1— * 62 8* 2 4 4 2 —. A G 4 — 4 1 8 4 4 88 6 — 8— —. 1 8— —— 22)—— — — „. A n .„ 4 44△ ◻ο̊. ——xiEZ — 2—— d ——— 3. Die* Nazional⸗Oekonomie. Ein philoſophiſcher Verſuch uͤber die Quellen des Nazional⸗Reichthums und uͤber die Mittel dan Geb zu deſſen Befoͤrderung. — Jac Von — Julius Gr. v. Soden. 1 Vierter Band.„ —— Leipzig, ber Johann Ambroſius Barth. 18 103. 11 2. ☛— 8 52 1 ——y 82 e ehr b u ch( A. der, 5 7 ſG 1 ℳ— 97/6 7h 7 2 5 Nazional⸗Oekonomic G h. 11vV N ſ enn I 4 A ⸗ 4 AA d von ,1. S 88 N we 4— Julius Gr. v. Soden. Zum Gebrauch oͤffentlicher Vorleſungen nach deſſen Syſtem bearbeitet. 4 A — Leipzig, s bey Johann Ambroſius Barth. 1810. „ ſin Taje n dm ban W t dec ſaszolt ewug ſeſen lauc 4 ⸗ 1 dah m V Umiule in uſie a n Krha den g * .. E. s iſt mir gelungen, das Anerkenntniß des Daſeyns der Nazional⸗Oekonomie als einer ſelbſtſtaͤndigen, bis⸗ her in dem Chaos der Staatswirthſchaft vergraben ge⸗ legenen Wiſſenſchaft, zu bewirken, und ſie als eine eigne, das oberſte Prinzip der geſammten Staats⸗ haushaltung in allen ihren Zweigen enthaltende, Szienz zu gruͤnden; ich glaubte alſo, es ſey Beduͤrfniß, ihr Syſtem in ein Lehrbuch zu draͤngen, das zum Gebrauch oͤffentlicher Vorleſungen dienen koͤnne. Dieſes Beduͤrfniß ſchien mir um ſo dringender, als ich bey meinem Werke uͤber die Nazional— Oekonomie, eine ganz neue Szienz, und fuͤr dieſe eine ganz neue Terminologie zu ſchaffen hatte, mithin nur dem tiefen Forſcher, und dem eigentlichen Gelehrten, ver⸗ fuaͤndlich ſeyn konnte; da hingegen alle Theile der Staatshaushaltungswiſſenſchaft, uͤber die auf allen Akademien geleſen wird„ von jener Szienz ausgehen muͤſſen; alſo denjenigen, die ſich dieſer jezt mehr 1Iv 1— als jenals wichtigen Kunde widmen, ein vor gaͤngi⸗ ges, abgeſondertes, eignes Studium der Nazional⸗ Oekononie unerlaͤßlich nothwendig iſt. Da in dieſem Lehrbuche, wenn es ſchon im Ganzen nur ein gedraͤngter Auszug aus dem Syſtem der Nazio⸗ nal⸗Oekonomie ſeyn kann, doch dieſes Syſtem ſelbſt ſo manche durch das Nachdenken veranlaßte neue Ausein⸗ anderſezungen und klarere Darſtellungen erhalten hat, welche den Beſizern der erſten drey Baͤnde der Nazional⸗ Oekonomie zur vollſtaͤndigen Ueberſicht willkommen ſeyn duͤrften, ſo hat dieß die Veranlaſſung gegeben, dieſem Lehrbuche noch den doppelten Titel eines aten Bandes der Nazional⸗Oekonomie beyzulegen. Die Aufnahme, welche jenes Werk ſchon bey mei⸗ nen Zeitgenoſſen gefunden hat, laͤßt mich hoffen, dieſes Lehrbuch werde, ſo wie es die Studirenden zum Ver⸗ ſtaͤndniß jenes Syſtems vorbereiten wird, zu eigenen Vorleſungen uͤber die Nazional⸗Oekonomie den Weg bahnen; und dieß iſt der ſehnliche Wunſch eines Mannes, der jedem Anſpruche willig entſagt, wenn er nur hoffen darf, daß der Abend ſeines Daſeyns nicht ganz fruchtlos fuͤr die Menſchheit war. Ein einziger, ſonſt einſichtsvoller Schriftſteller hat neuerlich das Daſeyn der Nazional⸗Oeckonomie als einer eignen Szienz zu bezweiflen geſchienen, und dieſe nur fuͤr eine Analyſe des Nazionalreichthums gelten laſſen wollen. 1 — 2.“——— Faunaber gieſco „ 6 Ad A Wcham . du aſe vun tannuß 9 ſe Kand ſerſcoſt —— V lllein Analyſe, Zergliederung und Darſtellung des Nazionalreichthums und ſeiner Quellen, iſt noch keine Wiſſenſchaft. Wenn aber die Kenntniß dieſer Quellen, und die Kunde, wie das Nazionalvermoͤgen zum Reichthum erhoͤht werden ſoll und kann? wenn die Kunde: durch welche Mittel der groͤßtmoͤglichſten Maſſe von Nazionalgliedern der höchſtmoͤglichſte Le⸗ bensgenuß verſchaft und gewaͤhrt werden kann? wenn dieſe Kunde keine Wiſſenſchaft iſt: was iſt denn Wiſſenſchaft? Nazional⸗Oekonomie mußt' ich ſie nennen, weil der Sprachgebrauch mit dem Ausdrucke Staatswirt h⸗ ſchaft nun einmal jenen irrigen Begriff verbunden hatte. Uebrigens iſt jede Benennung gleichgeltend, wenn der Ausdruck nur den Zweck einer ſcharfen, be⸗ ſtimmten, abſondernden, und allen Mißverſtand aus⸗ ſchließenden Bezeichnung des Begriffs enthaͤlt, und die⸗ ſen zum augenblicklichen klaren Anſchauen bringt. Ueberſicht.* Erſtes Buch. Einleitung und allgemeine Grundſaͤze vom Nazionalvermögen. V Z. 1— 79. b Zweytes Buch. Beſtandtheile des Nazionalvermogens. Z. 80— 153. I. Stoff im Allgemeinen. Drittes Buch. 7 II. Produktifkraft; im Allgemeinen. Z. 154— 215. Viertes Buch. Naſſe der Produktifkraft: Bevolkerung. Z. 216— 2323 Fuͤnftes Buch. Gattungen der Produktifkraft. x. Urprodukzion. Z. 233— 251. Sechstes Buch. 2. Induſtrielle Produkzion. Z. 252— 317. Siebentes Buch. 3. Kommerzielle Produkzion. Z. 318— 346. Achtes Buch. Bewegungsmittel der Produkzion. Z. 347— 424. Neuntes Buch. Nazional⸗Oekonomiſtiſche Staatsform. 3. 425— 447. Zehntes Buch. Nazional⸗Oekonomiſtiſche Staatsgeſezgebung und Staatsadmi⸗ niſtrazion. Z. 448— 577. fneitung fo Erſtes Buch. Einleitung und allgemeine Grundſaͤtze vom Nazional⸗Vermoͤgen. ·—q—— & — R S——— — 1*—————ͤͤͤſͤſſ1111 g„·„ diflllen h Stast Geilſtyſt h„diſ T bnafjalb d m Kecht und ſler Nepe Wſd Mel der des dr Erund derwaltat ded Fältiit . dſe dren Einleitun X 1. Staat iſt die zu Einem Zweck vereinigte Geſellſchaft, in Beziehung auf die geſellſchaftliche Verwaltung; naͤmlich auf die Beſtimmung der Rechte, die jedes einzelne Gli ed der Geſellſchaft in, ſtrenger Beziehung auf dieſen geſellſchaftlichen Zuſtand ausuͤben kann, und darf, und auf die Beſtimmung der Pflichten, die es, auch wieder in ſtrenger Beziehung auf d dieſen geſellſchaftlichen Zuſtand, zu erfuͤllen hat(Nazional-Oekonomie 1. B. Z. 12.). Staats⸗Verwaltung iſt dasjenige Oberhaupt jener Geſellſchafts-Maſſe, welches das Recht, alſo auch die Pflicht hat, dieſe Maſſe zu ihrem Zweck zu leiten, alſo allenthalben innerhalb der Graͤnzen dieſes Zwecks zu erhalten, alſo auch jene Rechte und jene Pflichten(Z. 1.) zu beſtimmen, und uͤber deren Bewahrung und Erfuͤllung zu wachen. 3. Die Staatshaushaltu ngs⸗Kunde iſt der Inbegriff der Grundſaͤtze und Regeln, nach welchen die Staats⸗ verwaltung(Z. 2.) den Staat(Z. 1.) zu behandeln, d. h. die Rechte und Pflichten der Staats⸗Glieder in ſtrenger geſellſchaftlicher Beziehung zu beſtimmen, zu bewahren, und uͤber deren Erfuͤllung zu wachen hat. 4. Die Staatshaushaltungs⸗Kunde enthaͤlt alſo 1. Die Regeln und Grundſaͤtze, nach welchen jene echte und Pflichten zu beſtimmen ſind, alſo die Staats Geſezgebung. ———— —— — — 4——— 2. Die Regeln und Grundſaͤtze, nach welchen die Geſellſchafts⸗ 1 Rechte der Staats⸗Glieder zu bewahren ſind, und uͤber die Erfuͤllung der Pflichten zu wachen iſt; alſo unſ die Staats⸗Adminiſtrazion. 3 6 Ich nenne ſie Staats⸗Adminiſtrazion, um ſie von V big dem Ausdruck Staats⸗Verwaltung zu ſondern, deſſen b ich mich zu Bezeichnung des Staats⸗Oberhaupts, der Regie⸗ V daul- rung, des Regenten, bediene(Z. 2.). 3 5. Die Staats⸗Haushaltungs⸗Kunde theilt ſich dieſem ds Begriffe(Z. 3.) gemaͤß, ab; in ä t J. Die Staats⸗Juſtiz⸗Kunde, myin II. Die Staats⸗Polizey⸗Kunde, authal III. Die Staats⸗Finanz⸗noder eigentliche Wüürhſchalte⸗ h Kunde. V un En Jede dieſer Kunden, oder Wiſſenſchaften, begreift die 8 Lie8 Geſezgebung und die Adminiſtrazion. a 6. V Fde,( I. Die Staats⸗Juſtiz⸗Kunde, beſtimmt a) in der Geſezgebung die Rechte und Pflichten der Staats⸗Glieder V Nu in Abſicht des Eigenthums im allgemeinſten Sinne dieſes a? Worts, nach welchem es nicht nur Stoff im allgemeinen nn ish (N. Oek. 3. 55. 1. B. S. 61.), ſondern auch Perſoͤn⸗ e. ſm lichkeit begreift; b) in der Adminiſtrazion die Mit⸗ tel zu Beobachtung jener Beſtimmung.. V 7. II. Die Staats⸗Polizey⸗Kunde hat die Bewahrung und Vervollkommnung der Vortheile der geſelligen Verbin⸗ 1 dung, und Abwendung der Nachtheile derſelben, zum Gegen⸗ 9 bm ſtand,(N. Oek. Z. 6. 12. III. Bd. S. ⸗10.) ſowohl in im Abſicht der Beſtimmungen, nach welchen jene Vortheile ài zu erhoͤhen und zu bewahren, und jene Nachtheile abzu— ih im wenden ſind, als in Abſicht der Mittel die Einhaltung dug, dieſer Beſtimmungen zu bewirken. m we N ——2828—— fts⸗ 5 8. III. Der Gegenſtand der Staats⸗Finanz⸗ oder Wirthſchafts-Kunde, iſt die Beſtimmung der Art und Weiſe: wie die aus dem Staatsvereine fließende gemeinſchaft⸗ liche Laſten des Staats unter die Staatsglieder auszutheilen, und zu der Erfuͤllung dieſer Laſten des Staats, als ſolchen, (Staats⸗Aufwandes) wieder zu verwenden ſeyen(N. Oek. Z. 478. III. Bd. S. 39. und 40.), begreift alſo die Staats⸗ Finanz⸗Geſezgebung, und Staats⸗Finanz⸗Adminiſtrazion. 9. Die Staats⸗Polizey⸗Kunde und Staats⸗Finanz⸗Kunde, ſind bisher unter dem Namen Staatswirthſchaft zuſam⸗ men gefaßt worden; daher ſo viele Dunkelheit in der Staats⸗ Haushaltungs⸗Wiſſenſchaft; ſo viele Widerſpruͤche. Nur der Staats⸗Finanz⸗Kunde gebuͤhrt die Benen⸗ nung Staats⸗Wirthſchaft. Sie iſt ſo, wie die Staats⸗ Polizey⸗Kunde, ein eigner, durch ihren Gegenſtand gaͤnz⸗ lich abgeſonderter Theil der Staats-Haushaltungs⸗ Kunde,(Z. 3.) welche außer dieſen beiden Kunden auch noch die Staats⸗Juſtiz⸗Kunde begreift. Nur durch dieſe ſchneidende Abſonderung der Begriffe, und der Benennungen, kann in diejenige Wiſſenſchaft, welche man bisher Staats⸗Wirthſchaft(conomie politi⸗ que) nannte, Klarheit kommen. Nazional⸗Oekonomie. 10. Ganz abgeſondert und verſchieden von dieſen Wiſſen⸗ ſchaften iſt die Nazional⸗Oekonomie. Sie iſt nicht die Staats⸗Haushaltungs⸗Kunde, alſo auch kein Theil derſelben; alſo auch nicht die Staats— Polizey⸗Kunde, mit der ſie in Abſicht der Huͤlle, bisher zum Ungluͤck der Menſchheit, oft vermiſcht worden iſt. 6—,— 3„ Fül Die Nazional⸗Oekonomie iſt die aus der Anthropologie, A ,— 3., d, gn aus der Kenntniß des menſchlichen Organismus geſchoͤpfte Kunde der Grundſaͤtze: wie die Form des Staatsvereins, alſo die u Staats⸗Verfaſſung, und wie die Regeln, welche die. I5 Sraatshaushaltung zu Beſtimmung der Rechte und Pflichten u der Staats⸗ Glieder, in ſtrenger Beziehung auf den geſell⸗ b 35 ſchaftlichen Verein, zu beobachten hat, beſchaffen ſeyn muͤſſen, V h damit die groͤßtmoͤglichſte Zahl der Glieder deſſelben den NN hoͤchſtmoͤglichen Grad phyſiſcher Genuß⸗Vollkommen⸗ t heit nach ethiſchen Grundſätzen erlangen und bewahren koͤnnen um (N. Oek. 1. B. 3. 13. S. 14.). 4 nnd Die Geſetze der Nazional⸗Oekonomie ſind alſo als Prin⸗ nhts zip der Staats⸗Verwaltungs⸗ Form und. Staats⸗Haus⸗ mn ſ haltung, und abgezogen von der Idealiſazion, direkt einzig V drögit prohibitif. Sie bezeichnen in dieſer Eigenſchaft, was ſowohl V in der Form des Staats⸗Vereins, als in den Regeln zu. d Beſtimmung der Rechte und Pflichten der Staats„Glieder, nnuß! jenem Streben nach jener Vollkommenheit entgegen iſt. äiſtu TT. dn Die Nazional⸗Oekonomie hat alſo mit der Staats⸗ 8] Haushaltungs⸗Kunde nichts gemein*). Die Nazional⸗ Keenzge Oekonomie hat mit Beſtimmung und Bewahrung der Rechte iht dar und Pflichten der Staats⸗ Glieder, in direkter B ezie⸗ Kidril hung auf geſellſchaftliche Verbindung, nichts zu thun. Ihr h ehe einziger Gegenſtand iſt die Vervollkommnung des Lebensgenuſſes dlüſ des zwar in geſellſchaftlicher Verbindung ſtehenden Menſchen, aber nicht in Beziehung auf dieſe Verbindung, 6 nicht in direkter Beziehung auf ſeine Verhaͤltniſſe zu dane dieſer Verbindung. d 12. 3 deh Die Nazional⸗Oekonomie iſt alſo eine eigne Wiſſen⸗ riles ſchaft, die, indem ſie neben der Staats⸗Haushaltungs⸗ ſi ³) Staats⸗Haushaltung iſt es, was die Franzoſen économie 4 politigue nennen. Nazional Oekonomie(é6conomie nationale) m iſt ihnen als eigne Szienz noch fremd. az 8——* * L 5——yyhe 4———— 7 Kunde ſelbſtſtaͤndig fuͤr ſich beſteht, zugleich als der Kodex des Genius der Menſchheit uͤber die Staats-Haushaltung nach allen ihren Theilen waltet. Dieſer beſchuͤtzende Koder iſt es, den die Staats⸗ Haushaltung in allen ihren Zweigen reſpektiren muß. Er gebietet außer der Idealiſazion, nicht direkt, welche Beſtimmungen die Staatshaushaltung in Abſicht der Rechte und Pflichten in Beziehung auf den geſellſchaftlichen Verein enthalten muß; aber er bezeichnet, welche Grundſatze ſie nicht verletzen, nicht beruͤhren darf, wenn der Zweck der Nazional⸗Oekonomie, naͤmlich jene moͤglichſte Vervollkomm⸗ nung des phyſiſchen Genuſſes der Nazional⸗Glieder erreicht werden ſoll, Er ſetzt alſo die Markſteine jenes Inbegriffs der Regeln der Staats⸗Haushaltung(3. 3.). 13. Der Zweck des Menſchen⸗Daſeyns iſt: hoͤchſtmoͤglichſter Genuß dieſes Daſeyns, nach ethiſchen Grundſaͤtzen; alſo mit Einſchluß des Strebens nach dem Schoͤnen und Guten, als dem Inbegriffe der moraliſchen Vollkommenheit(1. B. S. 14.) ohne welche ſich kein heitrer, ſo wie kein reiner Lebensgenuß denken laͤßt. Dieſem Zwecke entſagt der Menſch nicht durch den Eintrit in den Staats-Verein; dieſer Eintrit wird vielmehr durch das Streben nach jenem Zweck motivir, und eben deswegen iſt die Nazional⸗Oekonomie eine Politiſche, d. h. eine Staats⸗Wiſſenſchaft. 14. Gerade darin liegt aber auch die Rechtlichkeit ihres Prinzips. Die Nazional⸗Oekonomie gehoͤrt alſo nur in ſoweit der Staats⸗Haushaltungs⸗Wiſſenſchaft an, als ihr nazio⸗ nelles Prinzip(Z. 17.) es gebietet. Mit dieſer Be⸗ ſchraͤnkung aber iſt ſie allerdings Staats⸗Wiſſenſchaft. In dieſer Eigenſchaft als Staats⸗Szienz, muß ſie Rechte und Pflichten des Staats, alſo eine Staats⸗Gewalt enthalten, welche dieſe durch die Staats⸗Verwaltung ausuͤbt. Naͤmlich: die Pflicht, die hoͤchſtmoͤgliche phyſiſche A Genuß⸗Vollkommenheit der groͤßtmoͤglichſten Zahl von Staats⸗ buͤrgern Nazionell(d. h. ohne Nachtheil des weltbuͤrger⸗ lichen Prinzips der Nazional⸗Oekonomie) zu befoͤrdern, und 3 dhr, das Recht, jede Stoͤrung des Strebens und des Errin⸗ i gens dieſer allgemeinen phyſiſchen Genuß⸗ Vollkommenheit 1 ſgen zu hindern. 15. d Die Staats⸗Haushaltungs⸗Kunde iſt nur der Inbegriff Vita der Regeln, nach welchen die Staats⸗Verwaltung die Rechte aüdid und Pflichten der Staats⸗Glieder in geſellſchaftlicher Bezie⸗ däün hung zu beſtimmen, und uͤber deren Bewahrung und Erfuͤl⸗ lung zu wachen hat(Z. 3.), ihr iſt alſo die Staats⸗Form A fremd. a Die Nazional⸗Oekonomie hingegen kann ſich nur in 14 3 einer ſolchen Staats⸗Form bewegen, welche ihrem Zwecke, e naͤmlich der Moͤglichkeit, fuͤr jedes einzelne Nazional⸗Glied die hoͤchſtmoͤgliche phyſiſche Genuß⸗ Vollkommenheit zu erlan⸗ rid gen, alſo ihren Geſetzen nicht widerſtrebt. In einer ſo gear⸗ ¹ teten Form liegt das, was ich die produktife Kraft der ſ Staats⸗Geſammtheit nenne(N. Oek. 1. B. S. 28. 3. B. Z. 447). 4 ſ Die Nazional⸗Oekonomie⸗Kunde iſt alſo die Philoſophie 6 der Staats⸗Formen, wie der Staats⸗Haushaltung. 1 1 16.' Die Staats⸗Haushaltungs⸗Kunde beſtimmt die Regeln ¹ der Behandlung eines angenommenen Staats, iſt alſo. ſtets ſubjektiv. Die Nazional⸗Oekonomie kennt keinen ein— zelnen Staat. Sie will eine Staats⸗Form, in der ihr 8 Zweck erreichbar iſt; und, dieſen vorausgeſezt, will ſie den b Wohlſtand des geſellſchaftlichen Menſchen. Die Staats⸗Haushaltung in allen ihren Zweigen ge⸗ b bietet; die Nazional⸗Oekonomie enthaͤlt außer ihrem freyen b Idealiſazions⸗Kreiſe keine direkte Gebote, ſondern nur direkte Verbote alles deſſen, was ihrem Zwecke, —— — 9 naͤmlich der Bereicherung des Menſchen im geſellſchaftlichen Zuſtande entgegen iſt. Die Staats⸗Haushaltung hat es ſtets mit dem Staats⸗ Buͤrger, als ſolchem, d. h., in Abſicht und wegen ſeiner Beziehungen zum Ganzen, zum geſellſchaftlichen Berbande, zum Staats⸗Verein, zum Staate zu thun. Die Nazional⸗Oekonomie hat zwar den geſellſchaftlichen Menſchen zum Gegenſtand, aber nur in Beziehung auf ſeinen individuellen Wohlſtand, und ohne Beziehung auf ſeine Verhaͤltniſſe zum Staats⸗Vereine. 17. Die Nazional⸗Oekonomie⸗Kunde gehoͤrt alſo der gan⸗ zen Menſchheitan; ſie iſt weltbuͤrgerlich(N. Oek. I. B. Z. 22.). Nazional⸗Oekonomie habe ich ſie genannt, weil 1. ihre Geſetze nicht auf die Lokal⸗ und Individual⸗ Verhaͤltniſſe einzelner Staaten eingeſchraͤnkt ſind, ſondern alle geſellſchaftliche Vereine umfaſſen; weil ſie alſo auch fuͤr die Staaten in ihren wechſel⸗ ſeitigen Beziehungen gelten, und jedem einzelnen Staate die Verhaͤltniſſe diktiren, die er auch gegen andre Staaten einhalten muß, wenn auch in ihm, alſo in jedem Staats⸗Vereine, alſo in der geſammten Menſchen⸗Familie, der einzelne geſellſchaftliche Menſch den hoͤchſten Grad phyſiſcher Genuß⸗ Vollkommenheit ſoll erſtreben koͤnnen. .Weil ihre Geſetze ſtets einen Verband, alſo eine zu Einem Zweck vereinte Volksmaſſe, alſo eine Nazion vorausſetzen; denn jene Genuß⸗Vollkommenheit iſt ohne Verband unmoͤglich, da ein großer Theil der Genuͤſſe nur durch die geſellige Verbindung, durch den Austauſch der Produktif⸗Kraͤfte erlangt werden kann, oder in der Geſelligkeit ſelbſt liegt. 1* 10 1 3. Weil ſie ſich einzig mit der Erringung des vollkommen⸗ 25 ſten phyſiſchen Lebens⸗Genuſſes, alſo der Wirth⸗ da ſchaft, der Oekonomie beſchaͤftigt. 95 3.* Wl Unter dem Ausdrucke Nazion verſtehe ich eine zwar im n geſellſchaftlichen Vereine ſich befindende Volksmaſſe, aber nicht i in Beziehung auf dieſen Verein, ſondern in Bezie⸗ am , dee 4. rätan hung auf ihre Individuen. Denn nur mit der Individualitaͤt har es die Nazional⸗Oekonomie zu thun. So unterſcheide ich Nazion vom Staate, d. h. von der im geſellſchaftlichen d Verein befindlichen Volksmaſſe, in ihrer geſellſchaft⸗ kiſt lichen Eigenſchaft, als Staatsluͤrger, in Bezie⸗ üm hung auf die geſellſchaftliche Berwaltung(Z. 1.). ü l 19. nct d Waͤre der Begriff des Worts Reichthum nicht zu mni ſchwankend und relatif,(N. Oek. 1. B. S. 25. folgende)— m- wie in der Folge gezeigt wird, ſo koͤnnte man die Nazional⸗ nee Oekonomie, die Nazional⸗Bereicherungs⸗Kunde nennen, rnd in ſo fern ſie ſich einzig mit der Erhoͤhung und Bewahrung 3 M des Nazional⸗ Wohlſtands beſchaͤftigt. Die Wichtigkeit der hoͤchſten Klarheit in wiſſenſchaftlichen Kunden rieth daher, dieſe Kunde mit einem eignen neu geſchaffenen Ausdruk zu em ſtempeln*). unie A 20. faat Noch weniger darf man ihr den Namen der Begluͤk⸗ bſ kungs⸗Kunde beylegen. Dieß verbietet der Mißbrauch der duc in die Staats⸗Haushaltung in neuern Zeiten, unter der allge⸗ tect meinen Rubrik der Staats⸗Pol izey, eingedraͤngten be gluͤk⸗ *) Zu gleicher Zeit mit dem Iſten Bande meines Verſuchs uͤber* die Nazional⸗Oekonomie, erſchien auch das Lehrbuch des wuͤrdigen Herrn Profeſſor Jacobs uͤber die Nazional⸗ Oekonomie, unter welcher er die Staats⸗Haushaltung 4 verſteht. Der Inhalt beweiſt aber, gegen einige gelehrte dü Anzeigen, daß wir nur den Namen, nicht den Begriff 1 der Szienz gemein haben. N 11 kenden Staats⸗Gewalt, deren Prinzip die Philoſophie ver⸗ mißt: denn ſie vermag kein andres, als ein rein ethiſches anzuerkennen; die Ethik nimmt aber in Abſicht des Begriffs von Gluͤck, keine praͤzeptife Vorſchriften auf; daher ſind dieſe ſelbſt der Nazional⸗Oekonomie fremd, die ſubjektiv und unbeſchadet ihrer Idealiſazion, nur prohibitife Geſetze enthaͤlt; und nur, wenn dieſe verletzt werden, mit praͤzeptifer Ge⸗ walt eintrit(N. Oek. 1. Bd. Z. 7. und 23.). 21. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie iſt rein ethiſch Sie ſetzt den Zuſtand der Civiliſazion voraus; alſo auch das allgemeine Streben nach Vollkommenheit. Dieſe ethiſche Vollkommenheit iſt aber ohne phyſiſche Genuß⸗Vollkommenheit nicht denkbar; denn die Kultur muß ohnehin, nach dem menſchlichen Organismus, den phyſiſchen Genuß ergreifen, und Mangel an dieſem Genuſſe entnervt die Seele, laͤhmt den Geiſt, indeß Genaß⸗Vollkommenheit die Gefuͤhle entfaltet, veredelt, die Geiſteskraft ſpannt, und der M enſchheit ihren Adel giebt, bewahrt, Lerhoht(N. Oek. 1. B. Z. 14. S. 14.). 22. Das Prinzip der Nazional⸗ Dekonomfe iſt rechtlich: denn jener heitre Lebens⸗Genuß, jene reine Genuß⸗Vollkom⸗ menheit, die ihr Gegenſtand ſind, liegen in dem Begriffe des ſtaatsbuͤrgerlichen Vereins(3. 13.) und ohne ſie, deren Geſetze die ganze Staats⸗Haushaltung ehren muß, fehlt es auch dieſer, mithin allen ihren Zweigen, an einem Lechtlächen Prinzip(N. Oek. 1. Bd. Z. 16. S. 15.). 23. Die Nazional⸗Oekonomie iſt weltbuͤrgerlich; denn ſie iſt die Philoſophie der geſammten Staats⸗ Lehre, alſo der Staats⸗ Formen, und der Staats⸗Haushaltung, welches auch immer die von den lokalen, oder temporellen Verhaͤltniſſen, alſo den relatif⸗ zufaͤlligen Umſtaͤnden,(denn abſolut zufaͤl⸗ lige erkennt die Nazional-Oekonomie nicht,) dem Staats⸗ Verein gegebene Form der Staats⸗Verwaltung, oder Staats⸗ 12— Haushaltung ſey; ihre Geſetze ſind die naͤmlichen, ſind ewig. In jeder Lage, unter jedem Himmels⸗Strich, ſteht das Geſetz der phyſiſchen Gennß⸗Vollkommenheit, wie das Sitten⸗ geſetz der moraliſchen. Die Nazional⸗Oekonomie gehoͤrt alſo allen Nazionen an. Sie ſchlingt die Schleife, die einzige, die alle Voͤlker verbindet, ſie iſt dem phyſiſchen Menſchen, was der Glaube an Gottheit, Tugend und Unſterblichkeit dem moraliſchen. Eben deswegen muͤſſen ſich alle Staats-Verwaltungs⸗Formen, ſo wie alle Staats⸗Haushaltungs⸗Grundſaͤtze aller Nazionen, unbeſchadet der lokalen und temporellen Anpaſſungen, in ihr aufloͤſen. Eben deswegen hoͤren alle Staats⸗Formen und Staats⸗Haushaltungs⸗Grundſaͤtze da auf, rechtlich zu ſeyn, d. h. ihren Zweck zu erfuͤllen, wo ſie die allgemeine prohibitife Geſetze der Nazional⸗Oekonomie verletzen(N. Oek. 1. B. Z. 20. 22. 24. u. ſ. w.). 24:— Eben deswegen kann und darf ſich die Nazional⸗ Oekonomie zu der Idealiſazion erheben(N. Ock. 1. B. Z. 23.). Sie darf ſich, abgezogen von allem relatif⸗ zufaͤlligen, eine Staats⸗Verwaltungs⸗Form, ein Staats⸗ Haushaltungs⸗, ein Staats⸗Adminiſtrazions⸗Syſtem bilden, das ſtets moͤglich, aber unter den angenommenen akziden⸗ rellen Verhaͤltniſſen unanwendbar iſt. Nur in dem Gebiete dieſer Idealiſazion liegen ihre praͤ⸗ zeptifen Geſetze; in ihm muͤſſen ſie ruhen, bis jene akzidentellen Verhaͤltniſſe ſich aufloͤſen; aber ihren prohibi⸗ tifen Geſetzen iſt der Zufall fremd; Sie erkennen keinen Oberen, als die Natur und den menſchlichen Organismus. Die Staats-Verwaltungs⸗Form, die Staats⸗Haus⸗ haltungs⸗ und Staats⸗Adminiſtrazions⸗Syſteme koͤnnen, durch dieſe relatif akzidentelle Verhaͤltniſſe gebunden, recht⸗ lich ſeyn, ohne dem Ideale der Nazional⸗Oekonomie zu ent⸗ ſprechen; aber, ſo wie ſie unter allen ihnen angepaßten Modi⸗ fikazionen, ſtets die Prohibitif⸗Geſetze der Nazional⸗Oekonomie dR A n 3 1 1. 3 9 2 —y—. 1— E——— 8 6 2 ——.——haͤG-—““ hit Jpual nich tlxmei bit dh, öten N duf ſmn knwe 13 ehren muͤſſen, ſo muͤſeen ſie auch ſtets ſtreben, jene Feſſeln des relatifen Zufalls zu loͤſen; und die unbewegliche Tendenz, der Staaten, ſo wie der Staats⸗Verwaltungen, muß ſeyn, dem Ideal der Nazional⸗Oekonon ie naͤher⸗-; alſo bey jedem Nazional⸗Gliede den Grad von phyſiſcher Genuß⸗Vollkom⸗ menheit bis an den aͤußerſten Markſtein des Natur⸗ und Menſchheits⸗Organismus zu ruͤcken. Dieß iſt unerlaͤßliche Pflicht der Nazionen, wie der Staats⸗Verwaltungen, und nur in der Erreichung dieſes Ideals iſt der Punkt, wo ſich der Zuſtand der geſammten Menſchheit in allgemeine Gluͤckſeligkeit, allgemeines Wohl, allgemeine Genuß⸗Faͤhigkeit und Genuß⸗Vollkommenheit aufloͤſt. 25. Alles liegt daran, dieſes Daſeyn der Nazional⸗ Oekonomie als einer eignen, unabhaͤngigen, nur bis jetzt verkannten, nur zum Theil in der Staats⸗Polizey geahneten, aber dort unrechtlich und zwar mit praͤzeptifen Geſetzen aufgenommenen Szienz, unerſchuͤtterlich zu gruͤn⸗ den, und ihre Vermiſchung mit dem, was man vorhin Staats⸗Wirthſchaft nannte, zu verhuͤten. Das Wohl der Menſchheit gebietet dieſe ſchneidende Beſtimmung ihres Begriffs, und feſte Gruͤndung ihres Daſeyns. Der Philoſoph kann alſo hier nicht aͤngſtlich genug um hoͤchſte Klarheit be⸗ kuͤmmert ſeyn. Die Staats⸗Wiſſenſchaft iſt der Inbegriff der Grundſaͤtze, nach welchen ein Staat(Z. 1.) organiſirt wer⸗ den muß, um den Zweck ſeiner Gruͤndung zu erfuͤllen, und zwar G a. in Abſicht ſeiner Adminiſtrazions⸗ Form, alſo ſeiner Verfaſſung; alſo der Beſtimmung des Verhaͤltniſſes der Staats⸗Verwaltung(Z. 2.) zu den Staats⸗ Gliedern, und der Staats⸗ Glieder zu der Staats⸗Verwaltung. 14— b. In Abſicht der, dieſem gegruͤndeten Verhaͤltniſſe gemaͤß, anzunehmenden Staats⸗ Adminiſtrazions⸗Form. Der Staats⸗Wiſſenſchaft iſt alſo der Wohlſtand, die Genuß⸗Vollkommenheit der einzelnen Staats⸗ Glieder, an 1 ſich ganz fremd. Sie beſchaͤftigt ſich ausſchließend mit den Mitteln, jenen Verein zu Einem Zweck zu gruͤnden, und zu V erhalten; und da dieſer Zweck in aͤußerer und innerer Sicherheit, ſe deth d. h. im ſichern Genuß der geſellſchaftlichen Vortheile u beſteht, ſo hat auch die Staats⸗Wiſſenſchaft mit der phyſiſchen ſä g Genuß⸗Vollkommenheit der einzelnen Geſellſchafts⸗Glieder f t nichts zu thun. a 26. 8 Die Staats⸗Haushaltung(vorhin Staats⸗Wirth⸗ i 1 ſchaft genannt Z. 4.) hat nur mit der Beſtimmung der wech⸗ ſelſeitigen Rechte und Pflichten der Geſellſchafts⸗d. h. n Staats⸗Glieder zu thun, damit jedes die geſellſcha ftlichen 4 Vortheile nach dem in der Staats⸗Form liegenden hoͤchſt moͤglichen Grade genieße, und mit der Bewachung und Be⸗ V wahrung derſelben. nalu Auch ihr iſt alſo die Genuß⸗ Vollkommenheit der einzelnen kinn Geſellſchafts⸗(Staats⸗) Glieder ganz fremd. V Die Nazional⸗Oekonomie dagegen hat die Genuß⸗ V daus Vollkommenheit des einzelnen Geſellſchafts⸗(Staats⸗) Glieds zum einzigen ausſchließenden Gegenſtande. Da das Geſellſchafts⸗Glied mit dem Zweck dieſer ku Genuß⸗Vollkommenheit in den Staats⸗Verein trit, ſo gehoͤrt ſie der Menſchheit an; die Nazional⸗Oekonomie iſt alſo eine daöiue D eigene, ſie iſt die hoͤchſte und Grund⸗ Wiſſenſchaft der 3. lüih geſammten Staats⸗Kunde. h Die Nazional⸗Oekonomie fordert alſo ein 1. daß, welches auch immer die gewaͤhlte Staats⸗Verfaſ⸗ V Kar ſungs⸗ und Staats⸗ Adminiſtrazions⸗Form ſey, ſie ihre ſ Geſetze nicht verletze, alſo den freyen Spielraum des fin ————,————· einzelnen Staats⸗Glieds, im Streben nach Genuß⸗ Vollkommenheit, nicht enge. Sie fordert 2. daß die Staats⸗Haushaltung, in allen ihren Zwei⸗ gen, auf eine dieſen naͤmlichen Geſetzen angemeſſene Weiſe organiſirt ſey; und 28. dem gemaͤß iſt der Nazional⸗Oekonomie die Staats⸗Verfaſ⸗ ſungs⸗Form, und die Staats⸗ Adminiſtrazions⸗Form an ſich gleichguͤltig, weil dieſe nach relatif zufaͤlligen Verhaͤlt⸗ niſſen beſtimmt werden muͤſſen. Aber in jeder dieſer Modifika⸗ zionen behauptet ſie die Oberherrſchaft ihrer Geſetze; und zwar a. modifizirt, ſo lang das Gebot dieſer Modifikazion nach dem relatif⸗ akzidentellen Verhaͤltniſſe exiſtirt, b. idealiſirt, ſobald der Zwang dieſes Verhaͤltniſſes, alſo jenes Gebot weicht. 29. Eben ſo frey laͤßt ſie die Staats⸗Haushaltungs⸗Kunde in allen ihren Theilen walten, ſo lang der durch ihre Geſetze beſtimmte Markſtein nicht uͤberſchritten wird. 30. Werden dieſe Geſetze uͤberſchritten, ſo hoͤrt Staats⸗Form, Staats⸗Adminiſtrazion und Staats⸗ Haushaltung auf nazional⸗ökonomiſtiſch zu ſeyn, und indem ſie die hoͤchſte Wiſſenſchaft der geſammten Staats⸗Kunde verletzen, ver⸗ lieren ſie ihre Rechtlichkeit. 31.— Die Nazional⸗Oekonomie fuͤgt ſich, ſo lange ihre Grund⸗ geſetze nicht verletzt werden, in die relatif⸗ akzidentelle Ver⸗ haͤltniſee der einzelnen Staaten,(3. 28.) alſo ihrer Staats⸗ und Staats⸗ Adminiſtrazions⸗Formen. So wenig aber daraus das Akzidentelle, mithin Relatife ihrer Kunde folgt,— wodurch ſie den Karakter einer eigenen unab⸗ haͤngigen Szienz nothwendig verlieren, und lediglich als 5 16— das Prinzip der Staats⸗Haushaltung, oder hoͤchſtens der geſammten Staats⸗Kunde erſcheinen wuͤrde— ſo klar ſpricht d ſich ihre Unabhaͤngigkeit, als eine eigne Szienz, durch die ſh . Idealiſazion aus, Kraft deren ſie ihre Rechte fodert, ſo— Knh bald der Zwang des relatifen Zufalls beſiegbar iſt, oder weicht. 4 zunbt Und da ſie in dieſem relatifen Zufall, welcher die Formen K modelt, uͤberhaupt nur die Gewalt anerkennt, mit ihr V diſ kampft, und ſie zu beſiegen ſtrebt, alſo auch dieß der Fall, nicht in den einzelnen Staats⸗ und Staats„Adminiſtrazions⸗ thon Formen, ſondern in den akzidentellen Verhaͤltniſſen der einzelnen Staaten gegen einander ſeyn muß, ſo iſt ſie eine welte mm deu buͤrgerliche Szienz. V Eine Vermögen. 1, 32. 8 Der phyſiſche Genuß des geſellſchaftlichen Menſchen à obwohl nach ethiſchen Grundſaͤtzen, iſt der Zweck der Nazional⸗ Pn Oekonomie(3. 11.). In 33..ou hend Phyſiſcher Genuß ſetzt Genuß-Mittel voraus. 1al6 Den Gegenſtand des Genuſſes haben die Staats⸗Wirth⸗ N ſchafts⸗Lehrer bisher Vermoͤgen genannt. Sie haben aber m auch unter dieſem naͤmlichen Worte das Material der i Genuß⸗Mittel begriffen. 2 de Material kann Genuß⸗Mittel ſeyn; kann es aber auch V aan ſich nicht ſeyn; und dieß letztre iſt der haͤufigſte Fall. di Ein Nazional⸗Glied, alſo auch eine Nazion, kann viel Nrxen Material, ja ſelbſt viel ſolches Material beſitzen, das an ſich de da Genuß⸗Mittel iſt, und doch duͤrftig ſeyn; denn die Gennß⸗ 6 Vollkommenheit heiſcht Mannigfaltigkeit der d Genuß⸗Mittel. iid Die Nazional⸗Oekonomie muß alſo fuͤr ihren Gegen⸗ Knig ſtand ein eignes Wort ſchaffen, das zugleich das Material 1 und die Genuß⸗Mittel begreift; und dieſes Wort iſt: Stoff. 1 ——————. 2 1— ———————————ſſſ— l? —P—— 17 34. Der bey weitem groͤßere Theil des Materials enthaͤlt an ſich kein Genuß⸗Mittel, d. h. kann in dem natuͤrlichen, in dem Ur⸗Zuſtande nicht genoſſen werden; er muß alſo erſt zum Genuſſe brauchbar gemacht, verarbeitet werden. Ohne dieſe Verarbeitung iſt Vollkommenheit nicht moͤglich. Dieſe fordert alſo nebſt dem Stoffe, P rodukzions⸗ kraft. Dieß ſind alſo die Theile, womit die Nazional⸗ Oekonomie ſich beſchaͤftigt. 8 Stoff und Produkzions⸗Kraft zuſammen, kann man dann Vermoͤgen nennen. 35- Eine Nazion alſo, die Stoff und Produktifkraft beſitzt, hat Nazional⸗Vermoͤgen. 36. Die Produkzions⸗Kraft iſt Beſtandtheil des Vermoͤ⸗ gens. Ohne Vermoͤgen iſt kein Sta at denkbar. Im Staat muß aber eine doppelte Produkzions⸗Kraft vorhanden ſeyn. Die Produkzions⸗Kraft der Nazio⸗ nal⸗Geſammtheit, welche dieſe durch die Staats⸗ Form und Verwaltung ausuͤbt, und die ſich darin aͤußert, wenn die Staats⸗Form und die Staats⸗Adminiſtrazion die Geſetze der Nazional⸗Oekonomie reſpektiren(Z. 15.). Die Produktif⸗Kraft der einzelnen Nazional⸗Glieder. 37. Die Nazional⸗Oekonomiſtiſche Produktif⸗Kraft der Nazional⸗Geſammtheit, iſt groͤßtentheils nur paſſif; die Produktifkraft der Nazional⸗Glieder, ſtets aktif. 38. Die verſchiedenen Gattungen des Stoffs ſind der Ge⸗ genſtand des zweyten Buchs; hier muß nur ſo viel antizipirt werden, daß er entweder 4 I. Ur⸗Stoff, oder II. Produkt⸗Stoff iſt. 18— 39. Die Nazional⸗Oekonomiſtiſche Produktif⸗Kraft der i Nazional⸗Geſammtheit außert ſich I. in der Staats-⸗Verfaſſung, d. h. in der Organiſazion der Staats⸗Form, und Staats⸗Verwaltungs⸗ Form. f nueh II. in der Staats⸗Haushaltung; welche Staats⸗Geſetz⸗ gebung und Staats⸗Adminiſtrazion(Z. 4.) begreift; mnki und bey der Darſtellung dieſer Produktif⸗ Kraft hat die an, Nazional⸗Oekonomie groͤßtentheils nur ihre prohibi⸗ Jeber tife Geſetze geltend zu machen. Unter dieſe prohibitifen n l Geſetze gehoͤrt es allerdings, daß ſie die Vermehrung des r ſi Ur⸗Stoffs, auf Koſten einer andern Nazion, nicht durch kand. Gewalt erzwingen darf, wohl aber gehoͤrt es in das tz di Gebiet ihrer Idealiſazion, daß eine Nazion den ihr m W entbehrlichen Ur⸗Stoff an diejenige Nazion ab⸗ 4 trete, die ihn bedarf(N. Oek. 1. Bd. Z. 41. S. 36.) l 40. ſ N, R Die Produktif⸗Kraft der Nazional⸗Glieder iſt der m vorzuͤgliche Gegenſtand ihrer indirekten poſitifen Geſetze. dich Hier zeichnet die Nazional⸗Oekonomie dem Nazional⸗Gliede uc die Vorſchriften, nach welchen jedes einzelne handeln muß, wenn allgemeine Genußvollkommenheit daraus reſultiren„ ſoll. Sie iſt alſo nicht die Wirthſchafts⸗Lehrerin des einzel⸗ nen Nazional⸗Glieds; ſie iſt die Lehrerin, wie jeder einzelne. V duf in der Nazion wirthſchaften muͤſſe, damit ſowohl er, als alle andere Nazional⸗Glieder die Genuß⸗ Vollkommenheit- m erlangen.— Aunme — 44. d Dieſe Produktif⸗Kraft der Nazional⸗Glieder iſt gan Ur⸗Produktif⸗Kraft, 39 induſtrielle, und 3 kommerzielle Produktif⸗Kraft. an —⸗ Ahdo Der Zweck der Nazional⸗Oekonomie iſt: Vollkom⸗ L menheit des phyſiſchen, Genuſſes nach ethiſchen Grandſaͤtzen. V 9 ——& 2—— ———8ͤ8ͤ8ͤ8ͤsͤſͤſſ—— — 19 Dieſe Vollkommenheit iſt es, welche man bisher Reichthum genennt hat. 43. Der Zweck der Nazional⸗Oekonomie iſt Vervollkomm⸗ nung, Erhoͤhung des Nazional⸗Vermoͤgens zum Reichthum. Reichthum iſt vielleicht nicht der genau richtige Aus⸗ druck ihres Gegenſtandes. Oft wird mit dem Worte Reich⸗ thum, auch der Begriff von Ueberfluß verbunden, und Ueberfluß faßt wohl den Reichthum, aber nicht Reichthum den Ueberfluß in ſich. Indeß ſcheint der Nebenbegriff von ſittlicher Gluͤckſeligkeit, der mit dem Worte Wohl⸗ ſtand vereinigt zu werden pflegt, und der Nazional⸗Oek onomie als direkter Zweck fremd iſt, den Ausdruck Reichthum, im Mangel eines beſtimmtern, zu fodern. Reichthum iſt, wie alle Eigenſchaften, ein relatifer Begriff; laͤßt alſo nach ſeiner Natur nur eine vergleichende Definizion zu, deſſen Gegenſatz Mangel, oder Armuth bezeichnet. Dem gewoͤhnlichen Sprachgebrauche nach enthaͤlt das Wort Reichthum einen ſpeziell relatifen Begriff, in ſofern es Stufen zuläßt(N. Oek. Z. 31.). 44. Indeß ſcheint es doch moͤglich fuͤr den Zweck des Gegen⸗ ſtands, der Nazional⸗Oekonomie irgend einen beſtimmten Begriff feſtzuſetzen. Ich verſtehe unter Reichthum objektifden Zuſtand des vollkommenen Genuſſes phyſiſcher Guͤter, und ſubjektif, die Summe der Mittel zu dieſem Genuß. Dieſer Begriff umfaßt alſo die Beduͤr fniſſe und Be— quemlichkeiten des Lebens. Daß der Begriff der Genuß⸗ Vollkommenheit in der An⸗ wendung unbeſtimmt bleibt, und je nach der allgemeinen Stufe des Reichthums der ganzen Geſellſchaft, im Verhaͤltniß anderer, ſo wie wieder je nach der Erziehung, den Gewohn⸗ heiten, Sitten und Leidenſchaften des einzelnen Beſitzers, ins Unendliche ſich abſtufr, hebt die allgemeine Beſtimmtheit — 4 ————— * A. ——— 3—.— 8— 20—,— jenes Begriffs nicht auf. Ein Großer kann z. B. eine Tafel von 20 Schuͤſſeln, fremde Weine, Betten von Eiderdunen, u. ſ. w. zu ſeinen unentbehrlichen Beduͤrfniſſen rochnen; indeß der einfache Handwerksmann oder Landbauer ſeinen Landwein, ſein Bier, ein einzelnes gut zubereitetes Gericht, und ein ge— deih zliches Lager ſchon als Bequemlichkeiten des Lebens betrach⸗ . Die Begriffe Beduͤrfniß und Bequemlichkeit, laſſen 1 alſo wohl nicht genauer als folgendermaßen bezeichnen: 3 — Der Maßſtab dieſer Begriffe darf naͤmlich nicht in den Extremen der menſchlichen Neigungen und Wuͤnſche liegen. Aber er darf allerdings aus den allgemeinen Gewohn⸗ heiten, Anſichten und Sitten der ganzen Geſellſchaft ge⸗ nommen werden, in ſo weit er die Graͤnzen der Maͤßigung nach ethiſch- rechtlichen Grundſaͤtzen nicht uͤberſteigt. Ein Mann von Stand und Erziehung in einem kultivirten Staate, muß allerdings mehr als eine Strohhuͤtte, er muß eine be⸗ queme, mit anſtaͤndigem Geraͤthe verſehene Wohnung, er muß eine, wo nicht leckere, aber doch anſtaͤndig beſetzte Tafel, er muß Bedienung u. ſ. w. haben. Alle dieſe Dinge ſind im niedrigſten Grade fuͤr ihn unentbehrliche Beduͤrfniſſe; in einem hoͤhern, Bequemlichkeiten des Lebens. Nicht ſeine Gewohnheiten und Erziehung allein, die allgemeinen Sitten der Klaſſe, in welcher er ſich einmal befindet, ſein Staats⸗ Amt, ſeine Verhaͤltniſſe gegen die Welt, die Achtung ſeiner Untergebenen, die allgemeinen Anſichten uͤber das Schickliche und Anſtaͤndige köͤnnen ihm Guͤter unentbehr⸗ lich machen, die der gewoͤhnliche Staatsbuͤrger nicht einmal zu den Bequemlichkeiten des Lebens beduͤrfen wuͤrde. Um alſo irgend einen feſten Begriff des Reichthums zu retten, muͤſſen wir allerdings ein ethiſches, obgleich relatifes Marimum annehmen. Jenſeits deſſelben iſt Ueberfluß, alſo der relatife Ueberſchuß jener Genuß⸗Mittel. Sobald alſo der geſellige Menſch mehr Genuß⸗Mittel beſitzt, als die Beduͤrfniſſe und Bequemlichkeiten des Lebens ——— ——y———ſ —— 21 nach jenen Beſtimmungen ſodern, iſt er auch im Ueberfluß; ſobald er weniger beſitzt, iſt er nicht reich. 45. Dieſer Begriff des Reichthums muß nun auf Nazional⸗ Reichthum uͤbergetragen werden. Die Nazion iiſt reich, wenn ſich die hoͤchſtmoͤgliche Zahl ihrer Glieder im Zuſtande des vollkommenen Genuſſes phyſiſcher Guͤter(nach jenem Be⸗ griffe 1.) befindet. Nazional⸗Reichthum objektif, iſt alſo das Daſeyn der Nazion in dieſem Zuſtande; ſo wie ſubjektiv das Daſeyn der Mittel zu jenem Genuſſe Nazional⸗Reichthum iſt alſo nur da, wenn der groͤßt⸗ moͤglichſte Theil der Geſellſchafts-Glieder ſich in jenem Zuſtande beſindet, mithin auch alle Mittel zu dieſem Zuſtande vor— handen ſind. 46. Die Tendenz der Nazional⸗Oekonomie iſt alſo, die nach Verhaͤltniß des Stoffs und der hoͤchſtmoͤglichſten Entfaltung der drey produktifen Kraͤfte hoͤchſtmoͤglichſte, alſo oͤkonomiſti⸗ ſche Zahl von Nazional⸗Gliedern in jenen Zuſtand zu ver⸗ ſetzen, und ſie darin zu erhalten. 47. Die hoͤchſte moͤgliche Stufe des Reichthums, das Maxi⸗ mum deſſelben, iſt nicht denkbar. Der Nazional⸗Ur⸗Stoff, z. B. der Flaͤchen⸗Inhalt, und die Guͤte des Erdreichs geben hiezu keinen Maßſtab. Der Ackerbau, ſelbſt in den frucht— barſten und angebauteſten Landen, iſt nicht auf dem Gipfel ſeiner Vollkommenheit, noch iſt es maplich⸗ dieſen Gipfel zu beſtimmen. Eine einzige neue Pflanzengattung kann der Urprodukzion auch einen neuen Schwung geben. Eine einzige neuentdeckte Wahrheit in der Phyſik, der Mechanik, Chemie u. ſ. w., kann neue Reſultate in Abſicht des Fortſchrittes zum Nazional⸗ Reichthum hervorbringen. Noch weniger laͤßt die induſtrielle, oder kommerzielle pro⸗ duktife Kraft, der Scharfſinn des Gewerbfleißes, und die im ——ʒ⅓„:f˖’ęé——— —— —— — 2 22 menſchlichen Organismus liegende Geiſtes-Unruhe und Thaͤtig⸗ keit, die Beſtimmung eines Maximum zu. 48. Wenn wir alſo durchaus nicht beſtimmen koͤnnen, wo der Nazional⸗Reichthum aufhoͤrt, ſo koͤnnen wir hingegen mind⸗ ſtens deſſen Anfang bezeichnen, indem wir in dem Kreiſe des gewoͤhnlichen und natuͤrlichen Ganges der menſchlichen Dinge ſtehen bleiben, und einen Zuſtand des Genuſſes, ſo wie ein Daſeyn der Mittel dazu, auch ohnruͤckſichtlich aller Ver⸗ gleichung, annehmen, die uns einen der Vollkommenheit nahen Zuſtand des Nazional⸗Vermoͤgens, alſo auch einen hohen Grad zweckmaͤßiger Thaͤtigkeit der produktifen Kraͤfte darſtellen. 49. Nazional⸗Reichthum, alſo Vollkommenheit des phyſiſchen Genuſſes, iſt alſo nur moͤglich, wenn eine Nazion 1. einen Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Staat bildet, d. h. wenn ihre Exiſtenz als Staat auf unerſchuͤtterlichen moraliſchen oder phyſiſchen Geſetzen ruht; 2. wenn die Staats⸗Form, und die Staats⸗Verwaltungs⸗ Form, wenn die Staatshaushaltung in der Geſetzgebung und Adminiſtrazion,. Nazional⸗Oekonomiſtiſch organiſirt ſind. 4. Wenn die Nazion eine hinreichende Maſſe von Ur⸗ Stoff, und Eine gleich hinreichende Maſſe von Nazional⸗Pro⸗ duktifkraͤften beſitzt, und dieſe Nazional⸗Produktif⸗ kraͤfte den Geſetzen der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß, geuͤbt werden. —— A⁴æ „ 50. Werth und Preis des Vermoöoͤgens. Vermoͤgen oder Stoff im allgemeinen Sinne, ent⸗ haͤlt Geuuß⸗Mittel; die ich von nun an, und nachdem der Begriff von Stoff und Vermoͤgen zergliedert iſt, Produkte im Gegenſatze von Material(Ur⸗Stoff,) nenne. ——y—ſſͤſſſ——— —— Dieſe Produkte(Guͤter) ſind in Abſicht ihrer Genuß⸗ Faͤlle d. h. des Grads von Genuß, dden ſie in Maſſe, oder in der Intenſitaͤt gewaͤhren, ſo wie in Abſicht der Genuß⸗Maſſe ſelbſt, unendlich mannigfaltig. Die Abſtufung dieſer Verſchiedenheit hat man bis jetzt mit Werth und Preis bezeichnet. 51. Genuß iſt der Zweck der Nazional⸗Oekonomie. Ge⸗ nießbarkeit iſt alſo das unerlaͤßliche Praͤdikat des Wer ths. 2. Weraukgen iſt der Gegenſtand der Nazional⸗Oekonomie (Z. 34.). Hier iſt alſo nur von Werth und Preis des Ver⸗ moͤgens die Rede. Vermoͤgen beſteht aus Stoff und Produktifkraft. Stoff (3. 33.) hat ſeinen eigenen Werth und Preis; und ſo auch wieder Produktifkraft. Hier handelt ſichs vom Begriff des Werths und Preiſes a. uͤberhanpt, und b. insbeſondere, vorzuͤglich zur Moͤglichkeit kla⸗ rer Darſtell ung vom Werth und Preiſe des Stoffs. Von dem eignen Werthe und Preiſe der Produktifkraft im 3ten Buche. 53. Der Werth iſt entweder I. a. abſoluter, oder b. relatifer Werth. Ddieſer relatife Werth iſt wieder entweder A. Allgemein relatifer, oder B. Speziell relatifer Werth. Er iſt ferner entweder II. a. poſitifer, oder b. Vergleichs⸗Werth. ⸗ ☛ ‿— 9-3— —y—— 54. Abſolut iſt der Werth eines Stoffs, ſeine Genießbarkeit vorausgeſetzt, in Beziehung auf ſeine U nentbehrlichkeit. Von abſolutem Werthe ſind alle Beſtandtheile des Vermoͤgens, die mehr oder' weniger als Bedingung der menſchlichen Exiſtenz erſcheinen, als: Nahrungs⸗Mittel, Kleidungs⸗Stoff, Erwaͤrmungs⸗Stoff, Erleuchtungs⸗Stoff, Wohnung. Der Grad hangt theils von Lokal⸗Verhaͤltniſſen, theils von pelatifen Sitten und Gewohnheiten ab; aber bey civili⸗ ſirten Nazionen auch nur der Grad. Und Civiliſazion muß die Nazional⸗Oekonomie vorausſetzen. Denn ſie iſt die Vor⸗ bedingung ihres Zwecks, naͤmlich der phyſiſchen Genuß⸗ Bollkommenheit nach ethiſchen Grundſaͤtzen. 55. Alle uͤbrige Beſtandtheile des Vermoͤgens haben nur relatifen Werth. 56. Ein Gut(Stoff⸗Theil) kann nur relatifen Werth, und doch den hoͤchſten Grad des poſitifen Werths beſitzen. Z. B. Edelſteine. 57. Poſitif iſt der Werth eines Guts in einziger Beziehung auf ſeine Genießbarkeit. Je nach dem Grade dieſer Genieß⸗ barkeit, und des im menſchlichen Organismus liegenden Reizes zu ſeinem Genuß, iſt dieſer Werth groͤßer, oder geringer; alſo auch die Gradazion unendlich. 1 58. 4.W Abſoluter relatifer und poſitiver Werth, ſind abſtrakte Praͤdikate jedes einzelnen Guts. Der Vergleichungs⸗ Werth iſt kein Praͤdikat des einzelnen Guts; nur die ausgeſprochene Anwendung des auf das einzelne Gut ange⸗ 8.— ——y ͤͤͤ—,— 4 uf ff Ghr dirh T ealawe tſt 25 wandten Vergleichungs⸗Regulators aller uͤbrigen Stoff⸗Theile. 59. Das Praͤdikat poſitifen Werths kann auch einem Gute zukommen, das nur relatifen, nicht abſoluten Werth hat. Denn ein Gut kann abſolut entbehrlich ſeyn, und den— noch nicht nur Genießbarkeit, ſondern auch hohen Reiz zu dieſem Genuß enthalten. 60. Der Regulator des Vergleichungs⸗Werths laͤßt ſich auch auf Guͤter relatifen Werths anwenden, nicht alſo leinzig auf Guͤter abſoluten Werths. Doch poſitifer Werth iſt das unerlaͤßliche Praͤdikat aller Beſtandtheile des Stoffs. Alſo kann ein Gut nicht nach dem Vergleichs⸗Werths⸗ Regulator klaſſifizirt werden, das nicht poſitifen Werth beſitzt.— 61. Der Vergleichs⸗Werths⸗Regulator muß alſo 1. Das Prinzip des poſitiven Werths anerkennen, naͤmlich a. Genießbarkeit, b. Reiz zum Genuß, und zwar beides nach allen in der Natur und im menſchlichen Organismus liegenden Abſtufungen. 2. Der Vergleichungs⸗Werth hat eigene Prinzipe oder Grund⸗- Urſachen ſeiner Vergleichung, die er auf jedes einzelne Gut, in Vergleichung mit allen uͤbrigen uͤbertraͤgt. Dieſe ſind: a. Mangel, oder Seltenheit des Ur⸗Stoffs dieſes Guts, oder der Gattung von Produktifkraft, die zu deſſen Hervorbringung in der genießbaren Form noͤthig iſt. b. Eigenſchaft der Subſtanz des Guts, 26— l *. Grad ſeiner Dauer, oder phyſiſchen Verzehrbarkeit, gu 6. mehr oder mindere Kraft⸗ und Zeit⸗Aufwands⸗ n Erforderniß zur Genießbarmachung; es ſey nun uiin mittelſt Verwandlung des Stoffs in die genießbare paß Form,(Ur⸗Produkzion, induſtrielle Produkzion). W oder Herbeyſchaffung des Guts zum Genuß,(kom⸗ Aui merzielle Produkzion). 1 vi 7. laͤngere oder kuͤrzere Zeit⸗Dauer bis zu dieſer Ver⸗ dn wandlung oder Herbeyſchaffung; alſo groͤßere oder geringere Kapital⸗(Vorraths⸗) Erforderniß zum Zweck des Genuſſes; alſo leichtere oder ſchwerere, haͤu⸗ figere oder ſeltenere Produkzions⸗Moͤglichkeit. 62. 6 A R Die Prinzipe, welche der poſitife Werth mit dem Ver⸗ a gleichungs⸗Werths⸗Regulator gemein hat, und diejenige, Kſdet die dieſem eigenthuͤmlich angehoͤren, beſtimmen der 8 zuni Vergleichs⸗Werth des Stoff⸗Theils. Die eigenthuͤmliche 3 Prinzipe des Vergleichungs⸗ Werths⸗Regulators aber wich, (Z. 61.) ſind dem Begriff des poſitiven Werths an ſich ga 13 rtd wim fremd. Man ziehe dieſe letztere von dem Praͤdikate eines Guts ab: ſo wird es ſtets poſitifen Werth behalten; es wird titſen genießbar, es wird Reiz zu deſſen Genuß vorhanden ſeyn fünny dn (N. Oek. 1. B. Z. 44. S. 43.). giün ar 63. Ink Das Wort Werthallein hat keinen Sinn, als in ſtenns ſo fern es dem Preiſe entgegen geſetzt wird. In allen Wiſſen⸗ ſchaften alſo, wo es auf Beſtimmung des Werths eines Stoſſs, oder Stoff⸗Theils, oder Vermoͤgens(naͤmlich rjita We diſte G einſchluͤſſig der Produktif⸗Kraft) ankommt, und darunter àn vorzuͤglich in der Staats⸗ Haushaltungs⸗Kunde iſt Irrthum*. W,n unvermeidlich, wenn das Wort Werth, die Kontra⸗Diſtinkzion. in vom Preiſe einzig ausgenommen, alleine gebraucht, und Uitaag nicht dabey beſtimmt wird, ob vom abſoluten oder relatifen, fn Nr poſitifen, oder dem nach dem Vergleichungs«Regulator ver⸗ T glichenen Werthe die Rede ſey. 1g 3 —.— 1— 4₰———õÿÿyy böhhhöhöh—= —— 27 So lang man dieſe ſpezielle Bezeichnung unterlaͤßt, wird auch nicht Klarheit in die Wiſſenſchaften kommen. 64. Der poſitive Werth fodert Genießbarkeitzund Reiz zu deſſen Genuß(Z. 57.) Der hoͤchſte Grad dieſes Reizes giebt dem poſitiven Werthe zugleich das Praͤdikat des abſoluten. Der poſitife und abſolute Werth koͤnnen alſo vereinigt ſeyn; aber ſie muͤſſen es nicht ſeyn. So wie gaͤnzliche Unentbehrlichkeit dem Gute den Karakter des abſoluten Werths giebt, ſo nimmt gaͤnzliche abſolute Entbehrlichkeit dem Gute allen poſitifen Werth. Der Reiz zum Genuß eines Guts von abſolut⸗poſitivem. oder einzig poſitifen Werthe, entſteht aus dem Schmerze, den ſeine Entbehrung hervorbringt, und zwar aus deſſen Intenſitaͤt, und deſſen Dauer(N. Oek. 1. B. Z. 45. S. 43.) 65. Um ſich, dieſen Grundſaͤtzen gemaͤß, beſtimmt, klar, und richtig auszudruͤcken, muß man alſo ſagen: Es giebt(Stoff) Guͤter, die abſolut poſitifen, oder einzig poſitifen, oder nur relatifen Werth beſitzen, oder inſoferne ſubjektif von der Be⸗ zeichnung eines Guts die Rede iſt: dieſes Gut ‚hat abſolut poſitifen, oder nur poſitifen, oder nur relatifen Werth. Man kann aber nicht ſagen, dieſes Gut hat ver⸗ glichenen Werth, ſondern: der(nach dem Nazional⸗Oekono⸗ miſtiſchen Werth-Vergleichungs⸗Regulator) verglichene Werth dieſes Guts iſt dieſer ꝛc. 66. So wie das Prinzip der Gradazion des poſitifen Werths, in der Stufe der Genießbarkeit, des Reizes zum Genuß beſteht, ſo beſteht hingegen die Gradazion des ver⸗ glichenen Werths(nicht er ſelbſt, denn er ſetzt ja po⸗ ſitifen Werth unbedingt voraus; Z. 60.) in dem Grade der Moͤglichkeit und Leichtigkeit den Genuß zu erlangen N. Oek. 1. B. Z. 46. S. 44. folgende.). 8 2 8—— 6 b„ä Sut 7. 71 5 1 un. Der Begriff des velatifen Werths iſt oben(3. 54. 55.) m bezeichnet worden. ſent 5, w,düfend Die Nazional⸗Oekonomie erkennt einen A. allgemein relatifen, B. ſpeziell relatifen Werth (S. 33.) an. 3 Als Wiſſenſchaft iſt aber nur der allgemein relatife ninder Werth ihr Gegenſtand; weil ſie rzſt, 1. es nur mit derjenigen Genuß⸗Vollkommenheit zu thuͤn p k 2 6p Meis- 7 hat, die nazionell iſt; d. h. die geſellſchaftliche Ver⸗ ulnd bindung als Vorbedingung vorausſetzt. r lie bh 2. den ordentlichen Gang der Natur⸗Haushaltung annimmt. atnn hre Der ſpeziell⸗relatife Werth kann alſo nur entweder durch eine einzelne, nicht nazionelle Beziehung, z. B. die i ſ Vorliebe eines Individuums fuͤr ein beſtimmtes Gut; als fuͤr K äen ſ das Portraͤt einer geliebten Perſon ꝛc., oder durch Verruͤckung benuzn des gewoͤhnlichen Gangs der Natur⸗Haushaltung durch will⸗ nn enn kuͤhrliche, politiſche oder religioͤſe Polizey⸗Vorſchriften,(z. B. uru die juͤdiſche Meer-Aepfel ꝛc.) alſo im Allgemeinen durch in⸗ Wm üt neren oder aͤußeren Zwang hervorgebracht werden. rrädma! Auch ein Gut ſpeziell⸗relatifen Werths, muß aber poſitifen Werth haben. äg 68. m e Preis. uduff Werth bezeichnet die ſelbſtſtaͤndige Schaͤtzung eines Guts, nach den verſchiedenen Abſtufungen ſeiner Genießbarkeit, oder Produkzions⸗Moͤglichkeit. Preis bezeichnet die Schaͤtzung eines im Beſitze be⸗ L ſdagt fſer f ſolſt eies SN W hſeben e 8ſe findlichen Guts, in dem Falle der Ve raͤnderung des K Beſitzes. 14 69.. Preis ſetzt alſo unbedingt Beſitz voraus; daß naͤmlich 1 das Gut, von deſſen Preis⸗Beſtimmung es ſich handelt, in vnkt dem Beſitze einer moraliſchen, oder phyſiſchen Perſon ſich befinde. V hun an K * —B—õ—————̈ 5* 4* 3 r. 2———ͤͤͤ— 50 29 Nicht alſo Werth. Ein Gut kann Werth haben, ohne ſich in Jemandes Beſitz zu befinden. 3. B. Waſſer, ſo lang es allgemein iſt, hat allerdings Werth, aber keinen Preis. Der ausſchließende Beſitzer einer Quelle kann aber den Preis ſeines Waſſers beſtimmen. 70. Eben ſo weſentlich iſt zum Begriff des Preiſes der Fall der Veraͤnderung des Beſitzes. Ein Gut, deſſen Beſitz nicht wechſeln, das nicht veraͤußert werden kann, hat auch keinen Preis. Die Unmoͤglichkeit der Veraͤußerung, der Beſitz⸗Veraͤn⸗ derung liege wo ſie immer wolle; ſo lang ſie exiſtirt, hat das Gut keinen Preis. 71. Preis ſetzt nothwendig Werth voraus. Ein Gut, das Preis haben ſoll, muß zuerſt Werth haben. Es muß alſo ein Genuß⸗Mittel, und als ſolches Reiz zu deſſen Genuß vorhanden ſeyn.. Ein werthloſes Gut kann keinen Preis haben; denn es fehlt der Reiz zum Genuß, alſo iſt der Fall der Beſitz⸗ veraͤnderung unmoͤglich. Ob dieſer Werth abſolut, oder relatif, und zwar allge⸗ mein, oder ſpeziell relatif, und ob er poſitif ſey? dieß hat auf den Begriff von Preis keinen Einfluß. Der verglichene Werth kommt hier nicht in Betrachtung; denn er iſt nicht Eigen⸗ ſchaft eines Guts, ſondern nur ausgeſprochenes Verhaͤlt⸗ niß deſſelben zu allen uͤbrigen Guͤtern: als ſolcher Ausſpruch des Verhaͤltniſſes hat er aber auf den Preis weſentlichen Einfluß. 73. Bey dem ſpeziell relatifen Werth iſt allerdings Preis auch denkbar, wenn die Beſitz⸗Veraͤnderung denkbar iſt. Iſt aber dieſe nicht denkbar, wie z. B. bey Reichs⸗Kleinodien, bey dem Portraͤt eines geliebten Gegenſtandes, und uͤberhaupt 30—Q,— 3 bey allen nach ihrer Natur, oder nach akzidentellen Verhaͤlt⸗ niſſen unveraͤußerlichen Guͤtern; ſo hat das Gut keinen Preis. 74. Preis iſt keineswegs das allgemeine(offentliche) Urtheil uͤber den Werth Eines Guts im Verhaͤltniß anderer Guͤter; wie Kant glaubte. Es iſt die Schaͤtzung des Be⸗ ſitzers. Daß aber dieſe bey auen Guͤtern, die entweder abſoluten, oder allgemeinen relatifen Werth haben, ſich ge⸗ woͤhnlich nach dem Regulator des Vergleichs⸗Werths richtet, iſt ein bloß zufaͤlliger, nicht im Begriffe vom Preis liegender Umſtand. 75. Preis iſt eben ſo wenig die Schaͤtzung des Beſitzers zum Tauſch deſſelben gegen Muͤnze; wie Kant waͤhnt. Es iſt die Schaͤtzung eines Guts gegen andere Guͤter auch im eigentlichſten Tauſch⸗Falle. Z. B. der Beſitzer einer Kuh kann den Preis derſelben auf 10 Schafe ſetzen. Der Preis und der Regulator des Vergleichungs⸗Werths ſind aber auch hier darin weſentlich verſchieden, weil der Preis auch in Tauſch-Faͤllen, ein veraͤußerndes Gut nur gegen ein anderes dagegen gegebenes mißt, der Vergleichungs⸗ Werth aber Ein Gut gegen alle andre abpgleicht. 76. Der Preis iſt unabhaͤngig vom Werthe, d. h. Preis und Werth muͤſſen nicht gleich ſeyn. Sie ſind es aber, den ſpeziell relatifen Werth ausgenommen, gewoͤhnlich. Dann iſt der Preis eines Guts oͤkonomiſtiſch. Das Prinzip des Regulators des Vergleichungs⸗ Werths, liegt in der Natur⸗Haushaltung nach ihrem ge⸗ woͤhnlichen Gange; denn dieſer beſtimmt die allgemeine Schaͤtzung. Preis haͤngt von zufaͤlligen Verhaͤltniſſen ab, die das Urtheil des Beſitzers im Veraͤußerungs⸗Fall be⸗ ſtimmen. —.ö— giiu, 1 it 7 1 n p 65 dh, ſlr Ne „all 1 ſed 4 A e A twir c Aui 1 N,7 d Kerg fn greis 1 ff e Ala 1 ſeen Gemn G Wer wi - -—--————— Eigenſinn, Laune, vorzuͤglich Habſucht, koͤnnen den Preis reguliren; der Werth hat ſein allgemeines Prinzip in der Natur-Haushaltung. Auch die Macht kann den Preis feſtſetzen, wie z. B. die Polizey-Geſetze in Abſicht der Guͤter abſoluten Werths; das Maximu m waͤhrend der Franzoͤſiſchen Revolution, u. ſ. w. Allein dieß hebt die Uni⸗ verſalitaͤt des oben gegebenen Begriffs des Preiſes(3. 68. und 69.) keineswegs auf: denn die Staats⸗Verwaltung uͤbt bey dieſer Preis⸗Beſtimmung das ſich zueignende Ober⸗ Eigenthums⸗Recht der Guͤter, und ſpricht, kraft deſſen, die Schaͤtzung fuͤr den Beſitzer durch Zwa ng aus. 77.. So wie uͤberhaupt Werth und Preis ſelbſtſtaͤndige, von einander unabhaͤngige Begriffe ſind, ſo iſt es insbeſondere auch der Vergleichs⸗Wer th, den die Staats⸗Wirthe bis⸗ her mit Preis vermiſcht haben. Der Grund dieſer Vermiſchung liegt darin: daß der Vergleichs⸗Werth gewoͤhnlich den Preis beſtimmt. Und das iſt der oͤkonomiſtiſche, der ſogenannte Markt⸗ Preis. Aber um Ein und das naͤmliche zu ſeyn, muͤßte er ihn nach logiſchen Grundſaͤtzen ausſchließend beſtimmen, und das iſt nicht der Fall. Oft iſt der Vergleichs⸗ Werth h och, und der Preis niedrig: noch oͤfter der Vergleichungs⸗ Werth niedrig, und der Preis durch zufaͤllige, nicht im gewoͤhnlichen Natur⸗Haushaltungs⸗Gange liegende Verhaͤltniſſe hoch. 28. Der Werth hat alſo einen weiten freyen Spiel⸗Raum; eingeengt und von akzidentellen Verhaͤltniſſen abhaͤngig, iſt der Spiel⸗Raum des Preiſes. 79. Da der Vergleichungs⸗ Werth nur die Schaͤtzung nach dem Regulator des W erths der Guͤter in ihrem Ver— haͤltniſſe gegen einander, und zwar vorzuͤglich zum Behuf der Beſtimmung des Preiſes iſt, ſo ſetzt ſeine Schaͤtzung ſchlechterdings die Schaͤtzung aller uͤbrigen Guͤter voraus; ; ———— —— ——— 22 und nur durch dieſe allgemeine Schaͤtzung, und in ihr, kann er ſich ausſprechen. Ich habe dieß in der Nazional⸗ Oekonomie(1 B. Z. 52.) umſtaͤndlich erlaͤutert. . Der Preis wird gewoͤhnlich durch dieſe allgemeine 4* Schaͤtzung beſtimmt. Er kann ſich aber auch ohne ſie aus⸗ V ſprechen; denn der Wille des Beſitzers kann ihn auch willkuͤhrlich beſtimmen. Der Vergleichungs⸗Werth ſteigt auf der Skala der Natur⸗ Oekonomie auf und ab; der Preis nimmt gewoͤhnlich dieſe Skala an; hat aber an ſich keine Skala. o—4y —yg——————ü —————f— Zweytes Buch. r⸗ ſe Nazional⸗ des Beſtand⸗Theile Vermoͤgens. A* ———— V V V V V 3 8 7 K 2 2 8 —————— 80. Der Gegenſtand der Nazional⸗Oekonomie iſt phyſiſche Genuß⸗ Vollkommenheit. Der Genuß heiſcht Genuß⸗Mittel. Genuß im Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Sinne iſt Koͤn⸗ ſumzion. Die mehreſten Genuß⸗ Seden ſtaͤnde werden erſt durch Veraͤnderung ihrer Geſtalt Genuß⸗Mittel. Dieſe Veraͤnderung geſchieht durch Produkzion. W Nazional⸗ Oekonomie, deren Zweck iſt, phyſiſche Vollkommenheit zu er⸗ ſchaffen und zu bewahren, beſchaͤftigt ſich alſo mit der Pro— dukzion und Konſumzion. 81. Produkzion ſetzt eine Ur-Maſſe voraus, durch deren Veraͤnderung das Genuß-Mittel entſteht. Dieſe Ur⸗Maſſe nennt die Nazional-Oekonomie Stoff. Und die Kraft, wodurch jener Theil des Stoffs zum Genuß befoͤrdert wird, heißt in der Nazional-Oekonomie: Produktif⸗Kraft. Aus dem Stoffe und der Produktif⸗ Kraft beſteht das Nazional⸗Vermoͤgen. Nicht Stoff allein iſt alſo Nazional-Vermoͤgen, in Nazional⸗Oekonomiſtiſcher Bedeutung; und eben ſo wenig Produktif⸗Kraft allein. Stoff allein kann keine phyſiſche Genuß⸗Vollkommenheit gewaͤhren; und Produktif⸗Kraft kann, die rein geiſtige Produk⸗ zion ausgenommen, nur am Stoff zur Erſcheinung kommen. Beide vereinigt, machen alſo das Nazional⸗Vermoͤgen aus. 3⁵ 83. Der Stoff als Beſtandtheil des Nazional⸗ Vermoͤgens iſt entweder IJ. Ur⸗Stoff, oder II. Produkt⸗Stoff. 84. I. Der Ur⸗Stoff iſt entweder A. Iſolirter Ur⸗Stoff, oder B. Produktifer Ur⸗ Stoff. 85. A. Der iſolirte Ur⸗Stoff iſt derjenige, der ohne Produktif⸗Kraft⸗Anwendung, alſo an ſich Genuß⸗ Gegenſtand iſt, z. B. Waſſer. 86. B. Der produktife Ur⸗ Stoff iſt derjenige, der an ſich kein Genuß⸗Gegenſtand iſt, aber aus welchem durch Produktif⸗Kraft⸗ Anwendung Genuß⸗Mittel zur Erſcheinung gebracht werden. 87. II. Produkt⸗Stoff iſt aller derjenige Stoff, der durch die Produktif⸗Kraft in irgend ein Genuß⸗Mittel bereits verwandelt iſt, und ohne dieſe Produktif; Kraft⸗ Anwendung dieſes Genuß⸗Mittel nicht ſeyn wuͤrde. 88. Dieſer Produkt⸗Stoff iſt A. natuͤrlicher Produkt⸗Stoff, naͤmlich derjenige, der durch die erſte(Ur⸗) Produktifkraft⸗Aeußerung (Arbeit) aus dem produktifen Ur⸗Stoff ge⸗ zogen worden iſt. Z. B. Pflanzen, Getreide u. ſ. w. 89. B. Induſtrieller Produkt⸗ Stoff, der durch zweyte(induſtrielle) Produktif⸗Kraft aus dem produktifen Ur⸗Stoff in Genuß⸗Mittel verwandelt worden iſt; alle Fabrik⸗ und Manufaktur⸗Artikel ꝛc. * — gens hne uß⸗ an em ts — 37 90. Der iſolirte Ur⸗Stoff bedarf keiner Produktif⸗Kraft. Der produktife Ur⸗Stoff bedarf Produktif⸗Kraft; und zu deſſen Erſcheinung ſind alſo zwey Gattungen der Produktif⸗Kraft noͤthig; naͤmlich: die Ur⸗ Produktif⸗Kraft, und die indu⸗ ſtrielle Produktif⸗Kraft. 91. Die Produktif⸗Kraft iſt dreyfach: Ur⸗Produktif⸗Kraft, induſtrielle Produktif⸗Kraft, kommerzielle Produktif⸗Kraft. 92. Die Ur⸗Produktif⸗Kraft iſt erforderlich, um den natuͤr⸗ lichen Produktif⸗Stoff(Z. 88.); Die in duſtrielle Produktif⸗Kraft, um den induſtriel⸗ len Produkt⸗Stoff zur Erſcheinung zu bringen. Die kommerzielle Produktif⸗Kraft iſt nicht abſolut erforderlich, um jene beiden Gattungen des Produkt⸗Stoffs zur Erſcheinung; wohl aber um einen großen Theil derſelben zum Genuß zu bringen. Daß ſie aber zur Erſcheinung jener beiden Gattungen des Produkt⸗Stoffs nicht abſolut nothwendig iſt, hebt ihre Eigenſchaft als Produktif⸗Kraft in Nazional⸗Oekonomiſti⸗ ſcher Bedeutung nicht auf; denn der Zweck der Nazional⸗ Oekonomie iſt: Vollkommenheit des phyſiſchen Genuſſes; und dieſe Vollkommenheit iſt ohne kommerzielle Produktif⸗ Kraft nicht moͤglich. Das iſt alſo das Prinzip, nach welchem die Nazional⸗ Oekonomie das Kommerz in die Klaſſe der Produkzion aufnimmt. Kapital. Kapital⸗Stoff. 93. Derfjenige Theil des Nazional⸗Vermoͤgens, welcher uͤber das augenblickliche(naͤchſte) Beduͤrfniß bey dem Beſitzer uͤber⸗ —-— 38 ſchießt, alſo nicht ſogleich konſumirt wird, iſt Vorrath, Kapital. 94. Die augenblickliche Moͤglichkeit der Umſetzung(Veraͤnderung des Beſitzes) dieſes Vorraths im oͤkonomiſtiſchen Preiſe(3. 77.) liegt nicht im Begriffe des Kapitals. Der Grund⸗ Eigenthuͤmer, der Kaufmann, die ihre Grundſtuͤcke, ihre Waaren⸗Vorraͤthe nicht ſogleich, mindſtens nicht in dem oͤko— nomiſtiſchen Preiſe umſetzen koͤnnen, ſind deswegen nicht weni— ger Kapitaliſten. 95. Das Kapital, der Vorrath iſt alſo nur zweyfacher Gattung. Das augenblicklich im oͤkonomiſtiſchen Preiſe umſetzbare Clebendige), das nicht augenblicklich, nicht zu jeder Zeit im okonomiſtiſchen Preiſe umſetzbare Ctodte). 96. Dieſe augenblickliche Umſetzbarkeit im oͤkonomiſtiſcher Preiſe iſt blos zufaͤllige Eigenſchaft des Kapitals; jene Abtheilung iſt alſo blos ephemer. Der Zufall kann Kapital, das gewoͤhnlich augenblicklich umſetzbar iſt, alſo lebendiges Kapital in todtes verwandeln; und umgewendet, todtes in lebendiges. Selbſt edle Metalle, ſelbſt Metall⸗Muͤnze, als die ge⸗ woͤhnlichſte Gattung des lebendigen Kapitals, koͤnnen in Zeiten allgemeiner Noth aufhoͤren umſetzbar, alſo lebendig zu ſeyn. Und eben ſo koͤnnen zufaͤllige Verhaͤltniſſe das todte Kapital auf einmal zum augenblicklich umſetzbaren Clebendigen) Kapi⸗ tal umwandeln. 97. Die Abtheilung des Kapitals in todtes und lebendiges bezieht ſich alſo nur auf den gewoͤhnlichen Gang der Dinge ohne ſtreng logiſch zu ſeyn. — ——⸗ er 98. Der Sprach⸗Gebrauch hat den Sinn des Worts Kapi⸗ tal auf den Beſitz von Muͤnz⸗Reichthum eingeſchraͤnkt; es ſey nun, daß es ſich in Natur in dem Beſitz des Eigenthums befinde, oder von ihm andern nur temporell uͤberlaſſen ſey, um es wieder in ſeine eigne Gewahrſame zuruͤck zu ziehen. In dieſem Sinne heißen nach dem Sprach-Gebrauche die Beſitzer von Muͤnze, oder ausſtehenden Leihforderungen auszeichnungsweiſe Kapitaliſten. 99. Daß im Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Sinne ſich dies anders verhalte, iſt oben(Z. 93.) gezeigt worden. IOO. Zwar iſt jeder uͤber das gegenwaͤrtige Beduͤrfniß uͤber⸗ ſchießende Vorrath Kapital. Im ſtrengen Nazional⸗ Oekonomiſtiſchen Sinne aber laͤßt ſich nur derjenige Vor⸗ rath Kapital nennen, der vom Produkt⸗ Stoffe uͤber⸗ ſchießt, weil Ur--Stoff wegen der mangelnden groͤßeren Theilbarkeit ſchwer umſetzbar iſt. Da ihm aber die Um— ſetzbarkeit nicht gaͤnzlich mangelt, ſo nenne ich den aus dem Produkt⸗Stoffe uͤberſchießenden Vorrath auszeichnungsweiſe Kapital⸗Stoff. 1 101. Je groͤßer die Maſſe des Produkt⸗Stoffs, je groͤßer natuͤrlich die Maſſe des uͤberſchießenden Vorraths, alſo des Kapital⸗Stoffs. Je groͤßer die Maſſe des Ur⸗Stoffs, vorzuͤglich des produktifen Ur⸗Stoffes, je groͤßer allerdings die Maſſe des Produkt⸗Stoffs. Allein da nach Rechts⸗Grundſaͤtzen, und nach den Ge— ſetzen der Nazional⸗Oekonomie, als einer Welt⸗Wiſſenſchaft, welche die ganze geſellige Menſchheit umfaßt, die Tendenz des Staats nie ſeyn darf, ihren produktifen Ur⸗Stoff, es ſey denn durch unbewohnte Wuͤſteneyen, auszudehnen; ſo koͤnnen die Geſetze der Nazional-Oekonomie nur die Vermehrung des Produkt⸗Stoffs, als ihren Zweck anerkennen; d. h. ihr Prin⸗ 40 zip will: daß aus allem im Staat vorhandenen produktifen Ur⸗Stoff die hoͤchſtmoͤgliche Produkt⸗Stoff⸗Maſſe erzeugt 4 werde. ¹* 102. b ij Mit dieſer Produkt⸗Stoff⸗Maſſe erhoͤht ſich die Maſſe 2* des Kapital-Stoffs ohnehin; und dieſe iſt der wichtigſte 6 Hebel des Nazional⸗Reichthums. Ohne Kapital⸗Stoff kann ſit ein großer Theil der Ur- und induſtriellen Produkte gar nicht zur Erſcheinung gelangen. Die einfachſte, die Ur⸗ Produkzion 2 ſetzt ſchon beynah in der niedrigſten Maſſe Vorrath, Kapital⸗ 1 n Stoff, voraus. Der Ackerbauer, der Fabrikant, muͤſſen Ur⸗ 3 05 Produkt⸗ und ſelbſt induſtriellen Produkt⸗ Stoff, Material, V„ Ackergeraͤthe, Handwerkszeug ꝛc. beſitzen. b 3 Das erſte Geſetz der Nazional⸗Oekonomie iſt alſo: 3 n hoͤchſtmoͤgliche Erhoͤhung der Produkt⸗ Stoff⸗Maſſe, mithin V 1h der daraus reſultirenden Kapital⸗Stoff⸗Maſſe, ohne welche ſich phyſiſche Genuß⸗ Vollkommenheit(Reichthum) nicht 2 erreichen laͤßt. 103. Rar Mit dem Steigen der Kapitalſtoff⸗Maſſe ſteigt die Erhoͤhung in des phyſiſchen Genuſſes im progreſſifen Verhaͤltniſſe. 4 So lange nur das Beduͤ rfniß des Augenblicks ge⸗ n deckt iſt, iſt kein Fortſchritt zur Genuß⸗ Vollkommenheit moͤglich. 9 104.* e 45 Die Summe der Produkt⸗ Stoff⸗Maſſe, und eben ſo V 7 der Kapital⸗Stoff⸗ Maſſe, kann nur durch ungleiche Aus⸗ 2 theilung unter den Nazional⸗Gliedern, aber nie an ſich 6 ſchaͤdlich, alſo antinazional⸗oͤkonomiſtiſch werden. Mit dem An⸗ s ie wachs der Kapital⸗ Stoff-Maſſe wird der Reiz, ſelbſt die 4 n Empfaͤnglichkeit fuͤr neue Genuͤſſe entſtehen, und durch ſie 85 ſelbſt wird und muß ſich die Bevoͤlkerung, alſo die Zahl der G Produzenten und Konſumenten erhoͤhen; und phyſiſche 8 Genuß⸗Vollkommenheit iſt ja der Zweck der Nazional⸗ di Oekonomie(N. Oek. 1. B. Z. 77.). 38 ————————————— ———=—— 41 105. Aus obigen ergiebt ſich von ſelbſt, daß Smiths und anderer Bezeichnungen der Arbeit, als Kapital, unrich⸗ tig ſind. Arbeit iſt Produktif⸗Kraft; alſo ein weſentlicher Beſtand⸗ theil des Nazional⸗Vermöͤgens;(Z. 82.) aber nicht Stoff; alſo auch nicht Kapital⸗Stoff(N. Oek. 1. B. Z. 56.). 106. Der Produkt⸗Stoff kann einzig aus dem rodutin Ur⸗ Stoff gezogen werden; ſo wie aus dem Produkt⸗ Stoff wieder der Kapital⸗Stoff entſteht. Es giebt fuͤr die Anhaͤufung des Kapital⸗Stoffs in der Nazional⸗Oekonomie keinen Punkt, wenn die Austheilung deſſelben oͤkonomiſtiſch, d. h., wenn ſie der phyſiſchen Genuß⸗ Vollkommenheit der Nazion nicht entgegen iſt. Eine große Kapital-, oder Kapital⸗Stoff⸗Maſſe, in den Haͤnden einzelner Nazional⸗Glieder, und eine unverhaͤlt⸗ nißmaͤßig zu geringe in den Haͤnden der groͤßeren Zahl der⸗ ſelben iſt alſo gegen die Nazional⸗Oekonomie. Denn 1. Produktif⸗Kraft kann nur an eigenthuͤmlichem Stoff ſich in ihrer Fuͤlle aͤußern. 2. Ueberfluß an produktifem Ur⸗Stoff, aus dem Produkt⸗, ſo wie aus dieſem wieder Kapital-Stoff entſpringt, wird die Produkzion mindern; denn der Beſitzer hat, wenn ſeine Beduͤrfniſſe befriedigt ſind, wenn der Cyklus aller ſeiner Genuͤſſe geſchloſſen iſt, keinen Reiz mehr, den uͤberſchießenden Theil der Produktif⸗Kraft zu uͤbergeben; vielmehr Reiz, ihn der Ur⸗Produktif⸗Kraft zu ent⸗ ziehen, um ſeinem Vorrathe einen anti⸗oͤkonomiſtiſchen Preis zu ſetzen. Die allzuungleiche Austheilung des produktifen Ur⸗ Stoffs, vorzuͤglich des Grund⸗Eigenthums, iſt alſo Urſache, daß die mehreſten Nazionen ſich im unnazional⸗oͤkonomiſtiſchen Zuſt ande befinden. 107. Dieſen Zuſtand der Dinge muß die Nazional⸗Oekonomie zwar reſpektiren, weil ihn das hoͤchſte Prinzip des geſellſchaft⸗ lichen Vereins(das Eigenthums⸗Recht) gebietet; aber kraft der ihrem Prinzip weſentlichen Idealiſazion(Z. 24.) darf und muß ſie jede, dieſe hoͤchſten geſellſchaftlichen Ur⸗Geſetze nicht verletzende Anordnung gebieten, wodurch jene Ungleichheit des Kapital⸗Stoffs vermindert werde. 108. Hoher Grad von Induſtrie kann eben ſo eine der Nazional⸗ Oekonomie widerſtrebende Produkt⸗Stoff⸗Maſſe in den Beſitz eines einzelnen bringen. Dieſe Anhaͤufung widerſtrebt der Nazional⸗Oekonomie, denn ſie laͤhmt die Produkzion. Der einzelne wird den Ueber⸗ ſchuß uͤber ſeine Beduͤrfniſſe aufhaͤufen, alſo der Konſumzion entziehen. Er wird, wenn es Guͤter abſoluten Werths ſind, durch dieſe Anhaͤufung die durch Zufaͤlle, Mißwachs, Feinds⸗Ver⸗ heerung entſtehende Maͤngel der andern Nazional⸗Glieder benutzen, um ſeine Vorraͤthe auf einen antioͤkonomiſtiſchen Preis zu treiben, alſo dieſen den Lebensgenuß zu verkuͤmmern; er wird im Staate eine Deſpozie der Nazional⸗Glieder gruͤn⸗ den, welche druͤckender iſt, als die Staats⸗Verwaltungs⸗ Deſpozie. Denn dieſe, ſo unumſchraͤnkt ſie auch ſeyn mag, muß um ihres eignen Vortheils willen, das Allgemeine, die ganze Nazion umfaſſen, und wird ſie mindſtens nicht zu Grund gehen laſſen koͤnnen, ohne ſich ſelbſt zu vernichten. Der Anhaͤufer einer zu großen Produktif⸗Maſſe wird durch antioͤkonomiſtiſchen Genuß, z. B. durch Unterhaltung einer Menge reiner Konſumenten, muͤßiger Diener, die Pro⸗ dukzion hemmen. 109. Es iſt noͤthig hier ſchon zu erklaͤren, was in der Nazional⸗ Oekonomie ——— oͤkonomiſtiſch, unoͤkonomiſtiſch, und antioͤkonomiſtiſch bedeutet. Oekonomiſtiſch iſt Alles, was dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß, die hoͤchſtmoͤgliche phyſiſche Genuß⸗Vollkommenheit der Razion, alſo der groͤßtmoͤglichſten Zahl der Nazional⸗Glieder befoͤrdert. G Unoͤkonomiſtiſch iſt alles, was dieſe phyſiſche Genuß⸗ Vollkommenheit nicht befoͤrdert. Antioͤkonomiſtiſch iſt alles, was dieſe phyſiſche Genuß⸗ Vollkommenheit hindert, oder vermindert. 1IO. Die zu große Ungleichheit des Beſitzes des Produktif⸗ Ur⸗Stoffs, oder Produkt⸗Stoff⸗Maſſen, alſo des Kapital⸗ Stoffs, hat auch in dieſer Beziehung auf die Vermehrung des Nazional⸗Vermoͤgens, von welchem die phyſiſche Genuß⸗ Vollkommenheit abhangt, die nachtheiligſten Folgen, weil ſie die Produktif⸗Kraͤfte laͤhmt. Der Kapitaliſt zwingt bey dieſem Mißverhaͤltniß dem nichtkapitaliſtiſchen Arbeiter Ciſolirten Produzenten) einen un- ja ſelbſt antioͤkonomiſtiſchen Preis der Produktif⸗ Kraft ab. Und da die Produktif⸗ Kraft ſich nur an eignem Stoff in ihrer Fuͤlle aͤußert, ſo entgeht der mangelnde Theil der Produktif⸗Kraft dem Nazional⸗Vermoͤgen. ITI. Eine Vertheilung des produktifen Ur-Stoffs, oder des Produkt⸗Stoffs, die jedem Nazional⸗Gliede ohne Unterſchied Gelegenheit verſchaffte, ſeine Produktif-Kraft an eigenem Stoffe zu uͤben, wuͤrde zwar idealiſch die hoͤchſte phyfiſche Genuß⸗Vollkommenheit hervorbringen; da ſie aber bey dem Organismus der Menſchheit, alſo bey der Mannigfakrigkeit und Abſtufung der moraliſchen Eigenſchaften, ſo wie der phy— ſiſchen Kraͤfte nicht denkbar iſt, ſo wuͤrde ſie auch dem Prinzip 44— der Nazional⸗Oekonomie nicht zuſagen. Sie wuͤrde einen großen Theil des Stoffs unbenutzt laſſen, und alle diejenige Zweige der Produkzion laͤhmen, zu welchen ein bedeutender Kapital⸗Stoff, alſo auch eine große Maſſe von Produktif⸗ Kraft, alſo die Miethung fremder Produktif⸗Kraft uner⸗ laͤßlich nothwendig iſt. Dieſes Beyſpiel beweiſt, daß auch die Idealiſazion der Nazional⸗Oekonomie Graͤnzen hat (N. Oek. 1. Bd. Z. 63.) I12. Wenn der Kapital⸗Stoff vom Beſitzer einem andern auf einen beſtimmten Zeit⸗Raum, wenn auch auf immer, anver⸗ traut wird, ſo nennt man den Ertrag, den der Beſitzer ſich fuͤr die fremde Benutzung bedingt, Zins⸗Rente. Der Ertrag, den der Beſitzer von ſeinem eignen Ur⸗ Produktif⸗Stoff durch eigne Ur⸗Produkzion, induſtrielle oder kommerzielle Produkzion, bezieht, iſt dagegen nur Rente. I13. Land⸗Rente heißt ſie bey der eigenen Anwendung der Ur⸗Produktif⸗Kraft am produktifen Ur⸗ Stoffe; Pacht⸗ Land⸗Rente, wenn der Ur⸗Produktif⸗Stoff einem andern zur Uebung ſeiner Ur⸗Produktif⸗ Kraft fuͤr eigne Rechnung uͤberlaſſen wird. 114. Das unterſcheidende Zeichen der Zins⸗ Rente von den zer Renten iſt: . daß ſie nur bem Kapital⸗Stoff ſtatt jindet. .Daß der Preis dieſes Kapital⸗Stoffs nach dem Ver⸗ mageneah eſſer, dem Gelde, beſtimmt iſt; alſo auch die Rente nach dieſem Preiſe. 115. Dieſer Preis wird nach einer der Nazional⸗Oekonomie gleichguͤltgen Decimal⸗Rechnung beſtimmt, welche alle civiliſirte Nazionen angenommen haben, und bey welcher die Zahl von 100 zum Grunde gelegt iſt. ——jjj—ÿõ — 2— ———„ einen jenige tender duktif⸗ uner⸗ ch die hat een — 45 116. Die Zins⸗Rente ſchraͤnkt ſich nicht auf Muͤnz⸗Kapital ein. Der Kapital⸗Stoff, der auf Zins⸗Renten verliehen wird, beſtehe worin er immer wolle, der Umſtand, daß dieſer Kapital⸗ Stoff nach dem Vermoͤgens⸗Meſſer, dem Gelde, beſtimmt da. aͤndert ſeine Ei genſchaft nicht(N. Oek. 3. 338. . B.). 11 7. Die Zins⸗ Rente hangt von der Uebereinkunft des Kapital⸗ Stoff⸗Beſitzers, und Kapital⸗Stoff⸗ Entnehmers ab. Sie ſteigt, und ſinkt. Folgendes ſind die Verhaͤltniſſe, die ihre Gradazion beſtimmen. Die Zins⸗Rente ſetzt alſo voraus: Vorraͤthe, Kapital⸗Stoff, alſo Kapitaliſten, und das Daſeyn von Nicht⸗Kapitaliſten. Ihre Hoͤhe wird beſtimmt: Durch die Maſſe der Vorraͤthe, alſo die Zahl der Kapitaliſten. Durch die Zahl der Nicht-Kapitaliſten. Durch die Maſſe des vorhandenen Ur⸗ oder Produkt⸗Stoffs, alſo den Spiel⸗Raum fuͤr die produktife Kraft. Durch den Grad der produktifen Kraft des Arbeits⸗Fleißes, der Induſtrie, bey der Nazion uͤberhaupt, alſo bey den Kapitaliſten ſowohl, als Nicht⸗Kapitaliſten. Nicht die Exiſtenz eines oder des andern dieſer Verhaͤlt⸗ niſſe, ſondern die mannigfaltige Ko⸗Erxiſtenz mehrerer, be⸗ ſtimmt die Zins⸗Rente. Dem gemaͤß muß 1. eine große Maſſe von Kapital⸗Stoff doch eine hohe Zins⸗Maſſe gewaͤhren, wenn eine verhaͤltnißmaͤßig große Zahl von Nicht⸗Kapitaliſten exiſtirt, und eine gleich⸗ verhaͤltnißmaͤßige Maſſe von Ur- oder Produkt⸗Stoff, und von Produktif⸗Kraft bey den Nicht⸗Kapitaliſten vorhanden iſt. —.õõõõõmõma—— — 3— 2 7 v 2 7 4 — ¹ — —— — 46— 2. Eine große Maſſe von Kapital⸗Stoff wird eine niedre Zins-Rente gewaͤhren, wenn die Zahl der Nicht⸗ Kapitaliſten damit nicht in Verhältniß ſiihr Oder wenn . Die Maſſe des produktifen Ur⸗ Stoffs nicht verhaͤltniß⸗ maͤßig iſt; Oder 4. Wenn die Nicht⸗Kapitaliſten keinen Arbeits⸗Fleiß, keine Induſtrie beſitzen; Dagegen wird 92 &æ . Maſſe von Kapitaliſt ten und Nichtkapitaliſten jene ſelbſt Arbeits⸗Fleiß, Induſtrie beſitzen, alſo ihren Kapital⸗ Stoff ſelbſt benutzen, oder mit ihren Vorraͤthen fremde Kraft fuͤr ſich ſelbſt miethen. Und ſo läͤßt ſich denn die Gradazion der Zins⸗Rente durch die mannigfaltige Zuſammenſetzung aller jener Grund⸗Ver⸗ haͤltniſſe finden.. 118. Aus allen obigen Grundſaͤtzen, zu denen ſich das Nach⸗ denken die uͤbrigen moͤglichen Zuſammenſtellungen leicht anrei— hen kann, folgt: daß die Zins⸗Rente einer Nazion durchaus kein Grad⸗Meſſer ihres Vermoͤgens ſey. Beſitzt die Nazion viel Kapitaliſten, ſo kann die Zins— Rente eben ſo wohl hoch, als niedrig ſeyn. Hoch, wenn noch hinlaͤnglicher Gegenſtand fuͤr produktife Kraft vorhanden, z. B., nicht alles Grund⸗„Eigenthum angebaut, oder die Kul— tur deſſelben noch in der Kindheit iſt; viele Fabriken und Manufakturen in Bewegung ſind. Niedrig, wenn es an Stoff fuͤr die Produkzions⸗Kraft fehlt. So ſehen wir, daß in den reichſten haudlirgt⸗Srtatan der Zins⸗Fuß am hoͤchſten ſteigt, wenn die Lebhaftigkeit des Kommerzes am groͤßten, der Umſatz der Kapitalien am haͤu⸗ figſten iſt. —— 2— —2———öö—— Die Zins⸗Rente hoch ſeyn, wenn auch bey einer großen an R edee licht⸗ niß⸗ eine gen — 47 —. 119. Alle außerordentliche Verhaͤltniſſe, welche den Zins⸗Fuß auf gewiſſe Zeitpunkte in die Hoͤhe treiben, laſſen ſich unter jene Grundſaͤtze(117.) reihen. Krieg, ſtarke Auflagen, Kon⸗ tribuzionen, Unſicherheit des Eigenthums, alſo Beſorgniſſe des Verluſts des Kapitals, abſichtliche Anhaͤufung eines trans⸗ portablen Stoffs auf die Zeiten unvorſichtlicher Gefahr, vermin⸗ dern die Maſſe des Kapital⸗Stoffs; Lebhaftigkeit der indu⸗ ſtriellen und kommerziellen Produtkzions⸗Kraft erhoͤhet den Zins⸗Fuß; Stillſtand derſelben ſetzt ihn herab. 120. Niedrige Zins⸗Rente iſt offenbar fuͤr den Nazional⸗ Reichthum vortheilhaft; denn groͤßtentheils iſt es die Klaſſe der reinen Konſumenten, welche die Kapital⸗Rente zieht; die der Produzenten, zum Theil ſelbſt der iſolirten, welche ſie bezahlt. Findet der Produzent Vorſchuͤſſe zu niedern Zin⸗ ſen, ſo wird die Produkzion dadurch befoͤrdert, und dieſer Vortheil uͤberwiegt denjenigen weit, der aus einem vergrößerten Gewinn des Kapitaliſten reſultirt. 121. Die Staats-Haushaltung hat in ihrem Zweige der Staats⸗Polizey, die Zins⸗Rente durch Geſetze beſtim⸗ men zu muͤſſen geglaubt. Die ſtets uͤberwiegende Zahl der Nicht⸗Kapitaliſten hat natuͤrlich einen hohen Reiz zu Ent⸗ leihung fremder Kapital⸗Stoffe, und der Reiz des Gewinns bey den Kapital⸗Stoff⸗ Beſitzern, Bedingung einer hohen Zins⸗Rente hervorbringen muͤſſen. Sie hat geglaubt dadurch dem Leichtſinne, der Verſchwen⸗ dung, der Unredlichkeit der Entnehmer, ſo wie der Habſucht der Kapitaliſten Graͤnzen ſetzen, und dadurch ſich dem Geſetze der Nazional⸗Oekonomie naͤhern zu muͤſſen. 122. Die Staats⸗Polizey⸗Geſetzgebung hat alſo einen allge⸗ meinen Maßſtab der Zins⸗Rente feſtgeſetzt. Sie iſt durch die zufaͤllige Betrachtung, der Nicht⸗Kapitaliſt werde, um frem⸗ 48— des Kapital in ſeinen Beſitz zu bekommen, eine hoͤhere Rente verſprechen, als er, nach Abzug des Werths ſeiner Produkzions⸗ Kraft, aus dem ihm uͤbergebenen Kapital⸗Stoffe ziehen kann, verleitet worden, alles tiefere Eindringen in das Prinzip des Leih⸗Vertrags zu unterlaſſen. Sie hat alſo alſe Zins⸗Rente uͤber einen beſtimmten Punkt fuͤr eine ſtraͤfliche Handlung, fuͤr Wucher erklaͤrt. Dieſen Punkt ſcheint ſie aus der allgemeinſten Ver⸗ anlaſſung des Vertrags, naͤmlich daher genommen zu haben: daß der Kapitaliſt ſeinen Kapital⸗Stoff dem Nichtkapitaliſten bis zur Wiedererſtattung fuͤr einen beſtimmten Preis uͤberlaͤßt. Sie ſcheint alſo dabey den moͤglichen Ertrag dieſes Kapital⸗ Stoffs bey deſſen eigner Benutzung und den Werth der als⸗ dann darauf zu verwendenden Produtkzions⸗Kraft arithmetiſch kalkulirt zu haben. . Es iſt eine ganz andere Frage: welches Recht und welche Mittel die Geſetzgebung beſitze, um der Unerfahrenheit und dem Leichtſinne der Nichtkapitaliſten zu Huͤlfe zu kommen, dage⸗ gen dem Betruge und der Habſucht der Kapitaliſten zu ſteuern. Aber offenbar durfte ſie ſich hiezu nicht des allgemeinen Eingriffs in die natuͤrliche Freiheit des Menſchen bedienen, kraft deren der Kapitaliſt berechtigt iſt, von ſeinem Kapital⸗ Stoffe den hoͤchſtmoͤglichen Gewinn zu ziehen; und der Ent⸗ nehmer: Stoff fuͤr ſeine Produktif⸗Kraft zu ſuchen, und deren Werth, d. h., den Ertrag, den er durch ſie aus dem Vorrathe zu ziehen gedachte, ſelbſt zu kalkuliren. Jener Ein⸗ griff muß durch die Beſchraͤnkung der Eigenthums⸗Rechte die Produkzions⸗Kraft laͤhmen, und ihren Spiel-Raum zum Nachtheil des Nazional⸗Wohlſtandes einſchraͤnken. Iſt die Geſetzgebung anders zu einer Beſtimmung der Zins-Rente berechtigt, ſo muß ſie mit den Triebfedern der menſchlichen Handlungen gleichen Schritt halten, alſo die Zins-Rente nach dem Grade der Sicherheit oder Gefahr des Ruͤckempfangs des Kapital⸗-Stoffs, und nach dem Spiel⸗Raume ſowohl als Grade der Produkzions⸗Kraft abmeſſen. —————————— Rente kzions⸗ kann, ip des Rente dlung, Veu⸗ daben: gliſten elaͤßt. pital⸗ rals⸗ etiſch elche und ge⸗ 11 49 Laͤuft der Kapitaliſt Gefahr, ſeinen Kapital⸗ Stoff zu verlieren, ſo muß ihn mindſtens die Hoͤhe der Zins-Rente entſchaͤdigen; zeigt ſich fuͤr den Entnehmer vortheilhafte Ge⸗ legenheit, oder beſitzt er einen ungewoͤhnlichen Grad von Induſtrie, um einen mehr als gewoͤhnlichen Ertrag aus dem entnommenen Kapital⸗Stoffe zu ziehen, ſo kann er eine hoͤhere Zins⸗Rente bewilligen. Dceer Erfolg dieſer geſetzlichen Beſtimmung der Zins⸗Rente war, daß die Geſetzgebung hier, wie allenthalben, wo ſie den Grundtrieben der menſchlichen Seele gewaltſam entgegen zu arbeiten ſtrebte, von den Staatsbuͤrgern verlaſſen worden iſt. Dieſe haben entweder oͤffentlich, wie beym Kom merz, oder ingeheim, durch ſtille Verabredungen, den Zins⸗Fuß nach ſeinem wahren Prinzip regulirt, ſo weit es nur ohne direkte Verletzung des Geſetzes moͤglich war. Jene unrechtliche Sorg⸗ falt fuͤr den Leichtſinn und die Unerfahrenheit, hat nur dazu gedient, dem Betruge und der Habſucht einen deſto gefahrlichern Spiel-Raum zu oͤffnen, und die Nazional⸗Induſtrie zu ſchwaͤchen. 123. Um davon ſich zu uͤberzeugen, darf man nur die Kalkuls unterſuchen, nach welchen die Verleihung der K Andiralten ge⸗ ſchieht. Jeder, der Kapital⸗Stoff beſitzt, kalkulirt naͤmlich, wie— viel ihm dieſer an Rente eintragen wuͤrde, wenn er ihn zum Ankaufe von Produktif ⸗Ur⸗Stoff, oder Produkt⸗Stoff, um dieſe entweder durch fremde Kraft bearbeiten zu laſſen, oder ſelbſt zu bearbeiten, oder wenn er ihn zu Anwendung ſeiner Produkzions⸗ Kraft an ſeinen bereits beſitzenden Stoff ver⸗ wendete, z. B. zu Erwerbung von Grund⸗ Eigenthum, und deſſen Verpachtung, oder zur Selbſtbewirthſchaftung, Ankauf von Vieh u. ſ. w., oder Betrieb einer Fabrik oder Gewerbs. Die Rente dieſes Grund⸗Eigenthums, oder dieſer Gewerbe, iſt durch den allgemeinen Regnlator der Guͤter⸗ oder Waaren⸗Preiſe beſtimmt. 4 50 gC die Unſicherheit, theils die Bequemlichkeit, die Rente ohne Arbeit zu erlangen, theils die verhaͤltnißmaͤßige Maͤßigkeit der Land-Rente, und die Reſignazion und Anſtrengung, welcher es bedarf um ſie zu erhoͤhen, und hiernach beſtimmt er den Preis, um den er ſeinen Kapital⸗Stoff einem andern zur Benutzung uͤberlaſſen will. Nicht die Zins⸗Rente macht alſo den Guͤter⸗Preis, ſondern der allgemeine Guͤter⸗Preis regu⸗ lirt die Zins⸗Rente, verbunden mit der Maſſe des Kapital⸗ Stoffs und dem Grade der Produkzions⸗Kraft. Eben deswegen bedarf es der geſetzlichen Zins⸗Regulatife nur fuͤr leichtſinnige Verſchwender, welche dieſe Kapitalien ent⸗ weder ſchon vorhinein verzehrt haben, alſo von ihrem dafuͤr verpfaͤndeten Stoffe zehren, den entleihenden Kapital⸗Stoff et Der Kapitaliſt berechnet theils— ſoviel Gewerbe betrifft— ſi alſo nicht zu Belebung ihrer Produkzions⸗Kraft, mithin zu Vermehrung ihres Vermoͤgens, ſondern zu deſſen Verminderung benutzen, oder wohl auf eine unrechtlich Weiſe fremden Stoff ohne eigne Kraft⸗Aeußerung kon⸗ ſumiren. Es iſt alſo irrig, wenn Smith behauptet, der Preis der Landguͤter hange vom Zins⸗Fuß ab; er haͤngt von der Produkzions⸗ Kraft, ſo wie von dieſer der Kapi ital⸗Stoff ab; ſie beſtimmen dann die Zins-⸗Rente. Denn Kapital⸗ Stoff kann nur durch Produkte, nur durch Prodnktif⸗Kraft⸗ Aeußerung entſtehen. Iſt die Produktif⸗Kraft geſunken, ſo wird der Zins-Fuß ſich erhoͤhen, weil Niemand wird arbeiten, ſondern jeder Zins⸗Rente ziehen wollen, und es wird dann viele Entnehmer geben, die von iheem Vermoͤgen zehren; alſo wird das Grund⸗Eigenthum keine bede utende Rente abwerfen, es wird unwerth ſeyn. Mit dem Steigen der produktifen Kraft wird der Preis des Grund-Eigenthums, und ſo lang der Spiel⸗Raum der Produktif⸗Kraft noch groß iſt, auch die Zins-Rente ſteigen. Iſt aber die Produktif⸗Kraft auf ihrem Gipfel; der Spiel⸗ Raum zu Benutzung der Kapitalien enger, ſo muß auch der — —————ixERE— — 51 Zins⸗ Fuß ſinken. Wir ſehen dieß an dem Beyſpiele von Nord⸗Amerika. Noch iſt in den mehreſten Gegenden der Preis der Laͤndereyen ſehr gering, die Zins⸗Rente hoch. So wie der Anbau vollendet ſeyn wird, wird die Zins-Rente fallen. Hohe Produkzions⸗Kraft, die Spiel l⸗R. aum hat, wird die Zins⸗Rente natuͤrlich hoch erhalten, weil die Produktif⸗ Kraft durch erhoͤhte Produkzion dieſe Zins⸗Rente wieder ge⸗ winnen kann. 124. 3 Bey der Unterſuchung: wodurch ſich denn der gewoͤhn⸗ liche Zins⸗Fuß in einem Staate ride muß man vor allen Dingen bemerken, daß die Verwechslung dieſes gewoͤhnli⸗ chen Nazional⸗Zins⸗Fußes, mit dem allgemeinen Prinzip der Zins-Rente einen großen Theil der Irrthuͤmer hervor⸗ gebracht hat, die man in der Lehre von der Zins⸗Rente findet. Der gewoͤhnliche Zins⸗Fuß in einem Staate iſt: der hypothekariſche, naͤmlich die Rente, welche man ſich von Kapitalien bedingt, die auf Grund-Eigenthum vorgeſchoſſen werden, bey welchen alſo der hoͤchſtmoͤgliche Grad von Sicher⸗ ſtellung vorhanden iſt. Dieſe Gattung von Zins⸗Rente iſt zwar die allgemeinſte, aber keineswegs das allgemeine Prinzip des Zins-Fußes. Sie iſt alſo auch nicht dazu geeignet, den Maßſtab einer all⸗ gemein geſetzlichen Beſtimmung der Zins-Rente abzugeben, und doch hat ihn die Geſetzgebung gewoͤhnlich dazu genommen. Smith und andere haben vollends, wie vorhin bemerkt worden iſt, daraus gefolgert, daß der Zins⸗Fuß den Preis des Grund⸗Eigenthums beſtimme; dieß iſt augenſcheinlich eine irrige Darſtellung. Wenn der Mangel an lebendigem, theil⸗ baren, transportablen Vorrath, Kapital⸗Stoff, den Nominal⸗ Preis des produktifen Ur⸗Stoffs herabſetzen kann, ſo muß hingegen dieſer naͤmliche Mangel auch den Nominal⸗Preis aller andern Guͤter herabſetzen. Ein Gut, deſſen Preis in England 30000 Thaler iſt, kann in Der ltſchland nur 10000 Thlr. 52 gelten. Dort koͤnnen vielleicht 18000 Thaler, hier nur 6000 V 32 Thaler Kapital darauf verſichert werden; aber mit der Zins⸗ 4 Rente der 6000 Thaler wird der Deutſche eben ſo viel Genuß⸗ 1 1 Mittel als der Britte mit der der 18000 Thaler eintauſchen V 1 koͤnnen. 5 Der verglichene Werth beider iſt der naͤmliche. Der b 6 Nominal⸗Preis hat alſo auf die Zins⸗Rente keinen Einfluß; b 1 dieſe wird ſich dort, wie hier gleich ſeyn. Dieſer Werth und der aus ihm folgende Preis haͤngt vom 1 Ertrag, d. h. von der Summe der Genuß⸗Mittel ab, welche das Grund⸗Eigenthum liefert. 4 8 So wie dieſer Ertrag, und mit ihm der Werth und Preis 1 des Ur⸗Produktif⸗Stoffs ſich erhoͤht, kann wohl die Sicher⸗ 1 heit fuͤr eine groͤßere Summe von Kapital ſich erhoͤhen; aber 4 der Zins⸗Fuß wird immer der naͤmliche bleiben, d. h., er.* wird ſich immer nach dem Ertrag des produktifen Ur⸗Stoffs V richten, aus deſſen Bearbeitung die Zins⸗Rente gezogen wer⸗ den ſoll. 1 125. 3 Die Abgleichung der Grund-Eigenthums⸗ oder at Land-Rente gegen die Kapital-Zins⸗Rente im gewoͤhn⸗ eit lichen Zuſtande der Dinge, muß nach den Vortheilen und uſt Nachtheilen einer jeden derſelben, und zwar nach folgenden Van Grundſaͤtzen gemacht werden: fie Der Vortheil des Kapital⸗Stoffs beſteht b unn r. in der Transportabilitaͤt des Vermoͤgens, als en dem Palladium der Freiheit und Unabhaͤngigkeit von allen nachtheiligen Erſchuͤtterungen der Staats-Verfaſſung und he Verwaltung; alſo in der Leichtigkeit, ſich dem Drucke zu entziehen, und ſeinen Stoff, ſo wie ſeine Produkzions⸗ Kraft in guͤnſtigere Gegenden zu verpflanzen. 2. In der Beſtimmtheit des Einkommens, alſo der V Genuß⸗Mittel, die der Beſitzer des Kapital⸗Stoffs empfaͤngt. 53 3. In der groͤßern Sicherheit gegen Staats⸗Auflagen; denn Kapitalien, welche in Billets au porteur, Banknoten, auswaͤrtigen Stocks angelegt werden, kann die Staats⸗ Verwaltung nicht erreichen; und in den eigenen Nazional⸗ Stocks angelegte duͤrfen zu Erhaltung des Staats⸗ Kredits nicht beſteuert werden. Die Vortheile des Grund⸗Eigenthums⸗ Beſitzes hin⸗ gegen beſtehen, 1. in dem Anſehen, welches dieſer Beſitz dem Grund⸗ Eigenthuͤmer im Staate gewaͤhrt; 2. in dem Einfluſſe auf die Staats⸗Verwaltung, oder doch Staats⸗Adminiſtrazion, welche in freyen nazional⸗ oͤkonomiſtiſchen Regierungs⸗Formen der Land⸗Beſitz dem Staats-Buͤrger ſichert. 3. In der Unabhaͤngigkeit von dem Preiſe der Austauſch⸗ Mittel(der Muͤnze). Die Zins⸗Rente muß, nach der Natur des ihr zum Grunde liegenden Vertrags, ſtets nominal ſeyn. Die Produkte, die Genuß⸗Mittel hingegen, vorzuͤglich die abſoluten Werths, koͤnnen ſelten unter einen gewiſſen mit ihrem verglichenen Werthe verhaͤltnißmaͤßigen, alſo oͤkono⸗ miſtiſchen Preis ſinken, wohl aber uͤber den oͤkonomiſtiſchen Werth im Preiſe betraͤchtlich ſteigen. Die wechſelſeitigen Vor⸗ theile ſind es, die ſich die Wage halten, und alſo das Ueber⸗ gewicht nur in der individuellen Lage und Seelen⸗Stimmung des Menſchen ſuchen koͤnnen. 126. Der Preis des Grund⸗Eigenthums, d. h., die Maſſe von Genuß⸗Mitteln, fuͤr welche es ſo eben er- und vertauſcht werden kann, haͤngt nicht vom Zins-Fuß, ſondern vom Kapital⸗Stoffe ab, fuͤr den dieſer Produktif⸗Ur⸗Stoff, dieſes Grund⸗Eigenthum idealiſch, naͤmlich ohne wirkliche Uebertra⸗ gung des Eigenthums, fuͤr den Augenblick unterſtellt werden kann. Die Maſſe dieſes Kapital⸗Stoffs beſtimmt den Preis des Grund⸗Eigenthums, und dieſer Preis die Zins⸗Rente. 54 . / 6 Wenn alſo z. B. in Frankreich der Zins⸗Fuß hoͤher, und j der Preis des Grund⸗Eigenthums nisdriger iſt, als in Eng,, 2 land, ſo kommt dieß nur daher, weil ſich dort weniger Kapi— 14 talien finden, und mehr Spiel⸗Raum fuͤr die Ur⸗Produkzions⸗ 1 Kraft. 1 England iſt reicher an Umtauſch⸗Mitteln(Muͤnze) ud 15 1 an Produkt⸗Stoff, alſo an Kapital⸗Stoffe; der Englaͤnder 1 4 wird allerdings Grund⸗Eigenthum nicht hoͤher kaufen, als die 4 Gewißheit, ſeinen Kapital⸗Stoff auf gleiche Rente auszuleihen, V ut ihm raͤth, und gerade weil die Maſſe des Kapital⸗Stoffs die V 4 Gelegenheit dazu vermindert, wird er es hoͤher, d. h., zu 15 einem niederern Ertrage kaufen, als der Einwohner in Frank: unc 3 reich in dem naͤmlichen Falle. Mag aber der Spiel⸗Raum dc 4 der Produktif⸗Kraft noch ſo groß ſeyn, mag z. B. in Frank⸗ dis reich ein Landgut zehn Prozent, und in England nur drey 8 ertragen; der Werth des erſtern wird dreyfach groͤßer, und der n Stoff zum Eintauſch, die Konkurrenz der Kaͤufer, als das b b Preis dennoch niedriger ſeyn, weil der Mangel an Kapital⸗ V. allgemeinſte Prinzip des Preiſes, vermindert wird. V 127. ſ Großes Unverhaͤltniß der Zins⸗ und der Land⸗Rente entſteht vorzuͤglich auch aus dem Mißverhaͤltniß zwiſchen Kapi— it taliſten und Nichtkapitaliſten. Da dieſer leben will, ſo A muß er ſich, wie z. B. der Pachter in Bengalen, 40— 60 4 Prozent Rente gefallen laſſen, wenn ihm nur ſein kaͤrglicher dnn Unterhalt bleibt. V Dort muß aber auch der Grund-Eigenthuͤmer aus Man— V A gel an Menſchen, die nur ſo viel Kapital beſitzen, als zu Antritt V 9' eines Pachts noͤthig iſt, die moͤglichſt niedrigſte Land-Rente V annehmen. 5 ef Da hingegen, wo Maſſe an Kapital⸗Stoff, produktifem d Ur⸗ und Produkt⸗Stoff, alſo Spiel⸗Raum fuͤr die Produk⸗ zions⸗Kraft, im Verhaͤltniß, im Gleichgewicht ſind, wird auch die Land-Rente der Zins⸗Rente gleich ſeyn. ——————— 1 1 5 ₰1 Dieſes Gleichgewicht kann nur durch außerordentliche Ver⸗ haͤltniſſe verruͤckt werden; denn wird die Maſſe an Kapital⸗ Stoff greß, ſo wird gewoͤhnlich der groͤßte Theil zum Ankauf von Grund⸗Eigenthum verwendet, ſo lange naͤmlich dieſes noch ergiebigen Stoff fuͤr die Produkzions⸗Kraft, alſo eine reichliche Rente verſpricht. 4 Bis dieſes Gleichgewicht hergeſtellt iſt, haͤlt die Rente genau die Gradazion nach der Maſſe von Kapital⸗Stoff, und von Produktif⸗ Ur⸗Stoff fuͤr die Produkzions⸗Kraft. Iſt der Stoff der Produkzions⸗Kraft erſchoͤpft, befindet ſich alles Grund⸗Eigenthum im hoͤchſten Grade der Kultur, ſo ſind auch die Kapitalien vermindert, zugleich aber auch die Nachfrage, das Begehr. Haͤufen ſich aber dann neue Vorraͤthe, ſinkt alſo das Gleichgewicht zwiſchen Kapital und Ur⸗Stoff zum Nach⸗ theil des erſtern, ſo muß der Zins⸗Fuß ſinken, und der Preis des produktiſen Ur⸗Stoffs ſteigen. 128. Es bedarf alſo in keinem Falle eines geſetzlichen Zins⸗ Fußes. In einem erſt entſtehenden, erſt allmaͤhlig zur Kultur ſich hinauf arbeitenden Staate, wo die Produktif⸗Ur⸗Stoff⸗ Maſſe groß, und die Vorraͤthe gering ſind, muß ein Kapital⸗ Zins⸗Regulatif nothwendig den Fortſchritt zum Nazional⸗ Reichthum hemmen; iſt der Staat auf der hoͤchſten Stufe der Kukkur, ſo ſtellt dieſe das Gleichgewicht zwiſchen Land-und Zins⸗Rente von ſelbſt her(127.). Fuͤr den leichtſinnigen Verſchwender muß hingegen die Juſtiz⸗Geſetzgebung durch Mittel ſorgen, welche nicht in die Geſetze der Nazional-Oekonomie einſchneiden. Erringung von Vortheil und Vermeidung des Nachtheils, iſt unſtreitig der natuͤrliche, alſo allgemeine Zug des Menſchen; der Staat darf alſo nicht das Wohl des Ganzen der Ruͤckſicht auf das Wohl weniger einzelner unterordnen; er darf die Ueber⸗ tragung des ethiſchen Prinzips in die Staatshaushaltung, kraft deſſen ſie die dem einzelnen Menſchen verderblichen Schwaͤchen, oder 1 In ☚— — 4 ——ʒ——Vʒ;ʒ⅓ʒ—ÿ⸗:——..————— —————— v—. 4 21 7, 55— Leidenſchaften zu begraͤnzen ſucht, nicht dahin ausdehnen, das im Allgemeinen richtige Streben nach Wohlſtand zu laͤhmen. In allen denjenigen europaͤiſchen Staaten, wo die Zins⸗ Rente beſtimmt iſt, ſteht dem Grund⸗Eigenthuͤmer frey, ſein Grund⸗Eigenthum um einen willkuͤhrlichen Theil des Ertrags zu vermiethen; gerade dadurch aber iſt der Preis des Grund⸗ Eigenthums gedruͤckt worden. Gerade dadurch, daß die Geſetzgebung es nicht gewagt hat, die Land⸗Rente zu reguliren, naͤmlich feſtzuſetzen, um den wievielſten Theil des Ertrags zein Grund⸗Eigenthum ver⸗ miethet oder veraͤußert werden duͤrfe, hat ſie anerkannt, daß das Grund⸗Eigenthum den Kapital⸗ Stoff nicht entbehren koͤnne, daß eine ſolche Beſtimmung den Preis des Grund⸗ Eigenthums noch mehr vermindern wuͤrde, und daß ſie alſo die Ausgleichung der Zins⸗Rente gegen die Land⸗Rente ſich ſelbſt uͤberlaſſen muͤſſe; denn ſelbſt die Klage uͤber enorme Verletzung, welche die buͤrgerlichen Geſetze im Kaufs⸗Falle geſtatten, hat zur Zeit, kraft einer in der Geſchichte der Menſchheit nicht ſeltenen Anomalie, noch gar kein beſtimmtes Entſcheidungs⸗ Prinzip; ſie kann es auch nicht haben, weil nur der verglichene Werth des Grund⸗ Eigenthums, und nicht ſein Preis, die Verletzung modifiziren kann, weil dieſer Werth vom Ertrage und der Ertrag von dem ſchwer berechenbaren Grade der Pro⸗ dukzions⸗Kraft abhaͤngt; allein dieß iſt bey dem Leih⸗Vertrage noch weit mehr der Fall, denn der Preis des Kapital⸗Stoffs hängt noch weit mehr von Umſtaͤnden ab, als der des produk⸗ tifen Ur⸗Stoffs, und oft kann eine augenblickliche voruͤber⸗ eilende Gelegenheit dem Entnehmer aus dem Beſitze des Kapital⸗ Stoffs einen ungewoͤhnlich hohen Gewinn gewaͤhren. 129. Die Nazional⸗Oekonomie erkennt alſo keine geſetzliche Beſtimmung der Zins⸗Rente. Sie muß dieſe den Verhaͤlt⸗ niſſen uͤberlaſſen, welche ſie von ſelbſt feſtſetzen. Da die Ver— haͤltniſſe, welche die allgemein gewoͤhnliche Zins⸗Rente ———I—————“ʒ“ʒ“ʒ-ʒ-G-—- 57 hervorbringen, unaufhoͤrlich wechſeln, da ſie bey jedem einzel⸗ nen Darlehns⸗Vertrage ins Unendliche abwechſeln koͤnnen, da die Staats⸗Verwaltung weder jene allgemeine Verhaͤltniſſe verruͤcken, noch in dieſe einzelne Verhaͤltniſſe eingehen kann, ohne die Produktif⸗Kraͤfte zu hemmen, alſo das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie zu verletzen, ſo bleibt ihr kein andres oͤko⸗ nomiſtiſches Mittel uͤbrig, um die moraliſchen Nachtheile der will⸗ kuͤhrlichen freyen Zins⸗Rente zu begraͤnzen, als, ſo weit es ohne inquiſitoriſche, alſo antioͤkonomiſtiſche Formen moͤglich iſt, fuͤr die Gewißheit zu ſorgen. 1. daß der Nicht⸗Kapitaliſt von dem Kapitaliſten den be⸗ ſtimmten Kapital-Stoff wirklich empfange, und 2. daß die Zins⸗Rente wirklich bedungen worden ſey; alſo ein Geſetz, das jedem Zins-Renten⸗Vertrage die oͤffent⸗ liche Beglaubigung zur Bedingung macht. Dann werden ſich die Wucherer von ſelbſt in ihre Raub⸗ hoͤhlen zuruͤckziehen. 3 130. Gattungen des Stoffs. Der Stoff iſt entweder Ur⸗Stoff, oder Produkt⸗ Stoff(R. Oek. 1. B. 5z. S. 61.; hier Z. 33.). Der Produkt⸗Stoff iſt durch produktife Kraft bereits in ein Genuß-Mittel verwandelt, und begreift alle Genuß⸗ Mittel. Er bedarf keiner eigenen Analyſe, da das Noͤthige bey der Abhandlung von den Gattungen der Produktif⸗Kraft vorkommt, die zu Erſcheinung des Genuß⸗Mittels angewendet werden muͤſſen. 131. Der Ur⸗Stoff iſt entweder iſolirter, oder produk⸗ tifer Ur⸗Stoff,(N. Oek. Z. 55. S. 61.; hier 3. 84.). Von beiden Gattungen handelt die Folge. 132. Ir, Stoff. Unter Ur⸗Stoff verſteht man gewohnlich nur die Erde, das Grund⸗Eigenthum, den Boden. Doch dieſe Bezeichnung —— N —— 1——————— 38— iſt nicht erſchoͤpfend. Beſtimmter wird unter Ur⸗ Stoff, im Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Sit me, die ganze Natur begriffen, welche Genuß⸗Mittel zu liefern faͤhig iſt; alſo: Erdreich,(Landwirthſchaft) Meere, Seen und Fluͤſſe, SFiſcherey) Freye Land⸗Thiere,(Jagd) Bergwerke,(Bergbau). Erdreich iſt allerdings der wichtigſte Beſtandtheil des Ur⸗Stoffs; ddih Flaͤchen⸗Inhalt allein nicht ſein Maasſtab. Seine Beſtandtheile, ſeine geographiſche Lage, und das Klima, heſtinnmen den Grad ſeiner Eigenſchaft als produk⸗ tifer Ur-Stoff. Die noͤrdlichen Provinzen von N ußland, Daͤnemark und Schweden koͤnnen nur in einem in geringen Grade, die Afri⸗ kaniſchen Sand⸗Wuͤſten gar nicht als Nazional⸗ Werrun 9 trachtet werden. Erdreich iſt nur als Mutter der Genuß⸗S tel Ur-Stoff. Was alſo bey dem Landbau ſelbſt gilt, de naͤmlich die Maſſe der Produkzion nicht von der Erdft aͤche, ſon⸗ dern von der Kultur abhaͤngt, laͤßt ſich auf Nazional⸗Vermö⸗ gen anwenden. Die Kultur⸗ Faͤhigkeit des Erdreichs iſt es, auf welcher ſein poſitifer Werth beruht. 133. Es iſt daher allerdings wichtig fuͤr die Befoͤrderung des Nazional⸗Reichthums, wenn eine Pflanze zum Nahrungs⸗ Mittel wird, welche auf dem kleinſten Erd⸗Bezirke den groͤßten Ertrag liefert. Die Beſchraͤnkungen dieſes im Allgemeinen wah⸗ ren Satzes habe ich in der Mazional⸗Hekonoinie,(1. B. Z. 85.) bezeichnet. 134. Fruchtbares Erdreich allein kann dauernden Nazional⸗ ſeichthum gewaͤhren. Die bey weitem groͤßte und wichtigſte Maſſe der Genuß⸗Mittel abſoluten Werths, wird von ihm genommen. ———— ——————; feen, 47 1 — 59 Dieſer Ur⸗Stoff kann nur durch außerordentliche Natur⸗ Begebenheiten, z. B. Erdbeben, oder Ueberſchwemmungen ganz vernichtet werden. Er allein macht die Produkzions⸗Kraft unabhaͤngig, alſo die Bevoͤlkerung regelmaͤßig, und giebt daher dem Staate Feſtigkeit, Selbſtſtaͤndigkeit, unverlierbaren Reich⸗ thum. Ackerbauende Staaten koͤnnen alſo, wenn ihrenutzbare Erdflaͤche mit derjenigen anderer Nazionen im Verhaͤltniſſe ſteht, nur durch allgemeine Revoluzionen, oder antioͤkonomiſtiſche Staats⸗Verfaſſung,(wie z. B. Polen) oder durch Sitten⸗ Verfall, vernichtet werden. 135. Fruchtbares Erdreich kann benutzt werden als Obſt⸗Baumfeld, zum Wein⸗Bau, zu Ackerfeld, Gartenfeld, Grasland, zur Vieh⸗Weide, als Holzung. 136. Obſtbaumfeld iſt unſtreitig die aller produktifeſte Ur⸗ Stoff⸗Gattung, denn es kann meiſt mit andern Benutzungs⸗ Arten verbunden werden. Ganze Nazionen naͤhren ſich groͤßten⸗ theils von Fruͤchten. Z. B. die Bewohner der Sozietaͤts⸗ und Freundſchafts⸗ Inſeln, von Brod⸗Frucht, Piſang und Kokus⸗ Nuͤſſen. In Italien, Portugal, Spanien und dem mitttaͤglichen Frankreich machen Citronen, Pomeranzen, Feigen, Mandeln, Datteln u. ſ. w. einen betraͤchtlichen Theil der Nahrung, ſo wie des Grund⸗Ertrags aus. Noch iſt aber, vorzuͤglich im noͤrdlichen Europa, nicht eine einzige Nazion auf denjenigen Grad von Erzeugniß geſtiegen, zu dem die Erde als Obſt⸗Baumfeld benutzt werden kann. 137. Der Weinbau iſt nur nuͤtzlich, wo die Natur ſelbſt das Erdreich dazu beſtimmt zu haben ſcheint. Da er groͤhtentheils — ——— ——— 5 ——ÿ—ᷣ—— 1 —— 60 keine Nahrung, ſondern nur Getraͤnk gewaͤhrt, ſo kann auch ſein Ueberſchuß nur als Tauſch⸗Stoff Werth haben, und dieß muß nothwendig die Weinbauende Nazion in einen mehr oder weniger abhaͤngigen Zuſtand verſetzen. Nur gebirgige und ſolche Gegenden, wo, wie z. B. in dem ehemaligen Champagne, das Erdreich einer andern Kultur un⸗ faͤhig iſt, kann alſo der Weinbau fuͤr den Nazional⸗Reichthum unſchaͤdlich ſeyn. In jenen Gegenden hingegen, wo das Land einer andern Kultur faͤhig, der Ertrag des Wein⸗Stocks aber, nach Be⸗ ſchaffenheit des Klimas, ungewiß iſt, hemmt er den Fortſchritt zum Nazional⸗Reichthum. Weinbau fordert die hoͤchſte köͤr⸗ perliche Anſtrengung; nur der Kapitaliſt kann den Wechſel des Ertrags aushalten. Der Weinbau erhaͤlt alſo eine empoͤrende und druͤckende Ungleichheit unter den Staats⸗ Buͤrgern, macht alle kleine Grund⸗Eigenthuͤmer von der herzloſeſten Menſchen⸗ Klaſſe, den Muͤnz⸗Metall⸗Kapitaliſten, abhaͤngig, und feſſelt ſie an eine unuͤberwindliche Armuth. Ein Winzer⸗Volk kann nie zum Reich hum ſich ſchwingen.— — 138. Ackerland iſt es, auf welchem der ſolide Reichthum der Nazionen beruht. Sein Anbau zwingt den Kapital⸗Stoff zur raſtloſen Bewegung, und ſetzt die Produkzions⸗Kraft in volle Thaͤtigkeit. Der Ackerbau liefert ſowohl den Stoff der unentbehrlichſten Beduͤrfniſſe, der Guͤter abſoluten Werths, als die mannigfaltigſten Stoffe zur Fabrikazion. Die hoͤchſte Veredlung deſſelben beſteht in der Verwandlung in Garten⸗Land, wo, und ſo weit ſie nur immer thunlich iſt. Was auch die Vertheidiger der ſogenannten großen Kul⸗ tur gegen die Bearbeitung der Erde mit dem Spaden einwenden moͤgen, ſo iſt es doch entſchiedene Wahrheit, daß der Reich⸗ thum einer ackerbauenden Nazion nur da ſeine hoͤchſte Hoͤhe er— reicht hat, wo alles Ackerfeld in Gartenland verwandelt worden iſt. ——— 61 Allerdings fodert dieſe Bearbeitung einen groͤßern Aufwand von Kraft, aber dieſer iſt auch lohnend; denn Gartenland liefert bey jeder Gattung von Pflanzen⸗Anbau, eine ungleich groͤßere Produkten⸗Maſſe. 8 Allerdings ſetzt dieſe Bearbeitungs⸗Art Volks⸗Menge voraus; aber das hoͤchſte ethiſche Prinzip der Nazional⸗Oekono⸗ mie fodert auch das Daſeyn einer Volks⸗Menge, die bey dem hoͤchſten Grad von produktifer Kraft, ſich aus dem vorhandenen Stoff Wohlſtand zu erringen vermag, und will nicht blos die exiſtirenden, es will ſo viele Weſen reich, d. h. durch Ge⸗ nuß begluͤckt wiſſen, als der Natur⸗Organismus nur im⸗ mer geſtattet. Die Tendenz der Staats⸗Wirthſchaft ſcheint bisher gewe⸗ ſen zu ſeyn: dem reichen Staats⸗Buͤrger Ueberfluß, dem aͤrme⸗ ren das Unentbehrliche zu ſichern, und die Erhoͤhung der Be⸗ voͤlkerung nur ſo weit zu befoͤrdern, als mit jenem diaͤtetiſchen Prinzip vertraͤglich war. Die Nazional⸗Oekonomie geht, kraft ihres hoͤheren Prin⸗ zips, von liberaleren Grundſaͤtzen aus. Als Schutgeiſt der ge⸗ ſelligen Menſchheit verbindet ſie mit der Ehrfurcht fuͤr Eigen⸗ thums⸗Recht das raſtloſe Streben: die Nazion ſo weit ausge⸗ dehnt zu ſehen, als noch Gegenſtaͤnde des Erwerb⸗Fleißes fuͤr jedes Glied derſelben offen ſid, um ihm Wohlſtand zu ſichern. Sie erkennt alſo keine Graͤnze, als die des Vorrath⸗ S toffs und den hoͤchſtmoͤglichen Grad der Produkzions⸗Kraft. 139. Grasland(Wieſen) iſt ffuͤr die Land⸗ Wirthſchaft wichtig und nothwendig. Die Viehzucht giebt nicht allein meh⸗ rere der erſten Lebens⸗Beduͤrfniſſe, ſondern ſie iſt auch der Hes bel des Ackerbaues. Aber nur dann kann Grasland ſoliden Nazional⸗Neich⸗ thum befoͤrdern, wenn Ackerfeld mit ihm in richtigem Verhaͤlt⸗ niſſe ſteht. Jetzt, wo man anfaͤngt die Landwirthſchaft wiſſenſchaftlich zu behandeln, iſt man allenthalben bemuͤht, dieſes Verhaͤltniß 62 aufzuſuchen, und da, wo es verruͤckt iſt, herzuſtellen. Eine Folge jener empiriſchen Behandlung iſt es indeß noch, daß man groͤßtentheils die Hervorbringung der Futter⸗Kraͤuter der Natur uͤberlaͤßt. Allerdings koͤmmt dieß der menſchlichen Traͤgheit zu ſtatten, und daraus kann man ſich auch allein den hohen Preis des Graslandes im Verhaͤltniß des Ackerlandes erklaren, indeß das letztere offenbar hoͤheren verglichenen Werth hat. Grasland fodert keine Vorſchuͤſſe, keinen Saamen, keine Acker⸗ Werkzeuge, kein Vieh, keine Arbeit zum Anbau; aber es laͤßt eben daher auch einen großen Theil der Produktif⸗ Kraft ohne Gegenſtand. Thoͤricht wuͤrde es ſeyn, Gegenden dem Anbau zu widmen, in welchen die Natur freiwillig giebt, was die Kraft des Menſchen erſt hervorbringen muͤßte oder koͤnnte. Grasland, welches nach der Natur des Bodens, und durch anwenobare Waͤſſerungen und Befeuchtungs⸗Mittel den § iſt auch in dieſer Eigenſchaft am vortheilhafteſten fuͤr den Nazio⸗ nal⸗Wohlſtand. Die Nazion wird. ſich dann durch den U ſchuß des Viehs, von andern Voͤlkern, ihr Getreide⸗Beduͤrfniß eintauſchen koͤnnen. Das Vieh transportirt ſich ſelbſt, iſt alſo ein zum entfernten Tauſch ſchickliches Produkt. Außer jenem Falle aber iſt Grasland, das durch den Anbau nahrhafter Futter⸗Kraͤnter zu einer weit hoͤhern Pro⸗ dukzion gebracht werden koͤnnte— und dies iſt in vielen euro— paͤiſchen Gegenden noch der Fall, fuͤr den Nazional⸗Reichthum ſchaͤdlich. Sein Daſeyn beguͤnſtigt die Unthatigkeit, den Still⸗ ſtand der Produkzions⸗Kraft, und hemmt den Fortſchritt der Bevoͤlkerung bis zu jenem Grade, den die Natur⸗ Geſetze der Nazion angewieſen haben, und nach dem ſie, dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß, ſtreben muß. 4. 140. Vieh⸗Weide iſt die unproduktifeſte Gattung von Erdreich. Dies iſt eine aus der Natur der Benutzungs⸗Art klar fließende, ———V———— ich. de, 63 alſo auch nun durch die Einſtimmung aller denkenden Oekonomen entſchiedene Wahrheit. Selbſt Arthur Young, der ſich ſo vieler Inkonſequenzen und Widerſpruͤche ſchuldig macht, hat den Ertrag auf nicht mehr als ſeihs vom Hundert, vom Acker be⸗ rechnet, ohne dabey die Gefahr des Verluſts an V Vieh in An⸗ ſchlag zu bringen, ohne 809 dieſem Kalkul darauf Ruͤckſicht zu nehmen, daß die Benutzung der Vieh⸗Weide durch Ma⸗ ſtungen, Kapital⸗Stoff, und zwar, in Verhaͤltniß des Acker⸗ baus, betraͤchtlichen Kapital⸗Stoff vorausſetzt, alſo den Er⸗ dn des Grund⸗Eigenthums an ſich in den ausſchließenden Be— ſitz des Kapitaliſten wirfſt. Dieſer muß nothwendig aus der Kl 8 der Ur⸗ und Produkt⸗Stoff⸗Beſitzer erworgehin⸗ alſo, nach der urſpruͤnglich⸗ungleichen Vertheilung d es Stoffs, vor⸗ zuͤglich des Produktif⸗Ur⸗Stoffs, ſtets die bey weitem gerin⸗ gere Zahl der Nazional⸗Glieder ſeyn. Ein Zuſtand der Dinge, der dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie, naͤmlich der Erzeu⸗ des unter die groͤßtmoͤgliche Menſchenzahl ausgetheilten ſtands geradezu widerſpricht; denn er macht der Produk⸗ ons⸗ Kraft unmoͤglich, durch Anſtrengung jene urſpruͤngliche gleichheit zu vertilgen, und die Klaſſe der Kapitaliſten zu er⸗ hohon, a aus welcher wieder die Vermehrung der Ur⸗ und Pro⸗ d F ukt⸗Stoff⸗Beſitzer entſpringt. Es kann Erdſtriche geben, die, wie z. B. mehrere Schwei⸗ zer⸗Gegenden, durch ihre gebirgige Lage vom Ackerbau ausge⸗ ſchloſſen, oder haͤufigen u eberſcht weinntegen ausgeſetzt, alſo von der Natur zu Marſch⸗Laͤndern(Vieh⸗Weiden) beſtimmt ſind. Außer dieſen Faͤllen kann Vieh⸗Weide nicht als vereinbar mit dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie betrachtet werden. Ein Hirtenvolk wird allerdings durch die Einfalt ſeiner Lebens⸗Weiſe und ſeiner Sitten, durch den eingeſchr raͤnkten Kreis ſeiner Beduͤrfniſſe, ſich leichter in einem Zuſtande von Beharr⸗ lichkeit, Zufriede enheit und Ruhe behaupten. Aber die Ruhe des Weiſen iſt nicht Ruhe der Indolenz, und in Beziehung auf die geſellige Menſchheit huldigt er dem ——Q—QO—BQBℳ—FBꝛ—ꝛ—ꝛ—ꝛ—----— „ 2 — 64—— hoͤheren ethiſchen Prinzip des Fortſchritts zur Veredlung, zur Vollkommenheit. G Wenn wir alſo Ausbildung des Geiſtes und der mora⸗ liſchen Faͤhigkeiten als den Zweck unſers Daſeyns annehmen duͤrfen, ſo koͤnnen wir uns auch nicht verbergen, daß die Ein— ſamkeit und Abgeſchiedenheit des Hirtenlebens den Geiſt veroͤde, Unthaͤtigkeit die Thatkraft abſpanne, und jene Paſſivitaͤt, jene Apathie, jene negatife Tugend beguͤnſtige, welche der Entfaltung menſchlicher Faͤhigkeiten ewigen Stillſtand gebietet. 141. Holzung hat unter allen Gattungen von Grund⸗Eigen⸗ thum, bis in die neuern Zeiten, den allerniedrigſten Ertrag geliefert; ſtand alſo, nach dem Regulator des Vergleiſhungs⸗ Werths, in einem niedern Grade verglichenen Werths. Die Erde hat dieſe Pflanzen⸗Gattung freyt villig hervor⸗ gebracht. Man ließ ſie wachſen, weil man des 3 Erdhelihs nicht zur Ernaͤhrung bedurfte. 2 Die buͤrgerlichen Geſellſchaften und d die unmittelbare Folge davon, die Land⸗Kultur, ſind nicht nach einem Alerdachteſs Syſteme, ſondern durch Zufall und allmaͤhlig entſtanden. Mit dem Anwachs der Bevoͤlkerung hat auch notpcendi der Anbau ſich erweitert. Waldungen blieben daher, weil ſie dem Anbau nicht uͤbergeben wurden, noch lange, nachdem das Privat— Eigen⸗ thum*) anerkannt war, allgemeines Nazional⸗Eigenthum. Der Natur⸗Menſch hatte urſpruͤnglich keinen andern Begriff vom Erwerbungs⸗Titel, als den der Bearbeitung, der Pro⸗ duktif⸗Kraft gebuͤhrte der Stoff und das Produkt. Erſt allmaͤhlig fing mit dem Fortſchritte der geiſtigen Bil⸗ dung auch Holzung an, Eigenthum, vorzuͤglich Staats— Eigenthum zu werden; ſo entſtanden die Bann⸗Forſten. Um aber die Voͤlker mit dieſer Umwaͤlzung zu verſoͤhnen, wurden *) Antons Geſchichte der deutſchen Land.⸗ Wirthſchaft. 1. B. S. 486 8 ———ÿ———— g, zur mora⸗ ehmen e Ein⸗ kroͤde, jene ltung igen⸗ trag ings⸗ vor⸗ iicht olge hten Mit 65 die Einwohner in die naͤchſten Waͤlder eingeforſtet; es wurde ihnen naͤmlich die mehr, oder weniger unentgeldliche Abgabe ihres Holz⸗Beduͤrfniſſes aus dieſer Waldung zugeſichert. Anfangs war aber auch dieſes Beduͤrfniß ganz unbe⸗ ſtimmt, und dieß bezeichnet zugleich den Zuſtand der Sitten, der Volksmenge und der Waldungen*). Nahrung, als das dringendſte Menſchen⸗Beduͤrfniß, war alſo auch die erſte Sorge der anwachſenden Geſellſchaft. Die großen Holz-Vorraͤthe, der ſtille, langſame, unmerkliche Anwachs der Menſchen⸗Menge, und die gleich unbemerkbare Abnahme der Feuerungs⸗Vorraͤthe, verbunden mit der Nicht⸗ Exiſtenz ſo vieler erſt entſtandener induſtrieller Produkzions⸗ Gattungen, die nur mit Feuer hervorgebracht werden koͤnnen, beguͤnſtigten die ſorgloſe Ausreutung der Waldungen, und ihre Verwandlung in Ackerfeld und Grasland. Dies erhielt zugleich den niedern Werth des Holzlands. Der Vortheil, daß es keine bedeutende Kraft⸗ Anſtrengung zur Produkzion bedarf, wurde von dem ſpaͤten, erſt in langen Zwiſchen-Raͤumen ruͤckkehrenden Ertrage verſchlungen. Jahr⸗ hunderte mußten ablaufen, ehe es ſichtbar wurde, daß der langſame Nachwuchs dieſer Pflanzen, die gaͤnzliche Sorgloſig⸗ keit, in der man ihre Erſcheinung der Natur uͤberließ, mit der vermehrten Volks⸗Menge und der durch dieſe Revoluzion er⸗ hoͤhten Verzehrung nicht mehr im Gleichgewichte ſtunden. Das erhoͤhte Beduͤrfniß vermehrte den Begehr; ſo erhoͤhte ſich nothwendig in gleichem Grade der verglichene Werth des Holzlands, und trat in das natuͤrliche Verhaͤltniß mit den uͤbri⸗ gen Gattungen von Erdreich. 