M 95„c; Johann Senebier's, Dieners des göttlichen Worts, Bibliothekars der Republik Genf 9- und Mitgliedes der Soc. der Wiſſenſchaften zu Harlem, Phyſikaliſch⸗chemiſche bhandlungen uͤber den Einfluß des Sonnenlichts auf alle drei Reiche der Natur und auf das Pflanzenreich inſonderheit. Dritter Theil.„ Aus dem Franzoͤſiſche N. Mit Kupfern. Mit Churfuͤrſtl. Saͤchſiſcher Freiheit. —.—— 833 3 Leipzig, bei Friedrich Gotthold Jacobaͤer, . 17 85. ———-GE=B=Vgℳ2===2 . — 1 4 „ 1 ¹ — 1 1 1 1 1 P 3 „* * ———᷑—᷑—ℳ-—--—— Inhalt. Siebende Abhandlung. Vom Einfluſſe des Son⸗ I. 2. 3. 4. 2 nenlichts auf die Veraͤnderung der gruͤnen Tinktur, die der Weingeiſt aus den Blaͤttern zieht. Seite 1 Mittel, deren ich mich bei Anſtellung dieſer Verſuche bedient. 2 Allgemeine Erſcheinung. 3 Die Waͤrme iſt nicht die Urſache dieſer Veraͤnderung in der Farbe der gruͤnen Tinktur. 4 Blos das Licht iſt es, welches auf die Veraͤnderung der gruͤnen Tinktur, die ihrer Wirkung blosgeſtellt worden, Einfluß hat. 5 .Das Licht kann dieſe Veraͤnderung in der Farbe der gruͤnen Tinktur nicht hervorbringen, wenn nicht eine geringe Menge Luft in den Flaͤſchchen mit der gruͤnen Tinktur, vorhanden iſt. 7 „Das Entfaͤrben der gruͤnen Tinktur hoͤrt auf am Lichte ſtatt zu finden, wenn die Flaͤſchchen, in denen ſich die Tinktur befindet, mit phlogiſtiſirter Luft an⸗ gefuͤllt ſind. 8 .In den Blaͤttern befindet ſich ein Theil, der nur al⸗ lein im Weingeiſte aufloͤslich iſt, und blos dieſer Theil wird in der Tinktur vom Lichte veraͤndert. 9 . Vom Einfluſſe des Lichts auf die Tinktur aus Blaͤt⸗ tern, die ſich in verſchiedenem Zuſtande befinden. 10 Die Blaͤtter ſind nicht die einzigen Pflanzentheile, die den Weingeiſt gruͤn faͤrben. 11 2 2 10. Von Inhalt. 10. Von Tinkturen, die mittelſt des Aethers und der weſentlichen Oele ausgezogen worden. Seite 12 11. Von den Vegetabilien im Magen und außer demſel⸗ ben, nachdem ſie von ihm abgeſondert worden. 12 12. Von der Wirkung des Weingeiſts auf die Blaͤtter. 14 13. Von der Wirkung des Waſſers auf die Blaͤtter. 14 14. Von der Wirkung des mit Vitriolſaͤure geſchwaͤn⸗ gerten Waſſers. 14 15. Von der Wirkung des mit feuerbeſtaͤndigem Laugen⸗ ſalze geſchwaͤngerten Waſſers. 15 16. Von der Wirkung des mit dem fluͤchtigen Laugen⸗ ſalze geſaͤttigten Waſſers. 15 17. Von der Wirkung der Feuchtigkeit auf die Blaͤtter. 15 18. Von der Vermiſchung der gruͤnen Tinktur mit Waſ⸗ ſer.- 16 19. Von der Vermiſchung der gruͤnen Tinktur mit den Saͤuren und den Laugenſalzen. 18 20. Von der Vermiſchung der gruͤnen, am Lichte gelb gewordenen, Tinktur, wie auch der gelben Tinktur aus den bleichſuͤchtigen und trocknen Pflanzen, mit den Saͤuren und den Laugenſalzen. 20 21. Von der Wirkung des kochenden Waſſers auf die Blaͤtter. 21 22. Von der Wirkung des ſiedenden Waſſers auf die Blaͤtter. 22 23. Allgemeine Folgerungen. Das Licht wirkt auf die Harze. 23 24. Das Licht hat Einfluß auf die ganze Pflanze. 28 Achte Abhandlung. Beobachtungen uͤber die Blaͤtter von Pflanzen, welche ſich roth faͤrben„ wenn ſie eben abfallen wollen. 31 1. Geſchichte dieſer Bemuͤhungen. 31 2. Von den Pflanzen, deren ich mich zu meinen Verſu⸗ chen bedient habe. 32 3. Verſchiedene Beobachtungen dieſer Erſcheinungen. 33 1 4. Die eEͤͤ— ſ nit den 18 e gelb inktur „ mit 20 nuf die 21 zuf die 22 auf die 23 28 Blaͤtter enn ſie 31 31 Verſu⸗ 3² gen. 33 4. Die Inhalt. 4. Die rothen Blaͤtter ſtoßen, unter Waſſer der Einwir⸗ kung der Sonne ausgeſetzt, gar keine Luft aus. S. 36 5. Von rothen Blaͤttern, die im Waſſer liegen. 37 6. Von der Wirung des Weingeiſts auf die rothen Blaͤtter. 37 7. Von der Wirkung der Saͤuren und der Laugenſalze auf die rothen Blaͤtter. 38 8. Von der Wirkung der Saͤuren auf die Tinktur aus rothen Blaͤttern. 38 9. Folgerungen. 39 Neunte Abhandlung. Von der Buntfärbigkeit der Blaͤtter. 43 1. Erſcheinungen der Buntfaͤrbigkeit der Blaͤtter. 43 2. Von der Wirkung verſchiedener Koͤrper auf die Blaͤt⸗ ter der dreifarbigen Amaranthen. 45 3. Folgerungen. 46 Zehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnen⸗ lichts auf die Veraͤnderung der Farbe der Blumen⸗ blaͤtter, und beſonders der Tinkturen aus ihnen. 48 1. Allgemeine Betrachtungen uͤber die Blumenblaͤtter. 49 2. Von der Wirkung der Saͤuren und der Laugenſalze auf die Blumenblaͤtter. 51 3. Von der Wirkung des Sonnenlichts auf die mit Weingeiſt aus einigen Blumenblaͤttern gezogenen Tink⸗ turen. F5 4. Von einer beſondern Erſcheinung eines oftmaligen, auf einander folgenden, Faͤrbens und Entfaͤrbens einiger Blumenblaͤtter. 58 5. Folgerungen. 64 Eilfte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf das Faͤrben der Fruͤchte. 71 1. Vom Faͤrben der Fruͤchte. 71 5 3 2. Ver⸗ Inhalt. 2. Verſuche uͤber die Haut der Fruͤchte. Seite 72 3. Verſuche mit gefaͤrbten Tinkturen der Fruͤchte. 74 Zwoͤlfte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnen⸗ lichts auf die Veraͤnderung verſchiedener Pflanzen⸗ theile, deren bisher noch nicht Erwaͤhnung geſche⸗ hen. 76 1. Von den Kernen und Nuͤſſen. 26 2. Von den Knoſpen. 78 3. Vom Marke. 79 4. Von den Wurzeln. 80 5. Von den Harzen. 81 6. Von den Oelen. 83 Dreizehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnen⸗ lichts auf die Veraͤnderung der Thiere. 84 1I. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf den Menſchen. 84 2. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf einige Theile todter Thiere. 87 Vierzehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Son⸗ nenlichts auf die Veraͤnderung der Koͤrper des Mi⸗ neralreichs. 90 1. Das Sonnenlicht macht verſchiedene Mineralien phos⸗ phoriſch. 90 2. Von der Wirkung des Sonnenlichts auf verſchiedene Koͤrper des Mineralreichs. 92 3. Von der Wirkung des Sonnenlichts auf die Nieder⸗ ſchlaͤge des Silbers und vorzuͤglich auf das Horn⸗ ſilber. 93 4. Das Licht wirkt auf die Silberniederſchlaͤge eben ſo, wie die phlogiſtiſirenden Prozeſſe. 100 Funfzehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Son⸗ nenlichts auf die Veraͤnderung der durch Kunſt aus⸗ gezogenen Farben. 103 1. Unter⸗ „0 N=n Inhalt. zeife z⸗2 1. Unterſuchungen uͤber die durch Kunſt ausgezogenen 74 Farben. Seite 103 . 2. Weingeiſttinkturen, der Sonne ausgeſetzt. 104 konnen⸗ 3. Waſſertinkturen, der Sonne ausgeſetzt. 105 lanzen⸗ 4. Malerfarben, der Sonne ausgeſetzt. 106 geſche⸗ 5. Proben in Waſſerfarben. 107 75 6. Proben mit Oelfarben, der Sonne ausgeſetzt. 108 75 7. Proben von Paſtelfarben, der Sonne ausgeſetzt. 109 3 Sechszehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Son⸗ 80 nenlichts auf die Veraͤnderung gefaͤrbter Gewebe. I11 91 1. Plan dieſer Abhandlung. 11t 83 2. Seidene Gewebe, der Sonne ausgeſetzt. 112 3. Wollene Gewebe, der Sonne ausgeſetzt. 8 15 vonnen⸗ 4. Linnene und baumwollene Gewebe, der Sonne aus⸗ 84 geſetzt. 116 nſchen. 5. Papier von verſchiedenen Farben, an der Sonne lie⸗ 94 gend. 117 Theile„ 87 Siebzehnte Abhandlung. Betrachtungen uͤber das Sonnenlicht. 119 Son⸗ 1. Allgemeine Betrachtungen. 119 Mi⸗ 2. Allgemeines Reſultat meiner Verſuche. 120 99 3. Allgemeine Betrachtungen uͤber einige Eigenſchaften phos⸗ leuchtender Koͤrperchen. 121 90 4. Allgemeine Betrachtungen uͤber das Licht. 124 iedene 5. Vergleichung des Feuers mit dem Lichte. 126 92 6. Vergleichung der Flamme mit dem Lichte. 130 ſieder⸗ 7. Vergleichung der Elektricitaͤt mit dem Lichte, dem Horn⸗ Feuer und der Flamme. 134 93 8. Vergleichung des Brennbaren mit dem Feuer, der en ſo, Flamme, der Elektricitaͤt und dem Lichte. 138 100 9. Allgemeine Betrachtungen uͤber das Licht. 145 ., 10. Sollte ſich die Hauptabſicht des Lichts blos auf Er⸗ Son⸗ leuchtung der Erde einſchraͤnken: 147 taus⸗ 10. Newton's Begriffe von dieſem Gegenſtande. 149 13 12. Neue Unter⸗ Inhalt. 12. Neue Beobachtungen uͤber die Verbindung des Lichts. Seite 154 33. Das Licht wirkt auf eine beſondre Art auf die Aus⸗ duͤnſtung der Pflanzen. 156 14. Sollte nicht das Licht als ein Reizerweckendes Mit⸗ tel auf die Pflanze wirken? 157 15. Wirkt das Licht auf die Luft? 159 Achtzehnte Abhandlung. Anwendung der Gedanken, auf welche ich durch meine Verſuche uͤber den Ein⸗ fluß des Lichts gebracht worden, auf die Geſchichte der Vegetation. 160 1. Unterſuchung des Keimens. 162 2. Von dem in den Pflanzen vorhandenen Laugenſalze und deſſen Nutzen. 169 3. Der Stoff des Zellgewebes kann als eine Art von ſei⸗ fenartiger Materie angeſehen werden. 172 .Von dem harzigen oder ſeifenartigen Stoffe. 173 Vom Zellgewebe als einem Organ der Vegetation. 176 . Gedanken uͤber die Erzeugung dieſes ſeifenartigen Stoffs und der dephlogiſtiſirten Luft, welche er aus⸗ ſtoͤßt, nebſt Betrachtungen uͤber die Nahrungsſtoffe der Vegetabilien und uͤber die Luft, welche ſie, wie man glaubt, enthalten. 182 . Iſt die dephlogiſtiſirte Luft, welche die Pflanzen ab⸗ ſondern, blos eine Wirkung der Reinigung der at⸗ moſphaͤriſchen Luft, die in der Pflanze cirkulirt hat? 199 Sieben⸗ ing des licht Seite 5 t auf die Aus, 56 veckendes i M ij der Gedanken uͤber den Ein⸗ die Geſchiche 160 1b en Laugenſahe 169 ine Art von ſi⸗ 72 Stoffe. M Vegetation. 15 s ſeifenartign welche er aus⸗ Nahrungsſioff velche ſie, we 182 e Pflanzen t⸗ nigung der ao errkulirt het 19 Eilben⸗ Siebende Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf die Veraͤnderung der gruͤnen Tinktur, die der Weingeiſt aus den Blaͤttern zieht. at man bemerkt, was das Licht auf die Veraͤnde⸗ H rung der Hoͤlzer und der Tinkturen aus ihnen, fuͤr Einfluß aͤußert; ſo ſtellt ſich auch unſerm Geiſte natuͤrlicherweiſe de Gedanke dar, zu unterſuchen, ob denn das Licht wohl auch das Vermoͤgen habe, die mit⸗ telſt des Weingeiſts aus den Blaͤttern gezogene gruͤne Tinktur zu veraͤndern, ſo wie ſie die Kraft beſitzt, die am Stengel ſitzenden Blaͤtter ſelbſt zu faͤrben, und ihnen, wenn ſie abgeſchnitten worden, die Farbe zu nehmen. Die in ihrem Gange geheimnisvolle Natur laͤßt uns keine andern Wege, auf denen man in ſie dringen kann, uͤbrig, als die Betrachtung ihrer und die Betrach⸗ tungen, welche aus uͤberlegter Beobachtung ihres Ver⸗ fahrens entſpringen muͤſſen: aber auf dieſe Betrachtungen kann man nicht anders geleitet werden, als wenn ſie zu Verſuchen Veranlaſſung geben, welche, ihre Gruͤndlich⸗ keit darzuthun, geſchickt ſind. Ein Beobachter muß auf alle Gedanken, die ſich ihm, wenn er uͤber eine Erſchei⸗ nung nachdenkt, darſtellen, Acht geben: dem Publikum aber muß er nur ſolche vorlegen, die durch gluͤckliche Ent⸗ wickelungen oder durch Verſuche, welche,— wenn ſie Senebier z. Th. A auch Siebende Abhandlung. auch nicht die Wahrheit der Gedanken darthun,— doch ſie wahrſcheinlich machen, einigen Werth erlangt haben. Ich habe dem Einfluſſe des Lichts auf die gruͤnen Tinkturen der Blaͤtter mit Fleiß nachgeſpuͤrt, und was ich fuͤr Erſcheinungen beobachtet, welche nicht nur in ih⸗ ren Wirkungen ſonderbar, ſondern auch durch die Folge⸗ rungen aus ihnen wichtig waren, dieſe habe ich der Be⸗ kanntmachung werth zu ſeyn geglaubt. Vielleicht wird man mich in meinen Beſchreibungen gar zu umſſtaͤndlich und in meinen Unterſuchungen zu weitſchweifig finden, man wird glauben, dieſe kleine Thatſache haͤtte nur eine Beſchreibung verdient. Hat man aber einmal einen Fa⸗ den gefunden, ſo will man ihn immer gern bis ans Ende verfolgen, ohne ihn zu zerreißen, man laͤuft ohnehin ſchon Gefahr, ihn zu verlieren, eh man noch zu dem lichte gelangt iſt, auf das er zufuͤhrt. Man beſchreibt aber auch eine Reiſe durch unbekannte Gegenden, und das Neue, auf das man ſtoͤßt, entſchaͤdigt vielleicht biswei⸗ len fuͤr den Nutzen, den man zu erhalten hoffen konnte. d2 1. Mittel, deren ich mich bei Anſtellung dieſer Verſuche bedient. Zu dieſen Verſuchen nahm ich rektificirten Weingeiſt. Dieſen goß ich auf eine hinlaͤngliche Menge Blaͤtter, da⸗ mit ich eine Tinktur erhielte, die wenigſtens ſo gruͤn waͤ⸗ re, als ein Smaragd. Dieſe Dinktur ſetzte ich in Flaͤſchchen aus boͤhmiſchem Glaſe, die 1— 2 Unzen Waſſer hielten und mit einge⸗ riebenen Stoͤpſeln verſehen waren, ans Licht. Damit ich nicht genoͤthigt ſeyn moͤge, die Blaͤtter, deren ich mich zu den Tinkturen bei dieſen Verſuchen be⸗ diente, immer anzugeben, ſo will ich nur anmerken, daß die Tinkturen aus alten Blaͤttern, von denen ich Gebrauch machte, — — nAN 430 ſrn b § 2 b da 21 dm 6: daS0 inm 1 Abu ſeun dnt hie: 0 cn 1 ane do 30 lußs u ge wUr d p k 1s 1 tthur— h Herangr halen. alf di grinen puün, Und was icht nur in j urc de gohe⸗ e ch der Be⸗ Gilleich vird wunſtändich veiflg fuden, itte nur eine al einen ga is ans Ende nehin ſchon dem(ihte hreibt aber „ und das icht biswei⸗ inkonnte. ung dieſe Weingeſſ. Näter, d iſo grun w⸗ obohniſchen nd mit einge⸗ . die Baͤtet, „ 4 Verſuceenbe⸗ aumetken, da Gebrauch nich ua Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 3 machte, mir die naͤmlichen Reſultate gaben, daß ich mich aber doch vorzuͤglich derer aus den Blaͤttern des Kirſch⸗ Feigen⸗ und Holunderbaums und der Schminkbohnen bedient habe. Noch muß ich die Bemerkung beiſuͤgen, daß die Veraͤnderungen bei denen der Sonne ausgeſetzten Tinkturen nur dann ſo ſchnell, als ichs anzeigen werde, Statt gefunden haben, wenn ſie ſriſch gemacht waren, daß aber dieſe Wirkungen langſamer erfolgten, wenn ſie aͤlter waren. Endlich iſt auch in Acht zu nehmen, daß wenn dieſe Verſuche von ſtatten gehen ſollen, man dahin bedacht ſeyn muß, daß man in die Flaͤſchchen nicht mehr von der Tinktur gieße, als daß es ohngefaͤhr den dritten Theil ihres Raums erfuͤlle. Dieſe Vorſichtsregeln habe ich geglaubt, vorausſchi⸗ cken zu muͤſſen, weil, wenn jemand dieſe Verſuche wie⸗ derhohlen wollte, eh er auf die Stelle gekommen waͤre, wo ich von den Erſcheinungen, von welchen ich hier vor⸗ laͤufige Nachricht ertheile, die Urſache angebe, er vielleicht in die Verſuchung gerathen koͤnnte, in meine Glaubwuͤr⸗ digkeit Bedenken zu ſetzen und Anſtand zu nehmen, mei⸗ ne Unterſuchungen, die mir gleichwohl fuͤr die Geſchichte der Vegetation von einigem Belang zu ſeyn duͤnken, wei⸗ ter zu verfolgen. 2. Allgemeine Erſcheinung. Setzt man ein Flaͤſchchen, das man ohngefaͤhr auf ein Drittel ſeines Raums mit einer aus gruͤnen Blaͤttern mittelſt des Weingeiſts ausgezogenen Tinktur gefuͤllt hat, dem unmittelbaren Sonnenlichte aus; ſo verliert dieſe Tinktur in 20 Minuten ihre ganze gruͤne Farbe ſo, daß ſie die Durchſichtigkeit des Weingeiſts wieder annimmt. Der Weingeiſt ſieht dann freilich wohl ein wenig roͤthlich aus; dieſe leichte Faͤrbung ruͤhrt aber von dem auszieh⸗ A 2 baren 4 Siebende Abhandlung. baren Theile im Blatt her, welcher von dem im Wein⸗ geiſte vorhar ndenen Waſſer aufgeloͤſt worden. Auf dem Boden des Flaͤſchchens ſedes ſich ein ſtrohgelber Nieder⸗ ſchlag in ziemlich reichem Maaße. Die mit dem Weingeiſte aus den Blaͤttern aller Erd⸗ und? Waſſerpflanzen auegezogenen Tiaktenen, die ich nahne⸗ wie ſie mir in die Hand kamen und deren Anzahl ziemlich groß iſt, gaben mir die naͤmliche Erſcheinung. Sorg⸗ faͤltig getrocknete Kraͤuter, und die beim Trocknen ihr Gruͤn behiel ten, gaben ebenfalls eine gruͤne Tinktur, in der das Sonnenlicht gleiche Wirkungen hervorbrachte: auch eine ſolche Tinktur aus Thee gab mir eben die Reſultate. 3. Die Waͤrme iſt nicht die Urſache dieſer Veraͤn⸗ derung in der Farbe der gruͤnen Tinktur. Da ſich der Einfluß des Sonnenlichts vom Einfluſſe der Waͤrme, welcher jenen begleitet, nicht trennen laͤßt; ſo kann man nicht wiſſen, ob eine am KLichte ſich ereignen⸗ de Erſcheinung eine Wirkung blos des éichts oder ſeiner Waͤrme iſt. Vervielfaͤltigt und vermannigfaltigt man aber die Verſuche; ſo laͤßt ſich die wirkende Urſache ent⸗ decken. In dieſem Falle ſetzte ich daher mehrere Flaͤſch⸗ chen mit gruͤner Tinktur dem Sonnenlichte und zwar ſo aus, daß einige alle Strahlen der Sonne, andre aber ihre ganze Waͤrme empfingen. Erſtere ſtanden unbedeckt an der Sonne, letztere aber waren mit einem Fayancegeſchirre bedeckt. Unter dieſem war die Waͤrme nach Verlauf ei⸗ ner Viertelſtunde beinahe eben ſo ſtark, als im freien Son⸗ nenſcheine. Ich habe beſtaͤndig beobachtet, daß in den rſten Flaͤſchchen die Tinktur ihr Gruͤn nach 20 Minuten gaͤnzlich verlohren hatte, dagegen in den andern die Tin⸗ ktur nach 4 Monathen noch eben ſo gruͤn war, als in dem erſten Augenblicke, nachdem ſie gemacht worden. V Dieſer 1 4 1 hr d 6o0, ſin 9 ger ug memt Das! ſen ihe hen. 1 de Cl A geüneh den, Jeitr Beſh Whln Aninc der wer 4 Blo derurh. 2 Nan ſäterdr te grine auch bey guneg i cben Judetr Wim Wein⸗ Auf dem er Nieder⸗ aler Erd⸗ ich nahm, ziemlich Sorg⸗ vanen ihr inktur, in achte: auch eſaltate. r Veran⸗ krur. Einfluſſe nen laͤßt; ereignen⸗ der ſeiner tigt man ſache ent⸗ re Flaͤſch⸗ d zwar ſo aber ihre vedeckt an cegeſchirre gerlauf ei⸗ eien Son⸗ aß in den Minuten n die din⸗ als in dem n. Dieſer Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 5 Dieſer Verſuch bewieß aber nichts. Ich brachte da⸗ her ein Flaͤſchchen von ſolcher Tinktur in eine Waͤrme von 600, und trug dabei Sorge, daß er in der vollkommen⸗ ſten Finſternis ſtand, und nun litt die Tinktur nicht die geringſte Veraͤnderung. Dieſer Verſuch läßt ſich in ei⸗ nem tiefen Gefaͤße, das halb voll Waſſfer iſt, anſtellen. Das Flaͤſchchen ſtellt man aufs Waſſer, bedeckt dabei ſorgfaͤltig das Gefaͤß und laͤßt ein Thermometer darin ſte⸗ hen. Hierauf bringt man es ans Feuer und theilt ihm den Grad von Waͤrme mit, den man verlangt. Noch muß ich anmerken, daß wenn ich ſage, die gruͤne Tinktur habe, wenn ſie an die Sonne geſetzt wor⸗ den, alles ihr Gruͤn nach 20 Minuten verlohren, dieſer Zeitraum nicht dergeſtalt beſtimmt iſt; daß ſie nicht nach Beſchaffenheit des Weingeiſts und ſeiner Quantitaͤt, in Beziehung auf den aufgeloͤßten Theil des Blatts und den Umfang(voluwe) der im Flaͤſchchen befindlichen Luft mehr oder weniger verſchieden ſeyn koͤnne. 4. Blos das Licht iſt es, welches auf die Veraͤn⸗ derung der gruͤnen Tinktur, die ihrer Wirkung blosgeſtellt worden, Einfluß hat. Nur blos das Licht hat auf die gruͤne Tinktur, die ſeiner Wirkung ausgeſetzt iſt, Einfluß, weil es allein ih⸗ re gruͤne Farbe vernichten kann: in der That befanden ſich auch beim vorigen Verſuche die Flaͤſchchen, in denen die gruͤne Farbe der Tinktur vom Sonnenlichte zerſtoͤrt ward, in eben den Umſtaͤnden mit denen, worin die Tinktur ihre Farbe behielt, nur mit dieſem Unterſchiede, daß auf die Erſtere das Licht unmittelbar gewirkt hatte, auf Letztere aber nicht. Da ſich aber in dieſe Folgeruugen noch Zweiſel duͤrf⸗ ten ſetzen laſſen; ſo habe ich einen andern Verſuch ange⸗ A 3 ſtellt, 6 Siebende Abhandlung. ſtellt, der mir buͤndiger zu ſeyn ſcheint. Ich habe mir Roͤhren von uͤberzinnten Eiſenblech machen laſſen, davon einige nur an einem Ende offen waren, andre aber an den Seiten perpendikulare Einſchnitte hatten, durch die man 3— 4 Anien breite Streiffen von Blech nach Belieben hin⸗ und herſchieben und ſonach mehr oder weniger,— aber doch immer nur ſehr wenig,— Licht konnte einfallen laſſen. Ich ſtellte daher meine Flaͤſchchen mit der vorge⸗ ſchriebenen Quantitaͤt gruͤner Tinktur unter dieſe Roͤhren, welche auf dem Fenſter ſtanden, und nahm wahr, daß die Tinktur in denen, unter den ganz verſchloſſenen Roͤhren ſtehenden, Flaͤſchchen gar keine Veraͤnderung litt, daß aber in den andern das Einſtroͤmen der gruͤnen Tinktur mit der Menge des auf ſie wirkenden Lichts in beſtaͤndigem Ver⸗ haͤltniß ſtand. Aber nicht das unmittelbar auffallende Sonnenlicht allein hat das Vermoͤgen, dieſe Veraͤnderung zu bewir⸗ ken, ſondern das von einem bewoͤlkten Himmel herabfal⸗ lende Licht thut das naͤmliche, obgleich allerdings wahr iſt, daß anſtatt die gruͤne Farbe der Tinktur in 20 Minuten zu zerſtoͤren, es 8— 10 Stunden lang darauf wirken muß, indeß faͤngt man nach Verlauf einer Stunde doch ſchon an, eine ziemlich merkliche Veraͤnderung zu ſpuͤren. Ich machte dieſen Verſuch im Winter mit einer Tinktur, die mittelſt des Weingeiſts aus Narziſſenblaͤttern ausge⸗ zogen war. Vom Mondlichte und dem Lichte einer Kerze hat mirs nicht geſchienen, daß ſie eine merkliche Veraͤnderung in der gruͤnen Tinktur erzeugt haͤtten. 5. Das g6 bofh demte m. ted kut Lut wüd 9* ansn dercr dan Gn rij undbi den 27 dndn und blotn 6 der ae. tri ungnst ſels dde gc. O g als ina Naun habe mir „ davon ran den die man Belieben ger,— infallen vorge⸗ Roͤhren, hr, daß Roͤhren daß aber rmit der em Ver⸗ menlicht mbewir⸗ berabfal⸗ vahr iſt, Minuten wirken nde doch ſpuͤren. Tinktur, nausge⸗ hat mirs erung in z5. Das Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 7 s. Das Licht kann dieſe Veraͤnderung in der Far⸗ be der gruͤnen Tinktur nicht hervorbringen, wenn nicht eine gewiſſe Menge Luft in den Flaͤſch⸗ chen mit der Tinktur vorhanden iſt. Die aus gruͤnen Blaͤttern durch den Weingeiſt aus⸗ gezogene gruͤne Tinktur verliehrt, der Wirkung des Lichts blosgeſtellt, nur dann ihre Farbe, wenn die Flaͤſchchen, in denen man ſie aufbehaͤlt, nicht ganz damit angefuͤllt ſind. In einem mit ſolcher gruͤnen Tinktur ganz vollgefuͤll⸗ ten, wohl verſtopften und dann der unmittelbaren Einwir⸗ kung der Sonne ausgeſetzten Flaͤſchchen wird in der Tinktur keine Art von Veraͤnderung zu ſpuͤren ſeyn, wenn auch gleich das Licht ſehr lange Zeit darauf Einfluß gehabt hat. Meine Verſuche haben mir 4 Monate hin⸗ tereinander immer daſſelbe gezeigt; freilich war das Flaͤſch⸗ chen ſo wohl verſtopft, daß ich darin keine merkliche Ver⸗ dunſtung habe ſpuͤren koͤnnen. Nimt man zwei Flaͤſchchen, von gleichem Raume und gleichem Durchmeſſer der Oefnung, fuͤllt von beiden den vierten Theil des Raums mit der naͤmlichen gruͤnen Tinktur an, laͤßt eins offen ſtehen und verſtopft das andre und ſtellt alsdann Beide der Wirkung des Sonnenliichts blos; ſo wird das offenſtehende ſeine Farbe weit geſchwin⸗ der aͤndern, als das verſchloſſene. Nimt man zwei Flaͤſchchen von gleichem Raume, aber ungleichen Oefnungen, gießt gleichviel Tinktur in beide, ſtellt ſie dann der Einwirkung des Sonnenlichts blos, laͤßt aber beide offen ſtehen: ſo wird in dem, das die groͤßere Oefnung hat, ſich die Farbe der Tinktur weit eher aͤndern, als in dem andern mit der kleinern Oefnung. Nimt man endlich mehrere Flaͤſchchen von gleichem Raume, fuͤllt ungleiche Quantitaͤten von gruͤner Tinktur A 4 hinein, 8 Siiebende Abhandlung. hinein, verſtopft ſie hierauf recht wohl und ſtellt ſie in die volle Sonne: ſo wird in dem, welches die wenigſte ina⸗ a, ktur, ſonach aber die meiſte Luft, enthaͤlt, das Gruͤn der We Tinktur am geſchwindeſten veraͤndert werden, hingegen in us dem mit der Linktur voͤllig angefuͤllten und ſonach von Luft Fäſ ganz leeren Flaͤſchchen wird keine Veraͤnderung in der Tin⸗ ktur zu ſpuͤren ſeyn. In den uͤbeigen Flaͤſchchen wird 7 zwiſchen der Geſchwindigkeit des Entfaͤrbens und der Men⸗ a ge der zugleich mit der Tinktur in den Flaͤſchchen einge⸗ V · ſchloſſenen Luft ein heſtaͤndiges Verhaͤltniß ſtatt finden, 9 Alſo glaube ich, ich koͤnne hieraus ſchließen, daß das Entfaͤrben der dem Sonnenlichte ausgeſetzten Tinktur mit i der Menge der zugleich mit der Tinktur in den Flaͤſchchen alec verſchloſſenen Luft beſtaͤndig in Verhaͤltniß ſtehe. e ſti 6. Das Entfaͤrben der gruͤnen Tinktur hoͤrt auf, lund am Lichte ſtatt zu finden, wenn die Flaͤſchchen, in Lalß denen ſich die Tinktur beſindet, mit phlogi⸗ dan Le. lbe cn ſtiſirter Luft angefuͤllt ſind. mn „ Iſuuſ Wird das Klaͤſchchen ſtatt gemeiner Luft,— wie bei V dW Urs „A den vorigen Verſuchen geſchah,— mit phlogiſtiſirter Luft V 5* gefuͤllt: ſo wird die in dieſem Flaͤſchchen— das wohl, ver⸗ ſ6 ſtopft und der Sonne ausgeſetzt werden muß,— befind⸗ V is ag liche Tinktur ihre Farbe ſehr wenig und ſehr ſpaͤt aͤndern. ai Haͤtte ich dieſen Verſuch ſo vornehmen koͤnnen, daß keine Aai gemeine Luft hineingekommen waͤre: ſo iſt offenbar, daß firſ das Entfaͤrben gar nicht ſtatt gefunden haben wuͤrde, ſo tt n groß auch in Beziehung der Menge der Fluͤſſigkeit die d. Menge der uft geweſen waͤre. Aber dieſes Entfaͤrben ſe wird mit der Verminderung der Menge der phlogiſtiſirten veil g Lüſt oder mit der Vermehrung der Menge gemeiner Luft, wenn s die man ihr beimiſcht, zunehmen. ſſeing Stellt in die te Tin⸗ uͤn der egen in on luft Tin⸗ wird Men⸗ einge⸗ den, aß das tur mit ſchchen t auf, en, in d⸗ wie bei ter luft ohl ver⸗ befind⸗ aͤndern. aß keine ar, daß rde, ſo keit die itfaͤrben ſtiſirten ier Luſt, Stellt Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 9 Stellt man dieſen Verſuch mit dephlogiſtiſirter Luft an, ſo wird das Entfaͤrben der gruͤnen Tinktur, die ſich mit dieſer Luftgattung im Flaͤſchchen befindet, im Son⸗ nenlichte allezeit weit ſchneller vor ſich gehen, als in andern Flaͤſchchen, worin eben ſo viel gemeine Luft iſt. 7. In den Blaͤttern befindet ſich ein Theil, der nur allein im Weingeiſte aufioslich iſt, und blos dieſer Theil wird in der Tinktur vom ELichte veraͤndert. Blaͤtter, die man in Weingeiſt legt, verlieren darin alles ihr Gruͤn. Hieraus erhellet alſo klar, daß dieſer gruͤnfaͤrbende Theil im Weingeiſte aufloͤsbar iſt, und daß er ſich mittelſt des Weingeiſts, welcher durch das Ober⸗ haͤutchen der Blaͤtter dringt und dieſen faͤrbenden Theil erreicht, aufloͤßt. Legt man aber gruͤne Blaͤtter in Waſſer, erneuert daſ⸗ ſelbe oft und laͤßt dieſe Blaͤtter ziemlich lange Zeit darin maceriren, damit ſie ſich darin aufloͤſen koͤnnen: ſo nimt das Waſſer eine braune ins Rothe fallende Farbe an, und der gruͤne Theil findet ſich als Niederſchlag auf dem Bo⸗ den des Gefaͤßes. Sonach iſt der im Weingeiſte auf⸗ loͤsbare Theil im Waſſer unaufloͤslich. Schuͤttet man endlich dieſen durch die Maceration des Blatts entſtandenen gruͤnen Niederſchlag in Weingeiſt; ſo faͤrbt er ſich ſchneller gruͤn, und dieſe Tinktur wird vom Lichte weit geſchwinder entfaͤrbt. Es iſt alſo offenbar, daß der Theil des Blatts, der nur allein im Weingeiſte aufloͤsbar iſt, auch blos der ſei, den das Licht veraͤndert, weil die Veraͤnderung geſchwinder und voͤlliger erfolgt, wenn dieſe Materie des ausziehbaren Weſens, mit dem ſie im Blatte verbunden iſt, beraubt wird. A 5 Laͤßt 10 Siebende Abhandlung. Laͤßt man Blaͤtter zu Mus zerkochen, ſo nimmt das Waſſer den ausziehbaren Theil in ſich, und die zu Boden liegende gruͤne Materie zeigt,— wenn ſie im Weingeiſte aufgeloͤßt und dem Lichte ausgeſetzt wird,— eben die Erſcheinungen, wie jene durch die Maceration erhaltene Materie. Noch iſt der merkwuͤrdige Umſtand zu bemerken, daß die Blaͤtter der Waſſerpflanzen, die doch weniger aus⸗ ziehbare Theile haben, als die Erdpflanzen, wenn man ſie in Weingeiſt legt, gleichwohl alsdann die naͤmlichen Erſcheinungen darbieten, als die Erdpflanzen, wenn ſie im Waſſer macerirt worden. Die Tinktur aus ihnen wird geſchwinder vollkommen, als die aus gewoͤhnlichen Pflanzen, und das Licht wirkt auf dieſe Tinkturen weit geſchwinder und vollkommener. Die weiſe Vorſehung hat dieſen Pflanzen den aus⸗ ziehbaren Theil, durch den ſie wuͤrden groͤßere Veraͤnde⸗ rung vom Waſſer zu erleiden ausgeſetzt ſeyn, ſparſam zugetheilt und erhaͤlt das, was dieſe Pflanzen auszieh⸗ bares enthalten, indem ſie daſſelbe in jenen, im Waſſer unaufloͤsbaren, Theil taucht; daß alſo der im Waſſer auf⸗ loͤsliche Theil durch die Harztheile vor der aufloͤſenden Wir⸗ kung dieſes Elements geſchuͤtzt wird. 8. Vom Einfluſſe des Lichts auf die Tinktur aus Blaͤttern, die ſich in verſchiedenem Zu⸗ ſtande befinden. Im Schatten getrocknete Blaͤtter behalten ihr Gruͤn, und die Tinktur aus ihnen durch den Weingeiſt iſt auch gruͤn. Das kicht zerſtoͤrt das Gruͤn dieſer Tinktur, ſo wie bei jener aus friſchen Blaͤttern. 6 An der Sonne getrocknete Blaͤtter werden roth⸗ gelb, und die Tinktur aus ihnen mittelſt des Weingeiſts nimt ricken. DEg Br. itſ STii Fon M G Srtr dn 2 dar an⸗ mt das Boden ingeiſte ben die rhaltene en, daß eer aus⸗ nn man zmlichen venn ſie s ihnen Hulichen en weit in alls⸗ raͤnde⸗ darſam uszieh⸗ Waſſer ſer auf⸗ en Wir⸗ ur aus 2 tten ihr geiſt iſt rinktur, n roth⸗ ingeiſts nimt Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛic. 11 nimt eine goldgelbe Farbe an. Stellt man ſie an die Sonne, ſo bleicht dieſe Farbe ſehr. Eine meinen Verſuchen ganz widerſprechende Thatſa⸗ che will ich nicht verſchweigen. Hr. Macquer fuͤhrt in ſeinem Dictionaire de Chymie unter dem Artikel Fecules (Bodenſatz) an, daß durch den Aufguß des Aethers auf Tobak, der vom Waſſer ausgezogen geweſen, und wie gewoͤhnlich fahlroth ausgeſehen, er eine gruͤne Tinktur her⸗ ausgezogen habe. Ich habe allerdings dieſen Verſuch nicht mit dem Aether angeſtellt, ich weiß ſogar nicht, ob Macquer ſchlecht getrocknete und blos ſchwarz gewordene Blaͤtter ins Waſſer gelegt. Dem ſei wie ihm wolle, ſo iſt gewiß, daß recht gelbgewordene und wohlgetrocknete Tobaksblaͤtter mir im Weingeiſte immer eine goldgelbe Farbe gegeben haben. Bleichſuͤchtige Blaͤtter, Samenblaͤtter und Samenlappen in Weingeiſt gelegt, geben eine gelbe Tinktur, welche von der Sonne gebleicht wird. Blaͤtter, die in einer phlogiſtiſirten Luft gelb gewor⸗ den waren, gaben die naͤmlichen Reſultate wie die vor⸗ hergehenden. 9. Die Blaͤtter ſind nicht die einzigen Pflanzen⸗ theile, die den Weingeiſt gruͤn faͤrben. Die Blaͤtter ſind nicht die einzigen Pflanzentheile, welche den Weingeiſt, in den man ſie legt, gruͤn faͤrben. Die gruͤnen Schoten, die gruͤnen Samenkoͤrner, das gruͤne Zellgewebe der Baͤume, der Kraͤuter, die Blaͤtter⸗ rippen, der Fruchtſtiel, der Stengel, die rauchen Spitzen, der gruͤne Knopf der grasartigen Pflanzen und die gruͤne Haut aller Fruͤchte faͤrben den Weingeiſt gruͤn, und dieſe Farbe wird vom lichte ſo zerſtoͤrt, wie jene, welche die gruͤnen Blaͤtter ihm mittheilen. Die 2 12 Siebende Abhandlung. Die gelbe Tinktur, welche der Weingeiſt aus eben dieſen Pflanzentheilen, wenn ſie trocken ſind, auszieht, wird von der Wirkung des Lichts eben die Veraͤnderungen erleiden, wie die mittelſt des Weingeiſts aus gelben Blaͤt⸗ tern ausgezogenen Tinkturen. 10. Von Tinkturen, die mittelſt des Aethers und er weſentlichen Oele ausgezogen worden. Ich machte einen Verſuch, meine Tinkturen anſtatt des Weingeiſts mit Vitriolaͤther auszuziehen. Sie glei⸗ chen ſich aber, theils ihrer Farbe, theils der Wirkung des Lichts nach, faſt gaͤnzlich. Setzt man ſie der Sonne aus, ſo wird ihre gruͤne Farbe zerſtoͤrt, aber der Aether bleibt gelb. Tinkturen, mit den weſentlichen Oelen ausgezogen, boten mir ſonderbare Merkwuͤrdigkeiten dar; denn obgleich das Gruͤn dieſer Tinkturen ſehr dunkel iſt, ſich auch im Finſtern ſehr gut erhaͤlt; ſo vergehen ihre Farben doch, nachdem ſie dem Lichte ausgeſetzt worden, nach 5— 6 Minuten gaͤnzlich. 11. Von den Vegetabilien im Magen und außer demſelben, nachdem ſie von ihm ver⸗ dauet worden. Die gruͤnen Vegetabilien, die dem Menſchen zur Nahrung dienen, verlieren im Magen zum Theil ihre gruͤne Farbe, auch verliert ſich dieſe bei laͤngerm Verwei⸗ len der Vegetabilien im menſchlichen Koͤrper allmaͤhlig immer mehr. Aber bei den Pflanzenfreſſenden Thieren, wenigſtens bei einigen, als wie beim Rindvieh und den Pferden, veraͤndert ſich die Farbe der Vegetabilien, die ſie gefreſſen haben, nicht ſo ſehr: ihr Auswurf behaͤlt noch eine ziemlich gruͤne Farbe, die aber, wenn er an der Sonne liegen bleibt, bald verlohren geht. Der wuror. 1 4 Soli gtüns b ants ſi, bl ge, 21 freſſt 14 3n. de n ders 1 9c 12 Mulr verceur „ e. ſcun gu Trun ſchsns. der grun But grind, krunſs Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ic. 13 z eben Der Hr. Abt Spalanzani belehrt uns in ſeinen be⸗ gzieht, wundernswuͤrdigen Unterſuchungen uͤber die Verdauung, kungen daß der Magen einiger pflanzenſreſſenden Thiere gruͤn ſei. Blät⸗ Sollte dieſe gruͤne Farbe nicht durch die Aufloͤſung der gruͤnen Materie der Pflanzen hervorgebracht werden? Zum wenigſten hat es den Anſchein, daß dieſe es allein s und ſei, welche naͤhrt: auch iſt dieſe gruͤne Materie das einzi⸗ 1 ge, was Inſekten, die ſich in den Blaͤttern aufhalten, freſſen, wohin unter andern die merkwuͤrdigen Raupen, anſtat die man Minirraupen nennt, gehoͤren. Dieſe zerglie⸗ dern die Blaͤtter vollkommen, indem ſie den gruͤnen Theil ie lei⸗ me ganz ausfreſſen, ihr Koch ſieht auch dunkelgruͤn*) aus. nels, Man bemerkt auch oft im Auswurfe der Thiere den un⸗ trgel. verdauten holzigen Theil der Pflanzen. So findet man z. B. von dem gemeinen, ziemlich unverdaulichen, folglich gzogen, ſchlecht naͤhrenden, Sallat alle die groben Struͤnke und ögleich groben Rippen im Auswurfe, der mit ein Reſultat ſeiner ch im Verdauung iſt, ganz wieder: mit dem Weißkohl verhaͤlt doch, ſichs eben ſo. Endlich iſt ja auch bekannt, daß fette, —6 oder laugen⸗ oder ſeifenartige Koͤrper zu Aufloͤſung dieſer gruͤnen Materie beitragen. Mit Butter fettgemachte Bruͤhe, worin man Spinat kochen laͤßt, wird ziemlich außer gruͤn, dagegen Waſſer, worin man Spinat kochen laſſen, kaum gefaͤrbt wird. 12. Von der Wirkung des Weingeiſts auf 1 AA en zun die Blaͤtter. eil ihre zerwei⸗ Gruͤne Blaͤtter, in Weingeiſt gelegt, werden gelb, maͤhlig dann braun und endlich weiß, wenn ſie nichts Aufloͤsba⸗ hieren, res weiter enthalten. nd den Die en die*) Hr. Paſt. Goͤtze ſagt aber in ſeiner Geſch. der Minirwuͤrmer behaͤlt und in ſeinen mikroſk. Beob. einer vierzehnf. Minirraupe an der im 4aten u. zten St. des Naturf. daß er ſchwarz ſei. Ueberſ. Der 14 Siebende Abhandlung. Die untere Oberflaͤche der Blaͤtter, welche die holzi⸗ gere iſt, ſcheint dieſes Aufloͤſungsmittel weniger als die obere anzugreifen, ſo wie ſie auch ihre Farbe laͤnger an der Luft zu behalten ſcheint, als die obere. Tunkt man gleich nur einen Theil vom Blatte in den Weingeiſt, ſo geht gleichwohl das ganze Blatt aus dem Gruͤnen ins Schwarz⸗ braune und zuletzt ins Weiße uͤber. 3. Von der Wirkung des Waſſers auf die Blaͤtter. Legt man ein gruͤnes Blatt ins Waſſer; ſo nimt man nach einigen Tagen wahr, daß die gruͤne Materie ſich ge⸗ gen die Rippen draͤngt und daß auf dem Blatte eine Men⸗ ge Flecken zum Vorſchein kommen, deren mit der daͤnge der Zeit der Maceration mehr werden. Das Gruͤn des Blatts vergilbt ein wenig, die kleinen Veraͤſtungen, wel⸗ che im Waſſer aufgeloͤſt worden, verſchwinden und das Gruͤn bildet einzele Punkte, bis der ausziehbare Theil, aus dem die Rippen und das Oberhaͤutchen vorzuͤglich zu⸗ ſammengeſetzt ſind, die gruͤne Materie, als eine dem An⸗ ſchein nach unorganiſirte Maſſe, fallen laſſen. Legt man Blaͤtter, aus denen der Weingeiſt den gruͤ⸗ nen Theil ausgezogen hat, ins Waſſer; ſo nimt man wahr, daß die Faͤcherchen, worin die faͤrbende Materie ſich befand, ſich von dem ſie durchdringenden Waſſer aufblaͤhen. Hierauf loͤſt ſich der holzige Theil nach und nach auf und wird zu einer gallertartigen Maſſe, die im⸗ mer mehr in Faͤulniß geht. Es ſcheint wohl, daß der gruͤne Theil den ausziehbaren Theil vor der Faulnis ſchuͤtzt, ſo lange er mit ihm verbunden bleibt. 14. Von der Wirkung des mit Vitriolſaͤure geſchwaͤngerten Waſſers. Blaͤtter, die man in ein mit Vitriolſaͤure geſchwaͤn⸗ gertes Waſſer legt, werden mit Roſtflecken beſaͤtt. Das Gruͤn 2 3 Grc Halc ſedke wenll 15, 20 à 8 gſſchog. hnuGn V Vaſm b durchi. dded ſcwm 1 un V fült, 3 ſaang V Jaſtg hohzi⸗ s die an der gleich geht warz⸗ tman ich ge⸗ Men⸗ Läͤnge in des wel⸗ d0s heil, h zu⸗ An⸗ gruͤ⸗ man aterie Jaſſer ) und le im⸗ ß der jüg, ne hwaͤn⸗ Das Gruͤn Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc 15 Gruͤn wird erſt helle, dann gelb, und endlich braun. Haben hierauf die Blaͤtter ihr Harz verlohren, ſo werden ſie durchſichtig und faͤrben nachgehends den Weingeiſt nur wenig gelb. 15. Von der Wirkung des mit feuerbeſtaͤndigem Laugenſalze geſaͤttigten Waſſers. Als ich Blaͤtter in ein mit feuerbeſtaͤndigem Laugen⸗ ſalze geſaͤttigtes Waſſer legte und ſo einen Monat liegen ließ, verlohren ſie ihr Gruͤn nicht, faͤrbten aber die Lauge rothgelb. Ich wuſch hierauf dieſe Blaͤtter mit reinem Waſſer ab, und legte ſie alsdann in gemeines Waſſer, welches ſie gruͤn faͤrbten. Dieſes Gruͤn aber verſchwand, als der Extrakt ins Sonnenlicht geſtellt ward. Den Weingeiſt faͤrbten ſie gruͤn, ſo wie andre Blaͤtter. 16. Von der Wirkung des mit dem fluͤchtigen Lau⸗ genſalze geſaͤttigten Waſſers. An Blaͤttern, die in einem mit fluͤchtigem Laugenſalze geſchwaͤngerten Waſſer lagen, wurden alle holzige Theile braun und mit Flecken bedeckt, ſo wie wenn man ſie im Waſſer maceriren laͤßt, aber die Flecken waren alsdann durchſichtiger. Das Waſſer faͤrbten ſie gelbgruͤn und alsdann den Weingeiſt gruͤn. Dieſes Gruͤn aber ver⸗ ſchwand am Sonnenlichte. 17. Von der Wirkung der Feuchtigkeit auf die Blaͤtter. Legt man gruͤne Blaͤtter unter Glocken mit Luft ange⸗ fuͤllt, die ſo feucht iſt, als ſie's durch eine ſtarke Verdun⸗ ſtung des Waſſers werden kann, und erhaͤlt ſie in ſolchem Zuſtande, indem man ihr alle Gemeinſchaft mit der il ern — 3 8 4 7 3 1— 1 16 Siebende Abhandlung. ſern Luft abſchneidet: ſo verſtreut ſich der gruͤne Theil des Blatts, das Blatt wird durchſichtig und der holzige Theil ſcheint nicht veraͤndert zu ſeyn. Sollte wohl der im Waſ⸗ ſer unaufloͤsbare Theil ſich in Waſſer, das in Duͤnſte auf⸗ geloͤſt worden, aufloͤſen? So viel iſt gewiß, daß die gruͤ⸗ nen Blaͤtter in dieſem Falle eben ſo ſkeletirt werden, wie die von den Minirraupen durchfreſſenen, und daß nichts weiter von ihnen uͤbrig bleibt, als das Oberhaͤutchen mit den Veraͤſtungen ihrer Faſern und Gefaͤße. 18. Von der Vermiſchung der gruͤnen Tinktur mit Waſſer. Gießt man Waſſer zu der mittelſt des Weingeiſts aus Blaͤttern ausgezogenen gruͤnen Tinktur, miſcht alles wohl untereinander und ſtellt Flaͤſchchen, mit dieſem Mengſel gefuͤllt, theils ans Licht und theils ins Finſtre; ſo bleicht das vom Licht getroffene Gemenge aus, das im Finſtern ſtehende aber behaͤlt ſeine Farbe, beide aber wer⸗ den etwas truͤbe, doch das dem Lichte ausgeſetzte mehr, als das im Finſtern ſtehende, auch iſt der Niederſchlag beim erſten betraͤchtlicher, als beim andern. Vielleicht befoͤrdert die Verdunſtung des dem Lichte ausgeſetzten Auf⸗ loͤßſungsmittels den Niederſchlag des aufgeloͤſten Koͤrpers? Vielleicht ſpielt das ſich verbindende Licht dabei eine eigne Rolle? Dem mag nun ſeyn, wie ihm wolle, ſo hat der Niederſchlag aus dem dem Lichte ausgeſetzten Mengſel eine ſtrohgelbe Farbe, und indem er die Wirkung des Lichts verraͤth, beweiſt er auch noch, daß das Acht blos auf ſeinen im Waſſer unaufloͤslichen Theil wirkt. Läßt man aber das Licht auf den Niederſchlag des dem Lichte nicht ausgeſetzt geweſenen Mengſels wirken: ſo braucht derſelbe, wenn er ſein Gruͤn verlieren ſoll, ſchon laͤnger Zeit, als das Mengſel ſelbſt oder die Tinktur al⸗ lein. Das Mengſel verandert ſeine Farbe nach viel laͤn⸗ gerer tribtC nach: Thend das Pun ton Me i denn eftud einam i. daugese) baz n na G. Dätts V che 5*⁴ dden P3 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 17 heil des gerer Zeit, als die gruͤne Tinktur, weil ſich ohne Zweifel ge Theil die Wirkung des Lichts zugleich mit ſeiner Verwandſchaft nWaſ⸗ mit dem Koͤrper, mit dem es ſich verbindet, vermindert. ſte auf⸗ Da nun das Waſſer hier die Verwandſchaft des lichts mit die gruͤ⸗ der Tinktur durch Verringerung der phlogiſtiſirenden Ma⸗ n, wie terien vermindert; ſo erhellet, daß das Licht dann eine viel nichts geringere Intenſion in ſeinem Einfluſſe aͤußern muͤſſe. en mit Gießt man von der gruͤnen Tinktur unter Waſſer, ſo truͤbt ſich letzteres anfaͤnglich nur ſehr wenig, wird aber nachher milchicht und der Niederſchlag iſt nichts als ein nktur Theil, der ſich blos in Weingeiſt aufloͤſen laͤßt. Soll das Mengſel truͤbe ausſehen; ſo muß man zu 1. Theil von dieſer Tinktur 3. Theile Waſſer zuſetzen. Pis Iſt die Tinktur vom Lichte ihrer Farbe beraubt wor⸗ dieſem den; ſo truͤbt ſie das Waſſer, in das man ſie ſchuͤttet, . erſt nach mehrern Tagen. Sie bringt auch darin nur ifttez einige Striemen hervor, die einen Niederſchlag erzeugen, das imn der im Waſſer, im Weingeiſt, in den Saͤuren und den au Laugenſalzen beinahe unaufloͤslich iſt. m eſchlag Gießt man viel Waſſer auf den gruͤnen Niederſchlag, ielleicht ſo erzeugt ſich etwas wie ein gruͤnes Pulver. Verfaͤhrt ten Auf⸗ man mit dem Niederſchlage aus der Tinktur aus trocknen orpers? Blaͤttern eben ſo: ſo hat das Zuruͤckbleibende eine gilbli⸗ e eigne che Farbe, ſo wie das vom Gummiguttaͤ, wenn man es hat der eben ſo behandelt hat. Mengſel Gießt man Waſſer zu der Tinktur aus bleichſuͤchtigen ung des Blaͤttern; ſo hat das Gemenge gar keine Farbe und es cht blos ſetzt ſich eine weiße Materie zu Boden. Hat man die gruͤne Tinktur mit vielem Waſſer ver⸗ lag des duͤnnt und gießt alsdann Vitriolſaͤure hinein; ſo nimt das ken: ſo Gemiſch eine gelbe Farbe an, und eine dunkelgruͤne Ma⸗ I, ſchon terie, die ſich im Weingeiſte nicht aufloͤſt, ſchwimmt oben. ktur al⸗ Auch erzeugt ſich ein weißer Niederſchlag. nel n Senebier 3. Th. B Die gerer 18 Siebende Abhandlung. Die Seeſalzſaͤure ſchwaͤcht die Farbe des Gemenges ritJut noch mehr, und erzeugt einen gruͤnen Niederſchlag, weil bur ſan ſie der gefaͤllten Materie ihr Brennbares nicht raubt, wie ſt ena dies die Vitriolſaͤure thut. Dieſer Niederſchlag faͤrbt den Elli Weingeiſt ein wenig gelb, oͤſt ſich aber nicht leicht darin auf. S0 Das feuerbeſtaͤndige und das fluͤchtige Laugenſalz faͤrben Tirkaur dieſes Mengſel gelb und erzeugen einen gruͤnen Nieder⸗ 66 tzaſ ſchlag in ziemlicher Menge. Dieſer iſt im Weingeiſt, auſ den er gruͤn faͤrbt, aufloͤsbar; die gruͤne Farbe aber ver⸗ auſdſt ſchwindet im Lichte. 6⁸ mn Vi 19. Von der Vermiſchung der gruͤnen Tinktur S mit den Saͤuren und den Laugenſalzen. 2p 1 Gießt man unter die gruͤne Tinktur ein wenig, als Fü z- B. nur einige Tropfen, von der Vitriolſaͤure, ſo figirt Falben dieſe Saͤure die gruͤne Farbe in dieſer Tinktur und bewahrt un gn ſie vor der geſchwinden Einwirkung des Lichts, das ohne germhinn dieſe Saͤure ihr ſie bald rauben wuͤrde. Sollte wohl die git afſt Vitriolſaͤure die Lufttheilchen in ſich nehmen, und indem 6 es deren innigere Vereinigung mit der Tinktur verhindert, e un auch der Verbindung, wodurch die faͤrbende Materie ver⸗ fain fluͤchtigt wird, durch die Vermehrung des Brennbaren f n des Gemenges Hinderniſſe in Weg legen? 3 Sollte denn etwan auch in der Wirkung der Vitriol⸗ 6 ſaͤure, welche mit einen Beſtandtheil des Alauns aus⸗ 99 macht, die Urſache liegen, warum der Alaun faͤrbende, de 1 gummichte und ausziehbare Subſtanzen feſt macht, die ken ohne ihn eine Farbe geben wuͤrden, welche das Sonnen⸗ Rageſt licht bald ausbleichen wuͤrde? Wenigſtens iſt dies der Ru Umſtand, auf deſſen Erweis mehrere in den ſolgenden ki Abhandlungen angefuͤhrte Verſuche abzielen. der Ven Vitriolſaͤure in geringer Quantttaͤt der gruͤnen Tinktur 5 .;,. gen zugeſetzt, erhaͤlt ihre Durchſichtigkeit, faͤhrt man aber in ihr mit emenges 9, weil ubt, wie irbt den rin auf. faͤrben Nieder⸗ ingeiſt, ber ver⸗ Linktur . ig, als ſo figit hewahrt s ohne dohl die indem hindert, erie ver⸗ nnbaren Vitriol⸗ ins aus⸗ aͤrbende, cht, die Sonnen⸗ dies der olgenden Tinktur an aber mit Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 19 mit Zugießen ſo lange fort, bis das Aufbrauſen aufge⸗ hoͤrt hat; ſo wird das Gemenge truͤbe und ſchwarz und ſetzt einen weißen und zarten Bodenſatz ab, der ein wah⸗ rer Selenit iſt. Seeſalzſaͤure in ſehr geringer Quantitaͤt der gruͤnen Tinktur beigemiſcht, truͤbt ſie, und faͤrbt ſie braun, und es erzeugt ſich ein klebriger Niederſchlag, der blaßgruͤn ausſieht, ſich aber weder im Waſſer, noch Weingeiſt auſloͤſt. Salpeterſaͤure faͤrbt die gruͤne Tinktur gelb, ohne ei⸗ nen Niederſchlag zu erzeugen. Schwefelſaͤure verwandelt das Gruͤn der Tinktur in ein blaſſes Gelb und verurſacht einen ſehr reichlichen Nie⸗ derſchlag. Feuerſeſtes Laugenſalz raubt der gruͤnen Tinktur ihre Farbe und erzeugt einen ziemlich ſtarken Niederſchlag von gruͤner Farbe, der im Weingeiſt— und ſogar eini⸗ germaßen im Waſſer— auftoͤsbar iſt, der aber im Wein⸗ geiſt aufgeloͤſt, am Lichte ſeine Farbe verliert. Gießt man auf dieſen Niederſchlag mit Waſſer ge⸗ ſchwaͤchte Vitriolſaͤure; ſo entſteht kein— oder wenig⸗ ſtens ein ſehr geringes— Aufbrauſen, der Niederſchlag aber wird ſchwarz, ohne ſich aufzuloͤſen, wird auch als⸗ dann weder vom Waſſer noch Weingeiſt aufgeloͤſt. Es iſt nicht zu zweifeln, daß der Niederſchlag aus dem Gemenge der Vitriolſaͤure mit der Tinktur ein wah⸗ rer Selenit iſt: denn laͤßt man ihn in einer ſehr großen Menge Waſſer kochen; ſo erhaͤlt man einen Niederſchlag, der nichts weiter als eine Kalkerde iſt, die mit allen Saͤu⸗ ren brauſt, nun weiß man aber, daß dieſe Erde die Erde der Vegetation iſt. Noch iſt zu bemerken, daß die Vitriolſaͤure mit dem Weingeiſte vermiſcht, eine Art von Selenit erzeugt, aber in ſehr geringer Quantitaͤt Vn We gſeichund deſſen, der 2 1 20 Siebende Abhandlung. ſich aus der gruͤnen Tinktur niederſchlaͤgt. Der Wein⸗ geiſt, als eins von den vegetabiliſchen, und zwar phlogi⸗ ſtiſirten, Produkten, muß mit der Vitriolſaͤure Reſultate geben, die mit denen, welche die gruͤne Pflanzentinktur gibt, Analogie haben. 20. Von der Vermiſchung der gruͤnen, am Lichte gelbgewordenen, Tinktur, wie auch der gelben Tinktur aus den bleichſuͤchtigen und trocknen Pflanzen, mit den Saͤuren und den Laugenſalzen. Vitriolſaͤure in eine vom Lichte entfaͤrbte gruͤne Tink⸗ tur gegoſſen, erregt darin ein heftiges Aufbrauſen. Das Gemiſch wird alsdann roth, und es kommt ein weißer Niederſchlag zum Vorſchein, der jenem aus der gruͤnen Tinktur, wenn ſie mit der Vitriolſaͤure vermiſcht iſt, aͤhnlich iſt. Indeß nimmt man doch eine braune Mate⸗ rie wahr, die oben auf dem Niederſchlage ſchwimmt, ſich aber bald voͤllig niederſchlaͤgt, wenn man viel Waſſer zum Gemenge gießt. Dieſe Materie faͤrbt den Niederſchlag ſchwarz. Gießt man Vitriolſaͤure auf eine gelbe Tinktur aus trocknen Blaͤttern, ſo bekoͤmmt das Gemiſch eine roͤthliche Farbe; der Niederſchlag iſt ſelenitiſch und nimmt zu, wenn man zu dem Gemiſch viel Waſſer gießt; wird aber dann ſchwarz. Gießt man zu einer Tinktur aus bleichſuͤchtigen Blaͤt⸗ tern Vitriolſaͤure; ſo erhaͤlt man die naͤmlichen Reſultate. Nur das bemerke ich, daß des Niederſchlages aus der Tinktur von bleichſuͤchtigen Pflanzen vielleicht weniger war, als jenes aus der gruͤnen Tinktur. Um die Wirkungen des Gemiſches dieſer Tinkturen mit den Saͤuren kennen zu lernen, machte ich einen Ver⸗ ſuch, 1 ſuch, 5 rode 16 Matet rheuxen drſc V Babon und deis Hm. derd 90 det M 1 lended. tern ein M ſent Mi gikai a5 w 8. vc dans dufdöſl n mM dnGm n s ant Acte ſrd,! drEs bn do V Ein Vaſerde llätten) r Weim⸗ 4 phlogi⸗ Keſultate entinktur Lichte gelben knen 1 ne dink⸗ 1. Das weißer gruͤnen ht iſt, Mate⸗ t, ſich ſer zum erſchlag tur aus oͤthliche imt zu, ird aber Blaͤt⸗ eſultate. aus der weniger nkturen en Ver⸗ ſuch, Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 21 ſuch, Harze in Weingeiſt aufzuloͤſen, und bemerkte ge⸗ rade dieſelben Erſcheinungen, die ſich mir darſtellten, wenn ich Saͤuren in dieſe Aufloͤſungen goß. Man ſieht die Materie in Flocken zuſammenlaufen, den Riederſchlag ſich erzeugen und eine Materie obenſchwimmen, die den Nie⸗ derſchlag ſchwaͤrzt, wenn man ſie mit Gewalt fuͤllt. Dieſe Beobachtungen habe ich an Aufloͤſungen des Gummigutts und des Fichtenharzes angeſtellt. Hat man dieſe Niederſchlaͤge abgewaſchen, ſo ſieht der aus der gruͤnen Tinktur am weißeſten aus, der aus der vom Lichte entfaͤrbten Tinktur hat ein ins Graue fal⸗ lendes Weiß, und der aus der Tinktur von trocknen Blaͤt⸗ tern ein ins Braune fallendes Goldgelb. Das Gemenge aus der gruͤnen Tinktur und der Saͤure ſieht gruͤnlich, das zweite gelbbraun und das dritte braun aus. Waͤſcht man aber alle dieſe Niederſchlaͤge mit Wein⸗ geiſt ab, ſo bekommen ſie alle ein gleiches Weiß. Hier⸗ aus wuͤrde folgen, daß alsdann alle Niederſchlaͤge, ſo⸗ wohl die aus den Tinkturen, als auch die aus den Harz⸗ aufloͤſungen, auf gleiche Art von der im Weingeiſte aufloͤsba⸗ ren Materie, welche ſie faͤrbte, und die durch die Saͤure aus dem Gemenge geſchieden ward, gereinigt worden ſind. Waͤſcht man endlich Laugenſalze, ſowohl fluͤſſige, als andre, mit dieſen Tinkturen, ſowohl mit denen vom Lichte entfaͤrbten, als auch mit jenen, die von Natur gelb ſind, weil ſie aus bleichſuͤchtigen, oder gelben, oder an der Sonne getrockneten Blaͤttern gemacht ſind, ab; ſo faͤr⸗ ben dieſe Laugenſalze ſie gleich merklich gruͤn. 21. Von der Wirkung des kochenden Waſſers auf die Blaͤtter. Es blieb mir noch uͤbrig, gruͤne Blaͤtter in gemeinem Waſſer kochen zu laſſen. Dies that ich mit Narziſſen⸗ blaͤttern. Sie gaben dieſem Waſſer eine Olivenfarbe. B 3 Bleich⸗ 22 Siebende Abhandlung. Bleichſuͤchtige Narziſſenblaͤtter, eben ſo behandelt, faͤrbten das Waſſer ſtrohgelb. Das Waſſer nimmt alſo einige faͤrbende Theile weg, vielleicht aber nur ſolche, die mit der Materie, welche es aufzuloͤſen vermag, genau vereinigt ſind. Dieſes gefaͤrbte Waſſer verliert, wenn man es dem lichte ausſetzt, ſeine Farbe. Eben dieſe Veränderung erleidet es auch, wenn es in Faͤulung geht. Unterdeſſen ſcheints doch, daß die Faͤulnis die gruͤne Materie wenig angreift, weil ſich alsdann eine Gallert zu Boden ſetzt, die eine ziemlich gruͤne Farbe hat. Die erſte gruͤnliche Infuſion miſchte ich mit Kalkwaſ⸗ ſer, und erhielt einen flockigten gruͤnlichen Niederſchlag, wobei das Waſſer ſeine gruͤne Farbe behielt. Aber Kalk⸗ waſſer in Waſſer gegoſſen, worin bleichſuͤchtige Blaͤtter gekocht hatten, gab nur einen ſtrohgelben Niederſchlag, und das Waſſer war durchſichtig. Hieraus wuͤrde alſo folgen, daß da der vom Kalkwaſſer gefaͤllte Theil der Pflanzen beſtaͤndig der Harztheil iſt; ſo wuͤrde das Ex⸗ trakt aus den bleichſuͤchtigen Pflanzen, das immer ganz niedergeſchlagen iſt, weniger blos im Waſſer aufloͤsbare Theile enthalten, als jenes aus den gruͤnen Pflanzen, das ſein Gruͤn behaͤlt. 22. Von der Wirkung des ſiedenden Wein⸗ geiſts auf die Blaͤtter. Ich ließ Feigenblaͤtter eine Stunde lang in Weingeiſt kochen. Nachdem er erkaltet war, klaͤrte ich ihn ab und fand am Boden des Kolbens eine zuruͤckgebliebene Mate⸗ rie, die fettig war, am Feuer weich ward, ohne Aufwal⸗ len oder Rauch floß, ſich im Weingeiſte aufloͤſte und dem Wachſe glich. Eine aͤhnliche Beobachtung an einer durchs Feuer erhaltenen Weingeiſttinktur aus Rosmarin fuͤhrt Boer⸗ B Boe puin 69 griro⸗ tonſſt 1 LeG. Waſ deſen0 iſ/ne feruu dae d ſ her A A fll a A V ha e (Ind lts en. vie do. Sünſ nico duc Am ud: handelt, lle weg, elche es es dem derung erdeſſen ewenig en ſetz;, dalkwaſ⸗ erſchlag, er Kalk⸗ Blaͤtter eſchlag, de alſo heil der das Ex⸗ er ganz ſuoͤsbare flanzen, Lein⸗ zeingeiſt ab und e Mate⸗ Aufwal⸗ und dem r durchs in fuͤhrt Boer⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts 7. 