eben die Wirkungen wie das Licht; ja es ſcheint ſogar, es treibe ſie noch weiter; denn es faͤrbt die Blaͤtter, die mit ihm im Finſtern ſtehen, dunkelgruͤn, es verkuͤrzt ihren Wuchs, hemmt ihr Wachsthum, und bringt ſogar durch zu weich⸗ liche Nahrung jene Vollſaftigkeit hervor, die eine Muiſ ildet, lidt, nich Temi ühtw tenic 1 pue d in denſc ing. zen iger enth ſa, mon Güchti 1 ügen udd Alen, ürde füch hlec genſh woch ſen, tung, gerinc heſth ſge, . Vom Einfluſſe des Sonnenlichts:ꝛc. 107 beryritt neuin bildet, und gewis eine ganz eigene Verbindung verraͤth, smachtat wie ich mit meinen Verſuchen bewieſen habe. vidd, wennan Nach dem Bisherigen glaube ich die mir vorgeſetzte vird. Bemuͤhung nicht umſonſt angewendet zu haben, ich werde aber noch viele Beobachtungen anſtellen, welche die Wahr⸗ mriſt, ſcheinlichkeit meiner Meinung vermehren werden. e weide Cin d Aus der Farbe der gruͤnen Pflanzen erhellet gleich und Kurſ. zuerſt, daß das Brennbare darin in groͤßerm Uebermaße, als in den bleichſuͤchtigen vorhanden ſei. Es iſt eine Ei⸗ Farben dr genſchaft des Brennbaren die Farben der Koͤrper, wo es Das ichten in großer Menge zugegen iſt, braun zu machen. vor, w' deebüi Hiernaͤchſt zeigt die Zerſetzung, daß gruͤne Pflan⸗ zen mehrere oͤlichte Materien enthalten, als die bleichſuͤch⸗ violette Efe tigen, woraus dann folgt, daß ſie auch mehr Brennbares Strähln enthalten muͤßen, und daran wird ſich nicht zweiſeln laſ⸗ ſen, wenn man die einen ſowohl als die andern, nachdem nbareder Cn man ſie vorher getroknet hat, anbrennt; denn die bleich⸗ nſei. Alen ſuͤchtigen brennen in Vergleichung der gruͤnen ſehr ſchlecht. die Utſochy 4 iſt ei 1 dielſh Die gruͤnfaͤrbende Materie iſt eine Quelle des fluͤch⸗ Wihn tigen Laugenſalzes in den Pflanzen. Der Blumenſtaub und die Samenkoͤrner, ſogar wenn ſie keimen, ſind es allein, die gedachtes Salz geben, wie Hr. Tingry be⸗ nbare denEt obachtet hat. Was iſt denn aber, was die Koͤrper ver⸗ eengedelun fluͤchtigt, wenns nicht das Brennbare iſt; nun geben aber Theil m bleichſuͤchtige Pflanzen ungleich weniger von dieſem Lau⸗ enkärner genſalze, als gruͤne. ur ſchrſte Endlich weichen die bleichſuͤchtigen Pflanzen auch ſnen 1 noch in der Menge der Aſtzündbaten Luft, die ſie ausſtoſ⸗ ogr a ſen, von den gruͤnen ab. Die Quantitaͤt dieſer Luftgat⸗ ui, g tung, von bleichſuͤchtigen Pflanzen ausgeſtoßen, iſt weit er, A D geringer als die von gruͤnen abgeſounderte. Zum andern n laue beſitzen gruͤne Pflanzen wirklich mehr Harz, als bleichſuͤch⸗ r ruus tige, auch dies verraͤth eine geoͤßere Menge Drennbarar 9 Da 103 Vierte Abhandlung. Da aber die gruͤnen Pflanzen von den bleichſuͤchtigen ihr ganzes deben hindurch blos durch den Einfluß des Lichts, den ſie empfangen, abweichen: ſcheint alſo hieraus nicht zu folgen, daß wenn die gruͤnen in aller Betrachtung eine groͤßere Menge phlogiſtiſtrender Materien in ſich haben, dieſer Unterſchied bei den bleichſuͤchtigen ganz allein daher koͤmmt, weil das Licht die Erſtern damit angefuͤllt hat, den Leztern es aber nicht hat mittheilen koͤnnen. Man muß ſich hier wieder an das erinnern, was ich bereits geſagt, daß nehmlich die gruͤnen Theile der Pflan⸗ ze ihre Harztheile, und daß eben dieſe die wirklich phlogi⸗ ſtiſirten Theile ſind, welche vermoͤge ihrer phlogiſtiſirten Beſchafſenheit das Licht anziehen und in der Pflanze figi⸗ ren, ohne gleichwohl ſie zum Verwahrungsorte deſſelben zu machen. So weiß man auch, daß das Licht vornehmlich von phlogiſtiſirenden Koͤrpern angezogen wird. Beſitzen bleich⸗ ſuͤchtige Pflanzen auch Harztheile, ſo haben ſie deren doch weit weniger, auch mangelt es denſelben an der faͤrben⸗ den Materie. Auch iſt noch zu bemerken, daß bleichſuͤchtige Pſlan⸗ zen weniger Wohlgeſchmack und Geruch haben, als gruͤ⸗ ne, welches allezeit anzeigt, daß ſie des phlogiſtiſirenden Theils, den ſie vom Lichte empfangen, beraubt ſind, weil das Brennbare der Grundſtoff alles Wohlgeſchmacks und Geruchs iſt. Indes iſt hierbei zu bemerken, daß die Pflanze doch ihre gruͤne Farbe behaͤlt, wenn man ihr gleich ihren aromatiſchen Grundſtoff entzogen hat; allein dieſe Menge Brennbares, die zu Hervorbringung des aroma⸗ tiſchen Grundſtoffs nothwendig iſt, dient ganz und gar nicht zu Hervorbringung der Farbe. Die Blumen geben Geruch, obgleich ihre Pflanzen bleichſuͤchtig ſind. Weiter iſt noch zu beobachten, daß man die Einwir⸗ kung des Lichts und ihre Verbindung, in den vegetabiliſchen Produkten prde wieſch vonn hrtſh an⸗ nacſe Mh in cch borhan being bare vicke gen! beut nr ſes t ſhäft — ige g drcuf valwe güne, deM Vom Einfluſſe des Sonnenli is ꝛc. 109 iicſitinng Produkten deutlich wahrnimt, wenigſtens bemerkt man, Pfuß dit 8 wie ich bereits geſagt, ſeine Entziehung ganz deutlich: ſo hieranit vornehmlich aber zeichnet ſich die Wirkung des Lichts auf eratn harzige Koͤrper aus: denn nach einer Beobachtung des n in ſch en Herrn Bonnets, erlangt Holz, das im Fiaſtern ge⸗ ganz aleinder wachſen iſt, gar keine Haͤrte, nun weiß man aber, daß t angeitt dieſe Haͤrte vom Harze herrührt, und vermuthlich iſt es nnen. in ſolchem Holze alsdann weniger und unvollkommener vorhanden. rinnern,was theile derphe Daß endlich bleichſuͤchtige Pflanzen keine Fruͤchte wirflih i bringen, ruͤhrt ohne Zweifel daher, weil ihnen das Brenn⸗ t horiiſt bare abgeht, welches dem Blumenſtaube, das zu Ent⸗ der Pfonſeſß wickelung der Pflanze erforderliche Befruchtungsvermoͤ⸗ gsorte dſſt gen mittheilen muß, wenigſte ns iſt gewis, daß die Staub⸗ beutel dem Lichte blosgeſtellt ſind, daß die Sonne zu ih⸗ rer Oefnung mitwirkt, und daß unter Beguͤnſtigung die⸗ ornehmlhn ſes wohlthaͤtigen Himmelskoͤrpers das Befruchtungsge⸗ Beſtzatit ſchaͤft vollzogen wird. en ſie dee d an der ſit Werde ich behaupten koͤnnen, daß wenn bleichſuͤch⸗ tige Pflanzen weit geſchwinder in Gaͤhrung gerathen und darauf gleich in Faͤulung uͤbergehen, dies daher ruͤhrt, ſächtige pfe weil weniger Brennbares in ihnen vorhanden iſt, als in aben, alg gruͤnen, und weil es in ihnen weit weniger feſtſitze, da hlogiſtiſta die Materien in ihnen weit weniger verbunden ſind? aubt ſi ſad, 1 geſchmatte 6. Welches iſt der Sitz der Bleichſucht in Pflan⸗ rken, dofn zen, die des Einfluſſes des Sonnenlichts man i 3 beraubt ſind? t; alin R 4 des irn Es duͤrſte wohl nicht in Zweifel zu ziehen ſeyn, daß Ganz nog das Zellgewebe der Sitz der Bleichſucht iſt. Die Rinde, Blumagbn und das Oberhaͤutchen der Blaͤtter ſind ind farblos, wenn ſie vom uͤbrigen Blatte getrennt ſind. Daß aber die Blat⸗ ſin 1 ter gruͤn ſind, ruͤhrt daher, weil das Zellgewebe, welches un deEin ſie bedekt, mit ſeinen Farben faͤrbt, ſo wie es eine Glas⸗ uzeiit tafel, poh ndai — AA ——— TITTrn—— ——— 110 Vierte Abhandlung. tafel, die man drauf legte, faͤrben wuͤrde, zudem iſt es in bleichſuͤchtigen Pflanzen gelb. Sonach iſt der Theil, welcher die Gefaͤße enthaͤlt, der Theil, in dem die ſtaͤrkſte Circulation und die groͤßten Abſonderungen und Ausfuͤhrungen vor ſich gehen, auch zugleich derjenige, welcher den ſtaͤrkſten Einfluß des Lichts genießt, und bei deſſen Mangel am meiſten leidet. Hier⸗ aus folgt denn, daß dieſer Theil durch die Entziehung des ichts ganz zerruͤttet wird, daß er dann keine Luft wei⸗ ter austreibt, daß er weniger Feuchtigkeit einſaugt und weit weniger ausduͤnſtet; denn ich dehne meine Betrach⸗ tungen uͤber das Zellgewebe der Blätter, auch bis auf das unter der Rinde liegende Zellgewebe aus. Was aber vornehmlich beweißt, daß das Zellgewe⸗ be in den bleichſuͤchtigen Pflanzen zerruͤttet iſt, iſt der große Unterſchied in der Quantitaͤt, der in ſolchen Pflanzen vorhandenen Materie, mit jener in gruͤnen Pflanzen be⸗ findlichen verglichen. Leztere enthalten indeſſen, wie ich gezeigt, ungleich mehr. Unterdeſſen ſind die Gefaͤße die naͤmlichen, ſie ſind eben ſo entwickelt, liegen in eben der Ordnung, und verrichten ihre Geſchaͤfte, das Gebaͤude der Pflanze iſt auch ebenfalls vollkommen daſſelbe. Ueber⸗ haupt unterſcheiden ſich die Pflanzen von einander blos in der Menge, Beſchaffenheit und Farbe der in den Ma⸗ ſchen ihres Zellgewebes— welches die Seele der Vege⸗ tation und der alleinige gruͤne Theil iſt— vorhandenen Materie. Daß der Mangel eines Beſtandtheils in einem Ge⸗ miſch der Verbindung nachtheilig ſeyn muß, leuchtet ein. Wie ſehr nachtheilig muß alſo nicht der Mangel des lichts, dieſes ſo wirkſamen Beſtandtheils ſeyn, wenn es, wie das Brennbare, große chemiſche Verwandſchaften mit den andern Beſtandtheilen hat, und wenn es Mittel zur Ver⸗ einigung difüe deNo ſbat Vhelen blechſt Man de, d ober Unee richt rittet Mate Gewel Ceſaße Jhan Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 111 einigung mit allen denen, die ohne daſſelbe mit den an⸗ dern gar keine Verwandſchaft haben wuͤrden, darreicht, de, zuͤe Geflße n wenn es ihnen nicht zum Zwiſchenmittel dient? rund digi Folglich muß man ſich nun nicht weiter wundern, ſich gehen, a daß die Blaͤtter bleichſuͤchtiger Pflanzen ſehr klein ſind. Linßluß delt Die Materie zum Groswachſen geht ihnen ab. Sie be⸗ ſen leidt h⸗ ſitzen nicht das nothwendige Vermoͤgen ſich in allen ihren die Erih Theilen zu entwickeln. Iſt der obere Theil der Stengel mn keine lſtn bleichſuͤchtiger, als der untere; ſo fehlt es der kranken fät enſun Pflanze fruͤhzeitig an Huͤlfsquellen. Sie naͤhrt die Thei⸗ weine Vett le, welche zunaͤchſt an der Erde ſind, in der ſie ſteht, beſſer, r, auch ht aber bis zur Spitze iſt ſie die Nahrungsſaͤfte, die doch zu aus. Unterſtuͤtzung des Stengels nothwendig ſind, zu treiben nicht vermoͤgend. aß das Jäl Wenn die Organiſation des Zellgewebes ſo ſehr zer⸗ tet iſt, i ruͤttet iſt, wenn es ſtatt eines dichten mit ziemlich trokner ſolchen Pfern Materie verſehenen Gewebes es nichts als ein ſehr loſes nen Pflonzen Gewebe und verſtopfte, aufgeſchwollene und gichteriſche indeſſen, wei Gefaͤße darbietet; ſo muͤßen die Faſern und Gefaͤße der die Geſöſel Pflanze daran nothwendig Theil nehmen. gen u inn Die Nahrungsſaͤfte koͤnnen auch nicht verdorben das Gebä werden, ohne wieder die Theile, die ſie ernaͤhren, zu ver⸗ ſſelbe. l derben. Fehlt es dieſen Saͤften an gehoͤrigen Grundthei⸗ einandett len zu Hervorbringung der Reizbarkeit und Federkraft, der in denſ welche Eigenſchaften die Fibern und Gefaͤße nothwendig Leele der haben muͤßen, wenn ſie heilſamen Nahrungsſaft, der ih⸗ — vorhont nen Kraft und Leben geben muß, bequem ausarbeiten ſollen: ſo wird nicht nur das aus Geſaͤßen beſtehende Netz, ſondern auch die Gefaͤße ſelbſt mit einer duͤnnen ls in einnd Materie angefuͤllt, welche ſie ausdehnt, verlaͤngert und uß, leuctth ſtaͤrker aufblaͤht, als ſie ihnen nicht Nahrung zufuͤhren dangeldeltt kann. Eine bleichſuͤchtige Pflanze iſt ein mit Milch ge⸗ wenn c bl naͤhrtes Kind, das ſchnell aufſchießt, ſchlechte Muskeln choſter mi und kraftloſe Gliedmaßen hat. Miaipi In danen 3 ͤnnnn — r 8 Seee 1 ——eee 112 Vierte Abhandlung. In eben dem Zuſtande beſinden ſich auch keimende Pflanzen, ſie ſind naturlich bleichfuͤchtige Pflanzen, ſie brechen gelb aus der Erde hervor, ſie haben ein lockeres Gewebe, welches ihre Entwickelung beguͤnſtigt, ſie ſchießen alsdann ſehr ſchnell auf. Dieſes lockere Gewebe iſt ihnen nothwendig, den Eindruck, den zu ſcharfe und zu ſtark phlogiſtiſirte Saͤfte auf ſie machen wuͤrden, zu ſchwaͤchen: denn die Bleichſucht entkraͤftet die Faſern blos dadurch, daß ſie den Nahrungsfaͤften ihre Kraft entzieht. Die natuͤrliche Vegetation im Gegentheil ſtaͤrkt ſie blos da⸗ durch, daß ſie ihnen eine Nahrung gibt, welche ihre Reiz⸗ barkeit in Thaͤtigkeit erhaͤlt; aber auch ſelbſt dadurch wer⸗ den ſie in ihrem Wachsthum aufgehalten. Die vom Brennbaren des Lichts getroffenen Faſern ſtreben mehr ſich aufzublaſen, als ſich zu verlaͤngern, wie alles Reizba⸗ re. Indem nun dieſe Fibern immer ſtaͤrker und reizba⸗ rer werden, ſo werden ſie ſtarr und ihr Wachsthum er⸗ folgt immer langſamer. Daß das Brennbare Koͤrper, mit denen es ſich verbindet, ſteif und hart macht, iſt eine bekannte Sache, ſo wie's erwieſen iſt, daß es ihre Far⸗ ben braun macht. Der Stahl gibt davon ein Bey⸗ ſpiel. Ich kann hier die Bemerkung nicht mit Stillſchwei⸗ gen uͤbergehen, daß der Augenblick, worinnen die Bleich⸗ ſucht am ſtaͤrkſten iſt, grade der iſt, worin die Pflanzen am lebhafteſten wachſen. Sind meine Grundſaͤtze eini⸗ germaßen gegruͤndet: ſo muß dies ſo ſeyn. In der That muß der Zeitpunkt, wo ſich die meiſte Materie zu Bil⸗ dung der Pflanze verbindet, auch zugleich der ſeyn, wo ſie durch die Beraubung eines zu ihrer Geſundheit und Leb⸗ haftigkeit nothwendigen Beſtandtheils am meiſten ange⸗ griffen wird. Sonach ſind die juͤngſten und am ſtaͤrkſten auf ihre Entwickelung loswirkenden Pflanzen eben die, in welchen die Verbindung der naͤhrenden Materien am ſtaͤrkſten iſt, und auch eben zu dieſer Zeit werden die Pfan⸗ d Mfanze b deer di demi de niſe veſceem Rellerrie duchain lekommen EE webe dt⸗ mihr le noch au der pff dem di mit den wenigſt tem Hel da leqt MRänich wiedie b de Sonne T R mid Jigen d machen, gen hat, ſcchthare kerien, hr zr Verinden deiſäbi bs diſ duch mit in Wiſſer Seneb Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 113 Pflanzen noch bleichſuͤchtiger. Was aber die Wahrheit dieſer Idee beſtaͤrigt iſt der Umſtand, daß die Pflanzen, die vermoͤge ihrer Natur, in Beziehung auf ihren Wuchs, die meiſte naͤhrende Materie verbinden, auch die ſind, welche am ſtaͤrkſten bleichſüchtig werden, wie man an den äle kraͤuterartigen Pflanzen gewahr wird, die, unter uͤbrigens en, zu ſchoite durchgaͤngig gleichen Umſtaͤnden, ſtaͤrker die Bleichſucht los dAN 4 4 bus h bekommen, als die andern. ft entziehe. a ch oulh in ge Pann aben en tie nſtigt ſeſce Gevebeſft eſe und g 8 arkt ſe bes Es hat alſo das Anſehen, daß jemehr ſich Zellge⸗ weſch tre webe erzeugt, deſto ſtaͤrker iſt die Bleichſucht, und deſto Abſt dadurche mehr leidet auch die Pflanze von dieſer Zerruͤttung. Aber ten. Den noch auffallender iſts, daß dieſes Zeligewebe der Theil von arn ſtreben n der Pflanze iſt, den die Natur beſtimmt hat, ſich mit wie alls Ie dem Lichte zu verbinden, weil er ſtaͤrkere Verwandſchaft aärker undn mit den phlogiſtiſirten Koͤrpern, als mit den andern hat: Wachstham wenigſtens iſt es der Theil, den die junge Pflanze bei ih⸗ rennbare Kig rem Hervorbrechen aus der Erde dem Pinſel der Sonne it macht, ſin darlegt, und auch von ihm ſogleich gemahlt wird, denn das daß ts ie Pflaͤnzchen(plumule) und die Saamenlappen haben, davon tin h wie die bleichſuͤchtigen Pflanzen, einen gelben Grund, den die Sonne bald gruͤn ſaͤrbt. mit Stilſte Ich behaupte nichts, was ich nicht beweiſen kann. Ich werde aber beweiſen, daß das licht blos auf den har⸗ d lt nnen die R—. igen Theil der Hoͤlzer wirkt, um ihre Farben braun zu 9. in dio Mch mdis machen, und daß, ſo bald man ihnen dieſes Harz entzo⸗ Inten gen hat, ſie von der Einwirkung des Lichts weiter keine „„ ſichtbare Veraͤnderung leiden. Die vegetabiliſchen Ma⸗ Nateſ 1 terien, welche in Faͤulnis uͤbergegangen ſind, und deren der ſſen Harz zerſtoͤrt worden iſt, leiden in ihrer Farbe gar keine undhei r 9 Veraͤnderung. Die rothen Theile auf den Blaͤttern des m uuſin dreifaͤrbigen Amaranths werden nicht bleichuͤchtig, weil undnſin blos dieſe Farbe Gummi enthaͤlt. Eben dies geſchieht nnſe benäe⸗ auch mit den Blumenblaͤttern, von denen ſich die Farbe 5 N 4 8 7 4 m hau im Woſſer aufloͤßt. Ich kann alſo mit Grunde ſchließen, zit un Senebier 2. Th. H daß — O˖;———ͤ— 114* Vierte Abhandlung. daß das Licht auf das Zellgewebe, und beſonders auf deſſen Harztheile wirkt. 7. Vergleichung der reifenden Fruͤchte mit den bleichſuͤchtigen Blaͤttern. Blos aus Vergleichungen, aus der Natur gezo⸗ gen, kann man in ſie dringen. Der beſte Kommentar uͤber dunkle Stellen in ihr iſt ſie ſelbſt, wenn ſie uns deut⸗ lichere Parallelſtellen darbietet. Sollte es nicht ſcheinen, daß die Aehnlichkeiten, die zwiſchen Fruͤchten, die beim Reiſen gelb werden, und bleichſuͤchtigen Pflanzen ſtatt finden, einiges dicht auf die Erſcheinung werfen, die uns jezt beſchaͤftigt? Zuvoͤrderſt ſind die Fruͤchte, welche beim Reiſen gelb werden, ſaſtiger, als unreiſe, auch eher zur Faͤulnis geneigt; ſie enthalten mehr gummichte als harzige Theile, loͤſen ſich auch im Waſſer leichter auf. Vielleicht ſind die Harztheile in ihnen mehr in waͤßrigen Theilen zerſtreuet, und das Brennbare hat in ihnen weniger Staͤrke. Da es in ihnen weniger in Maſſe beiſammen iſt, ſo erſchlafft die Faſer, die Maſſe der Frucht nimt zu, und es entbin⸗ det ſich eine Säure, die zu eben der Zeit, da das Brenn⸗ bare davon gehen will, zum Vorſchein zu kommen ſucht. Dies iſt die Geſchichre der bleichſuͤchtigen Blaͤtter. Selbſt die Saͤure in der Frucht ſcheint ſich an der Stelle zu entwickeln, wo die Sonne die meiſte Feuchtig⸗ keit hinzieht. Daher ſind auch alle Fruͤchte, die ein lo⸗ ckeres Gewebe haben, an den Stellen roth, die von der Sonne beſchienen worden, als Pfirſchen, Kirſchen ꝛc. Und eben dies begegnet ſolchen Blaͤttern, die abfallen, wenn ſie roth geworden ſind, oder ſolchen, die in ihrer Jugend roth ſind, weil ſie alsdann waͤßrige Theilchen enthalten. Uebrigens verwandeln die Laugenſalze in allen dieſen Faͤllen — Fäll d nigheu de dn gi Gecnnc nnghuc eereved ton Feue de Urſa⸗ Aach iſ ünen be ſenet n geſchm Dacbe ſammen tmn vol⸗ den grͤc welche da Naſſe a hirauf bre, der uhme, m ofßer g. — Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 115 indenai Faͤlllen dieſes Roth in Gruͤn, und der rothe Theil iſt gum⸗ migharzig. früͤchte ni Die unreifen Fruͤchte gehen auch beim Reifen aus ern. dem Gruͤnen ins Gelbe uͤber, und ihr anfaͤnglich herber Geſchmack wird zu gleicher Zeit durch das Uebermaͤßige der amn, an Feuchtigkeit, welches das im Werke vorhandene Brenn⸗ beſt Lenn bare verduͤnnt, verſucht, Es ſcheint, dieſes Uebermaaß wenn ſ uet von Feuchtigkeit in den bleichſuͤchtigen Pflanzen ſei auch tees rict t die Urſache, warum ihr anfaͤngliches Herbes verſuͤßt wird. früͤchten, de Auch iſt wahr, daß in der Sonne gewachſene Fruͤchte igen Pferze einen beſſern Geſchmack haben, als im Schatten gewach⸗ g werſen,R. ſene: weil das Brennbare als der Grundſtoff alles Wohl⸗ geſchmacks, ſich in ihnen in groͤßrer Menge verbindet. Da aber auch die Sonne weit mehr Saͤfte in ihnen zu⸗ elche bein gi ſammenzieht: ſo wird das Herbe, das in dem Brennba⸗ eher zur g ren vorhanden ſeyn duͤrfte, durch das Uebermaaß der in als harjge den Fruͤchten ſich anhaͤufenden waͤßrigen Feuchtigkeiten,— Vielleichtſn welche das Herbe, indem ſie es trennen und in eine groͤßere Theilen zain Maſſe ausbreiten, mildern,— gut erſetzt. Wenn man ger Stue hierauf Acht gibt, ſo wird man bemerken, daß der Sel⸗ niſ, ſo eſt lerie, der Hundszahn ꝛc. die einen milden Geſchmack an⸗ u, und te m nehmen, wenn man ſie in die Erde pflanzt, in der Son⸗ t, dadsdn ne aufgewachſen ſind, von der ſie das Brennbare em⸗ zu konnnft pfangen haben, das ihnen den Wohlgeſchmack gab. Die en Blitt Bleichſucht, in die ſie verfallen ſind, hat ſie milde ge⸗ macht, indem ſie das Brennbare verduͤnnt und getrennt ſtein ſte hat. Die von ihrer erſten Entſtehung an im Finſtern auf⸗ ſne ſ gewachſenen Pflanzen haben beinahe gar keinen Geſchmack, vriſeßn weil ſie faſt gar nichts empfangen oder verbunden haben, lhtdn was ihnen Wohlgeſchmack geben konnte. rolh, 4 Klſczan m Je mehr icht die Pflanzen empfangen, und je ſtaͤr⸗ ie dhſäln, ker das Licht iſt, welches ſie erhalten, deſtomehr Ge⸗ e in Un Ne ſchmack haben ſie, weil das Licht, ind m es ſich mit den bia Saͤften, die es in groͤßrer Menge dahin zieht, verbindet, e in aa, 8 H 2 ihnen 116 Vierte Abhandlung. ihnen den Wohlgeſchmack mittheilt, den ſie aus ihm in ſich ziehen. Dies nimt man an Fruͤchten, die an Mau⸗ ren ſtehen, wo ſie der grade und gebrochene Lichtſtrahl trift, beſonders aber an den tropiſchen wahr. Lezte ehaben alle einen ſtaͤrkern Geſchmack, ſchaͤrſere aromatiſche Theile und brennendere Saͤfte, als die unter unſern Himmels⸗ ſtrichen wachſenden Fruͤchte, die blos von einem ſuͤßen Oele genaͤhrt zu ſeyn ſcheinen, dahingegen das in den Gefaßen der unter der Linie wachſenden Pflanzen cirkulirende Feuer, ihnen ihre Herbigkeit und brennende Saͤfte laͤßt. unnreife Fruͤchte geben, ſo wie gruͤne Blaͤtter, eine reine oder wenigſtens eben ſo gute Luft, als die atmosphaͤ⸗ riſche iſt, anſtatt daß bleichſuͤchtige Pflanzen, ſo wie rei⸗ fe Fruͤchte nur Gaͤhrungsluft ausſtoßen. Dies wurde alſo anzeigen, daß der ſchleimige Theil, indem er ſich ver⸗ vollkommnet, immer ſich zur Gährung neigt; daß die Grundſtoffe des Lebens ſich aͤndern, daß die Vegetation nur dann ihre voͤllige Lebhaftigkeit hat, wenn ihre Pro⸗ dukte die Avre'e der Vegetation, das heißt, Gruͤn tragen, und endlich, daß die Verlaͤngerung der Jugend bei bleich⸗ ſuͤchtigen Pflanzen nichts als ein zu fruͤhzeitiges Alter oder die Beſchleunigung des Todes iſt. 64. Hieraus folgt, daß das Licht auf das Keimen kei⸗ nen Einfluß haben koͤnne, wie auch mein Verſuch beweißt; ja das Licht wuͤrde ſogar das Keimen auf halten, indem Gaͤhrens, der die Urſache des Keimens iſt, ſtilleſtehen machen, oder ſeine Wirkung wenigſtens betraͤchtlich ver⸗ mindern wuͤrde. Ich habe erwieſen, daß die bleichſuͤch⸗ tigen und die jungen Pflanzen weit geſchwinder, als voͤllig ausgewachſene, in Gaͤhrung gerathen. Koͤnnte mans da⸗ hin bringen, daß man mittelſt eines Brennſpiegels eine weit groͤßre Menge Licht auf eine Pflanze fallen laſſen koͤnnte, ohne ſie zu verbrennen, oder ohne ihr eine Zeit⸗ lang es die Bleichſucht verhindert, und den Grundſtoff des — ng Sc ſegf von he cenſen lbeba 1 rid nnige I deß das ten dR ter der de ble und mi ches au brenaer tifen E beinche goßes l. dmm lla dn, weil düanner lüſt we ſtoben, daß blei dis hat dher f Vihig 4 Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 117 en G 1e h e.„ 2. ſemt lang Schaden zuzufuͤgen; ſo bin ich uͤberzeugt, daß die⸗ ten ſ— 7 2 L8—„ ne ii 1' ſe Pflanze niedriger ſeyn wuͤrde, als weniger beleuchtete de Achtſtrcg. 2 14=„.. b Mün von ihrer Gattung. Sollte dies nicht eine von den Urſa⸗ 6 te ehahn— chen ſeyn, warum die Pflanzen auf hohen Bergen ſo niedrig bleiben? Sie empfangen dort mehr Licht, als in der Ebe⸗ ne, weil die minder hohe und minder dicke Atmosphaͤre gromatiſched unſenn Hin einem ſſ weniger licht zuruͤkbricht. as in den Ge cickulitndene Ich beſchließe dieſen Abſchnitt mit der Bemerkung, ifte lißt. daß das Brennbare in den Blaͤttern und unreifen Fruͤch⸗ ten von einer derben Materie iſt, weil es in ihnen un⸗ üne Blill, ter der Geſtalt des Harzes zugegen iſt: daß es aber in als die amtn den bleichſuͤchtigen und reifen Fruͤchten mehr ausgeſtreuet flanzen ſ und minder fix iſt, und immer davon zu gehen ſtrebt wel⸗ en. Desr ches aus der Gaͤhrung und aus der leichten Entwickelung Kdmerſt brennender Geiſter, die man aus reifen Fruͤchten, aus un⸗ g reixtz d reifen aber nicht erhaͤlt, erhellt. 6 die Ten Endlich laͤßt ſich auch eine gruͤne Pflanze im Lichte ) wem h beinahe ganz bleichſuͤchtig machen, und dies durch ein iißt, Grin ie großes Uebermaaß von Waſſer. Ihr Gruͤn wird als⸗ Jugend ba dann blaͤßer, und ihr Stengel laͤnger und lockerer wer⸗ zeitigesUin den, weil die phlogiſtiſirende Materie alsdann weniger beiſammen iſt. wdi 8. Bleichſuͤchtige Pflanzen ſondern keine Luft ab? aihain wn Iſt die Einwirkung des Lichts zu Erzeugung der Grundſff f Luft, welche die Pflanzen, die ihm ausgeſetzt werden, aus⸗ s iſt, ſübit ſtoßen, nothwendig, wie wir erwieſen haben; ſo iſt klar, ödrile daß bleichſuͤchtige Pflanzen gar keine geben muͤßen, und daß debi ſicſt dies hat uns auch Erſahrung gelehrt. Die Erſcheinung winder, tze aber fübrt uns auf einige Betrachtungen, die mir von Kännte ni Wichtigkeit zu ſeyn ſcheinen. Brenn ſoig Lanze älen h 8. H 3 Die fiire eiles hnan i ——— ¹ rTIAIT 8— n —————— 5 118 Vierte Abhandlung. Die Saamenblaͤtter und auch die jungen Blaͤtter ln geben ſehr wenig reine Luft; die erſtern bei ihrem Hervor⸗ iin i brechen aus der Erde gar keine, und die andern ſehr we⸗ drä nig. Die erſtern ſind nicht dazu gemacht, welche zu ge— d ſh ben, weil die Sonne nicht auf ſie wirkt, und ſie nicht zu⸗ landch gleich mit der Feuchtigkeit der Atmosphaͤre die fixe Luft rumd einſaugen, die in ihnen ihr Brennbares abſetzen und in um la reine Luft verwandelt wieder aus ihnen heraustreten ſoll. enäſſe Die andern haben noch keine Organen, die zu dieſer Ab⸗ dr ud ſonderung und Abfuͤhrung vollkommen genug ſind, und Paſſer da ſie weniger Harztheile enthalten, ſo muͤßen ſie auch kiübſt das zu Erzeugung dieſer Luft nothwendige Licht weniger 3 anziehen. in d Mit den bleichſuͤchtigen Pflanzen iſt dies derſelbe 3 Fall. Sowohl aus ihrer Gaͤhrung ſich entwickelnde fixe f n als jene durch ihre Wurzeln in ihnen aufſteigende zuft fuͤh⸗ bihmi ren ihnen blos den gruͤnen Theil des Saftes zu, den man er B in ihren Hauptgefaͤßen wahrnimt: was aber bemerkungs⸗ werth iſt und anzeigt, daß der ausfuͤhrende Grundſtoff do der Luſt, der die Pflanzen gruͤnfaͤrbende Grundſtoff ſei,— ſondern, ſo wie der gruͤngefaͤrbte Theil die Quelle der reinen Luft Uidungd iſt, welche die Pflanzen an der Sonne abſondern,— iſt ſeuideſc der Umſtand, daß an denen dem Lichte ausgeſetzten und dein darin gruͤn werdenden bleichſuͤchtigen Pflanzen die erſten d Aad gruͤnen Punkte an den Veraͤſtungen der Ribben, wo die Namd reine Luft herauszutreten anfaͤngt, wenn man gruͤne Pflan⸗ 6 zen unterm Waſſer an die Sonne ſetzt, zum Verſchein 9 kommen. Hieraus wuͤrde alſo folgen, daß an der Stelle, in ſch wo der Saſt uͤberhaͤuft iſt,— und er muß es an der rnfanr Stelle ſeyn, wo kleine Gefaͤße in große eingefuͤgt ſind,— fen w auch das Brennbare der fixen Luft ſich abſetzt, ſich mit unddeet dem Brennbaren des Lichts verbindet, und die Stelle, wo ſola die Verbindung vor ſich gegangen, gruͤn faͤrbt, und daß d. auch an dieſer Stelle, die durch dieſe Verbindung erzeugte Sonne ſ Luſt vorzuͤglich in großem Uebermaaße heraustreten muß. rn mtha Und 3 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 119 le junaen g funge d Und wenn bleichſuͤchtige Pflanzen Luft geben, ſo renan thun ſie dies auch zuerſt durch dieſe in den Veraͤſtungen ch, nn der Ribben befindlichen gruͤnen Punkte. Dies beweißt, und ſen daß ſich die reine Luft immer an den gruͤn gefaͤrbten Stel⸗ hi d 3 len und ſonſt nirgends, entwickelt. Wenn ſonach auf den 4 diftnn gruͤnen Blaͤttern dieſe Luft in dieſen Veraͤſtungen gleich dhe kun zum Vorſchein koͤmmt; ſo ruͤhrt dies gewiß daher, weil deraustin an dieſen Stellen die ſtaͤrkſte Verbindung des kichts mit dee du di der in dem vom Blatte eingeſogenen atmosphaͤriſchen ſgenug ſid, Waſſer vorhandenen fixen Luſt und mit denen in der Pflan⸗ b mißn t ze ſelbſt circulirenden Saͤften vor ſich geht. dig ge lict mn Ich will nicht wiederhohlen, daß bleichſuͤchtige Pflan⸗ zen, die wenig Waſſer, folglich auch wenig ſixe Luft, ein⸗ nit en ſchlucken, auch zu der zum Leben der Pflanze hoth weir henwican digen Verbindung ſehr wenig Brennbares hergeben muͤſ⸗ ſteiedelh ſen; indes iſt dieſer Verbindung doch etwas Brennbares genne d beigemiſcht, und daher finden ſich auch auf bleichſuͤchti⸗ aſtes zu, dan 3 3 ini ü ſi 4 4 gen Blaͤttern immer einige Spuren von Gruͤn. 4„. e.. grende bin Daß bleichſuͤchtige Pflanzen gar keine reine Luſt ab⸗ Grundſefſ- ſondern, ſollte dies nicht daher ruͤhren, weil keine Ver⸗ lle der reun bindung des Brennbaren erfolgt, oder weil ſich keines auf abondern, ſie niederſchlaͤgt? Wenigſtens iſt gewiß, daß nur allein auegeſeten! in dieſen zwei Faͤllen Luft umwickelt wird, und daß nach Flanzen den der Art der Verbindung oder des Niederſchlags ſich die Ribben, Natur dieſer uft aͤndert. man grin Soll ichs ſagen, daß die Saͤure der fixen Luft, die, „ zum Vet ohne ſich zu zerſetzen, ſich mit dem Brennbaren des lichts daß an deer verbindet, und nicht als reine Luft wieder heraustritt, das r muß 6n Harz der Blaͤtter, das Brennbare der Saamenkoͤrner, engeflutſir und die brennenden Geiſter, die ſich von gaͤhrenden Fluͤſ⸗ Habſit, ſigkeiten ſcheiden, erzeugt? „ 4 5- n b2 Die Blumenblaͤtter ſtoßen, unterm Waſſer an der 4 ine 4 Sonne ſtehend, gar keine Luft ab, ob ſie gleich viel da⸗ etindme von enthalten, und man es aus ihnen herausdruͤcken kann, Lrsfelält derausneh— H 4 aber 120 Vierte Abhandlung. aber ihre organiſche Einrichtung iſt von der Blaͤtter ihrer unterſchieden. Ihr Zellgewebe laͤßt ſich im Waſſer auf⸗ loͤſen und beſteht aus gummichten und harzigen Theilen, da hingegen der Blaͤtter ihres ganz und gar harzig iſt. Daher iſts nicht wundernswuͤrdig, daß die Blumenblaͤt⸗ ter gar keine Lnft geben. Die Luftfeuchtigkeit wird von ihnen in geringer Quantitaͤt verſchlukt, das Zellgewebe verbindet ſich mit der gummichten Materie, und das Brenn⸗ bare des Lichts tritt in andre Theile, und concentrirt ſich im Blumenſtaube. Selten findet man, daß die Blumen⸗ blaͤtter eine ſchwarze oder doch dunkle Farbe haben, weil das zum Faͤrben erforderliche Verſchlucken des Brennba⸗ ren der Befruchtung, welches doch der Zweck der Natur iſt, zu ſehr ſchaden wuͤrde. Hieraus folgt, daß zwar die Blumenblaͤtter nicht bleichſuͤchtig werden koͤnnen, weil ſie dieſes Brennbaren zu ihrer Entwickelung nicht beduͤrfen, daß aber auch die Blumen bleichſöchtiger Pflanzen un⸗ fruchtbar ſeyn muͤßen, weil ihnen das Brennbare, wel⸗ ches ihren Saamen beleben muß, entzogen worden iſt. 9. Von den Urſachen, welche die Farbe gruͤner Pflanzen nicht aͤndern, ob ſie gleich dem An⸗ ſcheine nach, ſie aͤndein ſollten. Wir haben geſehen, daß die gruͤne Farbe der Blaͤt⸗ ter ſich allemal aͤnderte, wenn irgend eine Urſache da war, welche die Verfluͤchtigung des Brennbaren begünſtigte, es ſei nun, daß Gährung oder andre auf die Blaͤrter wir⸗ kende dnge eintraten; eine Erſcheinung aber verdient noch eine naͤhere Unterſuchung. Die grihden Blaͤtter von Baͤumen und Straͤuchern, die man an ihren vegetirenden Zweigen ins Finſtre brinat, fallen ab, ohne bleichſuͤchtig zu werden, die gruͤnen Blat⸗ ter von krauthaften Pflanzen werden bald met hr, bold we⸗ niger bleichſuͤchtig. Dieſe Verſchiedenheit habe ich bereits erklaͤrt, ekit verbund und de äähhe nichk! E de gſumn T Gern ig we ſontte väͤllig Natt ſolche haren un ih ſoche, inſter kinnen der Vliten ch im Va harzigen d nd gar hu J die Bun chtigkeit widn t, das Jälan, tie unddas Bn ind concenttit daß die Bm Farbe hehmn, ceen des Wm Zweck derie ſolgt, doß jue en foͤnnen, n ung nict bedi iger Pfanne Brenntare, geen wordenſt e Farbe ni eich dem Ar ollten. eFarbe ded fe Urſachedee aren begint f die Blm ng aber ui ins Fuſteite rin d de ginns ad mhrtar tthahein d 7 di ——— Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. erklaͤrt, als ich ſagte, daß die Bleichſucht mit der Menge verbundener Materie in beſtaͤndigem Verhaͤltniß ſtuͤnde, und die den Vernunftſchluͤßen beiſtimmende Erfahrung zeigte uns, daß die Blaͤtter von niedrigen Gewaͤchſen, welche in der nämlichen Zeit mehr Materie verbanden, als die Blätter von Baͤumen und Straͤuchern, auch weit geſchwinder bleichſuͤchtig wurden, als dieſe Leztern. 121 Waͤrde man junge Blaͤtter von Baͤumen und Straͤu⸗ chern einſperren; ſo wuͤrden ſie im Finſtern ſo bleichſuͤch⸗ tig werden, wie die jungen Bluͤtter, die alsdann noch forttreiben, weil ſie noch Materie zu verbinden haben, um voͤllig auszuwachſen. Aber vollkommen ausgewachſene Blaͤtter fallen ab und behalten ihr Gruͤn, wenn ſie auf ſolche Art ins Finſtre eingeſperrt werden. Das Brenn⸗ bare der gruͤnen Materie kann ſich alsdann nicht zerſtreuen, um ihm ſeine Farbe zu rauben, ohne eine zureichende Ur⸗ ſache, welche dieſe Wirkung hervorbringen kann; die Finſterniß aber wuͤrde dieſe wirkſame Urſache nicht ſeyn koͤnnen. Daß das Blatt abfaͤllt, ruͤhrt daher, weil ſeine Gefaͤße, welche verſtopft und ausgedehnt ſind, und ſich der Feuchtigkeit, die ſie erfuͤllt, nicht entledigen koͤnnen, de Bande zerriſſen, welche ſie mit ihren Zweigen ver⸗ indet. Ein gruͤnes Blatt von einer Narziſſe wird an der Stelle gelb, wo es von einer zinnernen Platte bedekt iſt, weil es immer neue Saͤfte erhaͤlt, die nicht leicht davon gehen koͤnnen, die kein Brennbares weder vom Lichte noch von der in dem atmosphaͤriſchen Waſſer vorhandenen fixen Luſt empfangen koͤnnen, und die das ſchon darin be⸗ findliche verſchlingen. Da nun ſonach das Brennbare in ihnen gar zu iſolirt, und in zu geringer Quantitaͤt vor⸗ handen iſt; ſo hoͤrt es auf, die Farbe hervorzubringen, die es erzeußt, wenn es in hinreichender Menge und in einem gehorigen Zuſtande der Wiederannaͤherung vorhanden iſt, H 5 iſt — ——2—— 12² Vierte Abhandlung. iſt auch eine ſolche Stelle lockerer aus andre, und ſowohl Feſtigkeit als Farbe, verrathen an ihr den Abgang des Brennbaren. Der Froſt und das Kochen veraͤndern die gruͤne Farbe der Blaͤtter nicht immer, weil weder das eine noch das andre das Brennbare aus ihnen herausjagen. Der Erſte macht den waͤßrigen Theil gefrieren und das Andre ſchlaͤgt die gruͤne Materie daraus nieder: aber die unmit⸗ telbare Einwirkung des Feuers veraͤndert allemal die Far⸗ be der Blaͤtter, eh ſie die Hitze des kochenden Waſſers ausſtehen, weil ſie alsdann ihre Einwirkung ohne Um⸗ huͤllung erleiden; das Blatt wird ſchwarz, das Brenn⸗ bare trennt ſich von ihm, haͤuft ſich auf deſſen Oberflaͤche an, und ſucht ſich zu verfluͤchtigen. 10. Betrachtungen zur Bekraͤftigung der vorher⸗ gehenden Raiſonnements. Man kann nicht umhin, zwiſchen den Pflanzen und dem Lichte eine ſonderbare Verwandſchaft wahrzunehmen. 1) Alle Pflanzen drehen ſich nach dem Lichte und ſcheinen ihm entgegen zu kommen, um ſeine Strahlen aufzufangen. Dies hat Hr. Bonnet erwieſen, da er uns zeigt, daß die Weſen, welche wir gefuͤhlloſe nen⸗ nen, ſich kruͤmmen und ausſtrecken, um ihre Farben von den wohlthaͤtigen und naͤhrenden Strahlen der Sonne zu empfangen. Der Hr. Abt Corti ſagt von den Galler⸗ ten(Tremella Linn. La Tremelle), daß ſie dem Lich⸗ te nachgehen, um es zu erreichen und einzuſaugen. 2) Herr Bonner zeigt uns an verſchiedenen Blu⸗ men eine durch die Einwirkung des Lichts in ihre hervor⸗ gebrachte Bewegung. Wenn ſie des Nachts uͤber ver⸗ ſchloſſen geweſen ſind, ſo oͤfnen ſie ſich, wenn die Sonne hervor⸗ 8 frtetin enpſorge ). de Phn vumn ſe Tan da fingte Pun man gi Wlätte kans; und wi denn ſee nothwen de fie⸗ veſche di ſteſ he dh alen ſer ritin ein, um zuallem dos Fe Nacen tend K und eben des h— Pftanze ſem gan ö. dre, uiſe andern di n der das änn tausjagen. d en und des d waber die um⸗ tallemal dee ochenden Viſ irkung chel farz, dos Am deſſen Obefit ung der bohſe ts. den Pflanzen wahrzumm dem liche ſeine Strtt erwieſen, de gefuͤhllſtn ihre Fatbe n der Som von den G daß ſe dnlh zuſaugen richiedern d f ,ep zin ihneſan Nachts Iber Geh ——— Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 123 hervorkoͤmmt, wieder, um ihre heilſamen Einfluͤße zu empfangen. 3) Die Vereinigung des lichts mit den Blaͤttern der Pflanzen ſcheint durch ihre Farbe erwieſen zu ſeyn, wenn ſie den Einfluß des Lichts angenommen haben. Wenn das Brennbare ſich mit dem Gelben verbindet, bringt es allemal eine gruͤne oder blaue Farbe hervor. 4) Koͤrper, die mit dem Brennbaren eine große chemiſche Verwandſchaft haben, entziehen es den Blaͤt⸗ tern, und theilen ihnen beinahe die Farbe bleichſuͤchtiger Pflanzen mit. So nimt z. B. die Vitriolſaͤure, in die man gruͤne Blaͤtter legt, eine ſchwarze Farbe an, und die Blaͤtter bekommen darin bald die Farbe eines Eiſenſaf⸗ rans; aber bleichſuͤchtige Blaͤtter bleicht dieſe Saͤure blos, und wird mit ihnen weit weniger braun. 5) Die Pflanzen ſterben in dephlogiſtiſirter Luft: denn ſie finden in ihr nicht die Huͤlfsmittel, das ihnen nothwendige Brennbare zu erlangen, weil ſie darin nicht die fire Luft antreffen, die ihnen mittelſt der reinen Luft, weſche die Pflanzen ausſtoßen, dieſes Brennbare ver⸗ ſchaft. Hier findet ſich Veranlaſſung zu der Bemerkung, daß der Almaͤchtige nichts umſonſt thut, und daß in allen ſeinen Werken Er der Hoͤchſtweiſe und Hoͤchſt⸗ guͤtige iſt. Er ſchließt alle Lichttheilchen in die Pflanzen ein, um daraus die entzuͤndbare Materie zu ſchaffen, die zu allem eben ſo haͤufigen als wichtigen Gebrauch, wobei das Feuer unentbehrlich iſt, dienen muß. Das gruͤne Nezchen des Zellgewebes iſt der Ort, wo ſich das leuch⸗ tende Koͤrperchen, welches das Harz erzeugt, aßimilirt, und eben dieſes Harz iſt es, das den entzuͤndbaren Theil des Holzes, der Kohlen und aller brennbaren Koͤrper des Pflanzenreichs ausmacht. Dieſes Licht, das wir mit ſei⸗ nem goͤttlichen Urheber ſo oft geprieſen, wenn wie ſeine erhabe⸗ E ——ᷣ—᷑—V———— 124 Vierte Abhandlung. erhabenen Spiele in unſern lachenden Landſchaften und ſeine unentbehrlichen Wirkungen in Hervorbringung der Pflanzen durch ſeine Waͤrme bewunderten, erleuchtet auch unſre Wohnungen und hintergeht den Winter, indem es ſeine Reife vertreibt. Es verſieht durch die Pflanzen die Thiere mit dem Brennbaren des Talgs und des Wachſes, und erfuͤllt das Holz mit der Waͤrme, die uns Leben gibt. Aber der Menſch iſts, der alles verdirbt. Er iſts, der im Schießpulver ſich des Brennbaren bedient, ihm zu den Menſchenmorden zu leuchten und zu helfen, die ſein Frevel kaltbluͤtig begeht. Sagen wir es noch einmal, und freuen uns dabei: Gott iſt der allein Guͤtige, der allein Weiſe, der allein Maͤchtige. Der Menſch kennt nicht einmal die Wohlthat, die er genießt. Mit⸗ ten unter den Gutthaten des hoͤchſtguͤtigen Weſens lernt er nicht ſelbſt, gut zu ſeyn. Er kann nicht be greiſen, daß allein die Guͤte ihn ein wenig dem Weſen naͤber bringen kann, das noch nie aufgehoͤrt hat, gut zu ſeyn, und das nie ſich hat unbezeugt gelaſſen, das uns hat viel Gutes gethan*). 1I. Hypotheſe zu Erklaͤrung der gruͤnen Farbe der Blaͤtter und ihrer Bleichſucht im Fin⸗ ſtern. Ich trage kein Bedenken, den Gedanfen, die ich hier vorzutragen im Begriff ſtehe, den Namen einer Hypotheſe beizulegen. Sie wird zeigen, daß ich nicht verlange, man ſolle ſie hoͤher ſchaͤtzen, als ich ſie halte. Die Matur handelt nicht gar oft ſo, wie wir in unſern chemiſchen Werkſtaͤdten. Ihre Verfahren ſind weit einfacher und tiefer durchdacht. Findet ſich h aber doch zwiſchen ihren Formeln und den unſrigen einige Verwand⸗ ſchaften, oder 4 int es nur, daß einige da ſeyn ſannen 0 n] Ap. Geſch. 14. K. 17. V. d 1 iſober Feſa in richd del ¹ deEti bn, und hinn Jve Mr de Dfan de Ved begraf ſalt; bloues und en beſonde 12, D dern M durch ein ſäll werd lch der G felkber des Bte entſtande drChy Natur nung ſi derrag 9. Landſchein 1 Nvorbringan en, erleuchttar Vinter, inne h die Pfonn und des Vath ie uns Leden bt. Ex iſt, bediem, ihn u helfen, de rees noch einne lein Guͤrige, . Der Ma e genießt. N gutigen Di i nicht bexri m Weſen uin hat, gut uſe 0 ſſen, dasn ₰7 grunen di ht im d edanken, dii n Nameg! en, daß ichl ich ſie het⸗ ſo, vie nii Verſae det ſchorde dinige Vru da fen uf Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 125 ſo glaube ich, man muͤße ſie feſtzuhalten ſuchen, dabei aber gegen ihre Aehnlichkeiten ſehr mißtrauiſch ſeyn, wofern nicht die Matur ſich ſo deutlich erklaͤrt, daß ſie uns uͤber die Erklaͤrung, welche wir von ihrer Verfahrungsart ge⸗ ben, und uͤber das daruͤber von uns zu faͤllende Urtheil keinen Zweiſel uͤbrig laͤßt. Mir hats geſchienen, es laſſe ſich die Art, wie ſich die Pflanzen gruͤn faͤrben aus den Grundſaͤtzen, auf denen die Theorie des Berlinerblaues beruht, erklaͤren. Um es begreiflich zu machen, wie ſich dies meinem Geiſte dar⸗ ſtellt; ſo werde ich zuvoͤrderſt die Zerlegung des Berliner⸗ blaues vortragen, dann ſie im Pflanzenreiche aufſuchen, und endlich mich bemuͤhen, aus dieſen Grundſaͤtzen die beſondern Faͤlle herzuleiten. 12. Abgekuͤrzte Zerlegung des Berlinerblaues. Das Berlinerblau beſteht in Eiſen oder einem an⸗ dern Metalle, das in einer Saͤure aufgeloͤßt und daraus durch ein mit Brennbaren geſchwaͤngertes Laugenſalz ge⸗ faͤllt werden, wobei ſich waͤhrend der Operation ſehr deut⸗ lich der Geruch von Schwefelleber ſpuͤren laͤßt. Nach Herrn Macquers ſchoͤnen Verſuchen ſtekt das faͤrbende Weſen in der kaliſchen und phlogiſtiſirten Lauge. Man koͤnnte dieſes Blau als eine Art von Schwe⸗ felleber anſehen, die aus der Verbindung der Saͤure und des Brennbaren mit einer martialiſchen Erde verbunden, entſtanden; wenigſtens iſt dies die Meinung der Verfaſſer der Chymie de Dijon. Und da die Schweſellebern in der Natur nichts ſeltenes ſind, ſo glaubte ich, dieſe Mei⸗ nung ſei nicht zu verwerfen, ſondern verdiene wohl eine Betrachtung. Wenn 126 Vierte Abhandlung. Wenn das den Niederſchlag bewirkende Laugenſalz nicht phlogiſtiſirt iſt; ſo iſt das gefaͤllte Eiſen bald mehr, bald weniger gelb, ja es laͤßt ſich alsdann ſogar in den Saͤuren aufloͤſen. Iſt aber das Laugenſalz, das man zum Faͤllen des Eiſens nimt, phlogiſtiſirt; ſo wird der Niederſchlag um deſto ſtaͤrker blau ſeyn, je mehr das Laugenſalz mit Brenn⸗ barem angeſchwaͤngert ſeyn wird, ja, es wird geſcheheu, daß er gruͤn wird, wenn das Laugenſalz mit Brennbaren nicht wohl geſaͤttigt worden, oder wenn die gelbe Materie oder der Eiſenkalk im Uebermaaße vorhanden ſind, ſo wird der Niederſchlag auch eine gruͤne Farbe annehmen. In dem gruͤnen Riederſchlage loͤßt die Saͤure den gelben Theil auf, und der Niederſchlag wird blau, weil der Niederſchlag dieſe Farbe blos durch die Miſchung der gelben Materie mit der blauen erhielt. Wenn auch ſchon die Erſtere durch die Saͤure aufgeloͤſt worden, ſo koͤmmt die andre, welche von den Saͤuren nicht angegriffen wird, mit der blauen Farbe, welche ihr eigen iſt, zum Vorſchein. Alle Pflanzenſaͤuren, ſelbſt die Saͤure der fixen Luſt, und das gemeine Waſſer koͤnnen das Eiſen aufloͤſen, und dieſe durch ein phlogiſtiſirtes Laugenſalz gefaͤllte Aufloͤ⸗ ſung gibt in allen Faͤllen Berlinerblau, wie Hr. de Sour⸗ croi bemerkt hat. Das ſeines blaufaͤrbenden Theils beraubte Eiſen iſt ein Kalk, und das Blau iſt nichts anders als ein mit einer Erde verbundenes Brennbares; denn die nicht phlogiſti⸗ ſirten Laugenſalze faͤrben das Berlinerblau gelb, weil ſie ihm das Brennbare rauben, das es blau faͤrbte. Das Laugenſalz, das man daruͤber ſchuͤttet, wird alsdann phlo⸗ giſtiſirt. Kurz, die Zerlegung des Berlinerblaues iſt mit der vegetabiliſchen Zerlegung einerlei, wie auch Macquers chemiſches 8 ünich fung ve ds Whü czaut wesch techher n Pfer deglech unddiel actunge dartn S 11! „ d Void zen, we grun, un ſch nicht Wingigt lict ſge nhwler zagun i dng hen, ü 4 Natur Fätberi dn zuſe do gſh der Gen Jalgene den Thel blibe 1 1 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 127 irkende le 1 Eiſe w chemiſches Woͤrterbuch lehrt. Was aber Bemer⸗ ann ſen kung verdient, iſt der Umſtand, daß der faͤrbende Theil ſi ud des Berlinerblaues eben ſo wohl ein fluͤchtiges Laugenſalz erzeugt, als die gruͤne Materie der Pflanzen, und daß n zum Fäln die Kohle dieſes Blaues auch eben ſo wohl Eiſen gibt, als Nerit die Kohle von Pflanzen. Die luftartigen Produkte aus enſolz mie den Pflanzen und dem Berlinerblau ſind ebenfalls einan⸗ G s widd gecin der gleich, die fixe und die entzuͤndbare Luft gehen davon, Zmit Brentu und die leztere verpuft, nach Herrn Landrianis Beob⸗ die galbe Wun achtungen, nur in dephlogiſtiſirter Luft, gleich der entzuͤnd⸗ anden ſtd en baren Sumpfluft. annehmin ßt di Sumn 13. Unterſuchungen uͤber die gruͤne Farbe der wird b,n Pflanzen, als ein Berlinerblau betrachtet. deiſßan 1 Der Indig ndigofera tinct. Linn. L'Indigo) der 9 9„ Waid(Nſatis tinct. Linu. Le Paſtel), und alle Pflan⸗ unden, in zen, welche eine blaue Farbe geben, ſind urſpruͤnglich angegufme gruͤn, und das Blau, welches man aus ihnen erhaͤlt, laͤßt zun Veſtt ſich nicht anders aus ihnen herausziehen, als durch die rre der frene Weingaͤhrung. Dieſe macht das Brennbare, und viel⸗ in auflin, leicht ſogar mit ihm das fluͤchtige Laugenſalz, los. So⸗ ghſll 1i nach vollendet hier die Kunſt die Operation der Natur in d Hr. degr Erzeugung des Blaues, wozu in der gruͤnen Farbe ſo wie 3 in dem gruͤnen Niederſchlage, von dem ich zuvor geſpro⸗ chen, die erſte Anlage gemacht war. rubtein Aber wie vollendet die Kunſt dieſe Operation der als einn⸗ Natur: Wie verwandelt ſie das Pflanzengruͤn in ein zur eicht g Faͤrberei taugliches Blau? Wir ſehen, daß dies durch gelb, m den Zuſatz des Brennbaren und des fluͤchtigen Laugenſal⸗ u fätbt, d zes geſchieht; dieſe beide erzeugen Salmiakſalze, wie auch ed alsden der Geruch anzeigt. Da nun hierauf die Harztheile des Zellgewebes ſich zerſetzen,— um dieſe mit dem faͤrben⸗ 84 den Theile geſchwaͤngerten Gummitheile, welche die Ueber⸗ aus f in bletſi von ihnen ſind, herzugeben,— und ſich mit ein at Naam wenig chani 3— L—— 5. 1 ————— 128 Vierte Abhandlung. wenig Erde zu Boden ſetzen; ſo wird der gelbfaͤrbende Theil, der mit dem Blauen die gruͤne Farbe hervorbrach⸗ te, zerſtoͤrt, und von dem ſchleimigten Theile, der ihn zum Verbindungsmittel diente, getrennt. Dies iſt das, was die Schriftſtelter der zu Erhaltung des von der Pa⸗ riſer Akademie der Wiſſenſchaften verſorochenen Preiß⸗ belohnung uͤber den Indig geſchrieben haben, uns in dem gten Theile der von befagter Akademie herausgegebenen Memoices des Savans Etrangers lehren. Der Waid gibt eben die allgemeinen Reſultate. Der blaue Theil loͤſt ſich im Waſſer nicht auf, wird aber von den Saͤuren und Laugenſalzen entwickelt. Der gelbe Theil hingegen iſt im Waſſer auftoͤsbar, und haͤlt das ihm beigemiſchte Blau unter der gruͤnen Farbenmiſchung feſt. Durch die Deſtillation des Waids erhaͤlt man ebenfalls einen blauen und einen gelben Theil, ein fluͤchtiges Lau⸗ genſalz, ein Oel, ein feſtes Laugenſalz und eine Erde, die ſich zum Theil im Waſſer aufloſt, zum Theil nicht. Das Blau koͤmmt in den Gefaͤßen ſo bald zum Vorſchein, als die Salmiakſalze, welche die blauen und gelben Theiie verbinden, verdunſtet ſind, und ſich das fluͤchtige Laugen⸗ ſalz ſpuͤren laßt. Die blaugefaͤrbte Materie wird außer⸗ halb des Gefaͤßes gruͤn, wenn man ihr ein Laugenſalz zu⸗ ſetzt, weil Lezteres, indem es ſich verfluͤchtigt, ihr das Brennbare raubt. Der goldfarbige Theil bleibt zulezt im Waſſer aufgeloͤſt, und der blaue ſchlaͤgt ſich nieder. Dies ſind die Unterſuchungen, welche Herr Prof. Pla⸗ ner uͤber die blaue Farbe aus dem Waid angeſtellt hat, und die man in den zu Erfurt gedrukten Schriften der churmainziſchen Akademie der Wiſſenſchaften nachleſen kann. Die andern gruͤnen Blaͤtter, beſonders die Blaͤtter der kreuztragenden Pflanzen( planter cruciférer), geben, wenn man ſie wie den Indig oder Waid behandelt, in der aller⸗ 9 dleryist Bructd wern g in ſäher, geln de Uitrſch alr drin Jie, dß tngin ſch deſe adj glih vemehr verbinde trennlich zum Do 30 digse Vas fir auch in 9 Jexgmay lgenheit hn. Erfe Wediiiber er richt ug Farbe z lleren Werlinat taübt; d ariie Ge dentich b bad mehr, Veennhar d Indi Senehi g. d der g ete Farbe hen thetes n da d nt. Dies ſa Jdes von d rſorochene he haben,uns i te herausgegät n. meinen Reut it auf, uid ickelt. drg „und häͤlt daen rbenmiſchme aͤlt man edend in fluͤchtges Hund äne zum Theilen ld zum Vortn und gelbmd fluͤchtige d nerie widai ein Laugenſeh guchtigt, ir the I bleibt u chlh tt ſchni Herr Pr nid angeſtlt Khe en Schrſten chaſten utt nder ded den ruii 11' W din Gelad” d M Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc, 129 allergroͤßten Hitze einen gruͤnen Bodenſatz, der in allem Betracht dem Bodenſatze des Indigs, aͤhnlich ſeyn wuͤrde, wenn er blau waͤre; denn wie Herr X Sn zer d'Orval in ſeiner gekroͤnten Preißſchrift bemerkt, zeigt 1) der gruͤne Bodenſatz unterm Nagel eine K dupferfa be; 2) laͤßt er ſich in den Vitriol⸗ und Salpeferſ uren auftoͤſen; aber darin unterſcheidet er ſich vom Bodenſatze des In⸗ digs, daß er ſich beinahe ganz im Weingeiſte aufloͤßt und ihn gruͤn faͤrbt. Es ſcheint, daß in dem Falle, worin ſich dieſe Blaͤtter befinden, der gelbe und der gruͤne Theil auf gleiche Weiſe mit dem Harze verbunden ſind, oder daß vielmehr das Harz die gelben und blauen Thaile derg ſtalt verbindet, daß, ſo lange ſie vorhanden ſind, ſie unzer⸗ trennlich ſind, und daß ſolglich das Gruͤne darin immer zum Vorſchein koͤmmt. Zwiſchen der Zerlegung des Berlinerblaues und des Indigs aͤußern ſich ganz beſondere Uebereinſtimmungen. Was fuͤr aͤhnliche Zuͤge! Der Verſtand bleibt daher auch in Zweifel ſtehen. Doch wir wollen hieruͤber Herrn Bergmann hoͤren, der dieſen Gegenſtand mit der Ueber⸗ legenheit ſeines Genies und ſeiner Kenntniſſe behandelt hat. Er fand zwiſchen dem Berlinerblau und dem In⸗ dig dieſelben Aehnlichkeiten. Er bemerkte, daß die Vitriolſaͤure das Berlinerblau nicht angreift, den Indig aber aufloͤßt, doch ohne ſeine Farbe zu aͤndern; daß die Salpeterſaͤure dieſen beiden blauen Farben die Farbe nimt; daß die Eßigſaͤure das Berlinerblau, ſchwerer aber den Indig der Farbe be⸗ raubt; daß das Berlinerblau, ſowohl als der Indlg, eiſen⸗ artige Gemenge ſind, die mit dem Brennbaren verſchie⸗ dentlich verbunden ſind, und wobei dieſe Verbindung bald mehr, bald weniger innig iſt; daß die Adhaͤſion des Brennbaren am Eiſen beim Berlinerblau ſtark iſt; daß der Indig in ſeinen blauen oder gelben Theilchen Eiſen Senebier 2. Ch. J ent⸗ ee e— 3—— 7 —y u——————— Nqq 130 Vierte Abhandlung. enthaͤlt, und endlich, daß der Indig von der Seeſalzſaͤu⸗ re eine gelbe Farbe annimt. Man begreift leicht, daß dieſe intereſſanten Verſu⸗ che mich von meiner Meinung nicht abgebracht, ſondern im Gegentheil ihre Wahrſcheinlichkeit mir bewieſen haben; ich glaubte daher auch, ich muͤßte dieſe Verſuche bekannt machen, um meinem Traume dadurch eine groͤßere Wirk⸗ lichkeit zu geben. Nun bleibt mir nichts weiter uͤbrig, als noch zu zeigen, daß die Pflanzen alle Ingredienzen in ſich enthalten, welche nothwendig ſind, um mit Huͤlſe des dichts die gruͤne Jarbe, mit der ſie bemalt ſind, her⸗ vorzubringen. 1) Herr Marggraf hat erwieſen, daß die blaue Farbe des Waids ſich in ſeinen zarteſten Blaͤttern findet. ◻ 2) Die Zerlegung des gefäͤrbten Theils der Blaͤtter iſt mit jener des Berlinerblaues einerlei. 3) Man entdeckt in den Pflanzen Eiſen; dieſes laͤßt ſich durch die Saͤure der firen Luſt, die zugleich mit der Feuchtigkeit, welche die Blaͤtter einſaugen, die Blaͤt⸗ ter durchdringt, leicht aufloͤſen. Dieſes Eiſen erhaͤlt man als einen Kalk, man kann es aber wieder herſtellen, wenn man es phlogiſtiſirt. Es war vielleicht durch die Aufloͤ⸗ ſung kalcinirt worden, ehe es die Wirkung des Feuers ausgeſtanden hatte. 4) Das feuerbeſtaͤndige und das fluͤchtige Laugen⸗ ſalz ſind in dem faͤrbenden Theile der Blaͤtter vorhanden, und zwar in ziemlicher Menge. 5) In den keimenden Saamen, ſo wie auch in den bleichſuͤchtigen Pflanzen, trift man den gelben Theil des Berlinerblaues ohne den blaufaͤrbenden an. Das Eiſen, das entweder durch die Saͤure der firen Luft, oder das Fließwaſſer(lymphe). aufgeloͤſt worden, ſindet ſich dar⸗ in als ein Kalk und nicht als ein durchs phlogiſtiſinte Lau⸗ genſalz 6 gmjih diner de ſclhg m. 9l flebr, u hinden o rblaue J und Brenr ddr daß de, chd beide Fi wei doch Zäiterſ diſer 3 Frellich! das man luſt geſa vwitd, abe Bennbars erchen d nin gfätb d bnr d den an güt s ul iſ olauni Lim La la ſaftin 3 noch. dt geme L 5 nntir Lin Intermeng luun A . D. i en der Eſi teereſſonten d gebracht, e dir bewieen g eVerſucelen eine gaßende ichts welte h alee Ingran nd, um niye bemattſd, ſen, daß dele n Baͤtten fit Theils dr i. tzen Eiſen ſi t, die zuglün nſaugen, de 5Eiſen ahale der herſtelen n t durch dieni arkung dece M ' 1 s fluͤchtigeue ¹ Blätter baen do wie uitit dhel . N ſ ren Luft, n 114 i u den, fde ſche „Tr l ohlogiſhſee, ſ6 phſhhe 3 J0 Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 131 genſalz bewirkter Niederſchlag. Man trift es nur als einen durchs gereinigte Laugenſalz erzeugten Nieder⸗ ſchlag an. 6) Das Licht, und das Brennbare aus der Schwe⸗ felleber, und aus der phlogiſtiſirten zuft theilen den vege⸗ tirenden Pflanzen das Gruͤn mit. Geſchieht dies, indem der blaue Niederſchlag bewirkt wird, entweder ſo, daß licht und Brennbares ſich mit dem Laugenſalze nicht verbinden, oder daß das Brennbare ſich mit dem Laugenſalze verbin⸗ det, eh der Niederſchlag erſolgt? Ich ſehe wohl ein, daß beide Fälle ſtatt finden koͤnnen, beſonders aber der zweite, weil doch zu Bewirkung dieſer Veraͤnderung eine gewiſſe Zeit erfordert wird, und man folglich die Nothwendigkeit dieſer Zeit einſieht, wenn eine Verbindung ſtatt findet. Freilich iſt wahr, daß ein Blatt von einem Roſenſtocke, das man in eine mit dem Brennbaren aus der Salpeter⸗ luft geſaͤttigte Luft, bringt, darin in ſehr kurzer Zeit blau wird, aber dies kann nur deswegen ſtatt finden, weil das Brennbare in großer Menge ins Blatt durch deſſen Loͤ⸗ cherchen dringt, und ſich mit dem, welches das Blatt gruͤn gefaͤrbt hat, vereinigt. 7) Die Farbe der Blaͤtter iſt gruͤn, weil das Brenn⸗ bare, das ſich mit dem gelben Theile der Blaͤtter verbun⸗ den hat, darin eben nicht reichlich vorhanden iſt. Indeß gibt es doch Blaͤtter, die ziemlich blau ſind. Der Waid iſt blaugruͤn, ſo auch die Glockenblume(Aauilegia vulg. Linn. L'Aquilegia), die Blaͤtter vom Senegal(Mimo- ſa ſenfitiua Linn. LVerake oder Comwier du Senegal), ſind nach Herrn Adanſons Wahrnehmung blaͤulichgruͤn. Der gemeine Weißkohl(Bra ſlica capitata alba Linn. Le choux commun), und der Blumenkohl(Hraſſica bo- tritis Linn. Le Choux- fleur), haben oft eine mit blau untermengte Farbe. Es gibt einen Nachtſchatten mit blauen Blaͤttern(Solanum, Morellé à feuilles bleues 9. J 2 Die 13² Vierte Abhandlung. Die Wachsblume(Cerinthe Liun. Le Melinet), eine Alpenpflanze, hat ein blaͤulichgruͤnes, weißgetuͤpfeltes Blatt. Am Zuckerahornbaume(Acer ſaccharinum Linn. LEra- ble à ſucre), ſind die Blaͤtter auf der obern Seite ziem⸗ lich blaßgruͤn, aber auf der untern, welche mit der Luft⸗ feuchtigkeit zugleich die fixe Luft einſaugt, blaͤulich. Der Saft aus der Wolfsmilch(Tithymale) wird an der Luft blau. Sollte er wohl das Brennbare aus ihr anziehen? Verſchiedene Pflanzenblaͤtter faͤrben blau, wie uns Linne lehrt. Dergleichen ſind die Glockenblume(Cam⸗ panula rotundifolia Linn. La Campanule), und die Bein⸗ wurz) Symphotum offic. Linn. La Conſoude), mit dem Alaun; die Geißraute(Galega Linn. Le Galega), die Spitzen der Staubfaͤden in den Bluͤten des Klees(Tri- folium. Le Trefie), die Corolle der Kornblumen(Cen- taurea montana Linn. Le Cyanus), die Sonnenwende Croton tindlor. Linn. Le Croton lacmus), und die Eſche (Fraxinus elatior Linn. Le Fréne.) 8) Die Saͤuren, in die man die Blaͤtter taucht, entziehen ihnen ihr Brennbares und ihre gruͤne Farbe, die bald in eine Eiſenſafranfarbe verwandelt wird, die an⸗ fangs ins Gelbe uͤbergeht; die bleichſuͤchtigen Blaͤtter hingegen, die dieſes Brennbare nicht haben, werden nur ein wenig weiß, wenn die Saͤuren auf ſie wirken. Der Indig bekoömmt in der Vitriolſaͤure eine gruͤne Farbe, weil dieſe Saͤure ihm ſein Brennbares raubt. Die Magneſia, dieſer Magnet des Brennbaren thut auf ihn und auf den Teig des Waids die naͤmliche Wirkung. 9) Ich muß hier geſtehen, daß das Laugenſalz eini⸗ ge bleichſuͤchtige Pflanzen gruͤn faͤrbt, und auch einigen gruͤngefaͤrbten Fluͤßigkeiten ihre gruͤne Farbe, die ſie an der Sonne verloren haben, wieder herſtellt, weil es ohne Zweiſel die Grenze der Verbindung des Brennbaren mit dieſen 6 din) rheg ſicign 0) durd gln he dn) nen man Reſadi ſenſor ter ihee zwingt, ſolgez de man Eie ver ſucht un luſte der ſch aled des Bren diegeret inden P ſarten T dee rſe de Gir Gelbe ih ceſſe wie wozu ein ſen wäͤte Auchn Pfenzen in dieſem tit eatzä . 6 Melhe ßgetühſete inum Lin li obern Ceie delche mit de ggt, blaͤui (Tithymau) as Brennorre tben blon,nen ſockenblume olle) und dede nſoude), mü- Le Gaeea), en des Klees( Kornblumen( die Sonneme us), und de die Blaͤttr ie re grune gnt velt wird, Re hſuͤchtigen T haben, vet⸗ ſie wirn. e gruͤnegat t. Die Nun uf ihn un uff 4 das launde t, und ach i eFarbe,dſ rſtell, veile 1 es Vumn⸗ M ——— 3— S ————— ——n- — Vom Einfluße des Sonnenlichts ꝛc. 133 dieſen Pflanzen und dieſen Fluͤßigkeiten iſt; aber das phlsgiſtiſirte Laugenſalz macht die gelbe Farbe der bleich⸗ ſuͤchtigen Pflanzen blos dunkler. 10) Wenn man die bleichſuͤchtigen Pflanzen da⸗ durch gruͤn gefaͤrbt hat, daß man ſie ſich mit dem Lichte oder den phlogiſtiſixenden Prozeſſen verbinden laͤßt, und wenn man ihm die Eiſenaufloͤſung, welche mit zu den Beſtandtheilen der Blaͤtter zu gehoͤren ſcheint, noch zu⸗ ſetzt: ſo wird man gewahr werden, daß die gruͤnen Blaͤt⸗ ter ihre gelbe Farbe wieder annehmen, wenn man ſie zwingt, ſich von ihrem Brennbaren und ihrem Laugen⸗ ſalze zu trennen. Wenigſtens iſt dies die Erſcheinung, die man an Blaͤttern bemerkt, die gaͤhren und faulen. Sie verfallen aus dem Stande der Kindheit in die Bleich⸗ ſucht und der ſich verbreitende Geruch laͤßt an dem Ver⸗ luſte des Laugenſalzes eben ſo wenig zweifeln, als wie die ſich alsdann entwickelnde entzuͤndbare Luſt am Verluſte des Brennbaren. Hieraus folgt ſonach, daß wir beinahe die Zerſetzung und Zuſammenſetzung des Berlinerblaues in den Pflanzen finden, wenigſtens haben wir Grund zu der karken Vermuthung, daß dieſe Zuſammenſetzung und dieſe Zerſetzung geſchehen konnten. Alles dies beweißt der Indig; denn die Indigkuͤ⸗ pen gehen, wenn ſie gaͤhren, ins Gruͤne uͤber, weil das Brennbare durch die Gaͤhrung verloren geht, nimt aber die Gaͤhrung zu, ſo gehen alsdann die Indigkuͤpen ins Gelbe uͤber, ſie laſſen ſich aber durch phlogiſtiſirende Pro⸗ ceſſe wieder herſtellen und ihre blaue Farbe wiedergeben, wozu ein phlogiſtiſirtes Laugenfalz unſtreitig am tauglich⸗ ſten waͤre. Auch muß ich noch ſagen, daß verſaulte und bleichſuͤchtige Pflanzen die geringe Quantitaͤt von Brennbaren, die ſie in dieſem Zuſtande enthalten, durch die geringe Quanti⸗ taͤt entzuͤndbarer Materien, die ſie alsdann enthalten, ver⸗ J 3 rathen; 4 819 I 134 Vierte Abhandlung. rathen; wenigſtens brennen ſie ſehr ſchlecht, und wenn die Faͤulnis ziemlich weit gegangen iſt, ganz und gar nicht. Endlich ſcheint es auch, es laſſe ſich die Bemerkung machen, daß da die Laugenſalze die Harze aufloͤſen, es moͤglich iſt, daß das in den Pflanzen enthaltene Laugen⸗ ſalz, ſich, indem es einen Theil von den Harzen der Pflanzen aufloͤßt, phlogiſtiſirt, und daß dieſes Mittel der Phlogiſtication zu jenen hinzu koͤmmt, welche die Son⸗ ne und das durch die Vegetation zerſetzte Brennbare der fixen Luft verſchaffen; dies iſt wohl gewis, daß durch dieſes Mittel ſich das Laugenſalz, das die Sallatherzchen gruͤn faͤrbt, phlogiſtiſirt, und man kann nicht in Abrede ſeyn, daß das Zellgewebe eine ziemlich große Menge Harz darbietet. Folgendes ſind einige Erſcheinungen, die wegen ih⸗ rer Verwandſchaft mit Allem, was ich uͤber dieſen Gegen⸗ ſtand geſagt, unterſucht zu werden verdienen. Ein Tropfen von einer Guajacholztinktur auf friſchge⸗ machten verſuͤßten Salpetergeiſt getroͤpfelt wird erſt blau, dann gruͤn und endlich gelb. Der Niederſchlag hat eine gruͤne ins Blaue fallende Farbe. Die blaue Farbe des Gemenges nimt, mit der Zahl der Tropfen von der Gua⸗ jactinktur, zu. Das bloße Guajacharz, in den Dampf vom Salpetergeiſte gebracht, kriegt eine blaue Farbe. Man findet dieſe Verſuche im 2ten Hefte von Crell's chemiſchen Journale. Aus dieſen Verſuchen erhellet deutlich, daß das Brennbare der Salpeterſaͤure die Urſache der im Guajac⸗ harze und in deſſen Tinktur hervorgebrachten blauen Far⸗ be iſt, denn der Theil des Salpetergeiſts, welcher ver⸗ dampft, iſt ſein phlogiſtiſirter. Dies iſt um ſo mehr wahr da die Salpeterſaͤure weit entfernt, einem Koͤrper eine Farbe zu geben, ſie vielmehr denen ſogleich raubt, an welche ſie gebracht wird, und auf welche ſie durch ihre Saͤure dm ſt lit, ude wänſch Neſtocke nu das G Sälpeter ſenes, w Anahr hen habe cenicht richt. Au Ia Soudẽ nen gruͤne (ader in grheigt hat Das! dn) we füchien der b kaw) linm i blau, vwie mie hemer dos durch deſ Eiſc raſch(3 hſau, ven wan auch (Gnaſfa 9. ſchecht m h ganz und ei⸗ ſich di Ben Harze auftn enthalkene an on den hu ſaß dieſes M t, welche de etzte Bremte gewis, daß d s die Sällahent ann nich in h h große Magj ngen, die wenn hͤber deſenoe erdienen. *ʃ ” ziinktur auf fü vofelt widdeil diederſchlag e ie blaue Fa opfen von del atz, in dndo teine blaut ſ Heſte vi b deutlich, di ſache der in 9 brachten hoe geiſts, uhe Hies iſt un ffertt ämm demen ſälit 3 d duch wecche ſe 1 — ——— Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 135 Saͤure wirkt. Aber noch beſſer laͤßt ſich dies an einem Biatte von einem Roſenſtrauche erweiſen. Dieſes wird in gemeine Luft, die mit Salpeterſaͤure, oder vielmehr mit den Brennbaren aus dieſer Saͤure geſaͤttigt iſt, blau; denn es iſt bekannt, daß die Saͤure ſich in dem Augen⸗ blick, da die Miſchung vor ſich geht, niederſchlaͤgt. In⸗ des ſaͤßt ſich doch auch nicht laͤugnen, daß das Blatt vom Roſenſtocke in phlogiſtiſirter Luft gelb wird. Sonach muß das Brennbare, welches die gemeine Luft aus der Salpeterſaͤure erhaͤlt, andre Eigenſchaften haben, als jenes, welches durch die Verbrennung in die Luft tritt. An mehrern andern Blaͤttern von Baͤumen und Straͤu⸗ chen habe ich die Erſcheinung des Blattes vom Roſenſto⸗ cke nicht wahrgenommen, und ich weiß gar nicht, warum nicht. Aus dem gemeinen Salzkraute(Salſola Kali Linn. La Soude) zieht man ein Blau heraus, wenn man ſei⸗ nen gruͤnen Theil mit Brennbarem vermiſcht, wie Herr Cadet in den Mem. de lAc. de Paris fuͤrs Jahr 1769 gezeigt hat. Das Lakmus,(Croton tinfior. Linm. Le Tour- nefol.) welcher gruͤn iſt, wird durch die Wirkung des fluͤchtigen Laugenſalzes aus dem Harn blau. Die rothe Farbe des Rektigs(Raphanus ſativ. Linu. La Rave), wird durch eine Verbindung des Eiſens mit einem Salmiak erzeugt. Schabt man ihn, ſo wird er blau, wie Herr Demeſte in ſeinen Leitres ſur la Chy- mie bemerkt. Sollte dies nicht ein Berlinerblau ſeyn, das durch Zerſetzung des Salmiaks entſtanden. Eben dieſe Erſcheinung ereignet ſich auch beim gemeinen Bor⸗ retſch(Borago offic. Linn. La Bourache). Dieſer wird blau, wenn man ihn zerſchneidet. Eben dies benierkt man auch aus gleichen Urſachen, am rothen Kopfkohl (Brabica caꝑitata rubra Linn. Le clroux-rouge). Und J 4 viel⸗ ——— 136 Vierte Abhandlung. vielleicht wird der Saft aus dem Kuhpilz(Boletus bo- vinus Linn.) aus gleicher Urſache blau, wenn man die⸗ ſen Pilz zerſchneidet.— Cronſtedt(Abhandl. d. ſchw. Ak. d. W. 13ter Th.) zieht aus den Stengeln des Kuͤhweizens(Melampron arvenſe Linn. L.æ Bled- noir), die er den erſten Grad der Fäulnis ausſtehen oder in Waſſer kochen laͤßt, eine blaue Farbe heraus. Dieſes herausgezogene Blau wird weder von der Vitriolſaͤure noch von dem Laugenſalze ver⸗ aͤndert. Hier iſt klar, daß ſich das Brennbare ſcheidet, wenn die Grundtheile ſich trennen, und ſich an die gelbe Marterie des Gewaͤchſes haͤngt und ſie blau faͤrbt. Sind die Blaͤtter des Kuͤhweizens ſchon gelb geworden, ſo laͤßt ſich keine blaue Farbe weiter herausziehen, vielleicht, weil ſich alsdann ſchon gar zu viel Brennbares zerſtreuet hat. Der Noſtok gibt ziemlich viel derbes fluͤchtiges Salz. Läaßt man ihn faulen, ſo gibt er nach Verlauf von 10 Tagen eine rothe Fluͤßigkeit, die 0 Tage drauf eine blaue Farbe erhaͤlt: man muß aber wohl bemerken, daß die erſte Feuchtigkeit ſauer und die zweite kaliſch iſt. Dieſe Beobachtung und Zerlegung hat mir Hr. Geoffroi (Mem. de LAc. des Sc. 1708.) an die Hand gegeben. Er erzaͤhlt auch ferner in der Hiſt. de l'Ac. des Sc. 1728. daß er einen Pfahl von verrottetem und wurmſtichigem Eichenholz geſehen, der eine gruͤne Farbe hatte. So thut er auch eines halbverrotteten weißen Holzes Erwah⸗ nung, das auf der einen Seite eine gruͤnliche Farbe an⸗ genommen hatte. Herr du Hamel ſagt von verfaulten Aſpen(DPopulus tremula Linn, Le Tremble), daß ſie innerlich grun geworden waͤren. Endlich hat auch Herr Morand ein wahres ge⸗ wachſenes vegetabiliſches Berlinerblau entdekt, und in der Hiſt. de l'Acad. des Sc. 1769 beſchrieben. Beim Auf⸗ d Pſanie fnda d thrun d ihe ſa tendrene 9 ſin vahes W naem S lla gad de Reit nete de zuvͤr en gänſtig den Wii de Sen grin;( di Serſe ſowohl al und yylog Kan Berinerde ſin gale Ute Ing der Aee, ande Re üit ien nen Geſc im gſche lr vachſenen es als ein Sage 1 lineralau vilz(Jun, au, wenm an lE,d. W. ni zens(Mann Ler den trin et kochen ißt, gezogene Blar dem daugenſt Brennbar ſte ind ſich an die eblau ſärbt. b geworden ſ ehen, viellich ares zerſtteute A derbes füt bt er nach V die 10 Tage aber wohl bemi ſe zweile kllc mir Hr. Giif die Hand gg. PAc. des S und wurmültt Fatbe hatte hen Holzesbn gruͤnliche frde agt von vine Tremble), dh and ein vahe au enddtt, e beſchicn 1 —— —— ee Enn Vom Einfluſſe des Sonnenlichts c. 137 Aufgraben der Erde zu Erbauung der Bruͤcke zu Meuilly, fand er Wurzeln und Zweige vom rothen Weiderich(Lr. thruni ſalicaria Linu. La Salicaire), und mitten unter ihrer Rinde einige Kruͤmelchen einer ſchoͤnen blauen Farbe, von der ſeine angeſtellten Verſuche ihm bewieſen, daß ſie ein wahres Berlinerblau war. Ich habe ein aͤhnliches vegetabiliſches Berlinerblau in einem Stuͤcke Holz angetroffen, das die Feuchtigkeit blau gefaͤrbt hatte. Ohne Zweifel hatte die Gaͤhrung die Zerſtreuung des Brennbaren, das ſich an das Zellge⸗ webe oder den Harztheil gelegt hatte,— ſo wie bei den zuvor angefuhrten Verſuchen, an das Guajacharz,— be⸗ guͤnſtigt. Dieſes blaue Holz faͤrbt das Waſſer gar nicht, den Weingeiſt aber grün, dieſe Farbe verliert er aber an der Sonne. Die Vitriolſäure faͤrbt dieſes blaue Holz gruͤn; Solpeterſaͤure aber gelb, wird aber ſelbſt gruͤn; die Seeſalzſ ure erhoͤht die Farbe; das feuerbeſtändige ſowohl als das fluͤchtige Laugenſalz faͤrben dieſes Holz gelb und phlogiſtiſiren ſich. Kann man zweifeln, daß dieſes Holz ein wahres Berlinerblau enthalte. Und wenn die Natur es in die⸗ ſem Falle fabewirt; wird ſie es nicht auch aus den naͤm⸗ lichen Ingredienzien in den Blaͤttern und im Zellgewebe der Rinde erzeugen, indem ſie vielleicht durch irgend ein ander Mittel die Menge am Brennbaren, welche das Licht ihr nicht geben kann, zuſetzt, ſo wie dies in den gruͤ⸗ nen Gefaͤßen keimender Samen und bleichſuͤchtiger Pflan⸗ zen geſchieht Cronſtaͤdt iſt der erſte Mineralog, der von ge⸗ wachſenem Berlinerblau ſpricht. Hr. Woulfe entdekte es als ein ſehr zartes Pulver in Schottland, und Herr Sage im Torf in der H icardie. Das ſchottiſche Ber⸗ linerblau iſt ziemlich dunkel von Farbe. J 5 Die 138 Vierte Abhandlung. Die mineraliſchen Saͤuren nehmen nach Hrn. Sa⸗ ge's Bemerkung dem gewachſenen Berlinerblau geſchwind ſeine Farbe, und am Boden des Gefaͤßes ſindet ſich eine braͤunliche Eiſenerde. Der faͤrhende Grundſioff iſt mit dem gewachſenen Berlinerblau nicht ſo feſt verbunden, als mit dem durch Kunſt bereiteten, weil die Saͤuren die Farbe der leztern erhoͤhen, ſtatt ſie zu veraͤndern: aber die Wirkung der Saͤuren auf die gruͤnen Gewaͤchſe, iſt beinahe mit jener, die ſie auf das gewachſene Berliner⸗ blau aͤußern, einerlei, wie ich bereits angemerkt habe. Weiter fuͤge ich hier nichts hinzu, ich erinnere nur wieder, daß ich eine Hypotheſe gegeben habe, die ich die Chemiker erſuche zu pruͤfen. Sie werden dabei die Fort⸗ ſchritte der Geſchichte der Vegetation und einer geſunden Philoſophie befoͤdern. Fuͤnfte Ilach E d 1 ſtin! oweg ich ente priften ben— ſich von bindung Vern Eieſtm dädd der nin dii nn ſed und de zen leg dshü dn ger Eie ſch liſung; dem m vermind lung e te deiß mnen noch hne inerblang aßes ſind dt ſc Grundſif, tſo ſeſt deln weil die Sinnn zu veräͤnderne uͤnen Gevich ſewachſene an angemerttſe zu, ich erinneen en habe, dieit rden dabei de⸗ und einer giuh Ghi Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 139 AAAA — 2 ——— Fuͤnfte Abhandlung. Betrachtungen uͤber einige Bewegungen der Blaͤtter und der Blumenblaͤtter. —— Allgemeine Betrachtungen. he ich mich an Unterſuchung des Einſluſſes des Son⸗ nenlichts auf die todten Theile der Pflanzen machte; ſchien mirs von Wichtigkeit zu ſeyn, auf einige eigene Bewegungen der Pflanzen einen Blick zu werfen; damit ich entweder darin Beſtaͤtigung der von mir bereits ge⸗ pruͤften Ideen— wenn die Thatſachen eine an Hand gaͤ⸗ ben— faͤnde, oder damit ich darthaͤte, daß dieſe Ideen ſich von ihnen entfernen, oder mit ihnen in keiner Ver⸗ bindung ſtehen. Verneinende Wahrheiten ſind ſo nuͤtzlich, als bejahende. Sie ſchmeicheln vielleicht dem Beobachter, der zum Ge⸗ baͤude der Wiſſenſchaften einen eigenhaͤndigen zugehaue⸗ nen Stein hinzu zu thun wuͤnſcht, weniger auch intereßi⸗ ren ſie die, denen der Fortgang des menſchlichen Geiſtes und die Vermehrung der Anzahl unſrer Begriffe am Her⸗ zen liegt, minder: aber ſie machen der Offenherzigkeit des Philoſophen Ehre, der nach ſeinen langwierigen Arbeiten den geringen Erſolg ſeiner Bemuͤhungen zu geſtehen, wagt. Sie ſchraͤnken die Anzahl der zu der Aufgabe, deſſen Auf⸗ loͤſung man ſich vornahm, gegebenen Dinge ein. In⸗ dem man die Anzahl der zu unternehmenden Verſuche vermindert, gewinnt man mehr Zeit zu nuͤtzlicher Anſtel⸗ lung ſolcher, die eine reichere und uͤberfluͤßigere Ausbeu⸗ te verſprechen: mit Einem Worte: man verſtopſt eine Auelle 1 —— 140 Fuͤnfte Abhandlung. Quelle von Irthuͤmern, und raͤumt ſonach eine Menge von Hinderniſſen aus dem Wege, die man bei Unterſu⸗ chung der Wahrheit antreffen koͤnnte. 2. Von den Bewegungen, die man an den Pflan⸗ zen bemerkt, davon bier die Rede ſeyn wird Unter den verſchiedenen Deeeunen die man an den Pflanzen wahrnimt, ſind zwei ſehr merkwuͤrdig, und haben vielleicht einige Verwandſchaft mit dem Verher⸗ geſagten. Die Erſte iſt die Beweg zung, we lche macht, daß die jungen Zweige und deren Blaͤtter mit der Erde, in der die Pflanze waͤchſt, aus der ſie herauswachſen, einen ge⸗ wiſſen Paralleliſmus beobachten; ſo daß wenn man die⸗ ſen ſtoͤrt, die Zweige und ihre Blaͤtter ſich durch eine ih⸗ nen eigenthuͤmliche Bewegung bald wieder in die vorige Lage richten. Die Zweite iſt die Bewegung, die man das Dre⸗ hen(nutation) nennt. Durch dieſe biegen ſich die Zweige nach der Sonne, um ihr die Scheibe ihre Blumen zuzukehren. Die Blaͤtter ſcheinen ihren Ste ahlen entge⸗ gen zu kommen, um ſich von ihnen anſchwaͤngen n zu laſ⸗ ſen. Solchergeſtalt ſcheint die Pflanze der Bewegung dieſes wohlthaͤtigen Himmelskoͤrpers, aus dem ſie ihr Le⸗ ben und Farben ſchoͤpft, zu folgen. Sehr leicht nimt man dieſe Erſcheinung an der Sonnenblume, am Getrai⸗ de ꝛc. wahr. Die dritte Erſcheinung iſt, daß einige Blumen ſich oͤfnen, aber nur den Tag uͤber, und zu verſchiedenen Stunden des Tages, hingegen bei einbrechender Nacht, oder die Nacht uͤber, ſich wieder ſchließen. Dieſe ſet,rid Vallict: ſin.) dhir fo, Wacange gſ mich demen da de dice, bt dir intereßie de Däc. de Baͤun dr ſe na Hen Vecherche Padlälſe wienüche tin en wonma, untereſ liten, beboche anwender bringn, ihre nti negmmen. g. ſonach einge man be hen an an denx. Nede ſen ungen, die mn N mer wüdi mit dem Pan ſche mocht,d der Erde, n wachſen, ein daß wenn mn Pſich durch eie dieder in diee die man dod ſe biegen ſc heibe ihr⸗Dim S ahle M n Strahſen i ſchwaͤngen z der Birtn zus dem ſei Sehr leictn lume, am Ci 444 Güenegd jnige Vünnst Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 141 Dieſe Thatſachen ſind auffallend; alles, was ich ge⸗ ſagt, wird ſie meinen Leſern wieder erinnerlich machen. Vielleicht erwartet man von mir eine Unterſuchung der⸗ ſelben. Ich werde auch von ihnen ſprechen, man wird aber finden, daß ich an den beiden erſten ebenberuͤhrten Bewegungen nichts Neues beobachtet habe, und ich be⸗ gnuͤge mich, einige Betrachtungen uͤber die Umſtaͤnde, die man davon bekannt gemacht hat, zu wagen. Was die dritte anlangt, ſo habe ich ſie naͤher verſolgt, und viel⸗ leicht duͤrſte die Geſchichte, die ich davon liefern werde, intereßiren. — 3. Ueber den Parallellſmus junger Zweige und Pflanzenblaͤtter mit dem Erdboden. Dodart entdekte 1699 und machte in den Mem. de l'Ac. des Sc. de Paris fuͤrs Jahr 1700 bekannt, daß die Baͤume ihre untern Aeſte in einer mit dem Erdboden, der ſie naͤhrt, gleichlaufenden Richtung hervortreiben. Herr Bonnet hat in der aten Abhandlung ſeiner Recherches ſur uſage des feuilles gezeigt, daß dieſer Paralleliſmus der Zweige und Blaͤtter allen Gewaͤchſen weſentlich eigen iſt; ſo daß an allen von ihm beobachte⸗ ten Pflanzen, den Miſtel(L'iſcum. Le Guy) ausge⸗ nommen, die obere Seite der Blaͤtter dem Himmel, die untere hingegen der Oberflaͤche des Bodens, in dem ſie ve⸗ getiren, zugekehrt iſt. Er hat ſogar wohl tauſendmal beobachtet, daß die aͤußerſten Bemuͤhungen, die man anwenden kann, dieſen Paralleliſmus in Unordnung zu bringen, vergebens ſind, und daß die Blaͤtter ſogleich ihre natuͤrliche Lage, die er ihnen geben kann, wieder an⸗ nehmen. Unter 142 Fuͤnfte Abhandlung. inter einer Menge von dieſem großen Naturforſcher uͤber dieſen Gegenſtand angeſtellter ſcharfſinniger Beob⸗ achtungen belehrt er uns, daß die Blötter der krautarti⸗ gen Pflanzen ſich geſchwinder wieder umdrehen, um ihren Paralleliſmus herzuſtellen, als die Blaͤtter von Baͤu— men und Straͤuchern, wenn man ihn in Unordnung gebracht hat. Desgleichen nahm er auch wahr, daß die Blaͤtter, die man aus ihrem Paralleliſmus gebracht hat, ſich bei Nachts ſowohl, als bei Tage, wieder umdrehen, um ihn wieder anzunehmen; ferner, daß ſie ſich bei warmen und heitern Wetter eher wieder umdrehen, als bei regnichtem und endlich, daß ſie dies niemals geſchwinder thun, als wenn ſie der brennenden Sonnenhitze ausgeſetzt ſind. Dieſe Thatſachen thun nicht dar, daß das Sonnen⸗ licht die einzige Urſache des Paralleliſmus der untern Sei⸗ te der Blaͤtter mit dem Erdboden ſei; aber ſie beweiſen doch wenigſtens, daß es darauf ſtarken Einfluß hat, weil es zu der Bewegung, welche es in ihnen hervor bringt, wenn man ihren Paralleliſmus geſtoͤrt hat, ſo viel beitraͤgt. Mehrere Gruͤnde ſcheinen mir noch faͤhig, dieſe Be⸗ merkung zu bekraͤftigen. 1) Scheinen Herrn Guet⸗ tard's Verſuche den ſtarken Einfluß des Sonnenlichts auf die vermehrte Ausduͤnſtung der Blaͤtter und ſonach auf die verminderte Menge der in den Pflanzen vorhan⸗ denen Fluͤßigkeit, und dann auf die Verſtaͤrkung der Ur⸗ ſache, durch welche die Fluͤßigkeit eingeſogen wird, zu beweiſen. Hieraus folgt alſo, daß da dieſe Fluͤßigkeit aus den Wurzeln in den Stengel, aus dem Stengel in die Zweige, und aus den Zweigen in den Blaͤtterſtiel ſteigt; ſie immer Kraft anwenden muß, die Hinderniß zu uͤberſteigen, welche ſie in ihren natuͤrlichen Kanaͤlen antrifft, Loh entift, dos Zwge dn Unac unnd moffg, mmictts trſättt de Nätn, zudaſthen dends— ſoinde ogewi gehen de herz ein, we gehemm hen, od wirkung darſten, licht weg ²) dn Paſe ſchen, de ſed, ach Drraläſr te dies i in ſchſe Gewatt der enzad ckenr, denicht dieduch derin kij dher di din zi ng. reßen Nahg ſchorſſininge 5 ſiminde ſotter der kun mdrehen, un Mlätter do 8 ihn in Unane zr, daß deeBl brocht hat, ſt umdrehen, im ſch bei warmin! als bei remit hwinder thun, ausgeſezt ſad daß das Ern us der untene aber ſie bert rren Einzuß e in ihnen hn geſtort he ch ſdhig dil nen Hettn G des Sonneit Glatter und t Pflanzen veu erſtärkune del geſogen wid, a dieſ Flbhii z dem Seani den Aümi , de hr rürlchenKane aunſ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts:ꝛc. 143 antrifft, und die in Verdrehung des Blaͤtterſtiels, oder des Zweiges, oder in geſtoͤrtem Umlauf, oder endlich in dem Unterſchiede der Wirkung der Luſt und des Lichts, um die Blaͤtter, ihre Oberflaͤchen, ſolglich ihre Saͤfte zu modificiren, beſtehen kann. Indem nun alſo das Son⸗ nenlicht das Strebungsvermoͤgen der Blaͤtter verſtaͤrkt, ſo verſtaͤrkt es auch zugleich die Staͤrke des Umlaufs und die Mittel, die Gefaͤße wieder in ihren vorigen Zuſtand zu verſetzen; vielleicht wirkt es auch blos als ein reizerwe⸗ ckendes Mittel auf einen reizbaren Koͤrper, und erregt alſo in den Pflanzenfaſern ein Beſtreben, ihre natuͤrliche Lage wieder anzunehmen. Doch, dem ſei wie ihm wolle, ſo gehen die Blaͤtter, die, um ihren Paralleliſmus wie⸗ der herzuſtellen, ſich oft haben umdrehen muͤßen, bald ein, weil entweder der Umlauf in ihnen erſchwert und gehemmt worden, oder weil die Gefaͤße ſelbſt gelitten ha⸗ ben, oder weil die Theile, welche die unmittelbare Ein⸗ wirkung des Sonnenlichts lange Zeit uͤber nicht ausſtehen durften, dadurch zu ſehr gereizt worden, oder endlich viel⸗ leicht wegen aller dieſer Urſachen zuſammengenommen. 2) Man bemerkt, daß die Blaͤtter, welche unter dem Waſſer der Sonne ausgeſetzt, die meiſte uft aus⸗ ſtoßen, dergleichen die Blaͤtter kraͤuterartiger Pflanzen ſind, auch zugleich diejenigen ſind, die ihren verlornen Paralleliſmus am geſchwindeſten wiederherſtellen. Soll⸗ te dies nicht daher ruͤhren, weil ſie mehr Nahrungsſaͤfte in ſich ziehen, und weil ihre Geſaͤße durch eine groͤßere Gewalt gezwungen werden, ihre natuͤrliche Richtung wie⸗ der anzunehmen? Oder, da das Gewebe dieſer Pflanzen lockerer, folglich reizbarer iſt, ließe ſich dieſe Wirkung da nicht ihrer Reizbarkeit zuſchreiben? Eine Fluͤßigkeit, die durch Gefaͤße geht, ohne ſich darin zu verweilen, kann darin keine merkliche Wirkung hervorbringen. Wird aber dieſe Flaͤßigkeit darin zuruͤkgehalten, ſo kann ſie darin gaͤhren und ſehr reizbar werden, und dies wuͤrde 2* mit 144 Fuͤnfte Abhandlung. mit dem Fließwaſſer(lymphe) der Pflanzen, welches als⸗ dann viel ſixe Luft gibt, der Fall ſeyn. In dieſen beiden, ſich vielleicht vereinigenden, Faͤllen, muͤßen ſich die jun⸗ gen Blaͤtter geſchwinder umdrehen, als die andern, und dies thun ſie auch, weil ſie im Verhaͤltniß ihrer Flaͤchen mehr Materie, als die großen, verbinden, weil ſie einen biegſamern Blaͤtterſtiel und reizbarere Faſern haben, und durch einen groͤßern Ueberfluß von Saft gereizt werden muͤßen. Daß dieſe jungen Blaͤtter weit weniger Luft geben, als andre, rührt daher, weil ſie weniger Harzthei⸗ le, welche die Werkſtaͤtte der Luft ſind, verarbeiten, und weil ſich in ihnen alles dahin vereint, den aus holzigen Materien— die, wie ich in meiner erſten Abhandlung angemerkt, ſich alsdann beinahe gaͤnzlich extrahiren laſ⸗ ſen— zuſammengeſetzten Bau zu verſtaͤrken. 3) Die Blaͤtter drehen ſich in der Feuchtigkeit um, und nehmen darin ihre parallele Richtung, wenn ſie ge⸗ ſtoͤrt werden, wieder an: weil die Saͤfte der Pflanzen im⸗ mer in ihren Gefaͤßen umlaufen, weil die Pflanzen die Feuchtigkeit aus der ſie umgebenden Luft einſaugen, und weil ſie auf gleiche Art reizbar ſind. Aber das Umdrehen geſchieht alsdann minder geſchwind, weil die Wirkung der Sonne die Kraft aller dieſer Urſachen ſehr verſtaͤrkt. 4) Da endlich der Blaͤtterſtiel und die Stengel aus uͤbereinanderliegenden Buͤndeln von Faſern beſtehen, ſollte da die Feuchtigkeit der Luft und des Pflanzenſaftes nicht ſo auf die Faſern wirken, wie auf Darmſaiten? Sollte es nicht moͤglich ſeyn, daß eine durch Zuruͤckhaltung an⸗ gehaͤufte und auf die Faſern,— weil ſie ſtaͤrker an ſie gedruͤkt wird,— ſtaͤrker wirkende Feuchtigkeit alsdann die Blaͤtter zwingt, eine verlorne Richtung wieder anzuneh⸗ men? Dieſe Vermuthung koͤmmt mir ſehr ungezwungen vor, weil die Pflanzenfaſern immer ſeucht ſind: aber in dieſem Falle waͤre es indeſſen doch moͤglich, daß die durch eine Wo (ine wehr titewuel gellkewd 4 ll hert Mlätter an an dnBa Derter d Sonnev It Hyxein alf dem. ſter wend hiegen ſche deſe Blät du bigen, drauchk, nan ſe beſt in virſ dufe Ivegage Dacen ſondern d — dache nuchs ai in aier do „ A vil ich en werbinden Senebi Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 145 nzen,det..— de d eine mehr verduͤnnete Fluͤßigkeit vermehrte Feuchtigkeit nueef pn eine neue Urſache wuͤrde, die ſich zu den vorhergehenden Iußell ſich e—* 5 ls die C geſellte und dieſes Umdrehen hervorbraͤchte. Altniß ihee nden man* 2. nden, waf 4. Ueber die Bewegung des Drehens der — Haſern hadm 5 5 8 Pflanzen. weit weiin Herr Bonnet belehrt uns, daß das Drehen der ewerider her Blaͤtter an den kraͤuterartigen Pflanzen merklicher iſt, als werabeit an den Baͤumen; und dann, daß die Blaͤtter ſich nie gegen „ den aus di Oerter drehen, welche die unmittelbare Einwirkung der erſten Jönnd Sonne von ihnen abhalten. Ich habe im Winter bemerkt, daß die Blaͤtter von Hyacinthen und Narziſſen, die ich in Moos erzog und auf dem Kamine ſtehen hatte, ſich immer gegen das Fen⸗ — .., etet ſer wendeten, ſi daß die Sgiben ich geien daſſlbe z fedeghen biegen ſchienen; auch habe ich beſtändig beobachtet, daß ie d haue dieſe Blaͤtter immer ſtrebten ſich nach der Seite des Feuers eil die Pfen zu biegen, ungeachtet aller Aufmerkſamkeit, die man drelh hte, daß ſie ihre gebogenen Blaͤt⸗ wet ter unterſtuͤzten. uft einſaugen, A! die Der hen ſehr derfi Duͤrfte es nicht ſcheinen, daß die Waͤrme auf dieſe Bewegung Einfluß hat, und daß Leztere nicht durch das 8. O und die Steng geen befte Drehen der Stengel oder der Blaͤtter hervorgebracht wird, Ranzenſoften ſondern vielleicht blos,— wie auch de la Hire glaubt, emſciten!?— durch eine Verkuͤrzung der Stengel und der Blaͤtter, Zuruͤckahese welches eine natuͤrliche Folge einer Austroknung iſt, die ſee ſtte in einer von ihren Theilen ſchneller, als in andern erfolgt. htigkeit aean na wider e Zu dieſer mir gegruͤndet ſcheinenden Vermuthung Jſehr urgire will ich ein anderes Mittel hinzuſetzen, das ſich eher wird rucht ſid i verbinden koͤnnen, und wodurch ſich dieſe Bewegung — git dse Senebier 2. Th. K vielleicht —.————uu 146 Vierte Abhandlung. vielleicht leichter wird erklaͤren laſſen. Ich habe in der erſten Abhandlung erwieſen, daß die Wirkung der Son⸗ ne auf die gruͤnen Theile der Pſianzen viel Luft aus ihnen herauszieht; ich habe ferner gezeigt, daß die Theile der Pflanzen, aus denen auf ſolche Weiſe die Luft herausge⸗ zogen worden, weit ſchlaffer waren als die andern, auch weniger Feſtigkeit hatten, weil die ausgeleerten Blaͤschen des Zellgewebes ihnen durch ihre Spannung nicht mehr jene Straffheit gaben, welche ſie von Natur haben. Koͤnnte es alſo nicht geſchehen, daß dieſe Wirkung der Sonne auf dieſe Theile der Pflanzen, darin eine Auslee⸗ rung der Luft verurſacht, die in dem entgegengeſetzten Theile nicht ſtatt ſindet, daß gedachte Wirkung der Son⸗ ne die Feſtigkeit dieſes der Luft beraubten Theils vermin⸗ dert, und folglich verurſacht, daß er ſich beſtaͤndig nach der Seite hinneigt, wo ſie ihre Thaͤtigkeit aͤußert? Laͤßt man Pflanzen, welche in Geſchirren vegetiren, und ſich vor der Sonne neigen, wenn ſie ihrer Einwir⸗ kung blos geſtellt ſind, eine halbe Wendung machen, ſo daß der der Sonne entgegengeſtellte Jheil allen ihren Stralen ausgeſetzt wird; ſo bemerkt man, wie auch Hr. Muſtel wahrgenommen hat, daß eine ſolche Pflanze ſich wieder aufrichtet, um ſich von neuem zu neigen, und dies auf eine der Neigung, welche ſie Anfangs hatte, entge⸗ gengeſetzte Art, wenn die Sonne fortfaͤhrt, auf ſie zu wirken. Hier zeigt ſich deutlich eine Urſache der Bewegung der Pflanzen, der Sonne zu folgen. Man entdekt, war⸗ um die kraͤuterartigen Pſlanzen, welche die meiſte Luft ausſtoßen, auch zugleich diejenigen ſind, welche am mei⸗ ſten ſich nach der Sonne drehen. Desgleichen läͤßt ſich erklaͤren, warum die grasartigen Pflanzen, die ſo viel Luft geben, unter den kraͤuterartigen Pflanzen diejeni⸗ gen ſeyn, an denen dieſe Bewegung des Drehens vor⸗ C nehmlich T tihnich dee W föcſtm Nich uu!n ale we fndet we wal deJ und ende de ſung mit den nur olle den kann me, w Vachsſt diſe Be fann, n nohwend fuß deſe Könn (enale inna eeg ſen Sͤllege ſer Gevit n lsge Bwwegun ter den we die ſe es Trice g. Ich hbei Tukungdne dial Luſt as daß die The ſedie uſttaus s die anden, geleetten Alat annung nich n von Nanr dieſe Wireun „darin eine du m entgegengets Wirkung dae ten Theils wmi ſich beſtändgn keit aͤußet zeſchirren bagin n ſee ihrer En endung mache Theil alen nan, wie a ſolche Pfanzi uneigen, udd args hatte,” t, auf ſeezuaf che der Bem Man enddehe che die maſted d, weccem 1 esgleichn bh ganzen, d n Pfanzen des deücin Taoſe — Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 147 nehmlich wahrzunehmen iſt. Ich behaupte nicht, daß dieſe Vermuthung Wahrheit ſei, glaube aber, ſie ſei hoͤchſt wahrſcheinlich. Mich deucht, dieſe Wirkung der Sonne, die Lußt aus den Pflanzen zu ziehen, wirkt beſonders in dieſem Falle; weil dieſe Bewegung des Drehens nur dann ſtat findet wenn die Sonne unmittelbar auf die Pflanze wirkt, weil die Pflanze ſich in der Dunkelheit wieder aufrichter; und endlich, weil es nur die krauterartigen Pflanzen oder die jungen Schoͤßlinge der Baͤume und ihre Biaͤtter ſind, mit denen die Bewegung vorgeht, und weil dieſe zuft nur allein aus dem einen Zellgewebe herausgezogen wer⸗ den kann. Auch iſt noch zu bemerken, daß da die Waͤr⸗ me, welche man die Pflanzen entweder mitteiſt eines Wachsſtocks oder andern erhitzten Koͤrpers ausſtehen laͤßt, dieſe Bewegung des Drehens in ihnen nicht veranlaſſen kann, wie Hr. Muſtel wahrgenommen hat; daraus nothwendig folgt, daß die Sonne allein durch ihren Ein⸗ fluß dieſe Wirkung hervor bringt. Koͤnnte man nicht auch ſagen, daß die Gallerten (Tremelles), die, wie Hr. Corti gezeigt hat, dem Lichte immer entgegen gehen, dieſe Bewegung der Luft, welche ſie in ſo großem Uebermaße ausſtoßen, ſchuldig ſeyn? Sollte die Luft, welche in Menge aus den oͤcherchen die⸗ ſer Gewaͤchſe ausſtroͤmt, wenn ſie der Wirkung der Son⸗ ne blosgeſtellt ſind, nicht in ihnen eine immerwaͤhrende Bewegung erregen, welche ſie veranlaſſen muͤßte, ſich un⸗ ter den wohlthaͤtigen Strahlen des Himmelskoͤrpers, durch die ſie leben, zu verſammeln, doch dies wird zu eignen Verſuchen Stoff geben. 5. Ueber 8 1 3 ———————— 148 Vierte Abhandlung. 5. Ueber das taͤgliche Oefnen verſchiedener Blumen. Das Oeſnen der Blumen laͤßt ſich in doppelter Be⸗ ziehung betrachten: entweder in Beziehung auf die Jahrs⸗ zeit, in welcher es geſchieht, oder in Beziehung der Stun⸗ den des Tages, worin es vorgeht. Obgleich dieſe beiden Umſtaͤnde mit einander verknuͤpft ſeyn koͤnnen und es auch ſeyn muͤßen,— weil die tropiſchen Gewaͤchſe, deren Blu⸗ men in ihrem Vaterlande ſich des Morgens oͤfnen, die es unter unſerm Himmelsſtriche erſt des Mittags oder gegen Abend thun,— ſo will ich mich doch hier nicht mit Un⸗ terſuchung der Rolle aufhalten, die ein mehr oder weni⸗ ger uͤberfluͤßiges Licht dabei ſpielen kann. Mein Vorſatz iſt blos zu unterſuchen, ob das Licht einigen Einfluß habe auf das taͤgliche Oefnen einiger Blumen, als des Safrans (Crocus) und der Tulpen, die, ſo lange ſie vegetiren, ſich alle Morgen oͤfnen und alle Abend verſchließen. Man muß ſich hier an das erinnern, was ich in meiner dritten Abhandlung uͤber die in gaͤnzlicher Finſter⸗ nis bluͤhenden Hyacinthen, desgleichen uͤber Narziſſen und Tulpen, die ebenfalls im Finſtern bluͤhen, wenn ihre Blu⸗ men aus den Blumenhuͤllen hervorgebrochen ſind, ge⸗ ſagt habe. Die Verſuche, welche ich beſchreiben werde, ſind mit Safran und mit den kleinen wohlriechenden Tulpen, die einen rothen Boden und ſchmaalen, gelben Rand haben, angeſtellt worden. 6‧ ral 1 ll pledn Eenne ten li wenn gec wen erne gewiſe dad onder ſich 3 fiige, , 9. berſchidn ch in doxpelr dung aufdiegen eziehung deen DOoglch diſetn koanen udese⸗ ewäͤchſe, dend orgens ofnen, Re Mirags orrg h hier nict nil in mehr ddemn un. Mein Di nigen Eiſuſt en,als des Eiſn lange ſie vogein verſchliehen innern, wreſti anzlicher zi uber Narziſnn en, wenn ihnd brochen ſid reiben wedd, lriechenden d gelben Aane —— — ͦ———————— Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 149 6. Das Licht iſt zum taͤglichen Oefnen des Saf⸗ rans und der Tulpen nicht unumgaͤnglich noͤthig. Oefneten ſich die Blumen des Safrans und der Tul⸗ pen blos durch den Einfluß des Sonnenlichts auf ſie, ſo wuͤrden ſie immerfort geoͤfnet ſtehen; 1) wenn ſie von der Sonne beſchienen werden; ſo aber kann man in den Gäͤr⸗ ten leicht ſehen, daß dieſe Blumen ſich nicht gleich oͤfnen, wenn die Sonne zum Vorſchein koͤmmt, noch auch ſo⸗ gleich, nachdem ſie von ihren Strahlen getroffen worden, wenn die zuft kalt iſt. 2) Dieſe Blumen oͤfnen ſich an dunkeln Oertern, wenn ſie darin einen gewiſſen Grad von Waͤrme erhalten koͤnnen. Ich habe im Januar Blumen vom Safran ſich um 5 Uhr des Abends in meinem Zimmer oͤfnen ſe⸗ hen, obgleich kein andres Licht einfiel, als das vom Him⸗ mel. 3) Endlich habe ich auch ſehr viele Safranblumen ſich in wohlverſchloſſenen blechernen Roͤhren oͤfnen ſehen, wenn ſie darunter einen gewiſſen Grad von Waͤrme erhal⸗ ten konnten. 7. Die Waͤrme beſtimmt das Oefnen der Saf⸗ ranblumen und Tulpen. Da die. Safranblumen und Tulpen ſich unter ble⸗ chernen Roͤhren oͤſnen, wenn ſie ſich darunter in einemn gewiſſen Grade von Waͤrme befinden; ſo iſt einleuchtend, daß die Waͤrme auf Hervorbringung dieſes Oefnens be⸗ ſonders Einfluß hat. Ich habe daher zu erſorſchen ge⸗ ſucht, welcher Grad von Waͤrme es ſei, der es begün⸗ ſtigt, und habe gefunden, daß dieſe Blumen ſich in freier .1 K 3 Luft 150 Fuͤnfte Abhandlung. Luft ſowohl, als in der Finſternis zu oͤfnen anfingen, wenn die Waͤrme, welche ſie modiſicirte, das Thermometer bis zu 80 uͤber oO ſteigen machte, und daß ſie ſich ſchloſſen, wenn die Waͤrme ſo abnahm, daß das Thermometer zwi⸗ ſchen 7 ½0 uͤber o ſtand. Die Safranblumen, die ſich bei 150 des Thermo⸗ meters in 15 bis 20 Minuten oͤfnen, brauchen dazu i Stunde Zeit, wenn dieſes Werkzeug nur 11 Grad zeigt. Uebrigens herſchen in dieſen Beobachtungen große Verſchiedenheiten, weil das Oefnen der Blumen ſehr von dem Zuſtande, in dem ſie ſich befinden, von ihrer Lebhaftigkeit, Alter und tauſend Umſtaͤnden dieſer Art abhaͤngt. Anemonenblumen und Tulpen bieten Erſcheinungen dar, die denen am Safran beobachteten voͤllig gleich ſind. Die Waͤrme wirkt auf ein einzelnes Blumenblatt, wie auf eine ganze Blume. Eine Waͤrme von 150 uͤber o am Thermometer macht di Blumenblaͤtter dieſer Blumen, die ſich in einem ſolchen Grade von Waͤrme befinden, durchſichtiger. In⸗ dem ſie ſie ausdehnt ſpannt ſie ihr Oberhaͤutchen, folg⸗ lich kann das Licht leichter durchfallen. Die Blumenblaͤtter, welche bei einer ſolchen Waͤrme ſich oͤfnen, werden ſeuchter, und wenn man ſie anſuͤhlt, ſo bemerkt man, daß ſie mit einer ſchmierigen Feuchjigkeit uͤberzogen ſind, die aus ihren Loͤcherchen heraustritt. Endlich laͤhmt dieſe Waͤrme dieſe Blumenblaͤtter. Alle ihre Faſern ſind alsdann dergeſtalt erſch afft, daß ſie alle Geſtalten annehmen, die man ihnen gehen will, und ſich auf alle Art, wie man nur will, biegen laſſen, ohne den ug. fnen efnn 5 femenn aß ſie ſch ie umait 1150 dd dir e brutha dh ug nut 1e eobachhnge 1 der Blunen beftnden, wn nſtänden din ieten Erſchänen en völlig gait ſelnes Bumnit am Thernmj en, die ſichintn urchſichtig. berhaͤutch, ne ſoſchen Dr nanſſe mni rrigen Feci en herauent ſe Rlume 8 erſch fff, d ntteninn 5 lſn Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 151 den geringſten Widerſtand zu thun. Indeſſen ſind doch dieſe Faſern in ihrem natuͤrlichen Zuſtande ſtark genug, da es de s Gewichts einer Unze auf die convexe Seite eines Bluagenb atts von einer Tulpe gelegt, bedarf, um es aus ſeiner convexen Geſtalt zu bringen, und des Gewichts von 3 Unzen bei einem Blumenblatte von Safran, um gleichen Zwek zu erreichen. 8. Eigene Umſtaͤnde bei dieſer Erſcheinung. Ich habe bereits geſagt, daß die Safranblumen, welche aufzubluͤhen anfangen, allezeit geſchwinder, als an⸗ dre, ſich oͤfnen. Es duͤrfte ſogar ſcheinen, es beduͤrſe in dieſem Alter eines geringern Grades von Waͤrme, dieſe Wirkung in ihnen hervorzubringen, als wenn ſie aͤlter ſind. Ich habe Safranblumen gehabt, die den 5ten Febr. aufzubluͤhen angefangen, und die ſich alle Tage bis zum 12ten, da ſie zu verwelken anfingen, geoͤfnet haben. Eine Safranblume zeigte ſich am s. Febr. in der Hoͤhe der gruͤnen aus der Zwiebel getriebenen Blaͤtter zum erſtenmal, oͤfnete ſich aber erſt am I1ten zum erſtenmal. An Blaͤttern von Safran, die zu welken anfangen, faͤngt das Verwelken gleich an der Spitze des Blumen⸗ blatts an. Hierauf ſehmnpfe ſie dergeſtalt zuſammen, daß ſie in der Länge um einen halben Zoll und in der Brei⸗ te um die Haͤlfte abnehmen. Wenn dieſe Blumen verwelkt ſind, bleiben ſie be⸗ ſtaͤndig geſchloſſen. Dieſe Blumenblaͤtter haben eine loͤffelfoͤrmige Ge⸗ Die Bewegung des Gewindes laͤßt ſich in einer K 4 Ent⸗ ſtalt. 1532 Fuͤnfte Abhandlung. Entfernung von 6 Linien von der Spitze des Blumen⸗ blatts bemerken. Der Theil, welcher das Gewinde aus⸗ macht, iſt der fleiſchigſte und dickſte. Der Theil, welcher den Loͤffel bildet, verliert ſeine koncave Geſtalt, in dem Maaße, als das Blumenblatt ſich oͤfnet. Endlich iſt auch noch zu bemerken, daß alle Ge⸗ faͤße des Blumenblatts von deſſen Boden auslau⸗ ſen und ſich dann weiter ausbreiten, um durch ihre Veraͤſtungen alle Theile deſſelben zu umſaſſen. Die Ver⸗ aͤſtungen, welche aus dem in der Mitte des Blumen⸗ blatts liegenden Hauptgefaͤße auslaufen, machen mit dem Gefaͤße, aus dem ſie entſpringen, einen ſpitzigen Winkel. Ihr Durchmeſſer ſcheint abzunehmen, ſo wie ſie ſich von ihrem Urſprunge entfernen. Sn Die großen Geſaͤße ſind am Boden gruͤn und voller Saft. Der ſteifſte Theil des Blumenblatts iſt der, welcher die Spitze bildet. 9. Folgerungen aus dieſen Thatſachen. Aus allen meinen Verſuchen erhellet deutlich, daß das Sonnenlicht auf das Oefnen der Blumen nur allein durch die Waͤrme wirkt, weiche ſie ihnen mittheilt. In meiner erſten Abhandlung erwies ich, daß das Sonnen⸗ licht aus den Blumenblaͤttern keine Luft auszieht, und ſchloß daraus, daß ſie ſich in ihnen nicht entwickele. Alſo folgt hieraus, daß das Licht auf die Blumenblaͤtter nicht auf dieſelde Weiſe wirkt, wie auf die Blaͤtter, daß ſie ſich in erſtern nicht auf die naͤmliche Art verbindet, und daß ſich noch nicht beſtimmen laͤßt, ob eine Verbindung wirklich in ihnen vorgeht. Doch laͤßt ſich immer ſchlieſ⸗ ſen, daß das Licht auf dieſe Blumen als ein waͤrmender Koͤrper wirkt, daß die Verdunſtung einiger Saͤfte, welche durch urhd duch! Sren Mun Frlen d mn die ten dh daß d in A ſuhle tegte de hält lierer einen fan cht Virf. Perdu de K. ſiren. deſch, en d ſdieſer duc gende, üleit th l den g nen, ſtens dos ung. Spihe ds ge eer das Gene det Thelne 1 dye Geſtt, 1 net. erken, dßch ſen Boden an in, um dah umſaſen. din Mitte des Ain fen, machen nit nen ſoizigen De ſo wieſe ſc oden grun udi dlatis iſt dr nt Thatſache hellet deulih, Blumen nid nen mitthett daß das r kuft auszil, ht entwickt Blumenblitle eBlätter di Art verdindt, a eine Veline t ſch inn eiſ Ials tin vim ngaiie Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 153 durch das Licht in den Blumenblaͤttern bewirkt wird, die durch dieſe natuͤrliche Vollſaftigkeit(pléthore) erregte Spannung vermindert, und endlich, daß es alsdann die Blumenblaͤtter erſchlaft, und ihnen verſtattet, ſich zu kruͤmmen. Dieſe Erklaͤrung wird ſehr wahrſcheinlich, wenn man die im 6ten Abſchnitte dieſer Albheedeuus angefuͤhr⸗ ten Thatſachen in Erwäͤgung zieht. Man ſieht daraus, daß die Blumen ſich im Finſtern oͤfnen, wenn ſie ſich in einem gewiſſen Grade von Waͤrme befinden, man fuͤhlt die durch die Waͤrme in den Blumenblaͤttern er⸗ regte Verdunſtung, man verfolgt ihr Oefnen, das mit der Verdunſtung, die ſie erleiden, in beſtaͤndigem Ver⸗ haͤltniß ſteht, man bemerkt, daß ſie alle Feſtigkeit ver⸗ lieren, ſo bald die Waͤrme, welche ſie erleiden, bis zu einem gewiſſen Punkte ſteigt, und daß der fleiſchigſte und feuchteſte Theil auch zugleich der iſt, der von den erſten Wirkungen der Waͤrme leidet. In ihm geht zuerſt die Verdunſtung der Saͤfte vor, und eben an ihm laͤßt ſich das Kruͤmmen, wodurch das Oefnen geſchieht, zuerſt ſpuͤren. Endlich befinden ſich auch die Blumenblaͤtter, die ſich zu oͤfnen aus Hinfaͤlligkeit unfaͤhig ſind, grade in eben dem Zuſtande der Schlaffheit, in dem die ſind, die eine ſtarke Verdunſtung erlitten haben; und dies mußte auch ſo erfolgen, weil ihre, keine Nahrung mehr empfan⸗ gende, Gefaͤße ſich ausleeren und mit ihrem Leben zugleich alle ihre Federkraft verlieren muͤßen. Hieraus will ich aber nicht den Schluß ſolgern, als ob alle Blumenblaͤtter jenen vom Safran und den Tul⸗ pen gleich waͤren, und als ob an allen, wenn ſie ſich oͤf nen, eben die Wirkungen zu bemerken waͤren. Wenig⸗ ſtens zweifle ich nicht, daß z. B. Blumen, deren Farben das Licht aͤndert, alsdann auch ſeinen Einſluß aufs Oefnen K 5 erfah⸗ —* n 5 ——yy———— 154 Fuͤnfte Abhandlung. erfahren: aber die Safranblumen und Tulpen, mit denen ich meine Verſuche anſtellte, haben die naͤmlichen Farben behalten, ſie mochten im Finſtern oder im Lichte vegeti⸗ ren, und ihre Blaͤtter vollkommen gruͤn oder ganz bleich⸗ ſuͤchtig ſeyn. Vergeſſen darf ich indeſſen nicht, hier anzumerken, daß der Nachtſchoͤn(Convolvulus Ialappa Linn. La Belle-de- nuit) nie anders bluͤht, als im Finſtern und im Kuͤhlen. Huͤten wir uns alſo vor der Gefahr der Analogie und dem uns eignen Hange, allgemeine Regeln feſtzuſetzen: ſpuͤren wir dagegen lieber den beſondern That⸗ ſachen nach, und ſtudiren die Natur in ihren erhabenen Werken, aber nie in unſerm engen Gehirne. Sechſte Afne Geſch gejogen ſen Un mir, m tuforſch guägen nung. 3 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 155 ——— nd dulpen n die nimlchen der im lihe gin de ani Sechſte Abhandlung. Ueber den Einfluß des Lichts auf die Veraͤn⸗ ht, hit wune derung der Farbe der Hoͤlzer. lalappa Lim als im Fiſen, vor de gi Einleitung. e, allgemeinege r ben beſendend hon laͤngſt hat man in Gemaͤchern den Einfluß des ir in iren ehi Lichts auf Veraͤnderung der Farbe des Holzwerks hehitne. bemerkt, aber noch nie dieſer Erſcheinung mit verdienter Aufmerkſamkeit nachgeſpuͤrt und ſeine Wichtigkeit in der Geſchichte der Vegetation und des Lichts in Erwaͤgung gezogen. Ich habe daher geglaubt, mich auch mit deſ⸗ ſen Unterſuchung beſchaͤftigen zu muͤßen, und es ſcheint mir, meine Beobachtungen werden die Neugier des Na⸗ turforſchers erregen koͤnnen, ſollten ſie auch nicht mit Ver⸗ gnuͤgen das gierige Auge des Haushaͤltigen auf ſich ziehen. 1) Beſchreibung der bei dieſen Verſuchen ge⸗ brauchten Werkzeuge. Ich nahm zu dieſen Ve ſuchen gehoͤrig gehobelte Schienen von Holz, die ich aber jederzeit aus dem voll⸗ kommenen Theile des Holzes, und nur dann aus der Rin⸗ de oder dem Splinte nahm, wenn ichs ausdruͤcklich an⸗ zeige. Naͤchſt dieſen bediente ich mich einer duͤnnen Blei⸗ platte, mit der ich diejenigen Stellen auf der Oberflaͤche der Hoͤlzer gegen die unmittelbare Einwirkung des Lichts bedekte, die ich nicht wollte beſcheinen laſſen. Da ich die⸗ ſem Bleche die Geſtalt eines an dem einen Ende verſchloſ⸗ ſenen Futterals gab: ſo konnte ich, wenn ich die Hoͤlzer 8 1 aus —— d2 n„— n ——* r. um. AAe ————yyu—äöIBI 2—— ⏑—— 156 Fuͤnfte Abhandlung. aus dieſem Fukteral herauszog, unter den Wirkungen der Sonnenſtrahlen auf die von ihnen getroffenen Stellen mit jenen auf die dagegen geſchuͤtzten ſehr leicht eine Verglei⸗ chung anſtellen. Haͤtte ich aber dieſe Verſuche mit mehrern Hoͤlzern zu gleicher Zeit anſtellen wollen; ſo waͤre dieſe Art zu verfahren zu weitlaͤuftig geweſen. Ich ließ mir alſo ein Kaͤſtchen, in Geſtalt eines laͤnglichen Viereks machen. Die innere Tiefe ſeiner Seiken war ſehr geringe, weil ich allen Schatten vermeiden wollte. Sonſt war es eben ſo breit und hoch, als die Schienen von Holz, die ich hin⸗ einlegen wollte, waren. Sonach bedekte ich mittelſt ei⸗ nes nach meinem Belieben beweglichen, aber beſtaͤndig auf der naͤhmlichen Stelle feſtbleibenden, Lineals mit einem mal eine Stelle von einem Zoll groß, von dem mittlern Theile jeder in dem Kaͤſtchen in Ordnung gelegten Holz⸗ ſchiene. Um auch von der Wirkung des durch verſchiedene Glastafeln fallenden Lichts auf viele Koͤrper urtheilen zu koͤnnen, hatte ich einen Kaſten in Geſtalt eines Pa⸗ rallelepipedums zur Hand. Der Boden iſt ein Quadrat⸗ ſchuh, die Hoͤhe 20 Zoll. Drei Seiten endigen ſich mit einer Schiene verzinntes Eiſenblech, und die vierte mit einem ohngefehr ³ Zoll dicken Streiſen von einer Glastafel. In dieſen Kaſten ſind vier andre Kaͤſten ein⸗ gepaßt, die eben ſo hoch auch elen ſo mit Glastaſeln ver⸗ ſehen, aber in ihrer Breite verſchieden find, denn jeder derſelben ſteht um fuͤnf Linien von dem andern ab. Sie ſind auf dem Boden des Kaſtens mittelſt einer daſelbſt eingeſtoßenen Nuthe befeſtigt und eingefalzt. Alle dieſe Kaſten ſind mit einem dem Boden aͤhnlichen Deckel ver⸗ ſchloſſen, um alle Lichtſtrahlen, die von oben in den Kaſten hinfallen koͤnnten, abzuhalten. 2. Allge⸗ (ae a 3 ch zu„W) Codtet ge lh nuhadſch der ddtceit ſalte ſe Schean kung de hühhre langerd 9 ſchvinde⸗ dn aber! ſe alseſe indem ich Truͤngd asg Danere dchhteen dr D dnexene ageſt ſch me duden d Eenn kimnt, demeſte Nlung. er den Vikte etroffenen E ͤr lcht in g ewit nhrin ſ wire diſ d. Ich liß mird chen Vietets ne ſeht geringe, de Sonſt wor ts 0. on Holz, dieſt dedekte ich mitn ichen, aber bit den, Lineabnia ß, von den ni dnung gekcgrn⸗ es durch beiſt Koͤrper irtziſt Geſtalt ein den iſt ein oi Seiten enin ſch, und de Streiſen vn er andre Käſte en find, dmn 3⁶ mandern 0 e obeni m 3 —.—— Vom Einfluſſe des Sonnenliichts ꝛc. 2. Allgemeine Erſcheinung. Meine erſten Verſuche ſtellte ich mit dem Tannen⸗ holze(Hinus abies I.inn. Le Sapin) an. Die braune Farbe, welche das Taͤfelwerk in den Zimmern, das vor⸗ mals ſo weiß war, bekoͤmmt, fiel mir auf, ich wollte da⸗ her ſehen, was ein lebhafteres Licht hervorzubringen ver⸗ moͤgend ſeyn wuͤrde. 157 Hierzu waͤhlte ich Leiſten von Tannenholz. Dieſe bedekte ich zum Theil mit einer duͤnnen Bleiplalte, und ſtellte ſie der unmittelbaren Einwirkung der Sonne blos. Schon nach Verlauf einiger Minuten ſpuͤrte ich die Wir⸗ kung des Lichts. Ich ſah die erſten Schattirungen eine hoͤhere Farbe annehmen, und um deſto brauner werden, je laͤnger die Leiſten im Lichte liegen blieben. Die erſten dunkeln Tinten ſind die, welche am ge⸗ ſchwindeſten zum Vorſchein zu kommen ſcheinen, ſie wer⸗ den aber nachgehends immer brauner, wenn ſie der Son⸗ ne ausgeſetzt bleiben. Davon habe ich mich uͤberzeugt, indem ich Stellen dieſes Holzes, die bereits durch die Wirkung des Lichts, dem einige ein, andre aber ſogar drei Jahr ausgeſetzt geweſen, braun geworden waren, mit der Bleiplatte bedekte und ſie ſerner mit dieſer Vorſicht vom Lichte beleuchten ließ. Ich bemerkte bald, daß die von der Bleiplarte bedekte braune Stelle ihre Farbe behielt, dagegen alle andre der unmittelbaren Einwirkung des Lichts ausgeſetzte Stellen eben dieſes braungewordenen Holzes, ſich merklich weiter veraͤnderten und noch brauner wurden. Die weiße Lage des Holzes, die unter der an der Sonne braungewordenen, bald wieder zum Vorſchein koͤmmt, wenn man Letztere abhobelt, oder mit einem Fe⸗ dermeſſer abſchabt, wird, wenn man ſie ans Licht bringt, eben 3 1 8 1 1 aii I 8 A ſ 158 Fuͤnfte Abhandlung. eben ſo braun, als die aͤußere Lage, welche die unmittel⸗ bare Einwirkung des Lichts niemals ausgeſtanden hat. Das Tannenholz, das wenn mans an die Sonne bringt, weiß iſt, wird gelb, dann rothgelb, und dieſe Farbe wird immer dunkler, bis nach ſehr langer Zeit, und nach mehrern Jahren, es einem ſtarken Rothbraun nahe koͤmmt. Alle Hoͤlzer, die ich habe bekommen koͤnnen, und mit denen ich am Lichte Verſuche gemacht habe, haben alle in ihren Farben Veraͤnderungen erlitten: aber dieſe Veraͤnderungen ſind nach Beſchaffenheit der Hoͤlzer, theils in der Geſchwindigkeit dieſer Veraͤnderungen, theils in deren Intenſion, theils ſelbſt in der Natur der Farben, die ſie annahmen, immer verſchieden geweſen. 3. Iſt das Licht allein die Urſache dieſer Veraͤn⸗ derung der Farben? Ehe ich mich ins Umſtaͤndliche dieſer Erſcheinung einlaſſe, iſt mir daran gelegen, einem Einwurfe zu be⸗ gegnen, der dem Verſtande natuͤrlicher Weiſe einfallen muß. Koͤnnte dieſe dem Lichte zugeſchriebene Veraͤnde⸗ rung der Farbe nicht eine Folge der Einwirkung der Luft, oder des in der Luft vorhandenen Waſſers oder der Waͤrme ſeyn? 1) Die Lufr allein iſt im Tannen⸗ und andern Holz⸗ arten, die erwaͤhnte Farbenveraͤnderung zu bewirken un⸗ zulaͤnglich. Ein Stuͤck Tonnenholz, das man im Fin⸗ ſtern der Luft ausſetzt, veraͤndert ſich niemals. Betrach⸗ tet man ein Stuͤck Tannenholz, das der Tiſcher in Arbeit und in die Schraube geſpannt hat: ſo wird man finden, wenn man es aus der Schraube heraus nimt, daß es ſo weit, 1- rit db3 Düüeta u? d un rt denec vrn l del wha pumd, Mcnde Wadäd de Bei hlden 2) Trotes We dern Hol Taſer piten E Denlo. d tn he tn un tt drg. Aenzite tie Dan nitar ni aind ſe titnn 1 mutgein lung. „welche dünn. 5 cusg ſtanag mans an de, n tolhgelb, u noch ſeht lan em ſtrken dt nmen kinner, cht habe, ſeh eelitten: ahe nheit der Hälne nderungen, hit er Nanur da za ngeweſen. ache diſerA en? he dieſer Erch nem Einwure ſlcher Weiſe ni eſcriebene Tet Einwirkung der ſirs oderah⸗ en⸗ und anden⸗ ung zu bewiin. das mani 71 3 niemal Ahn der Tiſch ſo wird nuft aus rimt, 4 1 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 159 weit, als es in der Schraube eingeſpannt geweſen, ſeine Weiße behalten hat, das freigeſtandene aber gelb gewor⸗ den iſt. Ein Stuͤck Tannenholz mit einer Bleiplatte be⸗ dekt, unter der die Luft wegſtreicht, veraͤndert die Farbe nicht, obgleich die dem Lichte preißgegebene Stelle gleich braun wird. Bringt man endlich ein Stuͤck Tannenholz, das man zum Theil mit der Bleiplatte bedekt, und zum Theil unbedekt gelaſſen, unter die Glocke auf einer Luft⸗ pumpe, macht die Glocke luftleer, ſo wird die in dieſem Zuſtande der Einwirkung des Sonnenlichts blos geſtellte unbedekte Stelle ihre Farbe veraͤndern, hingegen die mit der Bleiplatte bedekte ganz und gar nicht, ſondern weiß bleiben. 2) Das in der Luft vorhandene Waſſer iſt auch keine Urſache dieſer Farbenveraͤnderung, wir ſehen im Gegentheil, daß es eher ein Hinderniß ſeyn wuͤrde. Indes veraͤn⸗ dern Hoͤlzer, die man ins Waſſer taucht und unter das Waſſer haͤlt, ihre Farbe an der dem Sonnenlichte aus⸗ geſetzten Stelle, aber auf keine Weiſe an denen mit der Bleiplatte belegten, obgleich das Waſſer unter die Platte dringt. 3) Die Waͤrme der Sonne allein hat endlich auf die Veraͤnderung der Farben der Hoͤlzer keinen Einfluß. Die mit der Bleiplatte bedekten und an die Sonne geſtell⸗ ten Hoͤlzer veraͤndern ihre Farbe nicht, wohl aber an de⸗ nen unbedekten Stellen. Unterdeſſen iſt die Waͤrme un⸗ ter der Platte zum wenigſten eben ſo ſtark, als auf der Oberflaͤche der Hoͤlzer, die unbedekt iſt. Zudem wuͤrde eine Waͤrme von 300 bis 350 Reaumur, ohne die un⸗ mittelbare Einwirkung der Sonne die Farbe des Holzes nie veraͤndern koͤnnen, obgleich die Wirkung der Sonne ſie bei einem Grade der Waͤrme aͤndert, deren Intenſion weit geringer iſt. 3) Ahornholz(Ater campeſiris Linn. LErable) nach 4 Stunden. bdch „ ſau 9) Wlrſch⸗ Senii 160 Fuͤnfte Abhandlung. Indeß iſt nicht zu laͤugnen, daß eine ſtaͤrkere Waͤr⸗ Au me dieſe Wirkung an den Hoͤlzern hervorbringen wuͤrde; Celt aber alsdann geſchaͤh es blos, weil ſie eine Art von Ver⸗ 0s brennung ausſtuͤnden, und dies iſt hier nicht der Fall. lelun lht 4) Von der Zeit, welche das Sonnenlicht braucht, Muh die Farbe verſchiedener Hoͤlzer zu veraͤndern. o Unter allen Holzern, mit denen ich habe Verſuche luter) vornehmen koͤnnen, um zu entdecken, was die unmittel⸗ bar in ſie wirkende Sonne auf ſie vermochte, gehoͤren ſi die folgenden zu denen, bei welchem dieſer Einfluß uͤn⸗ Klla) glaublich ſchnell wirkte. 1 1) Berberisbeerholz(Berberir vulg. Linn. Um l LEpine- vinette) fing an ſich zu aͤndern, nach Verlauf 3 von drey bis vier Minuten. lexlbo 2) Unaͤchtes Schottendornholz,(Nobinia pſeudoacacia Linn. LAcacia), nach vier bis fuͤnf Minuten. nt/E. 3) Lerchenbaumholz(Pinus larix Linn. Le y). Larix, oder Larze) nach vier bis fuͤnf Minuten. ln 91 4) Weißes Tannenholz(Hinus abies Linn. Le op Sapin) aber nach 40 Minuten. lh B 5) Aprikoſenbaumholz(Prunur armen. Linn. 1 l D'Apricotier), nach 1 St. 15 Minuten. kien G” 6) Weidenhols(Salix Linn. Le Saule), nach 1 vier Stunden. 3 u 7) Fernambukholz(Caeſalpina Sappan. Linn. W Le bois de Fernambouc) nach 4 Stunden. 24) )- ————— ung. oß inm ſätnn hervottigan, 8 numn i nihtd de onnenichtine erzu derande n ich habe Ve , was die umm dermechte, g n dieſer Enke erberir rug l indern, nach Ne rnholz,(ki ier bis fünſNe ur larix Lin! nf Minutmn Änus abies in! ruur wma l' uten. a Le Saul) vina Sappa 1 uunden. .Tr rir Linn. LEn 9) 3ℳ9 Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 161 9) Kirſchbaumholz(Prunus ceraſus Linn. Le Ceriſier) nach 4 Stunden. 10) Stechpalmenholz(Ilex aquifolium Linn. Le Houx) nach 4 Stunden. 11) Eibenbaumholz(Taxus baceifera Linn. L'lf), nach 4 Stunden. 12) Birnbaumholz(BPurus communis Linn. Le Poirier) nach 4 Stunden. 13) Saſſafrasholz(Laurus ſaſſafras Linn. Le Saſſafras) nach 4 Stunden. 14) Franzoſenholz(Lignum Guaiacum olfcc. Linn. Le Gajac.) nach 4 Stunden. 15) Mahoganyholz(Swietenia Mahogani Linn. Le Mahogany) nach 4 Stunden. 16) Roſenholz(Roſa canina Linn. Le Roſier) nach 5 Stunden. 17) Sitterpappelbaumholz(Populus tremula Linn. Le Tremble) nach 5 Stunden. 18) Pflaumbaumholz(Prunus domeſlica Linn. Le Prunier) nach 5 Stunden. 19) Lindenholz(Tilia europasa Linn. Le Til- leul clair) nach 9 Stunden. 20) Helles Polixanderholz(Bois de Paleſan- dre) nach 9 Stunden. 21) Quaßiaholz(Laurns calſia Linn. Quaſſie) nach 12 Stunden. 22) Rothbuͤchenholz(Fagu⸗ olvatica Linn. Le Fayard) nach 14 Stunden. Senebier 2. Th. Bois de 8 23) Ei⸗ 162 Fuͤnfte Abhandlung. 3) Eichenholz(Quercus robur Linn. Le Chè- ne) nach 14 Stunden. 1 24) Nußbaumholz(Iuglans regia Linn. Le Noyer) nach 18 Stunden. 25) Ellernholz(Betula alnus Linn. Le Vergne) nach 19 Stunden. 26) Schwarzes Polixanderholz(Bois de Pa- leſandre noir) nach 20 Stunden. 27) Rothes Sandelholz(Caeſalpina Sappan. Linn. Le Sandal rouge) nach 23 Stunden. 29) Violettholz(Bois de Violette), nach 24 Stunden. 29) Ulmenbaumholz(Vimus campeſtris Linn. LOrmeau), nach 29 Stunden. 30) Mandelbaumholz(Ampygdalus communis Linn. L'Amandier) nach 29 Stunden. 31) Ebenholz(Ebenus Linn. LEbène) nach 30 Stunden. Bei allen dieſen Verſuchen bedeutet die Zeit, die Dauer der unmittelbaren Einwirkung der Sonne auf die Hoͤlzer und die Veraͤnderung, die ich anmerke, iſt dieje⸗ nige, welche anfaͤngt ſich ſpuͤren zu laſſen. Auch iſt noch zu bemerken, daß dieſe Verſuche nach Beſchaffenheit der Hoͤlzer, ihres Alters, des Grades ihrer Trockenheit, wel⸗ che Dinge ſich nicht beſtimmen laſſen, verſchieden aus⸗ fallen; ſo daß es ſehr ſchwer halten wuͤrde, dieſe Verſuche auf eine Art zu wiederhohlen, die der meinigen genau gleich kaͤmen. 5. Von Eu Zin lung robur Lim l- lant mgin Lin rur Linn. lelen derholz gt ((ſainiu i Stunden. Violette), n Imur canpiſtil Amygdalitim den. nn. LEbaar) edeutet di Ji Jder Sonne u Hanmerke, fi aſſn. Auoſi ch Beſchoffnl ter Trocai en, verſciine vuͤrde, deſ Dh der meiion!- — — rrr.. 3 —y—ööö Vom Einfluſſe des Sonnenliichts ꝛc. 5. Von der Intenſion der Veraͤnderung der Far⸗ be, welche die Hoͤlzer an der Sonne erleiden. Es haͤlt ſchwer, die Schattirungen(nuances) der Farben zu ſchaͤtzen, wenn man keinen beſtimmten Gegen⸗ ſtand, als wie die Farben des Prisma's oder der Edel⸗ ſteine, zur Vergleichung annimt. Wenn ich daher den Unterſchied der Schattirungen nicht beſtimmt anzeige, ſo werde ich doch wenigſtens diejenigen angeben, die binnen einem Monat durch die unmittelbare Einwirkung der Son⸗ ne auf ſie am ſtaͤrkſten veraͤndert worden. 163 Die erſte Klaſſe wird aus Hoͤlzern beſtehen, die am meiſten und ſo ſtark veraͤndert worden, daß ſie ihre erſte Farbe faſt ganz verlieren und ſehr braun werden. Franzoſenholz,(Guaiacum oſfic Linh. Le Gayac). Weiſſes Coheupoholz,(Le Coheupo blanc). Kornelkirſchbaumholz,(Cornus maſcula arbo- vea Linn. Le Cornouiller). Ruͤſterholz,(Acer plantanoides Linn. Le Plane). Glattes Celaſterholz,(Ceanothus amsric. Linn, Le Bois rouge). Kaſtanienbaumholz,(Fagus caſtanea Linn. Le Chaiaigaier). Fichtenholz,(Hinus olveftris Linn. Le Pin). Ulmenbaumholz,(ULluus campeſtris Linn, L'Ormeaun), Wildes Sperberbaumholz,(Crataegus termi- nalis Linn. LAliſier. Gries⸗ .△ ‿ 164 Sechſte Abhandlung. Griesholz,(uilandina Moringa Linn. Le Bois nephritique).. Rothes Sandelholz,(Caeſalpina Sappan Linn. Le Santal rouge). Gelbes Sandelholz,(Caeſalpina Saſaeuſ3 Linn. Le Santal citrin). Weißes Maulbeerbaumholz,(Morus alba Linn. Le Meurier blanc). Pfaffenhuͤtchenholz,(Evongjmuis europ. Linn. Le Fuſain). Haſelnußholz,(Corylus avellana Linn. Le Cou- drier). Unaͤchtes Schottendornbaumholz,(Robinia ꝑſudoacacia Linn. Le faux Acacia). Weißbuchenholz,(L2 pinus Betulus Linn. Le Charme). Lorbeerbaumholz,(Laurus vulg. Linn. i⸗ Laurier). Kaſtanienbaumholz/(Fagus caſtanea Linn. Le Maronnier). Apfelbaumholz,(Pyrus malus Linn. Le Pom- mier). Weidenholz,(Salix. Le Saule). Berberisbeerholz,(Berberis vulg. Linn. LEpi- ne-vinette. Aprikoſenbaumholz,(Prunus armeniaca Linn. I- Apricotier). Lerchen · 0 Larne) Jy nden llih m M le Mahe S Krher lung. vninga Lin ſalins Sanpn aſaßein Buſe dolz,(Iumr vonmur eurnp.L Nana Lin. k aumhohz,(Ai aur Betuluo lin. rur vug. In gur caftanu li 4) galur Linn. le- aule), irvulg Lin 1 „ 7 unuul arenlal” b Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 165 Lerchenbaumholz,(DPinur Larix Linn. Le Larze). 1 In die zweite Klaſſe ordne ich ſolche Hoͤlzer, die ſich in der nämlichen Zeit weit weniger veraͤnderten, ob ſie gleich ein wenig braun wurden. Mahoganyholz,(Swietenia Mahogan Linn. Le Mahogany). Schlangenholz,(Strychmos colubrina Linn. Le Herpentin). Kaßiaholz,(Laurur caſſia Linn. Le Quaſſie)- Epheuholz,(Hadera helix Linn. Le Lierre). Eibenbaumholz,(Taxus baccifera Linn. PEif). Oelbaumholz,(Olea Europaea Linn. Loli- vier). Buchsbaumholz,(Buxus arboreſcons Linn. Le Bouis). Saſſafrasholz,(Laurus Salſafras Linn. Le Saſ. ſafras). Pomeranzenbaumholz,(Citrus aurantium Linn. L'Oranger). Roſenholz,(Rhododendron maximu Linn. Le Bois de Koſe). Weißes Sandelholz,(Casſalpina. Le Santal blanc). Aloeholz,(Aallochum Linn. PAloes). Zedernholz,(Pinus cedrus Linn. Le Cèdre). 8 3 China ⸗ 166 Sechſte Abhandlung. Chinawurzelholz,(Smilax Chinae Linn. La Squine). Spaniſches Hollunderholz,(Shringa vuſg. Linn. Le Lilac). Mandelbaumholz,(Anugdalus ſativa Linn. L'Amandier). Gruͤnes Ebenholz,(Ebenus arboreſcens Linn. L'Ebene verd). In die dritte Klaſſe bringe ich endlich diejenigen Hoͤl⸗ zer, welche nach Verlauf dieſer Zeit gar nicht veraͤndert wurden, gleichwohl aber die Einwirkung des Lichts weit laͤnger ausſtanden, und alsdann ſehr wenig veraͤndert wurden. Miſtelholz,(Viſcum album Linn. Le Guy). Fliederholz,(Sambucus nigra Linn. Le Sureau). Weinrebenholz,(Vitis vinifera Linn. Le Bois de Vigne). Suͤßholz,(Glgychrrhiga glabra Linn. Le Re- gliſſe). 6. Via beſondern Farbeveraͤnderungen einiger Hoͤlzer. Es gab einige Hoͤlzer, deren Farben durch die Ein⸗ wirkung des Lichts auf ſie merkwurdige Veraͤnderungen erlitten. Das Franzeſenholz nahm darin eine gruͤne Farbe an. Das Eichen und Zedernholz ward weiß. Am 9. Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 167 (lime ln Am Griesholze ward die weiße Stelle braun, die braune aber noch dunkler, als die erſtere. (ynx Am Pfirſichbaumholze wurden die dunkeln Adern noch brauner, als die Stellen, durch welche ſie hinlaufen. faur ſajin la Sonach leidet die Wirkung des lichts auf die Hoͤlzer Veraͤnderungen nach den Farben der Hoͤlzer. Das Son⸗ nenlicht veraͤnderte braunes Nuheruaholi das aus dem Kerne des Baums geſchnitten war, binnen 6 Stun⸗ den nur ſehr wenid, hingegen den gleich unter der Rinde liegenden weißen Theil ſehr ſtark. arlort en l ſlch diſeng ar nicht verd Friſchgefaͤlltes Nußbaumholz wird weit geſchwin⸗ ung des lichtz der braun, als ausgetroknetes, und beſonders das zu⸗ wenig veuhe naͤchſt unter der Rinde liegende. Dies ließe ſich der als⸗ dann vorgehenden Austroknung zuſchreiben. Das unter der Rinde liegende gelbe Fohrenholzward an le Gy) weniger braun als das weiße ans dem Kernholze des Baums. Altes und ausgetroknetes abrenhohs wird weit ſtaͤrker braun, als junges und gruͤnes Gruͤnes Schottendornholz nimt geſchwinder das Braun an, als ausgetroknetes. Ich meine den unaͤch⸗ Linn. lel- ten Schottendorn. Linn. Leduuen. ra Linu. Lehi Ueberhaupt werden weiße Hoͤlzer goldgelb, braune weiß, rothe und violette geld oder ſchwarz. pungen eit 7. Werden junge Hoͤlzer vom Sonnenlichte weni⸗ en dorodil ger veraͤndert, als alte? eTerinda Ich muß hier ein fuͤr allemal die Bemerkung vor⸗ ausſchicken, daß, um von der Veraͤnderung der Farbe e grüne gutte der Hoͤlzer durch das Licht zu urtheilen, ich allemal einen 1 Theil von dem Holze, das ich ſeiner Einwirkung unter⸗ dwiih werfe, mit einer duͤnnen Bleiplatte bedecke. Dadurch 3 94 erhalte e, nn 55 1 ———————— 168 Sechſte Abhandlung. ehalte ich eine genauere Grenzlinie der Vergleichung, nach der ſich die Veraͤnderung des Theils, der von der Einwirkung des Lichts gelitten hat, beſtimmen laͤßt. Nach den eben angefuͤhrten Beiſpielen hat mirs ge⸗ ſchienen, daß alte und ausgetroknete Hoͤlzer eher vom lichte braun werden, als junge und naſſe: indes mag ich fuͤr gar zu beſondere Verſuche nicht zu ſtarke Gewaͤhr leiſten, noch ſie fuͤr allgemein erklaͤren, weil die zu dieſen Verſuchen gebrauchten Hoͤlzer von verſchiedenem Alter wairen. Inzwiſchen habe ich doch Gelegenheit gehabt, einen 5 genheit geh Verſuch zu machen, der mir meine Folgerung ziemlich zu beſtaͤtigen ſcheint. Ich nahm einen Zweig von einem 4 Berberisbeerſtrauche, und ſchnitt nach den verſchledenen Jabren, die ich im Holze wahrnehmen konnte, verſchie⸗ dene Kerben von unterſchiedener Tiefe hinein. Einige von dieſen Kerben bedekte ich mit meinen Bleiplatten und fand alsdann, daß das juͤngſte Holz das war, welches ſich am wenigſten veraͤnderte, indes iſt doch dieſer Ver⸗ ſuch nicht ohne Ausnahme. Unterdeſſen fuͤhrte mich dies auf dieſen ziemlich merkwuͤrdigen Verſuch, daß Hoͤlzer, die ich, indem ich ſie ins Waſſer tunkte, anfeuchtete, ſich nicht ſo geſchwind entfaͤrbten, als andre. Vielleicht mußte erſt die Feuch⸗ tigkeit, die ſie einſogen, verdunſtet ſeyn, eh das Licht wir⸗ ken konnte. Dies wuͤrde darthun, warum junge Hoͤlzer durch die Einwirkung der Sonne weniger veraͤndert wer⸗ den, als andre. Da ſie feuchter ſind, ſo erfordert es mehrere Zeit, damit das Waſſer, welches ſie enthalten, verdunſten koͤnne, und die dazu noͤthige Zeit beſtimmt vielleicht den Unterſchied, den man unter der Veraͤnde⸗ rung der alten und jener der jungen Hoͤlzer wahrnimt und dies um ſo mehr, weil, wenn man die jungen Hoͤlzer trocken werden tedel ſchond andert C hrte füudhe kus hel den das 8 J dr-. ſtand ftraus Wonn wurde 4l 8 n in hand 1 wihde unmi hinn berrſ 38' dn, Stun der T bedekt n. — Vom Einfluße des Sonnenlichts ꝛc. 169 der We ted heis d werden laͤßt, eh man ſie ins Licht bringt, ſie eben ſo ge⸗ an ſchwind als die, von Natur trokunern alten Hoͤlzer ver⸗ ſimmen in 1 aͤndert worden. pielen ha„„..„ 2 R dat nn Endlich iſt gewiß, daß der Splint in den Hoͤlzern, ſi 8 dnn oder der juͤngſte Theil am Berberisbeerſtrauche, der weiſ⸗ Aſſe: Indes munt he gat ſeſte Theil am Tannenholze und an den Baͤumen, die brau⸗ 4 3 bn nes Holz haben, beſtaͤndig derjenige Theil des Holzes iſt, 1, wel dead den das Licht am wenigſten und langſamſten aͤndert. verſchiedenem 8. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf die Hol⸗ nhai g zer unter verſchiedenen Umſtaͤnden. olg. e 8. 9 erung ſer Die Veraͤnderung der Farbe der Hoͤlzer ſteht mit n Jrei vnen der Intenſion des Lichts, welches auf ſie faͤllt, in be. t den veſtan ſtaͤndigem Verhaͤltniß. Das Holz vom Berberisbeer⸗ 4 konne, unt ſtrauche, das nach 3 bis 4 Minuten ſchon veraͤndert wird, fe hinein En wenn es der Einwirkung der Sonnenſtrahlen ausgeſetzt en Beixltne urde, ward ſchon nach einer halben Minute veraͤndert, das war, vit als es dieſes Licht durch eine Linſe erhielt, welche die Strah⸗ ſt doch diſele len in einen ſolchen Punkt ſammelt, deſſen Waͤrme die Hand erleiden kann. uf dieſen ſi. zuruͤkgeworfenes Licht faͤrbt das Berberisbeerholz die ich, indn auch braun, aber nicht ſo geſchwind, als gradeinfallendes. Ogeſche ziheſi Endlich faͤrbte das gewoͤhnliche Tageslicht, ohne 76 eit unmittelbare Einwirkung der Sonne und bei bedektem nun lani Himmel, ein ziewlich troknes Stuͤck Holz vom Berberis⸗ ge vrbun beerſtrauche nach 3 Stunden, ein Stuͤck Tannenholz nach 3 ½ Stunde, ein Stuͤck Aprikoſenbaumholz nach 4 Stun⸗ hr.— „ ſo ah den, und ein Stuüͤck Schottendornholz auch nach 4 4 2 ſ. enrhoht nen b Stunden braun. nter dr Ni 4 Dies gibt ziemlich verſchiedene Verhaͤltniſſe zwiſchen leer wohnint der Wirkung des Sonnenlichts und der Wirkung eines nuahi pent bedekten Himmels auf verſchiedene Hoͤlzer an: denn, wenn eh 4 man ——— 2 G e 95 4 4— ——y — 170 Sechſte Abhandlung. man die Reſultate, die ich hoͤher oben angegeben, und die gegenwaͤrtigen halbirt, ſo ſindet ſich, daß die Wirkung des Sonnenlichts zur Wirkung des Tageslichts ſich ohn⸗ geſehr verhaͤlt:— Beim Berberisbeerholze, wie — Tannenholze, wie — Aprikoſenbaumholze, wie — Schottendornholze, wie ——O 2 —+ G Es ſcheint, daß je geſchwinder das unmittelbare Sonnenlicht auf die Hoͤlzer wirkt, deſto groͤßer iſt der merkliche Unterſchied in der Wirkung auf ſie. Das Ber⸗ berisbeerholz und das Schotendornholz, welche durch die Wirkung des Sonnenlichts ſo geſchwind veraͤndert wer⸗ den, geben einen Unterſchied von 1: g9, oder von 1:12, da er beim Tannen⸗ und Aprikoſenholze nur wie: S iſt. Gleichwohl werden die beiden erſten Hoͤlzer nach 3— 4 Minuten in ihrer Farbe veraͤndert, es braucht aber 3 ja wohl 1 Stunde Zeit, eh dieſe Veraͤnderung durch dieſen Weg bei den Leztern bewirkt wird. Dieſe Erſcheinung iſt gewiß ganz ſonderbar, zeigt aber, daß die Verwandſchaften, um ſich in gewiſſen Fäl⸗ len zu entwickeln, erfordern, daß die Koͤrper, welche dieſe Verwandſchaften mit einander haben, einen gewiſſen Grad von Kraft beſitzen muͤßen, um ſie verwirklichen zu koͤn⸗ nen; welches bei andern nicht erforderlich iſt. Sonſt nimt man dieſe Erſcheinung bei verſchiedenen andern che⸗ miſchen Miſchungen auch wahr. 9. Von der Wirkung des durch verſchiedene durch⸗ ſichtige Koͤrper durchfallenden Sonnenlichts, in Veraͤnderung der Farbe der Hoͤlzer. Es war eine Reizung fuͤr die Neugier zu ſehen, was das Sonnenlicht auf die Hoͤlzer fuͤr Wirkung aͤußern wuͤrde, T wänd, dwchſü antc dn rnadülle ae De vnn foir fad mm Reg qb ic w dos Hl de C der Ob botnung hanähue dad ſt kung iie ſens ſ ſerude deſe ſ d M fulige de pf düdi Aſater viien . ngegeber ne 4„ daß die Nit l4 f 1 Gesicht ſc ————. das unmitete ſto grißtt it ff ſſe. Dud welche dorg! d veränden „oder von lin nur wie 1: ſ lzer nach;-, raucht abe rung ducch d ſonderb, in gewiſen i rper, weſcked en gewiſenben nieklichen uin ich iſ. Lii emen anden ciederedi nenlicht, hül zil⸗ jer zueen Pitkung üß wlen ——e Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. wuͤrde, wenn es durch eine ziemlich dicke Waſſermaſſe durchfaͤllt. Ich legte daher ein Stuͤck Berberisbeerholz unter einer meiner bereits beſchriebenen und mit Waſſer angefuͤllten Flaſchen in die Sonne. Erſt nach Verlauf einer Viertelſtunde fing das Holz darunter an braun zu werden. Als ich das Waſſer mit Karmin roth gefaͤrbt hatte, fing das Braunwerden des Holzes unter einer an⸗ dern dergleichen Flaſche erſt nach 20 Minuten an, und als ich mit Lakmus violetgefaͤrbtes Waſſer nahm, ſo ward das Holz gar erſt nach Verlauf von 50 Minuten veraͤn⸗ dert. Sonach 1) Verhielt ſich das Sonnenlicht zu dem durch das gemeine Waſſer durchfallenden Lichte ohngefehr, wie 1 15. 2) und zu dem durchs rothe Waſſer fallenden Lichte, wie 1:6. 171 3) und endlich zu dem durchs violette Waſſer fallen⸗ den Lichte, wie 1: 16. Ob dieſer Unterſchied von dem Unterſchiede der Er⸗ leuchtung, oder von der beſondern Eigenſchaft des Strahls herruͤhre, weiß ich nicht: indes ſcheint mirs, wie ich auch ſchon gemerkt, daß der Unterſchied in der Erleuch⸗ tung eine große Wirkung hervorbringen muß. Wenig⸗ ſtens iſt er doch wie: 5, wenn das Licht durch Glaͤ⸗ ſer und gemeines Waſſer faͤllt; alſo ruͤhrt der Unterſchied dieſer Verhaͤltniß bei den uͤbrigen Strahlen entweder von den Materien her, die man im Waſſer aufloͤßt, um ein farbiges Licht hervorzubringen, oder von der Wirkung des gefaͤrbten Strahls, der ſich mit dem Holze verbindet. Doch duͤrfte es wohl noch eher ſcheinen, daß dieſe beiden Urſachen ſich vereinigen, um zuſammen auf das Holz zu wirken, und dies zu glauben, wird man verleitet, wenn man ——j— 172 Sechſte Abhandlung. man den erſtaunenden Unterſchied uͤberdenkt, der ſich beim Einfluſſe des violetten Lichttrahls zeigt; dieſer zeigte ſich beim Gruͤnfaͤrben der Blaͤtter ſo ſtark, und iſt gleichwohl bei den Stengeln der ſeiner Wirkung ausgeſetzten Pflanzen ſo ſchwach, wenigſtens wriß man, daß die Stengel weit holzigter ſind, als die Blaͤtter. Da ſonach dieſer Strahl ſo maͤchtig auf die Blaͤtter wirkt, um ſie gruͤn zu faͤrben; ſo iſt auch einleuchtend, daß er auf die Veraͤnderung der Blaͤtter die ſchwaͤchſte Wirkung thun muͤße. Nachdem ich beobachtet hatte, was ein durchs Waſ⸗ ſer fallendes Sonnenlicht auf die Farbe der Hoͤlzer fuͤr Veraͤnderung hervorbringt; ſo forſchte ich auch den Wir⸗ kungen des durch Glastafeln fallenden Lichts nach. Ich waͤhlte dazu beſtaͤndig das Berberisbeerholz, weil es das Holz iſt, auf welches das Licht am ſtaͤrkſten und geſchwin⸗ deſten wirkt. Ich bedekte dieſes Holz anfaͤnglich mit den Glastafeln ſo, daß ſie es beruͤhrten. 1) Unter einer 1 inie dicken Glastafel fing die Ver⸗ aͤnderung nach 4 Minuten an. 2) Unter 2 Glastafeln von 1inie in der Dicke, nach 5 Minuten. 3) Unter 3 Glastafeln von 1 Linie in der Dicke nach 5½ Minute. 4) Unter 2 Tafeln, welche eine Dicke von 3 Linien hatte, nach 7 Minuten. 5) Unter einer blauen 3 Linien dicken Glastafel nach 2 Stunden. 6) Unter einer gruͤnen 3 Linien dicken Glastafel nach 4 Stunden. Aus dieſen Verſuchen erhellt, was fuͤr einen ſtarken Einfluß die Natur des Glaſes auf dieſe Veraͤnderung hat. Zwei d d zeud denu zu, ſnd, d nilſſen d Vd gd d Kane bor a Dies keicht; daher ſchieden einemv linnah Hierauf benertt fug wig gachen Tem unter andern Soh Binde tiete fnn an ide kinnn, kan A de Va g. dentt, drſtn t, dieſe pion und iſtgeie geſttzten ian die Stenzin ſonah deſe en ſeegrunzuſit e Varindauun muͤße. ſas ein durche rbe der Hihr ich auch ded ſichts nat. eerholz, veild kſten und git⸗ anfaͤnglic nid stafel ſigdieh in der diche inie in ded dicke von z en Glcttiln dichn bot Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 173 Zwei Glastafeln, die eine Dicke von 3 Linien haben, legen dem Einfluße des Lichts eine groͤßere Hinderniß in Weg, als 3 Tafeln, jede 1 Linie dick. Je ſchoͤner die Glastaſeln ſind, deſto weniger ſchwaͤchen ſie die Wirkung des Lichts, weil ſie weniger Strahlen zuruͤkwerfen. 10. Von der Einwirkung des Sonnenlichts durch Koͤrper, welche undurchſichtig zu ſeyn ſchei⸗ nen, auf die Farbe der Hoͤlzer. Faͤllt das Licht nur blos durch durchſichtige Koͤrper? Kann es ſich ſonſt nicht verbinden, als wenn es unmittel⸗ bar auf die ſeiner Wirkung ausgeſetzten Koͤrper wirkt? Dies waren Hauptſragen, und ihre Aufloͤſung nicht ſo leicht; indes verzweifelte ich nicht daran. Ich nahm daher ein Stuͤck Tannenholz und umwickelte es an ver⸗ ſchiedenen Stellen bald mehrere, bald wenigere Male mit einem violetgefaͤrbten Bande. Zuerſt umwickelte ich es nur einmal, dann 2, dann 3, hierauf 4, und endlich bis auf 6 mal. Hierauf brachte ich dieſes Stuͤck Holz an die Sonne und bemerkte nach einigen Tagen, daß das violette Band an⸗ fing weiß zu werden, ob es gleich mit einem andern der⸗ gleichen Bande uͤberwickelt war, das ſchon vom zweiten Tage an, ſehr weiß war. Auch bemerkte ich, daß das Holz unter dieſen Baͤndern bald anfing ſich ein wenig zu ver⸗ aͤndern. Endlich fand ich nach 3 Monaten, daß das Holz unter der Dicke, welche 3 uͤbereinandergewickelte Baͤnder haben konnten, veraͤndert worden war, auch das vierte unter dieſer dreifachen Umwickelung liegende Band, fing an, ſich ſo, wie das Holz zu veraͤndern. Indes hat in der Farbe des Holzes keine Veraͤnderung ſtatt haben koͤnnen, wenn es mit einer vierfachen Dicke der umwickel⸗ ten Baͤnder bedekt war. Unter Einer Einwickelung war die Veraͤnderung vollſtaͤndig, unter zweien ſehr ſtark, unter drei ————— *—— ͤͤ 1 174 Sechſte Abhandlung. dreien ſchon ſchwaͤcher, und unter vieren gar nicht zu be⸗ merken. Vielleicht wird man mir einwenden und ſogen, das Licht dringe durch die Zwiſchenraͤumchen der Baͤnder. Hieran zweifle ich auch nicht, ja es iſt grade das, was ich erweiſen wollte. Es iſt offenbar daß nicht alle Strahlen zuruͤkgeworfen werden ſondern viele fallen durch und verbin⸗ den ſich, auch iſts wahrſcheinlich, daß alle nicht zuruͤkge⸗ worfene Strahlen ſich mit dem Koͤrper, der von ihnen durch⸗ drungen iſt, verbinden. Aber die Baͤnder ſind von lockerm Gewebe. Folg⸗ lich war zu unterſuchen, ob ein dichteres Gewebe dieſelben Erſcheinungen darbieten wuͤrde. Ich waͤhlte alſo ein dichters, naͤmlich Papier, und zwar von verſchiedenen Arten. Meine Verfahrungsart dabei war folgende: Ich nahm eine 3 Schuh lange Schiene aus Tannenholz theil⸗ te ſie in 17 gleiche Raͤume, und bedekte wechſelsweiſe einen ſolchen Raum mit einem Streiſen Papier, der ver⸗ ſchieden gefaͤrbt war, und zwar ſo, daß ein Theil eines ſolchen Raums mit 2, der andre aber nur mit einem Pa⸗ pierſtreifen bedekt ward. Die Seite der Schiene, wo das Papier doppelt uͤbereinander lag, war fuͤr jede der Theilungen die naͤmliche. Dieſe Papierſtreifen waren an beiden Enden durch Zwirnfaden, die an 2 Stecknadeln⸗ ſpitzen befeſtigt waren, feſtangezogen, ſo daß ſich nicht leicht vermuthen ließ, daß die aͤußere Luft darunter ſtrei⸗ chen konnte. Nach Verlauf eines Jahrs hatte das ſchwarze Pa⸗ pier in ſeiner Farbe gar keine Veränderung erlitten, und das damit bedekte Holz hatte auch ſeine vorige Weiße behalten. Das violette Papier verlor alle ſeine Farbe, ſelbſt der durch den erſten doppelten Ueberzug dieſes Papier be⸗ dekte gedapi dich wer ſoben de nahd ſ ⸗ geweſen D ſtelt ge Povier dem ei veränd ein wer D eeier Fe gar nicht Da nend u Etle, der, i nich d deige dr St däten h ng. ten gi iütn ncen der d ſſt grade de nictaleenn en durchund te alle nich z der vonihnend den und ſunn in Gewebe.„ 5Gewebe diſ h wahlte d von verſci war ſolgene Tannengal 6 ekte wechſäti n Papier, R s ein Theln ur mit einen der Schin war fuͤr fe rſtreiſen won⸗ n Skecktät deß ſchi uſt darunte 16 ſchweren ung etlitmn g vorige d Kne grb dioſe gcyi diſſs V d 1 Vom Einſluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 175 dekte Theil war weiß, und das Holz durchgaͤngig gelb ge⸗ worden, beſonders aber der nur von einem einfachen Pa⸗ pieruͤberzuge bedekte Theil. Das gruͤne Papier hatte einen Theil von ſeiner Farbe behalten. Uinterdeſſen hatte doch das bedektgewe⸗ ſene Papier einige Veraͤnderungen in ſeiner Farbe erlitten: doch war das Holz an der Stelle, wo es nur mit dem ein⸗ fachen Papierſtreifen bedekt geweſen war, veraͤndert, ob⸗ wohl ſehr wenig, an der aber, wo's doppelt uͤberzogen geweſen, ganz und gar nicht. Das gelbe Papier war an der dem lichte blos ge⸗ ſtellt geweſenen Stelle ganz verblichen, an der mit dem Papier ſelbſt bedekt geweſenen, aber gar nicht. Das mit dem einfachen Papier uͤberzogene Holz hatte ſeine Farbe veraͤndert, wo's aber doppelt bedekt geweſen war, nur ein wenig. Das rothe Papier hatte wenig Veraͤnderung in ſeiner Farbe erlitten, das damit bedekt geweſene Holz aber gar nicht. Das weiße, ſtarke hollaͤndiſche Papier war ausneh⸗ mend rothbraun geworden; auch war das Holz an der Stelle, wo es nur einmal damit bedekt geweſen, veraͤn— deni, aber an der doppelt damit uͤberzogen geweſenen, gar nicht. Das graue Loͤſchpapier hatte die Farbe des Holzes weniger, als die andern erhalten; indes war ſie doch an der Stelle am wenigſten veraͤndert, wo ſie mit dem dop⸗ pelten Papiere bedekt geweſen war. Die unbedekten Zwiſchenraͤume der Schiene hatten alle die naͤmliche Farbe angenommen; doch iſt bemerkens⸗ wuͤrdig, daß das Licht nicht nur auf den unbedekten Theil gewirkt 176 Sechſte Abhandlung. gewirkt hatte, ſondern auch ungefaͤhr einer Linie breit auf den bedekten. Vom Entfaͤrben der Papiere will ich hier nichts er⸗ waͤhnen, ſondern werde davon anderswo reden. Vom Einfluße der verſchiedenen Farben wage ich nicht zu ſpre⸗ chen, weil die faͤrbende Materie und das Papier bei den verſchiedenen beſchriebenen Verſuchen nicht dieſelben wa⸗ ren, es auch nicht ſeyn konnten. Indes ſieht man deut— lich, daß in allen den Faͤllen, wo die faͤrbende Materie zerſtoͤrt worden, und das Licht durchs Papier ins Holz hat dringen koͤnnen, es Spuren von ſich zuruͤckgelaſſen hatte. Dies beweiſt ſehr ſtark„) daß das licht ziemlich dichtes Gewebe durchdringen kann, dergleichen ein Blatt Papier iſt, ja ſogar ſehr ſtarkes Gewebe, dergleichen zwei Blaͤtter Papier ſind; 2) daß es dagegen aber auch wel⸗ che gibt, die es nicht zu durchdringen vermag, als wie das ſchwarze und rothe Papier; 3) daß es gefaͤrbte Pa⸗ piere durchdringt, wenn es die Farbe, die ihm den Durch⸗ gang verſchloß, zerſtoͤrt hat; 4) daß es ſeine Eigenſchaf⸗ ten nicht verliert, wenn es durch dieſe Zwiſchenraͤumchen geht, weil es auf die Hoͤlzer eben ſo wirkt, als ob es grade aufgefallen waͤre, und endlich 5) daß es nach Verlauf einer laͤngern Zeit eben die Wirkungen hervorbringt. Dieſe Verſuche zeigten mir, wie das unter dem Oberhaͤutchen der krautartigen Blaͤtter liegende Zellge⸗ webe, durch die Verbindung des dieſes Oberhaͤutchen durchdringenden Lichts gruͤn gefaͤrbt werden koͤnne: denn da die Verbindung vor ſich geht, wenn das licht durch eine, ja ſogar durch mehrere Glastafeln faͤllt, da die Pflanzen ſich gruͤn faͤrben, wenn ſie unter Glas⸗ ſcheiben erzogen werden, da weiße Hoͤlzer unter ſolchen Glastafeln, unter dreifacher Bedeckung von Baͤn⸗ dern und unter gefaͤrbten Papieren braun werden; um wie dl eulct Pütt u Wman ſh lüm fa m dar wtde R di davon her n barut ug waed dinne iſ tsbeh ſegr, Aihls a ger gii rung an doch mart ſaben, do ſen, we iſe es indo )di Nn ſebechtw dandenn fuſewege daet ded ſijgen drröinde unnee Jäteg, ſch de 1 brude del de, teni de Gel dher Sendi ng. einer(nie h 1 lith hirnin ewo reden. ge ich nich un das Papier nicht diſete: des ſeht nnd (e färbende M 8 Papier ins ſich zurckgi gdaslicht jeme rgleichen ein de he, derglachng gen aber zuhn vermag, abn aß es gefätten die ihm den den s ſeine Egenti Iviſchentunte kt, als bs es nach Va hervorbiin ie das unter ir rliegende 30 ſes Oberfürt t werden ine „ wenn 1 Glastafete u n ſe untebi lcer unnſtn kung den d aun verde, 1 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 177 wie viel eher wird nicht das Licht in das Zellgewebe der Blaͤtter und Stengel der kraͤuterartigen Pflanzen drin⸗ gen und ſich mit ihm verbinden? Ich machte mir aber Hofnung, noch weiter zu ge⸗ hen und durch direkte Verſuche darzuthun, daß das Licht durch die Rinde der Baͤume auf das Zellgewebe wirke, und daß davon ſeine gruͤne Farbe herruͤhre. Ich ſchaͤlte da⸗ her von einem Aſte des gemeinen Hollunders(Sam- bucus nigra Linn. Le Sureau) ein Stuͤck Rinde ab. Ich waͤhlte dieſe Rinde um deswegen dazu, weil ſie ziemlich duͤnne iſt. So friſch legte ich ſie auf ein Stuͤck Berbe⸗ risbeerholz, uͤber das ich noch ein Stuͤck von ſeiner Rinde legte, aber dieſe Rinde verminderte die Wirkung des Lichts auf das Holz betraͤchtlich; denn nach ziemlich lan⸗ ger Zeit konnte ich mit ziemlicher Muͤhe einige Veraͤnde⸗ rung an dem bedekten Holze wahrnehmen, indes war ſie doch merklich, weil die Riaden ein ſehr lockeres Gewebe haben, doch mußte dieſe Veraͤnderung auch ſehr geringe ſeyn; weil 1) das Licht im Verhaͤltniß der Hinderniſſe, die es in der Rinde antraf, nur ſehr kurze Zeit wirkte; 2) die Rinde nicht vollkommen feſt am Holze anlag; 3) ſie feucht war, und wir wiſſen, daß die Feuchtigkeit den Veraͤnderungen, welche die Farbe der Hoͤlzer vom Ein⸗ fluſſe des Lichts leidet, ſchadet; 4) das Zellgewebe viel zarter, als das Holz, folglich der Einwirkung des lichts faͤhiger iſt; 5) die Rinde, da ſie gruͤn war, das Licht verbinden und eine zu kleine Quantitaͤt durchfallen laſſen konnte; die gruͤnen Blaͤtter aber verbinden es immer eine Zeitlang, wenn ſie gleich abgeſchnitten ſind. Wenn end⸗ lich die gruͤne Farbe des Zellgewebes, in denen des Lichts beraubten Zweigen ſich erhaͤlt, ſo ruͤhrt dies davon her, weil die einmal erzeugte gruͤne Farbe im Zellgewebe ſo wenig verſchwindet, als in den Blaͤttern; auf der andern Seite aber haben alle Aeſte oder Zweige, die im Finſtern Senebier 2. Th. — y——öö vegetirt ——————— —— 178 Sechſte Abhandlung. vegetirt haben, ein eben ſo gelbes Zellgewebe, als die daran haͤngenden bleichſuͤchtigen Blaͤtter. Ich muß noch beifuͤgen, daß wenn man die Rinde auf dem Holze liegen laͤßt, das man mittelſt des die Rinde durchdringenden Lichts faͤrben will, der Verſuch bald aufhoͤrt, buͤndig zu ſeyn; weil, wenn die Rinde trocken wird, ſie ſich nicht mehr genau an das Holz, auf das man ſie legt, an⸗ ſchließt, ſon dern ſie bekoͤmmt Riſſe, ſpringt auf und ſchrumpft zuſammen. Sonach wirds alsdann faſt unmoͤglich, aus dem, was ſich, dieſen Gegenſtand Betreffendes, beobach⸗ ten laͤßt, einen buͤndigen Schluß zu folgern. 11. Von der Wirkung des durch mehrere in ver⸗ ſchiedenen Entfernungen von einander an⸗ gebrachten Glastafeln durchfallenden Lichts auf die Hoͤlzer. Man muß ſich hier an die Beſchreibungen des zu dieſen Verſuchen von mir ausgeſonnenen Kaſtens erinnern, oder ſie im iſten Abſchnitte wider nachleſen. Er ward 3 Monate lang der Sonne ausgeſetzt und ich beobachtete anhaltend die Einwirkung des dichts auf ihn. Folgen⸗ des ſind meine Wahrnehmungen: 1) Der untere, dem Lichte unmittelbar blosgeſtellte Theil dieſes Kaſtens, ward braun. 2) Der Theil des Tannenholzes, welcher hinter der erſten Glastafel liegt, war faſt eben ſo gelb geworden, als jener der unmittelbaren Wirkung des Lichts ausgeſetz⸗ ter, und die folgenden Theile waren immer um ſo min⸗ der gelb oder vom(ichte veraͤndert, als es durch eine groͤſ⸗ ſere Anzahl von Glastafeln von ihm abgehalten worden war, aber auch der Theil vom Tannenholze, welcher hin⸗ ter fedm tngerne gqct der mnd gh dnoerg Geirke hüben Tät an ſed 9 don lie ſchinte ng. p elgene 1n cer enn man didih unſt ds de derlchbodaute trocken vid ſ s man ſe lgt, graufundſchu faſt unmäglch, kreffendes,han lgern. ümehrere n einander i chfallende er. hreibungen n Kaſtens eine hleſen. En nd ich beldet nuf ihn. A eäbor bbegii s, welche ſt ſo gebbennd es lichts de mmer un e es durcheſen tizem dlce npolx welt Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 179 ter dem neunten und 11 ½ Zoll von der erſten Glasſcheibe entfernten Glastafel ſich beſindet, und auf weſchen das dicht durch alle dieſe Glastafeln wirkte, dieſer ſo entfernte und geſchuͤtzte Theil zeigte noch leichte Spuren der Ver⸗ aͤnderung. 3) Das obere Bret des Kaſtens, welches dem un⸗ tern gegenuͤber ſteht und nur von zuruͤkgeworfenen dichte hat beleuchtet werden koͤnnen, war in ſeiner Farbe unend⸗ lich weniger veraͤndert. 4) Der Theil vom Kaſten, der beſtaͤndig im Schat⸗ ten geweſen war, iſt in ſeiner Farbe mehr veraͤndert wor⸗ den, als der obere Theil, und man ſieht daran, wie die Gewalt der braunen Farbe,— die durchgaͤngig lebhafter iſt, wo das Licht unmittelbar wirkt,— die Grenzen des Schattens abgezeichnet hat. Endlich ſtehen auch die Spuren der Einwirkung des Lichts auf das Bret, von dem die Rede iſt, mit der Staͤrke der Wirkung des Lichts und ſeiner Dauer im Ver⸗ haͤltniß. In denen der unmittelbaren Einwirkung des Lichts ausgeſetzten Theilen hat mirs geſchienen„betrage ſie ꝛ8 einer Linie. 12. Beſondere Beobachtungen. Wohl abgehobelte und abgeglaͤttete Hoͤlzer werden vom Lichte geſchwinder veraͤndert, als rauhe. Das Licht ſcheint erſtere in mehrern Punkten zu treffen, und da ſie weißer ſind, ſo muͤßen auch die Veraͤnderungen welche ſie erleiden, ſichtbarer ſeyn. 4 Verfaulte Hoͤlzer ſtellen beſondere Erſcheinungen dar. Die erſt zu faulen anfangen, werden vom Lichte bei⸗ N 2 nahe 180 Sechſte Abhandlung. nahe eben ſo ſehr, als andre, veraͤndert; wenn ſie aber ganz in Staub zerfallen, dann leiden ſie gar keine, oder doch ſehr geringe, Veraͤnderung. 13. Welches iſt der Theil des vegetabiliſchen Koͤr⸗ pers, der vom Lichte veraͤndert wird? Man weiß, daß die abgeſchnittenen Blaͤtter im Sonnenlichte bleichen. Ich habe dies beobachtet, und die Urſache davon geſucht anzugeben. Die Fruͤchte fau⸗ len ebenfalls, wenn ſie, nachdem ſie zur Reife gekommen, dem Sonnenlichte ausgeſetzt bleiben, und verlieren dabei ihre Farben. Dies iſt aber das nicht, was wir hier zu unterſuchen haben; ſondern ich wuͤnſche zu entdecken, wel⸗ ches die feſten Theile der dem Lichte ausgeſetzten Pflanzen ſind, welche die an den Hoͤlzern wahrgenommene Veraͤn⸗ derung erleiden. Sonach habe ich mich nur damit abge⸗ geben, die Theile zu beobachten, welche mit den Hoͤlzern analogiſch ſind, oder welche dazu zu gehoͤren ſcheinen. Zuerſt betrachtete ich 1) Die Rinde, und beſonders die vom Berberis⸗ beerholze. Ich beobachtete bei dieſen Verſuchen eben das Verfahren, als wie bei jenen mit den Hoͤlzern. Ich be⸗ merkte alſo, daß der braune Theil der Rinde und ihr Ober⸗ haͤutchen vertrokneten, wenn ich ſie der Sonne ausſetzte, daß Letztere nach mehrern Stunden keine andre Veraͤn⸗ derungen in ihnen hervorbrachte, als ſolche, die aus dem Vertroknen der Rinde und des Oberhaͤutchens entſtehen konnten, daß aber Leztere nach Verlauf ziemlich langer Zeit ausbleichten und ſich blaͤtterten. 2) Das Zellgewebe der Rinde ward, ſo lange es feucht war, in ſeiner Farbe nicht veraͤndert; ſo bald es aber 81 tbe vo pue „ un drf Shend titlndo dndet. 4) wind and wenng: kane D Varind Aſron miſet Eorge, hen blie fieng, W an in dem di udendͤdch hümach d Sennea prinedy dw lich m färt nigten böe uug in Dahe ſurmge don alen ten dhl nc. t; wenn ſe ſſe gar kein, a ktabiliſchen. dert wird? ttenen Bläͤln s beobachte, Die Fruͤcht rReiſe gekonn und verlierende „was wir it, ezu entdecke, geſetzten Pfun enommene Pii h nur damttch e mit den hi hoten ſcheina ie vom Bali erſuchen eba dägern. Nh nde und iſtl Sonne auuit ne andee Ai iche, die zue utchens eftn f ziemich u votd, d ln nat, h 16 — ——— ——— —j——— Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 181 aber trocken wurde, bekam es erſt eine gelbe, dann eine graue Farbe, ſo wie der geroͤſtete Hanf. 3) Der Splint, der am Berberisbeerholze der am ſtaͤrkſten gelbgefaͤrbte und am Tannen⸗ und braunen Hoͤlzern der weißeſte Theil iſt iſt auch beſtaͤndig derjenige, welchen das Licht am wenigſten und am langſamſten ver⸗ aͤndert. 4) Das roͤthliche Mark des Berberisbeerholzes wird an der Sonne ziemlich braun, das weiße aber ſehr wenig: das vom gemeinen Holunder leidet beinahe gar keine Veraͤnderung, ſelbſt nach ſehr langer Zeit nicht. Der Verſuch, den ich anſtellte, ließ mir uͤber dieſe Veraͤnderungen keinen Zweifel uͤbrig. Ich nahm einen Aſt vom Berberisbeerſtrauch, der einen Zoll im Durch⸗ meſſer hatte, ſchaͤlte ein Stuͤck davon, und trug dabei Sorge, daß einige Stellen der Rinde ohne Oberhaͤut⸗ chen blieben, daß an andern das entbloͤßte Zellgewebe an⸗ hieng, daß wieder andre ohne dieſes Zellgewebe waren, daß an andern ein Stuͤck von dem gelbbraunen Theile, in dem die eigentlichen Gefaͤße liegen, daran haͤngen blieb, und endlich, daß ich Kerben von verſchiedener Tiefe ins Holz machte. Waͤhrend einer Zeit von 7⸗8 Stunden, daß die Sonne auf dieſen Aſt ſchien, vertroknete alles daran; der gruͤne Theil litt aber beinahe gar keine Veraͤnderung, denn das Licht muß ſchon viel laͤngere Zeit darauf wirken. Der am ſtaͤrkſten gelbgefaͤrbte Theil der Rinde oder der am we⸗ nigſten Splint war, fing an braun zu werden: hernach aber wuchs die Veraͤnderung, in Anſehung der Intenſion, im Verhaͤltniß der Geſchwindigkeit, mit der ſie ſich hatte ſpuͤren laſſen, indem ſie ſich dem Holze naͤherte. Ich urtheilte von allen dieſen Beobachtungen, weil ich ſie mit aͤhnli⸗ chen Theilen an Zweigen von Berberisbeeren, die ich mit M 3 einer 18² Sechſte Abhandlung. einer duͤnnen Bleiplatte bedekte und der naͤmlichen Waͤr⸗ me ausſetzte, verglich, ſo daß ich die Schlußfolgerung nicht habe hezweifeln koͤnnen. Es folgt alſo hieraus deutlich, daß der holzige Theil der Pflanzen der iſt, welcher unter allen ihren Theilen in ſeiner Farbe vom Lichte am meiſten veraͤndert wird, und dann, daß das alteſte Holz am ſtaͤrkſten angegriffen wird. 14. Von der natuͤrlichen Beſchaffenheit des Theils an Pflanzen und an Hoͤlzern, der vom Lichte veraͤndert wird. Alle Theile der Pflanzen, und beſonders der Hoͤl⸗ zer, ſind aus zwei Materien zuſammengeſetzt, die vor mehrern andern ſehr bemerkungswuͤrdig ſind: die eine iſt im Waſſer aufloͤsbar, und man nennt ſie ausziehbar (extractiue), die andre iſt im Weingeiſte aufloͤslich und heißt harzig(relineuſe), oder harzig⸗ ausziehbar (refino-extrsctive). Die von mir bereits beſchriebenen Verſuche zeigen, daß der harzige Theil vom Lichte am meiſten veraͤndert werden muß, weil der holzige Theil, der am harzigſten iſt, auch der iſt, deſſen Farbe durch die Einwirkung des lichts am ſtaͤrkſten veraͤndert wird; da aber eine Wahrnehmung kein Beweis iſt, ſo habe ich die Gewißheit meiner Muthmaßung zu beweiſen geſucht. Legt man in rectificirten Weingeiſt Berberisbeerholz, — das aber in ganz duͤnne Stuͤckchen zerſchnitten ſeyn muß, damit es der Weingeiſt recht durchdringen kann,— er⸗ neuert ihn ſo lange, bis er vom Holze nicht weiter gelb gefaͤrbt wird, und bis das Holz ſelbſt eine graue Farbe angenommen hat, nimt es hierauf aus dem Weingeiſte heraus, läßt es troknen, legt es dann nach meiner ge⸗ woͤhnlichen Methode, in die Sonne, ſo daß man einen Theil W dahe mmmiteb wedc ſerſte dhu 1 Eerel t nimicher oWnge, do de ſtyel geber, t dh Paſee geit, u ſcheint llibend rchpft de dedem Pargi daßen Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 183 initad Theil davon durch eine doruͤber gelegte Bleiplatte vor der vchlußfige ſdemg unmittelbaren Einwirkung des Sonnenllichts ſchützt; ſo wird man bemerken, daß dieſes Holz, welches zuvor ſich ſo geſchwind und ſtark veranderte, weiter keine Veraͤn⸗ er holt ledn derung in ſeiner Farbe leidet, man mags auch an der ihren di Sonne liegen laſſen, ſo lange man nur will. indert widd, unegrffer Legt man aber dieſes Holz mit Beobachtung des naͤmlichen Verfahrens ins Waſſer, erneuert das Waſſer heitdes dfe ſo lange, bis das Holz es nicht weiter faͤrbt; und legt als⸗ vonitt dann dieſes Holz an die Sonne; ſo wird es ſeine Farbe ſchneller, als das gewoͤhnliche, veraͤndern, ob es gleich gelber ausſieht, wenn ihm auf ſolche Art ſein ausziehba⸗ onders de h rer Theil entzogen worden. geſetzt, dim. Wind. d tmei Legt man endlich das naͤmliche Holz, aus dem das Waſſer den ausziehbaren Theil ausgezogen hat, in Wein⸗ ſe auszichhe 3 1 3 2 V geiſt, und laͤßt alle Harztheile,— welche es alsdann leichter bui ltn ſcheint fahren zu laſſen,— ausziehen, ſo wird der uͤbrig⸗ f. 3 be bleibende Theil dieſes durch Waſſer und den Weingeiſt dum Kit erſchoͤpften Holzes vom Lichte nicht ferner braun gefaͤrbt. tholſge di Die Raſpelſpaͤne von dieſem Holze veraͤndern ihre en zen 5 Farbe im Lichte ſo, wie das Holz ſelbſt. Hat aber der 4 randen 3 Weingeiſt aus ihnen alles ausgezogen, was er darin hat iſt, ſ ſant aufloͤſen koͤnnen; ſo kann das Licht ſie nicht braun faͤrben: weiſen gtt doch geſchieht dies, wenn man dieſe Spaͤne lange im Waf⸗ — ſer hat maceriren laſſen. Ich habe dabei die Vorſicht ge⸗ erberitn braucht, es ſehr oft zu erneuern, um die Gaͤhrung zu ver⸗ nitten eynna huͤten. n kann,= d icht weingl Der im Weingeiſt aufloͤsbare Theil iſt alſo der Theil ne graue gr 4 des vegetabiliſchen Koͤrpers, den das Licht angreift. dem Vengiſe durch aber dieſer Beweis ſeine ganze Vollſtaͤndigkeit er⸗ ncch meiner ge halt, beſteht in folgendem: 1) der Theil, der vom Lichte 4 duß man 9 M 4 gefaͤrb⸗ — ſͤͤ1—“ 184 Sechſte Abhandlung. gefärbten Blaͤtter iſt auch der im Weingeiſte aufloͤsbare Theu, wie ich noch zeigen werde; 2) die Wirkung des Sonnenlichts entzieht der Tinktur aus dem Holze mit dem Weingeiſte die Farbe gaͤnzlich. Sonach wirkt die Son⸗ ne auf gleiche Art auf den naͤmlichen Koͤrper, er mag nun in dem Holze, als ſeinem natuͤrlichen Sitze, oder im Wein⸗ geiſte, der ihn den erſtern entzieht, vorhanden ſeyn; 3) dieſe Tinktur behaͤlt ihre Farbe im Dunkeln, wenn man ſie darin gleich in demſelben Grade von Waͤrme erhaͤlt, welcher der Sonnenwaͤrme gleich iſt. 15. Thatſachen, zu Beſtaͤtigung des Vorherge⸗ henden. Da der Splint weniger Harztheile enthaͤlt, als das vollkommene Holz, aus dem ſonach auch der Weingeiſt weniger Harz auszieht,— wie die Farde der Tinktur be⸗ ſonders aber der Verluſt, den die im Weingeiſte gelege⸗ nen Hoͤlzer in ihrem Gewichte leiden, beweißt,— ſo muß⸗ te auch ſeine Farbe vom Lichte weniger angegriffen wer⸗ den, weil er weniger Theile enthaͤlt, auf welche es wirken kann. Dies ließ uns die Vernunft muthmaßen, und eben dies lehrt uns auch die Erfahrung, wie ich bereits geſagt habe. Mit Firniß uͤberſtrichene oder mit weſentlichen Oe⸗ len getraͤnkte Hoͤlzer wurden mir am Lichte geſchwinder und ſtaͤrker braun, als die andern, weil durch dieſes Ver⸗ fahren die Harzcheile, mit denen das Licht ſo viel Ver⸗ wandſchaft hat, vermehrt wurden. Ich habe den Verſuch mit Genauigkeit angeſtellt. Ich beſtrich die Hoͤlzer mit Hauſenblaſe in Weingeiſt auf⸗ geloͤßt. Auf dem Tannenholze haftete der Firniß recht gut, außer um einen Aſt herum. Aber ganz unmoͤglich ward 8 radric barcbeh tiun Sc Esdt ede nd dr Ln ipni umdie de ſtlägt in We achät wmihn 3 beeth jitron ohgleic duch beraͤnde ſhütht, dyeile reit grif da hr w a rusaden deen witkun venn m ſims a dr dom dleſine umwict Tänxi unr um Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 185 iſeas dufttc.. 3 den ward mirs, es dahin zu bringen, daß er auf dem Ber⸗ Hen 33 1 berisbeerholz gehaftet haͤtte, er zog ſich hinein, wie in e mitd witk 1 einen Schwamm, und blieb nicht auf der Oberflaͤche ſitzen. r, er tien Es duͤrfte ſcheinen, dies komme von der ſehr großen Men⸗ dr wan ge des in dieſem Holze vorhandenen Harzes her, welches oder im W zunie der Weingeiſt erf daunlich leicht aufloͤßt. Wenigſtens daſes ern ging mirs mit dem Tannenholze ſo; dieſes firnißte ich wennn die Aeſte herum, wo der Terpentin gewoͤhnlich aus⸗ Wärmen ſe lagt. Es folgt alſo weiter hieraus, daß je mehr— zwar im Weingeiſte leicht— aufloͤsbare Theilchen ein Holz enthaͤlt; deſto ſtaͤrker wirkt auch das licht auf ſelbiges, 6 Vorfe um ihm ſeine Farbe zu entziehen. Zieht man aus dem rindigten Theile des Berberis⸗ nthält, ieie beerholzes mit Weingeiſt eine Tinktur aus, ſo iſt dieſe der Wainaſ zitrongelb, ſie entfaͤrbt ſich aber an der Sonne geſchwind, der dinkn obgleich der rindigte Theil, aus dem ſie gezogen wird, ingi dip durch die Einwirkung der Sonne an ſeiner Farbe ſchwer ßt,— ſin veraͤndert wird, welthes vermuthlich deswegen nicht ge⸗ zgegrifen un ſchieht, weil die Harztheilchen alsdann dem ausziehbaren elche svin Theile der Rinde anhaͤngen, dieſer aber in der Rinde in hmaßen, n weit groͤßerer Menge vorhanden iſt, als im alten Holze. vie ich kat Das Harz iſt eins von den vollkommenſten Produkten der Natur, und das letzte, welches ſie im Ueberfluſſe ausarbeitet. Dieſer ausziehbare Theil wickelt uͤberdieſes ſentlihen) die Harztheile der Rinde ein und ſchuͤtzt ſie gegen die Ein⸗ e geſhhwir wirkung der Sonne. Hieran laͤßt ſich nicht zweifeln, ddieſs wenn man ſieht, daß das durch die Wirkung des Waſſers t ſo viloe ſeines ausziehbaren Theils beraubte Holz weit geſchwin⸗ der vom Lichte veraͤndert wird, als das, welches noch alle ſeine ausziehbaren Theile hat. Aus eben der Urſache eit onnlt umwickeln ſich auch die Harztheile weit geſchwinder im 6 P 7...„.„„ Deuneſt Weingeiſte, weil ſie mit den ausziehbaren Theilen nicht T, nt mehr umwickelt ſind. waumadl n un 44 M 5 16. Beob⸗ —————— 186 Sechſte Abhandlung. 26. Beobachtungen uͤber den Einfluß des Waſſers, des Weingeiſts und des Lichts, in Beraͤnderung des harzigen Theils der Pflanzen ſowohl, als auch desjenigen, deſſen Farbe vom Sonnenlichte veraͤndert wird. Man bemerkt bald den gewaltigen Unterſchied, der zwiſchen der harzigen und der ausziehbaren Materie der Pflanzen ſtatt hat. Die zweite, welche den Weingeiſt nur wenig faͤrbt, faͤrbt das Waſſer am ſtaͤrkſten und ge⸗ ſchwindeſten. Wenn das Berberisbeerholz und die Raſpelſpaͤne davon durch den Weingeiſt ihre faͤrbenden Theile beraubt worden ſind, ſo faͤrben ſie alsdann das Waſſer nicht mehr gelb, dagegen faͤrbt dieſes Holz und die Spaͤne davon, aus denen das Waſſer ihre faͤrbenden Theile herausgezo⸗ gen hat, den Weingeiſt ganz gelb. Das im Weingeiſte vorhandene Waſſer wird vielleicht mit den ausziehbaren Theilen geſchwaͤngert, und loͤßt ſie auf, oder der Wein⸗ geiſt wirkt auf dieſe gummichtharzigen Theile. Hoͤchſt feine Raſpelſpaͤne vom Berberisbeer⸗ oder andern Hoͤlzern, die nach langem Stehen an der Sonne, — wobei ſie oft umgeruͤhrt worden,— ganz farblos ge⸗ worden ſind und ihr Gelb ganz verloren haben, faͤrben den Weingeiſt, in den man ſie thut, nicht weiter gelb, wenn ſie auf ſolche Art braun geworden ſind. Die Raſpelſpaͤne muͤßen aber auch ſo ſein, als nur immer moͤglich, ſeyn, weil ſonſt, wenn das Licht nicht das ganze Holz durchgaͤngig durchdringt, der gelbe Theil verſtekt bleiben, und den Weingeiſt gelb faͤrben wird. Legt widr e, Gi gsn t(ine d tn, dict (ctw Wde Fande! braung, ſo miß Fatde rie w 17 8 garben, Tei, a mdes n dle ſteit rhlegſ d ſet ten ſoy auch w de hi dreinde nis du ſe wn cier u fgie Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 187 des W Ben⸗ ſeh Legt man ein an der Sonne braungewordenes Stuͤck eräldenng wehl Holz in Weingeiſt, ſo nimt es darin ſeine gelbe Farbe dhlc wieder an, doch wird ſichs darin nicht aͤndern. e dom ud. Es erhellt hieraus, daß das licht das Harz des maſch,) Holzes in ſeinem fͤrbenden Theile aͤndert, und daß es 1 Mere ihm ſeine Eigenſchaft, vom Weingeiſte aufgeloͤſt zu wer⸗ dn Wain den, nicht entzieht. Dies beweiſt noch weiter, daß das ne licht nur auf die Harztheile wirkt, weil das Waſſer dem tiſen un von der Sonne braun gewordenen Holze ſeine natuͤrliche Farbe nicht wiedergeben kann. Loͤſte das Waſſer den e Rrſaſt braungewordenen Theil auf, wie's der Weingeiſt thut; d jel„ ſo muͤßte in beiden Faͤllen das Holz mit ſeiner natuͤrlichen Feleem Farbe wieder zum Vorſchein kommen, welches man aber 3 nie wahrnimt. 9 Kl le heraueghe.... in Virnit 17. Aus dieſen Beobachtungen gefolgerte Hy⸗ wauszießbrn potheſen. der der Ve Das licht wirkt auf das Harz der Hoͤlzer, um ihre le. Farben zu veraͤndern, und vorzuͤglich muß es auf dieſen Theil, der mehr als die andern phlogiſtiſirt iſt, wirken, erisber 6 und dies wegen der ſtaͤrkern Verwandſchaft, welche es n der Eon mit allen phlogiſtiſirten Koͤrpern hat. Die Verwand⸗ z farhos h ſchaft laͤßt ſich aus der Refrangibilitaͤt ſeiner Strahlen in en fäͤrbende phlogiſtiſirten Fluͤßigkeiten beweiſen, welche ſtaͤrker iſt, er gelb,am als ſie es im Verhaͤltniß der Dichtigkeit ſolcher Fluͤßigkei⸗ Raßpeſti ten ſeyn ſollte. Ich glaube aber dieſe Verwandſchaft ich fenne auch noch durch meine Verſuche beweiſen zu koͤnnen, weil durchgin die Hoͤlzer ihre Farbe um deſto geſchwinder und ſtaͤrker en, und w veraͤndern, je harziger ſie ſind, und je ſtaͤrker ſie von Fir⸗ nis durchdrungen worden, mit Einem Worte, je mehr ſie von der phlogiſtiſirten Materie enthalten, welche ge⸗ ſchikter iſt, das Licht in den Loͤcherchen der Hoͤlzer mehr zu figiren. Die weſentlichen Oele, und der Weingeiſt 9 theilen —õ———— 188 Sechſte Abhandlung. theilen den Hoͤlzern die naͤmlichen Eigenſchaften mit; fer⸗ ner ſind die Tannenhoͤlzer, als die weißeſten und aus de⸗ nen der Terpentin herausgezogen worden, auch diejenigen, die vom lichte am wenigſten veraͤndert werden, endlich wird auch der Splint, der weniger Harz enthaͤlt, als das Uebrige vom Holze, weniger vom Lichte angegriffen, eben weil er weniger Harztheile hat. Es erhellet alſo hieraus, daß das Licht hier als phlo⸗ giſtiſirender Koͤrper wirkt, es ſei nun, daß es das Brennbare aus dem Koͤrper, den es durchdringt, anzieht, oder daß es durch ſeine Verbindung zum Brennbaren des Koͤrpers wird. Dem ſei aber, wie ihm wolle, ſo verraͤth ſich die Gegenwart des ſich anhaͤufenden Brennbaren bei einigen Hoͤlzern durch die braune Farbe, welche ſie annehmen, ſo wie die Zerſtreuung des Brennbaren bei denen, die weiß werden. In allen beiden Faͤllen aber verbindet ſich das Licht; in einem Falle erſcheint es unter fixer Geſtalt, und im andern verfluͤchtigt es ſich mit dem Koͤrper, der ihm zum Grundſtoffe dient, und der es vielleicht zum Brenn⸗ baren macht. So bald das Licht dieſe Verwandſchaft mit den phlo⸗ giſtiſirten Koͤrpern erlangt hat: ſo muß daraus eine Ver⸗ bindung entſtehen, die zu einer neuen Miſchung Gelegen⸗ heit geben kann, welche ſich in dem lebenden vegetabili⸗ ſchen Koͤrper, den ſie gruͤn faͤrbt, gleichſam figirt, oder welche den Koͤrper, mit dem ſie ſich verbindet, verfluͤchtigt, weil ſie von dieſem Grundſtoffe des Lebens, welcher ihre Zerſtreuung durch immer neue und leichtere Erſetzungen und Verbindungen verhindert, nicht weiter zuruͤkgehal⸗ ten wird. Vielleicht iſt die Gaͤhrung in ſehr ſchwachem Grade die Urſache dieſer geſchwinden Verbindung der Mi⸗ ſchungen? Vielleicht wird dieſe Gaͤhrung, die immer zu⸗ zunehmen ſtreben wuͤrde, durch die Reizbarkeit der Thei⸗ le der lebenden Pflanze gehemmt? Vielleicht bringt das Licht In dnsGe caf ad maß. 18,( gen he d) E dusgeſet ſeviel? ſe an der uns Wie duugif maderan dufthed ſund, d len, d ſtende! Gnd ihnen d han Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 189 aften nit en und 3) Licht dieſe Reizbarkeit ins Spiel, und gibt zugleich einen uch dieſeig, Theil des Brennbaren her, welches das Harz bildet? erden, Kät Vielleicht... doch ich halte inne: wenn aber dieſe nthält, auue Vielleicht wahrſcheinlich ſind; ſo iſt klar, daß im tod⸗ gegrifen, ten vegetabiliſchen Koͤrper dieſe Gaͤhrung betraͤchtlich zu⸗ nimt. Alsdenn trennt, ſcheidet und verfluͤchtigt ſich alles, und es erfolgt ferner keine Verbindung mit neuem Weſen um das Gemiſch zu erhalten; das ſonach auch, nach Ver⸗ thier alse ds Bmnat lauf einer gewiſſen Zeit, vor unſern Augen verſchwinden zieht, odrdi muß. en des Kltge verräͤth ſch d ren beiai 18. Genaue aus den vorhergehenden Betrachtun⸗ annehnmn, gen hergeleitete Folgerungen, die Zerſtoͤrung der mn, drf Theile der dem Lichte blosgeſtellten Hoͤlzer been betreffend. er Geſtat, ner dr Es läͤßt ſich nicht beſtimmen, ob die dem Lichte t zum Imm ausgeſetzten Hoͤlzer darin am Gewicht verlieren, denn da ſie viel Waſſer enthalten, und dieſes von der Waͤrme, die ſie an der Sonne ausſtehen, verdunſtet; ſo kann man das, mitdan was Wirkung der vom Lichte hervorgebrachten Vermin⸗ aus eined derung iſt, nicht von jener durch die Haͤrme bewirkten Ver⸗ dung Ghgn minderung abſondern. Was aber alle Zweiſel an der en vegeui aufloͤſenden Kraft des Lichts am Holze hebt, iſt der Um⸗ n ßgirt,n ſtand, daß ſie zerſtoͤrt werden, daß ihre Theile ſich tren⸗ verfüch nen, daß die Farbe, welche ſie annehmen, eine phlogiſti⸗ welthin ſirende Verbindung, ſolglich eine ſolche iſt, die ihre Ver⸗ eErſebennn fluͤchtigung befoͤdern muß; endlich iſt auch nicht zu ver⸗ zurühe geſſen, daß wenn die Hoͤlzer in Staub zerfallen, und den ur ſchracen aͤußerſten Grad der Zerſtoͤrung erreicht haben, das Licht dungde M dann beinahe keine Verwandſchaft mfh mit ihnen hat, ie inmtrr und ihnen nichts mehr rauben kann. Dies bewei 5 daß zit der d” die Harztheile, und folglich auch der phlogiſtiſirte Theil, t big di verfluͤchtigt worden. Ich raͤume ein, daß indem die Wir⸗ kung c —. 5. e— a — ——————·—— 190 Sechſte Abhandlung. kung der Luft und ihrer Feuchtigkeit die Gaͤhrung des Hol⸗ zes befoͤrdert, ſie zu ihrer Zerſtoͤrung mit beitragen, ja ſogar— wie ich angemerkt,— die Wirkung des Ein⸗ fluſſes des Achts auf ſie aufhalten muß. Unterdeſſen ver⸗ ſtatten dieſe Betrachtungen und Thatſachen mir nicht, zu zweiſeln, daß das Licht hierbei auch ſeine Rolle ſpiele, und daß dieſe ziemlich wichtig ſei. So glaube ich z. B. daß das Licht das Abblaͤttern (exfoliation) der Hoͤlzer befoͤrdere, indem es die Adhaͤ⸗ ſion ihrer Blaͤtter Ckeuillets) durch ſeine Einwirkung auf das Harz, welches dieſe Blaͤtter verbindet, vermindert⸗ Auf ſolche Weiſe liefert das Licht den Weſpen die Mate⸗ rialien zu ihren Neſtern. Dieſe Inſekten hohlen ſie von Hoͤlzern, die der Sonne ausgeſetzt ſind, und beſonders von den Rinden der Baͤume. Daran ſitzt das graue etwas ins Schwarze oder Rothbraune fallende Haͤutchen. Wenigſtens hat alles duͤnne Holz, aus dem der Wein⸗ geiſt alles Harz ausgezogen hat, dieſe Farbe und die naͤmliche haben auch immer die Weſpenneſter. So⸗ nach vereinigt ſich die Wirkung des Lichts auf die Hoͤl⸗ zer mit der Geſchicklichkeit der Weſpen, Mauren und Wohnungen fuͤr ihre grauſamen Schwaͤrme aufzufuͤhren, und ihrem blutduͤrſtigen Geſchlechte Wiegen zu verſchaffen. 19. Farbe und innere Beſchaffenheit der Hoͤlzer ſchei⸗ nen die Einwirkung des Lichts auf ſie nicht zu beſtimmen. Die Farbe der Hoͤlzer ſcheint auf die Wirkungen, die das Licht in ihnen hervorbringen kann, ſehr wenig Ein⸗ fluß zu haben. Zu denen, die noch am meiſten angegrif⸗ fen werden, gehoͤrt das Berberisbeerholz, welches gelb iſt, und das Schottendornholz, das eine hellbraune Far⸗ be hat. Das Fernambucholz, ſo roth iſt, und das Stechpal⸗ menholz, dken m vyic mt hcſen un lcte trhäcgr un v neag gſöwi harh ſchn auf di xs m dos h ſcches, denen d erzogen die Grd holz en difin. ſäuga ſndha d ſbwin ſen fa idera Goinn, lrice dn ich dr Tlol de Gevel⸗ —y—;—;—;——,-—— Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛe. 191 thutie menholz, welches weiß iſt, veraͤndern ihre Farbe in einer⸗ ril det lei Jeit. Das Ebenholz, welches ſchwarz iſt, folglich run d alle Strahlen einſchlucken ſollte, wird erſt nach 30 Stun⸗ Untedſe den vom Lichte ein wenig veraͤndert. Inzwiſchen werden I 93 iih, in dem braunen weißgeaderten und in allen braungeader⸗ ne Rale ſi ten Hoͤlzern die braunen und weißen Adern am meiſten vom lichte angegriffen. Die ſcheinbare Beſchaffenheit der Hoͤlzer ſcheint den Einfluß des Lichts auf ihre Veraͤnde⸗ das Alüi rung nicht zu beguͤnſtigen. Das Tannenholz, welches n es die wenig harzig iſt, wird in ſeiner Farbe vom lichte nicht Einwirkun geſchwinder geaͤndert, als das Franzoſenholz, das ſehr viel et, vernune Harzeheile hat. Daher ſcheint es wohl— wie ich auch iſpen dege ſchon angemerkt habe,— daß die Einwirkung des Lichts n hohle ſim auf die Hoͤlzer ſich wie eine gewiſſe Verbindung des Har⸗ jund biſae zes mit dem ausziehbaren Theile verhaͤlt. Wenn alſo ſitzt dos gu das Harz mehr entbloͤßt iſt, ſo iſt auch der Einfluß des lende Hunr Lichts geſchwinder, wie das bei den Hoͤlzern der Fall iſt, dem der⸗ denen das Waſſer einen Theil der ausziehbaren Materie Farbe m entzogen hat, und die Natur des Franzoſenholzes thut nneſter. d die Gruͤndlichkeit dieſer Muthmaßung dar. Gedachtes ts auf di— Holz enthaͤlt viel ausziehbare Theile, und in Beziehung Maurun u) auf ſein Harz gewiß mehrere, als das Tannenholz in Be⸗ he auſyrife ziehung auf das Harz, welches mit zu dieſes Holzes Be⸗ zu verſchfe ſtandtheilen gehoͤrt. leuß Dieſerwegen wird auch der Kern des Holzes ge⸗ » Holze ſchwinder vom Lichte veraͤndert, als der Splint. Im er⸗ ſie nich ſten Falle iſt mehr Harz im Holze vorhanden, und es iſt in der ausziehbaren Materie weniger eingewickelt, als im Wreun Splinte, wie ich ſchon angemerkt habe. Aus gleicher ie Wirkunge. vnni Urſache wird das, doch ſehr barzige, Tannenholz langſamer ſi eri vom Lichte veraͤndert, als das am Harze aͤrmere Schotten⸗ ihne dornholz; aber im Tannenholze fließt das Harz zwiſchen hunejr die Holzlagen und ſetzt ſich nicht in ſo großer Menge ins das Enchu- Gewebe. B nunh 20 Ve⸗ * g„. 1—„ e 3———y—— E—— 192 Sechſte Abhandlung. 20. Betrachtungen uͤber die Dauerhaftigkeit der Hoͤl⸗ zer in Anſehung ihrer Farbe und der Einwirkung des Lichts auf dieſelben. Aus dem Geſagten erhellet, daß die harzigſten Hoͤl⸗ zer, welche die haͤrteſten ſind, nicht allezeit am ſtaͤrkſten vom Lichte angegriffen werden, weil dieſes Harz im aus⸗ ziehbaren Theile feſtſitzt. Hieraus ſolgt, daß da Farbe und Dauerhaftigkeit von dieſen zwei Beſchaffenheiten abhangen; das dicht nur in ſo fern in Verhaͤltniß mit ihnen ſtehen kann, als dieſe beiden Beſchaffenheiten wohl beſtimmt ſind. Ueberhaupt ſind die weißen Hoͤlzer die leichteſten und lockerſten; der Splint, oder der der Rinde zunaͤchſt liegen⸗ de Theil iſt auch der minder harte und in einigen Baͤumen der weißeſte Theil. Die Haͤrte ſteht mit der Farbe meiſtentheils in dem Verhaͤltniſſe, wie Weiß zu Roth und Roth zu Schwarz, doch machen das Buchsbaumholz, welches ins Gruͤnliche faͤllt, und das Stechpalmenholz unter den weißen und das Pflaumenbaumholz unter den rothen Hoͤlzern Aus⸗ nahmen. 21. Betrachtungen uͤber die faulen Hoͤlzer und uͤber das Mark. Verfaulte Hoͤlzer, die in Staub zerfallen, und deren Farbe das Licht nicht weiter aͤndert, faͤrben den Wein— geiſt, in den man ſie legt, faſt gar nicht weiter gelb. Ich habe bemerkt, daß dieſe Hoͤlzer ſich in dieſem Zuſtande beſinden, weil der im Harze vorhandene phlogiſtiſirte Theil ſich zerſtreuet hat. Da aber dieſe Hoͤlzer, wenn ſie dieſen Zuſtand beinahe erreicht haben, leuchten; ſo ſcheint es, daß das Brennbare, welches ſich zerſtreuet und mit der Saͤure des Harzes verbunden bleibt, alsdann mit ihm einen brigaed deus u inhm idan ung ds d Rabe d Sts wi lu von üch ten phl den Wen ts kalnen m hera 22, N d8 ſe wedn am uſche, Stene lpdi ben nuh ds A „Emnd ſüige d nemm ich ſt hh ar Santiir. 1 tigkat da Enmtn V eharziſtn deit am ſtit ·es Harz in g aß da Fatte heiten ahrn hnen ſtehen timmt ſid ie leicheſina ezunäckſtlt einigen Jän ſentheisin ith zu Etm es ins Gtunt den weißen Holzen özer unit allen, und de den den i äter g eſem Zuſud ogſtiſted wenn ſe di d ſckein 6 et und ni dunn miin dkn —— Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 1 93 einen Pyrophorus macht, der ſich entzuͤndet, ſo bald das Brennbare ſich losmacht. Sonach kann ſich das Licht mit dieſem Holze nicht ferner verbinden, weil die phlogi⸗ ſtiſirten Theile, mit denen es eine chemiſche Verwand⸗ ſchaft hat, darin nicht mehr vorhanden ſind. Alſo folgt hieraus, daß das Licht die Farbe ſolches Holzes nicht ver⸗ aͤndern kann, weil dieſe Veraͤnderung durch die Verbin⸗ dung des Lichts mit dem harzigen Koͤrper bewirkt wird: da aber Lezterer vernichtet iſt, ſo kann die Verbindung des Lichts mit ihm nicht mehr ſtatt finden, Aus der naͤmlichen Urſache kann auch das Mark vom lichte nicht verandert werden, es ſcheint faſt gar kei⸗ nen phlogiſtiſchen Theil zu enthalten, wenigſtens faͤrbt es eingeſ auf keine Weiſe. Es ſcheint daher, daß es keinen harzigen Theil, oder doch deſſen ſehr weni ihm herauszieht. nſhe eng, ans 22. Von der Wirkung der Saͤuren auf die Hozer. Das Berberisbeerholz in Vitriolſaͤure, die mit Waſ⸗ ſer verduͤnnt i*ſt, gelegt, behaͤlt darin ſeine Farbe, und um daſſelbe bildet ſich eine Art eines gelben und gruͤnen Scheines, der ſich immer weiter ausdehnt, und allmaͤh⸗ lig die ganze Fluͤßigkeit faͤrbt: es faͤrbt hernach auch noch das Waſſer und den Weingeiſt. Eben dieſe Holzart in eine kaliſche Lauge ober in fluͤchtiges Laugenſalz gelegt, wird darin eben ſo ſchwarz, wie am Lichte; den Weingeiſt faͤrbt es alsdann das Waſ⸗ ſer aber gar nicht. Senebier 2. Th. N Reine ——,——— ——y————— * 194 Sechſte Abhandlung. Reine Vitriolſaͤure gibt den Hoͤlzern dunkle Farben. Das Tannenholz wird davon ſchwarz, das Pflaumen⸗ und Apfelbaumholz roth und das Roſenholz blau. Salpeterſaͤure faͤrbt die Hoͤlzer blau, dieſe Farbe iſt aber nicht beſtaͤndig. Mit einer kaliſchen Lauge kann man den Hoͤlzern die Farben, welche ihnen die Saͤuren gegeben haben, wie⸗ der nehmen. Auf ſolche Art kann man ein Stuͤck weißes Holz, als wie Lindenholz, durch Vitriolſaͤure ſchwarz faͤr⸗ ben, und hernach durch eine kaliſche Lauge ihm ſeine Weiße wiedergeben. Dieſe Verſuche werden in den Schriften der bayeriſchen Akademie der Wiſſenſchaften beſchrieben. Obgleich dieſe Verſuche dieſen Gegenſtand aufklaͤ⸗ ren, ſo ſieht man dabei doch, daß die Saͤure auf das Holz eben die Wirkung äͤußert, wie auf alle Harze, es ſchwaͤrzt ſie. Aber koͤnnen wir daraus ſchließen, daß das Kicht als eine Saͤure oder als ein Laugenſalz wirkt? Dies iſt, was wir in der Folge unterſuchen, dabei aber viel⸗ leicht keine Partei ergreifen werden. 23. Be⸗ 1 R nerho ſeinege wierſe zit di s mit ſtomach de, dſ kännen, Kinſter hezvor lcheng üher mi „* dnw und hen hidnr und dani ii ſirt tn gete dusdr ben dir chi ſc R tih A h Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 195 adihe 23 Betrachtungen in Beziehung auf die Kuͤnſte. W duna ſo blu Fuͤr unſere Zimmer wuͤrde das Taͤfelwerk aus Tan⸗ nenholz eine angenehme Verzierung abgeben, wenn es ſeine Farbe behielte, und der Einwirkung des Lichts zu widerſtehen vermoͤchte. So aber verliert es nach einiger Zeit dieſe angenehme Farbe, und man wird genoͤthigt, es mit einer Farbe zu uͤberſtreichen, die weniger ge⸗ u, dieſe Fat man den h..2 4 imm zhr ſchmarkvoll und den Augen ſchäͤdlicher iſt. Es iſt Scha⸗ en elttn de⸗ daß unſre Harzſirniſſe uns dieſe Farbe nicht erhalten fuud heni koͤnnen, und ware daher zu wiinſehene daß doch unſre un ſni Kuͤnſtler ſich mit Erſindung ſchicklicher Mittel, die das 1 Holz vor der Wirkung des lichts ſchuͤtzen ohne ſeiner natuͤr⸗ deide 4 lichen Farbe zu ſchaden, beſchaͤfftigen moͤchten. Denn er Viſit aber muͤßten ſie den Gebrauch harziger Materien vermei⸗ den, weil dieſe den Einfluß des Lichts vielmehr beguͤn⸗ uius Pernn⸗ deſſen Kraft in Veraͤnderung der Farben ver⸗ u6 aͤrken. „Saͤure a fale Prh Um der eingelegten Arbeit einen dauerhaften Glanz hließmn in und Harmonie zu geben, muͤßte man vorzuͤglich ſolche al ratld Hoͤlzer dazu waͤhlen, auf welche das Licht ſchwaͤcher wirkt, dabei tei und deren Farben es weniger veraͤndert. Dieſe Sorg⸗ falt iſt wichtig, weil unter den Hoͤlzern von der naͤmli⸗ chen Farbe es ſo große Verſchiedenheiten gibt, wie ſich aus der von mir gelieferten Tafel urtheilen laͤßt. In dieſer habe ich die Zeit beſtimmt, die erforderlich iſt, wenn ſich die nuͤtzlichſten Hoͤlzer an der Sonne veraͤndern ſollen. Dieſe Tafel aber muͤßte erweitert und auf die Wirkung g R 2 des ————— — 2— 196 Sechſte Abhandlung. des Tageslichts eingerichtet werden. Dann muͤßte auch unterſucht werden, ob es nicht einige wirkſamere Mittel, als das Wachs gaͤbe, durch die ſich der Farbe geglaͤtte⸗ ter Hoͤlzer jene verlangte Unveraͤnderlichkeit mittheilen ließe. Das Wachs iſt noch das beſte, was ich zu dieſem Behuf kenne, und doch wuͤrde man es beim Tannenholze vergebens brauchen; aber was man als das Beſſere kennt, iſt nicht immer das Beſte. Auf ſolche Weiſe kann der Naturforſcher dem Kuͤnſt⸗ ler forthelfen, wenn er ihm Winke gibt, nach welchen er weiter gehen kann; dem Kuͤnſtler aber liegt ob, den ihm gezeigten Weg zu verfolgen. 7 Ende des zweiten Theils. 9 Dann nißt n rkſaner N er Farbe gqſi ſchkeit mithi was ich zan beim Tamn das Beſſen l. 0 — — . rſcher demauh „ nach wecht liegt ob, 71 V ils. 6 N 3 Erſter Jſh —j————————————Z=—————— ——:Wh= S—=—S S 8 S—————— —=——— S==—— — DT B——— ☚———=—== Ä==— Zuſaͤtze. 199 A‿‿‿*ν*, A AA A A A. Erſter Zuſatz; oder Betrachtungen uͤber Herrn Prieſtley's neue Beobach⸗ tungen uͤber die Grasleder. D. der Druck meines Werks ſtille geſtanden, und da⸗ / durch die Herausgabe verzoͤgert worden; ſo hat mir dies Muße verſchaft, den 2ten Band von Herrn Prieſileg's Experiments and Obſervations relating to va- rious branches of natural Philoſophy with a continua- tion of the obſervations on air, durchzuleſen, und ich bin dadurch zu einigen Zuſaͤtzen zu dieſem 2ten Theile mei⸗ nes Werks, der zu der Zeit ſchon laͤngſt abgedruckt war, veranlaßt worden. Ich muß zuvoͤrderſt anmerken, daß Hr. Prieſtley ſo wie ich, geſteht, daß das, was er vorher eine gruͤne Materie genannt, wirklich eine Pflanze ſei, der er den Namen Grasled'er(Conferve) beilegt; daß ſonach das, was ich uͤber ſeine im ſten Bande ſeines Werks befolgte Methode, dieſen Koͤrper zu betrachten, geſagt, durch ſein Anſehen eine Bekraͤftigung und Evidenz erhaͤlt. 4 Noch muß ich hinzuſetzen, daß er, ſo wie ich, wahr⸗ genommen daß dieſe Pflanzen in Glocken, die mit Waſ⸗ ſer angefuͤllt und mit Queckſilber geſperrt ſind, desglei⸗ chen in recht ſehr gut verſtopften Flaſchen nicht wachſen, ferner, daß das Licht zur Entwickelung dieſer Pflanzen unumgaͤnglich erforderlich iſt, und endlich, daß das mit faulenden Materien beladene Waſſer,— wie ich auch in 4 dieſem ———— 200 Zuſaͤtze. dieſem Bande(S. 8. der deutſch. Ueberſetz.) ange⸗ merkt,— ihr Fortwachſen befoͤrdern: es iſt freilich wahr, daß ich dies aus einer uͤber verfaulte vegetabiliſche Ma⸗ terien angeſtellten Beobachtung geſchloſſen, dagegen Hr. Prieſtley dieſen Verſuch auf faulende thieriſche Sub⸗ ſtanzen ausgedehnt und eben die Reſultate bekommen hat. Zweiter Zuſatz; oder Schluͤſſe, aus einer Menge neuer von Hrn. Prieſtley gemachter Beobachtungen gefolgert, wodurch mei⸗ ne im Erſten und dieſem zweiten Theile des ge⸗ genwaͤrtigen Werks entwickelten Ideen Be⸗ ſtaͤtigung erhalten. Ob ich gleich uͤber die Erzeugung der Luft, welche die im Waſſer der Sonne ausgeſetzten Pflanzen abſon⸗ dern, mit Hrn. Prieſtley nicht einerley Meinung bin, noch zugebe, daß die gemeine Luft der Atmosphaͤre in die Blaͤtter der Gewaͤchſe dringt, um in ihnen ihren phlogi⸗ ſtiſirten Theil abzuſetzen, und nach dieſer Reinigung als dephlogiſtiſirte Luft wieder herauszutreten; ſo ſcheinen mir doch die Verſuche, welche Hr Prieſtley als Be⸗ weiſe ſeiner Meinung mittheilt, ſie nicht nur nicht zu be⸗ weiſen, ſondern im Gegentheil die meinige zu beſtäͤtigen und zu beweiſen, daß die im Waſſer aufgeloͤßte fixe Luft nicht nur die Nahrung, welche die Pflanzen aus der ſie umgebenden Luft einziehen, ſondern auch die Quelle der reinen Luft ſei, welche die Pflanzen durch die Verarbei⸗ tung dieſer Luft ausſtoßen. Zwiſchen Hrn. Prieſtley und mir zu entſcheiden, nehme ich mich wohl in Acht. Ihm uͤbertrage ich viel⸗ mehr udn Finüin ſeen 9 Frant 8. Dabe dddan dn. genäte nen, d Kerohn kangm noch en winder meiner darin Deeibed uns l de mm durch e ale de ſchen drxaus ſcc dos diſe Nhene ſc de Thwne ſtnnndher rne u lann ya bberſt rn ſt ſteith un rrabiliche ſe , dagegen h. dieriſche E bekemmente .. Drn. Priſ b wodurch n deil des g. deen Be⸗ V er Luſt, u Pflanzin di Meinung nosphäͤre in n ihren yyt⸗ Reinigung u : ſo ſchim ſtley ab d ir nicht u⸗ ezu beſtiin lößte fire zen aus diſ die Quele d die Vauli⸗ verwandelt worden. —— Zuſaͤtze. 201 mehr die Bemuͤhung, uͤber uns zu richten, wenn er mich geleſen haben wird. Er ſoll alle Belege zu dieſem Streit⸗ handel erhalten, und wird beſſer als ein andrer, dieſe wich⸗ tige Frage aufloͤſen koͤnnen. 1 Ich werde keiner andern Ordnung, als Heurn Prieſtley's folgen. S. 70.(d. deutſch. Ueberſ.) dieſes Theils habe ich die Begebenheiten, die ſich in dem Leben einiger in ent⸗ zuͤndbarer Luft eingeſchloſſener Pflanzen zutragen, beſchrie⸗ ben. Sie haben mit Hrn. Prieſtley's Beobachtungen ziemliche Aehnlichkeit doch habe ich nicht wahrgenom⸗ men, daß die entzuͤndbare Luft ſelbſt ganz in reine Luft ſei Da zu Hervorbringung dieſer Wir⸗ kung mehrere Tage erfordert werden, da ſie nur nach und nach erfolgt, und die Entzuͤndbarkeit unvermerkt ſich ver⸗ mindert, da gedachte uftgattung ohn Beimiſchung ge⸗ meiner Luft verpuſt, wenn eine Pflanze einige Tage lang darin vegetirt hat,— wie meine Beobachrungenim iſten Theile dieſes Werks ausweiſen,— da Hr. Prieſtley ſelbſt uns lehrt, daß die entzuͤndbare Luft durch ihre Zerſetzung die gemeine phloziſtiſiren kann, daß ſie alsdann ſogar durch den Zuſtand phlogiſtiſirter Luft durchgeht, und daß alle dieſe Veraͤnderungen ſich nur waͤhrend der betraͤchk⸗ lichen Verminderung dieſer Luft ereignen: ſo ſchließe ich daraus das, was ich beſtaͤndig g⸗dacht habe, daß naͤm⸗ lich das in der entzuͤndbaren zuft behndliche Brennbare dieſe Luſt nach und nach verlaͤßt, um ſich mit der aus der Pflanze heraustretenden reinen Luft zu verbinden, worauf ſich die fire duft entwickelt, welche die Vegetation der Pflanze, mit der ſie eingeſchloſſen iſt, beguͤnſtigt und die entzuͤndbare Luft vermindert. Dieſe ſire Luft bringt neue reine Luft, und Leztere eine neue Verminderung des Brenn⸗ baren der entzuͤndbaren uft, ſolglich ihrer Maſſe, hervor. N z Dieſe 202 Zuſaͤtze. Dieſe reine Luft erzeugt mit dem getrennten Brennbaren neue fixe Luft, und dieſe dient zu einer neuen Quelle einer neuen Menge ſixer Luft, um die Pflanze zu ernaͤhren und die Reihe der zu ihrer Erhaltung und zur Reinigung der entzuͤndbaren Atmosphaͤre, mit der ſie umgeben iſt, noth⸗ wendigen Wirkungen zu erneuern. Ddi entzuͤndbare Luft koͤnnte in den engen Gefaͤßen der Pflanze die Mittel, um die ſtarke Adhaͤſion ihrer Be⸗ ſtandtheile zu uͤberwinden, nicht antreffen; da doch indeſ⸗ ſen die mit dem Waſſer verbundene fixe Luft ſchon zu dem Punkte gelangt iſt, wo die Trennung ihrer Grundtheile eben vor ſich gehen ſoll, wie man dies in allen Waſſern wahrnehmen kann, welche reine Luft enthalten, und dieſe blos der Zerſetzung der fixen, welche darin durchgaͤngig im Ueberfluß vorhanden iſt, zu verdanken haben. Eine wichtige Beobachtung, die ich uͤber den Ein⸗ fluß der entzuͤndbaren Luft auf das Gruͤnwerden der Pflan⸗ zenblaͤtter angeſtellt habe, wird hier durch eine faſt ana⸗ logiſche Beobachtung beſtaͤtigt. Herr Prieſtley fand, daß Pflanzen, die in dieſer Luftart vegetirten, ſehr ſchoͤn gruͤn gefaͤrbt waren, im Gegentheil aber, daß Pflanzen, welche in dephlogiſtiſirter Luft vegetieten, anfingen, zu verbleichen und bald abſtarben. Hieraus ergibt ſich fuͤr das von mir Geſagte ein neuer Beweis, daß das Brenn⸗ bare zum Gruͤn der Pflanzen weſentlich nothwendig iſt, und daß die fixe uft ihnen daſſelbe verſchaft. Dritter dn 16 . Töüle d gcuüden d Gi Soane im der Dieſe zube ſo wa rich Bewe ckung rach 9 ne Ber tigen, Es nn Ne donhn Phel veſen diich dbac hale „ T Pföt fami ten Vimln even Qulleche zu ernitrn m Ronj t Reiniqunad ngeben iſ u engen Geit haͤſion ihn n; da dacht Luft ſchon zn hrer Geundih n allen Aiſt halten, wdä durchganu aben. V ch üͤber dn verden der h eine foſten Prieſtlef irten, ſeht e „ daß Niuf — anfingen, gergibt ſch gß das V nothwend aft. Drt Zuſſaͤtze. 203 Dritter Zuſatz:; oder Verſuch der Unterſuchungen uͤber den Einfluß des Lichts auf die Verzoͤgerung der Gaͤhrung. Im ſten Abſchnitte der 18ten Abhandlung im zten Theile dieſes Werks ſage ich, daß ich Urſache haͤtte zu glauben, daß, wenn uͤbrigens alle Umſtaͤnde gleich ſind, die Gaͤhrung in denen Gefaͤßen, die der Luſt und dem Sonnenlichte ausgeſetzt ſind, langſamer vor ſich gehe, als in denen, welche in der Luft, aber im Finſtern ſtehen. Dieſe Entdeckung iſt gewiß eben ſo wichtig, als ſchwer zu beſtimmen. Ob ich gleich mehrere Verſuche anſtellte, ſo war ich doch mit denen daraus erhaltenen Reſultaten nicht zufrieden, ſie waren mir nicht ſcharf genug, noch meine Beweiſe hinlaͤnglich buͤndig. Als ich daher meine Entde⸗ ckung ankuͤndigte, beſtimmte ich offenherzig ihren Werth nach gewiſſen Graden, und rechnete darauf, daß ich mei⸗ ne Bemuͤhungen weiter treiben wuͤrde, um ihn zu berich⸗ tigen, eh ich dem Publikum davon Nachricht gaͤbe. Seitdem hatder ſtillgeſtandene Druck meines Werks mir Zeit gelaſſen, uͤber dieſen Gegenſtand einige Verſuche vorzunehmen, und Hr. Prieſtley beſchreibt im 2ten Theile ſeines Buchs mehrere, die den meinigen zum Be⸗ weiſe dienen koͤnnten, ob er ſie gleich nicht in der Abſicht, die ich habe, anſtellte. Ich habe ſowohl fuͤr mein Werk, als auch fuͤr den Fortgang unſrer Kenntniſſe fuͤr wichtig gehalten, was ich wahrgenommen, bekannt zu machen. Da Hr. DPrieſtley ſeine Verſuche gar nicht in der Abſicht anſtellte, um den Einfluß des Lichts auf die Gaͤh⸗ rung darzuthun; ſo hat er bei ihnen nicht alle die Behut⸗ ſamkeit angewendet, die er gebraucht haben wuͤrde, wenn er — 204 Zuſaͤtze. er den Zwek gehabt haͤtte, den ich mir vorſetze. Ich muß dies ſagen, um den beruͤhmten engliſchen Naturforſcher gegen einen unverdienten Vorwurf zu retten. Er unterſuchte, was verſchiedene vegetabiliſche Sub⸗ ſtanzen, in der Abſicht ins Waſſer Selagt um die Gras⸗ leder, deren ich erwaͤhnet, zu erzeugen, fuͤr Wirkungen thun wuͤrden, und da er dieſe Koͤrper in Gefaͤße legte, von denen er einige an die Sonne ſtellte, andre aber im Finſtern ſtehen ließ: ſo erhielt er Reſultate, welche die von mir geſuchten zu erlaͤutern taugen. Ich Sionbe, ſie mit. theilen zu muͤßen eh ich meine eignen zu dieſem Endzwe⸗ cke ideſilltes Un terſuchungen bekannt mache. Er ſand alſo, daß die Kohlarten, in Waßſr gelegt, mehr Luft im Finſtern abſonderten, als am Lichte, daß im erſten Falle ſie einen Geruch annahmen, den ſie im zwei⸗ ten nicht bekamen, und endlich, daß ſie auch dann ge⸗ ſchwinder in Faͤulniß gingen. Aus Zwiebeln erhielt er eben die Reſultate, aber auch entgegengeſetzte. Indeſſen beſtaͤtigten die Stekruͤben(Braſſica rapa Linn. Le Na- vet; Turnip), die Morellen(runus armeniaca L.inn. La Morelle), und die Aprikoſen die erſten Reſultate. Ueberhaupt waren nicht alle Verſuche uͤbereinſtimmend, da aber doch mehrere mit den meinigen zuſammentreffen, ſo bekraͤftigen ſie einander gegenſeitig, und da dieſe That⸗ ſache ſich mit den andern vertraͤgt, ſo iſt ſie ſchon daher deſto wahrſcheinlicher. Jagt die Gährung das Brenn⸗ bare fort, ſo iſt klar, daß das licht, welches Brennba⸗ res gibt, die durch die Verminderung dieſes Brennbaren hervorgebrachte B Wirkung vermindern muß. Doch es iſt beſſer, eine Thatſache zu erweiſen, als ſie blos als wahrſcheinlich darzuſtellen. d 5 Dnd ſo m d biich bannſt bomn ha aüladere maiaig ce Das taaſendn ¹ do he jienich diego unmitte in Va durch di reil ſe Voſer/ the a ds Snm ſ. und ich miſaähen nnein I un döra Aihn Jätn 1 n Glcc nittberen der 1 le ſdiie eͤ len fyſem 1 ſee Jüm n Nalufente ten. getcbilſcheg um die Et ſur Wirkorg in Gefße l „ andre abe. te, welche der glaube, ſen dieſem Enge nache. n Waſfe gi m lichte, din den ſie in m ſe auch dann diebeln erhlie ℳℳ dab 5 29 etle. J rLinn. le neulata l ſten Reſal dereinſtimen ſammentnfe da dieſe do ſe ſchon d g das Bmn hes Brenüb⸗ es Brembere uß. Doch6 is ſe bs d Zuſaͤtze. 205 Ich hatte bei den zahlreichen Verſuchen, die ich mit den Blaͤttern vornahm, wenn ich ſie ins Waſſer legte, und ſo an die Sonne oder ins Finſtre ſtellte, beobachtet, daß bei ohngefaͤhr gleicher Waͤrme, die an der Sonne ſte⸗ henden ſich laͤnger erhielten, daß das Waſſer, worin ſie lagen, ſpaͤter truͤb ward, daß die Luft, weſche ſie darin abſonderten, eine reinere zuft war, und endlich, daß ſie semeiniglich dieſe Luft weit eher ausſtießen, als eben ſol⸗ che Blaͤtter im Finſtern thaten. Dies iſt, was ich wohl tauſendmal wahrgenommen habe. Aber ich bemerkte,— wie ich ſchon geſagt,— auch, daß zarte Blaͤtter, wie die vom Spinat, im Finſtern ziemlich viel Luft gaben, wenn die Sonnenwaͤrme durch die Fayancegeſchirre,— welche ich uͤber ſie dekte, um die unmittelbare Einwirkung des Lichts zu verhindern,— im Waſſer auf ſie wirkte, und ich bewies, daß dies eine durch die Gaͤhrung dieſer Blaͤtter entwickelte Luft waͤre, weil ſie das war, was man fixe Luft nennt, weil das Waſſer einen ziemlich ſtarken Geruch hatte, und ziemlich truͤbe ausſah. Dieſe Verſuche ließen mich einen Einfluß des Sonnenlichts auf die Gaͤhrung der Koͤrper muthmaſ⸗ ſen, und ich gedachte mir die Moͤglichkeit, daß die Son⸗ nenſtrahlen die Wirkungen dieſer Gaͤhrung verhindern, oder wenigſtens doch verzoͤgern moͤchten. In dieſer Abſicht ſtellte ich mehrere Verſuche an, um darauf den Werth meiner Vermuthung zu gruͤnden. Ob ich nun gleich von dem naͤmlichen Tage an, gruͤne Blaͤtter von Schminkbohnenſtauden und Spinat in mei⸗ nen Glocken ins Waſſer legte, und einige davon der un⸗ mittelbaren Einwirkung der Sonne ausſetzte, andre aber davor durch druͤbergedekte Fayaneegeſchirre ſchuͤtztee— ja einige davon ſtellte ich in meinem Zimmer ſogar in ei⸗ nen finſtern Kaſten;— ſo waren doch in beiden Faͤllen die —— 206 Zuſaͤtze. die im Finſtern ſtehenden Bläͤtter die erſten, welchever⸗ darben, wie ich auch ſchon angefuͤhrt habe. Da aber die gruͤnen Blaͤtter eine Luft ausſtießen, wenn ſie im Waſſer an der Sonne ſtanden, und da ſie damit fortfuhren, ſo lange ſie gruͤn waren oder vielmehr ſo lange ſie einiges Vegetationsvermoͤgen beſaßen, oder kurz, ſo lange ſie einigen Anſchein des Lebens von ſich „gaben, und die im Waſſer aufgeloͤßte fixe Luft verbanden: ſo ward mir begreiflich, daß dieſe Verzoͤgerung in ihrer Gaͤhrung, wenn ſie auf bekannte Art an der Sonne ſtan⸗ den, eine Wirkung der Sonne waͤre; denn indem ſie die Verbindung der ſixen Luft im Blatte verurſacht, ſo erhaͤlt ſie darin einen Ueberreſt von Kraft. Dies konnte nicht ſtatt haben im Blatte, das im Finſtern ſtand, wor⸗ in es verdarb, weil es dieſer Quelle des Lebens beraubt war. Alſo folgte daraus faſt allezeit, daß das Licht ein Mittel zu Erhaltung des Lebens der Pflanzen war; in⸗ des war die Frage doch noch nicht entſchieden. Es mußten daher vertroknete Blaͤtter genommen werden, und wenn man alsdann die naͤmliche Erſchei⸗ nung beobachtete; ſo war klar, daß man genauere Folge⸗ rungen erhalten mußte, und dieſe wird man auch finden. Ich bin aber noch weiter gegangen und habe an Saa⸗ men und Fleiſch eben die Erſcheinungen wahrgenommen. Hier folgen die Tafeln derer zu dieſem Zwecke von mir angeſtellten Verſuche. Den 24. Jul. legte ich ein Blatt von der Pufbohne in ein gläſernes Geſchirr voller Waſſer, und ſtellte es an die Sonne. Ein andres Blatt von dieſer Pflanze brach⸗ te ich unter gleichen Umſtaͤnden ins Finſtere und dekte es mit einem Fayancegeſchirre zu. Beide Blaͤtter befan⸗ den ſich in gleicher Waͤrme. puf pethn — 1 nu Duſod Da 3. — ¹6. — n — 36. b huſ nit der a dut dieſe Hien ſttderu wiſſein G uweumn Fuurgi Zuſaͤtze. 207 Iif bohnenblaͤtter im Waſſer an der Sonne Vnf h 1 ſtehend. Den 25. hatte es reine Luft abgeſondert. ten, naten, 7. uft autſit en, und dſt— 256. desgleichen. 8. dherdiani— 27. war das Waſſer ein wenig truͤbe, und beſßen, i— 28. rothgelb. kebens on duſt verba Pufbohnenblatt im Waſſer im Sinſtern gerung in h ſtehend. der Sonneh . Den 25. nichts. dem iidn,— 26. fixe Luft; ſehr truͤbes Waſſer. verurſact V— 27. mehr fixe Luft; dickes Waſſer. t. dis im.— 2s. 7⸗8. mal mehr uft, als im erſten Falle. Dieſe ſern ſind n Luüft war ſixe und entzuͤndbare. Lebens beut. aß das nn Pufbohnenblaͤtter, die auch im Waſſer lagen, und anzen na,1 mit der aͤußern Luft Gemeinſchaft hatten, gaben beinahe den. ganz dieſelben Erſcheinungen. eu Hierauf veraͤnderte ich dieſen Verſuch, und nahm 4 9, ſtatt der Pufbohnenblaͤtter 6 Stuͤck Schminkbohnen, und Anu 46 V warf ſie in Gefaͤße voller Waſſer, und ſtellte einige davon ma 1 3 b an die Sonne, andre aber hielt ich unter druͤbergedekten hirun Fayancegeſchirren im Finſtern. em Zwech Gefaͤße voller Waſſer, an die Sonne geſtellt. Den 24. Jul. die Schminkbohnen ins Waſſer gelegt. der Puftehe V 25.— das Waſſer gans helle. nd ſtellkeesn— 26.— etwas getruͤbt. hunske— 227.— ein wenig fixe Luft entwickelt; heßlicher Ge⸗ pre und dette ruch... Bli beſn— 28.— noch truͤberes Waſſer: keine fixe Luft wei⸗ ter. 1 pf Senebier 2, Th. 9 Den 20aeg„ Zuſaͤtze. Den 29. Jul. mehr Luſt, und ein wenig entzuͤndbare. — 30.— die Bohnen ſchwammen oben. Gefaͤße voller Waſſer, im Sinſtern ſtehend. Den 24. Jul. die Schminkbohnen ins Waſſer gelegt. — 25.— ſehr truͤbes, riechendes Waſſer. — 26.— fiyxe Luft im Uebermaße. — 27.— noch mehr dergleichen; entzuͤndbare. — 28.— desgleichen. — 29.— die Bohnen ſchwammen oben. Schminkbohnen, die ich ebenfalls ins Waſſer gelegt hatte, zu dem aber die Luft Zutritt hatte, zeigten die naͤm⸗ lichen Wirkungen in Beziehung auf Veraͤnderung des Waſſers und deſſen Geruch. Endlich legte ich 2 Stuͤcke Rindfleiſch in Gefaͤßen unter Waſſer. Ein ſolches Geſaͤß ſtellte ich an die Son⸗ ne, und das andre hielt ich unter einem Fayancegeſchirre im Finſtern. Gefaͤß voller Waſſer/ an der Sonne ſtehend. Den 24. Jul. das Rindfleiſch unter das Waſſer gelegt. — 25.— truͤbes Waſſer, ſixe Luüft entwickelt. — 26. noch truͤberes Waſſer; fixe Luſt entwickelt; Ge⸗ ruch. — 27.— fixe Luft entbunden; das Fleiſch ſchwamm oben. — 28.— fixe Luft entwickelt; das Waſſer noch weit truͤber. — 29.— desgleichen. — 30.— entzuͤndbare Luft. Gefaͤß gefähr! anderur merken, D dch Re nen hate n uͤber rung zien Nar Eanmen diluſt ſche N hende di wegien, nicht— Aüſtnit den, weil ena dii, ni entinde ſhigr) Jentzindünn. öben. tern ſtehnd Waſſer ge Jaſſer. ntzuͤndber, V oben. V ins Waſſt te, zeigten eln Veraͤndent ſliſch in i tte ichan de n Fayanckgin onne ſtehwh sWaſfer g ntwickel. ſt entwickl 3 eiſch ſchwen Paſer recho 6b Zuſaͤtze. 209 Gefaͤß voller Waſſer, im Sinſtern ſtehend. Den 24. Jul. das Rindfleiſch unter das Waſſer gelegt. — 25.— ſehr truͤbes Waſſer; entwickelte ſixe Luft; heſtiger Geruch. — 26.— das Fleiſch ſchwamm oben; viel Luft ent⸗ bunden. — 27.— entzuͤndbare Luft. — 28.— desgleichen. — 29.— desgleichen, und in großer Menge. Fleiſch, das ich in Gefaͤße voller Waſſer gelegt hat⸗ te, wozu die aͤußere Luft freien Zutritt hatte, gab ohn⸗ gefaͤhr dieſelben Wirkungen in Beziehung auf die Ver⸗ änderungen des Waſſers und ſeines Geruchs, zu be⸗ merken. 3 Dieſe Verſuche waren nicht buͤndig, da ſie mir aber doch Reſultate gaben, die denen, die ich vorher bekom⸗ men hatte, aͤhnlich waren: ſo machen ſie meine Gedan⸗ ken uͤber die Wirkung des Lichts in Verzoͤgerung der Gaͤh⸗ rung ziemlich wahrſcheinlich. Nur eine einzige Bemerkung will ich machen. Die Saamen und das Fleiſch ſchwimmen oben, nachdem ſie viel Luft abgeſondert hatten. Dies haͤtte die entgegenge⸗ ſetzte Wirkung hervorbringen koͤnnen. Die davon ge⸗ hende Luft ſollte die ſpeciſiſche Schwere dieſer Koͤrper ver⸗ mehren, warum ſchwimmen ſie alſo oben? Sollte dies nicht,— wie ich zu Ende meines Zten Bandes, im éten Abſchnitte der lezten Abhandlung ſage,— daber ruͤh⸗ ren, weil die entwickelte Luft keine Luft iſt, die in dem Koͤrper, aus dem ſie fortgeht, enthalten iſt, ſondern eine Luft, welche ſich in ihrer Aufloͤſung durch die Gaͤhrung entbindet, wie dies bei den metalliſchen Aufloͤſungen ge⸗ ſchieht? Ich begnuͤge mich hier blos, dieſen Gedanken 2 anzu ⸗ 210 Zuſaͤtze. anzuzeigen, behalte mir abtr ſeine unſtantlü⸗ Pruͤ⸗ fung vor. Vierter Zuſatz; Namen einiger Pflanzen, deren Blaͤtter, oder Sten⸗ gel, oder Blumenkelche ſich blau oder blaͤulichvlolet faͤrben; nebſt einer Hauptbeobachtung uͤber die Veraͤnderung der Farbe des Harzes aus dem Franzoſenholze, in Blau. Ich habe l bereits einige Pflanzen angezeigt, deren Blaͤtter oder Stengel eine blaͤuliche Farbe annehmen; mein Verzeichniß iſt aber ſeitdem durch den gefaͤlligen Bei⸗ trag des Hrn. Goße, eines geſchickten Kraͤuterkundigen unſrer Stadt, vermehrt worden. Amethyſtea caerulea(blaue Amethyſten). Alopecurus agreftis(Ackerfuchsſchwanzgras). Agroſtis ſpica venti(große Ackerſchmielen). Aira aquatica(Waſſerhirſe). Arundo calomagroſtis(Rohrgras). Cynoſurus caeruleus(blaues Kammgras). Eryngium amethyſtinum(Amethyſtfarbige Mannstreu.) —— maritimum(Seeſtrandsmannstreu). —— tricuſpidatum(Mannstreu mit drey langen Spitzen.) —— alpinum(Alpenmannstreu). Feſtuca amethyſtina(Amethyſtfarbiger Schwingel). Globu- hrot Allae Kadich dedom Soſdar Tach ſteen venn gar, w das Br durch ſi r Velk da R hernd G ban 8 6 1 lhu dectun ſ ddu date an duüegrin W den un nun 6 ni nſindice M 6 ter, oder e er blaͤulihe ung uder, darzes aug lau. angezeigt,i 1 Harbe anntſee en geſällgnc Kriutaire 4s). ige Manntn nstreu) mit drey lin V Schwinge) V Goh Globularia alypum(ſtrauchige Kug gelblume). —— wulgaris(gemeine Kugelblume. —— cordifolia(Kugelblume mit Herzblaͤttern). Hyacinthus amethyſtinus(Amethyſthyacinth). Melica caerulea(blaue Schmiele). Scabioſa ſucciſa(Teufelsabbis). Sedum daſyphyllum(dickblaͤttrige fette Henne). Scilla bifolia(zweiblaͤttrige Meerzwiebel). Soldanella alpina. Trachaelium caeruleum(Blaues Halskraut). Es iſt zu bemerken, daß dieſe blaue Farbe an vor⸗ ſtehenden Düanzen vorzuͤglich dann zum Vorſchein koͤmmt, wenn ſie ihre ganze Vollkommenheit erlangt haben, und ſo⸗ gar, wenn ſie ſich ihrem Sterben naͤhern. Alsdann iſt das Brennbare am reichlichſten vorhanden, und kann durch ſeine Menge dies noch unvollkommene Berlinerblau zur Vollkommenheit bringen. Man bemerkt dies beſon⸗ ders an einigen Schmielen(Aira Linn. La chaume). Ich muß hier noch eine wichtige Beobachtung von Herrn Tillet anfuͤhren. Er beſchreibt ſie in ſeinem Pré. cis des experiences faites par ordre du Roi de France à Trianon, und ſagt, daß die Getraidepflanzen, welche die Krankheit haben, die man den Brand(carie) nennt, ſich dadurch verrathen, daß ihre Aehren eine blaͤuliche Farbe annehmen, und daß die Saamenkoͤrner ſelbſt ſehr dunkelgruͤn ausſehen, welche⸗ ein Uebermaaß des Brenn⸗ baren anzeigt. Hieran kann man auch nicht zweifeln, denn wenn man das Saamenkorn aufbricht, ſo findet man es mit einer ſchmierigen, ſchwaͤrzlichen, ſtinkenden 9 3 Materie „ 212 Zuſaͤtze. Materie angefuͤllt. Vielleicht ließen ſich ſolche kranke Pflanzen heilen, wenn man ſie vor der Wirkung der Son⸗ ne, ja ſogar des Tageslichts ſchuͤtzte. Hier waͤre ein ſon⸗ derbarer Verſuch zu machen. Die Beobachtung, die ich in Herrn Crells vor⸗ trefflichem chemiſchen Journal geleſen habe, iſt nicht weniger wichtig, und beſtaͤtigt nicht weniger meine Theo⸗ rie uͤber das Gruͤnfaͤrben der Pflanzen und das Blaufaͤr⸗ ben der Tinktur aus dem Franzoſenholze und des Har⸗ zes aus demſelben, mittelſt der verſuͤßten Salpeterſaͤure. Herr D. Dehne hat dieſen Verſuch beſchrieben, und ich habe ſie S. 134. dieſes Theils erklaͤrt. Sie verdient, daß man gruͤndlich uͤber ihn nachdenke, und ihn ſorgfaͤl⸗ tig befolge. Ich habe jezt nur ſo viel Zeit ihn bekannt zu machen, man findet ihn aber im zten Stuͤcke der Neue⸗ ſten Entdeckungen in der Chemie unſtaͤnblich be⸗ ſchrieben.— Herr Hagemann in Bremen beobachtete, daß Harz vom Franzoſenholze, welches in einem hoͤlzernen Moͤrſer geſtoßen, und zufaͤlliger Weiſe nahe an ein Fen⸗ ſter gebracht worden, ſo weit als es vom Lichte getroffen worden, eine blaue Farbe angenommen hatte. Er legte hierauf daſſelbe gepuͤlverte Harz auf einem Papier in die Sonne, worauf es eine aſchgraue, ein wenig ins Gruͤne ſpielende Farbe bekam. Er that auch etwas davon in ein Stuͤck von einer Barometerroͤhre, und verſchloß dieſe ſo, daß er alle Gemeinſchaft mit der aͤußern Luft abſchnitt. Das Harz ward hierauf an der Stelle, wo es von der unmittelbar wirkenden Sonne nicht getroffen ward, blauer, als an der, wo es derſelben ganz blosgeſtellt war; es ſchmolz aber darin. Es ben de cenden Prenn dekſſh bewß gli wel al nut ſo Rüͤne bare dunſt vern nicht peter ren Deſt dieſes die 4 Harz verſuͦt ſäeben rich in den d verſiß Brn ſie da ben. Zuſaͤtze. 213 h ſalt fwi Es iſt klar, daß das Licht im Blau⸗ und Gruͤnfaͤr⸗ tn men ben dieſes Harzes ſo wirkt, wie das Brennbare des rau⸗ er wäte inſe chenden Salpetergeiſts durch ſeinen Dampf, oder das Brennbare der mit der Franzoſenholztinktur vermiſchten verſuͤßten Salpeterſaͤure. Was dies aber noch buͤndiger Crells beweißt, iſt, daß das Blaue der blauen Tinktur ſich ſo⸗ habe, iſt i gleich ins Gruͤn verwandelt, als der Flacon geoͤfnet wird, ger weineg weil alsdann ein Theil vom Brennbaren davon geht, und d das B nur ſo viel davon zuruͤck bleibt, als erforderlich iſt, die e und desh gruͤne Farbe hervorzubringen. Iſt endlich das Brenn⸗ Salpetin bare durch ſeine Verwandſchaft mit der Luft gaͤnzlich ver⸗ rieben, wyit dunſtet; ſo nimt die mit der verſuͤßten Salpeterſaͤure Sie rein vermiſchte Tinktur eine gelbe Farbe an. Hieran laͤßt ſich d ihn anb nicht zweifeln, wenn man bedenkt, daß die verſuͤßte Sal⸗ dit ſhr ber peterſaͤure nichts anders iſt, als die mit dem Brennba⸗ rücke dere ren des Weingeiſts beladene Saͤure, wie auch die uͤbrige umſtändih Deſtillation ausweißt. Das Harz entzieht der Saͤure dieſes Brennbare, und dieſes faͤrbt das Harz blau, und die Luft raubt wieder ihrer Seits, wenn ſie's kann, dem Harze dieſe blaue Farbe. Dieſerwegen muß auch die biohte verſuͤßte Salpeterſaͤure, mit welcher man das Harz blau he an iy faͤrben will, friſch gemacht ſeyn, und ſein Brennbares dte iri V nicht in einem Flacon, den man oft aufmacht, oder in ichte 1 dem viel Luft iſt, verloren haben. Denn ſtellt man die nte. Ern verſuͤßte Salpeterſaͤure an die Luſt, damit ſie darin ihr Popie 4 Brennbares verliere und das Lakmus roth faͤrbe; ſo kann ni ſie dann die Franzoſenholztinktur nicht weiter blau faͤr⸗ was dad verſchlf benr duftabih Indes muß man doch geſtehen, daß Herr Hage⸗ wo es v V mann ſagt, er habe geſucht, das Harz des Franzoſen⸗ nword Uaut, holzes durch den Dampf des aus der Schwefelleber und ſtelt vn, 6 andern Koͤrpern entwickelten Brennbaren blau zu faͤrben, es habe ihm aber nicht gluͤcken wollen. Vielleicht ward der Verſuch nicht gut angeſtellt, und vielleicht hat das 6 Brenn⸗ b 214 Zuſaͤtze. Brennbare das Harz, welches es nicht ſo durchdringen koͤnnen, wie wenn es daſſelbe in aufloͤſender Geſtalt beruͤhrt. Dem ſey wie ihm wolle, ſo laͤßt ſich nicht zweifeln, daß das Brennbare der verſuͤßten Salpeterſaͤure die Urſache dieſer blauen Farbe ſei, weil dieſe Saͤure, wenn ſie dephlogi⸗ ſtiſirt iſt, gedachte Tinktur nicht mehr blau faͤrben kann. E N D E. ſo duth deenn r Geſatle dti zweiſeled dode de lrocede venn ſe ſe deſe thr bleu ſi ſſͤſͤſͤſͤſͤſſͤſͤſͤͤͤſſ— 2 8—— 2——,— 26 4 4 SOſour& Grey Control Chart Blue Cyan Green Vellow HNod Magenta wiito reyu,————— ————