142. Die Behandlung des Holzes, Forſt⸗ Kultur, wurde nun zu einer eignen Wiſſenſchaft. Die aufgeregte Sorge der Staats⸗ Verwaltungen ſtieg bis zur Aengſtlichkeit. Allenthalben ſing man an, gaͤnzliche Verruͤckung der nothwendigen Proporzion zwiſchen der Produkzion und Konſumzion zu ahnen. *) Anton g. a. O. 1. B. S. 141. folg. 3 5 1 66— Da der ganze Anbau der menſchlichen Geſellſchaft nicht auf Syſtem ruhte, ſo ſuchte man dieſen Mangel zu ergaͤnzen, das Beduͤrfniß zu ergruͤnden, und es mit der Maſſe der Ge— ſellſchaft zu vergleichen. Die Lage der Staaten ſetzt aber dieſer Operazion hie und da unuͤberſteigliche Hinderniſſe entgegen. Es ſcheint daher, man muͤſſe auch die Organiſazion dieſes Anbaus den Natur⸗ Geſetzen uͤberlaſſen. So lange der Holz⸗Beſitzer ſeinen Boden in einer an⸗ dern Geſtalt vortheilhafter benutzen kann, wird er ſich durch das eigene Intereſſe ſtets bewogen fuͤhlen, den Holz⸗Anbau aufzugeben: iſt aber das Holz auf ſeine natuͤrliche Proporzion gegen andres Eirdreich geſtiegen, ſo wird ihn das naͤmliche Intereſſe antreiben, es als Holzung zu benutzen. Die zu große Ver minderung des Holzes ruͤhrte alſo, ſo wie die Vernachlaͤſſi⸗ gung ſeiner Kultur, groͤßtentheils von deſſen Unwerthe, von der Verruͤckung der Proporzion mit den uͤbrigen Kultur⸗Arten und Stufen her; und mit deren Herſtellung wird ſie auch aufhoͤren. Dazu liegt in der Art der Kultur ſelbſt ohnehin ein ſehr maͤchtiger Reiz fuͤr den großen Grund⸗Eigenthuͤmer. Sie bedarf wenig, oder keines Vorſchuſſes, und liefert ihre Erndte freywillig, beynahe ohne alles Einwirken produktifer Kraft. Die Langſamkeit des Nachwuchſes, der natuͤrliche Trieb des Menſchen zum augenblicklichen Genuß, ſchien indeß die Beſorgniſſe der Staats⸗„Verwaltungen fuͤr die Zukunft zu rechtfertigen. Die Unentbehrlichkeit der Feuerung in den noͤrdlichen Himmelsſtrichen, hat daher der Staats⸗Polizey⸗Gewalt ein aus der Pflicht fuͤr die Erhaltung der Geſellſchaft gefolgertes Staats⸗Ober Eigenthum der Holzungen angeeignet. Kraft deſſen behauptete der Staat die Ober⸗ Aufſicht uͤber dieſe Gattung von Grund⸗„Eigenthum, die Leitung ſeines Anbaues, die Beſchraͤnkung der Benutzungs⸗Art. Indeß muß die Be⸗ ſchrankung des Privat⸗ Eigenthums⸗Rechts bey dieſer Ga⸗tung des Anbaues athwendſg fuͤr den Anbau ſelbſt nachtheiligen —————, nicht inzen, er Ge⸗ je und „man eſetzen an⸗ durch Inbau rzion nliche große laͤſſi n der und en. ſehr Sie endte 1. rrieb ndeß t zu chen ein rtes net. dieſe nes, Be⸗ tung igen 67 1 Einfluß haben; ſie muß den Reiz zu deſſen Beſitz, alſo den verglichenen Werth dieſer Ur⸗Stoff⸗Gattung vermindern, alſo auch deſſen Maſſe. Auf einer andern Seite iſt hingegen der Beſitz der Hol⸗ zungen ihrer Natur nach fuͤr den kleinen Grund-Eigenthuͤmer nicht geeignet. Der Mangel an einem weit hinaus reichenden Kapital⸗Stoffe, macht es fuͤr ihn unwirthſchaftlich, einen Ur⸗Stoff zu beſitzen, von dem er nur nach einem ſpaͤt wieder⸗ kehrenden Zeit⸗Raume Produkte hoffen kann. Produlkzion und Konſumzion iſt bey ihm in ſtetem Kreis⸗Laufe, und ſein zuruͤckgelegter Kapital⸗Stoff gering, wie es ſein Zuſtand mit ſich bringt. 143. Holzungen ſcheinen alſo von der Natur nur fuͤr große Grund⸗Eigenthuͤmer beſtimmt zu ſeyn; dieß iſt aber fuͤr das Nazional⸗Wohl in anderer Ruͤckſicht gefaͤhrlich. Sie erhalten dadurch das Monopol eines unentbehrlichen Beduͤrfniſſes, eines Guts von abſolutem Werthe, und koͤnnen den Reſt der Geſell⸗ ſchaft in einer druͤckenden Abhaͤngigkeit halten. Holzungen duͤrften alſo vielmehr zum allgemeinen Nazional⸗Eigenthum beſtimmt ſeyn. Das Nazional⸗Intereſſe ſcheint gebieteriſch zu fodern, daß die Sicherheit ihres Daſeyns nicht von der Will⸗ kuͤhr, dem Leichtſinn oder der Habſucht einzelner Glieder ab— hange. Wenn alſo in noͤrdlichen Himmelsſtrichen ein neuer Staat gegruͤndet werden ſoll, muͤßte wohl der Geſammt— Geſellſchaft das noͤthige Holz-Erdreich fuͤr eine dem uͤbrigen Flaͤchen⸗-Raume angemeſſene Volks⸗Menge vorbehalten werden. In den bis jetzt beſtehenden Staaten iſt aber die Gefahr fuͤr die Exiſtenz der Geſellſchaft bey weitem nicht ſo groß, als ſie der Zeit-Geiſt verkuͤndet. Befreyung des Grund-Eigen⸗ thums von den darauf gehaͤuften unverhaͤltnißmaͤßigen Laſten, wied allmaͤhlig dieſe Gattung von Grund-Eigenthum ohnehin in die Haͤnde der Kapitaliſten liefern, und wenn nur der allzu⸗ großen Rngleichheit des Ur⸗Stoffs uͤberhaupt, durch ein weiſes Acker⸗Geſetz abgeholfen iſt, ſo wird der Holz⸗Beſitzer die * 68 Produkte ſeines Ur⸗Stoffs abgeben, ſobald der verglichene Werth deſſelben, den mit den uͤbrigen Ur⸗Produkten verhaͤlt⸗ nißmaͤßigen, alſo oͤkonomiſtiſchen Grad erreicht. Es ſcheint naͤmlich allerdings, daß die große Maſſe die⸗ ſer Gattung des produktifen Ur⸗Stoffs, als das karakteriſti⸗ ſche Kennzeichen des noch immer nicht tief ruͤckwaͤrts liegenden Zuſtandes der Wildheit und der Jugend der Kultur, ſo wie das Gefuͤhl der in ihr liegenden Entbehrlichkeit der Produkzions⸗ Kraft, den verglichenen Werth der Holzungen auf einer Stufe gehalten habe, auf der ſie, bey der Verminderung derſelben, als einer Folge des Fortſchritts der Induſtrie, und bey dem An⸗ wachs des Beduͤrfniſſes, als einer Folge der Sitten⸗Verfeine⸗ rung, des Luxus und der Volks⸗Menge, unmoͤglich ſtehen blei⸗ ben konnte. Doch wird ein allzuhoher Preis die uͤbrigen Staats⸗Buͤr⸗ ger reitzen, andere Feuerungs⸗Mittel aufzuſuchen, deren die Natur beynah allenthalben darbietet. 144. Denn ſo weiſe auch immer die Staats⸗Verfaſſung organi⸗ ſirt ſeyn mag, ſo ſcheint es doch eben ſo ge aͤhrlich, der Staats⸗ Verwaltung ein ſolches Geſammt⸗ Grund⸗Eigenthum, als ihr das Ober⸗Eigenthums⸗Recht der Privat⸗Holzungen zuzuge⸗ ſtehen. Waͤre auch Glanz und Herrſchſucht nicht eine von der Macht beynahe unzertrennliche Krankheit, ſo iſt doch nichts na⸗ tuͤrlicher, als daß in Faͤllen oͤffentlicher Noth die Staats⸗Ver⸗ waltung zunaͤchſt jene Huͤlfs⸗Quellen angreift, bey deren Be⸗ nutzung kein einzelnes Intereſſe beruͤhrt wird, alſo keine lebhaf⸗ ten und allgemeinen Beſchwerden veranlaßt werden. Die Unmoͤglichkeit einer genauen Aufſicht uͤber das Nazio⸗ nal⸗Eigenthum iſt ein neuer Widerrathungs⸗Grund. Der richtige Begriff von einem kollektifen Nazional⸗ Eigen⸗ thum der ganzen Nazion, iſt fuͤr den gewoͤhnlichen Menſchen zu abſtrakt, als daß er nicht dieſes Geſammt⸗ Eigenthum als ein jedem Nazional⸗Gliede angehoͤriges Gut betrachten n ——————— glichens verhaͤlt⸗ e die⸗ kteriſti⸗ ꝛgenden vie das kzions⸗ Stufe ſelben, m An⸗ vfeine⸗ n blei⸗ Buͤr⸗ en die rgani⸗ tgats⸗ ls ihr zuge⸗ n der s na⸗ Ver⸗ Be⸗ bhaf⸗ azio⸗ Eigen⸗ ſchen n als ichten — 69 ſollte, und daß er fuͤr die Unverletzbarkeit der Rechte eines ſol⸗ chen Nazional⸗Eigenthums empfaͤnglich ſeyn koͤnnte. 145.. Noch gefaͤhrlicher fuͤr das Nazional⸗Wohl ſcheint aber die Annahme des Grundſatzes von einem Ober⸗Eigenthums⸗Rechte des Staats uͤber die Privat⸗Holzungen der Nazional⸗Glieder. Wenn anders das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie wirklich bis zu dem Begriff eines dergleichen Ober⸗Eigenthums⸗Rechts ſollte ausgedehnt werden duͤrfen, ſo iſt es doch ſo ſchwer, die Graͤnz⸗Linie dieſes Ober⸗Eigenthums⸗Rechts, und die Be⸗ ſchraͤnkungen des Privat⸗Eigenthums, deren Reſultat es ſeyn ſoll, und das doch die Baſis des Nazional⸗Reichthums iſt, ge⸗ nau und ſchneidend zu beſtimmen; es iſt der Macht ſo leicht, unter dieſer Aegide der buͤrgerlichen Freyheit Feſſeln anzulegen, und den Staats⸗Zweck zu verruͤcken. Die Frage iſt alſo: Darf der Staat es wagen, bey einem Produkt, das nicht einzig als Erwaͤrmungs⸗Stoff, ſondern ſelbſt als der Stoff der menſchlichen Wohnungen, Moͤbeln, und einer zahlloſen Reihe von Nothwendigkeiten und Bequemlichkeiten, als eines der un⸗ entbehrlichſten Beduͤrfniſſe, ja ſelbſt als Bedingung der menſchlichen Exiſtenz zu betrachten iſt, dem Gange der Natur⸗ Geſetze zu vertrauen, und ſich auf Befoͤrderung des Unterrichts in der Forſt⸗Wirthſchaft, und auf Ermunterung der Holz⸗Kul⸗ tur einzuſchraͤnken? 146. 8 Dieſe Frage ſcheint nach dem Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ nomie um ſo mehr verneint werden zu muͤſſen, denn es exiſtirt vielleicht noch ein wichtiger, dem Prinzip der Erhaltung nahe liegender Grund, die zu große Verminderung der Holzungen, wenn ſie durch das Privat⸗Intereſſe nicht aufgehalten werden ſollte, zu hemmen, naͤmlich der gefaͤhrliche Einfluß derſelben auf die Salubritaͤt, und auf die Fruchtbarkeit des Erdreichs. (Naz. Oek. 1. B. 3. 94.) 7⁰— 147. In denjenigen Himmelsſtrichen, wo Feuerungs⸗Mittel unentbehrlich ſind, und es an andern mangelt, ſind Holzungen der Markſtein der Bevoͤlkerung. Treibt, nach dem Regulator des Vergleichungs⸗Werths, entweder ihre Seltenheit, oder die zu ihrer Beyſchaffung erforderliche kommerzielle Produktif Kraft, den verglichenen Werth zu hoch, im Verhaͤltniß des Beduͤrfniſ⸗ ſes, oder verglichenen Zuſtands derſelben unter andern Him⸗ mels-Strichen, ſo muß die oͤkonomiſtiſche Bevoͤlkerung ſtille ſtehen; ein unverhaͤltnißmaͤßiger, alſo unoͤkonomiſtiſcher Preis, kann die Einwohner ſelbſt zur Auswandrung zwingen. 148. Die allgemeine Aufmerkſamkeit iſt noch lange nicht rege ge— nug, auf dieſen wichtigen Beſtand⸗Theil des Nazional⸗Ver⸗ moͤgens in den noͤrdlichen Himmelsſtrichen, als daß wir uͤber den Zuſtand der Holzungen bey den verſchiedenen europaͤiſchen Nazionen und uͤber deſſen Verhaͤltniß zu der Volks⸗ Menge, vollſtaͤndig aufgeklaͤrt ſeyn ſollten. Die noͤrdlichen Gegenden Europens, wo nothwendig das Holz⸗Beduͤrfniß, alſo die Konſumzion am groͤßten iſt, ſind mit Waldungen bedeckt, als denjenigen Pflanzen, die vom Klima am wenigſten abhangen. In den ſuͤdlichen Gegenden iſt deſſen Beduͤrfniß nur gering. 149. Der verglichene Werth der Holzungen entſtieg all⸗ maͤhlig der Anerkenntniß ihres poſitifen und abſoluten Werths. Der Luxus, die Erhoͤhung der Induſtrie, der Fabri⸗ ken und Gewerbe, wurden neue Sporne der Kultur; und Be⸗ ſorgniſſe, die noch vor zwanzig Jahren gegruͤndet waren, koͤn⸗ nen wir jetzt als gehoben betrachten. Mit jedem Steigen des Holz⸗Preiſes wird die Holz⸗Kul⸗ tur zunehmen; was die unweiſe Zerruͤttung des nothwendigen Verhaͤltniſſes zwiſchen den Gattungen der menſchlichen Beduͤrf⸗ niſſe, den Holzungen entzogen hat, wird die Aufklaͤrung, nach dem natuͤrlichen Gang der Dinge, ihnen wiedergeben. ————ͤͤͤ—— — Mittel zungen gulator der die Kraft, irfniſ⸗ Him⸗ ſtille Preis, ge ge⸗ Ver⸗ uͤber iſchen denge, g das d mit elima eſſen 21 Die Natur wird die Weisheit ihrer Haushaltung auch hier beurkunden, und von allen neuen aͤngſtlichen Holz⸗Erſparniß⸗ Planen wird nichts weſentliches zuruͤckbleiben als das Reſultat: daß alle Verſchwendung, das heißt, alle unoͤkonomiſtiſche, oder vollends antioͤkonomiſtiſche Konſumzion, ſo wie dem Privat⸗, alſo auch dem Nazional⸗Wohlſtande nachtheilig ſey. Um aber die Exiſtenz der Nazion, und ihren Fortſchritt bis zur Nazional oͤkonomiſtiſchen Bevoͤlkerung auf jeden Fall ſicher zu ſtellen, darf die Staats⸗Verwaltung nur ein idealiſches Holz⸗Magazin errichten. Sie darf nur dem Privat⸗Ei⸗ genthuͤmer der Holzungen die Verbindlichkeit auferlegen, eine nach dem Verhaͤltniß ſeines nach forſtwirthſchaftlichen Grund⸗ ſaͤten ermaͤßigten Holz⸗Beſtandes beſtimmte Quantitaͤt von Holz auf den Markt, d. h. zum Verkauf zu bringen, ſobald das Holz den oͤkonomiſtiſchen Preis erreicht haben wird, den der Verglei⸗ chungs⸗Werth⸗Regulator bekanntlich anweiſt. Der Staat iſt nach dem Grund⸗Prinzip des geſellſchaft⸗ lichen Vereins, zu einem ſolchen Geſetz berechtigt. Es wider⸗ ſtrebt dem Prinzip der Nazional-Oekonomie nicht, und ſein bloßes Daſeyn reicht hin, es nie zur Wirkſamkeit kommen zu laſſen. 150. Meere, Seen, Fluͤſſe, Teiche, machen als Produktif⸗ ur⸗Stoff betrachtet, durch die Fiſchereyen, ebenfalls einen Beſtand-Theil des Nazional⸗Vermoͤgens aus. Die Fiſcherey der Seen und Fluͤſſe, iſt oft Privat-Eigen⸗ thum, und als ſolches iſt ſie, nach den Lokal⸗Verhaͤltniſſen, mehr oder minder ergiebig. Die wilde Fiſcherey fordert ein ſehr geringes Kapital, und auch bey der zahmen Fiſcherey beſteht das Erforderniß groͤßten⸗ theils nur in dem Vorſchuß⸗Beduͤrfniß, um die Produkzions⸗ Kraft der Fiſcher in Thaͤtigkeit zu ſetzen. Indeß hat ſich der verglichene Werth dieſer Produkte zum Theil durch die Sorge der Staats⸗Verwaltungen auf einem oͤkonomiſtiſchen Grade erhalten; indem ſie den Gebrauch der 7³— Fiſch⸗Speiſen zu einem Theil des religioͤſen Kultus ge⸗ macht hat. 185 Die Wallſiſch-Thunn⸗ und Herings⸗Fiſcherey ausgenom⸗ men, koͤnnen beynah alle andre ſich nur durch den religioͤſen Zwang auf jenem Grade behaupten, und werden mit deſſen Ver⸗ nichtung noch mehr abnehmen. Der Grund davon liegt in dem geringen Grad nahrhafter Beſtandtheile, welche die Fiſche enthalten; daher ihr Genuß fuͤr den groͤßten Theil der Menſchen, naͤmlich die arbeitenden, un⸗ brauchbar iſt.— Wo die Fiſcherey Welt⸗ oder Nazional⸗Eigenthum iſt, wie auf dem Meere und zum Theil in Fluͤſſen, ſehen wir, daß ihr Ertrag den Produzenten nicht bereichert. Fiſcher ſind gewoͤhnlich die aͤrmſte Volks⸗Klaſſe, und un⸗ geachtet ſie nicht vorhandenen Stoff bearbeiten oder veredlen, ſondern Stoff zum Genuß bringen, ſo iſt doch die hierauf ge⸗ wendete Ur⸗Produkzions⸗Kraft ſelten fuͤr ſie, ſondern gewoͤhn⸗ lich fuͤr die Unternehmer der Fiſchereyen im Großen, und durch das Kommerz fuͤr den Kaufmann eintraͤglich. Dies ſcheint vorzuͤglich von dem Beduͤrfniß bedeutender Vöorſchuͤſſe, wenn ſie mit Gewinn getrieben werden ſollen, von der Leichtigkeit der Arbeit, von dem geringen Kraft⸗Aufwande, den ſie fodert, alſo von dem Reiz, den ſie der Abneigung gegen Anſtrengung gewaͤhrt, mithin von der großen Konkurrenz herzu⸗ ruͤhren, welche dieſer Reiz hervorbringen muß.— Es liegt auch wohl darin, daß das hervorgebrachte Ge⸗ nuß⸗Mittel an dem Orte der Produkzion, ſeines Ueberfluſſes und der Leichtigkeit der Produkzion wegen, nur einen ſehr ge⸗ ringen Grad des verglichenen Werths beſitzt, durch die Verfuͤh⸗ rung aber erſt einen hohen Grad dieſes Werths erhaͤlt. Dieſer Transport fodert ebenfalls einen Kapital⸗Stoff, der dem Fiſcher fehlt. Der Kaufmann hingegen nimmt ſeinen Gewinn, als Rente des Kapitals, das er zu Ausruͤſtung der Schiffe, zu Be⸗ zahlung der Fiſcher, und des Fracht⸗Koſten⸗Aufwands ver⸗ wendet hat, und ſetzt den hoͤchſten Preis, den ihm die Maſſe des ——ÿ—ͤͤͤͤͤͤ— s ge⸗ genom⸗ ggioͤſen nVer⸗ zafter ß fuͤr un⸗ iß, daß 7³3 Stoffs, die Konkurrenz der Kapitaliſten und der Nicht⸗Kapi⸗ taliſten geſtattet. Da alſo, wo die Natur einer Nazion dieſen Stoff verliehen hat, iſt es allerdings den Nazional⸗Oekonomie⸗ Geſetzen gemaͤß, daß er benutzt, und der Nazion die mannig⸗ faltigen Vortheile der Fiſcherey geſichert werden. Dort wird jener Stoff unvermeidlich ſtets einen betraͤchtlichen Theil der Produkzions⸗Kraft an ſich ziehen, die, wenn auch nicht im einzelnen, aber doch fuͤr die Nazion kapitaliſtiſche Pro⸗ dukzion werden kann. Meere, Seen und Fluͤſſe liefern uns dieſe Gattung von Genußmitteln, ohne eine andere produktife Kraft als die des Fiſchers. Es ſcheint alſo die zahme oder Teich-Fiſcherey dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie zu widerſtreben, und die Ver⸗ wendung des Erdreichs zu einer Produkzion, wo es nur dazu tauglich iſt, zu fodern, welche eine oͤkonomiſtiſchere Produktif⸗ Kraft in Bewegung ſetzt, und unentbehrliche Genuß⸗Mit⸗ tel liefert. Auch iſt die freye allgemeine Fiſcherey in Fluͤſſen und Land-Seen dem Nazional⸗Wohlſtande in anderer Ruͤckſicht nachtheilig. Der Reiz zu dieſer Produkzions⸗Gattung liegt in dem geringen Grade von Anſtrengung, den ſie bedarf, in der ſchmeichleriſchen Unthaͤtigkeit, verbunden mit dem Scheine wirk⸗ licher Kraft-Anwendung, in der Leichtigkeit, ohne Stoff und Kapital, und doch fuͤr eigne Rechnung zu produziren, und darin: daß der Gewinn hier wie bey der Jagd zugleich als eine Urkunde der Faͤhigkeit, oder einer ausgezeichneten Fer⸗ tigkeit gilt, wobey die Eitelkeit Nahrung findet. 15 1. Noch lange nachdem das Privateigenthum bereits feſtge— ſetzt war, blieb die Jagd in den Graͤnzen des Natur⸗Rechts. Wilde, frey umherirrende Thiere, wurden als das Eigenthum deſſen betrachtet, der ſie ergriff. Der unvertilgbare Hang des Menſchen zur Freyheit, und die Abneigung gegen koͤrperliche Anſtrengung, unterhielten lange 74— die uͤberwiegende Leidenſchaft der Voͤlker fuͤr die Jagd, als Er⸗ naͤhrungsmittel und Beſchaͤftigung zugleich; vorzuͤglich bey den hoͤheren Staͤnden, die einer anhaltenden Anſtrengung zu ihrem Unterhalte nicht bedurften. Jagd war nach Caͤſars, Tazitus und Ammianus Marzelinus Zeugniſſen, die beynahe ausſchließende Be— ſchaͤftigung der Germanier und Sachſen. Gerade jene allge⸗ meine Freyheit, verbunden mit der Verminderung der Waldun⸗ gen, als des Zufluchtsorts der wilden Thiere, verminderte ihre Zahl, alſo den Stoff, und dieß zwang endlich die Jagd, dem Ackerbaue zu weichen und eine untergeordnete Stelle in den produktifen Beſchaͤftigungen einzunehmen. Aber jene Annehm⸗ lichkeiten der Jagdbeſchaͤftigung verwandelten das Jagdrecht allmaͤhlich in Eigenthum. Je weiter eine Nazion in der Kultur fortſchritt, je mehr verlor ſich nothwendig jener Stoff. Indeß macht noch allent⸗ halben, je nachdem Lokal und Klima die Vermehrung des Wilds mehr oder minder beguͤnſtigt, dieſes einen Theil des Urſtoffs, alſo des Nazional⸗Vermoͤgens aus. Das Fleiſch, die Haͤute, das Pelzwerk, das Geweih jener Thiere enthalten noch immer einen betraͤchtlichen Theil von Genußmitteln. Unſtreitig iſt Jagd unter allen Gattungen der produk⸗ tifen Kraͤfte am wenigſten oͤkonomiſtiſch. Der Zeitaufwand und die Vorſchuͤſſe, welche ſie fodert, ſtehen mit dem Grad des verglichenen Werths des Produkts, im Gegenſatz anderer, in keinem Verhaͤltniſſe. Ihr Ertrag kann der Regel nach nur auf Koſten der Landwirthſchaft, alſo mit einem uͤberwiegenden Verluſte erhoͤht werden. Eben deswegen wird ſie mit dem Fort⸗ ſchritt der Kultur immer mehr verdraͤngt, und eben deswegen iſt die in dem groͤßten Theile von Europa allmaͤhlich aufgehobene Jagdfreiheit eine Wohlthat fuͤr die Menſchheit. Gerade jener Reiz, welcher in dem natuͤrlichen Hange des Menſchen zu einer unabhaͤngigen Lebensart, und in dem damit verbundenen Muͤßiggange liegt, iſt eines der maͤchtigſten Hin⸗ derniſſe des Nazionalreichthums, und der Jagddeſpotismus hat —————— als Er⸗ ey den ihrem anus Be⸗ allge⸗ ldun⸗ derte zagd, den ehm⸗ recht nehr lent⸗ — 73 der Menſchheit noch immer weniger geſchadet, als die Frei⸗ heit der Jagd. Allenthalben, wo der Ertrag der Jagd nur auf Koſten einer andern Produkzion erhoͤht werden kann, verdient ſie alſo keine Beguͤnſtigung. Sie iſt eigentlich im offenbaren Widerſpruche mit dem Zuſtand der Civiliſazion. Es ſcheint alſo wohlthaͤtiger und den Nazional-Oekono⸗ miegeſezen gemaͤßer, das Eigenthum der Jagd, wie in den alten Zeiten Teutſchlands*), dem Grundeigenthuͤmer mit der Pflicht zu uͤberlaſſen: daraus keinen andern als einen, allen uͤbrigen Produkzionsgattungen unnachtheiligen Ertrag zu ziehen, mithin auch jede Verminderung jener zu verguͤten. 152. Bergwerke ſind unter allen Gattungen von produktifem Urſtoff, derjenige, welcher den ſtaͤrkſten Aufwand von Pro⸗ dukzionskraft fodert. Nicht nur in Abſicht der Beſchwerlichkeit und Anſtrengung, ſondern auch zum Theil in Abſicht des da⸗ mit verbundenen Nachtheils fuͤr die Geſundheit und fuͤr die Lebensdauer der Produzenten. Sie ſind zugleich derjenige Urſtoff, welcher am ſpaͤteſten der Kraft die Produkte giebt, eben deswegen einen weit groͤße⸗ ren Kapitalſtoff zur Bearbeitung, weit betraͤchtlichere Vorſchuͤſſe fodert, und deſſen Ertrag ſich am wenigſten beſtimmt vorher uͤberſchauen laͤßt. Gerade dieß ſcheint auch der vorzuͤgkichſte Grund zu ſeyn, warum beynahe allenthalben die Voͤlker den Bergbau der Staatsverwaltung als ihr Eigenthum uͤberlaſſen haben. So entſtand das Bergregal. Nur der Regent oder die Nazio⸗ nal⸗Geſammtheit iſt im Stande, uͤber einen ſo betraͤchtlichen Vorrath zu gebieten, ſo viele Arbeiter in Bewegung zu ſezen, ſo lange auf den Ruͤcktritt der Vorſchuͤſſe zu warten, und die Gefahr des Verluſts derſelben zu uͤbertragen. Selten befindet ſich alſo das Eigenthum der Bergwerke in den Haͤnden der Nazionalglieder, und auch da ſind es gewoͤhn⸗ *) Anton g. d. O. I. B. S. 469. — 6 1 lich ganze Korporazionen, oder Geſellſchaften, welche ihn durch einen gemeinſchaftlichen Vorſchuß fuͤr gemeinſchaftliche Rech⸗ nung betreiben. Die Folge iſt, daß die Adminiſtrazionskoſten einen betraͤchtlichen Theils des Ertrags verſchlingen, und daß die Rente des Bergbaues gewoͤhnlicher Weiſe die niedrigſte iſt. Eine andere Folge iſt dieſe: daß die Bergwerke nicht im Verhaͤltniß des andern Urſtoffs angebaut werden, daß allent⸗ halben große Schaͤtze der Natur noch unbenuzt liegen. Es ſcheint, als ob nur die Unentbehrlichkeit der Produkte des Mineralreichs dem Menſchen deren Hervorbringung abzu⸗ dringen vermocht haͤtte. Der Eigenthuͤmer des Stoffs will natuͤrlich aus dieſem eine Rente ziehen, die nicht nur die Ar— beitskoſten traͤgt, ſondern auch einen Ueberſchuß liefert; er laͤßt alſo diejenigen Bergwerke unbebaut, bey welchen dieß nicht der Fall iſt, oder zu deren Bau es ihm an Kapitalſtoffe fehlt. Da wo nicht nur aller Ertrag auf die Produkzionskraft aufgeht, ſondern ſelbſt Zuſchuß heiſcht, iſt die Produkzion nur dann fuͤr die Nazion oͤkonomiſtiſch, wenn die Produkte unent⸗ behrlich ſind, oder ihre eigne Erzeugung fuͤr die Unab⸗ haͤngigkeit der Nazion nothwendig iſt. Denn hier iſt der aller⸗ dings ausgezeichnete Fall, wo die naͤmliche Produkzion fuͤr die Nazional⸗Geſamtheit, den Staat mindſtens ſtreng oͤkonomi— ſtiſch ſeyn kann, indeß ſie fuͤr das einzelne Nazionalglied un⸗ öͤkonomiſtiſch waͤre. Die Maſſe des Kapitalſtoffs, welche die Bearbeitung eines Stoffs fodert, und die Kraftaͤußerung, die er verlangt, hat auf den verglichenen Werth wichtigen Einfluß. (N. O. 1. B. Z. 44.) Es ſcheint eben deswegen, daß bis jezt der Preis der Bergbauprodukte, mit dem Preiſe aller uͤbrigen Guͤter nicht in dem natuͤrlichen(oͤkonomiſtiſchen) Ver⸗ haͤltniſſe geſtanden haben muͤſſe. Der Bergbau hat groͤßtentheils nur diejenige Produkzions⸗ kraft an ſich gezogen, welche in dem Ackerbau, in den Manu⸗ fakturen und Fabriken keinen Gegenſtand mehr fand. Die Staatsverwaltungen, welche beynahe einzig zu deſſen Betrieb faͤhig waren, befanden ſich ſeit Jahrhunderten durch die Kriege — ——J—— 77 und deren Folgen in einem erſchoͤpften Zuſtande, der ihnen große und ungewiſſe Unternehmungen verbot. Auch hat bey ihnen, wie bey den einzelnen Nazionalglie⸗ dern, der immer ſteigende Luxus, der mit der geiſtigen Bil⸗ dung wachſende Hang zum augenblicklichen Genuß die Samm⸗ lung bedeutenden Kapitalſtoffs gehemmt. Die allgemeine Er⸗ hoͤhung des Preiſes aller uͤbrigen Guͤter mußte nothwendig die Maſſe der erforderlichen Vorſchuͤſſe immer betraͤchtlicher, alſo dieſe Vorſchuͤſſe immer ſchwieriger, alſo den Bergbau immer gewagter und gefaͤhrlicher machen. Der Reiz dazu konnte aber nicht eben ſo ſchnell fortſchreiten; denn erſt mit der Zu— nahme des Ackerbaues und der Fabriken wuchs auch das Be⸗ duͤrfniß der Bergwerksprodukte. So wie dieſes ſich mehrte, erhoͤhten ſich auch die Vortheile des Bergbaus. Je groͤßer aber dieſes Beduͤrfniß, je groͤßer das Begehr der mineraliſchen Produkte werden muß, deſto groͤßer iſt auch die Beſorgniß, daß ihr verglichener Werth und ihr Preis auf einen dem Nazional⸗Wohlſtande nachtheiligen Grad ſteigen werde. 2 153. Anders verhaͤlt ſichs mit den Gold- und Silberberg⸗ werken. Von dem Zeitpunkte an, wo man die edlen Metalle um ihrer vereinten Seltenheit, Leichtigkeit, alſo Transportabilitaͤt, innern Guͤte und Theilbarkeit willen zum allgemeinen Um⸗ tauſch⸗- und Ausgleichungsmittel(Muͤnze) gewaͤhlt hatte, mußte der dem ungebildeten Menſchen natuͤrliche Hang zum muͤhloſen Wohlleben, alſo der Hang von fremder Produkzionskraft ohne eigne Anſtrengung zu genießen, verbunden mit dem Wahne: daß es nie an einzutauſchender Produkzionskraft fehlen koͤnne, die Begierde zu Hervorbringung der edlen Metalle aufs Hoͤchſte treiben. Die Taͤuſchung verſchwand und mußte bald verſchwinden, denn bey jenen Anſtrengungen war das natuͤrliche Sinken des 78— verglichenen Werths durch die Anhaͤufung nicht in Rechnung gebracht, und gerade darin lag die Illuſion. Mit der Abnahme der Seltenheit ſtieg nothwendig der verglichene Werth aller andern Produkte, die Produkzionskraft fodern, vorzuͤglich derer von abſolutem Werthe. Der poſitife Werth der edlen Metalle beſtand nur in ihrer Brauchbarkeit zu Verzierungen und Gefaͤßen. Dieſes Beduͤrfniß war aber nicht dringend noch groß genug, um den edlen Metallen gegen alle andre Produkte einen der Erforderniß der Vorſchuͤſſe, der Pro⸗ dukzionskraft, und der Ungewißheit des Ertrags, proporzio⸗ nirten Grad des verglichenen Werths zu erhalten. Eben des⸗ wegen ſind dieſe Bergwerke im Ertrage immer mehr geſunken. Es erhellt alſo daraus, daß dieſe Gattung des Bergbaus*) fuͤr einzelne Nazionalglieder wenigſtens unoͤkonomiſtiſch gewor⸗ den iſt. Selbſt dem Staate gewaͤhrt er oft keinen weitern Vortheil, als daß er im allgemeinen Marktpreiſe der edlen Metalle nicht geſteigert werden kann; wenn er durch die Bear⸗ beitung den gegenwaͤrtigen oͤkonomiſtiſchen Marktpreis zu er⸗ reichen vermag. 8) Der Ertrag des Goldſands iſt wohl zu unbedeutend, um hier in Betrachtung zu kommen. ————————————; .— chnung dig der nskraft ſitife eit zu nicht b bu Orittes Buch. Pro⸗ rzio⸗ des⸗.—— . a t. wy) Produ kti f ⸗K p f us*. wor⸗ itern dlen ear⸗ er⸗ um — —— — ———— ——õ—— —————; e Gen Gmnün iſt de kum au Fmicen dade. d itn 4 peuuct Keftiu dahhie 154. Produkzion und Konſumzion. Produkzion. Der phyſiſche Lebensgenuß naͤhrt ſich durch Konſ umzion der Genußmittel. Der iſolirte Urſtoff liefert nur wenig Genußmittel. Der bey weitem groͤßere Theil derſelben muß alſo aus dem produktifen Urſtoffe genommen und kann aus dieſem nur durch Produktifkraft, alſo einen we⸗ ſentlichen Beſtandtheil des Nazional⸗Vermoͤgens erhalten werden. 4 155. Der Lebensgenuß dreht alſo ſich in zwey weſent lichen Operazionen: Produkzion und Konſumzion. 156. Jede Kraftaͤußerung, wodurch ein Produktſtoff hervor⸗ gebracht und zum Genuß befoͤrdert wird, der ohne dieſe Kraftaͤußerung nicht zum Genuß gelangt waͤre, iſt Pro⸗ dukzion.(N. O. 1. B. S. 141.) 157. Die Produkzion iſt 1. Oekonomiſtiſch, ſo bald durch die Kraftaͤußerung irgend ein Produkt zum Genuß gebracht wird, deſſen Ge⸗ nuß der phyſiſchen Genußvollkommenheit nach ethiſchen Grundſaͤtzen angehoͤrt. 158. 2. Sie iſt unoͤkonomiſtiſch, ſobald das Produkt zu dieſer Genußvollkommenheit nichts beytraͤgt. 7 4 Sle iſt 3. antioͤkonomiſtiſch„ wenn ſie dieſe Genußvollkom⸗ menheit mindert, oder aufhebt. 159. Bey der oͤkonomiſtiſchen Produkzion muß der Grad des Vergleichswerths der Produktifkraftaͤußerung, und der des Produkts wenigſtens im Gleichgewichte ſeyn. Denn die Produktifkraft hat als einzelner Theil des Ver⸗ moͤgens ihren Werth und Grad des Werths, ſo wie der Produktſtoff und das Produkt, oder Genußmittel. 160. Die oͤkonomiſtiſche Produkzion iſt entweder ſtreng oͤkonomiſtiſch, wenn Werth der Produktifkraft und des Produkts ſich ausgleichen(Z. 159.), oder kapitaliſtiſch; wenn durch die Produktifkraft⸗Aeuße⸗ rung ein produktifer Urſtoff in Produktſtoff verwandelt wird, der vorhin kein Produkt, oder mindſtens kein Produkt dieſes Grads von Vergleichswerth lieferte. Wenn alſo dadurch neuer Produktſtoff gewonnen, alſo die Quelle zum Vorrath geoͤffnet wird; wenn z. B. ein vorhin oͤdes Land angebaut, wenn ein Urſtoff zu einem neuen Pro⸗ duktſtoff umgeſchaffen wird, wie z. B. neuerlich die Steine zur Dete) u. ſ. w. 161. 3 Unstonomißtiſc iſt alſo jede Produkzion, wodurch entweder a) nach dem Regulator des Vergleichswerths die Kraftaͤußerung mehr betrug, als das Produkt; es ſey nun, daß dieſes Produkt außerdem gar nicht er⸗ ſchienen waͤre, oder daß dieſes, oder ein gleichgeltendes Produkt, mit minderer Kraftaͤußerung haͤtte hervor⸗ gebracht werden koͤnnen; und ſo alſo auch b) wenn dieſe Produkzion an ſich die Konſumzion von andern Produkten foderte, die, nach dem Regulator ————————— —— ollkom⸗ ad des nd der ſeyn. Ver⸗ o wie lel, fkraft euße⸗ wird, eſes d die orhin dro⸗ teine urch die es er⸗ ndes vol⸗ von ator 8³ des Vergleichs⸗Werths ſchon eben ſoviel be⸗ trugen, als das neue Produkt. Dieſe Konſumzion liege nun entweder in den Produkten, die der Produzent waͤhrend der Arbeit verzehren, oder in dem Stoff, den er zu dieſer neuen Produkzion verwenden muß. 162. Antioͤkonomiſtiſch iſt dagegen jede Kraftaͤußerung, welche entweder a. gar kein Genußmittel, keinen Produktſtoff zur Erſchei⸗ nung bringt, oder b. nach dem Regulator des Vergleichswerths mehr Produkt verzehrt als hervor bringt, oder c. wohl ſelbſt ſchaͤdlichen, den phyſiſchen Genuß perkuͤmmern⸗ den, oder vernichtenden Produktſtoff erzeugt. 163. Alle vorhergehende Saͤtze gelten von allen Gattungen der Produkzion, alſo der Urprodukzion, der induſtriellen, und der kommerziellen Produkzion. 164. Nur die oͤkonomiſtiſche Produkzion iſt eigeatlich wahre Produkzion. Man vergleiche was in der Naz. Oek. 1. B. Z. 108. hieruͤber ausfuͤhrlich geſagt iſt; man bemerke aber auch, daß ich die verſchiedenen Gattungen der Kraftaͤuße⸗ rung hier beſtimmter auseinander geſezt, und ihre Begriffe berichtigt habe. 5 165. Die Produktifkraft, alſo Produkzion der Nazionalgliee der, iſt entweder.— 1. Urproduktifkraft, oder 2. induſtrielle, oder 3. kommerzielle Produktifkraft.(3. 41.) 84—— 166. Urproduktifkraft iſt diejenige erſte Kraftaͤußerung, durch welche dem produktifen Urſtoffe die Genußmittel in ihrer erſten urſpruͤnglichen Geſtalt entriſſen, und entweder zum unmittelbaren Genuſſe in dieſer urſpruͤnglichen Geſtalt, oder zum Zweck der Verwandlung in Produktſtoff, zur Erſcheinung gebracht worden. 167. Fuͤr den Begriff von U r produkzion iſt es alſo gleichguͤltig, ob die aus dem Urproduktifſtoffe genommene Produkte, als Urprodukte ſchon zum Genuß kommen, oder ob ſie erſt durch Verwandlung in Produktſtoff genußfaͤhig werden. Ihr unterſcheidender Charakter beſteht nur darin, daß ſie dem todten Urproduktifſtoffe Leben giebt, daß ſie aus ihm durch ihre Kraftaͤußerung, entweder Gegenſtaͤnde in ihrer erſten Form zur Erſcheinung, oder zum Genuß bringt, die außerdem nicht erſchienen, oder nicht zum Genuß gekommen waren.(N. Oek. 1. B. S. 140.) 1. 168. Die induſtrielle Produktifkraft hat es nur mit dem Produktſtoffe(N. O. 1. B. Z. 55. oben Z. 87.) zu thun. Ihre Kraftaͤußerung beſteht ausſchließend in der Genießbar— machung des Urprodukts, d. h. desjenigen Guts, welches der iſolirte Urſtoff geliefert, oder die Urproduktifkraft aus dem urproduktifen Stoffe zur Erſcheinung gebracht hat. Und zwar beſteht ſie a. entweder in der bloßen Zubereitung dieſes Urprodukts zum Genuß, ohne Beruͤhrung ſeiner Form, oder b. in der Verwandlung der Form, der Geſtalt deſſelben, zu dem Zweck eines eignen neuen Genuß nittels, oder e. in der Geiſteskraftaͤußerung, ohne Stoffbeduͤrfniß, zum Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Zweck, d. h. zu Erhoͤhung der Genußvollkommenheit. ————— herung, ußmittel n, und nglichen üktſtoff, guͤltig, 6, als durch daß ihm hrer , die nmen —— 35 169. Die induſtrielle Produkzion bereitet Urprodukte zum Genuß zu, die ohne dieſe Zubereitung nicht genießbar ge⸗ weſen waͤren; ſie ſchaft durch Formverwandlung ganz neue Genußmittel, die ohne dieſe Formverwandlung nicht als Ge— nußmittel exiſtirt haͤtten; ſie bringt durch geiſtige Kraftaͤuße⸗ rungen ebenfalls neue Genuͤſſe hervor; Nazional⸗Oekonomie fodert aber Genußvollkommenheit; die induſtrielle Produktifkraftaͤußerung iſt alſo wahre Produkzion. 170. Die Urproduktifkraft und die induſtrielle Produktiferaft erzeugen, bringen hervor. Im ſtrengen Sinne des Worts: produziren, nach welchem es die Hervorbringung eines neuen Weſens bedeutet, kann man alſo, dem Sprachge⸗ brauche gemaͤß, nicht ſagen, das Kommerz, der Austauſch der Produkte, produziren. In der ſzientifen Bedeu⸗ tung der Nazional⸗Oekonomiekunde,(und die Szienz iſt nicht an den gewoͤhnlichen Sprachgebrauch gebunden; ſie darf ihn, ſie muß ihn verlaſſen, wenn ſie neue Begriffe ſchaft,) iſt jede Kraftaͤußerung Produkzion, welche ein Genuß⸗ mittel zum Genuß bringt, das ohne ſie nicht zum Oekonomiſtiſchen Genuß gelangt waͤre, d. h. nach dem weltbuͤrgerlichen Prinzip der Nazional⸗Oekonomie: welches ohne jene Kraftaͤußerung nicht zur Genußvollkommenheit des groͤßtmoͤglichſten Theils der Menſchheit be aet agfn haben wuͤrde.(Z. 156.) r7r. Der Urproduzent, der induſtrielle Produzent vollenden die Laufbahn dieſer ihrer Eigenſchaften in dem naͤmlichen Momente, wo ihr Produkt als genußfaͤhig vollendet iſt. Mittheilung iſt ihrer Kraftaͤußerung fremd; ſie iſt ſelbſt ohne Stillſtand ihrer Produkzionsgattung unmoͤglich. Die Mittheilung fodert alſo eine eigne unabhaͤngige Kraft⸗ aͤußerung, durch welche die Erzeugniſſe der Urprodukzion und induſtriellen Produkzion Nazional⸗Oekonomiſtiſch unter ¹ 1 „ 4 1 6 2 5 1 . . 8 1 1 1 5 „ 1 1 5 ] ] A 1 4 1 1 1 n t ———— 8— — —y——— . *— 8 R 86 die Glieder dieſer, ja aller Nazionen vertheilt werden, welche ohne dieſe Kraftaͤußerung zum Genuß derſelben, alſo zur phyſiſchen Genußvollkommenheit nicht gelangt ſeyn wuͤrden, und nicht gelangen koͤnnten; denn a. außerdem wuͤrde der Genuß der ur- und induſtriellen Produkte nur unmittelbar auf den Produzenten einge⸗ ſchraͤnkt, alle Mannigfaltigkeit der Genuͤſſe, alle Rei— bung, aller Austauſch der Kraͤfte, alle Vervollkommnung der Produkzion zum Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Zweck aufgehoben, und durch den Stillſtand der Ur⸗ und induſtriellen Produk⸗ zionskraft, dieſe verkuͤmmert und gehemmt. Ein Stillſtand, der ſich auf zweyfache Weiſe, nemlich durch Unterbrechung der Ur- und induſtriellen Produktifkraft⸗ Aeußerung und durch Eingeſchraͤnktheit des Abſazes, alſo Mangel an Sporn zur Produkzion, ausſprechen muͤßte. △½ Konſumzion. 172. Konſumzion(Verzehrung) iſt im Nazional⸗Oekono⸗ miſtiſchen Sinne, Verwendung eines Produkts zum Genuß. 173. Oekonomiſtiſch iſt jede Konſumzion, die einen Ge⸗ nuß gewaͤhrt, wodurch der Zweck der Nazional⸗Oekonomie, naͤmlich phyſiſche Genußvollkommenheit nach ethiſchen Grund⸗ ſaͤzen erreicht, befoͤrdert wird. 174. Unoͤkonomiſtiſch iſt alſo jede Konſumzion, wodurch dieſe naͤmliche phyſiſche Genußvollkommenheit des groͤßtmoͤg⸗ lichſten Theils der Nazionalglieder nicht befoͤrdert wird; wo alſo entweder 1 a. der Aufwand der Produkte mit dem Grad des Genuſſes im Mißverhaͤltniß ſteht; oder G . welche alſo zur wuͤrden, ſtriellen einge⸗ e Rei⸗ mnung Zweck koduk⸗ Ein durch fkraft⸗ „alſo rechen 87 b. nicht der groͤßtmoͤglichſte Theil der Nazionalglieder, den in dem Produkt, oder deſſen Aufwand liegenden Genuß erlangt hat. 177. Antioͤkonomiſtiſch iſt jede Konſumzion, wodurch die Erzielung der Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Genußvollkom⸗ menheit direkt geſtoͤrt wird. Alſo Aufwand von Genußmütteln ohne Genuß, Verluſt an Produktſtoff. 176. Der Genuß, den der Begriff von Konſumzion fodert (Z. 172.), muß nach dem Grundſaz angenommen werden, daß die Nazional⸗Oekonomie Civiliſazion vorausſetzt. Alle Gattungen des Genuſſes alſo, die mit dem ethiſchen Prinzip der Nazional⸗Oekonomie ſich vertragen, ſind darunter begrif⸗ fen.(N. Oek. 1. B. 3. 108.) 177. So wenig als Eigenſchaft des Genuſſes, hat die Dauer deſſelben auf deſſen Begriff Einfluß.(N. O. 1. B. Z. 108.) 178. Den wiſſenſchaftlichen Begriffen von Produkzion und Konſumzion gemaͤß, theilen ſich die ſaͤmmtlichen Nazional⸗ glieder in Produzenten und Konſumenten. Im allgemeinen Sprachgebrauche iſt jeder Verzehrende, alſo jeder Menſch Konſument. Im Nazional⸗Oekonomiſti⸗ ſchen Sinn heißt nur derjenige Konſument, welcher einzig konſumirt,(genießt) und nicht produzirt. Dieſer Be⸗ griff iſt aber bisher allzuweit ausgedehnt worden, gerade indem man ihn auf den Moment der Kraftaͤußerung einengte. In ſofern nemlich die Benennung Konſument, der Benennung Produzent entgegen geſetzt werden ſoll, in ſofern man alſo in oͤkonomiſtiſcher Hinſicht ſaͤmmtliche Glieder einer Nazion in dieſe beiden Klaſſen abtheilt, muß eine Kraftaͤußerung, 88— deren Reſultate fortdauern, ebenfalls fuͤr Produkzion gelten. Ein Staatsdiener, welcher durch ſeine Dienſte ſich ge— rechten Anſpruch auf das Ruhegehalt(Penſion) erworben hat, das er vom Staat empfaͤngt; ein Kapitaliſt oder Stoffbeſizer, der die Renten des Stoffs oder des Kapitals genießt, die er durch ſeine Produktifkraft erworben hat, faͤhrt im Oeckono— miſtiſchen Sinne fort zu produziren; und eben ſo jeder Arbei⸗ ter, den nach einem thaͤtigen und produktifen Daſeyn Alter oder Unvermoͤgen hindert, ferner zu produziren; Sie gehoͤren nicht in die Klaſſe der Konſumenten, ſondern der Ex⸗ produzenten. Sie haben fuͤr ihre ganze Exiſtenz die Produk⸗ zion antizipirt. Fuͤr die Klaſſe der Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Konſu⸗ menten bleiben alſo uͤbrig: 1. diejenigen Staatspenſionaͤrs, welche nicht durch vorher⸗ gehende produktife Staatsdienſte die Zukunft antizipirt haben. 2. diejenigen Muͤßiggaͤnger, welche nur aus Stolz, Hang zur Unthaͤtigkeit und Bequemlichkeit nicht produziren wollen. 3. diejenigen Nazionalglieder, welche phyſiſche Unvermoͤgen⸗ heit zur Produkzion untauglich macht. Endlich 4. diejenigen Stoffbeſizer und Kapitaliſten, welche es ohne eigne Kraftanſtrengung durch Zufall, Gluͤck, Erbſchaften u. ſ. w. geworden ſind. 1 179. Die erſte Klaſſe ſoll in einer oͤkonomiſtiſch⸗organiſirten Staatsverfaſſung nicht exiſtiren. 4 Die zweyte hat nach dem Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ nomie keinen Anſpruch auf Exiſtenz. Da ſie nach Erhoͤhung des Genuſſes ſtrebt, dieſe aber nur durch irgend eine produktife Kraftaͤußerung erlangt werden kann, der Konſument hingegen die Maſſe der Genußmittel vermindert, deren ewiger Erſaz und Vermehrung vielmehr die Tendenz der Nazional⸗Oekono⸗ —— — 89 mie iſt; ſo exiſtirt dieſe Klaſſe nicht fuͤr ſſe. Der Staat iſt alſo zwar nicht berechtigt, ſie zur Produkzion zu zwingen, wohl aber ihnen die Konſumzion, alſo die Exiſtenz im Staate zu verſagen. Die dritte Klaſſe iſt eine unvermeidliche Krankheit des menſchlichen Organismus, und ſie muß die Nazional⸗Oeko— nomie anerkennen. Die vierte Klaſſe endlich muß die Nazional⸗Oekonomie dulden. Dieſe Duldung liegt in der Ehrfurcht gegen das Eigenthumsrecht; und dieſe Ehrfurcht ſelbſt wieder in dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie, naͤmlich der Erhoͤhung der Produktifkraft, welche das Eigenthum, alſo auch die freye Uebertragung deſſelben zum vorzuͤglichſten Sporn hat; die ohne ihn erſchlaffen wuͤrde. 180. Der Unterſchied der Duldung, welche die Nazional⸗ Oekonomie dieſer Klaſſe gewaͤhrt, von der Unterſtuͤzung, welche ſie dem Produzenten ſchuldet, muß ſich darin aͤußern: daß der Staat 1. ſich genau auf die Graͤnzen der Sicherſtellung der Eigen⸗ thumsrechte einſchraͤnkt. 2. dieſe Konſumenten von allen Vortheilen, Vorzuͤgen und Beguͤnſtigungen der Produktifkraft, ſo wie 4 3. von den Vortheilen der Erhoͤhung des Geſammt⸗Nazio⸗ nalwohlſtands, die das Reſultat der Nazional⸗Oekono⸗ mie ſind, ausſchließt; und endlich 4. den Zwang ausgenommen, alle andere in ſeinem Wir— kungskreiſe liegende Mittel anwendet, um dieſe Konſu⸗ menten zur Produkzion zu vermoͤgen. Unter die Kathegorie jenes Zwangs wuͤrde ich aber eine ſie ausſchließend treffende, unmittelbar zur Befoͤrderung der Produktifkraft verwendete Nazionalauflage um ſo weniger rechnen, je pſychologiſch richtiger es iſt, daß der muͤhloſe Genuß die menſchliche Seele entadelt, und daß daher die Ra⸗ pitaliſten gewoͤhnlich die herzloſeſten aller Weſen ſind. 1 1 1 7 1 1 4 1 1 go— 181. Wenn alſo kuͤnftig der Ausdruck Kon ſument vor⸗ kommt, ſo erſcheinet er in ſeiner wiſſenſchaftlichen Be⸗ deutung. 182. Werth der Produktifkraft. Vermoͤgen beſteht 1) aus Stoff, und zwar entwe— der Urſtoff oder Produktſtoff; und 2) aus Produktifkraft. (3. 34.) Jpoolirter und produktifer Urſtoff koͤnnen einen eignen Werth haben. Produktifer Urſtoff aber, und Produttſtoff nur in Verbindung mit Produktifkraft. Denn ohne Produktifkraft iſt der Urproduktifſtoff werthlos, und der Pro⸗ duktſtoff entſteht erſt durch die Aeußerung der Produk⸗ tifkraft. 4 133. Der Werth des Urproduktifſtoffs wird immer in Bezie⸗ hung auf den Produktſtoff beſtimmt, den die Produktifkraft aus ihm zur Erſcheinung bringen kann. Bey dem Werth des Produktifſtoffs liegt ſchon die Produktifkraft in ihm. Wenn alſo von dem Werth eines Vermoͤgenstheils (Produkts) die Rede iſt, ſo wird ſtets berechnet: a. beym Urproduktifſtoffe der Werth der Kraft, durch den aus ihm Produktſtoff erlangt werden kann. b. beym Produktſtoffe, der Werth der Produktifkraftaͤuße⸗ rung, durch welche er ein Produkt ſchon geworden iſt. 184. Die Produktif⸗Kraft(die rein geiſtige einzig ausgenom⸗ men) hat alſo ohne Stoff keinen Werth; aber auf Stoff angewendet, einen eignen ſelbſtſtaͤndigen Werth, d. h. ihr Werth laͤßt ſich unabhaͤngig vom Produkt ſchaͤ z⸗ zen; in ſoferne dieſer Werth alsdann einen eignen integriren⸗ den Theil des Werths des Produkts ausmacht. — ttt vor⸗ en Be⸗ entwe⸗ fkraft. gnen tktſtoff ohne Pro⸗ oduk⸗ zezie⸗ fkraft Verth eils den ße⸗ iſt. —— 91 Der poſitife Werth der oͤkonomiſtiſchen produktifen Kraft iſt entſchieden. Der verglichene Werth muß ach folgenden Grundſaͤtzen beurtheilt werden. Produktife Kraft kann ſich nur am Stoff aͤußern; der Werth des Stoffs iſt alſo das erſte, was in Rechnung kommt. Iſt der Stoff ohne allen Werth, ſo wird die Berechnung ein⸗ zig nach dem Grade der Kraft gemacht. Die in einem Pro⸗ dukte liegende Produktif⸗-Kraft kann indeß auch weit mehr Werth haben, als der Stof.“ Der Grad des Werths der Kraft haͤngt nicht einzig von dem Aufwande der Genußmiittel ab, die deren Anwendung fodert; dieſer Aufwand iſt nur Eins der erſten Prinzipien dieſer Berechnung des Grads. Die Dauer der Zeit, welche der Stoff zur(Ur⸗, induſtriellen oder kommerziellen) Produk⸗ zion fodert, ſteht mit dem Werthe der Genußmittel im Ver— haͤltniß, welche waͤhrend dieſer Zeit verzehrt werden, ſo wie mit dem Verluſte der Produkzion, die in der naͤmlichen Zeit haͤtte erſcheinen koͤnnen. Wenn gewiſſe Arbeiten z. B. Stricken, Spinnen ꝛc. nicht in einem mit ihrem verglichenen Werthe, d. h. der dazu erfor⸗ derlichen Dauer der Kraft⸗Aeußerung verhaͤltnißmaͤßigen Werthe, alſo auch Preiſe ſtehen, ſo liegt der Grund darin: daß ſie theils keine ungetheilte, theils keine ununterbrochene Anſtrengung, theils keine ausgezeichnete, alſo ſeltne Faͤhigkeit fodern. Eine Hausmutter z. B. kann die Aufſicht auf ihre Kinder, ein Hirte die Aufſicht auf die Heerde zugleich mit jener Arbeit beſorgen. Dies muß niothidendig die Konkurrenz erhoͤhen, alſo den u Werth mindern. 185. Der Grad der Anſtrengung, alſo des Bedäͤrfniſſes der Kraft, iſt das zweyte Prinzip. Arbeiten, die Kinder, ſchwache und gebrechliche Menſchen verrichten koͤnnen, haben alſo einen niedern, verglichnen Werth. 3 ☚ b* 186. Das dritte Prinzip iſt die mit dieſer Kraft⸗Aeußerung verbundene Gefahr, z. B. die Schifffahrt, der Bergbau, die Gemſen⸗Jagd, das Glasſchleifen u. ſ. w. 187. Viertens, ein Genußmittel, das aus der Entfer⸗ nung beygeſchaft werden muß, hat auch um deswillen einen erhoͤhten Grad des verglichenen Werths, weil a. außer dem, nach dem Grade der Entfernung vom Lokal der Produkzion, bis zu dem der Konſumzion erhoͤhten Kraftaufwand, auch b. der Verluſt der Rente des im Genußmittel ſteckenden Ka⸗ pitalſtoffs in Rechnung kommt, den alſo der Konſument ije nach der Dauer des Zwiſchenraums zwiſchen der Pro⸗ dukzion und Konſumzion, entweder dem erſten(Ur⸗oder induſtriellen) oder dem letzten Ckommerziellen) Produ⸗ zenten, dem Kaufmann bezahlen muß. 188. Das Fuͤnfte Prinzip beſteht in den groͤßern oder ge⸗ ringern Faͤhigkeiten, welche die Produkzion fodert, alſo der Sel⸗ tenheit der ſpeziellen Kraft. Das Sechste in der Konkurrenz oder Menge der vor⸗ handenen Kraftmaſſe; der Zahl der ſich zu dieſer Arbeit dar⸗ bietenden Menſchen. 189. Zergliedern wir jedes Genußmittel, das aus produktifem Urſtoff entſteht,(55.) ſo werden wir den Grad ſeines ver⸗ glichenen Werths in dieſen Prinzipien wieder finden. 190. Zu den allgemeinen Gruͤnden, welche den Grad des verglichenen Werths der Produktifkraft unter ſich beſtim⸗ men, alſo den Regulator des Werths⸗Grads derſelben aus⸗ machen, gehoͤren ferner folgende: ——————„—— 93 1. Das Widrige, das menſchliche Gefuͤhl empoͤrende, oder das Angenehme der Beſchaͤftigung*). Die Arbeit der Abdecker, Reiniger der Abtritte u. ſ. w. hat aus jenem Grunde hohen Grad des Werths. 191. „Der temporelle Stillſtand der Beſchaͤftigungsart; dies iſt z. B. bey Maurern, Zimmerleuten, Feldarbei⸗ tern u. ſ. w. der Fall, deren Geſchaͤfte auf die Sommer⸗ monate eingeſchraͤnkt ſind, und die alſo jenen Stillſtand zu dem Preis ihrer Arbeit hinzufuͤgen möuͤſſen. Aus beyden obigen Gruͤnden zuſammen genommen, iſt z. B. die Arbeit des Scharfrichters in einem hohen Preiſe. 192. 3. Die Ungewißheit des Lohns, wo der Arbeiter noth⸗ wendig die Gefahr des Verluſts zu ſeinem Preis hinzufuͤgt. Dies iſt z. B. der Grund, warum eine beſtellte Arbeit ſtets vollendeter ſeyn wird, als eine auf den Kauf gemachte; denn der Arbeiter bringt die Gefahr mit in Anſchlag, daß ſie ihm liegen bleibt, ver⸗ dirbt, oder er den Ertrag des darin ſteckenden Stoffs und Kraftaͤußerung lange entbehren muß. 193. Der nach dem Regulator verglichene Werth der Produkte unter ſich und gegen einander, iſt nicht immer der naͤmliche; er —— ☛— ᷣ 8— T. 4. 4, 6— 1 4 ſinkt und ſteigt; aber der verglichene Werth der Produkzions⸗ kraͤfte unter ſich, muß ſtets der naͤmliche ſeyn; denn die pro⸗ duzirende Kraft kann ſich, ihrer Natur nach, nie aͤußern, als um in ein Produkt uͤberzugehen. Dieſer Uebergang iſt der Tauſch der Produkzionskraft ge⸗ gen ein Genußmittel. Das Steigen und Sinken des Arbeits⸗ A „ 5 *) Mit Unrecht rechnet aber Smith 3. B. den hohen Preis der Schauſpieler auf die mit dieſem Stande verbundene Unehre. Er ruht heut zu Tage wohl in der Seltenheit des Talents. 94— lohns iſt alſo ſtes Preis. Er kann durchaus nicht aus jener Leiter ſich bewegen. Der Preis des Arbeitslohns ſteigt, wenn die Preiſe der Genußmittel ſteigen, welche die produzirende Kraft zu ihrer Außerung fodert; wenn alſo z. B. das Getreide theuer wird. Aber dieſe Genußmittel ſind der Regulator des Arbeitslohns nur deswegen, weil der in ihnen liegende Urſtoff, oder die Pro⸗ dukzionskraft, im Grade des verglichenen Werths geſtiegen ſind. Die produktife Kraft regulirt ſich alſo gegen einander ſelbſt; denn das Steigen des Stoffs hat ebenfalls wieder in den Grundſaͤtzen der Produktiftraft ſeine Baſis. Die alleinige Ausnahme iſt, wenn der Grund der Erhoͤhung des ver⸗ glichenen Werths oder Preiſes des Produkts in der entſtande⸗ nen natuͤrlichen Seltenheit oder Verminderung ſeines Stoffs beſteht. In dieſem einzigen Falle muß die produktife Kraft mit etwas außer ſich abgeglichen werden. 194. Der Staat hat alſo, nach dem Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie, weder Pflicht noch Recht, den Preis des Arbeits⸗ lohns zu beſtimmen. Er muß ihn dem Vergleichungs⸗Re⸗ gulator des Werths uͤberlaſſen; von dem wieder der Preis abhaͤngt. Die Produkzionskraft muß alſo unbegraͤnz⸗ ten freyen Spielraum haben. Der Staat darf alſo nicht in jene Prinzipien eingreifen. Er darf z. B. nicht durch Zunftzwang oder Monopolien die Konkurrenz vermindern. Die Nazional⸗Oekonomie mag wohl, ihrem Idealiſazions⸗ Prinzip gemaͤß, unterſuchen und beſtimmen, welche Kraft⸗ aͤußerung am meiſten produktif ſey? Aber ſie gebietet nicht, dieſe ertraͤglichere produktife Kraft durch Zwang hervor⸗ zubringen. Sie gebietet nur deren Befoͤrderung und Be⸗ guͤnſtigung.— — s jener iſe der ihrer wird. lohns Pro⸗ iegen inder er in nige ver⸗ nde⸗ offs mit — 95 195. Alerdings wird diejenige Kraft am produktifeſten ſeyn, welche in der Skala des Genuſſes, mit dem geringſtmoͤglich⸗ ſten Aufwand von Zeit, alſo Dauer, und von Anſtrengung, das Produkt hervorbringt, oder zu deſſen Hervorbringung mit dem naͤmlichen Zeit- und Kraftaufwand der groͤßtmoͤglichſte Fleiß angewendet werden kann. Dieß iſt z. B. der in jenen Prinzipien liegende Vorzug der Fabrikarbeit, wo jeder Arbeiter nur einen einzelnen Theil des Ganzen bearbeitet. Dieſer Zeitgewinn liegt aber nicht einzig in dem geringfuͤgigen Zeitverluſt des Uebergangs von Einer Arbeit⸗ Gattung zur andern, wie Smith und andre glauben. Er liegt auch in der groͤßern Fertigkeit, welche die ſtete Uebung an dem naͤmlichen Gegenſtande dem Arbeiter giebt. 196. So weit ſcheint es dem Nachdenken erlaubt, die Prin⸗ zipien, den Regulator der Vergleichung des Werths der Pro⸗ duktifkraft unter ſich zu verfolgen und klar darzuſtellen. Schwer aber iſt es, fuͤr den Preis der Produktif⸗ kraft, unbewegliche und erſchoͤpfende Urſachen aufzuſuchen und den Gradmeſſer deſſelben zu ergruͤnden, denn er haͤngt von einer ins Unendliche abwechſelnden Verbindung(Combinaison) zufaͤlliger und oͤrtlicher Umſtaͤnde ab. Es ſcheint alſo, man muͤſſe ſich hier auf die Darſtellung einzelner iſolirter Reſultate und auf die Entwickelung ihrer Prin⸗ zipien einſchraͤnken. 197. So wie naͤmlich Produkzionskraft einen poſitifen Werth hat, ſo beſitzt ſie auch einen gegen Stoff verglichenen Werth, und dieſer iſt ſehr hoch, weil produktifer Urſtoff, ohne Produkzionskraft, nicht Produktſtoff, Genußmittel wer⸗ den kann. Der Preis der Produkzionskraft muß alſo betrachtet wer⸗ den, entweder mit einem Stoff ſchon verbunden, 1 * 96 oder ſo, daß er erſt an einen Stoff gewendet werden ſoll; alſo vereinigt mit Waare, oder iſolirt. 198. Mit Waare(Produktſtoff) vereinigt, iſt Preis der Waare, das Reſultat des verglichnen Werths des Produktif⸗ Urſtoffs und der Produktionskraft. Iſolirt hat der Preis der Produktiſkraft nur zwey Regulatoren: den Cnach den Grundſaͤtzen ſeines abſoluten oder relatifen und poſitifen Werths) verglichenen Werthgrad des Stoffs, und die Konkur⸗ renz der allgemeinen oder ſpeziell vorhandenen Kraftmaſſe. Aus dieſen Prinzipien koͤnnen wir uns denn alle die empyꝛ riſchen Folgerungen eines Smith und andrer erklaͤren. 199. Wir muͤſſen naͤmlich vor allen Dingen die produzirenden Menſchen in zwey Klaſſen eintheilen, in die arbeitenden Stoffbeſitzer und in die iſolirten Arbeiter( Lohnarbeiter). Dieſe Eintheilung hat allerdings auf den Preis der Ar⸗ beit weſentlichen Einfluß. Der arbeitende Stoffbeſitzer, d. h. derjenige Arbeiter, der den produktifen Urſtoff, aus welchem er produzirt, eigenthuͤmlich beſitzt, wird ſtets den Preis ſeiner eigenen Arbeit hoͤher ſetzen, als der Lohnarbeiter. Der Beſitz des Stoffs macht ihn im Gegenſatz des Lohnarbeiters zum Mo— nopoliſten. Er hat nicht noͤthig, Arbeit an fremden Stoff zu ſuchen; er benutzt alſo dieſen Vortheil doppelt, indem er nicht nur den Ertrag oder die Rente ſeines Stoffs anſchlaͤgt, ſondern auch ſeinen Arbeitspreis erhoͤht. Es iſt dieß der naͤmliche Monopol⸗ Vortheil, den der Stoffbeſitzer in Anſchlag bringt, wenn er aus eignem Stoff durch fremde Kraft produziren laͤßt; wie z. B. der Fabrik⸗ unternehmer. Er ſchlaͤgt den Preis der fremden Arbeit hoͤher an, als er ihm koſtet; er zieht alſo von dem bezahlenden Preiſe der Lohnarbeit ſeinen Gewinn ab, als die Rente ſei⸗ nes Vorſchuſſes. ——————— ſoll; a eis der roduktif r Preis ach den Verths) nkur⸗ ſſe. empx⸗ renden tenden iter). er Ar⸗ d. h. lchem ſeiner Beſit Mo,⸗ f zu n er aͤgt, der Stoff brik⸗ oͤher nden ſei⸗ 97 Der Lohnarbeiter allein muß alſo den Preis halten, welchen der Regulator des derglichenen Werth⸗Grads der Produktifkraft angiebt. 200. Das Urprinzip dieſes Regulators des Preiſes der Lohn⸗ arbeit im natuͤrlichen, d. h. durch keine ſpezielle, oͤrtliche, temporelle ꝛc. Verhaͤltniſſe verruͤckten Zuſtande, iſt ſehr ſchwer zu finden, weil das Daſeyn des natuͤrlichen Zuſtandes ſchwer zu beſtimmen iſt. Der natuͤrlichſte Zuſtand aber iſt: die Allgemeinheit der Faͤhigkeiten, und eine ſolche Konkurrenz, bey der keine Ueber⸗ bietung ſtatt findet, wo naͤmlich genau die erforderliche Maſſe von Kraft, und weder mehr noch weniger vorhanden iſt, als der Stoff noͤthig macht. In einem ſolchen aͤußerſt ſchwer zu erkennenden Zuſtande kann man die gewoͤhnlichen unentbehrlichen Be⸗ duͤrfniſſe des Arbeiters als das Urprinzip des Regulators annehmen. Es laͤßt ſich alſo in jedem Staate mit einer ziemlichen Wahrſcheinlichkeit ergruͤnden, wie hoch ſich dieſe Beduͤrfniſſe belaufen? Dieſe auf Tage vertheilt, ergiebt ſich ein Regulator des Tagelohns. Aber dieſes Reſultat iſt gewoͤhnlich ſo, daß es den Lohnarbeiter weder gegen außerordentliche Ungluͤcksfaͤlle, Krankheit, alſo Stillſtand der Produkzionskraft u. ſ. w. deckt, noch auch bey gewoͤhnlicher Anſtrengung, alſo der dem menſch⸗ lichen Organismus angepaßten Kraftkonſumzion, irgend eine bedeutende Erſparniß, einen Kapitalſtoff gewaͤhrt. 201. Der Grund davon ſelbſt in jenem natuͤrlichen Zuſtande der Dinge liegt in der großen Ungleichheit zwiſchen dem Stoff⸗ beſitzenden, und kapitaliſtiſchen, und dem iſolirten Arbeiter. Indeß jener den Ertrag zweyer Stoffe⸗Fonds bezieht, wovon Einer gegen Stillſtand geſichert iſt, benuzt dieſer nur Einen. 7 9⁸ Indeß jener, auch bey dem Beſize einer geringen Stoffmaſſe, Vorrath hinterlegen kann, der immer produzirt, alſo ſich haͤuft und fortſchreitet, bleibt dieſer ſtets auf der naͤmlichen Stufe ſtehen. Indeß jener durch Vorrath gegen augen⸗ blicklichen Mangel geſchuͤzt iſt, dringt dieſen das gebieteri⸗ ſche Geſetz der Erhaltung, jede Bedingung einzugehen. Wir koͤnnen alſo annehmen, daß auch im natuͤrlichen Zuſtande der Preis der iſolirten, der Lohnarbeit, ſtets unter dem oͤkonomiſtiſchen, d. h. dem Preiſe bleibt, den ſie nach dem Regulator des Vergleichswerths des Stoffs, gegen produktife Kraft, haben ſollte. Kommt aber ſtarke Kon⸗ kurrenz hinzu, verliert ſich der natuͤrliche Zuſtand, ſo ſinkt dieſer natuͤrliche Preis ſo tief unter jenen Werth, als es nur die Friſtung der Exiſtenz des iſolirten Arbeiters geſtattet, oder bis die Abneigung gegen Auswanderung bekaͤmpft iſt. Dieſe Abneigung iſt es, auf welche der Stoffbeſizer bey dem Preiſe des Lohns rechnet. Der iſolirte Lohnarbeiter iſt es alſo, der die Beguͤnſti⸗ gung des Staats verdient. Aber dieſe Beguͤnſtigung kann nicht in Taxgeſezen beſtehen; die Erhoͤhung des Lohns auf ſeinen oͤkonomiſtiſchen Werth kann durchaus nicht durch Taxen bewirkt werden. Denn findet der Stoffbeſizer in dem Regu⸗ lator keinen Gewinn an fremder Kraft mehr, ſo laͤßt er allen Stoff, den er nicht ſelbſt bearbeiten kann, todt. Um alſo den Preis des Lohns auf den oͤkonomiſtiſchen Grad ſeines Werths zu bringen, hat der Staat nur ein einziges Mittel in ſeiner Gewalt, naͤmlich die Vermehrung des Stoffs, oder eine verhaͤltnißmaͤßigere Vertheilung deſſelben. 202. Die Produkzionskraft ſezt Stoff voraus. Nur dann, wenn aller Nazional⸗Urſtoff in den Haͤnden der Produktif⸗ kraft und zwar dergeſtalt vertheilt iſt, daß der Vorrath, oder die Nothwendigkeit der Leitung der Ueberſicht dem Stoffbeſizer 3 mur ſhes, nder ſoffmaſſ, alſo ſic naͤmlichen n augen⸗ gebieteri⸗ b R6 tuͤrlichen it, ſtets bt, den gegen e Kon⸗ ſo ſinkt es nur , oder Dieſe Preiſe aͤnſti⸗ g kann 1s auf Taxen Regu⸗ allen o den erths ſeiner oder dann, duktif „oder beſizer — 99 moͤglich machen, ſie in Thaͤtigkeit zu ſezen; erſt dann iſt auch der Markſtein des Preiſes der Lohnarbeit geſezt. So lange eine Nazion neuen unbearbeiteten Stoff zu liefern hat, muß nothwendig der Preis der Produkzionskraft ſteigen; ja in emporkommenden Staaten, z. B. in Nordamerika, muß das Mißverhaͤltniß der Kraft und des Stoffs den Preis der Lohn⸗ arbeit weit uͤber den oͤkonomiſtiſchen verglichenen Werth treiben. 8 In Staaten, wo aller Urſtoff in Bewegung geſezt, alſo das Werthverhaͤltniß zwiſchen beyden hergeſtellt iſt, muß von dieſem Punkte an der Preis der Lohnarbeit unter den oͤkonomiſtiſchen Werth ſinken, naͤmlich in jenen Zuſtand zu⸗ ruͤck treten, in dem der Vortheil des Stoffsbeſizers und Kapi⸗ taliſten den Preis unter den verglichenen Werth druͤckt. Tief unter jenem Werth kann aber der Preis der Lohn⸗ arbeit nur ſinken ¹. durch das gaͤnzliche Mißverhaͤltniß zwiſchen Stoff und Maſſe an Produktifkraft, oder der vorhandenen Lohn⸗ arbeiten, oder 1 2. durch das zu große Mißverhaͤltniß zwiſchen Stoffbeſizern und iſolirten Produzenten.„ Im erſten Falle iſt jeder Stillſtand der Produkzionskraft Verluſt; im zweyten erhoͤht ſich das Monopol des Stoffbe⸗ ſizers, mit ihm ſeine Gewinnſucht, alſo ſein Beſtreben, den niederſten Preis der Lohnarbeit zu erlangen. 84 Zu jenem Falle gehoͤrt z. B. die Sommer- und Winter— arbeit. Die Beduͤrfniſſe des Arbeiters ſind der Regulator des Werths, aber nicht des Preiſes. Der Werth der Arbeit iſt in beyden Jahrszeiten der nemliche, aber die Geſchaͤfte, welche der Sommer herbeyfuͤhrt, liefern Arbeitsſtoff, der dem Winter fehlt. 100—— Wenn der Arbeitslohn in großen Staͤdten und in ihrer Naͤhe hoͤher iſt, als auf dem platten Lande, ſo liegt der Grund davon nicht in dem hoͤhern Preiſe der Genußmittel, denn dieſe ſind dort wegen der Zufuhr, alſo Konkurrenz, oft wohl⸗ feiler; er liegt einzig darin, daß dieſe Staͤdte mehr Arbeitsſtoff liefern, welcher den Preis der Arbeit ſo lange erhoͤhen muß, bis das Mißverhaͤltniß zwiſchen Produkzionskraft und Stoff ausgeglichen iſt. Es iſt alſo ſehr wohl moͤglich, daß der Regulator des Werths der Arbeit ein hohes Reſultat giebt, indeß nach dem Verhaͤltniß des Preiſes der Genußmittel der Werth des Lohns weit hoͤher, und ſein Preis doch niedrer iſt, wie dieß Smith von Schottland anfuͤhrt, weil nicht das Beduͤrfniß, ſondern Stoff und Konkurrenz den Preis beſtimmen. 203. Der Preis und der Vergleichswerth der produktifen Kraft ſind in Europa ſeit geraumer Zeit geſtiegen. Hiezu hat nicht ſowohl die Vermehrung des Stoffs an ſich gewirkt, denn mit dieſem hat auch die Volksmenge zugenommen, und dadurch iſt das Gleichgewicht wieder hergeſtellt. Die Urſachen dieſer Erhoͤhung liegen vielmehr in der groͤßern Vorbereitung des Stoffs, vorzuͤglich des Grund⸗ eigenthums. In den aͤltern Zeiten war beynahe allenthalben das Grundeigenthum im Beſize der Großen, die es, entweder weil das bearbeitete zu ihren damals eingeſchraͤnkteren Be⸗ duͤrfniſſen hinreichte, oder aus Mangel an Kenntniß der Naturkraͤfte, oder aus Mangel an Produkzionskraft, theils wuͤſte liegen, theils durch Leibeigene und Sklaven, theils durch Lohnarbeiter bearbeiten ließen. In den neuern Zeiten iſt ein großer Theil davon in mehreren Staaten, in kleineren Por⸗ zionen in die Haͤnde der Armen mit dem Eigenthumsrechte 101 in ihrer uͤbergegangen; die Zahl der Stoffbeſizer hat ſich alſo vermehrt, er Grund und die der iſolirten Lohnarbeiter im naͤmlichen Grade ver⸗ enn dieſe mindert. ft wohl⸗.., Auch derjenige, der nur ein kleines Eigenthum beſaß, beitsſto en naf z0g vor, ſeine Kraft auf dieſes Eigenthum zu verwenden, als d Sof ſie zu vermiethen. 5 Dieß wurde vorzuͤglich durch den dem Menſchen ſo natuͤr⸗ tor des lichen und mit jedem Fortſchritt im Genuſſe immer wachſenden ich dem Hang zur Unabhaͤngigkeit begaͤnſtigt, kraft deſſen er Lohns nun begann, die mit der Lohnarbeit verbundene Abhaͤngigkeit Smith als eine Beſchwerde zu betrachten, und ebenfalls in Anſchlag ſondern zu bringen; dieſe alſo dem Preiſe des Arbeitslohns hinzuzu⸗ fuͤgen. 204. Kraft Auch iſt es eine bekannte und durch die neuerlichen Un⸗ t nicht terſuchungen uͤber die Vortheile und Nachtheile des Negerhan⸗ i un dels im Brittiſchen Parlamente gruͤndlich eroͤrterte Wahrheit, dnd 3 daß die Arbeit des freyen Mannes produktifer iſt, alſo einen nh hoͤhern Grad von Werth hat, als die des Sklaven. in der Aber dieſen naͤmlichen Gruͤnden ſcheint man es auch zu⸗ zrund⸗ rechnen zu muͤſſen, daß der Arbeiter den Preis ſeiner Arbeit an eignem Stoffe niedriger, als den an fremden an⸗ 84 ſchlaͤgt. n da. 2 veder Noch ein Grund davon ſcheint darin zu liegen, daß der Be⸗ Arbeiter an eigenem Stoffe die Zeit zur Arbeit in ſeiner Wahl F der hat, alſo die Ruhepunkte, und die Perioden der Anſtrengung’ theils nach der jedesmaligen Dispoſizion ſeiner Seele und ſeines * 5 b 7 durch Koͤrpers ſelbſt waͤhlen kann.- iſt ein 205. 3— Por⸗ Ferner liegt der Grund jener Erhoͤhung in der durch die 1 arth vermehrte Bearbeituug eigenen Stoffs erhoͤhte Produk⸗ zion, weil der Stoffarbeiter auf dieſe Bearbeitung mehr Fleiß, als der iſolirte, der Lohnarbeiter wendet. Aus dieſer Produkzionserhoͤhung folgt die erleichterte Ernaͤhrung des Menſchen, mittelſt Vermehrung, alſo Wohl⸗ feilheit der Nahrungsmittel. So hat z. B. der Anbau der Kartoffeln, ſo mancher vor⸗ hin unbekannter Obſt⸗ und Gemuͤßgattungen u. ſ. w. ſtatt den Preis der Arbeit zu erniedern, ihn vielmehr erhoͤht, indem ſie den Lohnarbeiter in Stand geſezt hat, ſich ſeine nothduͤrftige Nahrung ohne Anſtrengung zu erwerben; denn dieſe haßt der ungebildete Menſch ſo lange, als er nicht nahe und be— ſtimmte Ausſicht hat, durch ſie einen Kapitalſtoff zu ſammeln, und in einen dauernden beſſern Zuſtand verſezt zu werden. Nur dieſe Ausſicht kann ſeine natuͤrliche Indolenz uͤber⸗ winden. Gerade dieß iſt der Grund, warum in wohlfeilen Zeiten, d. h., wenn die unentbehrlichen Beduͤrfniſſe im Ueberfluſſe vorhanden ſind, alſo im Preiſe fallen, der Arbeitslohn höher als in theuern ſeyn kann. In theuern Zeiten hingegen iſt er aus der naͤmlichen Urſache niedriger, weil dann die Unmoͤglichkeit ſich unabhaͤngig zu ernaͤhren, den Lohnarbeiter zur Arbeit fuͤr Stoffbeſizer zwingt.. Nur dann findet aber dieſes eine Ausnahme, wenn ent⸗ weder dieſes Mißverhaͤltniß zu hoch ſteigt, naͤmlich die Preiſe der Nahrungsmittel ſo hoch ſind, daß dem Lohnarbeiter auch die unentbehrlichſten Beduͤrfniſſe nicht uͤbrig bleiben wuͤrden, oder wenn keine Konkurrenz vorhanden iſt, alſo die Arbeiter ſelten ſind. In dieſen Faͤllen wird der Arbeitslohn mit dem Preiſe der Genußmittel ſteigen. In dieſen an ſich ſeltenen Faͤllen hat aber auch der Preis der Lebensmittel gewoͤhnlich keinen Einfluß auf den Arbeits⸗ 3 ehr Fleiß, lleichterte ſo Wohl⸗ cher vor⸗ ſtatt den , indem duͤrftige ſe haßt und be⸗ mmeln, werden. z uͤber⸗ Feiten, erfluſſe höher nlichen haͤngig beſizer nent⸗ Preiſe auch irden, beiter t dem Preis rbeitt⸗ —— 103 lohn, indem ſich die erhoͤhenden und verringernden Umſtaͤnde gegenſeitig die Wage halten. 206. Auch allgemeiner Stillſtand der Gelegenheit zur Aeuße⸗ rung der Produktifkraft kann den Arbeitslohn erhoͤhen. Der Arbeiter, welcher fuͤrchtet, nicht bald Arbeit zu bekom— men, wird ſich die, die man von ihm miethet, hoͤher bezahlen laſſen, um gegen Mangel der Zukunft mindeſtens einigen Schuz zu haben. Vorzuͤglich iſt dieß der Fall beym Sinken des Staats⸗ kredits, wie dieß der franzoͤſiſche Finanzminiſter Ramel in einem(im J. 1799.) uͤber das Defizit erſtatteten Bericht an das Direktorium ſehr richtig bemerkt hat. 207. Man hoͤrt gewoͤhnlich Hoͤhe des Arbeitslohns als ein Hinderniß der Induſtrie, als ein Zeichen der Abnahme des Nazionalreichthums anklagen. Auf die Urſachen dieſer Erhoͤhung kommt es an, ob die Anklage gegruͤndet iſt. Dieſe Erhoͤhung entſteht entweder aus dem Mangel an Konkurrenz der Arbeit, oder aus dem Steigen des Werths, oder Preiſes der Guͤter. Iſt Mangel an Konkurrenz der Grund der Erhoͤhung des Arbeitslohns, ſo kommt es wieder darauf an: welches die Quelle der Seltenheit der Arbeiter iſt. Liegt ſie, wie z. B. zur Zeit der Schreckens⸗ und Di⸗ rektorialregierung in Frankreich, in politiſchen Urſachen, in anhaltenden Kriegen, oder Auswaunderungen, ſo iſt ſie aller⸗ dings ein wahres Hinderniß des Nazionalreichthums. Dann iſt naͤmlich das Verhaͤltniß zwiſchen Stoff und pro⸗ duktifer Kraft zerruͤttet; es iſt mehr Stoff vorhanden, als bearbeitet werden kann; der hohe Werth der Arbeit iſt alſo 104 Mangel an Kraft, und dieſer muß Stillſtand der Produkzion hervorbringen. Der Stoffbeſizer, der Kapitaliſt, muß einen großen Theil des Stoffs unbenuzt, oder mindſtens nicht gehoͤrig be⸗ nuzt laſſen, weil der Preis der Kraft mit dem Preiſe der Produkte in doppeltem Mißverhaͤltniß ſteht. Indem jener ſich durch Entvoͤlkerung erhoͤht, vermindert ſich dieſer wegen Mangel an Konſumzion, alſo an Abſaz. Liegt die Quelle der Seltenheit der Arbeiter im Mangel an Thaͤtigkeitstrieb der Einwohner, ſo iſt dieſer allerdings dem Nazionalreichthum eben ſo nachtheilig. Liegt ſie aber darin, daß die Zahl der Lohnarbeiter, durch den Anwachs der Stoffbeſizer und Kapitaliſten, abge⸗ nommenahat, ſo kann man die Erhoͤhung des Arbeitslohns nicht als ein Kennzeichen der Abnahme des Nazionalwohl⸗ ſtands betrachten. Dieſe Erhoͤhung kann dann kein anderes Reſultat hervorbringen, als die Verminderung des Gewinns an fremder Kraft, und dieß iſt vielmehr ein Sporn zu eigner Thaͤtigkeit. Es zwingt den Stoffbeſizer, ſeine eigne Kraft in Bewegung zu ſezen, alſo die Maſſe der produktifen Kraft zu vermehren, und dient dazu, jene Gleichheit im Gewinn herzuſtellen, jene Allgemeinheit des Wohlſtands zu bewirken, welche dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie zuſagt. 208. Entſteht die Erhoͤhung des Arbeitslohns aus dem erhoͤhten Werthe der Produkte, ſo iſt ſie ein Zeichen der Zunahme des Nazional⸗Reichthums und nicht ſeiner Abnahme. Jene Erhoͤhung wuͤrde allerdings nur als Preiserhoͤhung zu betrachten ſeyn, wenn wir uns Einen Staat abgeſchnitten und iſolirt denken koͤnnten; aber das allgemeine Band des Um⸗ gangs und Umtauſches, das wir bey jedem geſellſchaftlichen odukzion großen orig be⸗ reiſe der ner ſich wegen Nangel s dem beiter, abge⸗ blohns wohl⸗ deres winns en zu igne kktifen it im d zu mie hten des hung nitten Um⸗ lichen 105 Verhaͤltniſſe vorausſetzen muͤſſen, und deſſen abſolutes Daſeyn bey allen ſtaatswirthſchaftlichen Raiſonnements bey weitem nicht gehoͤrig in Betrachtung gezogen wird, jener no thwen⸗ dige Verkehr der Nazionen macht jenen Preis zum wirk⸗ lichen Werth. Da es ſich durchaus nicht abſondern laͤßt, wo dieſer Preis, dieſe Nominal⸗Erhoͤhung ihren Anfang nimmt, ſo wuͤrde gerade diejenige Nazion, welche bey dem Werthe ſtehen bliebe, offenbar an Genußmitteln, an Vermoͤ⸗ gen aͤrmer werden. Die Erhoͤhung des Preiſes bezeichnet nur ein Sinken des Preiſes der Muͤnze, alſo den Umlauf einer groͤßeren Maſſe derſelben. Es iſt alſo eben ſo natuͤrlich als gerecht, daß dieſe Erhoͤhung nicht einzig den Stoffbeſitzern zu gute komme, ſon⸗ dern auch auf diejenige iſolirte Produkzionskraft ſich ausdehne, welche gegen dieſen Stoff angetauſcht wird. Dadurch aber wird die Nazion nicht aͤrmer, das Gleichgewicht zwiſchen Stoffbeſitzern und iſolirten Produzenten ſtellt ſich nur wieder her. 209. Dann aber kann allerdings die aus dem Preiſe der Ge⸗ nußmittel folgende Erhoͤhung des Arbeitslohns dem Nazional⸗ Wohlſtande Einer Nazion ſchaͤdlich werden, wenn ihre Pro⸗ dukzionskraft an eine fremde Nazion vermiethet iſt, der ſie nicht unentbehrliche oder wohl ſelbſt monopoliſtiſche Produkte liefert, und mit der ſie alſo nicht Preis halten kann. Wenn z. B. in Irland die Preiſe der Lebensmittel be⸗ traͤchtlich erhoͤht wuͤrden, ſo wuͤrden die irlaͤndiſchen Leinweber ihre Waare um dieſelben Preiſe nicht liefern koͤnnen. Iſt nun z. B. in Amerika dieſe Waare entbehrlich, findet in andern Staaten jene Preiserhoͤhung nicht ſtatt, ſo wird ſich Amerika aus den letztern um wohlfeilere Preiſe mit Linnen verſorgen, und die irlaͤndiſchen Manufakturiſten werden verarmen. — 106— Dieß beweiſt aber nur, daß uͤberhaupt Produktifkraft, die an fremde Nazionen vermiethet iſt, und kein natuͤrliches Monopel beſitzt, keinen dauernden Nazional⸗Reichthum zu begruͤnden vermoͤge. 210. Die Schaͤdlichkeit des hohen Preiſes der Lohnarbeit fuͤr den Fortſchritt des Nazional⸗Reichthums, will gewoͤhnlich durch die daraus reſultirende Schwierigkeit beurkundet werden, große Unternehmungen und Stoff⸗Bearbeitungen auszufuͤhren, z. B. Fabriken, welche eine betraͤchtliche Produktifkraftmaſſe, alſo viele Lohnarbeiter fodern. Eine genaue Analyſe ſolcher Unternehmungen widerlegt dieſe Behauptung. Eine Unternehmung, welche den oͤkonomiſtiſchen Preis der Lohnarbeit nicht ertraͤgt, iſt auch nicht oͤkonomiſtiſch, befoͤrdert alſo auch nicht den Nazional⸗R eichthum. Dieſe Unternehmungen entſtehen oft aus der irrigen Idee, daß jede Nazion alle Gattungen von Genußmitteln produzi⸗ ren muͤſſe, und ſie ſtammt aus jenen egoiſtiſchen Anſichten der Staatswirthſchaft, welche die Nazional⸗Oekonomie kraft ih⸗ res weltbuͤrgerlichen Prinzips verwirft. Der Grund, warum eine dergleichen Unternehmung den okonomiſtiſchen Preis der Produktifkraft nicht traͤgt, liegt ent⸗ weder darin: daß das Produkt durch die kommerzielle Produktifkraft von andern Nazionen wohlfeiler beygeſchafft werden kann; oder daß der Unternehmer von ſeinem Ur⸗oder Produktſtoffe eine zu hohe Rente ziehen will: oder, daß der Grad des ver⸗ glichenen Werths des zu produzirenden Genußmittels mit dem dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie angemeſſenen vergliche⸗ nen Werthe der produktifen Kraft nicht im Verhaͤltniß ſteht. taſt, die turliches thum zu beit fil woͤhnlich verden, führen, tmaſſe, derlegt eis der aoͤrdert Iee, oduzi⸗ en der ſt ih⸗ den ent⸗ kraft ann; ſtoffe vet⸗ dem gliche⸗ j. —107 Die Tendenz der Nazional⸗Oekonomie iſt nur: daß al⸗ ler vorhandene Stoff in hoͤchſter Fülle durch Ppoduktifkraft zur Erſcheinung komme. Durch das Zuruͤckbleiben einer dergleichen Unternehmung, kann aber kein Stillſtand der produktifen Kraft entſtehen, denn ſobald dieſe Produkzion den verglichenen Werth der Kraft erreicht, wird ſich dieſe auch dahin wenden. 211. Erhoͤhung des Arbeiterlohns entſteht allerdings oft durch die Erſcheinung eines neuen Produktſtoffs. Ein neues Gewerbe, eine neue Fabrik, zieht die Arbeiter an ſich, und erhoͤht dadurch den Preis der Arbeit der uͤbrigen Fabriken. Dieß war z. B. der Fall bey den Tabakspflanzungen in Daͤnemark, waͤhrend des letzten amerikaniſchen Krieges. Dieß kann fuͤr den Augenblick allerdings dem Fortſchritt des Nazional⸗Reichthums nachtheilig werden. Es beweiſt aber nur, daß die Volksmenge mit dem Stoffe nicht im Verhaͤltniß iſt. Stoff muß ſtets Menſchen ſchaffen. Es kann alſo auch jener Stillſtand nur voruͤbergehend ſeyn, und er wird die Wahrheit nicht erſchuͤttern: daß, ſo wie Produktionskraft Stoff, alſo auch Stoff Produkzionskraft her⸗ vorbringt, und daß alſo die erſte Sorge des Staats ſeyn muß, Stoff zu ſchafſen. 3 212. Das Mißverhaͤltniß zwiſchen ihm und Volksmenge hebt ſich ſelbſt; nicht das zwiſchen Bevoͤlkerung und Stoff. Jene Behauptung, daß hoher Arbeitslohn der Nazional⸗Induſtrie chaͤdlich ſey, weil der Lohnarbeiter in theuern Zeiten mehr ar⸗ beite als in wohlfeilen, iſt von einſichtsvollen Beobachtern wi— derlegt worden. Es iſt vielmehr der Natur der menſchlichen Seele eben ſo gemaͤß, daß der Arbeiter in wohlfeilen Zeiten 108 ſeine Induſtrie verdoppele, weil ſich dann fuͤr ihn Ausſicht zu Erſparungen, alſo zu Erringung eines Kapitalſtoffs zeigt, deſ⸗ ſen Mangel ihn in theuern Zeiten entmuthen muß. Nur bey einem noch ganz rohen, indolenten Volke, dem aller Trieb zur Thaͤtigkeit und Verbeſſerung ſeines Zuſtands fehlt, kann eine gegentheilige Erfahrung eintreten. 213. Steigen muß der Arbeitslohn, bis die Nazion den hoͤchſten Gipfel des Reichthums erreicht hat. Bearbeitung vorhin unbearbeiteten Stoffs bringt das Begehren nach Arbeit hervor; dieſes hat Erhoͤhung der Bevoͤlkerung zur Folge. Aber mit dem Fortſchritt der Bearbeitung des Stoffs ſteigt die Be⸗ voͤlkerung erſt allmaͤhlig, und nicht in ſo gleichem Schritte, daß dieſes Wachsthum das Arbeitbegehren ausgliche. So lange der Urproduktifſtoff⸗Beſitzer noch unbearbeite⸗ ten Stoff hat, muß er die Zahl der Arbeiter zu vermehren ſuchen; dieſes Begehren muß die natuͤrliche Folge haben, daß der Arbeiter bey dem Mangel einer verhaͤltnißmaͤßigen Kon⸗ kurrenz ſeine Produkzionskraft ſo hoch als moͤglich zu verkau⸗ fen ſtrebt. Sobald aber die Maſſe des Stoffs mit den Arbei⸗ tern im Gleichgewichte ſeyn wird, wird ſich auch der Arbeits⸗ lohn beſtimmen; dann ſinkt der Wohlſtand des Lohnarbeiters, und dann kann der Lohn nur durch das allgemeine Steigen des Preiſes aller Waaren eine Veraͤnderung erleiden, um ſich in dieſem Gleichgewichte zu erhalten. 214. Hoher Preis der Lohnarbeit heißt alſo im Nazional⸗ wirthſchaftlichen Sinne nur: Herſtellung des Gleichgewichts des verglichenen Werths des Stoffs und der Produktifkraf.? und gerade dieſe Herſtellung muß die Tendenz der Na⸗ zional⸗Oekonomie ſeyn. Denn, ſo wie dieſes Gleichgewicht beurkundet, daß aller Produktifſtoff in prsduktifer Bewegung n den itung lrbeit Aber d Be, ritte, eite⸗ hren daß Kon⸗ kau⸗ rbei⸗ eits⸗ ers, des ˖in nal⸗ ichts af./ Na⸗ vicht gung iſt; ſo beweiſt es auch, daß alle produktife Kraft in einer, einen ethiſch rechtlichen Grad von Wohlſtand gewaͤhrenden Thaͤ⸗ tigkeit ſich befindet. 215. Der Staat muß daher jedes Mittel, das in ſeiner Macht iſt, d. h. welches nach dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie innerhalb der Graͤnzen ſeiner Rechtsbefugniſſe liegt, und dem alſo kein prohibitifes Geſetz derſelben entgegen ſtehet, anwen⸗ den, um die Produktenmaſſe zu vermehren. Eines der wohlthaͤtigſten und weiſeſten Mittel zu Befoͤr⸗ derung der Produkzion d. h. um den vorhandenen Stoff und die vorhandene produktife Kraft zur Fuͤlle der Entwick⸗ lung der Genußfaͤhigkeit zu bringen, iſt die Errichtung einer Staats⸗Kreditkaſſe; da naͤmlich, wo nicht der Reichthum, verbunden mit dem Gemeinſinn einzelner Nazional⸗ Glieder dieſe entbehrlich macht. Es giebt z. B. in England kaum einen Zweig der Nazional⸗Induſtrie, fauͤr den dort nicht eigene patriotiſche Geſellſchaften exiſtiren, an deren Spitze ſich oft die erſten Maͤnner des Reichs befinden, welche durch Bey— ſpiel und Belohnung die Produkzion befoͤrdern. Ihnen hat Großbritannien einen bedeutenden Theil ſeines Nazional⸗ Reichthums, und z. B. die Vollkommenheit ſeines Ackerbaues im einzelnen großentheils der von Sinclaire ge⸗ ſtifteten Board of agriculture zu danken. Weniger iſt von den Staatsverwaltungen ſelbſt in dieſer Hinſicht geſchehen. Eine dergleichen Staats⸗Kreditkaſſe verbindet damit den weſentlichen Vortheil, daß ſie den Muͤnzkapitaliſten ſichere Ge— legenheit verſchafft, auf eine nicht, wie dieß bey Staatsanlei⸗ hen der Fall iſt, die arbeitſame Klaſſe druͤckende, ſondern viel⸗ mehr deren Wohlſtand erhoͤhende Weiſe anzulegen. 9 8 — 110 Eben ſo wichtig fuͤr die Produkzion ſind diejenigen Inſti⸗ tute, welche die antioͤkonomiſtiſche, alſo vernichtende Konſumzion hemmen; mithin alle jene Verbindungen oder Staatsanſtalten, wodurch der parzielle Verluſt einzel⸗ ner Glieder auf die Maſſe der Nazion ausgetheilt, und, dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß, durch die Er⸗ haltung der Theile der Wohlſtand des Ganzen bewahrt wird. Dahin gehoͤren die Brandverſicherungs⸗Anſtalten, die man zur Zeit bald unter der unmittelbaren Leitung des Staats, bald durch freywillige Privatverbindungen nur in England, einem Theile von Teutſchland und in der preußiſchen Monarchie antrifft; ferner die Hagelverſicherungs⸗ und Viehaſſekuranz⸗ Anſtalten, die beynah allenthalben noch dermißt werden. Inſti⸗ tende n oder nzel⸗ und, ie Er⸗ wahrt alten, g des Maſſe der Produktif⸗Kraft. Bevoͤlkerung. und noch 22 216. Die Volksmenge koͤmmt in der Nazional⸗Oekonomiekunde in zweyfache Betrachtung:. Erſtens, als die Summe der Nazionalglieder, von deren Wohlſtande ſie handelt, und dann, als die Maſſe von produktifer Kraft, als einem weſentlichen Beſtandtheile des Nazional⸗Vermo⸗ gens(26.). 217. In keiner Materie der Staatswirthſchaft iſt wohl der Mangel des Anerkenntniſſes der Nazional-Oekonomiekunde, als einer eigenen Grundwiſſenſchaft, alſo auch der Recht⸗ lichkeit ihres Prinzips ſichtbarer, als in der Materie der Be⸗ voͤlkerung. Schon bey der Beſtimmung der ſtaatswirthſchaftlichen Aufgaben uͤber dieſen Gegenſtand findet man die Vermiſchung jener zweyerley Anſichten(216); bey der„Beantwor⸗ tung dieſer Aufgaben ſelbſt aber den Mangel eines richtigen Entſcheidungs⸗Prinzips. Jene Aufgaben waren: t. Bis zu welchem Punkt muß die Bevoͤlkerung getrieben werden, um Staatswohlſtand zu bewirken? 2. Wenn dieſer Punkt gefunden iſt, welches ſind die Mittel ihn zu erreichen? Ob es gleich groͤßtentheils an einer klaren Darſtellung jener Aufgaben fehlt, ſo finden wir ſia doch theils in den Theorien 8 * 114— der Staatswirthſchaftslehrer, theils in den Handlungen der Staatsverwaltungen zerſtuͤckt und zerſtreut. Bey der Beant⸗ wortung ſelbſt aber treffen wir auf eine zahlloſe Reihe von In⸗ konſequenzen und Widerſpruͤchen. 2198. Den Urſprung jener Anſichten findet man entwickelt in der Naz. Oek. 1. B. Z. 131— 137. 219. Die Frage iſt nun: Wie jene Aufgaben(Z. 216) nach dem Prinzip der Nazio⸗ nal⸗Oekonomie zu loͤſen ſeyen? Dieſes Prinzip iſt rein ethiſch. Es fodert Verbreitung des Wohlſtands unter die hoͤchſt moͤgliche Summe von We⸗ ſen, und mithin nothwendig auch die Bewirkung der hoͤchſtmoͤg⸗ lichen Maſſe von Produktifkraft. Aus jenem Prinzip, und einzig aus ihtn, muß alſo die Aufgabe geloͤſt werden: Ob ein Punkt fuͤr dieſe Tendenz vorhanden ſey? Wenn es einen giebt, welches dieſer Punkt? und welches dann die Mittel ſeyen ihn zu erreichen und ihn nicht zu uͤberſchreiten? Dieß ſchließt alſo eine unbegraͤnzte Bevoͤlkerungs⸗ Tendenz an ſich aus. Nur gewaltſame Stoͤrung des ordent⸗ lichen Gangs der Naturhaushaltung kann in einem Staat eine groͤßere Volksmenge draͤngen, als daſelbſt im Wohlſtande zu leben vermag; hat ſie aber ſich dort aus ſich ſelbſt bis zu jenem Punkt vermehrt, ſo kann auch nur Gewalt den Ueber⸗ fluß zuruͤckhalten. Jenes auf Zwang gegruͤndete Bevoͤlkerungs⸗ Syſtem iſ alſo Eingriff in die Urrechte der Menſchheit. Die Tendenz des Proporzionirungsſyſtems iſt: zwiſchen Stoff und Produkzionskraft der Staatsbuͤrger Verhaͤltniß, Gleichge⸗ wicht herzuſtellen, und in dieſem Gleichgewichte, in dieſer Har⸗ monie Nazionalwohlſtand zu ſuchen. ingen der B„, Beant⸗ von In⸗ lt in der Nazio⸗ ung des n We⸗ ſtmoͤg⸗ alſo endenz zunkt? n und ungs⸗ dent⸗ eine 115 Aber dieſes Syſtem ſetzt die Beſtimmung der Maſſe des Nazional⸗Stoffs voraus, alſo die Moͤglichkeit, die Maſſe der aus ihm zu erlangenden Genußmittel zu beſtimmen; und dieſe Beſtimmung iſt nach der Naturoͤkonomie unmoͤglich. Die Entdeckung einer einzigen neuen Wahrheit, ja nur einer einzigen nuzbaren neuen Pflanze, kann den ganzen Kalkul umſtuͤrzen. Dieß war z. B. in einem großen Theile von Europa mit den amerikaniſchen Kartoffeln der Fall; dieß der Fall bey dem Anbau des Klees und anderer Futterkraͤuter, welche durch die Erhoͤhung des Viehſtands ſo weſentlichen Einfluß auf die Er⸗ hoͤhung des Nazionalvermoͤgens, und dadurch der Bevoͤlkerung gehabt haben. Die Produkzionskraft erhebt erſt die weſentlichſte und vorzuͤglichſte Gattung des Stoffs, naͤmlich den Urproduktifſtoff zum wirklichen Nazionalvermoͤgen. Die Summe dieſes Nazionalvermoͤgens haͤngt alſo erſt von der Maſſe und dem Grade der vorhandenen Produkzionskraft ab, ſie kann alſo nicht vorhinein ſchon mit ihm verglichen und deren Gleichgewicht berechnet werden. Man kann alſo nicht vor⸗ aus beſtimmen: wie ſtark das Nazionalvermoͤgen durch die Zunahme der Maſſe der Produkzionskraft der Volksmenge an⸗ wachſen werde? Waͤre auch der Urproduktifſtoff eines Staats und deſſen hoͤchſte Perfektibilitaͤt, alſo auch der hoͤchſte Grad der Urpro⸗ duktifkraft beſtimmbar, ſo iſt es doch unmoͤglich, das Maxi— mum der induſtriellen und kommerziellen Produkzionskraft zu beſtimmen. Denn dieſes haͤngt nicht nur an dem Grade der Kultur und der Kraft an ſich, ſondern vorzuͤglich auch an dem Grade des Beduͤrfniſſes, der Noth und des Drangs, die oft erſt aus dem Grade der Volksmenge entſtehen. Das Maximum dieſer Produktifkraft iſt auch, nach der vorhandenen Nazionalſtoffmaſſe, nicht beſtimmbar, und dieſe 116- * kann durchaus keinen richtigen Maasſtab dazu abgeben; denn die Faͤhigkeit der Nazionalglieder, ſich von andern Nazio⸗ nen fremden Stoff fuͤr ihre produktife Kraft einzutauſchen, wird ſich durchaus nie beſtimmen laſſen. 14 Dieſer Theil der Produkzionskraft iſt indeß auch ein Theil des Nazionalvermoͤgens; denn in ſofern der Beſizer dieſer Kraft ſich dadurch eine zum Wohlſtand hinreichende Maſſe von Genußmitteln zu verſchaffen im Stande iſt, iſt dieſer Wohlſtand ein Vermoͤgenstheil ſeiner Nazion. Der Staat hat aber, nach dem Nazional⸗Oekonomie⸗Prin⸗ zip, nicht das Recht, die Nazionalglieder in der Wahl des Stoffs zu Anwendung ihrer Produktifkraft einzuſchraͤnken. Er hat, dieſem Prinzip als einem weltbuͤrgerlichen ge⸗ maͤß, eben ſo wenig das Recht, jene Proporzion durch Zwangsmaasregeln aufrecht zu erhalten, alſo die Einwande⸗ rung fremder Nazionalglieder zu hemmen, und die Nazion gleich einem geſellſchaftlichen Klub zu ſchließen. 220. So wie jene unbegraͤnzte Tendenz zur Bevoͤlkerung und eben ſo jenes Proporzioniren derſelben mit der Maſſe des vor⸗ handenen Stoffs an dem Mangel des Prinzips ſiechten, ſo werden wir auch gewahr, daß die Staaten gewoͤhnlich das Eine oder Andere dieſer Syſteme nur deswegen adoptirt haben, weil es der uͤbrigen Staatshaushaltung ganz oder zum Theil an der Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Organiſazion fehlte, und ſie alſo die daraus reſultirenden Gebrechen dadurch zu verguͤten ſtrebten.. Der Grundtrieb der menſchlichen Seele iſt: Streben nach Wohlſtand. Dieſer kann nur durch gewaltſame Mittel gehemmt werden; Wohlſtand aber erhoͤht an ſich den Begat⸗ tungstrieb, alſo die Fruchtbarkeit. 221. Das Bevoͤlkerungsſyſtem im Allgemeinen hat ſich, unter andern dieſer Verguͤtungsverſuche, auch des Mittels der An⸗ werbung und Anſiedlung fremder Koloniſten bedient. ——::—O⸗;-ñnůBnyyᷓ—AnA n nn—— ; denn Nazio⸗ zuſchen, uch ein Beſczer ichende ſt, iſt Prin⸗ l des . n ge⸗ durch ande⸗ azion tter An⸗ Die Gegnen dieſer Maasregel haben eingewendet: daß gewoͤhnlich nur die Hefe fremder Nazionen auswandert, daß Anhaͤnglichkeit am vaͤterlichen Boden den rechtlichen und arbeitſamen Mann, auch bey hohem Druck, an ſeine Heimath feſſelt, daß alſo die Koloniſten groͤßtentheils aus Muͤßiggaͤn⸗ gern, aus ſolchen Menſchen beſtehen, welche nur die Hoffnung lockt, in ihrer neuen Heimath ein Eldorado zu finden, nur die Begierde anzieht, ein muͤhloſes Schlaraffenleben zu ſuchen, und ſich von ihrem neuen Vaterlande dieſe unthaͤtige Exiſtenz bezahlen zu laſſen. Dieſe Gegner haben, zu Beurkundung ihrer Behauptung, den kraͤnklichen Zuſtand der meiſten dieſer Kolonien, z. B. des beruͤhmten von dem Maͤrtyrer Olavides geſtifteten Staats in Sierra Morena in Spanien, der Preußiſchen Kolo⸗ nieen Friedrichs des II., und noch mehr der Ruſſiſchen Kolo⸗ nieen der Kaiſerin Katharina angefuͤhrt. Es liegt allerdings Wahrheit in jener Behauptung, aber man darf auch nicht vergeſſen, daß der ſieche Zuſtand dieſer Kolonieen nicht allgemein iſt, und daß er da, wo er exiſtirt, ſeinen Grund gerade in deren Entſtehungsa rt hat, naͤm⸗ lich in der Anwerbung. Nichts iſd natuͤrlicher als daß jene oͤffentliche Einladung die Muͤßiggaͤnger fremder Nazionen locken mußte. Auch ſie ſtreben nach Wohlſtand, aber auf Koſten des Staats, der ſie ruft. Allerdings wird bey dem rechtlichen und arbeitſamen Staatsbuͤrger die Anhaͤnglichkeit an ſein Vaterland einem ho⸗ hen Grade von Druck die Wage halten; nur der hoͤchſte Grad deſſelben kann jene Anhaͤnglichkeit uͤberwinden, ihn vermoͤgen, mit ſeiner Heimath zugleich ſeine Freunde und Verwandte zu verlaſſen, und eine beſtimmte Gegenwart mit einer ungewiſſen Zukunft zu vertauſchen, in welcher ihn, auf den Fall, wo er ſich in ſeinen Erwartungen getaͤuſcht, oder vom Ungluͤck ver⸗ 118 folgt ſieht, der furchtbare Zuſtand gaͤnzlicher Huͤlfloſigkeit erwartet. 1 Den Duͤrftigen und zugleich Arbeitsſcheuen feſſeln keine Bande an Vaterland und Mitbuͤrger. Der Hang zum muͤh⸗ loſen Wohlleben unterdruͤckt jede edle Empfindung und Nei⸗ gung. Er iſt Weltbuͤrger im phyſiſchen, nicht im ethiſchen Sinne. Er nimmt alſo ſorgenlos den Wanderſtab in die Hand. Es iſt alſo ſchwer, die Geſeze der Nazional⸗Oekonomie durch unnatuͤrliche Maasregeln zu ergaͤnzen, und Bevoͤlkerung im Treibhauſe zu erzwingen. Laͤßt aber der Staat dieſe Geſeze walten, ſo legitimiren ſie ſich auch im Fall der Einwanderungen durch den Zuſtand ſolcher Koloniſten, welche einzig die Ausſicht lockte, in der neuen Heimath freyen Spielraum fuͤr ihr Streben nach Wohl⸗ ſtand zu finden. Sie beduͤrfen keines unnatuͤrlichen Reizes, ſie beduͤrfen nur des Gefuͤhls ihrer gegenwaͤrtigen Lage, und der Ausſicht einer beſſern, um freywillig, ohne Einladung, zu erſcheinen. 222. Indeß liegt ſelbſt jene unnatuͤrliche Lockung der Bevoͤlke⸗ rung dem Nazional⸗Oekonomie⸗Prinzip noch naͤher, als das Verbot der Einwanderung, und die hermetiſche Ver⸗ ſchließung der Staaten; naͤher als jene politiſche Intoleranz, welche den Staat zu einer geſchloſſenen Geſellſchaft macht, und die Erwerbung des Buͤrgerrechts erſchwert. Freyheit der Ein⸗ wanderung iſt alſo allerdings dem Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ nomie gemaͤß. Sie hat ſelbſt pſychologiſche und phyſiologiſche Gruͤnde fuͤr ſich. Es iſt naͤmlich fuͤr die Kultur der Menſchheit vortheilhaft, daß die Racen bisweilen gekreuzt, neues Blut, neuer Lebensſtoff, neue Anſichten, Sitten und Meinungen verpflanzt, dadurch die Einſeitigkeit des Nazional⸗Egoismus vernichtet, und Humanitaͤt, und aͤchter Buͤrgerſinn verbreitet werde. Auch gilt der kraͤnkliche Zuſtand geworbener Kolonieen ſigkeit keine muͤh⸗ Nei⸗ iſchen n die vomie rung niren tand der ohl⸗ zes, und zu lke⸗ 119 gewoͤhnlich nur von ihrer erſten Periode, und hebt nicht alle Vortheile derſelben auf. Jene Anwerbungen geſchehen groͤßtentheils nur in ſolchen Staaten, wo ſich beynahe alles in einem dem Anti⸗Nazio⸗ nal⸗Oekonomiſtiſchen Zuſtande befindet, wo alſo dem Streben nach Wohlſtande viele Hinderniſſe im Wege ſtehen. Denn nur dort ſind ſie unbedingt nothwendig. Jene Lockungen muͤſſen gerade darin beſtehen, daß man den Koloniſten vor der Hand dem natuͤrlichen Zuſtande, dem⸗ jenigen naͤmlich, den die Nazional⸗Oekonomiegeſeze vorzeich⸗ nen, ſo nahe bringt als es der wirkliche, alſo damit in Wider— ſpruch ſtehende Staatszuſtand nur erlaubt, daß man ihm alſo temporelle Ausnahmen von dieſem Zuſtande, temporelle Vor⸗ theile und Vorzuͤge vor ſeinen neuen Mitbuͤrgern bewilligt. Da aber dieß, ohne die ganze Staatswirthſchaftliche Maſchine zu verruͤcken, nicht allgemein moͤglich iſt, ſo iſt auch nichts natuͤrlicher, als daß der Koloniſt noch immer einen betraͤcht⸗ lichen Theil der Nachtheile dieſes Zuſtands fuͤhlt, alſo ſich fuͤr das Opfer ſeines Vaterlands, ſeiner Freunde und Bekannten nicht entſchaͤdigt glaubt. Nichts iſt ferner natuͤrlicher, als daß die gaͤnzliche Unbe⸗ kanntheit mit all den Gegenſtaͤnden, die ihn umgeben, mit den ihm fremden Sitten und Gewohnheiten ſeiner neuen Heimath; daß der Mangel aller Verbindungen, daß der Zuſtand von Huͤlfloſigkeit, den er anfangs, trotz aller Staatsunterſtuͤzungen, fuͤhlt, welche, vermoͤge ihrer geregelten Abgemeſſenheit, die freywilligen Huͤlfsleiſtungen der Freundſchaft und der Familien⸗ bande ſo ſchwer ergaͤnzen koͤnnen, daß ſelbſt die erſt allmaͤhlich ſich verlierende, dem Menſchen ſo natuͤrliche Sehnſucht nach ſeiner alten Heimath, anfangs jene Gaͤhrung von Miß⸗ muth und Unbehaglichkeit hervorbringen, die man bey den mehreſten Koloniſten ſindet, und zu der ſich die allgemeine Seelenkrankheit des Menſchen, die ewige Unzufriedenheit mit 120 4—— der gegenwaͤrtigen Lage, und der ſtets vergoldende Ruͤck⸗ blick auf Vergangenheit geſellt. Dagegen finden wir, daß der maͤcbtige Preſſer, die Noth, auch die Moralitaͤt der Koloniſten verbeſſert. Gerade jene Huͤlfloſigkeit ihrer neuen Lage zwingt ſie, dem Hange zum Muͤßiggange und muͤhloſen Wohlleben abzu— ſagen, den die Beziehungen in ihrem urſpruͤnglichen Vater⸗ lande, die Gaſtfreyheit ihrer Bekannten, oder der Kredit be⸗ guͤnſtigten, welchen ſie dort leichter ſich verſchaffen konnten. So groß alſo der Einfluß des Beyſpiels iſt, ſo nimmt doch gewoͤhnlich bey Koloniſten, wenn ſie auch einzig aus Ver⸗ brechern beſtehen, die Immoralitaͤt und der Hang zum Muͤ⸗ ßiggang in der neuen Heimath ab; ſie verſchmelzen ſich allmaͤh⸗ lig mit ihrem neuen Vaterlande, eignen ſich deſſen Sitten und Gewohnheiten an, und liefern alſo mindſtens in der zweyten Generazion dem Staate einen Zuwachs von nuͤzlichen Gliedern. 223. Außer jenen erzwungenen Einwanderungen hat man die Uebertretung der Nazional⸗Oekonomiegeſeze in Abſicht der Bevoͤlkerung auch durch unnatuͤrliche, naͤmlich die Urrechte der Menſchheit, und alſo auch wieder jene Geſeze verlezende Beguͤnſtigungen der Ehen, im Innern zu ergaͤn⸗ zen geſucht. Aber vergebens verſprach Ludwig der 14te durch ſein Edikt vom Jahre 1666. dem Familienvater von 10 Kin⸗ dern eine Staatspenſion. Wenn die Roͤmer ſich zu jenen ausgezeichneten Beguͤn⸗ ſtigungen der Ehe gedrungen ſahen, die unter den der lex Julia et Papia Poppaea bekannt ſind, und einen ganzen Kodex der Bevoͤlkerungskunſt ausmachen, ſo war es weniger Sitten⸗ verfall, der ihn erzwang, als die ausſchweifende Eroberungs⸗ ſucht, die raſtloſen auswaͤrtigen Kriege, die innerlichen Buͤr⸗ gerkaͤmpfe, und die von jener Herrſchgierde diktirten Kolonie⸗ verpflanzungen in die fernſten Gegenden Europas. d 2 di Al e Ruͤck⸗ t, die igt ſie, abzu⸗ Vater⸗ dit be⸗ nten. immt Ver⸗ Muͤ⸗ mmaͤh⸗ rund eyten dern. gen e in die ſeze aͤn⸗ arch en⸗ —— 121 d 224. Bleibt der Staat den Nazional⸗Oekonomiegeſetzen treu, ſo bedarf es keiner kuͤnſtlichen Bevoͤlkerungsmittel. Menſchen, ſagt Moͤſer*) mit Recht, kann man mit einer Waare ver⸗ gleichen, die, wenn ſie ſtark abgeht, auch ſtark verarbeitet wird. Fehlt es alſo einem Staate an Menſchen, mangeln dem Ackerbau Haͤnde, liegen große, produkzionsſaͤhige Landſtriche ungebaut, muͤſſen ſich die vorhandenen Staatseinwohner ihre zum Wohlſtand nothwendigen Bedauͤrfniſſe von fremden Nazio⸗ nen verſchaffen, und zwar mit einem Kraftaufwande, welcher den Wohlſtand ſelbſt wieder unmöͤglich macht, und in einem unoͤkonomiſtiſchen Preiſe; nimmt die Bevoͤlkerung ab, ſo ſchlage man nur die Konſtituzionsurkunde, oder den Kodex der Staatsgeſeze auf. Man loͤſe die Feſſeln des A ckerbaues, man beguͤnſtige bis auf einen gewiſſen oͤkonomiſtiſchen Punkt die Vertheilung des Grundeigenthums; und die Familie des Landmanns wird, von der dem Menſchen ſo natuͤrlichen Zuneigung zur Heimath gezogen, ſich in der Naͤhe des Familienvaters anſiedeln; er⸗ hoͤhte Produkzionskraft wird die Maſſe der Urprodukzion ver mehren, und der Acker, welcher nur eine Familie ernahrte, wird deren drey ernaͤhren. Man vertilge den unoͤkonomiſtiſchen Zunftzwang, und die freye Konkurrenz der Arbeitenden wird die Maſſe der in— duſtriellen Produkzion erhoͤhen; ſie wird ſelbſt die Urproduk⸗ zionskraft in lebhafteren Trieb ſezen. Man vertilge alle Zwangsgeſeze des Kommerzes, alle Aus⸗ und Einfuhrverbote, und die Zahl der Ur-, der indu⸗ ſtriellen und der kommerziellen Produzenten wird ſteigen. *) Patriotiſche Phantaſien, Ir Band, S. 246. 225. Die Armuth einer großen Volksklaſſe in allen bewohnten Ländern des Erdbodens hat jene Aengſtlichkeit der Regierungen uͤber die Bevoͤlkerung erzeugt. Man hat nicht einmal es der Muͤhe werth gehalten, die Urſachen dieſer Duͤrftigkeit zu erforſchen; man hat alſo auch nicht auf die zweckmaͤßigen Mittel denken koͤnnen, ihr abzu⸗ helfen. 8 Wird fuͤr die ſittliche Bildung des Staatsbuͤrgers geſorgt, wird ihm Arbeitſamkeit als die erſte und wichtigſte aller menſch⸗ lichen Tugenden eingepflanzt; wird dann ſeiner Thaͤtigkeit freyer Spielraum geoͤffnet; ſo wird die Armuth verſchwinden, und jedes Nazionalglied,(diejenigen Ungluͤcksfaͤlle ausgenom⸗ men, die in der menſchlichen Organiſazion liegen, als Krank⸗ heiten, koͤrperliche Gebrechen ꝛc.) ſich in demijenigen maͤßigen Wohlſtande befinden, der dem Nazional⸗Oekonomie⸗Prinzip zuſagt. 2 26. Denn nur in dem Mißverhaͤltniß der Produkzion und Konſumzion liegt jener kraͤnkliche Zuſtand der mehreſten Na— zionen. Zieht man von der Zahl der wirklichen Produzen⸗ ten die reinen Konſumenten, die Greiſe, die Kinder, die Kran⸗ ken, die Muͤßiggaͤnger ab; bedenkt man, daß das weibliche Geſchlecht mehr als die Haͤlfte des ganzen Menſchengeſchlechts ausmacht, und in den hoͤheren Staͤnden gar nichts, in den niedern, mindſtens in den Staͤdten nur ſelten ſo viel produzirt, als deſſen Konſumzion betraͤgt, ſo muß man wohl weit mehr daruͤber erſtaunen, daß bey der uͤbrig bleibenden klei⸗ nen Zahl der wahren Produzenten, ſo wie die Staaten jetzt organiſirt ſind, das Mißverhaͤltniß zwiſchen Produkzion und Konſumzion nicht noch weit groͤßer erſcheint. Ein Mißverhaͤlt⸗ uiß, das bey allen jenen un⸗- und antioͤkonomiſtiſchen Staats— einrichtungen nur durch die uͤberſchwaͤngliche Milde der Natur vohnten erungen n, die ſo auch abzu⸗ geſorgt, nenſch⸗ itigkeit inden, genom⸗ Krank⸗ jßigen rinzip mund Na⸗ uzen⸗ tan⸗ che ꝛchts den zirt, weit klei⸗ jetzt und haͤlt⸗ aats⸗ jatur —— 123 bis auf den Grad ausgeglichen werden kann, den wir der⸗ malen beynah allenthalben gewahren. 227. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie umfaßt die Menſchheit; aber die Anwendung der aus ihm reſultirenden Geſetze bezeichnet der Nazion allenthalben eine Graͤnze der Aus⸗ dehnung ſeiner Wohnung, den Flaͤcheninhalt, den Urſtoff. Wenn ſchon die von den allmaͤchtigen Leidenſchaften der Herrſchſucht und Eroberungsgierde hervorgebrachte jetzige Welt⸗ lage ſelbſt der Nazional-Oekonomie eine zu Behauptung der Selbſtſtaͤndigkeit und Unabhaͤngigkeit hinreichende relatife Staatsgroͤße zur Bedingung macht; ſo widerſtrebt doch Terri— torialumfang uͤb er einen gewiſſen Punkt nicht weniger jenem Prinzip. Wahr iſt es alſo: die Groͤße der Staaten iſt der nazio⸗ nal⸗oͤkonomiſtiſchen Bevoͤlkerung nachtheilig. Die Produkzionskraft der Staatsbuͤrger iſt mit der produktifen Kraft der Staatsverwaltung unzertrennlich ver⸗ bunden. Sie iſt der Centralpunkt der allgemeinen Na⸗ zionalthaͤtigkeit. Je groͤßer das Intereſſe des Regenten auf den Anwachs des Nazionalwohlſtands und der Bevoͤlkerung auf⸗ merkſam zu ſeyn, je unmittelbarer und naͤher jede Abnahme deſſelben ſeine Eitelkeit verwundet, oder ſeinen Genuß mindert, je treuer wird ſein Staatsverwaltungs⸗Syſtem dem Nazional⸗ Oekonomiegeſetze bleiben, und daher, je groͤßer die Volksmenge. Zu jenen Zeiten, wo die Staaten ſich in viele kleine Ge⸗ biete vertheilt befanden, war, nach dem Zeugniß der Ge— ſchichte“*), die Volksmenge ungleich betraͤchtlicher, und ſie nahm in dem naͤmlichen Grade ab, als dieſe in große Staaten ver⸗ einigt wurden. Die Mannigfaltigkeit der Regierungsformen und der von ihr abhaͤngigen Sitten, weit entfernt der Bevoͤlkerung nach⸗ *) Montesquieu Esprit des loix. T. 5. p. 226. 124 theilig zu ſeyn, beguͤnſtigt ſie vielmehr vorzuͤglich dadurch, daß ſie auch in die Gattungen der Induſtrie gleiche Man⸗ nigfaltigkeit bringt, und dieſer neuen Sporn giebt. Eine freye Nazion, der es an Arealflaͤche, an Grund⸗ eigenthum fehlt, um neben den ſie umgebenden groͤßern acker— bauenden Voͤlkern ihre Unabhaͤngigkeit zu behaupten, hat oft in dem Kunſtfleiße die einzige Huͤlfsquelle gefunden, und daher durch Manufakturen und Kommerz eine ihren Arealfonds weit uͤberwiegende Volksmenge erzeugt. Der Sitz der Regierung muß nothwendig ſtets das Cen⸗ trum der ganzen Nazional⸗Produktifkraft ſeyn. Bey ausge⸗ dehnten Staaten muͤſſen die Hauptſtaͤdte zu einer ungeheuern Groͤße anwachſen. Aber gerade dieſe ihre Monſtroſitaͤt muß urch die davon unzertrennliche Sittenentartung vielmehr auf die Entvoͤlkerung wirken; indeß die Hauptſtadt eines kleinen Staats die Staatskraͤfte nur einſaugt, um ſie durch tauſend Kanaͤle wieder in das ihr allenthalben nahe Gebiet zuruͤck zu leiten, und alſo die Bevoͤlkerung zu beguͤnſtigen. 228. Auf dem natuͤrlichen Wege d. h. bey treuer Einhaltung der Nazional⸗ Oekonomiegeſetze kann alſo die Populazion nicht bis zu einem dem Nazional⸗ Wohlſtande nachtheiligen Grad ſteigen. ¹ Schon vorhin iſt bemerkt worden, daß und warum weder Arealfonds, noch die jetzt gewonnen werdende Produkten⸗ maſſe, noch der exiſtirende Grad der Produktifkraft einen ſichern Maasſtab der Bevoͤlkerung abgeben koͤnne; denn dieſe bringt durch die Vermehrung der Summe der Produktifkraft in einem progreſſiſen Verhaͤltniſſe ganz neue Reſultate zur Er⸗ ſcheinung.. Eben dieſe Anſicht aber iſt es, welche bisher nicht richtig aufgefaßt worden zu ſeyn ſcheint. adurc, he Man⸗ Grund⸗ en acker⸗ hat oſt ddaher ds weit s Cen⸗ ausge⸗ hheuern t muß hr auf kleinen auſend uͤck zu altung ſazion lligen veder kten⸗ einen dieſe aft in ar Er⸗ richtig — 125 229. Einige Staats⸗Oekonomiſten haben behaupten wollen, die Volksmenge eines Staats ſey zu groß geworden, wenn der Ackerbau auf einen ſolchen Gipfel von Vollkommenheit geſtiegen ſey, daß der Landbauer ſeine Urprodukte ſelbſt bedarf, und alſo nichts an die uͤbrigen Produzenten und an die Konſumenten ab⸗ zuſetzen habe. Aber dann muͤßte dieß bey allen Nazionen der Fall ſeyn, unter welchen in Abſicht der Urprodukte ein oͤkonomiſeiſcher Ver⸗ kehr noch moͤglich iſt. Der erſte Blick auf die landwirthſchaftliche Lage aller eu⸗ ropaͤiſchen Voͤlker zeigt uns, wie weit ſie ſämmtlich mehr oder weniger von dieſem Punkte noch entfernt ſind. Denn ſelbſt die Entfernung ſtoͤrt den haushaͤlteriſchen Gang der Natur nicht. Koͤnnen auch die naͤchſtgraͤnzenden Staaten ſich keine Ur⸗ produkte mehr uͤberlaſſen, ſo wird doch Kommerz ſie vom ent⸗ fernteſten in den naͤchſten Staat bringen; dieſer wird eine gleiche Summe von den ſeinigen an den naͤchſten, und dieſer wieder an ſeinen Nachbar liefern, und dieß ſo lange als der Grad des verglichenen Werths es nur immer noch geſtatten wird, d. h. ſo lange die Rente des Urſtoffs und der Werth der ur⸗ und kom⸗ merziellen Produktifkraft ſich noch mit demjenigen Werthe bilanziren wird, den der Verzehrer an Vermoͤgen, näͤmlich an Stoff, oder produktifer Kraft, oder an beyden beſitzt oder zu erwerben im Stande ſeyn wird. 230. Allerdings hat ein ackerbauender Staat die ſolideſte Be⸗ voͤlkerungs⸗Baſis. Bey ihm kann die Volksmenge auf einen ſicherern Fortſchritt und auf ein regelmaͤßigeres Gleichgewicht rechnen, als bey dem Manufaktur⸗oder Kommerzſtaat d. h., bey demienigen Staate, der fuͤr ſeine Volksmenge, auch bey der hoͤchſten Kultur, nicht hinreichenden Urſtoff beſitzt. Dieſer muß die Produkte fremder Nazionen gegen ſeine induſtrielle oder kommerzielle Produktifkraft eintauſchen; er iſt alſo von ihnen abhaͤngig. 126 Die mannigfaltigen Revoluzionen und Launen des Schick⸗ ſals, welchen Handlung, Manufakturen und Fabriken ausge⸗ ſetzt ſind, köͤnnen eine große Maſſe dieſer Produzenten in ſo lange, bis die Folgen dieſer Revoluzion allmaͤhlich wieder ein— geglichen ſind, bis der Kunſtfleiß ſich neue Kanaͤle eroͤffnet hat, in temporelle Verlegenheit ſetzen. Aber gerade dieſe iſt der induſtriellen Produkzion toͤdtlich, denn es fehlt ihr gewoͤhn⸗ lich an Kapitalſtoff. Bey ihr iſt alſo Angeuilerlither Sarlſtand vernichtend. Deſto unweiſer erſcheint das Streben nach Bevoͤlkerung durch Fabriken und Manufakturen, als Bevoͤlkerungshebel be⸗ trachtet. Selbſt auf das temporelle Monopol eines Urprodukts kann man eine dauernde Bevoͤlkerung nicht gruͤnden. Manufakturen, welche vollends fremden Stoff fuͤr fremde Nazionen verarbeiten, werden der Pohulazion nie eine ſichre Exiſtenz gewaͤhren. Wenn aber auch in einem Staate ſich die Menſchenmaſſe bis zu einem Grad vermehrt hat, den der hoͤchſte Kulturſtand nicht mehr auszugleichen vermag, ſo iſt die natuͤrliche Folge: daß dieſer Ueberſchuß, von dem Streben nach Wohlſtand ge⸗ trieben, wie ein volles Gefaͤß uͤberfließt und im Schooße einer andern Nazion ſucht, was er in ſeiner Heimath nicht mehr zu finden vermag. Die Natur der griechiſchen Freyſtaaten beſtimmte, indem ſie die Bevoͤlkerung beguͤnſtigte, zugleich deren Graͤnzen. Die Heloten konnten nur eine gewiſſe Anzahl Spartaner ernaͤhren. Aber jener unweiſen, jener unmenſchlichen Geſetze zu Hemmung der Bevoͤlkerung bedurfte es nicht, die uns Ari⸗ ſtoteles erzaͤhlt. Die zahlreichen griechiſchen Kolonien in Klein— aſien auf den Inſeln des Archipels, im Helleſpont reichten hin, die uͤberfließende Volksmenge aufzunehmen. d an ‚s Schic en ausge⸗ ten in ſo ieder ein⸗ ffnet hat, ieſe it gewoͤhn⸗ tillſtand lkerung ebel be⸗ vrodukts toff fuͤr jon nie enmaſſe urſtand Folge: nd ge⸗ einer mehr indem artaner Geſetze s Ari Klein⸗ en hin, Die natuͤrliche Abneigung des Menſchen, ſich von ſeiner Heimath zu entfernen, ſichert den Staat ohnehin, daß der Buͤrger nur dann auswandern werde, wenn die Unmoͤglichkeit des Erwerbs ihn dazu draͤngt. Jene unrechtliche Auswande⸗ rungs⸗Verbote, welche den Staat zum Kerker machen, ſind alſo gegen die Nazional⸗ Oekonomiegeſetze. In militaͤriſchen Staaten hat man die Bewachung der Volksmenge ſelbſt bis zur Sklaverey getrieben. Man hat die Auswanderung durch ſtrenge Geſetze zu hemmen geſucht. Es bedarf wohl keines Beweiſes, daß das Syſtem der ſtehenden Heere, welches der produktifen Kraft die kraftvollſten Menſchen entzieht, ſo wie uͤberhaupt dem Prinzip der Nazio⸗ nal⸗Oekonomie fremd, alſo insbeſondere der Populazion nach⸗ theilig ſey. Aber ſelbſt dieſes Syſtem— das wir nun einmal als ein Pathos der buͤrgerlichen Geſellſchaft reſpektiren muͤſſen— ſelbſt jenes Syſtem kann die Auswandrungs⸗Verbote, auch in öko⸗ nomiſtiſcher Hinſicht, nicht rechtfertigen. Man klaͤre das Volk uͤber ſeine ſtaatsbuͤrgerlichen Pflichten, uͤber die unvermeidlichen Laſten der Geſellſchaft auf; man be— freye das Militaͤrſyſtem von allen geiſtloſen Umgebungen, man bediene ſich des Buͤrgers nur zur Vertheidigung ſeines Vater⸗ lands, und der Staatsbuͤrger wird ſeine Heimath willig ver⸗ theidigen, nicht verlaſſen. Wohin er dann auch fluͤchte: erwar⸗ ten ihn nicht die naͤmlichen Verpflichtungen? 2 32. Dieſe Bemerkungen vorausgeſetzt, ſind alſo jene Aufgaben (217.) leicht zu loͤſen. Nach dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie giebt es ei⸗ nen Punkt, einen Markſtein fuͤr die Nazional⸗Bevoͤlkerung. Dieſer Punkt iſt gefunden, wenn derjenige Grad von produk⸗ tifer Kraft, welchen der Begriff von Wohlſtand vertraͤgt, mit der hoͤchſten Perfektibilitaͤt der Stoffmaſſe im Gleichgewichte ſteht. 128—— Sobald dieſer Zuſtand eintritt, wird der Preis der zum Wohlſtande Cnach ethiſchen Grundſaͤtzen) erforderlichen Ge⸗ nußmittel den Karakter des verglichenen Merch an⸗ nehmen, alſo oͤkonomiſtiſch ſeyn. In dem hoͤchſten Grade des verglichenen Werths liegt aber die Maſſe von produktifer Kraft, welche jedes Genußmittel ab⸗ ſolut fodert, eben ſo als die dazu erforderliche Stoffmaſſe. Dieſer hoͤchſte Grad iſt uͤberſtiegen, ſobald der Produzent, um dieſes Genußmittel hervorzubringen, einen hoͤhern Grad von Kraftanſtrengung anwenden muß, als der Begriff von Wohl⸗ ſtand geſtattet. Wir wollen zum Beyſpiel annehmen daß der Strumpf⸗ weber, bey einer⸗gewoͤhnlichen Arbeit von zehn Stunden, taͤg⸗ lich ſechs Paar Struͤmpfe zu weben faͤhig ſey; der Preis aller andern Genußmittel waͤre im Verhaͤltniß des oͤkonomiſtiſchen Strumpfpreiſes(alſo als verglichener Werth betrachtet) ſo geſtiegen, daß, um im Wohlſtande leben zu koͤnnen, er taͤglich acht Paar Struͤmpfe weben, alſo etwa dreyzehn Stunden ar⸗ beiten muͤßte, ſo iſt das Verhaͤltniß verruͤckt; der Strumpf⸗ weber wird ſeine phyſiſche Kraft erſchoͤpfen, die noͤthige Erho⸗ lungszeit wird ihm fehlen, und das Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie will nicht, daß der Menſch nur exiſtire, ſondern daß er genieße, und exiſtire um zu genießen. Sobald es alſo in Abſicht aller und jeder Produzenten ſich durchaus auf die naͤmliche Weiſe verhaͤlt, und alle und jede Produkte ſich auf dieſe Weiſe ausgeglichen haben, d. h. auf jenem Punkt des in Preis uͤbergegangenen verglichenen Werths ſtehen, iſt auch der Bevoͤlkerungspunkt erreicht. Wenn der Landbauer bey jenem Grade von Anſtrengung nicht mehr Getreide voder Vieh erzeugen, wenn er dieß nach dem Verhaͤltniß des in oͤkonomiſtiſchen Preis verwandelten verglichenen Werths aller andern Genußmittel wohlfeiler nicht geben, d. h. die ihm zu ſeinem Wohlſtand erforderliche Maſſe nicht eintauſchen kann, wenn dieß bey dem Mannfakturiſten u. ſ. w. kraft des vergliche⸗ rune gaͤn eis der zum erlichen Ga erths an ſs liegt aber aßmittel ab⸗ Stoffmaſſe uzent, um Grad von oon Wohl, Strumpf⸗ nden, taͤg Preis aller omiſtiſchen achtet) ſo „er taͤglich tunden ar⸗ Strumpf⸗ hige Ethe⸗ Nazional⸗ e, ſondern . zenten ſich und jede d. h. auf en Werths Wenn der r Getrede haͤltni ß des en h. die ihm uſchen kann, es verglite — 129 nen Werths, naͤmlich des darin liegenden Stoffs und produk⸗ tifer Kraftmaſſe, der naͤmliche Fall iſt, ſo kann Zunahme der Bevoͤlkerung nur Abnahme an Nazionalreichthum, naͤmlich unverhaͤltnißmaͤßige Komſumzion hervorbringen. Allerdings ſezt die Moͤglichkeit, dieſen Punkt zu erreichen, alſo auch ihn zu finden, die volle, treue Beobachtung der Na⸗ zional⸗Oekonomiegeſeze, mithin einen dieſen Geſezen gemaͤß beſtehenden Zuſtand der buͤrgerlichen Geſellſchaft voraus. Die Mittel dieſen Punkt zu erreichen liegen einzig in die⸗ ſen Geſezen. G Leicht ſind hingegen die Mittel zu verhuͤten, daß dieſer Punkt nicht uͤberſchritten werde. Die Nazional⸗Oekonomie erkennt kein Verbot der Aus⸗ wanderung. Sie ſchuͤzt die Freyheit der Einwande⸗ rung. Aber wenn die Staatswirthſchaft in demjenigen Falle, wo es dem Staate noch an produktifer Kraft mangelt, die Ein⸗ wanderungen nicht locken, doch durch Vortheile, Vorzuͤge, tem⸗ porelle Befreyungen von den ſtaatsgeſellſchaftlichen Laſten ꝛc. beguͤnſtigen muß, ſo darf ſie in dieſen Beguͤnſtigungen nur ſtille ſtehen, ſobald die Geſetze der Nazional-Oekonomie ihr jenen Punkt bezeichnen. Dieß iſt alles was ſie ſich, dieſen Geſezen gemaͤß, erlau— ben darf; aber es reicht hin, um die Ueberſchreitung je⸗ nes Punkts zu verhuͤten. Die uͤberſchießende Volksmenge wird von ſich ſelbſt abfließen. Weiter geht aber die Pflicht der Staatsverwaltung zu Verhuͤtung eines Bevoͤlkerungs⸗Ueber⸗ maaßes, nach dem Nazional⸗Oekonomieprinzip keineswegs. Sie erkennt die unrichtige Anſicht des Verhaͤltniſſes der Nazionen zu den Regenten, nach welcher jene als das Eigen⸗ thum dieſer betrachtet werden, nicht an, alſo auch die Folge⸗ rung derſelben nicht, nach welcher die Staatsbuͤrger als Koſt⸗ gaͤnger der Herrſcher erſcheinen. 9 130 3 24 8 Die Pflicht des Staats ſchraͤnkt ſich alſo nur da ra uj f ein, jedem Nazionalgliede den groͤßtmoͤglichſten Spielraum faͤr ſeine produktife Kraft zu oͤffnen, und die freye Aeußerung der⸗ ſelben zu ſichern. „ I. Denken wir uns uͤbrigens nur Einen Staat den Nazional⸗ Oekonomiegeſetzen gemaͤß organiſirt; er wird magnetiſch alle Bevoͤlkerung an ſich ziehen; aber gerade dieß wird alle uͤbrige Staaten zur Nachahmung zwingen, und das Gleichgewicht wird hergeſtellt werden. darauf lraum fir erung del⸗ Nazional, ſetiſch alle le uͤbrige ichgewicht Fuͤnftes Buch. Gattungen der Produktif⸗Kraft. 1. Urprodukzion. Ackerbau, Landwirthſchaft. ———— . 233. Produktifer Urſtoff iſt der weſentlichſte Beſtandtheil des Nazionalvermoͤgens, denn 1. der iſolirte Urſtoff liefert nur wenige Genußmittel, 2. der Produktſtoff, ſowohl der natuͤrliche, als indu⸗ ſtrielle, wird aus dem produktifen Urſtoff genommen. (Naz. Oek. 1. B. S. 61.) . 234. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie fodert 1. den produktifen Urſtoff auf den hoͤchmoͤglichen Grad zu er⸗ hoͤhen und zu vermehren; 2. die Urprodukzion auf jede mit ihrem Prinzip, welches die Rechtsgrundſaͤze einſchließt, moͤgliche Weiſe zu befoͤr— dern, und alle dieſer Erhoͤhung der Urprodukzion entgegen ſtehende Hinderniſſe zu entfernen. 235, Die Vermehrung des produktifen Urſtoffs kann geſchehen, 1. durch den Anbau alles im Staat vorhandenen Pro⸗ dukzionsfaͤhigen Urſtoffs; 2. durch Erhoͤhung der Kultur, alſo des Ertrags des be⸗ reits angebauten Urſtoffs. Mitten in den fruchtbarſten Provinzen, im Herzen von Europa, iſt das Land bey weitem noch nicht alles angebaut. Unzaͤhlige Wuͤſtenehen, unter den Namen von Marken, 1 Gemeinheiten, Huthplaͤzen, beurkunden noch die Kindheit des Landbaues, und vereinigen auf eine um ſo ſon⸗ derbarere Weiſe das Bild der wilden Natur, mit dem der Civiliſazion, da man in den naͤmlichen Staaten bey der leiſe— ſten Veranlaſſung, mit der aͤngſtlichſten Sorge fuͤr den Unter⸗ 134— halt des Volks ringt, und zu den gewaltſamſten Maasregeln greift. Nur die hoͤchſte Noth konnte hisweilen den Anbau eines Theils dieſer Oedungen erzwingen, und erſt ſeit einigen Jah⸗ ren beginnt man allmaͤhlig, hie und da die Gemeinheiten ab⸗ zutheilen. Die Bedaͤchtlichkeit, mit welcher man dabey zu Werke geht, beurkundet, daß die Nazional⸗Oekonomiegeſeze nichts weniger als allgemein anerkannt ſind. Da, wo dieſe Heyden nicht einzelnen Großen, ſondern ganzen Koͤrperſchaften zuge⸗ hoͤren, ſezt man gewoͤhnlich bey den Geſammteinwohnern eines gewiſſen Fleckens oder Dorfs ein Eigenthumsrecht auf dieſe Oedungen voraus, das ſowohl mit der Geſchichte der Kultur, als mit dem Rechtsprinzip der urſpruͤnglichen geſellſchaftlichen Vereinigung im Widerſpruche ſteht. Der Anbau begruͤndete dae Grundeigenthumsrecht. Wo dieſer Okkupazionsakt gar nie exiſtirte, konnte auch kein Grund⸗ eigenthumsrecht rechtlich erworben werden; denn die Benuzun 3 zur Huth gehoͤrt jenem Zuſtande der Wildheit an, wo aller Boden Geſammt⸗ Nazionaleigenthum war, aus dem die Geſellſchaft durch den Zuſtand der Civiliſazion laͤngſt heraus⸗ getreten iſt, und die— wie wir bey der Jagd ſehen,— mit und neben einander gar nicht beſtehen koͤnnen. Das Geſammteigenthum dieſer Oedungen, welches die alten Einwohner eines Fleckens oder Dorfs ſich angemaßt haben, und welches nothwendig bey der einmal erfolgten Gruͤn⸗ dung des Privateigenthums den Anbau unmoͤglich machen, und die einzig moͤgliche Benuzung derſelben, nach dem Zuſtande der Wildheit, naͤmlich durch B Behuͤtung erzwingen mußte, iſt eine durchaus unhaltbare Fikzion. Bey dem Eintritte in den Civiliſazionszuſtand iſt nicht eine allgemeine Nazionalkultur, ſondern eine ein⸗ zelne Privatkultur, ein abgetheiltes Privateigenthum zur Grundlage der geſellſchaftlichen Verfaſſungen gemacht worden; es laͤßt ſich alſo kein Grund zu einer Ausnahme in Abſicht jener Naasneal bau eines igen Ja⸗ heiten al⸗ zu Werke eze nichte Heyden ten zuge⸗ ern eines Grund⸗ denuzuung dem die heraus⸗ — mit welches ꝛgemaßt Gruͤn⸗ n, und nde der iſt eine ſt nicht ine ein⸗ um zur worden; ct jener 135 Oedungen denken: auch iſt die rechtliche Okkupazion erſt durch den Anbau entſtanden: die urſpruͤnglichen Einwohner bauten an, ſo viel ſie damals bedurften, oder mit ihrem Kapitalſtoffe, oder vermöͤge ihrer Pi voduktifkraft anbauen konnten. Bey dem ſo allmaͤhligen Fortſchritt der Civiliſazion und der Kultur, alſo auch der Bevoͤlkerung, wird es wohl unmoͤg⸗ lich ſeyn, jene Fikzion zu rechtfertigen, zumal es ohnehin nur durch eine neue Unterſtellung, naͤmlich die des ſtillſchweigen⸗ den Vorbehalts einer kuͤnftigen Ausdehnung des Anbaues auf dieſe Oedungen geſchehen koͤnnte. Man wird alſo in Abſicht derſelben auf den nuejeali hin Zuſtand der Geſellſchaftan zuruͤck gehen, und ſie als Ge⸗ ſammt⸗Nazionaleigenthum anerkennen muͤſſen, auf welches man den Einwohnern eines beſtimmten Fleckens oder Dorfs, hoͤchſtens den ſpezielleren Auſpruch der Naͤhe, als des erleichterten Anbaues zugeſtehen kann. teieſe daud kann aber nicht auf die etwa vorhandenen aͤ! en Einwohner eingeſchraͤnkt werden, die ſich unter den Namen von Gemein⸗ den(Communauté) und Gemeinderechten in ein e geſchloſſene Korporazion geformt haben; denn dieſe iſt zwar in Abſicht d wechſelſeitigen Rechte und Verbamd lichkeiten der Glieder unter ſich, aber nicht gegen den Staat mi ig. Das als rechtlich anerkannte Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ nomie fodert gebieteriſch: Anban Alles Urproduktifſtoffs: hoͤchſtmoͤgli che Ausdehnung der Urproduktifkraft. Nach ir Anſicht verſchwinden alle aͤngſtliche auf ein nicht erfindliches Eigenthumsrecht gegruͤndete Bedenklichkeiten, in Abſicht: des Anbaues, und der Vertheilung dieſer Oedungen. Will man dennoch die Richtigkeit jener Anſicht bezweifeln, oder glaubt die Staatswirthſchaft ſich hier nicht zu der Hoͤhe des Prinzips der Naz 3odd⸗DeroRöhif erheben zu duͤrfen, ſo giebt wenigſtens der dermalige e Grundeigenthumsbeſiz der Einwohner den ehülichſlen. ſicherſten, natuͤrlichſten und leichteſten Maasſtab zur Vertheilung; obgleich auch er den Be⸗ ſtimmungen eines weiſen Ackergeſezes unterliegen muͤßte. heit der Phantaſie, ſo wie die Groͤße ihres Gebiets. Aber Eben ſo entſchieden macht das praͤzeptife Geſez der Na⸗ zional⸗Oekonomie es dem Staate zur Pflicht, und giebt ihm alſo das Recht, den Privateigenthuͤmer, unbeſchadet ſeiner Grundeigenthumsrechte, zu zwingen, daß er Oedungen anbaue, oder dem Anbau uͤberlaſſe, und da, wo es an Kapi⸗ talſtoff fehlt, muß die Staatsverwaltung, kraft jener Pflicht, fuͤr die Nazionalgeſammtheit einſchreiten. 236. Die Erhoͤhung des produktifen Urſtoffs durch Erobe⸗ rungen, alſo Ausdehnung des Staats bis zu ſeinen ſo— genannten natuͤrlichen Graͤnzen, die ein neuerer Philoſoph in ſein Syſtem aufgenommen hat, liegt nur in ſofern in dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie, als dieſe zu ihrer Anwen⸗ dung einen Nazional⸗Oekonomiſtiſch konſtituirten Staat, d. h. einen buͤrgerlichen Verein vorausſezt, der kraft ſeiner Organi⸗ ſazion, Sicherheit, alſo Feſtigkeit und Dauer beſizt. Eben deswegen iſt ſelbſt jeder Nazionalkrieg zu Behaup⸗ tung dieſer Sicherheit und Dauer, Nazional⸗Oekonomiſtiſch. 3 237. Die Befoͤrderung der Urprodukzion und Entfernung aller ihr entgegenſtehenden Hinderniſſe beruht vorzuͤglich in der richtigen Anſicht ihres Gehalts.. Der Nazionalreichthum kann weder durch den muͤhloſen Eintauſch der Genußmittel, noch durch den Eintauſch derſelben mittelſt der induſtriellen und kommerziellen Produktifkraft er⸗ langt werden. 13 Der natuͤrliche Zug der menſchlichen Seele iſt: Streben nach Wohlſtand, nach Behaglichkeit und zunaͤchſt nach Be— friedigung der ſinnlichen Beduͤrfniſſe, nach Genuß der phyſi⸗ ſchen Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten. Iſt ſie zu einem gewiſſen Grad von Ausbildung gelangt, ſo wird ihr jener Trieb nach ſteter Uebung und Thaͤtigkeit zum Beduͤrfniß; und dieß erklaͤrt den Urſprung aller Mythologien, die Neigung zum Wunderbaren und Abentheuerlichen, und die raſtloſe Reg⸗ ni gial ſicen dan gſi 15 4 nüſ der Na⸗ giebt ihm det ſeiner Oedungen an Kapi⸗ Pficht, Erobe⸗ inen ſo⸗ ſoph in in dem Anwen⸗ , d. h. Organi ,, iſtiſch. ernung in der ihloſen rſelben ft er⸗ reben ˖Be⸗ hyſi⸗ le zu d ihr rfniß; eigung e Reg⸗ Aber — 137 gerade dieſe Kulturſtufe hat mit dem Zuſtande der Wildheit die Abneigung gegen koͤrperliche Anſtrengung gemein, welche den Geiſt entmuthet und ſeine Energie abſpannt. In jenen beiden Lagen iſt alſo das menſchliche Gemuͤth in raſtloſem Kampfe mit ſich ſelbſt. In dem naͤmlichen Grade als die Kraͤfte der Seele ſich durch Ausbildung entfalten, nimmt der Wirkungskreis ihrer Thaͤtigkeit, alſo auch die Ab⸗ neigung gegen koͤrperliche Anſtrengung zu, und eben deswegen faßt ſie mit Leidenſchaft jedes Mittel auf, das Streben nach Wohlſtand mit jenen Empfindungen in Eintracht zu bringen. Daher jene Ueberſchreitung der Urprodukzion, als der beſchwerlichſten; daher jener Sprung zu der induſtriellen und kommerziellen; daher jene erzwungene Fabriken und Manufakturen; jenes uͤberſpannte Kommerz, deſſen Thaͤtigkeit und Bewegung die Graͤnzen des Gegenſtands uͤberſpringt, und durch die nominale Groͤße ſeiner Operazionen nur einen kurzen taͤuſchenden Schimmer von Wohlſtand um ſich verbrei⸗ tet. Indeß jene Entfaltung der Seelenkraͤfte die ihr hinder⸗ liche koͤrperliche Anſtrengung zuruͤck ſtoͤßt, alſo in immer fort⸗ ſchreitendem Verhaͤltniſſe die Urproduktifkraft⸗Aeußerung ver⸗ mindert, zog jener taͤuſchende ephemere Glanz des Kommer⸗ zial- und Fabrikreichthums die Produktifkraft in dem naͤm⸗ lichen Grade an ſich, und ſezte an die Stelle reellen und dauernden Wohlſtands ein glaͤnzendes Fantom, das durch ſeine raſtloſe Regſamkeit und Bewegung die Illuſion unterhielt: als ob Geſchaͤftigkeit nothwendig Produkzion ſeyn muͤſſe.— Nichts hat wohl mehr dazu beygetragen, dieſe Taͤuſchung zu unterhalten, als jene merkwuͤrdigen Ereigniſſe der lezten Jahrhunderte, die Entdeckung der Fahrt um die ſuͤdliche Spize von Afrika, und die Entdeckung von Amerika. Sie haben die europaͤiſchen Nazionen mit neuen Genuß— mitteln bereichert, aber auch mit neuen vorhin unbekannten Beduͤrfaiſſen, die allmaͤhlig zu unentbehrlichen geworden ſind. Der Genuß wurde erweitert und nach dem reinen, liberalen Prinzip der Nazional⸗Oekonomie iſt dieß llerdings Gewinn, in ſofern naͤmlich durch dieſe Erweiterung auch die Produktifkraft geſpannt und erhoͤht wird. Dieß war auch das Reſultat jener Entdeckungen, und in dieſem Sinne muß der Nazional⸗Oekonomiſt auch deren Vor⸗ theile anerkennen. Die induſtrielle und kommerzielle Produktifkraft iſt da⸗ burch unſtreitig erhoͤht worden; allein in dem naͤ äͤmlichen Grade blieb auch die Urproduktifkraft zuruͤck. Erſt dann alſo, wenn ſie jene Kraftaͤußerungen eing geholt hat, wenn die europaͤiſchen Nazionen eingeſehen haben werden, daß der hoͤchſte Grad der induſtriellen und kommerziellen Pro⸗ duktifkraft, den Mangel der Urproduktifkraft nicht zu erſezen vermag, weil ſie allein dauernden und ſichern Wohlſtand gewaͤhren kann, erſt dann wird man alſo jene Entdeckungen als eine Wohlthat fuͤr die kultivirte Menſchheit betrachten koͤnnen. Dieſe Ueberzeugung iſt allerdings langſamer fortgeſchritten als es nach dem natuͤrlichen Gange der Dinge, bey der Ein⸗ fachheit und Klarheit jener Anſicht zu erwarten geweſen waͤre; aber ſie iſt durch den weiten Spielraum, welchen jene große Begebenheiten der induſtriellen und vorzuͤglich der kommerziel⸗ len Produktifkraft zunaͤchſt geoͤffnet hatten, in ihrem Laufe aufgehalten— und endlich mittelſt eines in der Geſchichte des menſchlichen Geiſtes nicht ſeltenen Cirkels, durch di ſaͤmlichen Begebenheiten, demſelben aufgedrungen worden. Der Ackerbau hat die Ruͤckwirkung dieſes Kommerzial⸗ und Fabrikſyſtems allerdings wohlthaͤtig empfunden. Durch dieſe Erhoͤhung der induſtriellen und kommerziellen Produktif⸗ kraft mußte nothwendig, ſo lange deren Stoff dauerte, die Volksmenge erhoͤht werden, alſo auch das Beduͤrfniß von un⸗ entbehrlichen Genußmitteln. Dieſe koͤnnen jene Kraͤfte theils gar nicht, theils konnten ſie ſolche,(z. B. durch Einbringung fremden Getreides aus Afrika ꝛc.) nicht um einen mit dem Grad * n keinen, allerdings auch die „ Und in eren Vor⸗ t iſt da⸗ en Grade ingeholt werden, en Pro⸗ erſezen ohlſtand ckungen trachten ſchritten er Ein⸗ waͤre; e große nerziel⸗ Laufe ſte des nlichen erzial⸗ Durch duktif⸗ te, die don un e theils ringung m Gred —— 139 des verglichenen Werths verhaͤltnißmaͤßigen Preis kommerziell produziren,(einfuͤhren.) Dadurch wurde denn der verglichene Werth der Urprodukte bedeutend erhoͤht, die urproduktife Kraft gewaltſam aufgeregt. Die Haushaltung der Menſchheit hat alſo, wis wir ſehen, gerade den entgegen geſezten Gang genommen, den die Natur ihr vorzeichnete. Dieſer verkehrte Gang giebt aber keineswegs die naͤmlichen Reſultate, als der natuͤrliche. Er iſt der Menſchheit in dem Fortſchritte des Nazionalreichthums nicht vortheilhaft geweſen. Dem Ackerbau ſind durch dieſen unnatuͤrlichen Gang weit mehr Arme entzogen worden, als er entbehren konnte. Statt aß er auf dem natuͤrlichen Wege bald zu ſeiner hoͤchſten Voll⸗ kommenheit haͤtte klimmen muͤſſen, iſt er in ſeiner Laufbahn nur ſehr langſam fortgeſchritten, und hat eben dadurch ſeibſt die induſtrielle und kommerzielle Produktifkraft begraͤnzt. Statt daß der Ackerbau nur dasjenige, was ihm an Produk⸗ tifkraft entbehrlich war, an jene Kraͤfte haͤtte abgeben ſollen, iſt, umgewendet, nur das, was aus jener Menſchenmaſſe, wel⸗ che ſich mit Fabriken und Kommerz beſchaͤftigten, uͤberfloß, oder von dieſen gleichſam ausgeſchlöſſen wurde, fuͤr ihn uͤbrig geblieben. Der Ackerbau ernaͤhrt alle dieſenigen Menſchen, welche er beſchaͤftigt, und kann und wird ſtets nur diejenigen aus⸗ ſtoßen, welche er nicht mehr zu beſchaͤftigen vermag. Bey den Fabriken und dem Kommerz iſt dieß nicht der Fall; von ihrer Produktifkraft geht nichts auf den Ackerbau uͤber. Nur Uebung erzeugt Kraft; die Erſchlaffung der koͤrper⸗ lichen Kraͤfte macht ſelbſt jenen Uebergang groͤßtentheils un⸗ moͤglich. Auch erhoͤht dieſe Erſchlaffung nothwendig den Wi⸗ derwillen gegen koͤrperliche Anſtrengung; und denjenigen Men⸗ ſchen, der den Ackerbau nicht fruͤh begonnen hat, wird kaum der hoͤchſte Grad des Elends zu ihm zuruͤck fuͤhren. Daher oft die wunderbare Erſcheinung einer uͤberſpannten duͤrftigen 8 Volksmenge, mitten unter oden, oder ſchlecht angebauten Fluren. Jener unnatuͤrliche Gang hat denn das unverkennbare Mißverhaͤltniß zwiſchen Urprodukten und induſtriellen Pro⸗ dukten, jene in den Magazinen des Kommerzes und der Fabrikverleger aufgethuͤrmten Waarenmaſſen erzeugt, von wel⸗ chen anfangs nur die handelnden Nazionen uͤberſtroͤmten, und nun beynahe alle Nazionen uͤberſtroͤmen. Der Naturhaushaltung gemaͤß haͤtte ſich das Verhaͤltniß des verglichenen Werths der Ur⸗ und der induſtriellen Pro⸗ dukte nach der Maſſe des vorhandenen Produkzionsfaͤhigen Stoffs reguliren ſollen. Der Urſtoff blieb großentheils un⸗ produzirt, jenes Verhaͤltniß mußte ſich alſo nach der Maſſe der Produkte reguliren, und deren groͤßere Maſſe, nach Verhaͤlt⸗ niß der Volksmenge, war bey weitem die induſtrielle. Auch die induſtriellen Produkte muͤſſen aus dem Urſtoffe genommen werden; aber dieſe fodern an ſich eine weit gerin⸗ gere Maſſe von Urſtoff, d. h. aus der naͤmlichen Maſſe von Urſtoff kann durch die induſtrielle Produktifkraft eine weit groͤßere Zahlmaſſe von induſtriellem Produktſtoffe gezogen werden, als ſie in der Eigenſchaft von Urprodukten geweſen waͤre. Dagegen fodert die induſtrielle Produkzion einen groͤßeren Aufwand von produktifer Kraft, vorzuͤglich von Zeit, als dem Hauptregulator des Grads der produktifen Kraft, und eben deswegen auch eine weit groͤßere Konſumzion. Die Eigenſchaft beyder Produkte war es alſo, welche Aelies ihren Einfluß auf die Regulirung ihres verglichenen Werths aͤußern mußte. Da die Urprodukte die unentbehrlichſten Genußmittel ent⸗ hielten, ſo mußte unvermeidlich der Grad ihres verglichenen Werths, gegen den der Induſtrieprodukte, unter jenen Um⸗ ſtaͤnden, bis zu dem aͤußerſten Punkt ſteigen, den die indu⸗ ſtrielle Produktifkraft nur zu ertragen vermochte, und alle kuͤnſtliche Operazionen der Staatsverwaltungen konnten den gebauten kennbate en Pro⸗ und der von wel⸗ en, und thaͤltniß n Pro⸗ fähigen ls un⸗ iſſe der erhaͤlt⸗ le. lrſtoffe gerin⸗ ſe von e weit ezogen eweſen ößeren t!, als und helche henen lent⸗ henen Um⸗ indu⸗ nd alle en den nachtheiligen Folgen eines ſo unnatuͤrlichen Syſtems unmoͤglich nachhelfen, noch ſie verguͤten. Daher alſo jenes am Ende entſtandene Mißverhaͤltniß zwiſchen dem verglichenen Werth der Ur⸗und induſtriellen Pro⸗ dukte, mithin der niedre Preis der leztern. Dieſes Mißverhaͤltniß mußte nothwendig dadurch noch ſehr erhoͤht werden, daß die induſtriellen Produzenten, ver⸗ moͤge ihrer ausgedehnten Beduͤrfniſſe, bey weitein mehr als die Urproduzenten konſumiren. Der bedeutendſte Nachtheil aus dieſer unnatuͤrlichen Rich⸗ tung der menſchlichen Produktifkraft fuͤr den Nazionalwohl⸗ ſtand lag aber darin. Fabriken und Manufakturen— einige wenige einfache Handwerker ausgenommen— und noch weit mehr das Kommerz, fodern durchaus Kapitalſtoff. Nur von Kapitaliſten konnten ſie unternommen werden. Die kleine Zahl derſelben bemaͤchtigte ſich alſo, mittelſt dieſes Syſtems, der produktifen Kraftmaſſe des bey weitem groͤßern Theils der Nazionalglieder zu ihrem Vortheil, zu Erhoͤhung ihrer Vorraͤthe. Kaufleute und Fabrik⸗Verleger nahmen die Nazionen in Sold, und dieß, verbunden mit der allenthalben in Europa noch beſtehenden Ungleichheit des Grundeigenthums⸗ Beſizes, unterhielt wieder das große Mißverhaͤltniß im Pri⸗ vatreichthum der Nazionalglieder, bey welchem kein Nazional⸗ reichthum denkbar iſt. Anders verhaͤlt ſichs mit der Urprodukzion. Der Urpro⸗ duzent bedarf wenig; er produzirt die einfachen Genußmittel unmittelbar ſelbſt, die er bedarf; ihm iſt es alſo leichter ſich eine unabhaͤngige Lage zu erringen, als dem Lohnarbeiter des Fabrikanten und Kaufmanns. Als jener Zuſtand der Dinge bis auf einen Punkt gekom⸗ men war, der ſeine nachtheiligen Folgen fuͤr das allgemeine Wohl dem Nachdenken gewaltſam aufdrang, wurde die Auf: merkſamkeit der aufgeklaͤrten Menſchen rege. Man begann den wahren Quellen des Nazionalwohlſtands nachzuforſchen, 142 und die ſtaatswirthſchaftlichen Schriftſteller theilten ſich in zwey Sekten. Die erſte der Oekonomiſten vertheidigte das phyſio⸗ kratiſche Syſtem; die zweyte das Fabrik⸗ und Kommerz⸗ Syſtem. Richtig iſt allerdings die Baſis des phyſiokratiſchen Syſtems. Es iſt wahr: die Erde iſt die Quelle des bey weiten groͤß⸗ ten Theils aller Genußmittel; aus ihr, als der nothwendigen Bedingung zur Exiſtenz des Menſchen, fließen beynah alle Reichthuͤmer. Es iſt wahr, ſie allein kann einer Nazion dau⸗ renden Wohlſtand ſichern. 238.. Wir muͤſſen unſtreitig Kultur als Zweck der Menſchheit anerkennen, ſo wie ſie im Prinzip der Nazional⸗Oekonomie weſentlich liegt; wir muͤſſen alſo auch die induſt rielle n und kommerziellen Produktifkraͤfte als unbedingt nothwen⸗ dig zum Nazionalwohlſtand anerkennen. Es kann alſo in der Nazional⸗Oekonomie von einem Range der produktifen Kraͤfte, nicht einmal von einer vor⸗ zuͤglichen Beguͤnſtigung, viel weniger von einer aus⸗ ſchließenden die Rede ſeyn, ſondern nur von der Aufrecht⸗ haltung der chronologiſchen Ordnung, welche die Natur⸗ haushaltung vorzeichnet. Moͤglich iſt es allerdings, daß eine Nazion von oͤrtlichen Verhaͤltniſſen beguͤnſtigt, durch induſtrielle und kommer⸗ zielle Produkzion ſich zu einem hohen Grad von Wohlſtand ſchwinge; aber dieſer Wohlſtand wird ſtets prekaͤr ſeyn; ihr Unterhalt wird von andern Nazionen, und ihre Erwer⸗ bungsmittel werden von der Laune der Zeit, der Sitten und einer Menge zufaͤlliger Verhaͤltniſſe abhaͤngen. Solider, unabhaͤngiger Nazional⸗Reichthum, wie ihn das Nazional⸗Oekonomie⸗Prinzip fodert, iſt nur da denkbar, wo die Exiſtenz der Nazionen geſichert, wo alſo fuͤr die Ur⸗ produktifkraft Stoff vorhanden, und dieſe in Thaͤtigkeit iſt. dern des u n ſich ih phyſie⸗ dommerg kratiſchen en groͤß⸗ eendigen ah alle dn dau⸗ nſchheit konomie en und hwen⸗ einem r vor⸗ aus⸗ ufrecht⸗ Natur⸗ tlichen rmer⸗ gſtand ſeyn; Erwer⸗ en und vie ihn denkbat, die ur⸗ iſt — 143 Erſt diejenige Produkzionskraft, welche der Urſtoff nicht bedarf, muß auf die Induſtrie und das Kommerz uͤberfließen; dieß iſt der Naturhaushaltung gemaͤß; dahin muß die Ten⸗ denz der Staatsverwaltung gehen; dieſe Ordnung muß ſie aufrecht zu erhalten ſuchen, und dieß iſt aus jenen Gruͤnden um ſo nothwendiger, die ohnehin ein unnatuͤrliches Zu⸗ draͤngen zu der induſtriellen und kommerziellen Produkzion veranlaſſen, Die Rezional⸗Oekonomiekunde muß alſo die Mittel ent— wickeln, welche der Staat zu Aufrechthaltung jener Ordnung anzuwenden hat, dazu naͤmlich, daß vor allem der Nazional⸗ Urproduktifſtoff zur hoͤchſtmoͤglichen Produkzion gebracht, und alle hiezu noͤthige produktife Kraft in Bewegung und Thaͤtig⸗ keit geſezt werde. — 3 Die alsdann uͤberſchießende Nazional⸗Produktiftraft wird, aus den natuͤrlichen vorhin angegebenen Gruͤnden, von ſelbſt auf die induſtrielle und kommerzielle Produkzion uͤber⸗ fließen. 239. Das allgemeinſte und wichtigſte Hinderniß des Fortſchlitts der Landwirthſchaft liegt in der ungleichen Vertheilung des Grundeigenthums. Wir finden dieſes Hinderniß beynah in allen europaͤiſchen Staaten. Die urſpruͤngliche Austheilung des Grundeigenthums gruͤndete ſich kaum irgendwo auf den Zweck der geſellſchaftlichen Vereinigung, deſſen Urprinzip Glei chheit, allgemeiner Wohlſtand, mithin gleiche Austheilung des Bodens nach der Zahl der Familien ſeyn muß. 8 In dem Naturſtande der Menſchheit iſt die Erde ihr all⸗ gemeines Eigenthum. Dieß iſt jene Gemeinſchaft des Bodens, alſo auch ſeiner Erzeugziſſe, die Kant die urſpruͤngliche nennt, der er eine objektife Crechtlichpraktiſche) Realitaͤt zuge⸗ ſteht, und der uranfaͤnglichen entgegen ſezt; und welche einen 144— Vertrag zur Gemeinſchaft, alſo die Entſagung des einzelnen (Privat⸗) Beſizes vorausſezte*). Die Viehtrifften, die Holzungen, die Gewaͤſſer waren allgemeines Eigenthum. Der Anbau hatte keine Graͤnzen, als den Fleiß des Arbeiters, ſo wie dieſer keinen Hebel, als die Beduͤrfniſſe der Familien. Erſt mit dem Fortſchritte der Kultur entwickelten ſich die Begriffe von einzelnem, abgeſonder⸗ ten, auf die Erben uͤbergehenden Grundeigenthume. Blieb die Nazion in dieſem Zuſtande, ſo entſchied der Fleiß des erſten Anbauers uͤber das Schickſal aller folgenden Geſchlechter. Was jener in Beſiz genommen hatte, blieb von dem ge⸗ meinſchaftlichen Eigenthume ausgeſchloſſen, der Reſt in der Gemeinſchaft. Mit der zunehmenden Kultur und mit der dar⸗ aus folgenden Erkenntniß des Werths des Grundeigen⸗ thums, und einer abgeſonderten erblichen Beſizung, ver— ſchwand dann die Befugniß der einzelnen, ſich durch Anbau einen Antheil aus der allgemeinen Maſſe zuzueignen, und ihn in abgeſondertes, erbliches Eigenthum zu verwandeln. Die aͤltern Anbauer warfen ſich zu idealiſchen Eigenthuͤ⸗ mern der noch ungetheilten Maſſe auf, ließen zwar dieſe zum allgemeinen Beſten der Geſellſchaft unabgetheilt, aber verſchloſ⸗ ſen allen weitern Anbau. So entſtanden denn die Gemeindguͤter(biens commu- naux), die Holzungen, Huthweiden, Trifften, welche wir in dem groͤßten Theile von Europa noch jezt antreffen. Blieb die Nazion nicht in iihrem urſpruͤnglichen Zu— ſtande, wurde ihre Lage entweder von Voͤlkerwand erungen ver⸗ aͤndert, oder, welches bey den mehreſten europaͤiſchen Nazio⸗ nen der Fall war, wurde ſie von fremden Eroberern unter⸗ jocht, ſo veraͤnderte dieß den ganzen Zuſtand des Ackerbaus. Der Eroberer betrachtete den Boden als ſein Eigenthum, und theilte ihn unter die Gehuͤlfen ſeiner Eroberung. *) Metaphyſik des Rechts. S. 65. 2 einzelnen er waren Gräͤnzen, bel, als dritte der geſonder⸗ hied der elgenden dem ge⸗ in der der dar⸗ deigen⸗ 3, ver⸗ Anbau ad ihn genthuͦ⸗ ſe zum iſchloſ mmu-⸗ wir in m Zu⸗ n ver⸗ Nazio⸗ unter⸗ rbaus. 1, und 145 Man errichtete aus den Veteranen Koloniſten, wies ih⸗ nen Grundeigenthum und Befreyung von den Abgaben ſtatt des Solds an*). Die mehreſten Verbrecher wurden mit der Einziehung der Guͤter beſtraft, und dadurch wuchſen die oͤden Beſizungen des Staats⸗Fiskus zu einer ungeheuern Ma ſe. Der Religionseifer widmete allmaͤhlig einen großen Theil des Grundeigenthums den Tempeln und ihren Prieſtern. Der Adel, welcher dem Kriege ſeine Entſtehung verdantte, bekam nothwendig einen betraͤchtlichen Antheil. Einen Theil behielt der Regent zu ſeinem Unterhalte zuruͤck. Das Volk beſtund aus Buͤrgern, welche ihr ſtaͤdtiſches Gewerbe ohnehin von dem Ackerbau ausſchloß, und aus Skla⸗ ven, Leibeigenen,(in Teutſchland arme Leute genannt) welche das Grundeigenthum des Regenten, der Geiſtlichkeit und des Adels bearbeiteten, und dagegen von dieſen unterhalten wur⸗ den. Dieß ſind die Hauptgemaͤlde⸗Umriſſe des Urſprungs je⸗ ner Abtheilung des Grundeigenthums, welche wir noch jezt bey den europaͤiſchen Nazionen finden. 240. Allerdings iſt der große Grundeigenthums⸗Beſizer faͤhi⸗ ger, große agronomiſche Unternehmungen auszufuͤhren, Ver⸗ ſuche zu machen, neue Entdeckungen anzuwenden, und dadurch die Vervollkommnung des Ackerbaus und die Wertherhoͤhung des Urproduktifſtoffs zu befoͤrdern. Allerdings iſt er vorzuͤglich im Stande, den wechſeln⸗ den Reſultaten der landwirthſchaftlichen Produktifkraft die Spize zu bieten, mittelſt Benuzung des Kapital ſtoffs, den er, und nicht der kleine Gutsbeſizer zu ſammeln vermag, den Verluſt eines ungluͤcklichen Jahrs durch Ausharrung wieder zu erſezen. Er iſt nicht, wie der kleine Landeigenthuͤmer, der Gefahr aus⸗ geſezt, durch einen einzelnen Ungluͤcksfall unwiederbringlich zu *) Vacantes terras accipiant easque perpetuo habeant immunes, ¹.—. ſagt Konſtantin von ſeinen Legionen. Cod. Theod. Lib. 7. .. 20, 12 Grund gerichtet zu werden, und ſelbſt den Stoff fuͤr ſeine Pro⸗ duktifkraft, und zwar, wie dieß dann ſtets der Fall iſt, unter deſſen verglichenem Werthe veraͤußern zu muͤſſen. Doch dieſe Vorzuͤge des großen Grundeigenthums⸗Beſizers beurkunden nur, daß eine allzugroße Zerſtuͤckelung des Grund⸗ eigenthums der Nazional⸗Oekonomie eben ſo wenig zuſagt, daß man alſo einen aus dem Kreiſe der menſchlichen Beduͤrf⸗ niſſe und Kraft genommenen Maasſtab dafuͤr ſuchen, und daß der Staat, dem Urprinzip der geſellſchaftlichen Vereinigung ge⸗ maͤß, durch Nazional⸗Huͤlfsanſtalten auch den Ackerbau unter⸗ ſüzin muͤſſe. 241. Der Ackerbau iſt, nachdem der Krieg mit wilden Thieren dem Menſchen nicht mehr hinreichende Nahrung lieferte, durch die Noth, durch den ſtillen Anwachs der Bevoͤlkerung, er iſt all⸗ maͤhlig entſtanden; er hat, ſo wenig als die Staaten ſelbſt, einen ſyſtematiſchen Urſprung. Allenthalben, wo nicht ein uͤberdach⸗ ter Plan zum Grunde lag, oder wo der Anbau nicht von dem einzelnen iſolirten Grundeigenthuͤmer abhing, ſondern mehrere Menſchen ſich zu gleicher Zeit in das Eigenthum theilten, ſind die Grundſtuͤcke der Eigenthuͤmer zerſtreut. Dieſe Lage der Dinge wuͤrde allein hinreichen die Vervoll⸗ kommnung des Ackerbaus in ſchon gegruͤndeten Staaten unmögf lich zu machen. In den Zeiten der Barbarey„ wo raſtloſe Kriege der Na⸗ zionen und wilde Ehrſucht der Herrſcher Europa verwuͤſteten, wo das Eigenthum nie der Sicherheit genoß, zwang dieß die Landbauern ſich nahe an einander zu ſchließen, ſich in dem Mittelpunkte einer großen Erdflaͤche zu ſammlen. Nothwendig blieben die aͤußern Punkte dieſes Zirkels, wegen der Unmoͤglichkeit der Aufſicht, wegen des mit der Be⸗ arbeitung verbundenen Zeitverluſts fuͤr Menſchen und Vieh, entweder ganz ungebaut, oder wurden in der Kultur aͤußerſt vernachlaͤßigt. Daher jene zahlreiche Menge volkreicher Ortſchaften, deren Einwohner bey einem betraͤchtlichen Grund⸗ dn ms uundr bit Kun knu der. konm lict n a. dus 8 Gnc 6 Ribinn Augeiip. kän n den aun ſeine Peo⸗ iſt unter 5⸗Veſzen des Grund, nig zuſag, n Bedaͤf tnd daß nigung ge⸗ Hau unten Thieren te, durch er iſt all iſt, einen überdach⸗ von dem mehrere ten, ſind Vervoll⸗ unmoͤg⸗ der Na⸗ uͤſteten, dieß die n dem Intal⸗ der Be⸗ d Vie, aͤußetſ lreicher 111 Grund⸗ 147 eigenthum nur eine kuͤmmerliche Exiſtenz genießen. Je kleiner und haͤufiger hingegen die Ortſchaften, je enger der Kreis ihrer Feldmarkung, je groͤßer ihr Wohlſtand. Unſtreitig hat im Urſprunge der Kultur die Verſammlung mehrerer Menſchen in groͤßern Ortſchaften zu Milderung der Sitten und fruͤherer Ausbildung der Menſchheit beygetragen. Auf der jezigen Kulturſtufe derſelben hingegen kann das Beyſammenſeyn der Bauern nur ihre rohen Leidenſchaften in Bewegung ſezen, nicht aber eine wohlthaͤtige Reibung be— wirken. Nur da, wo der Landmann ſein Grundeigenthum uͤber⸗ ſehen und gegen jede Beſchaͤdigung ſichern; nur da, wo er je⸗ den Augenblick der Muße auf deſſen Erhaltung oder Verbeſſe⸗ rung wenden, wo er den Schaden der Witterung durch augen⸗ blickliche Sorgfalt verhuͤten, ohne Verluſt an eigner Zeit und Kraͤften, und an den Kraͤften ſeines Viehs, deſſen Kultur heben kann, nur da, wo er nicht durch die Folgen der Entfernung, oder Zerſtreuung der Grundſtuͤcke, alle Augenblicke in den Fall kommt, mit dem Intereſſe der Angraͤnzer zuſammen zu ſtoßen, nur da kann die Landwirthſchaft zu der hoͤchſten Stufe ſteigen. Indeß haben die Staatsverwaltungen die einfachſten Mit⸗ tel, jenen aus der urſpruͤnglichen Organiſazion der buͤrgerlichen Geſellſchaften quellenden Hinderniſſen abzuhelfen, vernachlaͤßigt. Die Hinderniſſe, welche in der allzugroßen Ausdehnung der Flurmarkungen liegen, ſind am ſchwerſten zu heben, doch nicht unuͤberwindlich. Der Staat darf nur die Anſiedlung neuer Kolonien, nicht von fremden Eingewanderten, ſondern aus dem Schooße der Familien beguͤnſtigen, und dieſe an die Graͤnzen der Flurmarkungen verweiſen. Freyheit des Kommerzes mit den Grundſtuͤcken, Aufla⸗ genbefreyung zu dieſem Zweck auf einen beſtimmten Zeitraum, augenblickliche Aufopferungen, die ſich mit Wucher verzinſen, koͤnnen hier viel bewirken. Zwangsgeſeze zum Austauſch des Grundeigenthums wuͤr⸗ den allerdings außer dem Gebiete der Nazional⸗Oekonomie liegen. 14 Aber es bedarf auch deren nicht. Die Vortheile der Naͤhe und Kohaͤrenz der Grundſtuͤcke ſind ſo augenſcheinlich, daß der un⸗ wiſſendſte Landmann ſie erkennt. Dieß beweiſt der hohe Werth, den er auf das zunaͤchſt an ſeine Wohnung ſtoßende Grund— eigenthum ſezt. Der Staat muß aus den naͤmlichen Gruͤnden unter den Landbewohnern den Austauſch der Grundſtuͤcke, ſo wie ihn ie oͤrtliche Lage, alſo die Konvenienz der Grundeigenthuͤ⸗ mer gebietet, auf jede moͤgliche Art befoͤrdern. 242. Zu den Hinderniſſen, welche der Urprodukzion entgegen ſtehen, gehoͤrt vorzuͤglich die Vernachlaͤßigung der Achtung, welche dem Landbauer nach dem Nazional⸗Oekonomieprinzip gebuͤhrt, die Herabwuͤrdigung des ganzen Stands, die ihn druͤckt. Alle andere Staͤnde haben ſich bemuͤht ihm den Vorrang abzu⸗ gewinnen; noch jezt ſteht er beynah in allen europaͤlſchen Staa⸗ ten auf der lezten Stufe, und auch in denjenigen Regierungs⸗ formen, wo ihm nicht aller Einfluß auf die Staatsverwaltung entzogen iſt, wo die Gewalten nur einigermaßen getheilt ſind, ſieht er ſich in die lezte Klaſſe gedraͤngt. Dieſe Ungerechtigkeit laͤßt ſich, in ſofern ſie nicht bloß Folge des ehemaligen Zuſtandes der Nazionen, des Unter⸗ ſchieds zwiſchen Kriegern, Freyen und Knechten iſt, nur durch den Mangel an geiſtiger Bildung erklaͤren, der mit der Be⸗ ſchaͤftigung des Ackerbaues gewoͤhnlich verbunden iſt, und, nach ſeiner Natur, ſich bey ihm mehr als bey den uͤbrigen Staͤn⸗ den und den ſtaͤdtiſchen Gewerben erhalten muß. Die Einſamkeit des Landlebens und ſeiner Beſchaͤftigungs⸗ art, der Mangel alles Tauſches der Meinungen und Empfin⸗ dungen, das blos Mechaniſche jener Arbeiten, die aus der koͤr⸗ perlichen Anſtrengung nothwendig reſultirende Ermattung, alles dieß muß den Geiſt des Landmanns veroͤden, und die Ab⸗ geſchiedenheit, Freyheit, Ungebundenheit und Unabhaͤngigkeit ſeiner Lebensart ihm den Vorzug jener Geſchmeidigkeit und Ge⸗ ſchliffenheit entziehen, welche der Staͤdter in dem geſelligen 908 51* 5) b teuilh S em uen a V u d uen Drtsn 3 Rh. Niße und daß der un⸗ zohe Vatt de Grurz⸗ n unter den ſo wie ifn ndeigenth entgegen lchtung, mieprinzix ihn druͤck. ang abzur hen Staa⸗ gierungs⸗ erwaltung heilt ſind, nicht bloß ' Unter⸗ tur durch der Be⸗ nd, nach n Staͤn⸗ ftigungen HEmpfi⸗ der ko⸗ emattung d die A⸗ haͤngigket und Ge⸗ geſelige — 149 Umgange durch die mannigfaltigen Konvenienz⸗Ruͤckſichten erwirbt, die ſein eigenes Intereſſe ihm allenthalben aufdringt. Dadurch iſt allmaͤhlig in manchen Staaten ſogar der Name Bauer(abgekuͤrzt von Landbauer)), zu einer Art von veraͤchtlicher Bezeichnung; Urbanitaͤt, zum Ausdruck des Begriffs von Geſchliffenheit, ſo wie Ruſtizitaͤt zu dem der Grobheit, der Derbheit, des Mangels an Sitten und Lebens⸗ art geworden. Die moraliſche Wuͤrdigung des Menſchen iſt der Nazio⸗ nal⸗Oekonomie fremd; fuͤr die des Staatsbuͤrgers kann ſie kein anderes als ihr allgemeines Prinzip anerkennen: dieſes weiß von keiner andern Abtheilung der Nazionalglieder, als der der Produzenten und Konſumenten im richtigen Sinne dieſer Worte. Unter jenen nimmt der Urproduzent vielmehr die erſte Stufe ein. 1 — 243. Ein bedeutendes Hinderniß des Fortſchritts der Landwirth⸗ ſchaft iſt ferner: der Leichtſinn, mit welchem ſie ſich ſelbſt uͤberlaſſen wird. Umſonſt haben ſie die Gelehrten laͤngſt zum Nang einer Wiſſenſchaft empor gehoben, umſonſt iſt die Theo⸗ rie der Landwirthſchaft von den Schriftſtellern aller gebildeten Nazionen als ein wichtiges Studium anerkannt, und ſchon bis jezt zu einem hohen Grad von Vollkommenheit ausgebildet worden. Die Ausuͤbung blieb beynah allenthalben ſich ſelbſt und ihrem mechaniſchen Gange uͤberlaſſen. Außer dem, was wiſſenſchaftlich fuͤr die Technologie ge— ſchehen iſt, giebt es auch kaum Eine noch ſo einfache induſtrielle Produkzion, die man nicht zu einer Kunde erhoben haͤtte, welche Unterricht, und zwar waͤhrend einem beſtimmten, zum Theil ſehr langen Zeitraum, und, ehe ſie getrieben werden darf, Pruͤfung, Beweiſe der erlangten Kenntniß fodert. Nur der Ackerbau, die umfaſſendſte, ſo wie die wichtigſte aller Wiſ⸗ ſenſchaften, wird ſich ſelbſt uͤberlaſſen. *) In Italien Villano. ₰ AN 150 Kaum hat man irgendwo auf Ackerbau⸗Schulen ge⸗ dacht*), in welchen der Landwirth ſich Kenntniſſe erwerben koͤnnte, in welchen er doch mindeſtens von den chemiſchen Be⸗ ſtandtheilen des Erdreichs und von der Natur der Pflanzen die er anbauen ſoll, auch nur oberflaͤchlichen Unterricht erhielte. Wuͤrde in jeder Provinz nur Eine Ackerbau⸗Schule er⸗ richtet, ſo koͤnnten in wenigen Wochen die Kinder der Land⸗ leute von allem unterrichtet werden, was zu ihrem Gewerbe weſentlich wothwendig iſt. 5 244. Zu den vorzuͤglichſten Hinderniſſen der Urprodukzion ge⸗ hoͤren die mannigfaltigen Feſſeln, die man dem Erwerb, und uͤberhaupt der Uebertragung und Veraͤnderung der Grundeigenthumsrechte angelegt hat: die pedantiſchen und laͤſtigen Formen, womit dieſe Veraͤnderung des Grund⸗ eigenthumsbeſizes belaſtet iſt, das ſeinem Geiſte nach laͤngſt er⸗ loſchene, und nur aus uͤbel verſtandenen kammeraliſtiſchen Grundſaͤzen der Form nach noch beybehaltene Feudal⸗ Syſtem u. ſ. w. 245. Eines der wichtigſten Hinderniſſe der Urprodukzion war aber ſtets die Erſchwerung des freyen Kommerzes der Ur⸗ produkte. Es iſt allerdings auch eine merkwuͤrdige Erſcheinung, daß die Staatsverwaltungen oft zu gleicher Zeit die unnatuͤrlichſten Mittel ergriffen haben, den Ackerbau zu befoͤrdern, und ihn durch Zwangsgeſeze zu hemmen. Unter jene Mittel gehoͤrten die Getreideausfuhr⸗Praͤ⸗ mien in Großbritannien, welche mehrere Staatswirthe als eine hoͤchſt weiſe Maßregel darſtellten. Das ſtets nur temporell moͤgliche Sinken des Preiſes unter den verglichenen Werth kann, da es durch ein gleich *) Das Fellenbergiſche Inſtitut zu Rothwyl iſt daher eine er⸗ freuliche Erſcheinung. ————QCO:—’—:— 49 er ein V daie am R nlhn b ridtn ue A. duſf de Mn chulen a⸗ ſſe erwerben miſchen d Vff Pft lanzen de icht erhie llt er der Land⸗ im Gexyerze dukzion gr werb, um rung der eantiſchen es Grund, läͤngſt el⸗ aliſtiſchen ‿ Feudal⸗ zion war ng, daß arlichſten n, und hr⸗Pri⸗ arthe als Preiſes ein gleic er eint e 151 temporelles Steigen uͤber denſelben ausgeglichen wird, fuͤr den Staat kein Motif ſeyn, zu Bereicherung einer einzelnen Produzentenklaſſe die uͤbrigen zu beſteuern; denn Praͤmien koͤn⸗ nen nur durch Nazional⸗Auflagen bezahlt werden. Die Pflicht des Staats geht nicht weiter, als der Urpro⸗ duktifkraft den hoͤchſtmoͤglichen Grad von Ausdehnung zu ſichern, alſo den hoͤchſten Grad von verglichenem Werth, der in jenem liegt, nicht den hoͤchſtmoͤglichen Preis. Am unnatuͤrlichſten war jene Maßregel in Großbritannien, wo die induſtriellen und kommerziellen Produktifkraͤfte einen ſo ausgedehnten Spielraum haben; in einem Lande, das bey dem geringſten Mangel ſeine Einwohner nicht ernaͤhrt; wo der Preis der Urprodukte zu einer unverhaͤltnißmaͤßigen Hoͤhe ſteigt. Wenn wir auch annehmen wollen, das weltbuͤrgerliche Prinzip der Nazional⸗Oekonomie leidet dort Einſchraͤnkung, wo es nicht bloß um den Wohlſtand, ſondern ſelbſt um die Exiſtenz der Nazion zu thun iſt; Cein Fall, den man nur in dem widernatuͤrlichen, naͤmlich dem Kriegszuſtande, beſtimm annehmen kann). Es ſtehe alſo der Nazional⸗Geſammtheit auf die Erzeugniſſe des einzelnen Staatsbuͤrgers ein ruhendes nazionales Ober⸗ oder Miteigenthumsrecht zu; ſo iſt es doch nicht moͤglich, daß der freye Getreidehandel Mangel her— vorbringe. Der Begriff von Mangel ſezt das Nichtdaſeyn einer Sache, im Verhaͤltniſſe des Begehrs, voraus. Iſt dieſes Nichtdaſeyn einer Sache durch Begebenheiten, die von der Ur⸗ produktiſkraft unabhaͤngig ſind, wirklich, ſo kann Hemmung der freyen Ausfuhr unmoͤglich ein Mittel ſeyn, jenes Defizit zu decken, denn dann muͤßte es produziren. Beſorgniß eines aus der Ausfuhr erſt entſtehenden Man⸗ gels iſt aber ungegruͤndet. Ausfuhr ſezt an ſich zwey noth⸗ wendige Bedingungen voraus: naͤmlich Vorrath, Ueber⸗ ſchuß des Beduͤrfniſſes des Landbauers, und Ausſicht zum Gewinn.— — ᷣ——— L 1 2 T — 8 4 Kaum wird der Landbauer ſich durch irgend einen Vor⸗ theil locken laſſen, mehr als ſeinen Ueberſchuß abzuſezen. Seine einfache Nahrungsweiſe macht ihm das Beduͤrfniß der unentbehrlichen Genußmittel ſo anſchaulich, daß er, ein— zelne, wenige, vielleicht mit dem Verderben ringende Indi— viduen ausgenommen, nie ſein eigenes Beduͤrfniß angreifen wird, wenn er nicht des Naturalerſazes gewiß iſt. Gewinn, naͤmlich hoͤchſtmoͤglicher Nazionalpreis, iſt na⸗ tuͤrlich immer auf dem naͤchſten Markte. Nur wenn ein fremder Markt uͤberwiegenden Gewinn gewaͤhrt, kann Reiz zur Ausfuhr entſtehen. Nur der Verſuch eines inlaͤndiſchen Staats⸗Monopols kann alſo das Getreide aus dem Staat treiben. Aber dieſes Monopol iſt gegen den Landbauer ſo unrechtlich, als gegen die uͤbrigen Staatsbuͤrger. Die Ausfuhr kann alſo erhoͤhten Preis im Innern, aber nie Mangel hervorbringen. Denn der Inlaͤnder muß, der Natur der Sache nach, ſtets die Konkurrenz gegen den Aus⸗ laͤnder aushalten koͤnnen. Die einzige Folge beſteht alſo darin, daß die uͤbrigen Staatsbuͤrger eine groͤßere Maſſe ihrer induſtriellen Produkte oder beſizenden Umtauſchmittel als bisher, gegen die Urpro⸗ dukte anzutauſchen gezwungen werden. Dagegen glauben nun die Staatsverwaltungen dieſe Staatsbuͤrger ſchuͤzen zu muͤſſen. Sie beſtehen entweder aus Konſumenten, welche groͤßtentheils von Nominal⸗Muͤnzrenten leben, alſo durch die Erhoͤhung der Preiſe der Urprodukte am Genuſſe verlieren, oder' aus induſtriellen und kommerziellen Produzenten, welche die Skala des Preiſes um deswillen dann nicht halten koͤnnen, weil dann die Unentbehrlichkeit, als ein Hauptprinzip des verglichenen Werths, nach dem Preis ſich regulirt, ihre volle Wirkung aͤußern muß. Abgeſehen davon, daß ſich in dem Prinzipe der Nazional⸗ — Oekonomie fuͤr die Staatsverwaltung durchaus keine Verpflich⸗ tung findet, jenes Gleichgewicht aufrecht zu erhalten; abge⸗ ſehen davon, daß die Erhaltung des freyen Spielraums jeder einen der zuſezen. Bedltfiſ ß er, ein unde Indi, angreifen 8, iſt na⸗ wenn ein kann Reiz laͤndiſchen m Staat dbauer ſe rn, aber auß, der den Aus⸗ uͤbrigen Produkte ie Urpro⸗ en dieſe der aus zrenten ukte am erziellen en dann als ein reis ſich ſazional⸗ Verpfiic⸗ n; aboe, ums jedt N f 4158 Produkzionsgattung, daß die Befoͤrderung der Entwickelung aller Produktifkraͤfte, bis zu ihrem hoͤchſtmoͤglichen Grad, der Markſtein ihrer oͤkonomiſtiſchen Pflichten, daß alſo die Anſicht, die Staatsverwaltung als das allgemeine Nazional⸗Koſte — haus zu betrachten, unnatuͤrlich in die Staatswirthſchaft ein⸗ gedraͤngt worden iſt, abgeſehen davon, daß die unter der Kon⸗ ſumentenklaſſe begriffenen Kapitaliſten keine Beguͤnſtigung ver— dienen, ſo muß ja die Preiserhoͤhung des Getreides, welche die Ausfuhr gewaͤhrt, die Maſſe der eingefuͤhrten Umtauſchmittel erhoͤhen; daraus muß fuͤr die Produzenten ſelbſt vermehrter Aufwand, ſtaͤrkere Nachſrage entſtehen, und dieſe muß noth⸗ wendig den Preis der induſtriellen Nazionalprodukte erhoͤhen. Der erhoͤhte Reichthum des Landbauers muß alſo an ſich auf alle uͤbrige Staatsbuͤrger zuruͤckwirken, er muß nicht nur die Preiſe aller Produkte wieder gegen einander ins Gleichge⸗ wicht ſtellen, er muß ſogar in der Folge zum Vortheil der induſtriellen Produzenten wirken. Jener muß bey der ge⸗ woͤhnlichen Anſtrengung immer die naͤmliche Maſſe von Pro⸗ dukten hervorbringen. Wenn alſo der Abzug der Ausfuhr auf⸗ hoͤrt, muͤſſen die Preiſe der Urprodukte wieder fallen. Der induſtrielle Produzent wird ſeine Preiſe nicht in dem naͤmlichen Grade herabſezen; denn die Erhohung des Preiſes der Urpro⸗ dukte hat ihn zu einer ungewoͤhnlichen Anſtrengung gedrungen; er hat ſich an ſie gewoͤhnt, er ſezt ſie fort. Und dieß iſt auch das Reſultat, welches uns gewoͤhnlich die Perioden nach erhoͤhten Getreidepreiſen zeigen. In Abſicht der reinen Konſumenten kann der Staat am wenigſten die Pflicht der Erhaltung jenes Gleichgewichts haben, denn welche Verpflichtung uͤbernehmen denn ſie gegen den Staat in dem Falle, wo ſehr niedrige Preiſe der Urprodukte ihren Genuß ungewoͤhnlich erhoͤhen? Es bleiben alſo unter den uͤbrigen Produzenten nur die Staatsdiener uͤbrig, welche in jenem Falle, auf die Pflicht der Erhaltung des Gleichgewichts, an den Staat gerechten An⸗ ſpruch haͤtten. Doch dieſer Anſpruch gruͤndet ſich nur auf eine unoͤkono⸗ miſtiſche Organiſazion der Verfaſſung in Abſicht der Gehalte der Staatsdiener. Haͤufiger ſind die Zwangsgeſeze zu Laͤhmung der Urpro⸗ dukzion, die Getreide⸗-Ausfuhr⸗Verbote. Die Nachtheile des ſteten Wechſels des Getreidepreiſes, welche Arthur Young*) und andre als einen der vorzuͤglich⸗ ſten Gruͤnde anfuͤhrten, fuͤr die Weisheit jener Parlamentsakte vom Jahre 1689, die in England, mit dem Verbote der Ge⸗ treideeinfuhr, Praͤmien fuͤr die Aus fuhr verband, ruͤhren vorzuͤglich daher, daß die Pachtſchillinge der Guͤter meiſt nicht im Getreide, alſo dem verglichenen Werthe, ſondern im Preiſe, alſo in einer beſtimmten Maſſe von Umtauſchmitteln(Muͤnze) feſtgeſetzt werden. Natuͤrlich nimmt der Eigenthuͤmer in theuren Jahren die beſtehenden Preiſe des Getreides zum Maasſtab ſeiner Fode⸗ rungen, und der Pachter bewilligt ſie. Eine Reihe von rei⸗ chen Erndten, Mangel an Abzug mindern den Preis, und nun entſtehen die Klagen der Paͤchter. Die Geſezgebung, welche die Zinsrente mit ſolcher Aengſt⸗ lichkeit bewacht, ſollte mindeſtens der wahrſcheinlichen Ueber⸗ vortheilung in der Landrente dadurch auf eine, die Grund⸗ eigenthumsrechte nicht verlezende Weiſe begraͤnzen, daß ſie die Pachte zwar der Willkuͤhr frey ſtellte, aber, im Fall der Klage, den Pachtſchilling auf denjenigen Durchſchnitt der Getreide⸗ preiſe ermaͤßigte, bey dem der Pachter allein beſtehen konnte. Dieß waͤre um ſo gerechter, vals hier das Motif der Noth noch weit mehr als dort die gezwungene Bewilligung eines unverhaͤltnißmaͤßigen Preiſes zu unterſtellen geſtattet. Denn der Pachter, dem es an eigenem Urſtoffe fehlt, muß ihn, um leben zu koͤnnen, fuͤr jeden Preis ſuchen, wenn er ihm auch nur kaͤrgliche Exiſtenz ſichert. *) Political Arithmetic. Lond. 1774. 7 —— 11A . H 12 te undzene, der Gehalt der Urne eidepreiſes, vorzuͤglic mmentsakte e der Ge⸗ „ tuͤhren jſeiſt nicht n Preiſe, Maͤnze) ihren die ter Fede⸗ von rei⸗ und nun Aengſt⸗ Ueber⸗ Grund⸗ ſie die Klage, etreide⸗ unte. tif der illigung eſtattet. auß ihn, er ihm 155 246. Iſt durch die Freyheit der Ausfuhr der Getreidepreis in einem Staate zu einer betraͤchtlichen Hoͤhe getrieben, ſo muß dieſer Preis die Kaufleute anderer, ſelbſt entfernter Staaten, zur Einfuhr reizen. Dieſe Einfuhr wird an und fuͤr ſich ſo lange ſtatt finden, als der Preis, nach Abzug der Transport⸗ Koſten, Vortheil verſchaft. Dieſe Konkurrenz muß nothwendig den inlaͤndiſchen Land— bauer zwingen, ſeine Vorraͤthe wohlfeiler als das fremde Ge⸗ treide im Innern abzuſezen, weil er die Frachtkoſten erſpart, alſo noch immer mit Gewinn unter den fremden Preiſen bleiben kann. 8 Und gerade darin liegt hier wie allenthalben der be⸗ rechenbare Vortheil der freyen Konkurrenz. In einem Staate, der nie ſo viel Getreide erbaut, als er bedarf, iſt die Ausfuhr ohnehin nicht denkbar. Der inlaͤn⸗ diſche Landbauer muß dort im Innern einen Markt finden, den er auswaͤrts nicht finden kann, weil verfuͤhrtes Getreide die Frachtkoſten tragen muß, und er alſo im aͤußerſten Fall nur dieſe zu dem Preiſe ſeiner Urerzeugniſſe hinzu zu ſezen hat, um im Innern den naͤmlichen Preis zu erlangen, den ihm das Ausland gewaͤhren wuͤrde. In einem ackerbauenden Staate iſt aber der wirkliche Mangel nicht wohl denkbar. Wird die Idee des Mangels von der Staatsverwaltung ſelbſt aufgeregt und gepflegt, ſo wird Unruhe und Aengſtlichkeit alle Urproduzenten reizen, die Maſſe ihrer Vorraͤthe geringer— alle uͤbrigen Staats⸗ buͤrger, vorzuͤglich aber die reinen Konſumenten reizen, ihre Beduͤrfniſſe hoͤher anzugeben. Beydes vereint, muß unvermeidlich ein großes Defizit hervorbringen. Auch iſt es eine aus der Erfahrung abgezogene Bemer⸗ kung, daß in Zeiten des erzwungenen Mangels nicht weniger, ſondern wirklich mehr konſumirt wird, weil der Konſument dann die Sorge ſeines Unterhalts auf den Staat gewaͤlzt waͤhnt. 156—, Wir ſehen ferner, daß in ackerbauenden Staaten der Er⸗ trag der Erndten, auch bey einer noch ſo ſtarken Bevoͤlkerung, die Konſumzion uͤberſteigt, daß mehrere nach einander folgende fruchtbare Jahre große Vorraͤthe aufhaͤufen, und daß eine einzige ergiebige Erndte hinreicht, das Defizit mehrerer Miß⸗ jahre auszugleichen. Laͤßt man der Naturhaushaltung ihren Gang, ſo erwei⸗ tern der Produzent wie der reine Konſument ihre Konſumzion, je nach dem Grade der Produkzion, oder ſchraͤnken ſie ein; auch ſpannt und erhoͤht die Erhoͤhung des Preiſes der Urpro⸗ dukte die Urproduktifkraft. 247.. Abgeſehen von jener unrichtigen Anſicht uͤber die vermein⸗ te Pflicht der Staatsverwaltung, in Abſicht der Ernaͤh⸗ rung der Nazion, beſizt, um jede Beſorgniß des Nachtheils aus einer unverhaͤltnißmaͤßigen Erhoͤhung der Getreidepreiſe fuͤr den induſtriellen und kommerziellen Produzenten, dann rei⸗ nen Konſumenten, auf immer zu entfernen, der Staat ein ſehr einfaches und leichtes Mittel: naͤmlich die Errichtung eines idealiſchen Getreidemagazins. Bis jezt haben die Regierungen hie und da den Fall des Mangels durch Errichtung oͤffentlicher Vorrathshaͤu⸗ ſer zu entfernen geſucht. Die Errichtung derſelben kann nicht anders als auf Koſten der Nazion geſchehen. Der Ankauf des Getreides, der Zins⸗ verluſt des darin ſteckenden Kapitalſtoffs, die Koſten der Auf⸗ bewahrung, des Eintrocknens(Schwands), des Verderbniſſes u. ſ. w. die Koſten der Verwaltung, der Verluſt der Ver⸗ untreuung, ſind Laſten, welche die Nazion tragen muß. Ein idealiſches Getreidemagazin erſpart der Nazion jenen Verluſt, jene Laſten. Kann der Staatsverwaltung noch irgend eine Beſorgniß des Mangels uͤbrig bleiben, will ſie ſich in Stand ſezen, dem Getreidehandel ruhig freyen Lauf laſſen n der Er vlkerung, fölgende daß eine ter Mi⸗ o erwei⸗ ſumzion, ſie ein, Ulrpro⸗ ermein⸗ rnaͤh⸗ htheils depreiſe un rei⸗ aat ein geines all des haͤu⸗ doſten Zins⸗ Auf⸗ eniſſes Ver⸗ ſazion g noch ſe ſih laſſen zu koͤnnen, ſo bletet ihr ein idealiſches Getreidemagazin das einfachſte, natuͤrlichſte Mittel, den Fall des Mangels, ſelbſt der Beſorgniß daruͤber, alſo auch einer die uͤbrigen Klaſſen der Staatsbuͤrger, außer dem Landbauer druͤckenden Erhoͤhung der Getreidepreiſe, auf immer zu entfernen. Das idealiſche Getreidemagazin beſteht naͤmlich darin: Jeder Staat muß den ungefaͤhren Flaͤcheninhalt ſeines Bodens, ſo wie deſſen Ertrag erforſchen. Ein Geſez, das denjenigen Grundeigenthuͤmer, welcher uͤber eine beſtimmte, nur die eigene Konſumzion ertragende Ackerzahl beſtzt, ver⸗ bindet, den z0ſten, zoſten oder 40ſten Theil ſeiner Erndte, und zwar im abnehmenden oder progreſſiven Verhaͤltniß der Groͤße des Grundeigenthums, bis zur naͤchſten Erndte fuͤr den Staat aufzubewahren; ein Geſez, das dieſen Theil, auf den Fall der Erhoͤhung des Preiſes uͤber eine beſtimmte Sum⸗ me,(z. B. das Doppelte des Mittelpreiſes) um den hoͤchſt⸗ ͤglichen Ausfuhrpreis in Requiſizion ſezt, ein ſolches Geſez iſt hinreichend, jede Beſorgniß zu entfernen. Hier iſt kein Ankauſskapital nothwendig, kein Verluſs denkbar; die Aufbewahrungs⸗, die Verwaltungskoſten ſind er⸗ ſpart. Hier iſt keine Einſchraͤnkung der natuͤrlichen Freyheit; der Staat ſtellt ſich nur als der beſte Kaͤufer dar; er verguͤtet in jenem Falle dem Landbauer den hoͤchſten Preis, den er erhalten koͤnnte. Der groͤßte Vortheil eines dergleichen Geſezes waͤre aber: daß ſelbſt die Errichtung eines ſolchen idealiſchen Magazins ewig idealiſch bleiben wuͤrde. Denn die Gewißheit, daß fuͤr den Mangel im aͤußerſten Fall geſorgt iſt, wuͤrde die Beſorgniß deſſelben nie entſtehen, alſo auch nie den Fall eintreten laſſen, das Geſez auszufuͤhren. 248. Die Einfuhr fremden Getreides iſt von den Regierun⸗ gen bald beguͤnſtigt, bald erſchwert worden. Beyde Maas⸗ 158 regeln ſind an ſich und im Allgemeinen unoͤkonomiſtiſch, den einzigen Fall ausgenommen, wo ein bereits gegruͤndeter und gegen die Geſeze der Nazional-Oekonomie entſtandener Staat, auch bey der hoͤchſten Ausdehnung der Urproduktifkraft, die fuͤr ſeine ſchon beſtehende Volksmenge erforderliche Maſſe von Ur⸗ produkten nicht zu erzeugen vermag. Außerdem kann die Einfuhr fremder Produkte nie anders als zum Nachtheil der inlaͤndiſchen Urprodukzion beguͤnſtigt werden. Praͤmien auf die Einfuhr ſind eine unnatuͤrliche Erhoͤhung des Preiſes, welche die Nazion bezahlen muß. Jede Waare ſucht ihren vortheilhafteſten Markt. Bedarf alſo ein Staat einer Waare, ſo wird der Grad dieſes Beduͤrfniſſes an ſich ihren verglichenen Werth, und alſo in den gegebenen Fallen auch ihren Preis beſtimmen. So lange dieſer Preis dem fremden Verkaͤufer Gewinn bietet, wird er ſeine Waare dahin ſenden. Eine erzwungene Erhoͤhung iſt alſo ein Aufwand, den der Staat nuzlos verſchwendet. Die Verſorgung des Staats bedarf nichts als Freyheit, die Berechnungen des Privatmannes ſind immer ſichrer, als die Kalkuͤls der Staatsverwaltung. Streben nach Genuß und Wohlſtand iſt der puͤnktlichſte Rechenmeiſter. Gegen die Unterſuchungen des Staats glaubt jeder Staatsbuͤrger ſich durch Unwahrheiten und Retizenzen verſchanzen zu duͤrfen und zu muͤſſen; denn in ihnen ahnet er ſtets eine Belaurung ſeines Genuſſes, zu dem Zweck der Verminderung deſſelben. 249. Eben ſo unvereinbar mit den Nazional⸗Oekonomiege⸗ ſezen iſt die Beſchraͤnkung und Belaſtung der Getrei⸗ deeinfuhr. Sie kann nur dazu dienen, dem Landbauer ein Monopol in Abſicht ſeiner Urprodukte zu verſchaffen, das fuͤr die uͤbrigen Staatsbuͤrger deſto druͤckender werden muß, je — ſeic. Duit ni ſe ſn n h, den eter und Stant, die fir don lu⸗ anders zuͤnſtigt öhung Vaare Staat n ſich Faͤllen 3 dem dahin en der hheit, ,als und die ſich und ines unentbehrlicher die Urprodukte ſind. Weit entfernt, daß jene Beſchraͤnkung den Zweck, naͤmlich die Vervollkommnung des Ackerbaus, die Vermehrung der Produkte erfuͤllen ſollte, muß ſie gerade die entgegengeſezte Wirkung hervor bringen. Der Landbauer, der ſich durch die Beſchraͤnkung der Ein⸗ fuhr in dem ausſchließenden Beſize des Abſazes ſeiner Urpro⸗ dukte ſieht, wird nothwendig die Erhoͤhung ſeines Wohlſtandes zunaͤchſt in der Erhoͤhung der Preiſe ſuchen, die ihm dieſes Monopol ſichert, ohne daß er dazu einer außerordentlichen Anſtrengung bedarf. Dieß muß alſo ſeine Produktifkraft laͤhmen, und ihm allen Sporn zu Exrhoͤhung der Produkzion entziehen. Die freye Konkurrenz hingegen, welche billige, d. h. oͤko⸗ nomiſtiſche, mit dem verglichenen Werthe in Verhaͤltniß ſtehende Preiſe hervorbringt, dringt ihn, in einer groͤßern Anſtren⸗ gung jener Kraft, Vermehrung der Produkzion, alſo Erhoͤ⸗ hung ſeines Wohlſtandes zu ſuchen. Dieß iſt der in der Organiſazion der menſchlichen Seele liegende Gang. Der gewoͤhnliche Menſch hat ein Maximum ſeiner Wuͤnſche; bis zu dieſem reicht die Anſtrengung ſeiner Produktifkraft, jenſeits deſſelben erlahmt ſie. Selten wird er mit uͤberſpannter Anſtrengung uͤber dieſes Maximum ſich zu ſchwingen ſuchen, weil dieſe Anſtrengung ihm gerade den Ge⸗ nuß, den behaglichen Ruhezuſtand raubt, der doch in dieſem Maximum liegt. Dieſer Empfindung iſt er ſich auch deutlicher bewußt, als der Taͤuſchung, welche in der Erhoͤhung der Preiſe liegt, daß ſie naͤmlich ſeinen reellen Wohlſtand nie ver⸗ mehren kann, weil ſie auf die Preiſe aller ſeiner andern Be⸗ duͤrfniſſe und Genußmittel ruͤckwirkt, dieſe in dem naͤmlichen Verhaͤltniſſe hinauftreibt, und alles wieder ins Gleichgewicht bringt, mithin die Summe ſeines wirklichen Genuſſes nicht vermehrt. 160 250. Die uneingeſchraͤnkte Freyheit des knnern Umſazes des Urprodukte liegt an ſich in dem Staatszwecke, und ihre Recht⸗ lichkeit kann nicht zweifelhaft ſeyn. Ob ſich aber dieſe Freyheit des Umſazes auch auf die An⸗ haͤufung großer Getreidemaſſen in den Haͤnden einzelner Staats⸗ buͤrger ausdehnen duͤrfe? Ob nicht eine ſolche Anhaͤufung dem Nazional⸗Wohlſtande nachtheilig ſey? dieſe Frage iſt ſehr verſchieden beantwortet worden. Im Fall einer Theurung oder eines Mangels, war im⸗ mer die erſte Maasregel der Regierungen: den Aufkauf zu ver⸗ bieten; alſo die Freyheit des innern Handels zu hemmen. Druͤckende Theuruug fuͤr alle Klaſſen der Staatsbuͤrger, einſchluͤſſig der Urproduzenten, kann allerdings durch Aufkauf (accaparement), durch uͤberſpannte kommerzielle Spekulazio⸗ nen erregt werden. Die große Vermoͤgens⸗Ungleichheit der Buͤrger, welche die Nazional⸗Oekonomie reſpektiren muß, und zu deren Ver⸗ minderung ſie ſelbſt nur langſam wirken kann, ſezt die Kapi— taliſten in den Stand, große Vorraͤthe unentbehrlicher Pro⸗ dukte zu ſammlen und lange aufzubewahren, mithin, bey der raſtlos fortſchreitenden Konſumzion, die Exiſtenz ihrer Mitbuͤrger von ſich abhaͤngig zu machen. Darin aber liegt das Gefaͤhrliche des uneingeſchraͤnkten Ankaufs. Smith und Young behaupten: die Operazion des Getreidhaͤndlers ſey: in wohlfeilen Zeiten einzukaufen, um in theuern wieder zu verkaufen, und das ſey gerade der Schuz des Volks gegen Mangel. Sie irren. Allerdings kauft der Kornhaͤndler in wohl⸗ feilen Zeiten ein, um in theuern wieder zu verkaufen; aber die Groͤße des Gewinns, die mit jedem Steigen des Preiſes ſteigende Hoffnung, dieſen Gewinn immer mehr zu erhoͤhen, verbunden mit dem Bewußtſeyn, im Beſiz der Vorraͤthe ruhig eiu r m 1ſjS8 dr 54 nſazes da ere Recht f die An⸗ Staatz, ung dem iſt ſehr var im⸗ zu ver, en. buͤrger, Auftauf kulazio⸗ welche n Ver⸗ Kapi⸗ er Pro⸗ nithin, ihrer inkten n des um in uz des wohl aber Preiſe hoͤhen, rugi den Ausgang abwarten zu koͤnnen, verbunden mit der Gewiß⸗ heit, wenig oder nichts am wirklichen Werthe der Vorraͤthe verlieren zu koͤnnen, alles dieß giebt dem Getreidehaͤndler eine individuelle Anſicht von Theurung, und reizt ihn, den hoͤch⸗ ſten Punkt abzuwarten. Und dieſer Punkt iſt es, den ſeine einmal aufgeregte Fantaſie immer hoͤher und hoͤher ruͤckt. Es iſt alſo durchaus unrichtig, daß er in theuern Zeiten verkauft, d. h. daß er mit erhoͤhtem Preiſe ſich begnuͤgt. Die Beſorgniß des Mangels tritt ſpaͤtſtens nach der Ernde ein. Er wird zuruͤckhalten, bis die entſchiedene Aus⸗ ſicht einer reichen Ernde ihm Gefahr des Verluſts zeigt, und dieſer Zwiſchenraum iſt nach dem Gange der Naturhaushaltung hinreichend, Noth zu erzeugen. Es iſt daher unrichtig, ſeine Operazionen als ein Pal⸗ ladium des Volks gegen Mangel zu betrachten. Getrelde⸗ haͤndler moͤgen den wirklichen Mangel an Maſſe verhin⸗ dern, aber ſie erzeugen den Mangel an Umlauf, alſo Noth. Noth iſt aber bey der aͤrmern, alſo groͤßern Volks⸗ klaſſe, ſchon dann vorhanden, wenn das Getreide zu einem unoͤkonomiſtiſchen, alſo zu einem Preis ſteigt, durch welchen alles Verhaͤltniß mit dem Werthe des Vermoͤgens, alſo des Stoffs und der Produktifkraft der groͤßern Klaſſe der Nazionalglieder, verruͤckt wird. Was kann das Daſeyn dieſer Vorraͤthe der Nazion nuͤzen, wenn ſie nicht mehr im Stande iſt, ſie einzutau⸗ ſchen? Ein großer Theil der Staatsbuͤrger kauft ſeine un⸗ entbehrlichen Lebensbeduͤrfniſſe taͤglich; der Wohlhabende mehr deswegen, weil ſie ſich nicht aufbewahren laſſen, der Aermere, weil er erſt taͤglich deren Werth verdient. Sie alle druͤckt, bey der nie ſtillſtehenden Konſumzion, die mo— mentaneſte Stockung im Umlauf der nothwendigen Maſſe; ja ſelbſt diejenigen Urproduzenten, denen der Korn⸗ 11 8 1 62— haͤndler durch erhoͤhte Preiſe mehr als den richtigen Ueber⸗ ſchuß ihres eigenen Beduͤrfniſſes abgelockt hat. Smith behauptet: das Verbot des Aufkaufs zwinge den Landbauer, ſein Kapital an zwey Gewerbe, naͤmlich den Ackerbau und den Handel zu vertheilen, alſo die Haͤlfte ſeines Kapitals dem Anbane zu entziehen, und vermindre daher die Produkzion. Man mag nun aber den Ackerbau im Stand der großen Landwirthſchaft, oder der kleinen betrachten, ſo laͤßt ſich auf keine Weiſe dieſes Reſultat finden. Der Getreidehaͤndler kann durchaus nur im Marktpreiſe einkaufen, wenn er den Zweck ſeiner Spekulazionen nicht verfehlen will; dieſen Marktpreis kann der Landbauer eben ſo gewiß von dem Verzehrer unmittelbar, als mittelbar vom Getreidehaͤndler erhalten. Der einzige Vortheil fuͤr ihn iſt, daß er ſeine Ernde auf einmal abſezt, alſo den Ertrag ſeines Kapitalſtoffs zum ſchnellern und oͤftern Umſaz zuruͤck erhaͤlt, und dieſer Vortheil iſt allerdings wichtig. Es kommt alſo nur darauf an, ihn mit dem allge⸗ meinen Wohle vereinbar zu machen, und auch die uneinge⸗ ſchraͤnkte Freyheit des innern Getreidehandels auf eine un⸗ erſchuͤtterliche Baſis zu gruͤnden. Ich glaube, dieß wird durch das idealiſche Maga⸗ zingeſez am ſicherſten erreicht. Das bloße Daſeyn dieſes Geſezes hindert an ſich das Steigen der Getreidepreiſe bis zu jenem Mißverhaͤltniſſe. Das Bewußtſeyn: daß der Staat es in ſeiner Gewalt hat, in jenem Falle eine beſtimmte Maſſe anzukaufen, alſo mit ihm in Konkurrenz zu treten, muß an ſich den Getreide⸗ haͤndler antreiben, ſich mit einem maͤßigen Gewinne zu be⸗ gnuͤgen, und den Preis des Getreides nie bis zu jenem Maxi⸗ mum ſteigen zu laſſen, das ihn ſelbſt zu Grunde richten wuͤrde. gen Ueben fs zuinn „ nimich die Hälft vermindee kerhau im etrachten, zrktpreiſe en nicht uer eben bar vom e Ernde offs zun Vontheil m alleer uneinge⸗ ine un⸗ Naga⸗ aſeyn depreiſe Gewalt n, alſ zetreide⸗ zu he⸗ Mari richte 168 Dann kann aber auch der Staat dem innern Getreide⸗ handel ruhig die uneingeſchraͤnkteſte Freyheit zugeſtehen; dann kann er ruhig dem Getreideaufkauf zuſehen. Er kann ge— ſchehen laſſen, daß ſelbſt derjenige Theil des Getreides, den der Landbauer nach dem Geſez in Verwahrung behalten ſollte, in den Beſiz des Getreidehaͤndlers uͤbergehe. Es bedarf dann keiner Aufzeichnung der Vorraͤthe, keiner inquiſitoriſchen For⸗ men, keiner ſiskaliſchen Geſeze. Der Staat wird ſich nie an den Kornhaͤndler, ſtets an den Grundeigenthuͤmer wenden, und ihm uͤberlaſſen, von dem Getreidehaͤndler den geſezlichen Antheil zuruͤck zu fodern; ihn alſo fuͤr die Uebertretung des Geſezes hoͤchſtens durch die Erhoͤhung des Preiſes beſtrafen, die er dem Getreidehaͤndler bewilligen muß. Die allgemeine Sicherheit, welche das bloße Daſeyn des Geſezes verbreitet, wird bey der Nazion nie Beſorgniß des Mangels entſtehen laſſen, und an ſich die Spekulazion des Getreidehaͤndlers be⸗ graͤnzen. 251. Der Ackerbau iſt diejenige produktife Kraft, welche, wenn ſie an eigenem Stoffe geſchieht, unter allen Verhaͤlt⸗ niſſen die groͤßte Maſſe von Genußmitteln liefert, alſo die er⸗ naͤhrendſte und belohnendſte. Young hat den reinen Gewinn der großen Pachtungen oder den Ertrag des darin ſteckenden Kapitals zu vierzehn Pro⸗ zent angegeben. Wuͤrde man aber den Ertrag des kleinen Grundeigenthums, das der Eigenthuͤmer ſelbſt und zwar mit hoͤchſter Produktifkraft bearbeitet, dudch alle ſeine Zweige ver⸗ folgen, alſo den Urſtoff nach dem Marktpreiſe des Grundeigen⸗ thums, eben ſo die Geraͤthſchaften, und dann den laufenden Preis der vermietheten Produktifkraft anſchlagen, und mit jenem Er⸗ trage vergleichen, ſo wuͤrde ſich ein auffallend hohes Reſultat ergeben, welches einzig das Eigenthumsrecht, der maͤchtigſte Trieb der menſchlichen Seele, das Streben nach unabhaͤngie gem Genuß, hervorbringt. 164 Gerade das Daſeyn dieſes Zuſtands der Dinge beurkundet hingegen, daß die Urprodukzion bey weitem den hoͤchſtmoͤglichen Grad ihrer Ausbildung nicht erreicht habe. Es iſt alſo dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß, nicht nur die Urprodukzion von allem Zwange, von allen Feſ⸗ ſeln zu befreyen, ſondern auch die Ausdehnung der Urproduk⸗ tifkraft zur hoͤchſtmoͤglichen Stufe zu treiben. Im Ganzen hat man doch erſt begonnen, den Ackerbau wiſſenſchaftlich zu behandeln, und wenig iſt noch davon auf die Urproduzenten uͤbergegangen. Die Geſeze der Nazional⸗ Oekonomie machen es alſo dem Staate zur Pflicht, die Ver⸗ breitung der wiſſenſchaftlichen Kenntniſſe, ſo wie die Ausbil⸗ dung derſelben, durch Vervollkommnung der Ackerbauwerk⸗ zeuge, Verminderung des Kraftaufwands, mittelſt Benuzung der Mechanik,(z. B. der Saͤe⸗, Dreſchmaſchinen u. ſ. w.) durch Verbreitung der neuen Entdeckungen im Pflanzenreiche u. ſ. w. zu befoͤrdern. beurkunat tmaͤglih ie gemiß allen zi Urprodat, ze Sechstes Buch. won auf—) tazional⸗ 1 8 dukzion. die dhn 2a. Induſtrielle Pr o z Auebil⸗ X Hauwerk⸗ denuzung— . ſ. w.) enreiche dad 3,2 n fi na k 252. Die induſtrielle Produktifkraft aͤußert ſich in der Zubereitung eines Urprodukts zum Genuß: ent⸗ weder in ſeiner urſpruͤnglichen Form, oder mittelſt Verwand⸗ lung dieſer Form(Z. 168.). 253. Wiſſenſchaften ſind uͤber den Begriff von induſtrieller Produkzion erhaben. Sie ſind eine eigne Gattung der Ur⸗ produkzion, und behaupten bey dieſer den hoͤchſten Rang. Deer Grund ihres Gehalts iſt auch ihr Werth. Preis koͤnnen ſie ſo wenig als hohe Kunſtprodukte haben. Eine einzige, durch wiſſenſchaftliches Studium entdeckte Wahrheit, kann fuͤr die Menſchheit von unberechenbarem Werthe ſeyn. Die Wichtigkeit der wiſſenſchaftlichen Arbeiten ſelbſt in nazional⸗oͤkonomiſtiſcher Hinſicht, bedarf keines Beweiſes. Ihnen verdankt die Menſchheit den Austritt aus dem Stande der Wildheit: und laͤge nicht an ſich in dem Menſchheits⸗Prin⸗ zip der Vervollkommnung ihre unbedingte Nothwendigkeit, ſo ſind ſie es, denen wir, nebſt der Genuß⸗Empfaͤnglich⸗ keit, den bey weitem groͤßern Theil der Genußmittel ver⸗ danken. Außer den ſtreng⸗philoſophiſchen und ſtreng⸗ oͤkonomiſti⸗ ſchen Wiſſenſchaften, wohin z. B. die Rechtskenntniß, die Heilkunde u. ſ. w. gehoͤren, ſchließt das reine Prinzip der Na⸗ zional⸗Oekonomie, ſelbſt die idealiſirende Poeſie ein, die unſre geiſtige und ſinnige Genuͤſſe erhoͤht und vermannigfaltigt, unſre Freuden apotheoſirt, unſre Bekuͤmmerniſſe mildert. Daher 4 V G haben Regenten und Nazionen, wie die Barden, die Minne ſaͤnger u. ſ. w. beweiſen, zu allen Zeiten Dichter als nuͤgliche Staatsglieder, oft ſelbſt als nothwendige Staats⸗Diener betrachtet. 254. Die Kuͤnſte laſſen ſich aber allerdings unter die Gattung der induſtriellen Produkzion reihen und ſind deren hoͤch⸗ ſte Stufe. Ihre weſentliche Eigenſchaft iſt: Veredlung des Pro— duktſtoffs, nicht aber ihre ausſchließende; denn auch Fa⸗ brikazion und Manufaktur veredeln. Es wird daher ſchwer ſeyn, fuͤr die Kunſt in nazional⸗ oͤkonomiſtiſcher Bedeutung ei⸗ nen ſchneidenden, ſie von der Fabrikazion und Manufaktur ge⸗ nau abſchattenden Begriff aufzufinden. Man muͤßte denn ihn einzig in der Vollendu ng des Produkts ſuchen. Auch gewoͤhnliche mechaniſche Arbeiten koͤnnen ſich zu Kunſtprodukten erheben. Nachdenken, Studium, Genie, kann nicht als eine karak⸗ teriſtiſche Eigenſchaft der Kunſt angenommen werden, denn der Manufakturiſt kann, auch ohne jene Eigenſchaften, durch Fleiß und Uebung ſeinem Produkte den Grad von Vollendung geben, der es zum Kunſtwerke ſtempelt. Jene Schwierigkeiten, die Kunſt von der Fabrikazion und Manufaktur mit ſcharfen Linien abzumarken, ſind allenthalben ſichtbar; ſie haben daher der Gewohnheits⸗Willkuͤhr freyen Spielraum geoͤffnet. So hat wahrſcheinlich der hohe Werth der Buchdruckerey fuͤr die gebildete Menſchheit ihr im Allgemei⸗ nen den Namen einer Kunſt erworben, indeß ſie großen— theils in mechaniſchen Beſchaͤftigungen beſteht, und nur beym Sezer Sprachkenntniß heiſcht. Hat die Fabrikazion den Grad der Vollendung er⸗ reicht, ſo kann man ihr den Rang zunaͤchſt an der Kunſt nicht ſtreitig machen. Der Nazional⸗Oekonomie iſt es igleichguͤltig, wo deren Graͤnzlinie beginne? 5 füa e G dertd die 9nd M 8 C linr n adls b fenss imn aune V meiſt üuns hrin Nau V ſarh b ang die Dimg als näglihe „Dientt die Gettnn eten hoͤ⸗ g des P in auch fe⸗ her ſchrer eeutung ti ffaktur za denn ihr t ſich zu e karak⸗ denn der ich Fleiß g geben, kon und thalben freyen Werth lgemei⸗ großen⸗ beym ng er ſt nich Hgäͤltig —— 169 Die Wichtigkeit der ſchoͤnen Kuͤnſte in nazional⸗oͤkonomi⸗ ſtiſcher Hinſicht bedarf eben ſo wenig einer Beurkundung. Sie ſind es, welche das menſchliche Daſeyn vergolden; ihnen verdanken wir die Fortſchritte in der geiſtigen Bildung, ſo wie die edelſten, feinſten und mannigfaltigſten ſinnlichen Genuͤſſe. Ohne ihre Huͤlfe kann die induſtrielle Produkzion ſich nicht uͤber das Mittelmaͤßige heben. Moͤgen ſie nun einzig verwirk⸗ lichen oder idealiſiren, ſo ſind ſie der gebildeten Menſchheit gleich unentbehrlich. 255. Wiſſenſchaften und Kuͤnſte, als die vorzuͤglichſten Hebel und Quellen des Nazional⸗Wohlſtandes, ſind alſo der hoͤch— ſten Unterſtuͤzung des Staats werth; ſie haben auf die Aeuße⸗ rung jener allgemeinen, begluͤckenden und vorſorgenden Staats⸗ gewalt den dringendſten Anſpruch; und zwar, kraft der Allge⸗ meinheit ihres Einſluſſes und ihrer Huͤlfloſigkeit, bis die Na⸗ zion durch ſie erſt zu jenem Grad von Bildung ſich erhoben hat, der ihnen die Anerkenntniß ihres Werths von Seiten der Nazionalglieder, alſo ihrer Selbſtſtaͤndigkeit ſichert. Jeder in ſtaatswirthſchaftlicher Anſicht den Kraͤften des Staatsvermoͤgens angemeſſene Aufwand auf Kuͤnſte und Wiſſenſchaften iſt alſo nazional⸗oͤkonomiſtiſcher Aufwand. 256.— Die mechaniſche induſtrielle Produkzion nennt man Ma⸗ nufaktur und Fabrik. Zur Zeit ſind beide auslaͤndiſche Worte durch keine beſtimmte Kennzeichen von einander ſchnei— dend geſondert worden. Bald verſteht man unter Fabrik ausſchließend diejenige Gattung induſtrieller Produkzion, zu welcher man Feuer be⸗ darf; bald wird diejenige Arbeit Fabrikarbeit genannt, wo jeder einzelne Theil des Produkts von einem beſondern Arbeiter be⸗ arbeitet wird; oder wo ein Verleger(Kapitalſtoffbeſizer) den Produktſtoff durch gemiethete Arbeit fuͤr ſeine Rechnung be⸗ arbeiten laͤßt. 170 So wie die Arbeits⸗Gattuungen fließen aber auch durch den Sprachgebrauch jene Begriffe ſo oft zuſammen, daß man die Worte Fabrikazion und Manufaktur noch immer als gleichbedeutend betrachten kann. Selbſt die⸗ jenige induſtrielle Produkzion, welche zum Theil durch Ma⸗ ſchinen bewirkt wird, kann auf den Namen von Fabrik, im etymologiſchen Sinne, nicht ausſchließend Anſpruch machen, da ſie noch ſtets zu ihrer Vollendung mehr oder weniger menſch⸗ liche Handarbeit bedarf. Bey civiliſirten Voͤlkern bringt die induſtrielle Produkzion den groͤßten Theil der Genußmittel hervor; kaum in dem roh— ſten Natur⸗Zuſtand laͤßt ſich Nazionalwohl ohne induſtrielle Produkzion denken. Jene Bezeichnung der naͤmlichen Sache mit zweyerley Wor⸗ ten, deren Begriffe man bald trennt, bald verwechſelt, ſagt aber dem Geiſte einer Szienz keineswegs zu. Man muß alſo entweder beide Worte verbannen, oder jedem ſeinen eignen beſtimmten ausſchließenden Begriff anweiſen. Am richtigſten iſt es alſo wohl, die einfache induſtrielle Produkzion Manufaktur, und die zuſammengeſezte, Fa— brikazion zu nennen. Einfach nenne ich diejenige, zu welcher die gewoͤhn⸗ lichen Faͤhigkeiten eines einzelnen Arbeiters hinreichen; zuſam⸗ mengeſezt diejenige, die ohne eine ſeltene und ungewoͤhn⸗ liche Vereinigung mehrerer Faͤhigkeiten in Einem Arbeiter, von Einem nicht verrichtet werden kann. 2 257. Die Produkte der Fabrikazion und Manufaktur laſſen ſich in drey Klaſſen theilen. In 1. die der erſten Beduͤrfniſſe, 2. die der Bequemlichkeiten des Lebens, 3. die des Luxus, des Glanzes, der Verzierung, des Puzes und der Ueppigkeit. 24 tune kmn aue 8i d0 usdn in 26 se an a nof de undon ar F 6 unn8 Wwitn ſ nn ſchi an aber auh uſamm, ufaktut zelbſt die urch Ma brik, in machen, rmenſch oduk;ion em roh⸗ duſtriell ley Wor⸗ elt, ſagt nuß alſſ zeignen duſtriele te, Fa gewoͤhn uſam⸗ ewoͤhn⸗ , von ſen ſic g, des 258. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie will die Verſchoͤ⸗ nerung des Lebens. Sie hat zwar nur die phyſiſche Vervoll⸗ kommnung des Menſchen zum Gegenſtand, will aber allerdings auch das moraliſch Gute. Doch bis zu der Strenge dehnt ſich deſſen Ethik nicht aus, daß die Pruͤfung in ihrem Gebiete laͤge: welche Gat⸗ tungen der induſtriellen Produkzion in ſittlicher Hinſicht der Menſchheit wohlthaͤtig oder nachtheilig ſeyen? Kultur im All⸗ gemeinen iſt ihre Tendenz; die nachtheiligen Reſultate derſelben in ſofern ſie den Menſchen von der zum Theil negatifen Tugend des Naturſtands entfernen, kann ſie nur durch Staatspolizey und paͤdagogiſche Anordnungen verguͤten. Dagegen ſchließt das Prinzip der Razional⸗Oekonomie jede, alſo auch jede induſtrielle Produkzion aus, welche durch unmittelbaren Nachtheil am phyſiſchen Wohlſtande ſowohl, als durch denjenigen, der aus dem Sittenverderbniß wieder auf den phyſiſchen Wohiſtand ruͤckwirkt, der Nazional⸗Gluͤckſeligkeit ſchaͤblich iſt. Die Nazional⸗Oekonomie fragt alſo nur: a. Welche Gattungen der induſtriellen Produkzion ſind nach ihrem ethiſchen Prinzip dem Nazionalwohlſtande vortheil⸗ haft oder nachtheilig? Welche ſind alſo vom Staate zu beguͤnſtigen? und b. welches ſind die ihrem Prinzip angemeſſenen Befoͤrderungs⸗ und Unterſtuͤzungsmitttel? 1 259. Die induſtriellen Produkte der erſten Beduͤrfniſſe ſind zum Theil kaum dem roheſten Naturſtande entbehrlich. Ohne ſiel iſt weder Urprodukzion noch menſchliche Exiſtenz moͤglich. Der Zuſtand der Civiliſazion fuͤhrt die zweyten als un⸗ entbehrlich herbey. Die dritten ſind die Folge des Reich⸗ thums, und in dieſem Zuſtande ſind ſte wohlthaͤtig. Die Rang⸗Ordnung dieſer Produkte iſt auch die Stufenleiter, nach welcher der Staat ſie unterſtuͤzen muß. 172 Seine naͤchſte Aufmerkſamkeit muß er allerdings auf die⸗ fenige induſtrielle Produkzion richten, welche die nothwendige Bedingung der Nazional⸗Exiſtenz im civiliſirten Zuſtande iſt. Bequemlichkeiten des Lebens ſind die Bedingung des Wohl⸗ ſtands.— Die Ehrfurcht gegen das Eigenthumsrecht liegt im Prin⸗ zip der Nazional⸗Oekonomie, ihr ſteht, mindſtens in Abſicht des Mobiliar⸗Vermoͤgens, kein anderes Mittel zu Gebot, der dem Nazionalwohl nachtheiligen allzugroßen Vermoͤgens⸗ Un⸗ gleichheit zu wehren, es folgt alſo auch die Beguͤnſtigung der Produkzion der Luxus⸗Beduͤrfniſſe aus ihrem Prinzip, ſobald die Nazion ſich im Zuſtande des Reichthums befindet; alſo die erſten beyden Stufen erklommen hat. 260. In nazional oͤkonomiſtiſcher Hinſicht erſcheinen die indu⸗ ſtriellen Produkte noch in einer andern Klaſſifikazion. Die induſtrielle Produkzion beſchaͤftigt ſich naͤmlich, ent⸗ weder mit der Verarbeitung eignen Nazional⸗ oder fremden natuͤrlichen Produktſtoffs. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie iſt weltbuͤrgerlich, aber es hoͤrt darum nicht auf nazional zu ſeyn. Der Kosmopolitismus jenes Prinzips liegt nicht darin: daß eine Nazion der andern ſich hingebe, dem Streben nach ſelbſtſtaͤndigem Wohlſtand entſage, eine nicht von der Natur angedrungene⸗Abhaͤngigkeit uͤbernehme; dieß wuͤrde vielmehr je⸗ nem Prinzip durchaus nicht zuſagen. Der Kosmopolitismus deſſelben liegt darin: daß die einzelne Nazion durch dieſes ſelbſtſtaͤndige Streben nach Wohlſtand das allgemeine welt— buͤrgerliche Band nicht loͤſe, nicht durch feindliche, ſie zugleich ſelbſt verwundende Maasregeln, die unſichtbaren Bande der großen Weltfamilie verleze, deren begluͤckende Wirkung gerade aus jenem freyen, ſelbſtſtaͤndigen aber freundlichen Streben nach Wohlſtand aller Nazionen entſpringt, und dadurch be⸗ urkundet, daß jeder Eingriff in die ſinnige Naturhaushaltung, jeder Verſuch ihren Gang zu meiſtern, Frevel iſt. 0 ! fldn 1 37 vm A ziem ken 0 120 9 0 nn 8 b ſo m ri r neel n 20 deaq iwa b deſhal uſ n e enac gas ſten vit ds auf die othwendi uſtande ſt des Wiil im Pein in Abſiät jebot, der hens⸗ Un⸗ gung der „ ſobald det; aſſo die indu⸗ h. h, ent fremden ekonomie onal zu darin: en nach Natur mehr ſe— litismus h dieſes ne welt⸗ zugleic nde der gerade Otreben urch be haltung 173 Die Nazion muß alſo, dem Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ nomie gemaͤß, ihren eigenen natuͤrlichen Produktſtoff ſelbſt fabriziren, aber ſie muß dieſes Fabrikat dem weltbuͤrgerlichen Tauſche uͤbergeben, und dem Fabrikat aus fremden natuͤrlichen Produktſtoff den Zugang nicht verſchließen. Jenen Grundſaͤtzen gemaͤß muß alſo der Staat zunaͤchſt die Verarbeitung des natuͤrlichen Nazional⸗Produktſtoffs beguͤnſtigen. Die Nazion, welche dieſen Stoff ſelbſt verarbeitet, ge⸗ winnt den Werth der Fabrikazion(der induſtriellen Produktif⸗ Kraft) und der Kommerz⸗ und Transportkoſten(der kom⸗ merziellen Produktifkraft), eignet alſo dieſe ſich an. Jedes oͤkonomiſtiſche Produkt gleicht auch die Kon⸗ ſumzion aus. Jeder Fabrikant, der ein Genußmittel ſchafft, erwirbt im eigentlichſten Sinne ſeinen Antheil an der allgemei⸗ nen Nazional⸗Produkzion. Die Zahl der Konſumenten(im nazionaloͤkonomiſtiſchen Sinne) hat gerade den entgegengeſezten Einfluß. Sie bieten dem Urproduzenten keinen Reiz des Austauſches; ſie ſpornen ihn zwar durch die in der Verzehrung liegende Verminderung der Maſſe der Erzeugniſſe zu Erhoͤhung der Produkzion, aber nur um ihm dieſen Ueberſchuß wieder ohne Zuſaz zu ſei— nem Genuſſe zu entreißen. Die Vortheile des Muͤnzum⸗ laufs, die aus der Vermehrung der Maſſe der unoͤkonomiſtiſchen Konſtimzivn entſtehen ſollen, ſind alſo Taͤuſchung. 261. Die Nazion uͤberlaͤßt ihren natuͤrlichen Produktſtoff einer fremden Nazion, entweder 1 1. damit dieſe ihn zu induſtriellen Produkten fuͤr ihr eignes (der fremden Nazion) oder einer dritten Nazion Be⸗ duͤrfniß, oder a. fuͤr ihr, der urproduzirenden Nazion, Beduͤrfniß, verar⸗ beite, oder 3. ihn in ſeiner urſpruͤnglichen Eidenſchaft⸗ als Urprodukt, konſumire. J 3 174 Im erſten Falle liegt der Nazionalverluſt der Fabrika⸗ zionskoſten darin, daß eigne Nazionalglieder jenen Theil der Urprodukte haͤtten verzehren, alſo genießen koͤnnen, den der Urproduzent nun dem Fremden zum Erſaz fuͤr deſſen indu⸗ ſtrielle Produktifkraft, alſo die Fabrikazionsarbeit, uͤberlaſſen muß. Wenn die Urprodukte im zweyten Falle im Auslande zu induſtriellen Produkten umgeſchaffen werden, ſo iſt nicht allein der Fabrikazionsgewinn, auch der Werth der kommer⸗ ziellen produktifen Kraft, die Fracht⸗ und Ruͤckfrachtkoſten ſind verloren. Mag auch ein Theil dieſer Koſten von der Nazion ſelbſt verdient werden, ſo iſt doch die darauf verwendete Kraft unoͤkonomiſtiſch, denn ſie war ohne Nazionalgewinn verſchwen⸗ det; ſie ernaͤhrte Einen Theil der Produzenten auf Koſten, d. h. mit dem Verluſte des andern Theils. 262. Die Betrachtung des dritten Falls, wo naͤmlich eine Nazion der andern ihre Urprodukte zur Konſumzion in deren urſpruͤnglichen Eigenſchaft uͤberlaͤßt, gehoͤrt nur mittelbar hieher. Bey dem Gegenſtande der Urprodukzion ſind bereits die Grundſaͤze vorgetragen worden, welche die Nazional⸗ Oekonomie in Abſicht der freyen Ausfuhr der Urprodukte uͤberhaupt,(wohin insbeſondere außer dem Getreide Schlacht⸗ vieh gehoͤrt) diktirt. 263. Zur unmittelbaren Behandlung bey der Materie von der induſtriellen Produkzion eignet ſich aber jener dritte Fall bey ſolchen exportirenden Urprodukten, welche nicht bloß in ihrer urſpruͤnglichen Geſtalt genießbar, ſondern auch faͤhig ſind, durch die induſtrielle Produkzion verwandelt zu werden. Ich wiederhole es: in ſoferne aus dem allgemeinen Stre⸗ ben nach individuellem Wohlſtand, aus der allgemeinen Regung 9 der Produkzionskraft auch allgemeines Gluͤck reſultirt, iſt das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie kosmopolitiſch. jenig der Fabtit in Thei der enen, mn deſſen in uͤberlaſgn Auslande iſt nit kommen koſten ſin er Nazihn eete Kraſt eerſchwen⸗ f Koſten lich eine in deren nittelbar dbereitz Lazional⸗ produkte Schlacht, von der te Fall bloß in h fihßs erden. n Etre Regung iſt dui 175 Die Moral mag dem Menſchen gebieten, ſeinen duͤrfti⸗ gen Bruder zu unterſtuͤzen, aber die Nazional⸗Oekonomie gebietet der Nazion, auch in dem dringendſten Beduͤrfniß den Fremden ihre Urprodukte nur dann zu uͤberlaſſen, wenn der Abſaz derſelben in urſpruͤnglicher Geſtalt ihr, mit Ein⸗ rechnung des verglichenen Werths der induſtriellen Produktif⸗ kraft, den ſie haͤtte gewinnen koͤnnen, einen vortheilhafte⸗ ren Markt, als in der veraͤnderten Geſtalt darbietet, wenn ſie alſo das Urprodukt nach dieſer Berechnung hoͤher verkaufen kann, als deſſen verglichener Werth in induſtrielles Produkt verwandelt, im Innern geweſen ſeyn wuͤrde. 264. Die Mittel zu Befoͤrderung der induſtriellen Produkzion ſind 1. zwingende, und 2. ermunternde, lohnende. 265. Die Zwangsmittel ſind: 1. Ausfuhr⸗- und Einfuhrverbote: 2. Impoſten, Auflagen; 3. Vorkaufs⸗ und Abtriebsrechte. Die belohnenden Mittel ſind: 1. Praͤmien; 2. unmittelbare Staatsvorſchuͤſſe und Unterſtuͤzungen. 3. Monopole. 4. Privilegien und perſoͤnliche Vorzuͤge. 266. Zwingende Mittel. Dasjenige Mittel, welches den Regierungen als das na⸗ tuͤrlichſte zu Befoͤrderung der innern induſtriellen Produkzion erſchien, iſt gerade das unnatuͤrlichſte, naͤmlich die Ausfuhr⸗ verbote. In dieſem Sinne und zu dieſem Zwecke konnten ſie die⸗ jenigen Urprodukte, welche zur Nahrung, zu Befriedigung 176 der erſten Beduͤrfniſſe gehoͤren, z. B. Getreide, am wenigſten treffen, denn dieſes wird nur in wenigen einzelnen Faͤllen, (zum Deſtilliren geiſtiger Getraͤnke) zur induſtriellen Verar⸗ beitung, gewoͤhnlicher zur Konſatagion in der urſpruͤnglichen Geſtalt, verfuͤhrt. Die Regierungen gingen bey dieſem zwingenden Induſtrie⸗ Befoͤrderungsmittel von folgenden Grundſaͤzen aus: 1. daß die Nazionalglieder, kraft des geſellſchaftlichen Ver⸗ bands, verpflichtet ſeyn, ihrr Mitbuͤrger zu unter⸗ ſtuͤzen. 2. glaubten ſie in dem unbedingten Aasfaßeveröuts der Ur⸗ produkte, alſo in der aus der Einengung des Abſazes noth⸗ wendig folgenden Herabſezung des verglichenen Werths derſelben im Inlande, den unfehlbaren Sporn fuͤr die Nazionalglieder zu finden, ſich der eigenen indu⸗ ſtriellen Verarbeitung ihres natuͤrlichen Produktſtoffs zu widmen. 7 Was den erſten Grundſaz, naͤmlich die wichtige Frage be⸗ trift, in wie weit die Freyheit der Eigenthumsrechte durch die nazionellen(Staatsbuͤrgerlichen) Verpflichtungen eingeſchraͤnkt werde? ſo muͤſſen wir wohl vorerſt die Gattungen der exportirt werdenden Urprodukte unterſcheiden. Nur da und dann, wo die Exiſtenz oder die Unabhaͤngig⸗ keit der Nazion gefaͤhrdet wird, laͤßt ſich die Rechtlichkeit jener Einſchraͤnkung mit dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie ver⸗ einen, wenn anders die Vortheile freyer Konkurrenz eine Ge⸗ fahr denken laſſen. Dieß kann alſo nur bey demjenigen natuͤrlichen Produkt⸗ ſtoffe der Fall ſeyn, der die erſten Beduͤrfniſſe liefert. Freyer Spielraum der Produktifkraft, freyer Genuß ihres Ertrags, freye Benuzung des Eigenthums nach Rechtsgrund⸗ ſaͤzen iſt uͤbrigens der Zweck des geſellſchaftlichen Verbands, und einzig in dem Kreiſe dieſes Zwecks kann die Nazional⸗Oekono⸗ mie ſich bewegen. Nur die hoͤchſte Gefahr der Aufloͤſung die⸗ ſes Verbands, nur das Geſez der Selbſterhaltung kann alſe denijft ſen Filn, len Veuu⸗ prüͤnglihn Induſtri ſchen Dar zu untan der Ur⸗ zes noth⸗ Werthe porn fit en indu tſtoffs zu Frage he⸗ durch die geſchraͤnt exportitt bhaͤngig⸗ eit jener nie ver⸗ ne Ge⸗ rodukt⸗ jefert. uß ihres tegrund⸗ ds, und Oekone⸗ ung dir nn aſe 177 den Einſchnitt in jene Rechte rechtfertigen, deren Unverlezbar⸗ keit wir nicht blos im Nazional-, ſondern im allgemeinen weltbuͤrgerlichen Verbande als garantirt annehmen muͤſſen, wenn wir die ſtaatsbuͤrgerliche Eigenſchaft nicht als eine un⸗ trennbare Heftung an den Boden(glebae adscriptio) an⸗ nehmen wollen. Eben daher ſcheint die Begraͤnzung der Eigenthumsrechte und die Nazionalverpflichtung nicht da hin ausgedehnt werden zu duͤrfen, daß der Urproduzent gehalten ſey, den natuͤrlichen Produkiſtoff an ſeine Mitbuͤrger, um einen mit deſſen verglichenem Werthe(der ſtets weltbuͤrgerlich iſt) nicht im Verhaͤltniſſe ſtehenden Preis, und zwai ei inzig deswegen zu uͤberlaſſen, damit dieſe ihre induſtrielle Pro riell We ſte i en⸗ duktifkraft auf einen den verglichenen Werth üher den Preis zu ſezen, alſo ihm einen Theil ſeiner rechtlich er— worbenen Genußmittel zu entreißen vermögen. Dieſe induſtriellen Produzenten moͤgen nun ſchon exiſtiren, alſo mag der Zweck jener Verbote nur ſeyn, ihnen Spielraum fuͤr ihre Produktifkraft zu verſchaffen, oder ſie moͤgen durch dieſe Herabſezung des Preiſes der Urprodukte erſt geſchaffen werden ſollen, ſo findet jener Saz ſeine Anwendung; nur iſt es in dem lezten Falle wohl noch zweifelhafter, ob ſich die Nazionalverpflichtung bey einzelnen Nazionalgliedern bis auf jenen Grad eateſern laſſe, der die Sorge fuͤr noch nicht exiſtirende Mitglieder zu einer den Zweck der Zeſelligen Ver⸗ einigung heſchränkenden Zwangspflicht erhebe? Zu dieſer Idea⸗ liſazion ſcheint ſich nur der freye, unabhaͤngige Genius der Nazionalgeſammtheit zaſſchwinden zu duͤrfen, der ſich jedoch in der Sphaͤre ſeines Wirkungskreiſes nur auf eine die Baſis des geſellſchaftlichen Verbands allenthalben reſpektirende Weiſe zu bewegen vermag, und dieß ſcheint die zwingenden Mittel aus dieſem Kreiſe zu verbannen. 267. Abgeſehen aber von der Rechtlichkeit jenes Mittels, ſcheint die Pruͤfung des zweyten Grunds der Ausfuhrverbote, 12 naͤmlich der Sporn inlaͤndiſcher Induſtrie, eben ſo wenig genuͤgende Reſultate zu gewaͤhren. Wohl moͤchte im Gegentheil das Verbot der Ausfuhr der Urprodukte das zweckwidrigſte und gefaͤhrlichſte Mittel zu Be⸗ foͤrderung der inlaͤndiſchen Fabrikazion ſeyn. Es muß noth⸗ wendig den Produzenten druͤcken, ihn in die Haͤnde der Fa⸗ brikverleger und der Kaufleute liefern, dieſen eine willkuͤhr⸗ liche Preisbeſtimmung uͤbergeben, mithin die erſte Quelle des Nazionalreichthums, die Urprodukzion vermindern. Das Ausfuhrverbot der Urprodukte trift den Urproduzen⸗ ten. Er iſt es alſo, der ſeine Urprodukte auf dem beſten Markte zu verkaufen gehindert wird. Daraus folgt aller⸗ dings eine Verminderung des verglichenen Werths der Urpro⸗ dukzionskraft; aber noch keine in laͤndiſche Fabrikazion. Dieſe ſezt das Daſeyn der Fabrikanten voraus. Durch das Ausfuhrverbot ſollen ſie geſchaffen, die Staatsbuͤrger ſollen durch den Mangel der Konkurrenz der Kaͤufer und durch die daraus reſultirende Verminderung des verglichenen Werths des natuͤrlichen Produktſtoffs gereizt wer⸗ den, die Fabrikazionskoſten ſelbſt zu verdienen. Klar iſt es alſo, dieſe Beguͤnſtigung der induſtriellen Produkzion geſchieht auf Koſten der Urprodukzion, iſt alſo antioͤkonomiſtiſch. 268. Geſchieht die Verſendung des natuͤrlichen Produktſtoffs zu dem Zweck, um ihn als induſtriellen Produktſtoff der ver⸗ ſendenden Nazion zuruͤck zu geben, ſo ſcheint die da⸗ durch bewirkt werdende Erhoͤhung des verglichenen Werths, mittelſt der Fracht des Ur⸗, und der Ruͤckfracht des induſtriellen Produkts,(der Kommiſſions⸗ und Spedizionskoſten des Kauf⸗ manns u. ſ. w.) alſo mittelſt Hinzufuͤgung des Ertrags der induſtriellen und kommerziellen Produktifkraft zu dem ur⸗ ſpruͤnglichen Werthe des natuͤrlichen Produktſtoffs, fuͤr den Inlaͤnder hinlaͤnglichen Reiz zu enthalten, ſich dieſer Fabrika⸗ zion ſelbſt zu widmen. en ſo deng Auefuhr me itel zu de muß nei nde der 3 ne willie „Quelle de . Urproduſe dem heſer folgt aler der Urpu⸗ ſabrikazin ffen, Re urrenz da derung des ereizt wen klar iſt e geſchih diſch. ktſtoffs z3 der ver⸗ nt die da Werthe, uſtrielle es Kauf rags del dem un⸗ fäͤr del Jabtike 179 Wenn bieſes natuͤrliche Reſultat ſich nicht aͤußert, ſo pflegt man den Grund einzig in dem Mangel der Induſtrie der urproduzirenden Nazion zu ſuchen. Dieß iſt keineswegs un⸗ bedingt der Fall; daher die ſo allgemeine Verkennung der Nazionaͤl⸗Oekonomiegeſeze uͤber dieſen Gegenſtand. Jener Grund liegt oft in ganz andern Urſachen. Erſtens beſizt die exportirende Nazion oͤfters fuͤr die⸗ jenige fremde Nazion, welcher ſie ihre Urprodukte uͤberlaͤßt, kein anderes, dieſer anſtaͤndiges Antauſchmittel gegen die von ihr beziehende Ur⸗oder induſtriellen Produkte. Iſt das Stre⸗ ben, die Fabrikazionskoſten zu gewinnen, allgemein, und hat diejenige Nazion, welcher die Urprodukte zugefuͤhrt wer⸗ den, andre Ur⸗ oder induſtrielle Produkte im Beſiz, welche der exportirenden Nazion unentbehrlich geworden ſind, ſo iſt jene Exportazion nothwendig, und deren Hemmung ent⸗ ſchieden ſchaͤdlich.“ Zweytens kann dieſe Ausfuhr der Urprodukte auch daher ruͤhren, daß die exportirende Nazion entweder mit der Urprodukzion allein, oder mit einer andern ihr groͤßere Vor⸗ theile gewaͤhrenden Gattung der induſtriellen Produkzion be⸗ reits hinlaͤnglich beſchaͤftigt iſt; oder Drittens, daß ſie einzelne Beſtandtheile von Stoff, (natuͤrlichen Produktſtoff, Materialien) die zu der Verarbei⸗ tung jener auswandernden Urprodukte weſentlich nothwendig ſind, entweder gar nicht, oder nicht in der naͤmlichen Guͤta beſizt, und ſich ſolche erſt um einen Preis verſchaffen muͤßte, der dann den Preis der Fabrikate auf einen deren verglichenen Werth uͤberſteigenden Punkt treiben, alſo die Fabrikazion un⸗ oͤkonomiſtiſch machen wuͤrde. Viertens: Lokale Verhaͤltniſſe, Klima, Luft, Waſſer, eine große Populazion bey einer ungleichen Vertheilung des Vermoͤgens, vorzuͤglich des Grundeigenthums, und der daraus reſultirende Drang des iſolirten Produzenten, um den moͤglich wohlfeilſten Preis zu arbeiten, koͤnnen im Auslande der Fa— brikazion dieſer Urprodukte, eigenthuͤmliche, ihren vergliche⸗ — nen Werth mindernde Erſparniſſe gewaͤhren. Vergebens wird man eine Fabrikazion einheimiſch zu machen ſuchen, welche gegen die Vortheile dieſer oͤrtlichen Verhaͤltniſſe die Konkurrenz nicht aushalten kann, d. h. bey welcher der Mangel dieſer oͤrtlichen Vortheile den Preis weit uͤber den verglichenen Werth hinauf draͤngen wuͤrde. 1 269.. Nur in jenein Jalle alſo, wo einzig Mangel an Ge⸗ werbfleiße die Verarbeitung der eigenen Urprodukte hindert, wo die Nazion dieſe entweder gar nicht, oder doch nicht ſaͤmmt⸗ lich, oder nicht in der zur eigenen Konſumzion erforderlichen Maſſe oder Eigenſchaft verarbeiten will, oder nicht in der naͤmlichen Guͤte, wie die fremde Nazion, zu der ſie ſolche Ur⸗ produkte ausfuͤhrt, zu verarbeiten vermag, nur dann tritt die Pflicht der Regierung zu direkter Befoͤrderung der Fa⸗ brikazion einheimiſcher lrprodukte ein. Aber ſchwerlich duͤrfte das Ausfuhrverbot dieſer Urprodukte eine zweckmaͤßige Maas⸗ regel hiezu ſeyn. Jener Mangel an einheimiſchen induſtriellen Produzenten kann nun entweder in dem Nazionalkarakter, oder in dem Mangel der Volksmenge, oder in der eigenſinnigen Vorliebe der Nazion fuͤr auswaͤr⸗ tige Fabrikate, alſo in dem Mangel an Abſaze der Na⸗ zionalprodukte liegen. Liegt jener Mangel inlaͤndiſcher Produkzion in dem Na— zionalkarakter, in dem Mangel an Gewerbfleiße, in der Traͤg⸗ heit der Nazion, alſo der niedern Bildungsſtufe, auf welcher ſie ſteht, ſo wird das Ausfuhrverbot dieſen Karakter nicht ver⸗ eſſern, nicht den Geiſt der Nazion heben. Das Ausfuhr⸗ verbot druͤckt die einzige Gattung von Produkzion, welcher die Nazion bisher ſich widmete: die Urprodukzion. Es wird alſo die Nazion erbittern, und ſie wird, ehe ſie Zwangsgeſezen weicht, jene induſtrielle Produkzion zu entbehren, oder den Geſezen durch Schleichhandel zu trozen ſuchen. Und das iſt auch allent⸗ halben der Fall. 3— hens bi 7, welche onkurren gel dieſer 4 1 a Dert an Ge⸗ hindert ſäͤmmt⸗ erlichen in der lche Ur⸗ dann der Fa⸗ h duͤrſte M 2 M Maaet uzenten zuswaͤr⸗ er Na⸗ Na⸗ Traͤg⸗ velcher ht ver⸗ fuhr⸗ her die id alſo weicht Heſezen allena —— 181 Mit der Verminderung der Maſſe der Begehrungen und Beduͤrfniſſe wird im erſten Falle auch die Urprodukzionskraft⸗ aͤußerung erlahmen. Dieſes Mittel wird alſo, ſtatt die Na⸗ zion vorwaͤrts zu treiben, ihren Ruͤcktritt in der Kultur zur Folge haben. Um dem Karakter einer Nazion Schnellkraft zu geben, um ihre Thaͤtigkeit aufzuregen, um ſie aus jenem dem Nazio⸗ nalwohlſtande nachtheiligen Schlummer zu wecken, muß der Staat ganz andre, auf das Prinzip dieſer Indolenz unmittel⸗ bar wirkende, alſo ihm angemeſſene Mittel ergreifen. Er muß durch Induſtrieſchulen mindſtens der naͤchſten Generazion den Geiſt von Regung und Thaͤtigkeit einzuhauchen, er muß durch Reiſen einheimiſcher Nazionalglieder in die Heimath der Induſtrie, auf Koſten des Staats, neue Anſichten, Empfaͤng⸗ lichkeit fuͤr neuen Genuß, er muß durch Einberufung fremder Kuͤnſtler und Handwerker, Nacheiferung in der Nazion zu verbreiten ſuchen, er muß, um den ſchleichenden Blutgang der Nazionalglieder zu befluͤgeln, jedes Mittel jener ſauften, ſchmeichleriſchen Gewalt aufbieten, die gerade deswegen unwi— derſtehlich iſt, weil ſie ihre Macht unſichtbar ausuͤbt. Steht die Nazion auf einer ſo niedern Civiliſazionsſtufe, daß ſie das Beduͤrfniß der aus ihrem Urſtoffe bearbeiteten in⸗ duſtriellen Produkte noch gar nicht fuͤhlt, daß ſie fuͤr Schoͤn⸗ heit, fuͤr Anmuth, fuͤr die das menſchliche Daſeyn veredelnden feinern Beduͤrfniſſe noch gar keinen Sinn beſizt, ſo muß der Staat ſelbſt dieſes Begehren aufregen und ſchaffen. 270. Krankt die einheimiſche induſtrielle Produkzion an Man⸗ gel der Volksmenge, ſo zeichnen die allgemeinen Geſeze der Nazional⸗Oekonomie in Abſicht der Bevoͤlkerung auch die Grundſaͤze vor, welche der Staat hier einzuhalten hat. So lange die Urprodukzion noch alle Haͤnde bedarf, ſo lange ſie nicht mindſtens auf einen gewiſſen Grad von Hoͤhe geſtiegen iſt, wird es fuͤr den Nazionalwohlſtand vortheilhafter ſeyn, die Kaſſe der Urprodukte zu erhoͤhen, und die induſtriellen Pro⸗ 18²2— dukte, aus fremden oder eigenem natuͤrlichen Produktſtoff fabri⸗ zirt, von fremden Nazionen gegen die Urprodukte einzutau⸗ ſchen, als auf Koſten der Urprodukzion ſich der induſtriellen Produkzion zu widmen. Der geringe Grad von Anſtrengung, den die induſtrielle Produkzion bedarf, wird ohnehin, ſobald der Ackerbau einen gewiſſen Grad von Hoͤhe erreicht hat, ſobald er Haͤnde entbeh⸗ ren kann, ſobald er nicht mehr hinreichend lohnt, einen Theil der Nazionalglieder aus der Klaſſe der Ur⸗ in die der indu⸗ ſtriellen Produzenten draͤngen; die Vortheile des Einheimiſchen vor dem Auswaͤrtigen in Abſicht des Preiſes dieſer Urprodukte durch die Erſparniß am verglichenen Werthe der kommerziellen Produktiftraft ſind an ſich, und wenn die Nazion nicht erſt ge⸗ waltſamer Erregungsmittel bedarf, hinreichender Reiz, dem die Regierung nur keine Hinderniſſe entgegen ſtellen darf, um, der Naturhaushaltung gemaͤß, ſeine Wirkung zu aͤußern. 271. Die Vorliebe fuͤr auswaͤrtige Fabrikate hat mannigfaltige Urſachen. Jene Vorliebe liegt vorzuͤglich in dem Mangel an Nazional⸗Selbſtſchaͤtzung, die mit dem Mangel an Gemeingeiſt Hand in Hand geht. Der Grund dieſes Mangels hingegen liegt gewoͤhnlich wieder in dem Gefuͤhle des Mangels an Nazional-Selbſtſtaͤndigkeit, in dem Gefuͤhle der Schwaͤ— che, alſo dem unoͤkonomiſtiſchen Zuſtande der Nazion, oder in der un⸗ oder antioͤkonomiſtiſchen Staatsverfaſſung oder Ge⸗ ſezgebung. Der natuͤrliche Trieb des Staatsbuͤrgers iſt, Streben nach Wohlſtand; der Begriff, den er damit verbindet, haͤngt an ſeinem Sinne, an ſeiner Empfaͤnglichkeit dafuͤr. Es iſt alſo der Regierung leicht, dieſem Gefuͤhle auch in Abſicht der Fabrikazion jene fuͤr das Nazionalgluͤck wohlthaͤ⸗ tige Richtung zu geben, die, vorzuͤglich in Abſicht der indu⸗ ſtriellen Produkzion, ſo große Wirkungen hervorbringt. Die zweyte Haupturſache jener Vorliebe fuͤr auslaͤndiſche Fabrikate liegt in dem ſogenannten Kaufmanns⸗oder vielmehr doh ſhe ſit 0 h feniſ of fabi⸗ inzutau iſtrielln duſtriell u einen entbeh⸗ Theil r indu⸗ miſchen todukte ziellen erſt ge⸗ „ dem i, um, 1. gfaltige ngel an gel an angels angels hwaͤ⸗ oder Ge⸗ reben haͤngt uch in hlthä⸗ indu ndiſche elmeßt —— 183 Kraͤmergeiſte, in jenem irrigen, ungluͤcklicher Weiſe von den mehreſten Regierungen adoptirten Wahne: als ob die kommer⸗ zielle Produktifkraft an ſich und ſelbſtſtaͤndig produzire, indeß ſie, im Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Sinne, einzig in Verbindung mit der Ur⸗ und induſtriellen Nazionalproduk⸗ tifkraft, und durch dieſe hervorbringt. Der inlaͤndiſche Kaufmann gewinnt, wenn die induſtrielle Produktifkraft ſeiner Nazion ſtille ſteht; ſein Gewinn erhoͤht ſich durch dieſen Stiliſtand, weil in dem naͤmlichen Grade auch ſein auslaͤndiſcher Einkauf ſteigt, und dieß oͤffnet ihm zu Er⸗ hoͤhung der Abſazpreiſe fremder Produkte den ſicherſten und freyeſten Spielraum. Abgeſehen von dem Monopole, das in der, nur im Gro⸗ ßen, nur durch eigne Anſtalten, Keller, Gewoͤlbe u. ſ. w. moͤglichen Aufbewahrung ſo mancher dem Verderben unterwor⸗ fenen Genußmittel liegt, kann der Konſument dem Kaufmann die Preiſe auslaͤndiſcher Fabrikate nicht nachrechnen; der Ein⸗ kauf muß, wenn er mit Vortheil geſchehen ſoll, in großen Maſſen geſchehen, und das iſt allen uͤbrigen Staatsbuͤrgern, die nur im Detail konſumiren, an ſich unmoͤglich; ſie beſizen entweder nicht hinlaͤnglichen Kapitalſtoff zum Einkauf im Großen, oder ſie koͤnnen ſich damit nicht beſchaͤftigen, oder auch die Vorraͤthe nicht aufbewahren. Alles dieß ſichert dem Kaufmanne das Monopol mit aus⸗ laͤndiſchen induſtriellen Produkten. Ganz anders verhaͤlt ſichs mit den inlaͤndiſchen Fabrika⸗ ten. Dieſe kann der Konſument im Einzelnen und unmittel⸗ bar von Fabrikanten beziehen. Dieß macht die Zwiſchenkunft des Kaufmanns entbehrlich, und engt ſeinen Spielraum groͤß⸗ tentheils auf diejenige Klaſſe von Konſumenten ein, die auf Kredit kauft, bey der er oft den Verluſt wagen muß; verwan⸗ delt alſo den Kaufmann in einen wucherlichen Darleiher. Der Kaufmann hat alſo ein bedeutendes Intereſſe, der innern Fabrikazion fuͤr inneres Beduͤrfniß entgegen zu arbeſten⸗ 184— 272. Zweyte Gattung von Zwangsmitteln zu Befoͤrderung der Fabrikazion inlaͤndiſcher Urprodukte. Die Einfuhrverbote derjenigen fremden induſtriellen Produkte, welche aus einem natuͤrlichen Produktſtoffe fabrizirt werden, den die Nazion ſelbſt beſizt. In Abſicht ihrer koerzitifen Eigenſchaft gilt von dieſer Maasregel alles, was bisher uͤber die Ausfuhrverbote geſagt worden iſt. Auch ſie laͤhmen die Urprodukzion. Genuß iſt der Sporn aller Produkzion; er wird abgeſtumpft, ſobald die Maſſe und die Wahl der Genußmittel eingeengt wird. Entweder kann die innere induſtrielle Produkzion dieſe Produkte ſelbſt liefern, und zwar in einer dem Beduͤrfniſſe, dem Begehr, angemeſſenen Quan⸗ titaͤt, und in einer der auslaͤndiſchen Produkzion gleichen Qualitaͤt und zwar wenigſtens in gleichen Preiſen, oder nicht. Im erſten Falle kann nur Vorurtheil, nur launenhafte Vorliebe fuͤr das Fremde, dem fremden Fabrikate den Vor⸗ zug verſchaffen; und nach dem Nazional⸗Oekonomieprinzip, deſſen Kosmopolitismus ſich gerade da am klarſten ausſpricht, wo es vom Eingriff in Freyheit und Eigenthumsrecht handelt, ſtehen dem Staate nur moraliſche Mittel zu Gebot. So lange die innere induſtrielle Produkzion entweder nicht in der Quantitaͤt, oder nicht in der Qualitaͤt das Nazio⸗ nalbeduͤrfniß zu befriedigen vermag, iſt jenes Einfuhrverbot mit dem weltbuͤrgerlichen Prinzip der Nazional⸗Oekonomie durchaus unvereinbar. Eben ſo, wenn das inlaͤndiſche Fabrikat nicht mindſtens mit dem auslaͤndiſchen gleichen Preis halten kann. Dieſer Umſtand beurkundet dann, daß oͤrtliche Verhaͤltniſſe, oder ein hoͤherer Grad von Faͤhigkeit und Vollendung im Mechanismus der Fabrikazion den Grad des verglichenen Werths aufwiegen, der im Aufwande der kommerziellen Produktifkraft(den A derung ie nouſtilen fe fabrinn t gilt w uhrverber Genuj t, ſobt ird. jſon dieß en Auon ualitat menhaſie den Vor⸗ eprinzib, esſpricht handelt, ntweder Nazio⸗ rverbot konomie indſtens Dieſtt der ein nismus ſwiehen 1(de 185 Transport⸗ und merkantiliſchen Koſten) liegt, welchen das auslaͤndiſche Fabrikat enthalten muß. In dieſem Falle hoͤrt alſo die inlaͤndiſche Fabrikazion auf, produktif, alſo oͤkonomiſtiſch zu ſeyn. Die induſtriellen Produ⸗ zenten, welche ſich damit beſchaͤftigen, muͤſſen ihre produktiſe Kraft auf eine andere Produkzions⸗Gattung wenden, wenn ſie nicht in die Klaſſe der reinen Konſumenten uͤbergehen wol⸗ len, der Staat hat gegen ſie keine Pflicht. 1 Es iſt Taͤuſchung, dabey auf die eiſerne Nothwendigkeit des Beduͤrfniſſes zu dem Zweck zu rechnen, daß ſie eine Fabri⸗ kazion erzwingen muͤſſe. Einfuhr⸗Verbote koͤnnen wohl Immoralitaͤt beguͤnſtigen, die Bande der Nazion mit der Regierung erſchlaffen, aber nicht die innere Fabrikazion heben. Gerade dieſes im Einfuhr⸗Verbote liegende Monopol der Inlaͤnder, muß allen Fortſchritt zur Vollkommenheit laͤhmen, und das endliche Reſultat dieſer Zwangsmaasregel kann nur ſeyn, daß die Nazion am Genuſſe aͤrmer wird, ohne an Vermoͤgen reicher zu werden. 273. K&„. Noch ehe laͤßt ſich die dritte Gattung der Zwangsmit⸗ tel zur Befoͤrderung der innern induſtriellen Produkzion, naͤm⸗ lich die Auflagen auf auslaͤndiſche Fabrikate, mit dem Nazional⸗Oekonomieprinzip einigen. Hier kommen ſie nicht als Beitrag zum Staatsaufwand, ſondern als Induſtrie⸗ Erzwingungsmittel in Betrachtung. In jener Eigen⸗ ſchaft, wozu der Finanzgeiſt ſie benuzt hat, erſcheinen ſie un⸗ ter den ſogenannten indirekten Auflagen. In der Eigenſchaft als Induſtrie⸗Erzwingungs⸗ Maasregel werden ſie gelegt 1. auf ausgehende Urprodukte, 2. auf eingehende fremde induſtrielle Produkte, welche die Nazion ſelbſt aus eigenem natuͤrlichen Produktſtoffe zu fabriziren vermoͤchte, 186— 3. auf ſolche induſtrielle Produkte, die ſie aus fremden natuͤrlichen Produktſtoffe fabrizirt, 4. auf eingehende fremde zur innern Fabrikazion be⸗ ſtimmte Ur produkte. Impoſten auf aulsgehende Urprodukte ſind eine di⸗ rekte Lahmung der Urprodukzion. Die Aufaage ſoll die innere induſtrielle Produkzion erzwingen, indem man dem Nazionalfa⸗ brikanten das Material um einen Preis verſchafft, der unter deſſen verglichenem Werthe lieht; denn der verglichene Werth iſt der Weltwerth. Dieſe Auflage verlezt die Grundgeſeze der Nazional⸗Oeko⸗ nomie. Deren Zweck iſt: jedem Nazionalgliede den vollen Ertrag ſeiner Produktifkraft zu ſichern, jede, und alſo auch wohl die erſte und wichtigſte, die Urprodukzion zu ſchuͤzen. Das Reſultat einer ſolchen Auflage kann nur ſeyn, daß der Urproduzent einen Stoff, fuͤr den er nicht den vollen verglichenen Werth des Produkts zu erhalten hoffen kann, auch nicht mehr produzirt; daß ſeine Anſtrengung bey der verſchloſſenen Ausſicht des Lohns ermattet; daß die fremde Na⸗ zion, von welcher er dieſen Lohn erhalten haben wuͤrde, ent⸗ weder dieſe Urpnodukte z zu entbehren ſucht, wenn ſie entbehr⸗ lich ſind, alſo deren Genuß verkuͤmmert wird, oder, ſind jene Urprodukte ihr unentbehrlich, alles aufbietet, ſie, ſey es auch zu hoͤhern Preiſen, mit einem ohne Vortheil verſchwendeten, alſo unoͤkonomiſtiſchen Produktifkraftaufwand, ſich zu verſchaf⸗ fen. Hier aͤußert alſo die Verkennung des Kosmopolitismus des Prinzips der Nazional⸗Oekonomie ihre volle traurige Wir⸗ kung. Mit welchem Rechte und mit welchem Vortheile zu⸗ gleich kann der Staat Eine Klaſſe der Produzenten mit dem Verluſte der andern bereichern wollen, oder zu bereichern hoffen? Jedes Nazionalglied hat das weltbuͤrgerliche unveraͤußer⸗ liche Recht, jedes Genußmittel um den Preis zu genießen, den der verglichene Werth deſſelben beſtimmt. Jener Zwang kann nur den Haß der Urproduzenten gegen die induſtriellen Pro⸗ frenbe kazinn d eine i die innen azionalfe t unter ie Wer a’⸗Oeko⸗ vollen alſo auc zen. yn, daß vollen n, auch bey der mde Ne⸗ de, ente entbeht⸗ ind jent es auch ndeten, rſchaf⸗ tiemus eWir⸗ ile zu⸗ it dem eichern raͤußer nießen, Zwang en Pro- 187 onzenten aufſtuͤrmen; kann nur die Nazionalglieder gegen ein⸗ ander bewaffnen, die ſchoͤne Harmonie derſelben, ohne welche Nazionalwohlſtand gar nicht denkbar iſt, zerſtoͤren, die Vor— liebe fuͤr auslaͤndiſche Fabrikate erhoͤhen, und den Geiſt des Schleichhandels mit allen ſeinen verderblichen Folgen aufregen. Abgeſehen auch davon: es liege die Anſicht nicht außer dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie: daß der Urproduzent am wenigſten induſtrielle Produkte verzehrt, alſo die in dem durch die Auflage erzwungen werdenden niedern Preiſe der in⸗ duſtriellen Produkte ruhende Entſchaͤdigung groͤßtentheils nicht ihm zu gut kommt, iſt doch ſo viel gewiß: dieſe Zwangs⸗ maasregel wird die innern Induſtrie⸗Produkte nicht wohlfeiler machen, d. h. der inlaͤndiſche Fabrikant wird darum den Preis ſeiner Arbeiten nicht niederer ſezen als den der vorhin aus der Fremde eingefuͤhrten. Er kann dieß nicht thun, denn der gewoͤhnliche Menſch pflegt die Guͤte der Waare ſtets nach ihrem Preiſe zu be⸗ urtheilen; er wuͤrde alſo ſein eignes Fabrikat dadurch her⸗ abſezen. Er wird es nicht thun, denn dadurch wuͤrde er ja den einzigen Vortheil wieder verlieren, den ihm das durch jengs Ausfuhr⸗Verbot verliehene Monopol des Urſtoffs gewähren ſollte, und das iſt wohl wider den Geiſt des Monopolismus. Er wird es aber thun, er wird den Preis ſeines Fabrikats unter den des fremden Fabrikats ſezen, ſobald die freye Konkurrenz mit dem auslaͤndiſchen Induſtrie⸗Pro⸗ dukt geoͤffnet iſt, um dem ſeinigen mindſtens bey denjenigen Konſumenten Abſaz zu verſchaffen, die, aus Noth oder Spar⸗ ſamkeit, nach der Wohffeilheit kaufen. Er kann es ohne jenes Ausfuhr⸗Verbot thun, weil er den Naturproduktſtoff in der Naͤhe hat, weil alſo der Theil des verglichenen Werths der kommerziellen Produktifkraft, welcher in dem auslaͤndiſchen Fabrikat liegt, abgeht. Er bedarf alſo jener Zwangs⸗Maasregel nicht. 1³⁸⁹G—— 274. Minder dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie wider⸗ ſprechend erſcheint der Impoſt auf fremde induſtrielle Pro⸗ dukte, welche aus Naturproduktſtoff fabrizirt ſind, den die Na⸗ zion ſelbſt zu verarbeiten vermocht haͤtte. Haftet ſchon auch an ihm die unheilbringende Eigenſchaft des 3 wangs, des Eingriffs in die weltbuͤrgerlichen Menſchenrechte, ſo laͤßt ſich doch dieſer in das Gebiet der Nazionalverpflichtung einreihen. Aber auch dieſes nur dann, wenn der Ertrag dieſer Impoſten zu Befoͤrderung der Nazional⸗Induſtrie, zu Praͤmien und Belohnungen verwendet wird. Die Ertheilung derſelben iſt praͤzeptifes Geſez der Nazional⸗Oekonomie. Jene Auflage ſcheint mithin der natuͤrlichſte und zweckmaͤßigſte Weg einen Aufwand zu beſtreiten, den die Nazion außerdem auf irgend eine andere Weiſe dennoch tragen muͤßte. Natuͤrlich muß aber dieſer Impoſt nicht hoͤher ſeyn als der Zweck, naͤmlich die Befoͤrderung der innern induſtriellen Pro⸗ dukzion es unerlaͤßlich fodert. Er muß alſo den Preis des aus— laͤndiſchen Fabrikats nicht hoͤher draͤngen, als es genau noth⸗ wendig iſt, um dem inlaͤndiſchen Fabrikanten die Konkurrenz moͤglich zu machen, alſo ihn in Stand zu ſezen, ſich ruhig bis zu dem Punkte empor zu arbeiten, wo die Fabrikazion die dem innern Bedarf angemeſſene Quantitaͤt und den naͤmlichen Grad von Vollkommenheit erreicht, alſo einzig mit dem Vorurtheile zu kaͤmpfen hat. Mithin muß ſich der Impoſt nach der Gra⸗ dazion dieſes Fortſchrittes mindern, und ganz aufhoͤren, ſobald das Fabrikat in der angemeſſenen Quantitaͤt und der naͤmlichen Qualitat verfertigt wird, es alſo nur dem Kampf mit der Laune und dem Vorurtheile gilt. Dann ſind auch Praͤmien und Be— lohnungen unnoͤthig, und der Impoſt hat keinen Gegenſtand, ſo wie keinen Zweck mehr. 1 275. Impoſten auf induſtrielle Produkte, die aus fremden Naturproduktſtoff fabrizirt werden, ſind mit den Nazional⸗ Oekonomiegeſezen vereinbar. Die Nazional⸗Induſtrie wird owie tü, trielle Dn den die Re ſchon au angs, d ſo läͤßt ſ einreihan Impoſtt mmien un erſelben i 7 Aufien Weg ein auf irgen yn als de ellen Do s des al nau votf onkurren, ruhig bi n die den hen Guad vrurtheit der Gra⸗ , ſobald aͤmlichen der Laune und Be⸗ genſtand, remden Nazioni ſeie vmn ſich nie auf einen Gegenſtand werſen, wo ſie, außer dem ver⸗ glichenen; Werthe des Naturproduktſtoffs und der Urproduktif⸗ kraft, auch den der kaunderzielen Produktifkraft zu uͤbertra⸗ gen hat, wenn nicht, nach Abzug dieſes hohen Gr rads vom ver⸗ glichenen Werthe, noch Lohn fuͤr die induſtrielle Produktifkraft uͤbrig bleibt. Der Grad dieſes Ueberſchuſſes mag nun darin liegen, daß die unproduzirende Nazion jenen Naturproduktſtoff nicht ſelbſt allein verarbeiten will oder kann, oder nicht in der naͤm⸗ lichen Vollkommenheit zu verarbeiten vermag, oder daß Lokal⸗ Verhaͤltniſſe der fabrizirenden Nazion einen vortheilhaften Ab⸗ ſaz ihres Fabrikats an eine dritte Nazion gewaͤhren, ſo iſt ein ſolcher Impoſt der Nazional„Induſtrie durchaus nachtheilig. Die Regierung muß dieſe Gattung der induſtriellen Pro dukzion ſich gaͤnzlich ſelbſt uͤberlaſſen. In derjenigen den⸗ ſchaft hingegen, in welcher der Impoſt, wie z. B. in Großbri⸗ tannien, auf eingehenden rohen Zucker, Baumwolle u. ſ. w. gelegt wird, um bey der Ausfuhr in Fabrikatsgeſtalt, un⸗ ter dem Namen des Ruͤckzolls wieder verguͤckt zu werden, in dieſer Eigenſchaft erſcheint dieſer Impoſt als Praͤmie, nicht als ein Zwangs⸗ ſondern als ein remuneratifes Mittel.. 476. 42 ☛ Der Nachtheil der Impoſten auf eingehende frem de, zur innern Fabrikazion beſtimmte Urprodukte fuͤr die Na⸗ zional⸗Induſtrie, ſpricht ſich ſo klar aus, daß man ſie ſchwer⸗ lich mehr in irgend einem civiliſirten Staate antreffen wird. 277. Vorkaufs⸗ und Abtriebs⸗Rechte pflegen gewoͤhnlich nur auf die Urprodukte eingeſchraͤnkt zu werden; ſie werden ertheilt: 1. den Nazional⸗Gliedern gegen Auslaͤnder, und hier kann, und zwar nur in Abſicht der erſten Beduͤrfniſſe, der Zu⸗ ſtand der Noth, das hoͤchſte Geſez der Selbſterhaltung ſie 2 19⁰— rechtfertigen, weil ſie außerdem dem weltbuͤrgerlichen Prinzip der Nazional⸗Oekonomie widerſtreben; 2. gewiſſen einzelnen Klaſſen der Nazional⸗Glieder, und dieſe ſind eine direkte Verlezung der Nazional⸗Oekono⸗ mie. Sie geſtattet keine Beguͤnſtigung Einer Produk⸗ zions⸗Gattung auf Koſten der andern, am wenigſten der Urprodukzion. . 278. Remuneratife Mittel. Unter den lohnenden Mitteln nehmen die Praͤ⸗ mien, zu Befoͤrderung der induſtriellen Produtzion, die erſte Stelle ein. Der Staat darf, kraft ſeiner Pflicht zu Handhabung der Nazional⸗Oekonomiegeſeze, Praͤmien fuͤr die Produkzionskraft verwilligen. Er iſt auch verpflichtet, alſo berechtigt, ſie zu Befoͤrderung der induſtriellen Produktifkraft auszuſezen. Aber bis jezt ſahen wir die Regierungen dabey keineswegs nach feſten Grundſaͤzen handeln. Bald waren ihre Anordnungen von der ungluͤcklichen Ten⸗ denz diktirt, nicht viel, ſondern nur vielerley, oder wo moͤglich alle Gattungen der induſtriellen Produkte ſelbſt zu fabriziren. Nicht auf die Verarbeitung inlaͤndiſchen Materials, nicht auf die Hervorbringung nothwendiger und allgemeiner Be⸗ duͤrfniſſe, ſondern auf Fabrikazion auslaͤndiſchen Natur⸗Pro⸗ duktſtoffs, auf Produzirung der Luxus⸗Artikel wurden Praͤ⸗ mien geſezt. Die Grundſaͤze, welche in Abſicht der Staats⸗Beguͤnſti⸗ gung die Rangordnung der Fabrikazions⸗Gattungen vorzeich⸗ nen, wurden alſo verkannt. Waren die Praͤmien von jener Nazional⸗Eitelkeit, von jener unbeſonnenen Rivalitaͤt angegeben, welche die Lei⸗ denſchaft ſo mancher Staatsverwaltung iſt, ſo wurden oft Praͤ⸗ mien auf die Veredlung, auf die Vervollkommnung Einer Fa⸗ hrikazions⸗ Gattung geſezt, indeß die Nazion noch an der 1 dtrgalg hen; Blieder, u nal⸗Oekhne ner Pradu enigſten de die Prl 1, die erft habung kzionskif igt, ſe 8 nach feſte lichen Te oder we ſelbſt zu Naterial, einer Be tur⸗Peo⸗ den Pri Beguͤnſi vorzeih keit, den die li oft di Einer di 9m Quantitaͤt des naͤmlichen Fabrikats in ſeiner erſten Geſtalt Mangel litt. Nur die Konkurrenz der Fabrikanten kann den Kunſtfleiß Pian. Aund auf dem natuͤrlichen Wege Vervollkommnung zu Stande bringen. So lang der Fabrikant fuͤr mittelmaͤßige Ar⸗ benen: A böſaz findet, wird er ſelten auf Veredlung denken, aber die Menge der Fabrikanten wird ihn zwingen, deren Quali— taͤt zu erhoͤhen, alſo ſich durch Erhoͤhung ſeines Kunſtfleißes auszuzeichnen. Sie allein kann unter den Fabrikaten jene Stufenreihe und Rangordnung hervorbringen, wodurch die Gewerbe ſich der Vollkommenheit naͤhern. Wenn alſo auch Praͤmien an ſich dem Geiſte der Na⸗ zional⸗ Oekonomie zuſagen, ſo muͤſſen doch aus deren Geſezen die Grundſaͤze genommen werden, nach welchen die Regierung ſie zu beſtimmen hat. Praͤmien wurden bisher gegeben: r. zu Erſchaffung, oder Vermehrung, oder Veredlung der innern Fabrikazivn nazioneller Urprodukte. a. zu Erſchaffung, Vermehrung oder Erhoͤhung der Nazla⸗ nal⸗Fabrikazion auswaͤrtiger Urprodukte. Die Form, in der ſie im erſten und zweyten Falle geger ben wurden, war, entweder a. daß der inlaͤndiſche Fabrikant fuͤr ſein Fabrikat bey der Fa⸗ brikazion eine beſtimmte Staatsbelohnung, ohne Ruͤck⸗ ſicht auf innere oder fremde Konſumzion, erhielt, oder b. daß dieſe Staatsbelohnung nur fuͤr die auswaͤrtige Konſumzion, alſo bey der Ausfuhr des inlaͤndiſchen Fabrikats verwilligt wurde. Fuͤr den zweyten Fall, naͤmlich die Befoͤrderung inlaͤndi⸗ ſcher Fabrikazion auswaͤrtiger Produkte, war die Form ent⸗ weder die Aus fuhr⸗Praͤmie, oder der Ruͤckzoll; in⸗ dem naͤmlich der Staat das eingefuͤhrte fremde Urprodukt mit einem Impoſt belegt, und dieſen dey der Ausfuhr deſſelben als Fabrikat zuruͤckzahlen laͤßt. Praͤmien zu Erweckang d der induſtriellen Produkzion in⸗ laͤndiſcher Urprodukte, ſind dem Geiſte der Nazional⸗Oeko⸗ nomie dann angemeſſen, wenn dieſes Urprodukt bisher ent⸗ weder gar nicht verarbeitet, oder an eine fremde Nazion zur Fabrikazion exportirt wurde; und zwar, es mag nun dieſes Urprodukt als Fabrikat im Auslande konſumirt, oder in ſeiner veraͤnderten Geſtalt wieder eingefuͤhrt worden ſeyn. Die Nazion muß dieſe Praͤmie bezahlen, ſie kann alſo nur unter ganz eigenen Verhaͤltniſſen als oͤkonomiſtiſch betrachtet werden. Der inlaͤndiſche Fabrikant hat an ſich durch die Naͤhe des Produkts, alſo durch Erſparniß des Werths der kommerziellen Produktifkraft, einen maͤchtigen Reiz, ſich der Fabrikazion inlaͤndiſcher Urprodukte zu widmen, die er der Regel zach um ſo viel wohlfeiler zu liefern vermag. Soll alſo die Belohnung deſſelben durch eine Na nai⸗ Auflage als oͤkonomiſtiſch erſcheinen, ſoll die Nazion den Preis des Fabrikats uͤber ſeinen verglichenen Werth bezahlen, ſo muß ihr dieſes nur als ein Vorſchuß angeſonnen werden; es muß beſtimmte Ausſicht vorhanden ſeyn, daß durch dieſe Praͤmie der Nazional⸗Fabrikant in der Folge in Stand geſezt werde das Fabrikat in der naͤmlichen Guͤte um einen niede— rern Preis zu liefern, als die Nazion es bisher vom Aus⸗ lande bezog, alſo um den, dem verglichenen Werthe anrJerneſe nen(oͤkonomiſtiſchen). Dieſer Fall, auf den diejenigen Staatswirthſchaftslehrer, welche die Praͤmien im Allgemeinen verwerfen, nicht hinlaͤng⸗ 1 lich Ruͤckſicht genommen zu haben ſcheinen, iſt allerdings denkbar. Der inlaͤndiſche Fabrikant hat nicht nur in allen denjeni⸗ gen Staaten, in welchen es an Gemeingeiſt fehlt, mit dem Vorurtheile fuͤr das Auslaͤndiſche, er hat vorzuͤglich auch mit dem die emporkeimende innere Induſtrie ſyſtematiſch nieder⸗ druͤckenden Kraͤmergeiſte zu kaͤmpfen, und dieſer lezte Kampf iſt um ſo ſchwerer, als er zum Verkauf ſeines Fabrikats, wegen V V V fne t rin diei taht lnndge eiſe dos dutzin ſ Zional⸗Oa bisher i nde Mii es mag uu irt, oder ſeyn. de o nur unth tet werden ie Nuhe n mmerjieln Fabrikajin l nach m Nazionl den Prii zahlen, ſ en werden, durch diſt tand geſe n niede⸗ vom Aus ngemeſſe ſtolehrer, hinlaͤng⸗ allerdings denjeni mit dem auch mi 9 nieden te Kanuf „ 9e lö, wh 193 Mangel an Kapitalſtoff, gewoͤhnlich den Kaufmann nicht ent⸗ behren kann. Aus dieſen ſehr wichtigen Gruͤnden, um der natuͤrlichen menſchlichen Traͤghejt, und noch mehr, um der. fuͤr den iſolirten Arbeiter druͤckenden Ungewißheit des Abſazes bey jeder beginnenden Fabrikazion zu Huͤlfe zu kommen, be⸗ darf es allerdings einer außerordentlichen Belohnung, eines ungewoͤhnlichen Sporns der beſtimmten Ausſicht auf lukratifen Erwerb, um eine entweder noch gar nicht vorhandene Fabri⸗ kazion zu erſchaffen, oder eine erſt beginnende, gegen alle jene den Erwerbfleiß laͤhmende Verhaͤltniſſe zu ſichern, ſie zu ver⸗ vielfaͤltigen und zu veredlen. Dieſe außerordentliche Belohnung kann nur die Regie⸗ rung gewaͤhren. Sie wird dann der Nazion allerdings wieder verguͤtet; denn, hat die innere Fabrikazion innerer Urprodukte jene erſten Hinderniſſe uͤberwunden, ſo kann die Regierung die Praͤmie zuruͤckziehen, und die Erſparniß an kommerzieller Pro⸗ duktifkraft ſezt den Nazional⸗Fabrikanten in Stand, ſein Fabrikat wohlfeiler zu liefern, als es die Nazion bisher aus dem Aus⸗ lande bezog; dadurch wird der Nazion die Praͤmie reichlich erſezt. Dieſe Verguͤtung iſt nothwendig noch bedeutender, wenn das Urprodukt im Auslande verarbeitet wurde, und alſo die Nazion, außer der Erſparniß der Kommerzkoſten, auch durch die Erhoͤhung einer oͤkonomiſtiſch-beſchaͤftigten Volks⸗ menge, die wohlthaͤtigen Reſultate dieſer Erhoͤhung auf die Ur⸗ produkzion gewinnt. 3 Selbſt dann wird jene Praͤmie noch oͤkonomiſtiſch erſchei⸗ nen, wenn alle Nazionalglieder entweder mit der Urpro⸗ dukzion, oder andern Gattungen der induſtriellen Produkzion ſchon hinlaͤnglich beſchaͤftigt ſind. Denn ſo lange ein Staat noch Urprodukte beſizt, die oͤkonomiſtiſch, d. h. um den ver⸗ glichenen(Welt-) Werth im Innern bearbeitet werden koͤn⸗ nen, ſo lange iſt die Volksmenge dieſer Nazion nicht auf dem hoͤchſten, alſo oͤlonomiſtiſchen Punkte, und eben ſo iſt es, den Nazional⸗Oekonomiegeſezen gemaͤß, Pflicht der Regierung, Nazional⸗Fabrikanten fuͤr dieſes Urprodukt, mithin in jenem j 13 194 Falle ſie durch Koloniſten vom Auslande zu ſuchen, und zu die— ſem Zweck jene Praͤmie als Nazional⸗Vorſchuß zu verwenden. 290 20. Die Praͤmien auf innere Verarbeitung der Nazional⸗ Urprodukte werden aber allerdings unoͤkonomiſtiſch ſeyn, ſo oft ſte, nach jenem Kalkuͤl, die Eigenſchaft eines Vorſchuſſes ver⸗ lieren; ſobald alſo die Nazion das Fabrikat hoͤher bezahlen muß, als ſie bisher daſſelbe aus dem Auslande erhielt, ohne beſtimmte Ausſicht, in der Folge durch Aniediſgte Preiſe ent⸗ ſchaͤdigt zu werden. Dieſer Fall kann aus mannigfaltigen eigenthuͤmlichen, be⸗ ſonders Lokalverhaͤltniſſen entſpringen, und ſie ſcheinen von den Regierungen bisher nicht hinlaͤnglich beruͤckſichtigt worden 1 zu jeyn. Wenn naͤmlich 1. das Nazional⸗Urprodukt zu Verwandlung ſeiner Geſtalt, alſo zur Umſchaffung in ein induſtrielles Produkt(Fabri⸗ kat) des Zuſazes, oder der Beihuͤlfe eines andern Na⸗ turproduktſtoffs bedarf, welchen die fremde Nazion jener entweder nicht uͤberlaſſen will, oder durch Staats⸗ Grundſaͤtze, Politik, zu uͤberlaſſen, ſey es auch nur tem⸗ porell, gehindert wird; oder deſſen Verſchaffung ei⸗ nen Aufwand kommerzieller Produktifkraft foderte, wel⸗ cher der innern Fabrikazion keine Erſparniß gewaͤhren, alſo der Nazion keine Ausſicht zum Erſaz ihres Warfshun ſes oͤffnen wuͤrde. In den erſteren Faͤllen wuͤrde die Nazion ſich urfrsgi in Abhaͤngigkeit von der fremden Voͤlkerſchaft ſezen, und dieſe zu vermeiden iſt einer der erſten Grundſaͤze der nazional⸗oͤkono⸗ miſtiſchen Staatshaushaltung. Die fremde Nazion B. iſt, begreiflich, dabey intereſſirt, daß jenes Produkt von ihr fabrizirt werde, ſie wird alſo den Naturproduktſtoff, der zu dieſer Fabrikazion unerlaͤßlich noͤthig iſt, und deſſen Monopol ſie beſizt, entweder ganz zuruͤckhalten, faffal de dhl R r en 10 4, ℳ und zu Re erwendan lichen, he den von der Se 3t wondar Rur tem sffung ei ete, wel⸗ ewaͤhren, Vorſchuſ⸗ ſtreitig in dieſe zu al⸗oͤkone intertſſt alſo du ſich nüchg ickhalke 195 oder deſſen Preis auf einen Grad erhoͤhen, welcher der Nazion A. die oͤkonomiſtiſche Fabrikazion deſſelben unmoͤglich macht. Im Fall einer politiſchen Spannung zwiſchen beyden Staaten wird natuͤrlich die Regierung der Nazion B. ſogleich zu der feindlichen Maasregel greifen, die Ausfuhr dieſes Na⸗ turproduktſtoffs zu hemmen. In beyden Faͤllen wird daher die Fabrikazion der Nazion A. ſtille ſtehen; entweder weil ſie den erfoderlichen Naturprodukt⸗ ſtoff entbehrt, oder weil die Fabrikazion unoͤkonomiſtiſch wird; die darauf geſezte Praͤmie wird verloren, die Arbeiter, welche die Praͤmie zu dieſer Fabrikazions⸗Gattung gelockt hat, wer⸗ den nahrungslos ſeyn. 2. Kann der Karakter einer Nazion, ein gewohnter hoher Grad von Frugalitaͤt, eine ausgezeichnete Fruchtbarkeit des Bodens, oder eine uͤberſpannte Volksmenge Lokalver⸗ haͤltniſſe erzeugen, die es der Nazion B. moͤglich machen, ſelbſt mit Einrechnung der Kommerzkoſten(Werth der kommerziellen Produktifkraft, Fracht des Urprodukts der Nazion A., Ruͤckfracht des induſtriellen Produkts u. ſ. w.) ein gewiſſes Produkt der Nazion A. verarbeitet, in einem niedern Preiſe zu liefern, als es die Nazion A. aus ihrem Naturproduktſtoffe ſelbſt zu fabriziren vermoͤchte. In dieſem Falle iſt die Fabrikazion der Nazion A. offenbar unoͤkonomiſtiſch. Ausgenommen, dieſes Fabrikat ſey fuͤr die Nazion A. ein unentbehrliches Beduͤrfniß; denn als⸗ dann muß die Fabrikazion deſſelben allerdings auch in jenem Falle durch Präͤmien ermuntert werden, um der Nazion Un⸗ abhaͤngigkeit und Selbſtſtaͤndigkeit zu ſichern. Es erhellt alſo aus obigem, daß man ſelbſt die Staats⸗ befoͤrderung der inlaͤndiſchen Fabrikazion inlaͤndiſcher Urprodukte nicht allgemein, noch unbedingt nazional⸗oͤkonomiſtiſch an⸗ nehmen koͤnne. 281. Praͤmien zu Befoͤrderung der Fabrikazion in laͤndiſchen Naturproduktſtoffs werden oͤkonomiſtiſch ſeyn, ſo lange bis die 196 8 Fabrikazion in Abſicht der Quantitaͤt den Nazionalbedarf liefert, und in Abſicht der Qualitaͤt mit der auslaͤndiſchen Fabrikazion gleichen Schritt haͤlt. Jenſeits dieſer Graͤnzen iſt jede Ermunterung und Befoͤrderung unoͤkonomiſtiſch; denn die Fabrikazion inlaͤndiſchen Stoffs zum auswaͤrtigen Abſaz, verdient keine Ermunterung, und bedarf ſie auch nicht. Ver⸗ dient ſie nicht, denn ſie wird dann die undoͤkonomiſtiſche Maſſe von Staatsbuͤrgern auf Koſten der oͤkonomiſtiſchen er⸗ hoͤhen, und das iſt unrechtlich; ſie wird der Nazion eine un⸗ natuͤrliche Volksmenge aufdringen, und das iſt gefaͤhrlich. Kriegeriſche Unruhen, und alle jene oͤffentliche Unfaͤlle, die das freye Kommerz ſtoͤren, ſelbſt die erwachende Induſtrie frem⸗ der Nazionen, koͤnnen den Abſaz hemmen oder ganz vernichten, und dadurch dieſe unnatuͤrliche induſtrielle Produzenten ins Elend ſtuͤrzen. Rettungslos, weil ſich die Faͤhigkeit der Fabri⸗ kanten und Manufakturiſten gewoͤhnlich nur auf eine einzelne Produkzionsgattung einſchraͤnkt, und weil es ihnen, zumal im Alter, an Talent, an Uebung, ſelbſt an den bey ihnen ohne⸗ hin ſparſamen Fonds zu den erforderlichen, Werkzeugen fehlt, um ſich einer andern Fabrikazions⸗Gattung, ſo wie an koͤr⸗ perlicher Kraft, um ſich dem Ackerbau zu widmen. Die Urprodukzion allein bietet jedem Fortſchritte der Be⸗ voͤlkerung die Spize. Jede auf ſie verwendete Krafterhoͤhung erhoͤht auch die Maſſe des Naturproduktſtoffs, haͤlt alſo der Konſumzion die Wage. Dieſe Progreſſion kennt noch keine Graͤnzen, und Urprodukte finden fruͤher oder ſpaͤter ihren Markt.. Dieß iſt bey der induſtriellen Produkzion nicht der Fall. Hat die induſtrielle Produkzion die Quantitaͤt des Bedarfs uͤberſchritten, ſo hoͤren ihre Produkte auf Genußmittel zu ſeyn. Vorzuͤglich wenn es temporelle, dem Wechſel der Sitten, Ge⸗ wohnheiten, Vorurtheile und Moden unterworfene Genuß⸗ mittel ſind. Wird der Abſaz ins Ausland durch irgend eine jener man⸗ nigfaltigen aͤußern Urſachen gehemmt, ſo iſt der Ueberſchuß des ſener Nach beit durch Otuf Nazienilthe aueländiche eſet Einn rtigen 89 nicht. Ne⸗ dkonomiſſt miſtiſchen zion einen fäͤhrlih. de Unfille,n nduſtriefte iz vernicnr zduzenten in eit der zat eine einzt n, zumalin ihnen ohn zeugen fiſt rwie anh itte der R aſterhöhun ilt alſo de noch kein zäͤter ihra der Fal es Bedaſ ttel zu ſen Sitten, Er ene Gen jener nan berſhuͦ 197 Nazionalbedarfs werthlos. Der Nazionalbedarf iſt alſo der Markſtein der Staats⸗Ermunterung induſtrieller Produkzion inlaͤndiſcher Produkte. 6* Der Nazional⸗Bedarf iſt es, den die Regierung unterſuchen, und ſo lange bis dieſer, und zwar in der moͤglichſt vollkommenſten Qualitaͤt gefertigt wird, durch jedes in den Graͤnzen ihrer Gewalt befindliche Mittel, alſo auch durch Praͤmien, zu erlangen ſtreben muß. Dadurch wird ſee nicht allein die Unabhaͤngigkeit der Nazion ſichern, ſie wird auch in Abſicht der Bevoͤlkerung dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß handeln; ſie wird der Nazion einen ſoliden, dauernden Zuwachs an Nazional⸗Reich⸗ thum ſichern, weil ſie ihr einen Zuwachs an Genußmitteln in der Erſparung der Fabrikazions⸗ und Transportkoſten gewaͤhrt. Eine allgemeine Tabelle des Nazionalbedarfs, d. h. der Genußmittel, welche die Nazion zum Wohlſtand nach den ein— mal angenommenen Anſichten noͤthig hat, wuͤrde dem Nazional⸗ Reichthume mehr als Seelentabellen und Bevoͤlkerungsliſten frommen. 1 282. Auch darf die Regierung bey Befoͤrderung der innern Fabrikazion inlaͤndiſchen Natur⸗Produktſtoffs nie vergeſſen, daß Praͤmien aus der Staatskaſſe nichts weiter als eine Ver⸗ theilung des Privateigenthums zum Zweck des allgemeinen Wohls ſind. Nach dieſer Anſicht darf alſo nie ein Fonds zu Praͤmien geſchaffen werden, der die uͤbrigen Zwaige der Na⸗ zional⸗Induſtrie druͤckt oder beſchraͤnkt, alſo den Fortſchritt des Nazional⸗Reichthums im Ganzen aufhaͤlt. Indeß tragen die mehreſten Praͤmien noch das Gepraͤge jener Beguͤnſtigung eines einzelnen Induſtrie⸗Zweigs, zum Nachtheil anderer; der Verkennung jener Wahrheit: daß Fa⸗ brikazion erſt durch die Urprodukzion, ſo wie das Kommerz durch beyde entſtehen muß. Auch ſcheint es, wenn die Nazion noch auf einer niedern Stufe des Kunſtſleißes ſteht, weit zweckmaͤßiger, die er ſte 198— 9 8 Verarbeitung zu beguͤnſtigen, alſo auf Vermehrung der Maſſe der Fabrikazion hinzuarbeiten, als auf die Vollen⸗ dung. So lange die erſte Fabrikazion noch ſtockt, ſo lange die Materialien noch verfuͤhrt werden muͤſſen, um im Auslande die erſte Form zu erhalten, kann es gewiß nicht zweck⸗ maͤßig ſeyn, dieſe zu vernachlaͤßigen, und vollendete Fa⸗ brikazion zu ermuntern. Scobald die Regierungen die irrige Anſicht aufgeben, den Nazional⸗Wohlſtand uneingeſchraͤnkt darin zu ſuchen, daß die Nazion an einem Fabrikate, welches ihr Urprodukt iſt, alles ſelbſt gewinne, werden ſie unbeſorgt der erſten Fabri⸗ kazion ihren natuͤrlichen Lauf laſſen; jener engherzige Patrio⸗ tismus, der die Quelle des Nazional⸗Wohlſtands nicht in dem allgemeinen Bande der Nazionen ſucht, wird ſich ſtets in ſeinen Kalkuͤls taͤuſchen. Die vollendete Fabrikazion verdient alſo in der Stufen⸗ reihe der Ermunterungen nur die zweyte Stelle. Nur dann, wenn die erſte Fabrikazion in ihrem vollen Gange, nur dann, wenn der Kunſtfleiß bereits zu einer gewiſſen Hoͤhe geklommen iſt, nur da, wo nicht oͤrtliche Verhaͤltniſſe dem Abſaze der erſten Fabrikate nach einer richtigen Berechnung des Lohns, des Kunſtfleißes, oͤkonomiſtiſchen Abſaz verſprechen, ſind Praͤmien fuͤr die vollendete Fabrikazion an ihrer Stelle. Dieſe Wuth, alles allein zu gewinnen, und andern keinen Gewinn zu laſſen, muß wechſelſeitig alle Induſtrie laͤh⸗ men, und ſich ſelbſt ihr Grab zubereiten. Nicht im direk⸗ ten Gewinne allein, darin liegt die Quelle des Nazional⸗ Wohlſtands, daß jede Nazion gewinne, was ſie nach ihren eigenthuͤmlichen Verhaͤltniſſen durch eigne Arbeit gewinnen kann, und den Reſt des Gewinns im Tauſche ſuche, der, wenn er von der Nazion im Ganzen ſo berechnet iſt, wie das Privat⸗Intereſſe des einzelnen ihn waͤgt, ſtets fuͤr beyde Theile an ſich und ſeiner Natur nach Vortheil gewaͤhrt. N nt V lal fͤa nſeung n die Dollen ſo lana in Juea nicht zu endetezt ufgeben, d ſuchen, lrprodukt i erſten zat nicht in in ets in ſein der Stſer Nurden , hur dan geklommen ſe der eſtn ohns, R d Prämin nd anden iſtrie lah⸗ n direk⸗ Nazional nach ihten gewinnen uche, der iſt, wi ſtets fir Vetthi 3 199 283. Die inlaͤndiſche Fabrikazion eignen Urſtoffs zum aus⸗ waͤrtigen Abſaz, bedarf auch keiner Staatsermunterung. Denn, iſt einmal der Fabrikazionsgeiſt aufgeregt, ſo fließt das⸗ jenige, was der inlaͤndiſche Markt nicht bedarf, was dort kei⸗ nen Kaͤufer findet, ohnehin ins Ausland uͤber. Die Staatsbeguͤnſtigung iſt vielmehr gefaͤhrlich, denn der Reiz zu dieſer Produkzions⸗Gattung iſt an ſich groß, weil ſie mit weniger Anſtrengung, mit groͤßerer Unabhaͤngigkeit als die Urprodukzion, verbunden iſt, und weit weniger Kapitalſtoff fodert. Sie bedarf aber jener Ermunterung nicht, denn ſobald ſie durch Vollendung, oder durch Erſparung an den Beſtandtheilen des innern verglichenen Werths(Mechanismus, Uebung, Ge⸗ winn an Kraft⸗oder Zeitaufwand) alſo durch ihre Qualitaͤt, oder ihren Preis, zum Genuſſe, alſo zum Ankauf reizt, wird ſie bis zu der auch den auswaͤrtigen Bedarf nicht uͤber⸗ ſteigenden Maſſe ſtets Abſaz finden. Der Staat kann ſie alſo ruhig ſich ſelbſt uͤberlaſſen. 84..— Bey den remuneratifen Mitteln zu Befoͤrderung der induſtriellen Produkzion, ſcheint man alſo großentheils nicht von reinen nazional⸗ ökonomiſtiſchen Grundſaͤzen ausgegangen zu ſeyn. Meiſt werden ſie, nicht der Erhoͤhung der Maſſe der Produkte, nicht der erſten Fabvikazion, ſondern der vollendeten gewidmet; ſie waren alſo ihrer Natur nach, auf eine kleine Zahl von Kon⸗ kurrenten eingeſchraͤnkt; dadurch konnte der Nazional⸗ Kunſtfleiß unmoͤglich aufgeregt werden. Ein großer Theil der⸗ jenigen, die vergebens um den Preis gerungen hatten, wurden dadurch vielmehr entmuthet. Gerade der Umſtand, daß Praͤmien gewoͤhnlich nur auf den hoͤchſten Grad der Veredlung eines Fabrikats beſtimmt werden, iſt auch Urſache, daß die Staatsverwaltung bey Aus⸗ theilung derſelben mit einer ſolchen Vorſicht zu Werke gehen, 200— die Austheilung in ſo lauge und ſchwerfaͤllige Formen huͤllen muß, die allein hinreichen, Konkurrenz abzuſchrecken. Der gewoͤhnliche Fabrikant hat fuͤr Fortſchritte in der Fa⸗ brikazion, fuͤr Veredlung keinen Sinn. Zufrieden mit ſeinem Auskommen iſt es ſeine Sache nicht, eine Zeit, die er auf ſei— nen gewohnten Unterhalt im bisherigen Gange ſeiner Geſchaͤfte verwenden muß, auf einen Verſuch zu wagen. Noch ſeltner beſizt er den erfoderlichen Kapitalſtoff zu dem Koſtenaufwand, der mit neuen Verſuchen, mit der Anſchaffung der dazu noͤthigen Werkzeuge, oder Materialien verbunden iſt, und eben ſo oft ſchreckt ihn die Furcht ab, dergleichen veredelte Fabrikate, durch das allgemeine Vorurtheil fuͤr auslaͤndiſche Produkte, ohne Abſaz zu ſehen. Nur kapitaliſtiſche Fabrikunternehmer, nur Menſchen aus der gebildeten Klaſſe ſind es alſo, welche um Praͤmien ringen koͤnnen. Auch von ihnen geht die veredelte Fabrikazion aus, und verbreitet ſich auf die Lohnarbeiter, mithin hebt dieß die Vortheile der Praͤmien keineswegs auf, es vermindert ſie aber allerdings, in ſoferne man Praͤmien als Sporn des Gewerb⸗ fleißes, vorzuͤglich in Abſicht jener Produkte der erſten Beduͤrf⸗ niſſe betrachtet, die nicht von Unternehmern, ſondern von ein— zelnen Manufakturiſten hervorgebracht werden; gerade fuͤr den Nazional⸗Reichthum die wichtigſten und wohlthaͤtigſten. Der Unternehmer hat in ſeinem eigenen Vortheile Sporn genug, ſeine Fabrikazion zu vervollkommnen, und in ſeiner Bildung und ſeinem Vermoͤgen hinlaͤngliche Huͤlfsmittel dazu. Der Manufakturiſt iſt von dem Mittelpunkte, von dem die Praͤmien in ihrer gewoͤhnlichen Vertheilungsform ausgehen, meiſt zu entfernt, als daß ſie bis zu ihm draͤngen; mit den Mitteln ſie zu erringen, zu unbekannt, fuͤr eine bloß theore⸗ tiſche Anweiſung zu ungelehrig, gegen das Neue zu ſehr einge— nommen, als daß Ehrgeiz, oder die ſo ungewiſſe und entfernte Hoffnung des Vortheils, auf ihn bedeutend wirken koͤnnten. Wuͤrden hingegen die Praͤmien vereinzelt, in mehrere geringere vertheilt, wuͤrden ſie vorzuͤglich auf die Bearbeitung —— e b ben, pyſe rmen häg men hle 9, ren. te in derz der ſ mit Imt ſeinen 5 7 eenſchen alt nen kindem i von ein⸗ e fuͤr den en. e Sporn n ſeiner — — lsge mit den theore⸗ koͤnnten. ehrere 201 der erſten Beduͤrfniſſe, und zunaͤchſt auf die Vermehrung der Maſſe derſelben geſezt, ſo wuͤrde deren Austheilung an ſich leichter, die Gefahr der Taͤuſchung geringer; es waͤre alſo moͤglich dieſe Vertheilung von allen ſchwerfaͤlligen Formen zu befreyen und der Reiz eines kleinen, aber doch leicht zu errin— genden Gewinns, wuͤrde ſicherer und ausgebreiteter wirken, als einzelne hohe Praͤmien. 285. Die zweyte Klaſſe induſtrieller Produkzion, welche man bisher durch remuneratife Mittel zu befoͤrdern ſtrebte, iſt die Bearbeitung fremden Naturproduktſtoffs. Hat die Fabri⸗ kazion des inlaͤndiſchen Materials nicht allein Graͤnzen, ſondern iſt ſelbſt ſie nicht gegen den Wechſel der Umſtaͤnde und die Launen der Zeit geſichert, iſt alſo ſelbſt ihre unbe⸗ dingte Befoͤrderung gefaͤhrlich, ſo iſt dieß wohl noch weit mehr der Fall bey der Fabrikazion auslaͤndiſchen Naturpro⸗ duktſtoffs. So lange eine der Nazional⸗Oekonomie widerſtrebende Ungleichheit des Grundeigenthumsbeſizes exiſtirt, muß dieſe an ſich eine bedeutende Menſchenmaſſe zur induſtriellen Pro⸗ dukzion draͤngen. Der Grundeigenthuͤmer benuzt ſeinen pro⸗ duktifen Urſtoff, und das in dieſem liegende Monopol ſo hoch er kann; er wird alſo ſeinem Lohnarbeiter nicht mehr Lohn ge⸗ ben, als er unvermeidlich muß, d. h. als dieſer ſchlechterdings zu ſeinem Unterhalt und Anſtrengung ſeiner Kraͤfte noͤthig hat; er wird, im Fall er ſein Grundeigenthum verpachtet, den Pachtſchilling ſo hoch zu bedingen ſuchen, als moͤglich, d. h. ſo hoch, daß dem Pachter nur ein kaͤrglicher Lohn ſeiner Arbeit uͤbrig bleibt. Der Ackerbau beſchaͤftigt nur einen Theil des Jahrs; in dieſem Theile muß alſo der Unterhalt fuͤr den Reſt des Jahrs mit gewonnen werden; das kann nur durch verdop⸗ pelte Anſtrengung geſchehen, wie dieß auch die Feldarbeit fodert; die Arbeit des Fabrikanten und Manufakturiſten geht gewoͤhn⸗ lich ununterbrochen fort, ſie iſt muͤhloſer, die Arbeit mehr vertheilt. n 202 Es wird alſo in kultivirten Staaten nie an Manufaktu⸗ gung die Fabrikazion leicht bis zum Mangel an Abſaz der in⸗ duſtriellen Produkte treiben. Die Fabrikazion auswaͤrtigen Materials iſt an ſich eine ſehr prekaͤre, ſehr gewagte Produkzion. Sie kann nur durch den Mangel der Induſtrie derjenigen Nazion beſtehen, welche den Stoff zu dieſem Produkt beſizt und nicht ſelbſt verarbeitet. Erwacht alſo die Induſtrie jener Nazion, ſo iſt auch die ganze Produkzion vernichtet; ſie kann die Konkurrenz nicht aus⸗ halten. Die Fracht des Materials und die Ruͤckfracht des Fa⸗ brikats muß nothwendig den Preis weit uͤber den verglichenen Werth draͤngen. Werden alſo auch nicht durch Ausfuhr⸗Ver⸗ bote des Naturproduktſtoffs, oder durch deſſen Belaſtung mit Auflagen, dieſer Fabrikazion Hinderniſſe entgegen geſezt, ſo kann doch unmoͤglich die Nazion, die fremden Naturprodukt⸗ ſtoff fabrizirt, mit derjenigen Nazion den Markt halten, welche ſich im Beſize dieſes Stoffs befindet. Die Fabrikazion fremden Naturproduktſtoffs geſchieht zum eigenen Bedarf, oder zum fremden Abſaz. Bey der erſtern gewinnt die Nazion den Ertrag ihrer Produktifkraft, die Fabrikazionskoſten, ſelbſt, und bezahlt ſie nicht an fremde Nazionen. In ſoferne alſo die Nazion Ueberſchuß an Produktifkraft hat, und weder durch die Urprodukzion, noch duͤrch die Ver⸗ arbeitung inlaͤndiſchen Naturproduktſtoffs hinlaͤnglich be— ſchaͤftigt iſt, kann die Verarbeitung fremden Materials aller⸗ dings oͤkonomiſtiſch ſeyn. Selbſt in dieſem Falle, welcher eine bedeutende Hoͤhe der Ur⸗ und der induſtriellen innern Produkzion vorausſezt, iſt aber die Bearbeitung fremden Naturproduktſtoffs eine ſo unſichere Produkzionsgattung, daß ſie mindſtens von Seiten des Staats keine Aufregung, keine Ermunterung verdient, ſondern einzig ſich ſelbſt uͤberlaſſen werden muß. Einſchraͤn⸗ kung derſelben wuͤrde unrechtlicher und unoͤkonomiſtiſcher Ein⸗ 2 *† 203 S eie griff in die freye Benuzung der Produkzionskraft der Nazional⸗ ſe 7 4 glieder als die Baſis des Nazionalwohlſtandes ſeyn. 4 K So wenig alſo der Staat die Bearbeitung fremden Na⸗ 1n ſh turproduktſtoffs einſchraͤnken, ſo wenig er ſie z. B. durch Ein⸗ ii fuhrverbote, oder Impoſten auf das fremde Material, in d nur ing ihrer willkuͤhrlichen feſſelloſen Ausdehnung hemmen darf, eben en, witt ſo wenig darf er ſie durch Praͤmien oder Vorſchuͤſſe aufregen. verarbeite. 296. it aud 8 Die Verarbeitung auslaͤndiſcher Urprodukte darf alſo t nicht auz nur unter großen Einſchraͤnkungen durch Praͤmien ermuntert cht deſ werden. derglichnn Soll von einer Ermunterung zu dieſer Fabrikazion die fuht⸗d Rede ſeyn, ſo muͤßte man ohnehin vorausſezen, daß die vor— aſtung ni handene Volksmenge mit der Urprodukzion und mit der Fabri⸗ geſezt, kazion inlaͤndiſcher Materialien nicht hinlaͤnglich beſchaͤftigt ſey, urprodute alſo nach Abzug dieſer beyden Produkzionsgattungen noch einen en, wecce natuͤrlichen Ueberſchuß von Arbeitern beſize. Aber auch in dieſem Falle, der nur in einem Staate exiſtiren kann, welcher Sgeſchit ſich durchgaͤngig in ſeinem antioͤkonomiſtiſchen Zuſtande befindet, ſazä. ſcheint Aufregung dieſer Produkzionsgattung von Seiten des rag ißter Staats gefaͤhrlich. Die Fabrikazion auslaͤndiſcher Materialien tzahlt ſe kann nur eine unnatuͤrliche Populazion hervorbringen. 4 287. kktiferaft Es giebt noch eine dritte Fabrikazion, naͤmlich diejenige, ie Ver⸗ deren Produkt zum Theil aus einheimiſchem, und lich be⸗ zum Theil aus fremden Naturprodukiſtoff beſteht. z aller⸗ Die Beymiſchung des fremden Stoffs als weſentlich und unbedingt nothwendig vorausgeſezt, paßt auch auf de Häht dieſe Fabrikazion alles dasjenige, was von der Verarbeitung rausſet auslaͤndiſchen Materials vorhin geſagt wurde. eine ſ Iſt das beyzuſezende fremde Material entweder wegen Seinn ſeines Ueberfluſſes, oder weil dieſe Nazion es nicht ſelbſt bear— verdimt beitet, entbehrlich, kann ſichs alſo die fabrizirende Nazion, nnchtir ganz ungewoͤhnliche Ereigniſſe ausgenommen, unter jeden Ver⸗ zer Ei⸗ haͤltniſſen verſchaffen, ſo iſt dieſe Fabrikazionsgattung allerdings 204 minder gefaͤhrlich, als die Verarbeitung einzig fremden Natur⸗ Produktſtoffs; ſie iſt wohlthaͤtig fuͤr die Nazion, weil mind⸗ ſtens dadurch ein Theil eigener Naturproduktſtoff in ein neues Genußmittel verwandelt wird. Der Staat kann ſie alſo ruhig ihrem natuͤrlichen Gange uͤberlaſſen. Doch Ermunterung liegt auch in Abſicht ihrer nicht im Prinzip der Nazional⸗Oekonomie. Am allerwenigſten iſt dieß der Fall, wenn der Haupt beſtandtheil dieſer Fabrikazionsgattung aus fremden Naturproduktſtoffe beſteht, wenn z. B. eine Porzellainfabrik angelegt wird, zu der man die Erde aus einem fremden Staate ſich verſchaffen muß. 288. Die Tendenz der Nazional⸗Oekonomie iſt: der hoͤchſt⸗ moͤglichen Menſchenmaſſe ſichern Wohlſtand zu gewaͤhren. Jede Fabrikazion, die ſich in dieſem Falle befindet, verdient Ermunterung. Wer die bedeutenden Vortheile einer ſo gearteten Fabrikazion in ihren Details unterſucht hat, er⸗ ſtaunt nicht uͤber die Maſſe von Genußmitteln, welche ſie in Umlauf ſezt, ſondern uͤber die Maſſe der Genußmittel aller Art, welche ſie zur Entſtehung lockt. 289. Praͤmien fuͤr die Ausfuhre werden verrwilligt, entweder 1. fuͤr Urprodukte, oder 2. fuͤr induſtrielle Produkte. Die Urprodukte, fuͤr welche die Praͤmien verwilligt wer⸗ den, ſind entweder a) ſolche, die einer innern Fabrikazion oder b) die deren nicht faͤhig ſind. In beyden Faͤllen ſind ſie entweder der Nazion entbehr⸗ lich, oder unentbehrlich. Die Ausfuhr eines Naturproduktſtoffs zu beguͤnſtigen, welcher der eigenen induſtriellen Nazionalverarbeitung faͤhig iſt, wird wohl keiner weiſen Staatsverwaltung beyfallen. den Natbr, veil wind, off in in hen Gangr 4bſict ie. An eſtandthei oduktſtoff witd, zu verſchaffen er hoͤcſt ren. befinden eile einer hat, er⸗ he ſie in ttel aller rwilligt, t wer⸗ tbehr⸗ nſtigen, ähig it — 205 Sind die Urprodukte uͤberhaupt keiner Bearbeitung, oder keiner bedeutenden Nazionellen Fabrikazion faͤhig, wie z. B. Getreide, ſo bedarf es durchaus keiner Praͤmien, um ihre Ausfuhr zu bewirken. Der Geiſt dieſer Praͤmien ſoll offenbar ſeyn, die Urprodukzion zu erhoͤhen. Allein, da Urprodukte, als unentbehrliches Beduͤrfniß, ſtets ihren Markt finden, ſo lange ihr verglichener Werth auch die kommerzielle Produktif⸗ kraft traͤgt, ſo iſt dieſe Beguͤnſtigung uͤberfluͤſſig. 1 290. 2. Die Ausfuhrpraͤmien fuͤr induſtrielle Produkt unterliegen allen den Einſchraͤnkungen, welche das Nazional⸗ Oekonomieprinzip bey den Praͤmien fuͤr die induſtrielle Pro⸗ ukzion uͤberhaupt feſtſezt, und von denen vorhin die Rede ge⸗ weſen iſt. 3 Iſt das induſtrielle Produkt aus inlaͤndiſchem Natur⸗ produktſtoffe fabrizirt und der Nazion entbehrlich, ſo mag in dieſem einzigen Falle die Praͤmie dem Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie zuſagen, nicht aber wenn es aus inlaͤndiſchem Naturproduktſtoffe fabrizirt, aber der Nazion ſelbſt unent⸗ behrlich iſt, alſo die Praͤmie nur dazu dient, der frem⸗ den Nazion, auf Koſten der fabrizirenden, einen unter dem verglichenen Werthe ſtehenden Preis zu verſchaffen. Doch kann in dieſem Falle die Praͤmie durch die Form unſchaͤdlich werden, wenn ſie naͤmlich in dem R ückzoll, d. h. in der Ruͤckgabe der Auflage beſteht, welche von dem eingefuͤhr⸗ ten fremden Urprodukt bey der Einfuhr erhoben wurde. Ein Produkt, welches die Fabrikazionskoſten und die Kommerz⸗ koſten der Wiederverſendung traͤgt, iſt zur Ausfuhr auf fremde Maͤrkte geeignet, und dieſer Ruͤckzoll iſt dann keine Praͤmie, welche die Nazion bezahlt, ſie giebt nur der Fabrikazion die natuͤrliche Freiheit wieder. 4. 291. Es verſteht ſich wohl ohnehin, daß die Praͤmien, welche die Regierung einem Induſtriezweige, einem Theile der Pro⸗ 206— duzenten giebt, alſo von den uͤbrigen Staatsbuͤrgern erhebt, aufhoͤren muͤſſen, ſo bald ihr Zwecek erreicht, ſo bald naͤmlich die Induſtrie hinlaͤnglich in Bewegung geſezt iſt. Eine Fabrikazion, welche ſich einzig durch Praͤmien erhaͤlt, und mit ihnen wieder aufhoͤrt, iſt eine kraͤnkliche und unnatuͤr⸗ liche Erwerbsquelle, die keineswegs den Nazionalreichthum erhoͤht. 292. Die zweyte Gattung der ermunternden Mittel ſind Monopole uͤberhaupt; ihre Schaͤdlichkeit iſt in den neuern Zeiten ziemlich allgemein anerkannt. Iſt eine fuͤr den Nazio⸗ nalbedarf hinreichende Zahl von induſtriellen Produzenten be— reits vorhanden, ſo iſt das Monopol einzelner an ſich eine den Nazional⸗Oekonomiegeſezen widerſtrebende Ungerechtigkeit. Der Staat iſt allen Produzenten den Schuz der freyen Benuzung ihrer Produktifkraft ſchuldig. Iſt jene Zahl nicht vorhanden, ſo kann ſie durch die Monopole einzelner nicht vermehrt, nur vermindert werden. Eben ſo unzweckmaͤßig ſind Monopole, um der Fabrikazion einen hoͤhern Grad von Vollendung zu geben. Dieſe kann nur aus der freyen Konkurrenz, aus der Uebung mannigfaltiger Kraͤfte und Faͤhigkeiten und aus dem ungeengten Spielraume der Induſtrie hervorgehen. Der Monopoliſt, ſeines Abſazes gewiß, verliert allen Sporn zum Fortſtreben; das Monopol verbindet alſo mit der Ungerechtigteit gegen die Nazion, deren Genuß es durch die Mittelmaͤßigkeit der Fabrikate verkuͤmmert, die es in eine rechtloſe Abhaͤngigkeit von Monopoliſten ſezt, zugleich die Laͤhmung des Gewerbfleißes. Eine Fabrik, die ſich einzig durch das ausſchließende Recht des Abſazes erhalten kann, ſezt voraus, daß ſie außer⸗ dem die Konkurrenz nicht auszuhalten vermag, daß alſo der Preis, den die Fabrik durch das Monopol der Nazion abdringt, den verglichenen Werth des Fabrikats uͤberſteige; daß alſo ein⸗ heimiſche Fabriken daſſelbe wohlfeiler liefern koͤnnten. — ern eifet, t, ſo bah geſezt ſ en eizält d unnati lreichhem Nittel ſud en neuem en Nazi ſenten be⸗ eine den gkeit. er fteyen ahl nict der nicht brikazion ann nur gfaltiger lraume Abſazes onopol deren nmert, n ſezt, ießende aller⸗ alſo der ödringt ſſo ein — 293. Der Staat iſt nach den Nazional⸗Oekonomiegeſetzen zu Beſchuͤzung, zu Befoͤrderung aller produktifen Kraͤfte ver⸗ pflichtet. Jene allgemeine Pflicht zeichnet ihm ohnehin die Graäͤnzlinie der Mittel vor, die er zu Befoͤrderung jeder ein⸗ zelnen Produktifkraft anwenden darf. Perſoͤnliche Privilegien und Vorrechte, als die dritte Gattung der remuneratifen Mittel, welche alſo der induſtriellen Produkzion zum Nachtheil, und auf Ko⸗ ſten einer andern ertheilt werden, ſind mit dem Nazional⸗ Oekonomieprinzip nicht vereinbar; ſie koͤnnen nur in jenem verderblichen Irrthume uͤber die Rangordnung der produktifen Kraͤfte in Nazional⸗Oekonomiſtiſcher Hinſicht liegen. 294. Vorſchuͤſſe und Unterſtuͤzungen koͤnnen von der Nazional⸗Oekonomie nur unter ganz eigenthuͤmlichen Verhaͤlt⸗ niſſen, unter ganz beſtimmten Modifikazionen gut geheißen werden. Der Staat hat, Kraft ſeiner begluͤckenden Gewalt, allerdings die Pflicht, die induſtrielle Produkzion nazionellen Urſtoffs, auch durch dieſes Mittel zu erhoͤhen, ſobald Zunahme des Nazionalwohlſtands das klare Reſultat iſt. Fehlt es alſo den induſtriellen Produzenten an Kapitalſtoffe zur Fabrikazion inlaͤndiſchen Naturproduktſtoffs, oder muß die ſchlummernde Produktifkraft durch außerordentliche Vortheile erſt aufgeregt werden, ſo muß und darf die Regierung aller— dings durch Vorſchuͤſſe ins Mittel treten. Kraft jener Pflicht iſt alſo auch die Staatsverwaltung berechtigt, aus dem Nazio⸗ nalvermoͤgen dieſe Vorſchuͤſſe zu erheben. Sie iſt aber der nazion Rechenſchaft ſchuldig, daß dieſer Aufwand wirklich oͤkonomiſtiſch, d. h. daß er zu einer oͤkonomiſtiſchen Produkzion, nicht aber zu einer unoͤkonomiſtiſchen, oder vollends zu einer unoͤkonomiſtiſchen Konſumzion verwendet worden ſey. 1 20³8— 295. G Den Grundſaͤzen der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß darf aber nie, und alſo auch nicht bey der Fabrikazion ein hei⸗ miſchen Naturproduktſtoffs, der Staat ſich unmittelbar ſelbſt mit der induſtriellen Produkzion beſchaͤftigen, nie Fa⸗ briken auf Rechnung des Staats anlegen und betreiben. Nazionalgeſammtheit und Nazionalg lied ſind zwey ſo durchaus verſchiedene und ſich widerſprechende Eigenſchaften im Staat, daß ſie ſich nie in keiner Beziehung vereinigen laſſen; ihre durchaus verſchiedene Produktifkraͤfte muͤſſen ſich bey dem Verſuche der Vereinignng ſogleich wechſelſeitig ſelbſt aufheben; eben ſo verhaͤlt ſichs dann ſelbſt mit den einzelnen Gattungen der Staatsproduktifkraft unter ſich, ſo⸗ bald jene Vermiſchung der Produktifkraͤfte des Nazionalglieds und des Staats eintritt. Einzig jene Fabriken ſind ausgenommen, deren Produkte der Staat beynahe ausſchließend, als Staat, ſelbſt bedar f, die er nur fuͤr ſich ſelbſt produzirt, wo alſo jener Wider⸗ ſpruch und Kampf der Produkrifkraͤfte gar nicht eintritt, als: Stuͤckgießereyen, Salpeterpflanzungen, Pulvermuͤhlen und dergleichen. Eigene Unternehmungen auf Rechnung des Staats muͤſ⸗ ſen außerdem ihrer Natur nach ſtets ſchaͤdlich ſeyn. Es iſt nicht moͤglich, daß eine auf Koſten des Staats errichtete Fabrik die Konkurrenz mit der Privatfabrikazion aushalte. Die unuͤberſehlichen und unvermeidlichen Unter⸗ ſchleife abgerechnet, ſind die Verwaltungskoſten bey der Privat⸗ fabrikazion offenbar gewonnen. Alle dergleichen Unternehmun⸗ gen ſind ein Raub an der Nazional⸗-Induſtrie; und wenn nicht Eitelkeit und Glanzſucht uͤber die Bilanz des Aufwands und Ertrags vorſaͤzlich die Augen ſchließt, ſo muß ſtets ein betraͤchtliches Defizit erſcheinen. Die Fabrikazion der erſten Beduͤrfniſſe hat ohnehin Reiz genug, Produzenten an ſich zu ziehen; gewoͤhnlich werden alſo zu dergleichen Fabrikunterneh⸗ mungen Beduͤrfniſſe des Luxus gewaͤhlt, deren Abſaz iſt aber ein n unn „ ,, azionalglit; ten Prodai bſt bed arf Hep Midon⸗ n De ntritt, als: nüͤhlen und raats miſ 7 Stꝛatz brikazion en Unter⸗ r Privat⸗ rnehmun⸗ ind wenn Aufwands z ſtets ei der erſen in ſich z kunterneh Hit ae nicht unveraͤnderlich gewiß, und haͤngt von der Laune der Sit⸗ ten und Moden ab. Unmittelbare Staatsunterſtuͤzungen zu Anlegung neuer Fabriken hingegen koͤnnen nur durch ein ſehr dringen⸗ des Beduͤrfniß, nur durch eine hoͤchſtwichtige Ruͤckſicht auf das allgemeine Wohl gerechtfertigt werden. Wenn naͤmlich z. B. ein inlaͤndiſches Urprodukt nur dadurch zur eigenen Fabri⸗ kazion gebracht werden kann, und ein unentbehrliches Beduͤrfniß fabrizirt wird; wenn alſo die Nazion dadurch aus einer druͤckenden und gefaͤhrlichen Abhaͤngigkeit befreyt werden kann, oder wenn die oͤffentliche Sicherheit, die Ver⸗ theidigung des Staats es fodert, und in allen dieſen Faͤllen kein Privatunternehmer den dazu erforderlichen Fonds beſizt. 296. Ein großes Hinderniß des Emporkommens der Fabriken und Manufakturen in Europa iſt die Art ihrer Vertheilung. Die Vortheile der Verbindung der erſten Manufakturen mit dem Landbau ſind mannigfaltig. Manufakturarbeit ſcheint eben deswegen den Hang zum Wohlleben mit ſich zu fuͤhren, weil ſie eine zugleich anhaltende, taͤgliche und gewoͤhnlich doch nicht heftige Anſtrengung fodert. Die Albeit des Landmannes iſt in zwey Perioden abge⸗ theilt; in diejenige, wo eine und zwar ermuͤdende Arbeit auf die andere folgt; und die Periode der Unthaͤtigkeit und Ruhe. In der erſten Periode ſtumpft die Ermuͤdung allen Hang zum Wohlleben ab, und in der zweyten bringt ſie, als herrſchen⸗ des Gefuͤhl der Behaglichkeit, den Hang zur Ruhe hervor. Auch iſt gewoͤhnlich der Ertrag des landwirthſchaftlichen Ein⸗ kommens zu ungewiß, zu wandelbar, zu abhaͤngig von Witte⸗ rung, Getreidepreiſen und dergleichen, als daß nicht die Be⸗ ſorgniß, ſein Hausweſen in Unordnung zu bringen, den Land⸗ mann auch in gluͤcklichen Zeiten von hohem Aufwande zuruͤck⸗ halten ſollte. Sein Vermoͤgen beſteht groͤßtentheils nicht in lebendigem Kapitalſtoffe, nicht in Ausgleichungsvehikeln; es ſteckt in einem zwax immer fruchtbringenden, aber todten Ka⸗ 14 210 pitalſtoffe. Seine Laͤndereyen, ſein Vieh, die Achtung, wel⸗ che der Grundeigenthumsbeſiz gewoͤhnlich, beſonders unter die⸗ ſer Klaſſe, erwirbt, iſt fuͤr ihn ein natuͤrlicher Sporn, dieſen Kapitalſtoff zu erhoͤhen, jede Erſparniß dazu anzuwenden und alſo ſeine Grundſtuͤcke, ſeinen Viehſtand zu verbeſſern, und zu vermehren. Nur dadurch kann er unter ſeinen Mitbuͤrgern Auszeichnung erwerben. Der Spielraum des Luxus iſt alſo bey dem Landbauer ſehr eingeſchraͤnkt. Ganz anders verhaͤlt ſichs beym Manufakturiſten. Sein Daſeyn enthaͤlt nur eine Periode taͤglicher beſtimmter Arbeit. Er kann den taͤglichen Verdienſt berechnen, alſo auch berech⸗ nen, wie viel ihm nach Abzug der nothwendigen Beduͤrfniſſe fuͤr die des Wohllebens uͤbrig bleibt. Der natuͤrliche Hang des Menſchen zum Genuß muß ihn, bey dem ſteten, regelmaͤßigen Gange ſeiner Einnahme, bey dieſer Sorgloſigkeit fuͤr die Zu⸗ kunft, nothwendig reizen, dieſen Ueberſchuß zu Befriedigung des augenblicklichen Genuſſes, jenem Hange gemaͤß, anzu⸗ wenden. Wird dieſer in der Natur liegende karakteriſtiſche Zug des Manufaktnriſten beguͤnſtigt, ſo muß er die Aufnahme der Manufakturen hindern. Dieß geſchieht aber durch die Anlegung der Fabriken in den Staͤdten, Dort, wo die Anſteckung der zuſammengedraͤngten Men⸗ ſchenmaſſe an ſich, wo der Spielraum der Eitelkeit und Glanz⸗ ſucht zur Kleiderpracht, zum Aufwand aller Art, wo die Ge⸗ legenheit zu allen Gattungen des Wohllebens reizt, dort kann der Manufakturiſt, nach Verhaͤltniß ſeines Aufwandes, nur einen kaͤrglichen Unterhalt gewinnen. Luxusfabriken ſind allerdings groͤßtentheils fuͤr Staͤdte paſſend, weil deren Produkte nur dort Abſaz finden. Aber auch manche Luxusfabriken wuͤrden auf dem flachen Lande beſſer als in Staͤdten gedeihen. Muͤſſen ſchon die Staͤdte der Siz des Kommerzes ſeyn, und die Handelsleute dort in ihren Vor⸗ rathshaͤuſern, Gewoͤlben und Laden die Fabrikate verwahren, ſo werden jene Produkte, wo ſie auch verfertigt ſeyn moͤgen, den naͤmlichen Abſaz behaupten. Die Frachtkoſten bis zum Ort du undrer ftne 20¹ Nor ſcendr ſen ilh idin den dà⸗ 15 122 entm Line N 4 9 din. da x Aün Geng fille nen 8 Anzuwenden rbeſſern, un inen Nibing es Luxus i ktriſte, En eſtimmter Ri alſo auch bn igen Bederfi ürliche Hen n, regelwiſie keit fur den zu Beftidire gemah, en karakteritſ die Auffeſe aber duuch d raͤngten Ne it und Glen wo die 6 , dort kan dandes, n r Städte den. Ar. Lande beſe dte der E ihren e verwoßte ſeyn möa bis zum 1 211 des Verkaufs ſtehen in keinem Verhaͤltniſſe mit der Preiser⸗ hoͤhung, als dem Reſultate des Daſeyns der Fabriken in den Staͤdten. Auch ein großer Theil der Fabrikate koͤnnte alſo, in Europa ſo gut als in Aſien, auf dem flachen Lande fabri— zirt werden. Iſt der Ackerbau bluͤhend, alſo der Landbauer wohlha⸗ bend, ſo wird dort ihr Daſeyn ſeine Empfaͤnglichkeit fuͤr Genuß, fuͤr Wohlleben, fuͤr die Bequemlichkeiten des Lebens, fuͤr An⸗ muth und Reinlichkeit erhoͤhen, ſeine Sitten mildern; er wird auch wohllebend werden, und dieß iſt es, was das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie will. Dort iſt vorzuͤglich der Siz der einfachen Manufaktur, der Verarbeitung erſter Beduͤrfniſſe; dort vertheilen ſie die Quellen des Nazionalreichthums durch alle Adern des Staats, und verbreiten jenen allgemeinen gleichen und ſichern Wohl⸗ ſtand, welcher allein dem Nazional⸗Oekonomieprinzip zuſagt. Anders mag es ſich mit Luxusartikeln und Kunſt⸗ produkten verhalten. So wie groͤßtentheils nur das An⸗ ſchauen der Kunſtwerke ſie hervor zu bringen vermag, ſo haben ſie auch nur Intereſſe fuͤr die Kunſtdilettanten, alſo fuͤr die hoͤheren, gebildeten, durch Beruf, Reichthum und Neigung in die Staͤdte gebannten Staͤnde. Der Fremde, der Reiſende, dem gewoͤhnlich Zeit und Beruf nur die Beſuchung der Staͤdte, als des Centrums der Staaten geſtatten, kann nur dort mit ihnen bekannt werden, nur in den Staͤdten moͤgen alſo die Kuͤnſte gedeihen und ihre Produkte dort ſichern Abſaz finden. 297. Der Zeitgeiſt hat das Zunftweſen im Allgemeinen als eines der wichtigſten Hinderniſſe der Induſtrie verſchrieen. Der menſchliche Geiſt iſt geneigt, von Extremen zu Extremen zu ſpringen, weil ſich die aͤußerſten Beruͤhrungspunkte jeden Gegenſtands am leichteſten und ſchnellſten dem Verſtande dar⸗ ſtellen: indeß das Durchlaufen der mannigfaltigen Gradazio⸗ nen zwiſchen beyden anhaltendes Nachdenken, Forſchen, Pruͤ⸗ fen und Waͤgen heiſcht, dagegen der Eitelkeit, der Auszeich⸗ nungsbegierde keinen Spielraum bietet. Man iſt alſo ohne tiefere Unterſuchung des Zunftweſens bey ſeinen Maͤngeln und deren nachtheiligen Reſultaten ſtehen geblieben; ohne hiſtoriſche Pruͤfung, ohne ruhige Sonderung dieſer aus der Geſchichte ſeiner Entſtehung allein erklaͤrba⸗ ren Gebrechen, und deren temporeller, ſo wie im Allgemeinen deren lokaler Nothwendigkeit. Man hat daraus im Allgemei⸗ nen die Verwerflichkeit des Zunftweſens gefolgert. Ruhige Forſchung zwingt uns dagegen, im Phyſiſchen ſo wie im Mo⸗ raliſchen eine gewiſee Wuͤrde des menſchlichen Geiſtes anzuerkennen, welche Zeiten, Sitten, Verhaͤltniſſe und Ge⸗ ſeze zwar modiſiziren, aber nie vertilgen koͤnnen. Ruhige Forſchung bleibt alſo nicht dabey ſtehen, die geſell⸗ ſchaftlichen Inſtitute der Vorzeit des Nimbus zu enthuͤllen, den Alter und Gewohnheit um ſie gezogen haben, ſie lehrt uns jene urſpruͤngliche Wuͤrde aufzuſpaͤhen, und die Zuͤge jenes unter allen Formen und Geſtalten gleich thaͤtigen, wenn ſchon oft mißleiteten Strebens nach Wohlſtand und Vollkommenheit aufzufaſſen. Der erſte Beſchaͤftigungstrieb des Menſchen mußte ſich nothwendig auf ſeine Nahrung, alſo auf den Ackerbau werfen. Der Ackerbau an ſich, die Verbeſſerung der zu deſſen leichtern, ſchnellern und vortheilhaftern Betrieb erforderlichen Werkzeuge, ſo wie der Ueberſchuß ſeines Ertrags fuͤr den Landbauer konnte erſt allmaͤhlig Fabriken und Manufakturen hervorbringen. Aber unmoͤglich konnte deren Vervollkommnung damit gleichen Schritt halten. Von der Entſtehung der Kultur, von dem Zeitpunkt an, wo die Voͤlker ihr nomadiſches Jaͤger⸗ und Hirtenleben verließen, war beynahe allenthalben das Grund— eigenthum in den Haͤnden weniger. Die Manufakturen, die Handwerke wurden den Sklaven, den Knechten uͤberlaſſen, und dieß mußte nothwendig deren Ausbildung aufhalten. 1 ad un ung d am3 un 1 Fonlt. vedeit füfcen 298 rheiſ wultzlr rſchen he, dunſtete hhn, 2 ad U der Rem beteit izann trwe gne dazi fon ve iſe von ſen dem ſen at ſuldag ſenigie der N ſchü ¹ geviſſe ihrem mußte ſih bau werfen. en leichtenn Werkzeuge auer konnee vorbringen wit gleichen , von dem Jäger und 15 Grund nufaknurn, üͤberlaſcr alten. — 213 298.— So wie dieſes Zunftſyſtem, kraft der Konzentrirung einer produzirenden Klaſſe, auf der einen Seite allmaͤhlig eine Gat— tung von geſezmaͤßig organiſirter Volksgewalt zu werden be⸗ gann, die zum Widerſtande gegen Herrſchers⸗ Willkuͤhr, und Begraͤnzung der Macht dienen konnte, ſo konnte dieſe Konzentrirung hingegen auch von dem Herrſcher wieder benuzt werden, um ſeinen Einfluß auf das Volk zu ſichern und zu be⸗ feſtigen. Von beyden liefert die Geſchichte haͤufige Beyſpiele. In deſpotiſchen Regierungsformen war das Zunftweſen unlaͤugbar das lezte Palladium der buͤrgerlichen Freyheit. In republika⸗ niſchen Staaten hingegen, vorzuͤglich in jenen, wo die Fabri— kazion, alſo auch das Kommerz wahrhaft in Flor iſt, hat die Zunftverbindung, durch die richtige Anerkenntniß des Werths jeder, alſo auch der induſtriellen Produkzion, einen hohen Grad von Wuͤrde und Achtung errungen. 299. Vorzuͤglich aber ſcheint das Zunftweſen von der Beſorgniß der Regierungen gerettet worden zu ſeyn, den Wohlſtand der bereits exiſtirenden Nazionalglieder durch deſſen Ver⸗ nichtung zu mindern. Sie haben gefuͤrchtet, die allzu große Vermehrung des Betriebes einzelner Induſtriezweige duͤrfte nur dazu dienen, aus den Truͤmmern des Wohlſtands der ſchon vorhandenen Produzenten eine unnatuͤrliche Volks⸗ maſſe von Duͤrftigen empor ſteigen zu ſehen; ſie ſcheinen alſo von dem engherzigen Prinzip ausgegangen zu ſeyn, welches den Zweck der ſogenannten Staatswirthſchaft einzig in der Er— haltung und Erhoͤhung des Wohls der vorhandenen Na⸗ zionalglieder ſuchte. Ein Zweck, den das hoͤhere Prinzip der Nazional⸗Oekonomie kraft ſeiner weltbuͤrgerlichen Eigen⸗ ſchaft nicht anerkennt. Allerdings war es leichter, die induſtrielle Produkzion in gewiſſe willkuͤhrliche Graͤnzen einzubannen, als mit Ruhe ihrem freyen Spiele bis zu jenem Markſtein zuzuſchauen, den pſychologiſche Anſtchten, verbunden mit dem Ueberblick des Weltverbands, beſtimmen. Nicht einig mit ſich ſelbſt uͤber das Populazionsſyſtem, alſo auch nicht daruͤber: ob die ſtaatswirthſchaftlichen Kal⸗ kuͤls nach dem vorhandenen Volksbeſtand, oder nach dem zwar geahneten, doch nicht deutlich anerkannten freyen und humanen Prinzip der Nazional⸗Oekonomie zu machen ſeyn, war auch keine auf Grundſaͤze zuruͤckgefuͤhrte Berechnung moͤglich: wenn die induſtrielle Produkzion einer Nazion aufhoͤre oͤkonomi⸗ ſtiſch zu ſeyn? Sie konnte nur von dem Beſchaͤftigungs⸗ kreiſe der vorhandenen Manufakturiſten und Handwerker abgezogen werden. Dieſe wurden von dem Geiſte ihres Mono— polſyſtems nothwendig angetrieben, dieſen Kreis ſtets ſo eng als moͤglich anzugeben, um ſich dadurch den willkuͤhrlichen un— okonomiſtiſchen Preis ihrer Arbeit zu ſichern. Nur den Kuͤn— ſten wagte man freyen Spielraum zu laſſen, weil bey ihnen der hohe, alſo ſeltne Grad der Faͤhigkeiten, die Beſorgniß allzugroßer Konkurrenz ausſchloß. Daher nannte man ſie mit— telſt bedeutender Bezeichnung des Zwangs, dem die indu— ſtrielle Produkzion unterlag, auszeichnungsweiſe freye Kuͤnſte. Dieſes Monopol, dieſes ausſchließende Zwangsrecht der Zuͤnfte lag aber keineswegs in der urſpruͤnglichen Errichtung der Zunft⸗ verfaſſung. 300. Mit jenen aus dem Mangel des Anerkenntniſſes des rei⸗ nen Nazional⸗Oekonomieprinzips entſprungenen Beſorgniſſen vereinigten ſich die weiteren Beſorgniſſe: Der ohnehin große Reiz der induſtriellen Produkzion duͤrfte durch allgemeine Gewerbfreyheit, der Urprodukzion, eine noch groͤßere Volksmaſſe entziehen; durch Befreyung der induſtriellen Produkzion von allen Feſſeln, von allem Korpo⸗ razionszwange duͤrften die Gewerbe ſelbſt an ihrer Ausbil⸗ dung, die induſtrielle Produkzion an der Vollendung leiden; ſtuͤnde jedem Nazionalgliede frey, uneingeſchraͤnkt jede Gat⸗ tung derſelben zu zreiben, ſo wuͤrde ſich ihr auch der Unfaͤhigſte * Illebelle ulazionsſit haftlicen nach den ſ n und hunen eyn, vor an moͤglich nrn re ökonon Beſchäftin 1 nd Handvet ie ihtes Na is ſtets ſo n lährlccen, Nur den Alt weil bey iſm die Beſorw e man ſee ni dem die ind freye Künit ht der Zörft ng der dunr⸗ ſes des un Beſorgniſſe Produtzin rprodukzior efreyung d lem Korhe er Ausblt dung leden t ſde Ge er rihgie 215 und Ungebildetſte widmen; das Streben nach Vollendung wuͤrde erlahmen; mithin die induſtrielle Produkzion an Qua⸗ litaͤt der Produkte verlieren, was ſie an Quantitaͤt ge⸗ woͤnne. Dieſe Beſorgniß ſcheint allerdings ruhigere Pruͤfung zu verdienen, als man in den neuern Zeiten ihr gegoͤnnt hat. Auch die einfachſte und rohſte Gattung der induſtriellen Pro⸗ dukzion fodert doch eine gewiſſe eigenthuͤmliche koͤrperliche, oder geiſtige Faͤhigkeit. Dieß lag im Urſprunge des Zunftſyſtems, dieß ſcheint auch deſſen Erhaltung zu gebieten. Iſt der Betrieb aller Gewerbe gaͤnzlich frey gegeben, ſo ſcheint der Fortſchritt derſelben zur Vollkommenheit dadurch mehr gehemmt als befoͤrdert. Die dem Menſchen, vorzuͤglich dem Ungebildeten, ſo natuͤrliche Eigenliebe, die hohe Meinung, die er gewoͤhnlich von ſich ſelbſt und ſeinen Faͤhigkeiten hat, wird viele locken, ſich zu jedem Gewerbe berufen zu glauben, ſich zu jedem Gewerbe die erforderlichen Faͤhigkeiten ohne Unter⸗ richt zuzutrauen, und dann muß jener jezt wohlthaͤtige Zug des Zunftſyſtems, naͤmlich die Fortpflanzung und Vererbung der Gewerbskenntniſſe und Faͤhigkeiten von Generazion zu Gene⸗ razion im hohen Grade nochtheilig werden. Freye Konkurrenz iſt auf einer Seite allerdings Erwei⸗ terung des Spielraums zum Fortſtreben nach Vollkommenheit. Aber die unbegraͤnzte Konkurrenz und die daraus folgende Ver⸗ minderung des Wohlſtandes der Handwerker muß den Verfall der Gewerbe in Abſicht der Qualitaͤt der Fabrikate beguͤn⸗ ſtigen; denn ſie muß den, an ſich ſeltenen, Kapitalſtoff min⸗ dern, der doch zum vollkommenen Betrieb ſo mancher Gewerbe unerlaͤßlich iſt. Sie muß durch die erhoͤhte Schwierigkeit: auch mit der hoͤchſten Anſtrengung einen bedeutenden Grad von Wohlſtand zu erringen, die induſtrielle Produkzion entmuthen, die Induſtrie laͤhmen, und— den ſeltenen hoͤchſten Grad aus— gezeichneter Faͤhigkeiten ausgenommen, alle Gewerbe in glei⸗ cher Mittelmaͤßigkeit erhalten. 216— 301. Die Frage: ob das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie gaͤnzliche Vernichtung des Zunftſyſtems und vollkommen unbeſchraͤnkte Gewerbfreyheit fodre? ſcheint alſo verneint wer⸗ den zu muͤſſen. Eben ſo wenig kann aber das Zunftſyſtem in ſeiner jezi⸗ gen Form jenem Prinzip zuſagen. Unter Zunftſyſtem verſtehe ich im Allgemeinen die geſchlof⸗ ſene Vereinigung einer Gattung induſtrieller Produzenten, un⸗ ter eigenthuͤmlichen beſtimmten Geſezen. Nun wuͤrde aber I. auch nach gaͤnzlicher Vernichtung deſſelben, auch im Zu— ſtande der uneingeſchraͤnkteſten Gewerbsfreyheit, bey meh⸗ rern Gewerben, die Oberaufſicht der Regierung aus Staatspolizeyruͤckſichten unerlaͤßlich nothwendig bleiben. Dieß iſt z. B. bey allen denjenigen Gewerben der Fall, die auf Geſundheit und phyſiſchen Zuſtand der Staatsbuͤr⸗ ger Einfluß, und deren aufſichtloſer uneingeſchraͤnkter Be⸗ trieb gefaͤhrliche, Folgen fuͤr das oͤffentliche Wohl haben wuͤrde, die alſo der mediziniſchen Polizey untergeordnet werden muͤſſen. Der naͤmliche tritt bey allen denjenigen ein, die der Sittlichkeit in einem bedeutenden Grade nach⸗ theilig werden koͤnnten, oder der Verfaͤlſchung, dem Be⸗ truge, der Taͤuſchung, dem Mißbrauche der Redlichkeit freyen Spielraum bieten wuͤrden. Z. B. die Auspraͤgung von Muͤnzen, Medaillen und dergleichen. 302. II. Das Zunftſyſtem in jener urſpruͤnglichen Geſtalt enthaͤlt an ſich mannigfaltige Hinderniſſe des Fortſchritts zur Vollkom⸗ menheit, als Zuͤge der Periode ſeiner Entſtehung, in der vom Fortſchritte nicht, erſt von Gruͤndung der Gewerbe die Rede war. Als der Zweck ihrer Stiftung und ihrer Organiſazion, die Erhebung der Menſchheit zur erſten Kulturſtufe, erreicht war, mußte die dieſem Zwecke ange⸗ paßte Organiſazion nothwendig zwecklos, und mit jedem fict u nanma. dr auch Forſtt der M netül Aude dieſew ſyſtem zämpft S ungsy ſnmal iheerd — ſiani verk unun Sal 1' 1 d vollkonna verneint d ſeiner jt n die geſce duzenten, auch im z. Wohl haben ntergeordner denfenigen Frade nach dem Be⸗ Redlichkeit uspraͤgung enthaͤlt an Vollkom⸗ 3, in der Gewerbe und ihter zur erſtn ecke ange mit jeden 217 3 Fortſchritte der Kultur vielmehr die aus jenem ſo organiſir⸗ ten Syſteme reſultirende Hemmung freyer Konkurrenz des Gewerbfleißes in dem naͤmlichen Grade immer nachtheiliger werden; alſo das Zunftſyſtem ſich von dem Nazional⸗Oeko⸗ nomieprinzip immer weiter entfernen. Einſchraͤnkung iſt die Tendenz jeder Korporazion; Selbſt⸗ ſucht und Eitelkeit ſinden dort freyen Spielraum. Jeder ſoge⸗ nannte Meiſter duͤnkte ſich auch Meiſter des Gewerbs, das er ausuͤbte, im vollen aͤſthetiſchen Sinne dieſes Worts. Dieſen Duͤnkel trug er natuͤrlich auch auf ſeine Menſchlichkeit uͤber. Sein einziger Zweck ging alſo dahin, die erlangten Kenntniſſe auf ſeine Familie zu vererben, als das einzige Ver⸗ moͤgen, das er gewoͤhnlich nebſt ſeinem Handwerkszeuge auf dieſe uͤberzutragen vermochte. Die natuͤrliche Folge davon war, daß der Sohn ſich in dem Kreiſe des Vaters umdrehte, denn kraft eines bedeutenden Zugs der Zunftverfaſſung, hat— ten die Soͤhne der Meiſter gewoͤhnlich gewiſſe Vorrechte. Nur wurde gluͤcklicherweiſe dieſe abſolute Tendenz zum Stillſtand des Fortſtrebens im Gewerbfleiße, oder, was das naͤmliche iſt, zu der Mittelmaͤßigkeit, durch einen einzigen, auch pſychologiſch⸗ natuͤrlichen Zug, noch in etwas gemildert, naͤmlich durch die Ausdehnung jener Vorrechte auf die Meiſtertoͤchter; durch dieſe wurde denn doch hie und da, kraft des Wanderungs⸗ ſyſtems, fremder Kunſtfleiß in die Gewerbs⸗Familie ein⸗ geimpft. War die Korporazion, alſo der geſchloſſene Konzentri⸗ rungspunkt einzelner Nazionalglieder, der Staat im Staate, einmal geſezlich anerkannt, ſo waren auch zur Ausdehnung ihrer Rechte, zur Uſurpazion, die Schranken offen. Das mit dem Zunftweſen verbundene, an ſich ſchoͤne, ſinnige und weltbuͤrgerliche Wanderungs⸗Geſez der Hand⸗ werker, begruͤndete eine gewiſſe, ſelbſt dem eiferſuͤchtigſten und unumſchraͤnkteſten Herrſcher ehrwuͤrdige Unabhaͤngigkeit und Selbſtſtaͤndigkeit dieſer Korporazionen. 218— Der Egoismus, ein eigenthuͤmlicher Zug des Korporazions⸗ geiſtes bemaͤchtigte ſich dieſes Geſezes, um ſein Vorzugsrecht im Staate, ſeine Ausnahmen von dem allgemeinen Staatsgeſeze ſo weit als moͤglich auszudehnen; durch ſeine ſpeziellen Kor⸗ porazionsgeſeze jene zu entkraͤften, oder zu vernichten. Da⸗ her die zahlloſen ſogenannten Handwerks⸗ Mißbraͤuche, als der Gegenſtand ſo vieler, meiſt kraftloſer Geſeze, Uſurpazionen, mit welchen der Philoſoph ſich nur durch den Geiſt von Kosmo⸗ politismus verſoͤhnen koͤnnte, mit dem dieſe Inſtirute ſich gegen die raſtloſe, dem Nazional⸗Oekonomieprinzip widerſtrebende Tendenz der Regierungen zu inſulariſcher Selbſtſtaͤ ndig— keit und Aufloͤſung aller weltbuͤrgerlichen Bande entgegen ſtemmten. Dieſer kosmopolitiſche Geiſt war es aber auch, der das Zunftweſen den Regierungen als gefaͤhrlich darſtellen mußte. Kraft des beynahe in ganz Europa durch eine ſtillſchweigende Konvenzion angenommenen Wanderu ngsſyſtems, hingen die Meiſter ſtets von ihren Gehuͤlfen ab. Sie waren Welt⸗ buͤrger; in ihren Faͤhigkeiten beſtand ihr Vermoͤgen. Dieſes Gefuͤhl ihrer Unabhaͤngigkeit, dieſer freye Weltbuͤrgerſinn druͤckte ihrem Karakter nothwendig einen Troz, eine Unbieg⸗ ſamkeit auf, welche ſich mit der immer ſteigenden Tendenz der Regierungen nach uneingeſchraͤnkter Herrſchaft, nicht vertrug. Die Unentbehrlichkeit ihrer Huͤlfe, die Beſorgniß des Nachtheils fuͤr die wandernden Kinder der Eingebornen, machte es gefaͤhrlich, ſie in Maſſe anzugreifen, und Kraft des Zunft— ſyſtems war jeder Angriff auf ein Individuum auch ein Angriff der Maſſe. Dieſer Weltbuͤrgerſinn, dieſes kosmopolitiſche Band, die⸗ ſer daraus entſpringende Geiſt von Unabhaͤngigkeit mußte noth⸗ wendig in alle Zunftgenoſſen eine Stoͤrrigkeit uͤbertragen, die in deſpotiſchen Staaten zu Zeiten der buͤrgerlichen Freyheit zu ſtat⸗ ten kam, aber auch den wahrhaft nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Ab⸗ ſichten der Regierungen allenthalben Hinderniſſe entgegen ſtellte, nicht ſelten zu foͤrmlichen Empoͤrungen, ja ſelbſt zu Staatsum⸗ tühlt dibit uß ſihe geie ims, dug aren Velt gen. Dieſe heltbuͤrgerſir eine Undie Tendenz de vertrug. ſorgniß de ten, macht des Zunf Band, di nußte nolß agen, diit heit zu ſit iſtiſchen gegen ſtlt Stutim 219 waͤlzungs⸗Verſuchen die Veranlaſſung gab, oder doch den Vor⸗ wand lieh. Entſchieden ſcheint es, daß dieſes Syſtem dem Zeit⸗ geiſte angepaßt werden muͤſſe; ſeine unverkennbaren Vor⸗ theile fuͤr den Nazional-Wohlſtand aber gerettet werden koͤnnen. 303. Es ſcheint naͤmlich zu jeder Zeit und in jedem Verhaͤltniſſe wohlthaͤtig und nothwendig zu ſeyn, auch der induſtriellen Pro⸗ dukzion gewiſſe Vereinigungspunkte zu geben. Der natuͤrliche Hang des geſelligen Menſchen treibt ihn an ſich— außer dem allgemeinen Nazional⸗Verbande— zu naͤheren, engeren Verbindungen. Das allgemeine ſtaatsbuͤr⸗ gerliche Band iſt, zumal in deſpotiſchen Staatsverfaſſungen, zu ſchlaff, um jenen Hang zu befriedigen, und die Empfaͤng⸗ lichkeit dafuͤr fodert einen Grad von Ausbildung, der weder all⸗ gemein iſt, noch es, nach der Natur der Beſchaͤftigungen des groͤßern Theils der Nazionen, ſeyn kann. Außer den Familienbanden benuzt alſo der Menſch die Religion, ſo wie jede andre im Laufe ſeines Wirkungskreiſes erſcheinende Veranlaſſung, ſich an einzelne ſeiner Mitbuͤrger naͤher anzuſchließen, und einen engeren Kreis um ſich her zu bilden. Dieſen Hang, der die Geſelligkeit befoͤrdert, die Sitten mildert, und die moraliſchen Empfindungen entfaltet, muß der Staat nicht hemmen. Seine Vortheile wiegen die Nachtheile des Korporazions⸗Geiſts uͤberſchwenglich auf. Dieſe verlieren ſich leicht wieder in dem allgemeinen Nazionalbande, vorzuͤglich wenn die Staatsverfaſſung krichtig organiſirt, und die Regierung kraftvoll iſt. Die Zuͤnfte treten nicht aus dem Kreife des Buͤrgerſtands, und die Abſonderungslinien derſelben unter ſich ſind zu ſchwach, um den Gemeinſinn zu verdraͤngen; aber doch ſtark genug, die Zunftglieder naͤher an einander zu ruͤcken. Selbſt die Ehrſucht, die dem Zunftſyſteme zum Grunde liegt, iſt ein wohlthaͤtiger Hebel zu Befoͤrderung und Erhal⸗ tung der Moralitaͤt. 220 . Dieſe Gruͤnde ſcheinen am Gewichte zuzunehmen, je ein⸗ facher die Handthierung iſt, je mehr ſie aus Mechanismus be⸗ ſteht, je weniger geiſtige Ausbildung ſie fodert. Denn in dem naͤmlichen Grade bleibt auch der Handwerker auf einer niedern Bildungsſtufe ſtehen. Entzieht man nun dieſen mechaniſchen Arbeiten allen Sporn, nimmt man ſelbſt auch in dieſem Gewerbe alle Stufenleiter hin— weg, ſo muß dieſe Menſchenklaſſe nothwendig nicht nur ſelbſt im Mechanismns ihrer Beſchaͤftigung ruͤckwaͤrts ſchreiten, ſie muß auch moraliſch gaͤnzlich verwildern. Der gemeinſte Handwerker wird immer noch gebildeter erſcheinen, als der Tagloͤhner. Mit Vernichtung der Zunftverfaſſung muß auch alle Gra⸗ dazion in den Kenntniſſen, die Abtheilung in Lehrlinge, Ge⸗ ſellen und Meiſter, alſo aller Unterricht, alle Pruͤfung, und zugleich alle Unterordnung fallen. Zwar iſt jener Unterricht, nach der jezigen Zunfrverfaß⸗ ſung, ſehr mangelhaft; zwar ſchraͤnkt ihn die Eiferſucht der Meiſter großentheils auf das Abſehen und auf die Vor⸗ theile der durch Uebung erlangten Fertigkeit ein. Doch iſt dieß bey der gewoͤhnlichen Fortpflanzung des Handwerks auf die Familienglieder nicht immer der Fall, doch iſt ſelbſt dieſes Abſehen des Lehrlings und Geſellen, wenn dieſer nur irgend einige Faͤhigkeit beſizt, Gewinn; doch zwingt ſelbſt eigenes In⸗ tereſſe den Meiſter, ſeine Geſellen und Lehrlinge, die fuͤr ihn arbeiten, mit dem Mechanismus ſeines Gewerbs vollſtaͤndig bekannt zu machen. 304. Selbſt in Hinſicht der Vervollkommnung der Ge⸗ werbe ſcheint das Zunftſyſtem fuͤr die Menſchheit nuͤzlich. Ohne einen engern Verband der Handwerksgenoſſen laͤßt ſich keine ge— meinſchaftliche Berathung uͤber die Veredlung des Gewerbs, uͤber deſſen Ausbreitung, uͤber die Entfernung der entgegen⸗ ſtehenden Hinderniſſe denken; die Vortheile einer Gewerbsver⸗ einigung, ſo wie die jeder Vereinigung der Kraft und Einſicht, ſind alſo unverkennbar. 510 2M 9 8 t1 2 Uin 12 ru0 41 8 un üſe an ihmen, ſe ir chanismus Denn in u einer nicen lallen Epan ufenleiter ſa nur ſelbſti iten, ſie i Handvertr agloͤhner ſch alle Ei rlinge, E uͤfung, u Zunftverſi eiferſucht ſelbſt dieſe nur irgend eigenes Ir fuͤr ihn vollſtaͤndig h keine ge⸗ Gewerbe, entgegen op gewerbevel⸗ nd Einſcct — 15 12 303. Unverkennbar aber iſt es auch, das Zunftſyſtem bedarf einer gaͤnzlichen Umwandlung. Außer den, der urſpruͤnglichen Einrichtung ohnehin fremden Mißbraͤuchen, muß aus dieſem Inſtitute alles dasjenige entfernt werden, was einzig der Zelt ſeiner Entſtehung angehoͤrt. In einem Zeitalter, wo die Gewerbsfaͤhigkeiten ſo ſelten, die Populazion ſo gering, die Sitten ſo einfach, alſo die Be⸗ duͤrfniſſe der Bequemlichkeiten und des Luxus ſo eingeſchraͤnkt waren, konnte auch die Zahl der Zunftgenoſſen nur ſehr einge⸗ ſchraͤnkt ſeyn, ſie durfte es auch nur ſeyn. Bey der Zunah⸗ me der Populazion, bey der noch immer ſteigenden Zahl und Mannigfaltigkeit der Beduͤrfniſſe und Genußmittel, mußte ſich die Zahl der induſtriellen Produzenten ausdehnen, es iſt alſo ohne Sinn, dieſe Zahl unabaͤnderlich zu beſtimmen. Wenn der Staat nach nazional⸗ oͤkonomiſtiſchen Grundſaͤzen die Bevoͤlkerung ihrem ſtillen ruhigen Gang uͤberlaͤßt, ſo kann es auch fuͤr die Zahl der Gewerbsarbeiter keinen unabaͤnderlichen Maasſtab, keine geſchloſſene Schranken geben. Moͤgen die einzelnen Gewerbe ſich immer in Korporazionen einigen, wenn nur jedem der Zutritt offen iſt, der ſeine Faͤhigkeiten dazu beurkundet. Ich finde in den Nazional⸗Oekonomiegeſezen kein Mono⸗ polrecht der ſchon vorhandenen Arbeiter, keine Verpflichtung des Staats, ihnen auf Koſten der Nazion ihr bisheriges Aus⸗ kommen zu ſichern; ich finde darin vielmehr die Pflicht jedem Nazionalgliede den freyen Gebrauch ſeiner Produktifkraft zu bewahren. 306. Eben ſo geiſtlos iſt jene ſcharfe Abmarkung der Graͤnzen der Gewerbe unter ſich, die ſich bis auf die neuſten Zeiten erhalten hat. Sie iſt es, welche die Aus⸗ bildung der einzelnen Gewerbe und den Kunſtfleiß lahmt; ſie iſt es, welche ſo oft Buͤrger gegen Buͤrger bewaffnet, den Fa⸗ milienfrieden zerſtoͤrt, die Zunfegenoſſen durch ſinnloſe, gar 222 nicht faͤr den buͤrgerlichen Richterſtuhl geeignete Prozeſſe ver⸗ armt hat. aͤlteren Zunftgenoſſen verlaͤngerte, um ihr Monopol aus⸗ zudehnen, iſt durchaus unoͤkonomiſtiſch. Nicht ein fuͤr alle Lehrlinge und Geſellen, ohne Unterſchied ihrer Faͤhigkeiten und Fortſchritte beſtimmter Zeitraum, einzig der Grad dieſer Fortſchritte iſt der ſinnige Maasſtab der Dauer der Lehrzeit, und ihn ſollte die Pruͤfung beſtimmen. Auch die Erſchwerungen der Aufnahme, der oft bedeu⸗ tende und gerade fuͤr jene Volksklaſſe, welche ſich der indu— ſtriellen Produkzion widmet, ſo druͤckende Koſtenaufwand, ſo wie die pedantiſche Art der Pruͤfung und Beurkundung der Faͤhigkeiten durch ſogenannte meiſt nuzloſe Meiſterſtuͤcke, hemmen die Induſtrie und ſind dem Nazionalwohle nachtheilig. 307. Ehrwuͤrdig dagegen, als weltbuͤrgerliches Band, und als Veredlungsmittel der induſtriellen Produkzion, iſt das ſchon urſpruͤnglich in das Zunftſyſtem verwebte Wanderungsge⸗ ſez der Handwerksgenoſſen. Es bebarf nur einer zweckmaͤßigen Organiſazion, um die in ſeinem Geiſte liegenden wohlthaͤtigen Folgen in ihrer ganzen Fuͤlle zu aͤußern. 308. Vor allen Dingen iſt aber nothwendig, dem ſogenannten Handwerksſtande diejenige Achtung in der buͤrgerlichen Geſell ſchaft zu ſichern, die ihm allerdings gebuͤhrt. Jede Beſchaͤftigungsart, die zum Wohlſtande der Menſch⸗ heit nothwendig iſt, hat auch gleichen Anſpruch auf oͤffentliche Schaͤzung. Nur auf dem Grade der intellektuellen und moraliſchen Faͤhigkeiten kann auch die rechtliche Stufenleiter der geſellſchaft lichen Achtung beruhen. Aus dieſem an ſich richtigen Prinzip iſt eine unrechtliche Stufenleiter der Staͤnde hervorgetreten. Diejenigen, welche ſich mit geiſtigen Arbeiten beſchaͤftigen, haben ſich zu einer Die Dauer der Lehrzeit, welche der Eigennuz der liha lihl vn t Eßennnz Monopil ag t ein ſtru ähigkeiten n Grad dieſen Dauer w men. der oft bae ſich der ihe naufwand, rkundung t Meiſterſtit e nachthein und, und i⸗ iſt das ſch erungsge. f nur ana ſte liegende rn. ſogenanntn hen Geſel er Menſch⸗ oͤffentlice moraliſch geſelſchal unrechtlie gen, vilh h zu enn eigenen, und zwar zu der erſten ſtaatsbuͤrgerlichen Klaſſe ge⸗ bildet; das Prinzip dieſer Rangordnung iſt verloren gegangen. Wie dem Landbauer, ſo iſt es auch dem Fabrikanten und Ma⸗ nufakturiſten nach ſeiner erſten Bildung allerdings ſchwer eine hohe Kulturſtufe zu erklimmen. Aber der Stand muß ihn, wann er ſie erklimmt, auch von der Theilnahme an den Vor⸗ zuͤgen dieſer Kultur nicht ausſchließen. Selbſt der Name Handwerker, womit der Sprachgebrauch die einfachen und nothwendigſten Arbeiten der induſtriellen Produkzion bezeichnet hat, ſcheint anzudeuten, daß man ſie einzig als mechaniſche koͤrperliche Beſchaͤftigungen betrachtete, und alle Mitwirkung des Geiſtes ausſchloß. So wie dieß auf der einen Seite mind⸗ ſtens in Abſicht der mehrſten Gewerbe offenbar unrichtig iſt, ſo war es auch gerade der Weg, um dieſe Arbeiter zu Ma⸗ ſchinen herabzuwuͤrdigen, und allen Sporn zur Ausbildung ab⸗ zuſtumpfen. Aber alles dieß beweiſt nichts gegen die Wuͤrde der Be⸗ ſchaͤftigung. Um dieſe in ihre Rechte einzuſezen, muß man die Arbeiten veredlen, indem man ſie auf Grundſaͤze zu⸗ ruͤckfuͤhrt. Die Technologie iſt nach allen ihren Theilen wiſſenſchaft⸗ lich bearbeitet, und die neuſten Fortſchritte der Chemie ſtreben unablaͤßig auf dieſen Zweck. Wie aber der Handwerksſtand von der Empyrik abzuziehen, und zum Studium, zur Ausbil⸗ dung ſeiner geiſtigen Kraͤfte zu vermoͤgen ſey?— das iſt die Frage. Es giebt nur Ein Mittel: gaͤnzliche Reform des Schul⸗ und Erziehungsweſens, Anpaſſung deſſelben auf den Zeitgeiſt, Errichtung und Vervielfaͤltigung der Buͤrgerſchulen, Errichtung oͤffentlicher Lehrſtuͤhle der Technologie. Profeſſoren der Techno⸗ logie, Gelehrte, koͤnnen nur ſchwer das Zutrauen der Hand⸗ werksgenoſſen gewinnen; zweckmaͤßiger ſcheint alſo theoretiſcher Unterricht von gebildeten praktiſchen Gewerbsmaͤnnern mit dem Mechanismus der Ausfuͤhrung verbunden. So entſtanden die Zuͤnfte, ſo muͤſſen ſie wieder zu ihrem reinen Urſprunge zuruͤckkehren. Ein ſo gearteter wiſſenſchaftlicher Unterricht von wenigen Monaten wird dieſe Lehrlinge weiter bringen, als das mechaniſche Abſehen der Lehr⸗ jungen und Geſellen von ihren Meiſtern. 309. Das Reſultat dieſer Betrachtungen iſt alſo: daß die Na⸗ zional⸗Oekonomte nicht die gaͤnzliche Vernichtung des Zunft⸗ ſyſtems, ſondern eine zweckmaͤßige Organiſazion fodere. Aus ihr muß. 1. aller Zwang als Monopol verbannt, 2. die Korporazionen muͤſſen freye Geſellſchaften werden, zu welchen jedem der Zutritt offen ſteht, der ſich durch Faͤhig⸗ keiten dazu beurkundet. 3. Man muß die Stufenleiter, die Rangordnung der Zuͤnfte beybehalten, aber nicht Willkuͤhr der Zeit, ſondern Faͤhigkeiten muͤſſen dieſe Rangordnung nach Pruͤfung be⸗ ſtimmen. 4. Dieſe Pruͤfung muß zweckmaͤßig ſeyn. 5. Der Staat muß fuͤr den praktiſchen Unterricht der Ge⸗ werbsgenoſſen nach Grundſaͤzen ſorgen. 6. Der Staat muß allen Gewerben gleichen Schuz gewaͤhren, durch den freyen Zutritt zu jedem Gewerbe: alſo auch zu mehrern Gewerben zugleich; dann wird ohne⸗ hin alle ſchneidende Abmarkung derſelben unnoͤthig. 7. Das weltbuͤrgerliche Wanderungsgeſez muß erhal⸗ ten, aber zweckmaͤßig organiſirt, 3. die Gewerbe muͤſſen der Oberaufſicht ſachkundiger Maͤnner untergeben werden, deren Beſchaͤftigung iſt, nicht, wie es bisher mit den Zunftrichtern und Zunftrichter-Aemtern der Fall war, die verderblichen Zaͤnkereyen und Prozeſſe der Gewerbe zu ſchlichten, ſondern auf die Beobachtung der Geſeze, die Vervollkommnung und Ausbreitung der Gewerbe zu wachen. 1 I ſen 10 en 1 7, 3 10 Dr 5⁸ 12 R ni Higd. uiic 1l nJa 19 r; nnn fiad NMaa 1ne: Rne tn) deis dugg⸗ tia riomn al 1 ridge liſgs 9 1 ſen ſe ni ſe diee ſo gesrtet * haten vind e 1 Jlſce dalg iſten werden, ſcch darch 3t dnung der zb 89 4 Zeit, ſaa Mrf 9 1e ich Prüfung rr Et Hor( ferricht der 6e ichen Sc em Geware un wird ohr noͤthig. muß erßal diger Mime „nicht, M ter-Aemtn und Deußi Beobachtun breitung N —— 225 ⸗ 3ro. Alles was bisher von der induſtriellen Produkzion, von Mannfakturen, Fabriken und Gewerben geſagt worden iſt, laͤßt ſich unter folgenden allgemeinen Begriffen zuſammenfaſſen: Die ſtreng oͤkonomiſtiſche Produkzion muß der Staat nicht hemmen, er muß ihr freyen Spielraum laſſen; er muß ſie aber auch nicht ſpornen... Die kapitaliſtiſche Produkzion muß er ermuntern und befoͤrdern ſo oft ſie dauernd und ſelbſtſtaͤndig iſt, alſo die Nazion nicht in Abhaͤngigkeit von Zeit und Verhaͤltniſſen ſezt. Selbſt bey der Beguͤnſtigung der kapitaliſtiſchen Produk⸗ zion muß der Staat auf die Rangordnung der Produkte Ruͤckſicht nehmen. Eine Produkzion kann oͤkonomiſtiſch, ſie kann ſogar kapitaliſtiſch ſeyn, ohne die Ermunterung des Staats zu verdienen. 4 Noch immer wird es dem Philoſophen zweifelhaft ſchei⸗ nen; ob die Ermunterung der Fabriken des Luxus dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie zuſage?— Allerdings muͤßte aber, um dieſe Frage gruͤndlich zu beantworten, die Vor⸗ frage beantwortet ſeyn: Ob ſich Luxus uͤberhaupt mit dem Nazional⸗Wohlſtande vertrage? Und um wieder dieſe zweckmaͤßig beantworten zu koͤnnen, muͤßte der Begriff des Luxus deutlicher und beſtimmter feſt⸗ geſezt ſeyn, als es bisher geſchehen iſt. 3 311. Kaum giebt es ein vielſinnigeres, vieldeutbareres, kaum giebt es ein Wort, das haͤufiger angewandt, und deſſen Begriff doch mannigfaltigern Anſichten, Ideen und Meinungen will⸗ kuͤhrlich angepaßt worden waͤre. Und doch haͤngt von der Be⸗ richtigung dieſes Begriffs die Beantwortung der wichtigen Frage ab: in wie ferne die, Beguͤnſtigung der Produkzion luxu⸗ rioͤſer Genußmittel— und die zahlreichſten und bedeutendeſten liefert gerade die induſtrielle Produkzion— ja ſelbſt ihre Freyheit, dem Prinzip der Nazional⸗Oekonbmie zuſage? 15 226 Die Nazional⸗Oekonomie will, daß die hoͤchſtmoͤgliche Zahl von Menſchen gen ieße, alſo wohllebe. Sie be⸗ ſtimmt den Begriff dieſes Genuſſes nicht nach den Anſichten des rohen ungebildeten Menſchen, denn ſie ſtrebt nach ſittlicher Vollkommenheit. Sie erkennt alſo keinen Graͤnzſtein des Oekonomiſtiſchen Genuſſes, als das Vermoͤgen, den Beſiz des Stoffs. Sie will alſo daß jeder alles genieße, was er nach dem Maaße dieſer Produkzionskraft zu genießen vermag; ſie will alſo nothwendig auch, daß er dieſe Produkzionskraft bis dahin ausdehne, um ſich jenen Grad des Genuſſes zu verſchaffen. Sie will alſo, daß Wohlſtand allgemein verbrei⸗ tet, aber daß er ſtets das Reſultat der produktifen Kraft ſey, weil nur Thaͤtigkeit, nur Uebung der phyſiſchen oder mora⸗ liſchen Kraͤfte zur Kultur, alſo zur ſittlichen Vollen⸗ dung, zum Schoͤnen und Guten fuͤhren kann, und ohne ſie die Menſchheit verwildern und ſinken muß. Die Wahrheit dieſes Prinzips laͤßt ſich durch alle Zweige der Staatshaushaltung bis in die leiſeſten Schattirungen beur⸗ kunden. Im allgemeinen Sprachgebrauche bezeichnete das Wort: Luxus, Pracht in der Produkzion; Ueppigkeit, Wohlleben in der Konſumzion. Worte, deren Begriffe zu allgemein bekannt ſind, um einer weitern Entwickelung zu be⸗ duͤrfen. Schon der allgemeine Sprachgebrauch bediente ſich alſo dieſes Worts im zweyfachen Sinne. Die Sittenlehre, und die um ſie geſchlungene Theologie gebrauchte dieſes Wort, um jede, die nothwendigen Ge⸗ nußmittel, die unentbehrlichen Beduͤrfniſſe, hoͤchſtens die der Bequemlichkeit uͤberſteigende Produkzion, oder jeden dergleichen Aufwand als Schwelgerey zu bezeichnen, und ſie erweiterte, oder engte dieſen Begriff, je nachdem ihre Lehr⸗ ſaͤze duͤſter oder heiter waren. Analogiſch iſt denn dieſes Wort auch in die Staatswirth⸗ ſchaft uͤbergegangen. Hier wurde es wegen des Mangels eines feſten Begriffs willkuͤhrlich gebraucht, weil die Sitten⸗ 1 — en nor diem. Fed danl lihſw Sr 1 e m iing as 2 ſir ure höchſintgit be. Eit den Anſcher tnach ſtlihe Jräͤnzſtin de den Veſg „bas er h en dermag, odutzinein es Genuſtsg emein velbte fen Kutg oder men en Voller kann, w) iß. hale Iteir jrungen leu⸗ zeichnett eppigkeit Begtife elung zu be hediente ſih Theoloh igen Ge hoͤchſen oder ſaen jnen, mh ihre biſ aatsvith⸗ gels elus e Sinun⸗ 227 lehre, aus der ſie es nahm, keinen feſten Begriff liefert. Spracharmuth, verbunden mit dem Hange des Menſchen, ſeine Ideen kurz und gedraͤngt darzuſtellen, hat aus dieſer mannigfaltigen Anwenduug des Worts Luxus zahlloſe Ver⸗ wirrungen, ſo wie der willkuͤhrliche Gebrauch deſſelben in der Staatswirthſchaft ohne feſten Begriff, vielfache Mißgriffe veranlaßt. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie iſt: Phyſiſcher Wohlſtand des Menſchen, zwar allerdings nach ethiſchen Grundſaͤzen, aber nicht in einem in die buͤrgerliche Freyheit, in den Organismus der menſchlichen Seele, der ſie zum Ge⸗ nuß treibt, einſchneidenden, alſo ſtrengen Sinne. Denn das Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie will auch das Schoͤne, das Anmuthige; und dieß iſt ohne Luxus im moraliſchen Sinne gar nicht denkbar. Wenn das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie die Pracht, die Ueppigkeit ausſchließen wollte, ſo wuͤrde ſie auch die Kuͤnſte verbannen muͤſſen, die das Daſeyn verſchoͤnern, veredeln, und die Menſchheit ihrem Zwecke entgegen fuͤhren. Sie wuͤrde jede Produkzion, welche das Nothwendige, das Unentbehr⸗ liche uͤberſchreitet, hemmen muͤſſen; denn wollte ſie auch die Freyheit der Produkzion auf die Bequemlichkeiten des Lebens ausdehnen, ſo wuͤrde es doch unmoͤglich ſeyn, die zarten Schat⸗ tirungen zu ſondern, in welchen Bequemlichkeit und Pracht zuſammen fließen. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie erkennt vielmehr fuͤr die Produkzion, ſo wie fuͤr die Konſumzion keine Graͤnz⸗ linie, als das, was die Menſchheit außer dem phyſiſchen Wohl in dem Streben zur geiſtigen Ausbildung hemmt, ſie entadelt. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie ſtrebt, Wohlſtand unter die groͤßtmoͤgliche Menſchenmaſſe zu verbreiten. Der Aufwand des Reichen, ſeine Pracht, ſeine Ueppigkeit ſind alſo dieſem Prinzip keineswegs entgegen; ſie entſprechen ihm viel⸗ * mehr, indem ſie der dem allgemeinen Nazionalwohle nachthei⸗ ligen Vermoͤgensungleichheit entgegen arbeiten, welche der Staat mindſtens in Abſicht des Mobiliarvermoͤgens nicht zu hindern vermag. 1 312. Wenn alſo die Nazional⸗Oekonomie ſich 1. in Abſicht der Produkzion des Worts Luxus bedient, ſo geſchieht dieß nur in der Bedeutung, welche der allgemeine Sprachgebrauch ſankzionirt hat. Auf den Staat hat es aber keine weitere Beziehung, als in Abſicht ſeiner Ermunte⸗ rung, daß naͤmlich die Genußmittel des Luxus, der Pracht, der Ueppigkeit den Genußmitteln der erſten und unentbehrlichen Beduͤrfniſſe, ſo wie denen der Bequemlichkeit nachſtehen, mit— hin in der Oekonomiſtiſchen Rangordnung erſt die dritte Stelle einnehmen muͤſſen. Denn uͤbrigens erkennt die Nazional⸗Oekonomie keine andere Eintheilung der Produkzion, als die der Oekonomi⸗ ſtiſchen, naͤmlich ſtrengoͤkonomiſtiſchen und kapitaliſti⸗ ſchen, dann die der unoͤkonomiſtiſchen und antioͤko⸗ nomiſtiſchen. Allerdings kann die luxurioͤſe Produkzion auch undoͤkono⸗ miſtiſch, ſelbſt antioͤkonomiſtiſch ſeyn, und ſie iſt es gewoͤhnlich. Aber dieß iſt keine weſentliche Eigenſchaft der luxurioͤſen Pro⸗ dukzion, denn dieſe kann allerdings auch oͤkonomiſtiſch ſeyn, ſo oft naͤmlich der verglichene Werth des Stoffs und der Pro⸗ duktifkraft fuͤr den Produzenten erſcheint, denn auf ihn nimmt die Nazional⸗Oekonomie bey der Produkzion einzig Ruͤckſicht. 4 Nur in einem Falle kann die luxurioͤſe Produkzion dem Nazionalwohle nachtheilig werden, wenn naͤmlich ein Stoff, der zu unentbehrlichen Genußmitteln nothwendig iſt, zu luxurioͤſen verwendet wird. Dieß iſt z. B. bey der Verarbei⸗ tung des Getreides zu Haarpuder oder zu Diſtillirung geiſtiger du. rdten de. kFis tndsh riäſere eitanilh Ihn m ung d dr Renis ſcwenan rtt,& ——— euema thnmaraſe ſes ud 6 auf 8n ſſt er; luſum 6 nacthei welche de bedien, allgemeie it es abe Emunte⸗ Pragj behelicen hen, nin te Otele nie keine ondmit taliſti ttioke⸗ noͤkono⸗ öhnlich. n Pro⸗ ſeyn, Pro⸗ f ihn einzig n dem Stoff ſt, z0 rarbei iſtiger 229 Getraͤnke der Fall. Und hier hat der Staat allerdings die Pflicht des Eintritts. 8 2. Außer dieſem Falle tritt die Nazional⸗Oekonomiſti⸗ ſche Bedeutung des Worts Luxus nur bey der Konſum⸗ ) y zion ein. Die Nazional⸗Oekonomie erkennt naͤmlich wiſſenſchaft⸗ lich das Wort Luxus einzig in Abſicht der Konſum⸗ zion. Ihr Prinzip fodert Wohlſtand, daurenden Wohlſtand. Alles was dieſem Wohlſtande entgegen ſtrebt, iſt alſo auch gegen ihr Prinzip. Jede Konſumzion, alſo jeder Aufwand, der dem Konſu⸗ menten zwar augenblickliches Wohlleben, oder einen die Graͤn⸗ zen des Wohlſtands uͤberſchreitenden Genuß gewaͤhrt, um in der Folge ihn, oder andere aus den Graͤnzen des Wohl⸗ ſtands heraus zu draͤngen, iſt Lux skonſumzion; iſt luxu⸗ rioͤſer Aufwand, alſo dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie entgegen, alſo dem allgemeinen Nazionalwohle nachtheilig. Ihn zu hemmen, aber nur ihn iſt die Pflicht der Regie⸗ rung. Dieß iſt alſo auch der Markſtein ihres Rechts. Mag der Reiche ſeinen Prachtaufwand, ſeine Ueppigkeit, ſeine Ver⸗ ſchwendung noch ſo weit treiben, ſo lange er ihn nicht weiter treibt, als bis zu dem Punkte, wo er aus dem Ueberfluſſe, aus dem Wohlleben zum Wohlſtande herabſinkt, ſo hat der Staat kein Intereſſe, keine Pflicht, ſo wie kein Recht es zu hindern. Nur beguͤnſtigen darf er es nicht, denn er vermag, ohne in die buͤrgerliche Freyheit und in die Eigen⸗ thumsrechte einzufchneiden, die Graͤnzlinie des Ueberfluſ⸗ ſes und Wohlſtands nicht zu beſtimmen. Geſchieht hingegen der Prachtaufwand des Konſumenten auf Koſten der Produzenten, verarmen dieſe dadurch, ſo iſt er dem Nazionalwohle allerdings nachtheilig; aber dieſer Aufwand gehoͤrt nicht in das Gebiet der Staatswirthſchaft, 2 30 4 er gehoͤrt als Mißbrauch fremden Vertrauens, als Entziehung fremden Eigenthums in die buͤrgerliche und peinliche Geſez— gebung, welche allerdings, ſoll ſie Nazional⸗Oekonomiſtiſch ſeyn, jenen Aufwand als Verbrechen ruͤgen muß. 313. Es giebt noch eine Gattung luxurioͤſer Konſum⸗ zion, welche dem Nazionalwohlſtande nicht zuſagt, naͤmlich die Konſumzion auswaͤrtiger Luxusfabrikate, durch welche die Nazion fuͤr Guͤter von relati fem Werth, Guͤter von abſolutem Werthe hingiebt, alſo verarmt. Die Re⸗ gierung darf dieſe Gattung der Konſumzion nicht beguͤnſtigen; ſie kann aber ſolche auch nicht gewaltſam hemmen, ohne durch Eingriff in buͤrgerliche Freyheit und Eigenthumsrechte, durch fiskaliſche Zwangsmaasregeln, durch Vernichtung des freyen Verkehrs, dem Nazionalwohlſtande uͤberwiegenden Nach⸗ theil zuzufuͤgen. Mittelbar mag ſie aber wohl dieſe Konſumzion erſchweren und dem Aufwand des Reichthums eine dem allgemeinen Wohl⸗ ſtande guͤnſtigere Richtung zu geben ſuchen. 314.. Haͤtte man jenes vielſinnige Wort Luxus nicht in die Staatswirthſchaft aufgenommen, ſo wuͤrde die Legislazion ſich eine Menge Irrthuͤmer, Mißgriffe und antioͤkonomiſtiſcher Maasregeln erſpart haben. Aufwandgeſeze ſind ſtets ein fruchtloſes Beſtreben der Re⸗ gierungen geblieben, den Geiſt der Nazion umzuwandeln. Fruchtlos, weil ſie im Detail nicht ohne Organiſirung einer druͤckenden, der buͤrgerlichen Freyheit und dem Eigenthums⸗ rechte gefaͤhrlichen Staatsinquiſizion ausfuͤhrbar waren, haben ſie nur dazu gedient, die Regierung verhaßt zu machen, und die Geſezgebung zu entwuͤrdigen. So lange die Regierung den Fortſchritt des menſchlichen Geiſts in allen Quellen der Civiliſazion, alſo auch der Induſtrie * (— nrjijun he Geſe⸗ nomiſiſch onſun⸗ nami e, duͤch , Gäte Die No iͤnſiien ne durc e, duch s frenen n Nat⸗ ſchweren n Voh in die jon ſich ſtiſchel er Re⸗ nndeln. einer hums⸗ haben , und hlichen duſtrie —— Se;„ 231 2 reſpektiren muß, ſo lange ſie dieſem Fortſchritte keinen Mark⸗ ſtein ſezen kann, ohne den Zweck der Menſchheit, das Stre⸗ ben nach Vollendung bis zur hoͤchſten ſtets unbeſtimmbaren Stufe, zu vernichten, ſo lange wird ſie auch der luxurioͤſen Konſumzion keine Graͤnzen ſezen duͤrfen. Das einzige Mittel, welches alſo dem Staate die Nazional⸗Oekonomie außer einem weiſen, die allzugroße Vermoͤgensungleichheit verhuͤtenden Ackergeſeze bietet, iſt: diejenige Gattung von Konſumzion einzuſchraͤnken, welche den Konſumenten von Ueberfluß zur Duͤrftigkeit herabdruͤckt, oder die Nazion an reellen Genußmitteln verarmt. Dieſes einzige Mittel ſind die Auflagen. Vorausgeſezt naͤmlich: daß der Staat berechtigt iſt, von den Nazionalgliedern den Nazionalbedarf zu erheben, iſt die luxurioͤſe Konſumzion hiezu die gerechteſte und natuͤr⸗ lichſte Veranlaſſung. Auflagen auf Luxusartikel uͤberhaupt und auf auswaͤrtige insbeſondere, ſind dem Grundprinzip der Auflagen, naͤmlich der Gleichheit angemeſſen, und dem Nazionalwohlſtande am unſchaͤdlichſten. Allerdings beengen auch ſie den Wirkungs⸗ kreis, alſo den Wohlſtand derjenigen induſtriellen Produzenten, welche ſich mit Luxusartikeln beſchaͤftigen, aber daraus kann nichts weiter gefolgert werden, als daß alle Auflagen uͤber⸗ haupt eine ſcheinbare Verminderung des einzelnen Wohl⸗ ſtands, allein richtig organiſirt, ein Hebel des allgemeinen, ſo wie vom Civiliſazionszuſtande unzertrennlich ſind: deren uͤber⸗ ſchwengliche Verguͤtungsmittel ſind nur durch ihre Verbrei⸗ tung unſcheinbar. Auch jener Saz leidet naͤmlich, wie am gehoͤrigen Orte gezeigt werden ſoll, große Einſchraͤnkungen, in ſoferne Na⸗ zional⸗Oekonomiſtiſche Verwendung der Auflagen dieſe unſchaͤdlich macht, und in ſoferne man ſie ſelbſt als einen noth⸗ wendigen Sporn der Produkzionskraft betrachten muß. * 232 Uebrigens aber ſezt große Konſumzion Reichthum, alſo die Moͤglichkeit voraus, zum Staatsaufwande beyzutra⸗ gen; die Auflage iſt alſo gerecht. Artet ſie in eine Nazional⸗ Oekonomiſtiſch⸗lu xurioͤſe Konſumzion aus, ſo iſt es Pflich des Staats, die Produzenten vor Verarmung auf eine Wei e zu ſchuͤzen, welche Freyheit und Eigenthumsrecht unverlezt laͤßt. Eine Pflicht, wohl dringender als die Befoͤrderung des Wohlſtands der Luxusfabrikanten. Gruͤndet ſich vollends dieſe luxurioͤſe Konſumzion auf die Uſurpazion fremden Eigenthums, ſo zeichnet ſelbſt der Schuz des Eigenthums dem Staate in der buͤrgerlichen und peinlichen Geſezgebung Pflichten vor, welche ohnehin die Ruͤckſicht auf luxurioͤſe Produkzion verſchlin⸗ gen, die im Prinzip der Gewerbsfreyheit liegt. Es kommt alſo nur darauf an: die Luxusauflagen richtig zu organiſiren, alle diejenigen zu vermeiden, welche die Per⸗ ſoͤnlichkeit der Staatsbuͤrger betreffen, oder inquiſitoriſche Formen zur Erhebung fodern, dann mit dieſen Auflagen zu⸗ gleich uneingeſchraͤnkte Gewerbsfreyheit zu verbinden, um da⸗ durch die luxurioͤſen Konſumenten mit den Auflagen zu verſoͤh⸗ nen. Zu dieſem Zweck muͤſſen ſie wie alle Auflagen nicht auf die Konſumzion, ſondern auf die Produkzion oder Ein⸗ fuhr gelegt werden. Der induſtrielle Produzent wird dafuͤr theils in dem Preiſe, den er dem Kaͤufer macht, theils in der Verminderung der uͤbrigen Auflagen und der daraus reſultiren⸗ den Wohlfeilheit an unentbehrlichen Genußmitteln Entſchaͤdi⸗ gung finden. Zweckmaͤßige Luxusauflagen werden die luxurioͤſe Produkzion nicht vernichten, der lururioͤſe Konſument wird die Auflage bezahlen und ſeine Konſumzion fortſezen. Aber nur bey dem reichern, alſo gerade bey dem, wo ſie unſchaͤdlicher iſt, wird dieß der Fall ſeyn. Der minder Reiche wird, mindſtens der Regel nach, ſeinen Aufwand einſchraͤnken, und dieß iſts, was das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie will. Die zweck⸗ maͤßigſte Lurusauflage ſcheint mir dieſe zu ſeyn: wenn die Re⸗ gierung ſich ſolche durch Praͤmien auf Erhoͤhung der in⸗ dn 8l Ite daoi nn dera munn den ene Nr. K Giſt,R An m 6 Euft bekerz dnn ſtemts dennen venrg duu tim widd , alſo Vzuhra zional⸗ Pfict Wiie verles ng des dieſe hume, ate in muor, ſchlin⸗ richtig Per⸗ riſche 1 zu: da⸗ —— 1—— — —. 233 nern induſtriellen Produkzion bezahlen laͤßt, ohne einen Beweis der Ausfuhr zu fodern. Denn dieſe iſt ohnehin das nothwendige Reſultat erhoͤhter Produkzion. Dieſe einfache, von allem Zwange, von allen inquiſitoriſchen Formen freye Maasregel, wuͤrde die innere Produkzion in dem naͤm⸗ lichen Grade erhoͤhen als die Exportazion gewinnt. Der Kauf⸗ mann, der die Auflage ſeiner einfuͤhrenden fremden Luxusar— tikel mit Praͤmien bezahlen kann, wuͤrde ſich bemuͤhen, die ſe Praͤmien ſich zu verſchaffen, um die Auflage zu erſparen. Sein Intereſſe wuͤrde ihn zwingen, die inlaͤndiſche Pro⸗ dukzion zu beleben. Um mindſtens einen Theil der Auflage zu gewinnen, wird er den Reſt am Preiſe des inlaͤndiſchen Produkts abziehen, und alſo durch Wohlfeilheit demſel⸗ ben Abſaz im Auslande verſchaffen. Zu dieſem Zweck muͤßten die Praͤmien in Billets beſtehen, welche die Staatskaſſe an den Luxusauflagen als Zahlung annehmen wuͤrde, und ohne Inquiſizion wuͤrde ſich die Regierung hierdurch einen Ueberblick der Nazionalhaushaltung verſchaffen. 3 Ohnehin muß die Finanzgeſezgebung bey der Beſtimmung der Luxusartikel nach liberalen Grundſaͤzen handeln. Sie muß den natuͤrlichen Trieb des Menſchen nach Genuß, als den Sporn der Induſtrie ehren; ſie muß den Wirkungskreis der Kuͤnſte, als der Freundinnen des Menſchen, ſie muß den Geſchmack, das Gefuͤhl fuͤr das Schoͤne, Zier liche und Anmuthige und zugleich Bequeme, fuͤr das praͤchtig Einfache, mit Weisheit ſchonen. Sie muß insbeſondere die Leckerey, die Prunkſucht, die Eitelkeit und die Launen als die Ammen der luxurioͤſen Produkzion in Nazional⸗Oekonomiſti⸗ ſchem Sinn in Anſpruch nehmen. Und dieß vorzuͤglich dann, wenn die luxurioͤſe Konſumzion zugleich antioͤkonomiſtiſch wird, wenn z. B. durch Unterhaltung muͤßiger, alſo unnoͤthiger Prunkdiener, die Zahl der Produzenten vermindert, die der reinen, d. h. unproduktiſen Konſumenten aber vermehrt wird u. ſ. w. 1 2 3 4—— ₰ 315. Ich glaube im obigen klar dargeſtellt zu haben, was im Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Sinne luxurioͤſe Konſumzion iſt. In einem Staate, der Nazional Oekonomiſtiſch organiſirt iſt, muß die Tugend, die ſittliche Wuͤrde gcehrt ſeyn, und luxurioͤſe Konſumzion in den richtig geſtellten Begriffe dieſes Worts nicht entſtehen koͤnnen. Das ſecherſte Mittel ſie zu hemmen iſt alſo: treue Befolgung des Prinzips der Na⸗ zional⸗Oekonomie, welches durch alle Zweige der Staats⸗ verwaltung darauf hinarbeitet, die Gle ichheit der Gluͤcksguͤter ſo weit zu befoͤrdern, als es bey der Mannig⸗ faltigkeit und Gradazion der menſchlichen Faͤhigkeiten und Pro⸗ duktifkraͤfte moͤglich iſt, ohne Verlezung des Grundgeſezes der geſellſchaftlichen Vereinigung, naͤmlich der buͤrgerlichen Frey⸗ heit und der Eigenthumsrechte. 316. Bey der Lehre von der induſtriellen Produkzion iſt endlich noch die Aufgabe zu loͤſen: Welche Form des Betriebs dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie am angemeſſenſten ſey? ob die Arbeit einzelner Arbeiter fuͤr ihre eigene Rechnung, oder der Lohnarbeiter fuͤr den kapitaliſtiſchen Unternehmer? Dieſe Frage laͤßt ſich nicht allgemein beantworten. Die Ten⸗ denz der Nazional⸗Oekoͤnomie iſt: Gleiche Vertheilung des Wohlſtands; zu dieſem wird der Lohnarbeiter ſelten gelangen. Gewinn iſt der Zweck des Unternehmers; er will von ſeinem Kapitalſtoffe die hoͤchſtmoͤgliche Rente ziehen; dieß zwingt ihn nothwendig, den moͤglichſt niedrigen Lohn zu bedingen, dem Lohnarbeiter genau nicht mehr zu bewilligen, als dieſer zu Befriedigung ſeiner dringenden Beduͤrfniſſe bedarf und anzunehmen gezwungen iſt, weil es ihm an Kapitalſtoffe oder weil es ihm an einem andern Gegenſtande fuͤr ſeine Pro⸗ duktifkraft fehlt. Eben deswegen iſt die induſtrielle Produkzion des eigenen Produzenten fuͤr eigene Rechnung, bey einfachen Gewerben 8 235 (Manufakturen), die keinen bedeutenden Kapitalſtoff fodern, ktm dem Nazionalwohlſtande vortheilhafter als die Lohnarbeit. dn ſe Nicht ſo bey ſin i r. Gewerben, die unerlaͤßlich Kapitalſtoff vorausſezen. Fehlt t ſeyn es dem induſtriellen Produzenten an dieſem Kapitalſtoffe, vehiſ ſo wuͤrde die ganze Produkzion zum Nachtheil des Na⸗ te ſe zionalwohls unterbleiben muͤſſen. er N Nicht ſo Stants 2. bey zuſammengeſezten Produkzionen,(Fabriken) denn t der nur da, wo alle Gewerbe, welche deſſen faͤhig ſind, und annig⸗ zuſammengeſezte Operazionen fodern, fabrikmaͤßig betrie⸗ Pro⸗. ben werden, nur da, wo bey zuſammengeſezten Arbeiten es der jeder einzelne Theil von einer eigenen Klaſſe von Ar⸗ Frey⸗— beitern betrieben wird, laͤßt ſich Vollendung, Voll— kommenheit erwarten. Nicht der unbedeutende Zeitverluſt des Uebergangs von einer Arbeit zur andern, nlich wie Smith dafuͤr haͤlt, hindert außerdem die Vervoll⸗ dem kommnung; der Vortheil ungeſtoͤrter und unge⸗ ſey! theilter Aufmerkſamkeit, ſo wie der aus ſteter Uebung nuhg, entſpringenden Fertigkeit, gibt der fabrikmaͤßigen Arbeit ner! den entſchiedenen Vorzug. Ten⸗ Wenn große Fabrikunternehmungen oͤfters ſcheitern, ſo des 3 ruͤhrt es nur daher: weil ſie entweder Gegenſtaͤnden des dritten gen. Rangs, Luxusartikeln gewidmet waren, die ſich, bey den Lau⸗ van nen der Mode, deren Gebiet der Luxus iſt, keinen dauern⸗ dieß den oder wegen des Wechſels im Reichthum der Nazion, den zu oͤffentliche Kalamitaͤten, Kriege, Mißwachs u. ſ. w. nicht ſelten gen, erſchuͤttern, keinen ſichern Abſaz verſprechen koͤnnen; oder weil darf Eitelkeit und Glanzſucht die Unternehmer zu unweiſer Ver⸗ kofe* waltung, zu Errichtung prachtvoller, zum Zweck der Fabrika⸗ dro⸗ 1 zion unnoͤthigen Gebaͤude u. ſ. w. veranlaßte. 3 17. Die Benuzung der mechaniſchen Naturkraͤfte, alſo menſch⸗ nen liche Kraft erſparende und die Operazionen der induſtriellen ben Produkzion vereinfachende und beſchleunigende Maſchinen ſind allerdings dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie ange⸗ meſſen. Sie erhoͤhen die Produkzion und vermehren die Pro⸗ duktenmaſſe; ſie beſtimmen dadurch den oͤkonomiſtiſchen ver⸗ glichenen Werth der Produkte, ohne deren poſitifen zu vermindern; ſie machen alſo einer groͤßern Menſchenmaſſe moͤg— lich, ſich die Bequemlichkeiten des Daſeyns zu verſchaffen, alſo zu genießen, und dieß iſt es, wohin die Nazional⸗Oeko⸗ nomie beharrlich zu arbeiten hat. E. Siebentes Buch. Kommerzielle Produkzion. V V V V V 2if n uusE: nench Aum dinGn der ei G detc bul bi dn dunn vuj be deit n 318. Kommerzielle Produktifkraft hat eine poſitife organiſche Baſis (Naz. Oek. 2. B. Z. 283.— 285.). . 319. Sie iſt wahre Produktifkraft, ſie iſt unerlaͤßliche Be⸗ dingung des Nazionalwohls, denn ſie liegt in dem Organis⸗ mus der Menſchheit, in der unendlichen Mannigfaltigkeit der menſchlichen Faͤhigkeiten und Kraͤfte, ſo wie der Beduͤrfniſſe. Aus ihm folgt die Unmoͤglichkeit: daß jedes Individuum alle dieſe Beduͤrfniſſe ſelbſt produzire, und dieſe Mannigfaltigkeit der Faͤhigkeiten und Kraͤfte iſt wieder der in dem allgemeinen Natur⸗Organismus ſich klar verkuͤndende Hebel der Kultur, der Civiliſazion. Auch der gewandteſte und kraftvollſte Menſch in den Ro⸗ binſonſtand verſezt, wird, ob er gleich als reiner Pro⸗ duzent erſcheint, ſelbſt in Abſicht der Maſſe ſeiner Ge— nußmittel, und noch weit mehr in Abſicht ihrer Qualitaͤt, weit hinter dem geſelligen Menſchen zuruͤck bleiben; im geſelli⸗ gen Zuſtande wird hingegen durch ihn ſelbſt die Maſſe ſich im gleichen Verhaͤltniſſe erhoͤhen, obgleich in der Geſellſchaft mehrere reine Konſumenten mit ernaͤhrt werden. Eben des⸗ wegen liegt, wie wir an den Fabrikprodukten ſehen, der Geiſt der Vollendung in der Zuſammenſezung vertheilter Faͤhig⸗ keiten, in der Uebung mannigfaltiger Kraͤfte zu einem Zwecke. Dieſes Prinzip iſt es, auf dem die Unerlaͤßlichkeit des Tauſches der Kraͤfte, ſo wie der Produkte ruht. 320. Produkzion, im gewoͤhnlichen Sinne dieſes Worts, iſt an ſich mit dem Kommerz unvertraͤglich. 240 3— So viel die Urprodukzion betrift, kann der Landwirth nur in Abſicht derjenigen Erzeugniſſe, welche die naͤchſten Um⸗ gebungen beduͤrfen, die Rolle des Verkaͤufers mit uͤberneh⸗ men, ſein Getreide, ſein Vieh u. ſ. w. auf den Markt bringen. ſeiner Produkte jenes Beduͤrfniß uͤberſchreitet, muß er an einen Dritten ſich wenden, der die Beduͤrfniſſe entfernter Gegenden kenne, alſo das Geſſchaͤft uͤbernehme, ihm dieſe Be⸗ duͤrfniſſe abzukaufen, und ſie zu Ausfuͤllung jenes entfernten Beduͤrfniſſes zu verwenden. z Selbſt dieſe Gegenden und deren Beduͤrfniſſe ſind ihm — unbekonnt, und muͤſſen es nach dem Stande ſeiner Kultur und nach ſeiner Beſchaͤftigungsart ſeyn. 1 In Abſicht der Produkte kann alſo der Landbauer ſich, ohne Dazwiſchenkunft des Kommerzes, den mit dem ver⸗ glichenen Werthe ſeiner Produkzion uͤbereinſtimmenden, alſo oͤkonomiſtiſchen Preis nicht verſchaffen, und ver⸗ moͤchte er es auch, ſo wird es nur mittelſt Verminderung der Urprodukzion geſchehen koͤnnen; er wuͤrde ſeine Landwirth⸗ ſchaft vernachlaͤßigen muͤſſen. Soll alſo die Urprodukzion fortſchreiten, ſo muß ſie durch eine unabhaͤngige kommer⸗ zielle Kraft unterſtuͤzt werden. . 4 321I. Noch ehe ſcheint die induſtrielle Produkzion mit dem Kommerz vereinbar. Der einfache Manufakturiſt, der eigent⸗ liche Handwerker kann zwar, wenn er nicht fabrikmaͤßig ar⸗ beitet, den Kaͤufer erwarten, und mit ihm unmittelbar unter⸗ handeln, weil er nur einzelne Stuͤcke bearbeitet, je nachdem ſie beſtellt werden; aber der Fabrikant kann ſelten den Abſaz beſorgen, weil er eine große Zahl von Abnehmern bedarf.— Die Zwiſchenzeit, welche er durch Aufſuchung der Abnehmer und Verſendung der Waare verloͤre, waͤre ſeiner Produkzion entzogen; auch ſezt ſie weit mehr als bey dem Urproduzenten, Die Natur ſeiner Beſchaͤftigung verbietet ihm anhaltende Entfernung von ſeiner Wirthſchaft. Sobald alſo die Maſſe Fentil den J pudſtie feiſſi dhentten, drnocſſ 1 bedeutzn 4 ſeiden A 42 diſaſſt Pohth barz aſ ſcict, d zu enyfr h tinevie Kredt, blicklich de Ciiuf nact ſt ds Were a in dnß wivlitf Pra ſtands d dutte g di handener ͤtit ten Um. ibermſ tMatt jaltende Maſe neinen ernter eſe Be⸗ fernten — 241 Kenntniß der Beduͤrfniſſe entfernter Gegenden voraus, ſo wie Vorrathshaͤuſer, und einen Kapitalſtoff fuͤr den Kredit, den der Produzent ſelten geben kann, weil er ſeine Fonds zur Produkzion bedarf. 322. Die poſitife Baſis des Kommerzes als einer eigenen ſelbſt⸗ ſtaäͤndigen Produktifkraft beruht ferner auf dem Kapital⸗ ſtoffbeſize. Der Kapitalſtoff des Landwirths ruht in ſeinem Grund⸗ eigenthum, ſeinem Viehſtande, ſeinen Ackerwerkzeugen. Sey er noch ſo bedeutend, er iſt nicht lebendig. Der Kapitalſtoff des Manufakturiſten iſt gewoͤhnlich un⸗ bedeutend; er beruht auf ſeinem Produktſtoff⸗Vorrathe, auf ſeinen Werkzeugen. Der Kapitalſtoff beyder Produzenten hat alſo in der Pro⸗ dukzion ſelbſt ſeine Beſtimmung; er kann nur auf Koſten der Produkzion vermindert werden, er iſt zugleich nicht umſez⸗ bar; alſo durchaus nicht zur Baſis einer Kraftaͤußerung ge⸗ ſchickt, deren Zweck iſt: die Genußmittel von den Produzenten zu empfangen, um ſie den Konſumenten zu uͤberliefern. Aus dieſer weſentlichen Eigenſchaft des Kommerzes mußte eine neue Baſis ſeiner Selbſtſtaͤndigkeit hervorgehen. Der Kredit, der natuͤrliche Hang des Menſchen zum augen— blicklichen Genuß bedarf das Daſeyn, den Anblick der Genußmittel, um aufgeregt zu werden; dieſes Daſeyn weckt oft erſt den Begehr, und er wirkt maͤchtig auf den Grad des Werths der Produkte, noch mehr auf ihren Preis. Der Urproduzent, der induſtrielle Produzent, ſind nicht in dem Falle, dieſen Reiz zu befriedigen. So wie ihr Ka— pitalſtoff nicht umſezbar iſt, ſo iſt hingegen der Ueberſchuß ihrer Produkzion zu gering, um ohne Nachtheil ihres eignen Wohl⸗ ſtands den augenblicklichen reellen Tauſch des fremden Pro⸗ dukts gegen das eigne entbehren zu koͤnnen. Dieſer Umſtand, verbunden mit der in jeder Nazion vor⸗ handenen Maſſe unproduktifer Konſumenten, wuͤrde alſo den 16 242— Werth der Produkzion ſehr vermindern, wenn nicht eine dritte Kraft eintritt, deren Aeußerung einzig darin be⸗ ſteht, die Produkte umzutauſchen, und ſich dazu des um— ſezbaren Kapitalfonds zu bedienen, um mittelſt deſſelben den idealiſchen Tauſch, das Kreditſyſtem zu gruͤnden. Der ideale Tauſch beſteht darin, daß der kom⸗ merzielle Produzent die Produkte des Ur⸗ und induſtriellen Produzenten reell an ſich bringt, um ſie den Konſumenten gegen die bloße Beſtimmung eines kuͤnftigen Tauſches zu uͤbergeben. Wenn ſchon der idealiſche Tauſch nicht weſentlich im Begriff der kommerziellen Produktifkraft zu liegen ſcheint, ſo liegt er doch wirklich darin, nach dem Organismus der kultivirten Menſchheit, und in ſofern iſt er alſo allerdings eſſenziell. Eine große Zahl der menſchlichen Beduͤrfniſſe erſcheint taͤglich, die Ur⸗ und induſtriellen Produkte erſcheinen nur nach gewiſſen Zeitraͤumen, ihr Werth iſt waͤhrend der Pro⸗ d21g636ss und bis zur Vollendung null. Maͤchtig iſt dagegen der Hang des Menſchen zum Ge— nuß. Der bey weitem groͤßere Theil der Konſumenten ſtrebt alſo nach Vorgenuß. Er kann die Zeit der Vollendung der Produkzion nicht abwarten. Bey dem iſolirten Produ⸗ zenten iſt dieß ohnehin der Fall. Aber eben ſo auch bey dem Stoffbeſtzer, dem Grundeigenthuͤmer, dem Rentirer ꝛc. Der bey weitem groͤßere Theil der Nazion wird ſtets die Produkzion antizipiren, und am Buſen der Zukunft ſaugen. Er ſtrebt unaufhoͤrlich dahin: den todten Kapitalſtoff, den er in ſeinem Gewerbe, in ſeinem Ameublement u. ſ. w. ſtecken hat, ohne Nachtheil ſeiner Produkzion, ſeines Wohlſtands, der Bequemlichkeiten des Lebens lebendig und umlau— fend zu machen. Dieß iſt die Baſis der Kreditoperazion; und ſie iſt wieder die des Kommerzes. Ohne jene von der Ur⸗ und in⸗ duſtriellen Produkzion abgeſonderte dritte, einzig durch le— bendigen Kapitalſtoff in Bewegung geſezte Kraftaͤußerung, ſichei g ur 114 ſedS 9 buehhr. h ont dn Nunne lißic n dem deſch venn ſicht ein arin be⸗ des im⸗ been den ünden. det kom. uſtrielle umentan ſches u eſentiih ſcheint nus der ſerdings ſſcheitt en unt Pro Ge⸗ ſtrebt endung Produ⸗ y dem Det kkzion E den et ſtecken tands, rlau⸗ ſe iſ d in⸗ le⸗ rung 243 miſſen dieſe beyde Produkzionen an ewiger Mittelmaͤßigkeit kranken, koͤnnen nie bis zum Nazionalreichthum fortſchreiten. Die Produktifitaͤt des Kommerzes iſt alſo dargethan, aber auch ſeine abſolute Abhaͤngigkeit von der Ur⸗ und indu⸗ ſtriellen Produkzion beurkundet, und damit auch das Kom⸗ merzialſyſtem der Nazional⸗Oekonomie ausgeſprochen, naͤm⸗ lich die einzig negatife Tendenz deſſelben. Der Ackerbau, die Fabrikazion ſind es, welche die Re⸗ gierung befoͤrdern muß; beym Kommerz bleibt ihr dann nichts als die Entfernung der Hinderniſſe, welche Natur oder Lei⸗ denſchaft ſeinem freyen Spiele entgegen ſtellen moͤchten, und die Anwendung aller in ihrer Macht ſtehenden Mittel, um den freyen Tauſch der Genußmittel zu beleben. Hier iſt es alſo, wo ſich der Werth des weltbuͤrger⸗ lichen Verba nds fuͤr das individuelle Wohl jeder einzelnen Nazion am reinſten beurkundet, wo ſich der Kosmopolitis⸗ mus des Prinzips der Nazional⸗Oekonomie am freyſten be⸗ wegt, am kraͤftigſten ausſpricht. 323. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie, naͤmlich der hoͤchſtmoͤgliche Wohlſtand der groͤßtmoͤglichſten Zahl von Nazio⸗ nalgliedern heiſcht Freyheit der Produktifkraft. Die mehreſten Einſchraͤnkungen dieſer Freyheit werden von der Staats⸗Finanzwirthſchaft diktirt. Die Staats⸗Finanzwirthſchaft iſt ein Theil der Staats⸗ haushaltung. Die Nazional⸗Oekonomie als oberſtes Prinzip der geſammten Staatshaushaltung, muß alſo jede Beſchraͤn⸗ kung der Kommerzfreyheit anerkennen, welche ein ihrem Prinzip nicht widerſtrebendes Staats-Finanzſyſtem uner— laͤßlich fodert. Wenn alſo die Beduͤrfniſſe des Staats nicht auf eine mit dem Nazionalwohle weniger vereinbare Weiſe, als durch Beſchraͤnkungen der Kommerzfreyheit erhoben werden koͤnnen, wenn alſo dieſe Beſchraͤnkung, die unſchaͤdlichſte Form der 21 244— Erhebung dieſer Beduͤrfniſſe iſt, ſe muß die Nazional⸗Oeko⸗ nomie ſie reſpektiren. 324. Die Theorie der Nazional⸗Oekonomie in Abſicht der kommerziellen Produktifkraft beſchraͤnkt ſich alſo auf die Unter⸗ ſuchung: Welche Beſchraͤnkungen der Kommerzfreyheit wer⸗ den durch ein dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie angemeſ⸗ ſenes Staats⸗Finanzſyſtem unerlaͤßlich nothwendig? 325. Das Kommerz iſt entweder innerer Nazionalverkehr, oder Tauſch der Nazionen, auswaͤrtiges Kommerz. Das innere Kommerz breitet die Erzeugniſſe in dem ganzen Umfange eines Staats aus, und vertheilt die Nazionalprodukte, ſo wie die fremden Produkte unter den N azionalgliedern. Dieſes Kommerz bedarf zum Behuf des Nazional⸗ wohls Freyheit. Zu dieſem Zweck muͤſſen alle Provinzen nur als Ein Ganzes betrachtet werden. Jedes Nazionalglied muß durchaus gleiche Rechte genießen; der innere Tauſch und Abſaz der Beduͤrfniſſe muß von allen Feſſeln entlaſtet ſeyn, er auß nach Einem Grundſaze behandelt werden. Ohne dieſes Syſtem kann der Staat nie denjenigen Grad von Kraft, Groͤße und Nazionalreichthum erringen, zu dem ihn die Natur ur⸗ ſpruͤnglich berief. Zufall, Zeitverhaͤltniſſe, politiſche Ereigniſſe haben oft getrennte Nazionen unter Eine Regierung vereinigt. Der Geiſt, die Sitten der Nazion, ihre oͤrtlichen Verhaͤltniſſe koͤn⸗ nen dieſer Regierung gebieten, die Eigenthuͤmlichkeiten derſel⸗ ben, ihre Geſeze, ihre Verfaſſung zu ehren, und mehr als Ein dagegen anſtuͤrmender Amalgamazionsplan iſt geſchei⸗ tert; aber in Abſicht der Kommerzfreyheit heiſcht das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie dieſes Amalgama unerlaͤßlich, weil dieſes Prinzip fuͤr ſeinen Kosmopolitismus allenthalben freyen Wirkungskreis ſuchen muß, wo es nicht durch das Geſez der Nazional⸗Selbſtſtaͤ ndigkeit eingeengt wird. Alle Schranken des innern Verkehrs muͤſſen fallen, wenn die Na⸗ 1 Sid n. an an dach al; Oeh, ſiht d ie Unta⸗ heit ben angemeſ dig? ehr, da innere ge eines „ ſo vit dern. azional⸗ zen nur ed muſ ſch und eyn, er e dieſes Größe tur ur⸗ en oft Der e koͤn⸗ derſe⸗ hr als eſchei⸗ rinjin „well fteyen del Ale N zion zum Reichthum fortſchreiten ſoll. Die Staatsproduklif⸗ kraft muß ſich vielmehr in der Befoͤrderung der wechſelſeitigen Vertheilung der Erzeugniſſe und Beduͤrfniſſe, durch Erleich⸗ terung des Transports, durch Straßenbau und inlaͤndiſche Kanaͤle aͤußern. . 326. Daß in Abſicht der Naturerzeugniſſe des Staats im Innern nicht nur gaͤnzliche Freyheit des Tauſches, ſon⸗ dern auch hoͤchſte Befoͤrderung deſſelben Statt finden muͤſſe, haben d die mehreſten Regierungen anerkannt. Anders verhaͤlt ſichs mit den induſtriellen Produkten. Hier hat der Zunftzwang, das Monopolſyſtem und die geiſtloſe Abtheilung der Nazionen, in Staͤdter und Landbewohner, dem freyen Tauſche der Genußmittel große Hinderniſſe entgegen geſtellt. Nicht von Provinz zu Provinz allein, von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort ſehe n wir noch allenthalben eine Menge von Beſchraͤnkungen des Verkehrs exiſtiren, die ſich auf die durchaus irrige, dem Geiſte der Nazional⸗Oekonomie wider⸗ ſtrebende Anſicht gruͤnden, zwiſchen den Produktifkraftaͤußerun⸗ gen, zwiſchen den Induſtrie⸗Gewerbszweigen, eine chimaͤriſche Bilanz zu erhalten, jedem Produzenten einen beſtimmten Wirkungskreis, alſo auch einen gewiſſen Grad von Wohl⸗ ſtand zuzumeſſen, alſo der That nach, ſaͤmmtliche Produzenten in Staatsſoͤldlinge zu verwandeln. Auch abgeſehen von dem, was dieſe Anſicht heterogenes mit dem Prinzip des Nazionalverbands enthalten mag, iſt ſie durchaus irrig. Wenn die Produkzion ihren verglichenen Werth einzig durch das weltbuͤrgerliche Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ nomie erhalten kann, ſo muß vollends die Hemmung des freyen Verkehrs im Innern den Fortſchritt derſelben zu die⸗ ſem verglichenen Werth gaͤnzlich aufhalten, alſo der Produk⸗ zion allen Sporn entziehen. Die Cirkulazion der Urprodukte kann, um ihrer Volu⸗ minoſitaͤt willen, in einem ausgedehnten Staate, oft durch 8 „ die Zwiſchenraͤume gehemmt werden; der Transport derſelben kann ihren Preis uͤber den Coͤkonomiſtiſchen) vergliche— nen Werth treiben. Anders verhaͤlt ſichs mit den indu— ſtriellen Produkten. 3 Die Regierung wird wohl nie den Bedarf der einzelnen Nazionalglieder zu beſtimmen vermoͤgen. Sie kann es um ſo weniger, weil dieſer Bedarf oft erſt durch das Anſchauen dieſer Genußmittel, durch die Leichtigkeit ſie zu erhalten, durch die Wohlfeilheit ihres Preiſes entſteht. Eben ſo wenig vermag ſie die Graͤnzen der Produktifkraft zu beſtimmen, weil dieſe ſich nach dem Grade des Lohns aus— dehnt, und nicht ſtille ſteht, ſo lange der oͤkonomiſtiſche Preis des Produkts, naͤmlich ſein verglichener Werth, nicht erreicht iſt. Aber dieſer verglichene Werth iſt erſt in dem freyen Spielraume und du rch ihn beſtimmbar; entſteht, erſcheint erſt durch ihn. Wenn nun der Staat weder den Bedarf der Nazionalglieder, noch die Graͤnzen ihrer Pro⸗ duktifkraft zu berechnen vermag, auf welcher Baſis ſollen denn ſeine Kalkuͤls ruhen, kraft deren er den Verbrauch der Genuß⸗ mittel und die Erzeugung derſelben dergeſtalt abwaͤgt, daß Produkzion und Konſumzion immer im genauſten Gleichge⸗ wichte ſtehen, daß jedem Produzenten ſein Produkzionskreis angewieſen, und er auf den Lohn ſeiner Induſtrie, gleich als auf einen feſtgeſezten Staatsſold aſſignirt werden ſoll? Nur der Produzent vermag den Ertrag ſeiner Produktiftraft richtig zu waͤgen. Auf der Richtigkeit ſeines Kalkuͤls beruht ſeine Nahrung, ſeine Exiſtenz, ſein Wohlſtand. Mit dieſem ein⸗ zelnen Produkzionszweige beſchaͤftigt, muß die Erforſchung des verglichenen Werths des Produktſtoffs und ſeiner Produktif⸗ krafraͤußerung, alſo der Kalkuͤl des P reiſes des Materials, das er bearbeitet, der Zeit, der Anſtrengung, die dieſe Bear⸗ beitung fodert, und all' der Verhaͤltniſſe, die auf den vergli⸗ chenen Werth einfließen, ſeine ganze u ngetheilte Auf⸗ yiti alier Ninges knong hunm tenpia dueche glih; las btinge Gendg zionalo fäͤlt derſälten rgliche n indu einzelter s un ſ lnſchnuen n, duuc kktifkrai ns aus⸗ de Prei , nict in den entſeht der den er Pro— en denn Genuß⸗ t, daß leichſge⸗ nskreis ch als ſoll? ftraft ſeine n ein⸗ ng des duktif erial, Weal⸗ vergl⸗ Auſ⸗ — 247 merkſamkeit ſpannen, nur er kann und wird richtig kal⸗ kuliren. Eben ſo der kommerzielle Produzent. Nur er kann die Exiſtenz oder den Mangel des Produktſtoffs der Ge⸗ genden, den Verluſt der Rente in dem Zeitaufwande der Ueber⸗ frachtung, die Ueberfrachtungskoſten ſelbſt, richtig berech— nen. Nur er uͤberſchaut: Ob der Einkauf oder Verkauf ihm Ueberſchuß, alſo Lohn ſeiner kommerziellen Produktifkraft ge⸗ waͤhrt? Er kalkulirt auch richtig. Ein Produkt, das der Negoziant nicht um den vergliche⸗ nen Werth abzuliefern vermag, wird er nicht einkaufen. Das eingekaufte wird er ſtets dahin verſenden, dort abſezen, wo ſeine Produkzion ihm Lohn verſpricht, wo ſie alſo kapita— liſtiſch, oder mindſtens oͤkonomiſtiſch iſt. Die Regierung muß alſo aller Stoͤrung, aller Einmi⸗ ſchung in dieſe Kalkuͤls, alſo der Unheilbringenden Tendenz zum Vielherrſchen entſagen. Die Regierung muß im Innern jeder Gattung des Tauſches, im Großen wie im Detailhandel, gaͤnzlich freyen Spielraum laſſen. Wenn auch der Detailhandel wegen der Geringfuͤgigkeit des dazu erforderlichen Kapitalſtoffs und der mit dem Gewinn, nach Abgleichung mit andern Produkzionsgattungen, gleichfalls geringer Kraftanſtrengung, allerdings eine zu große, alſo un⸗ oͤkonomiſtiſche Zahl von Detailhaͤndlern anlockt, ſo wird der darin liegende Nachtheil durch die Vortheile der Konkur⸗ renz fuͤr die Konſumenten jeder Gattung, er wird au ch da⸗ durch reichlich aufgewogen, daß dieſe Konkurrenz den ver⸗ glichenen Werth jedes Produkts, alſo den oͤkonomiſtiſchen Preis der Genußmittel, alſo dasjenige zur Erſcheinung bringt, was man gewoͤhnlich Wohlfeilheit nennt. Dieſer Grad von Wohkfeilheit iſt es, welcher dem Prinzip der Na— zional⸗Oekonomie zuſagt, weil er den Genuß verviel⸗ faͤltigt, aſſo den Nazionalwohlſtand erhoͤht. 248— Der kommerzielle Produzent, der Detailhaͤndler insbe⸗ ſondere, wird in dem naͤmlichen Augenblicke ſeine Produk⸗ zionsgattung aufgeben, wo ſie aufhoͤrt, fuͤr ihn oͤkonomiſtiſch zu ſeyn. So lang er aber ſie forttreibt, iſt auch ſeine Kraft⸗ aͤußerung Nazional⸗Oekonomiſtiſch. Die, vorzuͤglich ungebildeten Menſchen natuͤrliche Apa— thie und Traͤgheit wird die Klaſſe der kommerziellen Produzen⸗ ten, beſonders der Detailhaͤndler, immer zahlreich erhalten. Viele werden, im Detailhandel beſchaͤftigt, eine maͤßige Duͤrf— tigkeit der lukratifern, alſo genußreichern Thaͤtigkeit vor⸗ ziehen. Aber der Staat beſtzt kein kraͤftigeres Mittel, dieſes ſittliche Uebel zu daͤmmen, als: die Freyheit des Ver⸗ kehrs. In ihr liegt das natuͤrliche Gegengift. Die Vor⸗ theile, welche ſie allen andern Nazionalgliedern gewaͤhrt, be— graͤnzen zugleich auf dem einfachſten Wege jede unnatuͤrliche Anſchwellung einer Produkzionsgattung, die dem Nazional⸗ wohlſtande nur dann ſchaͤdlich werden kann, wenn ſie vom Staate auf Koſten der uͤbrigen, naͤmlich der Landwirthſchaft und der Gewerbe, belohnt und beguͤnſtigt wird. 327. Meſſen und Jahrmaͤrkte ſind ein wichtiger Hebel zu Befoͤrderung des Verkehrs, des Umſazes der Genußmittel. Dort iſt es, wo die Konkurrenz der Verkaͤufer die Ueber⸗ ſpannung des Anſchlags der kommerziellen Produktifkraft ver⸗ huͤtet, und dem Produkte ſeinen oͤkonomiſtiſchen Preis ſezt. Dort iſt es, wo die Leichtigkeit des Einkaufs, die Bekannt⸗ ſchaft mit den Genußmitteln, mit den Gegenſtaͤnden der Be⸗ quemlichkeit des Lebens, die niedern Staͤnde und vorzuͤglich den Landmann reizt, zu genießen, alſo den Zweck der Nazional⸗Oekonomie zu erfuͤllen. Nur eine inhumane Phi⸗ loſophie kann dieſen Genuß zu verkuͤmmern ſtreben. Der Hang zum Genuß iſt der Sporn der Produkzion, er iſt der Sporn zur Veredlung und Bildung. Der Landmann iſt es vorzuͤglich, der dieſen Sporn b e⸗ darf. Jene Ueppigkeit, jener Flitterſtaat, jene ſybaritiſche ¹ er inele, daadie nonnitiſc ie Kraſt⸗ ce Ahe roduhen erhalte ge Dauf, eit vor , dieſe 5 Ver, die Vor⸗ rt, be⸗ ztaͤrlice azional ſie von thſchaſt Helel mittel Ueber⸗ ft veu⸗ ſezt. annt⸗ Be⸗ uͤglich k der E Del it de — 249 Weichlichkeit, die zur luxurioͤſen Konſumzion fuͤhren, koͤnnen nie zu ihm dringen. Davor bewahrt ihn ſeine Erzie⸗ hung, ſeine Beſchaͤftigungsart, und die von ihr geregelte Le⸗ bensweiſe. Verwildern wird er ſtets, je einfacher ſeine Be⸗ duͤrfniſſe ſind, erlahmen ſeine Thaͤtigkeit, ſobald er nichts mehr zu begehren hat; und wenn der Zufall ihm Reichthum gewaͤhrt, ſo wird er in dieſem Zuſtande ihn auf eine den Sitten und dem wahren Lebensgenuſſe gleich nachtheilige Weiſe, im Trunke, im Spiele u. ſ. w. vergeuden. 5 328. Das aͤußere(fremde) Kommerz beſchaͤftigt ſich a) mit dem Eintauſche der innern, der Nazionalprodukte, um ſie an fremde Nazionen gegen deren Genuß⸗ mittel zu vertauſchen.— Ob von den Kommerzianten dieſer Eintauſch im Innern durch Waare gegen Waare, oder gegen Ausgleichungsvehikel (Muͤnze) geſchieht? Ob der Kommerziant der fremden Nazion nur innere Produkte gegen Ausgleichungsvehikel uͤberlaͤßt, oder Waare gegen Waare ſezt? Oder, ob er bloß fremde Produkte einkauft, um ſie im Innern gegen Ausglei⸗ chungsvehikel im Großen oder im Detail wieder abzuſezen? hat auf den Begriff des yaͤußern(fremden) Kommerzes keinen Einfluß. 329. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie iſt weltbuͤrgerlich, die Nazional⸗Oekonomie kann keinen andern Zweck haben, als: der hoͤchſten moͤglichen Zahl von Nazionalgliedern dauernden Wohlſtand zu ſichern. Wohlſtand laͤßt ſich nur in der allgemeinen Verbreitung der Genußmittel um den oͤkonomiſtiſchen Preis denken und die durch Kultur herbeygefuͤhrte Mannigfaltigkeit der Ge⸗ nußmittel knuͤpft das weltbuͤrgerliche Band. Jener Preis iſt der verglichene Werth, den das Produkt bey allen Voͤlkern haben muß, wenn alle die Beſtandtheile in Rechnung gebracht ſind, welche den poſitiven Werth des Stoffs, und den Werth 250 der zu deſſen Genießbarkeit fuͤr den Konſumenten erforderlichen Produktifkraͤfte ausmachen.— Dieſer Weltwerth laͤßt ſich alſo ohne Freyheit des Kommerzes uͤberhaupt, alſo auch des aͤußern, nicht denken. Sie ſcheint alſo unbedingt im Nazional⸗Oekonomie⸗ Prinzip zu liegen. Indeß ſehen wir keine Produktifkraftaͤußerung groͤßeren und haͤufigeren Einſchraͤnkungen ausgeſezt, als das auslaͤn⸗ diſche Kommerz. Die Gruͤnde dieſer Einſchraͤnkungen laſſen ſich auf zwey Hauptquellen zuruͤckfuͤhren. 1. die Beſorgniß: die innere Produkzion zu hemmen, alſo eine geringere Produktenmaſſe zu erlangen. 3. die Beſorgniß: die Nazion zu verarmen, alſo eine groͤßere Produktenmaſſe zu verlieren, als man empfaͤngt, alſo den Staat an Machtkraft, Groͤße und Selbſtſtaͤndigkeit zu ſchwaͤchen. Sind dieſe Beſorgniſſe gegruͤndet, ſo iſt auch der Kosmo⸗ politismus des Prinzips der Nazional⸗Oekonomie vernichtet; ſo kann ſie ſich nur innerhalb der Graͤnzen jedes einzelnen Staats frey bewegen, ſo iſt es alſo entſchieden, nicht nur: daß der einzelne Staat zum Nazionalreichthum gelangen kann, ohne die Genußmittel mit andern Nazionen zu tauſchen; es iſt auch entſchieden, daß der Staat zu dieſem Nazionalreich⸗ thum nicht gelangen kann, wenn dieſer freye Verkehr exiſtirt; daß alſo dieſer freye Verkehr den Fortſchritt zum Nazional⸗ reichthum aufhaͤlt, das Nazionalvermoͤgen vermindert. 330. Dieß iſt alſo der Gegenſtand der Unterſuchung. Unter Freyheit des auslaͤndiſchen Kommerzes verſtehe ich a. freye Ausfuhr der innern Nazional⸗Erzeugniſſe. b. freye Einfuhr der fremden Nazional⸗Erzeugniſſe. Die freye Ausfuhr der Nazionalerzeugniſſe haben die Regierungen nur in folgenden Faͤllen beſchraͤnken zu muͤſſen geglaubt; derlicen eit des denken. Peinzi geoͤßeren uslaͤn⸗ if zue emmen, ſo eine 3 man ße und fosmo⸗ ichtet. zelnen : daß kann, ,(5 eich⸗ kirt, nal⸗ 251 1. wenn dieſe Erzeugniſſe der Nazion ſelbſt in irgend einer Geſtalt unentbehrlich waren; 2. wenn eine temporelle antioͤkonomiſtiſche Lage des Staats ihm gebot, dieſe Ausfuhr als eine feindliche Maas⸗ regel, alſo zur Vertheidigung der Nazion zu gebrauchen. Die Faͤlle, wo die Regierung die Ausfuhr unentbehrlicher Erzeugniſſe, es ſey nun Produktſtoff oder Produkt, nach dem Grundgeſez der Nazional⸗Oekonomie, und in wie weit ſie ſolche beſchraͤnken darf, ſind in den Abhandlungen von der Ur⸗ und induſtriellen Produkzion aufgezeichnet. M 331. Die bedeutendſten Einſchraͤnkungen treffen b) die freye Einfuhr fremder Erzeugniſſe, und zwar der Naturprodukte ſowohl als der induſtriellen Produkte. Leztere in dem ſtaͤrkſten Grade, je allgemeiner das kuͤnſt⸗ liche Fabrikſyſtem Wurzel geſchlagen hat. Es kommt daher auf Pruͤfung der Beſorgniſſe an, welche dieſen Einſchraͤnkungen zum Grund liegen. Die Beſorgniß: die innere Produkzion zu laͤhmen, alſo eine geringere innere Produktenmaſſe zu gewinnen, iſt die wichtigſte. Sie beruht auf folgendem Schluſſe: Wenn der Nazion die Genußmittel von einer fremden Nazion zugefuͤhrt werden, ſo wird ſie ſelbſt weniger produziren, ihr Beduͤrfniß wird befriedigt, es fehlt alſo der Sporn zur eigenen Produkzion.. Allerdings wird die Produktifkraft des Menſchen erlah⸗ men, ſobald er ſeine Beduͤrfniſſe ohne Anſtrengung be⸗ friedigen kann. Sie allein ſind die Triebfeder der Arbeit. Jener Schluß ſezt eine Nazion voraus, der eine an⸗ dere Nazion Beduͤrfniſſe unentgeldlich liefert. Dieſer Zuſtand der Dinge kann nicht exiſtiren. Die Nazion A. wird alſo die Beduͤrfniſſe, die ſie von der Nazion B. erhaͤlt, eintauſchen, ſie wird nothwendig produzi⸗ ren muͤſſen. Weit entfernt, daß die Zufuhr der Nazion B. ihre Produkzionskraft laͤhmt, wird ſie ſolche unvermeidlich befluͤgeln muͤſſen; je mehr ſie eintauſcht, je mehr wird ſie auch die Zahl ihrer antauſchenden Produkte zu erhoͤhen gezwungen ſeyn. Das antauſchende Produkt ſey nun gemuͤnztes oder un⸗ gemuͤnztes Metall, oder ein anderes Gut, ein Produkt wird es ſtets ſeyn, es wird alſo produzirt werden muͤſſen. Da der Tauſch gewoͤhnlich zwey verſchiedene Produktgattungen fodert, ſo wird das antauſchende Produkt ſtets ein anderes, als das eintauſchende ſeyn muͤſſen. Der Grund, warum die Nazion das Produkt eintauſcht, kann nur darin liegen, daß es ihr, der eintauſchenden Na⸗ zion, an dieſem naͤmlichen Produkte fehlt, entweder weil ſie es nicht produziren kann, oder nicht produziren will. 1 Der Grund, warum ſie es nicht zu produziren ver mag, kann wieder darin liegen: entweder daß ihr die Natur den. Stoff oder die Faͤhigkeit zu dieſer Produkzionsgattung gaͤnzlich verſagt, weil es ein lokalnazionelles Produkt iſt; oder weil oͤrtliche Verhaͤltniſſe ihm bey ihr einen hoͤhern vergliche⸗ nen Werth geben wuͤrden, alſo ihr nicht geſtatten, das Produkt im oͤkonomiſtiſchen Preiſe zu produziren, oder, weil ſie mit an⸗ dern lukratiferen Produkzionen hinlaͤnglich beſchaͤftigt iſt. Das erſtere gilt vorzuͤglich von Naturprodukten. To⸗ kayer Wein z. B. kann nur in Ungarn produzirt werden. Gewiſſe Pflanzen, gewiſſe Obſtarten, gewiſſe Fiſche ꝛc. ſind nur in gewiſſen Gegeuden heimiſch. Wer ſie alſo genießen will, muß ſie von ihrer Heimath nehmen. Oertliche Verhaͤltniſſe, z. B. Klima, hohe Volksmenge, Naͤhe der Seen und Fluͤſſe, Ueberfluß des produktifen Urſtoffs (z. B. des Holzes), koͤnnen einer Nazion die Produkzion eines Produkts durch Verminderung der Beſtandtheile des Stoff⸗ werths, oder des Werths irgend einer der drey Produktifkraͤfte, weit vortheilhafter machen; es waͤre alſo unoͤkonomiſtiſch, wenn die eintauſchende Nazion dieſe Produkte ſelbſt produ⸗ ziren wollte. Pomeranzen, Citronen, z. B. koͤnnen auch im Norden in Treibhaͤuſern hervorgebracht werden; aber der mit ihrer Er⸗ —,— ſie uuh Wwunge der un lkt wid Da der dttungen deres, tauſch, een Na⸗ er wei ill. rmag, tur den aͤnzlic er weit gliche⸗ ukt im it an⸗ 253 zeugung verbundene Aufwand macht es den Nordlaͤndern oͤko⸗ nomiſtiſcher, ſie aus den ſuͤdlichen Gegenden, aus Italien ꝛc. zu beziehen; denn ſelbſt mit Einſchluß der Kommerzkoſten iſt ihr verglichener Werth doch in dieſen Nordiſchen Laͤndern als fremdes Produkt geringer; denn als heimiſches. In gebirgigen Gegenden, wo der Zufall einmal viele Menſchen einheimiſch gemacht hat, die aus Anhaͤnglichkeit an ihr Vaterland, dieſes nicht verlaſſen, die aber doch, ſey es auch mit den groͤßten Entbehrungen, exiſtiren wollen, und denen es an produktifem Urſtoff fehlt, werden die Einwohner ſich der Manufaktur und Fabrikazion widmen; ſie werden um einer Preis arbeiten, den die Bewohner andrer Gegenden nicht zu halten vermoͤgen. Sie berechnen dann den Vortheil, auf dem Boden zu wohnen, der ſie geboren werden ſah, als Genuß. Er ent⸗ ſchaͤdigt ſie fuͤr die Entbehrung anderer Genußmittel; und Genuß iſt ein relatifer Begriff, den jeder nach ſeiner eigenen Rechentafel kalkulirt. Jede andre Nazion, bey der die naͤmlichen Verhaͤltniſſe nicht exiſtiren, wird deren Produkte mit groͤßerem Gewinne eintauſchen, als ſelbſt fabriziren. Iſt die Nazion mit lukratiferen Produkzionen, z. B. dem Ackerbau⸗Fabrikartikeln, wozu ihr eigner Boden den Produkt⸗ ſtoff beſizt u. ſ. w. hinreichend beſchaͤftigt, ſo wuͤrde ſie allerdings antioͤkonomiſtiſch handeln, dieſe Erwerbszweige zu verlaſſen, um ſich einer minder lohnenden Produkzion zu wid⸗ men; ſie wird alſo die Produkte eintauſchen, und dieſer Tauſch wird und muß fuͤr ſie relatif kapitaliſtiſch ſeyn, d. h. ihr Ueberſchuß gewaͤhren. 332. Wenn eine Nazion das Produkt, welches ſie ein⸗ tauſcht, zwar produziren koͤnnte, aber nicht produziren will, ſo muß der Grund davon im Nazionalkarakter, in der Apathie der Nazion, in ihrer Traͤgheit, oder in einer launenhaften Vorliebe fuͤr auswaͤrtige Produkte liegen. * 254 Jene Traͤgheit kann aber durch die Hemmung des frem⸗ den Kommerzes am allerwenigſten uͤberwunden werden. Nur das Beduͤrfniß iſt der Stachel der Induſtrie; wird jenes durch das Verbot der Einfuhr fremder Produkte vermindert, werden der Nazion die Mittel entzogen, ihre Genußbegierde zu be⸗ friedigen, ſo muß mit dem Reize zum Genuß, in der naͤm⸗ lichen Proporzion, nothwendig auch die Thatkraft der produk⸗ tifen Konſumenten ſich abſpannen. Wollen alſo dieſe genießen, wollen ſie die Genußmittel der fremden Nazion eintauſchen, ſo zwingt dieß ſie vielmehr zur eigenen Produkzion. Denn das Kreditſyſtem laͤßt ſich nur auf einen gewiſſen Punkt ſpannen. Der große Kaufmann mag dem kleinern, auf 12, auf 18 Monate; dieſer dem Kraͤ⸗ mer wieder auf 6 Monate borgen, endlich erſcheint doch die Zahlungszeit; und woher ſoll nun der Konſument die Zah⸗ lungsmittel nehmen, wenn er nicht produzirt hat? Bey einer Nazion, die mehr konſumirt als produzirt, kann ſich kein Kapitalſtoff haͤufen. Zugegeben, daß die Konſu⸗ menten, um das Beduͤrfniß fremder Produkte zu befriedigen, allen innern Kapitalſtoff, der vorhanden iſt, mittelſt der Anti⸗ zipazion des Einkommens, als dem gewoͤhnlichen Einglei⸗ chungsmittel des Produkzionsmangels, an ſich ziehen; zuge⸗ geben, daß ſie ſelbſt ihren produktifen Urſtoff, ihre Aecker u. ſ. w. verzehren, alles dieß kann nur bis auf einen gewiſſen Punkt gehen. Der fremde Kaufmann verlangt Produkt gegen Produkt, oder Weltmuͤnze in ihrer Eigenſchaft als Produkt. Fuͤr ihn iſt der produktife Urſtoff der einkaufenden Nazion ohne Werth. Er kann nur im Innern der Nazion Preis er⸗ halten. Bey einer Nazion, die anhaltend mehr konſumirt als produzirt, muß aber die Maſſe des verkaͤuflichen Grund⸗ eigenthums ſo hoch ſteigen, alſo deſſen Preis ſo tief ſinken, daß es an Kaͤufern fehlen, daß alſo der auswaͤrtige Kaufmann bald allen Abſaz verlieren wird. de fin, n. Nur ſes dutch „ werden dee zu he⸗ der nam⸗ produt, ußtnit ielmißt ſich nu ufmann n Kii⸗ och die ie zoh⸗ Voh un ſch Konſu. edigen, Anti⸗ inglei zuge⸗ er u. iſſen hegen dukt. ohne 8 er⸗ mitt und⸗ nken, nann — 255 333. Ein Zuſtand der Dinge, in dem eine Nazion durch die freye Einfuhr auswaͤrtiger Produkte, an innerer Pro⸗ dukzion verloͤre, iſt alſo nicht wohl denkbar. Wir ſehen vielmehr, daß gerade dieſe neuen Beduͤrfniſſe, welche das auswaͤrtige Kommerz geſchaffen hat, die Produkzion erhoͤhen. Der Kaffee, der Thee, der Zucker, die Produkte, welche uns fremde Welttheile zufuͤhren, ſind es, welche in Europa den Ackerbau aus ſeiner Wildheit geriſſen, und Oedun⸗ gen in fruchtbringendes Land verwandelt haben. Gepreßt will und muß der Menſch zur Arbeit, ſzur Anſtrengung werden, es ſey nun durch Noth oder durch auf⸗ geregte Leidenſchaften. Ewig iſt dieſe Wahrheit. Verwuͤſtung, Kriege, hohe Theuerung, zweckmaͤßige Erhoͤhung der Abgaben, haben ſtets den Fortſchritt der Kultur zur Folge gehabt. Nicht ſinnig ſind alſo die gewoͤhnlichen Klagen uͤber das Bedaͤrfniß der auswaͤrtigen Produkte; nicht ſinnig iſt das Ver⸗ bot ihrer Einfuhr. Leicht ſinkt der Menſch in die Apathie zuruͤck, der ihn nur langſam die Vermehrung ſeiner Beduͤrf⸗ niſſe, als die erſte Stufe zur Kultur, zu entreißen vermag. 334. Die zweyte Beſorgniß, welche der Hemmung der Kom⸗ merzfreyheit das Daſeyn gegeben hat, iſt die: der Nazional⸗ Verarmung. Eine Nazion, welche eine bedeutende Maſſe auswaͤrtiger Produkte der Bequemlichkeit und der Ueppigkeit— denn nur auf dieſe kann es paſſen— von fremden Nazionen ein⸗ tauſcht, und dafuͤr Produkte der erſten Beduͤrfniſſe antauſcht, verliert am reellen Lebensgenuß, wird alſo aͤrmer. Die eintauſchenden Produkte haben theils durch ihre Sel⸗ tenheit, z. B. koſtbare Weine, die nur auf einer gewiſſen Erdflaͤche erzeugt werden u. ſ. w., theils durch die weite Ent⸗ fernung, aus der ſie beigeſchaft werden muͤſſen, theils durch die Seltenheit des Talents, welches ihre Erzeugung fodert, z. B. koſtbare Gemaͤhlde, theils durch den Grad von Induſtrie, von 256— Anſtrengung, von Zeitaufwand, den ſie beduͤrfen, theils durch den hohen Werth des dazu verwendeten Produkrtſtoffs, einen den abſoluten Werth ſo weit uͤberſteigenden relatifen Werth, und daher einen ſo hohen Preis, daß eine ſehr bedeutende Maſſe reeller Genußmittel zu deſſen Ausgleichung erfodert wird. Der Verluſt dieſer reellen Genußmittel iſt wahre Na⸗ zionalverarmung.. So unlaͤugbar dieſes iſt, ſo wenig liegt ein direktes Zwangsrecht zu deſſen Verhuͤtung im Gebiete der Staats⸗ gewalt. Freyheit des Eigenthums iſt das Grundprinzip der geſelligen Vereinigung. Sie iſt die Bedingung derſelben. In weltbuͤrgerlicher Eigenſchaft tritt der Menſch in den beſondern Nazionalverband, ohne dem Welthuͤrgerrechte zu entſagen. Einzig in der Nazional⸗Oekonomie muß alſo die Regierung die Mittel gegen die unvermeidlichen Folgen jenes Eigenthumsrechts ſuchen. Die Nazional⸗Oekonomie erlaubt— aber eben ſo wenig eine gewaltſame Beſchraͤnkung der einzelnen Eigenthumsrechte, der Begraͤnzung des einzelnen Begehrs. Sie kann nur durch indirekte, d. h. durch ſolche Maasregeln wirken, welche nicht die Erſcheinungen der Krankheit, ſondern den Stoff derſelben angreifen, in ſoferne ſie ohne Zerſtoͤrung heilbar iſt. Sie muß alſo den Grund jenes von der freyen Eigen⸗ thumsbenuzung einmal untrennbaren Uebels an den Wurzeln faſſen. Dieſe Wurzeln ſind 1. allzu große Ungleichheit der Gluͤcksguͤter. Nur bey dieſer kann jene Verarmung zu einem dem Nazio⸗ nalreichthum nachtheiligen Grad ſteigen. 2. Mangel an innerer Produkzion. Die Nazional⸗Oekonomie giebt durch alle Produkzions⸗ zweige die Mittel an, die innere Nazionalprodukzion auf den hoͤchſten moͤglichen Punkt zu treiben. Iſt die innere Produk⸗ zion auf dieſem Punkte, ſo iſt auch bey der hoͤchſten Kommerz⸗ freyheit keine Verarmung moͤglich. Dieſe Freyheit wird dann geld duht im I und 2 T0n ven 3 farlis vund Fur td he 11 3 t 13 G ſin 20 Eine dhnm den a bie G. uatk 1 orn 0 ſer wmit ſine ze ſen N j el e, G. deſtett „piteds dle ſt dane ſer G laun ge 66 vir nin Als era. ſenn kennlg heis un ſſs, einn n Valſ, hedeutende gerfodent ahte Re direkte Staats inzip der derſelben. h in den echte zu alſo de en jenes erlau inzelnen Begehts. zsregeln ankheit e ohne Eigen⸗ urzehn Nur Lazio⸗ ions⸗ ff den oduk⸗ meuy⸗ dann 257 chre wohlthaͤtigen Folgen, naͤmlich als Sporn der Induſtrie, aͤußern. Der Eintauſch fremder Erzeugniſſe wird ſtets nur eine Folge des hohen Grads von Nazionalreichthum ſeyn, und V Verarmung ſezt ja vorhandenen Reichthum voraus. Wenn aber auch Vorliebe fuͤr auslaͤndiſche Genuß⸗Erzeugniſſe, wenn der unverhaͤltnißmaͤßige Reichthum einzelner eine zu ſtarke Einfuhr jener fremden Genuß⸗Erzeugniſſe bey einer Nazion herbeyfuͤhrt, die ſich noch nicht in jenem Zuſtande des Flors eigner Produkzion beſindet, ſo iſt mindſtens das Verbot ihrer Einfuhr kein zweckmaͤßiges Mittel, die innere Produkzion zu befoͤrdern. Kann die Nazion jene Produkte nicht ſelbſt er⸗ zeugen, ſo werden ſie allerdings durch das Verbot ungenoſ⸗ ſen bleiben. Aber daraus folgt noch keine Erhoͤhung des Genuſſes andrer Konſinnenten, keine Erhoͤhung innerer Pro⸗ dukzion; wohl aber Verminderung des einzelnen Genuſſes, verbunden mit Verminderung des Umlaufs der Produkte, ſo wie aus dieſen Hemmung der Produkzion. Eiferſuͤchtig be⸗ wacht der Menſch das Recht, ſeinen Genuß ſelbſt zu waͤ— gen, ſelbſt zu waͤhlen, ſelbſt zu berechnen. Wird ihm die⸗ ſer verkuͤmmert, wird er darin eingeſchraͤnkt, ſo erlahmt ſeine Produkzionskraft; er produzirt ja nur, um zu genie⸗ ßen. Es iſt gegen die gewoͤhnlichen Triebe des Menſchen, daß er auf Ueppigkeit fruͤher denken ſollte, bis die nothduͤrfti⸗ gen, bis die Beduͤrfniſſe der Bequemlichkeit befriedigt ſind. Verſagt man ihm dann das Recht ſeinen Ueberſchuß auf Pro⸗ dukte des feinern Wohllebens zu wenden, ſo wird der Geizige todte Maſſen ſammeln, der Wirthſchaftliche au der Spannung ſeiner Produktifkraft nachlaſſen, der Verſchwen⸗ der wird dieſen Ueberſchuß auf eine andere, eben ſo wenig oͤkonomiſtiſche Weiſe vergenden. Ohne der Menſchheit alle Moralitaͤt abzuſprechen, köͤnnen wir nicht annehmen, daß der groͤßere Theil mehr verzehre, als er erwirbt. Die Bande des Gefuͤhls feſſeln ihn an ſeine Familie; ihnen einen Kapitalſtoff zu hinterlaſſen iſt das unver⸗ kennbare Streben der mehreſten Menſchen. Selbſt der Ehr⸗ 17 258⁸ geiz, ſelbſt die Aengſtlichkeit fuͤr Zukunft draͤngt ſie zur Er⸗ ſparung. Verarmen kann die Nazion nie, wenn die Regie⸗ rung den Nazional⸗Oekonomiegeſezen treu bleibt. Jener Ein⸗ tauſch von Genußmitteln relatifen Werths fuͤr Genußmittel abſoluten Werths, kann und wird nur die Folge ihres Reichthums ſeyn; und was nuͤzte denn der Reichthum ohne Genuß? Und was iſt denn der Reichthum, als: Mittel zum Genuß? 335. Die lational; Oekonomie muß die Nothwendigkeit der Staats⸗ Finanzwirthſchaft anerkennen. Die weltbuͤrgerlichen Verhaͤltniſſe des Menſchen, alſo auch ſeine Weltbuͤrger⸗Rechte, laſſen ſich nicht anders als im ſtaatsbuͤrgerlichen Zuſtande, alſo durch dieſen modifi⸗ zirt, denken, ſo auch ſeine Anſpruͤche auf Kommerzfreyheit. Fuͤr jedes Nazionalglied iſt alſo der Preis, den das Genuß⸗ mittel mit Einſchluß der nach nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Geſezen darauf gelegten Abgabe erhaͤlt, erſt der verglichene Werth. Wenn dieſe Geſeze z. B. die Auflage von 2 Gr. auf das Pfund weſtindiſchen Kaffee unbedingt nothwendig machen, den der Staatsbuͤrger außerdem fuͤr 10 Gr. erhalten wuͤrde, ſo iſt fuͤr ihn der verglichene Werth 12 Gr. Alles beruht alſo auf der Orsaniſazion dieſer Auflagen, um ihnen den nazional⸗ oͤkonomiſtiſchen Karakter aufzudruͤcken. Dieſen Karakter koͤnnen ſie aber nur erhalten V 1. durch den reinen Bedarf des Staats; 2. durch die Entbehrlichkeit oder Unentbehrlichkeit des Ge⸗ nußmittels, alſo a. durch die Moͤglichkeit oder Unmoͤglichkeit, Schwierigkeit oder Leichtigkeit, ſich das naͤmliche Genußmittel mittelſt des innern Kommerzes zu verſchaffen. b. Durch die Eigenſchaft des Genußmittels, je nach der Allgemeinheit des Beduͤrfniſſes, oder dem Raf⸗ finement des Genuſſes, der Schwelgerey, der Lek⸗ kerey u. ſ. w. die dabey zum Grund liegt. 4 8 2 m dann ubn hellot z“nn 7 vi 2 Alesn. uiln 1) D ruſſ ee fenſ dauiz liüin zuwg krawait unade en W 2* 4. da dd uin g0 l unnn ii 10 vidd * ſna and e zur E ie Regi ſener En enaßnin olge ihte hum üh Nittel igkeit de en, al 5 als in m odiff zfreyhei Genuf⸗ Geſezen Weri s Pfund den der iſ fuͤl auf der azional s Ge⸗ erigkei mitte ls, ſ n Nyf er le — 259 336. Der Bedarf des Staats muß dem ganzen Auflage⸗ Syſtem zur Baſis dienen. Wie viel von dieſem Bedarf auf das auswaͤrtige Kommerz gelegt werden muͤſſe? iſt eine Unterſuchung, die, ſo weit ſie nach abſoluten Prinzipien ſich behandeln laͤßt, bey der Staats⸗Finanzgeſezgebung abgehan⸗ delt werden muß. Iſt aber dieſer Bedarf, iſt der Antheil, den das aus⸗ waͤrtige Kommerz davon zu tragen hat, beſtimmt, ſo muß allerdings die Austheilung deſſelben unter die(Waaren) Ge⸗ nußmittel dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß geſchehen.- Kraft der Grundſaͤze, nach welchen die Nazional⸗Oeko⸗ nomie, ihrem Kosmopolitismus ohnbeſchadet, die innere Pro⸗ dukzion auf den hoͤchſten Punkt zu treiben ſuchen muß, iſt es gerecht: die Auflagen auf fremde Produkte, die im Innern erzeugt werden koͤnnten, wozu der Naturproduktſtoff bey der Nazion ſelbſt vorhanden iſt, wo relatife Verhaͤltniſſe die oͤkonomiſtiſche Erzeugung moͤglich machen, mit einer Auflage zu belegen, die zugleich zum Sporn der Nazion ⸗ Produktif⸗ kraft dient; und dieſe Auflage gerade nach dieſer Moͤglichkeit und Leichtigkeit der innern Produkzion abzuſtufen. Unweiſe waͤre es hingegen, fremde Kommerzartikel zu be⸗ ſteuern, die der Nazion unentbehrlich ſind, und die ſie nicht ſelbſt zu produziren vermag. Gerecht und weiſe iſt es ferner, dieſe Auflage nach dem Grad der Allgemeinheit des Beduͤrfniſſes abzu⸗ ſtufen; die Schwelgerey an Genuß ſezt Reichthum, entweder als vorhanden, oder als einzig rechtlichen Grund voraus; der einzig richtige Maasſtab iſt das Verm oͤgen; dieſe Auflage wird alſo, ſo organiſirt, ihrem Prinzip am naͤchſten bleiben. 337. Auch die Vertheilung dieſer Auflagen muß dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie gemaͤß geſchehen. Eine Auf⸗ lage auf ein fremdes Produkt iſt nur in ſoweit ge⸗ 260— 74 recht, als ſie, jenen angegebenen drei Maasſtaͤben gemaͤß, den Preis deſſelben nicht weiter erhoͤht, alſo dieſe es unbedingt fodern. Bis zu dieſem Punkt kann ſie nicht als ein Eingriff in das Weltbuͤrgerrecht der Nazionalglieder betrachtet werden. Jenſeit dieſes Punkts nimmt ſie den Karakter einer Hemmung der Kom merz⸗Freyheit, alſo einer an— tioͤkonomiſtiſchen Maasregel an. Das Oekonomiſtiſche der Auflagen auf fremdes Kommerz, liegt alſo einzig darin, daß man die Nazion den Genuß frem⸗ der Produkte nicht hoͤher bezahlen laſſe, als es der Bedarf des Staats unerlaͤßlich fodert. Der Maasſtab aber, wieviel von dieſem Bedarf, auf auswaͤrtige Produkte zu legen ſey? liegt a. in dem Kalkuͤl des Nazional⸗Vermoͤgens, 3 b. in dem Kalkuͤl, wieviel nach dieſer Berechnung des Vermoͤgens zu dem allgemein verglichenen Werth jedes Produkts, den oben angegebenen Maasſtaͤben gemaͤß, hinzugefuͤgt werden duͤrfe, ohne den Genuß rela⸗ tif unmoͤglich zu machen. Ich bediene mich abſichtlich des Ausdrucks relatif⸗ un⸗ moͤglich, denn in ihm liegt die Beruͤckſichtigung des oben an⸗ gegebenen dritten Maasſtabs. Die Nazional⸗Oekonomie darf ſich keineswegs der Auf⸗ lagen als eines Zwangs⸗Mittels bedienen, den Reiz zu irgend einem Genuß zu vertilgen; dieſe ihr neuerlich aufgedrun— gene Tendenz muß ihr ſtets fremd bleiben. Sie muß ſich einzig an jene Grundſaͤze halten. Kraft dieſer Grundſaͤze kann allerdings Genuß lururioͤ⸗ ſer Genußmittel der duͤrftigen Klaſſe durch die Auflagen unmoͤg⸗ lich werden. Aber ſie wird, jenem dritten Maasſtabe gemaͤß, gerecht, alſo oͤkonomiſtiſch ſeyn, ohne die Kommerzfreyheit im nazional⸗ oͤkonomiſtiſchen Sinne zu hemmen. Werden die Auflagen auf fremde Produkte nach dieſen Grundſaͤzen vertheilt und abgeſtuft, ſo iſt die Kommerzfreyheit gerettet, und der Nazionalreichthum geſichert. 0 tf 1 1, dthni co m 1 2 i t ſie3 jinlgt 16 H grt2 i ſſ n nid d 3. ti ene Fima n un ton Pan dr de 45 ſaht ◻ liti dn dn8 nin e ſten. denz. 1 frein unm, emiß,da unbeding t als di bettoche Karatte einer au Lomma nuß fien Bedanf wieviel zu laxen nung des erth ſde gemiſ ß rela⸗ tif! un ben an⸗ der Aufr Hirgend drun⸗ uß ſich ururid- unmoͤg⸗ gemah, heit in dieſen deyhei 6 261 338. Bisher ſcheinen die Regierungen in der Auflagen⸗Ver⸗ theilung nach ganz andern Grundſaͤzen, großentheils aber planlos gehandelt zu haben; abgeſehen davon, daß die Finanz⸗Geſezgebung gewoͤhnlich nicht vom Staatsbedarf, ſondern einzig von dem Begehr, von der Tendenz ausging, ſoviel als moͤglich zu erheben, ſind auch die Regierungen in die ungluͤckliche Taͤuſchung gefallen, die Auflagen auf fremde Produkte, als eine Beſteuerung der fremden Na⸗ zionen zu betrachten, ſie alſo an ſich, und um deswillen, als die unſchaͤdlichſten fuͤr den innern Nazionalreichthum anzuſehen. Es ſcheint noͤthig, dieſe Taͤuſchung aufzuhellen, und zugleich die Nachtheile eines antidkonomiſtiſchen Auflagen⸗ ſyſtems auf das auswaͤrtige Kommerz auseinander zu ſezen. Eine Produkzion, welche an ſich die Kommerzkoſten ver— traͤgt, bedarf keiner Auflage auf auswaͤrtige Fabrikate. Vertraͤgt ſie ſolche nicht, ſo iſt die Auflage auf auswaͤr⸗ tige Produkte keineswegs eine Beſteurung der fremden Na⸗ zion, ſondern des Nazional⸗Konſumenten. Sie muß ſelbſt der innern Fabrikazion nachtheilig ſeyn, und deren Fortſchritt laͤhmen, weil ſie ihr einen ſichern innern Abſaz gewaͤhrt, alſo die Tendenz zur Vollendung, deren Sporn der auswaͤrtige Abſaz iſt, laͤhmt. Nur bey Auflagen auf unentbehrliche Genußmittel(ab⸗ ſoluten Werths), welche die Nazion ausſchließend beſizt, laͤßt ſich die Moͤglichkeit der Beſteurung der fremden Nazion denken. Aber auch dieſe wird durch die Nothwendigkeit des Eintauſches andrer Beduͤrfniſſe begraͤnzt, die ſie nicht, oder mindſtens nicht zu allen Zeiten in der erforderlichen Maſſe be— ſizt. Denn wo iſt die Nazion, die alle Genußmittel zu allen Zeiten in der erforderlichen Qualitaͤt und Quantitaͤt beſaͤße? 339. Erſtens alſo, eine Auflage, welche die Einfuhr des fremden Genußmittels, alſo den Genuß deſſelben abſolut unmoͤglich macht, iſt ſo gut als Verbot; alſo Hemmung der 262 Kommerzfreyheit, alſo Vernichtung aller Vortheile deſſel⸗ ben, widerſtrebt alſo dem Nazional⸗Oekonomieprinzip. Zweitens, eine antioͤkonomiſtiſche Auflage, die den Genuß zwar nicht abſolut unmoͤglich macht, aber ihn, weil ſie nicht obigen Grundſaͤzen gemaͤß beſtimmt iſt, verkuͤmmert, erſchwert, kann nur den Nazionalreichthum vermindern. Sie hebt den Reiz zum Genuß nicht auf; dieſer geht alſo ſeinen Gang fort; ſie iſt alſo dem fremden Kaufmanne gleich⸗ guͤltig. Er verlangt nur den Weltwerth; um den Nazionellen iſt er unbekuͤmmert. Die Nazion iſt es alſo, und nicht er, welche dieſe Auflage traͤgt. Das Beſtreben ihn zu beſteuern, wird ewig vergebens bleiben. Die Tendenz ihn zu einem maͤ⸗ ßigen Gewinn durch Auflagen zu bewegen, iſt eine eitle Hoffnung. Die durch die allgemeine Regſamkeit der Induſtrie bey dem jezigen Kulturgrade vorhandene Konku rrenz, ddringt ihn ohnehin, den verglichenen Wer th einzuhalten, und macht es ihm unmoͤglich, einen antioͤkonomiſtiſchen Preis ſeiner Waare zu ſezen. Iſt ſie der Nazion unentbehrlich, ſo iſt die Auflage an ſich antioͤkonomiſtiſch, ſo bald ſie auf einen den Genuß verbie⸗ tenden Gead ſteigt; iſt ſie aber entbehrlich, ſo zwingt ihn dieß ohnehin, kraft der Konkurrenz, innerhalb des oͤkonomiſtiſchen Preiſes zu bleiben. Drittens, eine Auflage auf das fremde Kommerz, die nicht nach jenen Grundſaͤzen organiſirt iſt, wird und muß den Schleichhandel reizen, der allen ſchadet und Niemand be⸗ reichert. Denn der Schleichhaͤndler ſelbſt vergeudet durch Schwelgerey, was er zu beſizen ſo wenig gewiß iſt. Unerklaͤrbar waͤre der Wohlſtand, den die Menſchheit bey den aufs hoͤchſte geſpannten Zwangs⸗Anſtalten und Einſchraͤn⸗ kungen noch genießt, verguͤtete nicht das untilgbare Streben des Menſchen nach Gluͤck und Genuß, durch ſo mannigfaltige Mittel die Mißgriffe der Polydeſpozie. an dtſe dn den zuptan ün te Nals ile uſe- zin „ diedan ihn, ue rkuͤnmen dern. geht aſt ane glei azionelln nicht e beſteuenn nem mi⸗ eine eit ſtrie b , dring zuhalten Preis flage an verbie⸗ ihn dieß jſtiſchen 3, die uß den nd be⸗ durch eit bey ſchrin⸗ ztreben fältige 263 Eine Auflage, deren Hoͤhe den Schleichhandel aufregt, verkuͤmmert den Genuß der Nazionalglieder, ohne dieſen irgend einen Erſaz zu gewaͤhren. Selbſt das Plusſyſtem findet dabey ſeine Rechnung nicht; denn eine oͤkonomiſtiſch organifirte Auf⸗ lage wird und muß durch ihre Maſſe uͤberſchwaͤnglich verguͤten, was im einzelnen Anſaze ſehſe. Nur gereizt, nur gepreßt, entſchließt ſich der Menſch zum Laſter. Unoͤkonomiſtiſche Auflagen zwingen die Regierung, eine zahlreiche Menge Staatsdiener zu unterhalten, welche einen bedeutenden Theil dieſer, nicht von Fremden, ſondern nur von Nazionalgliedern erpreßten Auflagen verſchlingen, und auf eine durchaus antioͤkonomiſtiſche Weiſe verzehren. Dieſe Ofſizianten werden. 1. von der Nazion bezahlt, um deren Genuß zu verkuͤmmern; 2. ſie werden der Produkzion entzogen, alſo dadurch die Quel⸗ len des Nazionalreichthums vermindert; 3. ſie gehoͤren unter die Klaſſe der reinen unprodukti⸗ fen Konſumenten, alſo der Koſtgaͤnger der Nazion. Dreyfach iſt alſo fuͤr die Nazion der Verluſt ihrer Anſtül⸗. lung und Unterhaltung. 340. Zu jenem Syſtem in Abſicht des auswaͤrtigen Kom⸗ merzes ſind die Regierungen vorzuͤglich durch die irrige Anſicht von der Natur und den Vortheilen des Kommerzes uͤber— haupt verleitet worden. Höchſtmoͤglicher Wohlſtand der Nazion iſt das Geſez der Nazionaloͤkonomie. Dieſer liegt nun keineswegs darin, daß die Nazion viele Produkte an andre Nazionen uͤber⸗ laſſe, ſondern, daß ſie ſelbſt ſo viel als moͤglich ge⸗ nieße. Dieſer Genuß muß alſo die erſte Tendenz der Regierung ſeyn, alſo der Abſaz der Produkte ins Ausland nur in ſo weit, als er jene Tendenz befriedigt. Beydes iſt nicht Eins. Allerdings befindet ſich dieje— nige Nazion, welche viele Produkte an Fremde uͤberlaͤbt, dem 264— Wohlſtande gewoͤhnlich naͤher. Aber aus dieſer Exportazion folgt noch nicht eigner Genuß. Bey einer großen Ausfuhr kann die Nazion darben. Ent⸗ weder weil ſie, um ihre unentbehrlichen Beduͤrfniſſe zu befrie— digen, ihre Puͤdukte an Fremde uͤberlaſſen muß, oder weil der Vortheil dieſer Exportazion, durch ungleiche Vermoͤgens⸗ vertheilung, in den Haͤnden einiger wenigen bleibt. Hohe Exportazion iſt alſo keineswegs ein ſicherer Barome— ter des Nazionalwohlſtands. Der einzige ſichre iſt: der Ge⸗ nuß des groͤßten Theils der Nazionalglieder; wenn alſo die Nazional⸗Produkzion auf dem hoͤchſten Gipfel ſich befindet, wenn jeder in der Nazion dadurch ſich in den Stand geſezt ſieht, zu genießen, ſo iſt der Zweck der Nazional⸗Oekonomie er⸗ reicht. Zu dieſem Zweck bedarf es dann nur der Freyheit des innern Umlaufs. Ob die Nazion zum Behuf dieſes Genuſſes den auslaͤndiſchen Abſaz beduͤrfe? iſt eine tief zuruͤckſtehende zweyte Betrachtung. Die Nazion wird dieſen Abſaz ſuchen, wenn ſie ihn wirklich zu jenem Zwecke bedarf. Der Ueber⸗ ſchuß ihrer Produkte wird den Begehr fremder hervor— bringen; daraus wird von ſelbſt das auswaͤrtige Kommerz entſtehen. Aber nicht die Sorge der Regierungen iſts, es auf⸗ zuſuchen. Die falſche Anſicht, Exportazion ſey Maasſtab des Nazionalreichthums, hat ihre Eitelkeit gereizt; um ihr zu hul⸗ digen, haben ſie die erſte und weſentliche Sorge fuͤr den w ah⸗ ren Reichthum, fuͤr den innern Genu ß vernachlaͤßigt. Dieſe Eitelkeit hat ſich dann durch die Handels⸗Bi⸗ lanzen ausgeſprochen. . Das aͤußere Kommerz hat den Abſaz der innern Produkte und den Eintauſch fremder zum Gegenſtand. Die erſte und natuͤrliche Tendenz dieſes Kommerzes iſt eigentlich Ausgleichu ng; naͤmlich Ausgleichung der frem⸗ den Erzeugniſſe und innern Beduͤrfniſſe mit innern Erzeug⸗ niſſen und fremden Beduͤrfniſſen. So lange der Staat nicht auf dieſem Punkte der Ausgleichung ſteht, muß er ent⸗ weder den fremden Erzeugniſſen und innern Beduͤrfniſſen bis N uf! Prdut D düghit iine rijnis Gewit fiſchen d Gaaaten pendig de drralcen ronuih dacjer anl ſtefen, nelce ſand. kmme merz portazjon hen, En zu beftie oder pel ermoͤgens, Barone der Ge, walſo die befinder ſezt ſiht omie er⸗ heit do Genuſſe ſtehende zſuchen, Aeber⸗ hervor⸗ ommerz es alff⸗ ſtab des zu hul— wah⸗ Bi⸗ nern . merzes frem⸗ erzeug⸗ nicht er ent⸗ his —— 265 auf dieſen Punkt entſagen, oder durch Erhoͤhung ſeiner Produkzion auf Erreichung dieſes Punktes hinſtreben. Die zweyte Tendenz iſt die Erhoͤhung der innern Pro⸗ dukzion uͤber jenen Punkt der Ausgleichung; alſo der Debit einer groͤßern Maſſe von innern Erzeugniſſen, als die ge⸗ woͤhnlichen Beduͤrfniſſe vom Auslande betragen, mithin der Gewinn eines Ueberſchuſſes, oder das kapitali⸗ ſtiſche Kommerz. Dieß iſt nun die Tendenz beynahe aller europaͤiſchen Staaten geworden; gerade aus ihrer Allgemeinheit muß noth⸗ wendig Gleichgewicht hervorgehen. Das Wohlthaͤtige dieſer Tendenz liegt allerdings in der allgemeinen Erhoͤhung des Produkzionstriebs. Aber dieſer Produkzionstrieb iſt ungluͤcklicherweiſe auf zwey Abwege ge⸗ rathen. Zuerſt und vor allen muß ſich der Produkzionstrieb auf die Urprodukte werfen, denn dieſe ſind unentbehrliche Be⸗ duͤrfniſſe(Cabſoluten Werths); der Ackerbau liefert keinen pre⸗ kaͤren, ſondern einen bleibenden Kommerzſtoff. Seine Produkte koͤnnen, wenn die innern und erſten Beduͤrfniffe be⸗ friedigt ſind, in mannigfaltige Formen verwandelt, veredelt, oder zu Hervorbringung anderer, ja ſelbſt Urprodukte, z. B. das uͤberfluͤſſige Getreide zur Viehmaſtung, benuzt wer⸗ den; ſie ſind fruͤh oder ſpaͤt auf allen Weltmaͤrkten verkaͤufliche Waare. Die Landwirthſchaft iſt es, welche die Unabhaͤngig⸗ keit des Staats ſichert. Erſt wenn die Urprodukzion auf dem oͤchſten Gipfel ſteht, iſt es Zeit, fuͤr die Nazion den Ueber— ſchuß ihrer Bevoͤlkerung und ihres Fleißes auf die Verarbeitungs⸗ produkzion zu wenden. Wenn der Ackerbau, wenn Manufak⸗ turen und Fabriken bluͤhen, ſo iſt der Flor des Kommerzes ge⸗ ſchaffen. Nur diejenige kommerzielle Produkzionskraft, welche jenen Bluͤthen entſproßt, gewaͤhrt dauernden Wohl— ſtand. Gefahrvoll iſt hingegen die Tendenz zur iſolirten kommerziellen Produkzion; die Tendenz: aus dem Kom⸗ merz ſelbſt Nazionalreichthum zu ſchoͤpfen; die Vortheile, 266 welche die Arbeit des Umtauſches der Erzeugniſſe und Beduͤrf⸗ niſſe gewaͤhrt, als eine eigne Reichthumsquelle zu behandeln. Die Gefahr dieſes Irrthums fuͤr das Nazionalwohl liegt darin: dieſer uͤberſpannte Handelsgeiſt hat durch die Hoͤhe und Leichtigkeit des Gewinnes im gluͤcklichen Falle, und durch die Muͤhloſigkeit und Anſtrengungserſparniß dieſer Produkzions⸗ gattung ſo maͤchtigen Reiz, daß die Produkzionen, welche ihr den Stoff liefern, darunter leiden. Nicht das Kommerz ſchaft Genußmittel, nur die Produkzion kann Kommerz ſchaffen. Jener Irrthum hat nicht allein auf die Soliditaͤt des Nazionalreichthums nachtheilig gewirkt, er hat auch die Mo⸗ ralitaͤt der Nazionen verſchlechtert; er hat jene unruhige Thaͤ⸗ tigkeit geſchaffen, die geſchaͤftig iſt, ohne des Erfolgs gewiß zu ſeyn; jene Glanzſucht, jene aus ephemerem Reichthum ent⸗ ſtehende luxurioͤſe Konſumzion, und endlich jene Kommerzial⸗ Eiferſucht, jenen Geiſt von Habſucht, der Europa ſo oft in Slaunmen ſezt. Iſolirte kommerzielle Produkzion, die ſich nicht mit der Vertauſchung innerer Produkte gegen auswaͤrtige, nur mit dem Zwiſchenhandel fremder Nazionen, der Rhederey, der fremden Spedizion beſchaͤftigt, iſt Lohnarbeit fuͤr fremde Na⸗ zionen. Vermiethung der Nazionalkraft traͤgt alſo auch mo⸗ raliſch und oͤkonomiſtiſch deren Gepraͤge. Ueberſchwaͤnglich groß muß die Volksmenge ſeyn, wenn ſie fuͤr dieſe iſolirte kommer— zielle Produkzion noch Ueberſchuß hat, der nicht auf eine oͤko⸗ nomiſtiſche Weiſe zu produziren vermag. Aber falſch iſt die Richtung, durch dieſes iſolirte Kom⸗ merz die Bilanz fuͤr ſich zu erringen, ehe dieſer Ueberſchuß wirklich vorhanden iſt. 341. Ueber den gaͤnzlichen Mangel an Prinzip der ſogenannten Handelsbilanz ſ. uͤbrigens Naz. Oek. 2. B. Z. 315— 323. K. der f5 in 3 mich. dſen in. ſ Thes in Re nr. Atſennts ſſenct n Lön. —— yrit ſzeric ich am In eln ſdurftes⸗ nalcohl d ten ter d Beüif bthendln lvehl ng Hͤße m durch di todukzins welche ſe Konme Komne⸗ itaͤt de die Mo⸗ zige dſi⸗ gewiß zum ent amerzial o oft in richt mi nur mit ey, der de Na⸗ ich mo⸗ ch groß mmel⸗ te oͤko⸗ Kom⸗ rſchuß anntet 315— 342.* Die Kommerzfreyheit muß ſich vor allem ausſprechen in der freyen Konkurrenz. Es iſt allerdings der erſte Grundſaz der Nazional⸗Oekonomie in Abſicht des Kommerzes, die Zahl der Verkaͤufer ſoviel als moͤglich zu vermehren. Die Konkurrenzfreyheit hat den unmißkennlichen Nach⸗ theil, daß ſie den Kaufmannsgeiſt befoͤrdert, alſo die Ur⸗ und induſtrielle Produkzion ſchwaͤcht. Der Grund davon liegt in dem Reize der Muͤh loſigkeit, in der dem Menſchen eige⸗ nen Apathie und Arbeitsſcheue. Indeß wird ſelbſt dieſe nicht unrichtige Anſicht durch die Vortheile uͤberwogen, welche aus der freyen Konkurrenz fuͤr den Reſt der Staatsbuͤrger reſulti⸗ ren. Nur freye Konkurrenz kann den oͤkonomiſtiſchen Preis der Waaren hervorbringen, d. h. denjenigen, der unerlaͤßlich in der Natur, naͤmlich der Menge, oder Seltenheit der Pro— dukzion, dem Kraftaufwande u. ſ. w. liegt; denn ſie iſt ein weſentlicher Beſtandtheil des verglichenen Werths. Nur Konkurrenz kann alſo gegen die, einzig in der Habſucht gegruͤndete Erhoͤhung dieſes Preiſes zum undͤkonomiſtiſchen ſchuͤen. Dieſe Vortheile der freyen Konkurrenz ſind vorzuͤg— lich dann zur Sprache gekommen, wenn von Handlungs⸗ unternehmungen die Rede war, welche einen Fonds bedurften; einen Fonds, der die Kraͤfte eines einzelnen Staats⸗ buͤrgers uͤberſteigt, und alſo die Zuſammenſezung der Fonds mehrerer unvermeidlich macht. Daraus ennſtanden die Handlungsgeſellſchaften. Iſt der Vorderſaz klar beur⸗ kundet, ſo fodert das Nazionalwohl, einer ſolchen Geſellſchaft gewiſſe ausſchließende Rechte zu bewilligen, welche die Ge— fahr und Wagſchaft ausgleichen. Indeß iſt jede Handlungsoktroy Uſurpazion der allgemei⸗ nen Nazionalrechte, alſo nicht weiter rechtmaͤßig als ihr Prinzip es heiſcht, naͤmlich der außerdem fuͤr den Nazio⸗ nalwohlſtand entſtehende Verluſt. Die Regierung kann nur berechtigt ſeyn, den Intereſſen⸗ ten temporelle Vorzuͤge zu verwilligen. Sie iſt verpflich⸗ 268 tet, nach dem Ablauf dieſer Oktroyzeit von der privilegirten Geſellſchaft Rechnung zu fodern. Iſt die Geſellſchaft fuͤr die Wagſchaft gedeckt, ſo iſt ſie nicht berechtigt, dieſes Privilegium weiter zu erſtrecken, ſie iſt verpflichtet, der ganzen Nazion an den Vortheilen der Unternehmung Theilnahme zu geſtatten. Sollte dieſe ihrer Natur nach einen zuſammengeſezten Fonds unerlaͤßlich heiſchen, ſo kann ſie dieſe Oktroy mindſtens nur dann verlaͤngern, wenn der Reſt der Nazion vergebens zur Theilnahme aufgefodert worden iſt. Denn dieß hebt an ſich den Begriff von Privilegium und Monopol auf. 343. Nicht einzig in Abſicht des eignen Nazionalbedarfs und der Nazionalgenußbefriedigung iſt die Kommerzfreyheit einge⸗ ſchraͤnkt worden. Die Verkennung, die Loͤſung des weltbuͤrgerlichen Verbands ging ſo weit, daß alle Nazionen, auch mitten im Frieden, in Abſicht des Kommerzes, den Kriegszuſtand verewigten. Die Finanzwirthſchaft hat ſich naͤmlich des Tranſito⸗ handels, der Durchfuhr der Beduͤrfniſſe einer Nazion zur drit⸗ ten Nazion bemaͤchtigt, um den Staatsſchaz zu fuͤllen. Die Finanzwirthſchaft hat ſich als Prinzip einzig an die Idee des Nehmens gehalten, da, wo fuͤr den Augenblick zu neh⸗ men iſt. Die Rechtlichkeit der Auflagen auf Tranſitohandel, d. h. die Erhebung einer Auflage von einer fremden Nazion, moͤchte ſich uͤberhaupt, den Kriegszuſtand ausgenommen, ſchwer darthun laſſen. Die hoͤhere Philoſophie duͤrfte wohl behaupten: der Tranſitohandel ſey es vorzuͤglich, der das große weltbuͤrger⸗ liche Familienband unterhalte; allen Nazionen gewaͤhre er gleiche Vortheile, alle Nazionen ſeyen dabey intereſſirt, ihn zu entfeſſeln, den freyen gegenſeitigen Tauſch der Genußmittel zu bezuͤnſtigen; aber ſelbſt die Rechtlichkeit der Auflagen auf den Tranſitohandel zugegeben, widerſpricht doch jede hem⸗ nnn ght ah 99 r nerze z'jd: Einy 1n 6 ſt al Eie batt ur L13n 1 tüin vet ſchtn V di d0 kanatausc. Lrleimn geihymut und Sno de A. i R Ks eclſ S Naſch. Lis Nahera Hand 4 ſennd 18 genalee 1 Aloen Rhen. riritgite aft füt de dridiexin Naziun 1 1 geſtatte geſezten mnindſte vergebene ß hüüt a darfs u eit einge erlichen nitten in zuſtand anſite— zur dii⸗ u. Die dee des u neh⸗ „d. h. razion, ſchwer nupten: buͤrger hre er tt, ihn ßmittl uflagen jhen⸗ — 269 mende Beſchwerung deſſelben direkt den Nazional⸗Oekonomte⸗ geſezen. Selbſt bey dem Waſſertransport, noch weit mehr aber bey dem Landtransport, wird jeder Schritt des freyen Kom⸗ merzes von Segen triefen, und auf zahlloſen Wegen, unter zahlloſen Formen, Stoff zur Produkzionskraftaͤußerung der Einwohner und Lohn derſelben erzeugen. 344. Freye Meſſen befoͤrdern die Konkurrenz der Verkaͤu⸗ fer auswaͤrtiger Produkte, alſo die Wohlfeilheit derſelben. Sie begraͤnzen die Habſucht, und beſtimmen den Weltwerth der Waaren. Dort verkauft der Fabrikant in Maſſe, dort erſpart er die Muͤhe und die Koſten einzelner Verſendungen, dort verkauft er weniger auf Kredit, er kann alſo in jeder Ruͤck⸗ ſicht wohlfeiler verkaufen. Meſſen, weit entfernt den Verkauf inlaͤndiſcher Pro⸗ dukte zu vermindern, befoͤrdern ihn vielmehr durch die Be⸗ kanntwerdung derſelben unter fremden Nazionen, durch die Erleichterung des Tauſches und Abſazes. Sie befoͤrdern zu⸗ gleich, durch den Zuſammenfluß mehrerer Nazionalglieder und Nazionalprodukte, und durch das Anſchauen derſelben, die Aemulazion im Kunſtfleiße, ſie erweitern alſo das Gebiet der Kuͤnſte und der induſtriellen Produkzion, ſie ſind die Schleife des weltbuͤrgerlichen Bandes, auf dem die Kultur der Menſchheit, alſo der große Zweck des Univerſums beruht. DSpo wie freye Meſſen muß es auch zum Wohl aller Nazionen allgemeine freye, unabhaͤngige, große Handelsmaͤrkte geben. Sie ſind es, die den dem Wohl⸗ ſtand aller Nazionen, dem weltbuͤrgerlichen Prinzip der Na⸗ zional⸗Oekonomie zuſagenden Zwiſchenhandel unterhalten. 345. Die kommerzielle Produkzion kann abſolut oder im Allgemeinen nur von der Ur⸗ und induſtriellen Produkzion aus⸗ gehen. Relatif kann ſie, wie bey Individuen, auch bey 270 1 Nazionen ſelbſtſtaͤndig ſeyn. Dieß bewies Tyrus, Kartha⸗ go, die Niederlande, Venedig, Genua. Oertliche Verhaͤltniſſe, vorzuͤglich Schifffahrt, koͤnnen die kommerzielle Produkzion— wie jede Produktifkraft ein we⸗ ſentlicher Beſtandtheil des Vermoͤgens— zum Rang des Stoffs erheben; d. h. den Mangel des Stoſſs ergaͤnzen. Eine Nazion kann durch den Zwiſchenhandel, durch Kom⸗ miſſions⸗, Spedizions⸗ und Wechſelverkehr ſich von andern Nazionen einen Lohn ihrer Arbeit erringen, der ſie, und zwar ſchneller als jede andre Produktifkraft, zum Metallreich⸗ thum fuͤhrt. Dieß beweiſt allerdings die Selbſtſtaͤndigkeit des Kom⸗ merzes, als Produktifkraft. Aber Nazional⸗oͤkonomiſtiſch iſt dieſe iſolirte kommerzielle Produktifkraft nicht, denn ſie kann nicht dauernden Nazionalreichthum hervorbringen. Ein iſolirter Handlungsſtaat iſt eine antioͤkonomiſtiſche Nazional⸗ verbindung, dann nie zum Rang einer ſelbſtſtaͤndigen Nazion ſich erheben; ſeine ephemere, nur durch die Eiferſucht anderer Nazionen geſchuͤzte Exiſtenz, dehnte ſie ſich auf Jahr⸗ hunderte, iſt nicht reelle Nazionalſelbſtſtaͤndigkeit. Ein Handlungsſtaat muß an dem Mangel innerer Kraft kranken. Gerade deswegen, weil die kommerzielle Produkzion im Verhaͤltniß andrer Produkzionen, durch die Leichtigkeit und Hoͤhe des Gewinns, eine groͤßere Volksmenge anzieht, iſt die Selbſtſtaͤndigkeit eines ſolchen Staats prekaͤr; denn dieſer Volksmenge fehlt es am Vorbedinge der Exiſtenz, am unabhaͤngigen Beſize der erſten Beduͤrfniſſe, der Guͤter ab⸗ ſoluten Werths. Gerade deswegen, weil der Handlungsſtaat ſich verhaͤlt⸗ nißmaͤßig raſcher als der Ackerbauende Staat bereichert, regt er deſto ſtaͤrker die Eiferſucht und die Eroberungsgierde ſeiner Nachbarn auf, und dieß erhoͤht nur das Prekaͤre ſeiner Exiſtenz. Seine poſitife Ohnmacht muß durch die Gattung der Pro⸗ dukzion noch vermehrt werden. Nur der Ackerbau liefert kraftvolle Kaͤmpfer, nur Ehrgeiz und Vaterlandsliebe ge⸗ rulſs cl. 6 ere etwent dr f verchl jine. er aunte 3 eeikar 4 ds unn aöft nonti datziss A Än 8 1 — uflöſza 4 de prog rpfülig din Gſ 1 ng oon. AMenie hüit is ch der Vahlſ nalglie Gorge til ki das Ei Karthe⸗ können i ft ein we Nang gaͤnzen nrch Kun, n andenn ſie, und etallei 2s Kon⸗ iſtiſc ſi ſie kan . En razional ndigen iferſuch f Jahr⸗ er Kraft dukzion htigkeit ht, iſ denn „am r ab⸗ -rhaͤl⸗ , tegt ſeiner iſtenz. Pro⸗ liefert e 9 271 nialiſche Befehlshaber. Kaufmannsgeiſt ſpannt die Thatkraft ab. Der Kaufmann kann ſchwer ein guter Krieger ſeyn; ſein Gewerbe, der muͤhloſe Wohlſtand, den es ihm gewaͤhrt, ent⸗ nerven ſeine Seele, wie ſeinen Koͤrper: nur Uebung erſtarkt. Der Kaufmann wird ſtets vorziehen, ſich durch Miethlinge vertheidigen zu laſſen, und Miethlinge vertheidigen als Mieth⸗ linge. Iſolirte Handelsſtaaten koͤnnen nur unter der ſoge⸗ N nannten Republikaniſchen Regierungsform gedeihen, und Re⸗ publiken nur gaͤnzlich abgeſondert von Monarchiſchen Staaten. ———— 346. Die einzelnen Produkzions⸗Gattungen ſind nun abgehandelt; werfen wir einen Blick auf ſie zuruͤck, und konzentriren die allgemeine Betrachtung, zu welcher die Pro⸗ dukzion der Nazional⸗Oekonomiekunde Stoff bietet. Was zeichnen ihre Geſeze der Staatsverwaltung, was dem Staatsbuͤrger in Abſicht der Produkzion im Allgemeinen vor? Dieß ſind die wichtigen Fragen, in deren Aufloͤſung das Wohl der geſelligen Menſchheit ruht. Die Staatsverwaltung hat die allgemeine Pflicht: die Produkzion, alſo die Erhoͤhung, Vermehrung, Verman⸗ nigfaltigung, Veredlung der Genußmittel zu befoͤrdern; denn Genuß iſt Wohlſtand. Sie muß alſo jedes Hinderniß dieſer Erhoͤhung, Vermehrung u. ſ. w. entfernen; ſie darf, ſie muß ſogar da, wo einzelne Leidenſchaften und Vorurtheile die e Hinderniſſe hervorbringen, im Namen der Geſammt⸗ heit ins Mittel treten, und dafuͤr ſorgen, daß allenthal⸗ ben der Zweck der geſellſchaftlichen Verbindung, naͤmlich Wohlſtand der hoͤchſtmoͤglichen Maſſe von Nazio⸗ nalgliedern rein und heilig bewahrt werde. In dieſer Sorge hat ſie keine Schranken, in den Ausuͤbungsmit⸗ teln keine, als die Baſis des geſellſchaftlichen Bands, naͤmlich das Eigenthumsrecht. Dieſe darf ſie nur da und dann 27—— 272 uͤberſchreiten, wo ſie den Zweck ihrer Sorge aufheben wuͤrde; aber dann und da darf ſie es. Die Staatsverwaltung muß zu dieſem Zweck alles auf⸗ bieten, um jeden vorhandenen produktifen Urſtoff in natuͤrlichen Produktſtoff zu verwandeln, alſo die hoͤchſtmoͤg⸗ liche Maſſe von Urprodukten zur Erſcheinung, alſo die Land⸗ wirthſchaft zum hoͤchſten Grade der Ausbreitung und Voll⸗ kommenheit zu bringen. Sie muß dann alle Hinder⸗ niſſe entfernen, welche der natuͤrlichen Folge jener Aus⸗ breitung und Vervollkommnung, naͤmlich der Verwandlung des Urprodnuktifſtoffs in induſtriellen Produkſtoff im Wege ſtehen koͤnnten; ſie muß alſo der Fabrikazion den weiteſden Spielraum oͤffnen. Sie muß endlich dem Tauſche der Beduͤrfniſſe, wodurch allein der Genuß unter alle Nazionalglieder ver⸗ breitet, und kraft dieſer allgemeinen Verbreitung der Trieb zur Erſchaffung und Veredlung der Genußmittel aufgeregt werden kann, den freyeſten Spielraum laſſen. Sie muß endlich im Allgemeinen— und das iſt die ſchoͤne Bluͤte, die den Kranz ihrer ſegnenden Nazional⸗Oeko⸗ nomiſtiſchen Pflichten ſchließt,— ſie muß Erforſchung der Naturkraͤfte, Eroͤffnung des unermeßlichen Schachts ihrer nur dem Nachdenken und dem Fleiße aufbewahrten Schaͤze beguͤnſtigen; ſie muß zugleich die Ausbildung der Nazionalglieder durch jedes Mittel befoͤrdern. Denn ſo wie nur der gebildete Menſch zu produziren vermag, ſo kann auch nur er genießen. Eine heitere Lebensphiloſophie lehrt uns die Grille belaͤcheln: als ob Wohlſtand in Ver⸗ ſagungen, in Entbehrungen, und in freywilliger Fru⸗ galitaͤt beſtehen muͤſſe. Sie wird alſo allenthalben Ver⸗ tilgung des Irrthums und Vorurtheils, reine Erkenntniß des Wahren, ſo wie reines Gefuͤhl fuͤr das Schoͤne und Gute zu verbreiten ſuchen; ſie wird alſo Kuͤnſte und Wiſſenſchaften beſchuͤzen und befoͤrdern. * —ꝛe * r und Val⸗ Hindern jener Aue lwandng kſtoff in zion ig rfniſſe leder ver Diieb zu t werden s iſt die al⸗Oeke⸗ ſchung Schachts wahrten ing der ſo wie o kann oſophie Ver⸗ Fru n Veu⸗ nß des Gute chaften ⸗ Achtes Buch. Bewegungsmittel der Produkzion. „ L. 3 4 *.* 1 Dian dert thri u KE 347. Die oͤkonomiſtiſche Konſumzion, der Genuß vieler, fo⸗ dert kommerzielle Produkzion, Verkehr. Und auch dieſer fo⸗ dert Mittel zu ſeiner Belebung, zu ſeiner unausgeſezten Thaͤtigkeit. 2. 3 Alle dieſe Mittel nenne ich Bewegungsmittel der Produkzion. Dieſe Mittel ſind 1. ein allgemeiner Vermoͤgensmeſſer, oder Maasſtab der Vergleichung des geſammten Produktſtoffs(Naz. Oek. 1. B. Z. 75. S. 61. Kreuoerε). a. Abtheilungs⸗ alſo Ausgleichungsvehikel des auszutauſchenden Produktſtoffs„ des Vermoͤgens. 3. Kreditinſtitute, und zwar A. Allgemeine, als Banken. B. Spezielle, a. Pfand⸗Leihhaͤuſer; b. Hypothekariſche Kreditſyſteme. 348. Die Ur⸗ und induſtrielle Produkzion bedarf mehr oder weniger Kapitalſtoff zu ihrem Betrieb, und dieſer iſt die Vorbedingung des Reichthums(Naz. Oek. 1. B. Z. 57. 58. 66.). Kapitalſtoff iſt lebendiger, umſezbarer Vorrath. Dieſes, Leben, dieſe Umſezbarkeit befoͤrdert die Produkzion, erhöͤht alſo die Maſſe des Produktſtoffs, das Vermoͤgen. Die Regierung muß alſo, innerhalb der Graͤnzen der Nazional⸗Oekonomiegeſeze, alles moͤgliche anwenden, um. 276 4 mobiliſire en. Je groͤßer die Maſſe des Nazionalkapi⸗ talſtoffs, je leichter, je groͤß ßer der Fortſchritt zum Nazional⸗ reichthum. 3 Kommerzielle Produkzion iſt keines Fortſchritts, am we⸗ nigſten desjenigen Grads von Ausdehnung faͤhig, aus welchem Nazionalreichthum entſpringt, ſo bald ſie in den Graͤnzen des cinfachen Tauſches der Waare gegen 23 Waare ſtehen bleibt. 1. Der ſo verſchiedene verglichene Werth der Genußmittel muß an ſich den Duſh in einen ſehr engen Spielraum einſchraͤnken. Eine Menge Genußmittel von hohem verglichenen Werthe muͤſſen ganz außer Umlauf bleiben. 2. Der id eale Tauſch, wodurch ein Genußmittel reell gegen die Zuſicherung eines kuͤnftigen Erſazes an einen andern enthänder uͤbergeht, muß auf ſehr wenige Ge⸗ genſtaͤnde und Faͤlle eingeengt ſeyn. Die Unmoͤglichkeit der Ausgleichung des P reiſes der Waaren wuͤrde den Verkehr erlahmen, alſo den Wohlſtand hemmen. den Kapitalſtoff zu ver nehren: alſo das Nazionalvermoͤgen zu 349. 1. Vermögensmeſſer. Rtemometer. Selbſt im Falle des reellen einfachen Tauſches, d. h. wo nur Waare gegen W Waare von den Beſizern vertauſcht wird, iſt dem geſe lligen Menſchen ein allgemeiner Ver moͤgens⸗ eſſer, ein M aasſtab unentbehrlich, nach welchem er die Ab⸗ ifut en des verglichenen Werths der Guͤter(Naz. Oek. 1. B. 3. 46. folg.) und des aus ihm reſultirenden Prei⸗ ſes denſeten⸗ gegen einander abzuwaͤgen vermoge. Ohne dieſen Ktemometer iſt kein Verkehr denkbar. m m it Dieſer Vermoͤgensmeſſer ließ ſich aber anders nicht denken, als indem man von der tiefſten Stufe des ver⸗ glichenen Werths der Guͤter begann, alſo von der aller⸗ unwertheſten Waare 4 4 dan- enli 0 rel nitan ing 6. on bernige eh ionalte kayi amn Nhjinn itts, um n. aus thelchn Geänm Sart e thn Genuſit en Spiabum von hoßen zlauf biehn. wittel kel zes an din wenige6 reiſes n 1 Vohſſte ter. 8, d. ht zuſcht wi zmoͤgeni er die iter(N) nden Pi⸗ andere rict jfe des u der all Durch die Vervielfaͤltigung, Multiplikazion die⸗ ſes einfachen, geringſten, niederſten, unwertheſten Ob⸗ jekts war aber auch der Vermoͤgensmeſſer, der Guͤter⸗Abglei⸗ cher gefunden. 350. Mobiliſirung des Stoffs, des Vermoͤgens iſt nur durch deſſen Abtheilung moͤglich. Je ausgedehnter dieſe Authoſinng„d. h. in je meh⸗ rere Porzionen das Vermoͤgen abgetheilt wird, je groͤ Mobiliſazion, alſo je leichter der Verkehr, je ausgebrei⸗ teter die Konſumzion, der Genuß. Verkehr, Umtauſch der Genußmittel, Kommerz bedarf alſo, nebſt dem Vermoͤgens meſter, Abtheilungs⸗ Anegleklpungs hireene oder Vehikel, d. h. einer be⸗ ſtimmten Waare, eine 6 beſtimmten Genußmittels, das einzeln, einfach, eine feſtgeſezte Porzion aller Gattungen des Vermoͤgens(Stoffs) und multiplizirt, den Preis des geſammten Vermoͤgens ausdruͤckt und enthaͤlt, und dieſes nenne ich: Muͤnze. Der Vermoͤgensmeſſer und das Ausgleichungs⸗ vehikel koͤnnen Ein und daſſelbe ſeyn, aber es iſt nicht unerlaͤßlich noͤthig, daß ſie es ſeyen. Sie koͤnnen Ein und daſſelbe ſeyn, d. h. man kann ſich dieſes beſtimm⸗ ten Genußmittels, welches zum Ausgleichungsvehikel erkohren iſt, bedienen, um mit deſſen einfacher Benen⸗ nung auch das Vermoͤgen mittelſt der Multiplikazion zu meſſen. Aber dieß iſt nicht abſolut nothwendig. Der Vermoͤgensmeſſer kann nur ideal ſeyn. Man kann das Vermoͤgen oder die Summe aller Genußmitiel nur durch eine willkuͤhrliche ideale Benennung abtheilen, und dieß iſt auch oͤſters der Fall. So hat man in vielen Staaten einen idealen Vermoͤgens⸗ meſſer, der reell nicht exiſtirt, alſo auch kein Ausgleichungs⸗ nittel ſeyn kann. Es giebt z. B. in England kein Plund 278 Sterling, es exiſtirt kein ſaͤchſiſcher Thaler, oder 24 Groſchen Stuͤck, kein Rheiniſcher Gulden; in Spanien keine pesos ſencillos, doblons u. ſ. w.; und doch wird in Großbritan⸗ nien das Vermoͤgen nach Pfund Sterling, in Sachſen nach Reichsthalern u. ſ. w. gemeſſen. Der Vermoͤgensmeſſer iſt alſo nichts weiter, als eine Abſtufungsbezeichnung, eine Diviſion des Vermoͤgens bis auf den geringſten, niedrigſten verglichenen Werth des einzelnen, und die Multiplikazion deſſelben. 351. Anders verhaͤlt ſichs mit dem Ausgleichungsvehikel. Dieſes muß ſchlechterdings ſelbſt ein Genußmittel ſeyn, muß das Vermoͤgen nicht blos ausdruͤcken, ſondern wirklich einen Theil deſſelben enthalten. Denn der Verkehr, der Umtauſch, das Kommerz iſt und kann ſeiner Natur nach nichts anders ſeyn, als der Uebergang des Beſizes einer Vermoͤgensporzion, eines Genußmittels von einem Beſizer zum andern. Dieſes Ausgleichungsvehikel muß aber, wenn es ſeinen Zweck erfaͤllen ſoll(naͤmlich den mannigfaltigen, ver⸗ glichenen Werth der Guͤter auszugleichen, deren Beſiz ſich ver⸗ aͤndert) gleich dem Vermoͤgensmeſſer in der geringſt moͤglichſten Vermoͤgensporzion exiſtiren, d. h. bis auf die ge⸗ ringſtmoͤglichſte Maſſe abgetheilt werden koͤnnen; durch die Multiplikazion wird es dann bis zur hoͤchſten Stufe des verglichenen Werths, alſo auch des Preiſes, zur Aus⸗ gleichung brauchbar ſeyn. Wenn alſo z. B. ein Landgut fuͤr 100 tauſend Reichsthaler gewuͤrdigt wird, ſo ſagt dieß eigent⸗ lich ſo viel: dieſes Landgut iſt, 2 Heller zu 1 Pfennig gerech⸗ net, 9 Millionen, 600 tauſend halbe Heller, oder den 9 Millionen, 600 tauſendſten Theil der geringſten denkbaren Vermoͤgensporzion werth. Wird nun dieſes 4 100. Landgut fuͤr—— Reichsthaler verkauft, ſo giebt der Kaͤufer V V V 4 Id A rine 171 gleum. micten I kher dn 48 beu n rfn di jitmd giſe) zn atE jon 8. iS And! nelen nuniier. af et den dude ſn er TI ſſeni enen iſike 190 ner ds 1 ltit,ge ben E& ſai en ſinmag namli 40 4 Ghuſten keine pern Groſbeir Sachſer ug teiter, a 3 Vernäxrn krnen Vaf n deſſalen hungarehi nußmittt en, ſotden Denn kann ſäine rgang de mittels de r, wenne ktigen, ver ſiz ſich ran geringſt duf die ge⸗ durch die en Stufe zur Aus⸗ ndout fil jeß eigent, iig geret er eringſten nun diess der Kulfe ——— 279 und empfaͤngt der Verkaͤufer 9 Millionen, 60o tauſend ge⸗ ringſte Vermoͤgensporzionen. 352. Die Begriffe des Vermoͤgensmeſſers und Aus⸗ gleichungsvehikels ſind bisher gaͤnzlich mit einander per⸗ miſcht worden. Dieſe Vermiſchung hat uͤber die ganze Staatswirthſchafts⸗ lehre Dunkelheit und Verwirrung verbreitet. Dieſer Vermiſchung zu Folge bezeichnete man beydes, ſowohl den Vermoͤgensmeſſer als das Ausgleichungs⸗ vehikel mit Einer Benennung, naͤmlich Geld. Dieſe Be⸗ zeichnung zwey verſchiedener weſentlich geſonderter Be⸗ griffe mit Einer Benennung, hat denn eine zahlloſe Menge von Jrrthuͤmern veranlaßt; ſo wie die mannigfaltigen Defini⸗ zionen des Gelds, die mannigfaltigen Anſichten uͤber das, was Geld ſey, und nicht ſey Durch jene Sonderung der Begriffe wird alles klar und leicht. Jene Dunkelheit iſt dadurch noch erhoͤht worden, weil man dieſes Wort: Geld, auch zugleich Auszeich⸗ nungs weiſe fuͤr Muͤnze gebrauchte. 353. Es iſt alſo unerlaͤßlich nothwendig, die Begriffe des Ver⸗ moͤgensmeſſers, und des Ausgleichungsvehikels, je⸗ den durch eine eigene beſondere Benennung auf immer zu ſondern. Alles iſt klar, ſobald man wiſſenſchaftlich die Feſſeln des Sprachgebrauchs abſtreift, und den Vermoͤ⸗ gensmeſſer ausſchließend Geld, das Ausgleichungs⸗ vehikel, ausſchließend Muͤnze nennt. Die vom Sprachgebrauche veranlaßte Verwirrung iſt fer⸗ ner noch dadurch erhoͤht worden, daß man diejenigen Aus— gleichungsvehikel, welche aus Metall beſtunden, ne⸗ ben dem Worte: Geld, Auszeichnungsweiſe Muͤnze; die⸗ jenigen hingegen, welche nur in einer Urkunde uͤber eine be⸗ ſtimmte Vermoͤgensporzion beſtunden, aneſchli⸗ ßend Geld, niinlich Papiergeld benannte.* 280 Fuͤr den Begriff von Muͤnze als Ausgleichungsvehi⸗ kel iſt es gleichguͤltig, aus welchem Stoffe ſie augenblicklich, d. h. im Momente des Verkehrs beſtehe? wenn ſſe nur die weſentliche Eigenſchaft eines Genußmittels hat, naͤmlich eine Vermoͤgensporzion iſt. Wir muͤſſen uns indeß feſt an den Begriff des Aus⸗ gleichungsvehikels halten, kraft deſſen daſſelbe eine Ver⸗ moͤgensporzion nicht bloß,(wie der Vermoͤgensmeſ⸗. ſer, das Geld) ausdruͤcken, ſondern wirklich ent⸗ halten muß,. 354. 2. Abtheilungs⸗ und Ausgleichungsvehikel: Muͤnze. — Muͤnze kann naͤmlich beſtehen: A. in einer Uebertragungsurkunde uͤber eine beſtimmte Ver⸗ moͤgensporzion(Papier muͤnze). B. in einer Waare, oder Gut, das nicht Metall iſt, und ich zur Unterſcheidung Waarenmuͤnze . nenne. C. in einer beſtimmten Porzion Metall, Gold, Silber, Glockenſpeiſe, Kupfer, Eiſen, Zinn, Bley u. ſ. w. Metallmuͤnze. 355. A. Mapiermuͤnze. Die groͤßte Schwierigkeit fand man bisher darin, dem ſogenannten Papiergelde(Banknoten, Bankzettel, Kre⸗ ditbillets, Aſſignaten, Mandaten u. ſ. w.) die Geldeigen⸗ ſchaft in dem bisherigen Sinne dieſes Worts zu retten. Mit der Metall⸗ und Waarenmuͤnze wird wirk⸗ liches Vermoͤgen gegen Vermoͤgen, Stoff gegen Stoff ver⸗ tauſcht. Nicht ſo bey der Papiermuͤnze; ſie enthaͤlt nur die An⸗ weiſung auf das nach ſeinem Preiſe beſtimmte Produkt. V —— 6 1 — nch 1 ſih lofe t gal n A mb lihena. 1t830 2 ſeine nine doſge 1 reuſ Guüdh u ln dynzari genblili vem ſe ttels har des Au eeine da ensmeſ klich en ikel mte Lar iſt, umd Silber, w. , dem Kke⸗ deigen⸗ etten. d witk off vern ſie Ar- ikt. — 281 Papier muͤnze hat in ſofern allerdings den Karakter eines Ausgleichungsvehikels, daß dadurch die Ausgleichung des verglichenen Werths der Waaren bewirkt, und 3. daß ein reelles Eigenthum, eine Vermoͤgensporzion von Einem Beſizer zu dem Andern uͤbertragen wird. *Aber der Papiermuͤnze ſcheint die weſentliche Eigenſchaft eines Ausgleichungsvehikels zu fehlen, daß es naͤm⸗ lich eine Vermoͤgensporzion wirklich enthalten, nicht bloß ausdruͤcken muß. Aber es ſcheint auch nur. Papiermuͤnze muß von irgend einem Vermoͤgens⸗ beſizer ausgegeben werden. Esriſt die Beglaubigung, daß er die darin bezeichnete Vermoͤgensporzion beſize. In dem Augenblicke, wo er ſie ausgiebt,(in Umlauf ſezt) uͤbergiebt er dem Empfaͤnger die darin enthaltene Porzion ſei⸗ nes Vermoͤgens, und zwar wenn der Werth dieſer Pa⸗ piermuͤnze nach Metallmuͤnze ausgedruͤckt wird, die be⸗ ſtimmte Porzion ſeines beſizenden Muͤnzmetalls. Die alsbaldige, augenblickliche koͤrperliche Ueber⸗ gabe der beſtimmten Vermoͤgensporzion iſt dem Begriffe des Ausgleichungsvehikels fremd. Der Empfaͤnger der Papiermuͤnze wird in dem naͤm⸗ lichen Augenblicke Eigenthuͤmer der Vermoͤgensporzion, welche die Papiermuͤnze ausdruͤckt. Der Ausgeber verliert dieſe Vermoͤgensporzion; ſie iſt alſo ein Ausgleichungsvehikel; ſie iſt Muͤnze. Papier⸗ muͤnze iſt alſo keineswegs ein bloßes Vorſtellungszeichen. Es iſt die Beglaubigung, daß dasjenige Genußmittel, wofuͤr es gilt, wirklich exiſtire, vorhanden ſey. Mit ihrer Uebergabe geht die Waare ſelbſt auf den neuen Beſizer uͤber; nur von ihm haͤngt es ab, dasjenige Gut, welches durch jene Beglaubigungsurkunde nur mobi li⸗ ſirt, abgetheilt worden iſt, in ſeinen koͤrperlichen Beſiz zu bringen. 282 1——ʒ—— ˖—ͦ—;— 7 Die Papiermuͤnze unterſcheidet ſich aber von andern Beglaubigungsurkunden, durch welche das Eigenthum uͤber⸗ tragen wird, und erhaͤlt den auszeichnenden Karakter einer Muͤnze dadurch, daß ſie das Daſeyn und die Ueber⸗ tragung einer nach dem Vermoͤgensmeſſer beſtimmten Vermoͤgensporzion beurkundet. Dieſe Beurkundung mag nun einzig nach dem Ver⸗ moͤgensmeſſer(Geld), oder nach der Metallmuͤnze ge⸗ ſtellt ſeyn, da wo naͤmlich der Vermoͤgensmeſſer(Geld) und Metallmuͤnze Eines und das naͤmliche ſind, wo naͤm⸗ lich Geld durch Metallmuͤnze ausgedruͤckt wird,— das iſt fuͤr den Begriff von Muͤnze gleichguͤltig; denn auch in dem leztern Falle geſchieht die Beſtimmung nach der Metall⸗ muͤnze einzig in deren Eigenſchaft als Vermoͤgensmeſſer. Dagegen ſehen wir oft, daß die Papiermuͤnze lediglich nach dem Gelde(Vermoͤgensmeſſer) bezeichnet wird, denn ſo ſind z. B. die engliſchen Banknoten nicht auf Guineen, als der Metallmuͤnze, ſondern nach dem Vermoͤgensmeſſer, nach Pfund Sterling agetaät. Der Preis der Papier muͤnze hingegen muß ſich nothwen⸗ dig nach dem Grade der Wahrſcheinlichkeit oder Ge⸗ wißheit abſtufen; daß a) derjenige, welcher die Beglaubi⸗ gungsurkunde ausgeſtellt hat, das beglaubigt werdende Genuß⸗ mittel wirklich beſize, daß es alſo exiſtire, und b) daß er es gegen dieſe Urkunde uͤbergeben werde. Es mag nun der Staat oder der Staatsbuͤrger dieſe Be⸗ glaubigungsurkunde ausgeſtellt haben, je groͤßer oder geringer jene Gewißheit, deſto groͤßer oder geringer der Preis. Daher das Steigen und Fallen der Papiermuͤnze, je nach dem Grade der Ueberzeugung, die der Annehmer deſ⸗ ſelben beſizt, daß die Vermoͤgensporzion, welche mittelſt der Beglaubigungsurkunde auf ihn uͤbergeht, wirklich vorhanden ſey, und deren Uebergaba wirklich erfolge. 9 zütze tndert Män, dt ku, Iaßler niblic l anzeomt diengöves ſchmt dia t idt ui ami i 1 R ſnder Malm Di Denn gen humer diiſt de — — d Nd nige, lich ha nihtn Fohe u 1 dieſe Andern hum iha akter einn e Ueber⸗ heſtimmen dem Ver⸗ maͤnze g GBeld) unh wo nim⸗ — das it auch in * Meull⸗ meſſel diglich d, denn tineen, ismeſſe, othwen⸗ der Ge⸗ eglaubi⸗ Genuß⸗ :, und ſe Be⸗ rringer ze, ſ er deſ ſſt der zanden 283 356. Der Wechſel, die Verſchiedenheit des Preiſes der Papier⸗ muͤnze gegen andre Muͤnze, im Verhaͤltniß gegen Waare, aͤndert am Karakter deſſelben als Ausgleichungsvehikel, alſo der Muͤnze, durchaus nichts. Die Papiermuͤnze kann uͤber ihren nominalen Preis ſteigen, ſie kann unter ihn ſinken, d. h. ſie kann fuͤr eine groͤßere Vermoͤgens⸗Porzion angenommen werden, als ſie wirklich bezeichnet; ſie kann aber auch fuͤr eine geringere angenommen werden. Das erſte kann der Fall ſeyn, wenn die Abweſenheit der Vorzuͤge der Metall⸗oder Waareumuͤnze ſich mit den Vortheilen der Papiermuͤnze vereinigen. Dieſe Vortheile beſtehen: in der leichtern Transportabili⸗ taͤt, in der Erſparung der Beſchwerde des Zählens, des Ver luſts am Gewichte der Metallmuͤnze, in der verminderten Ge⸗ fahr u. ſ. w. Vortheile, die in einzelnen Faͤllen, z. B. fuͤr Reiſende, der Papiermuͤnze den Vorzug vor der Metallmuͤnze geben koͤnnen. Haͤufiger iſt allerdings der Fall, daß Papiermuͤnze unter ihren nomin alen Preis ſinkt. Die Vorzuͤge der uͤbrigen Muͤnzen, und insbeſondere der Metallmuͤnze find naͤmlich ausgebreiteter. Die Papiermuͤnze iſt die Beglaubigung: daß die bezeich⸗ nete Vermoͤgensporzion exiſtire, daß der Beſizer derſelben Ei⸗ genthuͤmer dieſer Vermoͤgensporzion ſey, und gegen Empfang dieſer Beglaubigung ſie augenblicklich aushaͤndigen werde. Die Metallmuͤnze iſt di. Vermoͤgensporzion ſelbſt. Iſt das Publikum uͤberzeugt, daß der Ausgeber die Metall⸗ muͤnze, welche durch dieſes Sena⸗ uͤbertragen wird, wirk⸗ lich beſizt, daß alſo z. B. der Staat, oder die Staatsbank nicht mehr Banknoten u. ſ. w. ausgegeben hat, als ihre Fonds betragen; iſt das Publikum ferner von der Redlichkeit und Puͤnktlichkeit der Staatsverwaltung uͤberzeugt, ſo wird dieſe Papiermuͤnze mindſtens fuͤr ihren Nominalpreis gel⸗ 284— ten, al pari ſtehen. Wird jene Ueberzeugung erſchuͤttert, ſo muß auch die Papiermuͤnze an ihrem Preiſe verlieren. 357. Dieſer Verluſt kann ſich nun entweder unmittelbar oder mittelbar aͤußern. Unmittelbar aͤußert er ſich, wenn die Papiermuͤnze in ihrem nominalen Preiſe im Verkehr ſinkt, wenn alſo z. B. eine Banknote von 10 Pf. Sterling nur fuͤr 8. angenommen wird. Mittelbar dann, wenn die Regierung der Papier⸗ muͤnze gezwungenen Kurs giebt. So weit die Macht der Regierung wirkt, kann die Folge davon nur ſeyn: daß der Preis des Vermoͤgens, d. h. aller andern Genußmittel gegen dieſe Muͤnze ſteigt, daß man alſo von dieſer Papiermuͤnze eine groͤßere Nominalmaſſe be⸗ darf, als von der Metallmuͤnze Der Grund dieſes Sinkens kann nur in der Erſchuͤtte⸗ rung jener Ueberzeugungen, vorzuͤglich derjenigen von dem Da⸗ ſeyn des Vermoͤgens ruhen, welches die Beglaubigungs⸗Ur⸗ kunde uͤbertraͤgt. Die Zweifel an dieſer Exiſtenz entſtehen naͤmlich beym Publikum aus dem Zwange, dieſe Papi iermuͤnze anzu⸗ nehmen, ſie gegen Metallmuͤnze auszutauſchen; aus der Ver⸗ ſagung oder Zoͤgerung des alsbaldigen Austauſches, oder aus der Menge, aus der Ueberhaͤufung jener Papiermuͤn ze. Dann entſteht naͤmlich der Fall, wo der Vorzug der andern Muͤn⸗ zen, beſonders der Metallmuͤnze, ſeine Wirkung zeigt. Dieſer Vorzug beſteht in dem ausgebreiteten Spiel— raume derſelben. e. Metallmuͤnze iſt ſelbſt eine Vermoͤgensporzion, ein ſolches Genußmittel, das wegen ſeines poſitifen Werths fuͤr alle kultivirten Menſchen brauchbar iſt; es laͤßt keinen Zweifel uͤber die Exiſtenz der Vermoͤgensporzion Raum, und iſt zugleich zum Verkehr mit der ganzen kultivirten n Menſch⸗ heit tauglich. ———O—OO—— onde er 58 ris to ſcl⸗ V denntt Net da hütten, en. nittell a! „ wenn die kehr ſut ng nar ſih er Nauie n die gole d. h. ale daß mn mmaſſe he⸗ Erſchutr⸗ dem D ⸗ ungs; 7 ich beym ze anzu⸗ der Veu⸗ oder aus Dann Muͤn⸗ Spieb⸗ n, ein Verths keinen n, und Nenſch — 285 A. Nicht alſo die Papiermuͤnze; je mehr ſich dieſe von dem Orte, von der Gegend entfernt, wo dasjenige Vermoͤgen, deſſen Porzion dadurch uͤbertragen wird, ſich befindet, je mehr 8 ſie an ihrer Brauchbarkeit als Muͤnze verlieren; denn groͤßer muß die Unge wißheit uͤber das wirkliche Da⸗ ſe9 dieſer Vermoͤgensporzion werden, je geringer das Ver⸗ trauen zu Erlangung derſelben, je groͤßer die Schwierigkeit ſie in ſeine Genaheſinde zu bringen. Papiermuͤnze kann alſo ſelten au ßer dem Staate gebraucht werden, wo ſie ausgegeben wird. Hoͤchſtens in ſeinen naͤchſten Umgebungen zum Gebranch des Kommerzes. Auch da wird ſie ſich, aus obigen Gruͤnden, ſelten bey ihrem Nominalpreiſe halten, rete unmittelbar unter ihn ſinken, denn ſie wird und muß, ihrer Natur nach, ſtets an den Ort zuruͤckwandern, wo ſich Denge 1 Vermoͤgensporzion befindet, welche durch ſie uͤbertragen wird. 358.. B. Waaren⸗Muͤnze. Waaren muͤnze nenne ich dasjenige Ausgleichungsvehikel, welches nicht aus einer Beurkundung des Uebertrags einer beſtimmten Vermoͤgensporzion, und auch nicht aus Metalle beſteht. Jeder Produktſtoff kann zum Ausgleichungs⸗ vehikel dienen, ſobald er die Eigenſchaft beſizt, daß er 1. ohnbeſchadet ſeines poſitiven Werths ſich in die kleinſte(unwertheſte) Vermoͤgensporzion abtheilen laͤßt. 2. allgemeinen abſo luten, oder doch allgemeinen relatifen Werth hat.(Naz. Oekon. Ir B. Z. 49.). Die großen Vorzuͤge des Metalls zum Ausgleichungsvehikel haben die Waarenmuͤnze allmaͤhlig aus Europa verdraͤngt. Waaren ſind in der Vorzeit oft Vermoͤgensmeſſer, oft ſelbſt Muͤnze geweſen. Das Veyſpiel mehrerer, ſelbſt gebildeter Voͤlker beweiſt, daß Metallmuͤnze nicht unentbehrlich iſt, daß auch Waa⸗ ren zur Abtheilung und Ausgleichung dienen koͤnnen. 286—— —. Im erſten Zeitpunkte des Kulturſtandes der Athenienſer waren Ochſen ihre Muͤnze; Schaafe die der Roͤmer. Allerdings mußte dieß die Ausgleichung erſchweren. Merxiko beſaß große Maͤrkte; in Mexiko galten Kakao⸗ bohnen, kleine baumwollene Tuͤcher, Federkiele mit Goldſtaube gefuͤllt, duͤnne Stuͤcke von Zinn ꝛc. fuͤr Muͤnze. In Virginien bedient man ſich der Tabaks muͤnze. Der Tabak wird in oͤffentlichen Vorrathshaͤuſern aufbewahrt, und dem Eigenthuͤmer fuͤr den Werth eine Note zugeſtellt, die wie Metallmuͤnze umlaͤuft, und ſo wie die europaͤiſche Papier⸗ muͤnze eine beſtimmte Vermoͤgensmaſſe bezeichnet, alſo eigent⸗ lich ebenfalls Papier muͤnze iſt. 138 In Holland bediente man ſich einſt der Tulpenzwie⸗ beln als Vermoͤgensmeſſer und Ausglei chungsvehikel. In einem Theile Indiens braucht man die Muſcheln, Kauris genannt, die aus den maldiviſchen Inſeln kommen, zur Ausgleichung. Sie zirkuliren dort als der 6oſte Theil eines Pecha,(eine Kupfermuͤnze, 6 Deniers franzoͤſiſch). In Aethiopien und Abyſſinien vertritt Salz die Stelle der Muͤnze. Zwey Taͤfelchen, 3 Zoll breit und dick und ein Fuß lang, haben den Preis einer Drachme Golds. Im ſuͤdlichen Amerika bedient man ſich oft des Kakao und des Mais zur Ausgleichung. In Weſtindien des Zuckers. In Neufoundland des Stockfiſches. Bisweilen haben ſogar Regenten die edlen Metalle nicht zur Muͤnze; Waaren dagegen zum Vermoͤgensmeſſer genom⸗ men. Z. B. Caͤſar, das Grundeigenthum. Wenn ſchon die Vorzuͤge der Metallmuͤnze in Europa die Waaren muͤnze verdraͤngt haben, ſo hindert doch nichts, daß ſie zu Befoͤrderung des Nazionalwohlſtands neben ihr einge⸗ fuͤhrt werden koͤnnte. Die Mobiliſir ung des Vermoͤgens iſt der maͤchtigſte Hebel des Reichthums. Beſizt alſo ein Produkt die oben be⸗ * Alſeins net. erſchwen, u Kakal, ederkite Ucke un aksming auftevihr geſtellt, de che Dyxir alſo eigene venzwie ehikel Muſſchel⸗ kommen, heil eines Salz d und dick zolds. Kakan nicht genom⸗ pa die 3, daß einge⸗ etigſte en be⸗ 287 merkten Eigenſchaften, ſo wird die Verwandlung deſſelben in Muͤnze die Ausgleichungsmittel, alſo den Verkehr vermeh⸗ ren, mithin die Produkzion erhoͤhen. 359. C. Metall⸗Muͤnze. Metallmuͤnze iſt: eine entweder durch die Staats⸗ regierung, oder durch glaubwuͤrdige Kunſtverſtaͤndige in Abſicht ihres poſitiven Werths, ihrer Qualitaͤt und Quantitaͤt, beglaubigte Maſſe von Metall. Dieſer Begiiff ſchließt alſo Gold und Silber in Bar⸗ ren ein, deſſen man ſich im großen Verkehre auf den Welt⸗ maͤrkten bedient. Die gewöhnlichſte Gattung der Metallmuͤnze iſt diejenige, welche die Staatsregierung beglaubigt, indem ſie naͤmlich eine Porzion Metall mit einem oͤffentlichen Gepraͤge verſieht, und ihr dann die Bezeichnung einer beſtimmten Vermoͤgens⸗ porzion giebt. Gewoͤhnlich werden dazu edle Metalle, Gold und Sil⸗ ber, da wo es aber an dieſen fehlt, oder durch Lokalverhaͤlt⸗ niſſe andre Metalle einen bedeutenden verglichenen Werth haben, auch Kupfer, Glockenmetall, Eiſen, Bley, Zinn ꝛc. genommen. 1 Das Metallvermoͤgen, deſſen Porzionen die Re⸗ gierung durch die Muͤnze verbreitet, muß nothwendig in de⸗ ren Beſize ſeyn; es ſey nun daß ſie daſſelbe aus den Bergwer⸗ ken hebt, und dieß ſcheint der vorzuͤgliche Grund, warum die Bergwerke großentheils der Nazionalgeſamtheit vor⸗ behalten worden ſind— oder daß ſie es durch Auflagen aus dem Nazional⸗Vermoͤgen entweder in Natur, oder an andern Produkten zieht, wofuͤr ſie Metall eintauſcht. Metalle, und darunter beſonders die edlen, ſind wohl aus folgenden Gruͤnden vorzugsweiſe zur Muͤnze gewahlt worden: Sie ſind r. am theilbarſten, bieten alſo dem Zwecke der Mobiliſazion, der Vermoͤgens⸗Abtheilung, ſo 288— wie der Ausgleichung im Tauſche den weiteſten Spiel⸗ raum. 2. Als Genußmittel haben ſie, gleich allen andern Guͤtern, einen poſitifen, und in der allgemeinen Skala der Genußmittel ihren feſtgeſezten Grad von vergliche— nem Werthe. Ohne dieß wuͤrden ſie nach dem vorhin be⸗ ſtimmten Begriffe keine Ausgleichungsvehikel abgeben koͤn⸗ nen; der Empfaͤnger wuͤrde fuͤr die Vermoͤge nsporzion, die er hingiebt, nichts erhalten.* Der Grad dieſes Werths iſt aber nach den allgemeinen Grundſaͤzen des Werths der Guͤter(Naz. Oekon. 1. B. S. 41. folg.) ſo hoch, daß eine kleine Porzion ſchon eine verhaͤltnißmaͤßig bedeutende Maſſe andrer Guͤter aufwiegt: es folgt hieraus ihre Transportabilitaͤt als eine Eigen⸗ ſchaft, welche ſie zum Verkehr vorzuͤglich brauchbar macht. 360. Man kann den Werth derjenigen Metalle, welche vorzuͤg⸗ lich zur Muͤnze verwendet werden, nicht abſolut nennen (Naz. Oekon. 1. B. Z. 42.) und eben deswegen iſt ihre Brauch⸗ barkeit zur Muͤnze groͤßer. Aber allgemein relatif iſt ihr Werth; denn die edel⸗ ſten Metalle laſſen ſich zu allen Gattungen von Geſchirren, ſo wie zu Verzierungen anwenden. Was aber ihrem poſitifen Werthe fehlt, naͤmlich der Genießbarkeit, und der Unentbehrlichkeit(Naz. Oekon. 1. B. Z. 44.) wird durch den Grad ihres verglichenen Werths bey civiliſirten Voͤlkern aufgewogen. Denn der Grad dieſes verglichenen Werths(Naz. Oekon. 1. B. Z. 44. S. 42.) iſt hoch durch a. die Seltenheit derſelben, im Verhaͤltniß aller an⸗ dern Guͤter; b. durch die Subſtanz, den Adel, die Reinheit, die Dauerhaftigkeit derſelben; „ eiraene ſihs eide V 21 Auis 1 huz eſten Chi allen mnden ſen Ekal i verglie ‚en vothin. aögeüen d Zporzinn, i t allgetzeimn Oekon. 1,5 jon ſchon i ter auftiig. eine Ehn ) brauch eſche votzih lut newne hte Brauc, enn die ed chirten, imlich der on. 1. B. n Werte ad dieſt 4.) i aller an heit,”* ℳ 7 —— 29 c. durch den Aufwand der Kraft und Zeit, alſo durch den hohen Grad von Ur⸗ und induſtrieller Produtkzionskraft, die ihre Hervorbringung und Zubereitung fodert. Dieſer hohe Nang in der Skala der Genußmittel iſt es alſo, der edle Metalle vorzuͤglich zum Ausgleichungsmittel ge⸗ ſchickt macht, und der Metallmuͤnze den ausgebreitetſten Ge⸗ brauch verſchaft hat.. Durch dieſe aus der Natur der Sache geſchoͤpften Grund⸗ ſaͤze, loͤſt ſich der Strokt der Philoſophen und Staatswirth⸗ ſchafts-Lehrer: ob Metallmuͤnze ein Vorſtellu ngs⸗-, ein repraͤſentirendes Zeichen der Waaren(Guͤter, Genuß⸗ mittel) ſey, von ſelbſt. Nur Ein Punkt bleibt zu beruͤhren uͤbrig. Gerade naͤm⸗ lich dadurch, daß jene Metalle zum Ausgleichungsve⸗ hikel brauchbar ſind, iſt ihr poſitifer Werth, naͤmlich ihre Genießbarkeit(Brauchbarkeit), alſo auch ihr Be⸗ duͤrfniß erhoͤht worden. An ſich wuͤrden ſie alſo, ohne dieſe Brauchbarkeit, ohne dieſe Verwendung zum Aus⸗ gleichungsvehikel, zur Muͤnze, in der allgemeinen Skala der Guͤter, einen geringeren Grad des verglichenen Werths einnehmen; die Muͤnz⸗Eigenſchaft ſellbſt iſt alſo ein Theil ihres Werths, und ruͤckt ſie in jener Skala um eine Stufe hoͤher. 361. Die Vermiſchung des Vermoͤgensmeſſers mit dem Ausgleichungsvehikel, die Dunkelheit, welche uͤber den Begriff von Ausgleichungsvehikel, von Muͤnze, herrſchte, hat uͤber das Ausmuͤnzungsſyſtem, d. h. uͤber die Art der Nazion Ausgleichungsmittel zu verſchaffen, viele Jrrthuͤmer verbreitet. In Abſicht der Metallmuͤnze entſtand vorzuͤglich der bedeutende Irrthum, die Ausmuͤnzungsart als ein Staats⸗ Produkzions mittel, als eine unſchaͤdliche, zweckmaͤßige, indirekte Auflage zu betrachten und zu behandeln. 19 Die Grade des poſitifen Werths der edlen Metalle, alſo auch der Metallmuͤnze, koͤnnen allerdings, obwohl nur in einer betraͤchtlichen Diſtanz, verſchieden ſeyn, je nach dem Grade der Brauchbarkeit, alſo des Kultur⸗ ſtandes der luxurioͤſen Konſumzion, des Verkehrs u. ſ. w. und ſo auch die Grade des verglichenen Werths derſelben, nach der Seltenheit u. ſ. w. Aber bey allen civiliſirten Na— zionen muͤſſen edle Metalle poſitifen und allgemein⸗ relatifen Werth haben. 4. Dieſer poſitife und allgemein relatife Werth der edlen Me⸗ talle— deſſen Gradazionen ſtets nur unbedeutend ſind, und nur in betraͤchtlichen Diſtanzen ſtatt finden— ſind es, welche den allgemeinen, den Weltpreis der edlen Metalle, alſo ihr allgemeines Verhaͤltniß gegen Waaren beſtimmen. Bey gebildeten Voͤlkern muß ſich, durch die Mannigfal⸗ tigkeit der Genußmittel, jeder Verkehr zulezt in Welt verkehr aufloͤſen; und da dieſer ſich einzig der Metallmuͤnze als Ausgleichungsvehikel bedienen kann, ſo muß er ſich nothwen⸗ dig nach dem Weltpreiſe richten. Auf welche Art und Weiſe alſo die Regierung edle Me⸗ talle in Muͤnz⸗Eigenſchaft abtheilen, zerſtuͤcken, und mit welchem Gepraͤge ſie ſolche auch immer verſehen mag, der nach dem poſitifen und allgemein-relatifen Werthe der Sub⸗ ſtanz regulirte Weltpreis iſt es, der im Weltverkehre den Preis dieſer Metallmuͤnze beſtimmen wird. 3 62. In ſich unwandelbar iſt alſo der Weltwerth der edlen Me— talle, alſo auch der Metallmuͤnze, alſo unabhaͤngig von Form und Faßon. Aber dieſer Weltwerth ruht, wie der des geſammten Vermoͤgens, auf den allgemeinen Geſezen des Werths.— Dient die Metallmuͤnze zugleich zur Bezeichnung des Ver⸗ moͤgensmeſſers, ſo bleibt ſie zum Zweck dieſer Bezeich⸗ nung wohl unwandelhar, aber nicht in der Eigenſchaft als Ausgleichungsvehikel. ie Ern ann auce m wr 3 der de Aunc de ſenſpeſt gi Ge ng der la de madt, näne talle, offen ſicti Sähre zion de dlen Nan, 5bwohl 8 jeden ſe ſenn, des Kultn. hrs u.,n ths derſtbn vviliſete de gllgemeit der edlenc end ſind, un ind es, uuce en Metalle beſtimmen ie Mannijil Welt rett Imuͤnze ſich nothen⸗ ung eoͤle M n, und mi en mag, dr der Sul⸗ Geltveriehe edlen W zaͤngig ui ie der de ſezen den g des Vr. Bezeit⸗ nſchft 6 — 291 Ihr Preis ſteigt und ſinkt dann, wie der Preis der Waaren, und das leztre iſt es, was der Sprachgebrauch Theurung nennt. Hieraus folgt nicht, daß Theurung, im gewoͤhnlichen Sinne dieſes Worts, einzig vom Preiſe der Metallmuͤnze abhange, doch, daß ſie davon abhangen koͤnne. Ueberfluß an Metallmuͤnze wird den Preis derſelben, wie bey den Waaren, druͤcken, man wird alſo eine groͤßre Maſſe von Metallmuͤnze fuͤr die naͤmliche Waare beduͤrfen; aber die Erhoͤhung der Waarenpreiſe, alſo die Theurung, kann auch durch Seltenheit der Waaren, durch Mißverhaͤlt⸗ niß der Produkzion und Konſumzion bewirkt werden, ohne daß der Preis der Metall muͤn ze ſinkt. Nicht reell im Ganzen, ſondern nur nominal iſt hingegen diejenige Waarentheurung, welche durch Verſchlechte⸗ rung der Muͤnzen, d. h. durch eine von dem Weltpreiſe der Muͤnzmetalle abweichende Ausmuͤnzungsart hervorgebracht wird. Der Muͤnzbeſizer giebt nicht mehr, als jener Welt⸗ preis beſagt. 363. 4 Indeß hat man, jener Grundſaͤze uneingedenk, die Art der Zerſtuͤckelung und Bezeichnung der edlen Metalle fuͤr den Zweck des Ausgleichungsvehikels, der Muͤnze, zu einer Wiſ⸗ ſenſchaft erhoben. Es iſt naͤmlich zwiſchen den verkehrenden Nazionen eine Gattung von Krieg organiſirt worden: durch die Formen der Ausgleichungsvehikel ſich wechſelſeitig zu pluͤndern. Der Zweck der Muͤnze, die Ausgleichung im Verkehre, machte eine bis auf die kleinſte und unwertheſte Ver⸗ moͤgensporzion hinab ſich erſtreckende Zerſtuͤckelung der Me— talle, und dieß wieder, um dem Betruge zu ſteuern, eine oͤffentliche Beglaubigung der Subſtanz, in Ab— ſicht ihrer Qualitaͤt und Quantitaͤt(Korn und Schrot) nothwendig. Dieſe Beglaubigung mußte die Na⸗ zion der oberſten Staatsgewalt uͤbergeben. 292 Die ſich immer erhoͤhenden Beduͤrfniſſe der Regierungen lockten ſie, jene Beglaubigung zu einer Quelle von Einkuͤnften zu machen; daher die mannigfaltigen Ausmuͤnzungsſyſteme. Aber dieſe Mannigfaltigkeit hat den Wohlſtand aller Na— zionen aufgehalten; nicht ihn befoͤrdert. Der poſitife Werth der edlen Metalle wird nach ihrem Gewichte und innern Gehalte beſtimmt. Dieſe Beſtimmungen liegen in der Natur der Metalle, als Genußmittel betrachtet; ſie ſind alſo allgemein an⸗ erkannt und unwandelbar. 364. Einen Ausmuͤnzungsfuß feſtſezen, heißt nichts weiter, als eine gewiſſe angenommene Metallmaſſe, z. B. eine Mark in gewiſſe Theile zerſtuͤcken, und dieſen zerſtuͤckten Theilen dann einen beſtimmten Preis, ſo wie eine eigne Benennung verleihen. Wieviel im Verhaͤltniß aller andern Guͤter jene an⸗ genommene Maſſe am verglichenen Werth enthalte? alſo der verglichene Werth dieſer Mark iſt durch die auf den Grundſaͤzen des Werths ruhende Uebereinkunft aller Nazionen beſtimmt. An dieſer Uebereinkunft kann alſo fuͤr den Weltverkehr die Form durchaus nichts aͤndern. Jeder Empfaͤnger wird dann zum Metallurgen, die Muͤnze iſt ewig auf der Kapelle.; Fuͤr den Weltverkehr hat Abtheilung, Form, Be⸗ nennung der Metallmuͤnze kein Intereſſe. Anders verhaͤlt ſichs allerdings im innern Nazivnal⸗ Verkehr. Da jede Regierung bey ihrer Ausmuͤnzung den Welt⸗ verkehr beruͤckſichtigen muß, ſo muß die Willkuͤhr in Abſicht der Abtheilung, Benennung und Bezeichnung allerdings einen Markſtein haben. Jede Beglaubigung, die dem Weltwerthe widerſpricht, alſo den durch die allgemeine Uebereinkunft der verkehrenden dazionen feſtgeſezten Werth der Muͤnzmetalle anders aus⸗ ſpricht, iſt Taͤuſchung. keüit 1 ddd et 3 Nrrir ſtan Eir rich ehhen witeu Regieunge a Eintäuſen ingeſſſtem. nd ale N nach iſmn t. der Mul, gemein a ts weiter( e Marti kheilen dun enennung ter jene in 27 alſo d e auf den kkunft alce wwerkeht di wird dam elle., rm, Bi azivnal den Wel⸗ Abſicht de ngs eilen derſbtih rkeheenden ers au 9Q2 365. Dieſe Taͤuſchung hatte indeß fuͤr den Nazionalreichthum ſehr nachtheilige Folgen. Sobald man gewahrte, daß die Be⸗ glaubigung nicht mehr den allgemein relatifen Werth des Muͤnzmetalls ausſprach, mußte jede einzelne Muͤnze erſt der Pruͤfung und Schaͤzung unterworfen werden, dieß erſchwerte nothwendig den Verkehr, und entwurzelte das wechſelſeitige Vertrauen, die Seele des Kommerzes. Es er⸗ ſchuͤtterte den ſo wichtigen Glauben der Regierten an die Redlichkeit der Regierenden. Es brachte in dem Privat⸗ vermoͤgen der Nazionalglieder eine dem Anwachſen deſſelben ſehr nachtheilige Verwirrung hervor, weil man ſich der zum Ausgleichungsvehikel beſtimmten Muͤnze zu⸗ gleich als Vermoͤgensmeſſer bediente. Der Verkehr macht bey civiliſirten Voͤlkern einen Ver⸗ moͤgensmeſſer unentbehrlich. Die edlen Metalle ſind zu dieſem Vermoͤgensmeſſer unter allen Guͤtern am meiſten geſchickt. So lange alſo die Me— tallmuͤnze nach dem allgemein relatifen Werth der Metallſubſtanz ausgepraͤgt, alſo beglaubigt wurde, war auch ſie faͤhig, zum Vermoͤgensmeſſer gebraucht zu werden. Wenn z. B. eine Mark Silber von einem metallurgiſch beſtimmten Feingehalte in 120, in 240 Theile abgetheilt wurde, und diefe Abtheilung wirklich den 120, den 240ſten Theil jener Mark Silbers enthielt, ſo blieb, nach wie vorhin, die Metallſubſtanz der richtige Vermoͤgensmeſſer. Ganz anders verhielt ſichs, als Benennung und Sub⸗ ſtanz nicht mehr einſtimmten; der Maasſtab hatte nun ſeine Eigenſchaft verloren; jede Anwendung deſſelben mußte alſo un⸗ richtig werden, unrichtige Vergleichungen, unrichtige Kalkuͤls erzeugen. Gerade dadurch und nur dadurch wurde dieſe Ver⸗ wirrung erhoͤht, als man zweyerley Mectalle, von ganz verſchiedenem poſitifen Werth zu gleicher Zeit zu Aus⸗ gleichungsvehikeln waͤhlte, naͤmlich Gold und Silber. Dieß iſts, was diejenigen ſtaatswirthſchaftlichen Schrift⸗ ſteller geahnet zu haben ſcheinen, welche die Ausmuͤnzung des Goldes neben dem Silber fuͤr nachtheilig erklaͤren. Waͤre naͤmlich die Metallmuͤnze nicht auch zum Vermoͤ⸗ gensmeſſer benuzt worden, ſo wuͤrde die Ausmuͤnzung des Goldes neben dem Silber ganz unnachtheilig ſeyn. Aber ein doppelter Vermoͤgensmeſſer iſt an ſich nicht denkbar; er muß alle Proporzionirung verwirren, und dieß mußte bey dem Golde um ſo mehr der Fall ſeyn, je ſchwerer es an ſich war, das Werthsverhaͤltniß beyder Metalle gegen einan⸗ der zu ergruͤnden. Auch iſt es hieruͤber nie zu einer Weltuͤbereinkunft gekommen. Einig war man wohl daruͤber, daß Gold einen bedeutend hoͤheren poſitifen Werth habe. Dieſer lag in ſeinem groͤßern metallurgiſchen Adel. Einig auch dar⸗ uͤber, daß der Grad ſeines verglichenen Werths be⸗ traͤchtlich hoͤher ſey; dieſer lag in ſeiner Seltenheit. Aber ſchwer war es allerdings, die Gradazionen dieſes Werths beyder Metalle genau und ſchneidend zu beſtimmen, zu⸗ mal da eine Gegend, eine Nazion reicher an dieſem Metall war, als die andere. Gewoͤhnlich bewegt ſich jenes angenom⸗ mene Verhaͤltniß zwiſchen 1 zu 14 bis 15. Jene Proporzionen, welche die Regierungen ſankzionirt haben, ſind aber von dem Weltverkehre bald verlaſſen worden. So wie naͤmlich die Maſſe des Einen Metalls ab⸗oder zunahm, mußte auch der Grad ihres verglichenen Werths verruͤckt werden. Bedeutend waren aber die Abweichungen nie, denn nach Dions Zeugniß, war ſchon bey den Roͤmern das Ver⸗ haͤltniß wie 1 zu 14. Die urſpruͤnglich mit dem Muͤnzkarakter keineswegs unver⸗ einbare; ſondern ihm vielmehr weſentliche Eigenſchaft eines Guts, eines Genußmittels, mußte zwiſchen beyden Me⸗ ——j— Hach Se enenct. 1ö g erurti ſcick dr ſt hent denh netth nun 9 ſt, date fe 1 un det, Wbeeg it u au Silber. cen Säiſt nungung e kklaͤren. in Verni nuͤnzung i ſeyn. Aer denkbar, a üßte bey d an ſic na, en einan⸗ reinkunſt daß Goll de. Diſſt auch dar⸗ Weuths be ltenheit. nen dieſes mmen, zu⸗ em Metal angenom⸗ unkzionitt rworden. zunahm, verruͤct je, denn das Va gs unbe zaft eins den e tallen, ſo wie vom Metall gegen alle andre Guͤter, ihre Wirkung nothwendig offenbaren. So lang es alſo unmoͤglich ſeyn wird, die volle Maſſe des Gold⸗und Silbermetalls zu beſtimmen, ſo lang wird auch eine ſichre, feſte Proporzion unmoͤglich ſeyn. Gehoben iſt in⸗ deß groͤßtentheils der Nachtheil des Nebeneinanderbeſtehens der Gold⸗ und Silbermuͤnze, ſobald man aufhoͤrt die Me⸗ tallmuͤnze ohne Unterſchied als Vermoͤgensmeſſer zu ge⸗ drauchen; ſobald man alſo nur die Silber⸗Metallmuͤnze genau nach dem Weltwerthe ausmuͤnzt, alſo ihre Faͤhigkeit bewahrt, einen Vermoͤgensmeſſer abzugeben, wozu Silber im Verhaͤlt⸗ niß gegen geringe Vermoͤgensporzionen, durch ſeinen gerin⸗ geren poſitifen Werth, und ſeine große Theilbarkeit am ge— ſchickteſten iſt; denn der Vermoͤgensmeſſer muß nothwendig von der geringſten Vermoͤgensporzion beginnen. Allerdings werden ſtets einige nachtheilige Folgen davon uͤbrig bleiben, wenn das Gold durch geſezliche Sankzion den Muͤnztarakier neben dem Silber empfaͤngt. Die große Leichtigkeit des Betrugs im Verkehre, der bedeutende Subſtanzverluſt durch die Abnuzung im Umlaufe, ſcheinen dem Golde die Eigenſchaft eines Ausgleichungsve⸗ hikels zu verſagen. Aber vermieden koͤnnen jene Nachtheile werden, ſobald man der Bezeichnung des Goldverhaͤltniſſes gegen Silber ent— ſagt; der Goldmuͤnze, die wegen ihrer Transportabilitaͤt dem Verkehre ſo vortheilhaft iſt, nur das Gewicht und den Ge⸗ halt(Schrot und Korn) aufdruͤckt, durch die Zerſtuͤckelung und Beglaubigung ihre Brauchbarkeit fuͤr den Verkehr befoͤr⸗ dert, und die Preisbeſtimmung dem Geſeze des Welverkehrs uͤberlaͤßt. 366. Iſt es den Nazional⸗Oekonomiegeſezen gemaͤß, einen Schlagſchaz von der Ausmuͤnzung zu erheben? und welchen? Die Erhebung der Auspraͤgungskoſten mittelſt des Schlag⸗ ſchazes geſchieht: indem die Regierung an dem Weltmetall⸗ 296 werthe einen beſtimmten Theil abzieht, und ihn nomi⸗ nal auf dem Muͤnzgepraͤge ſtehen laͤßt. Metallmuͤnze iſt ein induſtrielles Produkt. Ihre Auspraͤgung iſt induſtrielle Produkzion, ſie fodert Vorrath, Werkzeuge, Arbeit. Das Muͤnzrecht mußte, um der Be— glaubigung willen, den Regierungen vorbehalten werden, der Staat muß alſo die Muͤnzkoſten beſtreiten. Wenn dieſer Aufwand nicht durch jenen Abzug am Weltwerthe des Metalls, alſo nicht durch den Schlagſchaz erhoben wird, ſo kann die Nazion nichts gewinnen. Sie ge— winnt hingegen durch die Erhebung jener Koſten, mittelſt des Schlagſchazes, denn die indirekte Au flage, die er enthaͤlt, alſo die Muͤnzkoſten, ſind dann nicht auf ſie allein eingeſchraͤnkt, ſie theilen ſich auf alle Nazionen aus, mit welchen ſie im Ver⸗ kehr ſteht. Fuͤr dieſen Verkehr iſt aber der Schlagſchaz unſchaͤdlich. Es iſt gerecht, daß jeder, der die Vortheile des Vermoͤ⸗ gens⸗Abtheilungs⸗ und Ausgle ichungsvehikels, mittelſt der Zerſtuͤckung und Beglaubigung des Muͤnzmetalls ge— nießt, auch die Koſten dieſer induſtriellen Produkzion mittrage. Jener Abzug nach metallurgiſchen Grundſaͤzen iſt bekannt, er kann auf das Nazionalvermoͤgen keinen nachtheiligen Einfluß haben. Der Schlagſchaz iſt auch nothwendig. Er allein kann hindern, daß der in ihm liegende induſtrielle Produk⸗ zionswerth der Metallmuͤnze im Verkehre ihr nicht wieder entzogen, die Muͤnze wieder in Metall verwandelt, zu Ge⸗ faͤßen, Zierrathen ꝛc. eingeſchmolzen, alſo der Nazion das Aus⸗ gleichungsvehikel, deſſen ſie bedarf, entriſſen, und zugleich durch die Vernichtung, durch den Untergang des Produk⸗ zions werths ſie in Verluſt geſtuͤrzt werde. Auch wuͤrde die Zuruͤcklaſſung des Schlagſchazes eine allgemeine Uebereinkunft aller Nazionen fodern, um unſchaͤdlich zu werden. Eine einzige Nazion, welche den Schlagſchaz erheben wuͤrde, haͤtte außerdem es in ihrer Macht, die Metallmuͤnze aller andern Nazionen mit Gewinn an ſich zu ziehen. dihn nomi, dutt,. dert Wrg um derd n wenden, h 1A ug m — Sthaſt nen. Ei. 1, mittiſt w die er mit, neingeſchun en ſie im We unſchädlic, — : des Ven svehikele nzmetali h jon mittag. t bekannt,a igen Einfu allein kann Produt⸗, nicht wiede t, zu Ge n das Aus d zugleic Produt⸗ wuͤrde die bereinkunſ az erhele etallmuͤne 1. — 297 Die Nazional⸗Oekonomiegeſeze erkennen aber keinen Schlagſchaz, welcher die wirklichen Ausmuͤnzungskoſten uͤber⸗ ſteigt. Allerdings wird dieſer Schlagſchaz, ſo wie das euro⸗ paͤiſche Muͤnzweſen im Allgemeinen jezt ſteht, nicht allenthal⸗ ben das Einſchmelzen verhindern. Trefflich iſt die Idee eines allgemeinen Muͤnz fußes. Außer den Vortheilen fuͤr die Befoͤrderung des Kommerzes wuͤrde ſie aufklaͤren, daß alles Streben der Regierungen, ſich wechſelſeitig im Muͤnzweſen zu uͤbervortheilen, vergebens iſt, weil es auf irgend eine Weiſe durch Retorſion ausgeglichen wird, und die Moralitaͤt zu Grunde richtet. Aber doch koͤnnte auch dann der Schlagſchaz wegen des Einſchmelzens nicht weg⸗ fallen. 367. Die Frage: Ob eine Ausmuͤnzung, welche ſich vom Weltwerthe des Muͤnzmetalls entfernt, alſo mit Einſchluß des Schlagſchazes dem reellen Werth einen idealen entgegen— ſezt, ob alſo der ſogenannte numeraͤre Muͤnzfuß zum in⸗ nern Nazionalverkehr jenen Geſezen zuſage? muß ver⸗ neint werden. Wir muͤſſen 1. vorausſezen, daß Metallmuͤnze nur bey civiliſirten, alſo ſolchen Nazionen exiſtire, welche mittelbar oder unmit⸗ telbar in Weltverkehr ſtehen. 2. Wir muͤſſen vorausſezen, daß bey civiliſirten Voͤlkern Muͤnzmetalle der allgemeine Vermoͤgensmeſſer ſind, daß alſo unter allen gebildeten Voͤlkerſchaften, jeder ſein Vermoͤgen nach dem Weltwerthe jener Metalle mißt, und meſſen muß; denn nur nach dieſem Maasſtabe kann es eine beſtimmte Baſis haben. Metallmuͤnze, ausgepraͤgtes Metall, iſt dieſer Vermoͤgens⸗ meſſer geblieben; wird alſo ihre Subſtanz veraͤndert, ſo wird jener Maasſtab zerruͤttet, alſo jedem Staatsbuͤrger ſo viel an 8* 298— ſeinem Vermoͤgen entzogen. als der numeraͤre Preis am Welt⸗ werthe abgezogen hat. Undenkbar iſt der Fall, daß eine Nazion ihre Metall⸗ muͤnze nie und zu keiner Zeit, unter keinerley Verhaͤltniſſen, zum Weltverkehr beduͤrfte. So bald ſie ihrer aber bedarf, iſt ſie das Opfer der numeraͤren Ausmuͤnzung. Die fremde Nazion wird dieſe Muͤnze entweder gar nicht annehmen, alſo jene zwingen, Welt muͤnze mit Verluſt einzukaufen, oder ihr dieſe numeraͤre Muͤnze, um ihrer Unbrauchbarkeit als Aus⸗ gleichungsvehikel willen, nicht bloß in dem Muͤnzweltwerth, ſondern in dem Metallweltwerth, alſo ſelbſt mit Abzug des Schlagſchazes, alſo mit bedeutendem 2 Verluſt berechnen. Nehmen wir aber auch an, eine Nazion beduͤrfe der Me⸗ tallmuͤnze gar nicht zur Ausgleichung im Verkehre, ſie ſey alſo einzig zum innern Nazionalverkehr beſtimmt, ſo ſind die Folgen der numeraͤren Ausmuͤnzung nicht minder traurig fuͤr den Nazionalwohlſtand. Dieſe Ausmuͤnzung laͤßt ſich dann nur als eine Nazionalauflage betrachten. Die Regierung entzieht naͤmlich der Nazion durch die numeraͤre Erhoͤhung des Metallmuͤnzpreiſes uͤber den Weltwerth, einen dieſer Er⸗ hoͤhung angemeſſenen Theil ihres nach dem Metallwerth, als dem Weltvermoͤgensmeſſer einmal gemeſſenen Ver⸗ moͤgens. Als Auflage betrachtet krankt ſie aber an den weſentlich⸗ ſten Nachtheilen. Erhoͤht die Regierung den Preis ſchon vor⸗ handener Metallmuͤnze, ſo bereichert ſie auf eine den Na⸗ zional⸗Oekonomiegeſezen widerſtrebende Weiſe, die Metallbe⸗ ſizer, mit dem Raube der aͤrmeren Volksklaſſen; praͤgt die Re jerung eine neue Muͤnze nach numeraͤrem Preiſe aus, g ſo ſaugt ſie den Theil des Nazionalvermoͤgens, welchen die Differenz zwiſchen dem Weltwerthe und dem numeraͤren Preiſe betraͤgt, in den Staatsſchaz. Sie erhebt eine den Grundſaͤzen eines Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Auflagen⸗Syſtems widerſtrebende, den Nazionalwohlſtand vernichtende Auflage. 1 baſ den Otnd des nennt ſtd h mäͤgeni des Ra V mdliced nicens hevict ' dn Sſ aabi hiu, üder ſi geüßen ten h 4 2 4 1 1 84 liche diſ das fen; reis an N ihre Mu Verhälltiſe 4 cer aber badn Die ſien annehmen, aufen, oai zarkeit als i Nuͤnzw velteet jſt mit Abm uſt lerhnn bedärfe derd h ſie ſey u t, ſo ſadh 4 tean ng laͤßt ſchm Die Regiern ke Ekhoͤßumg inen dieſer detallwerth, eſſenen W den weſeatlid reis ſchon vol feine den N die Metalle ſen; praͤgt d im Preiſe an⸗ a, welchen em numerin rhebt eine 1 flagen⸗Shſim tende Auftob⸗ Nicht Gerechtigkeit, nicht Gleichheit kann die Baſis dieſer Auflage ſeyn, denn bey ihr findet keine, nach dem Vermoͤgen und den Produkzionskraͤften der einzelnen Staatsbuͤrger abgemeſſene Austheilung ſtatt. Im buͤrgerlichen Verkehre laͤßt ſich kein Abſchnitt des Moments machen. Er hangt, wie die Zeit ſelbſt, un⸗ trennbar zuſammen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ſind bey ihm verſchmolzen. Die gaͤnzliche Zerruͤttung der Ver⸗ moͤgensverhaͤltniſſe, des Familiengluͤcks, der Vertraͤge muß das Reſultat dieſer Operazion ſeyn. Sie muß allenthalben den redlichen Glaͤubiger zum Opfer des unredlichen Schuldners machen; ſie muß im Verkehre ſelbſt eine gaͤnzliche Stockung bewirken. Auch ſtreng kammeraliſtiſch betrachtet kann ſie den Staatsſchaz nicht bereichern. Wenn die Regierung nicht zugleich die Maſſe der Auflagen erhoͤht, alſo Druck auf Druck haͤuft, ſo kann ſie dadurch nichts gewinnen; die verſchlechterte oder numeraͤr erhoͤhte Metallmuͤnze wird durch die Auflagen großentheils in den Schaz ewig wiederkehren, oder im erhoͤh⸗ ten Preiſe angenommen werden muͤſſen. 368. Muͤnzgeſeze, welche nicht auf der Baſis des Weltve r⸗ kehrs ruhen, nicht dem Weltwerthe der Muͤnzmetalle an⸗ gemeſſen ſind, muͤſſen der Nazion ihr Kommerz und ihren Wohlſtand entreißen. Ein Staat, in dem die Handlung durch oͤftere Veraͤnderung des numeraͤren Preiſes der Metallmuͤnze erſchuͤttert, und zu immer neuen Kalkuͤls und Ausgleichungen gezwungen wird, wird ſich bald von allen denjenigen handeln⸗ den Nazionen verlaſſen ſehen, mit welchen er nicht in jedem Falle mit Verluſt handelt, oder dem er nicht u nentbehr⸗ liche Beduͤrfniſſe anzubieten hat, in deren ausſchließendem Beſize er ſich befindet. Ein ſeltener Fall. Beſizt der Staat eigene Bergwerke, ſo wird er allerdings das Metall, welches er erbeutet, um den Marktpreis verkau— fen; vergebens wird er es aber hoͤher zu verkaufen ſuchen. 300 Muß der Staat es auswaͤrss kaufen, ſo wird er durch den numeraͤren Werth eben ſo wenig gewinnen; er wird noth⸗ wendig von ſeinem verſchlechterten Metall ſo viel mehr fuͤr reines geben muͤſſen, als die Verſchlechterung betraͤgt. Er ſelbſt wird die Muͤnzmetallpreiſe hinauf treiben, alſo um ſo viel theurer einkaufen, und das war auch bisher der Erfolg jener Selbſttaͤuſchung. Der Vortheil der numeraͤren Aus⸗ muͤnzung beſtand bloß in der Defenſion. 369. Die Metallmuͤnze hoͤrt dadurch, daß ſie als Ausglei⸗ chungsvehikel allen uͤbrigen Guͤtern, den Waaren, entge⸗ gen geſezt wird, nicht auf, dem allgemeinen Geſeze des Guͤter— werths zu unterliegen. Sie hat ihren verglichenen Werth. Ihr Preis kann alſo auch im Verhaͤltniß der Waaren ſteigen und ſinken; d. h. im erſten Falle erhaͤlt man fuͤr die naͤmliche Metallmuͤnzmaſſe mehr Waare, dieſe wird wohlfeiler; im zweyten Falle erhaͤlt man dafuͤr weni⸗ ger Waare, dieſe wird theuerer. Nur ein Gut, ein Genußmittel, iſt zum Ausgleichungsvehikel brauch⸗ bar; unvermeidlich alſo auch dieſes Sinken und Steigen des Preiſes der Metallmuͤnze. Der Staatsbuͤrger muß ſich dieſem Wechſel unterwerfen, und fuͤr den groͤßeren Theil derſelben iſt er auch unſchaͤdlich. Die Produzenten aller Gattung gleichen das Sinken des Preiſes der Metallmuͤnze durch die Erhoͤhung der Waaren⸗ preiſe aus, gewinnen auch zum Theil dadurch. Die Rentirer, die Muͤnzkapitaliſten verlieren, und für ſie iſt dieſes Sinken ein dem Ganzen wohlthaͤtiger Zwang zur Produkzion. Anders verhaͤlt ſics mit dem Staate und den Staatsdienern. Hat der Staat ein nach der Metallmuͤnze regulirtes fixes Auflagenſyſtem, ſo muß, bey dem Steigen jenes Preiſes, die Nazion, und bey dem Sinken deſſelben, die Staatsverwaltung verlieren. Im erſten Falle wird die Nazion mehr bezahlen als ſie nach den Geſezen bezahlen ual, halte gen,d greſſe beh d u46 6 ten grn fo wäeſ td er ducch dn er wid woch diel meßr ſt benigt en, alſe um zher der ef umeriten ge ſſe als Ausſi aaren, ung ſeze des Git erglichene Verhäͤltniß w Falle ent gare, dit dafuͤr wen in Gut, i zikel brauc Steigen de unterwerfe ſchäͤblich Sinken de »Waaren⸗ n, und fi iger Zwan e und du Netallmäͤne Steigel n deſſaben lle wid d en bezahle zahle 301 ſollte; im zweyten Falle die Staatsverwaltung weniger er⸗ halten, als ſie bedarf. Dadurch ſieht ſie ſich gezwun⸗ gen, die Auflagen zu vervielfaͤltigen, um mit dem Muͤnz⸗ preiſe gleichen Schritt zu halten.— Eine Vervielfaͤltigung, bey der außer der Schwierigkeit eines richtigen Eben⸗ maaßes, die Nazion ſtets das Opfer ſeyn duͤrfte. Steigen die Muͤnzpreiſe wieder, ſinken alſo die Waa— renpreiſe, ſo iſt der Reiz, die einmal gegruͤndeten Aufla⸗ gen fort zu erheben, zu groß, als daß die Macht ihm zu widerſtehen vermoͤchte. So wird nicht allein die Nazion mit Auflagen erdruͤckt, ſondern, was noch weſentlicher iſt, der Preis der Metall⸗ muͤnze ſelbſt wird durch die Hoͤhe der Auflagen auf einen Grad getrieben, der den Werth uͤberſteigt, alſo den Staats⸗ buͤrger zwingt, ſich die Metallmuͤnze durch Entbehrungen zu verſchaffen, am Lebensgenuſſe zu darben. Fixe Staatsauflagen ſcheinen alſo eines feſteren und im Preiſe minder wandelbaren Regulators zu beduͤrfen; eines Guts, das, wenn es auch ſeiner Natur nach nicht ſelb ſt zum Ausgleichungsvehikel geſchickt iſt, doch wegen ſeiner Unentbehrlichkeit, alſo ſeines hoͤhern poſitifen Werths(Naz. Oek. 1. B. Z. 44.) den Muͤnzmetallpreis bee⸗ herrſcht. Und dieſes Gut iſt wohl Eßgetreide. Eßgetreide iſt es daher auch, nach dem ſich ſtufenweiſe die Preiſe aller andern Waaren, mit Einſchluß der Muͤnzmetalle reguliren. Die oͤffentlichen Auflagen ſollten alſo nach dem Getrei— depreiſe einer beſtimmten Zeit zwiſchen der Erndte regulirt werden. Dieſes wuͤrde zugleich den weſentlichen Vortheil ge— waͤhren, dem Getreidepreiſe eine Baſis zu geben. Dadurch wuͤrden alle Staatsbuͤrger, und vorzuͤglich diejenige Klaſſe, die bey der Niedrigkeit der Auflagen am meiſten intereſſirt iſt, weil ſie am meiſten Auflagen zu bezah⸗ len hat, naͤmlich die großen Grundeigenthuͤmer veranlaßt, ihre Getreidevorraͤthe nicht aufzuſpeichern, ſondern zu Markte zu bringen, um die Getreidepreiſe und mit ihnen die Auflagen auf einem maͤßigen Fuße zu erhalten. 370. Die Ausmuͤnzung iſt eine im Namen der Nazion dem Metalle aufgedruͤckte Beglaubigung ihres Metall⸗ Werths.— Dieſe Beglaubigung geſchieht von der Regierung fuͤr die Nazion und in ihrem Namen. Daraus folgt die unerlaͤßliche Pflicht der Aechtheit die⸗ ſer Beglaubigung, ihrer Wahrheit. Die hoͤchſte Wahrheit und Redlichkeit muß alſo die Baſis des Nazional⸗Ausmuͤnzungsſyſtems ſeyn. Und dann iſt die Form, die Abtheilung, die Zerſtuͤck⸗ lungsweiſe, die Benennung, der ſogenannte Muͤnzfuß, gleichguͤlig. Er kann den naͤchſten Kommerzialverhaͤltniſſen der Nazion angepaßt werden. Zweckmaͤßiger, vortheilhafter fuͤr das allgemeine Weltver⸗ kehr waͤre es vielleicht, die Mannigfaltigkeit idealer Benennun— gen der Metallmuͤnze ganz zu verbannen, ihr das Gewicht, den Gehalt(Schrot und Korn) und die Bezeichnung der geſezlichen Praͤgkoſten aufzudrucken. 371. Es iſt laͤngſt bewieſen, daß die Legirung der edlen Metalle zur Ausmuͤnzung nicht nothmendig iſt, und daß ſie gerade die rohen Metallpreiſe wegen der Scheidungskoſten ſteigert. Die Ausmuͤnzung ſelbſt, d. h. die Abtheilung großer Metallmaſſen in kleinere, iſt eine merkantiliſche Ope⸗ razion. Die Regierung erwirbt durch Bearbeitung der Bergwerke, oder kauft jene Metallmaſſen im Großen, um ſie im Detail wieder zu verkaufen. Allerdings muͤſſen ihr die Koſten dieſer Produkzion oder Operazion verguͤtet werden. Sie ſind unter dem verglichenen Werthe des Metalls begriffjen. Mehr als dieſen Werth und die induſtriellen Produkzionskoſten der Ausmuͤnzung iſt ſie nicht zu fodern be⸗ adi ahal lbe ver ſcie auger und tti tn! rete 5 ꝗN 62. la „ . die Uit * Maion w tes Metal, gierung ft lechthei keit muß d ems ſeyn „die Zeril Muͤnzfii alverhäͤlnſy teine Vela⸗ er Benennn s Gewict, zeichnung de g der chl ſt, und da idungskoſte lung großer iige dTe beitung de Großen, muͤſſen iſ et werden. des Meult induſtrilln födenn 3⁰03 rechtigt; mehr wird ſie, außer durch unrechtlichen Zwang, nie erhalten. Kann wohl der Kaufmann eine Waare dadurch uͤber ihren Einkaufspreis verkaufen, wenn er ihren Werth verſchlechtert? Der wahre verglichene Werth faͤllt bey der Gehaltsver⸗ ſchiedenheit der edlen Metalle nicht, wie bey andern Waaren, augenblicklich ins Auge, er fodert metallurgiſche Kenntniſſe, und die Ergruͤndung deſſelben wuͤrde bey der Menge dieſer Detailwaare und dem in ihrer Beſtimmung liegenden ſchnel⸗ len Umlaufe aͤußerſt muͤhſam ſeyn. Deſto heiliger, deſto unerlaͤßlicher iſt im Muͤnzweſen fuͤr die Regierung die Pflicht der Wahrheit. 372. Aeber die durch jene unrichtige Anſichten in Abſicht der Ausmuͤnzung veranlaßte Depoſito⸗Banken, ſ. Naz. Oek. a. B. 3. 363— 366. 373. Metablmuͤnze unterliegt, gleich allen Guͤtern, den Geſezen des Werths und Preiſes. Dieß ſcheint den Regie— rungen einen feſten und dauernden Ausmuͤnzungsfuß, ein ſolides Muͤnzſyſtem unmoͤglich zu machen. Es iſt nicht genug den Herrſchern zu empfehlen, daß ſie die Ausmuͤnzung auf den Weltwerth der Metalle gruͤnden ſollen. Es iſt allerdings die Pflicht der Regierung zu ſorgen, daß dieſe Preisveraͤnderungen der Nazion nicht nachtheilig werden.. Dieß koͤnnte der Fall ſeyn, wenn die Regierung Muͤnz⸗ metall im hohen Preiſe einkanft, alſo in einem Preiſe, der dem verglichenen Weltwerthe nicht angenieſſen, alſo un⸗ oͤkonomiſtiſch waͤre. Die Nazion iſt es, die dann beym Sinken des Preiſes den Verluſt tragen wuͤrde, wenn die Ausmuͤnzung nach dem oͤkonomiſtiſchen Preiſe geſchaͤhe. Allerdings iſt dieß der Fall, wenn der Einkauf der Me— talle, oder die Ausmuͤnzung der eigenen Ausbeute in dem Zeit⸗ punkte erfolgt, wo der Preis des Muͤnzmetalls zu hoch ſteht. 3⁰4 Dieſer Fall kann auch unvermeidlich werden, wenn die Nazion zu ihrem Verkehr Ausgleichungsvehikel ſchlech⸗ terdings bedarf. Aber dieſen einzigen Fall ausgenommen, kann im Ganzen jenes Wechſeln des Preiſes der Muͤnzmetalle keinen Grund abgeben, die Ausmuͤnzung nach andern Grundſaͤzen als dem Weltwerthe der Muͤnzmetalle zu orga— niſiren. Die Oekonomie der Natur iſt das Prinzip des Wer⸗ thes(Naz. Oek. 1. B. S. 52.). Der Preis iſt hoͤchſt un⸗ beſtaͤndig.(Ebend.) Er iſt nur das Schwanken innerhalb des geſchloſſenen Cyklus des Werths; wenn aber auch der ver⸗ glichene Werth des Muͤnzmetalls bis zu einem Grade ſteigt, oder ſinkt, der alles Verhaͤltniß gegen die Waaren aufhebt, oder ihm den poſitifen Muͤnzwerth, d. h. die Brauch⸗ barkeit zum Ausgleichungsvehikel raubt, ſo muß die Ausmuͤn⸗ zung dennoch dem Weltwerthe der Muͤnzmetalle treu bleiben. Steigt dieſer Werth des Muͤnzmetalls, oder, was daſ— ſelbe iſt, ſinkt der Preis der Waaren, beſizt der Staat hin⸗ laͤnglichen Vorrath an Metallmuͤnze, und iſt dieſe dem ver⸗ glichenen Werthe gemaͤß ausgepraͤgt, ſo wird ſie nothwendig mit ſteigen. Bedarf der Staat noch Metallmuͤnze, ſo beſizt er ent— weder das Metall ſelbſt, oder er muß es kaufen. Beſizt er es ſelbſt, ſo kann auch die Regierung ohne Verluſt auspraͤgen, ihre Muͤnze wird immer den Grad des verglichenen Werths der Zeit haben. Einkaufen muß es der Staat freylich im andern Falle mit Verluſt, denn er muß eine groͤßere Waarenmaſſe als vor⸗ hin dafuͤr geben. Aber die Regierung wird dann wohl beſſer thun, durch Belebung und Erhoͤhung der Produkzion fremde Metallmuͤnze an ſich zu ziehen, und ihr einen dem Weltwerthe angemeſſenen Preis(Kours) zu ſezen, als ſelbſt fuͤr Rech⸗ nung des Staats auszumuͤnzen. Sinkt dieſer verglichene Werth, ſo iſt dieß der Ausmuͤnzung ohnehin gleichguͤltig. Allerdings koͤnnte eine zu große Anhaͤufung der Muͤnzmetalle Pee fene teh l vr ei dile hodat giſen deſſer ſöre Mänl den hheur den, tenn R ehikelſtet⸗ zusgenunnn er Nün mai nach anden netale zu ag zih des Den is iſ höcſtne mnken innate rauch der den im Grade ſin aaren auf h. die Wut f die Auena treu blilb der, was d der Stagt ſi ieſe dem ven ie nothwen beſizt er m bierung ühte n Grad dei ndern Fall ſſe als vu wohl beſe⸗ en fremde Weltwett tfuͤr et⸗ verglicene gleichgllt düͤnzmeui — 05 es nothwendig machen, auf ein anderes Ausgleichungsvehi⸗ kel zu denken, denn die in der Seltenheit liegende, mit der leichten Theilbarkeit und Transportabilitaͤt verbundene Brauchbarkeit derſelben zur Muͤnze fiele hinweg. Doch der Werth der edlen Metalle wird ſich erhalten durch ihre Dauer⸗ haftigkeit, Unzerſtoͤrbarkeit, und durch ihren ſtarken Verbrauch. 3 374. Im Allgemeinen ruͤhrt unſtreitig die Erhoͤhung der Waarenpreiſe, oder das Sinken der Metallmuͤnze von den vermehrten Gold⸗ und Silbermaſſen, ſo wie von der Konkur⸗ renz anderer Ausgleichungsvehikel, der Bankzettel u. ſ. w. alſo von dem Sinken ihres verglichenen Werths her: aber im einzelnen hat es wohl andere Urſachen. Es iſt eine Folge der zunehmenden wohlhabenden Bevoͤlkerung, wodurch eine groͤßere Waarenmaſſe erzeugt, alſo auch eine groͤßere Maſſe von Muͤnzmetall herbey gezogen, und durch deſſen Anhaͤufung, ſo bald deſſen Verhaͤltniß mit den uͤbrigan Waaren verruͤckt wird der verglichene Werth des Muͤnzmetalls nothwendig herabgedruͤckt worden iſt. Wir fin⸗ den allerdings, daß die feinen Waaren vor Zeiten ſogar theurer waren,(d. h. mit einer groͤßeren Muͤnzmetallmaſſe aufgewogen werden mußten), als jezt; aber dieſe anſcheinend ſonderbare Erſcheinung hat natuͤrliche Urſachen: 1. wurden damals die Fabrikate nicht mit dieſer Leichtigkeit und Fertigkeit erzeugt; Maſchinenarbeit war vollends un⸗ bekannt.— .Vergleicht man die damaligen Preiſe dieſer Waaren mit den damaligen Preiſen des Getreides und anderer Guͤter abſoluten Werths, ſo muß man bedenken, daß die Bevoͤlkerung bey den reicheren und hoͤheren Staͤnden nicht in dem naͤmlichen Verhaͤltniſſe wie bey dem niederen zugenommen hat. Die Zahl der Kaͤufer feiner Waaren aus der reichern Klaſſe iſt alſo ungefaͤhr die naͤmliche geblieben; die Zahl der 20 42 306 Konſumenten aus dem Volke hat ſich bedeutend vermehrt. Die erſten Lebensbeduͤrfniſſe mußten nothwendig im Preiſe verhaͤltnißmaͤßig weit mehr als die feinern Waaren ſteigen. Die edlen Metalle nuͤzen ſich zwar durch den Gebrauch in jeder, alſo auch in der Muͤnzgeſtalt ab, doch werden ſie nicht wie andere Genußmittel, z. B. Getreide, Holz u. ſ. w. durch die Konſumzion ganz vernichtet, und ihre Maſſe wird un⸗ aufhoͤrlich vermehrt. Dier Giad des verglichenen Werths, den ſie ſeit Jahrhunderten mit nicht bedeutenden Abaͤnderungen behaupten, iſt alſo nur durc die ſteigende Kultur, durch die wachſende luxurioͤſe Konſumzion, durch den erhoͤhten Verbrauch, durch die erhoͤhte Volksmenge, alſo durch die groͤßere Verthei⸗ lung der Metallmuͤnzmaſſen erklaͤrbar. 375- Nach den Nazional⸗Oekonomiegeſezen kann alſo der Weltwerth der Muͤnzmetalle, ihr Preis ſinke oder ſteige, ein⸗ zig die Ausmuͤnzung beſtimmen. Dieſen Werth muͤſſen nothwendig alle Nazionen dort aufſuchen, wo dieſe Muͤnzmetalle aus den Urquellen in der groͤßten Menge hinfließen, wo er alſo ſich regulirt; alſo in den großen Marktplaͤtzen, wohin ſie von den Beſizern und Produzenten zum Waareneinkauf ſtroͤmen. Denn gerade die Portabilitaͤt derſelben muß veranlaſſen, daß ſie auch den Kiffenneeſeeis Markt aufſuchen, ſo lang er vorth heilhaft iſt. Man hat aber die willkuͤhrliche nominale Ausmuͤnzung dröhen vorzuͤglich aus folgenden zwey Gruͤnden zu vertheidigen geſucht: Erſtens, daß Metallmuͤnze nach dem Weltwerthe ausge⸗ praͤgt, von andern Staaten, in welchen ein nominaler Aus⸗ muͤnzungsfuß exiſtirt, ſtets wieder verſchlungen, in verſchlech⸗ terte Muͤnze verwandelt, alſo die redliche Nazion ihrer Aus⸗ gleichungsvehikel ewig beraubt werden wuͤrde. Blieben alle Regierungen den Nazional⸗Oekonomiege⸗ ſezen getreu, ſo koͤnnte dieß nicht ſtatt ſinden. Dieß ſteht kaum zu erwarten; die Staatshaushaltung muß alſo jene Folge nonie den b zu d mänzg andre ichtes duſ ſät ſo kand geſtate kännen NMazi lend vaeit dig im unn Laaren ſeym. en Geüra u verden ſe u. ſ. w. nt Naſſe win n nen Vettſt Abaͤndeunn ſtur, dar ten Verttat oͤßere Vane inn alſo de er ſteige, iu zionen dol ſpuellen in a glirt; alſoi Beſizern in in gerade ui ſie auch w etheihhaft ſ Ausmuͤnzu vertheidinn erthe auc inaler Ae verſchlh ihrer Ai ekonomieh Dinß bi jfene dobe 307 allerdings zugeben, nicht aber den NMashtheit fuͤr den Nazio⸗ nalwohlſtand. Jede Nazion, die ſich der dem Weltwerthe gemaͤß aus⸗ gepraͤgten Metallmuͤnze bemaͤchtigen will, wird ſie nach dieſem ihren vollen Werthe mit Einſchluß des Schlagſchazes be⸗ zahlen muͤſſen. Hier exiſtirt alſo kein Nachtheil, außer daß die Muͤnz⸗ ſtaͤtte der redlichen Nazion in groͤßere Thaͤtigkeit kommen wird. Die Metallmuͤnze wird dann ein Fabrikat, das um den Preis verkauft wird, den es koſtet. Um dieſen Preis kann es ſtets von neuem fabrizirt werden, es kann alſo der Nazion ſelbſt nie an dieſem Ausgleichungsvehikel mangeln. Den einzigen moͤglichen Nachtheil, der aus der in der Zwiſchenzeit eintretenden Erhoͤhung des Muͤnzmetallpreiſes zu reſultiren vermoͤchte, kann die Regierung dadurch entfernen: daß ſie nur die von ihr gepraͤgten Metallmuͤnzen in den Staatskaſſen annimmt, nur diejenigen Privatvertraͤge fuͤr guͤltig erklaͤrt, die in dieſer Muͤnze geſchloſſen werden. Dazu iſt die Regierung ſelbſt nach den Nazional⸗Oeko⸗ nomiegeſezen berechtigt, und dieſe Maasregel wird hinreichen, den beduͤrfenden Vorrath der Staatsmetallmuͤnze im Staate zu erhalten. Der zweyte Vertheidigungsgrund der willkuͤhrlichen Aus⸗ muͤnzung ſoll darin liegen: daß die verſchlechterte Muͤnze andrer Staaten ſich in denjenigen Staat, deſſen Regierung aͤchte Metallmuͤnze praͤgt, eindringen, und dieſe mit Ver⸗ luſt fuͤr die Nazion verdraͤngen wuͤrde. Haͤlt die Regierung mit Kraft uͤber ihrem Maͤnzſyſtem, ſo kann ſie ruhig allen fremden Metallmuͤnzen den Eingang geſtatten, aber nicht den Kours als Ausgleichungsvehikel. Sie koͤnnen und werden dann nur als Waare nach dem reinen Nazionalmuͤnzfuße valvirt werden. Wenn der Kaufmann fremde Metallmuͤnze in einem hoͤhern Preiſe annehmen ſollte, als ihr Weltmetallwerth be⸗ traͤgt, ſo hat er gewiß die Differenz auf irgend eine Weiſe in 308 Rechnung gebracht. Er hat ſeine Waare um ſo viel theu⸗ rer angeſezt, und dadurch gleicht es ſich wieder ein. Wie der Kaufmann tauſcht, das iſt durchaus nicht die Sorge der Regierung. Ihre Sorge iſt nur, daß die Nazion nicht aͤr⸗ mer werde; dieß wird ſie aber nur dann, wenn der Staat fremden Metallmuͤnzen den Umlauf als Ausgleichungs⸗ vehikel im innern Tauſche geſtattet. Kann der einheimi⸗ ſche Negoziant dieſes Muͤnzmetall in dem naͤmlichen Preiſe wieder im Staate verkaufen, in dem er es erhaͤlt, ſo wird aach der fremde Negoziant auf den naͤmlichen Preiſen der antauſchenden Waare beſtehen. Findet der inlaͤndiſche Kaufmann ungeachtet der Unmoͤg⸗ lichkeit dieſe Muͤnze im Innern des Staats um den naͤmlichen Preis zu verkaufen, den naͤmlichen Vortheil bey dem Ver⸗ kehre, ſo wird er ihn dennoch fortſezen; wird aber ſein Han⸗ delsvortheil dadurch vermindert, daß das Muͤnzmetall dort im hoͤheren Werthe ſteht als hier, ſo iſt es eine natuͤrliche Folge der Kommerzialperhaͤltniſſe beider Nazionen; eine Folge, die der Staat nicht vermeiden kann, auf keinen Fall haͤtte vermeiden koͤnnen, ohne vorſaͤzlich einen gewiſſen Verluſt zu uͤbernehmen. Jede Nazion tauſcht fuͤr ihre Schuld natuͤrlich zunaͤchſt diejenige Waare an, die ſie beſizt, und die ſie entbehren kann. Sind Muͤnzmetalle dieſe Waare, ſo wird ſie mit Me⸗ tall bezahlen; ſie wird dieſe allen andern vorziehen, weil ſie am leichteſten zu uͤberfrachten iſt, weil ſie die Frachtkoſten vermindert. Nie wird ein Staat dieſes verhuͤten koͤnnen, ohne den Handel zu pernichten; er verliert auch nichts dabey. Geſtattet er aber den Umlauf einer fremden gering⸗ haltigen Metallmuͤnze als Ausgleichungsvehikel neben der ſeinen, ſo wird die fremde Nazion dieſes umpraͤgen, und als ſeine Muͤnze mit vermindertem Werthe, alſo mit Gewinn fuͤr ſich, wieder hereinſenden. Die fremde Nazion wird nie mit ihrer Muͤnze ausgleichen, wenn es nicht ſe int dieſe ſes ſehel ſt uu Maal nr, zione ſo k häͤuf ſo u theu (der ei. di die Eug m Naziun ni denn der em zgleichange a der eiten mlichen gi thaͤlt, ſom en Preiſen w et der Um den naͤmit hey dem d ber ſein ei nzmetall dun ine natüͤtit n; eine ßil ſen Fall hit iſſen Lalli uͤrlich zunici ſie entheſn ſie miü M ziehen, wi Frachtti n, ohme d y. en geritt ikel nelen s umyrähn n VeVruh Die ftent zenn esi — 3⁰09 — ihr Vortheil iſt. Hat ſie zu empfangen, ſo muß ſie mit ihrer Muͤnze ſich bezahlen laſſen, und dabey verliert ſie nicht. 1 376. Die Muͤnzmetalle haben an ſich poſitifen Werth, denn ſie ſind brauch hbar zu Verzierungen, zu Gefaͤßen; wegen h er innern Adels, ihrer Dauer und Reinheit. Groß i dieſer poſitife Werth. Je hoͤher der Kulturſtand einer Nazion, je ausgedehnter 34 Kreis ihrer Beduͤrfniſſe; je groͤßer auch das Beduͤrfniß an Muͤnzmetallen, je hoͤher dieſer poſitife Werth. Ein Hirtenvolk, von einfachen Sitten und Beduͤrfniſſen, eine Nazion, einzig aus Ackerbauern beſtehend, wo jeder ſeine Beduͤrfniſſe ſelbſt erzeugte und verarbeitete, wuͤrde der Muͤnz⸗ metalle ganz entbehren koͤnnen. Eine gebildete Nazion, wo die Menſchen in groͤßeren Geſellſchaften beyſammen wohnen, wo die Mannigfaltigkeit der zu Befriedigung ihrer Beduͤrfniſſe erforderlichen Genußmittel ſchnellen und haͤufigen Verkehr noth⸗ wendig macht, bedarf Ausgleichungsvehikel. Dazu ſind die edlen Metalle der faͤhigſte Stoff; die edlen Metalle ſind alſo fuͤr kultivirte Nazionen Beduͤrfniß, ſie ſind wahres Vermoͤgen. 377. „Munzmetallvermoͤgen iſt alſo kein ideales, es iſt reel⸗ les Vermoͤgen. Aber die edlen Metalle ſind kein unent⸗ behrliches Gut von abſolutem Werthe. Ihr Werth iſt nur allgemein relatif(Naz. Oek. 1. B. Z. 43.). Metalluͤberfluß kann ſogar den Karakter der Nazion verſchlech⸗ tern, kann die Ur⸗ und induſtrielle Produkzion laͤhmen, alſo dem Nazionalwohlſtande nachtheilig werden; aber gewoͤhnlich nur, wenn Staatsverfaſſung und Staatsgeſezgebung nicht Na⸗ zional⸗Oekonomiſtiſch organiſirt ſind. Sind beide Nazional⸗Oekonomiſtiſch organiſirt, ſo kann die Folge des Muͤnzmetallreichthums nur ſeyn, daß es haͤuſiger verbraucht wird, zuerſt im Preiſe und zulezt im Grade 310— des verglichenen Werthes ſinkt. Metallreichthum, Metall⸗ uͤberfluß iſt alſo keineswegs dem Nazionalwohlſtande abſolut nachtheilig. Alles was davon weder zu Gefaͤßen und Ver⸗ zierungen, noch zum Ausgleichungsvehikel nothwendig iſt, wird entweder abfließen, oder den Preis, und endlich den verglichenen Werth der Muͤnzmetalle herabdruͤcken. Der Preis der Muͤnzmetalle wird ſinken, der Preis der Wa aren, und mit ihnen die Produkzion, ihr Werrh, und der Werth der Produkzionskraft, alſo der Nazionalwohlſtand wird ſteigen. Auch bey gebildeten Nazionen hat aber die Maſſe des Beſizes derſelben ihre Graͤnze; jenſeits hoͤren ſie auf reeller Reichthum zu ſeyn. Eine kultivirte und an andern Genußmitteln reiche Nazion wird und muß nothwendig, wenn alle unentbehrliche Beduͤrfniſſe befriedigt ſind, ihre Wuͤnſche und Neigungen auf entbehrliche, auf Beduͤrfniſſe der Bequemlichkeit, und endlich auf die der Ueppigkeit richten. 1 Der Ueberſchuß ihrer unentbehrlichen Guͤter enthaͤlt fuͤr ſie kein Genußmittel mehr, ſie muß nach neuen Genuß⸗ mitteln ſtreben. Sie wird fuͤr irdenes, kupfernes ꝛc. Geſchirr, goldenes und ſilbernes waͤhlen. 378. Welche Maſſe von edlen Metallen iſt fuͤr eine gebildete Nazion nach Nazional⸗Ockonomiſtiſchen Grundſaͤzen Be⸗ duͤrfniß? Lebendiger Kapitalſtoff iſt Vorbedingung des Reich⸗ thums.(Naz. Oek. 1. B. Z. 5. S. 65.). Bey gebildeten Nazionen iſt Wohlſtand ohne Verkehr nicht denkbar. Die⸗ ſer fodert unerlaͤßlich Ausgleichungsmittel; Metallmuͤnze iſt das zweckmaͤßigſte Ausgleichungsmittel; die ganze civiliſirte Menſchheit haͤngt durch das allgemeine Band des Weltver⸗ kehrs zuſammen: Jede Nazion bedarf alſo eine beſtimmte Maſſe von Muͤnzmetallen, um ſowohl ſich ſelbſt im Innern jals auch denjenigen Theil des Weltverkehrs auszugleichen, der nicht mit andern Ur⸗ und Induſtrieprodukten ausgeglichen 1 Knyrer t thun,2 Am hlſtande e dlſct fäͤßen un d nothtendt f und en dlc hun ken. Dae Vazten,n dder Van dvwitd ſein * die Maſt en ſie auf ne ufmiteln i ule unentht d Neigunmn uemlichkei, en Gäͤter en ſch nenen Gin rnes w. Gſth fär eine glid brundſther d nann iat Bey güa denkbat. d Metalmit ganze eii des Welin eine befike lſt in orn zugleihen 3 n ausgo 311 werden kann, der Punkt dieſes Bedarfs laͤßt ſich nicht ab⸗ ſolur und poſitif, aber doch relatif beſtimmen. Wenn gleich auch zum innern Nazionalverkehr Metall⸗ muͤnze ſtets das vortheilhafteſte Ausgleichungsvehikel ſeyn wird, ſo laſſen ſich doch ohne Nachtheil des Nazionalwohls Surrogate denken. Nicht ſo in Abſicht des Weltverkehrs. Hier giebt der Metallreichthum einer Nazion den Maasſtab des Bedarfs aller uͤbrigen. Beſizt dieſe metallreiche Nazion auch Reichthum an innern Produkten, ſo liegt fuͤr die uͤhprigen Nazioner der Punkt des Muͤnzmetallbedarfs darin, daß ſie mind⸗ ſtens ſo viel davon beſizen muͤſſe, daß bey jenen der Me⸗ tallpreis nicht bedeutend hoͤher ſey. Iſt der Vorrath an Muͤnzmetallen bey einer Nazion gering, ſo muß ſie den Preis der Muͤnzmetalle, im Verhaͤlriß der metallreichen Nazionen, nothwendig mit der Produkt enmaſſez alſo mit Ver⸗ luſt aufwiegen; ſie muß alſo das Ausgleichungsvehikel um einen hohen Preis einkaufen. Dieſes Gleichgewicht im Metall⸗ preiſe der Nazionen gegen einander, iſt alſo der Punkt des Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Bedarfs. Dieſes Gleich⸗ gewicht zu erhalten, giebt es nur zwey rechtliche Mittel: hoͤchſte Vollkommenheit der Produkzion, und, im Fall des Mangels, ein unſchaͤdliches Surrogat der Metallmuͤnze fuͤr den innern Verkehr.. Iſt die Produkzion in ihrer Bluͤthe, ſo muͤſſen die Waa— renpreiſe ſinken; alſo werden die fremden Kanfichee mit ihrer Metallmuͤnze erſcheinen, um die niedern Waarenpreiſe zu benuzen. Vermehrt ſich in einem Staate die Metallmuͤnze auf einen hohen Grad, ſo werden die fremden Kaufleute Waaren ein fuͤhren, um das Sinken des Preiſes der Me⸗ tallmuͤnze zu nuͤzen, die bey ihnen hoͤher ſteht, alſo dieſe ableiten. Daher das Ebenmaas im Muͤnzmetallvermoͤgen auch bey den reichſten Staaten. 379. Aller Tauſchzwang, alle gewaltſame Hemmung des Tau⸗ ſches iſt ein Kampf mit dem unwiderſtehlichſten Naturgeſeze, in welchem der Zwingende ſtets unterliegen muß. Am gewiſſe⸗ ſten bey einem Gute, welches, wie Muͤnzmetall, im Verhaͤlt⸗ niß ſeines poſitifen Werths einen ſo geringen Raum einnimmt, alſo ſo verbergbar, ſo leicht verfuͤhrbar iſt. Augenblicklicher Mangel der Guͤter allgemeinen abſoluten Werths kann dem Nazionalwohle gefaͤhrlich werden, z. B. Mangel an Eßgetreide; aber augenblickliche Seltenheit iſt noch nicht Mangel, und Metallmuͤnze kein augenblicklich unentbehrliches Beduͤrfniß, kein Gut von allgemein⸗ ab⸗ ſolutem Werthe.* Der poſitife Werth der Muͤnzmetalle(ihre Genieß⸗ barkeit, Brauchbarkeit) iſt gegen eine Menge andrer Guͤter verhaͤltnißmaͤßig gering, die man ſich aber durch deren Aus⸗ tauſch verſchaffen kann; wenn alſo die Nazion nicht entweder dieſe ſelbſt erzeugt, oder durch den Antauſch andrer gleich entbehrlicher Genußmittel erlangen kann, ſo muß und wird ſie nothwendig Muͤnzmetall waͤhlen muͤſſen. Jene Unmoͤglichkeit, ſie durch Waaren zu erlangen, ent⸗ ſteht aus deren Mangel, oder, weil derjenige, welcher die verlangende Genußmittel beſizt, entweder nicht die angebo⸗ tene, oder uͤberhaupt keine andre Waare, ſondern nur Metall⸗ muͤnze annehmen will. Im erſten Falle iſt nichts natuͤrlicher, als zum An— tauſch dasjenige Gut zu waͤhlen, das man beſizt, in dieſem Falle iſt aber auch das Ausfuhrverbot Thorheit. Es waͤre nur ein Verbot: zu genießen; ein Befehl: den wahren— willkuͤhrlichen oder idealen— das iſt hier gleichguͤltig— alſo unentbehrlichen Genußmitteln zu entſagen, und ein un⸗ brauchbares Gut zu behalten. Im zweyten Falle iſt das Ausfuhrverbot nicht weniger unweiſe; derjenige, der ſeine Metallmuͤnze hingiebt, um nmnung du te Nannxig emeinen zhide ) wenden, Seltenßeit; kein augenbiee llgemeina le(iüte G uge andeer r. durch dere a on nicht enne uſch andan. muß und piiſ zu erlanen e derſenige, ui nicht die me dern nur R c, als un! heſtzt, in ü Es winn den woſtn⸗ icggutig- und ein Hot nicht be ingiebt! 313 eine Waare einzutauſchen, thut es ſtets, um am Genuſſe zu gewinnen. 380. Ungegruͤndet ſind alſo die Beſorgniſſe, es koͤnne einer produzirenden Nazion, bey einer nazional oͤkonomiſtiſch orga⸗ niſirten Staatsverfaſſung und Staatsgeſezgebung, an Metall⸗ muͤnze mangeln. Entſchieden iſt es, daß dieſer Zuſtand im gewoͤhnlichen Laufe der Dinge ein ſtetes Ebenmaas erhalten muß. Viele Mittel ſtehen dagegen der Regierung zu Gebot, dieſen Man— gel unmoͤglich zu machen. Eines der zweckmaͤßigſten iſt: die Auspraͤgung einer die unwertheſte Vermoͤgensporzion enthaltenden, einzig zum in nern Verkehr ſchicklichen ſogenannten Scheidemuͤnze. Scheidemuͤnze muß allerdings ſo ausgepraͤgt werden, daß ſie nicht mit Vortheil eingeſchmolzen werden kann. Sie muß alſo unter dem Weltwerthe der Muͤnzmetalle bleiben; aber der Gewinn, der aus dem Unterſchiede des reellen und no— minalen Werths reſultirt, muß in den Nazionalſchaz fließen, und dann iſt er auch kein Nazionalverluſt. Die Maſſe der Scheidemuͤnze muß vor allen Dingen mit dem innern Verkehre im Verhaͤltniß ſtehen, zu deſſen ununter⸗ brochener Belebung ſie einzig beſtimmt iſt. Der Barometer dieſes Verhaͤltniſſes iſt leicht; zu finden. Die Regierung, welche die Scheidemuͤnze allmaͤhlig in den Um— lauf gießt, kann durch die Staatskaſſen ſich leicht uͤberzeu⸗ gen, wie weit das reine Beduͤrfniß geht, wenn ſie dieſen Graͤn⸗ zen nahe kommt, wenn es alſo Zeit iſt inne zu halten? Sie kann verhuͤten, daß der Staatsſchaz durch ſie keinen unrechtlichen Nachtheil in Abſicht der auf den Weltmetallwerth kalkulirten Auflagen leide, indem ſie die Summe beſtimmt, welche hieran in dieſer Muͤnze angenommen wird. Die Regierung kann auch den Nachtheil betraͤchtlich min⸗ dern, welcher in der Schwere, in der Unbequemlichkeit, in dem Zeitverluſte des Zaͤhlens der Scheidemuͤnze bey groͤßeren Zahlungen liegt. Sie darf nur eine gewiſſe Summe dieſer Scheidemuͤnze, z. B. 5 Thaler, 10 Thaler, in Packete huͤllen, mit dem Staatsſiegel verſiegeln, und ſo, wie es auf manchen Banken mit Beuteln gewoͤhnlich iſt, in dieſer Huͤlle zirkuliren laſſen. Unter dieſer Form rkoͤnnen ſie auch zu groͤßern Zahlungen uneroͤffnet ſicher umlaufen, und zugleich demjenigen, der ſie oͤffnen will, den Zweck der Detail⸗Aus⸗ gleichung gewaͤhren. Ein großer Theil der Gebrechen, die man der Scheide⸗ muͤnze vorwirft, kommt auf Rechnung ihrer Ueberhaͤufung; mehrere bleiben zuruͤck, die allerdings entfernt werden muͤſſen. Grundlos iſt zwar die Beſorgniß, daß ihr Umlauf auch fremden Scheidemuͤnzen den Eintritt oͤffne, alſo den Wucher beguͤnſtige, und die groben Sorten verſchlingen duͤrfte. Die Scheidemuͤnze vermehrt die Schwierigkeit nicht, allen frem⸗ den Muͤnzen den Cours zu verwehren, vermindert ſie vielmehr. Nur der Mangel an inlaͤndiſchen Ausglei⸗ chungsvehikeln kann den Eingang fremder befoͤrdern. Ent⸗ zogen kann aber jene Scheidemuͤnze dem inlaͤndiſchen Verkehre nicht werden. Ihr Gewicht, und die daraus entſtehenden Transportkoſten, machen ſie an ſich fuͤr den auswaͤrtigen Han⸗ del unbrauchbar. Auf die großen Geldmaͤrkte kann ſie nicht kommen, weil ſie dort, wo nur der Weltmetallwerth gilt, bey der Einſchmelzung keinen Gewinn darbietet. Allenthalben zuruͤckgedraͤngt, muß ſie in dem Staate konzentrirt bleiben, fuͤr den ſie geſchaffen iſt. Auch dem aus— waͤrtigen Verkehre kann ſie keinen Nachtheil bringen. Aller⸗ dings wuͤrde der fremde Kaufmann, der an dieſen Staat zu zahlen hat, ſeine Schuld mit jener Muͤnze zu bilanziren ſuchen; aber zu dieſem Zweck muͤßte er ſie kommen laſſen, die Transportkoſten tragen, mindſtens ihren wahren Werth be⸗ zahlen, und ſein Gewinn wuͤrde ſich wieder verzehren. Waͤre die Scheidemuͤnze auch nicht vorhanden, ſo wuͤrde er doch immer in ſolchen Muͤnzen ſaldirt haben, wie ſie der Cours jenes Staats, an den er zahlt, mit ſich bringt; nie wuͤrde ——ꝭ—ꝭ—ꝭ—ꝭOM—ꝛ—ꝛ—ꝛ—FQꝭQ———·— (G 1s le ngi an. 2 ſe Sunme d ler, in Data d ſo, wie 66 t, in diſe e aͤnnen ſe 1 fen, und ne k der Dauln man der Sh hrer lehaßin rnt welden niſe aß ihr Unluft ne, aſſo der Ae lingen dürfte. nict, alln ſte verminden ndiſchen Ae r befodern. d glaͤndiſchen An daraus entei nauswiriien äͤrkte kunn ſen netallvet t. ſe in dn en it. Auch die dilbeingen.) tr an diſtn dinze zu line ommen liſtn ah ren B verzehlen 3 ſo wüͤdde wie ſie d b rint; nn 315 er ſeine Muͤnze im niederern Preiſe berechnet haben. Hat der inlaͤndiſche Kaufmann ins Ausland zu bezahlen, ſo kann er freylich dazu die Scheidemuͤnze nicht brauchen. Er wird aber andre Sorten erhalten, wie er ſie vorhin erhielte. Denn die Scheidemuͤnze kann die groben Sorten durchaus nicht verſchlingen. Dieß waͤre nur dann moͤglich, wenn der Staat dieſe Scheidemuͤnze als ein Surrogat der groben Sorten behandelte; und das iſt ganz gegen ihre Beſtimmung. Die groben Sorten werden zum auswaͤrtigen Kommerz aus⸗ wandern, wo es unvermeidlich iſt; aber wo laͤge denn der Grund, daß ſie in groͤßern Maſſen auswandern, wenn der innere Verkehr durch Scheidemuͤnze betrieben wird? Durch ſie ſollen ja die Ausgleichungsvehikel vermehrt, nicht ver⸗ mindert werden? Und wenn ſie nicht exiſtirt, wird das aus⸗ waͤrtige Kommerz nicht weniger mit den naͤmlichen groben Sor⸗ ten ausgeglichen werden muͤſſen? Die Regierung hat es ſtets in ihrer Gewalt, die erforder— liche Summe der nach dem Weltmetallwerthe ausgepraͤgten gro⸗ ben Sorten vor der Verdraͤngung zu ſchuͤzen: wenn ſie 1. den groͤßern Theil der Auflagen nur in dieſen Sorten be— zahlen laͤßt, die ewig in den Schaz, und aus ihm wan— dern, alſo ſich ewig wieder zeigen muͤſſen. 2. Wenn ſie jedem Privatvertrage, der eine beſtimmte Summe z. B. 50 Thaler uͤberſteigt, die geſezliche Kraft entzieht, der auf andere als grobe Sorten abgeſchloſſen iſt, alſo die Scheidemuͤnze ſtets in die Graͤnzen ihres Spielraums, naͤmlich des innern Detail⸗Verkehrs einzwaͤngt. Ein Nachtheil bleibt indeß uͤbrig, und ihm iſt allerdings ſchwer zu begegnen, naͤm ch die auswaͤrtige Fabrika⸗ zion der Scheidemuͤnze und deren Einfuhr. Unlaͤugbar iſt der fuͤr die Nazion daraus entſtehende Verluſt. Nach dem allgemeinen Voͤlkerrechte iſt der Mißbrauch einer oͤffentlichen Beglaubigung Verbrechen. Aber dieſes Ver⸗ brechen iſt ſchwer zu entdecken, eben ſo ſchwer deſſen Beſtra— fung zu erlangen, alſo es zu verhuͤten. 316 Dieß kann indeß nur nothwendig machen, daß die Re⸗ gierung der Scheidemuͤnze gerade nur denjenigen Grad des Weltmetallwerths entziehe, der nothwendig iſt, um auf der einen Seite ihre Einſchmelzung zu hindern, und auf der an⸗ dern Seite wegen der Praͤg- und Transportkoſten der Privat⸗ fabrikazion den Reiz zu entziehen. Berraͤchtlich kann dann auf jeden Fall der Nazional⸗ verluſt nicht werden. Gewahrt die Regierung eine durch der— gleichen Operazionen veranlaßte Ueberhaͤufung, ſo kann ſie durch Einziehung ihrer Scheidemuͤnze den Verluſt mindſtens auf den Fabrikazionslohn einſchraͤnken, den beynahe alle Nazionen bey ſo manchen andern Artikeln bezahlen muͤſſen. 381. 3. Kredit⸗Inſtitute. Die zweyte Gattung der Bewegungs⸗ und Belebungs⸗ mittel des Nazionalvermoͤgens ſind die Kreditinſtitute. Dieſe ſind entweder Allgemeine, oder Spezielle. Die allgeme inen Kreditinſtitute ſind unter dem Na⸗ men Banken bekannt. 382. A. Allgemeine Kredit⸗Inſtitute. Banken. Unter der allgemeinen Benennung: Bank, wurden bis jezt Inſtitute begriffen, die urſpruͤnglich nicht die entfernteſte Verwandtſchaft haben. 2 383.. Die aͤlteſten Bankinſtitute waren unſtreitig die Giro⸗ und die Depoſitobanken. Beyde ſindet man gewoͤhnlich vereinigt, obgleich ſie ihrer. Natur nach verſchieden ſeyn koͤnnen. Denn es kann eine Depoſitobank exiſtiren, welche die bey ihr hinter— legte Summe in Verwahrung nimmt, und daruͤber S cheine ertheilt, die im Kommerz als Ausgleichungsvehikel umlaufen, ohne daß ſie fuͤr die hinterlegte Summe auf ihre Buͤcher Kre⸗ 1094 niſef d 9 gnitij Min Nehl 1 duoin innern en dtzung 2 ante 2 fixeS nd i düce ei dnr zm mün weſen hen, dſ ſenzen Ga Hit, un. toſten der g dal de Na ung eine dut pfung, m Valllſt nn n, den lenit, bezahlen wi e 3e und Galte teditinſitan ſind untr da te. Banten Bank, vutde nict di nir deiig di Gi rewäͤhnih Ö yn kännen.? ediebey pe drriber Et evefükl uñ ir Site —— * 317 dit giebt. Die Amſterdamer Bank hat beydes auf die weiſeſte Art vereinigt. Einne Girobank fodert kein direktes, umlaufendes Kapital, ſondern nur die Hinterlegung einer willkuͤhrlichen Muͤnzmetallſumme, wofuͤr das Inſtitut dem Hinterleger offene Rechnung haͤlt... Der Zweck der Depoſito- und Girobanken iſ einzig die Transportazion und Unterſuchung der Muͤnzmetallmaſſen im innern Kommerz zu vermeiden, ſo wie den Verluſt der Ab⸗ nuzung der Muͤnzmetalle; und dadurch die Handelsgeſchaͤfte unter den eigentlichen Negozianten zu erleichtern und zu be⸗ fluͤgln. Sie iſt alſo ihrer Natur nach nur fuͤr große Kom⸗ merz⸗Vereinigungspunkte geeignet. Der Kaufmann zahlt an den Kaufmann mittelſt Anwei⸗ ſung auf die Summe, die er bey der Bank hinterlegt hat, die angewieſene Summe wird ihm ab⸗ und demjenigen, an den er zahlt, zugeſchrieben, der dann wieder weiters auf die naͤmliche Art daruͤber disponirt, indeß die Muͤnzmetallmaſſe in den Ge⸗ woͤlben der Bank liegen bleibt.. Dieſe Metallmaſſe beſteht theils in gemuͤnzten, theils un⸗ gemuͤnzten Metallen(Barren). Der je nach den Kommerz⸗ verhaͤltniſſen und der Menge der Seltenheit des Metalls als Waare ſteigende oder fallende Preis derſelben, und der theils dadurch, theils durch den Spekulazionsgeiſt der Regierungen immer wechſelnde Ausmuͤnzungsfuß, oder Preis des ge⸗ muͤnzten Metalls, zwang die Bankinſtitute bald, fuͤr ſich und ihre Operazionen einen beſtimmten unabaͤn⸗ derlichen Preis jener hinterlegten Maſſen feſtzuſezen, und un⸗ ter dem Namen von Bankogeld eine von den Launen des Kommerzes, der Zeiten und Machthaber unabhaͤngige Welt⸗ muͤnze zu ſchaffen. Und dieß iſt fuͤr den Nazionalreichthum weſentlicher Vortheil. 384. Jene Inſtitute der Giro⸗ und Depoſitobanken ſind alſo fuͤr die Menſchheit ſehr wohlthaͤtig geweſen. 9* — 318 Ohne jenen feſten Centralpunkt, ohne jenen auf oͤffent⸗ liche Treu und Glauben der reichſten Kapitaliſten beruhenden unbeweglichen Vergleichungsmaasſtab des Preiſes und Werths der Guͤter, alſo ohne jenen Vermoͤgensmeſ⸗ ſer, welchen das Bankogeld ſchuf, wuͤrden die Leiden⸗ ſchaften der Regierenden, ſo wie die Unruhen der Voͤlker, den Verkehr der Nazionen vernichtet, alſo die Civiliſazion gehemmt haben.— 385. Die Giro⸗ und Depoſitobanken haben gewoͤhnlich zu Beſtrei⸗ tung der Koſten auch den Zwang feſtgeſezt, mindſtens die groͤſ⸗ ſeren Kommerzialverhandlungen durch die Bank beſchaͤftigen, alſo in Banko bezahlen zu muͤſſen. 386. Handlung fodert, ihrer Natur nach, die Aufhaͤufung gro⸗ ßer Waarenmaſſen bey dem erſten Verleger. Dieſe theilt er unter die kleinen Verleger, und dieſe wie⸗ der von Stufe zu Stufe endlich an die Abnehmer oder Kon⸗ ſumenten aus. Muͤßten dieſe ausgetheilt werdende Genuß⸗ mittel von den nachfolgenden Verlegern, den erſten auf der Stelle verguͤtet werden, ſo wuͤrde dieß dem Kom⸗ merz aͤußerſt enge Graͤnzen ſezen. Alle zweyte und folgende Verleger muͤßten ein betraͤchtliches lebendiges Kapital, muͤßten bedeutende Vorraͤthe beſizen, und dieß muͤßte verhaͤlt⸗ nißmaͤßig bey allen Abnehmern der Fall ſeyn. Es verhaͤlt ſich aber gerade umgewendet. Jene zweyte und folgende Verleger ſind nicht die wahren Eigenthuͤmer, gewoͤhnlich nur die Austheiler der Waaren, die ſie vom erſten Verleger empfangen, und die ſie mit dem Detaildebit bezahlen. Ein großer Theil der Konſumenten hingegen lebt nicht vom zuruͤckgelegten Vorrathe, ſondern von der Antiziva⸗ zion der Zukunft. en' drd oder! tthäl täͤlich zicen 6 Fahet dinee 3 1 ni, dre i enen alſäfen len herlſenn Dreiſes a moͤgenzne den diedie der ulla, n ſazion gien halichzu dſtens die ant beſchifi Aufhiuing „ und dieſ ne hmer ddr he erdende Gni 7, dan nin dieß den ze ke und fübw diges Kan mäͤßte vie n. E n iht die uir der Paut ſe ſeemi rAntiin 319 Auch der daͤrftigſte Menſch bedarf zu den Bequemlichkei⸗ ten des Lebens eines gewiſſen todten Kapitals; beſtuͤnde es auch nur in Moͤbeln. Der Hang zum Genuß treibt ihn, ſeine Einkuͤnfte, die er ohnehin, ſie moͤgen in Staatsgehalt, Grundeigenthums⸗ oder Zinsrente beſtehen, ſpaͤter, fuͤr die Vergangenheit erhaͤlt, zu antizipiren. Der Beſiz jenes todten Kapitals vollendet, ſelbſt bey dem redlichſten, die Beruhigung, jene Vorausnahme ergaͤnzen zu koͤnnen. Der Lauf des menſchlichen Genuſſes iſt alſo allergroͤß⸗ tentheils Antizipazion, und muß es ſeyn. Sie iſt die Nahrung des Kommerzes. Die natuͤrliche Folge davon iſt der Kredit, der Verkauf der Guͤter auf ſpaͤter hinausgeſezte Verguͤtung. Der Hebel der ganzen Handlungsmaſchine iſt alſo: daß der erſte Verkaͤufer bis zum lezten den Ertrag des Kapi⸗ tals, das in dem Genußmittel liegt, zu deſſen urſpruͤnglichem Preiſe hinzufuͤgt, und daß der Abnehmer ſeine Antizipazion durch Verguͤtung dieſer Rente buͤßt. Jene Verhaͤltniſſe haben den Diskontobanken das Da⸗ ſeyn gegeben. Die Bankinſtitute haben ihre Muͤnzmetallmaſ⸗ ſen, alſo ihr lebendiges Kapital, und ihren darauf gegruͤn⸗ deten Kredit benuzt, um jene Rentenverguͤtung an ſich zu ziehen, naͤmlich dem erſten Verkaͤufer ſein ſpaͤter einzunehmendes Ka⸗ pital, entweder mit Muͤnzmetall, oder mit ihrer zum Aus⸗ gleichungsvehikel gepraͤgten Papiermuͤnze fruͤher auszuzahlen, und ihm dadurch einen neuen Vorrath zum neuen Einkauf, oder neuer Produkzion zu verſchaffen. Auch dieſe Disko nto⸗ operazion iſt fuͤr das Kommerz, mithin fuͤr den Nazionalreich⸗ thum wohlthaͤtig, ſie befoͤrdert den ſchnelleren Umlauf der Vorraͤthe, alſo die Produkzion. Das Diskontogeſchaͤft iſt eine merkantiliſche Leihoperazion, und zwar gewoͤhnlich eine ſolche, die keine weitere Sicherheit, als den Glauben an die Redlichkeit und das Vermoͤgen der Diskontaten gewaͤhrt. Sein Daſeyn beruht auf dem hohen Grade von Vorſicht, Klugheit, Redlichkeit und Einſicht der Adminiſtrazion. Es iſt daher nicht rathſam, daß eine Diskontobank auf Waaren leiht, weil deren Preis veraͤnderlicher iſt, als jener der Muͤnzmetalle.— 387. So lange das Diskontogeſchaͤft von den ausdruͤcklich zum Diskonto vereinigten Fonds der Bank⸗Akzionaͤrs beſtritten wird, ſo lange exiſtirt keine Vereinigung mehrerer Banken; geſezt es wuͤrden auch mehrere Bankinſtitute von der naͤmlichen Adminiſtrazion verwaltet. Anders verhaͤlt ſichs, wenn das Diskontogeſchaͤft mit der Depoſitobank betrieben wird, dann exiſtirt wirkliche Vereini⸗ gung der Diskontobank und der Depoſitobank, und dieſe iſt un⸗ natuͤrlich. Der Depoſitaͤr muß mit der hoͤchſten Zuverlaͤßigkeit auf die jedesmalige Moͤglichkeit der Zuruͤcknahme ſeines Depo⸗ ſitums rechnen koͤnnen; dieß iſt bey jener Vereinigung un⸗ moͤglich. Die Gruͤnde jener Vereinigung lagen darin: 1. daß die hinterlegten Muͤnzmetallmaſſen fuͤr den Umlauf verloren ſind, durch den Diskonto mit dem hinter⸗ legten Metall aber den Umlauf verdoppeln. Allein dieß iſt eine irrige Anſicht des urſpruͤnglichen Zwecks der Depoſitobanken. Sie ſollten nicht verdoppeln, nur den Verkehr erleichtern, ſie ſollten nur die Metallmaſ⸗ ſen ideal, ſtatt reel uͤbertragen. Dieſe Uebertragung iſt durch den Diskonto vernich⸗ tet. Die hinterlegte Metallmaſſe iſt nicht vorhanden, exiſtirt nicht da, wohin ſie hinterlegt worden iſt. Indem ſie in den Haͤnden der Diskontaten umlaͤuft, iſt ſie allen Gefahren der Treuloſigkeit und der Ungluͤcksfaͤlle, auf jeden Fall aber doch dem ſpaͤteren Eingange ausgeſezt, als es das Prinzip au⸗ genblicklicher Dispoſizion ſodert. R. obend häͤtmi denign devon Tnſ dazion, ſskonnbent er iſt, ae uedeäklh vnäͤrs beſte hrerer Bnte der nimien geſchäft mi irkliche Ven und dieſeſfe Juverliite n ſeines de ereinigang n n: r den Unie ſit dem ſie glichen ppeln, n e Menluf onto venn den, un m ſie n Gefahren all aber Pinzi a Zwey Inſtitute, die ſich weſentlich in ihren Zwecken widerſtreben, ſind alſo keiner Vereinigung faͤhig. Man muß entweder jenen Vortheilen der idealen Trans⸗ portazion entſagen, alſo die Metallmaſſen ſelbſt im Umlaufe, oder man muß ſie todt liegen laſſen. Ganz anders verhaͤlt ſichs, wenn eine eigene Diskonto⸗ bank errichtet, d. h., wenn fuͤr das Diskontsgeſchaͤft ein eigen ner abgeſonderter Fonds beſtimmt wird. 2. Iſt jene Verbindung der Depoſitobanken mit den Dis⸗ kontoinſtituten dadurch beguͤnſtigt worden, daß man vorausſezte: die hinterlegten Metallmaſſen wuͤrden nicht zu gleicher Zeit zuruͤck gefodert werden, alſo ſtets nur ein ſo geringer Theil davon zum reellen Umlauf kommen, daß ihn die Bank ohne Nachtheil ihrer Dis⸗ kontogeſchaͤfte zuruͤckzahlen koͤnne. Nach dem gewoͤhnlichen Gange der Dinge iſt dieß allerdings der Fall. Aber ein Bankinſtitut muß auf jedes Ver⸗ haͤltniß berechnet ſeyn. 388. Ncoch weit mehr iſt dieß bey den allgemeinen Leih⸗ inſtituten der Fall, die man gewoͤhnlich damit verbunden hat. Darch dieſe Vereinigung naͤmlich, oder auch durch den bloßen Namen der Bank, ſtrebte man, dieſen Inſtituten den Stempel des oͤffentlichen Zutrauens aufzudruͤcken, welcher, als die Seele des Kommerzes, merkantiliſche Inſti⸗ tute begleitet. Auch dieſe Leihbanken ſind entweder Inſtitute einzelner Staatsbuͤrger, d. h., ſie beſtehen aus den zu⸗ ſammengeſchoſſenen Fonds einzelner Kapitaliſten(Akzionaͤrs) oder die Regierung hat den Fonds ſelbſt geſchoſſen, und laͤßt ihn durch oͤffentliche Staatsbeamte verwalten(politiſche Banken). 4 389. Die Bankben haben zweyerley Bewegmittel der Produk⸗ zion in Umlauf gebracht. Erſtens, die Urkunden, welche die einzelnen Theilhaber (Akzionaͤrs) von der vereinten Geſellſchaft erhielten(Akzien). 31 3 22— Dieſe kommen zwar nicht als Ausgleichungsvehikel, als Muͤnze, aber doch im Kommerz als Kapitalbriefe, als Waare im Umlauf, und ihr Preis ſteigt und faͤllt, je nach der Lage des Inſtituts und der wahrſcheinlichen Rente. Zweytens, ſtellten dieſe Banken, Scheine, Bank⸗ noten aus, welche den Empfang einer beſtimmten Summe von Metallmuͤnze beurkundeten und dagegen die jedesmalige Einloͤſung mit Metallmuͤnze gewoͤhnlich bey der Vorzeigung verſprachen. Dieſe Banknoten liefen dann im Verkehr als Papier⸗ muͤnze um, und wurden zum Ausgleichungsvehikel. Die Ban⸗ ken, welche dieſe Operazion trieben, wurden Zettelbanken ge⸗ nannt. Gewoͤhnlich waren ſie mit den Diskonto⸗ oder Leih⸗ banken verbunden, um das in Umlauf zu ſezende Kapital, alſo deſſen Rente zu verdoppeln. 2 390. Leihbanken vertheilen naͤmlich, entweder nur die gemein⸗ ſchaftlich von mehrern Kapitaliſten(Akzionaͤrs) zuſammen geſchoſſene, oder von der Regierung dazu beſtimmte Metall⸗ muͤnzkapitalien, gegen irgend eine Gattung von Sicherſtellung, oder ſie holen dieſe Vorraͤthe, mindſtens zum Theil, durch eigene Anleihen von fremden Kapitaliſten. Das leztere geſchieht am haͤufigſten durch Ausſtellung je⸗ ner fuͤr jeden Inhaber ohne weiteres Zeichen der Eigenthums⸗ Uebertragung(Ceſſion, Giro, Endossement) geltende Zettel oder Banknoten. 391.. Die Erſchaffung der Banknoten hat allerdings den un⸗ vermeidlichen Nachtheil, daß ſie als Papiermuͤnze, der hoͤch⸗ ſten Vorſicht ungeachtet, leichter nachgeahmt werden koͤnnen, als Metallmuͤnze. Allein dieſe Gefahr wird von jenem Ge⸗ winne ausgeglichen, welcher aus der durch ſo mannigfaltige Zu⸗ faͤlle erfolgenden Vernichtung eines nicht unbetraͤchtlichen Theils der Banknoten reſultirt, und welcher aus der Unverzinsbar⸗ 1 mä ſichn riens Mfss Drutn uif une G tam Tand 1 lechtn wn p vibe ſchen wißßſ ſtindi 1 1 A Gärſit 1. fe, al Daue nach da eine, Han, unten Sunne die weena àr Tatigun ſt als Pua el. Dud ettebanten n, dder li ⸗Kapital,39 ir die gena 7) zuſenrn umte Ma Sicherſelen Thei, ut usſtellun Eigenthum ettende zt ngs den , der i den kunm jenen de igfaltidt czen dii welzinän — 323 keit dieſer Schuldſcheine erwaͤchſt, indeß die Bank die Rente der dafuͤr erhaltenen Fonds benuzt. 392. Der weſentliche Unterſchied der Banknoten als Papier⸗ muͤnze und der Metallmuͤnze iſt, daß mit dieſer ein wirk⸗ liches Genußmittel uͤbergeben, in jener, wie bey jeder Pa— piermuͤnze, die Uebergabe nur zugeſichert wird. Der wirkliche Beſiz eines Guts, das der Eigenthuͤmer in ſeine unmittelbare Verwahrung erhaͤlt, iſt ihm mehr werth, als die Anweiſung auf ein Gut, das ſich in fremder Gewahrſam befinder; dieſen Unterſchied der Sicherheit des Eigenthums und des Genuſſes, kann jene Papiermuͤnze nur durch die große Leichtigkeit der Transportazion, des Verkehrs aufwiegen. Damit aber dieſer Umſtand jenen Unterſchied aus⸗ gleiche, muß fuͤr den Beſizer der Banknote der hoͤchſte Grad von Ueberzeugung vorhanden ſeyn, dieſe Anweiſung auf das wirkliche Muͤnzmetall zu jeder Zeit gegen dieſes austau⸗ ſchen koͤnnen. Wo es an dieſem hoͤchſten Grade der Ge— wißheit fehlt, kann jene Papiermuͤnze die Metallmuͤnze voll⸗ ſtaͤndig nicht erſezen. Dieß iſt der Fall, ſobald 1. von dem Eintauſche einer fremden Waare eines Staats die Rede iſt, in dem dieſe Papiermuͤnze keinen Cours hat; geſezt auch, daß die ſogenannte Handelsbilanz ſich durch⸗ aus ausgleiche, denn dieſe Ausgleichung iſt nur die Sache der Nazion im Ganzen, nicht der einzelnen Staatsbuͤrger. Es iſt der Fall, wenn 2. dieſe Papiermuͤnze nicht gegen Metallmuͤnze zu jeder Zeit umgetauſcht werden kann. Und dieß muß Statt finden, ſo oft eine ſolche Maſſe dieſer Ausgleichungsvehikel im Umlauf iſt, daß ſie die Metall⸗ muͤnze verdraͤngt. Verdraͤngen muß aber dieſe Papiermuͤnze die Metall⸗ muͤnze: V 3 . 4 I * 1 1 A2 . 1 G 1 AI„ 4 „ H Iß weil jeder nothwendig ein Intereſſe dabey hat, ſein wirk⸗ liches Gut fuͤr den Fall der Noth zuruͤckzuhalten, ſo lange er mit bloßen Anweiſungen ſich alle wirkliche Guͤter zu verſchaffen vermag; weil das Kommerz nothwendig ſeinen Vortheil dabey fin⸗ den wird, das Muͤnzmetall als ein Gut, das ihm im innern Verkehr durch jene Papiermuͤnze entbehrlich wird, auf den auswaͤrtigen Markt zu eingen⸗ wo nur die Welt⸗-, naͤm⸗ lich die Metallmuͤnze gilt, und dieſe dort ſo hoch als moͤg⸗ lich zu verkaufen, um woßlheger einzukaufen. 393. Iſt die Bank, welche die Banknoten abgiebt, eine Pri⸗ vatbank, ſo ſind dieſe Banknoten zwar Ausgleichungsvehikel, aber nicht Muͤnze. Ihr Werth haͤngt einzig an dem relati⸗ fen Vertrauen der Empfaͤnger, und ihre Maſſe iſt fuͤr den Staat gleichguͤltig. Iſt aber die Bank entweder ein unmittelbares, oder durch die Garanzie der Regierung ein mittelbares politiſches Staats⸗ inſtitut, und giebt dieſe den Bankzetteln gezwungenen Cours, d. h. befiehlt ſie der Nazion, dieſe Banknoten fuͤr Metallmuͤnze anzunehmen, ſo ſind die Bankzettel Muͤnze, naͤmli ch Pa⸗ pie nzein ge 394. Dieſe Papiermuͤnze kann im Allgemeinen, und ohne eine ganz eigene Amalgamazion beyder, den Metallmuͤnzpreis nicht halten; eben deswegen muß die Maſſe der Metallmuͤnze in der naͤmlichen Gradazion, aber auch die unaufhoͤrlich ſich erwei— ternde Luͤcke durch neue Papiermuͤnze erſezt werden. Die Erſchaffung der Staatsbanknoten bringt alſo die Ver⸗ mehrung derſelben ihrer Natur nach mit ſich. Allein gerade weil dieſe Papiermuͤnze die Metallmuͤnze verdraͤngen muß, muß ſie auch deren Einloͤſung gegen Metall⸗ muͤnze, in dem naͤmlichen Grade erſchweren. Kori ſäbend de ft indävins ſeviſers vc nild htäg? vutche vit jnd thumt: gen zt kreugeg ſoch ſäfte at, ſen bir alten, dlane liche Gin. he binn heil dig m in innen vird, alf de öt, eine h ichungeueſi an dem vt⸗ ſe iſ ſlei 2s, oder dut iſches Sun genen Cuu⸗ Metalinin naͤmlich nd ohle n nzpreis in nuͤnze ii ˖ſich ei ſoo diede Metalluch gen Mul ₰ 325 Die Staatsverwaltungen in monarchiſchen, und noch mehr in despotiſchen Regierungsformen,(beydes nach dem gewoͤhnlichen Sprachgebrauche) haben die Operazionen des Kommerzes zu allen Zeiten mit Eiferſucht betrachtet. Sie beobachteten die erſtaunenswuͤrdigen Reſultate der Kommerzialverbindungen, die hohe Kraft und Ausdehnung der⸗ ſelben, welche aus der Art ihrer Entſtehung, naͤmlich aus der freyen Zuſtimmung, und zwar unmittelbar zum Zweck individuellen Wohlſtands und Genuſſes, entſprang mit einer gewiſſen Laune, weil ſie bey allen Huͤlfsmitteln der Gewalt doch nicht gleichen Schritt halten konnten. 1 Wo dieſe Eiferſucht, dieſer geheime Groll, durch die Staatsverfaſſung gehemmt wurde, ſich unmittelbar thaͤtig zu zeigen, aͤußerte er ſeine Wirkung mindſtens da⸗ durch, daß die Regierung die Operazionen des Kommerzes mit jedem in ihrer Macht ſtehenden, und mit dem Eigen⸗ thumsrechte nur einigermaßen in Uebereinſtimmung zu brin⸗ gen geweſenen Mittel, auf eine indirekte Weiſe zu durch⸗ kreuzen ſuchte. Entweder durch Beſchraͤnkungen, oder, was noch weit gefaͤhrlicher war, durch Nachahmung des Ge⸗ ſchaͤfftsgangs. 396. Die Regierungen ſind zu jener Operazion der Erſchaf⸗ fung der Papiermuͤnze durch zweyerley Motife vermocht worden. 1. Haben ſie es als das leichteſte und wohlfeilſte Mittel zu Benuzung des Staats⸗Kredits, zur Antizipazion der Staatseinkuͤnfte und Berichtigung der Staatsbe⸗ duͤrfniſſe betrachtet. In dieſer Anſicht gehoͤrt die Papiermuͤnze uͤberhaupt zu der Abhandlung vom Staatskredit. 2. Sind ſie von der Anſicht ausgegangen: daß durch kom⸗ merzielle Papiermuͤnze(Banknoten) das todte Nazio⸗ nalvermoͤgen belebt, die Maſſe der Ausgleichungsvehi⸗ 3 26 * 1 kel vermehrt, alſo auch der Nazionalreichthum befoͤr⸗ dert werde; und nur dieſe Anſicht gehoͤrt hieher. Der Maasſtab der Erforderniß oder des Nazionalbeduͤrf⸗ niſſes der Ausgleichungsmittel iſt folgender: Die Maſſe des vorhandenen Urprodukiifſtoffs. Der Grad des vorhandenen Produktſtoffs der Na⸗ zion; der Grad der Maſſe der vorhandenen Beweg⸗ kraft, alſo der Volksmenge; dann der Thaͤtigkeit und des Kunſtfleißes dieſer Volksmenge; der Grad der vorhandenen Genußbegehrlichkeit; alſo der Grad der Kultur des Volks, ſeiner ſittlichen Bildung, ſeiner Leidenſchaften, ſeines Hangs zum Lebensgenuß. Nur nach dieſen Verhaͤltniſſen laͤßt ſich der Grad des Beduͤrfniſſes der Ausgleichungsvehikel einer Nazion be⸗ urtheilen; genau beſtimmen laͤßt er ſich aber nicht, und hat nicht noͤthig beſtimmt zu werden; denn eine Nazion kann nie mehr Ausgleichungsvehikel haben, als ſie bedarf, alſo V nie zu viel. Denn die Ausgleichungsvehikel entſte⸗ hen erſt durch den vorhandenen umtauſchbaren Stoff, durch die Zahl der Verkehrenden, und durch die vorhandene Begierde zum Verkehr. Es kann alſo nie zuviel Vehikel geben, das Nazional⸗ vermoͤgen zu zerſtuͤcken, und in kleinere Porzionen abzuthei⸗ len, wohl aber zu wenig. Die natuͤrliche Folge einer großen Maſſe von Ausglei⸗ chungsvehikeln iſt allerdings: Nominalerhoͤhung der Waaren, d. h., ihres Preiſes; und dieſe Erhoͤhung iſt an ſich kein Zuwachs des Nazionalreichthums. Aber aus der Mobiliſirung des Nationalvermoͤgens entſteht Reich⸗ thum, und muß er entſtehen.. Die Erhoͤhung der Maſſe der Produkzionsbelebungsmit⸗ tel muß die Konkurrenz der Muͤnzkapitaliſten vermehren, alſo die Zinsrente erniedrigen. icthun 1 gehüt ſi waüinata er: ifſtoffs ffs der nen Bin Volkäna ichkeitz äiner ſitite Hangt un er Gend Nazion er nicht, w Nazion ln edarf, A ikel ente ren Stoff e vorhandin s Nazſiom en abzußf lebunginh vermeſen 327 In je kleinere, in je vielfachere Porzionen naͤmlich das Nazionalvermoͤgen dergeſtalt vertheilt werden kann, daß dieſe Porzion wirklich auf die Empfaͤn⸗ ger uͤbergeht; je leichter uͤbertragbar dieſe Vermoͤ— gensporzion gemacht werden kann, eine deſto groͤßere Maſſe von Bewegkraft kann nothwendig damit in Thaͤtigkeit geſezt, je ſchneller kann dieſe belebt, je weiter kann die Vertheilung und der Umlauf dieſes Nazionalvermoͤgens unter alle Staats⸗ buͤrger ausgedehnt, und ausgebreitet werden. Wir haben oͤfters Verhaͤltniſſe eintreten ſehen, wo ſelbſt einzelne Staatsbuͤrger ihr Verinoͤgen in kleine Porzionen ab⸗ theilen mußten, um den ſtockenden Verkehr zu beleben. 397. Die Regierung, welche unter dem Titel ei ner Bank, zu dem Zweck der Mobiliſirung des Na⸗ zionalvermoͤgens Bankzettel ausgiebt, vernichtet dieſen Zweck, ſobald ſie dieſen Bankzetteln gezwungenen Cours giebt. Nicht darin liegt der Nachtheil der Staatsbankzettel, daß ſie die Metallmuͤnze auf auswaͤrtige Maͤrkte draͤngen, denn dadurch erfuͤllen dieſegnur ihren Zweck, naͤmlich den Weltverkehr zu befoͤrdern; aber darin liegt er: 1. durch dieſen Zwang wird das Weſen der Bankzettel als Papiermuͤnze an ſich gaͤnzlich veraͤndert. Nicht genug daß dieſer Zwang, wie jeder, die menſchliche Empfin⸗ dung empoͤrt, ſo enthaͤlt er das offene Bekenntniß, daß die Papiermuͤnze kein reelles Gut ſey, alſo die weſent⸗ liche Eigenſchaft eines Ansgleichungsvehikels ihm fehle, daß naͤmlich diejenige Vermoͤgensporzion, welche dadurch mobiltſirt werden ſoll, nicht exiſtire. Denn wozu außerdem der Zwang? 2. Die nothwendige Folge iſt: daß die Nazion, welche der Staatsgewalt gehorchen muß, dieſem Zwange, ſo weit es nur die darin liegende Beſchraͤnkung ihrer ne⸗ tuͤrlichen Freyheit erlaubt, zu entſchluͤpfen ſucht, daß 3 28—— ſie alſo eine Sache, an deren reellen Werth ſie nicht mehr glauben kann, nur annimmt, dann und wo ſie muß; dagegen ſich weigert, ihre Me⸗ tallmuͤnze als ein reelles Gut dafuͤr hinzugeben, ſo oft ſie nur ohne direkten Ungehorſam dieß zu bewirken faͤhig iſt; daß ſie alſo ihre Metallmuͤnze bewahrt und verſchließt, alſo einen kuͤnſtlichen Mangel der reellen Ausgleichungsvehikel erzeugt, mithin den Zweck der Papiermuͤnze, die Vermehrung der Ausgleichungsvehi⸗ kel vernichtet. 3. Daß ſie da und dann, wo ſie ein reelles Gut fuͤr ein durch den Zwang ideal gewordenes, naͤmlich die Pa⸗ piermuͤnze hingeben muß, mindſtens auf diejenige Weiſe ſich zu entſchaͤdigen ſucht, welche jener Zwang nicht treffen kann, naͤmlich durch Erhoͤhung der Waa⸗ renpreiſe. Die unmittelbare Folge hiervon iſt, daß die Regierung, welche dieſe Papiermuͤnze wieder fuͤr Waaren hingiebt, eben ſo dieſen erhoͤhten Preiſen unterliegen, alſo durch Ver⸗ mehru ng der Papiermuͤnze dieſen Verluſt ausgleichen, eben dadurch aber den Glauben an die Realitaͤt des Ausgleichungs⸗ vehikels in dem naͤmlichen Grade immer mehr mindern, den Glauben an die Idealitaͤt immer mehr erhoͤhen muß, und am Ende nach einem fuͤr das Nazionalwohl ſehr nachtheili⸗ gen Zirkel, ſich wieder auf dem Punkte befindet, von dem ſie ausgieng. 2 Dieß ſind die Folgen des gezwungenen Courſes der Staatsbankzertel. Man nehme ihn hinweg, und die Staatehankzettel werden eine wohlthaͤtige nazional oͤkono⸗ miſtiſche Operazion. Dann wird die Regierung ihren Zweck der Mobiliſirung des Nazionalvermoͤgens erreichen, ſie wird das Weſen dieſer Papiermuͤnze als Ausgleichungsvehikel rein bewahren; denn ihr eigenes Intereſſe wird ſie zwin⸗ gen, die Maſſe dieſer Bankzettel nicht hoͤher ſteigen zu laſ⸗ ſen, als das Zutrauen der Nation auf ihre Realitaͤt erlaubt. rtbet für n ſet Lm wehl ſhid därf el zu) tiſch Piſels ih 12 1 . K 3 1 zional behalt E wohl, dn, ind hinzuntn,, teß zubeni e benajn n igel der n den zutt gleihungzij 3 Güt ſit mlüch dee auf diſeng ſjener Jn ng der Vat ie Regienng ren ſinyi ſo durch de gleichen, ae usgleichnge ehr minden den muf, m r nacth t, von dn Courſette „ und d dnal ölon hren zut n, ſe w ungeveſtt ſie zu gen zu 0' ät erka — 329 Alle Vorwuͤrfe alſo, die man den Staatsbankzetteln gemacht hat, treffen nur dieſen gezwungenen Cours. Sie treffen naͤmlich den verderblichen Gebrauch der Bankinſtitute, als eines zur Mobiliſirung des Nazionalvermoͤgens beſtimm⸗ ten merkantiliſchen Kreditſyſtems, zu einer ungerechten und unweiſen Finanzoperation, zu gezwungenen Anleihen, zu einer Regierungskreditmaſchine. 398. Die politiſchen Zettelbanken haben aber auch andre un⸗ verkennbare Nachtheile. Durch die Vermehrung der Ausgleichungsvehikel wird die Metallmuͤnze entbehrlicher im Innern; ſie wandert alſo zum Weltverkehr auf fremde Maͤrkte. Gerade der Um⸗ ſtand, daß die Metallmuͤnze der Nazion im innern Verkehre entbehrlich wird, muß ſie nothwendig reizen, Metallmuͤnze fuͤr noch entbehrlichere Guͤter wegzugeben; und die⸗ ſer Leichtſinn kann allerdings bis zu einem fuͤr den National⸗ wohlſtand nachtheiligen Grad ſteigen. Die Nazion wird ſich dadurch an jene eingetauſchte Guͤter gewoͤhnen; ihr Be⸗ duͤrfniß, die Neigung dazu, wird zunehmen, und die Mit⸗ tel zu dem Eintauſch, naͤmlich das Muͤnzmetall, werden ſich erſchoͤpfen. Sie wird dann gedrungen ſeyn, eine groͤßere Maſſe ihrer eigenen Produkte, fuͤr eine dem poſiti⸗ fen Werthe, d. h. der Genuß⸗Entbehrlichkeit, nach (Naz. Oekon. 1. B. 3. 44. S. 41.) geringere des Aus⸗ lands hinzugeben; wird alſo von Jahr zu Jahr aͤrmer wer⸗ den. Wenn ſie auch ihren innern Verkehr ganz mit jenen Bankzetteln wird beſtreiten koͤnnen, ſo wird doch die Bilanz des auswaͤrtigen Verkehrs, den keine Nazion entbeh⸗ ren kann, im progreſſiven Verhaͤltniß zu ihrem Nachtheil ſeyn. Der auswaͤrtige Handel wird ſich ſtets mit der Na⸗ zionalmuͤnze zu ſaldiren, und das Muͤnzmetall fuͤr ſich zu behalten ſtreben. Ein anderer bebeutender N Nachtheil fuͤr das Nazional⸗ wohl entſteht aus den Zettel⸗Bank⸗Inſtituten durch die dar⸗ 330— aus fuͤr die Regierungen reſultirende Leichtigkeit, ſich des Nazionalvermoͤgens zu bemaͤchtigen, und zwar nicht nur, um in Zeiten der Noth das oͤffentliche Ungluͤck abzuwenden, ſondern vorzuͤglich auch, um die Ehrſuche zu befriedigen. Sey auch die Bank kein unmittelbares Nazional⸗ kein Staats⸗, ſey ſie nur ein Privatinſtitut, ſo wird ſie die Ge⸗ waͤhrſchaft, oder doch die Autoriſazion, die Be⸗ glaubigung der oberſten Staatsgewalt beduͤrfen, um das Zutrauen der Nazion zu feſſeln; dieß wird der Regie⸗ rung ſtets Einfluß auf die Bank und die Mittel verſchaffen, die Fonds und den Kredit der Bank zu ihren Zwecken zu benuzen, alſo von dem wahren und urſpruͤnglichen Zwecke abzuleiten. 399. Es iſt weſentlich, die verſchiedenen Eigenſchaften eines Bankinſtituts auseinander zu ſezen. Privatbanken ſind diejenigen Inſtitute, welche von Staatsbuͤrgern aus ihren eigenen Fonds errich⸗ tet werden. Gewoͤhnlich Diskonto⸗ Leih⸗, bisweilen Zet⸗ telinſtitute. Ob das Inſtitut von einem einzigen Staatsbuͤrger dotirt oder aus den Fonds mehrerer zu Einem Zwecke zuſammen geſetzt iſt? hat auf ihren Karakter keinen Einfluß. Ob dieſe Banken von der Regierung privilegzirt(oktroyirt) ſind? ob ſie ein Monopol beſizen, oder nicht? aͤndert eben ſo we⸗ nig ihren Karakter. Regierungs banken ſi ſind entweder unmittelbare, naͤmlich diejenigen, welche von der Regierung aus dem oͤf⸗ fentlichen Schaze dotirt ſind, und fuͤr Rechnung der Regierung, des Staatsſchazes, arbeiten; oder mittel⸗ bare, die aus Privatfonds dotirt, und von der Regierung gegen beſtimmte Vortheile garantirt ſind, doch fuͤr Rechnung der Eigenthuͤmer der Akzionaͤrs, arbeiten. Eine Nazional⸗ oder Staatsbank hingegen iſt diejenige, welche entweder aus dem Vermoͤgen der Nazional⸗ — 831 uin glieder, oder dem geſammten Nazionalvermoͤgen dotirt iſt, E thun 4 unter der unmittelbaren alleinigen Leitung des Staats ſteht, tiin i und von der Nazion, vom Staate, mit dem Nazionalver⸗ rälhe moͤgen, garantirt iſt. Naziun Jene weſentliche Unterſcheidungszeichen einer Bank vid ſeu esnnen in dieſer durch die Mannigfaltigkeit der Anſichten ſo lon, dd verworrenen Materie, allein Klarheit verbreiten. hedüͤtfn, h 1 4oo. dit de gn Solide Privatbanken ſind allerdings ein wohlthaͤtiges tel berſtef Bewegungsmittel des Nazionalvermoͤgens; am wohlthaͤtig⸗ zuecu ſten zu Belebung des Umlaufs und Mobiliſirung des Vermo⸗ glichen zus gens, iſt eine wahre Nazionalbank, oder Staats⸗ bank, nach dem ſo eben angegebenen Begriffe. Eine ſolche Bank iſt aber nur in republikaniſch⸗organiſirten Staaten ſchaften i denkbar. Nur in einem ſolchen Staate laͤßt ſich jener hohe Grad e, welhetn von Sicherheit fuͤr eine zuſammengeſetzte, bedeutende, dis⸗ Fonde tri ponible Maſſe lebendigen Vermoͤgens denken, als eine iswelen Staatsbank bedarf, wenn ſie fuͤr die Nazion wohlthaͤtig, und nicht vielmehr gefaͤhrlich ſeyn ſoll. büͤrger vit 4⁰1. ke zufann Eine wahre Nazionalbank kann die Eigenſchaften einer änſuß— Giro, einer Diskonto⸗, einer Depoſito⸗, einer Leih⸗ und rrojin) i einer Zettelbank vereinen; ihre Wohlthaͤtigkeit und ihre Dauer then bh haͤngt aber dann weſentlich an zwey Punkten: an der Organiſazion ihrer Geſchaͤfte, ttelba und us den an der Verwaltung. ung! 402. ſaeng Die innere Organiſazion fodert: Nrninu 1. feſte Grundſaͤtze in Abſicht der Operazionen. doch ſl Ein Inſtitut, das einen hohen Grad von Sicherheit atier gewaͤhrt, muß nothwendig eine große Maſſe von Muͤnzme⸗ waue tallvorraͤthen an ſich ziehen. Dieß iſt eine maͤchtige Lockung Nuini fuͤr den Spekulazionsgeiſt. Aber der Kredit der Bank muß 332 auf der Unfehlbarkeit ihrer Operazionen beruhen; die Be⸗ ſtimmtheit in Erfuͤllung ihrer Verbindlichkeiten muß uͤber jeden dufall erhoben ſeyn. Zu weit ausgedehnte Operazionen koͤnnen alſo, auch bey den groͤßten Fonds, die Bank erſchuͤttern, und auf ihren Kredit nachtheilig ruͤckwirken. Es iſt daher weſentlich, dem Unternehmungsgeiſte ſogleich bey der Errichtung eines ſolchen Inſtituts Graͤnzen zu ſezen, und als Grundgeſez zu beſtim⸗ men: daß nie mehr als der Fonds der Bankeigenthuͤmer, (Akzionaͤrs) in Wagſchaft komme, daß alſo der entliehene Fonds ſtets in Sicherheit bleibe. Nur durch eine ſolche Organiſazion iſt es moͤglich, den Kredit einer Bank auf derjenigen Hoͤhe zu erhalten, auf der ſie allein nazional⸗oͤkonomiſtiſch iſt. Es ſind alſo feſte Graͤnzlinien fuͤr jede Geſchaͤftsgat⸗ tung, fuͤr jeden einzelnen Zweck dieſer zuſammengeſetzten Banken nothwendig. Die Fonds der Depoſitobank müſſen einzig fuͤr ihren Zweck, naͤmlich die Erleichterung der Ausgleichung des groͤßern Verkehrs aufbewahrt werden, ſie muͤſſen alſo unangreifbar ſeyn: ſie muͤſſen nie zum Diskonto, oder zu Anleihen verwendet werden. Jedes in Um⸗ lauf gebrachte Vermoͤgen iſt, bey der hoͤchſten Aufmerkſam⸗ keit, dem Wechſel der menſchlichen Verhaͤltniſſe unterworfen. Nur abgeſonderte Fonds duͤrfen alſo zum Diskonto und zu Anleihen(beides iſt im Weſen Eins,) verwendet werden. So wie die Fonds der Giro⸗ und Depoſitogeſchaͤfte nur aus den Depoſiten der Negozianten beſtehen koͤnnen, ſo koͤnnen die Fonds der Diskonto⸗ und Anleihgeſchaͤfte aus den Zuſchuͤſſen der Akzionaͤrs, und aus den Anleihen der Bank beſtehen. Die Sicherheit dieſer Operazionen haͤngt von der Be⸗ ſtimmung feſter Grundſaͤtze, ſowohl in Abſicht des Diukonto als der Anleihen ab. ni— Die Lokalverhaͤltniſſe des Staats muͤſſen die Bedin⸗ zai gungen des Diskonto und der Anleihen beſtimmen. d, auh 1 483. auf inn Die Anleihoperazionen beſtreitet die Bank allerdings ntich, dn am vortheilhafteſten durch die Vereinigung der Eigenſchaft ints chn einer Zettelbank, indem ſie naͤmlich entweder fuͤr empfan⸗ zu bii gene, oder ſtatt ſchuldender Metallmuͤnze, Banknoten aus⸗ genthine giebt, und dadurch die Maſſe der Ausgleichungsvehikel i erhöͤht. timjim Am abgemeſſenſten, am beſtimmteſten muß die Organi⸗ alch ſazion der Zettelbank ſeyn. 1 Fuͤr die Ausgleichungsvehikel laͤßt ſich kein Markſtein , au denken, denn aus ihnen ſelbſt, aus der Mobiliſirung des Nazionalvermoͤgens, aus der Belebung todter Vor⸗ ſchäͤften raͤthe, entſteht neue Produkzion, alſo Erweiterung des engeſehn Spielraums der Ausgleichungsvehikel. 1 Eine aͤußere Graͤnzlinie laͤßt ſich alſo fuͤr die Zet⸗ inzig ſi telbank nicht beſtimmen; wohl aber eine innete. gleichm Die Zettel einer Privatbank gehen den Staat nichts ſe müͤſhn an. Es ſind Privatſchulden, die jeder Staatsbuͤrger, es zkonte, ſey nun unter dem Namen einer Bank, oder unter ſeiner in Un eigenen Firma, machen kann, und von denen, wenn ſie nicht mettſen realiſirt werden, nur die Gerichtshoͤfe Kenntniß zu nehmen erworfen haben. zkont DSollen dieſe Bankzettel ihren Zweck als Ausgleichungs⸗ erwende vehikel erhalten, ſo muͤſſen ſie nicht, wie man auf eine ge⸗ fuͤhrliche Weiſe bisher ſich in der Staatswirthſchaft ausge⸗ zeſchch druͤckt hat, ein Gut repraͤſentiren, vorſtellan⸗ ſie nen, muͤſſen es wirklich enthalten. aus k Enthalten ioͤnnen ſie es aber nur, wenn dieſes Gut er Bu exiſtirt. Als wirklich exiſtirend kann aber dieſes Gut nur dann angenommen werden, wenn daſſelbe, alſo die der 5 Metallmuͤnze, welche der Bankzettel enthalten ſoll, entweder —iteng baar in den Gewoͤlbern des Inſtituts liegt, oder in Effek⸗ ten vorhanden iſt, die zu der naͤmlichen Zeit, wo der 334 Bankzettel zum Austauſch gegen das Gut, welches er enthal⸗ ten ſoll, alſo gegen Metallmuͤnze, praͤſentirt wird, in die— ſes Gut verwandelt werden koͤnnen. Die Maſſe der Bankzet⸗ tel muß alſo nie die Fonds uͤberſteigen, d. h. den effektif aus den Zuſchuͤſſen der Akzionaͤrs zum Zweck der Bankopera⸗ zionen geſammelten Kapitalſtoff. Die innern Graͤnzen der Maſſe der Bankzettel beru⸗ hen alſo in dem Spielraume derjenigen Diskonto⸗ und Anleih⸗ operazionen, welche nach den auf feſte Grundſaͤze gebauten Sicherheitsbedingungen berechnet ſind. 4⁰4. Bankzettel kommen zur Praͤſentazion, zur Einloͤſung der Bank,— 1. wenn bey den Inhabern Unruhe und Beſorgniß entſteht, nicht einzig daruͤber, daß der Werth ihres in Bankzetteln empfangenen, oder dafuͤr hingegebenen Guts , nicht mehr vorhanden; auch ſchon daruͤber, daß dasjenige Gut, auf welches die Banknote verlautet, naͤmlich das Muͤnzmetall, nicht vorhanden ſey. Denn G V auf dem Glauben der augenblicklichen Erlangung Vermoͤgensgattung, beruht einzig der Werth der Bank⸗ zettel. waͤrtigen Kommerz, oder 3. wenn ſie die Metallmuͤnze als Metall zum Einſchmel⸗ zen, zu Gefaͤßen, Verzierungen u. ſ. w. beduͤrfen. Der Vortheil der Zettelbank gruͤndet ſich dagegen 1. auf den Gewinn der Rente, der ohne Rente umlaufen— den Zettel, indeß 2. die Guͤter, welche fuͤr dieſe, oder wofuͤr ſie gegeben worden, zu gleicher Zeit umlaufen, und Rente tragen. * deſſelben, als der beſtimmteſten und transportabelſten 2. Wenn die Banknoteninhaber die Metallmuͤnze zum aus⸗ ) ze 3 — 8 1 ſdathal d, ibie, der Ir b Dath neffeti Bantten kzettel lm und anec ze gebann nloſung i iß entieg ihres i enen Gu ber, d verlaut y. Dem Erlangun vetabelſen er But dum al inſchme . en mlaufen gegebe Nnd — 335 z. die Moͤglichkeit dieſes verdoppelten Umlaufs gruͤndet ſich auf die nach dem gewoͤhnlichen Gange der Dinge wahrſcheinliche Vorausſezung: daß nicht die ſaͤmmtlichen Bankzettel zu gleicher Zeit zur Zah⸗ lung, alſo Einloͤſung vorgezeigt werden. Wenn alſo z. B. die Maſſe der ausgegebenen Banknoten 10 Millionen betraͤgt, ſo iſt es wahrſcheinlich, daß zu gleicher Zeit nur 1 Million zur Einloͤſung vorgezeigt wird, denn bey einmal ſtehendem Kredit wird nur ſo viel und nicht mehr in Metallmuͤnze verwandelt, als die oben angegebenen Verhaͤlt⸗ niſſe im gewoͤhnlichen Laufe der Dinge fodern. Bey einer Maſſe voon 10 Millionen Bankzetteln iſt die Einloͤſung von 1 Million allerdings leicht, denn ſie laͤßt fuͤr die Diskonto und Anleihoperazionen noch 9 Millionen Spielraum, und ge⸗ waͤhrt den Gewinn der Rente von&½ Theilen dieſes entnom⸗ menen Fonds. Aber gegen außerordentliche, ungewoͤhnliche Ver⸗ haͤltniſſe, welche der Zufall, der Wechſel der oͤffentlichen und Privatangelegenheiten herbeyfuͤhren kann, iſt die Bank bey jenem Syſteme keineswegs geſichert. Der ploͤzliche Ausbruch eines Kriegs, oder eines bedeutenden Falliments kann allge⸗ meine Unruhe verbreiten; ein neuer auswaͤrtiger Kommerz⸗ zweig kann eine große Metallmuͤnzmaſſe beduͤrfen, und jenes Syſtem iſt zerruͤttet. 405. Wahrhaftigkeit im ſtrengſten Sinne iſt es hingegen, welche eine Bank in Abſicht ihrer Zettelbankoperazionen einzig gegen jede Erſchuͤtterung ſichern kann. Wenn die Bank nicht mehr verſpricht als ſie auf jeden Fall und in jedem Verhaͤltniſſe zu leiſten faͤhig iſt, wenn ſie alſo dem Grundprinzip alles Verkehrs, Treu und Glau⸗ ben mit der ſtrengſten Puͤnktlichkeit anhangt, wenn ſie ihren Bankzetteln ſelbſt einverleibt: daß ſie den Betrag jeden Au⸗ genblick in Metallmuͤnze auszahlt, in ſo ferne nicht zu gleicher Zeit eine Summe zur Einloͤſung kommt, welche die 336— ganze Maſſe derſelben auf einen gewiſſen Punkt,(z. B. auf ein Drittheil, auf die Haͤlfte) uͤberſteigt, daß aber auch in dieſem Falle der Reſt nach einem beſtimmten Zeitraume eben ſo richtig eingeloͤſet werden wird: dann kann ſie ruhig daruͤber ſeyn, daß dieß den Preis ihrer Bankmuͤnzzettel vermindern duͤrfte. Sie wird dadurch gewinnen, daß keine von der Bos⸗ heit, dem Neide, oder feindlichen Machinazionen aufgeſchreckte Ueberzahl an Banknoteninhabern, ſich zu gleicher Zeit meldet; jeder muß fuͤrchten, den im Bankzettel ſelbſt ausge⸗ druͤckten Fall dadurch zu ſeinem eigenen Nachtheil erſt her⸗ bey zu fuͤhren. Die Wahrhaftigkeit, die Offenheit ihrer Handlungsweiſe muß den Kredit der Bankzettel vielmehr erhoͤhen. Zum Zweck dieſer Wahrhafrigkeit muß aber die ganze Maſſe der Bankzettel dem Publikum ſtets bekannt ſeyn, ſtets bekannt gemacht werden. 5 406. Der zweyte Hauptpunkt, an dem die Wohlthaͤtigkeit einer Nazionalbank haͤngt, iſt: die Adminiſtrazion. Allerdings muß ſie unter der Oberaufſicht der Staats⸗ verwaltung im Ganzen ſtehen. Aber nicht unter der willkuͤhr⸗ lichen Leitung einer einzelnen Staatsgewalt. Jede Staats⸗ gewalt ſtrebt nach Ausdehnung. Banken bieten der Ehr⸗ ſucht und deren verderblichen Gefaͤhrtinnen maͤchtige Huͤlfs⸗ mittel. Bey ihrer Abhaͤngigkeit von einer einzelnen Staatsgewalt iſt keine vollſtaͤndige Sicherheit fuͤr das Privat⸗ eigenthum moͤglich, noch alſo jener hohe Grad von Zutrauen, auf dem doch einzig ihre Vortheile fuͤr den Nazionalwohlſtand beruhen. Keine Regierung, welches auch die Natur der Staats⸗ verfaſſung ſey, mag ſich oͤffentlich zu einem andern Zwecke ihrer Haushaltung bekennen, als dem des allgemeinen Wohls. Selbſt in der Deſpozie muß die Regierung hiezu die zweckmaͤßigen Mittel waͤhlen, und fuͤr die Dauer und det del G8af er alg in 1 Jänae in ſe nih Ktmunen n der ge⸗ ufgeſcue cher zai ſelhſt au eil eſtſe, dlungevii zum zut Maſe ts bekanr gkeit ein r Stunt⸗ wilki e Strat⸗ der Eht ge Häͤſs zzelne Prin⸗ zutrauen vohlſtn Staat⸗ Zwett meinen ig hil der alh —— 337 Wohlthaͤtigkeit einer Nazionalbank giebt es kein anderes als die Unabhaͤngigkeit von dem Einfluſſe der Macht. Die Regierung muß auf das Inſtitut einer Bank keinen andern Einfluß auszuuͤben verlangen, als den naͤmlichen, den ſie auf die Gerechtigkeitspflege haben kann, naͤmlich den des Schuzes und der Oberaufſicht; alſo der Wachſamkeit, daß die Grundgeſeze des Inſtituts eingehalten, und daß es die⸗ ſen Geſezen gemaͤß verwaltet werde. 4⁰7. Zur Soliditaͤt einer Nazionalbank iſt es nicht genug, daß die Regierung allem andern Einfluſſe auf ihr Syſtem und ihre Operazionen, als dem der Oberaufſicht entſagt, ſie muß auch entweder allem Kredit bey derſelben entſagen, oder die Staatsſchazkammer muß als Privatmann mit ihr handeln. Alle Operazionen, welche ſich auf Staatskredit oder auf Auflagen beziehen, muͤſſen aus dieſen Geſchaͤften verbannt ſeyn; ſoll nicht die Bank ihre Natur verlieren und dem Na⸗ zionalwohle gefaͤhrlich werden. Befoͤrderung des Umlaufs zum Nazionalwohl muß alſo der einzige Zweck einer wahren Nazionalbank ſeyn, er muß auch rein bewahrt werden. 408. Eine ſo organiſirte Nazionalbank bedarf keines ausſchlie⸗ ßenden Privilegiums zu ihrer Erhaltung. Die Groͤße ihres Fonds, der hohe Grad ihrer Sicherheit giebt ihr ein ſo ent⸗ ſcheidendes Uebergewicht im Verkehre, daß ſie keiner Einſchraͤn⸗ kung der Privatinduſtrie noͤthig hat; dieſe wuͤrde ſie nur zu einer dem Nazionalreichthum nachtheiligen koloſſalen Macht erheben. Die Vortheile einer ſoliden Nazionalbank eichen uͤber⸗ ſchwenglich hin ihr Dauer zu ſichern. 409. Ein bedeutender Vortheil, den die Regierung ihr zuwen⸗ den kann, und nach dem hohen Grade ihrer Sicherheit zuwen⸗ den muß, beſteht in der Vereinigung aller derjenigen Metall⸗ 22 33⁸— muͤnze, die außer dem todt liegen muͤßte, als: der gericht⸗ lichen Depoſiten-, der Pupillen⸗, der Pfleg⸗ und Wohlthaͤtigkeits⸗ inſtitutgelder. Wenn die Bank auch die allgemein gewoͤhnliche Zinsrente bezahlt, ſo iſt doch der aus dem Zuſammenfluſſe einer großen, die Operazionen befluͤgelnden Kapitalmaſſe reſultirende Vor⸗ theil an ſich bedeutend. 410. Es iſt wahr, daß die Vermehrung der Bewegungsmittel auch die Vermoͤgensmaſſe erhoͤht, nicht bloß den nominalen Preis der Guͤter. Dieſe Preiserhoͤhung iſt allerdings nicht Gewinn, ſie kann ſogar das Nazional⸗Oekonomiſtiſche Gleich⸗ gewicht unter den Produzenten verruͤcken. Aber reell iſt der Vortheil, welcher aus der mittelſt Erleichterung der Verthei⸗ lung und Transportabilitaͤt des Vermoͤgens er⸗ hoͤhten Produkzionskraft, alſo Vermehrung der Produkte, alſo Erhoͤhung des Genuſſes reſultirt. Die Armuth einer Nazion iſt zweyfach: reell und poſitif, wenn ſie entweder aus Mangel an Stoff, oder Pro⸗ dukzionskraft zu wenig Genußmittel produzirt. Nega⸗ tif hingegen iſt ihre Armuth, wenn es ihr an Mitteln fehlt, die in Maſſe vorhandenen Produkte oder Vorraͤthe zu vereinzeln, in Umlauf, in Verkehr zu bringen. Irrig iſt aber die Behauptung: Erhoͤhung der Waaren⸗ preiſe erſchwere die Konkurrenz auf auswaͤrtigen Maͤrkten. In Abſicht des Einkaufs, alſo der Importazion kann dieß nicht der Fall ſeyn, denn auf dem auswaͤrtigen Markte wird immer nur der allgemeine, alſo Weltmetallwerth, den Preis der Waare beſtimmen; alſo der Preis des inlaͤn⸗ diſchen Produkzionsbewegmittels genau wieder auf den Punkt ſinken, der eigentlich ſein wahrer Werth, naͤmlich auf jenen, welcher ſeiner Produktenmaſſe, als dem gebieteriſchen Regulator des Verkehrs angemeſſen iſt; der Staatsbuͤrger hat dieſen Preis im Innern ſeinen Produkten hinzugefuͤgt, es exiſtirt alſo dabey fuͤr ihn kein Verluſt. Aunt dene ſct der antt öhliſs iche Jiann endt gajg, linende an begungemi en nowinaa erdinge ni tiſche Glit reell it i Vertzei oͤgense odukte, a reell un „oder Du t. Nega an Mitt er Vorrite gen. r Wanuu. rkten. 9. kann dih darkte li lwert des indi en Punt auf jenen bieteriſhen buͤrger ſe nzuueſi 339 In Abſicht des Verkaufes, alſo der Exportazion kann fuͤr den Staatsbuͤrger noch weniger ein Verluſt exiſtiren, denn er berechnet ſeine Produkte nicht nach dem inlaͤndi— ſchen Preiſe, ſondern nach dem allgemeinen Markrpreiſe, und hiernach bedingt er ſich die Zahlung. Wird ihm dieſe im inlaͤndiſchen Ausgleichungsvehikel geleiſtet, ſo erhoͤht er ſeine Preiſe in dem naͤmlichen Verhaͤltniſſe. Das Beduͤrfniß, alſo die Entſtehung neuer Vermoͤgens⸗ Abtheilung- und Verkehr⸗Ausgleichungsvehikel iſt an ſich natuͤrlich. Nicht allein die Volksmenge, auch die Kultur des Men⸗ ſchen, alſo die Produkzion und der Hang zum Genuß haben Fortſchritte gemacht. Durch dieſe Vermehrung der Tauſchen⸗ den, der Genußmittel und des Genußbegehrens, iſt nothwen⸗ dig der Verkehr immer haͤufiger, und das Mißverhaͤltniß zwi⸗ ſchen dem Verkehr, und den Verkehrmitteln, immer groͤßer geworden. Um das Gleichgewicht herzuſtellen, haͤtte, der erſten Anſicht nach, die Metallmuͤnze im Preiſe im naͤmlichen Ver— haͤltniß ſinken, d. h. der Beſizer der Waaren, vorzuͤglich derjenigen von abſolutem Werthe, haͤtte fuͤr die naͤm⸗ liche Muͤnzmetallmaſſe mehr Waaren liefern ſollen; allein da er nicht zum Tauſch gezwungen war, und doch mehr als bisher genießen wollte, ſo verlangte er mehr Verkehrmit⸗ tel, um andre Guͤter, die er nicht beſaß, eintauſchen zu koͤnnen. Er gab alſo das Geſez, welches, ſtatt der Verminderung des Metallmuͤnzpreiſes, die Vermeh⸗ rung der Verkehrmittel ſchuf.— Allerdings iſt der Produktenbeſizer ſelbſt wieder das Opfer ſeines Kalkuͤls, denn er treibt dadurch auch den Preis derjeni⸗ gen Guͤter in die Hoͤhe, die er eintauſcht. Aber ſein Kalkuͤl iſt deswegen nicht minder richtig, denn jenes Steigen der Preiſe der eintauſchenden Guͤter, haͤlt nicht genau die naͤm⸗ liche Proporzion, die bey ſeinem Kalkuͤl zum Grunde liegt, er 340— beſizt nun mehr als er eintauſcht, behaͤlt alſo Ueberſchuß, ſein Gewinn iſt alſo nicht ideal. Eine richtig organiſirte Staatsbank hat es hingegen in ihrer Gewalt, durch die einfachſten Mittel den Nachtheil zu verhuͤten, welcher aus einer großen, auch uͤbrigens oͤkonomi⸗ ſtiſchen Maſſe der Bankzettel entſteht, naͤmlich Verdraͤngung der Metallmuͤnze. Theurung der Waare, das heißt, ein unoͤkonomi⸗ ſtiſcher Preis derſelben(Naz. Oek. 1. B. Zifr. 54. S. 57.) kann aus ſo mannigfaltigen Urſachen entſpringen, als es Gruͤn⸗ de zu Beſtimmung des Preiſes—(Naz. Oek. 1 B. Z. 50.) giebt. Die gewoͤhnlichſte Uuſache iſt: Mangel an Waare oder erhoͤhte Konſumzion, aus welcher Mangel an e e oder doch Weckung des Spekulazionsgeiſts folgt. Dieß iſt vorzuͤglich bey den Guͤtern abſoluten Werths, bey unent⸗ behrlichen Beduͤrfniſſen der Fall. Der Preis des Getreides, Viehs u. ſ. w. haͤngt von der Erndte, Viehſeuchen, der Konzentrirung großer Heere u. ſ. w. ab. 3 3 In dieſen Faͤllen iſt Mangel an Metallmuͤnze, alſo hoher Preis derſelben nachtheilig, weil jener Mangel aus dem Aus⸗ lande, und zwar mit der Welt⸗-, naͤmlich Metallmuͤnze er— gaͤnzt werden muß, mithin dieſe dem Umlaufe entzieht, alſo die Nazion allerdings an ihr aͤrmer wird. In allen andern Faͤllen beweiſt das, was man Theu⸗ rung nennt, nur fuͤr Ueberfluß an Metallmuͤnze, alſo Sinken ihres Preiſes, und dieſes Sinken iſt fuͤr den Na⸗ zionalreichthum nicht nachtheilig, denn Metallmuͤnze iſt nur bis zu einem gewiſſen, oben bezeichneten, Grad unentbehrlich. Als Ausgleichungsvehikel laͤßt ſich zwar im Nazional⸗Oekono⸗ miſtiſchen Sinne ein nachtheiliger Ueberfluß nicht denken; aber doch giebt es einen Punke, jenſeit deſſen die Maſſe deſ⸗ ſelben fuͤr den Nazionalreichthum nicht unentbehrlich iſt. Wenn naͤmlich das vorhandene Nazionalvermoͤgen in einem Trichi hitgen 1 Nach ens dkanum, Verdrinza noͤkonrmi 4. Efh als es Eih 9. 3,z0) h Wanni an Wann, Dieß i dey unent t von den Heere u. alſo hohe dem Au- lmaͤnze e zieht, a in Theu nze, a den Ne ze iſt nu ntbehrlch „Oekold⸗ t denken, Naſſ di lich if in eilem . 341 ſeiner⸗Maſſe angemeſſenen Grade abgetheilt, belebt und alſo der dem angemeſſene Verkehr nicht gehemmt iſt. Und dieß iſt oͤfter der Fall, als man, nach den gewoͤhnlichen Klagen uͤber Geldmangel, wohl glauben ſollte. Dieſe Klagen haben oft uͤberſpannte Gewinnſucht, noch oͤfter die antioͤkonomiſtiſche Anhaͤufung der induſtriellen und kommerziellen Produzenten, insbeſondere der Geiſtesarbeiten, und den Mangel an wahrhaft ökonomiſtiſcher Produkzion zum Grund. Sind uͤbrigens die Operazionen einer Staatsbank mit Einſicht kombinirt, ſo wird ſie den Preis des Muͤnzmetalls auswaͤrts, und im Innern des Staats nie hoͤher ſteigen laſ⸗ ſen, als es deſſen Vortheil im Verhaͤltniß des auswaͤrtigen Kommerzes fodert. Sie wird, wenn der Preis des Muͤnzmetalls zu hoch zu ſteigen droht, ihre Billets mit M uͤnzmetall aufkaufen, und bey der naͤchſten Fluth wieder in das Kommerz werfen. Sie wird den inlaͤndiſchen Verkehr mit ihren Ausglei⸗ chungsvehikeln beſtreiten, um das zum auswaͤrtigen noͤthige in ihrer Leitung zu behalten; ſie wird alſo das Nazionalver⸗ moͤgen wirklich verdoppeln. Dieſe Verdopplung wird aber nicht nach der gewoͤhnlichen Anſicht in dem Daſeyn zweyer Maſſen von Ausgleichungsvehikeln mit und neben einander, die zweyfache Vermoͤgensporzionen enthielten, ſie wird in der durch die Mobiliſirung und Abtheilung des Na⸗ zionalſtoffs erhoͤhten Produkzion beſtehen. Die Theilnahme an dem Fonds der Nazionalbank ge⸗ waͤhrt uͤberdieß dem Staate den Vortheil, alle diejenigen Muͤnz⸗ vorraͤthe, die aus eigenthuͤmlichen Ruͤckſichten außerdem gegen ihre Beſtimmung todt liegen muͤſſen, als hinterlegte Gelder ꝛc. in einen den Intereſſenten und der Nazion gleich wohlthaͤtigen Umlauf zu bringen, und denjenigen Muͤnzkapitaliſten, die Alter oder Krankheit hindert, ſich dem Landbau, dem Kom⸗ merz, oder der Fabrikazion im Großen zu widmen; z. B. Witwen, Waiſen u. ſ. w. eine ſichre, und gleich wohlthaͤtige Gelegenheit, ihre Vorraͤthe in Ertrag zu ſezen. 411. B. Spezielle Kreditinſtitute. Die ſpeziellen Kreditinſtitute betreffen entweder A. den Produkſtoff(1. B. S. 61.) das ſogenannte be⸗ wegliche Mobiliarvermoͤgen; oder B. den produktifen Urſtoff(Naz. Oek. 1. B. S. 61.) das unbewegliche Immobiliar vermoͤgen, Ge⸗ baͤnde und Grundeigenthum. g. Pfand⸗Leih⸗Anſtalten. 412. In der duͤrftigern Volksklaſſe erzeugt der kuͤrzeſte Still⸗ ſtand der Produkzion, bey dem meiſt gaͤnzlichen Mangel an Vorrath(Kapitalſtoff), auf der Stelle die hoͤchſte Noth. Krankheit des Produzenten, oder ſonſtige Hemmung des Ge⸗ werbs, muß fuͤr Tagarbeiter, bey fortlaufender, im erſten Falle ſelbſt erhoͤhter Konſumzion, das Gleichgewicht zwiſchen ihr und der Produkzion ſogleich aufheben. Dieß iſt vorzuͤglich bey Fabrikanten, Handwerkern und Lohnarbeitern der Fall, am allermehreſten bey denjenigen, die Genußmittel allgemein relatifen Werths produziren, Artikel der Bequemlichkeit und des Luxus. Alle dieſe Produ⸗ zenten koͤnnen,(Naz. Oek. 1. B. S. 69. Z. 61.) um der Konkurrenz, alſo um des geringen Grads von Werth ihrer Produktifkraft willen, ſelten einen Kapitalſtoff erringen. Dieſe Klaſſe iſt es alſo, welche des Kredits am drin—⸗ gendſten bedarf, und deren unoͤkonomiſtiſche Anhaͤufung ſo ge⸗ faͤhrlich iſt(Naz. Oek. 1. B. Z. 151.). Die Staͤdte ſind vorzuͤglich die Heimath dieſer Klaſſe. Die Glieder dieſer Klaſſe koͤnnen fuͤr dieſen Kredit keine andre Sicherheit ſtellen, als den geringen Kapitalſtoff, der in ihren Mobilien, Kleidungsſtuͤcken, Handwerkszeuge ꝛc. ſteckt. Leih⸗ d. entwede ogenanne .. 8.) mͤgen, 6. n. uͤrzeſte Sil Mangal chſte dt ung des G erſten gile icht zwiſce verkern n jenigen, de prodazi ieſe Neh⸗ ) um k erth jn gen. jam dii ung ſo g. ſer Klſt keine ande e in iſe rk Li ———Oͦᷣ— 343 haͤuſer, in welchen gegen Mobiliarunterpfand der Duͤrftige Unterſtuͤzung erhaͤlt, ſind alſo fuͤr ſie allerdings nothwendig und wohlthaͤtig. Dieſer ungluͤcklichen Menſchenklaſſe bleibt außerdem nichts als Hungertod, Zuflucht zu der oͤffentlichen Wohlthaͤtigkeit uͤbrig, oder ſie muß ſich in die Raͤuberhoͤhlen des Wuchers ſtuͤrzen. Die Regierung muß alſo, den Nazional⸗Oekonomiege⸗ ſezen gemaͤß, dieſe Menſchenklaſſe unter ihre Vormundſchaft nehmen; ſie muß, außer dem Anſpruch auf Unterſtuͤzung, welchen der fleißige und thaͤtige Gewerbsmann, bey unverſchul⸗ deten Ungluͤcksfaͤllen, nach den Grundſaͤzen des geſellſchaftlichen Verbands haben mag, dafuͤr ſorgen, daß er auf ſeinen gerin— gen todten Produktifſtoff zu maͤßigen Zinſen lebendigen Kapital⸗ ſtoff erhalte. In den mehreſten europaͤiſchen Staaten ſind zu dieſem Zwecke Pfandhaͤuſer errichtet. Nur ſcheint ihre Organi⸗ ſazion darin dem Zwecke nicht zu entſprechen. 1. Sind die Zinſen dieſer kleinen Anleihe zu hoch, und fuͤr jene aͤrmere Klaſſe druͤckend. Dieſe hat hinſichtlich ihrer Unentbehrlichkeit fuͤr den civiliſirten Zuſtand der Menſch⸗ heit, hinſichtlich der von ihrer Produkzionsgattung unzer⸗ trennlichen Unmoͤglichkeit: den Stillſtand der Produkzion und deſſen ungluͤckliche Folgen zu verhuͤten, gerechten An⸗ ſpruch auf Staatsunterſtuͤzung. Iſt ſie dieſer nicht ge— wiß, ſo werden alle dieſe Produzenten die Moͤglichkeit jenes Stillſtands in einem weit hoͤheren Grade dem Werthe, und alſo auch dem Preiſe ihrer Produk⸗ zionskraft hinzufuͤgen muͤſſen, und dieß wuͤrde allen ubrigen Nazionalgliedern zur Laſt fallen, es wird dieſe in allen jenen Faͤllen beſchaͤdigen, wo dieſer Stillſtand nicht eingetreten waͤre, wird alſo einen unoͤkonomiſtiſchen Preis des Arbeitslohns erzwingen. 344 2. Dieſe zu hohe Zinsrente iſt eine Folge der großen Admi⸗ niſtrazionskoſten. Die Regierung ſollte dieſe Adminiſtra⸗ zion zu vereinfachen ſuchen, der Staat im Ganzen dieſe Verwaltungskoſten tragen. 3. Den Entleihenden ſollte die Abzahlung im Einzelnen, und zwar waͤhrend einem hinlaͤnglichen Zeitraume geſtat⸗ tet ſeyn, damit dieſe durch allmaͤhlige Erſparniſſe ſich ihrer Schuld entledigen koͤnnten; und uͤberhaupt ſollten 4. Pfandhaͤuſer nicht nach merkantiliſchen, ſondern als ein Nazionalinſtitut, nach nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Grund⸗ ſaͤzen organiſirt und verwaltet werden. Man ſollte auf den Zuſtand der Verpfaͤnder, auf die Gruͤnde, welche ſie ins Pfandhaus preſſen, Ruͤckſicht nehmen. b. Hypothekariſches Kredit⸗ Syſtem. 413.. Produktſtoff, ſowohl natuͤrlicher als induſtrieller, alſo Natur⸗ oder Kunſtprod ukte, ſind in ein lebendiges Kapital, naͤmlich in Waarenmuͤnze verwandelt worden. Der Zweck war: die Umſezbarkeit, alſo die Erlangung von Vor⸗ rath,(Naz. Oek. 1. B. Z. 56. 57.) unter dem Muͤnze in den feſtgeſezten Begriffen, die vorzuͤglichſte Gattung iſt. So wie ſich natuͤrlicher und induſtrieller Produkſtoff ab⸗ theilen und in Umlauf ſezen, alſo mobiliſiren laͤßt, laͤßt ſich auch produktifer Urſtoff mobiliſiren. 414. K Ein maͤchtiges Hinderniß des Fortſchritts der Urprodukzion liegt in der Natur ſeines Betriebs; er fodert, außer dem produktifen Urſtoffe, einen bedeutenden Kapitalſtoff. Der Ackerbauer bedarf Vieh, mit dem er zugleich Hand⸗ lung treiben, das er zur wohlfeilen Zeit und mager einkaufen 2 Anri Ganzad 2inzelnan raune gii ſatniſeſt upt ſollen dern als in chen Eim n ſolte a welche ſ em. ller, alſ es Kapitn. Der dwet von Vot⸗ Mͤnze in iſt. kkſtofa jßt, lit roduthi ußer den 9 Han einteufe 345 muß, um es dann in andern Zeiten, oder gemaͤſtet, um einen hoͤhern Preis zu verkaufen. Er bedarf Muͤnze zu Bezah⸗ lung der Auflagen, zu ſeinem Ackergeſchirre und deſſen Unter⸗ haltung, zu Bezahlung der Arbeitsgehuͤlfen, vorzuͤglich zur Zeit der Erndte. Sein Vermoͤgen iſt unter allen Gattungen des Vermoͤgens das untheilbarſte, unbewegbarſte. Das Beduͤrfniß des Vorraths unter allen Produkzions⸗ Gattungen iſt bey ihm däs groͤßte, fuͤr ihn deſto druͤckender, weil 1. der Erſaz der mit dieſem Vorrath beſtritten werdenden Auslagen nach der Natur dieſer Produkzion am ſpaͤ⸗ teſten wieder herein kommt; 2. dieſer Erſaz zwar gewoͤhnlich mit Wucherzinſen wieder er— ſcheint, doch oft ungewiß iſt, oft in dem natuͤr⸗ lichen Zeitpunkte gaͤnzlich fehlt, alſo die Zeit des Her⸗ einkommens verdoppelt. Ein Ackerbauer, der keinen hinreichenden Kapitalſtoff beſizt, kann ſein Grundeigenthum gar nicht, oder nur ſchlecht be⸗ nuzen. Er kann keine Verbeſſerungen unternehmen, keine Verſuche wagen; er muß Vieh und andere Produkte aus Drang zur unrechten Zeit verkaufen. Er iſt das erſte Opfer aller oͤffent⸗ lichen Kalamitaͤten. Viehſeuchen, Hagel, Brand⸗, Kriegs⸗ verwuͤſtungen, Verſchwinden der Metallmuͤnze, und daher ploͤzliches Sinken des Grundeigenthumspreiſes druͤcken ihn zu Boden, und entwurzeln ſeinen haͤuslichen Wohlſtand. Derjenige Landbauer hingegen, welcher neben ſeinem Grundeigenthume hinlaͤnglichen Kapitalſtoff beſizt, kann alle jene Ungluͤcksfaͤlle uͤbertragen. Bey ihm bringt die Zeit alles wieder ins Gleiche. 415. Jener Kapitalſtoff findet ſich allerdings bey großen Guͤ⸗ terbeſizern; dieß iſt auch der Grund, warum mehrere Schrift— ſteller die großen Grundeigenthumsbeſizungen in Schuz ge⸗ 345— nommen haben. Dem großen Grundeigenthuͤmer wird es leicht einen Kapitalſtoff zuruͤckzulegen, denn er produzirt weit mehr als er verzehrt, er kann alſo die ephemeren Luͤcken in der Produkzion ergaͤnzen, welche von voruͤbergehenden Ungluͤcks⸗ faͤllen veranlaßt werden. Aber wenn es Wahrheit iſt, daß der Flor des Ackerbaus, alſo auch der Nazionalwohlſtand, in einer maͤßigen, nach Grundſaͤzen organiſirten Vereinzelung des Eigenthums beruht,(Naz. Oek. 1. B. Z. 190.) daß alſo große Be⸗ ſizungen der Vollkommenheit der Kultur, nnd in die⸗ ſer, ſo wie in jeder Ruͤckſicht dem Nazionalwohle nachthei⸗ lig ſind; wenn dieß der Regierung gebietet, durch ein weiſes Ackergeſez die Vereinzelung des Grundeigenthums zu befoͤr⸗ dern, ſo gebietet es ihr auch, dem kleineren Grundeigenthuͤmer die Vortheile des großen Guͤterbeſizers zu verſchaffen, ihm alſo Kapitalſtoff zu ſichern. 416. Der Landbauer bedarf dieſen Kapitalſtoff nicht einzig um der Natur des Betriebs des Landbaues, nicht einzig um der voruͤbergehenden, der Urprodukzion eigenen Ungewißheit des gleichfoͤrmigen Ertrags willen, er bedarf ihn vorzuͤglich auch nach der Gattung der Erwerbung des Grund⸗ eigenthums. Soll es durch Kauf erworben werden, ſo ſezt dieſer Kauf, neben dem Preiſe des Grundeigenthums(Kaufſchilling) auch noch jenen Kapitalſtoff voraus, ohne welchen die Be⸗ nuzung unmoͤglich, oder doch ohne Vortheil iſt. Alſo ſind alle diejenigen Nazionalglieder von der Konkur⸗ renz zur Erwerbung ausgeſchloſſen, welche gerade nur ſoviel Kapitalſtoff beſizen, als der Preis des Grundeigenthums be⸗ traͤgt. Der Preis haͤngt aber an der Konkurrenz, und mithin druͤckt gerade jener Umſtand den verglichenen Werth des Grundeigenthums nothwendig herab. had s oft rinas iin 1 dilen unſ am duc Gn Li des un nih eodeſt a wLüten a den luſi des Aaten hig en, u igenthun großed „ und in ie ohle mac ch ein viſ ims zu biſ deigeuthär. haffen, iy ht einzig m nzig um ie ewißheit U n votzhii des Grun⸗ ſezt dil aufſchille) en die d er Kutte ur ſorit nthume 9 renz, u lichenen 347. Wird es durch Erbſchaft erworben, ſo muß der Ueber⸗ nehmende, wenn er nicht einziger Erbe iſt, nach dem jezigen Zuſtand der Dinge in dem groͤßeren Theile von Eu— ropa, die uͤbrigen Miterben mit Kapitalſtoff befriedigen, alſo ihre Antheile erkaufen. Bey dem Landmanne, der gewoͤhnlich mit Liebe an dem vaͤterlichen Erbe haftet, iſt jene Erwerbungsart, naͤmlich die Vererbung des Grundeigenthums in der Familie, die gewoͤhn⸗ lichſte. Gerade dieß iſt aber ein vorzuͤglicher Grund, warum der mittlere oder aͤrmere Ackerbauer, ſelten zum Wohlſtand zu gelangen vermag; warum ſeine Exiſtenz ewig krankt, und die hoͤchſte Anſtrengung ihm kaum kuͤmmerlichen Unterhalt ſchaffen kann; im Alter, bey abnehmenden Kraͤften aber, ihn dem Mangel ausſezen, bey außerordentlichen Ungluͤcksfaͤllen ihn augenblicklich zermalmen muß. 417- Unter dieſen Umſtaͤnden iſt derjenige Ackerbauer, welcher keinen hinlaͤnglichen Kapitalſtoff neben ſeinem Grundeigen⸗ thum beſizt, gezwungen: ſich dieſen Kapitalſtoff um jeden Preis zu verſchaffen. Dieß iſt die Veranlaſſung der unter⸗ pfaͤndlichen Darlehen. Der Grundeigenthuͤmer ent⸗ nimmt von dem Kapitalſtoffbeſizer ſo viel er bedarf, und ſezt ihm zur Sicherheit ſein Grundeigenthum zum Pfand ein. Der Preis des Grundeigenthums haͤngt von dem Be⸗ voͤlkerungszuſtande, von dem Zuſtande des Ackerbaues ſelbſt, von der Maſſe des im Staat vorhandenen Kapitalſtoffs, und am meiſten von der Induſtrie des Beſizers ab. Alle dieſe Verhaͤltniſſe wechſeln, und mit ihnen jener Preis. Eben deswegen muß ein beſtimmter Preis des Grundeigenthums angenommen werden, wenn dieſes zur Sicherheit des Kapitalſtoffs dienen ſoll, wofuͤr es eigentlich ideal und temporell ausgetauſcht wird. 348— Denn im Grunde iſt der hypothekariſche Darlehnskontrakt nur ein Tauſch des Kapitalſtoffs gegen produktifen Urſtoff. Der hypothekariſche Glaͤubiger macht ſich ſtillſchweigend anheiſchig: auf den Fall, daß ihm ſein Kapitalſtoff nicht zuruͤckgegeben wird, oder werden kann, eine im verglichenen Werthe gleiche Maſſe von Grundeigenthum dafuͤr anzunehmen.— Die Vorausſezung, daß ihm ſein Kapitalſtoff durch die Erſpar⸗ niſſe des Grundeigenthuͤmers, oder durch den Kapitalſtoff eines andern Kapitaliſten zuruͤckgegeben werde, iſt blos zufaͤllig. Der Preis des Grundeigenthums wird durch die Schaͤzung andrer Landwirthe ergruͤndet. Bey dieſer Schaͤzung koͤnnen ſie nur von zwey Grundſaͤzen ausgehen: Erſtens, dem vom Ertrag des Grundeigenthums, und Zweytens, von dem Preiſe dieſes Ertrags. Dieſe Preiſe hangen aber(Naz. Oek. 1. B. Z. 79. S. 94.) von der Maſſe des im Staate vorhandenen Kapitalſtoffs ab; eigentlich iſt alſo die Maſſe des Nazional⸗Kapitalſtoffs der Regulator der Landrente, alſo des Preiſes des Grundeigenthums ſelbſt. Der Wechſel, dem jene Nazional⸗Kapitalſtoffmaſſe, mithin auch jener Preis unterworfen iſt, macht es dieſen Schaͤz⸗ zern nothwendig, bey der Schaͤzung unter dem Marktpreiſe zu bleiben. Und dieſer naͤmliche Wechſel gebietet wieder der Staatsgewalt, dem Kapitalſtoffe, als dem Regulator, ein entſcheidendes Uebergewicht uͤber den produktifen Urſtoff, als das Regulirte einzugeſtehen. Eben daher wird in den mehreſten europaͤiſchen Staaten nur die Haͤlfte, oder hoͤchſtens zwey Drittheile jenes Preiſes verſichert, d. h. der produktife Urſtoff wird gegen den Kapitalſtoff, nur wie 1 zu 2, oder 2 zu 3 angenommen. Jener ideale temporelle Tauſch iſt an ſich fuͤr die Be⸗ foͤrderung des Nazionalreichthums aͤußerſt wichtig. Indem er —— ditt= 1t6 ſe⸗ imnn der terdn ſih lihenn des tne i 1 nr rhn — 349 5 den Kapitalſtoff an das Grundeigenthum kettet, beyde ſo zu ſagen mit einander verſchmilzt, und den Muͤnzkapitaliſten gleich⸗ ſam zwingt, Grundeigenthuͤmer zu werden, belebt er die Darkhteten, kude fen lrftf. 1 gend anheſch t zurickg n Dertjegit Urprodukzion. V men.-) Ohne dieſe Berſcymekzuunn wuͤrde der Ackerbau durchaus dich die g vernichtet ſeyn, denn gerade diejenige Staatsbuͤ uͤrgerk klaſſe, welche 1. pitlſif die mehreſte koͤrperliche Kraft, alſo die groͤßte Fäͤhigkeit zur blos zuſch Urprodurzion beſizt, iſt am Kapitalſtoffe am aͤrmſten, und s muß daran am aͤrmſten ſeyn; denn der Gewinn der Produkzion, G dird durh ddie nur mechaniſche koͤrperliche Kraftaͤußerung heiſcht, bleibt . Nyy i weit hinter demjenigen zuruͤck, welchen die Geiſteskraft in Ver⸗ en ausgeſen waltung der oͤffentlichen Staatsaͤmter, in den Kuͤnſten und. undeiketie Wiſſenſchaften, in der induſtriellen Produkzion im Großen, in dem Kommerze gewaͤhrt; dann auch, wegen der Seltenheit der Faͤhigkeiten als des allgemeinen Gradmeſſers des ettags. verglichenen Werths.(Naz. Oek. 1. B. S. 42.) Und end⸗ w3.79 C, lich: weil gerade dieſe intellektuelle Kraft den weſent⸗ ditalſpofe lichſten Einfluß in die erſte urſpruͤngliche Vertheilung apitalfuft des Grundeigenthums gehabt hat. 1 Preiſesw Es iſt alſo fuͤr den Staat von dem groͤßten Gewichte, daß das Grundeigenthumsvermoͤgen durch Kapitalſtoff⸗Ver⸗ 4 pitslſef moͤgen belebt werde. dieſen Et—. Arg. b n Markui d tet vidt! Produktifer Urſtoff, Grundeigenthum, iſt der wichtigſte tegulau Theil des Nazionalvermoͤgens. ttifen lii Nur Grundeigenthum kann den Staatsbuͤrger wirklich an aher wihi ein Vaterland ketten; nur, indem ſelbſt der Muͤnzkapitaliſt an älfte, i das Grundeigenthum gekettet wird, kann er zum wahren tt, d. Staatsbuͤrger umgeſchmolzen, und in das große Nazional⸗Fa⸗ wie 1 93 milienband verſchlungen werden. Bey der Mannigfaltigkeit der koͤrperlichen und geiſtigen fir d 4 Faͤhigkeiten kann nicht jeder Staatsbuͤrger ſelbſt Grundeigen⸗ Inden thumsbeſizer werden; und wenn der Nazional⸗Wohlſtand die 350 Maſſe der Erſparniſſe, alſo die Zahl der Kapitaliſten haͤuft, ſo hat gerade der Staat wieder einen deſto maͤchtigern Beweg⸗ grund, den Beſizer dieſer an ſich zu feſſeln. Auf der andern Seite iſt es gleich wichtig fuͤr den Staat, daß die Erſparniſſe der Staatsbuͤrger, daß ihre Vorraͤthe ſtets in dem Kreislaufe ihres Zwecks, naͤmlich des Verkehrs, erhalten werden; ſobald ſie aus dieſem Kreislauf treten, hoͤren ſie auch auf zu produziren. Dazu muß aber die Regierung Gelegenheit verſchaffen; ſie muß es alſo denjeni⸗ gen Staatsbuͤrgern, welche dieſe Erſparniſſe ihrer Lage, ihren Verhaͤltniſſen und ihren Neigungen nach, nicht in Gewerben, nicht im Kommerz, oder Fabriken und Manufaktnren ſelbſt umlaufen laſſen koͤnnen, moͤglich machen, aus jenem Theile des Nazionalvermoͤgens Vortheile zu ziehen, ohne Verluſt zu wagen. 3 Dieſe vereinten Betrachtungen ſind es, welche ein wei⸗ ſes hypothekariſches Kreditſyſtem zur Befoͤrderung und Er⸗ haltung des Nazionalreichthums nothwendig machen. — 419. Den bisherigen hypothekariſchen Kreditſyſtemen ſcheinen mehr oder weniger die weſentlichſten Eigenſchaften zu Errei⸗ chung dieſes Zwecks zu mangeln. Dieſen Inſtituten liegt immer direkt nur der Schuz des Kapitalſtoffs, nie der wichtigere Schuz des produktifen Urſtoffs zum Grund. Aber gerade um dieſer einſeitigen Anſicht wil⸗ len, ſind ſelbſt die Maasregeln zu jenem Schuze ſehr unvoll⸗ kommen geblieben. Man hat Grunddhuͤſcher errichtet, in welche die Darlehen der Kapitaliſten auf das Grundeigenthum einge⸗ tragen werden; man hat dieſen eingetragenen Darlehen die erſten Rechte zur Bezahlung eingeraͤumt; aber man hat nir⸗ gends den Glaͤubiger gegen den Verluſt hinlaͤnglich geſichert, den ein durch außerordentliche Zufaͤlle, z. B. Krieg, Miß⸗ jahre, große Sterblichkeit, Viehſeuchen, durch Mangel an Ver ne 4 1 ) tenae Sa de g Dan ſtee lig ba da trau Vi 1 ſin in tigen dag 1. ur den eu e Vorratie nimit eſem Kraiti zu muß t alſo denin er bage, iſn in Gevealt ſaktnren ſih enem dhe ohne Vaui lche ein we ung und E⸗ czen. nen ſcheinn en zu Eri ſtituten let toffs, koffs zu Anſcht ni ſehr unul welche hum äin arlehen an hat tin h giſchen ieg, Wh Nangal e 351. Muüͤnze, durch Kulturvernachlaͤßigung, u. ſ. w., weit getrie⸗ benes Sinken des Preiſes des Grundeigenthums her⸗ vorbringen kann. 88 Der erſte direkte, der wichtigſte Zweck des hypo⸗ thekariſchen Kreditſyſtems ſollte der Schuz des Grundei⸗ genthums ſeyn; ſtatt deſſen hat man den Schuz des Ka⸗ pitalvorraths in der Benachtheiligung des Grund⸗ eigenthums geſucht. Dieſer einzige Schuz, den die Geſez⸗ gebung bisher dem Darleiher gewaͤhrte, beſtund naͤmlich in der maͤßigen Schaͤzung des Grundeigenthums. Dieſe Schaͤzung geſchieht weder nach dem poſitifen, noch nach dem verglichenen Werthe, ſie geſchieht nach dem Preiſe, und zu dem Zweck, zu dem ſie geſchieht, muß ſie nach dem Preiſe geſchehen, denn ſie enthaͤlt die ſtillſchwei⸗ gende Vorausſetzung einer Veraͤnderung des Beſizes;⸗ der Schaͤzer nimmt naͤmlich ſtets die Veraͤnderung des Beſizes,(Naz. Oekon. 1. B. Z. 50. S. 50.) zur Baſts ſei⸗ ner Wuͤrdigung; alſo die Vorausſezung: daß der ſchuldende Grundeigenthuͤmer das Darlehn nicht zuruͤck bezahlen wer⸗ de, daß alſo das Grundeigenthum werde veraͤußert werden muͤſſen, und zwar, wie dieß bey jedem gezwungenen Verkaufe gewoͤhnlich der Fall iſt, unter ſeinem vergliche⸗ nen Werthe. Offenbar iſt dieſer Schuz des Kapitaliſten aus dem Nachtheile des Grundeigenthuͤmers geſchoͤpft. Die Schaͤzung des Grundeigenthums unter dem vergli⸗ chenen Werthe, muß nothwendig in den Augen aller andern Staatsbuͤrger die Vermoͤgensmaſſe des Grundeigenthuͤmers vermindern. Dieß iſt ein weſentlicher Nachtheil. Der Werth aller Dinge in Ruͤckſicht der Beziehung auf andre, iſt an ſich ideal; der wirkliche Werth ſchraͤnkt ſich ein⸗ zig auf den unmittelbaren Genuß des Beſizers ein; ſo⸗ bald er aber von dieſem Werthe entweder zum wirklichen Tauſche, oder zu dem Zwecke, daß ihm andere Guͤter ver⸗ traut werden, Gebrauch machen muß, ſo iſt es nicht die Wirklichkeit des Werths, ſondern die Idee, welche X —V—ᷣ—— 352—= andre damit verbinden, die den Grad des Vortheils beſtimmt, den er aus ſeinem Eigenthum zieht. Eben ſo nachtheilig iſt jener Schuz dem Grundeigenthuͤmer, weil er die Summe des ſpeziellen Kredits vermindert, den der Grundeigenthuͤmer erhaͤlt; alſo die Maſſe von lebendi⸗ gem Kapital, welche er ſich außerdem verſchaffen koͤnnte. Der weſentlichſte Nachtheil aber iſt, daß jene Schaͤzung den Preis des Nazionalgrundeigenthums uͤberhaupt herab⸗ ſezt, alſo zum großen Nachtheil der Nazion in Abſicht des Weltverkehrs, des Vertrauens andrer Nazionen, das Nazionalvermoͤgen vermindert: denn dieſe Schaͤzung iſt es, welche in jenem Falle zum Grund gelegt werden muß, wo der Grundeigenthuͤmer das empfangene Kapital nicht zuruͤck zahlen kann, wo alſo das Grund⸗ ſtuͤck entweder veraͤußert, oder dem Kapitaliſten an Zahlungs⸗ ſtatt uͤberlaſſen werden muß. Die natuͤrliche Folge davon iſt, daß das Grundeigenthum bey einem oͤffentlichen Verkaufe gewoͤhnlich nicht nur unter ſeinem Werthe, ſondern auch wegen der Idee einer gezwungenen Ver⸗ aͤußerung, die jeder Liebhaber mitbringt, ſelbſt unter dem allgemeinen, oder Marktpreiſe verkauft wird, daß alſo der Grundeigenthuͤmer einen Theil ſeines Vermoͤgens verliert. 420. Dieß ſcheint dem Grundſaze zu widerſprechen, daß Konkurrenz den verglichenen Werth als die Baſis des Preiſes erhoͤht; weil ein oͤffentlicher Verkauf die Zahl der Konkurrenten vermehren ſollte, indeß beym freywilligen Ver⸗ kaufe, oft nur mit einem einzelnen Liebhaber unterhandelt wird. Aber es iſt nicht weniger richtig; der Grund davon liegt darin: Bey dem freywilligen Verkaufe erwartet der Verkaͤufer den Liebhaber, er waͤhlt alſo den Zeit⸗ punkt und den Mann, der das Grundſtuͤck zu beſizen wuͤnſcht; der Kaufsliebhaber berechnet den Preis, den er t, weil ul tniſtet tn ber⸗ egesen unei di nd tho Veff Freunde von der hernin de tl, ge ſtic Ren. ta ſic digen darf heſtin — 353 3 las bietet, nicht einzig nach dem poſitifen und verglichenen Wer⸗ hn 6 the, er bringt auch den Drang des Beſizers in Anſchlag, ur n das Grundſtuͤck verkaufen zu m uͤſſen. Er ſucht alſo von räehn ſeinen Guͤtern ſo wenig als moͤglich hinzugeben, und lebeni dagegen ſo viel als moͤglich zu erhalten. Bey dem hfi tn oͤffentlichen Verkaufe iſt der Zwang erklaͤrt, und Shäumni dieß uͤberwiegt die Vortheile der Konkurrenz. Jeder hofft aupt ſea die Waare um den moͤglichſt niedern Preis zu erhalten, Aüſch weil erklaͤrt iſt, daß ſie veraͤußert werden muß, und daß ſie idnen, uü 1 wenigſtens, den obigen Grundſaͤzen gemaͤß, um den unter denn vß dem verglichenen Werthe bleibenden Schaͤzungspreis ab⸗ rund gig gegeben wird. Auch iſt bey oͤffentlichen Steigerungen von enpfange Grundeigenthum gewoͤhnlich die Konkurrenz nicht groß. das Grwh Die natuͤrliche Abneigung, ſich ohne dringende Noth in Zalus und ohne betraͤchtlichen Gewinn den Haß, vielleicht ſelbſt die dolbe dau Verfolgung des Beſtzers, oder ſeiner Verwandten und fentlichn Freunde zuzuziehen, und endlich eine geheime Empfindung Perthe von der nur ſcheinbaren Gerechtigkeit der Maasregel ſelbſt, enen N vermindern jene Konkurrenz. untet a , uih) 44** tns ln Um uͤber das bisherige hypothekariſche Kreditſyſtem der mehreſten europaͤiſchen Staaten ins Klare zu kommen, muͤſ⸗ ſen wir den Hypothekvertrag zergliedern. ſchet, di Der Grundeigenthuͤmer empfaͤngt lebendiges Kapi⸗ Baſt R tal, gewoͤhnlich Muͤnze; verſpricht ſie fruͤher oder ſpaͤter te Jaßld zuruͤck zu zahlen, und raͤumt dagegen dem Beſtzer des ligen M lebendigen Kapitals auf jeden Fall das Recht ein, wenn nterhanee er es ihm nicht zu der uͤbereingekommenen Zeit zuruͤckgiebt, ſich in den Beſiz dieſes Grundeigenthums zu ſezen. ton Dieſer Vertrag ſezt nothwendig voraus, daß der Grund⸗ 3 6 eigenthuͤmer jenes lebendige Kapital nicht beſizt, alſo be⸗ 1 darf. Denn wozu wuͤrde er es ſonſt entnehmen?— 4 gii Ein Vertrag, welchem nicht bey beyden Theilen die i beſtimmte Moͤglichkeit der Erfuͤllung zum Grunde liegt, 23 iſt ein durchaus mangelhafter Vertrag, und doch iſt dieß bey dem Hypothekenvertrag groͤßten Theils der Fall. Zu jener Ruͤckgabe des lebendigen Kapitals exiſtiren die Mittel fuͤr den Entnehmer, entweder in Erſparniſſen und dem Ertrage des Grundeigenthums, oder in anderem Vermoͤgen, das er aber zur Zeit des Entnehmens noch nicht beſizt, oder nicht erheben kann, oder in einem neuen Kapitale von einem andern Darleiher. Der erſte Fall iſt wohl an ſich ſeltener, und die Aus⸗ ſicht dazu, welche der Grundeigenthuͤmer bey der Aufnahme in Anſchlag bringt, kann durch tauſenderley vom Landbau unzertrennliche Ungluͤcksfaͤlle vernichtet werden. In den mehreſten europaͤiſchen Staaten befindet ſich das Grundeigenthum eines bedeutenden Theils der Grund⸗ eigenthuͤmer mit einer Maſſe von Kapitalien beſchwert, die neben dem, dem menſchlichen Gefuͤhle doch ſo natuͤrlichen Hange zum Lebensgenuſſe, unmoͤglich aus den Renten des Grundeigenthums abgetragen werden koͤnnen. Auch der zweyte Fall gehoͤrt unter die ſeltenen. Der dritte iſt der haͤufigſte. Er ſezt aber voraus, daß ſich ein neuer Darleiher finde. Dieſe Vorausſetzung iſt unge⸗ wiß. Eine neue Staats⸗Finanz⸗ oder Kreditoperazion, ein neuer Kommerzzweig, der die Vorraͤthe an ſich zieht, eine betraͤchtliche Verminderung der Ausgleichungsvehi⸗ kel ſelbſt, welche durch ſo mannigfaltige Urſachen veranlaßt werden kann; eine oͤffentliche Kalamitaͤt, z. B. Mißwachs, Theurung, Krieg, koͤnnen auch die Maſſe der Kapitalien bedeutend vermindern, alſo dem Grundeigenthuͤmer ohne ſeine Schuld die Erfuͤllung ſeiner Verbindlichkeiten unmoͤglich machen; dann iſt er deſto unwiederbringlicher verloren; denn dieſe naͤmlichen Urſachen drucken auch den Preis des Grundeigenthums herab, erſchweren ihm alſo die Entneh⸗ 335 und h; der n mung eines gleichen auf den alten Preis kalkulirten Dar⸗ lehens; entreißen ihm im Fall der Veraͤußerung ſein Ver⸗ aſtta moͤgen. parniſte 422. n andeun Die Geſeze, welche den erſten Fehler begangen ha⸗ atnehna ben, einen ſo gearteten Vertrag zu autoriſiren, muͤſſen n, oderi nun den zweyten begehen, und den ungluͤcklichen Grund⸗ lleihe. eigenthuͤmer ohne Schuz, entweder dem Mitleide der Ka⸗ und pitaliſten, oder ſeinem Umſturze uͤberlaſſen. er Auſten Es iſt zur Sicherheit des Nazionalwohlſtandes unerlaͤß⸗ om anee lich nothwendig, dem verglichenen Werthe des Grund⸗ eigenthums eine feſtere Beſtimmung, alſo einen Spiel⸗ raum zu geben, der nicht in die engen Schranken des Prei⸗ befidi ſes,(Naz. Oekon. 1. B. Z. 50 u. 51. S. 51. 52. u. 53.) der Gru eingepreßt iſt; alſo von ſo manninfaltigen Zufaͤllen abhaͤngt; ſchwatt, ſ es iſt nothwendig, nicht die Maſſe der Kapitalpor⸗ natuüͤtlchn raͤthe zum Regulator des Grundeigenthum 8⸗ Jenun Preiſes zu machen, und die Kapitalvorraͤthe auf Koſten des Eigenthums zu ſchuͤzen, ſondern Maasregeln zu ergreifen, enen welche beyden zugleich Schuz gewaͤhren, beyde wirk⸗ daß ſti lich und weſentlich verſchmelzen. iſ ung Dieß kann aber einzig dadurch geſchehen, daß dem Preiſe des Grundeigenthums mehr Feſtigkeit und Stetigkeit gegeben werde. Die Nothwendigkeit einer qzion, in ſolchen Beſtimmung ſcheint mit dem Fortſchritte der Kultur ſich zi zu wachſen. Der Egoismus findet bey der Ungebunden⸗ ngeviſi heit, welche die Rente vom lebendigen Kapital ge⸗ veraulch waͤhrt, weit mehr ſeine Rechnung, als bey dem feſſeln⸗ Mißnach den Beſtze des Grundeigenthums. Kapitzi 8 jmer ifn 423. unmäiſh Aber ſelbſt die Kapitaliſten ſind das Opfer jenes ungluͤck⸗ ren; um lichen Irrthums der Regierungen. reis d Die jezige Einrichtung des hypothekariſchen Kreditſy⸗ „ Enan ſtems in den mehreſten europaͤiſchen Staaten ſcheint mit dem 355— Vermoͤgensverfalle, oder der augenblicklichen Zahlungsun⸗ faͤhigkeit des Staatsbuͤrgers,— die ich als eine oͤffentliche Katamitaͤt betrachte,— einen Reiz fuͤr den Eigennuz der Staatsbeamten verbunden zu haben, der den Ruin des Grundeigenthuͤmers und des Kapitaliſten zugleich hervor⸗ bringt. Wenn es nothwendig, wenn es ſelbſt fuͤr den Nazional⸗ Reichthum vortheilhaft iſt, daß das Grundeigenthum und der lebendige Kapitalſtoff verſchmolzen, daß die Theil⸗ nahme am Grundeigenthume durch den Darlehnsvertrag auch auf jene Klaſſe der Staatsbuͤrger ausgedehnt werde, welche es nicht unmittelbar zu beſizen und zu bearbeiten ver⸗ mogen, ſo iſt es hingegen eben ſo nothwendig, dafuͤr zu ſorgen, daß dieſe Einrichtung nicht fuͤr die ganze Nazion verderblich werde. Und dieß wird ſie nicht einzig aus den oben angegebenen Gruͤnden, ſie wird es vorzuͤglich auch durch den Stillſtand der Urprodukzion, durch die Vernachlaͤßigung des Ackerbaues, welche aus richterlicher Adminiſtrazion des Grundeigenthums entſtehen. 424. Es giebt nur Ein Mittel, alle dieſe dem Nazional⸗ reichthume nachtheiligen Verhaͤltniſſe aufzuloͤſen, naͤmlich eine den Nazional⸗Oekonomie Geſezen gemaͤße, alſo ſolche Organiſazion des hypothekariſchen Kreditſyſtems, wodurch dem Grundeigenthume und dem Kapitalſtoffe gleicher Schuz gewaͤhrt, wodurch beyde amalgamirt werden. Die⸗ ſes Mittel iſt: die Mobiliſirung des geſammten Grundeigenthums. Dieſe Mobiliſirung hatzwey gleich große Zwecke: Erſtens, den produktifen Urſtoff, das Grund⸗ eigenthum, als das dauernde und ſichre Nazionalvermoͤgen, unter die Garanzie der ganzen Nazion zu ſtellen, 180 roe fr80 V 1 V data de nae. mosn ml L V venher an miln ſcn V Natge iitens b 357 dön ihm mindſtens einen gewiſſen Grad von verglichenem ie Werthe zu ſichern, mithin daſſelbe den Launen des 1 a Preiſes zu entruͤcken. glij 4 3 Zw eytens⸗ den lebendigen Kapitalſtoff, alſo die 1 Vorraͤthe, Muͤnze ꝛc. mit dem todten produktifen Urſtoffe auf eine fuͤr beyderley Beſizer nicht nur unnachtheilige, viel⸗ 4 riu mehr wohlthaͤtige Weiſe zu verſchmelzen. eneh Der erſte Zweck umfaßt unermeßliche Vortheile. An alhr der Erhaltung eines feſten, nicht von den Launen der Um— dehn a ſtaͤnde des zufälligen, nicht unentbehrlichen Muͤnzmetallver⸗ uteign e moͤgens etner Nazion abhaͤngigen Preiſes des Grund⸗ ig, u eigenthums, hangt der Zuſtand des Ackerbaues, alſo . ne der dauernde Nazionalwohlſtand. Mit dem Sinken aße n jenes Preiſes muͤſſen auch deſſen Produkte fallen; alſo Rig ausi muß aller Sporn zum Fleiß abgeſtumpft werden; oder es zürlch a muß Mangel der Produkte allgemeinen abſoluten d, dit Werths entſtehen; entweder, indem die Produkzion ſich tihttin vermindert, oder indem die großen Grundeigenthuͤmer alles an ſich ziehen, alſo ſich zu Monopoliſten jener Genuß⸗ mittel abſoluten Werths erheben. Man hat die Aſſekurazion der Gebaͤude gegen Feuer⸗ 1 N ji ſchaden, als eine der Menſchheit wohlthaͤtige Erſindung mit 1, ninih. Recht geprieſen; denn durch ſie ſind Gebaͤude erſt ein wirk— aloo ſolct licher, reeller, ſolider Theil des Nazionalvermoͤgens, durch , wobei ſte iſt erſt denſelben der Karakter eines dauernden Werthes gleicen aufgedruͤckt worden. den. N Aber das, was einen weſentlichern Theil des Nazional⸗ kammti” vermoͤgens ausmacht, das Grundeigenthum hat man den Launen des Zufalls uͤberlaſſen. Zwar iſt es ſeiner Na⸗ 5 900 tur nach minder zerſtoͤrbar als Gebaͤude; aber doch bedarf es zffentlichen Schuz gegen das Ungluͤck, das im Wechſel des Gu Preiſes der Muͤnzmetalle, als des Weltktemometers liegt. Lüh Wir haben oft das Grundeigenthum ploͤzlich bis zur u fle Haͤlfte ſeines vorherigen Preiſes ſinken, und dann 35⁸ viele Familien aus dem Eigenthume vertreiben ſehen, das kurz vorher ſie im Wohlſtande naͤhrte. Die Vortheile des zweyten Zwecks ſind vorhin aus⸗ fuͤhrlich zergliedert worden. Beyde Zwecke werden durch die Mobiliſirung des Grundeigenthums erreicht, und der einfachſte Weg hiezu iſt: die Errichtung einer allgemeinen Nazionalhypotheken⸗ bank. Ueber die Organiſazion, und die unermeßlichen Vor⸗ theile dieſer Nazionalhypothekenbank, ſ. Naz. Oekon. 2. B. S. 460— 474. b gc ſiben e 6 nd ui obilſtun I b Weg jin hypotjn negtind Neuntes Buch. 8 Oekon. 1* Nazional„Oekonomiſtiſche Staatsform. d- earicj 4 in 1 ,8. Nuluit V .(Ow welch 1 lim richt 4 en, daiſ 4 Nh for no. 425. Die Nazional⸗Oekonomie ſezt einen ſelbſtſtaͤndigen buͤr⸗ gerlichen Verein, alſo einen wirklichen Staat voraus. Nur in ihm doͤnnen ihre Geſeze ſich frey bewegen.(Naz. Oek. 3. B. Z. 447— 449.)— 426. Dieſe Selbſtſtaͤndigkeit haͤngt nicht abſolut, wohl aber relatif von dem Umfange, der Groͤße des Staats ab. 427. Die Nazional⸗Oekonomie zeichnet die Form des Staats 3(Staatsverfaſſung) nicht vor; aber ſie verwirft jede, Form, welche die Anwendung ihrer Geſeze unmoͤglich macht. 428. In dieſem Sinne muß alſo ſowohl der Staat ſelbſt als ſeine Form Nazional⸗Oekonomiſtiſch ſeyn. 4²9.— Die Nazional⸗Oekonomiekunde hat alſo die Staatsform nicht ſowohl in Abſicht desjenigen zu beruͤckſichtigen, was ſie dem geſelligen Menſchen geben ſoll, als in Abſicht desjeni— gen, was ſie ihm nicht verſagen, nicht entziehen darf. Nach dieſen Vorausſezungen muß man die Nazional⸗ Oekonomiſtiſche Betrachtung uͤber den Einfluß der Staats⸗ form auf den Nazionalwohlſtand, beurtheilen. 430. Eine Staatsform kann nur dann Nazional⸗Oeko⸗ nomiſtiſch genannt werden, wenn ſie den Staatsbuͤrgern 8 362 fuͤr ihre Perſon und ihr Eigenthum, alſo fuͤr freyen Gebrauch ihrer Kraͤfte und freyen Lebensgenuß, dauernde Sicherheit gewaͤhrt, und zum Behuf dieſer Sicherſtellung ihnen an per⸗ ſoͤnlicher Freyheit und am Genuſſe des Eigenthums nur den zu Bewahrung des Reſts unerlaͤßlich nothwendigen Theil entzieht. 431.— Staatsverfaſſung iſt die Form, in der die Bande des geſellſchaftlichen Vertrags zuſammen gehalten werden. Die durch den Sprachgebrauch geheiligte und ſelbſt von allen Staatsrechtlichen Syſtemen adoptirte Benennung dieſer Formen war folgende: Man theilte die Staatskonſtituzion in Monarchie, und Republik. Unter der Monarchie verſtand man die Vereinigung der oberſten Staatsgewalt in den Haͤnden Eines Herrſchers. Unter Republik, die Vertheilung derſelben unter meh⸗ rere. Die Monarchie wurde ſubjektiv, in erbliche, und Wahlmonarchie, und objektiv, in beſchraͤnkte, oder unbeſchraͤnkte eingetheilt. Die Republik klaſſiſizirte man in rein ariſtokratiſche, rein demokratiſche und gemiſchte; je nachdem die oberſte Staatsgewalt ſich erblich im Beſize beſtimmter Familien, oder im Beſize der ganzen Volksmaſſe befand, oder zwiſchen beiden ver⸗ theilt war. Logiſch unrichtig waren dieſe willkuͤhrlichen Benennungen; willkuͤhrlich war auch ihr Gebrauch und ihre Anwendung bis auf die neueſten Zeiten. 43³². Die logiſch richtige Bezeichnung und Unterſcheidung der Staatsformen muß und kann einzig aus dem Prinzip der Staatsverfaſſung abgeleitet werden. then Geütag de Eitene ihnen a Ams mur hwendige die Banden den. nd ſelbſt ennung die ſtituzion Vereinigen Herrſches unter it⸗ iche, u kkte, e klaſſifdin kratiſche gewalt ſih im Beſtt iden we ennungen ndung” ddung be Prir 363 Da wo dieſe Form dem Prinzip des geſellſchaftlichen Ver⸗ bands, naͤmlich dem Wohlſtande der Nazion zu⸗ ſagt, wo alſo der Zweck dieſes Verbands rein erhalten, und durch deſſen Form nicht veraͤndert worden iſt, da, und nur da, exiſtirt republikaniſche Verfaſſung, d. h. die⸗ jenige Form, in welcher res publica, das gemeine Weſen, die Nazion, oder was natuͤrlich darunter begriffen iſt, deren Wohl reiner Zweck iſt. Da hingegen, wo das perſoͤnliche Wohl des Herrſchers, je nach ſeinen Anſichten, der Zweck iſt, wo ſich alſo das Prinzip des geſellſchaftlichen Verbands nur in Be⸗ ziehung auf ihn, auf ſeine Perſoͤnlichkeit ausſpricht, da iſt Deſpozie vorhanden, alſo im eigentlichſten Sinne, die Nichtexiſtenz einer Staatsverfaſſung; da laͤßt ſich auch keine Nazion, kein Sraat, ſondern nur der Verband eines Gebie⸗ ters mit ſeinen Sklaven, und die Nothwendigkeit der Exiſtenz beider als korrelatifer Begriffe denken. 433. Republik und Deſpozie, dieß ſind alſo die beyden einzig logiſch⸗-richtigen Bezeichnungen der Staatsformen, und unter ſie laſſen ſich alle die mannigfaltigen Modifikazionen dieſer Formen reihen, welche Sitten, Klima und Zeitverhaͤlt⸗ niſſe geſchaffen haben. Die Staatsform mag uͤbrigens immer⸗ hin Monarchie genannt werden, die Staats verfaſ⸗ ſung kann dennoch im richtigen Sinne republikaniſch ſeyn. Ja vielleicht laͤßt ſich, ganz eigenthuͤmliche Verhaͤltniſſe, z. B. Hirtenvoͤlker ꝛc. ausgenommen, in einer monarchiſchen Form die republikaniſche Verfaſſung am reinſten und treuſten bewahren. 434. Ohne vorgaͤngige logiſche Begriffbeſtimmung hat die Staatslehre die ſogenannte Trias politica zur Baſis ihrer 3 6 4—— Theorie adoptirt; ſie hat als unerlaͤßliche Eigenſchaft des Staats⸗ ideals, die Abſonderung der drey angenommenen Haupt⸗ erſcheinungen des Herrſchens, die der Geſezgebenden, Vollziehenden, und Richtenden Gewalt aufgeſtellt. Weiters ſchien die neuere Staatslehre folgende Saͤze als entſchieden anzunehmen. Die vollziehende Gewalt muͤſſe Energie und Aus⸗ dehnung beſizen, um die Geſeze aufrecht zu erhalten, auf deren Beobachtung die Exiſtenz und das Wohl der Geſellſchaft beruht; dieſe vollziehende Gewalt muͤſſe alſo einem Einzigen vertraut werden; er in deren Ausuͤbung unabhaͤngig von der Nazion, alſo ſeine Perſon heilig und unverlezlich ſeyn. Ferner: die erblichen Herrſchaften verdienten den Vor⸗ zug vor den willkuͤhrlich gewaͤhlten; jede neue Wahl oͤffne dem Sturme der Leidenſchaften einen verderblichen Spielraum, und koͤnne den Untergang der Nazion herbey fuͤhren, und end⸗ lich der von der Erblichkeit der vollziehenden Gewalt unzer⸗ trennliche Nachtheil, daß ſie die Eigenſchaften des Herr⸗ ſchers, die Faͤhigkeit zu herrſchen, vom Zufalle abhaͤngig macht, werde von jener Gefahr weit uͤberwogen, und hier, wo ſelbſt von der Exiſtenz der Nazion die Rede, wo alſo, wie in allen menſchlichen Verhaͤltniſſen, der Kalkuͤl ſo wichtig iſt, muͤßten jener gebieteriſchen Ruͤckſicht alle andre weichen. 2 435 So viel aber die Abſonderung der Gewalten be⸗ trifft, ſcheint im Allgemeinen die durch die Erfahrung der lezten Dezennien berichtigte Staatslehre, in Abſicht der Form die⸗ ſer Abſonderung und Vertheilung uͤber folgende Haupt⸗ grundſaͤze einig geworden zu ſeyn: 2 1721 iſtdes Lu gende di ie und Au duhalten, uſ er Geſälſcit n Einziger Kngig von de lezlich ſen ten den Vr⸗ ahl uffne dr Opiekeaun, en, und ende ewolt unzer in des hin le alhän nd hier, u ſo, wieit wichtiß zen. alten bh zder lit Form de Hau 365 Erſtens: daß dieſe drey Gewalten ſelbſtſtaͤndig, und von einander unabhaͤngig ſeyn. Zweytens: ſie muͤßten ſaͤmmtlich zu dem allgemeinen Zweck des Nazionalverbands mit einander, und zwar alſo verſchmolzen ſeyn, daß Drittens: keine Gewalt die andere in dem Spielraume ihrer Thaͤtigkeit hemme. Die Vierte: naͤmlich die begluͤckende Staatsgewalt, die einige neuere Philoſophen, ob wohl in einem andern, als dem Nazional-Oekonomiſtiſchen(Naz. Oek. 1. B. 23.) Sinne anerkannt haben, wuͤrde nach jener Theorie zwiſchen der vollziehenden und geſezgebenden Gewalt vertheilt werden muͤſſen. 436. 4 Jener Theorie gemaͤß ſcheint die philoſophiſche Staats⸗ lehre ferner uͤber folgende allgemeine Saͤze einig geweſen zu ſeyn. Erſtens: daß die Nazion in Maſſe, ſobald ſie den rohen Naturzuſtand, den Hirten⸗ und Jaͤgerſtand uͤberſprungen hat, alſo in den Zuſtand der Civiliſazion uͤbergegangen iſt, auch nicht mehr faͤhig ſey, irgend eine Staatsgewalt ſelbſt auszuuͤben, daß ſie alſo dieſe durch von ihr ge— waͤhlte und bevollmaͤchtigte, ſie repraͤſentirende, einzelne Glieder ausuͤben laſſen muͤſſe; und 437. Zweytens: daß die Wahl dieſer Glieder auf Individuen eingeſchraͤnkt ſeyn muͤſſe, die durch ihre Verhaͤltniſſe dauerndes Intereſſe an der Erhaltung und dem Wohle der Nazion haben: auf Individuen, welche durch ihr Daſeyn auch der Staatsverfaſſung die Exiſtenz geben, indem ſie die Nichtvereinigung aller Gewalten in einem einzigen Repraͤſentanten, der Nazion unſchaͤdlich, alſo moͤglich, dagegen den aus jener Vereinigung moͤglichen Umſturz der Geſeze unmoͤglich machen. 438. Man iſt uͤbereingekommen, die Geſezgebung, die Be⸗ ſtimmung der Vorſchriften, der Formen, nach welchen der Na⸗ zionalverband im Ganzen ſeinen Zweck, und die Nazionalglieder unter ſich, den ihrigen zum Ganzen erfuͤllen ſollen, ſey dieſen von der Nazion aus ihrer Mitte gewaͤhlten Repraͤſen⸗ tanten zu uͤbertragen, und zwar unter irgend einer Theilnahme der vollziehenden Gewalt, indem dieſer entweder der Vorſchlag oder die Beſtaͤtigung der Geſeze, alſo einem oder andern Theile die weſentliche Konkurrenz zu der Geſezge⸗ bung eingeraͤumt werde. 4³9. Man iſt Drittens: darin uͤbereingekommen, die Gewalt, die Geſeze anzuwenden, welche die Verhaͤltniſſe der einzelnen Nazionalglieder zum Ganzen, oder die Nazionalglieder unter ſich Cihre wechſelſeitige Rechte und Pflichten) be⸗ treffen, alſo der Schuz der Perſoͤnlichkeit und des Eigen⸗ thums der Nazionalglieder ſey einer von dem vollziehenden Herrſcher, ſo wie von der geſezgebenden Volksgewalt ge⸗ trennten beſondern Macht anzuvertrauen; uͤber welche jene beyde Gewalten nur in ſoferne und in ſo weit zu gebieten haͤtten, um ſie in den Schranken ihres Wir⸗ kungskreiſes zu erhalten, und uͤber die Erfuͤllung ihrer Pflichten zu wachen. 440. Unverkennbar kann das Staatsideal nur aus jenen Hauptumriſſen genommen, und aus ihnen eine demſelben ent⸗ ſprechende aͤußere Form modifizirt werden. ng mägich ung, dieße elchen derg azionalglid ſollen, en Repriſn Theilnaſe entweder einem od Geſenge zewalt, di er einzelten ionalglitde lichten) be⸗ des Eie. algiehende sgewalt ber welct ſo weit hres Wi sung ißſe aus ſete ſelben e 367 Jene Grundſaͤze ſind von der Vernunft rein aus dem Ur⸗ zwecke des geſellſchaftlichen Verbands abſtrahirt. Sie ſind mehr oder weniger idealiſirt, von den Weiſen aller Zeiten und aller Voͤlker erkannt worden. / 441. Die Grundſaͤze, uͤber welche Herrſcher und Nazionen ſich leicht einigen koͤnnen, beurkundet die Geſchichte. Sie beurkundet: daß jede Staatsform, in dem Grade als ſie ſich von derjenigen entfernte, die man Monarchie nannte, den Privatleidenſchaften freyen Spielraum gegeben, die innere Nazionalruhe geſtoͤrt hat. Mag ſie in dem naͤmlichen Grade auch den Tugenden, der Seelengroͤße, den Talenten freyen Spielraum geoͤffnet haben, dieß veredelte zwar die Menſchheit, aber dem Hange der Nazionalmaſſe nach Wohlleben, alſo nach Ruhe, konnte ſie nicht zuſagen.. Um dieſes hoͤchſte Gut des gewoͤhnlichen Menſchen zu er⸗ ringen, iſt er bereit, allen moraliſchen Guͤtern, ſelbſt der Freyheit zu entſagen. Alle Kaͤmpfe um das, was der Sprachgebrauch vorhin republikaniſche Staatsform nann⸗ te, haben zulezt die Deſpozie, als den Siz der Ruhe, her⸗ beygefuͤhrt. 442. Dieſe Erfahrungen aller Zeiten, aller Voͤlker ſcheinen zu beweiſen: daß die Alleinherrſchaft eines Einzigen im ge⸗ ſellſchaftlichen Vereine, dem dauernden Wohle der Menſchheit, ſo wie ſie einmal organiſirt iſt, am meiſten zuſage; daß ſie allein die erforderliche Kraft beſize, die in der Natur der buͤrgerlichen Geſellſchaft liegende ewige Reibung der Privat⸗ leidenſchaften in Harmonie zu bringen, ſie zu wechſelſeitigem Gluͤck zu begraͤnzen, alſo des Menſchen hoͤchſtes Sehnen nach Wohlleben und Ruhe zu gewaͤhren und zu ſichern. Dazu iſt 368 die Deſpozie aus den einfachſten Gruͤnden allerdings am ge⸗ ſchickteſten. Das Daſeyn eines einzelnen, uͤber alle Weſen erhabenen Weſens beleidigt den Stolz nicht. Die große Kluft zwiſchen ihm und dem Reſte der Nazion laͤßt jedem Nazionalgliede keine andere Ausſicht empor zu ragen als durch ihn. Die wildeſte, die ſtuͤrmiſchſte aller Leidenſchaften, die Ehrſucht, iſt alſo an ihn ſelbſt gekettet. Der Herrſcher, welches auch immer ſein Herrſcherſyſtem, ſo ausgedehnt auch immer ſein Egoismus ſey, kann die Be⸗ friedigung ſeiner Wuͤnſche, kann ſeinen Wohlſtand nur in der Ruhe der Nazton finden. Alles fodert ihn auf, alles treibt ihn an, dieſe Ruhe zu beguͤnſtigen, dieſe Ruhe zu erhalten. In ihm kann kein Grund liegen, ſich um das einzelne Treiben, Leben und Weben der Menſchen in einem andern Sinne zu bekuͤmmern, als ſo weit es die Beziehun⸗ gen zu dem Herrſcher betrifft, und dieſe vertheilen ſich bey einer großen Nazion zu ſehr unter die Maſſe, um die Ruhe des Einzelnen zu ſtoͤren. 443. Daher: je groͤßer der Staat, je unnachtheiliger dieſe Alleinherrſchaft fuͤr buͤrgerliche Freyheit, je naͤher ruͤckt der Staat der republikaniſchen Staatsform, je begraͤnzter iſt der Einfluß der Willkuͤhr, oder der Unfaͤhigkeit des einzelnen Herr⸗ ſchers: denn jemehr muß er ſeine Macht vertheilen, oder viel⸗ mehr mit der Nazion theilen.. Vergroͤßern muͤſſen ſich alſo die buͤrgerlichen Geſellſchaf⸗ ten, bis zu dem nazional⸗oͤkonomiſtiſchen(Naz. Oek. 1. B. 41.) Punkte, wenn ſie republikaniſirt ſeyn wollen. Dieß iſts, was den von der Geſchichte genaͤhrten Weiſen mit der ſogenannten Monarchie, mit der Vereinigung der Ge⸗ walten ausſoͤhnt. Der denkende Geſchichtsforſcher wird ſich V aleding n, Veſen ei thiin e Klift e zionallid n. Dienü icht, ſt ſ n Heriſchfſe ey, kann dih Wohlimnd eit ihn auf, 0. deſe Fuſt, hen, ſch un Nenſchen in er ds die Rii (ilen ſch be n die Iufe achtheilge naͤher nt egräͤtzit in eiemm 1 eilen, oa hen Geilte az. O 1 eyn wole ähren I jaung ue ſcer ni 369 von den Vorzuͤgen der erblichen ſogenannten Monarchie vor der Wahlmonarchie uͤberzeugt fuͤhlen, aber er wird wuͤnſchen, daß die von jener Erblichkeit unzertrennliche Lanne des Zu⸗ falls ſo weit begraͤnzt werde, als es ohne Gefahr des oͤffentlichen Wohls moͤglich iſt. Das mexikaniſche Reich hat davon ein Beyſpiel ge⸗ geben. Erblich war die Gewalt des Herrſchers; aber zwoͤlf Notablen des Reiches waͤhlten unter den Nachkommen des Herrſchers den Faͤhigſten. Unermeßliches Elend waͤre der Menſchheit dunch allge⸗ meine Nachahmung dieſes Beyſpiels erſpart worden. Der zweyte Wunſch des Weiſen wird die Reſponſabili⸗ tät der Erſten Staatsbeamten gegen die Nazion ſelbſt, betreffen. 444.— Die Frage iſt nun: ob es fuͤr das Wohl der Menſchheit nicht zweckmaͤßiger ſey, dem Ideale zu der Staatsform zu entſagen, und die aͤußeren Monarchien zu republikani⸗ ſiren, d. h. die monarchiſche Staatsverfaſſung nazional⸗ oͤko⸗ nomiſtiſch zu organiſiren. Zu dieſem Zweck ſollten aber die Staatslehrer, ſtatt der Verfolgung eines unerreichbaren Ideals, ſich vielleicht mehr damit beſchaͤftigen: den Begriff der Eigenſchaft des Herrſchers zu berichtigen, unwandelbar zu beſtimmen, und ſowohl die Herrſcher ſelbſt, als die Voͤlker dafuͤr empfaͤng⸗ lich zu machen. Der Herrſcher iſt nicht Staatsbeamter. Dieſer Aus⸗ druck ſezt Abhaͤngigkeit voraus, und der Regent iſt ſelbſt⸗ ſtaͤndig, wie die Nazion. Der Regent kann eben ſo wenig Souverain genannt werden, in Beziehung auf die Nazion, als die Nazion in Beziehung auf ihn. Die Nazion kann nicht zugleich der Herr⸗ 24 —————————————— 370 8 ſcher und der Beherrſchte ſeyn. Ein weſtindiſcher Pflanzer kann Sklaven, aber der Regent kann nicht eine Nazion beherrſchen, er kann nur Geſeze geben, und dieſe Geſeze vollziehen. Nicht Staatsbeamter, nicht Staatsdiener iſt alſo der Mo⸗ narch. Er iſt der erbliche Repraͤſentant der Nazion. Sein Repraͤſentazionsrecht gruͤnde ſich nun auf Grund⸗ eigenthum, oder auf Voͤlkerwahl, oder auf Eroberung; er uͤbt es ſelbſtſtaͤndig; aber er uͤbt es im Namen der Na⸗ zion aus. Die Nazion hat ihre Repraͤſentazion ihm unwiderruflich uͤbertragen, aber nicht um ſeinen, ſondern den Nazional⸗ willen auszuſprechen, alſo das Nazionalwohl. Wenn alſo die Voͤlker die Unwiderrufbarkeit ihrer Repraͤ⸗ ſentazions⸗Uebergabe nie vergeſſen duͤrfen, ſo darf wieder der Kegent nie vergeſſen, daß er als Regent, d. h. in allen Regierungs⸗Handlungen, durchaus keinen perſoͤnlichen Willen hat. Hat die Nazion ihm die volle Repraͤſentazion, alſo alle Gewalten, alſo auch die Geſezgebende ausſchließend uͤbertragen, ſo giebt er dieſe Geſeze im Namen der Na⸗ zion. Er ſelbſt iſt alſo ihnen untergeordnet, er muß ſie vollziehen. 445. Aber gerade dieß erzeugt den dritten Wunſch des den— kenden Weiſen: daß naͤmlich der Nazional⸗Repraͤſentant uͤber dieſe Geſeze die Anſichten, die Meinungen, die Wuͤnſche der Nazional-Glieder hoͤre und aufnehme. Die Kluft zwi— ſchen ihm und der Nazion iſt zu groß, als daß er mit ihren Sitten, Anſichten, Neigungen und Wuͤnſchen ſo vertraut ſeyn koͤnnte, als es eine auf Nazionalgluͤck berechnete Geſezge⸗ bung unerlaͤßlich foder9t. Pfanſ Nüchent ſeſen. Ne uſſ der a ntant n wauf Ge elung; a n der R nnwidernfte Nazional ihrer Aml fwieder „h. in a ſoͤnliche zzion, a duoſchliſen der N er mußſt h des l ntant i je Püuſt Kluft zu. mit jſi rtraut in Beſee — 371 Sey er auch nie in der Wahl ſeiner Staatsdiener ungluͤck⸗ lich, ſo ſind auch dieſe der Nazion zu fern, um bis in die Details hinabzuſteigen, deren Kenntniß einzig eine na⸗ zional⸗oͤkonomiſtiſche Geſezgebung hervorzubringen vermag. 446. Nur die Erfuͤllung jener Wuͤnſche kann den Freund der Menſchheit mit der Vereinigung aller Gewalten, mit der ausſchließenden Nazional-Repraͤſentazion Eines Herr⸗ ſchers verſoͤhnen. In der nazional⸗oͤkonomiſtiſch organiſirten Monarchie wird er die wahre Republik, in ihr wieder das Nazio⸗ nalgluͤck ſo dauernd geſichert ſinden, als es nach dem Organis⸗ mus der Menſchheit moͤglich iſt. Dann wird er ohne Trauer bemerken, daß der Fortſchritt der philoſophiſchen Staatslehre in der Ausbildung des Staats⸗ Ideals nur dazu gedient hat, die aͤußere Staatsform im⸗ mer weiter von dieſem Ideal zu entfernen. 447. Werden aber auch alle dieſe Wuͤnſche nicht erfuͤllt, ſo bleibt dem Weiſen und Menſchenfreunde noch Eine Hoffnung. Es iſt die Republikaniſirung der Nazionen, die Herſtellung der innern Republik, naͤmlich die ſittsiche und geiſtige Bildung der Voͤlker. In ihr wird die Nazion eine ſicherere Garanzie der buͤr⸗ gerlichen Freyheit, und einer nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Staats⸗ verfaſſung finden, als in papiernen Konſtituzionsurkunden und in Vertheilung der Gewalten, welche der vollziehende Herr⸗ ſcher an der Spize des beſoldeten Heeres mit Einem Hauche vernichten kann. . Nicht ſo die innere Republik, die in der Bildung der Nazion liegt. Aus dieſer Bildung entſteht Nazional⸗Karak⸗ ter; nur durch ſie kann er Haltung erringen, nur durch ſie 379 erſtarken. Die republikaniſche Staats⸗Verwaltung, die er erzwingt, wird dann zur Staats⸗Verfaſſung. Dieſe Bildung muß auch die Staatsdiener ergreifen. Je groͤßer der Staat, je wichtiger ihr Einfluß; ſie wird, ſie muß unmerk⸗ lich ſelbſt den Allherrſcher erfaſſen; er wird in ſeinen reinen Begriff als erblicher Nazional⸗Repraͤſentant zu⸗ ruͤcktreten, ſein Wille wird ſtets den Nazionalwillen aus⸗ ſprechen. G Nur auf dieſem Wege, nur durch Nazionalbildung kann alſo die Menſchheit dem Staats⸗Ideale ſich naͤhern; nur Bildung der Nazion eine dauernde nazional⸗oͤkonomiſti⸗ ſche Staats form verleihen, und der Regierung ihre wayre Tendenz zuruͤckgeben, naͤmlich: ſich entbehrlich zu machen. altang,g ſung A Je giin 1 muß Vnma rſüne tin ſentan a ltwile a ſLazionalh e ſch näin nal dkenedi 3 tbehrlic 9 Staats⸗Adminiſtrazion. ) 448. 5 Zweige der Staats⸗Haushaltuns ſind: .Staats⸗Finanzwirthſchaft; 2. Staats⸗Polizey. Beyde bisher unter dem allgemeinen Namen Staats⸗ Wirthſchaft begriffen. 3. Staats⸗Juſtiz. 449. Staatshaushaltung begreift Staatsgeſezgebung und . Staatsverwaltung(Adminiſtrazion). Die Geſezgebung beſtimmt die Vorſchriften, nach welchen die Handlungen der Buͤrger im Staatsvereine, und die Verhaͤltniſſe des Staatsvereins geordnet werden. Die Staatsadminiſtrazion begreift den Vollzug dieſer Vor⸗ ſchriften. 450. Die ganze Staatshaushaltung, alſo auch ihre einzelnen Zweige in der Geſezgebung und Adminiſtrazion, ſind der Nazional⸗ Oekonomie untergeorduet, d. h. weder jene Vorſchriften, noch die Art ihrer Anwendung, darf mit dem im Wider⸗ ſpruch ſtehen, was das Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie, naͤmlich die“ ndung und Bewahrung des hoͤchſtmoͤglichen Le⸗ bensgenuſſes fuͤr die hoͤchſtmoͤgliche Nazional⸗ Gliedermaſſe, gebietet.. 375 451. 1J. Nazional⸗oͤkonomiſtiſche Finanz⸗Geſezgebung und Adminiſtrazion. Der geſellſchaftliche Zuſtand macht zu ſeiner innern und— aͤußern Sicherſtellung und Bewahrung gemeinſchaftliche Laſten, gemeinſchaftlichen, von allen Gliedern, nach dem Verhaͤltniſſe ihres Stoffs und ihrer Produktifkraft, alſo des Nazionalver⸗ moͤgens zu beſtreitenden Aufwand nothwendig. Die Ver⸗ theilung dieſer Laſten, die Beſorgung dieſes Auf⸗ wands, iſt der Gegenſtand der Finanz⸗Wirthſchaft. Zu dieſer Vertheilung hat die Staatsgewalt zwey Mittel: r. den Staatskredit; 2. die Staatsauflagen. 452. Die Form dieſer Vertheilung und Beſorgung dieſes Aufwands iſt der Gegenſtand der Staats⸗Finanz⸗ Verwaltung. I. Vom Staats⸗Kredite. 453. Nirgend iſt es weſentlicher, den Begriff des Ausdrucks: Staat, ſchneidend zu beſtimmen, als in der Materie vom Staatskredit. Staat iſt die Maſſe der unter Rechtsgeſezen vereinigten Buͤrger, mit Einſchluß ihrer Wohnung.(Naz. Oek. 1. B. Z. 7.) In dieſem Sinne iſt Staatsvermoͤgen nur der zu dem Zwecke der Berichtigung der geſellſchaftlichen Laſten be— ſtimmte, oder erhebbare Fonds; Nazional⸗Vermoͤgen hingegen iſt das Privateigenthum der Nazionalglieder. Das Staats⸗Vermoͤgen muß aus dem Nazional⸗ Vermoͤgen erhoben werden; aber beide ſind darum nicht Sines und daſſelbe. zeſeſgetn 4G ner imen aftlie uen mn Najit Nazini de g dieſe di ſcheft ksgewwalt Ausdtuct Naterie un vereinine f. 1. 9 en mi de Lafin „Veum r. azinch nuum uht — 49 377 Das Staats⸗Vermoͤgen, d. h. die zu Erhaltung der geſellſchaftlichen Verfaſſung nothwendige Maſſe von Stoff im Allgemeinen, kann beſtehen: 1. in Guͤtern, welche die Nazion zu dieſem Zwecke vor⸗ behalten hat, die ſich alſo unter die Nazionalglieder nicht vertheilt befinden. Es iſt gleichguͤltig fuͤr den Begriff des Staats⸗Vermoͤ⸗ gens, ob dieſe Guͤter entweder unmittelbar von der Nazion be⸗ nuzt werden, oder ob der Herrſcher unmittelbar ſie benuzt? Dieß haͤngt nur von der Staatsverfaſſungs⸗Form ab. In beyden Faͤllen ſind dieſe Guͤter dem Zweck der Erhal⸗ tung der geſellſchaftlichen Verfaſſung gewidmet, und dieſer Zweck iſt es, in dem der Karakter des Vermoͤgens ruht. Ob der Herrſcher die Staatsbeduͤrfniſſe, alſo auch den Auf⸗ wand ſeines Throns, aus dieſen der Univerſalitaͤt des Staats vorbehaltenen unvertheilten Guͤtern, z. B. Domainen, Re⸗ galien, Bergwerken, Jagden, Fiſchereyen ꝛc.; oder, ob er ihn aus dem Nazionalvermoͤgen, alſo aus dem einzelnen Privatvermoͤgen der Nazionalglieder, in der Eigenſchaft einer Civilliſte, mittelſt der Auflagen zieht? Das iſt in dieſer Beziehung gleichguͤltig. Jener Aufwand iſt nach der Natur eines, Staatsverbands unvermeidlich; er iſt Staatsaufwand. Auch der Herrſcher kann Privatvermoͤgen beſizen. Die Erſparniſſe, die er von dem Ertrage des zu ſeinem Unterhalt beſtimmten Staats⸗Vermoͤgens macht, die Geſchenke, die Erbſchaften, die er als Privatmann erhaͤlt, ſind ſein Pri⸗ vat⸗Vermoͤgen. Aber ein Herrſcher⸗Vermoͤgen, ein zu einem andern Zwecke als zu Erhaltung des Staats gewidme⸗ tes Staats⸗Vermoͤgen iſt nicht denkbar. 454· Das Staatsvermoͤgen kann 2. beſtehen, aus denjenigen Guͤtern, welche die Staats— Verwaltung aus dem Nazional⸗Vermoͤgen erhebt, alſo den Nazionalauflagen. & Antizipazion kuͤnftiger Renten. 378— I Das Nazional⸗Vermoͤgen iſt der Fonds, aus dem dieſe I Gattung von Staatsvermoͤgen genommen wird; allerdings iſt 1 alſo auch deſſen Maſſe der Maasſtab des Staatsvermoͤgens. V Auflagen koͤnnen und duͤrfen aber, nach den Nazional⸗Oeko⸗ nomie⸗Geſezen, nur in ſo weit erhoben werden, als 1 ſie abſolutes Beduͤrfniß ſind. Nur der die Summe V dieſes abſoluten Beduͤrfniſſes betragende Theil des Nazional⸗ Vermoͤgens iſt alſo nazional⸗ oͤkonomiſtiſches Staats⸗Ver⸗ moͤgen. 455. Auch zuerſt abgeſehen von demjenigen, was in Beziehung auf die Verwaltung des Staats⸗Vermoͤgens, alſo auch auf Benuzung des Staats-Kredits nazional⸗oͤkonomiſtiſch iſt, alſo nur auf dasjenige eingeſchraͤnkt, was Rechteus iſt, muͤſſen wir, nach jener Sonderung des Nazional⸗ und Staats⸗ Vermoͤgens, auch den Staats⸗Verwaltu ngs- oder Re⸗ gierungs⸗Kredit genau von dem Stats⸗Kredite ſondern. Benuzung des Kredits iſt nichts weiter als Vorempfang, Wenn die Regierung die Renten des Staats⸗Vermoͤgens, es beſtehe nun in Staatsguͤtern, oder den nazional-oͤkonomiſtiſchen Auflagen, antizipirt, wenn ſie alſo die Einkuͤnfte dieſer Staatsguͤter, wenn ſie dieſe Auflagen verpfaͤndet, um ſie fuͤr die Zukunft voraus zu beziehen, ſo hat die Nazion an ſich kein Wider⸗ ſpruchsrecht, ſo lange dieſer Vorgenuß ihr nicht zur Laſt faͤllt, ſo lange die Abzahlungs⸗ oder Verzinſungsſumme, nicht unter dem Staatsbeduͤrfniſſe, alſo auch nicht unter der Maſſe der Nazional⸗Auflagen erſcheinet. In ſo lange iſt alſo jener Kre⸗ dit lediglich Regierungs⸗Kredit. Eine andere Frage iſt es freylich, in wieferne dieſe Regierungs-Kreditbenuzung durch ihre Folgen dem Nazional⸗Wohiſtande nachtheilig ſey? Und dieſe Frage bedarf allerdings eine eigene Unterſuchung. Zum Staats⸗Kredit wird aber jene Kreditbenuzung, ſobald die Nazion fuͤr dieſe Benuzung verantwortlich, haft⸗ bar gemacht wird; ſobald alſo aus dem Nazional⸗Ver⸗ V V den i⸗ jiot 97 V Minui V der 14 ung einb ͤn 379 Als den ,, . vnit moͤgen, ſowohl die zur Heimzahlung der Schulden, als zu rennn. ihrer Verzinſung erforderlichen Summen, durch Erhoͤhung Njäna, der Auflagen, alſo durch neue Auflagen, erhoben b tan, werden. er die— Im All. 5 456. 1 de N Im Allgemeinen moͤchte man alſo die Benuzung des 1 Ah Regierungskredits nur unter großen Einſchraͤnkungen taats unſchaͤdlich finden. Antizipazionen ſind an ſich das allerverderblichſte Finanzſyſtem. Verzehrung einer noch nicht vorhandenen in Bejiſe Produkzion muß allen Fortſchritt zum Wohlſtand unmog⸗ ens, alſ oh lich machen. „ökononiin 457. techteus i Die Tendenz der Nazionalwirthſchaft iſt: Erhoͤhung Und Stra⸗ des Nazionalwohlſtandes durch Befoͤrderung der Produkzion. s, od N Staatsanleihen ziehen die Vorraͤthe an ſich, ſie geben edite uden den Eigenthuͤmern derſelben Zinſen auf Koſten der Produk⸗ remofen zion, ſie nehmen dem Produzenten ſeine Erſparniſſe, die ie riinn Mittel zur Produkzion, um die ohnehin großen Vortheile eie ug der Vorrathsbeſizer zu vermehren. Auch die Benu⸗ n Aufun zung des Staatskredits im Allgemeinen iſt alſo nicht ver⸗ Stuntsur einbar mit den Nazional⸗Oekonomie⸗Geſezen. die Zuki 458. kein Vir Die Erhaltung des Staats fodert allerdings, daß auch ur Laſffl fuͤr den Fall ungewoͤhnlicher Anſtrengung, außerordentlicher nicht unr Beduͤrfniß geſorgt ſey. Das naͤchſte Mittel hiezu iſt das Maen Staatsanleihſyſtem. ener er Dieſes Staatskreditſyſtem iſt von zweyerley Motifen be⸗ ⸗ Frar j gruͤndet worden. aunodut Erſtens, entweder von der Unmoglichkeit fuͤr einen — t außerordentlichen Staatsaufwand, welcher bedeutenden Ka⸗ h r pitalſtoff(Vorrath, Fonds) fodert, dieſe Vorraͤthe beyzu⸗ fca ſchaffen, ohne die Maſſe des Nazionalvermoͤgens auf eine baie in den Nazionalwohlſtand einſchneidende, alſo den Lebens⸗ „ dr genuß der Nazionalglieder zu ſehr vermindernde Weiſe 14 — 380 zu ſchwaͤchen; oder, weil deren Beyſchaffung auf einmal der Nazion ganz unmoͤglich ſeyn wuͤrde. Zweytens: iſt das Staatskreditſyſtem von dem der menſchlichen Seele ſo natuͤrlichen Haften an der Ge⸗ genwart, von dem Hange zum augenblicklichen Genuſſe diktirt, kraft deſſen der Menſch, alle, dieſe Summe des Genuſſes vermindernde Anordnungen, ſo weit als moͤg⸗ lich zuruͤckzuſchieben ſtrebt, um nur fuͤr den Augenblick zu ſorgen; dagegen die Sorge fuͤr die Zukunft der Folgezeit uͤbergiebt, unter der er ſich denn gewoͤhnlich die naͤchſte und folgende Generazionen denkt. Dieſem naͤmlichen Urtriebe der menſchlichen Seele gemaͤß, vergoldet er ſich denn auch dieſe Zukunft. Daher gleitet er denn leicht uͤber die Sorge der Wiederbezahlung entnommener Kapitalien, die Ergaͤn⸗ zung der Luͤcken, welche die Antizipazion in den Einnahmen macht. 459. Der wichtigſte Nachtheil des Staatskreditſyſtems beſteht alſo unſtreitig in der Unbeſtimmbarkeit ſeiner Aus⸗ dehnung. Das Staatskreditſyſtem iſt Antizipazion, Vor⸗ hineinverzehrung der Produkte, alſo des Stoffs und der Pro⸗ duktifkraft. Es iſt ſchwer zu beſtimmen, wie weit dieſer Vorgenuß gehen darf; es iſt nicht beſtimmbar, wie weit die Produktif⸗Kraft in der Folgezeit geſpannt werden kann, um die vorhinein verzehrten Produkte liefern zu koͤnnen? Wo keine Graͤnze beſtimmbar iſt, glaubt man ſo leicht an ihre Nichteziſtenz. 460. Man hat es als einen Vortheil der Staatsanleihen dar⸗ zuſtellen geſucht, daß ſie dem Staatsbuͤrger Gelegenheit bie⸗ ten, ſeine Vorraͤthe(Kapitalien) nuzbar anzulegen. Dieß iſt vielmehr nachtheilig. Derjenige Staatsbuͤrger, welcher ſeine Vorraͤthe, ſeine Erſparniſſe nicht zu einem eigenen Gewerbe verwenden kann, wird ſie allerdings dem Staate am willigſten ver⸗ — V uan. V werG 9 31 bu dindn Kance 381 ung ef imu trauen, der ihm ſcheinbar mehr Sicherheit gewuͤhrt, als der ſem u Privatmann. 3 dm Aber gerade dieß wird den Kapitaliſten abhalten, ſe n an dah dem Grundeigenthuͤmer, dem Fabrikanten, dem Kaufmanne, ugenblicte zu überlaſſen. Oeffentliche Staatsanleihen muͤſſen, wenn alle, diſſ e ſie gehaͤuft werden, die Regierung zwingen, den Darleiher „ſo wät ahn durch hohe Renten zu locken; muͤſſen den Zinsfuß er⸗ den Augn höhen, alſo den Ackerbau, das Kommerz, die Fabrika⸗ kunſt der ze zion druͤcken; lich die näch Daß aber der Kapitaliſt ſeine Vorraͤthe dem Grund⸗ naͤmüchm la eigenthuͤmer, dem Kaufmann, dem Fabrikanten, mit Sicher⸗ teer ſcch dme heit vertrauen koͤnne, da fuͤr muß die nazional oͤkonomiſti⸗ eicht uͤer di ſche Organiſazion der Juſtizgeſezgebung und Juſtizverwal⸗ italtn, diet tung, ſo wie ein oͤffentliches Kreditſyſtem ſorgen. Dann nin den Eine werden die Vorraͤthe bey den Kapitaliſten ſich ſo ſehr nichs haͤufen, daß nicht der Ackerbau, das Kommerz und die Ge⸗ werbe ſie innerhalb des Staats benuzen koͤnnten. kkreditſyſer Auch dem Muͤnzkapitaliſten iſt der Staat aller⸗ keit ſeinen dings Ruͤckſicht ſchuldig. Wenn der Grundeigenthuͤmer, der ſt Antizipeze Kauſmann, der Fabrikant, Erſparniſſe geſammelt hat, die Stefs u er in ſeinem Gewerbe nicht weiter benutzen kann, ſo muß een, wie vt er Gelegenheit finden, ſie auf eine produzirende Weiſe ſiinmtor, anzuwenden. pangt nenn Es giebt Staatsbuͤrger, denen Verhaͤltniſſe, Alter, koͤrper⸗ lfern zrn liche Gebrechen u. ſ. w., nicht erlauben, ihren Unterhalt üöt man ſ durch Landwirthſchaft, oder Gewerbe zu erringen, und dort ihre Fonds anzulegen. Der Staatsdiener will am Abend ſeines Lebens ruhen, g die Witwen, die Waiſen, die Kranken beduͤrfen Verſorgung, enutent die ihnen produktife Arbeit nicht gewaͤhren kann. Fuͤr alle re Gaueſ dieſe Klaſſen iſt die Zinsrente Beduͤrfniß. Aber der Kapi⸗ aranjulen taliſt iſt doch unter allen Staatsbuͤrgern derjenige, auf den der Staat nur dann Ruͤckſicht nehmen kann, wenn zuerſt fuͤr iin uni die Produzenten geſorgt iſt. Die Verminderung der Gewette m Zinsrente iſt weſentliche Tendenz der Nazional⸗Oekonomie. te an wiliſt ˖-————————————— 382— Bey einer hohen Zinsrente kann der Grundeigenthuͤmer nicht beſtehen. Ein großer Theil der erwerbenden Staatsbuͤrger produ⸗ zirt mit fremden Vorrath. Hohe Zinsrente laͤßt ihm keine bedeutende Vortheile uͤbrig, muß ihn alſo entmuthen. Derſenige produzirende Staatsbuͤrger hingegen, welcher eige⸗ nen Söooff bearbeitet, wird nothwendig der Anſtrengung, den Sorgen, der Gefahr dieſer Bearbeitung, den muͤhlo⸗ ſen Genuß der Zinsrente vorziehen, ſobald ihm dieſe be⸗ traͤchtliche Vortheile gewaͤhrt. 3 In dem naͤmlichen Grade muß alſo die produktife Klaſſe, alſo die Produkzion ſelbſt ſich vermindern. Hohe Zinsrente, die nicht aus hohem Grade der Pro⸗ dukzion entſtand, iſt dem Nazionalteichthume ſehr nachthei⸗ lig(Naz. Oekon. 1. B. Z. 73 und 76.) Mangel an Gelegenheit zur Zinsrente zwingt den Ka⸗ pitaliſten, ſeine Vorraͤthe in den Ackerbau, in das Kommerz, in die Fabriken zu verwenden, oder doch es dieſen anzuver⸗ trauen; dadurch muß nothwendig der Preis des Grund⸗ eigenthums ſteigen; dieſer Preis iſt der ſolide Nazional⸗ reichthum. Fabriken und Mannfakturen muͤſſen belebt wer⸗ den, wenn der Kaufmann, der Fabrikant, auf niedre Zinſen Kapitalien zu ſeinen Unternehmungen erlangen kann. Staats⸗ anleihen dagegen muͤſſen nothwendig auf die Erhoͤhung der Zinsrente, alſo auf Verminderung der Induſtrie, alſo des Nazionalreichthums wirken, ſobald ſie nicht ausdruͤcklich und einzig zu Befoͤrderung dieſes Reichthums ſelbſt, z. B. zu Urbarmachungen, zu ſchiffbaren Kanaͤlen u. ſ. w. ver⸗ wendet werden. Ja ſelbſt in dieſen Faͤllen ſcheint eine außerordentliche, nach dem Grade des Beduͤrfniſſes allmaͤhlig, alſo ohne Beſchwerde eingehobene Staatsauflage, den Vorzug zu verdienen: denn ſie erſpart der Nazion, z. Die Zinſen, die doch am Ende wieder von ihr getra⸗ gen werden muͤſſen, indeß die kleinen Beytraͤge der einzelnen Staatsbuͤrger nicht als in der Zwiſchenzeit * —— wondn 383 deigene zugietn„ instragend betrachtet werden koͤnnen. Die Maſſe der atsbät durch Anleihen geſammelten Metallmuͤnze, kann zu zenei jenen Unternehmungen nur allmaͤhlig, und näͤch dem dſp 4 Grade ihres Fortſchritts verwendet werden; indeß liegt ſie 1 tune bis zu dieſer allmaͤhligen Verwendung todt in dem Schaze. 2. Sie gewaͤhrt der Nazion Sicherheit fuͤr die richtige Verwendung zum Zweck. Große Muͤnzvorraͤthe ſind fuͤr den Ehrgeiz eine gefaͤhrliche Lockung. en, walcr der Anſtenne ung, den ni d ihm dieſ 461. e preduttſtt Die Regierung kann nach dem reinen Staatszwecke nicht das Recht haben, von der N azion mehr als das Staats⸗ 1 Grade hn beduͤrfniß zu erheben. une ſh nut Sie hat aber das Recht, dieſes Beduͤrfniß zu erheben. dn inn Wenn außerordentliche Ereigniſſe die Erhebung einer hohen Auflage unerlaͤßlich nothwendig machen, ſo kann ihr e zwingt n dieſes Recht nicht bezweifelt werden; dieß liegt im Graals⸗ in diin zwecke der Erhaltung des Staats. ditſen me Jede auch noch ſo erhoͤhte Auflage alſo, die durch den Dreis de he reinen Staatszweck legitimirt iſt, iſt an ſich auch rechtlich, er ſolie Naie und ſelbſt die Nazional⸗Oekonomie muß dieſe Rechtlichkeit muͤſen balbte anerkennen. auf nidez Es ſind aber Faͤlle denkbar, wo das Nazionalvermoͤgen zutem u(Naz. Oekon. 1. B. 26.) alſo der vorhandene Stoff, die die Etſihn. vorhandene Produktifkraft nicht mit dem augenblicklichen er Irduſti Steaatsb eduͤrfniſſe im Gleichgewichte ſtehet. rwict au Alle Zweige der Staatshaushaltung ſtehen unter der ums ſeltt, Obergewalt der Nazionaloͤkonomie. Die Regierung darf Jſen u. ſhx alſo auch in der Finanzgeſezgebung nichts deren Geſezen wi— älln ſchit derſtrebendes verfuͤgen; ſie darf alſo nicht eine Maſſe von des Bediit Auflagen erheben, welche e Staatzul- a, den Stoff, er ſey nun Ur⸗ oder Produktſtoff, N. der Najin O. 1. B. 55.) in einem Grade vermindert, welcher der Pat g Nazion den Fortſchritt zum Reichthum unmoͤglich macht, tm ihn und dieß um ſo weniger, wenn dieſe Verminderung zu⸗ en Befki Jrißs gleich zu einer vernichtenden Konſumzion, oder der f 15 354 zur Bereicherung einer fremden Nazion verwendet wird; oder welche b. die Produktifkraft der Nazionalglieder auf einen Grad ſpannt, der dieſen nicht blos temporelle erhöhte An⸗ ſtrengungen, oder Entbehrungen anmuthet, ſondern ihnen allen Lebensgenuß, als den Daſeyns⸗ und Pro⸗ dukzionszweck, entzieht. Dieß ſind die Graͤnzen, welche die Nazional⸗Oekonomie der Finanzgeſezgebung im Auflagenſyſteme vorzeichnet. In einem ſolchen Falle darf und muß die Regierung zu dem Antizipazions⸗ d. h. zum Staatskreditſyſteme ihre Zu⸗ flucht nehmen. Sie muß durch Kapitalanleihen die kuͤnftigen Produkte des Stoffs und der Produktifkraft ſich vorhinein aneig⸗ nen, indem ſie die Beytraͤge der Staatsbuͤrger zum Staats⸗ beduͤrfniß nicht auf einmal erhebt, ſondern dieſe auf mehrere Jahre hinaus vertheilt; alſo dem Staatsbuͤrger Zeit giebt, entweder durch allmaͤhlige Entbehrungen, d. h. Ver⸗ minderung ſeines Genuſſes, oder durch erhoͤhte Induſtrie, dieſe Beytraͤge ohne Verminderung ſeines Stoffs, oder Ueber⸗ ſpannung ſeiner Produktifkraft, bis zu einem ſeinen Fort⸗ ſchritt zum Wohlſtand vernichtenden Grad, in der Folgezeit zu erwerben. Sie thut dieß, indem ſie die Vorraͤthe der Stoffbeſizer(Kapitaliſten) entleiht, die ſaͤmmtlichen Nazio⸗ nalglieder aber verbindet, den Stoffbeſizern die Zinsrente zu reichen. Das Auflagenſyſtem beſizt in ſich ſeinen eigenen Mark⸗ ſtein. Auflagen, die ſich jenſeit dieſer Graͤnzen aus⸗ dehnen, verzehren ſich ſelbſt. Auflagen muͤſſen nach dem Ver⸗ moͤgensmeſſer(Naz. Oekon. 2. B. 338.) beſtimmt werden. Die Folge uͤberſpannter Auflagen iſt, daß die Produk⸗ zionsmaſſe vermindert wird, daß alſo die Produkte ſelten werden. Je unentbehrlicher nun dieſe Produkte, je hoͤher ihr verglichener Werth, und je hoͤher ihr Preis. (N. O. 1. B. 70.) * ajien dernee auf einen 6” eelle kehtſte muüthet, ſan ſeyns, unn nal⸗Oekoner tzeichet die Rexiten, iſyſtene ha nſtgen Pudn rhinein a tger zum Che ſondern diſn Sraatöltzat ngen, d,.h erhöhte Jnei doffß, odir le nem ſilen ih in der gohh die Voträſe nmtüchen I en die iieh en eigere Ae er Gränzt a Knach dn Ne leſtimmtra aß die dwe Produke dukte, ſ ihr yn 8 385 Wenn der Ackerbauer, der Fabrikant, der Handwerker einen betraͤchtlichen Theil ſeines natuͤrlichen, oder in⸗ duſtriellen Produktſtoffs(N. O. 1. B. 55.) an die Regierung abgeben muß, ſo muß ſich der Preis derſelben er⸗ hoͤhen; er wird gezwungen, in dieſer Preiserhoͤhung Mittel zu ſuchen, um die Luͤcke zu ergaͤnzen, die dadurch in ſeinem Lebensgenuſſe entſteht. Die Auflage ſelbſt wird aber zum Ankauf dieſer naͤmli⸗ chen Produkte gewoͤhnlich verwendet; die Regierung muß ſie alſo in dieſem erhoͤhten Preiſe ankaufen, die Auflage ver⸗ ſchlingt ſich von ſelbſt. Die Regierung hat ſich in einem vergeblichen Kreiſe gedreht, ſie hat aber mehrere Klaſſen der Staatsbuͤrger zu Grunde gerichtet, die gerade auf ihren Schuz den dringendſten Anſpruch haben; die Staatsdiener, die von einem nach dem Vermöoͤg ensmeſſer beſtimmten Gehalte leben, denjenigen Landmann, der nicht mehr Beduͤrf⸗ niſſe erzeugt, als er zu ſeiner eigenen Konſumzion bedarf; den induſtriellen Produzenten, der nicht die unentbehrlichſten Be⸗ duͤrfniſſe fabrizirt, der alſo die Preiſe ſeiner Produkte nicht er⸗ hoͤhen kann, und der, ohne ſeinen Lebensgenuß gaͤnzlich zu verkuͤmmern, nicht mehr Produkte zu liefern vermag. . 462. Iſt aber das Beduͤrfniß des Staats nicht groͤßer, als daß, im Verhaͤltniß des Nazionalvermoͤgens, die zu deſſen Befriedigung erforderliche Summe unmittelbar durch Aufla⸗ gen aufgebracht werden kann, ſo ſind dieſe der Benuzung des Staatskredits vorzuziehen. Auflagen, die jene Graͤnz⸗ linie nicht uͤberſteigen, werden gerade deswegen, weil ſie dem Staatsbuͤrger Entbehrungen am Lebensgenuß nothwen⸗ dig machen, auch ſeine Induſtrie ſpornen. Er wird durch Erhoͤhung ſeiner Produkzionskraft jene Luͤcke zu ergaͤnzen, er wird jenen Entbehrungen auszuweichen ſuchen, er wird alſo mehr produziren. Iſt vollends die Verwendung dieſer Auflagen oͤkono⸗ miſtiſch, iſt die Konſumzion derſelben nicht anttoͤkonomiſtiſch, „ 25 —————ÿ———————— 386— oder vernichtend,(N. O. 1. B. 107.) ſo wird ſelbſt eine außerordentliche Auflage dem Nazionalwohle unnachtheilig ſeyn; ſie wird die Luͤcke, welche dadurch im Nazional⸗ vermoͤgen entſteht: daß die Regierung einen Theil deſſelben in Staatsvermoͤgen verwandelt,(N. O. 1. B. 26.) durch die erhoͤhte Produktmaſſe ausgleichen. Die Benuzung des Staatskredits hingegen hat, wie wir vorhin geſehen haben, eine durchaus enigegengeſezte Wir⸗ kung. Sie laͤhmt die Produkzionskraft, ſtatt ſie zu ſpornen; ſie gewoͤhnt den Staatsbuͤrger, ſich uͤber den Kalkuͤl ſeines wahren Vermoͤgens, das durch das Kreditſyſtem der Wirk⸗ lichkeit nach, aus ſeinem Beſiz in den der Staatsgeſammt⸗ heit der Regierung gewandert iſt, zu taͤuſchen; dieſer Taͤu⸗ ſchung gemaͤß in ſeiner Produkzion ſtille zu ſtehen, und leicht⸗ ſinnig die Ausgleichung jener Luͤcke auf die Zukunft, auf die folgenden Generazionen zu waͤlzen. 463. Man fuͤhrt zum Vortheil des Staatskreditſſyſtems ge⸗ woͤhnlich an: daß die Staats Schuld⸗Scheine, Tauſch⸗ und Ausgleichungsvehikel ausmachen, alſo die Pro⸗ dukzion erhoͤhen,(Naz. Oekon. 2. B. 340. 344.) Daß, und bis auf welchen Grad die Produkzion ewegmittel bedarf, iſt dort im 3ten Buche des 2ten Bandes dargeſtellt worden. Allein dieß paßt nur auf die Papiermuͤnze und dieſe unterliegt den Beſtimmungen der Muͤnze uͤberhaupt, Die Regierung muß 1. den wahrſcheinlichen Ueberfluß an Metallmuͤnze nur allmaͤhlig, nicht ploͤzlich, nicht in großen Maſſen aus dem Umlaufe ziehen; 1 Sie muß 2. das Schazſyſtem nicht uͤberſpannen, ſondern mit weiſer Maͤßigung anwenden; ſie muß alſo nicht mehr Me⸗ tallmuͤnze in den Schaz zuruͤcklegen, als unerlaͤßlich erforderlich iſt, um in Nothfaͤllen die Erhaltung des Staats, die Abwendung dringender Gefahren, die in ſi umnac Naninn Thel unt. B. 16) kt i hat, nan gengeſege a ſiezu ſen n Kalkil ſihh iſtem der a Staaltgiſrm en; dieſer dh hen, undlit zokunſt, an ddilſiyſen 1d Stt Ln , alſo deht 344.) A. venn endes der i Papierran ien ünze ldenn tallwinen! e Nyfis ern mi ti t meßt 1s unerli Erhaltunn 9 eahn, 387 Verguͤtung großer allgemeiner Kalamitaͤten bewirken zu köͤnnen, ohne augenblickliche allzuheftige Anſtren⸗ gung der Nazionalkraͤfte. 3. Die Regierung kann die Schaͤdlichkeit des Schazſy⸗ ſtems verhindern, wenn ſie den Betrag der Metall— muͤnzmaſſe, welche ſie in den Schaz zuruͤcklegt, durch Papiermuͤnze erſezt; wenn ſie alſo zum Beduͤrfniß des innern Verkehrs ſo viel, und nicht mehr Papier⸗ muͤnze ausgiebt, als ſie Metallmuͤnze in den Schaz legt. Die Papiermuͤnze erhaͤlt dadurch ihren Preis, wenn die Vermoͤgensporzion, welche durch ſie uͤbertragen wird, wirklich exiſtirt, und unangreifbar exiſtirt; und der Zweck der Theſauriſazion, naͤmlich der augenblickliche Beſtz hinlaͤnglicher Bewegmittel fuͤr den Nothfall, wird zu⸗ gleich erreicht. 464. Alle europaͤiſche Regierungen haben im Fall außer⸗ ordentlicher Staatsbeduͤrfniſſe, fruͤher oder ſpaͤter, das Staatskreditſyſtem adoptirt. Sie haben aber auch bald, un— ter den nachtheiligen Folgen deſſelben, die des Handels mit den Staatspapieren, Staatsſchuldſcheinen,(Stocks) den man Agiotage nennt, erfahren, und mehrere ihn durch ſtrenge, aber ſtets fruchtloſe Geſeze zu hemmen geſucht. Das Agiotage kann als nachtheilig fuͤr das oͤffentliche Wohl in doppelter Nuͤckſicht betrachtet werden; naͤmlich in Ruͤckſicht des Staatskredits ſelbſt, alſo des Staats⸗ wohls, und in Ruͤckſicht des Privatwohlſtands der Staatsbuͤrger, alſo des Nazionalwohls. Nachtheilig fuͤr den Staatstredit kann der Han⸗ del mit den Staatspapieren wohl nur dann werden, wenn dieſer zu weit gedehnt, wenn alſo eine mit den Staatskraͤf⸗ ten nicht verhaͤltnißmaͤßige Maſſe von Staats⸗Schuld⸗ Briefen in Umlauf gebracht worden iſt. Dieſer Mißbrauch widerſtrebt aber an ſich den Nazional⸗ Oekonomie⸗Geſezen. 388— Der Staatsſchuldſchein iſt eine Vermoͤgensporzion; in dieſer Eigenſchaft unterliegt er den allgemeinen Geſezen des Werths und Preiſes aller Guͤter. Die Regierung hat alſo kein Recht, kann kein Recht ha⸗ ben, die willkuͤhrliche Dispoſizion zu begraͤnzen. Allerdings kann es dem Staatskredite nachtheilig werden, wenn durch das Agiotage der Preis der Staatspapiere herab⸗ gedruͤckt wird. Aber dieſer Nachtheil iſt nur die in der Natur der Sache liegende Warnung gegen den Mißbrauch des Staatskredits, oder gegen die Maͤngel der Finanzadminiſtra⸗ zion. Eine Regierung, deren Finanzverwaltung Nazional⸗ Oekonomiſtiſch organiſirt iſt, kann nicht in den Fall kommen, durch den Handel mit Staatsſchuldſcheinen zu leiden. Ihre Papiere bieten dem Spekulazionsgeiſte keinen Gewinn. Nur in Faͤllen, wo die Vorzuͤge der Metallmuͤnze(Naz. Oek. 2. B. 345. S. 309.) vor allen andern Guͤtern ſich ausſprechen, kann ihr Preis bedeutend ſinken. Wichtiger hingegen iſt die Ruͤckſicht auf das Privatwohl der Staatsbuͤrger. Unverkennbar bieten die oͤffentlichen Staatspapiere der Gewinnſucht weiten Spielraum. Die unvermeidliche Publizitaͤt der Staatsverhaͤltniſſe macht es dem erfahrnen Spekulanten leicht, durch Benuzung jeder oͤffentlichen Kalamitaͤt, durch abſichtlich verbreitete irrige Nachrichten, die Ununterrichteten, oder Schwachſinnigen zu taͤuſchen, und von der insbeſondere den Kapitaliſten eigenen Aengſtlichkeit beguͤnſtigt, ſich auf deren Koſten zu bereichern. Die einzige Minderung dieſes Nachtheils liegt darin: daß die Kapitaliſten großentheils in die vierte Klaſſe der Nazio⸗ nal⸗Oekonomiſtiſchen Produzenten gehoͤren, alſo auf die Un⸗ terſtuͤzung des Staats keinen Anſpruch haben(Naz. Oek. 1. B. Z. 106. S. 145.). 465.. Zugegeben, daß es Faͤlle giebt, wo die Benuzung des Staatskreditſyſtems unerlaͤßlich iſt, wo alſo die Nazional⸗ dtponzinn Eiia kein dt 1 theilg ien papieteſe e in der gen ißbrauch nanzadninine tung Najin n Fal konnn wlede g Gewinn. R Naz. M20 ich auspuae das Nrien taatspepien taatzvefiti durch Vene verbreitt n wachſirion taliſen äim N za baüi darine iſe der R ſ auf ü b na Dc Venuyunt 6 ie Je 389 Oekonomie daſſelbe anerkennen muß, kommt es nur auf die Pruͤfung an: welches ſind, in dieſen Faͤllen, die Nazional— Oekonomiſtiſchen Mittel und Formen hiezu, und zwar a. in Abſicht der Aufnahme oder Erzielung der Staatsſchulden? b. in Abſicht der Wiederabtragung derſelben? 466. 1. a. Auch in jenem Falle, wo die Maſſe des Staatsbeduͤrf⸗ niſſes im Verhaͤltniß des Nazionalvermoͤgens die Benuzung des Staatskredits unerlaͤßlich gebietet, iſt es, den Nazional⸗ Oekonomiegeſezen gemaͤß, ſinniger, dieſe Benuzung mit dem Auflagenſyſteme zu amalgamiren. Dieß geſchieht, wenn die Regierung die Staatsſchulden individualiſirt, wenn ſie alſo jener gefaͤhrlichen Taͤuſchung entgegen arbeitet, kraft deren der Staatsbuͤrger ſich gewoͤhnt, die Nazionalſchuld nicht als eine Verminderung ſeines Privateigenthums, nicht als ſeine Schuld zu betrachten. Die Regierung ſtellt ſich fuͤr alle einzelne Nazionalglieder als Schuldner dar. Je anſchaulicher ſie dieſen die Verbindlichkeit macht, welche ſie fuͤr ſie uͤbernimmt, je unſchaͤdlicher wird die Benuzung des Staatskredits. Anleihen auf den Geſamm tſtaat, auf ganze Provinzen und deren Ertraͤgniſſe entnommen, ſollten alſo im Augenblicke der Entnehmung ſchon auf die einzelnen Klaſſen der Staatsbuͤrger nach den Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Grund⸗ ſaͤzen des Auflagenſyſtems, zum ſukzeſſiven Abtrag ausgetheilt werden.— 5 Dieß wuͤrde zwey weſentliche Vortheile gewaͤhren: Erſtens, indem es die Regierung zwaͤnge, das individua⸗ liſirte Nazionalvermoͤgen zu beruͤckſichtigen, um das Gleichgewicht und das Verhaͤltniß unverlezt zu erhalten, wuͤrde es die Taͤuſchung uͤber den Markſtein des Kredit⸗ ſyſtems zerſtoͤren. Es wuͤrde der Regierung einen ſiche⸗ rern Regulator gewaͤhren, als die allgemeine ſtets nur 390— oberflaͤchliche Ueberſicht des geſammten Nazionalver⸗ moͤgens in Maſſe gewaͤhren kann. Zweytens: es wuͤrde die Nazionalglieder, mit der in die⸗ ſer Benuzung des Staatskredits liegenden Verminderung ihres Privatvermoͤgens genauer bekannt, ſie ihnen an⸗ ſchaulicher machen. Es wuͤrde alſo den Produzenten auf⸗ regen, ſich der Verpflichtung, weche der Staat auf ihn gewaͤlzt hat, durch erhoͤhte Produtkzion ſo bald als moͤglich zu entledigen; es wuͤrde alſo die Vortheile des Kredit⸗ ſyſtems gewaͤhren, und zugleich deſſen Nachtheile ver⸗ mindern. Und dieſe Unſchaͤdlichkeit kann dadurch noch erhoͤht wer⸗ den, wenn die Form einer ſolchen Staatsanleihe alſo orga⸗ niſirt iſt, daß jedes Nazionalglied ſich, je nach ſeiner Kraft, oder ſeinem Willen, dieſes Theils der auf ihn ruhenden Staats⸗ verpflichtung unmittelbar, fruͤher oder ſpaͤter entlaſten kann. 457. Die großen Lockungen zu Benuzung des Staatskredits, vorzuͤglich in der Deſpozie, haben in den neuern Zeiten, wo mit dem Fortſchritte der Kultur auch die Leidenſchaften reger wurden, dieſe Benuzung ſo ſehr gehaͤuft, daß die Regierungen allen Scharfſinn des menſchlichen Geiſtes aufbieten mußten, um durch Mannigfaltigkeit der Formen das oͤffent: liche Vertrauen zu gewinnen und die Vorraͤthe an ſich zu ziehen. * Nur bey jenen Staaten, deren Finanzſyſtem durch Ordnung und Feſtigkeit einen hohen Grad von Zutrauen er⸗ wirkte, oder wo Gemeingeiſt herrſchte, konnte man bey der gewoͤhnlichen Form ſtehen bleiben, daß naͤmlich die Re⸗ gierung entweder die Einkuͤnfte des ganzen Staats oder einzel⸗ ner Provinzen, oder auch einzelner Zweige der Staatseinkuͤnfte zur Sicherheit des Darlehens verpfaͤndete, die Heimzahlung entweder zu einer beſtimmten Aufkuͤndungszeit, oder nach be⸗ ſtimmtem Zeitverlauf verſprach, und zugleich eine Zinsrente feſtſezte, die, je nach dem Zutrauen, welches die Regierung 8 Ninnin mit derin Vernidnn ſie ijne e toduzentn rc Staat ufſ ald als 1 ile des Fant Nachtheie n och ehjiſtä ihe alſo un c ſeiner Kah thenden Stmn gaſten tann Staatsta neuern zii enſchaften ir die Regiernmn bieten muin en das ifi ſcc zu ſi Iſin n Zutaun e man ba amlich dh ts oder ih aateitt Heimiin oder nug ine ditant de Negimn 8 391 — genoß, oder je nach der vorhandenen Maſſe der Vorraͤthe hoͤher oder geringer war. Die Groͤße dieſes auf die Soliditaͤt des Finanzſyſtems ge⸗ bauten Zutrauens machte es oft ſelbſt in deſpotiſchen Staaten der Regierung moͤglich, einzig auf das Wort des Regenten Ka— pitalien zu erlangen. Ein niederer Grad des Vertrauens zwang die Regierungen ſelbſt in deſpotiſchen Staaten, fuͤr den Fall der Benuzung des Staatskredits, entweder eine Art von re⸗ publikaniſcher Verfaſſung zu ſchaffen; oder ſey es auch nur formell, den Privatkredit zu Huͤlfe zu nehmen. 468. Nach dem Grade, als die Benuzung des Staatskredits die Staatsſchulden haͤufte, alſo d. Vertrauen ſich minderte, mußte die Regierung entweder zu laͤſtigeren Bedingungen, als: Erhoͤhung der Zinsrente, Proviſionsverguͤtung u. ſ. w. oder zu lockenden Formen ihre Zuflucht nehmen. Die Tendenz dieſer unmaͤßigen Benuzung des Staatskredits, naͤmlich der Aneignung der Privatkapitalien, mußte nothwendig mit der Nazional⸗Oekonomie, deren hoͤchſtes Prinzip ethiſch iſt, (Naz. Oek. 1. B. Z. 14— 17.) oft in Kolliſion kommen. Die Regierung, als die Bewahrerin des hoͤchſten Sittengeſezes, mußte ſich in dieſem Falle entſchließen, ganz aus ihrer Bahn zu weichen, und zu ihrem Zweck die ver⸗ derblichſten Leidenſchaften, die unſittlichſten Gemuͤthsregungen als: Habſucht, Egoismus, Gierde nach ſchnellem, muͤhloſen Reichthum aufzuſtuͤrmen; die wohlthaͤtigſten Tugenden aber: Thaͤtigkeit, Arbeitsfleiß, alſo die Produkzionskraft zu laͤhmen. Die Finanzgeſezgebung, welche doch, wie alle Zweige der Staatshaushaltung, der Nazional⸗Oekonomie untergeordnet iſt, und untergeordnet ſeyn muß, wurde oft ihre gefaͤhr⸗ lichſte Feindin. Dieß iſt der Fall bey den Staatsanleihen, in der Form von Tontinen, wo der Ueberlebende ſeine Mitglaͤubiger beerbt, und noch mehr bey den Leibrenten, wo der Dar⸗ ———————————— 39²2 leiher gegen hohe, i dem Verhaͤltniß des Alters ſteigende Zinſen ſein Kapital zuruͤck laͤßt. So klar es ſich ausſpricht, daß die ſe Form der Staats⸗ anleihen den Hang zur luxurisſen Konſumzion, den eheloſen Stand, den Egoismus, die Selbſtſucht beguͤnſtigt, alſo die ſchoͤnſten und wohlthaͤtigſten Tugenden der geſelligen Menſch— heit entwurzelt, und den Staat veroͤdet, ſo oft haben doch die Regierungen zu dieſem verderblichen Zugmittel ihre Zuflucht genommen. Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie fodert Produkzion, alſo Aufregung, Belebung der Produkzionskraft. Alles was den Menſchen gewoͤhnt, ſeinen Wohlſtand nicht im Reſultate ſeiner Produkzionskraft, ſondern im Zufalle, in den Launen des Gluͤcks zu ſuchen, muß dieſe Produkzionskraft abſpannen, michin die Nazion vom Nazionalwohlſtande entfernen. 469. 4 Zu jenen ethiſch gefaͤhrlichen Folgen dieſer Forinen geſellte ſich aber gewoͤhnlich noch der große Nachtheil, welcher in der hohen Zinsrente derſelben lag, die unter mannig⸗ faltigen Formen durch ſie verwilligt wurde. Dieſe Zinsrente ſtund mit der Rente, welche der Urſtoff und die Produktifkraft der Nazionalglieder liefert, in keinem Verhaͤltniß; nothwendig mußte ſie auf Verminderung dieſer Produktifkraft wirken. Sie mußte zugleich die Schuld des Staats, alſo die Verminderung des Nazionalreichthums haͤufen: ſie lohnte den Muͤßiggang, die Unthaͤtigkeit auf Koſten des Fleißes, und warf zum Nachtheil der produzirenden Klaſſe, den Erwerb derſelben in die Haͤnde der reinen Konſumenten(Naz. Oek. 1. B. Z. 106.)— Je weirer die Benuzung des Staatskredits ausgedehut wurde, je mehr ſtieg dieſer Nathtzei im progreſſifen Ver⸗ haͤltniſſe. 470o. Bey allen jenen Anleihformen lag indeß doch das Anti⸗ zipazionsſyſtem zum Grund. Es war Vorgenuß der * 393 Alta fahe.— 4.... 3 m kuͤnftigen Produkte, auf die Folgezeit vertheilt, alſo auf un er Aufloͤſung der von der Negierim fuͤr die Nazionalglieder uͤber⸗ en, W 9 nommenen Werpflichtung berechnet. Unig 9 Der Finanzgeiſt ſchuf aber noch ein uderes Sinatetrebit⸗ geilinge ſyſtem, hey dem die ewige Dauer dieſet Verpflichtungen zum f zenna Grund lag, indem naͤmlich die Regierung einen Theil des Na⸗ näte zionalgeſammt⸗ oder Nazional⸗Privateigenthums mobiliſirte, tuel ihe hhe und unter irgend einer Form in Ausgleichungs⸗ und Ab⸗ theilungs mittel verwandelte. ſede hi Dieß geſchah entweder Kruſe lsn 1. durch Staatsſchuldſcheine, welche nie eingeloͤſt wurden, nicht in gain(annuities), demnach als eine mobiliſirte Nazionalver⸗ le, in wl moͤgensporzion im Verkehr umliefen, und durch die Zins⸗ onsktaſtadhen reente, welche ſie trugen, einen Preis erhielten; oder eenfſennn. 2. durch Papiermuͤnze. 471. n dieſer zit 1. Die Benuzung des Staatskredits, mittelſt nie heimzahl⸗ Nachthel, n barer Staatsſchuldſcheine(aunuities), kann fuͤr den die unterwer Nazionalwohlſtand nur dann unſchaͤdlich ſeyn, wenn das e. Dieſe zi oöͤffentliche Vertrauen auf die Regierung ſo groß iſt, daß die Peu die Schuldſcheine unter nicht laͤſtigen Bedingungen in hältniß; ſher Umlauf geſezt werden koͤnnen. toduktftrit Alleein dieß iſt ein kaum denkbarer Fall. Sey das Finanz⸗ 3 Stunt,, 1 ſyſtem der Regierung noch ſo feſt gegruͤndet, ſo wird das oͤffent⸗ ffen: ſt l liche Vertrauen doch nie den Nachtheil aufwiegen, daß dieſe in des Seith den Staatsſchuldſcheinen enthaltene Nazionalvermoͤgensporzion, guſt, da d ihrer Natur nach, in ein reelles Gut, in ein Produkt nie neuun(ên. verwandelt werden kann. Die annuities werden alſo nie den b nominalen Preis behaupten, in dem ſie ausgegeben ſind, und täkedits uih verzinſet werden. Der Staat muß in jedem Falle das Opfer Leen einer ſolchen Operazion ſeyn; denn entweder wird der Staats⸗ n kegrſſu ſchaz weniger reelle Guͤter bey der Aufnahme erhalten, als der nominale Werth des Schuldſcheins ausſpricht, mithin wird 1 die Zinsrente in dem naͤmlichen Grade hoͤher erſcheinen, oder eß 15 8 die Regierung wird die Nazion dadurch auf eine unrechtliche ai Jorgeſeh— 3939— d. h. auf eine dem Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Auflagenprinzip widerſprechende Weiſe beſteuern. Dieſe unabtragbaren Anleihen koͤnnen aber auch aus an⸗ dern Gruͤnden der Nazional⸗Oekonomie unmoͤglich zuſagen. Sie erhoͤhen, vermoͤge der Zinsrente, die Maſſe der Auf⸗ lagen auf ewig, ohne der Nazionalinduſtrie die Ausſicht offen zu laſſen, durch deren Erhoͤhung ſich der auf ſie in Zeiten des Beduͤrfniſſes gewaͤlzten Verpflichtungen in guͤnſtigeren Pe⸗ rioden wieder zu entlaſten. Sie aber entlaſten die Regierung der Sorge fuͤr die Ruͤckzahlung, enthalten alſo noch ſtaͤrkeren Reiz, als die ruͤckzahlbaren Anleihen, die Benuzung des Staatskredits auf eine die Nazional⸗Oekonomiegeſeze uͤber⸗ ſchreitende Weiſe auszudehnen. Annnitaͤten ſind eigentlich eine immerwaͤhrende Auf⸗ lage, alſo mit dem Geiſte eines weiſen Finanzſyſtems ganz un⸗ vereinbar, das bey den Auflagen keinen andern Regulator, als das Beduͤrfniß, und die Maſſe des Nazionalvermoͤgens aner⸗ kennen darf; unſchaͤdlicher iſt alſo jene Anleihform, wo jaͤhr⸗ lich eine vorhinein beſtimmte Summe an den Zinſen und am Kapital abgetragen wird. Sie gewaͤhrt dem Staatsbuͤrger die Ausſicht auf eine jenem Regulator angemeſ⸗ ſene Verminderung ſeiner Laſten, und dem Glaͤubiger vollſtaͤn⸗ dige Sicherheit zum Zuruͤckempfang ſeines Kapitals, ohne ihm dem, durch politiſche Verhaͤltniſſe motifirten Schwanken des Marktpreiſes der oͤffentlichen Fonds hinzugeben. Sie belebt zugleich den Muͤnzumlauf. 472. . b. Die Papiermuͤnze kann ſowohl die unſchaͤdlichſte als die gefaͤhrlichſte Form der Benuzung des Staatskredits ſeyn. Papiermuͤnze traͤgt keine Zinsrente, mobiliſirt einen Theil des Nazionalvermoͤgens, ohne die Maſſe der Auflagen zu er⸗ hoͤhen, alſo die Produktenmaſſe zu vermindern, iſt alſo dem Nazionalwohle unſchaͤdlich, wenn un 120 yxisri deAitn nls dih 5* erne ihren m Dor ne. an ſi dr ſein ſide nün, n gerun du In⸗ dierma in, i d ac 3 1 noten anleih, und J. zion — 395 1. der Staat zum innern Verkehr Ausgleichungs⸗ und Ab⸗ theilungsmittel bedarf;. 2. wenn ihre Maſſe die Graͤnzen nicht uͤberſteigt, welche die Nazional⸗Oekonomiegeſeze vorzeichnen;. 3. wenn ſie mit dem Theſauriſazionsſyſtem verbunden wird; 4. wenn ihr nicht durch den gezwungenen Kurs der Ka⸗ rakter einer Staatsanleihe entzogen, und ſie in eine Auf⸗ lage verwandelt wird. ſiſcen Auſen, den aber t audh a e ummigihg te, die Naſ ſtrie die Aust der auf ſen niin ginſim laſen die Rir Ob es dem Staate zum innern Verkehr an Ausgleichungs— N alb m i und Abtheilungsmitteln fehle,(denn zum fremden iſt die die Vennu Papiermuͤnze nicht geſchickt, Naz. Oek. 2. B. S. 346.) muß eoomiügig die Regierung aus dem Zuſtande der Ur⸗ und induſtriellen, und vorzuͤglich der kommerziellen Produkzion im Staate beurtheilen. erwaͤhtenden Dieß iſt leicht zu ergruͤnden. Tln Aus den(in der Naz. Oek. 2. B. 345. S. 309.) ange⸗ den Ieui gebenen Gruͤnden muß gewoͤhnlich die Papiermuͤnze unter nalvermönee ihren nominalen Preis ſinken. Sinkt ſie tiefer als die lihform, u Vorzuͤge der uͤbrigen Muͤnzen, insbeſondere der Metallmuͤnze, me an den i an ſich mit ſich bringen,(N. O. 2. B. S. 309.) ſo iſt dieß Sie geviür ein ſicheres Zeichen, daß die Nazion dieſer Maſſe von Papier⸗ Negulatt in muͤnze zum Verkehr nicht bedurfte. Blutanun Dieſer naͤmliche Barometer, der Cours, zeigt der Re— pias, 1 gierung auch den Markſtein in der Papierausmuͤnzung. deee In dem Augenblicke, wo der nominale Preis der Pa⸗ 8 piermuͤnze, außer dem Falle ganz ungewoͤhnlicher Begebenhei— ten, tiefer ſinkt, als es jene Verhaͤltniſſe mit ſich bringen, iſt es auch Zeit, mit ihrer Ausmuͤnzung inne zu halten. mſhidlißß! 473· Ktskreditſr Papier muͤnze nenne ich jene unter der Form von Bank⸗ 5 noten, Bankzetteln ꝛc. ſich verkuͤndende unverzinsliche Staats⸗ ſer nen h anleihen um deswillen, weil ſie zugleich Ausgleichungs⸗ uflagn n und Abtheilungsvehikel, alſo Bewegmittel der Produk⸗ it al w zion abgeben. ————:———. 396 Den Karakter der Staatsanleihe verliert ſie aber durch den gezwungenen Cours; durch den Zwang wird ſie zur Auflage, und in dieſer Eigenſchaft iſt ſie verwerflich. Als Staatsanleihe betrachtet, bedarf ſie keines ge⸗ zwungenen Courſes. So lange ihre Creirung nazional⸗oͤkono⸗ miſtiſch bleibt, wird ſie auch ohne Zwang ihren Preis dad urch behaupten, daß die Regierung ſich damit bezahlen laͤßt. Der Zwang ſelbſt aber kann, auch bey der deſpoti— ſchen Regierungsform, den nominalen Preis durchaus nicht er⸗ halten. Der Preis aller Vermoͤgensporzionen, alſo aller Waaren, die durch dieſe Papiermuͤnze uͤbertragen werden ſol⸗ len, muß ſich nach den Eigenſchaften des Preiſes dieſer Vermoͤgensporzion richten. Der oͤkonomiſtiſche Kalkuͤl der Stoffbeſizer laͤßt ſich durch⸗ aus nicht verruͤcken; und wenn 100 Rthaler Papiermuͤnze der Nazion nur 50 Rthaler werth ſcheinen, weil ſie zweifelt, ob die Staatsgeſammtheit jenes Vermoͤgen von 100 Rthaler, ob ſie mehr als 50 Rthaler beſize? ſo wird jeder Stoffbeſizer ſei⸗ nen Stoff, oder ſein Produkt, deſſen Preis im Tauſch gegen andern Stoff, Soder andere Produkte, oder gegen Waaren, oder Metallmuͤnze, nur 100 Rthaler geweſen waͤre, auf 200 Rthaler ſezen, um den Preis von 100 Rthaler zu erhalten, der ihm nach der allgemeinen Skala des poſiti⸗ fen und verglichenen Werths.(Naz. Oekon. 1. B. zr Abſchnitt, Z. 42 u. folg.) gebuͤhrt; denn auf dieſem beruht der Preis, der ſtets das Daſeyn des Werths vor⸗ ausſezt. Außer den mannigfaltigen Formen der Lockung des Ver⸗ trauens zu Benuzung des Staatskredits, haben die Regierun⸗ gen in Nothfaͤllen auch die Unhinlaͤnglichkeit derſelben durch Zwang zu ergaͤnzen geſucht. Sie haben gezwungene An⸗ leihen eroͤffnet. Zwang iſt an ſich dem Begriffe der Anleihe, als eines Vertrags der von beyden Theilen Freyheit des Wil⸗ lens vorausſezt, gaͤnzlich fremd. x unsn doinge engſc1 drchten!d. gtur rige ſ voſle g fteſw venn ii⸗ lic dal theluſe A ausget, 397 velliat e 1Ivang vi 1 ſtſe verdeſiß edarf ſe ane rung nazional, Die Regierung, welche zu Zwangsmaasregeln ſchreitet, in Handlungen, welche ihrer Natur nach freye Willkuͤhr vor⸗ bedingen, wird nothwendig das allgemeine Mißtrauen auf⸗ regen, jeder Staatsbuͤrger wird fuͤr die Sicherheit ſeines Eigen⸗ hre Pus thums zittern, er wird ſein Vermoͤgen zu verbergen ſuchen, l und dieſer Zuſtand iſt der gefaͤhrlichſte fuͤr das Nazional⸗ bezahlen liht wohl. uc bey da. Die Regierung wird dann nie wieder auf die Benuzung eis durchausne des Staatskredits zu wahren Anleihen Rechnung machen orzionen, a koͤnnen, ſie wird den Staatskredit vernichten. ertragen ven Wird die gezwungene Anleihe auf den Staatsbuͤrger des Puiſs eingeſchraͤnkt, ſo iſt ſie freilich nur als eine Auflage zu be⸗ trachten, denn aus dem Nazionalvermoͤgen muß denn doch die ſger litſc gezwungene Anleihe wieder abgetragen werden. Sie wuͤrde, ler Prpiem truͤge ſie nicht auf eine dem Staatskredite, alſo dem Nazional⸗ eil ſe zreſi wohle gefaͤhrliche Weiſe, die Idee des Zwangs auf einen n 10o Rtjan freywilligen Vertrag uͤber, wenigſtens dann unſchaͤdlich ſeyn, eer Sooſteig wenn ſich eine den Grundprinzipien des Auflageſyſtems, naͤm⸗ is im Tuuſ lich der Gleichheit und Gerechtigkeit augemeſſene Ver⸗ der gegen Ae zheilung derſelben moͤglich machen laͤßt. en wäre, aſ Wird aber dieſer Zwang auch auf fremde Staatsbuͤrger üthaler zu it ausgedehnt, werden z. B. aͤltere Staatsglaͤubiger gezwun⸗ tala des zi gen, ihre der Regierung anvertraute Kapitalien durch neue Naz. Oen Vorſchuͤſſe zu retten, ſo laͤßt ſich, ſelbſt in der dringendſten denn auf dit Noth, dieſer Zwang weder mit den ewigen Grundſaͤzen der des Vettſtn Gerechtigkeit, noch mit den Nazional⸗-Oekonomiegeſezen ver⸗ einigen; die Regierung muß dieſe Verlezung der Vertraͤge durch er bockung nn dieſen Eingriff in das Eigenthumsrecht, als die Baſis des ahen die er geeſelligen Zuſtands, das oͤffentliche Vertrauen entwurzeln. et derelhe 424. Iwungat Sind die Staatsanleihen im Auslande dem Na⸗ „ zionalwohle vortheilhaft oder nachtheilig? Anleiſt⸗ Dieſe Frage laͤßt nur eine bedingte Beantwor⸗ heit disn tung zu.. 398—— 1. Mißbraucht die Regierung den Staatskredit nicht, ſo iſt es keineswegs nachtheilig, aus waͤrtige Kapitalien in den Staat zu ziehen. Sie erhoͤht dadurch die Maſſe der im Staat umlaufenden Ausgleichungs⸗ und Abtheilungs⸗ mittel, alſo die Produkzion. Edle Metalle ſind allerdings ein reelles Gut, von allgemein relatifem Werthe.(Naz. Oek. 2. B. Z. 349. S. 316). Durch die Einbringung deſſelben, mittelſt der Staatsanleihen, wird an ſich nichts gewonnen, weil ſie durch die Ruͤckzahlung wieder auswandern; dagegen iſt die zu⸗ gleich auswandernde Zinsrente ein Verluſt an reellen Guͤtern. Allein dieſer Verluſt wird durch die in der erhoͤhten Maſſe der Beweg mittel liegende Erhoͤhung der Produkzion waͤhrend des Zwiſchenraums bis zur Ruͤckzahlung auf⸗ gewogen. Anders verhaͤlt ſichs, wenn die Regierung den Staats⸗ kredit mißbraucht. Dann kann der Verluſt dieſer Maſſe von Zinsrenten allerdings nachtheilig fuͤr das Nazionalwohl werden. Durch dieſe auswandernde Zinsrente kann der Staat ſelbſt an derjenigen Muͤnzmetallmaſſe verarmen, die ihm zu dem verhaͤltnißmaͤßigen Bedarf ſeiner Bewegungsmittel der Pro⸗ dukzion unentbehrlich iſt; dann kann die angeſtrengte Produk⸗ zion dieſe Luͤcke nicht ergaͤnzen. 2. Jener Vortheil der Erhoͤhung der Produkzion kann ſich aber nur in der Verwendung auswaͤrtiger Staatsan⸗ leihen ausſprechen. Werden fremde Kapitalien im Innern des Staats zu Belebung der Produkzion, alſo nazional⸗oͤkonomiſtiſch verwendet, ſo iſt der Verluſt der auswandernden Zinſenmaſſe verguͤtet. Werden aber auswaͤrtige Qraassanleihen zu einer unoͤko⸗ nomiſtiſchen, oder antioͤkonomiſtiſchen Konſumzion verwendet; dann iſt der Verluſt, der fuͤr die Zinsrente auswandernden duͤnzmetallmaſſe allerdings reeller Nazional⸗Verluſt. 5n 9½ . be geni Snedht 7 Etaaſt. Jion 4s 4.‿ Epa 2 drtbG lun mt 61 nalatr nim 91 en ſig Nagl zurde an Enat tragu aa hen 5 3 1 lice la 3 1 Aorag dadun e biehan ſe h dufälg einme um d Staat uatu g... üis Lepiat Bey allen dieſen mannigfaltigen Formen der Benuzung irh e des Staatskredits, kann indeß nur Ein Zweck zum Grunde nos, und üh liegen, naͤmlich die Beduͤrfniſſe des Augenblicks zu anti⸗ zipiren, um ſie in der Folge wieder auszugleichen, alſo die elles bu, Staatsanleihe wieder abzutragen. (Naz M. Dieſe Ausgleichung kann nun geſchehen: entweder aus dem ag deſſeben, Staatsvermoͤgen, alſo durch Erſparniſſe, oder aus dem Na⸗ gewonnen,„ zionalvermoͤgen, durch Auflagen. n; drgexenſit Die Ausgleichung aus dem Staatsvermoͤgen, alſo durch ſt an rerlen Erſparniſſe, iſt nach den Nazional⸗Oekonomiegeſezen nicht der eiſhtn denkbar; denn das Recht der Regierung zu Erhebung der Auf⸗ der Nrodut, lagen ſchraͤnkt ſich einzig auf die Staatsbeduͤrfniſſe ein. ur Aäckhzaülnn Es bleibt alſo nur die Ausgleichung aus dem Nazio⸗ nal-Vermoͤgen, alſo durch neue Auflagen uͤbrig, indem gierung den d⸗ naͤmlich die Regierung die von den Kapitaliſten auf Einmal Verluſt zit an ſich gezogene Maſſe von Produkten, allmaͤhlig von dem das Najine Nazional⸗ Vermoͤgen wieder erhebt, und an die Kapitaliſten zuruͤckgiebt. ann dr etut Gewoͤhnlich haben die Regierungen, bey der Benuzung des „diinzt Staatskredits, das Prinzip deſſelben vergeſſen, alſo die Ab⸗ kgirinn tragung der Staatsanleihen dem Zufalle uͤberlaſſen; oder, ſie 6 haben dieſe auf die Erſparniſſe der Folgezeit verwieſen. Beides iſt gleich gefaͤhrlich fuͤr das Nazionalwohl. Beydes ſezt den Staatskredit und die Gerechtigkeit aufs Spiel, welche heilige Erfuͤllung der Vertraͤge von der Regierung zunaͤchſt und zuerſt fodert. Die Regierung, welche die Abtragung der Staatsanleihen auf Erſparniſſe verweiſet, legt dadurch das Bekenntniß ab, daß ſie vom Nazionalvermoͤgen eſtrengte rodutzion im värtiger Eher rn des Euu bzeunſ bisher mehr als das Sraatsbeduͤrfniß erhoben, daß mden zine ſie alſo die Graͤnzen ihrer Gewalt uͤberſchritten hat. Guͤnſtige Zufaͤlle koͤnnen zwar bisweilen einen Ueberſchuß an der Staate⸗ zu eine u einnahme gewaͤhren, aber nie kann dieſer ſo bedeutend ſeyn, zion 4 um die Benuzung des Staatskredics zu decken, wenn die auswanden Staatsgewalt ihre Rechte nicht uͤberſchritten hat. Den Nazional⸗ perſuſt. —— 2——————ÿ— —————ÿ—— 400— Oekonomiegeſezen gemaͤß muß alſo die Regierung ſogleich bey der Aufnahme der Staatsanleihen fuͤr deren Ruͤck⸗ zahlung ſorgen, und die Nazionalauflagen, ſo wie die Zeit und Art ihrer Erhebung beſtimmen, womit das Anlehn wieder abgetragen werden ſoll. Sie muß alſo den Karakter der Staatsanleihen als einer antizipirten Nazionalauflage rein bewahren. 476. Befindet ſich ein Staat durch Mißbrauch des Staatskre⸗ dits, oder gehaͤufte Kalamitaͤten in der Lage, daß ſeine Staats⸗ papiere im Courſe unter den nominalen Preis geſunken ſind, ſo iſt der Regierung allerdings erlaubt, durch den eige⸗ nen Einkauf derſelben aus dem Tilgungs⸗Fond um den Marktpreis die Verminderung der Maſſe derſelben zu bewirken. Dieſe Maasregel verlezt dann nicht die Grundſaͤze der Gerechtigkeit, der verkaufende Staatsglaͤubiger wuͤrde im Pri⸗ vatkommerz nicht mehr fuͤr ſeine Staatsſchuldforderung er⸗ halten haben. Die Verminderung der Maſſe der Staatspa⸗ piere hingegen, welche dadurch bewirkt wird, muß die Staats⸗ papiere ſelbſt im Preiſe erhoͤhen, alſo den Staatsglaͤubigern im Allgemeinen wohlthaͤtig werden. Sie vermindert die Maſſe der Auflagen, welche die Zinsrente fodert, und befoͤrdert alſo das Naziynalwohl, ohne das Privateigenthumsrecht zu kraͤnken. Sie iſt alſo eine nazional oͤkonomiſtiſche Maasregel, wenn ſie nicht auf eine widerſinnige Weiſe das Intereſſe des Staatsſchazes von dem der Nazion trennt, mithin der Tendenz getreu bleibt, den Staatskredit aufrecht zu erhalten, alſo das Sinken der Sßtocks zu verhuͤten; ſie iſt ein wohlthaͤtiger Hebel zu Erhoͤtzung des Staatskredits. Der Staut muß ſich dem Marktpreiſe der Muͤnze unter⸗ werfen, wenn er Anleihen ſucht; nichts iſt alſo billiger, als daß die Preiſe auch ihm wieder zu ſtatten kommen, ſobald es ohne Verlezung ſeiner Verpflichtungen moͤglich iſt. Die Re⸗ gierung tritt durch Anlehnskontrakte in die ſtaatsbuͤrgerlichen K WMoln 1 V Tette b nini3, 3 m 5 481 Anrdi Pflichten, alſo auch in die Privatrechte des Staats⸗ dn d buͤrgers. „ſo ti un ao Aulhh 1 477. n Katztin Das zweyte Mittel fuͤr außerordentliche Staats⸗ unrlaſt beduͤrfniſſe zu ſorgen, iſt, die allmaͤhlige Zuruͤcklegung und Auf⸗ bewahrung einer Maſſe von Ausgleichungsmitteln aus dem Staatsſchaze von Seiten der Regierung; das Schaz⸗ ch de ein kammerſyſtem. wduß fin Das Theſauriſazions⸗Syſtem hat bedeutende en Prsge Nachtheile. „durt wn Da nach den jezigen Weltverhaͤltniſſen kein Staat ohne gungs⸗ſen: Weltkommerz denkbar iſt, dieſes aber unerlaͤßlich Metall⸗ Nſt vre muͤnze heiſcht, ſo folgt daraus, daß das Theſauriſazionsſyſtem nur unter großen Einſchraͤnkungen als nazional⸗ zkonomiſtiſch de Gun betrachtet werden koͤnne. ger wune Ob in einem Staate eine hinlaͤngliche Metallmuͤnzmaſſe ſchubdſeddem, vorhanden ſey, fuͤr die Beduͤrfniſſe des fremden Kommerzes, aſe de eu ſo wie des innern Detailhandels, oder ob das Beduͤrfniß uͤber⸗ „nußue⸗ ſchritten ſey? laͤßt ſich weder im Allgemeinen noch Sprkatt dauernd beſtimmen. mindeti Die einzigen Barometer, welcher die Regierung ſi ſich zu rt, ud i dieſer Beſtimmung bedienen kann, ſind: eientheren 1. der Zinsfuß; iitiſhe ue 2. der allgemeine Welt⸗Waaren⸗(Guͤter⸗) Preis. das Pun Sind in einem Staate Kapitalien gegen Sicherſtellung nihſnain um eine niedre Zinsrente zu erlangen, ſteht alſo der Zins⸗ tthalte, ii fuß niedrig, ſo kann die Regierung annehmen, daß eine hin⸗ jen viſt laͤngliche Maſſe von Umtauſch- und Ausgleichungs⸗ mitteln vorhanden ſey: der Minſ S 1 ſö büir a⸗ Fällt er zu tief, 31 B. unter 22, oder 3 vom Hundert, ad 3 ſo laͤßt ſich, in ſoferne dieſes Sinken nicht durch außerge⸗ banun woͤhnliche Verhaͤltniſſe hervorgebracht iſt, annehmen, daß ühi—, 1 Ueberfluß davon exiſtire. kautöhütnt 26 ————y——————————yj— 4⁰2 b. Steigt der Preis aller Waaren(Guͤter) in einem Staate, im Verhaͤltniß des Weltpreiſes derſelben, zu hoch, ſo laͤßt ſich in der Regel ebenfalls auf hin⸗ laͤngliche Vorraͤthe von Anaaleiihungs⸗ und Umtauſchmit⸗ teln ſchließen. Es erhellt hieraus: daß der hohe Preis einzelner Waa⸗ ren, der nur durch Seltenheit, alſo Mißverhaͤltniß zwi⸗ ſchen Waare und Beduͤrfniß derſelben, alſo Kenten erzeugt werden kann,(Naz. Oek. 1. B. Z. 50.) keinen Maasſtab zu jener Beſtimmung abgebe; und eben ſo wenig ein durch tempo⸗ relle Verhaͤltniſſe erzwungenes Steigen aller Waaren. Wird aber dieſer Preis zum Grad des verglichenen Werths, iſt er alſo dauernd, und ſteht er gegen den Preis jener Waaren in andern Staaten bedeutend zu hoch, ſo kann der Grund nur in den Metallmuͤnzvorraͤthen liegen. Nur in dieſem Falle kann es alſo fuͤr den Staat un⸗ ſchaͤdlich ſeyn, den, jenen Kalkuͤls gemaͤß, wahrſcheinlich uͤberſchießenden Theil der Metallmuͤnze aus dem Umlaufe zu bringen, und in die Schazkammer fuͤr außerordentliche Nothfaͤlle zuruͤckzulegen. Dieſe Faͤlle ſind wohl ſeltner, als man gewoͤhnlich zu glauben ſcheint. Der temporelle Preis wird oft mit dem ver⸗ glichenen Werthe vermiſcht. Da der Privatmann bey der Pri⸗ vat⸗Theſauriſazion die Renten verliert, ſo wird die Metall⸗ muͤnze immer einen lukratifen Ausweg ſuchen, die Ausdehnung des Kommerzes, der Fabrikazion und der Lebensgenuß, werden mit der Anhaͤufung der Metallmuͤnze gleichen Schritt halten. Auch kann das Theſauriſazionsſyſtem, wenn dieſe Aus⸗ gleichungsmittel nicht aus dem unmittelbaren Staatsvermoͤgen, ſondern aus dem mittelbaren, naͤmlich aus dem Nazional⸗ Vermoͤgen erhoben werden, der Nazional-Oekonomie in der Regel nicht zuſagen, weil es die Regierung zwingt, der Na⸗ zion eine groͤßere Maſſe von Eigenthum zu entziehen, als der augenblickliche Bedarf heiſcht. 1 (dse unf 1u ſin e m Veln Nu s elit (duſe S hen!*. N d 86 wend giſtag Coaff Sunu von ann Diſnoi ſſ noͤgem agen B n jfent dſen r 76 ſonazs Snar von⸗ 1 das 1 nicht vehite deß ler) i en do nit ils di fr 1 lmruin nzelder de velhälni 8 Ktuntan an n Marzi, ein durch t Vaaeen. nen Vert den Prei 1 c, ſo kamd den Stant wahtſceun em Umlai außerodeuie gewähnltt mit dm m un beywee d die Mal ie Arädſe ggenuſ deh hrit poln un dise M gatsvernen em Miiui nomie i i, i den, V 4⁰3 478. Muͤnze iſt ein Bewegungs⸗Mittel der Produkzion, (Naz. Oek. 2. B. Z. 336.) ſie iſt ein Ausgleichung⸗ und Umtauſch⸗Vehikel.(Ebenb. 2. B. Z. 342.). Nur in der Erfuͤllung ihres Karakters, alſo ihrer Be⸗ ſtimmung, liegt ihr nazional oͤkonomiſtiſcher Werth. Wird ſie dem Umlaufe entzogen, ſo wird ihr auch dieſer Werth entriſſen, alſo, da das Muͤnzmetall in der Schazkam⸗ mer auch ſeinen poſitiſen und verglichenen Werth verliert, weil es nicht als Genußmittel gebraucht wird (daſelbſt 2. B. Z. 348. S. 315.) iſt die Verſchließung deſſel⸗ ben reeller Nazional⸗Verluſt. Dieſer Verluſt kann nur durch Ruͤckſichten der Erhaltung der Sicherheit und Unabhaͤngigkeit der Nazion aufgewogen werden. Die Naturlage des Staats, ſeine politiſchen Verhaͤlt⸗ niſſe, allgemeine oͤffentliche Kalamitaͤten, und vorzuͤglich die Sorge fuͤr aͤußere Sicherheit, der Krieg, koͤnnen es fuͤr den Staat zum Beduͤrfniß machen, augenblicklich eine große Maſſe von Umtauſchmitteln, von Ausgleichungsvehikeln, zu ſeiner Diſpoſizion zu haben, die er ſich, wenn der Fall eintritt, nicht ſo ſchnell, als es die Gefahr heiſcht, aus dem Nazionalver⸗ moͤgen durch Benuzung des Staatskredits, oder durch Auf⸗ lagen verſchaffen koͤnnte. Denn beyde Mittel ſind dann unſicher. In Zeiten oͤffentlicher Noth muß an ſich der Staatskredit ſinken, alſo deſſen Benuzung koſtbarer, oder vollends unmoͤglich werden. In Zeiten allgemeiner Kalamitaͤten wird durch ſie das Na⸗ zionalvermoͤgen ſchon an ſich angegriffen, kann mithin dem Staatsſchaze keine ergiebige Quelle darbieten. Und auch da⸗ von abgeſehen, kann die Regierung ohne tiefen Einſchnitt in das Nazional⸗Eigenthum, alſo den Nazional⸗ Wohlſtand, nicht auf Einmal eine ſo bedeutende Maſſe von Ausgleichungs⸗ vehikeln von der Nazion erheben, als es der Nothfall heiſcht; dieß um ſo weniger, wenn der Aufwand, wie beym Kriege, 4⁰4— zu einer antioͤkonomiſtiſchen Konſu mzton verwen⸗ det werden muß. 479. Das Reſultat dieſer Betrachtungen ſcheint folgendes zu ſeyn; S Das Theſauriſazionsſyſtem kann, nach den Nazional⸗ Oekonomiegeſezen, nicht unbedingt verworfen werden. 2. Es muß aber nur unter beſondern Einſchraͤnkungen an⸗ gewendet, und 3. es muß nazional⸗oͤkonomiſtiſch organiſirt werden. II. Staats⸗Auflagen. 480. Das natuͤrliche und an ſich nazional oͤkonomiſtiſche Mit⸗ tei zu Beſtreitung des Staatsaufwands ſind die Staatsauflagen. Die Regierung fodert den Nazionalgliedern einen Theil ihres Privateigenthums ab, um daſſelbe in gemeinſchaftliches, in Staatseigenthum zu verwandeln, und zu Beſtreitung der gemeinſchaftlichen Laſten zu verwenden. Dieſe Erhebung und dieſe Verwendung beſteht alſo ihrer Natur nach darin, daß die Regierung von der Maſſe der Staatsbuͤrger einen Theil ihrer Produkte nimmt, um ihn un⸗ ter diejenigen zu vertheilen, welche fuͤr den Staat im Gan⸗ zen produziren. Die einzelnen Staatsbuͤrger ſind alſo die Produzenten, die Maſſe derſelben der Konſument. Der Staat kann zu ſeinem Aufwand nur benuzen: 1. Iſolirte Produktifkraft, Arbeiten,(perſoͤnliche Auflagen). 2. Vermoͤgen, alſo Produktſtoff,(Realauflagen). 481. Weſentlich iſt die Klarſtellung dieſer Begriffe. Aus ihnen entwickelt ſich die Verſchiedenheit der oͤkonomiſtiſchen und antioͤkonomiſtiſchen Konſumzion der Auflagen, nebſt deren wich⸗ b dln vim 10 Sadn ll 18 nion detden dein iene den N ul m n vende. crändann werden. en. wwiſtſche Otaatsajſan an eine de meinſchſtit Beſteien ſteht aſtin der Miſeh t, um ie aat in En e Puduſee benuher: iche luſtn uflagen, Wexiſſ h wmiſiſch” iſtdemnnt 495 tigen Folgen, fuͤr das Auflagen yſtemn ſelbſt, und den Na⸗ zionalwohlſtand. Eben ſo weſentlich iſt die Entwiekelung des wahren Gegenſtandes der Staatsauflagen. 482. Perſoͤnliche Auflagen. Die Produktifkraft der einzelnen Staatsbuͤr⸗ ger kann zur Erhaltung und zum Wohl des Staats in An— ſpruch genommen werden. Z. B. zu Vertheidigung des Va⸗ terlandes, zu oͤffentlichen Arbeiten, Straßen, Kanalbau, u. ſ. w. So geartete oͤkonomiſtiſche, oder kapitaliſtiſche Requi⸗ ſizionen ſind dem Nazionalreichthume nicht nachtheilig. Eine auf alle Staatsbuͤrger ohne Unterſchied vertheilte Arbeits⸗ laſt zur oͤkonomiſtiſchen, oder kapitaliſtiſchen Staatsverwen⸗ dung, z. B. zu Erbauung und Unterhaltung der Wege und Bruͤcken, Kanaͤle u. ſ. w., iſt den Realauflagen voran. ziehen. Gelingt es auch der Regierung nicht, zu einer Anſtalt, deren allgemeiner Vortheil, deren allgemeines Intereſſe ſich von ſelbſt ausſpricht, den Nazionalenthuſiasmus zur frey⸗ willigen perſoͤnlichen Theilnahme aller Arbeitsfaͤhigen aufzu— regen, gelingt es ihr auch nicht, das Vorurtheil zu verdraͤn⸗ gen, als ob Arbeit, irgend einer Gattung, erniedrige, ſo bleiben der Arbeitsrequiſizion doch bedeutende Vortheile: 1. die Verwendung beurkundet ſich auf der Stelle; entfernt iſt alſo alles Mißtrauen, als ob die zu einer nazional, oͤkonomiſtiſchen Staatsanſtalt ausgeſchriebene Auflage, zu andern der Nazional Oekonomie frem⸗ den Zwecken verwendet werde. 2. Weckt die Arbeitsrequiſizion die Induſtrie, und ſezt ſchlafende Kraͤfte in Bewegung; der Faule, der Muͤßt⸗ ge, wird dadurch gezwungen, ſeine Pflicht zu erfuͤl⸗ len, und denjenigen Theil ſeiner Kraͤfte, den er als ———— Staatsbuͤrger dem Staate ſchuldet, fuͤr den Staat in Bewegung zu ſezen, ſchafft alſo neue Produkte. 6. Macht ſie der aͤrmern Klaſſe, die Zeit, aber kein Geld uͤbrig hat, die Erfuͤllung ihrer ſtaatsbuͤrgerlichen Pflich⸗ ten leichter; ſie giebt ihr, indem ſie von ihr fo⸗ dert; indeß die Realauflage ihr bereits erzeugte Pro⸗ dukte entzieht. 4. Jeder Staatsbuͤrger, der ſeine Zeit hoͤher als in der perſoͤnlichen Arbeit zu benuzen vermag, kann einen Arbeiter miethen, der ſeine Verbindlichkeit erfuͤllt, und dadurch erhaͤlt die arbeitende Klaſſe einen Verdienſt, der um der daraus peſultirenden Konkurrenz willen, fuͤr die arbeitende, alſo aͤrmere, alſo der Unterſtuͤzung beduͤrftigere Klaſſe ergiebiger wird, als die vom Staat ſelbſt verdungene Arbeit. Daß aber der Arbeitſcheue ſeine Abneigung gegen Anſtrengung der Produktifkraft verguͤte, iſt gerecht. Vorausgeſezt, daß der Zweck dieſer Arbeitsrequiſizion rechtlich, d. h. dem Nazional⸗ Oekonomie⸗Prinzip gemaͤß ſey, iſt auch die Ddiechtiich⸗ keit der Requiſizion außer Zweifel. 5. Hat dieſe Requiſizion den Vorzug der Leichtigkeit der Ueberſicht in der Austheilung. Volks⸗ zaͤhlung reicht dazu hin. Es verſteht ſich ohnehin, daß ſie nur arbeitsfaͤhige Buͤr⸗ ger treffen kann; daß, da Produktifkraft ihr Gegen⸗ ſtand iſt, ſie auch nach dem Grade der Produktifkraft ver⸗ theilt werden muͤſſe, daß alſo z. B. Kinder und Greiſe da⸗ von ausgenommen ſeyn muͤſſen; daß man dem weiblichen Geſchlechte nur etwa die Haͤlfte der Arbeit anſinnen kann u. ſ. w. Auch verſteht es ſich, daß eine ſolche Requiſizion nur lokal daß ſie nur in ſolche Bezirke eingeſchraͤnkt ſeyn kann, wo der Staatsbuͤrger durch den Zeitverluſt der Entfernung nicht mehr als die Arbeitszeit aufzuwenden hat, daß alſo jeder im Stande ſey, die Arbeit perſoͤnlich zu ver⸗ vichten, und die Wahl eines Stellvertreters nur in ſeinem ———— t den din reue da aber lin rgerlichen R ſie von i ts etzeunn häher aleh ag, kam in heeit efält,u einen Varde nkurrenz ve der Unterite s die bon en der Arbeiſte er Meohukiſt daß der ee . dem Nozin ich die Natt rLeichtiz lung. eitsfthihed aft ihr bi rodukiſttin und Griſe dem vite nſinnen tin geguiſſint antt ſeyn e der Etime hat, dit zulich u urêin ſeit — 407 freyen Willen beruhe, daß alſo die Perſonalauflage ihren Karakter behaͤlt, und nicht zur Realauflage wird. 48³. Der Staat kann zu ſeinem Aufchand nur benuzen, Kraft und Produkte. Der Urſtoff(Naz. Oekon. 1. B. S. 61.) iſt alſo nicht Gegenſtand der Auflagen. Weder iſolirter Ur⸗ ſtoff noch produktifer Urſtoff kann vom Staat zu ſeinem Bedarf benuzt werden. Produktſtoff, ſowohl natuͤrlicher, als induſtri⸗ eller iſt alſo der einzige Theil des Nazionalvermogens, der den Gegenſtand der Real⸗Staatsauflagen ausmacht. 484. Das Prinzip des Auflagenſyſtems liegt in der Beſtim— mung: 1. der wievielſte Theil des Nazional⸗Produktif⸗ Stoffs iſt, nach dem Nazional⸗Oekonomie⸗Prinzip, Staatsvermöoͤgen? oder was das naͤmliche iſt, welchen Antheil hat der Staat an dem Pro⸗ duktſtoffe der Nazion im Ganzen, alſo an dem Na⸗ zionalvermoͤgen? 2. Wie kann die Regierung dieſen Antheil nazionaloͤko⸗ nomiſtiſch, alſo ohne Nachtheil des Nazional⸗Oekono⸗ mie⸗Prinzips erheben? und zwar a. in Abſicht der Vertheilung unter die einzelnen Staats⸗ buͤrger, d. h. in Abſicht des Maasſtabs, nach dem die in Staatsvermoͤgen verwandeltwerdende Maſſe von dem einzelnen Vermoͤgen der einzel⸗ nen Staatsbuͤrger, aus dem das Nazionalvermoͤgen beſteht, geſammelt wird. b. in Abſicht der Form dieſer Erhebung und Ver⸗ theilung. 485. 1. Das Prinzip der Beſtimmung, der wie vielſte Theil des Nazionalvermoͤgens, kraft des nazional⸗ 408— oͤkonomiſtiſchen Auflagenſyſtems, das Staatsverms⸗ gen ausmacht, liegt einzig in dem Staatsbeduͤrfniß. Den Nazional⸗Oekonomie⸗Geſezen gemaͤß, darf die Regierung nicht mehr Nazionalvermoͤgen in Staats⸗ vermoͤgen verwandeln, als der Staat zu ſeiner Erhaltung und zu Befoͤrderung des Nazionalwohls unerlaͤßlich bedarf. Die Nazional⸗Oekonomie verbindet alſo die Regierung: a. nicht mehr als genau dieſes Beduͤrfniß dem Nazionalvermoͤgen zu entziehen, und b. dieſes in Staatsvermoͤgen vewandelte Nazio⸗ nalvermoͤgen, zweckmaͤßig zu verwalten, alſo einzig zu dem Staatsbeduͤrfniß zu verwenden. 486. Auflagen, berechnet zu Aufregung der Produktif⸗ kraft, zu Vermehrung der Produktenmaſſe, ſelbſt zu Erhoͤ⸗ hung der Induſtrie, wenn der Karakter der Nazion und der Kulturſtand ſie heiſcht, ſind allerdings nazional⸗oͤkonomiſtiſch. Bey einem traͤgen Volke aber, vorzuͤglich in despotiſchen Staoten, wo nicht Gefuͤhl der Freyheit und Vaterlandsliebe die Induſtrie ſpornt, iſt es oft noͤthig, die Staatsauflagen ausdruͤcklich dar auf zu organiſiren, daß die Produkzions⸗ kraft geweckt werde. Sinnig war daher jenes venezianiſche Geſez, das von verpachteten Laͤndern den 16ten Theil des Ertrags, von den ſelbſt bewirthſchafteten weniger foderte: Sin⸗ nig das japaniſche Geſez, nach dem die Laͤndereyen dem Staate heimfielen, die der Eigenthuͤmer ein Jahr ungebaut ließ Allerdings gebietet aber die Nazional Oekonomie hier nicht bloß die oͤkonomiſtiſche, ſondern ſelbſt die kapitali⸗ ſtiſche Verwendung ſolcher Auflagen. Nicht die Befoͤrderung des Muͤnzumlaufs darf das Prinzip einer ſolchen Auflage ſeyn. Denn nicht in dem Umlaufe der Ausgleichungsmittel, ſondern in der Erhoͤhung der Produkzion, in der Vermehrung der Produktenmaſſe, ruht der Nazionalreichthum. taatzten atsbai iß, darfh in Sun net Eiſe jßlih aun ie Negin ürfiiß ind nelte Ra berwalte, verwenden der Probuiſ ſebſt um E Lazion und w lsckononiſiſ in despoiſt Vatetlanden taatsaufone Produhhen 2 Geſz d Hdes en foderte: en inderexe jahr ungtuu etononitd e kapitalt jfs dtt nicht in de dern in nthtung 409 Wenn die Muͤnze als Vermoͤgensporzion(Naz. Oekon. 2. B. 342.) noch ſo ſchnell und noch ſo oft aus dem Beſize des Produzenten in den des Konſumenten, und von dieſem zuruͤck an jenen wandert, ſo wird die Nazion dadurch nicht reicher, ihr Genuß dadurch nicht erhoͤht. 487. Produktſtoff iſt der Gegenſtand Nazional⸗oͤkonomi⸗ ſtiſcher Auflagen; aber in der Berechnung der Auflagen von dieſem, wieder nur das Kapital. Auch dieſer Wirkungskreis hat Graͤnzen. Der Fall des Stillſtands der Produkzion iſt, nach der Natur, ſo haͤufig und wahr— ſcheinlich, daß ihn die Staatsverwaltung in ihren Kalkul aufnehmen muß.: Sie wuͤrde außerdem den Staatsbuͤrger waͤhrend der Produkzion entmuthen; ſie wuͤrde im Fall wirklichen Still⸗ ſtands ihn ins Elend ſtuͤrzen; ſie wuͤrde neben dem Gewerb⸗ fleiße auch die heiligſten Gefuͤhle der ehelichen und vaͤterlichen Pflichten entwurzeln. Sie wuͤrde, ſo viel die zu Erhoͤhung des Kapitalſtoffs zuruͤckgelegte Erſparniſſe betrifft, allen Sporn der Induſtrie, alſo den Fortſchritt der Produkzion, die Erhoͤhung des Na⸗ zionalvermoͤgens hemmen, welche doch ihr Zweck ſeyn muß, weil gerade dieſe Erhoͤhung auch wieder neue Gegenſtaͤnde der Auflagen hervorbringt, und mithin in dem naͤmlichen Grade die Auflagenmaſſe erhoͤht, ſo wie die Verminderung dieſer Erſparniſſe hingegen ſie ſelbſt nothwendig ver⸗ mindert. So lang die Produktenmaſſe nicht hinreicht, um die Produkzion, die Beduͤrfniſſe und Bequemlichkeiten des Lebens, und zugleich die Erſparniſſe fuͤr den Fall des Produkzions⸗ ſtillſtandes zu decken, iſt ſie kein Gegenſtand der Aufla⸗ gen; nicht alſo das ganze Nazionalvermoͤgen, nicht der iſolirte, oder produktife Urſtoff, einzig der Ka⸗ pitalſtoff, in jener bezeichneten Einſchraͤnkung, darf bey der Berechnung der Staatsauflagen, d. h. des Staats⸗ ————, ————— —õ— 41⁰ antheils am Nazionalvermoͤgen in Anſchlag kommen. Ein nazional⸗oͤkonomiſtiſches Auflagenſyſtem muß alſo die Graͤnzen der Erhebbarkeit aufſuchen. 488. Allerdings eignet ſich aber dieſe Pruͤſung nur für die hoͤhere Arithmetik der Nazional⸗Oekonomie, deren Prinzip Humanitaͤt iſt. Aermlich und ſinnlos muß dagegen die Rechenmethode der Kameraliſtik erſcheinen, die auf der einen Seite den Bedarf des Menſchen, und auf der an⸗ dern, den Staatsantheil am Erwerb, genau nach Zahlen beſtimmen wollte, indeß die unermeßliche Verſchiedenheit des Preiſes der Produkte, ſo wie des Vermoͤgens⸗ meſſers, naͤmlich des Gelds, die gleich unermeßliche Abſtufung der Sittengewohnheiten, und der Kultur, jede allgemeine Beſtimmung unmoͤglich machen. Die Fi⸗ nanzwirthſchaft muß jene Saͤze, daß nur Produktſtoff der Gegenſtand, daß nur der Kapitalſtoff in jener Einſchraͤnkung der Berechnungsmaasſtab der Auflagen ſey, im Allgemeinen vor Augen haben; dieß iſt alles, was ihr die Nazional⸗Oekonomie gebietet, und gebieten kann. 489. Allerdings gebieten aber auch jene Ruͤckſichten, jene Beſchräntungen, der Finanzwirthſchaft, in den Schranken des wahren Staatsbeduͤrfniſſes zu bleiben. Es kommt dabey weder auf die Form der Staatsverfaſſung, noch auf die Frage an: ob dem Staate ein geſellſchaftlicher Urvertrag zum Grund liegen muͤſſe? Dieſer Vertrag fließt aus dem Daſeyn der Geſellſchaft ſelbſt. 490. Der Begriff dieſes Staatsbeduͤrfniſſes dehnt ſich, ſelbſt innerhalb den Graͤnzen der Nazional⸗Oekonomie⸗Geſeze weit mehr aus, als die gewoͤhnliche Staats⸗Wirthſchafts⸗ Lehre beſtimmt, denn alles kommt dabey auf die Verwen⸗ dung der Staatsauflagen, au. die Art der Staatskon⸗ ſumzion an. — ſtlag htn. 1 muß 3 ig nar ſi konowie, w los muß d nen, die auf und auf de⸗ enau nach zi he Niſtien 3 Dermäge leich Unermi der Kultr,) nachen. R Produktit ſtoff in ſu gttab der Auhe dieß iſt alls, dgebieten he Ruütſſchtn, in den Etut s zu bltn Etaatteriſ tin gebllt diſr Vrte Jdhrt ſh, Dtbnoni zats⸗Wirt tiſ auf die vn dir Staat 411 Gerade darin liegen die haͤufigen Mißgriffe der Re⸗ gierungen. Der Nazionalreichthum kann einzig aus der Erhoͤhung der Produkzion entſtehen. Wird die Produkten⸗ maſſe vermehrt, ſo erhoͤht ſich die Cirkulazion der Ausglei⸗ chungsmittel von ſelbſt. Sind mehr Genußmittel vor⸗ handen, ſo regt dieß den Reiz zum Genuß auf. 491. Die Entſcheidung des Punkts des oͤkonomiſtiſchen Auf⸗ lagenſyſtems: den wievielſten Theil der zur Konſum⸗ zion, alſo als Genußmittel erſcheinenden Produktenmaſſe der Staat ſich aneignen duͤrfe? beruht an ſich auf einem einfa⸗ chen Grundſaze: die Produktenmaſſe iſt der Regulator des Beduͤrfniſſes. Wenn die mehreſten Finanzſyſteme bis jezt den Nazional⸗ Oekonomie⸗Geſezen nicht entſprachen, ſo lag der Grund darin, weil die Regierungen unbekuͤmmert um dieſe Pro⸗ duktenmaſſe, das Staatsbeduͤrfniß nach ihren Anſichten des Bedarfs, und die Staatsauflagen nach dieſen Anſich⸗ ten beſtimmten. Eben deswegen hat die Staatswirthſchafts⸗ kunde den gordiſchen Knoten, der wievielſte Theil des Privateigenthums in Staatseigenthum verwandelt wer⸗ den koͤnne, und duͤrfe! bisßher nicht geloͤſt, ſondern zer⸗ hauen. Sie hat ſich bemuͤht, die Graͤnzlinie zwiſchen rei⸗ nem und verwandelbaren Privateigenthum nicht nach der hoͤhern Rechenkunde der Nazional⸗Oekonomie, ſondern nach gemeinem arithmetiſchen Kalkul zu ziehen. Sie hat z. B. behauptet, daß die Erhebung des dritten, oder vierten Theils der Einkuͤnfte, als eine druͤckende, die Er⸗ hebung des ſechsten Theils der Einkuͤnfte aber als eine gemaͤ⸗ ßigte Auflage zu betrachten ſey Ja man hat ſogar den Saz aufgeſtellt, daß es dem Nazionalwohle ſchaͤdlich ſey, wenn nicht mindſtens dieſer ſechste Theil der Einkuͤnſte durch Auflagen der Nazion entzogen werde. So wie die Produktenmaſſe der einzige richtige Regulator der Auflagen iſt, ſo muß nothwendig der Um, 412 ſtand, in wieferne dieſe Auflage die Produkzion nicht vermin⸗ dert, den einzigen Beſtimmungsmaasſtab derſelben abgeben. Die kapitaliſtiſche Konſumzion des aus der Auflagenmaſſe entſtehenden Staatsvermoͤgens, geſtattet alſo eine hoͤhere Pro⸗ porzion als die ſtrengoͤkonomiſtiſche, und noch weit mehr als die un⸗ oder antioͤkonomiſtiſche. Auflagen, welche die Produkzion erhoͤhen, koͤnnen alſo, wenn die Erhebungsform nach Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Grundſaͤzen organiſirt iſt, fuͤr die Nazion nicht druͤckend wer— den, ſelbſt wenn die Konſumzion nicht oͤkonomiſtiſch iſt. Noch weit mehr iſt alſo dieß der Fall bey einer oͤkono⸗ miſtiſchen, oder kapitaliſtiſchen Konſumzion. Dahin gehoͤren: Auflagen zu Errichtung neuer Straßen und Kanaͤle, die den Tauſch der Produkte im Innern, oder mit andern Nazionen erleichtern, alſo den Werth und Preis der Produkte erhoͤhen, und dadurch die Induſtrie zu Vermehrung derſelben befluͤgeln. Auflagen zu Errichtung oͤffentlicher nuͤzlicher Gebaͤnde, z. B. Waarenmagazine, Haͤfen und Daͤmme gegen Ueber— ſchwemmungen, Austrocknung der Suͤmpfe, Urbarmachung wuͤſter Gegenden, Praͤmien des Fleißes aller Gewerbe. Auflagen zu oͤffentlichen Unterrichts⸗ und Erziehungsan⸗ ſtalten, welche die Staatsbuͤrger uͤber die Naturkraͤfte aufklaͤ⸗ ren, die Maſſe ihrer Kenntniſſe, dadurch aber die Summe der natuͤrlichen und kuͤnſtlichen Produkte vermehren. Ferner: Auflagen fuͤr Induſtrieſchulen; denn noch wer⸗ den die nuͤzlichſten Gewerbe, der Ackerbau, die Handwerker nicht wiſſenſchaftlich, ſondern mechaniſch erlernt. Auflagen fuͤr Kranken⸗Verpflegungsanſtalten, ſo wichtig in Nazional⸗ Oekonomiſtiſcher Hinſicht; denn die Krankheit des Staatsbuͤr⸗ gers iſt ein Uebel fuͤr den Staat; ſie entzieht ihm waͤhrend dieſes Zuſtands alle Produkzion und erhoͤht die Konſum⸗ zion. Auflage fuͤr ſchnelle Gerechtigkeitspflege, auf der die Sicherheit des Eigenthums, ſo wie auf dieſer der Sporn der Induſtrie ruht., en nict er dlen g er Auſanne deineziheng h wei 1 en, kömn „Dekononſi icht di itnr t ey einer n fünnzion. Ae aßen und gn oder mit uh reis der Pea mehrung duit llicher Gih mne gegen l e, Urbaxmi Gewerbe. und Erziches Katurkräſte uh der die Eum gren. ; denn koct ¹, die Hne f alernt. 1 ſichtig in i⸗ it des ens 4 dih Bihm ni thöht died ir 7 fſex, nf eer dr Eie . —— 41¹3 Nach ganz andern, ber durchaus nicht Nazional⸗Oeko⸗ nomiſtiſchen Grundſaͤzen muß ſich dasjenige Auflagenſyſtem be⸗ wegen, das fuͤr eine mit der Produktenmaſſe unverhaͤltniß⸗ maͤßige Zahl von Nazional⸗ Oekonomiſtiſchen Konſumenten aller Klaſſen zu ſorgen hat. Denn die aus deren Kon⸗ ſumzion, wie aus jeder, reſultirende Erhoͤhung der Pro— dukzion gleicht den Verluſt nicht aus, welcher aus dem Stillſtande der Produkzion dieſer neuen Konſumenten reſultirt. Auflagen, die kapitaliſtiſch verwendet werden, ver⸗ halten ſich alſo z. B. zu oͤkonomiſtiſch verwendeten, wie 0+ 3, und zu antioͤkonomiſtiſch verwendeten, wie 1+ 10. 4₰ „ 492. r Am aͤngſtlichſten haben ſich bekanntlich die Phyſiokraten bemuͤht, den Antheil des Nazionalvermoͤgens zu beſtim⸗ men, den die Staatsverwaltung als Auflage erheben, alſo in Staatsvermoͤgen verwandeln duͤrfe. Sie haben die Ur⸗ produktenmaſſe, den Aufwand der Hervorbringung, den Lohn der Produktifkraft, und dann vom Reſt, den Staatsantheil berechnet. Da ſie nach ihrem Syſteme nur den produkti⸗ fen Urſtoff, als das wahre Nazionalvermoͤgen, als die Quelle alles Nazionalreichthums betrachteten, ſo war noth⸗ wendig jene Berechnung auch nur auf den natuͤrlichen Pro⸗ duktſtoff eingeſchraͤnkt. Der Erfolg ihrer Anſtrengung iſt eben ſo bekannt. Schon aus der Baſis ihres Syſtems konnte an ſich fuͤr die Berech⸗ nung der geſammten Produktenmaſſe kein reines Reſnltat hervorgehen. Aber, auch abgeſehen von dieſem Zundamental⸗ mangel, haben ihre Kalkuͤls nur die Unmoͤglichkeit beurkun⸗ det, den Staatsantheil am Nazionalvermoͤgen aus der Pro⸗ dukzionsmaſſe unmittelbar bey deren Erſcheinung zu berechnen. Dem Nachdenken dringt ſ ſich ſogleich die unermeßliche Ab⸗ ſtufung der Produktiftraft, als ein unuͤberwindliches Hinder⸗ niß der Berechnung des ind ividuelen Staatsantheils am ein⸗ —————˖———————— 414 zelnen Privateigenthum auf. Selbſt die Haͤufung inquiſitori⸗ ſcher Formen wuͤrde in eine ſolche Vertheilungsmethode nicht Klarheit und Gerechtigkeit bringen koͤnnen. Die Fruchtloſigkeit jener Beſtrebungen: arithmetiſch zu berechnen, wie viel der einzelne Staatsbuͤrger produziren kann? wie viel er zu dieſer Produkzion konſumiren muß, und wie viel er alſo als Vorrath zuruͤcklegen, wie viel alſo der Staat dann von dieſem Vorrathe, als dem einzig beſteuerfaͤhi⸗ gen Fonds, ſich aneignen kann und darf? ſelbſt die Fruchtloſig⸗ keit dieſer Beſtrebungen beurkundet die ewige Wahrheit: daß dieſer Staatsantheil am Nazionalvermoͤgen ſich, den Nazio⸗ nal⸗Oekonomiegeſezen gemaͤß, nur nach der zur Konſum— zion erſcheinenden Produktenmaſſe berechnen, daß er einzig von ihr ſich erheben laſſe. 493. Obgleich der Produktſtoff die Baſis des Auflagen⸗ ſyſtems ſeyn muß, ſo kann doch die Austheilung des ein⸗ zelnen Theils, der dem Staate als Staatsvermoͤgen von der einzelnen Produktenmaſſe des einzelnen Staatsbuͤrgers ge⸗ buͤhrt, nicht nach der Produkten⸗Stoffmaſſe geſchehen; denn a. es giebt keine unwandelbare Produktenmaſſe. Sie wechſelt nach der Fruchtbarkeit der Natur, dem Grade der Produkzionskraft u. ſ. w. Denn es giebt nach den Nazional⸗Oekonomiegeſezen b. keine unwandelbare Auflagenmaſſe; ſie wechſelt nach dem Staatsbeduͤrfniß, und nach der Gattung der Konſumzion. Im Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Sinne kann alſo ein Pro⸗ dukt erſt dann als fuͤr den Staat exiſtirend, alſo als beſteuerbar angenommen werden, wenn es zur Konſum⸗ zion erſcheint, alſo die Eigenſchaft eins Genußmittels wirklich ausſpricht. Der Produktifurſtoff iſt die Mutter aller Produkte. Seine Operazionen ſind in den Kreis der Naturprodukzion eingeſchloſſen; die, je nach dem Klima, ihren Lauf fruͤher oder 1 ſind urin Fömani dtitned roduzite in müß, wn 2 viel ah g jig beenni die duclcg Vahtſei h, den Jas zur Konſan chnen, daße Bdes Alfun ung de ii svetmägn a gatsbärged ſchehen; dn tenmaſſ. ir, dem bu giebt nac e; ſie not der Gattun Ralſoen h kend, nh ur Konſis nußmitti ſer Prdt⸗ rauxrai fitzen 415 ſpaͤter vollendet. Mit dieſer Naturhaushaltung muß noth⸗ wendig auch die Staatshaushaltung(nicht Verwal⸗ tung des Staatsſchazes) gleichen Schritt halten. Der Cyklus der Natur iſt der ihrige. Die Regierungen haben ihn uͤberſchritten. Sie haben die Unhinlaͤnglichkeit der Produkten⸗ maſſe Eines Jahrs durch die des naͤchſten, mittelſt Antizipa⸗ zion zu ergaͤnzen geſucht. Nazionen haben ihre auf gewiſſe Veitpuner eingetheilte Ungluͤcksfaͤlle wie der Privatmann. Eine vorhinein verzehrte Produktenmaſſe niß den Konſumenten nothwendig fruͤher oder ſpaͤter dem Mangel⸗Preis geben; das oͤkonomiſtiſche Prinzip der Staatshaushaltung aber iſt, daß ſie in den zwey Raͤdern der Konſumzion und Produk⸗ zion ſich bewege, daß deren Gang regelmaͤßig gleich ſey. Der Staat, der nur Konſument und nicht unmittelbar Produzent iſt, alſo zunaͤchſt fremdes Produkt konſumirt, muß jene Proporzion noch puͤnktlicher und aͤngſtlicher ein⸗ halten. Die Auflagenmaſſe hat ihre natuͤrliche Graͤnze. Nur der Produktſtoff iſt Gegenſtand der Auflagen. Hemmt die Auflage die Verwandlung des produktifen Urſtoffs in Produktſtoff, ſo vernichtet ſie ihren Gegenſtand, alſo ſich ſelbſt. Jenen an ſich wahren und richtigen Grundſaz: daß Pro⸗ dukzion und Konſumzion gleichen Schritt halten muͤſſen, daß alſo auch das Auflagenſyſtem der Naturprodukzion getreu blei⸗ ben muͤſſe, hat indeß die Finanzwirthſchaft auf eine dem Na⸗ zionalwohle ſehr nachtheilige Weiſe angewendet. Sie hat das Staatsbeduͤrfniß nach aſtronomiſchen, je ſinniger je minder ſinnig abgetheilten Jahren berechnet, (die ſogenannten Etatsjahre); ſie hat hiernach auch die Auflagen, ſo wie deren Verwendung abgetheilt, obgleich das nie ſtillſtehende Rad der Produkzion und Konſumzion ihr zu dieſen Abtheilungen ganz andre Grundſaͤze vorzeichnete⸗ der Staatsauflagen kenne, als 416.— 8 494 Produkt, in Nazional⸗Oekonomiſtiſcher Bedeutung, iſt Genußmittel. Jedes Produkt muß, fruͤh oder pat, zur Konſumzion kommen. Der Landbauer mag ſeine Fruͤchte, der Fabrikant ſein Fabrikat noch ſo lange aufbewahren, er muß es endlich zur Konſumzion bringen. Konſumzion, im Nazional⸗ Oekonomiſtiſchen Sinne, iſt erſte Veraͤnderung des Beſizes. Erſt wenn das Produkt aus dem Beſize des Produzenten wandert, wird es fuͤr den Staat ein Theil des Nazional⸗ vermoͤgens; in dieſem Augenblicke erſt bildet ſich der Staats⸗ antheil daran. Dieſe Veraͤnderung des Beſizes ſezt aber in dieſem Sinne nicht zwey abgeſonderte Individuen voraus. Der Produzent, der ſein eignes Produkt ſelb ſt genießt, wird in Abſicht deſſelben eben ſo gut Konſument, als wenn er ein fremdes Produkt verzehrt. So wie dieſe zur Konſumzion erſcheinende Produktenmaſſe der einzige Regulator deſſen iſt, was der Staat als Staatsvermoͤgen ſich aneignen kann, ſo wie er nach ihr erſt ſein Beduͤrfniß reguliren muß, ſo liegt auch einzig in dieſem Syſteme die Moͤglichkeit einer gerechten und gleichen Vertheilung der Auflagen. In welchem Verhaͤltniſſe aber der Staat die nach jenen Grundſaͤzen feſtgeſtellte Auflagenmaſſe auf jedes ein⸗ zelne Produkt vertheilen muͤſſe? oder, was das naͤmliche iſt, welches der Staatsantheil an jeder einzelnen Gat⸗ tung der Produkte, alſo wieder an jedem einzelnen Pro⸗ dukte ſey? das muß nach den Grundſaͤzen beſtimmt werden, welche die Nazional⸗Oekonomie vorzeichnet. 495. Daß die Nazional⸗Oekonomie keinen andern Gegenſtand das zur Konſumzion er⸗ ſcheinende Produkt, alſo einzig ein auf dieſen Grundſaz gebautes Auflagenſyſtem ihren Geſezen zuſage, ſpricht ſich aus: ſcher daemn dh dhe du, mag ſeige Fu auſten,, 1 miſihenen des Mrahuſe ds Na)ien tſich der Enn ſzes ſet un adividuen vare öſt gerieft, n als wenn an zur Konſune ator deſſet neignen hm, guliren mi, Moͤglichkeite Auflagen. Staat dir u auf jedes ti das naniiti zzelnen be nzelnen h eſtimm ne ern Gegrnie ſſumziontn eſen Grunch gticht ſch an 1. burch die Allgemeinheit dieſer Auflage. Allgemein⸗ heit aber iſt der erſte Grundſaz eines Nazional⸗Oekono⸗ miſtiſchen Auflagenſyſtems. Je groͤßer die Maſſe der Vertheilung, je geringer, je er— leichterter der Beytrag. Gerade dieſer Grund hat die Regie— rungen gezwungen, die erſten Lebensbeduͤrfniſſe als Brod, Salz, Getraͤnke ꝛc. mit Auflagen zu belegen. Ihr zweyter Grund lag in dem abſoluten Werthe, in der Unentbehrlichkeit, alſo in der Unmoͤglichkeit die Auf⸗ lage zu vermeiden. Wenn aber Auflagen auf erſte Le⸗ bensbeduͤrfniſſe druͤckend geworden ſind, ſo lag es nur an der unrichtigen Vertheilung der ganzen Auflagenmaſſe, in dem Mangel der Allgemeinheit. 496. 2. Der Staat kann die Urprodukte, nach Verhaͤltniß der Zeit, groͤßtentheils nicht benuzen, und kann alſo das, was er von der Nazion als Staatsvermoͤgen in Anſpruch nehmen muß, nur nach dem Vermoͤgensmeſſer, dem Gelde beſtimmen. Nur dieſer Vermoͤgensmeſſer ſezt ihn in Stand, die Maſſe des Auflagenfonds und ſeines Be⸗ duͤrfniſſes genau zu berechnen. Der Staat beſtimmt die Auflagenmaſſe nach dem Ver⸗ moͤgensmeſſer; er bedarf alſo keines andern Regulators, als des durch dieſen Vermoͤgensmeſſer, und nach ihm be⸗ ſtimmten Preiſes der Produkte. In dieſem Grundſaze liegt die abſolute Gerechtigkeit und Gleichheit des Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Auflagenſyſtems. Es kommt dann gar nicht darauf an, ob das Produkt ein Genußmittel des erſten Beduͤrfniſſes, oder der luxurioͤſen Konſumzion iſt? Alle Proporzionirung des Stoff⸗ oder Produktbeſizes gegen einander, aller Kalkuͤl, alle Unterſuchung: ob der ein⸗ zelne Staatsbuͤrger mehr, oder weniger Produkte, alſo Ver⸗ moͤgen beſize, alſo mehr oder weniger zum Staatsvermoͤgen beyzutragen habe? faͤllt an ſich hinweg. . 27 418 Nicht der Staatsbuͤrger iſt ſteuerbar, ſon⸗ dern die Produkte ſind es. Nicht an den Staatsbuͤrger wendet ſich der Staat, ſondern an das Produkt. Da die Auflage ſich einzig nach dem Preiſe des Produkts richtet, ſo kann ſie nie druͤckend fuͤr den einzelnen, nie ungerecht werden. Nehmen wir, dieſem Syſteme gemaͤß, an: das Nazio⸗ nalvermoͤgen, d. h. die zur Konſumzion erſcheinende Produk⸗ tenmaſſe betruͤge 100 Millionen Rthaler, und das Staats⸗ beduͤrfen 2 Millionen Rthaler; der Staat wuͤrde ſich alſo den zoſten Theil des Preiſes der Produkte aneignen muͤſſen. Der Centner Getreide z. B. betruͤge ro Thaler, ſo wuͤrde die Auf⸗ V lage etwas uͤber 9 ggr. ausmachen. 497. Nur dasjenige Auflagenſyſtem iſt Nazional⸗Oekonomi⸗ ſtiſch, welches die Grundſaͤze der Gleichheit und Allge⸗ meinheit einhaͤlt. Staatsauflagen muͤſſen alſo 1. das geſammte lebendige, d. h. in die Konſumzion tretende Vermoͤgen der Nazion, ohne Ausnahme umfaſſen. 3 498. 3 2. die Staatsverwaltung muß nicht in verkehrter Ord⸗ nung zuerſt ihr Beduͤrfniß, und dann den Erhe⸗ bungsfonds berechnen. Der Erhebungsfonds muß vielmehr das Vedürſdis beſtimmen. V Bey dieſem Gange hat ſie nichts zu wagen. Eine andere Operazionsart muß ſich ſelbſt ihr Grab zubereiten. Der Staat, der ſeine Beduͤrfniſſe nicht nach den Auel⸗ len berechnet, wird dieſe bald austrocknen, und die ” willkuͤhrlichſte Gewalt kann ſie nicht wieder fuͤllen. Kennt die Staatsverwaltung den Gegenſtand der Auflagen, kennt ſie die Maſſe des beſteuerbaren Nazionalver⸗ moͤgens, dann, und dann erſt, kann ſie ihr Beduͤrfniß ner 2 rer ft ldeu. mee ſt3 Kan deitg hd de tur 3u4 gi tinen lahens und 8 älns — 419 enerbn d eua mit Sicherheit kalkuliren, dann wird ſie leicht die Graͤnzlinien lan dieſes Beduͤrfniſſes ſinden, welche ſie nicht uͤberſchreiten darf. „ A— e ie ugen Dieſe Operazionsart wird dem Staate dann auch die politi— i ſche Rolle kennen lernen, die er zu ſpielen hat; ſie wird ihn vor dem Ehrgeize bewahren, aus den Graͤnzen dieſer Rolle heraus zu treten. n, tie ung an: dash heinende ne und das en Die erſte Erforderniß eines Nazional⸗Oekonomi tiſchen Auflagenſyſtems iſt alſo: Kenntniß des beſteuerbaren Nazionalvermoͤgens. üͤrde ſch aſe nen niſn d Nicht der Flaͤcheninhalt des Staats, nicht die Volks⸗ d oltjeden menge geben eine richtige Baſis: ſie ſtehen mit dem Nazional⸗ vermoͤgen oft im umgewandten Verhaͤltniſſe, nur die Maſſe der zur Konſumzion erſcheinenden Produkte macht das beſteuerbare Nazionalvermoͤgen aus. Ohne inqui⸗ ſitoriſche, den Nazional⸗Oekonomiegeſezen widerſtrebende zjional⸗elne „t ußdl jeit w Formen, kann dieſe Maſſe allerdings nicht genau beſtimmt werden. Doch dieß iſt auch nach den hoͤhern Anſichten die gui der Nazional⸗Oekonomie unnoͤthig. Fuͤr ſie reicht eine na⸗ 1e Tlchie hende Ueberſicht hin. Der Flaͤcheninhalt, der Ertrag des Grundeigenthums, der Viehſtand, die Volksmenge, der Zuſtand der Fabriken und Manufakturen, der poſitife und ver⸗ glichene Werth, ſo wie der Preis der Genußmittel laſſen 3 eine, mindſtens die Baſis des Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Auf⸗ dum de lagenſyſtems nicht erſchuͤtternde wahrſcheinliche Schaͤzung und Berechnung des beſteuerbaren Nazionalvermoͤgens the dsde allerdings zu. erkehrttr 75 499. 4 Das Auflagenſyſtem zerfaͤllt ſeiner Natur nach in zwey d Haupttheile: 1 dhdam Den Grund, auf dem es ruht, ocknen, W ſäln die Eeedna 8.a r V. gsiart. tgenſin Beyde ſind unzertrennlich, beydez von einander durchaus ab⸗ ten Nazieni haͤngig. e ih Tetu —————————y—— 420 Ein Auflagenſyſtem auf die gerechteſten Grundſaͤze gebaut, aber nicht zugleich die Mittel darbietend, ſie ohne Beruͤh— rung des Nazional⸗Oekonomieprinzips zu erheben, iſt ver⸗ werflich. Noch verwerflicher iſt dagegen ein Syſtem, deſſen ein⸗ zige Baſis in der leichten und ſichern Erhebung beſteht. 500. Faͤlle außerordentlicher Noth, allgemeiner Gefahr, ſind außer den Graͤnzen eines Syſtems. In Zeiten allgemeiner und dringender Gefahr, gehoͤrt alles, ſelbſt die Exiſtenz des Staatsbuͤrgers dem Staate. . 501. a. Hat die Regierung die Maſſe des beſteuerbaren Nazional⸗ Vermoͤgens ergruͤndet, hat ſie nach ihr das Staatsbeduͤrf⸗ niß beſtimmt, ſo muß ſie dieſes Beduͤrfniß auf dieſe Maſſe austheilen, und zwar in durchaus gleichem Verhaͤltniſſe austheilen. Dieß iſt der erſte Kalkuͤl. Sie muß dann die verſchiedenen Gattungen des Nazio⸗ nal⸗Vermoͤgens, alſo der Produkte,(nicht ihren Beſiz) auf eine zweifache Art klaſſifiziren. Einmal nach ihrem abſoluten Werthe, in Beziehung auf die einzelnen Staatsbuͤrger, und dann nach dem Grade ihres relatifen, ſowohl poſitifen als verglichenen Werths fuͤr die Maſſe der Nazion. Mit den Maasſtaͤben, die ihr dieſe zweyerley Klaſſiſikazio⸗ nen darbieten, muß ſie dann die Vertheilung der Auf⸗— lagenmaſſe unter die einzelnen Theile des Nazional⸗Ver⸗ moͤgens vornehmen. Dieß iſt der zweyte Kalkuͤl. Bey dieſer Austheilung muß ſie von der auf die ganze Maſſe des Nazional⸗Vermoͤgens, alſo auf die unentbehrlichen Guͤter abſoluten Werths vertheilten Summe den Antheil dieſer Guͤter, bis auf den geringſt moͤglichſten Punkt abzie— hen, und den uͤbrigen Guͤtern in einer ſteigenden Pro⸗ porzion zutheilen, d. h. ſie muß mit dem abſoluten Werthe Semg gta ſee ohne e erheben, ſn dem, deſen ebung bii iner Gefih ſche, Jeiten alyener ſ die Eiſtm enerbaren ajet das Staatet iß auf diſe Ni ichem Da⸗ tuungen des N t ihren d tthe, in Brji in nach de 68 verglchenen Ie ehetle l heilung n des Nrjiniſ e Kalkäl⸗ uder auf de die unenbiſt zumme den 49 ten Puntt e 1 legemu abſoluun de —— 421 dieſer Guͤter fortſchreiten, bis die Summe des Beduͤrfniſſes gedeckt iſt.. 501. b. Es iſt nothwendig, dieſe Kalkuͤls durch ein Beyſpiel an⸗ ſchaulich zu machen: Nehmen wir an, das geſammte nazionals oͤkonomiſttſch beſteuerbare Nazional⸗Vermoͤgen beſtehe in 80 Millionen Thalern, und das Staatsbeduͤrfniß wuͤrde auf eine Million Thaler beſtimmt. Der Antheil des Staats am Nazionalver⸗ moͤgen verhielte ſich alſo wie 1 zu 80, und jede 80 Thaler poſitifen Werths wuͤrden 1 Thaler betragen. Unter je⸗ nen 80 Millionen befänden ſich 60 Millionen unentbehrliche Guͤter.. Die Regierung muͤßte alſo damit anfangen. Auf die entbehrlichen Guͤter, im Betrag von 20 Millio⸗ nen, jene 30 Millionen, oder, was eben ſo viel iſt, jene Auf⸗ lage von einer Million Thalern zu vertheilen. Der zoſte Theil des poſitifen Werths jener Guͤter wuͤrde alſo als Abgabe an den Staat angenommen, doch in der progreſſiven Proporzion; ſtatt daß alſo auf ein Gut von 20 Rthaler Werth, 1 Rthaler traͤfe, wuͤrde, da es Guͤter von hoͤherem Werthe giebt, mit dem ſteigenden Werthe auch die Auflage ſteigen, und eben deswegen, z. B. auf ein Gut von 40 Thalern, nicht 2, ſondern 3 Thaler treffen; der Ertrag dieſer Progreſſion wuͤrde dem niederen Werthe abge⸗ zogen werden koͤnnen, und mit dieſer retrograden Berech⸗ nung wuͤrde man endlich bis auf die Guͤter abſoluten Werths, d. i. erſte Lebensbeduͤrfniſſe zuruͤckgehen. Alles was dieſe progreſſive Proporzion am Ertrage mehr als den einfachen Ausſchlag auf die ſteuerbare Maſſe ge⸗ liefert haͤtte, wuͤrde dann der Maſſe des ganzen Nazional⸗ Vermoͤgens addirt, und eben ſo viel von der Maſſe der un⸗ ntehrlichen Genußmittel abgezogen, und ſo die ganze Maſſe wieder ergaͤnzt. „* —————:’—————:’——————y—— 422 Geſezt alſo, die progreſſive Vertheilung der Auflagen haͤtte in dem gegebenen Falle, auf die 20 Millionen entbehr⸗ licher Guͤter Crelatifen Werths) ſtatt Einer— 1 ½ Million betragen, ſo wuͤrde das Nazional⸗Vermoͤgen ſtatt 80 Millio⸗ nen Rthaler, auf 100 Millionen anzunehmen ſeyn. An der Maſſe der unentbehrlichen Guͤter kaͤmen alſo 20 Millionen in Abzug, und die Summe der 80 Millionen er⸗ ſchiene wieder. Nur 40 wuͤrden zur Lieferung uͤbrig bleiben, oder, was eben ſo viel iſt, die Maſſe der unentbehrlichen Guͤ⸗ ter, wuͤrde in Ruͤckſicht der Auflagen nur als 40 Millionen Werth betrachtet. Jener Ueberſchuß von ¼ Million wuͤrde dann verdoppelt von der Auflage auf die entbehrlichen Guͤter abgezogen und auf die unentbehrlichen gelegt, ſo daß alſo von 80 Millionen Nazio⸗ nal⸗Vermoͤgen die unentbehrlichen Guͤter ¾ Million, und die entbehrlichen 3 Million truͤgen. 60 Millionen unentbehrliche Guͤter wuͤrden alſo im Auf⸗ lageſyſtem nur fuͤr 20, und 20 Million entbehrliche fuͤr 60 gelten. 1 80 Rthaler der erſten Klaſſe wuͤrden alſo nur— 6 Ggr.— 80 Rthaler der zweyten Klaſſe im Durchſchnitte— 18 Ggr. — bezahlen. 502. Alle Einwendungen gegen dieſes Beyſpiel, ſowohl in Abſicht des Verhaͤltniſſes der Auflagenmaſſe zu der ſteuerbaren Nazional⸗Vermoͤgensmaſſe, als des Verhaͤltniſſes der unent⸗ behrlichen Guͤter, heben ſich von ſelbſt; denn bey dieſem Beyſpiele war es einzig um klare Darſtellung der Berech⸗ nungsart zu thun. 4 593. Die unentbehrlichen Guͤter(abſoluten Werths) beduͤrfen im Auflagenſyſtem keiner Klaſſiſikazion, wohl aber die entbehrlichen. Bey ihnen muß die Auflage nach dem Grade des relatif⸗poſitifen Werthes fortſchreiten, und zwar dem oben angegebenen allge meinen Rechnungsprinzip gemaͤß. — —— — — x —— —— — ung dn d Aüſuu Nilum ac er— l u ſut hd en ſeyn. ter kaͤmen a 80 Millenn, ung ibriggi nentbehliha als 40 N M lae ꝛde dann daden rabgezogen unde 80 Milenenäe Milion, uhh irden alſt im entbehrliche ſt nur— 56n⸗ hſchnitt- 96 yſpiel, ſuit ezu der ſtente⸗ aͤltniſſes der ue ; denn bo lü lung der denn ahſoluten Ter jion, wohl de e nach dem 6 und zwar den. 4 nzip gemi 423 Wir wollen z. B. annehmen, daß unter 20 Millionen entbehrlicher Guͤter ſich 5 Millionen zu 80 Rthlr. 5 Millionen zu 40 Rthlr. 5 Millionen zu 20 Rthlr. 5 Millionen zu 5 Rthlr. befaͤnden, ſo wuͤrden, nach jenem Maasſtabe, auf die erſten 5 Millionen 4 Rthlr. von jeden Zo treffen; aber nach Abzug dieſes Ertrags wuͤrden auf die zweyten 5 Millionen nicht 3 Rthlr.; auf die dritten nicht 1 Rthlr.;] auf die vierten nicht 4 Rthlr.; ſondern immer nur dasjenige treffen, was nach Abzug der hoͤchſten Klaſſen fuͤr die niedrigen uͤbrig blieb. 504. Die Gleichheit und Allgemeinheit, alſo die Uebereinſtim⸗ mung eines ſo gearteten Auflageſyſtems mit den Nazional⸗ Oekonomiegeſezen, laͤßt ſich am klarſten durch die Unterſuchung der einzelnen Klaſſen der Staatsbuͤrger und ihres Ver⸗ moͤgens darſtellen. Die Staatsbuͤrger ſind entteder iſolirre Produzen⸗ ten, oder zugleich Sroffbeſizer⸗ oder reine Kon⸗ ſumenten. Die erſte Klaſſe begreift die Tageloͤhner, Handarbeiter, Fabrikanten und Manufakturiſten. Alle dieſe tragen, jenem Auflageſyſteme gemaͤß, durchaus nur im Verhaͤltniß ihrer geringern Konſumzion an den Staats⸗ auflagen; ſie ſind auf unentbehrliche Genußmittel eingeſchraͤnkt; da ſie aber von dieſen eine groͤßere Maſſe als die uͤbri⸗ gen Klaſſen konſumiren, ſo werden ſie dadurch mit ihnen ins Gleichgewicht geſezt, daß gerade auf unentbehrliche Genußmittel nur derjenige Theil der Auflagen vertheilt wird, welchen die entbehrlichen nicht tragen koͤnnen, ohne jenes Gleichgewicht zu zerruͤtten. Zu der naͤmlichen Klaſſe gehoͤren die Staatsdiener. Die niedere, alſo aͤrmere Klaſſe derſelben, eignet ſich zu der erſten Gattung; die hoͤhere wird durch die ſtaͤrkere Taxe auf die * 424 entbehrlichen Genußmittel, welche ſie auch konſumirt, eben⸗ falls wieder ins Gleichgewicht geſezt. Die Regierung muß die Staatsgehalte ohnehin ſtets dem Preiſe der Genußmittel anpaſſen, und jede Taxe, die er auf die Gehalte dieſer Staatsdiener legt, iſt ideal. Gerade deswegen werden undoͤkonomiſtiſche Auflagen ſich immer ſelbſt wieder verſchlingen, denn ſie erhoͤhen das Staats⸗ beduͤrfniß, ſie zwingen die Regierung, die betraͤchtlichſte ihrer Ausgaben, naͤmlich den Gehalt der Staatsdiener aller Klaſſen zu vermehren. Die Stoffbeſizer beſtehen aus Geundeigenthümern und Mobiliar⸗ Vermoͤgens⸗Eigenthuͤmern, Kapitaliſten,(Naz. Oek. 1. B. Z. 72.) im nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Sinne. Da dieſe eine groͤßere Maſſe von Produkten zur Konſumzion brin⸗ gen, ſo iſt an ſich ihr Antheil an den Staatsauflagen bedeuten⸗ der, denn ſie verzehren eine groͤßere Maße von entbehr⸗ lichen Genußmitteln. Die Produkzion und der Genuß ſind die beſteuerbaren Ge⸗ genſtaͤnde, ſie ſind der gleiche und gerechte Austheiler. Der Produzent, der viel produzirt und wenig genießt; der Produzent, der viel produzirt und viel genießt, der Pro⸗ duzent, der wenig produzirt und wenig genießt, und end⸗ lich der reine Konſument— Alle tragen dieſem Syſteme, gemaͤß, nach dieſen ihren Verhaͤltniſſen zu den Staatslaſten bey. 3 So wie Produkte der einzige Gegenſtand der Auflagen find, ſo iſt auch der Lebensgenuß der einzige Maasſtab der Verpflichtung zu den Abgaben. 565.. Den Nazional Oekonomiegeſezen gemaͤß, muͤſſen ſich alſo alle Staatsauflagen in eine einzige, die allgemeine Pro⸗ duktauflage aufloͤſen. Die Nazional⸗Oekonomie iſt nur darum bekuͤmmert: daß der Staat von dem Nazional⸗ Vermoͤgen denjenigen Antheil er⸗ halte, den er zu Beſtreitung des Staatsaufwands bedarf, und dab er ihn auf eine dem Nazionalwohle unnachtheilige, 1 4²⁵ — korſud ten.. 1 iäd alſo den Fortſchritt zum Nazionalreichthum nicht hemmende chnein; Weiſe erhalte. Die weſentlichen Eigenſchaften eines nazional⸗ Nehin ſa ee Gäſs 4 ede 1 oͤkonomiſtiſchen Auflageſyſtems ſind alſo: 1 Erſtens, daß es genau nur das wirkliche Beduͤrfniß des Staats erhebe;— henhe Zweytens„ daß es durch gleiche Austheilung auf drtht das geſammte zur Konſumzion kommende Nazional⸗Vermoͤgen Atne e dem Staate den ihm gebüͤhrenden Antheil aneigne. ü Aus dieſen Eigenſchaften reſultiren die Grundſaͤze von 4 Allgemeinheit, von Gerechtigkeit, an ſich. Aus Gnntihriir ihnen reſultirt an ſich, daß ein ſolches Auflageſyſtem die Pro⸗ wiulin A dukzion nicht hemme, alſo den Fortſchritt des Nazional⸗ Wohl⸗ ſchen Lim. ſtands nicht aufhalte. Fmnlnſin n. Die Beſtimmung der Preiſe kann bey dieſer Anwen⸗ zauflagen dehern dung keine Schwierigkeit machen; dieß liegt ſchon in dem Be⸗ ſſe nn inthi griffe des Worts Preis. Denn Preis iſt das Verhaͤltniß, in dem ein Gut,(dieſes andre Gut ſey nun Muͤnze oder beſteuecden Waare) hingegeben wird,(Naz. Oek. 1. B. Z. 51. S. 50.) ustheiler dieſer Preis iſt es, an den ſich die Staats⸗-Finanz⸗Geſez⸗ und wenig grit gebung haͤlt. genieft, dan 506. genitßt, ur Die antioͤkonomiſtiſche Organiſazion des Auflagenſyſtems n dieſem Lin⸗ iſt es aber noch weit mehr, welche die Vervielfaͤltigu ng Staatslafa der Auflagen erzeugt hat, als das wachſende Beduͤrfniß. Von and der Auſr dem Beduͤrfniſſe gedraͤngt und ungewiß, wo es zu nehmen ſey? ige Mausfa mußten die Regierungen zu jener Vervielfaͤltigung grei⸗ 4 fen. In ihr ſelbſt liegt der Druck, in ihr das Prinzip der ewigen progreſſifen Erhoͤhung des Drucks. Antioͤkono⸗ z nüſenſt miſtiſche Staatsauflagen muͤſſen die Preiſe aller Produkte aemeine er hoͤhen. 1 1 Dieſer Preiserhoͤhung muß der Staatsſchaz nothwendig, Lennen. entweder unmittelbar oder mittelbar unterliegen; mit dieſer 8„ ſ ſg Preiserhoͤhung auch ſein Bedarf immer fortſchreiten, er mag anua nun ſelbſt Produkte einkaufen, oder Staatsarbeit oder Staats⸗ ſwands bide Gttun ddiener lohnen. Die Regierung dreht ſich alſo vergeblich in ei⸗ le unnachlhele. ———— 436— nem Kreiſe umher, und ohne zu gewinnen, aͤrndtet ſie nur die weſentlichen Nachtheile des Drucks der aͤrmern Klaſſe der Na⸗ zion und aller derjenigen Staatsbuͤrger, die mit der Preiser⸗ hoͤhung nicht fortſchreiten koͤnnen; entweder wegen Huͤlfloſig⸗ keit, Gebrechlichkeit oder Mangel an Stoff, oder weil ſie nicht unentbehrliche Produkte liefern, die Hoͤhe der Auflagen aber ſie zu Entbehrungen zwingt. Ein antioͤkonomiſtiſches Auflagen⸗ ſyſtem hemmt alle Gattungen der Produkzion, denn die aus ihm nothwendig reſultirende Preiserhoͤhung aller Produkte macht dem Ackerbau, den Fabriken und dem Kommerze un⸗ moͤglich mit dem Auslande Markt zu halten, laͤhmt alſo allen Tauſch der Beduͤrfniſſe, und beurkundet ſchon dadurch ſeinen Widerſpruch mit dem Nazional⸗ Oekonomieprinzip, das an ſich weltbuͤrgerlich iſt(1. B. S. 17. Z. 18.). Es bringt alſo dadurch nichts als das Beduͤrfniß einer groͤßern Maſſe von Ausgleichungsvehikeln, von Muͤnze hervor.. Iſt die Maſſe der inlaͤndiſchen Metallmuͤnze groß genug, um mit jenem Auflagenſyſteme gleichen Schritt zu halten, ſo iſt wenigſtens dadurch nichts gewonnen, ſondern nur die Unbe⸗ quemlichkeit der Ausgleichung erhoͤht. Iſt aber der Staat nicht ſeloſt im Beſiz dieſer Ausglei⸗ chungsvehikel, ſo iſt Mangel an Lebensgenuß die unvermeidliche Folge. Bald muß es an Metallmuͤnze gaͤnzlich fehlen, und der Staat ſich zu Erſchaffnng neuer Ausgleichungsvehikel, naͤmlich der gezwungenen Papiermuͤnze, und zwar fortſchrei⸗ tend zu deren Ueberhaͤufung gedraͤngt ſehen, die denn wieder durch ihre Ueberhaͤufung immer im gleichen Verhaͤlt⸗ niſſe im Preiſe ſinken, vorzuͤglich das auswaͤrtige Kommerz zu Grunde richten, und die Nazion ohne allen Gewinn verarmen muß. . 507. Dieſe Vervielfaͤltigung der Staatsauflagen muß durch die davon unzertrennliche Zwangsgeſeze und inquiſitori⸗ ſche Erhebungsformen nothwendig die buͤrgerliche Frey⸗ tndte nh Kaaſcnge dit dern nüg. we gnal düfi der weiſe 6 e Auflager a tiſches Alfum „ denn de ch aller Mra uncihs. ſähmt a dlſo 89 ſchon deyunt miannzn, 1 .3. 1.) 9 A durfniß ar ehikeln, m aze gkoß gen 1 4 alten zu halten n nte die lut n nur die la dieſer I Ao unverweii c fehlen, u leichunzeri zwat fettörr hen, Re de ſeichen Iiü de Konnah winn derun muß dut Nauiſiten gerlij ê —— 42⁷ heit, die Baſis des Nazional⸗Wohlſtandes vernichten; ſie muß den Staatsbuͤrger zwingen ſich jeden Lebensgenuß zu verſagen, und die Erſparniſſe ſeines Fleißes aͤngſtlich zu verhergen; indeß das Wohl des Staats vielmehr darin beſteht, daß der Reiche ſich nicht ſcheue ſeinen Reichthum oͤffentlich kund. werden zu laſ⸗ ſen, alſo in Cirkulazion zu ſezen. 508. Einfach iſt dagegen dasjenige Auflagenſyſtem, das die Na⸗ zional⸗Oekonomiegeſeze vorzeichnen. Einfach die Verwaltung des durch dieſes Syſtem erhobe⸗ nen Staatsſchazes. Dieſe allgemeine Produktauflage beruͤhrt nur das zur Konſumzion erſcheinende Produkt. Sie beſteuert nicht das todte Grundſtuͤck, nicht das unbe⸗ wohnte Haus, nicht die Maſchine des Fabrikanten, nimmt nur da, wo der Staatsbuͤrger genießt. Sie iſt alſo das, was die Auflage einzig ſeyn ſoll und kann: Abzug von der reinen Einnahme.* Sie iſt allgemein, kein Staatsbuͤrger, von welcher Klaſſe er ſey, kann ſich ihr entziehen; jeder muß konſumiren. Sie iſt gerecht, denn ſie graduirt den Antheil des Staatseigenthums am Privateigenthum, nach dem Grade des abſoluten oder relatifen und poſitiven Werths, alſo der Ent⸗ behrlichkeit oder Unentbehrlichkeit. Konſumzion der entbehrlichen Guͤter iſt das untruͤgliche Kennzeichen, daß die unentbehrlichen befriedigt ſind. Ein Kal⸗ kuͤl, den nur vorherrſchender Ueppigkeitshang in einzelnen Faͤl⸗ len verruͤcken kann. Und gerade dieſes Auflagenſyſtem iſt dazu geeignet, dieſe Faͤlle zu vermindern, indem es von der Beſteurung der entbehr⸗ lichen Guͤter, und zwar nach deren Gradazion, alſo von den koſtbarſten beginnt, und mit den unentbehrlichen aufhoͤrt; indem es, kraft ſeiner Allgemeinheit, auch die ent⸗ behrlichen, auch die koſtbarſten nicht ſo ſtark belaſtet, daß ihre Produkzion gehemmt wuͤrde, und daß dieß alſo auf die 4²³⁸ Produzenten derſelben nachtheiligen Einfluß haben koͤnnte, bringt es durch dieſe Allgemeinheit der Beſteurung Alles ins Gleichgewicht. Es hebt alſo alle Nachtheile der Auflagen auf Luxusartikel(Naz. Oekon. 2. B. S. 147.). Der aͤrmere Staatsbuͤrger verzehrt mehr unentbehr⸗ liche Guͤter als der reichere, jener wird alſo durch die Verminderung der Auflagen auf dieſe, mit dem Reichern ins Gleichgewicht geſezt. Auch der Reichere konſumirt, ob⸗ gleich in geringer Quantitaͤt, unentbehrliche Guͤter; auch er theilt alſo die Vortheile einer verminderten Auflage auf dieſe. Alle entbehrliche Produkte, die er erhaͤlt, er⸗ haͤlt er wohlfeiler, weil der Fabrikant, der Arbeiter, durch die niedrigen Preiſe der unentbehrlichen Guter in Stand geſezt wird, wohlfeiler zu produziren. Einzelne Regierungen waren dieſem nazional oͤkonomi⸗ ſtiſchen Auflagenſyſteme allerdings auf der Spur, indem ſie durch Belaſtung der luxurioͤſen Konſumzion die unent⸗ behrlichen Guͤter in den Auflagen zu erleichtern ſuchten. Aber ſie verfuhren dabey ohne allgemeines Prinzip, und eben drswegen diente jene Belaſtung nur zum Druck derjenigen Volksklaſſe, die fuͤr die luxurioͤſe Konſumzion produzirt. 509. Iſt die allgemeine Produktauflage die ein⸗ zige nazional⸗oͤkonomiſtiſche, ſo handelt ſich's nur davon: Wie und in welcher Form ſie nazional, oͤkonomiſſttiſch, d. h. ohne Hemmung der Produkzion, und ohne Verlezung der buͤrgerlichen Freyheit erhebbar ſey? Die Weisheit der Geſeze beruht auf ihrer Einſtimmung mit den Grund⸗ trieben, mit den Urgefuͤhlen des menſchlichen Herzens. Einer der maͤchtigſten dieſer Grundtriebe iſt die Abneigung gegen Zwang. Jede Auflage alſo, deren Erhebungsart unmittelbaren Zwang einſchließt, iſt deſto unweiſer, je oͤfter und allgemei⸗ ner dieſe Zwangsidee ſich nach der Natur ihrer Organiſazion ſe lne. 429 eitna h erneut, je groͤßer die Klaſſe von Staatsbuͤrgern, bey wel⸗ e Natzage chen er angewendet werden muß.— Dieß iſt der weſent⸗ L. 8.) liche Fehler aller direkten Auflagen, vorzuͤglich der Ter⸗ druntute ritorial⸗ und Kopfſteuer.* d olſo dut Die allgemeine Produktauflage wird nicht vom Staats⸗ iit den Rühn buͤrger— ſie wird nicht vom Konſumenten, nicht vom konſami Produzenten, nicht vom Kaͤufer, nicht vom Verkaͤufer allein, rliche bin. ſie wird immer von beyden zugleich bezahlt. Der ndetten Jule Produzent verzehrt entweder ſein Produkt gar nicht, wie it er ait- z. B. der Fabrikant, oder er verzehrt es nur in der gering⸗ Arbeiter,d ſten Maſſe. hen Güt; Die Abgabe, die er bezahlt, iſt nur eine Einnahme, die . er fuͤr den Staat beſorgt, und die er ſich vom Konſu⸗ jeul r menten durch den erhoͤhten Preis des Produkts wieder erſezen laͤßt. Da er alſo keinen Theil ſeines Eigenthums dadurch verliert, ſondern nur vorleiht, ſo zahlt er die Dpur, iader in die une* keichetn ſtn Abgabe willig. ElIUleen e.. 4 1 Der Konſument, der das Produkt eintauſcht, glaubt 6 Pritztt t 8 1 nicht eine gezwungene Abgabe, ſondern nur das Genußmittel nur zut D 1 ſe Kuiin um einen hoͤhern Preis zu bezahlen. Dieſe Eintauſchung 7 iſt ſein freyer Wille; er alſo fuͤhlt vollends durchaus keinen Zwang. Dieſer Eintauſch geſchieht uͤbrigens am allge⸗ meinſten in kleinern Porzionen, und dadurch wird flage Rt die Abgabe in ſo kleine Theile zerſchnitten, auf ſo t's nur we viele Zeitpunkte vertheilt, daß ihre Bezahlung vollends al kononiti unmerklich wird. ohne Bltan Und gerade dieſe Vereinzelung, dieſe Zerſchnei⸗ Dir Bch dung ins Kleinſte, dieſe Vertheilung in viele nit den bal Zahlungspunkte, dieſe Unmerklichkeit, iſt die weſentliche herzent. br Eigenſchaft einer nazional⸗ oͤkonomiſtiſchen Auflage. Es neigung 0 kommt nur auf die naͤhern und genauern Beſtimmungen an⸗ Wovon die Auflage? unmitteten Wie! und rund alz durch wen? r Organitin ſie erhoben werden ſol. 4 —ÿÿ——— 2*. ————ÿö——n———— 430— Die Auflage wird von allen Produkten, von allen Genußmitteln erhoben. Dieſe beſtehen aus natuͤrlichem Produktſtoffe, rohen Materialien, oder aus in⸗ duſtriellem Prohukſſtoffe, verarbeiteten und veredelten Materialien Die Veredelung eines Materials hat viele Stufen. Es iſt alſo nothwendig, den induſtriellen Produktſtoff wieder in zwey Klaſſen einzutheilen: in diejenige, an welcher der Werth des Stoffs mehr als die Produktivkraft, und diejenige, in welcher der Werth der Kraft mehr betraͤgt, als der Stoff. Alles rohe Material wuͤrde bey der erſten Produkzion der Auflage unterworfen; alſo das Getreide, ſo bald es gedroſchen wird; das Vieh, ſo bald es in die Konſumzion tritt; Konſumzion iſt aber in dieſem Sinne nicht Verzeh⸗ rung, ſondern Genuß. Es folgt hieraus, daß z. B. ein Stier der Auflage unterworfen iſt, ſobald er zum Ackerbau gebraucht werden kann; ein Kuhkalb, ſobald es Nuzung gewaͤhrt. Man muͤßte mit ermuͤdender Weitlaͤuftigkeit in das Detail aller Produkte zuruͤckgehen, um die genaue Anpaſſung der Grundſaͤze darzuſtellen. Die Moͤglichkeit die⸗ ſer Anpaſſung ruht aber auf folgender Baſis: S Der natuͤrliche Produktſtoff kann entweder in dieſer Eigenſchaft konſumirt, oder er muß, ſeiner Natur nach, in induſtriellen Produktſtoff verwandelt werden. Kann der natuͤrliche Produktſtoff ſchon in ſeiner ur⸗ ſpruͤnglichen Eigenſchaft genoſſen werden, ſo iſt es noth⸗ wendig, von ihm ſogleich die Auflage zu erheben, wel⸗ che der Tarif ſeines Werthes in dieſer Eigenſchaft beſtimmt, um dem Staate die richtige Ueberſicht, und die gewiſſe Ein⸗ nahme zu ſichern; außerdem koͤnnte der natuͤrliche Produkt⸗ ſtoff unmittelbar wieder aus der Cirkulation treten, ohne die Auflage bezahlt zu haben. Wird auch dieſer natuͤrliche Pro⸗ ——O 43¹ nttih duktſtoff in der Folge wirklich nicht in ſeiner erſten Ge⸗ ddet 85 ſtalt genoſſen, ſo iſt mindſtens die erſte Auflage in Sicherheit. und 88 So verhaͤlt ſichs z. B. mit dem Getreide: es kann ſchon Kt in ſeiner erſten Geſtalt verfuͤttert werden. Muß das Produkt ſeiner Natur nach erſt ver⸗ le Lufe, wandelt werden, um in die Klaſſe der Genußmittel zu len Prauti treten, z. B. Tabaksblaͤtter ꝛc.; ſo wird die Auflage von dem Produkte bey der erſten Verwandlung erhoben. Alſo Otofft ne z. B. von den geſponnenen Tabaksblaͤttern, denn in die⸗ ſem Falle koͤnnte das Urprodukt nicht wieder aus der Cirku⸗ Ktaft ath lazion treten, ohne die Auflage zu bezahlen. Bey induſtriellen Produkten kann oft der volle Werth in der Produkzionskraft beſtehen, z. B. bey Ten M M—.... 1 e den Denu Toͤpferarbeit. Allein alle indnſtrielle Produkte muͤſſen, ſo de, ſt th wie die Urprodukte, die tarifmaͤßige Auflage bezahlen, ſo⸗ de Kaſtnn bald ſie den Grad der Vollendung erlangt haben, me nide In kraft deſſen ſie als Genußmittel in die Cirkulazion treten. daß dn Denn da ein Produkt durch weitere Veredlung in ein iun Atra ganz anderes Genußmittel von hoͤherem Werthe verwandelt ald tt Nur werden kann, ſo wuͤrde es auch unter dem Vorwande dieſer titläuftutt A weitern Beſtimmung ſich der Auflage ganz entziehen koͤnnen. um die g Damit es aber nicht mehr als die tarifmaͤßige Auflage Mäglichket bezahle, darf nur bey der weiteren Veredlung, an deſ⸗ ſen tarifmaͤßiger Auflage die vorhin bezahlte Quota abgezo⸗ der in ditſe gen werden. ſeinet Ur So verſteht es ſich auch ohnehin, daß, da die Pro⸗ er duktauflage nur den Genuß trifft, alle Produkte, 4 die nur einmal konſumirt werden koͤnnen, auch die in ſeine u Auflage einmal fuͤr immer bezahlen. Produkte, deren ſ iſttn Genuß fortdauert, z. B. Wohnungen, muͤſſen nach dem ttheben, 1 Tarif des Genuſſes die Auflage bezahlen, ſo lange der haft beſnn Genuß dauert. e gewiſed 510. liche Pru, in, dhe Das nazional,oͤkonomiſtiſche Auflagenſyſtem konzentrirt arärliche d ſich alſo dahin: 43³3² 1. der Bedarf des Staats muß nach der Produktenmaſſe beſtimmt werden; a. dieſer Bedarf muß auf alle zur Konſumzion er⸗ ſcheinende, alſo genußfaͤhige Produkte, nach den vor⸗ hin angegebenen Grundſaͤzen ausget eilt, 3. zu dieſem Zweck muͤſſen dieſe Produkte klaſſifizirt, und 4. die jedes Produkt nach jenen Grundſaͤzen und dieſer Klaſſifikazion treffende Auflag⸗ von dem Produkte erhoben werden. 511. Die Beſtimmung der Auflage auf das Produkt, kann ſich einzig nach dem Preiſe richten, dem ſtets poſitifer, oder verglichener Werth(mit Ausſchluß des ſpeziell⸗ relatifen)(Naz. Oekon. 1. B. S. 49. 50.) zum Grunde liegen muß. Muß die Erhebung unmittelbar beym Ge⸗ nuſſe geſchehen, z. B. beym Verkaufe; ſo findet ſich der Preis von ſelbſt. Außerdem geſchieht die Schaͤzung nach dem oͤkonomiſtiſchen Preiſe.(Naz. Oekon. 1. B. S. 57.) 512. Die Erhebung dieſer nazionaloͤkonomiſtiſchen Auflage macht keine inquiſitoriſche Formen noͤthig. Da ſie nur einen nazional⸗oͤkonomiſtiſch ergruͤndeten Bedarf vorausſezt, da ſie einfach iſt, durch ihre Allgemeinheit alle Hemmung der Produktifkraft ausſchließt; ſo kann die Regierung in je⸗ der Gemeinheit, die Erhebung in die Haͤnde der rechtſchaf⸗ fenſten Gemeindeglieder, Magiſtraturen u. ſ. w. legen, und ſich auf eine allgemeine Staatskontrolle einſchraͤnken. Nur Ungerechtigkeit reizt zum Betrug, nur die Verkuͤmmerung des frohen Lebensgenuſſes zum Laſter. 513. Die Nazional⸗Oekonomie erkennt alſo keine andere Auf⸗ lage, als die allgemeine Produktſteuer. Sie kommt mit der Territorialauflage der Oekonomi⸗ ſten darin uͤberein, daß ſie einzig und allgemein ſtaſt di U ſand MM ihnen darf d den,! Ctaolb el 5 ſerung M ſeir dokti zenei dect ſizt doch ſo nah al d. todut driig ſeduzit fihet w magnn, 1n 5 der g T ſches⸗ Analg withe b 43³ tr Prdultnag iſt: ſie unterſcheidet ſich von ihr dadurch, daß ſie nicht den Urſtoff, ſondern den Produktſtoff zum Gegen⸗ ſtand hat.. Man vereinzele die Auflagen ſo viel man will, man gebe ihnen noch ſo mannigfaltige Benennungen; der Staats be⸗ tte, nach dn eilt, n kaſſiin,r darf wird ſtets ihr Grund und Zweck ſeyn. noſäzen uni Die Vortheile einer einzigen Auflage ſind entſchie⸗ den dra den; und da die Maſſe der Auflage ſich einzig nach dem Staatsbedarf richten muß, ſo iſt auch die Beſtimmung der Hoͤhe der Auflagen durch die Mehrung, oder Min⸗ dat Dredutt derung leicht. ſtett poſitiſ 514. dluß de ſgeſ Indeß die Produktſteuer durch ihre Allgemein⸗ 58.) nun Er heir die Moͤglichkeit aller Ungleichheit, alſo alle Ungerech⸗ nittetet deen tigkeit auſchließt, ſo wird ſie gerade wieder durch dieſe All⸗ ſo fnditſt gemeinheit ſo vertheilt, daß ſie keinen Reiz zum Betrug die Scäum weckt. Sie wird von demjenigen bezahlt, der etwas be⸗ deton. 1,5,8, ſizt, alſo von demjenigen, der bezahlen kann, und dieſe doch ſo weſentliche Eigenſchaft der Auflage iſt es, die bey⸗ omiſtichen A nah allen andern Auflagen mehr oder weniger fehlt. Dda ſe nu 515. edarf mu Da die allgemeine Produktſteuer von allen heit all her Produkten bezahlt wird, ſo folgt ohnehin, daß auch aus⸗ i Regierumt waͤrtige Produkte, d. ſolche, welche die Nazion nicht ſelbſt ande dr i produzirt hat, ſondern ihr von fremden Nazionen zuge⸗ 1, ſ w. legn fuͤhrt worden ſind, derſelben unterliegen. Aber gerade des⸗ tinſceäntn wegen, weil ſie allgemein, und weil ſie nach dem abſolu⸗ die Vertäne ten, oder relatifen Werthe der Produkte abgeſtuft iſt, iſt ſie der Kommerzfreyheit unſchaͤdlich. 516. ſo kaim ann Die Grundſaͤze, auf welchen ein nazional⸗oͤkonomiſti⸗ ſches Auflagenſyſtem ruhen muß, ſind nun entwickelt. Aus der taut. 9 Analyſe und Pruͤfung derjenigen Auflagen, welche die Finanz⸗ uge de O wirthſchaft bisher geſchaffen hat, muß die ausſchließende un allgtsnte 34 4 L ——————— 1A—==* 8 43³4 Eintracht jenes Syſtems mit dem Prinztp der Nazional⸗ Oekonomie hervorgehen. 317. Die Staatsauflagen wurden bisher im Allgemeinen in direkte und indirekte eingetheilt. Feſt und ſcharf iſt der Unterſcheidungskarakter beyder nicht beſtimmt. Gewoͤhn⸗ lich verſteht man unter direkten Auflagen diejenigen, welche unmittelbar vom Stoffbeſizer fuͤr dieſen Stoff oder von dem Staatsbuͤrger fuͤr ſein Daſeyn im Staate bezahlt werden. Dahin gehoͤren 1. die Landtaxe oder Grundſteuer. Schazungen, welche auf den produktifen Urſtoff, unbewegliches Eigen⸗ thum, Grundſtuͤcke, Aecker, Wieſen, Holz, Teiche, Bieh, Weiden und Gebaͤude gelegt ſind.. Die Mobiliarſteuer, welche von allem natuͤr⸗ lichen und induſtriellen Produktſtoff, von ſo⸗ genanntem beweglichen Vermoͤgen, Vieh, Geraͤth⸗ ſchaften u. ſ. w. unmittelbar bey deſſen Erſcheinung ent⸗ richtet werden muß. 3. Die Kopfſteuer, welche der Staatsbuͤrger fuͤr ſeine Exiſtenz im Staate bezahlt. Die Gewerbſteuer, welche auf die verſchiedenen Gat⸗ 12 4 2 tungen der Anſtrengung induſtrieller oder kommerzieller Produktifkraft gelegt iſt. 5. Die Renten⸗oder Vermoͤgensſteuer, welche vom ſaͤmmtlichen Einkommen des Staatsbuͤrgers erhoben wird. 518. Indirekte Auflagen nennt man gewoͤhnlich jene, wel⸗ che entweder von beſtimmten einzelnen Produkten, oder vom Staatsbuͤrger nur in gewiſſen von der Finanzge⸗ ſezgebung beſtimmten Faͤllen erhoben werden. 4 n 435 519. — u keiner dieſer beyden gewoͤhnlichen Gattungen eignet ne ſich die dritte Klaſſe der tAuflagen⸗ naͤmlich die Monopol⸗ 4 Kntaa Auflagen. dam 3 Die Regierungen haben himlich— deſrin 3 1. ſtatt der Verwandjung eines Theils des Privateigen⸗ nſae thums in Staatseigenthum„ſich im Allgemeinen, oder zeſen eiſ fuͤr einzelne Faͤlle, gewiſſe Produkte angeeignet, zu dem eyn im Sun Zweck, um ihnen einen deren poſitifen und vergli⸗ chenen Werth uͤberſteigenden Preis zu beſtimmen. Die Auflage liegt alſo in dem Ueberſchuſſe des Preiſes *(toher gegen den Werth. Dieſer unoͤtonomiſtiſche Preis iſt beregitt e alſo die Auflage(Naz. Oek. 1. B. S. 57.). Dahin gehoͤren n, Halh, u die Salz⸗ die Tabaksmonopole, das Stempelpa⸗ . pier u. ſ. w. n aolm u 2. Haben die Regierungen gewiſſe, der buͤrgerlichen Geſell⸗ trfaff n ſchaft unentbehrliche, oder auch den Hang der muͤhloſen Vah, Eat Bereicherung aufregende Inſtitute, unter dem Titel von Regalien zu ihrem ausſchließenden Eigenthume ge⸗ Erſchemne nat macht, und bey dieſen beſteht die Auflage in dem Ueber⸗ ſchuſſe, nach Abzug der Inſtitutskoſten. Dahin gehoͤren: Die Muͤnze, tsbärger ſir vexſchitdenn 3 un die Poſten, ung die Gluͤcksſpiele, Lottos und Lotterien. euer, wicen 4 Gäu Die Nazional⸗Oekonomie kann weder die direkten noch indirekten Auflagen gan ſich als Oekonomiſtiſch anerkennen. Ihr iſt alſo auch die Frage fremd, ob jene Eintheilung uͤber⸗ gnich jm, haupt logiſch richtig ſey? Ob ſie als Realeintheilung ein Protuhn rechtliches Prinzip habe? un dr dn Eben ſo fremd iſt ihr die vorgeſchlagene Eintheilung in Real⸗ und perſoͤnliche Auflagen. ——————— 1 521. Der Staatsaufwand kann nur durch Probuktſtoff be⸗ ſtritten werden. Der Acker, die Wieſe ꝛc. koͤnnen nicht den Antheil des Staats beſtimmen, der Staat kann ſie nicht Theil⸗ weiſe in ſein Eigenthum verwandeln, ohne ſein eignes Objekt zu verſchlingen. Die Landtaxe, Grundſteuer iſt alſo unoͤkollomiſtiſch. 5242. Die Landtaxe, die Grundſteuer ſcheint durch fol⸗ gende Gruͤnde motifirt worden zu ſeyn. Erſtens naͤmlich hat man das Grundeigenthum, ob⸗ gleich in einem andern Sinne, als dem(Naz. Oek. 1. B. S. 61.) Nazional⸗Oekonomiſtiſchen, als die Mutter alles Nazionalvermoͤgens betrachtet, aus dem alle Reichthuͤmer der Nazion urſpruͤnglich quellen, und das alſo auch die Laſten der⸗ ſelben zunaͤchſt tragen muͤſſe. Aus dieſer Anſicht entſtand das phyſiokratiſche Syſtem, das alle andere Auflagen aufgeloͤſt und in eine einzige Serzitveia lanfiage verwandelt wiſſen wollte. Nach dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie iſt Stoff in dem(Naz. Oek. 1. B. S. 61.) angegebenen Begriffe, der Gegenſtand der Auflagen; aber nur dann, wenn er als Pro⸗ duktſtoff erſcheint. Der Urſtoff iſt allerdings der allgemeinſte und bedeu⸗ tendſte Theil des Nazionalvermoͤgens, aber nicht der beſteuer⸗ bare. Von ihm kann der Staat ſeinen beduͤrfnißmaͤßigen An⸗ theil nicht nehmen; es ſey denn, daß er ſich einen verhaͤltniß⸗ maͤßigen Autheil des Nazional⸗Grundeigenthums aneigne. Das Staatsbeduͤrfniß heiſcht, Produktſtoff, Ge⸗ nußmittel. Dieſe liefert der Urſtoff durch die produktife Kraft, aber er enthaͤlt ſie an ſich nicht. Der Acker, das Gebaͤnde, ſind keine Genußmittel für den Staat; an ihnen laͤßt ſich kein Staatsantheil denken; wohl aber an den Genußmitteln, die ſie liefern. — ** —— galt da. tar n feene uwög Probtar 7 Modhtauf 4 können Uio un ß 1 ne ſein Tiann“ Grundza ſcheigt duz 1904 enomit iien nen Begiff, 1 SP 54 e; neinſte undlir nicht der lie irfniömäöin. Heinen vete hums aneim. 71 dukt toff nch die abe l. Genuimi taantßell u n. Oek. 1. B. 57.). — 437 Die Grundſteuer iſt beſtimmt, nach einem angenom⸗ menen poſitifen Werthe, oder Preiſe des Urſtoffes. Das Staats beduͤrfniß, als die Baſts des Auflagenſyſtems, re⸗ gulirt ſich aber ſtets nach dem öͤkonomiſtiſchen Preiſe(Naz. Staatsbeduͤrfniß und Grundſteuer koͤnnen alſo ihrer Na⸗ tur nach nicht zuſammen treffen. Eine unwandelbare Grund⸗ ſteuer, nach dem Preiſe des Grundeigenthums, iſt vollends unmoͤglich, denn dieſer Preis hangt von dem wandelbaren Kapitalſtoffe ab(Naz. Oek. 1. B. Z. 81. S. 96.). Ob das Grundeigenthum, an das die Auflage gekettet iſt, viel oder wenig Genußmittel ertraͤgt? das haͤngt von dem Grade der Produktifkraft, alſo von dem Fleiße des Bearbei⸗ ters, von den Naturereigniſſen, oder der Witterung, und von dem uͤbrigen Vermoͤgen des Bearbeiters, ſeinem Kapital⸗ ſtoffe, alſo von ſeiner Faͤhigkeit ab, dem Boden die Empfaͤng⸗ lichkeit zu Hervorbringung einer beſtimmten Produktmaſſe zu geben.. 8 Die Grundſteuer nimmt alſo nicht, weil etwas vorhanden iſt, und dem Staate davon ſein Antheil gebuͤhrt, ſie nimmt — weil ſie nimmt. Sie iſt nach dem Grade des p oſitifen Werths kalkulirt, und der Grad des poſitifen Werths des Grundeigenthums iſt doch, dem Begriffe nach(Naz. Ocek. 1. B. 3. 44. S. 41.), eben auch nur nach dem Produktſtoffe beſtimmbar. Bey Gebaͤuden wird ſie nach dem Preiſe kalkulirt, aber nicht nach dem Oekonomiſtiſchen, denn jener Preis wech⸗ ſelt. Er haͤngt an der Bevoͤlkerung und dem Wohlſtande der Bewohner, vorzuͤglich in Staͤdten. Veraͤnderter Kommerz— zug, politiſche Umwaͤlzungen koͤnnen ihn ploͤzlich und gaͤnzlich veraͤndern. 523. Die Grundſteuer trifft alſo nicht den Urſtoff. Sie beſteuert den Menſchen, ſeine Produktifkraft. * ———⁴y—ÿ— 2 1 1 1 1 438 1 Irrig iſt alſo ihr angebliches Prinzip von Gleichheit und Gerechtigkeit, in der Eigenſchaft einer unwandel⸗ baren Auflage. Dieſe Gleichheit und Gerechtigkeit wuͤrde ſelbſt durch eine jaͤhrliche Steuerregulirung nicht gerettet werden koͤnnen: denn auch ſie vermoͤchte nicht den Antheil zu beſtimmen, den ſwaturereigniſſe, z. B. der Grad der Produkzionskraft, Un⸗ gluͤcksfalle, Viehverluſt, Krankheit des Landbauers, Mangel an Kapitalſtoff, oder Benuzung fremden Kapitalſtoffs, an dem augenblicklichen poſitifen Werthe des Grundeigenthums hatten. 6 524. Den weſentlichſten Vortheil, den man ſich in der Grund⸗ ſteuer dachte, ſuchte man in ihrer Gewißheit. So wie ſich in dem Vorhergehenden ihre Unvereinbarkeit mit dem Nazional⸗Oekonomieprinzip ausſpricht, ſo faͤllt auch dieſe Gewißheit; die Staatsverwaltung kann immer nur neh⸗ men, wo etwas iſt. Ihrer Beharriichkeit ohngeachtet, ſieht ſie ſich ja bey Kalamitaͤten, welche den eigentlichen be— ſteuerbaren Gegenſtand vermindern oder verſchlingen, z. B. bey Ueberſchwemmungen, Hagelſchlag u. ſ. w. gezwungen, die Auflage zu erlaſſen. 525. Vorzuͤglich iſt alſo die Grundſteuer von der Finanzgeſez⸗ gebung deswegen gewaͤhlt worden, weil der Gegen⸗ ſtand der Auflage nicht entgehen kann, weil ſie leicht uͤberſehbar, leicht erhebbar iſt. Doch dieſe Leichtigkeit der Erhebung, dieſe Unmoͤglichkeit der Auflage zu entgehen, kann die Verlezung des Nazional⸗ Oekonomieprinzips nicht rechtfertigen. Sie kann den Staat nicht berechtigen, da zu nehmen, wo ſich kein Staatsan⸗ theil denten laßt; oder mehr zu nehmen, als ihm nach dem berechneten Staatsbeduͤrfniſſe gebuͤhrt. —O—ÿ—ͦ—ᷣ—ᷣ—ÿ—ÿ—-— —24 3———— 3aaſͤſͤſͤͤaͤͤͤͤhh— anEläſet 442 er unxene 526. . Daß aber die direkte Auflage der Grundſteuer mit fit utn und neben andern direkten und indirekten Auflagen, ohne werden hun Verlezung des Nazionalwohlſtands nicht beſtehen koͤnne, daß betinge bey einem ſolchen Auflagenſyſteme das Staatsbeduͤrfniß auf tienkti eine ungerechte Weiſe erhoben, daß vom Staate oft da, wo baueet er nichts zu erheben hat, genommen, anderwaͤrts aber ſein „Aun Antheil ihm entzogen werden muͤſſe,— dieſe Wahrheit drang nüüft,a ſich endlich dem menſchlichen Geiſte gewaltſam auf, und er⸗ Arundeixniag zeugte wunderbarer Weiſe, ein allen Nazionaſwohlſtand ver⸗ nichtendes Ertrem, das phyſiokratiſche. 527. ch in da gen Die Phyſiokraten giengen von der Anſicht der Urheber eit der Grundſteuer aus: daß das Nazionalvermoͤgen im Urſtoffe beſtehe. Sie glaubten alſo, die Gerechtigkeit und zugleich die e Unvereinbatt Sicherheit des Auflagenſyſtems zu einigen, indem ſie daſſelbe ͤt, ſo ſil a mittelſt einer alle andre verſchlingenden Territorialauflage immer nun iſolirten. kkeit vhrgutt Sie bemerkten den Irrthum ihrer Vorgaͤnger: den Ur⸗ eigentlice ſtoff als die Maſſe zu betrachten, von welcher der Staat ſein lingen, 5 Beduͤrfniß nehmen koͤnne, und das Anerkenntniß dieſes Irr⸗ gezwungen, thums iſt allerdings eine Wohlthat, die ihnen die geſellige Menſchheit verdankt. Sie ahneten alſo, daß der Produkt⸗ ſtoff nach dem Nazional⸗Oekonomieprinzip, der einzige be⸗ 4.. ſteuerbare Gegenſtand der Nazional⸗Oekonomie ſey. der Fnufi Aus der Miſchung jenes Irrthums, den ſie mit den Ur⸗ 6 tt b hebern der Grundſteuer theilten, und dieſen Ahnungen ſezten „wil ſellh ſie ihr Syſtem einer einzigen Territorialauflage zu— ſammen. ee Unmüglih Und aus einer ſolchen Miſchung konnte nothwendig g des Nabu Wahrheit nicht hervorgehen. inn da du 525. n Staatſn Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie iſt weltbuͤrgerlich. „ab hyr 0o.. Die Phyſiokraten denken ſich einen hermetiſch verſchloſſenen Staat. In dieſem hermetiſch verſchloſſenen Staate ſind viele ———j—————— 3 4 4 G 1—— Ideen richtig, die offenbar falſche Reſultate geben, ſo bald das Siegel gebrochen iſt. Der Kalkuͤl der Phyſiokraten war folgender: der Urſtoff bringt unmittel⸗ oder mittelbar alles wirkliche Nazionalvermoͤ⸗ gen zur Erſcheinung, es iſt alſo richtiger und zweckmaͤßiger, daß der Staat den Antheil, den er bedarf und der ihm gebuͤhrt, ſogleich am Urſprunge nehme. So weit treffen ſie mit ihren Vorgaͤngern zuſammen; es iſt aber, urtheilen ſie weiter, nicht gerecht, daß er ihn vom rohen(bruto) Ertrage des Urſtoffs nehme, er darf ihn nur vom reinen Ertrage, alſo nach Abzug des Aufwands an Kapitalſtoffe und Produktif⸗ kraft nehmen, und in ſo weit nahten ſie ſich wieder dem Nazional⸗Oekonomieprinzip. Die Territorialauflage ſollte alſo, ihrem Syſteme ge⸗ maͤß, zwar nicht den Urſtoff, aber die Urprodukte und einzig dieſe, jedoch auch dieſe nur in ihrer Eigenſchaft als Kapiralſtoff treffen. Die Urprodukte— ſo ſchloſſen ſie— ſind die unentbehr⸗ lichſten; alſo ihr Werth abſolut. Der Landbauer wird natuͤrlich die Summe der Auflage zu dem Preis ſeines Ur⸗ werden dieſen Preis ihrem oͤkonomiſtiſchen Produktifkrafts⸗ werth hinzufuͤgen; das induſtrielle Produkt wird alſo die Ter⸗ ritorialauflagen mit bezahlen, der Staat wird alſo ſeinen gebuͤhrenden Antheil von jedem Produkt, alſo am geſammten Nazionalvermoͤgen erhalten. 529. So weit die Phyſiokraten. Ihr Raiſonnement waͤre allerdings richtig, wenn der Staat hiernach dasjenige, was ihm gebuͤhrt, da und ſo er— hielte, wo und wie es ihm gebuͤhrt; denn er darf ſich den ihm gebuͤhrenden Theil des Nazionalvermoͤgens nur da und ſo zueignen, daß das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie nicht verlezt werde. produkts ſchlagen; der induſtrielle und kommerzielle Produzent Pramt aſca V nau = S hafts — 441 geen, 4„ Soll die Territorialauflage einzig ſeyn, ſo] muß ſie de: in le nothwendig betraͤchtlich werden. Der Landbauer muß alſo auch Nrzenage den Preis der Urprodukte um die naͤmliche Summe erhoͤhen. nnd ztreßn Aber in der naͤmlichen Proporzion muß der Preis aller Pro⸗ d pa ni duktifkraft, aller andern Produkte, denen die Auflage abgenom⸗ weit gi men wird, fallen; die uͤhrigen Produzenten werden alſo ze, utt doppelt verlieren, indem ſie fuͤr den erhoͤhten Preis der Urpro⸗ n Gage 3 dukte eine groͤßere Produktifkraft, oder mehr Produkte 71) AM hingeben muͤſſen. Urprodukte allein haben abſoluten Werth, uent(Naz. Oek. 1. B. S. 40.) alle andre Produkte nur relatifen. d ſic nn Dieſer einfache Saz ſpricht die Unvereinbarkeit des phy⸗ fiokratiſchen Syſtems mit dem Nazional⸗Ockénomieprinzip en Sfän⸗ aus. Zwiſchen dieſen beyden Gattungen von Werth iſt rich⸗ ltproduktt tige Ausgleichung an ſich unmoͤglich. Der poſitife und thret önt verglichene Werth ruhen auf einander, ſind alſo 1 abgleichbar. Der abſolute und relatife Werth haben ſid di uni durchaus nichts mit einander gemein. Es bleibt alſo bey der t dapaß Schaͤzung des Urptodukts, in Betrachtung des abſoluten reis iu Werths gaͤnzlich unbeſtimmbar: wie viel von dem „ durch die ausſchließende Territorialauflage erhoͤhten Preiſe der u ſune dis Urprodukte auf die uͤbrigen Produkte uͤbergehe? denn zwi⸗ à Prauih ſchen beyden exiſtirt, nach der gaͤnzlichen Verſchiedenheit ihres wid Ih h Prinzips, gar kein Vergleichungsmaasſtab. Es iſt nird aſh e alſo nicht beſtimmbar, der wie vielſte, und daß ge⸗ ſe am gſer nau derjenige Staatsantheil, welcher auf jedem Stoff haftet, durch die, mittelſt der Territorialauflage, erfolgende Preiserhoͤhung der Urprodukte auf die uͤbrigen Produkte uͤber⸗ gehe. nätt, na Dieß muß aber der Fall ſeyn, außerdem hoͤrt die Auf⸗ n. da ud lage auf, gerecht zu ſeyn; außerdem wird nicht mehr das e, durf ſhh Nazionalvermoͤgen, ſondern der Menſch beſteuert; deſſen Hee n Exiſtenz, deſſen Produktifkraft iſt aber kein Gegenſtand der 9) Beſteurung; denn der Staat kann zwar in den von der Na— ⸗Otthmomd zional⸗Oekonomie gebilligten Faͤllen, die Produktifkraft des ——————j 44² Staatsbuͤrgers ſelbſt durch parſoͤnliche Auftagen in An⸗ ſpruch nehmen, nicht aber von ihr Auflagen erhehen. 530. Groß iſt die Maſſe der unentbehrlichen Produkte abſoluten Werths, allgemein ihr Beduͤrfniß. Geringer die Maſſe der entbehrlichen uͤbrigen Produkte relatifen Werths, ein⸗ geſchraͤnkter ihr Beduͤrfniß. In dieſem ungleichen Kampfe muͤſſen dieſe unterliegen. Abgeſehen von dem Gegenſtande der Auſlagen und in alleiniger Beziehung auf Produktif kraft dringen ſich hin⸗ gegen folgende Betrachtungen auf: 3 Die reichere Klaſſe verzehrt am wenigſten Urprodukte, gerade weil ſie weniger Anſtrengung phyſiſcher Kraͤfte bedarf. Die aͤrmere Klaſſe, vorzuglich die iſolirten Produzenten, muͤſſen, aus Mangel an Kapitalſtoffe, die unentbehrlichen, die Urprodukte, im Detail einkaufen. Sie muß alſo der er⸗ hoͤhte Preis der Urprodukte doppelt druͤcken. Bey der ungleichen Austheilung des Urſtoffs, bey der aus ihr vorzuͤglich reſultirenden ungleichen Austheilung des Kapital⸗ ſtoffs iſt die Konkurrenz der iſolirten Produzenten(Naz. Oek. 1. B. S. 57. folg.) groß. Eben deswegen der Preis der iſolirten Lohnarbeit ſtets unter ihrem wahren, d. h. oöͤkonomiſtiſchen(Naz. Oek. 1. B. S. 159.) Werthe. Die Territorialauflage muß den Preis derſelben alſo un⸗ vermeidlich noch tiefer herabdruͤcken. Der Tagloͤhner, der nicht fuͤr Urprodukzion arbeitet, der Fabrikant u. ſ. w. muͤſſen zu Grunde gehen. Fuͤr die Klaſſe der UrprSdnzenten iſt dieſe Territo⸗ rialauflage gleich druͤckend. Sie macht den Urproduzenten zum alleinigen Staatsſchuldner, und alle uͤbrige Klaſ⸗ ſen zu ſeinen Glaͤubigern. 1 Mit welchem Rechte kann der Staat von einer einzelnen Klaſſe, auf welcher die beſchwerlichſte und ungewiſſeſte Anſtren⸗ guͤng der Pro oduktifkraft ruht, fodern, daß ſie die Schulden aller Staatsbuͤrger uͤbertrage, daß ſie gleichſam den Kaſ⸗ ““ 443 lſugn 1”„ fier des Staats bilde, die Aulagen der Beytraͤge aller uͤbri⸗ Nazn gen auf ſich allein nehme? Mit welchem Rechte kann der Staat dieſer Klaſſe gleichſam die Ceſſion ſeines Antheils natt üü am geſammten Nazional⸗Vermoͤgen aufdringen, und die Sorge, di Daſw die Gefahr, den Verluſt der Einhebung auf fie allein n Dars h waͤlzen? ichen gug 8 4 531. 3 Die zweyte Gattung der direkten Auflagen iſt, die 8 Mobiliarſteuer: die jaͤhrlich erneute Abgabe von allem ringen ſch e beweglichen Vermoͤgen, allen Fahrniſſen. Sie kommt mit der nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Produkauflage uͤberein, in ten Urptodat ſoferne ſie die Produkte trifft. Sie weicht von ihr ab, in⸗ Käffe bedu, dem ſie nicht Einmal bey der Erſcheinung des Produkts zur 1 Neduſere Konſumzion, ſondern jaͤhrlich fortdauernd, bis zum Untergang tbehrlichen, des Produkts erhoben wird. Der Staat hat ſeinen Antheil an uß aſſ den jedem zur Konſumzion(im nazional, oͤkonomiſtiſchen Sinne) erſcheinenden Produkte. Dieſer Antheil iſt bey der s, bey der Erſcheinung begruͤndet, nur bey ihr erhebbar, nur bey i des Kxit ihr beſtimmbar. genten(In Ein großer Theil dieſer Produkte exiſtirt einzig, um die en der Pril Produkzionskraft in Bewegung zu ſezen, und durch ſie Pro⸗ wahrenh dukte zu erzeugen, z. B. Acker⸗ und Manufaktur⸗Geraͤth⸗ erthe. ſchaften. ben aſe u Die Mobiliarſteuer vertheilt den Staatsantheil an je⸗ nalöhner, v dem beſteuerbaren Produkte auf die ganze Beſizzeit. Da — n dſc aber durch den Beſiz der Werth des Produkts, alſo ſein Preis ſinkt, ſo entgeht dieſem Auflagenſyſtem alle feſte Baſis. dieſe dnt Der Beſiz in den Haͤnden des Benuzers iſt fuͤr den lrrrcbaer Staat die Kon ſumz ion. Weiter als bis zur Konſumzion darf der Staat ſeinen Antheil am Nazional⸗Vermoͤgen nicht be⸗ e uͤbeiged. rechnen, weiter kann er ihn nicht berechnen. wer einhte 532. ſeſte Vin Die dritte Gattung der direkten Auflagen iſt die die Scuh Kopfſteuer. n den Ku 444 Empoͤrte ſie auch nicht die heiligſten menſchlichen Empfin⸗ dungen, druͤckte ſie auch nicht dem Staatsbuͤrger das Brand⸗ mal der Sklaverey auf, muͤßte ſie nicht an ſich die Bevoͤlkerung hemmen, alſo den weſentlichſten Theil des Nazional⸗Vermoͤ⸗ gens, die Produktifkraft vermindern, waͤre ſie alſo nicht ſchon nach jenen Anſichten mit dem Nazional⸗Oekonomieprinzip un⸗ vereinbar, ſo wuͤrde ſie doch ihre Unrechtlichkeit ſchon dadurch ausſprechen, daß die Staatsauflage nach ihrem reinen Begriſſe, nur in dem oͤkonomiſtiſchen Staatsantheile am Nazional⸗ Vermoͤgen beſtehen kann; die Exiſtenz des Staatsbuͤrgers aber an ſich kein Vermoͤgen iſt. 533. Die vierte Gattung der direkten Auflagen iſt die Gewerbſteuer. 1 Der Staat erhebt von dem Produzenten fuͤr die Erlaub⸗ niß, die beſtimmte Gattung produktifer Kraft anzuwenden, eine dem wahrſcheinlichen Ertrage dieſer Produktifkraft ange⸗ meſſene Abgabe. Der Grad dieſer Produktifkraft, alſo auch ihr Ertrag iſt unbeſtimmbar. Er wechſelt nach dem Grade der Faͤhigkeiten, des Kapital⸗ ſtoffbeſizes u. ſ. w. Indem alſo der Staat die Produktifkraft und nicht das Produkt beſteuert, entſagt er der Berechnung des ihm gebuͤhrenden oͤkonomiſtiſchen Antheils am Nazional⸗Ver⸗ moͤgen; er nimmt entweder mehr oder weniger als ihm gebuͤhrt; er nimmt, wo noch nichts nehmbares erſchie⸗ nen iſt, er laͤhmt alſo die Produkzionskraft. Unbegraͤnzt iſt jenes der Fall bey einer unwandelbaren Gewerbſteuer. Eine allgemeine beſtimmte Gewerbſteuer wuͤrde alſo den Armen zum Vortheil des Reichen druͤcken. Eine wandelbare Gewerbſteuer, in ſo ferne ſie ſich nicht einzig an das Produkt haͤlt, alſo mit dem nazional oͤko⸗ nomiſtiſchen Auflagenſyſteme zuſammentrifft, muß die Produk⸗ zionskraft noch ſichrer entmuthen. 334. Die fuͤnfte Gattung der direkten Auflagen iſt die Renten⸗ oder ſogenannte Vermoͤgens⸗Steuer; die Er⸗ — — 445 hlicen dwi. hebung des Staatsantheile von dem reinen Einkommen des Dan jedes einzelnen Staatsbuͤrgers. Sie wuͤrbe dem Nazional⸗ die dekga Oekonomieprinzip am naͤchſten kommen, da ſie bey dem Ge⸗ Jjoral,Dn⸗ genſtande der Auflagen ſtehen bleibt, wenn ſie nach dem alſo niht ſe Organismus der Menſchheit allgemein ausfuͤhrbar waͤre, omiepriniy Entweder muß ſie die buͤrgerliche Freyheit vernichten, und den ſchen dadtz Staat in ein Inquiſizions⸗ Gefaͤngniß umſchaffen, oder ſie teinen dg, wird durch Unredlichkeit und Betrug vernichtet. am Njia 535 Sruuäh Die zweyte Hauptklaſſe der Staatsabgaben ſind die ſa⸗ genannten indirekten Auflagen, diejenigen naͤmlich, welche nur in beſtimmten Faͤllen, von beſtimmten Gegem⸗ puflage ki⸗ ſtaͤnden erhoben werden. 536. fit die En Die Irrthuͤmer, in welche die Kammeraliſtik bey dieſen nzuwenden Berechnungen verfallen iſt, ſprechen ſich von ſelbſt aus. ttiſktet a Dem Staat e gebuͤhrt allerdings von jedem einzenen Sheils kraft, in des Nazional⸗Tormoͤgens ſein nazional⸗ oͤkonomiſtiſcher An⸗ theil, ſobald aber die indirekten Auflagen neben die direk⸗ en des Lrt ten geſezt wurden, verſchwand nothwendig alle Moͤglichkeit des 9 h Erkenntniſſes: ob die angenommene einzelne Porzion des Na⸗ b hrehis zional⸗Vermoͤgens den ſie treffenden Antheil des Staatsbeduͤrf⸗ duei niſſes ſchon trage oder nicht! 4) A Der Urſtoff trug die direkten Auflagen, der Produktſtoff kigkrs trug ſie, und das Produkt die indirekte Auflage. 6 Die Kammeraliſtik ahnete auch dieſe nothwendige Folge undens ihres Syſtems, ſie bemuͤhte ſich, ſie auszugleichen; vorzuͤglich Ceaahß indem ſie die indirekten Auflagen auf Urprodukte geringer, iſb e als die auf induſtrielle Produkte hielt. Allein das hoͤchſte Raffinement konnte eine Ungleichheit nicht verguͤten, die im ſ anh Syſteme telbſt lag. mnaziotti Einmal von dem nazional oͤkonomiſtiſchen Prinzip der Fi⸗ uß die Püe nanzgeſezgebung abgeleitet, kraft deſſen das Staatsbeduͤrfniß nur das Nazional⸗Vermoͤgen zum Gegenſtand hat, mußte ſie . ſich auf den Menſchen und deſſen Produktifkraft wer⸗ foflagen ſſ. ktt; ſt. =—————— .———— —õ,— 446 fen, die kein Gegenſtand der Beſtcuerung iſt, noch ſeyn kann⸗ Sie mußte dann nehmen, nicht was dem Staate gebuhrte, und nicht mehr oder weniger als ihm gebuͤhrte, ſondern nehmen, was da war, und weil es da war. Die nachtheiligen Folgen einer ſolchen, nicht auf einer feſten Baſis, ſondern auf willkuͤhrlichen Berechnungen und Vor⸗ ausſezungen ruhenden Vertheilung des Staatsbeduͤrfniſſes konn⸗ ten nicht ausbleiben. Der Stillſtand des Nazional⸗Wohl⸗ ſtands, die Abnahme des Stoffs, von dem man den Staatsantheil erheben wollte, alſo des Staatsantheils ſelbſt, mußten ſich zeigen. Die in gleichem Grade entſtehende Luͤcke im Staatsſchaze, und das mit der fortſchreitenden Kultur erwachſende Staatsbe⸗ duͤrfniß brachten nicht die Wirkung hervor, die Kammerali⸗ ſtik auf den wahren Urſprung, namlich die unrichtige Vertheilung, aufmerkſam zu machen. Man ſuchte den Grund vielmehr darin, daß durch alle bisherige direkte und indirekte Auflagen noch nicht alle einzelne Theile des Na⸗ zional⸗Vermoͤgens, oder nicht dem Beduͤrfen gemaͤß beſteuert ſeyn. Man vermehrte alſo die Auflagen unter neuen Ruöbriken, man ſuchte neue Gegenſtaͤnde fuͤr ſie auf. 5327. Die indirekten Auflagen kranken vorzuͤglich außer ihrer Unvereinbarkeit mit dem nazional⸗ oͤkonomiſtiſchen Auf⸗ lagenprinzip, an folgenden weſentlichen Gebrechen: 1. die ſtille Ausgleichung unter den Produzenten und Konſumenten, auf welche die Kammeraliſtik dabey rechnete, iſt auch hier nur ideal. Der abſolute Werth zwingt dem Konſumenten das Genußmittel um jeden Preis, alſo auch auf Koſten des bequemen und frohen Lebensgenuſſes auf. Die Beſteurung der Produktifkraft entmuthet dagegen den Produzenten. Die Abhaͤngigkeit des iſolirten Produzenten wird da⸗ durch erhoͤht, ſo wie die ohnehin ſo bedeutenden Vortheile des Kapitalſtoffs(Naz. Oek. 1. B. Z. 58.). Durch die Beſchraͤn⸗ —y— 44⁷ 4 dit i in. kung ber luxurioͤſen Konſumzion wird dem wichtigſten Grund⸗ it geh n geſeze der Nazional⸗Oekonomie, der Verbreitung des Wohl⸗ Ranrefg ſtands unter alle Nazionalglieder, dem Streben wider die allzugroße, vom Eigenthumsrechte einmal unzertrennliche Ver⸗ nicht uſ in moͤgens ungleichheit geradezu entgegen gearbeitet. nungen udx Durch die von einem einzig auf willkuͤhrlichen Voraus⸗ dütfriſtetn. ſezungen ruhenden Auffagenſyſtem unzertrennliche Ueberlaſtung gienal. Pl einzelner Theile des Nazional⸗Vermoͤgens wird nothwen⸗ dem nn h dig die Produkzion dieſer gehemmt. 4 tzanthels e Die indirekten Auflagen in ihrer jezigen Eigen⸗ ſchaft koͤnnen alſo nur den Geiz, die Anhaͤufung unprodukti⸗ fen Kapitalſtoffs, das Streben der Staatsbuͤrger den Auflagen zu entgehen, alſo den Kampf mit der Regierung aufregen, und muͤſſen, da ihre Gerechtigkeit nie ſichtbar wird, n Etaatzſte ſende Stattie die Kanneni ſ Vunan da der Staatsbuͤrger jede neue Auflage nicht als Folge des Nan luate wahren Staatsbeduͤrfniſſes, ſondern der ſehlerhaften Verwal⸗ dae ducke u tung oder einer unoͤkonomiſtiſchen Konſumzion, der Verſchwen⸗ dhele 85 dung der Regierung, betrachtet, einen ewigen Keim von Bit⸗ tfen ger9 terkei t naͤhren. Die Vertheidiger der ſtillen Ausgleichung werden alſo dieſe nie ſo beſtimmt und genau nachzuweiſen vermoͤgen, als es das Nazio Pal⸗Deondinürprinziß fodert. Die Mannigſaltigkeir, die Zahl dieſer indirekten Auflagen muß die Gemuͤther der Staatsbuͤrger ewig wund reiben. Eben deswegen fodern die indirekten Auflagen uner⸗ da. laͤßlich Zwangsgeſeze, Verbote und inquiſttoriſche Formen, Auflagen mr e flt ſe el deiülch ii miſtiſchen 1 nddaimmn welche das höchf ſte menſchliche Gut, die Freyheit beengen, den dabarte Staatsbuͤrger in raſtloſer Unruhe erhalten, und ſeine heiligſten A Gefuͤhle empoͤren. nſumenm d Es ſcheint die Kammeraliſtik von der ſonderbaren Idee uf uin ausgegangen zu ſeyn, daß die Schoͤpfung neuer Titel und eſteurung Rubriken auch neue Gegenſtaͤnde der Beſteuerung zur duzenten. Erſcheinung bringe, neue Quellen oͤffne. nten vi Ein weſentliches Gebrechen dieſer ſo organiſirten indi Vottheled rekten Auflagen iſt, daß ſie großentheils durch die Erhe⸗ zie veſt . ————————I——— 44— bungskoſten ſich ſelbſt wieder verſchlingen, alſo weir hoͤher berechnet werden muͤſſen, von dem Nazionalver⸗ moͤgen ein weit groͤßerer Antheil in Staatsvermoͤgen verwan⸗ delt werden muß, als der Staatsbedarf an ſich heiſchte. Die bedeutende Zahl von Officianten, welche die Erhebung der indirekten Auflagen nothwendig macht, gehoͤrt unſtreitig unter die reinen Konſumenten im nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Sinn; diejenigen, welche fuͤr den Nazional-Reichthum nichts produziren, vielmehr an deſſen Verminderung arbei⸗ ten und die fuͤnßte Klaſſe der Konſumenten bilden(Naz. Oek. 1. B. S. 143. folg.). Derjenige Zug aber, durch welchen die mehreſten indirek⸗ ten Auflagen in ihrer jezigen Organiſazion ſich am un⸗ vereinbarſten mit dem ethiſchen Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie(Naz. Oek. 1. B. S. 14.) ausſprechen, iſt ihr hoher Nachtheil fuͤr die Moralitaͤt. 538. Die dritte Klaſſe der Auflagen ſind die Staats⸗ Monopole(568.). Die erſte Gattung derſelben, wo naͤmlich der Staat eine gewiſſe Gattung von Produkten ſich als Staatseigenthum vorbehalten hat, um ihnen einen ihren po⸗ ſitifen und verglichenen Werth uͤberſteigenden Preis zu beſtimmen, aus dieſem Ueberſchuß aber die Staats⸗ auflage zu bilden, wuͤrde an ſich in das nazional⸗oöͤkonomiſtiſche Auflagenſyſtem einpaſſen. Nur hat ſie Einen dem Nazional⸗ Wohlſtande nachtheiligen Zug. Der Staat muß naͤmlich zu dieſem Monopol Produkte abſoluten Werths waͤhlen, z. B. Salz, Getraͤnke u. ſ. w. Dieſer abſolute Werth muß die Regierung reizen, der Preisbeſtimmung eine dem Nazio⸗ nalprinzip widerſtrebende Ausdehnung durch Ueberſpannung der Preiſe oder Verſchlechterung der Waare zu geben. 539. Die Vereinbarkeit jener Monopolauflagen mit der Nazional⸗Oekonomie, laͤßt ſich nur dann und in dem ſeltenen Falle vertheidigen, wenn das Produkt ſich als 2—— —ℳj4— —— 449 den, a d...——— 1 h ein ohne Rachtheil der Nazionalinduſtrie vorbehaltenes euet Staatseigenthum in dem Beſize des Staats veſindet. af 2s an Nicht aber, wenn der Staat das Produkt in dem oͤkonomi⸗ d ſis n ſtiſchen Preiſe(Naz. Oekon. 1. B. S. 57.) einkauft, und es „he di biſ dann der Nazion in einem hoͤhern Preiſe aufdringt; oder gehönn u indem er die Produzenten zwingt, ihm die Produkte unter 1l- ökonowiinr dem oͤkonomiſtiſchen Preiſe zu liefern, und ſie dann der Na⸗ dional-Naite zion im unoͤkonomiſtiſchen Preiſe wieder aufzwingt. zumeic Deer Widerſpruch dieſer, die Produktiftraft laͤhmen⸗ tn bidn äG, den, die Produkzion vernichtenden Monopolauflagen mits dem Nazional⸗Oekonomie⸗Prinzip bedarf keiner Zerglie⸗ b deßerſen ni derung.— azion ſich em 540.* ip der Rujie. Die zweyte Gattung der Monopolauflagen, iſt dor usſpeechen, ni ausſchließende Staatsbeſiz gewiſſer Inſtitute der buͤrgerlichen Geſellſchaft, unter dem Titel von Regalien. Daß dieſe Monopolauflagen mit dem nazionals⸗oͤkonomi⸗ ind die Etun ſtiſchen Auflagenſyſtem nicht vereinbar ſeyen, das ſich einzig w derilia, an die Produkte haͤlt, ergiebt ſich von ſelbſt. Mrodut ſo. eackm In Abſicht des Muͤnzregals, ſehe man die Abhandlung einn he von den Bewegmitteln der Produkzion. teigenden D aber die Ehe 341 nal: Kkonenät Eben ſo wenig iſt dieß bey dem Inſtitute des Poſtwe⸗ en dem Nue ſens der Fall. t muß nünl Das Prinzip der Nazional⸗Oekonomie iſt ethiſch(Naz. Werthé d Oekon. 1. B. S. 14.); es iſt weltbuͤrgerlich(Ebend. S. 21.). g plute Bnr Dieſem Prinzip iſt es geradezu entgegen, das Poſt⸗ eine dem 18 inſtitut als Auflage zu behandeln. leherpammhe Nur aus der freyen Mittheilung nicht der Staatsbuͤrger ben. allein, nein, der Weltbuͤrger, der Glieder aller Na⸗ zionen, nur aus dem freyen Tauſche ihrer Beduͤrfniſſe kann uuf Belebung der Produktifkraft, kann Erhoͤhung der Produk⸗ un und l tenmaſſe, kann alſo Nazionalreichthum hervorgehen. Dasß (5 9 puodul ſ 29 45⁰ Vehikel dieſer Mittheilung, die Schrift, dieſes ſchoͤne Band der Geſelligkeit, das die Weltbuͤrger der entfernteſten Zonen, an einander ruͤckt und kettet, ihr Intereſſe troz des weiteſten Zwiſchenraums verſchmilzt, die ganze gebildete Familie der Menſchheit in einen freundlichen Cyklus einigt, jedem einzel⸗ nen geſtattet, in der weiten Landſchaft des Lebens ſich froh zu ergehen, dieſes Vehikel muß der Nazional⸗Oekonomie heilig ſeyn. Heilig vorzuͤglich in ſtreng ethiſcher Hinſicht. Der Schriftwechſel knuͤpft die Bande der Freundſchaft, der Liebe, des Wohlwollens zwiſchen den Weltbuͤrgern, uͤber⸗ ſpringt jeden Raum, bewahrt die zarten Bluͤten der from⸗ ſten Regungen, mildert den Schmerz der Trennung, ver⸗ breitet Troſt und Heiterkeit, mit magiſcher Gewalt. Erhoͤhung der Poſttaxen uͤber die Adminiſtrationskoſten kann und muß wohl die Produkzion hemmen, muß wohl die weltbuͤrgerlichen und Familienbande erſchlaffen; aber ſi ſie wird ihren Zweck nicht erfuͤllen. 542. Das ausſchließende Recht der Lotto, Lotterien, und Gluͤcksſpielinſtitute, ſcheinen die Regierungen ſich deswegen angeeignet zu haben, weil ſie, ohne mit den er⸗ ſten Grundſaͤzen der Geſezgebung eines civiliſirten Staats in Kolliſion zu kommen, dieſe Inſtitute außerdem nicht im Staate duldenkoͤnnten. Wenn die Finanzgeſezgebung auch nicht zu Beſoͤrderung der Kultur, der Moralitaͤt und der Produkzion benuzt wer⸗ den kann; ſo muß ſie doch nicht die Sitten untergraben; ſie muß nicht den Hang zum Muͤßiggang und muͤhloſen Wohl⸗ leben gewaltſam aufregen, ſie muß nicht dadurch die Pro⸗ duktifkraft laͤhmen, die Quellen des Nazionalreichthums auf⸗ trocknen. 543. Es giebt endlich unter den Staatsauflagen noch ein Mittel, den Staatsbedarf zu erholen: die Staats⸗ b Pamin die rn⸗ mitot Aume de 2 dr ein. Aun dad han 9 3 3 tſes ſin dand fernteſtn zmn teo des denma ddete fmil 1 domaͤnen; wenn naͤmlich die Nazion einen Theil des Ur⸗ ſtoffs dem Staate zur Benuzung uͤberlaͤßt. Allerdings iſt dieſes Mittel an ſich den Staatsaufla⸗ gen vorzuziehen, und mit dem Nazional Oekonomie⸗Prin⸗ zip vereinbar; doch nur unter gewiſſen Einſchraͤnkungen. Benuzt der Staat dieſe Domaͤnen ſelbſt, ſo wird, da der groͤßte Vortheil der Landwirthſchaft im Detail beſteht, (Naz. Oekon. 1. B. S. 159.) die Urprodukzion darunter lei⸗ den, die Koſten der Verwaltung werden einen großen Theil des Ertrags verſchlingen, die Unmoͤglichkeit der Ueberſicht dmg, 3 wird den Reſt aufzehren. Gewalt Verpachtungen im Großen werden beynah die naͤmli⸗ chen Wirkungen hervorbringen. Ueberlaͤßt aber der Staat dieſe Domaͤnen in kleinen Porzionen an die Nazionalglieder in Erbpacht, in einem nach dem oͤkonomiſtiſchen Getretdepreiſe regulirten Pachtzinſe, ſo werden alle jene Nachtheile vermieden, indeß die Vortheile einer ſo gearteten, allerdings nazional⸗oͤkono⸗ miſtiſchen Erhebung des Nazionalbedarfs bleiben. It, ſa eng Lebens fih fr ional, derm thiſcr ziſt Freundſtat, ithärgenn, jhe Dlüten der fer winiſtetioneken en, wuf wefl. fen; abee ſer —, Lotteri Rezierunze Nur Holzungen und Bergwerke gebieten eine ohne mime Ausnahme(Naz. Oekon. 1. B. S. 117 und 131.). lliſirten Sae 544. erden ini 8 Die Erhebung der Staatsauflagen geſchieht entwe⸗ — der im Wege eigener Staatsverwaltung Regie), oder ͤt zu Sildn der Verpachtung. tion beut Die Verpachtung gewaͤhrt bedeutende Vortheile. untergrahe Sie vermindert die Erhebungskoſten, alſo die Maſſe der mübloſtn d. Auflagen ſelbſt. Sie ſichert die Einnahme, und befoͤrdert dodurch di9 dadurch die Regelmaͤßigkeit und Ordnung im Gange der Fi— alkeichthunte nanzverwaltung, auf welcher der oͤffentliche Staatskredit und der Wohlſtand der Nazion ruht; denn dieſe Ordnung und Regelmaͤßigkeit mindert die Beduͤrfniſſe der Staatsver⸗ waltung in dem naͤmlichen Grade, als die Unſicherheit und gen...— niiaſi Unregelmaͤßigkeit der Einnahme ſie erhoͤht. die Slde ———— 45². Indeß hat ſich bey allen Nazionen die Stimme des Volks laut gegen das Verpachtungsſyſtem erhoben. Ueber die Gruͤnde dieſes Haſſes, ſ. Naz. Oekon. Z. 602. Bey einem Nazional oͤkonomiſtiſchen Aflagenſyſteme fallen auch die nachtheiligen Folgen der Verpachtung größtentheils hinweg; die Vortheile derſelben bleiben, wenn dieſe Verpach⸗ tung richtig organiſirt iſt. Dieß ſcheint aber nicht allgemein der Fall geweſen zu ſeyn. Da es moͤglich iſt, die Maͤngel des Verpachtungsſyſtems zu heben, ſo verdient es allerdings den Vorzug vor der Selbſtverwaltung. Dieß iſt aber nur dann moͤglich, wenn die Staatsverwaltung den Ertrag der Taxen mit einem ſo hohen Grade von Wahrſcheinlichkeit berechnen kann, daß dem Paͤchter nur derjenige Vortheil ubrig bleibt, den er als unmittelbarer Agent des Staats genoſſen haͤtte; wenn alſo die Verpachtung dieſen Grundſaͤzen gemaͤß geſchieht. Es iſt nur dann noͤglich, wenn der Pachter gehalten iſt, von ſeinem Ertrage Rechenſchaft zu geben, ohne jedoch dadurch die Verbindlichkeiten und Pachtbedingniſſe zu verlezen. Es iſt nur dann moͤglich, wenn Moralitaͤt und Ein⸗ ſichten zugleich nebſt der Sicherſtellung des Staats, zur Konkurrenz bey der Pachtung gefodert werden. Dieſe Bedingungen werden die Konkurrenz keineswegs bis auf einen ſolchen Grad vermindern, der die Einfuͤh⸗ rung der Verpachtung unmoͤglich macht. Der allgemeine Fortſchritt der Kultur, die zahlreiche Klaſſe derjenigen, die keinen hinlaͤnglichen Kapitalſtoff be⸗ ſizen, der nur zu ſehr fortſchreitende Drang in die befeh⸗ lende Klaſſe, und zu dem damit verbundenen Rang und Auszeichnungen; und die gleichfalls fortſchreitende Abneigung gegen koͤrperliche Anſtrengung, ſichert allen Staaten laͤngſt die Konkurrenz zu Staatsbedienungen. 1 dts G ſcheols ſtis 4 tben düſem e. In 1 orjin duts. 8 in 19. 1 jiond * Ofimer und ſ ten är raiſt Häuft in em di ſi Nüur welcn dah a berun hähin 6 wie P hebui 453 Linn uda Finanzbedienungen werden ohnehin ſelten, oder nie an⸗ ſdön Uae ders als gegen Sicherheitsſtellung, und auf die wahrſchein⸗ bor liche Ueberzeugung von der Rechtſchaffenheit und den Ein⸗ ſagufimſt ſichten des Subjekts beſezt. dung gthn Die Konkurrenten zu dieſen Bedienungen koͤnnen alſo dinn dieg i eben ſo gut, um die Pachterſtellen konkurriren. Um er nih n dieſe Konkurrenz moͤglich zu machen, darf der Staat nur die Pachte vereinzeln, nicht aber den Pacht ganzer Provin⸗ zen einem einzelnen Pachter uͤbertragen. derpachtunzſtr zm Yerzog der 545. un niji Das Selbſtverwaltungsſyſtem wird, bey der aetn wit arn ſorgfaͤltigſten Aufſicht, fuͤr den Staatsſchaz immer bedeutende rechnen kum, Nachtheite behalten. Vit, n Allerdings iſt jede Vereinfachung des Finanzſyſtems ſchon hötne da in dieſer Hinſicht dem Nazionalwohle vortheilhaft. Ti Die Erhebung der Auflagen beſteht aus der Organiſa⸗ r Pactn i zion der Einnahme und des Verrechnungsweſens. ſeben, oſn Die Einnahme iſt groͤßtentheils unter eine Menge von ngriſſ u ni Offizianten, je nach ihren verſchiedenen Rubriken vertheilt: und dieß iſt einer der weſentlichſten Nachtheile des komplizir⸗ rralti ten Finanzſyſtems, oder vielmehr des Mangels einer ſyſte⸗ des Euahe matiſchen Ordnung, der Ungleichartigkeit der Auflagen, der dden. Haͤufung der direkten und indirekten Auflagen, ohne irgend ein allgemeines Prinzip. Daher die Mannigfaltigkeit utrenz kitien 1 t.„1,. d der zu dieſen Einnahmen erforderlichen Faͤhigkeiten; die Ueberladung jedes Zweigs der Finanzen mit eigenen Agenten, welche einen großen Theil der Auflagen verſchlingen, die t, die gther Zahl der Produzenten vermindern, die der Konſumenten 1Kapitaſtt vermehren, und die Auflagen in dem naͤmlichen Grade er⸗ in de hoͤhen, in dem ſie den Nazionalreichthum verringern. denen anc Auch das nazional⸗oͤkonomiſtiſche Auflagenſyſtem, ſo innde adue wie es bis jezt dargeſtellt worden iſt, heiſcht bedeutende Er⸗ Sraatn hebungskoſten; ob ſie gleich bey der Einfachheit des Prinzips, —y4—.. Z —— 454 denjenigen bey weitem nicht gleich kommen, welche die Man⸗ nigfaltigkeit und Zahl der bis jezt in den europaͤiſchen Staa⸗ ten beſtehenden direkten und indirekten Auflagen nothwendig macht. Durch dieſe Erhebungskoſten wird das Staatsbe⸗ duͤrfniß, alſo der Staatsantheil am Nazionalvermoͤgen er⸗ hoͤht, alſo das Nazionalvermoͤgen vermindert, und zwar zur Ernaͤhrung ſolcher Staatsdiener, die in dem Augen⸗ blicke als nazionaloͤkonomiſtiſche Konſumenten erſcheinen, wo ihre Arbeit nicht zum allgemeinen Staatszweck unerlaͤß⸗ lich nothwendig iſt. 345. Ein bedeutender Nachtheil der Selbſtverwaltung der Staatsauflagen iſt das Verrechnungsweſen(Comptabilité). Das dem Nazional⸗Oekonomie⸗Prinzip zuſagende Aufla⸗ genſyſtem fodert gerade ein die allergenaueſte und puͤnktlichſte Ueberſicht gewaͤhrendes, den Betrug der Kontribuenten, ſo wie dor Einnehmer ausſchließendes Rechnungsſyſtem. Dieſes Ideal iſt das raſtloſe Streben der Regierungen geweſen, und keine hat es erreicht. Man hat in mehreren Staaten die Unerreichbarkeit deſ⸗ ſelben, bey der Mannigfaltigkeit und Menge der Staatsauf⸗ lagen, durch Haͤufung der Formen zu verguͤten geſucht. Man iſt dabey von der Anſicht ausgegangen, daß der⸗ jenige, der ſich zu Einer Untreue, oder Verfaͤlſchung hinreiſ⸗ ſen ließe, ſich nicht eben ſo gut zu der zweyten und den fol⸗ genden, durch Quittungs⸗ und Belegfabriken hingeben werde. Man hat dadurch das Uebel vergroͤßert, die Ueberſicht er⸗ ſchwert, die Materie in der Form ertraͤnkt. Unermeßlich iſt das Unheil, welches fuͤr den Staat aus einer fehlerhaften Organiſazion der Comptabilité entſpringt. Mag das Auflagenſyſtem immerhin nazional oͤkonomi⸗ ſtiſch organiſirt werden, wenn es der Regierung an der kla⸗ ren Ueberſicht des Staatsbedarfs und der Konſum⸗ Lan⸗ taa⸗ öbe⸗ eb⸗ gen⸗ ten, —— 4 3 zion, der Verwendung der Staatseinkunfte, fehlt, ſo wird der Staat weder dieſen Bedarf richtig berechnen, noch ſich von dem oͤkonomiſtiſchen Staatsantheil am Nazionalvermo⸗ gen vergewiſſern koͤnnen. / 547:· Das Verrechnungsſyſtem muß von Einem Prin⸗ zip ausgehen: Klarheit, ſtete augenblickliche Klarheit. Dieſes Prinzip umfaßt alles. Die Regierungen haben es geahnet, aber auf durchaus irrigen Wegen zu erreichen geſtrebt. Mit dieſem Prinzip, der ſteten augenblicklichen Klar⸗ heit, iſt es naͤmlich durchaus unvereinbar, 1. die Einkuͤnfte und die Ausgaben in abge⸗ ſonderte Zeitraͤume zu iſoliren. Die Staatseinkuͤnfte beſtehen groͤßtentheils in Beweg⸗ mitteln der Produkzion, in Muͤnze irgend einer Art. Dieſe Bewegmittel haben in dieſer Eigenſchaft, in Beziehung auf Nazionalreichthum, nur im Augenblick des Umlaufs, nur in dem Moment der Ausgleichung, der Erfuͤllung ihrer Beſtimmung, Werth. In Abſicht des ganzen uͤbrigen Zeitraums ihrer Exiſtenz, ſind ſie in nazio⸗ nal⸗oͤkonomiſtiſcher Hinſicht, in dieſer Eigenſchaft werthlos. Die Produkzion bedarf aber unaufhoͤrlich Bewegmittel; waͤhrend der ganzen werthloſen Exiſtenzzeit dieſer Bewegmit⸗ tel iſt alſo die Produkzion gelaͤhmt. Dieſe Bewegmittel ruhen indeß muͤßig in den Kaſſen der Staatseinnahmen, und ſtatt die Produkzion zu beleben, rei⸗ zen ſie die Verwalter zur Untreue. 7 Die Maſſe derſelben erſchwert nothwendig die Ueberſicht ihrer richtigen Verwendung. Der erſte Grundſaz einer nazional oͤkonomiſtiſchen Verrechnungsorganiſazion muß alſo ſeyn: die Zeitpunkte der Einnahme und der Ausgabe an einander zu —————yy ꝙAEIEETE 456 ruͤcken; dem Nazionalvermoͤgen den Staatsantheil nicht fruͤher zu encziehen, als in dem Augenblicke, wo die Re⸗ gierung durch ihre Konſumzion ihn der Nazion wieder giebt.. 548. 2. Die Abtheilung der Comptabilitaͤt in das Kalender⸗ oder in irgend ein anderes, wenn ſchon nach dem Kreis⸗ lauf der Naturoperazionen und Naturerſcheinungen ſinniger abgetheiltes Etats(Staatsfinanz⸗) Jahr, iſt ein Gaͤngelband, deſſen ſich die mit den Nazional⸗ Oekonomie Geſezen unbekannten Finanzadminiſtrazio⸗ nen noch nicht haben entwoͤhnen koͤnnen. Dieſe Abtheilung hat keinen Sinn; ſie ſcheint dadurch herkoͤmmlich geworden zu ſeyn, weil der Staat ſeine Auflagen in Jahre eingetheilt hat; aber warum hat er ſie in Jahre eingetheilt? Dieſe Abtheilung iſt nur eine Folge eines nicht auf dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie ruhenden Auflagenſyſtems, und der nach dem Kreislauf der Naturoperazionen und Na⸗ turerſcheinungen berechneten Produkzion. Worin liegt denn aber das Prinzip, daß das Erhebungs⸗ und Verrechnungsſyſtem dieſem Kreislaufe gemaͤß organiſirt werden muͤſſe? In je kleinere Porzionen die Auflagenzahlung zerſchnit⸗ ten wird, je leichter wird ſie den Nazionalgliedern werden. 4 Der Staatshuͤrger kann die Auflage nur von dem Ueber⸗ ſchuſſe, nach Abzug ſeiner Beduͤrfniſſe, ſeiner mindſtens unentbehrlichen Genußmittel bezahlen. Nur bey großen Spe⸗ kulaztonen, z. B kaufmaͤnniſchen, zeigt ſich dieſer Gewinn in Maſſe, bey allen andern, ſelbſt bey der Urprodukzion, nur allmaͤhlig in kleinen Porzionen. Indem die Regierung den Kontribuenten zwingt, die Staatsauflagen, d. h. den Staatsantheil an dem Privat⸗ thyent Gu be des N pu chuns ri with icti t Jreda 9' pribve f Nſ ½ dlſb 6 alests hat ſn wiets gitbm der —y ,— — 457 2 eigenthum deſſelben auf Einmal, aſſo in großen Maſſen zu bezahlen, dringt es ihm ſeine Produkte in dem Preiſe des Aug enblicks ab, hindert ihn alſo, den oͤkonomiſtiſchen Preis(Naz. Oekon. 1. B. S. 57.) abzuwarten. Staatsauflagen ſind Verminderung des Privateigen⸗ thums, ohne augenblicklich fuͤhlbaren Genuß, alſo immer mit einer herben Empfindung begleitet. Eben deswegen wird nur der hochbeſonnene Hauswirth den zu deren Be⸗ richtigung erforderlichen Kapitalſtoff von dem Ertrage ſeiner Produkzion zuruͤcklegen. Das iſt aber bey weitem nicht die groͤßte Klaſſe der Kon⸗ tribuenten; die uͤbrigen wird die Zahlung der Auflage in Maſſe ſtets uͤberraſchen. Eine nazional oͤkonomiſtiſche Finanzverwaltung muß ſich alſo von der Pedanterey des jaͤhrlichen Regieweſens, die alles gegen ſich, und nichts als das Herkommen fuͤr ſich hat, losreiſſen, wenn ſie dem Prinzip der Nazional⸗Oeko⸗ mie getreu bleiben will. Sie muß einnehmen, wiie ſie aus⸗ giebt, und ausgeben, wie ſie einnimmt. 549. 3. Iſt dem Verrechnungsweſen dadurch alle Klarheit der Ueberſicht entzogen worden daß man die Einnah⸗ me und Ausgabe in eine Klaſſe warf, einer Adminiſtrazion vertrauete. Nur getrennt iſt jene klare augenblickliche Ueberſicht moͤglich. Wenn die Regierung die Regie der Einnah⸗ me einer, und die der Ausgabe einer andern, gaͤnz⸗ lich abgeſonderten Behoͤrde uͤbergiebt, wenn ſie dieſe zwey threr Natur nach gaͤnzlich getrennten und abgeſonderten Oeko⸗ nomieoperazionen gaͤnzlich getrennt erhaͤlt, nur dann kann ſie ſich eine klare, ſtete, augenblickliche Ueberſicht ver⸗ ſprechen. 550. Durch die Realiſirung dieſer Ideen wird ein bedeuten⸗ der Theil der Nachtheile der eigenen Staatsadminiſtrazion —— 45⁸— verſchwinden; indeß wird ſtets das Verpachtungsſyſtem der nazional oͤkonomiſtiſch organiſirten Auflagen dem Na⸗ zional⸗Oekonomie⸗Prinzip am gewiſſeſten zu ſagen, wenn die Staatsverwaltung dieſe Auflage an die Naßidn ſelbſt verpachtet. Hat die Regierung ihren Bedarf ergräͤndet, hat ſie das beſteuerbare Nazionalvermoͤgen und den Staatsantheil daran, nach nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Grundſaͤzen erforſcht, warum ſollte ſie, ſtatt die Nazion mit Zwangsgeſezen, mit inquiſitoriſchen Formen zu quaͤlen, ſtatt durch ein Heer von Konſumenten den Bedarf, alſo die Auflagen ſelbſt zu vermehren, nicht dieſen Bedarf der Nazion offen be⸗ kannt machen, ihr die Wahl laſſen, dieſen Bedarf entweder nach dem Staatsantheil an jedem zur Konſumzion erſcheinen⸗ den Produkt, alſo Nazional⸗Oekonomiſtiſch, zu erheben, oder ihr ihn von Provinz zu Provinz, von Gemeinheit zu Gemeinheit in Maſſe ſo und in denjenigen Porzionen und Zeit⸗ raͤumen zu liefern, wie? und wann? ſie ihn bedarf. Allerdings iſt dieß nur in einer Nazional⸗Oekonomiſtiſch orga⸗ niſirten Staatsverfaſſung moͤglich; aber auch nur in die⸗ ſer ſind uͤberhaupt die Nazional⸗ Oekonomiegeſeze anwendbar. Leer iſt die Beſorgniß, daß die Nazion ſich der Aufbrin⸗ gung dieſes Nazionalbedarfs widerſeze, oder daß ſie ohne Da⸗ zwiſchenkunft der Regierung ihn nicht zu erheben im Stande ſeyn werde. Muß denn die Nazion nicht dieſen Bedarf bey der Selbſtverwaltung dennoch aufbringen? Erſpart ſie nicht dadurch die Erhebungskoſten, alſo einen bedeutenden Theil der Nazionalauflagen ſelbſt? Wird ſie nicht um jeden Preis ſich die mit der Staats⸗ auflagenerhebung unerlaͤßlich verbundenen, die heiligſten Men⸗ ſchengefuͤhle verlezenden Formen und Hemmungen der freyen Produktifkraftanſtrengung abzukaufen geneigt ſeyn? Die Provinzen, die Gemeinheiten werden dann dieſen Staatsbedarf durch ihre natuͤrliche Obrigkeiten unter ſich — — — 459 austheilen. Dieſe ihre natuͤrliche Obrigkeiten ſind es, die zu⸗ naͤchſt das Vertrauen der Kontribuenten, ihrer Mitbuͤrger, beſizen; dieſe ſind es, die mit dem Vermoͤgenszuſtande ihrer Mitbuͤrger am ſicherſten bekannt ſind und ſeyn koͤn⸗ nen; dieſe iind es wieder, denen die Kontribuenten, unbeſorgt fuͤr die Folgen, ihren wahren Vermoͤgenszuſtand anvertrauen koͤnnen und werden. Denn in der Austheilung dieſer Auflage wird ſich ſolche in eine Einkommentaxe verwandeln, alſo in diejenige, die dem Nazional⸗Oekonomieprinzip entſpricht, wenn ſie ausfuͤhrbar gemacht wird. Allerdings muͤſſen die Regierungen ſich dann von dem beurkundeten Irrwahne heilen, als ob es moͤglich ſey, fremde Nazionen zu beſteuern, die innern Staatsauflagen auf fremde Staaten auszudehnen; denn mit dem Weltbuͤrger⸗ bande wird auch der Nazionalreichthum vernichtet. Leicht iſt es, die einzige Beſorgniß zu entfernen, daß die Leidenſchaften der Obrigkeiten Partheylichkeit und Ungleichheit der Austheilung veranlaſſen koͤnnten. Der Staat beſtimme ein eigenes Tribunal, einzig fuͤr ſolche Reklamazio⸗ nen. Und dann trete die Regierung ein, dann pruͤfe und entſcheide ſie dieſe Reklamazionen nach dem Geiſte des Nazio⸗ nal⸗Oekonomiſtiſchen Auflagenſyſtems. 551. Die Baſis jedes Finanzadminiſtrazionsſyſtems ſey aber: heilige Bewahrung des oͤffentlichen Vertrauens. Die Rechte der geſelligen Menſchheit ſind nun ſo weit auf⸗ geklaͤrt, die Wahrheit hat in der Lehre von der geſellſchaftlichen Verfaſſung ſolche Fortſchritte gemacht, daß man jezt wohl wird behaupten duͤrfen, es ſey Recht des Staatsbuͤrgers, Rech⸗ nung uͤber den Staatsbedarf und uͤber die Verwendung des dazu hingegebenen Nazionaleigenthums zu fordern, es ſey Pflicht der Staatsverwaltung, ſie zu legen. — m4ʃ 552. 2. Nazional⸗Oekonomiſtiſche Polizeygeſezge⸗ bung und Verwaltung. Die Staatswirthſchaftslehrer bedienen ſich des Worts Polizey, um einen Theil derjenigen Wiſſenſchaft zu bezeichnen, welche ſie Staatswirthſchaft nannten. Nach den in dem Syſtem der Nazional⸗Oekonomie auf⸗ geſtellten Grundſaͤzen iſt Staatspolizey ein Theil der Staats⸗ haushaltung. 553. Urſpruͤnglich dachte man ſich in Teutſchland, bey dem aus dem Auslande entnommenen Worte Polizey, die Sorge fuͤr oͤffentliche Sicherheit und die Sicherung gewiſſer gemeinſchaft⸗ licher Vortheile der geſelligen Verbindung; dieſe geſellige Verbindung kann ſich haͤufig und in einem augenblicklich allge⸗ mein ſichtbaren Grade, nicht auf dem flachen Lande, ſondern nur in den Staͤdten aͤußern; man ſchraͤnkte alſo auch anfangs den Begriff der Polizey nur auf geſchloſſene Gemein⸗ heiten, Staͤdte ein. Die Sorge fuͤr die oͤffentlichen Brunnen, fuͤr die Reinlichkeit der Straßen, fuͤr die Entfernung allgemei⸗ ner, aus der Geſelligkeit entſpringender Ungluͤcksfaͤlle, z. B. der Feuersgefahr, der anſteckenden Krankheiten u. ſ. w. oder fuͤr die Rettung in ſolchen allgemeinen Ungluͤcksfaͤllen, oder fuͤr die Nahrung der Einwohner, alſo fuͤr die Beyſchaffung und Beſtimmung des Preiſes der Lebensmittel; dieß waren die urſpruͤnglichen Gegenſtaͤnde der Polizeygewalt. Die erſte Polizey war alſo die Staͤdtiſche. 1 Allmaͤhlig bildeten ſich die Begriffe uͤber den Staats⸗ zweck, alſo auch uͤber die Pflichten der Staatsverwaltung weiter aus. Man fuͤhlte: der Bewohner des flachen Landes beſize gleichen Anſpruch auf Sorge fuͤr das gemeinſchaftliche Wohl; die Pflicht der Staatsverwaltung erſtrecke ſich alſo auch auf dieſen ohnehin zahlreichern Theil der Staatsbuͤr⸗ ger, und die gehaͤuften Faͤlle allgemeiner, auch das flache Land 4—— 461 umfaſſender, oͤffentlicher, aus der obwohl nicht ſo engen Ge⸗ ſelligkeit entſpringender Kalamitaͤten, draͤngten die Staats⸗ verwaltung zu Ausdehnung der urſpruͤnglich blos Staͤdtiſchen Polizey, auf die Dorfpolizey, und ſo, mittelſt einer natuͤrlichen, das Ganze des Staats umfaſſenden Stufenfolge, zu dem Begriff der Staatspolizey. 554· Die Polizey, als Staatsgewalt, iſt ihrem Urſprunge und dem aus dieſem Urſprung zu berichtigenden Begriffe gemaͤß, die Sorge fuͤr die Bewahrung und Erhoͤhung der Vor⸗ theile der geſelligen Verbindung der Staatsbuͤrger, ſo wie fuͤr die Abwendung der Nachtheile dieſer geſelligen Ver⸗ bindung. Die geſellige und nicht die geſellſchaftliche Verbindung, iſt alſo der einzige und ausſchließende Gegenſtand der Polizeygewalt. Jede Ausdehnung der Polizeygewalt 1. in die Staatsgeſellſchaftliche Verbindung der Staatsbuͤrger, ſo wie 2. in die einzelnenoder wechſelſeitigen Rechte der Staats⸗ buͤrger, die nicht unmittelbar aus dieſer Geſelligkeit, aus dieſem Beyſammenſeyn fließen, iſt alſo unrechtlich; denn ſie gehoͤrt einer andern Staatsge⸗ walt an. Da, wo alſo die Geſelligkeit nicht exiſtirt, wo niche Beziehungen und Beruͤhrungspunkte als unmittelbare Beſtandtheile dieſer Geſelligkeit vorhanden ſind, iſt durchaus fuͤr die Polizeygewalt kein Spielraum. Wir wollen annehmen, daß ein Staat aus Staatsbuͤr⸗ gern beſtuͤnde, deren Beſizungen, wie z. B. dermalen noch in den weiten Bezirken der Nordamerikaniſchen Freyſtaaten, gaͤnzlich iſolirt, abgeſondert waͤren, ſo wuͤrde fuͤr die Polizey⸗ gewalt kein Spielraum exiſtiren. 462 Die Pflichten und Rechte, welche den Wirkungskreis der Polizeygewalt ausmachen ſollen, muͤſſen alſo einzig aus dem bleibenden Beyſammenſeyn mehrerer Staatsbuͤrger ent⸗ ſpringen, theils, weil dieſes Beyſammenſeyn eigene Beduͤrf⸗ niſſe und Genuͤſſe hervorbringt, theils weil aus ihm eigene Gefahren entſtehen; mithin die erſtern eine allwaltende Sorge der Regierung fuͤr deren Befriedigung und Bewahrung, ſo wie die leztern die Sorge fuͤr deren Verhuͤtung oder Vermin⸗ derung heiſchen. S 4 555. Die Polizeygewalt ſchließt vorzuͤglich in Abſicht desjenigen Theils derſelben, der die Abwendung oder Minderung der Ge⸗ fahren betrift, welche aus der geſelligen Verbindung reſultiren, ihrer Natur nach eine raſche, unruͤckſichtliche Ausuͤbung derſelben unerlaͤßlich ein. Gerade dieſe Eigenſchaft iſt es, welche die große Aus⸗ dehnung des Begriffs herbey gefuͤhrt und beguͤnſtigt hat. Der Macht mußte nothwendig eine Gewalt ſehr will⸗ kommen ſeyn, die ihrer Natur nach keine Schranken zu⸗ ließ. Sie mußte alſo den Begriff dieſer Gewalt immer weiter auszudehnen ſtreben, die durch ihr Prinzip, naͤmlich das gemeinſchaftliche Wohl, an ſich einen unermeßbaren Spiel⸗ raum fuͤr die Willkuͤhr, unter den anſpruchloſeſten, ja ſogar den oͤffentlichen Dank gebietenden Formen der Pflichtausuͤbung oͤffnete. Polizey wurde alſo der Zauberſtab der Machthaber. Durch den Talisman dieſes Worts wurden buͤrgerliche Frey⸗ heit und Eigenthum zum Spielzeug der Deſpozie; die Schran⸗ ken der Staatsverfaſſungen ſtuͤrzten ein, die Charta magna der Nazionen wurde zerriſſen. 556. Beguͤnſtigt wurde dieſe Ausdehnung des Begriffs der Polizey durch die Gelegenheit, welche ſie bot, die Werkzeuge der Gewalt, die Freunde und Beguͤnſtiger willkuͤhrlicher Macht Getei denis ſcu m V dil g m V 29 6em zu d) u dde. dam iſc d e ne . Hei Lihr unat —— —— 4⁵³ zu vermehren, die Abhaͤngigkeit der Nazion vom Herrſcher zu erhoͤhen, mithin die Markſteine der Staatsgewalt immer wei⸗ ter und weiter vorzuruͤcken, der Freyheit der Staatsbuͤrger aber immer engere Graͤnzen zu ſezen. Allmaͤhlig wurde die Poli⸗ zeygewalt zu einer Szienz, mithin ihr Gebiet immer mehr erweitert. Selbſt die Humanitaͤt der Gelehrten und Schriftſteller beguͤnſtigte dieſe Ausdehnung. Von dem reinen Prinzip der Vervollkommnung und Ver⸗ edlung der Menſchheit ergriffen, die nur im geſelligen Zu⸗ ſtande denkbar iſt, warf ſich ihre Tendenz auf die Erweiterung der Pflichten der Staatsverwaltung zu Befoͤrderung dieſer Vervollkommnung, und da die Erfuͤllung dieſer Pflichten die korrelatiften Rechte und den Zwang zu deren Ausuͤbung nothwendig einſchloß, ſo bahnten ſie der willkuͤhrlichen Gewalt den Weg. Die mit der geiſtigen Kultur immer ſtei⸗ gende Maſſe der menſchlichen Beduͤrfniſſe, die zunehmende Geſelligkeit, der wachſende Hang zum Vergnuͤgen, und die von der Sittenverfeinerung unzertrennliche Gaͤhrung der Leiden⸗ ſchaften und Erhoͤhung des Sittenverderbniſſes, boten der Aus⸗ bildung dieſer neuen Wiſſenſchaft immer weiteren Spiel⸗ raum. Noch jezt iſt dieſes Studium mit der Aufſpaͤhung der Gegenſtaͤnde der Polizeygewalt, alſo mit Ausbreitung ihrer Zweige beſchaͤftigt; und dieſer rege Eifer hat es ſo weit gebracht, daß die Staatspolizeygewalt endlich alle andre Staatsgewalten zu verſchlingen, und in ſich zu vereinigen; bey der unbegraͤnz⸗ ten Weite(latitude) ihres angenommenen Begriffs aber, alle Daͤmme der buͤrgerlichen Freyheit zu untergraben droht. Es iſt alſo Zeit, es iſt fuͤr das Wohl der geſelligen Menſchheit vom hoͤchſten Gewichte, den Ausdruck Polizey auf ſeinen richti⸗ gen Sinn zuruͤck zu fuͤhren, und die buͤrgerliche Freyheit, die Eigenthumsrechte gegen jene irrig damit verbundene Begriffe und deren ſchrankenloſe Ausdehnung in Schuz zu nehmen. 464— 557 Unermeßlich ſind die Nachtheile, welche aus dieſem Miß⸗ brauche des Worts Polizey, aus dieſer Ausdehnung ſeines urſpruͤnglichen Begriffs in ihr ganz fremde Gebiete, fuͤr die geſellige Menſchheit entſtanden ſind. Iſt einmal die Rechtlichkeit des Prinzips dieſer neugeſchaffenen Staatspolizeygewalt zugegeben, ſo muß die vollendete Ausbildung und die ſtrenge Ausuͤbung derſelben, die buͤrgerliche Freyheit, durch den tiefſten Einſchnitt in die Men⸗ ſchenrechte, in ſo enge Graͤnzen bannen, daß dem Prinzip der Nazional⸗Oekonomie aller Wirkungskreis geſchloſſen iſt. In dieſer neuen Staatsgewalt fand jener leidenſchaftliche Hang zum Viel⸗Regieren Nahrung, der vielleicht mehr Un⸗ gluͤckliche gemacht hat, als die Apathie der Staatsverwaltungen. Da, wo dem Staatsbuͤrger jede Handlung abgewogen, jede Bewegung geregelt wird, wo bey jedem Schritt ihm die Staatsgewalt begegnet, wo ſie allenthalben ihn in eherne For⸗ men preßt, wo weder ſeine intellektuellen, noch phyſiſchen Krafte irgend einen unbelauerten Spielraum zur freyen Bewegung mehr finden, muß er ſein Daſeyn in einem peinlichen Zuſtande vertrauren, und der heitere Frohſinn, der reine Lebensgenuß, der Zweck der uͤber alle Zweige der Staatshaushaltung waltenden und gebietenden Nazional⸗Oekonomie iſt dahin. 558. Das Wort Polizey und die Polizeygewalt muß alſo zuruͤck gebannt werden in die Graͤnzen, innerhalb deren ſi ſie ein⸗ zig ein rechtliches Prinzip hat. Nur die geſellige, nicht die geſellſchaftliche Ver⸗ bindung iſt ihr Gegenſtand; nur die Befoͤrderung der aus der geſelligen Verbindung entſpriegenden Vortheile, und die Abwendung der daraus reſultirenden Nachtheile, ſind ihr Wirkungskreis. Von ihm iſt alſo ausgeſchloſſen alles was die Staatsgeſellſchaftliche Verbindung der Staatsbuͤrger und Ern tlo l No⸗ gaune ſt u zdyſe uij di t, di Mr⸗ p der ſice dr⸗ 1T 1T m de Kfr Kift dong feane ſ penah, zs wdd wi 3 31 . 46 deren Beziehungen, ſo wie alles, was die Rechte und Pflichten der einzelnen Staatsbuͤrger ſowohl in Abſicht dieſer Staatsgeſellſchaftlichen Verbindung, alſo gegen den Staat, als auch wechſelſeitig gegen ſich ſelbſt betrifft, wenn dieſe lezteren Rechte und Pflichten nicht ausſchließend und einzig aus der Geſelligkeit entſpringen. Nur in ſo weit kann um deswillen die Nazional⸗ Oekonomie der Polizeygewalt ein rechtliches Prinzip zugeſte⸗ hen, weil dieſe Gewalt ihrer Natur nach in der Ausuͤbung keine genaue Graͤnzlinie zulaͤßt. Nach dieſem, und einzig nach dieſem Begriff kann alſo die Nazional⸗Oekonomie allenthalben, auch die Polizey⸗ gewalt und die Polizeygefezgebung, alſo eine Stadt⸗ eine Dorfspolizey anerkennen. 559. Will aber der Begriff von Polizey uͤber die gewoͤhn⸗ lichen geſelligen Verbindungen der Staatsbuͤrger in Staͤdten und Doͤrfern, will er auf den ganzen Staat unter dem Namen der Staatspolizey ausgedehnt werden, ſo muß ſich die Nazional⸗Oekonomie, wenn ſie dieſe Ausdehnung anerkennen ſoll, um ein Palladium der buͤrgerlichen Freyheit umſehen.— Vorausgeſezt, daß die Polizey mit der geſellſchaft⸗ lichen Verbindung gar nichts zu thun hat, kommt es dann nur darauf an: ob und in wie ferne ſich ruͤckſichtlich des Staats im Ganzen, geſellige Verbindungen denken laſſen? 8 Bejaht muß zwar dieſe Frage werden, anerkennen muß alſo die Nazional⸗Oekonomie das rechtliche Daſeyn der Staatspolizeygewalt; aber ſie wird auch dem Wirkungskreiſe derſelben enge Graͤnzen ſezen. Nur die geſelligen Beruͤhrungspunkte des ganzen Staats koͤnnen nach dem reinen Begriffe von Polizey in⸗ nerhalb dieſes Wirkungskreiſes liegen. Dieſer ſind wenige; 30 —— 4⁵⁰——— Die Sorge fuͤr die allgemeine innere Sicherheit des Staats, alſo die Verhuͤtung allgemeiner Unſicherheit, durch Vagabunden, Raͤuberbanden und dergleichen. Die Sorge fuͤr Abwendung der die Exiſtenz aller Staatsbuͤrger bedrohenden Uebel, als: anſteckender Krank⸗ heiten. Die Sorge fuͤr die frehe und leichte Kommunikazion aller Staatsbuͤrger, alſo: fuͤr Fluͤſſe, Bruͤcken, Landſtraßen, Poſten. Alles Gegenſtaͤnde, welche die allgemeine geſellige Verbindung betreffen; ſie ſind aber auch die einzigen, wo die Staatspolizey ſich rechtlich aͤußern kann und darf. 560. Alle uͤbrige Gegenſtaͤnde, die man bisher ſo freygebig der Staatspolizey zugetheilt hat, ſind ihrem rechtlichen Prinzip nach Nazional⸗Oekonomiſtiſchen Grundſaͤzen gaͤnzlich fremd. Sie muͤſſen in das Gebiet der Staatswirthſchaft oder der Juſtiz zuruͤck gefuͤhrt werden, dem man ſie entriſſen hat. Die Juſtiz, in deren Gebiet die Staatspolizey die haͤu⸗ figſten und herbeſten Eingriffe gewagt hat, iſt ihrer Natur nach an ruhige, bedaͤchtliche Pruͤfungen, in beſtimmten und unerlaͤßlichen Formen gebunden, und in dieſen Formen ruht weſenttich die Sicherheit der Exiſtenz, der Freyheit und des Eigenthums der Staatsbuͤrger. Jeder Uebergriff der Po⸗ lizeygewalt in die Juſtizgewalt widerſtrebt alſo der Nazional⸗ Oekonomie; der Staats⸗Finanzwirthſchaft iſt ohnehin die Staatspolizey gaͤnzlich fremd. 561. Der weſentliche Einfluß der Befoͤrderung der geſelligen Vortheile, ſo wie der Abwendung der aus der geſelligen Verbindung reſultirenden Nachtheile auf den Nazional⸗ wohlſtand, macht allerdings eine dem Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie zuſagende Polizeygeſezgebung und Vollſtreckung derſelben nothwendig; alſo Sorge fuͤr die oͤffentliche Sicherheit, V V d t nds Ernd. de S Tlr u. ſe 1 ut eii=. u 1 V dentr. ſa S 96 ic 13 dite d& anc 1. rt b aldn ef cbi DAan n det m. n C Gn⸗ ni n ern dent — 4⁵⁷ Ge le die oͤffentliche Ruhe, den freyen Gebrauch der geiſtigen und i dj koͤrperlichen Kraͤfte, fuͤr den Unterhalt, fuͤr die Geſundheit der V Einwohner, alſo Entfernung jeder Stoͤrung dieſer Vortheile, die aus dem geſelligen Beyſammenſeyn reſultiren koͤnnte. * a alde d. i: Wird aber dieſe Sorge zur Pedanterey getrieben, belauert die Polizeygewalt die Handlungen der Staatsbuͤrger, verkuͤmmert tzion a ſie den freyen Lebensgenuß nach liberalen Anſichten, auf eine r, lrin in das Privateigenthumsrecht, oder in die buͤrgerliche Freyheit ſelit einſchneidende Weiſe, gewahrt der Staatsbürger in ihrer un⸗ iin 1 ruhigen Regſamkeit weniger das begluͤckende Wohlwollen, als dur den Durſt nach Herrſchſucht und Vielregierung, und mit Einem Worte, wird ſie zur Staatsinquiſizion; dann iſt ihr Da⸗ V ſeyn fuͤr das Staatswohl gefäͤhrlicher, als ihr gaͤnzlicher Man⸗ rxebir V gel. Denn das Intereſſe jedes Einzelnen vertritt in dieſem en Nrini 3 Falle die Stelle der oberſten Gewalt; und da dieß ſtets der lch fem ſicherſte Fuͤhrer iſt, ſo wird es dann die Einrichtungen, welche heſt die Konvenienz jedes Einzelnen dem Ganzen gebieteriſch auf⸗ nriſen„. dringt, uͤber die wahren und nothwendigen Graͤnzen nicht „ ausdehnen. djan V Die Staatspolizey muß, wie eine unſichtbare Gott⸗ et T heit, beſchuͤzend uͤber der Geſellſchaft walten. Aber jene Un⸗ hui V ruhe, jene ewige Regſamkeit, jenes raſtloſe Streben: ſich jtnt. allenthalben zu zeigen, verkuͤndet dem auf ſeine Freyheit getm Feiferſuͤchtigen Staatsbuͤrger in ihr, nur einen feindſeligen fdr Daͤmon. ſuural 562. ajn di Unter den Gegenſtaͤnden des Wirkungskreiſes der Polizey⸗ gewalt nehmen die Sitten allerdings eine Stelle ein. Sie muß ſich aber nicht in Zwangsgeſezen, ſie muß ſich in ellign Bildungsanſtalten aͤußern. ellig Die Staatsverwaltung muß nach dem Schoͤnen und Nuin Guten ſtreben, kraft des ſtillen Auftrags, der in der Orga⸗ Njir niſazion, alſo auch in der Tendenz des Menſchen liegt, die ltrtr er nothwendig in den geſelligen Zuſtand uͤbertraͤgt, wo er zu Jt deren Uebung einen ausgedehnteren Spielraum hat. Alle ihre 458 1 Anordnungen und Handlungen muͤſſen von dieſem Geiſte beſeelt ſeyn; aber er muß ſich nicht durch Akte der Gewalt in Be⸗ ziehung und Anwendung auf die einzelnen buͤrgerlichen Hand lungen, er muß ſich, außer der Staatsverfaſſung ſelbſt, durch die Geſeze ausſprechen. 563. Der vorzuͤglichſte Mißgriff der Geſezgebung uͤberhaupt liegt in der duͤſtern Graͤmlichkeit, und in der neidiſchen Pe⸗ danterey, womit ſie den erſten Grundtrieb der menſchlichen Seele und ſeinen edelſten, den Hang zum froͤhlichen Lebens⸗ genuß zu beſchraͤnken, zu regeln, d. h. alſo zu unterdruͤcken ſtrebt. So wie heiterer Frohſinn die Mutter der Tugenden, ſo iſt hingegen Freyheit die Mutter des Frohſinns. Die Geſezgebung, die freundlich dieſem Triebe die Haͤnde bieten ſollte, zieht einen Trauerflor uͤber das Menſchen⸗ Daſeyn: die Staatsfinanz geſezgebung, indem ſie muͤhſam berechnet, wie viel man dem Staatsbuͤrger von dem Erwerbe ſeiner Induſtrie laſſen muͤſſe, um ihn nicht zu entmuthen, und doch das Daſeyn, aber ein freudenloſes Daſeyn, zu ſichern. Die religioͤſe Geſezgebung, indem ſie der heiligſteu Ergießung des Frohſinns, der Gottesverehrung, den Karakter duͤſtrer Stille, verſchloſſener Trauer aufdruͤckt, und Feyer, die nur in dem Ausſtroͤmen dankbarer Empfindungen gegen den Urheber des Reichthums unſerer Genuͤſſe ſich auszuſprechen vermag, mit regelrechter Feyerlichkeit verwechſelt; indem ſie jeden lauten Ausbruch der Freude, jeden Schritt aus dem Gleiſe der trivialen einfoͤrmigen Lebenskonverſazion zur Suͤnde ſtempelt, indem ſie die urſpruͤnglichſten, freyſten, ſo wie ſuͤßeſten Gefuͤhle in Zwangsgeſeze ſchnuͤrt, und unſre un⸗ bedeutendſten Handlungen, in den Kultus eines Weſens ver⸗ webt, das ſeinen Widerſpruch, naͤmlich ſeinen Willen allgemeiner Gluͤckſeligkeit, allgemeiner Freude, allenthalben auf eine ſo entſcheidende Weiſe verkuͤndet. * — 45 Die peinliche Geſezgebung, indem ſie eine Menge gleichguͤltiger Handlungen zu Verbrechen ſtempelt, oder ſolchen Kraftaͤußerungen, die eine natuͤrliche Folge der Froͤhlichkeit ſind, oder von einer augenblicklichen Ueberſpannung und Er⸗ hizung entſtehen, und mit ihr verſchwinden, ohne in dem all⸗ gemeinen Wohl eine Narbe zuruͤck zu laſſen, eine Bedeutenheit beylegt, die ſie erſt zu Wunden umſchaft. Die buͤrgerliche Geſezgebung, indem ſie alle und jede menſchliche Handlungen in Regeln und Formen preßt, und dadurch jenes allgemeine Mißtrauen, jenen Mangel an Offenheit und Biederſinn erſchaft, die ſie bezwingen will, und ohne die doch die geſellige Froͤhlichkeit nicht gedeihen kann. Und endlich die eigentliche ſogenannte Staatspolizey⸗ Geſezgebung, indem ſie allenthalben und gerade dort am ge⸗ ſchaͤftigſten ihr mißguͤnſtiges Antliz zeigt, wo der Menſch froh, d. h. wo er frey ſeyn, wo er dem Hange zum heitern Lebens⸗ genuſſe ſich uͤberlaſſen kann. 564. Statt alſo dem Frohſinn, der geſelligen Freude, in den Weg zu treten, ſcheint es vielmehr die Pflicht der Staatsver⸗ waltung zu ſeyn, die Mittel zur geſelligen Froͤhlichkeit zu ver⸗ mehren, und dieſe zu beguͤnſtigen. Nicht im engen Familienkreiſe wird ſich der Karakter einer Nazion oder einer oͤffentlichen Meinung bilden; nicht die Nazion ein harmoniſches Ganzes werden, auf das die Staatsverwaltung dann ſchnell und mit Sicherheit zu wir⸗ ken vermag. — Es mag in der Geſchichte der Staaten einzelne Punkte geben, wo die Verſammlung einer großen Menge fuͤr die Staatsverfaſſung gefaͤhrlich ſeyn koͤnnte; aber, abgeſehen da— von, daß oft das Mißtrauen der Regierung dieſe Punkte her⸗ beyfuͤhrt, ſo bleibt es pſychologiſch richtig, daß Frohſinn das menſchliche Gemuͤth zur Ruhe, zum friedlichen Lebensgenuß empfaͤnglich mache, ſo wie abgeſchiedne Lebensweiſe Unmuth, Graͤmlichkeit und Mißvergnuͤgen erzeugt. Gefahrvolle Unter⸗ 1 47⁰⁴ nehmungen, tuͤckiſche Plaͤne werden in der freudenloſen Stille gebruͤtet. 5 555. 8. Bey den Athenienſern zahlte der Staatsbuͤrger eine Obole, um dem oͤffentlichen Schauſpiele beyzuwohnen. Die Sorge der Roͤmer fuͤr die Volksfeſte iſt bekannt. Zu unſern Zeiten ſind ſie großentheils dem Staatsbuͤrger uͤberlaſſen. Nur der Reiche kann daran Theil nehmen; alſo gerade derjenige, der eigne Mittel zur Geiſtes⸗ und Sittenbildung beſizt, und jene am leichteſten zu entbehren vermag. Der Aermere iſt davon ausgeſchloſſen. Es fehlt ihm an dieſen Mitteln, ſelbſt ſein Nahrungserwerb entfernt ihn von der Gelegenheit, Politur der Sitten und Geiſtesbildung zu erlangen. Dem denkenden Menſchenfreunde wird es alſo immer raͤthſelhaft bleiben, wie die Staatsverwaltungen die Wahrheit zu verkennen ver⸗ mochten: daß oͤffentliche Schauſpiele die Sorge der Regierung ſind. 566. Noch hat es der neuern Kammeraliſtik bey irgend einem wahren oder unterſtellten Staatsbeduͤrfniſſe weder an Titeln noch an Formen gefehlt, die Privatkaſſen der Staatsbuͤrger in die oͤffentliche zu leiten. Nur fuͤr die Buͤhnen, deren Erhaltung auf Koſten des Staats, als ein nothwen⸗ diger Staatsaufwand von den weiſeſten und groͤßten aller Voͤlker anerkannt worden iſt, hat es ihr ſelten gelingen wollen, einen Fonds aufzuſpuͤren. Und doch zwuͤrde wohl keine Auflage williger bezahlt werden als dieſe; beynahe die einzige, welche dem Staatsbuͤrger unmittelbaren Lebensgenuß einbringt, deren Verwendung zu ſeinem Vortheil ihm ſtets lebendig gegen⸗ waͤrtig iſt, die auf mannigfaltige Weiſe wieder in ſeine eigene Kaſſe zuruͤck fließt, und Kuͤnſte und Gewerbe beſchaͤftigt. . 567. Am geſchaͤftigſten iſt die ſogenannte Staatspolizey in der Beſchraͤnkung der luxurioͤſen Konſumzion, in den Auf⸗ wandsgeſezen geweſen. — fin 3 4 tiſcin undn. dalbote. ſce E mta hſen lt ltas A trauch 2 und ſe allgen des 68. aler e Oeko di erken: Rechſne nes alh zu ſe unerrbi jionalſt alſ, t Masnt al⸗ As n it 1 wen dathie licheng Erzens Auf zu 1 —.——— 471. Schon im 6ten Jahrhunderte, nach der Erbauung Roms, erſchien das Archiſche Geſez, und unter den republikaniſchen und monakchiſchen Regierungen draͤngeen ſich die Aufwands⸗ verbote und Regulative. Frankreich und beynahe alle Europaͤi⸗ ſche Staaten haben dieſes Beyſpiel bis auf die neueſten Zeiten nachgeahmt. Allen dieſen Geſezen, in ſoferne ſie nicht, wie das von den beruͤhmten Gracchen erneuerte Kaſſiſche und Liziniſche Ackergeſez, eine eigenthuͤmliche politiſche Tendenz hat⸗ ten, fehlte es an klarem, philoſophiſchen Sinn. Das heiligſte Recht des Staatsbuͤrgers iſt freyer Ge⸗ brauch ſeiner Kraͤfte, alſo auch freye Benuzung ſeines Erwerbs und ſeines Eigenthums. Dieſe Ehrfurcht fuͤr Eigenthum im allgemeinſten Sinne, iſt die Baſis der buͤrgerlichen Geſellſchaft, des Staatsvereins. Ohne ſie iſt aller Gewerbfleiß paralyſirt, aller Wohlſtand undenkbar. Nie wird alſo die Nazional⸗ Oekonomie eine Staatspolizeygewalt mit der Berechtigung an⸗ erkennen: von der Haushaltung des einzelnen Staatsbuͤrgers Rechenſchaft zu fordern, die Quellen ſeines Erwerbs und ſei⸗ nes Aufwands zu bilanziren, und dem leztern Schranken zu ſezen. Eine ſolche Staatsinquiſizion wuͤrde der Willkuͤhr unermeßlichen Spielraum oͤffnen, und alle Auellen des Na⸗ zionalwohlſtands auftrocknen. Die Staatspolizey muß ſich alſo, wenn ſie als Schuzgeiſt der Sitten erſcheinen ſoll, zu Maasregeln erheben, die mit dem reinem Prinzip der Nazio⸗ nal⸗Oekonomie, alſo der Befoͤrderung des Nazionalwohlſtands in Eintracht ſtehen. Das vorzuͤglichſte und ausgebreitetſte iſt: die Befreyung der Induſtrie von allen Feſſeln, und die Befoͤrderung der Pro⸗ dukzion. Nur Freyheit kann die Induſtrie auf den hoͤchſtmoͤg⸗ lichen Grad ſpannen, und wenn die hoͤchſtmoͤgliche Maſſe von Erzeugniſſen hervorgebracht wird, ſo iſt eben dadurch dem Aufwand ein ſo fernes Ziel geſteckt, daß er nicht leicht bis zu dem Punkt ſteigen kann, den ich als lururioͤs bezeichne. ————yIEExAAAQAAWEEN 472 Jener Befoͤrderung der Produkzion muͤſſen nur mit Strenge vollzogene Kreditgeſeze zur Seite ſtehen. Nur dann kann die Nazional⸗ Oekonomie Aufwandsge⸗ ſeze mit ihrem Prinzip vereinbar finden, wenn von einem Aufwande die Rede iſt, der, ohne Lebensgenuß zu gewaͤhren, dem einzelnen Staatsbuͤrger durch die Macht ſinnloſer Ge⸗ wohnheiten und Gebraͤuche aufgedrungen wird, als z. B. der Aufwand bey Kindtaufen, Begraͤbniſſen und andern oͤffent⸗ lichen Feyerlichkeiten. Hier vermag der einzelne Staatsbuͤrger der oͤffentlichen Meinung, dem Vorurtheile, nicht ohne ſeinen Nachtheil zu trotzen, die Staatspolizey muß ihm alſo zu Huͤlfe kommen. 568. Den ſicherſten und wohlthaͤtigſten Spielraum hat wohl die Staatspolizey, indem ſie die Geſelligkeit, den Gegen⸗ ſtand ihrer Gewalt befoͤrdert, und deren Bande verehrt und erweitert. Das allgemeinſte Mittel iſt: die Befoͤrderung der in⸗ nern Schifffahrt durch Kanaͤle, und der Straßenbau. Straßen ſind das Weltband; der Verkehr, die Geſellig⸗ keit ſind es, durch welche ſich der Menſch am Menſchen reibt, der Menſch mit dem Menſchen amalgamirt, und dieſe Reibun⸗ gen, aus welchen Politur hervorgeht, dieſe Verſchmelzungen ſind es, welche den Lokalismus vertilgen, und mittelſt des Durchkreuzens der von Klima, Geſezen und Gewohnheiten vermannigfaltigten Temperaments⸗Individualitaͤten, neue Erſcheinungen, neue Geſtalten, aus dem Schoße der Menſch⸗ heit hervorrufen, alſo Fortſchritt zum Edlen, Guten und Schoͤnen, Veredlung bewirken; nur ſie koͤnnen auch die Menſchheit vor dem Herabſinken bis zur Brutalitaͤt bewahren; in ihnen liegt die Civiliſazion. Die unermeßlichen Vortheile des Straßenbaues fuͤr den Nazionalreichthum, alſo fuͤr den phyſiſchen Wohlſtand, beduͤrfen wohl keiner Auseinanderſezung. Der Grad der kom⸗ * — ———-— merziellen Produkzionskraft iſt bey den mehreſten, vorzuͤglich induſtriellen Produkten, ein ſehr bedeutender Theil ihres ver⸗ glichenen Werths, alſo auch ihres Preiſes. Dieſer Grad des Preiſes der kommerziellen Produkzions⸗ kraft wird durch Mangel guter Straßen ſehr erhoͤht; und alle die Transportkoſten, welche durch unfahrbare Wege ver⸗ anlaßt werden, ſind eine nicht blos unoͤkonomiſtiſche, ſondern ſelbſt antioͤkonomiſtiſche Produkzion; denn ſie zehrt vem wah⸗ ren Lebensgenuſſe; je wohlfeiler die Produkte, je ausge⸗ breiteter und groͤßer nothwendig dieſer Lebensgenuß. 569. 8. Nazional⸗Oekonomiſtiſche Juſtizgeſezgebung und Verwaltung. Wichtig iſt unſtreitig der Einfluß der Juſtizgeſezgebung auf den Nazionalwohlſtand. Iſt nun vor allen Dingen die Unabhaͤngigkeit der Juſtiz⸗ gewalt durch die Staatsverfaſſung ſicher geſtellt, ſo bedarf es nur einer weiſen Geſezgebung, um der Juſtiz ihre Wuͤrde, als beſchuͤzenden Genius des Eigenthums, im allgemein⸗ ſten Sinne, zu bewahren, deſſen Sicherheit die erſte Vorbe⸗ dingung des Nazionalwohlſtands iſt. Mit dem Fortſchritte der Bildung muͤſſen die Beduͤrfniſſe, alſo die Kolliſionen in der Geſellſchaft die mannigfaltigen Er⸗ ſcheinungen der menſchlichen Leidenſchaften und Gemuͤthsregun⸗ gen ſich nothwendig haͤufen; alſo auch die Zahl der Gegenſtaͤnde der Juſtizgeſezgebung, und die Schwierigkeiten in ihrer An⸗ wendung und im Vollzuge. In dieſer immer fortſchreitenden Naſſe der menſchlichen Erkenntniſſe und Beduͤrfniſſe liegt an ſich die immer wachſende Zartheit der Graͤnzlinien des Rechts und Unrechts; die immer zunehmende Schwierig⸗ keit, Taͤuſchung von Wahrheit zu ſondern, und fuͤr das Rechte einen feſten Standpunkt zu finden. Dieß macht denn immer mehr und mehr in der Juſtizgeſezgebung Klarheit, Be⸗ ſtimmtheit und Vollſtaͤndigkeit nothwendig. 2 ¾ 474—— 570. G dringend aber auch dieſe Nothwendigkeit ſich dem ge⸗ bildeten Geiſte aufdringt, ſo langſam iſt er doch in deren Be⸗ friedigung fortgeſchritten. Man begnuͤgte ſich, die Urtheils⸗ ſpruͤche einzelner, mit den erſten Prinzipien des Naturrechts bekannter Maͤnner, uͤber einzelne menſchliche Handlungen und Gegebenheiten zu ſammlen, und ihren Einſichten dadurch auf Koſten der Menſchheit zu huldigen, daß man ihnen an⸗ fangs ſchweigend, und in der Folge ausdruͤcklich, die Kraft poſitifer Geſeze beylegte. Dieſe auffallende Erſcheinung kann uns nur die Geſchichte erklaͤren. Die ewigen Kriege, welche Europa ſeit Jahrhunder⸗ ten in Bewegung ſezten, mußten nothwendig, zumal ſeit der Erfindung der ſtehenden Heere, die Tendenz der Staatsver⸗ waltungen, vorzuͤglich auf die Ausbildung der Finanzge⸗ ſezgebung und die Maasregeln zu Erhaltung der aͤußern Sicherheit richten. Die mit der Sittenverfeinerung wachſende Maſſe von Leidenſchaften und Beduͤrfniſſen mußte bey den Staatsverwaltern ſich um ſo leichter auf den Finanzgeiſt werfen, als das reine Prinzip des Staatszwecks Muͤhe hatte, ſich aus dem nicht ſyſtematiſchen Urſprung der Gewalt ſelbſt hervor zu arbeiten; dann, erſt dann, wenn die Zeit dieſen Urſprung, welcher er auch ſey, geheiligt hatte, konnte auch der Zweck deutlich und klar wieder erſcheinen. Die Finanzgeſezgebung und die Militaͤrorganiſazion ver⸗ ſchlangen alſo Jahrhunderte lang die Aufmerkſamkeit derjenigen Staaten, die vermoͤge ihrer Groͤße, der Maſſe ihrer Einwoh⸗ ner und des Bewußtſeyns ihrer innern Konſiſtenz, das Be⸗ duͤrfniß einer klaren und vollſtaͤndigen Juſtizgeſezgebung, am dringendſten fuͤhlen mußten. 571. Die peinliche Geſezgebung, auf welcher die Sicherheit der wichtigſten menſchlichen Guͤter, die Zuͤgelung der regelloſen Leidenſchaften beruht, hat in Europa noch weit weniger Fort⸗ den lang Geit rcge 7 nenitz keist weiſhn dahi demt ſchtn birs Seites (tvaens 1 bn ſchen augſp. wele ſeinn gemn ſchon 6 6 V V 475 V em ge ſchrieee gemacht. Noch fehlt es hier beynahe allenthalben an n R⸗ einem dem Zeitgeiſte entſprechenden Kodex. theils 1— G dects.. 375* umnd. Die buͤrgerliche Geſezgebung iſt der Schuzgeiſt des durch V Eigenthums, ſo wie der freye Genuß des Eigenthums, der an.„ Zweck der Nazional⸗Oekonomie. Krft Von dieſer Wahrheit haͤtten, ſo ſollte man glauben, alle Staatsverwaltungen ergriſſen werden, es haͤtte alſo ihre ſie Tendenz dahin gehen ſollen, dieſem Schuze die hoͤchſte moͤg⸗ d liche Energie zu geben. Von ihr waren ſelbſt diejenigen wilden nie Voͤlkerſchaften durchdrungen, welche bey einfacheren Sitten, 1 den groͤßten Werth der Juſtiz, in der ſchleunigen Mitthei⸗ zäntt⸗ lung des Schuzes ſuchten, und dieſer Eile ſelbſt die ſtrenge nige Gerechtigkeit, die aͤngſtliche. Abwaͤgung der Eigenthums⸗ 15. rechte, opfern zu muͤſſen glaubten. e) d Man muß uͤber jene Vernachlaͤßigung um ſo mehr erſtau⸗ geit nen, wenn man dieſes allgemeine tiefe Gefuͤhl der Fluͤchtig⸗ bate keit des menſchlichen Daſeyns uͤberhaupt, und noch cbt weit mehr der Spanne der Genußzeit betrachtet; dieſen dinn daher ruͤhrenden Heißhungernach a ugenb lickt iche m Genuß, dem der Menſch alles unterordnet, ſelbſt die glaͤnzendſten Aus⸗ Ba ſichten der Zukunſt; kraft deſſen er ſich ſtets an das Gegen⸗ waͤrtige haͤlt, und das Zukuͤnftige, bey der ihn auf allen verr Seiten umgebenden Wandelbarkeit aller irdiſchen Dinge, als nigen etwas ihm beynahe fremdes betrachtet. vo Ein tieferer pſychologiſcher Blick haͤtte alſo die Geſezge⸗ 5 Bu bung belehren ſollen, daß Beſtimmtheit fuͤr den Men⸗ 7 am. ſchen den hoͤchſten Werth beſize; daß er alſo auch die widrigſte augenblickliche Entſcheidung jenem Halbdunkel vorzieht, in welches der ſchwerfaͤllige Gang der prozeſſualiſchen Formen hethet ſein Schickſal huͤllt, und daß ein Gluͤck, das er Jahre in ewi— gelloen gem Schwanken zwiſchen Furcht und Hoffen erſehnte, oft dann er Folt ſchon aufgehoͤrt hat, fuͤr ihn ein Gluͤck zu ſeyn, wenn er es endlich erringt. „ —44— 475— 373. Noch weit wichtiger muß dem Menſchen dieſe Energie in der peinlichen Geſezgebung ſeyn, die ſeine wichtigſten Guͤ⸗ ter, Leben, Freyheit und Seelenruhe zum Gegenſtand hat. Allenthalben aber iſt es wahr, daß gewiſſes Ungluͤck leichter ſich traͤgt, als duͤſtre Zukunſt. 574. Einige Staaten, und darunter vorzuͤglich der Brittiſche, ſind auf die Idee gerathen, in der Juſtizverwaltung das Pal⸗ ladium der Staatsbuͤrgerlichen Freyheit in der Jury, den Geſchwornen⸗Gerichten zu ſuchen. Ihre Schlußfolge war, daß der Menſch, eiferſuͤchtig auf ſeine Freyheit, die Einſchraͤnkung derſelben am ſicherſten ſeinen Genoſſen anvertraut zu ſehen wuͤnſchen werde, daß dieſe, am beſten mit ſeinen Anſichten, Sitten und Beduͤrſniſſen ver⸗ traut, auch am faͤhigſten zur Beurtheilung der Kolliſionen ſeyn, die durch ſie veranlaßt wuͤrden.— Es bedarf noch einer tiefe— ren Unterſuchung, ob dieſe Anſicht wirklich die richtige iſt? Es ſcheint vielmehr, als ob dies gerade nicht der wahre Weg ſeyn duͤrfte, den Zweck der Juſtizverwaltung, naͤmlich die Erforſchung der Wahrheit zu erreichen, denn gerade dieſe Erforſchung ſcheint vielmehr Menſchen zu fordern, die uͤber die engen oder ſchiefen Anſichten derjenigen, deren Leiden⸗ ſchaftsſpiel den Streit geſchaffen hat, erhaben, mit einem hoͤhe⸗ ren oder doch von Stand und Gewohnheit nicht verkruͤppelten Geiſte jene Diskuſſionen zu Aherſchanen, und vorurtheilsfrey zu pruͤfen vermoͤchten. Unerlaͤßlich zu Bewahrung der buͤrgerlichen Freyheit ſcheint hingegen in der peinlichen Juſtizverwaltung die Publizitaͤt der Verhandlungen zu ſeyn. 575 Die Brittiſche Nazion, der man tiefe Blicke in den Geiſt der geſellſchaftlichen Verfaſſung zugeſtehen muß, hat fer⸗ —S— ———— 477 ner eine Schuzwehre der buͤrgerlichen Freyheit in der buch⸗ ſtaͤblichen Anwendung der Geſeze geſucht, und aller⸗ dings hat dieſe Anſicht um ſo mehr fuͤr ſich, als ſie die Al⸗ leinherrſchaft der Geſeze beguͤnſtigt. 8 Es giebt keinen dem Nazionalwohl nachtheiligern Zuſtand als den der Willkuͤhr; ſelbſt die widerſinnigſte Geſezgebung iſt jenem Zuſtande vorzuziehen. Indeß koͤnnen aus jener aͤngſt⸗ lichen Anwendung des geſezlichen Buchſtabens ſehr nachtheilige Folgen fuͤr das allgemeine Wohl entſpringen. Eben deswegen iſt hoͤchſtmoͤgliche Vollſtaͤndigkeit der Geſezgebung das ficherſte Palladium der buͤrgerlichen Freyheit. 576. Unter die allgemeinen Gebrechen der Juſtizgeſezgebung gehoͤrt vorzuͤglich die Koſtbarkeit der Juſtiz, das Spor⸗ telſyſtem mit allen ſeinen verwuͤſtenden Folgen. Schuz des Eigenthums iſt das Urprinzip des Staatsgeſellſchaftlichen Verbands; den Staatsbuͤrger gerade dann und da zu verlaſſen, wo er dieſes Prinzip in Anſpruch zu nehmen, in den Fall kommt, iſt offenbar gegen dieſes Prinzip. Dieſe Feilheit der Juſtiz iſt es, die dem Staͤrkern, dem Reichern, die Bewahrung ſeines Eigenthums erleichtert, dem Aermern, dem Schwaͤchern erſchwert. Selbſt bey aufe geklaͤrten Nazionen hat man das Sportelweſen, alſo die Mit⸗ theilung der Juſtiz, in die Klaſſe der indirekten Auflagen ge⸗ ſezt; ja ſie zu einer hoͤchſtdruͤckenden und den Nazionalwohle ſtand gevade in ſeinen weſentlichen Beſtandtheilen und am tief⸗ ſten verwundenden Hoͤhe getrieben. Die Furcht, daß durch unbezahlte Juſtizpflege Pro⸗ zeſſe ſich vervielfaͤltigen, die Unſicherheit des Eigenthums ſtei⸗ gen, und die ohnehin raſtlos regen Leidenſchaften der Menſchen in erhoͤhter Gaͤhrung erhalten werden duͤrften, kann die Be⸗ zahlung der Juſtizpflege nicht rechtfertigen. —————yy—ZE— 73 47— 4 1 Die richtende Gewalt kann durch Strafen den unruhi⸗ gen oder boshaften Sroͤrer fremder Ruhe zur Ordnung und zur Ehrfurcht gegen das Geſez zuruͤck fuͤhren. Juſtizpflege iſt der weſentlichſte Theil des Staatsſchuzes, ſo wie dieſer des Staatszwecks. Der Staat iſt ſie dem Staats⸗ buͤrger ſchuldig; ſie iſt zu Erhaltung des Staats nothwen⸗ dig; ſie iſt alſo Staatsaufwand. Als indirekte Auflage iſt aber die Bezahlung der Ju⸗ ſtizpflege gaͤnzlich unvereinbar mit dem Nazional⸗Oekonomie⸗ prinzip. 577- Das ſicherſte Mittel zu Vervollkommnung dieſes Theils der Geſezgebung iſt die Bildung der Nazion, die Aufklaͤrung uͤber Rechte und Pflichten. Dadurch wird der Wirkungskreis der Juſtizverwaltung wohlthaͤtig eingeſchraͤnkt. —— — —ʒę—O˖᷑—— Verbeſſerungen. Seite 42 Zeile 18 — 48 un — 410 — 421 — — 19 4 19 15 16 27 ſtatt: die lies: den ſt. entſtehende Maͤngel l. entſtehenden Mangel ſt. worden l. werden 4 ſt. vermindert l. vermindern ſt. das l. daß ſt. produziren l. produzire ſt. hirte l. hirt vorlezte ſt. Stoffe⸗Fonds l. Stoff⸗Fonds 4 9 28 8 10 28 22 18 26 9 4 ſt. in einem dem Nazional ꝛc. l. in einem Na⸗ zional ꝛc. ſt. Heyden l. Haiden ſt. dem l. den ſt unproduzirende l. urproduzirende ſt. Verwaltung l. Haushaltung ſt. an l. im ſt. der Seltenheit ꝛc. l. oder Seltenheit ſt. austauſchen koͤnnen l. austauſchen zu koͤnnen iſt nach Metallmuͤnze— verſchlungen,— zu ſetzen fehlt hinter entſprang das Komma ſt. Geiſtesarbeiten l. Geiſtesarbeiter vorletzte Zeile ſt. gleich l. zugleich letzte Zeile nach dem Wort Gelegenheit, fehlen die 3. 19 17 27 14 11 Worte: zu gewaͤhren ſt. Anleihe l. Anleihen ſt. Ideale zu der Staatsform l. Ideale der Staatsform ſt. die Regierung muß dieſe Verlezung l. die Regierung muß durch dieſe ꝛc. ſt. Sittengewohnheiten l. Sitten, Gewohn⸗ heiten ſt. betragen l. beytragen