—* B nn —ͤſͤ— IN 7** “ 84 2 5 4 19d. a 8e„ a en 4Nnn ““ ne — 12 “ 4 . d 86 E 82 6. ä 9„n7 e„ ee n n. ö““ v“ V4 35. 2“.“ 3* 4 85* 5* 188“ “ 1*— 8 8 4* 48 8 2*“ 8 3“ 9 1 8 8 1.⸗.. 8 4. 1 4“. Das Ganze der Schafzucht 1 Hinſicht auf unſer deutſches Klima, und der angrenzenden Länder, insbeſondere von der Pflege, Wartung und den Eigenſchaften der Merinos und ihrer Wolle, R Ein vollſtändiges, alles umfaſſendes praktiſches Handbuch fuͤr Guts⸗ und Schaͤferey⸗Beſitzer, Beamte, und Schaͤfer. Mit ſechszehn Kupfern beleuchtet, von Bernhard Petri, Wirthſchaftsrath und Eigenthümer mehrerer original⸗leoniſchen Merinos⸗Schäfereyen. 2 2 b 2dee EEEEEKEEEEEEEEEEEEEEE Wien 1815. Gedruckt bey Anton Strauß. 5 5 Da einem die S zerſtre Aufnc mir ſei verſchie ſeither auch m Gegend habe ich jemand in dieſe ſoviel Vorrede. Dem ökonomiſchen Publikum übergebe ich hiermit in einem zuſammenhängenden Ganzen, meine in Bezug auf die Schafzucht in verſchiedenen ökonomiſchen Schriften zerſtreuten Aufſätze, zur gütigen Beurtheilung und Aufnahme. Der Ruf meiner hieſigen Merinosheerden bringt mir ſehr häufige Beſuche von Kennern und Käufern aus verſchiedenen Gegenden und Ländern; da ich überdem ſeither beſtändig hier auf meinen Beſitzungen wohnte, auch mehrere Merinosſchäfereyen in ſehr verſchiedenen Gegenden und Klimaten unſerer Monarchie beſitze; ſo habe ich eine nähere Verbindung und Aufſicht, als ſonſt jemand mit dieſen Racen. Ich war demnach durch ſo mancherley Umſtände in die Lage geſetzt, alles ſehr genau kennen zu lernen, was die Zucht der Merinos betrifft, oder ſonſt Bezug auf ihre Wolle hat. Bey Ausarbeitung dieſes Werkes iſt es daher mei⸗ ne Bemühung geweſen, vorzüglich in Hinſicht der Me⸗ rinos, mit der Kenntniß der Natur vertraut, nach eige⸗ nen täglichen Anſichten geſetzliche Regeln aufzuſtellen, nach welchen das Gute der Schafe erhalten, und das Fehlerhafte in der Manipulation verbeſſert werden kann (wovon ſich das Meiſte auch auf die Zucht und Behand⸗ lung des übrigen Nutzviehes anwenden läßt); ich habe in dieſer Hinſicht mir zugleich zum Grundſatz feſtgeſetzt, ſoviel als es füglich geſchehen konnte, nicht allein für 6 2 25 eee&&CECERREEKESAELKEA 1V den Güterbeſitzer und Beamten, ſondern vorzüglich auch 1 für den angehenden Landwirth und Schäfer, auf eine für jedermann faßliche Art, den Vortrag dieſes Hand⸗ buchs einzurichten, und ſolches dadurch ſo gemeinnütz⸗ lich als mir möglich war, zu machen. Nur bemerke ich noch zugleich, daß in dieſem Werke, gar nichts in Be⸗ zug auf die Wartung, Pflege und Behandlung der Schafe, ſowohl in ihrem kranken als geſunden Zuſtan⸗ de vorkommt, was ich nicht ſelbſt vielfältig in meinen Merinos⸗Schäfereyen, und andern, die unter meiner v.“* 34 8 87 88 8 85 5 44 n — Leitung geſtanden, auf das ſorgfältigſte beobachtet und 81 geprüpft habe; und aus dieſem Grunde wird meine ein⸗ V 3 fache praktiſche Anweiſung über die innerlichen und äußer⸗ 15 lichen Krankheiten der Schafe, welche ebenfalls die Frucht des Forſchens und der Beobachtungen der Natur, in ihren Wirkungen und Erſcheinungen iſt, nicht minder Tan nützlich und anwendbar befunden werden; das Ganze 5 4 d — aber hierdurch für Güter⸗ und Schäfereybeſitzer einen reel⸗ 18 lern innern Werth behaupten.— Ich werde mich übri⸗ 5 gens ſehr glücklich ſchätzen, wenn ich, um eine vollſtän⸗ 6 G dige Unterweiſung über die Schafzucht abzufaſſen, mei⸗ 1¹ ner Lage nach über dieſen intereſſanten Zweig der Land⸗ 98 wirthſchaft, und die Elementarkenntniſſe dieſes Kultur⸗ zweiges, etwas Nützliches für unſere vaterländiſche Schafzucht, nach unſern vervielfältigten Erfahrungen 92 und erweiterten Kenntniſſen habe beytragen koͤnnen, b 10. welches geneigt zu beurtheilen, ich hiermit dem ökono⸗ G 1. miſchen Publikum überlaſſe. b 1/6 Thereſienfeld bey W Neuſtadt in 3„ Nieder⸗ Hſterreich, im Aprill 1814. Petri. drzüglich auch fer, auf eine dieſes Hand⸗ Hgemeinnüt⸗ ar bemerke ich nichts in Be⸗ handlung der nden Zuſtan⸗ tig in meinen unter meinet eobachtet und ird meine ein den und äͤußen falls die Fruct der Natur, in nicht minder n; das Ganß itzer einen rell ede mich übti⸗ eine vollſtin⸗ zzufaſſen, mei weig der Land⸗ dieſes Kultur⸗ vaterländiſche Erfahrungen ragen können, nit dem ükono⸗ §. §. V „» d eerEEEEEEEKCEESKECSEKEE Inhalts⸗Verzeichniß. Erſtes Capitel. Würdigung der Schafzucht. 1. Abtung worin das Schaf ſtehet. 2. Es iſt eines der älteſten Hausthiere. 3. Die mannigfaltigen Vortheile, welche ſelbes durch ſeine vielfältige Producte gewährt. Zweytes Capitel. Von den verſchiedenen Racen und Arten der Schafe. 4. Das Muflon(Ovis Argali) iſt das Stammthier der ver⸗ ſchiedenen Schafracen. 5. Beſchreibung und Abbildung des männlichen und weibli⸗ chen Muflons(Tab. 1. Fig. 1. 2.) 6. Von dem ſibiriſchen Argali. 7. Vormahls war der Muflon auch ein Einwohner Grie⸗ chenlandes 3. Der Muflon hat die nördlichen und ſüdlichen Länder be⸗ wohnt, und iſt nach und nach ein Hausthier ge⸗ worden. 9. Beweis, daß der Muflon das Stammthier des ganzen 1 Schafgeſchlechtes iſt. 10. Ahnlichkeit des Muflons und der übrigen Schafen. 11. Phyſiologiſche Betrachtungen hierüber. 12. Grenzlinien, welche die Natur bey Erzeugung der Weſen zur Baſis angenommen hat. 13. Von dem Haar des Muflons. “ — 24 1 §. 14. Vergleichung des Churros⸗Schafes in Spanien mit dem Muflon. 15. Schlußfolge über den Urſprung des zahmen Schafes. 16. Das Klima, die Nahrung und Behandlung bringen ei⸗ nen auffallenden Unterſchied in der Geſtalt und Wolle hervor. Drittes Capitel. Afrikaniſche Schafe. . 17. Das Guinea Schaf. 183. ⸗ marokaniſche detto. 19. ⸗ algeeriſche detto. 20. ⸗ecaffiiletter detto. 21. ⸗ madagascariſche detto. 22. ⸗ kapiſche detto, 23. ⸗ Strepſiceros detto. 24. Der Adimain. Viertes Capitel. Amerikaniſche Schafe. . 25. Das Vigogne Schaf. 26. Der peruvianiſche Kamelbaſtard. Fünftes Capitel. Aſiatiſche Schafe. . 27. Das zirkaſſiſche Schaf. 28. ⸗ kobardiniſche detto. 29.* kirgiſer detto. buchariſche detto. ⸗ kalmukiſche detto. 32. ⸗ cachemiriſche detto. 8 u 33. tibetiſche detto. 34. ⸗ tauriſche detto. 35. ⸗ colchiſche detto, 36. ⸗ miſoriſche detto. 57. ⸗ Jrak⸗Arabi detto. Saba⸗Schaf. §. 59. en wit dem Schafes. bringen e⸗ Geſtalt und Sechstes Capitel. Südindiſche Schafe. §. 39. Das neuholländiſche Schaf. Siebentes Capitel. Europäiſche Schafe. §. 40. Das deutſche Schaf. 41. 42. 45. 44. 45. 46. 47. 48. 49 ·p· 50. 51. 52. 53. un a aun dRng a annmn a u un u n u u a a u u u Haid⸗Schaf. Mecklenburger Spiegelſchaf. fränkiſche Schaf. ſchwäbiſche detto. heſſiſche detto⸗ frieſiſche detto. eiderſtädter detto. ditmarſcher detto. holſteiniſche Geeſtſchaf. däniſche Schaf. jüttſche detto. norwegiſche detto. färoiſche detto. ruſſiſche detto. ungariſche Zackel⸗Schaf. pohlniſche Schaf. langgeſchwänzte detto. belgiſche detto. holländiſche detto⸗ ſchwediſche detto. isländiſche detto. wallachiſche oder macedoniſche detto. moldauer detto. neapolitaniſche detto. paduaner detto. bergamasker detto. franzöſiſche Schaf ſammt Varietäten. Diſchley-Schaf. Lincolnſhirer detto. — VIII §. 70. Das Teeswater Schaf. 71. ⸗ Dortmore detto. 72. Erxmore detto. 73. ⸗ Dorſetſhire detto. 74. ⸗ Herfortſhire detto. 75. ⸗ Sonuthdownu detto. 76. ⸗ Norfolk detto. 77. ⸗ Heath detto. 783. ⸗ Heedwick detto. 79. ⸗ Chewiot detto. 80. ⸗ Dunfacet detto. 81. ⸗ Schetland detto. 32. ⸗ Romney⸗Marſch detto. 833.„ ſpaniſche Schaf, nebſt Bemerkungen des Verfaſſers, wegen dem vormahls gefaßten Vorurtheil der Eng⸗ länder gegen die Merinos. 84. ⸗ ſchottländiſche Schaf. 85. ⸗ portugieſiſche detto. 36. Die ſpaniſchen Schafracen nach Abweichung ihrer Ge⸗ ſtalt, Farbe und Wuchs. 37. Eintheilung derſelben nach Maaßgabe der Güte ihrer Wolle. 38. Rangordnung der Heerden, welche die beſte leoniſche Wolle liefern. 89. Rangordnung in Anſehung einer ökonomiſchen Körper⸗ geſtalt, 90 Genaue Abbildung der leoniſchen Racen, von Infanta⸗ do, Guadeloupe und Negretti nach dem Maaßſtabe gezeichnet. Tab. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 91. Unterſcheidungszeichen dieſer Lämmer nach der Geburt. 92. Welche Heerden in Spanien ſich durch einen Mittelſchlag auszeichnen. 93 Welches die hochgefeſſelten ſpaniſchen Schafheerden ſind. 94. Von den Sorianer Merinos und ihren Eigenſchaften. 95. Deßgleichen von den Churros⸗Schafen. 96. Von den Metis. 100. 10, 102,1 105.7 10, 106. s Verfaſſers, eil der Eng⸗ g ihrer Ge⸗ Güte ihrer eſte leoniſche ſchen Körper⸗ oon Infanta⸗ n Maaßſtabe der Geburt. Mittelſchlag fheerden ſind⸗ genſchaften. & IX . 97. Von den kleinen Merinos ſammt ihrer Abbildung nach dem Maaßſtabe gezeichnet Tab. 8. Fig. 1. 2. 98. Größe der Merinos. Achtes Capitel. Fernere in Spanien gemachte Beobachtungen von den Merinos. . 99. Die Merinos ſind durch die Mauren nach Spanien ge⸗ kommen. 100. Eintheilung der Heerden auf den Wanderungen. Ver⸗ hältniß der Böcke zu den Mutterſchafen bey der Paarung, Bemerkung, wie lange man in Spanien die Geſchlechter zur Zucht benutzet. 101. In Spanien kennt man das Kreutzen nicht. 102. Urſache warum die Spanier alljährlich ſo viele Lämmer vernichten, und wie lange ſie ihre Lämmer ſaugen laſſen 103. Zeit der Paarung in Spanien. Dießfällige Maximen der Spanier. Sie gebrauchen ihre Schafe ſchon im 21ſten Monath zur Zuzucht. 104. Die Widder werden, wenn ſie nicht zur Paarung mehr verwendet werden, oft noch kaſtrirt. Vom Abſägen der Hörner und der Verkürzung des Schweifes. 105. Von den Heerdenzeichen. Neuntes Capitel. Fortſetzung der in Spanien gemachten Beobachtungen von den Merinos. §. 106. Wanderungen der Merinos Ihre Eintheilung in Co⸗ lonnen, Stationen. Die Gegenden, welche durch ſie betrieben werden. 107. Auffallender Unterſchied zwiſchen den Sorianer und an⸗ dern Merinos.. 108. Die Gegenden, wo der Verfaſſer ſeine Schafeinkäufe unternommen hat. §. 109. Wo ſich eigentlich die meiſten und berühmteſten Waſch⸗ und Schurhaͤuſer in Spanien befinden. 110. Lebhafter Schafhandel im Kleinen bey den Schurhäuſern. 111. Vorſicht bey dem Einkauf der leoniſchen Schafe. 112. Die Zeit wenn die Heerdenbeſitzer ihre Wolle verkaufen. Wo man die Wolle zu verkaufen pflegt, und dieß⸗ fällige Vorſichtsmaaßregeln. 113. Von der Schurzeit, und wo man die Waſch⸗ und Schur⸗ häuſer anzulegen pflegt. 114. Gegenden, wo man die Merinos⸗Eſtantes und die klei⸗ ne Merinos⸗Art in Spanien zu finden pflegt. 115. Von dem ſchrecklichen Verfall der Landescultur. 116. Von den Triften für die Wanderheerden. 117. Verſchiedenheit der Heerden. Verſchiedene wichtige Ma⸗ nipulationsregeln bey den vorzüglichſten Heerden. 118 Vortheilhafteſte Geſtalt der Merinos. 119. Geſtalt der Sorianer Merinos und ihr Abſtand gegen andere Merinos. 120. Von den Stichlhaaren. 121. Welche Weidegräſer die ſorianer Schafe im Sommer ge⸗ nießen 122. Die Gegenden, welche die ſorianer Schafe im Sommer beziehen, und der Schleichhandel, welcher damit nach Frankreich Statt hatte. 123. Fehler der ſorianer Wolle. 124. Farbe der Merinos. 125. Seitherige vergebliche Mühe die ſorianer Wolle der leo⸗ niſchen gleich zu bringen. 125. Von der Krümpekraft. 127. Beſchreibung noch einiger Gegenden in Spanien, wo die kleinen Merinos gefunden werden. 128. Wollpreiſe in Spanien. 129. Von dem Gebrauche die Schafe mit Ockererde anzuſtrei⸗ chen. Urſachen dafür. 130. Vom Salzgeben. 131. Einige Bemerkungen über die Dauerhaftigkeit der ſpa⸗ niſchen Schafe, auf der Reiſe von Spanien nach Deutſchland. eſten Waſch⸗ Schurhäuſern. chafe. lle verkaufen. gt, und dieß⸗ * und Schur⸗ 3 und die klei⸗ pflegt. ultur. wichtige Ma⸗ ten Heerden. Abſtand gegen n Sommer ge⸗ ee im Sommer chher damit nach Wolle der leo⸗ Spanien, wo n. lerde anzuftri⸗ ligkeit der ſpa⸗ Spanien nach §. 132 XI Deßgleichen über die ſpaniſchen Schafe im Allgemeinen, eingeſammelt auf den Reiſen des Verfaſſers in Spa⸗ nien, und der hohe Preis, worin ausgezeichnete Thiere ſtehen. 133. Die Gegenden, wo man die wichtigſten Merinos Eſtan⸗ tes Einkäufe in Spanien machen kann. 134. Schwierigkeiten für einen Ausländer ohne Erlaubniß der Regierung Schafe einzukaufen. 135. Charakteriſtiſche Eigenſchaften der ſpaniſchen Wolle. 136. Grundſätze, in welchem Verhältniſſe die verſchiedenen Wollegattungen auf einem Vließ ſeyn müſſen 137. Preiſe der gewaſchenen Wolle in Segovia im Jahr 1803. 138. Contrabandhandel mit Wolle aus Spanien Anzahl der Schafe in Spanien Große Einnahme der Regie⸗ rung für den Ausfuhrzoll. 159. Wahrſcheinliche faſt gänzliche Vernichtung der ſchönen Merinos, als eine Folge des Krieges. 140. Maßſtab, wonach man eine Weide mit Merinos beſe⸗ tzen kann. Zehntes Capitel. Würdigung der Merinos und Beurtheilung der leoniſchen Wolle. §. 141. Eigenſchaften der Feinheit. 142. 143. 144. 145. 146. 147. 148. 149. 150. — — — — — — Kraft. — Elaſtieität. — Kräuſel oder Krümpekraft. — ſeidenartigen Sanftheit. die Färbung in größter Reinheit, Leichtig⸗ keit und Feſtigkeit anzunehmen. der anpaſſenden Länge für alle Arten von Tücher. der Dichtheit der Wolle. einer höchſt nützlichen Körperproportion. des höchſten Ertrages durch Umwandlung vegetabiliſcher Nahrung in thieriſche Subſtanzen. — XII Eilftes Capitel. 4m. Verſchiedene Benennungen der Schafe nach ihrem Geſchlecht— 1 und Alter. mn §. 151. Benennung der Schafe nach ihrem Geſchlecht. 15 152.—— nach ihrem Zahnwechſel Tab. 9. Fig. 1.— 10. 155. Fernere Kennzeichen des Alters bis in das zehnte Jahr. 17 154. Wie lange man mit Nutzen die Zuchtſchafe verwenden kann. 175 155. Beſtand einer Schäferey ſammt Formular. 156. Vom Winterbeſtand. 17] 157. Vom Schäfereyperſonale. 1 156. Von dem Gehalt der Schäfer. . 179 Zwölftes Capitel. 10 Verſchiedene Manipulationsregeln bey Schäfereyen.— §. 159. Vom Zeichnen der Schafe und Formular eines Abſtam⸗ 162 mungsregiſters. 2 163. 160. Vom Kaſtriren der männlichen Individuen. 164. 161.—— der weiblichen—— 165. Dreyzehntes Capitel. 35 Vom Wiederkauen. §. 162. Art und Weiſe wie ſolches geſchieht. 163. Beſchreibung der 4 Mägen eines Schafes ſammt Kupfer 9 9, Tab. 10. Fig. 1. 2. 3 166. Vierzehntes Capitel. 3 d. Von der Laͤmmerzucht. §. 164. Urſachen der Flecken dc. der Lämmer. 165 Behandlung der ſchwangern und ſäugenden Mutterſchafen.„ 166.—— der ſchwächlichen ſäugenden Mütter. i0 167. Urſache warum das neugeborne Lamm die erſte Milch W3 der Mutter ſaugen muß. 1 168. Erforderlicher Wärmegrad für den Lämmerſtall. 4 92 169. Fundamentalgrundſätze bey der Lämmerzucht. S n Geſolect ht. Fig. 1.— ¹0. zehnte Jahr. wenden kann. äfereyen. eines Abſtam⸗ ſammt Kupfer Mutterſchafen⸗ Rütter ie erſte Nilch erſtall. ot. §. 170. 171. 172. 173. 174. 175. 176. 177. 178. 179· 180. 181. 182. 183. 184. 185. 186. §. 187. 188. 189. 190. 191. 192. 193. 194. 195. XIII Einfluß der grünen Saaten auf die Erzeugung der Mut⸗ termilch. Von der Eintheilung der Lammzeit. Zeit, wenn die Lämmer in Verrechnung genommen werden. Welche Futtergattungen die jungen Lämmer empfangen ſollen. Vom Tränken derſelben. Vom Säugen—— Die Salzproportion für die Lämmer. Allmählige Entwöhnung von der Muttermilch. Einfluß dieſer Behandlung auf die Güte der Mutter⸗ Wolle. Regeln bey dem Abſpännen. Wenn die beyden Geſchlechter von einander getrennt wer⸗ den ſollen. Futterproportion für die Lämmer. Vorſichtsmaaßregeln bey der Hüthung der Lämmer. Schurzeit derſelben. Urſachen, warum die Lämmer früh fallen ſollen. Deßgleichen warum der Schwanz den Lämmern verkürzt wird. Zeitbeſtimmung für dieſe Operation⸗ Fünfzehntes Capitel. Von den Mutterſchafen. Allgemeine Futtervorſicht und Witterungsbeobachtungen. Von der Tränke im Sommer und Winter. Fütterung während der Paarung. Dauer der Trächtigkeit, Reife zur Begattung, und nach⸗ theilige Folgen, welche durch zu langes Zurückhal⸗ ten entſtehen können. Behandlung der Mutterſchafe während der letzten Zeit ihrer Schwangerſchaft und während dem Säugen. Vom Austreiben im Sommer. Von Sommerſchupfen und Wichtigkeit derſelben. Warnung für farbigen Hunden. Proportion der Lämmer, welche man von den Mutter⸗ ſchafen bekommen ſoll. eneneerde .216 k „Von den Spätlingen und ſchwächlichen Schafen. „.1 197. Zeichen des herannahenden Lammens. 311 198. Warnung gegen zu geile Fütterung. 13,1 199. Über die Eigenſchaft des Futters in Vergleich mit dem 19 Naturel der Thiere. 200. Von der Herbſt⸗ und Frühjahrs⸗Nahrung. 4201 Sechzehntes Capitel. nu 2 Von den Widdern. 4 §. 201. Allgemeine Bemerkung über die Wartung und Pflege L2 . der Widder. 202. Wenn die Widder zur Zucht geeignet ſind. 224 203. Bemerkungen über die Widder mit einem Teſtikel. 235 204. Von den Widdern, welche einen kleinen Flecken auf der 226 Zunge oder auf dem Maul haben. 205. Proportion der Mutterſchafe, welche man mit einem Widder paaren ſoll.. 3 206. Manipulationsregeln bey der Begattung.— Luf. 207. Von den Probier⸗Böcken und Springgärten. 2⁰8. Manipulationsregeln bey der Begattung mit eigenen Ab⸗ u. f theilungsheerden. u9. 209. Zubereitungsmaßtregeln zum Springen. 33o. 210. Welche Thiere amallertauglichſten zur Zucht ſind; beſon⸗ b 1. 8 dere Bemerkungen dießfalls. B. 211. Behandlung der Widder während der Beunft, und nö⸗ 35] thige Beobachtungen. 833. 212. Es iſt ſchädlich die Widder nur des Nachts unter den 1. Schafen zu laſſen. 85 213. Von den Höenern der Widder. Die beſte Art ihnen ſol⸗ 1 che abzukürzen. 214. Sie ſind im Culturſtande entbehrliche Waffen und hindern 3a. ſie im Stalle beym Freſſen. Siebenzehntes Capitel. 43 1 40. Über die Geſtalt und Dimenſionen der Merinos. 241. § 215. Von der Geſtalt und Dimenſionen verſchiedener Meri⸗ nosſtämme ſammt Kupfer Tab. 12. 22 XV cafen.§. 216 Von der Länge des Rückgrathes. 217. Von dem Umkreis des Thiers nach der Länge und dieß⸗ fällige Proportionsverhältniſſe. gleich wit dem 218. Von dem Umfang des Bauches nebſt Regeln. 219, Von dem Umfange des Halſes und Cothers. Begriffe von dießfälliger Proportion. 220. Von beſondern dießfälligen Regeln. 221. Auf welche Verhältniſſe das meiſte Gewicht zu legen iſt. 222. Die Größe des Körpers hat auf die Eigenſchaften der Wolle einen mehr ſchädlichen als nützlichen Einfluß. ng und Pflge 223. Tabelle über die Geſtalt und Dimenſionen von mehreren Merinosſtämmen. 224. Erforderliche Eigenſchaften eines Merino⸗Widders. Teſtikel. 225. Deßgleichen von einem Merino⸗Mutterſchaf. Flecken auf der 226. Die Hauptſache worauf es bey Stammſchafen ankommt. Achtzehntes Capitel. Regeln für die Schäaͤfer. §. 227. Wie ſich der Schäfer in Sommer beym Austreiben in b ten. der Früh benehmen ſoll. nit eigenen I⸗ 228. Vorſicht bey dem Tränken. 229. Regeln wegen dem Wiederkauen. 230. Wie der Schäfer ſeine Heerde führen muß⸗ nan mit einem it ſind; beſon⸗ 251. Wichtigkeit der Schäferhunde. 3 232. Welche Orter nicht behütet werden dürfen. unft, und ni⸗ 233. Regeln wegen Behütung der Saaten. 234.——— den Kleefeldern. 3 235.———— Stoppelfeldern. hts unter den 256. Wie die entfernten Weiden benutzt werden ſollen. Wie ſich der Schäfer beym Regenwetter und heftigen Gußregen benehmen ſoll. 1 238. Deßgleichen bey warmer ſchöner Witterung nach einem Regen. 239. Fleckige und ſchwarze Hunde ſind zu entfernen. 240. Beſtrebungen eines guten Schäfers. 241. Vorſichtsmaßregeln beym Austreiben der lammenden ſerinos. Mutterſchafe. jedener Meri⸗ 242, Das Nachtheilige mit Staub bedeckter Weiden. Art ihnen ſol 237. en und hindern * I“ 85 8 28— * Neunzehntes Capitel. a Vonder Stallfütterung. 14,3 §. 243. Allgemeine Bemerkung über die Fütterung der Schafe. 5 24 244. Regeln wie ſolche im Winter müſſen behandelt werden. 1 3 245. Proportion der Fütterung⸗ b 246. Bahrenfütterung. 247. Manipulation mit ſchlechtem Heu. Röt 248. Vom Tränken.§22. 249. Was der Schäfer während dem Füttern zu beobachten hat. 2 250. Hauptregeln in Bezug auf die Geſundheit der Schafe. 7a 251. Vorſichtsregeln für den Schäfer. 24.. 252. Vorbereitung der Kauhürte bey herannahender Lammzeit. 15 253. Zeichen der nahen Geburt. G 254. Wie ſich der Schäfer bey der Geburt benehmen ſoll. 255. Beſondere Regeln bey dem Gebähren der Schafe, nebſt Erklärung des Kupferſtiches Tab. 12. Fig. 1— 4-. 3 256. Was nach der Geburt des Lammes zu geſchehen hat. 257 Vom Zeichnen der Mutter und des Lammes. 258. Hauptregeln für den Schäfer während der Lammzeit. 4r, D 259. Was bey der Nachhauſekunft der Mütter von der Weide 8S zu geſchehen hat. 7 d 260. Deßgleichen nach dem Abſpänen. r. N 261. Wichtigkeit des zeitlichen Abſpänens vor der Schur, in 1e Bezug auf die Wolle. 1 262 Verwendung der Säugerinnen.„- 263. Wie ſich der Schäfer mit den ſchwachen Lämmern, mit d den Kauſchafen, endlich auch bey dem Entwöhnen der Lämmer zu benehmen hat. 1— Zwanzigſtes Capitel. LJ Fernere Pflichten des Schäfers bey dem Waſchen der Schafe, b Bu. der Schur, der Sprungzeit und dem Salzgeben. §. 264. Vorſichtsregeln des Schäfers bey der Waſche. 1, 265. Deßgleichen nach der Waſche. 1 266.—— bey der Schur. 44 267.—— wenn ein Schaf geſchnitten wird · 265.( u * ig der Schafe dandelt werden. ubeobachten hait. t der Schafe. ender Lammzit nehmen ſol. r Schafe, nehſ 12. Fig. 1-4. ſeſchehen hat. nes. er Lammzeit. r von der Weide der Schur, i Lämmern, ni dem Eutwöhnen hen der Schrje alzgeben. ch ird XVII §. 268. Fernere Beobachtungen für den Schäfer bey der Schur. 269 Was nach der Schur zu beobachten iſt. 270. Maßregeln wegen den Springwiddern. 271.—— bey dem Salzgeben Ein und zwanzigſtes Capitel. Nöthige Winternahrung für die Merinos. §. 272. Verſchiedene Verſuche wie viel Nahrung die Merinos täglich bedürfen. 273. Dießfällige Verſuche in Bahren Tab. 13. Fig. 1. 274.———— in Gränden Tab. 13. Fig. 2. 275. Productions⸗ und Nahrungsverhältniß der verſchiedenen Futterkräuter, Knollengewächſe, Hilſenfrüchte ꝛc. nach dem Werthe und Gehalt des Heues berechnet. Zwey und zwanzigſtes Capitel. △ Das Tränken der Schafe. §. 276, Die Merinos verzehren nach genauen Verſuchen eine beträchtliche Quantität Waſſerſtoff. 277. Dießfällige Schlußfolge. 278. Warum man die Schafe im Sommer in der Früh trän⸗ ken muß. 279. Nothwendige Vorſicht beym Tränken. Drey und zwanzigſtes Capitel. Das Salzlecken. §. 280. Nur mit Vorſicht muß man den Inſtinkt der Schafe mit Salz befriedigen. 281. Man muß die Natur dieſer Thiere nicht an das Salz⸗ freſſen gewöhnen 282. Nur als Arzuey muß es gegeben werden. 283 Mediziniſche Eigenſchaften des Salzes 284. Salzquantum, welches meine Merinos empfangen, und die Art wie ſolches gegeben wird. 285. Schädliche Wirkung des übermäßigen Salzgenuſſes. b “ Von Steinſalz, Koch und Kehrſalze. 267. Präſervativmittel, welche unter dem Salz zu verwen⸗ den ſind. Vier und zwanzigſtes Caͤpitel. Von der Nahrung der Schafe. §. 288. Die Nahrung in Bezug auf die Ausbildung des Körpers. 289. Wie die Fütterung eingerichtet werden muß. 290. Das Klima beſtimmt den Winterfutterbedarf. 291. Alle weiche Nahrung taugt nur für Fleiſchſchafe. 292. Wie viel Winterfutter ein Schaf täglich bedarf. 295. In welchem Verhältniß Korner mit Stroh gefüttert werden können. Fünf und zwanzigſtes Capitel. Maſt⸗ und Schaf⸗Weide, auch etwas über Rindviehzucht, Merinos, Fleiſch⸗Production, Maſtung und andere ein⸗ geſtreute Gegenſtaͤnde. §. 294. Eintheilung der Weide. 295. Verſchiedenartige Benutzung der Holz⸗Wieſen⸗Saat⸗ Fett und Angerweide. 296. Wichtigkeit der Weiden. 297. Verſchiedene Eintheilung für alle Klaſſen von Vieh. 298. Gerechte Würdigung der Weiden. 299. Ihr Werth zur Erzeugung thieriſcher Produkte. 300. Behandlung der Weiden. 301. Die Umſtände der Gegend, die Weide und das Klima wirken auf das Nutzvieh. 302. Jeder Boden bringt einen eigenen Schlag Vieh hervor. 303. Auf welches Vieh man bey Einkäufen gewöhnlich Rück⸗ ſicht nehmen muß. 304. Beurtheilung der Weiden. 305. Unterſchied der Wirkung der Weiden bey den Schafen. 306. Welche Weiden für das Rindvieh und Schafe paſſen. 307. Dießfällige Verückſichtigung auf die Zuzucht der Thiere⸗ 308. Beſtimmung, welche Race Vieh für jede Localität am nützlichſten iſt. ◻ 5 8 2 = 8— = (2 8 8 ☛ Salz zu verver⸗ pitel. afe. ung des Kärpat nuß. bedarf. eiſchſchafe. h bedarf. Stroh gefütttt apitel. er Rinddiehzutt und andere eir⸗ tz⸗Wieſen⸗Sut ſeen von Lich Produkte. à Cſm de und das Klin. zchlag Vih hern g Veeß he 1 gewohnlih Nit bey den Shit d Schaft paſſen. Zuzucht der Tim r jede Localitit in §. 309. 310. 311. 312. 315. 314. 345. 316. 317. 318. 319. 320. 321. 322. 5325. 324. 325. 326. 327. 328. 333. 334. 3355. 336. 337. 3383. Ertrag einer Maſtweide. Wie viel Vieh ein Joch Maſtweide mäſten kann. Dießfällige Manipulation. Wirkung des Salzes beym Mäſten. Wintermaſt der Schafe. Von den Fettlämmern. Maſteigenſchaften der barbariſchen Schafe. Beurtheilung der Gewichtszunahme durch die Waage. Berechnung einer Weide von ſpaniſchen Schafen beſetzt. Eine Berechnung mit Veredelten. — Mutterſchafen. Desgleichen von einer Fettweide mit Kappen beſetzt. Eine Berechnung von mittleren Boden mit Mutterſchafen, ——— leichten——— Angeſtellte genaue Erfahrung über die Fleiſchproduktion der Merinos. Ein anderer Verſuch mit Kappen. Dießfällige Betrachtungen. Falſche Beſchuldigung, daß die Schafzucht eine Fleiſch⸗ preiserhöhung veranlaßt hat. Gerechte Würdigung der Schafzucht in dieſer Hinſicht. Vorzügliche Eigenſchaften des Fleiſches von den Meri⸗ nos und ihre Anlage zum Fettwerden. ——,.— Wie man die Weiden behüthen ſoll. . Allgemeine Beobachtungen über die Nutzung der Wei⸗ den und Veredlung des Viehes. Beſondere Betrachtungen über die beſten Eigenſchaften des Maſtviehes. Wie man die Weiden mit Maſtvieh belegt. Von den Huthweiden. Behandlung der Huthweiden in England. Welche Weiden für das Maſtvieh gehören. Präparation zur Beſetzung des Weidelandes. Man bringe die Merinos auf keine Wieſen Urſache wa⸗ rum die Wieſenweide im Frühjahr weniger ſchäd⸗ lich als im Herbſt iſt. Von Reſeryweiden. §. 339. Feuchtigkeit des Bodens taugt für Maſtſchafe und Horn⸗ viehzucht. lber den ¹ 340. Das Klima kann ſolchen Boden verbeſſern. niht nu 341. Von den Eigenſchaften der Winterſaaten. narhie 4 342. Worauf bey der Viehmaſtung Rückſicht genommen wer⸗ 6 den muß. fügung d 6 545 Nachmaſt auf den Wieſen. Winter und Frühjahrsmaſt. der Nat G.344. Verhältniß des Schlächtergewichtes gegen das lebende zugleich 6— Gewicht. de Veſt 345. Wechſel der Weiden fördert die Maſtung. 346. Von der Wichtigkeit einer zweckmäßigen Auswahl von Grasarten.,§ 35. T 347. Dieſe ſind für ſchweren Boden. g G 6 348.——— Lehmboden., 349.——— leichten Boden. W A 350.——— Kalchboden. 8 R 351.——— Torfboden. 5h li 6 352.——— natürliche Wieſen. dhe Wa 555.—.. kuünſtliche—. 354.——— Maſtweiden. Ui 555.——— geſunde Schaf und Rindviehw. zugleich. R. 3565.——— die beſten Schafweiden. 357. Beſchluß. lher die Sechs und zwanzigſtes Capitel. ſnz Der Schafſtall und Schafhof. d1 §. 358. Von der Größe und Breite eines Schafſtalles. 3. 359. Erforderliche Höhe. d. d 360.— Lichte. Ä lü 361.— Wärme. 362. Von den offenen Schafſtällen. Ih. 363. Vom Vorhof. 576. Sg.) Sieben und zwanzigſtes Capitel. 39o. Vom Hordenſchlag. §. 364. Vom Hordenſchlag der Schafe überhaupt. ſſern. aten. t genommen wer⸗ nd Feühjahromat gegen das lebend kung. igen Auswahl n Nindviehw zuglih den. Capitel. fhof. Schafſtalles XXIT Acht und zwanzigſtes Capitel. Uber den Verkauf der Wolle und die Wollpreiſe. Wäre es nicht nützlich, wenn mehrere Wollemärkte in unſerer Mo⸗ narchie errichtet würden? Würde durch dieſe einfache Ver⸗ fügung das Grunderträgniß nicht um vieles erhöhet, und der Nationalreichthum dadurch vergrößert werden können? Zugleich auch etwas über die geſunkenen Wollepreiſe und die Beſchuldigung, daß die Schafzucht die Rindviehzutht §. 365. 366. 367. 368. 9. Urſache, warum die Wollepreiſe ſo unbeſtimmt bey uns ſind. . Warum ſind Wollemärkte ein höchſt wichtiges Bedürf⸗ 383. 384. vermindert habe. Vorſichten bey dem Verkauf der Wolle. Es laſſen ſich dießfalls bey uns keine allgemeinen Grund⸗ ſätze beſtimmen. Das Bedürfniß öffentlicher Wollmärkte iſt ſehr fühlbar. In welchen Händen unſer Wollehandel iſt. niß für den Erzeuger und Fabrikanten. .Urſache des ſeitherigen Stockens der Wolle. Neun und zwanzigſtes Capitel. -r die Zuzucht der Schafe und Hausthiere. .Von der Zeugungsmaterie. Von der Wachsthumsſtillſtandsperiode und Zeugungs⸗ fähigkeit. Vom Effect. Die Race ſtehet unter der Gattung. .Über die Paarung von zwey vollkommenen homog enen Geſchlechtern. .Von veredelten Thieren. Von Blendlingen. .Von Baſtarden. .Allgemeine Bemerkungen darüber. .Von der Durchkreutzung und Auffriſchung. .Dießfällige wichtige Erinnerungen. Von der Cultur unſerer Hausthiere. Was weſentlichen Eiafluß darauf hat. §. 385. Über Standort, Klima, Nahrung. 386. Wichtigkeit dieſer Einflüſſe 387. Deßgleichen auf die Organiſation der Wolleeigenſchaften. 388. Die Meinung wegen der Stallfütterung der feinen Scha⸗ 4 3 fe wird widerlegt 389. Dießfällige Degeneration der Wolle. k 590. Wie ſich dieſes bewerkſtelligen läßt. e 391 Merkwürdige Verhältniſſe der Haare mit den Fleiſch⸗ n . faßern.* Hie 392. Über die Wartung und Pflege der Thiere. 395. Von der Nahrung und äußerlichen Einflüſſen auf ſelbe. A 394. Von der Behandlungsart der Thiere. h 395. Das Landvieh ſteht mit der Weide und Güte des Bo⸗ 1 dens im Verhältniſſe. H 596. Die Kunſt weiß die natürliche Reproduction zu erhöhen. 5 397. Von der Paarung und Dauer der Influenz des angeeig⸗ 3 4 neten Blutes 2f 398. Eigene Nacen hervorzubringen. 399. Eigenſchaft der Racethiere. 4oo.——— veredelten Thiere.. 401. Wo die Paarung unter Blutsverwandten unzuläßig iſt. H d V 402. Wo ſolche nachtheilig wird. 1 ſo 1 405. Über die Fehler welche man bey der Paarung zu bege⸗ A hen pflegt. 404. Grundſätze bey dem Begattungsgeſchäft. Eigenſchaft des 1 1 Raceviehes. 1 1 405. Eigenſchaften des veredelten Viehes. h 4⁰6.— von Blendlingen. 407. Beweiſe für dieſe Regeln. 408. Dießfällige Schlußfolge und Fundamental⸗Prinzipien. 40g. Unerläßliche Bedingung. 410. Irrthum in dem man in Bezug des alleinigen Adels der 53 männlichen Individuen war.— 411. Charakterzeichen der Racethiere. 412. Man muß die Vorältern der Nacethiere genau kennen. na 413. Wie man am ſicherſten und wohlfeilſten in den Beſitz 3e derſelben kommen kann. 6 Üüber das eigentliche der Kreutzungen und Auffriſchungen. 1 Wolleeigenſchein ung der feinen öhr re mit den Flt ehiere. Einflüſſen auf ſeb⸗ e. und Güte des d⸗ oduction zu erſähn ufluenz des engiit undten unzuliſtt er Paarung zu häſt. Eigerſhrſti 4 . amental⸗ prinilien 3 d 6 M alleinigen We thiere genau kenne feilſten in den Viſ nund Auffiſchunge §. 415. Nöthige Vorſichten. 416 Beſtimmte Manipulationsregeln. 417. Von den Nachkömmlingen des veredelten Viehes zur Zuzucht. 418. Bey den veredelten Heerden bleibt die Auffriſchung mit echtem ſpaniſchen Blut eine Hauptbedingung. 419. Veredelte Widder haben den Vorzug vor Blendlings⸗ widdern. 420. Über die Erzeugung eigener Racen. 421. Die Veredlung kann durch Mutterſchafe am geſchwinde⸗ ſten erzielet werden. 422. In welchem Falle Blendlingswidder zur Paarung zu ver⸗ wenden ſind. 423. Fälle wo das Kreutzen ſchädlich iſt. 424. Allgemeine Betrachtung über das Kreutzen. 425. Von Stammregiſtern. 426. Die Periode der Zeugung läßt ſich befördern und zus rückſetzen. Dreyßigſtes Capitel. Verſchiedene Arten die Heerden zu benutzen. §. 427. Beſchreibung derſelben. 428. Der Beſttzer benutzet ſeine Heerde entweder auf ſeinem eigenen Grunde, oder 429. durch Pachtgründe, oder 430. durch getheilte Nutzung. 431. Auseinanderſetzung dieſer letztern Art. Ein und dreyßigſtes Capitel. Vom Melken. §. 432. In wie ferne ſolches anwendbar iſt. Zwey und dreyßigſtes Capitel. Von dem Zuwachsheerden durch die Anziehung einer reinen Race. §. 433. Von den Vortheilen der Zuwachsheerden von reiner Rac 434. Dießfällige Schwierigkeiten. 5 ₰* 485 §. 452. . Welche Thiere eine lange Lebensdauer haben. . Schema über die Vermehrung einer reinen Heerde. Drey und dreyßigſtes Capitel. Von dem Verkauf der Schafe. 37. Nötbige Vorſichten bey dem Einkauf des Viehes. 8. Wie man die Schafe zu kaufen pflegt. Arten des Schafverkaufes und auf welche Weiſe der Verfaſſer alljährlich leoniſche Merinos zu verkau⸗ fen pflegt. Preisverhältniſſe ſeiner Merinos. .Vortheile dieſer Art des Verkaufes für den Käufer. .Preiſe der leoniſchen Mutterſchafe. .Üpber die Fortdauer dieſes Etabliſſements. Vier und dreyßigſtes Capitel. Über das Reiſen der Schafe. Dießfällige Bemerkungen. .Üüber die Diſtanzen nach Maßgabe der Jahreszeit und Witterung. Vom Tränken. 7. Von den Lämmern. .Vorſichtsmaßregeln bey großen Trausporten. Ob man Widder und Mutterſchafe zuſammen treiben ſoll. ». Beſondere Vorſicht. 51. Bemerkungen über den Einfluß der Umſiedelungen. Fünf und dreyßigſtes Capitel. Höchſte Wolleeigenſchaften laſſen ſich nicht mit den höchſten Maſtfähigkeiten in einem Schafe vereinigen, um eine ein- zelne Race daraus zu machen. Dießfällige Gründe. „Trockener Boden iſt das Element für gute Wolle, und niedere Weide für Fleiſchſchafe. 4. Die Eigenſchaften der Merinos und Fleiſchſchafe durch⸗ ich in allen Stücken. ituationen das Nutzvieh gehört. haben. einen Heelde. apitel. hafe. des Viehes, welche Wäiſe d terinos zu vetkar eden Käufer ts. pitel. afe. er Jahreszeit und vorten. mmen treiben el nſiedelungen. pitel. mit den höchſin 7, um eine tin⸗ n. d gute Wolle, und XXV Sechs und dreyßigſtes Capitel. Werden ſich die Preiſe der Wolle und des Schafviehes er⸗ halten? Werden ſie ſteigen oder fallen? Beſtimmung des 459. 460. 461. 452. 463 464. 465. Begriffes von dem Werthe eines Schafes. . Dießfällige Betrachtungen. „In welchem Verhältniß die auswärtigen Staaten in der Wollerzeugung gegen Öſterreich ſtehen. . Wie viele Schafe Spanien durch den Krieg verloren haben dürfte. Hoher Schwung der öſterreichiſchen Schafzucht. Wichtige Vortheile davon. Noch höherer künftiger Schwung. Dießfällige Anſichten für Güterbeſitzer. Berechnung über den Werth eines ſpaniſchen Schafes. Werthſchätzung vorzüglicher Widder. Werth der zur Zucht untauglichen Widder. Sieben und dreyßigſtes Capitel. Über die Schafwolle, in naturhiſtoriſcher, ökonomiſcher und §. 466. 467. 468. 469. 470. 471. 472. 473. 474. 475. 476. 477. 478. 479 ⸗p techniſcher Hinſicht. Zweck der Haare. Aus was der Stamm des Haares beſtehet, Geſtalt des⸗ ſelben. Vergleichung der Haare mit den Pflanzen. Wie das Haar wächſt. Form der Haare. Farbe derſelben. Einfluß des Klima und der Nahrung. —— Lichts und der Temperatur. Verhältniß der Haare zu den Fleiſchfaſern. ——— dem Temperamente. Chemiſches Verhalten der Haare und Beſtandtheile der⸗ ſelben. Arten der Haare nach ihrer Form und Beſchaffenheit. Unterſchied des Haares und der Wolle. Arten der Wolle im Allgemeinen. —— 8 n dn K. ℳ XXVI §. 480. Haarige Vließe. 481. Wollige— 462. Von der Feinheit des Haares. 483. Einwirkung der Temperatur. 484—— Fütterung und Weide. 485. Verſchiedenheit der Feinheit an einem und demſelben Individuum. 486. Wo ſich die verſchiedenen Wolleſorten an dem Schafe befinden. 467. Bey den vortrefflichen Leoner⸗ Merinos iſt die Prima am beträchtlichſten vorhanden. 488. Wohin das Ziel der Veredlung gehen muß 469. Von der zweyten Sorte(Secunda oder Fina). 490.—— dritten—(Tertia oder Tercera), 491. Grade der Feinheit durch die Veredlung. 49². Von der Elaſticität. 493. Vorzüge einer elaſtiſchen Wolle für die Tuchfabrikation. 494· Von der Reinheit der Wolle. 495. Die Reinheit kann auf doppelte Art ſehr leiden. 496. Sie iſt auch von Natur ſehr verſchieden. 497. Wichtigkeit einer Wolle mit weißem Fett vor einer mit gelbem. 498. Die Engländer bezahlen dieſe Wolle um 4 pCent. theurer. 499. Von der Länge der Wolle. 500. Von der Gleichheit des Fadens. 501. Von der Dichtheit des Vließes. 5⁰2. Von den Mitteln, welche ſie bewerkſtelligen. 503. Berichtigung dieſer Meinung. 504. Von der Weichheit und Seidenartigkeit. 505. Art dieſe Eigenſchaft zu prüfen. 5⁰6. Im gewaſchenen Zuſtande läßt ſich ſolche erſt mit Ge⸗ wißheit prüfen. 5⁰7. Gerechte Würdigung dieſer Eigenſchaft. 508. Von der rauhen Wolle. 509. Auf die ſeidenartige Weichheit influiren, Wärme, 510. deßgleichen Weide und Fütterung, 511.— das Klima und gute Localität. 512. Von der Haltbarkeit und Feſtigkeit der Wolle. -eSnen RN ☚ 2. em und demahe ſehr leiden. den. Fett vor eint um 4 entetheute elligen keit. ulce af nib⸗ 514. 515, 516. 517. 518. 519. 520. 521. 5²2. Von §. 523. 524. 5²5. 526. 527. 528. 529. 530. 531. 532. 533. 534. 535. 536. 537. 533. 539. 540. 541. 542. 543. 544. .Vom Glanz derſelben. .— Perkan. Von der Krausheit. —— Güte der Wolle nach dem Alter und Geſchlecht der Schafe. Von dem Bodenſatz. —— Abſetzen oder Sitzenbleiben der Wolle. — der rauchſpitzigen Wolle. —— gedrehten— —— hundehaarigen— —— hungerigen— —— blatthaarigen—— Acht und dreyßigſtes Capitel. den Eigenſchaften der Wolle fuͤr die verſchiedenen Fabrikate. Vom Krempeln. — Spinnen. Von den Spinnrädern. Wie viel Tuch aus einer gewiſſen Quantität Wolle erfolgt. Vom Kaſimir. — Flanell. — Molton. — Bidber. — Kalmuk.* — Drap des Dames. Halbtuch. Wolle für den Zeugmacher. Vom Reinigen der Wolle. — Kämmen derſelben. Was dabey zu beobachten iſt. Vom Spinnen des Garns zu Zeugen. Eintheilung der verſchiedenen Zeuge in Sarſche. In römiſche Sarſche. — Raſch. — Soy. — Etamin. — Kammlott. „“rb. — XXVIII §. 546. In Kalmuk. 547.— Damaſt. 548.— Plüſch. 549.— Kaffa. 550⁰.— Struck. 551.— Kreppzeuge. 352.— Wolle für den Strumpfwirker. 553.———— Hutmacher. Neun und dreyßigſtes Capitel. Von der Art wie die Schur vor der Waſche, und die ge⸗ naueſt denkbarſte Sortirung der Wolle am Vieh zugleich vorgenommen werden kann, nebſt Beſchreibung eines ſpaniſchen Waſchhauſes. §. 554. Bon der Unzweckmäßigkeit des Verfahrens die Merinos vor der Schur zu waſchen. 555. Urſache, warum dieſes Verfahren aufgehoben werden muß. 556. Von der Art, wie die Schur und die möglich richtigſte Sortirung vor der Waſche Statt finden kann; ſammt Kupfer Tab. 15. 557. Von dem Reinigen der Wolle. 558. Beſchreibung aller vorfallenden Arbeiten bey der ſpani⸗ ſchen Waſche. 559. Vom Trocknen der ſpaniſchen Wolle. 360.— Einſacken. 561. Eigenſchaften einks guten Waſchwaſſers. 662. Wie viele Procente Unrath durch die Waſche weggewa⸗ ſchen werden. 563. Vortheile dieſer Waſche. 564. Höhere Benutzung der Wolle. 565. Von den Waſchköſten. 566. Von den Koſten eines Waſchhauſes. 567. Allgemeine Betrachtungen hierüber. 568. Erklärung des Plans von dem Lavadero⸗ „* 1„ 3 “ 1 4 ½. 8 §oö XXIX Vierzigſtes Capitel. Von der Waſche überhaupt. §. 569. Von der gewöhnlichen Pelzwaſche. 570. Idee zu einer Schafwaſche laut Tab. 16. 571. Bemerkung über die Pelzwaſche. 572. Vorſichtsmaßregeln nach der Waſche. 573. Wenn man die Schafe waſchen ſoll. pitel— Ein und vierzigſtes Capitel. he, und die LV. e 1 Von der gewöhnlichen Schur nach der Pelzwaſche. Dieh zuglelg„. reibung tunes§. 574 Regeln bey der gewöhnlichen Schur. 575. Behandlung der verwundeten Schafe. 576. Über die Frage ob man ein oder zwey Mahl ſcheren ſoll. eens die Merinos 577 Verſuche die Wolle mehrere Jahre wachſen zu laſſen. 578. Wenn die Lämmer geſchoren werden ſollen. ben werden u. 579. Wo man die Schur haltet. möglich niciife 580. Wie viel ein Scherer Schafe ſcheren kann. den kannz ſinat 581. Zu beobachtende Vorſichten und Regeln nach der Schur. 582. Von dem Überziehen der Schafe mit Ockererde. Zwey und vierzigſtes Capitel. Behandlung der Wolle nach der Schur. §. 583. Dießfällige Bemerkungen. 584. Vom Einſacken und Zeichnen der Wolle. . 585. Vorſchriften bey dem Aufbewahren der Wolle. Waſche weggewe⸗ 5 86. Mittel gegen den Mottenfraß. g Drey und vierzigſtes Capitel. Von den ſpaniſchen Schurhäuſern. §. 587. Genaue Beſchreibung von allen Beſtandtheilen der ſpa⸗ niſchen Schurhäuſer. Vier und vierzigſtes Capitel. Von der Fabrikwaſche und gänzlichen Entfettung der Wolle. §. 568. Dießfällige Manipulation. ———= 3 “ II. Abſchnitt. Von den Krankheiten der Schafe. §. 589 Einleitung. Fünf und vierzigſtes Capitel. Von den innerlichen Krankheiten. §. 590. Von der Ruhr der Lämmer. 591.— dem Durchfall. 592.— der GEgelkrankheit oder Verhütung. 593.—— Gedärmentzündung. 594.— dem Aufblähen. 595.—— Blutſchlag oder ſogenannten Seuche. 596.— der Waldkrankheit. 597.— dem Blutharnen. 593.—— Riückenblut. 599.—— Schnupfen. 600.— den Würmern in den Eingeweiden. 604.———— der Naſe. 602.— der Nachgeburt. 603.— dem laufenden Feuer. 4 604.— der Lungenſucht. 605—— Drehkrankheit. 606.—— Abzehrung. 60h0.— dem Verkrüppeln der Lämmer. 6063.—— Säugen ſchwächlicher Lämmer. 609.— den Haarballen. 610.— der Säure im Magen. 611.— den Verſtopfungen. 612.— der hinfallenden Sucht. — dem Hodenbruch. Sechs und vierzigſtes Capitel. Von den außerlichen Krankheiten. §. 614. Zwey ſehr bewährte Mittel gegen die Schafraude. 615. Von den natürlichen Pocken der Schafe. 636. 4 616. Von der Schafblatterinoculation. 617.—— Milchknoten, Euterverhärtungen, Spinne. 618.—— Fußkrankheiten: das Hinken. hafe 619.———— der Haarwurm. 62o————— die Klauengeſchwulſt. . 621.—— Hufgeſchwüren. ditel.. 622.—— Beinbrüchen. heiten. 623. Das Lahmen der Lämmer. 624. Die Steifheit. 625. Von den geſchwollenen Füßen der Lämmer. 626. Vom Zungenkreps, Teigmahl. g. 627. Vom Kropf. 626. Von den Augenkrankheiten. 629.—— Maden. Seuche 630.— der Schafzecke. 631.— den Schafläuſen. 632.— dem Fürfall. 633.—— Ausſütze oder Grinde. 6343.—— aäußerlichen Mundausſchlag der Lämmer. u. 635.—— Auſfſchwellen des Kopfes. 636.— den Eiterſäcken. 637.—— Verblutungen. 638.—— Kmyſtiren. 639.—— Haarſeilen oder Fontanellen. 640,— dem Aderlaſſen. 641.— den Vorbeugungsmitteln 642. Vorſicht nach anſteckenden Krankheiten. r. pitel. heiten. chafraude⸗ XXNS XXXII „ de 5 2--EEEEEEEEEEEEVEEEEEEE .* Erinnerung an den Buchbinder wegen Einbin⸗ dung der Kupferſtiche. Kupferſtiche. Seite Tab. 1, Fig. 1. 2 der männliche und weibliche Muflon 5 d 2. 3. 4. 5 6. 7. die drey berühmteſten ſpaniſchen Schafracen...... 55 gan dh — 3, Fig. 1. 2. die kleine Merinos⸗ Eſtantes Race 60 tharci — 9.— 1-— 10. Kennzeichen des Alters der Schafe 95 3 — 10.— 1. 2. Abbildung der vier Mägen eines der eine Schafes......... 114 ſen=i — 11. die Körpergeſtalt und Dimenſionen der Merinos 140 üagih — 12. Pig. 1. 2. 3. 4A. Geburtshilfen...... 158 4 — 13.— 1. 2. Form der Thereſienfelder Bahren und rmlich Futter⸗Grände.... 169 ſet vand — 14. Die vier Haupt⸗Wolle⸗Sorten der Merinos.. 392 nened — 15. Plan eines ſpaniſchen Wollewaſchhauſes... 405 — 156. Abbildung von einer verbeſſerten Schafwaſche. 4⁰G d an da. R täheer daeter &⁴εε◻εέέεέε⁶ egen Einti Sü lliche Muflon ten ſpaniſchen .... 5 antes Ratt. d der Schafe. 9 Magen eine .... I der Merinos 19 .„i Bahren und .. l Merinos..i9 nuſes... chafwaſhe A b bb bp b 5 5 9 5*2ν v ν ν έ&& 8K&4ELLLLELLE. Erſtes Capitel. Würdigung der Schafzucht. §. 1. Das Schaf(Capra Ovis) ſtehet nun allgemein durch ganz Europa bey allen Landwirthen— die Localitäten abgerechnet, die allemahl über den höhern Vortheil der einen, oder der andern Viehart entſcheiden müſ⸗ ſen— in größerer Achtung, wie das Rindvieh; und obgleich dieſe nur durch das Merino⸗Schaf, aus mer⸗ kantiliſchen Conjuncturen, in den neueren Zeiten erhö⸗ het worden, ſo hat ſelbe doch auch Einfluß auf das ge⸗ meine Landſchaf, und hebt ſolches mit empor. §. 2. Dieſes Thiergeſchlecht iſt eines der älteſten, nutz⸗ baren Hausthiere, und das ſchönſte Geſchenk der Na⸗ tur. Noch nach ſeinem Tode iſt es eben ſo nützlich, als während ſeines Lebens, und wird mit allen ſeinen Pro⸗ ducten benutzet. §. 3. Die Vortheile ſind allenthalben bekannt, welche dieſes Thier uns an ſeinem Fleiſch, von der Milch, Butter, Käſe, vom Talg, dem Pferg und aus der — A 2. Wolle verſchafft. Mit den glatten Schaffellen wird ein ſtarker Verkehr getrieben. Sowohl die Lederhändler, und Walkmüller, als die Pergamentmacher, Buchbin⸗ der, Handſchuhmacher, Kirſchner, Sattler und andere Handwerker pflegen ſelbe ungemein ſtark zu ſuchen. Was aber das Schafleder noch vorzüglich angenehm macht, iſt, die ſeit vielen Jahren ſchon erfundene Kunſt, das Leder zu ſpalten, wodurch vieles Schafleder zum Vortheil deren verwendet wird, denen mit ganz dün⸗ nem Leder gedient iſt. Die mit Wolle zubereiteten Lammfelle liefern ein prächtiges Futter unter die Kleidungen, ſo wie man ſowohl von dieſen als von den Fellen der älteren Scha⸗ fe, Schafpelze von mancherley Art verfertiget. Aus den Lämmerfellen wird in der Ukraine, in Podolien, und der Bucharey ein beträchtlicher Handelszweig ge⸗ macht, und mit gehöriger Sorgfalt läßt ſich ohne Zweifel bey unſern Lämmerfellen eine gleiche Schön⸗ heit erzeugen, womit die nördlich⸗ europäiſchen und aſiatiſchen Völker einen ſo einträglichen Handelsverkehr treiben. S8. Das fette kernige Fleiſch dient zu einer kraftrei⸗ chen Nahrung für alle Claſſen der Menſchen; die Kno⸗ chen werden in Knopffabriken, und zu Meſſerſtielen verarbeitet; ihr Talg beleuchtet unſere Wohnungen, und wird ſo, wie das aus ihren Knochen und Klauen geſottene Ohl zur Verfertigung der Seife und zu Spei⸗ ſen verwendet.— Den Hörnern und Klauen der Scha⸗ fe iſt zur Befruchtung eines magern Bodens nichts gleich len witd in ederhändler, t, Huchi⸗ und anden t zu ſuchn. h angenehn ndeneunſ, hafleder zun it ganz din⸗ ſe liefernan ſo wie mu älteren Sch⸗ fertiget. Aus in Podolen, delszweig g⸗ ßt ſch che leiche Schr⸗ päͤiſchen und andelsvetkhr iner kraftti⸗ en; die Kwe⸗ Meſſerſtieln Wohnungen, und Klauen und zuSpi⸗ en der She⸗ 3 nichts glech zu ſchätzen. Man pflegt beydes klein zu raſpeln, in der⸗ gleichen Erde zu ſäen, und einzupflügen. Sieben gan⸗ 3 zer Jahre lang hat man ſich, davon die beſte Wirkung zu verſprechen. Mit einem Wagen voll, kann man, nachdem alles klein gemacht iſt, zwey Joch bedungen. Das Fettwaſſer der Wolle enthält nach meinen Erfah⸗ rungen viele Pottaſche; liefert zum Waſchen für ordi⸗ naire Leinwand ein Surrogat ſtatt der Seife, ſo wie auch eine vortreffliche Jauche auf Wieſen und Acker. Der Bodenſatz davon iſt, wegen ſeiner Fette, als eine ſehr brauchbare Wagenſchmier zu verwenden. Der Dün⸗ ger der Schafe macht vor allen bekannten Hausthieren die Erde am fruchtbarſten, und ihre Eingeweide wer⸗ den zu Raketen zum Ballſchlagen, zu Darmſaiten, und ihre Zwiſchenhaut, wenn das Aus⸗ und Inwen⸗ dige abgezogen iſt, gebraucht, um dünne Würſte darein zu füllen. Der größte Saitenhandel davon wird be⸗ kanntlich in Rom, Neapel, in Toulouſe, Lyon, Mar⸗ ſeille und in Paris getrieben. Die Wolle wird zu man⸗ nigfaltigen Zwecken, in mancherley Fabriken, und Webereyen verwendet, und dienet zu ſehr vielerley Zweigen des Kunſtfleißes. Nach der Güte derſelben wird der Werth der Race beſtimmt; ob man gleich in England die Schafe nur nach der Fleiſchproduction ſchätzt, wo einige Racen gemäſtet, bis 300 Pfund ſchwer wiegen. Überhaupt lieferte das Schaf ſeit den älteſten Zeiten die gewöhnliche Decke der Menſchen, die ſich bis heutigen Tag erhalten, und nur nach den Zeiten, Sitten und Gebräuchen ſich modaliſirt hat. Noch heut A 2 — ä)“ 6 6 8 4 8 3 — auf mannigfaltige Weiſe; ſie unterſtützet, als die 4 zu Tage beſteht ein großer Theil der ſpaniſchen, und engliſchen Macht, und des Handels in der Wolle. Sie allein ernährt viele Millionen von Menſchen in Europa b Grundlage, das ganze Gebäude der Manufacturen und des Ackerbaues! Ihre Zubereitung nimmt unter den verſchiedenen Händen, welche ſie bearbeiten, tau⸗ ſend unterſchiedene Geſtalten an, und ſie wird un⸗ ſtreitig noch eine Decke aller künftigen Weltalter ſeyn. Dieſe Thatſachen, und die Beobachtungen, daß die B vortreffliche Wolle der Merinos, die vorzüglichſten Tuchfabriken Europas beſchäftiget; der Handel dadurch einen mächtigen Schwung erhält; die Angelegenheiten des Ackerbaues, und der geſellſchaftliche Wohlſtand der Staatsbürger, die ſich ihm widmen, eine neue Ver⸗ mögensquelle darin finden; folglich der Nationalreich⸗ thum durch dieſe intereſſante Induſtrie ſehr vergrößert werden; das wohlſchmeckende, fette und kernige Fleiſch dieſer Thiere einen bedeutenden Theil unſerer Nahrung ausmachen könne, und die Merinos in Gegenden ihren Unterhalt finden, wo nicht leicht eine andere Viehgat⸗ tung eine gleich große thieriſche Production erzeugen kann: haben veranlaßt, daß die Verbeſſerung der in⸗ ländiſchen Schafzucht durch Merinos Böcke in den neu⸗ ern Zeiten ein Hauptgegenſtand der Aufmerkſamkeit für die Staatsverwaltungen der meiſten Regierungen Eu⸗ ropas geworden iſt, um ſo mehr, da dieſe reichlich lohnende, und in Bezug auf Handel, Fabriken und Kunſtfleiß ſo wichtige Induſtrie, ſich ſehr glücklich mit dem Feldbau verbinden läßt. e nin ung nimnt un bearbeiten, in und ſie wih u n Weltaltet in dvtungen, dajd die vorzüglähtn der Handeldaduc e Angelegenzetn ae dijh mn und kerni Ni lunſerer Nahrmn ueeau e andere Vegpt — 4. 3 8 ¹ 8 3 ¹ 1 8 1 — 1 1 1 7 4 1 4 8 3 g. 2 4 —— e = 222 S, ee, 7 e,ee 8 * S 85 8 48 — — v ä“ 22 4 9 6.* 4** 8 4— “ A““——— 4 A, Se“ Kn K —. . e.* e Zweytes Capitel. Von den verſchiedenen Racen und Arten der Schafe. §. 4. Wenn man die Schafe nach der Ordnung des Klimas betrachtet, ſo finden wir eine Menge Varietä⸗ ten dieſer Geſchöpfe, welche, da ſie ſich alle fruchtbrin⸗ gend zuſammen paaren, wahrſcheinlich von dem wilden Schafe(Ovis Arcali) abſtammen, dergleichen man noch heutigen Tags mit einigen Abweichungen auf den Bergen Griechenlands, auf den Inſeln Cypern, Sar⸗ dinien, Corſika, und in Sibirien findet; die auch bey uns unter dem Nahmen des türkiſchen Schafes bekannt ſind, und die man in Sardinien, und Corſika Mu⸗ flons, in Sibirien aber Argali nennt. In allen dieſen Ländern iſt es im Stande der Natur; es lebt und ver⸗ mehret ſich, ohne daß der Menſch dazu etwas beyträgt. §. 5. Nach Cetti hat der ſardiniſche ein ſchwärzliches Fleiſch, das Weibchen keine Hörner, der Widder ei⸗ nen einzölligen Schwanz, keine Wolle, ſondern wol⸗ liges, ſtraubes Haar. Er paart ſich mit zahmen Schafen, und die fruchtbaren Blendlinge heißen Umbri. Man vergleiche Tab. 1. Fig. 1 et 2. §. 6. Von dem ſibiriſchen Argali ſagt Gmelin, nur der Widder habe Hörner. Dieſe ſind gerade zuſammenge⸗ drücket, hohl, rückwärts gebogen, und überall mit 8 “* 5 3 n n 1 Aneus 5 erhöhten Querringen verſehen. Sie laufen wie bey de türkiſchen Schafen ſehr ſpitzig zu. Die herrſchende Far⸗ be iſt die Farbe der Hirſchhaare. Die Phyſiognomie iſt hochroth, über den Rücken, das Kreutz bis zum Schwanz läuft ein ſchwarzer Streif. Die Füße ſind roth, der Bauch gewöhnlich weiß, oder mit weißen Parthien und Flecken an den Seitenblättern verſehen; das Gewicht iſt wie bey den übrigen Schöpſen, von 60 bis 100 Pfund angegeben. Sie ſtreiten gleich unſern Widdern faſt beſtändig unter einander, und zwar mit ſolcher Heftigkeit, daß ſie ſich die Hörner abſtoßen, ja oft einander tödten. Dieſe geringen Abſtufungen, und Schattirungen des Muflons, rühren von den ver⸗ ſchiedenen Himmelsgegenden, verſchiedenartiger Nah⸗ rung, Begattung ꝛc. her. §. 7. Vormahls war das Muflon auch ein Einwohner Griechenlands, gegenwärtig bewohnt es gerne an der Sonne liegende Felſen der Gebirgskette, welche mitten durch Aſien bis an das nordiſche Meer läuft, und ſich mit verſchiedenen Armen durch die große Tartarey bis nach Indien und China erſtreckt. Es liebt die gemä⸗ ßigten Gegenden, verſchmäht aber auch den öſtlichen kälteren Theil Siberiens nicht, wenn die hohen Gebir⸗ ge nur rein von gedrängten Wäldern ſind, welche ihm gegen die wohlthätigen Einwirkungen der Sonnenſtrah⸗ len hinderlich wären. Sie werden wie die Rehe gejagt⸗ ſind im wilden Zuſtande ſcheu vor den Menſchen, lie⸗ ben die einſamen, und vermeiden die angebauten volk⸗ teicen Jungen nen ſü Haud Wed 1 den! was ſere 6 ſid ſ do gi ben, ne und hebe Induſti rung dar ten des Jeugun ſciedene haben. fen wie bon heriſcende he dhyſiognemieſ Kreut lis ſe Dee Füß der wit wißn littern beiſh ſchäpſen en, bonch ten gleic wii e, und zwuem dörner abſtezen en Abſtufunhn, hein Einreh es gerne ma e/ welch mit ten läuft, u undſch oße T atun t z liebt die gene⸗ uch den iſlihe die gehen bü di⸗ ind, welhe i der Sonnen nſteh die Rehe rein Menſchen, l le angebauten tobe 9 reichen Gegenden; nichts deſto weniger laſſen ſich die Jungen in kurzer Zeit zu den vertrauteſten Hausthie⸗ ren zähmen, welche gleich dem übrigen Vieh ſich das Haus ihres Eigenthümers merken und ſofort von der Weide heimkehrend, von ſelbſt aus⸗ und eingehen. ſin§. 8. Das Muflon hat alſo in gleicher Maſſe die nördli⸗ chen und ſüdlichen Länder beſetzen können, und wenn, was weiterhin außer Zweifel geſetzt werden wird, un⸗ ſere Schafe eine Nachkommenſchaft von ihm ſind; ſo ſind ſolche, nachdem ſie Hausthiere geworden, und das Eigenthümliche dieſes Zuſtandes lange ertragen ha⸗ ben, nach und nach aus ihrer wilden Art geſchlagen, und haben nach der Verſchiedenheit der Behandlung und Induſtrie des Menſchen, des Klimas und der Nah⸗ rung darauf beziehende Kennzeichen und neue Geſtal⸗ ten des Leibes angenommen, welche hernach durch die Zeugungen immer beſtändiger geworden, und die ver⸗ ſchiedenen Varietäten aller bekannten Schafe gebildet haben. 2 1 5. 9. Daß dieſes der wirkliche Fall geweſen ſeyn mag, und daß das Muflon das urſprüngliche Stammthier des ganzen Schafgeſchlechtes iſt, beweiſet auch die un⸗ verkennbare Ähnlichkeit der Stimme dieſer beyden Ge⸗ ſchöpfe, die doch von der Natur den Geſchöpfen gege⸗ ben worden iſt, alles, was zu einer Art gehöret, zu verſammeln; denn wenn verſchiedenerley Arten einer⸗ ley Stimmen hätten, was würde anders daraus erfol⸗ 8 gen, als ein beſtändiges Untereinanderlaufen verſchie⸗ dener Arten, und Verwirrung der ihrigen— welche unordnung und Abweichung von der Natur würde da⸗ V durch entſtehen? Mangelte etwa der Natur die Kraft, in die Stimme des Muflons und des Schafes, Ab⸗ wechslung zu bringen? §. 10. Das Muflon und das zahme Schaf haben ferner Uhnlichkeit mit einander, in dem Geſchmacke des Flei⸗ ſches, in dem furchtſamen Weſen, der Geſtalt des Kopfes, der Farbe mit den rothfüßigen nordiſchen Schafen, ſo wie auch in der Gewohnheit, allezeit in 6 größeren oder kleineren Haufen beyſammen zu ſeyn; dann auch mehr oder weniger in der Geſtalt und dem Gewichte dieſer Thiere gegen einander, und endlich, was die Sache ganz außer Zweifel ſetzet, iſt, daß die Muflons auch mit der Drehkrankheit, wie die zahmen Schafe, behaftet ſind, welchem übel, meines Wiſſens, ſonſt kein anderes Thiergeſchlecht gewöhnlich unter⸗ worfen iſt. §. 11. Aber auch in phyſiologiſcher Hinſicht läßt ſich dieſe Sache außer Zweifel ſetzen; denn Thiere, welche ſich nicht mit einander begatten, oder wenn ſie ſich begat⸗ ten, nicht gebären, oder wenn ſie gebären, doch un⸗ fruchtbare Abkömmlinge zur Welt bringen— ſind zwar wirkliche Arten, und jedes derſelben war, nach der Meinung der Naturforſcher, ein beſonderes Werk der Schöpfung. Iſt aber die Begattung von fruchtbarem Effolh Aükön nur Abän ſcaft und und herre Muf Aiſt mäͤgen mach den Jeehe tinel n g einen ue nelij egibt gen zen — 1 1 1 n 1 2 errſte .. vacce dew *e r Ho, A 3a den fener Ba du uttdi rdiſcen ezeti rru ſahn. dm 1 rudl ic, t Meahd rt iG ahnen nei Sruiſene wa uhma⸗ t ac üie ere un e ſt nſ i bezu ine in n⸗ 1⁵ et rar n 11 ere Bl d on nf atem 9 Erfolge, und die Fruchtbarkeit beharret auch bey den Abkömmlingen, ſo ſind es nicht zwey Arten, ſondern nur Eine; ihre Verſchiedenheiten ſind bloße zufällige Abänderungen, und beyde Arten haben einen gemein⸗ ſchaftlichen Urſprung. Aus dieſer Urſache ſind das Plaid und der Eſel zwey verſchiedene Arten. Der Widder, und das Weibchen vom Muflon, und der Muflon, und das Hausſchaf bringen Junge hervor. Dieſe ſpeciſiſche Einheit des Schafs und des Muflons wird aber dadurch noch außer allen Zweifel geſetzt, daß die davon entfallenden Jungen das Ver⸗ mögen haben, mit einander fortzuzeugen; und daher machen das Schaf und der Muſlon eine einzige Art aus. §. 12. Würde das Muflon und zahme Schaf nur auf ſolche Art Junge erzeugen wie der Ziegenbock und das Schaf, ſo würde die Einheit der Art unrichtig, und unerwieſen ſeyn; denn obgleich der geile Ziegenbock mit dem ſchwächern Schaf Junge erzeuget; ſo macen die Ziege, und das Schaf, nach meinen Begriffen, keine einzelne Art aus, weil der Widder und die Ziege kei⸗ ne Junge mit einander erzeugen, indem der Widder einen Ekel und Abneigung gegen das Ziegengeſchlecht zu empſinden ſcheint. Es iſt auch ein höchſt ſeltener Fall⸗ welcher ſich meines Wiſſens nie bey den Schafmüttern ergibt, daß ſolche in einer Heerde, wo Schafböcke zuge⸗ gen ſind, ſelbſt, wenn dieſe für die Zahl des weibli⸗ chen Geſchlechtes nicht zureichend ſind— einen Ziegen⸗ ——-— 5 10 Poocck zulaſſen. Sind hingegen keine Schafböcke zugegen; uuf ſo findet der Ziegenbock ohne Schwierigkeiten Zutritt. tgn 89 Dieſes ſcheinen die natürlichen Gränzlinien der Ar⸗ nah di ten zu ſeyn, welche die Natur in ihrer großen Werk⸗ Shuin ſtatt bey Erzeugung der Weſen zur Baſis angenom⸗ 8 men hatte; und indem ich glaube, die ſpecifiſche 1 ij Identität des Muflons, und zahmen Schafes erwieſen nie in zu haben, ſo bin ich ebenfalls der feſten Meinung, rüraus daß die Gränzlinien aller verſchiedenen Thierarten, die Pnremm nähmlichen ſind. So paaret ſich z. B. der Faſanhahn hüedon mit unſerer Haushenne, und erzeugen junge Hühner, arben die einen vortrefflichen und großen ausgiebigen Braten liefern, zur Vermehrung aber ſind ſie ebenfalls nicht t1us geeignet.. nen Ech § 45. d alhe Das Haar des Mouflons iſt bald mehr, bald we⸗ riͤzihn niger dicht und lang, nachdem das Klima verſchieden nanen; iſt. Die wilden Schafe, welche zu Varros Zeiten in ln, dh Phrygien waren, hatten Wolle, ſonſt würde ſie Varrs mnd id nicht geradezu wolltragende Thiere genannt haben. nnd d Welche Verſchiedenheit gibt es ſelbſt nicht unter den und wc Menſchen? Jedes andere Klima ändert ſeine Sitten, dandeme ſeine Farbe und die Länge ſeiner Haare; ohne daß deß⸗ len wegen die Einheit ſeiner Art nicht beſtände. imnähn §. 1 4 duch Zur Zeit des Plinius war Spanien noch mit wil⸗ luchten den Schafen, die er Musmones nennt, angefüllt; und taation in der That habe ich in Spanien die Bemerkung ge⸗ Jeer macht, daß in Anſehung des rothen Kopfes, der Hör⸗ wausli 11 ner, ſo wie auch der nackenden, rothen, höhern, flüch⸗ tigen Füße, und übrigen Geſtalt, das Churros⸗ Schaf noch die größte Uhnlichkeit, von allen mir bekannten Schafen, mit dem Muflon hat. In den Gebirgen Griechenlands war dieſes Thier⸗ wie ich ſchon erinnerte, auch einheimiſch, und hat ſo wie in Spanien, ſchlechte Wolle getragen. Ex his rursus quidquid conceptam maternam mollitiem, paternum et avidum retulit colorem.(Die Zucht hievon erhielt die Feinheit von mütterlicher, und die Farbe von väterlicher und großväterlicher Seite.) §. 15. Aus obigen Daten läßt ſich der Urſprung des zah⸗ men Schafes nicht länger bezweifeln, eben ſo wenig, daß ſolches erſt durch die Pflege des Menſchen in das nützlichere und vervollkommtere Geſchöpf iſt umgeändert worden; ſo wie ich auch überhaupt zu glauben geneigt bin, daß alle unſere Hausthiere im Stande der Natur und Wildheit eher ſehr unvollkommene Thiere waren, und daß ſolche ſpäter durch menſchlichen Fleiß erſt nach und nach das geworden, was ſie nun ſind. Es kann Fundamentalgrundſatz des Schöpfers geweſen ſeyn, die⸗ ſes ſo einzurichten, um die Menſchen zu nützlichen Un⸗ ternehmungen anzuſpornen, und für ihren Fleiß da⸗ durch zu belohnen. Wahrhaftig es iſt auch ſehr ein⸗ leuchtend, daß im Ganzen genommen, in wenig Si⸗ tuationen im Stande der Wildheit die vierfüßigen Thiere ſich ſo vollkommen, wie gut genährte Hausthie⸗ re ausbilden können. Mit was für klimatiſchen Wider⸗ 12 wärtigkeiten, mit wie viel Hunger und Durſt, mit wel⸗ chen Plagen von Inſecten ꝛc. ꝛc. haben ſie nicht zu kämpfen! §. 16. Das Klima, und durch dieſes die Nahrung, und Behandlung bringen einen auffallenden Unterſchied in der Geſtalt und Wolle dieſer Thiere hervor. So hat z. B. das nordiſche Schaf in den Gegenden von Goth⸗ land, Island, Moskau mehrere Hörner auf dem Ko⸗ pfe, einen kurzen Schwanz, und eine ſteife, dicke und äußerſt ſtörrige Wolle, unter welcher, ſo wie faſt bey allen Thieren in nördlichen Ländern, ein zweyter Pelz von einer weichen, feinern und dichtern Wolle liegt. Drittes Capitel. Afrikaniſche Schafe. Die afrikaniſchen Schafe baben gemeiniglich gar keine, oder nur kurze Hörner, und einen langen Fett⸗ ſchwanz. Der überfluß des Fettes, welches bey unſern Schafen ſich an die Nieren ſetzt, geht bey dieſen Scha⸗ fen unter den Schwanzwirbeln hinab. Man muß dieſe Abänderung dem Klima, dem Futter und der War⸗ tung zuſchreiben; die Race davon iſt mehr verbreitet, als die Race von unſern Schafen, man findet ſie häu⸗ ſig in der Tartarey, in Perſien, Sprien, Agypten, in der Barbarey, Athyopien, Moſambick, in Mada⸗ gaskar, und bis an das Vorgebirge der guten Ho Einige Racen ſind mit Wolle, andere mit Ha und wieder andere mit untermengter Wolle und Haa⸗ —— rn zuglei gcaut, re herab Racen. d Schafedn Tolle haben ſe⸗ Erde, n einen gul den, es n te Piſs d dinen bref dat, d a anäſtenese ſun dem Dad tell, unn 8ſaſen iin r 13 ren zugleich bedeckt. Der Kopf iſt gewöhnlich ſtark vor⸗ gebaut, unten am Halſe entlang haben die meiſten ei⸗ ne herabhangende Wamme. Hier folgen die wichtigſten Racen. 89. 17. Das Guinea⸗Schaf, hat die Größe unſeres Schafes, lange herabhangende Ohren, und ſtatt der Wolle bald ſprödes, bald weiches Haar; die Widder haben lange Mähnenhaare, die bisweilen bis auf die Erde, wie bey Pferden herabhängen. Das Fleiſch hat einen guten Wildgeſchmack, wenn ſie auf Bergen wei⸗ den, es ſchmeckt aber nach Talg, wenn ſie auf ſchlech⸗ ten Wieſen genährt werden. §. 18. Das Marokaniſche iſt größer, als voriges, hat einen breiten Fettſchwanz, der jedoch nicht die Länge hat, daß er die Erde berührt. Dieſes Thier iſt leicht zu mäſten, und liefert in ſeinem Schwanze ein Fett, zum Brennen und Kochen. §. 19. Das Algieriſche⸗Schaf hat eine dichte Krauſe⸗ wolle, und ſtimmt mit den vorigen in ſeinen Eigen⸗ ſchaften überein. §. 20. Das Tafiletter⸗Schaf hat Haare wie eine Kuh; ſoll aber ein ſehr ſchmackhaftes Fleiſch erzeugen. §. 21. Das Madagaskariſche Schaf hat dicke, kurze, ſteife, braune Haare, die wie die eines wohlgexflegten 14 Pferdes glänzen. Bey einigen findet man auch feine Wolle zwiſchen den Haaren. §. 22. b Das Kapiſche Schaf wird im Hottentottenlande und in Egypten gefunden. Sie haben große herabhän⸗ inde 4 gende Ohren, einen dicken, breiten, und ſchweren Fett. in Wi ſchwanz, deſſen Gewicht oft 25 bis 30 Pf. beträgt. ſtzerd Dieſer Schweif wird gewöhnlich auf einen Schub⸗ uüm karren aufgebunden, um im Gehen denſelben fort⸗ i zuhelfen. 6 . 23. miſc, 1 Das Strepſiceros⸗Schaf wird auf Creta, Kan⸗ tuh g4 dien, und den Inſeln des Archipelagus gefunden. Die Hörner ſind gerade aufwärts gerichtet, und ſpiralför⸗ lae ug mig mit einer Rinne umwunden. Die Wolle iſt kaum uT merklich gewellt, und ſie wird von den Teppichmachern und Perückenmachern vorzüglich verarbeitet. In der Gan Walachey iſt dieſes Schaf ſehr gemein, und viele tau⸗ b ſende werden alljährlich davon in alle Theile unſerer he Monarchie, fett verkauft. A §. 24. Tater Der Adimam„oder das große Schaf am Sene⸗ f b gal und in Indien, welches an keinem Orte mit Wolle 8 bedeckt iſt, ſondern ein mehr oder weniger kurzes, 1 k und ein mehr oder weniger ſtörriges Haar hat, nach⸗ 2 dem das Klima mehr oder minder heiß iſt. 5 ⁸ 4 N b ) 3i V AA T uen Eca 24 llben iar Ptta, Ku⸗ ag den. ſcirlin I. iſt tam „Eicmacen 696. Jr N r vielet l unſ iam Ei rit 1 uodet hurs an t, 8 Biertes Capitel. Amerikaniſche Schafe. §. 25. Ovis Padu, das Vigogne⸗Schaf. Dieſes Schaf ſindet man wild im Sommer auf den Cordilleras, und im Winter auf den Ebenen in Chili. Es hat aufwärts ſtehende, kleine glatte Hörner, und läßt ſich leicht zähmen. §. 26. Ovis Glama oder Chama. Iſt in Peru einhei⸗ miſch, und wird wegen ſeiner Haare das Kamehlba⸗ ſtard genannt.. Alle übrigen amerikaniſchen Schafe ſind europäi⸗ ſchen Urſprungs, und bekommen im ſüdlichen Amerika und Weſtindien Haare ſtatt Wolle. Fuͤnftes Capitel. Aſiatiſche Schafe. Ich wichhier die Eintheilung des Herrn Profeſſor Walter henugen, welche mir von allen die vollſtändig⸗ ſte ſcheint. Sie laſſen ſich unter 4 Claſſen bringen: 1. Kurzgeſchwänzte; 2. Langgeſchwänzte; 3. Fettſchwänzige; 4. Mit Fettpolſtern ſtatt der Schwänze. H. 27. *a) Zirkaſſiſches(tſcherkaſſiſches) Schaf. —11 “ 26 §. 28. dlen 2t b) Kabardiniſches Schaf. iiken Ihre Wolle gibt der engliſchen an Feinheit nichts ſt, ma nach. Ein Pfund wird mit 25 Kopeken bezahlt. Die Ramrff noch hier und da im Orenburger Gouvernement vor⸗ zwiſch handen, ſind Nachkömmlinge derjenigen, die Peter Wellch der Große in Kaſan und Aſtrachan einzuführen befahl⸗ ſhafet §. 29. ter iſtt c) Kirgiſer Schaf. wohncc Mit langen Ohren und einem Fettſchwanze, der dete clt oft 30 bis 40 Pf. wiegt, Glöckchen(nonoolak) unten den nin am Halſe wie die Ziegen. Sie haben mehr Haare als ir gle Wolle, bringen 2 bis 3 Junge, und ein ſolches Schaf Pole, wiegt oft 2 Ctr. Sobald ſie aber aus ihren ſalzigen etien Steppen weggeführt, und auf andern Weiden ange⸗ du Mt ſiedelt werden, arten ſie aus. ne, in⸗ §. 30. teuern d) Buchariſches Schaf. Nußerdn Mit großen herabhängenden Ohren, vortrefflicher d ohr ſeidenartiger Wolle, ſtatt des Schwanzes, zwey kleine Fettpolſter. Sie arten leicht aus, und finden ſich in H 6¹ der Bucharey, Perſien, Syrien, Paläſtina, auch in Ga Afrika. In der Jugend haben ſie ein feinlockiges Fell⸗ ſhitm das ſehr theuer verkauft wird, beſonders die ſogenann⸗ danr. ten Baranien⸗ das iſt, Felle ungeborner Lämmer. ſen Vch 4§. 31. Nrevin e) Das Kalmuckiſche Schaf. nen Ei Mit Glöckchen unten am Halſe. Von eben der ſufteſe Race, die man durch die ganze große Tartarey, bey Lolle A Klit niht Jölt. nhent ba⸗ stie Ner ain beiih chrze, R Wo) uuten mpaabe d acs Chij ang ſalzigen dn onge un eflihe a kleie ſti anduch in daps del aaenann⸗ amr. 17 allen Nomaden antrifft, nähmlich mit polſterförmigen dicken Fettſchwänzen, deren Talg ſo weich als Butter iſt, mit hängenden großen Ohren und ſehr krummen Rammsköpfen. Der Natur nach halten ſie das Mittel zwiſchen den kirgiſiſchen und ruſſiſchen Schafen. Ihre Wolle iſt grob mit Haaren gemengt, und die Mutter⸗ ſchafe ſind ſelten gehörnt. Die gemeinſte Farbe darun⸗ ter iſt die weiße mit fleckigen Köpfen, weil ſich die Ein⸗ wohner befleißen, dergleichen zu ziehen, und keine an⸗ dere als ſolche Stöhre ſpringen laſſen. Die Schafe wer⸗ den nur wenig gemolken und nutzen hauptſächlich durch ihr Fleiſch, durch ihren Talg, durch ihre Häute und Wolle, die aber bloß zu Filzen taugt. Im Winter krepiren viele Mutterſchafe und frühgeborne Lämmer, aus Mangel an Wartung. Aus den Fellen dieſer Läm⸗ mer, ingleichen der neugebornen, werden die ſchönen theuern Pelze verfertigt, die man in und außerhalb Rußland ſo ſehr ſchätzt. Zu dieſer Race gehören auch das Schaf der Mongolen und Büräten. * 32. f) Cachemiriſches Schaf. Cachemir(Caſchimir) iſt eine kleine aſiatiſche Land⸗ ſchaft unter dem 33. Grad n. B. und 90. der Länge von Ferro. Sie wird von den Sacken, einem ſehr induſtriö⸗ ſen Volke bewohnt. In dieſem Lande(aber auch in der Provinz Kerman in Perſien) wird das unter dem Nah⸗ men Shawls(Chales) bekannte allerfeinſte, weicheſte, ſanfteſte Gewebe, was Menſchenhände aus thieriſcher Wolle verfertigen können, gemacht, Dieſe Shawls B 18 1. wurden von jeher im Orient gemacht, kamen ſeit dem dett ſow Anfange des vorigen Jahrhunderts über Bengalen ah fanen nach Europa, und ſind noch jetzt ſehr theuer, und doch ette 6 nur ſparſam zu haden, ſind aber über Perſien zu weit Polled billigeren Preiſen zu beziehen, als durch die dritte Hand wurden aus der ürkey. von der In achemir webt man die Shawls theils aus Ziegen, der Woll daſiger Schafe, dann aus der Wolle der breit⸗ teefllch ſchwänzig n tibetiſchen Schafe. Auch wird dieſes feine druͤcklic Gewebe aLande ſelbſt gefärbt. Die theuerſten ſind die Capra weißen Shawls, und nach ihnen die aus ſieben Far⸗ de, ein ben geſtreiften.. Palls Es werden aber auch in Cachemir Shawls aus Ziegenhaaren gemacht. Bartolomei ſagt in ſeiner Rei⸗„ H A ſe nach Oſtindien, daß die feinſten Shawls in Cachemir Ju aus den Haaren einer wilden Ziege verfertiget wurden; hatman dieß hatte auch ſchon Beriner, ein franzöſiſcher Arzt obrie, eines reichen und gelehrten Hofcavaliers des ehemahli⸗ Ace Re gen Großmoguls, der 1664 ſich in Cachemir aufhielt, Titt ſ und ſeine Entdeckungen beſchrieb, erzählt. Ihm dan⸗ inn wih ken wir die erſte Nachricht von den Shawls, und uns Eharte Deutſche hat H. H. Beckmann zuerſt nach der ihm 1 ſltt w eigenen gründlichen Weiſe darüber belehrt. H. H. Beck⸗ mann, der von dem ſel. Pallas ein paar Proben von dieſem Gewebe aus Cachemir mit der Nachricht, daß 1 die Sorten aus Ziegenhaaren gemacht wären, erhalten))! hat, beſtätiget jenes durch ſein vollgültiges Zeugniß. t Endlich erzählt uns ſelbſt Pallas aus dem Munde eines 3 Mannes, der ſelbſt in Cachemir war, daß die Shawls n ſeit dem len auch ä und doch i. einer Nei⸗ Cachemit 1Cachen ren 1 Kuleens * e ſſcher Al „Loemabli⸗ el emahll⸗ rauftiett, . 19 dort ſowohl aus der, den daſigen Ziegen abgekämmten feinen Wolle, alk aus der ſeidenaetigen, und die wei⸗ ßeſte Seide an Glanz und Schönheit übertreffenden Wolle der Schafe in Cahemir und Terman verfertigt wurden. Daß man in Cachemir oher au) Shawls von dem Haare von der Bruſt der tibetiſchen wilden Ziegen, Truz genannt, deren Haar ſanfter als des vor⸗ trefflichſte Kaſtorhaar iſt, verfertigte, ſagt Bernier aus⸗ drücklich, und daß auch die Haare der tauriſchen Ziege, Capra taurica, die m eit koſtbarer und theurer als Sei⸗ de, einen der erſten Stoffe zu den Shawls liefsen, ſagt Pallas an einem andern Orte ausdrücklich. §. 33. 9) Tibetiſches Schaf. In Tibet, wo es Tus⸗Uſſel heißt. Es iſt nach Hackmann viel größer und breiter als alle engl'ſchen Schafe, und hat einen Fettſchwanz von 30— 40 Pf. Ihre Wolle gehört zu der feinſten und wird theils in Tibet ſelbſt verarbeitet, vorzüglich aber wird mit ihr ein wichtiger Handel nach Cachemir getrieben, wo Shawls daraus verfertiget werden.— Man hat da⸗ ſelbſt weiße, rothe und graue. .§. 34. h) Tauriſches Schaf. Auf der Halbinſel Krimm, dreyerley Racen. a) Die Race der Ebenen hat Wolle mit untermiſch⸗ ten Haaren, ihre Lämmer haben krauslockige Pelze, die mit Gewinn nach Pohlen verkauft werden. B 2 ö 8 20 b) Die Gebirgsraee hat feine, ſehr lange Wolle. Ihre Heerden wandern beym Anfange der heißen Witterung auf die Bergebenen, und bey dem Anfang der Kälte in die Thäler, ſie bleiben alſo faſt jederzeit in gleicher Temperatur. c) Die dritte Race begreift die grauen Schafe. §. 35. ¹) Kolchiſches Schaf. Aus der Landſchaft Kolchis in Kleinaſien, woher ehemahls bekanntlich das goldene Vließ gehohlt wurde. §. 36. k) Miſoriſches Schaf. Aus dem Reiche Miſorie in Oſtindien. Unter al⸗ len Schafen das lebhafteſte und zahmſte. Die Wolle am Kopf und Hals iſt kraus, von bräunlicher Farbe, am Rücken und Bauche weiß, übrigens grob und hart. Aber die beſondere Lebhaftigkeit und Zartheit dieſer Thiere hat ſie ſeit undenklichen Zeiten zu Hausgefähr⸗ ten und Begleitern der Gantros gemacht. §. 37. 1) Das Schaf aus Irak⸗Arabi. An den Ufern des Euphrats und Tigris und in den ſüdlichen Gegenden ſind ſie beſonders vortrefflich, und der Araber ſieht auf ihre Abſtammung eben ſo ge⸗ nau, als auf das Geſchlechtsregiſter ſeiner Pferde. §. 38. m) Das Schaf aus Saba. Einer Inſel bey Neu⸗Guinea, von Cook zuerſt keſhtie ropäſ lch v trag ner, rudh i ihei lihe d nie me Aade 1 riglc Shwe einie temit ſad. vüdd breite Tfund fatren ruhelf Grrie n Wolle heißen ey dem den alſo V afe. 1, woher t wurde. Unter al- ie Wole er Farbe, und hart. eit dieſer usgefäͤht⸗ s und in ortrefflich, ben ſo ge⸗ Pferde. Cook zuerſt 21 beſchrieben. Mit breiten, langen, herunterhängenden Oh⸗ ren, ſtatt der Wolle Haare. Sechstes Capitel. Südeindiſche Schafe. 3rd 3745: 39. Die Engländer brachten auf Neuholland viele eu⸗ ropäiſche Schafe, wo ſich die Heerden jetzt außerordent⸗ lich vermehren, und einſtens einen nahmhaften Bey⸗ trag für ihre vielen Fabriken liefern können. Merkwürdig iſt es, in Südamerika und in Gui⸗ nea, wo die Schafe kein einheimiſches Geſchlecht ſind, auch nicht ſo glücklich als Pferde, Eſel, Ochſen und Kühe fortkommen, daß dieſe Thiere daſelbſt eine förm⸗ liche Verwandlung ihrer Wolle in ordentliche Haare, wie man es auch in andern Gegenden zwiſchen den Wendezirkeln bemerket, erfahren müſſen. überhaupt in heißen Ländern ſiehet man gemei⸗ niglich nur Schafe von kurzen Hoͤrnern und langem Schwanze, von welchen nach Maßgabe des Klimas, einige mit Wolle, andere mit Haare und wieder ande⸗ re mit Haaren und untermengter Wolle zugleich bedeckt ſind. In der Barbarey, Arabien, und überhaupt dem nördlichen und ſüdlichen Afrika, gibt es Schafe mit breiten dicken Schwänzen, deren Gewicht oft über 30 Pfund wiegt, und welcher gewöhnlich auf kleine Schub⸗ karren gebunden wird, um im Gehen denſelben fort⸗ zuhelfen. In den gemäßigten Ländern, als Perſien, Syrien, Egypten, iſt die Wolle derſelben halbfein; in 3 5 84 22 wärmern Gegenden hingegen verwandelt ſie ſich, wie ſchon geſagt, in ein mehr oder weniger ſtörriges Haar.— Auch erhält unſer deutſches Schaf, wenn ſolches in das füdliche Amerika gebracht wird, Haare. Die mannigfaltigen Varietäten der Schafe, ihre Abſtufungen und Schattirungen, die von verſchiedenen Himmelsgegenden, verſchiedenartiger Nahrung, Begat⸗ tung ꝛc. herrühren, wodurch ſich ausgezeichnete Racen in den verſchiedenen Welttheilen gebildet haben, ſind ein intereſſanter Gegenſtand für die Naturgeſchichte, und dienen zugleich zum Beweiſe, wie vorſichtig man bey der Aufzucht dieſer Thiere zu Werke gehen muß. Siebentes Capitel. Europäiſche Schafe⸗ §. 40. „Ovis Germanica. a.) Unſer Schaf befindet ſich nur in Europa, jedoch auch hier ſchon unter mannigfaltigen örtlichen Ver⸗ ſchiedenheiten und Vermiſchungen, und einigen gemäßigten Provinzen von Aſien. Bringt man es nach warmen Ländern, z. B. nach Guinea, ſo verliert es ſeine Wolle und wird mit Haar bedeckt. Es iſt meiſt ungehörnt, und hat mehr hohe als niedere Füße. Gewöhnlich iſt die Farbe weiß, und der Kopf und die Füße haben die rothe oder ſchwärzliche Farbe des Muflons, des Stamm⸗ thieres vom ganzen Schafgeſchlecht. Die Wolle dieſer Race iſt nach Maßgabe der örtlichen Um⸗ ie ſich, wie es Haar.— lches in das Schafe, ihre erſchiedenen ung, Begat⸗ hnete Racen haben, ſind urgeſchichte, ſichtig man hen muß. k. opa, jedoc tlichen Ver⸗ und einigen ngt man ai Guinea, ſe aar bedeckt. hr hohe älh arbe weiß⸗ e rothe oder 3 Stamm⸗ Die Wolle tlichen Um⸗ 23 ſtände und Pflege, ſehr verſchieden und theils ſchlecht und ſtichelhaarig, theils zu guten Mitteltü⸗ chern brauchbar. Mit der Dichtheit des Vließes und Quantität der Wolle dieſer Thiere, hat es gleiche Beſchaffenheit, ſo wie auch mit der Quan⸗ tität und Qualität des Fleiſches. Mon hat ſchon mehrere Verſuche mit der Ver⸗ edlung inländiſcher Schafe in ſich ſelbſt gemacht, ging aber meiſtens zu der Merino⸗Kreutzung über. §. 41. b) Das Heidſchaf, Heidſchnucke, iſt eine kleine Art, das man in Frankreich und Teutſchland vorzüg⸗ lich in den Heidgegenden des Lüneburgiſchen und Bremiſchen antrifft, welches nur in derley ma⸗ gern Heidgegenden lebt, und auf einer fettern Weide ſich geſchwind fett und krank frißt. Ihre Wolle iſt meiſt grob und haarig, doch gibt es auch ſolche, die unter der längern groben auch feine kurze Wolle tragen, die aber mühſam zu ſortiren iſt. Sie werden gewöhnlich zwey Mahl geſchoren und liefern 1 bis 1 ½ Pf. Wolle. Die Wolle wird zu Hüten und groben Zeugen, mit Hanf zuſammengewebt, verwendet. Zu Saallei⸗ ſten feiner Tücher wird ſie auch verwendet. Ge⸗ wöhnlich ſind die Heidſchafe gehörnt, und da ſie Winter und Sommer von Heidekraut leben; ſo koſtet ihr Unterhalt zwar wenig, dagegen gewäh⸗ ren ſie auch nur einen ſehr geringen Nutzen. Ihr Fleiſch iſt feinfaſerig und ſaftig, und das Ge⸗ wicht eines Maſthammels beträgt nicht über 25 Pfund. 48 §. 42.. c) Die Mecklenburger Spiegelſchafe führen ihren Nahmen von einem blauen wolligen Ring um die Augen. In Schleſien, Öſterreich, Böhmen, Mähren, Sachſen, Preußen iſt das gemeine deutſche Land⸗ ſchaf mit geringem Unterſchiede einheimiſch, und ſeine Veredlung, durch ſpaniſche Widder, wird ſtark betrieben. §. 43. d) Die fränkiſchen ſind theils Spiegel⸗, theils Zau⸗ belſchafe; letztere die weichlichſten von allen deut⸗ ſchen Schafen. §. A4- e) Die ſchwäbiſchen Zaubelſchafe ſind etwas kleiner als die fränkiſchen. Ihre Wolle iſt ſehr langhaa⸗ rig, grob und kann einſchürig nicht leicht zu et⸗ was andern als Kotzen verwendet werden. Die königlichen Schäfereyen haben allbereits durch ſpa⸗ niſches Vieh ſchöne Fortſchritte gethan, und von hieraus iſt der Landſchlag hin und wieder ſchon ziemlich verbeſſert worden, auch hat man die ein⸗ heimiſche Race durch Paduaner und Pergamas⸗ ker Blut, ſchon in frühern Zeiten, hin und wie⸗ der etwas veredelt. §. 45. f) Im Heſſiſchen iſt die Schafzucht noch ſehr zurück, über 25 ren ihren Ring um Mähren, che Land⸗ iſch, und der, wird eils Zau⸗ len deut⸗ s kleiner langhaa⸗ ht zu et⸗ een. Die urch ſpa⸗ und von er ſchon die ein⸗ gamas⸗ ind wie⸗ zurück, , 25 und man hat hier eine hochbeinige, etwas lang ge⸗ ſtreckte, und eine kurzbeinige kleinere Race, die grobe Wolle erzeugen und von keinem Wer⸗ the ſind. §. 46. 8) Das frieſiſche Schaf in der Marſch zwiſchen Dun⸗ ckern und Huſum, hat wegen der Gleichheit der Fettweiden, der Behandlungsart, Uhnlichkeit des Klimas, viele Uhnlichkeit mit dem Alt⸗ Leizeſter⸗ ſchirer in England. Dieſes Schaf artet aus, ſo⸗ bald es auf trockene Weiden kommt. Es iſt 32 Zoll hoch, vom Nacken bis zur Kopfwurzel des Schwanzes 46— 48 Zoll lang. Es liefert eine 4— 5 Zoll lange grobe Wolle. Dieſe Race iſt übrigens ſehr hart und ein großer Theil bringt den Winter im Freyen zu; wogegen ſie vollauf entweder durch ſtark nährende Weiden, oder durch einen Erſatz an anderm Futter, genährt werden müſſen. Sie wirft gewöhnlich zwey Lämmer. §. 47. h) Die Eiderſtädter Schafe. Dieſe Race iſt klei⸗ ner als die fränkiſche und hat gewöhnlich keine Wolle, ſondern nur kurze Haare am Bauch, Vor⸗ derarmen und Schenkeln; dagegen iſt ihre Rü⸗ ckenwolle lang. Es gibt auch Schafe dieſer Race von ſchwarzer Farbe, die nicht viel ins Röthliche fällt, ſie werfen wie die frieſiſchen mehrentheils zwey Lämmer. 26 §. 48. di ¹) Dittmarſcher Schafe. Ihre Wolle iſt 4—5 Zoll 1 lang, nur mittelmäßig fein, aber ſehr geſchickt zum d Kämmen. Ein Schaf liefert 6— 7 Pfund ſol⸗ 8 cher Wolle, und dieſe Race nebſt der folgenden 1 ſind ſogenannte Marſch⸗Schafe, die im Sommer f ihre Nahrung in den tiefeſt gelegenen Niederun⸗ 9 gen erhalten. Es iſt eine Eigenthümlichkeit die⸗ g ſes Marſch⸗Viehes, daß es 2—3 auch A Jun⸗ 3 ge wirft. 1 §. 49. an k) Die Geeſtſchafe ſind däniſchen Urſprungs und V 1 haben viele Uhnlichkeit mit voriger Race. Sie ha⸗ m ben 2— 4 Hörner, die krumm und zurückgebogen li ſind. Die Beine ſind hoch, fein und ſchlecht geſtellt nei und eben ſo wie der kurze Schweif ohne Wolle; wer aber dagegen mit kurzen feinen Haaren bewachſen, ſhe der Bauch iſt mit keiner Wolle verſehen. Das V g Temperament iſt wild, die Wolle ſtraubig, grob⸗ n und bildet gewöhnlich einen Pelz von drey ver⸗ ſchiedenen Haarſorten. Dieſe Schafrace gehört in))? den fetten Kremper und Vieſtermarſch und iſt in 1 dem Herzogthum Hollſtein zu Hauſe. t §. 50. 9 Ovis Danica. Däniſches Schaf. w a) Das urſprünglich däniſche Schaf zeichnet ſich durch Folgendes aus. Der Kopf iſt glatt, die Oh⸗ ren beynahe gerade und aufrecht ſtehend. Die 1 Widder ſind gewöhnlich 2 oder A hörnig, und -5 Zoll hickt um fund ſel folgenden Sommer Niederun⸗ hkeit di h4 Jun⸗ ungs und 2. Sie ha⸗ ückgebogen ich geſtelt ne Wole; bewachſen, hen. Das nbig, grob⸗ drey ver⸗ gehört i und it in eichnet ſch tt, die O⸗ ehend. Di örnig, un 27 die Schafe haben ſehr oft auch Hörner. Die Hör⸗ ner ſind nicht ſo ſtark geriffelt, und nicht ſo gewun⸗ den als bey den ſpaniſchen. Sie haben ein wildes Temperament und ſpringen über alle Einhägun⸗ gen. Bey den recht grobwolligen däniſchen Scha⸗ fen findet man im Frühjahr bey der Schur, eini⸗ ge lange ſteife Haare, die aus dem Pelz hervorra⸗ gen und dann loſe ſitzen. Sobald die Schafe eini⸗ ge Zeit geſchoren ſind, ſieht man ſie von neuem aus der Wolle hervorſtechen; die zeitiger als die andern Wollhaare wachſen. Der übrige Pelz be⸗ ſteht aus ſehr ſtraubigem Wollhaar, das aber— mahls wieder ſehr feine ſeidenartige Haare ver⸗ birgt. Die echten däniſchen Schafe ſind an den meiſten Orten mit friſiſcher Race vermiſcht, und werden nun bald durch den feinwolligen ſpani⸗ ſchen Schafſtamm allgemein eine große Vered⸗ lung erhalten. Auf den jütiſchen Heiden findet man ſie indeß nach Janſon ziemlich unvermiſcht. §. 51. b) Das feinwollige jütiſche Heideſchaf verdient mehr Aufmerkſamkeit, als man ihm gibt, da man ihre Wolle ſowohl zum Tuche, als zur Verferti⸗ gung der Hüte brauchen kann. Dieſe Schafzucht wird in allen Stücken ſehr vernachläſſigt, man trifft keine Wahl bey der Begattung, ihre Stal⸗ lungen ſind verpeſtete Kerker, und dieſes alles trägt zur Ausartung bey. Die jütiſche Wolle lie⸗ fert ein eben ſo gutes Tuch als die portugieſiſche, „ “ ““ E K 5. wenn man beym Walken beobachtet, daß ſie ſich lat in in halb ſo viel Zeit im Verhältniſſe zum Tuch: 5 pürd aus ſpaniſcher Wolle walken läßt. Für den Hut⸗ 7 macher iſt die jütiſche Wolle auch nützlich, weil ſie in Norr ſich gut filzt. reyen §. 52. von Die Ovis Norwegica. Das norwegiſche Schaf. und Eo Die norwegiſchen Schafe ſind von derſelben Race, ſo lange als die däniſchen, aber in einigen Orten in Norwegen herzogt haben ſie durch engliſche Schafe eine wichtige Vered⸗ Nace ſic lung erhalten, ja ſelbſt durch ſpaniſche Widder, durch jenſeits welche ſie wollreicher geworden ſind, und zugleich eine in Finnm feine Wolle angenommen haben. Sie haben indeſſen RRtanal noch nicht diejenige Verbeſſerung erhalten, die ſie in Staßt an Rückſicht auf Norwegens Boden und Himmelsſtrich daäen hätten erhalten können, weil man ihnen im Allgemei⸗ V in und nen keine richtige Behandlung, in Anſehung der Pfle⸗ ge, Paarung und Schur gegeben hat. V da Die engliſchen Widder haben nach Janſon die de wodich Schafzucht im Stadanger Amte beſonders verbeſſert; Jahren d der Beſitzer von Udſterskloſter hat ſich von England ner von Schafe kommen laſſen, und von dieſer Schäferey hat vohner be ſich die Race zum erwähnten Amte ausgebreitet, wo⸗ V nen. Da ſelbſt man 82000 Schafe zählt, und wo man an ver⸗ un dahe ſchiedenen Stellen einſchürige Schafe hat, die 3— 5 Pf. linthlen Wolle geben. Die wichtige Verbeſſerung, welche die werfen n Schafzucht in den Schmahlenen erhalten hat, ſoll von pelz dn einem ſpaniſchen Bocke kommen, der vor 50 Jahren firxemg nach der Weſtſeite von Norwegen gekommen iſt, man in Iu 1 TA, ſie ſich n Tuch n Hut⸗ weil ſie f. Race, rwegen Vered⸗ „durch ich eine ndeſſen ſie in löſtrich gemei⸗ t Pfle⸗ on die eſſert; agland ey hat , wo⸗ n ver⸗ 5 Pf. he die l von ahren „man 29 bat in ebenerwähnten Schmahlenen Schafe, die bis 5 Pfund Wolle geben. Noch nördlicher als hier iſt die engliſche Schafzucht in Norwegen ausgebreitet. Man ſindet große Schäfe⸗ reyen engliſcher Race auf den Inſeln in der Gegend von Drontheim.— Die daſigen Schafe gehen Winter und Sommer unter offenem Himmel, und tragen eben ſo lange und feine Wolle, wie die frieſiſchen in dem Herzogthum Schleswig. Von dieſen Inſeln hat jene Race ſich nach dem nördlichſten Theile Norwegens weit jenſeits des Polarzirkels verpflanzt. Man findet ſie ſelbſt in Finnmarken, wo ſie ſich über 30 Jahre unverän⸗ dert erhalten hat. Hieraus erhellet, daß feinwollige Schafe auch unter den allerkälteſten Himmelsgegenden gedeihen können, wenn ſie nur eine gute Pflege erhal⸗ ten und zweckmäßig gepaart werden. §. 53. Das färöiſche Schaf, iſt ſeiner urſprünglichen Ra⸗ ce nördlichen Urſprungs; denn da vor mehr als 200 Jahren dieſe Schafe ausſtarben, ſo ließen die Bewoh⸗ ner von Nordeufjord Schafe von Island und die Be⸗ wohner von Söndeufjord Schafe von Hetland kom⸗ men. Den gegenwärtigen Schafſtamm auf Färö kann man daher in die Norden⸗ und Söndeufjordſche Race eintheilen. Beyde Racen ſind ſehr grobwollig, gehörnt, werfen wie alle ſchlecht gehaltenen Schafe jährlich ihren Pelz von ſelbſt ab, und leben das ganze Jahr unter freyem Himmel. Die Wolle, welche die Schafe auf Fä⸗ rö im Juny noch nicht abgeſchoben und verloren haben⸗ , 30 reißt man dieſen Thieren mit Gewalt aus, durch wel⸗ lch che grauſame Behandlung das Blut dann oft aus der uW Haut heraustritt. Den Gebrauch der Wollſcheere kennen ten die Färöer nicht, ſondern ſie ſammeln die Wolle zu ver⸗ ter ſchiedenen Zeiten auf. Dieſe Schafe führen gewöhnlich we ein ganz wildes Leben, und ſie ſind auf klein Dinne ſo rch wild, daß man, um ihrer habhaft zu werden, ſie ſchie⸗ rad ßen oder mit Garn fangen muß. Nicht einmahl im den ſtrengſten Winter gibt man ihnen Obdach, welches ein b) D abermahliger Beweis iſt, daß die Schafe in dem kälte⸗ von ſten Norden fortkommen können. Die Springzeit tritt—) A hier im December ein, und halbjährige Widder läßt 96“ man ſchon zur Paarung gebrauchen. V d. §. 54. ſeten Ovis Aries. Das ruſſiſche Schaf. 537 ametrefen Das gemeine nordiſche Schaf(Ovis Aries) findet nan hiuſig man auf den großen ruſſiſchen Steppen verbreitet. Es ſt rero hat einen langen glatten Kopf, die Ohren beynahe ge⸗ ttalar rade und aufrecht ſtehend. Die Beine ſind fein und ſalicen un ſchlecht geſtellt, der Schweif iſt kurz und ſo wie der c in Ge Bauch ohne Wolle, aber dagegen mit einem kurzen m lande Haar bewachſen, das Haar äußerſt grob und mit Wolle G it de vermengt. Man will die Erfahrung gemacht haben⸗ eaaddnbeſ daß Lämmer, die aus der Paarung dieſer Schafe mit ſa i, dem Geisbocke entſtehen, der Mutter gänzlich gleichen, durübet, außer daß ſie eine ſehr haarige Wolle haben. kuonten in §. 55.— Dunntum Ovis Hungarica. Ungariſches Schaf. des wenn a) Das eigentliche ungariſche Zackelſchaf lebt vorzüg⸗ reneghlt 4 A H AE ch wel⸗ nus der kennen zu ver⸗ öhnlic dinne ſo ie ſchie⸗ ahl im ſches ein n kälte⸗ eit tritt der läßt ) findet tet. C6 nahe ge⸗ in und wie der kurzen tWolle haben, afe mit leichen, vorzüg⸗ 31 lich in den Gegenden der Theiß und in Syrmien. Aus ſeiner 5— 6 Zoll langen Wolle werden Ko⸗ tzen, und aus den Fellen Bunda's, oder Win⸗ terpelze fabrizirt. Dieſes Thier iſt ſehr zum Fett⸗ werden geneigt und ſein Fleiſch iſt zwar grobfaſe⸗ richt aber kräftig und wohlſchmeckend. Es hat ge⸗ rade ſehr lange Hörner, welche ſpiralförmig gewun⸗ den ſind. b) Das ſyrmiſche Schaf ſcheint eine bloße Abart da⸗ von zu ſeyn. c) Die deutſchen Schafe ſind hier auch einheimiſch. d) So auch ein Mittelſchlag von beyden. Die Schafzucht wird wohl in keinem Lande in größerem Flor und zugleich verwilderter Nachläſſigkeit angetroffen und betrieben, als in Ungarn. Obgleich man häufig Heerden von vielen tauſend Stücken von höchſt veredelter Art ſiehet, welche ihre Veredlung un⸗ mittelbar von ſpaniſchen Widdern, theils aus den kai⸗ ſerlichen und Privatſchäfereyen erhalten haben; ſo bleibt doch im Ganzen genommen noch unendlich viel in die⸗ ſem Lande für dieſen Wirthſchaftszweig zu thun übrig. Es gibt dermahlen nirgends in der Welt ſo zahlreiche Heerdenbeſitzer als in dieſem Königreich, und unter die⸗ ſen viele, welche 3o— 40 bis 100,000 Stücke, auch darüber, ja ſogar veredelte beſitzen; und die meiſten könnten im Verhältniß ihres Grundbeſitzes das doppelte Quantum ernähren. Solche Thatſachen werfen, beſon⸗ ders wenn ſie ſich, wie es hier der Fall iſt, auf Dün⸗ gerverhältniß mit den Acker⸗ und Wieſengründen be⸗ 32* gründen, ein großes Licht auf die innere noch ſchlafen⸗ de Kraft des Landes, und das unverſiegbare Vermö⸗ gen ſo vieler Staatsbürger aus den Ständen des Reichs. §. 56. Ovis Polonica. Pohlniſches Schaf. a) Das pohlniſche Schaf iſt von unſern deutſchen we⸗ nig verſchieden. Es iſt hochbeinig, hat einen langen Hals, kah⸗ len Kopf bis hinter die Ohren, und iſt gewöhnlich na⸗ ckend am Bauche; die Wolle iſt, ſo wie bey unſern unveredelten Schafen, gewöhnlich ſchlecht. V In dieſem Reich liegt noch ein unſchätzbares Ver⸗ V mögen für den Staat, und ſeine individuellen Be⸗ wohner, von Seiten dieſes Wirthſchaftszweiges in der Dunkelheit begraben; und bey dem allgemeinen Schwung der Landwirthſchaft iſt es wahrſcheinlich, daß die rei⸗ chen Güterbeſitzer auch hierin dem Beyſpiel der be⸗ nachbarten Staaten bald folgen werden. 8. 57. Ovis macroura, Schreb. Langgeſchwänztes Schaf. Dieſes Schaf ſindet man in Podolien und der Ukraine. Die Lämmer werden mit Decken von Lein⸗ wand benähet, um die bekannten ſehr krauslockigen Läm⸗ merfelle dadurch zu erhalten, die bey den Kirſchnern ſtark im Handel gehen, und allgemein bekannt ſind. Die Bauern machen daſelbſt die jungen Lämmer in Leinen ein, die jedoch nur einen ſchwachen Druck auf die Woile verurſachen darf, und der leinene Überzug in dem Verhältniß, wie ſie wachſen, vergrößert wird. digli vume durch wird. Sch V folge nuct henden ſtung ſheere ſchlafen⸗ Vermi⸗ es Reichs. tſchen we. vals, kaß onlich na⸗ ey unſen ares Ver⸗ hellen Be⸗ ges in der Schwung ß die ti⸗ - der be Schaf⸗ und der oon Lein⸗ hen Läm⸗ eirſchnern t ſind. Lämmer Druck uf überzug ert witd, 33 Täglich müſſen dieſe überzüge auf den Lämmern mit warmem Waſſer nur ſehr mäßig beſprengt werden, wo⸗ durch das Pelzwerk weicher, krauſer und glänzender wird. Ich habe ſchon Verſuche mit unſern deutſchen Schafen damit im Kleinen, mit dem nähmlichen Er⸗ folge, gemacht, und bey unſerer vielbedeutenden Schaf⸗ zucht leuchtet hier ein neuer glänzender Induſtriezweig bey ſolchen Lämmern hervor, welche für den Fleiſcher beſtimmt werden.— §. 58. Ovis Belgica. Belgiſches Schaf. Das flämmiſche Schaf iſt darunter die Hauptrace. Sie kommen urſprünglich aus Oſtindien, von wo ſie vor mehr als 150 Jahren von den Holländern nach Eu⸗ ropa gebracht wurden. Sie bringen jährlich mehrere Läm⸗ mer zur Welt, und man hat die Bemerkung gemacht, daß die wiederkäuenden Thiere, welche man aus In⸗ dien nach Europa brachte, mehr Fruchtbarkeit als die europäiſchen haben. Die Wolle dieſer Thiere iſt halb⸗ fein, und ſie ſind eine vortreffliche Race auf Fettwei⸗ den, indem ihr Fleiſch von großer Güte iſt,— die Län⸗ ge beträgt 5 Fuß und ihr Gewicht 170— 180 Pf. Man hat mehrere Abarten davon. §. 59. Ovis Hollandica. Holländiſches Schaf. Dieſe Race hat viel Ahnlichkeit mit der vorherge⸗ henden, und man hält dafür, daß ſie aus einer Mi⸗ ſchung von dieſer dann, der Lincolnſhirer und Leiceſter⸗ ſhirer entſtanden iſt. C * * §. 60. Ovis Suecica. Schwediſches Schaf. Das ſchwediſche Nationalvieh iſt grob, und lie⸗ fert nur wenige Wolle. In dem vorigen Jahrhundert hat die Schafzucht aber in dieſem nördlichen Staate einen neuen Schwung durch die Kreutzung mit ſpani⸗ ſchen Böcken erhalten, und dieſes Reich hat dadurch dem übrigen Europa, das erſte große auffallende Bey⸗ ſpiel von der Veredlung der Schafe gegeben, indem ſich die ſchwediſche Regierung eine Heerde aus Spanien zu verſchaffen geſucht hat. Es wurde dadurch der Grund zu einem unvergänglichen Nationalreichthum für Schwe⸗ den gelegt, und der Beweis gegeben, daß man durch eine zweckmäßige Manipulation auch im hohen Norden die ſpaniſche Schafzucht einführen kann. §. 61. Ovis Islandica. Das isländiſche Schaf. Das isländiſche Schaf iſt wegen ſeiner dauerhaf⸗ ten, der Strenge ſeines Klimas Trotz biethenden Con⸗ ſtitution, und wegen der kärglichen Koſt, womit es ſich begnüget, allgemein bekannt. Es hat 4— 6 Hör⸗ ner, die theils durch die Natur, theils durch die Kunſt gebildet werden, indem man eine Schönheit darin fin⸗ det, wenn die Schafe ſtark gehörnt ſind. Zur Errei⸗ chung dieſes Ziels pflegt man ihnen auch die Hörner mit Mühe zu ſpalten, indem die geſpaltenen Theile ſich zwar ausheilen, aber nicht wieder zuſammen wachſen. Doch ſoll es auch ungehörnte Schafe in Island geben. Dieſe Racen haben lange haarige und dazwiſchen gani nit d Grund tnde mien, K 4 M d le⸗ undert Staate ſpani⸗ adurch e Bey⸗ indem panien Grund Schwe⸗ durch Rorden jerhaf⸗ Con⸗ nit es Hör⸗ Kunſt in fin⸗ Errei⸗ eer mit le ſich achſen. geben. riſchen 35 auch ſehr feine Wolle. Man behandelt dieſe vortreffli⸗ che Schafrace daſelbſt ſo grauſam und unwirthſchaftlich, daß man ihnen die Wolle nicht abzuſcheren, ſondern abzurupfen pflegt. Man rechnet, daß ein isländiſches Schaf mindeſtens 1 Pf. 5 Loth ſeidenartige, 24 Loth grobe, und 5 Loth von den lang hervorſtehenden ſtei⸗ fen Haaren erzeugt. Dieſe Race würde, wenn man ſie nicht ſo vernachläſſigte, und regelmaßig ſcheeren moͤch⸗ te, einen weit höhern Nutzen einbringen. Da man auf keine Wintervorräthe für ſie beſorgt iſt, ſo ſind ſie im Winter in ihrem ſtrengen Klima ſich ganz überlaſſen. Sie pflegen aus Inſtinkt ihre Nahrung mit den Füßen unter dem tiefſten Schnee zwar zu ſu⸗ chen, aber oft genug pflegt es auch zu geſchehen, daß ganze Heerden durch den Schnee verwehet werden, und vor Hunger jämmerlich krepiren müſſen. §. 62. Ovis Turcica. Türkiſches Schaf. Das wallachiſche und macedoniſche Schaf, iſt im Grunde ein und dieſelbe Race, ſie haben ſehr lange ge⸗ rade Haare, und man ſindet dieſe Schafe auch in Syr⸗ mien einheimiſch. Ihre Wolle taugt nur zu Kotzen und Winterpelzen für Menſchen. §. 63. Die Moldauer⸗Race trägt viele, lange, jedoch grobe Wolle, die aber auch nicht einmahl für Mittel⸗ tücher taugt. Dieſe türkiſchen Schafe liefern ein fettes, gtoles Fleiſch, das jedoch dem Kenner, deſſen Gaumen an C 2 36 den Geſchmack des feinzaſerichten veredelten Viehes von ſdaniſcen Abkunft gewöhnt iſt, nicht ſchmecken will. Ovis Italica. Italieniſches Schaf. In Jtalien haben ſich mehrere Schafracen gebil⸗ det, von denen wieder andere Abarten entſtanden ſind. Die vorzüglichſten Racen ſind folgende: §. 64. Die neapolitaniſchen Schafe, welche theils aus Wanderſchafen, theils aus ſtill ſtehenden Schafen be⸗ ſtehen. Erſtere pflegen jährlich aus den Gebirgen von Abruzzo, welche in der ſchönen Jahreszeit vortreffliche Weiden für die Schafe erzeugen, bey eintretender Käl⸗ te in das gemäßigte Klima der Ebenen von Apulien zu wandern, von der reichlichen Weide allda im Winter zu leben, und im Frühjahr wieder die Gebirgsweiden von Abruzzo zu beziehen. Letztere wandern nicht, und werden des Nachts in Ställe oder im Freyen in Netze getrieben. Die Wolle von dieſen wird im Lande zu gro⸗ ben Tüchern verwendet. Die von den apuliſchen Wan⸗ derſchafen liefern eine etwas beſſere Wolle; man pflegt ſie jährlich zwey Mahl, nähmlich im April und July zu ſcheeren, wodurch ſie an ihrem Werth verliert, indem die nicht ausgewachſene Wolle zu mancherley Gebrauch nicht geſchickt iſt. Man melkt dieſe Schafe und vermiſcht ihre Milch mit Ziegenmilch, woraus ein vortrefflicher Fettkäs bereitet wird. Die Schafe aus Apulien und Abruzzo liefern ein vortreffliches Fleiſch, ſie werden größtentheils nach Tos⸗ cana und Rom zum Schlachten getrieben. rn en gebil⸗ den ſind. eils aus afen be⸗ rgen von rtreffliche der Käl⸗ pulien zu VWinter gsweiden cht, und in Retze de zugto⸗ en Wan⸗ an pflegt HJulyzu , indem Gebrauch vermiſcht treffliher efern ein nach Tob⸗ 37 §. 65. b) Das Paduaner⸗Schaf zeichnet ſich durch ſeinen ſtarken Körperbau, hohe ſtarke Füße und fehler⸗ haften ſtarken Knochenbau aus. Es liefert wenig und mittelmäßig gute Wolle, und bedarf zu ſei⸗ nem Fortkommen ſehr ergiebige und fruchtbare Weiden. §. 66. c) Die Bergamasker Wanderſchafe liefern ein ſehr fettes Fleiſch, das aber grob und nicht wohlſchme⸗ ckend iſt. Sie tragen den Kopf gewöhnlich hoch, haben lange herabhängende Ohren, und eine ſtarke gewölbte Naſe. Ein Zjähriger Hammel wiegt 80 bis 90 Pf., welches ein ſehr unbedeutendes Ge⸗ wicht für einen ſo großen Schlag von Vieh, und ein abermahliger Beweis iſt, wie unverhältniß⸗ mäßig wenig innern Gehalt, ein grobes, lockeres, ſchwammigtes Fleiſch, gegen ein feinzaſeriges fe⸗ ſtes hat: wo das Fett zwiſchen dem Fleiſch und den beſondern Muskeln, ſtatt bloß auf der Ober⸗ fläche ſich befindet. Im Geſchmack findet dießfalls ein unglaublicher Unterſchied Statt, zum Vortheil. der kleinen kurzwolligen Schafracen; die, wo ſie mit der Localität harmoniren, nach unſern neue⸗ ſten Erfahrungen durchgängig, in jedem Betracht, eine bey weitem größere Gewinnſumme von einem beſtimmten Stücke Landes, in einer beſtimmten Zeit, abwerfen, als von einer Race, die entge⸗ gengeſetzte Eigenſchaften hat. Die thieriſche Pro⸗ duction iſt von der leoniſchen Race— wie entſchei⸗ dende Reſultate bewähren, die größte, und je mehr die Meſtitzen dieſer Race dem Urſtamme ſich nähern, deſto mehr leiſten ſie dießfalls. Die Schäfer machen mit ihren Heerden Wande⸗ rungen auf die Schweitzer⸗Alpen; gegen den Winter kehren ſie nach Piemont zurück. Dieſe Schafe werden auch gemolken, und weil ein derley Thier täglich nur 5 bis 6 Eßlöffel voll Milch gibt; ſo nehmen ſie auch Kühe mit auf ihren Zug, um die Milch davon mit je⸗ ner der Schafe zu vermiſchen und gute Schafkäſe zu machen. Auf der Rückreiſe werden die Schafe in dem Orte Burgofeſto geſchoren, und die Wolle, ſo wie in Spanien, erſt nach der Schur gewaſchen; ein Gebrauch, welcher in jedem Lande, durch Landesgeſetze, ſowohl der Geſundheit des Schafviehs wegen, als auch um ein wechſelſeitiges Vertrauen zwiſchen Käufer und Verkäu⸗ fer zu begründen, eingeführt werden ſollte. hle§. 67. Ovis Gallica. Franzöſiſches Schaf. In der urſprünglich franzöſiſchen Race kann man mehrere Spielarten von Schafen unterſcheiden. Es iſt von mehr, als mittlerer Größe, und erzeugt ſehr mit⸗ telmäßige Wolle; unten am Bauche und Hals iſt es faſt nackt. An den verſchiedenen Kennzeichen der Rouſ⸗ ſilloner⸗, Berryer⸗, Ardenner⸗, Boucaironner⸗, Nor⸗ männer⸗Race, kann man leicht die Abarten erkennen. Die beſten Wolleſchafe von urſprünglich franzöſiſchen Schafen, findet man bey Brienne in Berry. Die mei⸗ 2* 1. ſien d ſpani ſhein ſchen Sch über uige durc ſch hben, nß Kal Ande düſem teſche ſtei hen bouil Yih Jaht ſien icerr lge entſchei⸗ „ und je tſtamme lls. Wande⸗ Winter e werden glich nur ſie auch n mit je⸗ afkäſe zu in dem ſo wie in hebrauch, „ſowohl um ein Verkäu⸗ nn man Es iſt ehr mit⸗ 3 iſt es er Rouſ⸗ Nor⸗ kkennen. zoͤſiſchen die mei⸗ 59 ſten dieſer Racen haben alle Charakterzeichen mit den ſpaniſchen Churros⸗Schafen gemein, und ſind wahr⸗ ſcheinlich gemeinſchaftlichen Urſprunges von dem ſpani⸗ ſchen Muflon, welches die Pyrenäen bewohnte. Die Schafzucht iſt im Ganzen betrachtet in Frankreich noch über ein halbes Jahrhundert gegen uns zurück; ſeit ei⸗ nigen Jahren aber hat die franzöſiſche Regierung ſolche durchgreifende Maßregeln veranſtaltet, um die ſpani⸗ ſche Schafzucht in allen Theilen des Reichs zu betrei⸗ ben, welche beweiſen, wie ſehr ihr daran gelegen ſeyn muß, die großen Summen, die alljährlich dießfalls für Wolle ins Ausland gehen, durch dieſe Vorkehrung im Lande zu erhalten. Die franzöſiſche Regierung hat zu dieſem Behufe eine Menge ſpaniſcher Stöhre und Mut⸗ terſchafe ſich zu verſchaffen geſucht, wodurch man un⸗ ſtreitig nur allein ſicher dieſes Ziel nach und nach errei⸗ chen kann.— In der königlichen Schäferey zu Ram⸗ bouillet werden alljährlich Verſteigerungen von ſpaniſchem Vieh, zur Verbreitung dieſer Race abgehalten. Im Jahr 180)7 iſt der Kilogramm— 2 Pf.— der theuer⸗ ſten ungewaſchenen Wolle nach unſerm Gelde in Zwan⸗ zigern für 3 fl. 43 kr. und die geringſte Wolle der Ki⸗ logramm zu 2 fl. 40 kr. verkauft worden; der Mittel⸗ preis der Merinos⸗Widder betrug per Stück 277 fl. 40 kr.; jener der Mutterſchafe 122 fl. 6 kr. Der höchſte Preis der Mutterſchafe, war 248 fl. 54 kr., der geringſte aber 37 fl. 46 kr.— Ein Beweis, wie ſehr die franzöſiſchen Landwirthe von der Nothwendig⸗ 40 keit der ächten Mütter, zur Gewinnung der reinen n G Race, überzeugt ſind. net d Ovis Anglica. Engliſches Schaf. Race V Mr. Culley unterſcheidet die verſchiedenen Racen V auf folgende Art. Dickſon ſagt hierüber: V geme §. 68. 83 V Die Diſchleyſche Race unterſcheidet ſich von dern den andern langwolligen Racen durch die ſchönen leb⸗ nachſ haften Augen, zierlichen Kopf ohne Hörner, ebenen, tenſch breiten, flachen Rücken, runde oder tonnenförmige dieß Rümpfe; kleine feine Knochen; dünne Felle und An⸗ lage früh fett zu werden; hiezu noch eine feine Faſer⸗ V denſte heit und feinen Geſchmack des Fleiſches vor andern lang⸗ nittti wolligen Racen. Das Viertel ſolcher 3 oder Ajährigen mni Schafe wiegt 18 bis 26 Pf.; von 2jährigen Hammeln ung ni 20 bis 30 Pf., die Länge der Wolle 6 bis 14 Zoll. e Der Vortheil dieſer Race für den Farmer beſteht pren J V in dem geringen Maße des Futters gegen andere Scha⸗ Joilin fe, in der beſſern Geſtaltung und dem ſchnellen Fett⸗ werden, werden, in der größern Maſſe Fleiſch bey gleichem Ge⸗ Schlac 1 wichte der Knochen, in dem Gedeihen auf ſolchen Wei⸗ werden den, welche andere von derſelben Größe nicht nähren, in der größten Menge, die, nach Acres, davon bey V d gleicher Größe des Gerippes, fett gemacht werden kön⸗ V di ſe nen; in der beſſern, wenn gleich in Quantität gerin⸗ ſcirau gern, Wolle, gegen die andere großer Maſtſchafe; in— Knoc der frühern Bereitſchaft für den Schlächter im Früh⸗ fütre linge, ſtatt im Herbſte, wodurch beträchtlich Sommer⸗ V Pf, u 8 ⸗ e. 6 er ee— e— 12 1. A 41 gras erſpart wird; und in dem Fleiſche, das bey ſei⸗ ner dichten Textur ſich länger als das von gleich großen Racen hält. Die Einwendungen, welche man gegen dieſe Race gemacht hat, ſind dieſe: daß ſie zu fett werde, und s Fleiſch an gutem Geſchmacke, in Vergleich mit an⸗ dern Raren, welche nicht ſo bald fett werden, dieſen nachſtehe; daß ſie weniger Wolle gebe und ſie zum Hür⸗ tenſchlage nicht anwendbar ſey. Demungeachtet bleibt dieß eine ſchätzbare Race auf der ihr angemeſſenen Wei⸗ de, wie ſchon daraus erhellet, daß ſie in den verſchie⸗ denſten Diſtricten ſich höchſt ſchnell verbreitet hat. Man wirft ihr auch vor, daß ſie zu klein und dünnhäutig ſey, um die Kälte zu ertragen; dieß wird aber durch Erfah⸗ rung nicht beſtätiget. Die Mutterſchafe werden ſo zum Bocke gebracht, daß ſie Lämmer bekommen, wenn ſie zwey Jahr alt ſind, und der dritte Theil davon pflegt Zwillingslämmer zu bringen, wenn ſie gut gehalten werden. Die Hammeln ſind im zweyten Jahre zum Schlachten am beſten, weil ſie ſonſt überflüſſig fett werden. §. 69. Die Lincolnſhire⸗Race kennt man daran, daß ſie keine Hörner, weiße Geſichter, lange, dünne, ſchwache Gerippe, dicke, rauhe, weiße Beine, ſtarke Knochen, dicke Pelze hat, langſam fett wird und grob⸗ faſerichtes Fleiſch gibt; das Viertel wiegt 14 bis 20 Pf., von Zjährigen Hammeln 20 bis 30 Pf., die Wolle iſt 10 bis 18 Zoll lang. 42 Sie kann indeſſen nur auf den fetteſten Weiden. mit Vortheil gehalten und fett gemacht werden; in dieſem Falle aber mit mehr Vortheil als die zweyjäh⸗ aud rigen Schafe der vorigen Race. Das Fleiſch wiegt viel, thn iſt aber ſchlecht, mit ſtarken Knochen. Der größte Ge⸗ d winn beſteht in der Wolle. ii 9 §. 70. Bey der Teeswaterſchen Race ſind die Bei⸗ drp ne länger, die Knochen feiner, das Gerippe dicker, fe⸗ fun ſter und ſchwerer als bey der vorigen Art. Ein Viertel 6 von 2jährigen Hammeln wiegt 25 bis 30 Pf. in ein⸗ tin zelnen Fällen 55 Pf. und darüber. Die Wolle iſt kür⸗ 1 zer und leichter als bey der vorigen Art.. Dieß iſt die größte Race und an den Ufern des a Tees in den ſchönen Einhägungen die vorzüglichſte. Die nan ſe Schafe derſelben bringen zwey auch wohl drey Lämmer. in im Dieſe Race iſt durch das Kreutzen ſehr verbeſſert worden. Man verkauft davon 2jährige Hammel ungeſcho⸗. J ren zu 45 bis 55 Sch. das Stück, ſie wiegen das Viertel Annn 24 bis 30 Pfund. ne nii §. 71. lum, Die Dortmore⸗oder Devonſhe Natt⸗Race n Valei 5 hat keine Hörner, weiße Geſichter und Beine, dicke Hälſe, ſchmale Rücken, hohen Rückgrath, Seiten gut, 1 Beine kurz, Knochen ſtark— wiegt per Quarter 20 Pf.⸗ länm b 2 ½ jährige Hammel 30 Pf., Länge der Wolle wie bey ule der vorigen Race. it nñ Sie wird durch Kreutzen mit Lewceſter Böcken ſehr 5 1 verbeſſert. A deiden n; in eyjäh⸗ t viel, te Ge⸗ je Bei⸗ er, fe⸗ Viertel m ein⸗ t kür⸗ en des e. Die nmer. orden. geſcho⸗ Viertel Race , dicke en gut, 20 Pf⸗ vie bey en ſehr 43 §. 72. Die Exmoor⸗Race zeichnet ſich durch Hörner aus und hat weiße Geſichter und Beine; iſt von zar⸗ tem Knochenbau, feinem Halſe und Kopfe; die Form des Gerippes iſt nicht ausgezeichnet, ſchmal und flach⸗ ſeitig. Von 2jährigen Hammeln wiegt das Viertel 15 bis 18 Pf.; das Gewicht der Wolle iſt geringer als bey der vorigen. Dieſe kleine Race von langwolligen Scha⸗ fen wird erzeugt in der Nachbarſchaft des Moors, wo⸗ von ſie ihren Nahmen hat und in dem nördlichen Theile obiger Gegend ſich befindet. Man hält dieſe Schafe häuſig nur 2 oder 3 Jah⸗ re um der Wolle willen. Jedes Schaf gibt zwar nur etwa 4 Pf., aber ſie ſind deßhalb vortheilhaft, weil man ſie auf den kahlen und ſchlechten Weiden hal⸗ ten kann. § 73. Die Dorſetſhire⸗Race iſt mehrentheils mit Hörnern verſehen, und hat weiße Geſichter, lange klei⸗ ne weiße Beine, das Geripp iſt länglich und etwas dünn, das Fleiſch feinfaſerig und wohlſchmeckend. Drey⸗ jährige Hammel wiegen per Quarter 16 bis 20 Pf⸗ die Wolle iſt fein und kurz. Dieſe Race hat das Eigene, daß ſie zu zſder Zeit Lämmer wirft. Eine Abart dieſer Race ſoll nach Mr. Culley das Wiltſhire⸗Schaf ſeyn, welches weit ſchwe⸗ rer wiegt. Dieſe Race paßt ſich beſonders für die Gegenden EEee 44 des Mittellandes und kann durch das Kreutzen noch zu hö⸗ herer Vollkommenheit gebracht werden. §. 74⸗ Die Herefortſhirer⸗Race hat keine Hörner, und weiße Geſichter und Beine; iſt von kleinem Schlage, die Wolle wächſt dicht um die Augen, das Gerippe iſt gut gebaut, das Fleiſch vortrefflich. Ge⸗ wicht per Quarter 10 bis 18 Pfund, Wolle fein und kurz, das magere Schaf gibt die feinſte. Die echte Race wird die Rypländiſche genannt. Dieſe Race kann beſonders viel Hunger ertragen, ſie müſſen aber im Winter in Hütten gebracht und mit Heu oder Erbſenſtroh gut gefüttert werden. Im vier⸗ ten Jahre ſoll ſie am fetteſten werden. Die Archenfield⸗ oder echte Herefortſhire⸗Race gibt die feinſte Wolle. Dieſe feine und dichte Wolle ſoll nach Mr. Knight man⸗ che Vortheile mit ſich führen; ſie erfordert weniger Nahrungsmittel für das Schaf, als im entgegengeſetz⸗ ten Falle nöthig iſt. Die lange grobe Wolle läßt den Regen, da ſie ſich auf dem Rücken faltet, leichter zur Haut dringen. Sie zieht auch mehr Waſſer an und wird dem ohnehin ſchon beſchwerten Thiere noch ſchwerer. Die feine dichte Wolle dieſer Race nimmt aber das Waſſer nicht an, ſelbſt wenn ſie darein getaucht wird, und vom Regen wird ſie niemahls naß. Bey der Dichtheit ihrer Textur bleibt der Regen bloß auf der Außenſeite, und wird vom Schafe leicht abgeſchüttelt, Außerdem iſt ein Fell dieſer Art ſehr warm und leicht. Aus dieſen Grün⸗ den behauptet man, kann keine Schafrace in England mit ren h zu hö⸗ Hörner, kleinem en, das cc. Ge⸗ ein und te Race tragen, ind mit n vier⸗ nfield⸗ Wolle. tman⸗ veniger ngeſet⸗ ßt den ter zur n wird er. Die Waſſer nd vom t ihrer e, und iſt ein Grün⸗ nd mit e 45 ſo geringem Futter erhalten werden als dieſe. Durch das Kreutzen mit der Diſhley⸗Race hat man eine ſehr brauch⸗ bare Art hervorgebracht, welche an Gewicht der Wolle und des Rumpfes ſchwer, aber an Reinheit weit gerin⸗ ger iſt. §. 75. Die Southdown⸗Race hat keine Hörner, graue Geſichter und Beine, feine Knochen, lange dünne Hälſe, vornher etwas niedrig, an den Schultern hoch, in den Vordertheilen ſchwach, Seiten gut, Hüften ziemlich breit, Rückgrath hoch, Schenkel voll, Schwanz gut, Fleiſch faſericht und wohlſchmeckend; Wolle kurz⸗ ſehr dicht und fein, der Faden der Wolle iſt 2— 5 Zoll lang. Gewicht von zweyjährigen Hammeln per Quarter 18 Pf. Auf den kreidigen Hügeln in Suſſer findet man dieſe Race vorzüglich häufig. Man hat ſie neulich an Fleiſch ſo wie an Gerippe ſehr verbeſſert. Die Schafe ſind hart und werden ſchnell fett. Wenn die Schafe gut gehalten werden, ſo gibt der dritte Theil Zwillingslämmer, die, wenn ſie zur Welt kommen, ſtark bewollt ſind. Man kann die Ham⸗ meln früh abſetzen, denn man hält ſie nicht über zwey Jahre, und macht ſie oft nach 18 Monathen fett. Die Mutterſchafe hält man zwiſchen 4 und 5 Jahre. Die Fettweider in der Nachbarſchaft, und die Farmers in Norflok wie in andern Gegenden, halten ſie als einheimiſche Schafe, da ſie leichter fett werden und im Hürtenſchlage brauchbar ſind.. Dieſe Race iſt im Verhältniſſe zu ihrem Gerippe 5 46 ſwar 8 ſchwerer als die Dorſet⸗ und Norfolker⸗Race. Man ſchätzt bg, 3 ihre harte Conſtitution nach der Dunkelheit der Far⸗ denn * b be im Geſichte und an den Beinen. Da aber die Wolle das gl 1 weil ſie beſonders am Kopfe und Halſe geſprengelt iſt, bey he von dem Käufer ausſortirt wird, und nur den halben 16 bi Werth hat, ſo iſt ein mittlerer Grad von dunkler Far⸗ foll u be am beſten. Die Race iſt ruhig und leicht zu regieren, ditl hi — ſie kann gut wandern und Kälte ertragen. Die Wolle 1 gibt ſchwerlich, wo es überhaupt der Fall ſeyn mag, afte auf irgend eine Art der Herefortſhire⸗Race etwas nach, d V da man ſie, wie es in den Daves nicht geſchieht, un⸗ rics ter Dach bringt. vother Die Vorzüge dieſer Race haben ihre Einführung E den ſehr befördert. Sie ſoll im Verhältniß ihres Gewichts, 3 amn weniger Futter als die Rorfolker bedürfen und doch beſ⸗ dire. ſer im Stande ſeyn. Junge Schafe geben die beſten thit Lämmer, die Alten werden im vierten oder fünften gi Jahre verkauft; und kann es eher geſchehen, ſo iſt noch konn a mehr Vortheil dabey. gliſch! Zu Canrok Heath in Staffortſhire gibt es noch dir eine Art Schafe, welche mit dieſer viel Ähnlichkeit hat, und welche von derſelben Race herſtammen ſoll. Sie 3 iſt ſeit Kurzem, in Hinſicht der Form, der Dicke und ent des Gewichtes des Geripps, ſo wie der Feinheit der trti Wolle, durch das Kreutzen mit der Herefortſhire⸗Race dae ſehr verbeſſert worden. Mantt §. 76. ſettig. Bey der Norfolk⸗Race der Schafe iſt das Geſicht AA AA nſ hätt det Far⸗ Welle gelt iſt halben ler Far⸗ eegieren, e Woll n mag, s nach, ht, un ührung wichts, cch beſ 47 ſchwarz, die Hörner groß und gewunden, das Gerippe lang, klein, ſchwach und dünn; der Rückgrath ſchmal, die Knochen ſtark; die Beine ſehr lang, ſchwarz oder grau, das Fleiſch feinfaſericht und wohlſchmeckend, hält ſich aber bey heißem Wetter nicht gut. Das Gewicht pr. Quarter 16 bis 20 Pfund, die Wolle iſt kurz und fein. In Nor⸗ folk und Suffolk trifft man ſie vorzüglich, wo man viel hürtet. Dieſe Art Schafe hat ſonſt wenig nützliche Eigen⸗ ſchaften, als daß ſie den Hürtenſchlag gut erträgt. Bey der Winterhaltung gehört für ein Dutzend 1 Acre Tur⸗ nips nebſt Heu. Man hat daher ſeit einiger Zeit die vorhergehende Race gewählt, welche härter, im Fut⸗ ter weniger delicat, zum Hürtenſchlage zu gebrauchen, und weit ruhiger ſeyn ſoll. Die günſtigen Umſtände bey dieſer Schafrace ſind dieſe: daß ſie im Diſtrikte urſprüng⸗ lich iſt, daß ſie den Hürtenſchlag in dieſer kalten Gegend gut verträgt, gut zu den entfernten Märkten wandern kann und gutes, zu Smithfield beſonders geſchätztes Fleiſch hat. Der Ertrag der Wolle iſt zwar gering, aber doch gut. §. 77. Die Heath⸗Race iſt bekannt durch ihre gewun⸗ denen Hörner, ſchwarzen Geſict er und Beine, durch ihr kühnes Auge, kurzes feſtes Gerippe, und vortreffli⸗ ches Feiſch von Faſern und dh Geſch nack. Das Gewicht pr. Quarter 12 bis 16 Pf. Wolle iſt loſe, grob und zottig. Dieß iſt eine zuße harte und lebhafte Race, Die ſt h 48 weßhalb ſie in hohen bergigen, freyen Gegenden ſehr borra vortheilhaft iſt. Sie wird am beſten in dritten oder Stnr vierten Jahre gemäſtet. al Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß durch Verbeſſerung Gen ihrer Bedeckung durch das Kreutzen noch viel geſche⸗ V bis hen konne. ef §. 78. b Die Hendwick⸗ Race hat keine Hörner, Geſicht und zr Beine ſind gefleckt, je mehr weiße und je weniger ſchwar⸗ Er ze Flecken die Race hat, deſto reiner iſt ſie; die Bei⸗ ſn ne ſind zierlich, klein und ſchwach. Das Gewicht der b Mutterſchafe pr. Quarter 6 bis 8 Pf., bey 4 ¼ Fähri⸗ gen Hammeln 9 bis 12 Pf. Die Wolle iſt kurz, dick f und gefizlt im Felle. 3 n Dieſe kleine Race iſt von äußerſt harter Conſtitu⸗ 4 er tion und erhält ſich auf den nackten bergigen Felſen 1 mit einer kleinen Zugabe von Heu im Winter. b in Die Schafe werfen, wegen des Klimas, die Läm⸗ ar mer ſpät, die zu der Zeit aber ſehr wollig ſind. Man b hält die Schafe, ſo lange ſie Lämmer tragen.. b Die Hammel werden A oder 5 Jahre alt ſo ver⸗ V 5 kauft, ohne auf die Fettweiden gebracht zu werden. Das b 3 Fell dieſer Race iſt feiner als bey der vorhergehenden⸗ aber ſchlechter, als von irgend einer kurzwolligen Art; ſie muß daher mit feinwolligen Racen gekreutzt werden. §. 79- V Die Cheviot⸗Race hat ebenfalls keine Hörner, t mehrentheils weiße Geſichter und Beine, liebliche her⸗ ———.—— 3 3 ſſſͤſſſſſ den ſehr een oder eſſerung geſche⸗ ſicht und rſchwar⸗ onſtitu⸗ Felſen er. ie Läm⸗ d. Man ſo ver⸗ en. Das henden, een Art; werden. Hörner, iche her⸗ , 2 49 vorragende Augen; langen Körper, wenig Tiefe oder Stärke der Bruſt, ſchmahl an Bruſt und Rückgrad, zierlich, feinknochigt an Beinen und dünnes Fell. Das Gewicht iſt, wenn die Race fett iſt, pr. Quarter 12 bis 18 Pf., die Wolle iſt zum Theile grob, zum Thei⸗ le fein. Es ſoll dieſe Race eine vortreffliche Art Berg⸗ ſchafe ſeyn, wo die Weide hauptſächlich aus natürlichen Grasarten beſteht. In Rückſicht der Form und Eigen⸗ ſchaften hat ſie viele Verbeſſerungen erlitten. §. 80. Die Dunfacet⸗Art hat keine Hörner; das Geſicht iſt, wie der Nahme ſagt, gemeiniglich von dunkler Loh⸗ farbe, der Schwanz iſt kurz, das Fleiſch ſchön. Das Gewicht pr. Quarter 6 bis 7 Pf. Die Wolle iſt ge⸗ meiniglich geſtreift und bunt. Mr. Culley hält ſie für eine halb ſpaniſche Race. Sie iſt nicht von ſo harter Conſtitution, als die vorhergehende. §. 81. Die Schetland⸗Race iſt klein, mehrentheils ohne Hörner; was ſie aber von andern Arten ganz vorzüglich auszeichnet, iſt die Kleinheit und Kürze des Schwan⸗ zes. Sie wiegt pr. Quarter 7 bis 10 Pf. Die Wolle iſt fein und hat mancherley Farben. §. 82. Die Rommey⸗Marſch⸗Race hat keine Hörner, weiße Geſichter und Beine, etwas lang in den Bei— nen, ziemlich groß, langen Rumpf, gut gewölbt, und d — ⁰ ͦ ꝗͦꝗ ͦ ͦ ͦ——— 4 3 —— — 50 hat etwas ſtarke Knocheni. Das Gewicht der fetten zwey⸗ jährigen Hammel iſt 22 bis 28 Pf. Die Wolle iſt fein; lang, und von ſchöner weißer Farbe. .§. 83. Bey der Merino oder ſpaniſchen Race haben die Widder Hörner, das Weibchen aber gewöhnlich keine, weiße Geſichter und Beine; keine ſonderliche Form des Körpers; iſt etwas lang an Beinen, fein an Knochen, hat eine Art Hängekinn unter dem Halſe; und ſchön und reines Fell. Das Gewicht iſt bey ziemlicher Feiſtheit bey den Böcken pr. Quarter 17, und bey den Schafen 11 Pf., und die Wolle ſehr fein. Dieſe Race iſt hart und wird bald fett. Aus dieſer Verſchiedenheit der Schafe in mancher Rückſicht, geht deutlich hervor, daß ſie den Verſchie⸗ denheiten der Lage⸗ Weide dc. dc. gemäß gehalten wer⸗ den müſſen. Große langwollige Racen auf fetten ein⸗ gehägten Weiden. Langbeinigte, ſchnellfüßigte und leich⸗ te auf Anhöhen und bergigen Gegenden, wo das Fut⸗ ter kurz und weich iſt. Ob man gleich vormahls in England ein Vorur⸗ theil wieder die ſpaniſchen Schafe gehabt hat, und die⸗ jenigen, welche man daſelbſt einführte, wie der wahre Kenner aus der dickſoniſchen Beſchreibung erkennt, zu der hochbeinigern ſorianer Race gehörten, ſo iſt man doch in den neuern Zeiten, davon ziemlich abge⸗ gangen, und hat wegen den dermahligen in London gangbaren hohen Preiſen, der ſpaniſchen Refina Wolle, —.,—— — zwey⸗ olle iſt ben die keine, dom des nochen, ön und heit bey Schafen ſt hart nancher erſchie⸗ n wer⸗ en ein⸗ d leich⸗ 6 Jut⸗ Vorur⸗ nd die⸗ wahre rkennt, „ſo iſt h abge⸗ London W olle, 51 zu 20 Schillings pr. Pf., die Zeitumſtände benutzt, beträchtliche ſpaniſche Heerden einzuführen. Die engli⸗ ſchen Landwirthe ſagten bey den vorigen niedern Prei⸗ ſen der ſpaniſchen Wolle, man verlöre an der Menge Wolle eben ſo viel, als man an der Güte gewinne. Die Wolle ſey eine Nebenſache, das Fleiſch aber der eigentliche Zweck der Schafzucht in England. Spani⸗ ſche Wolle könne man immer zum Kauf bekommen, und das Verhältniß der Knochen, Sehnen und übrigen Abfalls der ſpaniſchen Schafe gegen das Fleiſch, ſey zu groß! Die Wahrheit aber iſt, wie wir aus Mr. Culleys Tabelle und Dickſons Beſchreibung erſehen, daß ſie die eigentlichen leoniſchen Merinos, und die wichtigen Eigenſchaften dieſer Schafrace vormahls nur oberflächlich kannten, von denen wir aus gründlichen Erfahrungen wiſſen, daß keine ein nahrhafteres und wohlſchmeckenderes mit Fett durchwachſenes Fleiſch, und mehr thieriſche Production liefert. Aber dieſes gruͤnd⸗ falſche Raiſonnement hat in England ſeinen Urſprung erhalten von Unmuth und Kleinmüthigkeit über das Verboth der Ausfuhr der Wolle; weßhalben ſich die engliſchen Landwirthe nicht, wie wir, mit der Vervoll⸗ kommnung derſelben abgeben können; ſondern dieſe Thiere, durch ihr feuchteres Klima dazu bemüßiget, zu einem andern Vehikel verwenden müſſen. Dieſe Gleichgültigkeit gegen die Wollerzeugung gründet ſich auf die Politik ihrer Handelsgeſetze, wodurch den Fa⸗ brikanten ein Monopol ertheilt wird, und auf die in D 2 52.— den damahligen Zeiten an der Tagesordnung geweſe⸗ b nen Vorurtheile, wo man glaubte, daß die ſpaniſchen— 6 Schafe wandern müſſen, und bloß allein von aromati⸗ ſchen Kräutern gedeihen können. Außer England, wo b alles auf den Schwung des Handels berechnet iſt, ſcheint mir, iſt man jetzt ziemlich allgemein der Meinung, daß Manufacturen in einem Staate, wo die Natur zur Viehzucht und zum Ackerbau anreitzt, dann erſt mit ſicherm Erfolge, und ohne den Territorialbeſitzer zu drücken, gedeihen können, wenn die Landwirth⸗ b ſchaft ſich ſchon hoch geſchwungen hat; und daß in ei⸗ I nem Lande, wo es noch dämmert, und noch viele V ſchlechte, oder gar uncultivirte Ländereyen gibt, der Staat mehr Vortheil dabey findet, dieſe erſt in Auf⸗ nahme zu bringen, als die arbeitenden Hände zu früh⸗ zeitig ia Fabriken zu beſchäftigen. Die Fabriken ſollen nach meinen Begriffen ein Reitzmittel für inländiſche Production ſeyn, und den Überfluß des rohen Materials nicht hemmen, zur Ge⸗ winnung des baren Geldes, in das Ausland abzuſe⸗ tzen. Ein Verboth der Ausfuhr der Wolle, oder noch größere Beſchränkungen derſelben durch Zölle, würde bey unſern Landwirthen unzweifelhaft auch die Stim⸗ mung der engliſchen hervorbringen müſſen, und dieſe Induſtrie, welche mit dem Ackerbau zuſammenhängt, lähmen. — e V 8 =E=eN= e= NN NNN A ” tO) ANAEN-M er 9 L 3 91 01 91 91 91 pr 1 91 9 ¹ 9½2 99 9 9½ 1Ch 19S 2 X ☛ [ —0 r=e —l0! 1△ th N tc) 00 t0 e △ ☛ G. O 0) N etig; zbuv. 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Im Ganzen genommen erzeugen die kleinern ſchottlän⸗ diſchen Schafe feinere Wolle, als die engliſchen, und das Fleiſch, das ſie liefern, hat einen angenehmen Ge⸗ ſchmack und feinere Structur. §. 85. Ovis lusitanica. Portugieſiſche Schafe. Die portugieſiſche Schafzucht iſt in einigen Pro⸗ vinzen zwar zahlreich, aber im Vergleich mit Spanien noch ganz in der Kindheit. Eine kleine Gattung von weißen und ſchwarzen Schafen, ſo wie auch die Race der ſpaniſchen Churros Schafe wird in dieſem Lande angetroffen. An den Gränzen gegen Spanien, ver⸗ ſpürte man vor dem Ausbruch des letzten Krieges nur noch wenige Verbeſſerungen bey der portugieſiſchen Schafzucht, und man begegnete nur hin und wieder Meſtizer. §. 86. Ovis hispanica. Spaniſches Schaf. Da ich, wie ich mir ſchmeicheln darf, als prakti⸗ ſcher Kenner während meinem Aufenthalte in Spanien, die Heerden und Schafzucht dieſes Landes mit kritiſchen 4 46 — luc aud ſta lic einige tdlichen telwolle zafe auf je ſchei⸗ n, und en Ge⸗ Pro⸗ panien ag von e Race Lande 1, ver⸗ ges nur eſiſchen wieder b prakti⸗ panien, itiſchen . 55 Augen unterſucht habe, ſo will ich von dieſen Racen ausführlicher, als von den uͤbrigen handeln. Die ſpaniſchen Schafe weichen in der Farbe, Ge⸗ ſtalt und Wuchs, und in andern Eigenſchaften merk⸗ lich von einander ab. Es gibt nähmlich:. a) weiße und ſchwarze Churros Schafe. b) weiße und ſchwarze Metis Heerden. c) weiße und ſchwarze kleine feinwollige Merinos. d) weiße und ſchwarze Merinos Eſtantes von der leoniſchen Race. e) weiße Merinos Transhumantes. f) weiße ſorianer Merinos Transhumantes. g) weiße und ſchwarze ſorianer Merinos Eſtantes. 1§. 87. In Anſehung der Güte der Wolle, und Menge läßt ſich nach meinen genauen und mühſam angeſtellten Beo⸗ bachtungen folgende Eintheilung machen. §. 88. Den erſten Rang behaupten die Heerden von In⸗ fantado, Guadaloupe, Iranda, Perales, Turbieta, Negretti, Portago, Paular und Escurial. Dieſen folgen unmittelbar blos durch eine ſehr ſchwache Schattierung verſchieden, die Heerden von Montarco, Valparaiſo, Perella und Muro. An dieſe ſchließen ſich an, die Heerden von Sala⸗ zar, Bajar, Alcolea, Laſtiri und San Juan. Alle dieſe Heerden zuſammen genommen, liefern die beſte leoniſche Kernwolle. —— — n- 56 §. 89. Endlich läßt ſich in Betreff einer ökonomiſchen nütz⸗ 1 lichen Körpergeſtalt, dann Körpergröße und Gewicht, nachfolgende Eintheilung unter den berühmteſten leo⸗ niſchen Merinos treffen. a) Die ſehr kurzbeinig ſind, und einen länglicht runden, weiten und tief geſenkten Körper und Bruſt, breiten Rücken, Schultern, Kreutz und Hals, mit winer verhältnißmäßig ſehr großen Umfang b des Rumpfes haben— und dadurch zeichnen ſich aus: die Heerden von Infantado, Guadaloupe, Iranda, Perales, Paular und Portago. Dieſe Stämme ſind im allerſtrengſten Sinne die beſten; ſie ſind voll von Falten am ganzen Körper, und haben einen wollreichen, weit herabhängenden Ko⸗ ther, der ein ſehr bedeutendes Feld zur größern Woll⸗ ausbeute darbiethet. Alle Extremitäten des ganzen Körpers, ſind üppig und äußerſt gedrungen mit kräfti⸗ ger blendendweißer Seidenwolle verwachſen. 5 §. 90. Ungeachtet ſich noch wenige Ausländer rühmen können, aus den Stammheerden von Infantado und Guadaloupe, Schafe käuflich erhalten zu haben; ſo habe ich dieſes wichtige Ziel, während meiner An⸗ weſenheit in Spanien doch erreicht, und die beyliegenden Kupfer Tab. 2. 3. 4. 5. 6. 7. zeigen die genaue Ab⸗ bildung von den drey berühmteſten Racen, von leben⸗-— den Thieren aus meinen hieſigen Schäfereyen nach dem Maßſtabe gezeichnet, ſo wie ſolche mit großter Auf⸗ — ———————— ——. E—c e pe. 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Nach der Schur verwandelt ſich das Vließ, in eine ſehr dichte, feine, weiche, kurze Kernwolle, die aber erſt nach der zweyten Schur in ihrer vollſtändigen charakteriſtiſchen Ausbil⸗ dung, nachdem das Thier vollſtändig ausgewachſen iſt, gewonnen werden kann. §. 92. b) Als Mittelſchlag zeichnen ſich von den leoniſchen Heerden aus, die Negretti, Perella, Laſtiri, Mon⸗ tarco, Turbieta, Valparaiſo und Bajar Heerden. §. 93. c) Die hochfüßigſten leoniſchen Merinos ſind folgen⸗ de: die Escurial, San Juan, Muro, Salazar und Alcolea Heerden. Dieſe Heerden haben keine ſo tiefe Bauchung als die erſtern, und obgleich ihre Füße nur etwas merkliches höher, als die der an⸗ dern Race ſind; ſo ſtehen ſie mit ihrem wollrei⸗ chen Körper doch in der ſchönſten Harmonie, und ſind weit kürzer, als bey unſern deutſchen Scha⸗ fen. Ein Widder wiegt vor der Schur 90 bis 98 Pf., und ein Mutterſchaf 74 bis 80 Pf. Die Lämmer von den letztern zwey Racen fallen größtentheils ſteifhaariger als bey den erſten, verlieren ſie aber eben ſo bald als bey jenen und die vortrefflich⸗ ſte Wolle tritt an ihre Stelle; bey b ſind die äußern Extremitäten des Körpers noch üppiger mit Wolle ver⸗ wachſen, als bey c. §. 94 d) Die ſorianer Merinos Transhumantes und Eſtantes. Dieſe Race liefert die längſte Wolle von allen Merinos und wird am wenigſten von ihnen allen geachtet. Die Lämmer fallen minder rauhhaarig als die vorigen; ja viele glatthaarig. Obgleich dieſer Schlag viele Uhnlichkeit im Wuch⸗ ſe mit den Alcolea und Escurial Schafen hat, ſo halte ich ſolche doch für Meſtizen, und die Uhnlich⸗ keit der Formen rührt daher, weil man die ſo⸗ rianer Schafe mit Widdern aus dieſen Heerden beſpringen läßt. Die ſorianer Wolle ſteht im Preiſe um den vierten Theil niedriger als die leoniſche. Ein Widder wiegt 80 bis 90 Pf.; ein Mutterſchaf 69 bis 72 Pf. §. 95. Die Churros Schafe ſind hochbeiniger und etwas grö ce weriſ Fein⸗ 1 rich C Kölh Füft nackne Kouſ minden Naeihr nranae auf id alen 96 4 geſett. hnn dag lungen m Teruen tien n dus at Meins en ken Nags Vundag 55 dg d cü * taten ahr nen date dern 1ng reſenden S— und Volle n von ninder ſgarig. Wuch⸗ at, ſo hnlich⸗ die ſo⸗ eerden ht im als die f.; ein etwas 59 größer von Geſtalt als die Merinos. Ihre Wolle iſt zwar beſſer als bey unſern Landſchafen, hat aber die Feinheit und übrigen Eigenſchaften der Merinoswolle nicht. Die Churros ſind dem Muflon in der Größe des Körpers, insbeſondere in der Geſtalt des Kopfes, der Füße und des Wuchſes, ſo wie auch in der Farbe des nackenden Bauches, der Füße und des klein geformten Kopfes ſehr ähnlich, nach meinen Erfahrungen aber minder dauerhaft, als die Merinos Arten; denn eine Race, welche von Generation zu Generation ſeit meh⸗ reren Jahrhunderten, alle Jahr zwey Mahl regelmäßig auf ihren Wanderungen ſo große Reiſen macht, und allen Widerwärtigkeiten der Witterung beſtändig aus⸗ geſetzt iſt, ohne etwas an ihrer Güte zu verlieren, kann doch wohl dießfalls jeder andern Race, die in Stal⸗ lungen im Winter eingeſperrt wird, mit Grund den Vorzug ſtreitig machen? Ich habe mehrere aus Spa⸗ nien nach Deutſchland gebracht, und ſie auf der Reiſe aus angeführten Gründen nicht ſo dauerhaft als die Merinos gefunden. Sie ſind in Spanien, und vorzüglich in denjeni⸗ gen Provinzen verbreitet, welche die Merinos auf ihren Wanderungen nicht betreten; die Mutterſchafe wiegen 55 bis 65 Pf., und liefern ein geſchmackhaftes Fleiſch, das aber von dem noch feſtern, feinzaſigern, und ſchwe⸗ reren Kernfleiſch der Merinos übertroffen wird; bey de⸗ nen das Fett die Faſern nicht allein durchwächſt, ſon⸗ dern insbeſondere noch zwiſchen dem Fleiſch und den beſondern Muskeln ſich ſehr leicht einſtellt, und dadurch 60 bey dem Gebrauche eine ſehr nahrhafte, wohlſchmeckende und ſaftreiche Nahrung liefert. Die Metis(Meſtizen) ſind keine eigentliche Ra⸗ ce, ſondern Blendlinge, von den Merinos und Chur⸗ ros Schafen. Ihre Wolle nähert ſich nach den Abſtu⸗ fungen ihrer Veredlung bald dieſer bald jener Art. Es gibt weiße und ſchwarze, ihre Körpergröße ändert ſich nach Maßgabe der heterogenen und homogenen Nahrung, in Verbindung mit örtlichen und klimatiſchen Einflüſſen. §. 97. Die weißen und ſchwarzen kleinen Merinos habe ich in mehreren Gegenden Spaniens angetroffen. Ich hatte während meinem mehrjährigen Aufent⸗ halt in Großbrittannien einigemahl Gelegenheit die klei⸗ ne feinwollige ſchetländiſche Race von Schafen zu ſe⸗ hen und ich überzeugte mich in Spanien, daß die ſchet⸗ ländiſchen kleinen Schafe von den kleinen ſpaniſchen Me⸗ rinos abſtammen, indem ſie ſehr viele Ahnlichkeit mit einander haben, weil ihre Körpergeſtalt, das Gewicht der Thiere und die Güte der Wolle mit einander genau übereintreffen. Ein genaue Abbildung dieſer ſchönen Ra⸗ ce liefert Tab. 8 Fig. 1 und 2. Man trifft in mehreren Theilen von Spanien Merinos Eſtantes an, und zwar von einer Schönheit und Güte, daß man oft dadurch überraſcht wird. Die von ſchwarzer Farbe ſind nicht ſo beliebt und gemein als die weißwolligen. Das Gewicht der Mutterſchafe iſt nach Maßgabe der Umſtände, wie bey den Merinos “„—,. 6“ .....ͤ)ſ)114ſ“ͤ ———— — het eepe““ —————— ͤ —— e d 3 f. d. 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Die Größe des Körpers der leoniſchen Wander⸗ ſchafe iſt aus dem Maßſtabe der Kupferſtiche erſichtlich emeiniglich bey einem Widder aus der von Infantado, die Höhe 2 Schuh und beträgt Stammheerd 1 Zoll; die ganze Länge 4 Schuh 7 Zoll; von Gua⸗ daloupe die Höhe 1 Schuh 11— 12 Zoll, die ganze Länge 4 Schuh 5 Zoll; von Negretti, die Höhe 2 Sch. 3— 4 Zoll, die ganze Länge 4 Schuh 6—7 Zoll.— Von einem Mutterſchaf von Infantado die Höhe 1 Schuh 9— 10 Zoll, die ganze Länge 4 Schuh 3 ½ Zoll; von Quadeloupe die Höhe 1 Schuh 8—99 Zoll, die Länge A Schuh; von Negretti die Höhe 1 Schuh 11—12 Zoll, die ganze Länge 4 Schuh 2 1½ Zoll. 8 — 62 Achtes Capitel. Fernere in Spanien gemachte Beobachtungen von den Merinos. 3§. 99. Durch die Mauren ſind dieſe Schafe aus Afrika in der Hälfte des 14. Jahrhunderts nach Spanien ge⸗ kommen, und der Gebrauch die Schafe wandern zu laſ⸗ ſen, und ſie für fremder Paarung zu hüten, hat wahr⸗ ſcheinlich dieſe vortreffliche Race nicht nur nicht in ſeiner urſprünglichen Originalität erhalten, ſondern vielleicht noch eigene Vortrefflichkeiten verurſacht. §. 100. Auf den Wanderungen machen die Widder und Mütter beſondere Heerden aus. Bald nach der Schur— gegen Ende Juny läßt man eine verhältnißmäßige Zahl Widder unter die Mutterſchafe und zwar in dem rich— tigen Verhältniß, daß auf 25 Mütter ein Bock gerech⸗ net wird. Nach Verlauf von zwey Monathen, kommen dieſe Widder wieder in ihre Heerde. Beyde Geſchlechter braucht man gewöhnlich 8 Jahre lang zur Zucht. §. 101. Der oft mit vielem Scharfſinn von uns angewen⸗ dete Grundſatz des Kreutzens, bey den Veredlungen iſt ihnen aus dem Grunde ganz unbekannt, weil ihre Me⸗ rinos als Racethiere keiner Veredlung bedürfen, und ſie befolgen bey den Paarungen mit vieler Sachkenntniß den alleinigen Grundſatz, daß ſie nur diejenigen Bö⸗ cke verwenden, welche nebſt einer vorzüglichen Leibes⸗ gettlt n drängtit de undh und Lun i „wodu K dabertne Vehh e kauft i öftetiß che Li m che dü. feine A nit derat dusfallelg wiſen, dber bey de Nalng fadettt g doiſi raiteriſng dizertäg delämran Nütta detheilt Man ga Grund 4 banmes den JAfria dien ge n zu laſ⸗ at wahr⸗ in ſeiner ielleicht der und chur— ge Zahl em rich⸗ gerech⸗ kommen ſchlechtet t. ngewen⸗ ungen ſt hre Me⸗ „ und ſie kennttiß igen Bi⸗ Leihez⸗ 63 geſtalt und Geſundheit, die möglichſt beſten und ge⸗ drängteſten Vließe haben, und die meiſte kernichte, mil⸗ de und geſchmeidige Wolle von vorzüglicher Elaſticität und Krümpekraft in die Wage liefern. §. 102. Dieſes iſt das ſimple Steckenpferd der Spanier, wodurch ſie ihre Race conſolidirt erhalten, und ſich wohl dabey befinden, indem die Wolle per Pauſch auf dem Vieh gewöhnlich von den reichen Heerdenbeſitzern ver⸗ kauft wird. Eben deßwegen vernichten ſie auch, wie ſich öfters der Fall bey den Lämmern ergibt, alſogleich ſol⸗ che Lämmer als Ausartungen von der echten Race, wel⸗ che dünne, ſchüttere und weiche, dem Anſehen nach feine Wolle, gleich mit auf die Welt bringen, und nicht mit den pflaumähnlichen Haaren, die nach und nach ausfallen, verſehen ſind; indem ſie aus Erfahrung wiſſen, daß jene Lämmer zwar eine längere, feinere, aber bey weitem keine ſo gedrungene auf dem Fell ſitzen⸗ de Wolle erhalten, die ſich in der Folge bey der Tuch⸗ fabrikation ſo vortheilhaft durch ihren Kern, Glanz, elaſtiſche Milde und ſeidenähnliche Geſchmeidigkeit cha⸗ rakteriſirt; daher Ausartungen ſind; dieſe hingegen das eigentliche Race⸗Vieh geben. Die mittelmäßigen Wid⸗ derlämmer werden nach der Geburt getödtet, und ihre Mütter anderen ſchöneren Lämmern als Säugerinnen zu⸗ getheilt, wodurch die Nachzucht kraftvoll werden muß. Man glaubt auch— und wahrſcheinlich nicht ganz ohne Grund— daß die Mutter den Verluſt eines ſchlechten Lammes durch ihre Wolle wieder erſetzet. Die Lämmer 64 ſaugen beyläufig 4 Monathe, und man trennt ſie ge⸗ wöhnlich von der Mutter, ehe ſie in die Gebirge ziehen. Die Merinos werden in Spanien nie gemolken, indem man mit Recht glaubt, daß dieſes ihrer Wolle und der Zuzucht ſchädlich ſeyn müſſe. §. 103. Die Merinos werden anfangs July hitzig, und es folgt daraus, daß es der Wille der Natur iſt, ihre Wünſche befriedigen zu laſſen. Nach der erſten Brunſt⸗ zeit werden die unbelegten Schafe zwar von 21 zu 21 Tägen gemeiniglich wieder hitzig, aber es iſt noch ſehr unbeſtimmt, ob ſie bey der erſten oder zweyten Brunſt die wichtigſten Erforderniſſe darbiethen, wovon die Kraft und das Wohlbefinden der Frucht abhängt. Die Erfahrung ſpricht allgemein dafür, daß die erſtgebor⸗ nen Lämmer die ſtärkſten ſind. Dieſe Verfahrungsart hat den außerordentlichen Nutzen, daß man nach Mi⸗ chaeli des zweyten Jahres die dadurch entfallenen Zeit⸗ ſchafe, welche bis dorthin ſchon vollſtändig 21 Monath alt ſind— zur Paarung unterlaſſen kann. Hierdurch wird für dieſen Zweck nach dem gemeinen Schlendrian ein ganzes vollſtändiges Jahr an Zeit und Futter gewonnen, und jedes Schaf erzeugt nach die⸗ ſer Manipulation in der Periode ſeines Lebens um ein Lamm mehr. Da in Spanien ſehr viele Lämmer zu Grunde ge⸗ hen, theils geſchlachtet werden; ſo macht man wenig Schöpſen, ſondern ſchonet die Nachzucht zur Fortpflan⸗ zung 82 den 90 1 haberi pflegt ne ſcädiſt Dieſet dern Un fes Bu gel odmm ſhüteih ge de e 46 ndnun is hen dei n Gtine, 6 den d Lucſinn dn da tes ſchm auf den 8 nünde den undes ſt, ihre Brunſi⸗ 1 zu 21 och ſehr Brunſt von die gt. Die ſtgebor⸗ ungzart ach Mi⸗ een Zeit⸗ Monat) gemeinen Zeit und nach die⸗ 3 um ein Hrunde ge⸗ nan wenig Fortyflan⸗ 3 65 zung. Nur die Leithammel werden aus jungen Wid⸗ dern gebildet. §. 104- Die Widder werden jedoch, wenn ſie ausgedient haben, dieſer Operation öfters noch unterzogen. Auch pflegt man ihnen die Hörner, damit ſie ſich weniger be⸗ ſchädigen können, eine Handbreit vom Kopfe abzuhauen. Dieſes geſchieht nicht wie bey uns mit der Säge, ſon— dern man legt das Horn auf einen Pflock, ſetzt ein ſchar⸗ fes Beil darauf, und haut dann ſolches mit einem Schlä⸗ gel oder umgekehrter Hacke ab. Dieſe Operation iſt er⸗ ſchütternd für das Thier, und verurſacht eine gewalti⸗ ge Prellung. Die Schwänze werden beyden Geſchlechtern mit ei⸗ nem ſcharfen Meſſer 53 Finger breit von der Wurzel ab⸗ geſchnitten, weil ſich ſonſt aller Unrath daran ſammeln, und die Wolle an den benachbarten Theilen verderben würde. §. 105. Jeder Heerdenbeſitzer muß vermög beſtehender Ver⸗ ordnung, ſeine Schafe durch ein beſonderes Heerdezei⸗ chen zeichnen, und zwar durch einen Brand auf der Stirne, und durch ein beſonderes großes Zeichen auf dem Rücken der Schafe— gewöhnlich der Anfangs⸗ Buchſtabe vom Nahmen des Eigenthümers— welcher dem Thier gleich nach der Schur durch ein in erwärm⸗ tes ſchwarzes Pech und Fett gehaltenes Inſtrument, auf den Rücken gedrückt wird. Ohne dieſe Vorſicht würde bey Vermiſchungen, wenn die Schafe öfters nahe E 66 bey einander weiden, ſolche ſchwer von einander zu er⸗ b nachen: kennen ſeyn. dann na Burgos Neuntes Capitel. 8 Fortſetzung der in Spanien gemachten Beob⸗ guhen achtungen von den Merinos. und in Galliie §. 106. Catalon Die Merinos wandern in Colonnen von 1000 bis treten: 1500 Stücken, in regelmäßigen Zügen im Aprill jedes barkeit⸗ Jahr von dem ſüdlichen nach dem nördlichen, vor dem ſalhe u Eintritt des Winters aber von dem nördlichen nach dem wrenn ſudlichen Spanien zurück. Sie halten ihre vorgeſchrie⸗ benen Triften und Nachtlager, reiſen nicht des Nachts, Sa) und werden in der Regel täglich nur ein Mahl, und auh nein zwar, wenn es ſeyn kann, in der Früh getränket. machen u. Die ſorianer Schafe, wenn ſie aus ihrem Win⸗ n teraufenthalt von den Gränzen von Eſtremadura, An⸗ ric iie W daluſien, Murcia, und Reucaſtilien kommen, und ih⸗ eendtt ren Weg in der Richtung von Madrid nach Soria, und haade 3 von da aus in die benachbarten Gebirge bis zum Ebro niten g in Navarra, welcher ihren Zug größtentheils zur Gränze dn ſa dient, nehmen, paſſiren über den Tajo bey Talavera de la Reyna, und Puente del Arcobispo; die leoni⸗ d ſchen Merinos aber, die den Winter in Mancha, Eſtre⸗ kute, madura und vorzüglich auf dem linken Guadiana Ufer V duel, zubringen, gehen bey Almaraz über den Tajo, um bey ni, g den Schurhäuſern zu Villa⸗Kaſtin, Espinar, Alva⸗ di Tres caſas und andern bey Segovia liegenden, halt zu to die 1 8 AAA R a 1000 l nket. Mir. em Win⸗ . AAn⸗ ura, An⸗ n, undih⸗ voria, und zum CEbr zur Grän Talaver die leoni⸗ cha, Eſtre⸗ diana Ufu jo, um dch ar, Alra⸗ n/ halt 8 machen; da geſchoren zu werden, u dann nach den beyden Caſtilien bis an die Gebirge von Burgos; in die Gebirge von Segovia, Somo⸗Sier Molina in das Leoniſche, vorzüglich in die unermeßlich großen Weiden von Cervera bey Aauilar del Campo, und in die Ebene bey Leon, ja bis zu den Gränzen von Gallizien, Aſturien, Biscaya, das nördliche Navarra. Catalonien, Valencia dc. dürfen keine Wanderſchafe be⸗ treten: weil dieſe Provinzen nicht unter die Gerichts⸗ barkeit der Mäſta gehören, aus dieſem Grunde durfen ſolche auch keinen Fuß in die Pyrenäen ſetzen, und es werden nur Churros Schafe in dieſen Sebirgen erzeugt. §. 107. Bey Puente del Arzobispo hatte ich Gelegenheit, auch mehrere Heerden von Negretti an der Brücke halt machen zu ſehen, während ſorianer Heerden in ihrem Zuge über die Brücke begriffen waren, und ich konnte mich über den auffallenden Unterſchied nicht laut genug verwundern, da man mich verſicherte, daß die ſorianer Heerden jährlich ſeit undenklichen Zeiten her, von leo⸗ niſchen Merinos Widdern regelmäßig begattet wor⸗ den ſind. §. 103. Die Gegenden, wo ich meine leoniſche kaufte, ſind: Trescaſas, Cabanillas, Aifaro, Alde⸗ huela, Baſardilla, Ontaria, Madrona, Billa caſtin, Avila, Espinar und Segovia. Dieſes ſind zugleich die berühmteſten Schurhäuſer, wo die beſten Heerden geſchoren werden. ⁵ ᷣ à5 ——õ-yy-ð-ÿÿõõ————B—— ʃ———— 68 §. 109. Die Provinzen Segovia und Soria, Alteaſtilien und ein kleiner Theil des ſüdlichen Königreichs Leon zählen über 300 Waſch⸗ und Schurhäuſer, und vom halben May bis halben Juny ſtrömen letztern gegen 6,000,000 Schafe zu. .§. 110. Ich fand, daß bey allen Schurhäuſern ein mehr oder weniger lebhafter Handel mit Schafen unterhalten wird. Theils verkaufen die Majorals das Ausmuſter⸗ vieh mit Zuziehung des Bevollmächtigten des Eigenthü⸗ mers bey dieſen Gelegenbeiten in kleinern Parthien an Landleute, theils zum Schlachten oder zur ferneren Beybehaltung zur Zucht, wodurch dann auch anfänglich die ſtill liegenden Heerden entſtanden ſeyn werden; theils kommen andere Eſtantesheerdenbeſitzer mit kleinen Heer⸗ den, von 20 bis 50 Stücken und darüber, dahin, um ſolche ebenfalls zu verkaufen. §. 111. Wenn man von den großen Heerdenbeſitzern Schafe kaufen will, ſo muß man ſich nur an die Majorals und Vicemajorals wenden, und ihnen ſagen, daß man Schafe, aber keine Brak kaufen wolle, und wenn man auswählen dürfe, daß man nach unſerm Gelde 4—5 fl. per Stück mehr, als der gewöhnliche Preis iſt, zah— len wolle. Der Majoral, der Vicemajoral und alle Knechte ſind berechtiget, eine feſtgeſetzte Zahl, ſtatt Beſoldung unter der Heerde des Herrn zu halten, und bereit ihr Vieh vor der Schur auszufangen. Auf dieſe Att echen Etücke l Kern dai lih 1 6 ſeinen i werden le aber habe ie Silberen Bey den kauft mh wöhnlichn rict naun hmmtni rieu tat derkaufen, i hife, 1 Dien den Sero Hauiherr— Scun dn Waland, Prill di den Gen ſogenn berkaufte, Anzahl de hi Neaa caſtilien ds Kon ind vom n gegen ein mehr terhalten aomuſter⸗ Figenthü⸗ rthien an ferneren nfänglich n; theils nen Heer⸗ ahin, um ern Schafe Majorald , daß man wenn man de 4-b g iſt, wi⸗ al und alle Zahl, ſiat alten, und . Auf dieß V 69 Art erhält man gleich eine Heerde von 100 und mehr Stücke zur Auswahl, welches jederzeit gewöhnlich der Kern der ganzen Heerde iſt, und wovon man gewöhn— kich 1 auch 2 Drittheile von den guten Heerden, für ſeinen Zweck angemeſſen findet. Nach der Auswahl werden die gekauften Schafe gleich geſchoren, die Wol⸗ le aber muß zurück gelaſſen werden. Auf dieſe Weiſe habe ich um 36 bis 48 Pecetten oder 18 bis 24 fl. Silbergeld gewöhnlich ſolches ausgeſuchtes Vieh bezahlt. Bey den kleinern Heerdenbeſitzern und Schafhändlern kauft man viel theurer, aber man findet bey ihnen ge⸗ wöhnlich außerordentlich ausgebildetes Racevieh. Wer nicht nach dieſer Art mit den Majoralen verfährt, be⸗ kommt nie auch aus den beſten Heerden, wahrhaftes Race⸗ vieh zu kaufen; denn viele der vornehmſten Heerdenbeſitzer verkaufen, aus angenommenem Grundſatz, an auswär⸗ tige Höfe, trotz der königlichen Erlaubniß, keine Merinos. §. 112. Die Eigenthümer der Heerden(Ganaderos) ſen⸗ den Bevollmächtigte, gewöhnlich ihren Hausſecretär oder Haushofmeiſter, zu den Schurhäuſern, welche bey der Schur die Oberaufſicht führen, indem hier mit den Wollenhändlern, welche in Madrit, Anfangs März und Aprill, die Wolle gewöhnlich pr. Stück und ſelten nach dem Gewichte kaufen, abgerechnet und Richtigkeit ge⸗ pflogen wird. Als ich im Jahr 1805 in Spanien war, verkauften die meiſten großen Heerdenbeſitzer nach der Anzahl der Stücke ihre Wolle, und wurde pr. Haupt 6 Pecetten oder 3 fl. 15 kr. bares Geld im Durch⸗ 70 ſchnitt den meiſten Heerdenbeſitzern dafür bezahlt. Man kunft rechnet, daß nach einem gelinden Winter die Wolle weff beſſer in das Gewicht fällt, und weniger Abgang hat; 6 N denn die Thiere haben dadurch weniger gelitten, und dentn kraftvolle Nahrung gehabt. Auch will man bemerkt ha⸗ igi ben, daß nach einem feuchten Jahre, die Wolle in der i Spanien 5 pr. Ct. weniger Gewinn abwirft, als nach dern einem trockenen. Der Eigenthümer benutzet auf dieſe lieh Weiſe ſein Capital nach Maßgabe der Witterung jähr⸗ mt lich zu 10 bis 15 pr. Ct. und würde noch ungleich mehr uns gewinnen, wenn er(wegen Furcht vor Betrug) nach anane dem Gewichte verkaufen würde. Dieſes iſt die Urſache, halfiur warum derſelbe die einfachere Verkaufsart pr. Stück line die Wolle an den Wollenhändler zu verkaufen, vorzieht, 1 pfel und aus dieſem Grunde läßt er ſich auch, durch öftere heng überzählungen, während dem Laufe des Jahres, von lindn der Zahl ſeines Viehes genau überzeugen. tinen. §. 113. ni Die Schur dauert von Anfang des May bis hal⸗ der a ben Juny, und die Schur⸗ und Waſchhäuſer ſind nie ren n an einer Stelle vereint, indem für letztere ein helles, dar klares und weiches Waſſer Bedingniß iſt, für jenes aber ein freyes, trockenes und ſehr geräumiges Weideland, nl worauf viele tauſend Schafe nach und nach, bis ſie die Eden Reihe zur Schur trifft, campieren können und Gras der a finden. de„ §. 114. grtes Außer den ſchönen Merinos Eſtantes trifft man duch in der Sierra de Somo, ſo wie auch in dem Königreich und dc 3— 8 N lt. Man Wele ng hat; en, und nerkt ha⸗ Volle in als nach auf dieſe ng jiht⸗ eich mehr xdug) nach Urſache, r. Stück vorzieht, jch oöftere res, von h bis hal⸗ eſind nie ein helles, jenes abet Leideland, bis ſie de und Giuh ttiff man Känigreih 71 Leon häufig eine ganz kleine Race von Schafen von weißer und ſchwarzer Farbe an, die nur halb ſo groß⸗ als die Merinos ſind, und eine ſchöne weiße Wolle ge⸗ ven. In dem Bau haben ſie viele Uhnlichkeit mit den eigentlichen Merinos. Da aber dieſe Thiere nie wan⸗ dern, und während des Winters, wenn dieſe Gegen⸗ den in einem mehr als klaftertiefen Schnee begraben liegen, gewöhnlich viele Roth leiden müſſen; ſo ver⸗ muthe ich, daß dieſe urſprüngliche Merinos Race nach und nach ausgeartet iſt, und die gegenwärtige Geſtalt angenommen hat. Sie ſind 15 bis 16 Zoll hoch, und haben auffallende Uhnlichkeit mit den ſchettländiſchen kleinen Schafen, die ich vor 24 Jahren in Schottland geſehen habe. So oft ich in Spanien dieſen kleinen Heerden begegnet bin, ſo fielen mir die kleinen ſchett⸗ ländiſchen Schafe ein. Ob beyde urſprünglich nicht von einerley Art ſind? Die Weiden ſind hier in den Gegenden, welche der Mäſta unterliegen unermeßlich groß und extendi⸗ ren ſich oft mehrere Meilen in der Breite und in der Länge. §. 115. Wäre Spanien gehörig bevölkert, und wären die Spanier ein kunſtfleißiges Volk, oder hätte Ferdinand der Katholiſche nicht 1492 die arbeitſamen Mauern, die ſich ungefähr 800 Jahre zuvor hier niedergelaſſen hatten, gänzlich aus dieſem Reiche verjagt; ſo wie er auch aus falſchem Religionseifer die Juden vertrieb, und das ſchreckliche Inquiſitionsgericht ſtiftete— was 72 könnte in dieſen unermeßlichen Gefilden nicht noch produzirt werden!— Das Klima iſt für die verſchie⸗ d denartigſten Producte wegen der hohen Berge und Hü⸗ baute( gel, womit es durchſchnitten iſt, für eine Mannig⸗ V Klafter faltigkeit von Producten empfänglich. Die Flüſſe und b dieſem Bäche, welche es durchkreutzen, würden zu ſeiner V Fruchtbarkeit unendlich vieles beytragen, wenn ſie nicht V 7 gänzlich verwahrlost, und der rohen Natur allein über⸗ habe, b laſſen wären. Aber ſo liegen unermeßliche Diſtricte ganz richt in unangebaut; die wenigen Einwohner ſchmachten im V gleicel kümmerlichſten Elende, und verheerende Thiere hauſen di de da, wo unter einer weiſen Regierung glückliche Men⸗ vngſey ſchen leben könnten. Dieſes iſt ungefähr das Bild, mehr mangeit b oder weniger von allen Provinzen, welche von den 5) fahen N bis 6 Millionen Wanderſchafen vormahls jährlich zwey⸗ rondtſhe mahl regelmäßig durch die ausgedehnten Privilegien des 9 alein zar Corps der Heerdenbeſitzer überſchwemmt worden ſind, and ſhn von einem Lande, wo ich und mein Gefolge wegen üüchüg Mangel an Lebensmitteln und Brennſtoff ein Mahl in de und Gefahr war zu verhungern, und zu erfrieren, und wel⸗ wihle. ches ungeachtet dasſelbe nach der Meinung mehrerer Il Sachkundigen, eben ſo viele andere Arten von Schafen tung d als Merinos ernährt, das doppelte Quantum oder ein uf elt Aquivalent von anderm Nutzvieh mit Vortheil erhalten dan d könnte, wenn der Viehſtand mit einem blühenden Acker⸗ an den⸗ bau in ein nützliches Verhältniß geſetzt, und die das daß ſel Land ruinirenden Wanderungen der Merinos aufge⸗ lijrte⸗ hoben würden. b de gan ſan Jucht 2 AE ht noch verſchie⸗ und Hi⸗ Nannig⸗ üſſe und u ſeiner ſie vicht ein über⸗ icte ganz chten im e hauſen he Men⸗ d, mehr n den 5 ch zweh⸗ gien des en ſind, e wegen Mahl in und wel⸗ mehteter Schafen oder ein erhalten den Acker⸗ d die di 9 os aufge⸗ V V V 7⁵ §. 116. Die Triften, wo die Wanderheerden durch ange⸗ baute Gegenden paſſiren, ſind 15 bis 25 und mehrere Klafter breit. Man rechnet, daß 50000 Schäfer in dieſem Lande ſind. §. 117. Nicht alle Heerden ſind, wie ich ſchon angeführt habe, von gleicher Güte, da Nahrung und Behandlung nicht immer gleich gut ſind, ſo wäre eine vollkommen gleiche Güte derſelben eine außerordentliche Erſcheinung. Die Bemühungen, welche die Heerdenbeſitzer anzuwen⸗ den pflegen, um ihre Heerden in dem Glanz ihrer Vollkom⸗ menheit und Echtheit zu erhalten, beſtehen in dem ein— fachen Mittel, daß ſie ohne Rückſicht auf Blutsver⸗ wandtſchaft die wollreichſten und edelſten Widder bloß allein zur Begattung zulaſſen, ſich alljährlich der ältern und ſchwächlichen Mutterſchafe entledigen, die eine unkräftige Nachzucht liefern könnten, und daß ſie rei⸗ che und geſunde Weiden nebſt erfahrnen Schäfern wählen. Bloß durch die mindere oder ſtrengere Beobach⸗ tung dieſer angenommenen Grundſätze muß man den Ruf erklären, welchen eine Heerde vor der andern hat. Denn da ſie eine klimatiſch feſt organiſirte Schafrace an den Merinos beſitzen, ſo lehret ihnen die Erfahrung, daß ſie bey Beobachtung der ſimpeln Vorſicht, die qua⸗ lifizirteſten Springböcke zur Paarung zu wählen, und die ganz glatt und dünnfellig gebornen Lämmer nicht zur Zucht zu verwenden, ihren Zweck nach Wunſch errei⸗ 4 hen.Bey ſehr vielen Heerdenbeſitzern, welche ſtilliegende Heerden(Eſtantes) und oft von den allervorzüglichſten Schafſtämmen in ganz Spanien beſitzen, habe ich viel⸗ gtiß I fältig die Bemerkung gemacht, daß ſie die Familien Fer bloß unter einander ſich begatten laſſen, nicht allein, V dene daß ſie dieſes nicht oft aus Vorliebe, Vertrauen und huſn V Stolz für ihre eigene Zucht thäten, ſondern viele leben Mit oft in der That in ſo iſolirten Verhältniſſen, daß es aufte ſchwer fallen würde, einen qualitätmäßigen Bock für ſern ihre Heerden zu finden, indem in denjenigen Gegenden V ſtlh Spaniens, welche durch die Merinos bey ihren Wan⸗ V ſenme derungen nicht überſchwemmt werden— bloß die ge— rern meinen Churros Schafe, welche rothe Köpfe und Fü⸗ G Ar ße haben, exiſtiren, und dennoch haben eben manche ſ mnjin jener kleinen Heerdenbeſitzer das ſchätzbarſte Schafvieh. iler Die Falten der Haut an den Schultern, den Len⸗ den, dem Halſe und dem ganzen Körper, und einen 2 tief herabgeſenkten Kother, hält man für untrügliche längeh V Zeichen der allervorzüglichſten Racen, in ſo fern die in dans verſchiedenen Qualitäten der Wolle zugleich damit V 2 harmoniren. Solche Racethiere ſtehen, weil ſie vermöge Nerg dem größern Umfang ihres Körperbaues zugleich die rilene meiſte Wolle in die Wage liefern, gegen anderes Vieh St um die Hälfte und noch höher im Werthe, und die K Widder von den Heerden, welche dieſe hohe Ausbildung V dent haben, werden von andern Heerdenbeſitzern am meiſten kenn geſucht. So habe ich in Villacaſtin eine Heerde Widder dri von 1000 Stücken, im Ganzen das Stück um 46 Theilg Pezetten, von Negretti nach Soria verkaufen geſehen. 8 as 1 mn Kr.— liegende glicſten ich vill⸗ Familien t allein, wen und jele leben „ daß es Bock für Hegenden en Wan⸗ ß die ge⸗ und Fü⸗ manche ſchafvieh. den Len⸗ nd einen ntrügliche fern die ch damit evermöge ggleich di eres Vich , und die lusbildung m meiſten de Widder ck um 66 n geſehen. 75 §. 118. Da die Menge und Güte der Wolle von einer größern Oberfläche des Körpers und zweckdienlichen Form desſelben abhängt, ſo ſieht man in Spanien bey den Merinos vorzüglich auf eine große und tiefe Bau⸗ chung in der Mitte des Körpers, indem der breite Mitteltheil die beſte Wolle trägt, ſo wie auch zugleich auf eine ſehr breite und platte Geſtalt, die einen grö⸗ ßern Umfang zur Wollausbeute darbiethet.— Die Ge⸗ ſtalt dieſer Thiere fällt mehr ins rundliche als längliche; ſie haben meiſtens ſehr kurze Füße und es iſt bemerkens⸗ werth, daß mit dieſer Form die Feinheit und Dichtheit der Wolle in unzertrennlicher Verbindung ſtehet; wo⸗ von ſich mich aus eigenen Erfahrungen und Verſuchen überzeugt habe. §. 119. Die ſorianer Merinos ſind etwas hochbeiniger und länger geſtaltet, ſtehen aber auch den leoner Schafen in der Güte der Wolle um vieles nach. Sowohl dieſer Geſtalt, als Feinheit, Güte und Kenge der Wolle nach, ſind die leoneſer Merinos um vieles die Vorzüglichſten. Der Abſtand zwiſchen den Sorianer und jenen, iſt für den Kenner ſehr auffallend; obgleich viele Heerdenbeſitzer derſelben ſchon ſeit un⸗ denklichen Zeiten her ſo vorſichtig handelten, aus den leoneſer Heerden ihre Zuchtböcke zu wählen. Auch iſt der Preis der ſorianer Wolle von jeher um den vierten Theil niedriger im Handel als die leoneſiſche: und die⸗ ſes aus dem Grunde, weil letztere ein Tuch liefert, 75 das nicht nur angenehmer für das Gefühl iſt, und beſ⸗ V iiu he ſer alle feinen Farben annimmt, ſondern auch zugleich it weit haltbarer und walkfähiger wird. eßt §. 120. Qdent Man trifft unter den Wanderſchafen auch viele d8n an, welche Stichelhaare haben. Als ich bey mehreren 6 Gelegenheiten darüber meine Verwunderung zu erken⸗ n nen gab, ſo antwortete man mir, daß die Stichelhaare ganz unſchädlich ſeyen; daß ſie bey der Wäſche nach der gigt Schur— weil ſie gar keine Gemeinſchaft mit der eigent⸗ V lißhe lichen Wolle haben, an der Wurzel wie jedes Haar, slühe dicker ſind, und ſpitzig zulaufen, die eigentliche Wolle V lim hingegen gleich dick iſt— alle ausfallen, und durch das cee Waſſer und Sortiren nach der ſpaniſchen Waſchmanipu⸗ Em lation alle verloren gehen; da ſie alſo ganz unſchädlich wnll ſind, und auf der andern Seite es ebenfalls eine er⸗ nl t probte Wahrheit ſey, daß Schafe, welche hiervon nicht lum ganz frey ſind, allemahl mehrere Wolle in die Wage lie⸗ Hu. fern, als ſolche, welche dünnfellig ſind, und gar keine dem Stichelhaare in ſich verbergen können; ſo haben ſie gar b ſe keinen Grund, dieſe unſchädlichen Haare ganz zu vertilgen. b Sie geben aber zu, daß bey Heerden, wo, wie z. B. bey uns, die Wolle ſchon vor der Schur gewaſchen V uda wird, dieſe Haare für den Fabrikanten eine unange⸗ dag nehme Gewichtsvermehrung veranlaſſen können. G §. 121.— indg. Um mir eine gründliche genugthuende Überzeu— nit i gung von der Race der ſorianer Schafe zu verſchaffen, eneeg reiste ich über Molina nach Soria, um dieſe Thiere in K I 8 4 und beſ⸗ zugleich auch viele mehreren zu erken⸗ lichelhaare e nach der der eigent⸗ des Haar, che Wole durch das hmanipu⸗ enſchädlic z3 eine er⸗ von nicht Wage lie⸗ gar keine en ſie gat vertilgen. wie z. B. gewaſchen z unange⸗ nen. e Überzeu⸗ erſchaffen, Thiere in 77 ihrer Sommerheimath zu beſuchen. Ich glaubte viel⸗ leicht einen Unterſchied in der Weide in den ſorianer Gebirgen zu entdecken, um daraus einen Schluß auf den Unterſchied von beyden Racen herleiten zu können; aber die gebirgigen Gegenden erzeugen die nähmlichen Gräſer, welche in den Gebirgen von Segovia, der Sier⸗ ra de Somo, Avila, und im Leoniſchen wachſen, der Unterſchied muß ſich daher ganz allein auf die Race gründen. Die erwähnten Gräſer ſind folgende: Trifo- lium repens et medium; Medicago lupulina; Fe- stuca ovina, duriuscula, pratensis et elatior; Lo- lium perenne; Achillea millefolium; Plantago lan- ceolata; Hedisarum onobryobis und coronarium; Trifolium fragiferum, melilotus, alpestre et pra- tense; Medicago falcata und sativa; Agrostis ca- pillaris; Cinosurus cristatus, Avena elatior und Potorium sanguisorba. Dieſes ſind überhaupt auch die Haupt⸗Nahrungs⸗Pflanzen der ſpaniſchen Schafe, und die ſogenannten aromatiſchen Kräuter verſchmähen ſie ganz. §. 122. Ein Theil der ſorianer Schafe ziehet nach der Schur in die benachbarten Gebirge, der andere aber bis zum Ebro in Navarra, welcher ihrem Zuge größtentheils zur Gränze dient. Durch Navarra wird, wie ich verläßlich in dieſer Gegend vernommen habe, ein Schleichhandel mit derley ſorianer Schafen nach Frankreich durch einige Speculanten geführt; und das meiſte Vieh, welches. man bey Privaten, hauptſächlich um Paris und bey K 4 enn 4 8 78 derley Viehzuchtern ſiehet, ſoll durch dieſen Canal nach Frankreich gekommen ſeyn. §. 123. Die ſpaniſchen und franzöſiſchen Tuchmanufaktu⸗ riſten machen der ſorianer Wolle den Vorwurf, daß ſie ſowohl im weichen, geſchmeidigen, ſammtartigen Ge⸗ fühle, als auch in der Menge, dem Kern, der Glaſti⸗ zität und Stärke um vieles der leoniſchen Wolle nach⸗ ſtehet. Nach meinen Überzeugungen iſt dieſes wahr, und ich habe auch gefunden, daß die ſorianer Schafe ein weniger feſtes Fell und eine etwas längere Wolle pro⸗ duziren. 1 §. 124. Die gewöhnliche Farbe der leoniſchen Wanderſchafe iſt gelbbräunlich, und würde wegen ihrer ſtarken Aus⸗ dünſtung in das ſchwärzliche fallen, wenn dieſe Race nicht Jahr aus Jahr ein unter freyem Himmel lebte und allen Veränderungen der Witterung ausgeſetzt wä— re; innerhalb des Vließes iſt die Wolle ſehr weiß. Die Merinos Eſtantes, die im Winter und bey übler Wit⸗ terung unter Obdach kommen, erhalten dadurch begün⸗ ſtiget, gleichſam eine ganz ſchwarze Schweißfarbe. Man macht dieſen Schafen deßwegen in Spanien den Vor⸗ wurf, daß ihre Wolle durch die Waſche mehr Abgang leidet. Die ſorianer Merinos Eſtantes haben auch eine dunkelſchwarze Fettfarbe; bey den ſorianer Merinos Transhumantes fällt die Farbe aber mehr ins weißlich⸗ graue, und iſt nicht ſo gelbbräunlich als bey den leoni⸗ ſchen Merinos. Der Staub, welcher ſich äußerlich an⸗ EE thümer glückt, leoniſche niſchen Herrn 5 lein die der gall tit, Kn tt, mit Polleden! ller Bemi Pole i ſchwac, u dorthelhef Vih ih mit d ſhänenche leägenſce und das ſeiner M dihtes ge und ſeßr düſe Dun — anal nach I manufaktu⸗ arf, daßſi trtigen Ge⸗ der Glaſt Bolle nac⸗ wahr, un Schafe ein „Volle pre⸗ V V Anderſcht rken Au⸗ rtoieſe Race Amel lebte Irzeſetzt wi⸗ dweiß. N raibler Wi⸗ arch begün⸗ fi rbe. Man i den Ver⸗ vehr Abgang A auch eine e Merito⸗ s weißlih⸗ den leoni⸗ erlic a 79. ſetzt, dringt nicht tief ein wegen der Dichtheit des Vlie⸗ ßes. Die Widder haben in der Regel längere Wallz⸗ als die Mutterſchafe. §. 125. Trotz allen Bemühungen der ſorianer Heerdeneigen⸗ thümer ſeit undenklichen Zeiten, hat es ihnen noch nicht ge⸗ glückt, ungeachtet die meiſten ihre Mutterſchafe mit leoniſchen Widdern belegen laſſen, die Wolle der leo⸗ niſchen im Preiſe gleich zu bringen. Möchten unſere Herrn Skonomen ſich dadurch überzeugen, daß nicht al⸗ lein die Länge und Feinheit der Wolle, ſo wie es hier der Fall bey den ſorianer Schafen iſt, ſondern Glaſtizi⸗ tät, Kraft, Stärke und Krümpekraft, vergeſellſchaf⸗ tet, mit Sanftheit und Weichheit, dem Werth der Wolle den beſtimmten Ausſchlag geben; denn ungeachtet aller Bemühungen der Heerdenbeſitzer iſt die ſorianer Wolle in Vergleich mit der leoneſer, marklos und ſchwach, und iſt zur Fabrication bey weitem nicht ſo vortheilhaft, wie dieſe nervichte Kernwolle. §. 126. Während meines Aufenthalts zu Segovia habe ich mit dem gegenwärtigen Herrn Eigenthümer der ſchönen ehemahlig⸗königlichen Tuchfabrik über dieſe Wol⸗ leeigenſchaft geſprochen. Er nannte ſie Krümpekraft⸗ und das charakteriſtiſche dieſer Eigenſchaft beſteht nach ſeiner Meinung darin, daß die Wolle beym walken ein dichtes geſchmeidiges, mildes ſammtähnliches Tuch gibt, und ſehr walkfähig iſt. Es ſey evident, ſagte er, daß dieſe Qualität bloß der leoniſchen Race eigen ſey, und 80 daß nur kaum merkliche Spuren dieſer Eigenſchaft in ghierei der ſorianer Wolle zu entdecken ſeyen. Von meiner mit⸗ 9 9 gebrachten Loosdorfer Wolle machte er eben dieſe Be⸗ 4 eu merkung. Der Feinheit derſelben ließ er Gerechtigkeit wiederfahren, und verſicherte mich, daß dieſe Hauptei⸗ genſchaft bey allen längern Wolleſorten mangle. Der⸗ Duul ſelbe hatte hierin eine ſo fertige Beurtheilungskraft durch ede das Gefühl, daß er unter mehrern ihm vorgelegten Mu⸗ 1 I ſtern genau, ohne ein einziges Mahl zu irren, bemerkte, V 4 welche leoniſche, ſorianer, rambouilleter, perpignaner 1 oder loosdorfer Wolle geweſen iſt. Ich hatte dem Scharf⸗ 4 ſinn und der Sachkenntniß dieſes erfahrnen gaſtfreund⸗ 7 ſchaftlichen Mannes bey meinen Einkäufen vieles zu ver⸗— danken, und er verſicherte mich aus Erfahrung, daß K a die Krümpekraft in hohem Grade nur den allerdichteſten el ir und kurzwolligſten leoner Schafen eigen ſey, und daß. die ſorianer und alle langwolligtern Schafe in dieſer 6 N Hinſicht— nach ſeinem Ausdrucke— Baſtarden ſind. 1, M Er nannte dieſe Eigenſchaft die Blumen der vollſtän⸗ enmt digſten Wolle, und bemerkte noch, daß eben ſo wenig de ho ein kränkliches, oder ſchlecht genährtes Vieh dieſe Wol⸗ hut leeigenſchaft erzeuget, eben ſo wenig könnte dieſe Ei⸗ d i genſchaft durch die Transpiration des Viehes in den Schwitzhäuſern befördert werden. Es ſey Raceſache. d §. 127. eimi In den Gebirgen von Soria findet man auch Heer⸗ din den von den kleinen Merinos Eſtantes, denen ich im 4 Leoniſchen, bey Avila und auch in Somoſierra häufig pnt von weißer und ſchwarzer Farbe begegnet bin. Dieſe ut G. J 1 TA—„ genſchft i meiner mit⸗ en dieſe Be⸗ Herecſigät eſe Haupti⸗ V aangle. Rr. poökraft durch V zelegten Re⸗ an, bemertt aperpignan dem an n gaſtfreunde rieles zubere. ahrung, diß nerdichteſten , und diß näfe in diſt Garden ſind tweer vollſtän en ſo weni Ih dieſe Vol te dieſe Ei⸗ Phes in da gaceſache auchet 3 de Gant Win e ſiera häufg bin. diß 4 81 Thiere ſind in der That nach Verhältniß ihres Körpers ſehr wollreich; und in ihrer Güte bemerkte ich hin und her einen merklichen Unterſchied. §. 128. Von den Wollehändlern wurde die Wolle erſter Qualität im ungewaſchenen Zuſtande nach franzöſiſchem Gelde berechnet im Großen nach dem Gewicht verkauft. Die leoniſche Wolle das Pf. 1 Liv. 16 Sous. ⸗ ſegoviſche detto. 1 ⸗ 12 ⸗ ſorianiſche detto„ 1 ⸗ 4 2 „ aragoniſche Churros⸗Wolle„ 18 ⸗ Im Durchſchnitt entfallen auf die 4 Wollegattun⸗ gen auf einen Centner oder 4 Aroben 60 Liv. Ausfuhr⸗ zoll für die Krone. §. 129. In Spanien iſt es hin und wieder noch gebräuch⸗ lich, nach der Schur den ganzen Körper der Schafe mit einem dünnen fetten Lehmwaſſer anzuſtreichen, damit die Hitze der Sonnenſtrahlen keine Beile auf der bloßen Haut verurſachet; ja die ſpaniſchen Schäfer behaupten, daß dieſer Anſtrich auch gegen die Raude ſchützet. §. 130. Der Gebrauch den Schafen Salz zu geben iſt in Spanien allgemein. Den Hausſchafen pflegt man es in Gränden zu geben, und den Merinos reicht man ſol⸗ ches auf ihren Wanderungen auf glatten Felſen, wo es von ihnen begierig zuſammengeſucht wird. Auf 1000 Stücke werden jährlich 20 Aroben, oder 5 Centner Salz, mit Inbegriff des Schäfereyperſonals und ihrer Pferde, F 82 Eſeln und Ziegen verfüttert. Man glaubt, daß das ite L Salz nicht nur ein Erforderniß zu einem üppigen Wol⸗ ſen Es lewuchs, ſondern auch zur Erhaltung der Geſundheit des Viehes erforderlich ſey. Sie haben eine beſondere Hretde Vorliebe für das Salz. Geſtal §. 131. dung I Meine Widder überhaupt haben durch die Stra⸗ V duccht V V patzen und Entbehrungen auf dem Reiſe⸗Transport von ferni Spanien nach Deutſchland viel gelitten, und ſind nicht brin V ſo dauerhaft als die Mutterſchafe befunden worden. V ieh Jährlinge und Lämmer ſind zu einer ſo angreifenden ſen Reiſe, wo in 24 Stunden 1 ¾ bis 2 Poſten und oft. uuuu um Nahrung zu erhalten mehr zarück zu legen ſind⸗ run gar nicht tauglich, ſo wie auch die ganz kleinen Meri⸗ ſnan nos nicht, von denen ich öfters Meldung machte. Von 1 17 erreichten von dieſen nur 3 Stücke Deutſchland. an m Die Churrosſchafe ſind nicht ganz ſo dauerhaft befunden ſnn u worden. Ich hatte zum Schlachten für das Schäferper⸗ diſ ſonal meiner zwey ſpaniſchen Schafheerden, die 900 nan Stücke betragen hatten, auf der Reiſe von Spanien nach dunr Deutſchland 46 Churros Schafe in Spanien gekauft, und ſnät 3 beobachtete, daß ſie ſich nicht ganz ſo dauerhaft, wie eum die Merines bezeigten. V Kääte §. 132. volem Als eigen enthuſiaſtiſchen Freund der Schafzucht Härna war es oft für mich ein unbeſchreiblich ſeliger Anblick, d m mich bey den erſten ſpaniſchen Schurhäuſern einzufinden, Gedut die verſchiedenen Heerden in Unterabtheilungen, von ness) 1000 bis 1500 Stücken vorbeydefiliren, und gleichſam h, n. EN Ctſchland. Kefunden haferpe⸗ a die 900 ien nach uft, und aaft, wie chafluch 8 Anblik, 3 zuſinden, 1 gen, von leicſſen 8 9 83 ihre Lager, bis die Reihe der Schur ſie traf, bey die⸗ ſen Esquileos oder Schurhäuſern beziehen zu ſehen. Der hohe Grad der Ausbildung der meiſten dieſer Heerden, ihre frappante Ühnlichkeit des Wuchſes, der Geſtalten, der Qualität der Wolle, und gleiche Bil⸗ dung der äußern Haarſpitzen, die ein feſtes und un⸗ durchdringliches, gleichſam ſo ebenes und gleiches Vließ formiren, als wenn alle Haarſpitzen mit einem Zug ab⸗ barbirt worden wären; die dunkele Goldfarbe, welche ihre charakteriſtiſchen, zum Erdrücken mit Wolle bela⸗ ſteten Körper verſchönert— alles dieſes und andere nützliche Bemerkungen, welche der Okonom an dieſen Hrtern zu machen Stoff genug findet, haben mich für ſo manche ſaure Aufopferungen vielfältig entſchädigt. Niemand wird vermuthen können, daß alle die vielen und zahlreichen Heerden in Spanien von gleicher Güte und Vollkommenheit ſind, keineswegs; jedoch iſt dieſes bey vielen Stämmen größtentheils der Fall; und man kann ſich daher öfters über die Dreiſtigkeit mancher Autoren, die nie einen Fuß in Spanien geſetzt haben, nicht genug wundern, wenn ſie behaupten, daß die Heer⸗ den ungleich und nicht ein Stück wie das andere, die Tochter wie die Mutter, der Enkel wie der Großvater, vollkommen ausgebildet da ſtänden. Gerade dieſe hohe Harmonie in den Geſtalten, dieſe Gleichheit der Wolle, als wenn alle Schafe einer Heerde durch eine einzige Geburt von einem Vater und Mutter entfallen wären: dieſes iſt das äſthetiſche Schoͤne, das imponirende Gro⸗ ße, wenn man öfters an einem Tage Züge von 40 bis 84 60,000 Stücken in einem kleinen Diſtricte erblickte— was den Kenner ſo ſehr feſſelt, und jedem Unbefange⸗ nen laute Bewunderung abgewinnen muß. Mich haben zwar dieſe Heerden allein nicht befrie⸗ digen können, und ich bin trotz allen abſchreckenden Gefahren und Hinderniſſen auch ohne Rückſicht der oft dreyfach höhern Geldpreiſe, in die ſteilſten und entle⸗ genſten Gebirgswinkel, zu einzelnen ganz kleinen Heer⸗ denbeſitzern gereist, um oft hier die wichtigſten Ein⸗ käufe zu machen; zu geweſenen Majoralen, oder ge⸗ weſenen Freunden und Anverwandten derſelben, oder auch zu verarmten Edelleuten, die, wie es auf den Wan⸗ derungen der ſpaniſchen Schafe zuweilen zu geſchehen pflegt, urſprünglich ihre kleine Eſtantes Heerden, wo⸗ von ſie gewöhnlich ganz allein leben, auf eine ähnliche Art erhalten haben mögen, und die ſolche Beſitzer be⸗ ſtändig ohne fremde Einmiſchung des Bluts in der ech⸗ ten Reinheit des Samens, wobey ſie ſich gewöhnlich bey Verkäufen gleich dem Araber viel zu gute thun, und Werth darein legen, erhalten. Hier findet man die höchſte Zucht. Die Entlegen⸗ heit, Mangel an Wegen, Unſicherheit wegen der in Spanien in dieſen Einöden ſo gewöhnlichen Räube⸗ reyen, Mangel an Herberge, an Subſiſtenz von Le⸗ bensmitteln, ſogar an dem ſchlechteſten Brot, dann die öftere unglaubliche Theurung dieſer Thiere gegen die Schafe von den großen Heerden— alles dieſes mag die gewöhnlichen Käufer ſeither abgeſchreckt haben, dieſe Stämme in ihr Vaterland zurück zu bringen. Ich bin jiet in be aust waten eben d thümer wie the detem dieſes wenn der G er ſih einen len muß telſhie de i Sren nach der I und zne wwiſcen Gginar na, I G gierung fen, u du könn Jhne de rblckte— Unbefange iicht befti ehreckenden üöht der ot dund ente inen heer d ſten Ein⸗ d. dder ge Aben, der den Vu⸗ geſchehen sden, wo⸗ ae ähnlihe deſiter be nn der eh⸗ gewohnüh A thun, und * Entlegen⸗ den der in bn Räube⸗ 2 von be⸗ ot, dam iete gegen hts aben, dieſe 5 Ic bi din V 85 hier in Fällen geweſen, daß ich kein einziges Stück ha⸗ be auszuſtoßen nöthig gehabt, von ſolcher ſeltener Güte waren manche Heerden; aber auch öfters war ich bey eben dieſen Gelegenheiten in Fällen, daß der Eigen⸗ thümer von vorzüglichen Race⸗Widdern auf die Frage, wie theuer ein ſolches Thier ſey5 ſtolz, mir als verklei⸗ detem Schäfer, auf gut ſpaniſch zur Antwort gab: daß dieſes Thier zu kaufen meine Kräfte überſteige; denn wenn ich auch einen ähnlich großen Goldklumpen von der Geſtalt des Widders dafür geben könnte, würde er ſich dennoch davon nicht trennen. So daß ich öfters einen Widder mit 12, 16 bis 1800 Realen bezah⸗ len mußte; welches freylich ein außerordentlicher Un⸗ terſchied gegen die Preiſe bey den großen Heerden iſt. §. 133. 3 Die Gegenden, wo man die wichtigſten Einkäufe in Spanien von Merinos Eſtantes machen kann, ſind nach der Rangordnung folgende: Im Königreich Leon, in der Sierra de irid und zwar bey Buitrago und Paular, in den Gebirgen zwiſchen Alt⸗ und Neucaſtilien, Elvila, Trescaſas, Espinar, Cambanillas, Baſardilla, Segovia, Moli⸗ na, Villa⸗ Caſtin, Escurial und Soria. §. 134. Es iſt für einen Ausländer, welcher nicht die Re⸗ gierungs⸗Erlaubniß hat, Merinos einkaufen zu dür⸗ fen, unglaublich ſchwer, dieſes heimlich bewerkſtelligen zu können; indem kein Spanier an einen Ausländer, ohne daß dieſer einen ſchriftlichen Conſens der ſpaniſchen 86 Regierung vorzeigen kann, unter empfindlicher Strafe ſein Vieh veräußern darf. Überdieß iſt es Sitte, ſtreng eingeführter, und beobachteter Gebrauch in Spanien, daß jeder Reiſende in jeden zu durchreiſenden Ortern ſich beym Richter mit einem gültigen Paſſe ausweiſen muß; unterläßt man dieſes, ſo handelt man wider die Geſetze des Landes, wodurch man ſich verdächtig macht, und die betreffende Gemeinde ſucht ſolche Übertreter des Geſetzes in Maſſa auf, welches mir einige Mahl nach Verlauf von eini⸗ gen Tagen noch geſchehen iſt, und wovon ich ſo man⸗ ches Unangenehme aus Erfahrung erzählen könnte. §. 155. Die ſpaniſche Wolle der Merinos Transhumantes und Eſtantes zeichnet ſich beſonders durch ihre Sanft⸗ heit, Milde und Geſchmeidigkeit, welche den größten Einfluß auf die Tücher und ihren Glanz hat, durchih⸗ re große Menge und Feinheit, durch ihre EClaſtizität und Nerv, welches die Stärke und Haltbarkeit begrün⸗ det, durch ihre Weiße, und Gigenſchaft alle delicate Farben anzunehmen, und endlich durch ihre ganz eige⸗ ne Walkfähigkeit(Krümpekraft) aus. Die Wollfäden der Vließe ſind gleichſam alle von einer Länge, und ma⸗ chen ſolchergeſtalt ein gleichförmiges Ganzes aus, daß das Ganze keine Zwiſchenräume, ſondern einen unge⸗ theilten ganzen Körper bildet. uz 3ſ7§. 136. Die Hauptſache der Merinos iſt, daß die Quanti⸗ tät der Prima oder Refina Woile, im Verhältniß mit ſchei . 1 * mer ſchot licn et Sttafe tet, und * Reiſende Jichter mit . Landes, etreffende ein Maſa von einü⸗ ſo man⸗ nnte. dtoumantes 11: Sanſt 3 größten an durchiſ⸗ 3 Flaſtizität I begrün⸗ A* delicate anz eige b alfiden 1¼ undma⸗ 8ms, daß fon unge⸗ 5 Qugnti altniß mit 87 den geringen Gattungen, in jedem einzelnen Vließ ſo außerordentlich ergiebig iſt. So beträgt bey einem gu⸗ ten Schafe die Prima oder Refina Wolle... 75 per Cent. — Secunda oder fina detto 15—— — PTertia oder tercera und Kaida 10—— §. 137. In Segovia, wo viele Heerden der edelſten leoni⸗ ſchen Merinos auf ihrem Durchzug nach ihren Som⸗ merweiden im Monat May und Juny jedes Jahr ge⸗ ſchoren werden, habe ich im Jahr 1805 ſehr beträcht⸗ liche Quantitäten gewaſchener Wolle, von Prima und Secunda Wolle zu gleichen Theilen, die Aroba— 25 Pf.— im Durchſchnitt zu 78 Peſelten— eine Pe⸗ ſelte iſt 27 kr. Conventionsgeld— nach England ver⸗ kaufen geſehen. Der Platz war aber außerordentlich mit Waare, wegen dem Krieg mit England überladen, und ſelbſt dieſer freye Verkehr hatte nur einige Mo⸗ nathe gedauert. §. 138. Aus Spanien wird des hohen Ausfuhrzolls wegen unglaublich viele Wolle als Conterband, ſowohl durch die Pyrenäen nach Frankreich, als über das Meer, aus⸗ geführt, und die Anzahl der Schafe läßt ſich daher aus einem muthmaßlichen Erträgniß, unmöglich aus den Zolltarifen ergründen. Man vermuthete, daß vor dem ſpaniſchen Kriege bey 13 Millionen Schafe in dieſem Lande ſich befunden hätten, die Hälfte Merinos und die andere Hälfte Churros Schafe. Für eine Aroba oder 8 83 4 25 Pf. Wolle müſſen in Spanien an die Regierung Nach 60 Realen de Vellon— eine Real iſt beyläuſig 6 kr. könne Conv. Geld— Ausfuhrszoll entrichtet werden; und da ſier dieſes Land bisher ein unbedeutendes Quantum an V then Wolle ſelbſt verarbeitete, ſo kann man ſich die unge⸗ heure Einnahme des Ausfuhrszolles für die Regierung vorſtellen, indem als Grundſatz bey den Wollekäufern pr.. V angenommen wird, daß ein Mutterſchaf 4 Pf. rein ge⸗ werd waſchene Wolle, und ein ausgewachſener Widder 2 Pf. vege mehr geben muß, in ſo ferne das Vieh durch Krankhei⸗ wie ten, Kälte, Mangel an Waſſer, Futter, Salz ꝛc. kei⸗ und nen Abbruch gelitten, welches alles auch auf die Güte der Wolle den bedeutendſten Einfluß hat. §. 139.. Der ausgebrochene verheerende und mit großer Er⸗ ans bitterung wechſelſeitig geführte ſpaniſche Krieg wird we⸗ en gen Mangel an Lebensmitteln, ſehr wahrſcheinlich die b meiſten dieſer koſtbaren Schafe verſchlungen haben; und n es iſt überhaupt wahrſcheinlich, daß die Ackerbaugeſetze ler un dieſes Landes bald eine neue Tendenz erhalten, und und der Wollehandel ſeine Richtung in andere Staaten neh⸗ hyjite men wird, wo die Verbeſſerung des Ackerbaues mit unten der Zucht der Schafe in ein ſolches Verhältniß geſetzt V) ſind, daß von einem wohlberechneten Düngerquantum die Felder durch einen vernünftigen Fruchtwechſel in einem unerſchöpflichen hohen Erträgniß erhalten wer⸗ V den können; wodurch die raffinirte Viehzucht, mittelſt Nunn welcher die Producten, und Hutweiden des Landeigen⸗ thümers in der Entfernung ſo vortheilhaft als in der V 4 , 3 Regietung tuſig d kr. nn; und d Lntum an i de unge⸗ Kegzerung Illekäufer t. rein ge Ader 2)f. Kranthei⸗ 2 dc. kei⸗ a die Güte b zoßet Er⸗ svird we⸗ Hinlich die d en; und 2 augeſeze Gen, und Maten neſ⸗ aueh mit üß geſest uantum echſel in ten wet⸗ ar nitrlſ andeigen⸗ gls in der 89 Nachbarſchaft volkreicher Gegenden, benutzet werden können— der Ackerbau und das Fabrikweſen in eng⸗ ſter Verbindung einander ſchweſterlich die Hand bie⸗ then werden. §. 140. Man rechnet, daß nach Maßgabe der Weiden, pr. Joch 8 bis 16 Stücke Merinos können ausgehalten werden, und daß es keine Viehrace gibt, welche die vegetabiliſchen Subſtanzen, in ſolcher Menge und Werth wie die Merinos auf einem beſtimmten Flächenmaß, und gleicher Zeit in animaliſche Stoffe umarbeitet. Zehntes Capitel. Gerechte Wuͤrdigung der Merinos und Beurtheilung der leoniſchen Wolle. Charakteriſtiſche Kennzeichen derſelben. §. 141. Die leoniſche Wolle ſucht vorzüglich der Wollhänd⸗ ler und Fabrikant, indem ſie ſich am feinſten ſpinnen, und am beſten walken läßt, und das feinſte und dauer⸗ hafteſte Tuch von ſammtähnlichem Gefühl liefent. Sie unterſcheidet ſich auffallend: 1 a) Durch ihre bekannte Feinheit, welche durch die Dünnheit der Haare ihre Abſtufungen erhält; man beurtheilt den Grad der Feinheit der Wol⸗ le, indem man von mehreren Theilen des Kör⸗ pers Wolle auszieht, und ſie mit einer andern von demſelben Theile eines andern Thieres ge⸗ nommen vergleicht. Auf ſchwarz gefärbtem Pa⸗ pier oder Zeug, läßt ſich dieſes am beſten bewerk⸗ ſtelligen, und dem geübten Kenner dient darin das bloße Gefühl und die Übung des Augenma⸗ ßes zur Richtſchnur) und Gleichheit des Haarkör⸗ pers, welche darin beſteht, daß jedes Haar eben 9 ſo dünn an der Spitze, als bey der Wurzel iſt. Über dieſes alles aber muß die Außenſeite des Pel⸗ zes zugleich ganz eben, glatt und feſt geſchloſſen und mit keinen hervorſtehenden unebenen Haar⸗ ſpitzen(die beym Färben nicht leicht die Farbe an⸗ nehmen), verſehen ſeyn. Dieſe Eigenſchaft quali⸗ fizirt dieſe Wolle ſo vorzüglich zu den feinſten und edelſten Tüchern, Caſimiren, Shawls und ſolchen Fabrikaten, wozu man die allerfeinſten und theuer⸗ ſten Farben anzuwenden pflegt. Bey dem Ver⸗ V b edelungsgeſchäft der Schafe hat man Anfangs faſt V 1 V 1 d nur allein dieſe Eigenſchaft berückſichtiget, daher man es auch in vielen Blendlingsſchäfereyen, ſehr weit darinnen gebracht hat. §. 142. Aber was iſt Feinheit ohne b) Kraft und Stärke. Das Tuch ſoll nicht nur fein, es muß auch dauerhaft ſeyn. Dieſe Eigenſchaft kündet ſich durch den Grad der Ausdehnung an, den ſie ohne zu zerreiſſen vertragen kann, und deß⸗ I 1 wegen die dauerhafteſten Tücher liefert. Keine Wollgattung von irgend einer Schafrace beſitzet V dieſe Eigenſchaft in einem gleich hohen Grade, und aus dieſem Grunde ſind die Fabrikarbeiten 3 d bekert int darin Sugenm⸗ (Haarkät⸗ Tanr ehen urhlit. des hl Jeſbleſe Zen Han⸗ Satte an⸗ 3ft qual⸗ ſtten und s d ſolchen as dtheuer⸗ m Ver er lngs iiſt dt. dober r hen, ſeßt 1Aut fei, D zenſteſt aung ah, a und deſ⸗ 7 Keine e beſihet — Grade, edi 9¹ von leoniſcher Wolle, wegen ihrer großen Dauer⸗ haftigkeit ſehr berühmt. Beydes indeſſen würde gegen Flachs keinen Unterſchied machen, wenn §. 143. c) Die Elaſticität abginge. Dieſe Eigenſchaft iſt ebenfalls eine merkwürdige Eigenheit dieſer Wol⸗ le. Sie beurkundet ſich nach Maßgabe ihrer Fä⸗ higkeit, ſich ausdehnen zu laſſen und von ſelbſt wieder zuſammen zu ziehen; oder wenn man eine Flocke an dem einen Ende hält, und an dem an⸗ dern drehet, und ſie dann beym Loslaſſen, ſchneller oder langſamer in ihre vorige Lage zurückſpringt. Bey gewaſchener Wolle drückt man eine Handvoll zuſammen, und macht die Hand in möglichſter Geſchwindigkeit wieder auf, wo ſie ſich dann ſchnell und federartig und nicht langſam in der Regel, ausdehnen muß.— Sie iſt zur Verfertigung eines dauerhaften Fabrikats ein eben ſo abſolutes Er⸗ forderniß, als die Eigenſchaft der Stärke. Aber noch eine Hauptforderung bleibt übrig, die Wolle muß ſich auch unter der Walke leicht und innigſt filzen, und ein ſehr dichtes Tuch geben. Das iſt nur möglich, wenn ſie §. 144. d) eine große Kräuſel⸗ oder Krümpekraft beſitzet. Dieſe Haupteigenſchaft erkennt man daran, wenn die Wolle nicht dicht und zuſammengefilzt, ſon⸗ dern wenn ſich einzelne Haare treppenartig mit einander verbunden drehen, und hin und herwen⸗ e e““ — 92,- den, und beruhet in einer wechſelſeitigen Harmo⸗ nie von Stärke und Elaſtizität, beyde zuſam⸗ mengenommen nennt man den Nery der Wolle, und keine Race von Schafen liefert ein Material, das in Anſehung der Kräuſel⸗ oder Krümpekraft mit der leoniſchen einen Vergleich aushalten kann. V— Alle die 4 Eigenſchaften werden ſchon ein ſehr vor⸗ treffliches Tuch geben, das aber doch demjenigen wird nachſtehen müſſen, deſſen Wolle nicht nur für das Auge die höchſte Feinheit, ſondern §. 145. hoe) auch für das Gefühl die zarteſte, ſammtartige Sanftheit beſitzet. Das weiche zarte ſeidenartige Gefühl der Wolle, welches bey Beurtheilung des Tuches weit mehr als Feinheit ſchmeichelt, und V den ſammtartigen Ton gibt, wie beym Vigogne⸗ V Tuch— offenbart ſich gleich durch das bloße Ge⸗ b dor fühl ſchon an der rohen Wolle; iſt nur der leoni⸗ b ſchen Wolle in ſo hohem Grade eigen, und dieſer Vorzug wird bey ſachkundigen Fabrikanten weit höher als bloße Feinheit geſchätzt. Man unter⸗ ſcheidet mit Recht den Grad dieſer Eigenſchaft in ſeidenartige und baumwollartige Sanftheit. Wir treffen in unſern Ländern zwar ſehr feine veredel⸗ V te Heerden an, aber der unterrichtete geſchickte Tuchfabrikant vermißt dabey noch gar ſehr dieſe weſentliche charakteriſtiſche Eigenſchaft der leoni⸗ V r ſchen Wolle, und findet ſtatt einer ſeidenartigen 1 bloß eine baumwollartige Sanftheit, oder höch⸗ 8⁸ Harmo⸗ d zuſem⸗ 3 Wole, atetial t npetraft ten kaun. s ſehr rer aienigen S icht nur Kern 8 Fantartige ült, und wigogne⸗ zoße Ge⸗ aer loori⸗ 1 an dieſer w ten veit 22 unter⸗ ag ſchft in it. Wit u veredel⸗ 4 geſchit rehr diſ Der leoui⸗ nattiha der hh 9³ ſtens ein Mittelding. Eine Wolle von dieſen 5 Eigenſchaften wird endlich wieder in den Augen des Fabrikanten von einer ſolchen übertroffen wer⸗ den, welche §. 146. f) die Färbung in größter Reinheit, Leichtigkeit und Feſtigkeit annimmt. Dieſes rührt her von der Klarheit der leoniſchen Wolle, von der gedrängten, gleich und feſt geſchloſſenen Länge des Pelzes, der aus gleich langen und gleich dicken Haaren beſteht; und nicht, wie z. B. bey Meſtizen oder dünnfelli⸗ gen Schafracen, wo die Wolle uneben iſt, und auf ihrem Körper ungleich hervorſtehende Wollflo⸗ cken und wilde Haarſpitzen hervorſproſſen, die aus dem Grunde, weil ſie noch in Verwandtſchaft mit den unveredelten Stichelhaaren ſtehen, nie eine reine Farbe annehmen. Auch iſt §. 147. g) die paſſende Länge dieſer Wolle für alle Arten Tücher, Kaſimire, Shawls, Zeuge ꝛc., welche mit ihren übrigen Hauptwolleneigenſchaften und Körpergeſtalt in genauer Verbindung ſtehet, und nichts zu wünſchen übrig läßt, von großer Wich⸗ tigkeit. §. 148. Die echten Merinos zeichnen ſich über alles dieſes noch aus: h) Durch eine äußerſt dichte auf dem Körper wach⸗ ſende Wolle, wodurch ſich alle ſchon erwähnte 94 Eigenſchaften gleichſam concentriren und con⸗ ſolidiren. §. 149 p ¹) Durch einen höchſt angemeſſenen körperlichen Um⸗ fang, worauf die größte Menge Prima⸗Wolle von den erwähnten 8 Eigenſchaften, auf ihnen von der möglichſt kleinſten Quantität Nahrung, auf einer beſtimmten Area in beſtimmter Zeit, wäͤchſt. .———— §. 150. Auch der Verein aller dieſer g herrlichen Eigen⸗ ſchaften wird noch dadurch übertroffen, daß noch höch⸗ ſter Ertrag im zarten, ſchmackhaften Fleiſch und Fett, auf angemeſſener Weide und feſtgeſetzter Zeit, in Ver⸗ hältniß mit andern Racen, verbunden mit der feſte⸗ ſten, dauerhafteſten Conſtitution ſich vergeſellſchaftet. Eilftes Capitel. Verſchiedene Benennungen der Schafe nach ihrem Geſchlecht und Alter. §. 151. Stöhr, Widder, nennt man den Schafbock. Hammel, Schöps, das verſchnittene Männchen. Schaf, Zeitſchaf, Tragſchaf, das Weibchen. Junge, Lämmer und zwar: — a) Stöhrlämmer, Widderlämmer, die männlichen. b) Schaflämmer, Zibbenlämmer, Kälberlämmer, Mutterlämmer, die weiblichen. und eon⸗ 1S ichen Un⸗ a⸗Vele zauf ihten * Nahrung, rnter zet, n Gizen⸗ mnoch häh⸗ hund Fitt 1 in W⸗ nder fiſte Elſchafte. 2 Geſhſet „Sfbot⸗ 2 ännchen⸗ Wbchen. annlihen. ua lämme, — 35 2 ö 2 F are e etrceeee. AN 88 dieſe9. 4ht Ke erhe huf de 95 c) Schöpſen⸗Hammellämmer, das verſchnittene Männchen. d) Kälber⸗Mutter⸗ Schaf⸗ Hammel, verſchnit⸗ tene Mutterlämmer. §. 152. Nach ihrem Zahnwechſel im Alter. Das Schaf hat in der obern Vorderkinnlade, keine Zähne, ſondern eine knorplichte wulſtige Erhöhung und bringt außer den 20 Backenzaͤhnen, in der untern Kinnlade 8 ſpitzige Milchzähnd, ſogenannte Hundszähne mit zur Welt. In der Schäferſprache nennt man die Thiere, welche keine Schaufeln haben, Jungvieh; bey⸗ liegendes Kupfer Tab. g. Fig. 1— 10 verſinnlicht dieſe Materie genau. Sobald das Thier in das zwey⸗ te Jahr gehet, und die beyden mittelſten Schaufelzäh⸗ ne erhalten hat: ſo heißt es Zweyſchaufler. Nach Ver⸗ lauf des zweyten Jahrs, wenn es in das dritte Jahr gehet, und die nächſt mittelſten Schaufelzähne gewech⸗ ſelt hat, wird es Vierſchaufler genannt. Wenn es in das vierte Jahr gehet und die nächſt äußerſten Schau⸗ felzähne erhalten hat, empfängt es die Benennung Sechsſchaufler. Endlich wenn es im fünften Jahr die äußerſten Eckzähne, folglich alle Schaufelzähne erhal⸗ ten hat; nennt man es Achtſchaufler. §. 153. Fernere Kennzeichen des Lebensalters der Schafe. Im ſechsten Jahr ſind die Zähne noch ſo weiß und gleich, als im vorhergehenden, nur mit dem Un⸗ 96 terſchied daß ſie kaum merklich durch die Zurückweichung des Zahnfleiſches, länger ſind. Im ſiebenten Jahr verſpürt man ſchon eine merkliche Veränderung. Die Zähne fangen an etwas ſchartig und gelb zu werden. Die Zurückweichung des Zahnfleiſches iſt ſchon ſichtbarer. Im achten Jahr haben die Zähne ihre weiße Farbe verloren, dafür eine gelbe angenommen, und es fallen ſchon ganze Stücke der Zähne aus. Im neunten Jahr fallen die 4A mittelſten Zähne gewöhnlich aus und das Thier wird ſchwächlich. Im zehnten Jahr verliert unſer Schaf alle Zähne und endigt ſodann gewöhnlich ſeine Laufbahn. Es kommt hierbey viel auf die Conſtitution und Nahrung des Thiers an, und es gibt Schafe, welche bis in das zehnte Jahr ein vollſtändiges Gebiß erhal⸗ ten. So erhalten z. B. die ſpaniſchen Schafe, wegen ihrer dauerhaften Conſtitution ein dauerhaftes Gebiß und dadurch ein höheres Alter. Das im Kupfer abgebildete Guadalouper Mutter⸗ ſchaf iſt bereits wenigſtens 13 Jahre alt, und beſitzt noch alle ſeine Zähne. 6. 154. Man kann im Allgemeinen die veredelten Mutter⸗ ſchafe und Widder mit Nutzen bis in das achte Jahr zur Zucht gebrauchen, dasjenige Vieh im Allgemeinen⸗ welches man zur Zuzucht untauglich hält, heißt man Brakvieh. Man pflegt jedoch auch anderes nicht geſund arückmechang d ſchen eie den an ttnah Sreihung d 1. ihre wiße ommen, und aktitutiön un N zafe, walt Suyebiß eth⸗ D afe, wezn Auaftes Giij Ia per Mutte In und beſt Isten Mutte⸗ 0 zur Seite 97. Widder. Mäͤtter. Schoͤpſen. 3 ſ 33 4.3 2L.5 J43d2⸗ 3LA 5 jahr i g, e⸗ 2 5 jrächrige. s25 i-a hrige. S5S 71 Reſt. Neuer Empfang. Durch Ablämmerung. Summa Ausgaben. ean der Drehe kreppirt. La per se Verbleiben in Reſt ſcelnende n maſter Ein folgende 1) 1 2)⸗ 3) 9* 5) ⸗ 6)⸗ di Mongt! dcnung Vor doͤer T Iede dufen un ement,d und wein iehe de der ermanen ngewint e. 7 1 I11141191ð 21 [Totar Sumnnm 97 ſcheinendes Vieh unter dieſes Brackvieh zu thun, ſolches zu mäſten und für den Fleiſchhacker zu beſtimmen. §. 155. Eine vollſtändige Schäferey beſteht gewöhnlich aus folgenden verſchiedenen Heerden: 1) Aus dem Mutterhaufen. 2) ⸗ Widderhaufen. 3) ⸗ ⸗ Jährlingshaufen. 4) ⸗ ⸗ Lämmerhaufen. 5) ⸗ ⸗ Kappenhaufen. 6) ⸗„ Fetthaufen und Ausmuſtervieh. Die Abzählung der Schafe wird in der Regel alle Monath vorgenommen, und die Veränderungen in der Rechnung alle 8 Tag notirt. Vor der Schur pflegt man das ſogenannte März⸗ vieh oder Brackvieh zu beſtimmen. Jede Veränderung an der Zahl der verſchiedenen Haufen und jeder Claſſe werden in dem Regiſter auf⸗ gemerkt, das gewöhnlich in folgender Form geführt wird, und worin ſich jeder Abgang und Zuwachs zeiget. (Siehe beyliegende Tabelle.) §. 156. Der Winterbeſtand einer Schäferey wird für den permanenten angeſehen, und wo z. B. 1200 Schafe eingewintert werden, muß auf 1500 Stücke Sommer⸗ weide vorhanden ſeyn. In der Lammezeit vermehrt ſich der Stand des Viehes mit jedem Tage, und wird durch die Brack und Verkäufe, vor der Einwinterung wieder auf ſeinen beſtimmten Stand zurückgeſetzt. G 98 §. 157. V Bey einer eingerichteten Schäferey unterſcheidet 9 man den Schafmeiſter, welchem die Aufficht über das ſämmtliche Vieh anvertraut iſt, und der deßwegen auch für alles verantwortlich iſt: den Meiſterknecht, wel⸗ cher in der Regel die Mutterſchafe beſorgt; den Ham⸗ melknecht, Jährlingsknecht, Lämmerknecht ꝛc. Alle die⸗ und ſe Knechte werden von dem Schafmeiſter gewöhnlich 3t verköſtiget. ſh §. 158. b Es gibt noch einige Schäfereyen, wo der Gehalt 6f des Schäfers, außer dem Deputat, darin beſteht, daß de er eine gewiſſe Zahl eigenes Vieh in die Heerde bringt, ſtre und dasſelbe ausſchließlich benutzet.— Gebräuchlicher reſe b iſt es noch hin und wieder, daß man dem Schafmei⸗ endi ſter und ſeinen Knechten, außer dem Deputat, und bt einem geringen Gehalte an Geld, von einer gewiſſen n Zahl herrſchaftlichem Vieh die Wollnutzung und die n Lämmer bewilligt. Meiſtentheils haben aber bey gut i eingerichteten Schäfereyen, die Schafleute jetzt außer n dem Deputat einen hinlänglichen Gehalt an Gelde, und Accidenzien, von dem verkauft werdenden Vieh; V 1 von den abgeſpänten Lämmern, und von der erzeug⸗ b d ten Wolle. Dieſes iſt auch die zweckmäßigſte Einrich⸗ V 1 tung, wodurch das Eigenthum des Schäfereybeſitzers V ſ am wenigſten in Colliſion kommen kann. T t außer Gelde Sele 9. Vieh; 99 Zwoͤlftes Capitel. Verſchiedene Manipulationsregeln bey Schäfereyen. §. 159. Vom Zeichnen. Um eine genaue Kenntniß von einem jeden Schafe und deſſen Abkommen zu haben, ſo muß man jedes Schaf ſo zeichnen, daß man es von den übrigen unter⸗ ſcheiden kann. Derley Zeichen kann man in die Hörner und das Geſicht mit einem glühenden Eiſen anbringen, und in die Ohren kann man verſchiedene Figuren ein und aus⸗ ſchneiden. Um das Lamm des Schafes zu kennen, muß dieſes auch das Zeichen der Mutter haben, und man erreicht ſowohl dieſes als jenes dadurch, daß man den Schafen eine laufende Nummer gibt, die das Lamm dann auch bekommt. Die Nummern ſind gewöhnlich von Blech oder Holz, und werden den Thieren mit ei⸗ ner Schnur oder Drath, welcher zuvor geglühet wurde, um ihn recht biegſam zu machen, um den Hals oder in ein Ohr gehangen; bey letzterm iſt jedoch zu beobach⸗ ten, daß das Loch weit ins Ohr gemacht werde und der drathene Ring, woran die Nummer hängt, nicht wei⸗ ter ſeyn darf, als daß dasſelbe freyen Spielraum habe, damit die Schafe durch Kratzen, Reiben oder durch irgend einen andern Zufall das Ohrgehäng nicht aus⸗ reißen können. Die Ohrenzeichen beſtimmen gewöhnlich bey Veredelungen, die verſchiedenen Generationen nach den Nummern. G 2 — —;xxxxPnD—— be “ 100 Man pflegt zwar auch die Zahlen den Schafen durch gewiſſe Zeichen in die Ohren zu ſchneiden, aber die Einſchnitte verwachſen ſich ſehr leicht. Die dauerhaf⸗ teſten Zeichen ſind diejenigen, die man auf dem Ge⸗ ſicht und den Hörnern mit einem heißen drey Linien breiten Eiſen, macht. Bey meinen original ſpaniſchen Schafſtämmen wird nachſtehendes Stammregiſter geführt: unaoa u24029 g22 216z S 3ue uc ⸗10Luuss ue] ⸗lv zuu grar 2 G or vy ſg1 9 0 3cl2lG. Anvza⸗ nauva üu u i n? CvzuvluO udd 20ad*⁸ ⸗u a20 v a0s Ruab ⸗Gyleuinuzaun zCana zanm 80a9 21. Invga⸗ unuvdD m u i n? oavzuv; ⸗uO a 2—a226 ⸗mmuD 420 *v a231 N u9 Gylz ue nCana ‧1 a20 vzuvluO zInvaae ue dSu u vpign gog 4gvé un 20 anal aazzn. zacl Qun ᷓ v uor ee ⸗vzuvlu Guoa ovzuvzuO a uluS a2 uoa bund ⸗no Gualr a20 v q⸗*un zumv üe 1n 2 21 eqana zunva ⸗a2 uvd un unv 1 nzuvzuO Gm S 12 gur gogt 46vO u ac ⸗12 M'qv uag ogvzuvlu *G 9123muun au r 420 aqvzuvluO 9 — bungaauiuxR 210 G uv anc ua⸗82] a20 (g unzalen 231* a2 lß ⸗aoznugoad uoa 123120 a2 o ⸗a2zpagoab uo ν, 42 a*znu uog -2312 a* ao*zpa uoa 2123 dnvag epn ⸗buv a2 uO Hunmmdo p g N Lauf. Ro. d. Lammes nach der Mutter. Race⸗Zeichen. 1 ⸗ 91 15⸗ ⸗Bbunumv R LLLE 402 §. 160. Vom Caſtriren. Der denkende Menſch weiß in vielen Umſtänden die Natur durch Kunſt zu verbeſſern, und ſich Nutzen dadurch zu verſchaffen. Durch das Caſtriren der Schafe vervollſtändigt ſich der Körper des Thiers, durch die Neigung fett zu werden nicht allein in allen ſeinen Theilen, weil es keinen Trieb und keine Sehnſucht zur Begattung mehr empfindet; ſondern das Fleiſch und Fett dieſer Thiere veredeln ſich zugleich dadurch; indem es nicht allein einen zartern und feinern Geſchmack ge⸗ winnt, ſondern die Maſſe desſelben durch die körper⸗ liche Ausbildung ſich auch vergrößert. Man kennt keine phyſiſchen Urſachen zu glauben, daß die Wolle durch dieſe Operation in jeder Hinſicht nicht eher gewinnen als verlieren ſollte. Die beſte Zeit das Verſchneiden der Böcke und Mutterlämmer vorzunehmen, iſt, ſobald die Witte⸗ rung im Frühjahr nur einigermaßen gelind wird; in unſerm Klima allenfalls anfangs Aprill. Dann wenn dieſe Thiere einmahl ein Lebensalter von einem Vier⸗ teljahr überſtiegen haben, ſo hat man manchmahl von der Inflamation üble Folgen zu erwarten: Früher als in einem Lebensalter von 4 bis 6 Wochen dieſe Opera⸗ tion mit ihnen vorzunehmen, iſt auch nicht rathſam, weil der Körper in dieſen Umſtänden noch zu zart, und das Thier noch nicht genug an das Freſſen gewöhnt iſt, um die Abmagerung und Entkräftung des Körpers durch — nſtänden Nutzen t Schafe zdurch die n ſeinen ſucht zur iſch und zindem nack ge⸗ korper⸗ it keine edurch nen als ke und Witte⸗ ird; in n wenn n Vier⸗ ahl von üher als Opera⸗ thſam, art, und öhnt iſt z durch 103 die Schmerzen und den Blutverluſt ſchnell wieder durch Nahrung zu erſetzen. Durch das Caſtriren erzielt man den Vortheil, daß das Fleiſch der Widder ſtatt eines übeln und wider⸗ wärtigen Geſchmackes, und gröberer nervichten Textur, ſaftig, zart, fett und wohlſchmeckend wird; daß dieſe Thiere ein ruhigeres biegſameres Temperament annehmen, wel⸗ ches nicht allein eine Haupteigenſchaft, für eine größere Anſetzung von Fleiſchmaſſe, Fett und Wolle iſt, ſon⸗ dern zugleich auch den wichtigen Vortheil gewährt, daß man ſie erforderlichen Falls unter Lämmer⸗Mütter und Widderhaufen miſchen kann.— Das Caſtriren ſelbſt geſchieht auf folgende Art. Ein Schäfer nimmt das Lamm und haltet mit ſeinen zwey Händen die 4 Füße desſelben feſt, während er den Rücken desſelben an ſich feſt anlehnet, damit der Hodenſack des Thiers, dem ge⸗ genüberſtehenden Schäfer ganz frey zur Operation ent⸗ gegen liegt. Dieſer nimmt den Hodenſack in die Hand, drücket die Hoden etwas in die Höhe, ſchneidet den un⸗ tern Theil des Hodenbeutels mit einem äußerſt ſcharfen Meſſer geſchwind ab, drücket eine Hode zur Hälfte aus dem Hodenbeutel, ziehet ihn geſchwind mit den Zäh⸗ nen heraus; wiederhohlt dieſes mit dem zweyten, thut etwas weniges ungeſalzene Butter oder Schweinfette zur geſchwindern Heilung in das innere des Beutels, wo die Samennerven abgeriſſen worden ſind, und die ganze Operation iſt vollendet. Aus Erfahrung weiß man beſtimmt, daß die Hei⸗ lung früher geſchiehet, und keine Entzündung ſo leicht 104 erfolgt, wenn man die Samennerven abreißt, ſtatt dieſelben abzuſchneiden. Man kann auch einjährige und ältere Widder ca⸗ ſtriren, aber immer mit größerer Gefahr, als in ihrer Jugend. Letztere Operation geſchieht gewöhnlich ſtatt der Abſchneidung des untern Zipfel vom Hodenbeutel, daß man in der Mitte desſelben, oberhalb jeden Teſti⸗ kel einen proportionirten Einſchnitt macht, ſolchen her⸗ auszieht und auf obige Art einſchmiert. Man muß aber wegen der Verblutung des Thiers die größte Aufmerk⸗ ſamkeit haben. Auch mit Kluppen pflegt man dieſe Operation bey ältern Thieren zu bewerkſtelligen, und zwar auf folgen⸗ de Weiſe. Man nehme zu dem Ende einen Haſelſtock, oder ein anderes zähes Holz von der Dicke eines Zolles, und 3—4 Zoll Länge, ſpalte ſelbigen in zwey gleiche Theile, ſo daß jedes Stück eine halbe Walze ausmacht. Auf der flachen Seite derſelben mache man eine kleine Rinne, und ſchneide die Enden ſchräge. Auf der äußern und zugerundeten Seite desſelben mache man am En⸗ de eine Furche, worin der Drath gebunden werden kann, womit man die Klemme zuſammen bindet, und wodurch der Drath abzugleiten verhindert wird. Die Rinne fülle man mit einer Maſſe von gleichen Thei⸗ len, gebrannten Alaun, und grünen oder blauen Vi⸗ triol an, welches man mit ein wenig Ton und Eſſig zu einem Teige knetet, und nun binde man an dem ei⸗ nen Ende die Kluppen zuſammen. Schreitet man zur Operation, ſo laſſe man den Widder ſo vor ſich halten, der ar ön ſhn wan alti mar dch d fül d di t, ſtatt dder ca⸗ in ihrer ch ſtatt abeutel, n Teſti⸗ hen her⸗ uß aber ufmerk⸗ tion bey folgen⸗ kleine aͤußern im En⸗ werden t, und d. Die Thei⸗ en Vi⸗ d Gſſig dem ei⸗ an zul galten, —— 1 “ 105 daß man vollkommen Macht über die Hoden hat. Man faſſe die äußerſte Spitze des Beutels mit der linken Hand, ſchiebe mit der rechten Hand die Hoden ſo hoch gegen den Unterleib auf, als möglich, laſſe ſie nun von einem Mithelfer halten, während dem ſchneide man den halben Beutel mit einem Schnitte ab. Sollte es ſeyn, daß die Scheidehaut eines jeden Hoden, beym erſten Schnitt nicht geöffnet wäre, ſo durchſchneidet man ſie, damit die Hoden nackt hervorkommen. Dieſe nimmt man nun in der einen Hand, und mit der an⸗ dern ſetzt man ſo hoch gegen den Unterleib, als man kann, die Kluppen auf, und bindet ſelbige am offenen Ende zuſammen. Einen guten Zoll unter den Kluppen ſchneidet man nun die Hoden ab. Die Kluppen läßt man 6 bis 12 Stunden ſitzen, je nachdem der Widder alt iſt. Will man die Kluppen abnehmen, ſo ſchneide man zuerſt, das unter denſelben herabhängende Stück dicht bey den Kluppen ab, und ſchneide an einem En⸗ de den Drath der Kluppen durch, wornach ſelbige ab⸗ fällt. Die ganze Operation iſt dann vollendet, ohne daß ſie weiter gefährliche Folgen hinterläßt. §. 161. Die Mutterlämmer erhalten durch die Caſtration ein weit feineres Fleiſch als die Hammellämmer. In der linken Weiche wird den Lämmern ein Ein⸗ ſchnitt gemacht, der Tragſack herbeygezogen, die Eyer⸗ ſtöcke abgeſchnitten, und die Bauchmuskeln mit einer Nadel und Zwirn ſeicht mit Behutſamkeit zuſammen⸗ genähet. Man ſchmiert die Wunde mit etwas ungeſal⸗ ——————— 106 zenem Fett ein, und von außen wird ſolche, wenn die Operation wie gewöhnlich im Herbſt oder Frühjahr ge⸗ ſchieht, mit Wagenſchmier zur Abhaltung der Fliegen beſtrichen. Dreyzehntes Capitel. Vom Wiederkauen der Schafe. §. 162. Auszug aus der ſchönen Abhandlung des Herrn Daubenton, welche er im Jahr 1768 in der Akademie der Wiſſenſchaften zu Paris vom Wiederkauen der Scha⸗ fe, vorgeleſen hat. Es gibt verſchiedene Gattungen vierfüßiger Thiere, die eines und eben dasſelbe Futter zwey Mahl freſſen. Sie nehmen zwar ihr Futter zuerſt auf eben die Art zu ſich, wie es andere Thiere auch thun: aber ſie hoh⸗ len es hernach durch den Schlund wieder ins Maul her⸗ auf, kauen es auf das neue, und verſchlucken es dann zum zweyten Mahl; und dieß nennt man das Wiederkauen. Die wiederkauenden Thiere haben mehr als einen Magen(wie man es zu nennen pflegt) und von dieſen verſchiedenen Magen, nennt man den erſten oder Wie⸗ derkauungsmagen, den Wanſt, Graſe oder Doppelma⸗ gen; den andern die Haube, Mütze, Hülle oder Zell⸗ gewebe; den dritten den Mannigfalter, das Buch den Blättermagen, den Pſalter oder das Tauſendfach; den vierten endlich den Dauungsmagen. Man hat bey Beſichtigung dieſer 4 Mägen und enn die aht ge⸗ Fliegen 3 Herrn lkademie er Scha⸗ Thiere, freſſen. die Art ſie hoh⸗ taul her⸗ ann zum erkauen. ls einen n dieſen et Wie⸗ ppelma⸗ der Zell Buch den ach; den gen und 107 der darin beſindlichen Dinge erkannt, daß das Futter durch den Futterſchlauch(den man bey Menſchen die Speiſerohre nennt), zuerſt in den Wanſt, welches der erſte Magen iſt, gebracht werde; daß es ſodann aus demſelben wieder durch den Futterſchlauch herauf und in das Maul komme; und daß es endlich auf dem nähm⸗ lichen Wege nach geſchehener Wiederkauung zurück, und in den zweyten Magen(oder in die Haube) hin⸗ abgehe. Es hat aber das Wiederkauen mehr Einfluß auf das Temperament und die Geſundheit des Thiers, als man ſich vorſtellt: denn es kann dieſe Verrichtung nicht anders geſchehen, als durch beſondere Theile, die für den ganzen übrigen Thierköorper nichts weniger als gleich⸗ gültig, und die den wiederkauenden Thieren ganz ei⸗ gen ſind. Der wichtigſte von dieſen Theilen iſt die ſchon erwähnte Hülle, Mütze oder Haube. Man hat ihn bis⸗ her immer für einen Magen angeſehen, und er iſt, wie gedacht, der zweyte von den vier Magen, welche ſich bey den wiederkauenden Thieren, wie man glaubt, finden ſollen. Wenn aber nur dasjenige ein Magen zu heißen verdient, was die Geſchäfte eines Magens ver⸗ richtet; ſo kann der Hülle, Mütze oder Haube dieſer Nahme nicht zukommen, weil ſie in der That kein ein⸗ ziges Magengeſchäft verrichtet. Soll ich indeſſen die ei⸗ gentlichen Geſchäfte der Haube erklären, ſo muß ich vor allen Dingen den Weg betrachten, den das Futter zum Wiederkauen nimmt. Das Thier weidet Gräſer oder Kräuter ab, und 108 kauet ſie bloß ſo weit, daß in ſeinem Maule daraus ein Klumpen wird, den es verſchlucken kann. Dieſer Klum⸗ pen geht in den Futterſchlauch hinab, und fällt in den erſten Magen oder Wanſt, der von großem Umfang iſt, und der nach und nach mit grob geſchrotenen Grä⸗ ſern und Kräutern angefüllt wird, die alsdann eine dicke Maſſe ausmachen. Wenn nun das Thier wieder⸗ kauen will; ſo muß ein Theil dieſer Maſſe wiederum den Futterſchlauch herauf, und in das Maul kommen. Der Wanſt kann ſich zuſammen ziehen, kann die Maſſe von geſchrotenen Gräſern und Kräutern, die er in ſich hält, zuſammenpreſſen, und kann ſie gegen den Eingang des Futterſchlauches herauftreiben. Hierbey aber fragt es ſich, wie ſondert ſich denn von dieſer Maſſe eine kleine Por⸗ tion abe wie kann ſie aus dem Futterſchlauch glitſchen, wofern nicht gewiſſe Theile vorhanden ſind, die das ih⸗ rige zu derjenigen Operation beytragen, durch welche das Thier ſein verſchlucktes Futter aufwärts treibt. Man kann dieſe Manier das Futter herauf zu treiben ein umgekehrtes Verſchlucken nennen, und es mit dem Abwärts⸗Schlingen, welches alle Thiere mit einander gemein haben, vergleichen. Es muß, da doch das Futter, wenn es hinunter geſchluckt werden ſoll, erſt zugerundet und mit Speichel angefeuchtet werden. Muß nun nicht auch ein Theil von der Gräſer und Kräu⸗ termaſſe, die im Wanſte liegt, losgewickelt, zugerun⸗ det und angefeuchtet werden, bevor er in den Futter⸗ ſchlauch treten, und wieder in das Maul kommen kann?— Unſtreitig!— eben das thut die Haube oder Hülle; ſie wic tern daß erka ind ten tet dige Nei Hon duß und bohl zalr nen H ſem! ge der udein Nlum⸗ in den mfang Grä⸗ n eine vieder⸗ um den n. Der ſſe von c hält, ng des es ſich, Por⸗ iſchen, da ih⸗ welche t. auf zu und es tre mit a doch ſoll, verden. Kräu⸗ gerun⸗ Futter⸗ nn?— le; ſie EE 8 109 wickelt einen kleinen Theil von der Gräſer⸗ und Kräu⸗ termaſſe los, rundet ihn zu, und feuchtet ihn an. Und daß hierin die Geſchäfte der Haube beſtehen, habe ich erkannt, indem ich dieſen ſogenannten zweyten Magen in den verſchiedentlichen Zuſtänden, da er ſich ausdehn⸗ te und zuſammenzog, geſehen und betrachtet habe. Man glaubte bisher immer, die Haube wäre wei⸗ ter nichts, als ein ſchlaffer Sack, der in ſeinem inwen⸗ digen ſolche Erhöhungen hätte, die den Maſchen eines Netzes, oder den Rändern an den Bienenzellen einer Honigwabe glichen. Allein ich habe die Haube in dem Zuſtande, da ſie ſich zuſammen gezogen hatte, beſehen; und mit dieſem Zuſtande iſt ſie ſo verkürzet, daß die Hohlung derſelben bey den Schafen nicht über einen Zoll weit iſt. Bey Offnung derſelben habe ich darin ei⸗ nen Klumpen von Gräſern gefunden, welche den Grä⸗ ſern von der Maſſe, die ſich in dem Wanſte befand, gleich war. Dieſer Klumpen füllte die ganze Hohlung der Haube aus. Nachdem ich den Klumpen heraus ge⸗ nommen hatte, ſah ich, daß die Haube keine netzför⸗ mige Erhöhungen mit breiten Maſchen mehr, ſondern bloß noch kleine Schlitze von irregulärer Richtung hatte; dieſe Schlitze waren tief und enthielten eine Feuchtigkeit. Je kälter die Haube wurde, deſto ſchlaffer wurde ſie; die Schlitze wurden immer größer, und bekamen all⸗ mählig die Figur der Maſchen von einem Netze, wie man ſie erblickt, wenn ſich die Haube in dem Zuſtande befindet, da ſie ſich nicht zuſammen zieht, und nun⸗ mehr verſchwand auch die Feuchtigkeit. Ich drückte die —— löſcht werden könnte. Nunmehr ſehe ich ein, das der gleichfalls ein Behälter zu Waſſer und Feuchtigkeit iſt⸗ 110 Haube zuſammen, und drückte die Maſchen des Retzes dermaßen aneinander; daß ſie wieder zu kleinen Schli⸗ tzen wurden; und nun ſah ich augenblicklich, daß die Feuchtigkeit herausſchwitzte und ſogar floß. Ich wieder⸗ hohlte dieſes Zuſammenpreſſen, und die Feuchtigkeit kam jedes Mahl wieder zum Vorſchein; ſie war nähmlich in der Subſtanz der Haube wie in einem Schwamm befindlich. Dieſe Bemerkung brachte mir eine ältere Beob⸗ achtung, welche ich 14 Jahre vorher am Kamel und am Trampelthier(oder Dromedar) gemacht hatte, wie⸗ der in das Gedächtniß. In dieſem Thiere hatte ich einen Waſſerbehälter angetroffen, welcher von der Natur der⸗ geſtalt angebracht war, daß ich ſchon damahls auf die Vermuthung gerieth, es müſſe derſelbe eine Feuchtig— keit hergeben, die zur Benetzung des Futters, welche zur Zeit des Wiederkauens aus dem Wanſt in das Maul zurück käme, und durch die dem Thiere zu der Zeit, V wann es kein Waſſer zu ſaufen hätte, der Durſt ge⸗ Waſſerbehälter im Kamel und Trampelthier, eben die Dienſte verrichtet, welche die Haube oder Hülle, die bey andern wiederkauenden Thieren thut. Allem Anſehen nach beruhet das Wiederkauen auf V der Willkür des Thieres; ſobald es Luſt hat, wieder⸗ zukauen, zieht ſich der Wanſt, der die Maſſe von Grä⸗ ſern und Kräutern, welche das Thier zu ſich genom⸗ men hat, enthält zuſammen; und indem er dieſe Maſ⸗ b ſe zuf ten i falls chez ihr? ſien ſie ſi nun gefen ſchl ſoge den, Ther greiſen vorgeh ſegn ſe gehen tema richt gen, und dche den eine berſe dadu Haub NNN. d Nezes en Schli⸗ daß die h wieder⸗ euchtigkeit nähmlich Schwamm ere Beol⸗ ramel um atte, wie⸗ ich einen atur der⸗ zauf dit Feuchtig⸗ , welche das Maul der Zeit, Durſt ge⸗ , das der „eben die ülſe, die igkeit iſt kauen auf , wieder⸗ von Grä⸗ h genom⸗ ieſe Maſ⸗ 111 ſe zuſammenpreßt, macht er auch, daß eine Portion da⸗ von in die Haube tritt. Nunmehr zieht ſich dieſe eben⸗ falls zuſammen; ſie umfaßt die Portion Graſes, wel⸗ che zu ihr hinab kommt, rundet ſie zu, macht ſie durch ihr Zuſammenpreſſen zu einem Klumpen, und benetzt ſie mit dem Waſſer, welches ſich zu eben der Zeit, da ſie ſich zuſammenzieht, auf denſelben ergießt; und wenn nun der Klumpen auf ſolche Weiſe zugerundet und an⸗ gefeuchtet iſt, ſo taugt er deſto beſſer, in den Futter⸗ ſchlauch zu treten; wenn er aber in denſelben treten ſoll, ſo gehört dazu auch noch, daß das Thier ſein Futter durch den Futterſchlauch wieder herauf in den Schlund preſſe. Dieſe Manier zu ſchlucken iſt den wiederkauenden Thieren eigen und mich dünkt, ſie laſſe ſich leichter be⸗ greifen, als das Schlucken, das unten im Schlunde vorgeht; wiewohl es auch eben ſo wenig ſchwer zu ſeyn ſcheint, Futter aus dem Schlund in den Wanſt gehen, als es aus dem Wanſte wieder in dem Schlund kommen zu laſſen. Der letzt genannte Übergang erfolgt nicht etwa, wie das Erbrechen, mitteſt einer krampfi⸗ gen, ſondern mittelſt einer regelmäßigen Bewegung. Da wo ſich der Futterſchlauch, zwiſchen den Wanſt und der Haube einſenkt, bildet er an ſeinem Ende eine dicke Wulſt, wie ein breites dickes Maul, welches bald den einen Winkel öffnen kann. Offnet dieſes Maul den einen Winkel, ſo tritt dadurch das Futter in den Wanſt, verſchließt es dieſen und öffnet den andern, ſo tritt dadurch das Futter in die Haube, oder auch aus der Haube in den Futterſchlauch zurück. Iſt endlich ſowohl 112 die Kehle oder Offnung der Haube, als der Wanſt an ſeinem obern Ende verſchloſſen, ſo geht das Futter zwi⸗ ſchen Wanſt und Haube hindurch und kömmt gerade in den gegenüberliegenden Mannigfalter, den man für den dritten Magen der wiederkauenden Thiere hält, den man auch in manchen Gegenden, ſeiner Geſtalt wegen, das Buch nennt, und auf deſſen Offnung der Futterſchlauch mit ſeiner lippenähnlichen Wulſt gleich⸗ ſam gerade zu ſtehen kömmt.— Aus dieſer Beſchrei⸗ bung iſt klar, daß auch das Futter aus dem Wanſt un⸗ ter der maulähnlichen Wulſt in die Haube herüber tre⸗ ten könne. Ich habe bereits geſagt, wie die Haube einen Theil von der Gräſermaſſe, die im Wanſt enthalten iſt, los⸗ wickelt, wie ſie ihn zur Geſtalt eines Klumpens gerun⸗ det, und im Zuſammendrücken anfeuchtet. Nun iſt ih⸗ re Lage ſo beſchaffen, daß der Klumpen, den ſie ent⸗ hält, zwiſchen die Ränder des untern Theils vom Fut⸗ terſchlauche zu liegen kömmt, wo er am bequemſten durch den Druck der Haube in dieſelbe hinein kommen kann. Iſt der Klumpen im Futterſchlauche; ſo wird er durch die Thätigkeit der Muskeln dieſes Kanals bis in den Schlund und in das Maul heraufgebracht. Wenn nun der Klumpen aus dem Maule wieder in den Futter⸗ ſchlauch zurücke gehet, ſo befindet ſich die Kehle der Haube durch die Thätigkeit ihrer Muskeln verſchloſſen: und der Klumpen geht alſo neben ihr vorbey, und ge⸗ langt in den Mannigfalter, ohne daß er in den Wanſt oder in die Haube treten könnte. Dieſes iſt aus dem Vanſt an Jutter wwi⸗ amt gerade en man füt hiere hlt, ner Geſtit dffnung der zulſt gleih⸗ er Beſchrei⸗ Wanſt un⸗ ferüber tre⸗ inen Theil tiſt, lod⸗ ins gerun⸗ dun iſt ih⸗ a ſie ent⸗ vom Fut⸗ reauemſten in kommen ſo wird er als bis in Wenn nun en Jutter⸗ „Kehle der erſchloſſen: p, und he⸗ den Wanſt t aus dem 113 Anblicke der Materien erweislich, die man im Wanſt und im Mannigfalter findet; im Wanſte nähmlich ha⸗ be ich nie weiter etwas angetroffen, als geſchrotene Gräſer und Kräuter; im Mannigfalter hingegen habe ich nie etwas anders gefunden, als rein durchgekaute Gräſer und Kräuter, wie ſie nach geſchehenem Wieder⸗ kauen natürlicher Weiſe ſeyn müſſen. Ich habe einem Schafe Gras zu freſſen gegeben, welches ſo fein zer⸗ ſchnitten war, als ob dasſelbe wiedergekaut hätte; und gleich wohl fand ſich dieſes Gras, da ich das Schaf ab⸗ ſtechen ließ, ehe es wiedergekauet hatte, im Wanſt und nicht im Mannigfalter; woraus alſo deutlich erhellt, daß das Futter erſt nach geſchehenem Wiederkauen in den Mannigfalter komme. Ob nun gleich unterſchiedliche Theile des Körpers thätig ſeyn müſſen, wenn auch nur ein kleiner Theil von der Futtermaſſe, die im Wanſt enthalten iſt, wie⸗ der in das Maul kommen ſoll; ſo geſchieht doch dieſe Ope⸗ ration in weniger Zeit. Wer ſich hiervon überzeugen will, braucht dazu weiter nichts zu thun, als daß er einem Schafe zu der Zeit wenn es wiederkaut, zuſieht. Sobald hat es nicht einen Klumpen aus dem Wanſt in das Maul herauf ge⸗ hohlt, ſo kaut es ihn etwa eine Minute lang durch, verſchluckt ihn dann, und man ſieht den Klumpen un⸗ ter dem Felle längs dem Halſe hinunter fahren. Darauf vergehen nur ein paar Secunden, während dem das Thier ruhig ſtehet oder liegt, und auf das was in ſei⸗ nem Leibe vorgeht, gleichſam aufzumerken ſcheint. Ich 9 114 habe alle mögliche Urſache zu glauben, daß ſich während dieſer Zeit der Wanſt zuſammenziehe, und die Haube einen neuen Klumpen bekomme; darauf ſchwellt dem Thiere der Leib; in Kurzem zieht es ſich mit einer plötz⸗ lichen Anſtrengung ſeiner Kräfte zuſammen, und end⸗ lich ſieht man den neuen Klumpen längſts dem Halſe herauf kommen. Mich dünkt der Augenblick, in dem der Leib ſo aufſchwillt, ſey eben der, in welcher die untere Mündung des Futterſchlauches ſich öffnet, um den Klumpen aufzunehmen, und in eben dem Augen⸗ blick, in welchem ſich der Leib ſo plötzlich zuſammenzieht, trete der Klumpen in den Futterſchlauch herauf, und komme in das Maul um darin von neuem gekaut zu werden. Ich glaube, auch dem Geſchmacke des Thie⸗ res ſey es eben ſo angenehm, wenn es wiederkauet, als wenn es das Gras zum erſten Mahle frißt, denn ob⸗ gleich das Gras im Wanſte ſchon in etwas zerbeitzt wor⸗ den iſt; ſo hat es doch nicht viel von ſeiner Schmack⸗ haftigkeit verloren, und behält noch ziemlich ſeinen er⸗ ſten Grasgeſchmack. §. 163. Erklärung des Kupferſtiches, die vier Magen des Schafes betreffend. Tab. 10 Fig. 1—2. Dieſer Kupferſtich zeigt die vier Magen eines Scha⸗ fes, wie ſie mit einander in ihrer natürlichen Lage, wenn das Thier auf A Füßen ſtehet, durch unterſchied⸗ liche Bänder verbunden ſind. Bey der erſten Figur erblickt man a, einen Theil ährend Haube alt dem er plät⸗ ind end⸗ n Halſe in dem ſcher die net, um nenzieht, uf, und kkaut zu 5 Thie⸗ kkauet, enn ob⸗ izt wot⸗ chmak⸗ anen er⸗ Lgen des — — ..——— ₰ — “ — 6.. 5 — — “ — — — — — 9f „ — “ 84 — 8, —— “ — — “ ℳ * 3 5 1 4 9. 5., — — 115 des Futterſchlauches; b, den zweyten Magen, die Hau⸗ be, Hülle oder Mütze und auch das Zellgewebe genannt; c, d, e, f, den erſten Magen, Wanſt, Gras oder Doppelmagen; g, den dritten oder Blättermagen, auch Mannigfalter oder Pfalter genannt; h, den vierten oder eigentlichen Dauungsmagen. Durch die Wände der Haube oder des zweyten Magens b ſiehet man die Maſchen des zelligen Gewe⸗ bes, welches an der innwendigen Seite dieſes Magens wirklich erhoben und hervorragend iſt. An dem Ende des Wanſtes oder des erſten Magens erblickt man ſeine beyden Rundungen d und e. Die Rundung e an der rechten Seite iſt ſtärker, und beſſer zugerundet, als die an der linken d. An den Wänden des vierten oder Dauungsmagens h, wird man auch Spuren von ſeinen innern Falten gewahr. Noch deutlicher ſind dieſe vier Magen auf der zwey⸗ ten Figur zu erkennen, weil man ſie da von ihrer obern Seite her ſiehet. Da fällt bey a ganz deutlich in die Augen, wie und wo der Futterſchlauch b in den Wanſt c eingefügt iſt. Auch die beyden Rundungen des Wan⸗ ſtes d und e, ſind da deutlicher zu ſehen, als an der erſten Figur. Der Pſalter ferſcheint da in ſeiner gan⸗ zen Geſtalt. Übrigens erblickt man auch das zellige Ge⸗ webe der Haube g, und die Falten des Dauungsmagens h, wie an der erſten Figur. — Bierzehntes Capitel. Von der Lammerzzucht. §. 164. Die gefärbten Geſichter, die Flecken, welche die Lämmer öfters bey Veredlungen am Leibe und an den Füßen mit zur Welt bringen, ſind Beweiſe, daß die Natur ſich beſtrebet, ihre Producte rückgängig auf ihren erſten Punct, nähmlich zu der Art des Muflons zurück⸗ zuführen, und beweiſen zugleich, mit welcher klugen Wahl und Vorſicht man das Geſchäft der Fortpflanzung betreiben müſſe, um— weil alle zahme Schafracen ein Effect der Cultur, des Klimas, und der Nahrung ſind— in den Generationen nicht rückgängig zu han⸗ deln, ſondern vielmehr die beabſichtigten nützlichen Ei⸗ genſchaften, in ſeine Heerde zu vererben und einwur⸗ zeln zu machen. §. 165. Das Mutterſchaf, in deren Schooß ſich das Lamm bildet, muß während des letzten Monaths, wo ſolches trächtig iſt, ſo wie auch in der Regel, während der gan⸗ zen Schwangerſchaft und ganzen Zeit des Säugens, reichliches gutes Futter empfangen, welches im Som⸗ mer aus einer gedeihligen Weide, und im Winter aus geſundem Klee oder Wieſenheu, Erbſen, Linſen und Wickenſtroh, wechſelweiſe gefüttert, beſtehen kann; da⸗ bey darf nicht verſäumt werden, daß ſolches täglich drey Mahl getränket wird; welches den Abſatz der Milch ſehr befördert. ———— 422 daß die uf ihren zzurück⸗ klugen anzung Lfracen hrung han⸗ nn Ei⸗ awur⸗ gramm ſolches er gan⸗ gend, Sem. Ler au on und n; da⸗ ih drey ſch ſehr 117 §. 166. Die ſchwächlichern Mutterſchafe(aber nur dieſe) empfangen nach dem Lammen etwas Hafer oder Wei⸗ ten Kleyen, Eicheln geſchrotene Pferde⸗ oder andere Bohnen: denn was man dießfalls der Mutter thut, empfängt im Grunde das Lamm. Die Schönheit und der Preis des Letztern, entſchädigt dieſe kleine Ausgabe hinlänglich. Nichts iſt der Milcherzeugung hinderlicher als die Fütterung von ſauerm Heu, und überhaupt Mangel an homogenem, geſundem und hinlänglichem Futter. Die ganze Lämmerzucht, ja die ganze Race kann durch eine ſchlechte Behandlung, von dieſer Art, verbuttet und zur Degeneration gebracht werden. Die zu ſchwachen Muütter dürfen ihre Lämmer gar nicht ſäu⸗ gen, ſondern letztere werden in dieſem Falle an andere Mütter verſetzt. Im äußerſten Nothfalle muß zuwei⸗ len Kuh⸗und Ziegenmilch aushelfen. Die Kuhmilch iſt den Lämmern aber gewöhnlich zu heterogen, und ſie pflegen öfters davon einzügehen. §. 167. Das neugeborne Lamm muß allezeit die erſte Milch ihrer Mutter ſäugen, um das Meconium, nähm⸗ lich die in dem Magen und den Eingeweiden enthalte⸗ nen Unreinigkeiten, fortzuſchaffen. Dieſe Regel darf nie überſehen werden. §. 168. Eine Hauptſache bey der Lämmerzucht iſt, das die Stallungen nach Reaumur nie unter o, und nie über 10 Grad Wärme haben, wodurch die Dünſte zu ſtark 118 aufſteigen würden: das beſte Verhältniß iſt 5 bis 6G. ober 0. §. 169. Es iſt Fundamental⸗Grundſatz bey der Lämmer⸗ zucht, daß man das Wachsthum derſelben durch gute und denſelben wohlſchmeckende Nahrung zu betrei⸗ ben ſucht, damit ſie nicht verbutten. Sie müſſen im überfluß genährt werden, und da dieſe kleinen Geſchö⸗ pfe ohnehin wenig Nahrung zu ſich nehmen, ſo kommt es meiſt hauptſächlich darauf an, das ihnen ſolche me⸗ thodiſch dargereicht wird. Sobald die Lämmer zu freſſen anfangen, ſo muß man ſolchen zur Abtreibung der Würmer, wöchentlich zwey Mahl, ſehr klein geſchnittenen Knoblauch unter das Salz geben, bis ſie ein halbes Jahr alt ſind. §. 170. Beſonders wohlthätig für die Lämmer hat man die Abwechslung der grünen Saaten, und der Wurzel⸗ gewächſe, bey den Saugſchafen, mit dürrem Futter in den Wintermonathen jederzeit gefunden, wahrſcheinlich aus dem phiſiologiſchen Grunde, das die Neuheit des Reitzes beſonders auf die Verdauungs⸗ und Abſon⸗ derungs⸗Werkzeuge wirke. §. 171. Es iſt bey allen guten Schäfereyen gebräuchlich, die Lammzeit ſo einzurichten, daß die Lämmer gleichzei⸗ tig, das iſt wenigſtens in einem Zeitraum von 3 bis 4 Wochen fallen, welches man dadurch leicht bewerkſtelli⸗ gen kann, wenn die Zahl der Widder in Vergleich mit ——— 11 8 56. jener der Mutterſchafe nicht zu gering iſt, und auf 25 bis 30 Stück ein Bock zum Maßſtabe angenommen wird⸗ §. 172. aAmmer. Sobald die Lämmer aus den Kauen kommen, 1 anr pflegt man ſie in Rechnungs⸗ Empfang zu nehmen und betre⸗ zu zeichnen. tſſen in§. 173. Geſti⸗ In einem Lebensalter von 15 bis 16 Tagen fan⸗ kemmt gen die Lämmer ſchon zu freſſen, und Waſſer zu ſaufen te me⸗ an. Man gibt ihnen ſodann in ganz kleinen Portionen fteſſen Linſenſtroh, welches das gefündeſte und zweckmäßigſte dng der Lämmerfutter iſt, welches 48 weder verſtopfet, de Ptrenen dickbäuchig macht, zu freſſen. In Ermangelung dieſes 8 Jahr Lämmerfutters, kann Sspars ette, Heu, Luzerne, fei⸗ nes Wieſen⸗und junges Wickenheu, deſſen Stelle er⸗ ſetzen. Dieſe Futterarten ſind die zuträglichſten für die man Lämmer und ſie freſſen ſolche mit Begierde. Zu glei⸗ Bunel⸗ cher Zeit können ſolche Weitzen⸗Kleyen oder Hafer⸗ ter in ſchrot empfangen, und wird ein ſolcher Wechſel nac einſich und nach damit getroffen, daß ſie täglich drey Mahl von het d dieſem, und drey Mahl Heufutter empfangen. Um 5 Mfſer⸗ Freßluſt der Lämmer zu reitzen, kann man ihnen über die weitzenen Kleyen oder das Haferſchrot etwas weniges Salz ſtreuen. üd,§. 174. Sobald die Lämmer freſſen, erhalten ſie, in einem . 4 52 33 breiten, ſeichten, runden Schaffel, Waſſer mit etwas Gerſtenmehl angerührt zu ſaufen, woran ſie ſich bald gewöhnen, und dabey gedeihen; welches eine große Er⸗ 120 leichterung für die Mutter iſt, und wodurch ſich das junge Vieh augenſcheinlich entwickelt. Man muß je⸗ doch die Vorſicht gebrauchen das Gerſtenmehl ent⸗ weder mit etwas warmem Waſſer abzubrühen, oder wenn man ihnen ſolches mit kaltem Waſſer abmiſchen will, dieſes letztere alle 3— 10 Stunden zu wiederhoh⸗ len, um dadurch das Sauerwerden zu vermeiden, welches den Lämmern Bauchgrimmen, und ein gefähr⸗ liches Abweichen verurſachet. §. 5175. Zur nähmlichen Zeit, wenn die Lämmer zu freſſen bekommen, werden ſie in eine beſondere Abtheilung des Stalls abgeſondert, und ohne Inbegriff der ganzen Nacht, des Tags in drey gleich eingetheilten Zeiten, zum Säugen unter die Mutterſchafe gelaſſen. §. 176. Die Lämmer erhalten täglich pr. Stück 1/16 Loth Salz, welches ſie ſehr lieben, und das zu ihrer Entwi⸗ ckelung in vielfältigem Betracht wirket. Man kann ih⸗ nen dieſes einen Tag auf das Körnerfutter geben, und den folgenden oder dritten Tag ſolches zugleich zur Tödtung der Würmer, mit klein gehacktem Knoblauch verfüttern. §. 177. Wenn die Lämmer 8 Wochen alt ſind; ſo kann man die Entwöhnung ſtufenweis mit ihnen vornehmen, und man fängt damit an, ſie des Nachts nicht mehr zu ihren Müttern zu laſſen, und wenn ſie 10 Wochen —-— (—& 1 121 939 alt ſind, täglich nur zwey Mahl, und wenn ſie 3 Mo⸗ hl nathe alt ſind, nur ein Mahl zum Säugen unter das 1 äte Muttervieh zu laſſen. Sobald ſie 6 Wochen alt ſind, ina cder ſo braucht ihnen der Hafer nicht mehr geſchroten zu imichen werden. dderhoh⸗§. 178. tmelde, Dieſe Behandlungsart, hat auch auf die Wolle⸗ geſähe güte der Mütter den wirkſamſten Einfluß, indem die 5 verlornen Kräfte durch eine ordentliche Behandlung ſich nach und nach ergänzen, und in eben dieſem Verhält⸗ ufreſen niß der Nerv der Wolle ſich wieder einſtellt, welches ung des auf die Güte der Fabrikate von größtem Nutzen iſt. ganzen§. 179. teiten, Nach einem zurückgelegten Alter von höchſtens 4 „ Monath, können die Lämmer abgeſpänt werden, und es dient ſowohl den Schafmüttern, als den Lämmern V 6 Loth zu einer Schonung, wenn ſie wenigſtens 4 Wochen öntwi⸗ lang in ganz entfernten Stallungen, damit ſie einan⸗ S unn ih⸗ der nicht ſchreyen hören können, von einander abgeſon⸗ en, und dert ſind. Anfänglich iſt es nöthig, daß die Lämmer vor⸗ 1 lich zur züglich gut genährt, und mit Gerſtenmehltrank geträn⸗ oblauch ket werden, damit ſie nicht von Kräften kommen, bis ſie in etlichen Tagen die Milch ganz vergeſſen haben. Dieſe Thiere entwöhnen ſich in dem Verhältniß von ſo kann ſelbſt, von dem trockenen Futter, als ſie die grüne ehmen, Weide gewöhnen, und kennen lernen; und oft in we⸗ t mehr niger als 14 Tagen verſchmähen ſie ſolches ganz. Wochen Es iſt von äußerſter Wichtigkeit bey der Erzie⸗ hung der Schafe, daß man durch nichts das Vieh in 12² ſeinem erſten Wachsthum unterbricht und aufhält, in⸗ dem die Art, wie das Vieh anfänglich gehalten wird, auf die fruͤhe Einträglichkeit desſelben den wichtigſten Einfluß hat. Aus dieſem Grunde bedürfen die Lämmer gleich nach dem Abſpänen, vorzüglich vielfältige und treibende Weide. Esparſette, der weiße Steinklee, Windlinge, der geſpitztblättrige Wegerich, Schafſchwin⸗ gel, und mehrere Kleeſorten ſind für dieſen Zweck vor⸗ züglich entſprechend. Von einer kräftigen Fütterung und Weide hängt nun die Entwickelung, welche dieſe Thiere erlangen ſollen, hauptſächlich ab; ſie darf ih⸗ nen daher auch durchaus nicht ſpärlich zugemeſſen werden. §. 180. Bis Johanni werden die beyden Geſchlechter ge⸗ wöhnlich in einer Heerde gelaſſen, nachher in der Re⸗ gel getrennt, und nie mehr als bey der Paarung zu⸗ ſammengebracht. §. 181. Ein tauſend Stück Lämmer bedürfen als Winter⸗ futter im Durchſchnitt 100 Metzen Hafer und darüber, theils geſchroten, theils in natürlichen Körnern, oder das doppelte Quantum weitzene Kleye, deßgleichen Lin⸗ ſenſtroh oder verſchiedene Gattungen von hartem ſüßen Heu, ſo viel ſie in kleinen Portionen öfters gefuttert, bedürfen, welches aber in den erſten Monathen, auf das Stück täglich im Durchſchnitt kaum mehr als 2 Pf. beträgt. Ich habe die Bemerkung gemacht, daß die Lämmer durch die Fütterung des Linſenſtrohes, nicht ilt, in⸗ widd, htigſten Lämmer lige und teinklee, iſſchwin⸗ peck vor⸗ ütterung ſiche dieſe darf ih⸗ emeſſen ter ge⸗ zer Re⸗ ung zu⸗ Winter⸗ darüber, an, oder hen ein⸗ im ſüßen efüttett, hen, auf a18 39f daß die , nicht 123 ſo häufige Würmer, als durch die alleinige Fütterung des Heues, erzeugen. 65S⸗ 182. Die Lämmer müſſen jederzeit beſonders gehütet werden, und nur dem geſchickteſten unter den Schaf⸗ leuten dürfen ſolche anvertraut werden. In der Regel ſollen die Lämmer immer auf die nächſt gelegenen har⸗ ten Weiden getrieben werden, die in dieſer Abſicht für ſelbe geſchont bleiben müſſen; damit ſie nicht von Er⸗ müdung angegriffen, und in ihrer Entwickelung zurück⸗ geſetzt werden. §. 183. Die früh gefallenen Lämmer werden gleich mit ihren Müttern in der Regel geſchoren⸗ und jedes Stück ſoll eine Ausbeute von wenigſtens 1 Pf. Wolle als Er⸗ ſatz für ſeine Winter⸗Unterhaltung, liefern. §. 184. Der Erfolg lehret, daß die frühzeitige Lämmerzucht bey Veredelungen und ſpaniſchen Schafen, deßwegen unumgänglich nützlich, und nothwendig ſich bewährt, weil ſich ſonſt die ſchwächern Lämmer in dem Laufe des erſten Sommers nicht hinlänglich entwickeln, und ſolche zu frühzeitig durch den eintretenden Winter daran verhindert werden; und man hat die Beobachtung ge⸗ macht, daß in Schäfereyen, wo dieſes nicht befolgt wird, durch dieſen Manipulationsfehler allmählich ei⸗ ne ſchleichende unmerkbare Ausartung entſtanden iſt. Derley Lämmer ſtehen nicht nur höher im Verkaufs⸗ preiſe, als die ſpäter gefallenen, ſondern ſind auch ſtär⸗ 124 ker, und zur Zucht beſſer geeignet: dann die Mütter tragen noch bey guter Weide, haben alſo noch mehr Kraft bey dem Lammen und Säugen, die Lämmer kom⸗ men aber hinlänglich geſtärkt, und gerade dann auf die Fruhjahrsweide, wenn die friſchen Kräuter die Milch der Mütter vermehren, und ihnen ſelbſt eine reichliche Nahrung geben, davon ſie in dem Zeitpunct, wo ihr Wachsthum am ſchnellſten iſt, auch am meiſten bedür⸗ fen.— Die Merino⸗Lämmer werden bey mir im De⸗ zember oft im freyen, bey heftiger Kälte geboren, oh⸗ ne daß ihnen die Kälte leicht ſchadet. §. 185. Der Schwanz iſt den Schafen wegen des Schmu⸗ tzes, welcher ſich gewöhnlich daran anſetzet, und welcher dadurch den hintern Backen und Füßen zugleich mitge⸗ theilt wird, eine läſtige, und für den Eigenthümer ſchädliche Bürde, indem dadurch viele Wolle verdorben wird. Die Hammeln ſind jedoch dieſen Schmutzigkeiten weniger unterworfen. Die Schwänze der Mutterſchafe und Widder wer⸗ den daher gewöhnlich 2 Zoll von ihrem Urſprunge ab⸗ geſtutzt, und man glaubt aus Beobachtungen dadurch den Vortheil zu gewinnen, daß das Kreutz der Thiere ſtärker wird, und ſich mehr rundet; indem die näh⸗ renden, dem Schwanz entzogenen Theile, dahin ſich verbreiten. Zu dieſem Behufe ſchneidet man den Schwanz in einem Vereinigungspuncte zwiſchen dem Schwanze und Wirbelbeinen mit einem ſcharfen Meſſer ab. Ver⸗ blutung hat man hier nicht zu befürchten, denn die Muͤtter ach mehr get kom⸗ in auf die e Mich kreichlihe , wo ihr an bedür⸗ dim De⸗ zöchmu⸗ nvelcher nmitge⸗ öhümer dorben gkeiten Der wer⸗ Inge ab⸗ dadurch Thiere rie näh⸗ hin ſich d5chwang pchwanze ab. Ver⸗ enn die 125 Pulsadern, die überſchritten werden, ſind ſo fein, daß die Blutung gleich aufhört. §. 186. Vor einem Lebensalter von 4 Wochen iſt es aber nicht rathſam dieſe Operation vorzunehmen, indem der Blutverluſt und die Schmerzen, das Thier auf län⸗ gere Zeit im Wachsthum zurückſetzen; und es früher auch noch nicht ſo viel Nahrung zu ſich nimmt, um dieſen Verluſt wieder geſchwind erſetzen zu können. Fuͤnfzehntes Capitel. Von den Mutterſchafen. §. 187. In der Regel ſoll die Fütterung aller Schafe in der Nahrungskraft durch das ganze Jahr, ſo viel wie möglich gleich ſeyn: denn nichts iſt dem Zuchtviehe ſo ſchädlich, als wenn es zuweilen Üüberfluß hat, und zu⸗ weilen Mangel leiden muß. In dieſem Falle werden die Säfte verdorben, und es müſſen Krankheiten daraus entſtehen. Eine reichliche Fütterung der Schafe, beſon⸗ ders von ſpaniſcher Race, wird gewiß durch den Ertrag der Heerde, alle Auslagen mit Gewinnſt erſetzen. Ihrer Natur nach gedeihen die Schafe in einem trockenen, ge⸗ mäßigten Klima am beſten. Naſſe Kälte mit rauhem Winde, ſind ihrer Natur zuwider, und ſie ertragen trockene Kälte, viel leichter, als brennende Hitze. Die vollkommen gelungene Einführung der ſpani⸗ ſchen Race auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung, in 126 Daͤnemark, Schweden, Sachſen, England, Rußland, Frankreich Deutſchland c., haben es außer Zweifel geſetzt, daß der Erfolg, den man von dieſer Race erwartet, nur von einer in der That nicht beſchwerlichen Sorgfalt ab: hängt, und daß überall, wo dieſe Race gut gehalten und richtig manipulirt wird, ihre Wolle, ohne im geringſten auszuarten, ſich immer gleich bleibt. Man bemerkt, daß die Thiere dieſer Race, auf der nähmlichen Wei⸗ de, ſchneller ſatt werden, als die gemeinen Racen, welche mit ihnen vereinigt ſind. Sie freſſen ohne Un⸗ terſchied alle Kräuter, die ſie vor ſich finden; und über⸗ all wo es grün iſt, in Gegenden, wo die eingebornen Schafe oft nicht weiden wollen. Sie erreichen ein ſehr hohes Alter, ſind außerordentlich ſtark, vertragen das Pfergen ſehr gut, und ſcheinen im geſtandenen Alter der Egelkrankheit, weit weniger als andere Schafe, ausgeſetzt zu ſeyn. §. 188. Die Schafe werden in der Regel alle Morgen, ehe ſie ausgetrieben werden, recht ſatt getränket; dieſes iſt bey den friſchen Gräſern, die ſie freſſen, hinreichend. Im Winter müſſen ſie täglich, wenn ſie nicht ausge⸗ trieben werden können, drey Mahl getränket werden; nähmlich vor jedem Futter. Nach dem Salzgeben darf nicht mehr getränket werden, wodurch die Wirkung desſelben geſchwächt, und ein ſchädliches Laxiren ſich darauf einſtellen würde. §. 189. Es iſt eine Thatſache, welche ſich auf Erfahrung Kußland, felgeſezt rtet, nur ꝛgfalt ab⸗ alten und neringſten rbemerkt, pen We⸗ n Nacen, ahne Un⸗ und über⸗ gebornen zein ſehr nhen das an Alter nöchafe, Morgen, 1'; dieſes Jeichend. gr ausge⸗ Iwerden; dben derf Girkung iren ſch — fahrung 127 ſtützt, daß es einen wichtigen Einfluß auf die Nachkom⸗ menſchaft in Anſehung des Wuchſes, der Leibesbeſchaf⸗ fenheit und Güte der Wolle hat, wenn man in der Paarungszeit die Thiere mit kräftigen Producten, ja ſogar während der ganzen Schwangerſchaft, nährt, und je nachdem der Vater oder die Mutter, bey dem Be⸗ gattungsact, mehr Lebhaftigkeit, und Neigung beſaß, deſto mehr werden die Nachkömmlinge dieſem oder je⸗ nem in obigen Eigenſchaften ſich nähern. Die Schaf⸗ mütter ſoll man während der Begattungszeit die kräf⸗ tigſten Weiden behüten laſſen; fällt aber feuchte Wit⸗ terung ein, ſo müſſen ſie auf magere Weiden getrie⸗ ben werden, indem ſonſt, wenn auf Regenwetter ei⸗ ne ſchwüle Wärme erfolgt, die Gräſer geil zu wachſen pflegen, und die ſogenannte Seuche— der Blutſchlag— ſich einſtellt, §. 190. Ein Mutterſchaf gehet beyläufig 21 Wochen mit einem Lamm, und in eben ſo vielen Wochen iſt dieſes bey guter Wartung, zur Fortpflanzung reif. Ich weiß Fälle, daß man die Zulaſſung des Bockes abſichtlich verzögert hat, und die jungen Schafmütter haben ihn nach vorübergegangener Brunſt, ein ganzes Jahr nicht aufgenommen. Dieſes iſt ein bey mehreren Thieren⸗ öfters ſich ergebender Fall. 4 §. 191. Eine Hauptſache iſt, daß die Mutterſchafe wäh⸗ rend des letzten Monaths, wo ſie trächtig ſind, ſo wie auch während der ganzen Zeit des Säugens, gutes 128 und hinlängliches, aber bey keiner Gelegenheit ſaures, verſchlämmtes oder feucht und naß eingebrachtes, Fut⸗ ter bekommen; indem ſie dadurch augenblicklich die Milch verlieren, die Lämmer aber das Laxiren davon erhalten, kreppiren oder verkümmern. §. 192. In der heißen Jahreszeit fällt gewöhnlich wenig Thau, weßhalb ſehr zeitlich in der Früh kann ausge⸗ trieben werden, aber nach g— 10 Uhr muß das Vieh ſchon langſam nach Hauſe geführt werden, um in luf⸗ tigen und ſchattigen Stallungen, Schutz wider die brennenden Sonnenſtrahlen zu finden, wiederzukauen, und Dung zu fabriziren. Des Nachmittags wird das Vieh erſt nach 3— 4 Uhr, auch zuweilen noch ſpäter ausgetrieben, und bis gegen 10 Uhr auf den Weiden gelaſſen. Dieß iſt die eigentliche Zeit, wo die Merinos am liebſten auf der Weide ſich beſinden, und ſich paa⸗ ren; der Schäfer muß während dieſer Zeit, und in der Regel immer, ſehr langſam hüten. §. 193. Luftige Sommerſchupfen für das Schafvieh ſind bey entlegenen Weiden eine unentbehrliche Sache, theils um das Vieh wieder die Launen der Witterung und drückenden Hitze Mittags zu ſchützen, es bey Kräften zu erhalten, damit es ſich nicht durch vieles Hin⸗ und Her⸗ treiben ſchwäche, folglich die genoſſene Nahrung der Lei⸗ besfrucht, und dem Wollewuchſe, entziehe; theils we⸗ gen des Wiederkauens, und des wichtigen Düngerge⸗ winnſtes, welcher durch das öftere Hin⸗ und Hertreiben 129 fun, auf den Triften„ verloren gehen würde. Bey einer et⸗ 8, Re was anſehnlichen Heerde, zahlt ſich eine ſolche Schupfe ki i mit reichlichen Procenten aus, und es wird einer Men⸗ de d ge von Krankheiten dadurch vorgebeugt, weil das Vieh durch lange Triebe nicht erhitzt werden darf. Man muß nicht unterlaſſen, fleißig im Sommer einzuſtreuen, und je näher ſie mit weit von dem Wirthſchaftshofe weni entfernt liegenden Ackerfeldern in Verbindung ſtehet, 2 auige deſto größer iſt der Gewinnſt des Fuhrlohns, um den Sas Vih Dünger auf dieſe entlegene Gründe zu bringen. a in luf⸗§. 194. er de Zuweilen ſchrecken ſich die Mutterſchafe in ihrer Aükauen, Schwangerſchaft auf den Weiden vor einem farbigen dd das Hunde, Haſen, Vogel, oder ſonſt etwas, und gebä⸗ anſpäter ren ein ſchwarzes oder fleckiges Lamm. Ein derley aus⸗ eiden geartetes Lamm von weißen Altern erzeugt aber in der zerines Regel— wenn dieſer Fehler kein Erbfehler iſt— wie⸗ auch paa⸗ der weiße Lämmer. Bey gemeinen Schafen iſt dieſer Hin der Fehler erblich, und iſt noch ein Erbfehler vom Muflon. 1 §. 195. Man nimmt in gut organiſirten Schäfereyen den düeh ſind Grundſatz an, daß die Anzahl der Lämmer ungefähr de, theils jener der Schafe gleich kommen muß; weil die Zwil⸗ ang und lingslämmer den Abgang zu erſetzen pflegen. Die Er⸗ aKräften fahrung lehrt jedoch, daß man einige pCt. weniger eand her rechnen kann. Bey den Müttern ſoll die Abſonderung ader bei⸗ der Milch allmählich aufhören; und dieſe haben dann eilme⸗ Zeit, ſich bis zur nächſten Begattung zu erhohlen, ingerge⸗ J rtreiben 130 dauern lang aus, und geben ſtets gute Lämmer, wenn anders die Widder gut gewählt ſind. §. 196. Die Spätlinge laſſen ſich in der Folge ſchon auch groß ziehen; nur muß man ſie ein Jahr ſpäter zur Zucht verwenden. Dieſe Ungleichheit in der Lämmerzucht rührt gewöhnlich von keänkelnden Schafen, oder von dem Umſtande her, daß zu wenig Widder unter den Mut⸗ terſchafen waren. Es iſt allezeit vortheilhaft, den An⸗ trag zu machen, die Lämmer in der kürzeſten Zeit zu erhalten. Schafe, welche durch Krankheiten geſchwächt ſind, muß man nicht eher, als nach völliger Wieder⸗ geneſung zu dem Bocke laſſen. Der Gebrauch, den Wid⸗ der das ganze Jahr unter der Mutterheerde zu laſſen, iſt höchſt fehlerhaft; indem ſehr ungleiche Lämmer da⸗ durch das ganze Jahr fallen, die ſich gewöhnlich nicht gehörig entwickeln können. §. 197. Die Zeichen des herannahenden Lammens ſind, das Aufſchwellen der Geburtstheile, der Ausfluß einer ſchleimigen Feuchtigkeit, Anſchwellung des Euters, und die Erſcheinung der Milch. Bey dieſen eintretenden Merkmahlen läßt man das Schaf nicht auf die Weide gehen, ſondern bey Hauſe lammen. §. 198. Man muß ſich hüten, die Schafmütter aus fal⸗ ſchem Wahn, den Lämmern Gutes zu thun, mit über⸗ triebenem Futter und geiler Weide zu nähren, weil oft die größten Nachtheile hierdurch entſpringen. Weit — — — d, wenn von auch anr Zucht ect rüͤhtt Jon dem en Mut⸗ den An⸗ „eit zu rchwächt „Wieder⸗ an Wid⸗ glaſſen, zner da⸗ t nicht ts ſind, uß einer Futers, seetenden e VWeide aus fal⸗ nit über⸗ gen, well en. Weit 2 131 entfernt, daß die Merinos mehr Sorgfalt erforderten, als eine jede andere gut gehaltene Heerde, ſo widerſte⸗ hen ſie vielmehr beſſer, durch ihre Kraft und durch ih⸗ re natürliche Anlage zum alt werden, vielen Wider⸗ wärtigkeiten, und ſie bedürfen aus dieſem Grunde kein übertriebenes Futter. §. 199. Die kältere oder wärmere Natur, deßgleichen die höhere oder tiefere Lage, beſtimmen die Quantität des Futters, welche jede Race von Schafen täglich von nö— then hat. Man nimmt an, daß ein Schaf täglich den zehenten Theil ſeines lebendigen Gewichtes an grüner Fütterey bedarf, auch daß nach Maßgabe der Weide und Race des Viehes 8 bis 16 Stücke auf einem Joch Weideland, während dem Laufe des Sommers, ihre Nahrung finden können. Kurze, harte, trockene Grä⸗ ſer, auf Anhöhen oder in trockenen Localitätern gewach⸗ ſen, ſind die angemeſſenſte Nahrung für die Merinos: bey Pflanzen, welche mit vielem Waſſerſtoff überla⸗ den ſind, bey weicher und überhaupt bey ſolcher 9.ah⸗ rung, welche den Rindern wohl zu bekommen pflegt, werden die Schafe weichlich, und gehen endlich ein, und im allgemeinen wird die Wolle dieſer Thiere in dem Verhältniß leichter und ſchlechter, als das Fleiſch wei⸗ cher wird. Wo die Weide ſo beſchaffen iſt, daß ſie das Mähen auszahlt, iſt ſie ſchon für feinwollige Schafe zu aſtig; außer für Maſt und grabwollige Schafe, die gemolken werden. Maſtiges, mit vielem Waſſerſtoff angefülltes Futter, erweicht den Körper, und macht die &☛ J 2 132 Wolle nervlos und ungewichtig. Maſtige Wieſen, der⸗ ley Weiden und Saaten, beſonders in naſſen Jahren, ſind den Schafen äußerſt ſchädlich: ſie bekommen davon allerley Krankheiten, die Fäulung, Ruhr, Waſſerſucht, Leberegeln ꝛc., bey aclimatiſirten Thieren iſt die Ge⸗ fahr gewöhnlich minder groß, ihre Wolle fällt aber nicht in das Gewicht. Die Zuchtſchafe ſollen daher auch über Winter immer mehr hart, als weich gefüttert werden, indem Degeneration der Wolle von der Degeneration des Körpers herrührt. Man vermeide— ich wiederhohle es— auf das ſorgfältigſte alles ſaure oder verdorbene, und ſolches Winterfutter, das auf ſumpfigen oder ver⸗ ſchlümmten Stellen und naſſen Wieſen gewachſen iſt; indem tödtliche Krankheiten und ſchlechter Wollertrag die unausbleiblichen Folgen davon ſind. §. 200. In dem Verhältniß als die Herbſtweide weniger wird, muß ihnen das abgängige zu Hauſe mit trocke⸗ nem FJutter erſetzt werden, bis ſie ſich nach und nach an das trockene Futter gewöhnen und ganz eingeſtellt werden müſſen. Nach eben dieſem Grundſatze werden ſie wieder von dürrem Futter, an die Frühlingsweide gewöhnt. Sechzehntes Capitel. Von den Widdern. §. 201. In der Wartung und Pflege ſind bey den Widdern die nähmlichen Regeln, als bey den Mutterſchafen, ge⸗ nau zu befolgen. 9 b K. der⸗ hren, avon Fut, e⸗ Pericht s über t den, tration A zhohle a gene, 49 ver⸗ Fd iſ; Notrag aniger nocke⸗ anunach riſtellt arden anteide 133 §. 202. Den Widder kann man in der Regel von ſeinem einundzwanzigſten Monathsalter anfangend, mit Nutzen zur Fortpflanzung gebrauchen; nur gebe man ihm das erſte Jahr nicht über 20 höchſtens 25 Stück Schafe zu belegen. Man hat die Beobachtung gemacht, daß, wenn man derley junge Widder nur mit wenigen Mutter⸗ ſchafen paaret, die Nachkömmlinge ſich vorzüglich nach dei jungen Bocke arten. §. 203. Widder von einem Teſtikel ſind zur Fortpflanzung ebenfalls tauglich; man will aber bemerkt haben, daß ſie nicht ſo dauerhaft als andere ſind, und mehrere Mütter nach ihnen gälte bleiben. Auch Böcke mit zwey Teſtikeln, ſind ſchon ganz unfruchtbar gefunden wor⸗ den. Dieſes iſt aber ein äußerſt ſeltener Fall⸗ der mir nie ſelbſt vorgekommen iſt. 6. 204. Der Vorwurf, daß Böcke, welche zuweilen durch Zufall einen kleinen Flecken auf der Zunge oder auf dem Maul haben, ſcheckige Lämmer erzeugen, iſt un⸗ gegründet. Beſſer iſt es jedoch, dießfalls zu viel als zu wenig Sorgfalt zu haben; indem ſich ſogar dieſe Fle⸗ cken anerben. §. 205. In gut organiſirten Schäfe reyen pflegt man einen Bock nach Maßgabe ſeiner Conſtitution mit 25 höch⸗ ſtens 30 Mutterſchafen zu verheirathen; dieſes Ver⸗ hältniß ſcheint auch nach allen Beobachtungen das ſicher⸗ 134 ſte zu ſeyn; und obgleich ein Widder eine erſtaunliche Menge Mutterſchafe belegen kann, ſo darf dieſe Mög⸗ lichkeit doch keinen Maßſtab abgeben, weil dadurch der Bock zu ſehr entkräftet wird, die Lämmer ſchwächlich geboren werden, und viel zu viele Mütter gälte blei⸗ ben. Die Mutter wird durch die Paarung mit einem kräftigen Bocke, wodurch ſie geſchwinder empfängt, we⸗ niger geſchwächt, als mit einem geſchwächten, denn ſie iſt gleichſam als ſubordinirter Theil zu betrachten, welche, ſo wie die Erde der Pflanze, dem Lamm zu ſeiner Entwickelung, die Nahrung verſchafft, den ihr beygebrachten Samen des Vaters nährt, und zur Voll⸗ kommenheit bringt. Es verſteht ſich daher, daß Schwä⸗ che des Vaters, auf dieſes Verhältniß Einfluß nimmt, ſo wie eine größere Menge von Lebenskräften, und da⸗ her rührender Begierde, von einem und dem andern Theil, bey der Zeugung ebenfalls auf die Frucht wirken. Aus dieſer wichtigen Urſache iſt es nie rathſam, 100 Stück Mutterſchafe, mit weniger als allerminde⸗ ſtens 3 Springböcken, belegen zu laſſen;— ſicherer und zweckmäßiger verfährt man auf alle Fälle aber, ſtatt drey, vier Springböcke zu verwenden; um das imprä⸗ gnirende Blut der urſprünglichen Bildung in dem Feuer der volleſten Lebenskraft, ihnen mitzutheilen. §. 206. Neuheit macht Reitz und erregt Begierde: daher ſoll man, bey beträchtlichen Schäfereyen, die Einthei⸗ lung machen, daß mit den Boͤcken eine beſtändige Ab⸗ wech glei r unliche 5: Mäg⸗ rch der Teäclih Zee hlai⸗ a einem Fot, we⸗ * denn Zechten, 2 nm zu Jen ihr 14 Vol⸗ chwä⸗ Runmt, and da⸗ mndern aitzrucht hſam, Mrinde⸗ rer und kr, ſtatt eimpri⸗ * Feuet 1 t: doher äintbei⸗ igell⸗ 135 wechſelung beym Springen getroffen wird; damit nie zu gleicher Zeit ſich mehr als z. B. von drey Böcken einer, von neun Stücken drey, unter der Heerde befinden: die übrigen 2/3 werden in der Zwiſchenzeit allein ein⸗ geſperrt, zweckmäßig mit hartem Futter gefüttert, und alle 8 Stunde wird bey Tag ein anderes Drittheil un⸗ ter die Mutterſchafe gelaſſen. Dieſe Manipulation hat den Vortheil, daß die Widder nicht durch zu große Zahl unter dem Mutter⸗ vieh durch das Kämpfen, welches ſie mehr als das Springen hernimmt, ſich ſchwächen, daß ſich ſolche da⸗ durch beſſer conſerviren, und im Springen nicht über⸗ nehmen können, weil ſie nur 8 Stunden bey dieſer Verrichtung bleiben; daß durch dieſe Einrichtung der Samen 2 4 Stunden zur Abſonderung und Zeitigung gewinnt: und dieſes eine natürliche Urſache iſt, warum gewöhnlich ſo kraftvolle Lämmer und viele Zwillinge durch dieſe Manipulation, wo ſie eingeführt iſt, fallen. §. 207.— Bey den kleinen Heerden hat man auch Probier⸗ Böcke, welche von vorwärts dem Membrum unter dem Leibe eine tief herabhängende Leinwand, mit Schnüren über den Rücken angebunden haben. Die hitzigen Mut⸗ terſchafe halten ſich immer um den ohnmächtigen Bock auf, und machen ihm ihre Offerte. Bey jedesmahligem Aus⸗ und Eintreiben der Heerde, theilt man dieſe Mut⸗ terſchafe in ſeparirten Abtheilungen, oder Springgär⸗ ten, dem Bräutigam zu, für den ſie beſtimmt ſeyn ſollen, und wenn die Mütter bedeckt ſind, ſo thut 136 man ſie wieder unter die Heerde. In wohl organiſirten V Schäfereyen ſollen ſich mehrere Sprunggärten, in wel⸗ 1 chen während der Paarung ſeparirte Haufen, oder Stäm⸗ 1 men können eingeſperrt werden, befinden. §. 203. Man pflegt auch kleine Heerden von beſondern Stämmen, z. B. von 25 oder 30 Stücken zu unter⸗ halten. Dieſe läßt man in Geſellſchaft mit einem Bräu⸗ tigam von homogenem Blut ſo lange allein weiden, bis ſie alle bedeckt ſind. Oder man verdoppelt und verdrey⸗ facht dieſe Zahl der Mütter von einem und demſelben Stamme, wenn man dazu homogene Widder hat, und richtet das Paarungsgeſchäft ſo ein, daß allezeit ein derley auserleſener Widder unter dieſer Heerde iſt; und ſo oft ein Mutterſchaf beſprungen iſt, wird der Bock gewechſelt. Dieſe Manipulation iſt bey meinen Merinosſtäm⸗ men üblich, und die Eintheilung iſt ſo getroffen, daß in 24 Stunden die Reihe des Sprunges einen Bock nur ein Mahl, und ſelten öfters, treffen kann. Es iſt nicht rathſam einem Mutterſchafe, nur einen Sprung geben zu laſſen, weil die Erfahrung beweiſet, daß durch dieſe Manipulation viele Mütter gälte bleiben. §. 209. Die Widder pflegen während der Begattungszeit, und wenigſtens ſchon 14 Tage früher, täglich nebſt gutem kräftigen Klee oder Wieſenheu und hinlänglichem Saufen, den 24 Theil eines Metzen Hafers und* Loth Salz in drey Portionen zu erhalten: folglich 24 Wid⸗ 137 der täglich 1 Metzen Hafer. Überhaupt iſt es zuträglich, derley Widder, woran viel gelegen iſt, das ganze Jahr mit hartem Futter betreuen zu laſſen. Was man dieß⸗ falls dem Vater thut, gewinnt man an den Nachköͤmm⸗ lingen. §. 210. Die jüngſten völlig ausgewachſenen Thiere männ⸗ lichen Geſchlechts, von jeder Art, ſind zur Zeugung die fruchtbarſten, und liefern die ſchönſte Nachkommen⸗ ſchaft. Die Nachkömmlinge eines noch zu ſchwachen jun⸗ gen und eines zu alten Widders pflegen aus dieſer Ur⸗ ſache gewöhnlich ſchwache und ausgeartete Producte zu ſeyn; eben dieſer Fall tritt ein, wenn dem kräftigſten Widder zu viele Mutterſchafe zugetheilt werden.— Dieſe Regel hat auch Bezug auf das Muttervieh. 6. 211. Sobald die Widder nur ein Mahl unter dem Mutterhaufen waren, und geſprungen haben, ſo iſt es gefährlich ſolche auf der Weide wieder mit andern Widdern zu vermengen, und dieß aus dem Grunde, weil die ganze Widderheerde den Geruch erhält, daß der Bock geſprungen hat, und aus dieſem Grunde un⸗ aufhörlich gerauft wird. Aus dieſer Urſache iſt das rath⸗ ſamſte, weil die Springwidder ohnehin wenig in dieſen Umſtänden auf der Weide freſſen, ſondern ſich beſtän⸗ dig nach den Mutterſchafen ſehnen, ſie zu Hauſe— während ſie nicht der Wechſel trifft, daß ſie bey der Mutterheerde ſeyn müſſen— alle in einem engen Stall einzuſperren, und mit trockenem kräftigem Futter und 138 friſchem Waſſer, zu bedienen. Der Stall darf aber aus der Urſache nicht geräumig ſeyn, weil, wenn die Wid⸗ der Spielraum zum Kämpfen, um gegen einander zu rennen, gewinnen, unaufhörlich durch die Race Bö⸗ cke, in der Paarungszeit gekämpft wird, wodurch ſehr oft mehrere auf der Stelle todt zu bleiben pflegen, wel⸗ ches gar nichts ungewöhnliches iſt. §. 212. Es iſt kein Grund vorhanden, die Böcke nur des Nachts unter die Mutterſchafe zu laſſen, und des Mor⸗ gens wieder davon zu trennen. Dieſe Maßregel würde auf den Gedanken führen, als wenn die Mutterſchafe des Nachts mehr Hitze be⸗ kämen als des Tages, was doch nicht zu beweiſen iſt, wenn man ſie ergriffe; ſo ſetzte man ſich der Gefahr aus, daß der Begattungstrieb vielleicht zum Theil verloren ginge, oder ſich verminderte, indem er nur 24 Stun⸗ den dauert und durch die ununterbrochene Gegenwart des Widders der ſchicklichſte Augenblick dazu benutzet wird. Da nicht alle Schafe einer Heerde zugleich in Hi— tze kommen, und die Mütter, welche nicht empfangen haben, nach 21 Tagen wieder brünſtig werden; ſo iſt es rathſam, die Böcke in der Regel 9 Wochen unter den Schafen zu laſſen, damit diejenigen Schafe, welche das erſte oder zweyte Mahl nicht empfangen haben, das dritte Mahl fruchtbar beſprungen werden können. §. 213. Die Hörner ſind ſehr gefährliche Waffen bey den Taher tu 8 Wa⸗ dan mhen. mil he be te int iſ, erE üfßaus, V Lhei u loren V nut 1ütun- ene Satwut 139 Widdern und ſie ſtoſſen einander bey nachläſſiger Auf⸗ ſicht, oder nächtlicher Weiſe, beſonders während der Begattungszeit, je zuweilen todt. Demungeachtet pflege ich die Hörner nur ſolchen Widdern mit einer feinen Handſäge, abſägen zu laſ⸗ ſen, welche ſehr weit auseinander wachſen, oder ſonſt einen verkehrten Wuchs angenommen haben, und daß aus dem noch nicht hinlänglich aufgeklärten Grunde, ob die Hörner nicht vielleicht einen Einfluß auf die Er⸗ zeugung des Samens haben? dann bekanntlich wachſen einem Widderlamm von dem Augenblick an die Hörner nicht weiter, als ſolches kaſtrirt wird. In einem Lebensalter von 1— 2 Jahren pflegt man den Widdern die Hörner abzuſägen, welches am leichteſten mit einer ſcharfen Handſäge verrichtet wird. Man legt den Widder auf die Erde; ein Schäfer hält die Füße recht feſt, ein zweyter den Kopf, ein dritter ſägt die Hörner auf eine ganz gleiche Länge, zuweilen eine Hand breit von dem Kopfe, öfters aber auch nur die Spitzen ab. Je älter der Widder iſt, deſto weiter vom Kopf ſägt man das Horn ab, denn ſonſt läuft man Gefahr, die ſpießförmige Fortſetzung, die in der Wur⸗ zel des Horns iſt, zu beſchädigen. §. 214. Die Hörner welche die Natur dem Widder zur Vertheidigung, und zum Angreifen gab, ſind ihm im gezähmten Zuſtande ſehr entbehrliche Waffen und beym Freſſen an den Bahren läſtig und hinderlich; es iſt aber 140 nicht zu verkennen, daß ſie ihm zu einer großen Zier⸗ de dienen. Siebenzehntes Capitel. über die Geſtalt und Dimenſionen der Merinos. §. 215. Aus dem Kupfer Tab. 11 und nachſtehender Ta⸗ belle kann man die eigentliche Körpergeſtalt und Dimen⸗ ſionen der Merinos erſehen, ſo wie ich ſolche vor der Schur nach vielfältig wiederhohlt angeſtellten Unterſuchungen in Spanien gefunden habe, und wie ſolche nach Maß⸗ gabe der Verſchiedenheit der Stämme in meinen The⸗ reſienfelder, und anderwärtigen Merinos⸗Schäfereyen käuflich zu haben ſind. Nach meinen Erfahrungen und nachſtehenden Re⸗ ſultaten können in Anſehung einer nützlichen Körper⸗ geſtalt bey Einkäufen und Veredelungen folgende Grund⸗ ſätze zur Baſis angenommen werden; indem wir aus unzweifelhaften Erfahrungen wiſſen, das ſogar die Fein⸗ heit der Wolle und Güte des Fleiſches mit der Form des Körpers in engſter Verbindung ſtehen. Die Körperfigur müſſen wir dem Zwecke ſeiner Beſtimmung genau unterordnen, und unſer Aug ge⸗ wöhnen, ſchön zu finden, was nützlich iſt; häßlich, was entgegen geſetzt iſt. §. 216. a) Iſt die Länge des Rückgrades c bis zur Schwanz⸗ wurzel d zwey Mahl genommen, ſo groß, wie . 2 2ae d. Ae e Peepgfene, h* 2 2UQ Bantepèie— Seapfh, 2, ———ÿ —— G .——. ⁴— eC, — ‿—S N— * 2 4 4—— . RX 5 +———OB— 4 k AN RA Lat 141 die des ganzen Thiers, von a der Spitze der Na⸗ ſe b c und zur Schwanzwurzel d gemeſſen, ſo iſt dieſes ein äußerſt nützliches und höchſt Hollſtän⸗ diges Verhältniß. §. 217. b) Iſt der Umkreis ef des ganzen Thiers, längs dem ganzen Körper, der Länge nach ſo groß, als die Länge des Rückgrads von dem Schulter⸗ bein c bis zur Schwanzwurzel d mit 3 multipli⸗ zirt, beträgt, und ſtehen die verſchiedenen Dimen⸗ ſionen der Körpertheile zuſammen genommen in dieſem Verhältniß, ſo iſt dieſes eine außerordent⸗ liche Vollkommenheit. §. 218. c) Je breiter und größer der ganze umfang des Vauches von g— h und jener der Hinterſchenkeln von i k— l iſt, Hauptſächlich durch ein breit ge⸗ bautes Kreutz, wegen weit auseinander ſtehenden Hüftknochen verurſacht— deſto ſchätzbarer iſt ge⸗ wöhnlich das Thier. Je mehr aber dieſer Umkreis des Bauches durch ſeine tonnenförmige Geſtalt, und tiefe Senkung, jene der Hinterſchenkeln(von einem Kniegelenke i bis zum andern 1 hart unter dem Hüftknochen k vorbeygemeſſen) noch über⸗ trifft; deſto mehr iſt das Thier zu ſchätzen, das uns dadurch ein ſo vergrößertes Feld zur Ausbeute der Prima⸗ Wolle verſchafft. §. 219. d) Der Umfang der tiefen Bruſt, die weit zwiſchen —— den Vorderbeinen heruntergeht, mit Inbegriff des Kothers n(Wamm) ſoll in der Regel höch⸗ ſtens nur den vierten Theil weniger meſſen, als der ganze Umfang des Bauches beträgt. Man war außer Spanien und öſterreich zwar dar⸗ auf verfallen, die Form und Geſtalt eines großen Ko⸗ thers, und einer tiefen Bruſt, die weit zwiſchen den Vorderbeinen herunterhängt— wodurch das Feld zur Wollausbeute um ſo viel vergrößert wird— conventio⸗ nell ſchöͤn zu ſinden, ohne daß man ihm eine beſondere Nutzbarkeit beymeſſen könnte: aber man wird ſich nun überzeugen, daß dieſes keine Sache der Mode iſt, ſon⸗ dern daß dieſer Körpertheil mit einer nützlichen Körper⸗ ſigur in engſter Verbindung ſtehet. §. 220. e) Je größer dieſer beiderſeitige Umfang zur Erzeu⸗ gung der Wolle an einem Thiere mit einem brei⸗ ten Rücken zugleich vereinigt iſt, je mehr iſt ſolches werth zu ſchätzen; indem minder vollkommeneren Thieren dieſe Auslagen zur Wolle⸗, Fleiſch⸗ und Fett⸗Erzeugung mehr oder weniger mangelt. §. 221. 1) Auf das Verhältniß einer tiefen tonnenartigen Bauchung und Länge des Rückgrads von den Schulterblättern c bis zum Schwanz d und Breite des Rückenſchaftes, iſt das größte Gewicht zu le⸗ gen, weil hier die Prima Wolle wächſt. Je mehr dieſe aber an den übrigen Theilen des Körpers die Secunda⸗ und dieſe die Tertia⸗Wolle ver⸗ ———— Jabegrif S xhäd⸗ wien, al rarder⸗ Sen Ke⸗ Mhen den Vrzeld zur pentio⸗ Arſondere „riiich nun 26t, ſon⸗ apörper⸗ uz Erzeu⸗ utha brei⸗ A ſolches ergieneren aleh⸗ und amrlt. t nattigen Son den 1 Breit nrt zule emer Küret lle ver⸗ ) 143 mindert, je mehr wird ein ſolches Thier zur Zu⸗ zucht geſchätzt. Die niedrigen Beine hält man bey den Merinos aus dem Grunde für eine nöthige Eigenſchaft, weil die ſchlechteſte Wolle an den Füßen wächſt, und das Thier dadurch ſich ruhi⸗ ger auf Weiden hält, ſich leichter mit einem kur⸗ zen Biß von Gras begnügt, und daher beſſer, als jede andere Race, für Gebirge und ſolche Gegen⸗ den, wo theils ſparſame, theils conzentrirte Wei⸗ den exiſtiren, ſchicket— ohne deßwegen ergiebi⸗ gere trockene Gegenden zu verſchmähen. Die kurzen Füße der Merinos haben auch Bezug auf ihr ruhiges Temperament und Pflegma, indem ſie dadurch geſelliger ſind, was andere fälſchlich als Träg— heit anſehen. §. 222. 9) Entſchiedene Beobachtungen und Verſuche leh⸗ ren, daß es zur Erreichung dieſer Vollkommenhei⸗ ten, auf eine große Geſtalt des Körpers nicht an⸗ kommt; im Gegentheil weiß man aus unzweifel⸗ haften vorurtheilfreyen Erfahrungen, daß kleine Schafe vermög ihrer Structur, eine weit feinere Wolle und feineres kraftvolleres Kernfleiſch erzeu⸗ gen, und daß, was größeres Vieh auch wirklich vermög ſeinem größeren Umfange mehr abwirft, es dafür auch mehr Nahrung und einen volleren Biß fordert, und dennoch ein Product von ſchlech⸗ terer Qualität dafür abwirft. In jedem Betracht iſt die kleinere Geſtalt der Merinos gegen eine grö⸗ — “ ßere vortheihafter, indem ſie durch Dichtheit der Wolle den größern Umfang erſetzen, und wenn ſie auch in der Quantität der Wolle jenen nach⸗ ſtehen würden, ſo nähren ſie ſich doch leichter, und können deshalb in größerer Zahl gehalten werden. Nach dieſen ökonomiſchen Anſichten wird man da⸗ her den Werth eines Tbieres zu ſchätzen ſuchen müſſen. §. 225. (Siehe beyliegende Tabelle.) §. 224. Der Bau der Merinos iſt, wie wir aus obigen Verhältniſſen entnehmen, ſich nicht vollſtändig gleich, obwohl die Verhältniſſe nicht ſehr von einander abwei⸗ chen. Bey dem Widder hat man insbeſondere noch dar⸗ auf zu ſehen, daß er nebſt der am meiſten in die Wage liefernden, möglich feinſten, dicht auf dem Pelze zu— ſammengedrängten und ſeidenartig am ganzen Körper anzufühlenden kernigten Wolle, und vollſtändigen Zeu⸗ gungswerkzeugen, noch folgende Eigenſchaften habe, wodurch die Wahl der Zuchtſtöre, um alle erforderliche Eigenſchaften zu beſitzen, öfters viel ſchwerer und ver⸗ wickelter, als bey jedem andern Thiere wird. Die Bruſt desſelben muß im allgemeinen breit, der Rücken flach und ſehr breit, die Beine kurz, die Knie feſt, der Hals ſehr breit und ſtark mit vielen Wür⸗ ſten, welche Kraft und Originaliät in der Zeugung an⸗ zeigen und einen tief herabhängenden Kother, ſo wie auch eine tiefe Bruſt, die weit zwiſchen den Vorderbei⸗ 1 ,„ 3 w obigen zu gleich, an abwei⸗ u gch dar⸗ 4 Wage 6 alhe zu⸗ anKorper jann Zeu⸗ riu habe, „aderlche audd vie⸗ 11 4 ſo wie mderbei⸗ — Itheit der nd wenn en nach⸗ S leihter, d gehalten man da⸗ 3 nüſſe ———y——— — . —— ung an⸗ nien gefunden, und wie ſie in meinen zur Seite 144. Tabelle, über die Geſtalt und Dimenſionen der Merinos⸗Stämme, wie ich ſolche nach öſterreichiſchem Maße in Spa⸗ Thereſienfelder Merinos⸗Schäfereyen, durch homogene Paarung, erhalten aͤnge. ng des Bauches bis zur andern Schulter gemeſſen. nem Kniegelenke bis zum andern unter dem Wiederrüſte gemeſſen. chen von einander. Umfang der Schultern von einer Hoͤhe der Vorderfüſſe. Höhe der Hinterfüſſe. Petrsg der ganzen L chud. Entfernung der Hüͤftkno cuh. Umkreis des untern Halſes. chuh Umfang der Hinterſchenkel von ei⸗ Zoll. chuh. Zoll. Zoll. Zoll Schuh. Zoll. Zoll. Schuh Der Umfa Zoll. — —, 1,. ̊——— — =2 52 —— Nahmenl 8 S.— 2 . 2 0= der verſchiedenen.. 25 8 2 — — 2 25= 5 . 1 S 2 8 2 8 Merinos⸗Staͤmme. 2 222* 8 G 5 3 5 25[2 415* 5 5I5 2 5 5[S S. S) e 8„. Aus der Stammheerde von Negreiti. Der Widder 97—— 9 ½ 2 Die Mutter J67—— 8⸗ Aus der Stammheerde von Infantado. Der Widder 100 16]— 10 Die Mutter 70—— 9 Aus der Stamheerde von Guadaloupe. Der Widder. 97 16— 9 Merinos Eitantes von Sierra de Somo. Der Widder 96 16—[92² Die Mutter J62 16—/9 Die kleinen Merinos Ei- tanies. Der Widder 42—— 72 Die Mutter 20,—— 7 1 — — ₰ᷣ 8 ◻ œͥ. io △‿ X—‿ be- . do ‿ e ◻ ◻ d0 ‿‿⁸ S — ◻ —‧— Die Mutter 69—— 9 2 B5 ◻ S d0 4 ◻ Pido en 10 d0 — d0 nen he wölbte tief ge⸗ durch hältnif biethet te wol wachſen gabe de und N A ma, häc Tertia⸗ aher nich jugleich d ihte Claſt ſedenantt lih llne in der ſer Weiße d der bäng Pole, Föpur un die der! deren Al Wihtigte wider un Wole he fndi in * 145 nen heruntergeht, verſehen ſeyn, welches nebſt den ge wölbten Rippen, einem langen Leibe, breiten Kreutz tief geſenkten Bauch und breiten Schenkeln, überhaupt durch einen breiten Umfang des Rumpfes, ein ver⸗ hältnißmäßig ſehr großes Feld zur Woll⸗ Ernte dar⸗ biethet. Er muß ſich durch einen dichten Schopf, brei⸗ te wollreiche Stirn, eine etwas gebogene Naſe, ver⸗ wachſenen Kopf und Beine auszeichnen, und nach Maß⸗ gabe der Race ein verhältnißmäßiges Gewicht an Fleiſch und Wolle produciren. Wenigſtens 80 pr. Cent. des Vließes ſollen Pri⸗ ma, höchſtens 15 pr. Cent. Secunda und das übrige Tertia⸗ und Kaida⸗ Wolle ſeyn. Dieſe Wolle muß ſich aber nicht allein durch die höchſte Feinheit, ſondern zugleich durch ihr dichtes, gleichartiges Weſen, durch ihre Elaſticität, Stärke, und durch ihr ſanft, weich und ſeidenartig anzufühlendes Weſen auszeichnen. Unend⸗ lich kleine Abweichungen in dem Grade der Feinheit, in der ſammetähnlichen Weichheit, in der Reinheit und Weiße der Farbe, in der charakteriſtiſchen Proportion der Länge, in der Kraft, Elaſticität und Dichheit der Wolle, ſo wie auch in der Haltung, Körpergeſtalt, Figur und Stärke des Thieres können hier Statt haben, die der Kenner erſt nach vieler Mühe finden kann; deren Abweichungen aber von einander von großer Wichtigkeit ſind. Der Regel nach ſoll ein echter Zucht⸗ widder und echtes Zuchtſchaf an den Schenkeln Prima⸗ Wolle haben, wo ſonſt gewöhnlich die Secunda be⸗ findlich iſt. K 146 .§. 225* Ein Mutterſchaf ſoll ebenfalls eine breite Bruſt und Schultern haben, ſtark von Rücken und Kreutz ſeyn, einen langen Vorderleib, einen breiten geſenkten Rumpf, unterſetzte kurze Füße, ein verhältnißmäßiges Gewicht haben, und in allen übrigen Eigenſchaften dem Wißdder ſich nähern. §. 226. Die Hauptſache bey den Merinos⸗Schafen iſt, daß die Quantität der Prima⸗ oder Rafina⸗ Wolle im Verhältniß mit den übrigen Gattungen, in jedem ein⸗ zelnen Vließ ſo außerordentlich ergiebig iſt, und die Prima 75— 30; die Secunda 10— 15 und die Ter⸗ tia und Kaida⸗Wolle 5— 10 pr. Cent. beträgt. Aber ungeachtet wir die Merino⸗Race in verſchiedenen Gegen⸗ den Deutſchlands, als einheimiſch geworden, zu betrach⸗ ten geneigt ſind; ſo iſt ſie freilich in ihrer vollen Rein— heit nicht häufig anzutreffen; ja in der That äußerſt ſel⸗ ten zu finden. In Schleſien, Sachſen, Würtemberg, Baaden, Preußen und bey uns, nennt man jedes Schaf edel, das mehr ſpaniſches Blut, als unedles hat, und ſteht nicht an, ſich der ſchönen Meſtiz⸗Zucht⸗ Störe zu bedienen.— Alle nennt man ſpaniſche Race! Dieſes allein iſt hinreichend die mittelmäßige Beſchaf⸗ fenheit vieler ſpaniſch⸗ deutſchen Heerden, im Verhält⸗ niß zum echtſpaniſchen Vieh, zu erklären, und es müß⸗ te oft abenteuerlich klingen, die Abkunft eines jeden einzelnen Thieres, aus derley ſogenannten ſpaniſchen 3 Bruff 2 Kreut ſenkten äßiges dn dem In it, R le im on ein⸗ and die de Ter⸗ ot Aber aegen⸗ Atrach⸗ 1 Rein⸗ ruiſt ſel⸗ aberg, an jedes unedles uct⸗ Naex! eſchaf⸗ aerhält⸗ miß⸗ a s jeden aiſchen — 2 147 Schäfereyen, von Geſchlecht zu Geſchlecht genau zu wiſ⸗ ſen und zu erfahren. Achzehntes Capitel. Negeln fuͤr die Schäfer. §. 227. Im Sommer dürfen die Schafe nie eher ausge⸗ trieben werden, bis der Thau durch die Luft oder Son⸗ ne abgetrocknet iſt. Der Morgenthau iſt viel kälter und ſchärfer, als der Abendthau, weßhalben man die Schafe ohne Gefahr bis ſpät in die Nacht freſſen laſſen kann. Sogleich, als es des Thaues wegen aber geſchehen kann, muß in der Früh ausgetrieben werden, damit das Vieh ſich täglich recht vollſtändig ſättigen kann. Im Juny, July, Auguſt und September, wenn die Hitze ſehr groß iſt, müſſen die Schafe in der Früh gegen g— 10 Uhr entweder in ihre Stallungen, oder bey entlegenen Weiden in Sommerſchupfen, in Schutz wieder die brennenden Sonnenſtrahlen bis Nachmittags 3— 4 Uhr gebracht werden, Abends aber bleibt das Vieh deſto länger auf der Weide, weil ſie in der Küh⸗ le am liebſten freſſen. §. 228. b Um zu verhindern, daß die Schafe nicht, wenn ihr Körper erhitzet, und öfters mit friſchen ſaftreichen Gräſern angefüllt iſt, ſaufen; ſo müſſen ſie in der Früh gleich bey dem Austreihen getränket werden, indem K 2 — 2. 4½ 5 ne— 2 6 ͤͤſͤſͤſͤſͤſſſſ 148 durch die Anhäufung zu vieler Feuchtigkeiten in dem Körper des Thieres, der Keim zu Krankheiten, oder ei⸗ ner falſchen Fette ſich entwickelt. §. 229. Wenn das Vieh während dem ganzen Tag auf der Weide bleiben kann; ſo muß der Schäfer, ungefähr alle 3— ₰ Stunden, wenn er ſieht, das ſein Vieh angefreſſen iſt, eine halbe Stunde halt machen; Theils um zur Ruhe einzuladen, Theils damit es Gelegenheit zum Wiederkauen findet. §. 230. Auf der Weide muß der Knecht jederzeit vor ſei⸗ ner Heerde gehen, und ſolche Tritt vor Tritt, ſo lang⸗ ſam als möglich führen, ſo zwar, daß die Schafe nie auf einem Haufen, ſondern weit ausgebreitet in einer Reihe gehen müſſen. Zugleich muß derſelbe ſorgfältig zu verbuͤten ſuchen, daß ſeine Heerde ſich nicht ſchreckt, oder von Hunden gehetzt und ſonſt erhitzt werden kann; weil durch Zufälle von dieſer Art die tragenden Müt⸗ ter zuweilen verlämmern, und das Erhitzen und äng⸗ ſtigen den Schafen überhaupt ſehr ſchädlich iſt. §. 251. Es iſt von Wichtigkeit, daß jeder Schäfer einen gut dreſſirten Hund haben muß, der— um ihn in ſei⸗ ner Gewalt zu haben— jeden Wink verſtehen muß; indem ein ſchlechter Hund die Heerde unzeitig herum⸗ jagt, ſie in Schrecken ſetzt, und nach und nach ganz herunter bringen kann. überdieß kann ein guter Hund — auſ n fäht 1 3 dich eils SAhei 88 ſei Ing⸗ cnie„ niner ſortig t wſck, d nm; d nüüt⸗ ing⸗ Hr ainen 149 bey großen Heerden, einen zweyten oder dritten Knecht entbehrlich machen. Man hat in den Rheingegenden dießfalls ſehr ge⸗ lehrige Schäferhunde, die jeden Wink ihres Herrn verſtehen.. §. 232. Der Schäfer darf nie auf niedere naſſe Orter trei⸗ ben, wo ſaures oder freches Gras wächſt, und ſtehendes Waſſer iſt, weil das Vieh dadurch in einem Augen⸗ blick verhütet und lungenfäulig werden kann. Die Wie⸗ ſenhut iſt überhaupt dem Wolleſchaf nicht angemeſſen, und taugt mehr für Fleiſchſchafe. §. 233. Im Winter bey ſchneeleeren Feldern, wenn es ſo ſtark gefroren hat, das der Tritt der Schafe keinen Schaden machen kann, ſo ſind die Winterſaaten eine vortreffliche Weide, und insbeſondere für die Lamm⸗ ſchafe, für die ſie eine ſehr Milch erzeugende Wirkung hervorbringen. Dieſe Winterſaaten müſſen aber in dem Falle mit Vorſicht betrieben werden, wenn ſie beduf⸗ tet ſind, indem Koliken und der Blutſchlag— die ſo⸗ genannte Seuche— dadurch erfolgen können; weßhal⸗ ben es auch immer rathſamer iſt, nicht nüchtern, die bedufteten Saaten beweiden zu laſſen. §. 234. Bey dem Betreiben der Kleefelder muß jederzeit ſehr vorſichtig zu Werke gegangen werden, daß das Vieh ſich nicht gähe anfrißt; beſonders nach einem Re⸗ gen, oder wenn der Klee nicht recht vom Thau abge⸗ 150 b trocknet iſt; es darf daher nicht lange darauf gelaſſen, ſondern muß abwechſelnd auf andere Weide getrieben und verhindert werden, daß die Heerde in keinem Fal⸗ le zu einem Waſſer kommen kann. §. 235. Wenn nach dem Schnitt zu viel ausgewachſene Körner in den Stoppeln, und insbeſondere in den Ha⸗ ferfeldern ſind, ſo muß man die Schafe abwechſelnd auf andere Weiden treiben, weil ſie durch die geilen Saaten leicht den Blutſchlag bekommen, ja die Läm⸗ mer ſogar durch die geilen Haferauswüchſe öfters lun⸗ genfäulig zu werden pflegen. Von dem jungen Wieder⸗ wuchs des Heidenkorns bekommen die Schafe zuweilen geſchwollene Ohren und Köpfe, ſo wie ich auch die Be⸗ merkung an meinen Merinos gemacht habe, daß wenn im Winter öfters Heidenſtroh gefüttert wird, dieſe Thie⸗ re, wenn ſie eine zeitlang im Stalle haben eingeſperrt bleiben müſſen, und hernach die Weiden beſuchen, mehrere Tage lang ſehr geſchwollene Köpfe und Ohren— jedoch ohne ſonſtigen Nachtheil, erhalten. §. 236. Die entfernteſten Weiden müſſen durch die Schöp⸗ ſen und Jährlinge betrieben werden, ausgenommen, wo durch Sommerſchupfen vorgeſorgt iſt; in dieſem Fall kann ſogar das Muttervieh Antheil an derley Weiden nehmen. §. 237. Sobald der Schäfer bemerkt, daß es regnen wird, ſo muß er ſich den Stallungen nähern, um zu vermei⸗ aſſen, riehen ein Fäl⸗ S hſent m ha⸗ ſſelnd zeilen 3 Laͤm⸗ lun⸗ Reder⸗ az eilen 4 Be⸗ Fevenn Ha hie⸗ onhoetrt hadhen, Chten⸗ Fochör⸗ 1 rn, wo Fal gdedden H wird/ euermei⸗ 151 den; daß das Vieh nicht durchnäßt wird; indem es ohnedieß, wenn auch die Näſſe ſeiner Geſundheit zu⸗ träglich wäre, das naſſe Gras ſelten frißt. Die Näſſe iſt überhaupt den Schafen ſchädlich, beſonders aber in ſol⸗ chen Fällen, wenn das durchnäßte Vließ oft in einigen Tagen erſt trocken werden kann, wodurch die natürliche und ſo häufige Ausdünſtung des geſunden Schafes, un⸗ terdrückt wird.— Jedoch weiß der vernünftige Schäfer dießfalls ſeine Sorgfalt zu mäßigen, ſeine Heerde vor Entartung zu bewahren, und ſeine Schafe nicht wie Treibhauspflanzen zu behandeln; weil die Schafe und beſonders die Merinos, auch ſtarken Regen und andere Widerwärtigkeiten der Witterung ſehr gut aushalten können, indem ſie in ihrem Vaterlande in Spanien nie unter ein Obdach kommen, und das ganze Jahr im Freyen leben. Sie ſind im Gegentheil außerodentlich ſtark und ausdauernd dadurch geworden, und vertragen in der ſchönen Jahreszeit, ohne Nachtheil ihrer Wolle, das Pfergen ſehr gut. Nach einem heftigen Regen muß nur mit Vor⸗ ſicht ausgetrieben werden, damit das von Erde ange⸗ ſpritzte Gras durch Sonne und Wind zuvor abgetrocknet und gereiniget iſt; wiedrigenfalls bey dieſen Gelegen⸗ heiten der Keim zu Verhütungen gelegt; und das Vieh meiſtens ein ſtarkes Laxiren, wodurch es ſehr geſchwächt wird, davon bekommt. §. 238. Wenn nach Negen ſchwühles, warmes Wetter er⸗ folgt, und das Gras dadurch ſehr geil wächſt; ſo muß 152 der Schäfer in der Regel die fetten Stoppelfelder ver⸗ meiden, und magere Orter betreiben, indem Aufblä⸗ hungen, Verhütungen und der Blutſchlag daraus entſpringen können. §. 239. Schwarze oder farbige Hunde darf ein guter Schä⸗ fer nie bey ſeiner Heerde, am wenigſten aber bey dem Muttervieh, dulden, weil die Schafe ſich vor den Hun⸗ den öfters ſchrecken, und die Erfahrung lehrt, daß ſie mit Beyhilfe ihrer ſtarken Einbildungskraft, oft fleckige Lämmer dadurch zur Welt bringen. §. 240. Ein guter eifriger Schäfer iſt beſtändig mit ſeinen Gedanken für das Wohl ſeiner Heerde beſchäftigt, da⸗ her auch beſorgt, daß ſich das Vieh bey dem Aus⸗ und Eintreiben, Tränken, Salzen dc. oc. nicht dränget, wodurch nicht nur Schaden an der Wolle, ſondern auch häufiges Verlammen bey dem Muttervieh erfolgen kann. Auch hilft er dafür ſorgen, daß der Stall alle virtel Jahr ausgemiſtet wird, damit die Schafe von den aus den Excrementen ſich entwickelnden ſcharfen Gasarten, nicht erblinden. §. 241. Während dem Austreiben in der Lammzeit muß der Schäfer mit einem Lämmerſacke verſehen ſeyn, um die auf dem Felde fallenden Lämmer damit nach Hau⸗ ſe zu tragen. Derſelbe muß in dieſem Falle, die Mut⸗ ter und das Lamm mit einem Zeichen bemerken, um ſie nach erfolgter Nachhauſekunft zuſammen in eine 1S'’ci⸗ Sdem t un⸗ 6ſe atihe änen ao da⸗ amnd nöneet, unnuch mann. .aArtel 12 au 5ten⸗ 8 ru Dau⸗ as Nut⸗ V ₰ um eine 153 Kauhurte zu verſetzen. Überhaupt aber darf ein guter Schäfer ſich nie einen Augenblick von ſeiner Heerde ent⸗ fernen, ſondern muß das Vieh jederzeit in der Nähe unter Augen haben, und nie ſitzend, ſondern ſtehend hüten; ſitzend iſt die Gelegenheit zum Schlafen zu ver⸗ führeriſch, wodurch die Heerden öfters Schaden verur⸗ ſachen, oder gefährliche Weiden behüten können. §. 242. Weiden, die mit Staub bedeckt ſind, ſucht der Schäfer allerdings ſo viel möglich zu vermeiden, weil ſolcher Huſten, Verſtopfungen und den Keim von meh⸗ reren Krankheiten verurſachet. Je reiner und geſünder das Futter iſt, das die Schafe zur Nahrung erhalten, deſto heilſamer und wirkſamer iſt die Wirkung davon. Neunzehntes Capitel. Von der Fütterung im Stall. §. 243. In dem Verhältniß als die Herbſtweide weniger und kraftloſer wird, in eben dieſem Verhältniß ſollen die Schafe nach und nach zu Hauſe etwas zu freſſen bekommen, und im Frühjahr auf die nähmliche Art wieder an die Weide gewöhnt werden, damit ſie wäh⸗ rend dem ganzen Jahr eine ſo viel als möglich gleich nahrhafte Nahrung genießen. §. 244- Bey vollſtändiger Einwinterung erhält das Vieh in der Regel täglich drey hinlängliche Futterportionen, 154. nähmlich jedes Mahl mit Anbruch des Tages, Mittags und Abends vor Eintritt der Dämmerung. Gewöhnlich erhatten die Schafe in der Früh Wi⸗ cken⸗ Gerſten⸗ oder anderes Sommerſtroh; Mittags Heu und Abends Stroh von Winterfrüchten. Im Falle der Noth können die alten Schöpſen bloß allein mit Sommer⸗ und Winterſtroh, abwechſelnd gefüttert, im Winter erhalten werden, wiewohl ſich eine beſſere Koſt bey gutem Vieh, allezeit rentirt. §. 245. Bey dem Füttern in Bahren iſt zu beobachten, daß nicht mehr eingefüttert wird, als die Schafe auf ein Mahl aufzufreſſen im Stande ſind; ſonſt verwüſten ſie eine Menge Futter. Man weiß aus Erfahrung, daß für veredelte Schafe von mittlerem Schlag ein Früh⸗ futter von 5/4 Pf. Gerſtenſtroh, 1 Pf. Heu als Mit⸗ tagsfutter, und 5/4 Pf. gutes weitzenes oder kornenes Rittſtroh als Nachtfutter— oder aber in der Früh 1 Pf. Sommerſtroh, Mittags 5/4 Pf. Heu und Abends 5/4 Pf. Winterfrüchtenſtroh täglich gerechnet, hin⸗ länglich befunden worden iſt. Bey Heranwachſung der Lämmer, werden dieſe Portionen nach Maßgabe ver⸗ ſtärket. Es kömmt hiebey eigentlich alles auf die Grö⸗ ße der Schafe an; und ein vernünftiger Schäfer kennt ſich gleich bey dem Füttern aus, ob ſein Vieh Mangel hat, ſatt iſt, oder Futter verwüſtet. §. 246. Das Füttern geſchieht jetzo gewöhnlich in Bahren,⸗ die oben 8 und unten am Boden 15 Zoll in der Lichte haben dami di die Cih Ept iſt 4 Maz Jeit keut tr die i ſhläct Sot an: b ſoll i zulettin Vüm manihe San ttags * N 3 ttagh S al 2 nit 13t, in Kaſ „ten, ach auf annſten Faing, ahrüh⸗ da liit⸗ mtenes aüh! [dyends an hin⸗ ſte de 2 ver⸗ 7 Gti⸗ in kennt laugi hten, hte 155 haben. Am Boden des Bahrens iſt ein Laden beſindlich, damit die Heublumen nicht durchfallen können, und die Schafe ſolche nach gefreſſenem Futter zwiſchen den Sprieſſeln heraus freſſen können. Der Bahren ſelbſt iſt auf 3 Stück Plöchel befindlich, welche man nach Maßgabe, als der Miſt nach und nach höher wird, von Zeit zu Zeit erhöhet. Durch dieſe Art Bahren kann keine Wolle verunreinigt werden. §. 247. In der Regel erhalten die Lämmer das beſte und die Mutterſchafe das nächſt beſte Heu zu freſſen. Ver⸗ ſchlammtes, ſchimlichtes und moderntes Heu iſt allen Schafen tödtlich, und ſie freſſen ſich waſſerſüchtig dar⸗ an: Muß Kappen derley Futter gefüttert werden, ſo ſoll es gedroſchen, ſodann zu Hächſel geſchnitten und zuletzt mit Strohhächſel vermiſcht gefüttert werden. Will man die Kappen im Winter mäſten: ſo miſchet man etwas Kleyen, auch täglich per Haupt ein Loth Salz darunter; und läßt ſie nach Belieben ſaufen. §. 248. Vor jedem Futter muß das Vieh im Winter ſatt getränket werden. Die Waſſergrände müſſen dermaßen hinlänglich lang ſeyn, daß das Vieh vollkommen Raum daran findet, damit durch das Drängen keine Ver⸗ lammung entſtehet, und die Wolle von den Vließen ſich nicht ausreiben kann. §. 249. Bey jedesmahligem Füttern müſſen die Schafe ſo lange aus dem Stalle entfernt werden, bis dieſes —— 156 Geſchäft vollendet iſt; indem durch das Hin⸗ und Her⸗ tragen desſelben im Stalle, die Wolle verunreiniget werden würde. §. 250. Im Stalle muß jederzeit eine reine unverdorbene Luft und hinlängliche Helle herrſchen, damit durch ge⸗ fährliche Ausdünſtungen kein Keim zu Krankheiten ge⸗ legt werden kann. Aus dieſem Grunde muß daher nicht allein fleißig gelüftet, ſondern auch öfters eingeſtreut werden, damit das Vieh jederzeit ein ganz trockenes reines Lager hat. §. 251. Übrigens liegt es in der Natur der Sache, daß der Schäfer bey Tag und Nacht gegen alle ſich zutragen könnende Unglücksfälle auf ſeiner Hut ſeyn muß, in⸗ dem er der Regel nach für alle Fehler, die durch ſeine Unachtſamkeit entſtehen, verantwortlich ſeyn ſolle. 136§. 252. Sobald die Lammzeit herbeykommt, ſo muß der Schäfer die Kauhurthen aufſchlagen, und zwar im Ver⸗ hältniß 6 pCt. von der Zahl ſeiner Mutterſchafe. §. 253. Wenn ſich Schafe in der Heerde befinden, wel⸗ che die nahe Entbindung durch das angeſchwollene Ge⸗ burtsglied, durch eine daraus erſcheinende ſchleimige Feuchtigkeit, deßgleichen durch die Erſcheinung der Milch in dem Euter, verkündigen, ſo dürfen ſolche nicht ausgetrieben, ſondern müſſen zu Hauſe im Stalle zum Lammen zurück gelaſſen werden. dem i ſtaltt Schum daer mani bald Gel die. end nenze brin Gr aben das me der fertl nd Her⸗ Inreänige a dorbene K urch g⸗ teiten ge Sher niht ageſtreu rrockenes De, dai blatragen 1 ß, in⸗ 3 h ſeine aulle. nuß der min Ve⸗ nfe Pen, we⸗ olene Ge cclimi Jung d gen ſole am Stall 157 §. 254. Iſt ein Schaf im Lammen begriffen, ſo darf es der Schäfer nicht mehr aus den Augen laſſen, damit, wenn ein Lamm in einer widernatürlichen Lage zur Ge⸗ burt erſcheint, er dem Schaf durch eine kluge und ge⸗ ſchickte Wendung desſelben zur Hülfe kommen kann. §. 255. Aber auch in der beſten Lage des Lammes, kann ein Mutterſchaf zuweilen das Lamm nicht leicht, und nicht ſelten durch den Verluſt des Lebens beyder Theile gebähren. Dieſes rührt zuweilen von Schwäche, Theils von dem engen Bau der Geburtstheile, Theils von großge⸗ ſtalteten Lämmern, von dicken Köpfen und breiten Schultern her. Dem armen gebärenden laut um Er⸗ barmen, Hülfe und Rettung ſchreyenden Schaf, muß man in dieſem Falle zu Hülfe kommen, man muß, ſo⸗ bald das Lamm zum Vorſchein gekommen iſt, in den Geburtstheilen mit äußerſter Vorſicht unterſuchen, ob die Lage desſelben in der gehörigen Richtung iſt, und endlich, wenn die Kräften das Schaf zu verlaſſen ſchei⸗ nen, trachten, das Thierchen in die gehörige Lage zu bringen; ſonſt geht oft das Schaf mit dem Lamme zu Grunde, öfters aber letzteres allein. Kommt ein Lamm aber in einer guten Lage zum Vorſchein, und beſitzet das Schaf Kräften, welches man auch aus der Stim⸗ me vernehmen kann, ſo muß der Schäſer die Geburt der Natur überlaſſen. Die Natur zerſprengt die Waſ⸗ ſerblaſe zur rechten Zeit, und macht durch das darin ———— 158 befindliche Fluidum, die Geburtswege naß und ſchlüpfe⸗ rig, damit der Kopf deſto leichter durchdringen kann. Deßwegen muß man die bey dem Gebären hervortret⸗ tende Waſſerblaſe nicht zerſprengen, weil die Geburt dadurch erſchweret wird. Iſt der Kopf aber durchgeſchoſ⸗ ſen, und die Blaſe zerſpringt nicht, dann iſt es, um eine Erſtickung zu verhindern, Zeit, ſie zu zerſprengen⸗ und dem Kopf Luft zu machen. Aus dem angeſchloſſenen Kupfer Tab. 12 kann man die gewöhnlichen Lagen der Lämmer bey der Geburt erſehen, und ſich dadurch einen deutlichen Begriff machen, wie ihnen geholfen werden kann und muß. Fig. 1. Hier iſt das Lamm in ſeiner natürlichen Lage auf dem Mutterkuchen A, indem die beyden Vor⸗ derfuüͤße unter der Schnautze liegen, und in der Regel ein wenig unter derſelben hervorragen⸗ wobey die Na⸗ belſchnur B ganz frey iſt. Fig. 2. zeigt ſchon eine ſchlimmere Lage des Lam⸗ mes, indem die beyden Vorderfüße nicht in der regel⸗ mäßigen Lage ſich befinden, der linke Fuß B iſt über den Kopf hingeſtreckt. Hier muß alſo der Schäfer dem Mutterſchaf zu Hülfe eilen, und dieſen Fuß unter die Schnautze langſam herunter zu bringen ſich bemühen. Der rechte Fuß C iſt nach hinten zu ausgeſtreckt; die⸗ ſen muß der Schäfer hervor zu ziehen ſuchen, damit die beyden Vorderfüße in eben die rechte, natürliche Lage kommen, wie ſie in der erſten Figur abgebildet erſcheinen. —y C—— — A— . ““ 34 2— 2—— H —— M— 1 2——— Cn A Jfek 2?,, X Tel’ Sh 5 35 7 Ve, 3 däle 159 Fig. 3 zeigt eine Lage, worin das Lamm mit dem Hintertheile des Kopfes B in die Geburt eintritt, und die Schnautze C rückwärts gekehrt iſt. Dieß iſt eben⸗ falls eine ſo üble Lage, daß das Schaf bey derſelben ſelten glücklich lammen kann. Der Schäfer muß alſo die Schnautze umwenden, damit ſie in die Lage der erſten Figur komme. Die vierte Figur(Fig. 4) zeigt die Lage eines Lammes, wo der rechte Vorderfuß B von der Nabel⸗ ſchnur C umſchlungen iſt, und die Nabelſchnur unter der Achſel D hinläuft. In dieſer Lage iſt die Hülfe nicht ſchwer; denn der Schäfer braucht nur die Nabelſchnur zu durchſchneiden, ſodann den rechten Fuß hervorzu⸗ ziehen, und ihn neben den linken E legen, damit beyde Füße in ihre natürliche Lage kommen, wie dieſes Fig. 1 der Fall iſt. §. 256. Wenn ein Lamm geboren worden iſt, ſo legt man ſolches in eine Kaue— ein kleiner Nothſtall von 3 Schuh in der Breite, Länge und Höhe— und ſperrt die Mut⸗ ter ſo lange dazu, bis ſie ſolches rein abgelecket hat, und willig ſaufen läßt. Iſt dieſer Zweck erreicht, ſo kommen beyde in den Junghaufen und endlich nach Ver⸗ lauf von 8 Tägen in den ältern Haufen. Bey kleinen Schäfereyen entſtehen nach der Ablammung aus dieſen 3 ſeparirten Lämmerhaufen nur zwey, nähmlich der ſe⸗ genannte Alt- und Junghaufen. Bey Größern werden aber drey verſchiedene Lämmerhaufen gebildet; nähmlich der Alt. Mittlere⸗ und Junghaufen. —— 160 Es iſt eine Hauptſache, daß dem Mutterſchafe gleich nach der Geburt die Wolle am Euter abgerupft wird, damit die Lämmer dadurch nicht Wolle freſſen lernen, und davon ſterben, auch ſammelt ſich viele Un⸗ reinigkeit an dieſer Wolle, welche dem Thier Eckel und Widerwillen bey dem Saufen verurſacht. §. 257. Ehe das Lamm mit ſeiner Mutter in das Jung⸗ häuſel kommt, werden beyde mit einerley Zeichen mar⸗ kirt, damit man ſie beyde unter der Heerde gleich er— kennen kann, daß ſie zuſammen gehören. Dieſes Zei⸗ chen geſchieht mit einer Miſchung von Pech und Fett, und zugleich mit Rummern von Holz oder Blech, die ihnen um den Hals gehangen werden. §. 258. Iſt ein Lamm ſo ſchwach, daß es nicht allein ſau— fen kann, ſo muß ihm nach Umſtänden alle 2 Stun⸗ den oder öfters, von ſeiner Mutter⸗Milch eingemolken werden. Wenn ein Lamm verwaist wird, oder deſſen Mut⸗ ter keine Milch hat; ſo pflegt man ſolches mit einer Säugerinn in eine Kaue zu verſetzen, worin ſie zur An⸗ nahme des Lammes, durch die Gewohnheit nach und nach gezwungen wird. Derley Lämmer müſſen inner⸗ halb 24 Stunden in der Regel ſechs Mahl in gleichen Perioden bey ihren Stiefmüttern ſo lange angeſäugt werden, bis ſie ſolche von ſelbſt ſäugen laſſen. Es liegt in der Manipulation bey einer gut eingerichteten Schä⸗ ferey, daß während der Lammzeit die Schäfer wech⸗ felsſfn ter an. rerſlte A het ge tnn daht nit zw n ihrhn unq c des 86 br. (ute gf Imtg richtige Ne 6 mit an ſcmm Mutterſhte b Tt düperen d ole faſa aareeelr ar Eimn 2 das June Geichenna⸗ a glech ansdirſe R datund dtt, lcch, d binallein ſur 1 2 Stun⸗ hugemaa „A ateſen bnn nit änt 4 nd. 161 felsweiſe alle 2— 3 Stunde in der Nacht mit der La⸗ terne nachſehen müſſen, ob kein lammendes Schaf ih⸗ rer Puͤlſe bedarf. §. 259. Auch müſſen die Schäfer bey den von der Weide heimkehrenden Müttern, ſobald die Lämmer zum Säu⸗ gen unter ſie gelaſſen werden, ſehr aufmerkſam ſeyn, daß jedes Lamm ſeine Mutter findet, und ihre Milch nicht durch ein fremdes geraubt wird. Man macht zwar den Merinosmüttern den Vorwurf, daß ſie gerne ihre Milch von fremden Lämmern ausſäugen laſſen, und ſich ſpäter als andere Schafe ausbilden; aber bey⸗ des wiederlegt die tägliche Erfahrung. §. 260. Nach dem Abſpännen muß man den Müttern das Euter öfters unterſuchen, und jene die noch zu viel Zufluß an Milch haben, zuweilen ausdrücken, damit nicht Eutergeſchwüre und Verhärtungen entſtehen. Wenn dieſer Fall eintritt, ſo muß man das Euter mit einer Salbe von Bleyweiß und Leinöhl ein⸗ ſchmieren. §. 261. Es iſt allezeit nöthig, daß die Lämmer wenigſtens 4— 6 Wochen vor der Schur abgeſpänt werden, da⸗ mit die Wolle ihrer Mütter, wieder die erforderlichen Eigenſchaften, für die Fabrication dauerhafter Kerntü⸗ cher gewinnen kann, geſchieht dieſes nicht, ſo wird der wichtige Hauptzweck der Wolleerzeugung, durch den 8 — ũꝑſoſpgqꝑ—f— — — —— 162 Manipulationsfehler vereitelt, daß man keine Früh⸗ lämmer zu erhalten, ſich hat angelegen ſeyn laſſen. §. 262. Krepirt ein Lamm, ſo muß der Schäfer die Mut⸗ ter davon zu einer Säugerinn für andere ſchwache Läm⸗ mer beſtimmen, im Falle dieſe Mutter nicht zu ſchwach oder kränklich iſt; oder man kann auch Zwillingsläm⸗ mer an derley Mütter verſetzen, und beyde zu dieſem Behufe, damit ſie ſich zuſammen nach und nach ge⸗ wöhnen, ſo lange in eine Kauhurt einſperren, bis die⸗ ſer Zweck vollkommen erreicht iſt. §. 263. Iſt ein Lamm krank und ſo ſchwach, daß es nicht ſaufen kann, ſo muß der Schäfer ſolches wenigſtens alle drey Stunden, und nach Maßgabe auch öfters an⸗ ſäugen. Die in den Kauen befindlichen Mutterſchafe müſſen täglich wenigſtens drey Mahl getränket wer⸗ den, und zwar jedes Mahl ſo viel ſie Waſſer verlangen, indem ſolches zur Erzeugung der Milch ein unumgäng⸗ lich nöthiges Bedürfniß iſt. Hat ein Lamm eine kranke Mutter, ſo wird ſolches an eine Säugerinn verſetzt. Sobald die Mutter das Lamm in dem Kauſtalle liebgewonnen hat, und ſäugen läßt, ſo muß wn beyde, beſonders wenn der Nabel des Lammes trouen iſt, in den Junghaufen verſetzen, indem es kein ganz ungewöhnlicher Fall iſt, daß die Mütter ihre Lämmer in dieſem kleinen Zwangſtall erliegen, welches ſich um ſo leichter ereignen kann, je lieber die Mutter das Seh 1. as lut⸗ Pim⸗ 1nach nim⸗ ſem 1 g⸗ 3 di⸗ ds iht itens anjan⸗ mtafe Kber⸗ Anzen, rraing anante Haht⸗ tale ernn 54 duen * Arni anmat 8 um das ——— 163 Lamm hat, und daher ſeiner unmittelbaren Gegenwart bey dem Riederlegen ſich verſichern will. Bey dem Abſpänen der Lämmer muß man die ſtärkern zuerſt, und endlich die ſchwächſten nach und nach an die Entbehrung der Muttermilch gewöhnen. Es liegt in der Natur der Sache, daß man die entwöhn⸗ ten Thierchen anfänglich, bis ſie einmahl ihre Mutter ganz vergeſſen haben, mit etwas Hafer und einem kräf⸗ tigen Trank von Gerſtenmehl zu Hülfe kommen muß, indem ihre Entwickelung in dieſen Umſtänden von kräf⸗ tigem Futter und Weide abhängt. Zwanzigſtes Capitel. Fernere Pflichten des Schäfers bey dem Wa⸗ ſchen der Schafe, der Schur, der Sprung⸗ zeit und dem Salzgeben. §. 264. Der Schäfer hat ſich um ein zweckmäßiges Waſch⸗ waſſer zu bekümmern, ein hartes Waſſer wird dem fetten Schmutz nichts anhaben, ein weiches aber wird die Wolle ungleich reiner und weißer waſchen.— Der⸗ ſe. muß zugleich bey dem Waſchen der Schafe ſein vorzuͤgliches Augenmerk dahin richten, daß die Schafe nicht mißhandelt, ſondern mit aller möglichen Scho⸗ nung bey der Waſche behandelt werden. §. 265. Den Schafen ſoll zwar in der Regel jederzeit flei⸗ ßig eingeſtreut werden, jedoch iſt dieſes nach der Waſche 2 2 ö B“ *—— 164 bis zur Schur um ſo nothwendiger, damit die Wolle nicht verunreiniget werden kann. Es iſt bey trockener Witterung, wo es die Umſtände erlauben, oft beſſer, das Vieh unter gar kein Obdach bis zur Schur zu brin⸗ gen, und ſolches auf trockenem Raſen, Tag und Nacht bis dahin aütth zu laſſen. §. 266. Bey der Schur ſelbſt, muß der Schäfer ſeine Schafe nach den verſchiedenen Heerden⸗ Eintheilungen ſcheeren laſſen; die Widder, Mütter, Schöpſen, Jährlinge und Lämmer— jede Gattung beſonders. Die Wolle von jeder Sorte muß auf beſondere Haufen, gewöhnlich in Schäferbänden gethan, und auch auf dieſe Weiſe ſor⸗ tenweis eingeſacket werden. Iſt das ſämmtliche Vieh von zweyerley Qualität in der Wolle, ſo muß bey der Schur dieſe Wolle wieder auf beſondere Haufen kom⸗ men, und auch beſonders eingepackt werden. Während der Schur pflegt man gewöhnlich ſo viele Schafe in einen Haufen neben dem Schurplatz— oder beſſer im Stalle, wenn der Schurplatz in ſeiner Nähe iſt— einzuſperren, als in einem halben Tag abgeſcho⸗ ren werden koͤnnen; ſonſt müßte das Vieh durch unnö⸗ thiges Faſten zu lange Hunger leiden. §. 267. Es gehört auch in den Wirkungskreis des Schä⸗ fers, darauf zu ſehen, daß bey der Schur die Wolle ſo genau als möglich, bey der Haut an allen Theilen des Körpers abgeſchoren, und das Thier nicht geſchnitten wird. Wird aber dennoch ein Schaf geſchnitten, ſo muß igoll Aeener eſſer abrin⸗ rrdaht A chafe ereren Ki und 10 von acih in ial ſor⸗ ieh 3der mſom⸗ viele ddet an Rähe im iſch⸗ Haunnü⸗ 165 die Wunde auf der Stelle mit vorräthigem Pulver von fein geſtoſſenen und gepulverten Kohlen, eingerieben werden; iſt die Wunde tief, ſo handelt man vorſich⸗ tig, wenn man unmittelbar nach der Anwendung des Pulvers ſelbe zugleich mit etwas Steinöhl einſchmiert, damit durch den widerlichen Geruch desſelben die Flie⸗ gen abgehalten werden, Eyer in die Wunde zu legen, wodurch Maden erzeugt würden. §. 2698. Auf dem Schurplatz müſſen beſondere Menſchen angeſtellt ſeyn, Theils um die Schafe ab⸗ und zuzu⸗ tragen; die Wolle in ganzen Vließen zuſammen zu legen, an ihren Beſtimmungsort zu überbringen, die zerſtreute Wolle zuſammen zu ſuchen, und den ganzen Schurplatz von allem Unrath zu reinigen. Ferner muß der Schäfer darauf ſehen, daß den Schafen bey dieſem Geſchäfte, die Füße nicht mit ei⸗ nem dünnen ſchneidenden Spagat, ſondern mit einem breiten Band, gebunden werden; indem die Circula⸗ tion des Blutes ſonſt gehindert, und viele Schafe lahm gebunden werden könnten. §. 269. Nach der Schur müſſen die Schafe, eine kurze Zeit vor jeder rauhen Witterung und beſonders vor kaltem Regen ſo wie auch wider die brennenden Strahlen der Sonne, durch die Vorſicht der Schäfer geſchuͤtzet wer⸗ den, weil ſie nach dieſer Operatien ſo ſchwächlich, und ge⸗ gen alle äußere Einflüſſe der Witterung ſehr empfäng⸗ lich ſind. 266 §. 270. hhch Vor dem Eintritt der Sprungzeit muß der Schä⸗ 2 u fer diejenigen Widder, welche ſpringen, und jene Mut⸗ terſchafe, welche beſprungen werden ſollen, mit Sach⸗ kenntniß und großer Genauigkeit, nach dem beabſich⸗ 1 tigten Zwecke, auswählen. Den Widdern wird in der Regel 14 Tage vor, dann während der ganzen Sprungzeit, und 14 Tage nachher jedem täglich 1/24 Metzen Hafer, nebſt hin⸗ li reichendem Heu und Saufen, verabreicht. In §. 271. G Bey dem Salzgeben hat die Vorſorge des Schä⸗ 8 fers darin zu beſtehen, daß er ſeiner Heerde hinlängli⸗ ch chen Raum verſchafft, damit ſie ſich nicht zwängen dür⸗. id fen, und dadurch bey den tragenden Schafen keine Ver⸗ gas lammungen erfolgen, oder die Wolle verunglümpft oder fü ausgeriſſen werden kann. um Das Salz kann der Schäfer zuweilen mit anpaſ⸗ ſes ſenden Ingredienzien vermiſcht, den Schafen vorgeben; 1 Theils um das Vieh vor Krankheiten zu hüten, Theils ng bey wirklich vorhandenen Krankheiten denſelben kräftig 2 entgegen zu wirken. di Man pflegt gewöhnlich Abends dem Vieh das Salz hn vorzugeben, und der Schäfer muß bedacht ſeyn, daß b ſeine Schafe nach dem Genuß desſelben, kein Waſſer 7 mehr bekommen, indem der Zweck des Salzgebens da⸗ fa durch vernichtet werden würde, und das Schafvieh a überhaupt ſehr oft ein hartnäckiges, bösartiges ſchädli⸗ A — — — — — —2 ½ ioren; i ftig 99500 nd daß 16 8 ſer T osda = ſoie a adl⸗ 167 ches Laxiren darauf zu bekommen pflegt; welches auch von zu vielem Salz ſich ereignet. Ein und zwanzigſtes Capitel. Nöthige Winternahrung für die Merinos. §. 272. In meinen Thereſienfelder Merinos⸗Schäfereyen habe ich, in Betreff des täglichen Futterbedarfes für meine ſpaniſchen Schafe, ſchon vielfältige Beobachtun⸗ gen und genaue mit der Wage angeſtellte Verſuche, we⸗ gen der erforderlichen täglichen Nahrung, für ein aus⸗ gewachſenes Merinos⸗Schaf, angeſtellt, und mich hier⸗ in nach der Nahrungskraft der verſchiedenen Producten gehalten, welches— da das Vieh mit lauter Körner ge⸗ füttert, zwar ſatt wird, aber den Wampen nicht füllt, und durch leeres Stroh, den Magen zwar füllt, aber ſelten die nöthige Nahrung zur Lebenserhaltung darin findet— auch der einzige ſichere Maßſtab iſt, wie man nach vernünftigen Grundſätzen zu Werke gehen kann. Im Ganzen habe ich gefunden, daß man durch die Bahrenfütterung täglich mit zwey Pfund Wieſen⸗ heu für ein ausgewachſenes Mutterſchaf, im Decem⸗ ber bis zum halben Jänner, hinlänglich geſichert iſt; vom halben Jänner, ſobald die Täge zu wachſen an⸗ fangen, oder die Lammzeit eintritt, freſſen die Schafe aber täglich 6 bis 10 Loth Heu nach und nach mehr. Nach dem innern Nahrungsverhältniſſe des Heues be⸗ rechnet, habe ich mich des nachſtehenden Futterwech⸗ 4 168 ſels mit dem beſten bedient: Morgens. Pf. L. 1)— 21 Heu 2) 1 1 Kornſtroh 3)— 23 Bohnenſtroh 4) 1 3 Weitzenſtroh 5) 1 6 Haferſtroh 6) 1 6 Tobinambour⸗— ſtroh. 7) 1 8 Türkenwei⸗ tzenſtroh 8) 1 8 Haidenſtroh 9) 1 6 Haferſtroh 10)— 1g rother Klee 11)— 13 Esparzette 12) 1 6 Breinſtroh 131— 30 Linſenſtroh 14)— 30 Erbſenſtroh 15)— 50 Linſenſtroh 16)— 30 Gerſtenſtroh 17) 18) 19) 2⁰) 21) 2²) 23) 1 E △ 10 Pferdeboh⸗ nenſtroh. 6 Breinſtroh 1 Kornſtroh 5 Weitzenſtroh 1 Kornſtroh 6 Haferſtroh 3 Weitzenſtroh 24)— 30 Linſenſtroh 25) 1 6 Haferſtroh Pf. L. Mittags. 21 Heu 1 22 Heu 1 10 Esparzette — 21 Heu 19 rothen Klee 1 ₰ 12 Luzerne — 24 Heu — 7 Pferdeboh⸗ nen — 9 rother Klee — 18 Esparzette 1 6 Breinſtroh — 21 Heu — 21 Heu — 21 Heu 1— Tobinam⸗ bourſtroh 1 10 Pferdeboh⸗ nenſtroh 6 Breinſtroh 11 Hafer 9 Hafer — Türkenwei⸗ tze nkörner n — 21 Türkenwei⸗ tzenkörner 22 Tobinam⸗ bourſtroh ℳ — 5o Linſenſtroh 1 6 Haferſtroh Erfolg in manchen Umſtänden Abends Pf, L. 1 1 1 4 1 1 — A 1 1 21 Heu 1 Kornſtroh 26 Wickenhen— 23 Bohnenſtroh 3 Weitzenſtroh 6 Haferſtroh 6 Tobinam⸗ bourſtroh. 8 Türkenwei⸗ nenſtroh 8 Haidenſtroh 6 Haferſtroh 19 rother Klee 18 Esparzette 6 Breinſtroh 30 Linſenſtroh 30 Erbſenſtroh 30 Linſenſtroh — Gerſtenſtroh 10 Pferdeboh⸗ nenſtroh 6 Breinſtroh 1 Kornſtroh 3 Weitzenſtroh 3 Weitzenſtroh 6 Haferſtroh 6 Haferſtroh 30 Linſenſtroh 6 Haferſtroh 3 M, 446 Delhen troh Haferſtech Tobigam⸗ Tobiaam⸗ gurſtroh bourſtroh. Tupenwi Lurkenwel 23: nonſtroh nenſtloh. Haidenftroh 6 rroh 9) Vinſenſtroh — — — . .— 2 SA 200 ueee., Cu, e e e 1 4 4— 1 3 7 2 N venzan NKrnhenae iinainum 9 L BV 1 P“ “ 1 ⸗ 8 v““ 84 3 n— “.. 83 a d anf, ue ef, en* ———.— 169 Bey dieſem Futterausſatz haben die ausgewach⸗ V* ſenen Mutterſchafe an einjähriger ungewaſchener Wolle 8 Pf., und die Widder im Durchſchnitt 13 Pf. in die 1 Wage gegeben.. §. 273, Die Fütterung geſchah in Bahren, wie in dem beyruhenden Kupfer Tab. 13 Fig. 1 zu erſehen iſt. Ungeachtet dieſer genauen und mühſam mit der Wage angeſtellten, wiederhohlten, vielfältigen Erfahrungen, habe ich einerſeits doch gefunden, daß das Vieh von dieſem Futterausſatz mehr aus den Bahren verſtreut, V 9 und verwüſtet, als zur Streu erforderlich iſt; anderer⸗ ſeits habe ich mich überzeugt, daß man ſich auf den „ Dienſteifer der wenigſten Schafleute in der fortgeſetzten Ausführung einer ſolchen gründlichen Futterordnung verlaſſen kann, und daß, ſobald man die Wage beſei⸗ V tiget, und man ſich auf ihre Pünctlichkeit verläßt, oh⸗ ne dem Vieh einen Nutzen zu verſchaffen, eine Ver⸗ ſchwendung an Futter Platz findet, die das Innerſte eines jeden empören muß, der den Werth der Dinge zu würdigen weiß.— Deßhalben habe ich mich entſchloſ⸗ fen, Grände machen zu laſſen, und meine ſämmtliche Thereſienfelder Schafe mit Heu und Stroh⸗Häckerling zu füttern. §. 274. Dieſe Grände Tab. 13 Fig. 2 koſten nicht den vierten Theil ſoviel als Bahren, und die Erfahrung hat mich nun wiederhohlt gelehrt, daß bey dieſer Manipu— V lation im November und December ein Schaf täglich 170 nicht mehr als 2 ¼½ Pf. Häckerling verzehren kann; wo⸗ von † Stroh und 3 Heu iſt. Sobald die Täge zu wach⸗ ſen anfangen, und die Lammzeit eingetreten iſt, freſſen ſie verhältnißmäßig etwas mehr. Meine Merinos ha⸗ ben den ganzen Winter von 1813 bis 1814, ohne al⸗ le Ausnahme, keine andere Nahrung, als dieſe erhal⸗ ten, nähmlich derley Häckerling von 1— 2 Zoll in der Länge geſchnitten, wovon* Kornſtroh und mittelmä⸗ ßiges Heu(wegen den Überſchwemmungen im Jahr 1813) beſtanden hat. Das Heu und Stroh wurden in obigem Verhält⸗ niß zuſammen geſchnitten, und in einem Gefäß das 10 Pf. enthält(ein Metzen Kornſtroh wiegt 11 und 1 Metzen Heu 9 Pf.) nach der Zahl der Schafe, täglich bey jedem Futter, ausgemeſſen. Die Schafe freſſen al⸗ les rein auf, befinden ſich wohl bey dieſer Wirthſchaft⸗ es kann gar kein Futter verſchwendet werden, und es iſt dieſe Art zu füttern durch die Manipulation des Ge⸗ hackſchneidens, zugleich die ſicherſte Futtercontroll. Alles Wirrſtroh läßt ſich mit dem Heu recht gut zu Heckerling ſchneiden, und viele Landwirthſchaften können durch die⸗ ſe Manipulation, Gelegenheit finden, ihre Heerden in das unendliche— beſonders in Ungarn— zu vermehren. Die Grände ſind ſehr einfach, von willkührlicher Länge Ladenbreit, und wie der Mabßſtab zeigt, nur 4— 5 Zoll hoch, damit ſich die Schafe die Wolle am Kother nicht verderben können. Bey Wirthſchaften, wo die Wechſelwirthſchaft eingeführt wird, empſiehlt ſich dieſes Futterſchneiden von ſich ſelbſt; ſo wie auch in an Gr gelech der kaie nothrt der viß Kenn hen, darbeſ 1 ſeit ſelhſt, die R üung⸗ nes 96 wendu reiciſe nz wo⸗ u wach⸗ „freſſen inod ha⸗ ohne al⸗ iſe erhal oll in der nittelmi⸗ im Jaht Verhält⸗ gefäß da l undl , täglic reſſen al⸗ thſchaft, und es des Ge⸗ noll. Ules Heckeriing durchdi⸗ aden inda⸗ dermehken ſkührlicher nzeigt, nil Wolle am bhaften, w rſeht ſt hie auch in 171 Jahren, wenn das Futter ſehr theuer, oder ſchlecht iſt, wo eine Miſchung von Futter zugleich rathſam wird; in wollfeilen Futterjahren würde ſich aber das Gehackſchneiderlohn, kaum auszahlen. §. 275. In nachſtehender Tabelle iſt das Productions⸗ Verhältniß, der verſchiedenen Futterkräuter, Knol⸗ lengewächſen, Hülſenfrüchten, und des Strohes von den Getreidegattungen, von einer Wirthſchaft, die in guter Cultur geſtanden iſt; ſo wie auch das inne⸗ re Nahrungsverhältniß, welches dieſe Producte zur Fütterung und Düngererzeugung nach dem Wer⸗ the und Gehalte des Heues, den Centner à 2fl. 30 kr. an Gelde und 50 pr. Ct. Nahrungsſtoff vom Gewicht gerechnet, gegen einander haben, zu erſehen; denn je⸗ der Landwirth muß bey der Fütterung ſeines Viehes, nothwendiger Weiſe, von den Nahrungsverhältniſſen der verſchiedenen Producten gegen einander, in voller Kenntniß ſeyn, wenn er nicht empyriſch zu Werke ge⸗ hen, und entweder nicht verſchwenden, oder ſein Vieh darben laſſen will. Es bedarf wohl keiner Erinnerung, daß einer⸗ ſeits das Klima, Lage des Bodens, und die Bodenart ſelbſt, andererſeits bey der Verwendung des Futters die Natur und Eigenſchaft des Thieres, kleine Abwei⸗ chungen hervorbringen, und ſich hierin nichts allgemei⸗ nes ganz genau beſtimmen läßt; in der practiſchen An⸗ wendung aber werden dieſe Beobachtungen in den öſter: reichiſchen Staaten mit Rückſichtnehmung auf dieſe Um⸗ 172 ſtände, ſehr richtig und treffend befunden werden; in⸗ dem ſie ſich auf 18jährige mühſam mit der Wage an⸗ geſtellte Reſultate, gründen. (Siehe beyliegende Tabelle.) Deßgleichen kommen an Futterkraft gleich 2 Metz. Erdäpfel.. 1 Metz.Hafer o. 1 Cent. Heu. 1— MWicken 1—-— 14—— 1— weiße Bohnen 2—— 2—— 1— Pferdebohnen 2—— 2 ½—— 1— Gerſte 144—— 1 ½—— 14— Türkenweitzen 1½—— 1½—— 1— Heidenkorn 1 ½—— 13—— 1— Korn. 12—— 12—— 1— Waitzen 2—— 2—— 1— Sicheln.. 1½—— 1 ½—— 1— Sonnenroſenkern 1 ¾—— 1¾—— Die Roßkaſtanien geben nach meinen Erfahrungen ebenfalls ein nahrhaftes Futter, welches zugleich ein vortreffliches Präſertativ wieder das faul⸗, und anbrü⸗ chig werden der Schafe iſt. Man gibt ſie entweder ge⸗ ſtoßen, roh, oder nachdem ſie einige Tage in Waſſer ausgelaugt, und dann in einem Backofen gedörrt wor⸗ den ſind, wo ſich ihre Schale ablößt— täglich ¾ Pf⸗ ſtatt ſo viel Hafer oder dem doppelten Quantum Heu. —— ———j———--——-——-; 1Sdeu. —— — Productions⸗ und Nahrungsverhaͤltniß⸗Tabelle. zur Seite 172. Joch⸗ Nlahe ds Werth eines Werth des Arten der Producten. ſcaa. Düngerver⸗ Centner Fut⸗ danzen Ere hältniß zu ters. G Heu. Joch Landes. Ctr. 11; IEIF Heu und Grumeth ertragen pr. Joch 36 3 30 90⁰ Erdäpfel... 200 200— 100 1 15 250—— Runkelrüben. 3 400 500— 100% 30 200—— Kohl, Weißkraut 600 600— 100—— 25 250— Rühen... 400 600— 100— 25 166 40 Gelberüben.. 350[250— 100 1— 3505— Wickenheu.. 45 100— 80 2— 90—— Luzerne.. 100 100— 100 2 30 250—— Esparzette. 40] 85— 100 2] 56 117[40 Spergel... 20] 90— 100 2 45 55—— Steyriſcher rother Klee 55] 90— 100 2 45 151 15 Erbſen... 36 100— 70 1 45 653,—— Linſen... 24 100— 70 1 45 42—— Schwediſche Rüben 400[100—353 ⅓7— 50 333 20 Erdkolrabi.. 350 100— 53 ½—— 50 291 40 Gerſtenſtroh.. 45 100— 65 1 31 68 15 Haferſtroh.. 45 100— 55 1 22 ¾½ 61 5²½ Waitzenſtrop.. 55 100— 20—— 30 27 30 Kornſtroh... 65 100— 15—— 227 24 22 Haidenſtroh.. 20[100— 10—— 15 5— Bohnenſtroh.. 50 100— 90 2 15 67 30 Breinſtroh. 49[100— 55 1 22 67 222 Tobinambour mit Laub 200 100— 65 1 33 310,—— Mohar... 40 100— 40 1— 30— Türkenwaitzſtroh. 36 100— 25—— 37222 30 Pferdebohnen.. 36 100— 50 A zehren diſches n 2 ausgen fiel täct lingsmn gendes mer, 3 30 beſchräni ſchnitt ti trieben keitgrad Zeiten; pfen ſa ſehr ger tung, 3 legenhe reines terung iſt. J friedeig — 173 Zwey und zwanzigſtes Capitel. Das Tränken der Schafe. §. 276. Nach genauen von mir erhobenen Verſuchen, ver⸗ zehren die Merinos täglich beyläufig folgendes hierlän⸗ diſches Gewicht an Waſſer. Von 100 Stück Widdern, wovon ein Drittheil ausgewachſen, und die übrigen Jährlinge waren, ent⸗ fiel täglich 2 Pf. 24 Loth Waſſer auf ein Stück. Ein Jähr⸗ lingsmutterſchaf ſaufet täglich 1 Pf. 5 Loth, und ein ſäu⸗ gendes Mutterſchaf nach Maßgabe des Alters der Läm⸗ mer, 3 Pf. 14 Loth— A Pf. 31 Loth Waſſer. Im Winter, wenn ſie auf ganz trockene Futterey beſchränkt ſind, ſaufen ſie dieſes Gewicht im Durch⸗ ſchnitt täglich, und zu andern Zeiten, wenn ſie ausge⸗ trieben werden, trinken ſie nach Maßgabe des Feuchtig⸗ keitgrades der Pflanzen, mehr oder weniger; ja es gibt Zeiten wo viele Schafe oft in 4 Wochen keinen Tro— pfen ſaufen, und man hält ſolches Vieh gewöhnlich für ſehr geſund. Bey friſcher Weide, oder ſaftiger Füttte⸗ rung, iſt dieſes der Fall. §. 277. Hieraus erhellet, daß man den Schafen täglich Ge⸗ legenheit verſchaffen muß, ihren Durſt durch friſches reines Waſſer zu löſchen; welches bey trockener Wit⸗ terung und bey dürrer Futterrey, unumgänglich nöthig iſt. Im Winter freſſen ſie, um ihren Inſtinkt zu be⸗ friedeign, zuweilen Schnee, und bekümmern ſich nicht um —-—— “ — e 174 das Saufen. Von einer nachtheiligen Wirkung hat man dießfalls noch nie etwas bemerkt. Meine Merinos werden des Winters im Stalle getränket. Das Waſſer wird durch einen in der Nähe des Stalles befindlichen Brunnen in die Schaffeln ge⸗ ſchöpft, wo ſie jederzeit nach Belieben ſaufen können. §. 278. In der Früh, wenn der Magen mit blähenden Gräſern noch nicht überladen iſt, iſt es unzweiſelhaft am rathſamſten die Schafe im Sommer zu tränken, weil durch die Befolgung dieſer Regel, ſeltener gefähr⸗ liche Aufblähungen unter den Schafen Statt finden. §. 279 ⸗ Eine ganze Heerde kann lungenſüchtig werden, wenn unvorſichtige Schäfer ſie kaltes Waſſer, im Falle ſie erhitzet ſind, ſaufen laſſen. Bey den Lämmern muß man dießfalls außerordentlich vorſichtig ſeyn, indem dieſe augenblicklich unheilbar verdorben ſind; man muß ſie daher auch nie kaltes Brunnwaſſer, ſondern entwe⸗ der temperirtes Flußwaſſer, oder in Gränden durch die Sonne etwas erwärmten Waſſer, ſaufen laſſen. Drey und zwanzigſtes Capitel. Das Salzlecken. §. 280. Der Inſtinkt treibt alle vierfüßige Thiere zum Salzlecken an, unter allen aber ſcheint nach dem Zie⸗ gengeſchlecht, das Schaf die vorzüglichſte Neigung für das Salz, zu gewiſſen Zeiten, zu äußern. Dieſen Inſtinkt muſon indis ul Thtn ſant ranigan des in 80 Arzu in ſäe auf E. alles 1a fteſe D Gedä ne könne de ſhaffgt zen zn in d wodiß das a leichtg hält; men/ den d enden elhaft nien, fäͤhr⸗ n. den, Falle muß dem 175 muß man auf eine kluge Art zu befriedigen trachten, indem die Schafe nicht jederzeit ſalzhungerig ſind. §. 281. Am wenigſten aber muß man die Natur dieſer Thiere an das Salzfreſſen gewöhnen, indem die heil⸗ ſamen Wirkungen desſelben, ſobald ſich die Natur da⸗ ran gewöhnt, verloren gehen, und die hohen Preiſe desſelben eine ſolche Verſchwendung mißbilligen. §. 282. Das Salz muß daher in der Regel dem Schafe als Arzney und nicht als ein Nahrungsmittel, folglich nicht in ſo großer Menge, daß es nach Belieben, ſo viel es auf ein Mahl will, freſſen kann, gegeben werden, indem alles übermaß ſchädlich iſt, und durch zu vieles Salz— freſſen, Schärfe des Blutes und ein überreitz in den Gedärmen, auch heftige bösartige Durchfälle entſtehen können. §. 283. Das Salz hat mediziniſch betrachtet, die Eigen⸗ ſchaft, die Freßluſt und den Durſt der Schafe zu rei⸗ tzen, den Zufluß des Speichels ſowohl im Munde als in den Gedärmen zu vermehren und hervorzulocken, wodurch die Miſchung desſelben mit der Nahrung durch das Kauen bewerkſtelliget wird; das Thier aber deſto leichter verdauet, und dadurch eine größere Freßluſt er⸗ hält; ferner den Magen und die Eingeweide zu erwär⸗ men, und das Fettanſetzen mehr zu beſchleunigen; end⸗ lich durch ſeine auflöſende Kraft einen milden Reitz auf den Darmcanal und Urin zu veranlaſſen, und dadurch ———— “. —. 2* ““ 176 den Körper von ſchädlichen Feuchtigkeiten und Anſto⸗ pfungen zu befreyen. §. 284. Nach dieſen Anſichten iſt das Salzlecken bey mei⸗ nen Merinos zu Thereſienfeld eingerichtet, und ſie er⸗ halten in der Regel jeden zweyten Tag, ein ausgewach⸗ ſenes Thier Loth, und ein Jährling die Hälfte die⸗ ſer Quantität mit etwas Kleyen vermiſcht, in die Sazl⸗ grände eingeſtreut, und befinden ſich ſehr wohl bey die⸗ ſem Ausſatz, pr. Haupt jährlich 1 Pf. 28 Lth. Kleyen werden deßwegen unter das Salz gemengt, damit ſich ſolches gleicher und geſchwinder einſtreuen läßt, und keine Veruntreuungen damit geſchehen können 3§. 285. Aufmerkſame Beobachter wollen eine ſchädliche Wirkung auf die Wolle von der zu ſtarken Salzfüt⸗ terung beobachtet, und gefunden haben, daß weil das Vieh dadurch gerne fett wird, der Nery der Wolle dadurch verliert. Bey weicher Fütterung, z. B. Wur⸗ zelgewächſen iſt dieſes ſicher der Fall, und da zu hãufi⸗ ge Salzfütterung auflöſet; ſo läßt ſich aus der Analo⸗ gie dieſe Angabe rechtfertigen. §. 286. Man pflegt den Schafen nicht ſehr gerne das Steinſalz in ganzen Steinen darzubietben, weil ſie ſich an den großen Stücken die Zähne vernichten, und ge⸗ wöhnlich einige Jahre früher dadurch unbrauchbar wer⸗ den, ſondern man zerreibt ſolches auf Steinen und gibt es ihnen in Gränden vor. In Ermangelung des Stein⸗ dliche afüt⸗ al das Wolle Pur⸗ häuſ⸗ Analo⸗ erne das ilſi ſch und ge⸗ bar wel⸗ und göt 2 Q 3 Strin⸗ 177 ſalzes bedient man ſich des Koch⸗ oder Kehrſalzes, wel⸗ ches letztere ſeiner Wohlfeilheit wegen den Vorzug verdient. §. 287. Nach Maßgabe der Umſtände pflegt man unter das Salz, Theils als Vorbeugungsmitteln wieder Krank⸗ heiten, Theils als Medicin, allerley Ingredienzien bey⸗ zumiſchen: z. B. zur Stärkung getrocknetes Wermuth⸗ kraut, Raute, Bitterklee, Enzian, Knoblauch, Wach⸗ holderbeeren, geſtoſſene Roßkaſtanien dc. Zur Auflöſung Schwefel, Saliter, Glauberſalz dc. Vier und zwanzigſtes Capitel. Von der Nahrung der Schafe. §. 288. Die Nahrung hat bloß auf die vollſtändige Aus⸗ bildung des Körpers und der Wolle Bezug, das übrige wird durch die Zeugung begründet; und wenn die äu⸗ ßern Umſtände, in Übereinſtimmung mit den Innern ſind, ſo kann der Erfolg erſt vollſtändig ſeyn. §. 289. Eine Hauptregel bleibt es ein für alle Mahl, die Fütterung im Ganzen immer ſo einzurichten, daß das ganze Jahr die Quantität gleich bleibe, und wenn es die Umſtände zuweilen nothwendig machen: daß man den Abgang der Quantität, durch Qualität nachhaltend erſetzt. §. 290. Das Verhältniß, worin die Menge der Winter⸗ M 178 nahrung für eine beſtimmte Zahl von Schafen beſtehet, beſtimmet das wärmere oder kältere Klima einer Ge⸗ gend, und man muß ſich in unſerem Klima gewöhnlich mit einem Winterfutterbedarf für 130 Tage decken. §. 291. Alle weiche Fütterung iſt bloß für Fleiſchſchafe und höchſtens in der Lammzeit für feinwollige Schafe, in der Regel zu verwenden. Hierher gehören Erdäpfel, Rüben, Kraut ꝛc. Ohlkuchentrank, Branntweinſpielicht, welches letztere, wenn es ſauer wird, einen ſehr nach⸗ theiligen Einfluß auf die Milch gewährt. §. 292. Manche rechnen täglich 3 ½ Pf. trockenes Futter, zur Hälfte Heu und zur Hälfte Stroh, andere hingegen 2 Pf. Heu und eben ſo viel Futterſtroh zur Winternahrung auf ein Schaf. Es kommt hierbey auf die Race an, und wie viel die Merinos bedürfen, habe ich ſchon frü⸗ her angeführt. §. 293. In welchem Verhältniß die Körnergattungen bey eintretenden Fällen, mit Stroh ſtatt Heu gefüttert werden koͤnnen, iſt in der Productions⸗ und Nahrungs⸗ verhältniß⸗ Tabelle deutlich auseinander geſetzt. — hr 9 121 179 3 1 Fuͤnf und zwanzigſtes Capitel. b ich Maſt⸗und Schafweide; auch der Vergleichung n. V wegen etwas über Rindviehzucht, Fleiſchpro⸗ duction, Merinos⸗Maſtung, und andere ein⸗ und geſtreute Gegenſtände. e, in§. 294- pfil, Man kann die Weide a) in Holzweide, b) Brach⸗ eicht, und Stoppelweide, c) Vor⸗ und Nachhut auf den nach⸗ V Wieſen, d) die Behütung der Winterſaat, e) in Fett⸗ V weiden, und f) in trockene Angerweiden eintheilen. I§. 295. ter, V a) Die Holzweiden ſind nach Beſchaffenheit ihrer La⸗ b hgen„ ge und des Bodens, des dichtern oder dünnern tung Standes des Holzes, ſehr verſchieden, und quali⸗ an, 1 ficiren ſich nach dieſen Umſtänden für Hornvieh frü⸗ V oder Schafzucht. Eine trockene von Bäumen we⸗ V nig überladene Holzweide, wo es keine Sümpfe V oder moräſtige Orter gibt, iſt für Schafe ſehr ge— en bey eignet, je mehr ſie aber von Bäumen beſchattet fütun V wird, deſto gröber und nahrungsloſer iſt das V ung Gras, folglich für den Zweck der Schafzucht nicht . entſprechend. b) Bey vielen Wirthſchaften macht die Brachweide die Hauptnahrung für die Schafzucht aus, und 1 es iſt nicht zu läugnen, daß, ſo lange das Vieh Nahrung darin findet, ihm dieſe Weide gewöhn⸗ lich ſehr gut anſchlägt. Dieſes iſt aber nur ſo lan⸗ ge der Fall, als die Brache nicht aufgeackert M 2 wird.— Nach dem Schnitt fängt die Stoppel⸗ weide an, die nach Beſchaffenheit ihrer Lage und des Bodens oft ſehr ausgiebig iſt; zuweilen aber aauch nur eine ſehr kärgliche Nahrung liefert. 0) Die Wieſenweide iſt mehr für Fett⸗ und Fleiſch⸗ Schafe, als für veredelte Zuchtſchafe geeignet. Sie liefert immer nur eine weiche Nahrung, und hinterläßt oft den Keim zur Fäule. