Johann Senebier's, Dieners des göitlichen Worts, Bibliothekars der Republik Genf und Mitgliedes der Soc. der Wiſſenſchaften zu Harlem, Phyſikaliſch⸗chemiſche 4 Abhandlungen 1 8 ₰ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts lauf alle drei Reiche der Natur und auf das Pflanzenreich inſonderheit. Vierter Theil. Aus dem Franzoͤſiſchen. Mit Kupfern. —— Mit Churfuͤrſtl. Saͤchſiſcher Freiheit. —ᷣ—ᷣ—ÿ—ÿ—ᷣ—ᷣ—ᷣ————— Leipzig, bei Friedrich Gotthold Jacobaͤer, 1 7 5. —-— Vorrede. o die hier erſcheinenden neuen Unterſu⸗ chungen, die ich bereits in den erſten Baͤn⸗ den dieſes Werks ankuͤndigte, ein chemiſcheres Anſehen erhalten haben, als die vorhergehenden; ſo ſehe ich mich genoͤthigt, der Chemie, mit der,— und beſonders mit dem Studium des Pflanzen⸗ reichs,— beruhmte Naturforſcher ſich ungern bekannt machen, eine Schutzrede zu halten. Mei⸗ ne Achtung fuͤr ihre Meinung verbindet mich, die Gruͤnde fuͤr die meinige anzufuͤhren, und ihre Wahrheitsliebe macht mir Hofnung, daß ſie ſich gluͤcklich ſchaͤtzen werden, einen neuen Weg zu Entdeckung derſelben zu finden. Iſt es rathſam, die Chemie beim Studium der Naturlehre, der Naturgeſchichtr und der Ge⸗ heimniſſe der Vegetation zu Huͤlfe zu nehmen? a 2 Die⸗ Vorrede. Dieſe Frage ſcheint mir einen wichtigen Eingang diille zu dieſem Werke zu machen und wenn ſie gleich ſoret nicht ganz ſo unterſucht iſt, als ſie's verdient, ſo 9 wird ſie doch wenigſtens auf einige Augenblicke tefers die Augen auf wichtige und nuͤtzliche Gegenſtaͤn⸗ dene de richten. brau Mil Es leuchtet ein, daß wenn ſich aus den Geſe⸗ Sta tzen der Bewegung alle Erſcheinungen der Vege⸗ del tation erklaͤren ließen, es unnoͤthig ſeyn wuͤrde, tallen neue Mittel zu ihrer Erforſchung aufzuſuchen. Cheis Da aber die vortreflichen Philoſophen,— wel⸗ die che die Pflanzen mit ſo vieler Geſchicklichkeit und müͤhg Genie beobachteten,— da die Grews, die wohſi Malpighis, die Duhamels, die Bonnets uns kaum die Zergliederung der Pflanzen kennen ge⸗ V V A lehrt haben, da ſie die Phyſiologie derſelben da⸗ ufi durch, daß ſie ihren Faſern nachforſchten und ihre 4G Gefaͤße verfolgten, ſo wenig erweitert, und die guſt Fluͤſſigkeiten, welche dieſe Gefaͤße beleben, kaum vone kennen gelernt haben; ſo wird man wohl die Hof⸗ ſch nung aufgeben, weiter als dieſe Gelehrte in An⸗ kan⸗ wendung ihrer Mittel gehen zu wollen, da ſie dar⸗ V ren aus bereits allen moͤglichen Nutzen gezogen haben. F Alſo nur durch neue Sehroͤhre konnte man ſich könn vernuͤnftigerweiſe einen neuen Geſichtskreis und 1 viel⸗ en Eingrng n ſie geih derdient, ſ Augenblice Gegenſen⸗ d den Gi en der Vag⸗ ſeyn vde aufflllühen, en,— b ſichkeit un rews, di inets und kennen ge⸗ rſelben da⸗ en und ihre t, und die ſeben kaum ohldie hhf ſthrte in A da ſeeda⸗ zogen hebe aben. nte man ſch tras m hil Vorrede. vielleicht neue Bahnen fuͤr neue Wahrheiten ver⸗ ſprechen. Daher glaubte ich, die Chemie koͤnnte mir zu tieferer Erforſchung der Phyſiologie der Pflanzen dienen, und ich ſchloß aus dem gluͤcklichen Ge⸗ brauche dieſer Wiſſenſchaft in dem Thier⸗ und Mineral⸗Reich auf ihre Wichtigkeit in dieſem Studium. Nicht vergebens hat man das Blut, die Galle, den Magenſaft, die 3 und Me⸗ talle zerlegt. Nicht vergebens wendet man die Chemie auf die Heilkunde au. Verſchmaͤht alſo die Natur in dieſen Faͤllen nicht immer die Be⸗ muͤhungen der Chemiker, ſo darf man ſich ja wohl mit Vertrauen denſelben Erfolg bei andern Gelegenheiten verſprechen. Allerwegen, wo zuſammengeſetzte Koͤrper ſind, da ſind auch Beſtandtheile. Die Eigenſchaften der Erſtern entſpringen nothwendig aus den Ei⸗ genſchaften der Letztern, welche die Erſtern her⸗ vorbringen. Wird mans aber wohl fuͤr moͤg⸗ lich halten, daß man das Zuſammengeſetzte zu kennen vermoͤge, ohne deſſen Beſtandtheile, de⸗ ren Anzahl, und Verbindungsmittel zu kennen? Wuͤrde man ſich wohl die Kenntniſſe erwerben koͤnnen, ohne die Grundtheile der Miſchung zu ſcheiden, ohne ſie wieder zuſammenzuſetzen und a 3 ohne Vorrede. ohne die Wirkungen des Koͤrpers, den man in der Verbindung der Haupttheile, die man in ihm zu enrdecken glaubt, beobachtet, hervorzubrin⸗ gen? Dieſer Weg ſcheint mir die ſtrengſte Lo⸗ gik zu verrathen, und dieſer Weg iſt gerade der, welchen eine aufgeklaͤrte Chemie jederzeit befol⸗ gen wird. Warum betrachtet man gemeiniglich die Che⸗ mie als eine Wiſſenſchaft, die unter denen, die ſich mit Unterſuchungen der Erſcheinungen in der Natur beſchaͤftigen, ein Fremdling iſt? Ich ſehe nur Eine Urſache davon, daß Vorurtheile den Philoſophen ſo wohl beherrſchen, als den Nichtphiloſophen. Stellt man uͤbrigens eine ernſthafte Betrachtung an; ſo nimmt man bald wahr, daß die Chemie nichts anders, als ein Zweig der Experimental⸗Phyſik und zwar einer der nuͤtzlichſten iſt. Kann man ſich gegenwaͤr⸗ tig wohl wichtige Fortſchritte in dem, was man Phyſik und Naturgeſchichte nennt, verſprechen, ohne Beihuͤlfe der Chemie? So wie ich mir aber nicht einbilden kann, daß man eine Maſchine zu kennen vermoͤgend ſei, wenn man gleich ihre Hebel und Triebwerke in Bewegung geſetzt, ja ſogar ſich einen allgemeinen Plan von allen ih⸗ ren Theilen gemacht und ihr Ganzes nebſt deſſen ein⸗ einze hat, iheer Ind d ceſ ſo wi man gif giſc und man nn eine Ma lneg dabi Jſ vena ſci anw ſan den! zen 1 1 ein V ſen man in dan in ihm votzubrin⸗ dehgſte Ko⸗ Kaade de, anit befa⸗ ich di Ge denen, die ngen inder it? I Vorurthele , als den igens eine man bald Mals ein war einer gegenwar⸗ was man erſorechen, ie ich mir Machine gleich he gefezt, ſa n alen ⸗ nöſtdſſe din⸗ Vorrede. einzelnen Theilen in einen genauen Riß gebracht hat, ſo lange man die Beſchaffenheit der zu ihrer Ausfuͤhrung verbrauchten Baumaterialien und deren Verhaͤltniſſe zu den Wirkungen, wel⸗ che ſie hervorbringen ſollen, nicht kennt: Eben ſo wird man die Unmoͤglichkeit einſehen, daß man ſich von einem Steine einen richtigen Be⸗ griff machen koͤnne, wenn man gleich ſeine Haͤrte geſchaͤtt, ſeine Farben und Geſtalt abgemahlt und ſein Gewicht berechnet hat? Kaum wird man ihm noch ſeine Stelle in einem Namensver⸗ zeichniſſe anweiſen koͤnnen und von Erforſchung ſeiner Natur wird man noch weit entfernt ſeyn. Man wird ihn durch die Saͤuren pruͤfen, ihn ins Feuer bringen, und mit tauſenderlei Koͤrpern verbinden, und dann erſt wird man anfangen zu glauben, daß man vollkommne Begriffe habe, wenn man ſie anders haben kann. Dieſes Bei⸗ ſpiel laͤßt ſich auf Metalle, Thiere und Pflanzen anwenden. Betrachtet man aber dieſe Gegen⸗ ſtaͤnde unter dieſem Geſichtspunkte, wird man denn noch Verſuche ſolcher Art, mit den Pflan⸗ zen vorgenommen, fuͤr unnuͤtz halten? Die ganze, von mir aufgeworfene, Frage ſchraͤnkt ſich alſo auf dieſe ein: Iſt die Chemie ein gutes Mittel, um in die Geheimniſſe der a 4 Natur Vorrede. Natur zu dringen? Verſteht man nun unter Chemie jene allgemeine Wiſſenſchaft, welche die Natur der Koͤrper durch Mittel unterſucht, die ihnen eigen ſind, ſo iſt die Frage aufgeloͤſt; denn die Chemie eines Scheele, Bergman, Lavoi⸗ ſter und Prieſtley iſt dieſe erhabene Wiſſenſchaft und jeder Naturforſcher wird ſich freuen, daß er weiß, es gebe eine ſolche Wiſſenſchaft und ſolche Gelehrte. Koͤnnte man die Koͤrper a priori kennen ler⸗ nen, ſo waͤre es ohne Zweifel leichter, ſie durch Huͤlfe der Einbildungskraft allein zu ſtudiren, als ſie durch Verſuche zu analyſiren. Da aber die Herrſchaft der Einbildungskraft in der Phy⸗ ſik ein Ende hat; ſo bleibt weiter nichts uͤbrig, als ein gruͤndliches Studium der Thatſachen, um die Erſcheinungen an Koͤrpern zu ergruͤnden. Die Naturgeſchichte,— von welcher Seite man ſie auch betrachtet,— kann weiter nichts ſeyn, als die Kenntniß der Thatſachen und die Samm⸗ lung der unmittelbaren Begriffe, die ſie uns ver⸗ ſchaffen. Wir duͤrfen nicht zweifeln, daß wenn die Naturgeſchichte einmahl ihre Vollkommen⸗ heit erreicht haben wird, keine Hypotheſen mehr ſeyn werden, ſondern man jede Wirkung in ih⸗ rer Urſache erblicken wird, Alsdann wird eine eine lerl und hnde⸗ ches) ben,: 1 Win brac mechſ das immng ern) deslg qud b auf de ſtge alede nihtn wenng ſtudi ſind o m. bring ſest i ſachen nun untes welche de ſacht, di dſt; dena w. Lavei⸗ diſenſchaft ſen, daß e und ſoche kennen le ſie ducc wſudiren, Da aba der Phy⸗ ts übrig, cen, um grunden. diite man chts ſeyr, Samm⸗ euns der daß wen Nlkommen⸗ zeſe mer ung iri⸗ ann wid (ine Vorrede. eine einzige,— aus der engen Verbindung al⸗ ler Urſachen und aller gegenſeitig auf einander und wieder zuruͤckwirkenden Wirkungen beſte⸗ hende,— Kette das allgemeine Reſultat, wel⸗ ches die Summe aller Wirkungen ſeyn wird, ge⸗ ben,— die Welt. Aber durch was fuͤr Mittel werden denn die Wirkungen in der phyſiſchen Welt hervorge⸗ bracht? Ich kann ihrer nur zwei erkennen, die mechaniſchen und die chemiſchen. Es hat ſogar das Anſehen, als wirkten dieſe beiden Mittel immer gemeinſchaftlich in allen organiſirten Koͤr⸗ pern. Schließt man alſo aus dem Zuſtande des Koͤrpers, den man zu kennen wuͤnſcht, und aus der Art der Antworten, die man verlangt, auf die Art, wie die Natur zu befragen iſt; ſo iſt gewiß, daß man aus Thieren und Pflanzen alle die Belehrungen, die man zu haben verlangt, nicht anders wird herauslocken koͤnnen, als wenn man ſie aus dieſen beiden Geſichtspunkten ſtudirt, da dieſe Weſen der Bewegung faͤhig ſind und ſolche zu ihrem Daſeyn nothwendig iſt; ſo muß man ſie als Maſchinen, die zu Hervor⸗ bringung einer gewiſſen Wirkung zuſammenge⸗ ſetzt ſind und deren Bewegungen mitwirkende Ur⸗ ſachen dabei ſind, ſtudiren. Da man aber zu a 5 glei⸗ Vorrede. gleicher Zeit bemerkt, daß ſie Koͤrper, die mit ihnen fremdartig ſind, in ihre eigene Subſtanz umſchaffen, nachdem ſie ſie vorher aus andern, — zu dieſem Gebrauche beſtimmten,— Kor⸗ pern herausgezogen, und ſich alles deſſen entle⸗ digt haben, was ſich ihrer Subſtanz nicht aſſi⸗ miliren konnte; ſo kann man nicht anders, als man muß geſtehen, daß dies nicht anders be⸗ wirkt werden koͤnne, als durch Zerſetzung des naͤhrenden Koͤrpers und durch Zuſammenſetzung des zerlegten Theils mit dem genaͤhrten Koͤrper. Gehoͤrt nicht dies alles unmittelbar in das Ge⸗ biet der Chemie, oder iſt es nicht vielmehr eine doppelte chemiſche Operation, die allen Geſetzen der Verwandſchaften und Verbindungen unter⸗ worfen iſt? Und wenn man jemahls zu Ent⸗ deckung der Beſchaffenheit dieſer Zuſammenſetzun⸗ gen, ihrer Grundtheile und ihrer Verbindungs⸗ art gelangen wird; wird dies wohl auf andern Wegen, als auf denen, ſo uns die Chemie vor⸗ zeichnet, geſchehen? Es will mir daher ſchei⸗ nen, daß wenn die Kenntniſſe der Phyſiker noch ſo eingeſchraͤnkt ſind, dies daher ruͤhrt, weil ſie die Chemie noch nicht zu Erweiterung derſelben angewendet haben. Freilich kennen ſie weder die Huͤlfsquellen, noch die Huͤlfsmittel dieſer Wiſ⸗ die mi Sübſhan andern, — Kr⸗ ſeg enlle nicht gſſe ders, ads anders be hung des genſezung Körxer. das Ge 3 nehr eine Geſezen munter zu Ent⸗ aſſetzun⸗ ndungs⸗ ſandern mie dor⸗ zet ſch⸗ lkar voc well ſe derſaben ſe wae de de Vorrede. Wiſſenſchaft, und ſehen im Chemiker nur den Metallurgen und gemeinen Apotheker, bedenken aber nicht, daß der aͤchte Chemiker,— der auch Metallurg und Apotheker ſeyn kann,— doch vornehmlich immer guter Phyſiker und der Ein⸗ zige iſt, der ſich im Stande befindet, die Ope⸗ rationen der Natur zu ſtudiren, die Grundtheile der Koͤrper kennen zu lernen, die Urſachen ihrer Verbindung aufzudecken, die Geſetze ihrer Zu⸗ ſammenſetzung zu erklaͤren, und bis auf die dar⸗ aus entſpringenden Wirkungen zu kommen. Auf ſolche Art zerlegt Hr. Scheele den Arſenik, ſchei⸗ det ſeine Saͤure und ſein Brennbares, und ſtellt das Halbmetall in ſeiner glaͤnzenden Geſtalt wie⸗ der her, indem er die Arſenikſaͤure, die er aus demſelben zog, mit dem Brennbaren,— das er ohne Unterſchied allerwegen dazu nimmt,— ver⸗ bindet. Freilich unterlaͤßt man uͤber den Experimen⸗ ten das Beobachten, und anſtatt die Natur in ihrer Einfachheit zu betrachten, ſtudirt man ſie unter Umſtaͤnden, in die ſie durch uns verſetzt worden. Ohne Zweifel leidet die Geuͤndlichkeit ihrer Antworten durch dieſe Veraͤnderungen. Die Natur redet nicht mehr von ſelbſt, ſie wird gezwungen, ſich zu erklaͤren, aber ſie reder doch 4 Vorrede. doch immer ihre Sprache, und ob ſie gleich we⸗ niger rein iſt, bleibt ſie doch immer lehrreich. Ue⸗ berdies iſt der Chemiker Logiker, und da er weiß, was er der Natur fuͤr Gewalt anthut; ſo macht er auch einen Unterſchied unter den Modifikatio⸗ nen, welche dieſe Gewalt in ihren Antworten erzeugen muß; wenn er ſonach das, was von den angewendeten Mitteln abhaͤngt, abzieht, ſo findet er beinahe die Wahrheit, die er ſucht. So weiß er, zum Beiſpiel, daß das Feuer, indem es die Koͤrper zerſetzt, durch eine neue Verbin⸗ dung ihrer getrennten Elemente neue Weſen her⸗ vorbringt, und er ſieht wohl ein, daß dieſe neue Zuſammenſetzung ihm die unmittelbare Zuſam⸗ menſetzung der Grundtheile, welche die neuen zuſammengeſetzten Weſen erzeugen, raubt. Da aber die chemiſchen Verſuche auf ſehr ſichern Grundſaͤtzen beruhen, ſo ſieht man bald, was zu ihrem gluͤcklichen Ausſchlage beitraͤgt, was ſie hindern kann, oder vielmehr alles, was ſich ereignet, um das Reſultat des unrernommenen Verſuchs zu erhalten. Kurz, man wird immer bemerken, daß alle Unterſuchungen, die ſich uͤber beſondere Gegen⸗ ſtaͤnde der Phyſik und Naturgeſchichte anſtellen laſen⸗ auf dies chemiſche Studium des Gegen⸗ ſtan⸗ leich we jic. Ue ee bbelß, ſ wacht ditatio tworten was von dicht, ſ icht. Eo e, indem Verbin⸗ ziſen her lieſe neue Zuſam⸗ e neulen D ſichern ), was t was was ſich mmenen daß ale 4 Gegen⸗ anſeelen L iw Vorrede. ſtandes, der den Beobachter beſchaͤftigt, hinaus⸗ laufen, ſobald man ſich davon gruͤndliche und vollkommene Kenntniſſe erwerben will. Ich fuhle es ſehr wohl, und glaube, jedermann werde es mit mir fuͤhlen, daß es mir weit leichter wer⸗ den wuͤrde, den Stoff, der mich beſchaͤftigt, zu bearbeiten, wenn wir in der Zerlegung der Ve⸗ getabilien weiter waͤren, und, nach meinen Ab⸗ ſichten, wuͤrde ich manchmahl geneigt geweſen ſeyn, mich dran zu wagen, wenn ich nicht die Groͤße der Unternehmung und die Schwaͤche mei⸗ ner Kraͤfte fuͤhlte. Man wird nun wohl einſehen, daß es un⸗ moͤglich war, meine Verſuche ſo weit zu treiben, wenn ich nicht den Weg betrat, den ich gewaͤhlt habe. Ich werde trocken und langweilig ſeyn, ich werde aber merkwuͤrdige und neue Thatſa⸗ chen aufſtellen, und ſorgfaͤltig angeſtellte und ge⸗ nau verglichene Verſuche beſchreiben. Man wird mich vielleicht noch uͤber viele Dinge, die ich nicht erwaͤhnt, befragen, ich bin aber auch weit entfernt zu glauben, daß ich dieſen Gegen⸗ ſtand erſchoͤpft habe. Ich fuͤhle immer mehr ſei⸗ nen Umfang. Jenem Schiffer gleich, der aus einem tiefen Meerbuſen herausſegelt, der ſich ihm, je weiter er herauskoͤmmt, immer mehr oͤfnet, bis Vorrede. bis er auf die hohe See gekommen iſt, laͤßt mich jeder Schritt eine Menge neuer, die ich thun ſollte, erblicken, und den Zeitpunkt bedauern, da meine Geſundheit mir groͤßere Arbeiten ver⸗ ſtattet haͤtte. Gegenwaͤrtiger Band enthaͤlt vier Abhand⸗ lungen, die dem Anſchein nach ſehr verſchieden be⸗ wenn man ſie nach ihren Gegenſtaͤnden be⸗ trachtet, die aber auf Eins hinauszulaufen ſchei⸗ nen, wenn man ſie in ihren Beziehungen be⸗ trachtet. Die erſte Abhandlung zeigt den Einfluß des Sonnenlichts auf die Umſchaffung der fixen Luft in reine durch die Wirkung der Pflanzenblaͤtter, die ihm unter Waſſer ausgeſetzt ſind. Ich zeige darin, wie die unter gemeines Waſſer gemiſch⸗ ten Saͤuren die fixe Luft aus der im Waſſer auf⸗ geloͤſten Kalkerde entbinden und den Blaͤttern zu verarbeiten geben. Ich zeige ferner die große Moͤglichkeit der Zerſetzung der meiſten von den Mittelſalzen, desgleichen von denen, die einen erdigen oder metalliſchen Grundſtoff haben, durch Vermehrung der Menge reiner Luft, wel⸗ che gedachte Salze aus den Blaͤttern, die in dem mit nic harc ich he 9. henm. u ſdiß unnc vortttt neuc ſciar genſg ſt mi h thun dauhen, ten ber⸗ Abhend. eſchüden inden be⸗ fen ſchi⸗ ngen be⸗ luß des en Luft blaͤtter, h zeige emiſch ſer auf⸗ ttern zu e groſe von den ie einen haber ft i⸗ in dem mit Vorrede. mit ihnen vermiſchten Waſſer an der Sonne ſte⸗ hen, herauszwingen. Die zweite Abhandlung liefert viele neue Ver⸗ ſuche, welche zeigen, daß die reine Luft, wel⸗ che die in gemeinem Waſſer an der Sonne ſte⸗ henden Blaͤtter ausſtoßen, eine im Blatte ver⸗ arbeitete Luft iſt; daß die im Waſſer der Atmo⸗ ſphaͤre aufgeloͤſte fixe Luft eine darin erzeugte, und darin gewoͤhnlich nicht in großer Menge vorhanden iſt. Die dritte Abhandlung beſchreibt ebenfalls neue Verſuche, woraus ſich die Wirkung ver⸗ ſchiedener Koͤrper auf die Luftarten und ihr ge⸗ genſeitiger Einfluß auf einander entdecken laſſen wird. Die vierte Abhandlung endlich, enthaͤlt Be⸗ trachtungen uͤber die Natur deſſen, was man die Luftarten nennt, uͤber deren Theorie ſie eini⸗ ges Licht verbreiten werden. Ich war noch willens, einigen Perſonen, die ſo guͤtig geweſen ſind und mir Betrachtungen uͤber dieſes Werk mitgetheilt haben, einige Er⸗ laͤuterungen zu geben: allein die meteorologiſche Sonderbarkeit der Witterung und der außeror⸗ dent⸗ Vorrede. dentliche Dunſt, der bald mehr bald weniger die Sonnenſtrahlen aufgefangen und mich von An⸗ ſtellung der Verſuche abgehalten, hindert mich auch, daß ich ihnen die Antworten nicht erthei⸗ len kann, die ich der Natur wuͤrde abgefodert haben. Vielleicht bin ich zu Ende dieſes Jahrs gluͤcklicher und dann hoffe ich, durch Ertheilung der Erlaͤuterungen, die ſie zu wuͤnſchen ſcheinen, mich ſelbſt zu befriedigen. Inhalt. eniger de don An⸗ dan mich ct erther⸗ dögefodert eſes Jahes Ernheldug e ſcheinn p — Inhalt. Unterſuchungen uͤber den Einfluß des Sonnenlichts auf die Verwandlung der firen Luft in reine durch die Vegetation. Seile 1 1. Geſchichte dieſer Bemuͤhung. 1 2. Neue Mittel, die ich bei Anſtellung meiner Verſuche angewendet habe. 3 3. Reſultate meiner vorigen Verſuche. 4. 7. 4 Wiederhohlung und Vervielfaͤltigung der Verſuche, wodurch dargethan wird, daß die Luft, welche die Blaͤtter, wenn ſie unter Waſſer der Sonne ausgeſetzt werden, ausſtoßen, von ihnen aus dem Waſſer, in dem ſie liegen, eingeſogen und verarbeitet wird. 5 Von der Wirkung derer dem gemeinen Waſſer beige⸗ miſchten Saͤuren auf die Blaͤtter, die man in demſel⸗ brn der Sonne ausſetzt. 18 „Eigene Erſcheinungen, welche die in ſaͤuerlichgemach⸗ tem Waſſer liegenden und darin der Sonne ausgeſetz⸗ ten Blaͤtter darſtellen. 20 Vervielfaͤltigung meiner Verſuche, mittelſt des de⸗ ſtillirten und des abgekochten Waſſers. 23 Senebier 4. Th. 5 g8. Die 0 Inhalt. 8. Die Wirkung des Sonnenlichts iſt die Urſache der Erzeugung der Luft, welche die unter dem Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter ausſtoßen. Seite 33 9. Die in dem Waſſer, deſſen man ſich zu dieſen Verſu⸗ chen bedient, aufgeloͤſte Saͤure bewirkt das Heraus⸗ treten der Luft aus den Blaͤttern, die in ſolchem Waſ⸗ ſer an der Sonne ſtehen. 2 40 10. Verwandeln ſich die Saͤuren in denen Blaͤttern, die in denen, durch jene ſaͤuerlichgemachten Waſſern an der Sonne ſtehen, in reine Luft? 454 II. Neue Reihe von Verſuchen uͤber die Eigenſchaften und Menge der Luft, welche die in ſaͤuerlichgemachten Waſſern der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter ausſtoſ⸗ ſen. 4 21 12. Die von denen, in ſaͤuerlichgemachten Waſſern an der Soune ſtehenden, Blaͤttern ausgetriebene Luft iſt eine unveraͤnderlich bleibende Luftgattung. 72 13. Von den Eigenſchaften der Luft, welche von denen in ſaͤuerlichgemachten Waſſern an der Sonne ſtehen⸗ en Blaͤteern ausgeſtoßen wird. 73 14. Von der Wirkung der drei mineraliſchen Saͤuren, wenn ſie verſuͤßt werden, auf vegetirende Blaͤtter, die im Waſſer, das mit dieſen Saͤuren ſaͤuerlich gemacht worden, der Sonne ausgeſetzt ſind. 26 15. Von den Eigenſchaften der Luft, welche die vegeti⸗ renden Blaͤtter ausſtoßen, die in dem gemeinen, mit den verſuͤßten Saͤuren ſaͤuerlichgemachten Waſſer der Sonne ausgeſetzt ſind. 8² 16. Von der Wirkung der verſchiedenen mit dem gemei⸗ nen Waſſer vermiſchten Saͤuren auf die Blaͤtter, wel⸗ che in ihnen der Sonne ausgeſetzt werden. 83 17. Von der Wirkung des mit dem gemeinen Waſſer ver⸗ miſchten Koͤnigswaſſers auf die darin der Sonne aus⸗ geſetzten Blaͤtter. 84 18. Von —2 — — 4 . Urſacht di Vaſſer de Seite 3 eſen Verſu⸗ as Herqus⸗ ſdchem Waſ⸗ 40 Mlättern, di Vaſeenen 1' Eigenſchäfte lchgemachte tter ausſtſ 1 Vaſſerm ebene kuſt ſ 74 e von denen onne ſtehen⸗ 73 in Säuren, Blatter, die ich gewacht 75 e die beget⸗ meinen, nit nWaſſer der eag tdem gemi⸗ Bätte, ve . 8. Waſſer ber Sonntaus⸗ 64 6. Von Inhalt. 18. Von der Wirkung der mit gemeinem Waſſer ver⸗ miſchten Schwefelfaͤure auf Blaͤtter, die in dieſem Ge⸗ miſche der Sonne ausgeſetzt ſind. Seite 56 19. Von der Wirkung des, mit einer Auflsſung des vi⸗ trioliſtrten Weinſteins vermiſchten, gemeinen Waſ⸗ fers auf vegerirende Blaͤtter, die darin der Sonne aus⸗ geſetzt worden. 88 20. Von der Wirkung des, dem gemeinen Waſſer bei⸗ gemiſchten, Glauberſalzes auf die in ſolchem Gemi⸗ ſche der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter. 9² 21. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Salpeters auf Blaͤtter, die in einer ſolchen Auf⸗ loͤſung an der Sonne ſtehen. 93 22. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgelsͤ⸗ ſten wuͤrflichten Salpeters auf Blaͤtter, die in dieſem Gemiſche der Sonne ausgeſetzt ſind. 95 23. Von der Wirkung des unter gemeines Waſſer ge⸗ miſchten Digeſtivſalzes auf Blaͤtter, die in einem ſol⸗ chen Gemiſche an der Sonne ſtehen. 96 24. Von der Wirkung des unter gemeines Waſſer ge⸗ miſchten Meerſalzes auf Blaͤtter, die darin an der Sonne ſtehen. 97 25. Von der Wirkung des unter Waſſer gemiſchten Bo⸗ raxes auf Blaͤtter, die man in dieſem Gemiſch an die Sonne ſtellt. 98 26. Von der Wirkung des unter gemeines Waſſer ge⸗ miſchten Sedativſalzes auf die darin an der Sonne ſtehenden Blaͤtter. 99 27. Von der Wirkung des unter gemeines Waſſer ge⸗ miſchten flammenden Salpeters, auf die in ſolchem Gemiſch an die Sonne geſtellten Blaͤtter. 100 28. Von der Wirkung des unter gemeines Waſſer ge⸗ miſchten Salmiaks auf Blaͤtter, ſo in dieſem Gemiſch an der Sonne ſtehen. 101 b 2 29. All Inhalt. 29. Allgemeine Betrachtungen uͤber die von den Mittel⸗ ſalzen hervorgebrachten Wirkungen, deren Geſchichte ich eben vorgerragen habe. Seite 102 30. Von der Wirkung des mit gemeinem Waſſer ver⸗ miſchten Epſomer Salzes auf Blaͤtter, die man in ei⸗ nem ſolchen Gemiſche an die Sonne bringt. 107 31. Von der Wirkung der unter gemeines Waſſer ge⸗ miſchten Magneſie aus dem Epſomer Salze, auf die inſ dieſem Gemiſche an der Sonne ſtehenden Blaͤt⸗ ker. 108 32. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgelsͤ⸗ ſten Alauns auf die in einem ſolchen Gemiſche der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter. 109 33. Von der Wirkung der dem gemeinen Waſſer beige⸗ miſchten Schwefelleber, auf die in einem ſolchen Ge⸗ miſche an der Sonne ſtehenden Blaͤtter. 110 34. Von der Wirkung des unter gemeines Waſſer ge⸗ miſchten Arſenikkalks auf Blaͤtter, die in einem ſol⸗ chen Gemiſche der Sonne ausgeſetzt ſind. 11t 35. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Zinkvitriols, auf die in dieſer Aufloͤſung an die Sonne geſtellten Blaͤtter. 15 336. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgelo⸗ ſten aͤtzenden Queckſilberſublimats auf die, in ſolchem Gemiſche dem Sonnenlichte ausgeſetzten, Blaͤtter. 117 37. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgelo⸗ ſten Eiſenvitriols auf die in ſolcher Aufloͤſung der Sonne ausgeſetzten Bläͤtter. 120 38. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Kupfervitriols auf die in einer ſolchen Aufloͤſung an der Sonne ſtehenden Blaͤtter. 121 39. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgelo⸗ ſten Sauerkleeſalzes auf die in dieſer Aufloͤſung an die Sonne geſtellten Blaͤtter. 122 40. Von der Wirkung des Zuckers und der Zuckerſaͤure, wenn ſie in gemeinem Waſſer aufgeloͤſt worden, auf Blaͤt⸗ 1 den Mitt zGeſchiht Säite 10 Vaſet her wan in ei⸗ gt. 107 Vuaſeer ge⸗ e, anfde henden Aa 10 aſſr aufgel⸗ Geniſche de T Waſer bei⸗ ſolchen Ge⸗ lo Waſer ge⸗ einem ſol⸗ 1 ſer aufgelb⸗ ſung an die lI ſe aufgets⸗ in ſolchem Kaͤtter. u7 ſer aufßelö⸗ öſung de 10 nſer ꝛuftl⸗ enAufläſtng 2 aſtr suſele Gufloſung in m zuckſtun⸗ worden, auf Sht⸗ Inhalt. Blaͤtter, die man in dieſen Aufloͤſungen der Sonne ausſetzt. Seite 124 41. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Benzoeſalzes auf Blaͤtter, die in dieſer Aufloͤſung dem Lichte ausgeſetzt worden 126 42. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgelo⸗ ſten Weinſteinrahms auf die Blaͤtter, die in dieſer Auf⸗ loͤſung ſeiner Einwirkung uͤberlaſſen ſind. 127 43. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Seignetteſalzes auf Blaͤtter, die man in dieſer Aufloͤſung der Einwirkung des Sonnenlichts aus⸗ ſetzt. 128 44. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten tartariſirten Weinſteins auf Blaͤtter, welche in dieſer Aufloͤſung der Sonne ausgeſetzt ſind. 129 45. Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer aufgels⸗ ſten Weinſteinſaͤure auf Blaͤtter, die man in dieſer Aufloͤſung an die Sonne ſtellt. 130 46. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Brechweinſteins auf die Blaͤtter, die man darin der Sonne blosſtellt. 131 47. Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer verduͤnn⸗ ten Eſſigſaͤure auf die darin an der Sonne ſtehenden Blaͤtter. 132 48. Von der Wirkung der im Waſſer aufgelöſten blaͤttan richten Weinſteinerde auf Blaͤtter, die in dieſer Aufloͤ⸗ ſung an der Sonne ſtehen. 133 49. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Bleiſalzes auf die Blaͤtter, die in dieſer Aufloͤſung an die Sonne gebracht werden. 134 50. Von der Wirkung derer in gemeinem Waſſer aufge⸗ loͤſten Pflanzenſaͤuren auf die Blaͤtter, welche man in dieſer Aufloͤſung an die Sonne bringt. 135 51. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgelo⸗ ſten Milchzuckers auf die Blaͤtter, die in einer ſolchen Aufloͤſung der Sonne ausgeſetzt ſtehen. 138 b 3 52. Von Inhalt. 2 Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Feitſaͤure auf Blaͤtter, die in einer ſolchen Aufls⸗ ſung an der Sonne ſtehen. 3 Seite 159 33. Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer aufgeloͤ⸗ ſten Honigſaͤure auf die Blaͤtter, die darin der Sonne 8 ausgeſetzt ſind. 139 74. Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer aufgelu⸗ ſten Phoſphorſaͤure auf die Blaͤtter, die man in dieſer lufloͤſung an die Sonne ſtellt.— 140 55. Betrachtungen uͤber die letzten Verſuche. 141 Neue Verſuche und Boobachtungen, als Seweiſe des Einfluſſes der im Waſſer der Armoſphaͤre aufgeloͤſten und. von den Blaͤttern eingeſogenen fixen Luft, auf die Er⸗, noͤhrung der Pflanzen. 154 1 I. Einleitung. 154 1 2. Beobachtungen uͤber die im Waſſer der Sonne aus⸗ geſetzten Blaͤtter, um dadurch zu erweiſen, daß die Luft ſich im Blatte erzeugt. 154 3. Von der unmittelbaren Einwirkung des Sonnenlichts auf die Blaͤtter. 1 156 4. Die fixe Luft, welche ſich in der Atmoſphaͤre erzeugt, löſet ſich in dem darin vorhandenen Waſſer auf. 158 5. Von einer beſondern Erſcheinung in der Erzeugung der Luft durch Blaͤtter, die unter Waſſer der Sonne ausgeſetzt ſind. 163 6. Vom Verſchlucken der Blaſen, die des Abends auf der Oberflaͤche derer im Waſſer der Sonne ausgeſetz⸗ ten Blaͤtter zum Vorſchein kommen. 164 7. An der Sonne tritt die Luft aus der Rinde des Hol⸗ zes, die ihr im Waſſer ausgeſetzt iſt, heraus. 165 8. Beobachtungen uͤber die Vegetation, als treffende Be⸗ kraͤftigungen meiner Theorie. 168 9. Ent⸗ 20 44 Inhalt. ſit aufget⸗ 9. Entdeckungen des Hrn. Abts Fontana uͤber dieſe Ge⸗ ſchen Außt⸗ genſtaͤnde, nebſt Betrachtungen, auf die ſie mich ge⸗ Seiteg leitet haben. n Seite 178 ſtr auge 10. Beobachtungen„ die ſich auf meine Hypotheſe uͤber ader Sonne die Farbe der Blaͤtter beziehen. 183 3 8 1 II. Erſcheinungen, die man an dem der Sonne ausge⸗ gſ ad ſetzten Franzofenholzharze wahrnimmt. 185 man in dieſer. 1.. 1r Verſuche uͤber verſchiedene Luftgattungen, in der Ab⸗ ſicht angeſtellt, um dem Einfluſſe des Sonnenlichts auf e. in die, ſeiner Wirkung in gemeinen und ſaͤuerlichgemachten 3 Waſſern ausgeſetzten, Blaͤttern tiefer nachzuſpuͤren. 188 eweiſe des ſgeloſten und 1. Einleitung. 188 auf die kt 2. Von der Wirkung der Saͤuren auf die fixe Luft. 190 5— 3. Von der Wirkung der Magneſteaufloͤſung auf die fixe Luft. 192 9 4. Von der Wirkung der Laugenſalze auf die fixe Luft. Sonne aus⸗ 193 in, daß di 5. Von der Wirkung der Laugenſalze auf die Salpeter⸗ Ps luft. 197 6. Von der Wirkung der Laugenſalze auf die entzuͤnd⸗ enniltt bare euft⸗ 199 5 77. Von der Wirkung der Laugenſalze auf die gemeine äre erzeugt, Luft. 202 er auf. 55 8. Neue Verſuche, aus denen die Unrichtigkeit und viel⸗ d Erzeugung leicht auch die Unnuͤtzlichkeit der Eudiometer, bei de⸗ gder Eonne nen man ſich der Salpeterluft bedient, erhellet. 203 16z. aberdo alf Betrachtungen uͤber die neuen Verſuche, welche in den Int ugiit vorhergehenden Abhandlungen beſchrieben worden. 222 4 1. Allgemeine Betrachtungen uͤber meine Ideen. 222 inde d be 2. Allgemeine Vergleichungen meiner Verſuche mit eini⸗ rau 1lſ gen andern Thatſachen dieſer Art. 223 snfiwede 3. Mittel zu Befeſtigung dieſer Meinung. 226 668 4. All⸗ 9. Eb. * 4 Inhalt. Allgemeine Betrachtungen uͤber die Metallaufloͤſun⸗ gen, in Beziehung auf die Metalle. Seite 227 5. Allgemeine Betrachtungen uͤber die Metallaufloͤſun⸗ gen in Beziehung auf die Saͤuren, welche ſie bewir⸗ ken.: 2 28 6. Von den Saͤuren, in ihrer Verbindung mit den Me⸗ tallen betrachtet.. 230 2. Von der entzuͤndbaren Luft. 236 8. Von der Salpeterluft. 243 9. Von der Aufloͤſung andrer Koͤrper in den Saͤu⸗ ren. 248 10. Von der fixen Luft. 251 1I. Von der dephlogiſtiſirten Luft. 258 12. Muthmaßungen uͤber die Entſtehung der Saͤu⸗ ren. 261 13. Betrachtungen uͤber die Vegetation, als Folgerun⸗ gen aus allem bisher Geſagten. 262 Mtallufſin Seitt in Metalaußtin, delche ſie benn 1% ung nit den m w 39 2 in den Ei⸗ 2 3 ſ ung der Si⸗ 461 „als Folgene⸗ 13 Ugter⸗ Unterſuchungen uͤber den Einfluß des Sonnenlichts auf die Ver⸗ wandlung der fixen Luft in reine, durch die Vegetation. 1. Geſchichte dieſer Bemuͤhung. (s ich im Jahr 1782 die drei erſten Theile dieſes Werks herausgab, erinnerte ich mehr als ein⸗ mahl, daß meine Bemuͤhungen noch gar nicht das Ziel, ſo ich mir vorgeſteckt, erreicht haͤtten, und daß mir noch eine Menge Probleme aufzuloͤſen und Ge⸗ genſtaͤnde zu erforſchen uͤbrig blieben. Meine Neube⸗ gierde war durch die Entdeckungen, die ich zu machen das Gluͤck hatte, ſo ſehr gereizt worden, daß ich nicht muͤßig bleiben konnte, und meine Hoffnung war zu groß, als daß ich ihren Verſprechungen hätte widerſtehen koͤn⸗ nen. Alſo machte ich mich an neue Arbeiten und theile davon nun hier die aufrichtige Beſchreibung mit. Man wird bald bemerken, daß ich an lauter Abgruͤnden hin gewandelt bin, mich durch Irrthuͤmer durchgeſchlichen habe und daß ich doch glaube, endlich die Wahrheit er⸗ reicht zu haben. Die angeſtellten Verſuche verſtatteten mir nicht, an der Einwirkung der vegetirenden Blaͤtter,— wenn ſie in einem mit firer Luft geſattigten Waſſer der Sonne Senebier 4. Th. A aus⸗ 2 Unterſuchungen ausgeſetzt worden,— auf Verwandlung der firen luft in reine zu zweiſeln und ich erkenne in dieſer Wirkung der Blaͤtter eins von den Mitteln, welche die weiſe Vorſehung anwendet, die Luft, welche wir athmen, zu reinigen. Aus der Theorie der Vegetation, welche ich auf dieſen Satz gruͤndete, ſchien mir eine große Menge von Erſcheinungen ſich fuͤglich erklaͤren zu laſſen; allein war auch dieſer, an Folgerungen ſo fruchtbare, Satz zurei⸗ chend erwieſen? Konnte man ihn zur Grundlage eines unermeßlichen Gebaͤudes machen, ohne daſſelbe einem gaͤnzlichen Umſturze auszuſetzen? Wuͤrde die Natur ihn auch wohl fuͤr eine ihrer Formeln anerkennen? Ich nahm daher die Pruͤfung dieſes Gegenſtandes wieder vor die Hand, und durcharbeitete ihn mit ſehr vielen Ver⸗ ſuchen, die ich tauſendfaͤltig vervielfachte, ſehr oft wie⸗ derhohlte, mit groͤßter Sorgfalt erwog und mit aller mir nur moͤglichen Aufmerkſamkeit verglich. Nachdem ich nun die Wahrheit darin oft erblickt; ſo kann ich die Ver⸗ wandlung der firen Luft in reine oder in dephlogiſtiſirte gegenwaͤrtig ungleich beſſer, als vormahls verſichern. Ich habe mir vorgeſetzt, dieſen wichtigen Gegen⸗ ſtand ſo zu behandeln, als wenn ich noch nichts darin ge⸗ than haͤtte. Mir genuͤgts, dieſe Erklaͤrungen zu thun, um ein Paar Unrichtigkeiten, die mir in den vorherge⸗ henden Abhandlungen wider Willen entwiſcht ſind, zu entſchuldigen und ſie ſogleich zu verbeſſern, als die Na⸗ tur ſie mir aufdeckte. Der Weg zur Wahrheit iſt oft mit Nebeln bedeckt, die nur ein ungewiſſes Licht durchfallen laſſen, bei dem ſich die Gegenſtaͤnde nur halb erkennen laſſen. Gluͤcklich iſt der Beobachter, wenn er ſeine Be⸗ obachtungen in dem Augenblicke anſtellen kann, da die Nebel ſich zerſtreuen und das Licht in die Tiefen dringt, die er zu ergruͤnden ſich vorſetzt. Dieſe Zufriedenheit habe ich bei dieſem wichtigen Gegenſtande gehabt, und genieße nun das Vergnuͤgen, daß ich die merkwuͤrdigen Reſultate davon bekannt machen kann. 2. Neue 4 gſhn dcih uͤber den Einfluß des Sonnenlichtsc. 3 1 2. Neue Mittel, die ich bei Anſtellung meiner edi wiſ Verſuche angewendet habe. nir athmen 6.. im, weice Ich habe mich ſolcher tubulirter Glocken bedient, güheem wie ich ſie im Erſten Theile dieſes Werks beſchrieben, lſſen alin nur mit dem Unterſchiede, daß die zu den gegenwaͤrtigen 8 de h Verſuchen gebrauchten, allezeit ohnge aͤhr uͤnfmahl groͤſ⸗ andlag äns ſer waren, ich muͤßte denn ihre Raͤumigkeit genauer an⸗ daſſebe iunn geben. de die Nahr Wenn ich von dem Waſſer, deſſen ich mich bedient, kennen? It nichts erinnere, ſo iſt es jederzeit ſolches, wie ich es im des wieder de Erſten Theile dieſes Werks beſchrieben habe, und die N dielen Vr Menge deſſelben immer ohngefaͤhr 25 Unzen. eer M Zu Beſtimmung der Saͤure oder anderer Fluͤſſigkei⸗ mit ale ni ten, die ich mit dem Waſſer miſchte, habe ich das kleine Nachdem 1 im Erſten Theile dieſes Werks(S. 5 der deutſch. Ue⸗ nii die Te berſ) beſchriebene Naaß genommen. Es faßt 1824 Gran eohlogiſiſin Waſſer. Wenn ich alſo ſage, daß ich unter 25 Unzen rſichern. Waſſer ein Vierthel dieſes Maaßes von einer Fluͤſſigkeit igen Gegen⸗ geſchuͤttet, ſo iſt dies eben ſo viel, als wenn ich ſpraͤche, hts darin ge⸗ daß ich die Fluͤſſigkeit hineingoͤſſe, welche in einem Raum gen zu thun, enthalten iſt, den 45 Gran Waſſer ausfuͤllen. kn di Damit ich die Einwirkung der aͤußern Luft auf die ſcht— N Waſſer, mit denen ich Verſuche machte, abhalten, gleich⸗ ils de t wohl aber denen mit dem Waſſer angefuͤllten Glocken die heit iſt en Sonne nicht entziehen moͤchte, ließ ich mir einen ziem⸗ gtdurche 4 lich ſchweren runden Teller aus Blei gießen, deſſen holbkeme Durchmeſſer groͤßer iſt als jener von meinen Unterſetz⸗ ner ſed⸗ ſchaalen. In der Mitte hatte er eine Oeffnung. Dieſe kann/ d de dient dazu, daß ein Theil von der koniſchen Grundflaͤche Tüfen dig, meiner Glocken fuͤglich hineingehen, und daß eine aus Zuſtedenh Buͤffelsleder geſchnittene Scheibe,— die ein wenig egehaht, nnd groͤßer iſt, als die bleierne,— um gedachte Oeffnung netkoüͤchn ſcharf anſchließen koͤnne. Da nun auf ſolche Weiſe die A 2 bei⸗ „ Nut * 4 Unterſuchungen beihen Scheiben auf die mit Schmirgel abgeſchliffenen Raͤnder der Unterſetzſchaale genau angedruͤckt werden; ſo bleibt ſo leicht keine Gemeinſchaft zwiſchen dem in der Un⸗ terſetzſchaale eingeſperrten Waſſer und uſt, und der aͤuf⸗ ſern Luft, obgleich die Sonne auf die unter die Glocke ge⸗ legten Blaͤtter immer unverhindert wirken kann. Alle Blaͤtter, die ich zu meinen Verſuchen nahm, wurden mit ihrem Stiele von der Pflanze abgeſchnitten, und zwar in dem Augenblicke, da ich die Verſuche da⸗ mit anſtellte. Ich trug auch beſtaͤndig Sorge, daß ſie vollkommen geſund waren und ſich ganz entwickelt hatten. 3. Reſultate meiner vorigen Verſuche. Im Erſten Theile dieſes Werks(im 5ten und 22ſten Abſchnitte) zeigte ich, daß das gemeine, das mit fixer zuüft geſaͤttigte, das deſtillirte und das gekochte Waſſer, gar keine Luft gab, wenn eins von dieſen Waſſern ohne Blaͤtter an die Sonne geſtellt ward und daß,— wenn man gleich Blaͤtter in ſie hineinlegte,— doch keins zuft ausſtieß, ſobald man die unmittelbare Einwirkung des Sonnenlichts von ihnen abhielt. Hierauf bewies ich durch einige Verſuche, daß die Blaͤtter an der Sonne in dem Verhäͤltniſſe Luft geben, als die Menge Luft be⸗ traͤgt, die in dem Waſſer, worin die Blaͤtter liegen, ent⸗ halten iſt. Endlich zeigte ich auch, 1) daß die im Waſ⸗ ſer aufgeloͤſte fixe Luft die Quelle der reinen Luft ſey, wel⸗ che die Sonne aus denen ihrer Wirkung unterm Waſſer bloßgeſtellten Blaͤtter herauszieht, weil gekochte oder de⸗ ſtillite Waſſer dem Heraustreten der reinen Luft aus Blaͤttern,— wenn man ſie in ſolchem Waſſer an die Sonne bringt,— nicht guͤnſtig ſind, ſo wie ſie's ſind, ſobald ſie mit fixer Luft geſchwaͤngert worden; 2) daß ſie gedachtes Heraustreten um deſto mehr befoͤrdern, jemehr ſie mit fixer uſt uͤberladen worden oder jemehr ſie davon auf⸗ e auf daß zube fuahn 71 ät cen, ben mit! nen! Sol wien dabe ttho gett einent hati Gren und de 4 1 ſiche vache Semu An 21 jene Vert dieſe ſultate angem (ane lgiſchifen werden; em in der n⸗ kund der an de Gooce ge, konn. eſuchen nahm, e obgeſchitte, te Verſuche de⸗ Sorge, daßſ twickelt hattn erſuche. ten und 2aſt das mit fret kochte Waſſe, Paſern ohne 6,— wenn doch keins eEinwirkung nuf bewies ich der Sonne in tenge luſt be⸗ terliegen, ente jdeeim Wa uuſtſey, we unterm Wiſt kochte oderd einen luſt o Vaſſr an de vuieſes i en; ¹) di ſe dden, jmh nehr ſedve a uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 5 aufloͤſen. Dabei blieb ich ſtehen; man ſieht aber ſchon, daß ich noch viele Mittel hatte, dieſe wichtige Wahrheit zu beſtaͤtigen, und daß mir noch eine große Menge Haupt⸗ fragen zu eroͤrtern uͤbrig bleiben. Aus dem 22ſten Abſchnitte hat man bereits die Ver⸗ ſuche kennen gelernt, die ich unternahm, um zu entde⸗ cken, ob die Mineralſaͤuren den naͤhmlichen Einfluß ha⸗ ben wuͤrden, als die Saͤure der ſiren Luft, und ob ſie, mit dem Waſſer verbunden, das Heraustreten der rei⸗ nen Luft aus Blaͤttern, die man in ſolchem Waſſer der Sonne ausſetzt, befoͤrdern wuͤrden. Ich zeigte darin, wie ich auf dieſe Unterſuchung geleitet worden, was ich dabey fuͤr Mittel angewendet, und was fuͤr Reſultate ich erhalten. Alles dies aber war eher faͤhig, die Neube⸗ gierde zu erregen, als zu befriedigen, und ich ließ eher einen Strahl von Licht vermuthen, als daß mirs gegluͤckt haͤtte, ihn hervorbrechen zu laſſen. Hier iſt nun die Grenzlinie, von der ich gegenwaͤrtig ausgegangen bin, und die Bahn, die ich durchlaufen habe. 4. Wiederhohlung und Vervielfaͤltigung der Ver⸗ ſuche, wodurch dargethan wird, daß die Luft, welche die Blaͤtter, wenn ſie unter Waſſer der Sonne ausgeſetzt werden, ausſtoßen, von ihnen aus dem Waſſer, in dem ſie liegen, eingeſo⸗ gen und verarbeitet wird. Da ich groͤßere tubulirte Glocken zur Hand hatte, als jene waren, unter denen ich die im Erſten Theile dieſes Werks beſchriebenen Verſuche anſtellte; ſo fiel mir ein, dieſe Verſuche unter ihnen zu wiederhohlen und die Re⸗ ſultate davon zu vergleichen. Denn wenn,— wie ich angemerkt,— wahr iſt, daß die unter Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤtzer aus dem unter der Glocke be⸗ A 3 find⸗ 6 Unterſuchungen findlichen Waſſer die fire Luft einſaugen: ſo iſt auch un⸗ ſtreitig, daß, wenn die Blaͤtter in eine groͤßere Maſſe Waſſer gelegt werden, ſie mehr uft geben muͤſſen, weil ſie eine anſehnlichere Menge fixe Luft aus dem Waſſer herausziehen und ſodann eine groͤßere Menge Materie zu verbinden haben muͤßten. I) Ich nahm dieſerwegen folgenden Verſuch vor. Unter eine große mit gemeinem Waſſer gefuͤllte Glocke legte ich ein Blatt von der großen Hauswurz, und un⸗ ter eine andere dergleichen, die auch voll gemeines Waſ⸗ ſer war, aber nur von dem Raume der erſten enthielt, ein anderes ſolches Blatt. Beide Glocken ſtellte ich hier⸗ auf in die Sonne, eine neben die andre. Nach Ver⸗ lauf von vier Stunden nahm ich wahr, daß das unter der großen Glocke liegende Blatt 43 Maaß, hingegen das unter der kleinen befindliche nur 2 Maaß Luft ausge⸗ ſtoßen hatte. Wahr iſts freilich, daß die Menge Luft aus denen unter der großen Glocke im Waſſer liegenden und der Sonne ausgeſetzten Blaͤttern mit jener aus den Blaͤttern unter der kleinen Glocke in keinem Verhaͤltniß ſtand; al⸗ lein es iſt auch wahr, daß es ſehr ſchwer haͤlt, Blaͤtter zu finden, die einander in Breite, Laͤnge und Dicke voll⸗ kommen gleich ſind, und daß es oft unmoͤglich iſt, den Grad ihres lebhaften Wachsthums zu beurtheilen. End⸗ lich iſt auch zu merken, daß die Sonne mit mehrerer Kraft wirkt, wenn ihre Strahlen eine geringe, als wenn ſie eine große Waſſermaſſe lange Zeit durchdringen muͤſ⸗ ſen, ehe ſie das Blatt erreichen. Ich wiederhohlte dieſe Verſuche, indem ich meine Glocken mit Waſſer, das mit firer Luft geſaͤttigt war, fuͤllte, Blaͤtter von der großen Hauswurz hineinlegte, und ſie ſodann in die Sonne ſtellte„ worauf das Blatt unter der großen Glocke mir 7, das unter der kleinen aber nur delten: Lm Maxr u ih wn föih nl med Huw kei 331 ni ni wugn wunt A 6 anrhlu iſt auch m ögere Maſe müͤſſen, vel dem Vaſer e Natei z Perich dw. gefälle Goct vurz, und m⸗ gemeines Va erſten enh ſtelle ih je . Nach le⸗ daß das un aaß, hingenn aß luſt ausge uft aus denen den und der den Bläͤttern ſtand; al⸗ ält, Blätter d Dicke doll glich it, den heiten. End⸗ mit mehrere nge, als wenn jdeingen ni dem ich miit geſäkigt na, ur hineiiegt, auf dos Sut de kelencher nar uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ic. 7 nur 3 Maaß Luft gab. Dies beſtaͤtigt wieder meine Mei⸗ nung und paßt auch zu dem vorigen Verſuche. Da man aber doch gegen die Erklaͤrung Zweiſel er⸗ heben moͤchte, die ich von dem zwiſchen den Waſſermaſ⸗ ſen und der uſt aus den Blaͤttern, die ſich darin befan⸗ den, beobachteten Verhaͤltniſſe gegeben habe: ſo muß ich bemerken, daß die Reſultate vieler Verſuche dieſer Art allezeit verſchieden ausgefallen ſind, und daß ſie durch ihre Veraͤnderungen immer den allgemeinen Satz, den ich habe ſeſtſetzen wollen, beſtaͤtigen: naͤmlich, die Menge der von denen der Sonne unter Waſſer ausgeſetzten Blaͤttern ausgeſtoßenen Luft iſt allezeit groͤßer, wenn die Menge Waſſer, in der die Blaͤtter liegen, groͤßer iſt, und iſt durchgaͤngig reichlicher, wenn die in dem Waſſer, worin die Blaͤtter der Sonne ausgeſetzt ſind, enthaltene fixe Luft uͤberfluͤſſiger vorhanden iſt. Unter einer von meinen großen tubulirten Glocken, mit Waſſer angefuͤllt, gab mir ein Blatt von der großen Hauswurz an der Sonne 6 ½ Maaß uft; unter einem kleinen aber nur 2 Maaß nach demſelben Verfahren. Unter einer von meinen großen tubulirten Glocken, die mit Waſſer, das mit fixer uft geſaͤttigt worden, gefuͤllt war, erhielt ich aus einem Blatte von der großen Haus⸗ wurz an der Sonne 8, und aus einem andern ſolchen Blatte, das unter einer kleinen mit eben ſolchem Waſſer angefuͤllten Glocke lag, nur 3 ½ Maaß Luft. II) Um aber noch gruͤndlicher zu beweiſen, daß die Blaͤtter die fixe Luft aus dem Waſſer, in dem ſie der Sonne ausgeſetzt ſind, einziehen; mußte ich ſuchen, die in dem gemeinen oder in dem angeſchwaͤngerten Waſſer enthaltene fixe Luſt herauszuziehen. Dieſen Zweck hatte ich zum Theil durch die Bemer⸗ kung erreicht, daß die in abgekochtem oder deſtillirtem Waſſer liegenden Blaͤtter nur eine ſehr kleine Quantitaͤt A 4 Luft 8 Unterſuchungen Luft in Vergleichung mit jener abſondern, welche ſie in gemeinem, beſonders aber in Waſſer, das mit fixer Luft geſaͤttig iſt, ausſtoßen, wie man aus denen von mir im Eiſten Theile dieſes Werks im 20oſten Abſchnitte beſchrie⸗ benen Verſuchen erſehen kann. Man koͤnnte aber auf die Vermuthung gerathen, daß das deſtillirte Waſſer ſelbſt dieſe Luft ſo, wie ſie aus den Blaͤttern tritt„ ver⸗ ſchlucket, und daß dieſes Verſchlucken um deſto ſtaͤrker ſei und um deſto ſchneller geſchehe, je mehr das Waſſer der Luft beraubt iſt. Dieſen Zweifel habe ich daher heben wollen, obgleich letzterer keinen ſonderlichen Grund hat, weil das Waſſer blos die fire Luft ſehr begierig in ſich nimmt, und die von den Blaͤttern ausgeſtoßene Laft eine dephlogiſtiſirte Luft iſt, die ſich zwar,— nach des Abts Jontana Beobachtungen— mit dem Waſſer verbin⸗ det, aber doch nur langſam und in geringer Quantitaͤt. Ob nun gleich das Raiſonnement ſchon Zweifler hinrei⸗ chend wird befriedigen koͤnnen, ſo werden ſte doch uͤber⸗ dies durch die nun folgenden Verſuche vollkommen uͤber⸗ zeugt werden. Sollten wohl Blaͤtter, die unter gemeinem Waſſer, oder unter ſolchem, das mit fixer Luft geſaͤttigt iſt, der Sonne ausgeſetzt ſind, die in dieſem Waſſer aufgelöſte fire Luft einſaugen? Die Aufloͤſung dieſes Problems giebt auch die Aufloͤſung der eingewendeten Schwierig⸗ keit. Hierzu zu gelangen, mußte verhindert werden, daß die in der Atmoſphaͤre ſich unaufhoͤrlich erzeugende fire Luft nicht in das zum Verſuch gebrauchte Waſſer uͤberging, weil ſie ſonſt durch ihre unaufhoͤrliche Er⸗ neuerung unerſchoͤpflich geworden waͤre. So war auch die Verdunſtung der im Waſſer vorhandenen fixen Luft zu verhindern, damit ſie ins Blatt treten koͤnnte. Fer⸗ ner war zu wuͤnſchen, daß ſich das Verfahren ſo viel als moͤglich abkuͤrzen ließe, damit das Waſſer, indem es mit den ausziehbaren Theilen der Blaͤtter„ die man hin⸗ einlegt, uͤberladen wird, nicht einen Hang zur Faͤulniß bekom⸗ weihe ſei mit fixr git en von mir in hnite beſchi⸗ ante abet auf ülütte Weſer tenn tit, ver eſd ſärer ſi das Waſſe der h daher hede en Giund he. degierg in ſch oßene Läſtenn nach des At Vaſſer verbin ger Quonttat weißter hine ſee doch über kommen uͤber inem Waſee, ttigt iſt, der ſer aufgelſte es Problems n Schwierig⸗ dert werden, ch erzeugende ruchte Waſee ufhoriche Er⸗ So war auch enen frenit könmte. ger hren viel 46 ſer, inden 6 ur Füuln i m uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 9 bekomme, welches den Verſuch ſchlechterdings ſtoͤren wuͤrde. Endlich lag mir auch daran, daß dem lichte frei auf Waſſer und Blatt zu wirken verſtattet blieb. Um alſo dieſe Abſichten wirklich zu erreichen, fuͤllte ich einige tubulirte Glocken mit Waſſer, das mit fixer Luft geſaͤttigt war. Alsdann bedeckte ich einige von ih⸗ nen auf die ſchon beſchriebene Weiſe, und dies deswegen, damit die Gemeinſchaft der Luft und des Waſſers,— das in der Unterſetzſchaale beſindlich war, auf der die Glocken ſtanden,— mit der aͤußern Luft abgeſchnitten wuͤrde. Andre von dieſen Glocken hingegen wurden der aͤußern Luft voͤllig bloßgeſtellt. Unter eine jede von die⸗ ſen Glocken legte ich zwei Blaͤtter von der großen Haus⸗ wurz. Hierauf nahm ich wahr, daß ſich unter der ge⸗ ſperrten Glocke 14, und unter der offnen§ Maaß Luft an der Sonne entbunden hatten. Drauf wiederhohlte ich den Verſuch nach gleichem Verfahren, nahm aber gemeines Waſſer dazu, und beobachtete, daß unter der geſperrten Glocke das Blatt von der Hauswurz an der Sonne 8, und unter der offnen nur 6 Maaß Luft ausge⸗ ſtoßen hatte. Aus dieſen Verſuchen folgt: 1) daß die Sonnen⸗ waͤrme bei Erwärmung des Waſſers verurſacht, daß ein Theil von der im Waſſer vorhandenen ſixen Luft verdun⸗ ſtet. Dieſe verdunſtete fixe Luft kann folglich vom Blatte nicht weiter eingeſogen werden, ſich nicht mit ihm ver⸗ binden, im Zellgewebe nicht verarbeitet werden, alſo auch nicht als dephlogiſtiſirte Luft aus dem Blatte her⸗ austreten. 2) Sieht man, daß die Quantitaͤt fixe Luft, wel⸗ che ſich aus der Atmoſphaͤre in das offenſtehende Waſſer in einer kurzen Zeit niederſchlaͤgt, in Verhältniß der da⸗ vongehenden ſehr gering iſt, weil unter der geſperrten Glocke die Menge der vom Blatte ausgeſtoßenen Luft weit betraͤchtlicher iſt, als unter der offenſtehenden. A 5 End⸗ 10 Unterſuchungen Endlich nimmt man auch wahr, daß die Saͤure der ſiren Luft im Waſſer aufgeloͤſt wird, ſo wie alle andre Saͤuren, und daß, wenn die Blaͤtter ſie aus dem unter der Glocke befindlichen Waſſer einziehen, dieſes Waſſer alsdann den Grad von Saͤuerlichkeit beibehaͤlt, den das in der Unterſetzſchaale, auf dem die Glocke ruht, hat. Wir wollen dieſen Verſuch nochmahls durchgehen, und ſehen, was ſich einige Tage lang unter der Glocke, die mit dem mit fixer Luft geſaͤttigten Waſſer gefuͤllt und von der aller Zufluß der aͤußern Luft abgehalten ward, er⸗ eignete. Das Waſſer blieb immer unveraͤndert. Den Taten Jun. erhielt ich aus einem Blatte von der Hauswurz 14 Maaß uft. Den 15ten Jun. erhielt ich aus einem ſolchen Blatte „ 2 Maaß Auft. Den 16ten Jun. erhielt ich aus einem dergleichen Blatte 2 Maaß Luft. Ich wiederhohlte hierauf dieſen Verſuch unter einer mit gemeinem Waſſer angefuͤllten Glocke, zu welcher der aͤußern uft der Zutritt verwehrt war und unter der das Waſſer nicht veraͤndert wurde. Den 12ten Jun bekam ich aus einem Blatte von der Hauswurz 7 Maaß Luft. Den I4ten Jun. kriegte ich aus einem dergleichen Blatte 34 Maaß Luft. Den 15ten Jun. erhielt ich aus einem ſolchen Blatte 2 Maaß Auft. Den r6ten Jun. gab mir ein ſolches Blatt 3 Maaß Luft. Aus dieſen Verſuchen erhellet deutlich, daß die unter Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter aus dem Waſſer die darin enthaltene fixe Luft herausziehen; weil, wenn man 6 D V lichwe ſen dertm. 1ga- gen d hen ſai ce 2 ier I. fote ch tr, is he der —* i jien hat 4 1 und g cennge aleit den eriich 1 den uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 11 9. 1 man friſche Blaͤtter in Waſſer legt,— worin bereits wel⸗ s dem und che gelegen haben und darin von der Sonne beſchienen wor⸗ eſe Niſe den ſind,— und ſie an die Sonne ſtellt; ſie alsdann welr it d de weniger Luft ausſtoßen, als die vorhergehenden. ai hr Es iſt wahr, ich habe nicht geſehen, daß die mit Vorſatz zu dieſem Verſuche genommenen und zum vier⸗ jderhuche tenmahle in dieſes Waſſer gelegten Blaͤtter keine luft er der Glock ausgeſtoßen haben: dies waͤre aber auch unmoͤglich, weil ſer efült ud die Blaͤtter immer gezwungen ſind, die Luft auszuſtoſ⸗ ſten wan ſen, welche ſie enthalten, und da ich im Erſten Theile der. dieſes Werks angemerkt habe, daß die dicken Blaͤtter Luft geben, wenn ſie in deſtillirtem oder abgekochtem Blatte vmngr Waſſer der Sonne ausgeſetzt werden; ſo iſt ſehr natuͤr⸗ lich, daß ſie auch die naͤmliche Quantitaͤt geben, wenn ſolchen Vut ſie in einem Waſſer an die Sonne geſtellt worden, aus dem andre Blaͤtter die darin vorhandene fire Luft zuvor n dexgeite ausgezogen haben. Aber warum mußten dicke Blaͤtter gewaͤhlt werden? Ein Beobachter wied ſchon eingeſe⸗ hen haben, daß ich ſolche Blaͤtter zu waͤhlen ſuchte, wel⸗ junter einet che die Operation abkuͤrzten, indem ſie in einer gegebe⸗ uwelcher der nen Zeit die meiſte Luft ausſtießen: Erfahrung aber nter der das hatte mich, wie ich bereits erwaͤhnt, gelehrt, daß Blaͤt⸗ ter, die ein dickes Zellgewebe haben, auch die ſind, wel⸗ che die meiſte fixe Luft verarbeiten. lait vn d Die Menge der in den verſchiedenen Blaͤttern und der . in jedem Blatte nach ſeinen verſchiedenen Umſtaͤnden ent⸗ n dergleche haltenen Luft wuͤrde ſich beſtimmen laſſen, wenn man ſie in Waſſer, dem ſeine ſire Luft entzogen worden, legte, ſlcen Blatt und ſie dann der Sonne ausſetzte. So waͤre man verſi⸗ chert, daß die aus dem Blatte heraustretende luft ihm at 3 Nun allein angehoͤre und ihm nicht vom Waſſer mitgetheilt wor⸗ den ſei. deunt III) Wenn man glaubt, man habe die Wahrheit dß Vif erreicht, ſo ſcheut man keine Muͤhe, ſich ihres Beſitzes 1 u zu verſichern, und wenn die Rede von neuen Gedanken whn, a iſt, 12 Unterſuchungen iſt, ſo hat man nie Beweiſe genug. Ich entſchloß mich daher zu einer andern Reihe von Verſuchen dieſer Art un⸗ ter meinen großen tubulirten Glocken. Ich fuͤllte am 22ſten Jul. eine von meinen Glocken mit Waſſer, das ich lange und ſtark hatte kochen und nachher in einem wohlverſchloſſenen Gefaͤß,— um al⸗ len Zutritt der aͤußern Luft zu verhindern,— erkalten laſ⸗ ſen. In dieſes Waſſer legte ich ein großes Blatt von einem am Spalier gezogenen Pfirſichbaume und brachte alsdann die ganze Zurichtung in die Sonne Ob nun gleich die Umſtaͤnde zu Erzeugung der Luſt ſehr guͤnſtig waren; ſo ſtiegen aus dieſem Blatte doch nur 2— 3 Blaſen auf.— Unter eine mit deſtillirtem Waſſer gefuͤllte Glocke legte ich zu derſelben Zeit ein Pſirſichbaumblatt und ſtellte es in das naͤmliche Sonnenlicht, erhielt aber nur etliche Luftblaſen daraus. Unter einer mit gemeinem Waſſer gefuͤllten Glocke brachte ich ein Pfirſichbaumblatt in eben das Sonnenlicht und erhielt denſelben Tag ½ Maaß uft; aber den Tag drauf ſtieß ein andres Blatt nur ½ Maaß aus. Unter einer Glocke mit Waſſer gefuͤllt, das mit fixer Luft geſättigt war, legte ich am 22ſten Jul. ein Pfirſich⸗ baumblatt. Dieſes gab mir an der Sonne 40 Maaß Luft, und am 23ſten erhielt ich aus einem friſchen der⸗ gleichen Blatte, in dieſem Waſſer liegend, 11 Maaß, und am 24eſten aus einem dritten Blatte dieſer Art nur ½ Maaß Luft. Meine Neubegierde war noch nicht befriedigt. Ich miſchte daher an demſelben Tage eine gewiſſe Menge von dem gekochten Waſſer, deſſen ich erwaͤhnt, mit einer gleichen Menge von dem mit fixer Luft geſaͤttigten Waſ⸗ ſer, davon ich die Wirkungen gemeldet habe. Mit die⸗ ſem Gemiſch fuͤllte ich eine Glocke, legie dann ein Pfir⸗ ſichbaum⸗ ſ6 ſibe bekan dmſt boumn 2 n hen ſt ethiel das in cee(l darad Ma 1 1' In trhe den m de 1h nen 1h de D) aſtan n äcckeöſ und dir (ch ſallen vermi liegen meine utthei Some Neng oſt g. Batt frr u b uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 13 ſäes ſichbaumblatt hinein und ſtellte es an die Sonne. Ich — bekam hierauf 13 ½ Maaß Luft, Tages drauf aber aus dem naͤmlichen Waſſer, in das ich ein friſches Pfirſich⸗ nen Glocken baumblatt gethan hatte, nur 3 Maaß. iche un Als ich endlich eine gleiche Menge gemeines mit ſol⸗ une chem Waſſer miſchte, das mit fixer Luft geſaͤttigt war, e Dlut d erhielt ich am 22ſten Jul. aus einem Pfirſichbaumblatte, don das ich in eine mit dieſem gemiſchten Waſſer gefuͤllte Glo⸗ e und brachte cke legte und der Sonne ausſetzte, 25 Maaß, Tages ſe d nun darauf aus einem hineingelegten friſchen Blatte nur 2 ſehr ginit Maaß, und am 24ſten aus einem dritten friſchen Blatte ) nur 2—; 15 Maaß Auft. Dieſe Reſultate ſind eben ſo ſonderbar, als wichtig. fälle Goc In keinem Falle hatte ich noch jemahls ſo viel Luft ſich att und ſielle erzeugen ſehen, und es beweiſt dieſer Umſtand nicht nur er nur etlich den großen Einfluß großer Glocken, ſondern auch, daß die Blaͤtter nichts anders ſeyn, als Werkſtaͤtte, in de⸗ llen Glot nen um deſto mehr reine Luft zubereitet wird, je mehr Srnnenich die Mittel(milieux), in denen die Blaͤtter liegen, fixe Kedr dg zuft enthalten, welche ſie verarbeiten muͤſſen. 1 5 Hiernaͤchſt lehren dieſe Verſuche auch, daß abge⸗ kochtes Waſſer mehr fixe kuft verſchluckt, als gemeines, das mit fixer und dies muß ſo erfolgen, weil in Erſterem deren nur ein Pfrſch⸗ ſehr wenig, in letzterem aber mehr aufgeloͤſt iſt. Auf⸗ e 40 Maß fallend aber iſt, daß abgekochtes Waſſer mit ſolchem feiſchen de⸗„vermiſcht, das mit fixer Luft geſaͤttigt iſt, dem darin „II Maß liegenden Blatte weit weniger fixe Luft mittheilt, als ge⸗ ieſer Art nu meines Waſſer, das mit ſolchem gemiſcht iſt, welches mit firer Luft geſaͤttigt worden, wie ſich aus der Luft be⸗ jdigt. 30 urtheilen ließ, welche die in dieſen Waſſermengſeln der niedigt. 7 4 8 3 „Neng un Sonne bloßgeſtellten Blaͤtter ausſtießen: denn die t, mi ein Menge Luft, die das in dem aus gemeinen und mit fixer Knjten Vof Luft geſaͤttigtem Waſſer beſtehenden Gemiſche liegende ſinn Blatt an der Sonne gab, war, in Beziehung auf das mit 9 Tir firer Luft geſaͤttigte Waſſer, nur in dem Verhaͤltniſſe wie ſchbamm 133 4⁰³3 14 Unterſuchungen 13:40; dagegen das in dem Gemenge aus gemeinem und mit ſirer Luft geſchwaͤngerten Waſſer, liegende Blatt an der Sonne in dem Verhaͤltniß, wie 25:40. Luft ab⸗ ſonderte, und dies war genau die Menge uft, welche das Blatt geben mußte, naͤmlich die 20 Maaß, die das mit firer Luft geſchwaͤngerte Waſſer ihm zum Verarbei⸗ ten darbieten konnte, nebſt jenen, die in dem gemeinen Waſſer haben vorhanden ſeyn und mit der ſiren Luft aus dem luftſchwangern Waſſer fortgefuͤhrt werden koͤnnen. Uebrigens enthaͤlt das Waſſer, das ich hierzu nehme, deſſen niemahls mehr, als den zoſten Theil ſeines In⸗ begriffs(volume) und gewoͤhnlich nur den 60ſten; al⸗ lein das in blos gemeines Waſſer gelegte Blatt hatte nur 3 Maaß Luft ausgetrieben. Woher ruͤhrt nun dieſer ſonderbare Unterſchied? Warum tritt die fire Luft, die in dem damit geſaͤttigten Waſſer enthalten iſt, nicht in ſo reichem Maaße ins Blatt, wenn dieſes Waſſer mit ge⸗ kochtem vermiſcht worden, als wenn es mit gemeinem vermengt iſt? Dieſe Erſcheinung wird ſich, wenn ich die Wirkung der mit dem Waſſer verbundenen Saͤuren auf die darin liegenden Blaͤtter unterſuchen werde, noch einmahl darſtellen und zwar unter der naͤmlichen Geſtalt, weil die fixe Luft in gewiſſen Betrachtungen als eine eigene Saͤure angeſehen werden kann. Es darf uns nicht Wunder nehmen, wenn wir bei dem letztern Verſuche finden, daß das Blatt ein wenig mehr Luft, als bei dem vorhergehenden ausſtoͤßt. Dies rechtfertigt, was ich bereits angefuͤhrt habe, daß naͤm⸗ lich dieſe Luſt aus dem Blatte herkoͤmmt, und daß nicht alle Blaͤtter gleichviel davon enthalten. Man wird bemerkt haben, wie groß die Menge Luft war, die ein Blatt verarbeiten konnte. Ohne Zweifel wird man auch vermuthen, daß es noch mehr wuͤrde ha⸗ ben verarbeiten koͤnnen, wenn die Glocke eine groͤßere Menge mit firer uſt geſaͤttigtes Waſſer gefaßt haͤtte. 3 Sehr geit renie betarts Geſine richt 8 ſoka che M. Ste erint wüt ne tere na fera ie aus M den iir ben, l beral is ſe ich udres Luuſf⸗ ch 1s lcen alst dn cf velhſt 1 der 1z das 6 darh V übrig ffte an de es ſl. ,1 S gerveinem gende Blat 40. Luſtat uſt, welche uß, die das n Verarbei⸗ em gemeinen fum dſt as Aden koͤnnen⸗ ierzu mhmn, ei ſines Jy boſten; a latt hatte ne et nun dieſe jre Luft, die t nicht in ſſſer mit ge⸗ it gemeinem j, wenn ich nen Sauren erde, noch en Geſtalt, eine eigene enn wir bei tt ein wenig ißt. Diis daß nim nd daß nich dne Zoiſl hr würde h⸗⸗ iine grifet e aßt halt„ Jeſ 5 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 15 Sehr ſonderbar iſt es, daß ein ſo duͤnnes Blatt, als ein Pfirſichbaumblatt iſt, ſo viele Luft,— und in der Zeit von 4— 5 Stunden, binnen welcher es dem Son⸗ nenlichte unter gedachtem Waſſer ausgeſetzt war,— verarbeiten koͤnnen. Was fuͤr Kraft muͤſſen nicht die Geſaͤße der Pflanze haben? Was fur Wirkung muß nicht das Sonnenlicht auf dieſe fire Luft und auf die Fluͤſ⸗ ſigkeiten der Pflanze, worin ſie umlaͤuft, haben? Wel⸗ che Verwandſchaften finden nicht zwiſchen dieſen Koͤrpern Statt? Will man ſich davon einen Begriff machen, ſo erinnere man ſich, daß,— nach Prieſtley's merk⸗ wuͤrdigen Verſuchen,— die Wirkung des Feuers meh⸗ rere Monate lang nicht vermoͤgend war, die Natur der xen zuft, die ihm in hermetiſch verſiegelten Gefaͤßen ausgeſetzt ward, zu veraͤndern. Endlich ward ich auch durch dieſe Verſuche bewogen, den Pfirſichblaͤttern vor allen andern den Vorzug zu ge⸗ ben, weil 1) ſie eine ſehr betraͤchtliche Menge reine Luft verarbeiten koͤnnen, wie ich bereits angemerkt, 2) weil ſie ziemlich hart, folglich im Stande ſind, beſſer, als andre, der Wirkung des Waſſers, beſonders des mit Saͤure geſchwaͤngerten, Widerſtand zu thun, und end⸗ lich 3) weil ein ſolches Blatt wenig Luft in ſeinem natuͤr⸗ lichen Zuſtande enhaͤlt, und alſo die Luft, welche es ausſtoͤßt, wenn man es unter den verſchiedenen Arten von Waſſern der Sonne ausſetzt, wirklich diejenige iſt, welche waͤhrend des Verſuchs verarbeitet worden. IV) Da alle Mittel, wodurch ſich die Einwirkung der ſixen Luft auf die Blaͤtter, die man in Waſſer legt, das nit ihr geſaͤttigt iſt, und darin an die Sonne ſtellt, darthun laͤßt, noch nicht erſchoͤpft waren: ſo blieb noch übrig, zu unterſuchen, ob, wenn man dem Waſſer ſeine ſire Luſt entzoͤge, man ihm auch die Mittel raubte, durch die es die Blaͤtter, welche man in ihm an die Sonne ſtellt, veranlaßt, Luſt abzuſondern. Dies hab 5. aber ereits 16 Unterſuchungen bereits erwieſen, als ich zeigte, daß abgekochtes und de⸗ ſtillirtes Waſſer das Vermoͤgen verlieren, zu machen, daß die Blaͤkter luft austreiben. Alſo blieb nur noch uͤbrig, zu unterſuchen, ob durch Veraͤnderung der Natur der im Waſſer enthaltenen fixen Luft, man ihr auch die Mittel entziehen wuͤrde, den Blaͤttern Luft zum Verarbeiten darzubieten. Dies habe ich aber ebenfalls erwieſen, als ich zeigte, daß Blaͤtter in Waſſer liegend, deſſen fixe Luft mit einem Laugenſalze geſaͤttigt worden, an der Sonne weiter keine Luft gaben. Weil aber alles dieſes ſehr wichtig war; ſo ſuchte ich noch einen andern Weg einzuſchlagen. Ich wußte aus Herrn Scheele's Verſuchen, daß die aufgeloͤſte Ma⸗ gneſie die fixe Luft dephlogiſtiſirt. Ich machte daher eine Probe, und ſchuͤttete geſtoßene Magneſie in Waſſer, das mit fixer Luft geſaͤttigt war. Ich nahm hierzu zwei Flaſchen mit wohl eingeriebenen Glasſtoͤpſeln, auf deren Boden ich die geſtoßene Magneſie ſchuͤttete und dann ſie mit dem mit fixer Luft geſaͤttigten Waſſer vollgoß. Hier⸗ auf ſetzte ich eins, wohl verſchloſſen, dem Sonnenlichte aus, die andre aber ließ ich im Finſtern ſtehen. In die⸗ ſem Zuſtande verblieben ſie ohngefaͤhr drey Wochen, waͤhrend welcher Zeit ich ſie fleißig herumſchuͤttelte, um die Aufloͤſung und ſonach auch die Wirkung der Magne⸗ ſie auf die ſixe Luft zu befoͤrdern. Nach Verlauf dieſer Zeit fuͤllte ich zwei Glocken, mit jedem von ſolchen ſaͤuer⸗ lichgemachten Waſſern, in welchen die Magneſie merk⸗ lich aufgeloͤſt worden war, an, legte alsdann unter jede ein Pfirſichblatt, und ſtellte ſie hierauf, gleich den an⸗ dern Glocken, an die Sonne. Das Blatt, welches in dem mit firer Luft ſchwangern Waſſer lag, das die Ma⸗ gneſie an der Sonne aufgeloͤſt hatte, gab zwey Maaß Luft, das andre hingegen, welches in dem luftſchwan⸗ gern Waſſer lag, das mit der Magneſie im Finſtern ge⸗ ſtanden hatte, ſtieß nur ⸗ Maaß aus. Indeß ſchien es doch, dierſſ ir mehd rich alnr im ewh in m Qun. vh knlt w Vaſec vickt, G drin 8 gender) Paſemn Pöſe c Gesdon nun P mocht o mit dehn einen ſ huiſ 85, ahc dusgetr den Glo han ha ene dhte undde, nachen, di in, ch durch haltenn fren vüde) den 4 Dis hebe daß Nüte em augenſt e uſt gaben zſo ſuchkei ſch wußte au uſgeldſee Me che daher ine „Waſer de m hierzu zve⸗ ln, auf deren und dann ſe algoß. Hie⸗ Sonnenlicht en. In die⸗ ey Wachen, züttelte, um der Magne⸗ Verlauf diſe ſolchen ſtle⸗ dagreſe mal ann unter d gleich dena kt, welche 1 das die M⸗ b zwer Ni em luſſchm m Finſten ge chienes i 1 dih uͤber den Einfluß des Sonnenlichtsꝛc. 17 doch, daß letzteres Waſſer, dem Anſehen und der Farbe nach zu urtheilen, eben ſo viel von der Magneſie aufge⸗ loͤſt hatte, als erſteres. Dieſe Verſuche ſind merkwuͤrdig. Die im Waſſer aufgeloͤſte fixe Luft veranlaßt die Pfirſichbaumblaͤtter nicht weiter, die gewaltig große Menge Luft zu geben, wel⸗ che ſie ſie zwingen kann, auszuſtoßen. Ohne Zweiſel muß die fixe Luft ſeyn zerſetzt worden. In dieſem Zu⸗ ſtande der Zerſetzung hat ſie auf das Blatt nicht ſo, wie vorher, wirken koͤnnen. Was aber Bemerkung ver⸗ dient, iſt der Umſtand, daß dieſe beiden Faͤlle nicht na⸗ tuͤrlich ſind: denn im erſten erhielt ich 1½ Maaß Luft mehr, als mit gemeinem Waſſer, ohne Zweifel weil nicht alle Luft, welche es enthielt, veraͤndert worden war; im andern bekam ich weit weniger, vermuthlich weil die in dieſem Waſſer uͤbrigbleibende Luft darin in geringrer Quantitaͤt vorhanden war, als im gemeinen Waſſer. Endlich blieb mir noch ein Mittel uͤbrig, dieſe Un⸗ terſuchung zu vollenden. Es mußte naͤmlich auf das Waſſer, welches zu den Verſuchen gebraucht worden, ge⸗ wirkt, und die fixe Luft, mit der es geſaͤttigt worden, darin aufgeſucht werden. Mein Probierſtein war fol⸗ gender. Es iſt bekannt, daß wenn Kalkwaſſer auf Waſſer, mit ſixer Luft geſaͤttigt, gegoſſen wird, dieſes Waſſer ſich truͤbt und ein weißes Pulper fallen laͤßt, wel⸗ ches die Kalkerde iſt, die es aufgeloͤſt hatte. Damit ich nun den Verſuch mit groͤßrer Zuverlaͤſſigkeit anſtellen moͤchte, ſo bereitete ich mir in drei Gefaͤßen die Waſſer, mit denen ich den Verſuch vornehmen wollte, zu. In dem einen hatte ich das mit fixer Luft geſaͤttigte, in dem andern gemeines, und in dem dritten auch mit fixer Luft geſaͤttig⸗ tes, aus dem aber die fixe Luft durch die Blaͤtter her⸗ ausgetrieben worden, die ich mehreremahle darin unter den Glocken an die Sonne geſtellt und dies ſo lange ge⸗ than hatte, bis die letzten keine, als die in ihrem Zellge⸗ Senebier 4. Th. B webe 18 Unterſuchungen 8 webe enthaltene Luft, ausſtießen. Was geſchah? Das mit firer Luft geſaͤttigte und das gemeine wurden truͤbe, als ich ſie mit dem Kalkwaſſer miſchte, es erfolgte ein erdigter Niederſchlag, der mit der Menge der in dieſen beiden Arten von Waſſer befindlichen firen Luft in Ver⸗ haͤltniß ſtand: hingegen in dem Gefäße, worin das Waſſer war, aus dem die Blaͤtter die fixe Luft heraus⸗ gejagt hatten, truͤbte ſich dieſes Waſſer waͤhrend ſeiner Miſchung mit dem Kalkwaſſer und ließ einen Schleim zu Boden fallen, der die Gegenwart eines gummichten Koͤrpers verrieth, der waͤhrend der Zeit, daß die Blaͤt⸗ ter in dieſem Waſſer lagen, aufgeloͤſt worden, wie ich davon im zten Theile dieſes Werks(S. der deutſch. Ue⸗ berſ.) Erwaͤhnung gethan habe. 5. Von der Wirkung derer dem gemeinen Waſ⸗ ſer beigemiſchten Saͤuren auf die Blaͤtter, die man in demſelben der Sonne aus⸗ ſetzt. Ich habe bereits angefuͤhrt, was ich fuͤr Proben ge⸗ macht, um zu erfahren, ob die uͤbrigen Saͤuren, dem Waſſer beigemiſcht, auf die Blaͤtter, die man darin der Sonne bioßſtellt, eben die Wirkungen hervorbringen wuͤrden, wie das mit fixer Luſt geſaͤttigte Waſſer. Ich habe aber nichts entdeckt, was mir dies vermuthen ließe, wie aus dem 22ſten Abſchnitte des iſten Theils dieſes Werks erhellet: Aber weil verſchiedene Verſuche mis⸗ gluͤcken, ſo muß man daraus nicht den Schluß machen, als werde gar keiner gelingen. Dieſe Unterſuchung ſchien mir von der aͤußerſten Wichtigkeit zu ſeyn und er⸗ forderte die Anſtrengung aller meiner Kraͤfte, um zum Zwecke zu gelangen. Eine weſendliche Saͤure, die das bloße Feuer nicht leicht verfluͤchtigen kann, in dephlogi⸗ ſtiſirte Luft zu verwandeln, die Verwandlung durch ein w gru⸗ 6 nI gris geln, um riſen 1nsG 16 eit te, ſei richph Zwi b ren um meit res ſul dee uhf zwatg ſecce ohng ferii: ſur,n 9—9 6 demen heamifi ſen Cn⸗ ruiſ 6, gzen amn ker, d p die ndo losge 1 Nig ee Qun ſenge hah? Da aunden tribe Serſolgte tin der in dieſen luſt in Ver⸗ e, worin das eeduſt heraus⸗ vährend ſine einen Schlein es gum nichte daß de Wit Nden, wie ich der deutſch e neinen Wie alls⸗ ie Ptaben ge⸗ Säuren, dem nan datin der hervorbeingen Waſer. Jc trmuthen leße Thels diee Varſche mi Schluß machen eUnteruchun uſenn ude⸗ äſte, um nm Saͤure, di d n, in dahe dung uh uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 19 gruͤnes Blatt,— das in einem mit dieſer Saͤure an⸗ geſchwaͤnge ten Waſſer an die Sonne geſtellt worden,— zu bewirken, wuͤrde fuͤr die Erweiterung unſrer Kennt⸗ niſſe eine eben ſo wichtige, und fuͤr das Auge der Ver⸗ nunft eben ſo merkwuͤrdige Verwandlung geweſen ſeyn, als die Verwandlung irgend eines Koͤrpers in Gold oder Silber. Mit dieſen Ideen erfuͤllt, ergriff ich die Par⸗ tie, dieſe Verſtche wieder vorzunehmen, zu verman⸗ nichfaltigen und dies auf ſo eine Weiſe, daß mir gar kein Zweifel uͤber ihr Reſultate uͤbrig bliebe. C Nach einer Menge von Verſuchen, welche anzufuͤh⸗ ren, unnoͤthig waͤre, ſchien mirs, daß ein Viertel von meinen kleinen Maaßen Vitriolſaͤure zu 25 Unzen gemei⸗ nes Waſſer gerade das rechte Verhaͤltniß war, welches die Pfirſichbaumblaͤtter, die man darin an die Sonne brachte, zwang, die groͤßte Menge Luft auszuſtoßen. Da ein ſolches Blatt nur ꝛ oder 3 Maaß uft gibt,— welches ohngefaͤhr das Mittel ſeines Produkts in gemeinem Waſ⸗ ſer iſt—: ſo verurſacht dieſe geringe Quantitaͤt Vitriol⸗ ſaͤure, die man unter das Waſſer miſcht, daß dieſes Blatt 8— 9 Maaß ausſtoͤßt. Ein Drittel Maaß Salpeterſaͤure unter 25 Unzen gemeines Waſſer 9 ſchuͤtket, iſt gerade die Portion, wel⸗ che am kraͤftigſten auf das Pfirſichbaumblatt, das in die⸗ ſem Gemenge der Sonne blosgeſtellt wird, wirkt und verurſacht, daß es 10 bis 2 Maaß Luft austreibt. Endlich, zwangen 2 Maaß Seeſalzſaͤure unter 25 Unzen gemeines Waſſer gemiſcht, die Pfirſichbaumblaͤt⸗ ter, die in dieſem Gemiſch lagen und darin,— ſo wie die andern Blaͤtter unter meinen Glocken,— der Sonne blosgeſtellt wurden, daß jedes 20 Maaß Luft ausſtieß. Mir hat es geſchienen, als ob eine groͤßere oder klei⸗ nere Quantitaͤt von Saͤure, als die eben angegebene, die Menge der uft allemahl vermindert habe, welche die B 2 Blaͤt⸗ 20 Unterſuchungen Blaͤtter, die in dieſen mit den erwaͤhnten Saͤuren ver⸗ miſchten Waſſern, der Sonne ausgeſetzt wurden, aus⸗ ſtießen. Unterdeſſen habe ich die in dieſem Gemenge an der Sonne ſtehenden Pfirſichbaumblaͤtter immer vergilbt gefunden, wenn ſie eine Nacht darin lagen, da ich ſie noch den Abend zuvor jederzeit geſund oder doch beinahe geſund fand. Noch muß ich anmerken, daß wenn das Blatt, waͤhrend der Zeit, da es in dem ſaͤuerlichen Waſſer an der Sonne ſtand, gelb ward,— es ſei nun, weil es zarter, oder, weil dem Waſſer mehr Saͤure beigemiſcht war—: die Menge der erzeugten Luft alsdann immer geringer war. Dies iſt nicht zu verwundern, das Blatt war verdorben, ſeine Organiſation zerruͤttet, und ſein Reſt von eben verlohren, es vegetirte nicht weiter, die Aufloͤſung, dis es litt, vernichtete ſeine Organen, es konnte das ſaͤuerliche Waſſer, in dem es lag, nicht wei⸗ ter mit ſich verbinden, und ſonach die reine Luft nicht her⸗ vorbringen, welche ſonſt aus dieſer Verbindung,— der einzigen Quelle ihrer Erzeugung,— entſtehen muͤßte. 6. Eigene Erſcheinungen, welche die in ſaͤuerlich⸗ gemachten Waſſern liegenden und darin der Son⸗ ne ausgeſetzten Blaͤtter darſtellen. Die Bildung der Luftblaſen auf denen in ſaͤuerlichge⸗ machten Waſſern liegenden Blaͤttern, ihr Heraustreten, die Stellen, die ſie auf dem Blatte einnehmen, alle dieſe Umſtaͤnde ſtimmen mit allem dem, was ich im Iſten Theile dieſes Werkes im 7ten und 8ten Abſchnitte von denen in gemeinem, oder in dem mit fixer Luft geſchwaͤn⸗ gerten Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤttern geſagt, vollkommen uͤberein, doch aber mit dem Unterſchiede, daß die ganze Glocke mit einer weit groͤßern Menge zn⸗ en 6 wenime des gew ni achnw. u derſtiw in gi mit 1n nur S geb n ſnd, o geſeht 37 ſanderzs o tem Mhn ſer gerz ſaedte 50 Jeectg Sahu tigen baumd V mache naͤmlic hinein, V Un ichen⸗ ahnten Siun Jeſeßt wurde a dieſen Geme. dätter inm den rin lagen, da und oderdatlin aß wem des R ſauerlicen Vaſt des ſei nun, u ihr Säure beym nluſt alsdern m erwundern, dasc n zerrütket, u ttirte nicht weitr. te ſeine Oxgoun, eem es log, nih die reine uſtnch Verbindung,- ¹ entſtehenniße lche deiſ und derinde e darſteln 1 ' 1 6 uf denenit gart ern, ihr haun latte einehn, im dem, bll ten und dien li⸗ mitfire biigir ſetten Buten dem dnreſten den Mag ul Jßern Mg uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 21 ſen an ihren Seiten oder Boden bedeckt wird, wenn man die ſaͤuerlichgemachten Waſſer nimmt. Außerdem entſtehen auch auf denen in den ſaͤuerlich⸗ gemachten Waſſern liegenden Blaͤttern gelbe oder viel⸗ mehr roſtfarbige Flecken, die anfaͤnglich ganz klein ſind, und ſelten vor 7— 8 Stunden auf den Blaͤttern zum Vorſchein kommen, wenn die Quantitaͤt der dem Waſ⸗ ſer beigemiſchten Saͤure die von mir, vorgeſchriebene iſt, wenigſtens iſt mirs immer vorgekommen, als wenn ſie die Nacht uͤber anſehnlich zugenommen haͤtten und immer gewachſen waͤren, wenn ich ſie den Tag uͤber nicht beob⸗ achtet hatte. Was iſt die Urſache dieſer Flecken? Es iſt zuvoͤr⸗ derſt gewiß, daß die Blaͤtter auf ſolche Art nie, weder in gemeinem, noch gekochtem, noch deſtillirtem, noch mit firer Luft geſaͤttigtem Waſſer gelb werden, wenn ſie nur 24 Stunden darin lisgen: allein ſie werden allezeit gelb, wenn dieſe Waſſer mit Mineralſäuren vermiſcht ſind, und es iſt dabei einerlei, ob ſie dem Lichte aus⸗ geſetzt worden, oder ob ſie in der dickſten Finſterniß ge⸗ ſtanden haben. Ich habe immer bemerkt, daß ein Viertel von mei⸗ nem Maaße Vitriolſaͤure, mit 25 Unzen gemeines Waſ⸗ ſer gemiſcht, die hineingelegten Pfirſichbaumblaͤtter gelb faͤrbte, oder ſie nach Verlauf von 8— 9 Stunden mit Flecken bedeckte, ferner daß ein Drittel dieſes Maaßes Salpeterſaure unter eben ſo viel Waſſer, als beim vo⸗ rigen Verſuche, gemiſcht, ein hineingelegtes Pfirſich⸗ baumblatt binnen der naͤmlichen Zeit weit weniger gelb machte, und endlich, daß 2 Maaß Seeſalzſaͤure in die naͤmliche Menge Waſſer geſchuͤttet, dieſe Entfaͤrbung des hineingelegten Blatts noch langſamer bewirkte. Unterdeſſen wirken doch dieſe Saͤuren, in den naͤm⸗ lichen Verhaͤltniſſen mit deſtillirtem und abgekochtem Waſ⸗ B 3 ſer 22 Unterſuchungen ſer vermiſcht, weit ſtaͤrker auf die hineingeleaten Blaͤt⸗ ter, als wenn ſie unter eine eben ſo große Quantitaͤt ge⸗ meines Waſſer gemiſch werden. Ja was noch mehr iſt, ich goß unter 25 Unzen de⸗ ſtillirtes Waſſer nur die Haͤlfte von den Saͤuren,* Maaß Vitriolſäͤure, 5 Salpeterſaͤure, und nur Maaß See⸗ ſalzſaͤure. Gleichwohl vergilbte das in jeder von dieſen Gemengen liegende Pfirſichbaumblatt weit eher, als das, ſo in einem Gemiſche aus gemeinem Waſſer und einer doppelten Quantitaͤt Saͤure lag. Das in dem Gemiſche aus deſtillirtem Waſſer und Vitriolſaͤure liegende Pfir⸗ ſichbaumblatt ward nach einigen Stunden, daß es darin gelegen hatte, gelb. Auf dem Blatte, was in dem Gemiſche aus deſtillirtem Waſſer und Salpeterſaure ge⸗ legen hatte, kamen die Flecken erſt Tages drauf zum Vorſchein, und das Blatt, welches in dem mit der See⸗ ſatzſaͤure gemiſchten deſtillirten Waſſer lag, fing gar erſt nach 2 Tagen an gelb zu werden. In allen dieſen Gemiſchen ward das naͤmliche in dem Gemenge mit Vitriolſaure liegende Pfirſichbaumblatt durch und durch gelb, das in dem Gemiſch mit der Sal⸗ peterſaͤure liegende behielt noch einige gruͤne Flecken, und das in der Miſchung mit der Seeſalzſäure erhielt ſich faſt ganz gruͤn. In gemeinem Waſſer, das mit der von mir ange⸗ zeigten Menge von Saͤuren vermiſcht war, waren die erſolgenden Veraͤnderungen in der naͤmlichen Zeit un⸗ gleich geringer; doch erlitten die in dieſen ſaͤuerlichge⸗ machten Waſſern liegenden Blaͤtter, wenn ſie laͤnger darin lagen, nach und nach die naͤmlichen Veraͤnderungen. Die Blaͤtter, die in Waſſer liegen, das mit fixer Luft geſaͤttigt iſt, vergilben nicht eher, als in gemeinem, man muͤßte denn einige Portionen von andern Sauren zuſetzen. Kann 6 6s bardh c3 den wi de mt men dobts 1 kn va tſt dehi gem 8 Vitan Eee lrte a en⸗ ſieß, tiolſä dt legken Glt 8 Danttätg 2 Ungen w uden, Mag „Maß Maß Se der don diein ther, alsda ſeer und ene dem Geniſce liegende Pfe daß es dan was in dm heterſturege es drauf zm mit der Ee fing gat ii nliche in dem chbaumblatt nit der Sal⸗ Zlecken, und eltſch fat on wit one e, woren de hen Zeit u jſäuerlihge mn ſe lath randerunge das mitfie in gemeite, dem Sung Fan uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 23 Kann ich nun gegenwaͤrtig nicht den Schluß machen, wie ich bereits gethan, daß die dem Waſſer beigemiſchte Saͤure die aufloͤſende Wirkung des Waſſers auf das Blatt erhoͤhe, und daſſelbe zu zerſtoͤren ſtrebe, wenn es nicht mehr zu Befoͤrderung ſeiner Vegetation dient? 7. Vervielfachung meiner Verſuche, mittelſt des deſtillirten und des abgekochten Waſſers. Nachdem ich beobachtet hatte, daß das deſtillirte Waſſer das Heraustreten der Luft aus denen, darin der Sonne ausgeſetzten, Blaͤttern nicht beguͤnſtigte, mir auch bewußt war, daß die Saͤuren, mit deſtillirtem Waſſer gemiſcht, weit ſtaͤrker auf die in dieſem Gemi⸗ ſche liegenden Blaͤtter wirken, und ſie weit mehr verder⸗ ben, als das gemeine Waſſer: ſo gerieth ich auf den Einfall, zu unterſuchen, ob denn deſtillirkes Waſſer, mit den Saͤuren vermiſcht, in Erzeugung der Luft, welche die Blaͤtter ausſtoßen moͤchten, die man in ſolchem Ge⸗ menge der Sonne ausſetzte, gar keinen Unterſchied her⸗ vorbringen wuͤrde. Damit ich dieſe Verſuche genau und belehrend anſtel⸗ len moͤchte; ſo hielt ich dafuͤr, ich muͤßte ſie zu gleicher Zeit auch mit gemeinem Waſſer vornehmen. Ich legte daher Pfirſichbaumblaͤtter in ein Gemiſch aus 25 Unzen gemeines oder deſtillirtes Waſſer, denen ich ½ Maaß Vitriolſäͤure, oder ½ Maaß Salpeterſaͤure oder 2 Maaß Seeſalzſaͤure zuſetzte. 1) 1) Das mit der Vitriolſaͤure vermiſchte deſtil⸗ lirte Waſſer machte, daß ein darin liegendes und der Sonne ausgeſetztes Pfirſichbaumblatt 1½ Maaß Luft aus⸗ ſtieß, dagegen ein andres ſolches, in gemeinem mit Vi⸗ triolſaͤure vermiſchtem Waſſer liegendes, in gleicher Zeit 10 Maaß gab. Tages drauf ſtieß ein friſches B 4 Blatt 24 Unterſuchungen Blatt in erſtangefuͤhrtem Waſſer an der Sonne 3 und im andern 1 Maaß kuft aus. 2) Das mit der Salpeterſaͤure vermiſchte deſtillirte Waſſer zwang aus einem darin der Sonne ausgeſetzten Pfirſichbaumblatte 3ĩ Maaß Luft heraus; hingegen ein andres ſolches in gemeinem mit eben der Saͤure ver⸗ miſchten Waſſer liegendes Blatt gab 7½ Maaß. Aber Tages drauf ſtieß ein im erſterwaͤhnten Gemiſch der Sonne ausgeſetztes Blatt dieſer Art nur 3 und im andern Maaß Luft aus. 3) Das mit Seeſalzſaͤure vermiſchte deſtillirte Waſ⸗ ſer machte, daß ein darin an die Sonne geſtelltes Pfir⸗ ſichbaumblatt 1 ½ Maaß Luft austrieb, hingegen in ge⸗ meinem mit einer gleichen Quantitaͤt dieſer Saͤure ge⸗ miſchtem Waſſer gab ein darin liegendes Blatt 5 Maaß Luft. Tages drauf erhielt ich aus einem dergleichen Blatt, das in Erſterm Waſſer lag, 1½ Maaß Auft, und eben ſo viel aus einem Blatte, im andern Waſſer liegend. 4) Ein in deſtillirtem Waſſer an der Sonne ſtehen⸗ des Pfirſichbaumblatt gab nur ½ Maaß Luft. 5) Ein andres Blatt dieſer Art, in gemeinem Waſ⸗ ſer der Sonne blosgeſtellt, ſtieß⸗ Maaß aus. Dieſe Reihe von Verſuchen zeigt gleich die Man— nichfaltigkeit, welche die Natur der Blaͤtter in den Ver⸗ ſuchen hervorzubringen vermag. Nie hatten die 2 Maaß Seeſalzſaͤure, mit 25 Unzen Waſſer vermiſcht, mir eine ſo geringe Quantitaͤt uft gegeben. Auch bemerkt man wohl, daß das Blatt nicht alle ſixe Luft herausgezogen hatte, die es haͤtte herausziehen koͤnnen; weil mir ein friſches Blatt, Tages drauf weit mehr Luft daraus gab, als aus den andern mit den naͤmlichen Waſſern gemiſch⸗ ten Saͤuren. Hier⸗ ni 613 ei des 1n v. N trolirn gs, gen, 4 nur che vortd terni miſln 10 miſd mannm wir woynen für g ieanul 2 unfert Sonnu. ſieß ſ lben d 5N 25 zen dil dieſers blatt 9 meinen 1N. lit 18 lets (Sonne⸗ tiib. uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 25 ine i udi Hiernaͤchſt erhellet, daß jede von dieſen Saͤuren auf 1 gleiche Art auf das deſtillirte Waſſer gewirkt hatte, weil ſchte deſiln das uftprodukt, das ſie gaben, beinahe das naͤmliche ne ausgeſtn war. Auch bemerkt man bei den Gemiſchen mit der Vi⸗ z Nnngegen triol-und Salpeterſaͤure, daß die darin der Sonne aus⸗ er Säute te geſetzten Blaͤtter gleich das erſtemahl alle Luft herauszo⸗ Maaß Pn gen, die ſich herausziehen ließ, weil ſie zum andernmahle n Geriſh g nur noch ſo viel gaben ‚ als ohngefaͤhr immer im Blatte und inudn vorhanden iſt. Dieſe Beobachtung gilt von denen Blaͤt⸗ tern, die in denen mit gemeinem Waſſer gemachten Ge⸗ miſchen lagen, eben ſo. deſtilire Ve gfulrs II) Da nun dieſe unter das deſtillirte Waſſer ge⸗ Inxee u miſchte Saͤuren mit groͤßerer Kraft auf die Blaͤtter, die „60 G; man hineinlegt, damit ſie darin aufgeloͤſt werden ſollen, ieſer Gäurt g,.. Burt„Ni wirken, als auf die, welche in einem Gemenge liegen, wozu gemeines Waſſer genommen worden; ſo hielt ich n n⸗ fuͤr gut, die Wirkung der Saͤuren durch Verminderung undem 5 ihrer Quantitaͤt bis auf die Haͤlfte, zu ſchwaͤchen. 1) Daher ſchuͤttete ich nur ½ Maaß Vitriolſaͤure . unter 25 Unzen deſtillirtes Waſſer, worauf das darin der Symneſit Sonne ausgeſetzte Pfirſichbaumblatt* Maaß Luft aus⸗ ift ſtieß. In einem Gemiſch, aus gemeinem Waſſer und gemeinem N eben der Quantitaͤt Saͤure beſtehend, gab mir ein Blatt aus. 2 ½ Maaß Luft. ſei de Ne 2) Ein Viertel Maaß Salpeterſaͤure unter 25 Un⸗ tter in den Ne zen deſtillirtes Waſſer geſchuͤttet, machte, daß ein in hen dee2 Nu dieſem Gemiſch an die Sonne gebrachtes Pfirſichbaum⸗ niſch mi ii blatt 1Maaß kuft abſonderte. Eben ſo ſtieß ein Blatt in ge⸗ G bant meinem, mit ½ Maaß Salpeterſaͤure gemiſchtem Waſſer ruus 1 ½ Maaß Luft aus. n. wal nrd 3) Ein Maaß Seeſalzſaͤure unter 25 Unzen deſtil⸗ uie rals ce lirtes Waſſer gemiſcht, verurſachte, daß ein darin der Gaſſen nih Sonne ausgeſetztes Pfirſichbaumblatt ½ Maaß Luft aus⸗ trieb. Ein andres ſolches Blatt in gemeinem mit einer 7 B5 glei⸗ 26 Unterſuchungen gkeichen Portion Seeſalzſaͤure 9 miſchten Waſſer liegend, gab an der Sonne 3 ½ Maaß Luſt. 4) Ein Pfirſichbaumblatt ſonderte in deſtillirtem Waſſer 1 Maaß Luft ab. 53 In gem einem Waſſeer erhielt ich aus einem Blatte dieſe x Maaß Luft. ee iſt hier zu Venrfen, daß die in ſaͤuerlichge⸗ machtem deſtillirten Waſſer liegenden Blaͤtter ungleich mehr und auch weit eher verderbt wurden, als in ſaͤuer⸗ lichgemachtem gemeinen Waſſer. Dies beweiſt im⸗ mer, daß die zerruͤttete Organiſation des Blatts auf die Verminderung in Erzeugung der Luft Einfluß hat. Dieſe Wirkung der Saͤure auf das Blatt in dem deſtil⸗ lirten Waſſer muß ziemlich ſtark ſeyn, weil, der Ver⸗ minderung der Haͤlfte der Saͤure in dem G eutrenge un⸗ geachtet, ſeine Einwirkengi immer ſehr ſtark iſt. Da es uͤbrigens immer einen Augenblick gibt, wo das geſunde Blatt auf die Saͤure, welche ihm das eben nimmt, wir⸗ ken kann: ſo findet ſich auch, daß die 2 Verminderung der Saͤure im Waſſer eine ſehr große Wertzinderung im Pro⸗ dukte der Luft verurſacht. Prod: kkr beim vorhe gehen Beim je⸗ den Verſuch zigen. Vicrilſure 15 4 Salpeterſaͤure 1½ 2 Leizſ 1 ½ 8 Man fieht hier, daß das Verhaͤltniß fuͤr die Sat⸗ renern daſſelbe iſt, weil anſtatt zum Verſuche von der Saͤure genommen zu haben, ich x davon genommen habe. Die Menge der Saͤure habe ich nicht vermehrt, weil ich ſonſt dem Blatte ſogleich ſein ganzes Leben, ſolglich auch jedes Mittel geraubt haben wuͤrde, die Einwirkung der 6 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ic. 27 7 ſer li„a— ſ ta der im Waſſer aufgeloͤſten Saͤure zu erleiden. Im vor⸗ hergehenden Abſchnitte iſt gezeigt worden, wie ſehr das deſtilittem Blatt durch Vermehrung der Saͤure angegriffen wird, und ich werde zeigen, daß wenn man die Saͤure im gemeinen Waſfer vermehrt„ man die uft vermindert, nen Dute welche die darin der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter aus⸗ ſtoßen. ſauerlichge IiI) Ueber das abgekochte Waſſer war noch eine tter unglech Reihe von Verſuchen anzuſtellen. Ich vernachlaͤſſigte als in ſtue⸗ ſie aber bei Anſtellung der vorhergehenden. Gleichwohl beweiſt im⸗ verdiente ſie ſehr vorgenommen zu werden, weil das ge⸗ latts aufde kochte Waſſer dem deſtillirten in Anſehung der ihm ge⸗ Linzuß hr. raubten ſixen Luſt aͤhnelt. Ich nahm dies bei Abfaſſung ndem deſt meines Werks wahr und habe dieſe Unterlaſſung dadurch l, der Va wieder gut gemacht, daß ich Blaͤtter von der großen hennenge ue Hauswurz,— die ich dar nahls haben konnte,— ſtatt if. Datz der noch zu jungen Pſirſichbaumblaͤtter, waͤhlte. Ich das geſand ſtellte dieſen Verſuch zu Ende des Aprils an, wo die ninnd ai Sonne das Reaumurſche Thermometer im Waſſer bis derung der zum 2 10 ſteigen machte. mgin r 1) Ein Hauswurzblatt, in deſtillirtem Waſſer an die Sonne geſtellt, gab mir, und ein andres ſolches Blatt, das in 25 Unzen deſtillirtem Waſſer, dem ich eim je⸗ 2 Maaß 5 Salpeterſaͤure beimiſchte, lag, 15 Maaß Luft. gigen. Das mit ſixer Luft geſchwaͤngerte Waſſer machte, daß ein darin an der Sonne ſtehendes Hauswurzblatt 2 ½ Maaß Luft austrieb. 8 2) Ein ſolches Blatt, der Sonne in gekochtem fr is Waſſer ausgeſetzt, nberlee⸗ als ich aber 2 na che Seeſalzſaͤure beimiſchte, 2Q᷑¶ Maaß kuft ab. Dies lehrt, nonnn daß die Blaͤtter in aller Betrachtung noch weniger zuf geben, wenn man ſie in gekochtem Waſſer an die Sonne ſtellt, als wenn man dies in deſtillirtem thut. mii Schon im 3ten Abſchnitte habe ich angemerkt, daß, en, ſ9 wenn ſich die Saͤure der ſiren Luft mit dem gekocheen Einvi- i Waſ⸗ *£ 2 28 Unterſuchungen t Waſſer verband, ſie alsdann beinahe die Haͤlfte ihres N Vermögens, auf die der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter zu gſſt wirken, verlor, und ſonach befindet ſie ſich mit den an⸗ dern Saͤuren, wenn ſie mit dem deſtillirten Waſſer ver⸗ inle miſcht ſind, in gleichem Falle, und dieſer Verſuch hat db'D mir, wenn ich ihn wiederhohlt, verhaͤltnißmaͤßige Gleich⸗ P2 heiten gegeben. 3 Auch den rectificirten Gruͤnſpaneſſig nahm ich zu u 1 meinen Verſuchen mit den Blaͤttern. Ich ſchuͤttete ſ 7 naͤmlich unter 25 Unzen gemeines Waſſer ½ Maaß von in 1 dieſem Eſſige, legte ein Pfirſichbaumblatt darin in die ſece Sonne und bekam daraus 4½ Maaß uft; als ich aber ſem eine gleiche Portion von dieſem Eſſige mit 25 Unzen ge⸗ din kochtes Waſſer vermiſchte, erhielt ich aus dem darin der M Sonne ausgeſetzten Blatte nur 2½ Maaß Luft. 2 IV) Da ich zwiſchen dem deſtillirten und gemeinen 1 Waſſer keinen Unterſchied weiter wahrnahm, als den, gi. welcher in der fixen Luft beſtand, die in dem lettern ent⸗ ch halten iſt, und aus dem Erſtern durch die Deſtillation 8 herausgetrieben wird: ſo entſchloß ich mich zu unterſu⸗ u chen, was das mit fixer Luft geſaͤttigte Waſſer auf die e darin der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter fuͤr Wirkung thun in wuͤrde, wenn ich ſo viel Saͤure dazu ſetzte, als ich dem ſtag ggemeinen Waſſer beizumiſchen pflege. Ich ſtellte daher fnl zu dieſem Endzwecke folgende Verſuche an.. 1) Aus einem Pfirſichbaumblatte, das in dem mit ill firer Luft geſaͤttigten Waſſer an der Sonne ſtand, erhielt lufte ich 20 Maaß Luft. dn 2) Aus einem andern ſolchen Blatte, welches in Liſtg dem naͤhmlichen mit ſirer Luft geſaͤttigten Waſſer, dem ſchu aber ½ Maaß Virriolſaͤure beigemiſcht war, der Sonne V dem ausgeſetzt ward, bekam ich 3o Maaß Luft. ee 3) Aus einem andern Blatte dieſer Art, das in koct demſelben mit fixer Luft geſchwaͤngerten, dabei aber mit Vſ Maaß V 6 V hilſte ins Bliteer u mit den ane Waſer ver⸗ Deriuc hat iſige Gleic nchm ich zu Ji ſchüter Maaß ten dorin in di als ich über 15 Unen ge em darin de ſſ. und geweinen n, als den, mlegtern ent⸗ Deſtillation zu unterſu ſſer auf die zitkung thun als ich dem ſtelle daher sin dem mit ſtand, ethilt „vllhes in Poſſt, dm „der Eunt At, do i abüchenit Nac uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 29 2 Maaß Salpeterſaͤure vermiſchten Waſſer an die Sonne geſtellt war, erhielt ich 35 Maaß Luft. 4) Und endlich bekam ich aus einem andern derglei⸗ chen Blatte, ſo in dem mit firer zuft geſchwaͤngerten, dabei aber noch mit 2 Maaß Seeſalzſaͤure vermiſchten, Waſſer der Sonne ausgeſetzt war, 20 Maaß Luft. Ich darf nicht vergeſſen, hier anzumerken, daß nicht nur die Blaͤtter ausnehmend gelb wurden, und zwar weit ſtaͤrker, als in dem gemeinen, mit den naͤhmlichen Por⸗ tionen von Saͤuren vermiſchten, Waſſer; ſondern! daß ſie auch ohngefaͤhr alles, was ſie vermocht, verarbeitet hatten, weil Tages darauf die naͤmlichen Blaͤtter, in dem naͤmlichen Waſſer liegend, nur noch ohngefaͤhr 1 Maaß uſt ausſtießen. V) Ich blieb aber hierbei nicht ſtehen; ſondern ſtellte auch zwiſchen der Wirkung ſowohl des mit fixer Luft geſchwaͤngerten deſtillirten Waſſers, und auch jener, des mit eben dieſer Luftgattung geſaͤttigten gemeinen Waſſers auf die Pflanzen, eine Vergleichung an, und fand dabei, daß ſie in erſtem Waſſer, an der Sonne ſtehend, ein wenig mehr Luft ausſtießen, als in der letzten. Wahr iſt es, daß mirs wenigſtens ſchien, als trennte ſich die fixe Luft leichter davon. Ich verminderte die Menge der Luft, welche die in dem luftſchwangern Waſſer liegenden Blaͤtter gaben, indem ich dieſes Waſſer mit einem de⸗ ſtillirten gemeinen, abgekochten gemeinen und deſtillirten luftſchwangern Waſſer vermiſchte: allein dieſe Vermin⸗ derung blieb immer in dem Verhaͤltniſſe der Menge fixer Lzuft, die in dem Waſſer war, das ich mit dem luft⸗ ſchwangern Waſſer vermiſcht hatte. Die Miſchung mit dem reinen deſtillirten Waſſer verminderte die Menge der erzeugten Luft am ſtaͤrkſten, weniger die mit dem abge⸗ kochten, und am wenigſten jene mit dem gemeinen Waſſer. Alle 30 Unterſuchungen 5 Alle dieſe Erſcheinungen ſind ſehr vermoͤgend, Ver⸗.ſet dt wunderung zu erregen und Belehrung zu verſchaffen, weil Daht die Blaͤtter mehr Luft geben, wenn ſie in dem mit firer fuj3 nuft geſaͤttigten Waſſer in die Sonne geſetzt, als wenn ſie drute ißrem Einfluſſe in gemeinem Waſſer uͤberlaſſen werden. dr u Es iſt einleuchtend, daß die große Menge fixe uft, die ces in dem damit geſaͤttigten Waſſer vorhanden iſt, die ein⸗ ds, A zige Urſache davon iſt. Wirklich geben die Blaͤtter, in und h gemeinem Waſſer, das ein wenig fixe Luft enthaͤlt, an mmnn der Sonne ſtehend, mehr kuft, als in abgekochtem oder dan deſtillirtem Waſſer, welches dieſer Luftgattung beraubt ſbo iſt, wie ich wohl tauſendmahl beobachtet habe. Duͤrfte Ein es nicht ſcheinen, es werde die Wirkung der Saͤuren— Su die man unter die Waſſer miſcht, um den Blaͤttern das mdm Vermoͤgen mitzutheilen, reine Luſt auszuſtoßen, wenn ſie darin der Sonne ausgeſetzt werden,— entweder 1 durch die gegenſeitige Wirkung der Saͤuren auf das Waſ⸗ buun ſer oder auf die fire Luft, oder auf beide zuſammen, an M. der Sonne erhoͤhet? Eine Zergliederung aller dieſer Eun Erſcheinungen wied einiges Licht uͤber das von uns Be⸗ in dei obachtete verbreiten und uns auf eine gruͤndliche Erklaͤ⸗ fuund, rung der Erſcheinung fuͤhren koͤnnen. 30, 3 Nie ſtoßen die Blaͤtter weniger Luft aus, als wen ömſi ſie in Waſſern, die der firen Luft beraubt worden, der eſen 8 Sonne ausgeſetzt werden, und nie mehr, als in Waſſern, nN die mit firer Luft geſaͤttigt und mit einer Saͤute geſchaͤrft A worden; noch auffallender aber iſt das ſtuffenweiſe Stei⸗ ufn gen, das man bei den verſchiedenen Verſuchen, die ich 1* angeſtellt, bemerkt. Gemeines Waſſer, welches nur u ganz wenig ſixe Luft enthaͤlt, vernehrt das Heraustreten uſ der darin an die Sonne geſtellten Blaͤtter ein wenig; 44 Waſſer, dem die fixe Luſt entzogen iſt, das aber mit ein eM wenig Saͤure verbunden worden, ſchon etwas mehr; dnit Waſſer, mit firer Luft geſchwaͤngert, noch weit mehr, 3 3 und wenn endlich letzteres noch mit einer Saͤure verbun⸗ Jhait ei den worden, ſo ſtark, als nur immer moͤglich. Sonach 33 hat ded, Na⸗ haffen, wel an mit fier als wenn ſe ſen werden, ire uſf, de ſſt, de en⸗ Bätter, in enthält, m Kochtem dder rung berauht be. Dirſt Säͤuren— Ylätern das ßen, wem — entweder uf das Va mmen, an aller dieſe om uns Be⸗ iche Erkla⸗ als wenn den, der Waſeern, te geſchirſt weiſe Stii en, dieih velches ne deraustreten ein wenig; ober mitein was meir; weit mehr ure velbun . Enc 1 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 31 hen, daß die bloße Saͤure, ohne ihre Ver der firen Luft, nur einen geringen Ein⸗ ſluß auf das Ausſtoßen der Luft aus den Blattern, die onne ſtehen, habe, daß aber der Einfluß der im Waſſer aufa 1 eloͤſten ſixen Luft ſehr ſtark ſei. Da er aber doch noch nicht der groͤßte iſt; ſo leuchtet ein daß das, was ihn vergroͤßert, auch auf ihn wirken muͤſſe, und dies geſchieht durch die Portionen von Saͤure, die man dem mit fixer Luft geſchwaͤngerten Waſſer beimiſcht. Da aber die Saͤure allein im deſtillirten Waſſer nur ſchwach wirkt und die fixe Luft allezeit einen ſehr großen Einfluß hat: ſo wuͤrde es mir ſcheinen, daß in ſolchem Falle die Saͤure vielleicht die fire Luft oder das Waſſer ſo modificirt, daß es dieſe Wirkung hervorbringt. Auch verdient noch Bemerkung, daß das Pfirſich⸗ baumblatt, ſo in dem mit fixer zuſt geſaͤttigten und mit 4 a6 Vitriolſaͤure ſauer gemachten Waſſer an der Sonne lag, gerade ſo viel Luft ausſtieß, als jenes, das in dem mit ſixer Luſk⸗geſaͤttigten Waſſer an der Sonne ſtand, wenn ich die kuft dazu rechne, welche das Blatt gah, als es in gemeinem, mit 1 Maaße Vitriolſaͤure gemiſchten, Waſſer der Sonne ausgeſetzt wurde. Im erſten Falle bekam ich 30, im zweiten 20 und im dritten 10 Maaß Luft; alſo ſind 30 Maaß † 20 † 10. In Anſehung der Solpeterſaͤure ſind die Verhaͤlt⸗ niſſe ziemlich verſchieden, denn das Pfirſichbaumblatt, das in dem mit der Salpeterſaure ſaͤuerlichgemachten Waſſer an der Sonne ſtand, gab nur 7 ⅞, aber das, welches in dem mit firer Luft ſauerlichgemachten Waſſer der Sonne ausgeſetzt war, 20 Maaß, zuſammen alſo 2⸗ Maaß Luft. Hingegen trieb das Blatt, welches in demſelben Waſſer lag, das mit fixer Luft geſaͤttigt und mit eben ſo vieler Salpeterſaͤure, als dem gemeinen Waſſer zugeſetzt worden, gemiſcht war, an der Sonne 35 Maaß Luſt aus, d. i. 8 Maaß mehr, als die beiden andern 32 Unterſuchungen andern zuſammen. Unterdeſſen iſt dieſer Verſuch, den ich als einen beſchrieben habe, der noch genauer ſeyn muͤßte, eine Anomalie, die durch die andern dieſer Art, die mir aus einem Pfirſichbaumblatte beſtaͤndig vo Maaß zuft wenigſtens gaben, verbeſſert werden muß. Was endlich die Seeſalzſaͤure anlangt, ſo veraͤnderte ſie, als ſie dem mit ſixer Luft geſaͤttigten Waſſer beige⸗ miſcht ward, das Produkt aus dem bloßen mit fixer Luſt geſaͤttigten Waſſer nicht; es laͤßt ſich alſo dieſe Saͤure in dieſem Gemiſch als ein ſich leidend verhaltender Koͤrper anſehen. Duͤrfte es nicht ſcheinen, daß bei den Verſuchen mit den Gemiſchen aus Vitriolſaͤure und Waſſer, das mit fixer Luft geſaͤttigt iſt, oder aus Salpeterſaͤure und eben dem Waſſer, die fixe Luft durch ihre Verbindung mit dieſen beiden Saͤuren einige Veraͤnderung erlitten habe? Alle beide nehmen das Brennbare ſehr begierig in ſich, und ſo koͤnnten ja wohl alle beide in dem Gemiſche etwas daraus in ſich genommen und dem Blatte die Verarbei⸗ tung des uͤbrigen erleichtert haben. Wenigſtens iſt ge⸗ wiß, wie ich zeigen werde, daß die fixe Luft ſich verbeſ⸗ ſert, wenn man ſie in der Vitriolſaͤure, beſonders aber in der Salpeterſaͤure ſchuͤttelt. Vielleicht daß, wenn die Miſchung der Saͤure in dem mit fixer Luft geſaͤttig⸗ ten Waſſer in geringer Quantitaͤt erfolgt, alsdann die Zerſetzung der fixen Luft durch Mithuͤlfe des Lichts beſſer vorbereitet wird, und daß nachgehends die Blaͤtter nur ſehr wenig Muͤhe anzuwenden brauchen, um ſie zu voll⸗ enden. Hieraus begreift man, warum die Blaͤtter mehr verdorben ſind, weil naͤmlich die Saͤure mit ihrer gan⸗ zen Kraft auf ſie wirkt; ferner warum die ſauergemach⸗ ten Waſſer ohne fire luft, die Blaͤtter mehr verderben, als wenn ſie in gemeinem Waſſer liegen; denn die Saͤure iſt darin nicht durch das Brennbare, ſo ſie der fixen Luft raubt, verſuͤßt. Endlich entdeckt man auch eine von den Urſa⸗ * 1 Urni un N gunt hals An* dwn. 82 ſen di wütop kugs ſta 39. daſſbi wenl ren an 8, A der zi AM 26 de dn ten 5' begl z9. brnas g großd. dig, b lichts b Waſei erwu 6, 24 helaſſenze San Gerſuch, d genauer ſeh en dieſer An d 1o Na 6. ſo werindene Waſer bei ßen mit fie ſich aſſ di d vethalende Verſuchen ni ſſer, das mi dure und eb abindung mi eelitten habe zietig in ſih amiſche etvas die Verarbei⸗ ſtons iſt ge⸗ ſchh vetbeſ⸗ ſonders aber daß, wenn uſt pütiy alsdann die Achts beſſe Blättet nue m ſeezuub Bläter m nit ihrer gal ſa uerg gemuch ihr vetdn ben enn deSiue derfreli den eine von luſo⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 33 Urſachen, warum die deſtillirten und mit den Pflanzen⸗ und Mineralſaͤuren gemiſchten Waſſer das Heraustreten der Luft aus denen darin liegenden Blaͤttern weniger be⸗ guͤnſtigen: die durch die Pflanzen⸗ oder Mineralſauren halb zerſetzte ſire Luft liefert denen im Waſſer liegenden Blaͤttern nicht mehr die Stoffe, die ſie in Luft verwan⸗ deln ſollen. Ich gebe dieſen Entwurf einer Erklaͤrung nur indeſ⸗ ſen, bis ich ſie durch eine neue Zergliederung dieſer merk⸗ wuͤrdigen Materie und durch den Beweis von der Wir⸗ kung der Saͤuren auf die Kalkerde des Waſſers vervoll⸗ ſtaͤndige. Es war aber daran gelegen, vorher zu zeigen, daß dieſe Sauren von der fixen zuft konnten modificirt werden, und daß auch ſie ihrer Seits, die ſixe Luft modifici⸗ ren konnten. 8. Die Wirkung des Sonnenlichts iſt die Urſache der Erzeugung der Luft, welche die unter dem Wmaaſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter aus⸗ ſtoßen. Iſt das Sonnenlicht die Urſache der Luſt, die aus den Blaͤttern heraustritt, welche in den ſaͤuerlichgemach⸗ ten Waſſern ſeiner Einwirkung ausgeſetzt ſind? Und beguͤnſtigt es den Einfluß dieſer Saͤure auf die Hervor⸗ bringung der Luft? Dieſe beiden Aufgaben waren von großer Wichtigkeit und ihre Aufloͤſung eben ſo merkwuͤr⸗ dig, als ſchwer. Ob ich gleich uͤber die Nothwendigkeit des Sonnen⸗ lichts, zur Verbindung der firen Luft des gemeinen Waſſers, in dem im Waſſer liegenden Blatte, und ihrer Verwandlung in reine Luft, im ſten Theile dieſes Werks (, 21, 22, 25, 39 Abſchnitt) keinen Zweifel uͤbrig gelaſſen habe: ſo habe ich doch geglaubt, ich muͤßte alle Senebier 4. Th. C meine 4,23 4 34 Unterſuchungen meine Verſuche von neuem anſtellen und auf eine eben ſo evidente Art darthun, daß das Sonnenlicht auch eben ſo auf Blaͤtter wirke, die in Waſſern liegen, welche mit verſchiedenen Saͤuren ſaͤuerlich gemacht worden, und daß es allein die reine Luft, welche die Blaͤtter geben, aus ihnen herauszuziehen vermag. I) Damit mir dieſe Abſicht gelingen moͤchte, unter⸗ ſuchte ich zuvoͤrderſt, was das Sonnenlicht auf die in den ſäuerlichgemachten Waſſern liegenden Blaͤtter in Hervor⸗ bringung der Luft,— wenn ſie an der Sonne ſtehen,— fuͤr Einfluß aͤußere. 1) Ich ſchuͤttete daher 1 Maaß Vitriolſaͤure unter 25 Unzen gemeines Waſſer, fuͤllte damit eine Glocke an, legte alsdann ein Pfirſichbaumblatt hinein, ſtellte alles an die Sonne und erhielt daraus 6 ¾ Maaß Luſt. 2) Denſelben Verſuch wiederhohlte ich mit Maaß Salpeterſaͤure, ſtatt der Vitriolſaure, worauf ich aus dem darin liegenden Pfirſichbaumblatte 9 Maaß Luſt bekam. 3) Als ich zu dieſem Verſuch 2 Maaß Meerſalz⸗ ſaͤure, ſtatt der andern Saͤuren nahm; ſo bekam ich aus einem Pfirſichbaumblatte 20 Maaß uft. 4) Statt der andern Saͤuren ſchuͤttete ich 3 Maaß Schwefelſaͤure in eine eben ſo große Quantitaͤt Waſſer, worauf ich 7 Maaß Luft aus dem Pfirſichbaumblatte erhielt. 5) Endlich miſchte ich ½ Maaß rectiſicirten Gruͤn⸗ ſpangeiſt unter eben ſo viel Waſſer und bekam aus dem darin liegenden Pfirſichbaumblatte, an der Sonne, 14 Maaß Luft. Sowohl dieſe, als die folgenden Verſuche, wurden an Einem Tage angeſtellt. Sie zeigen uns ſehr deutlich eine Wirkung, deren Urſache wir bald naͤher werden ken⸗ nen lernen. 10 Er⸗ des D Reſennn Verüm 1 tetent nervan denme geeum: ſtert ſtau ant ſtelu konl w kraf Erkune gen. d denſaG ſtatas dh enrn 0“ r de ſjc Gloe ſiegn über A laufn b geſellg ven En des 15 ſiebe, denen, hungen nſtelen und ufin, u5 Sonnenlct Waſſern legn, u hgemacht wetde, ce de Vlitn 9. ich gelngen nitt G Sonnenitttofg iegenden Vütni ſe an derErnſ ¹ Maß Ptiſtn füllte danten nblatt hinein ſah 56 Manß lit diederhohle ih i rriolſaute, vauſt hbaumblatte N erſuch? Nai en uahm; ſ hem Magß lift auren tütteih jgroße dunti⸗ s den pfiſter Murrtit vaſſe und betnc gatte, undn renden Wiit ie pee ust ir bobyinm M uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 35 II) Erinnert man ſich noch, wie ich voraus ſetze, alles deſſen, was ich im Iſten Theile dieſes Werks ge⸗ ſagt, um zu beweiſen, daß die Luft, welche die der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter abſondern, eine durch den Weitritt des Lichts(56, 17 Abſchnitt) im Zellgewebe des Blatts wirklich verarbeitete Luft ſei: ſo werden die Reſultate der folgenden Verſuche entſcheidend ſeyn und im Verſtande keinen Zweiſel uͤbrig laſſen. Als ich die vorhergehenden fuͤnf Verſuche veranſtal⸗ tete, bereitete ich zu gleicher Zeit fuͤnf andre zu, die je⸗ nen ſowohl in Anſehung der Miſchung der Saure mit dem gemeinen Waſſer, als auch des Blatts vollkommen gleich waren, und ſtellte ſie auf den Simms eines Fen⸗ ſters, das gleich neben dem lag, auf dem die Glocken ſtanden, unter denen ich die beſchriebenen Verſuche an⸗ ſtellte, und ſonach befanden ſie ſich in allen Stuͤcken voll⸗ kommen in den naͤmlichen Umſtaͤnden. Nur mit einem traf ich eine Veraͤnderung, naͤmlich ich entzog ihm die Erleuchtung, welche die andern von der Sonne empfin⸗ gen. Ich bewerkſtelligte dies durch einen gebrochenen Fenſterladen, den ich zumachte. Da nun die Sonnen⸗ ſtrahlen ſenkrecht auf ihn fielen, ſo ward er ſo erwaͤrmt, daß er denen darhinter ſtehenden Glocken eine Waͤrme von 300 mittheilte, welches ziemlich jener gleich war, in der ſich die der Wirkung der Sonne ſelbſt ausgeſetzten Glocken beſanden, in der das Thermometer bis auf 360 ſtieg. In ſolcher Waͤrme blieben ſie 6 Stunden ſtehen, aber unter keiner von dieſen Glocken erhielt ich nach Ver⸗ lauf dieſer Zeit Luft. III) Ich wollte doch auch die auf meinem Ofen an⸗ geſtellten Verſuche wiederhohlen. Ich habe ſie als ei⸗ nen Entwurf zu jenen, die ich mir im 22ſten Abſchn. des iſten Theils dieſes Werks anzuſtellen vornahm, be⸗ ſchrieben, und befunden, daß ſie einiges Vertrauen ver⸗ dienen. Die Beſchreibung des Aeußerlichen des Ver⸗ C 2 ſuchs ——— ————— ——ʒ—;ʒÿ;———Fõ—— ——O—ꝛ—ꝛ———— 36 Unterſuchungen ſuchs wiederhohle ich nicht, ſondern begnuͤge mich, dar⸗ auf zu verweiſen. Nur das will ich anmerken, daß die Waͤrme auf dem Ofen 160 bis 200 war, und daß der Verſuch unter den Glocken 24 Stunden dauerte. 1) Unter einer Glocke voller gemeinen Waſſers kam eine Luſtblaſe zum Vorſchein. 2) Unter einer Glocke mit gemeinem Waſſer, worin ein Stuͤck von 4 Zoll von einem Hyazintenblatte lag, er⸗ hielt ich. Maaß euft. 3) Unter einer Glocke voller Waſſer, das mit 1 Maaß Vitriolſaͤure ſaͤuerlich gemacht worden, entband ſich ⸗ Maaß uft. 4) Unter einer mit ſolchein Waſſ er angefuͤllten Glo⸗ cke trieb ein azolliges Hyazintenblatt ½ Maaß Luft aus. 9 Unter einer Glocke mit gemeinem Waſſer, das mit 3 Maaß Salpeterſaͤure ſaͤuerlich gemacht worden, be⸗ kam ich ½ Maaß Luft. 6) Unter einer mit ebenerwaͤhntem Gemiſch gefuͤll ten Glocke gab mir ein azolliges Hyazintenblatt 1 15 Maaß Luft. 7) Unter einer Glocke mit gemeinem Waſſer, das durch 2 Maaß Meerſalzſaͤure ſaͤuerlich gemacht worden, erhielt ich 3 Maaß Luft. 8) Unter einer mit ebengedachtem ſaͤuerlichen Waſ⸗ ſer angefuͤllten Glocke ſtieß ein 4zolliges Hynzintenblate Maaß uft aus. Dieſe Verſuche ſcheinen mir deutlich zu beweiſen, daß die Einwirkung der Sonne allein den Blaͤttern das Ver⸗ moͤgen mitzutheilen vermag, die Saͤure der fixen Luft, welche in dem durch die Saͤfte des Zellgewebes ſaͤuerlich⸗ gemachten Waſſer enthalten iſt, zu verbinden, und die reine Luft, welche die Blaͤtter geben, herauszuziehen. Da 6 umn MUe d Sn 1ogn: lma Duzi ſ dde t 6 d, 1 dNd. don leno 1 di8 4 ahno nigna dine abeke lan ren ewich, der en, daß de und dag de ette. Paſſers kam Vaſſer wiin blatte ag,a. ſer, das mi en, enthnd gefällen Ge⸗ aß Luſt au Waſſer, de ͤt worden b ennſch gefül⸗ intenblatt Woſſet, dos nacht worden erichen Be hyojitenbi 1 beweiſen 1 ttern dos 4 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 37 Da nun die in ſaͤuerlichgemachtem Waſſer liegenden Blaͤtter im Finſtern, obgleich in ziemlich ſtarker Waͤrme, gar keine Luft geben, im Gegentheil deren viel ausſtoßen, wenn ſie unter gleichen Umſtaͤnden an der Sonne ſtehen: ſo iſt klar, daß es die unmittelbare Einwirkung der Sonne und nicht die Waͤrme iſt, welche zu Erzeugung der auf ſolche Art aus den Blaͤttern heraustretenden Luſt beitraͤgt. Was aber hieruͤber gar keinen Zweiſel uͤbrig laͤßt, iſt die Beobachtung, daß Blaͤtter, die im Fin⸗ ſtern unter denen mit ſaͤuerlichgemachten Waſſern ange⸗ fuͤllten Glocken ſtehend, gar keine Luft abſondern, doch ſogleich welche ausſtoßen, als ſie von den Sonnenſtrahlen unmittelbar getroffen werden. Aus dieſen letztern Verſuchen lernen wir auch noch, daß die Luft, welche man unter den Glocken antrift, von der Saͤure hervorgebracht wird; weil unter den Glocken mit gar keinen Blaͤttern darunter, deren weit mehr ent⸗ bunden wird, als unter jenen mit den Blaͤttern, wor⸗ aus zu ſchließen iſt, daß das Blatt ſich einen Theil von der Saͤure aus der entwickelten firen Luft zueignet, daß es ſie aber weder zu verarbeiten, noch herzugeben vermag. IV) Vielleicht aber bringen die Saͤuren allein, mit dem gemeinen Waſſer verbunden, dieſe Luft,— welche aus denen in ſolchem Gemiſch liegenden Blaͤttern unter den Glocken an der Sonne heraustritt,— hervor? Die beſtaͤndigſte Erfahrung lehrt das Gegentheil. Biswei⸗ len kommen zwar in dieſen, mit den ſaͤuerlichgemachten Waſſern angefuͤllten, und der Sonne ausgeſetzten, Glocken einige Blaſen, die darin erzeugt worden, zum Vorſchein, aber doch nie eine ſolche Quantitaͤt, die ſich nur ein we⸗ nig jener naͤherte, die man darunter wahrnimmt, wenn die Blaͤtter darin der Sonne ausgeſetzt ſind. Legt man aber Blaͤtter unter dieſe Glocken, die 1— 2 Stunden lang der Wirkung der Sonne widerſtanden, und waͤh⸗ rend der Zeit, da ſie nichts als ſaͤuerlichgemachtes Waſ⸗ C 3 ſer 38 Unterſuchungen ſer enthielten, noch gar keine zuft gegeben haben: ſo ſieht man die Luft darin bald zum Vorſchein kommen und aus denen darin liegenden Blaͤttern reichlich ausſtroͤmen. V) Sollte es denn gar kein Mittel geben, die reine Luft aus denen mit den Saͤuren gemiſchten Waſſern zu erhalten, ohne dazu Blaͤtter zu gebrauchen? Bis jetzt hat mir dies noch nicht gelingen wollen. Ich will auch nur die beiden Verſuche anfuͤhren, die mit allem, was ich geſagt, einige Verwandſchaft haben. 1) Ich fuͤllte kleine Glocken mit gemeinem Waſſer, das entweder mit ¶ Maaß Vitriol⸗, oder mit 3 Maaß Salpeter⸗, oder mit 2 Maaß Meerſalzſaͤure gemiſcht war, und ſtellte ſie hierauf auf Taſſen, die mit ſolchem Waſ⸗ ſer, als ſich in der Glocke befand, vollgegoſſen waren. Alsdann ſetzte ich dieſe Taſſen mit den Glocken darauf in eine ziemlich tiefe metallene Schuͤſſel, goß ſo viel Waſſer hinein, bis es an den Rand der Taſſen reichte, und ließ es, einige Stunden lang, gelinde kochen. Die Taſſen nahmen darin eine Waͤrme von 500 bis 600 an. Gleichwohl fand ſich blos in der Glocke ,worin das Waſ⸗ ſer mittelſt der Meerſalzſaure ſauerlich gemacht worden, 2 Maaß Luft. 2) Endlich glaubte ich, daß, wenn ich die Menge der dem gemeinen Waſſer beigemiſchten Saͤure ver⸗ mehrte, ich mittelſt der Waͤrme wuͤrde Luft erhalten koͤnnen. „Ich wiederhohlte daher dieſe Verſuche auf die Art, die ich eben beſchreiben will. 1) Ich fuͤllte eine Glocke mit gemeinem Waſſer und erhielt daraus 1 Maaß Luſt, davon ein Theil vom Waſ⸗ ſer verſchluckt ward. 2) Ich miſchte unter das gemeine Waſſer gmahl ſo viel Vitriolfaure, als beim vorigen Verſuche, und be⸗ kam 6 an 9 Sinni iſ 4 lu mic titdebẽ licht ge dem a dern 8 relundi lichocd asnus in An das D Piſes vaten z oit, herauns dinat. A che Mend gemei Vaſte Verif b Niih un de Saune haben: ſ fommen und dusſträmen. tn, dieteine Veſer z Di jezthet wil auch mr lem, vas ic einem Wäſſ, tmit Muß gemiſch we⸗ ſolhem W egoſſen woren Kken daraufin ſo viel Paſee hte, und li Die daſſe bis 600 an. ein das Vaß acht worden, h die Menge Saͤute ver ſſt erhalen e auf de R in Wöſſe i halvon Da gaſeer gmo uice, und uche, tm uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 39 kam Maaß Luft. Als ich 16mahl ſo viel von dieſer Saͤure ins Waſſer ſchuͤttete, ſo erhielt ich nur ½ Maaß Luft. 3) Sechsmahl ſo viel Salpeterſaͤure, als bei dem zuvor beſchriebenen Verſuche, mit dem gemeinen Waſſer gemiſcht, gab mir ½ Maaß Luft, und als ich die Quanti⸗ taͤt der Saͤure in dem Waſſer verdoppelte, bekam ich auch nicht mehr. 4) Aus ſechsmahl ſo viel Meerſalzſaͤure, als bei dem vorhergehenden Verſuche, mit dem gemeinen Waſſer vermiſcht, erhielt ich 2. Maaß uft, und durch Verdop⸗ pelung dieſer Quantitaͤt nur eine uftblaſe. 5) Unter einer Glocke voll Waſſer, das mit fixer Luft geſaͤttigt war, erzeugten ſich 1½ Maaß Luſt, die aus⸗ nehmend vermindert wurden. Es iſt alſo gewiß, daß die von denen, in den ſaͤuer⸗ lichgemachten Waſſern der Sonne ausgeſetzten, Blaͤttern ausgeſtoßene Luft nicht von dem mit der Saͤure vermiſch⸗ ten Waſſer allein hervorgebracht wird, ſondern daß ſie das Reſultat der Verbindung dieſer Saͤure mit dem Waſſer und ihrer Wirkung auf das Blatt iſt. Ueberdies waren alle dieſe Luftgattungen ſchlechter, als die gemeine Luft, aber die von den Blaͤttern erzeugte, und aus ihnen heraustretende, Luſt iſt weit beſſer, als die, welche wir einathmen. Man nimmt aber hier eine ganz ſonderbare Thatſa⸗ che wahr. Es gaben naͤmlich die mit dieſer großen Menge Saͤure vermiſchten Waſſer weniger Luft, als das gemeine. Sollte dies nicht von der Verbindung der im Waſſer enthaltenen fixen Luft mit der Saͤuxe herruͤhren? Wenigſtens hat es den Anſchein, daß bei dieſer zweiten Reihe von Verſuchen die Menge der ausgeſtoßenen Luft um deſto geringer geweſen ſei, je groͤßer die Menge der Saͤure war. Koͤnnte es nicht geſchehen ſeyn, daß die 4 mit 40 Unterſuchungen mit der Saͤure verbundene fire Luft nicht durch die Waͤrme oben in die Glocke getrieben worden, und daß die, welche ich geſehen, ohne Vereinigung mit ihr ge⸗ weſen? Was mich dies zu glauben bewegt, iſt der Um⸗ ſtand, daß dieſe Luft im Waſſer, worin ſie ſich einige Stunden verweilt, ziemlich vermindert worden, und daß die Probe mit der Salpeterluft zeigte, daß ſie ſehr ſchlecht war. 9. Die in dem Waſſer, deſſen man ſich zu dieſen Verſuchen bedient, aufgeloͤſte Saͤure bewirkt das Heraustreten der Luft aus den Blaͤttern, die in ſolchem Waſſer an der Sonne ſtehen. Ich habe erwieſen, daß die in ſaͤuerlichgemachtem Waſſer liegenden Blaͤtter Luft ausſtoßen, auch habe ich ferner gezeigt, daß ſie dies nur dann thun, wenn ſie der Sonne ausgeſetzt ſind. Nun bleibt mir noch darzuthun uͤbrig, daß dieſe Luft eine Wirkung der im Waſſer vor⸗ handenen Saͤure iſt, welche dem Blatte die Nahrung ver⸗ ſchaft, welche es in ſeinem Zellgewebe verarbeitet. Durch meine Verſuche iſt erwieſen, einmahl, daß die in abgekochtem und in deſtillirtem Waſſer liegenden Blaͤtter nur eine unendlich geringe Quantitaͤt Luft geben, wenn ſie in dieſen Waſſern an der Sonne ſtehen; ferner, daß die in gemeinem Waſſer der Einwirkung der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter mehr als die vorhergehenden Waſ⸗ ſerarten abſondern, weil das gemeine Waſſer fixe zuft enthaͤlt, welche ſich in den andern Waſſern nicht findet; und endlich, daß dieſe Quantitaͤt von Luft doch noch ſehr gering iſt, im Verhaͤltniß jener, welche die in ſaͤuerlich⸗ gemachten Waſſern an der Sonne ſtehenden Blaͤtter aus⸗ treiben. Woher ruͤhrt nun dieſe Verſchiedenheit? e M ann ( geanl blog. ( b 6 Dſch 1on n t Hil 20 f ct darc d den, und d g nit ihr t, it de Un⸗ ſe ſch einig Aden, und dß 1b daß ſe ſch ſcc zade ebewüktde ſattern, de Sonne lichgemachten auch habe c „wenn ſie de och darzuthun Waſfer vor⸗ Nahrung ver⸗ eitet. (nmahl, doß aſſer legenden tit luft geb ſtehen; fern ung der onn gehenden W uſer fte d n richt fid doch noch ſi diein ſüench in, t Gb kam uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 41 kann blos von der im Waſſer aufgeloͤſten Saͤure erzeugt werden, weil alle die uͤbrigen Umſtaͤnde voͤllig die naͤm⸗ lichen ſind. Dieſes Raiſonnement ſcheint mir keines Ein⸗ wurfs faͤhig zu ſeyn, ja ich wuͤrde es fuͤr buͤndig halten, wenn ich auch keine Verſuche angeſtellt haͤtte, die mir ſeine Staͤrke darthaͤten. Es iſt zwar wahr, daß es mir uͤber die Verwandlung der Saͤure in Luft und uͤber die zu ihrer Hervorbringung angewendeten Mittel keine Beleh· rung gibt; es macht mich aber doch mit der unmittelba⸗ ren Urſache dieſer Thatſache auf eine Art bekannt, die mir uͤber ihre Wirklichkeit gar keinen Zweifel uͤbrig laͤßt. Aus dieſem Gemaͤlde, das mir wichtig genug ſcheint, um es vor den Augen meiner Leſer aufzuſtellen, urtheile man hieruͤber. Dieſe Reſultate ſind von Verſuchen hergeleitet, die auf eine aͤhnliche Weiſe und zu derſelben Zeit mit Pfirſichbaumblaͤttern angeſtellt worden. 1) Ein Pfirſichbaumblatt, das unter einer mit ge⸗ kochtem Waſſer gefuͤllten Glocke lag, gab an der Sonne 2 Maaß Luft. 2) Ein andres ſolches Blatt, in deſtillirtem Waſſer liegend, ſtieß an der Sonne blos einige Luftblaſen aus. 3) Ein andres Blatt dieſer Art gab in gemeinem Waſſer ½ Maaß Auft.— 4) Als ich aber 1 Maaß Vitriolſaͤure in 25 Unzen gemeines Waſſer ſchuͤttete, ſo gab mir ein Pfirſichbaum⸗ blatt, das darin an der Sonne ſtand, 8à Maaß Luft. 5) Als ich hierauf Maaß Salpeterſaͤure mit einer eben ſo ſtarken Quantitaͤt Waſſer vermiſchte, und ein Pfirſichbaumblatt hineinlegte, ſo ſtieß dieſes an der Sonne 10 Maaß Luſt aus. 6) Endlich miſchte ich 2 Maaß Meerſalzſaͤure und 25 Unzen gemeines Waſſer unter einander, legte ein Pfirſichbaumblatt hinein und erhielt aus ihm an der Sonne 20 Maaß Luft. C 5 Der ——————— ]— 2 — 2— 8 2 4² Unterſuchungen Der Unterſchied unter der Menge Luft, welche die in denen durch Kunſt ſaͤuerlichgemachten Waſſern liegenden Blaͤtter an der Sonne ausſtoßen, und unter jener, aus Blaͤttern, die in Waſſern liegen, die nicht ſauerlich ge⸗ macht worden, iſt zu betraͤchtlich, als daß er nicht von einer ſehr wirkſamen Urſache herruͤhren ſollte, auch laͤßt die Zuſammenſetzung des ſaͤuerlichgemachten Waſſers dieſe Urſache in der dem Waſſer beigemiſchten Saͤure bald entdecken. Dieſe Saͤuren haben auf die mit fixer Luft geſaͤttig⸗ ten Waſſer den naͤmlichen Einfluß, wie ich auch erwie⸗ ſen habe. Sie erhoͤhen auch noch die Kraft dieſer Waſ⸗ ſer in Hervorbringung der Luft, welche die darin an der Sonne ſtehenden Blaͤtter ausſtoßen. Da nun die Saͤure in verſchiedenen Faͤllen auf die naͤmliche Art in Vermeh⸗ rung des Heraustretens der Luft,— welche die in den Waſſern an der Sonne ſtehenden Blaͤtter geben,— wirkt: ſo kann man nicht in Abrede ſeyn, daß die große Wahrſcheinlichkeit der Einwirkung der dem Waſſer bei⸗ gemiſchten Saͤure auf die Beguͤnſtigung des Heraustre⸗ tens der Luft aus denen in dem Waſſer der Sonne ausge⸗ ſetzten Blaͤtter, dadurch ſehr vergroͤßert werde. Daß das ſaͤuerlichgemachte Waſſer allein ohne Blatt dieſe Luſt nicht geben wuͤrde, habe ich zwar ſchon geſagt: allein die beſondern Reſultate der von mir zu dieſer Ab⸗ ſicht angeſtellten Verſuche habe ich noch nicht mitgetheilt. Ich ſtellte ſolche Glocken, wie die vorigen, mit den⸗ ſelben Gemiſchen gefuͤllt, auf derſelben Stelle an die Sonne, ſo daß weiter kein Unterſchied unter ihnen war, als daß ich unter die einen Blaͤtter legte, unter die an⸗ dern aber nicht. Das mit der Vitriolſaͤure ſaͤuerlichgemachte Waſſer ſtieß 1 Maaß, das mit der Salpeterſaͤure gemiſchte ½ Maaß, und das mit der Meerſalzſaͤure vermiſchte wie⸗ der 8 der n welcos tza honos encbir ſuuere Selods trittro get 30 Krd Loffern 6 vorn die wne Alel t nac m horäh tr 19 Vam Waſn 12 nitd ſicht e ſe en ſ ra welſ Sah undn urſoc mei ausſ. Da leße hälen e uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 43 welche dein ſern liegende er ſener, als der 1 Maaß Luft aus. Iſt nun die Menge der Luſt, welche die in den naͤmlichen Gemiſchen der Sonne ausge⸗ ſetzten Blaͤtter ausſtoßen, ſo betraͤchtlich, in Verglei⸗ ſt ſouerli 2. 3 chung mit jener, welche ſich aus den bloßen Gemiſchen t ü entbindet: ſo muß man geſtehen, entweder, daß dieſes da ſaͤuerlichgemachte Waſſer in allen filtrirenden Gefaͤßen des ſes diſ Zellgewebes des in dieſem Waſſer liegenden Blattes fil⸗ 1Läut bah trirt worden, oder daß die Saͤure ſelbſt die Materie her⸗ gibt, die ſich durch die Wirkung der Sonne und die rſt gſti Kraft der Organen des vegetabiliſchen Koͤrpers in reine ich auch ti Luft verwandeln laſſen. ſtdeeer Ve III) Das ſaͤuerlichgemachte Waſſer, welches beim edarin an de vorigen Verſuche faſt gar keine zuft gab, als ich es an nun die Sine die Sonne ſetzte, hatte ſeine Kraft nicht ganz verlohren. ttin Vem Als ich unter die mit dieſem Waſſer angefuͤllte Glocke, ſche die in d nachdem ſie 1— 2 Stunden an der Sonne geſtanden geben,— hatte, ohne daß ſich Luft unter ihr erzeugt haͤtte, Blaͤt⸗ daß die große ter legte: ſo kam eine ziemlich große Menge kuft zum Waſfe bei Vorſchein, die mit der Laͤnge der Zeit, da das Blatt im s Heraustte⸗ Waſſer an der Sonne ſtand, immer im Verhaͤltniß blieb. ˖onne ausge, IV) Was aber noch ſonderbarer iſt, ſo wirken die mit dem Waſſer vermiſchten Saͤuren auf die Blaͤtter gar ohne Batt nicht im Verhaͤltniß der Menge der wirklichen Saͤure, die con geſagt ſie enthalten; denn 4 Maaß Vitriolſaure enthaͤlt beinahe zudieſer ſo viel wirkliche Saͤure, als 2 Maaß Meerſalzfäure, t mitzheit weil ich fand, daß die in denen von mir gebrauchten Saͤuren enthaltene Menge Saͤure ſich bei der Vitriol⸗ zen, nit de und Meerſalzſaͤure verhielt, wie 8:1. Gleichwohl ver⸗ Sötelle an de urſachte das gemeine, mit der erſtern Saͤure vermiſchte, ge⸗ er ihnen ver meine Waſſer, daß ein Pfirſichbaumblatt 8½ Maaß Luft unter diec ausſtieß, dagegen das mit der andern Saͤure gemiſchte Waſſer 20 Maaß aus einem Blatte auszog. Eben dies uieeGiſr ließe ſich auch von der Salpeterſaͤure ſagen, deren Ver⸗ hältniß zur Vitriolſaͤure ſich wie 3:1. angeben laſſen. Aber das Blatt gab 10 Maaß uſt, als 3Maaß von die⸗ juxe genſcte erniſctvle der 44 Unterſuchungen V 1 dieſer Saͤure mit derſelben Menge Waſſer vermiſcht Si wurde. Hieraus erhellt deutlich, daß zwiſchen dieſen rim Vegerabilien und dieſen Saͤuren eine beſondere Verwand⸗ henhe ſchaft ſtatt findet, daß die Saͤuren auf die Blaͤtter nicht auf Bae einerlei Arten wirken, daß ſie den Blaͤttern weder dieſel⸗ goli ben Materialien, noch die naͤmliche Quantitaͤt von den⸗ nerd ſeiben, zufuͤhren, um in Luft verwandelt zu werden, oder geſeh endlich, daß jedes Theilchen von der Saure, das ſeine in di Kraft behaͤlt, die Organiſation des Vegetabils mehr welſi oder weniger zerruͤttet, nachdem es ſtaͤrker oder ſchwaͤ⸗ dus n cher iſt. So ſchaden z B. die Theilchen der Vitriol⸗ tenſſe ſaͤure, welche die ſtaͤrkſten ſind, dem Gewebe der Pflanze Falit am geſchwindſten, hemmen alſo die Verarbeitung der geni Materien, welche ſie zu Erzeugung der Luft bilden. Das geſen Brennbare, welches die Meerſalzſaͤure einwickelt, mil deſt dert ihre aͤtzende Eigenſchaft, beguͤnſtigt vielleicht ihre Verbindung mit dem Vegetabil und ſetzt ſie in Stand, 1 der Pflanze die Nahrungsmittel zuzubereiten, die ſich von tn, ihr am bequemſten in Luft verwandeln laſſen. 3 s V) Es iſt ein als wahr erkannter Satz, daß wenn fimſ bei Veraͤnderung der Intenſion der Urſache, die Wir⸗ LeG kungen ſich auch veraͤndern, alsdann nicht weiter zu zwei⸗ ene feln ſei, daß dieſe Urſache die ihr zugeſchriebene Wir⸗ mh kung hervorbringe. So habe ich erwieſen, daß es eine tima beſtimmte Menge von Saͤure gebe, die dem Waſſer die brri groͤßte Kraft mittheilt, auf die in ihm an der Sonne ſte⸗ Line henden Blaͤtter zu wirken und zu verurſachen, daß ſie die Ven groͤßte Menge duft ausſtoßen. Die Erfahrung lehrte ſoe mich, daß ich unter 25 Unzen gemeines Waſſer 4 M. Sin Vitriol⸗ 3 M. Salpeter⸗ und 2 Maaß Meerſalzſaͤure deim miſchen mußte. Mit den andern Saͤuren war dies der 1 gleiche Fall. Es erfoderte von denſelben ebenfalls eine genii beſtimmte Quantitaͤt. Wie geſagt, ich habe beſtaͤndig ſem 6 bemerkt, daß wenn die Menge der Saͤure zunimmt, ſoN dann die Menge der Luft um deſto mehr abnimmt, je i d ſchneller die Zerſtoͤrung des darin der Sonne ausgeſetzten gob c Blatts 6 ſer vemit diſchen deen ere Vervand Näte ichaf weder dieſe nität ven uwerden a ure, das ein Metabils mir er oder ſho n der Vitii⸗ de der Df cerbeitung d biden. De nwickelt, mi vieleicht i ſee in Stond n, die ſich wo . s, doß wem he, die Wir eiter zu zwei⸗ jebene Wit⸗ daß es ein n Vaſeer de er Sonne ſie n, daß ſede fahrung ſeher Paſſer N Marfolſiun wak dis d bbenfal en hobe bätin are zuninm, abrimmt, ne rusgeltin Yats uͤber den Einfluß des Sonnenlichtsꝛc. 45 Blatts erfolgt, und daß wenn die Menge der Saͤure ab⸗ nimme, auch in eben dem Verhaͤltniß die Menge der er⸗ zeugten Luft abnimmt, weil das darin an der Sonne ſtehende Blatt darin nicht weiter eine Quelle findet, die ſo reich⸗ haltig an Stoffen waͤre, welche zu reiner Luſt verarbeitet zu werden, tauglich ſind. Endlich haben wir auch ſchon geſehen, daß wenn man die Menge der fixen Luft, die in dem mit ihr geſättigten Waſſer enthalten iſt, ſtuffen⸗ weiſe vermindert, man auch in demſelben Verhaͤltniß die aus dem in ſolchem Waſſer liegenden Blatte heraustre⸗ tende Luft verringert. Und wenn man in allen dieſen Faͤllen die im Waſſer vorhandene Saͤure durch ein Lau⸗ genſalz neutraliſirt; ſo geben die darin der Sonne aus⸗ geſehten Blaͤtter ſo wenig Luft, als das gekochte und das deſtillirte Waſſer. VI) Folgender Verſuch lehrt dieſe Wahrheit: Blaͤt⸗ ter, die auf die beſchriebene Art in den ſaͤuerlichgemach⸗ ten Waſſern der Sonne ausgeſetzt werden, geben eine be⸗ ſtimmte Menge Luft. Stellt man nun in den folgenden Tagen andere Blaͤtter in dem naͤmlichen Waſſer, das zu dem erſten Verſuche gedient hat, an die Sonne; ſo wer⸗ den dieſe Blaͤtter immer weniger Luft ausſtoßen. Dies kann alſo nur von einer der eben angefuͤhrten Urſachen herruͤhren, naͤmlich, entweder von Vermehrung der Saͤure, welches nicht wahrſcheinlich iſt, oder von ihrer Verminderung, und dies iſt nach allem dem, was ich ſchon geſagt, evident. Alſo folgt hieraus, daß die Saͤure auf das Blatt wirkt und ihm die Stoffe zufuͤhrt, die im Zellgewebe des Blatts verarbeitet werden. 1) Ein Viertel Maaß Vitriolſaͤure unter 25 Unzen gemeines Waſſer gemiſcht, verurſachte, daß ein in die⸗ ſem Gemiſch der Sonne ausgeſetztes Pfirſichbaumblatt 6 ⅜ Maaß Luft ausſtieß. Ein anderes ſolches Blatt, das ich Tages darauf in dieſem Gemenge an die Sonne ſtellte, gab aber nur ½ Maaß. 2) Ein 46 Unterſuchungen 2) Ein andres Gemiſch aus 25 Unzen gemeines Waſſer und ½ Maaß Salpeterſaͤure beſtehend, machte, daß ein darin an der Sonne liegendes Pfirſichbaumblatt 9 Maaß Luft abſonderte. Tages darauf aber erhielt ich aus einem andern Blatte dieſer Art, das ich in eben die⸗ ſem Gemiſche der Sonne ausſetzte, nur ½ Maaß uft. 3) Ein Pfirſichbaumblatt, in einem aus 25 Unzen gemeinen Waſters und 2 Maaß Meerſalzſaͤure beſtehen⸗ den Mengſel an der Sonne ſtehend, gab 20 Maaß Luft: aber als ich ein andres dergleichen Blatt den andern Tag ebenfalls in dieſem Gemiſche an die Sonne ſtellte, ſtieß es nur einige Luftblaſen aus. VII) Dieſe Verſuche ſcheinen mir entſcheidend zu ſeyn, ich habe aber noch andre angeſtellt, welche erſtern zu noch mehrerer Beſtaͤtigung dienen. Vermindert man die Zeit, waͤhrend der die Sonne auf das in dem ſaͤuerlichgemachten Waſſer liegende Blatt wirkt; ſo ſondert das Blatt nur einen Theil der zuft ab, die es wuͤrde haben ausſtoßen koͤnnen,— waͤre es laͤn⸗ ger dei Sonnenlichte ausgeſetzt geweſen,— und weiter keine, weil es keine groͤßere Menge fixe Luft hat verar⸗ beiten koͤnnen. Bringt man aber den Tag darauf ein neues Blatt in dieſem ſaͤuerlichgemachten Waſſer an die Sonne;: ſo zieht es den Ueberreſt von Luft aus, welche die zu deren Erzeugung tauglichen Stoffe ihm verſchaf⸗ ſen und die es ſich aneignen kann; ja es ſtoͤßt ſogar ei— nen Theil von der Luſt aus, den das vorige Blatt zu⸗ zubereiten, nicht Zeit hatte. In dieſem Falle ſieht man deutlich, daß das Licht durch ſeinen Einfluß die Wir⸗ kung der Saͤuren auf die Kalkerde des Waſſers und folg⸗ lich die Enrwickelung der fixen Luft, welche im Waſſer aufgeloͤſt und vom Blatte eingeſogen wird, beguͤnſtigt. VIII) Alle dieſe Erſcheinungen in den ſaͤuerlichge⸗ machten Waſſern laſſen ſich vollkommen nachmachen, wenn 1 wers eineft 11 Qhn dun tens lt c Oib doſe d. 5 ts ſe M rel tim M gien a Ie 18 mit 2. Ehn daoc enda vaſis uͤber den Einfluß des Sonnenlichtsꝛc. 47 be n wenn man in 25 Unzen deſtillirtes Waſſer 3 Gran von rſchminn einem mit färer zaiſ geſaͤttigten Laugenſalze, das man in ür aiätt Waſſer aufgeloͤſt hat, ſchuͤttet, und dann die kleine ühin in Quantitaͤ Saͤure, deren ich mich zu bedienen pflege⸗ Nuß i drunter miſcht; was geſchieht alsdann? Die Saͤure trennt unvermerkt die fixe Luft vom Laugenſalze, dieſe aus a) Ung loͤſt ſich im Waſſer auf und wird vom Blatte eingeſogen. ſäure betn Die Sonne verarbeitet dieſe fire Luft, verwandelt ſie in 2o Marällt dephlogiſtiſirte und veranlaßt das Blatt, daß es ſie unter en andern d dieſer Geſtalt ausſtoͤßt. ſtelte, teße Schuͤttet man Kalkerde in dieſes Waſſer und macht es auf ſolche Art ſaͤuerlich: ſo erlangt man ebenfalls ein rrichede Mittel, wodurch man die Blaͤtter noͤchigen kann, viel viche ai reine Luft auszuſtoßen, weil die Saͤure aus der Kalkerde viel fixe Luft entbindet. de de Eim. Allen Waſſern theilt man den Grundſtoff der dephlo⸗ legede Blt giſtiſirten Luſt, welche die Blaͤtter in ihnen an der Sonne K der ui ausſtoßen, mit, wenn man ihnen auf ſolche Art die Ele⸗ uffs li mente der ſixen Luſt, die ſie verarbeiten ſollen, beimiſcht. und weitet Aber wie verhindert das in das gemeine, oder in das ſt hat verar⸗ mit fixer Luft geſaͤttigte, Waſſer geſchuͤttete Laugenſalz die g darauf ein Erzeugung der Luft nach meiner Beobachtung? Da⸗ Caſſer an de durch daß es die fixe Luſt, die es begierig in ſich nimmt, aus, welhe einſchluckt; alſo findet das Blatt keine mehr, die es im verüh verarbeiten kann. Kann man ein mit fixer Luft vollkom⸗ ſaßt ſogeri⸗ men geſaͤttigtes Laugenſalz haben; ſo wird es die Menge ige Vat der erzeugten Luüft nur ſchwach veraͤndern. Unterdeſſen le ſct m iſt doch zu bemerken„daß wenn des Lagenſalzes zu viel duß de waͤre, es die Organiſation des Blatts zerruͤtten wuͤrde. ſees und ih Und endlich, warum verhindert das Laugenſalz ſo he in Väſt ſehr die Wirkung der Saͤure auf das Heraustreten der begünſigt zuft aus den Blaͤttern, die in einem ſaͤuerlichgemachten zerihe Waſſer der Sonne ausgeſetzt ſind? Man ſieht bereits n ſüͤer 3 ein,— wie ich im 1ſten Bande dieſes Werks angemerkt uahn habe, 48 Unterſuchungen habe,— daß ſich dieſe Erſcheinung nur zeigt, wenn dern d man die Saͤure ſaͤttigt, eh man ſie unter das Waſſer iin m miſcht, weil man alsdann alle fixe Luft, die ſich enbin⸗ den ſollte, davon gehen laͤßt: denn miſchte man die 1, Saͤure und das Laugenſalz in dem Waſſer, das man V dun zum Verſuche nimmt, ſo wuͤrde man eine neue Quelle ſ von firer Luft erhalten, welche vom Waſſer verſchluckt Ninl werden und die ſonach dem, in ſolchem Gemiſche an der abe Sonne ſtehenden, Blatte dephlogiſtiſirte Luft verſchaffen Pun wuͤrde. Bätte 1 Freylich kann man das ſaͤuerlichgemachte Waſſer uüte nicht dahin bringen, daß es die Blaͤtter verhinderte, auft 1 abzuſondern, wenn ſie darin der Sonne ausgeſetzt ſind: 2 M. allein es wird dieſe Luft,— wie ich bereits ange⸗ Gerii merke,— nicht aus dem Mittel(milieu), worin dds uttr. Blatt ſchwimmt, eingeſogen; ſondern es iſt eine im da d Blatte vorhandene Luft, die das Blatt gezwungen wird Perw⸗ auszutreiben, wenn die Sonne ſie aus ihm herauslockt. V ausge) Es entwickelt ſich auch keine neue, und die Menge der ſich am entwickelnden iſt alsdann ſehr gering und faſt allezeit die boriſer naͤmliche. ih gau IX) Obgleich dieſes ſaͤuerlichgemachte Waſſer das mn ſe Heraustreten der Luft aus den Blaͤttern, die darin an na der Sonne ſtehen, nicht beguͤnſtigt: ſo muß man doch bie nicht glauben, daß der ſaure Theil von den Blaͤttern mnſus die man zu verſchiedenenmahlen hineinlegt, gaͤnzlich ein⸗ zſener geſogen worden; denn dieſes Waſſer bleibt noch ſauer hen aber offenbar weniger, als zuvor. 7 gfilt . Dieſe Erſcheinung legt verſchiedene Fragen zur Auf⸗ b loͤſung vor. Iſt es wahr, daß die im Waſſer enthal⸗ ſer tene Saͤure in geringerer Menge vorhanden iſt, wenn f die darin an der Sonne ſtehenden Blaͤtter aufhoͤren Luft fe darin auszuſtoßen? Wird dieſe Wirkung durch eine n. Veraͤnderung bewirkt, welche das Blatt durch ſein Ein⸗ b— ſaugen in der Saͤure bewirkt, indem es ſich einen beſon⸗ b her 3 b Nernſe dern V Se 6 / uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 49 ür zeigt, e — gt, l 7— 2„ dern Theil der Saͤure aneignet? Oder ſollte dies wohl ter das Vin 3 dee ſchate eine andre Urſache haben? niſte ma 1) Man weiß, daß es ſchwer haͤlt, eine geringe dſſer, das da Quantitaͤt Saͤure in einer großen Menge Waſſer genau fine neue d zu ſchaͤtzen. Der Weg der entgegengeſetztwirkenden Jaſtt reſttt Mittel iſt gemeiniglich ziemlich unſicher. Unterdeſſen Gemiſcean glaube ich doch verſichern zu koͤnnen, daß die Menge der e luſt derſe Saure in dem ſauerlichgemachten Waſſer, worin die Blaͤtter der Sonne ausgeſetzt worden und worin ſie ihre emahte Dr zuft ausgeſtoßen haben, wirklich vermindert iſt. verhindern, 1) Unter 25 Unzen gemeines Waſſer ſchuͤttete ich k ausgeſtttin 2 Maaß Meerſalzſäure, fuͤllte eine Glocke mit dieſem ich beriits an Gemiſch an, und legte taͤglich ein Pfirſichbaumblatt dar⸗ leu), wannie unter. Dies that ich ſo lange, bis ich recht gewiß war, n ts iſt ern daß das Blatt den ganzen ſäuerlichen Theil, mit dem es tzwunger Verwandſchaft hatte, oder den es verarbeiten konnte, ihm herust ausgezogen hatte. Hierauf fuͤllte ich eine ähnliche lo⸗ ſe Neren cke mit gedachtem Gemiſch an und ließ ſie, gleich der daltalian vorigen, der uft und dem Lichte ausgeſetzt ſtehen. Als ich glaubte, die Blaͤtter haͤtten den ganzen ſaueen Theil, den ſie ſich aneignen konnten, aus dem ſäuerlichgemach⸗ hte Waſer d ten Waſſer ausgezogen: ſo nahm ich zwei gleiche glaͤſerne n, die dune Gefäße und goß in jedes eine gleiche Menge von den bei⸗ muß mani den ſaͤuerlichgemachten Waſſern, ſo daß das eine bis auf zen den Altte z ſeiner Hoͤhe mit dem Waſſer aus der erſten Glocke, und gt, giczic das andre in gleicher Hoͤhe mit dem aus der zweiten, an⸗ leibt noch ſr gefuͤllt war. Alsdann ſchuͤttete ich eine gleiche Menge Silberaufloͤſung in ein jedes von dieſen glaͤſernen Gefaͤſ⸗ n b ſen. In beiden erzeugte ſich Hornüilber, aber in dem Funi a Geſchirre, worin das Waſſer war, darin ich die Blaͤt⸗ nPäſft ter gelegt hatte, war das wenigſte. Auch bemerkte ich nden ii,, noch, daß dieſes Waſſer alsdann eine rothe, etwas ins tauffin. Violette fallende Farbe annahm, dagegen jenes, worin kung de keine Blaͤtter gelegen hatten, violett wurde, ſo wie das duch in Hornſilber an der Sonne. Sollte die Verminderung ſchann Senebier 4. Ch. O der — S———— ᷣℳ———. 50 Unterſuchungen der Meerſalzſaͤure die Urſache dieſer Verſchiedenheit der Farbe ſeyn? Doch ich entſcheide nichts, ſondern begnuͤge mich, die Thatſache zu erzaͤhlen. Unterdeſſen ſcheint mir dieſer Verſuch doch zu bewei⸗ ſen, daß die Saͤure in dem ſaͤuerlichgemachten Waſſer, worin Blaͤtter der Sonne ausgeſetzt ſind, bis auf einen gewiſſen Punkt vermindert werde: denn die Menge des Hornſilbers, das ſich in den beiden Gemiſchen erzeugt, ſteht mit der Menge der in den Gemengen enthaltenen ◻ Meerſalzſaͤure im Verhaͤltniß, wenn die Quantitaͤt der Silberaufloͤſung die naͤmliche und zureichend i alle. 6/ Meerſalzſaͤure ſich anzueignen. 2) Damit ich zu demſelben Zwecke gelangen moͤch⸗ te, machte ich einen andern Verſuch und ſchuͤttete in 2 kleine glaͤſerne Flaͤſchchen Eiſenfeilſpaͤne, in eines ſo viel, wie in das andere. Hierauf fuͤllte ich das eine mit dem ſaͤuerlichgemachten Waſſer an, in dem die Blaͤtter an der Sonne gelegen, und worin ſie alle Luſt ausge⸗ ſtoßen hatten, die ſie aus dem Mittel, in dem ſie lagen, ausziehen konnten, und das andere fuͤllte ich mit dem ſaͤuerlichgemachten Waſſer, das an der Luft und Sonne geſtanden hatte. Alsdann ſteckte ich in den Hals eines jeden von dieſen Flaͤſchchen eine eingeriebene gekruͤmmte Roͤhre, welche es genau verſchloß. Die Roͤhren ſteckte ich hierauf unters Waſſer und deckte uͤber eine jede eine von meinen kleinen tubulirten Glocken mit Waſſer ge⸗ fuͤllt. Unter allen beiden erhielt ich entzuͤndbare Luft, aber ſehr wenig, und zwar gab das ſaͤuerlichgemachte Waſſer, in dem die Blaͤtter gelegen hatten, beinahe um die Haͤlſte weniger, als das andre. Es hat daher ſerner das Anſehen, daß dieſe Verſu⸗ che mit allen bereits von mir beſchriebenen uͤbereintreffen, und ſo wie die vorhergehenden anzeigen, daß die, in ſaͤuerlichgemachten Waſſern an der Sonne liegenden, Blaͤtter einen Theil von der in dieſen Waſſern enthalte⸗ nen 3 nen mi 6 au80 lbei in mt8. au ausgelde gena ne noch Wö⸗ vollien Uenſt e UIrſacod Wert) ſen, und us witd an Intſg mer, b. gerade u tgen, 3 nich un. dude iis inen Ec ih ſe m wenn ig d beiſen b gen hal den Ban ten Wo Kungen lgemo aure 1 ochten, ulen, b eſchidenhet d ſondern begn ch dach zubea emachten Diſ nd, bis afen un dee Naget jeniſcen jan engen ethalne die Qunttit reichend iſ, d ce gelangen ni und ſchötteenn t, in eines ſ Hich das einen in dem di Na ſe ale luſt ucy win dem ſel füllte ich nim e Luſt und Em in den Hab ti nebene getriom di Rährn f üͤber eine eden mit Voſet ündbrre ut, gemachle Vuſt zze un dehit def dedi rn uͤbereinefe en, v de Bonne lägen iſn eßn e uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 51 nen Saͤure darin einſaugen, oder daß auch wohl die Saͤure bei der Zubereitung der, von den Blaͤttern verar⸗ beiteten, Stoffe angewender werde, weil dieſe Saͤure darin in mindrer Quantitaͤt zum Vorſchein kommt, wenn die Blatter zu gleicher Zeit eine weit groͤßere Menge Luft ausgeſtoßen haben. II) Aber warum laſſen die Blaͤtter in dem ſaͤuerlich⸗ gemachten Waſſer, worin man ſie an die Sonne ſtellt, noch Saͤure zuruͤck? Warum ziehen ſie ſelbige nicht voͤllig aus, um ſie zu verarbeiten? Ich hatte dieſen Umſtand bereits bemerkt und auch geglaubt, hinter die Urſache davon zu kommen. Im erſten Theile dieſes Werks(24. Abſchn.) hatte ich mir ſchon verlauten laſ⸗ ſen, es ſei moͤglich, daß das Blatt die Saͤure zerſetze und nur einen gewiſſen Theil von ihr herausziehe. Man wird mirs nicht verargen, wenn ich um ſo mehr meinen Irrthum geſtehe, da ich verſprochen habe, nie Irrthuͤ⸗ mer, die ich mir nicht werde zu Schulden kommen laſten, geradezu zu beſtreiten und Wahrheiten, die mich beſchäͤf⸗ tigen, zu erweiſen, wie ſie ſich mir darſtellen, ohne mich um Andrer Meinungen zu bekuͤmmern. Fuͤr dieſe werde ich jederzeit zu viel Achtung tragen, als daß ich ihren Erfindern den Ungrund darthun ſollte, doch werde ich ſie allemahl ſehr reiflich pruͤfen, und ſie verwerfen, wenn ich finde, daß ſie auf ſeichten Gruͤnden beruhen. Da ich aber gegen mich dieſe Achtung nicht zu be⸗ weiſen brauche: ſo bekenne ich frei, daß ich mich betro⸗ gen habe, als ich ſagte, die Blaͤtter zoͤgen nur einen von den Beſtandtheilen der Saͤure aus den ſaͤuerlichgemach⸗ ten Waſſern. Die Erfahrung, welche allein uͤber Mei⸗ nungen das Urtheil ſprechen kann, zeigt, daß die ſaͤuer⸗ lichgemachten Waſſer, aus denen die Blaͤtter alle die Saͤure ausgezogen haben, die ſie herauszuziehen ver⸗ mochten, gleichwohl alle Eigenſchaften der Saͤuren be⸗ halten; weil ſie eben die, Koͤrper, ſo wie dieſe Saͤuren, D 2 auf⸗ 5² Unterſuchungen aufloͤſen, weil ſie alle ihre gegenſeitigen Verwandſchaf⸗ ten, wie zuvor, behalten, und weil ſie ollezeit auf dieſelbe Art auf die Metalle wirken, wenigſtens mit ihnen entzuͤndbare und Salpeterluft entwickeln. Durch ihre Verbindung mit verſchiedenen Salzen, oder ver⸗ ſchiedenen andern Koͤrpern, erzeugen ſie die Zuſammen⸗ ſetzungen, die ſie gewoͤhnlich hervorbringen. Wir ha⸗ ben in einem mit der Meerſalzſaͤure ſaͤuerlichgemachten Waſſer, in das eine Silberaufloͤſung geſchuͤttet ward, Hornſilber ſich erzeugen ſehen, obgleich die Blaͤtter eine Zeitlang darin an der Sonne geſtanden hatten. Folg⸗ lich ſcheinen die Saͤuren, welche ich zu meinen Verſuchen gebraucht, den andern ſo gleich, als moͤglich, zu ſeyn, und wenn ſich bei ihnen Unterſchiede finden, ſo ſind ſie nicht leicht zu bemerken. Woher ruͤhrt es nun alſo, daß die Saͤuren, welche in den ſaͤuerlichgemachten Waſſern dieſelben bleiben, gleichwohl ihren Einfluß auf die Blaͤtter, die man darin der Sonne ausſetzt, verlieren, wenn letztere eine gewiſſe Menge aus ihnen gezogen haben? Die Urſache davon iſt ganz einfach. Dieſe Waſſer ſind der fixen Luft, die ſie enthielten, beraubt, und ſetztere iſt von den Blaͤttern verſchluckt und verarbeitet worden. Iſt aber keine fixe Luft weiter im Waſſer vorhanden, kann das Blatt keine mehr daraus einſaugen und die Saͤure keine weiter hervorbrin⸗ gen: ſo bleiben die Saͤuren in dem Waſſer, in dem ſie aufgeloͤſt ſind, unthaͤtig, und wirken mit ihrer vollen Kraft auf das Blatt, um es zu zerſtoͤren; ihre Thaͤtig⸗ keit laßt ſich aber wieder herſtellen, wie wir beſſer unten ſehen werden, Die Verſuche, welche ich bereits angeſtellt, und die, ſo ich noch vorzunehmen habe, ſind ſchwer auszufuͤhren, und dies theils wegen der großen Verdunſtung an der Sonne, cheils wegen der Gefahr bei der Beimiſchung neuer Waſſer, welches den Verſuch ſtoͤren wuͤrde, und end⸗ end! I Mn zntg beraen” dnG ches 0 verä4n ſen Am das rurbh 3l dednegr Dun allgni cee wj im Ru- Unaen nen ſ mikbiei auf gle Laſs ſeelen re ingon in, 1 Wäng Enr u ſoch d rung Geſtao ſter a ſehen. Vervaiſte ſie ollat a wenigſtens n riceln. Dit ten, oder w edie Jaſamn, ngen. Wi⸗ duerlicgemactn geſchätet wen die Blätte in hatten. ge winen Verich öglich, zu ſe en, ſo ſſ Säuten, rett ieſelben blete „die man dar fere eine geuſ eUrſache daue firen luſt, d den Bätten keine irelu latt keine me iter hervorhn ſſer, in den rit ihrt vil ; ihre Thii wir beſer un⸗ er uspuih anſtung an er Beiniſten end uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 53 endlich, weil es ſehr nothwendig, davon eine gewiſſe Menge vorraͤthig zu haben, damit man zu allen Be⸗ handlungen, welche dieſe Art zu experimentiren, erfodert, bereit ſei. Ueberdies laͤßt das Waſſer bei ſeinem Ver⸗ dunſten die im Gemiſche vorhandene Saͤure fahren, wel⸗ ches alſo die Verhaͤltniſſe der Saͤure und des Waſſers veraͤndert. Die Schwierigkeiten verdoppeln ſich in die⸗ ſem dunkeln Theil meiner Unterſuchungen, ich laſſe aber das Licht hervorblicken, das ich uͤber ſie zu verbreiten, Hof⸗ nung habe. Die in den folgenden Abſchnitten beſchriebenen Ent⸗ deckungen, werden uͤber alle dieſe Erſcheinungen keine Dunkelheit uͤbrig laſſen, und eine deutliche, leichte, und allgemeine Erklaͤrung aller von mir beſchriebenen Verſu⸗ che liefern. Es wird ſich ſogar deutlich zeigen, daß die im Waſſer, durch die Wirkung der Saͤuren unter gewiſſen Umſtaͤnden erzeugte, ſire Luſt die alleinige Urſache der rei⸗ nen Luſt ſei, welche die Blaͤtter austreiben; wiewohl mirs ſcheint, daß einige Thatſachen vielleicht auch dar⸗ auf hinauslauffen, daß ſie die in den ſaͤuerlichgemachten Waſſern vorhandene fixe Luft nicht nur als den Koͤrper dar⸗ ſtellen, den die Blaͤtter aus dieſen Waſſern herausziehen, um ihn zu verarbeiten, ſondern auch als ein Mittel, die Saͤu⸗ ren, die man in die Waſeer ſchuͤttet, zu verſuͤßen, den Wirkungen ihrer aͤtzenden Eigenſchaft auf die Blaͤtter Einhalt zu thun, und ſich alsdann im Zellgewebe auf eine ſolche Weiſe zu verbinden, daß es darin eine Veraͤnde⸗ rung erleidet, die geſchickt iſt, dieſe Saͤuren, unter der Geſtalt der reinen Luft,— welche nach Herrn Lavoi⸗ ſier's Verſuchen als einer von ihren Grundſtoffen anzu⸗ ſehen iſt,— erſcheinen zu laſſen. —————CQO—CQ˖——QO———O.O(OOꝑ·ä—.———— 54 Unterſuchungen 10. Verwandeln ſich die Saͤuren in denen Blaͤt⸗ „4 tern, die in denen, durch jene ſaͤuerlichgemachten, Waſſern an der Sonne ſtehen, in reine Luft? Die meiſten von meinen Leſern halten die Frage ſchon fuͤr entſchieden, wundern ſich ſogar vielleicht, wie ich ſie aufwerfen koͤnne. Ziemlich lange Zeit dachte ich, wie ſie. Lange Zeit glaubte ich, die Verwandlung aller Saͤuren in reine Luft mittelſt der Vegetation waͤre eine Thatſache, die durch meine zahlreichen und ſo vermannichfaltigten Verſuche erwieſen ſei, und in dieſem Vertrauen kuͤndigte ich ſie zu Ende des 3ten Theils dieſes Werks an. Gleich⸗ wohl bin ich gegenwaͤrtig uͤber alles, was ich gedacht habe, ſehr unentſchieden. Ein Windſtoß hat mich wie⸗ der ziemlich weit von dem Hafen weggetrieben, in den ich eben einzulaufen hofte. Dicke Wolken haben mir das Licht wieder entzogen, das ich ſchon glaubte, aufgefan⸗ gen zu haben. Wir wollen dieſe Zweifel pruͤfen und den Thatſachen, welche ſie erregt haben, nachſpuͤren. Ent⸗ decke ich gleich nicht die Wahrheit, die ich ſuche, ſo werde ich doch andre enthuͤllen, die ihren Werth haben werden. Mitten auf einem gefaͤhrlichen Wege werde ich einige Blumen brechen koͤnnen, die mich fuͤr meine Fehl⸗ nie und fuͤr den Umſturz meiner Ideen entſchaͤdigen ollen. Die Verſuche, welche ich angeſtellt, und die mich noͤthigen, an der Wahrheit meiner Vermuthungen uͤber die Verwandlung aller Saͤuren in reine Luft zu zweifeln, dienen allen meinen Verſuchen uͤber die Verwandlung der fixen uft in dephlogiſtiſirte zu neuen Beweiſen, und meiner Theorie, uͤber die vom Zellgewebe der Blaͤtter ge⸗ ſchehende Verarbeitung der Blaͤtter, zu neuen Stuͤtzen: ſo daß wenn es wahr waͤre, daß die Saͤuren, die ich gebraucht habe, dieſe Veraͤnderung nicht erlitten, die Saͤure der firen Luſt alsdann durch die Wirkung der Ve⸗ geta⸗ — ett denw * li, ¹ teljes hhen Zubert Es iſghe und 5 ben r 4 6 ih mn kungt ſe, A. den Tn Blt geme zeugte Eſcham Zveſſem areds dar vil act⸗ fähnt de andtee den Bät verhin ihnen 9 hatte de my und ihſ deſe de konnte verden denen Bir ichgemachtn veine uft⸗ die prageſt ich, weih ccſe ich wie ſe ig aler Säͤun deine Thatſch mannichfaliger trauen kandg tks an. Gſei vas ich gedet hat mich we eben, in denih haben mir de bte, auſgeſw prüͤfen und d puten. Em ich ſuche, Verth haben gege werde ich ſ meine Fehl⸗ nenrſchäͤdige und de nit nuthungeni uſt zuzveſth Verwandlug Beveſſen, un der Batte ſe reuen Etitan zäuren, de j tt erltten, 1 Jofung dr ga uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ic. 55 getation jederzeit zuverlaͤſſig in reine Luſt verwandelt wer⸗ den wuͤrde. Ich hatte alle Materialien zu meinen Verſuchen zer⸗ legt, ich hatte geſucht zu entdecken, was fuͤr einen An⸗ theil jedes von ihnen an den hervorgebrachten Wirkungen haben koͤnnte, und glaubte, ich haͤtte dies mit ſo vieler Zuverlaͤſſigkeit gethan, daß ich ohne Furcht ſeyn koͤnnte. Es iſt wahr, das licht, die Saͤuren, die Blaͤtter ſelbſt, und das Waſſer ſind einfache Koͤrper genug, um glau⸗ ben zu laſſen, daß man ſie wohl kennt, wenn ſie nichts Außerordentliches zeigen. Auf dieſe Vorſtellung ſtuͤtzte ich mich, und ſie war irrig. Die Vergleichung der Wir⸗ kungen, welche die in deſtillirtem und gekochtem Waſ⸗ ſer,— beide ſaͤuerlich gemacht,— an der Sonne ſtehen⸗ den Blaͤtter hervorbrachten, mit jenen, welche diejenigen Blaͤtter, die in gemeinem,— auf gleiche Weiſe ſaͤuerlich⸗ gemachtem,— Waſſer der Sonne ausgeſetzt waren, er⸗ zeugten, mußte mir Aufklaͤrung verſchaffen, und den Erſcheinungen, die ſie mir darboten, habe ich eben meine Zweifel, meine Unterſuchungen und meine Entdeckungen zu verdanken. Das gekochte Waſſer iſt vom gemeinen verſchieden, weil es weit weniger Erde und gar keine fire Luft bei ſich fuͤhrt. Das deſtillirte enthaͤlt weder das eine, noch das andre. Ich hatte ſchon bemerkt, daß wenn dieſen bei ⸗ den Arten von Waſſer die fire Luft entzogen werde, die Blaͤtter, die man darin an die Sonne ſtellte, dadurch verhindert wuͤrden, Luft auszuſtoßen, weil die Waſſer ihnen die Stoffe dazu nicht verſchaffen koͤnnen: aber ich hatte den Unterſchied nicht erwogen, den die Entziehung der mit fixer Luft geſchwaͤngerten Kalkerde im deſtillirten und ihre Verminderung im gekochten Waſſer, wenn man dieſe Waſſer ſaͤuerlich machte, verurſachen mußte. Er konnte betraͤchtlich ſeyn, folglich mußte er aufgeſucht werden. D 4 Daher — ͤ—;—x;—Q———— 536 Unterſuchungen Daher ließ ich es auch gleich mein erſtes ſeyn, daß ich die Menge und die Beſchaffenheit der in denen, zu meinen Verſuchen gebrauchten Waſſern, vorhandenen Erde wohl kennen lernen moͤchte. Ich ließ daher 225 Unzen Waſſer abrauchen, und dieſe ließen 5§ Gran Bo⸗ denſatz zuruͤck. Auf dieſen ſchuͤttete ich mit Waſſer ver⸗ duͤnnte Meerſalzſaͤure bis zur Saͤttigung. Die Aufloͤ⸗ ſung filtrirte ich, und bekam 2 Gran Selenit. Sonach erhielt ich 24 Gran Kalkerde, welches mir auf 9½ Un⸗ zen Waſſer, deren ich mich bediene, 1 Gran von dieſer Erde gab. Folglich hatte ich in den 25 Unzen Waſſer, die ich zu meinen Verſuchen zu nehmen pflege, ohnge⸗ faͤhr 3 Gran Kalkerde. Da ich nun finde„ daß meine Glocken 7— 8 Unzen Waſſer enthalten, ſo kann ich glauben, daß meine Blaͤtter ſich in einem Mittel befin⸗ den, das ohngefaͤhr 1 Gran ſolcher Erde enthaͤlt. I) Nun kam es darauf an, daß ich entdeckte, wie groß die Quantitaͤt zuft ſei, die ſich aus Gran von dieſer Kalkerde entbindet. Verſuche daruͤber waren nicht ſo leicht. Die Wichtigkeit des Gebrauchs des Queckſil⸗ bers hierbei, war mir einleuchtend, es waren mirzaber auch die Schwierigkeiten, die Erde hinein zu bringen und dann die Saͤure drauf zu gießen, nicht unbekannt. Ihre Menge ſchreckte mich; ich ſuchte alſo den Verſuch im Waſſer auf die ſchicklichſte Art anzuſtellen, damit ich dadurch die Verſchluckung der fixen zuft vom Waſſer, ſo viel als moͤglich, verhindern moͤchte. Ich nahm daher ein Flaͤſchchen, das 17 Unzen Waſ⸗ ſer faßte, und fuͤllte es, ließ aber dabei fuͤr die Saͤure, die ich hinein gießen wollte, genugſamen Raum. Hier⸗ auf ſchuͤttete ich 3 Gran von der Erde, die ich aus dem Waſſer erhalten hatte, hinein, und ließ ſie ſich im Flaͤſchchen zu Boden ſetzen. Alsdann goß ich Vitriol⸗ ſaͤure ziemlich reichlich hinein,— weil ich ein ſchnelles Auf⸗ brauſen erregen wollte,— verſchloß, eh die Saͤure die Erde beruͤhrt 5o Ln 5 C unn Æ 0 97 d.97. wl N 11 9ʃ9 lchn d de ſt A ldn bi 6. inoc nuige ihh 2 u ng. ubi cemn ſes ſen, dß din denen, ' vorhanden leß daher a T 56 Gran A- nit Paſſe g. Die Aſt dlenit. Sonch mir auf g Gran von die Unzen Vaſe pftege, ong nde, daß min⸗ n, ſo kmm ih m Mitre befe enthäͤl. entdeckte, ne ss 1 Gran v ber waren nitt des Qeckſ oren miaber in zu bringen cht unbekannt. den Verſuch llen, damit ih vom Paſfe, m Unen füͤr die Säun, Naum. Hie die ich aus den ließ ſe ſich n goß ic Viri iinſchneles A Siuedi beiht uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 57 beruͤhrt hatte, die Oefnung des Flaͤſchchens mit dem Daumen, tauchte es in ein Gefaͤß mit Waſſer, das bis zum 500 erwaͤrmt war, und brachte es hierauf unter eine mit Oel angefuͤllte Glocke. Ich hofte, daß, wegen der Waͤrme, wenig fire Luft von dem im Flaͤſchchen befindli⸗ chen Waſſer verſchluckt werden, ich alſo unter meiner Glocke alle von der Saͤure hervorgebrachte Luft erhalten wuͤrde. Ich erhielt von ihr 3¾ Maasß Luft, und dies war auch das Reſultat bei Wiederhohlung dieſes Ver⸗ ſuchs. Aber obgleich dieſes Reſultat meinen Ideen guͤnſtig war; ſo war ich doch noch weit entfernt, daß ich damit haͤtte zufrieden ſeyn ſollen. Die Vitriolſaͤure hatte Se⸗ lenit erzeugt und vielleicht auch einige Kluͤmpchen von der Kalkerde inkruſtirt. Die kleine Quantitaͤt Woſſer, die ich genommen hatte, konnte, ungeachtet meiner Vor⸗ ſicht, viel fixe Luft verſchluckt haben. Ich ſuchte daher Mittel auf, wie ſich der Verſuch im Queckſilber anſtel⸗ len ließe, und waͤhlte folgendes: Ich nahm eine kleine Glocke, und ließ eine Glas⸗ roͤhre,— welche von der kaͤnge der Glocke war,— ſo hineinpaſſen, daß ihr oberes Ende eine erweiterte Oef⸗ nung bekam, und leicht ein Gran von der Kalkerde, die ich aus dem Waſſer, das ich zu meinen Verſuchen nahm, erhalten hatte, faſſen konnte. Dieſen kleinen Behaͤlter fuͤllte ich alsdann mit dieſer Erde, ſteckte ihn in die Glo⸗ cke, und druͤckte ihn, ſo gefuͤllt, gegen den obern Theil der Glocke. Hierauf fuͤllte ich dieſe in einem Gefaͤße, das voller Queckſilber war, mit dieſem Metalle an, und erhielt dadurch, daß die Kalkerde ſich recht im obern Theile der Glocke befand. Als dies geſchehen war, ließ ich mittelſt eines Stuͤckchens von einer Glasroͤhre die mit Waſſer geſchwaͤchte Meerſalzſaͤure hinein. Dieſe kurze Glasroͤhre war an dem einen Ende zugeſchmolzen. Ich ließ ſie ſich mit der geſchwaͤchten Saͤure fuͤllen, verſchloß D z dann 58 Unterſuchungen dann ihr oſnes Ende mit dem Daumen, brachte ſie ſo unter die in das Queckſilber verſenkte Glocke und zog den Daumen weg, worauf das Queckſilber,— das als ein ſchwererer Koͤrper in die Glasroͤhre einzudringen ſtreb⸗ e,— die in ihr befindliche Saͤure in die Hoͤhe draͤngte. Dieſes Verfahren wiederhohlte ich ſo oft, bis ich eine hinreichende Menge Saͤure hatte. Den Behaͤlter mit der Kalkerde konnte ich leicht in der Saͤure erhalten, weil ich ſein unteres Ende nach meinem Belieben regieren konnte. Nachdem alle Erde aufgeloͤſt war, zog ich den Behaͤlter zuruͤck, merkte mir die Menge der entwickelten Luft dadurch an, daß ich zeichnete, wie weit das Queckſil⸗ ber und die Saͤure, welche oben ſchwamm, aus ihren Stellen verdraͤngt worden, hob die Glocke aus dem Queck⸗ ſüber heraus, fuͤllte den Raum, den die Luft erfuͤllte, mit Waſſer an, die Luft aber ließ ich in meine bereits be⸗ ſchriebenen, mit Theilungen verſehenen, Roͤhren gehen, und entdeckte alſo genau die Menge der erzeugten uft. Ein Gran von der Kalkerde aus dem zum Verſuche gebrauchten Waſſer mit 5 Maaß von einer, mit ein we⸗ nig Waſſer geſchwaͤchten, Meerſalzſaͤure vermiſcht, gab mir 14½ Maaß fixe Luft, welches die mittlere Groͤße bei verſchiedenen Verſuchen war. Damit ich allen Einwuͤr⸗ fen, die man gegen dieſes Produkt aus der Miſchung der Saͤure mit dem Querkſilber machen koͤnnte, begegnen koͤnnte: ſo ließ ich dieſelbe Menge Saͤure mit dem Queckſilber in der naͤmlichen Glocke 18 Stunden ſtehen, erhielt aber kaum 1— 2 Luſtblaſen. Freilich iſt wahr, daß von der geſchwaͤchten Saͤure beſtaͤndig fixe Luft ver⸗ ſchluckt wird, ich ſehe aber nicht, wie dieſer Unbequem⸗ lichkeit auszuweichen iſt. Ich will daher nur aumerken, daß da der Verſuch ziemlich geſchwind geſchieht, nicht Zeit genug bleibt, daß dieſes ſaͤuerlichgemachte Waſſer ſich vollkommen ſaͤttigen koͤnne, und glaube ich nicht, daß man hierauf noch 1 Maaß rechnen koͤnne. Eben Maſe Am nit 8 Salin ich bundh des ſt wür 1 Kall oder ertigie daher tate, b man id daſt d 1 ſeiigt. de r. ges An n, brache ſack ud aon „— das asin nzudringen ſ de he d dong 4 bis ih Ge dn Wehile ſeer m due eheln,n Wlliben nin war, zagichi ge der ernrittte weit das Au damm, aus he kr aus denn eluſt efälle n meine berets Nöhr zengiha eugten luſ dem zum Vaict einer, nit inm e vermiſct,. nittlere Gijen 1 ich allen 7 us der M fänn be 3 Säͤure mi d Stunde unſe 1 Frellch ſtu ndig Fire u 8 dieſe ltene der nur am gichäe 3 gemated i übe ich iih, 7 G uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 59 Eben dieſen Verſuch ſtellte ich hierauf nach gleichem Verfahren mit einer, mit Waſſer geſchwaͤchten, Vitriol⸗ ſaͤure an, wobei 1 Gran von der Kalkerde 8½ Maaß fixe Luft ausſtieß. Mit dem Gruͤnſpangeiſte gab 1 Gran Kalkerde 3 ½ Maaß fire Luft. Man ſieht wohl ein, warum ich dieſe Verſiche nicht mit der Salpeterſaͤure angeſtellt habe; weil naͤmlich die Salpeterſaͤure das Queckſilber ſehr geſchwind aufloͤſt, und ich alſo nicht nur die durch Aufloͤſung der Kalkerde ent⸗ bundene firxe, ſondern auch noch die, durch Aufloͤſung des Queckſilbers, entwickelte Salpeterluft erhalten haben wuͤrde. Zu bemerken iſt, daß die aus den Waſſern er haltene Kalkerde ungleich mehr Luft enthaͤlt, als der Marmor oder die Kreide. Sie er chint unter einer Art von ſalz⸗ artiger Geſtalt. Sie 17 beinahe eine Art von Spat: daher ſich auch nicht zu verwundern iſt, daß die Reſul⸗ tate, die ich erhalten, ſo verſchieden von denen ſind, die man ſich vermuthete, und daß die entwickelte Menge von Luft ſo ſehr jene, die man ſich vorſtellen konnte, uͤber⸗ ſteigt. Ueberhaupt iſt die Kalkerde, nach Hra. Rome⸗ de!lIsle in ſeiner Cryſtall ographie T Tom. I., keineswe⸗ ges eine bloße Erde, ſondern eine Verbindung einer ver⸗ ſchluckten Erde,— die dem Gyps, dem Flußſpat, und den Vegetabilien zum Grundſtoffe 15— mit der firen Luft, und die Menge dieſer kuftart iſt nach den Gat⸗ tungen der Kalkerden, von denen ſie ein Beſtandtheil iſt, verſchieden. Dieſe Verſuche zeigten mir, daß die in das gemeine Waſſer, welches ich zu meinen Verſuchen brauchte, ge⸗ ſchuͤttete Saͤure die im Waſſer ausgebreitete Kalkerde wohl aufloͤſen, die ſixe Luft,— welche das Waſſer ſo wie ſie ſich erzeugte, verſchluckte,— hervorbringen und ſonach — OQO—————Q—O·Ojr————— 60 Unterſuchungen ſonach den Blaͤttern, die ich hineinlegte, die fire Luft zufuͤhren konnte, welche ſie, durch die Einwirkung der Sonne, in dephlogiſtiſirte umſchaffen. Dieſer Schluß ſchien buͤndig zu ſeyn; unterdeſſen glaubte ich doch nicht, daß er die Frage entſcheide, und ich ſah im Voraus, daß ich noch wuͤrde andre Verſuche anſtellen muͤſſen. Wenn es wahr iſt, daß die in gemeines Waſſer ge⸗ ſchuͤtteten Saͤuren die in ihm vorhandene Kalkerde aufloͤ⸗ ſen, und daß ſie die fixe Luft,— welche das Waſſer ver⸗ ſchluckt, und welche die in daſſelbe gelegten Blaͤtter herauszie⸗ hen und durch die Wirkung des lichts in dephlogiſtiſirte verwandeln,— erzeugen: ſo iſt auch einleuchtend, daß ſaͤuerlichgemachtes deſtillirtes Waſſer, in das man Kalk⸗ erde ſchuͤttet, alsdann die Blaͤtter zwingen muß, mehr Luft auszuſtoßen, als wenn dieſe Erde nicht hineinge⸗ ſchuͤttet worden, und eben dies habe ich beobacket. Da⸗ gegen gab ein Blatt von der Hauswurz in einem deſtillir⸗ ten Waſſer nur ½ Maaß uft; als ich aber in dieſes Waſſer 3 Gran Kalkerde,— die ich aus dieſem Waſ⸗ ſer erhalten hatte,— und 2 Maaß Seeſalzſaͤure ſchuͤt⸗ tete: ſo gab das Blatt 6 Maaß Luft, obgleich die mit dem bloßen deſtillirten Waſſer verbundene Saͤure aus ei⸗ nem andern dergleichen Blatte an der Sonne nur 3 Maaß Luft herauslocken konnte. Aus dieſem Verſuche ſolgt deutlich, daß das deſtillirte, durch eine Saͤure geſchaͤrfte, Waſſer von der in daſſelbe geſchuͤtteteten Kalkerde das Vermoͤgen empfaͤngt, denen Blaͤttern, die man in ihm an die Sonne ſtellt, die Stoffe zuzufuͤhren, welche zu Erzeugung der dephlogiſtiſirten Luft mittelſt der Einwir⸗ kung der Sonne auf die Blaͤtter nothwendig ſind, und man weiß, daß die Saͤuren aus den mit fixer Luft ge⸗ ſaͤttigten Kalkerden die fixe Luft herausziehen; da ſie ſich nicht auf einmahl losmacht, ſo wird ſie im Waſſer, worin ſie ſich erzeugt, ſo wie ſie ſich entwickelt, wieder ver⸗ ſchluckt, ſchuct göge, d Mltt aih kam it ce di Bätet ſer wi Kalt 5 nes ich 1u mit 9 nem Son Kali ſchrſt vur, 9 N Naͤute de 8 düſt.; ſäuerla henden 3 Tyii meine langer V „ die fre li 85. Anwirkung d hn; unterdeſe entſchide, ui jandre Verich ines Vaſſe ge Kalkerde auß das Waſſerber „lätterherwueze dephlogſſtine nleuchtend, di das man Kb en muß, mi nicht hineinge obacket. Da einem deſtillr aber in deeſs sdieſem Waſ ſalßſäure ſhüͤt gleich die mi Saͤure aus eie erur Maß Perſace ſgt zare geſcift, Kalkerde de ie man in in en, welhe iſt de Eine⸗ ndig ſind/ 1n it frer utg en; da ſe ſc Veſtr vei vieder de⸗ t, ucha uͤber den Einfluß des Sonnenlichtsꝛc. 61 ſchluckt, und vom Waſſer, ſo wie ſie ſich auftoͤſt, ein⸗ geſogen. Da das ſaͤuerlichgemachte deſtillirte Waſſer den Blaͤttern, die man darin an die Sonne ſtellt, mehr Luft zufuͤhrte, wenn ich 3 Gran Kalkerde hineinſchuͤttete: ſo kam ich auf den Gedanken, daß die Menge Luft, wel⸗ che die in gemeinem Waſſer an der Sonne ſtehenden Blaͤtter geben, noch groͤßer ſeyn muͤßte, wenn dieſes Waſ⸗ ſer mit einer Saͤure geſchaͤrſt und dann noch mit 3 Gran Kalkerde vermiſcht wuͤrde. Ich legte alſo ein Blatt von der Hauswurz in gemei⸗ nes Waſſer und ſtellte es darin an die Sonne, worauf ich 1½ Maaß luft bekam. Als ich hierauf dieſes Waſſer mit 2 Maaß Meerſalzſaͤure ſchaͤrſte, erhielt ich aus ei⸗ nem Blatte von der Hauswurz, das ich darin an die Sonne ſtellte, 2 ½¾ Maaß. Als ich nun dem gemeinen Waſſer 3 Gran von der aus dem Waſſer erhaltenen Kalkerde zuſetzte, und es mit 2 Maaß Meerſalzſaͤure ſchaͤrfte; ſo ſtieß das darin liegende Blatt von der Haus⸗ wurz 7 Maaß uft aus. Mit fixer Luft geſaͤttigtes Waſſer gab mir dieſelben Reſultate und ich erhielt aus einem, in dieſem Waſſer an die Sonne geſtellten, Blatte von der Hauswurz 8 Maaß Luft. Als dieſes Waſſer mit 2 Maaß Meerſalzſaͤure ſaͤuerlich gemacht ward, gab ein darin an der Sonne ſte⸗ hendes Blatt 10 ½ Maaß Luft, und als ich hierauf noch 3 Gran von der aus dem Waſſer erhaltenen Kalkerde hin⸗ einſchuͤttete, ſo ſonderte ein Blatt von der Hauswurz, das ich hineinlegte und darin der Einwirkung der Sonne ausſetzte, 12½ Maaß Luft ab. Zu bemerken iſt, daß alle dieſe Verſuche zu Ende des Aprils angeſtellt wurden, ferner, daß die Sonne auf meine, in vorbeſchriebenen Waſſern liegende, Blaͤtter nicht laͤnger als 4 Stunden wirkte, und endlich, daß das Ther⸗ mome⸗ 6² Unterſuchungen mometer unter meinen Glocken nicht hoͤher, als a450 ſtieg. Noch muß ich hinzufuͤgen, daß als ich in die ſaͤuerlichgemachten Waſſer, welche durch die Einwirkung, der in ihnen an die Sonne geſtellten Blaͤtter ihrer ſiren Luft beraubt worden waren, friſche Blaͤtter legte, dieſe neue Luft ausſtießen, ſobald ich friſche Kalkerde unter die Waſſer miſchte; denn dieſe Erde iſt eine neue Quelle von neuer fixer Luft, welche die Blaͤtter verarbeiten. Dieſe Verſuche gelingen jederzeit beſſer mit der Meer⸗ ſalzſaͤure, als mit jeder andern, einmahl, weil ſie mit der Kalkerde, die ſie im Waſſer antrifft, gar keine, im Waſſer beinahe unaufloͤsbare, Salzkryſtallen bildet, zum andern, weil ſie dieſe Kalkerde mit keiner Rinde uͤber⸗ zieht, und endlich, weil ſie ſonach auf die Grundtheile der Kalkerde wirken und die fixe Luſt aus ihr herausja⸗ gen kann. Ich habe Gelegenheit gehabt, zu bemerken, daß die ins Waſſer geſchuͤttete Saͤure den Blaͤttern Schaden thut; weil in dem deſtillirten Waſſer, das ich ſauerlich gemacht hatte, die Blaͤtter weniger Luft gaben, als in dem reinen deſtillirten. Endlich ſtellte ich auch mit dem Selzerwaſſer Verſu⸗ che an. Nach Hrn. Bergmann's damit angeſtellten Unterſuchungen, ſtecken in 27 Unzen deſſelben, 6 Gran einer mit fixer Luft geſaͤttigten Kalkerde und einer mit eben dieſer Luftgattung geſaͤtrigten Magneſie und 26 Ku⸗ bikzoll duft. Ein in dieſem Waſſer an die Sonne geſtell⸗ tes Blatt von der Hauswurz gab mir 13, und als ich es mit 2 Maaß Meerſalzſaͤure ſchaͤrfte, 15 Maaß Luft. Es iſt aber nicht zu vergeſſen, daß da das Waſſer dem Blatte mehr uft verſchafft, als es deren verarbeiten kann, auch in dem ſaͤuerlichgemachten Selzerwaſſer eine groͤßere Quantilaͤt Lufe verſchluckt wird, und in der uft verdunſtet, als im gewoͤhnlichen Selzerwaſſer, wie ich aus der Menge der Blaſen, die ich unter den beiden Glocken aufſteigen ſah, urtheilen konnte. Aber Selo gem X! duncs ſich 2 ded zerw 75 ſänen d. Tagu eheln ſer der einähn che un ben an nadt in Fu⸗ ſalzan rnohd wela richt wu ach ſebac uiligts tr, ch. m N dus 33 ſee iibh gen wil. 1 es d n b wiede R und den ſuetl ihnen losſon hzo die dng, Nren A ieſe Aiter ale Ien. wer⸗ wit im 2 Hum Der⸗ P eile 2)a⸗ naß „Den 4 ich rden Tiu⸗ sien ) au lit uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 63 Aber aus der Acht iſt nicht zu laſſen, daß als ich Selzerwaſſer, eben ſo wie das vorhergehende, ſaͤuerlich gemacht, in einem ofnen Geſchirre bis zum folgenden Tage ſtehen ließ, und dann den zuvorbeſchriebenen Ver⸗ ſuch damit vornahm, ich anſtatt der 15 Maaß Luft,— die das Blatt an der Sonne ausſtieß, das in dem Sel⸗ zerwaſſer lag, welches unmittelbar vor dem Verſuche ſaͤuerlich gemacht worden,— ich dagegen aus jenem, Tages zuvor ſaͤuerlichgemachten, mehr nicht, als 2 Maaß erhalten konnte. Woher ruͤhrt dies? Weder das Waſ⸗ ſer, noch die Saͤure waren veraͤndert worden, weil dies eine Portion von dem Waſſer war, das zu dem Verſu⸗ che gebraucht worden, der mir die 15 Maaß Luft gege⸗ ben hatte: ſehr ſchoͤnes Sonnenlicht hatte ich auch. So⸗ nach ruͤhrt der Unterſchied ganz allein davon her, daß die im Waſſer enthaltene und durch die Wirkung der Meer⸗ ſalzſaͤure auf die Kalkerde entwickelte Luft verdunſtet war, und folglich den Blaͤttern die Grundtheile der reinen uft, welche ſie verarbeitet hatten, als ſie ſie gehabt hatten, nicht darreichen konnte. Der naͤmliche Fall ereignet ſich auch mit den Saͤuren, die man den Tag zuvor, eh man ſie braucht, in gemeines Waſſer ſchuͤttet und in einem voͤllig ofnen Geſchirr an der Luſt ſtehen laͤßt. Die Blaͤr⸗ ter, welche man darin an die Sonne ſtellt, geben zwar mehr Luft, als die in bloßem gemeinen Waſſer der Sonne ausgeſetzt ſind, aber bei weitem nicht ſo viel, als wenn ſie in ſolchem gemeinen Waſſer ſtehen, das in dem Au⸗ genblicke ſaͤuerlich gemacht wird, da man es brauchen will. III) Dieſe Verſuche beſtaͤtigen die vorhergehenden, es dienen aber auch alle bereits beſchriebene, ihrer Seits wieder, dieſen zur Beſtaͤtigung. Zwingen das gemeine, und das mit fixer Luft geſchwaͤngerte Waſſer, wenn ſie ſaͤuerlich gemocht worden, die neuen Blaͤtter, welche in ihnen an der Sonne ſtehen, beinahe nicht mehr zum Ausſtoßen der Luft, wenn ſie zu einem Verſuche Iedſent un 64 Unterſuchungen und dabei die Blaͤtter gezwungen haben, reichlich Luft auszutreiben: ſo ruͤhrt dies allein davon her, weil alle die Kalkerde im Waſſer ihrer fixen Luft durch die ihr zu⸗ geſetzte Saͤure beraubt worden, und ſich deren keine weiter entwickeln kann, wenn man nicht von neuem Kalkerde ins Waſſer thut; gerade ſo wie gemeines Waſſer, dem ſeine ſire Luft durch ein Blatt an der Sonne entzogen iſt,— wenn man 2 Maaß Meerſalzſäure hineinge⸗ ſchuͤttet,— die Blaͤtter wieder zwingt, daß ſie fort⸗ fahren, Luft abzuſondern; weil die Meerſalzſaͤure die Kalkerde aufloͤſt, ſixe Luft erzeugt und den Blaͤttern eine neue Nahrung zu verdauen, und die Stoffe zu der reinen zuft, welche ſie erzeugen koͤnnen, verſchafft. Je groͤßere Glocken man zu dieſen Verſuchen nimmt; je mehr enthalten ſie Luft fuͤr die Blaͤtter, die man un⸗ ter ihnen an die Sonne ſtellt: denn weil ſie eine groͤßere Menge Waſſer faſſen; ſo enthalten ſie auch mehr fixe Luft und mehr mit dieſer Luftart geſaͤttigte Kalkerde, welche im Stande iſt, die Portion der fixen Luft durch ihre Verbindung mit der hineingeſchuͤtteten Saͤure zu ver⸗ mehren. Wenn die mit dem gemeinen Waſſer, das man zum Verſuche nimmt, verbundene Vitriolſaͤure verurſacht, daß die darin an der Sonne ſtehenden Blaͤtter weniger Luft geben: ſo ruͤhrt dies daher, weil die Vitriolſaͤure ſich ſogleich mit der Kalkerde verbindet, einen Selenit erzeugt und auf die, im Waſſer vorhandene, Kalkerde we⸗ der ſo kraͤftig, noch ſo lange wirkt, als die andern Saͤu⸗ ren, daher ſie auf ſolche Art ihr Vermoͤgen, ſixe Luſt zu erzeugen, und die Werkſtaͤtte der Blaͤtter damit zu verſehen, verliert. Eben daher ruͤhrte es auch, daß bei meinen, im Queckſilber angeſtellten, Verſuchen die mit der Kalkerde verbundene Vitriolſaͤure weniger Luft gab, als die Meerſalzſaͤure, und endlich, daß die Blaͤtter, die unter Glocken voller Queckſilber an der Sonne ſtanden, nicht eine Luftblaſe ausſtießen. Aber 70 7 ſuerxg ohme 15 wanle” erA9 te ſedc ſe aden wickelnc Vaſtb gaſte Glochat daroin welcht träͤgin Bae zuft ein, Hei beita de 2m Can terchinen 6 und utt⸗ ſcigels dn 123 dur E. Theln in dem ſchäͤte= da en liegenih nadea enet l tnigerg dine 9 Sens b b ) Luſt il ale hr zu weiter kerde dem tzogen neinge⸗ 3 fon re de e eine reinen immt, an une eͤßert re duſt welche hihre ver⸗ zum acht, niger ſſäure elenit de we⸗ Saͤu⸗ eluſt iit zu ß bei it der „als die nen, Aber uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 6 5 Aber warum gibt das gemeine Waſſer, wenn es ſaͤuerlich gemacht wird, nur ſehr wenig Luft, wenn es, ohne Blaͤtter darin, an die Sonne geſtellt wird? Und warum ſtoßen die hineingelegten Blaͤtter ihrer in ſo groſ⸗ ſer Menge aus? Deswegen, weil die fixe Luft,— wel⸗ che ſich durch die Wirkung der Saͤure auf die im Waſ⸗ ſer ausgebreitete Kalkerde erzeugt,— ſo, wie ſie ente« wickelt wird, auch wieder verſchluckt wird, und in dem Waſſer, das ihren Inbegriff(volume) faſſen kann, auf⸗ geloſt bleibt. Nun habe ich aber unter einer großen Glocke wenigſtens§— 9 Unzen Waſſer, und erhalte daraus, mittelſt der Saͤure, hoͤchſtens 45 Maaß fire Luft, welches nicht den Inbegriff von 1½ Unzen Waſſer be⸗ traͤgt, folglich leicht verſchluckt werden kann: allein das Blatt weiß dieſe, unſern Augen entwiſchende, fixe Luft gut zu finden. Seine offenſtehenden Oefnungen ſchlucken ſie ein, ſobald ſie ſie beruͤhren, und ſeine Werkſtaͤtte verar⸗ beiten ſie, ſobald ſie hineingetreten iſt, und ſo reinigen die Blaͤtter das Waſſer vollkommen von fixer Luft. Es geſchieht aber noch mehr. Betrachtet man die verſchiedenen ſaͤuerlichgemachten Waſſer, wenn ſie an der Sonne ſtehen; ſo wird man um die Glocke herum und auf dem Boden des Geſchirres, eine Menge durch⸗ ſichtiger Perlen gewahr, die da entſtehen, wachſen und vom Waſſer verſchluckt werden. Ohne Zweifel wird jede durch die Wirkung eines Theils von der Saͤure auf einen Theil der Kalkerde aus dem Waſſer,— zum wenigſten in den ſaͤuerlichgemachten Waſſern, in die man Kalkerde ſchuͤttet,— erzeugt. Man ſieht dieſe Blaͤschen von den Staubtheilchen derer, auf dem Boden des Geſchirres liegenden, Kalkerde ſich losreißen, und indem dieſe Luft⸗ blaͤschen die Glocke und den Boden der mit ſaͤuerlichge⸗ machtem gemeinen Waſſer gefuͤllten Geſchirre uͤberziehen, bemerkt man in dem ſaͤuerlichgemachten gekochten weit wenigere, und in dem ſaͤuerlichgemachten deſtillirten gar keine. Wahr iſt, daß deren in dem gemeinen und in dem Senebier 4. Th. E mit 66 Unterſuchungen mit fixer Luft geſaͤttigten Waſſer zum Vorſchein kom⸗ men: allein die in dieſen Waſſern enthaltene fixe Luft iſt auch das Außoͤſungsmittel der Kalkerden; uͤberdies ſtrebt die ſixe Luft, ſich vom Waſſer, von dem ſie auf⸗ geloͤſt wird, zu trennen, wenn dieſes anfaͤngt, erwaͤrmt zu werden. Dies iſt auch die Urſache, warum die ſaͤuerlichge⸗ machten Waſſer eine ſo geringe Quantitaͤt Luſt geben, wenn ſie ohne Blaͤtter und im Finſtern, in der Waͤrme ſtehen: aber eben dies iſt auch ferner die Urſache, warum dieſe Quantitaͤt alsdann doch groͤßer iſt, als wenn Blaͤt⸗ ter darin liegen. Man ſieht ein, daß die Blaͤtter, die im Waſſer liegen, das Vermoͤgen, welches ſie beſitzen, eine große Menge fixe Luft zu verſchlucken, behalten, und daß die Sonne, welche nicht auf ſie wirkt, dieſe Luftart weder verarbeiten, noch herauslocken koͤnne. Man wird ſich nun nicht weiter wundern, warum bei ſehr großer Sonnenhitze die Blaͤtter viel, bei min⸗ drer aber weniger Luft ausſtoßen: denn erſtlich verurſacht die Waͤrme, daß die fixe luft nicht ſo feſt am Waſſer haͤngt, zum andern verſtaͤrkt ſie die Kraft der Saͤure, welche als Aufloͤſungsmittel auf die Kalkerde wirkt, und endlich vergroͤßert ſie das Vegetationsvermoͤgen des Blatts. Deswegen iſt auch zu bemerken, daß ich bei meinen im Monath April angeſtellten Verſuchen weniger Luft erhielt, als bei jenen in der Mitte des Junius. Auch ſieht man ferner, warum eine Verminderung der Saͤure eine Verminderung der ſixen uft nach ſich zieht. Es iſt alsdann vom Aufloͤſungsmittel keine hin⸗ laͤngliche Menge mehr vorhanden, um die im Waſſer vorhandene Kalkerde aufzuloͤſen. Vermehrt man aber die Saͤure bis uͤber ein gewiſſes Maaß; ſo erzeugt man zwar vielleicht mehr fixe Luft, man toͤdtet aber das Blatt, welches ſie nicht ferner ausarbeiten kann. Haben — 50' 130 mc? und 71 auis In delhr de 1 entw M ter v ſeinesft de gr in vütte 14 Kalhat ihnetm ſe word dieſs m mt ow. 655' dund ſite den(81 die iss dedsn unzen ah Thei ahn ihrernr 1 ℳ gema ng gebengot inmenü haten konnte Kalkan Luſt 2 n kom⸗ Luſt iſt berdies ſie auf rwaͤrn mt erlichge t geden, Waͤme warum in Blit⸗ ter, di deſiten, lten, und e Luſtat watum bei min erutſach Weſct Saͤur⸗ rkt, und gen des Jich bei weniger 3. nderung ach ſch ne hin Vaſſet en aber gt man Blatt, Haben uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 67 Haben die Blaͤtter einmahl aus dem ſaͤuerlichge⸗ machten Waſſer die darin vorhandene ſixe Luft gezogen und verarbeitet; ſo ſind ſie nicht vermoͤgend, noch mehr herauszuziehen, wenn man gleich neue Blaͤtter hineinle⸗ gen und friſche Doſen von Saͤure hineinſchuͤtten wuͤrde. Die Urſache davon iſt ganz einfach. Es iſt keine Kalk⸗ erde mehr vorhanden, die aufgeloͤſt, noch ſixe Luft, die entwickelt werden koͤnnte. Wirft man aber friſche Blaͤt⸗ ter und Kalkerde in das alte Gemenge; ſo erhaͤlt es bald ſeine erſten Eigenſchaften wieder, und die Blaͤtter, wel⸗ che fire Luft zu verarbeiten finden, geben auch reine Luft in reichem Maaße, wenn ſie der Sonne ausgeſetzt ſind. Die mit firer Luft geſchwaͤngerten Waſſer, welche Kalkerde enthalten, muͤſſen den Blaͤttern, die man in ihnen an die Sonne ſtellt, mehr fixe Luft zufuͤhren, wenn ſie durch friſch hineingegoſſene Saͤure ſaͤuerlich gemacht worden, als wenn ſie es nicht ſind; weil dieſe Saͤure aus ieſer, in dieſen Waſſern befindlichen, Kalkerde die fixe Luft mit Gewalt herauszuziehen ſucht. Endlich muͤſſen auch die Blaͤtter in den gekochten und ſaͤuerlichgemachten Waſſern mehr verderben, als in dem gemeinen Waſſer, wenn es ſaͤuerlich gemacht iſt, wie ich auch im éten Abſchnitte angemerkt habe: denn die Saͤure bleibt im deſtillirten und im gekochten Waſſer unzertheilt, dagegen ſie ſich im gemeinen Waſſer zum Theil mit der Katkerde verbindet, und nicht immer mit ihrer ganzen Quantitaͤt aufs Blatt wirkt. Aber warum ſtoßen die Blaͤtter in ſolchen ſaͤuerlich⸗ gemachten Waſſern, die bereits einen Tag lang Luft ge⸗ geben haben, weiter keine aus, obgleich die Waſſer noch immer ſauer ſind? Deswegen, weil die im Waſſer ent⸗ haltene Kalkerde alle fixe Luſt hergab, die ſie hergeben konnte. Schuͤttet man daher mit fixer Luft geſaͤttigte Kalkerde in dieſes Waſſer; ſo erhaͤlt die Saͤure chre Kraft wieder, es erzeugt ſich neue fixe Luft. Dieſe loͤſt E 2 ſich 68 Unterſuchungen ſich in dem Waſſer,— das die Pflanze in ſich zieht,— auf, und tritt als reine Luft aus ihr heraus. Indem man alſo die im Waſſer beſindliche Kalkerde erneuert, er⸗ ſchoͤpft man die Saͤure im Waſſer gaͤnzlich. Die Blaͤt⸗ ter geben darin, an der Sonne ſtehend, nur ein wenig Lufte, und wenn man das Waſſer abdunſten laͤßt; ſo ent⸗ deckt man darin die Mittelſalze mit einem erdigen Grund⸗ ſtoffe, die ſich darin erzeugt haben. Alles dieſes erhaͤlt durch eine merkwuͤrdige Thatſache Beſtaͤtigung. Jedermann iſt bekannt, daß man das Selzer und Spawaſſer wieder kraͤftig machen kann, wenn man einige Tropſen Saͤure hineinfallen laͤßt. Die Ur⸗ ſache iſt einleuchtend. Die Saͤure greift die in dieſen Waſſern enthaltene Kalkerde an, und entbindet die fire Luft. Dieſe wird alsdann vom Waſſer verſchluckt, und die gedachten mineraliſchen Waſſer erhalten das Gas wie⸗ der, und nehmen die gasartige Geſtalt, welche ſie ver⸗ lohren hatten, wieder an. Im Journal litteraire de Berlin, Tome XIX., be⸗ findet ſich eine Abhandlung vom Hrn. Achard, welche intereſſante Thatſachen uͤber dieſen Gegenſtand liefert. Er beweiſt darin, daß das durch das Aufkochen verurſachte Austreiben der fixen Luft die einzige Urſache des erdigen Niederſchlags iſt, der ſich erzeugt; weil wenn man das durchs Aufkochen verdunſtende Waſſer durch deſtillirtes erſetzt, ſich gleichfalls Kalkerde niederſchlaͤgt. Ueber⸗ dies loͤſt das deſtillirte Waſſer die Kalkerde in verſchloſſe⸗ nen Gefaͤßen nicht auf, ſondern nur in ofnen, weil letztere ſixe Luft in ſich nehmen koͤnnen. Hier iſt eine Reihe von Thatſachen, die recht eigent⸗ lich beweiſen, daß die fixe Luft, die in den ſaͤuerlichge⸗ machten Waſſern entwickelt wird, die Wirkung der Ver⸗ bindung der Saͤure mit der Kalkerde im Waſſer iſt. Zu gleicher Zeit aber finden wir hier einen Beweis fuͤr die Urſache, warum die in ſaͤuerlichgemachtem gemeinen Waſ⸗ 290 Puſſ Inn ausſtA der 73* ſcluc is jicen ſe in cs glüſtno 6 den, 6 Vnte. dinetnäl bantö verſo kA ſch e 1 chen ge mit itu Bum dem Ni gemeie Scrg Lrſug ſen ioän ſe n3 ſoruce küzege mittemt Imag mitte ae Hera begüng A9 nathih uſf 9 eht,— A. Indem ert, er⸗ Blät⸗ rwenig ſo ent⸗ Grund⸗ hatſoche nan das in, wemn Die U in dieſen die fre kt, und Has wie e ſie ver M., be , welche fert. E rurſache Lerdigen nan das eſtilite Ueber⸗ iſchuſt i lettere keigent erlichge er Ver⸗ 1. 31 fur die meinen Waß⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 69 Waſſer an der Sonne ſtehenden Blaͤtter ſo viel reine Luft ausſtoßen. Die durch die Verbindung der Kalkerde mit der Saͤure entwickelte fixe Luft wird vom Waſſer ver⸗ ſchluckt, und die darin an der Sonne ſtehenden Blaͤtter ziehen ſie zugleich mit dem Waſſer ein, und verwandeln ſie in ihren Gefaͤßen, in denen ſie verarbeitet und dephlo⸗ giſtiſirt wird, in reine Luft. Es iſt mir gelungen, daß ich in weniger als 5 Stun⸗ den, 3 Gran Kalkerde in 25 Unzen deſtillirtes Waſſer, unter das ich 2 Maaß Meerfalzſaͤure gemiſcht hatte, bei einer Waͤrme von 500— 600 aufgeloöͤſt habe: es ent⸗ banden ſich aber 4 Maaß zuft, die vom Waſſer gar nicht verſchluckt wurden. Ohne Zweifel war es fixe Luft, die ſich phlogiſtiſirt hatte. IV) Noch einige Schwierigkeiten ſind zu unterſu⸗ chen uͤbrig. Warum tritt die fire Luft, ſo in dem da⸗ mit geſaͤttigten Waſſer enthalten iſt, nicht ſo reichlich ins Blatt, wenn dieſe uftgattung mit dem abgekochten und dem deſtillirten Waſſer gemiſcht iſt, als wenn ſie ſich im gemeinen Waſſer befindet? Auf die Hebung dieſer Schwierigkeit braucht man ſich nicht lange zu beſinnen. Erſtlich, haͤngt die fixe Luft dem gekochten und dem de⸗ ſtillirten Waſſer nicht ſo feſt an, als dem gemeinen, deſ⸗ ſen ich mich bediene, weil in jenem weniger Kalkerde, ſie zuruͤck zu halten, vorhanden iſt: dieſe ſire Luft geht ſonach alsdann eher in die Atmoſphaͤre uͤber, und verweilt kuͤrzere Zeit im Waſſer, um dem Blatte das Nahrungs⸗ mittel, welches daſſelbe zerſetzen ſoll, zu verſchaffen. Zum andern, iſt die fixe Luft eins von den Aufloͤſungs⸗ mitteln der Kalkerde ſelbſt und ein Mittel, welche das Heraustreten der in der Kalkerde vorhandenen fixen Luft beguͤnſtigt. Warum geben Blaͤtter, welche in dem ſaͤuerlichge⸗ machten Waſſer, an der Sonne ſtehend, bereits viele zuft gegeben haben, doch Tages drauf gleichwohl manch⸗ E 3 mahl — ——C—O—O—OCOñD——:—— 7⁰0 Unterſuchungen mahl noch mehr, als die in gemeinem Waſſer an der Sonne ſtehenden? Erſtlich, iſt es moͤglich, daß nicht alle Kalkerde von der Saͤure auſgeloͤſt worden und daß neue ſire Luft vorhanden iſt, die daraus eingeſogen wird. Zum andern, kann die im Waſſer aufgelsſte, und vom Blatte nicht verſchluckte, fixe Luft zum Theil in einem Waſſer zuruͤckgeblieben ſeyn, das mit der aͤußern Luft nicht voͤllige Gemeinſchaft hat; folglich gibt ſie dem neuen Blatte, das man hineinlegt, das Nahrungsmittel, wel⸗ ches daſſelbe verarbeiten muß, wenn die Sonne darauf wirkt. Wenn die Saͤuren die im gemeinen Waſſer vorhan⸗ dene Kalkerde aufloͤſen, warum geben die ſaͤuerlichge⸗ machten und in einer ſtarken Waͤrme ſtehenden Waſſer ſo wenig Luft? Deswegen weil dieſe Luft vom Waſſer verſchluckt wird, oder ſich im Waſſer vertheilt, ſo wie ſie ſich erzeugt. Auch gibt gemeines Waſſer, ſaͤuerlich gemacht, gar keine Luft, wenn es ohne Blatt an die Sonne geſtellt wird, ob es gleich ſogleich welche gibt, wenn man ein Blatt hineinlegt, wofern dies nur in der Zeit geſchieht, da die Saͤure auf die Kalkerde wirkt, wenn man den Verſuch in einem ofnen Gefaͤße anſtellt, anſtatt daß das Blatt immer dieſelbe Menge Luft aus⸗ ſtoͤßt, wenn man gleich die Saͤure lange Zeit vor dem Verſuch in das gemeine Waſſer ſchuͤttet, wofern nur das Gefaͤß ſorgfaͤltig verſchloſſen iſt. Iſt es endlich moͤglich, daß die Mittelſalze, als wie das Glauberſalz, der Salpeter, der Salmiak, un⸗ ter gemeines Waſſer gemiſcht, den Blaͤttern, die man in einem ſolchen Gemiſche der Sonne ausſetzt, fixe uft geben, da doch gedachte Salze auf die Kalkerde keine Wirkung haben? Aber dieſe Salze werden durch die Wirkung des Lichts im Waſſer zerſetzt,— wie ich zu zeigen Gelegenheit haben werde;— und ſonach greift ihre Saͤure die im Waſſer vorhandene Kalkerde an, und er⸗ zeugt die fixe Luſt, welche ſich das Blatt aneignet. Alſo 79 It drE8 dir nen lma cit, ß d5 diſt 600 tan ug, erde 9 1 gemnell 3 ten 11G rigetſ in Uiät ſe diij ſollen 11.” ſchften lmt o doſtſte nitihhfs eine wa dein d fle Lbi ſchͤt- leux ei auftöe von M wenn n tern d ticht a ten hie am der 3) nicht d daß d wird. 3) vom einem In uft 8 neuen 1 wel⸗ V Adarauf worhan⸗ s lichge⸗ 2 Waſer Waſee ſo wie erlich an dee 11 gibt, Iin der G wirkt, a iſtellt 12: aus⸗ rer dem Jat das 81, als 1', un⸗ e man e Luft xe keine —ch die rich zu gſt ihre and er⸗ —2 ½ Aſ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 71 Alſo iſt nicht ferner zu zweiſeln, daß die Wirkung der Saͤure auf die Kalkerde des Waſſers die Urſache von der reinen Luft ſei, welche die darin an der Sonne ſte⸗ henden Pflanzen ausſtoßen, weil ſie die fire Luft entwi⸗ ckelt, die das Blatt verarbeitet. Es folgt alſo hieraus, daß die ſaͤuerlichgemachten Waſſer das Heraustreten der Luft aus denen, in ihnen an der Sonne ſtehenden, Blaͤt⸗ tern um deſtomehr beguͤnſtigen werden, jemehr ſie Kalk⸗ erde zum Aufloͤſen enthalten werden; gerade ſo wie das gemeine Waſſer den Blaͤttern um deſtomehr Luft darbie⸗ ten wird, jemehr es mit firer Luft uͤberladen ſeyn, je we⸗ niger es in der Waͤrme geſtanden und je weniger es ſich in Umſtaͤnden beſunden haben wird, die dazu dienen, daß ſie die ſire Luft verderben, welche die Blaͤtter reinigen ſollen. 11. Neue Reihe von Verſuchen uͤber die Eigen⸗ ſchaft und Menge der Luft, welche die in ſaͤuer⸗ lichgemachten Waſſern der Sonne ausgeſetz⸗ ten Blaͤtter ausſtoßen. Ich habe erwieſen, daß die im Waſſer aufgeloͤſete Luft ſich mittelſt vegetirender Blaͤtter, die man in ſolchen, mit ihr geſchwaͤngerten, Waſſern der Sonne ausſetzt, in eine luftartige Subſtanz verwandeln. Ich habe ge⸗ zeigt, daß dieſe Verwandlung vor ſich gehe, wenn die fixe Luft ſich mittelſt der Saͤuren, die man in die Waſſer ſchuͤtet,— welche bei den Verſuchen zu Mitteln(mi- lieux) dienen und eine gewiſſe Menge von der Kalkerde aufloͤſen,— allmaͤhlig erzeugt. Dieſe Entdeckung iſt von Wichtigkeit, ſie wuͤrde aber unvollſtaͤndig bleiben, wenn man die Natur und die Menge dieſer, von den Blaͤt⸗ tern durch Einwirkung der Sonne hervorgebrachten, Luft nicht kennte, und den Modificationen, welche dieſe Saͤu⸗ ren bei dieſer Operation der Blaͤtter hervorbringen, ſo E 4 wie 7² Unterſuchungen wie den Reſultaten, die aus der Verbindung der Salze mit verſchiedenen Koͤrpern, und aus ihrer Vereinigung mit den Waſſern, die man dazu nimmt, folgen, nicht nachforſchte. Dieſes ſind alſo die Gegenſtaͤnde, die ich gegenwaͤrtig zu betrachten Vorhabens bin. 12. Die von denen, in ſaͤuerlichgemachten Waſ⸗ ſern an der Sonne ſtehenden, Blaͤttern ausgetrie⸗ bene Luft iſt eine unveraͤnderlich bleibende Luftgattung. Alles, was ich im zſten Theile dieſes Werks geſagt, ſollte mich billig der Muͤhe uͤberheben, es hier wieder⸗ hohlen zu muͤſſen, daß die luft aus vegetirenden Blät⸗ tern, die in gemeinem und in ſaͤuerlichgemachten Waſ⸗ ſern der Sonne ausgeſetzt werden, eine ſtets unveraͤndert bleibende Luftart ſei, die keine andre Veraͤnderungen er⸗ Aüi als ſolche, denen gemeine Luft unterworfen ſeyn ann. Sie befindet ſich nicht in dem Falle, wie jene ſaure Luftarten, dergleichen,— nach Prieſtley's Benen⸗ nung,— die fire, die ſeeſalzſaure, die vitriolſaure, und die ſpathſaure Luft ſind. Dieſe werden vom Waſſer ſehr ſchnell und in ſehr großer Menge verſchluckt: ſie koͤnnen ſogar mit dem Waſſer dieſe Saͤuren wieder erzeugen. Aber die Luſt aus Blaͤttern„ die in den ſaͤuerlichgemach⸗ ten Waſſern an der Sonne ſtehen, iſt eine Luft, die ſehr lange im Waſſer verweilt, und die in den erſten Augen⸗ blicken nur eine ſehr geringe Verminderung erleidet, ein weiter geringere noch als jene, die man an der dephlogi⸗ ſtiſirten Luft, welche in unſern chemiſchen Werkſtaͤtten bereitet und auf Waſſer ausgeſetzt wird, einige Augen— blicke nach ihrer Entwickelung wahrnimmt. 13. Von S⸗ 2 zolze gung nicht je ich Vaſ etrie⸗ de deſag. ieder⸗ Bät⸗ Waß ündert een er⸗ n ſeyn ſaure Zenen⸗ und eht önnen uigen. mache eſehr ugen⸗ „ein logi⸗ atten ggen⸗ Von uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 73 13. Von den Eigenſchaften der Luft, welche von denen in ſaͤuerlichgemachten Waſſern an der Sonne ſtehenden Blaͤttern ausge⸗ ſtoßen wird. An der Verbindung der in ſaͤuerlichgemachtem Waſ⸗ ſer entwickelten fixen Luft mit dem Blatte, das darin an der Sonne ſteht, wird man nicht zweifeln, wenn man die Natur dieſer Produkte vor Augen hat. Vielleicht ſind ſie ein wenig von denen verſchieden, welche die Blaͤt⸗ ter liefern, wenn ſie in gemeinem, oder in Waſſer, das mit fixer Luft geſaͤttigt iſt, der Sonne ausgeſetzt ſind; dieſer Unterſchied ruͤhrt aber von der Wirkung der Saͤu⸗ ren her und iſt leicht zu bemerken. Alle dieſe eudiometriſchen Verſuche ſind von mir mit allem moͤglichen Fleiß angeſtellt worden. Ich bediente mich der Salpeterluft, wenn ihre Entwickelung ein Ende hatte, entband ſie allemahl aus denſelben Ingredienzien, und nahm von ihr allemahl die naͤmlichen Doſen. Auch ließ ich ſie allemahl durch eine gleiche Menge Waſſer ge⸗ hen. Ihre Verminderungen beobachtete ich zu derſelben Zeit, gleich nach Endigung des Verſuchs und dabei immer bei faſt gleicher Temperatur. Zum Verglei⸗ chungsmittel ſtellte ich Verſuche mit der gemeinen uft an und fand gemeiniglich, daß ⸗ Maaß gemeine, mit 3 Maaß Salpeterluft gemiſcht, auf 3 Maaß vermin⸗ dert ward. Und da ich zuweilen meinen Verſuch ſo an⸗ ſtellen mußte, daß ich, zu Pruͤfung Eines Maaßes ge⸗ meiner Luft, nur 2 Maaß Salpeterluft nahm: ſo ſtellte ich den Verſuch auch auf dieſe Art an und bemerkte, daß 1 Maaß gemeine, mit 2 Maaß Salpeterluft gemiſcht, auf 2 ½ Maaß reducirt wurden. Endlich muß ich auch noch beifuͤgen, daß, ob ich gleich nur Ein Reſultat angebe, ich gleichwohl denſelben E 5 Ver⸗ 74 Unterſuchungen Verſuch mehreremahle vorgenommen habe. Ich theile aber den mit, der mir zu Beſtimmung der mittlern Groͤße der tauglichſte geſchienen hat. J. 1) Ich pruͤfte daher die Luft aus einem Pfir⸗ ſichbaumblatte, das in gemeinem Waſſer an der Sonne ſtand, davon 25 Unzen mit 1 meiner kleinen Maaße Vitriolſaͤure vermiſcht, mir 83 Maaß Luſt gegeben hatte, und fand, daß 1 ½ Maaß von dieſer Luft, mit 4 Maaß Salpeterluft gemiſcht, auf 1 Maaß vermindert wur⸗ den. Sieben Maaß von dieſer Luft, mit 2t Maaß Salpeterluft vermiſcht, reducirten ſich auf 13 Maaß. 2) In einem gemeinen Waſſer, davon 25 Unzen mit ⸗ Maaß Salpeterſaͤure ſaͤuerlich gemacht worden, gab mir ein Pfirſichbaumblatt an der Sonne 10 Maaß Luft. Davon miſchte ich Maaß mit 32 Maaß Salpe⸗ terluft, worauf dieſes Gemenge bis auf 1 Maaß ver⸗ minde t wurde. Zehn Maaß von dieſer Luft, ſo ich mit 20 Maaß Salpeterluft miſchte, wurden bis bi 5½ Maaß vermindert. 3) Aus einem Pfirſichbaumblatte, das in einem gemeinen Waſſer an der Sonne ſtand, davon 25 Maaß mit 2 Maaß Meerſalzſaͤure ſaͤuerlich gemacht worden, er⸗ hielt ich 20 Maaß Lutt, davon 3 Maaß, mit 2 Maaß Salpeterſäͤure vermiſcht, auf 1 Maaß reducirt ward. Fuͤnf Maaß von dieſer Luft, mit 30 Maaß Salpeterluft vermiſcht, verminderten ſich bis auf 184 Maaß. 4) Endlich erhielt ich aus einem andern dergleichen Blatte, das in einem mit fixer Luft geſaͤttigten Waſſer an der Sonne ſtand, 33 Maaß Luft, und als ich 3Maaß von derſelben mit 2 Maaß Salpeterluft vermiſchte, be⸗ kam ich nur 1½ Maaß. II) Aus dieſen Verſuchen erhellet, daß das mit firer Luft geſaͤttigte Waſſer weit mehr von dieſer Luftgat⸗ tung enthaͤlt, als jenes, worin die Saͤure ſie erſt nach und we rerſ ſet) M kan ol M. in nei daus r auana asdG Den d g ireſe lunn 3 miig 1s ich 4 fahh rn, V enthe trol bei 7 b V b V b b theile Geͤße Pfir⸗ Sonne Naaße hatte, Maaß t wur⸗ Maaß jaß. Unzen Vorden, Maaß Salpe⸗ ß ver⸗ ſch mit Maß einem Naaß on, er⸗ Maaß ward. terluft leichen Waſſer Maaß 7 be⸗ mit ſtgat⸗ nach und uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 75 und nach, durch ihre Wirkung auf die im Waſſer befindli⸗ che Kalkerde entbindet, weil das Blatt davon eine groͤſ⸗ ſere Menge zerſetzt, wenn es an der Sonne ſteht. Hier⸗ naͤchſt zeigt ſich auch, daß die Meerſalzſaͤure auf die im Waſſer befindliche Kalkerde kraͤftiger wirkt, um die ſire Luft zu entbinden, als die Salpeter⸗ und Vitriolſaͤure, oder es zerſtoͤrt die Meerſalzſaͤure die Organiſation der Blaͤtter langſamer, als die andern Saͤuren. Scheint die Leichtigkeit, mit der ſich die fire Luft im Blatte verbindet und ſich zerſetzt, oder in reine Luft ver⸗ wandelt, nicht eine Folge von der Menge des Brennba⸗ ren zu ſeyn, welche die fixe Luft enthaͤlt und darin abe ſetzt? Es iſt eine allgemeine Regel, daß man einer Miſchung einen ihrer Beſtandtheile leichter entziehen kann, wenn derſelbe in großer Menge in ihr vorhanden, als wie wenn ers nur in geringem Maaße iſt, weil er im erſten Falle mehr Gelegenheit und Mittel darbietet, wo⸗ durch er von der Miſchung getrennt werden kann. Folglich geſchieht es, daß wenn die Menge des Brennbaren,— das einen Beſtandeheil dieſer Saͤuren ausmacht,— ſehr betraͤchtlich iſt, die erzeugte fixe Luft alsdann deren mehr enthaͤlt: denn da ohne Trennung des Brennbaren keine Aufloͤſung ſtatt findet; ſo wird der, aus der Kalkerde entbundenen, fixen Luft um deſto weniger von ihrem Brennbaren entzogen, je reichlicher die Saͤure der Aufloͤſung damit uͤberſaͤttigt ſeyn wird. Iſt das, was ich hier vortrage, eine Traͤumerei? Wenigſtens ſcheint mirs, als ſei die Menge der nebſt ½ Maaß Vitriolſaͤure ins Waſſer gethanen wirklichen Saͤure groͤßer, als wenn ich ½ Maaß Salpeterſaͤure, oder ſogar 2 Maaß Meer⸗ ſalzſaͤure hineinſchuͤttete; weil die in dieſen drei Saͤu⸗ ren,— von denen ich Gebrauch zu machen pflege,— enthaltene Menge der wirklichen Saͤure ſich bei der Vi⸗ triolſäure wie 21, bei der Salpeterſaͤure wie 12, und bei der Meerſalzſaͤure wie 2 verhalten; dagegen die ai em 76 Unterſuchungen dem gemeinen Waſſer vermiſchten Maaßen von Saͤuren ſich bei der Vitriolſaͤure wie 1, bei der Salpeterſaure wie 4, und bei der Meerſalzſaͤure wie 2 verhaͤlt; das heißt, wie 1:8, ſo verhaͤlt ſich die Vitriolſaͤure zu der Meer⸗ ſalzſaͤure; wie 1:6, ſo verhaͤlt ſich die Salpeterſaͤure zur Meerſalzſaͤure, und wie 1:3, ſo verhaͤlt ſich die Vitriol⸗ ſaͤure zur Salpeterſaure. Man ſieht deutlich, daß die erzeugte Luft mit der Menge der Saͤure nicht im Verhaͤltniß iſt, weil ich mit⸗ telſt der Vitriolſaͤure 9, mittelſt der Salpeterſaͤure 10, und mittelſt der Meerſalzſaͤure 20 Maaß von gedachter Luft erhielt. Ich muß aber auch die Bemerkung ma⸗ chen, daß dieſe Luft in ihrer Quantitaͤt, eher der Quanti⸗ raͤt des in jeder Art der Saͤure vorhandenen Brennbaren folgt, weil durch die Meerſalzſaͤure die meiſte Luft ent⸗ bunden wird, und ſie die einzige iſt, welche durch die Wirkung des Feuers in Luft verwandelt wird: dagegen die Vitriolſaͤure phlogiſtiſirt werden muß, wenn ſich mit ihr dieſelbe Verwandlung ſoll vornehmen laſſen. Außer⸗ dem noch iſt die Saͤure der fixen Luft, welche unter allen Saͤuren die am ſtaͤrkſten phlogiſtiſirte zu ſeyn ſcheint, zu⸗ gleich diejenige, welche ohne Vergleichung die meiſte Luft verſchafft, indem ein Blatt, das in dem mit dieſer Saͤure geſaͤttigten Waſſer lag, von dieſer Luft 33 Maaß gab. Ich werde aber durch Verſuche darthun, daß die ſixe kuft ſich dephlogiſtiſirt, wenn ſie in den Saͤuren her⸗ umbewegt wird. 14. Von der Wirkung der drei mineraliſchen Saͤuren, wenn ſie verſuͤßt worden, auf vegeti⸗ rende Blaͤtter, die im Waſſer, das mit dieſen Saͤuren ſaͤuerlich gemacht iſt, der Sonne ausgeſetzt ſind. Nachdem ich die mineraliſchen Saͤuren ſo rein als mirs nur moͤglich geweſen, ſie zu bekommen, gebraucht hatte; Eole dri luſt r Batss aus.n7 310 daͤuren ire wie beß⸗ Meer⸗ ure zur Jitriol⸗ mit der ſch mit⸗ lre 10, ꝛdachter ng ma Auanti⸗ unbaren uſt ent uch di dagegen ſich nit Außer⸗ er allen int, zue meiſte it dieſer Maß daß die ꝛen her liſchen beget⸗ dieſen ine ein als raucht halte; uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 77 hatte; ſo fiel ich drauf, der Wirkung, welche ſie, wenn ſie mit Brennbaren geſattigt waͤren, hervorbringen wuͤr⸗ den, nachzuſpuͤren. Ich hofte, Reſultate zu erhalten, aus denen ich wuͤrde zu beurtheilen vermoͤgend ſeyn, ob das Brennbare der Saͤuren hierbei die Rolle ſpiele, die ich vermuthete. Ich bediente mich hierzu ſolcher Saͤu⸗ . Ce—,„ ren, die man verſuͤßte nennt. Ich machte ſie mir aus⸗ druͤcklich zu den Verſuchen, damit ich ſie friſch haben moͤchte. I. 1) Ich miſchte 4 Maaß verſuͤßte Vitriolſaͤure unter 25 Unzen gemeines Waſſer, legte ein Pfirſich⸗ baumblatt hinein und ſtellte es darin an die Sonne, wor⸗ auf ich 4½ Maaß uft erhielt. Das Blatt war gelb ge⸗ worden. Tages drauf legte ich in dieſes Gemenge, in dem ich den vorigen Verſuch angeſtellt hatte, ein friſch Pfirſichbaumblatt, ſtellte es darin an die Sonne und be⸗ kam 3 Maaß Luft. 2) Hierauf machte ich ein aͤhnliches Gemiſch mit der Salpeterſaͤure. Die Doſes waren die naͤmlichen. Das darin an die Sonne geſtellte Blatt gab mir 9½ Maaß Luft, und als ich Tages darauf ein andres dergleichen Blatt darin der Sonne ausſetzte, trieb es nur 5Maaß aus. In keinem von beiden Verſuchen war das Blatt gelb geworden. 3) Nun wiederhohlte ich dieſen Verſuch nach dem⸗ ſelben Verfahren, nahm aber dazu eine verſuͤßte Meer⸗ ſalzſaͤure. Ich bekam hierauf 43 Maaß uft. Als ich Tages drauf ein andres Blatt in dieſem Gemiſch an die Sonne brachte, gab es mir nur ½ Maaß Luft; das Blatt ward nicht gelb. Die Tages darauf mit demſelben Gemenge wieder⸗ hohlt angeſtellten Verſuche beweiſen, daß die Kalkerde waͤhrend des erſten Tages gaͤnzlich aufgeloͤſt worden und alle ihre fixe Luft ausgeſtoßen hatte. 10) Ich 78 Unterſuchungen II) Ich machte mich nun an eine neue Reihe von Verſuchen, indem ich blos die Doſes dieſer verſuͤßten Saͤuren veraͤnderte. 1) In einem Gemenge, aus 2 Maaß verſuͤßter Vi⸗ triolſäure und 25 Unzen gemeines Waſſer beſtehend, gab mir ein Pfirſichbaumblatt, das ich darin unter einer Glo⸗ cke an die Sonne ſtellte, 7½ Maaß Luft. Das Blatt war gelb geworden. 2) Fuͤnf Maaß verſuͤßte Salpeterſaͤure, unter 25 Un⸗ zen gemeines Waſſer geſchuͤttet, veranlaßten, daß ein in dieſer Miſchung der Sonne ausgeſetztes Pfirſichbaum⸗ blatt 8¾ Maaß Luft austrieb und das Blatt blieb gruͤn. 3) In einem, aus 25 Unzen gemeines Waſſer mit 10 Maaß verſuͤßter Meerſalzſaͤure beſtehenden, Gemenge gab ein darin an der Sonne ſtehendes Pfirſichbaumblatt 124 Maaß uft; das Blatt ward aber gelb. III) Nun machte ich noch einen Verſuch, und ver⸗ aͤnderte dabei wiederum die Doſes der Saͤuren. Die Nothwendigkeit dieſer Umſtaͤndlichkeiten wird bald ein⸗ leuchten, ob ſie gleich noch langweiliger zu beſchreiben, als zu leſen ſind. 1) In 25 Unzen gemeines Waſſer, darunter ich 1 Maaß verſuͤßte Vitriolſaͤure geſchuͤttet hatte, ſtieß ein Pfirſichblatt, an der Sonne ſtehend, 9 Maaß Luft aus und ward ein wenig gelb. 2) Dieſelbe Menge Waſſer, mit 6 Maaß verſuͤß⸗ ter Salpeterſaͤure vermiſcht, veranlaßte, daß ein in die⸗ ſem Gemenge an der Sonne ſtehendes Pfirſichbaumblatt 7½ Maaß uft austrieb, aber nicht vergilbte. 3) In einem andern, aus 25 Unzen Waſſer und 8 Maaß verſuͤßter Meerſalzſaͤure beſtehenden, Gemiſche ſtieß ein darin an der Sonne ſtehendes Pfirſichbaumblatt 12 Maaß uft aus, auch ward das Blatt davon nicht gelb. IV) End⸗ uf 7 Bn 1 hat. 1 ſor ein bleita gela ul lüſte miſt e ſioßes den us. 0ug,de dem rn zuſ. de n Tao ner ſſtt term aus 19 ſeyn 3i uſt ae ſondene V eine 1 heinahn Dein 1 evon uͤßten Vi⸗ „gab Glo⸗ Blatt 5 Un⸗ fein in haum. rüͤn. er mit Lnenge ablatt „ ver⸗ Die 1 ein⸗ lben, r ich ſß ein aus lſuͤß⸗ die⸗ blatt und iſche blatt gelb⸗ End⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 79 IV) Endlich wollte ich doch auch gern dieſe verſuͤßte Saͤure ſo ſtark dephlogiſtiſiren, als mirs moͤglich war. In dieſer Abſicht ließ ich, bei ſehr heißem Wetter, eine gewiſſe Menge verſuͤßte Salpeterſaͤure 19 Stunden lang ausgeſetzt ſtehen. Sie hatte keinen Geruch mehr. Von dieſer Saͤure ſchuͤttete ich hierauf 4 Maaß unter 25 Un⸗ zen gemeines Waſſer, legte ein Pfirſichbaumblatt hin⸗ ein, und bekam aus demſelben an der Sonne 12 Maaß Luft. Ich kann nicht zweifeln, daß die Saͤure eine Ver⸗ änderung erlitten hatte, weil von dieſer ſtarken Doſe das Blatt nur ſchwach gelb geworden war: da doch mittelſt ½ Maaßes von der gewoͤhnlichen Salpeterſaͤure, unter eine gleiche Menge Waſſer geſchuͤttet, ein Pfirſichbaum⸗ blatt mir beinahe eben ſo viel Luft gab, und ein wenig gelb geworden war.. Man bemerkt bald die Verhaͤltniſſe, die zwiſchen der Luft, welche die in denen, mit den verſuͤßten Saͤuren ver⸗ miſchten, Waſſern an der Sonne ſtehenden Blaͤtter aus⸗ ſtoßen, und jener, ſtatt finden, welche die in dem, mit den unverſuͤßten Saͤuren vermiſchten, Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter geben. Sie ſcheinen immer der in dem Gemiſch enthaltenen Menge von Saͤure proportionel zu ſeyn. Ich habe erwieſen, daß die Menge der Luft, die von denen der Sonne in dem ſäuerlichgemachten Waſſer ausgeſetzten Blaͤttern ausgeſtoßen wird, mit ei⸗ ner gewiſſen Menge der in dem Waſſer, worin die Blaͤt⸗ ter liegen, enthaltenen Saͤure im V erhaͤltniß ſteht. Hier⸗ aus ſolgt alſo, daß die verſuͤßte Saͤure ſehr veraͤndert ſeyn muß, wie ich nicht nur durch den Gebrauch der der Luft ausgeſetzten verſuͤßten Salpeterſaͤure erwieſen habe, ſondern wie man ſich auch dadurch verſichern kann, weil eine auf ſolche Art verſuͤßte Saͤure mit dem Laugenſalze beinahe nicht mehr aufbrauſt, es muͤßte ſich denn der Weingeiſt von ihr getrennt haben: doch loͤſen ſie immer die ———.————— 90 Unterſuchungen die Kalkerde auf, aber in weit geringrer Quantitaͤt, als die nicht verſuͤßten. Die verſuͤßten Saͤuren werden nicht nur veraͤndert, ſondern auch vermindert. Was fuͤr eine Menge derſel⸗ ben zerſtreut ſich nicht waͤhrend der Operation als ent⸗ zuͤndbare Luft? Aus dieſen beiden Gruͤnden wird be⸗ greiflich, auf was Art die Kraft der Salpeterſaͤure ſich zu der Kraft eben dieſer, aber verſuͤßten, Saͤure, wie 1:12 in Beziehung auf die Wirkung verhaͤlt, welche dieſe Saͤuren in den damit ſaͤuerlichgemachten Waſſern hervorbringen, indem ſie die im Waſſer vorhandene Kalkerde aufloͤſen und die Blaͤtter noͤthigen, die fixe Luſt, welche ſie an der Sonne ausarbeiten, auszutreiben. Ich kann nicht Umgang nehmen, noch anzumerken, daß die Veraͤnderung, welche die Saͤuren durchs Verſuͤßen lei⸗ den, nicht blos ſuperficiel iſt, weil ſie durch langes Ste⸗ hen in der Sonne und Luft ihre erſte Beſchaffenheit nicht wieder erlangen. Zwar dephlogiſtiſiren ſie ſich ein we⸗ nig, aber nicht vollkommen, und der unermeßliche Ab⸗ ſtand, den ich in ihrer Wirkung beobachtet habe, bleibt immer. Dieſe Vergleichung iſt vollkommen richtig, weil in beiden Faͤllen die Blaͤtter, welche man in dem Ge⸗ menge, davon die verſuͤßten Saͤuren einen Theil aus⸗ machen, an die Sonne bringt, nur ſehr wenig veraͤn⸗ dert werden, wenn ſie gleich eben ſo lange Zeit darin lie⸗ gen, als jene in dem Gemiſche mit den unverſuͤßten Saͤu⸗ ren zubringen und darin auf weit merklichere Art veraͤn⸗ dert werden. G Man weiß, daß die Meerſalzſaͤure, als die unter allen Saͤuren am ſtarkſten dephlogiſtiſirte, auf die Koͤr⸗ per die wenigſte Wirkſamkeit hat. Man ſieht hier, daß es unter allen Saͤuren die iſt, welche man in den ſtaͤrk⸗ ſten Doſen unter das Waſſer, worin man die Blaͤtter an die Sonne ſtellt, ſchuͤtten kann, ohne daß ſie ihnen Schaden thut, daß man ſie aber ſehr wirkſam machen kann, aAen 3 Wen Ji kunie Erkt ve den 4 15 MenG ten, I9 J wiedbge de Noe g da0 5 nichtten Aun aum 1 piwc— de Tao t woras 1 G& Ei lcch e Lin dß wnnn f g e0 i, Pr dittee lnd a ſaub hs n nb dle(m altnn ſet ſat ue zaa. Sas täͤt, als raͤnder, ge derſel⸗ Hals ente wird be⸗ ure ſch dre, wi welch Waſeen dandene cixe Liſ 2en. Jo 1 daß de ißen li Ahes Ote jeit rich F ein we iiche Ab⸗ 2, blett etig, wel Dem Ge —eil ause e verin⸗ J arin i⸗ In Säl⸗ tveran⸗ je unter dle Käl Jer, daß in ſtärk⸗ Laͤtter an e ihnen machen kann, uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 81 kann, wenn man ſie dephlogiſtiſirt. Dies dient alſo zur Erklaͤrung, wie die Saͤuren ihre Kraft durchs Verſuͤßen verlieren, ſerner, wie die Blaftter eine ſehr große Doſe derſelben im Waſſer vertragen koͤnnen, und endlich, wie es moͤglich geweſen, daß ich durch Verminderung der Menge des mit gedachten Saͤuren vereinigten Brennba⸗ ren, der verſuͤßten Saͤure einen Theil ihrer Kraft habe wieder geben koͤnnen. Eben ſo ſieht man auch ein, wie die dephlogiſtiſirte Meerſalzſaͤure dahin gebracht wird, daß ſie das Gold aufloͤſt, das ſie vor dieſem Verfahren nicht angriff. Da uͤbrigens das Brennbare der Saͤure auf die er⸗ zeugte fixe Luft Einfluß hat, und da es ſich mit der Pflanze verbinden muß: ſo ſcheint es mir, es laſſe ſich der Schluß machen, daß in dieſen Saͤuren der ſaure Theil ſehr vermindert und der uͤbrige aͤußerſt veraͤndert worden ſeyn muͤſſe. Die Verhaͤltniſſe der in jeder von den verſuͤßten Saͤuren enthaltenen Menge Saͤure ließen ſich beinahe durch ihre Wirkung aufs Blatt beſtimmen. Da die Saͤure allein das Blatt zu verderben vermag: ſo folgt, daß wenn man bei beiden Saͤuren, welche die Blaͤtter auf gleiche Art in der naͤmlichen Menge Waſſer verder⸗ ben, den Pankt trifft, man annehmen kann, daß die wirkende Menge der Saͤure alsdann die naͤmliche ſei. Und dies iſt, was ich in den angezeigten Verhaͤltniſſen glaube gefunden zu haben. Sonach verhielte ſich die von mir gebrauchte verſuͤßte Vitriolſaͤure, wie: 4. und ihre gegenſeitige Kraft richtete ſich nach eben dem Ver⸗ haͤltniſſe. Die von mir gebrauchte Salpeterſaure ver⸗ hielt ſich zur verſuͤßten, wie 1:12, und die Meerſalz⸗ ſaͤure zur verſuͤßten, wie 1:5. Senebier 4. Th. F 15. Von 82 Unterſuchungen 15. Von den Eigenſchaften der Luft, welche die vegetirenden Blaͤtter ausſtoßen, die in dem ge⸗ meinen, mit den verſuͤßten Saͤuren ſaͤuerlich ge⸗ machtem Waſſer, der Sonne ausgeſetzt ſind. Obgleich die Blaͤtter viel Luft abſondern, wenn ſie in gemeinem, mit den verſuͤßten Saͤuren vermiſchtem Waſ⸗ ſer an die Sonne geſtellt werden: ſo iſt doch dieſe duſt ganz verdorben. Sie wird von der Salpeterſaͤure auf keine Weiſe, und im Waſſer nur ſehr wenig vermindert. Es iſt eine Art einer ſchwach entzuͤndbaren oder phlogiſti⸗ ſirten ſixen Luft, die keine Verminderung erleibet. Dieſe Eigenſchaft iſt die Wirkung der Verbindung der firen Luft,— die durch Aufloͤſung der Kalkerde e. zeugt wird,— mit den Daͤmpfen des Weingeiſts. iſt bekannt, daß die fixe Luft, welche durch dieſes durch jedes andres Mittel phlogiſtiſirt iſt, weiter keiner Verminderung faͤhig iſt, noch im Zellgewebe der Blaͤt⸗ ter verarbeitet werden kann. Aber es iſt ſehr moͤglich, daß die Luft rein aus dem Blatte heraustritt, daß ſie durch die Daͤmpfe des Weingeiſts in fixe Luft verwandelt wird, welche ſich ſogleich ſelbſt durch die Daͤmpfe des, in der verſuͤßten Saͤure enthaltenen, Weingeiſts phlogiſtiſirt und jener firen Luft aͤhnlich wird, die man den Daͤm⸗ pfen des auf Eiſenfeilſpaͤne wirkenden Schwefels, oder des Weing geiſts ausſetzt, und welche dann ihr Vermoͤ⸗ gen, ſich im Waſſer aufzuloͤſen, verliert; denn nach meinen im iſten Theile dieſes Werks angefüͤtrten Verſu⸗ chen kann man ſich nicht vorſtellen, daß die fire Luft aus dem Blatte heraustritt, weil das Zellgewebe des Blatts ſie beſtaͤndig ausarbeitet und in reine ꝛuft verwandelt. 16. Von 1 16. 3 1171 Ma ECw unterumne verſt Es rn Untesdit tenn, ün nen Com. her rolnt i ich mm ceen, und dih md ent a nd dedi 1) 8 ure: drin o 1 tret 2)adh Samen menes Fſ lirauf g 3) GÄ nu ſir wet ni niich bedi und erhie 4 n Nuß ce die an ge⸗ ich ge ht in ſie i m Wo ieſe duſt nure auf minder. hlogiſi⸗ bindung kerde e⸗ 1s. Es ſſes oder er keiner er Blit⸗ moͤlich daß ſe wandel des, i niſſn Dam⸗ 5, oda Vermi⸗ nn noch Verſu uft aus Blatts delt. Von uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 83 16. Von der Wirkung der verſchiedenen mit dem gemeinen Waſſer vermiſchten Saͤuren auf die Blaͤtter, welche in ihnen der Sonne aus⸗ geſetzt werden. Es ſchien mir, ich koͤnnte noch einen neuen Verſuch unternehmen. Die Vitriolſaͤure findet ſich, ohne daß ſie verſuͤßt iſt, oft bald ſtaͤrker, bald ſchwaͤcher phlogiſtiſirt. Es war daher doch der Muͤhe werth zu wiſſen, ob dieſe Unterſchiede auch welche im Ausſtoßen der Luft aus Blaͤt⸗ tern, die in gemeinem, mit dieſer ſo verſchieden beſchaffe⸗ nen Saͤuren vermiſchten, Waſſer an der Sonne ſtehen, hervorbringen wuͤrden. Ich nahm daher ſowohl mit der Vitriolſaͤure, deren ich mich immer bedient hatte, als auch mit der naͤmli⸗ chen, die aber ſeit einem Jahre an der Sonne geſtanden und darin eine voͤllig roͤthliche Farbe angenommen hatte, und endlich mit ſolcher, wie man ſie zu Kauf bekoͤmmt, und die faſt ſchwarz iſt, meine Verſuche vor. 1) Ich that Maaß von der erſtgedachten Vitriol⸗ ſaͤure unter 25 Unzen gemeines Waſſer; worauf das darin an der Sonne ſtehende Blatt 91 Maaß l(uft aus⸗ trieb. 2) Eben ſo miſchte ich 1 Maaß von der an der Sonne roth gewordenen Vitriolſaͤure unter 25 Unzen ge⸗ meines Waſſer; und legte ein Blatt hinein. Dieſes gab hierauf an der Sonne 10 Maaß Luft. 3) Endlich ſchuͤttete ich Maaß von der durchs Brennbare ſchwarz gefaͤrbten Vitriolſaͤure,— die ich fuͤr weit minder concentrirt hielt, als jene, deren ich mich bediene,— unter 25 Unzen gemeines Waſſer, und erhielt aus dem darin der Sonne ausgeſetzten Blatte 12 Maaß Luft. F 2 Dieſe 84 Unterſuchungen Dieſe Verſuche wiederhohlte ich mel hreremahle, ſie beſtaͤtigten aber einander gegenſeitig und bewieſen mir im⸗ mer mehr, daß die von den Blaͤttern ausge eſtoßene reine Luft mit der Menge der fixen Luſt, die im Zellgewehe der Blaͤtter zerſetzt und durch die Wirkung der Saͤure auf die im gemeinen Waſſer vorhandene Kalkerde erzeugt worden, im Verhaͤltniß ſtehe. 17. Von der Wirkung des mit dem gemeinen Waſſer vermiſchten iieigenß ers ba anf die darin der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter. Endlich verdiente es auch noch Unterſuchung, ob die Saͤuren, welche ich bei melnen Verſuchen bisher, jede fuͤr ſich allein, gebraucht hatte, auf die Blaͤtter den namlichen Einſluß haben wuͤrden, wenn man ſie vorher im Waſſer verbaͤnde, und dann an die Sonne ſtellte. Ich waͤhlte dazu das Koͤnigswaſſer, welches aus einer mit der Meerſalzſe aure verbundenen Salpeterſaͤure beſteht. Ich zog den Verſuch damit andern vor, weil die Wir⸗ kung dieſer beiden Saͤuren auf einander mit Entbindung einer Luftart begleitet iſt, welche eine Zerſetzung bei den Saͤuren und eine Trennung des Brennbaren von der Keerſalzſaͤure anzeigt, und weil die Eigenſchaften dieſer Sannen veraͤndert worden; denn durch ihre Verbindung erhalten ſie das Vermoͤgen, das Gold aufzuloͤſen, wel⸗ ches keine von beiden zuvor zu thun vermochte. Ich ſhüttels alſo 2 Maaß Koͤnigswaſſer unter 25 Unzen Waſſer, fuͤllte mit dieſem Gemenge eine Glo⸗ cke, legte ein Pfirſichbaumblatt hinein und ſtellte es an die Sonne, worauf ich daraus 10 Maaß ſehr gute uft erhielt, davon Maaß mit 3 Maaß Salpeterluft ver⸗ miſcht, auf 2 Maaß vermindert wurden. Das Blatt war gelb geworden. Ich tein! X. de 1= vordee ſo iiit Ealin weirar d tit h aus 1n 1NM4 11 uff, orau 8. Neaſii ch a. Auie ianage taſnin den(ar ſch 2 achtet ſee t im⸗ reine de der te auf rzeugt einen darin ob di ., jdde eer den vother ſtelle s eine beſteht ·Wi⸗ indung bei den on der dieſer indung „ wel unter eGlo⸗ es an ke luft t ver⸗ Batt uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 85 Ich machte zuvoͤrderſt die Bemerkung, daß die von den Blattern, in dieſen Fall e, ausgeſtoßen ne uu 3 nicht ſo rein war, als jene aus Blaͤtter:, die in Waſſer lagen, das mit Salpeter⸗ oder Meerſalzſaͤure ſaͤuerlich gemacht worden. 2) War gleich die in dieſem Falle entwickelte Quan⸗ titaͤt Luft ben ihe jener gleich, die ſich aus ½ Maaß Salpeterſaͤure in eine Keiche Menge Waſſer geſch uͤttet, entwickelte: ſo war ſie doch ſo ich ee, als ich nach Salpeterſaure nahm; auch war das Blatt in dieſem Falle weit mehr verd darhen, als im erſtern. 3) Man bemerkt aber auch bald, daß die Quanti⸗ taͤt Sif aus dem Koͤnigswaſſer weit geringer iſt, als die aus der Meerſalzſaure; denn ſie betrug freylich nur 1 Maaß. 4) Auf ſolche Art bekam ich nur ein Drittel von der Luft, die ich erhielt, als ich: Maaß Salpeterſaͤure,— woraus ich 10 Maaß luft bekam,— und 2 Maaß Meerſalzſaͤure,(die mir 20 Maaß gaben,) jede fuͤr ſich, nahm. Aus dieſen Verſuchen folgt ſonach, daß die beiden Saͤuren ſehr veraͤndert worden; denn 1) waͤre die Salpe⸗ terſaͤure nicht veraͤndert worden, ſo war ihrer ſo viel in dem Gemenge, daß ſie das Blatt gaͤnzlich zerſtoͤrt und ſich keine Luſt entbunden haben wuͤrde, wie ich auch beob⸗ achtet habe. 2) Haͤtte die Meerſalzſaͤure ihre natuͤrlichen Eigen⸗ ſchaften behalten; ſo wuͤrde weit mehr uft ſeyn erzeugt worden. Dieſer Verſuch ſcheint mir die Gedanken der Herren Scheele und Bertzmann uͤber das Koͤnigswaſſer zu beſtätigen. Sie ſehen es naͤmlich fuͤr eine durch die F 3 Sal⸗ h weit betraͤchtlicher, als die, eben 8 em Verfahren 1 Maaß ä————————— 86 Unterſuchungen Salpeterſaͤure dephlogiſtiſirte Meerſalzſaͤure an, die der gleich iſt, die man uͤber den Kalk der Magneſie deſtillirt. So viel iſt wahr, daß bei der Miſchung der Salpeter⸗ und der Meerſalzſaͤure ſich Salpeterluft entbindet, welches die Salpeterſaͤure iſt, die durch das uͤberfluͤſſige Brennbare, welches erſtere von der Meerſalzſaͤure losreißt, verfluͤch⸗ tigt wird. Sonach verſchwindet die Salpeterſaͤure groſ⸗ ſen Theils und die Meerſalzſaͤure bleibt dephlogiſtiſirt zu⸗ ruͤck. Vielleicht aber hatte ich zu viel Saͤure genommen und das Blatt hatte dadurch zu viel gelitten, vielleicht wirkte auch die ſtaͤrker dephlogiſtiſirte Saͤure weniger auf die Kalkerde, war weniger geſchickt, die fixe Luſt aus ihr heraus zu jagen und dem Blatte die Nahrung, die es verarbeiten und das Brennbare, das es ſich aneignen ſoll, zuzufuͤhren? Dem ſei wie ihm wolle, ſo laͤßt ſich doch durch dieſen Weg die mindere Menge der entwickel. ten Luſt und ihr geringerer Grad der Guͤte leicht erklaͤ⸗ ren, weil man naͤmlich darin eine geringere Menge Saͤure und ein minder taugliches Vermoͤgen auf die ſixe Luft, welche mit dem Blatte verbunden ſeyn ſoll, zu wir⸗ ken, antrifft. 18. Von der Wirkung der mit gemeinem Waſſer vermiſchten Schwefelſaͤure auf Blaͤtter, die in dieſem Gemiſche der Sonne ausgeſetzt ſind. Die Gedanken, auf die ich hurch meine Verſuche ge⸗ ſeitet ward, veranlaßten mich natuͤrlicherweiſe zu neuen Unterſuchungen mit der fuͤchtigen Schwefelſaure. Ich miſchte daher 3 Maaß davon unter 2 5 Unzen gemeines Waſſer; das darin an die Sonne geſtellte Pfirſichbaum⸗ blatt gab mir aber nur 3 Maaß zuft: Als ich aber 4 Maaß von dieſer Saͤure unter eine gleiche Quantitaͤt Waſſer ſchuͤttets, ſtieß ein Blatt an der Sonne? Maaß Luft mnſ guſten ebe 0 1 AArI 5 d üüt lanr ſ⸗ ſchom d gar un d ba lon? nur ſ an dot ne d 9ſau Sd n is mi ann dl galp ich eo wet?: der hi i von g d 1Mu 9 ins uu u witt 3u nut 2 dn u 63 uich ſlteſig ſe un und wird nat geht d ſlberd duſt er den üd Us dA ſuute g 8 n die der ſtillir Upeter⸗ belches inbatt, rfluͤch⸗ de groſ ſirt zu⸗ ommen jelleich ger auf uſt aus g, dee neignen aͤßt ſch twicke⸗ t erklö Mage die fie zu wie Vaſſer ie in . che ge⸗ neuen Ii neines baum⸗ aber ntitdt N aaß Liſt uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 87 Luft aus, und bei 6 Maaß von gedachter Saͤure unter eben ſo viel Waſſer geſchuͤttet, erhielt ich aus einem Blatte nur 1 Maaß Luſt, auch ward das Blatt gelb. Ich ſchuͤttete hierauf 4 Maaß von Stahls Schwe⸗ felſalz unter 25 Unzen gemeines Waſſer, ſtellte ein Pfir⸗ ſichbaumblatt darin an die Sonne; es entband ſich aber gar keine Luft. Weil ich befuͤrchtete, ich haͤtte von die⸗ ſom Salze eine zu ſtarke Doſe genommen; ſo that ich nur 2 Maaß unter 25 Unzen gemeines Waſſer, aber die darin an die Sonne geſtellten Blaͤtter ſtießen doch keine Luft aus. Endlich ſchraͤnkte ich die Quantitaͤt dieſer Saͤure bis auf 1 Maaß ein, das ich unter das Waſſer miſchte; allein die darin der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter gaben gleichwohl gar keine Luft. Dieſe Verſuche beweiſen die große Veraͤnderung, welche die Vitriolſaͤure leidet, wenn ſie in den Zuſtand der fluͤchtigen Schweſelſaure uͤbergeht, weil 4 Maaß von ihr, auf die Blaͤtter die Wirkung nicht thun, welche 4 Maaß Vitriolſaͤure gewoͤhnlich hervorbringt. Sie iſt ins Brennbare eingewickelt, wird durch daſſelbe verſuͤßt, wirkt auf die Kalkerde nur ſchwach, und da ſie von ihr nur eine ſehr geringe Quantitaͤt aufloͤſt, ſo kann ſie auch den Blaͤttern nur ſehr wenig fixe Luft verſchaffen. Sehr bemerkenswuͤrdig aber iſt, daß dieſelbe Saͤure, welche Schwefelſaͤure gibt, wenn man ſie mit dem Queck⸗ ſilber erhitzt, dann dephlogiſtiſirte Luft ausſtoͤßt, wenn ſie mit dieſem Metalle in ſaliniſcher Geſtalt verbunden iſt und zwar, ſobald ſie in mineraliſches Turbeth verwandelt wird: denn wenn man das Turbeth ins Feuer bringt, ſo geht gleich Schwefelſaͤure uͤber, ſobald aber das Queck⸗ ſilber anfaͤngt, ſich zu reduciren, gibt es dephlogiſtiſirte Luft in reichem Maaße. Gleichwohl gehoͤren dieſe bei⸗ den Luftgattungen ganz der Saͤure zu. Die Schwefel⸗ ſaͤure iſt die mit dem Brennbaren aus dem Metalle oder aus der Kohle verbundene Vitriolſaͤure. Die dephlogi⸗ ſtiſirte Luft iſt die Saͤure ſelbſt, welche ihres Brennba⸗ § 4 ren, 88 Unterſuchungen ren,— das ſie im Queckſilber zuruͤckgelaſſen hat,— beraubt iſt. Auch zieht die Vegetation durch ein andres Mittel das Brennbare aus der, durch Aufloͤſung der Kalk⸗ erde entwickelten, fixen Luft ein, und jagt es mit Gewalt aus dem Blatte, nachdem es zuvor darin unter der Ge⸗ ſtalt dephlogiſtiſirter Luft verarbeitet worden. Aber warum fuͤhrt Stahls Schwefelſaͤure den Blaͤt⸗ tern keine Stoffe zum Verarbeiten und Ausſtoßen reiner Luft zu, wie es die fluͤchtige Schwefelſaͤure thut? Die Urſache davon iſt einleuchtend. Stahls Schwefelſaͤure iſt ein mit einem Laugenſalze geſaͤttigtes Mittelſalz. Nun habe ich im iſten Bande dieſes Werks erwieſen, daß die durch Laugenſalze in Mittelſalze verwandelten Saͤuren den Blaͤttern das Vermoͤgen, eine gewiſſe Menge Luft aus⸗ zuſtoßen, ferner nicht mittheilen koͤnnten, wenn man ſie in Waſſer, in das man ſolche Satze geſchuͤttet, an die Sonne ſtellt: allein es geſchieht noch mehr, denn ich habe gefunden, daß dieſes Salz die Kalkerde nicht auf— loͤſen und ſonach den Blaͤttern die Nahrung, welche ſie verdauen ſollen, nicht zuſuͤhren kann. Wir werden, wenn vom vitrioliſirten Weinſtein die Rede ſeyn wird, ſehen, daß dieſes Salz in ſeinen luft⸗ artigen Wirkungen dem Stahlſchen Schwefelſalze nicht weiter gleicht, als in ſeiner Kryſtalliſation, in ſeiner Aufloͤſung im Waſſer, und in ſeinen Verwandſchaften. Wenn ſonach dieſes Salz ſich an der Luft in vitrioliſirten Weinſtein verwandelt, ſo ruͤhrt dies blos von der fixen Luſt her, die es aus der Luſt erhaͤlt. 19. Von der Wirkung des, mit einer Aufloͤſung des vitrioliſirten Weinſteins vermiſchten, gemei⸗ nen Waſſers auf vegetirende Blaͤtter, die darin der Sonne ausgeſetzt worden. Ich muß hier ein vor allemahl anmerken, daß ſo oſt ich mich der Salze in kryſtalliniſcher Geſtalt bedient, ich 0 ich ſen hobe ¹ äſ2 W das A9ſ 15 ondeine werdene Schef heraige Deu! fähet a einesnin ten, n zu ſit Vi komal eines ſ egt und llt. 4,— andres rKalk⸗ Hewalt nBlät⸗ nreiner 2 di ſelſcuue 6. Nun daß de ren den uſt aus⸗ man ſe an di denn ich cht auſ⸗ elche ſe ſtein di een luſh ze nich ſeiner chaften, olſſeren er firen dſung zemeü⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛic. 89 ich ſie in warmem Waſſer aufgeloͤſt und darin einen Tag habe ruhig ſtehen laſſen. Auch habe ich deſſen jederzeit eine ſolche Menge hineingeſchuͤttet, daß davon auf dem Boden liegen blieb, ich alſo recht gewiß ſeyn konnte, daß das Waſſer vollkommen geſaͤttigt worden. Alle Berechnungen, die ich uͤber die in jedem der ſol⸗ genden Verſuche vorkommende Menge Saͤure mittheilen werde, gruͤnden ſich auf Bergmanns Verſuche, die in Scheffers von Bergmann in ſchwediſcher Sprache herausgegebenen, und von Weigel(Greifsw. 1779) ins Deutſche uͤberſetzten, Chemiſchen Vorleſungen ange⸗ fuͤhrt ſind. Sie beruhen auf dieſen Grundſaͤtzen, daß 100 Theile eines reinen mineraliſchen Laugenſalzes erfoderlich wa⸗ ren, um 177 Theile Vitriolſaͤure, 1351— Salpeterſäure, 125— Meeerſalzſaͤure, 80— ſixe Luſt, Eben ſo werden 100 Theile eines vegetabiliſchen Lau⸗ genſalzes erfodert, um 7867 Theile Vitriolſaͤure, 64— Salpeterſaͤure, 51½— Meeerſalzſaͤure, 47— fixe auft, zu ſaͤttigen. Von dieſem mit Salz geſaͤttigten Waſſer habe ich je⸗ desmahl 10 Maaß genommen, ſie unter 25 Unzen ge⸗ meines Waſſer geſchuͤttet, die Blaͤtter darauf hineinge⸗ legt und ſie ſo unter meinen Glocken an die Sonne ge⸗ ſtellt. Ich weiß wohl, daß um dieſen Verſuchen mehr F Anzie⸗ ——ö————————— 90 Unterſuchungen Anziehendes zu geben, ich durch Probiren die Menge Salz haͤtte aufſuchen ſollen, welche das Maximum von zuft gaͤbe! Aber ich muß geſtehen, daß bei der Menge von Verſuchen, die ich anzuſtellen hatte, und bei der Läange der Zeit, die jeder erſoderte, ich auf eine nuͤtzli⸗ chere Art arbeitete, indem ich auf mein Ziel ganz lang⸗ ſam zuging, und mich nicht durch das erſte im Wege lie⸗ gende Sandkoͤrnchen aufhalten ließ. Meine Verſuche mit dem vitrioliſirten Weinſtein ſtellte ich auf die eben beſchriebene Art an. Da nun zu Aufloͤſung eines Theils vom vitrioliſirten Weinſtein 18 Theile Waſſer erfodert werden; ſo iſt klar, daß weil mein Maaß 18 Gran Waſſer ſaßt, in 10 Maaß deſ⸗ ſelben, das mit vitrioliſirtem Weinſtein geſaͤttigt iſt, 10 Gran von gedachtem Weinſtein enthalten und ſonach dieſe Menge in 25 Unzen gemeinen Waſſers ausgebreitet ſeyn muͤſſe. Da aber der vitrioliſirte Weinſtein, auf 100 Theile, 512½ Theil vegetabiliſches Laugenſalz, 411 Theil Vitriolſaͤure und 8 Theile Waſſer enthaͤlt: ſo be⸗ fand ſich in dem Gemiſch 44½ Gran Vitriolſaͤure. Das Pfirſichbaumblatt, ſo ich darin der Sonne ausſetzte, gab ½ Maaß Luft, welches ohne Zweiſel die im Blatte ent⸗ haltene war. Weil aber der vitrioliſirte Weinſtein ein vollkommenes Mittelſalz iſt, in dem die Saͤure durch das feuerbeſtaͤndige Laugenſalz des Weinſteins geſaͤttigt iſt: ſo machte ich mir keine große Hoffnung, daß ich, nach denen im Iſten Theile dieſer Schrift beſchriebenen Verſu⸗ chen, aus meinen Blaͤttern eine groͤßere Menge Luft er⸗ halten wuͤrde, woſern nicht eine Zerſetzung dieſes Salzes, das ſich am ſchwerſten zerſetzen laͤßt, vorginge. Die fixe Luft des Laugenſalzes wird durch die Saͤure herausgejagt. Dieſe verbindet ſich innig mit dem Lau⸗ genſalze, das dieſer, ihm fremden, Luft beraubt worden, und jeder von dieſen beiden Koͤrpern veraͤndert ſich gegen⸗ ſeitig ſo gewaltig, daß ob gleich alle beide, wenn jede G abge⸗ —— t weinif 1ſ A9 rndſſans nnan paden c b Ich n in, deuch de Eigu ben, ui entäeht und 3 in haben) Hüͤſe Ne vitioli me Mengahe ker abech ſerſchwumi giſtiſeeg talſchenthe 1 bolltg nnch daen een t deiſt. 1leg viſen 685 damit ing Ich ibe ten Van Sinre e Vire ſie gere Aegn mich in i nohm de das ins, 28 undg Menge am don Menge bei der d nuͤtli dlang⸗ ege lie einſtein nun zu einſtein aß well naß deſ tigt iſ d ſonach gebreitet n, af 5, 43 o ber Das te, gab iete ente ein ein rch das igt iſt: , nach Verſu⸗ juſt er Halzes, Saͤute n Lau, orden, zegen⸗ jede abge⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 91 abgeſondert iſt, im Waſſer ganz aufloͤsbar ſind, ſie alsdann dieſe Aufloͤsbarkeit zum groͤßten Theil verlieren. Un⸗ terdeſſen iſt dieſe Veraͤnderung nur augenblicklich, denn zerſetzt man den vitrioliſirten Weinſtein mittelſt des rau⸗ chenden Salpetergeiſtes, ſo erhaͤlt man Salpeterkryſtallen. Ich muß hier, wie ich auch bereits gethan, anmer⸗ ken, daß die Laugenſalze, dem Waſſer beigemiſcht, ihm die Eigenſchaften, den Blaͤttern Luft zu verſchaffen, rau⸗ ben, weil ſie 1) dem Waſſer die in ihm enthaltene Luft entziehen, 2) die ihnen eigne Luft kraͤftig zuruͤckhalten, und 3) mit der fixen Luft mehr chemiſche Verwandſchaft haben, als die Saͤfte des Blatts, ſo daß ſie ſogar mit Huͤlfe des Lichts ſie ihm nicht entreißen koͤnnen, und im vitrioliſirten Weinſtein iſt das Laugenſalz, in groͤßrer Menge vorhanden, als die Saͤure. Alle Scheidekuͤnſt⸗ ler aber geſtehen ein, daß dieſes Salz eins von den al⸗ lerſchwerſten aufzuloͤſen ſei, doch gelangt man durch phlo⸗ giſtiſirende Prozeſſe, oder durch die beiden andern mine⸗ raliſchen Saͤuren zum Zwecke, wiewohl die Zerſetzung nie vollkommen iſt. Die Luft, ſo ich erhielt, kann nur durch die Trennung der Saͤure,— welche ſich auf die Kalkerde wirft, die dem Blatte die Luft, ſo es verarbei⸗ tet, verſchaft,— erzeugt worden ſeyn. Alle dieſe Betrachtungen, die mir bis auf einen ge⸗ wiſſen Grenzpunkt wichtig duͤnken, habe ich angeſtellt, damit ich den Gang meines Verfahrens zeigen moͤchte. Ich uͤberlegte, ob vielleicht die Zerſetzung des vitrioliſir⸗ ten Weinſteins zu gering geweſen, um eine ſolche Menge Saͤure zu erzeugen, welche die Kalkerde aufloͤſen konnte. Waͤre ſie ſtaͤrker geweſen, ſo wuͤrde ich vielleicht buͤndi⸗ gere Reſultate erhalten haben; wenigſtens wuͤrden ſie mich in den Vorſtellungen, die ich habe, beſtaͤrken. Ich nahm daher dieſe Verſuche im Fruͤhling an Tagen, da das ins Waſſer gehaͤngte Thermometer in der Sonne 280° und ſogar 300 zeigte, wieder vor, und ſtatt der 10 —————————— ————— 92 Unterſuchungen 10 Maaß von der Aufloͤſung zu nehmen, ſchuͤttete ich 80 Maaß davon unter 25 Unzen Waſſer, folglich wa⸗ ren 34 Gran Saͤure darin, und anſtatt ½ Maaßes zuft erhielt ich 5u Maaß, alſo 20 mahl ſo viel. Als ich hier⸗ auf bei wiederhohltem Verſuch 100 Maaß von der Auf⸗ loͤſung des vitrioliſirten Weinſteins nahm, ſo bekam ich 64 Maaß Luft. Wie ich alſo die Doſe der Aufloͤſung um ein Viertel vermehrte, erhielt ich auch aus dem Blatte eine um ein Viertel ſtaͤrkere Menge von uſt. 20. Von der Wirkung des, dem gemeinen Waſ⸗ ſer beigemiſchten, Glauberſalzes auf die in ſol⸗ chem Gemiſche der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter. Das Glauberſalz oder die mit dem Laugenſalze aus dem Kuͤchenſalze geſattigte Vitriolſaͤure hat einige, vom vi⸗ trioliſirtem Weinſteine, verſchiedene Eigenſchaften. Hun⸗ dert Theile deſſelben beſtehen aus 16 Theilen Laugenſalz, 26 Theilen Saͤure und 53 Theilen Waſſer. Acht und zwanzig Maaß mit dieſem Salze geſaͤttigtes Waſſer un⸗ ter 25 Unzen gemeines Waſſer geſchuͤttet, lockten aus ei⸗ nem, in dieſem Gemiſche unter der Glocke an der Sonne ſtehenden, Blatte 14 Maaß Luft, die beſſer als gemeine war, denn Maaß davon mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, ward nur auf 25 Maaß vermindert. In dieſem, gleich dem vorigen gemachten, Gemi⸗ ſche, waren 45 Gran von dieſem Salze und ohngefaͤhr 13 Gran Vitriolſaͤure. Von dieſer mußte ein kleiner Theil zerſetzt worden ſeyn und die Kalkerde aufgeloͤſt ha⸗ ben, weil mehr Luft erzeugt ward, als ein Blatt in ge⸗ meinem Waſſer ausſtoͤßt. Zu bemerken iſt, daß die Zerſetzung leichter geſchieht, wenn die Quantitaͤt des zu zertheilenden Koͤrpers groͤßer, oder er nicht durch ſtaͤr⸗ kere Bande, als er iſt, geſeſſelt iſt. Das dn ſn. ſt Glaube e guhs auf dag9 das C raclo6 ſoßen. 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Unterdeſſen aͤhnelt dieſe Luft jener, die man durch dieſes Mittel aus der Vitriolſaure entwickelt, weder in ihrer Beſchaffenheit, noch Menge, obgleich die in die⸗ ſem Gemenge vorhandene Menge Vitriolſaͤure, ohne ir⸗ gend einen Vergleich, weit betraͤchtlicher war, als jene, deren ich mich zu bedienen pflege, wenn ich die Saͤure allein gebrauche. Aber dieſe Saͤure wirkt nur ſchwach auf die Kalkerde und das Waſſer, weil der Saͤure, die ſich losmacht, nur ſehr wenig iſt. Als ich dieſen Ver⸗ ſuch mit 60 Maaß Glauberſalz wiederhohlte, erhielt ich 1 Maaß Luft. Dieſe Vermehrung iſt ziemlich gering in Vergleichung der Vermehrung ihrer Urſache. 21. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten Salpeters auf Blaͤtter, die in ei⸗ ner ſolchen Aufloſung an der Sonne ſtehen. Von dem, aus Verbindung der Salpeterſaͤure mit dem vegetabiliſchen Laugenſatze entſtandenen, Salpeter enthalten 100 Theile 40 Theile vegetabiliſches Laugen⸗ ſalz, 33 Theile Salpeterſaͤure und 18 Theile Waſſer. Es ſtellt eben die Erſcheinungen, wie das Glauberſalz, dar. Ein Blatt, das in gemeinem Waſſer, ſo mit 10 Maaß Waſſer, das mit dieſem Salze geſaͤttigt wor⸗ den, vermiſcht war, an der Sonne ſtand, gab mir 1 Maaß Auſt, welches mit 3 Maaß Salpeterluft ver⸗ miſcht, ————— y———————————“ 94 Unterſuchungen miſcht, auf 2s vermindert ward. Dies zeigt an, daß dieſe Luſtgattung eben ſo gut, als gemeine, und vielleicht ein wenig beſſer war. Unter den 25 Unzen Waſſer, die ich zu dieſem Ver⸗ ſuche nahm, war weit mehr Salpeterſaͤure, als wenn ich mich dieſer Saͤure rein bediene; denn in dieſem letz⸗ tern Falle nehme ich davon 10 Gran, da hingegen un⸗ ter denen o Maaß Waſſer, ſo mit Salpeter geſattigt worden, jo— 60 ½ Gran davon ſeyn muſten, die unter 25 Unzen Waſſer geſchuͤttet worden, und ohngefaͤhr 16 Gran Saͤure: aber man muß auch geſtehen, daß beinahe die ³ M. Laugenſalz mehr waren, um die Saͤure zuruͤck zu halten.. Dies beweiſt die große Verwandſchaft zwiſchen der Salpeterſaͤure und dem Laugenſalze des Weinſteins. Sie iſt ſtaͤrker, als jene der Kalkerde mit der Saͤure, deren Kraft durch das Laugenſalz gebunden iſt. Wenn aber gleichwohl dieſer Salpeter ein wenig Luſt aus dem Blatte zieht; ſo muß die Verbindung des Lichts mit dem Salpeter ein kleines Theilchen von der Salpe⸗ terſäͤure aus ſeinem Grundſtoffe entbinden und dieſes in den Stand ſetzen, ſolchergeſtalt auf die im Waſſer vor⸗ handene Kalkerde zu wirken. Es koͤnnte moͤglich ſeyn, daß da dieſe Operation viel Zeit erfodert, ſich vielleicht nur ſo viel ſalpeterſchwangeres Waſſer zerſetzt, als das Blatt gleich anfangs einſaugt, und daß die Quantitäͤt Salpeterſaͤure,— die in dieſer durch die Wirkung des Lichts aus ihrem Grundſtoffe entwickelten Portion ent⸗ halten iſt,— die einzige iſt, welche auf die im Waſſer vorhandene Kalkerde wirkt und die ſixe uft erzeugt, die ſich nachher im Blatte in Luft verwandelt und einen Theil der reinen Luft, die das Blatt ausſtoͤßt, hervorbrigt. Im Feuer wird der Salpeter gleichwohl zerſetzt. Er laͤßt ſogar die herausgejagte Salpeterſaͤure fahren, und dieſe — nbsc getrene 199 fäl, Oann toſt vitt wenn 2 ten be en der Enm doß d 2 As icbl Salpahuer der S Laſt, ate Verheſ 22. Än afoebn u dn. Sälpetau Salpetg ſtofe hu hat e Thiil 13 Gäure Sio a Aiſhan det wird' mon beköhn an daß dielleiht ſem Ver als wenn eſem le gegen un⸗ geſättggt die unter Ongeſähr ſen, diß e Saͤne zchen der 51s. Sie 3, deren tnig luſt L'slichss (Salpe ieſes in Iſer vor⸗ 2¹ ſeyn, Lelleich Alls das Jantität Ang des un ent⸗ ·Waſer ck, die 1 Theil p. Er und dieſe uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 95 dieſe zeigt ſich alsdann unter der Geſtalt der dephlogiſti⸗ ſirten Luft. Das Feuer bewirkt durch ſeine Kraft im Großen, was das licht nur im Kleinen auf die fixe Luft zu bewirken vermag. Man ſieht, daß die mit den Lau⸗ genſalzen verbundenen Saͤuren, von erſtem nicht leicht getrennt werden, daß das Band, welches ſie zuſanmen⸗ haͤlt, ausnehmend feſt iſt, daß zu deſſen Loͤſung die maͤch⸗ tigſt wirkenden Mittel erfodert werden, daß ſie aber, wenn dieſes Band aufgeloͤſt worden, ſie ihre Eigenſchaf⸗ ten behalten. Wir werden finden, daß die Verbindung der Saͤuren mit den Erden weit weniger innig iſt, und daß das Licht mehr Wirkſamkeit in ihrer Trennung hat. Als ich bei Wiederhohlung dieſes Verſuchs 70 Maaß Salpeteraufloͤſung nahm, erhielt ich aus einem darin an der Sonne ſtehenden Blatte gleichwohl nur 2½¾ Maaß Luft, welches mit der Vermehrung der Urſache in keinem Verhaͤltniſſe ſteht. 22. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeldſten wuͤrflichten Salpeters auf Blaͤtter, die in dieſem Gemiſche der Sonne ausgeſetzt ſind. Die mit dem mineraliſchen Laugenſalze verbundene Salpeterſaͤure hat ziemlich viel Aehnlichkeit mit dem Salpeter, der ein vegetabiliſches Laugenſalz zum Grund⸗ ſtoffe hat, und von dem ich eben geſprochen habe: doch hat er auch merkwuͤrdige Verſchiedenheiten. Hundert Theile deſſelben enthalten 32 Theile Laugenſalz, 43 Theile Saͤure und 25 Theile Waſſer. Sie gibt weniger Luft, als der Salpeter, ſowohl in Anſehung der Menge Salz, die zum Verſuche angewen⸗ det wird, als auch der wirklichen Menge von Luft, die man bekoͤmmt. Zehen ———————— 96 Unterſuchungen Zehen Maaß mit wuͤrflichtem Salpeter geſaͤttigtes Waſſer unter 25 Unzen gemeines Waſſer gemiſcht, zwan⸗ gen ein in dieſem Gemiſche an die Sonne geſtelltes Pfir⸗ ſichbaumblatt doch nicht zu Ausſtoßung mehrerer Luft, als 2 Maaß. Dieſe Luft war von mittelmaͤßiger Guͤte, weil 3— d0. dieſe 3 Maaß luft mit 2 Maaß Salpeterluſt vermiſcht, auf ein 13 Maaß vermindert wurden. Vielleicht geht beim wuͤrflichten Salpeter eine voll⸗ kommnere Saͤttigung der Salpeterſaͤure vor, als beim gemeinen: vielleicht iſt bei dem letzten die Verbindung dieſer Saͤure mit dem Laugenſalze inniger. Eine von beiden Urſachen muß nothwendig ſtatt finden, denn die Menge des im Waſſer auſgeloͤſten Salzes betrug 9 ½ Gran und ohngefaͤhr 40 Gran Salpeterſaͤure, es war alſo der Salpeterſaͤure weit mehr, als beim vorhergehen⸗ den Falle, die Verbindung war aber auch ohne Zweifel weit inniger. Das Licht wird auch weit weniger Gewalt angewendet haben, ſie zu vernichten. Ich wuͤrde ſogar glauben, daß es gar keine gebraucht habe, und daß die erzeugte Luft die im Blatte enthaltene oder doch ohnge⸗ faͤhr dieſe ward. Zu bemerken iſt noch, daß ſich dieſes Salz im Waſſer ſehr leicht aufloͤſt. Als ich dieſen Ver⸗ ſuch mit 60 Maaß von der Aufloͤſung wiederhohlte; ſo erhielt ich aus einem darin an der Sonne ſtehenden Blatte 2 Maaß Luft, welches Produkt zu der Verſtaͤrkung der — Urſache kein Verhaͤltniß hatte. 23. Von der Wirkung des unter gemeines Waſ⸗ ſer gemiſchten Digeſtioſalzes auf Blaͤtter, die in einem ſolchen Gemiſche an der Sonne ſtehen. Hundert Theile vom Digeſtivſalze oder von der mit dem vegetabiliſchen Laugenſalze verbundenen Seeſalzſaͤure enthalten or, Theile Laugenſalz, 31 Theile Saͤure und 8 Thei⸗ deſern der den an Dat wirde geſä Ean nem der das demn cuf! hung dls w lleber vrww. Ma a auf V ſuch b der on d atkiges t, zwan⸗ kes Mii Luft, as uüͤte, wel ermiſch eine dul als bein ebindumg Eine dur denn de trug 9 „ es w hergehe b ne Zvelſl er Gewtt ünde ſchrr V d doß de dch ohnge ſich diſs eſen 4 vohlte; 2 m arxkungbt es Vi , die n me n der ni eſalzſäun zure und 5 Th ————— uͤber den Einſtuß des Sonnenlichts ꝛc. 97 8 Theile Waſſer. Es liefert die naͤmlichen, von mir zu ſo wiederhohltenmahlen angemerkten, Beobachtungen uͤber die geringe Quangitaͤt der erzeugten Luft, uͤber die feſte Verbindung ſeiner Grundſioffe, uͤber ſeinen Einfluß auf die Entwickelung der reinen zuft durch Blaͤtter, die in dem mit dieſem Salze vermiſchten Waſſer an der Sonne ſtehen: aber alle dieſe Betrachkungen ſind von dieſem Salze noch weit mehr gegruͤndet, als von den an⸗ dern, weil die Meerſalzſaͤure verurſacht, daß Blaͤtter, die im Waſſer, das durch ſie ſaͤuerlich gemacht worden, an der Sonne ſtehen, viel Luft geben, dagegen beim Digeſtivſalz beinahe gar keine Luft von ihnen ausgeſtoßen wird, obgleich 10 Maaß von einem mit dieſem Salze geſaͤttigten Waſſer, 61 Gran Salz und 154 Gran Saͤure enthalten. Als ein Pfirſich baumblatt in gemei⸗ nem Waſſer, das mit dieſen 10 Maaß vermiſcht war, der Sonne ausgeſetzt ward, gab es nur 1 Maaß Luft, das mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, auf 2½ Maaß vermindert wurde. Dies zeigt doch an, daß die Sonne auf die im Salze enthaltene Meerſalzſaͤure in Austrei⸗ bung eines Theils gewirkt habe, weil die Luft beſſer war, als wie jene, die das Blatt gab, und wie die gemeine. Ueber die geringe Quantitaͤt der Luft iſt ſich aber nicht zu verwundern, weil das Laugenſalz darin ſo herrſchend iſt. Man muß hier nur einen entſcheidenden Beweis von der Zerſetzung dieſes Salzes und von der Wirkung der Saͤure auf die Kalkerde im Waſſer ſehen. Als ich dieſen Ver⸗ ſuch mit 40 Maaß von der Aufloͤſung dieſes Salzes wie⸗ derhohlte; ſo bekam ich aus einem in dieſem Gemiſche an der Sonne ſtehenden Blatte 2 ½ Maaß reine Luft. 24. Von der Wirkung des unter gemeines Waſ⸗ ſer gemiſchten Meerſalzes auf Blaͤtter, die darin an der Sonne ſtehen. Alle Mittelſalze beweiſen es uns, daß die Laugenſalze auf die Saͤuren in Verhinderung ihrer Wirkung auf die Senebier 4. Th. G im F* 98 Unterſuchungen im Waſſer vorhandene Kalkerde, und in die, durch die Ve⸗ getation bewirkte, Verwandlung der fixen Luft in reine, den naͤmlichen Einfluß haben. Das Meerſalz oder die Meerſalzſaͤure mit dem mineraliſchen Laugenſalze verbun⸗ den, lehrt es uns noch weiter. Hundert Theile deſſelben enthalten 42 Theile Laugenſalz, 32 Theile Meerſalzſaͤure und 6 Theile Waſſer. Als ich 10 Maaß mit Meerſalz geſaͤttigtes Waſſer unter 25 Unzen gemeines ſchuͤttete und ein Blatt darin an die Sonne ſtellte; ſo bekam ich 1 Maaß Luft daraus, die nach ihrer Vermiſchung mit 3 Maaß Salpeterluſt, auf 23 Maaß vermindert ward, welches beweiſt, daß dieſe ꝛuft beſter war, als die von den Blaͤttern gemeinig⸗ lich ausgeſtoßene, und folglich, daß das Sonnenlicht ei⸗ nen kleinen Theil der Meerſalzſaͤure vertrieben haͤtte. Zu merken iſt, daß dieſer vom lichte zerſetzte Theil der Meerſalzſaͤure in Vergleichung mit dem in dem Ge⸗ miſche vorhandenen, ziemlich klein iſt; weil ohngefaͤhr 60 Gran Meerſalzſaͤure im Waſſer und ohngeſaͤhr 26 Gran Meerſalzſaͤure im Gemiſche befindlich ſind, man ſieht aber auch ein, daß die Menge des Laugenſal⸗ zes betraͤchtlich iſt. Ich habe den Verſuch mit 50 Maaß von der Aufloͤſung des Meerſalzes wiederhohlt, und aus einem darin an die Sonne geſtellten Blatte 2½ Maaß Luft erhalten. 25. Von der Wirkung des unter das Waſſer ge⸗ miſchten Borax auf Blaͤtter, die man in dieſem Gemiſch an die Sonne ſtellt. Hundert Theile des, aus Verbindung des Sedativ⸗ ſalzes mit dem feuerbeſtaͤndigen mineraliſchen Laugenſalze entſtehenden, Borax enthalten 17 Theile mineraliſches Laugenſalz, 34 Theile Sedativſalz, und 49 Theile Waſſer. Er di E m donn de itn Grr0 S ſthden tetluro¹ erel war“ ſehrine zo 1n3 nurſ. V 26ʃ ffem aA den u außd ur 2 1es 1 1 og r Van wiſenn ehiti luſt zm Sonm V Qur der en bekenn ſt h V ſecher ch die Va in reine oder dee ze verbun⸗ 6 whi erſalzſun tes Waſet Blatt dan uſt daraue alpeteruſt weiſt, dß Igemneino⸗ mnenlich⸗ haͤtte rſegte il n dem Gi lohngeü ohngeſte dlich ſi Laugend Fo Mi , undal 21 Muj Laſſerg⸗ in diſm BEaͤdiie augenſabe neralſſhes e Waſſe⸗ E uͤber den Einfluß des Sonnenlichts c. 99 Er loͤſt ſich in gemeinem Waſſer auf, ſo daß 12 Theile davon einen Theil aufloͤſen. Alſo enthalten die 10 Maaß, die ich unter 25 Unzen Waſſer nehme, davon nur 15 Gran, worunter 6 Gran Sedativſalz ſeyn koͤnnen. Ein in dieſem Waſſer an die Sonne geſtelltes Pfir⸗ ſichbaumblatt gab ⸗ Maaß Luft, die mit ⸗ Maaß Salpe⸗ terluſt vermiſcht, auf 1½ Maaß vermindert wurden. Die erzeugte duft war blos aus dem Blatte, oder wenigſtens war der, die ſich noch mit eingemiſcht haben konnte, ſehr wenig. Hundert Maaß von der Boraxaufloͤſung zozen aus einem darin an der Sonne ſtehenden Blatte nur 2 Maaß reine Luft heraus. 26. Von der Wirkung des unter gemeines Waſ⸗ ſer gemengten Sedativſalzes auf die darin an der Sonne ſtehenden Blaͤtter. Das Sedativſalz iſt ein, mittelſt einer Saͤure aus dem Borax abgeſondertes, Salz, das im Waſſer wenig aufloͤsbar iſt. In einem Pfunde kochenden Waſſers ſind nur.83 Gran davon enthalten, gleichwohl faͤrbt dieſe Aufloͤſung die Lakmustinktur noch roth. Als ich 10 Maaß von dieſer Aufloͤſung eines wohl abgewaſchenen Sedativſalzes unter 25 Unzen gemeines Waſſer miſchte, und ein Pfirſichbaumblatt, in dieſem Ge⸗ miſch unter eine Glocke geſperrt, der Sonne ausſetzte, erhielt ich; Maaß luſt, welche mit 2 Maaß Salpeter⸗ luft gemiſcht, auf 15 Maaß vermindert wurden. Das Sonnenlicht trieb alſo hier nur eine ziemlich geringe Quantitaͤt Luft aus. Unterdeſſen macht mich die Guͤte der erhaltenen Luft doch glauben, daß ſie an der, die ich bekannt gemacht, einigen Antheil habe, weil ſie beſſer iſt, als die, welche die in gemeinem Waſſer an der Sonne ſtehenden Blaͤtter ausſtoßen. Mit 100 Maaß von der G 2 Seda⸗ ber nicht ſo 8 „O deil X bee nden fon 1 8 SewWDen, Sebe 1 ndert wun gemeln demiſche 3 7 27 8 7 4 1 144 Dh 1 4 Hen E 8 * WM 1 ldl — miſche His ich v nem ſol Dieß L nus einem aaß reine er nicht ſ ch in ein in dieſem Naaß uſ. 3 worauf ſe allem dem, Sonne be der Säu eine geſtgt ene Sede⸗ noch einie ir gezogen tdene Rt ing auf di entbinden ſich darh Auantitt 5 Vitricl ght, ein in zwangel, s Wßf dvie in(i ſtell Verbin gzenſalze 3 5 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 101 Er loͤſt ſich im Waſſer ſehr leicht und in großer Menge auf. Zehn Maaß mit dieſem Salze geſättigtes Waſſer unter 25 Unzen Waſſer geſchuͤttet, enthielten 80 Gran Salz: gleichwohl gab das in dieſem Gemiſche an der Sonne ſtehende Blatt nur 1 ½ Maaß Luſt, welche mit 4 Maaß Salpeterluft gemiſcht, ſich bis auf 2 ½ Maaß verminderten. Dies wuͤrde ſonach anzeigen, daß das Sonnenlicht auf dieſes Salz kraͤftiger wirkt, als auf eins der vorhergehenden. Ohne Zweifel hatte ſich ein wenig Salpeterſaure abgeſondert, wirkte auf die Kalkerde im Waſſer und verſchafte dem Blatte die ſixe Luft, ſo es verarbeitete: allein man weiß ja, daß bei denen aus dem fluͤchtigen Laugenſalze entſtandenen Mittelſalzen die Saͤure dem Laugenſalze nicht ſo ſtark anhaͤngt, als bei jenen Mittelſalzen, die aus den naͤmlichen und feuerbe⸗ ſtaͤndigen Laugenſalzen entſtehen, und daß die Kalkerde die Saͤure daraus ſcheidet, welches alſo immer das be⸗ ſtaͤtigt, was ich vom Einſluſſe der Saͤure auf Aufloͤſung der Kaͤlkerde des Waſſers und auf Erzeugung der fixen zuſt— welche ſte dem Blatte, das ſelbige durch Huͤlfe des Sonnenlichts in reine Luft umſchaffen muß, zu⸗ fuͤhrt,— geſagt habe. Als ich, bei Wiederanſtellung dieſes Verſuchs, 60 Maaß flammenden Salpeter nahm, erhielt ich aus einem darin an der Sonne ſtehenden Blatte 3⁄ Maaß Luft. 28. Von der Wirkung des unter gemeines Waſ⸗ ſer gemiſchten Salmiaks auf Blaͤtter, ſo in die⸗ ſem Gemiſche an der Sonne ſtehen. Der Salmiak beſteht aus der Meerſalzſaͤure mit dem fluchtigen Laugenſalze verbunden. Es loͤſt ſich im Waſ⸗ ſer ziemlich auf. Die 10 Maaß Aufloͤſung, die ich in 25 Unzen gemeines Waſſer ſchuͤttete, enthielten ohnge⸗ faͤhr zo Gran Salmiak. Ein in dieſes Gemenge geleg⸗ G 3 tes 10² Unterſuchungen tes Pfirſichbaumblatt gab 1½ Maaß Luſt, welche, mit 4 Maaß Salpeterluft gemiſcht, auf 3 vermindert wur⸗ den. Funfzig Maaß von der Salmiakauſloͤſung in ge⸗ meinem Waſſer zwangen ein Blaͤtt, daß es 6 Maaß reine uft austrieb. Dieſe uft iſt weit beſſer als die natuͤrliche, und auch als die von einem in gemeinem Waſſer an der Sonne ſtehenden Blatte ausgeſtoßene, und verraͤth eine Zerſe⸗ tzung der Meerſalzſaͤure, die durch das Sonnenlicht aus dem fluͤchtigen Laugenſalze geſchieden worden, und wel⸗ che, die Kalkerde des Blatts aufloͤſend, ihm die ſixe Lüſft zuſchaft, die es in reine verwandelt. Freilich iſt die Menge der vom Blatte ausgeſtoßenen Luft weit geringer, als jene, die es ausgetrieben haben wuͤrde, wenn man ſtatt des Salmiaks Meerſalzſaͤure zu dem Gemiſch ge⸗ nommen haͤtte; allein es iſt wahr, daß nur eine ſehr kleine Quantitaͤt von der Meerſalzſaͤure geſchieden wor⸗ den. An der Kalkerde, die man in einer Salmiakauf⸗ lͤſung ſtehen laͤßt, ſpuͤrt man nach einigen Tagen einen ſchwachen Geruch vom fluͤchtigen Laugenſalze, welches die durch die Wirkung des Sonnenlichts begüuͤnſtigte Ent⸗ bindung der Meerſalzſaͤure beweiſt. 29. Allgemeine Betrachtungen uͤber die von den Mittelſalzen hervorgebrachten Wirkungen, de⸗ ren Geſchichte ich eben vorgetragen habe. Es iſt Zeit, daß ich bei der Menge von Verſuchen, die ich eben beſchrieben habe, ein wenig ſtill ſtehe, da⸗ mit ich ſowohl nach einer ſo langwierigen und ſo trocknen Reiſe ausruhe, als auch mich in Stand ſetze, ſie fort⸗ zuſetzen. Ich will daher einige von den Betrachtungen, die mir entwiſcht ſind, hier geſammelt vortragen und noch einige neue hinzufuͤgen. 1) Die gerund fe, fand 9) Sonn 2 den Nbn chen ü. de 190 rigkbet u hobhc ſahn ſaucc die ä heran da in Un Blu im de ln n dernit 3 tegfen er39 han a det zes Gr wirzon Köſt w jenaic wen der nu ſehram wil dn wenl ſche, mi dert wur. ing in ge⸗ 6 Maj und auch er Sorm ſeine Zerſe enlicht au und we n die ſie ilich t t geringe, wenn ma emiſch ge t eine ſch eden wer rlmiaka agen eine à, welche ſtigteEn V dvon den vn, de 2n zzerſuchen Jiehe, de 5 trocknen ſie fort⸗ Ichtungen, lund noch 1) De uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 103 I) Die Menge von uft aus Blaͤttern, die der Wirkung der Mittelſalze in gemeinem Waſſer und dem Einfluſſe des Sonnenlichts ausgeſetzt ſind, iſt unendlich geringer, als jene aus Blättern, die in gemeinem Waſ⸗ ſer, das mit der Quantitaͤt der Saͤuren, welche Be⸗ ſtandtheile der Mittelſalze ſind, vermiſcht iſt, an der Sonne ſtehen; obgleich die Quantitaͤt der in denen, aus den Mittelſalzen gemachten Gemiſchen, enthaltenen wirkli⸗ chen Saͤure weit betraͤchtlicher iſt, als jene Menge Saͤure, die in Gemiſchen enthalten iſt, darin ſie ſich in ihrer Rei⸗ nigkeit befindet. Nachdem ich im iſten Theile dieſes Werks erwieſen habe, daß eine Aufloͤſung des ſeuerbeſtaͤndigen Laugen⸗ ſatzes in ein, mit firer uſt geſaͤrtigtes oder mit einer Saͤure ſauerlich gemachtes, Waſſer geſchuͤttet, in den Blaͤttern die Luft zuruͤckhaͤlt, welche die Sonne ſonſt aus ihnen herauszwingt: nachdem ich ferner beſtaͤndig dargethan, daß die Saͤuren die Urſache der Luft ſeyn, die von denen in ſaͤuerlichgemachtem Waſſer an der Sonne ſtehenden Blattern ausgetrieben wird, weil, indem ſie im Waſſer die Kalkerde aufloͤſen, das Waſſer mit ſixer Luſt anfuͤl⸗ len: ſo ſieht ein jeder ein, daß dieſes Laugenſalz die Hin⸗ derniß ſeyn muß, daß die in Waſſer, worin ein Mit⸗ telſalz aufgeloͤſt worden, an der Sonne ſtehenden Blaͤt⸗ ter keine Luft geben. Die Saͤure iſt darin reichlich vor⸗ handen, aber ihre Wirkſamkeit iſt gehemmt, ſie befin⸗ det ſich in den Feſſeln des mit ihr verbundenen Laugenſal⸗ zes und dieſe Feſſeln haben eine niche ſo leicht zu uͤber⸗ windende Staͤrke. Die Verwandſchaft dieſer beiden Koͤrper iſt ſo ſtark, daß es kaum eine ſtaͤrkere gibt, und jene, die mit der Dazwiſchenkunft des Lichts im Zellge⸗ webe der Blaͤtter ſtatt finden kann, iſt, eine ſehr ſtarke Zerſetzung zu bewirken, nicht hinreichend. Sie erfolgt ſehr langſam, wie alle Operationen in der Natur; ich will mich aber bei ihrer Unterſuchung ein wenig ver⸗ weilen. G 4 Man 104 Unterſuchungen Man ſieht ſogleich deutlich ein, daß wenn das Lau⸗ genſalz, mit dem ich das mit fixer Luft geſchwaͤngerte Waſſer, oder die Waſſer, welche ich zubereite, um darin Blaͤtter an die Sonne zu ſtellen, ſaͤttige, dieſe Blatter verhindert, Luft hervorzubringen, dies gerade darum geſchieht, weil die Menge der im Waſſer enthaltenen Saͤure hinreichend war, um, wenn ſie ungebunden iſt, auf das Blatt zu wirken; allein ſobald ſie durch das Lau⸗ genſalz gebunden wird, has ſie ſerner nicht Kraſt genug, einige Wirkung hervorzubringen. Wirklich iſt mirs nur dann, wenn ich von den Mittelſalzen ſehr betraͤchtli⸗ che Portionen nahm, gelungen, daß ich ſo viel Saͤure entbunden habe, als noͤthig war, um einen Theil der im Waſſer vorhandenen Kalkerde aufzuloͤſen, genug fixe Luft zu entwickeln, und ſolchergeſtalt dem Blatte die Stoffe der dephlogiſtiſirten Luft, die es gehen laͤßt, zu ver⸗ ſchaffen. Die Blaͤtter, deren ich mich bediene, ſind ſehr duͤnne und enthalten wenig Luſt; da ſie aber voller Kraft und Wachsthum ſind, ſo behalten ſie das Vermoͤgen, Luft zu erzeugen, wenn ſie die dazu erfoderlichen Stoffe, als eine fixe Luft, erhalten. Bei den mit den Mittelſalzen angeſtellten Verſuchen litten die Blaͤtter gar keine merk⸗ liche Veraͤnderung. Sie wurden auf die naͤmliche Art der Sonne ausgeſetzt. Sonach bin ich gezwungen, den Schluß zu machen, daß ſie nicht alle Stoffe gehabt ha⸗ ben, die ſie zu Hervorbringung der Menge Luft, die ſie mir mit den reinen Saͤuren geben, noͤthig haben. Gleich⸗ wohl war die Saure in dieſen Mittelſalzen im Ueberfluſſe vorhanden; aber die mit dem laugenſalze verbundene Saͤure verliert, gleich der durch ein Laugenſalz neutrali⸗ ſirten firen Luft, beinahe alle ihre Verbindungsverhaͤlt⸗ niſſe mit der Kalkerde, und kann den Blaͤttern die fixe Fa nicht ferner zufuͤhren, die ſie wuͤrden verarbeiten onnen. II) Eine 1. Tnd dEn vollolt: Bane an düits. glſtenS eiſten fen Gjemil e Gleichhe an d nur oll Ston dem Er Saugi der E. welchat 2 der an frbide aber D. ſſchen us ſerr 41 Neuö dee. Nam n. zogelgl niſthn de(i 6008 66 oder heugut kaineng der das Lau waͤngen um darin ſe Blatte de darum nthaltenen vunden ſ h das lau⸗ aſt genug ˖iſt mis beträchl viel Saͤne heil der i ug fire uſt die Suſſ , zu ve⸗ ſehr dämm Kraſt un geen, dit ztoffe, a ittelſohhe eine mete nliche Art ggen, den gehabt he⸗ ſt, die ſe .. Gleich⸗ leberfluſe erbundene neutralie ſsverhil⸗ n die fire erarbeiten 1) Ehhe uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ꝛc. 105 I) Eine merkwuͤrdige Thatſache iſt folgende. Wenn die Salze, deren ich mich bediente, im Waſſer ganz vollkommen aufgeloͤſt und in dem Gemiſche, worin die Blaͤtter lagen, reichlich vorhanden waren; ſo erhielt ich an Luft keine ſolche Menge, die mit der Menge des auf— geloͤſten Salzes im Verhaͤltniß geſtanden haͤtte. Beim erſten Verſuche waren 50 Gran Salpeter unter meinem Gemiſch, und bei einem andern 92½ Gran wuͤrflichter. Gleichwohl gab im erſten ein im erſtgedachten Gemiſche an der Sonne ſtehendes Blatt 1 Maaß, und im andern nur Maaß Luft. Dies beweiſt, daß die Blaͤtter den Stoff zu der reinen Luft, welche ſie ausſtoßen, nicht aus dem im Waſſer aufgeloͤſten Mittelſalze, ſondern aus der Saͤure ziehen, die ſich losmacht, und durch Auftoͤſung der im Waſſer enthaltenen Kalkerde ſixe Luft entbindet, welche die Blaͤtter daraus einſaugen koͤnnen. Die Verbindung des vegetabiliſchen Laugenſalzes mit der Vitriolſaͤure iſt merkwuͤrdiger; denn 10 ½ Gran vi⸗ trioliſirter Welnſtein lockten gar keine Luft aus dem Blatte, aber 36 Gran Glauberſalz oder Vitriolſaͤure mit minera⸗ liſchem Laugenſalze verbunden, zwangen die Blaͤtter, daß ſie Maaß Luft ausſtießen. Kurz, die Luftprodukte aus der Verbindung der Meerſalzſaͤure mit den beiden Laugenſalzen, und ſo auch die Menge des im Gemenge aufgeloͤſten Salzes ſind die naͤmlichen geweſen. Das Digeſtivſalz und das Meerſalz zogen alle beide aus Blaͤttern, die in einem ſolchen Ge⸗ miſche an der Sonne ſtanden, 1 Maaß Luft heraus, und die Gemiſche enthielten eins wie das andre ohngefaͤhr 60 Gran Salz. Es folgt alſo hieraus, daß das mit fixer Luſt voͤllig oder nur wenig angeſchwaͤngerte Laugenſalz, auf die Er⸗ zeugung der von den Blaͤttern abgeſonderten Luft eben keinen großen Einfluß habe, wenn es in dem Waſſer, das man zum Verſuche nimmt, unter der Geſtalt der 106 Unterſuchungen Mittelſalze aufgeloͤſt iſt. Dagegen ſcheint es, daß die im Waſſer durch das dicht am ſtaͤrkſten zerſetzten Salze auch die ſeyn, welche das Heraustreten der Luft aus den Blaͤttern am meiſten beguͤnſtigen, und dies ganz natuͤr⸗ lich, weil alsdann mehr Saͤure im Waſſer befindlich iſt, die auf die im Waſſer vorhandene Kalkerde wirkt. III) Dieſe Beobachtungen beweiſen mir, daß das licht eine Zerſetzung des, vom Blatte mit dem Waſſer eingeſogenen und im Zellgewebe des Blatts umlaufenden Mittelſalzes bewirke. Dieſe Operation geht langſam, aber vielleicht im Kleinen mit der im Blatte enthaltenen kleinen Doſe vor ſich. So wie nun die Zerſetzung fort⸗ geht, ſo wirkt die entbundene Saure auf die im Waſſer beſindliche Kalkerde, bringt fixe Luft hervor und veran⸗ laßt die Erzeugung der reinen Luft, die man wahrnimmt. Die Luftblaſen ſteigen auch zu zwei verſchiedenen Zeiten aus dem Blatte auf; einmahl, ſobald das licht auf ſie wirkt, und dieſe iſt alsdann die im Blatte enthaltene Luft, und nachgehends, wenn nach Verlauf einiger Zeit die Menge des Salzes ſehr gering iſt, und dieſe iſt ſo⸗ dann die, nach geſchehener Zerſetzung des Mittelſalzes und Aufloͤſung der Kalkerde im Blatte, verarbeitete Luft. Wie ich dies wiſſen kann? Aus Erfahrung. Da die Blaͤtter in einem Tage die ſixe Luſt,— welche die entwickelte und mit dem Waſſer vermiſchte Saͤure ihnen an der Sonne verſchaffen kann,— erſchoͤpfen, und de⸗ ren in dieſem Gemiſche ferner nur ſehr wenig ausſtoßen: ſo geben ſie hingegen in denen, mit den andern Mittelſal⸗ zen gemachten, Gemiſchen deren neoh eine lange Zeit und beinahe immer die naͤmliche Quant taͤt, weil die Zerſe⸗ tzung nach und nach erfolgte. Endlich locken dieſe in deſtillirtem Waſſer aufgeloͤſten Mittelſalze, denen darin an der Sonne ſtehenden Blaͤttern nur die wenige Luft ab, welche ſie enthalten; denn die Saͤure wuͤrde ſich darin vergebens entbinden, weil es darin 2 itin 3 Llot 10 guw*s Lunern iß dſa Duo bunded Beröcbi de ume der On Säuln ſchee im Grungi Saͤum ſathàn tärli u verſenf znip doß a0 Nenu in kals drSon 1Ma a. t ſt m dn ſann ſuche d 19 89 48 ds daß die ten Salx t aus d unz natu⸗ indlich kt. , daß da em Waſe nlaufende t langſem enthaltene etung ſot im Veſch und verane ahrninnt nnen Zet icht auf ſt enthaltne iniger dit dieſe itſſ⸗ lſalzes ud uſt. ung. da welche de daͤure ihten n, und de ausſtoßen: Mittelſil ge Heit und die Jaſ rufgelöſtn Blakern denn de weil 85 darin uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 107 darin an der zu Erzeugung der firen Luft,— die das Blatt verarbeiten ſoll,— nothwendigen Kalkerde man⸗ geln wuͤrde. Vielleicht erfolgt ſogar die Abſcheidung der Saͤure ſchwerer, da die Kalkerde eins von den Mitteln iſt, das dieſe Abſcheidung zu erleichtern geſchickt iſt. Die aus denen, mit feuerbeſtaͤndigen Laugenſalzen ver⸗ bundenen Saͤuren, beſtehenden Mittelſalze duͤnken mir zu Beguͤnſtigung der Er zeugung der Luſt in den Blaͤttern, die in dem mit dieſen Mittelſalzen vermiſchten Waſſer an der Sonne ſtehen, weniger tandlich zu ſeyn, als jene aus Saͤuren und fluͤchtigen Laugenſalzen beſtehende Mittel⸗ ſalze, und dies folgt aus denen von mir feſtgeſetzten Grundſaͤtzen: denn die chemiſchen Verwandſchaften der Saͤuren mit den fluͤchtigen Laugenſalzen ſind weit minder ſtark, als mit den ſeuerbeſtaͤndigen; ſonach iſt ganz na⸗ tuͤrlich zu vermuthen, daß dieſe Mittelſalze mehr Luft verſchaffen muͤſſen, weil die Wirkung des lichts i in ihrer Zerſetzung kraͤſtiger ſeyn muß. Allein ich bemerke auch, daß die von ihnen im Waſſer aufgeloͤſte Menge mit der Menge Luft, die ſie die Blaͤtter zwingen, auszuſtoßen, in keinem Verhaͤltniß ſteht. Die 180 Gran flammen⸗ der Salpeter gaben 1 ½ Maaß, da die 30 Gran Salmiak 1½ Maaß Luft gaben. 30. Von der Wirkung des mit gemeinem Waſ⸗ ſer vermiſchten Epſomer Salzes auf Blaͤtter, die man in einem ſolchen Gemiſche an die Sonne bringt. Das Epſomſalz iſt aus Vittlelſaunte und Magneſie Aeſanmnengeſeßl⸗ ſo daß nach Hrn. Bergmanns Ver⸗ ſuchen 100 Theile von einem kryſtal liſirten Epſomſalze 19 Theile reine Magneſie, 33 Theile Vitriolſaͤure und 48 Theile Waſſer enthalten. Die⸗ 108 5 Unterſuchungen Dieſes Salz iſt im Waßer ſo aufloͤsbar, daß meine 10 Maaß, unter 25 Unzen gemeines Waſſer ſehne deſſen 135 Gran enthalten muſten: gleichwohl gab mir ein darin an die Sonne geſtelltes firſich baumblatt nur 1 Maaß uſt, das ich mit 3 Maaß Salpeterluft ver⸗ miſchte, worauf es ſich auf 25 Maaß verminderte. Vier⸗ zig Maaß von der Aufloͤſung des Epſomſalzes vermehr⸗ ten die Luſt, welche ein Blatt ausſtieß, das in gemei⸗ nem, mit dieſer Aufloͤſung vermiſchten, Waſſer an der Sonne ſtand, nur wenig, denn es ſtieß nur 1½ Maaß Luft aus., Es iſt erſtaunend, wie ſehr die Saͤuren, vornehm⸗ lich die Vitriolſaͤure, durch ihre Grundſtoffe gebunden ſind. Ihre Wirkſamkeit ſtockt: denn da 1 Maaß Vi⸗ triolſaͤure,— das 7— 8 Gran wiegen kann,— ver⸗ urſachte, daß die Blaͤtter in 25 Unzen Waſſer 9 Maaß Luft ausſtießen; ſo gaben hingegen 42 Gran von dieſer Saͤure, die im Epſomſalze ſteckten, nur 1 Maaß luft, wie der erſte Verſuch zeigt. 31. Von der Wirkung der unter gemeines Waſ⸗ ſer gemiſchten Magneſie aus dem Epſomer Salze, auf die in dieſem Gemiſche an der Sonne ſtehenden Blaͤtter. Die Magneſie aus dem Epſomer Salze, dieſe ſo ſon⸗ derbare Erde, loͤſt ſich im Waſſer ſehr ſchwer auf. Nach Hrn. Butini's merkwuͤrdigen Verſuchen enthalten 32 Gran ohngefaͤhr 13 Gran reine Erde, 12 Gran Saͤure und? Gran Waſſer. In einer Unze Waſſer loͤ⸗ ſeten ſich ohngeſaͤhr 2 Gran von dieſer Magneſie auf: ſo⸗ nach hatten ſich noch nicht 3 Gran davon in meinen 10 Maaß Waſſer, die damit geſaͤttigt waren, aufge⸗ loͤſt, und folglich war unter meinen 25 Unzen Waſſer noch nicht ½ Gran Vitriolſaure. Unterdeſſen erhielt ich aus Ä dls n ſbezeme d 2; Nug vnign 5 inſchen 6' Bloo0 Aui oiden bo uſt,— luurae inS 92. 9n aufgelne t Eeci Grund S Anſehuac lnige 8 8 enden Ne. die Vide ung her dozu goct duuch dh ſtatken us es mit i Bamnn Deelle ha ſer enth, s jederzeit; Theile A mit Alaue Paſſe 9 ——— — 8 nemeeeed — —„ Nn l „ —— „ m 8* △— f 52* 32. Von der WMirkung des in gemeinem Waſſer —.— 9l Dder Vluts dn et-— 4N D AA nns ern pingen Aen aufgeloſten Alauns auf die min einem ſolchen Ge⸗ e S une Peren B unenune neeeeeeee. — dS an - E rr — 9 82 wnn fa pSechn ſehr grmSer 1 „ ku WwWenin e in lnn i e Let— e 18— SOeer SrrSnn 1“.“ eör Serinde een 4 Se r CUll Seoran wi acitge teeee, n—, 8—— Serbnnden 1 ehch dune LeOnnen, al en Pn mnN 33 . ftarten Dden ende l WwWnn Alaun der, worin .e lln —„—.1 K— — S nr und befolate dabei * VA— 3 L te „e 8S Theil zumn auf 14 am leder 24! SN 1— e— .—— 8—— — So N—— ng S N act n—-—— muften meitte 10— d — ir Nrrmmn S 8 1I10 Unterſuchungen halten. Ein in dieſem Gemiſche an die Sonne geſtelltes Blatt gab mir 5 Maaß Luft, deren 1 Maaß mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, auf 1½ Maaß vermindert wurden. Die Sonne und die Kalkerde hatten alſo die Vitriol⸗ ſaͤure von ihrem Grundſtoffe leicht geſchieden, und dieſe Scheidung ward bald merklich, denn das Waſſer truͤbte ſich. An das Blatt legte ſich eine weißlichte Materie in Menge an und verminderte ohne Zweifel die Luft, wel⸗ che das Blatt wuͤrde ausgeſtoßen haben, indem ſie die Wirkung des kichts auf daſſelbe verringerte und vielleicht der firen Luft den Eintritt in die Loͤcherchen des Blatts verſperrte. Die Vitriolſaͤure verhaͤlt ſich hier in ihrer Art zu wirken ganz ſo, wie ſie thut, wenn man ſie al⸗ lein gebraucht, und wir werden gewahr, daß,— wie bereits geſagt,— die Erzeugung der ꝛuft durch Blaͤtter, die in dem mit Mittelſalzen geſattigten Waſſer an der Sonne ſtehen, ſich verhaͤlt, wie die chemiſche Verwand⸗ ſchaft der Saͤuren zu ihrem Grundſtoffe. Da nun dieſe Verwandſchaft der Saͤure mit dem Thon im Alaun weit minder ſtark iſt, als die Verwandſchaft der Sauren mit den Laugenſalzen; ſo iſt auch die Menge der entwickelten zuft im Erſten Falle weit anſehnlicher, obgleich der Saͤure hier ungleich weniger iſt, als ſie's im zweiten Falle ge⸗ meiniglich nicht war. 33. Von der Wirkung der dem gemeinen Waſ⸗ ſer beigemiſchten Schwefelleber, auf die in einem ſolchen Gemiſche an der Sonne ſtehenden Blaͤtter. Waͤre das Brennbare vermoͤgend, ſich allein und ohne ein darzwiſchentretendes Mittel, mit dem lebenden Pflanzenkoͤrper gluͤcklich und in großer Menge zu verbin⸗ den, und beduͤrfte es der fixen Luft nicht, um es in den — dne 6 in 4 ber W Go ſhett n geiot ber 4 da Vn u Sa d dene gſ ptn ſn inſ n 1' felm an ſahe ſu 10 ſa mate n ſs ni Fn de m V A ha 14 herole ter nn der r t beſnsh wer ſ ſuchag. auega egeſtltts t 3 Manß vermindat ie Vitio⸗ und diß ſſer trubee dee Matere Luft, ne⸗ demn ſe di vielleict res Blatt dr in ihee uan ſie a 4— be 1) Baäkte Ler an der (erwand⸗ 3 nun dieſ laun weit 2 uren mit wickelten Jer Säͤur⸗ „Falle ge⸗ 21 Vir V ¹ einem hen ein und Jebenden verbin⸗ n es in den uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 111 den Maſchen des Zellgewebes abzuſetzen, wie ich bereits in dieſem Werke gezeigt habe: ſo wuͤrde die Schwefelle⸗ ber eine Reihe von merkwuͤrdigen Verſuchen uͤber dieſen Gegenſtand darbieten. Ob ich nun gleich die Fruchtlo⸗ ſigkeit meines Verſuchs vorherſah: ſo wollte ich ihn gleichwohl nicht vernachlaſſigen. Ich ſchuͤttete da⸗ her 4 Maaß fluͤſſige Schwefelleber unter 25 Unzen Waſſer, und ſtellte ein Pfirſichbaumblatt darin an die Sonne; allein ich erhielt auch nicht eine Luftblaſe, oder die wenigſtens von Dauer geweſen waͤre, denn die Luft, ſo aus dem Blatte, worin ſie ſteckte, aufſtieg, ward, indem ſie ſich mit den phlogiſtiſchen Daͤmpfen der Schwe⸗ felleber vermiſchte, bald in fixe verwandelt und vom Waſ⸗ ſer verſchluckt. 34. Von der Wirkung des unter gemeines Waſ⸗ ſer gemiſchten Arſenikkalks auf Blaͤtter, die in ei⸗ nem ſolchen Gemiſche der Sonne ausge⸗ ſetzt ſind. Was das Sonnenlicht ſowohl auf die ſaͤuerlich ge⸗ machten, als auch auf die mit ſo vielen Mittelſalzen ver⸗ miſchten Waſſer,— fuͤr Einfluß habe, hatte ich be⸗ merkt. Es ſcheint naͤmlich, es zerſetze ſie, damit die im Waſſer vorhandene Kalkerde das Aufloͤſungsmittel er⸗ halte, welches die in der Kalkerde enthaltene fixe Luft herausjagt, damit dieſe Luſtart vom Zellgewebe der Blaͤt⸗ ter, in das ſie eingeſogen wird, und aus dem ſie unter der elementariſchen Geſtalt einer, von ihrem Brennbaren befreieten, reinen Luft wieder heraustritt,— verarbeitet werde. Nun kam ich auf den Gedanken, meine Unter⸗ ſuchungen noch weiter zu treiben und auf die Metallkalke auszudehnen. Als ich mich an dieſe neue Reihe von Verſuchen machte, fielen mir die neuen Entdeckungen bei, welche die 11² Unterſuchungen die Herren Scheele und Bergmann am Arfſenik ge⸗ macht, und wobei, dem Anſcheine nach, dieſes Halbme⸗ tall dadurch, daß man ihm ſein Brennbares entzogen, in den Zuſtand einer eignen Saure verſetzt worden. Ich wollte daher auch mit dieſem Halbmetalle einige Verſuche vornehmen. Da ich mir aber die Arſenikſaure nicht verſchaffen konnte; ſo nahm ich den Arſenikkalk. Dieſen loͤſte ich in Waſſer auf, und von dieſer Aufloͤ⸗ ſung ſchuͤttete ich ſo Maaß unter 25 Unzen gemeines Waſſer, fuͤllte eine Glocke mit dieſem Gemenge an, legte alsdann ein Pfirſichbaumblatt hinein und ſtellte endlich die ganze Zurichtung an die Sonne, worauf ich 1 ½ Maaß Luſt erhielt, welche mit 4 Maaß Salpeterſaͤure vermiſcht auf 2½ Maaß vermindert wurden. Dieſer ſehr merkwuͤrdige Verſuch zeigt, 1) daß die Pfirſichbaumblaͤtter nach dieſem Verfahren mehr Luft ge⸗ ben, als wenn ſie in gemeinem Waſſer der Sonne aus⸗ geſetzt geweſen waͤren, worin ſie gemeiniglich nicht mehr als ½ Maaß Luft ausſtoßen. 2) Sieht man, daß die Luft von ungleich groͤßrer Guͤte iſt, wenn das Blatt in dieſem Arſenikwaſſer in der Sonne ſteht, als wenn es in gemeinem Waſſer der Ein⸗ wirkung dieſes Himmelskoͤrpers ausgeſetzt wird. 3) Die Menge der enkwickelten Luft iſt im Verhaͤlt⸗ niß der Menge des aufgeloͤſten Arſeniks, der unter dieſes Waſſer gemiſcht worden, nicht ſo gering: denn da das Waſſer vom Arſenikkalke nur den Loſten Theil ſeines Gewichts aufloͤſt; ſo iſt klar, daß von dieſem Kalke nur 2 ¾ Gran in den 25 Unzen Waſſer,— davon der groͤ⸗ ſte Theil die Glocke, worunter das Blatt geſperrt iſt, um⸗ gibt, ohne daß es daſſelbe unmittelbar beruͤhrt, und ohne daß es die ſich entwickelnde uft zuruͤckhaͤlt,— auſgeloͤſt worden. Ich inet aug e Naſfi l6” trebela Gun Züber p dos Nn man dul: man ihnhe wit Sbhe indem ün und bou t wen kr lx ub Drennber ridert, u1 45,— 34 ns aumrr S zorbrngt Vehen aren da eeſe nen lun ſitte Koſg ſundih 8 durch die rumiich dg ad ſe T im dadue Senet enif de Dalbpo⸗ gen, Wn le einig nikſ un enikkelt er Auſe gemeines an, eg enalch Map eermich daß Lüſtge ane als ht ney größn e in di er Eir zerhi rdieſs da des ſenes kke ruu ergi t, um⸗ dohhe gebf uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 113 Ich geſtehe, daß als ich dieſen Verſuch anſtellte, ich kaum meinen Augen glaubte. Ich konnte mir nicht vor⸗ ſtellen, wie dieſer toͤdtende Koͤrper, der auf eine ſo ſchreck⸗ liche Art die Eingeweide, welche er durchdringt, zerſtoͤrt, den Blaͤttern, ohne ihnen zu ſchaden, die Grundſtoffe einer ausnehmend reinen Luft zufuͤhren koͤnnte: aber in der Natur iſt alles wunderſam, auch iſt dies noch nicht der letzte Gegenſtand der Verwunderung, den ich zu be⸗ ſchreiben habe. Gibt man auf das Verfahren Achtung, das man in Zubereitung der Arſenikſaͤure befolgt; ſo wird man uͤber das Reſultat dieſes Verſuchs weniger erſtaunen. Wenn man den Arſenikkalk ſeines Brennbaren beraubt, indem man ihn entweder mit dephlogiſtiſirter Seeſalzſaͤure, oder mit Salpeterſaͤure, oder mit Magreſie deſtillirt, oder indem man ihn ſogar in einer Luſt,— die ſich verneuen und ſonach unaufhoͤrlich neues Brennbares in ſich neh⸗ men kann,— ſublimirt; ſo bleibt ein Theil des Arſe⸗ niks uͤbrig, der durch dieſe Behandlungswege von dem Brennbaren nicht weiter getrennt werden kann„ das er erfodert, wenn er unter der Geſtalt eines ſaliniſchen Koͤr⸗ pers,— die er bei Ablegung ſeines metallhaften Ausſe⸗ hens annimmt,— erſcheinen ſoll. Was iſt bei dieſen Operationen, die alle auf Her⸗ vorbringung der nämlichen Wirkung hinauslaufen, ge⸗ ſchehen? Ohne Zweiſel iſt der Arſenikkalk ſeines Brenn⸗ baren durch die Wirkung, entweder der dephlogiſtiſirten Seeſalzſaͤure, oder der Salpeterſaͤure, oder der gemei⸗ nen Luft auf ihn, beraubt worden. Dieſer ſo dephlogiſti⸗ ſirte Kalk wird zu Arſenikſaͤure, welche bereits ein Be⸗ ſtandtheil des Arſenikkalks iſt. Auf ſolche Weiſe wird er durch die Magneſie dephlogiſtiſirt. Sie entzieht ihm naͤmlich das Brennbare,— welches die Saͤure verſuͤßte und ſie an ihrer Entwickelung verhinderte,— und gibt ihm dadurch ſein Vermoͤgen und ſeine Eigenſchaften wie⸗ Senebier 4. Ch. H der. 114 Unterſuchungen der. Hieran darf man nicht zweifeln, wenn man Acht gibt, daß das Brennbare die Natur aller Saͤuren um⸗ aͤndert. Indem es ſich mit ihnen verbindet, macht es, daß man ſie in ihren Wirkungen verkennt. Doch die Beobachtung aller Modificationen, welche das Brennbare in den Saͤuren bewirkt, wird zu einer merkwuͤrdigen Reihe von Verſuchen Stoff darbieten. Obgleich dieſe Verſuche noch nicht angeſtellt worden, ſo weiß man doch ſchon genug davon, um die große Wahrſcheinlichkeit dieſer Idee einzuſehen. Die durch den Zuſatz des Brennbaren in Schweſeiſaͤure verwandelte Vitriolſaure, veraͤndert ihre Natur und nimmt andre Ei⸗ genſchaften an. Sie befoͤdert alsdann nicht mehr ſo ſtark das Heraustreten der reinen Luft aus den Blaͤttern, die in dem mit ihr ſaͤuerlich gemachten Waſſer an der Sonne ſtehen, weil ſie auf die im Waſſer vorhandene Kalkerde ſchwaͤcher wirkt. Eben ſo verhaͤlt ſichs auch mit dem Arſenikkalke, der einen weit ſchwaͤchern Geſchmack hat, als die Arſenikſaͤure. Er iſt nicht feuerbeſtaͤndig, wie ſie, er loͤſt ſich im Waſſer wenig auf, dagegen die Saͤure dies leicht thut. Kurz, der Arſenikkalk loͤſt ſich im Waſſer um deſto mehr auf, je ſtaͤrker dephlogiſtiſirt er iſt. Sollten zwiſchen dem Arſenikkalke und der Arſenik⸗ ſaͤure nicht eben die Aehnlichkeiten ſtatt finden, die zwi⸗ ſeh dem Schwefel und der Vitriolſaͤure vorhanden ind? Meine Verſuche dienen zu einem neuen Beweiſe, daß der Arſenik die Eigenſchaften der Saͤuren beſitzt, weil er,— ſo wie ſie,— die im Waſſer vorhandene Kalk⸗ erde aufloͤſt, weil die fixe Luft, die er giht, ſich eben ſo in dem Zellgewebe der an der Sonne ſtehenden Blaͤtter zerſetzt, und ſich in ihnen in reine Luft,— welche einer von den Beſtandtheilen der fixen zu ſeyn ſcheint,— ver⸗ wandelt. Kurz, es ſcheint, der Arſenik ſei blos aus ſeiner Saͤure, mit dem Brennbaren verbunden, zuſammenge⸗ ſetzt. 1 e6t ni 1 mu ſcen!n im mN nd da I? dbetui A md ſehn; u Aehn een dn chläct 9 Quec, perer 1en lich hi Hrneſck Bandn kann.90 ſce Eh diick, u den Bm 3 Un ſafaaoi ſe du dahken 3r taliſche 8’ dige Nen b Joſf do Ver ihim Wg ſitzg w n Att en um⸗ acht och de ennbt ncie wodde, e g ie duh wande ndree rſoſſet ern, R V r Sen Kakte mit dn nack, Wig, 1 eSin ſich in ſiſſte Arfen die, xhandn iſe,d t, wi e Käl eben ſ Blatter he eine — ver. ſeiner menge ti uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 115 ſetzt. Hieran wird man nicht weiter zweifeln, wenn man Achtung gibt, daß wenn man ihn in einer Luft, die ſich erneuert, ſublimirt, alsdann das Brennbare ſich von ihm trennt, um ſich mit der gemeinen Luft zu verbinden, und daß er Salpeterluft hervorbringt, wenn man ihn der Salpeterſaͤure aufloͤſet. Allein dieſe Saͤure ſcheint immer phlogiſtiſirt zu ſeyn; ſogar ſcheint ſie mir mit der Phoſphorſaͤure große Aehnlichkeit zu haben. Sie iſt unter allen Mineralſaͤu⸗ ren die ſchwaͤchſte. Von den metalliſchen Aufloͤſungen ſchlaͤgt ſie blos die mit dem Eſſige gemachten und von den Queckſilber⸗ und Bleiaufloͤſungen nur die mit der Sal⸗ peter⸗ und mit der Seeſalzſaͤure gemachten, nieder; end⸗ lich entbindet ſie mit dem Zink entzuͤndbare Luft, wie Hrn. Scheele's ſchoͤne Verſuche, die man im 36ſten Bande der Schriften der Schwed. Akad. nachleſen kann. Das Siegel aber hat dieſer beruͤhmte Schwedi⸗ ſche Scheidekuͤnſtler ſeinen Entdeckungen dadurch aufge⸗ druͤckt, daß er durch Verbindung der Arſenikſaͤure mit dem Brennbaren den Arſenik ſelbſt wieder herſtellte. 3 5. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeldſten Zinkvitriols, auf die in dieſer Aufld⸗ ſung an die Sonne geſtellten Blaͤtter. Dieſe gluͤcklichen Erfolge brachten wich auf den Ge⸗ danken, daß wenn ich andre, im Waſſer aufloͤsbare me⸗ talliſche Koͤrper naͤhme, ich vielleicht ebenfalls merkwuͤr⸗ dige Reſultate erhalten wuͤrde. Ich entſchloß mich daher zu Anſtellung einer Reihe von Verſuchen mit den metalliſchen Salzen. Dieſe loͤſte ich im Waſſer auf, bis daſſelbe vollkommen damit ge⸗ ſaͤttigt war. Von einer ſolchen Aufloͤſung goß ich o Maaß H 2 unter 116 Unterſuchungen unter 25 Unzen Waſſer und ſtellte alsdann ein Pfirſich⸗ baumblatt in dieſem Gemenge der Sonne aus Dieſe Verfahrungsart beſolgte ich auch mit dem Zink⸗ vitriol. Ich miſchte naͤmlich 10 Maaß damit geſaͤttigtes Waſſer unter 25 Unzen gemeines, fuͤllte mit dieſem Ge⸗ menge eine Glocke an, legte dann ein Blatt hinein und brachte es nachgehends in die Sonne. Ich erhielt hier⸗ auf 3 Maaß Luft, die, als ich ſie mit 5 Maaß Salpe⸗ terluft vermiſchte, auf 53, Maaß vermindert wurden. Dies verraͤth eine ſehr reine, ſehr dephlogiſtiſirte Luft, da 1 Maaß gemeine, mit 2 Maaß Salpeterluft gemiſcht, auf 2½ Maaß vermindert wurden. Der Muͤhe waͤre es ohne Zweifel werth, wenn man die Menge ſowohl der im Zinkvitriol enthaltenen Vitriol⸗ ſäͤure, als des mit ihm verbundenen Halbmetalls be⸗ ſtimmte. Ich habe zwar dieſe nuͤtzliche Unterſuchung nicht angeſtellt, aber es iſt gewiß, daß dieſes im Waſ⸗ ſer aufgeloͤſte metalliſche Salz das der Sonne ausgeſetzte Blatt zwingt, Luft auszuſtoßen, welches es ohne die Ge⸗ genwart dieſer Aufloͤſung nicht thun wuͤrde, und die Luft, ſo man erhaͤlt, iſt weit reiner, und auch weit reichlicher, als jene, welche das ins Waſſer gelegte Blatt an der Sonne wuͤrde abſondern koͤnnen. Aber wird denn dieſe Luft durch die Saͤure entwickelt, die im Zinke verbunden und mit ihm im Waſſer aufge⸗ loͤſt iſt, und welche die in der— im Waſſer vorhande⸗ nen— Kalkerde befindliche fire Luft,(die durch Bei⸗ huͤlfe des Lichts im Zellgewebe des Blatts verarbeitet worden) herausgejagt hat? Oder iſt es wohl die Saͤure allein, getrennt vom Zinke, welche auf die im Waſſer vorhandene Kalkerde gewirkt hat? Dieſe Frage ſcheint mir nicht ganz entſchieden zu ſeyn. Da aber doch das Waſſer kruͤbe zu werden anfaͤngt, wenn das Licht auf das Blatt wirkt, und da alsdann ſich ein Bodenſatz oder ein Niederſchlag erzeugt, den man beſonders auf den bei⸗ i, beden S wohrſhe von de dent h4= gzeht 50. ſcſte maic ſic vihnt ſcd enſſt den zulh einigen ln cber al Saure di ntir gi 5 man auo0 56 N quſpebe in bi Urten (alen,0 nen, die termog ſalken. ſ 1o Maaſ durden, mat wa haumblau ſ Maaß ſeterluſt Vas haben w Nirſch⸗ V vem Zink eſättigtes uſem Ge nein und djelt hier 8ß Salhe wurden. * luft, d a gemiſch venn man 2 Pittol talls he . rſuchung = im Va Susgeſett e die G⸗ E die luſt Z ichliche, „I' an de = ntwicktl er auſge an orhende⸗ rch Bi⸗ ratbeitt Je Säurt Waſet Ze ſchein yoch das üicht vuf Sſät dde auf den bei⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 117 beiden Seiten des Blatts wahrnimmt; ſollte es alſo nicht wahrſcheinlich ſeyn, daß die Saͤure,— nachdem ſie ſich von dem Metall, mit dem ſie verbunden war, ge⸗ trennt hat,— allein auf die im Waſſer vorhandene Kalkerde wirkt? Da aber auf der andern Seite die ent⸗ bundene Luft reiner iſt, als die, welche das Blatt her⸗ auszieht, wenn man die reine Saͤure dazu gebraucht; ſollte man da nicht muthmaßen koͤnnen, daß das Metall ſich nicht gaͤnzlich von der Saͤure trenne? Hier bietet ſich eine ſchoͤne Reihe von ſchweren und wichtigen Verſu⸗ chen zu Aufloͤſung dieſer Fragen dar. Sie wird auch zu einigen beſondern Unterſuchungen Stoff geben. Wie dem aber auch ſei, ſo weiß man, daß die Kalkerden die Saure aus den Vitriolen ſcheiden, und indem ſie ſich mit ihr verbinden, die fixe Luft erzeugen. Eben ſo weiß man auch, daß der Zinkvitriol ſich ſehr leicht zerſetzt. 36. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeldſten aͤtzenden Queckſilberſublimats auf die in ſolchem Gemiſche dem Sonnenlichte aus⸗ geſetzten Blaͤtter. Unter denen im Waſſer aufloͤsbaren metalliſchen Salzen, iſt das aͤtzende Queckſilberſublimat eins von de⸗ nen, die ſich darin am beſten aufloͤſen. Das Waſſer vermag den„9ten Theil davon aufgeloͤſt, in ſich zu er⸗ alten. Sonach konnte ich rechnen, daß unter meinen 10 Maaß, die in 25 Unzen gemeines Waſſfer geſchuͤttet wurden, ohngefaͤhr 17 Gran aͤtzendes Queckſilberſubli⸗ mat waren. In dieſes Gemenge legte ich ein Pfirſich⸗ baumblatt und ſtellte es darin an die Sonne, worauf ich 5 Maaß Luft erhielt. Dieſe wurden mit 10 Maaß Sal⸗ peterluft vermiſcht, und ſodann auf 5½ Maaß vermindert. Was ſoll man von dieſer Erſcheinung denken? Hier haben wir eine von den allerdephlogiſtiſirteſten Luftgat⸗ H 3 tun⸗ 118 Unterſuchungen tungen, die es nur geben kann, und dieſe aus dem hef— tigſten Gifte. Dieſes Salz beſteht aus gleichen Theilen von abge⸗ trocknetem Queckſilberſalpeter, verpraſſelter Meerſalzſaͤure und weißgebranntem Eiſenvitriol. Dieſes Gemenge bringt man in ein heftiges Feuer. Die Vitriolſäure trennt alsdann die Meerſalzſaͤure und dieſe zerſetzt den Queckſilberſalpeter und verbindet ſich durch die Sublima⸗ tion mit dem Queckſilber. Zuvoͤrderſt laͤßt ſich nicht zweifeln, daß eine große Menge Queckſilber mit der Meerſalzſaͤure verbunden, we⸗ nigſtens dadurch auf eine ſonderbare Art modificirt wor⸗ den. Ihr Geſchmack iſt ganz verſchieden. Ihre Wir⸗ kungen gleichen ſich in nichts mehr. Die blauen Tink⸗ turen faͤrbt ſie gar nicht roth; mit den Kalkerden aber brauſt ſie auf und ihre Schwere findet ſich anſehnlich ver⸗ mehrt. Es ſollte daher wohl das Anſehen gewinnen, als ſei das Queckſilber wenigſtens in dreifacher Menge der Saͤure darin vorhanden. Alle dephlogiſtiſirende Koͤrper faͤllen den Queckſilber⸗ kalk. Dies thun die Schwererde und die Magneſie. Die entzuͤndbare Luſt und das licht firben ihn ſchwarz. Der Schwefſel zerſetzt ihn, indem er das Queckſilber in ſich nimmt. Die Kalkerde zieht ſeine Saͤure an ſich. Was folgt ſonach aus dieſen Thatſachen? Die Kalk⸗ erde beſitzt durch Beihuͤlfe der Wirkung der Sonne das Vermoͤgen, die in dem Queckſilberniederſchlage enthal⸗ tene Saͤure oder wenigſtens das darin, moͤglich vorhan⸗ dene, Uebermaaß derſelben an ſich zu ziehen, und ſie in Stand zu ſetzen, auf die im Waſſer anweſende Kalkerde zu wirken, damit dieſe den Blaͤttern die fire Luft dargebe, welche ſie hervorbringen kann. Ob dieſer Queckſilber⸗ kalk durch dieſes Mittel wirklich wieder hergeſtellt worden, ſo wie das Sonnenlicht das Hornſilber und einige Queck⸗ ſilber⸗ ¹66. ſbmitlcd Eine 16 immer, 3 ſt, dus en — hdie Do ſi 1 dueckſil zglrite Bäteln de hire 1 1 6Mm. 1 DMſt denen, c dem Fi ¹ mohle le dennahlice ſalgſäre dh üblmm 3—60 ſet, dij welches ze sden i von abge⸗ erſalzſäune Gemenge ditriolſäur erſeßt de Sublima eine guiß aunden, we riſteitt un⸗ Ihro Wi⸗ auen din drrden ohe ühnlich ba⸗ linnen, ab Menge de rueckſibe Magneſe 1 ſchwan⸗ ckſilber i de an ſh die Kab ponne das he enthe t votho und ſieil Kalkalde dargebe ueckſilete tt worden, ge Quech V ſilber⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 119 ſilberniederſchlaͤge wieder herſtellt, habe ich noch nicht ge⸗ wiß erforſchen koͤnnen. Eine ſehr bewundernswuͤrdige Erſcheinung bleibt es immer, daß ein ſo aͤtzender Koͤrper, wie das Sublimat iſt, das hineingelegte Blatt auf gar keine Weiſe verletzt, noch die Luft, welche es ausſtoͤßt, verunreinigt. Doch iſt nicht aus der Acht zu laſſen, daß alle Queckſilberſalze im Feuer und unterm Brennglaſe de⸗ phlogiſtiſirte uft geben und daß ſonach die vegetirenden Blaͤtter, in dieſem Falle ſo wie in allen andern, aus ihr die fixe Luft erhalten, welche ſie dephlogiſtiſiren. Gleichwohl iſt doch auch zu bemerken, daß die durch das Queckſilber neutraliſirte Seeſalzſaͤure ſich nicht mit denen, durch die Laugenſalze neutraliſirten, Saͤuren in eben dem Falle befindet: denn od ſie gleich alle aͤußere Merk⸗ mahle eines Mittelſalzes verraͤth; ſo wirkt ſie doch auf die Blaͤtter nicht eben ſo, denn bei dieſen gibt ſie ganz ſichere Merkmahle ihrer ſauren Eigenſchaft durch die fixe Luft von ſich, die ſie aus der Kalkerde entbindet und den Blaͤttern zuſchaft. Verwundern darf man ſich nicht, wenn die Quantitaͤt der entwickelten Luft ſo gering iſt. Die in dem Gemenge enthaltene Quantitaͤt der Seeſalz⸗ ſaͤure iſt weit minder, als jene, die ich zu meinen Ver⸗ ſuchen nehme: denn da nach gewoͤhnlicher Schaͤtzung dreimahl ſo viel Queckſilber darin vorhanden iſt, als See⸗ ſalzſaͤure; ſo iſt klar, daß da ſich 17 Gran aͤtzendes Sublimat unter der Miſchung befinden, auch ohngefaͤhr 5— 6 Gran Seeſalzſaͤure darin ſeyn muͤſſen, vorausge⸗ ſetzt, daß ſie vom Queckſilber ganz geſchieden worden, welches ich aber nicht glaube. § 4 37. Von b 120 Unterſuchungen 37. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloſten Eiſenvitriols auf die in ſolcher Aufld⸗ ſung der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter. Der Eiſenvitriol, welcher entſteht, wenn Eiſen in Virriolſ ure aufgeloͤſt und durchs Erkalten daraus gefuͤllt wird, iſt ein metalliſches Salz, das nach Bergmann's Beobachtungen 52 Theile Waſſer, 16 Theile Saͤure, und 32 Theile eines zum Theil ſeines Brennbaren be. raubten Eiſens enthaͤlt. Das Waſſer loͤſet davon uͤber die Haͤlfte ſeines Gewichts auf. Sonach waren unter meinen 10 Maaß,— die unter die 25 Unzen gemei⸗ nes Waſſer, worin ich die Blaͤtter an die Sonne ſetzte,— geſchuͤttet wurden, wenigſtens 16 Gran Saͤure und 32 Gran Eiſen. Ein Pfirſichbaumblatt gab mir in dieſer Aufloͤſung 3 Maaß Auft, davon 1 Maaß, mit 3 Maaß Salpe⸗ terluft vermiſcht, auf 24 Maaß vermindert wurden. Die Vitriolſaͤure mußte hier eine ziemliche Veraͤnde⸗ rung erlitten haben, denn die Menge, die unter dieſem Gemiſche war, muͤſte das Blatt gaͤnzlich zerſtoͤrt haben, und dieſes wuͤrde keine Luft gegeben haben, waͤre die Vi⸗ kriolſaͤure in ihrem natuͤrlichen Zuſtande geweſen⸗ Es hatte ſich wirklich ſtarker ockerartiger Niederſchlag erzeugt. Dies zeigte an, daß ein Theil des Eiſens ſich von der Saͤure getrennt und daß die phlogiſtiſirte Saͤure dadurch auf das Blatt gewirkt hatte, daß ſie ihm durch die Auf⸗ loͤſung der im Waſſer enthaltenen Kalkerde fixe Luft ver⸗ ſchaft. Die entbundene zuft hatte allerdings zu der Menge der Saͤure kein Verhaͤltniß, es war aber auch nur ein Theil davon geſchieden und umgeſchaffen worden. Davon uͤberzeugte ich mich durch Wiederhohlung des Verſuchs mit dem naͤmlichen Gemiſche, worin der erſte angeſtellt war, und dieſe ſehr phlogiſtiſirte Saͤure hat nicht dieſelbe Kraſt, als jene, die ganz rein iſt. 38. Von 9 98 aiie taſt 6½ f n Det za d Kupfm ſegegut W. Afdäſundin Pnn 1 Maßin Naß und Ha Pitniolch on deſcnn nir ein ſo ſchhꝛum r denelh läſſes Ku Iht, 3 ducte, ſn bachte 10 ſaue ſedi dor, welegi tkrioleußg ſelbe Quan Art verän Däſ tril onſt vid d ire Vith halten un Adene n Wuſſe her Auft⸗ ter. an Eiſen i aus gefllh gmanns le Sän nbaren be⸗ Savon ubr ſaren unt dzen gemi⸗ Ce ſette- „ Saure un J Aufläung Laß Sahe erden. Verände eter dieſn Zoͤrt haben, a re die d aſen⸗ G Sdg etzeug. 8 von di Se daduch a.) die luſ⸗ V X Luſt ber V 8s zu da Jaber auch da wodden. Dlung des a der eiſe hat nich 9. Vo uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 121 38. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten Kupfervitriols auf die in einer ſol⸗ chen Aufloͤſung an der Sonne ſtehenden Blaͤtter. Der Kupfervitriol oder, dieſes durch die Aufloͤſung des Kupfers in der Vitriolſaͤure entſtandene Salz loͤſt ſich ſehr gut im Waſſer auf. Zehn Maaß von einer ſolchen Aufloͤſung unter 25. Unzen gemeines Waſſer geſchuͤttet, zwangen ein in dieſem Gemenge an der Sonne ſtehendes Pfirſichbaumblatt, daß es 6 Maaß Luft gab, davon 1 Maaß, mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, auf 1 Maaß reducirt wurde. Hierauf machte ich mit der Kupferaufloͤſung in der Vitriolſaͤure ſelbſt einen Verſuch und miſchte 1 Maaß von derſelben unter 25 Unzen gemeines Waſſer, worauf mir ein in dieſem Gemiſch an der Sonne ſtehendes Pfir⸗ ſichbaumblatt 5 Unzen Luft gab. Als ich nachgehends zu demſelben Verfahren ein in der Salpeterſaͤure aufge⸗ loͤſtes Kupſer gebrauchte und in ſolcher Aufloͤſung ein Blatt, wie beim vorigen Verſuche, an die Sonne brachte, ſo erhielt ich daraus 3 Maaß luft. Sonach brachte Maaß von der Kupferaufloͤſung in der Vitriol⸗ ſaͤure ſelbſt, die nahmliche Wirkung in den Blaͤttern her⸗ vor, welche die 1o Maaß im Waſſer verduͤnnte Kupfer⸗ vitriolaufloͤſung erzeugte. Ohne Zweiſel mochte es die⸗ ſelbe Quantitaͤt von Saͤure und mochte darin auf gleiche Art veraͤndert worden ſeyn. Dieſelben Betrachtungen, die ich uͤber den Eiſenvi⸗ triol anſtellte, bieten ſich auch hier dar. Die Saͤure wird durch das Kupfer veraͤndert oder wenigſtens wird ihre Wirkſamkeit durch die Verbindung mit ihm aufge⸗ halten und ihre Wirkung auf die Kalkerde vermindert. Zudem erzeugt ſich in dem der Sonne ausgeſetzten Waſſer H 5 eben —-————(⸗—C—ę—ꝭ—ꝭꝑꝭCQCOQO ¶—Z—˖V—V—CQOꝑQ—᷑—O—ę—᷑—ꝭ—C—ꝭ—ꝭQ—Q—OQCQCQCQCLB—é—————— 12²2 Unterſuchungen eben der Niederſchlag, das blaue Waſſer ward durch⸗ ſichtig, die Saͤure ließ das Kupfer, welches ſie in ſich genommen hatte, fahren, um ſich an die Kalkerde, wel⸗ che ſie im Waſſer antrifft, zu haͤngen; zum wenigſten war das Blatt vornehmlich mit dem blaͤulichen Nieder⸗ ſchlage bedeckt. Ging denn die Operation im Blatte oder außer ihm durch Einwirkung der Sonne vor ſich? Das weiß ich nicht. Ich glaube nur, daß das Licht ſie beguͤnſtigte, und weiß recht wohl, daß beinahe gar kein Niederſchlag erfolgte, wenn ich das aus dem gemeinen Waſſer und den 10 Maaß Kupfervitriolauſloͤſung beſte⸗ hende Gemenge im Finſtern ſtehen ließ. 39. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten Sauerkleeſalzes auf die in dieſer Auf⸗ loſung an die Sonne geſtellten Blaͤtter. Wir wollen nun das Mineralreich verlaſſen und ins Pflanzenreich uͤbergehen, und ſehen, ob die Saͤuren, wel⸗ che man aus ihm erhaͤlt, die naͤmlichen Eigenſchaften in Beziehung auf die Blaͤtter,— die in ihnen, mit ge— meinem Waſſer vermiſcht, an der Sonne ſtehen,— haben. Dieſe Unterſuchung iſt nothwendig, weil die Pflanzenſalze von den Mineralſalzen abweichen. Erſtere ſind ſtaͤrker phlogiſtiſirt und beinahe immer in einer oͤlich⸗ ten Materie eingewickelt. Weichen ſie blos in dieſem Bezuge ab; ſo werden ſie ſchon zu Beobachtungen einen merkwuͤrdigen Stoff liefern. Da ſie aber ins Pflanzen⸗ reich gehoͤren, da ſie als ein Werk der Vegetation er⸗ ſcheinen oder da die Vegetation vielmehr ihre Grundtheile ſammelt und verbindet: ſo lag dran zu erfahren, was ſie wohl fuͤr einen Einfluß auf Erzeugung der ſixen Luft in dem Waſſer, worin ſie aufgeloͤſt ſind, haben koͤnnten, und was das fuͤr reine Luft ſeyn wuͤrde, welche die in die⸗ ſem 12 in bn durfen dieſetul n dennh Mii 4 tnfl a ſolzſtn 1 gleit en! kleeſche ü enthem f triolſt n ie bein D kleſc ca d em, 2 des V ine Äl2 idee p at, 1 dünen ſofe e daß ☛ und ln; richt achtu m n kkeſol 2 feuerb dn nem Lrr nes M d durch. ie in ſch rde, wel venigſten Nieder⸗ Bltte wor ſich! zücht ſe gar kein gemeinen ang beſte „Waſet Jſer Au vr. F urd its en, vel S'aſten i 4 mit ge ken,— weil di 2 Erſter eer dich a dieſem aen einen dfanzen tion er⸗ =ndtheile 4 was ſe 4 Luff in Akoͤnnten, jin di ſem uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 123 ſem Gemenge der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter ausſtoßen duͤrften? Das Saurkleeſalz loͤſt ſich ſehr gut im Waſſer auf. Zehn Maaß von dieſer Aufloͤſung unter 25 Unzen gemei⸗ nes Waſſer geſchuͤttet, lockten aus einem in dieſem Ge⸗ menge der Sonne ausgeſetzten Pfirſichbaumblatte 8Maaß Luft und als ich nur Maaß davon mit 4 Maaß Salpe⸗ terluft miſchte, ward alles auf 2 ½ Maaß vermindert. Dieſe Quantitaͤt von Luft iſt eben ſo ſtark, als wie jene, die man erhaͤlt, wenn man die 25 Unzen Waſſer mit 4 Maaß Vitriolſaͤure ſaͤuerlich macht, und ſie iſt vor⸗ trefflich. Sollte aber dieſe Quantitaͤt von Saurklee⸗ ſalzſaͤure wohl der in ½ Maaß Vitriolſaͤure enthaltenen gleich ſeyn? Und ſollte es dieſer Quantitaͤt von Saur⸗ kleeſalz beduͤrfen, um alle in der Kalkerde des Waſſers enthaltene fixe Luft auszuziehen, da z dieſer Maaße Vi⸗ triolſaͤure dieſe Wirkung, ja ſogar eine groͤßre hervor⸗ bringt? Dies kann ich nicht glauben, in der Saur⸗ kleeſalzaufloͤſung muß gewiß mehr Saͤure enthalten ſeyn, als in dem Viertelmaaße Vitriolſaͤure: allein es iſt dieſes Salz,— ſo wie alle Pflanzenſalze, ſehr in eine oͤlichte Materie eingewickelt. Wahr iſt es, daß es mir der Kalkerde eine ſonderbare chemiſche Verwandſchaft hat, daß es ſie mit Gewalt angreift, daß es von ihr gaͤnzlich zerſetzt wird, und daß ein Theil von ſeinen Grund⸗ ſtoffen ſich mit ihr verbindet. Aber ſelbſt dieſes beweiſt, daß es kein von fremdartigen Theilen befreites Salz iſt, und daß der mit ihm verbundene Theil auf die Kalkerde nicht zu wirken vermoͤge, wie aus den folgenden Beob⸗ achtungen erhellet. Hr. Wiegleb hat naͤmlich erwieſen, daß das Saur⸗ kleeſalz ein weinſteinartiges Salz, eine eigene mit dem feuerbeſtaͤndigen Laugenſalze verbundene Saͤure, mit Ei⸗ nem Worte, ein mit uͤbermaͤßig vieler Saͤure verbunde⸗ nes Mittelſalz iſt. Hieraus folgt ſonach, daß un den Mit⸗ ——õyõ—j————— 124 Unterſuchungen Mittelſalzen aus dem Mineralreiche,— welche Gegen⸗ ſtaͤnde meiner vorhergehenden Verſuche waren,— die Grundtheile irmiger in ihrer Zuſammenſetzung verbun⸗ den ſind, daß im Saurkleeſalze das Laugenſalz nur ganz ſchwach mit der Saͤure verbunden iſt und daß das icht es ſehr geſchwind und in reichem Maaße zerſetzt, weil die getrennte Saͤure beinahe eben ſo kraͤftig auf die Kalkerde wirkt, als wenn ſie ganz entbloͤßt waͤre. 40. Von der Wirkung des Zuckers und der Zu⸗ ckerſaͤure, wenn ſie in gemeinem Waſſer aufgeldſt werden, auf Blaͤtter, die man in dieſen Auf⸗ loͤſungen der Sonne ausſetzt. Der Zucker iſt ein weſentliches Salz, das, nach Bergmanns Verſuchen, eine eigne, mit ein we⸗ nig Laugenſalz und vielen fetten Materien verbundene Saͤure enthaͤlt. Die Unterſuchungen dieſes ſchwediſchen Scheidekuͤnſtlers ſind ſeiner wuͤrdig, ich geſtehe aber, ich bin noch nicht ſo recht uͤberzeugt, daß die Saͤure, welche dieſer Gelehrte durch eine ſtarke Portion Salpeterſaͤure herauszog, eine eigne Verbindung dieſer Saͤure war, oder daß durch dieſes Verfahren die Natur der weſentli⸗ chen Saͤure des Zuckers umgeſchaffen worden. Ich ſchuͤttete von einem mit Farinzucker geſaͤttigten Waſſer 10 Maaß in 25 Unzen gemeines Waſſer, ſchuͤt⸗ tete dieſes Gemiſch in eine Glocke, legte dann ein Pfir⸗ ſichbaumblatt hinein und ſtellte es darin an die Sonne, worauf ich ½ Maaß Luft erhielt, und dieſes ward nach geſchehener Miſchung mit 1 Maaß Salpeterluft, auf 3 Maaß vermindert. Dieſen Verſuch wiederhohlte ich hierauf nach eben dem Verfahren, mit feinem Zucker, und erhielt ſodann 1 Maaß Luft. Es mi. dels das 9a auct nig? ſeid⸗ aͤnn del diſs ſ ein und Zuns rene aule mo gles ren treis mate ſes). bilin lierd ſich minn daß uͤben hal laſſ Blaͤ V lirten unten Geger⸗ — de verbun⸗ nur ganz das Licht weil die Ralkende der Ii⸗ ufgeliſ 8 Auf⸗ s, vach Flein we⸗ bundene pediſchn ober, ih 1, welch Peterſäue äire wor, weſent ſaͤtigtn Je ſti gein Pfi 8 Sonne 1rd vach 3ft, ai ach eben et ſodonn E uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 125 Es duͤrfte anfaͤnglich ſcheinen, als ſei Hrn. Berg⸗ manns Meinung, der Kalk benehme dem Zucker bei der Zubereitung die zu viele Saͤure, ungegruͤndet, weil das Blatt in der Aufloͤſung des feinen Zuckers mehr Luſt gab, als in der Auſtoͤſung des Farinzuckers; allein es iſt auch wohl zu merken, daß der Farinzucker eine weit ho⸗ nigartigere oder ſchleimerigere Materie enthaͤlt, als der feinere, und daß dieſe Materie die Vegetation des Blatts aͤndert und ſeine Zwiſchenraͤumchen verſtopft, wie mit den Blaͤttern geſchah, die ich mit Honig uͤberſtrich, und die keine Luft ausſtießen. Mir will es ſcheinen, daß die Saͤure des Zuckers eine, mit dem Brennbaren verbundene, fixe Lüft ſei, und daß wenn man es durch die Salpeterſaͤure aus dem Zucker zieht, man die fixe uft ſeines meiſten Brennba⸗ ren beraubt. Man wird dies bald gewahr, wenn man auf die erſtaunend ſtarke Verwandſchaft der Zuckerſaͤure mit den kalkartigen Materien und den Laugenſalzen, des⸗ gleichen auf die Leichtigkeit, mit der alle die andern Saͤu⸗ ren ſie aus andern Koͤrpern, mit denen ſie verbunden iſt, treiben, Achtung gibt. Noch weit weniger aber wird man hieran zweifeln, wenn man erwaͤgt, daß man die⸗ ſes Zuckerſalz durch daſſelbe Verſahren aus allen vegeta⸗ biliſchen Dingen ziehen kann, daß es in den Vegetabi⸗ lien bald mehr, bald weniger entwickelt iſt, und daß es ſich, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, in der ſchlei⸗ michten Materie immer erzeugt. Ich glaube auch wohl, daß das eben hier Geſagte, zu Anfang deſſen, was ich uͤber die Pflanzenſalze geſagt, eine ſchicklichere Stelle ge⸗ habt haͤtte, ich wuͤrde aber da keine ſo gluͤckliche Veran⸗ laſſung dazu gefunden haben. Ich habe uͤber die Wirkung der Zuckerſaͤure auf die Blaͤtter Verſuche angeſtellt. Ich loͤſte welche in deſtil⸗ lirtem Waſſer auf und ſchuͤttete alsdann 20 Maaß davon unter 25 Unzen gemeines Waſſer, legte ein Derſich b auni⸗ —— 1 1 1—— —y——— 126 Unterſuchungen baumblatt hinein und ſtellte endlich die ganze Zurichtung an die Sonne. Ich bemerkte hierbei, daß das Waſſer ſich Anfangs truͤbte, aber bald ſeine Durchſichtigkeit nach und nach wieder annahm. Das Blatt gab mir den einen Tag 14 Maaß Luft und ein andres einen andern Tag 13 Maaß in demſelben Gemiſche. Im Gefaͤße hatte ſich ein weißer Bodenſatz erzeugt, welcher das im Waſſer beinahe unaufloͤsbare, durch die Verbindung der Zuckerſaͤure mit der Kalkerde entſtandene, Salz war. Dies dient dem ſo oft Geſagten zu einem neuen Beweiſe. Dieſe betraͤchtliche Menge Luft, ſo ich erhielt, zeigte an, daß ſehr viel fixe Luft entbunden worden, und dieſe hatte das Waſſer aufgeloͤſt und das Blatt eingeſogen und ver⸗ arbeitet. Nun kennt man aber die große Verwandſchaft der Zuckerſaͤure mit der Kalkerde, man weiß, daß ſie ſich mit dem erdigen Grundſtoff, den man ihr darbietet, nicht anders verbindet, als indem ſie die fixe Luft entbin⸗ det, welche jener enthaͤlt. Sonach nehmen wir in die⸗ ſem Falle deutlich die Wirkung wahr, welche alle Salze auf die Kalkerde in dem Waſſer, das ich zu meinen Ver⸗ ſuchen gebrauchte, geaͤußert haben. Den Beweis da⸗ von finden wir in dem getruͤbten Waſſer, in deſſen wie⸗ derangenommener Durchſichtigkeit, in der großen Menge fixer Luft, die verarbeitet worden, und in dem Mittel⸗ ſalze, das ſich im Geſchirre zu Boden ſetzt, welches of⸗ fenbar die Verbindung der Zuckerſaͤure mit der Kalkerde anzeigt. 41. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeldſten Benzoeſalzes auf Blaͤtter, die in dieſer Aufloͤſung dem Lichte ausgeſetzt worden. Das kochende Waſſer zieht aus dem Benzoe ein ſau⸗ res Salz aus, das man auch durch die Sublimation er⸗ haͤlt. tS Am Hiſe I T 101 E r1 21) richimg Vaſe chnigtet mir den Nanden Gefäßt er das in dung d dalz wer Beneſt peigke c, wieſe hat V und ve⸗ andſchot „daß ſe darbiett fft entin iitin ie le Soh inen Ve weis do eſen wi en Meng Miu llches i Kalkene V ein ſäll ation er hät uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 127 haͤlt. Als ich dieſes Salz im Waſſer aufloͤſte und von dieſer Aufloͤſung 10 Maaß unter 25 Unzen gemeines Waſſer ſchuͤttete; ſo gab mir ein unter einer Glocke in dieem Gemiſche an der Sonne ſtehendes Pfirſichbaum⸗ blatt ³ Maaß Luft. Dieſe miſchte ich mit 2 Maaß Sal⸗ peterluſt, wodurch ſie auf 15 Maaß reducirt wurden. Zu zweifeln iſt nicht, daß ein ſolchergeſtalt ſublimir⸗ tes Salz ausnehmend phlogiſtiſirt und wenig aufloͤsbar ſei. Das Brennbare allein konnte dieſe Saͤure ſublimi— ren. Erſtaunen wird man nicht, daß die Quantitaͤt der entwickelten Luft ſo gering war, um ſo weniger, da ich ſeitdem die Erfahrung gemacht, daß 1 Unze Waſſer kaum 1 Gran von dieſem Salze aufloͤſt, das ſie ſich aber uͤbrigens, ſo wie die andern, mit den Laugenſalzen und der Kalkerde verbindet, wie uns die, im ten Theile von Crell's Chemiſchen Journals beſchriebenen, Verſu⸗ che des Hrn. Lichtenſteins belehren. 42². Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten Weinſteinrahms auf die Blaͤtter, die in dieſer Aufloͤſung ſeiner Einwirkung uͤber⸗ laſſen ſind. Der Weinſtein oder der Weinſteinrahm iſt eine Art eines weſentlichen Salzes, der ein gemeines mit Pflan⸗ zenſaͤure uͤberſaͤttigtes feuerbeſtaͤndiges Laugenſalz zum Grundſtoff hat. Er loͤſt ſich wenig im Waſſer auf, denn eine Unze deſſelben loͤſt kaum 3 Gran davon auf. Ob nun gleich dieſe Saͤure ſo wenig aufloͤsbar und mit einem Laugenſalz verbunden iſt? ſo gab mir doch ein Pfirſich⸗ baumblatt unter einer Glocke,— die mit einem aus 25 Unzen gemeinem Waſſer und 10 Maaß dieſer Salz⸗ aufloͤſung beſtehenden Gemiſche gefuͤllt war,— 1½ Maaß Luft. Dieſe miſchte ich mit 4 Maaß Salpeterluft, wor⸗ auf ſie auf 2 vermindert wurden. Die Menge der Luft und ——————————— 128 Unterſuchungen ihre Guͤte verſtatten mir nicht zu glauben, daß dieſe Luft dem Blatte zugehoͤrte, als ich es unter die Glocke brachte. Wahr iſt es, daß dieſes Salz etwas weniger oͤlgg iſt, als die andern Pflanzenſalze, allein die Zerlegung zeigt bald das Daſeyn ſeines Oels und Buquet hat beobach⸗ tet, daß wenn man es im Waſſer liegen laͤßt, ſich immer etwas davon losmacht, was gaͤhrt. 43. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloſten Seignetteſalzes auf Blaͤtter, die man in dieſer Aufloͤſung der Einwirkung des Son⸗ nenlichts ausſetzt. Der mit dem mineraliſchen Laugenſalze verbundene Weinſteinrahm, erzeugt das Seignetteſalz, das im Waſſer ſehr aufloͤsbar iſt. Da es aber doch ſtaͤrker mit Laugenſalz verſetzt iſt: ſo iſt es minder faͤhig, die Blaͤt⸗ ter, die in Waſſer,— worin von dieſem Salze aufge⸗ loͤſt worden,— an der Sonne ſtehen, zu zwingen, Luft abzuſondern: denn 10 Maaß von dieſer Aufloͤſung unter 25 Unzen gemeines Waſſer gemiſcht, lockten aus einem in dieſem Gemenge an der Sonne ſtehenden Blatte nur 5 Maaß Luft heraus, die, mit 1 Maaß Salpeter⸗ luft vermiſcht, auf 1 Maaß reducirt wurden. Als ich 24 Maaß ven dieſer Salzaufloͤſung unter eine gleiche Menge Waſſer ſchuͤttete, gab mir ein darin an der Sonne ſtehendes Blatt 1½ Maaß Luft. Unterdeſſen waren beim erſten Verſuche ohngefaͤhr 100 Gran vom Seignetteſolz, unter dem Gemiſche und bei dem im vorhergehenden Abſchnitte beſchriebenen war ohngefaͤhr 1 Gran Weinſteinrahm. Woraus weiter folgt, daß die durch ein Laugenſalz neutraliſirte Saͤure ihr Vermoͤgen verliert auf die Kalkerde zu wirken, und denen Ben ſichbres von— ar Sah ſchen die 3⸗ AboE aloi ungig beobach, c imme Waſer die man Son⸗ erbunden das in tärker mi die Bli⸗ tze cuße zwingen luflöſum cten au en Blale Salpeter Alsic e gleich er Sonne jngeſchr V ſche und nen war weiter uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ꝛc. 129 denen Blättern, die in dem Waſſer, worin ſie vorhan⸗ den iſt, an der Sonne ſiehen, die d dac) dieſe Einwir⸗ kung entwickelte fire Luſt zu verſchaffen. Die bei gegen⸗ waͤrtigem V Verſuche erzenge Luft iſt wenigſtens zum groͤß⸗ ten Theil das Produkt der im Blatte enthaltenen Luſt. 44. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten tartariſirten Weinſteins auf Blaͤtter, velche in dieſer Augoͤſung der Sonne ausge⸗ ſetzt ſind. Der aus der Verbindung der Weinſteinſaͤure mit dem Laugenſe s des Pflanzenreichs entſtandene tartari⸗ ſirte Weinſtein beſtaͤtigt ganz alles, was ich beim vori⸗ gen Verſuche Srohathleke. Ob nun gleich dieſes Salz ſich im Waſſer ſehr leicht aufloͤſt und ob wohl die unter 25 Unzen gemeines Waſſer geſchuͤtteten o Maaß von dieſer Aufloͤſt ng,— in welchem Gemiſche das Pfir⸗ ſichbaumblatt an die Sonne geſtellt ward,— viel da⸗ von enthielten: ſo gab doch das Blatt an der Sonne nur ½Maaß Luft, da as nach geſchehener Miſchung mit 1 Maaß Salpeterluft auf ½ Maaß vermindert wurde. 1 d Ich zweifle, daß dieſe Luft durch die Wirkung des Salzes auf das Blatt erzeugt worden: eher duͤrfte mirs ſcheinen, daß ſie die im Blatte enthaltene, und durch die Sonne aus dem Zellgewebe gejagte Luft geweſen. Aber 80 Maaß von dieſer Satzaufloͤſung im Waſſer, un⸗ ter 25 Unzen gemeines Waſſer geſchuͤttet, noͤthigten das Blatt, daß es 1½ Maaß reine Luft ausſtieß. Senebier 4. Th. J 45. Von 130 Unterſuchungen 45. Von der r Wirkung der in gemeinem Waſſer aufgeldſten Weinſteinſaͤure auf Blaͤtter, die man in dieſer Aufloͤſung an die Sonne ſtellt. Was allem dem, was ich uͤber die Mittelſalze ge⸗ ſagt, zur Beſtaͤtigung dient, iſt der Umſtand, daß die durch Deſtillation von allen ihr etwan anhaͤngenden fremdartigen Theilen am vollkommenſten gereinigte Wein⸗ ſteinſaͤure weit m rehr Luft erzeugte, als keine von jenen. Ich legte daher ein Pfirſichbaumblatt in 25 Unzen ge⸗ meines Waſſer, das ich vorher mit o Maaß von einem mit dieſem Salze geſaͤttigten Waſſer gemiſcht hatte, und brachte es darin an die Sonne, worauf es 34 Maaß ei⸗ ner ſchaͤumenden Luft gab, deren Guͤte mir anfaͤnglich ſehr verdaͤchtig war. Da man aber nie dem aͤußern Scheine trauen muß, ſo miſchte ich dieſe 3 Maaß ent⸗ wickelte Luft mit 6 Maaß Salpeterl uft, worauf ſie auf 5½ Maaß vermindert wurden, ein Beweis, daß dieſe duß ſehr rein war. Man ſieht beſtaͤndig, daß alle Arten der Saͤuren in allen Faͤllen dieſelben Wirkungen hervorbringen, daß,— indem ſie auf die Kalkerde wirken,— ſie immer die Quelle der reinen Luft ſind und ſie ſehr reichlich entbinden, wenn ſie nur nicht bereits mit den Laugenſalzen geſaͤttigt ſind. Uebrigens weiß man, daß die Kalkerde eine ziem⸗ lich beſtimmte Verwandſchaft mit dem Weinſtein hat und daß ſie ſich mit ihm nicht eher verhinden ,als bis ſie ihre fire Luft verlohren hat. 8 Miner dran, zenſau man eine? und? ſind, dungs werde von m. diejen nichts tigen wenn D noch k kurſorſ wahtg Verm ſtehen als d ihnen ſamke ſtellte nahm T Wein raubte dunge *, die ne telſalze g d, daß de haͤngendn igte Vein von jenen Unzen von einen hatte, m Maaß e 11 anfängich em auſen Maaß er⸗ auf ſieaſ daß die Saͤuren in , daß V immet de entbinden n geſältit eine ziem⸗ V in hat un V js ſe i 5. Vol uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 131 46. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten Brechweinſteins auf die Blaͤtter, die man darin der Sonne blosſtellt. Die Wirkungen der mit den Metallen verbundenen Mineralſaͤuren hatte ich unterſucht. Nun lag noch viel dran, die Wirkungen der mit ihnen verbundenen Pflan⸗ zenſäuren kennen zu lernen. In der Naturlehre muß man ſich vor der Analogie huͤten. Es iſt beſſer, durch eine Reihe einfoͤrmiger Verſuche Langeweile zu machen, und Thatſachen auszufinden, die wirkliche Wahrheiten ſind, als auf Koſten der Beurtheilungskraft die Einbil⸗ dungsk aft auf die Probe zu ſtellen. Ich hoffe auch, man werde mir dieſe betraͤchtliche Anzahl von Verſuchen, da⸗ von mir keiner unnuͤtz zu ſeyn ſcheint, zu gut halten, weil diejenigen unter allen von mir erzaͤhlten, aus denen man nichts neues lernt, doch wenigſtens dienen, ſie zu beſtaͤ⸗ tigen und Vertrauen einzufloͤßen, das man haben muß, wenn man mich mit Nutzen leſen will. Dieſe Betrachtungen koͤnnen weder zu oft wiederhohlt, noch kann ihr Einſluß auf die Unterſuchungen der Na⸗ turforſcher je zu maͤchtig werden. Wir haben uͤberhaupt wahrgenommen, daß die metalliſchen Salze weniger Vermoͤgen haben, die in gemeinem Waſſer an der Sonne ſtehenden Blaͤtter zu zwingen, daß ſie uft abſonderten, als die unvermiſchten. Die Metalle, welche ſich mit ihnen verbanden, hielten einen großen Theil ihrer Wirk⸗ ſamkeit auf; allein meine mit dem Brechweinſtein ange⸗ ſtellten Verſuche bieten den Scheidekuͤnſtlern eine Aus⸗ nahme von der Regel dar. Die Weinſteinſaͤure, welche in der Verbindung des Weinſteins mit dem, ſeines Brennbaren zum Theil, be⸗ raubten, Spießglaſes beſteht, iſt unter allen Verbin⸗ dungen des Weinſteins diejenige, welche macht, daß die J 2 Blaͤt⸗ 13² Unterſuchungen Bhätter, die man in einem damit geſchwaͤngerten Waſſer an die Sonne ſtellt, die meiſte Luft ausſtoßen, was aber noch mehr iſt, dieſe Zubereitung veranlaßt ſogar, daß die Blaͤtter mehr Luft noch abſondern, als der Weinſtein ſelbſt. Was aber noch mehr Verwunderung erwecken muß, iſt die geringe Quantitaͤt von Brechweinſtein, die zu die⸗ ſem Verſuche erfodert wird. Eine halbe Unze Waſſer loͤſt davon ohngefaͤhr 5 Gran auf, woraus folgt, daß meine 10 Maaß deſſen ohngefaͤhr 23 Gran enthalten muͤſ⸗ ſen, allein dieſe 23 Gran enthalten auch noch einen Zu⸗ ſatz von Spießglas; wahr iſt, daß die Weinſteinſaͤure das Halbmetall nur ſo weit aufloͤſt, als es dephlogiſtiſirt iſt. Doch dem ſei, wie ihm wolle, ſo verurſachten doch dieſe o Maaß von dem mit Brechweinſtein geſaͤttigten Waſſer, als ſie unter 25 Unzen Waſſer geſchuͤttet und darin an die Sonne geſtellt wurden, daß ein hineinge⸗ legtes Pfirſichbaumblatt 6 Maaß Luft ausſtieß, davon 1 Maaß mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht auf 13 Maaß vermindert wurden. Dieſer Verſuch beſtaͤtigt meine Vermuthungen, uͤber die Wiederherſtellung der Metallkalke durch die Einwir⸗ kung des lichts auf die von dem Waſſer, worin die Me⸗ tallkalke aufgeloͤſt worden, durchdrungenen Blaͤtter; we⸗ nigſtens zeigt er eine eigne Zerſetzung des mit dem Me⸗ tall verbundenen Salzes an: denn kurz, es muß noth⸗ wendig alle Saͤure aus der Miſchung geſchieden worden ſeyn, wenn ſie auf die Kalkerde im Waſſer wirken ſoll. 47. Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer verduͤnnten Eſſigſaͤure auf die darin an die Sonne geſtellten Blaͤtter. Ueber die Eſſigſaͤure habe ich bereits mehrere Verſu⸗ che angeſtellt und dazu immer den vollkommen rektiſicir⸗ ten Woſee N war aber gar, daß Weinſten ſcken muß, dee zu de ze Waſſe olgt, da alten mi einen J aſteinſäu hlogiſtiſt achten do geſäͤttigtn huͤttet un hineinge eß, dadun f1 Maj ngen, ü ie Einwi⸗ n die M aͤter; we dem NMo muß tolh den worden ken oll V Wiſſt in die re Vaiſ rektiſicie ten uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 133 ten Gruͤnſpangeiſt, deſſen Daͤmpſe entzuͤndbar waren, ge⸗ braucht und nach vielem Probiren gefunden, daß; Maaß von dieſem Weineſſig, unter 25 Unzen gemeines Waſſer geſchuͤttet, aus einem in dieſem Gemiſche an der Sonne ſtehenden Pfirſichbaumblatte 14 Maaß Luft herauslockte, davon 6 Maaß mit 12 Maaß Salpeterluft vermiſcht, auf 7½ Maaß vermindert wurden. Die Eſſigſaͤure zieht alſo aus den Blaͤttern mehr Luft, als die in gleicher Doſe gebrauchte Vitriol⸗ und Salpe⸗ terſaͤure, auch iſt dieſe Luft von ausnehmender Guͤte. Sollten ſie in dieſer Betrachtung nicht Aehnlichkeiten mit der Meerſalzſaure haben? Beide wirken maͤchtig auf die Kalkerde und ziehen die fixe, und vielleicht eine eigne fixe zuft heraus, die ſich beſſer zerſetzt und mehr reine Luft gibt. Zu bemerken iſt, daß der rektiſieirte Weingeiſt, den man mit kalkartigen Materien in einem Flintenlaufe be⸗ handelt, gleich den andern Saͤuren fixe und dephlogiſti⸗ ſirte zuft gibt, wie Hr. de Laſſone in den Mem. de Pacad. des Sc. de Paris fuͤr 1776 gezeigt hat. Allein die Erſcheinung, die der Eſſig hervorbringt, iſt ſehr ſonderbar. Seine Daͤmpfe ſind entzuͤndbar, gleichwohl loͤſt er die Kalkerde auf und gibt eine fixe kuft, die das Blatt ſehr gut verarbeitet und in ſehr reine Luft verwandelt. 48. Von der Wirkung der im Waſſer aufgeld⸗ ſten blaͤtterichten Weinſteinerde auf Blaͤtter, die in dieſer Aufloͤſung an der Sonne ſtehen. Die blaͤkterichte Weinſteinerde beſteht aus der Eſſig⸗ aͤure, verbunden mit dem feuerbeſtaͤndigen Laugenſalze J 3 aus 134 Unterſuchungen aus dem Pflanzenreiche. Dieſes Salz iſt im Waſſer ausnehmend aufloͤsbar. Als ich 10 Maaß mit dieſem Salze geſaͤttigten Waſſers unter 25 Unzen gemeines Waſſer ſchuͤttete, eine Glocke mit dieſem Gemiſche fuͤllte, alsdann ein Pfirſichbaumblatt darunter brachte und die Glo⸗ cke darauf an die Sonne ſtellte; ſo bekam ich 23 Maaß Luft, davon 1½ Maaß, mit 3 Maaß Salpeterluft ge⸗ miſcht, ſich auf 1½ Maaß verminderten. Wir werden hier ferner noch wahrnehmen, wie groß die Einwirkung des Laugenſalzes auf die Hemmung der ſo großen Wirkſamkeit der Eſſigſaͤure iſt; unterdeſſen kommt ſie doch wieder zum Vorſchein, da unter 23 Thei⸗ len von der blaͤtterichten Weinſteinerde 16 Theile Lau⸗ genſalz und nur 7 Theile Saͤure ſind. Man ſieht aber auch, wie ſtark das Licht wirkt, um die Saͤure aus die⸗ ſem Mittelſalze zu treiben und dem Blatte die fixe Luft zu verſchaffen, die es verarbeiten ſoll. Ohne Zweiſel be⸗ guͤnſtigt das Licht die Verwandſchaft des Weinſteins mit der Kalkerde: allein ich habe, weder wenn ich die Por⸗ tion dieſes Salzes vermehrt, noch wenn ich ſie vermin⸗ dert, bemerkt, daß die Menge der vom Blatte ausge⸗ ſtoßenen Luft waͤre vergroͤßert, oder vermindert worden. 49. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloſten Bleiſalzes auf die Blaͤtter, die in die⸗ ſer Aufloͤſung an die Sonne gebracht wurden. Das Bleiſalz wird durch die Verbindung der Eſſig⸗ ſaͤure mit dem Bleiweiße, und dieſes ſelbſt durch die Wir⸗ kung des Eſſigs auf das Blei hervorgebracht. Dieſes Salz loͤſet ſich im Waſſer ſehr gut auf. Ich ſchuͤttete ro Maaß von dieſer Aufloͤſung unter 25 Unzen gemeines Waſſer, fuͤllte damit eine Glocke an und nach⸗ dem Waſſe dieſem ſemeines de fuͤlte die G Mafß rluft ge wie giiß ing der nterdeſſe 33 T heile da ſieht de eaus di ireluſtu weiſel be ſteins mi die Dor te verwin ktte ausge vorden. Waſe je in die ht der Eſſi⸗ die Wir⸗ f. Ic 5 Unxen nd noh⸗ dem uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 135 dem ich noch vorher ein Blatt hineingelegt, ſo ſtellte ich die Glocke an die Sonne. Ich bekam hierauf 4 Maaß Luft, dovon ich 1 Maaß mit 3 Maaß Salpeterluft miſchte, welche ſodann auf 2 vermindert wurden, welches ein Be⸗ weis ſehr guter Luft war. Man nimmt einen weißen Niederſchlag wahr, der ſich an das Blaͤtt legt, waͤhrend der Zeit, daß es am Lichte ſteht. Dies verraͤth die Zerſetzung des metalliſchen Kalkes, wie ich im Vorhergehenden geſagt. 50. Von der Wirkung derer in gemeinem Waſ⸗ ſer aufgeldſten Pflanzenſaͤuren auf die Blaͤtter, welche man in dieſer Aufloͤſung an die Sonne bringt. — Nachdem ich dieſe ziemlich anſehnliche Menge ver⸗ ſchiedener Verſuche angeſtellt hatte; ſo wollte ich doch dabei noch nicht ſtehen bleiben, und ob ich mir gleich nicht vorſetze, ſie alle zu erſchoͤpfen; ſo wuͤnſche ich doch wenig⸗ „ ſtens nicht, die weſentlichſten zu vernachlaͤſſigen. Ich wollte daher ſehen, was die durch die Deſtilla⸗ tion aus den Pflanzen gezogene Saͤure auf die Blaͤtter fuͤr Wirkung zußern wuͤrde, wenn man die Saͤuren erſt mit gemeinem Waſſer vermiſchen, und alsdann die Blaͤt⸗ ter in dieſem Gemiſche der Sonne ausſetzen wuͤrde. Ich muß hier bekennen,— was ich ſchon bei jedem Abſchnitte haͤtte thun ſolen,— daß ich der Hoͤflichkeit des Hrn. Tingy alle Zubereitungen, deren ich mich bedient, zu danken gehabt. Von ihrer Vollkommenheit werde ich gewiß einen ſehr vortheilhaften Begriff erwecken, wenn das Publikum die Fruͤchte ſeiner Bemuͤhungen in der Zerlegung der Vegetabilien wird genießen koͤnnen. Dieſe Saͤuren habe ich auf dieſelbe Art gebraucht, naͤmlich ich ſchuͤttete 6Maaß von jeder unter 25 Unzen J 4 gemei⸗ —————ͦ—Ö————— 1 136 Unterſuchungen gemeines Waſſer, legte alsdann ein Pfirſichbaumblatt hinein und ſtellte es an die Sonne. *) Nach dieſem Perfahren erhielt ich aus der 4——..— 5 Saͤure des Franzoſenholzes 91 M aß Luſt. Dieſe vermiſchte ich mit 16 Maaß Salpeterluft, worauf ſie auf 54 Maaß vermindert wurden. Sonach ward; Maaß von dieſer Luft, mit 2 Maaß Salpeterluſt vermiſcht, auf Maaß reducirt, dagegen Maaß von der gemeinen Luſt, mit 2 Maaß Salpeterluft vermiſcht, auf 24 Maaß vermindert ward. 3 2) Die Saͤure des Buchsbaumholzes gab mie durch ein gleiches Verfahren 84 Maaß uft, davon 1 Maaß mit 6 Maaß Salpeterluft vermiſcht, ſich auf 3 Maaß verminderten. 3) Die Saͤure der Rosmarinblaͤtter gab mir, nach der naͤmlichen Methode, 6 Maaß Luft, die, nach geſchehener Vermiſchung mit 12 Maaß Salpeterluft auf 5½ Maaß reducirt wurden. 40 Aus der Saͤure des rektificirten philoſo⸗ Pphiſchen Oels oder des Olivenoͤ s erhielt ich 8Maaß Luft, wovon 1 Maaß, mit 3 Maaß Salpeterluft ver⸗ miſcht, auf 1½ Maaß vermindert wurden. Die Saͤure aus der Staͤrke gab mir 6 ½ Maaß uft. Ein Maaß davon, mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, ward auf 3 Maaß vermindert. Zuvoͤrderſt iſt ſehr merkwuͤrdig, daß alle dieſe Saͤu⸗ ren den Blaͤttern, die in dem mit ihnen vermiſchten Waſ⸗ ſer an der Sonne ſtehen, die naͤmliche Menge Luft ge⸗ ben, und daß ſie nicht nur dieſelbe Menge von Saͤure enthalten, ſondern daß ſie auch mit der naͤmlichen Kraft auf die Kalkerde wirken, um die naͤmliche Menge Luft aus ihr zu ziehen. Dieſe Beobachtung gruͤndet ſich auf die Wirkungen, welche die Blaͤtter, ſo die Einwirkung ei⸗ 5 ner ner jj gen, ſ ſonach daß ſebun zogen ſeyn in di gleic Sal ter, gelb nich! Bla ein aber ohne heno verbu ſie o Lſt, Saͤ ſen fixer Ve Ver chen ihre aumblit us der Diß vrauf ſe — Maaj niſcht, an Nieis 1 24 Manj gab m. n I Man 23 Man z gab wi die, rnj derluſt a erluft der 651Maa lpeterui eſe Si⸗ ten Woy Luſſt ge⸗ 1 Saͤult draffauf Luſt aus Hauf di uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 137 ner jeden von dieſen Saͤuren erlitten haben, hervorbrin⸗ gen, und dieſe ſind beinahe die naͤmlichen. Man kann ſonach ſich nicht enthalten, daraus den Schluß zu folgern, daß ſie die naͤmliche Urſache gehabt haben. Hieraus wuͤrde dann folgen, daß bei der letzten Zer⸗ ſetzung die durch die Deſtillation aus den Vegetabilien ge⸗ zogene Saͤure eine eigne, und in allen die naͤmliche Saͤure ſeyn werde. Endlich duͤrfte es auch ſcheinen, daß die Menge der in dieſen Saͤuren hnilenhe wirklichen Saͤure jener nicht gleich komme, die in ½ Maaß Vitriol⸗ oder ½ Maaß Salpeterſaͤure enthalten iſt: weil dieſe Saͤuren die Blät⸗ ter, die man in Waſſer, mit dem ſie veriniſche ſind, legt, gelb faͤrben, dagegen die fluͤſſigen Pflanzenſauren dies nicht thun. Dieſe Saͤuren wirken vielleicht unſchaͤdlich aufs Blatt, weil das Oel, in das ſie eingewickelt ſind, als ein Schild gegen ihre freſſende Kraft dient. Sie haben aber große Analogie mit der fixen Luft und entwickeln ſich, ohne Zweifel, wenn das V Weeadi gaͤhrt. Sie beſte⸗ hen ohne Zweifel aus fixer Luſt, mit einem oͤhligten Theile verbunden, wie alle Pflanzenſaͤuren. Vielleicht wirken ſie auch auf die Blaͤtter, und auf die Saͤure der fixen Luft, die in dem damit geſaͤttigten Waſſer aufgeloͤſt iſt. Dem ſei aber, wie ihm wolle, ſo kann doch dieſe Saͤure,— welche durch die Beſtandtheile, die ihr We⸗ ſen ausmachen, in der Pflanze erzeugt wird,— der firen Luft, welche ſie aus der Kalkerde,(die in dem beim Verſuche gebrauchten Waſſer enthalten iſt,) einzieht, mehr Verwandſchaft mit den Blaͤttern und mehr Mittel darrei⸗ chen, um ſie in den filtrirenden Gefaͤßen, worin einige von ihren Grundtheilen zubereitet worden, zu verbinden. (N. J 5 51. Von 138 Unterſuchungen 51. Von der Wirkung des in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten Milchzuckers auf die Blaͤtter, die in einer ſolchen Aufloͤſung der Sonne ausgeſetzt . ſtehen. Die Salze aus dem Thierreiche hatte ich noch nicht unterſucht. Es lag mir alſo dran, zu erfahren, ob ich immer dieſelben Reſultate erhalten wuͤrde. Mit ſo vie⸗ len als ich erlangen konnte, habe ich daher Verſuche und mit dem Milchzucker den Anfang gemacht. Nach Hrn. Hermsſtadts Beobachtungen, die ich in Crell's Chem. Journ. gefunden, ſcheint er ein aus der wah⸗ ren Zuckerſaͤure, einer Kalkerde und dem Brennbaren,— welche Grundtheile durch eine ſchleimichte Materie verbun⸗ den ſind,— beſtehendes Salz zu ſeyn. Der Miſlchzucker ſchmelzt ſehr leicht im Waſſer und erfordert, um ſich voͤllig aufzuloͤſen, 2 Theile Waſſer. Sonach enthalten meine 10 Maaß deſſen 90 Gran. Als ich dieſe unter 25 Unzen Waſſer ſchuͤttete und darin als⸗ dann ein Blatt an die Sonne ſtellte; ſo erhielt ich 1 Maaß uft, welches, mit 3 Maaß Salpeterluſt ver⸗ miſcht, auf 2½ Maaß vermindert ward. Alſo war dies eine Luftart, die beſſer war, als gemeine Luft, und ſo⸗ gar als die, ſo man natuͤrlich aus den Blaͤttern erhaͤlt. Man ſieht deutlich ein, daß die in dieſem thieriſchen Salze enthaltene Saͤure die Quelle der uft iſt, welche ſie hervorbringt: aber ungeachtet der großen Ueberein⸗ ſtimmungen dieſes Salzes mit dem Zucker, bemerkt man, daß es mehr Luft verſchaft, als der Zucker. Ohne Zweifel iſt ſeine Saͤure minder gebunden, wirkt mit groͤßerer Kraft auf die im Waſſer befindliche Kalkerde und loͤſt mehr davon auf, und da es weniger oͤlicht iſt, als der Zucker, ſo ſtehen auch der Verbindung dieſes Sal⸗ zes mit der Kalkerde, und ſonach der Entbindung der fixen Waſee die in eſett och nich , ob ich it ſo vie Verſuche der woh⸗ aren,— verban⸗ aſſer und Waſer an. Ab arin ab⸗ hielt ic luſt ver var di und ſ thält eriſchen „weche leberein⸗ fkt man, Ohne irkt mi Lalkade iſt, a 3 Sal⸗ ng der ftren uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 139 fixen Luft, welche ſie enthaͤlt, wenigere Hinderniſſe im Wege. 52. Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten Fettſaͤure auf Blaͤtter, die man in einer ſolchen Aufloͤſung an die Sonne ſtellt Ich ſchuͤttete 6 Maaß fluͤſſige Saͤure aus dem Talge unter 25 Unzen gemeines Waſſer, legte ein Pfirſich⸗ baumblatt hinein und ſtellte hlerauf die ganze Zuberei⸗ tung an die Sonne, worauf ich 7 Maaß Auft erhielt. Ein Maaß davon vermiſchte ich alsdann mit 3 Maaß Salpeterluft, worauf es ſich auf 2 Maaß verminderte. Dieſe Saͤure, die zuſolge der Beobachtungen des Hrn. Crell's, mit der Seeſalzſaͤure ſehr viel Ueberein⸗ ſtimmendes hat, wirkt kraͤftig auf die Kalkerde, verſchaft auch viel fixe Luft, und macht, daß die Blaͤtter viel und reine Luft ausſtoßen. Es leuchtet ein, daß meine 6 Maaß ziemlich wenig wahre Saͤure enthielten, weil ſie ſehr oͤlig iſt, und die Blaͤtter, die ſie beruͤhrt hatte, gar nicht veraͤndert hatte. 53. Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer aufgeldſten Honigſaͤure auf die Blaͤtter, die darin der Sonne ausgeſetzt ſind. Von fluͤſſiger Honigſaͤure goß ich 6 Maaß unter 25 Unzen gemeines Waſſer, und ſtellte darin ein Blatt an die Sonne. Aus dieſem erhielt ich 12 Maaß Luft. Ein Maaß davon miſchte ich mit 3 Maaß Salpeterluft, worauf es auf 1½ Maaß vermindert wurde. Die ſtarke chemiſche Verwandſchaft dieſer thieriſchen Saͤuren mit der Kalkerde verraͤth ſich deutlich durch die anſehn⸗ 140 Unterſuchungen anſehnliche Menge ſixe uft, welche ſie aus der Kalkerde jagen muͤſſen, damit ſie die Blaͤtter bei dieſen Verſuchen noͤthigen, die reine Luft, welche ſie gegeben haben, aus⸗ zuſtoßen. Sollten ſich nicht die fluͤſſigen Saͤuren im Waſſer mehr zertheilen, als es die kryſtalliſirten darin thun? Oder ſollte nicht das Oel, in das ſie eingewi⸗ ckelt ſind, indem es das zarte Gewebe der Blaͤtter ſchont, das Vermoͤgen der Blaͤtter in Ausarbeitung der fixen uft dadurch beguͤnſtigen, daß es die Organen erhaͤlt, wel⸗ che die Umſchaffung der fixen Luft in reine, bewirken muͤſ⸗ ſen. Ich glaube, daß dieſe beiden Urſachen zu Hervor⸗ bringung dieſer Wirkungen hier uͤbereinſtimmend wirken. 54. Von der Wirkung der in gemeinem Waſſer aufgeloͤſten Phoſphorſaͤure auf die Blaͤtter, die man in dieſer Aufloͤſung an die Sonne ſtellt. Weil ich einige Tropfen Phoſphorſaͤure zur Hand hatte; ſo verfuhr ich damit ſo, wie mit den andern Saͤu⸗ ren. Ich miſchte naͤmlich? Maaß davon unter 25 Un⸗ zen gemeines Waſſer, allein ſie ſchien mir auf die Kalk⸗ erde im Waſſer nur ſchwach zu wirken. Ein in dieſem Gemenge an die Sonne geſtelltes Blatt von der Haus⸗ wurz gab mir nicht mehr Luft, als ein in gemeinem Waſ⸗ ſer liegendes. Ohne Zweifel war dieſe Saͤure zu ſchwach und die Doſe zu gering, um auf die im Waſſer befind⸗ liche Kalkerde eine ein wenig merkliche Wirkung hervor⸗ zubringen: doch entſcheide ich uͤber dieſe Saͤure und ihre Wirkungen nicht eher, als bis ich ſo viel davon habe, daß ich zuſammenhaͤngende, mannichſaltige und bindende Verſuche damit vornehmen kann. Jekzt hatte ich nicht mehr davon, als was ich zum Verſuche nahm, und ohne Zweiſel hatte ſie ſich durch das Aufbewahren in einem faſt ganz leeren Flaͤſchchen veraͤndert. 55. Be⸗ 5 : man ſie all was ſtellen fogger bieten iſt v Han ſichte ſich ich i Wal untet ange dem Blaͤt Vaſ Waßf hande ſcch: daß aneit in re che! ſtehe und vern dieſe zeug gebre aus! ſie e Kalkende Verſuche ben, aus⸗ auren im ten darin eingave ter ſchont firen uſt alt; wel irken miſ u Herhor ud witken 1 Wuſe — el de Ine eur Had tern Eüu ir 25 Ue die Kal⸗ ein diſen er Hals⸗ V em We rſchvrc er befind hervor und he on hih, bindende ich nit b nd ohte n einem „S uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 141 55. Betrachtungen uͤber die letzten Verſuche. · Den Werkh dieſer Verſuche kennen zu lernen, muß man nicht ſowohl jeden einzeln betrachten, als vielmehr ſie alle im Genzen uͤberſchauen, und in Gedanken das, was ſie uns an Thatſe achen geliefert häͤben, zuſammen⸗ ſtellen. Aus einer ſo zahl deſchen Reihe von Verſuchen folgert man ſchwerlich die Wahrheiten, welche ſie dar⸗ bieten, wenn man ſie einander nicht nahe bringt und man iſt vergebens ein geduldiger, methodiſcher und genauer Handlanger, wenn man nicht zu gleicher Zeit auch ein ein⸗ ſichtsvoller Baukuͤnſtler iſt, der die Materialien, welche er ſich zuzubereiten wuſte, zu verbrauchen verſteht. Zuvoͤrderſt muß ich erinnern, daß aus Allem, was ich in dieſem Theile bekannt gemacht, eine allgemeine Wahrheit folgt, die durch eben ſo viele Beweisgruͤnde unterſtuͤtzt wird, als ich uͤber dieſe Ma erien Verſuche angeſtellt habe: dieſe iſt, einmahl, daß die fire Luft aus dem Waſſer durch die in ihm an der Sonne ſtehenden Blaͤtter eingeſogen wird, ferner, daß die mit dieſem Waſſer vermiſchten Saͤuren auf die, in dem gebrauchten Waſſer beſindliche, Kalkerde wirken und die in ihr vor⸗ handene fire Luft herausjagen, ferner, daß das Waſſer ſich dieſer firen Luft bemaͤchtigt und ſie aufloͤſt, ferner⸗ daß das in dem Waſſer liegende Blatt ſich dieſe fixe Luft aneignet, mit Beihuͤlfe des Sonnenlichts verarbeitet und in reine Luft umaͤndert, und endlich, daß die Luft, wel⸗ che die Blaͤtter ausſtoßen, ſo im Waſſer an der Sonne ſtehen, das mit Mittelſalzen, mit metalliſchen Salzen und mit ſolchen, die einen erdigen Grundſtoff haben, vermiſcht iſt, auch noch durch die Wirkung der Saͤure dieſer Salze auf die im Waſſer vorhandene Kalkerde, er⸗ zeugt wird. Gibt es unter den 45 Salzarten, die ich gebraucht habe, einige Ausnahmen, ſo muͤſſen wir ſie aus unſern Kenntniſſen erklaͤren, bis wir neues Licht uͤber ſie erhalten, oder wir muͤſſen ſie als noch nicht in das Syſtem, 14² Unterſuchungen Syſtem, das wir anzunehmen gezwungen worden, paſ⸗ ſend, verwerfen. Erfahrung lehrt uns, daß die Kalkerde ein Mittel abgibt, die meiſten von den Salzen, die eine Erde zum Grundſtoff haben, wie auch die meiſten der metalliſchen, zu zerſetzen. Man weiß, daß die großen Mengen von Waſſer dieſe Wirkungen bei mehrern hervorbringen, und daß beinahe keins iſt, was der vereinigten Wirkung des Feuers und der Kalkerde widerſteht. Die unter eine Salmiakaufloͤſung gemiſchte Kalkerde laͤßt einen ſchwa⸗ chen Geruch von einem fluͤchtigen Laugenſalze ſpuͤren. Die Kalkerde nimmt dem Weinſtein ſeine uberfluͤſſige Saͤure. Sie zerſetzt das Sauerkleeſalz. Sonach kann ich mit Grunde verſichern, daß bei allen meinen Verſu⸗ chen, die zuſammengeſetzten Salze, die ich gebraucht, durch die Wirkung ſowohl der in der großen Waſſer⸗ maſſe,— worunter ich dieſe Salze gemiſcht hatte,— vorhandenen Kalkerde, als der Sonnenwaͤrme, die ſie bis zum 400 wenigſtens ausgeſtanden haben, ferner durch die Vermiſchung des lichts mit ihnen, und viel⸗ leicht durch die Kraft der Vegetation, bald mehr, bald weniger zerſetzt worden. Doch dem ſei, wie ihm wolle, ſo ward eine Saͤure entwickelt, die auf die Kalkerde im Waſſer wirkte und dadurch die fixe Luft hervorbrachte, welche die Quelle der reinen Luft iſt, ſo das der Sonne ausgeſetzte Blatt ausſtoͤßt. Halte ich die Luft, welche die unter dem Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter ausſtoßen, gegen dieſe ſali⸗ niſchen Zubereikungen; ſo bemerke ich bald, daß, um die Blaͤtter zu noͤthigen, reine Luft auszuſtoßen, das mit firer Luft geſaͤttigte Waſſer unter allen Mitteln das wirk⸗ ſamſte iſt; auf daſſelbe folgen hernach die reinen, die Mi⸗ neral⸗Pflanzen⸗ und thieriſchen Saͤuren. Da ein in 25 Unzen gemeinen Waſſers an der Sonne ſtehendes Pfirſichbaumblatt mir bei dieſen Verſuchen Maaß 2 iſt, ein ren. ſune den⸗ run, ihr man geſſh n, paß Mittel de zum liſchen, ſgen von ringen, dirkung ater eine ſchwa⸗ ſpüͤren. Lefluͤſige ach kang Verſu⸗ raucht, 1Waſer⸗ 1 te,— die ſe A ferner d viel⸗ 8, badd 3 woll, Arde im worachte Sonne ſſer der ſe ſale ii, un as mit wit jie Mi⸗ Sonne Lſuchen Maaß uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 143 ½ Maaß luft gab;— da eines Maaßes immer die mitt⸗ lere Quantitaͤt war, welche ich bei einer Menge von Ver⸗ ſuchen dieſer Art aus dem Blatte erhielt— und da eben dieſes Blatt in deſtillirtem Waſſer nur ½ Maaß ausſtieß; ſo gab es hingegen in dem mit fixer Luft geſchwaͤngerten Waſſer 33 M. —— Seeſalzſaͤure ſaͤuerlichgem.— 20— —— Salpererſaͤure—— 10— —— Vitriolſaͤure—— 9— —— Koönigswaſſer—— 10— —— Schwefelſaͤure—— 7— —— PEfſſigſäure——— 14— —— Zuckerſaͤure—— 13— —— Franzoſenholzſäure—— 8— —— Buchsbaumholzlätre—— 3— —— GOelſaͤure——— 8— —— Kosmarinoͤlſäure—— 6— —— Staͤrkeſaͤure—— 6— —— Honigſaure—— 12— —— TCalgſäure——— 27— Hieraus folgt offenbar, daß alle reine Saͤuren durch⸗ gaͤngig mehr Gewalt gehabt haben, als die mit irgend ei⸗ nem Grundſtoffe verbundenen, daß ſie im Ganzen auf die Kalkerde gewirkt und einen Theil von der fixen uft, die ſie enthielt, aus ihr gezogen haben, und daß dieſe Luft vom Waſſer aufgeloͤſt und vom Blatte verſchluckt worden: es iſt aber zu bemerken, daß wenn gleich die am wenigſten eingewickelten Saͤuren,— dergleichen die Mineralſaͤu⸗ ren ſind,— ſogleich alle ſixe Luft, die ſie durch Aufloͤ⸗ ſung der Kalkerde entwickeln koͤnnen, dergeſtalt entbin⸗ den, daß ſie Tages darauf dem Blatte keine neue Nah⸗ rung in der ſiren uft weiter darbieten koͤnnen; ſie doch ihr Ernaͤhrungsgeſchaͤft wieder vornehmen koͤnnen, wenn man ihnen friſche Kalkerde gibt, und dies wird ſo lange geſchehen, bis die Vitriolſaͤure mit ihr geſattigt ſeyn 5 m⸗ 144 Unterſuchungen Hingegen die eingewickelten Saͤuren, welche bei dem naͤmlichen Verſuche nicht alle im Waſſer enthaltene Kalk⸗ erde aufloͤſen oder die ſich nicht leich ganz zerſetzen, um auf ſie zu wirken, vermoͤgen noch Tages darauf den Blaͤt⸗ tern einen friſchen Vorrath von fixer Luſt zu verſchaffen und alſo die Blaͤtter zu Abſondenang einer friſchen Por⸗ tion reiner Luft zu noͤthigen, ohne daß in dem Gemiſche einige Aenderung vorgeht, weil ſich alsdann friſche Säure entwickelt, welches durch die neue Zerſetzung des Mit⸗ telſalzes geſchieht, das ſeinen Grundſtoff verlaͤßt, und die die im Waſſer vorhandene Kalkerde angreiſt. Und dies nimmt man beſonders wahr, wenn man die Verſuche zwei Tage hinter einander in den Gemiſchen wiederhohlt. Wir haben geſehen, daß die gemeinen und die ſaͤuerlichgemachten Waſſer, in denen min Blaͤtter zum zweitenmahl an die Sonne ſetzte, nur eine ſehr ge⸗ ringe Portion Luft aus ihnen herauslockten: aber bei de⸗ nen mit den Mittelſalzen vermiſchten Waſſern iſt dies nicht der gleiche Fall, denn in dem mit der Glauber⸗ ſalzaufloͤſung vermiſchten Waſſer gab das Blatt den andern Tag 1 M. in dem mit der vitrioliſi rten Weinſteinaufloͤ⸗ inng vermnſſchten——— 1 Salpeteraufloͤſung vermiſchten 1 Salmiakaufloͤſ.——f 2 wuͤrflichten Salpeteraufloͤſ. flammenden Salpeteraufl.— 3— Seignetteſalzaufloͤſung— 1— tartariſt eten Weinſteinauſloſ 1— LI I 5 1 3 4 1I I Dies erlaubt alſo nicht zu zweifeln, daß eine allmaͤh⸗ lige Zerſetzung vorgeht, weil die blos eerichae machten Waſſer, welche den erſten Tag uͤber die meiſte Luſt ga⸗ ben, den andern Tag gemezniglich nur Brüt che eines Maaßes oder geringere, als die von mir angezeigten Quantitaͤten erzeugten. Hier⸗ ( ich a haber die zeige ſtaͤk entw dem dert ſer, Son als j than; 5 bei den ene Kal zen, un en Vla erſchoffn hen P Gemiſtt he Stue des Me undi denn un Hemiſcn einen ud Blitn e ſehr g V der beiw n iſt d Glaube Blat in 1 A — 3 1 1— allnh machte Luſt ge⸗ ze eihes tzeigten Hir uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ꝛc. 145 Hiernaͤchſt ſieht man auch, daß die eine Erde zum Grundſtoff habenden, und die im Waſſer aufgeloͤſten me⸗ talliſchen Salze das Heraustreten der reinen Luft us den Blaͤttern, die man darin an die Sonne ſtellt, am mei⸗ ſten beguͤnſtigen, weil ſie diejenigen ſind, welche die Auf⸗ loͤſung der Kalkerde vermittelſt der uͤberfluͤſſigen Saͤure, weiche durch dieſe Erde entbunden wird, befoͤbern, und welche ſonach denen darin liegenden Blaͤttern genug fixe Luft, um ſolche zu verarbeiten, darbieten. Zu bemer⸗ ken iſt, daß dieſe Erde mit den mehreſten von dieſen Salzen aufbrauſet, weil ſie Saͤure im Uebermaaße ent⸗ halten. Alaun. Zinkvitriol. Aetzendes Sublimat. Eiſenvitriol. Kupfervitriol. Sauerkleeſalz. Weinſtein. Brechweinſtein. Bleizucker. In Anſehung des Arſeniks und Milchzuckers muß ich anmerken, daß ich die Verbindungen nicht erſchoͤpft habe, die mir die Grenzen ihres Vermoͤgens, den Blaͤttern die fixe Luft, welche ſie verarbeiten ſollen, zu verſchaffen, zeigen konnten: ich zweifle aber nicht, daß durch Ver⸗ ſtaͤrkung ihrer Doſis ſich eine weit groͤßere Menge Luft entwickeln werde, weil dieſe Salze die Blaͤtter, die in dem mit ihnen vermiſchten Waſſer lagen, nicht veraͤn⸗ dert hatten. Die Menge der Luft, welche die in gemeinem Waſ⸗ ſer,— worin Mittelſalze aufgeloͤſt waren,— an der Sonne ſtehenden Blaͤtter ausſtießen, war weit geringer, als jene aus denen Gemengen, deren ich Erwaͤhnung ge⸗ than; doch aber war ſie bei den meiſten von dieſen Sal⸗ Senebier 4. Ch. K zen 146 Unterſuchungen zen weit betraͤchtlicher, als die mittlere Menge von Luſt aus Pfirſichbaumblaͤttern, die in gemeinem Waſſer an der Sonne ſtanden, welche ohngefaͤhr bis hoͤchſtens eines Maaßes betrug. Der vitrioliſirte Weinſtein, das Glauberſalz, der flammende Salpeter, der Salmiak, die Magneſie aus dem Epſomer Salze, und der Weinſteinrahm ſind die⸗ jenigen Mittelſalze, welche den Blaͤttern, die in dem aus dieſen Salzen zubereiteten Gemiſchen an der Sonne ſtan⸗ den, die meiſte Luft gaben: woraus alſo folgt, daß in einem jeden von denſelben eine groͤsere Menge Saͤure enthalten war; dieſe hat ſich von ihnen losgemacht und mit der im Waſſer beſindlichen Kalkerde verbunden, um aus dieſer die ſire Luft zu jagen. Aber der wuͤrflichte Salpeter, der Borax, das Sedativſalz, der Farinzu⸗ cker, das Benzoeſalz, das Seignetteſalz, und der tar⸗ tariſirte Weinſtein waren diejenigen, welche das Her⸗ austreten der reinen Luft aus den Blaͤttern am wenig⸗ ſten beguͤnſtigten; ich kann ſogar verſichern, daß die in dem Waſſer,— worin dieſe Salze aufgeloͤſt worden,— der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter, nur ein wenig mehr Luft gegeben haben, als ſie von Natur ausgeſtoßen ha⸗ ben wuͤrden. Alle die andern Salze, die ich gebraucht habe, haben zum wenigſten ½ Maaß Luft mehr aus den Blaͤttern gelockt, als ſie haͤtten von Natur ausſtoßen muͤſſen. Und da dieſe Erzeugung durchgängig und be⸗ ſtaͤndig dieſelbe geblieben iſt, ſo oft ich den Verſuch wie⸗ derhohlt: ſo ſchreibe ich ſie einer kleinen Zerſetzung die⸗ ſer Salze und der Wirkung einiger Portionen Saͤure auf die im Waſſer enthaltene Kalkerde zu. Was die Guͤte dieſer Luftarten anlangt; ſo iſt ge⸗ wiß, daß ſie nicht dieſelbe war und auch ziemlich ver⸗ ſchieden ausfiel. Ueberhaupt habe ich bemerkt, daß die Gemiſche, in denen ſich die meiſte Luſt entwickelte, auch die waren, worin ſie am beſten war. Dergleichen waren ward Mir Grut iſt, das der d übrig iſt, ſtoße Gla gem ſoga der Sor auf vielr Luſt Wir auf? Blat ſer iſt kung Waſſ aus Men hen ckelte beſit Mo re, finde gar, entbi teten kann, von d Zoſſer chſtene ſalt A nneſte as ſind n dem uu onne ſe t, deji nge Ein emachtu unden, u wuͤrih Farn nd der w das 9 am wen daß den forden,- erig uh zſtoßen gebraut 1yr aus d ausſteße ag und e rſuch w⸗ ehungi 15dure 0h ſtg nlch ber 1* kt„ dß twickelt ugleicen watel V uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ꝛc. 147 waren die Gemiſche aus dem gemeinen Waſſer und den Mineralſaͤuren, der ſixen Luft, den Salzen, deren Grundſtoff eine mit uͤbermaͤßiger Saͤure verbundene Erde iſt, wie der Alaun, einige von den metalliſchen Salzen, das Sauerkleeſalz, der Weinſteinrahm, der Weinſtein, der Eſſig und die fluͤſſigen Saͤuren. Beinahe alle die uͤbrigen entlockten den Blaͤttern eine beſſere Luft, als die iſt, welche ſie enthalten und im gemeinen Waſſer aus⸗ ſtoßen. Dies habe ich beſonders an denen aus dem Glauberſalze, dem Salpeter und dem Salmiak und dem gemeinen Waſſer beſtehenden Gemiſchen und insgemein ſogar an jenen wahrgenommen, welche das Heraustreten der Luft aus den Blaͤttern am wenigſten beguͤnſtigten. Sonach war alſo dieſe Luft durch dieſes Gemiſch noch bis auf einen gewiſſen Punkt modificirt worden, oder waͤre vielmehr mehr oder weniger das Reſultat aus der firen Luft, die durch Zerſetzung des Mittelſalzes und durch die Wirkung der von ihrem Grundſtoffe getrennten Saͤure auf die im Waſſer vorhandene Kalkerde erzeugt worden. Allein unter der Reinigkeit der Luftarten aus den Blaͤttern findet ein ſehr großer Unterſchied ſtatt, und die⸗ ſer iſt ohne Zweifel die Folge der unterſchiedenen Wir⸗ kung der mehr oder weniger reinen Saͤuren auf die im Waſſer vorhandene Kalkerde. Wenigſtens wiſſen wir aus des Hrn. Achard's Verſuchen, die man in den Mem. de l'Acad. de Berlin fuͤr das Jahr 1779 nachſe⸗ hen kann, daß die durch verſchiedenes Verfahren entwi⸗ ckelten firen Luſtarten eine verſchiedene ſpezifike Schwere beſitzen. Auch lehren uns die Verſuche des Grafen Morozzo, daß die fixe Luft die Eigenſchaften der Saͤu⸗ re,— welche ſie aus der Kalkerde, in der ſie ſich be⸗ findet, jagen hilft,— theilhaft werde Er beweiſt ſo⸗ gar, daß die Salpeterſaͤure mit der Kreide Salpeterluft entbindet, wie man in einem an Hrn. Macquer gerich⸗ teten wichtigen Briefe uͤber die Luftgattungen nachleſen kann, Allein dieſe Verſchiedenheit in der Schwere und K 2 Beſchaf⸗ —————— —————y————— 148 Unterſuchungen Beſchaffenheit kann nur allein von der Verſchiedenheit des Weſens dieſer ꝛuftarten herruͤhren, woraus denn folgt, daß die verſchiedene Beſchaffenheit der von den Blattern verarbeiteten reinen Luft, von der Verſchiedenheit in der weſentlichen Beſchaffenheit der von ihnen verarbeiteten fixen Luft abhangen kann. Eben ſo weiß man, daß die ſich langſam entbindende fire uft bei weitem nicht ſo rein iſt, als die ſich ſchnell entbindende, und ich habe be⸗ funden, daß die aus der Magneſie und Zitronſaͤure ent⸗ wickelte, vom Waſſer ohne alle Vergleichung weit ſchneller verſchluckt ward, als jene aus der Kreide entbundene, allein ſie erzeugte ſich ſo langſam, daß ich ſie unmoͤglich zu meinen Verſuchen gebrauchen konnte. Mir iſt gar wohl bewußt, daß die fixe Luft aus dem Selzerwaſſer kraͤftiger auf die Blaͤtter wirkt, als jene zus der Kreide, und daß die Luft, welche alsdann die Blaͤtter geben, beſ⸗ ſer iſt; da aber das Selzerwaſſer noch andere Grund⸗ theile hat, welche Einfluß auf den Verſuch haben koͤnn⸗ ten, ſo beſtehe ich auf dem Schluſſe, den ich daraus ſol⸗ gern wollte, eben nicht ſo gar feſt. Endlich kann ich auch nicht unterlaſſen, hier wieder in Erinnerung zu bringen, daß die Verſuche mit Blaͤt⸗ tern, die in deſtillirtem,— nach denen von mir be⸗ folgten Verfahren ſaͤuerlichgemachtem— Waſſer lagen, Luft in ziemlich reichem Maaße ausſtießen: denn in dem mit ¼ Maaß Vitriolſaͤure ſaͤuerlich gemachten, entwickelte ſich ½ M. in dem mit 3M. Salpeterſaͤure ſaͤuerlich ge⸗ machten 1 M. und in dem von 2 Maaß Seeſalzſaͤure ſauerlich gewordenen 12 Maaß uft und dieſe Mengen von Luft habe ich mehreremahle beinahe immer wieder er⸗ halten, und doch war keine Kalkerde im Waſſer, denn es war deſtillirtes. Sollte es nicht moͤglich ſeyn, daß dieſes Waſſer die fixe Luft, welche das gemeine Waſſer gehen laͤßt, ſchnell verſchluckt? Aber alsdann wuͤrde man dieſelbe Erſcheinung auch im gemeinen Waſſer wahr⸗ neymen. Oder ſollte nicht vielmehr die Saͤure bei ihrer Wir Wir! erde ſchein tig be D ſer d ſchein weiſe trage deng Luſta Sal nicht ſie Lft aus der reits wirke dent, Son und! deſſe den dieſe hun⸗ Mi mit der vern gebe meil tem uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 149 zune Wirkung auf das Blatt einige Portionen von der Kalk⸗ Bann erde des Vegetabils aufloͤſen? Dies ſcheint mir wahr⸗ e n ſcheinlicher und iſt auch die Meinung, der ich gegenwaͤr⸗ ka, ne tig beipflichte. düͤje Da die Zerſetzung der Mittelſalze im gemeinen Waſ⸗ „ däß ſer durch das Licht eine merkwuͤrdige Entdeckung iſt; ſo cht ſo i ſcheint mir viel daran gelegen zu ſeyn, daß ich die Be⸗ hobe weiſe, welche ſie in meinen Augen beſtatigen, zuſammen⸗ d er trage. at ſchnele dtbande 1) Im erſten Augenblicke laſſen ſich die Verſchie⸗ unmaalt denheiren, die man in der Menge und Beſchaffenheit der dir it a Luftarten, welche die der Wirkung dieſer verſchiedenen theua Salze unterworfenen Blaͤtter ausſtoßen, wahrnimmt, er Hn nicht anders erklaren, als aus den Verſchiedenheiten, die eben, ſie ſelbſt in die Natur der vom Blatte verarbeiteten fixen re Ei Luft bringen muͤſſen, und dieſe Verſchiedenheit kann blos Uben bh aus dem Zuſtande des Koͤrpers entſpringen, der ſie aus daraus ſe der im Waſſer vorhandenen Kalkerde jagt, wie ich be⸗ reits angemerkt habe. Allein einige von dieſen Salzen jer mi wirken nicht m rklich auf die Kalkerde. Folglich iſt evi⸗ mit Be dent, daß ſie dieſe Wirkung durch ihr Stehen an der 1,4 Sonne erhalten, und auf ſolche urt zum Heraustreten N ſle E und Umandern der fixen Luft beigetragen haben. Unter⸗ ſſerue deſſen haben ſie dieſe Eigenſchaft nicht anders als durch ms den Zuſatz der Säure erlangen koͤnnen,— welches in antues dieſemn Falle unmoͤglich iſt,— oder durch eine Zerſe⸗ uerlär tzung, welche diejenige Säure, die ein Beſtandtheil des 6 Mittelſalzes iſt, entweder ganz, oder zum Theil trennt. Meng wiede⸗ 2) Erwieſen iſt, daß Blaͤtter, die man in denen er, der mit der Aufloͤſung verſchiedener Mittelſalze,— dergl. apn, di der vitrioliſirte Weinſtein, der Salmiak ꝛc. ſind,— Weſc vermiſchten Waſſern an die Sonne ſtellt, weit mehr Luft m wütde geben, als im gemeinen Waſſer, wie eine Menge von derwahr⸗ meinen Verſuchen zeigt. Erwieſen iſt, daß in deſtillir⸗ beiihe tem Waſſer, welches mit dieſen Mittelſalzen gemiſcht Vr K 3 war, „ 150 Unterſuchungen war, keine andre Luft vom Blatte ausgeſtoßen wurde, als welche es enthielt und welche die Sonne aus ihm her⸗ auszog. Sonach folgt hieraus, daß die in dem, mit denen Mittelſalzen vermiſchten, gemeinen Waſſer vom Blatte ausgeſtoßene Luft von einer dem gemeinen Waſſer beſonders zuſtaͤndigen Eigenſchaft herkomme. Aber worin beſteht dieſe Eigenſchaft? Die im gemeinen Waſ⸗ ſer enthaltene fire Luft iſt es nicht: denn erſtlich waͤre ihrer zu wenig, als daß ſie die reine Luft, welche das Blatt verarbeitet, hergeben ſollte, zum andern, geſetzt auch, es waͤre ihrer vorhanden, ſo vermoͤchte doch das Blatt weiter keine einzuſaugen, als die, ſo im gemeinen Waſſer befindlich iſt, und endlich haben die Mittelſalze, dergl. der Salmiak und der vitrioliſirte Weinſtein ſind, gar keine Art von chemiſcher Verwandſchaft mit der fixen Luft. Alſo folgt hieraus, daß wenn die Verbindung der Mittelſalze mit dem gemeinen Waſſer Urſache iſt, daß die in dieſem Gemiſche der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter eine ſo große Menge reiner zuft ausſtoßen, dies daher ruͤhrt, weil das Mittelſalz Eigenſchaften annimmt, die geſchickt ſind, die Quantitaͤt der im Waſſer enthaltenen Luft zu vermehren, indem es auf die vom Waſſer auf⸗ geloͤſte Kalkerde wirkt und die in letzterm enthaltene fire Luft herausjagt: allein dieſes Mittelſalz kann dieſe Ei⸗ genſchaft nicht anders uͤberkommen, als durch eine Zerſe⸗ tzung, welche das Licht nebſt der Kalkerde bewirkt, in⸗ dem es nach und nach einen Theil der Saͤure,— die von dem Mittelſalze, außer deſſen Grundſtoffe, einen Beſtandtheil ausmacht,— trennt, und dieſe getrennte Saͤure greift alsdann die Kalkerde an und jagt die ſixe zuft aus ihr heraus. Was aber die Wahrheit dieſer Behauptung darthut, iſt die Wahrnehmung, daß wenn man in dieſes deſtillirte, mit etwas von der Aufloͤſung des Mittelſalzes, oder des Salmiaks, oder des vitrioli⸗ ſirten Weinſteins, oder des Glauberſalzes, vermiſchte Waſſer ein wenig Kalkerde ſchuͤttet, alsdann die darin der 1 der Auch! welch Wikt Saͤur- 2 welche Blatt ſen d Jek hoͤhe ſonde wahr Auft taͤt! nahr dieſe ich ten ich a dieſen lichen ders toſſa vort los erde ſch geſ ma en wunde s ihm he⸗ dem, ni Jaſſer den nen Waſt e. Ar einen V rſtlich ve welche di ern, geiet te doch w in gemein Mittelſa lnſtein ſi nꝛit der fi bindung ihe iſt, d aten Blit dies diß duimmt,“ ſenthalten Waſſer al haltenef m dieſe eine den gewirkt, e,— offe, ei ſe getrenn jagt die p örheit di „ daß wi Auftöſ des vitri vermiſt n die dan 9 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 151 1 der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter reine Luft abſondern. Auch wird das Geſchier mit kleinen Blaͤschen uͤberzogen, welche die Erzeugung der der Kalkerde— durch die Wirkung der von dem Mittelſalze ſich abgeſchiedenen Saͤure— entriſſenen ſixen Luft verrathen. Allein es erſolgt noch mehr. Die Menge der Luft, welche die unter dem Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blatter ausſtoßen, aͤndert ſich nach Maaßgabe der Do⸗ ſen des Mittelſalzes, die man unter das Waſſer miſcht. Je kleiner dieſe ſind, je weniger uft entbindet ſich, je hoͤher man mit ihnen ſteigt, je mehr wird der zuft. Be⸗ ſonders nimmt man dies am vikrioliſirten Weinſtein wahr. Dieſer gab mir, als ich 6 Maaß von ſeiner Auftoͤſung gebrauchte, f ſt gar keine merkliche Quanti⸗ taͤt Luft, als ich aber 8o Maaß von ſeiner Aufloͤſung nahm, erhielt ich 5 Maaß kuft, und bei 100 Maaßen dieſes Salzes unter gemeines Waſſer geſchuͤttet, bekam ich aus einem in dieſem Gemenge der Sonne freigeſtell⸗ ten Blatte 64 Maaß Luſt. Dieſe Erſcheinungen habe ich auch bei den andern Salzen wahrgenommen, nur mit dieſem Unterſchiede, daß die Verhaltniſſe nicht die naͤhm⸗ lichen waren. Wohe ruͤhrt doch dies? Woher an⸗ ders, als weil das Sonnenlicht eine groͤßere Menge Mit⸗ telſalz zerſetzt, wenn letzteres im groͤßern Uebermaaße vorhanden iſt, und weil ſodann eine groͤßere Menge Saͤure losgemacht wird, die auf die im Waſſer vorhandene Kalk⸗ erde wirkt 4) Dieſelbigen Blaͤtter, der Sonne in dem Gemi⸗ ſche, das man bereits zum Verſuche gebraucht hat, aus⸗ geſetzt, ſtoßen Tages drauf an der Sonne Luft aus, wenn man friſche Blaͤtter hineinlegt, und zwar um deſtomehr, je weniger ſie Tages vorher gaben. Unterdeſſen ſtoßen Blaͤtter, die in dem mit deu Saͤuren ſaͤuerlich gemach⸗ ten Waſſer liegen, faſt gar keine Luft weiter aus, wenn das Waſſer einen Tag uͤber zum Verſuche gebraucht wor⸗ K 4 den. 15² Unterſuchungen den. Die Urſache davon iſt einleuchtend. Die Saͤure hat bereits alle Kalkerde, auf die ſie wirken konnte, auf⸗ geloͤſt, hingegen bei den Mittelſatzen iſt alles zerſetzbare nicht gleich anfaͤnglich zerſetzt worden, denn da dieſes Salz ſich allmäaͤhlig zerſetzt, ſo trennt ſich auch ſeine Saͤure nach und nach, wirkt alſo auch nur nach und nach, und ſo wie ſie ſich allmaͤhlig entbindet, auf die im Weſſer vorhandene Kalkerde. Alſo erhaͤlt man eine groͤſ⸗ ſere Menge Luft und laͤngere Zeit, wenn man die Menge der in dem Gemiſche, das man zum Verſuche gebraucht, enthaltenen Kalkerde vermehrt. 5) Aber ein entſcheidender Beweis von der Erzeu⸗ gung der fixen Luft iſt der Umſtand, daß die vom Blatte ausgeſtoßene Luft ein wenig vermindert iſt, welches gar nicht geſchehen wuͤrde, wenn ſich nicht die Luft aus dem Blatte mit der fixen Luft, die,— ohne durch das Blatt zu gehen,— aus dem Waſſer entweicht, verbaͤnde. An der Gegenwart dieſer durch die Wirkung der von dem Mittelſalze getrennten Saͤure erzeugten ſixen Luft, laͤßt ſich nicht zweifeln, wenn man Achtung gibt, daß dieſe zuft in Geſtalt zahlreicher, an die Seiten des Gefaͤßes ſich anlegender Blaſen zum Vorſchein koͤmmt, daß dieſe Blaſen bis in den Obertheil der Glocke aufſteigen, und daß,— nachdem das Gemenge gemacht worden,— ſie mehrere Tage ſtehen bleiben. Hieraus ſolgt, daß man verſichert ſeyn koͤnne, es ſei durchgzaͤngig, wo man dieſe Blaſen gewahr wird, auch Kalkerde vorhanden, aus der ſich die ſixe Luft durch die Wirkung der vom Mittel⸗ ſalze getrennten Saͤure abgeſondert habe, und daß, da man dies noch nach Verlauf mehrerer Tage, da das Ge⸗ miſch an der Sonne ſteht, wahrnimmt, man nicht zwei⸗ feln duͤrfe, daß dieſe Zerſetzung durch die Einwirkung des Sonnenliichts bewirkt worden ſei. 6) Laͤßt man endlich dieſes Waſſer, in dem der vi⸗ triolifirte Weinſtein zerſetzt und dem durch die darin nach und — und entzo es de Sch es in trenn das! weit weit nen inn, triol ihn kein ihne nigt Süure „auf⸗ tzbare dieſes ſeine h und die im e groͤſ⸗ Menge raucht, Er eu⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 153 und nach der Sonne ausgeſtellten Blaͤtter ſeine fire Luft entzogen worden, durch Abrauchen ſich verdicken; ſo ſaͤrbt es den mit Waſſer verduͤnnten Veilchenſyrop ſchwach roth. Schuͤttet man Salmiak hinein; ſo riecht man, wenn man es ins Feuer bringt, bald das von der Meerſalzſaͤure ge⸗ trennte fluͤchtige Laugenſalz, und die Meerſalzſaͤure greift das Laugenſalz des vitrioliſirten Weinſteins, mit dem ſie weit mehr chemiſche Verwandſchaft hat, an. Aber noch weit mehr in die Sinne fallend iſt dieſe Zerſetzung in de⸗ nen mit dem Salmiak vermiſchten und mit Blaͤttern dar⸗ inn, der Sonne ausgeſetzten Waſſern. Uebrigens habe ich mich zu dieſen Verſuchen des vi⸗ trioliſirten Weinſteins und Salmiaks bedient, wie man ihn aus den Fabriken belcement, ich habe aber gleichwohl keine Spuren weder von Saͤure, noch von Laugenſalz an ihnen verſpuͤrt, auch war der Salmiak ſorgfaͤltig gerei⸗ nigt worden. — A —[— T Neue Verſuche und Beobachtungen, als Beyweeiſe des Einfluſſes der im Waſſer der Atmoſphaͤre aufgeloͤſten, und von den Blaͤttern eingeſogenen fixen Luft, auf die Ernaͤhrung der Pflanzen. 1. Einleitung. Mewohl ich mich im Jahre 1782 weit minder mit andern Gegenſtaͤnden meiner Unterſuchungen, als mit dem Einfluſſe der im Waſſer aufgeloͤſten Salze auf die Blaͤtter beſchaͤftigt habe: ſo bin ich unterdeſſen doch zu Verſuchen veranlaßt worden, die dem, was ich be⸗ reits bekannt gemacht, zur Erlaͤuterung und Beweis die⸗ nen koͤnnen. Meine Beobachtungen beſchreibe ich ſo, wie ich ſie gemacht, und in der einzigen Abſicht, die Wahr⸗ heit zu erkennen und denen nach ihr Begierigen kennen zu lernen. 2. Beobachtungen uͤber die im Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter, um dadurch zu erweiſen, daß die Luft ſich im Blatte erzeugt. Am loten Jun. 1782 ſetzte ich Blaͤtter von der großen Hauswurz in einem mit 1 Maaß Salpeterſaͤure ſaͤuerlichgemachten Waſſer, das ich unter 25 Unzen ge⸗ mei⸗ rder attern ng der mi in, als ze auf n doch cc bee is die⸗ ſo, wie Wahh nen zu vonne daß Unterſuchungen uͤber den Einfluß ꝛc. 155 meines Waſſer geſchuͤttet hatte, der Sonne aus. Ein andres ſolches Blatt ſtellte ich in gemeinem Waſſer an die Sonne. Aus beiden erhielt ich Luft,i in denen ſchon ſo oft angezeigten Verhaͤltniſſen. Die Zurichtung ließ ich bis zum folgenden Tage ſtehen und bemerkte alsdann, daß das in dem ſaͤuerlichen Waſſer liegende Blatt an der Sonne noch Luft gab, das andre aber gar keine. Das Erſtere ſchwamm auch oben, das etztere aber war zu Bo⸗ den geſunken. Dieſe Erſcheinung ſcheint mir anzuzeigen, daß die Luft ſich im Blatte erzeugt und daß ſie,— ſo wie ſie ſich erzeugt hat,— aus demſelben heraustritt, wenn ihre Stelle durch einen Stoff wieder eingenommen wird, der ſich verarbeiten laͤßt, um dieſe Umſchaffung zu erlei⸗ den. Das Blatt ſinkt nur dann zu Boden, wenn die Ausleerung von in ſeinen Gefaͤßen enthaltenen Luft es ſpezifiſch ſchwerer macht, als das Waſſer iſt„in dem es eintaucht, und wenn dieſe uft durch einen ſchwerern Stoff der es zu Boden fallen Mechn erſetzt wird. Das in das gemeine Waſſer eingetauchte Blatt ſinkt alſo un⸗ ter, weil die Luft, welche ſich darin verhaͤlt, davon ge⸗ gaugen iſt und ſich keine weiter erzeugen kann, denn im Waſſer iſt ferner kein Stoff vorhanden, der ſich in zuft znnſehaſßen ließe. Das im ſaͤuerlichgemachten Waſſer liege nde Blatt faͤllt nicht zu Boden, ob es gleich weit mehr Luft ausgeſtoßen hat, als das vorige, weil erſt⸗ lch, es immer noch etwas,— ob zwar wenig,— Lzuft verarbeitet, anderns, weil die Blaͤschen des Zellge⸗ webes davon beſtaͤndig angeſchwollen ſind, und endlich, weil ſonach das Blatt ſpezi ſiſch leichter iſt, als das Waſ⸗ ſer, worin es ſchwimmt. Die aus dem Blatte heraustretende Luft iſt nicht die, welche das Blatt verhindert, unterzuſinken, ſondern es iſt die, ſo das Zellgewebe anfuͤllt. Blaͤtter, ſo in W 8 ſer,— das ziemlich ſtark ſauerlich gemacht worden, da m t ————— 156 Unterſuchungen mit es die Blaͤtter gleich gelb faͤrben ſoll,— liegen, er⸗ halten ſich auch eine Zeit lang darin ſchwebend, weil die durch die Wirkung der Saͤure zuſammengezogenen Zwi⸗ ſchenraͤumchen des Blattes der in ihm vorhaltenen uft keinen Austritt weiter verſtatten und die Blaͤrter ſinken darin nur erſt dann unter, wenn ſie eine Art von Aufloͤ⸗ ſung erlitten haben, welche der Luft das Gefaͤngniß, in dem ſie eingeſperrt war, oͤfnet. 3. Von der unmittelbaren Einwirkung des Son⸗ nenlichts auf die Blaͤtter. Da ich in dem Garten, der mir die Gegenſtaͤnde fuͤr meine Verſuche liefert, Blaͤtter fand, die der Sonne beſtaͤndig ausgeſetzt waren, andre, welche den Einfluͤſ⸗ ſen dieſes Himmelskoͤrpers nur einige Stunden nach dem Zeitpunkte, da ich meine Verſuche zurichtete, unterwor⸗ fen waren, und endlich noch andre, die es nie waren; ſo ſchloß ich ſo: wirkt die Sonne wirklich auf die Gefaͤße der Blaͤtter, ſo werden die, welche ihre Einwirkung 4 Stunden vor dem Verſuche genoſſen, zum Verarbei⸗ ten der im Waſſer enthaltenen fixen Luft tuͤchtiger ſeyn, als die damit nur den Tag zuvor beguͤnſtigt worden, daß ſonach alſo,— wenn die Dinge ſo erfolgen, wie ich ſie vermuthe,— der Einfluß des Lichts auf alle Theile der Pflanze ungleich beſſer bekraͤſtigt ſeyn wird. 1) Ich waͤhlte daher Pfirſichbaumblaͤtter, davon einige der unmittelbaren Einwirkung der Sonne 4 Stun⸗ den lang vor Anſtellung des Verfuchs ausgeſetzt geweſen waren, andre aber blos im Tageslichte gelegen hatten. Von den erſten ſowohl, als den andern brachte ich etli⸗ che unter gleiche, mit gemeinem Waſſer gefuͤllte Glocken, und ſtellte ſie darin eine gleiche Zeit hindurch an die Sonne. Die Blaͤtter, ſo die Einwirkung der Sonne ausgeſtanden hatten, gaben mir 22½, die andern aber nur Maaß nſtaͤnde Sonne Finfluſe ch dem terwor⸗ waren; Gefäß zirkung rarbei r ſenn, n, daß iich ſe eile der davon Stun⸗ eweſen hatten. ch etli⸗ locken, an die Sonne er nur Maaß uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 157 3 Maaß Luft, wie ich beſtaͤndig die Erfahrung gemacht, weil ich, zu Vermeidung der Wirkung der Sonne auf mich, jedesmahl meine Blaͤtter von denen im Schatten ſtegenden Baͤumen waͤhlte. 2) Wiewohl mir meine Verſuche uͤber die Zuver⸗ laͤſſigkeit meines Reſultats keinen Zweifel ließen: ſo wollte ich doch dieſen Verſuch mit Blaͤttern, die in dem mit fixer Luft geſaͤttigten Waſſer an der Sonne ſtanden, wie⸗ derhohlen. Ich waͤhlte dazu ein Blatt, das ſeit 4 Stunden der Sonne ausgeſetzt geweſen war, und ſtellte es in dem mit firer Luft geſaͤttigten Waſſer an die Sonne, worauf es mir 50 Maaß Luft gab, davon Maaß, mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, auf ½3 Maaß zuſammenſchwand. Das im Schatten oder im Tageslichte gelegene Blatt in demſelben mit ſixer Luft geſaͤttigten Waſſer unter einer aͤhnlichen Glocke an die Sonne geſtellt, gab mir Maaß Luft, davon 1 Maaß, mit 3 M. Salpeterluft vermiſcht, auf 25 Maaß vermindert wurde. Sonach wirkt die Sonne auf die Gefaͤße des Blatts ſehr maͤchtig, ſie theilt ihnen eine Kraft mit, die ſie ohne ſie nicht beſitzen, ſie bereitet den Stoff des Zellge⸗ webes ſo zu, daß es eine weit groͤßere Menge fixe Luft verbreitet, denn die Verarbeitung iſt in beiden Faͤllen dieſelbe, die Produkte ſind blos in der Menge ver⸗ ſchieden. Zu Wohnſitzen ſind ſonach ganz freie Gegenden an⸗ zurathen, wo die Sonne ihren begluͤckenden Einfluß uͤber alle Blaͤtter der Pflanzen zu verbreiten und ſie zu reizen vermag, daß ſie jene geſunde Luft ſtromweiſe ausſtoßen, welche Geſundheit und deben in unſere Lungen und Adern gießt. 4. Die —————— 158 Unterſuchungen 4. Die ſixe Luft, welche ſich in der Atmoſphaͤre erzeugt, loͤſet ſich in dem darin vorhandenen Waſſer auf. Um meiner Theorie uͤber die Einwirkung des mit fixer Luft geſaͤttigten Waſſers auf die Vegetation eine neue Be⸗ ſtaͤtigung zu verſchaffen, mußte gezeigt werden, daß dieſe Luſtart ſich immer in der Luft erzeuge, daß ſie darin nicht verweile, und daß ſie ſich nie in ſehr betraͤchtlicher Menge darin finde. 1) Ich habe erwieſen, daß die ſire Luft durch Ver⸗ miſchung der reinen mit phlogiſtiſirten Stoffen entſtehe und wie dies in der Atmoſphaͤre geſchehen koͤnne, im a23ͤſten und 4oſten Abſchnitte des 1ſten Theils dieſes Werks gezeigt. Endlich habe ich gewieſen, daß dieſe durch ihre eigne Schwere gefaͤllte Luſt vornehmlich in dem, in den niedrigſten Luftſchichten vorhandenen, atmo⸗ ſphaͤriſchen Waſſer aufgeloͤſt werde, daß ſie den Pflan⸗ zen ihre betraͤchtlichſte Nahrung gebe und daß ſie von de⸗ nen, den Erdboden bedeckenden, Waſſern verſchluckt werde. Daß aber dieſe Luftart weder der Luft, die wir einathmen, weſentlich eigen, noch ein Beſtandtheil von ihr ſei, habe ich nicht gezeigt. Vernunft und Erfahrung helfen dies erweiſen. Waͤre die ſixe Luft ein Beſtandtheil der atmoſphaͤriſchen, ſo wuͤrde ſie beſtaͤndig in ihr zugegen ſeyn. Gleichwohl vermindert ſich die atmoſphaͤriſche Luft wenig, wenn man ſie uͤber dem Waſſer ſtehen laͤßt und es iſt nicht gewiß, ob nicht ihre Verminderung die Wirkung der Phlogiſti⸗ kation des reinen Theils der armoſphaͤriſchen Luft durch das Waſſer ſei, welches alsdann mit ihm fixe Luft er⸗ zeugt, die vom Waſſer verſchluckt wird. Wahr iſt, daß man in dem, der freien Luft ausgeſetzten, Kalkwaſſer immer einen Niederſchlag wahrnimmt, aber wo iſt denn der ſoſohare enen mit fre neue Be⸗ daß dieſe arin nicht er Menge urch Ve nentſtehe nne, um ails diſs daß diſ hmüich i en, atmo en Pfa fe von des erſchluct die wir theil von 69 n. Wän chen, ſ eichwohl enn mon t gewiß, hlogiſti⸗ t durch Luft er⸗ ſſ, daß kwaſſet ſt denn der uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 159 der Ort, wo man eudiometriſche Verſuche anſtellt, zu finden, der nicht phlogiſtiſirten Daͤmpfen ausgeſetzt, folg⸗ lich nicht ſo beſchaffen waͤre, daß er ſixe Luft erzeugen muͤſte. Ueberdieſes iſt die mophitiſche atmoſphaͤriſche Luft, oder das, was von der Luft, mit der man alles, was reine Luft war, geſaͤttigt hat, uͤbrig bleibt, nicht firxe, ſondern eine phlogiſtiſirte Luft. Endlich iſt auch der Umſtand nicht aus dem Geſichte zu verlieren, daß die fixe Luft ſich gar nicht leicht mit der gemeinen miſcht, ſie bewegt ſich in derſelben herum, ohne daß ſie ſich mit ihr verbindet und immer befindet ſie ſich in der niedrigſten Schicht. Man kann ſie in einem ofnen Gefaͤße ſo, wie in einer verſtopſten Flaſche herumtragen, wenn es tro⸗ cken iſt, ſie verbindet ſich nur ſehr ſchwer mit der gemei⸗ nen duft. Findet man ſie aber zuweilen darin vertheilt, ſo ruͤhrt dies beſtaͤndig daher, weil ſie in dem in der atmoſphaͤriſchen Luft ſchwebenden Waſſer aufgeloͤſt iſt. Hieraus iſt alſo zu ſchließen, daß die fixe Luft kein Be⸗ ſtandtheil der atmoſphaͤriſchen ſei, man muͤſte denn zu⸗ gleich zugeben, daß ſie davon beſtaͤndig getrennt ſeyn muß, welches abgeſchmackt waͤre. Der Abt Fontana liefert mir durch die ſinnreichen und uͤberfluͤſſigen Mittel, die ihm ſtets zu Gebote ſte⸗ hen und die er herrlich zu benutzen weiß, einen Beweis fuͤr dieſe Thatſache. Er beweiſet gleich anfangs, auf eine, meines Duͤnkens, buͤndige Weiſe, daß der Theil der fixen Luft, der durch ſein Herumſchwenken im Waſ⸗ ſer verbeſſert wird, in ſeinem verbeſſerten Zuſtande darin zuvor nicht exiſtirt, ſondern daß er ſich darin erzeugt, in⸗ dem die ſixe Luft,— die ihn hervorbringt,— im Waſſer herumbewegt wird. Er zeigt klaͤrlich, was ich bereits erwieſen habe, daß naͤmlich in der gemeinen zuſt wenig fixe vorhanden iſt, weil 1) ſie, da ſie ſchwerer als die gemeine iſt, nur we⸗ nig emporſteigt,— ſie muͤſte denn im Waſſer der Atmo⸗ ſphaͤre —— 160 Unterſuchungen ſphaͤre aufgeloͤſt ſeyn—: ferner weil man in der Grotta del cane, wenn ſie voller Luft iſt, recht gut Athem hohlt, wenn man aufrecht ſteht, welches man aber gar nicht vermoͤgend ſeyn wuͤrde, wenn man ſich auf den Boden niederlegte. Fontana fuͤllte ein, vorher an Thuͤren und Fenſtern dichtverwahrtes, Zimmer mit 20000 Kubik⸗ fuß ſixer Luft an, und bewegte ſie darin herum, damit ſie ſich mit der atmoſphaͤriſchen miſchen mußte. Nachdem er nun hierauf eine Quantitaͤt von dieſer Luftmiſchung, die er in einer Hoͤhe von 5½ Fuß vom Fußboden aufſteng, im Waſ⸗ ſer herumſchwenkte, ſo ward ſie nicht dermindert. 2) Schuͤttelt man 7— 800 Kubikzoll gemeine Luft lange Zeit in einer Lakmusaufloͤſung herum, ſo wird ſie ihre Farbe nicht veraͤndern, wenn man auch gleich dieſe Luft oft erneuert wuͤrde, hieraus folgert Fontana, daß ſich nicht ein Millionentheilchen fire Luft in der gemeinen befinde. Ich glaube, daß nicht alle Arten der gemeinen Luſt einander gleich ſind, und ob ich wohl uͤberredet bin, daß ſehr wenig fixe Luft in der gemeinen iſt, ſo habe ich doch Urſache zu vermuthen, daß unter der gemeinen, die ich gepruͤft, mehr fixe geweſen ſei. 3) Sontana beweiſt weiter,— gleich mir,— daß die fixe Luſt, welche man in der gemeinen antrifft, ſich darin erzeugt, wenn wir ſie finden; weil die kuͤnſtli⸗ chen Luftgattungen, die nie weder fixe, noch gemeine waren, bei phlogiſtiſirenden Proceſſen fixe Luft geben, wenn ſie durch die Wirkung des Waſſers einathmenbar gemacht worden und weil die durch dieſelben Mittel aus der gemeinen Luft gezogene und durch das Herumſchwen⸗ ken im Waſſer verbeſſerte ſire alsdann ebenfalls ſixe Luft gibt, wenn man ſie mit dem Brennbaren miſcht. S. Me⸗- morie di Matematica. Tomo I. Il) Das von mir Geſagte ſcheint mir zu beweiſen, nicht nur, daß die fixe Luft kein Beſtandtheil von der ge⸗ meinen ſei, ſondern auch, daß ſie in letzterer aus chemi⸗ ſcher ſchet geme nen L ſche. ſi, erreich det; he an welch J ziem ſch, ſo wi ſo iſt vorhe ſie d Unmſt Mac wente einen ger N doch, deei der ſchaf Zeit gerir biete in ſe etwa ſtens inm ach 8 er Orotta em hohlt, gar nicht ln Boden uͤren und * Kübik⸗ witſieſch dm er nun die er in 2, im Waſ V 3. neine(uſt d wirdſe Pleich deſe tna, d z gemeinn gemeine redet bin habeiih einen, de mir,- m anttiff ie kunſi gemeit aft gehe thmenbat ſitel as V mmſchwen zfire ut S. M beweiſen V n der ſe⸗ 5 cheme ſche V uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 161 ſcher Verwandſchaft gar nicht exiſtire, vielmehr mit der gemeinen gar keine, dagegen aber mit dem, in der gemei⸗ nen Luft aufgeloͤſt vorhandenen, Waſſer ſehr ſtarke chemi⸗ ſche Verwandſchaften zeige. Mit dieſem verbindet ſie ſich, mit dieſem ſchlaͤgt ſie ſich nieder, und mit dieſem erreicht ſie die Erde, wo ſie ſich in den Pflanzen verbin⸗ det; oder ſie zieht ſich wohl gar in die Waſſer, welche „ſie antrifft, hinein, und bildet darin vielleicht die Salze, welche wir einſammeln. III) Es folgt hieraus klar, daß in der gemeinen zuft ziemlich wenig fixe befindlich ſeyn muͤſſe; denn wenn ſie ſich, ſo wie ſich entbindet, niederſchlaͤgt, wenn ſie ſich, ſo wie ſie ſich niederſchlaͤgt, auf dem Erdboden verbindet— ſo iſt gewiß, daß in der Atmoſphaͤre blos die fixe Luft vorhanden ſeyn kann, die ſich darin erzeugt und ſo wie ſie darin erzeugt worden. Da ſie ſich auch, nach den Umſtaͤnden, immer bald in reicherm, bald in geringerm Maaße erzeugen muß; ſo muß ſich auch bald mehr, bald weniger von ihr niederſchlagen? Schreibe ich denn aber einen Roman? Ich zweifle nicht, in den Augen eini⸗ ger Naturforſcher werde dies ſo ſcheinen, ich erſuche aber doch, ihr Urtheil noch zuruͤckzuhalten, um die Beweiſe, die ich eben geben will, zu pruͤfen. 3 1) Die aͤtzenden Laugenſalze verſuͤßen ſich nicht,— der friſchgebrannte ungeloͤſchte Kalk nimmt ſeine Eigen⸗ ſchaften als Kalkerde nur dann wieder an, wenn er lange Zeit der Luft ausgeſetzt geweſen,— wenn ſie gleich in geringer Quantitaͤt ſind und eine große Oberflaͤche dar⸗ bieten; dagegen veraͤndern eben dieſe Koͤrper ihre Natur in ſehr kurzer Zeit, wenn ſie in einer Atmoſphaͤre von etwas feuchter fixer Luft ſtehen. Dies lehrt wenig⸗ ſtens, daß die atmoſphaͤriſche Luft nur wenig fixe auf einmahl gibt und daß ſie deren in Menge nur nach und nach zu geben vermag. Senebier 4. Th. 8 2) Schuͤt⸗ 162 Unterſuchungen 2) Schuͤttelt man etwas fluͤſſiges aͤtzendes Laugen⸗ ſalz in einem Flaͤſchchen, das voller fixer Luft iſt, herum; ſo wird dieſe Luftart bald beinahe gaͤnzlich verſchluckt wer⸗ den. Schuͤttelt man hingegen fluͤſſiges aͤtzendes Laugen⸗ ſalz in einem Flaͤſchchen voller gemeiner Luft herum; ſo wird ſehr wenig oder vielmehr gar keine uft verſchluckt. Auch wird im erſten Flaſchchen die kleine Quantitaͤt zuft verbeſſert, im zweiten aber verandert ſie ihre Natur nicht. 3) Ich wollte gern ſehen, was Waſſerduͤnſte auf das Verſchlucken der firen uft fuͤr Einſluß haben wuͤr⸗ den. Ich ließ alſo fixe Luft unter einen Cylinder, deſ⸗ ſen vierter Theil voller Waſſer war. Das Geſchirr, in welches ich den Cylinder umgeſtuͤrzt hatte, ſetzte ich uͤbers Feuer, damit das Waſſer, wenn es heiß werden wuͤrde, den Cylinder mit Duͤnſten anfuͤllen moͤchte, die ſich mit der fixen Luft verbinden koͤnnten. Aber wie groß war mein Erſtaunen. Die fire Luft ward nur ſehr wenig ver⸗ ſchluckt, auch nahm das Verſchlucken, als das Waſſer erkaltet war, beinahe gar nicht zu. Bei allen dieſen Verſuchen habe ich den Einfluß der Waͤrme auf die Aus⸗ dehnung des Waſſers und der fixen Luft mit in Anſchlag gebracht: allein bei dieſem Verſuche uͤberlegte ich nicht, 1) daß die Waͤrme die Aufloͤſung der fixen Luft nicht be⸗ guͤnſtigt, 2) daß die Bewegung des heißen Waſſers die ſire Luft phlogiſtiſiren und ihr ihre Aufloͤsbarkeit im Waſ⸗ ſer rauben koͤnnte. Vermeidet man das Aufwallen dadurch, daß man wenig Waſſer unter eine mit fixer Luft angefuͤllte Glocke bringt, daß man ſie mit Queckſilber ſperrt und dann die Zuruͤſtung bis zum 15° erwarmt: ſo wird man ſehen, was die Daͤmpfe fuͤr Einfluß auf die Aufloͤſung der firen Luft haben, beſonders wenn ſie, ehe man ſie zum Verſuche braucht, in Blaſen getrocknet worden iſt. 4) End⸗ V der mit ware ichn der gem tiaaͤt wien und nur fire ihre ſer 5 Laugene 1 herum, Auück ver⸗ 3 Laugen⸗ dum; ſ ſchluck. litt uſt 8. Nanr a nſte euſ Jen vü⸗ n er, deſ T hitr, i Zch übers — wͤrd, 8 ſcch ni aoß war enig der — Waſee wn dieſe die Al⸗ ailnſchlch 3 th nich a nicht be ſers de ne Va if man 1 Goce F ann die 11 ſehen, Der faren deerſch Eno⸗ uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ec. 163 4) Endlich nahm ich 5 gleiche und aͤhnliche Cylin⸗ der und ſtellte ſie voll Waſſer in einerlei Geſchirr, da⸗ mit ſie alle fuͤnſe in gleichem Zuſtande ſeyn moͤchten. Sie waren 8 Zoll hoch und 2 Zoll weit. Den einen fuͤllte ich mit ſixer Luft an, und davon wurden in Einem Tage g des Inbegriffs(volume) von dieſer Luft verſchluckt. In den zweiten fuͤllte ich eine gleiche Quantitaͤt von gemeiner und von firer Luft, in den dritten dieſelbe Quan⸗ titaͤt gemeine, aber nur die Haͤlfte ſixe, in die vierte wieder eben ſo viel gemeine, aber nur ein Viertel fixe, und endlich in die fuͤnfte auch wieder ſo viel gemeine, aber nur ein Achtel fixe uft. Nach einigen Tagen war die fixe Luft gaͤnzlich verſchluckt worden und die gemeine hatte ihren Inbegriff(volume) und Reinigkeit ſo, wie vor die⸗ ſer Miſchung behalten. Alſo kann ich noch weiter ſchließen, daß die in der atmoſphaͤriſchen Luft ſich erzeugte fixe ſich darin eben ſo wenig, als jene, die man hineingehen laͤßt, verweilet, ſich mit ihr nicht verbindet und auch kein Beſtandtheil von ihr iſt. 5. Von einer beſondern Erſcheinung in der Er⸗ zeugung der Luft durch Blaͤtter, die unter Waſ⸗ ſer der Sonne ausgeſetzt ſind. Ich habe beobachket, daß jemehr Waͤrme das Son⸗ nenlicht dem Waſſer, worin die Blatter lagen, mittheilte, und mit je groͤßrer Intenſion es darauf wirkte, je mehr Luft gaben auch die Blaͤtter. War die Luft heiß, ſo ſah man ſehr große, war hingegen die Waͤrme ſchwach, nur kleine Blaſen aufſteigen. Gleichwohl waren in beiden Faͤllen die Waſſer, worin die Blatter lagen, nach ei⸗ nerlei und zwar nach dem Verfahren, das ich als das ſchicklichſte, die Blaͤtter zu reizen, daß ſie die meiſte 8 2 Luſt 164 Unterſuchungen Luft ausſtießen, beſunden hatte, ſaͤuerlich gemacht worden. Ohne Zweifel ruͤhrt dies vom Einfluß der Waͤrme auf die Vegetation her: denn da in den Wintertagen die am beſten vegetirenden Blaͤtter nur einige Luftblaſen aus⸗ ſtoßen, wenn ſie gleich der lebhafteſten Sonne ausgeſetzt ſind,— weil die Kaͤlte der uft die Vegetation hemmt—; eben ſo beguͤnſtigt die Waͤrme der Luft, ſo lange ſie in gewiſſen Grenzen bleibt, die Vegetation, ertheilt den Or⸗ ganen der Pflanze ein groͤßeres Vermoͤgen, die fixe Luſt, welche ſie mit dem Waſſer eingezogen haben, zu verar⸗ beiten und ſie in eine groͤßere Menge reine Luft umzuwan⸗ deln. Endlich hat man auch beobachtet, daß die Waͤrme die aufloͤſende Wirkung des ſaͤuerlichgemachten Waſſers auf die in demſelben befindliche Kalkerde vermehren hilft, und daß, weil alsdann die Entbindung der firen Luft weit betraͤchtlicher iſt, die Blaͤtter auch mehr Stoffe zu ver⸗ arbeiten haben. 6. Vom Verſchlucken der Blaſen, die des Abends auf der Oberflaͤche derer im Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter zum Vor⸗ ſchein kommen. Ich habe eine Aufgabe uͤber die Blaſen, die ſich des Abends auf die Oberflaͤche der Blaͤtter ſetzen und des Nachts wieder verſchwinden, die mir im ſten Th. dieſes Werks(22. Abſchn.) ſehr wichtig zu ſeyn duͤnkte, noch unaufgeloͤſt gelaſſen. Aber ich habe befunden, daß dieſe Luſt, die ich beim Eintritt der Nacht auf den Blaͤttern wahrnahm, die nicht in den Obertheil der Glocke aufſtieg, ſondern an den Blaͤttern kleben blieb, und die ſich des Morgens weder auf den Blaͤttern, noch in der Glocke mehr bemerken ließ⸗ vom gemacht * Wäͤeme ttagen de laſen aus⸗ V ausgeſeßt ammt— V fange ſeen ilt den O e fire luſt zu vere⸗ tumzuver ie Warm h Waſer ehren biſ in Luſt wit effe zu w „Apends r der or- ie ſih ds mund des dh. dieſs kte, nuch ich bein m die nan den 18 weder ken lie vom uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 165 vom Waſſer verſchluckt ward. Dieſes war alsdann ſeiner Luft beraubt, folglich geſchickter, mehr einzuſchlucken. Ich habe unter meinen Glocken beſtaͤndig die Be⸗ merkung gemacht, daß eine entwickelte Menge Luft dar⸗ unter verſchluckt wurde, und daß dieſe Menge am groͤß⸗ ten war, wenn die Oberflaͤche des Waſſers, auf der die Luſt ruhte, groͤßer war, und wenn das Blatt uͤberdem welche gegeben hatte. An meinen kleinen tubulirten Glo⸗ cken hat die Roͤhre im Lichten 1 Linie im Durchſchnitt. Dieſerwegen war die Quantitaͤt der verſchluckten Luft ſehr geringe, dagegen das Blatt, auf dem einige Blaſen ſtanden, auf allen Seiten von Waſſer, das es einſog, umgeben war; nun weiß man aber, daß das Waſſer die dephlogiſtiſirte Luft ſehr begierig in ſich nimmt. Laͤßt man unter eine Glocke voller Waſſer, das ſeine Luft gegeben hat, eine Blaſe von der Luft aus Blaͤttern oder ſelbſt von der gemeinen, und wenn es einem zumahl gelingt⸗ daß man ſie an einige in dieſes Waſſer getauchte Koͤrper abſtreichen kann; ſo wird man ſehen, daß ſie ebenfalls von dieſem Waſſer verſchluckt werden wird. Iſt man endlich ſo gluͤcklich, daß man ein mit Luſt⸗ blaſen uͤberzogenes Neſſelblatt in ein deſtillirtes Waſſer bringen kann; ſo werden dieſe Blaſen darin eher, als im gemeinen Waſſer, verſchwinden, weil dieſes Waſſer die Luft weit begieriger in ſich nimmt. 7. An der Sonne tritt die Luft aus der Rinde des Holzes, die ihr im Waſſer ausgeſetzt iſt, heraus. Im iſten Theile dieſes Werks(18ter Abſchn.) habe ich zwar erwieſen, daß das Zellgewebe der Rinde, ſo wie der Blaͤtter ihres, reine Luft ausſtoͤßt; allein ich habe es an dieſem Theile gezeigt, wenn die Rinde vom 83 Baume 166 Unterſuchungen Baume abgeſchaͤlt, und wenn das Zellgewebe von der Rinde abgeloͤſt war. Ich wollte doch aber den Beweis gern vollſtaͤndig machen und darthun, daß auch die Sten⸗ gel mit ihrer Rinde Luft geben, wenn ſie unter Waſſer der Sonne ausgeſetzt werden. Zu dieſem Endzwecke nahm ich Stuͤcke von Zweigen vom Aprikoſenbaum, verſchloß beide Enden mit Siegel⸗ lack, und legte ſie alsdann unter meine Glocken ins Waſ⸗ ſer. Ich beobachtete hierauf recht eigentlich, daß die Luft nur dann auf dieſen Stuͤcken zum Vorſchein kam, wenn ſie die unmittelbare Wirkung der Sonne empfin⸗ gen, daß die Luft ſich beſonders nahe um die Abſätze herum zeigte, ob gleich keine ſichtliche Trennung des Wuchſes wahrzunehmen war, ferner, daß die Blaſen vornehmlich an der der Sonne zugekehrten Seite ſaßen, und endlich, daß die ins Finſtre gebrachten Stuͤcke von Zweigen nur einige wenige Blaſen ausſtießen. Ich legte auch unter andre aͤhnliche Glocken Stuͤcke von Zweigen, die nicht verſiegelt waren, und fand, daß die Luft zu beiden Enden in Geſtalt von Blaſen herausging, ob ſie gleich mit ihrer Rinde bedeckt waren. Endlich ſtand auch die Menge der ausgeſtoßenen Juſt mit der Menge der in dem Waſſer,— worin die Stuͤ⸗ cke von den Zweigen der Sonne ausgeſetzt waren,— enthaktenen fixen Luft im Verhaͤltniß. Aus dieſen Verſuchen laſſen ſich viele wichtige Folge⸗ rungen herleiken. 1) Die Vegetation operirt im Zell⸗ gewebe der Rinde ſo, wie in der Blaͤtter ihrem, und die Blaͤtter ſind nichts als ausnehmend vervielfaͤltigte Orga⸗ nen, deren Geſchaͤft die Unterhaltung, die Pflege und die Herbeiſchaffung der ihr nothwendigen Nahrungsmit⸗ tel iſt. 2) Die im Waſſer aufgeloͤſte fixe Luft durchdringt dieſes Gewebe ſe wie das Oberhaͤutchen der Blaͤtter, das man e von der 1 Bewets die Sten⸗ er Waſſe Sweign it Siege ins Wa „ daß di hein kam ne empſin ie Abſit mung de ie Blaſn eite ſaßen, Stücke un Ichlegt Sweigen ie Luſt u 9, Oſe henen ut die Sti te Orgo⸗ V Hund die ngemie V chdringt V fer, das 1c uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 167 man in gemeines oder mit firer Luft geſaͤttigtes Waſſer legt. 3) Dieſe fixe Luft verbindet ſich im Zellgewebe der Rinde ſo, wie im Zellgewebe des Blatts, weil ſie dephlo⸗ giſtiſirt wieder heraustritt. 4) Das Licht wirkt durch dieſe Rinde, als wenn gar keine vorhanden waͤre, ſie dringt ein und vervoll⸗ kommnet darin das Werk der Vegetation, ſo wie im Blatte. Auf einer braunen Rinde werden weniger Strahlen zuruͤckgeworfen und gehen fuͤr die Verbindung verlohren, als auf dem gruͤnen Blatte, das eine leuch⸗ tendere Farbe hat. Weil nur dies Faͤrben des Blatts eine Folge der Verbindung des Lichts mit der fixen Luft iſt; ſo iſt ziemlich wahrſcheinlich, daß die gruͤne Farbe des Zellgewebes des Blatts die naͤmliche Urſache unter der Rinde hat. Es iſt wahr, daß eine duͤnne Bleiplatte, uͤber einen Zweig gelegt, das Zellgewebe der Rinde nicht entfaͤrbt, wenn gleich dieſer Theil vom Sonnenlicht lange Zeit nicht beleuchtet wird: allein man muß auch erwaͤgen, daß dieſes Zellgewebe alsdann voͤllig ausgebildet, und voͤllig gefaͤrbt iſt, und daß es ſich nie gruͤn faͤrben wuͤrde, wenn man auch den Zweig in dem Augenblick bedeckte, da er anfaͤngt hervorzubrechen. In dieſem Falle vernichtet die Abweſenheit des Lichts das nicht, was das licht gemacht hat; allein dieſe Malerei wird nie an einer Stelle zum Vorſchein kommen, die das Licht nicht mit ſeinem Pin⸗ ſel beruͤhrt und mit ſeinen Farben uͤberſtrichen hat. Man weiß jꝛ, daß gruͤne Pflanzen im Finſtern nie vergilben und daß ſie ihre Blaͤtter darin fallen laſſen, ohne daß dieſe ihr Gruͤn verlieren. 5) Kurz, die Rinde iſt ein Schwamm fuͤr die mit firer Luft beladene Luftfeuchtigkeit. Dieſe laͤßt ſie leicht ins Zellgewebe, welches ſie bedeckt, eindringen, und Letz⸗ 94 teres 168 Unterſuchungen teres zieht dieſe Luftfeuchtigkeit durch eine Menge von Ge⸗ faͤßen ein. Uebrigens bemerkt man dieſe Erſcheinungen blos in den Rinden ſolcher Zweige, die noch wachſen, denn dieſe ganze Organiſation hoͤrt ouf, wenn Zweig oder Stengel aufhoͤren zu wachſen. Nichts Unnuͤtzes, iſt einer von den Wahlſpruͤchen der Natur. 8. Beobachtungen uͤber die Vegetation, als tref⸗ fende Bekraͤftigungen meiner Theorie. Alle die Beweiſe, die man, zu zeigen, daß der Saft(ſève) eben ſowohl herab⸗ als heraufſteigt, ge⸗ fuͤhrt hat, will ich hier nicht anfuͤhren. Wer Grew's, Malpighi's, Duhamel's, Bonnet's Schriften geleſen hat, zweifelt nicht einen Augenblick daran. Ob nun gleich dieſe Thatſache zu Befeſtigung der Wahrheit meiner Ideen von Wichtigkeit iſt; ſo werde ich mich doch bei ihr nicht aufhalten, weil die Beobachtungen, die man angeſtellt, weder genau noch umſtaͤndlich genug ſind, um die Frage zu entſcheiden. Klar iſt, daß der aufſteigende Saft wohl wieder herabſteigen koͤnnte, nachdem er vor⸗ her in den Blaͤrtern oder in den Gefaͤßen, die ihn ent— hielten, ausgearbeitet worden. Alsdann muͤſte man zu erfahren ſuchen, wie dieſe Fluͤſſigkeiten in dieſen zwei ver⸗ ſchiedenen Arten von Gefaͤßen verſchieden waͤren; man muͤſte ferner unterſuchen, ob der herabſteigende Saft blos ein Ueberbleibſel vom aufſteigenden, oder, ob ſich keine andre Art von Materie beigemiſcht hat und endlich muͤſte beobachtet werden, ob dieſe beiden Arten von Saft aus verſchiedenen Quellen entſpringen. Hier iſt alſo Stoff genug, woran ein Beobachter, der auf dem Lande wohnt,— wo er mit Veranlaſſungen zu Verſuchen um⸗ geben iſt und wo Gegenſtaͤnde ſeinen Verſtand auffodern, und ihm, wenn er Augen hat, das Geheimniß, das die ————— uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 169 ie don die Natur uns vielleicht vor Augen legt und das wir noch nicht einzuſehen vermocht haben, aufſchließen,— gen blos i ſeinen Scharfſinn und Aufmerkſamkeit uͤben kann. denn di Man kann Pflanzen, die keine Nahrung aus der k Stenge Erde einziehen, nicht anſehen, ohne auf die Vermuthung teiner de zu gerathen, daß ſie auf Unkoſten der Luft leben, die ſie umfließt. Wenn es alſo Pflanzen dieſer Art gibt, wenn ſie auf ſolche Art vegetiren, wenn ſie aus dem Zuſtande als ti der Kindheit in den Zuſtand des Alters uͤbergehen, wenn vie. ſie ſich mit Kraft entwickeln, wenn ſie Stengel, Blaͤt⸗ ter, Bluͤthen, Fruͤchte und Samen treiben; ſo kann e, daß de man nicht in Abrede ſeyn, daß dieſe Lebhaftigkeit, die ſie ſteigt,„ erlangt haben, dieſe Stoffe, die ſie ſich angeeignet ha⸗ 8 g..—— Grew' ben, das Produkt der in dem Waſſer, das ſie ſich an⸗ Schrffen geeignet haben, aufgeloͤſten fixen Luft ſei und man wird hran. A darin eine neue Beſtaͤtigung der Theorie finden, die Wahrzet ich geliefert, um zu erklaͤren, woher der Stoff gekom⸗ 14 men, den Eichen noͤthig gehabt haben, die in Moos 3) mich de 8 7— geſaͤet worden, und blos im Waſſer ſo aufgewachſen de i nen ſind, daß ſie ein Gewicht von 200 Pfun erlangt ufſteiged haben. em er v⸗ Unter dieſen verſchiedenen Pflanzen, findet man die ie ihn an gemeinen indianiſchen Feigen(Cactur Opuntia Linn.) ſte mon und vornehmlich die kleine Melonendiſtel,(Cactu- zweive mammillarir Linn.). Die duͤrreſten Felſen ſind der ten; non Schooß, der ſie traͤgt; die meiſten wachſen in Geſchir⸗ ende Etf ren fort, worin die Erde faſt ganz trocken iſt. Hr. van t, ob ſc Marum erzaͤhlt in einer von ihm herausgegebenen ud endlch Schrift, uͤber die Bewegung der Fluͤſſigkeiten der Pflan⸗ von Scf zen, daß er im Gewaͤchshauſe des botaniſchen Gartens r iſ ali zu Groͤningen eine ſiebeneckigte Fackeldiſtel(Ca- dem londe Nus nuptagonus Linn.) geſehen, die ſeit 4 Jahren darin ichen um⸗ aufgehaͤngt und eben ſo lebhaft geweſen, als die in Kuͤ⸗ zuffodern, beln ſtehenden. Noch mehr aber iſt dies, daß die dritte iiß, ds und vierte Gattung und vielleicht alle, von der Peſt⸗ die 85 wur⸗ 170 Unterſuchungen wurzel(Cacalia Linn) nicht nur ihre Lebhaftigkeit fort⸗ behalten, wenn ſie ihrer Wurzeln ber ubt werden, ſon⸗ dern daß ſie ſogar wachſen und Bluͤten treiben. Das Meduſenhaupt(Kuphorb. Caput Meduſae Linn.) lie⸗ fert dieſelbe Erſcheinung. Ein Zweig von der dreieckig⸗ ten Fackeldiſtel, der auf einem Brete im Treibhauſe des Koͤnigl. Gartens zu Paris aus Vergeſſenheit liegen ge⸗ blieben war, hat einen neuen Zweig, uͤber 2 Fuß lang getrieben. Aber die auslaͤndiſchen Gewaͤchſe ſind es nicht allein, welche dieſes Vorrecht genießen. Eine Wurzel von der Zaunruͤbe(Brjonia. La Bryonne) die auf einem Brete gelegen, hat nach mehrern Wintermonathen 4 Zweige getrieben, davon zwei 3½ Fuß, der dritte 14 Zoll und der vierte 9 Zoll lang geweſen. Wer hat nicht geſehen, daß wenn man die immer⸗ gruͤnende Hauswurz(Sedum anacampſeros Linn.) abſchneidet und in Zimmern aufhaͤngt, ſie immerfort Zweige treibt und bluͤht, als wenn ſie noch immer an ih⸗ ren Wurzeln, die ſie ernaͤhrten oder doch zu ernaͤhren ſchienen, ſaͤße? Wer hat nicht Zwiebeln lange und leb⸗ ha'te Stengel treiben ſehen? Eben ſo iſt bekannt, daß die Meerzwiebeln(Scilla. La Scille) vollkommene Blu⸗ men treiben, wenn ſie gleich weder in Erde, noch Waſ⸗ ſer ſtehen. Das Sedum ſempervivum arboreum bluht ohne Wurzel. Woher ruͤhrt dieſe Vegetation? Wo⸗ her koͤmmt dieſer Stoff, der ſich der Pflanze aneignet, und ihr Gewicht und Maaße vermehrt? Zieht die Pflanze denſelben nicht weiter aus der Erde ein, woher koͤnnte ſie ihn denn ſonſt einziehen? Und noch muß er uͤberfluͤſſig und anhaltend vorhanden und dauerhaft ſeyn. Es bleibt nichts als die Luft uͤbrig, die ihn liefern kann. Blos die im Waſſer der Atmoſphaͤre aufgeloͤſte fixe Luft iſt es, die ſich mit dieſen von ihrer Mutter getrennten Pflanzen verbinden, und ihnen den Verluſt der Nahrung, den ſie erleiden, erſetzen kann. II. Aber habe che! Klech ſie en deigen auſge ( , dern wore ſau reiß gibt Zell die das geh gleie kral Nlo ckelt zeln nich ihre fire gkeit ſo⸗ den, ſon⸗ n. Das Linn) ſie dreieckg ohauſe des liegen ge Fuß lng iicht alen, ſel von de nem Vrei 4 Jeie „Zol und ie imme. or Lim) immerſer mer anij Nernäͤhtm he und l annt, diß iene Bu och Wi uum bliß 1! W⸗ aneignen ie Pflanz känmeſſe berfliſig Es blebt . Bos ſt iſt es, Pfanzen den ſie II. Aber uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 171 II. Aber eine Menge Pflanzen, die wenig Wurzeln haben, wenn man anders noch ſagen kann, daß ſie wel⸗ che haben, dergl. die Aſtmooſe(Hypnum), die Flechten(lichen) ſind, ſind auch ſo gebildet, daß ſie ſie entbehren koͤnnen. Sie wachſen in feuchten und nie⸗ drigen Gegenden, wo ſich die im Waſſer der Atmoſphaͤre aufgeloͤſte fixe Luft im Ueberfluſſe niederſenkt. Die Schorfpflanzen haben gar keine Wurzeln, ſon— dern nur eine Klebrigkeit, mit der ſie ſich an den Felſen, woran ſie ſitzen, feſthalten. Kann man wohl ſagen, ſie ſaugen aus dem Felſen, den ſie beleben? Folglich ent— reißen ſie der Luft die Nahrung, die ihnen das Leben gibt. Endlich lehrt uns auch die Natur ſelbſt, daß das Zellgewebe der Blaͤtter nicht nur die Werkſtaͤtte iſt, worin die Nahrung der Pflanze zubereitet wird, ſondern auch das Magazin, wo die Stoffe zu dieſer Nahrung auf⸗ gehaͤuft werden. Die fetten und ſaftigen Pflanzen, der⸗ gleichen die Glasſchmalze(Salicornia), die Salz⸗ kraute(Salſola), das Dickblatt(craſſula), die Aloeen(Aloes), die fetten Hennen(Sedum), die Sa- ckeldiſteln(cactus) ꝛc. ſind, haben allemahlweniger Wur⸗ zeln, als Pflanzen mit trocknen Blaͤttern. Sollte dies nicht anzuzeigen ſcheinen, daß, da dieſe Pflanzen in ihre mit Zellgeweben ſo reichlich verſehenen Blaͤtter die fixe Luft aufnehmen und ſie in ſo reichem Maaße und mit ſo vieler Kraft verarbeiten, dieſe Blaͤtter ihnen als Wur⸗ zeln in der luſt dienen und ihnen die Stelle jener in der Erde erſetzen? Und da dieſe Pflanzen ſtark vegetiren, anſehnliche Schoſſe treiben und ſich ſehr vermehren; ſo wuͤrde die Nahrung, die ſie aus der Erde eingeſogen haͤt⸗ ten, weder ſaftreich, noch kraͤftig genug geweſen ſeyn, um dieſe großen Wirkungen hervorzubringen. III. Vergleicht man die Vegetation auf den Ebenen mit jener auf Gebuͤrgen; ſo wird man finden, daß die die —————y——— 17² Unterſuchungen die Pflanzen umgebende Atmoſphaͤre ihre Nakur, ihre Geſtalt und Haushaltung veraͤndern hilft. Hr. Goße, der viel vortreffliche phyſiſche und chemiſche Kenntniſſe be⸗ ſitz,, und es in der Pflanzenkunde weit gebracht hat, hat mir uͤber die Vegetation auf den Alpen viele Beobach⸗ tungen mitgetheilt, die großes Vertrauen verdienen und in Anſehung der Folgerungen, die ſie mir darbieten, bei dem Gegenſtande, den ich behandle, wichtig ſeyn werden. Er hat mit andern Pflanzenkundigen wahrgenom⸗ men; 1) daß wenn man in der Atmoſphaͤre hoͤher ſteigt, man weniger Mannichfaltigkeit unter den Baͤumen fin⸗ det, daß die gummiaustreibenden Baͤume ſelten werden, die harzaustreibenden hingegen ſich in Menge finden. Das allgemeine Nahrungsmittel der Pflanzen, die fixe zuft, wird auf hohen Gebuͤrgen ſeltener, weil da der Urſachen ihrer Entwickelung weniger ſind und weil ſie ſich in die niedern Erdgegenden herabſenkt. Alſo muͤſſen alle Pflanzen, die ſehr viel fixe Luft brauchen. da nothwen⸗ dig gleich abſterben, ohne ſich zu vermehren, oder wer⸗ den vielmehr da nie von ſelbſt aufwachſen. In dieſem Falle befinden ſich die gummichten Pflanzen, die vom lockerſten Gewebe ſind, und in denen die Verarbeitung mit der wenigſten Kraft geſchieht. Sie brauchen reich⸗ lichere Nahrung, weil ſie nicht alle die, ſo ſie aus de⸗ nen Nahrungsmitteln, an denen ſie ſaugen, haben koͤnn⸗ ten, einſaugen koͤnnen, und weil ſie ſie wieder ausſtoſ⸗ ſen, ohne daß ſie ſie erſchoͤpft haͤtten. Hingegen die har⸗ zigen Baͤume, als wie die Fichten, bieten eine Menge immer gruͤner, immer friſcher Blaͤtter, die ſtets bereit ſind, die geringſten Ausfluͤſſe von fixer uft, die ſich an ſie haͤngen koͤnnen, aufzufangen, dar. Dieſe Blaͤtter zerſetzen ſogar die entzuͤndbare uft, damit ſie ſich die Grundtheile derſelben aneignen koͤnnen; und ſonach ſchi⸗ cken ſich ſolche Baͤume beſſer an ſolche duͤrre und trockne Oerter, als andre. Man hat auch ſchon im 1ſten Theile die⸗ dieſe reine arbeit en, ger wenn im! durc habe keit ſalto die jeh Nal die chen Alpe nicht duͤm wen mit ſobe Becbad dienen u bieten, i ichtig ſin dahrgene döher ſti zumen f ten werde nae finde n, diefe veil dad veil ſeiſt muͤſſen a nothwe⸗ oder ver In din „ die vyn rarbeinug ceen riih ſie aus de aben kunn er ausſt e die r ne Mange tets bett die ſichm 2 Blätke e ſch de nachſt nd trocii en Thell die uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 173 dieſes Werks bemerken koͤnnen, daß dieſe Pflanzen eine reinere, folglich vom Brennbaren befreitere und ausge⸗ arbeitetere Luft ausſtoßen. 2) Bei chemiſcher Zerlegung geben die Alpenpflan⸗ zen, bei gleichen Mengen, weit mehr Harz, weſentli⸗ che Oele und aromatiſchen Grundſtoff, als die naͤmlichen, wenn ſie in die Ebenen verpflanzt worden. Da ſie da im Ueberfluß leben, ſo koͤnnen ſie ihre Nahrung nicht ſo durcharbeiten, und da ſie weniger Lebenskraft haben, ſo haben ſie auch weniger Vermoͤgen, und ihre Wirkſam⸗ keit auf ihre Nahrungsmittel iſt ſchwaͤcher und das Re⸗ ſultat ihrer Produkte und ihrer Kraft nebſt den Saͤften, die ſie zubereiten, muͤſſen weniger karakteriſtiſch ſeyn. 3) Alle Pflanzen verbutten immer mehr und mehr, je hoͤher man auf Gebuͤrge koͤmmt, weil entweber ihre Nahrungsmittel abnehmen, oder weil die Lufttemperatur die Vegetation minder beguͤnſtigt, oder aus beiden Urſa⸗ chen zuſammen. 4) Hieraus folgt nothwendig, daß auf den hohen Alpen Pflanzen wachſen muͤſſen, die in niedre Gegenden nicht eingewohnen koͤnnen. Alle ſolche, die eine ver⸗ duͤnnte Atmoſphaͤre, eine geringe Menge fixe Luft, und wenig Nahrung verlangen, muͤſſen in einer druͤckenden, mit fixer Luft uͤberladenen und ſtark erwaͤrmten Atmo⸗ ſphaͤre leiden. 5) Alpenpflanzen, die man durch Verpflanzung in niedre Gegenden ihrem Vaterlande entzieht, und welche dieſe Verpflanzung uͤberſtehen koͤnnen, muͤſſen bei Ver⸗ aͤnderung ihrer Nahrung auch ihre Eigenſchaſten veraͤn⸗ dern und dies geſchieht wirklich. Einige, als wie der ſchwarze Stendel(Satyrium nigrum Linn.) verlie. ren ihren angenehmen Geruch. Dies muß ſo erfolgen, weil wir geſehen haben, daß die Alpenpflanzen mehr aro⸗ matiſchen Grundſtoff geben, als andre. 6) Bei 174 Unterſuchungen 6) Bei Veraͤnderung ihrer Beſchaffenheit veraͤn⸗ dern ſie alſo auch ihre Eigenſchaften. Einige verlieren ihre ſchaͤdlichen, andre ihre heilſamen Kraͤfte. 7) Die Bluͤten dieſer verpflanzten Pflanzen behal⸗ ten nicht mehr ihre lebhaften Farben, und auch ihr Ge⸗ ſchmack vermindert ſich ſehr merklich. 8) Die Wurzeln der Alpenpflanzen greiffen durch⸗ gaͤngig nicht weit um ſich, haben aber ſehr viele Faͤſer⸗ chen. Dies iſt merkwuͤrdig. Jede Pflanze, die be⸗ ſtimmt iſt, das Fleckchen Erde zu bedecken, das die Fel⸗ ſen uͤberkleidet, iſt ſo eingerichtet, daß ihre Wurzeln nicht uͤber die Grenzen des kleinen Bezirks, das ſie aus⸗ fuͤllen kann, hinauslauffen, ſie fuͤllt es aber ganz mit ih⸗ ren Faͤſerchen aus. Da auch auf der andern Seite nicht alle Quellen des Lebens der Pflanze in die Stengel gelegt ſind, ſo haͤngt ſie ſich mit dieſen kleinen Tauen an den Felſen, der ſie traͤgt, an, und erwartet von der ſie um⸗ fließenden Luft ihre uͤbrigen Nahrungsmittel. So ſieht man aller Orten, wie die weiſe Vorſehung ſorgt, da⸗ mit alles ſo gut, als moͤglich ſei. 9) Die Alpenpflanzen ſind faſt alle mit bald mehr, bald minder ſeiden⸗oder baumwollenartigen Haaren be⸗ deckt. Dieſe Haare dienen vielleicht zu eben ſo vielen Saugeroͤhrchen, wodurch ſie die im Waſſer der Atmo⸗ ſphaͤre auſgeloͤſte fixe Luft einſaugen. Die Hauptveraͤnderungen, ſo die in niedre Gegen⸗ den verſetzten Alpenpflanzen in ihrem Aeußern erfahren, machen meine Schlußfolgerungen wahrſcheinlich. Jede davon verraͤth eine Vermehrung der Nahrung. 1) Die Wurzeln breiten ſich aus, ſie ſaugen von allen Seiten die ſie umgebenden Nahrungsmittel ein. 2) Stengel, Blaͤtter und Bluͤten bekommen einen groͤßern Umfang, weil ſie eine groͤßere Menge Nahrung erhalten haben. —, 3) Die Linn kömn den, uͤber rig, bare Gaͤr den einſe blos Sch zen Gei ſchaff Beſch durfn dieſe ſteig einel End und ſem geſa verſe Zwe men eit verane z verlietmn gen behl V ) ihr Ge⸗ tfen durte diele Fäſer d˙, de be s die Fe 1 Warzin ſie aus enz mitſ rSeite nict Sgel galet In an da zer ſie um 1 So ſi rorgt, do ald mah⸗ gaaren bo eſo vieln ser Atmo⸗ 82 Gegene erfahten, . » N augen do el ein. nen einen Nahrung uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ꝛc. 175 3) Die Haare gehen nach und nach aus, wie an den Pflanzen, die man von den Landſtraßen wegnimmt und in Garten zieht. Das ſchoͤne Ratzenpfoͤtchen(Filago læontopodium Linn.) deſſen Stengel und Blaͤtter ſo filzig ſind, be⸗ koͤmmt, wenn es 2 Jahre lang im Garten gezogen wor⸗ den, eine gruͤne Farbe, welche Stengel und Blaͤtter uͤberzieht, und anſtatt daß es filzig war, wird es haa⸗ rig, und die Wurzeln vergroͤßern ſich auf eine ſonder⸗ bare Art. Kurz, das einzige Mittel, Alpenpflanzen in unſern Gaͤrten zu erhalten, iſt, daß man ſie ſtark begieße, um den Nahrungstheil, den ſie in der Luft und in der Erde einſaugen, wegzuſchwemmen, ferner ſie dem Nordwinde blos ſtelle, und endlich, ſie vor der Sonne ſchuͤtze. IV. Hr. van Marum beweiſt in der angefuͤhrten Schrift ferner, daß die dem Thaue freiſtehenden Pflan⸗ zen darin durch das Waſſer, welches ſie einſaugen, an Gewicht zunehmen, und daß dieſe Zunahme nach Be⸗ ſchaffenheit der Natur der Pflanzen, vielleicht ſogar nach Beſchaffenheit ihrer Entwickelung und der Nahrungsbe⸗ duͤrfniß verſchieden ſei. Endlich zeigt er auch noch, daß dieſe verſchluckte Feuchtigkeit bis in die Wurzeln herab⸗ ſteigt. Sein Verſuch daruͤber iſt folgender. Er ſchnitt von einer Linde einen Zweig ab und ſteckte das abgeſchnittene Ende in eine Roͤhre, die an dem einen Ende offen war, und ließ ihn die Nacht uͤber darin ſtehen. Binnen die⸗ ſem Zeitraum hatte ſich ziemlich viel Waſſer in der Roͤhre geſammelt, und dieſes kam gewiß von dem vom Blatte verſchluckten Theile her. Da endlich die Beſchaffenheit der Wurzeln jener der Zweige, ihrer Lebhattigkeit und ihren Blaͤttern vollkom⸗ men entſpricht; ſo erhellet aus den Verſuchen der Herren Duha⸗ 176 Unterſuchungen Duhamel und Buffon, daß die Wurzeln blos durch die Nahrung, die ſie von den Blaͤttern empfangen, groͤſ⸗ ſer wachſen. V) Wenn man das Vermoͤgen der Blaͤtter, die mit firer Luſt uͤberladene Luftfeuchtigkeit einzuſaugen, in Be⸗ trachtung zieht, wenn man weiß, wie lange dieſes ein⸗ zige Mittel ihr Gruͤn erhalten kann, nachdem ſie von der Pflanze getrennt worden, wenn man wahrnimmt, daß der Weinſtock zu thraͤnen aufhoͤrt, ſobald die Blaͤtter hervorbrechen, wenn man beobachtet, daß bei jeder Bluͤ⸗ tenknoſpe Blaͤtter ſtehen, daß die Frucht abfaͤllt, ſobald man dieſe Blaͤtter abbricht, wenn man ferner die Menge der reinen Luft mißt, welche die Sonne aus den Blaͤt⸗ tern, die ſie beſcheint, zieht, wenn man bemerkt, daß die Baͤume in den Jahren, wo die Raupen und Baum⸗ wanzen die Blaͤtter verderben, nichts als ſchlechte Fruͤchte bringen: ſo laͤßt ſich nicht zweiſeln, daß nicht die Blaͤt⸗ ter die Organen ſeyn, welche das von den Wurzeln ein⸗ gezogene Fließwaſſer(lymphe) mit der in dem atmo⸗ ſhpaͤriſchen Waſſer aufgeloͤſten firen Luft und dem ichte verbinden, wie auch alle meine Verſuche darthun. Alles eben Geſagte laͤßt ſich auch auf das Zellgewebe der Rinde anwenden, deren Aehnlichkeit mit jener der Blaͤtter ich ſowohl aus ihrer Natur, als ihren Wirkun⸗ gen erwieſen habe. VI, Die Beobachtung, die Hr. Tingry gemacht und in dem unter der Feder habenden ſchoͤnen Werke, uͤber die Zerlegung der Pflanzen, ſtrenge bewieſen hat, daß naͤmlich die Organen des Zellgewebes die Theile der Pflanze ſind, welche das fuͤchtige Laugenſalz geben, die gruͤne Materie hingegen der, ſo die Saͤure gibt, iſt, dient allem, was ich geſagt, zum neuen Beweiſe. Dieſer Theil muſte die Saͤure und zwar nur allein dieſe geben, weil er das Reſultat der Verbindung der ſixen Luft iſt, und Wirk getite koͤnnt uͤberz haben durch ſchiet Luftg mit durch ſchlaͤ 1 6 gut: daßd fire L ſie er derſel Fall dere laͤß ſich! daß unten theil 6 ¹ atme ſich zu! nen blos durc ingen, gi ter, die mi den, in Be edeeſes ein ſie don de immt, daß die Blätta i jeder B⸗ fäͤlt, ſohed rdie Man s den Lli mmerkt, dau und Baum echte Friche ht die Bli Vurzelnew dem atme h dem ce un. Zellgevd it jener de en Witku '; gemutt een Wart wieſen hat Thelle de geben, de iſt dem Diſfer ieſe geen en loſt iſh und uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 177 und weil er ſich nie ganz verarbeitet daͤrin befinden muß. Unſer geſchickter Scheidekuͤnſtler ruͤget Hrn. Rouelle's Irrthum. Dieſer glaubte, die gruͤne Materie gaͤbe das fluͤchtige Kaugenſalz. Hr. Tingry zeigt, wie jener habe zu Jerthum verleitet werden koͤnnen. Uebrigens iſt meine Meinung nicht, daß ich die Wirkung ausſchließen will, welche die an der Sonne ve⸗ getirenden Blaͤtter auf die phlogiſtiſirende Luft haben koͤnnten. Bei reifem Nachdenken hieruͤber, bin ich ſehr uͤberzeugt, daß ſie auf dieſe Luftart einen großen Einfluß haben, denn dieſe phlogiſtiſirte Luft iſt von der fixen blos durch eine vollkommene Saͤttigung mit Brennbarem ver⸗ ſchieden, wenigſtens iſt gewiß, daß die fixe Luft in jene Luftgattung umgewandelt wird, die weder ſäuerlich, noch mit dem Waſſer miſchbar iſt, und auch das Kalkwaſſer durch bloßes Herumſchuͤtteln im Waſſer nicht nieder⸗ ſchlagt, wie durch phlogiſtiſirende Proceſſe geſchieht. Allein noch uͤber dieſes vegetiren die Pflanzen ſehr gut in phlogiſtiſirter Luft, und es waͤre wohl moͤglich, daß die Blaͤtter dieſe Luft gleich verſchluckten und wie die fire Luft verarbeiteten, ohne daß ſie erſt warteten, bis ſie erſt fire Luft geweſen ſei, oder daß ſie zu Erzeugung derſelben beitruͤge. Was mich bewegt, dieſen ſeltenen Fall fuͤr moͤglich zu halten, iſt die große Verſchluckung der entzuͤndbaren Luft von den Weidenblaͤttern. Aber es laͤßt ſich alles vereinigen, wenn man ſich vorſtellt, daß ſich die fixe uft im Zellgewebe der Pflanzen erzeugt, oder daß die Pflanzen in dieſen— von einander nicht ſo ſehr unterſchiedenen— Luftgattungen die naͤhrenden Grund⸗ theile wieder finden, welche ſie ſich aneignen muͤſſen. Da endlich dieſe phlogiſtiſirte Luſt einen Theil von der atmoſphäriſchen Mofete ausmacht; ſo iſt es natuͤrlicher, ſich gerade Wege zu ihrer Verſchluckung zu denken, als zu Umwegen ſeine Zuflucht zu nehmen. Sonach koͤn⸗ nen wir der beſtaͤndigen ſixen Luft, welche die Atmoſphaͤre Senebier 4. Th. M den 178 Unterſuchungen den Pflanzen zu ihrer Ernaͤhrung immer dargibt, noch die phlogiſtiſirte, die ein Beſtandtheil davon iſt, bei⸗ fuͤgen. 9. Entdeckungen des Hrn. Abts Fontana uͤber dieſe Gegenſtaͤnde, nebſt Betrachtungen, auf die ſie mich geleitet haben. Meine Freimuͤthigkeit verſtattet mir nicht, eine merk⸗ wuͤrdige Stelle aus einem Schreiben des Hrn. Abts Fontana vom Okt. 1781.— das in den Memorie di Matematica e di Fiſica della Soc. Ital. Tomo I. S. 704. eingeruͤckt iſt,— mit Stillſchweigen zu uͤber⸗ gehen. Dieſer vortreffliche Naturforſcher faͤhrt fort, dem Publicum von den zahlreichen, wichtigen und außeror⸗ dentlichen Entdeckungen, die er taͤglich macht, und da⸗ von er jeder mit ſolchem Eifer nachſpuͤrt, daß man glau⸗ ben ſollte, er waͤre blos mit einer einzigen beſchaͤftigt, Nachricht zu geben, und bei dieſer Veranlaſſung ſpricht er auch von ſeinen neuen Beobachtungen uͤber die duſt aus Pflanzen, und zwar auf eine Art, welche die Er⸗ wartungen des Publikums wohl erregen koͤnnen. Ue⸗ ber ſiebenhundert von ihm unterſuchte Pflanzen, eine unendliche Menge tauſendfaͤltig vermannichfaltigter und eben ſo oft wiederhohlter Verſuche ſind koſthare Vor⸗ zuͤge, die ihn in dieſer Betrachtung allen Naturfor⸗ ſchern werth machen und die Grundlage nicht nur des Vertrauens, das er verdient, ſondern auch der Urtheile ſind, die er uͤber alle, die ſich mit dieſem Gegenſtande beſchaͤftigt haben, faͤllt. Dieſer durch ſeine originellen,— im Journal de Phyſique bekannt gemachten,— Entdeckungen, durch ſeine Unterſuchungen uͤber die Reizbarkeit und uͤber die Sal⸗ Sar uͤbei mir hen⸗ andtl er u Sor jigenl todt ſchen rund brit wal wo geſ wa nick tan ckun ſie n glaul mit vertt vorb mir ſuch ſaͤr Mit ſchei jener hou Pub uns Wa Ente ibt, wi iſt, de ana 8 mauf die eine nat Hrn. M lemore Tom- gen zu lig fott, d nd außen t, undd man ge beſchö ſung prc er die d he de dh nen. le nzen, en Mtigter un bare Va Narurſe t nur de e Urthei egenſtande uroa de n, duc üͤber de Sal uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 179 Salpeterluft, und endlich durch ſein vortreffliches Buch uͤber die Gifte, unſterblich gewordene Naturforſcher ſcheint mir ganz eigne durchdringende und ſcharfe Sinne zu beſi⸗ tzen. Daher gluͤckts ihm oft, daß er Sachen ſieht, die andre nicht wahrnehmen koͤnnen. Auf dieſe Art belehrt er uns, daß wenn er in den Verſuchen mit denen der Sonne unter Waſſer ausgeſetzten Blaͤttern, nur einen ein⸗ zigen Umſtand veraͤndere, er machen koͤnne, daß ſie eine toͤdtliche und mephitiſche Luft ausſtoßen, ob es ihm gleich ſcheine, daß die im Verſuche vorgenommene Veraͤnde⸗ rung die Pflanzen ihrem natuͤrlichen Zuſtande naͤher bringe. Hieraus macht er den Schluß, daß Alles, was uͤber dieſen Gegenſtand bekannt gemacht worden, im Ganzen falſch, oder eigentlicher geſprochen, blos in einigen beſondern Saͤllen wahr ſei, und daß ſelbſt dieſe Kaͤlle den Pflanzen nicht die natuͤrlichſten ſeyn. Ich liebe die Wahrheit ſo ſehr, als Hr. Abt Fon⸗ tana, ob ich gleich ſeine Huͤlfsmittel zu ihrer Entde⸗ ckung nicht habe. Und da ich mir bewußt bin, daß ich ſie mit Eifer geſucht und mit Gewißheit gefunden, ſo glaube ich auch, ich muͤſſe ſie mit Muth, dabei aber mit aller, Verdienſt und Talenten gebuͤhrenden, Achtung vertheidigen. Ich werde daher meine Zweifel beſcheiden vorbringen, mich aber wohl huͤten, daß ich das, was mir ſcheinen wird, daß es meinen Meinungen oder Ver⸗ ſuchen entgegen geſetzt ſei, nicht fuͤr falſch halte oder da⸗ für zu erklaͤren ſuche. Ich werde blos ſagen, daß das Mittel, deſſen ſich dieſer große Mann,— wie mirs ſcheint,— bedient hat, eben ſo leicht truͤgen koͤnne als jenes, das ich mit den Herren Prieſtley, Ingen⸗ houz ꝛc. gebraucht habe. Uebrigens warte ich mit dem Publikum begierig auf alles, was Hr. Abt Fontana uns verſprochen hat, und da ich die Erweiterung der Wahrheit im ganzen Ernſte dem kleinen Ruhme einer Entdeckung oder einer Idee vorziehe; ſo verſpreche ich, M 2 daß 180 Unterſuchungen daß ich ſeinen gluͤcklichen Fortſchritten meinen Beifall ge⸗ ben und ſeinen Kenntniſſen nacharbeiten werde, ſobald ich von ihrer Richtigkeit uͤberzeugt bin. Unterdeſſen verbindet mich die Senſation, die Hr. Abt Fontana mit Grunde in dem Verſtande ſeiner Le⸗ ſer gemacht hat, daß ich von den Gruͤnden Rechenſchaft gebe, die mich immer noch bewegen zu glauben, daß die unter Waſſer,— ja ſogar in bloßer Luft,— der Sonne ausgeſetzten Pflanzen reine uft ausſtoßen. Man wird mir den Ort verzeihen, den dieſe Pruͤfung ein⸗ nimmt, ich habe aber die Schrift, welche dazu Veran⸗ laſſung gegeben, erſt nachdem dieſer Theil ſchon zum Theil abgedruckt war, kennen lernen. Im iſten Theile dieſes Werks habe ich gezeigt, daß die aus denen unter dem Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤttern heraustretende Luft urſpruͤnglich aus dem Blatte komme(4. 5. 6. Abſchnitt); daß das Blatt dieſe Luſt unter der Geſtalt der fixen Luft aus dem Waſſer einziehe und mittelſt des Sonnenlichts in dephlogiſtiſirte umwan⸗ dele(5. 21. 22. 25. bis 39. Abſchn. und dieſer ganze Theil); daß die an der Pflanze ſitzenden Blaͤtter dieſe zuft ſo gut gaͤben, als wie die davon getrennten(12ter Abſchn.); daß ferner die Blaͤtrer dieſe Luſt nur dann reichlich abſonderten, wenn ſie friſch, gruͤn und voͤllig ausgewachſen ſind, daß ſie aber mit dieſem Ausſtoſ⸗ ſen in dem Verhaͤttniſſe aufhoͤren, als ſie ſich von ge⸗ dachten drei Eigenſchaften entfernen(14. Abſchn). Daß die Blaͤtter dieſe reine Luſt enthalten, habe ich dadurch er⸗ wieſen, daß ich ſie herausdruckte, auch habe ich gezeigt, daß ſie ſich in den Maſchen des netzformigen Zellgewebes enthalte. Endlich habe ich auch gewieſen, daß die Sonne in den Blaͤttern in freier Luft eben das bewirke, was ſie, wie wir ſehen, in denen unter dem Waſſer ih⸗ rer Wirkung ausgeſetzten Blaͤttern thut; ich habe erwie⸗ ſen, daß die Blaͤtter darin dephlogiſtiſirte Luſt ausſtieſ⸗ ſen „—— — Beiſal „ſobaldi n, dehe de ſeine Rechenſtg uben, if ſt,—d ßen. Ma ruͤfung i azu Tan en zum de Hezeigt, rausgeſh9 dem èr att dieſt Lſſer ein Ärte unna⸗ Edieſer ot glaͤtter enten(u It nur di r und n m Aui zich von Ihn). d. dadund Hich geet zellgenat , dißü ras bewin „Waſſe habe ems t ausſi ſ uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ꝛc. 181 ſen(23. Abſchn.). Ich kann verſichern, daß ich alle dieſe Reſultate blos auf eine ſehr zahlreiche Folge von Verſuchen gegruͤndet habe, welches auch Naturforſcher, die mich leſen, gewiß bemerken werden. Ich habe es freilich fuͤr hinreichend gehalten, die Produkte kurz zu⸗ ſammenzufaſſen, ohne die Nummern davon zu zaͤhlen. Soll ich hier noch hinzufuͤgen, daß Hr. Prieſtley und Hr. Ingenhouz einige der allgemeinen Reſultate mei⸗ ner Verſuche ſo, wie ich, befunden haben, und daß Er⸗ ſterer insbeſondre ſie wiederhohlt hat, um Hrn. Scheele des Irrthums zu uͤberfuͤhren, der da glaubte, die Pflan⸗ zen verduͤrben die zuft weit eher, als daß ſie verbeſ⸗ ſerten*). M 3 Ich *) Hr. Prieſtley lehrt, daß die Vegetabilien die phlogiſti⸗ ſirte Luft durchs Verbrennen(1 B 49.) und durch die Faͤulniß(1. B. 87. 4. B. 305) reinigen; daß ſie die entzuͤndbare Luft verbeſſern(5§. B. 1.); daß das Licht zu Hervorbringung dieſer Wirkung nothwendig ſei(5. B. 18); daß de Vegetatton dieſe Birkung hervorbringe(5. B. 234⸗ 27. 29); daß dieſe Luft im Vegetabile cirkulirt habe 5 B 11); und daß man die reine Luft in den Blaſen der Seepflanzen antreffe(4. B. 313). Die meiſten dieſer Thatſachen bekraͤftigt auch Hr. In⸗ genhouß in ſeinen Verſuchen uͤber die pflanzen. Hr. Fontana geſteht ſeloſt anfaͤnglich, daß das Licht mache, daß aus denen ihm unter Waſſer aus⸗ geſetzten Pflanzen eine ſehr reine und die Auftgat⸗ tug, die man dephlogiſtiſche nennt, heraustrete. In dem zten§. der ſo numerirt iſt, daß er ſich vom iſten ausdruͤcklich unterſcheiden ſoll, druͤckt ſich dieſer beruͤhmte Gelhrte, ohne daß er mit Bedingung von der Entwi⸗ ckelung der Luft aus den Blaͤttern ſpricht, folgenderge⸗ ſtalt aus: das Sonnenlicht, ſelbſt dann, wenn ihm die Waͤrme entzogen iſt, d h. wenn es blos als Licht wirkt, macht, daß dieſelbe ſehr reine Luft aus den Pflanzen heraustritt. S. die Abhandl. Prin- cipi generali de' cerpi in den Memorie di Mateinatica e di Fifica della Soc. Ital. Tomo I. S. 105. und S. 108. ſagt en 182 Unterſuchungen Ich will hier nicht eine Menge Gruͤnde, die von den Umſtanden, den Verſuchen und der Natur der Sache hergenommen ſind, anfuͤhren, um mich dadurch zu recht⸗ fertigen, daß ich auf meiner Meinung beharre; ſondern will nur blos hinzuſetzen, daß ich die Ideen, welche die Herren Deinmann und van Trootswyß vor 3 Jah⸗ ren in hollaͤndiſcher Sprache bekannt gemacht haben, im iſten Theile dieſes Werks und deſſen 23ſten Abſchn. ge⸗ nau unterſucht habe. Dieſe Ideen ſcheinen mir, ihrer Grundlage nach, mit Hrn. Abt Fontana's ſeinen ei⸗ nige Analogie zu haben, wenigſtens behaupten dieſe Ge⸗ lehrte, daß die Pflanzen, ohne unterm Waſſer zu lie⸗ gen, in der Luft an der Sonne mephitiſche oder fixe uſt ausſtoßen und es hat mich nach dieſer Pruͤfung geduͤnkt, daß ich auf meinen Schluͤſſen beharren muͤſſe, ungeach⸗ tet ihrer Verſuche, welche mir die meinigen zu beſtaͤtigen ſcheinen. Kurz, ich ſtelle gegenwaͤrtig eine Reihe von Verſu⸗ chen an, welche geradezu und durch neue Huͤlſsmittel be⸗ weiſen werden, daß die in verſchloſſener gemeiner, ja ſo⸗ gar in freier Luft, der Sonne ausgeſetzten Pflanzen de⸗ phlogiſtiſirte uft geben. In dieſen Theil kann ich dieſe Verſuche nicht bringen, weil ſie zu großen Raum ein⸗ nehmen; ich werde ſie aber herausgeben, ſobald ich in meinen neuen Unterſuchungen uͤber den Einfluß des Lichts neuen Stoff zu einem Bande, wie dieſer, werde gefun⸗ den haben. Noch darf ich nicht vergeſſen, eine andre Entdeckung des Hrn. Abts Fontana bekannt zu machen. Er ſieht naͤmlich in der Conferva ceſpitoſa filis rectis undique di- vergentibus, die in Geſchirren, die voller Waſſer an der Sonne ſtehen, waͤchſt, nicht, wie ich und andre Be⸗ obach⸗ er ebenfalls, das Sonnenlicht entreiße ohne Bedingung den Pflanzen die dephlogiſtiſirte Luft. wie von dar der Sacte ch zu nehe in dieſ d⸗ aſſer zul der fiel ung gedui 1, ungt z beſtitg von Ve Iſemitte einer, j flanzen nn ich i Raum obald iht ß des li zerde gif Entdecln . Exr ſi undiqued aſſer a andred ohch Zedingut ———————* uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 183 obachter, eine Pflanze, ſondern Thiere nach beiden Ge⸗ ſchlechtern, und beſchreibt ſie auch. Da ich dieſes We⸗ ſen nicht ſo mikroskopiſch unterſucht habe, daß ich dar⸗ uͤber entſcheiden koͤnnte; ſo muß ich mich damit begnuͤ⸗ gen daß ich zufolge meiner im 2ten Theile dieſes Werks, im zten Abſchn. mitgetheilten Beobachtungen anmerke, daß wenn dieſes Weſen ein Thier iſt, es eines ſeyn muͤſſe, das ſo ſehr Pflanze iſt, als nur moͤglich; weil es ihre Farbe haben, weil ſein gruͤner Theil im Weinſtein auf⸗ loͤsbar ſeyn, weil es,— wie die Vegetabilien,— im Finſtern die Bleichſucht bekommen, weil es, wenn es an die Sonne geſtellt, alsdann ſeine gruͤne Farbe wieder annehmen, und endlich, weil es dieſelbe bei ſeinem Ster⸗ ben verlieren wuͤrde. Es iſt wahr, daß ich Thierchen in dieſem Grasleder wahrgenommen, aber ſie ſchienen mir auf ſeine Koſten zu leben und Weſen auszumachen, die mit jenem fremd ſind. Indeſſen halte ich mein Ur⸗ theil zu uͤck, beſonders wenn mir Hrn. Abt Corti's ſchoͤne Verſuche uͤber das locomotive Vermoͤgen der Gal⸗ lerten(Tremelles), Weſen, die ſich denen, davon hier die Rede iſt, ſo ſehr nahern, beifallen. 10. Beobachtungen, die ſich auf meine Hypo⸗ theſe uͤber die Farbe der Blaͤtter be⸗ ziehen. Die Gegenſtaͤnde, welche mich bis jetzt beſchaͤftigt, haben mich von neuen Verſuchen uͤber die Farbe der Pflanzen zuruͤckgehalten. Ich glaube ſie blos durch eine wahrſcheinliche Hypotheſe erklaͤrt zu haben, wie ich auch im ꝛten Theile dieſes Werks wohl tauſendmahl geſagt und wiederhohlt habe. Da unterdeſſen dieſer Gegenſtand eben ſo merkwuͤrdig iſt, als er nuͤtzlich werden kann; ſo werde ich nicht zoͤgern und ihn, ſobald ich kann, bear⸗ beiten. Unterdeſſen will ich hier meinen Leſern drei M 4 That⸗ 184 Unterſuchungen Thatſachen zu weiterm Nachdenken daruͤber mit⸗ theilen. 1) In den Mem. de P'Aczd. des Sc. de Paris 1772 lieſt man, daß Hr. Monted an der Rinde und den Wurzeln des Kaſtanienbaums ein leuchtendes, ſchwar. zes und in fluͤſſiger Geſtalt ausſchwitzendes Gummi ge⸗ funden habe. Dieſes Gummi in Waſſer aufgeloͤſt gab Tinte; 1 ½ Unzen von dieſem Gummi gaben 1 Drachma Waſſer und Drachma und 18 Gran einer fluͤſſigen Saure, und endlich einen ganz ſchwarzen Todtenkopf, der ſich in der Vitriolſaͤure mit Aufbrauſen aufloͤſte. Es fand ſich darin ein erdartiges Salz, das ein Selenit war. Die filteirte Fluͤſſigkeit hatte eine ſchwachgruͤne Farbe. Dieſe Fluͤſſigkeit auf den Abſud von Granataͤpfeln ge⸗ goſſen, gab Tinte. Dieſe Beobachtung zeigt deutlich, daß die Vegeta⸗ bilien Eiſen, Saͤure und eine verſchluckende Erde enthal⸗ ken, welche das Eiſen aufgeloͤſt und in den Fluͤſſigkeiten der Pflanze, ſo wie in der Tinte, ſchwebend erhaͤlt. II. Im 16. B. ate Abth. der Schriften der Har⸗ lemer Soc. der Wiſſ. beweiſt Hr. Tiebol, daß er im Schnee und Regenwaſſer Eiſen geſunden. Man kann ſich davon durch das phlogiſtiſirte Lugenſalz leicht uͤber⸗ zeugen. Desgleichen findet man auch welches in der Kalkerde des Waſſers. III. Im SFten Stuͤcke des deutſchen Journals der Chemie lehrt Hr. Scopoli, daß wenn man an der Sonne deſtillirten Weineſſig und feuerbeſtaͤndiges Lau⸗ genſalz zuſammenſchuͤtte, das Gemiſch gleich gruͤn werde und ein wenig Berlinerblau fallen laſſe. Filtrire man alsdann dieſes Gemiſch und ſtelle es hierauf von neuem an die Sonne, ſo erhalte man einen neuen blauen Rie⸗ derſchlag, aber nicht mehr, als zuvor. Endlich beweiſt er ——„ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 185 1.„ ba n er durch unzubezweifelnde Verſuche, daß dieſer blaue Niederſchlag ſich nur dann erzeuge, wenn das Gemiſch daris 19n an die Sonne geſtellt wird, und daß die Waͤrme allein 1 und M nicht vermoͤgend ſei, ihn zu erzeugen. Hieraus macht 3 ſchua er den Schluß, daß das licht ein Beſtandtheil der Farbe Summigh der Koͤrper ſei. gelöſt 1 — Drath Ich will fuͤr jetzt auf dieſen Thatſachen nicht beſte⸗ 3. flüſſte hen, allein die Erſte ſcheint mir darzuthun, daß in den enkey 9 Vegetabilien Eiſen ſei, und die Andre entdeckt die Quelle Aſte. 6 deſſelben. en Süin vacgit Ich koͤnnte zu den angeſtellten Betrachtungen neue 241 hinzuſetzen und denen bereits angeſuͤhrten Aehnlichkeiten ofhe neue beifuͤgen, aber es iſt hier nicht der Ort dazu, und meine Eäpſeng Unterſuchungen uͤber dieſen Gegenſtand muͤſſen, ſo Gott . will, noch weiter getrieben werden. :e Vem de enthu lſigitn 11. Erſcheinungen, die man an dem der Sonne 2 3 gel ausgeſetzten Franzoſenholzharze wahr⸗ der 5 nimmt. daß eri Nan kim 5.. Non V Ich habe bereits der Erſcheinung Erwaͤhnung gethan, Jich i die man an dem der Sonne ausgeſetzten Franzoſenholz⸗ oes in e harze bemerkt, und auch das angefuͤhrt, was Hr. Crell in ſeinem chemiſchen Journal davon ſagt. Das tſournal Weitere findet man im aten Zuſatze zum 2ten Theile die⸗ nan ande ſes Werks. diges w. 8 verd Ich muß hier anmerken, wie ich bereits wahrge⸗ rite un nommen, daß das der Sonne blosgeſtellte Franzoſenholz on neun gruͤn werde(2ter Theil, 6. Abhandl. 6. Abſchn.). Da uen Na⸗ ich nun erwieſen hatte, daß das bloße Harz dieſen Ver⸗ ch beriſ aͤnderungen in dieſen Umſtaͤnden unterworfen ſei; ſo 3 M 5 mußte 186 Unterſuchungen mußte ich natuͤrlich den Schluß folgern, daß dieſes vom Holze abgeſchiedene Harz ebenfalls gruͤn werden muͤſſe, aber jenes Harz, welches ich damahls beobachtete, war eine durchſichtige Maſſe, welche die Sonne blos gel farbte, wie ich auch angezeigt; hingegen das, wovon hier die Rede iſt, iſt ein gepuͤlvertes Harz, das eine dun⸗ kelgruͤne Farbe hat. Die im chemiſchen Journale beſchriebenen Ver⸗ ſuche habe ich nachgemacht, aber nach meinen Abſichten veraͤndert. 1) Ich ſtellte dieſes Harz in einem Uhrglaͤschen in die volle Sonne, in der das Thermometer auf 290 ſtieg. Es ward ſchwarz, nachdem es vorher blau gefaͤrbt wor⸗ den, ſchmolz aber ganz. 2) Das naͤhmliche Harz, unter einer duͤnnen Blei⸗ platte der naͤhmlichen Sonne ausgeſetzt, ſchmolz zwar auch, faͤrbte ſich aber nur braun. Sonach iſt die un⸗ mittelbare Einwirkung des Lichts von der Einwirkung der Waͤrme ſehr verſchieden, denn dieſe ſchmelzte das Harz in beiden Faͤllen, aber das Licht ſchwaͤrzte dieſes Harz im erſten. 3) Ich ſuchte alſo die Wirkſamkeit des Sonnen⸗ lichts zu ſchwaͤchen, und ſetzte dieſes Harz in einem groſ⸗ ſen Uhrglaſe dem zuruͤckgeworfenen Sonnenlichte aus. Ueber das Glas deckte ich eine Zinnplatte, in die ich in der Mitte eine große viereckigte Oeſnung geſchnitten hatte. Ich nahm hierauf wahr, daß der unbedeckte Theil des Harzes ſich in dem Glaſe, das blos in dem zuruͤckgeworfenen Sonnenlichte ſtand, nach Verlauf von 3 Stunden blau faͤrbte; das in dem blos im Tages⸗ lichte ſtehenden Glaſe befindliche Harz aber nahm nach ei⸗ ner Stunde eine blaue Farbe an. 4) Ich iiſts un 181 müͤſſe See, wu los ge 20 wopen ine dun⸗ 1—en Va⸗ malbſichen 2 Sschen i o ſi Pröt nu Een Be⸗ Chh zro (die w⸗ ung de *s h ’s h Senna gu l pe ols Ae ich i chnitte bedecke 22 in den T au v 8 T Anoch 4 9 9 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 187 4) Ich wollte doch auch gern den Verſuch wieder⸗ hohlen, der ſonſt ſchon angeſtellt worden, daß man naͤmlich das Franzoſenholzharz mit Schwefelleber, aus dem ſein Brennbares durch eine Saͤure entbunden wird, unter eine mittelſt Waſſers geſperrte Glocke bringt. Ich ſah hierbei, daß das Harz darunter braun ward, bis es die ſchwarze Farbe annahm, die es in voller Sonne er⸗ haͤlt. Dies wuͤrde beweiſen, daß die Sonne dieſelben Wirkungen hervorbringt, als das uͤberfluͤſſige Brenn⸗ bare. Der rauchende Geiſt des Boyle gibt dieſem Harze eine rothbraune Farbe, wenn er eben ſo auf daſſelbe wirkt, wie die Schwefelleber. Verſu⸗ Verſuche uͤber verſchiedene Luftgattungen, in der Ab⸗ ſicht angeſtellt, um dem Einſluſſe des Sonnen⸗ lichts auf die, ſeiner Wirkung in gemeinen oder ſaͤuerlich gemachten Waſſern ausgeſetzten, Blaͤt⸗ ter tieſer nachzuſpuͤren. 1. Einleitung. Wrauhe gleich der Winter die Pflanzen der Blaͤtter und entzieht mir die Sonne, die immer den wich⸗ tigen Theil meiner Verſuche ausmacht; ſo entfernt er mich doch nie von meinem Gegenſtande, ſondern er hat mich vielmehr veranlaßt, daß ich mich nach ſchicklichen Mitteln zu weiterer Unterſuchung meines Gegenſtandes umgeſehen, und ich habe auch zu Anſtellung einiger in⸗ tereſſanter und nuͤtzlicher Verſuche Gelegenheit ge⸗ funden. Erwaͤgt man, was in denen Blaͤttern vorgeht, die in gemeinem, oder mit fixer Luft geſchwaͤngerten, oder ſaͤuerlich gemachten Waſſern an der Sonne ſtehen, und nimmt wahr, daß die fixe Luft ſich in ihnen in reine umwandelt; ſo geraͤth man auf den Gedanken, ob es nicht vortheilhaft ſeyn moͤchte, wenn man ohne Blaͤt⸗ ter ſo auf die fixe Luft wirken koͤnnte, wie die Sonne mit den Blaͤttern darauf wirkt. Dies habe ich verſucht, und wiewohl meine Proben nicht von ganz gluͤcklichem Erfolge der 2 Sonner Anen od 1 Bü a er Blt — den we Kuntfern J ern er rſchicklch 2 cenſtande A einiger Eenhelt 9 geßt, d r ten, de ehen, 1 Ann tent Sken, 1 2 hne Bl z ie Eoni 8) veriuch lckiden E Unterſuchungen uͤber den Einfluß ꝛc. 189 Erfolge begleitet geweſen ſind; ſo glaube ich doch genug er⸗ halten zu haben, um meinen Entdeckungen und meiner Theorie neue Feſtigkeit zu geben. Dieſe Abhandlung wird zuſammenhaͤngende Beob⸗ achtungen enthalten, doch ſind ſie noch nicht ſo weit ge⸗ trieben, als ſte's ſeyn koͤnnten. Die Wirkung des Feu⸗ Hͤerrs wollte ich bei dieſen Verſuchen nicht zu Huͤlfe neh⸗ men, weil ich mich von der Natur ſo wenig, als nur moͤglich, entfernen will. Wenn mir keine andre Huͤlfsmit⸗ tel mehr uͤbrig bleiben werden, ſo will ich mich ſeiner be⸗ dienen. Der Zweck, den ich mir vorſetze, iſt folgender. Da alles, was ich bis jetzt zu beobachten Gelegenheit gehabt, mich glauben macht, daß die fixe Luft blos durch eine Zerſetzung dieſer Saͤure an der Sonne dephlogiſtiſirte Lutt vermittelſt der Blaͤtter gibt; ſo glaubte ich, es waͤre vielleicht moͤglich, dieſe Zerſetzung durch unterſchiedene Mittel zu bewirken. In dieſer Abſicht bediente ich mich der Saͤure, wel⸗ che das Brennbare am begierigſten in ſich nimmt, als wie die Salpeterſaͤure, doch glaubte ich auch, daß ich zu gleicher Zeit einen Verſuch mit der Seeſalzſaͤure wa⸗ gen muͤßte. Endlich erwog ich auch, daß die Magneſieaufloͤſung, welche,— nach Hrn. Scheele's ſchoͤnen Verſuchen,— das Brennbare ſo gewaltig anzieht, mir nuͤtzliche Dien⸗ ſte leiſten koͤnnte und dies zwar um deſtomehr, da die fire Luft, die man darunter miſcht, darin zerſetzt zu ſeyn ſcheint, weil ſich die Magneſie phlogiſtiſirt niederſchlaͤgt, wenn man dieſelben in Verbindung bringt. Nachgehends habe ich auch den Einfluß der Laugen⸗ ſalze auf dieſe Luftgattungen unterſucht. Die angeſtellten Verſuche haben mir eine beſondere Urſache der Unrichtigkeit der Eudiometer,— der unmoͤg⸗ ———õnB—Oℳ——y——— 190 Unnterſuchungen unmoͤglich vorzubeugen iſt,— kennen gelehrt. Ich habe geglaubt ſie dem, was ich uͤber dieſen Gegenſtand geſagt, beifuͤgen zu muͤſſen. 2. Von der Wirkung der Saͤuren auf die fixe Luft. Ich ließ fixe Luft in Flaͤſchchen, die mit Salpeter⸗ und mit Seeſalzſaͤure gefuͤllt waren, ſchuͤttelte ſie hierauf mit dieſen Saͤuren herum und ließ ſie alsdann 18 Stun⸗ den lang zuſammen ſtehen und nachgehends pruͤfte ich ſie mittelſt der Salpeterluft. 1) Ein Maaß fixe luft, das mit der Salpeterſaͤure außer dem Flaͤſchchen, worin beide waren, herumge⸗ ſchuͤttelt worden war, ließ ich unter eine Glocke voller Waſſer, und miſchte es darauf mit 3 Maaß Salpeter⸗ luſt, worauf das Gemiſch auf 3 Maaß zuſammen⸗ ſchwand. 2) Ein Maaß fixe Luft, mit der Seeſalzſaͤure her⸗ umgeſchuͤttelt, und dann unter einer Glocke mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, ward auf 23 Maaß vermindert. Ein Maaß friſchgemachte fire Luft, mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, ſchwand auf 4 M. und 1 Maaß gemeine Luft, mit 3 Maaß Salpeterluft gemiſcht, auf 2½ Maaß zuſammen. Die Verminderung der gemei⸗ nen durch die Salpeterluft, hat mir im Winter betraͤchtli⸗ cher zu ſeyn geſchienen, weil in dem naͤhmlichen Inbegrif (volume) mehr Luft vorhanden iſt: kann man glauben, daß die Luft beſſer ſei? Dieſe Verſuche habe ich dreimahl zu verſchiedenen Zeiten wiederhohlt und bemerkt, daß die fixe Luft einige Stunden nach ihrer Miſchung mit der Saͤure beſſer war, als ſpaͤter, ja ich habe ſogar beobachtet, daß nach eini⸗ gen krirt die ſtens mint durch ſal z aber ſond reif ſure ie di rt. Degenſe V nuf di V 1 Salhe sſie heru 1 19Em afte ic 2 petende d herunn ocke vln .1 Salhen Juſamme 4 ſäure ſe 8 3 Na aninden. 113 Nu aA1 Mah sct, af per gemen w yetrach 4 Inbeniſ * Hlouben, Sciedenen vſtt euige 3 ſer ucn 11¹0) tiue 90 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 191 gen Tagen dieſe Luftart noch ſchlechter wurde und dann ganz ſchlecht war, wenn ich ſie mit dieſen Saͤuren in wohlverſtopften und noch uͤberdies in Queckſilber oder Waſſer umgeſtuͤrzten Flaͤſchchen aufhob. Es iſt einleuchtend, daß die fixe Luft durch ihre Ver⸗ miſchung mit den Saͤuren anſehnlich verbeſſert worden, weil ſie in ihrem natuͤrlichen Zuſtande von der Salpeter⸗ luft nicht vermindert wird, in gegenwaͤrtigem Falle hin⸗ gegen beinahe ſo ſtark, als die gemeine Luft, vermindert wurde. Ich zweifle nicht, daß wenn ich mehr koncen⸗ trirte Saͤuren gehabt haͤtte, ich die fixe Luft beſſer, als die gemeine gemacht haben wuͤrde. Die ſixe Luft wird in der Seeſalzſaͤure beſſer, wenig⸗ ſtens ward ſie durch die Salpeterluft ein wenig mehr ver⸗ mindert, als jene mit der Salpeterluft vermiſchte. Eine durch die Deſtillation uͤber Magneſie dephlogiſtiſirte See⸗ ſalzſaͤure habe ich nicht bekommen koͤnnen, ich zweifle aber nicht, daß dieſe Saͤure dieſe fixe Luft auch auf eine ſonderbare Art dephlogiſtiſirt haben wuͤrde. Die Urſache dieſer Erſcheinung laͤßt ſich leicht be⸗ greiffen, wenn man Achtung gibt, daß die Salpeter⸗ ſaͤure ſich begierig mit dem Brennbaren uͤberſaͤttigt, daß ſie die Salpeterluft verbeſſert, daß ſie das Koͤnigswaſſer erzeugt, indem ſie die Seeſalzſaͤure dephlegiſtiſirt und ihre Kraft verſtaͤrkt. Eben das kann man von der See⸗ ſalzſaͤure ſagen, die auch die naͤhmlichen Wirkungen in andern Umſtaͤnden hervorbringt; denn daß ſie die Me⸗ talle aufloͤſt, thut ſie nur dadurch, daß ſie ſich mit dem Brennbaren, welches ſie aus den Metallen losmacht, uͤberſaͤttigt, und in dieſem Falle wirkt ſie auf eben die Art auf die fixe Luſt. Allein was noch mehr iſt, alle dieſe Luſtarten, mit Waſſer geſperrt, veraͤndern ihre Natur, laſſen ihren ſau⸗ ren Theil fahren und verbinden ſich mit dem Waſſer, wie ich durch viele Verſuche beweiſen werde. 3. Von 192 Unterſuchungen 3. Von der Wirkung ber Magneſieaufldſung auf die fixe Luft. Hr. Scheele hat gezeigt, daß ſich die Magneſie ſehr gut in Zitronenſaft aufloͤſt. Ich habe auch gefun⸗ den, daß er das Aufloͤſungsmittel iſt, welches die Ma⸗ gneſie am ſtaͤrkſten angreift, und ob es ſie gleich langſam auftoͤſet, ſo loͤſt es ſie doch am beſten und geſchwindeſten auf. Ferner hatte Hr. Scheele noch,— wie ich auch angezeigt,— wahrgenommen, daß wenn die ſixe Luft der Wirkung dieſer Aufloͤſung in verſchloſſenen Gefaͤßen ausgeſetzt wird, ſie ſich darin zerſetzt und die Magneſie unter einer phlogiſtiſchen Geſtalt niederſchlaͤgt; allein die⸗ ſer Gelehrte hatte den Zuſtand der fixen Luft nach dieſer Wirkung der Aufloͤſung auf ſie nicht unterſucht. 1) Ich ließ daher ſire Luſt in ein mit dieſer Aufloͤ⸗ ſung angefuͤlltes Flaͤſchchen und nach einigen Tagen pruͤfte ich ſie durch die Salpeterluft, da ich dann fand, daß Maaß von dieſer Luft mit 3 Maaß Salpeterluft ver⸗ miſcht, auf 22 Maaß zuſammenſchwand. 2) Ich wollte die fire Luſt noch laͤnger mit der Ma⸗ gneſieauftoͤſung zuſammen ſtehen laſſen, fand aber daß die Luft, anſtatt ſich zu verbeſſern, an Guͤte etwas ver⸗ lohren hatte, wiewohl ſie immer noch beſſer war, als die fixe Luft, aber nicht ganz ſo gut, als die gemeine. Dieſe Verſuche geben gerade dieſelben Wirkungen, wie die mittelſt der Saͤuren angeſtellten, und ſonach ha⸗ ben wir keine Urſache am Daſeyn des Brennbaren in der fixen Luft, und an der Moͤglichkeit, ihr daſſelbe gaͤnzlich ent⸗ ziehen und ſie in den Zuſtand dephlogiſtiſirter ꝛuft verſe⸗ tzen zu koͤnnen, zu zweifeln. Ich will hier nur noch beifuͤgen, daß die durch Auf⸗ loͤſung der Magneſie im Zitronenſafte entwickelte Luftart eine etwas phlogiſtiſirte fixe Luft iſt, die ſich im Waſſer unge⸗ zſung af Mamiſ ruch gw 1s die N Lch mmie Lhwindein ſe ich und ie fre ui In Geſthn 8 Mani D aleid mach din 4. Zeſet d gen pin r rand, d P erluſt w a der“ r aber di 2 twas u R r, ald d — —.. irkungh s onach sren indt 2 zlchc Anb ₰ uſt e 11 urch 10 1 Luſtet uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 193 ungemein leicht aufloͤſt; mir ſcheint ſie dieſe Eigenſchaft ungleich ſtaͤrker, als die aus der Auſloͤſung der Kreide in Vitriolſaͤure entbundene fire Luft zu beſitzen. Drei Maaß von dieſer Luft ſchwanden in der kleinen Roͤhre ei⸗ ner kleinen Glocke binnen ½ Stunden zu einer Blaſe zu⸗ ſammen, dagegen 2 Maaß gewoͤhnliche fire Luft in einer aͤhnlichen Roͤhre erſt, nachdem ſie Stunden uͤber Waſ⸗ ſer auf dieſelbe Art ausgeſetzt geweſen waren, vermindert wurden. 4. Von der Wirkung der Laugenſalze auf die fixe Luft. Als ich dieſe Reihe von Verſuchen vornahm, zog ich mehr ihre Wichtig keit, als ihre Schwierigkeiten in Er⸗ waͤgung, und nachdem ich ſie ſorgfäͤltig angeſtellt und mehreremahle wiederhohlt; ſo theile ich nun hier Reſul⸗ tate mit, die ich fuͤr zuverläͤſſig halte, doch finde ich nicht, daß ich hierin mit der Muͤhe, die ſie mich gekoſtet, ver⸗ keinſ3meaßi ig Schritt gehalten habe: doch dem ſei, wie ihm wolle, ſo will ich erzaͤhlen, was ich geſehen habe, und wenn ich uͤber meine Beobachtungen nicht gut nach⸗ gedacht habe; ſo koͤnnen es andre beſſer machen. Ich habe auf dieſe Verſuche die Aufmerkſamkeit ver⸗ wendet, die ich zu Bereitung der fixen Luft fuͤr unum⸗ gaͤnglich nothwer adig halte. Ich waͤhle dazu Flaͤſchchen, die ohngefaͤhr 2 Unzen Waſſer faſſen. In dieſe ſchuͤtte ich die zu Pulver geſtoßene Kreide, gieße dann gemeines Waſſer darauf, damit alle gemeine Luft herausgehe, und hernach die ziemlich mit Waſſer geſchwaͤchte Vitriolſaͤure, bis das Flaͤſchchen voͤllig voll iſt. Beim erſten Luftſtoße ſtecke ich eine eingeſchmirgelte gekruͤmmte Glasroͤhre hin⸗ ein, und wenn ſo viel Luft durch dieſe Roͤhre gegangen iſt, daß ich glaube, die in der Roͤhre vorhandene Luft ſei herat usgetrieben worden, ſo fange ich die reine fixe Luft Senebier 4. Ch. N unter —õ———————— 194 Unterſuchungen unter meinen Glocken auf. Oder ich mache es ſo. Ich tauche die Roͤhre unter das Waſſer und fuͤlle ſie durch Saugen voll Waſſer, und indem es durch die Roͤhre laͤuft, ſtecke ich die Roͤhre auf das Flaͤſchchen. Durch dieſes Verſahren erhalte ich eine vollkommen gleichbe⸗ ſchaffene und mit atmoſphaͤriſcher gar nicht vermiſchte Luft. Wenn ich nun meine Flaͤſchchen mit der fixen Luft gefuͤllt hatte, ſo ſchuͤttete ich die dazu beſtimmten Lau⸗ genſalze hinein, verſchloß ſie mit den eingeriebenen Stoͤp⸗ ſeln und ſtuͤrzte ſie im Waſſer um. Ich fuͤhre hier blos die Reſultate eines einzigen Verſuchs an, ob ich deren gleich mehrere angeſtellt habe, ſie gaben mir aber alle beinahe aͤhnliche Reſultate. 1. 1) Die 26 Stunden lang mit dem in Waſſer aufgeloͤſten kryſtalliſirten vegetabiliſchen Laugenſalze in Miſchung geſtandene ſixe Luft ward ſo weit verſchluckt, daß nur der 2oſte Theil Luft im Flaͤſchchen uͤbrig blieb. Einen Theil von dieſer uͤbriggebliebenen Luft pruͤfte ich durch die Salpeterluft, und es ward 1 Maaß von dieſer zuft aus dem Flaͤſchchen, mit 3 Maaß Salpeterluft ver⸗ miſcht, auf 3 ½ Maaß vermindert. Dieſe uft uͤber Waſſer ſtehend, erlitt keine Veraͤn⸗ derung. 2) Die ſixe Luft, eben ſo lange mit denſelben Lau⸗ genſalzkryſtallen, aber ohne Waſſer, in Miſchung ſte⸗ hend, ſchwand auf 23 des Inbegrifs des Flaͤſchchens, in dem ſie ſich befand, zuſammen. Ein und Maaß da⸗ von, vermiſcht mit 5 Maaß Salpeterluft, verminderten ſich auf 4½ Maaß⸗ Dieſe Luft, 48 Stunden uͤber Waſſer ſtehend, ward um 3 ihres Inbegrifs vermindert. 3) Die mit gereinigtem feuerbeſtaͤndigen Laugenſalze vermiſchte Luft ward auf † ihres Inbegrifs vermindert, und und! ſchun ſamn T gar ni . meine auf d 1 M miſch von 19 E 6 peterle Gemi ches hen den 2 Salpe Il lang; ner 2 durch 1 angeſt gus T en ſo 5 (berü V bie in 1 denn nin W. zenſale verſahl ² brig a. prüſt von d Aterluft ine Ve an ſelben! ſchung = hchens, Mach rminde Jend, u 6 - ' . laugen Djermind uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ec. 195 und 1¾ Maaß von ihr ſchwanden, nach geſchehener Mi⸗ ſchung mit 4 Maaß Salpeterluft, auf 42 Maaß zu⸗ ſammen. Dieſe Luft vermindert ſich uͤberm Waſſer beinahe gar nicht.— 5) Die in einem Flaͤſchchen mit einer Portion ge⸗ meinen Waſſers verſchloſſen geſtandene fixe Luft, ſchwand auf die Haͤlfte ihres Inbegrifs zuſammen. Als aber 1 Maaß von dieſer Luft mit 3 Maaß Salpeterluft ver⸗ miſcht wurde, erlitt ſie keine Verminderung. Zwei Maaß von dieſer Luft, die uͤber Waſſer ſtanden, wurden nach 18 Stunden auf vermindert. 6) Ein Maaß reine fire Luft, mit 3 Maaß Sal⸗ peterluft vermiſcht, litt eine geringe Verminderung. Das Gemiſch ſchwand naͤmlich auf 33 Maaß zuſammen, wel⸗ ches vielleicht beim Durchgange durchs Waſſer geſche⸗ ben ſeyn kann, Zwei Maaß uͤber Waſſer ſtehend, wur⸗ den nach 5—6 Stunden auf a. Maaß verminderk. 7) Ein Maaß gemeine Luft, vermiſcht mit 3 Maaß Salpeterluft, ſchwand auf 3 ½ Maaß zuſammen. II. Dieſelbe fixe Luft habe ich ferner 18 Stunden lang uͤber denſelben Laugenſalzen ſtehen laſſen und in kei⸗ ner Betrachtung einige Veraͤnderung verſpuͤrt. Beinahe durchgaͤngig erhielt ich die naͤmlichen Reſultate. III. Dieſen Verſuch habe ich auf unterſchiedene Art angeſtellt und dabei die Flaͤſchchen mit einer Kompoſition aus Wachs verſtopft, damit das Waſſer nicht hineintre⸗ ten ſollte. In ſolchen Flaͤſchchen habe ich dieſe Luſt 28 Tage ſtehen laſſen, ſie dann durch die Salpeterluft gepruͤft und befunden, daß die Luft von mindrer Guͤte, als wie in den vorigen Faͤllen, war. IV. Endlich war ich doch auch begierig zu wiſſen, ob denn wohl die Menge des augenſalzes auf die Veraͤn⸗ 2 derung 196 Unterſuchungen derung der mit ihm vermiſchten fixen Luft Einfluß haͤtte. 3. 1) Ich nahm alſo ein Flaͤſchchen, das 2 Unzen Waſſer faſſen konnte, that* Unze kryſtalliſirtes minera⸗ liſches Laugenſalz hinein und ließ die fire Luft„4 Stun⸗ den damit ſtehen, alsdann miſchte ich 135 Maaß von die⸗ ſer Luft mit 4 Maaß Salpeterluſt, worauf eine Vermin⸗ derung auf 44 Maaß erfolgte. Dieſe zuſt, uͤber Waſſer ſtehend, verminderte ſich binnen 24 Stunden nicht. 2) Denſelben Verſuch wiederhohlte ich in einem C12H 2„ ☛ᷣr.— Flaͤſchchen, in das 8 Unzen Waſſer gingen. Ich fuͤllte es mit fixer Luft an und dann miſchte ich 2 Unze minera⸗ liſches Laugenſalz darunter; darauf wurden 1½ Maaß von dieſer Luft, mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht, auf 3½ Maaß vermindert. Als dieſe Luft uͤber Waſſer ſtand, litt ſie keine Ver⸗ aͤnderung. 1 Ich ſchuͤttete ein wenig von dieſem mineraliſchen Lau⸗ genſalze, in Waſſer aufgeloͤſt, in eine Untertaſſe. Es bildete ſich hierauf eine Salzhaut, die nichts als Schup⸗ pen vorſtellte, die uͤder einander zu liegen ſchienen. Al⸗ lein als ich dieſes mineraliſche Laugenſalz mit firer Luſt ſäͤttigte und davon einige Tropfen auf eine Untertaſſe fal⸗ len ließ, ſo zeigte ſich, nachdem das Waſſer verdunſtet war, das Salz wie Aeſte, welche ziemlich genau dem Farrenkraute aͤhnlich ſahen. Dieſe fire Luſt, der Wirkung der Laugenſalze aus⸗ geſetzt, iſt beſſer, als vorher. Hier iſt eine feſte That⸗ ſache, die ſich auf eine Menge von Verſuchen ſtuͤtzt. Haͤtte das Laugenſalz allein die fire Luft, nach der es ſo begierig iſt, angezogen, ſo wuͤrde der Reſt firer Luft mit den Eigenſchaften der ſiren Luft geweſen ſeyn und waͤre auch nicht nicht! iſt rei peterl bar. den er im nicht der ſa minde er mi noch: T telte genſa ſo ver ſie di Mo ſert, ausſe der, Lüfte ſeſer dief t Ennge 3 2 Ug Les miren 1 14 Em 7. c. Diß von d je Term⸗ nderte ze ieh Man Sſcht, keineh 1 liſchenſ artaſſe. alls Et — nen.) an ffre Jervoſti 7 vetdurt Z'enau d a ſotge d a feſte d hen ſit uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 197 nicht beſſer, als die fixe Luft geweſen: aber dieſer Reſt iſt reiner, als die ſixe Luft, ſchwindet mit der Sal⸗ pererluſt zuſammen, iſt auch im Waſſer nicht ſo aufloͤs⸗ bar. Alſo hat er ſich nicht nur in ſeiner Menge vermin⸗ dert, ſondern ſich auch in ſeiner Natur veraͤndert. Daß er im Waſſer nicht ferner mehr auftoͤsbar iſt, ſollte dies nicht daher kommen, weil er zerſetzt, und weil er min⸗ der ſauer iſt? Und daß er mit der Salpeterluft Ver⸗ minderung erleidet, ſollte dies nicht daher ruͤhren, weil er mit dem Brennbaren weniger verbunden iſt und deſſen noch in ſich nehmen kann? Die mit den Saͤuren in den Flaͤſchchen herumgeſchuͤt⸗ telte fire Luft war ein wenig beſſer, als jene mit den Lau⸗ genſalzen eingeſperrte. Sehr ſonderbar iſt es, daß zwei ſo verſchiedene Koͤrper auf die fixe Luft ſo wirken, daß ſie dieſelben Wirkungen hervorbringen. Der Hr. Graf Morozzo hat die fixe Luft ebenfalls ſehr dadurch verbeſ⸗ ſert, daß er ſie uͤber Queckſilber der Wirkung des Feuers ausſetzte. Dieſes kalzinirte es alsdann weiter geſchwin⸗ der, in weit groͤßrer Menge, und gab durch die fixe zuft einen Queckſilberniederſchlag. Das Unſtaͤndlich dieſer ſchweren und wichtigen Verſuche findet ſich in einenn Briefe des Hrn. Grafen Morozzo an Hrn. Macquer. 5. Von der Wirkung der Laugenſalze auf die Salpeterluft. Die Salpeterluſt habe ich auf eben die Art zuberei⸗ tet, wie die fixe, und bin den naͤhmlichen Verfahren, wie bei den vorigen Verſuchen, gefolgt, doch mit ſolchen Veraͤnderungen, wie es die Natur dieſer Luftgattungen erfoderte; doch miſchte ich die Salpeterluft mit der ge⸗ meinen, um zu ſehen, ob dieſe Luftart bei dieſer Opera⸗ tion eben die Rolle ſpielen wuͤrde, die ſie ſonſt zu ſpie⸗ len pflegt. hes N 3 Die 1 198 Unterſuchungen Die Miſchung der Luftarten mit den Laugenſalzen ge⸗ ſchah den 20. und 24. Januar. Die Luft pruͤfte ich mit⸗ telſt der gemeinen.. I. 1) Ich hob Salpeterluft in einem Flaͤſchchen auf und miſchte 3 Maaß davon mit Maaß gemeiner, worauf das Gemiſch auf 3z½ Maaß zuſammenſchwand. „Nach 4 Tagen hatte ſich dieſe Luft um ver⸗ mindert. 2) Ich peitſchte Salpeterluft mit gemeinem Waſſer unter einander, worauf 3 ½ Maaß von dieſer Luſt mit 1 Maaß gemeiner vermiſcht auf 4 ½ Maaß zuſammen⸗ ſchwanden, Ueber dem Waſſer verminderte ſich dieſe Luft ſehr wenig. 3) Drei und ½ Maaß von einer mit fluͤchtigem Lau. genſalze unter einander gepeitſchten Salpeterluft wurden mit 1 Maaß gemeiner uft vermiſcht, worauf ſie auf 3½ Maaß zuſammenſchwanden. Als dieſe Salpeterluſt mit der gemeinen gemiſcht ward, entſtand in dem Au⸗ genblicke, da die Miſchung geſchah, eine weiße Wolke, die den Raum von einem Maaße einnahm und nach einer Minute wieder verging. Ueber dem Waſſer verminderte ſich dieſe Luft ſehr wenig. 3 4) Die in aͤtzendem Laugenſalze herumgepeitſchte Salpeterluft ſtellte dieſelben Erſcheinungen dar. Drei Maaß davon mit 1 Maaß gemeiner gemiſcht, wurden auf 3 ½ Maaß reducirt. Ueber Waſſer litt dieſe Luſt ſehr wenig Vermin⸗ derung. 3 5) Die mit vegetabiliſchem feuerbeſtaͤndigen Lau⸗ genſalze vermiſchte Salpeterluft, veraͤnderte ſich in ihrem . Weſen Weſen gemei Ue I ſalzen en R I! terluft ſpuͤrte 4 Gemm Verb weiti 3 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 199 Inſeten h 249. drechm Weſen nicht. Drei Maaß von di eſer Luft, mit 1 Maaß 4 gemeiner vermiſcht, wurden auf 3 ½ Maaß vermindert. gläſe Ueber Waſſer verminderte ſich dieſe Luſt wenig. Jläſchche gemein II. Dieſe ieſt leß ich noch 4 Tage uͤber den Laugen⸗ hwand, ſalzen ſtehen, und erhielt beinahe in aller Strenge dieſel⸗ ben Reſultate. n Kk 1 III. Dieſe uͤber den Laugenſalzen geſtandene S Salpe⸗ terluft pruͤfte ich hierauf mit gewoͤhnlicher Salpeterluft, 32m Vfſ ſpuͤrte aber keine V Verminderung. 1 dſtu Hieraus folgt alſo, daß die Salpeterluft durch dieſe Buſonme Gemiſche faſt gar nicht veraͤndert worden war, und die Verbindung der Stoffe, welche dieſe Luft erzeugt, hier Ce luft weit inniger iſt, als bei der fixen Luft. t tigem a 6. Von der Wirkung der Laugenſalze auf die „ ſt vn entzuͤndbare Luft. cuuf ſeu waloetet Die naͤhmlichen Verſuche ſtellte ich auf dieſelbe Art d dem mit der entzuͤndbaren euſt an. Ich ließ ſie 10 Tage mit aße Wai den zuvor gedachten Laugenſalzen beiſammen ſtehen und nach ſchuͤttelte ſie darin bisweilen um. I. 1) Ein Maaß entzuͤndbare Luft, mit 3 Maaß c uſi Salpeterluft vermiſcht, wurden auf 4 Maaß vermin⸗ dert. 4 2) Ein Maaß dergleichen Luft, die uͤber Waſſer ge⸗ egerena ſtanden hatte, ward mit 3 Maaß Salpeterluft vermiſcht n. N und darauf auf 3 ½ Maaß reducirt. w d, wnn 3) Ein Maaß von dergleichen, die uͤber fluͤchtigem Lagenſalze geſtanden hatte, ward nach geſchehener Mi⸗ Verne ſchung mit 4 Maaß Salpeterluft, auf 5 Maaß ver⸗ V mindert. Higen 1u 4) Ein Maaß von dergleichen, die uͤber feuerbe⸗ iga ſtaͤndigem Laugenſalze eſtanden⸗, ward mit 3 Maaß Weſ 1 N Sal⸗ 200 Unterſuchungen 1 Salpeterluſt vermiſcht, und darauf auf 33 Maaß re⸗ ducirt. 5) Ein Maaß von dergleichen, die uͤber aͤtzendem Laugenſalze geſtanden hatte, ward, nachdem es mit 3 Maaß Salpecerluft vermiſcht worden, auf 4 Maaß vermindert. Hieraus erhellet, daß die entzuͤndbare Luft durch dieſe Miſchung ein wenig zerſetzt worden war, und daß die Luftarten, welche am meiſten gelitten hatten, die mit dem Waſſer und dann die mit dem feuerbeſtaͤndigen Laugen⸗ ſalze eingeſchloſſenen waren. 1 II. Nun wollte ich dieſe Luftgattung auch noch durch die Verminderung pruͤfen, die ſie in der gemeinen luſt bewirkt, wenn ſie ſich darin durch den elektriſchen Fun⸗ ken,— nach der Theorie des Voltaiſchen Eudiome⸗ ters,— entzuͤndet. Ich muß hier anmerken, daß ich bei dieſen Verſu⸗ chen allezeit die naͤhmliche Quantitaͤt entzuͤndbare und die naͤhmliche Quantitaͤt gemeine Luft genommen habe, das heiſt, die Maſſe des Gemiſches beſtand allemahl aus entzuͤndbarer und? gemeiner Luft. 1) Die Verſchluckung der gemeinen Luft, welche beinahe die groͤſte war, ward durch eine aus Eiſen mit⸗ telſt der Vitriolſaͤure friſch entwickelte entzuͤndbare Luft be⸗ wirkt, woraus alſo folgt, daß ſie weit mehr Brennba⸗ res entwickelte.. 2) Hierauf folgte die entzuͤndbare, welche uͤber dem Waſſer geſtanden hatte. 3) Die mit dem feuerbeſtaͤndigen Laugenſalze einge⸗ ſchkoſſene entzuͤndbare uft brachte eben die Wirkung, wie die zweite, hervor. 4) Die mit aͤtzendem Laugenſalze eingeſperrte ent⸗ zuͤndbare bewirkte die naͤmliche Verminderung mit einer rothen Flamme, 5) Aber derun ſchlſ blaue 6 4 durch zerſtr durch ein auch verſe ſie d zu“ auch auf! trotz ſers zerſe Bod Loth uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 201 Najt 5) Aber keine erzeugte eine ſo betraͤchtliche Vermin⸗ 4 derung, als die mit dem fluͤchtigen Laugenſalze einge⸗ * ſchloſſen geweſene entzuͤndbare. Sie brannte mit einer Kn es m blauen Flamme. 1 5 4 Ma Das Brennbare dieſer entzuͤndbaren Lufkarten war durch die Wirkung der Laugenſalze auf daſſelbe gar nicht a urch de zerſtreuet, auch ſein Zuſammenhang mit der Saͤure da⸗ daß d durch nicht geſchwaͤcht. e mmit da Sn Lun Bei dieſer Gelegenheit fand ich in meiner Werkſtaͤte 1 ugee ein Flaͤſchchen, das halb voll Waſſer war, zugleich aber auch entzuͤndbare Luft enthielt, die ſeit 4 Jahren darin nnoch dit verſchloſſen geweſen war. Ich war daher doch begierig, wWeinen ſie durch das Mittel, deſſen Gebrauc ch ich eben erwaͤhnt, n chen zu pri uͤfen. Sie en tzuͤn dete ſich ſehr gut. Ich miſchte N * Eud auch 1 Maaß von ihr mit 3 Maaß Salpeterluft, wor⸗ auf d as Gemiſch auf 33 Maaß zuſammenſchwand. Alſo A in Wn trotzt dieſe uft den Jahren ſo wie der Wirkung des Waß⸗ Swud ſers. Zerſetzt ſie ſich aber 9 leich nicht im Ganzen, ſo d cbe, zerſetzt ſie ſich doch theilweiſe, denn ich fand auf dem Sahl als Boden des Flaͤſchchens einen Bodenſatz, der 9 Zwoͤlſtel Loth wiegen mochte und davon der Magnet das Viertel. anzog. Dies beweiſt, daß das Eiſen als ein Beſtand⸗ 12, wi heil in die entzuͤndbare uͤbergeht, daß es durch das a ſn Brennbare verfluͤchrigt wird und daß bei der Zerſetzung = ui dieſer Luft das Eiſen durch die entzuͤndbare Luft ohne ² Beennt Zweifel wieder hergeſtellt wiid Ueberdem hat auch Hr. Trieſtley entdeckt, daß die entzuͤndbare Luft die Eigen⸗ —₰ üüber de ſchaft habe, die iedahe ke wieder herzuſtellen, wenn ſie ſich gleich nicht entzuͤndet, blos d durch die Wirkung — riz ein der Waͤrme, in die man ſie bringt. Ich muß noch an⸗ A kungn merken, daß dieſe alte entzuͤndbare Luft aus Eiſenfeilſpaͤ⸗ nen und mit Waſſer geſchwaͤcht er Vitriolſaͤure entbunden 4ettte worden war. 2 mit el 7 1 N 5 7. Von — 202 Unterſuchungen 7. Von der Wirkung der Laugenfalze auf die ge⸗ meine Luft. Es blieb mir noch zu unterſuchen uͤbrig, was die Lau⸗ genſalze auf die gemeine Luft fuͤr Wirkung thun. Ich ſchloß daher eine gewiſſe Menge gemeine Luft mit dem aͤtzenden und dem feuerbeſtaͤndigen Laugenſalze ein, aber dies veraͤnderte ihr Weſen nicht. Sie ward in beiden Faͤllen durch die Salpeterluft um eben die Quantitaͤt ver⸗ mindert, als die nicht eingeſchloſſene. Hieraus folgen zwei wichtige Wahrheiten. Die eine, daß in der ge⸗ meinen Luſt gar keine, oder wenigſtens ſehr wenig fire iſ, denn ſie wuͤrde derſelben in dieſem Gemiſche beraubt wor⸗ den ſeyn, alsdann wuͤrde ihr Zuſtand eine Veraͤnderung erlitten haben, und dieſe Veraͤnderung in der Luft wuͤrde ich durch die Salpeterluft, oder in dem aͤtzenden Lau⸗ genſalze durch ſein Aufbrauſen mit einer Saͤure entdeckt haben. 2 Die andre Wahrheit iſt, daß in einer gegebenen und eingeſchloſſenen Portion Luft wenig fixe Luft enthalten iſt, denn die Saͤuren wuͤrden ſich derſelben bemaͤchtigt haben und die gemeine Luft wuͤrde beſſer geworden ſeyn, und uͤberdis wuͤrde das aͤtzende Laugenſalz ſeine aͤtzende Eigen⸗ ſchaft verlohren haben. Wie kann aber dies geſchehen, da doch das, der gemeinen Luft blos geſtellte, Kalkwaſſer darin die be⸗ ſtaͤndige Gegenwart der fixen Luft durch den ſich beſtaͤn⸗ dig erzeugenden Niederſchlag beweiſt? Die Aufloͤſung dieſer Schwierigkeit iſt leicht; der in der gemeinen Luft ſich unaufhoͤrlich erzeugende Nisderſchlag aus dem Kalk⸗ waſſer beweiſt nicht, daß die ſixe uft ein Beſtandtheil von der Luft iſt, ſondern blos, daß ſie ſich darin ohne Aufhoͤren erzeugt und ſie immer wieder verlaͤßt. Sperrt man gemeine Luft mit Kalkwaſſer unter eine Glocke, ſo wird dieſer gemeinen Luft bald die kleine Quantitaͤt fixe, wel⸗ che ließ tubl uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ꝛc. 203 dieg che ſie enthaͤlt, entzogen werden: ſtellt man bierauf fri⸗ ſches Kal lkwaſſer in dieſe Luft; ſo wird es ſich darin eben ſo wenig truͤben, als in einer damit vollgeſuͤllten und wohl⸗ die e verſtopften Flaſche. 11. I mit dm 8. Neue Verſuche, aus denen die Unrichtigkeit 4..„ e.„. zud und vielleicht auch die Unnuͤtzlichkeit der Eudio⸗ 2n dde„ 9„( 5 3 Jſeä meter, bei denen mau ſich der Salpeterluft Allat ber 1 ass fale bedient, erhellet. dop g Uel„.. 10 frrü Der Zufall veranlaßt oft zu wichtigen Beobachtun⸗ utt gen. Ich bildete mir nicht ein, daß jede Luſtart, fuͤr E dn ſich beſonders, oder vermiſcht, ſich betraͤchtlich und lange d un vermindere. Als ich aber Luftarten unter Glocken miſchte, er den Raum, den ſie im Augenblicke der Miſchung ein⸗ E.rdt nahmen, mir anmerkte, und ihn darauf mit jenem ver⸗ F G glich, den ſie nach Verlauf einer gewiſſen. Zeit erfuͤllten; ſo konnte ich an der Wirklichkeit dieſer Verminderung Zenenm nicht zweifeln. Da aber viel daran elegen war, die alten Geſetze dieſer Veraͤnderungen und ihre Dauern r kennen zu agt hata lernen, um noch, wo moͤglich, bei den esdiennetu iſchen n, un Beobachtungen einige Zuverlaͤſſigkeit zu erhalten, ſo de Eige ſtellte ich eine lange Reihe von Verſuchen an, die ich V hier beſchreiben will. Alle ſind zu gleicher Zeit, mit es, d gleicher Sorgfalt und im F Finſtern gemacht worden, da⸗ 4 i 6 mit ich die Erzeugung der Grasleder und die Luſt, welche 1 Letztere am lichte geben, vermeiden moͤchte. ) Ueſluif ufböug Den 4ten Januar 1783 fing ich ſie an und ſetzte ſie inen lut bis in die Mitte des Julius fort. enn Kak, 54 dn J. Zum Anfange pruͤfte ich dieſe reinen Luftarten. Kandthe.. rin ohle 1) Mit der fixen Luft machte ich den Anfang, und Sopent ließ den 4. Jan. zu Mittage 3 Maaß von ihr unter eine ocke, tubulirte Glocke, die voll Waſſer war. irs, Um ce 204 Unterſuchungen b Um 2 Uhr ward ſevermindertauf a2 M. fre uſts 4 r. 3 Den 3. um9 4 3— f 4 Keine Blaſe. Die erſten Verminderungen waren die ſchnelleſten. 2) Ich ließ 4 Maaß entzuͤndbare luft unter eine tu⸗ 1 bulirte Glocke. Jan. 4 um 12 Uhr 4 Maaßſentz afe 4 3 ⅜ 5 3 3½. 11 9 3 ½ 2 10 3³ 26 10 3 ½ 28 10 3 ½ Jebr. 15 10 318 28 10 3 Merz 1 10 2 7. 19 2 ½ 22 10 25 Mai 10 2 23 9 1 ⁄5 Jun. 2 9 1⅔ Iul 5 9 1 ¼ 1 Die Verminderung ſtand noch nicht ſtille. 3) 8 d ließ 3 Maaß Salpeterluft unter eine tubu⸗ lirte Glocke Jan. 4 um 10 Uhr 3 Maaß Salpeterluft. A⁸ 80 S H d o — 80 eineth alpeknuiſ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 205 9 2 ⅔ 10 1½ 11 1 17 14 20 143 2 175 SFebr. 5 1 28 4 Mäarz 1 3 2Z Mai 75 keine neue Vermind. Dieſe Salpeterluft vermindert die gemeine luft ferner nicht, weil ſie weiter kein Brennbares hergeben kann, das fäͤhig waͤre, den Theil reine Luft zu verſchlucken, der in der atmoſphaͤriſchen enthalten iſt. — 4) Nun wollte ich doch auch die gemeine Luft nach dieſem Verfahren pruͤfen. Ich glaubte, ſie waͤre keiner Art von Veraͤnderung ausgeſetzt. Jan. 4 12 Uhr 3 Maaß gem. Luft. 1 7. 2*⁶ 82 9 25 11 25 15 2 16 2 20 2 26 2 ⅓ 28 2½ Mäarz 1 2 ½ 15 2½ Mai 10 keine weitere Verm. Nach dieſen Proben muſte ich nun dieſe Luftarten, je zwei und zwei, mit einander verbinden und ſehen, was ich fuͤr Reſultate bekommen wuͤrde. 3) Alſo uͤndbare und Salp. L. o 5 loe Oloe nloo coſoo-eo O00— Doe ulWeol Nwe loo loo— loo—e eon d&&6Ad 6 AaA=BB—BV=BBB== 4 M. fixe und Salp. L. keine Verminder. weiter. loo Olboo u ſoo ſco— en ·CA K R A& — — — — — — — — — — — — — — — — 12 Uhr 1²2 U. 4 Maqß entz 6) Eben ſo vermiſchte ich 1 Maaß entzuͤndbare mit 3 Maaß Salpeterluft. V uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 207 7) Die gemeine Luüft mit der Salpeterluft vermiſcht, liefert dieſelben Erſcheinungen. Ich miſchte 1 Maaß da⸗ von mit 3 Maaß Salpeterluſt. 1 Sa 2. Febr. Maͤrz April Mai Jan. 1 ke Seni cb. 22 5 19 10 4 1211. do O& d 2 0 —1 ₰ 1 — 81 X ——-B-=—= d — Hl0O H Oſdd PO 0S1· —— 1 —AX keine Vermind. weiker. -—=S=ddSddͤ d e M. gem. und Salp. L. rNC ecc — & A 82 1RGenee S — .—— 5 A 2 ‿ð 2—— D.— 8—— ₰ 8 L*— 4 8 2 —— 2 8 Q.——2— 5 2*☛ 2 2 4 = 2 ℛ 5 2 1 X 2 — eC4oe Coel. b0 SduBS ☛ oo dʒſoo M Eo 3 S— S ——B eeln——e Lc e 2. 2 —=— 1— cA A R= cAe Ie eoloo— oo CWLOM=VX 2 Obou e e SA c:—=S„— 2 E+ ᷣ— 2 5 3 — 3 8 . 5 2 8 2 AAIe 2 = 2 2 — 2— 2 5E 2 8◻- O 0 O 2 8+= o=She S C ò OOO=R . 8 2 22SSAde 81 22 8-= Ss E S 83ͤ35— 37 60 S8 NO3 e g 6. 2 5 G 2 S 5 8 282— 8 — 5* 2 S ̈= S8 5 858*₰* 1 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 209 11 3⅓ 14 3 ¾ 15 3½ 18 375 19 3 22 2 ½ 5 Lerwid 24 23 iit 2Na 26 24 Jehr. I5 2 30 2715 April 5 2 Mai 10 keine weitere Vermind. 10) Ich miſchte nun auch 2 Maaß Salpeter⸗ und 2 Maaß entzuͤndbare Luft mit einander. Jan. 4 12 U. 4 Maaß Salp. u. entz. L. 4 4 5 9 3 2 2⅜ 8 2½ 9 2 ⅔ 11 2 13 2 15 2½ 21 2 ⅞ 3¹ 2 Sebr. 5 21 mid 15 2* zaaß 76 f 22 2 Maͤrz 1 1½5 40 7 1 21d end 15 13 22 1 ⅞ 8 Mai i0 keine Vermind. weiter. 1 Senebier 4. Th. O 11) Weil 210 Unterſuchungen 11) Weil ich doch auch begierig war, zu ſehen, was dieſe Luftarten, wenn ihrer drei zuſammengemiſcht waͤ⸗ ren, fuͤr gegenſeitige Wirkungen aͤußern wuͤrden; ſo miſchte ich Maaß fixe, 1 Maaß gemeine und Maaß Salpeterluft nach ſchneller Verminderung zuſammen. Jan. 4 12 Uhr 2 ½ Maqß fixe, gem. u. Salp. d. 2 15 4 1 ½„ 5 9 1½ 3 1756 7 132 8 1 Mai 10 ohne andre Verminderung. Eine ſehr merkwuͤrdige Erſcheinung iſt, daß keine weitere Verminderung erfolgte. 12. Endlich verband ich alle 4 Luftarten und miſchte zuſammen 2 Maaß fire, gemeine, entzuͤndbare und Sal⸗ peterluft, welche ſogleich auf 6 Maaß vermindert wur⸗ den. Jan. 4 12U. 6 M. fixe, gem. entz. u. Salp.. 2 1 4 4 53 5 29 4 6 3 9 3 ½ 14 3³4 1. 18 3 25 3 ⅔ Mai 10 ohne andre Verminderung. Damit ich erfahren moͤchte, welches die Luftgattun⸗ gen waͤren, die durch ihre Miſchung uͤber dem Waſſer ſich aͤndern, ſo pruͤfte ich ſie in verſchiedenen Doſen. 1) Aus au pel . V üuber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 211 ecen, n ſ 8 1) Aus 1½ Maaß firer und 1 Maaß Salpeterluft, 4 den.1 zuſammengemiſcht, wurden 3 Maaß. dden; ³„Ma Dec. 20 mMmU. 3 Maagß. nmen. 1²2 2½ 1.Sch. 1 2¼ 1 4³ 1 ⅔ 21 9 1 ½ 8 223 115 — 23 8 1 24 4 25 1½ eruhg. 27 8— i aun V 25 6. A daß h Zwei Maaß fixe Luft waren in 4 Stunden bis auf Aundni eine Blaſe zuſammengeſchwunden. 8 4* Ein Maaß fixe Luft und 2 Maaß Salpeterluft wur⸗ den den auf 3 Maaß vermindert. Su Dec, 20 IMU. 2½ Maaß. 2 1² 2 C 1 2 4 14 V 21 9 1 4 V b 9 I13 23 4 11 24 4 3 25 2 kung⸗ 2„ 5 34 3 V Zwei Maaß Salpeterluſt wurden binnen dieſer Zeit uftn auf 6 Maaß vermindert. m Vh ſen. Ich miſchte 1½ Maaß ſire Luft mit 34 Maaß Sal⸗ peterluft, woraus dann 4 Maaß wurden. 4 212 Unterſuchungen Dec. 20 11U. 44 17 4 1 4 4 3 ½ 123 9 27 24 22² 4 2½ 23 23 24 24 25 2 ⅔ 26 2 27 143 29 15 30 15 Dieſelbe Reihe von Verſuchen ſtellte ich auch mit der gemeinen Luft an. Da ich aber dieſe Verſuche nicht ſo lange dauern ließ, als im vorhergehenden Falle, ſo litt ſie auch keine Verminderung. Ich miſchte 1 Maaß gemeine zuft mit 1 Maaß Salpeterluft, worauf dieſes Gemiſch auf 1 ½ Maaß zu⸗ ſammenſchwand. Dec. 20 IMIU. 1½ Maaß 12 1 ⅔ 1 1 ⅔ 4 21 9 3 176 22 24 18 26 † Hierauf miſchte ich I Maaß gemeine mit 2 Maaß Salpeterluft, welche ſogleich auf 2½4 Maaß vermindert wurden. Dec. Dec, uͤber den Einfluß des Sonnenlichts c. 213 Dec., 20 nuU. 2½ Maaß. 12 2 1 2 4 15 21 9 1 ⅔ I 22 9 1 25 1½ 26 1 Endlich miſchte ich Maaß gemeine und 3 Maoß Salpeterluft unter einander, welches Gemiſch auf 3 Maaß vermindert ward. Dec. 20 ImMuU. 3 Maaß. 12 2½ . I 25 ch mi 4 25 ih 2⅞ ₰ nite 21— 34 S le, ſi Der Verſuch ward geſtoͤrt, aber der ſiebente kann A ſeine Stelle erſetzen. 1 M.. 4 Mauß Endlich wollte ich doch auch ſehen, wie denn die 10 Salpeterluft, welche bei dem Verſuche vom 20. Dec. uͤber dem Waſſer um mehr als die Haͤlfte vermindert ₰ wurde, beſchaffen waͤre. Ich miſchte alſo dieſe 5Maaß mit 1 Maaß gemeiner Luft, worauf das Ganze auf 15 Maaß zuſammenſchwand. Weiter ging 5 Tage lang keine Verminderung vor. Wir haben ſchon geſehen, daß die durch die Wirkung des Waſſers verminderte Salpe⸗ terluft die gemeine nicht weiter vermindert. Der Muͤhe werth waͤre es allerdings geweſen, wenn ich alle dieſe Verſuche uͤber Queckſilber wiederhohlt haͤtte; allein ſie ſind nicht ſo leicht anzuſtellen und auch nicht ge⸗ nauer. Indem die Saͤure ſich ven der Salpeterluft, 912 Aaf welche ſich zerſetzt, losmacht, erzeugt ſie durch ihre Ver⸗ rrminden bindung mit dem Queckſilber eine neue Luftart und da⸗ O9 3 durch De ——õ—,— 214 Unterſuchungen durch werden die Produkte unzuverlaͤſſig. Unterdeſſen wuͤrde ich ſie doch vorgenommen haben, haͤtte ich mich nicht vor der Kalte des Queckſubers an meinen Haͤnden, die von rheumatiſchen Schmerzen aufgeſchwollen waren, gefurcht. Ich kann nicht unterlaſſen, zu bemerken, daß dieſe Verſuche in vieler Betrachtung wichtig ſind. 1) Entſcheiden ſie eine, bisher immer ſtreitig gewe⸗ ſene Frage, iſt die entzuͤndbare Luft im Waſſer aufloͤsbar:! Ich hatte ſie bereits durch Verſuche, de⸗ ren ich auch Erwaͤhnung gethan, auſgeloͤſt, aber dieſe hier ſind nun ganz entſcheidend, weil ſie die Zeitpunkte dieſer Aufloͤſung, ihre Langſamkeit und ihre Dauer be⸗ ſtimmen. 2) Eine eben ſo wichtige Entdeckung iſt die Ver⸗ minderung der gemeinen Luft ſelbſt, zwar um eine in der That ſehr kleine, aber doch ganz merkliche Quantitaͤt, ob⸗ gleich dieſe Luft mit reinem Waſſer geſperrt und vor al⸗ lem Zutritte der phlogiſtiſirten Luft geſchuͤtzt warden war. Es iſt wahr, daß zu langes Herumbewegen im Waſſer ſie verderbt, aber in gegenwaͤrtigem Falle hatte es im⸗ mer ganz ſtille geſtanden und die Luft nur mit einer ſehr kleinen Oberflache beruͤhrt. Man kann ſagen, dieſe Ver⸗ minderung ſei durch die Verſchluckung der ſiren Luft ge⸗ ſchehen, weil die Luft erſt nach 3 Tagen anſing ſich zu vermindern. 3) Gegen die eudiometriſchen Beobachtungen hat man ſtarke Einwuͤrfe gemacht, man hat ihre große Un⸗ zuverlaͤſſigkeit in verſchiedener Betrachtung gezeigt und alle ungeheure Bemuͤhungen Fontana's, die Salpe⸗ terluſt⸗Eudiomerer zur Vollkommenheit zu bringen, ſind nicht faͤhig geweſen, die Phyſiker, denen es an ſeiner Behendigkeit gefehlt haben mag, zu beruhigen Al⸗ les, was man ſogar wuͤrde hoffen koͤnnen, waͤre, daß der Unterſuchungen uͤber den Einfluß ꝛc. 215 ni der naͤhmliche Phyſiker mit dieſen Werkzeugen gleiche Re⸗ m Hindn ſultate erhalten wuͤrde, dagegen zwei Phyſiker auf den⸗ 4 nun ſelben Vortheil ſich nicht wuͤrden Hofnung machen koͤn⸗ 9 nen, wofern ſie nicht dieſelbe Geſchicklichkeit im Operiren beſaͤßen, ich muß anjetzt noch hinzuſetzen dieſelbe Schnel⸗ a daß di ligkeit, weil die Verminderung des Gemiſches nie abſolut iſt, und Monathe lang anhaͤlt. Stig ger 4) Es waͤre moͤglich, daß die von mir gelieferten Weſe Tafeln, oder daß aͤhnliche, auf kuͤrzere Zeitraͤume einge⸗ Tiche, d richtete, tauglich waͤren, die Unterſchiede zu beſtimmen, Iaber di welche der Unterſchied in der Zeit, da dieſes Gemiſch eitpunt uͤber dem Waſſer geſtanden hat, in der Beobachtung — Dauer macht. Um aber eine noch groͤßere Genauigkeit hineinzubrin⸗ gen, muͤſte auch die Beſchaffenheit des Herumbewegens did dieſes Gemiſches im Waſſer beſtimmt werden; denn ſo ine in wie man das Gemiſch mit einer groͤßern Oberflaͤche des — etah,a Waſſers in Beruͤhrung bringen und es zu verſchiedenen⸗ and vet mahlen gaͤnzlich durchſpuͤlen wird; wird man auf ſolche 1 denm Weiſe auch ſeine Aufloͤſung im Waſſer oder ſeine Ver⸗ uin Wiſ ſchluckung beguͤnſtigen, und ſie groͤßer oder geringer 8 t es machen. eeiner Auch glaube ich, daß dieſe Verſuche am beſten ge⸗ n diiſe d lingen wuͤrden, wenn man ſie in ſolchen Glocken, wie AIn luf die meinigen ſind, und wovon der Durchmeſſer der Roͤhre en ſch der naͤhmliche waͤre, anſtellte, wenn man dazu einen Ort waͤhlte, wo die Temperatur dieſelbe waͤre, wenn man dazu eine beſtimmte Salpeterluft naͤhme, wenn man en h —- ferner die Salpeterluft, die man gebrauchen will, gleich eigt un auf einmahl nach der gemeinen und der reinen Luft, die e Ern man pruͤfen will, hineingehen ließe, weil ſie, als die leich⸗ ugen, ſi tere, durch die ganze Luüft, mit welcher der Verſuch ange⸗ an ſelt ſtellt wird, hindurchgeht, und endlich, daß man das „„]— ſtillgeſtandene Gemiſch entweder gleich nach geſchehener ate, di Miſchung,— wie ich immer thue,— oder nach Ver⸗ 83 9 4 ſtrei⸗ d 216 Unterſuchungen ſtreichung einer gewiſſen Zeit, deren Dauer beſtimmt waͤre, beobachtete. Nach dieſen allgemeinen Bemerkungen bieten ſich ei⸗ nige an, die es etwas weniger ſind. Man nimmt wahr, daß dieſe gemiſchten Luftarten bisweilen feſt ſtehen blei⸗ ben und ſich erſt vermindern, wenn ſie einige Zeit, ohne eine Verminderung zu untergehen, geſtanden haben. Dies wuͤrde anzeigen, daß wenn ſie einen Theil von ih⸗ rer Saͤure,— die ſich im Waſſer aufloͤſt, und die ſich von den Ingredienzien, denen ſie beigemiſcht iſt, gleich leicht losmacht,— verlohren haben, es alsdann einige Zeit zu dieſer Zerſetzung, welche ſich durch eine neue Verminderung verraͤth, erfodere. Man muͤſte dieſe Verſuche mit dieſen Gemiſchen in großen Maſſen machen. Vielleicht wuͤrde man da ſchaͤtzbare Entdeckungen uͤber die Beſtandtheile dieſer Luftgattungen machen; aber als⸗ dann iſt es nicht mehr ſo leicht, es mit der ſorgfaͤltigen Genauigkeit zu thun, die ich gern bei dieſen Verſuchen beobachte. Uebrigens ſind dieſe beſondern Unterſuchungen fuͤr den Gegenſtand, den ich behandele, von geringer Wich⸗ tigkeit; ſie werden aber wichtiger und unumgaͤnglich noth⸗ wendig werden, wenn ich mich mit dem Stoffe der Luſt⸗ gatkungen ernſtlicher beſchaͤftigen werde; hier bei dieſen Proben iſt er blos Nebenſache. Ich will noch weiter ins Beſondere gehen. Wenn man einen neuen und merkwuͤrdigen Gegenſtand behan⸗ delt, iſt bis ins Kleine gehende Umſtaͤndlichkeit zu ver⸗ zeihen. 1) Ich merke daher zuvoͤrderſt an, daß dieſe Luft⸗ gattungen oder dieſe luftartigen Subſtanzen ſich im Waſ⸗ ſer beſſer aufloͤſen, wenn ſie unvermiſcht, als wenn ſie vermiſcht ſind. Haͤtte, zum Beiſpiel, bei dem Gemi⸗ ſche der Salpeter⸗ und ſixen Luft die Aufloͤſung ſich nach der — 82-.——— —— b uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 217 3 beſim der Aufloͤsbarkeit, die einer jeden von dieſen Luftarten fuͤr ſich eigen iſt, gerichtet; ſo wuͤrde das Zuſammen⸗ den ſch ſchwinden groͤßer, als beim Ften Verſuche geweſen ſeyn.: arnt wit denn das Maaß fixe Luſt wurde auf eine kleine Blaſe hen be und die 3 Maaß Salpeterluft auf? Maaß zuſammenge⸗ Zet, c ſchwunden ſeyn, gleichwohl ward dieſes Gemiſch auf nn hett 1½ Maaß vermindert. — von 2) Auch hat es das Anſehen, daß dieſe Luftarten im ddeſt Verhaͤltnis ihrer Saͤuerlichkeit oder vielmehr der Entwi⸗ mct, git ckelung ihrer Saͤure verſchluckt werden. Solchergeſtalt Sun eini wird die fixe Luft am ſtaͤrkſten verſchluckt, auf ſie folgt Sine ne die Salpeter⸗ und endlich die entzuͤndbore Luft. Sie laſ⸗ ſſe d ſen ſich aber auf ſolche Art nur alsdann verſchlucken, P u mate wenn ſie zerſetzt ſind, und ſie brauchen dazu längere oder Aan i kuͤrzere Zeit, nachdem das Band ſtark iſt, welches die g aber! aufgeloͤſte Saͤure an die andern Grundbeſtandtheile bin⸗ fite det, wie ich mich davon verſichert habe. So ſaͤrbt zum ra erſa Beiſpiel die Salpeterluft das Waſſer nur dann, wenn ſie ſich zerſetzt, ſie macht es auch nur dann ſaͤuerlich und ſo laͤßt ſie auch nur alsdann das Metall, mit dem ſie Hugen zubereitet worden und welches ſie ſo verfluͤchtigt in ſich rzer Vi ſchwebend erhaͤlt, daß es ihre Durchſichtigkeit im gering⸗ „ Flich uch ſten nicht vermindert,— zum Vorſchein kommen. ede 4 Dieſerwegen loͤſen ſich auch die ſauern Luftarten, als 1 Sdi R wie die Vitriolſaͤure, im Waſſer und in den Saͤuren ſelbſt beinahe gaͤnzlich auf, weil ſie faſt ganz aus Saͤure — Vrn ſelbſt beſtehen. Das Brennbare, durch welches ſie ver⸗ —d be fluͤchtigt worden, laͤßt die ſauern Luftarten leicht fahren, at zu w wenn das Waſſer arbeitet, um die Saͤure dem Brenn⸗ baren zu entreißen. K üſ Die Vermiſchung dieſer Luftarten liefert neue Erſchei⸗ im d nungen, die Aufmerkſamkeit verdienen. Ich muß aber wem zuvoͤrderſt erinnern, daß die gemeine Luft fuͤr ſich allein — Gen eine ziemlich merkliche Verminderung erlitten hat. Sie a d. fing nach 3 Tagen an ſich ſpuͤren zu laſſen und nahm her⸗ d 5 nach 218 Unterſuchungen nach ſtufenweiſe zu, doch aber nach ziemlich langen Zeit⸗ raͤumen in Vergleichung mit jenen, welche die Vermin⸗ derung andrer Luſtarten erfoderte. Welches iſt nun der Theil, der ſich vermindert? Die im Waſſer enthaltene fixe Luft iſt es nicht, denn ihre Quantitaͤt wuͤrde ſehr klein ſeyn und ihre Verſchluckung ſehr ſchnell erfolgen, wie ich gezeigt habe. Es iſt alſo die reine Luft; dieſe iſt,— nach Hrn. Fontana's Beobachtungen,— mit dem Waſ⸗ ſer ſehr miſchbar, denn die atmoſphaͤriſche Moſete iſt mit dem Waſſer ganz unvermiſchbar. Warre es nicht moͤg⸗ lich, daß durch das Stilleſtehen uͤber dem Waſſer, die gemeine Luft einen Theil von ihrer reinen Luft verliehrt, wie geſchieht, wenn man die Luft zu lange im Waſſer herumſchwenkt und daß alſo die herumgeſchwenkte Luſt ſchlechter wird? Wie ſich dieſe Thatſache anders erklaͤ⸗ ren laſſe, ſehe ich nicht ein; denn alsdann muß dieſe Verminderung ſehr klein ſeyn, und im gegenwaͤrtigen Falle betraͤgt ſie genau das Viertel von der reinen uſt, die in dem— mit Waſſer geſperrten— Volumen von zuft, enthalten iſt, das ich zum Verſuche genommen hatte und iſt genau die Quantitaͤt reine Luft, welche, nach gemachten Verſuchen, in der gemeinen Luft vorhan⸗ den iſt. Miſcht man gemeine und Salpeterluſt, ſo bleibt nach Verlauf von 2 Monathen weniger, als das Viertel vom Gemiſche uͤbrig. Salpeter⸗ und fixe Luft zuſammenge⸗ miſcht, ſchwinden nach eben ſo langer Zeit um etwas we⸗ niges mehr, als das Viertel zuſammen. Entzuͤndbare und Salpeterluſt werden eben ſo um etwas weniges mehr, als die Haͤlfte vermindert. Im erſten Falle, bei dem Gemiſche der gemeinen mit der Salpeterluft, iſt zu bemerken, daß die Quanti⸗ taͤt der gemeinen Luft, nach dem vierten Verſuche auf 3, und die 3 Maaß Salpeterluft auf ½ Maaß vermindert werden ſollten, welches fuͤr das ganze Gemiſch 1½ Maaß betruͤge, den Re 1 Vermin 4 nun dar 9 nthaltew ude ſi gen a Peiſ,- em Wa dite iſm s icht nh 4 ſer, R es vetliehe . M. 1aA Ankte 1 3 ers ai runuß de e wäng Sinen u umen e Lenomm 4 49ℳ 4 che, hal 13 volhw lelbt u 2 xtel ua e nma A twos) 9 zündön ze nc Cgemein duf g 4 6 11 „ 2 NM betri uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 219 bekruͤge, wir haben aber hier 1½ Maaß. Sonderbar iſt, daß in dem Gemiſche dieſer beiden Luftarten, wir blos das verſchluckt finden, was in jeder beſonders ver⸗ ſchluckt worden und wie konnte es mehr ſeyn? Der phlo⸗ giſtiſirte Theil iſt vor der Wirkung des Waſſers gedeckt: es iſt blos der ſaͤuerliche Theil oder die reine Luft, welche ſich mit ihm verbinden kann, und ſonach koͤnnen wir durch dieſes Mittel die Quantitaͤt der reinen Luft,— die unter der Geſtalt der ſixren im Waſſer niedergeſchlagen worden,— und auch die Menge der in der Salpeter⸗ luft enthaltenen Saͤure ſchaͤtzen. Wir ſehen, daß die gemeine zuft ein Viertel reine,— wie alle an tauſend Orten gemachte Verſuche beweiſen,— und die Quan⸗ titaͤt der Saͤure in der Salpeterluft die 3z ihres Volumens enthalten. Dies ſindet in der Miſchung der fixen mit der Salpe⸗ terluft nicht ferner Statt, denn die fixe ſchwindet auf eine Blaſe, die 3 Maaß Salpeterluft auf ½ Maaß und das ganze Gemiſch auf§ Maaß zuſammen, das iſt auf das Viertel des Gemiſches in ſeddin erſten Entſtehung, an— ſtatt des ſechsten Theils, zufolge des Verſuchs, woraus denn ſolgen wuͤrde, daß die Salpeterluft nicht gaͤnzlich ſo, wie im vorhergehenden Falle, zerſetzt worden, und dies muß ſo ſeyn, weil die Salpeterluft von der Wir⸗ kung der reinen nichts erlitten hat, die in der gemeinen enthalten iſt, welche eine Zerſetzung dieſer Luft durch die Verbindung ihres Brennbaren mit der reinen Luft dieſer atmoſphaͤriſchen bewirkt haben wuͤrde. Die entzuͤndbare und die Salpeterluft liefern hier Er⸗ ſcheinungen, die von jenen im vorigen Falle beobachteten verſchieden ſind. Ein Maaß entzuͤndbare ſollte auf 3, und die 3 Maaß Salpeterluſt auch auf ½ Maaß zuſam⸗ menſchwinden, und ſonach die gaͤnzliche Verminderung, nach der Berechnung, 1 ½ Maaß betragen, ſie war aber 1 Maaß. Hieraus folgt, daß die Zerſetzung groͤßer ge⸗ W eſen ————— e 220 Unterſuchungen weſen iſt, als ſie nach der Berechnung ſeyn ſollte, und wegen der innigen Verbindung, die zwiſchen den Be⸗ ſtandtheilen der entzuͤndbaren duft ſtatt findet, zu erwar⸗ ten war: allein die maͤchtige Wirkung dieſer zwei Luſtar⸗ ten auf einander machte, daß ſie hier eine Wirkung her⸗ vorbrachten, die ſie ohne dieſe nicht hervorgebracht ha⸗ ben wuͤrden. Die Saͤure der Salpeterluft, die das Brennbaren begierig in ſich nimmt, macht vielleicht das Brennbare der entzuͤndbaren Luft los, und dieſes ſchlaͤgt ſich nieder und loͤſt ſich mit ihr im Waſſer auf. Aus dieſer Gegeneinanderhaltung folgt, daß die ent⸗ zuͤndbare Luft weit mehr Brennbares enthaͤlt, als die Salpeterluft, oder, daß es darin feſter an ihrem Grund⸗ ſtoffe haͤngt, denn das Verhaͤltniß dieſer Luftarten wuͤrde wenigſtens wie z:z ſeyn. Die Verbindung dieſer Luſtarten zu gleichen Theilen bietet beinahe gieiche Reſultate dar. Zwei Maaß entzuͤndbare und eben ſo viele fixe Luſt wurden auf 3 Maaß vermindert. Der Verſuch lehrt uns, daß die fire Luft auf eine Blaſe und die entzuͤnd⸗ bare auf 1½ Maaß vermindert wurde, welches fuͤr die gaͤnzliche Verminderung uͤber 33 Maaß geben wuͤrde, folglich waͤre die ganze Quantitaͤt des Gemiſches bis auf ein wenig uͤber ½ Maaß vermindert worden, welches mit dem Reſultate ziemlich uͤbereintrift. Das Gemiſch der entzuͤndbaren und der gemeinen Luft lieferte ein etwas verſchiedenes Reſulkat. Es ſollte nur 1 ½ Maaß uͤbrig bleiben, es waren aber 22 Maaß; allein ich habe bereits die Gruͤnde dieſes Unterſchiedes an⸗ gegeben. Die entzuͤndbare Luft zerſetzt ſich ſehr langſam. Als ich endlich Salpeter⸗ und entzuͤndbare Luft zu⸗ ſammenmiſchte; erhielt ich ziemlich unerwartete Unter⸗ ſchiede. Die 4 Maaß wurden auf 1 ½ Maaß vermin⸗ dert; gleichwohl wuͤrden dieſe Luſtarten, wenn unver⸗ miſcht, uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 221 Ilts, uff 85 3 miſcht, nur bis auf 13 Maaß zuſammengeſchwunden ſeyn, u eor⸗ worauf folgt, daß dieſe 4 Maaß auf 23 Maaß haͤtten zi buin vermindert werden ſollen/ woher ruͤhrt nun dieſe Abwei⸗ Längin chung? Wie mirs ſcheint, liegt ſie in der Wirkung der rauti, Salpeterluft auf die entzündbare„wie ich in meinen Be⸗ a d d trachtungen uͤber die Verbindung eines Maaßes entzuͤnd⸗ Beeiten bater Luft mit 3 Maaß Salpeterluft bereits angemerkt „ e abe. Ses ſ 3 Miſchte ich endlich dieſe Luftarten zu dreien unter 4 einander, naͤmlich Salpeter, entzuͤndbare und gemeine die et Lzuſt, von jeder 1 Maaß, ſo lehrte der beſondere, mit . ab dieſen Luftarten angeſtellte, Verſuch, daß ſie haͤtten auf 8 Gru 11 Maaß vermindert werden ſollen, ich erhielt aber nur w n odh 1 Maaß. Ohne Zweifel war hieran die Wirkung der Salpeterluft auf die entzuͤndbare Schuld; dieſe verur⸗ ſachte eine groͤßere Zerſetzung, als man natuͤrlicherweiſe win Vi erwarten mußte. Endlich miſchte ich alle dieſe vier Luftarten unter ein⸗ ander, und zwar that ich von jeder ⸗ Maaß ins Gemiſch 1, H, Pn b und dieſes ward auf 35 Maaß vermindert, das heiſt, die 3 entz Verminderung war noch nicht zu Ende, oder, die Ver⸗ D ſrd bindung aller dieſer Luftarten hat verhindert, daß ſie nicht A. vin bis auf 3½ Maaß gegangen, wie die von mir gemachten 1 Verſuche es lehrten. sbe Von den andern Verbindungen, deren ich Erwaͤh⸗ e ſches m I7„9: nung gethan, ſage ich nichts, weil ſie von ihrer Vollen⸗ . dung weit entfernt geblieben ſind. Die Zeit ihrer Dauer emuit war nicht hinreichend, ſie zu Ende zu bringen. Zwiſchen o — Es Tagen und? Monathen iſt ein großer Unterſchied. Aber dies * Nuß thut die Unzulaͤnglichkeit der Eudiometer noch beſſer dar, — iedeoh weil wenigſtens; Monathe erſoderlich ſind, um den Ver⸗ A longſ ſuch vollſtaͤndig und ein wenig bedeutend zu machen. Luſt 1 7 Un— a vernd n unbe ¹vi Betrach⸗ ——xx—x-— Betrachtungen uͤber die neuen Verſuche, welche in den vorher⸗ gehenden Abhandlungen beſchrieben worden. 1. Allgemeine Betrachtungen uͤber meine Ideen. M kann einer ſo wichtigen Reihe von Verſuchen nicht zuſehen, ohne ſich einen Augenblick bei ih⸗ nen zu verweilen, um ſie genauer zu betrachten, ihre all⸗ gemeinen Geſichtspunkte zu beſtimmen, Reſultate aus ihnen zu folgern, ſie mit den Begriffen, die man uͤber dieſe Gegenſtaͤnde erlangt hat, zu vergleichen, und die zerſtreuten lichtſtrahlen, welche ſie daauf geworfen ha⸗ ben koͤnnen, aufzufangen; dies iſt das Mittel, wie man ſeine Arbeit genießen und vielleicht andre genießen laſſen kann. Auch glaube ich, daß ein ſolches Verfahren der Weg ſei, worauf man in der Wiſſenſchaft einige Schritte vorwaͤrts thun koͤnne. Umſonſt haͤtte Wewton entdeckt, daß das Licht von einer Groͤße herabfalle, die er zu be⸗ ſtimmen wuſte, wenn er nicht daran gedacht haͤtte, dieſe Entdeckung auf andre Planeten anzuwenden und die ge⸗ machte Beobachtung allgemein zu machen. Ich wiederhohle aber nochmahls, ob ich es gleich ſchon ſehr oft gethan, ſo oft als ich aufhoͤre, Thatſachen zu al — mein a Deritt a ick belh 18, ihet 8 ltate manlt 3 rad Dorfen = wie n an lſo Aaheende 1r Ecli „— enddet, aule ke, des ddeg es ll jatſocen uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 223 zu beſchreiben, hoͤre ich auch auf, Glauben zu verlan⸗ gen, und obgleich die Ideen, die ich auf die Bahn brin⸗ gen will, mir als unmittelbare Folgerungen aus den Thatſachen, die theils ich, theils andre gute Beobachter wahrgenommen haben, zu fließen ſcheinen; ſo wuͤnſche ich doch eiſrig, daß man ſich des Entſcheidens enthalte, das was ich vortrage, genau pruͤfe und ſich ſogar fuͤrchte, meiner Meinung,— ihrer Wahrſcheinlichkeit ungeach⸗ tet,— beizutreten. Wenn ich ſie ſage, ſo geſchieht es, weil ich zeigen will, daß ſie als Kette zur Verbindung aller Thatſachen dienen koͤnne, daß ſie aus allem, was ich geſagt, natuͤrlich fließe, oder es vielmehr nur kurz zu⸗ ſammenfaſſe, ſerner weil ſie uͤber dieſen Theil der Na⸗ turlehre vortrefliche Ausſichten eroͤfnet und zu ihrer Ver⸗ vollkommnung Huͤlfsmittel an die Hand geben kann, und dann endlich, weil ich die, welche dieſelbe Laufbahn mit mir betreten, ermuntern moͤchte, es beſſer zu machen und meine falſchen Begriffe durch richtige zu vernichten. Ich ſage es ohne Bedenken,— weil ich denke, wie ich rede,— die Erweiterung der Wiſſenſchaften liegt mir mehr am Herzen, als der Ruhm, dazu beigetragen zu haben und einen gegruͤndeten Einwurf, der mich ſicher auf die Wahr⸗ heit fuͤhrt, iſt mir lieber, als die guͤnſtige Vorſtellung, die ſich das Publikum von meinen Meinungen macht, wenn ich das geheime Gefuͤhl von ihrer Gruͤndlichkeit und ihrem Einfluſſe auf die Vervollkommnung des menſchli⸗ chen Geiſtes nicht haben kann. 2. Allgemeine Vergleichungen meiner Verſuche mit einigen andern Thatſachen dieſer Art. Nan hat bemerken koͤnnen, wie meine Ideen ſich allmählig erweitert und mich auf den Punkt geleitet ha⸗ ben, zu dem ich gelangt bin. Die unter Waſſer der Sonne — — . 224 Unterſuchungen Sonne ausgeſetzten Blaͤtter haben mir Luft gegeben, und ich habe befunden, daß dieſe Luft durch das Blatt aus dem Waſſer, worin es lag, eingeſogen worden. Meine Verſuche haben mich uͤberzeugt, daß dieſe von den Bläͤt⸗ tern verarbeitete Luſt das ſei, was man fixe Luft heißt, und daß die ins Waſſer gelegten und der Sonne ausge⸗ ſetzten Blaͤtter deſtomehr reine Luft abſonderten, je mehr ſire Luft in dem Waſſer, worin ſie lagen, aufgeloͤſt war. Ich habe bemerkt, daß die von dieſen Blattern ausge⸗ ſtoßene Luſt eine reinere Luft, als die gemeine war. Auch habe ich mich uͤberzeugt, daß die in dem Waſſer enthal⸗ tene fixe Luft ſehr vermindert wurde, wenn die darin der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter ihre Luft ausgeſtoßen hatten und habe daraus geſchloſſen, daß die ſolchergeſtalt von den Blaͤttern ausgeſtoßene dephlogiſtiſirte Luſt das Re⸗ ſultat der Umwandlung der fixen zuſt ſei, welche durch die Wirkung der Vegetation bewirkt wird,— die das Brennbare aus der fixen Luft ſcheidet, um es der Pflanze anzueignen— und die reine Luft, als einen Auswurf, der der Pflanze nichts nutzt, aus ihr herausjagt. Die Verſuche ſehr vieler Naturforſcher, beſonders Hrn. Bergmans, haben bewieſen, daß die fixe Luft die Eigenſchaſten der Saͤure und einer eignen Saͤure ha⸗ be. Ich dachte daher, daß die Erzeugung der uft in denen der Sonne unter Waſſer ausueſetzten Blaͤttern die Wirkung der Zerſetzung der neuerlich entdeckten Saͤure oder der ſixen Luft, als eine Saͤure betrachtet, ſei. Ich uͤberlegte aber auch, daß wenn meine Vorſtellung richtig waͤre, alle Saͤuren die naͤhmlichen Eigenſchaften mehr oder weniger haben muͤßten und daß ſie alle, wie jene, ſich wuͤrden durch die Vegetation in dephlogiſtiſirte ver⸗ wandeln koͤnnen. In dieſer Hinſicht ſtellte ich Verſuche an und erhielt Reſultate, die zwar meine Erwartung nicht gaͤnzlich taͤuſchten, aber auch nicht erfuͤllten. Ich erhielt Luft, aber ſchlechte. Ich ging von dieſen Verſu⸗ chen ab, ich nahm ſie wieder vor, da mich aber andre Ge⸗ gen⸗ genſt nicht die n ich n ohne abſche rbei tn ch er Hera Erze Verd Kalke z ſeben, uh 8 Blat 11 8. Mu den Bli auft hei =ne dus —₰, jeme alüſt na Ser aui ar. Ad Ber enth — daein d en(ata a eſtat das aa che dut . die er Pf A warfd 1beſonde 3 fire bi g aukt Ir duſt tttern) X Siu n — 1 A rioih a din me vie jan uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 225 genſtaͤnde zerſtreuten, ſo ſtellte ich dieſe Unterſuchung nicht mit der Theilnehmung und der Beharrlichkeit an, die mir gluͤcklichen Erſolg verſchaffen könnte. Wiewohl ich nun ohne Gluͤck arbeitete, ſo blieb ich doch nicht ganz ohne Hofnung. Ich hatte Muth genug, mich nicht abſchrecken zu laſſen, und Standhaftigkeit genug, dieſe Arbeit wieder vorzunehmen, und G'luͤck genug, um mit neuen Ausſichten zu arbeiten. Man hat geſehen, wie ich erwieſen habe, daß die ſaͤuerlichgemachten Waſſer das Heraustreten der reinen Luft aus den Blaͤttern durch die Erzeugung der fixen Luft,— welche das Reſultat der Berbindung der Saͤure mit der im Waſſer vorhandenen Kalkerde iſt,— beguͤnſtigten. Der Hr. Graf Morozzo hat in einem Briefe an Hrn. Macquer erwieſen, daß die fixe Luft durch die Verkalkung des Queckſilbers und des Bleies ſo verbeſſert warde, daß ſie doch wenigſtens ſo gut wird, als die atmo⸗ ſphaͤriſche. 3 Hen. Prieſtley iſts gelungen, daß er eine weit beſ⸗ ſere, als gemeine Luft erhalten, als er die Salpeterſaͤure mit den Merallkalken oder Kalkerden verband und ſie, nachdem ſie verbunden worden, ins Feuer brachte. Hr. Landriani hat die naͤhmlichen Erſcheinungen mit den drei mineraliſchen und der Arſenikſaͤure, mit den Metallkallken und den Kalkerden verbunden und dem Jeuer ausgeſetzt, erhalten. Hr. Volta hat aus dem Alaun im Feuer ebenfalls dephlogiſtiſiete Luft entbunden. Hr. Warltire erhielt ohne Feuer ſehr gute dephlogi⸗ ſtiſirte uft dadurch, daß er Mennige mit Salpeterſaͤure anfeuchtete und hernach auf dieſes Gemiſch eine ſehr kon⸗ centrirte Vitriolſaͤure goß. Die Luft entband ſich alsdann nach einem Aufbrauſen. Senebier 4. Th. P Hr. ———— 226 Unterſuchungen Hr. Lavoiſier hat durch die gelehrte Zerlegung der Vitriol⸗ und Salpeterſaͤure, welche ihm vollkommen be⸗ weiſt, daß die dephlogiſtiſirte Luſt ein Beſtandtheil die⸗ ſer Saͤure iſt, Licht uͤber dieſe Entdeckungen verbreitet. Endlich hat mir auch der Hr. Graf von Saluces die Gnade erzeugt und mir gemeldet, daß der beruͤhmte Chemiker Hr. Bonvoiſin in Turin aus der Saͤure des Saftes aus unreifen Weintrauben dephlogiſtiſirte Luſt ent⸗ bunden habe. Nach dieſen Maͤnnern habe ich noch allgemeiner er⸗ wieſen, daß die dephlogiſtiſirte durch die Vegetation aus der firen luft gezogen werden kann, und ich glaube nicht, daß uͤber dieſe Wahrheit noch Zweifel uͤbrig bleiben, da ich gezeigt habe, daß die Blaͤtter die fire Luft aus dem Waſſer einziehen,— ſobald eine Urſache ihrer Erzeu⸗ gung da iſt,— und ſie in dephlogiſtiſirte verwandeln. Mein ſo wenig erwarteter Beweis war ſchlechterdings nothwendig. Er macht in dieſer Betrachtung alles voll⸗ ſtaͤndig, was man uͤber dieſen Gegenſtand verlangen konnte. Er ſchließt ſogar den Chemikern neue Werk⸗ ſtaͤtte auf und gibt ihnen neue Gefaͤße, und verſchaft ih⸗ nen ganz ruhig, ohne Feuer, und in ziemlicher Menge jene reine Luft, die man ſonſt ohne ein heftiges Feuer oder eine ſtarke Gaͤhrung nicht erhalten konnte. 3. Mittel zu Befeſtigung dieſer Meinung. Um den Umfang zu zeigen, den man meinen Folge⸗ rungen geben kann und daraus allen moͤglichen Vortheil zu ziehen, iſt zu erwaͤgen; 1) Ob die Luftarten, die durch alle Verfahren, wo⸗ bei man Saͤuren als Auſſoͤſungsmittel oder auf eine an⸗ dre Art gebraucht, entbunden werden, dies unmittelbare Produkt aus der Saͤure ſelbſt ſind. 2) Ob 2 angeh⸗ rend d genbli J. djeſer aber a ruͤfu 4 A ꝗ Es Metal luſtart des A ſondre hatſo theile d itt, ͤh A Metal minden Gegen hon de kachtel Es tingſte ſich ga Metall ganz fe gen, uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 227 legung, 2) Ob die dephlogiſtiſirte Luft der Saͤure beſonders ne 4 2. 4 9 2 Pdeun angehoͤrt und ob die andern Luftarten, welche man wah⸗ ndtheln rend den Aufloͤſungen erhaͤlt, nicht die Produkte einer au⸗ 9 p...—„ e erbreita genblicklichen Zuſammenſetzung dieſer Saure ſind. 4 Salur Ich ſehe gar wohl ein, daß es mir zu Befeſtigung eer beri dieſer Ideen an buͤndigen Beweiſen fehlt, ich fuͤhle es — Sam aber auch, daß ſie hoͤchſtwahrſcheinlich ſind und naͤhere Nrreeuute Pruͤfung verdienen. D emeint: 4. Allgemeine Betrachtungen uͤber die Metall⸗ etation T darken aufloͤſungen, in Beziehung auf die Me⸗ le ben, talle. aift aus. 4 rer 6 Es iſt bekannt, daß bei den naſſen Aufloͤſungen der a wandt Metalle in Sauren ſich eine anſehnliche Menge von einer V luftartigen Subſtanz entbindet, welche nach der Natur flchtit des Aufloͤſungsmittels und des aufgeloͤſten Koͤrpers be⸗ 4 3g ales ſondre Eigenſchaften hat. Koͤnnte die Analyſe dieſer — reun Thatſache nicht auf eine naͤhere Kenntniß der Beſtand⸗ eue d theile dieſer luftartigen Subſtanz, die ein Reſultat davon Werte iſt, fuͤhren? h Man erblickt hier zwei ſehr verſchiedene Koͤrper, das Metall und die Saure. Um die Schwierigkeiten zu ver⸗ mindern, muͤſſen wir die Fragen vervielfaͤltigen oder den Gegenſtand zerlegen. Jetzt wollen wir das Metall, als Knumg von der Saͤure abgeſondert und fuͤr ſich allein, be⸗ lne ſh trachten. † Par Es iſt evident, daß wer nur von Metallen die ge⸗ ringſte Kenntniß hat, leicht zugeben wird, daß ſie in ſich gar keine Luft enthalten. Vergebens wird man die ahrn Metalle in ganz kleine Theile theilen, und ſie in Geſtals auf eined ganz feiner Feilſpaͤne unter die Glocke der Luftpumpe brin⸗ amtti gen, ſie werden nie Luft darin ausſtoßen, wenn man nur „— P 2 ver⸗ ————— ———yÿy—————— 228 Unterſuchungen verhindert, daß der Waſſerdunſt aus der kuſt nicht auf ſie faͤlt. Wenn Metalle im Fluſſe ſind und mit Gewalt ſieden, ſieht man doch nie die geringſte Luftblaſe aufſtei⸗ gen. Werde ich mich alſo wohl uͤbereilen, wenn ich den Schluß mache, daß die Luft, die aus denen in den Saͤu⸗ ren aufgeloͤſten Metallen in den pneumatiſch⸗ chemiſchen Apparat auſſteigt, keine Luft ſei, die von der Saure aus dem Metalle, auf das ſie gewirkt hat, gejagt worden? Es iſt wahr, daß bei allen Aufloͤſungen Brennbares aus dem aufgeloͤſten Metalle fortgeht und daß kein Me⸗ tall aufgeloͤſt ſenn kann, ohne dieſen Verluſt zu leiden; denn ein aufgeloͤſtes Metall wird durch ein andres ohne entzuͤndbare Daͤmpfe nicht niedergeſchlagen und ohne daß es dem Metalle, welches es wieder herſtellt, ſowohl das wieder gibt, was ihm mangelte, um in ſeinem metali, ſchen Glanze zu erſcheinen, als auch das, was es bei ſeiner vorigen Aufloͤſung verlohren hatte. Aber das Brennbare iſt keine Luft oder luftartiger Dunſt, oder we⸗ nigſtens kennen wir die Geſtalt noch nicht, unter der es ſich zu erkennen geben kann. 5. Allgemeine Betrachtungen uͤber die Metallauf⸗ loſungen in Beziehung auf die Saͤuren, wel⸗ che ſie bewirken. Wenn die Verſuche, welche darthun, daß die aus den Aufloͤſungen ſich entbindende Luft nicht in dem aufge⸗ loͤſten Meralle enthalten iſt, ſo beſchaffen ſind, daß ſie dieſe Wahrheit nur wahrſcheinlich machen; ſo wird ihre Wahrſcheinlichkeit noch hoͤher ſteigen, wenn man die un⸗ terſuchen wird, deren Zweck dahinaus geht, daß ſie zeigen, die Saͤure allein erzeuge dieſe Luft, indem ſie ſich mit dem Brennbaren verbindet. Man 15 unter nehm erhal iſt al Saur veßflu ſie gl geſär an, Grüͦ dec IOil- aſt rich * nit Gen s laſe aiß zenn ich an den 8 8 cemi — der En Jat,- * aBrenute 76 kein! 2 zu le Andres ndohne X8 ſoweh em m = was 6% — lüe 1 4, ode mterd D hetult 24 — uß die i dem a / di .) wud 4 1 Clßg a non de ſie re 1 ſch 1 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 229 Man hat durch Verſuche erwieſen, daß die Saͤuren unter der Glocke der Luſtpumpe Luft ausſtoßen; vor⸗ nehmlich thut dies die Vitriolſaͤure, die auf ſolche Weiſe erhaltene Luft habe ich aber noch nicht unterſucht. Es iſt aber wahrſcheinlich, daß ſie die bloße verfluͤchtigte Saͤure iſt und man weiß ja, daß dieſe Saͤure ſich leicht verfluͤchtigt. Sie frißt ja die Korkſtoͤpſel an, wenn ſie ſie gleich nicht beruͤhrt. Die von der Vitriolſaͤure roth⸗ geſaͤrbte Lafkmustinktur nimmt beinahe ihre Farbe wieder an, wenn ſie der Luft ausgeſetzt wird, ſo als wenn man Gruͤnſpangeiſt hineingießt. Dies lehren uns des Duc de Chaulnes's Beobachtungen im 9ten Theile der Me- moires des Savans etrangers. Man weiß aber aus tauſendmahl wiederhohlten Ver⸗ ſuchen, daß die phlogiſtiſirten Saͤuren ſich in eine luftar⸗ tige Subſtanz umwandeln. Hrn. Prieſtley iſts gelun⸗ gen, daß er das, was man vitriolſaure, ſeeſalzſaure und ſpathſaure Luft nennt, entbunden, indem er dieſe Saͤuren phlogiſtiſirte und dem Feuer ausſetzte. Unterſuche ich dieſe ſauren Luftarten, ſo entdecke ich nichts in ihnen, als verfluͤchtigte Saͤuren. Sie haben die Eigenſchaften der Saͤuren, aus denen ſie entwickelt worden, nur ſind ihre Eigenſchaften,— wie es auch ſeyn muß,— durch die Verbindung mit dem Brenn⸗ baren geſchwaͤcht. Unterdeſſen beſtehen dieſe Eigenſchaf⸗ ten doch immer fort und zeigen ſich auch in ihrer ganzen Kraft wieder, wenn man dieſen Luftarten das Brennbare, welches ſie en hielten, wieder nimmt. Dieſe ſauren Luftarten bringen,— wenn ſie vom gemeinen Waſſer ſo lange verſchluckt werden, bis dieſes davon geſaͤttigt iſt,— dieſe Saͤuren in vollkommner Reinigkeit wieder hervor und wirken alsdann auf die Metalle mit der naͤhmlichen Kraft. Mit den Erden, den Laugenſalzen oder den Wetallen verbunden, erzeugen ſie die naͤhmli⸗ chen Mittelſalze. Die Pflanzenſaͤuren bringen unter die⸗ P 3 ſer 2 1.— 4————— 230 Unterſuchungen er Luftgeſtalt die naͤhmlichen Wirkungen, wie die Mi⸗ g b neralſaͤuren, hervor. Man kann alſo daraus ſchließen, daß die Saͤuren durch das Brennbare ſich verfluͤchtigen laſſen, daß ſie unter dieſer Geſtalt ihre Eigenſchaften nicht verlieren und daß ſie ſich in Luftweſen umwandeln, ohne daß ſie aufhoͤren Saͤure zu ſeyn. Vermag nun eine gewiſſe Menge von Brennbarem die Saͤure zu verfluͤchtigen, ſollte alſo nicht eine groͤßere oder verſchiedene Menge im Stande ſeyn, der verfluͤch⸗ tigten Saͤure eine Dauerhaftigkeit zu geben welche ſie ohne daſſelbe nicht haben wuͤrde? Dies fuͤhrt uns auf die Unterſuchung der entzuͤndbaren, Salpeter, und fixen Luftarten in Beziehung auf dieſen Gegenſtand. Ehe wir aber weiter gehen, wird es noͤthig ſeyn, die Verhaͤlt⸗ niſſe der Saͤuren gegen die Metalle, mit denen ſie ver⸗ bunden ſind, in Betrachtung zu ziehen; denn bis jetzt wiſſen wir blos, daß die Metalle keine Luft geben, und daß die Saͤuren eine luftartige Geſtalt annehmen koͤnnen. Wir wollen alſo doch ſehen, ob wir in der Miſchung der Saͤuren mit den Metallen die noͤthigen Bedingungen an⸗ treffen, um zu glauben, daß die Saͤuren verdunſtet ſind und ſich in Luſt verwandeln. Der Hr. Graf von Saluces zeigt in einer ſehr merkwuͤrdigen Abhandlung uͤber die Zerſetzung des Saͤl⸗ miaks deutlich, daß die verſchiedenen Luftarten nicht nur entſcheidende Merkmahle der Saͤure, aus der ſie erzeugt worden, ſondern auch eigene Modiſtkationen, welche aus denen mit den Saͤuren verbundenen Subſtanzen ent⸗ ſtehen, beibehalten. Man findet dieſe Stelle im Iſten Theile der Memorie di Matematica e di Fiſica. S. 5./7¼. 6. Von den Saͤuren, in ihrer Verbindung mit en Metalleu betrachtet. Schuͤctet man eine Saͤure auf Stuͤcken Metall: ſo ninmmt man bald wahr, daß Luftblaſen im Ueberfluß zum 1 zum W die Aut tall zun zulöſen, M. Kärper⸗ niß der haben Saͤurel che ſie rirt ha muß 4 licht g— ſungen ten, ur hat, d behalte 3 zuvord bare d den M 1) de Hr benutt ſeyn, werder ſung tern ſ Bren ſen⸗ Zinks talliſc iſt, u Pe ter fl e die h 8e ſchleße T Rch enſchaſt wanda anba Ane gri tver velhh Ittun * 2 undf Eh eDa S en ſiw =n be dben, Benk V S ſchun 1t cunga unſtt Nes iinet [AMn) des =irict S ſeeen , m anien — i . 6* — ung heetal un lleber uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 231 zum Vorſchein kommen. Das Metall loͤſt ſich auf und die Aufloͤſung ſteht ſtille, wenn entweder weiter kein Me⸗ tall zum Aufloͤſen oder nicht Saͤure genug, um jenes auf⸗ zuloͤſen, da iſt. Man lernt die Verluſte, die durch die verbundenen Koͤrper bewirkt werden, kennen, wenn man zur Kennt⸗ niß der Beſtandtheile der Verbindung, die ſie bewirkt haben, gelangt. Folglich werden wir wiſſen, worin die Saͤure und das Metall zu Erzeugung der Luftarten, wel⸗ che ſie in ihrer Miſchung hervorgebracht haben, konkur⸗ rirt haben, wenn wir ihre Zuſammenſetzung kennen. Ich muß zum voraus ſagen, daß es uns hieruͤber nicht an Licht gebricht, weil die Unterſuchung der in den Aufloͤ⸗ ſungen erzeugten Luftarten die Saͤure, welche ſie enthal⸗ ten, und das Brennbare, welches die Saͤure verfluͤchtigt hat, deutlich verrathen. Ich ſage dies nur vorlaͤufig, behalte mir aber vor, es bald zu beweiſen. Jetzt gehe ich in der Sache weiter zuruͤck und zeige zuvoͤrderſt, daß das in den Metallen enthaltene Brenn⸗ bare das Verbindungsmittel zwiſchen den Saͤuren und den Metallen iſt. 1) Die ſchoͤnen Verſuche des Duc d⸗Ayen,— die Hr. Macquer in ſeinem Dict. de Chymie ſo ſtark benutzt hat, und die, wenn ſie werden bekannt gemacht ſeyn, in der Geſchichte dieſer Wiſſenſchaft Epoke machen werden,— beweiſen einleuchtend, daß in der Aufloͤ⸗ ſung der metalliſchen Koͤrper durch die Saͤuren, die letz⸗ tern ſich blos durch das in dem Metalle vorhandene Brennbare mit dem Metalle verbinden. Wenn man Ei⸗ ſen⸗ oder Salpeterſalze und Salze aus der Aufloͤſung des Zinks in der Salpeterſture deſtillirt; ſo verlaͤßt der me⸗ talliſche Grundſtoff die Saͤure, wenn er gaͤnzlich verkalkt iſt, und die Saͤure wird durch das, alsdann davon ge⸗ hende, Brennbare verfluͤchtigt. Dieſer Kalk iſt nicht wei⸗ ter fluͤchtig, fließt auch nicht weiter. Dies beweiſt deut⸗ P 4 lich, 23² Unterſuchungen lich, daß er alle Eigenſchaften des Kalks hat und keine— Saure weiter enthaͤlt. dnnd Aus des Duc d⸗Ayen's Verſuchen ſcheint zu flieſ. hi ſen, daß das Metall bei dieſer Aufloͤſung durch die Saͤu⸗ ſie d ren allein leidet, daß der Theil der durch das Brennbare wenn verfluͤchtigten Saͤure ſich verſtreut, wenn man ihn nicht Auf durch den pneumato chemiſchen Apparat auffaͤngt, und keit, daß der Theil der Saͤure, welcher mit dem Metall ver⸗ der, bunden bleibt, ſeine Eigenſchaften beibehaͤlt, dagegen das ihren Metall einen Theil von ſeinen verliert. J. 2) Allein man kann nicht zweifeln, daß dieſe Saͤure ren auf ſolche Art durch das Brennbare der Metalle ver⸗ ſind fluͤhhtigt worden. Meerſalzſaͤure, die Eiſen aufgeloͤſt thun hat, nimmt es bei der Deſtillation mit uͤber und ver⸗ res e fluͤctigt ſich mit dem Zink gaͤnzlich, nach den Beiſpie⸗ in de len, die ich angefuͤhrt habe. Schuͤttet man Queckſilber den⸗ und Vitriolſaͤure in einer Retorte zuſammen, ſo wird kom eine ſehr ſtarke Schwefelſaͤure nnd entzuͤndbare Luft er⸗ raub zeugt. talle 3) Eine ſehr merkwuͤrdige Beobachtung, welche iin aus dieſen Verſuchen fließt, iſt, daß bei allen Miſchun⸗ das: gen der Saͤuren mit den Metallen, die Saͤuren von ihrer ufſ Koncentration verlieren. Woher ruͤhrt dies anders, als rih von dem Theile der Saͤure, der durch die Wirkung des aller Brennbaren auf ſie, ſich in Luft verwandelt hat. Me 4) Aber vielleicht wird man mich fragen, warum talle die Magneſie mit den Mineralſaͤuren nicht aufbrauſt? hatt Die Urſache davon iſt ganz einfach. Weil, anſtatt daß ſie den Saͤuren Brennbares geben ſollte, um ſie zu ver⸗ Sal fluͤchtigen, ſie vielmehr ihnen das raubt, welches ſie ha⸗ phlo ben, um ſich damit zu beladen. Dies wird man gewahr, deln wenn man eine Aufloͤſung des Zinks in der Salpeterſaͤure tren ins Feuer bringt, denn alsdann gibt ſie die rothen Daͤm⸗ Bre pfe dieſer Saͤure. bind 5) Al⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 233 und ien 5) Alles vereinigt ſich in Befeſtigung dieſer Idee, denn die Meerſalzſaͤure, welche keine Kraft beſitzt, das t zu fie Gold aufzuloͤſen oder ihm ſein Brennbares zu rauben, 8 die En wenn ſie phlogiſtiſirt iſt, loͤſt es im Koͤnigswaſſer, worin 3drendn ſie durch die Salpeterſaͤure dephlogiſtiſirt wird, oder a nihn nit wenn ſie uͤber Magneſie deſtillirt worden. ſehr gut auf. Bngt, m Auf gleiche Art verliehrt die Vitriolſaͤure ihre Wirkſam⸗ a Netal n keit, wenn ſie Schwefelſaͤure iſt, und bekoͤmmt ſie wie⸗ „tpe de der, und wird wieder zu Vitriolſäure, wenn man ſie von V ihrem Brennbaren befreiet. 6) Man weiß, daß die Metallkalke mit den Saͤu⸗ ieſe Sin eren gar keine Luft geben, wenn ſie vollkommen kalcinirt etall de ſind und wenn dies die Kalke von einigen Halbmetallen = auſdf thun, ſo ruͤhrt dies blos daher, weil ſie noch Brennba⸗ undw. res enthalten. Aber was iſt denn das fuͤr ein Zuſtand, Cn Baiß in dem ſich die in den Saͤuren aufgeloͤſten Metalle befin⸗ e Nuchſt den? Man ſieht bald, daß es der Zuſtand einer voll⸗ , ſe ue kommenen Verkalkung iſt, das iſt, einer gaͤnzlichen Be⸗ =te(uſte raubung des Brennbaren. Das Brennbare hat die Me⸗ talle alſo gaͤnzlich verlaſſen, ſich von ihnen getrennt, iſt ihnen entriſſen worden und man findet es in den Saͤuren 81 wn wieder, die es verfluͤchtigt hat. Alſo iſt auch wieder 38 Nſſcw das Brennbare der Metalle, welches die Saͤure in eine 1a dun luftartige Subſtanz verwandelt, und der Schluß iſt ſehr ds richtig, weil wir erwieſen haben, daß das Brennbare Srug e allein die Saͤure verfluͤchtigte, daß die Saͤure in den 5 Metallaufloͤſungen verfluͤchtigt wurde, und daß die Me⸗ 12, um talle, die mit ihm verbunden waren, es verlohren 3 bruft hatten... ¹ fiar ui Das Zinn und der Spießglaskoͤnig werden durch die ii ur Salpeterſaͤure dergeſtalt verkalkt und ſo vollkommen de⸗ 3 s e pblogiſtiſirt, daß ſie ſich in einen weißen Kalk verwan⸗ grut deln, ſo wie ſie aufgeloͤſt ſind und ſich von der Saͤure Deniur trennen, die ſie nicht laͤnger halten kann 3 weil ihr kein * dim Brennbares weiter uͤbrig iſt, um ſie mit ſich zu ver⸗ binden. 9 4.„ 5 7 82* Bei — 234 Unterſuchungen 7) Bei Wiederherſtellung der durch die Säuren er⸗ zeugten Queckſilberkalke erhaͤlt man allezeit die Quantitaͤt Metall wieder, die aufgeloͤſt geweſen, aber ein Theil der Saͤure iſt verſchwunden. Gibt man dem Meralle wieder, was es verlohren hat, ſein Brennbares, ſo fin⸗ det man es mit ſeinem Gewichte wieder, allein die Saͤure hat Fluͤgel gekriegt und iſt fort geflogen. 8) Die Mertalkkalke laſſen ſich durch die entzuͤndbare Luft wieder herſtellen. Dieſe iſt eine Zuſammenſetzung, die waͤhrend deß das Metall durch die Vitriol⸗ oder Meerſalzſaͤure verkalkt wird, entſteht. Sie iſt eine Saͤure, die von Brennbarem uͤberſaͤttigt iſt, welches ihr der Kalk raubt, wie Hr. Prieſtley neuerlich entdeckt hat. Folglich iſt dies eine Wiederzuſammenſetzung, die uͤber die Staͤrke der Beweiſe keinen Zweifel uͤbrig laͤßt, wodurch ich darzuthun ſuche, daß die Verbindung des Brennbaren der Metalle mit der ſie aufloͤſenden Saͤure, die Urſache der Verfluͤchtigung der Saͤure und der Erzeu⸗ gung der davongehenden uft ſei. 9) Folgendes iſt aber ein neuer Beweis dieſer That⸗ ſache und eine vortrefliche Beſtaͤtigung der ebenerwaͤhnten Enkdeckung. Wenn man Vitriolſaͤure mit Kupfer ſaͤt⸗ tigt und alsdann Eiſen in die Aufloͤſung wirft, ſo kommt das verkalkte Kupfer wieder in ſeinem metalliſchen Glanze zum Vorſchein. Dies ſind die Erden und die Laugen⸗ ſalze nicht vermoͤgend. Woher ruͤhrt dies alſo? Da⸗ her, weil das, in die mit Kupfer geſaͤttigte Vitriolſaͤure geworfene, Eiſen ſich aufloͤſet. Waͤhrend ſeiner Aufloͤſung entwickelt ſich entzuͤndbare Luft, wie man ſich uͤberzeugen kann. Der aͤußerſt getrennte Kupferkafk iſt in die ent⸗ zuͤndbare Luft im Augenblicke ihrer Entbindung eingewi⸗ ckelt, ſtellt ſich alſo wieder her und wird durch das Brenn⸗ bare, welches er wieder nimmt, zum vollkommenen Kupfer. 10) S re antitit Kh — Netall 2 ſo fin Saͤun aͤ ibare r fäun 12 l.„der 3 ite ei hes i ent entdich * ig, d Ag li aug b Siu *☛ C 8 Te 1 aͤhntn 7esfer ſt komne AGh à claunen De à Tolſſaut fſte euo t zdie en⸗ Eoer, . Bretl⸗ anene 10) —— ft 1 Aber das Entwickeln der zuft geht wieder fort, ſobald ſ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 235 10) Hat man wenig Saͤure, aber viel Feilſpaͤne darin aut zuloſen„ſo hoͤrt das Aufloͤſen auf, wenn gleich das Aufloͤſungsmittel ſeh hr ſauer iſt. Dies s geſc hiebt blos deswegen, weil keine Saͤure weiter vor handen iſt, die durch das Brennbare aus dem Metalle verfluͤchtigt wer⸗ den kann, oder die vielleicht mit ihm V Verwandſch daft hat. ern man von Nenens Saͤure zuſetzt oder das Feuer zu Huͤlfe nimmt. In dieſem Falle verdampft die Saͤure durch die Hitze und verbindet ſich alsdann mit dem Brennbaren des Metalls, aber dies be weiſt gleichfalls die Gegenwart der Saͤure in der erzeugten Luſt. 11) Es iſt wahr, daß di 4 Arſenikſaͤure das Eiſen aufloͤſet und keine elaſtiſche Fluͤſſigkeit, keine luſtartige Subſtanz erzeugt, aber es ereigtter ſich eine ganz eigne Er ſcheimutg. die Arſenikſaͤure ſtige ſich naͤmlich mit dem Brennbaren des Eiſens, und anſtatt dadurch ver⸗ 68 fluͤchtigt zu werden,— wie die andern Mineralſaͤu⸗ ren,— erzeugt ſie den weitzen Arſenik, welches alſo durch eine entgegengeſetzte Wirkung die Verbindung der Arſenikſäͤure mit dem Brennbaren und die Verſchieden⸗ heit dieſer Saͤure von den andern beweiſt. Da aber die entzuͤndbare Luft dieſelbe Wirkung auf die Arſenikſaͤure hervorbringt; ſo iſt daraus zu ſchließen, daß das Brenn⸗ bare in dem einen, ſo wie in dem andern Falle die Urſa⸗ che der Reproduction des Arſeniks iſt. 1²) Endlich verrathen auch die erzeugten Luftarten die in ihnen enthaltene Saͤure deutlich theils durch ihre Aufloͤſung im Waſſer, und theils durch dhe Eigenſchaf⸗ ten, die Lakmustinktur roth zu faͤrben und Mittelſalze zu erzeugen, die den Saͤuren,— weiche ſie hervorbrin⸗ gen, wenn man ſie mit den Laugenſalzen, und den Er⸗ den, oder den Metallen verbindet,— eigen ſind. Der Graf Morozzo beweiſt in einer Abhandlung, die im 1ſten Theile der Memorie di Matematica e di Fiſica nach⸗ —————— 236 Unterſuchungen nachgeleſen werden kann, daß die aus der Aufloͤſung des Zinns in der Seeſalz⸗ und Salpeterſaure aufſteigende Luft Zinn enthalt, weil ſie in gewiſſen Umſtaͤnden das Gold aus der Goldaufloͤſung purpurfaͤrbig niederſchlaͤgt; er zeigt ferner, daß die aus der Aufloͤſung des Eiſens in der Vitriolſaͤure ſich entbindende entzuͤndbare Luft einen wahren Eiſenvitriol abſetzt, und endlich, daß die ſixe Luft aus der Vitriolſaͤre und dem Laugenſalze des Weinſteins einen vitrioliſirten Weinſtein abſetzt. Ich habe in den vorhergehenden Verſuchen gezeigt, daß die entzuͤndbare Luft Eiſen gehen laſſe, das der Magner zieht, wenn ſie lange uͤber Waſſer ſtehen blieb. Ocker hat man ſeit lan⸗ ger Zeit ſchon in der entzuͤndbaren Luft wahrgenommen. Die Salpeterluft bringt die naͤhmlichen Erſcheinungen hervor. Sonach kann man an der Zuſammenſetzung die⸗ ſer Luftgattungen nicht zweifeln, noch uͤber die Natur ih⸗ rer Beſtandtheile in Ungewißheit bleiben. Ich werde aber hieruͤber ins groͤßte Detail gehen. 7. Von der entzuͤndbaren Luft. Nachdem wir die Erſcheinungen uͤberhaupt betrachtet haben; ſo wollen wir ſie nun in ihren beſondern Details, aber immer in der mir vorgeſetzten Abſicht betrachten. Ich bin noch gar nicht Willens, ein Werk uͤber die zuft⸗ gattungen zu liefern, ſondern ich will zeigen, wie die Verfluͤchtigung der Saͤuren die Quelle iſt, von welcher ſie entſtehen und wie die verſchiedene Verbindung des Brennbaren mit ihnen die Urſache ihrer mannichfaltigen Beſchaffenheit und Wirkungen ſeyn kann? Die Noth⸗ wendigkeit der von mir feſtgeſetzten Grundſaͤtze wird man einſehen, ſo wie man mit mir in dieſen Gegenſtand tiefer eindringen wird. Wir wollen der Zerlegung der ent⸗ zuͤndbaren Luft nachgehen. Gießt man Vitriol⸗ oder Seeſalzſaͤure, oder eine Pflanzenſaͤure, oder ſogar mit fixer Luft geſaͤttigtes Waſſer auf Eiſenfeilſpaͤne, oder ir⸗ gend gend Das verbe eine ner! elekte ſagt entz ſch Reſ bare iſt, Vet glei lum men res, die zſemde V ende uſt has Godd gagt; 6 Eiſens i Auſt einen e fixe dſt Zeinſtein ze in da züͤndbe ewemſte an ſeit nomma jeinungn stzung d Natui Ich wnl betrol „ Detal Jetrachtn kr dieu wied n weſch edung d schfokthe die Nh evitd mä gand tece V der e liol⸗ o, ogat mt oder“ gnd uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 237 gend ein andres Metall; ſo erhaͤlt man entzuͤndbare Luft. Das Brennbare des Metalls macht ſich von ihm los, verbindet ſich mit der Saͤure, verfluͤchtigt ſie und erzeugt eine luftartige Subſtanz, die,— wenn ſie mit gemei⸗ ner Luft vermiſcht iſt,— von der Flamme oder dem elektriſchen Funken ſich anzuͤnden laäßt. Was ich hier ge⸗ ſagt habe und noch ſagen werde, iſt auf alle Methoden, Luzündhare Luft zu engwickein, onwenebar⸗ Hr. Bel Aimann. liefert in ſeiner gruͤndlichen Unter⸗ ſuchung des Eiſens uͤber dieſen Gegenſtand merkwuͤrdige Reſultate. Er ſucht die Menge des reducirenden Brenn⸗ baren, das in verf ſchiedenen Arten von Eiſen enthalten iſt, auf naſſem 2 Wege auf und findet durch ſehr genaue Verfal hren, daß die Vitriol⸗ und Seeſalzſaͤure mit einem gleichen Gewichte von Eiſen ein vollkommen gleiches Vo⸗ lumen entzuͤndbare Luft, aber in ſehr ungleichen Zeitraͤu⸗ men, gaben. Erſteres wirkt weit langſamer, als letzte⸗ res, doch geben ſie dieſelbe Quantitaͤt von Brennbarem, die Quanität des Auflöoͤſungsmittels ſei, welche ſie wolle, wenn ihrer nur genug iſt. Aber ſo iſt der Fall nicht, wenn man das Eiſen in Salpeterſaͤure aufloͤſt. Die Re⸗ ſultate treffen nie uͤberein, wenn man gleich die naͤmli⸗ chen Verfahren befolgt und das Volumen Luft, das man bekoͤmmt, iſt betraͤchtlich kleiner. Hier ſieht man deut⸗ lich, daß jede Saͤure nach ihrer Art dem Metalle das Brennbare entreißt, weil ſie auf verſchiedene Art wirken und weil die Natur des Produkts aus der Salpeterſaͤure von dem Produkte der andern Saͤuren ſowohl in Be⸗ ſchaffenheit als Menge ſehr abweicht. Hieraus folgt, daß die Saͤuren einen beſondern Einfluß auf die Erzeu⸗ gung dieſer uftarten haben und daß ſie Beſtandtheile da⸗ von ſind. Das Eiſen laͤßt ſich wenigſtens von allen dreien aufloͤſen, von allen dreien in Kalk verwandeln und ſich folglich von ihnen ſein Brennbares nehmen. Man trift aber gewiß dieſe Saͤure darin an, weil die entzuͤndbare Luft die Lakmustinktur roth faͤrbt, und in dem 238 Unterſuchungen dem Waſſer, welches ſie verſchluckt, einen Eiſenvitriol abſetzt, wie des Grafen Morozzo's Verſuche zeigen. Bedarf es eines buͤndigern Beweiſes? Die vitriol⸗ und ſeeſalzſaure Luft, mit Eiſenfeilſpaͤnen unter eine Glo⸗ cke mittelſt Queckſilber geſperrt, verwandeln ſich in ent⸗ zuͤndbare. Der einzige Unterſchied zwiſchen dieſer und der vorigen Operation beſteht darin, daß die fuuͤſſige Saͤure durch die Wirkung des Brennbaren des Metalls, s ſich mit ihr verbindet, gezwungen wird, ſich zu ver⸗ fluͤchtigen, anſtatt daß dieſe Saͤure ſchon verfluͤchtigt iſt und durch ihre Verbindung mit dem Brennbaren, das ſie dem kleingefeilten Metall entreißt, die Eigenſchaft, ſich zu entzuͤnden, erhaͤlt, welche ſie vorher nicht hatte, weil ſie die Flamme ausloͤſchte. Mir ſcheint es daher, daß man in dieſer enzzuͤndbaren Luft nur die ſchwach phlo⸗ giſtiſirte ſaure Luft bemerken kann, die ſich noch mehr phlogiſtiſirt, indem ſie ſich mit dem Brennbaren, das ſie dem Metalle nimmt, verbindet. Indeſſen gleichte dieſe Luft in ihren Wirkungen ganz der gewoͤhnlichen ent⸗ zuͤndbaren Luft; aber die Aehnlichkeit der Wiekungen fuͤhrt auf die Aehnlichkeit der Urſachen, welche die Erfahrung uns ſchon hat kennen lernen. Alſo kann man nicht zwei⸗ feln, daß die entzuͤndbare Luft aus verfluͤchtigter, mit dem Brennbaren verbundener, Saäure zuſammengeſetzt ſeyn koͤnne. Als Hr. Pelletier entzuͤndbare Luft in ein aus reiner Arſenikſaure und deſtillirtem Waſſer beſtehendes Gemiſch ließ; ſo ward die,— vorher durchſichtige,— Aufloͤ⸗ ſung truͤbe, und es erfolgte ein ſchwaͤrzlicher Nieder⸗ ſchlag, der alle Eigenſchaften des Arſenikkoͤnigs hatte. S. Journal de Phyſique, Juin 1782. Dieſer Verſuch lehrt, daß die Arſenikſaͤure die entzuͤndbare uſt zerſetzt, ihr das Brennbare geraubt, es ſich angeeignet und ihm ſeine metalliſche Geſtalt wieder gegeben habe. Dieſer Beobachtung zufolge, kann man an der Gegenwart des Brenn⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 230 L wind Brennbaren in der entzuͤndbaren Luft nicht zweifeln. Sie fgen. macht den Pendant zu der Wiederherſtellung der Mekall⸗ Doitrc kalke durch die entzuͤndbare Luft und zu derſelben Wie⸗ e Gl. dererſcheinung in metalliſcher Geſtalt, wenn ſie durch eine Fin ent⸗ V Saͤure verkalkt und nach ihrer Aufloͤſung dmuch ein Me⸗ de ind V tall gefuͤllt worden ſind. üſſc 1 Hr. Bergman beweiſt in dem angefuͤhrten Werke, k elalt, daß das wiederherſtell ende Brennbare,— das in den I zuun Eiſenarten, mit denen er ſeine Verſuche machte, enthal⸗ hgtit ten war,— mit der Menge aufgzefangener entzuͤndba⸗ 8d, de rer Luft im Verhaͤltniß war, und daß ein Kubikzoll ent⸗ 5 nſchſ zuͤndbare Luft eben ſo viel Brennbares enthielt als 2 Pfund t hin⸗ geſchmiedetes Eiſen. dahe Laͤßt man endlich entzuͤndbare Luft uͤber Queckſilber eh p abbrennen, ſo ſieht man deutlich, daß das nach dem Ab⸗ 1) m V brennen Uebrigbleibende eine ſehr phlogiſtiſirte und mit du, d fixer Luft vermiſchte Luft iſt. Waſche man ſie mit Waſ⸗ — gleice ſer ab, ſo findet man bald, daß dich die uͤbrigbleibende Aen en⸗ phlogiſtiſirte e Luft reichlicher iſt, als jene, welche die fire Dun ſitt Luft haͤtte erzeugen muͤſſen. =chrun Man koͤnnte fragen, warum denn die ſauren, mit drt zne phlogiſtiſirenden Koͤrpern zubereiteten Luſtarten nicht alle it in entzuͤndbare Luft bade Die Antwort iſt gans einfach Sit ſi und gibt einen neuen Beweis meiner Theorie ab. Wenn — V man ſaure Luft entbindet, ſo nimmt man die Wirkung d rnt des Feuers zu Huͤlfe, die Saͤure iſt bereits durch die Hi⸗ 1eic tze verfluͤchtigt, und hat unter dieſer Geſtalt mit dem — Ans Brennbaren weniger Verwandſchaft, als in ihrem na⸗ üde tuͤrlichen Zuſtande. Außer dieſem iſt noch der Umſtand, datt daß ſobald als ſie ſich mit etwas wenigem Brennbaren, wij welches zu ihrer Hitze hilft, verbunden hat, ſie als Sen Dampf erſcheint, und 3adn geht. Da ſie aber'nicht alle Nan das Brennbare, was ſie faſſen kann, in ſich hat, ſo iſt Die ſie nur ſchwach phlogiſtiſirt loͤſt ſich im Wäfſ wp 8 attd ſoͤſcht die Flamme aus, anſtatt daß bei der kalten nd ruun⸗ ſung 240 Unterſuchungen — ſung das Brennbare die Saͤure nur dann verfluͤchtigt, wen letztere damit geſaͤttigt worden und hieran iſt nicht zu zweifeln, wenn man Achtung gibt, daß dieſe ſaure uft blos die Daͤmpfe oder die Duͤnſte der Saͤure ſind, denen eine geringe Quantitaͤt von Brennbarem eine ge⸗ wiſſe Dauerhaſtigkeit gibt. Eben deswegen verwandelt ſich die,— an ſich ſehr phlogiſtiſirte,— Seeſalzſaͤure in ſaure Luft ohne Beitritt irgend einer phlogiſtiſirenden Materie, weſches mit Vitriolſaͤure nicht angeht, denn dieſer muß ein phlogiſtiſirender Koͤrper zugeſetzt werden. Kurz, man wird durch dieſes Mittel entzuͤndbare Luft erhalten, wenn eine hinlaͤngliche Menge phlogiſtiſirende Materie, die Saͤure mit Brennbarem zu beladen, vor⸗ handen iſt. Auch iſt die erſte aus dieſen ſauren Luftarten auſſteigende Luft gewoͤhnlich entzuͤndbare. Soll ich noch hinzuſetzen, daß die fixe Luft ihre Aufloͤsbarkeit im Waſ⸗ fer verliert und der entzuͤndbaren Luft beinahe gleich wird, wenn ſie dem Einfluſſe phlogiſtiſirender Koͤrper ausge⸗ ſetzt wird, daß die Salpeterluft ſelbſt darin faſt ihre Ei⸗ genſchaft, eine Flamme ſogleich auszuloͤſchen, verliert, wie Hr. Drieſtley durch viele Verſuche bewieſen hat? Was aber die Zweifel, die man haben koͤnnte, he⸗ ben wird, iſt, daß die naͤhmliche Zubereitung, welche in Einem Falle entzuͤndbare, in einem andern phlogiſti⸗ ſirte gibt. Hr. Prieſtley lehrt uns in dem 2ten Bande ſeiner Experiments on various branches of natural phi- loſophy, daß ein Gemenge aus Eiſenſeilſpaͤnen und Schwefel, entzuͤndbare Luft in dem Augenblicke, da man das Gemenge macht, gibt, daß aber zu Ende der Ope⸗ ration man weiter nichts erhaͤlt, als eine phlogiſtiſirte entzuͤndbare Luft. Was ich bereits geſagt, zeigt die Ur⸗ ſache davon; die vom Schwefel im Ueberfluß ſich los⸗ machende und mit Gewalt aufs Metall wirkende Vitriol⸗ ſaͤure liefert die Grundtheile dieſer Luft und die Mittel zu ihrer Entwickelung. Die Saͤure verfluͤchtigt ſich durch das Brennbare des Eiſens, aber zu Ende des Aufbrau⸗ ſens 1 zemein loſſe, geben Queck luft b. miſcht im Au Koofe meine lhn u gemei hahm Sona nfan⸗ e ſie eiter ntzuͤn zu Er N zuſt, S G uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 241 flücki V ſens macht ſich die Saͤure ſchwach los und greift nur eine te iſt nc Rinde von verkalktem Eiſen an, die wenig Brennbares * i und nur eine phlogiſtiſirte ſaure Luft gibt. gre— 8 Endlich vermindert ſich auch die rmaüdsan Luft im wandet Waſſer Llen dch merklich, wie ich erwieſen habe; das = dalſſtur Waſſer loͤſt die Säure auf, aber was uͤbrig lbi, iſt ¹ iſtende entzuͤndbare Luft. Man wird ſogar die Seeſalzſäure im Iht, dn Waſſer wieder finden, wenn die entzůͤndbare Luſt damit * wedden iſt zubereitet worden, wenigſtens geſchieht es, daß wenn re uſ man ein wenig von einer Salberaufloͤſung in dieſes Waſ⸗ S ſiſren ſer ſchuͤttet, man einige Flocken von Hornſilber darin zum n, w Vorſchein kommen ſieht. Suſtan. Folgendes iſt ein wichtiger Verſuch, den Hr. ü ihnd Prieſtley angeſtellt, der deutlich beweiſt, daß die ent⸗ mn zuͤndbare Luft im Augenbl icke ihrer Erzeugung ſich in der ec gemeinen, und in der dephlogiſtiſirten Luft, leicht zerſetzen 8₰ d3 laſſe, weil dieſelben Materien, welche entzuͤndbare duft — ih geben, wenn man die entwickelte Luft durch Waſſer oder 2 Queckſilber gehen laͤßt, die gemeine oder dephlogiſtiſirte hu Luft blos phlogiſtiſiren, wenn man ſie in dieſen Luftarten 5 miſcht. Hieraus folgt, daß die Zerſetzung dieſer Luft * im Augenblicke ihrer Entwickelung ſehr leicht iſt. Ein 2 e V Topf voll Eiſenfeilſpaͤne und Schwefel phlogiſtiſirt die ge⸗ d meine Luft blos, gibt aber entzuͤndbare Luft, wenn man 1an V ihn unter das Waſſer ſetzt. Im erſten Falle ward die elu gecneine Luft anfaͤnglich um das Viertel vermindert, Jel un nahm hierauf wieder zu und wurde ſchwach entzuͤndbar. 3 V Sonach laͤßt ſich ſchließen, daß die entzuͤndbare Luft ſich cer Oe anfangs in der gemeinen zerſetzt, daß ſie letztere, indem J iſiſte ſie ſie phlogiſti ſirt, vermindert, und daß wenn ſie nichts de l weiter, als eine phlogiſtiſirte Luft iſt, die ſich erzeugende Jich bb entzuͤndbare ſich nicht weiter zerſetzt, weil keine reine Luft Sölki zu Erleichterung ihrer Zerſetzung weiter vorhanden iſt. iin Man wird beſtaͤndig bemerken, daß die entzuͤndbare 4 Luſt,— welche ſich langſam entbindet und in einem df— Senebier 4. Th. 9 groſ⸗ 242 Unterſuchungen großen Volumen von gemeiner Luft ausbreitet,— ſich zerſetzt, welches in dephlogiſtiſirter Luft noch eher geſchieht, und auf dieſe Weiſe wird ſie von den Weidenblaͤttern ver⸗ arbeitet, indem ſie ihnen zur Nahrung dient. Auf ſol⸗ che Weiſe zerſetzt ſich auch die,— lange Zeit uͤber Waſſer aufbehaltene,— entzuͤndbare Luft ganz langſam und was von ihr uͤbrig bleibt, iſt immer entzuͤndbar. Ich darf auch nicht vergeſſen anzumerken, daß die entzuͤndbare uſt ſich auch in denen der Sonne ausgeſetz⸗ ten Blaͤttern zerſetzt und alsdann eine reine Luft hervor⸗ bringt: aber alle meine Verſuche zielen dahin ab, daß ſie zeigen, die Saͤure der fixen Luft ſei die QAuelle der rei⸗ nen Luft, welche die Blaͤtter ausſtoßen; woraus denn folgt, daß die Luft aus Blaͤttern, welche die entzuͤndbare Luſt einſaugen, nichts anders iſt, als die durch die Blaͤt⸗ ter bewirkte Zerſetzung dieſer Luft und die Umſchaffung ih⸗ rer Saͤure in reine Luft, dagegen das Brennbare der Luft und der Saͤure im Blatte zuruͤckbleibt und ſich darin mit ihm verbindet. Mir ſcheint es, daß ich das Daſein der Saͤure und des Brennbaren in der entzuͤndbaren Luft er⸗ wieſen habe. Auch glaube ich noch außerdem gezeigt zu haben, daß jener bloße Verbindung in einer gewiſſen Doſe die entzuͤndbare Luft zu erzeugen vermoͤgend ſei. Ich habe alſo erwieſen, was ich wollte, erſtlich, daß die verfluͤchtigte Saͤure die Quelle dieſer Luft ſei, wie ſie die Quelle aller andern iſt, anderns, daß ſich dieſe Luft durch die Vegetation in reine umwandeln laͤßt. Weil aber,— vermoͤge Prieſtley's ſchoͤner Ent⸗ deckung,— die Metallkalke die entzuͤndbare voͤllig ver⸗ ſchlucken, wenn man ſie durch dieſes Mittel reducirt; ſo wuͤrde hieraus folgen, daß das Brennbare allein nicht das einzige wiederherſtellende Principium ſei, ſondern daß das mit der Saͤure verbundene Brennbare dieſelbe Wirkung hervorbringen werde. Hieraus wuͤrde wenig⸗ ſtens ſo viel folgen, daß die Saͤure in der entzuͤndbaren Luſt T 4 auſt if V ſtalt von 6 es zii derhel durch! zundbe entzud Hr.„h obach zundt wahro⸗ Blei: wieſe er S 3 man telſt ſich: Sa ſie, theil uͤber den Einſtuß des Sonnenlichts ec. 243 — ſ Luft in geringem Maaße und vielleicht nur unter der Ge⸗ I deſtit ſtalt der reinen Luft darin enthalten ſei, und daß ſie da⸗ Fittern ha von gehe, wenn die WPiederheuſteüung geſchieht, denn 1r Auf s zeigt ſich, daß ſich die entzuͤndbare Luft durch die Wie⸗ 3Zei 4 derhe eſtellung der Kupfer⸗Blei⸗ Eiſen, und Zinkkalke langir durch den Brennſpiegel unter Glocken, die voller ent⸗ I ban. zuͤndbarer uft ſind, nicht zerſetzt, weil die uͤbrigbleibende 8., deh entzuͤndbare Luft ſo entzuͤndbar bleibt, wie zuvor, wie † 6 Hr. Prieſtley durch Berſuche fand, der auch noch be⸗ ſaubght obachtete, daß die mit der Phoſphorſäure verbundene ent⸗ Siſt hen zuͤndbare: Luft Phoſphor erzeuge, und daß man einen 3 ch, R wahren Schwefel erhalte, wenn man Vitriolſaͤure uͤber Tle dan Blei abzie zieht. e raus a 8 8. Von der Salpeterluft. affu Gießt man, anſtatt der Vitriolſaͤure, Salpeterſaͤure a e de auf Metalle, welche ſie aufzuloͤſen vermag, ſo erhaͤlt 8 duin mman nicht ferner entzundbare, ſondern eine andre Luftart, deſä welche man Salpeterluft nennt. Dieſe neue Verbin⸗ n uſ dung beſteht wieder aus Saͤure und Brennbarem. Fuͤr die 3gtheif Wahrheit meiner Theorie liefert ſie dieſeiben Beweiſe, 3 9 wie die entzuͤndbare Luft, von der ich eben gehandels B gen habe. 6 †) Die Daͤmpfe des Salpekergeiſtes ſind nichts als gffu die verfluͤchtigte Salpeterſaͤure, wie Hr. Prieſtley er⸗ 3 uf wieſen hat, denn als er ſie mit Waſſer verband, erhiels er Salpetergeiſt. 3*. V 2) Die Salpeterluft laͤßt ſich genau zerlegen, wenn Dtiltn man ſie mit gemeiner oder dephlogiſtiſirter Luft, die mit⸗ Pui V telſt des Waſſers geſperrt iſt, miſcht. Alsdann zerſetzt * linn ſich die Salpeterluft, ihr Brennbares trennt ſich von der 1 8 V Saͤure, verbindet ſich mit der reinen Luft und vermindert we dei ſie, die Saͤure aber ſchlaͤgt ſich im Waſſer nieder und S de vent theilt ihm ahren Geſchmack mit. Man kann ſie aber auf 3es V Q 2 eine ——— 244 Unterſuchungen eine ſichere Art zerlegen, wenn man die bloße Salpeter⸗ luft uͤber Waſſer ſtehen laͤßt. Sie vermindert ſich als⸗ dann betraͤchtlich, wie ich in der vorhergehenden Ab⸗ handlung zeigte. Ihre Saͤure loͤſt ſich im Waſſer auf; dieſes muß man aber behutſam erneuern, damit nicht et⸗ wan gemeine uft hineindringe. Nach Verlauf einiger Monathe vermindert ſich die Salpeterluft um 3 ihres Umfangs, und gibt nichts mehr, als einen Ueberreſt von Luft, der ziemlich rein iſt, worin kein Licht verloͤſcht, worin Thiere athmen koͤnnen, und der die gemeine Luſt nicht vermindert. Das Brennbare der Salpeterluft ver⸗ bindet ſich mit der reinen Luft des Waſſers, erzeugt da⸗ mit ſire und es bleibt ein luftartiges Weſen uͤbrig, das ziemlich einathembar iſt. Aber wie kann man ſich verſichern, daß die ſich los⸗ machende Saͤure die Salpeterſaͤure ſei? Deswegen, weil ſie alle Wirkungen der Saͤuren hervorbringt. Sie faͤrbt die Lakmustinktur roth, und wenn man den Ver⸗ ſuch macht und miſcht Salpeterluft mit reiner in Gefaͤſ⸗ ſen, die mit Queckſilber angefuͤllt ſind; ſo erzeugt ſich durch die Wirkung dieſer Saͤure,— welche ſich von der Salpeterluft losmacht und das Queckſilber aufloͤſet,— neue Salpeterluft. Verbindet man nun dieſe Saͤure mit den Laugenſalzen, ſo erzeugt man Salpeterſalze, welche durch dieſe Saure entſtehen, auch verſtaͤrkt ſie den Sal⸗ petergeiſt, durch den man ſie gehen laͤßt. Ich kann alſo ferner behaupten, daß die Sal⸗ peterluft aus einer durch das Brennbare verfluͤchtigten Salpeterſaͤure zuſammengeſetzt iſt, weil ich die beiden Grundtheile, aus denen ſie beſteht, einzeln erlangen kann, und da die Verwandſchaft der reinen Luft mit dem Brennbaren groͤßer iſt, als des letztern mit der Salpe⸗ terſaͤure; ſo trennt es ſich, ſobald als es ſich mit der reinen Luft verbinden kann, aber die vom Brennbaren alsdann nicht weiter verfluͤchtigte Salpeterſaͤure ſchlaͤgt ſich V ſich ni ſtalt z T ruͤhtt; ſchiede pfterhu uns be tigte verfläͤ Salp Kette bis au tgſte it ih gen le ſur derft mitte Fläͤſch eiße 88 vorde tigen nty ind; iſer V unten die Huͤl gebe ihne 8 Salyenn raxt ſich Unden N Vaſſer ai V mit nicht ² uf enin 2m; tn T eerreſtn i verdſ neine E terluſt rzeugt A brig, vie ſihh desn, Ingt. e a dend n'in Gi Sü zeugt Ae ſichn aflͤſe⸗ F Säurn ſe, wet den e di G Slüchtie K ie bey z erlg b 2 mitdg a'r Salh ) mit ennben a ſtlih e 6 uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 245 ſich nieder, und kommt nicht ferner unter luſtartiger Ge⸗ ſtalt zum Vorſchein. Wenn der Salpetergeiſt phlogiſtiſirte Koͤrper be⸗ ruͤhrt; ſo nehmen ſeine Daͤmpfe eine rothe und auch ver⸗ ſchiedene andre Farben an. Dies iſt eine Art von Sal⸗ peterluft, die minder fluͤchtig iſt, als die, mit der wir uns beſchaͤftigen. Es iſt die vom Brennbaren verfluͤch⸗ tigte Salpeterſaͤure, die aber in dieſem Zuſtande ſtaͤrker verfluͤchtigt iſt, als der von ſeinem Brennbaren entbloͤßte Salpetergeiſt. Sonach zeigt ſie uns das Glied in der Kette, die uns von der ſeuerbeſtaͤndigſten Salpeterſaͤure bis auf die fuͤhrt, welche unter der Geſtalt der durchſich⸗ tigſten Luft erſcheint, indem ſie uns in der Menge des mit ihr ſich verbindenden Brennbaren die Urſache vor Au⸗ gen legt, warum ihre Verfluͤchtigung ſtufenweiſe vor ſich geht. Die Salpeterluft iſt alſo die durch das Brennbare verfluͤchtigte Salpeterſaͤure, denn wenn man in letztere, mittelſt eines mit fluͤchtigem Laugenſalze angefuͤllten Flaͤſchchens dephlogiſtiſirte Luft bringt; ſo ſieht man ein weißes Gewoͤlke entſtehen, welches der flammende Sal⸗ peter iſt, woraus alſo folgt, daß die Sanpeterluft zerſetzt worden und daß die getrennte Saͤure ſich mit dem fluͤch⸗ tigen Laugenſalze verbindet. Ich will nicht ſagen, daß die Metalle, die man zu Entwickelung der Salpeterluft nimmt, ganz verkalkt ſind; ſondern ich ſage nur, daß man in der Salpeterluft Eiſen antrift und daß es ſich niederſchlaͤgt, indem es ſich unter der Geſtalt des Eiſenkalks zerſetzt. Ich kann nicht unterlaſſen, hier anzumerken, daß die mit der Salpeterſaͤure verbundenen Metallkalke durch Huͤlfe des Feuers fixe und reine, aber nie Salpeterluft geben, man muͤſte denn dieſe Kalke wieder herſtellen und ihnen das Brennbare wieder geben, was zu Verfluͤchti⸗ 3 gung 246 Unterſuchungen gung der Sahpeterſaͤure nothwendig iſt. Die uͤbrigblei⸗ bende Salpeterluft gibt, wenn ſie mit der Mennige ver⸗ bunden wird, eine ziemlich einathembare Luft, ſie ver⸗ liert einen Theil ihrer Saͤure und faſt alles ihr Brenn⸗ bares. Noch iſt zu bemerken, daß die mit allen Metallen, welche ſie aufloͤſen kann, verbundene Salpeterſaͤure im⸗ mer die naͤhmliche Salpeterluft gibt. Es iſt wahr, daß dieſe, unter ſich in vieler Betrachtung ſo verſchiedene, Me⸗ aalle ſich alle in dem Brennbaren, welches ſie enthalten, gleichen; aber eben durch das Brennbare verbindet ſich die Salpeterſaͤure mit ihnen, daher man uͤber die Gleich⸗ heit der Produkte nicht erſtaunen darf, und dies wird man noch weniger, wenn man erwaͤgt, daß die metal⸗ liſchen Subſtanzen alle auf gleiche Art von der Salpeter⸗ ſaͤure behandelt und alle verkalkt, das heiſt, ihres Brenn⸗ baren beraubt werden. 3 Endlich iſt auch Folgendes ein merkwuͤrdiger Ver⸗ ſuch, den Prieſtley hieruͤber gemacht hat. Wenn man ein Gemiſch aus Vitriol⸗ und Salpeterſaͤure beſtehend auf Eiſen gießt; ſo erhaͤlt man gleich Salpeterluft und ſodann dle Deſtillation ohne andre luftartige Produkte, als ein wenig, einen ſchwachen Salpetergeruch gebende, fire Luft, welches anzeigt, daß die Saͤure, welche das Metall aufloͤſen kann, das Einzige iſt, was mit ihm die Luft erzeugt, und daß wenn das Metall durch die Saͤure verkalkt worden, dann keine Luft weiter zu erwarten ſteht, wiewohl noch Saͤure, das Meeall aufzuloͤſen, uͤbrig iſt; allein gedachter Gelehrter hat noch wahrgenommen, daß wenn die Vitriolſaͤure in dem Gemiſche die Oberhand hat, ſich entzuͤndbare Luft entbindet. Wiederhohlt man dieſen Verſuch mit Koͤnigswaſſer, ſo erhaͤlt man blos ſtoßweiſe Salpeterluft, als wenn gar keine Meerſalzſaͤure darin geweſen waͤre. Das aus der Deſtillation Uebrigbleibende gibt ſogar blos Salpeter⸗ luft. Man — döeui Innig⸗ der ſie der 2er Bren 1 Metul V Irſurr 1 1 Fahr, d V Sdene,M V enthebe V dindeſt eddie Glec k dies w C die hhet 2 Sah es W k ige V BVemm 3 beſtt a erlüftä * Nrn 1=) gebe xlcew =it im wdie Si — nen ſt 2 üöhrig 6 Oren, ü Chend „ gsroſt c. wenn 1 T' als N V dSahha NM uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 247 Man erſchoͤpft nie alle Vorſicht und alle Mittel, um die Materien, die man gebraucht, kennen zu lernen. Der Hr. Graf von Saluces,— der ſo gnaͤdig ge⸗ weſen iſt und mir eine vortrefliche Schrift uͤber die Luſt⸗ arten mitgetheilt hat, von der ich einmahl ſtarken Ge⸗ brauch machen werde,— hat beobachtet, daß wenn man Sapeterluft durch Scheidewaſſer gehen laͤßt, daſ⸗ ſelbe davon an Gewicht und Staͤrke zunimmt. Dies be⸗ weiſt, daß die Salpeterluft darin ihre Saͤure abſetzk. Sie nimmt die Geſtalt weißer Daͤmpfe an, ſo wie wenn ſie durch das fluͤchtige Laugenſalz geht, und wenn ſie durch die Vitriolſaͤure und das Weinſteinoͤl geht, leidet ſie keine Veraͤnderung. Hr. Prieſtley und ich, die wir die naͤhmlichen Verſuche angeſtellt haben, haben geſun⸗ den, daß die in recht reiner Salpeterſaͤure herumbewegte Salpeteriuft ausnehmend gereinigt ward. Die Salpeterluft kann durch phlegiſtiſirende Prozeſſe entzuͤndbar werden. Läßt man die Salpeterluft uͤber ei⸗ nem Gemenge aus Schwefel und Eiſenfeilſpaͤnen, oder uͤber Schwefelleber, oder Pyrophorus ſtehen, oder laͤßt man den elektriſchen Funken drauf ſchlagen; ſo wird ſie ſchwach entzuͤndbar, vermindert ſich, laͤßt ſich mit dem Waſſer miſchen, eine Flamme loͤccht nicht mehr darin aus, ſie brennt im Gegentheil darin lebhafter. Was bringt dieſe Veraͤnderung hervor? Man ſieht deutlich, daß ſie blos mehreres Brennbares in ſich genommen ha⸗ ben kann, man muͤſte ſich denn eine innigere Verbindung zwiſchen der Saͤure und dem Brennbaren vorſtellen. Dem ſei wie ihm wolle, ſo wuͤrde ich glauben, daß die Salpeterluft von der entzuͤndbaren nur deswegen verſchie⸗ den ſey, weil die ſaure Luſt der Erſtern nicht mit Brenn⸗ barem geſaͤttigt iſt, wie die letztere, und ich ſehe nicht, wie man dieſe Folgerung entkraͤften koͤnnte, weil Erſtere Brennbares empfaͤngt, und letzteres nicht weiter⸗ Zu⸗ dem beweiſen Hrn. Prieſtley's letzte Verſuche die große Menge Brennbares, die in der entzuͤndbaren Luft ent⸗ 924 hak hal⸗ 248 Unterſuchungen halten iſt, weil dieſe letztere allein die Metallkalke wieder herſtellen kann. Aus allen dieſen Betrachtungen und aus allen dieſen Verſuchen folgt alſo, das,— man betrachte nun in der entzuͤndbaren, in der Salpeterluft und in den luftar⸗ tigen Produkten aus den Metallen entweder das Metall, oder ſein Aufloͤſungsmittel, oder die entwickelte Luft,— dieſe drei unterſchiedenen Unterſuchungen ſich dahin verei⸗ nigen, daß ſie uns lehren, daß die durch das Brennbare aus dem Metalle verfluͤchtigte und mit ihm verbundene Saͤure alle Luſtarten, die daraus entſtehen, erzeugt. 9. Von der Aufloͤſung andrer Koͤrper in den Saͤuren. Es ſcheint mir anmerkenswuͤrdig, daß die Entbin⸗ dung der entzuͤndbaren und Salpeterluft dem Gemiſch der Saͤuren mit den Metallen nicht blos eigen iſt, ſon⸗ dern daß man ſie auch aus den Vegetabilien erhaͤlt. So oft alſo, als man Salpeterſaͤure mit einem ph'ogiſtiſirtem Koͤrper aus dem Pflanzen. oder Thierreiche verbindet und dem Feuer ausſetzt; erhaͤlt man vortrefliche Salpe⸗ terluft. Kohlen, Zucker, Holz, Geſaͤme, geben im Salpe⸗ tergeiſt eine eben ſo gute Salpeterluft, als die iſt, ſo man aus den metalliſchen Subſtanzen erhaͤlt, und dies muß auch geſchehen; das Brennbare iſt in allen Koͤrpern als ein identiſches Weſen zugegen. Die Salpeterſaͤure zieht es aus allen Koͤrpern, in denen es ſich befindet, heraus, und indem ſie ſich mit ihm in einer gewiſſen Quantitaͤt verbindet, verfluͤchtigt ſie ſich und wird Salpeterluſt. So oft als man die naͤhmlichen Beſtandtheile findet und ſie vereinigt, erhaͤlt man die naͤhmlichen Zuſammenſe⸗ tzungen. Von 1 ain bau ranrben ande a in da 4 Enb 1 Gemic — ſt, ſ at. a ſüſin 12 Tder un 8 Sryf † Sah * ſ m Tes ern 5 n 18₰ heran V 4 ntitt S ferlut det n almen V uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 2490 Von der in faulenden vegetabiliſchen und thieriſchen Koͤrpern ſich erzeugenden entzuͤndbaren Luſt ſage ich nichts. Jedermann weiß, daß dieſe Luft ſich nur in dem Augenblicke entbindet, da dieſe Koͤrper in Aufloͤſung ge⸗ hen, und da ſie alle eine Saͤure und Brennbares enthal⸗ ten; ſo begreift man leicht, daß der Verbindung dieſer beiden Dinge dieſe entzuͤndbare Luft ihr Daſeyn zu ver⸗ danken habe. Nicht minder iſt wahr,— wie ich auch ſchon geſagt habe,— daß alle Koͤrper in Verbindung mit den Saͤu⸗ ren vermoͤgend ſind, alle Luftarten durch ihre verſchie⸗ dene Verbindung mit dem Brennbaren zu erzeugen, daß es moͤglich iſt, ſolche Verbindungen unter ihnen zu ver⸗ anſtalten, daß ſie alle dieſe Luftarten geben muͤſſen. So geben z. B. die Vegetabilien im Feuer fixe und hernach entzuͤndbare Luft, und zwar geben ſie beide, ohne dieſes Mittel bei den verſchiedenen Gaͤhrungen(3. Th. 18. Abh. §. 7.) anzuwenden. Eine Thatſache iſt mir aufgeſtoßen, die mich in Verlegenheit ſetzt und fuͤr die ich gar keine befriedigende Aufloͤſung weiß, und dieſe iſt die Erzeugung der ent⸗ zuͤndbaren Luft durch das Metall ſelbſt, das man, ohne Vermiſchung, der Wirkung des Feuers in einem Flin⸗ tenlaufe ausſetzt, man muͤſte denn dafuͤr halten, daß die Wirkung der,— durch die Verbindung des Brennba⸗ ren des Metalls mit der reinen Luft der Atmoſphaͤre ſich erzeugenden— firen Luft geſchickt ſei, entzuͤndbare Luft hervorzubringen, wenn einmahl ſich keine andre weiter entwickeln kann. Wenigſtens iſt gewiß, daß man durch dieſes Verfahren ſehr wenig, hingegen in freier uft weit mehr, ſixe luſt erhaͤlt, daß die entzuͤndbare Luft ſich nur in ſehr geringer Quantitaͤt entwickelt, und daß man in freier Luft weit mehr von ihr erhaͤlt. Ferner iſt gewiß, daß die Halbmetalle,— welche wahrſcheinlich aus einer mit dem Brennbaren verbundenen Saͤure beſtehen, wie 5 der ——.f——————— 2—— 230 Unterſuchungen der Arſenik,— weit mehr entzuͤndbare luft geben; ſie ſind alle bereit, ſich zu verfluͤchtigen, wenn das Feuer auf ſie wirkt und zwar in hinreichender Menge, um das neue Gemiſch zu formiren. Kann man ſich mit Hrn. Bergman vorſtellen, daß die Metalle fire Luft enthal⸗ ten, welche im Feuer auf das Metall ſelbſt wirkt? Ich falle uͤber die Meinung dieſes großen Mannes kein Ur⸗ theil, aber ich verweiſe auf die Verſuche, man muͤſte denn die Metalle als aus einer eignen Saͤure und dem Brennbaren zuſammengeſetzte Koͤrper anſehen und ich ge⸗ ſtehe, daß ſeit denen Entdeckungen der Herren Scheele und Bergman uͤber den Arſenik, man dies mit einigem Grunde muthmaßen kann. Sicherer aber iſt es, wenn man glaubt, daß die ent⸗ zuͤndbare Luſt, welche ſich aus Metallen entwickelt, die ohne Zuſatz dem Feuer in einem Flintenlaufe ausgeſetzt werden, ihre Erzeugung einem beſondern Umſtande, den man noch entdecken wird, zu danken habe; denn der Graf Morozzo hat Zinn die Hitze des Reverberirfeuers ausſtehen laſſen, aber vergebens und gar keine Luft be⸗ kommen. Auch Kavoiſiier hat nach eben dem Verfah⸗ ren aus dem Blei keine uft heraustreiben koͤnnen. So⸗ nach ſind Hrn Prieſtley's Verſuche, die es lehren, daß man entzuͤndbare Luft aus dem Eiſen, dem Zink, und dem Zinne entbinden kann, nicht ſo buͤndig, als ſie an⸗ fangs ſcheinen. Iſt aber die Thatſache wahr, ſo wird ſie jetzt wenig Schwierigkeit machen, da Hr. Prieſtley erwieſen hat, daß die entzuͤndbare Luft das Brennbare iſt, und ſonach waͤre die, in dieſem Falle erzeugte, entzuͤndbare luft nichts anders, als das unter einer gewiſſen Ge⸗ ſtalt durch die Gewalt des Feuers herausgejagte Brenn⸗ bare. Dem mag nun ſeyn wie ihm wolle, ſo macht dieſer beſondre Fall eine Ausnahme, die alle von mir mitge⸗ getheilten Zerlegungen und alle von mir beſchriebenen That⸗ uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 251 hen ſe Thatſachen nicht umzuſtuͤrzen vermag; aber Wahrheits⸗ 1s Fur liebe fodert, daß ich die mir aufſtoßenden Schwierigkei⸗ mr un R ten beſchreibe und meine Unfaͤhigkeit, ſie aufzuloͤſen, of⸗ tit n fenherzig geſtehe. Warum ſollte ich denn meine Unwiſ⸗ tenha b ſenheit verheelen? Indem ich ſie bekannt mache, wird 5 9 V man mich vielleicht lehren, wie ich ihr abhelfen koͤnne. ein U n wüß 45 V 10. Von der fixen Luft. * 8* Nooch habe ich weder alle Beweiſe fuͤr meine Theorie, n(rimm noch alle ſich mir darſtellende Schwierigkeiten erſchoͤpft. — Die,— ſich ſo verſchiedentlich zu entwickeln und eben . ſo zu modificiren vermoͤgende,— fixe kuft bietet den Au⸗ d idem gen des Beobachters eine Menge wichtiger Ideen an. aklt, d Vielleicht habe ich die große Anzahl derer, auf die Che⸗ eget miker gerathen ſind, mit einigen vermehrt, und vielleicht Pmde wird die Unterſuchung dieſes Gegenſtandes mich noch auf — dem einige fuͤhren, die Aufmerkſamkeit verdienen. ien Die chemiſche Zerlegung der fixen Luft iſt nicht ſo 3 Lih leicht, als jene der Salpeter⸗ und entzuͤndbaren Luſt. * V Wir werden ihre Beſtandtheile nicht trennen koͤnnen, in⸗ r. 6 deſſen werden wir doch uͤber ihre Zuſammenſetzung ſo hin⸗ 1 m, h reichende Belehrung erhalten, daß wir jene werden mit . 44 einiger Zuverlaͤſſigkeit kennen lernen. 1 5 bnt Zuvoͤrderſt iſt nicht zu zweifeln, daß die fixe Luft eine rie Saͤure enthalte. Sie faͤrbt die Lakmuskinktur roth, brau⸗ — tori ſet mit den Laugenſalzen, und gibt den Waſſern, worin 3 ürd ſie ſich aufloͤſt, einen ſaͤuerlichen Geſchmack. Freilich iſt ſer ſie ſo fluͤchtig, daß ſie nach etlichen Stunden die ak⸗ 2 B mustinktur wieder verlaͤßt und ihr ihre Farbe wieder gibt. 4 Iſt ſie aber im Waſſer aufgeloͤſt, ſo vermag ſie das Ei⸗ ſen aufzuloͤſen und entzuͤndbare Luft zu erzeugen. 4 b Das Brennbare entdeckt man ebenfalls in der fixen ebeun Luft. Ohne Zweiſel iſt es die Urſache der großen Juuͤch⸗ „ tig⸗ —mr———] ———2— 25² Unterſuchungen tigkeit dieſer Luftſaͤure, ſo wie der Fluͤchtigkeit des Gruͤn⸗ ſpangeiſtes, und da die fixe Luſt unter den Saͤuren die fluͤchtigſte iſt, ſo iſt offenbar, daß ſie auch die am ſtaͤrk⸗ ſten phlogiſtiſirte ſeyn muß. Was von der im Waſſer aufgeloͤſten fixen Luft uͤbrig bleibt, iſt phlogiſtiſtet und erzeugt mit der reinen von neuem fixe uft. Wenn die ſire Luft im Waſſer weniger aufloͤsbar iſt, als die vitriol⸗ und ſeeſalzſaure Luft; ſo ruͤhrt dies blos daher, weil ſie mehr phlogiſtiſirt iſt, als jene, und dies behaupte ich nicht ohne Grund. Man vermindert die Miſchbarkeit dieſer ſauren Luftarten, jemehr man ſie phlogiſtiſirt, und ſie laſſen ſich ſehr ſchwer mit dem Waſ⸗ ſer miſchen, wenn ſie entzuͤnddar gemacht werden. Die fixe Luft ſelbſt verliert beinahe dieſe Eigenſchaft, wenn ſie den phlogiſtiſchen Einfluͤſſen der Eiſenfeilſpaͤne und des Schwefels, die mit ein wenig Waſſer zu einem Teige geknetet worden, ausgeſetzt iſt. Es duͤrfte mir auch ſcheinen, daß weil die fixe Luft ſtaͤrker phlogiſtiſirt iſt, als dieſe ſauern Luſtarten, ſie weniger auf die Metalle wirkt, als jene, und daß ſie nur dann wirken kann, wenn ſie im Waſſer aufgeloͤſt worden, hat vielleicht ſeinen Grund darin, weil ſie dadurch eines Theils ihres uͤberfluͤſſigen Brennbaren, welches dieſer Verbindung im Wege ſteht, entledigt wird. Die der Einwirkung der Laugenſalze ausgeſetzte fixe Luſt wird beſſer und hoͤrt auf, ſich mit dem Waſſer zu miſchen, weil ſie ohne Zweifſel auf dieſe Art einen Theil von ihrer Saͤure verliert. Die uͤber ungeloͤſchtem Kalke ſtehende ſixe Luft leidet dieſelben Modiſikationen. Endlich laͤßt ſich auch fire Luſt durch die phlogiſtiſi⸗ renden Proceſſe erzeugen. Verbindet man Brennbares mit dephlogiſtiſirter Luft, ſo erhaͤlt man gewiß fixe Luft, es ſei nun, daß dieſe Verbindung zu Erzenouan der aͤure ——— V uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 253 —3 Geün. V rraii Saͤure weſentlich nothwendig iſt. oder daß das Brenn⸗ aim ſit. bare die Saͤure in der dephlogiſtiſirten Luft entwickelt. V Der elektriſche Funke erzeugt auch fixe Luft, wenn man . ihn in gemeine oder in dephlogiſtiſirte Luft ſchlagen laͤßt. 2 I ſtuͤbtig Verbrennende Koͤrper, brennende entzuͤndbare Luft, gluͤ⸗ en vy hende Kohlen geben viel fixe Luft; dies thun nicht min⸗ der gaͤhrende und faulende Dinge vermoͤge der Aufloͤſung 11 ihrer Grundtheile, welche das Brennbare losmacht und Eebar i i der gettteinen4 bi ies be mit der gemeinen Luft verbindet. Snnd ds Der Hr. Graf von Saluces beweiſt in ſeiner,— En dett he von mir bereits angefuͤhrten,— vorrtreflichen Schrift Qmu ſe uͤber die Gasarten, aus Verſuchen, daß der Hoͤllenſtein, m die Kieſelfeuchtigkeit, und der lebendige Kalk mit den —. A Saͤuren brauſen. Sonach muß das Aufbrauſen hier das uemt Reſultat der Zerſetzung der Saͤuren ſeyn, welche durch die 8 und Begierde dieſer Subſtanzen, den ihnen entzogenen Grund⸗ dan d theil wieder in ſich zu nehmen geſchieht. Dies dient zu be⸗ * ni at V weiſen, daß die erzeugten Luſtarten nicht ſolche Kuͤfte ſind, Fi V die nur blos in dem durch die Saͤuren aufgeloͤſton Koͤr⸗ Seuh per enthalten ſind, allein der Hr. Graf von Saluces Duſ V zieht dieſe Folgerung aus ſeinen Verſuchen gerade ſo en we ic. lſin) Ich will hier die Reſultate der von mir beſchriebenen Ee ſeit Verſuche anfuͤhren. Sie zwecken dahin ab, daß ſie zei⸗ V gen, die Saͤuren verbeſſern die fire Luſt, indem ſie ſich Sfen V mit ihrem Brennbaren ſaͤttigen und alſo ihre Saͤuerlich⸗ S V keit vermindern. Dies iſt auch die Wirkung, welche die Laugenſalze auf ſie aͤußern. Allein in ihrer Natur koͤnnte 2 ſie ſich nicht aͤndern, wenn ſie ein einfaches Weſen waͤre; 1c Kel V ſie wuͤrde nicht einige von ihren Eigenſchaften verlieren, 18 wenn ſie eine Saͤure gleich den uͤbrigen waͤre; beim 1 ügitſt V Durchgehen durch Saäuren, oder bei der Verbindung mit mbanbz ihnen, koͤnnte ſie zum Theil verſchluckt werden und die re lul Eigenſchaften des Koͤrpers, mit dem ſie verbunden iſt, 2 g annehmen, ſie wuͤrde aber darin nicht gerade dieſe ſaure Sän Eigen⸗ 1 V ——uu. — —— 254 Unterſuchungen Eigenſchaft, welche ſie beſaß, ablegen, und nicht darin ſich mit dem Waſſer ſchwerer miſchen laſſen. Des Hrn. Grafen Morozzo Verſuche lehren dies auch auf eine viel einleuchtendere Weiſe, indem ſie uns zeigen, daß die fixe Luft aus der Kreide ſich in Salpe⸗ terluft verwandelt, wenn man ſie mittelſt der Salpeter⸗ ſaͤure aus der Kreide heraustreibt und daß ſie reiner als die atmoſphaͤriſche wird, wenn man ſie der Einwirkung der Metalle, die man verkalken laͤßt, ausſetzt. Hr. Vicg d⸗Azyr erzaͤhlt uns eben eine ſo merkwuͤrdige Thatſache, die Hr. Buquet,— deſſen er mit dobe im zten Theile der Memeires de la Soc. de Medecine er⸗ waͤhnt,— beobachtet hat. Es gibt naͤmlich der Kalk⸗ ſtein, wenn er in einem Flintenlaufe im Feuer behan⸗ delt wird, entzuͤndbare Luft, anſtart daß er in hartge⸗ brannten irdenen Gefaͤßen fixe zuft gibt, welches die Er⸗ klaͤrung von der Erzeugung der entzuͤndbaren Luſt aus de⸗ nen in einem Flintenlaufe(§. 9. dieſes Verſuchs) im Feuer behandelten Eiſenfeilſpaͤnen wieder ſehr wahrſchein⸗ lich macht. In beiden Faͤllen wirkt die firxe Luft auf das Metall, und bringt darin die naͤhmlichen Wirkungen hervor. Hier bleibe ich ſtehen. Ich komme nun auf einen eben ſo kuͤtzlichen als wichtigen Gegenſtand, auf die Ur⸗ ſache der Cauſticitaͤt und auf die Geſchichte des Kalks. Ich werde mich huͤten, ihn nur obenhin zu beruͤhren, und ſpare mir dieſen Gegenſtand fuͤr den Zeitpunkt, da ich mich mit der Theorie der Luftarten beſchaͤftigen werde. Mir genuͤgt, daß ich die Analogie der firen Luft mit den andern Luftarten erwieſen und dadurch von weitem gezeigt habe, daß ſie einerlei Urſprung haben. Man bemerkt mit Grunde, daß die Saͤure der firen Luft mit der Vitriolſaͤure einige Aehnlichkeiten hat. Sle macht mit dem feuerbeſtaͤndigen Laugenſalze aus dem Pflanzenreiche den vitrioliſirten Weinſtein, ſie verbindet ſich b b b b V t dern V I en dee c ſie uns „Salpe⸗ alpeter. n iiner al — uutg 1.. n würge 1r obe i d lcine e- er Ka — behm⸗ —n hart S dec tasd chs) ſn rſteo — auf d — urianyn wuf eine delh 3 Kalh R ten ud 11, d 1 5 1 wende 3 mitad en ge der ſin 2 at. 8' ns dmn jerbinde ſh 4 — V V uͤber den Einguß des Sonnenlichts ꝛc. 255 ſich mit der Vitriolſaͤure und gibt ihr einen ſchaͤrfern Geruch. b Ich muß hier noch aumerken, daß unter der ſirxen und der phlogiſtiſirten Luſt ein ſehr großer Unterſchied iſt, den einige Phyſiker zu verwechſeln ſcheinen, dagegen an⸗ dre das Daſeyn der letztern laͤugnen. Die ſire Luſt iſt von der phlogiſtiſirten gewiß ſehr verſchieden. Die Erſte erzeugt die andre. Erſtere iſt eine Saͤure, die ſich im Waſſer aufloͤſt, die ſich mit den Laugenſalzen verbindet, und die den, als Kalkerde im Waſſer aufgeloͤſten, Kalk faͤllt. Die andre iſt gar keine Saͤure, iſt im Waſſer nicht aufloͤsbar, und hat mit den Laugenſalzen keine Verwandſchaft. In der firen Luft ſterben die Pflanzen, in der phlogiſtiſirten vegetiren ſie lebhaft, die fire Luft iſt ſchwerer, als die gemeine, die phlogiſtiſirte aber leichter. Die phlogiſtiſirte zuft, im Waſſer herumgeſchwenkt, reinigt ſich und macht eine fixe Luft, die der gleich iſt, aus der ſie heraustritt, wenn man ſie, nach ihrer Reinigung, mit dem Brennbaren verbindet. Gleichwohl haͤtte die erſte Phlogiſtikation alle fixe Luſt aus ihr ſortſchaffen ſollen, aber dieſe Wirkungen erneuern ſich, wenn man ſie von neuem reinigt, bis ſie ganz in fixe Luft umgeſchaffen worden. Woher entſteht die atmoſphaͤriſche Mofete? Mit ein wenig Aufmerkſamkeit wird man leicht gewahr werden, daß beſtaͤndig des Umfangs der fixen Luft vom Waſſer nicht verſchluckt werden kann, alſo iſt immer S der fixen Luſt,— die durch die Verbindung der reinen Luft mit dem Brennbaren erzeugt und im Waſſer der Atmofphaͤre aufgeloͤſt wird,— das nicht verſchluckt werden kann, das in der Atmoſphaͤre bleibt, und das darin das, was man die atmoſphaͤriſche Mofete nennt, erzeugt, das ſich aber durch die Bewegung theils im Waſſer der Atmo⸗ ſphaͤre, theils uͤber dem Waſſer auf der Erde, und durch die, ſich damit verbindende, reine Vegetationsluft, wie⸗ der — 8 256 Unterſuchungen der vermindert. Uebrigens glaube ich, daß die Waſſer die Luft blos durch die reine Luft, welche ſie in Erſtere bringen, reinigen. Deſtillirtes Waſſer kann verderbte Luft nicht reinigen. Viele Brunnenwaſſer ſind eben ſo wenig dazu faͤhig; die Urſache iſt einleuchtend, weil ſie der Luft keine reine geben, wiewohl ſie ſich alle mit fixer Luft ſaͤttigen koͤnnen. Man kann die,— durch Verbindung der reinen zuft mit dem Brennbaren— erzeugte fixe ꝛuft nicht beobachten, ohne ſehr wichtige Betracheungen daruͤber anzuſtellen. Darf ich es wagen zu ſagen, daß es mir ſcheint, dieſe Verbindung und dieſe neue Zuſammenſe⸗ tzung laſſen uns die Quelle des ſauern Prinzipiums entde⸗ cken? Die durch dieſes Mittel erzeugte fixe Luft iſt we⸗ nigſtens eine gutkarakteriſirte Saͤure und iſt ohne Saͤure erzeugt worden. Sollte dies wohl das Mittel ſeyn, das die Natur anwendet, alle dieſe Saͤuren hervorzubrin⸗ gen? Sollte ſie wohl das erſte Element von ihnen, und die andern blos eine beſondere Verbindung, eine Modi⸗ fication ſeyn? Sollte die fixe Luft, weiche ſich unauf⸗ hoͤrlich erzeugt, ſich vergebens erzeugen? Sollte die, welche der Vegetation keine Dienſte leiſten kann, verloh⸗ ren gehen? Duͤrſte dieſe fire Luft nicht vielmehr der Grundſtoff aller Saͤuren, oder duͤrften nicht alle Saͤu⸗ ren ſelbſt in einer gewiſſen Verbindung der reinen Luft mit dem enger verbundenen Brennbaren beſtehen? Habe ich auch wohl uͤberlegt, was ich eben geſagt? Habe ich den Raum berechnek, den ich durchlaufe? Nein, ich kehre nicht wieder um. Ich betrachte mit Vergnuͤgen die Bahn, die ich gebrochen, und die Stuͤtzen, die ich angetroffen. Ich hoͤre nicht auf. Ich werde noch wei⸗ ter davon ſprechen. 11. Von der dephlogiſtiſirten Luft. Nachdem ich die zuſammengeſetzteſten Koͤrper des Gegenſtandes, der mich beſchaftigt, durchgegangen bin; b uͤber den Einſluß des Sonnenlichts ꝛc. 257 däſa 5 komme ich nun vermittelſt ihrer auf die einfachſten. 3 drunn, Bis jetzt haben wir die mit dem Brennbaren der ver⸗ auft nitt ſchiedenen Koͤrper verbundenen Saͤuren betrachtet, nun ſenig den aber wollen wir dieſe Saͤure ſelbſt, wenn ſie zerlegt iſt, in Kuſt kie naͤhere Erwaͤgung ziehen. Eine neue Ordnung von Din⸗ — ſättn gen bietet ſich unſern Blicken dar. Wir ſtoßen vielleicht V auf die Erzeugung der Saͤuren, auf ihren Urſprung, auf Aet rena ihre Zuſammenſctzung. Ich wage es nicht, mich ſo uſt nit auszudruͤcken. Ich befuͤrchte, ſtatt der Geſchichte der 3 daute Natur, die Geſchichte meiner Einbildung zu liefern. ß esn Setzen wir Grundſaͤtze feſt, ruͤſten wir uns mit Sunma Mistrauen, und befolgen wir die ſtrengſte Methode. Je⸗ ans en der Schritt verbirgt uns einen Abgrund und jeder Gedanke aſt iſ n kann ein Irrthum ſeyn.. m e Sin Es wird keine dephlogiſtiſirte Luft ohne die Gegen⸗ ſeyn, wart einer Saure, die ſich zerſetzt und durch ihre Zerſe⸗ 1 orzub tzung ſie hervorbringt⸗ erzeugt. a nen,u Hiier ſind meine Beweiſe. Hrn. Lavoiſier's Ver⸗ de M ſuche zeigen gleich, daß die dephlogiſtiſirte Luft ein Be⸗ dh una ſtandtheil der Saͤuren iſt. In den Mem. de l'Acad. olled des Sc. de Paris fuͤr das Jahr 1728 beweiſt er, daß 1a. vellh 1 Unze Salpeterſaͤure 1 20 Kubikzoll Salpeter⸗ und eben a rer d ſo viel dephlogiſtiſirte Luft gibt; daß das Gewicht der Klle Salpeterſaͤure 48, und der dephlogiſtiſirten 60⸗Gran iſt, a aduſtn und daß wenn man das Waſſer, welches ſich davon ge⸗ 1. H ſchieden, wieder zuſetzt, man das Gewicht der Saͤure er⸗ SHaket halt. Im Jahr 1776 hat dieſer beruͤhmte Chemiker 1 erwieſen, daß das in der Salpeterſaͤure aufgeloͤſte Queck⸗ erir ſilber ſich ohne Zuſatz wieder lebendig machen laſſe, daß . wt es ſein Gewicht genau wieder halte und daß das Gewicht in der zu der Aufloͤſung gebrauchten Salpeterſaͤure ſich in 2 nac dem Gewichte der Salpeterluft, der dephlogiſtiſirten und des Phlegmas, das man bei der Lebendigmachung er⸗ haͤlt, wieder finde. Alſo iſt offenbar, daß das Metall 4 1 bei der Erzeugung der dephlogiſtiſirten Luft nicht mit in — rpe 8 Anſchlag koͤmmt und daß dieſe Luft einzig das Produkt B bel Senebier 4. Th. R der — —j 258 Unterſuchungen der Zerſetzung der Saͤure iſt, welche einen Beſtandtheil des Queckſilberniederſchlags ausmacht. Hr. Lapoiſier beweiſt ferner ſehr wohl, daß die Salpeterluft nicht die reine Salpeterſaͤure ſei, daß aus ihrer Vermiſchung mit der gemeinen kuft die Daͤmpfe des Salpetergeiſtes entſtehen, und daß das Waſſer worin die Operation geſchieht, mit Salpeterſaͤure geſchwaͤngert wird. Ich will allen Verdacht einer Moͤglichkeit, daß die dephlogiſtiſirte Luft dem Metalle oder den Metallkalken zugehoͤre, aus dem Wege raͤumen. Waͤre dies; ſo wuͤrde die naͤmliche Menge des mit Saͤure geſchwaͤnger⸗ ten Metallkalkes die naͤmliche Menge dephlogiſtiſirte Luſt geben; ſo aber ſteht die Menge der dephlogiſtiſirten Luft mit der Menge Saͤure, die man mit ihr verbindet, im Verhaͤltniß; folglich iſt es die Saͤure, welche die de⸗ phlogiſtiſirte Luft gibt. Ja was noch mehr iſt, derſelbe an dephlogiſtiſirter Luft erſchoͤpfte Kalk wird von neuem welche geben, wenn man ihm ſriſche Saͤure zuſetzt. Kurz, die erdigen und mercalliſchen Kalke geben allein keine de⸗ phlogiſtirt Luft. Die Salpeterſaͤure, aus der man mit Huͤlfe des Feuers reine Luft entbindet, wird laugenſalzartig; welches be⸗ weiſek, daß ſie der Saͤure, mit der ſie verbunden war, beraubt worden, und man kann ſie theils als Salpeter⸗ luft, theils als reine auffangen. Die Wahrheit dieſer Folgerung aber beweiſet, daß wenn man dieſes Laugen⸗ ſalz mit Salpeterſaͤure verbindet, man wiedergeſtellten Salpeter erhaͤlt. Mir iſt kein Fall bekannt, wo dephlogiſtiſirte Luft ohne die Gegenwart einer zerlegten Saͤure entbunden wor⸗ den waͤre; auch kenne ich keine Saͤure, die nicht durch ihre Zerſetzung dephlogiſtiſirte Luft erzeugt. Ich lege hier der fixen Luft den Namen der Saͤure bei. Wahr iſt, daß bei verſchiedenen Verſuchen die Saͤure mit den Metallkalken oder den Kalkerden verbun⸗ den iſt; aber dieſe Verbindung ſelbſt beweiſet das, was ich Ncheld 3 daß e ³ daß a — — moſe e worin V Sogert un —, daßd — talkatt —. 8 dies, ³ hwome a eiſttte 8 ſiirten u ndet cche d Ton un tt. N A kän Aesen ¹ ſches denw Salxe Feit d 8 Lauxw = geſtel e ſttel V den w s cht dn E be V veröu⸗ 316,1 U — uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 259 ich geſagt habe, die chemiſche Verwandſchaft dieſer Kalke mit dem Brennbaren iſt groͤßer, als die Verwandſchaft des letztern mit der Saͤure, woraus denn folgt, daß ſobald als die Saͤure ſich zerſetzt, das Brennbare mit der Saͤure ſich verbinden und die reine Luft davon gehen muͤſſe. Iſt aber dies wahr, ſo wird dem Kalk um de⸗ ſtomehr ſein Brennbares entzogen werden und ſeine de⸗ phlogiſtiſirende Wirkung um deſto ſtaͤrker ſeyn; und eben dies zeigt auch der Verſuch. Zinkblumen, ſchweißtrei⸗ bendes Spießglas und Magneſie geben mit den Saͤuren die beſte dephlogiſtiſirte uft. Je weniger im Gegentheil die Kalke kaleinirt ſind, je weniger und je ſchlechtere Luft wird entbunden. Der Eiſenroſt und der weiße Arſenik geben mit den Saͤuren gar keine Luft, weil das Brenn⸗ bare, das ſie behalten, die ſich entbindende reine Luft verunreinigt. Es iſt wohl zu merken, daß man ſowohl zu Anfang, als zu Ende der Operation anſtatt reiner Luft fixe oder Salpeterluft erhaͤlt, wenn man Salpeterſaͤure gebraucht, oder Schwefelſaͤure, wenn man ſich der Vitriolſaͤure be⸗ dient: aber dies iſt wieder eine Folge von allem dem, was ich eben geſagt. Zu Anfang der Operation kann noch ein wenig Brennbares im Kalke ſtecken, dieſes vermiſcht ſich mit der reinen Luft, und zu Ende gibt das zum Theil wieder hergeſtellte Metall auch etwas Brennbares, weil einige von dieſen Theilen ſich von neuem verkalken koͤn⸗ nen; oder es kann in beiden Faͤllen die Saͤure auf einige Theilchen des Metalls wirken und Salpeterluft erzeugen. Wenn nun dieſe ſich alsdann mit der reinen Luſt verbin⸗ det, ſo gibt ſie die kleine Quantitaͤt fire Luft, die in die Vorlage tritt, oder ſich mit der reinen Luft verbindet. Desgleichen, wenn man die mit einer Saͤure geſaͤttigten Kalke durch Kohlengeſtuͤbe wieder herſtellt; ſo verbindet ſich alle dephlogiſtiſirte uſt, die entwickelt wird, mit dem Brennbaren der Kohlen, und man erhaͤlt nichts als ſire Luft. R 2 Man —————— 260 Unterſuchungen Man weiß, daß die bloße Deſtillation des Salpe⸗ tergeiſtes dephlogiſtiſirte Luft gibt und wir haben geſehen, daß alle Saͤuren ſich durch die Vegetation in dieſe Luft⸗ art verwandeln, welche die ſixe Luft,— die durch dieſe mit der im Waſſer vorhandenen Kalkerde verbundenen Saͤuren erzeugt wird,— in reine umwandelt. Es bleibt noch ein Theil des Problems aufzuloͤſen uͤbrig Geben die ohne Zuſatz wieder hergeſtellten Kalke dephlogiſtiſirte duft? Ein jeder merkt ſchon die Beant⸗ wortung. Die,— ven der fixen Luft durch die Ver⸗ kalkung durchdrungenen— Metallkalke ſind ſchwerer, als das Metall. Dieſe fixe Luft iſt die, mit dem Brenn⸗ baren des Metalls verbundene, reine Luft der Atmoſphaͤre. Die Menge dieſer Luft im Kalke muß ſehr betraͤchtlich⸗ ſeyn, weil ſie durch die Vermehrung des Gewichts ſo merklich wird. Es iſt alſo klar, daß die fixe Luſt, gleich den Saͤuren, welche die Metalle aufgeloͤſt haben, im Metallkalke vorhanden iſt, und daß ſie vom Feuer und Metalle die naͤhmlichen Einwirkungen, wie jene, erlei⸗ det. Auf ſolche Art verwandelt ſich bei den Wiederher⸗ ſtellungen der Metalle ohne Zuſatz, die ſixe Luft in de⸗ phlogiſtiſirte, wie die andern Saͤuren, und das Brenn⸗ bare der firen Luft,— das alſo von ihr getrennt wor⸗ den,— gibt dem Merall ſeinen Metallglanz wieder. Wird man aber hieran zweifeln, wenn man die Menge dephlogiſtiſirte Luft betrachtet, welche die fixe Luft durch die Wirkung der Vegetation in denen unter Waſſer der Sonne ausgeſetzten Blaͤttern hervorbringt? 3 Die Mittelſalze geben ebenfalls dephlogiſtiſirte Luſt, wenn man ſie ins Feuer bringt, aber die Quantitaͤt, wel⸗ che ſie geben, ſteht mit der Quantitaͤt der Saͤure,— die ſie enthalten und welche ſich zerſetzt,— wie in den Verſuchen, die ich mit ihnen an denen unter Waſſer an der Sonne ſtehenden Blaͤttern anſtellte,— im Verhaͤltniß. Das Sedativſalz, der Weinſtein, der roͤmiſche Vi⸗ triol, der Alaun, der Salpeter zc, geben dieſe depblogi⸗ ſtiſirte — —————,—— —r ——„— des Sälhr dn geſehn, dieſe u urch des bundeng traufpiſi F ten i aie B Beana A die Ve a ſchme 1n 4 n Wan. müüßn etrdt mitt = ſt, 44 ben,n. a feuad — ne, ui b sdiedet ſt ind 3 3 Bnm 2nnnt be „Az wie m e Ma a uſt dun aſa d 7 p itte 3 Wit tt,u ure’, ie in de — Joſſet ef.U ¹0 altu ryer lg, füſie 1 Unterſuchungen uͤber den Einfluß ꝛc. 261 ſtiſirte Luſt gleich den metalliſchen Salzen. Wenn einige, als wie der Zucker, fixe Luſt geben, ſo iſt dies blos ein Produkt fuͤr einen Augenblick, eine Verbindung des Brennbaren mit der reinen Luft der Saͤure. So gibt, zum Beiſpiel, die Zuckerſäure,— wenn ſie von der uͤberfluͤſſigen Menge von Brennbarem, in das ſie einge⸗ wickelt iſt, befreiet worden,— endlich dephlogiſtiſirte zuſe ſo wie der Alaun und das Seeſalz. 2. Muthmaßungen uͤber die Entſtehung der Saͤuren. Der große Ueberfluß von fixer Luft, der ſich unauf⸗ hoͤrlich entbindet, und unaufhoͤrlich niederſchlaͤgt, bringt mich auf die Vermuthun ig, daß vielteicht alle Saͤuren nichts anders ſeyn, als eine verſchiedene Verbindung der firen Luft mit dem Brennbaren. Wenigſtens iſt gewiß, daß ſie alle durch die Verbindung der reinen Luſt, die ſie mit dem Brennbaren geben, zu fixer Luft werden. Sollte es wohl unwahrſcheinlich ſeyn, daß dieſe ſixe Luft— durch ihre Verbindung mit allen Koͤrpern, wel⸗ che Beſtandtheile der Saͤuren ſind,— alle Saͤuren er⸗ zeuge? Ich hatte dieſe Gedanken und wendete ſie gluͤcklich auf die Erzeugung des Salpeters an. Ich theilte ſie auch dem Hrn. Grafen von Saluces in den erſten Ta⸗ gen des Dec. 1782 mit, das heiſt, einen Monath eher, als ich das Programma der Ak. d. Wiſſ. zu Paris zu Geſicht bekam, worin nicht nur bekannt gemacht ward, daß Hrn. Thouvenel der Preis wegen des Salpeters zuerkannt worden, ſondern zu gleicher Zeit auch geſagt wird, daß die Stoffe der Salpeterſaͤure das Gas der Faͤulung und bie atmoſphaͤriſche Luft ſind: allein dieſe Wiederverbindung erzeugt beſtaͤndig fixe Luft; welches mich uͤberzeugt, daß meine Vermuthungen nicht ungegruͤndet ſind. R 3 Betrach⸗ 24 1 262 Unterſuchungen Betrachtete ich die Zuſammenſetzung des Salpeters und die Art, wie ſie geſchieht; ſo fand ich meine Mei⸗ nung ſehr wahrſcheinlich. Die Feuchtigkeit iſt nothwendig, um die fixe Luft, welche ſich erzeugt, feſtzuhalten. Die Faͤulniß vermehrt die Menge der fixen Luft. Die ſich verneuernde Luft leitet, indem ſie friſche Luft zufuͤhrt, auch eine neue Quelle der Erzeugung der ſixen Luft mittelſt der phlogiſtiſirten Ausduͤnſtungen zu. Beſonders erzeugt ſie ſich in Staͤllen, und an tiefliegen⸗ den Oertern, wohin die five Luft durch ihre Schwere von Natur herabſinkt. Aſche, welche die fixe Luft anzieht, hat Salpeter gegeben. Kalee Koͤrper beguͤnſtigen die Erzeugung des Salpe⸗ ters am meiſten, indem ſie die Waſſerduͤnſte verdichten und ſich mit der fixen Luft,— die ſich erzeugt, und durch den kaliſchen Stoff der Aſche oder des Gipsgebro⸗ ckels figirt wird,— ſaͤttigen; um deſtomehr zeigt Hr. Abt Fontana in ſeiner Zerlegung der Salpeterſaͤure, deutlich, daß ſie ſich gaͤnzlich in fixe, phlogiſtiſirte und gemeine Luft verwandelt, Siehe Ingenhoußz's Verſuche mit Pflanzen. R Ich habe aber ſchon genug geſagt, um die Gruͤnde meiner Meinung anzugeben. Hr. Thouvenel ſowohl als die Kommiſſarien der Akad. werden ſie nun, Erſter durch die Bekanntmachung ſeiner Schriſt, Letztere durch ihre derſelben beizufuͤgende beſondere Unterſuchungen, ent⸗ weder befeſtigen oder umſtoßen. 13. Betrachtungen uͤber die Vegetation, als Fol⸗ gerungen aus allem bisher Geſagten. Ich muß hier an einen auf tauſend Verſuche ſich gruͤndenden Satz erinnern, den ich in den vorhergehenden Abhandlungen angefuͤhrt, und der zu Beſtaͤtigung meiner in den vorhergehenden Theilen dieſes Werks bekannt ge⸗ machten Theorie der Vegetation, von Wichtigkeit iſt. dr J 2peters 2 Mi⸗ amn za. Aicgen e wwn Ißfh. — alhe weichtn 2 u K iebte — A * tlich nein 8 mi - uͤnde lwoh arſtt urch eu p uͤber den Einfluß des Sonnenlichts ꝛc. 263 iſt der; daß alle ſaure oder entzuͤndbare Luftarten, oder daß die Salpeterluft ſich in gemeiner und beſonders in dephlo⸗ giſtiſirter Luſt zerſetzen, welches wenigſtens beweiſt, daß dieſe Luftarten ſich zerſetzen koͤnnen, und daß es nicht zu verwundern iſt, daß die Blaͤtter dieſe Wirkung mit Huͤlfe des Lichts hervorbringen. Allein dieſes Mitckel der Zerſetzung iſt nicht das ein⸗ zige. Die fire Luft zerſetzt ſich, wenn ſie im Waſſer herumbewegt wird. So wird ſie ſich ebenſalls in den Gefaͤßen der Pflanzen, worin ſie auf tauſend Art filtrirt und bewegt wird, und wo ſie, das Brennbare begierig an⸗ ziehende, Koͤrper antriſt, zerſetzen. f Soll ich es noch ſagen, daß das Terpentinoͤl, wel⸗ ches der eigentliche Saft der Fichten iſt, viel fixe uft verſchluckt, daß ſie ihn zaͤhe und ſchleimig macht, und daß es wohl ſeyn koͤnnte, daß dieſe mit dem Oele ver⸗ bundene uft zu Hervorbringung des holzigen Theils an den Stellen, wo der Stoff am meiſten ausgearbeitet iſt, beitrage. Die Zuckerſaͤure theilt den Queckſilberkalken eine groͤſ⸗ ſere Leichtigkeit mit, ſich am lichte ſchwarz zu faͤrben; die Pflanzenſaͤure hat alſo eine chemiſche Verwandſchaft mit ihm und macht auch eine zwiſchen ihm und der Pflanze. Die Saͤuren, welche die Gaͤhrung in dem Vegeta⸗ bile ausgeſtanden haben, muß man ſo beurtheilen, wie die, ſo nicht darin ausgeſetzt geweſen. Die Weingaͤh⸗ rung jagt die fixe und die Eſſiggaͤhrung die phlogiſtiſirte Luft heraus, und die Faͤulnisgaͤhrung entwickelt entzuͤnd⸗ bare, dagegen das Vegetabil,— das ſeine Lebhaſtig⸗ keit hat, und ſich in keinem von dieſem dreifachen Zu⸗ ſtande befindet,— reine uft ausſtoͤßt und ſich das Brennbare aneignet, das zu ſeiner Erhaltung und Ver⸗ groͤßerung dienen ſoll, ſo wie es in andern Faͤllen, wenn es ſich zu ſeiner Zerſtoͤrung neigt, das Brennbare, wel⸗ ches zu ſeinem eben beitragen muß, fahren laͤßt. S no⸗ —— —— 264 Unterſuchungen uͤber den Einfluß ꝛc. Endlich will jch noch die große Wahrſcheinlichkeit der Erzeugung der dephlogiſtiſirten Luft in den Bläͤttern durch eine beſondre Thatſache zeigen. Hr. Scheele hat beobachtet, daß im Knallgolde die Saͤure durch ein ſchwaches Feuer verfluͤchtigt und zu dephlogiſtiſirter Luft werde, weil letztere Luftart ſich bei einer Waͤrme von 38 Reaumurſchen Graden entbindet. Dieſer Grad von Waͤrme koͤmmt ſehr der Sonnenwaͤrme gleich, welche die Pflanzenblaͤtter in dem ſaͤuerlichgemachten Waſſer aus⸗ ſtehen, und wenn ſie an ihren Stengeln vegetiren. Al⸗ lerdings bringt die Salpeterſaͤure dieſe Wirkung im Knallgolde hervor und zerſetzt ſich leicht; man muß aber auch bedenken, daß die fixe Luſt, die in den Gefaͤßen der Pflanzen herumbewegt worden, zur Zerſetzung ſchon ſehr vorbereitet iſt und daß die Wirkung des Lichts die Zerſe⸗ tzung vollendek. Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß alle durch die fixe Luſt in den Pflanzen erzeugte, und von ihnen eingeſogene, reine Luft nicht aus den Blaͤktern heraustritt, ſondern ſich mit dem Brennbaren verbindet, und dadurch alle ſchleimige, zuckrige, harzige und gummige Stoffe er⸗ zeuge; man muͤſte denn lieber wollen die fixe Luft ſelbſt,— von der doch nur ein Theil wuͤrde zerſetzt werden,— die⸗ ſen Veraͤnderungen ausſetzen wollen. Karz, alle Pflanzenſaͤuren geben, wenn man ſie, wie die Zuckerſaͤure, mit Salpeterſaͤure behandelt, dieſelbe Saͤure. Hr. de Morveau hat durch die naͤhmlichen Verfahrungsmethoden die Weinſteinſaͤure in Zuckerſaͤure verwandelt. Ich glaube, daß alle Saͤuren einander ziemlich nahe kommen wuͤrden, wenn man ſie auf gleiche Art dephlogiſtiſiren koͤnnte. Dieſer ſchoͤne Verſuch wird gewiß noch einmahl gemacht werden, unterdeſſen aber wiſſen wir doch, daß alle Saͤuren durch Huͤlfe des Feuers die naͤhmliche dephlogiſtiſirte Luft geben. Pnde des vierten Theils. Alichkat lätten 8 t 1ch en A iſt ton 38 2 dvun t d di t, A aai in a cbe endt A ſi 3 306 V de 1 Ogen ynden ch dl Sfee 1 d 1 8 d 7, wi b ſl iſchen V ſcune ande a leich 2 vit F abet Seuekk 8 -— ———— 8 4 —— ———— — v23Y3YI—— ——y—— 6 8 L 9 1 1 1III IRRnAt lU MInIITEumunpunmm Al I 1 1 Mniniſinniſiiiit' O em 1 2 4 5 6 7 8 Colour& Grey Control Chart Green Vellow Hed Magenta SGrey22 SGSrey 3 GteAa laGhk,—