23 Boerhaave an, und Hr. Tingry hat Gelegenheit ge⸗ habt, ſie zu beſtaͤtigen. Sollten wohl die Bienen das Geheimniß beſitzen, die gruͤne Materie in den Blaͤttern aufloͤſen und in Kontribu⸗ tion ſetzen zu koͤnnen, um ihr Wachs daraus zu bereiten? Der ſogenannte Wachsbaum(Myrica cerifera Linn. ILe Galé. Le Cerier) traͤgt einen Samen, der mit dem Wachſe ſehr viel Aehnliches hat; welches beweiſt, daß dieſes Produkt mehr vegetabiliſch oder minder animaliſch iſt, als mans glaubt. Kocht man den Samen von die⸗ ſem Baume in Waſſer, ſo giebt er ein gruͤnes Wachs, das oben ſchwimmt und gute Lichter giebt. Das kochen⸗ de Waſſer zieht den ausziehbaren Theil aus dem Samen heraus. Die Kaͤtzchen der Pappel und der Birke geben eben⸗ falls eine Art von Wachs. Der Saft der Wolfsmilch, des Schellkrauts(Che- lidonium maius Linn. Ea Chelidoine), des Bocksbarts (Tragopogon Linn. La Barbe- de--Bouc) und des Sal⸗ lats ſchmelzen, wenn ſie eingetrocknet ſind, am Feuer wie Wachs, geben auch einen ſolchen Geruch. Dieſe Saͤſte ſind, wie die gruͤne Materie der Blaͤtter, gum⸗ micht⸗harzigt. Vielleicht verſtehen ſich die Bienen drauf, dieſe Saͤfte zu koaguliren, um ihr Wachs daraus zu bereiten oder die gruͤne Matcerie der Blaͤtter aufzuloͤſen, um ſie kneten zu koͤnnen. 23. Allgemeine Folgerungen. Das Licht wirkt auf die Harze. Daß der gruͤne Theil der Blaͤtter harzig ſei⸗ hat ſchon Rouelle erwieſen: wenigſtens entdeckte er an ihm viele Aehnlichkeit mit den harzigen oder mit den harzig⸗gum⸗ michten Koͤrpern. B 4 Aber 24 Siebende Abhandlung. Aber man muß auch geſtehen, daß wenn die Harze ſich im Weingeiſte kryſtalliſiren, die gruͤnfaͤrbende Ma— terie dieſe Kryſtalliſation nicht hervorbringt. Man ſcheidet die Harze vom Weingeiſte mittelſt des Waſſers, anſtatt daß oas Waſſer nur einen Theil von der im Weingeiſt aufgeloͤſten gruͤnen faͤrbenden Materie ſcheidet; woraus vielleicht folgen wuͤrde, daß dieſe gruͤne Materie zwiſchen den Harzen und den Schwefellebern das Mittel halte. So wuͤrde ſie ein mit einer Saͤure verbunde⸗ nes Oel ſeyn. Wenigſtens iſt ſo viel gewiß, daß vom Waſſer ausgeſogene Pflanzen noch recht gut brennen und ein fluͤchtiges Laugenſalz geben, anſtatt daß wenn ſie vom Weingeiſt ausgeſogen worden, ſie aufhoͤren, ſich zu ent⸗ zuͤnden. Bleichſuͤchtige weichen hierin von den gruͤnen blos in der Menge des Brennbaren ab, denn man trift darin noch die Salze durchs Waſſer aufgeloͤſt und mit den Oelen verbunden an. Endlich hat der juͤngere Rouelle erwieſen, daß der gruͤne Theil der Blaͤtter, wenn er zerlegt wird, ein fluͤch⸗ tiges Laugenſalz und ein ſtinkendes Oel gibt, ſo wie thie⸗ riſche Koͤrper: dagegen die Harze dieſe Produkte, welche dieſen gruͤnen Bodenſatz der klebrigen Materie des Mehls oder der Samenkoͤrner ſehr analogiſch machen„ niemahls geben. Auch folgt hieraus noch, daß bleichſuͤchtige Pflanzen blos in dem Theile, der ſich mit ihnen verbinden ſoll, und der ſie nicht hat durchdringen koͤnnen, und dann in ihren Produkten, welche das Reſultat der Verbindung ſind, von andern Pflanzen unterſchieden ſind; es iſt auch blos das Zellgewebe, welches vornemlich durch die Ab⸗ weſenheit des Lichts leidet, weil dies der Theil iſt, in dem die Verbindung vor ſich geht. In den gruͤnen Pflanzen befindet ſich die ausziehbare Materie nur in der Rinde der Blaͤtter„ und die Materie, welche 2 Hatze de Ma⸗ elſt des heil von Materie e gruͤne ern das bunde⸗ ß vom den und ſie vom zu ent⸗ gruͤnen n triſt d mit ß der fluͤch⸗ ethie⸗ welche Mehls mahls lanzen 1 ſoll, inn in ndung auch e Ab⸗ ndem hbare aterie, velche Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 25 welche das Waſſer nicht aufloͤſen kann, haͤngt am Zell⸗ gewebe an. Davon kann man ſich an den Blaͤttern des Saͤubrots(Cyclamen) uͤberzeugen. Der rothe Theil dieſer Pflanze haͤngt an der Rinde an, und iſt im Waſ⸗ ſer ganz aufloͤsbar, allein der gruͤne darin ganz und gar nicht; dagegen loͤſet ſich das ganze Zellgewebe im Wein⸗ geiſt auf, das Oberhaͤutchen aber ſcheint darin faſt gar keine Veraͤnderung zu leiden. Man ſieht hieraus noch deutlich, daß die Pflanzen blos im Verhaͤltnis dieſer Verbindung, in der ſie mit dem Lichte ſtehen, entzuͤnddar ſind. Pflanzen, aus denen der Weingeiſt alles, was er von ihnen aufloͤſen kann, aus⸗ gezogen hat, entzuͤnden ſich nicht weiter, und die bleich⸗ fuͤchtigen Pflanzen brennen ſehr ſchlecht, wenn ſie tro⸗ cken ſind. Endlich lernt man hieraus auch noch, daß der Harz⸗ theil— denn angenommene Kunſtwoͤrter muß man im⸗ mer brauchen,— ſowohl in den Blaͤttern, als in den Hoͤlzern oder den Tinkturen aus ihnen, die einzige Materie iſt, welche vom Sonnenlichte angegriffen wird; und die Blaͤtter, ſo wie die Tinkturen aus ihnen, geben uns die naͤmlichen Reſultate. Man muß nicht aus der Acht laſſen, daß die gruͤne Materie, gleich denen am meiſten ausgearbeiteten Thei⸗ len der Pflanzen, den Samen, ein fluͤchtiges Laugenſalz gibt: da wir aber geſehen haben, daß dieſes Laugenſalz in den gruͤnen Tinkturen, die vom Lichte ihrer Farbe be⸗ raubt worden ſind, das Gruͤn wiederherſtellt; ſollte alſo nicht,— wie ich ſchon zur Gnuͤge gezeigt habe,— dieſe gruͤne Farbe der Blaͤtter zum Theil von dieſem Laugen⸗ ſalze herruͤhren? Alle Strahlen ſchießen auf denſelben Mit⸗ telpunkt zu, wenn man den wahren Spiegel nimmt, der alle Strahlen in Einen Punkt ſammeln kann; eben ſo laͤuft auch alles auf die Einheit des Plans hinaus, den die Matur in ihren erhabenen Werken zu befolgen ſcheint. B 5 Iſt 26 Siebende Abhandlung. Iſt dieſes Laugenſalz, das zum Gruͤnfaͤrben der Blaͤt⸗ 16 ker nothwendig zu ſeyn ſcheint, ein Produkt des lichts? Wird es durch die Einwirkung des Lichts auf die Saͤuren b erzeugt? Sollte es auch wohl eine Wirkung der Gaͤhrung, 15 welche die wirkende Urſache des vegetabiliſchen Lebens iſt, de fe ſeyn? Ich weiß es nicht; aber es koͤnnte wenigſtens doch 10 f, moͤglich ſeyn, daß dieſes Laugenſalz den Einfluß der Saͤu⸗ a ſ ren, welche auf das Bleichen oder Rothfaͤrben der Blaͤt⸗.9 C ter abzwecken, verminderte? Vielleicht bringt es dieſe 1, Wirkung dadurch hervor, daß es die Verwandſchaft die⸗ unt k, ſer Saͤuren mit dem lichte vermindert; denn da dieſes von tun der Saͤure nicht mehr mit ſolcher Gewalt angezogen wird, id n ſo verbindet es ſich lieber mit dem Uebrigen der Pflanze, 2 t und bringt auf ſolche Weiſe ihre gruͤne Farbe hervor? nl füü Oder vielleicht dient dieſes Laugenſalz unter allen dieſen 9 Koͤrpern, welche zu Erzeugung dieſer gruͤnen Materie der unh Vnd Pflanzen mitwirken, zum Verbindungsmittel? Und end⸗ ne e lich tragen die Laugenſalze wohl auch bei, die Aufloͤſung n h dieſer gruͤnen Materie, welche dieſe gruͤne Materie ge⸗ ſchickt macht, daß ſie in den kleinen Gefaͤßen der Blaͤtter 2 und dem Zellgewebe der Rinde cirkuliren kann, zu unter⸗ 2 kl halten? Wenigſtens iſt gewiß, daß ſobald der Umlauf R ſtille ſteht, und das Brennbare ſich zerſtreuen kann; der bn h gruͤn faͤrbende Theil, der mit ihm die naͤchſte Verwand⸗ ſu k ſchaft hat, auch zu gleicher Zeit davon geht, und eben o 5 dieſes haben wir durch Verſuche dargethan, die uns zeig⸗ 61 K ren, daß gar kein Entfaͤrben der gruͤnen Tinktur ſtatt fand, dr ü wenn nicht darin eine Zerſtreuung des Brennbaren vor Imn ſich gehen konnte. Sonach iſt alles, was dieſe Zerſtreuung an R beguͤnſtigt,— wie z. B. die Vitriolſaͤure, als ein Ma⸗ a gnet des Brennbaren— ein ſicheres Mittel, die gruͤne 1 i Farbe in den Blaͤttern ſo, wie in den Tinkturen zu zer⸗ Nſ ſtoͤren, wenn ſie darin in großer Menge verbunden iſt. a G Dies iſt es, was man an gruͤnen Blaͤttern, die dem Lichte ausgeſetzt oder in eine Saͤure getunkt worden ſind, 2 wahr⸗ Blaͤt⸗ lichts? daͤuren hrung, ns iſt, doch Saͤu⸗ Blaͤt⸗ dieſe ift die⸗ es von wird, flanze, evor? dieſen ie der Hend⸗ ſung e ge⸗ laͤtter unter⸗ mlauf ; der wand⸗ Heben zeig⸗ fand, en vor Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 27 wahrnimmt; in beiden Faͤllen vergilben und verbleichen ſie. Dieſe Wirkung bringt das Licht hervor, indem es durch den Zuſatz der phlogiſtiſirenden Materie die Mittel zur Verfluͤchtigung im Blatte anhaͤuft. Sonach geht das angehaͤufte Brennbare davon und fuͤhrt die faͤrbende Materie, welche mit ihm die groͤßte Verwandſchaft hat, oder die vielleicht aus ihm zuſammengeſetzt iſt, mit ſich fort. Eben dieſe Wirkung bringt auch die Vitriolſaͤure hervor, indem ſie das Brennbare aus dem Blatte in ſich nimmt, und das Letztere ſeines faͤrbenden Grundſtoffs be⸗ raubt. Dieſen faͤrbenden Grundſtoff veraͤndert gedachte Saͤure auf der Oberflaͤche des Blatts, wie das Braune verraͤth, welches ſie ihr ſogleich gab, und das durch die Verfluͤchtigung, welche ſie bewirkt, bald in Weiß uͤber⸗ geht. Endlich nimmt man wahr, daß das vom Blatte getrennte Brennbare ſich mit der Saͤure verbindet, welche alsdann eine ſchwarze Farbe, welche phlogiſtiſirende Ma⸗ terien ihr allemahl mittheilen, annimmt. Dieſe Erſcheinungen haben mich veranlaßt, unter der Wirkung des Lichts auf dieſe gruͤnen Tinkturen und der Wirkung der Beizen auf das Faͤrben der Zeuge Ver⸗ gleichungen anzuſtellen. Wenn das Licht die gefaͤrbte Fluͤſſigkeit durchdringt und ſich mit ihr verbindet; ſo er⸗ zeugt es einen Niederſchlag, welcher macht, daß die Far⸗ be der Tinktur verſchwindet. Wahr iſt allerdings, daß der Niederſchlag nicht die Farbe hat, welche verſchwun⸗ den iſt, denn er iſt ſtrohgelb, wie die bleichſuͤchtigen Pflan⸗ zen: da aber das Licht den Theil, den es zum Gruͤnfaͤrben der Pflanze hergegeben hat, wieder in ſich nimmt und ſich mit dieſer gruͤnfaͤrbenden Materie der Tinktur verbin⸗ det; ſo erfolgt kein Niederſchlag weiter, als der harzige Bodenſatz, den es gefaͤrbt hatte, und mit dem es weni⸗ ger Verwandſchaft hatte, als mit dem Weingeiſte, darin er aufgeloͤſt worden. Ohne Zweiſel wird in dieſem Au⸗ genblicke durch die Wirkung des Lichts Brennbares los⸗ gemacht, 28 Siebende Abhandlung. gemacht. Indem nun dieſes zu einer neuen Verbindung in der Tinktur Gelegenheit gibt, ſo bringt es die erwaͤhn⸗ te Farbenveraͤnderung und den bemerkten Niederſchlag hervor. Ohne Zweifel trennt ſich auch bei allen Verfah⸗ ren des Faͤrbens, wo ein Niederſchlag erfolgt, Brenn⸗ bares, und macht eine neue Verbindung. Ich theile aber hier nur einen Gedanken mit, den Hr. Macquer viel⸗ leicht ſchon gehabt, gepruͤft und beurtheilt hat, und wird gewiß, wenn er ſeine philoſophiſchen Unterſuchungen uͤber das Faͤrben herausgeben wird, das Publikum hieruͤber belehren. 24. Das Licht hat Einfluß auf die ganze Pflanze. Das Licht wirkt auf alle Theile der Pflanze und zwar unmittelbar auf die gruͤnen Theile und mittelbar auf die Blumen, welche nur in ſo fern fruchtbar ſind, als die Pflanze den Einfluß des Lichts genoſſen hat. Es ſcheint mir ſogar, daß die Pflanzen ſo gebildet ſind, daß ſie ſich mit Brennbaren ſaͤttigen ſollen. Sie leben ſo lange, als ſie welches verbinden koͤnnen, und ſterben, ſo⸗ bald dieſe Verbindung aufhoͤrt, weil das Brennbare reich⸗ lich vorhanden iſt, und alsdann den vegetabiliſchen Koͤr⸗ per, welcher damit uͤberladen iſt, verfluͤchtigt. Sobald als daher die Pflanze, oder die Blaͤtter oder die Fruͤchte zu ſo einem Punkte gekommen ſind, wo ſie die moͤglichſt groͤßte Menge von Saͤften erhalten und die moͤglichſt groͤß⸗ te Menge Brennbares verbinden: ſo veraͤndern die ver⸗ mehrte Gaͤhrung und die uͤberfluͤßigen Saͤfte die Natur der Miſchung; Fruͤchte reifen, kraͤuterhafte Pflanzen ſterben, veraͤndern ihre Farbe, und das Brennbare, als die Urſache ihres Gruͤns, geht fort. Wenigſtens iſt ge⸗ wiß, daß ein an der Sonne getrocknetes Blatt gelb und dann weiß wird, dagegen ein im Schatten getrocknetes ſein gi la F 21 eber 3 nat FI gbeltn rid d ob R E ſes Tu wen (d her tentn Moh tnient baddg: bere a drfo G dan. dung dahn⸗ ſchlag erah⸗ renn⸗ aber viel⸗ wird uͤber ruͤber zwar die die ſind, en ſo 1 ſo⸗ reich⸗ Koͤr⸗ obal uͤchte glichſt groͤß⸗ ver⸗ Natur anzen , als ſt ge⸗ hund enetes ſein Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 29 ſein Gruͤn behaͤlt: aber eben dieſes getrocknete Blatt, das gruͤn iſt, weil es im Schatten getrocknet worden, ver⸗ liert ſein Gruͤn, wenn man es dem Sonnenlichte ausſetzt. Die Bleichſucht wirkt auf die lebendigen Pflanzen eben ſo, wie die Sonne auf die todten. Im erſten Falle mangeln die phlogiſtiſirenden Materien, die das Lcht her⸗ geben mußte, der Pflanze gaͤnzlich: im andern zielen die reichlich vorhandenen phlogiſtiſirenden Materien dahin ab, alle jene darin vorhandene mit ſich fortzunehmen. Es iſt gewiß, daß je ſtaͤrker die Aufloͤſungsmittel der har⸗ zigen Materien phiogiſtiſirt ſind, deſto kraͤftiger wirken ſie. Dieſerwegen entfaͤrbt auch die Sonne die gruͤne Tinktur der Blaͤtter um deſto geſchwinder, je weniger waͤßrige Theile in dem Weingeiſte ſind, in dem ſie aufge⸗ loͤſt worden; weil alsdann weniger phlogiſtiſirende Ma⸗ terien hinzuzukommen brauchen, um das vorhandene Brennbare und die ihm ſo ſtark anhaͤngende faͤrbende Ma⸗ terie zu zerſtreuen. Auch iſt noch zu bemerken, daß ſo— bald als das mit dem faͤrbenden Theile verbundene Brenn⸗ bare nicht weiter entwiſchen kann, kein Entfaͤrben ferner erfolgt, das Mittel, durch welches man verhindert, daß das Brennbare ſich losmacht, mag ſeyn, was fuͤr eins es wolle. Und endlich, da kein Niederſchlag erſolgen kann, ohne daß ſich das Brennbare trennt; ſo beweiſet der Niederſchlag, welcher ſich in der vom Lichte entfaͤrbten Tinktur erzeugt, auch noch die Trennung des Brennbaren. Soll ich zu allem dieſem noch dies hinzufuͤgen, daß ein wenig Vitriolſaͤure in die gruͤne Tinktur geſchuͤttet, ihre Farbe an der Sonne feſt macht; weil ſie das Brenn⸗ bare des Lichts anzieht, weil alsdann die Tinktur mit dem Brennbaren nicht weiter geſaͤttigt iſt und weil ſie deſſen ge⸗ nug annehmen kann, ohne daß eine ſolche Menge davon vorhanden waͤre, welche es zwaͤnge, davon zu gehen. Eben dies ereignet ſich bei einem lebendigen vegetabiliſchen Koͤrper; das Brennbare iſt darin nicht im Ueberfluſſe vor⸗ handen, 30 Siebende Abhandlung. handen, weil es ſich verbindet und es dadurch an ſeiner Stelle feſtgemacht wird. Wenn aber der vegetabiliſche Koͤrper ſtirbt, wenn die Verbindung der Theile aufhoͤrt, wenn zu dem feſtgemachten Brennbaren neues hinzu⸗ koͤmmt: ſo vermehrt dieſes uͤberfluͤßige Brennbare die Fluͤchtigkeit des Gemiſches und die gruͤne Farbe entflieht mit ihm. Die Laugenſalze entfaͤrben die gruͤnen Tinkturen, in⸗ dem ſie das Brennbare von ſeiner Saͤure ſcheiden. Als⸗ dann verdunſtet das Brennbare nebſt der gruͤnen Farbe. Es iſt wahr, dieſes Laugenſalz gibt den gruͤnen Tinktu⸗ ren, die an der Sonne gelb geworden ſind, oder den Tinkturen der bleichſuͤchtigen Pflanzen, die gruͤne Farbe: allein die Schwefelleber, anſtatt ſich zu zerſetzen, erzeugt ſich von neuem. Vielleicht verſtattet das Laugenſalz— indem es die uͤberfluͤßige Saͤure in ſich nimmt, welche das Brennbare figirt,— dem Brennbaren, ſich zu ent⸗ wickeln, und die Tinktur, worin es nicht vorhanden zu ſeyn ſchien, gruͤn zu faͤrben. Doch dem ſei, wie ihm wolle, ſo wiederhohle ich's; ich betrachte alle dieſee— mehr oder weniger wahrſchein⸗ liche— Erklaͤrungen, als ein bloßes Spiel der Einbil⸗ dungskraft, und ſehe mich wohl vor, daß ich darin die Sprache der Matur, die ich nicht deutlich habe leſen koͤnnen, wollte zu leſen geben. E 65 ihem kmn 8 V ſmdes her n des3 I 13 utt dunecb guß Valuc dls Itn on de don pr ſen unG geitoo ſoiell a daß; R b ſonders in ſeiner ubiliſche nufhoͤrt, hinzu⸗ are die entflieht en, in⸗ Als⸗ Farbe. Tinktu⸗ der den Farbe: etzeugt alz— welche Uent⸗ en zu ich's; ſchein⸗ Einbil⸗ in die e leſen Achte Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 31 ——y—— Achte Abhandlung. Beobachtungen uͤber die Blaͤtter von Pflan⸗ zen, welche ſich roth faͤrben, wenn ſie eben abfallen wollen. — — 1. Geſchichte dieſer Bemuͤhung. E⸗ giebt ziemlich viel Pflanzen, deren Blaͤtter, wenn ſie eben abfallen wollen, aus dem Gruͤnen ins Rothe uͤbergehen. Dieſe Erſcheinung hat nicht nur mit der Wir⸗ kung des Lichts auf die Vegetation viel Verwandſchaſt, ſondern auch außerdem noch mit verſchiedenen im vorher⸗ gehenden Aufſatze beſchriebenen Wahrnehmungen. Und dies ſind die Urſachen, die mich bewogen haben, uͤber eine gar zu ſehr vernachlaͤßigte Thatſache Unterſuchungen an⸗ zuſtellen und ſie gegenwaͤrtig bekannt zu machen. Mich duͤnkt, ich ſehe auf allen Erſcheinungen in der Natur mit großen Buchſtaben geſchrieben, daß ſie unter einander in Verbindung ſtehen, und mich daͤucht, man kann immer aus ihnen dieſen Schluß folgern, daß man einen wichti⸗ gen Vortheil uͤber die Natur erhalte, wenn man eins von ihren Verfahren wohl beobachtet hat. Unſre Unwiſ⸗ ſenheit iſt weniger die Tochter unſrer Schwachheit, als unſers Duͤnkels, und die Philoſophen haben weniger darin geirrt, daß ſie unter allen den Thatſachen, die das Schau⸗ ſpiel der Natur ihnen darſtellt, Eine betrachteten, als daß ſie der Triebfeder, welche ſie in Bewegung ſetzen muß, nachſpuͤrten. Die meiſten haben ſich durch eine ſonderbare Halsſtarrigkeit, dieſe Triebſeder der riine hat⸗ 6 64 4 —— 8 “ — 2 4 8 4 — 32 Achte Abhandlung. Thatſache, mit der ſie ſich beſchaͤftigen, anzupaſſen, be⸗ trogen und betruͤgen ſich immer noch. 2. Von den Pflanzen, deren ich mich zu meinen Verſuchen bedient habe. Von den verſchiedenen Pflanzen, deren Blaͤtter aus dem Gruͤnen ins Rothe uͤbergehen, wenn ſie eben abfal⸗ len wollen, werde ich nur die anfuͤhren, mit denen ich Verſuche vorgenommen habe. Unter den Baͤumen und Straͤuchern finde ich die Eiche, den Birnbaum, den Masholderbaum(Viburnum opulus Linn. L' Aubour oder L Aubier), den Weinſtock, den kanadiſchen Epheu(Meniſpermum virginic. Linn. La Vigue du Canada), den gemeinen Granatapfelbaum(Pu- nica granatum Linn. Le Grenadier) und den Berberis⸗ ſtrauch. Unter den kraͤuterhaften Pflanzen habe ich mich bedient des Sumachs(Ahus. Linn. Le Sumac), des gemeinen Klettenkrauts(Arblium Lappa Linn. Le Lapais), des Kuhweizens(Melampyron arvenſe Linn. Le Bled Sara- ſin), der Wolfsmilch(Tithymale), des Amaranths (Amaranthhus Linn. L' Amarante), des Erdbeerkrauts (Fragraria veſca Linn. La Fraiſe), des Robertskrauts (Geranium Robert. Linn. L' Herbe à Robert), und des Leberkrauts(Anemone hepatica Linn. L' Hepatique). Es giebt noch ſehr viele andere Pflanzen, an denen man dieſe Erſcheinung beobachtet. Da ich aber keine Verſuche mit ihnen angeſtellt habe, ſo will ich von ihnen nichts erwaͤhnen. Unterdeſſen halte ich meine Verſuche fuͤr zahlreich genug, um aus ihnen einige zu dieſen Unter⸗ ſuchungen nuͤtzliche Analogien herleiten zu koͤnnen. 3. Ver⸗ 1 3 ds fencuſt ſe ch ſd trenneſs denn c ben 9E birneltt wenſc fäng p zum hu dann g 91 güt we 2 indem 20 2 d uolh uuss äl ſingt dR ds Bhs dun Die onde ge teban g tanengge dies, 3 dereno Srlge deck ſi te in dem 1 verden 8 Senn ſen, be⸗ meinen tter aus nabfal⸗ enen ich Eiche, opunn- k, den n. La n(Du. beris⸗ edient neinen d, des Sara. ranths krauts krauts nd des 9. denen keine ihnen erſuche Unter⸗ Ver⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 33 3. Verſchiedene Beobachtungen dieſer Er⸗ ſcheinung. Die Blaͤtter, die ehe ſie abfallen, ſich roth faͤrben, ge⸗ hen aus dem Gruͤnen ins Rothe nicht eher uͤber, als wenn ſie eben abfallen wollen. In dieſem Zuſtande der Roͤthe trennen ſie ſich ohne einigen Widerſtand vom Zweige, und wenn ſie anfangen, roth zu werden, ſo faͤngt dieſes Faͤr⸗ ben am Blaͤtterſtiele an. Auf den Blaͤttern des Holz⸗ birnenbaums(Pyrus flveſlris Linn. Le Poirier ſauva- geon), die von Inſekten oder ſonſt beſchaͤdigt worden, faͤngt dieſe Roͤthe um die beſchaͤdigten Stellen an zuerſt zum Vorſchein zu kommen. Der Kuhweizen wird erſt dann roth, wenn der Samen anfaͤngt, hervorzukommen. Der Stiel von den rothen Blaͤttern der Wolfsmilch gibt keinen milchichten Saſt mehr, wenn ſich die Blaͤtter roth faͤrben. Die Blaͤtter vom Masholder werden roth, indem ſie vertrocknen. Die Blaͤtter vom Sumach gehen aus dem Gruͤnen erſt ins Gelbe uͤber, dann werden ſie roth und endlich fallen ſie ab. An Blaͤttern, die vorm Abſfallen ſich roth faͤrben, faͤngt die Roͤthe an der Spitze und oft am ganzen Rande des Blatts an, breitet ſich von da weiter uͤber das ganze Blatt, und endlich bis an den Stiel hinunter aus. Die Blaͤtter vom kanadiſchen Epheu und verſchiedene andre werden nur dann roth, wenn ſie der Sonne unmit⸗ telbar ausgeſetzt ſind. Ein ſolches Blatt darf nur von einem einzigen andern Baatte bedeckt ſeyn; ſo verhindert dies, daß keine Roͤthe zum Vorſchein koͤmmt. Es gibt deren ſo gar viele, die blos an ihren ganz unbedeckten Stellen roth ſind, und auf Blaͤttern, die von andern be⸗ deckt ſind, ſieht man die Geſtalt des ſie bedeckenden Blat⸗ tes. Dieſe Spuren bilden die Umriſſe des Schatten, in dem ſie ſich befanden. Alle ſich rothfaͤrbende Blaͤtter werden dies eher, wenn ſie der Sonne ausgeſetzt ſind. Senebier 3. Th. C Die 34 Achte Abhandlung. Die Blaͤtter vom kanadiſchen Epheu, die den Einſluß dieſes Himmelskoͤrpers nicht unmittelbar genieſſen, ver⸗ gilben, ohne ſich roth zu faͤrben, anſtatt daß andre, nach⸗ dem ſie abgefallen ſind, aus dem Rothen ins Gelbe uͤber⸗ gehen. Kurz, die Blaͤtter, welche am ſtaͤrkſten und am geſchwindeſten roth werden, ſind allezeit ſolche, welche der unmittelbaren Einwirkung der Sonne am ſtärkſten ausgeſetzt ſind. Oſt geſchiehts auch, daß viele ſich rothfaͤrbende Blaͤt⸗ ker von Pflanzen vertrocknen, ohne roth zu werden, weil ihnen die Wirkung der Sonne fehlt: oft aber iſt auch dieſe Bedingung nicht hinreichend. Ich habe von kana⸗ diſchen Epheu Zweige abgeſchnitten, andre abgebrochen und wieder andre am Mutterſtamme neben andern Zwei⸗ gen, an denen die Blaͤtter roth waren, haͤngen laſſen: aber die Blaͤtter an den zerknickten Zweigen vertrockneten, und bekamen eine rothfahle Farbe, doch wurden ſie nicht roth. Ohne Zweifel gehoͤrt eine beſondere und auf einan⸗ der folgende Veraͤnderung der Saͤfte, welche im Blatte cirkuliren, dazu. Mir hat es geſchienen, daß an den juͤngſten Baͤumen die Blaͤtter am erſten roth werden. Sie ſind allerdings ſolche, die am geſchwindeſten treiben und bei denen folg⸗ lich auch die Vegetation am geſchwindeſten gehemmt ſeyn muß. Die jungen Schoſſe am kanadiſchen Epheu haben mir immer am erſten geſchienen, daß ſie ſich roth faͤrbten. Die Kaͤlte ſcheint mir die Zeit des Rothfaͤrbens der Blaͤtter nicht zu beſtimmen. Im Auguſt habe ich am Holzbirnenbaum rothe Blaͤtter angetroffen, obgleich die Hitze immer ſehr heftig geweſen war. Die Blaͤtter am gemeinen Klettenkraute und am Robertskraute kann man die ganze Zeit der Vegetation uͤber rothgefaͤrbt finden. Da aber die Blaͤtter nur dann roth erſcheinen, wenn ſie aufhoͤren zu vegetiren: ſo geſchieht es, daß ſo oft als an einer ſich rothfaͤrbenden Pflanze alle alte Blaͤtter, die von Natur 7 Atrt tmds Zun tr uads donn ge nitkeb Jabeb Dͤ rietl dhalſt nur od nimmann weil ſin dh Frrbetni Ie Ghn vs houme 8 Eumdo venige. angefähna 5* ahügen ſr teniger g⸗ dr luſt diſgedſe A ſn iſtunga ſid, 0 Jeh unthen hir mit ſe chen Vom Einfluſſe des Sonnenlichts c. 35 a Natur abfallen wollen, ſitzen, ein jedes von dieſen Blaͤt⸗ , nach⸗ tern dann ſeine Farbe annimmt. be uͤber. Zu bemerken iſt, daß in allen Faͤllen die rothen Blaͤt⸗ und am ter nach Verlauf einer gewiſſen Zeit ihr Roth verlieren, welche dann gelb, und hierauf weiß werden; daß aber die un⸗ tarkſten mittelbare Einwirkung der Sonne dieſe Veraͤnderung der Farbe gewaltig beſchleunigt. eBlär⸗ Die Ribben und der Stiel der Blaͤtter faͤrben ſich well nie roth. Dieſe Beobachtung iſt wichtig; denn da dieſe ſt auch Theile nicht gruͤn gefaͤrbt ſind, ſo folgt daraus, daß es kana⸗ nur allein die gruͤne Materie iſt, welche dieſe Farbe an⸗ brochen nimmt; auch die Stengel vom Kuhweizen faͤrben ſich roth, aeh weil ſie immer gruͤn ſind. die Die obere Seite der Blaͤtter iſt die erſte, welche die nicht Farbe veraͤndert. Oft geht ſie aus einer Nuͤance in die ſnat⸗⸗ andre ͤber, und wird endlich gelb, ehe die untere ihr Blatte Gruͤn verliert; dies nimmt man beſonders am Sperber⸗ baume(Sorbus domeſtica Linu. Le Cormier) und am . Sumach wahr. ErV ſcheint alſo, daß die untere Seite duinen weniger zaͤrtlich iſt. Ich habe auch ſchon die Bemerkung rdings angefuͤhrt, daß ſie holziger iſt, es iſt aber dem noch bei⸗ folg⸗ zufuͤgen, daß ſie der unmittelbaren Wirkung der Sonne nt ſeyn weniger ausgeſetzt und faͤhiger iſt, die Feuchtigkeit aus haben der Luft und die fixe Luft, welche von dieſer Feuchtigkeit rbten. aufgeloͤſt wird, einzuſaugen. ns der Auch iſt nicht zu vergeſſen, daß die Blaͤtter, wenn ich am ſie ſich roth faͤrben, durchſichtiger werden. Ihre Ver⸗ ich die aͤſtungen ſind nicht leicht zu erkennen, ſo lange ſie gruͤn ter om ſind, werden aber ſehr ſichtbar, wenn ſie ſich roth faͤrben. n man inden. Ich muß hier anmerken, daß die Blaͤtter der Ama⸗ enn ſie ranthen bei den verſchiedenen Beobachtungen, die ich als an hier mittheile, eine ſcheinbare Ausnahme machen: denn ie von ſie ſcheinen mit dieſer Farbe noch zu vegetiren; doch iſt zu Natur C 2 merken, 36 Achte Abhandlung. 8 merken, daß dieſe urſpruͤnglich gruͤnen Blaͤtter, wenn ſie 5 ins Rothe uͤbergehen, einige Tage lang dieſe Farbe nebſt 3 ihrem friſchen Anſehen behalten. Unterdeſſen verbleichen V dr6 3 ſie doch bald, wie andre, und ſallen hernach auch wie ſtehr3 andre ab. Da ſie ſaftvoller ſind; ſo brauchen ſie laͤngere n Zeit zum Vertrocknen. Dieſe Roͤthe waͤre alſo an dieſen golen, Blaͤttern immer eine ſtufenweiſe Abnahme, welche ſie erleiden, die aber nicht ſo weit ginge, als an den Blaͤt⸗ Jo tern, die abfallen. V A dß un Endlich gibt es auch viele Pflanzen, deren Blaͤtter ſeumin roth aus ihrer Huͤlle hervorbrechen, und erſt hernach ihr gewoͤhnliches Gruͤn allmaͤhlig annehmen: dergleichen ſind V u der Aprikoſenbaum, der Welſchenußbaum, der Ahorn, V 5. W der Birnbaum. Die Blaͤtter dieſes letztern haben in ih⸗ 9 rer Kindheit und in ihrem Alter einerlei Farbe. V rt de . 4 b te ve 4. Die rothen Blaͤtter ſtoßen, unter Waſſer der er ni Einwirkung der Sonne ausgeſetzt, gar GEt. keine Luft aus. gſtaid Rothe Blaͤtter, die eben abfallen wollen, ſtoßen un⸗ V V Ddas term Waſſer, wenn ſie der Sonne ausgeſetzt ſind, keine in Rer Auft aus, ſie ſind todt, und alle Grundkraft der Vege⸗ V d tation iſt verloſchen. Wir haben aber in der Erſten Ab⸗ Aa handlung gezeigt, daß todte Blaͤtter keine Luft weiter ge⸗ 8 ben, weil ſie keine mehr verarbeiten koͤnnen. V d Ein Blatt vom Regelkraute(La Règle), deſſen gan⸗ 1 zer Rand roth, die Mitte aber gruͤn war, wurde unterm 6 n Waſſer der Sonne ausgeſetzt, aber es war blos der gruͤne„ Theil, welcher zuſt ausſtieß. V „Der rothe Theil der Blaͤtter von der Hauswurz, wel⸗ V d che abſterben, wird ſchlaff und iſt ohne Luſt. Die Blaͤt⸗ mm Wiij ter vom Holzbirnenbaume, welche roth ſind und in gutem mmn, alh Zuſtande zu ſeyn ſcheinen, ſinken im Waſſer unter, und is prr ſchwimmen nicht weiter oben, wenn man ſie drauf legt. 1 — 4 Die V venn ſie be nebſt bleichen ich wie laͤngere dieſen che ſie Blaͤt⸗ Blaͤtter lach ihr en ſind Ahorn, in ih⸗ r der 1 en un⸗ „keine Vege⸗ en Ab⸗ ſter ge⸗ en gan⸗ unterm grüͤne 3, wel⸗ Blät⸗ gutem , und legt. Die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 37 Die rorhen Blaͤtter der Amaranthen machen eine Ausnahme von dieſer Regel, und ſtoßen unterm Waſſer, der Sonne ausgeſetzt, ziemlich viel Luft aus, doch ge⸗ chieht dieſes nur, wenn ſie anfangen, roth zu werden. Wenn ſie aber fortſahren abzunehmen und eben abfallen wollen, ſo geben ſie alsdann keine Luft weiter und ſinken auch im Waſſer unter, wenn man ſie hineinlegt. Ich habe ſchon in der erſten Abhandlung angemerkt, daß junge rothe Blaͤtter ſehr wenig Luft ausſtießen, wenn ſie unterm Waſſer der Sonne ausgeſetzt wurden. 5. Von rothen Blaͤttern, die im Waſſer liegen. Rothe Blaͤtter, die man in Waſſer legt, faͤrben es roͤthlichgelb oder vielmehr ziegelroth. Die rothen Blaͤt⸗ ter der Amaranthen aber faͤrben das Waſſer ganz und gar nicht. Es hat mir geſchienen, als ſingen die rothen Blaͤtter geſchwinder an zu gaͤhren, als die gruͤnen. Die gruͤnen Blaͤtter vom kanadiſchen Epheu habe ich im November ſehen ſich im Waſſer roth faͤrben. Die Blaͤtter von den rothen Ruͤben(Beta hort. rubro rad. rapacen Linn. La Bette- rouge) in ein mit fixer Luft geſaͤttigtes Waſſer gelegt, werden darin gruͤn und faͤrben das Waſſer roth. 6. Von der Wirkung des Weingeiſts auf die rothen Blaͤtter. Die gruͤnen Blaͤtter vom kanadiſchen Epheu verlieren im Weingeiſt ihr Gruͤn und theilen es dem Weingeiſte mit; aber die rothen Blaͤtter faͤrben ihn roth, das gleich ins Pomeranzenfarbige uͤbergeht. C 3 Die 38 Achte Abhandlung. Die rothen Blaͤtter vom Berberisbaume, vom Birn⸗ baume, ſelbſt die Blaͤtter von den Amaranthen geben dem Weingeiſte ebenfalls eine rothe Farbe. Die Blitter von den rothen Ruͤben bekommen, wenn ſie den Weingeiſt roth faͤrben, wieder ein ins Gelbe fal⸗ kendes Gruͤn. Die rothe Farbe des Weingeiſts iſt aber von ſchlechtem Beſtand, dagegen das von dieſen Blaͤttern gefaͤrbte Waſſer ſeine Farbe ziemlich lange behäͤlt. Die Gaͤhrung hat mir in dieſen rothen Blaͤttern viel geſchwinder zu entſtehen geſchienen, als in den gruͤnen. 7. Von der Wirkung der Saͤuren und der Lau⸗ genſalze auf die rothen Blaͤtter. Nothe Blaͤtter, in ein mit Vitrioſſaͤure geſchwaͤnger⸗ tes Waſſer gelegt, verlohren ihre Farbe, welches aber dieſes ſauergemachte Waſſer, und zwar ſehr lebhaft an⸗ nahm. Rothe Blaͤtter, in ein mit feuerbeſtaͤndigem Laugen⸗ falze geſaͤttigtes Waſſer gelegt, wurden nach Verlauf ei⸗ niger Stunden gruͤn und erhielten beinahe ihre vorige Far⸗ be wieder. 8. Von der Wirkung der Saͤuren auf die Tinktur aus rothen Blaͤttern. Schuͤttet man in eine gruͤne Tinktur aus den Blaͤt⸗ tern des kanadiſchen Epheus Vitriolſaͤure, ſo nimmt ſie eine rothe Farbe an, und laͤßt ſehr vielen Selenit, der in ein roͤthliches, im Waſſer unaufioͤsbares„Harz eingewi⸗ ckelt iſt, fallen. Die Tigktur aus den rothen Blaͤttern wird ſchwarz, wenn man Vitriolſaͤure hinzugießt. Der ſelenitiſche Nie⸗ derſchlag ſieht ſchmuzigweis aus. Das Waſſer faͤrbt mittelſt V 2 2 mitsi ich G eitis 31 nen de M grſte A. tie ai Sl K w Pren wd. b ſte 16 6 o 1* tadimts dr at D Bs in bm Sr g ktton w Nf zen Gn geleho 8 Mns d,I 9,2 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 39 n Bi. 88 3 35— mittelſt des Niederſchlags des Harzes das Gemenge roͤth⸗ lich und den Bodenſatz ſchwarz. Der Niederſchlag iſt reichlicher, als bei der gruͤnen Tinktur. ahe Das laugenſalz brachte in dieſer Tinktur beinahe eben ſ due die Wirkungen hervor, als in den Blaͤttern; es machte, 5 daß ſie gruͤn ward. 8 Zlaͤttern ſie g 8 9. Folgerungen. tern viel 1 3 nnen. Die Materie des Zellgewebes der Blaͤtter, welche gruͤn iſt, welche allein den Weingeiſt faͤrbt, und im r Lat⸗ Waſſer unauflöslich iſt, iſt gewiß auch dieſe rothe Mate⸗ Ienn rie, die ſich in den rothen Blaͤttern roth faͤrbt; weil dieſe Farbe der gruͤnen Platz macht. Doch iſt zu gleicher Zeit wahr, daß dieſe Materie bei dieſer Verwandlung einige banger⸗ Veranderung erleidet; weil ſie alsdann das Waſſer ein s aber wenig faͤrbt, welches mit der gruͤnen Materie ſonſt nie ge⸗ iſt an⸗ ſchieht. Es zeigt ſich alſo gleich, wie ich auch ſchon ge— zeigt habe, daß das Blatt gelitten hat und todt iſt, wenn augen⸗ es roth geworden iſt. auf 4 Gleichwohl wird das Zellgewebe des Holzes vom ka⸗ ge Jar⸗ nadiſchen Epheu nicht roth gefaͤrbt, wie das Zellgewebe der Blaͤtter? Dies iſt wahr, und nimmt mich auch nicht Wunder,; weil dieſes Zellgewebe nicht ſo ſtirbt, wie des inktur Blattes ſeines. Das erſtere wird durch das verborgene Lebensprincipium, welches die Pflanzen den Winter uͤber behalten, genaͤhrt: das andre aber iſt ohne Nahrung. Der Blaͤt⸗ Stiel, welcher das Blatt mit dem Zweige verbindet, ver⸗ umt ſie trocknet und trennt ſich von ihm. Es wird daher auch in der in Pflanzen, die gaͤnzlich vertrocknen, als wie der Kuhwei⸗ ingewi⸗ zen und das Klettenkraut, dieſes Zellgewebe des Sten⸗ gels roth, wie das Zellgewebe der Blaͤtter, wenn dieſe Pflanzen ihrem Sterben nahe ſind. Hieraus erhellet chwar ün alſo, daß die Roͤthe ſich uͤber alles, was in gewiſſen Pflan⸗ farbt zen Zellgewebe iſt, ober doch wenigſtens uͤber das ganze mittelſ C 4 Zell⸗ 40 Achte Abhandlung. G Zellgewebe ſolcher Pflanzen, deren Blaͤtter ſich roth faͤr⸗ ben, ausbreiten kann. Aber warum faͤrben ſich nicht alle Blaͤtter an allen Pflanzen roth? Ohne Zweifel deswegen nicht, weil die Blaͤtter der Pflanzen, die roth werden, etwas Eigenes haben, welches dieſe Roͤthe beſtimmt. Ich duͤrfte ziemlich ſtark vermuthen, daß die Saͤure, welche alsdann in den Blaͤttern im Uebermaße vorhanden iſt, die Urſache dieſer Saͤure ſei. Ich habe dazu ſol⸗ gende Urſachen: 1) Junge Blaͤtter, welche weniger gruͤn ſind, als andre, ſcheinen auch ſaurer zu ſeyn. 2) Die rothe Farbe verraͤth in den Pflanzen eine mehr entwickelte Saͤure, wie man an allen rothen Fruͤchten be⸗ merken kann. 3) Rothwerdende Blaͤtter werden fuͤr ſaurer gehal⸗ ten, als nicht rothwerdende. 4) Die vom Lcchte ausgebleichte Tinktur aus Blaͤttern faͤrbt ſich roth, wenn man ein wenig Saͤure hineingießt. Faͤrbt die auf das Blatt gegoſſene Saͤure die Tinktur nicht, ſo ruͤhrt dies daher, weil ſie zu ſchnell wirkt. Sie macht, daß die Tinktur gleich in die letzte Nuͤance der Zer⸗ ſtoͤrung uͤbergeht, ohne erſt durch die andern hindurchge⸗ gangen zu ſeyn. Die rothen Weine ſcheinen ihre lebhafte Farbe der Saͤure des Moſtes, der ſie erhoͤhet, ſchuldig zu ſeyn, gießt man Weinſteinoͤl in ſie, ſo nehmen ſie eine braune Farbe an. 9 Ein weſentliches Oel, welches ein Theil des Har⸗ zes des Zellgewebes iſt, wird vom Weinſteinöoͤle gruͤn und von einer Saͤure roth gefaͤrbt. 6) Die Laugenſalze faͤrben die gruͤnen und vom lichte ausgebleichten Tinkturen gruͤn, beſonders aber die Blaͤt⸗ ter und die Tinkturen aus ihnen. Endlich 5 Nc- ſch a Vunn 1 if ei eift Luf ein wird cinoon gert wir SM ver d die pit ter n dr uni rehna. G V tochs lerenrt n. V und G nicht tu, 7 mong derr ne nad Gn Vn ls nel ind ga um ug gleich, de b daheres daag G toth fär⸗ an allen weil die Eigenes Saͤure, rhanden azu ſol⸗ nd, als te mehr ten be⸗ gehal⸗ aͤttern gießt. inktur Sie er Jer⸗ rchge⸗ bhafte huldig je eine Har⸗ in und lichte Blaͤt⸗ ndlich Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 41 Endlich hat es auch das Anſehen, daß dieſe Roͤthe ſich nur dann zeigt, wenn der Umlauf aufhoͤrt, ſeine Volkommenheit zu haben, wie bei den jungen Blaͤttern, wo er erſt anfaͤngt, und bei den alten, wo er in Verfall geraͤth. Aber alsdann empfangen die letztern keine neuen Saͤfte aus der Pflanze, an der ſie ſitzen, mehr. Die Saͤure iſt mehr entwickelt, weil ſie nicht weiter durch die Saͤfte, welche nicht mehr in die Blaͤtter treten, verduͤnnt wird, die Erſtern dagegen verdunſten. Ueberdies ver⸗ binden dieſe Blaͤtter dann gar kein Brennbares, im Ge⸗ gentheil verdunſtet das in ihnen vorhandene, und ſonach wird die in der Pflanze vorhandene Saͤure nicht weiter verſuͤßt. Folglich muß, wenn meine Idee richtig iſt, die Roͤthe mit der Wirkung der Sonne zunehmen. Letz⸗ tere vermehrt die Ausduͤnſtung, das Vertrocknen und die Verfluͤchtigung der fluͤchtigſten Theile. Die Wirkung der Saͤure wird alſo immer kraͤftiger, weil die weniger verbundene Saͤure ihre ganze Staͤrke wieder annimmt. Es iſt nicht zu zweifeln, daß die rothen Blaͤtter weit trockner ſeyn, als andre, denn ſie ſind bruͤchiger; ſie ver⸗ lieren immer die Waſſertheilchen, welche ſie enthielten, und erhalten deren unendlich wenige wieder. Sollte hierin nicht vielleicht die Urſache liegen, warum die gruͤnen Blaͤt⸗ ter, die ſich einmahl roth faͤrben, nicht roth werden, wenn man ſie gruͤn abſchneidet, ſondern blos ſo wie die andern verwelken? Wenigſtens ſind ſie, wenn die Vegetation nach und nach aufhoͤrt, ihrer Feuchtigkeit nicht beraubt. Werden ſie im Gegentheil gruͤn abgeſchnitten, ſo hoͤrt al⸗ les in dem naͤmlichen Augenblicke auf zu leben. Die Ver⸗ aͤnderung der Saͤfte geſchieht zu gaͤhling, und iſt zu ſtark, um ſtufenweiſe zu erfolgen: das Blatt vertrocknet daher gleich. Koͤmmt die rothe Farbe bei den Wunden, welche die Blaͤtter empfangen, zum Vorſchein; ſo ruͤhrt dies daher, weil der Saft in zu großer Menge durch die Oef⸗ nungen der Wunde herausdringt, oder weil er leichter C 5 und 48 Achte Abhandlung. und uͤberfluͤßiger aus den Stellen, wo er mehr entbloͤße iſt, verdunſtet. Junge Baͤume bekommen ihre Blaͤtter, die ſich roth faͤrben, eher, als aͤltere, weil in ihnen das Harz in ge⸗ ringerer Quantitaͤt vorhanden und die Saͤure weniger ent. wekelt iſt. Da ſie eher treiben, ſo muͤſſen auch ihre Blaͤtter fruͤhzeitiger abfallen. Im Eingange habe ich angemerkt, daß die Blaͤtter, die ſich roth faͤrben, etwas ihnen Eigenes haben. Die Vitriolſaͤure faͤrbt ihre Tinktur roth, bei andern Blaͤttern bringt ſie aber dieſe Wirkung nicht hervor. Es ſcheint, daß da die rothen Blaͤtter minder waͤß⸗ rig ſind, ſie durchſichtiger ſeyn muͤſſen. Das Waſſer, mit Koͤrpern, die es nicht ganz aufloͤſt, vermiſcht, ver⸗ liert ſeine Durchſichtigkeit. Auch hat es den Anſchein, daß da die der Gaͤhrung faͤhigen Theile einander naͤher gefommen und weniger verduͤnnt ſind, ſie eher in Gaͤh⸗ rung kommen muͤſſen, welches uns auch die Erfahrung lehrt. Auch nimmt man wahr, daß die rothen Blaͤtter durchſichtiger als die gruͤnen ſind, und geſchwinder als jene in Gaͤhrung gerathen. Dies ſind alſo die Wahrſcheinlichkeiten, welche viel⸗ leicht faͤhig ſeyn werden, ihre Bekanntmachung zu ent⸗ ſchuldigen. Laßt uns aber unaufhoͤrlich ſagen: es ſind Wahrſcheinlichkeiten, und laßt uns die Thatſachen, die der Natur angehoͤren, von unſern Raiſonnements, welche ſie nicht allezeit beſtaͤtigt, unterſcheiden. Neunte bigen. Grinn glt biel drglich Limn. L. keſtkt Linn. L. te mit des B dt, de Lim.) degeb 6 nur i der 1 Iey Lün. lunder ehn, Vom Einfluſſe des Sonnenlichts c. 43 entbloßt——— ic ui Neunte Abhandlung. in ge⸗ ger ent. ch ihr Von der Buntfaͤrbigkeit der Blaͤtter. 2 r——õ— Zlaͤtter, a 1. Erſcheinungen der Buntfaͤrbigkeit at 2 iann der Blaͤtter. viß⸗ D Buntfaͤrbigkeit der Blaͤtter beſteht in den verſchie⸗ Laſer denen Farben, die ſich auf den Blaͤttern mit der e Hauptfarbe miſchen: ſo ſieht man z. B. auf den dreifaͤr⸗ ghein bigen Amaranthen, daß das Roth und Gelb ſich mit dem dae Gruͤn miſchen und die Blaͤtter dieſer Pflanzen mahlen. Es her 16 4 gäh⸗ gibt viele Pflanzen, die von Natur bunte Blaͤtter haben, rung dergleichen ſind das Haſenoͤhrlein(Bupleurum rotundifol. latter Linn. La Perfoliata foliis pictis), deſſen gruͤne Blaͤtter gelb⸗ p als gefleckt ſind; die Bergpimpinelle(BPimpinella mont ana Linn. La Pimpinelle de montagne), welche gruͤne Blaͤt⸗ ter mit gelben Streifen traͤgt, eine Art der Aloe, an der viel⸗ das Blatt in der Mitte gruͤn iſt und einen gelben Rand nent⸗ hat, der ſchmalblaͤttrige Maͤuſedorn(Kuſcus racemoſus ſind Linn.), welcher gruͤn und gelbe Blaͤtter hat, und endlich „ die die gelb und gruͤne und die weis und gruͤne Salbei. velche Es gibt aber auch Pflanzen, an denen die Blaͤtter nur in gewiſſen Umſtaͤnden bunt werden, dergleichen ſind der Ahorn, die Pharaosfeige(Ficus ſycomorur Linn. Le Sycomore), der Vogelbeerbaum(Sorbus aucuparia Linn. Le Cormier), der Amaranth und der gemeine Ho⸗ lunder(Sambucus nigra Linn. Le Sureau). Dieſe Buntfaͤrbigkeit ſcheint mir ein eigner Zufall zu ſeyn, der nicht ſchlechterdings von der Einwirkung des nte ehs 44 Neunte Abhandlung. Lichts abhaͤngt. Da ſie aber mit allem, was das Faͤr⸗ ben der Blaͤtter nahe angeht, zuſammenhaͤngt: ſo habe ich Gelegenheit gehabt, einigen von ihren Wirkungen nachzuſpuͤren, und alſo es nicht fuͤr unnuͤtz gehalten, von dem, was ſich mir dargeſtellt hat, einen Begriff zu geben. Es ſcheint gleich anfangs ziemlich allgemein einge⸗ raͤumt zu werden, daß die Buntfaͤrbigkeit eine Krankheit iſt, deren Urſache mit den Nahrungsſtoffen der Pflanze 3 d 6 zuſammenhaͤngt. Gibt es Pflanzen, die in einem Boden buntfaͤrbig werden und in einem andern weiter nicht: ſo iſt klar, daß dieſe Buntfaͤrbigkeit ſehr ſtark von der Nah⸗ rung, die der Boden gibt, abhaͤngt. Dies ſehen wir alle Tage an den Amaranthen, und dies iſt auch die Meinung Hrn. Du Hamel's, deſſen Entſcheidung uͤber alle Ge⸗ genſtaͤnde, deren Erforſchung er ſich vorſetzte, und uͤber die er ſein Urtheil faͤllte, von Gewicht ſeyn muß. Was dieſe Meinung noch beſtaͤtigt, iſt der Umſtand, daß die Pflanzen, die ſich gern bunt faͤrben, dies thun, wenn ſie von Pflanzen umgeben ſind, die ihnen den Saft aus der Erde entziehen, den ſie fuͤr ſich einſaugen ſollten. Man nimmt dies beſonders in magerm Boden wahr. An dieſem ungeſunden Zuſtande der Pflanzen laͤßt ſich nicht zweifeln, wenn man bemerkt, wie die Tulpenzwiebeln an Groͤße und Kraft abnehmen, ſo wie ihre Blumen bunt⸗ faͤrbigt werden. Folgendes ſind einige genauere Beob⸗ achtungen uͤber die Buntfaͤrbigkeit des dreifaͤrbigen Ama⸗ ranthen. Die Buntfaͤrbigkeit der dreifaͤrbigen Amaranthen zeigt ſich beſonders gegen den Stiel der großen Blaͤtter zu; die Spitze der Blaͤtter iſt beſtaͤndig gruͤn. Die Roͤthe koͤmmt zuerſt gegen die Ribben des Blatts zu zum Vorſchein. An allen Blaͤttern, die Gelb haben, iſt der Stiel weis, aber an allen, die blos roth und gruͤn ſind, iſt er gruͤn.* Alle ⸗ 4 und a0 gt 30 well 39 14 burd dan tiſ wiet die M. deſſa enz un d nan d da ds Bode diſt 19 Ana ſausgm Paſt dieſe 7e V wütde; ’ di im Fur Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 45 Alle Blaͤtter, die viel Gelb haben, ſind minder groß. Mir ſcheint es, als wenn alle Blaͤtter der dreifaͤrbigen Amaranthen gelb hervorbraͤchen, einige Tage dieſe Farbe behielten und an ihren Spitzen gruͤn wuͤrden; daß aber alsdann wenig Gelb an ihnen uͤbrig bliebe. An jedem Blaͤtterbuͤſchel ſind die aͤußern Blaͤtter gruͤn und roth, die innern aber gewoͤhnlich gelb und roth, auch gibt es deren oft, die blos gelb ſind. Die letzte Farbe, welche ſie annehmen, iſt die gruͤne. Die Amaranthen, welche den Sommer uͤber gar nicht buntfaͤrbig ſind, werden es oſt mitten im Herbſt. Als⸗ dann ſind ſie am ſchoͤnſten bunt. Dies beſtaͤtigte alſo wieder, daß die Bunkfaͤrbigkeit eine Krankheit iſt, da die Kaͤlte, welche die Vegetation in Unordnung bringt, dieſen Zufall beguͤnſtigt. 2. Von der Wirkung verſchiedener Koͤrper auf die Blaͤtter der dreifaͤrbigen Amaranthen. Die rothe Farbe der Amaranthen loͤſt ſich im Waſſer ganz auf, der Weingeiſt aber nimmt ſie ſchwer an. Hat nun das Waſſer dieſe rothe Farbe ausgezogen, ſo findet man den gelben Bodenſatz, den die Natur gibt, und den die Sonne gewoͤhnlich gruͤn faͤrbt. Dieſer harzige Bodenſatz loͤſt ſich, ſo wie der gruͤne Theil, im Wein⸗ geiſte auf. Die rothe, durchs Waſſer aufgeloͤſte, Farbe aus dem Amaranth verſchwindet an der Sonne gleich, wenn ſie ihr ausgeſetzt wird; ſo daß, wenn man wiſſen will, ob das Waſſer den rothen Theil aufloͤſt und ſich davon faͤrbt, man dieſe Aufloͤſung nicht am Lichte machen muß; denn dieſes wuͤrde dieſe Farbe, ſo wie ſie ſich erzeugte, verſchlingen. Dieſe rothe oder violette Farbe dauert eine Zeit lang im Finſtern. Das damit gefaͤrbte Waſſer gaͤhrt ſehr geſchwind, d 46 Neunte Abhandlung. geſchwind, riecht ſehr ſtark und gibt einen ſehr zarten Schleim. Iſt die rothe Farbe dieſes Extrakts am Lichte ver⸗ ſchwunden, ſo findet ſich auf dem Boden des Geſchirrs eeiine gelbe, im Waſſer unaufloͤsliche Materie, und dies iſt der harzige Theil des vegetabiliſchen Koͤrpers, der ſich nicht hat gruͤn faͤrben koͤnnen, und in dem die Saͤure im Ueberfluß vorhanden iſt. Aber warum haben denn nicht die Blaͤtter, die ſo viel Waſſer aus der Atmoſphaͤre einziehen, dieſe rothe, vom Waſſer,— das ſie einziehen,— aufgeloͤſte Farbe, da ſie doch ſo leicht aufzuloͤſen iſt? Vielleicht haben dieſe Blaͤtter dieſes Vermoͤgen vrrlohren. Vielleicht verbindet die Vegetation dieſes Waſſer ſo, daß es dieſe Wirkung hemmt. Die Saͤure der ſixen Luft, welche ſich mit der entwickelten Saͤure zu Hervorbringung dieſer rothen Farbe verbindet, erhoͤhet ſie vielmehr noch und ſigirt ſie. Doch dieſe Thatſache iſt merkwuͤrdig genug, um eine genauere Unterſuchung zu erfodern. Die Blaͤtter der dreifaͤrbigen Amaranthen ſind, die Farbe ausgenommen, den andern ſo gleich, daß man ihre Organiſation nicht ſo zerruͤttet ver⸗ muthen kann, daß ſie das Waſſer, welches ſie umgibt, nicht weiter verſchlucken ſollten. 3. Folgerungen. Dieſe Beobachtungen ſcheinen mir einige von meinen im Vorigen behaupteten Meinungen fuͤglich zu beſtaͤtigen. Sie lehren uns 1) Daß die gelbe Farbe die Grundfarbe der Vegeta⸗ bilien ſei, und daß alle andre beſondere Modifikationen von ihr ſeyn; doch zeigt ſich zu gleicher Zeit, daß die gruͤne Farbe die einzige ſei, die ſich mit ihr innig verbin⸗ det; das Waſſer kann ſie nicht von ihr trennen, wie es die rothe Farbe von ihr trennt. Sollte —-— E Vrrſc lingich ihr dis ſöhen? de hic dann ar dieſen? Blatte 8 Anaue tockne Produn Prode A Dltte urſälti ſin geud ſeuen r den laugi Sääuran! ernoch: lebleu. Herworde derſclag. wid a konmtn tern un der ihn 2 das G. das Gr 5 de mehr de lin un Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 47 Sollte etwan die rothe Farbe im Blatte gar nicht zum Vorſchein kommen, wenn die Blaͤtter nicht mehr hin⸗ laͤnglich phlogiſtiſirt ſind, um die Saͤure zu verſuͤßen und ihr das Vermoͤgen zu rauben, die Farbe zu Roth zu er⸗ hoͤhen? Tritt nicht der hinlaͤnglich phlogiſtiſirte Theil in den hoͤchſten Theil des Blatts, als denjenigen, der als⸗ dann am meiſten geſchwaͤcht iſt, und färbt er nicht dort dieſen Theil, der immer gruͤn iſt, wenn ein Theil vom Blatte gruͤn iſt? Es iſt zu bemerken, daß dieſes Roth an dreifaͤrbigen Amaranthen viel lebhafter iſt, als an Blättern, die ver⸗ trocknen; aber im erſten Fall iſt auch die rothe Farbe das Produkt einer Verbindung, und im andern wuͤrde es das Produkt einer Zerſetzung ſeyn. Meine Hypotheſe zu Erklaͤrung der gruͤnen Farbe der Blaͤtter, indem ich mir die Entſtehung eines Berlinerblaus vorſtellte, wird durch die Erſcheinungen nicht uͤbern Hau⸗ fen geworfen, ſondern ſcheint mir vielmehr dadurch einen neuen Beweis zu erhalten. Dieſe rothe Farbe wird von den Laugenſalzen leicht gruͤn gefaͤrbt, und das in den Saͤuren aufgeloͤſte Eiſen gibt zuweilen eine rothe Farbe. Sonach treffen wir hier wieder die Grundſtoffe des Ber⸗ linerblaus an. Wenn aber die Verbindungen zu deſſen Hervorbringung und die zu Erzeugung dieſes gruͤnen Nie⸗ derſchlags nothwendigen Umſtaͤnde nicht ſtatt ſinden; ſo wird auch die Erzeugung deſſelben gehemmt, und es kommt nicht eher zum Vorſchein, als wenn man den Blaͤt⸗ tern und der Tinktur aus den Blaͤttern den kaliſchen Theil, der ihnen mangelt, zuſetzt. 2) Man ſieht hier, ſo wie an den andern Pflanzen, das Gelbe ins Rothe und dann ins Gruͤne uͤbergehen, das Gruͤn koͤmmt aber allemahl zuletzt zum Vorſchein, weil die zu ſeiner Erzeugung nothwendige Verbindung mehr verwickelt iſt, und es eine vollkommenere Organi⸗ ſation und vollkommnere Saͤfte erfodert. 3) Die 48 Zehnte Abhandlung. 3) Die Sonne iſt nicht vermoͤgend, alle gelbe Theile eines Blatts gruͤn zu faͤrben, wie man an den dreifarbi⸗ gen Amaranthen wahrnimmt. Die Krankheit des Blatts verhindert vielleicht alsdann dieſe Verbindung; die Ver⸗ aͤnderung der Saͤfte entzieht ihnen die natuͤrliche Ver⸗ wandſchaft, die ſie mit dem lichte haben muͤßten, und die das Gruͤn, welches ihre natuͤrliche Farbe iſt, wenn ſie dem Lichte ausgeſetzt ſind, hervorbringen muͤßte. Was endlich 4) nicht laͤnger zu zweifeln erlaubt, daß das Licht aufhoͤrt, ſich in den rothen und gelben Theilen der bunt⸗ faͤrbigen Blatter zu verbinden, iſt der Umſtand, daß dieſe Blaͤtter, der Sonne unterm Waſſer ausgeſetzt, an der gruͤnen Stelle ſo wohl Luft geben, als andre Blaͤtter, der roche und gelbe Theil hingegen nur wenig oder gar keine. Der gelbe Theil aͤhnelt ganz den bleichſuͤchtigen Pflanzen, und der rothe naͤhert ſich den jungen Blaͤttern oder ſolchen, die vertrocknen. . A ———.—— Zehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf die Veraͤnderung der Farbe der Blumenblaͤtter und beſonders der Tinkturen aus ihnen. ¹ D⸗ Blumenblaͤtter feſſeln die Augen aller Menſchen mit Vergnuͤgen an ſich. Ihre niedlichen Formen, ihre anmuthige Zuſammenſtellung, und ihr lebhaftes Ko⸗ lorit ziehen bald unſre Blicke an ſich, und wir wenden ſie ungern ————᷑—᷑—᷑—Q—⸗—·.:.· 3 ungertte ſchet,. kinnerle d Pn den, n. wo dits ſe unſ 10 11 venist tion u Luſt um Soraun ſolmum ſhhegol drers neſhe G geben ff dD aſ dirn dngt 3 difennag Ka n nan 10 ſtrch an ich ige alln m lich nae hat deme b. Jrtbe, ihe H ehh Theile eifarbi⸗ Batts e Ver⸗ e Ver⸗ n, und „wenn muͤßte. s dccht r bunt⸗ ), daß 6zt, an Jlaͤtter, de gat htigen aͤrtern Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 49 ungern von ihnen weg. Sollte alſo wohl der Naturfor⸗ ſcher, der dieſes reizende Schauſpiel genießt, ſie anſehen koͤnnen, ohne ihrer Organiſation nachzuſpuͤren, ohne auf die Palette zu rathen, worauf die Farben zubereitet wer⸗ den, womit ſie gemahlt werden, und auf die Werkſtaͤtte, wo die einnehmenden Farbenmiſchungen geſchehen, die ſie uns ſo ſchaͤtzbar machen? 1. Allgemeine Beobachtungen uͤber die Blu⸗ menblaͤtter. Die Blumenblaͤtter haben mit den andern Blaͤttern wenig Aehnlichkeit. Die Unterſchiede in ihrer Organiſa⸗ tion habe ich dargethan und beobachtet, daß ſie gar keine Luft unterm Waſſer ausſtießen, wenn ſie darunter der Sonne ausgeſetzt wurden. Dieſe Unterſchiede in den Re⸗ ſultaten mußten nothwendig auf welche in ihren Tinkturen ſchließen laſſen, und der Unterſchied der Tinkturen und der Saͤfte mußte die Vermuthung erregen, daß es auch welche in ihrer Zuſammenſetzung, ſolglich in ihren Farben geben muͤſſe. Dieſe Betrachtungen verhindern nicht, daß das licht auf die Farben der Blumenblaͤtter Einfluß habe. Ver⸗ einigt ſich das Licht mit ihren Saͤften; ſo muß es ſie mo— dificiren, und indem es dies thut, ſo kann es Abaͤnderun⸗ gen in ihren Schattirungen verurſachen. Sonach kann man den Pinſel der Matur und ihre Farben in den Licht⸗ ſtrahl, der die Blumenknoſpe erleuchtet, verlegen. Frei⸗ lich iſt wahr, daß die Blumenknoſpe ſich bisweilen mit allen ihren Farben oͤfnet, und daß ſie die Farben gewoͤhn⸗ lich nur dann erhaͤlt, wenn ſie ihrem Maler die Leinwand hat darbieten koͤnnen, die er bemahlen ſollte. Im Finſtern haben die blauen Hyacinthen eine graue Farbe, die violet⸗mordorefaͤrbigen Mohnblumen ſind in ihren Keſchen weis, und die Nelken und Roſen nehmen Senebier 3. Th. D ihre ' 8 l * 7 1 1 8 50 Zehnte Abhandlung. ihre lebhaften Farben nicht eher an, als einige Zeit vor ihrem Aufbluͤhen. Das Licht hat auf ihre Blumenblaͤt⸗ ter durch den Kelch hindurchwirken koͤnnen, ſo wie es ver⸗ muthlich auf das Zellgewebe der Blaͤtter durch das Ober⸗ haͤutchen hindurch wirkt. Wahr iſts, daß man die Bluͤthen des Kaſtanien⸗ baums mittelſt des Vergroͤßerungsglaſes ein Jahr zuvor, ehe die Knoſpe aufbluͤht, mit allen ihren Farben gemahlt, entdeckt. Die meiſten Blumenblaͤtter haben in dieſer Knoſpe eine gruͤne Farbe, eh ſie aufbrechen. Die Blu⸗ menblaͤtter der Bluͤten des Aprikoſenbaums ſind in der Knoſpe roth, und die von den Bluͤten des Pfirſich⸗ und des Apfelbaums purpurfarben: auch der Blumenſtaub iſt in der Knoſpe gefaͤrbt; wie der Baron Gleichen mit ſeinem Vergroͤßerungsglaſe beobachtet hat. Das Licht kann aber ſchon im Finſtern an dem Gemaͤlde gearbeitet haben, das es uns aufſtellen will. Ich kann hieran nicht zweifeln, wenn ich die in ihren Knoſpen gruͤnen Blaͤtter und das unter der Rinde gruͤne Zellgewebe in Erwaͤgung ziehe. Das licht iſt aus ſo feinen Koͤrperchen zuſammen⸗ geſetzt, daß fuͤr ſie die Rinden und die Knoſpenhuͤllen weiter nichts, als ein Gitter ſind, durch welches ſie ſo durchfallen, als wenn gar kein Anſchein von Hindernis vorhanden waͤre. b An den gefuͤllten Blumen bemerkt man gemeiniglich, daß die am meiſten bedeckten Blumenblätter eine zaͤrtere Farbe haben, und daß der Nagel(unguis) oder der un⸗ tre, in dem Boden des Kelchs befeſtigte, Theil der Blu⸗ menblaͤtter weis oder gruͤnlich iſt. Iſt unterdeſſen dieſer Theil bisweilen von dunklerer Farbe, ſo ruͤhrt dies vom Saftbehaͤlter(nectaire) her, deſſen Druͤſen die Feuchtig⸗ keit, die zum Faͤrben beitraͤgt, ausſchwitzen. Die Blumenblaͤtter der Kuͤchenſchelle(Anemone pul- ſatilla Linn. La Coquelourde) ſind ſchwach hellpurpur⸗ farben, wenn man ſie im Finſtern ſtehen hat, werden aber blätten9, ihnen 1 dieleln. che NM ſcöm me 2. Ah 8 herind) trthens Augen Torſt ⸗ 3 ire gers⸗ mihnan 05 datei T8. eum 11 duonkat ben, 3 ich agg Culch. 13 man be ktaut 36) 5b heit bor renbläͤt⸗ es ver⸗ Ober. ſtanien⸗ zuvor, emahlt, dieſer ſe Blu⸗ in der ch⸗ und enftauib en mit 8 Lcht arbeitet n nicht Fatter gung men⸗ uͤllen ſie ſo dernis üglich, zaͤrtere er un⸗ r Blu⸗ dieſer s vom uchti⸗ l9 pul⸗ urpur⸗ verden aber Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 51 aber violet, wenn ſie an die Sonne geſtellt werden. Die Blumen vom Ochſenzungenkraute(Anchuſa Linn. La Bugloſe) ſind in der Knoſpe weis, und faͤrben ſich nach dem Aufbluͤhen roth. Dies iſt aber nicht das, was ich mir eigentlich zu un⸗ terſuchen vorſetzte, ſondern ich wollte dem Einfluß des Lichts auf die, mittelſt des Weingeiſts, aus den Blumen⸗ blaͤttern gezogenen Tinkturen, und die durchs Waſſer aus ihnen erhaltenen Extrakte nachforſchen. Dies wird vielleicht uͤber die Huͤlfsmittel neues Licht verbreiten wel⸗ che die Natur anwendet, unſre Fluren und Gaͤrten zu ſchmuͤcken. 2. Von der Wirkung der Saͤuren und der Lau⸗ genſalze auf die Blumenblaͤtter. Die Schwefelſaͤure, welche alle Blumenblaͤtter bleicht, veraͤndert die weißen und gelben nicht. Den Roſen und rothen Blumen nimmt ſie die Farbe, aber nur auf einige Augenblicke, denn nachher kommen ſie wieder zum Vorſchein. Der Schwefeldampf nimmt den Blumen nicht alle ihre Farben. Die blauen bieicht er und faͤrbt die Raͤnder an ihnen roth. Die violetten faͤrbt er roth. Hr. Becher hat zu Goͤttingen eine Diſſertation in lateiniſcher Sprache unter dem Titel: Specimen chemi- cum ſiſten« experimenta circa mutationem colorum quorundam vegetabilium a corporibus ſalinis, geſchrie⸗ ben, die voller gut angeſtellter Beobachtungen iſt, wie ich aus dem Auszuge erſehe, der im 4ten Stuͤcke von Crells chemiſchen Journal ſteht. Wie man aus ihr erſieht, gab die blaue Farbe, die man durch Digeſtion aus den Blumenblaͤttern des Laͤuſe⸗ krauts(Delphinium Staphiſugria Liun. Le Staphyſai- gre) erhaͤlt, mit den Mineralſaͤuren, ſo wie der Veil⸗ D 2 chenſaft, 5² Zehnte Abhandlung. chenſaft, eine rothe Farbe, die Salpeterſaͤure verwandelte dieſe blaue Farbe in Goldgelb, der ſtaͤrkſte Weineſſig brachte gar keine Veraͤnderung darin hervor, der concen⸗ trirte Eſſig aber faͤrbte ſie roth. Das Saurampf⸗ und das Zitronenſalz brachten gar keine Wirkung darin her⸗ vor. Die Magneſie erzeugte darin eine rothe Farbe, die mehrere Wochen ſtehen blieb. Die Laugenſalze und das Kalkwaſſer faͤrbten dieſen Saft gruͤn, ſo wie die Eiſen⸗ ſafrane und das im Eſſig aufgeloͤſte Eiſen. Vom Sal⸗ miak nahm er eine gelbe Farbe an, und mit Alaun ver⸗ miſcht, wollte er ſich anfaͤnglich gruͤn faͤrben, ward aber bald wieder gelb. Vom Sublimat bekam er eine gelbe Farbe. Der Bleizucker faͤrbte ihn gruͤn und verurſachte einen gruͤnen Riederſchlag, der die Fluͤſſigkeit farblos machte. Der Boray faͤrbte das Gemenge anfangs gruͤn, es ward aber hernach wieder gelb. Vom Sedativſalze erfolgte keine Veraͤnderung darin. Der Brechweinſtein faͤrbte den Saft gruͤn, und ein Gemenge dieſes Safts mit dem Kupfervitriol brachte ein ſeſtes Gruͤn ohne Nie⸗ derſchlag hervor. Aus den Roſen erhaͤlt man durch Digeſtion eine Tink⸗ tur, die von allen Saͤuren roth und von den Laugenſalzen und dem Kalkwaſſer gelb gefaͤrbt wird, ohne durchs Gruͤn durchzugehen. Von einer Eiſenaufloͤſung ward ſie ſchwarz, vom Salmiak kaum gelb, von Alaun roth, von Bleizu⸗ cker gruͤn,— wobei ein gruͤner Niederſchlag erfolgte,— vom Borax gelb, von Brechweinſtein braunroth und von Kupfervitriol gruͤn, welches beſtaͤndig war. Die Blumenblaͤtter des blauen Eiſenhuͤtchens(Aco⸗ nitum napellus Linn. L'Aconit-Napel) gaben durch Di⸗ geſtion eine graue ins Violette fallende Farbe. Dieſe ward von den Mineralſaͤuren in blaſſe Roſenfarbe, von der Salpeterſaͤure in Bleichgelb, vom concentrirten Eſſig und dem Saurampfſalze in ſchwache Roſenfarbe, und von den Laugenſalzen anfangs in Hellgruͤn und hernach in Gelb veraͤndert. Die Cyarnof Fabi dasu ea? hattut ſ auſſtt der Pron 1 e lſchen g gin, 1 niſhunG GebG genſatts. entſten 3. Grinlac fäcdte) ſeEhnn Aaugc. Peränn eine du Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 53 andelte Die mineraliſchen Laugenſalze gaben ein dunkleres eineſſg Gelb. Das Kalkwaſſer faͤrbte dieſes Gemenge gruͤn, concen⸗ welches hierauf ins Gelbe uͤberging. Vom Eiſenvitriol, pf⸗ und dem in Eſſig aufgeloͤſten Eiſen und dem Alaun ward die in her⸗ Farbe gelblichgruͤn, vom Sublimat gelb, vom Bleizu⸗ be, die cker erſt gruͤn und nachgehends gelb, vom Borax eben ſo, nd das vom Kupfervitriol aber gruͤn. Eiſen⸗ Die Blumenblaͤtter von der Kornblume(Centaurea n Eal⸗ Cyani florens marginalibus) gaben durch Digeſtion eine Farbe, die der Farbe des Gerſtenwaſſers glich, aber un ver⸗ d aber durchs Auspreſſen und Reiben ward eine dunkelblaue er⸗ e gelbe zeugt. Die Erſtere ward durch die Mineralſaͤuren leb⸗ rſachte haft roth und durch die Salpeterſaͤure gelb gefaͤrbt, eben 1b ſo auch die Zweite, doch war das Roth ein wenig min⸗ üin⸗ der lebhaft. Der concentrirte Eſſig gab beiden gefaͤrbten ſalze Produkten eine rothe Farbe, welches auch das Saurampf⸗ nſtein ſalz that. Von den Laugenſalzen wurden dieſe beiden Zafts Produkte gelb, vorher aber erſt gruͤn, von den vegetabi⸗ Nie, liſchen Laugenſalzen blaßgruͤn, vom mineraliſchen dunkler⸗ gruͤn, und vom fluͤchtigen blaugruͤn; aber das durch Bei⸗ miſchung des vegetabiliſchen Laugenſalzes hervorgebrachte Tink⸗ Gelb war das dunkelſte, das durch das mineraliſche Lau⸗ ſalzen genſalz erzeugte war es weniger, und das durchs fluͤchtige Grin entſtandene das helleſte. Das Kalkwaſſer brachte ein hwatz Gruͤn hervor, das ins Gelbe uͤberging. Der Eiſenvitriol Zleizu⸗ faͤrbte das Gemenge dunkelviolet, das im Eſſig aufgeloͤ⸗ be,— ſte Eiſen machte es ſchwarz und nachher gelbgruͤnlich. Der nd von Alaun faͤrbte es violet. Der Sublimat brachte gar keine Veraͤnderung darin hervor. Vom Bleizucker entſtand (Ao⸗ eine gruͤn und blaͤuliche Farbe und ein gruͤner Niederſchlag, S di⸗ der nach 14 Tagen eine rothe Farbe bekam. Dieſe Der Borax faͤrbte es gruͤn, welches hernach gelb e, von ward, und der Kupfervitriol gab ihm eine dunkelblaue Eſſ Farbe, die nachgehends ſich in Gruͤn verwandelte. d von Zehn Tropfen Vitriolſaͤure unter 2 Drachmen von Gel der durchs Auspreſſen oder Reiben erhaltenen blauen Tink⸗ D tur Die 3 1 —ʒe 54 Zehnte Abhandlung. tur aus den Bluͤten des Roggens(Secale cereale Linn. La Seigle) getroͤpfelt, faͤrbten ſie roth. Von 6 Tro⸗ pfen Weinſteinoͤl kam aber das Blau wieder zum Vor⸗ ſchein und ward hernach violet. Noch 4 Tropfen mehr faͤrbten ſie gruͤnblau, das nach 24 Stunden gelb ward. Zehn Tropfen von einer mit mineraliſchem Laugen⸗ ſalze geſaͤttigten Lauge faͤrbten eine gleiche Menge vom Gemenge roth; 40 Tropfen bedurfte es, um ſie violet, und Fo ſie blau zu faͤrben: nach 24 Stunden aber hatte das Gemenge eine gruͤne ins Blaue fallende Farbe an⸗ genommen. Von 10 Tropfen des fluͤchtigen Laugenſalzes bekam dieſes rothe Gemenge eine blaue Farbe, die ſich aber nachher nicht aͤnderte. Als dieſes Gemenge mit 10 Tropfen Salpeterſaure gemacht ward, wurden 6 Tropfen Weinſteinoͤl erſodert, es blau zu faͤrben. Als man noch 4 Tropfen hineinfallen ließ, ward es noch dunkler, und nach 24 Stunden hatte es eine graue Farbe erhalten. Als das rothe Gemenge mit der Seeſalzſaͤure gemacht ward, ſo wurden 6 Tropfen Weinſteinoͤl erfodert, es dun⸗ kelblau zu faͤrben; und 35 Tropſen von einer Lauge aus dem mineraliſchen Laugenſalze, um es in violet zu verwan⸗ deln. Von 40 Tropfen ward die Farbe heller, und von 5 Tropfen des fluͤchtigen Laugenſalzes dunkelblau. Aus allem dieſem folgt alſo, daß die Saͤuren und die Laugenſalze die Farbe der Blumen ſchnell aͤndern. Alle Farben werden von der Salpeterſaͤure gelb, die Farben der Roſe ausgenommen, und die gruͤne Farbe wird be⸗ ſtaͤndig von den Laugenſalzen hervorgebracht. Auch erhellt hieraus noch, daß die von den Saͤuren erzeugte rorhe Farbe am Kichte laͤnger dauert, als die blaue, welche natuͤrlich iſt, und daß die Saͤure, indem ſie ale orn leudu V 1uglo a 5 1 git Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 55 b Lim ſie das faͤrbende Brennbare in ſich nimmt, die dunkle 6 Tro⸗ Farbe entzieht, und ſie erſt in Purpur und nachgehends m Vorx in Roth verwandelt. eund Ferner, daß das von den Laugenſalzen hervorgebrach⸗ te Gruͤn ins Gelbe,— welches die Grundfarbe des ve⸗ Laugen⸗ getabiliſchen Koͤrpers iſt,— uͤbergeht, indem das Brenn⸗ ige vom bare, welches in dieſer durch Kunſt hervorgebrachten Far⸗ e violt, be minder innig verbunden iſt, ſich zu zerſtreuen veran⸗ ber hatte laßt wird. arde an⸗ Endlich, daß das Gelbe eine unveraͤnderliche Farbe iſt. Die Saͤuren, die Laugenſalze, ſelbſt das Licht, ha⸗ s bekam ben,— wie wir ſehen werden,— beinahe gar keinen ih aber Einfluß darauf. Ich muß hier nicht vergeſſen, anzufuͤhren, daß Geoffroy in den Mem. de l'Ac. des Sc. fuͤr das Jahr terſäure 1707 ein Mittel beſchreibt, das er ausfuͤndig gemacht, rfodert, alle Farben, von der Fleiſchfarbe an bis zu der violetten nfallen hervorzubringen, und dies durch Digeſtion des fluͤchtigen n hatte Laugenſalzes mit weſentlichen Oelen. emacht 3. Von der Wirkung des Sonnenlichts auf die es dun⸗ mit Weingeiſt aus einigen Blumenblaͤttern uge aus;. derdah gezogenen Tinkturen. und von Die Tinkturen aus den Blumenblaͤttern bereitete ich mir nach eben der Methode, wie jene aus den Blaͤttern, und de auch trug ich dabei Sorge, daß die Gefaͤße mit der Wein⸗ 1. Ale geiſttinktur aus den Blumenblaͤttern im Finſtern ſtehen Jarbe blieben, damit die Wirkung, die das Licht auf ſie aus⸗ nid de⸗ uͤben koͤnnte, aufgehalten wuͤrde. Was die Extrakte anlangt, ſo begnuͤgte ich mich ſie mit kaltem Waſſer im Finſtern zu machen. Sine Die Blumenblaͤtter der Jonquillen faͤrben den Wein⸗ als d geiſt gelb und werden alsdann voͤllig durchſichtig, und indem b D 4 man ſie 4 8 3 4 7* 56 Zehnte Abhandlung. man unterſcheidet an ihnen nichts weiter als die ſtarken Veraͤſtungen des Blumenblatts. Die gelbe Farbe wird an der Sonne heller und bleibt nicht mehr ſo dunkel. Dieſe Blumenblaͤtter truͤben das Waſſer, farben es aber nicht. Die gelben Roſen verlieren im Waſſer ihre Farben und faͤrben den Weingeiſt gelb. Das Kicht wirkt auf ſie ſo, wie auf die Jonqulllentinktur. Die gelben Ranunkeln verlieren in ſehr kurzer Zeit die gelbe Farbe, die ſie dem Weingeiſte mittheilen, nicht nur im Lichte, ſondern auch im Finſtern. Die Blumenblaͤtter der gefuͤllten Veilchen faͤrben den Weingeiſt, in dem ſie liegen, rothgelb und bleichen darin ganz aus. Von der Salpeterſaͤure bekommt dieſe Tink⸗ tur eine rothe Farbe, die, wenn man ſie dem Sonnen⸗ lichte ausſetzt, ins Pomeranzengelbe uͤbergeht. Die Blumenblaͤtter der Veilchen faͤrben das Waſo⸗ ſer nicht. Die Blumenblaͤtter der blauen Schwertlilie(Trir german. Linn. L.'Iris) zeigen eben die Erſcheinungen, wie die von den Veilchen. Die violetten Blumenblaͤtter der Anemone faͤrben den Weingeiſt gruͤn, und das Waſſer, nach 7— 8 Ta⸗ gen, violet. Dieſe Farben verbleichen am Sonnenlichte. Die Blumenblaͤtter der Jeruſalemsblume( Lyjchnis chalcedonica Linn La Croix de Malthe) faͤrben das Waſſer und den Weingeiſt roth, dieſe Farben ſtohen aber am Lichte nicht. Haben aber dieſe Blumenblaͤtter ein bleiches Roth, ſo faͤrbt alsdann die gruͤne Farbe, als die herrſchende im Blumenblatte, den Weingeiſt gruͤn. Gießt man Vitriolſaͤure auf die Tinkturen aus der Jeruſalemsblume und aus der Schwertlilie, ſowohl in ſolche, welche dem lichte ausgeſetzt worden, als auch in ſolche, die im Finſtern geſtanden; ſo iſt die Farbe in der von dieſen Tinkturen am lebhafteſten, die im Finſtern ge⸗ ſtanden a m. 4 len 3 ſunrn ( An on 2: bl a5 teſtan 1 M 1 d bi g M dl Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 57 ſain ſtanden hat. Das Licht aber bleicht nachgehends die bei⸗ Dij den Tinkturen, welche die Sonne nicht figiren kann, euch 4 gleich ſtark aus. Karben Die rothe Farbe, welche man erhaͤlt, wenn Vitriol⸗ tauf ſe ſaͤure in eine Tinktur aus der morgenlaͤndiſchen Amaryllis (Amarnyllis Orient. Linn. Le Lys de Salomon), die vorher an der Sonne geſtanden, gießt, ward an der Sonne noch zer Zeit blaͤſſer, als das Gemenge, davon die Tinktur der unmit⸗ n, nicht telbaren Einwirkung des Sonnenlichts nicht ausgeſetzt geweſen. Sahn Die Tinktur aus den purpurrothen Ranunkeln, die ⸗ man Pivoines nennt, geht nach 3 Stunden aus dem Gel⸗ 1 did⸗ ben ins Roſenfarbene uͤber, und wenn ſie in die Sonne zonnen⸗ geſtellt wird, bleicht ſie nach 15 Stunden ganz aus. Die Tinktur aus dem Safran ging an der Sonne aus Woaſ⸗ 5 4 dem Rothgelben ins Zitrongelbe uͤber. (i⸗ Die Blumenblaͤtter der Roſe bleichen im Weingeiſte ungen, den Augenblick aus, faͤrben ihn aber nicht, doch faͤrbt er ſich gleich roth, wenn man ihm eine Saͤure zuſetzt. Im rben Waſſer behalten dieſe Blumenblaͤtter mehrere Tage ihre gTa⸗ Farbe, ohne das Waſſer zu faͤrben. ichte. Die Blumenblaͤtter der Tulipanen faͤrben das Waſſer Ichnis nicht, wohl aber den Weingeiſt, und ihre Farbe iſt et⸗ n das was feſt. en aber Die Staubfaͤden der Tulipanen faͤrbten den Weingeiſt ter ein ſogleich roth, im weſentlichen Lavendeloͤle aber machten als die ſie gar keine Veraͤnderung. Dem Waſſer gaben ſie eine 1 violette Farbe, die von der Vitriolſaͤure ſehr erhoͤht ward. d der Die weißen Roſen faͤrben den Weingeiſt gruͤn, die ohl in Farbe vergeht aber bald. uch in in der en ge⸗. 41 d5 4. Von tanden 1n 1 1 5 1 2 4. 3 1 1 .S — 58 Zehnte Abhandlung. 4. Von einer beſondern Erſcheinung eines oftma⸗ ligen, auf einander folgenden, Faͤrbens und Entfaͤrbens einiger Blumenblaͤtter. Die Blumenblaͤtter der Damascener Roſe(oſa da- maſcena Linn. La Roſe de Damas) faͤrben den Weingeiſt ziegelroth. Iſt aber dieſe Tinktur nur einige Minuten der Wirkung des gewoͤhnlichen Lichts ausgeſetzt, ſo nimmt ſie ein ſchoͤnes Violet an, ob ſie gleich nicht mehr uͤber den Roſenblaͤttern ſteht, von denen ſie ihre erſte Farbe er⸗ halten hatte. Gleichwohl wird auch dieſes Violet nach einigen Tagen von dem Lichte, welches es hervorgebracht hatte, zerſtoͤrt. Trockne oder friſche Blaͤtter von dieſen Roſen in Weingeiſt gelegt, werden darin ſogleich weis, und dieſes Weis faͤllt ins Gelbe. Gleichwohl haben ſie ihre lebhaf⸗ ten Nuͤancen nicht auf immer verlohren, denn ſetzt man ſie in ſolchem Zuſtande der freien Luft und dem Lichte aus, ſo nehmen ſie darin ihre erſte Faͤrbung wieder an. Dieſe Veraͤnderung erfolgt noch weit geſchwinder, wenn dieſe ausgeblaͤſten und mißfaͤrbigen Roſenblaͤtter der unmittelbaren Wirkung der Sonne ausgeſetzt ſind, als wenn blos das gewoͤhnliche Tageslicht auf ſie faͤllt. Es duͤrfte wohl ſcheinen, daß im erſten Falle dieſe Roſen⸗ blaͤtter der Sonne die ſchoͤnen Farben wieder entriſſen, die ſie bereits von ihr empfangen hatten. Doch iſt dieſes Faͤrben weit ſchwaͤcher und erfolgt langſamer, wenn die vom Weingeiſte ausgeblaͤſten Ro⸗ ſenblaͤtter unter einem Glaſe in phlogiſtiſirter Luft dem Sonnenlichte ausgeſetzt ſind, und aller Zutritt der aͤußern Luft durch Waſſer oder Queckſilber abgeſchnitten iſt. Als⸗ dann kann dieſes Roſenblatt, anſtatt jener ſchoͤnen Pur⸗ purfarbe, die es in freier Luft und am Lichte wieder an⸗ nimmt, weiter keine andre, als ein ins Gelbe fallendes Roth haben. Wird oftma⸗ und oſa Na. eingeiſt Ninuten nimmt hr uͤber arbe er⸗ et nach ebracht ſen in dieſes ſebhaf⸗ man aus, nder, er der „als Es doſen⸗ die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 59 Wird ein ſolches vom Weingeiſt ausgebleichtes Ro⸗ ſenblatt unter einem undurchſichtigen Geſchirr in phlogiſti⸗ ſirte uft gebracht, und dabei der aͤußern Luft aller Zutritt durch Waſſer oder Queckſilber verwehrt; ſo wird das Faͤr⸗ ben noch weit ſchwaͤcher ſeyn und langſamer erfolgen, als im vorhergehenden Falle. Die Farbe, welche dieſe im Weingeiſte farblos ge⸗ wordenen Roſenblaͤtter wieder annehmen, wenn ſie, ſo ent⸗ faͤrbt, unter einem undurchſichtigen Geſchirre, das mit Waſſer oder Queckſilber geſperrt iſt, in gaͤnzlicher Finſter⸗ nis liegen, iſt allemahl gelblich, wie in phlogiſtiſirter Luft. Unter einem mit Waſſer geſperrten Geſchirre, das auf dem Boden eines Zimmers ſtand, nahm das vom Weingeiſte entfaͤrbte Roſenblatt eine roͤthlichgelbe Farbe an. Wird ein auf ſolche Weiſe ausgebleichtes Roſenblatt im Waſſer an die Sonne gebracht, und zwar ſo, daß es angefeuchtet iſt und das Licht blos durchs Waſſer em⸗ pfaͤngt; ſo werden die Farben, die es alsdann wieder an⸗ nimmt, ſehr ſchwach ſeyn. Ein entfaͤrbtes Roſenblatt ins Waſſer gelegt, faͤrbte ſich nicht wieder, obgleich die mit Waſſer angefuͤllte Fla⸗ ſche, in dem es lag, in einem Gefaͤße mit kochendem Waſſer eingetaucht ſtand. Sonach duͤrfte es ſcheinen, daß die Waͤrme nicht ganz allein zu dieſer Veraͤnderung beitrage. Legt man aber ein farbloſes Roſenblatt in eine leere und trockne Flaſche und ſetzt ſie in ein Gefaͤß voller Waſſer, ſo erſolgt das Faͤrben an der Sonne ſogleich, obgleich das auf das Blatt wirkende Licht durch das um⸗ gebende Waſſer fallen muß. Die Hitze des kochenden Waſſers wird dieſes entfaͤrbte Roſenblatt in der leeren und trocknen Flaſche faͤrben, aber bios die Stelle des Blatts, welche an der Flaſche anliegt. Iſt Waſſer oder Feuchtig⸗ keit in der Flaſche, ſo kann die Hitze des kochenden Waſ⸗ ſers das Roſenblatt nicht ferner faͤrben. Aber ¶seAe 60 Zehnte Abhandlung. Aber das Faͤrben ſolcher vom Weingeiſte ihrer Farbe beraubten Roſenblaͤtter erſolgt unendlich viel geſchwinder am Lichte, als wenn ſie, wie ich bereits geſagt, der Hitze des kochenden Waſſers ausgeſetzt ſind, obgleich die Hitze, die ſie alsdann ausſtehen, nicht voͤllig ſo ſtark iſt, als wenn ſie im heißen Waſſer ſelbſt liegen. Unterdeſſen iſt doch auch zu bemerken, daß das Licht zu Bewirkung die⸗ ſes Faͤrbens nicht unumgaͤnglich nothwendig iſt. In ei⸗ nem finſtern Orte, wo die Luft ſtreichen kann, nehmen dieſe entfaͤrbten Roſendlaͤtter ihre Farben wieder an, doch in ſolchem Falle erſt nach mehrern Stunden. Werden aber dieſe entfaͤrbten Roſenblaͤtter unter ein ganz kleines undurchſichtiges Gefaͤß gelegt und dabei alle Gemeinſchaft mit der aͤußern Luft gehemmt, ſo faͤrben ſie ſich nicht wie⸗ der: werden ſie aber nachher, ſelbſt nach mehrern Stun⸗ den, in die Sonne gebracht, ſo nehmen ſie doch darin ihre Farben wieder an. Legt man endlich zwei vom Weingeiſte ausgebleichte Roſenblaͤtter ans Licht, und zwar ſo, daß eins das andre bedeckt, ſo faͤrbt ſich das bedeckte Blatt auf der Stelle, wo es bedeckt iſt, nicht, das bedeckende hingegen nimmt ſeine ganze Farbe wieder an, und ſo auch das bedeckte an ſeinen unbedeckten Stellen. Das Faͤrben des vom Weingeiſte ſeiner Farbe beraub⸗ ten Roſenblatts faͤngt zuerſt an den Raͤndern an. Viel⸗ leicht vertrockneten ſie da am erſten. Die Farbe geht da bald ins Violette uͤber und breitet ſich hernach bis zu den großen Rippen aus. Dieſe Roſenblaͤtter, welche im Sonnenlichte ihre Farbe wieder angenommen haben, nachdem ſie vom Weingeiſte farblos gemacht worden, verlieren ſie von neuem, wenn ſie in Weingeiſt gelegt werden, und faͤrben ihn wieder. Der Anblick dieſer Erſcheinung brachte mich auf den Einfall, die Mittel aufzuſuchen, wodurch die faͤrbende Materie ν er Farbe hwinder der Hitze ſe Hie, iſt, als eſſen iſt ung die⸗ In ei⸗ nehmen n, doch Werden kleines einſchaſt ct wie⸗ Stun⸗ darin leichte andre Sötelle, immt ete an eraub⸗ Viel⸗ eht da zu den e ihre e vom te von faͤrben uf den bende ſaterie Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 61 Materie zu erſchoͤpfen oder wieder zum Vorſchein zu kom⸗ zen, verhindert wuͤrde. Da ich die Wirkung des Waſ⸗ ſers, dieſem Faͤrben der vom Weingeiſte entfaͤrbten Blu— menblaͤtter zu widerſtehen, kannte; ſo fiel mir ein, ſie ins Waſſer zu tauchen und ſie darin lange waͤſſern zu laſ⸗ ſen, ehe ich ſie ins licht braͤchte. Sie nahmen auch als⸗ dann ihre Farben nicht wieder an, ſo lebhaft auch die Sonne auf ſie gewirkt hatte. Ferner fand ich noch, daß wenn ich die entfaͤrbten Blumenblaͤtter einige Tage ſo im Weingeiſte liegen ließ, ſie darin das Vermoͤgen, ſich von neuem an der Sonne zu faͤrben, verlohren, beſonders wenn 3—4 mahl fri⸗ ſcher Weingeiſt zugegoſſen wurde. Die Abnahme der Farbe, weſche die farbloſen Blumenblaͤtter an der Sonne wieder annehmen, und die Laͤnge der zu Bewirkung des Faͤrbens erfoderlichen Zeit ſteht allezeit mit der Laͤnge der Zeit, in der dieſe Blaͤtter im Weingeiſt liegen, und mit der Menge des Weingeiſts, in den man ſie legt, oder mit der Zahl des Zugießens des friſchen Weingeiſts im Verhaͤltniß. Doch dieſe Reſultate ſind noch nicht umſtaͤndlich ge⸗ nug; hier ſind alſo genauere Umſtaͤnde. Ich muß ſagen, es koͤnnte geſchehen, daß ſie einem Beobachter nicht eben ſo erſchienen, als ich ſie beſchreiben will, weil dies von der Beſchaffenheit des Blumenblatts und des Weingeiſts und von der Menge des Letztern, die man zu dieſem Ue⸗ berguſſe nimmt, und von der Laͤnge der Zeit, da das Blumenblatt darin gelegen haben kann, ferner von der Intenſion des kichts und der Waͤrme, die auf das Blu⸗ menblatt, das den Letztern ausgeſetzt iſt, wirken, abhaͤngt. Ich habe alſo wahrgenommen, daß die abgeriſſenen, vom Weingeiſte entfaͤrbten, und aus dieſem Geiſte in dem Augendlicke, da ſie vollkommen entfaͤrbt waren, wie⸗ der herausgenommenen, Roſenblaͤtter ihre ganze Farbe in 1 „ 62² Zehnte Abhandlung. in der Luft und in ſtarkem Sonnenlichte, nach Verlauf einer Viertelſtunde, wieder annahmen; daß ſie, wieder in den Weingeiſt gelegt und dadurch ausgebieicht, und dann der Luft und dem Lichte wieder ausgeſetzt, 2 Stunden zu⸗ brachten, ehe ſie ſich wieder faͤrbten. So bemerkte ich ferner, daß die naͤmlichen Blumenblaͤtter, abermals vom Weingeiſte entfrbt, nur eine ziemlich ſchwache Farbe wieder angenommen hatten, nachdem Licht und luft 7 Stunden lang auf ſie gewirkt hatte, und endlich, daß ge⸗ dachte Blaͤtter, von neuem im Weingeiſt, in den ſie wie⸗ der gelegt worden, gelbgefaͤrbt, keine andre Farbe wieder annahmen, als die von duͤrrem Laube(feuille morte). Die Blumenblaͤtter des erſten Entfaͤrbens nahmen ihre Farbe im Finſtern unter einem weiten Geſchirr wieder an: aber die von den folgenden Entfaͤrbungen nahmen ihre Farbe darin ferner nicht an. Hierbei hatte ich Gelegenheit, einen merkwuͤrdigen Umſtand zu bemerken, und das iſt dieſer: Die Blumen⸗ blaͤtter, welche ihre Farbe im Finſtern unter einem großen Geſchirre wieder annahmen, faͤrbten ſich unter einem un⸗ durchſichtigen, mit Waſſer geſperrten, Geſaͤße weit ſpaͤ⸗ ter, und unter einem kleinen, mit Queckſilber geſperrten, Geſchirre gar nicht. Man begreift leicht, daß die Blu⸗ menblaͤtter weder das Waſſer noch das Queckſilber beruͤh⸗ ren duͤrfen; man muß ſie in ein Uhrglaͤschen legen, das oben ſchwimmt und eine, der erwarteten Veraͤnderung ſchaͤdliche, Beruͤhrung verhindern. Die nach ihrer Entfaͤrbung getrockneten und alsdann blos ans Licht gebrachten Blumenblaͤtter faͤrben ſich ge⸗ ſchwinder, als jene, die man ſogleich, als man ſie aus dem Weingeiſte genommen, ans licht bringt. Ohne Zweifel ſchadet das im Weingeiſte vorhandene Waſſer die⸗ ſem Faͤrben, oder es wird erfodert, daß es ſich verſtreue, eh dies Faͤrben wirkt. In dieſem Falle faͤrben ſich die Blumen⸗ Blum⸗ wenn! Eöllte wegnel neuelt in dect △ d die eine thun en bläta: Baſſ (Ceun Farc in i riele Farte wiedt, d ku, dom Verlauf dieder in nd dann nden zu⸗ erkte ich ais vom e Farbe uſt?7 daß ge⸗ ſie wie⸗ ewieder orte). nahmen wieder nahmen rdigen umen⸗ roßen m un⸗ t ſpaͤ⸗ eerten, Blu⸗ beruͤh⸗ , das derung lsdann ſich ge⸗ ſie aus Ohne ſer die⸗ ſtreue, ich die umen⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts c. 63 Blumenblaͤtter geſchwinder, wenn man ſie abwiſcht, als wenn mans nicht thut, ihre Farbe aber iſt minder lebhaſt. Sollte wohl das Abwiſchen einige faͤrbende Theile mit wegnehmen? Die trocknen und in der Sonne ſich gefaͤrbten Blu⸗ menblaͤtter faͤrben allezeit den Weingeiſt violet, wenn man ſie hineinlegt, ſie geben ihm aber nicht die ziegelrothe Far⸗ be, wie die von der Roſe abgepfluͤckten. Die Sonne ſelbſt veraͤndert die Farbe der Roſen, indem ſie ſie trock⸗ net, dunkelt die Farbe. Der Weingeiſt, welcher von denen in der Sonne getrockneten oder geſaͤrbten, und von neuem im Weingeiſte ihrer Farben beraubten Blumen⸗ blaͤttern geſaͤrbt iſt, bekoͤmmt alsdann eine dunklere Far⸗ be, ſie verſchießt aber nach 4— 5 Minuten, und der ge⸗ faͤrbte Geiſt wird hierauf wieder vollkommen durchſichtig. Die Sonne gibt den Roſenblaͤttern ihre im Weingeiſt verlohrne Farbe nicht wieder, wenn das Licht durch den Weingeiſt hindurch auf ſie wirkt; ſie zerſtoͤrt ſie vielmehr in dem Maaße, als ſie ſich darin erzeugt. Die Blumenblaͤtter der Damascener Roſen ſind nicht die einzigen, welche dieſe Wirkungen hervorbringen; ſie thun es aber nur auf die merklichſte Art. Die Blumen⸗ blaͤtter der gemeinen Roſe, der Balſamine(Impatiens Balſamina Linn. La Balſamine), der Storchſchnabel (Geranium), der roſenrothen Nelken(Oeillet roſe), der Flammenblume(Phlox) leiden eben die Veraͤnderungen in ihren Farben. Die blauen Blumenblaͤtter, oder ſolche, die leicht viele und leicht faͤrbende Materie geben, nehmen ihre Farbe, wenn ſie ſie im Weingeiſt verlohren haben, nicht wieder an. Die bunten Blumenblaͤtter, als wie die von den Nel⸗ ken, faͤrben ſich in der Sonne nicht wieder, nachdem ſie vom Weingeiſte entfaͤrbt worden. Die geſtreifte Oale welche 64 Zehnte Abhandlung. welche nicht ſo durchſichtig iſt, als die andern, und wo die faͤrbende Materie in groͤßerm Ueberfluſſe vorhanden zu ſeyn ſcheint, iſt beſonders die, welche ihre Farbe nicht wieder annimmt, oder doch am wenigſten und am ſeltenſten. 5. Folgerungen. Aus meinen Verſuchen erhellet, daß nicht alle Blu⸗ menblaͤtter Gummiharze enthalten; es gibt deren mehrere, welche das Waſſer gar nicht faͤrben, als wie die Blumen⸗ blaͤtter von den Jonquillen, Roſen ꝛc. Ich mache die Bemerkung, daß die Saͤure die Tink⸗ turen aus den Vegetabilien, ſo wie die Extrakte, roth faͤrbt; woraus folgt, daß das Harz ſie gegen die Wir⸗ kung der Saͤure nicht ſchuͤtzen kann; daher we den die Blaͤtter roth, wenn die Saͤure, welche ſie enthalten, von dem Brennbaren, das ſie empfangen, nicht ferner ver⸗ ſuͤßt wird. Daher theilt auch die verſuͤßte Saͤure dem Harze aus dem Franzoſenholze eine blaue Farbe mit. Auch laͤßt ſich hieraus noch weiter ſchließen, daß der faͤrbende Theil nicht immer weſentlich mit dem Harze ver⸗ bunden iſt, weil man ihn in den Extrakten findet, und weil die Saͤuren und das licht auf ihn wirken, wenn er auf ſolche Art im Waſſer aufgeloͤſt iſt, ſo wie wenn er nebſt ſeinem Harze im Weingeiſte aufgeloͤſt worden. Ich zweifle uͤbrigens doch nicht, daß dieſe gummicht⸗harzigen Farben, indem ſie ſich im Waſſer aufloͤſen, Harztheile mit ſich wegnehmen; es ließe ſich alsdann aber immer ſa⸗ gen, daß die Menge des Harzes eben nicht brauche be⸗ traͤchtlich zu ſeyn, um den faͤrbenden Theil zu entwickeln. Die Blumenblaͤtter der violetten Anemonen beweiſen, daß die Farbe der Blumen nicht beſtaͤndig eine einfache Farbe ſei, ſondern eine zuſammengeſetzte. Dieſe Blu⸗ menblaͤtter faͤrben den Weingeiſt gruͤn und das Waſſer . violet; ſhde fffait ſepe Fardn ln, Bm ten? ¹ ſie Ä Es Mf ben mitit fin mg ii Ae „ ſeſiu ire 41t. FärpoG Au fatlon dit 5 Wag ds nitdin in dibe aleng ntene g deJm lineman bendern und dan un erſ: Sar und wo orhanden erbe nicht ktenſten. le Blu⸗ mehrere, Blumen⸗ die dink⸗ de, roth die Wir⸗ den die en, von er ver⸗ e dem t. aß der ze ver⸗ , und denn er denn er u. Ich arzigen rztheile mer ſa⸗ che be⸗ ickeln. weiſen, infache 2 Blu⸗ Waſſet violet; Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 65 violet; ſonach waͤre der gruͤne Theil harzig und der andre ausziehbar. Farben, die an der Sonne ſehr verſchießen, laſſen ſich durch einige Tropfen Saͤure feſt machen; denn dieſe figirt das Brennbare und folglich auch die Farbe, welche ſie hervorbringt. So vergeht zum Beiſpiel die violette Farbe, welche die Roſenblaͤtter dem Weingeiſte mitthei⸗ len,— ſo wie die gruͤne, welche dieſer Geiſt von den Blaͤttern bekoͤmmt,— an der Sonne in einigen Minu⸗ ten, die Saͤure aber figirt dieſe Farbe, und macht, daß ſie der Wirkung der Sonne mehrere Monate lang trotzt. Es duͤrfte alſo wohl den Anſchein haben, daß dieſe faͤr⸗ bende Materie der Blumenbläͤtter, in dieſer Betrachtung, mit der faͤrbenden Makerie der Blaͤtter Aehnlichkeit habe. Es iſt klar, daß die Saͤure durch ihre Verbindung mit dem Brennbaren, Letzteres verhindert, davon zu ge⸗ hen. Sie figirt ſich alſo mit ihm auf der Oberflaͤche, die ſie ſebt und mit der ſie eine ſtarke Verwandſchaft hat, ihre Quantitaͤt muß aber ſo beſchaffen ſeyn, daß ſie den Koͤrper, den ſie faͤrben ſoll, nicht zerſtoͤren koͤnne. Aber warum entzieht das Licht, das doch die Tinktur farblos macht, dem Blumenblatte ſeine Farbe nicht? Es zeigt ſich ſogleich, daß der faͤrbende Grundſtoff mit dem Weingeiſte nicht innig verbunden iſt, und daß, ſobald das Licht auf ihn wirkt, er ſich von ihm trennt, um ſich mit dem Lichte zu verbinden. Dies ſcheint um deſto mehr in der Wahrheit gegruͤndet zu ſeyn, weil das Entfaͤrben allemahl von einem Niederſchlage begleitet iſt, der eine neue Verbindung mit einem neuen Weſen vorausſetzt, das die Zuſammenſetzung durch eine eigene Verwandſchaft mit einem ſeiner Beſtandtheile trennt: alsdann wird der faͤr⸗ bende Grundſtoff der Tinktur mit einmahl niedergeſchlagen, und da kein Niederſchlag ohne Scheidung des Brennba⸗ ren erfolgt; ſo ſolzt ferner hieraus, daß dieſes Entfaͤrben Senebier 3. Ch. E in 66 Zehnte Abhandlung. in einem Gefaͤße nicht geſchehen kann, das mit brennba⸗ rer, oder einer ſehr geringen Quantitaͤt gemeiner Luft,— die ſich bald mit Brennbarem fſaͤttigen und weiter keins in ſich nehmen koͤnnte,— angefuͤllt iſt. In dem Blumenblatte aber iſt der Fall nicht ſo. Der durch die Vegetation ſich immer wieder erzeugende Grundſtoff entwickelt ſich nur, wann das Licht ihn verfluͤch⸗ tigt; auch verhaͤlt ſich die Dauer der Farbe der Blumen⸗ blaͤtter wie die zu entwickelnde Menge dieſes faͤrbenden Grundſtoffs. Man ſteht, daß dieſer faͤrbende Grundſtoff bei der Reihe der auf einander folgenden, durch den Wein⸗ geiſt bewirkten, Entfaͤrbungen und der durch die Wirkung des Lichts wieder hergeſtellten Faͤrbungen ſich unaufhoͤrlich erneuert; denn dieſer faͤrbende Grundſtoff iſt im Blumen⸗ blatte vorhanden, weil der Weingeiſt ihn aus demſelben herauszieht. Er iſt auch dann noch darin zugegen, wenn der faͤrbende Grundſtoff der Oberflaͤche des Blatts vom Weingeiſte aus ihr herausgezogen worden, weil er ans der rothgelben in die violette Farbe uͤbergeht, wenn die Sonne von neuem auf ihn wirkt, und wenn dieſe Fok⸗ ge von Entfaͤrbungen durch den Weingeiſt und von Faͤr⸗ bungen durchs Licht oft wiederhohlt wird. Was erfolgt alſo? Der Weingeiſt loͤſt gleich den auf der Oberflaͤche entwickelten faͤrbenden Theil auf, und er kann nicht ſo ge⸗ ſchwind auf den faͤrbenden Theil, der vom Lichte nicht ent⸗ wickelt iſt, wirken, weil er mit dem lichte verbunden ſeyn muß, wenn er ſeine Schattirungen(nuances) und Ver⸗ wandſchaft mit dem Weingeiſt haben ſoll; daher kann auch dieſes vom Weingeiſte ausgebleichte Blumenblatt ſich von neuem am Lichte faͤrben. Wahr iſts, daß wenn das Blumenblatt lange im Weingeiſte liegt, die faͤrbende Materie ſich darin aufloͤſt, aber gießt man alsdann fri⸗ ſchen Weingeiſt zu, ſo kommt dieſe Farbe nur dann zum Vorſchein, wenn man eine Saͤure hineingießt. Zu derlil i Solhr dar 1 gelbtu⸗ meragh wer be aus 1h lſts dinne ben, 1 mit S vond— nit pe. borige f. Ma 6☛ den in entfem Bug lette ge natg VWei 1 ohne g Bun dus d dem ſi brennba⸗ Luſt,— er keins in nicht ſo. rzeugende verfluͤch⸗ Blumen⸗ faͤrbenden Hrundſtoff den Wein⸗ Wirkung aufhorlich Blumen⸗ demſelben zugegen, 3 Blatts weil er t, wenn ieſe Fol⸗ von Faͤr⸗ s erfolgt berflaͤche iht ſo ge⸗ nicht ent⸗ nden ſeyn und Ver⸗ aher kann umenblatt daß wenn faͤrbende dann fti⸗ dann zum Z4 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 67 Zu vergeſſen iſt nicht, daß der Weingeiſt dieſen faͤr⸗ benden Theil der von der Blume abgepfluͤckten Blaͤtter er⸗ ſchoͤpft; wenn ſie aber noch an der Pflanze ſitzen, ſo wer⸗ den im Blumenblatte ſelbſt eigne Saͤſte zu unaufhoͤrlicher Hervorbringung dieſes faͤrbenden Theils, der ſich beſtaͤn⸗ dig verfluͤchtigt, zubereitet. Was mir dies um deſto wahrſcheinlicher macht, iſt der Umſtand, daß alle, an der Sonne vertrocknenden, Blumenblaͤtter bald ihre Farben verlieren und die Farbe des duͤrren Laubes annehmen. Daß der faͤrbende Grundſtoff durch die Wirkung des Sonnenlichts auf einige Blumenblaͤtter verfluͤchtigt werde, daran iſt nicht zu zweifeln: weil dieſe Saͤure in die roth⸗ gelbe Tinktur aus den Veilchen und den Jeruſalemsblu⸗ men gegoſſen, darin eine ſchwaͤchere Farbe entwickelt, wenn dieſe rothgelben Tinkturen der Einwirkung des Lichts ausgeſetzt ſind, als wenn man ſie hat im Finſtern ſtehen laſſen. Wenn man auch ſonſt die Verfluͤchtigung der Tinktur verhindert; ſo verhindert man auch ihr Entfaͤr⸗ ben, dies mag nun geſchehen, indem man das Gefaͤß mit der Tinktur,— wenn es vorher ganz voll gefuͤllt worden,— recht wohl verſtopft, oder indem man es mit phlogiſtiſirter Luft anfuͤllt, wie ich bereits in meiner vorigen Abhandlung uͤber die gruͤne Tinktur aus den Blaͤttern, angefuͤhrt habe. Was mir endlich dieſe Meinung ziemlich zu bekraͤfti⸗ gen ſcheint, iſt der Umſtand, daß die vom Weingeiſte entfaͤrbten und hierauf von der Sonne wieder gefaͤrbten Blumenblaͤtter, alsdann dem Weingeiſte eine dunkelvio⸗ lette Farbe geben, dagegen die Blumenblaͤtter in ihrem natuͤrlichen Zuſtande ihn nur ziegelroth faͤrben. Der Weingeiſt iſt es nicht, der dieſe Wirkung thut, weil er ohne Farbe iſt und auf alle beide wirkt: folglich iſt es das Blumenblatt, welches ſeiner Farbe beraubt worden und aus dem das licht eine neue Farbe entwickelt, die, in⸗ dem ſie mit ihrer ganzen Kraft,— da ſie, ſeit ihrer Ent⸗ . 2 wicke⸗ 68 Zehnte Abhandlun wickelung, nicht durchgearbeitet worden iſt,— auf den Weingeiſt wirkt, ihm alle Fär⸗ ung, die ſie zu enthalten vermag, mittheilt, und dieſe Farbung iſt dunkler, weil ſie ſtaͤrker phlogiſtiſirt iſt; doch iſt ſie fluͤchtiger und geht weit geſchwinder davon, als die andre. Wahr iſt, daß viele Blumendlaͤtter in ihren Huͤllen ſchon gefaͤrbt ſind, eh ſie den Einfluß des lichts empfan⸗ gen haben, aber die Verbindung des dichts in den Saͤf⸗ ten der Pflanze, die ſich zu dieſer wichtigen Erzeugung vereinigen, nebſt der Wirkung des Lichts ſelbſt durch die Knoſpenhuͤllen durch, ſind zu Erzeugung dieſes Faͤrbens,— das in dieſer Huͤlle dem Vergehen nicht ſo unterworfen iſt, wie wenn es der unmittelbaren Einwirkung der Sonne aus⸗ geſetzt iſt,— hinreichend. Ueberdies haben die Knoſpen beſtaͤndig eine dunkle Farbe, die wenig Strahlen zuruͤck⸗ wirft, und deren viele durchſallen laͤßt, die ohne Zweiſel zu Erzeugung dieſer harzigen Materie,— welche man beſonders in den Befruchtungsorganen antrift,— noth⸗ wendig ſind. Dies iſt vielleicht auch die derfaüde warum Baͤume in unſerm Lande, die das ganze Jahr durch im Gewaͤchshauſe eingeſchloſſen ſind, darin weder Bluͤten noch Fruͤchte hervorbringen, wie Hr. Muſtel in ſeinem Traité ſur la vegetation beobachtet hat. Hr. de la Folie bemerkt im Journal de Phyſique fuͤr den Nov. 1774, daß der Theil von den Roſen, wel⸗ cher vom Schwefeldampfe ausgebleicht worden, in einer kaliſchen Lauge eine gruͤne, und in den Saͤuren eine rothe Farbe angenommen habe, woraus offenbar folgt, daß da der Dampf von der Schweſelſaͤure, oder die mit dem Brenn⸗ baren verbundene Saͤure, die Roſe bleicht, dies dadurch geſchehen muß, daß die Fluͤchtigkeit des färbenden Theils auf der Oberflaͤche des Blumenblatts vergroͤßert wird, dagegen die Saͤure allein,— indem ſie dieſes Brennbare in ſich nimmt, oder es auf eine Art, die der im 23ſten Püßhäi der 2uen Abhandlung erwaͤhnten, aͤhnlich iſt, nieder⸗ 9 1 nied ſh Lülm gäſac dr wit 12 dE ſeth 113 uſange I kekmm. fe ta bain. ktslGi ſtm pſem wenn llanS Paruru da r uts lon ſti ſr les⸗ daugek NM 1h ent alem jung, auf den enthalten ler, weil und geht n Huͤllen empſan⸗ den Saͤf⸗ rzeugung durch die bens,— orfen iſt une aus⸗ Kneſpen zuruͤck⸗ Hweiſel he man — noth⸗ warum irch im Bluͤten ſeinem yſique en, wel⸗ in einer ne rothe daß da Brenn⸗ dadurch nTheils t wird, ennbare 3ſten lich iſt nieder⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 69 niederſchlzat— darin dieſe Farbe entwickelt, welche die Blumenblaͤtter ſaͤrbt. Sonach ſehen wir, daß der Weir⸗ geiſt, der das Blumenblatt ausbleicht, als phlogiſtiſiren⸗ der Koͤrper wirkt, ſo wie die Schwefelſaͤure. Das icht wiekt freilich nicht als eine Vitriolſaͤure, aber es bringt dieſelbe Wirkung hervor, weil es, indem es ſich mit dem ferbenden Theile des Blumenblatts verbindet, darin den roſenrothen Niederſchlag, der das Blatt faͤrbt, erzeugt. Die vom Schweſeldampſe gebleichten Roſenblaͤtter kekommen in einer kaliſchen Lauge eine gruͤne Farbe. Soll⸗ te dies nicht daher ruͤhren, weil ſich alsdann ein Berliner⸗ blau erzeugt. Die eiſenartigen Theile des Blumenblat⸗ tes ſind um deſto geneigter, ſich blau oder gruͤn niederzu⸗ ſchlagen, je eine groͤßere Menge von Brennbaren ſie em⸗ pfangen haben: daher nehmen auch Blumenblaͤtter, die weniger phlogiſtiſirt ſind, eine gelbliche Farbe an. Es erſcheint offenbar, daß wenn die Saͤuren die blauen Farben der Vegetabilien roth faͤrben, dies durch Verduͤnnung ihres Brennbaren und durch Verminderung der Menge, welche ſie davon enthalten, oder eigentlich der Menge, welche ſich die Saͤure davon zueignet, ge⸗ ſchieht, wie Hr. Opoix in der 2ten Abtheil. des gten Theils des Journal de Phyſique gezeigt hat; dagegen die Laugenſalze ſie nur oft in gruͤn verwandeln, weil die Menge des Brennbaren, die ſie den blauen Tinkturen rauben, geringer iſt, als jene, welche die Saͤuten ihnen entziehen; aber dies iſt wieder eine natuͤrliche Folge von allem, was ich geſagt habe. Dieſerwegen ſind auch die jungen Blaͤtter, andrer wenig harziger und wenig phlogi⸗ ſtiſirter Pflanzen, gelb wie die bleichſuͤchtigen oder roth, und dieſerwegen gehen auch dieſe Farben, ſo wie ſich das Harz erzeugt und ſich phlogiſtiſirt, ins Gruͤne und zuwei⸗ len ins Blaue uͤber. Ich unterfange mich zwar nicht, der weiſen Vor⸗ ſehung meine Einſichten beizulegen, doch ſcheint's mir, E 3 daß 70 Zehnte Abhandlung. daß ſich die Blumen bei Aufgang der Sonne oͤfnen, und daß ſie ſich nach ihrem lichte drehen, geſchehe deswegen, damit ſie des Lichtes ganze Wirkung genießen, und damit dieſes durch ſeine wohlthatigen Strahlen ihre Liebe anfeuern und den Samen, der in ihnen gebildet wird, zubereiten koͤn⸗ ne. Vielleicht werden ſogar die, alsdann geoͤſneten, Sa⸗ menhuͤlſen von des lichtes wirkſamen Theilchen durchdrun⸗ gen, die gallertartige Feuchtigkeit, die ſie enthalten, wird dadurch erhitzt; und da ſie nun weniger waͤßrig iſt, reiz⸗ barer; ſie iſt dann gewiß harzig gemacht worden ‚weil ſie im Waſſer gerinnt. Vielleicht bildet ſie mittelſt dieſer ausgetrockneten Feuchtigkeit den kraſtvollen Blumenſtaub, welcher den, zu dieſer Entwicklung zubereiteten, Keim ent⸗ wickeln ſoll. Zum wenigſten ſcheint es, man koͤnne nicht laͤugnen, daß dieſer Blumenſtaub ſehr reizbar ſei. Baron Gleichen hat geſehen, daß er ſich im Weingeiſte be⸗ wegte... Hier verſtumm' ich: huͤten wir uns, die erhabenen Werke der ewigen Weisheit durch die Traͤu⸗ mereien eines nachdenkenden Koöpfes zu verlaͤſtern. Laßt uns in der Stille, aber mit Ehrfurcht, bewundern, mit auf⸗ merßſamen Auge beobachten, und mit Behutſamkkeit unſer Urtheil ſaͤllen. Wiſſen wir aber die uns beſchaͤftigende Erſcheinung nicht zu erklaͤren; ſo laßt uns, doch mit Ent⸗ zuͤcken, den Namen Gottes mit großen Zuͤgen darin ge⸗ ſchrieben leſen und die Stimme hoͤren, die aus ſeinen Werken ſpricht, welche unſer Lob und unſern Dank hei⸗ ſchen, da ſie uns auffodern, durch unſre Lobgeſaͤnge die bezaubernde und allgemeine Harmonie, wodurch die ganze Welt gebildet iſt, zu vollenden, Ihn fuͤr ihren Urheber zu erkennen und ſeine erhabneren Vollkom⸗ menheiten zu preiſen. 1 Eilfte V A 1 V D u 4 10 teri s den u b Frt imd 2 heulele löbhe riffele Lät Enrit denß AMau dew BAd Frun finden V roth, ftuh 6 hen n. „ und daß en, damit nit dieſes euern und eiten kͤn⸗ eten, Sa⸗ urchdrun⸗ ten, wird iſt, rei⸗ den, weil felſt dieſer menſtaub, Kein ent⸗ önne nicht Varen geiſte be⸗ uns, die ie Traͤu⸗ . Laßt mit auf⸗ eit unſer fftigende nit Ent⸗ darin ge⸗ is ſeinen dank hei⸗ bgeſäͤnge durch die fuͤr ihren ollkom⸗ Eilfte Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 71 — ——O———.———’—— Eilfte Abhandlung. —x Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf das Faͤrben der Fruͤchte. Noͤdem wir bemerkt haben, daß das Licht die Farbe der Hoͤlzer, der Blaͤtter, der Blumenblaͤtter und verſchiedener Tinkturen aus Vegetabilien aͤndert; ſo war es natuͤrlich, daß wir auch auf den Gedanken geleitet wur⸗ den, zu unterſuchen, ob nicht die ſchoͤnen Farben der Fruͤchte vielleicht auch das Werk des Himmelskoͤrpers ſeyn duͤrften, der ſie uns bewundern laͤßt. 1. Vom Faͤrben der Fruͤchte. Die Pfirſchen, die weißen Schmalzbirnen(Poire beurée blanche), einige Kirſchenarten ꝛc. nehmen ihre lebhaften Farben nicht anders an, als wenn, indem ſie reiffen wollen, ſie von der Sonne getroffen werden: die Blaͤtter, welche, wenn ſie ſie bedecken, die unmittelbare Einwirkung der Sonne von ihnen abhalten, entziehen ih⸗ nen ihre Farbe: man ſieht ſogar, wie die Umriſſe dieſer Blaͤtter auf den Fruͤchten abgezeichnet ſind, und wie ſie dem Beobachter die Grenzen vorzeichnen, welche dieſe Blaͤtter dem Lichte vorſchreiben. Bedeckt man dieſe Fruͤchte mit einem ausgeſchnittenen Stuͤcke Stanniol, ſo findet man, daß alle unbedeckte Stellen der Haut ganz roth, die andern bedeckt gebliebenen hingegen nur blos ſtrohgelb ſind. Steckt man Weintrauben, die eine violette Farbe ha⸗ ben muͤſſen, in eine Papierduͤte oder gar in eine Flaſche E 4 aus 72 Eilfte Abhandlung. aus ſchwarzem Glaſe; ſo nehmen ſie darin blos eine graue JFarbe, die man Rebhuͤnerauge(oeil de perdrix) nennt, an. Die unreifen Fruͤchte, die ſich nicht roth faͤrben, ver⸗ lieren ihr Gruͤn, wenn ſie reiffen, die meiſten werden gelb; aber dieſe Farbe wird auch ohne Einwirkung der Sonne hervorgebracht, ſie beſchleunigt ſie blos. Viele Winterbirnen, als wie die Eis, oder Glasbirne(la Vir- gouleuſe) werden im Keller gelb, ſo auch die Zitronen. Dieſe Farbe ſcheint ganz das Werk der Gaͤhrung und der Zerſtreuung des Brennbaren, welches von der Wir⸗ kung des Lichts beſchleunigt wird, wie ich bereits oft an⸗ gemerkt, zu ſeyn. Wenn die Birnen noch jung, folglich klein ſind, ſind ſie durch und durch gruͤn: dieſe Farbe verſchwindet aber gegen den Mittelpunkt der Birne, ſo wie ſie groͤßer waͤchſt. Sollten wohl dieſe Theile vom Lichte zu weit entfernt ſeyn, um ſeinen Einfluß zu genießen? Sollten ſie ſich wohl als⸗ dann in dem Zuſtande bleichſuͤchtiger Pflanzen befinden? Sollte wohl dieſe Bleichſucht zur Vollkommenheit der Frucht nothwendig ſeyn? Ich habe etwas davon in mei⸗ ner aten Abhandlung beruͤhrt, und weiß hier nichts neues zuzuſetzen. 2. Verſuche uͤber die Haut der Fruͤchte. Die rothe Haut der Pfirſchen faͤrbt den Weingeiſt und das Waſſer roth, letzteres aber nur ein wenig. Die weiße Haut der naͤmlichen Fruͤchte theilt dem Weingeiſt eine gruͤne Farbe mit. Wenn die rothe Haut der Pfirſchen vom Weingeiſt iſt ausgebleicht worden, und man legt ſie an die Sonne, ſo bekoͤmmt ſie ihr Roth wieder, und zwar faſt eben ſo leb⸗ haft, als zuvor, wie ich dies an den Blumenblaͤttern der Provinz⸗ ſenm beſc bla, Pibe 1 müm weni dan s ue0 Deet nicht⸗ 4 Cfän 7 1. u (ingd ſe i wine ine graue perdti) ben, ver⸗ 1 werden kung der . Vieele ( Vir. Zitronen. ung und der Wir⸗ 5 oft Ch⸗ ind, ſind det aber waͤchſt. nt ſeyn, ohl als⸗ inden? eit der in mei⸗ 3 neues . eiſt und ilt dem geiſt iſt nne, o o leb⸗ ern der rovinz⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 73 Provinzroſe(Noſa provincialis Linn. La Roſe de Pro- vins) entdeckt habe. Die ſogenannten Blutpfirſchen(Peche ſanguine) faͤr⸗ ben den Weingeiſt ganz dunkelroth, das Waſſer aber nur roͤthlich. Der den Kern umſchließende rothe Theil der Pfirſchen faͤrbt den Weingeiſt roth, truͤbt das Waſſer blos, ohne es zu faͤrben, verliert aber darin ſelbſt ſeine Farbe. Die Farbe der Pfirſchenhaut gleicht in allen die⸗ ſen Betrachtungen der Farbe der Roſenblaͤtter, die ich beſchrieben habe. Dieſe Haut beſteht, wie dieſe Roſen⸗ blaͤtter, aus harzig⸗gummigen Theilen, auf welche der Weingeiſt allein mit einiger Kraft wirkt. Die Haut der Birnen iſt ebenfalls auch harzig⸗gum⸗ micht, wenn die Birnen reif ſind, aber gaͤnzlich harzig, wenn ſie unreif ſind. Das Fleiſch ganz reifer Birnen gibt dem Weingeiſt faſt gar keine Farbe; ſind ſie aber ganz unreif, ſo iſt dieſes Fleiſch auch ſo harzig, als die Haut. Dies iſt die Wirkung der Gaͤhrung, doch ich will mich nicht wiederhohlen. Die Haut der Aepfel und ihr Fleiſch bieten dieſelben Erſcheinungen dar. Die rothe Haut der Pflaumen faͤrbt den Weingeiſt roth. Von der gelben Haut dieſer Fruͤchte bekoͤmmt er eine gelbe Farbe, und die rothe, vom Weingeiſte, den ſie gefaͤrbt hatte, ausgebleichte Haut nimmt ihre Farbe wieder an, wenn man ſie in die Sonne legt. Dieſe rothe Haut der Pflaumen faͤrbt das Waſſer ein wenig roth und die weiße dieſer Fruͤchte gelb. Auf den beſchaͤdigten Stellen der Pflaumen findet man bisweilen ein durchſichtiges im Waſſer voͤllig ſich aufloͤſen⸗ des Gummi. Dies wuͤrde alſo anzeigen, daß die Farbe E 5 in G 8 7 1 — 24 Eilfte Abhandlung. in dem harzig⸗gummichten Theile figirt iſt, weil die der ſchadhaften Stelle zunaͤchſt anliegenden Stellen ihre Farbe und ihr Harz verlieren. Vielleicht iſt das Harz vom Gummi nur an Menge des Brennbaren,— welche im Letztern viel geringer iſt,— verſchieden? Wenigſtens iſt gewiß, daß die Gaͤhrung die Harztheile zerſtoͤrt, indem ſie das Brennbare verfluͤchtigt; die Reife iſt aber ein Anfang der Gaͤhrung, die das Brennbare verfluͤchtigt, und macht, daß es zum Faͤrben der Fruͤchte mit dient. Wenn aber das Brennbare ſich verfluͤchtigt, ſo hoͤrt es auf ein Beſtandtheil des Harzes zu ſeyn, es verwandelt es alſo in ein Gummi und auch dieſes verſchwindet wieder, wie das Harz, wenn die Frucht fault und das Brennbare ſich zerſtreut. Ich kann hier nicht unterlaſſen, die Sorgfalt der weiſen Vorſehung zu bewundern, welche die Fruͤchte mit einer im Waſſer unaufloͤslichen Haut uͤberzieht, und ſie ſonach vor der Zerſtoͤrung, die Regen und Luftfeuch⸗ tigkeit unvermeidlich machen wuͤrden, ſchuͤtzt. Ange⸗ nehm und Nuͤtlich; dies iſt eine von den allgemeinen Vorſchriften der Natur. Dieſe Fruchthaut, welche vom Harze ſo vieler ſchoͤner Farben empfaͤnglich gemacht wird, wird durch ihr Harz zu einer Huͤlle, welche ſie ge⸗ gen den Einfluß der aͤußern Feuchtigkeit deckt und vor den Wirkungen der kleinen, zum Reifen nothwendigen, Gaͤh⸗ rung ſchuͤtzt... O welch eine Tiefe der Weisheit Gottes! Dieſes ſchwache Gewebe widerſteht zwei maͤch⸗ tigen Feinden, und hemmt gleichwohl die wohlthaͤtige Einwirkung der Sonne nicht! Der große Meßkuͤnſtler, ſagt Plato, hat alles nach Maaß und Gewicht gemacht. 3. Verſuche mit gefaͤrbten Tinkturen der Fruͤchte. Der dunkelrothe Saft aus den ſchwarzen Kirſchen verliert ſeine Farbe, wenn er an die Sonne geſetzt wird. Die ſ0 ſche lurgt A WO den veril 4 N 1 i ni * mir: dr d dechlt⸗ an Ar Unek ſen un 81 l die der dre Farle atz vom velche im enigſtens t, indem aber ein fluͤchtigt nit dient. hoͤrt es rwandelt t wieder, rennbore falt der Fruͤchte bt, und ftfeuch⸗ Ange⸗ meinen welche emacht ſie ge⸗ und vor n, Gaͤh⸗ eisheit ei maͤch⸗ thäͤtige —ͤnſtler, macht. der Kirſchen 1 wid. Die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 75 Die Weingeiſttinktur aus dieſen Kirſchen wird aber von der Sonne nicht angegriffen, weil der Ueberfluß des Brennbaren darin eine ſchnelle Abnahme der Farbe ver⸗ hindert. Wird dieſe Tinktur mit einem Laugenſalze niederge⸗ ſchlagen; ſo bekoͤmmt ſie eine gruͤne Farbe, die aber in kurzer Zeit wieder vergeht. Die rothen Johannisbeeren, die Hollunder⸗ und Nachtſchattenbeeren loͤſen ſich im Waſſer auf. Vom Weingeiſte erhalten ſie eine lebhaftere Farbe, die von den Saͤuren erhoͤht und von den Laugenſalzen in Purpur verwandelt wird. Die Schießbeeren(Rhamnus catharticus Linn. Le Nerprun) faͤrben das Waſſer, welches ſie aufloͤſt, gruͤn. In wohlrectificirtem Weingeiſt und in Oelen loͤſen ſie ſich nicht auf. Gegenwaͤrtige Arbeit iſt blos ein Entwurf, es war mir aber unmoͤglich, ſie weiter zu treiben. Von Seiten der Faͤrbekunſt betrachtet, koͤnnte ſie zu gluͤcklichen Ent⸗ deckungen Veranlaſſung geben, mir aber mangelts ſowohl an Talenten als an Muße, ſo wichtige und ſo ſonderbare Unterſuchungen anzuſtellen; aber Hr. Macquer bereitet ſie uns ohne Zweifel in der Stille ſeines Muſeums zu, und ſein Werk uͤber die Faͤrbekunſt, wird meine und der Kuͤnſtler Wuͤnſche erfuͤllen. Zwoͤlfte 76 Zwoͤlfte Abhandlung. — 2 — .—— — Zwoͤlfte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf die Veraͤnderung verſchiedener Pflanzentheile, e derer bisher noch nicht Erwaͤhnung geſchehen. ——— 1. Von den Kernen und Nuͤſſen. Bii Anſtellung der vorhergehenden Verſuche habe ich Gelegenheit gehabt, andre zu machen, die einige Verwandſchaft mit jenen haben, und die ich glaube, hier beſchreiben zu muͤſſen. Aprikoſenkerne und ihre Haͤutchen gaben dem Wein⸗ geiſte gar keine Farbe, die holzartige Schale aber faͤrbte ihn ſtark. Dieſes Holz und das Kernhaͤutchen geben Harztheile, enthalten aber auch viele ausziehbare. Der Weingeiſt dringt binnen 2 Tagen bis an den innern Kern der Aprikoſe; das Waſſer laͤßt ſich nach 5 Tagen darin ſpuͤren, braucht aber deren 7, um bis in den innern Kern ſelbſt zu dringen. Das ſchwarze Haͤutchen der Birnenkerne iſt weder im Waſſer noch Weingeiſte aufloͤsbar. Ich habe ſie laͤnger als einen Monat in dieſen beiden Fluͤßigkeiten liegen ge⸗ habt, ohne daß ſie davon merklich waͤren angegriffen wor⸗ den. Hier folgt alſo, daß dies ſchwarze Haͤutchen die Farbe darin nicht veraͤndert, das zweite faͤngt aber als⸗ dann an, im Waſſer zu gaͤhren. Das 8 den Huts in Act9e 5 geitg (em Annete ung s V Aber gege gde Deu der 0 Kam ſciet hesſ alm V ſchwe don ſ V ſorder Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 77 Das Oberhaͤutchen des Samenkorns fault nicht, ſon⸗ dern dehnt ſich mit dem Pflaͤnzchen aus, und ſeine erſte Haut fault nur ſehr ſchwer in der Erde. Man bemerkt, daß es noch die Samenhaͤlften der Schminkbohnen be⸗ deckt, wenn ſie aus der Erde hervorkeimen. f die Das rothe Haͤutchen der Piſtacien faͤrbt den Wein⸗ eile geiſt roth. Das Ruͤßchen gibt im Waſſer eine Milch (emulſion), und faͤrbt den Weingeiſt gruͤn. Die Farbe der Schminkbohnen veraͤndert ſich am Lichte. Ihre rothen Bohnen nehmen darin eine rothfahle Farbe an. Vieleicht wirkt das Licht auf ſie in der Erde, indem es ſich mit den Saͤften, welche ſie durchdringen, verbindet. abe ich Laßt uns nicht aufhoͤren, die Fuͤrſorge der weiſen einige Vorſehung in Erhaltung und Vollendung alles deſſen, , hier was ſie entwickelt, zu bemerken. Sie ſchuͤtzt den Samen gegen das Waſſer, welches ihn in Faͤulung bringen wuͤr⸗ 1 de, wenn es ihn gleich in zu großem Uebermaaße durch⸗ Vein⸗ draͤnge. Indem aber das Waſſer die fuͤr daſſelbe beſtimmten cirbte Kanaͤlchen allmaͤhlig durchdringt, beguͤnſtigt es die Gaͤh⸗ geben rung, welche die wirkende Urſache der Vegetation iſt. b Der Aber dies iſt noch nicht alles. Der innere Kern muß auch dnern gegen die Feuchtigkeit, welche ihn in der Frucht umgibt, Lagen gedeckt werden: und dieſerwegen iſt auch ſeine Huͤlle im innern Waſſer unaufloͤslich, und bedarf mehrere Monate lang der Einwirkung der Feuchtigkeit, um theils den innern der im Kern zum Keimen geneigt zu machen,— welches ge⸗ nger ſchieht, indem das Waſſer durch das kleine Gefaͤß, wel⸗ in ge ches beſtimmt iſt, es in des Samens Maſſe zu leiten, nwor⸗ allmaͤhlig eindringt,— theils auf ſolche Weiſe durch die en die ſchwache Gaͤhrung,(welche dieſe geringe Quantitaͤt er als⸗ von Waſſer darin erregen muß,) das Keimen zu be⸗ foͤrdern. Das 2. Von 2 33 3 4 4 78 Zwoͤlfte Abhandlung. 2. Von den Knoſpen. Nimmt man im Herbſte eine Knoſpe von einem Ka⸗ ſtanienbaume, ſo trift man unter den braunen Schuppen gruͤne Blaͤtter an. Dieſe braune Huͤlle iſt klebrich, ihr aͤußerer Theil gummicht⸗harzig, ihr innerer,— der eine gruͤne Farbe hat,— aber noch voͤllig harzig, und im Waſſer unauf⸗ loͤslich. Die gruͤnen Blaͤtter, welche von dieſer Huͤlle gedeckt werden, ſind im Waſſer eben ſo unaufzoͤslich; der Flaum hingegen, welcher die Blume umhuͤllt, laͤßt ſich— ſo wie auch die Blaͤtter,— im Weingeiſte aufloͤſen, wird aber vom Waſſer nicht angegriffen. Alſo nimmt man ſchon wahr, daß die Wiege der kuͤnftigen Baͤume die Hofnung des Jahrs durch dieſe drei⸗ fache, dem Waſſer undurchdringliche, Huͤlle, vor der im Herbſte und Winter ſo gewoͤhnlichen, Feuchtigkeit ſchuͤtzt. Doch wir wollen uns uͤber die Fuͤrſorge der Vorſehung Gottes keinen Zweifel uͤbrig laſſen. Im Monat De⸗ cember 1779 ſchnitt ich Bluͤtenknoſpen von einem Ka⸗ ſtanien⸗ und Birnbaume ab, verſchloß die Seite dieſer Knoſpen, mit der ſie am Baume geſeſſen hatten, mit Siegellack. Dieſe Vorſicht brauchte ich, um dem Waſ⸗ ſer das Eindringen, welches dieſe Oefnung ihm verſtatten konnte, zu verwehren. So zubereitet, ließ ich dieſe Kno⸗ ſpen in einem Gefaͤße, das immer mit Waſſer angefuͤllt war, bis in den April 1780 liegen, und nach Verlauf dieſer Zeit hatte das Waſſer noch nicht das erſte gruͤne Blatt der Huͤlle erreicht. Fuͤr was die gute Vorſehung ſorgt, dafuͤr iſt wohl geſorgt. Auf ſolche Art geſchieht es alſo, daß ſich ganz in der Stille undſohne alle Gefahr, die angenehme Bluͤte entwickelt, welche jene, zu unſrer Geſundheit und zur Reproduction des Baums ſelbſt, ſo nothwendigen Fruͤchte hervorbringt. Dieſe verde und ein n außt 1 Flat die N verſt iem Ka⸗ chuppen er Theil ꝛe Farbe r unauf⸗ er Hüͤll ſch; der ſich— aufloͤſen, iege der eſe drei⸗ vor der ſchuͤtzt. hung at De⸗ n Ka⸗ dieſer , mit Waſ⸗ eſtatten ſe Kno⸗ noefuͤlt Verlauf e gruͤne ehung eſchieht Geſahr, nunſrer ſlbſt,ſ Dieſe Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 79 Dieſe gruͤnen Blaͤtter der Knoſpen faͤrben ſich im Fruͤhlinge gelb, und die gruͤnſten ſind die an der Knoſpe zu glleraͤußerſt liegenden. Dies zeigt an, daß das Licht die Knoſpenhuͤlle durchdringt, um das Zellgewebe der Blaͤtter gruͤn zu faͤrben. Die Blaͤtter, welche die zweite Blumenhuͤlle bilden, werden an der der Sonne blosſtehenden Stelle braun, und dieſe rothe Farbe laͤßt ſich im Weingeiſte, den ſie ein wenig gelb faͤrbt, nicht ganz, aber im Waſſer voͤllig aufloͤſen. Unterm Waſſer gibt der der Sonne blosgeſtellte Flaum gar keine, und die zweite Huͤlle viel Luft; aber die Luft aus der erſten braunen Huͤlle wird vom Waſſer verſchluckt. Es iſt wahr, daß dieſer Theil wenig vegeti⸗ ren muß, ja es iſt ſogar wahrſcheinlich, daß er gar nicht vegetirt, wenn er gebildet iſt, denn er faͤllt ab, ſobald er der Bluͤte nicht mehr zur Huͤlle dienen kann. Das gruͤne Blatt bleicht gleich an der Sonne aus, es vegetirt nicht ſehr und es verfluͤchtigt ſich darin mehr faͤrbende Materie, als deren ſich wieder erzeugen kann. 3. Vom Marke. Das Mark des Hollunders veraͤndert ſeine Farbe, wenn es trocken iſt, an der Sonne beinahe gar nicht. Es iſt wahr, daß es weder im Weingeiſte noch im Waſſer aufloͤsbar iſt, und man weiß, daß die Sonne blos auf die Harztheile wirkt. Aus dieſer Beobachtung ergibt ſich, daß das Zellge⸗ webe und das Mark nicht ſo einerlei ſind, als mans ge⸗ glaubt hat. Das Zellgewebe loͤſt ſich in ſehr großer Menge im Weingeiſte auf, und enthaͤlt viel ausziehbare Theile. 4. Von 80 Zwoͤlfte Abhandlung. 4. Von den Wurzeln. Die Wurzeln ſind nicht ſo gebildet, daß das Licht auf ſie Einfluß haben kann. Unterdeſſen war ich doch begie⸗ rig zu ſehen, wie weit es auf ſie wirken moͤchte, und da habe ich gefunden, daß es mit der Menge des Harzes, wel⸗ ches ſie enthalten, in einem beſtaͤndigen Verhaͤltniß ſteht. Eh ich die Wurzeln dem Sonnenlichte ausſetzte, ſpal⸗ tete ich ſie erſt, und beobachtete dabei die Vorſicht, wie ich bei den Hoͤlzern that. Ich war immer darauf be⸗ dacht, daß ich einen Theil von der, zum Verſuche zu brau⸗ chenden, Wurzel mit einem Stuͤcke von einer duͤnnen Bleiplatte bedeckte, damit ich eine Vergleichung anſtel⸗ len koͤnnte. Die Wurzel von der Oſterluzei, iſtolochia Linn. LAriſtoloche). vom Kalmus(Acorur calamus Linn.). von der Meiſterwurz Aſtrantia imperatoria Linn. Llmperatoire). von der Nießwurz(Heileborus Linn. L Ellebore). J von der Schwerdlilie(Iris Linn.).] von der Eupatorspflanze(Eupa- torium Linn. L'Eupatoire). vom Gliedkraute(Cucubalur Be. hen Linn. Le Behen). von der Jalapa(Convolvulur Ja- lapa Linn. Le Jalap). vom Galgant(Schoenus mariſcus Linn. Le Galanga). von der Cyperwurz(Chperus Linn. Le Cyperinum). veraͤnderten ſich ſer. 3 veraͤnderten ſich ſehr wenig. Die Die 1 dahi 0 zen W vomt ſwi⸗ 6 undſ Ha n Ecu. ntbo diſes 2 unter S dubens ſren 5 wiekte dif di ſolgane 12 eine n bundung den lich auf ch begie⸗ und da zes, wel⸗ iß ſteht. ihte, ſpal⸗ icht, wie rrauf be⸗ zu brau⸗ r duͤnnen ig anſtel — ——, veraͤnderten ſich ſehr. — veraͤnderten ſich ſehr wenig⸗ 2 Vom Einfluſſe des Sonnenlichtsꝛc. 81 Die Wurzel von der Gichtroſe(Paeonia ollc. Linn. La Pivoine). ³ von der knolligen Schwerdlilie ³ — gar nicht. (Iris tuberoa Linn. L' Hermo- dacte). veraͤnderten ſich 5. Von den Harzen. Alle meine vorhergehenden Verſuche vereinigten ſich dahin, den Einfluß des Lichts auf die Harztheile der Pflan⸗ zen zu erweiſen: da man aber doch gegen die Natur dieſes vom Lichte angegriffenen Theils Zweifel erheben konnte; ſo wollte ich doch mit den Harzen ſelbſt Verſuche anſtellen. In dieſer Abſicht legte ich die Harze in Uhrglaͤschen und ſetzte ſie ſo der Sonne aus, andre mit den naͤmlichen Harzarten aber brachte ich nebſt Flaſchen voll fluͤßiger Schwefelleber unter Glocken. Aus der Schwefelleber entband ich, vermittelſt einer Saͤure, das Brennbare, und dieſes hielt ich durch Waſſer nebſt der phlogiſtiſixten Luft unter den Glocken eingeſperrt. Hier fand ich Gelegenheit zu bemerken, daß das Licht auf die aus dem Holze gefloſ⸗ ſenen Harze ſo wohl, wie auf die im Holze befindlichen wirkte. Man wird endlich auch bemerken, daß das icht auf die Harze beinahe ſo, wie das Brennbare wirkt. Die folgende Tafel laͤßt hieruͤber keinen Zweifel uͤbrig. Man wird ſich nicht enthalten koͤnnen, daraus ferner alles das zu folgern, was ich ſchon uͤber die Verbindung des Lichts mit denen ſeiner Wirkung ausgeſetzten Koͤrpern geſagt habe; weil es ſie grade ſo faͤrbt, wie es das Brenn⸗ bare thut, an der Verbindung des Brennbaren mit ihnen wird man aber nicht zweifeln, wenn es ſie gefaͤrbt hat. Eine Veraͤnderung der Farbe iſt eine Modification, welche eine neue Verbindung und vielleicht eine durch dieſe Ver⸗ bindung veranlaßte Zerſetzung vorausſetzt, und ſonach iſt Senebier 3. Th. 3 die 7 8² Zwoͤlfte Abhandlung. die Veraͤnderung der Farbe, welche das Licht in denen ihm ausgeſetzten Koͤrpern hervorbringt, die Wirkung der Verbindung des Lichts mit ihnen. Tafel derer dem Lichte ausgeſetzt geweſenen Harze. 1) Maſtix, bleichte aus. 2) Sandarak, bleichte aus. 3) Gummigutt, ward braun. 4) Arabiſcher Gummi, bleichte aus. 5) Gummi Animaͤ, bleichte aus. 6) Ammoniakharz, ward braun. 7) Franzoſenholzharz, ward gelb. 8) Takamahakaharz, ward ſehr gelb. 9) Skammonienharz, ſchmolz. 10) Weirauch, bleichte aus und ward durchſichtig⸗ 11) Tannenharz, ward erſt ſchwarz, hernach gelb. Tafel uͤber die dem Dampfe aus der Schwefelleber ausgeſetzten Harze. 1) Maſtix, ward gelb. 2) Sandarak, ward ſehr gelb. 3) Gummigutt, nahm eine hellgelbe Farbe an. 4) Arabiſcher Gummi, bleichte aus und ſchmolz. 5) Gummi Animaͤ, bleichte aus. 6) Ammoniakharz, ward heller. 7) Franzoſenholzharz, ward gelb. 8) Taka⸗ De T ſe tb man U auf Ih licht m Mong ronnec durch ſhma⸗ En tn Fan Fare de ngl dis ſten de Sunneh de. e in dene irkung der Hane chſichtig ach gelb. elleber Farbe an⸗. d ſchmno⸗ ) Takg⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts c. 83 9) Takamahakaharz, ward ſehr gelb. 9) Skammonienharz, bleichte aus. 1⁰) Weirauch, ward weis und matt. 11) Tannenharz, ward ſchwarz, darnach gelb. 6. Von den Oelen. Die Oele ſcheinen von der Wirkung des Lichts auf ſie ebenfalls einige Veraͤnderungen zu erleiden. Schuͤttet man ein ausgepreßtes Oel in einem raͤumigen Geſchirre auf Waſſer, damit es darauf ſchwimme und das Sonnen⸗ licht auffange; ſo wird man nach Verlauf von etlichen Monaten gewahr werden, daß ein Theil deſſelben in ge⸗ ronnener Geſtalt ſich zu Boden ſetzen, der Ueberreſt zwar durchſichtig und farblos bleiben, doch aber zaͤher und ſchmieriger werden wird. Stellt man die Oele auf ſolche Art in wohlverſtopf⸗ ten Flaſchen der Sonne aus, ſo verlieren ſie darin ihre Farbe. Dieſe Verſuche habe ich mit dem ſuͤßen Mandel⸗ oͤle angeſtellt. Die weſentlichen Oele ſtellen in wohlverſtopften Fla⸗ ſchen dieſelben Erſcheinungen dar, wenn man ſie an die Sonne bringt. Dieſe Verſuche habe ich mit dem Wachol⸗ der⸗ und Spiekoͤle angeſtellt. F 2 Drei⸗ 84 Dreizehnte Abhandlung. A 1E—. ———V Dreizehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf die Veraͤnderung der Thiere. Ueer den Einfluß des Sonnenlichts auf die Veraͤn⸗ derung der Thiere hat man keine Verſuche angeſtellt. Alles was man uͤber dieſen ſo wichtigen Gegenſtand hat, ſind wenige zerſtuͤckte und zweckloſe Beobachtungen. Ich wuͤrde deren an mir ſelbſt angeſtellt haben, haͤtte meine Geſundheit mir verſtattet, den Beſchwerden einer etwas ſtarken Hitze zu trotzen; ſo war ich aber gezwungen, das zu beobachten, was ſich thun ließ, ohne mich ſelbſt daran zu wagen. 1. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf den Menſchen. Daß die Haut des Menſchen von den Eindruͤcken des lichts leidet, iſt offenbar. Alle Theile ſeines Koͤrpers, die dem Lichte blosgeſtellt ſind, ſind minder weis, als die am meiſten bedeckten; dies bemerkt man ſogar an Perſo⸗ nen, die eine ſehr weichliche Lebensart fuͤhren. An Maͤn— nern und Weibern, die auf dem Felde arbeiten, iſt die Haut im Geſichte und an den Haͤnden, als wenn ſie ge⸗ gerbt waͤre, dagegen die an den bedeckten Theilen ihre voͤllige Weiße behaͤlt. Was endlich dieſe Beobachtungen noch beſtaͤrkt, iſt, daß zur Zeit der Heu⸗ und Kornerndte die entbloͤſte Haut der Schnitter weit ſchwaͤrzer iſt, als vor oder nach ſolchen Erndten, weil dieſe Leute zu ſolcher Zeit der Wirkung der Sonne laͤnger ausgeſetzt ſind. Im Winter Winte ndie Som Btt d anker ul aufdiel ſteekt der Oh erſet giſf rufth natun elne A der G ℳ Iuniho giub auch 05 ds Ar viccen rt iſde der drdele der de 5 dsbo 90 ker v ſehr a Ergch totheu den ds ſern auf ds ſat, t auf die ie Veräͤn⸗ angeſtelt. ſtand hat, gen. Ich itte meine ner etwas gen, das yſt daran den uͤcken des Koͤrpers, s, als die an Perſo⸗ An Män⸗ n, iſt die in ſie ge⸗ eilen ihte achtungen ornerndte iſt, als zu ſolcher nd. Im Winter Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 85 Winter bekoͤmmt die Haut ſowohl der Staͤdter, als der Landleute, allmaͤhlig ihre Weiße wieder, weil ſie dann der Sonne minder blosgeſtellt ſend. An Kranken, die das Bette zu huͤten genoͤthigt ſind, wird ſie ganz weis. Dieſe Erſcheinungen muͤſſen ſich ereignen; denn da unter unſerm Himmelsſtriche ſich die Wirkung der Sonne auf die Haut eben nicht merklich weiter, als auf dieſe er⸗ ſtreckt: ſo iſt klar, daß wenn die aͤußern und gefaͤrbten Theile der Oberhaut,— die unaufhoͤrlich abfallen und wieder erſetzt werden,— abgefallen ſind, die vom Lichte ange⸗ griffenen Theiſe auch abfallen muͤſſen. Hoͤrt nun das licht auf dieſe Theile zu wirken auf; ſo muͤſſen ſie auch ihre natuͤrliche Farbe wieder annehmen. Es gibt mehr als eine Baͤuerin, deren auf dem Lande verbrannte Haut in der Stadt wieder ſo weis wie eine Lilie wird. Auf Reiſen zu Waſſer oder auf die Gletſcher, wo das zuruͤckgebrochene Licht lebhaft iſt, wird man auf eine un⸗ glaubliche Art von der Sonne verbrannt. Vielleicht iſt auch der lebhaften Wirkung des Lichts auf das Geſicht, das Aufſpringen und Abſchaͤlen der Haut zuzuſchreiben, welches man aber doch nur im Geſichte, wo die Haut ſehr zart iſt, wahrnimint, obgleich die Haͤnde und das Uebrige des Koͤrpers eben ſowohl von der umgebenden Luft beruͤhrt werden: aber die Haͤnde haben eine groͤbere Haut, und der uͤbrige Koͤrper iſt gegen die unmittelbare Einwirkung des Lichts gedeckt. Hr. de Lorry, dieſer philoſophiſche Arzt, hat, un⸗ ter verſchiedenen andern vortreflichen Werken, auch ein ſehr ſchätzbares, De morbis cutaneis, herausgegeben. Er gedenkt darin eines Maͤdchens, das viele Jahre einen rothen Ruͤcken behielt, weil es ihn einſtmahls beim Ba⸗ den der Sonne blosgeſtellt hatte. Leute, die ſich in un⸗ ſerm See baden, wiſſen es, daß die Sonne auf die Theile, auf die ſie ihre Strahlen ſchießt, dieſelbe Wirkung aͤuſ⸗ ſert, wenn ſie nicht unter das Waſſer getaucht ſind. F 3 Von 86 Dreizehnte Abhandlung. Von der Sonne ruͤhren auch die gelben ins braune fallenden Flecken her, die man Sommerſproſſen(rouſ- ſe) nennt. Offenbar ſind ſie eine Warkung des Lichts, und es ſcheint, daß ſie das Mapighiſche Netz durchdrin⸗ gen, welcher Meinung auch Hr. de Lorry iſt. d Ich glaube, die verſchiedene Farbe des Menſchen⸗ geſchlechts auf unſrer Erdkugel iſt eine Folge der vereinig⸗ ten Wirkung des Lichts und der Waͤrme. Je lockrer das malpighiſche Netz iſt, je mehr Gewalt hat das Licht uͤber daſſelbe, und dies iſt das, was in den brennenden Ge⸗ genden von Afrika geſchieht. Wenigſtens iſt dies eine Wirkung, welche die Europaͤer dort erfahren; denn ſie verlieren dort bald ihre weiße Farbe, und wuͤrden nach einigen Generationen wahrſcheinlich eben ſo ſchwarz wer⸗ den, als jene ungluͤcklichen Afrikaner, welche ſie glauben, das Recht zu haben, zu Sklaven zu machen. Es gibt mehrere lebendige Thiere, auf die der Man⸗ gel des ichts oder ſeiner Wirkung, ſichtliche Wirkungen hervorbringt. Hr. Scheele erzaͤhlt, daß die Nereis la- cuſtris, wenn ſie in der Sonne lebt, roth, im Finſtern hingegen weis ſei. Hr. Abt Spallanzani hat bemerkt, daß die unmittelbare Wirkung der Sonne die Samen⸗ thierchen in ofnen Gefaͤßen ſogleich toͤdtet, ob ſie gleich darin eine ſtaͤrkere Waͤrme, als die ihnen von der Sonne mitgecheilte, ausſtehen oder in einer ſtaͤrkern, als von der Sonne erhitzten uft ausdauern koͤnnen. Hr. Trembley belehrt uns, daß der Polyp das Licht ſucht, ob er gleich an dieſem Thiere kein eignes Werkzeug hat entdecken koͤnnen, das bei ihm die Stelle unſrer Augen vertreten kann. Sollte wohl ſein ganzer Koͤrper vom Lichte ſo ge⸗ reizt werden, wie bei uns der Sehenerve? Sollte wohl die weiße Farbe, welche einige Thiere in den mitternaͤchtigen Laͤndern den Winter uͤber bekommen, der Abnahme des Sonnenlichts zuzuſchreiben ſeyn? We⸗ nigſtens 7 ſuckim ſer 3 fälr nld V. du dam sn b veniast auſrt V K 426 oe s Hah güüer 0 Snn 9' ſig Song höor 4 höſth ganz e Peri ins braune ſen(rocl- des Licht, durchdrin⸗ *. Menſchen r vereini⸗ lockrer das lich uͤber enden Ge⸗ j dies eine ; denn ſie irden nach warz wer⸗ e glauben, der Man⸗ iirkungen Nereis la- Finſtern bemerkt, Samen⸗ ſie geich eer Sonne als von rembley er gleich entdecken vertreten chte ſo ge⸗ Thiere in ekommen, yn? We⸗ nigſtens Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 87 nigſtens iſt gewiß, daß dort die Naͤchte laͤnger, als die Tage ſind, und daß blos dorten die Haſen und die Eich⸗ hoͤrnchen, die im Sommer roth ſind, alle Jahr zu An⸗ fang des Winters weis werden. Auch ſcheint es, daß die mit den lebhafteſten Farben geſchmuͤckten Voͤgel in ſolchen Laͤndern wohnen, wo die anhaltender und kraͤftiger wirkende Sonne ihr Geſieder vorzuͤglich in ihren prisma⸗ tiſchen Schattirungen faͤrbt. 2. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf einige Theile todter Thiere. Des ſcharfſinnigen Keaumur's merkwuͤrdige Ver⸗ ſuche mit dem Saſte eines Kinkhorns ſind bekannt. Die⸗ ſer iſt beim Herausſließen aus dem Thiere weis und faͤrbt ſich am Lichte roth, ohne daß es dazu einer ſtaͤrkern Waͤr⸗ me, als der atmoſphaͤriſchen bedarf, ob er gleich von der Waͤrme, ohne das Licht, nicht roth wird, doch wird noch dazu eine hinreichende Menge Luüft erfodert, ohne Zweifel damit das ſich loßmachende Brennbare aufgeſangen werde, wenigſtens ſcheint es immer, daß das Licht auf dieſe Pur⸗ purfarbe wirke. Man kann hieruͤber die Mem. de! Acad. R. des Sc. de Paris fuͤr das Jahr 1711 nachleſen. In eben dieſen Denkſchriften fuͤrs Jahr 1746 fuͤhrt Hr. Du Hamel eine Konchylie an, deren Saft blos vom Lichte gefaͤrbt wird. Gelbes Elfenbein bleicht am Lichte, desgleichen die Knochen, Muſcheln und Madreporen. Gelbe Seide, vom Balge(cocon) abgewickelt, und ſo in die Sonne gelegt, daß ein Theil davon von der Sonne getroffen, der andre aber durch eine duͤnne Bleiplatte vor ihrer Einwirkung geſchuͤtzt werde, wird, ſo wie ſie ent⸗ bloͤſt liegt, ganz weis werden, ſo weit ſie aber bedeckt iſt/ ganz gelb bleiben. Weiße Seide leidet gar keine Art von Veraͤnderung, wie ich mich durch viele Verſuche verſichert F 4 habe. “ 88 Dreizehnte Abhandlung. habe. Aber die Seide von den weißen Baͤlgen, die im heißen Waſſer, worein man ſie wirft, um ſie abzuhaſpeln und aufzuwinden, braun wird, nimmt ihre vorige Weiße wieder an, wenn ſie in die Sonne gelegt wird. Dies Verfahren beobachten die Sineſen beim Bleichen ihrer Seide. Hr. Poivre, der dies erzaͤhlt, wußte auch, daß die Seide der gelben Baͤlge ſich in der Sonne voll⸗ kommen weis bleicht; und ſonach habe ich eine bereits bekannte Sache entdeckt und bekenne dies mit Vergnuͤgen. Das Wachs bleicht, wenn es in der Sonne liegt. Sollte nicht das Licht alsdann auf den Harztheil der Ve⸗ getabilien wirken, deſſen Natur die Bienen durch die Um⸗ arbeitung, weiche er in ihrem Koͤrper leiden kann„ noch nicht voͤllig umgeſchaffen haben? Ich habe mit mehrern Arten von Fellen Verſuche ge⸗ macht und gefunden, daß das Fell vom weißen Fuchſe, vom weißen Kaninchen und vom Panther, nachdem ſie 3 Wochen an der Sonne gelegen, ziemlich braun wurden, die Federn verſchiedener Voͤgel aber, als die gruͤnen vom Papagey und vom Pfau, gar keine Veraͤnderung erlitten. Verſchiedene Inſekten ſind phosphoriſch, und alle Theile von Thieren werden es, ſobald ſie faulen. Alle ihre Theile geden Stoff zum Phospyor her. Sollte dies nicht deutliche Verwandſchaften zwiſchen ihnen und dem Lichte verrathen? Sollte dies nicht auf die Vermuthung fuͤhren, daß verſchiedene leuchtende Koͤrperchen darin iſo⸗ lirt vorhanden ſind, und daß ſie vielleicht ſichtbar werden, wenn man ſie durch Kunſt koncentrirt. Hier maͤſſen wir bemerfen, daß das Licht, wenn es die gelbe Seide und das Wachs bleicht, auf dieſe Koͤrper des Thierreichs wie eine fuͤchtige Schwefelſaͤure wirkt, die durch ihren Dampf die naͤmlichen Wirkungen in ih⸗ nen hervorbringt. Darf ich hieraus wieder ſchließen,— wie ich ſchon ſo manchmahl gethan, und aus aͤhnlichen Analo⸗ Ano da giu 1 rinm etan Soln 6 on b weiln hatme be- 1 ſel ſachn telhe. Huu diſe 1 mim 1i den der 8s d Eich din g due d n lſt iſmi . die im uhaſpeln eWeiße Dies en ihrer te auch, ine voll⸗ bereits gnuͤgen. ne liegt. der Ve⸗ die Un⸗ n, noch ühe ge⸗ Fachſe, ſie 3 urden, nvom litten. d alle Alle te dies dd dem athung ein lo⸗ verden, enn es Koͤrper wirkt, in ih⸗ en,— nlichen Anglo⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 89 Analogien vielleicht noch ſehr oft thun werde,— daß das Licht auf die Seide und das Wachs hier als ein phlo⸗ giſtiſirender Koͤrper wirkt? Canton's Phosphor, der großen Theils aus kalci⸗ nirten und gepuͤlverten Auſterſchaalen beſteht, wird, wenn er nur einige Sekunden in der Sonne gelegen hat, vom Sonnenlichte dergeſtalt durchdrungen, daß er ſogar nach 6 Monaten noch leuchtet, welches nicht geſchehen wuͤrde, wenn nicht das Licht unmittelbaren Einfluß auf ihn ge⸗ habt und er ſich davon vollgeſogen haͤtte. Hr. Canton belehrt uns auch noch, daß der Aether von den Theilchen ſeines Phosphors, welche die leuchtenden Koͤrperchen in ſich enthalten, ſo geſchwaͤngert wird, daß er davon leuch⸗ tend wird, und doch dabei ſeine Durchſichtigkeit behaͤlt. Hieraus ſolgt alſo eine entſchiedene Verwandſchaft mit den geiſtigen Fluͤßigkeiten und dem Lichte, ſo wie mit den feſten Theilchen der Materie, welche dieſe Verwandſchaft mit dem kichte ſelbſt haben. Hier ſind ſchon einige merkwuͤrdige Thatſachen, wel⸗ che die Wirkung des Lichts auf die Thiere und ihre Theile vermuthen laſſen. Wieviel braucht man deren noch hin⸗ zuzuſetzen, um daraus einleuchtende Schluͤſſe zu folgern? Dem Beobachter liegt ob, ſich der Thatſachen, an deren Erforſchung am meiſten gelegen, zu bemeiſtern. Eine einzige Hauptthatſache wuͤrde mehr Belehrung gewaͤhren, als tauſend andre, die man nicht in Zuſammenhang zu bringen weiß. Sie wuͤrde den Schluͤſſel zu dieſem Ge⸗ heimniſſe abgeben, und die Dunkelheit, mit der ſie bedeckt iſt, zerſtreuen. „35 Vier⸗ 4 4 8 2 * 5 90 Vierzehnte Abhandlung. ——— Vierzehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf die Veraͤnderung der Koͤrper des Mineral⸗ reichs. Selle wohl das Mineralreich allein vor dem Einfluſſe der Sonnenſtrahlen geſichert ſeyn? Sollte dieſes Reich das einzige in der Natur ſeyn, was ſich dem Einfluſſe dieſes Himmelskoͤrpers, der durch die Schwere die Be⸗ wegungen unſrer Erde lenkt, entzoͤge? Man kann alles glauben, ausſinnen, laͤugnen, behaupten: viele Natur⸗ kundige haben alles geglaubt, alles ausgeſonnen, alles gelaͤugnet, alles behauptet, aber ſehr wenige haben ge⸗ glaubt, ausgeſonnen, gelaͤugnet, behauptet, nach Verſu⸗ chen. Ich habe einige ſelbſt unternommen, andre zu⸗ ſammengetragen, und bin dahin gekommen, daß ich mit einigem Grunde glaube, das Licht wirke auf einige Koͤr⸗ per des Mineralreichs. Ob es gleich Anfangs nicht ſcheint, daß dieſe Koͤrper, die im Innern der Erde, wo ſie der unmittelbare Einfluß des Lichts nicht treffen kann, gebil⸗ det werden, ſeinen Wirkungen nicht unterworfen ſeyn moͤchten: wird man deswegen, weil das Licht nicht un⸗ mittelbar auf ſie wirkt, glauben, es wirke ganz und gar nicht? Ich behaupte nichts, ich laͤugne nichts, ich ſage aber, es ſei moͤglich. 1. Das Sonnenlicht macht verſchiedene Mi⸗ neralien phosphoriſch. Beccari, der die Lehre vom Phosphor in den Auf⸗ ſaͤzen,— die er der Akademie in Bononien mitgetheilt 2 hat, jihen inihh ſweine V den da nit ſch ſel da dig ſol hen lich daß mit äingluſſe e dieſes änfluſſe die Be⸗ in alles Natur⸗ alles en ge⸗ Lerſu⸗ e zu⸗ ch mit Koͤr⸗ cheint, ſie der gebil⸗ ſeyn ht un⸗ nd gar h ſage Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 91 hat, und die im 2ten und 3ten Bande ihrer Sammlung gedruckt ſind,— ſorgfaͤltig bearbeitet hat, beweiſet ein⸗ leuchtend, daß alle drei Naturreiche Koͤrper im Ueberfluſſe darbieten, die vom Sonnenlichte geſchwaͤngert werden, es in ſich behalten und beweiſet, daß ſie damit geſchwaͤn⸗ gert worden, indem ſie es wieder von ſich werfen, wie man wahrnehmen kann, wenn ſie im Finſtern liegen. Er fand, daß viele Erdarten dieſen Vorzug haben, und darunter die Pflanzenerde und verſchiedene Sand⸗ arten. Viele Steine, ſowohl von den weichſten, als von den haͤrteſten Gattungen, und beſonders die Diamanten, ha⸗ ben die vorzuͤgliche Eigenſchaft, das Sonnenlicht einzu⸗ ſaugen und mit ihm im Finſtern zu leuchten; unter den Metallen ſand Beccari aber nur den gelben(orpiment) und weißen Arſenik mit dieſer Eigenſchaft begabt: die Salze ſcheinen dieſes Vermoͤgen aber auch in hohem Gra⸗ de zu beſitzen. Hieraus folgt alſo, daß dieſe Koͤrper das Licht an ſich ziehen und ſich ſeiner bemaͤchtigen, daß es eine Zeit lang in ihnen verweilt, nachher aber zum Theil wieder heraus⸗ ſtroͤmt, oder vielleicht gaͤnzlich davon geht. Da wir aber den Einfluß des Lichts durch ſeine Verbindung mit ſo vielen Koͤrpern eingeſehen haben; ſollte man alſo nicht mit ziemlichem Grunde ſchließen koͤnnen, es ſei wahrſchein⸗ lich, daß dieſe Koͤrper, in denen man es ſich verweilen ſieht, einige Theile von ihm in ſich zuruͤckbehalten? Und da alle dieſe Koͤrper ein Licht von ſich werfen, das ihnen eigen und in ſeiner Lebhaſtigkeit und Farbe verſchieden iſt; ſo ließe ſich dieſer Umſtand ja wohl als ein Beweis anſe⸗ hen, daß ſie verſchiedene Quantitaͤten und Theile vom Lichte verbinden? Auch ließe ſich hieraus noch vermuthen, daß das Licht auf die Pflanze nicht nur durch ſeinen un⸗ mittelbaren Einfluß auf ſie wirkt, ſondern auch durch die Zuberei⸗ 9 9² Vierzehnte Abhandlung. Zubereitung der Nahrungsſaͤfte, welche die Erde ihm darbietet; und es iſt nicht zu zweifeln, daß die Pflanzen⸗ erde mit dieſem Lichte geſchwaͤngert ſei, da wir ſehen, daß die Pflanzenerde mit ihm große Verwandſchaft hat, und daß es dieſelbe ſo durchdringt, daß Letztere ſich mit jenes Strahlen ausſchmuͤckt und ohne daſſelbe im Jinſtern leuchtet. 2. Von der Wirkung des Sonnenlichts auf ver⸗ ſchiedene Koͤrper des Mineralreichs. Der mineraliſche Turbith, wohl abgewaſchen und in wohl verſtopften glaͤſernen Flaͤſchchen der Wirkung der Sonne ausgeſetzt, wird auf ſeiner Oberflaͤche ſchwarz, unter der ſchwarzen Schicht aber behalt er ſeine ſchoͤne gelbe Farbe. Der Zinnober, in Waſſer aufgeloͤſt, verliert ſeine Farbe an der Sonne in kurzer Zeit. Das verſuͤßte Queckſilber und der aͤtzende Sublimat werden in der Sonne ſchwarz. Der Wismuth nimmt an der Sonne, ſo wie in der entzuͤndbaren Luft eine violette Farbe an. Das Wismuthweis wird ebenfalls an der Sonne ſchwarz, oder nimmt vielmehr eine dunkelgraue Farbe an. Der Goldſchwefel vom Spießglaſe, wird, in der Sonne ſtehend, nach Verlauf eines Monats beinahe ſchwarz. Die ungefaͤrbte und wohl dephlogiſtiſirte Vitriolſaͤure, in wohl verſtopften Flaͤſchchen dem Lichte ausgeſetzt, ward rothgelb, ja nach 3 Wochen gar braun, ob ſie gleich in andern Flaͤſchchen, die darneben ſtanden, aber mit ei⸗ nem undurchſichtigen Geſchirre bedeckt waren, ihre Farbe gar nicht veraͤnderte. Hr. de Fourcroy redet von aͤhn⸗ lichen lihe güſt D vetne dem Na. doß: thet⸗ hern wel” del ſang (t dere de vor Käxp) V nicht vode „ ee ihm anzen⸗ , daß , und jenes inſtern imat der Sonne de an. n der einahe ſaure, ward gleich iit ei⸗ Farbe aͤhn⸗ lichen Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 93 lichen Flaͤſchchen voller Vitriolſaͤure, die dem Lichte aus⸗ geſetzt wurden, und in denen ſich Schwefelſaͤure erzeugte. Dieſer Verſuch war zu delikat und zu wichtig, um ihn zu vernachlaͤßigen. Er beſchaͤftigte mich ſehr, ich ſprach mit dem Hrn. de Saußure daruͤber, dieſer zweifelte an der Moͤglichkeit, die Flaͤſchchen ſo feſt verſchließen zu koͤnnen, daß keine Gemeinſchaft mit der aͤußern Luft waͤre. Er that mir daher den Vorſchlag, ich ſollte den Verſuch in hermetiſch verſiegelten Roͤhren anſtellen, ich ließ daher welche zu dieſem Zwecke machen, und muß geſtehen, daß die Vitriolſaͤure darin gar keine Veraͤnderung erlitten hat. Recht weißer Salpetergeiſt ward, als er in der Sonne ſtehen blieb, gelb und noch fluͤchtiger. Recht reine Pflanzenſaͤure faͤrbt ſich, an der Sonne ſtehend, mit der Laͤnge der Zeit. Das kauſtiſche Laugenſalz bleicht, wenn es eine Zeit lang an der Sonne ſteht. Sonach ſind alſo die Spuren, welche das Licht auf dieſen Koͤrpern hinterlaͤßt, tiefer und dauerhafter, als die vorhergehenden, und ſogar um ſo ſichrer, da alle dieſe Koͤrper die Veraͤnderungen, von denen ich geredet habe, nicht leiden, wenn man ſie im Finſtern ſtehen laͤßt und vor den phlogiſtiſirten Daͤmpfen ſchuͤtzt. 3. Von der Wirkung des Sonnenlichts auf die Niederſchlaͤge des Silbers und vorzuͤglich auf das Hornſilber. Beccari, Meyer, Schulze und Scheele hatten beobachtet, daß die Silberniederſchlaͤge von der Wirkung des Sonnenlichts auf ſie herruͤhren, aber unter allen die⸗ ſen Niederſchlaͤgen iſt das Hornſilber das, welches die merkwuͤrdigſten Erſcheinungen darſtellt, das auch die Auf⸗ merkſam⸗ 94 Vierzehnte Abhandlung. merkſamkeit dieſer Naturforſcher am meiſten gereizt hat, und uͤber das auch ich die wichtigſten Beobachtungen ge⸗ macht habe. Ich werde hier jener Gelehrten Bemuͤhun⸗ gen mit den meinigen verbinden. Vielleicht wird auf ſolche Art das Licht eine fuͤr unſern Augen ſichtbarere Ge⸗ ſtalt annehmen, und vielleicht wird man es beſſer beob⸗ achten, wenn es darin figirt ſeyn und man ſich vor dem Blenden, das es verurſacht, wenn es unſer ſchwaches Geſicht unmittelbar trift, wird bewahren koͤnnen. Ich ſtellte meine Verſuche mit dem Hornſilber in Flaͤſchchen von ſehr durchſichtigem Glaſe, die mit einge⸗ ſchmirgelten kryſtallenen Stoͤpfeln verſchloſſen wurden, an. Schuͤttet man in ſolche Flaͤſchchen Hornſilber, ſo faͤngt es nach einigen Sekunden an, eine violette Schattirung zu bekommen, nach einer Minute iſt es ſehr ſichtlich violet gefaͤrbt, dieſe Farbe dringt aber nur ganz wenig ein. Nach einer halben Stunde aber verwandelt ſich dieſes Violet in ein Umbrabraun, und dann verwandelt es ſich weiter nicht. Das Hornſilber und alle andre Silberniederſchlaͤge, mit Kreide und Salpetermagneſia vermiſcht, lieſern die⸗ ſelben Erſcheinungen, wenn ſie dem Sonnenliichte unmit⸗ telbar blosgeſtellt ſind. Dieſe Farbenveraͤnderung ruͤhrt einzig vom Eindrucke des Lichts her; denn ſetzt man das Hornſilber auf die naͤm⸗ liche Art der Hitze, der Kaͤlte, der Feuchtigkeit, in ſehr trockner Luft, ja ſogar im luftleeren Raume, aus,— wenn es nur vor der Einwirkung des Lichts und phlogi⸗ ſtiſirter Daͤmpfe ſorgfaͤltig geſchuͤtzt iſt—; ſo behaͤlt es ſeine Weiße unveraͤnderlich, und verliert ſie nur im Ver⸗ haͤltniſſe der Einwirkung des Lichts oder phlogiſtiſirter Ma⸗ terien auf daſſelbe. Wuͤrde es, z. B. an einen Ort ge⸗ ſtellt, der nur ſo ſtark erleuchtet waͤre, daß man Geſchrie⸗ benes leſen koͤnnte, ſo wuͤrde es— 10 Tage Zeit brau⸗ chen, eh es ſeine Weiße verloͤhre. Zuruͤck⸗ itt hat gen ge⸗ nuͤhun⸗ ird auf ere Ge⸗ l beob⸗ or dem waches bber in einge⸗ en, an. ungt es ung zu violet Nach let in nicht. laͤge, die⸗ mit⸗ rucke maͤm⸗ ſehr llogi⸗ alt es Ver⸗ Ma⸗ t ge⸗ hrie⸗ rau⸗ rͤck⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 95 Zuruͤckgeworfenes und gebrochenes Licht bringt eben die Erſcheinungen hervor. Um aber die Wahrheit dieſer Thatſache beſſer darzu⸗ thun, beobachteten die Eingangs genannten vier Gelehrte, daß wenn man Hornſilber in ein ofnes Gefaͤß ſchuͤttet, und es zum Theil mit Streiffen Papier bedeckt, alsdann die bedeckte Stelle die ſei, welche am ſpaͤteſten ihre Farbe aͤndere. Um den Verſuch noch entſcheidender zu machen, muß man das Gefaͤß mit einer mit verſchiedenen zoͤchern verſehenen Meſſingplatte bedecken. Alsdann wird man ſehen, daß blos die Stellen des Hornſilbers, auf welche durch die zoͤcher das Licht faͤllt, ſich violet faͤrben, die andern aber weis bleiben, und wenn man die Platte wegnimmt, ſo ſieht man einen weißen Atlas mit violetten Muſchen(mouches). Doch dieſe allgemeinen Verſuche gnuͤgten mir noch nicht, ſondern ich unternahm noch beſondre, die ich fuͤr wichtig hielt. Laͤßt man durch eine Linſe ein lebhafteres Licht auf das Hornſilber fallen; ſo wird es gleichſam im Augenblick gefaͤrbt, weil es alsdann mehr Licht, als von der bloßen Wirkung der Sonne empfaͤngt. Faͤngt man die Sonnenſtrahlen mit einem Blatte fei⸗ nes Papier ſo auf, daß das Licht nicht anders auf das Hornſilber, uͤber welches das Papier gedeckt iſt, fallen kann, als durch dieſes Papier; ſo faͤngt das Faͤrben erſt nach 1, deckt man 2 Blatt Papier druͤber, nach 3, und deckt man 3 druͤber, erſt nach 10 Minuten an. Bedeckt man es aber mit 4 Blaͤttern, ſo findet gar kein Faͤrben ſtatt, das Hornſilber mag auch noch ſo lange am Kichte ſtehen. Ein Stuͤck Nußbaum,“ iinie dick, verhindert, daß ſich das Hornſilber, woruͤber es gedeckt iſt, faͤrbt; ein aͤhnliches Stuͤck Tannenholz brachte aber dieſe Wirkung nicht 96 Vierzehnte Abhandlung. nicht hervor, denn das Hornſilber faͤrbte ſich ſtark, ob⸗ gleich das Tannenholz das licht auffing. Seine zoͤcher⸗ chen ſind ohne Zweifel weiter, als des Nußbaumholzes ſeine, und laſſen mehr leuchtende Koͤrperchen durchfallen. Dies beſtaͤtigt die Meinung, die ich behauptete, vom Durchdringen des Lichts durch die Rinde der Aeſte und der Blumenhuͤllen; zugleich bemerkt man aber auch die dem Lichte, im Durchdringen undurchſichtiger Koͤrper, vor⸗ geſchriebenen Grenzen, ohne daß es ſein Vermoͤgen, ſich mit ihnen zu verbinden, verliert. Zwoͤlf Glastafeln, jede 3 Linien dick, wurden ſo, daß ſie auf einander lagen, uͤber eine Quantitaͤt Hornſilber, die in einer Schaale von Porzellan lag, gedeckt; gleichwohl ward dieſes Hornſilber nach 22 Minuten gefaͤrbt, ob⸗ gleich das Licht nur durch dieſe Glastaſeln darauf fiel. Zwei Zoll Waſſer zwiſchen 2 Glastafeln hielt die Ein⸗ wirkung des Lichts auf das Hornſilber nur 3 Minuten auf, worauf es violet wurde. Hr. Scheele ſagt, die verſchiedenen Strahlen haͤt⸗ ten ein verſchiedenes Vermoͤgen, das Hornſilber zu faͤr⸗ ben; er laͤßt ſich aber,— als wenn dies eine Thatſache von geringer Bedeutung waͤre,— in keine Umſtaͤndlich⸗ keit uͤber die zum Beweis dieſer Sache tuͤchtigen Verſuche ein. Vielleicht habe ich aber, ſo wie er, die Folgerun⸗ gen, die ſich daraus herleiten laſſen, eingeſehen, habe aber geglaubt, es gebuͤhre ſich, ſich von der Wahrheit des Grundverſuchs, auf dem dieſe Folgerungen beruhen, zu verſichern. Zuvoͤrderſt war daran hauptſaͤchlich gelegen, daß die Zeit, die jeder prismatiſcher Strahl braucht, das Horn⸗ ſilber zu faͤrben, feſtgeſetzt ward. Dies habe ich beob⸗ achten koͤnnen, indem ich einen, durch ein vortrefliches, in England verſertiges, Prisma geſpaltenen Strahl auf das Hornſilber fallen ließ, und den Veraͤnderungen, die durch durch jedem brodh läßtſ glish Sttch priomc Epieg Sonne duf de diſe! den I wirku wird, d tark, üh⸗ ſe Loͤcher⸗ umholzes hfallen. tete, vom leſte und auch die per, vor⸗ gen, ſch ſo, daß ilber, die leicwohl ebt, oh⸗ fiel. die Ein⸗ ten auf, en haͤt zu faͤr⸗ hatſache aͤndlich⸗ gerſuche olgerun⸗ , habe ahtheit eeruhen, daß die Horn⸗ h beob⸗ fſliches, ahl auf en, die durch Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 97 durch jeden von ihnen in dem Hornſilber,— das von jedem Strahle beſonders beleuchtet ward,— hervorge⸗ bracht wurde, aufmerkſam nachforſchte. Dieſer Verſuch laͤßt ſich leicht anſtellen, wenn man das Hornſilber in Uhr⸗ glaͤschen legt und dieſe ſo ſtellt, daß die prismatiſchen Strahlen auf dieſe Glaͤschen fallen und ſie bedecken. Das prismatiſche Sonnenbild aber erhäͤlt man, mittelſt eines Spiegels, auf derſelben Stelle: dieſen wendet man mit der Sonne zugleich, und erhaͤlt alſo den Sonnenſtrahl immer auf der naͤmlichen Stelle. Man begreift leicht, daß wenn das Hornſilber in dieſe Uhrglaͤschen gethan wird, das Zimmer, worin man den Verſuch macht, dunkel genug ſeyn muß, um die Ein⸗ wirkung des Lichts auf das Silber zu verhindern. Man wird alsdann bemerken, daß 1) der violette Strahl des Hornſilbers in 15 Sekun⸗ den faͤrbt. 2) Der purpurfarbene in 23 Sekunden. 3) Der blaue in 29 Sekunden. 4) Der gruͤne in 35 Sekunden. 5) Der gelbe in 5 Minuten u. 30 Sek. 6) Der pomeranzenfarbene in 12 Minuten. 7) Der rothe in 20 Minuten. Dieſe drei letztern Farben ſingen alsdann nur erſt an, einen violetten Schein auf dem Hornſilber hervorzubrin⸗ gen; ich bin aber nie vermoͤgend geweſen, die Farbe ſo ſtark zu machen, als die vom violetten Strahle hervor⸗ gebrachte war, obgleich ich dieſe drei Strahlen 3 Stunden lang darauf wirken ließ. Ich belegte eine von den Seitenflaͤchen des Flaͤſch⸗ chens, das vollkommen durchſichtig war, mit einer Schicht Hornſilber, und ließ alsdann das prismatiſche Bild der Sonne, deſſen ich ſchon erwaͤhnt, ſo drauf fal⸗ Senebier 3. Th. G len, 4 — 5 . —Q—ÿ—᷑—ͦ—ᷣᷣ—V—2— 2 2 2 2 2 2——·—.i 98 Vierzehnte Abhandlung. len, daß es die ganze Breite des vom Hornſilber bedeck⸗ ten Raums einnahm, und dieſen Raum hatte ich mit ei⸗ ner Diagonallinie durchſchnitten, damit ich von der Ein⸗ wirkung des Lichts auf die unmittelbar am Glaſe anliegen⸗ de Lamelle des Hornſilbers beſſer urtheilen koͤnnte, wie ich denn auch die Wirkung jedes Strahls beſchriebener⸗ maßen beſtaͤndig beobachtet habe. Ich muß beifuͤgen, daß die prismatiſchen Strahlen dem Hornſilber ein ins Blaue fallendes Violet geben, wobei das Blau immer heller wird, je weniger die Strah⸗ len ſich zuruͤckbrechen laſſen. Hingegen das aus allen ſei⸗ nen Strahlen zuſammengeſetzte Sonnenlicht gibt dem Hornſilber eine violette Farbe, die ins Umbrabraune uͤbergeht. Ich habe auch dieſe Verſuche vermannichfaltigt. Ich befolgte dabei auch die ſchon beſchriebene Methode, die Koͤrper mit den Strahlen, die ich verlangte, zu erleuch⸗ ten. Zu dieſem Endzwecke ſtellte ich das Hornſilber in Uhrglaͤschen unter meine, mit gefaͤrbten Waſſern gefuͤll⸗ te, Glocken. Folgendes ſind die erhaltenen Reſultate: 1) Hornſilber faͤrbte ſich in der freien Luft und an der Sonne ſtehend, in 20 Sekunden. 2) Hornſilber ward unter der, mit Waſſer angefuͤll⸗ ten, Flaſche, in 20 Sekunden gefaͤrbt. 3) Hornſilber ward unter der mit Waſſer gefuͤllten Flaſche, in 1 Minute roth gefaͤrbt. 4) Hornſilber ward unter der mit Waſſer gefuͤllten Flaſche, in 2 Minuten ganz ſchwach violet gefaͤrbt. 0) Dieſes Hornſilber ward in der freien Luft in 18 Minuten Umbrabraun gefaͤrbt. 10 Unter der Flaſche mit Waſſer bekam es dieſe Far⸗ be in 17 Minuten. 3) Unter minder nhtt, ge det bedhof das er ben, Heerat ſeiner virten. nogld dickgewe Marrie Kun ſe Vud iit voc drien zn der mi henche wet, denen w andetun Oo Inag, ſhweige ungen Ale ſelle i er bedeck ih mit ei der Ein⸗ anliegen⸗ ante, wie hriebener. Strahlen let geben, ie Strah⸗ allen ſci⸗ gibt dem brabraune igt Ich ode, die erleuch⸗ ſilber in gefuͤll⸗ ltate: an der ngefuͤlle gefuͤllee gefuͤlten bt. t in 18 ieſe Jar⸗ ) Unter Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 99 IID Unter der mit rothgefaͤrbtem Waſſer gefuͤllten Fla⸗ ſche nahm es in 1 Stunde eine Lilasfarbe an. 1V) Unter der mit violetgefaͤrbtem Waſſer gefuͤllten Flaſche faͤrbte es ſich in 1 Stunde und 15 Min. helllilas. Aus dieſen Verſuchen, die in ihren Wirkungen von jenen, welche die prismatiſchen Strahlen hervorbrachten, verſchieden ſind, folgt, daß der Unterſchied von der Ver⸗ minderung in der Menge des durchgeſallenen kichts her⸗ ruͤhrt, und man kann nicht in Abrede ſeyn, daß die Men⸗ ge des Karmins, ‚(die erfoderlich iſt, um das Waſſer lebhaft roth zu faͤrben,) mit der Menge des Lackmußes,— das erfodert wird, um das Waſſer dunkelviolet zu faͤr⸗ ben,— in wenigſtens zehnfachem Verhaͤltniſſe ſteht. Hieraus wuͤrde alſo folgen, daß der violette Strahl mit ſeiner ganzen Ueberlegenheit uͤber die andern Strahlen wirken wuͤrde, wenn man dahin bedacht waͤre, daß man ſo⸗ wohl die Quantitaͤt des durch die aufgeloͤſte Materie zu⸗ ruͤckgeworfenen, als auch die Menge des durch die naͤmliche Materie verſchluckten Lichts, mit in Rechnung braͤchte. Kurz, der Verſuch, aus dem wir lernen, wie weit die Wirkung des farbigen Lichts auf das Hornſilber geht, zeigt noch weiter, daß das Licht von dieſen faͤrbenden Ma⸗ terien zuruͤckgeſtoßen wird, weil die in der Luft, und unter der mit Waſſer gefuͤllten Flaſche, erfolgten Veraͤnderungen beinahe zu der naͤmlichen Zeit hervorgebracht, und ſo weit, als moͤglich, getrieben wurden, dahingegen unter denen mit gefaͤrbten Waſſern gefuͤllten Flaſchen, dieſe Ver⸗ aͤnderungen nie ſo weit getrieben werden konnten. Obgleich dieſe Verſuche zu Zweifeln an den vorigen Anlaß geben duͤrften; ſo habe ich ſie doch nicht mit Still⸗ ſchweigen uͤbergehen wollen, da ſie merkwuͤrdige Unterſu⸗ chungen veranlaſſen koͤnnen. Alle dieſe Verſuche wurden am Sonnenlichte ange— ſtellt; ich wollte ſie daher doch auch einmahl an einem G 2 Tage, 100 Vierzehnte Abhandlung. Tage, da der Himmel mit Wolken bedeckt war, vorneh⸗ men, und da ward 1) das Hornſilber in der freien uft nach 2 Minuten violet gefaͤrbt. 2) Unter einer Flaſche mit Waſſer nahm es ein nicht ſo dunkles Violet nach 2 Minuten an. 3) Unter einer mit rothgefaͤrbtem Waſſer gefuͤllten Glocke ward es nach 32 Minuten etwas braun. 4) Unter einer mit violetgefaͤrbtem Waſſer gefuͤllten Glocke ward es nach 32 Minuten auch braun, aber weniger. In dieſem letzten Falle hat das Hornſilber ſo eine Farbe, wie ſolches, das man durch eine violette Gaze betrachtet. 4. Das Licht wirkt auf die Silberniederſchlaͤge eben ſo, wie die phlogiſtiſirenden Prozeſſe. Obgleich das Licht das Brennbare nicht iſt, da es glaͤſerne Gefaͤße durchdringt; ſo bringt es doch ſolche Wir⸗ kungen hervor, wie phlogiſtiſirende Prozeſſe. Wenn ich die Luft unter einer Glocke phlogiſtiſiren will; ſo ſetze ich eine Flaſche mit fluͤßiger Schwefelleber darunter, und entwickele daraus, mittelſt einer Saͤure, das Brennbare, und alsdann uͤberlaſſe ich die, unter eine ſolche Glocke gebrachten, Koͤrper der Wirkung des Brenn⸗ baren. Hier folgen die Reſultate, welche der Einfluß des Brennbaren auf nachſt hende Koͤrper mir gegeben hat. Es iſt bekannt, daß das Brennbare die weißen Me⸗ talle ſchwaͤrzt, bei dieſer Beobachtung verweile ich mich aber nicht, weil das Licht auf ſie gar keine Wirkung aͤußert. 1) Hornſilber, der Wirkung phlogiſtiſirter Daͤmpfe ausgeſetzt, ward ſchwarz. 2) Eine „ℳ war 2 vehſt eni wardn J 30 1 1 phli 1 ſett 1 fi n oht 1 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 101 vorneh⸗„ 2) Eine Silberaufloͤſung mit der Kreide verbunden, ward ſchwarz, als ſie in phlogiſtiſirter Luft ſtand. Minuten 3) Eine Silberaufloͤſung mit der Salpetermagneſie verbunden, ward in phlogiſtiſirter Luft ſchwarz. ein nich 4) Das Wißmuthweis ward ſchwarz, als es in phlogiſtiſirter Luft ſtand. gefüͤllte 5) Der Bleizucker, in phlogiſtiſirter Luft ſtehend, ward ſchwarz. gefüͤlkten 6) Verſuͤßtes Queckſilber, in eben die Luftgattung in, aber gebracht, wurde ſchwarz. 7) Das Spaniſche Weiß ward ſchwarz, als es in rſo eine phlogiſtiſirter Luſt ſtand. tte Gaze 8) Das Bleiweis ward ſchwarz, als es in phlogiſti⸗ ſirte Luft gebracht ward. 9) Das in Seeſalzſaͤure aufgeloͤſte, und mit einem ſchlaͤge fluͤchtigen Laugenſalze niedergeſchlagene, Queckſilber ward ſe. in oftgedachter Luftgattung gelb. 10) Das aͤtzende Queckſilber ward gelb und ſchwarz. P 11) Der mineraliſche Turpeth ward ſchwarz. — 12) Ein erſt vor kurzem gebleichtes Stuͤck Tannen⸗ fiñ 5 ward in ſolcher phlogiſtiſirter Luft auch ein wenig iſtiſiren ſchwarz. ün Aber alle dieſe Wirkungen brachte auch das Licht in aule, denen, ſeinen Wirkungen ausgeſetzten, Koͤrpern hervor. nler eine Sonach muß ich hieraus ſchließen, daß die vom lichte er⸗ Brenn⸗ zeugten Wirkungen mit jenen, vom Brennbaren hervorge⸗ huijd brachten, analogiſch ſind. at. 1 Es gibt noch andre Analogien, die uns verſtatten zu gen Me⸗ glauben, daß das licht als Brennbares auf die Koͤrper ich mich wirkt. Das violetgefaͤrbte Hornſilber wird, nach Hrn. äußert. Scheele's Beobachtung, wiederhergeſtellt. Dieſer vio⸗ Dainsfe lette Theil laͤßt ſich alsdann im Scheidewaſſer aufloͤſen, und koͤmmt darin in ſeinem Metallglanze zum Vorſchein, 2) Eine G 3 wenn 102 Vierzehnte Abhandlung. wenn das Feuer darauf gewirkt hat. Die Seeſatzſaͤure wird alſo wenigſtens aus dem violetgefaͤrbten Theile des Hornſilbers herausgejagt, weil das Waſſer, in welchem man dieſes ſchwarz⸗gewordene Hornſilber abwaͤſcht, ſauer wird, welches alſo anzeigt, daß die Seeſalzſaͤure in die⸗ ſem Waſſer zugegen iſt, gleichwohl bringt das Waſſer, in dem man das weiße Hornſilber abwaͤſcht, dieſe Wir⸗ kung nicht hervor, wuͤrde dies auch nicht koͤnnen, weil es die Seeſalzſaͤure aus dem Hornſilber nicht ſcheidet. Aber was noch mehr iſt; das Kcht bewirkt nicht dieſe alleinige Wiederherſtellung. Man weiß, daß die Saͤu⸗ ren die Metalle in Kalk verwandeln, und daß ſie dieſe Wirkung am Golde und Silber aͤußern, indem ſie dieſe beiden Metalle ihres Brennbaren berauben, weil bei ihrer Aufloͤſung entzuͤndbare Luft entbunden wird: aber das Licht des Brennſpiegels ſtellt vornemlich dieſe beiden Me⸗ talle ohne Zuſatz wieder her, wenn man ſie in den Brenn⸗ punkt bringt; dies iſt der gleiche Fall mit dem Praͤcipitat per ſe, dem rothen Praͤcipitat, und dem minergliſchen Turpeth, wie Hr. Scheele und verſchiedene andre Schei⸗ dekuͤnſtler bemerkt haben. Da das licht ſonach das Hornſilber und einige Me⸗ tallkalke wiederherſtellt; ſo ſcheint es, daß es auf dieſe Koͤr⸗ per als eine phlogiſtiſirende und phlogiſtiſirte Materie wir⸗ ke; wenigſtens bringen der Dampf der Schwefelleber und die Kohlen eben die Wiekungen hervor. Ich ſage aber nicht, daß das Licht das Brennbare ſei, ich ſage nur, es bringt Wirkungen hervor, die des Brennbaren ſeinen aͤhnlich ſind. Funf⸗ witung Mhit cc. en, d der wi ignen wendet witen über Geger wollen ſonder keſatzſäure Theile des T welchem ct, ſauer are in die⸗ s Waſſe, dieſe Wir⸗ n, weiles det. nicht diſe die Sau⸗ ß ſi diſe n ſie diſſ il bei hrer aber das ijden Me⸗ n Brann⸗ raͤcipitat raliſchen ge Schei⸗ nige Me⸗ ieſe Kaͤr terie wir⸗ leber und ſage aber ſage nur, ten ſeinen Vom Einſtuſſe des Sonnenlichts ꝛc. 103 ee 2 2.E——zzꝑ Funfzehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf die Veraͤnderung der durch Kunſt ausgezo⸗ genen Farben. N7⸗ —ö—— B—— 1. Unterſuchungen uͤber die durch Kunſt ausge⸗ zogenen Farben. Ds Licht wirkt auf viele Koͤrper in allen drei Natur⸗ reichen; meine Verſuche ſind alle zu eingeſchraͤnkt, als daß ich ſollte verſichern koͤnnen, es wirke auf alle oder auf ſehr viele. Doch iſt offenbar, daß es kraͤftig und geſchwind auf die meiſten Koͤrper wirkt, die ich ſeiner Ein⸗ wirkung ausgeſetzt, und von denen ich zu reden Gelegen⸗ heit gehabt habe. Ich wuͤrde alſo hieraus ſchließen koͤn⸗ nen, daß wenn es auf ſolche Art auf die natuͤrlichen Koͤr⸗ per wirkt, es auch eben ſo auf die, welche die Kunſt aus ihnen herauszuziehen weiß, und auf die, welche ſie an⸗ wendet und verbindet, um ſich derſelben zu bedienen, wirken koͤnne. Dieſerwegen habe ich ferner auch hier⸗ uͤber einige Verſuche gemacht, nicht als wenn ich den Gegenſtand in ſeinem ganzen Umfange haͤtte erſchoͤpfen wollen,— welches mir unmoͤglich geweſen ſeyn wuͤrde,— ſondern nur um den Weg vorzuzeichnen, auf dem man gehen kann. Der Indig, dem Sonnenlichte ausgeſetzt, wird ein wenig ſchwarz. 64 Das — 8 — . 104 Funfzehnte Abhandlung. Das Lackmus nimmt darin in ſehr kurzer Zeit eine 3 graue Farbe an. fule Der Waid bleicht darin in 4 Minuten aus; iſt er V ka aber mit Sauren verbunden, ſo leidet er gar keine Ver⸗ V h)j aͤnderung. V A der Das Berlinerblau wird darin ſehr wenig veraͤndert, V 1 es wird blos ſchwarz. V Dit Der Zinnober, im Waſſer aufgeloͤſt, verliert an der venig Sonne in ſehr kurzer Zeit alle ſeine Farbe. V Duu⸗ Die Tinktur aus der Faͤrberroͤthe, mit Waſſer aus. V Diet gezogen, bleicht in ſehr kurzer Zeit aus, wenn ſie an der V kinſ Sonne ſteht... Dee Auch habe ich mit verſchiedenen, theils mit Waſſer, V mac theils mit Weingeiſt, ausgezogenen Tinkturen Verſuche V gemacht. Dieſe Tinkturen wurden in wohlverſtopften 1 und durchgaͤngig gleich vollgefuͤllten Flaͤſchchen 6 Tage V lang der Einwirkung der Sonne ausgeſetzt. Sie gaben 1 mir folgende Reſultate. heins ) 2. Weingeiſttinkturen, der Sonne ausgeſetzt. ſema b ¹) Die rothe Ochſenzunge(Anchuſa tincdloria Linn. V)j L'Oreanette) gab ein violetroth, das an der Sonne gelb ue ward. 3—* V 2) Das Drachenblut verlohr darin ſeine Farbe. V dee 3) Der abgewaſchene Safran gab ein Rothgelb, dags 3 an der Sonne gelh ward. b e 4) Der Kermes(Coceu⸗ quercus coccif. Linn. Je Kermes) brachte ein Rothbraun hervor, das die Fonne en gelb faͤrbte. V 1 5) Die Kochenille gab ein violetroth, das an der e Sonne ein wenig gelb ward. V 8 6) Der Lak erzeugte ein Rothgelb, das an der Son⸗ Smm ne Zitronengelbh wurde. 7) Das Zeit ein z iſt a ine Ver⸗ veraͤndert, ert an der aſſer aus⸗ ſie an der Waſſe, Verſuche rſtopſten 5 Tage e gaben ſetzt, ia Linn. nne gelh be. elb, das, mn. le Sonne an der r Son⸗ ) Ds Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 105 7) Das Faͤrberbaumholz(Rhur cotinus Linn. Le Fuſtet) gab ein Gelb, das an der Sonne ein wenig hel⸗ ler ward. 8) Das Gelbholz(Le Bois-jaune) gab ein Gelb, das an der Sonne ein wenig dunkler ward. Auf alle dieſe Tinkturen bewies die Sonne eine gleiche Wirkung. Das Gelb war immer die Farbe, welche am wenigſten veraͤndert ward. Die Saͤuren, in geringer Quantitaͤt gebraucht, erhoͤhen immer die rothen Farben. Dies wuͤrde alſo, gegen die Meinung einiger Scheide⸗ kuͤnſtler beweiſen, daß das Licht nicht als Saͤure wirke. Dieſe Beobachtung iſt auch bei denen mit Waſſer ge⸗ machten Tinkturen wahr. 3. Waſſertinkturen, der Sonne ausgeſetzt. 1) Die rothe Ochſenzunge gab eine Pomeranzenfarbe, die in der Sonne gar keine Veraͤnderung litt. 2) Das Drachenblut gab ein Roſenroth, das an der Sonne verging. 3) Der gewaſchene Safran erzeugte ein Zitronengelb, welches an der Sonne verbleichte. 4+ Der Kermes gab eine ganz braune Farbe, welche die Sonne nicht veraͤnderte. 5) Die Kochenille faͤrbte die Tinktur violetroth, wel⸗ ches an der Sonne nicht veraͤndert ward. 6) Der Gummilack gab ein Hellviolet, das an der Sonne verging. 7) Das Faͤrberbaumholz erzeugte ein Gelb, das an der Sonne dunkler ward. 8) Das Gelbholz gab ein dunkles Gelb, das an der Sonne ein wenig heller ausſah. G 5 Die 106 Funfzehnte Abhandlung. Die Vergleichung dieſer beiden Tafeln belehrt uns, daß die thieriſchen Farben dem Weingeiſte eine faͤrbende Materie mitcheilen, und daß dieſe aufgeloͤſte Materie vom lichte veraͤndert wird,— es geſchehe dies nun, indem das Brennbare des Weingeiſts dazu beitraͤgt, oder daß der Weingeiſt das licht in der Tinktur beſonders figirt—. Zu gleicher Zeit ſehen wir aber auch, daß dieſer, vom Waſ⸗ ſer aufgeloͤſte, faͤrbende Theil alsdann von der Sonne un⸗ veraͤndert bleibt. Dies beweiſt, wie ſehr dieſe Farben vor andern verdienen, zum Faͤrben ſolcher Koͤrper ge⸗ braucht zu werden, die dem ichte ausgeſetzt ſind, der⸗ gleichen ſolche ſind, die man zur Kleidung, zu Tapeten ꝛc. gebraucht. Der ack macht hier eine Ausnahme. Sollte wohl in den Thieren etwas mit dem Harze der Pflanzen analogiſches vorhanden ſeyn? Die gelben Farben leiden eben nicht ſehr, man mag ſie im Waſſer aufloͤſen, oder ſie im Weingeiſte infundiren. Wollte man aus dieſen Verſuchen Nutzen ziehen, ſo muͤßte ein geſchickter Faͤrber alle dieſe Proben— und wohl noch tauſend mehr,— anſtellen, und ſie an allen moͤglichen Koͤrpern verſuchen, damit er nicht nur entdeckte, welches die ſind, welche die Farbe erhoͤhen, ſondern auch, welches ſolche ſind, die ſie feſt machen, und welche dieſe Wirkungen aufs bequemſte und wohlfeilſte hervorbringen. Ueberhaupt hat mirs geſchienen, daß die Koͤrper, welche die Farben erhoͤhten, ſie auch feſt machten. Hr. Mac⸗ quer wird in ſeinem unter der Feder habenden Buche ge⸗ wiß nicht unterlaſſen, dieſe fuͤr die Befoͤrderung der Kuͤn⸗ ſte, ſo ſchaͤtzbaren, und ſeinem Scharfſinne und Patriotis⸗ mus ſo wuͤrdigen Reſultate, bekannt zu machen. 4. Malerfarben, der Sonne ausgeſetzt. Ich wollte doch auch die Farben aus dem Geſichts⸗ punkte der Malerei betrachten. Zu dieſem Entzwecke ließ ich ich n Poaſ beden alen benmer lan ſ Vit Bleif hande khrt uns, färbende kerie vom n, indem oder dß figitt—. om Waſ⸗ ponne un⸗ e Farben örper ge⸗ ind, der⸗ apeten x. . Solke Pflanzen dan mag undiren. hen, ſo — und an allen aedeckte, in auch, che dieſe bringen. „welche Mac⸗ uche ge⸗ er Kuͤn⸗ atrioti⸗ 1. jſichts⸗ ete ließ ich Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 107 ich mir von allen Farben und ihren Schattirungen, in Waſſerfarben, Oel und Paſtel, Proben ſtreichen. Von den beiden erſten Arten ließ ich mir dieſe Schattirungen durch alle Verbindungen machen. Um aber Langweiligkeit zu vermeiden; ſo will ich blos anmerken, daß ich dieſe Pro⸗ ben ſo an die Sonne gelegt habe, daß ein Theil ihrer Wirkung ausgeſetzt, der andre aber durch eine duͤnne Bleiplatte davor geſchuͤtzt wurde, und daß ich nachſte⸗ hende Reſultate erhalten habe. 5. Proben in Waſſerfarben. Alle violette Farben wurden vom Kichte, von den er⸗ ſten Stunden an, da ſie ihm ausgeſetzt wurden, veraͤn⸗ dert, und nach 2 Monaten waren ſie ganz verblichen. Waͤhrend ihrer Veraͤnderungen wurden ſie roth, her⸗ nach blau. Alle rothe, und vornemlich die karmeſinen, bleich⸗ ten ſehr. Die dunkelgruͤnen wurden blau. Die gelbgruͤnen verwandelten ſich in Hellgruͤn. Die pomeranzenfarbenen wurden braun. Die gelben bleichten aus. Die dunkelblauen ſtanden feſt. Die hellblauen bleichten aus. Die hellgrauen wurden braun. Die weißen wurden ſchwarz. Die ſchwarzen ſtanden unveraͤndert. Man begreift leicht, daß dieſe Veraͤnderungen von den gebrauchten Farbenmaterialien, von ihrer Miſchung, und von ihrer zu den Gemengen genommenen Menge ab⸗ haͤnge, und man wird hieran nicht zweifeln, wenn man ſich deſſen erinnert, was ich bereits von verſchiedenen Farben 108 Funfzehnte Abhandlung. Farben geſagt habe, ich mag mich aber nicht wieder⸗ hohlen. Es waͤre wohl moͤglich, daß ſich das Gummi ſo mit ihnen verbinden ließe, daß es ihnen mehr Feſtigkeit gaͤbe, oder daß ſich, ſtatt ſeiner, etwas nehmen ließe, das den Ein⸗ fluß des Lichts hemmte. So bemerke ich, z. B. daß die Farben, welche mit Hauſenblaſe uͤberſtrichen worden, ehe man ſie gefirnißt hat, weniger gelb werden, als ſolche, die nicht ſo behandelt worden. ieße ſich alſo nicht ſtatt des Gummi's die Hauſenblaſe oder irgend ein andres Mittel waͤhlen? Mir kommt es vor, als wenn Papier und Holz, das mit einem aus trocknenden Oelen beſtehen⸗ den Firnis beſtrichen iſt, weit weniger vom Lichte veraͤn⸗ dert wird, als das nicht mit ſolchem Firniſſe oder mit ei⸗ nem Weingeiſtfirniſſe beſtrichen worden. 6. Proben mit Oelfarben, der Sonne ausgeſetzt. Waͤhrend eines gleichen Zeitraums und auf gleiche Art, habe ich auch die Oelfarben, welche auf Papierſtreif⸗ fen geſtrichen, der Sonne ausgeſetzt wurden, beobachtet, und folgende Reſultate aus ihnen erhalten. Alle hellviolette Farben waren nach Verlauf eines Tages ein wenig verblichen, und ſehr ſtark nach 2 Tagen. Das Dunkelviolet war blau geworden. Das Berlinerblau und der Indig waren ein wenig ſchwarz geworden. V Das Ultramarin bleichte ſehr wenig aus. Die rothen und die Karmeſinfarben bleichten ein wenig aus. Die gruͤnen bleichten aus. Die gelben wurden braun. ingd rerane dng 1 luf ſiew geich wieder⸗ i ſo mit eit gäbe, den Ein⸗ daß die den, ehe s ſolche, icht ſtatt n andros Papier beſtehen⸗ e veräͤn. pr mit ei⸗ ſe gleiche erſtreif⸗ bachtet, uf eines Tagen. in wenig hten ein Die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 109 Die weißen wurden ſchwarz. Die ſchwarzen ſtanden unveraͤndert. Das Oel ſcheint die Wirkung des Lichts auf die Far⸗ ben zu vermindern, wenigſtens haben die Farben, welche mit Waſſer zubereitet, die ſtaͤrkſte Veraͤnderung litten, eine weit geringere,— und in eben der Zeit,— erlitten, wenn ſie mit Oel angemacht waren. Es iſt zu bemerken, daß die aus Metallen bereiteten weißen Farben vom Lichte jederzeit ſchwarz wurden, und daß ſie auch ihre Schwaͤrze denen mit ihnen vermiſchten Farben mittheilten. 7. Proben von Paſtelfarben, der Sonne ausgeſetzt. Die Paſtelfarben wurden, ebenfalls auf Papierſtreif⸗ fen geſtrichen, eben ſo lange und auf gleiche Art, wie die vorerwaͤhnten Farben, der Sonne ausgeſetzt. Ich habe dabei folgendes beobachtet. Alle violette Farben litten ſehr. Schon nach Ver⸗ lauf eines Tages nahm man den Einfluß des Lichts auf ſie wahr. Die hellen bleichten aus, und die dunkeln, des⸗ gleichen die Lilasfarben, wurden blau. Die rothen und die Karmeſinfarben wurden weis, andre braun. Die gruͤnen wurden nach 2 Tagen gelb, und einige davon, beſonders die dunkelſten, blau. Die gelben hatten nach Verlauf eines Tages ein wenig ausgebleicht. Die hellgelben wurden nach 2 Monaten weis. Die dunkelblauen wurden noch dunkler. Die hellblauen wurden gruͤn. Die grauen wurden braun. Die 110 Funfzehnte Abhandlung. Die weißen wurden ſchwarz. Die ſchwarzen ſtanden unveraͤnderlich. Das mit Indig angeſtrichene Taͤfelwerk in Zimmern bleicht aus. Dieſe Verſuche thun dar, daß die Paſtelfarben ge⸗ ſchwinder vergehen, als die Oelfarben, und daß ſie weit mehr vom Lichte leiden. Die faͤrbende Materie iſt in ih⸗ nen ganz entbloͤſt, und die Sonne wirkt mit ihrer ganzen Macht auf ſie. Kurz, man ſieht, daß alle Gemaͤlde nach einer gewiſſen Zeit jene Harmonie der Toͤne verlieren muͤſſen, die der Maler hinein zu bringen wußte, weil nicht alle Farben, waͤhrend der naͤmlichen Zeit, gleich ſtark angegriffen werden. Es iſt alſo viel daran gelegen, daß man ſie vor der Wirkung der Sonne ſorgfaͤltig in Acht nehme, bis die Maler ein Mittel erfunden haben, wodurch ſie den zerſtoͤrenden Strahlen dieſes Himmelskoͤrpers,— ohne die wir gleichwohl nicht zuweilen die dienſtfertige Taͤuſchung bewundern koͤnnten, die uns die Wirklichkeit der Natur in ihrem Bilde zeigt,— trotzen koͤnnen. Alle dieſe Verſuche ſtellen eine ganz ſonderbare Er⸗ ſcheinung dar. Die ſchwarzen Farben ſind unveraͤnder⸗ lich, und die ihnen am naͤchſten kommenden, die violet⸗ ten, werden am ſtaͤrkſten veraͤndert. Gleichwohl ſollte es ſcheinen, daß dieſe letztern, nach den ſchwarzen, die ſind, welche die wenigſten Farben zuruͤckwerfen. Woher ruͤhrt alſo dieſe Unaͤhnlichkeit nebſt dieſer Aehnlichkeit? Das weiß ich nicht, es waͤre aber ein ſchoͤner Gegenſtand fuͤr Unterſuchungen. Sechs⸗ E M ben d tenns in Lb abzun ſtelei ſche lunne Je ſuchen 1 Geweb d, on ſalen U immetn rben ge⸗ ſie weit ſt in ih⸗ rganzen Hemäͤlde verlieren ke, weil ich ſtark en, daß in Acht vodurch 18,— fertige lichkeit en. re Er⸗ raͤnder⸗ violet⸗ l ſollte n, die Woher chkeit? nſtand echt⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. III —— /=—— Sechszehnte Abhandlung. Vom Einfluſſe des Sonnenlichts auf die Veraͤnderung gefaͤrbter Gewebe. E⸗ iſt einleuchtend, daß der Einfluß des Lichts auf ge⸗ faͤrbte Gewebe, mit der Natur derer zu, ihrem Faͤr⸗ ben gebrauchten Farbematerialien, und mit den Mit⸗ teln, die man zum Feſtmachen der Farbe anwendet, im Verhaͤltniß ſteht. Dieſen Gegenſtand aber gruͤndlich abzuhandeln, und alle dazu erfoderliche Verſuche anzu⸗ ſtellen, muͤßte man ſelbſt Faͤrber ſeyn und ein dickes Buch ſchreiben, oder gar darin wie ein Macquer arbeiten koͤnnen. 1. Plan dieſer Abhandlung. Ich werde hier den Entwurf einiger Reihen von Ver⸗ ſuchen liefern, die ich uͤber ſeidene, wollene und ſolche Gewebe, die aus dem Pflanzenreiche hergenommen wer⸗ den, angeſtellt habe. Die Folgen muͤſſen verſchieden aus⸗ fallen, und ſo ſind auch die Mittel, dieſe Gewebe zu faͤrben. Vorlaͤufig muß ich bemerken, daß einige von dieſen Verſuchen ſchon Hr. Beccari unternommen hat, wie man in den Schriften des Inſtituts von Bologna fin⸗ den kann, ich habe ſie aber anſehnlich erweitert. Bei allen dieſen Verſuchen, und bei allen Reſultaten, die ich liefern werde,— ſo wie auch bei denen, in den vo⸗ rigen Aufſaͤtzen bekanntgemachten,— waren die Veraͤn⸗ derungen, die ich anzuzeigen Willens bin, blos Folgen der Einwirkung des Sonnenlichts. Die Wirkung d uft 112 Scechszehnte Abhandlung. Luft und einer bis zum 500 erhoͤhten Waͤrme brachten gar keine merkwuͤrdige Veraͤnderung in ihnen hervor. PVon dieſer Waͤrme litten die Zeuge im luftleeren Raume und im Finſtern, gar keine Veraͤnderung; verlohren aber ihre Farbe, ſobald das Sonnenlicht, bei einer geringern Waͤr⸗ me, auf ſie wirkte. Selbſt kuͤnſtliches Licht erſetzt in Her⸗ vorbringung dieſer Wirkungen nicht die Stelle des Son⸗ nenlichts. 2. Seidene Gewebe, der Sonne ausgeſetzt. Zuerſt ſtellte ich meine Verſuche mit den ſchmahlen Baͤndern an, die man Annetes nennt; ſie waren von violetter, roſefarbener, gruͤner, blauer und gelber Farbe. Ich werde aber nur von den beiden erſten Farben mit ei⸗ ner gewiſſen Umſtaͤndlichkeit ſprechen, weil die Wirkung des lichts auf ſie am merklichſten geweſen iſt. Ich habe mich zu dieſen Verſuchen des zu Anfang der ſechsken Abhandlung beſchriebenen Kaſtens bedient. Dieſe Baͤnder brachte ich auf eine ſolche Art in den Kaſten, daß ein Ende von ihnen in der Luft flatterte, das andre aber ſich hinter der erſten Glastafel befand, ſo daß dieſe die unmittelbare Einwirkung des Sonnenlichts, ſo viel ſie vermochte, abhielt. So legte ich ferner ein zweites auf die zweite Glastafel, und ſo ferner ein drittes, vier⸗ tes, fuͤnftes ꝛc. auf die folgenden Tafeln, wobei ich Sor⸗ ge trug, daß die Baͤnder einander nicht unter ſich das Licht benahmen. Ferner legte ich andre Baͤnder auf die andern parallellaufenden Glastafeln der naͤmlichen, in ein⸗ ander paſſenden, Kaſten ſo, daß zwiſchen dem ſechsten Bande und dem Lichte 6 Glastafeln waren, und noch die zwiſchen jedem Paare von Tafeln befindliche Schicht Luft. Endlich legte ich noch verſchiedene Baͤnder hinein, die in verſchiedene Stuͤcken Papier eingewickelt waren, folglich Hierauf kein Licht empfangen konnten. 5 ) tm aus verind ) Kchtun ten ao ſe z- waxen herno behie baren Farbn Farlen o dnd vis A deeren bhyt den, le dane’t d anded einene ſanw braung wenig b den. Vein V tefl a bosgeſ Sel rachten a vor. Par Raume und en aber ihe ngern War ſett in her e des Onn⸗ geſeht. 1 n ſchmahle waren von elber gate. ben mt ä e Wutung lnfang der ent. Art in den tterte, das ad, ſo daß cts, ſovil ein zweite ttes, vier ei ich En⸗ er ſich das der auf di den, in ei im ſechsten d noch de chicht uf ein, diein , ſolgich hieruf Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 113 Hierauf alſo habe ich folgendes bemerkt, 1) die Baͤnder, ſo der Wirkung des Lichts nicht hat⸗ ten ausgeſetzt werden koͤnnen, hatten ihre Farbe gar nicht veraͤndert. 2) Die violetten und roſefarbenen Baͤnder, die das Licht und die Sonne unmittelbar empfangen hatten, wa⸗ ren nach Verlauf eines Tages, oder eigentlich, nachdem ſie 3— 5 Stunden von der Sonne beſchienen worden waren, ein wenig ausgeblaͤßt; dieſes Ausbleichen nahm hernach immer zu, und die vom Lichte weggekehrte Seite behielt ihre Farbe lange, bis ſie doch endlich zu Ende des 35ten Tages verblichen war. 3) Der Theil von der Seite des Bandes, welcher auf der erſten Glastafel lag, und durch ſie vor der unmittel⸗ baren Beruͤhrung des Lichts geſchuͤtzt ward, fing ſeine Farbe erſt nach 3 Tagen an zu veraͤndern, und die ganze Farbe war erſt nach 50 Tagen vergangen. 4 Erſt nach 6 Wochen wurden die roſenfarbenen und violetten Baͤnder weiß. 5) Nach Verlauf von;3 Monaten fing das auf dem vierten Glaſe liegende Band an auszublaͤßen. 6) Nach 6 Monaten ſpuͤrte ich an den andern Baͤn⸗ dern, die durch die meiſten Glastaſeln gedeckt waren, gar keine Veraͤnderung. Die gelben und blauen Baͤnder hatten ſich nicht ver⸗ aͤndert, nachdem ſie der Einwirkung des Sonnenlichts einen Monat lang, hinter einer Glastafel ausgeſetzt gewe⸗ ſen waren, aber nach 4 Monaten ward das gelbe Band braun, und das blaue heller, das karmoſinrothe war ein wenig ausgebleicht, und das gruͤne ein wenig gelb gewor⸗ den. Dreimahl ſo lange aber waͤhrte es, eh ſie dieſe Veraͤnderungen erlitten, wenn das Licht durch eine Glas⸗ taf l auf ſie wirkte, als wenn ſie dem Lichte unmittelbar blosgeſtellt waren. Senebier 3. Th. H Es 114 Sechszehnte Abhandlung. Es iſt unnoͤthig, anzumerken, daß die Reſultate die⸗ ſer Verſuche nach den Oertern, wo ſie angeſtellt wurden, wegen des laͤngern oder kuͤrzern Verweilens der Sonne, des Zuruͤckkehrens des ichts ꝛc. verſchieden ausfallen mußten. Indeß laͤßt ſich doch ſchließen, daß das Entfaͤrben der der Sonne ausgeſetzten Baͤnder, mit der Menge des auf ſie fallenden Lichts, mit der geringern Anzahl der zwi⸗ ſchen ihnen und dem Lichte ſtehenden durchſichtigen Flaͤ⸗ chen, und mit der Refraktion, die das Licht leidet, wenn es durch verſchiedene Mittel durchgeht, in Verhaͤltnis ſteht, und endlich, daß dieſe Refraktionen bis auf eine gewiſſe Zahl ſteigen, uͤber deren Grenze kein Entfaͤrben weiter ſtatt ſindet, weil alsdann dazu nicht Licht genug da iſt, denn es gibt gar keine Refraktion ohne Reflexion, welche die Menge des Lichts mindert. Da ich, wie ich bereits angemerkt, wahrnahm, daß die vom Lichte weggekehrte Seite endlich doch auch die Farbe ſo wohl verlohr, als die andre: ſo ſchloß ich, daß das Licht das Band durchdringe, und auf die Seite, wel⸗ che es nicht unmittelbar beruͤhrt, ſo wie auf die andre, die es beſtaͤndig trift, wirke. Ich ſtellte daher eine Unterſu⸗ chung an, ob ein andres Band, das unmittelbar unter dem der Sonne ausgeſetzten laͤge, ſeine Farbe durch die Wirkung der Sonne auf das obere, auch verlieren wuͤr⸗ de, und ich brauchte nicht lange zu warten, um gewahr zu werden, daß das zweite Band ſo wohl, wie das obere, ausbleichte. Sogar an einem vierten Bande habe ich geſehen, daß es nach 3 Monaten anſing, ſeine Farbe zu verlieren, obgleich die unmittelbare Beruͤhrung des Lichts durch drei gleiche Baͤnder, die einander bedeckten, und ſich eins nach dem andern entfaͤrbten, von ihm abgehal⸗ ten wurde. Hieraus folgt, daß nicht alle Strahlen zu⸗ ruͤckgeworfen werden, und daß die, welche durchfallen, ihre Verwandſchaften behalten und ihre Wirkungen aͤußern. Die 4 unm enr 42 den, Artve ſeſtens weni0 1 dun wiri di, Airenh df eſültate ie lit wurden, der Sonne ausfalen JEntfärben Menge de hahl der zoi chtigen gle⸗ ſeidet, wenn Perhältni bis auf eine Enrfären iht genug d Refzerin ahm, daß auch die ich, daß zeite, wel andre, die e Unterſu⸗ bar unter durch die eren wuͤr⸗ n gewaht das obete, e habe ich e Farbe zu des licts kten, und n abgehal rahlen zi⸗ durchfallen, en außern, Die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 115 Die roſen⸗ und lilasſaͤrbigen Taffente werden vom unmittelbar wirkenden Sonnenlichte nach 4— 5 Minu⸗ ten veraͤndert, und wenn ſie einen Monat lang, taͤglich 4— 5 Stunden lang, von der Sonne beſchienen wor⸗ den, ſo haben ſie auf beiden Seiten ihre Farbe auf gleiche Art verlohren. Mir hats geſchienen, als wenn die Saal⸗ leiſten des Zeugs, die etwas dichter ſind, auch etwas weniger vom Lichte angegriffen werden. Die gruͤnen Taffente bleichen mehr aus, als die lauen. Gleichwohl bleichen die blauen Taffente und die dunkelblauen Pekings auch aus. Die mordorefarbenen Grosdekours bleichen nicht minder aus. Ueberhaupt waren die blasroſen⸗ und die Lilasfarben die, welche von der Einwirkung des lichts am meiſten litten, doch die Atlaſſe in dieſen Farben weniger, als die Taffente. Es ließen ſich alſo Tafeln entwerſen, nach denen ſich berechnen ließe, wieviel ein roſefarbenes Damenkleid jeden Tag, da es angezogen wird, von ſeiner Farbe verliert: aber beſſer ließen ſich vielleicht Mittel aufſuchen, dieſe angenehme Farbe feſt zu machen. 3. Wollene Gewebe, der Sonne ausgeſetzt. Die wollenen(laine) Zeuge ſcheinen anfangs deſto ſtaͤrker vom Lichte angegriffen zu werden, je lockrer ihr Gewebe iſt, wenn ſie von einerlei Farbe ſind. Die hellviolerten Tuͤcher leiden am meiſten, einige bleichen aus, andre werden blau und die purpur⸗ mor⸗ doréfaͤrbigen werden ſchwarz. Die rothen Tuͤcher leiden Veraͤnderung, nach Be⸗ ſchaffenheit der Farbe, mit der ſie gefaͤrbt ſind. Die H 2 ſcharlach⸗ 116 Sechszehnte Abhandlung. ſcharlachrothen werden ſpaͤter und weniger ſchwarz, als die von ſchlechterer Faͤrbung. Die melirten Farben, worunter roth iſt, gehen in den Tuͤchern in ſehr kurzer Zeit aus. Die purpurfaͤrbigen Ratine bleichen aus. Die Ratine couleur de capucine werden in ſehr kur⸗ zer Zeit ſchwarz. Die hellblauen Tuͤcher werden gruͤn, und die dun⸗ kelblauen bleichen ein wenig aus. Die gruͤnen Tuͤcher werden ebenfalls weis, und d die zeiſiggruͤnen bleichen ganz aus. Die hellgelben Tuͤcher haben nach einem Monat alle Farbe verlohren. Die dunkelgelben werden ſchwarz, die hellſchwefelgelben weiß, und die Farbe peau de chamois iſt in wenig Tagen verflogen. Die dunkelbraunen Tuͤcher werden roth, und die hellbraunen weiß. Und endlich die grauen bleichen aus. Alle dieſe Tuͤcher wurden der Sonne ſo blosgelegt, daß ein Theil der Probe vor ihr geſchuͤtzt war, damit man die Wirkung des Lichts auf den andern vergleichen konnte. 4. Linnene und baumwollene Gewebe, der Sonne ausgeſetzt. Mir hats geſchienen, daß die aͤchten Farben, der⸗ gleichen die oſtindiſchen ſind, auf Linnen und Baumwolle beſſer ſtehen, als auf Seide und Schafwolle; ſie thun der Wirkung der Sonne ſtaͤrkern Widerſtand, ob ſie gleich auch endlich ihren ſieghaften Wirkungen weichen muͤſſen. Es gibt aber andre Farben, wie die Faͤrberroͤ⸗ the, die an der Sonne ganz vergehen. Die — Amin Kuuſtis bebeug näͤgen e dg diac Dyjers V dg drS Farb gribe neym hie and 8 bs gan ſos di eine veürdt. warz, als „gehen in ſehr ku⸗ d die dun⸗ s, und die Monuralb n ſchuer e peau de und die osgelegt, mit man konnte. der ben, det⸗ aumwole ſie thun , ob ſie weichen Firbend⸗ Die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 117 Die blauen baumwollenen Zeuge bleichen an der Son⸗ ne aus, obgleich der Indig der Einwirkung des Lichts widerſteht. Ich habe bemerkt, daß der Hanf beſſer und geſchwin⸗ der bleicht, wenn man ihn angefeuchtet in die Sonne legt/ als wenn man ihn trocken an ſie bringt. So iſt es auch mit dem geſponnenen und gewebten, aber das braune Garn bleicht geſchwinder an der Sonne, als der Hanf, und die Leinwand geſchwinder als das Garn, aus dem ſie gewebt iſt, und endlich bleichen der Hanf, das Garn und die Leinwand geſchwinder an der Sonne, als im Schatten. 5. Papier von verſchiedenen Farben, an der Sonne liegend. Wenn die Sonne nur zwei Stunden auf das weiße Papier wirkt, ſo benimmt ſie ihm ſeine ganze leuchtende Kraft, oder vermindert ſie wenigſtens ſehr, wie Beccari beobachtet hat, auch kann ihm die Feuchtigkeit dieſes Ver⸗ moͤgen nicht wieder erſetzen; woraus alſo erhellen wuͤrde, daß die Sonne durch ihre Einwirkung die Oberflaͤche des Papiers zerruͤttet. Die gefaͤrbten Papiere werden von der Einwirkung der Sonne ſo veraͤndert, wie die Waſſerfarben, die ich auf Papierſtreiffen hatte ſtreichen laſſen. Da aber die Farbmaterialien, die man zum Faͤrben der Papiere nimmt, groͤber ſind, als jene, die ich in den vorerwaͤhnten Faͤllen nehmen ließ, ſo will ich auch die Reſultate von ihnen hier anzeigen. Schwarzes Papier hatte nach Verlauf eines Jah⸗ res gar keine Veraͤnderung in ſeiner Farbe erlitten, und das Licht hatte es nicht durchdrungen, wenigſtens hatte es eine Schiene von Tannenholz, auf dem es lag, nicht gefaͤrbt. H 3 Violettes 118 Sechszehnte Abhandlung. Violettes hatte alle Farbe verlohren, und das licht F hatte das Tannenholz ſelbſt durch vierfaches Papier von dieſer Farbe, gefaͤrbt. 1 Gruͤnes hatte einen Theil ſeiner Farbe behalten, in⸗ deß hatte das Licht das Holz durch das Papier durch doch ein wenig gelb gefaͤrbt. Gelbes hatte ſeine ganze Farbe verlohren, und das Licht hatte die Farbe des Tannenholzes durch vierfaches Papier von dieſer Farbe veraͤndert. Blaue Papiere veraͤnderten ihre Farbe, nach Be⸗ ſchaffenheit der Farbe, mit der ſie uͤberſtrichen waren; aber die zehn verſchiedenen Arten, die ich dem Lichte aus⸗ ſetzte, haben mir blos einen Unterſchied von Schattirung in der Abnahme der Farbe vom Blauen zum Grauen gegeben. Rothes litt in ſeiner Farbe wenig Veraͤnderung, und das Holz gar keine. Weißes und ſtarkes hollaͤndiſches Papier ward an ſeinem äͤußern Theile braun, und die Farbe des Holzes ward durch dos licht, welches dieſes Papier durchdrungen hatte, veraͤndert. Graues ‚oͤſchpapier, als das duͤnnſte und lockerſte, war auch das, welches gegen die Wirkung des Lichts am ſchwaͤchſten ſchuͤtzte. Dieſe Verſuche zeigen ziemlich deutlich, daß das licht durch das Papier durch wirkt, um den Hoͤlzern, die es durch das Papier durch treffen kann, und den Papieren, deren Gewebe es durchdringen kann, ihre Farbe zu neh⸗ men, und daß es dieſe Wirkung, wo es dies konnte, be⸗ ſtaͤndig geaͤußert haͤt. Ich verweiſe aber, wegen der uͤbri⸗ gen nähern Umſtaͤnde dieſes Verſuchs, auf das, was ich in meiner Abhandlung uͤber den Einfluß des Sonnenlichts auf die Veraͤnderung der Farbe der Hoͤſzer, geſagt habe. kam eelat V c 6s dn 8oe rn g wäſ weſe meſſ chens diena⸗ ſol ze es dn wiſen d dos lich Papier von durch doch , und das ) veerfachs / nach Be⸗ hen warn; icht aus⸗ Schantang im Gtauen rung, und ward an s Hokzes hdrungen lockerſte, lihts am zdas licht en, die es Papieren, be zu neh⸗ konnte, be⸗ in der üͤbri⸗ a, wos ich onnenlichts ogt habe. Sib⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 119 — äEn AA 2 —I———— Siebzehnte Abhandlung. Betrachtungen uͤber das Son⸗ nenlicht. Sal, — ——— 1. Allgemeine Betrachtungen. Dch habe mich blos deswegen ſo lange bei meinen Ver⸗ ₰ ſuchen aufgehalten, damit ich eine groͤßere Menge von Thatſachen, an deren naͤhern Kenntniß gelegen iſt, zuſammentragen moͤchte. Sie mit einander zu verknuͤ⸗ pfen, habe ich nur ſo oft geſucht, als ſie ſich, theils durch die Umſtaͤnde, theils durch Verbindungen, die meiner Beobachtung nicht entgehen konnten, verknuͤpft dargeſtellt haben. Meine Methode nachzudenken, wird man aus der Art, wie ich die Reihe meiner Verſuche erzaͤhlt habe, kennen gelernt haben. Habe ich mir einige Erklaͤrungen erlaubt, die nicht natuͤrlich aus dem, was ich hatte wahr⸗ nehmen koͤnnen, folgten: ſo habe ich auch vorher erinnert, es ſei moͤglich, daß ich mich irren koͤnne, und habe die Leſer, welche ſich aus Nachlaͤßigkeit, gleich mir, verfuͤh⸗ ren laſſen moͤchten, davor gewarnt. Da ich aber gegen⸗ waͤrtig einigen Grund zu einem Gebaͤude gelegt habe,— welches feſt ſteht, weil es auf der Natur ſelbſt oder viel⸗ mehr auf ihren Antworten beruht—: ſo will ich verſu⸗ chen, ein Geruͤſte aufzufuͤhren, das vielleicht andern wird dienen koͤnnen, dieſen Bau zu vollenden. Dieſes Geruͤſte ſoll aber damit nur in ſofern ein Ganzes ausmachen, als es dies wegen der Guͤte der Baumaterialien und ihrer weiſen Anwendung verdienen wird. Die hier folgenden Abhandlungen werden daher auch die Reſultate meiner H 4 Ideen, 120 Siebzehnte Abhandlung. Ideen, auf die mich zwar eigentlich die Natur gefuͤhrt hat, liefern: doch werden dieſe Ideen nicht ſolche ſeyn, die ich unmittelbar aus ihr werde gezogen haben, ſondern mehr das Werk meiner Betrachtungen, zu denen die Na⸗ tur den Grund darbieten wird. Meine Betrachtungen werden meine Ideen in Zuſammenhang bringen und dar⸗ aus ein Ganzes machen, das nur dann verdienen wird, erwogen zu werden, wenn die Natur es fuͤr kein, ihrer unwuͤrdiges, Bild erkennen wird. 2. Allgemeines Reſultat meiner Verſuche. Alle von mir beſchriebene Verſuche ſcheinen darauf hinauszulaufen, daß ſie uns das Licht als einen Koͤrper kennen lernen, der den uns bekannten gleich iſt. Es be⸗ ſitzt die naͤmlichen Eigenſchaften mit jenen, und beſonders hat es Verwandſchaften, die ihm eigen ſind. Ein Werk, das uns alle Verwandſchaften des zichts kennen lehrte, muͤßte ohne Zweifel ſehr merkwuͤrdig und fuͤr Naturlehre und Chemie ſehr wichtig ſeyn: Aber nicht minder merk⸗ wuͤrdig und nuͤtzlich ware gewiß ein ſolches, das uns die Verhaltniſſe des Lchts mit einigen der uns bekannten Koͤr⸗ per zeigte. Auf ſolche Weiſe wuͤrde man dahin gelangen, daß man in dieſe Koͤrperchen, die uns alle, uns umgebende, Gegenſtaͤnde ſichtbar machen, eindringen koͤnnte, wenig⸗ ſtens ließe ſich doch ein Entwurf einer Geſchichte derſel⸗ ben wagen. Unterdeſſen iſt doch immer in dieſer Wiſſenſchaft ein Schritt gethan, wenn man erwieſen hat, daß das KLicht⸗ nicht blos die Oſcillation eines aͤtheriſchen Fluͤßigen, ſon⸗ dern wirklich eine Zuſammenſetzung aus Koͤrperchen iſt, die ſich ohne Zweifel mit groͤßern Koͤrpern verbinden, und bei der die, ſich immer gieich bleibenden, Wirkungen der Verbindung eine gleiche Urſache anzeigen, die beſtaͤndig tuͤchtig iſt, jene jedesmahl hervorzubringen, als die Um⸗ ſtaͤnde 4 alse mona. einich V 3 eiche ſwien tenderr 9 men unten gleit Ver chen ungs ce ſe Korh 8 g kur gefiht ſlche enn, n, ſondern en die Na trachtungen en und der⸗ ienen wid kein, ihre ſuche nen darauf ſen Kürer t. Eßle beſonders Fin Werk, en lehrte, aturlehre er merk⸗ uns die ten Koͤr⸗ eellaangen, gebende, „wenig⸗ t derſel⸗ 4 ſchaſt en das licht gen, o echen iſ nden, und ngen der beſtändig die Um⸗ ſtͤnde Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 121 ſtaͤnde es erlauben, oder als die Verbindung ſtatt fin⸗ den kann. Sonach erhaͤlt man eine zur Grundlage dienende That⸗ ſache, von der die andern die Folgen ſind: denn ſobald die Wirklichkeit der Verbindung des Lichts mit einigen Koͤr⸗ pern feſtgeſetzt iſt; ſo kann man ſich nicht entbrechen zu glauben, daß es auf die meiſten von denen Koͤrpern wirkt, die ſeine Einwirkung natuͤrlicherweiſe ausſtehen, und un⸗ ſer Verſtand bemerkt bald, daß dieſes Licht, welches blos unſern Augen faßlich iſt, in allen uns umgebenden Koͤr⸗ pern figirt, angehaͤuft und bald mehr, bald weniger ver⸗ bunden iſt. 3. Allgemeine Betrachtungen uͤber einige Eigen⸗ ſchaften leuchtender Koͤrperchen. Die nachfolgenden Betrachtungen habe ich zum Theil aus einem Aufſatze gezogen, den ich in den November⸗ monat des Journal de Phyſique fuͤr das Jahr 1779 habe einruͤcken laſſen. Denkt man uͤber die Erſcheinungen nach, welche die zuruͤckgeworfenen und gebrochenen Lichtſtrahlen darbieten; ſo wird man faſt gezwungen, zu ſchließen, daß die leuch⸗ tenden Koͤrperchen rund ſeyn muͤſſen. Die Erfahrung lehrt, daß eine Kugel von vollkom⸗ men gleicher Federkraft von einer unbeweglichen Ebene unter einem Winkel zuruͤckprallt, der dem Einfallswinkel gleich iſt: da nun alſo blos runde Koͤrper durchgaͤngig das Vermoͤgen beſitzen, unter einem dem Einfallswinkel glei⸗ chen Winkel zuruͤckzuprallen— ihre Lage und die Rich⸗ tungslinie ihrer Bewegung gegen die Ebene ſei auch, wel⸗ che ſie wolle;— ſo folgt daraus natuͤrlich, daß jeder Koͤrper, deſſen Einfallswinkel dem Zuruͤckprallungswin⸗ kel gleich iſt, rund ſeyn muͤſſe. Nun beſitzt aber das licht H 5 dieſe 122 Siebzehnte Abhandlung. dieſe Eigenſchaft in hohem Grade, folglich ſchließt Mai⸗ ran daraus mit Grunde, daß das Licht aus runden Koͤr⸗ perchen beſtehen muͤſſe. Hr. d⸗Alembert folgert in ſeinem Traité ſur les fluides gleiche Schluͤſſe. Er beweiſt darin, daß ein Koͤr⸗ per in Mitteln(milieux), die ihm weniger Widerſtand thun, ſich nicht brechen muß, wenn er ſich der Perpendi⸗ kularlinie naͤhert, und umgekehrt; weil die Refraktion eines Koͤrpers von ſeiner Figur und der Richtung abhangt, unter der er in dieſes Mittel faͤllt. Faͤllt ein runder Koͤr⸗ per ſchief aus einem Mittel in ein anders, ſo bricht er ſich allemahl, indem er ſich mehr oder weniger der Perpendi⸗ kularlinie naͤhert, oder ſich von ihr entfernt, nachdem das Mittel, in das er tritt, mehr oder weniger Widerſtand thut, als jenes, aus dem er heraustritt. Alle Koͤrper folgen aber dieſem Geſetze nicht. Ein Koͤrper, der die Geſtalt eines rechtwinklichten Parallelogramms haͤtte, und auf die Oberflaͤche eines neuen Mittels nach der Richtung ſeiner Diagonallinien ſo aufprallte, daß ſeine andre Dia⸗ gonale mit des neuen Mittels Oberflaͤche parallel liefe, wuͤrde bei ſeinem Durchgange keine Brechung leiden, wenn er gleich ſchief in das Mittel fiele. Er wuͤrde aber ge⸗ brochen werden, indem er ſich der Perpendikularlinie naͤ⸗ herte oder ſich von ihr entfernte, nachdem ſeine Richtung auf dieſe oder jene Seite der Diagonale fiele, das Mittel moͤchte dichter oder lockrer ſeyn, als das, aus dem er her⸗ aus ginge. Da aber das ſicht ſich unter dieſen Umſtaͤn⸗ den allezeit bricht; ſo muß man daraus ſchließen, daß die Koͤrperchen, aus denen es beſteht, allezeit rund ſeyn muͤſſen. Die leuchtenden Koͤrper muͤſſen im hoͤchſten Grade ela⸗ ſtiſch ſeyn; ſie werden beſtaͤndig mit der groͤßten Lebhaf⸗ tigkeit zuruͤckgebrochen, und ihr Einfallswinkel iſt immer dem Zuruͤckſtrahlungswinkel gleich, wenn ſie auf Koͤrper treffen, die ſie zuruͤckzubrechen faͤhig ſind, und da ſie un⸗ endlich klein ſind, ſo muͤſſen ſie leicht auf Ebenen treffen, die die d Men⸗ Konn d mend dn D äyrüc ſch diſe nem von ren, cer in gen. Ven! odede tiit, cte eßt Ma⸗ inden Kar⸗ ue for les iß ein Kot⸗ Widerſtand Perpendi⸗ Reftaktien g abhangt, under Kar⸗ rich er ſic Perpendi⸗ ſchdem das Wider tand ſe Koͤtper der die atte, und Nichtung dere Dia⸗ lel liefe, en, wenn aber ge⸗ linie naͤ⸗ Kichtung „Mittel ner her⸗ Umſtäͤn⸗ daß de muͤſſen. zrade elh⸗ n Lebhaf it inmer f Koͤrper d ſie une nrrefen, die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛzc. 123 die dazu tuͤchtig ſind, ſo wie ſie auch zu gleicher Zeit eine Menge Oefnungen antreffen muͤſſen, durch welche ſie die Koͤrper, die ſie erleuchten, durchdringen. Die leuchtenden Koͤrperchen muͤſſen ferner ausneh⸗ mend fein ſeyn, weil ſie die haͤrteſten Koͤrper, als wie den Diamant, leicht durchdringen, und wieder durch ſie zuruͤckfallen. Sie koͤnnen ſehr von einander entfernt ſeyn, weil ſie ſich nothwendig durchkreuzen muͤſſen, und ſie einander bei dieſem Durchkreuzen gleichwohl nicht verwirren. In ei⸗ nem verfinſterten Zimmer ſieht man die Strahlen, die von allen Gegenſtaͤnden einer großen Landſchaft ausfah⸗ ren, ohne Verwirrung durch ein mit einer Nadel geſto⸗ chenes Loch fallen. Die Koͤrperchen des lichts ſind beweglich, weil ſie in 71½ Minute von der Sonne bis zu unſerm Auge gelan⸗ gen. Sind ſie beweglich, ſo muͤſſen ſie Traͤgheit und ein Vermoͤgen beſitzen, in ihrem Zuſtande der Bewegung oder der Ruhe zu verharren, wenn ſonſt keine Urſache ein⸗ tritt, welche dieſen Zuſtand aͤndert; folglich koͤnnen die Lichtkoͤrperchen ſich in den Koͤrpern, die ſie auſ halten, figiren. Das Licht ſelbſt wird von den verſchiedenen Koͤrpern, die es erleuchtet, angegriffen. Hieran iſt nicht zu zwei⸗ feln, wenn man die Beugungen, Zuruͤckwerfungen und Brechungen in Betrachtung zieht, die es nach Beſchaf⸗ fenheit der Koͤrper, auf welche es trift, erleidet, und wenn man ſieht, wie die Grade dieſer Modifikationen immer von der Beſchaffenheit der Koͤrper abhaͤngt, welche ſie verurſachen. Das licht wird aber nicht blos von den Koͤrpern, die es beruͤhrt, modificirt; ſondern es modiſteirt ſie auch ſei⸗ ner Seits, wie ich in dieſem ganzen Werke erwieſen habe. 124 Siebzehnte Abhandlung. 4. Allgemeine Betrachtungen uͤber das Licht. Das Licht iſt ein Koͤrper, der uns nicht leicht anders, als durch die Augen faßlich iſt, der ſich dem Einfluſſe unſ es Beſtrebens, ihn nach unſrer Bequemlichkeit zu unterſuchen, nicht unterwerfen kann, dem man, ſo viel man kann, auf ſeiner ſchnellen Bahn folgen muß, der unablaͤßig aus der Sonne ausfließt, und der ſogar in dem Augenblicke, da wir ihn wahrnehmen, vor unſern Augen verſchwunden iſt. Wahr iſt freilich, daß es ſtets erneuert wird: aber wir koͤnnen es nicht durch die Zeit modiſicirt, durch unſre Vergroͤßerungsglaͤſer vergroͤßert, in unſre phyſiſche Gefaͤngniſſe geſperrt, in ſeinen Operationen ge⸗ ſtoͤrt und durch unſre Haͤnde und nach unſern Befehlen zu wirken gezwungen, erblicken. Immer Herr ſeiner Hand⸗ lungen, unabhaͤngig von uns, ſolgt es immer dem Stre⸗ ben, das der Schoͤpfer in daſſelbe legte, und beſolgt puͤnktlich die weiſen Geſetze, die ihm vorgeſchrieben ſind. Wir koͤnnen daher von ſeiner Natur nur in ſo weit etwas ſtammeln, als wir die Wirkung aufſuchen, die aus be⸗ kannten Urſachen, welche mit den Wirkungen, die es her⸗ vorbringt, verwandt ſeyn koͤnnen, entſpringen. Bei Behandlung dieſes Gegenſtandes kann man ſich bald der Bemerkung nicht enthalten, daß das Feuer, die Elektricitaͤt und das Brennbare,— drei ſehr unterſchie⸗ dene wirkende phyſiſche Kraͤfte,— gleichwohl Wirkun⸗ gen hervorbringen, die mit denen, die wir am ſichte be⸗ obachten, eine ſtarke Analogie haben. Da mein Vorſatz iſt, dieſe Verwandſchaften aufzu⸗ ſuchen, ſo liegt mir dran, dieſe wirkende Kraͤfte,— deren Wirkungen ich mit jenen, die wir am Lichte beob⸗ achten, vergleichen will,— zu beſchreiben. Unter dem Feuer verſtehe ich das, was von den brennenden Koͤrpern auf unſre Sinne wirkt, und alles erwaͤrmt, was um daſſelbe herum iſt. Die renſte in iren Wir ihare da dslch ihrerCr ihnen zweſſe darin, noth namic firge im Fu nithei ſas ihm ſſce w ſe Wa Licht. ht anders Einguſſ lihket zu i, ſo vil muß, der gar in dem ern Augen s erneuet modifieir, in unſe tionen ge⸗ eſehlen z ter Hand⸗ em Stte⸗ d beſolgt en ſind. tetwas aus be— es her⸗ nan ſich er, die terſchie⸗ Wirkun⸗ ichte be⸗ n aufzu⸗ iſte,— hte beoh⸗ von den d alles Die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 125 Die Plektricitaͤt ſtellt mir die Erſcheinungen dar, die durch Reiben eines glasartigen Koͤrpers an einem lei⸗ tenden hervorgebracht werden, wenn man, mittelſt eines iſolicten Leiters, die alsdann durch Funken ſich zu erken⸗ nen gebende Materie herauslockt. Das Brennbare iſt mir fuͤr jetzt blos, entweder das Weſen, welches in denen aus der Schwefelleber auf⸗ ſteigenden Daͤmpfen vorhanden iſt, oder das ſich in der Materie beſindet, welche die Metalle verlaͤßt, wenn man ſie kalcinirt, oder das ſich nothwendig in den Koͤrpern ſin⸗ det, die man zu Wiederherſtellung der Metalle braucht. Das Licht erinnert mich beſtaͤndig an die Wirkung, die durch die Gegenwart der Sonne, um die Finſterniß zu zerſtreuen, hervorgebracht wird. Ich mache keinen Unterſchied unter dem Lichte eines bedeckten Himmels und dem, das die Wirkung der unmittelbar einfallenden Son⸗ nenſtrahlen iſt. Beide Arten von Licht ſcheinen mir blos in ihrer Intenſion von einander abzuweichen, und ihre Wirkungen ſtehen mit ihrer Kraft im Verhaͤltniß, wie ich an verſchiedenen Stellen erwieſen habe. Das Feuer, die Elektricitaͤt, das Brennbare und das Licht verbinden ſich bald mehr, bald weniger mit denen ihrer Einwirkung ausgeſetzten Koͤrpern, und koͤnnen ſo in ihnen vorhanden ſeyn, daß ſich an ihrer Gegenwart nicht zweifeln laͤßt, oder ſie koͤnnen doch in dem Augenblicke darin zum Vorſchein kommen, als zu ihrem Entſtehen nothwendige Umſtaͤnde ſich darbieten. Ich finde in dem nämlichen Metalle das— von Hrn. Black erwieſene,— fire Feuer, das Licht, welches es von ſich wirft, wenn es im Fluſſe iſt, die Elektricitaͤt, die es durch Herauslocken mittheilt, wenn es elektriſirt iſt, und des Brennbaren, das ihm ſeinen metalliſchen Glanz erhaͤlt. Dieſe vier phy⸗ ſiſche wirkende Urſachen bringen unter gewiſſen Umſtaͤnden die Waͤrme hervor, entzuͤnden die Koͤrper, welche ſie durch⸗ 126 Siebzehnte Abhandlung. durchdringen, und befoͤdern ihre Verfluͤchtigung; des⸗ gleichen tragen ſie auch zur Kryſtalliſation der Salze bei. 5. Vergleichung des Feuers mit dem Lichte. Das Feuer iſt unſichtbar. Das icht trift unſre Au⸗ gen. Es ſcheint unmoͤglich, das Feuer zu zerſetzen. Das Licht laͤßt ſich zerſetzen. Das Feuer durchdringt leicht alle Koͤrper, das licht nur die durchſichtigen. Erſteres kann zu allen Theilchen des Koͤrpers, den es modiſtcirt, ge⸗ kangen: Letzteres geht oft durch ihre Zwiſchenraͤume hin⸗ durch, ohne darin eine merkliche Veraͤnderung zu verur⸗ ſachen. Andremahle laͤßt es einige von ſeinen Beſtand⸗ theilen durchfallen, um andre zuruͤckzubrechen, unterdeſ⸗ ſen in andern wieder Beſtandtheile zuruͤckgebrochen und andre verſchluckt werden. Die Richtung des Feuers geht nach allen Seiten zu, es Lichtes nur nach graden Linien. Das Feuer wird * zuruͤckgeworfen noch gebrochen, wie das Kicht. Das Licht leuchtet, weil es zuruͤckgeworfen wird, das Feuer nimmt dieſe Eigenſchaft nicht anders an, als in dem beſondern Falle, bei der Entzuͤndung. Das Feuer iſt ein Koͤrper, deſſen Wirkung, ſo lange er in Bewegung iſt, nichts aufzuhalten vermag: das Licht hingegen laͤßt ſich ſpalten, zerſtreuen, ſammeln, auf⸗ fangen. Die Waͤrme iſt eine natuͤrliche Wirkung des Feuers, die man allerwegen verſpuͤrt, wo es wirkt, und es kann ohne licht wirken. Das Licht kann ohne Waͤrme leuch⸗ ten, auch iſt die Waͤrme, die es hervorbringt, ihm viel⸗ leicht nicht weſentlich eigen. Ein wenig Feuer erregt viel Waͤrme, aber es bedarf vieles Lichts, um ein wenig Waͤr⸗ me zu erregen. Das licht erwaͤrmt den Brennſpiegel nicht, er muͤßte denn mit Rus uͤberſtrichen ſeyn, denn alsdann olode punkt 1 te,d auchd 8 N Teruu ſoki ſeube bald de wand es ſie undd glich denen fumne da dertwed dedi dict ſi dent ſcaſten ſehr uch hm ſißt ſih ung) des⸗ Lalze be Lihte. t unſte Au⸗ ſetzen. Das t leicht ale iſteres kann dißeirt, ge⸗ wäͤume hin⸗ ig zu venmw⸗ en Veſtande 1, unttrde grochen ud Seiten zu, euer wird das Licht. ird, das ,, als in ſo lange nag! das neln, aufe es Feuerg d es kann eme leuch „ihm rih erregt viel erig Vir rernſpiegel ſenn„denn alsdaun Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 127 alsdann verbindet es ſich mit ihm. Selbſt der Brenn⸗ punkt des Brennſpiegels in der Luft iſt nicht ſehr warm. Das Feuer ſtrebt ſtets, das Gleichgewicht zu erhal⸗ ten, das licht thut dies nie. Dieſerwegen laͤßt ſich wohl auch das Feuer nicht koncentriren, wie das licht. Das Feuer kann Koͤrper durchdringen, ohne ihre Textur merklich zu aͤndern, wofern ſeine Wirkung nicht ſtark iſt: aber das licht veraͤndert beſtaͤndig die Beſchaf⸗ fenheit vieler Koͤrper, indem es bald ihre Farben aͤndert, bald ihre Oberflaͤchen modificirt, bald den Fortgang und die Entwickelung der Koͤrper beguͤnſtigt. Das Feuer ſcheint mit allen Koͤrpern eine gleiche Ver⸗ wandſchaft zu haben, wenigſtens nimmt man wahr, daß es ſie alle,— wenn ſie von der naͤmlichen Dichtigkeit und dem naͤmlichen Inbegriffe(volumen) ſind,— auf gleiche Art erwaͤrmt: dagegen das licht, außer verſchie⸗ denen ihm eigenen Verwandſchaften, noch andre ſehr be⸗ ſtimmte mit phlogiſtifirten Koͤrpern hat. Das Waſſer loͤſcht das Feuer aus, aber es hin— dert weder die Aſſeln, noch die Johanniswuͤrmchen, noch die Diamanten, noch andre Phosphoren zu leuchten. Das Licht ſelbſt faͤllt durch das Waſſer hindurch und verliert darin blos die zuruͤckgebrochenen Strahlen. Alle Elemente koͤnnen Feuer in ſich aufnehmen, alle werſen das Licht zuruͤckk. Das Waſſer und die Luft laſſen es zum Theil durchfallen, die Erde verſchluckt einige von ſeinen Strahlen und kann ſie im Finſtern zuruͤckbrechen. Hieraus laͤßt ſich, meines Duͤnkens, muthmaßen, daß das Licht nicht das Feuer ſei, weil es viele Eigen⸗ ſchaften beſitzt, die beweiſen, daß es minder fein und mehr zuſammengeſetzt iſt, als das Feuer. Da es aber auch mit dem Feuer viele Eigenſchaften gemein hat, ſo laͤßt ſich zu gleicher Zeit nicht zweifeln, daß das Feuer mit zu 128 Siieebzehnte Abhandlung. zu deſſen Miſchung gehoͤrt, und daß es das Feuer ſelbſt ſei, das mit einem Grundſtoffe verbunden iſt, der es an die Koͤrper bindet, der die Staͤrke ſeiner Wirkungen auf⸗ haͤlt, und ſie nur dann zum Vorſchein kommen laͤßt, wenn eine beſondere Verbindung ſeine Entwickelung ver⸗ anlaßt. Was mich in der Meinung, das ſicht ſei mehr zu⸗ ſammengeſetzt, als das Feuer, beſtaͤrkt, iſt der Umſtand, daß es weniger Verwandſchaften als Letzteres hat. Ich glaube daher, es laſſe ſich aus dieſen Aehnlichkei⸗ ten Folgendes ſchließen: ¹) Licht und Feuer ſind keine ſchlechterdings gleich⸗ weſentliche Koͤrper, weil ſie nicht die naͤmlichen Eigen⸗ ſchaften beſitzen, und auch unterſchiedene Wirkungen her⸗ vorbringen. 2) Das Feuer iſt ein feineres Weſen, als das Licht, weil es alle, dem Lichte undurchdringliche, Koͤrper, durch⸗ dringt. Es iſt untheilbar, ſtrebt das Gleichgewicht zu erhalten, und hat mit allem, was materiel iſt, Ver⸗ wandſchaft. 3) Das Feuer iſt ein Element des Lichts, das ſich alsdann mit einem Grundſtoff verbindet, der deſſen Fein⸗ heit vermindert. Die Flamme wird in brennenden Koͤr⸗ pern nur dann ſichtbar, wenn die oͤlichten Theile ſich ver⸗ fluͤchtigen, und einige ihrer Beſtandtheile mit dem Ele⸗ mente des Feuers verbinden. Das im Brennpunkte des Brennſpiegels angehaͤufte Licht brennt darin blos deswegen, weil entweder ſeine zu⸗ ſammengedraͤngten Strahlen darin ein Reiben erleiden, welches das Feuer von ſeinem bindenden Grundſtoffe trennt, und ihm mit ſeiner vollen Kraft zu wirken ver⸗ ſtattet, oder weil dieſe naͤher zuſammengebrachten leuchten⸗ den Koͤrperchen, vermoͤge ihrer Verwandſchaften, auf ein⸗ ander wirken, und die Feuertheilchen alsdann ſich von ihrem Grund⸗ Grun ernuj 3 T dus ſ d ch. 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Faſt ganz nahe am Brennpunkte des Brennſpie⸗ gels faͤngt die Waͤrme an ſich ſpuͤren zu laſſen, und dies erfolgt deswegen ſo, weil blos an dieſem Orte die leuch⸗ tenden Koͤrperchen einander. nahe genug gekommen ſind, um wechſelſeitig auf einander wirken zu koͤnnen. Es ge⸗ ſchieht noch mehr, der Brennpunkt, worin dieſe Zerſe⸗ tzung vor ſich geht, hoͤrt auf, merklich zu ſeyn, weil das darin ſich zerſetzende Licht aufhoͤrt, dicht zu ſeyn und zu bloßem Feuer wird. Laufen die Lichtſtrahlen parallel, ſo entſteht keine Waͤrme, weil die Strahlen alsdann zu weit von einander entfernt ſind, um ſich zu zerſetzen. Freilich iſt wahr, daß wenn die Sonne auf einen Koͤrper wirkt, ſie ihn erwaͤrmt, aber dies geſchieht grade deswegen, weil das Licht ſich mit dem Koͤrper verbindet, und weil bei dieſer Verbindung das von ſeinem Grundſtoffe getrennte Element des Feuers alle ſeine Eigenſchaften wieder annimmt. Wenigſtens ſcheint gewiß zu ſeyn, daß das Sonnenliicht die Koͤrper nur in ſo fern erwaͤrmt, als es ſie durchdringt. Dieje⸗ nigen Koͤrper, welche die meiſten Strahlen zuruͤckwerfen, werden auch vom Lichte am wenigſten und am langſamſten erwaͤrmt. Undurchſichtige Koͤrper werden ebenfalls lang⸗ famer, als andre, erwaͤrmt. Ein duͤnnes und wohlge⸗ ſchliffenes Planglas haͤlt die Wirkung eines Brennſpiegels, der Eiſen in etlichen Sekunden, und dickere oder minder durchſichtigere Glasſtuͤcken in ſehr kurzer ZZeit ſchmelzt, aus. Woher ruͤhrt dies? Daher, weil das ꝛicht, um ei⸗ nen Koͤrper zu erwaͤrmen, ſich in ihm anhaͤufen muß, und weil es ihn nicht anders erwaͤrmen kann, als wenn Senebier 3. Th. J ſeine, 130 Siebzehnte Abhandlung. ſeine, näͤher zuſammengedraͤngten oder mit dem Koͤrper verbundenen, Theilchen, dem Elementarſeuer verſtatten, ſich von ſeinem Grundſtoffe zu trennen und mit ſeiner ganzen Macht zu wirken. Wann aber dies iſt, warum ſteht ein Thermometer mit freiſtehender Kugel in der Sonne nur ohngefaͤhr 20 nach Reaumur hoͤher, als ein andres im Schatten zu gleicher Zeit? Deswegen, weil theils die Theilchen ſo klein ſind, daß ſie nicht leicht an einander treffen, theils ihr Zuſammentreffen,— wel⸗ ches die Entwicklung des Feuers veranlaßt,— nur nach und nach erfolgt, und theils, weil die erregte Waͤrme wieder ſo vergeht, wie ſie hervorgebracht worden. Aus meiner Hypotheſe ſolgt alſo klar, daß das Licht ſeine Verwandſchaften hat, aber beſonders, daß es die Koͤrper nur alsdann erwaͤrmt, wenn es ſich in ihnen ver⸗ weilt und ſo anhaͤuft, daß die Koͤrperchen einander ſo nahe kommen, daß ſie auf einander wirken koͤnnen, oder wenn es ſich mit dem Koͤrper ſelbſt, den es erleuchtet, verbindet. 6. Vergleichung der Flamme mit dem Lichte. Vermag etwas unſern Augen den Mangel des Son⸗ nenlichts zu erſetzen und uns deſſen wichtige Dienſte zu leiſten; ſo iſt es ohne Zweifel die Flamme brennender Koͤrper. Sollte es nicht moͤglich ſeyn, daß ſie uns auf Ge⸗ danken uͤber das Weſen, das ſie uns ſo gut darſtellt, braͤchte? Das licht der Flamme beſitzt, gleich dem ichte der Sonne, das Vermoͤgen zu erleuchten. Seine, mittelſt des Brennſpiegels, verdichteten Strahlen koͤnnen Stroh und recht trocknes Heu anzuͤnden, welches das zerſtreute Mondlicht nicht vermag, weil die, ſelbſt mit dem Brenn⸗ ſpiegel geſammelten, Mondſtrahlen von einander noch zu entfernt bleiben. Die Flamme bringt ſogar ſehr maͤchtige Wirkungen hervor, wenn ſie, durch ein Loͤthrohr koncen⸗ trirt, auf Koͤrper gerichtet wird. Ihr inneres Licht iſt alsdann alsdann einer h als ei che v llaue i duch ole elches terſtärt ſäßt, C Wakur vorbrin A ſee meh deneFe⸗ keit ung dieſ 71 ſ vltta meinen Jhel en tt,= ſammen hen, ſch diin in, wthande ther und de Kötpets mannich hälken. benende teaͤligter gliben ve 95 deli 0 ii den einn ſener verſtanen und mit ſeine ſies iſt, wauun „Kugel in d rhoͤher, als Deswegen, di jricht leicht deffen,— 1, t,— rur n erregte Wäͤm worden, daß das lch rs, daß es de ſic in ihnen ue⸗ enander ſon en, oder wen tet, verbinden em kichte gel des Son⸗ eDienſte zu e brennender uns auf Ge⸗ elt,brchte em lichke der eine, mittſt nnen Strh das zerſtrube dem Brenn⸗ der noch ehr michige ztohr knein nes liht ſt aſedann Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 131 alsdann von einem blendenden Weiß. Sie iſt zwar von einer blauen Atmoſphaͤre umgeben, die nichts anders iſt, als ein ſtaͤrker verbundenes Licht, ein mit fremden Theil⸗ chen mehr uͤberladenes Feuer. Folglich hat auch dieſes blaue Licht weniger Hitze, als das weiße, Letzteres zeigt auch allezeit die groͤßte Wirkſamkeit, und iſt eben das, welches durch das Loͤthrohr zuſammengedraͤngt, ſolglich verſtaͤrkt, alsdann alles Feuer, das es enthaͤlt, fahren laͤßt, Glas und Metalle ſchmelzt, und die maͤchtigſten Wirkungen, die das Feuer zu erzeugen vermag, her⸗ vorbringt. Alſo waͤrmt die Flamme mehr, als das Licht, weil ſie mehr Feuer enthaͤlt, oder weil dieſes weniger verbun⸗ dene Feuer ſich leichter abſondert und ſich ſeiner Wirkſam⸗ keit ungezwungener uͤberlaſſen kann. Brennt aber gleich dieſe Flamme ſtaͤrker, als das Licht, ſo iſt ſie doch nicht ſo wirkſam, als die Kohle. Das Feuer iſt darin noch an einen Grundſtoff gebunden, der deſſen Brennkraft zum Theil hemmt, und dieſe bekoͤmmt es auch,— ſo wie das Licht,— nicht eher wieder, als wenn ſeine Theilchen zuſammengedraͤngt werden, daß ſie die zerſtreuten Feuer⸗ theile,— welche ſie zuſammenbringen,— zwingen, ſich vom Grundſtoffe zu trennen, und daß ſie ſie in Stand ſetzen, ſich nachher wieder zu vereinigen. Da ſie aber darin in groͤßrer Menge und in ſchwaͤchrer Verbindung vorhanden ſind; ſo wirken ſie natuͤrlicherweiſe auch weit eher und ſtaͤrker. Die Flamme iſt gewiß mit Theilen des brennenden Koͤrpers geſchwaͤngert. Wenigſtens iſt ihre Farbe ſo mannichfaltig, wie die brennenden Koͤrper, die ſie unter⸗ halten. Sie iſt vielleicht nichts anders, als das aus dem brennenden Koͤrper davongehende und mit den verfluͤchtig⸗ ten oͤligten Theilen ſich verbindende Feuer. Die Kohlen gluͤhen vergebens, ſie geben keine Flamme, ihr fluͤchti⸗ ges Oel iſt verdunſtet. Metalle im Fluſſe entzuͤnden ſich J 2 nie, 132 Siebzehnte Abhandlung. nie, der Zink ausgenommen, deſſen mit dem Feuer ver⸗ bundenes Brennbares eine weiße und ſehr lebhafte Flam⸗ me gibt. In verſchloſſenen Gefaͤßen, auch in verdorbe⸗ nen Luftgattungen kann keine Flamme entſtehen, weil das Brennbare aus den brennenden Koͤrpern nicht heraustre⸗ ten, folglich ſich nicht mit dem Feuer verbinden kann, um eine Flamme zu erzeugen. Geiſter und Oele koͤnnen nicht eher in Flamme gerathen, als bis ſie ſo ſtark erhitzt wor⸗ den, daß ſie ſich in Daͤmpfe verwandeln. Dieſe Thatſachen lehren uns, daß die Flamme und folglich das Licht, in allen moͤglichen Faͤllen nicht anders entſtehen koͤnnen, als wenn die im Koͤrper vorhandenen phlogiſtiſirten Materien ſich in Daͤmpfe aufzuloͤſen an⸗ fangen, und ſich mit dem davon gehenden Feuer verbinden koͤnnen. Dieſerwegen gerathen auch weder Metalle, noch Steine, in Flammen, weil ihr Brennbares nur langſam und in geringer Menge davon geht. Dieſerwegen bricht faules Holz, das im Finſtern geleuchtet hat, nicht in Flamme aus, denn die Harztheile ſind zerſetzt und zer⸗ ſtreut, und das Holz enthaͤlt keine Materien mehr, die ſich in Daͤmpſe aufloͤſen koͤnnen. Das Licht der Phos⸗ phoren beſteht in einer Verbindung des Feuers mit einer groͤbern thieriſchen Materie, die ſich zu entzuͤnden bereit iſt, ſich aber wegen der wenigen in ihr vorhandenen Feuer⸗ materie nicht von ſelbſt entzuͤndet. Vielleicht veraͤndern ſelbſt die Metalle ihre Farbe im Fluſſe blos deswegen, weil das Feuer ſich darin mit einer bald groͤßern, bald geringern Menge von Materien verbindet. Iſt dieſe Verbindung am mindeſten innig; ſo iſt auch die Farbe am wenigſten lebhaft: dagegen nimmt die Weiße in dem Grade zu, als die Verbindung inniger iſt. Daher gehen auch die Metalle, wenn ſie in ſtarkem Fluſſe ſind, aus dem Blauen ins Rothe und dann ins Weiße uͤber. Noch wahrſcheinlicher aber werden dieſe Ideen werr⸗ den, wenn man erwaͤgt, daß die Koͤrper erſt beim 2650 nach nuch A dem Gr Es kan velchs ſe dit wel de ni ge den. D ten dic iſ, und d polten/ jedes b. mit dern und auß Ann kr, ichn hluer it: fe, au den end ſs weißl Tunter. de eöha Audn Steleb ihten A àmn Fener, ſebhaffean hiin verdorh then, weildes icht herauene nden kann, u deekönnen nitt ak erhißt m. e Flamme n en nicht andan er vorhandene aufzulöſen an euer verbinden Metalle, och nur ongſam wegen bricht at, nicht in eßt und zer⸗ nmehr, die der Phos⸗ ts mit einer nden bereit enen Feuer⸗ t verandern 3 deswegen, ößern, bab Iſ diß G die Fae deiße in dem Dahet gehen e ſad, au über. Ideen wel⸗ beim 2650 nach Vom Einſluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 133 nach Reaumur zu leuchten anfangen, das heißt, bei dem Grade, da die Oele anfangen, ſich zu verfluͤchtigen. Es kann keine Flamme ſtatt finden, ohne dicken Rauch, welches die Verfluͤchtigung der Oeltheile beweiſt. Die⸗ ſer dicke Rauch verſchwindet, wenn die Flamme ausbricht, weil die Oeltheile des Rauchs, indem ſie ſich mit den da⸗ von gehenden Feuercheilchen verbinden, die Flamme bil⸗ den. Die verbrannten Koͤrper verrathen die verfluͤchtig⸗ ten dicken Oele in ihrer Kohle, die noch damit uͤberzogen iſt, und eine ſchwarze Farbe annimmt. Das Licht der Flamme laͤßt ſich durch das Prisma ſo ſpalten, wie das Licht der Sonne, obgleich die Flamme jedes brennbaren Koͤrpers eine eigne Grundfarbe hat, die mit den Theilen, die ſich aus dem Koͤrper verfluͤchtigen und aus denen die Flamme beſteht, gleichartig ſind. Ueberhaupt, je reicher Koͤrper an Oel⸗ und Harzthei⸗ len, ich meyne an phlogiſtiſirten Materien, ſind, deſto blauer iſt ihre Flamme; dieſe Farbe hat die unſtaͤte Flam⸗ me, auf gluͤhenden Kohlen, die Flamme vom Schwefel, von brennenden Geiſtern, vom Peche. Die Flamme des weißen Wachſes iſt ziemlich weiß, die vom gelben dunkler. Recht reines Olivenoͤl gibt eine ſchoͤne Flamme, de⸗ ren Lebhaftigkeit aber mit der Reinigkeit des Oels abnimmt. Auch iſt noch zu bemerken, daß die Flamme an der Stelle blau iſt, wo die Zerſetzung der brennenden Koͤrper ihren Anfang nimmt, folglich da, wo die Verbindung des Feuers mit ſeinem Grundſtoffe wirkt: die Flamme iſt auch nur in ihrem Mitteltheile, wo das Brennbare am fluͤchtigſten und mit der Feuermaterie am innigſten ver⸗ bunden iſt, am lebhafteſten und weißeſten. Hiernaͤchſt iſt die Flamme mit ſtaͤrker phlogiſtiſirten Theilen umge⸗ ben, die wegdunſten und ſich nur zum Theil verbinden, und dieſe ſind es, welche die Flamme dunkel machen, ihre Kraft ſchwaͤchen, und durch ihre Verbindung mit den J 3 andern, 134 Siebzehnte Abhandlung. andern, zu Verſtaͤrkung der Wirkſamkeit der Flamme dann beitragen, wenn ſie durch das Loͤthrohr getrieben, und durch dieſes Werkzeuges Wirkung vollkommen zum Brennen gebracht oder ganz gezwungen werden, ſich zu zerſetzen, und dem Feuer, das ſie enthalten, Ausgang zu verſtatten. Blaues licht enthaͤlt weniger Feuertheilchen, als weiſ⸗ ſes. Brennende Koͤrper, welche Kupfer enthalten, ge⸗ ben eine gruͤne Flamme, weil das Kupfer ſich mit ihm verbindet. Eben dieſe Erſcheinung nimmt man wahr, wenn man Phosphor auf Kohlen verbrennt. Man muß alſo den Schluß machen, daß die Flamme nicht das Feuer ſei, ſondern eine Verbindung des Feuers mit einem oͤligten Dampfe oder mit einer phlogiſtiſirten Materie. Mit dieſer blauen Flamme ſtellt man die Me⸗ tallkalke wieder her, dagegen die weiße die entgegengeſetzte Wirkung hervorbringt. Die aus den brennenden Koͤr⸗ pern ſich entwickelnde Luft gibt eine blaue Flamme, weil eine große Menge von Brennbarem darin angehaͤuft iſt. Mit Einem Worte, die Flamme unterſcheidet ſich vom Feuer in allen den Stuͤcken, in denen ſie dem Lichte gleicht, ſie weicht aber vom Lichte ab, weil ſie weniger einfach iſt, und mehr Waͤrme erzeugt, als daſſelbe. 7. Vergleichung der Elektricitaͤt mit dem Lichte, dem Feuer und der Flamme. 1) Das elektriſche Fluͤſſige gleicht dem Feuer ſei⸗ nem Urſprunge nach. Beide laſſen ſich durch Reiben er⸗ regen, und theilen ſich ſchnell mit. Das elektriſche Fluͤſ⸗ ſige ſcheint ſich durch dichte Koͤrper, als wie Metalle, beſſer fortzupflanzen, es ſtroͤmt aber auch aus allen Koͤr⸗ pern ohne Waͤrme aus, wenn es in ihnen nicht ſehr an⸗ gehaͤuft iſt. Das ddun fendit d 3 dung vle n ulkonme n mon weden, ſ 1 Ä” daa, Aasn antelte, 1 uſt etin Lufe thm intinn nan. eian. ute dßehre Vaürtungwew ſtenn Ponte wſelkmun un jdemneanni t hernenven f ue gumme vii rarzzüſit untnchede ſch inſede licte til ſe venige ni den ät 1 tedm dro Jetne⸗ frih re Nu Hauche ſie mcihr de dr hn üihuhr gni Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 135 Das elektriſche Fluͤſſige und die Waͤrme erhalten ſich beſſer in einer dichtern Luft, und zerſtreuen ſich bald in ei⸗ ner feuchten; aber in allen Faͤllen verſchwindet das elektri⸗ ſche Fluͤſſige weit geſchwinder, als das Feuer. Das elektriſche Fluͤſſige hat ſeine beſondern Verwand⸗ ſchaften, aber die Verwandſchaften des Feuers ſind all⸗ gemein. Erſteres mag harzige, glasartige ꝛc. Köͤrper, ja ſelbſt die Luft, wenn ſie trocken iſt, nicht durchdringen, Letzteres aber wirkt auf ſie mit groͤßter Leichtigkeit. Das elektriſche Fluͤſſige hat eine Atmoſphaͤre von be⸗ ſtimmter und merklicher Begrenzung, der Wirkungskreis des Feuers hingegen, verliert ſich in unmerklichen Verſtu⸗ fungen und dehnt ſich ſehr weit aus. Das Feuer durchdringt die Koͤrper nur nach und nach, und dehnt ſie dabei aus. Die Elektricitaͤt hingegen breitet ſich im Augenblick durch alle Theile des ihrer Wir⸗ kung ausgeſetzten Koͤrpers aus, ohne in ihnen die geringſte merkliche Ausdehnung zu bewirken. Der Turmalin wird in heißem Waſſer, welches das Feuer ausloͤſcht, elektriſch. Der elektriſche Funke laͤuft uͤber die Oberflaͤche des Waſſers hin, anſtatt daß das Feuer das Waſſer in ſeiner Maſſe erwaͤrmt. Das elektriſche Fluͤſſige bringt alle maͤchtige Wirkun⸗ ken des heftigſten Feuers hervor, als Schmelzen, Ver⸗ kalken, Faͤrbung der Metalle ꝛc.; was aber nicht zu ver⸗ geſſen iſt, es ſtellt einige Metallkalke wieder her, der⸗ gleichen das Brennbare und die blaue Flamme thun. 2) Das elektriſche Fluͤſſige hat einige Aehnlich⸗ keiten mit der Flamme, es leuchtet wie ſie, es gibt ebenfalls die prismatiſchen Farden, und allein mit ihr zuͤndet der elektriſche Funke die entzuͤndbare Luft und auch den Weingeiſt an. Endlich brennt auch das elektriſche Fluͤſſige in Funken, wie der Harnphosphor und das Knall⸗ J 4 gold. 136 Siebzehnte Abhandlung. gold. Es riecht wie Harnphosphor und leuchtet im luft· leeren Raume, worin jede andre Flamme verliſcht. 3) Dieſe Aehnlichkeiten des elektriſchen Fluͤſſigen mit dem Feuer und der Flamme zeigen ſchon mehrere mit dem Lichte an, die ich nicht wiederhohlen will; derglei⸗ chen ſind, das Vermoͤgen zu leuchten ſogar in ſehr ver⸗ duͤnter uft, prismatiſche Farben hervorzubringen, wenn es konzentrirt iſt, zu brennen ꝛc.; aber dieſes Fluͤſſige macht ferner alle Koͤrper phosphoriſch, denen die Wirkung des kichts dieſe Eigenſchaft mittheilt. Das elektriſche Fluͤſſige iſt in verſchiedenen Betrach⸗ tungen vom Lichte unterſchieden. Es dringt in die un⸗ durchſichtigen Koͤrper ein, und geht durch ſie durch, ohne ſeine Lebhaftigkeit, Farbe und Glanz zu verlieren. Es gibt einen beſondern Geruch von ſich. In einem voll⸗ kommen luftleeren Raume hoͤrt es auf zu leuchten. In einem dichten Koͤrper bewegt es ſich, dem Anſcheine nach, freier, als in jedem andern, und der Koͤrper mag ſo lang ſeyn, als er immer will, ſo durchlaͤuft es ihn, ohne ihn zu verlaſſen, und ohne weder ſeine Geſchwindigkeit noch ſeinen Glanz zu verlieren, dahingegen der Glanz, die Geſchwindigkeit und die Richtung des Lichts nach der Dich⸗ tigkeit und Laͤnge des Mittels, durch welches daſſelbe faͤllt, verſchieden ſind. Der elektriſche Funke behaͤlt ſeine Farbe in verſchiedenen Fluͤſſigkeiten nicht, in denen das Licht un⸗ veraͤndert bleibt. Er iſt von roͤthrer Farbe in Vitriol⸗ ſaͤure und in entzuͤndbarer Luft. Vielleicht vermindern dieſe Fluͤſſigkeiten ſeine Intenſion, indem ſie ſich einige von ſeinen phlogiſtiſirten Theilchen, die mit ihm minder. innig, als mit dem Lichte verbunden ſind, aneignen. Der elektriſche Funke iſt in der firen Luft, die mit ſeinem Brennbaren weniger Verwandſchaft hat, weiß. Er ver⸗ mindert ferner die gemeine Luft, indem er ſie leicht phlo⸗ giſtiſirt; dieſe Wirkung ſcheint aber das Licht nicht her⸗ vorzubringen. Endlich derglei⸗ ˖ior ver, wenn äſſge Vnkung Betrat⸗ deum. ch, dhne 7. GG :m vole . In nach, lang ne ihn tnoch , die Dich⸗ ffäͤll, Farbe ht un⸗ gitriol⸗ nindern Heinige minder. n. Der feinm Er vel⸗ t phlo⸗ ht her⸗ gndlch Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 137 Endlich verhindert das elektriſche Fluͤſſige die Bleich⸗ ſucht der Pflanzen, die ſeiner Wirkung uͤberlaſſen wor⸗ den, nicht, ob es gleich ihre Ausduͤnſtung beguͤnſtigt. Sonach iſt das elektriſche Fluͤſſige in verſchiedenen Faͤllen viel minder wirkſam, als das Feuer. Es hat we⸗ niger Verwandſchaften, als Letztgedachtes. Es ſcheint nur zu wirken, wenn es in den Koͤrpern angehaͤuft iſt. Es gibt verſchiedene Koͤrper, die fuͤr das elektriſche Fluͤſ⸗ ſige undurchdringlich ſind, auch dehnt es keinen davon aus, es muͤßte ihn denn erwaͤrmen. Selbſt das Feuer vermag die Wirkungen der Elektricitaͤt im Turmalin, im Harze, und im geſchmolzenen Schwefel hervorzubringen; es verbindet ſich vielleicht in dieſen Koͤrpern mit ihrem, durch das Feuer in Daͤmpfe aufgeloͤſten, Brennbaren auf eine ſolche Art, daß es die Erſcheinungen der kuͤnſtlichen Elektricitaͤt darbietet. Aus dieſem allen ergibt ſich, daß die Verbindung des Feuers mit ſeinem Grundſtoffe im elektriſchen Fluͤſſi⸗ gen weit inniger iſt, als in der Flamme: weil Erſteres gar keine Waͤrme erregt, und in verſchloſſenen Geſaͤßen zum Vorſchein koͤmmt, in denen ſonſt die Flamme ver⸗ loͤſcht, weil die bald mit Brennbarem geſaͤttigte Luft keins mehr in ſich nehmen, und folglich die Verbrennung be— guͤnſtigen kann: wahr iſt allerdings, daß der Funke, der in der Luft ausbricht, ſie, indem er ſie phlogiſtiſirt, ver⸗ dirbt; aber alsdann wird das elektriſche Fluͤſſige zerſetzt, das Feuer geht davon, und der phlogiſtiſirte Theil ver⸗ bindet ſich mit der Luft. Sonach waͤre das elektriſche Fluͤſſige ein Feuer, das mit phlogiſtiſchen Materien ge⸗ ſaͤttigt iſt, welche die Vitriolſaͤure ihm zum Theil rauben kann; aber zu gleicher Zeit kann dieſes elektriſche Feuer kein Brennbares mehr erhalten, und verliert auch ſeine Verwandſchaften mit den phlogiſtiſirten Materien, als dem Schweſel, und den Harzen. Unterdeſſen zeigt uns der Funke, der eine wahre Verbrennung iſt, die Zerle⸗ „ 5 gung 138 Siebzehnte Abhandlung. gung dieſes Feuers dadurch, daß er die Luft phlogiſtiſirt und das Feuer daraus entwiſchen laͤßt: es gibt aber nur dieſes Mittel, ihre Verbindung zu trennen. Man muß ſich nicht wundern, daß das elektriſche Fluͤſſige auf dem Waſſer hinlaͤuft; man weiß ja, daß zwiſchen dem Brenn⸗ baren und dem Waſſer keine Verwandſchaft ſtatt findet, und daß es die Vegetation nicht befoͤdert, ruͤhrt eben da⸗ her, weil ſich dieſes Brennbare von dem Feuer, mit dem es verbunden iſt, nicht trennt. Man muͤßte die Pflanzen elektriſiren, nicht mittelſt eines Bades, ſondern durch Funken, die man aus ihnen herauslockte, weil alsdann das in dem elektriſchen Fluͤſſigen verbundene Brennbare dienen koͤnnte, ſie durch ſeine Verbindung mit ihnen ve⸗ getiren zu machen. Dieſe Verſuche bin ich noch Willens anzuſtellen. Das elektriſche Fluͤſſige ſcheint mir auch mehr, als das Licht, mit phlogiſtiſirten Materien uͤberladen zu ſeyn; wenigſtens theilt es bei ſeiner Zerſetzung, deſſen eine weit groͤßere Menge mit. 8. Vergleichung des Brennbaren mit dem Feuer, der Flamme, der Elektricitaͤt und dem Lichte. Die phlogiſtiſirten Materien oder das Brenn⸗ bare an ſich ſelbſt, iſt nicht warm und kann nicht brennen, es beguͤnſtigt aber die Entzuͤndung, welches das Feuer allein zu thun nicht vermag, wie man an den Zinkkalken wahrnimmt. Je reichlicher das Brennbare in einem Koͤrper vor⸗ handen iſt, deſtomehr arbeitet das Feuer, es in Daͤmpfe aufzuloͤſen, und aus dem Koͤrper heraus zu treiben: das Feuer aber verweilt deſto laͤnger in einem Koͤrper, je mehr es angehaͤuft geweſen iſt. Die — ſogiſiſt aber nar an muß auf dem Brenn⸗ t findet, tben das wit dem Denin im durch lalsdann rennbore hnen v Pllens ht, als uſeyn, ne weit Feuer, te. renn⸗ rennen, Feuer kkkalken der vor⸗ Dimoſe traben: ner, je Die Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 139 Die Koͤrper ſaͤttigen ſich mit Feuer und Brennbarem, ſie koͤnnen aber des Brennbaren ſo beraubt werden, daß ſie keins wieder annehmen koͤnnen, wie dies bei einigen Metallkalken geſchieht, die ſich nicht wieder herſtellen laſ⸗ ſen. Mit dem Feuer iſt dies aber nicht der naͤmliche Fall. Dieſes durchdringt Koͤrper, die ſeine Wirkung mehrere⸗ mahle erlitten haben, allezeit eben ſo wohl, als ſolche, S die ſeine Einwirkung zum erſtenmahle ausſtehen. Das Feuer veraͤndert das Weſen der Koͤrper, indem es ſie zerſetzt, und vornemlich, indem es ſie ihres Brenn⸗ baren beraubt, welches es in Daͤmpfe verwandelt: das Brennbare aber gibt einigen von dieſen Koͤrpern, als wie den Metallen, die Eigenſchaften wieder, die ihnen das Feuer entzog, als es ihnen ihr Brennbares raubte. Das Brennbare hoͤrt im luſtleeren Raume, und in verſchloſſenen Gefaͤßen auf, die Koͤrper zu verlaſſen; das Feuer hoͤrt unter gleichen Umſtaͤnden auf, zu brennen. Das Brennbare und das Feuer haben die groͤßten Verwandſchaften mit der reinen uft. Das Brennbare vermindert dieſe reine Luſt ſehr, in⸗ dem es ſich mit ihr verbindet. Vielleicht iſt auch dieſe Luſt das Zwiſchenmittel, durch deſſen Dazwiſchentreten das Feuer und dae Brennbare ſich mit den andern Koͤr⸗ pern verbinden; vielleicht geht in der von den Pflanzen verſchluckten fixen Luft die Verbindung des Brennbaren mit dem Lichte, welches die Pflanzen verbinden, vor ſich. Das Brennbare durchdringt viele Koͤrper nicht, die dem Feuer durchdringbar ſind, als das Glas, durchſich⸗ tige Koͤrper ꝛc. Das Brennbare verbindet ſich mit dem Waſſer nicht, wie das Feuer, ohne Zwiſchenmittel. Alle beide verbinden ſich mit den Saͤuren und den Laugenſalzen, das Feuer aber erwaͤrmt ſie und loͤſt ſie in Daͤmpfe 140 Siebzehnte Abhandlung. Daͤmpfe auf; anſtatt daß das Brennbare die Erſtern verſuͤßt und die Andern verfluͤchtigt, wenn ſie feuerbe⸗ ſtaͤndig ſind. Das Brennbare verderbt die Luft und vermindert ſie, wenn es ſich mit ihr verbindet; das Feuer bringt aber dieſe Wirkung nicht ſo lebhaft hervor. Das Feuer muß ſtark und ſehr lange haben auf die Luft wirken koͤnnen, wenn es ſie verderben ſoll; und dann weiß man doch nicht, ob es das Feuer, als Feuer iſt, das die Luft verderbt, oder ob die Nahrung des Feuers, als Brennbares iſt, welches zu ihrer Verderbnis beitraͤgt. Alle beide machen einige Koͤrper undurchſichtig und faͤrben ſie: das Brennbare aber theilt ihnen weder Waͤr⸗ me, noch Licht mit, ob es ſie gleich in Stand ſetzt, ſich leichter zu entzuͤnden. Das Feuer und die Saͤuren treiben das Brennbare aus den Metallen heraus, um ſich mit ihm zu verbinden. Das Brennbare macht einen Theil vom Gewichte des Schwefels oder der Koͤrper aus. Das Feuer vermehrt ihre Schwere nicht. Daß die Mercallkalke nach ihrer Verkalkung ſchwerer ſind, ruͤhrt davon her, daß ſie viel fire Luft verſchluckt haben. Reines Feuer iſt vielleicht ohne Licht und ohne Ge⸗ ruch; aber das Brennbare erſchuͤttert die Geruchs⸗ und Sehenerven, die Erſtern durch ſeine Ausfluͤſſe, die An⸗ dern durch ſeine Farben. Das Brennbare unterſcheidet ſich vom Feuer durch ſeinen Grundſtoff, verliert ihn aber durch das Feuer, das auf ihn wirkt, und ſich einen Theil von ihm aneignet: es koͤnnte ſogar wieder Feuer werden, wenn es in ein hefti⸗ ges Feuer gebracht wuͤrde. Oas Brennbare iſt ein Feuer, das durch die mit ihm verbundenen Materien gebunden iſt, und blos ein neues Feuer iſt vermoͤgend, es in Be⸗ wegung zu ſetzen, indem es ihm ſeine Freiheit wiedergibt. 2) Das Erſter euerbe⸗ et ſie, rdieſe ſtatk enn es 0b 63 odet ob welches ·ig und — Pir⸗ ʒt, ſch inhare nden. des nehrt ihrer viel Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 141 2) Das Brennbare ſtellt, ſo wie die blaue Flamme, die Metallkalke wieder her; aber dieſe Wirkung bringt das in der Flamme vorhandene Brennbare hervor. Beide verderben die Luft und vermindern ſie. Das durch Gaͤhrung oder durch irgend ein anderes Mittel,— welches das Feuer von ſeinem Grundſtoffe zu trennen geſchickt iſt,— in Bewegung geſetzte Brenn⸗ bare bringt die Flamme hervor, als wie bei dem Gemenge aus Schwefel, Eiſenfeilſpaͤnen und Waſſer; aber es leuchtet nicht, ohne zu erwaͤrmen, weil in dieſem Augen⸗ blicke das Feuer allein wirkt und ſich blos unter gewiſſen Umſtaͤnden entzuͤndet. Das Brennbare ſcheint mehr zuſammengeſetzt, als die Flamme. Es durchdringt die Koͤrper nicht, es ſei denn, daß es in Bewegung geſetzt iſt, und auch da gibt es viele Koͤrper, die ihm undurchdringbar ſind, ob ſie gleich alle mehr oder weniger davon enthalten. Ueber⸗ haupt ſcheint die Wirkſamkeit des Brennbaren vom Feuer erzuruͤhren, und die Flamme iſt vielleicht blos ein Brenn⸗ bares, das hoͤchſt verfluͤchtigt, oder deſſen Grundſtoff min⸗ der feſt, oder weniger betraͤchtlich oder weniger bindend iſt. 3) Mit dem elektriſchen Fluͤſſigen hat das Brennbare ebenfalls Aehnlichkeiten. Beide vermindern die gemeine zuft. Dieſe Wirkung bringt das elektriſche Fluͤſſige durch ſeine Funken oder ſeine Entzuͤndung hervor, welche die Entbindung des Brennbaren, das die Luft enthalten muß⸗ beguͤnſtigt. Indem es ſich nun in der kuft ausbreitet, ſo muß es in ihr die Wirkungen des Brennbaren hervor⸗ bringen, und ſie, ſo wie Letzteres thut, vermindern. Ohne Zweifel wirkt auch das elektriſche Fluͤſſige durch ſeine Funken beſtaͤndig ſo, wie das Brennbare. Das Brennbare und der elektriſche Funke ſtellen die Metallkalke wieder her. A. Iſt 142 Siebzehnte Abhandlung. Iſt das Brennbare uͤberfluͤßig in einem Koͤrper zu⸗ gegen, ſo gehen in der Stille einige Theile davon fort. Dieſelben Erſcheinungen zeigt auch das elektriſche Fluͤſſige, ſie geben aber von ihrer Gegenwart keine ſtarken Anzei⸗ chen, ſie muͤßten denn dazu gezwungen werden. Das elektriſche Fluͤſſige, welches eben ſo wie das Brennbare, Funken von ſich gibt, theilt dem Hornſilber, der mit Kreide verbundenen Silberaufloͤſung und dem ſpa⸗ niſchen Weiß eine violette Farbe mit, es ſchwaͤrzt das Silber und faͤrbt verſchiedene Metalle. Endlich macht auch der elektriſche Funke verſchiedene Koͤrper leuchtend, dergleichen ſind Edelſteine, Quarz, Glas, Spathe, der Bononiſche und Cantonſche Leucht⸗ ſtein, vitrioliſirter Weinſtein, Zucker, Magneſie aus dem Epſomerſalze, aͤtzendes Queckſilberſublimat, Kno⸗ chenerde, durch ein feuerbeſtaͤndiges Laugenſalz niederge⸗ ſchlagene Alaunerde, Kreide von Briangon, an der Luſt geloͤſchter Kalk, und Hornſilber. Das elektriſche Fluͤſſige ſcheint alſo ferner noch ein zuſammengeſetztes Weſen zu ſeyn, in dem das Feuer ge⸗ bunden iſt. Es iſt dem Brennbaren gleich. Es kann das Glas durchdringen, und bringt, ſo wie jenes, die meiſten Wirkungen von jenem hervor. Da auch das elektriſche Fluͤſſige mehr Beweglichkeit und Gewalt hat, als das Brennbare: ſo wird es vielleicht durch eine inni⸗ gere Verbindung des Feuers mit einem Grundſtoffe, der minder ſeſt iſt, als des Brennbaren ſeiner, hervorgebracht. 4) Endlich ähnelt auch das Brennbare dem Kcchte, weil es, wie dieſes, auf verſchiedene Koͤrper wirkt, mit denen es ſich verbindet. So bringt das Licht, wie bereits geſagt, in verſchiedenen metalliſchen Koͤrdern,— welche es entweder ſchwaͤrzt oder faͤrbt,— eben die Wirkung hervor, als wie das Brennbare, es ſchwaͤrzt ſie, wie jenes thut. Ich habe ſogar erwieſen, daß der violette Strahl per zl⸗ n ſort. üſige, Anzei⸗ ie das dülber, im ſpa⸗ tzt das hieden Qur, belche ſie aus Kno⸗ derge⸗ n der hein tge⸗ kann „die das hat, innie ,, der acht. lchte, mit heraits welche tkung wie olette toh Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 143 Strahl beſonders mit dieſer Eigenſchaft begabt zu ſeyn ſcheine. Endlich macht auch das Licht die meiſten der natuͤrlichen Koͤrper leuchtend. Das Brennhare und das licht haben die groͤßten Ver⸗ wandſchaften mit einander. Das licht beugt ſich, wenn es durch phlogiſtiſirte Fluͤſſigkeiten faͤllt, weit ſtaͤrker, als ihre Dichtigkeiten es natuͤrlicherweiſe nicht beugen ſollten, welches nichts anderm, als der ſtarken Verwandſchaft des Lichts mit dieſen Fluͤſſigkeiten zugeſchrieben werden kann. Auch iſt der violette Strahl, welcher am ſtaͤrk⸗ ſten phlogiſtiſch zu ſeyn ſcheint, derjenige, welcher ſich in ſolchen Mitteln am ſtaͤrkſten beugt.— Das Brennbare und das Licht ſind die Urſachen der Farben und der Geruͤche, wie man an der phlogiſtiſirten Vitriolſaͤure, welche zur Schwefelſaͤure wird, und an den Blaͤttern und Fruͤchten, die, wenn ſie des Lichts beraubt ſind, keine Faͤrbung haben, wahrnimint. Das(icht ſtellt Kalke wieder her, deren Wiederher⸗ ſtellung nicht viel Brennbares erſodert, dergleichen ſind das Queckſilberpraͤcipitat per ſe, das rothe Queckſilber⸗ praͤcipitat, das mineraliſche Turpeth, und das Hornſil⸗ ber. Zu vergeſſen iſt nicht, daß die Eiſenkalke, unter den Brennſpiegel gebracht, wieder vom Magnet gezogen, folglich phlogiſtiſirt werden. Das Brennbare des Phos⸗ phors ſtellt den Kupferkalk in ſeinem Aufloͤſungsmittel wieder her, wenn man etwas davon hineinwirft, und ſchlaͤgt ihn in ſeinem metalliſchen Glanze nieder. Ziemlich befremdend koͤmmt es mir vor, daß die durch die Meerſalzſaͤure bewirkten metalliſchen Nieder⸗ ſchlaͤge beſonders die Eigenſchaft haben, daß ſie vom Lichte geſchwaͤrzt werden, gleichwohl hat die Meerſalzſaͤure dem Anſcheine nach mit dem Brennbaren wenig Verwandſchaft. Und doch verhaͤlt ſich die Sache ſo. Was iſt die Urſache hiervon? Die weiß ich nicht, hier waͤre aber eine ſchoͤne Aufgabe 144 Siebzehnte Abhandlung. Aufgabe aufzuloͤſen. Sollte es etwan daher ruͤhren, weil das Brennbare und das Licht mit dem Metalle ſtaͤrkere Verwandſchaften haben, als mit der Meerſalzſaͤure? Oder vielleicht daher, weil alsdann das verkalkte Metall die Meerſalzſaͤure verlaͤßt, und durch ſeine Verbindung mit dem Brennbaren wiederhergeſtellt wird? Aus allem dieſem folgt, daß das Licht und das Brenn⸗ bare ſehr große Aehnlichkeiten mit einander haben. Un⸗ terdeſſen beſitzt das Brennbare weder die Wirkſamkeit des Lichts, noch deſſen Vermoͤgen zu leuchten. Mir ſcheint es ein verloſchenes Licht zu ſeyn, das aber immer bereit iſt, ſich zu entzuͤnden. Vielleicht waͤre es das Licht ſelbſt, wenn nicht das Element des Feuers darin gar zu ſehr eingewickelt, gar zu iſolirt waͤre. Man ſieht es auch, daß das Element des Feuers ſich in Licht verwandelt, wenn es vom Feuer verfluͤchtigt wird. Man erhaͤlt es jederzeit, wenn man Feuer mit Brennbaren verbindet, weil das Feuer alsdann darin in groͤßerm Ueberfluſſe zugegen iſt. Folglich iſt ſein Grundſtoff weniger bindend, weil er, in Beziehung auf die Menge des Feuers, mit dem er ſich verbindet, ſparſamer vorhanden iſt. Endlich, da dieſer Grundſtoff ſelbſt durch Verſtaͤrkung des Feuers verſtreut wird; ſo trennt ſich das Elementarfeuer, und der erdige Grundſtoff verdunſtet mit ihm. Das Brennbare ſcheint alſo mehr zuſammengeſetzt zu ſeyn, als das Licht, grade ſo, wie der violette Strahl,— der in ſeinen Wirkungen mehr Analogie mit ihm zu haben ſcheint,— auch mehr zuſammengeſetzt zu ſeyn ſcheint, als die andern Strahlen, weil er ſich ſtaͤrker beugt: ohne Zweiſel ſind die Feuertheilchen darin mit einem materiel⸗ len Grundſtoff verbunden. Das Brennbare kann wohl nur blos durch das Feuer wirken: es durchdringt irdene Gefaͤße nicht, es bringt endlich Wirkungen hervor, welche alle Nerven, alle Sinne angreifen, dagegen das Licht blos auf die zarteſten Nerven, die Sehenerven wirken kann, es es muͦj ſiegel K gern z Analoc- ſcleße de bla gen,“ lichen vote und! das mon Breu ſeht, das deu talten ſcleß kunger daß es Grund Korper krennt, ſtzeina es ſeln bates er da kunge weil i oder n ren, wteil e ſtärkee alzſäure⸗ te Metall tbindung 8Brenn⸗ den. Un⸗ irkſamket Nir ſchin wer berit lictſibſt ar zrſer es alc, delt, wemn ſedetzel, weil das egen iſt her, in er ſich dieſer erſtreut erdige zeſebt z ahh 83 zu hoben eint, als ht: ohne materie⸗ unn wohl gt idene 4 welche as licſ en kann, 68 Vom Einſluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 145 es muͤßte denn Letztere durch die Hitze, welche der Brenn⸗ ſpiegel ihm mittheilen kann, zerſtoͤren. Kurz, ich glaube folgenden allgemeinen Schluß ſol⸗ gern zu können: Laͤßt ſich mit Wahrſcheinlichkeit aus der Analogie der Wirkungen auf die Analogie der Urſachen ſchließen: ſo muͤſſen wir ſagen, daß da das Brennbare, die blaue Flamme und die Elektricitaͤt Wirkungen erzeu⸗ gen, welche ſcheinen von der dem Brennbaren eigenthuͤm⸗ lichen Eigenſchaft, die Metallkalke wieder herzuſtellen, nothwendig abzuhaͤngen; es auch klar ſei, daß Flamme und Brennbares auf dieſe Metalle grade ſo wirken, wie das Brennbare. Und hieran laͤßt ſich nicht zweifeln, wenn man erwaͤgt, daß die blaue Flamme eine Miner des Brennbaren iſt, die ſie unter der Geſtalt des Rußes ab⸗ ſetzt, daß der elektriſche Funke, lindem er zerſetzt wird, das mit ihm verbunden geweſene Brennbare fahren laͤßt, die Luft, ſo wie das Brennbare thut, verderbt, und die Me⸗ tallkalke wiederherſtellt. Foiglich wird man hieraus auch ſchließen muͤſſen, daß das licht, welches dieſelben Wir⸗ kungen hervorbringt, ſie durch dieſelbigen Mittel erzeuge, daß es ſich zerſeße, und daß, indem ſein phlogiſtiſirter Grundſtoff ſich von einem Theile des Elements des in den Koͤrpern,— welche ihn zerſetzen,— vorhandenen Feuers trennt, ihn in dieſe Koͤrper bringe und in ihnen die Er⸗ ſcheinungen hervorbringe, welche das Brennbare bewirkt; es ſei nun, daß dieſer Grundſtoff ſelbſt, in ihnen als Brenn⸗ bares wirke, oder daß er, durch die Verbindung, welche er darin leidet, zu Brennbaren werde. Sind dieſe Wir⸗ kungen ſchwaͤcher und unmerklicher; ſo ruͤhrt dies daher, weil ihre Kraft ſchwaͤcher und ihte Menge geringer iſt, oder weil ihre Zuſammenſetzung ſie ſchwaͤcher macht. 9. Allgemeine Betrachtungen uͤber das Licht. Die Erde, das Waſſer, und die Salze, welche zu den Beſtandtheilen aller Koͤrper gehoͤren, ſind fuͤr ſich Senebier 3. Th. K weder 146 Siebzehnte Abhandlung. weder leuchtend, noch entzuͤndbar; woher erhalten ſie alſo dieſe Eigenſchaft? Woher bekoͤmmt ſie das Brennbare ſelbſt? Woher kommt dieſes phlogiſtiſirte, in ſo vielen Maturprodukten verbreitete, Feuer? Sollte es unmoͤg⸗ lich ſeyn, daß das Licht, indem es ſich mit ihnen verbin⸗ det, zu Erzeugung der Oele, der Harze, der ſchwefel⸗ artigen, entzuͤndbaren und phosphoriſchen Materien bei⸗ trage, es geſchehe nun dieſes, indem es ſich darin ver⸗ dickt, oder indem es die Entwickelung des Feuers beguͤn⸗ ſtigt? Sollte dies nicht, wie ich ſchon geſagt, eine Haupt⸗ urſache des lichts ſeyn? Die Fluͤſſigkeiten oder die phlogiſtiſirten Koͤrper bre⸗ chen, wenn die Dichtigkeiten gleich ſind, die meiſten Strahlen zuruͤck. Beſitzen die Fluͤſſigkeiten, oder die Koͤrper, welche die brechbarſten Strahlen zuruͤckbrechen, dieſe Eigenſchaft nicht, weil ſie mit den minder brechbaren Strahlen mehr Verwandſchaft haben? Sollten nicht die dunkelfarbigſten Blaͤtter,— als ſolche, welche die mei⸗ ſten Harztheile enthalten,— mehr Licht verſchlucken, weil ſie deſſen weniger zuruͤckwerſen? Da der violette Strahl von den lockerſten, und der rothe von den dichteſten Metallplatten zuruͤckgeworfen wird: ſo ſtehen die zuruͤckwerfenden und brechenden Kraͤfte mit der Dichtigkeit der gefaͤrbten Koͤrper im Verhaͤltniß, wie Hrn. de Lavals Verſuche zu beweiſen ſcheinen. Da die farbigen Strahlen in ihrer Natur verſchie⸗ den ſind: ſollte alſo nicht die groͤßere oder kleinere Ver⸗ wandſchaft, welche ein jeder von ihnen mit den Ebenen hat, welche ſie zuruͤckwerfen, ihre Schattirungen veraͤn⸗ dern koͤnnen? Iſt das Licht aus Koͤrperchen zuſammengeſetzt; ſo muͤſſen ſie ihre Verwandſchaften haben; wird alſo nicht vielleicht, vermoͤge dieſer Verwandſchaft, der Harztheil der Pflanzen durch das Licht erzeugt? Und iſt nicht auch dieſer b V dieſet ſäͤcht geibg ſoche dern? den enes! 7 d adeß vond wuͤrd lichke Betre gegen den he en ſiealſ Zrennbke ſo vielen à unmäͤg⸗ n verbin⸗ ſchreſel⸗ terien bei⸗ darin der⸗ ers begn⸗ ine Haupe dͤrper b ie meiſen „odr de ückbreche grechbaten nicht die die mei⸗ ken, weil und der en wird: äfte mit niß, wie verſchie⸗ nete Ver⸗ n Ebenen en verän⸗ fest; ſ m iich harjchel ict uch dieſer Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 147 dieſerwegen die Quantitaͤt der harzigen Materie in bleich⸗ ſuͤchtigen Pflanzen geringer, als in ſolchen, die am Lichte gezogen worden? Iſt nicht auch vielleicht aus dieſer Ur⸗ ſache die Kohle von den erſtern aͤrmer, als von den an⸗ dern? Und endlich, ſollte das Brennbare, das vom Lichte in den Pflanzen erzeugt werden mag, nicht die Quelle jenes Brennbaren ſeyn, das in den uͤbrigen Naturreichen im Umlaufe ſeyn mag? Dies ſind Fragen, vor deren Beantwortung ich mich indeß wohl in Acht nehmen werde. Ihre Aufloͤſung,— von der wir noch ziemlich entfernt ſind,— unternehmen, wuͤrde aber immer merkwuͤrdig ſeyn. Unterdeſſen bleibt mir noch uͤbrig, uͤber die Wahrſchein⸗ lichkeit der Verbindung des Lichts mit den Erdkoͤrpern, einige Betrachtungen vorzutragen. Ich trenne ſie aber von den gegenwaͤrtigen, weil ſie vielleicht auf noch ſchwaͤchern Gruͤn⸗ den beruhen, als alles, was ich jetzt noch ſagen werde. 10. Sollte ſich die Hauptabſicht des Lichts blos auf Erleuchtung der Erde einſchraͤnken? Es ſcheint mir, die Verbindung des Lichts mit den Koͤrpern ſei eine natuͤrliche Folge des Verfahrens der goͤttlichen Vorſehung in Regierung der Welt. Sie thut nichts vergebens. Dies iſt ein Geſetz, das wir durchgaͤngig in Ausuͤbung gebracht finden. Ich glaube aber zu gleicher Zeit, man koͤnne, ohne unbehutſam zu handeln, behaupten, daß kein Weſen den Zweck ſeiner Schoͤpfung erfuͤllt habe, wenn es die einzige Wirkung hervorgebracht hat, davon es die unmittelbare Urſache zu ſeyn ſcheint. Nein, es iſt gar kein Weſen vorhanden, ſo iſolirt es auch dem Anſcheine nach ſeyn mag, das nicht mit einer Menge andrer Weſen eine Menge bald naͤherer, bald entfernterer Verbindungen habe: aber es iſt auch wahr, daß dieſe Verbindungen bald mehr, bald weniger 2 in 148 Siebzehnte Abhandlung. in die Sinne fallend, mehr oder weniger karakteriſirt ſind. Es geſchie eht ſogar, daß die Wichtigkeit, der Umfang und die Dauer dieſer Verbindungen ſich gewoͤhnlich ver⸗ halten, wie die Wichtigkeit des Gegenſtandes ſelbſt. Dieſe Grundſaͤtze wollen wir auf das Licht anwenden. Das(icht iſt eine der allgemeinſten, und zu gleicher Zeit eine der wichtigſten und beſtaͤndigſten Wirkungen auf der Erde. Auf der Oberflaͤche unſrer Erde,— denn von andern Weltkoͤrpern, die ich nicht kenne, rede ich nicht,— iſt kein Weſen vorhanden, das nicht Eindruͤcke von ihm empfaͤngt. Wird nun wohl dieſe ſeit 6000 Jahren von der Sonne herabgeſchoſſene Materie des Lichts zu nichts gedient haben, als unſre Netzhaut zu treffen und darauf die Koͤrper abzumahlen? Kann ſie keine Wirkungen wei⸗ ter haben? Sollten dieſe Koͤrperchen, die doch irgendwo ſich verweilen, und ohne Zweifel ſich auf den Koͤrpern, auf welche ſie fallen, feſtſetzen, da in ewiger Traͤgheit ver⸗ bleiben? Sollten ſie aus der groͤßten Thaͤtigkeit in die traͤgſte Ruhe uͤbergehen? Da wir ſehen, daß die Flamme und die Elektricitaͤt Spuren ihrer Naͤhe zuruͤcklaſſen; ſoll⸗ te wohl das in ſo vieler Betrach btung ihnen Keichend e licht, keine von ſeiner Gegenwart hinterlaſſen? Ich mag gern ſehen, daß die Koͤrperchen des Lichts ſich in den Koͤrpern verbinden, und glaube gern, daß ſie in der Flamme brenn⸗ barer Materien von neuem unſre Augen treffen. Mich daͤucht, ich ſehe, wie es die Harze, mit denen es ſo viele Verwandſchaft hat, wie es die oͤligten Materien, die von ſeiner Waͤrme und Helligkeit voll ſind, und wie es den mit ſeinem Feuer geſaͤttigten geiſtigen Theil der Samen und der Fruͤchte bildet. Mich duͤnkt, ich ſehe, wie es die Vegetation belebt, dem Erdboden die Na ahrungsſäfte, den Pflanzen die Lbhaftigkeit und den Menſchen ihre Rahrungsmittel und ihre Wolluͤſte zutheilt. Ja, nach dem Willen Got tes, wird das Licht zur Quelle des Le⸗ bens und unſrer irdiſchen Gluͤckſeligkeit⸗ Ohne daſſelbe wuͤrde — gehat Kopf griff ſnen dinkt Wa hangf tevic 14 dl fälende dß es ricgen In, ſe de Peri der b iche eine aus ſ ongegq inft it, e geben doeg riſit and. Unfang nlich vet⸗ löſt. erwenden. icher Zeit nauf der denn von richt,- e von ihm ſahren bon S zu lichs nd draf ungen vi⸗ irgendo Körpern, heit ver⸗ it in die Flamme en; ſolr de licht, dag gern Kärpern ne bien⸗ . Nich es ſo vieſe , die von ie es den er Samen e, wie es ungsſäſt, ſchen ihre dent le des 8 6 daſebe wuͤrde — Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 1 1 wuͤrde die, ihres Gruͤns, ihrer Farben, ihrer Fruͤchte, ihrer Reize beraubte Erde nichts darbieten, als ſchreckliche Spalten, kahle Steine, einen unfruchtbaren Boden und die widrige Vorſtellung eines todten Stoffs, einer un⸗ belebten Maſſe und eines verzweiſtungsvollen Aufenthalts. 11. Newton's Begriffe von dieſem Gegen⸗ ſtande. Ich wuͤrde glauben, Newton habe dieſe Begriffe gehabt, wenn ich mir einbilden koͤnnte, daß in meinem Kopfe andre, dieſes großen Mannes ſeinen gleiche, Be⸗ griffe entſtanden waͤren, als die, auf welche er mich in ſeinen vortreflichen Schriften geleitet hat. Unterdeſſen duͤnkt mich, er muͤſſe ſie gehabt haben, weil er in ſeinen Quaeſtionibus, die ſeinem Buche uͤber das Licht ange⸗ haͤngt ſind, ſich Quaeſt. XXX. die Frage vorlegt: Soll⸗ ke nicht zwiſchen den groͤbern Koͤrpern und dem Lichte eine gegenſeitige Umſchaffung vorgehen? Und da er dargethan hat, daß das auf die Koͤrper fallende Licht niemahls ganz zuruͤckgeworfen werde, und daß es ſelbſt von den ſeſten Theilen der Koͤrper nicht zu⸗ ruͤckgeworfen werde; ſollte hieraus nicht offenbar fol⸗ gen, daß das Licht die Koͤrper durchdringt? Und kann es ſie durchdringen, ohne ſich in ihnen zu verbinden? Meine Verſuche zeigen dieſe Verbindung, weil ſie eine— von der bloßen Wirkung des Lichts hervorgebrachte,— merk⸗ liche und ſtarke Veraͤnderung,(welche nichts anders, als eine Wirkung ſeiner Verbindung ſeyn kann,) darthun, wor⸗ aus ſich ſchließen laͤßt, daß Koͤrper, die vom Lichte nicht angegriffen zu ſeyn ſcheinen, nichts deſtoweniger ſeinem Einfluß unterworfen ſind, daß aber, weil er ſehr gering iſt, er auch faſt unmerkbar iſt, oder daß es einige Koͤrper geben kann, die keine Verwandſchaften mit ihm haben, dagegen die groͤßte Anzahl deren ſehr kenntliche hat. K 3 Newton 150 Siebzehnte Abhandlung. Newton macht in ſeiner Optik, Lib. II. p. III. Prop. V. die Bemerkung, daß wenn man die Dichtigkeit eines Koͤrpers veraͤndere, man auch ſeine Farbe veraͤn⸗ dere. Folgt alſo daraus nicht, daß die Strahlen, welche mehr gebrochen oder vom Mittel ſtaͤrker angezogen worden, auch geneigt ſind, ſich mit ihm ſtaͤrker oder ſchwaͤcher zu verbinden? Die Blaͤtter, die Fruͤchte und Hoͤlzer, den Sonnenſtrahlen ausgeſetzt, veraͤndern ihre Farbe nach und nach, weil die Sonnenſtrahlen, wenn ſie ſich mit dieſen Koͤrpern verbinden, ihren Theilen Beſtandtheile mittheilen, welche die Eigenſchaften dieſer Koͤrper beſtim⸗ men, und ſonach durch Veraͤnderung ihrer Gewebe ihre ſtrahlenbrechende Eigenſchaften veraͤndern, welches ſodann eine andre Reflexion verurſacht, woraus wir dieſe Ver⸗ aͤnderung abnehmen: nur das Oberhaͤutchen an den Pflan⸗ zen veraͤndert ſeine Farbe gar nicht, weil es durchſichtig iſt. Kann man aber wohl an dieſer Verbindung des ichts mit denen, von demſelben getroffenen Koͤrpern zweifeln, wenn man bemerkt, daß es keinen Koͤrper gibt, der alle Strahlen, die auf ihn fallen, zuruͤckwirft, daß alle ge⸗ faͤrbte Koͤrper nur den Strahl zuruͤckwerfen, deſſen Farbe ſie an ſich zeigen, und daß die andern in dieſe Koͤrper ein⸗ dringenden Lichttheile darin figirt zuruͤckbleiben muͤſſen: was wird darin aus ihnen? Wenn ſie ſich in den Vege⸗ tabilien nicht verbaͤnden: ſo wuͤrden ſie in denen unglaub⸗ lich feinen Gefaͤßen leicht Verſtopfungen verurſachen. Er⸗ waͤgt man aber, was das Licht fuͤr Einfluß auf ſie hat, wenn es ſie mit ſeinen Farben mahlt, und ihnen jene Staͤr⸗ ke und Lebhaftigkeit, welche ihren Karakter ausmacht, mit⸗ theilt, beweiſt man endlich ferner,— wie geſchehen iſt,— daß die des Lichts beraubten Pflanzen elend abſterben, ohne denen ihres Gleichen, die ſich am Lichte entwickelt haben, aͤhnlich zu ſeyn: wird man alsdann an dem Einfluſſe des Lichts auf dieſe gluͤckliche Entwickelung zweifeln und ſie ſich ohne eine genaue Verbindung vorſtellen koͤnnen? Wahr liche cher das nuêr/ iie die ſſt nur mit de ſtäͤte das. ich, wirk ben pf icht geri gruͤn der b der 9 davon mehr dach hbric Lonn. Dichtiket the verin len, welch en worden, riter däher, den Jatde nach ſe ſch mi eſtandthel rper beſin hevele ſe ſches ſdem dieſ Per Iden häu hſichtg des lichts Izweifeln, , der all Falle ge⸗ ſen Farbe deper ein⸗ müͤſſen: den Vege⸗ runglanb⸗ nchen. Er⸗ uf ſie ho, jene Stär nacht, mie hen i6,= ben ohe kälthoben, inguſe des und ſie ſcch 1 Pohr Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 131 Wahr iſt es, daß die, im rothen, gelben, violetten Lichte erzogenen Pflanzen, alle bald ſtaͤrker, bald ſchwaͤ⸗ cher gruͤn gefaͤrbt ſind, ich glaube aber nicht, daß wenn das Licht auf die Koͤrper wirkt, es darin grade eine Farbe mehr, als die andre abſetzt, wenn es die Strahlen, wel⸗ che die Koͤrper fuͤrben, in ihnen abſetzt. Meine Meinung iſt nur, daß der Einfluß des Lichts in ſeiner Verbindung mit dem Pflanzenkoͤrper, ihn in Stand ſetzt, einen Strahl ſtaͤrker, als den andern zuruͤckzuwerfen. Traͤgt nun alſo das Brennbare zum Graͤnfaͤrben der Pflanze bei; ſo ſage ich, das licht, welches⸗ſich mit der Pflanze verbindet, wirkt auf ſelbige als ein phlogiſtiſirender Koͤrper, und ha⸗ ben die im Lichte eines gefaͤrbten Strahls gewachſenen Pflanzen ein ſchwaͤcheres Gruͤn, als die, welche voͤlliges Licht empfangen haben, ſo ruͤhrt dies daher, weil ſie eine geringere Quantitaͤt von dieſer Lichtmaterie, welche ſie gruͤn zu faͤrben dient, haben verbinden koͤnnen. Traͤgt der violette Strahl mehr als die andern zum Gruͤnfaͤrben der Pflanzen, die er erleuchtet, bei; ſo liegt der Grund davon darin, daß in dieſem Strahl, wie ich gezeigt habe, mehr von dieſer leuchtenden Materie enthalten iſt, die durch ihre Verbindung mit dem vegetabiliſchen Koͤrper, beitraͤgt, ihn gruͤn zu faͤrben. Auch hatte Newton beobachtet, daß die ſtrahlenbre⸗ chenden Kraͤfte der Koͤrper ſich beinahe verhalten, wie ihre Dichtigkeiten. Prop. X. daß aber auch fette, ſchweflichte und ſchmierige Koͤrper eine Ausnahme von dieſer Regel machen, und daß ihr Brechungsvermoͤgen in Verhaͤltniß ihrer Dichtigkeit 3— 4 mahl ſtaͤrker ſei, als es in dieſem Betracht ſeyn ſollte. Die harzigen und geiſtigen Koͤrper ſcheinen mir eben dieſe Vorzuͤge zu haben; woraus, wie ich auch dargethan habe, offenbar folgt, daß zwiſchen dem lichte und den phlogiſtiſirten Koͤrpern eine Verwandſchaft ſtatt hat, weil Erſte es in Letztern ſtaͤrker gekruͤmmt wird. Ich folgre ſonach mit Grunde, daß zwiſchen dem Lichte K 4 und 152 Siebzehnte Abhandlung. und dem Harze des Zellgewehes der Pflanzen, ſo wie auch mit jenem, welches ein Beſtandtheil holzartiger Koͤr⸗ per iſt, eine beſondere Verwandſchaft ſtatt finden muß, wie auch meine Verſuche zeigen. Ueber dieſen Gegenſtand finde ich in den Memoires de l'Acad. des Sc. fuͤr 1 7 eine ſehr merkwuͤrdige und lehrreiche Tafel, die das Reſultat derer mit den Linſen des Hrn. de Bernieres angeſtellten Verſuche darſtellt. Es iſt bekannt, daß dieſe linſen aus 2 hohlen glaͤſernen Halb⸗ kugeln beſtehen, die mit einer durchſichtigen Fluͤſſigkeit gefuͤllt werden. Mittelſt ihrer hat man die Wirkung des in einen Brennpunkt geſammelten Lichts zu verſtaͤrken ge⸗ ſucht. Dazu hat man ſich genoͤthigt geſehen, mit dem verſchiedenen Brechungsvermoͤgen der verſchiedenen Fluͤſ⸗ ſigkeiten, die zu dieſem Zwecke dienen konnten, Proben zu machen, und hier folgen die Reſultate dieſer ſchoͤnen Verſuche, die um deſto intereſſanter ſind, da die Dich⸗ baldit der dazu gebrauchten Fluͤſſigkeiten mit angege— en iſt. Tafel. Dichtigkeit. Brennweite. Deſtillirtes Waſſe„ 10000 II Schuh, 11Z. 11§. Weingeiſt,— 8648 ¾4 10— 7—1⸗ Jluͤßiger Cerpentin, 99 0„— 1— Terpentinol,— 8697 3— 6— Lavendelol,— 8938 3— 3.— Vitriolaͤther,— 13— 2— Vitrioloͤl,— 198408 9— 4— Salpetergeiſt,— 1271 5 10— 2— Salzgeiſt,— 11940 9— 9— Suͤß Mandeloͤl, 9170 8— 7— Olivenoͤl,- 2153 8—= 7— 6¼⸗ , d die tiger Kor⸗ den muß, lemoires dige und üaſen des lelt, Cs nen Hal Jlüſſiker irkung de ſtarken g⸗ mit dm enen Hi „Nohen ſchöͤnen ie Dich⸗ angege⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 153 Eine ſehr merkwuͤrdige Erſcheinung iſt es, daß der fuͤſſige Terpentin, der unter allen dieſen Fluͤſſigkeiten die natuͤrlichſte und die iſt, welche faſt in den Gefaͤßen der Fichten cirkulirt, auch diejenige iſt, welche das ſtaͤrk⸗ ſte² Brechungsvermoͤg en beſitt, ſolglich mit dem Lich⸗ te die groͤßte Verwa ndſchaft haben muß. Erlaubt uns dies nicht zu muthmaßen, daß der Harztheil des Zellge⸗ webes, der mit dem Terpentin ſo große Aehnlichkeit hat, auch die groͤßte Verwandſchaft mit dem Lichte haben muͤſſe? Wir muͤſſen auf dieſen Schluß durch den Ver⸗ ſuch mit den Lackfirniſſen geleitet werden; denn wir haben geſehen, daß die Weingeiſtfirniſſe, die vielen Terpentin aufgeloͤſt enthalten, anſtatt die Hoͤlzer gegen ſ die Einwir⸗ kung des lichts zu decken, ſie im Gegentheil ihr noch mehr blosſtellen, damit ſie von ihr geſchwaͤ tzt werden. Man erſieht aus dieſer Tafel auch noch, daß die weſentlichen, ſo wie die ausgepreßten Oele, naͤchſt dem Terpentine, die Fluͤſſigkeiten ſind, welche das ſtaͤrk⸗ ſte Brechungsvermoͤgen beſitzen, folglich auch die, auf welche das Licht den meiſten Einfluß haben muß. Hier⸗ aus wuͤrde ſonach folgen, daß die Vegetabilien von Na⸗ tur die Koͤrper ſind, welche mit dem ichte die meiſten Verwandſchaften haben und haben muͤſſen, welches mir die Verbindung, die ich vermuthe, ſehr treffend zu be⸗ weiſen ſcheint. Endlich hat Newton auch noch die Beobachtung gemacht, daß die dichteſten Koͤrper auch die ſeyn, welche in der Sonne am ſtärkſten erwaͤrmt werden, und deren Gewebe die wenigſten Strahlen zuruͤckwerfen; welches nur deswegen ſo geſchehen kann, weil,— bei uͤbrigens durchgaͤngig gleichen Urſachen,— dieſe Koͤrper ſich die meiſten Strahlen aneigneten. Aber dies iſt auch der Fall mit der dunkeln Farbe des Zellgewebes der Blaͤtter, be⸗ ſonders von harzigen Baͤumen. Sie verſchlucken das meiſte Licht, und aus dem Brennbaren, welches ſie ent⸗ K/ halten, 154 Siebzehnte Abhandlung. halten, weiß man, daß ſie mit ihm die ſtaͤrkſte Verbin⸗ dung eingehen muͤſſen. Darf ich endlich noch ſagen, daß die Natur ſelbſt uns den Lichtſtrahl in den Tropfen des Regenbogens und des Thaues auf unſern Wieſen zerlegt zeigt, und koͤnnen wir uns nicht vorſtellen, er falle ſo auf die Pflanzen, daß er ihre Saͤfte durchdringe, und ſich darin auf eben die Art zerlege, welches ſeine Verbindung mit ihnen beſchleu⸗ nigen koͤnnte. Ich zeige eine Moͤglicheit, ich will ihr aber nicht eine große Wahrſcheinlichkeit beilegen, ob ſie zwar, der Strenge nach, nicht unwahrſcheinlich iſt. 12. Neue Beobachtungen uͤber die Verbin⸗ dung des Lichts. Es iſt erwieſen, daß der Lichtſtrahl wenigſtens aus 3, oder nach Newton aus 7farbigten Hauptſtrahlen zuſam⸗ mengeſetzt iſt. Der Unterſchied dieſer Strahlen wird nicht nur durch ihre Farbe, ſondern auch durch ihren ver⸗ ſchiedenen Grad der Brechbarkeit beſtimmt. Natuͤrlich war auch, auf den Gedanken zu gerathen, daß auch ihre Eigenſchaften verſchieden ſeyn muͤßten, und dies haben mir meine Verſuche gezeigt. Der rothe Strahl iſt der waͤrmſte, aber auch der am wenigſten brechbare: da er aber die ſchnellſte Bewegung hat; ſo hat er auch mit den andern Koͤrpern die wenigſte Verwandſchaft, weil er ſich weniger beugt und das Horn⸗ ſilber weit weniger faͤrbt. Hieraus folgt offenbar der Schluß aus meinen Grundſaͤtzen, daß dieſer Strahl we⸗ niger materiel, und daß das Element des Feuers in ihm am wenigſten verbunden iſt; dagegen der violette Strahl ſich am wenigſten beugt, am wenigſten warm, auch in ſeiner Bewegung am langſamſten iſt, und mit den andern Koͤrpern die meiſte Verwandſchaft zu haben ſcheint, weil das Element des Feuers in ihm entweder mit einer dich⸗ tern Velbin⸗ dur ſelbſt gens und dkoͤnnen aien, daß eben die T beſchleu⸗ hwil ihr hen, ob ſe hiſt erbir 7s aus), n zuſam⸗ en wird ren ver⸗ gtuͤrlich uch ihre haben der am wwegung wenigſte as Hotn⸗ nbar der trahl we⸗ sin ihm eSrehh „auch in mandern int, weil ner dic⸗ ten Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 155 tern Maſſe, oder einem reichlichern Grundſtoffe verbun⸗ den iſt. Was mir aber auffaͤllt, iſt die Bemerkung, daß der violette Strahl auf das Hornſilber auf eine ſehr ſchnelle und ſehr kraͤftige Art wirkt, dagegen der rothe es kaum und erſt nach ſehr langer Zeit faͤrbt. Dies beweiſt offen⸗ bar, daß da, wo eine Verbindung des kichts vor ſich geht, auch eine offenbare Wirkung deſſelben ſtatt hat, daß es bei dieſer Verbindung nicht blos auf die Materie des Feuers, ſondern vornemlich auf den Grundſtoff ankoͤmmt, mit dem es in dieſem Strahle verbunden iſt, und endlich, daß alles hier ſo erfolgt, wie in unſern chemiſchen Werkſtaͤtten, wenn wir uns phlogiſtiſirter Materien bedienen, wie ich im Vorhergehenden gezeigt habe. Ich will hier das wiederhohlen, was ich uͤber die Bleichſucht geſagt habe; weil es mir einen ziemlich ſtar⸗ ken Beweis fuͤr die Verbindung des Lichts in der Vegeta⸗ tion abzugeben ſcheint. Man ſetze ein Zwiebelgewaͤchs, als wie eine Narziſſe, auf Waſſer, und ſtelle es ans Licht; ſo entwickelt es ſich und bluͤht ſo gut, als ob es in voller Erde ſtuͤnde, da es doch nur die wenige Nahrung erhaͤlt, welche das Waſſer ihm geben kann. Ein gleiches Gewaͤchs, auf Waſſer geſetzt und ins Finſtre geſtellt, entwickelt ſich mit ganz gelben, ſehr aufſchießenden Blaͤttern, die weit weniger Harztheile haben, als jene an der erſten Pflanze. Was iſt die Urſache dieſes Unterſchiedes? Die ſieht man leicht ein. Die Abweſenheit des Lichts. Woher ruͤhrt die gelbe Farbe? Daher, weil das licht die Pflanze durch ſeine Verbindung mit ihr nicht hat gruͤn faͤrben koͤnnen. Woher kommen die langſchießenden Blaͤtter? Daher, weil das Licht ſich mit ihnen nicht hat verbinden, folglich ihre Faſern nicht hat anſtrammen koͤnnen. Woher ruͤhrt die Verminderung des Harzes? Daher, weil das Licht die 156 Siebzehnte Abhandlung. die Theile, welche es zu Vermehrung des Harzes herbei⸗ fuͤhren ſollte, nicht hat verbinden koͤnnen. Endlich ſterben auch die gruͤnen krauthaften Pflanzen bald im Finſtern, wenn man gleich die Luft in den Oer⸗ teen, wo ſie vegetiren, unaufhoͤrlich erneuert, und ſie in einer Waͤrme erhaͤlt, die zu ihrem lebhaften Wachsthum hineichend iſt; gleichwohl laſſen ſie ihre Blaͤtter fallen. Wuͤrde dies wohl geſchehen, wenn nicht die Abweſenheit des Lichts ihre Fluͤſſigkeiten jener lebendigmachenden Ma⸗ terie beraubte, die ſie geſund und munter erhaͤlt? Wenn ſolche Pflanzen in dieſen Umſtaͤnden neue Schoſſe treiben; ſo ſind ſie alle unreif, und haben gelbe Blaͤtter. Hier⸗ aus wuͤrde alſo folgen, daß dieſes, aus Miange der Licht⸗ theilchen mager gewordene, Fließwaſſer in allen Theilen der Pflanze nichts, als Krankheit und Tod verbreitet. 13. Das Licht wirkt auf eine beſondre Art auf die Ausduͤnſtung der Pflanzen. Mich duͤnkt, an der Verbindung eines Koͤrpers mit einem andern laſſe ſich nicht zweifeln, wenn n gan die Wir⸗ kungen dieſer Verbindung entdeckt. Auf ſolche Weiſe laͤßt ſich an der Verbindung der Bitriolſän ure mit dem Eiſen nicht zweifeln, wenn man die entzuͤndbare Luft wahr⸗ nimmt, die ſich entwickelt, ſobald beide Koͤrper ſich ver⸗ einigt haben. Werden wir auf gleiche Art wohl an der Verbindung des Lichts mit dem Vegetabil S Zweifel tragen, wenn wir die Luft gewahr werden, die nach Beider Ver⸗ bindung heraustritt? Allem dieſem fuͤge ich als eine Beſtaͤtigung meiner Meinung bei, daß nach Hrn Guettar rd's Be eobachtung in den Mem. de l'Acad, des Sc. de Paris, fuͤr das Jahr 1779 das Sonnenlicht durch ſeinen Einfluß die Ausduͤn⸗ ſtung der Pflanzen beguͤnſtigt. Die Pflanzen duͤnſten an einem ſchattichten und waͤrmern Orte weniger aus, als an enf weder ſen denn End Be lic 14 herbei fanzen 1 Oer⸗ ſie in sthum fallen. eſerheit en Ma⸗ Wenn reiben, Hdia⸗ der ich⸗ eilen dr 4 t auf s mit Wir. Weiſe dem wahr⸗ h ver⸗ an der tragen, er Ver⸗ meiner achtung 8 Johr lasdun⸗ dunſten ug, dls an Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 157 an einem ganz von der Sonne beſchienenen und weniger warmen. Gales hatte wohl bemerkt, daß die Pflanzen die Nacht uͤber, wenn ſie gleich warm iſt, unendlich we⸗ niger ausduͤnſten, als am Tage, wenn die Sonne ihre Strahlen auf ſie ſchießt; dieſe Beobachtung wird nun von Hrn. Guettard beſtaͤtigt. Sollte es alſo wohl zu verwegen von mir gemuthmaßt ſeyn, wenn ich dieſe ſo ſehr vermehrte Ausduͤnſtung, der Verbindung des Lichts mit den Theilen der Pflanze zuſchreibe? Es iſt klar, daß wenn das licht auf die Pflanzen blos, als ein erwaͤrmen⸗ der Koͤrper, wirkte; die Ausduͤnſtung alsdann durchgaͤn⸗ gig mit der Waͤrme im Verhaͤltniß ſtehen wuͤrde. Da ie aber auch noch im Verhaͤltniß der Intenſion des die Panzen erleuchtenden Lichts wirkt: ſo iſt klar, daß die hervorgebrachte Wirkung auch im Verhaͤltniß der Ver⸗ bindung der leuchtenden Koͤrperchen ſeyn muß. Wenig⸗ ſtens iſt gewiß, daß die ausduͤnſtende Materie phlogi⸗ ſtiſch iſt, weil ſie einen Geruch gibt. Auch duͤrſte es ſonach noch ſcheinen, die Zeit der Vegetation der Pflan⸗ zen ſtehe nicht nur mit der Waͤrme der Luft, ſondern auch mit der Erleuchtung, welche die Pflanzen von der Sonne empfangen, oder mit der Menge des kichts, die ſie ent⸗ weder durch ihre Blaͤtter, oder durch ihre Wurzeln em⸗ pfangen und verbunden haben moͤgen, im Verhaͤltniß: denn man kann glauben, daß das ticht ſich auch in der Erde verbindet, und daß es darin Saͤfte erzeugt, die zu Belebung und friſchem Wachsthume der Pflanzen taug⸗ lich ſind. 14. Sollte nicht das Licht als ein Reiz erwecken⸗ des Mittel auf die Pflanzen wirken? Sollte man nicht, ohne die Analogien, die man zwi⸗ ſchen den Thieren und Pflanzen vielleicht zu weit getrieben hat, zu mißbrauchen, von den Pflanzen ſagen koͤnnen, daß ſie der Reizbarkeit faͤhig ſeyn, und vom Lichte, daß 158 Siebzehnte Abhandlung. daß es ihren Saͤften und Samen den naͤhrenden Reiz (ſtimulus), der ſie entwickeln muß, mittheile? Die Reizbarkeit der Zeugungstheile in den Bluͤten der Pflanzen, und beſonders im Boden der Staubfaͤden der Berberisbeere und der indianiſchen Feige(Cahlus Opuntia Linn.) iſt erwieſen. Man weiß, daß alle Koͤr⸗ per, welche die thieriſchen Theile reizen, auch das Fuͤhl⸗ kraut(Mimoſa ſenſitiva Linn. La ſenſitive) reizen. Da nun das licht unſre Augen reizt, es uns auch oft, wenn wir den Kopf hinterwaͤrts beugen, und es uns dann grade in die Naſe faͤllt, zu nieſen noͤthigt; ſollte man alſo nicht vermuthen koͤnnen, daß das in den Pflanzen verbundene Licht, darin eine Fluͤſſigkeit hervor⸗ bringt, welche dieſe Reizbarkeit beguͤnſtigt und auf ſolche Weiſe ihr Leben unterhaͤlt? Wenigſtens ſieht man, daß die reizbarſten Pflan⸗ zen, als wie die Venus⸗Fliegenfalle Hionaea. Muſcipula), das Fuͤhlkraut ꝛc. aus den waͤrmſten kaͤndern kommen, daß die Pflanzentheile, an denen Reizbarkeit wahrzunehmen iſt, ſie nie ſtaͤrker zeigen, als wenn die Sonne auf ſie zu wirken anfaͤngt, daß die Vegetation nicht eher an⸗ faͤngt, als wenn die Sonne die Luft bis auf 8— 100 erwaͤrmt hat, daß die brennende Sonnenhitze das Auf⸗ brechen der Blumen und Blaͤtter beſchleunigt, und daß die juͤngſten Pflanzen und Zweige zuerſt vegetiren, weil ſie die reizbarſten ſind. Endlich, daß die phlogiſtiſirten Maecerien Urſachen des Reizes ſind, und daß die Staub⸗ faͤden der Blumen,— welche reizbarer, als andre Pflan⸗ zentheile ſind,— auch am ſtaͤrkſten, oder doch wenig⸗ ſtens ſehr ſtark phlogiſtiſirt ſind, weil ſich die Metallkalke durch ſie ſehr gut wiederherſtellen laſſen. Dies ſind die Gruͤnde meiner Vermuthung. Sie haben mir ſo ſtark zu ſeyn geſchienen, daß ich ihre Be⸗ kanntmachung damit glaube entſchuldigen zu koͤnnen. 15. Wirkt T' Reiz Bluͤten bfaden (ahu lleKar⸗ sgüh en. Dhan Ipula), n, daß hmen uf ſie ran⸗ — 10⁰ Auf⸗ d daß „weil iſirten Staub⸗ Pflan⸗ wenig⸗ akale Eie Be⸗ ſen. Wükt Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 159 15. Wirkt das Licht auf die Luft? Endlich hatte ich auch noch zu unterſuchen, ob das Sonnenlicht ſich mit der Luft verbinde. Ich muß geſte⸗ hen, daß ich viele Verſuche angeſtellt habe, um dies zu entdecken; ſie ſind aber alle fruchtlos geweſen. Das Sonnenlicht verderbte die mit Waſſer unter glaͤſernen Gefaͤßen eingeſperrte Luft nicht und verbeſſerte ſie auch nicht. Die nach gleichem Verfahren eingeſperr⸗ te, und der Wirkung der Sonne ausgeſetzte, fixe Luft ward eben ſo wenig von ihm verbeſſert oder verderbt: vielleicht entzieht ihr die Wirkung des Lichts durchs Glas ein wenig von ihrer Wirkſamkeit. Dem ſei wie ihm wolle, ich habe nichts bemerkt, was den Einfluß des Sonnenlichts auf die Luft beweiſen koͤnnte; ich habe aber auch nicht alle Verſuche gemacht, die ſich unternehmen laſſen, und die ich ſuchen werde, auszudehnen, ſo viel mirs moͤglich ſeyn wird. Unterdeſſen iſt doch gewiß, daß das Licht die Entwi⸗ ckelung der luftartigen Duͤnſte, die von der Erde aufſtei⸗ gen, erleichtert. Es thut dies, theils dadurch, daß es die Ausduͤnſtung der Pflanzen und die Verduͤnſtung und Aufloͤſung des Waſſers in der Luft beguͤnſtigt; theils in⸗ dem es zu der nothwendigen Verbindung der phlogiſtiſirten Luft der Atmoſphaͤre mit der reinen Luft aus den Pflan⸗ zen,— wodurch die fixe Luft erzeugt wird, welche die Pflan⸗ zen zugleich mit den waͤßrigen Duͤnſten, die darin ſchweben, einſaugen,— beitraͤgt, und theils indem es der Luft die Feuchtigkeit mittheilt, welche unumgaͤnglich noͤthig iſt, die ſire Luft,— und zwar ſowohl die, welche durch die Ver⸗ miſchung der dephlogiſtiſirten Luft aus den Pflanzen mit der phlogiſtiſirten der Atmoſphaͤre ſich entbindet, als auch jene, welche die Ausduͤnſtungen der auf der Oberflaͤche der Erde ſich befindenden Koͤrper erzeugen— zu ver⸗ ſchlucken, damit die Pflanzen ein bald mehr, bald weni⸗ ger 1600 Achtzehnte Abhandlung. ger mit ſirer Luft geſaͤttigtes, zu Befoͤrderung der Vege⸗ n tation taugliches, Waſſer erhalten moͤgen. Kurz, um Ven dieſes, mit ſixer ꝛuft geſaͤttigte, Waſſer mit dem ichte ſelbſt zu zu verbinden, wirkt das Licht in der Pflanze auf eine ſehr V lüne merkliche Weiſe, weil es vermittelſt dieſer Verbindung V nen mit ihm und mit den Theilen des Vegetabils, die Luſt b trgl dephlogiſtiſirt aus der Pflanze heraustreibt. V unge .* 7. 7 6„ u. Hiermit beſchließe ich, was ich uͤber die Natur des ſi Lichts zu ſagen hatte. Koͤnnen meine Gedanken andre d Naturforſcher auf gluͤcklichere uͤber dieſen Gegenſtand 1 bringen; ſo ſoll michs nicht dauern, daß ich mich betro⸗ fid gen habe; ſollten ſie aber Beſtaͤtigung und Erweiterung V erhalten koͤnnen, ſo brauche ich mich nicht weiter zu ent— b z ſchuldigen, daß ich daruͤber ſo umſtaͤndlich geweſen bin. mg ————— V 8 TAES chle Achtzehnte Abhandlung. Anwendung der Gedanken, auf welche ich ſh durch meine Verſuche uͤber den Einfluß des Lichts 9 . f K, 4— gebracht worden, auf die Geſchichte der V duit V Vegetation. b b ln b Wah „. ihnen D beſondern Gedanken, auf die man durch Verſuche V geleitet wird, werden nur alsdann intereſſant und ſce erhalten eine Art von Feſtigkeit, wenn ſie ſich allgemein de machen laſſen, oder wenn ſie Mictel zu Erklaͤrung der V inn Erſcheinungen, ja ſogar des Zuſammenhangs derer Er⸗ diee ſcheinungen darreichen, die man an allen den Koͤrpern, b Teſ welche Gegenſtaͤnde dieſer Verſuche waren, wahrnimmt.-hu Es iſt wohl gewiß, daß die Verſuche, die ich bekannt gemacht habe, merkwuͤrdig und intereſſant ſind; aber eine V 8 der Vege Lurz, um ſhte ſelſt eine ſehr tbindung die Luſt Matur dis ken onde Degenſtand wich beteo⸗ rwaltrnng jer zu an eſen b Verſuche ſant und nlgemrin rung der deter Er⸗ Kötpern, nimmt bekannt d; aber dne Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 161 eine brennende Neubegierde ſaͤttigen, ohne dabei den Verſtand zu befriedigen, ohne eine gruͤndliche Belehrung zu gewaͤhren, das heißt, einen ernſthaften Mann mit einer Klapper unterhalten wollen. Er wird ſich auf ei⸗ nen Augenblick vergeſſen, und ſeine Blicke auf den Flit⸗ terglanz werfen, mit dem man ihm vor den Augen her⸗ umgaukelt, aber bald wird er ſich ſeiner Zerſtreuung ſchaͤ⸗ men. Meine Beobachtungen werden daher auch nur in ſofern von Belang ſeyn, als ſie werden zu Erklaͤrung der Thatſachen, die man in der Geſchichte der Vegetation findet, dienen koͤnnen. Ich kann mir nicht ſchmeicheln, dieſen Zweck erreicht zu haben; dazu ſind meine Beobachtungen nicht weit ge⸗ nug getrieben. Selbſt die Geſchichte der Pflanzen iſt nicht ſo vollſtaͤndig, daß ſie zu ihren Geheimniſſen einen Schluͤſſel lieſern ſollte. Ich werde aber mein Werk nicht ſchließen, ohne die Moͤglichkeit meiner Muthmaßungen darzuthun, und ohne einige Abſchnitte dieſer merkwuͤrdigen Geſchichte nach meinen Grundſaͤtzen zu ſkizziren. Ob man gleich nicht unterlaſſen wird, zu bemerken, daß ich die Natur nicht weiter leſe: ſo will ich es doch noch einmahl wiederhohlen, ich zeichne die Folge meiner Ideen vor, ich wandele auf dem weitlaͤuſtigen Felde der Wahrſcheinlichkeiten herum, ich wuͤnſche ſogar, daß man ihnen nicht mehr Wichtigkeit beilege, als ich. Die Be⸗ quemlichkeit iſt oft ſchuld, daß wir uns durch eine wahr⸗ ſcheinliche Hypotheſe verfuͤhren laſſen, und man opfert oft die Loſung der Natur,— die man finden koͤnnte, wenn man ſie nur ſuchte,— den ſchimmernden Ideen auf, die eine feurige Einbildungskraft ſchafft, und welche der Verſtand nur deswegen aufhaſcht, weil er befuͤrchtet, ſie zu verlieren, wenn er ſie genau pruͤft. Senebier z. Th. 8 1. Unter⸗ 162 Achtzehnte Abhandlung. 1. Unterſuchung des Keimens. Ich haͤtte mir die Muͤhe erſparen koͤnnen, die Ge⸗ ſchichte der Vegetation von ihrem Urſprunge an zu wie⸗ derhohlen, weil das Licht nicht eher auf die Pflanzen Ein⸗ fluß zu haben ſcheint, als wenn ſie aus der Erde hervor⸗ kommen. Ob nun gleich das licht auf den Samen Ein⸗ fluß hat,— weil es auf die Erde, die den Samen in ihrer erſten Kindheit zur Wiege und Saͤugamme dient, Einfluß hat—; ſo werden ſich meine Begriffe doch viel⸗ leicht leichter erklaͤren laſſen, wenn ich bei dieſer Pruͤfung einige von den Grundſaͤtzen, die ihnen zur Grundlage die⸗ nen koͤnnen, werde feſtgeſetzt haben. Zudem iſt zwiſchen der Pflanze uͤber der Erde und der, die aus dem Samen hervorbricht, ſo viel Uebereinſtimmendes, daß man die eine nicht wohl kennen kann, ohne die andre kennen ge⸗ lernt zu haben. Ich glaube, das Keimen entſtehe durch eine bis auf einen gewiſſen Punkt gehende Gaͤhrung. Sie iſt es, welche das Leben der Pflanze entwickelt, und ohne Zweifel iſt ſie's auch, welche es unterhaͤlt. Aber hat dieſer Ge⸗ danke einigen Grund? Zuvoͤrderſt iſt ganz gewiß, daß die Samen ſehr gern in Gaͤhrung gehen. Alle gaͤhren, ſobald ſie in freier Luft hinreichende Waͤrme und Feuchtigkeit haben; allein die in die Erde geſaͤeten Samen genießen darin grade dieſelbe Feuchtigkeit und Waͤrme, welche ſie dazu noͤthig haben, und wenn von dieſer Waͤrme oder von dieſer Feuchtigkeit ihnen entweder eins oder alle beide abgehen; ſo erfolgt kein Keimen. Die Samen bleiben in der Erde liegen, ohne ſich zu entwickeln, waͤhrend der Trockenheit des Sommers ſowohl, als in der Kaͤlte des Winters. Iſt nun gleich das Waſſer zur Gaͤhrung unumgaͤng⸗ lich nothwendig; ſo wuͤrde auch eine zu große Menge Waſ⸗ ſer ſie ſtoͤren oder das Faulen des Keims und die Zerſtoͤ⸗ rung run wei⸗ we⸗ tikit vom 1 kleiner gend⸗ eindt 4 nach ſchin fälle geril erſtein ſich leideh Man runon lickeſ polle, ſlte, ſtwil gung he b eintrete Ott zun preit wickehe bekönn Hülle ſie be ihr zu. tbacht die Oe ket, nie Et en der 4 , die Ge. an zu wie⸗ anzen Ein⸗ de hervor⸗ amen Ein⸗ Samen in mwe dient, ſe doch vil⸗ ſer Nrifung undlage di⸗ iſt zihen em Ernen aß mu de kennen de ne bis auf ſe iſt es, e weiſel ieſer Ge⸗ ſehr gern freier uſt allein de de dieſelbe ßig hoben, euchtigket ſo erfoggt tde liegen, enheit des rs, rumging⸗ agVaſ ie Jeſt tung Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 163 rung der Pflanze beguͤnſtigen. Aber auch dafuͤr hat die weiſe Vorſehung geſorgt. Die waͤßrige Feuchtigkeit, welche die Erde hergibt, kann nur in ſehr geringer Quan⸗ titaͤt ins Samenkorn dringen. Man kann an einem Korne vom Getreide ſehen, wie dieſe Feuchtigkeit durch eine kleine, im untern— mit dem Stengel zuſammenhaͤn⸗ genden— Theile des Samenkorns beſindliche Oefnung eindringt. Von da geht ſie den zahlreichen Veraͤſtungen nach, welche ſich in denen mit der ſchleimigen, oder ſchleimig zuckrigen(mucoſo ſucrée) Materie ange⸗ fuͤllten Kuͤgelchen endigen. Letztere Materie iſt in ſehr geringer Quantiraͤt vorhanden, und wird allein von der erſten Gaxhrung ſogleich merklich veraͤndert. Dieſe laͤßt ſich aber auch bald in dem mehlichten Theile ſpuͤren, doch leidet derſelbe ſehr wenig davon. Der Schoͤpfer des Menſchen wollte ihm in vielen Samen eine geſunde Nah⸗ rung zubereiten, und daher wollte er auch, daß der meh⸗ lichte Theil, welcher das Pflaͤnzchen(plantule) naͤhren ſollte, nach ſeiner erſten Entwickelung von Dauer ſeyn ſollte. Wenn die ſchleimige Materie aufgeloͤſt iſt, ſo ſchwillt ſie auf, die fixe Luft eutwickelt ſich, und die Bewe⸗ gung breitet ſich von einer Stelle zur andern aus. Der eintretende ſaͤuerliche Saft draͤngt ſich ein, ſucht ſich einen Ort zu ſeinem Aufenthalte, und erreicht den Keim, deſſen gereizte Gefaͤße angefuͤllt und belebt werden. Die Ent⸗ wickelung erfolgt alsdann nach und nach, und die Pflanze bekoͤmmt mehrere Staͤrke. Sodann durchbricht ſie die Huͤllen ihres Gefaͤngniſſes, dringt aus der Erde, welche ſie bedeckt, hervor, und ſucht den Einfluß des lichts, der ihr zur Vervollkommnung fehlt. Nach gemachten Be⸗ obachtungen iſt gewiß, daß Samenkoͤrner, an denen man die Oefnungen, wo das Waſſer eindringen ſoll, verkit⸗ tet, nicht keimen. Stellt man aber zwiſchen dem Keimen und dem Gaͤh⸗ ren der Samen eine genauere Vergleichung ant ſo nimmt 4 2 man 164 Achtzehnte Abhandlung. man noch auffallendere Uebereinſtimmungen wahr. Zu⸗ voͤrderſt bem erkt man die Nothwendigkeit der Gegenwart der Luft. Im luftleeren Raume erfolgt keine Gäͤhrung, auch gibt es nur ſehr wenig Samen, die ſich darin ent⸗ wickeln; ſobald man ihnen aber Luft gibt, keimen ſie alle. Samen, die einen Schuh hoch mit Erde bedeckt ſind, keimen eben ſo wenig, weil ihnen die Luſt fehlt. Kurz, das Samenkorn ſelbſt laͤßt ſich als ein angeſtecktes Faß betrachten: denn die Oefnung, welche dem Waſſer einen Ausgang laͤßt, muß ebenfalls ſowohl der aͤußern, als auch der edegchenden Luft einen verſtatten. Gaͤhrung kann weder in fixer, noch in entzuͤndbarer Luft, und uͤberhaupt nicht in den Gasarten, welche die Entwickelung der Gaͤhrungsluft verhindern, erfolgen. Dies iſt mit dem Keimen eben der Fall, die Samen kei⸗ men weder in fixer, noch in entzuͤndbarer Luft. Dann ſtellen auch keimende Samen, wenn man ſie mit Aufmerkſamkeit betrachtet, eben ſolche Erſcheinungen dar, als wie die gaͤhrenden. Sie geben eben ſo einen Geruch von ſich, und dieſer iſt ſo ſtark und merklich, daß er uͤber ihre Beſchaffenheit keinen Zweiſel uͤbrig laͤßt. Der Geſchmack der keimenden Samen iſt auch mit jenem, den die gaͤhrenden haben, einerlei. Es iſt bekannt, daß das Samenkorn vor der Gaͤhrung faſt ganz ohne Ge⸗ ſchmack, im Waſſer unaufloͤslich, und klebrig iſt, daß es aber durch das Gaͤhren einen ſehr fuͤßen Geſchmack er— haͤlt, daß der vegetabiliſch⸗animaliſche Theil ſich mit dem mehlichten verbindet, und daß das Harz und der Kleber verſchwinden, wenigſtens wenn die Gaͤhrung weit gegan⸗ gen iſt. Grade dieſelben Erſcheinungen zeigen ſich beim Keimen. Wenn man im Sommer Puffbohnen in feuchte Erde ſteckt, und nimmt nach Verlauf eines Tages eine heraus, um ſie zu koſten; ſo wird man ſehen, daß ſie aufgeſchwol⸗ len und daß der Saft bitter und zuſammenziehend iſt. Am korndr run rig un deſn in deul donen n vegeka die Gn wuͤrdels ihr den o, ddgede er tra ahr. Jl. jegenwar Gähtung, darin ent⸗ in ſie ale. deckt ſind, t. Kanz, dcktes Foß vaſſet einen ußern, als tzüͤndbere welche d „erfoha zamen k n mon ſie einungen ſo einen lich, daß ißt. auch mit bekannt, ohne Ge⸗ iſt, doß hmack er⸗ mit dem der Kleber eit gegan⸗ ſich bein uchte E de n hetaus, geſchvol⸗ diiſr Am Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 165 Am 2ten Tage iſt die Bohne noch mehr aufgeſchwol⸗ len. Der Saft wird ſuͤßlich, und wenn man die Blaͤt⸗ ter des Pflaͤnzchens zerreißt; ſo geben ſie eine klebrige Feuchtigkeit von ſich. Am zten Tage iſt der Saft der Bohne noch ſuͤßer geworden, und der Saft aus den Samenblaͤttern gleicht voͤllig dem von friſchen Puffvohnen. Am ten Tage ſehen die Samenblaͤtter gelb aus, ihr oberſtes Ende aber faͤngt an, gruͤn zu werden und die Wur⸗ zeln breiten ſich aus. „2 Am gten Tage werden die Blaͤtter gruͤn. Man bemerkt hier, daß die Feuchtigkeit das Samen⸗ korn durchdringt, ſeine bittern Saͤfte aufloͤſt, ſie in Gaͤh⸗ rung ſetzt, verfußt und in den Kotyledonen, welche kleb⸗ rig werden, cirkuliren macht. Man bemerkt ferner, daß dieſe Saͤfte ſich aus den Kotyledonen wegziehen, um ſich in der Pflanze zu verbreiten, worauf alsdann die Kotyle⸗ donen abfallen. Es iſt aber wohl zu bemerken, daß dieſe vegetabiliſch⸗animaliſche Materie mit dem Waſſer, ohne die Gaͤhrung, welche ſie verſuͤßt, nicht miſchbar ſeyn wuͤrde; der bloße Zucker und der Weinſteinrahm geben ihr dieſe Eigenſchaft. Wein und Eſſig loͤſen ſie zwar auch auf, aber die Aufloͤſung iſt truͤbe und ſchaͤumet. Die abgedunſtete Aufloͤſung gibt einen Schleim, der, wenn er trocken wird, in ein Pulver zerfaͤllt, das nicht mehr ſo zaͤhe iſt, wie die vegetabiliſch⸗animaliſche Materie. Kurz, die Saͤuren, die Gaͤhrung und das Feuer rauben dieſer Materie den Kleber, und machen, daß ſie ſich im Waſſer aufloͤſt. Waͤre aber im Gegentheil das Waſſer uͤbermaͤßig vor⸗ handen, durchdraͤnge das Samenkorn zu ſehr und erregte darin Faͤulnis; ſo wuͤrde kein Keimen weiter ſtatt finden. Ich habe Schminkbohnen in faule Aepfel und Birnen 8 3 geſteckt, 166— Achtzehnte Abhandlung. geſteckt, aber niemahls eine darin zum Keimen kommen uſte ſehen, obgleich ſolche Bohnen in feuchtem Mooſe, worin Feuch ſie doch eben ſo viel Feuchtigkeit finden, ſehr gut keimen: Desy allein das aus der Faͤulnis durch Gahrung entwickelte ent⸗ die ſ zuͤndbare Gas und die durch dieſe Haͤhrung in den Samen zuſche erregte geſchwinde Aufloͤſung verhindern in ihnen jede Art 8 von Keimen. ben, Endlich lehrt auch die Erfahrung, daß die Pflanzen⸗ ben es ſaͤure die Gaͤhrung nicht verhindern kann, ſie muͤßte denn ia ge in ſehr großer Menge vorhanden ſeyn. Auch iſt noch zu bemerken, daß gaͤhrende Samen ſäwe grade die naͤmliche Farbe haben, wie keimende. daß Ueberdies iſt bekannt, daß die ausgepreßten Saͤfte ſid, aus allen Pflanzen bald von ſich ſelbſt in Gaͤhrung gera⸗ tige then, und gleich darauf in Faͤulnis gehen, wenn ſie in iſd ofnen Gefaͤßen der uft und Waͤrme ausgeſetzt ſind. Soll⸗ ihreg te aber dies nicht meinen Begriffen widerſprechen? Ohne lihe, Zweifel nicht, denn die Pflanzenſaͤfte machen mit der dde Pflanze nicht Eine Maſſe aus. Sie ſind in kleine Ge⸗ hrame faͤße, die blos durch ſehr kleine Oefnungen mit einander Gihru Gemeinſchaft haben, eingeſchloſſen; ſie ſind der unmittel⸗ bunden baren Beruͤhrung der Luft nicht ausgeſetzt; ſie empfangen Es aus dem in der Atmoſphaͤre vorhandenen Waſſer unauf⸗ cr tec hoͤrlich fire Luft, und werden unaufhoͤrlich erneuert, weil tauft ſie alle Augenblicke verdunſten. Sonach treten hier meh⸗ dßd rere ſehr wirkſame Urſachen ein, welche die Faulnis ver⸗ Gihr hindern, ſich zu weit auszubreiten, aber auch mehrere lung, ſehr mäachtige Urſachen ſind vorhanden„ welche machen, de, daß ſie auf dem Punkte Halt macht, wo ſie ſtillſtehen geftr bleiben ſoll. Durch alle dieſe Mittel ſorgt die goͤttliche de Vorſehung fuͤr die Erhaltung der Pflanzenſaͤfte. Des⸗ ben, wegen weiſt ſie dem Honig in den kleinen wohl verſchloſ⸗ ſie a ſenen Zellen der Bienenſtoͤcke ſeinen Ort an, und koͤmmt die dadurch der geſchwinden Gaͤhrung, in die er gerathen veror wuͤrde, wenn er in groͤßrer Maße beiſammen und gene uft komnen dſ, vorn it keinen: icelte ent 2n Samen ſede Art ienze nüßte denn de Sanen e. gien eiſe rung gen venn ſein nd. Sol n? Ohne mit der line Ge⸗ einander unmittel⸗ npfangen er unauf⸗ eet, weit hier mah⸗ ulnis ver⸗ h wehtere de machen, ſtilltehen gertlche ſte. Des verſchl nd fämnt r erathen und der duſt Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 167 zuft ausgeſetzt waͤre, zuvor. Deswegen halten ſich die Feuchtigkeiten bei ihrem Umlaufe in unſerm Koͤrper. Deswegen faulen Fruͤchte nicht, ſo lange die Feuchtigkeit, die ſie einſchließet, weder zu uͤberfluͤßig vorhanden, noch zu ſchleimig iſt. Endlich machen Schminkbohnen, welche gekeimt ha⸗ ben, und im Waſſer liegen, daſſelbe truͤbe, und verder⸗ ben es weit eher, als trockne Bohnen dieſer Art, die man zu gleicher Zeit in andern Gefaͤßen ins Waſſer legt. Aber am allerauffallendſten iſts, daß gruͤne Pflanzen ſchwerer in Gaͤhrung gerathen, als bleichſuͤchtige, und daß friſche Samen, als wie Erbſen, die nicht getrocknet ſind, ſpaͤter keimen als getrocknete. Noch eine ſehr wich⸗ tige Thatſache, die man bei dieſer Unterſuchung bemerkt, iſt dieſe, daß die Pflanzen oder Samen, welche gaͤhren, ihre gruͤne Farbe verlieren, und die gelbe, ihre urſpruͤng⸗ liche, wieder annehmen. Ihr Brennbares geht davon, oder bringt eine neue Verbindung zu Entwickelung der brennenden Geiſter hervor, wenigſtens hat weiter keine Gaͤhrung ſtatt, wenn keine faͤrbende Materie mehr vor⸗ handen iſt. Es erhellet alſo hieraus deutlich, daß der Same, wenn er trocken iſt, von der Vorſehung ſo zubereitet iſt, daß er auf die moͤglichſt vortraͤglichſte Weiſe keimen kann, und daß das, was das Gruͤn der Pflanze ausmacht, ihre Gaͤhrung aufhaͤlt, und auch die geſchwinde Entwicke⸗ lung,— welche die Pflanze braucht,— hemmen wuͤr⸗ de, wenn ſie in den erſten Augenblicken ihres Lebens gruͤn gefaͤrbt werden koͤnnte: denn wir haben geſehen, daß die Prozeſſe, welche der Pflanze die gruͤne Farbe ge⸗ ben, zugleich auch ſolche ſind, welche verhindern, daß ſie aufſchießen kann. Und dann wiſſen wir noch, daß die phlogiſtiſirenden Prozeſſe, welche dieſe Wirkung her⸗ vorbringen, auch die Gaͤhrung aufhalten; ſo daß die Ve⸗ getation in ihrer erſten Entſtehung gehemmt werden wuͤrde, 24 wenn 168 Achtzehnte Abhandlung. wenn nicht der erſte Wachsthum der Pflanze gegen die Sonne und ihren Einfluß geſchuͤtzt waͤre. Daher ſind auch die erſten Aufſchuͤſſe einer Pflanze bleichſuͤchtig, und die Sonne vervollkommnet ihren Wachsthum durch Mit⸗ theilung der gruͤnen Farbe und des Wuchſes, den ſie ha⸗ ben ſollen. Ich merke hier an, aber nur als eine Thatſache, welche nicht erwieſen iſt,— ob ich gleich bereits, um mich von ihrer Wahrheit zu verſichern, viele Verſuche vorge⸗ nommen habe,— und welche verlangt, daß ich noch meh⸗ rere anſtelle, damit allen unvermeidlichen Zweifeln bei ei⸗ ner Unterſuchung vorgebeuget werde, wo es ſchwer haͤlt, entſcheidende Verſuche zu machen; ich ſage alſo, ich habe Urſache zu glauben, daß, bei uͤbrigens durchgaͤngig glei⸗ chen Umſtaͤnden, die Gaͤhrung in Gefaͤßen, die der Luft und dem Sonnenlichte ausgeſetzt ſind, nicht ſo geſchwind erfolgt, als in denen, die an der uft im Finſtern ſtehen. Kurz, dieſe Gaͤhrung ſcheint mir nothwendig, theils zu Erzeugung der reizerregenden Fluͤſſigkeit, welche die vegetabiliſche Maſchine in Bewegung bringen muß, theils zur Zubereitung der brennenden Geiſter, welche ſie er— zeugt, und theils damit ſie zu gleicher Zeit dieſem entwi⸗ ckelten Embryo durch die Miſchung des vegetabiliſch, ani⸗ maliſchen Theils des Samens, der Staͤrke und der har⸗ zigen Materie mit den Saͤften, die darin cirkuliren ſollen, zur Nahrung diene. Schon in den Samenblaͤttern ſieht man dieſe vegetabiliſch⸗ animaliſche Materie ſich zu Boden ſetzen. Die bloße Gaͤhrung konnte dieſe Materien ver⸗ duͤnnen, und zwar zu dem Grade, der nothwendig iſt, wenn ſie die feinſten Gefaͤße durchdringen und darin frei ſich bewegen ſoll. Aber warum ſollte wohl die Materie des Samens ſuͤß werden, wenn ſie reizbar werden muß? Das weiß ich nicht; aber man entdeckt hier wieder eine neue Analogie zwiſchen zwiſc die E ckelun ſgket färran der i dank: rfe, 2. N. d b Drobie haltei ner ſoßzi raliſc ſof das ſers 4 realſäu kochen teſatz gegen die daher ſud htig und durch Mi⸗ den ſe ha⸗ Thaſfache, „um mich ice vorge⸗ noch me⸗ feln bei⸗ hwer fl „ ich ſh Kngig ſe der lit geſchwind ſteen. , theils lche die theils ſee er⸗ rentwi⸗ ſch ani⸗ der har en ſollen, tern ſieht u Boden Nien ver⸗ ndig iſ, dorin ſtei mens ii weiß ich Analogie zwiſcſen Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 169 zwiſchen den Pflanzen und Thieren, und zwar dieſe, daß die Samen⸗ und Nahrungsfluͤſſigkeit, welche zu Entwi⸗ ckelung und Ernaͤhrung des Keims tuͤchtig iſt, eine Fluͤſ⸗ ſigkeit iſt, die fuͤr unſre Organen nicht ſcharf iſt, es aber fuͤr unendlich zaͤrtere, als die unſern ſind, werden kann. Das ſonſt die Hand nicht angreifende Waſſer greift ſie gleich⸗ wohl zuweilen an, wenn ſie vom Oberhaͤutchen entbloͤſt iſt. Wer weiß denn, ob das Geheimniß der Zeugung nicht durch Entwickelung der Luftgattungen vollbracht wird? Wenigſtens ſcheinen ſie im Pflanzenreiche eine Rolle zu ſpielen. Durch Gaͤhrung werden deren viele entbun⸗ den und man weiß, daß ſie auf eine merkliche Art auf die Muskeln wirken, ſoll ich noch ſagen, daß durch ſie die Ernaͤhrung bewirkt wird..... Doch ich bleibe hier ſtehen. Ich entferne mich ſonſt von dem Gegenſtande, der mich beſchaͤftigt. Mir gnuͤgts, dieſe Keime von Ge⸗ danken ausgeſtreut zu haben. Vielleicht finden ſich Koͤ⸗ pfe, die ſie befruchten und ausbilden. 2. Von dem in den Pflanzen vorhandenen Lau⸗ genſalze und deſſen Nutzen. Daß die Pflanzen Laugenſalze enthalten, iſt jetzt kein Problem mehr, was der Aufloͤſung beduͤrfte, wenigſtens halte ichs fuͤr aufgeloͤft. Hr. Marggraf beweiſt in ſei⸗ ner 15ten Abhandlung, daß das vegetabiliſche Laugen⸗ ſalz in den Vegetabilien ganz gebildet wird. Das mine⸗ raliſche iſt ebenfalls darin vorhanden, weil es der Grund⸗ ſtoff der Seeſalzſaͤure iſt, und man ſowohl das eine, als das andre, durch die bloße Waͤrme des kochenden Waſ⸗ ſers erhaͤlt. Laͤßt man Pflanzen in Waſſer, das mit einer Mine⸗ ralſaͤure ſcharf gemacht worden, und bei der Waͤrme des kochenden Waſſers maceriren, ſo erhaͤlt man ein Mit⸗ telſalz. 8§ 5 Man 170 Achtzehnte Abhandlung. Man weiß, daß die Pflanzen ſowohl einen vitrioli⸗ ſirten Weinſtein, der aus einem feuerbeſtaͤndigen, mit der Vitriolſaͤure verbundenen Laugenſalze beſteht, als auch einen Salpeter, der aus einem mit der Salpeterſaͤure ver⸗ bundenen feuerbeſtaͤndigen Laugenſalze zuſammengeſetzt iſt, geben.„ Endlich iſt auch bekannt, daß das Laugenſalz ſich mit dem,— mit einer Saͤure verbundenen,— entzuͤndba⸗ ren Grundſtoff verbindet, und eine Art eines ſeifenartigen Koͤrpers, den man ſonſt Schwefelleber nennt, erzeugt; dieſer ſeifenartige Koͤrper aber findet ſich, wie ebenfalls bekannt iſt, im Uebermaaße in den Pflanzen. Es iſt hier nicht mein Vorſatz, weder mich in eine Unterſuchung uͤber die Art, wie das Laugenſalz in der Pflanze entſteht, einzulaſſen, ob mirs gleich ſehr wahr⸗ ſcheinlich vorkoͤmmt, daß es durch die Entwickelung der Gasarten hervorgebracht wird; noch auch zu beſtimmen, ob es bereits voͤllig zubereitet in die Pflanzen tritt. Dieſer wichtige und kuͤtzliche Gegenſtand verdient eine eigene Pruͤ⸗ fung, und hat auf das, was ich noch zu ſagen habe, kei⸗ nen großen Einfluß. Es iſt ſchon genug, wenn man weiß, daß ſich dieſes Laugenſalz im Samen findet; daß es in dem vegetabiliſch⸗ animaliſchen Theile oder dem Kle⸗ ber des Mehls vorhanden iſt, iſt erwieſen, auch trift man es in dem gruͤnfaͤrbenden Theile des Zellgewebes, desglei⸗ chen in den Staubfaͤden wieder an. Sollte es ſich daher nicht aus dem Samen in die ganze Pflanze verbreiten? Sollte es wohl eine ganz gewagte Muthmaßung ſeyn, wenn man dieſes Laugenſalz als ein Produkt der Vegeta⸗ tion betrachtet, weil man es nur allein in den am meiſten ausgearbeiteten Theilen der Gewaͤchſe antrift? Endlich muß ich noch hinzufuͤgen, daß man dieſes Laugenſalz aus den Samenhaͤlften(lobes), den erſten Fruchtbaͤlgen(fol⸗ licules) und den Stengeln ſowohl der gruͤnen als der bleich⸗ ſuͤchtigen Pflanzen erhaͤlt. Aber 4 Mii⸗ welc diner führd) gſſiſ Pfan K tiele Eins über: ſiſis denan Sci oden Bru dunn tero bon endli doe. die he dlsdo de gn der( erd ma die gune der „ mit außte Soll b ſifen en ditriol gen, mit „als auch ſure ver⸗ mmengeſeßt abſch mit ſentzändba⸗ eſenarigen t, erzeugt ſe thenſels ich in ie ſalz in a ſehr wohe kelung der eſtimmen, . Dieſer ſene Pru⸗ gbe, kei⸗ enn man dt; daß dem Kle⸗ tiift man desglei⸗ i di abreiten! ung ſeyn, Pegeta⸗ m meiſten Erdlic enſchj auo lgen((ol⸗ dr blch lber Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 171 Aber wozu dieſe Betrachtungen uͤber das Laugenſalz? Meine Hypotheſe von der gruͤnen Farbe der Gewaͤchſe, welche ich der Einwirkung des Laugenſalzes auf eine in einer Saͤure aufgeloͤſte martialiſche Zubereitung zuſchreibe, fuͤhrte mich darauf. Iſt denn aber dieſes Laugenſalz phlo⸗ giſtiſirt? Ohne Zweifel nicht, weder in den bleichſuͤchtigen Pflanzen, und noch viel weniger im Pflaͤnzchen(plumule), vielleicht wird es auch vom Lichte in dem Blatte, das dem Einfluſſe des Letztern ausgeſetzt iſt, nicht phlogiſtiſirt: aber das Blatt empfaͤngt vom Lichte ganz gewiß phlogi⸗ ſtiſirte Theilchen, dieſe koͤnnen ſich mit der Saͤure verbin⸗ den, das Laugenſalz aber kann mit ihnen eine Art von Schwefelleber erzeugen, welche dieſe Farbe annimmt; oder es mag ſich auch wohl dieſes Laugenſalz mit dem Brennbaren in der Pflanze, und ſonach auch mit dem durch eine Saͤure auſgeloͤſten Eiſen, verbinden, und Letz⸗ teres als eine gruͤne Farbe niederſchlagen, weil das Brenn⸗ bare des Laugenſalzes nicht vollkommen ſeyn wird, oder endlich, das Laugenſalz iſt gar nicht phlogiſtiſirt, da aber das licht deſſen Hervorbringung beguͤnſtigt,— indem es die Vegetation beguͤnſtigt,— ſo wird dieſes Laugenſalz alsdann die Blaͤtter gruͤn faͤrben, ſo wie eine kaliſche Lauge die gelben Blaͤtter des Sallats gruͤn faͤrbt und das Gruͤn der Gewaͤchſe erhoͤhet. Der Duͤnger iſt mit Laugenſalzen erfuͤllt. Je mehr er davon enthaͤlt, deſto beſſer entſpricht er der Abſicht, die man bei ſeinem Gebrauch hatte. Sollte nicht Duͤnger die Erde dadurch befruchten, daß er die zu Hervorbrin⸗ gung der Materie des Zellgewebes,— als der Werkſtaͤtte der Pflanze,— nothwendige Verbindung erleichtert? Sollte dieſes Laugenſalz nicht das Seine beitragen, da⸗ mit der Harztheil, der ohne de ſſelbe blos im Weingeiſt aufloͤsbar ſeyn wuͤrde, mit dem Waſſer miſchbar werde? Sollte es nicht eins von den Grundſtoffen jener Gattung von ſeifenartiger Materie ſeyn, welche das Zellgewebe erfuͤllt? 3. Der 172 Achtzehnte Abhandlung. 3. Der Stoff des Zellgewebes kann als eine Art von ſeifenartiger Materie angeſehen werden. Ich kann mich nicht enthalten, die Analogien der faͤr⸗ benden Materie der Blaͤtter mit den Seifen aus dem Kalk anzufuͤhren. Sie ſcheinen mir ſtark und zahlreich zu ſeyn, und ob ſie wohl die Sache, von der ich handle, nicht ſehr aufflaͤren, ſo waͤre es doch nicht gut geweſen, wenn ich ſie uͤbergangen haͤtte. Seife aus Kalk in Kalkwaſſer zerrieben, gibt eine Emulſion, aus der ſich die Seife niederſchlaͤgt, wenn man viel Kalkwaſſer zugießt, und alsdann enthaͤlt die Fluͤſſigkeit nichts kalkartiges mehr. Eben dieſe Erſchei⸗ nung bemerkt man auch, wenn man Kalkwaſſer auf Waſ⸗ ſer gießt, das durch ſtarkes Kochen mit Blaͤttern gruͤn gefaͤrbt worden iſt, oder auch auf die mit Weingeiſt aus den Blaͤttern gezogene Tinktur. Dieſe Seife ſowohl, als auch das, was von der gruͤ⸗ nen Tinktur, nachdem ſie abgedampft iſt, zuruͤckbleibt, ziehen die Luftfeuchtigkeit wenig an. Der Weingeiſt zieht aus der Seife die fettigen, und aus der faͤrbenden Materie der Blaͤtter die harzigen Thei⸗ le aus. Das Feuer und das Vitrioloͤl faͤrben die Seife aus Kalk und den faͤrbenden Theil der Blaͤtter ſchwarz. Waſſer, worin eine Zeitlang ſolche Seife aufgeloͤſt worden, laͤßt eine ſchmierige, unſchmackhafte Materie zu Boden fallen; auf gleiche Art verwandelt das Waſſer die Blaͤtter in einen ſchmierigen und geſchmackloſen Brei. Die Seife aus Kalk trocknet bei einem geringen Feuer aus und ſchmelzt bei einem ſtaͤrkern; ſie laͤßt ſich, wenn ſie heiß iſt, zu Faden ziehen, die, wenn ſie erkaltet ſind, leicht zerbrechen. Man weiß, daß das, was nach dem Abdam⸗ — 2 7 Aoſt wel 3 ben To) ten t ſtans geſeu wel— in R. inobs riih Mn not de du mäue 81 Go 11 vſell 1 ſeſitn 2 fit ⸗ dezt wied. eine At erden. n der faͤr⸗ dem Kalk h zuſeyn, de, nicht ſen, wenn gibt ein gt, vem enthal de ſe Eiſtei auf Di ttern gin geiſt aus der gruͦ kbleibt, in, und en Thei⸗ eiſe aus z. aufgelſt daterie zu Zaſſer d Dhi en gele . wenn ltetſud, ach den Adam⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 173 Abdampſen der Blaͤttertinktur zuruͤckbleibt, wie das Wachs, welches am Feuer fließt, ſchmilzt. Endlich laſſen ſich die Seife aus Kalk und die faͤr⸗ bende Materie der Blaͤtter im Weingeiſte aufloͤſen, im Waſſer aber nicht. Die Fettigkeit der von der abgedampf⸗ ten gruͤnen Tinktur zuruͤcksleibenden Materie, der Um⸗ ſtand, daß ſie nicht in Kryſtallen anſchießen will, die geſchwinde Scheidung der Saͤure, die ſchwarze Farbe, welche dieſe Materie im Feuer annimmt, ihre Aufloͤſung in weiße Daͤmpfe und in entzuͤndbare Luft, wenn man ſie ins Feuer bringt, und das verkohlte Ausſehen des Zu⸗ ruͤckbleibenden laſſen uͤber die harzige Beſchaffenheit dieſer Materie keinen Zweifel uͤbrig; hierzu koͤmmt uͤberdies noch, daß ſich fluͤchtiges Laugenſalz reichlich davon ſchei⸗ det, und dieſer Umſtand macht mirs wahrſcheinlich, daß man dieſe Materie fuͤr ſeifenartig halten koͤnne. Dieſe ſeifenartige oder harzige Materie iſt ſchon im Samen vorhanden. Es iſt bekannt, daß der Weingeiſt viel von dieſer Materie aus dem Mehle aufloͤſt; auch findet ſie ſich im Pflaͤnzchen und in den bleichſuͤchtigen Pflanzen. Vielleicht koͤnnte man dieſe ſeifenartige Materie ſogar fuͤr eine Art von Schwefelleber halten, und da es Hrn. Deyeux gelungen iſt, daß er aus einigen Pflanzen, als wie aus der Wurzel vom langblaͤttrigen Gartenampſer (Leumex patientia Linn. La Patience) und aus dem Geiſte des Loͤffelkrauts(Cochlearia officin. Linn.) einen Schwe⸗ fel zu erhalten, ſo trage ich kein Bedenken, dieſe Mei⸗ nung anzunehmen. 4. Von dem harzigen oder ſeifenartigen Stoffe. Dieſer harzige oder ſeifenartige Koͤrper iſt allen Pflan⸗ zen und allen Theilen der Pflanze weſentlich eigen. Wenn er erſt zu ihrem Wachsthum gedient hat, ſo dient er her⸗ nach 174 Achtzehnte Abhandlung. nach im Holze,— das er hart macht,— zu Erhaltung der Pflanze. Freilich iſt wahr, daß er nicht ferner ſeine Farbe hat; aber die Sonne vermag auch nicht ferner, ihm die leuchtenden Theilchen mitzutheilen, die ihn faͤrben koͤnnen, ob er gleich ſelbſt alsdann nicht alle ſeine Ver⸗ wandſchaften mit dem Lichte verliert, wie ich gezeigt habe. Die harzreichen Hoͤlzer ſind die haͤrteſten, dergleichen ſind das Franzoſenholz und das Eiſenholz, die weichſten im Gegentheil ſind das Weiden⸗ und das Pappelbaumholz. Bleichſuͤchtige, desgleichen geſchwind wachſende und we⸗ nig uft verbindende Pflanzen haben ſchlaffe Fibern. Das Mark iſt der einzige Pflanzentheil, der gar kein, oder doch ungemein wenig, Harz enthaͤlt. Sollte denn etwan das Mark in der Pflanze ein Theil des Auswurfs aus dem Stoffe des Zellgewebes ſeyn? Die weſentlichen Oele ſind nichts anders, als dieſes Harz, aber nur mehr aufgeloͤſt. Vielleicht iſt das ganze Harz der Blaͤtter oder dieſe ſeifenartige Materie anfaͤng⸗ lich ein weſentliches Oel, das ſich entweder durch die Zer⸗ ſtreuung des herrſchenden Grundſtoffs, oder durch die unaufhoͤrliche Wirkung der Saͤuren, in Harz verwandelt. Wenigſtens iſt gewiß, daß die weſentlichen Oele zu Harz werden, wenn ſie dieſen herrſchenden Grundſtoff verlieren, und daß nur blos die Saͤuren dieſe Wirkung hervorbrin⸗ gen. Gewiß iſt, daß die ſixe Luft das Terpentinoͤl ſehr zaͤhe macht, daß es bei allen andern Oelen das Ranzig⸗ werden verhindert, und daß die Harze in dieſem Zuſtande ſehr braun werden: aber auch nicht weniger iſt gewiß, daß die Blaͤtter einen ſtaͤrkern oder ſchwaͤchern Geruch von ſich geben, und daß ſie mit der Luftfeuchtigkeit unaufhoͤr⸗ lich die Saͤure aus der fixen Luft einziehen. Endlich iſt auch gewiß, daß das Harz der trockenen Blaͤtter nicht ſo duͤnne iſt, als jenes der friſchen, daß ſie ferner mit dem Verluſt ihrer Farbe, auch ihren Geruch verlieren, und daß dieſer dem weſentlichen Oele anhaͤngt. Man 8 Es dann ſiofs ſe d hn⸗ daß d harz Baͤt bewwe ſeyn . ¹ gäht Die aust We ſeür bunde bindun der gei ben fi ſe reſ mige! T ſie a zuͤnd derd Auff Zuſt ſtens beſrt eine, Ethaldmg ferner ſeine ſcht ſerne, ihn färben ſeine Ver⸗ dägt habe. ſiten ind eitſten in ddaumhal de und we Fibern. er garil, Solte dm Ausvuft als dieſes das ganze e anfaͤng⸗ die ger⸗ durch die wandelt. du herz verlieten, rvorbrin⸗ inoͤl ſehe Nanzig⸗ Zuſtande iſt gewig zeruch von unouſhör⸗ kudlic iſ rricht mit dem ren, und NMau Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 175 Man kann hinter die Entſtehung der Harze kommen. Es ſcheint, daß ſie anſaͤnglich gummicht ſind, und als⸗ dann ſowohl durch die Verbindung des herrſchenden Grund⸗ ſtoffs mit ihnen, als auch durch die Veraͤnderung, welche ſie durch ihre Verbindung mit dem Lichte erleiden, in Harz verwandelt werden. Wenigſtens iſt auch gewiß, daß die Milch aus der friſchen Engelwurz(Angelica) zu Harz wird, wenn ſie eintrocknet, und daß die jungen Blaͤtter das Waſſer, worin ſie liegen, faͤrben, welches beweiſen wuͤrde, daß ſie alsdann mehr ausziehbar⸗ harzig ſeyn, als wenn ſie ihre Vollkommenheit erlangt haben. Dieſer Harztheil der Gewaͤchſe wird durch die Wein⸗ gaͤhrung zerſtoͤrt, eben ſo wie der Kleber des Weizens. Die davongehende und einen Beſtandtheil von dieſer Seife ausmachende zuft iſt die fixe mit der entzuͤndbaren. Wenn dieſe Saͤure verfluͤchtigt iſt, ſo iſt die Seife zer⸗ ſtoͤrt und der entzuͤndbare Grundſtoff iſt nicht weiter ge⸗ bunden. Es entſteht aber auch alsdann eine andre Ver⸗ bindung dieſes entzuͤndbaren Grundſtoffs, und dies iſt die der geiſtigen Fluͤſſigkeit. Reifende Fruͤchte haben auch weniger Harz. Sie ge⸗ ben fire Luft, und deren zwar um deſtomehr, je ſtaͤrker ſie reifen und jemehr ſich das Harz zerſetzt, um die ſchlei⸗ mige Materie zu bilden. Die Faͤulniß trennt alle Verbindung, folglich macht ſie auch, daß nicht nur der Harz⸗ ſondern auch der ent⸗ zuͤndbare Theil verſchwinden, und ohne Zweiſel findet der vegetabiliſch⸗ animaliſche Theil in dieſer Trennung das Aufloͤſungsmittel, das ihn ſelbſt zerſtoͤrt, und ihn in den Zuſtand der andern Theile der Pflanze verſetzt. Wenig⸗ ſtens haben wir geſehen, daß der Zucker dieſe Aufloͤſung befoͤrdert, und der ſchleimigte Theil iſt nichts anders, als eine zuckerartige Malerie. 5. Vom 176 Achtzehnte Abhandlung. 5. Vom Zellgewebe, als einem Organ der Vegetation. Das Zellgewebe iſt das Organ, worin die Zuberei⸗ tung der Pflanzenſaͤfte vollendet wird. In dieſes Gewe⸗ be von unter ſich Gemeinſchaft habenden Gefaͤßen oder Schlaͤuchen, tritt der theils durch die Wurzeln, theils durch die atmoſphaͤriſche Feuchtigkeit eingeſogene Saft. Hier wird er zubereitet, und hier erlangt er, theils durch die Ausduͤnſtung, theils durch die davongehende reine Luft, theils durch die fixe, welche er empfaͤngt, und theils durch die leuchtenden Koͤrperchen, die ihn durchdringen und ſich in ihm verbinden, die Eigenſchaften, welche ihm zu Beguͤnſtigung der Vegetation und Erhaltung der vorhan⸗ denen Theile nothwendig ſind. Es iſt gewiß, daß die Blaͤtter ein Syſtem von Ge⸗ faͤßen enthalten, in dem ein Umlauf(circulation) ſtatt finden muß. Wenn man ein Birnbaumblatt maceriren laͤßt; ſo entdeckt man zwei Syſteme von Gefaͤßen, das untere iſt von lockerem Gewebe und haͤngt mit dem obern zuſammen. Letzteres bildet viele Veraͤſtungen, die mit einan⸗ der anaſtomoſiren, wie Ruiſch Adverf. Med. T. III. gezeigt hat. Auch weiß man, wie Hr. de Saußure wohl bemerkt hat, daß die auf der Oberflaͤche der Blaͤtter ſitzenden Druͤſen mit dem Zellgewebe zuſammenhaͤngen: kurz, das Zellgewebe ſelbſt iſt eine Zuſammenſetzung aus Schlaͤu⸗ chen, die mit ihren Enden untereinander zuſammenhaͤn⸗ gen. Die Saftgefaͤße ſind mit den Schlaͤuchen des Zell⸗ gewebes verbunden, woraus denn folgt, daß der Saſt, welcher lange Zeit in dieſen weitlaͤuftigen Irrgaͤngen von Gefaͤßen,— worin er die leuchtenden Koͤrperchen und die fixe Luft aus der Atmoſphaͤre empfaͤngt,— aufgehal⸗ ten worden, durch die Ausduͤnſtung, welche er erleidet, ſehr große Veraͤnderungen ausſtehen und darin ſo zube⸗ reitet werden muß, daß er alle Wirkungen der Vegeta⸗ tion hervorbringen koͤnne. ᷓ Man 6 1 Pfo Dieh verde und Nahl de Er welchot gen. 8 Jellcbe well 3 ſie fu⸗ laſeeb web tu es iſte ſe u ongäb Dun vſan 5 Säles ſtätt w9 ſeldes ſcion den. 9 Methz⸗ die ncd grün) 8 d welchen Blitte tigſüße ſch de ferur l nigthau Sen fan der e Zuberei iſes Gewe⸗ fißen oder en cheils gene Saſt. thells duch hende nine und helb urchdiinge lche imzu der volhn m von Ge dtion) ſiatt maceriren gen, das dem ebern nit einan⸗ l gezeigt bemerkt ſihenden kurz, das Schläͤu⸗ nmenhän⸗ des Jel⸗ der Eaft äͤngen von eccen und nüfgehi er etleden nſ ube⸗ Vehela⸗ Man Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 177 Man kann alſo das Zellgewebe als den Magen der Pflanze anſehen: die Saſtgefäͤße endigen ſich darinnen. Die uftgeſaͤße ſind darin befindlich. Die Materie, welche verdauet werden ſoll, befindet ſich im Uebermaaße darin, und der zur Ernaͤhrung der andern Theile beſtimmte Nahrungsſaft auch zum Theil. Aber die Luftgefaße und die Schweißloͤcherchen ſind die ausfuͤhrenden Gefaͤße, welche die Pflanze von den uͤberfluͤßigen Saͤften entledi⸗ gen. Zowiſchen dem Zellgewebe der Blaͤtter und dem Zellgewebe der Rinde mache ich hier keinen Unterſchied, weil alle beide gleiche Erſcheinungen darſtellen, und man ſie fuͤr das naͤmliche Organ nehmen kann. Die Blaͤtter laſſen ſich als eine Verlaͤngerung der Rinde, des Zellge⸗ webes und der andern Theile des Zweiges, betrachten; es iſt wahr, daß die Blaftter noch mehr verbinden, aber ſie halten mehr Zellgewebe in ſich, und es iſt fuͤglicher angebracht, um den Eindruck des Lichts und der in den Duͤnſten der Atmoſphaͤre enthaltenen fixen Luft zu em⸗ pfangen. Merkwuͤrdig iſt der Umſtand, daß dieſe Materie des Zellgewebes, wenn ſie in einem Theile des Blattes zer⸗ ſtoͤrt worden, nicht weiter erzeugt wird; weil ohne Zwei⸗ fel die zur Reproduktion dieſes Theils nothwendige Organi⸗ ſation nebſt der daraus entſtehenden Materie zerſtoͤrt wor⸗ den. Aber man bemerkt auch durchgehends, daß dieſe Materie des Zellgewebes unter den naͤmlichen Umſtaͤnden die namlichen Reſultate gibt; denn die Wurzeln werden gruͤn, ſobald ſie dem Lichte ausgeſetzt ſind. Kurz, es treten eine Menge Verſuche zuſammen, welche dieſe Zubereitung in den Blaͤttern darthun. Viele Blitter, als wie die vom Ahornbaume, treiben eine ho⸗ nigſuͤße Feuchtigkeit aus, auf den Lerchenbaͤumen findet ſich die Manna, und auf den Ciſtroͤschen(Ciſtus ladani- ferus Linn. Le Ciſte) das Ladanumgummi. Der Ho⸗ nigthau iſt eine ſuͤßliche Materie, welcher des Morgens Senebier 3. Th. M und 4 178 Achtzehnte Abhandlung. und Abends aus den Blaͤttern ausſchwitzt, und manch⸗ mahl gummicht, manchmahl aber harzicht iſt. Die Aus⸗ duͤnſtung des Diptams(Fraxinelle) iſt eine harzige Sub⸗ ſtanz; die Pomeranzenbaume geben eine Art von Manna. Die Feuchtigkeit, welche man auf den Blaͤttern wahr⸗ nimmt, iſt bisweilen ſchmierig und klebrig. Die Druͤ⸗ ſen der Blaͤtter ſchließen einen harzigen Saft ein, welches man beſonders an den Fichten bemerkt. Aber noch mehr iſt, daß das Zellgewebe der Rinde die naͤmlichen Erſcheinungen darbietet; wenigſtens befin⸗ det ſich in den gehoͤrigen Gefaͤßen, welche das Zellgewebe bedeckt oder von denen es bedeckt wird, immer in großer Menge ein fluͤſſiges Harz, als wie bei dem gemeinen Wachol⸗ der(Juniperus communi? Linn. Le Genevrier), dem Weirauchwacholder(Juniperus thurifera Linm. Le San- darac) und der Pechtanne(Qinus picea Linn. Le Picea); bei denen es zwiſchen dem Zellgewebe und dem Holze ſei⸗ nen Sitz hat, und auch von da ausfließt. Der Terpen⸗ tin von der Tanne dringt unmittelbar unter dem Ober⸗ haͤutchen, und jener von der Fichte, aus der Rinde ſelbſt hervor. Kurz, dieſes Harz iſt zur Vegetation des Baums unumgaͤnglich nothwendig; denn die Baͤume, denen man durch Einſchnitte das Harz abzapft, nehmen nicht weiter zu, weil ihnen ihre Huͤlfsquellen abgeleitet worden. Dieſe Saͤfte ſind alſo im Zellgewebe und in der Frucht im Umlauf. Andreas Royen hat dieſen Um⸗ lauf im Pflaͤnzchen der Schellwurz(Chelidonium maius Liun. La Chélidoine) erwieſen, woruͤber ſeine Anatomia et Oeconomia plantarum nachzuleſen iſt. Es iſt gewiß, daß wenn kein Umlauf waͤre, die Saͤfte in den Pflanzen ſtocken und verderben wuͤrden. Hr. Bonnet hat gezeigt, daß Ein Blatt, das ins Waſſer getaucht war, deren viele, die außerm Waſſer waren, ernaͤhren konnte, und der Abt Corti hat einen genauen Umlauf der Saͤfte im — Arm⸗ dbrig ſind Ba reich, der9 iſt en hat gewo folgt Al tettet, d doct ungeiti an, d bräne net es pfege hervo⸗ Bät, man; dieſe E rungs. ur B. und wonch, Die Aus⸗ drzige Suh⸗ don Manna, tern wohr⸗ Die Driͤ⸗ ein, wches be de Rude gſtens befn s Zellewes ner in goßer einen acol wrier), Nn im ledo Leices) m Hohe ſi Der Terpen⸗ dem Ober⸗ Ninde ſelbſt es Baums denen man ſicht weiter rden. und in der dieſen Um nium main, e Anatomia es iſt geviß en Pfonzen hat gejelgh wor, deren fannte/ und Siſt im Aem⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 179 Armleuchter(Chara) wahrgenommen. Uebrigens ver⸗ ſtehe ich unter dem Worte Umlauf(circulation) nicht etwan eine dem Kreislaufe des Bluts in den Thieren glei⸗ che Bewegung, ſondern es iſt mir genug, wenn man zu⸗ geſteht, daß der aus der Luft eingeſogene Saft zur Wurzel herab und der aus den Wurzeln zu den Blaͤttern auſſtei⸗ gen koͤnne. Indem die Beſtimmung der Samenblaͤtter uns die⸗ ſen Umlauf beſtaͤtigt, ſo lehrt ſie auch den Gebrauch der uͤbrigen abſondernden und ausfuͤhrenden Gefaͤße. Dies ſind naͤhrende, mit einem harzigen Saſte angefuͤllte, Blaͤtter. Dieſer harzige Saft iſt in dieſen Blaͤttern reichlicher, als in den andern vorhanden, weil das Leben der Pfianze dieſen beiden Blaͤttern anvertraut iſt, auch iſt er darin fluͤſſiger, weil die Organen des Pflaͤnzchens haͤrter ſind. Dieſe Saͤfte ſind ſehr fluͤſſig, welches man gewahr wird, wenn man dieſe Blaͤtter zerreißt. Es folgt hieraus, daß die Pflanzen, von denen man dieſe Blaͤtter abreißt, eingehen, oder daß, wenn man ſie auch rettet,— welches doch etwas Seltenes iſt,— die Pflan⸗ ze doch den Verluſt ihrer Saͤugammen fuͤhlt, ſie bleibt unzeitig, und man merkt es ihr das ganze Leben hindurch an, daß ihr dieſe zu ihrer Entwickelung nothwendige Zu⸗ bereitung geſehlt habe, eine Bemerkung, die Hr. Bon⸗ net an den Schminkbohnenpflanzen gemacht hat. Es pflegen auch dieſe Blaͤtter abzufallen, wenn die andern bervorbrechen. Sonach gehen Pflanzen, die man ihrer Blaͤtter ſorgfaͤltig beraubt hat, bald ein, und ſolche, die man abblaͤttert, als wie die Maulbeerbaͤume, fuͤhlen dieſe Behandlung. Sollte nicht in dem Zellgewebe der Blaͤtter ein Nah⸗ rungsſaft bereitet werden, und dieſe letzte Zubereitung zur Befruchtung weſentlich nothwendig ſeyn? M 2 Es 180 Achtzehnte Abhandlung. Es gibt keine Knoſpe, neben der nicht ein Blaͤtter⸗ buͤſchel ſtuͤnde. Die Bluͤtenbuͤſchel an Pfirſichbaͤumen, die keine Blaͤtterbuͤſchel neben ſich haben, fallen ab, und geben keine Fruͤchte, weil ihnen zu Ernaͤhrung dieſer Fruͤchte das Blaͤschengewebe der Blaͤtter, und zu Bil⸗ dung derſelben die Verbindung des Lichts mit der fixen Luft mangelt. Es bemerkt auch Hr. Bonnet, daß die Seiten der Zweige, welche der Sonne am meiſten aus⸗ geſetzt ſind und das meiſte Licht verbinden, auch die mei⸗ ſten Knoſpen haben. Sollte nicht dieſe letzte Zu ereitung zur Bildung des Holzes und der Zweige von Wichtigkeit ſeyn? Man nimmt aber wahr, daß die Maulbeerbaͤume, die man abblaͤttert, ungeſtaltet, minder lebhaft ſind, als andre, und ſchwaͤcher an Holz, ja vielleicht iſt ſogar ihr Holz minder ſtark und minder harzig. Dieſer Gedanke ſcheint mir deſto gegruͤndeter zu ſeyn, da dieſe gruͤne Materie und die Verarbeitung, welche ſie im Zellgewebe erfaͤhrt, eine ſehr ſtarke Ausduͤnſtung vor⸗ ausſetzt. Geſunde und vegetirende Blaͤtter dunſten ſtark aus, bleichſuͤchtige hingegen, junge, kranke, weit weni⸗ ger. Alles, was den Umlauf der Saͤfte hemmt, ver⸗ mindert durch Unterbrechung der Ausduͤnſtung die Ge⸗ ſundheit und Lebhaftigkeit der Pflanze, und entzieht ihr ihre Nahrung, welche ohne Zweifel in den Blaͤttern zu⸗ bereitet wird. Die Bluͤten und die reifen Fruͤchte, als die wohlgepflegten Kinder der Pflanze, um derentwillen ſich die ganze Maſchine in Bewegung ſetzt, ſind aber un⸗ dankbare Kinder, die nichts fuͤr ihre Mutter thun; allein ſie dunſten wenig aus, weil ſie wenig verarbeiten, und ſchon eine verdaute Nahrung empfangen. Sie geben keine reine Luft, welche das Reſultat der Verbindung des lichts mit der fixen Luft aus dem in der Atmoſphaͤre ſchwe⸗ benden Waſſer,— aus dem ſie deren gewiß ſehr wenig einſaugen,— iſt, und die Luft, welche ſie abſondern, iſt einzig und allein das Produkt einer leichten Gaͤhrung, und ein Vorbote ihres Todes. Noch geht n. ſteneſt fang 2 welch: iſt mi Fliüſr iſt n terhaad mit 12ch4 ceen, de dunſtch dber 18 wern in titt. S Jweu⸗ aus p. ſcei G in do Luſt s hern z ſtand men. funden 4ls un unterr2 Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 181 Dlitz Noch eine Thatſache dient dieſer Idee ſehr fuͤglich hboumen, zur Unterſtuͤtzung. Das Fließwaſſer(lymphe), das ab, und man im Fruͤhjahre in den Pflanzen, wenn ſie anfangen ig dieſer zu vegetiren, wahrnimmt, iſt ganz waͤßrig, wie z. B. dzu Bil⸗ die Thraͤnen des Weinſtocks. Sobald aber die Blaͤtter der fyen hervorbrechen, ſo findet dieſes Fließwaſſer die Gefaͤße, daß die wo es ſich ſcheiden ſoll und die zoͤcherchen, welche das Zu⸗ iſten aus ruͤckgebliebene der Zubereitung ausduͤnſten laſſen, und es die mai geht dann kein Fließwaſſer weiter fort, oder es iſt wenig⸗ ufertitug ſtens nicht ferner mehr durchſichtig und waͤßrig, wie an⸗ Wichiiet faͤnglich. beerbäum, t ſind i Nach Hale's Verſuchen laͤßt dieſes Fließwaſſer, ſogeir welches aus den Wurzeln koͤmmt, viel Luft fahren. Dies iſt nicht zu bewundern, wenn man erwaͤgt, daß dieſes Fließwaſſer mit fixer Luft uͤberladen iſt, die immer bereit Azu ſen iſt, ſich mit dem Lichte zu verbinden. Ehe aber die Blaͤt⸗ velhe ſe ter hervorgekommen ſind, muß die Verbindung dieſer Luft unij bo⸗ mit dem lichte ſehr gering ſeyn. Dieſe uft dringt daher ſen ſarf auch mit dem Fließwaſſer hervor, und zeigt ſich als Blaͤs⸗ eit wenie chen, ſobald das Waſſer, in dem ſie auſgeloͤſt iſt, ver⸗ nt, ver⸗ dunſten kann, als wie bei den Thraͤnen des Weinſtocks; die Ge⸗ aber dieſer tiefſinnige Naturforſ her hat beobachtet, daß iht ihr wenn man die Zweige Waſſer ziehen laͤßt, Luft heraus⸗ ttern zu⸗ tritt. Sollte wohl dieſe Luft vom Waſſer, welches den Hte, als Zweig durchdringt, verdraͤngt werden? Sollte ſie wohl entwilen aus dem Zellgewebe kommen? Dies duͤrfte mir wahr⸗ äber in ſcheinlich vorkommen, weil nach Hale's Beobachtung, n; allin in den Stengeln, an deren Enden man ſaugt, damit die ten, und Luft aus den Blaͤschen heraustreten moͤge, das Waſſer Zie geben hernach beſſer eindringt. Es trift alsdann keinen Wider⸗ dung des ſtand an, und alle Gefaͤße ſtehen offen, um es aufzuneh⸗ are ſchwe⸗ men. Unterdeſſen muß man geſtehen, daß er auch ge⸗ ir veni funden hat, daß geſchaͤlte Stengel eben ſo viel Luft geben, hoordern, als ungeſchaͤlte: ich habe aber erwieſen, daß das Holz Hährung, unterm Waſſer ſeine Luft gar nicht gab, woraus zu ſchlieſ⸗ doch 3 ſen * 18² Achtzehnte Abhandlung. ſen iſt, daß die Luft aus dieſen Stengeln noch die Vege⸗ tationsluft iſt. 6. Gedanken uͤber die Erzeugung dieſes ſeifenar⸗ tigen Stoffs und der dephlogiſtiſirten Luft, welche ſie ausſtoͤßt, nebſt Betrachtungen uͤber die Nah⸗ rungsſtoffe der Vegetabilien und uͤber die Luft, welche ſie, wie man glaubt, enthalten. Man kann nicht in Abrede ſeyn, daß ein zuſammen⸗ geſetzter Koͤrper aus verſchiedenen Theilen gebildet ſeyn muͤſſe, die ſich zu ſolcher Bildung vereinigen. Sehe ich alſo, daß Pflanzen mir vitrioliſirten Weinſtein, Sal⸗ peter, das ſiebervertreibende Salz des Sylvius, das ſchmelzbare Salz, den Salmiak geben; ſo kann ich nicht anders, als ich muß die Verbindung der Saͤuren und der Laugenſalze,— welche nebſt verſchiedenen Grund⸗ ſtoffen die Beſtandtheile von jenen ſeyn muͤſſen,— und welche doch ſelbſt vorher in die Pflanzen gekommen ſeyn muͤſſen, anerkennen. Unter den Koͤrpern, die ihnen dieſe Beſtandtheile zu⸗ theilen koͤnnen, finde ich nur die Erde, an die ſie geheſtet ſind, die Luft, welche ſie beruͤhrt, und das licht, welches ſie faͤrbt. Die Erde theilt ihnen durch die Wurzeln einige feſte Grundtheile und eine große Menge mit fixer Luft ge⸗ ſchwaͤngertes Waſſer mit. Die Luüſt traͤnkt ſie mit einer, bald mehr, bald weniger, mit fixer Luft geſattigten Feuch⸗ tigkeit; auch lehrt uns die Erfahrung, daß Pflanzen, die mit ihren Wurzeln zu tief in die Erde gepflanzt wor⸗ den, eingehen, und ohne Zweifel darum, weil ſie die fixe Luft, welche in dem Waſſer aufgeloͤſt iſt, das die Ober⸗ Oberſ Augen Das. gitiſe fanich tn, in durch ſciide⸗ des P. 4 ſei den ben g ſer auf net di delti meneid ſceno firelun 3 on Ke⸗ ds W ds r KTrium dilleic die Wage ſeifenar f welche de Nah⸗ ber de dbt zuſennn⸗ gebidd in Stei ein, Ei⸗ vins, das mnich nich auren und n Grund⸗ — und men ſeyn dtheile z ie geheſtet t, welches einige ſiſt er luſt ge⸗ emit einer gten geuc⸗ Thanjan fanzt vor⸗ del ſe die ·, dis die Ober⸗ Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 183 Oberflaͤche des Erdreichs befeuchtet und faſt im erſten Augenblicke verdunſtet, nicht ſo leicht einſaugen koͤnnen. Das licht durchdringt ſie von allen Seiten mit ſeinen phlo⸗ giſtiſirenden Koͤrperchen. Das Gemiſch aller ſeiner Be⸗ ſtandtheile, das in den Gefaͤßen der Pflanze ausgearbei⸗ tet, in ihren verſchiedenen Filtris vervollkommnet, und durch eine jaͤhlinge Waͤrme beſebt worden, gibt die ver⸗ ſchiedenen Saͤfte her, welche zur Bildung und Erhaltung des Pflanzenkoͤrpers beitragen muͤſſen. Es ſcheint, der gummichte und ſchleimichte Koͤrper ſei der Watur erſtes Produkt in der Pflanze. Wir ha⸗ ben geſehen, daß die erſten Blaͤtter ſich leichter im Waſ⸗ ſer aufloͤſen, als die andern; aber das Licht vervollkomm⸗ net dieſen gummicht⸗harzigen Koͤrper bald und verwan⸗ delt ihn in einen harzigen, der endlich in einigen vollkom⸗ menen Blaͤttern jene aͤtheriſchen Oele, und jenen herr⸗ ſchenden Geiſt,— welche davon gehen und faſt gar keine fixe Luft enthalten,— liefert. Zu zweifeln iſt nicht, daß die Elemente dieſes harzi⸗ gen Koͤrpers ſich in den Grundtheilen, die, wie bekannt, das Weſen des Vegetabils mit ausmachen, befinden, als das Waſſer, das ſie geben, die Saͤure, die man daraus erhaͤlt, die fixe Luft, welche ſie, zufolge der ſchoͤnen Ver⸗ ſuche des Hrn. Abts Fontana, in großer Menge enthal⸗ ten, das Brennbare, das ſie zu Wiederherſtellung der Metalle liefern u. ſ. w. Ob wir nun gleich in den Pflanzen die Elemente fin⸗ den, welche ihr Weſen ausmachen muͤſſen; ſo iſt uns doch die Art ihrer Verbindung unbekannt, und bei deren Unterſuchung wollen wir uns gegenwaͤrtig verweilen. Man koͤnnte auch hier traͤumen, aber es iſt nicht vergoͤnnt, Traͤume zu erzaͤhlen, die blos durch die Bewegung eines, vielleicht ausſchweiſenden, Gehirns erzeugt worden. M 4 Es * 184 Achtzehnte Abhandlung. Es gibt keine luftartige Ausfluͤſſe, die nicht eine Zu⸗ ſammenſetzung oder eine Zerſetzung vorausſetzen, wobei das Brennbare ſeine Rolle ſpielt, auch gibt es unter die⸗ ſen Ausfluͤſſen nicht einen, der nicht durch die Menge des in ihm vorhandenen Brennbaren, oder durch den Grad der Verbindung zwiſchen ihm und etzterm modiſicirt werde, daß man ſonach durch dieſes Mittel aus einer ge⸗ gebenen uftart, jede Luftgattung erzeugen kann. Dies ſind meine Grundſaͤtze in Betreff der Luftarten, die ich vielleicht einmahl, ſo Gott will, weiter werde entwickeln koͤnnen. Doch kann ich mich nicht enthalten, hier zu bemer⸗ ken, daß die Natur durch die Vegetation die meiſten der luftartigen Ausfluͤſſe liefert, die wir in unſern chemi⸗ ſchen Werkſtaͤtten entbinden. Dieſelbe Pflanze gibt ge⸗ woͤhnlich in ihren reifſten Fruͤchten fixe Luft, in ihren ge⸗ ſunden Blaͤttern reine, in den Ausfluͤſſen des Diptams (Fraxinelle) entzuͤndbare, und in dem Dufte der Blumen phlogiſtiſirte uſt, und wenn man alle Pflanzen zu die⸗ ſem Zwecke ſtudirt haben wird; ſo zweifle ich nicht, daß man noch andre Verbindungen entdecken werde. Erſtau⸗ nen muß man nicht, daß die Pflanzen wenig entzuͤndbare Luft geben; die fixe Luft, welche ſie enthalten, wuͤrde ihr ihre Entzuͤndbarkeit rauben. Nur allein die Faͤulung kann ſie entbinden, weil in dieſem Zuſtande die fixe Luft, welche die Pflanzen geben koͤnnen, ſich zerſtreut hat. Im, Feuer geben die Pflanzen Anfangs ſixe Luft, wenn die, Waͤrme, die ſie ausſtehen, nicht uͤber 40— 500 nach Reaumur geht, nachher aber geben ſie bisweilen ein wenig Salpeter, und immer entzuͤndbare uft. Meine Verſuche zeigen deutlich, daß die fire Luft von allen Seiten durch die Blaͤtter in die Pflanze ein⸗“ dringt. Aus der Atmoſphaͤre empfangen ſie ſelbige durch die Wurzeln. Mit dem Waſſer ſteigt ſie aus der Erde empor, und die Erde erhaͤlt ſie durch die Gaͤhrung der in ſhm die ui 3 Memc len H9⸗ theileis diſtis vnd is trenns rich a in i ſiean dem 1 Mai deſto„ und ja tion, wie ich t eine Ju en, wobei unter die Menge des den Grad modifieitt s ainet ge⸗ im. Dies ten, die ic eentwicken zu bene⸗ die miſtn ſern ceni ze gibtg⸗ ihren ge Diotams Blunen zu die⸗ ct, daß Erſtou⸗ ändbare uͤrde ihr Fäͤulung fixe Luft, dat. Im wenn die 505 nach veilen ein fiteluft anze lin ige duch dr Ede rung de n Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 185 in der Erde vorhandenen Materien. Vermoͤge der chemi⸗ ſchen Verwandſchaften, welche die fixe Luft hat, muß ſie ſich mit denen in den Pflanzen vorhandenen Laugenſalzen und Kalkerden, die den Grundſtoff davon ausmachen, verbinden. In letzterm Zuſtande iſt ſie im Waſſer un⸗ aufloͤslich. Kurz, ſie hat mit dem Waſſer Verwand⸗ ſchaft, und dieſes wird mit ihr uͤberladen, dieſe Ver⸗ wandſchaft iſt aber von ſolcher Beſchaffenheit, daß dieſe Luftgattung ſich im Waſſer von ihrem Grundſtoffe trennt und darin dephlogiſtiſirt. Es iſt bekannt, daß jedes mit fixer Luft uͤberladenes Waſſer endlich dephlogiſtiſirte Luft gibt, wenn die fixe Luft ſich einige Zeit darin verweilt, und nach ihrer Verbindung mit ihm, darin in Bewegung geſetzt worden iſt, wie z. B. in den Fluͤſſen. Daher geben auch die Waſſer weniger,— auch weit minder reine,— dephlogiſtiſirte Luft, weil die aus der Atmo⸗ ſphaͤre ins Waſſer ſich niederſchlagende ſixe Luft, durch die Waͤrme bald verdunſtet. In der Pflanze wird dieſe uftgattung durch eine Menge von Gefaͤßen hindurch bewegt, und iſt darin vie⸗ len Koͤrpern ausgeſetzt, die einander ihre Grundbeſtand⸗ theile ſtreitig machen. Auf ſolche Art reinigt ſich die fixe Luft in der Pflanze bald, indem ſie ſich vom Brennbaren und Allem, was zu ihrer Verderbnis abzielen kann, trennt; und da der modificirende Grundſtoff der fixen Luft nicht ſehr reichlich vorhanden iſt, ſo wird ſie bald wieder in ihren urſpruͤnglichen Zuſtand zuruͤckgebracht. Weil ſie aber in dieſem Zuſtande gar keine Verwandſchaft mit dem Waſſer hat; ſo iſt ſie auch bald gezwungen, die Pflanze zu verlaſſen, und da ſie um deſto eher und um deſto ſtaͤrker gereinigt wird, je lebhafter die Pflanze iſt, und je mehr das dicht, durch Befoͤrderung der Vegeta⸗ tion, dieſe Zerſetzung beguͤnſtigt; ſo wird ſie auch um deſto geſchwinder und in deſto groͤßerer Menge fortgejagt, wie ich auch bemerkt habe; ich mag mich aber hier nicht M z mit * 186 Achtzehnte Abhandlung. mit Wiederhohlung deſſen aufhalten, was ich in meiner erſten Abhandlung geſagt habe. Nur das iſt zu merken, daß durch die Erfahrung er⸗ wieſen iſt, daß die ſauren Luftarten weniger Verwand⸗ ſchatt mit dem Brennbaren haben, als die Saͤuren ſelbſt. Hieraus laͤßt ſich leichter begreifen, warum die fixe Luft ſich von dem Brennbaren, das einen Beſtandtheil von ihm mit ausmacht, trennt, und warum die Elemente der Vegetabilien, die mit dem Brennbaren Verwand⸗ ſchaft haben, das Brennbare aus der mit ihnen cirkuli⸗ renden fixen Luft leicht anziehen. Unterdeſſen muß man doch auch hinzuſetzen, daß die ſixe Luft ſich in ſehr großer Menge mit dem entzuͤndbaren Koͤrper verbindet. Hr. Bergmann hat erwieſen, daß der Weingeiſt, desglei⸗ chen auch das Oliven⸗ und Terpentinoͤl, das Doppelte ihres Inbegriffs(volumen) von fixer Luft verſchlucken; woraus die ſtarke Verbindung, die in dem Harztheile, welcher das Zellgewebe ausmacht, vorgehen muß, ganz begreiflich wird. Sonach wird dieſe fixe Luft nicht nur zur Quelle der dephlogiſtiſirten Luft, welche die vegetirenden Gewaͤchſe an der Sonne ausſtoßen; ſondern ſie verbindet ſich auch mit den Pflanzen, dringt durch alle ihre Loͤcherchen ſo in ſie ein, wie ſie die Blaſen durchdringt, verhindert ihre Faͤulung, verbindet ſich mit den Oelen, die ohne ſie ran⸗ zig werden wuͤrden, und verwandelt die Gummi und Oele in Harz. Die dephlogiſtiſirte Luft, welche die ge⸗ dachte fixe Luft gibt, erfriſcht unſre Lungen, indem ſie die Stelle der phlogiſtiſirten einnimmt, die ſie unter der Geſtalt der fixen Luft im Innern der Sewaͤchſe nieder⸗ ſchlaͤgt. Dies loͤſt ein botaniſches Problem auf, das allerdings ſo beſchaffen war, daß es die Philoſophen in Verwunde⸗ rung ſetzen mußte, die es ſich aufgegeben, und die mit ihren, ge ai- 3u 30 nitz dalg 117 ſeno 1 uſod 2 b Cln fiin verzr len mitt ſahhe Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 187 in mene ihren, zur Aufloͤſung wohlausgeſonnenen, Bemuͤhungen die Schwierigkeiten nur noch vermehrt haben. Van ühung e Helmont, Boyle und Du Hamel forſchten dem nach, Vrunde was die Pflanzen durch ihre Wurzeln aus der Erde zie⸗ un üt hen. Sie fanden, daß einige Unzen Erde zur Ausbil⸗ d in d dung und Erhaltung eines Baums, der 200 Pfund wog, iefre uſ hinreichend waren. Woher kommt alſo dieſe ſchwere ndchel vo Maſſe? Die Erde, in der ſie ſich gebildet hatte, in der Cnnund ſie aufgewachſen war, hatte doch nur einige Unzen von Trrunnd ihrem Gewichte verloren. Sie war mit deſtillirtem Waſ⸗ nen titi ſer begoſſen worden, und hatte auch mit der aͤußern zuft nuß mmj keine Gemeinſchaft gehabt. Die Pflanze muß alſo dieſe ſc guſer feſten Nahrungsmittel, die in ihr Weſen uͤbergegangen ndet ſind, ſonſt woher empfangen haben. Doch was noch ſt, dea mehr iſt, man erzieht in bloßem Waſſer kleine Baͤume, s Doyplte die darin ſehr groß wachſen, ob ſie gleich nur ſehr wenig rcluckn, Erde darin finden. Sollte wohl das bloße oder mit ei⸗ Horzteil, nem ſchwachen Bodenſatze, den es mit ſich fuͤhrt, verbun⸗ uß, ganz dene Waſſer vermoͤgend ſeyn, dieſe Stengel, dieſe Zwei⸗ ge, dieſes Holz, das wir alle Jahre ſich entwickeln ſehen, 7 zu bilden? Ich kann mirs nicht vorſtellen, und glaube ſule der nicht, daß es ſonſt jemand gibt, der ſichs vorſtellt oder bexitſe der's glaubt. ſch auch hen ſdin Erwaͤgt man aber, daß die Pflanzen in der Luft wach⸗ ndett ihre ſen, daß die Blaͤtter die Feuchtigkeit aus der Atmoſphaͤre ne ſe ni⸗ mit der fixen Luſt, welche darin aufgeloͤſt iſt, einſaugen, maii und und daß das licht ſich in ihnen mit dieſer Feuchtigkeit und ce die g⸗ mit allen, im Zellgewebe der Blaͤtter und der Rinde be⸗ indem ſe findlichen, Grundtheilen verbindet: ſo wird man hier die unktr de Elemente der Pflanzen antreffen. Man weiß, daß die iſe nide⸗ fire Luft, mit den Daͤmpfen des fluͤchtigen Laugenſalzes verbunden, einen weißen Dampf erzeugt, der zu Kryſtal⸗ lns len anſchießt; man weiß, daß die naͤmliche ſixe Luft ſich hene mit den Laugenſalzen neutraliſirt und mit ihnen Mittel⸗ Vrunn 3 ſalze hervorbringt. Hier haben wir alſo die Luftgattung, d 5 welche 188 Achtzehnte Abhandlung. welche in gewiſſen Faͤllen feſte Koͤrper bildet. Verbindet ſich alſo die im Waſſer der Atmoſphaͤre aufgeloͤſte Luft im Zellgewebe mit dem Lichte und allen andern Elementen der Pflanze, wird ferner das Brennbare dieſer fixen Luft in den Organen der Pflanze wirklich niedergeſchlagen, und bleibt dieſer Niederſchlag in ihr zuruͤck,— wie man ge⸗ wahr wird, weil dieſe fixe Luft als dephlogiſtiſirte aus den Pflanzen heraustritt—: ſo iſt offenbar, daß die in der Pflanze mit dem Lichte verbundene fixe Luft, darin eine Macerie abſetzt, die nicht darin ſeyn wuͤrde, welches mei⸗ ne Verſuche uͤber die Bleichſucht hinreichend beweiſen. Hier folgen einige Analogien, welche dieſe Gedanken beſtaͤtigen. 1) Die Natur des Safts, der durch die Wurzeln bis zur Spitze der Blaͤtter ſteigt, iſt von dieſer Fluͤſſigkeit gaͤnzlich verſchieden, wenn er im Zellgewebe der Blaͤtter verarbeitet worden, und wenn er die im Waſ⸗ ſer der Atmoſphaͤre aufgeloͤſte ſixe Luft und die Koͤrperchen des Lichts angenommen hat. Statt einer waͤßrigen, durchſichtigen, faſt ganz geſchmackloſen Feuchtigkeit erhaͤlt men ſehr ſeifenartige, oͤlichte ꝛc. Saͤfte. Man weiß aber, daß die fixe Luft die Oele verdickt und ihr Ranzigwerden verhindert, ferner, daß das Licht die Vegetabilien gruͤn faͤrbt, und endlich, daß die Saͤuren die Oele in Harz verwandeln. 2) Baͤume, welche in reinem Waſſer vegetirt ha⸗ ben, geben bei chemiſcher Zerlegung dieſelben Reſultate, wie in der Erde gewachſene. Woher ruͤhrt alſo dieſe Aehnlichkeit der Produkte mit der ſcheinbaren Verſchie⸗ denheit der naͤhrenden Urſachen? Daher, weil die Ma⸗ terien, welche dieſe Pflanzen durch ihre Blaͤtter aus der Atmoſphaͤre und dem ichte eingeſogen haben, den be⸗ traͤchtlichſten Theil ihrer Nahrung ausmachen; woraus alſo offenbar folgt, daß weil ihre Nahrungsmittel die naͤmlichen waren, die Verbindung, in welche ſie kommen muͤſſen, ſich auch aͤhneln muß. 3) Bei Verbindet ſe luſt im nenten der en Luft in gen, und eman ge⸗ te aus den de in der darin eine elches mei⸗ weiſen. ⸗Gedunm durch de von duſe Zellgeweb eim Wa porperchen vaßrigen, eit erpalt eiß aber, gwerden len geun in Harz etitt ha⸗ Reſultate alſo dieſe Verſchi⸗ die Ma⸗ r aus der „ d he⸗ wyxals mittel die ekommen ) Ba Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 189 3) Bei den Pflanzen, welche in ihren Kraͤften ſo ſehr verſchieden ſind, ruͤhrt dieſe Verſchiedenheit nicht von dem Erdreiche her, das ſie naͤhrt; weil diejenigen, welche im Waſſer wachſen koͤnnen, darin alle ihre Verſchiedenheiten behalten, ob ſie gleich eine Nahrung genießen, die ihnen weit eigener iſt, als jene, welche die Erde ihnen wuͤrde darreichen koͤnnen. Pflanzen, welche in der Erde wach⸗ ſen, behalten alle ihre Eigenſchaften, ob ſie gleich Jahr⸗ hunderte lang, als wie z. B. die Eiche, immer auf der⸗ ſelben Stelle vegetiren. Dem Anſcheine nach iſt es alſo nicht die Natur der Saͤfte,— welche die Pflanzen durch ihre Wurzeln einziehen,— die eine ſo große Verſchie⸗ denheit in ihnen hervorbringt; ſondern vielmehr die Ver⸗ bindung dieſer Saͤfte in den Blaͤttern, mit der fixen Luft aus dem atmoſphaͤriſchen Waſſer und mit dem Waſſer. Zudem lehrt uns die Erfahrung, daß dieſe Verbindung verſchieden ſeyn muß; weil wir geſehen haben, daß alle Blaͤtter der verſchiedenen Pflanzen nicht die naͤmliche Quantitaͤt Waſſer, noch mit der naͤmlichen Gewalt ein⸗ ſaugen, ferner, daß die Blaͤtter der verſchiedenen Pflan⸗ zen, im Verhaͤltniß ihrer Oberflaͤche, nicht die naͤmliche denge Luft ausſtoßen, wenn ſie unterm Waſſer der Sonne ausgeſetzt ſind, und daß die uft, welche ſie als⸗ dann abſondern, nicht denſelben Grad von Reinigkeit hat. Hieraus laͤßt ſich ganz natuͤrlich der Schluß fol⸗ gern, daß entweder ihre Elemente ſich mit dem Lichte nicht in gleichem Maaße verbinden, oder daß die Verbindungs⸗ art nicht die naͤmliche iſt. So haben wir zum Beiſpiele geſehen, daß die Pflanzen mit dicken Blaͤttern und die gewuͤrzhaften weit mehr fixe Luft verbanden, als die an⸗ dern, und eine reinere Luft abſonderten. 4) Dieſe Wahrheit ſcheint mir durch die Wirkung des Pfropfens mehrere Beſtaͤtigung zu erhalten; denn ſowohl das Pfropfreis, als auch der auf den Stamme ihm nahe ſtehende Schoß ziehen durch die Wurzein die naͤmliche 190 Achtzehnte Abhandlung. naͤmliche Nahrung ein, und doch wird das eine Man⸗ deln und das andre Pfirſchen tragen: woher ruͤhrt alſo dieſer Unterſchied? Ich geſtehe, daß ich hier keinen an⸗ dern Unterſchied der Veraͤnderung, welche in den beider⸗ ſeitigen Blaͤttern vorgeht, entdecken kann, als den zwi⸗ ſchen dem aus den Wurzeln kommenden Safte und dem von den Blaͤttern eingeſogenen,— mit fixer Luft uͤber⸗ ladenen,— Waſſer, dem Lichte ꝛc. Sonach wird es bei dem Reſultate immer auf die Blaͤtter ankommen, und man wird das Produkt der Pflanzen veraͤndern koͤn⸗ nen, wenn man ihre Blaͤtter veraͤndert, weil die Wur⸗ zeln immer dieſelben Saͤfte aus der Erde ziehen, und nur allein die Blaͤtter ihre Reſultate durch den Unterſchied, den ſie in ihrer Verbindung veranlaſſen, veraͤndern koͤn⸗ nen. Solchergeſtalt gibt das naͤmliche Fleiſch, von ei⸗ nem Adler, einer Katze, einer Schlupfwespe, oder ei⸗ nem Menſchen verzehrt, ſehr verſchiedene Produkte, und dies wegen der Verſchiedenheit der Magenſaͤfte und we⸗ gen des Unterſchiedes ihres Zuſammenhangs mit den noͤthigen Organen, daraus den Nahrungsſaft zu bereiten. 9 Wie mirs ſcheint, laͤßt ſich nicht zweifeln, daß der Unterſchied im Einſaugen, theils des mit ſixer Luft uͤberladenen Waſſers, theils des Lichts in den jungen ſowohl, als alten Blaͤttern, und in den unreifen ſowohl, als reifen Fruͤchten, den Unterſchied in ihren Farben her⸗ vorbringe. Endlich ſcheint es auch, daß aus den naͤm⸗ lichen Urſachen die bleichſuͤchtigen Pflanzen von den an⸗ dern ſowohl an Farbe, als Geſtalt ſo ſehr abweichen. Es gibt alſo in den Pflanzen Organen, die in Enk⸗ wickelung und Ernaͤhrung derſelben, ſtets wirkſam ſind. Eins dergleichen iſt das Zellgewebe allenthalben, wo es ſich findet. Es ſcheint auch nicht allein als abſondern⸗ des, ſondern auch als ausfuͤhrendes Organ zu wirken. Es laͤßt nicht nur viel Waſſer und wohlriechende Duͤ ſte durchgehen, ſondern es iſt auch allein, was in den ve⸗ getiren⸗ —— eine Men rührt aſo keinen Alls den beider⸗ den zwi⸗ eund dem duft über⸗ ch wid es ankommen aͤndern kan⸗ die War. n, und nur Unterſcid, aͤnderni⸗ ch, dena e, odet d dukte, und e Und we⸗ mit den bereiten. elnn, daß fixer duft n jungen ſowehl, eben her⸗ den naͤm⸗ n den an⸗ veichen. ſe in Elte rfſan ſind en, wo 65 übſonderne zu ritken he Diſt jn den ve⸗ gktien⸗ Vom Einſluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 191 getirenden Pflanzen von ſich ſelbſt dephlogiſtiſirte Luft gibt, wie ich im erſten Theile dieſes Werks erwieſen habe. Hieraus lernt man, wie Pflanzen, die beinahe ohne Wurzeln leben, dergleichen einige Seegraͤſer(fuci), die Flechten(Lychenes), die Mooſe(Muſci) und viele von den Seepflanzen ſind, ſich ernaͤhren; nemlich blos durch ihre Blaͤtter, welche die ihnen nothwendigen Nah⸗ rungsmittel aus der Luft oder dem Waſſer einſaugen. Vielleicht macht ſich dieſe dephlogiſtiſirte Luft in dem Augenblick loß, wenn der ſeifenartige Koͤrper erzeugt, beſonders wenn er gruͤn gefaͤrbt wird. Vielleicht geht,— wie bei den Wiederherſtellungen der Metallkalke,— eine Entbindung von dephlogiſtiſirter Luft vor, weil der me⸗ talliſche Koͤrper phlogiſtiſirt wird. Indem nun die fixe Luft ebenſo ihr Brennbares nebſt dem ichte der Pflanze verſchafft; ſo muß auch eine Entbindung der in die Pflan⸗ ze getretenen fixen Luft vorgehen, ohne das Brennbare, das die Pflanze faͤrbt, und welches ſich mit ihr verbin⸗ det, um ihr Harz zu bilden. Wenigſtens iſt in meiner erſten Abhandlung erwieſen worden, daß die Luft aus dem harzigen Theile der Blaͤtter heraustritt: ich fuͤge hier noch hinzu, daß die Pflanze ihre Nahrung blos aus dem niederſteigenden Safte erhaͤlt, der immer mit der im atmoſphaͤriſchen Waſſer vorhandenen und von den Blaͤttern eingeſogenen, ſixen Luft geſaͤttigt iſt. Sehr ſonderbar und wichtig iſt die Beobachtung, die Hr. Landriani gemacht und in einem zu dieſem Zwecke abgefaßten Aufſatze mitgetheilt hat, daß naͤmlich alle Saͤuren ſich in die fixe Luftſaͤure verwandeln, und dies beweiſt er damit, weil, wenn er alle Saͤuren, jede fuͤr ſich, mit Weingeiſt verband, er viel fixe Luft erhielt; die Urſache hiervon hat er aber nicht entdeckt. Mir ſcheints unterdeſſen, daß ſie aus meinen Grundſaͤtzen fließe. Waͤhrend 19² Achtzehnte Abhandlung. Waͤhrend des Verfahrens verbindet ſich die dephlogiſtiſirte zuft, die, nach Hrn. Lavoiſier's ſchoͤnen Entdeckungen, die Saͤuren ausmacht, mit dem Brennbaren des Wein⸗ geiſts, und bringt, als ein nothwendiges Reſultat dieſer Verbindung, die fixe zuft hervor. Die Saͤure des Zuckers, des Weinſteinrahms, der Ameiſen und des Eſſigs, wird durch die Waͤrme in fixe Luft verwandelt, welches von der Zerſetzung dieſer Saͤu⸗ ren herruͤhrt, die dabei ſogleich ihre dephlogiſtiſirte Luſt entwickeln. Dieſe ſolchergeſtalt von, der Saͤure geſchie⸗ dene Luftgattung verbindet ſich auf eine beſondere Art mit dem reichlich vorhandenen Brennbaren,— das unter oͤlichter Geſtalt einen Beſtandtheil dieſer Saͤuren aus⸗ macht,— und erzeugt alsdann ein eigenes Gemiiſch, das die fire Luft oder dieſe neue Saͤure iſt, bei der die Quantitaͤten der Beſtandtheile und die Art ihrer Verbin⸗ dung nicht weiter die naͤmlichen ſind. Die Vegetabilien geben ſogar nur dann reichlich fixe Luft, wenn der zucker⸗ artige Theil in Menge vorhanden iſt. Dieſerwegen gaͤh⸗ ren auch die Fruͤchte um deſto eher, je reifer ſie ſind, und ihre Grundbeſtandtheile naͤhern ſich einer neuen Verbin⸗ dung, weil ſie ihrer Trennung naͤher ſind, und das Brennbare,— als ein Beſtandtheil der fixen Luft,— darin in groͤßrer Menge vorhanden iſt. Sonach iſt die fire uftſaͤure in der Natur ſehr ge⸗ mein, weil ſie beſtaͤndig die Wirkung der unaufhoͤrlichen Entwickelung der reinen und der dephlogiſtiſirten Luft iſt. Bei ihrer Hervorbringung ſpielen die Vegetabilien und die Vegetation die groͤßte Rolle, die Lebensbewegungen in den Thieren haben ebenfalls einen wichtigen Theil dar⸗ an. Das Verfahren der Kunſt vermehrt dieſe Mittel, welches Hr. Lavoiſier, ſo wie ich, unwiderleglich dar⸗ gethan hat. Die ſixe Luft wird in keinem Fall anders erzeugt, als durch die Verbindung des Brennbaren aus den Metallen, den brennbaren Koͤrpern und dem Aus⸗ athmen; Hogiſiſtte deckungen, des Wein⸗ ſtat dieſer Vms, der imeiinfire deſer Säu⸗ ſſiſere ſ ure geſchie ere Art mi das unter aͤuren as- s Geniſh bei derd er Verbin egetabilie der zucker⸗ igen gaͤh⸗ ſind, und Verbin⸗ und das uuſt,— rſehr ge⸗ ſhor⸗ ichen duſt iſt bilien und ewegungen Thei der⸗ ſe Müf tt güch dur⸗ all anders boren aus dem Aus⸗ alhmen; Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 193 athmen, ich ſetze noch hinzu, aus den faulenden Koͤrpern mit dem zum Einathmen kauglichen Theile der atmoſphaͤ⸗ riſchen Luft. Ließe ſich nach dem, was ich in meiner er⸗ ſten Abhandlung geſagt, nicht vermuthen, daß dieſer zum Einathmen taugliche Theil unſrer Atmoſphaͤre großen Theils das Werk der Vegetation ſei, die vermittelſt der Pahß eine groͤßere Menge reiner Luft liefert, als ſich mit dem Brennbaren der Atmoſphaͤre zu Erzeugung der fixen Luft verbindet? Man kann hier eine abgekuͤrzte Geſchichte der verſchie⸗ denen Modiſikationen finden, welche die ſire Luft der At⸗ moſphaͤre von der Vegetation erleidet. Sie durchdringt dem atmoſphaͤriſchen Waſſer, in dem ſie aufgeloͤſt iſt, ie Blaͤtter der Peflanzon⸗ ſie wird durch das Licht zer⸗ de ihr phlogiſtiſirter Theil, mit dem phlogiſtiſirten Thei⸗ le des Lichts verbunden, ſetzt ſich in den Maſchen der Pflanze an, waͤhrend daß die dephlogiſtiſirte Luft die Blaͤs⸗ chen des Zellgewebes aufblaͤßt. Auf ſolche Weiſe wird die Pflanze genaͤhrt, die Luft gereinigt und der ſaure Theil dieſer Luft,— vielleicht ſogar die reine kuft, die ſich mit dem Brennbaren verbindet,— erzeugt die ſchleimig zu⸗ ckerartige Materie, die nach Beſchaffenheit der Pflanze verſchieden iſt. Anfangs iſt ſie herbe, aber die Gaͤhrung und das uͤberfluͤßige Brennbare,— welches die mit dem Lichte verbundene fixe uft hergibt,— verſuͤßen ſie ſehr, und zwar theils im Stengel, theils in den Fruͤchten. Alsdann befindet ſie ſich in dem Zuſtande, wo ſie durch die Salpeterſaͤure aus allen Theilen der Pflanze heraus⸗ gezogen werden kann, und alles Saure, was ſie bei ſich fuhrt, wird in die Seiſe, die ſich erzeugt, eingewickelt. Wirkt die Waͤrme auf dieſen Koͤrper, ſo erfolgt eine Zer⸗ ſetzung ſeiner Grundtheile, die reine Luft der Saͤure geht davon, verbindet ſich mit dem Brennbaren und erzeugt die ſixe Luft, welche der Zucker bei einem gewiſſen Grade der Waͤrme ſo reichlich gibt. Der andre Theil dieſer Senebier 3. Th. N ſchlei · 194 Achtzehnte Abhandlung. ſchleimig⸗zuckerartigen Materie, der mit dem erdig iſt, ſchlägt ſich als Weinſtein nicders Waͤrme gibt Eſſig, der ſich ganz in fire Endlich will ich hier, als ein allgemeines und ſehr wichtiges Reſultat viel er Ver rſuche, die ich neuerlich unter⸗ nonmen, anfuͤhren, daß ich mit Huͤlfe aller der uͤbrigen Saͤuren machen kann, daß die Pfanzen eine eben ſo große Menge depylogiſtiſirte Luft ausſtoßen muͤſſen, als mitteiſt der Firen Luft, wie ich im ſor genden 4ten Theile bei Be⸗ ſchreibung der merkwuͤrdigen Verſuche, die ich dieſerwe⸗ gen angeſtellt, erweiſen werde. ollte es nicht ganz wahrſcheinlich ſcheinen: daß en enthaltene Luft das Produkt der 1 n ausgearbeitet werde, und daß ſie das Reſultat des Einfluſſes ſei, den die Organen der Pflanzen, auf die— im atmoſphariſchen Waſſer auf⸗ geloͤſte, von den Blaͤttern verſchluckte und mit dem Lichte verbundene— fire uft beweiſen? 2) Sonach ſcheint mir auch wahrſcheinlich, daß alle durch die Vegetation in lebhaft wachſend—n Pfian nzen ent⸗ bundene Luft, eine reine und beſſere ei, als die atmo⸗ ſphäͤriſche; dies iſt es wenigſtens, was den Zuſtand der Reinigkeit der Luft, welche die Sonne aus denen ihrer Wirkung unter Waſſer ausgeſetzten Blaͤttern heraus⸗ lockt, beweiſt. 3) Die Luſt, welche ſich in allen gruͤnen Theilen der Vegetabilien, in ihren Blumenblaͤttern, im Holze und teinigen im Koͤrper, als wie in den Stengeln, den Zwie 3 In befindet, iſt auch eine Luft, die zum wenigſten eben ſo gut, als die atmoſphariſche iſt. Vielleicht hat dieſe— einmahl erzeugte— reine luft, deren Nutzen in dieſen Behälmiſſen undekannt iſt, durch ihr Verweilen darin an em erdigen ein nieder, anz in fixe z und ſehr erich unter⸗ der ührgen ben ſo gaße als miteſt eile bei Be— ch dieeene einen: d Produkt de verde, und e Organen Laſſer auf dem lichte daß alle izen ent⸗ die atmo⸗ ſtand der dnen ihter, heraus⸗ heilen der Hohe und den Zoie gſte den at dije— in diſe ien darn an Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 195 an ihrer Reinigkeit Abgang gelitten, weil die beſtaͤndige Warkſamkeit einer ſchwachen Gaͤhrung einige phlogiſti⸗ ſirte Daͤmpfe entwickeln kann, welche ſie anſtecken. 4) Hieraus wuͤrde dann folgen, daß die durch die Weingaͤhrung entwickelte fixe Luft keine Entbindung der in den Gefaͤßen der Pflanze enthaltenen fixen Luft ſei, ſondern eine Luftgattung, die im Augenblick durch die Miſchung der reinen Luft mit dem Brennbaren,— welches von der Aufloͤſung der vegetabiliſchen Grundſtoffe alsdann ſich ſelbſt uͤberlaſſen wird,— erzeugt wird. Nimmt nun die Aufloͤſung zu, ſo nimmt auch die fixe Luft an Menge zu, vielleicht wird aber alsdann dieſe fire Luft auf eine andre Art erzeugt, und zwar durch Mi⸗ ſchung des Brennbaren mit der reinen Luft, die bei der Zerſtoͤrung der Saͤure ſelbſt entbunden wird, und wel⸗ che,— nach Hrn. Lavoiſier's ſchoͤnen Verſuchen,— der vornehmſte von ihren Beſtandtheilen iſt. 5) Sollten nicht alle Pflanzenſaͤuren ſelbſt eine be⸗ ſondre Verbindung dieſer reinen Luft mit dem Brennba⸗ ren ſeyn? Sollte nicht die in den Hoͤlzern und Blumen⸗ blaͤttern eingeſchloſſene duft durch ihre Verbindung mit dem Brennbaren zu Beſtandtheilen der Saͤure werden, welche die Hoͤlzer und Blumenblaͤtter geben? Aber duͤrfte nicht dieſe Verbindung in den Pflanzenſaͤuren weniger innig ſeyn, als in den Mineralſaͤuren? Sollte nicht die⸗ ſem Umſtande der Unterſchied in der Staͤrke unter den einen und den andern zuzuſchreiben ſeyn? Wenigſtens iſt gewiß, daß die Pflanzenſaͤuren,— als die ſchwaͤchern,— mehr in eine oͤlige oder phlogiſtiſirte Materie, die immer ſich zu en wickeln im Begriff ſteht, eingewickelt ſind, und daß man ihre Staͤrke erhoͤhet, wenn man dieſe oͤlige Materie vermindert. Kurz, ſollten ſich nicht alle Pflan⸗ zenſaͤuren auch wie dieſe fixe Luft, die ſich mit einer bald groͤgern, bald kleinern Quantitaͤt von Brennbaren ver⸗ N 2 bindet, 196 Achtzehnte Abhandlung. bindet, anſehen laſſen? Und ſollte die Saͤure der fixen Luft,— welche die ſchwaͤchſte iſt,— nicht die am ſtaͤrkſten phlogiſtiſirte ſeyn? Muthmaßungen kann man nicht genug vermehren, und,— wenn ſie nicht abge⸗ ſchmackt ſind,— bekannt machen; ſie koͤnnen zum wei⸗ tern Nachdenken Gelegenheit geben, und auf die Wahr⸗ heit fuͤhren, die man ſucht. 6) Eben ſo wird auch die entzuͤndbare Luft, welche von der Faͤulnis, wenn ſie zu Ende geht, hervorgebracht wird, erzeugt: denn da die entzuͤndbare Luft nichts an⸗ ders iſt, als dephlogiſtiſirte, welche auf eine gewiſſe Art mit einer groͤßern Menge von Brennbarem verbunden iſt, als jene in der fixen Luft vorhandene betraͤgt; ſo folgt, daß wenn alle Theile der Pflanzen in ihrer groͤßten Tren⸗ nung ſind, alsdann die Saͤuren,— welche verſchwin⸗ den,— ihre dephlogiſtiſirte Luft fahren laſſen muͤſſen, die ſich hierauf ſogleich mit der großen Menge von Brenn⸗ baren, das ſich zu gleicher Zeit vom Pflanzenkoͤrper trennt, verbindet. Was aber die Wahrſcheinlichkeit dieſer Idee ver⸗ groͤßert, iſt die Bemerkung, die ich im vorhergehen⸗ den Abſchnitte machte, als ich die luftartigen Produkte, die man durch Zerlegung mittelſt des Feuers erhaͤlt, be⸗ ſchrieb. Es ward gezeigt, 1) daß bei einer Waͤrme von 500 man nichts als ſixe Luft erhalte, das heißt, ein Ge⸗ miſch der in der Pflanze vorhandenen reinen Luft mit dem Brennbaren, das ſie verlaͤßt, 2) daß wenn die Waͤrme ſo zunimmt, daß ſie alles aufloͤſt, man eine entzuͤndbare Luft bekomme, welche in einer Verbindung der reinen, von der zerſtoͤrten Saͤure getrennten, Luft mit dem Brenn⸗ baren aus dem oͤligen oder harzigen Theile, das davon geht, beſteht. . 8) Sollte ſich endlich hieraus nicht erklaͤren laſſen, wie die Koͤrper die ungeheure Menge Luft, die ſie, theils beim de der fien icht de am konn nan richt übgen en zum wei fde Wahr⸗ duſt, welhe evorgebraht ſt nichts an egewiſe At erbunden ſ ſt; ſo ſl roößten dan⸗ e verſchwe ſen müͤſſe, von Brenne rnzenkirper Idee ber⸗ hergehen⸗ Produkte, hält, be⸗ zarme von 4 in Ge⸗ ſt wit dem ie Wärme utzündbate der reinen, em Brenne das davon, iun lſtn ſe hhäb henn Vom Einſluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 197 beim Aufbrauſen, theils im Feuer, geben, enthalten koͤn⸗ nen? Dies ſcheint mir ganz einfach. Dieſe Koͤrper ent— halten dieſe Luft, welche ſie geben, gar nicht, auch iſt ſie nicht als Luft ein Beſtandtheil von ihnen, ſondern als Saͤure. Dieſe Saͤure gibt bei ihrer Zerſetzung eine reine Luſt, und dieſe verbindet ſich mit einer bald anſehnlichern, bald geringern Menge von Brennbaren, und bringt die ſixe oder entzuͤndbare Luft hervor. Dieſerwegen bleibt auch die fixe Luft beinahe immer dieſelbe, ſie mag das Produkt der Gaͤhrung, oder der Verbindung der Saͤure mit der Kreide ſeyn. Folglich iſt auch die entzuͤndbare Luft, die man durchs Verbrennen aus den Pflanzen ent⸗ wickelt, von jener, die ſich durch die Aufloͤſungen der Metalle verbindet, wenig verſchieden. Da ſich unterdeſſen doch nicht wohl duͤrfte behaupten laſſen, daß die entzuͤndbare duft aus den Metallen eine, mittelſt der Vitriolſaͤure entbundene, Luft ſei: ſo muß man leichter zugeben, daß ſie beim Verbrennen durch die Zerſetzung der Pflanzenſaͤure und durch ihre Verbindung mit dem Brennbaren der Pflanzen hervorgebracht werde. Sonach werden alle, aus vieler Saͤure und vielem Brenn⸗ baren zuſammengeſetzte, Koͤrper gewiß viel Luft geben, wenn ſie durchs Feuer und die Gaͤhrung aufgeloͤſt wer⸗ den, auch wird man dieſelbe Erſcheinung wahrnehmen, wenn man Saͤuren mit phlogiſtiſirten Koͤrpern verbindet. Und dann verſchwindet das unerklaͤrbare Wunderbare die⸗ ſer unglaublichen Menge Luft, die in den Pflanzen, be⸗ ſonders in den harten Hoͤlzern,— ganz vorzuͤglich in dem Franzoſen⸗ und Eichenholze,— oder in den Erbſen oder im Blaſenſteine, der im Menſchen gefunden wird, vorhanden iſt. Nun braucht man nicht mehr Ketten zu erdenken, um damit dieſe Luft in Geſaͤngniſſen zu feſſeln, die nicht exiſtiren. Die Luft, welche dieſe Koͤrper geben, iſt eine Luft, die wir hervorbringen, wenn wir die Koͤrper . 3 zerſtoͤren, 198 Achtzehnte Abhandlung. zerſtoͤren, und ſo hat die Natur nicht noͤthig, Wohnun⸗ gen fuͤr eingebildete Weſen zu bauen. Gibt man hierauf wohl Acht, ſo wird man gewahr werden, daß nie uft erzeugt wird, wenn nicht die Koͤr⸗ per, welche ſie geben, aufgeloͤſt werden, wenn nicht Brennbares verſchluckt oder entbunden wird. Die Grund⸗ theile muͤſſen ſo weit von einander getrennt werden, daß ſie ihre gegenſeitigen Verwandſchaften verlieren, um neue Ganze zu bilden. Und eben das bemerkt man bei Ent⸗ wickelung dieſer Luftgaetungen aus den metalliſchen Auf⸗ loͤſungen. Hier ſieht man, wie ſich die fixe Luft entbindet, wenn man eine Saͤure auf kalkartige Koͤrper ſchuͤttet, und wie alsdann, wenn Vegetabilien und Thiere in Faͤulnis gehen. In allen dieſen Fallen verbindet ſich das Brenn⸗ bare mit der reinen zuft, welche die Saͤure hergibt, die ſelbſt zerſetzt wird, weil ſie ſodann unter luftartiger Ge⸗ ſtalt zum Vorſchein kommt, und nach Maaßgabe der Menge des Brennbaren, das ſich mit ihr verbindet, und der Verbindungsart, zu fixer, entzuͤndbarer, oder Salpe⸗ terluft wird. Mit der reinen Luft aus den Pflanzen iſt dies derſelbe Fall; ſie iſt einer von den Beſtandtheilen der firen Luft, welche die Pflanzen durch die Blaͤtter in der Feuchtigkeit aus der Atmoſphaͤre eingeſogen haben, die vom Lichte zerſetzt und deren phlogiſtiſirter Theil im Blatte niedergeſchlagen worden. Wer wird aber wohl glauben, daß die Saͤure, welche man zu Entwickelung der fixen Luft aus der Kreide, oder der entzuͤndbaren und der Salpeterluft aus den Metallen oder zuckerartigen Materien nimmt, einerlei Beſchaffenheit behaͤlt, vor dieſer Entbindung ſo gut, wie nach derſelben? Ich hoffe dieſe Unterſchiede handgreiflich und ſichtlich darthun und zeigen zu koͤn⸗ nen, welches der Theil von der Saͤure ſei, der ſich mit dem Brennbaren des Metalls verbunden hat, und viel⸗ leicht werde ich dahin gelangen, daß ich das Geheimniß der glot eignen und ſto Nätee es hiet oder de ſchch folgend 1 Verſi da ſie Batt ſer, in Arnoſe diſt, tülu 1, Tahnun man gevogr icht de Kär⸗ wenn nicht DeGeund⸗ werden, daß ten, un neue man bei En allſchen Aie uſt enbinde, ſcute, nd e in Fäͤhi das Brm hetgibt, d tartiger Ge aßgabe der bindet, und der Salpe⸗ fanjen iſt teilen der ter in der aben, die im Blatte glauben, rfiren luft Salbeteruit zen nimmt, bindung ſ Unterſchede en g i dr ſch mi un til Gteinnſß der Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 199 der Aufloͤſungen, deren Grundlage in allen drei Natur⸗ reichen die namliche bleibt, werde aufdecken koͤnnen. Allem dieſen ungeachtet, gebe ich meine Gedanken fuͤr weiter nichts, als Hypotheſe aus. Erlaubt man mir aber, ihre Wahrſcheinlichkeit ſtufenweiſe zu verſtaͤrken; ſo muß ich ſagen, daß ich ſie fuͤr ausnehmend wahrſchein⸗ lich halte, und daß ich ihre Wahrheit darzuthun hoffe, wenn ich von der Beſchaffenheit der Luftgattungen und den Produkten aus ihnen, handeln werde. 7. Iſt die dephlogiſtiſirte Luft, welche die Pflan⸗ zen abſondern, blos eine Wirkung der Reinigung der atmoſphaͤriſchen Luft, die in der Pflan⸗ ze cirkulirt hat? Die Vorſtellung mehrerer Naturforſcher, die da glauben, die Pflanzen ſaugen die atmoſphaͤriſche Luft ein, eignen ſich den in ihr vorhandenen phlogiſtiſirten Theil zu, und ſtoßen den dephlogiſtiſirten durch die Loͤcherchen ihrer Blaͤtter aus, laͤßt ſich gar nicht als moͤglich denken. Daß es hierbei gleichguͤltig ſei, ob die Luft durch die Blaͤtter oder durch die Wurzeln in die Pflanze komme, verſteht ſich ohnehin. Dieſer Meinung beizutreten, halten mich folgende Gruͤnde ab. 1) Alle in meiner erſten Abhandlung beſchriebene Verſuche verſtatten mir nicht, ihr Glauben beizumeſſen, da ſie alle darauf hinauslaufen, daß ſie zeigen, daß die Blaͤtter die fixe Luft nur allein, entweder aus dem Waſ⸗ ſer, in das man ſie legt, oder aus der Feuchtigkeit der Atmoſphare, welche ſie einſaugen, in ſich ziehen. 2) Die gemeine Luft enthaͤlt nur ein Viertel von der Luſt, welche der aͤhnelt, der wir den Namen dephlogi⸗ ſtiſirte Luft beilegen, weil ſie in dieſem Verhaͤltniſſe durch 2 200 Achtzehnte Abhandlung. durch die phlogiſtiſirenden Prozeſſe vermindert wird: aber die der Sonne ausgeſetzten Blaͤtter ſtoßen mehr dephlo⸗ giſtiſirte Luft aus, als jene Luft ihnen geben kann, ange⸗ nommen, daß ſie ſo ins Blatt tritt, als wir ſie einath⸗ men. Ueberdies haben wir erwieſen, daß die reine Luft aus denen, der Sonne unter Waſſer ausgeſetzten, Blaͤttern ein Theil von der im Waſſer vorhandenen fixen Luft ſei, und daß ſie mit der Menge der in dieſem Waſſer aufge⸗ loͤſten fixen Luft beſtaͤndig in Verhaͤltniß ſtehe. 3) Pflanzen, die in gemeiner Luft unter Glocken er⸗ zogen und darunter mit ihr eingeſperrt worden, vermin⸗ dern dieſe Luft waͤhrend des erſten Tages,— welches der Zeitraum iſt, da die Pflanzen darin lebhaft vegeti⸗ ren,— nicht um eine Groͤße, die ſich, nur von weitem, mit jener Quantitaͤt Luft vergleichen ließe, welche dieſe Blaͤtter, unter gemeinem Waſſer an der Sonne ſtehend, auszuſtoßen pflegen: wenn man ſogar von dieſer Vermin⸗ derung der unter der Glocke eingeſperrten Luft die durch den Niederſchlag der fixen Luft bewirkte Verminderung abzieht; ſo wird alsdann die durch das Verſchlucken der Pflanze verminderte Menge, nicht der Haͤlfte der Menge von Luft gleich ſeyn, welche die Blaͤtter der Pflanze blos durchs Ausdruͤcken wuͤrden ausſtoßen koͤnnen. Hieraus ſcheint mir deutlich zu folgen, daß dieſe erhaltene Luft keine von der unter der Glocke vorhandenen und durch die Pflanze, als wie durch ein Sieb durchgegangenen, Luft ſei, ſondern eine in der Pflanze enthaltene Luftart und das Produkt der Zerſetzung der ſixen uft, welche ſelbſt ein von der atmoſphaͤriſchen ganz abweichendes Produkt iſt, das blos durch die Verbindung der reinen Luft aus den Pflanzen mit den phlogiſtiſirten Materien der Atmo⸗ ſphaͤre entſtanden iſt. 4) Die Luft aus Pflanzen, die in phlogiſtiſirter Luft erzogen worden, iſt reiner, als die atmoſphaͤriſche, wenn die ſicht düſter füt des d daſt, turte 9 prte dat deene titta de And di be ſ vitd: ohet ehr deyhlo⸗ ann ange⸗ ſie einat treine Luſt in,Vläͤttern pen ſtſi, daſet duſge . rGlocen e den, vermi „— plces haſt voi⸗ von weitn welche di ine ſtehend ſer Vermin t die durch rwinderung hfucken der er Menge janze blos Hieraus altene Luft d durch de genen, Luſt Lüſtatt und velche ſlhſ des Puodukt en Luft aus der Atmo⸗ ſnne drdü ſ 4, wenn ſch, de Vom Einſluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 201 die Pflanze geſund iſt; aber dieſe Luft tritt unter keiner andern Geſtalt in die Pflanzen, als unter der Geſtalt fixer Luft, die in dem durch die Verdunſtung aufgef ie⸗ genen Waſſer aufgeloͤſt iſt. Folglich laſſen die J flanzen die atmoſphaͤriſche nicht, gleich einem Siebe, durchge⸗ hen, um blos die phlogiſtiſirte aus ihr herauszuziehen, weil ſie in phlogiſtiſirter Luft ſehr gut vegetiren, und darin viel reine Luft ausſtoßen, die ſie doch gewiß darin nicht antreffen konnten. Da ſie uͤberdies durch ihre Blaͤtier keine andre Luft empfangen, als fixe; ſo iſt auch ferner klar, daß ſie die atmoſphaͤriſche Luft nicht durchlaſſen, weil dieſe fixe Luft ſich durch die Verarbeitung in reine verwandelt; woraus ſolgt, daß die Pflanzen keine zuft aus der Atmoſphaͤre einziehen, als nach einer beſondern Verbindung,— wodurch ſie in fire Luft verwandelt wird,— und nach ihrer Aufloͤſung in dem in der Atmo⸗ ſphaͤre vorhandenen Waſſer. Alſo iſt die Luſt, welche die Pflanzen einſaugen, keinesweges Luft aus der Atmo⸗ ſphaͤre, und die, welche ſie ausſtoßen, gleicht ihnen auch nicht beſſer. Und wenn die Pflanzen unter Geſchirren abſterben, darin die Luft mit Queckſilber geſperrt iſt; ſo ruͤhrt dies blos daher, weil gar Waſſer vorhanden iſt, das die Feuchtigkeit hergibt, die zu Aufloͤſung der fixen Luft, welche die Pflanze vermittelſt dieſes Vehikulums durchdringen muß, nothwendig iſt. 5) Pflanzen, die in entzuͤndbarer Luft vegetiren, machen, daß ſie verpufft, und bringen ſie dahin, daß der elektriſche Funke ſie anzuͤnden kann. Dies kann nur deswegen geſchehen, weil die Pflanzen ihr eine Quanti⸗ taͤt reine Luft darbieten, die zu Befoͤrderung der Entzuͤn⸗ dung hinreichend iſt. Aber dieſe Blaͤtter haben die ent⸗ zuͤndbare Luft nicht verarbeitet, weil ſie ihre Endzuͤndbar⸗ keit behaͤlt. Sie machen ſie blos faͤhig, ſich zu entzuͤn⸗ den, und dies dadurch, daß ſie ihr reine Luft zufuͤhren, Senebier 3. Th. O mit 202 Achtzehnte Abhandlung. mit der ſie ſich vermiſcht. Und wenn es geſchieht, wie Hr. Prieſtley erfuhr, daß die entzuͤndbare Luft etwas von ihrer Entzuͤndbarkeit durch die Vegetation verliert, ſo gibt ſie immer eine phlogiſtiſirte Luft, die von der Pflanze nicht anders angenommen wird, als wenn ſie durch ihre Vermiſchung mit der reinen Luft, welche die Pfanze,— beſonders im Waſſer,— ausſtoͤßt, in fixe verwandelt worden. Sie wird auch alsdann dephlogi⸗ ſtiſirt heraustreten, und dies, weil die fixe Luft im Zellge⸗ webe der Pflanze verarbeitet worden. Sonach laßt die Planze die atmoſphaͤriſche Luft nicht, wie ein Sieb, durch, ſondern ſie empfaͤngt die gefallte fixe Luft, die aus dem Gemiſch der reinen kuft nut dem Brennbaren ent⸗ ſtanden iſt. 6) Die in den Luftgefaͤßen der Blumenblaͤtter und des Holzes ſich aufhaltende Luft iſt eben ſo gut, als ge⸗ meine, aber das Licht vermag nicht, ſie herauszutreiben. Dies beweiſt, daß ſie nicht cirkulirt, wie die Luft aus den Blattern, und daß ſie nicht das beſtaͤndige Produkt der unaufhoͤrlichen Verbindung iſt, die damit vorgeht. 7) Endlich geben die Waſſerpflanzen und die Pflan⸗ zen, welche auf dem Boden der Suͤmpfe wachſen, wo ſie ohne den Einfluß der atmoſphaͤriſchen Luſt leben, und blos fire, oder vielleicht entzuͤndbare, Luft einſaugen, dieſe Pflanzen, ſage ich, geben eine ſehr große Menge ganz dephlogiſtiſirte Luft. Dies koͤnnte nicht ſeyn, wenn dieſe Pflanzen blos die in dieſen Luftarten enthaltene reine Luft einſaugten, und man kann nicht ſagen, daß die Pflan⸗ zen dieſe reine Luft einziehen, weil dieſe Waſſer blos mit ſirer Luft uͤberladen ſind. Hieraus folgt alſo, daß dieſe dephlogiſtiſirte Luft das Produkt der Verarbeitung ſei, die im Zellgewebe mit der fixen uft, welche die Pflanzen Ich mit dem Waſſer einſaugen, vorgeht. ſagt 4 runge er un Qucd Boha Ohne deunger ſdas de geſchieh, vſe e luft etvas tion verlett de von der 1 wenn ſie t, wecche die Küßt, in fge dann dexhlogi luſt im Jllle⸗ onach läßt de die ein Eih eLuft, deaus rennbatn ie enblaͤtter m gut, als ge auszutreiben die luſt aub fige Produkt vorgehl. ddie Pfan⸗ vachſen, w leben, und ſt eingugen, roße Menge tſeyn, ven thaltene kine daß diefe gſer bs mi ſo, daß diſ anbeinng ſi die Pfanzen 3c Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 203 Ich koͤnnte dieſe Abhandlung und dieſes Werk mit nichts Beſſerm beſchließen, als mit Anfuͤhrung der ſchoͤ⸗ nen Verſuche, die in einigen Sitzungen der chemiſchen Geſellſchaft zu Dijon angeſtellt, der Akademie mitgetheilt und in den Nouvelles de la Republique des Lettres, 1782 No. XVII. S. 130 bekannt gemacht worden. Dieſe Verſuche beſtaͤtigen alle diejenigen, welche ich uͤber die⸗ ſen Gegenſtand im 1ſten Bande meines Werks angefuͤhrt habe; ich wage es ſogar, zu ſagen, daß ſie ſie beweiſen, und wuͤrde gewiß damahls ihrer Erwaͤhnung gethan ha⸗ ben, wenn ich ſie gekannt haͤtte: allein ſowohl der ute als 2te Theil dieſes meines Werks waren ſchon gedruckt. Der zeſer wird auch nicht vergeſſen, was ich damahls ge⸗ ſagt, und es mit dem, was ich anfuͤhre, vergleichen. Hr. de Morvean zeigte die gaͤnzliche Verminde⸗ rung der gemeinen Luſt durch eine gluͤhende Kohle, die er unter einem Gefaͤße, das umgeſtuͤrzt auf einer mit Queckſilber angefuͤllten Schaale ſtand, verſchloß. Dieſe Beobachtung hatte ſchon der Abt Fontana gemacht. Ohne Zweifel ward die Kohle von der fixen Luft durch⸗ drungen, welche durch die Verbindung des Brennbaren aus der Kohle mit der atmoſphaͤriſchen Luft, entſtanden iſt. Bei dieſer Gelegenheit bemerkte dieſer philoſophiſche Scheidekuͤnſtler, daß das loͤſchen des Kalks an der freien Luft wirklich durch eine wahre Zerſetzung der Luft, die nur ſo lange fixe Luft gibt, als das Brennbare ſich mit ihr verbindet, geſchahe; und daß man aus eben den Gruͤnden in gleichen Faͤllen die naͤmlichen Erſcheinungen wahrnehme, als wie bei Zerſetzung des Eiſenvitriols, der Verſuͤßung der Laugenſalze, und des Niederſchlags des Kalkwaſſers mittelſt der durch die Lungen gegange⸗ nen Luft. O9 2 Ich 204 Achtzehnte Abhandl. Vom Einfluſſe ꝛc. Ich ſchließe alſo, wie ich im 23ſten Kapitel des Iten Bandes ſchloß, daß ſo, wie das mit der Luft verbundene Brennbare die fixe Luft erzeugt,— wie aus meinen Verr. ſuchen erhellet,— eben ſo die dephlogiſtiſirte Luft mit b dem Brennbaren verbunden, auch die fixe Luft hervor⸗ bringt, wie auch meine Verſuche beſagen. Das naͤm⸗ liche Gemiſch, auf dieſelbe Art gemacht, muß die naͤm⸗ lichen Reſultake geben; folglich muß die reine zuft aus den Pflanzen, mit dem in der gemeinen Luft vorhandenen Brennbaren verbunden, die zur Vegetation unumgaͤng⸗ lich erfoderliche fire Luft hervorbringen. Ende des dritten Theils. fluſere pite des uin ft verbundent meinen Vet⸗ ſete luſt mi uſt hervon Das nim⸗ muß de nam⸗ ne uſt aus den t vorhandenen n unumgäng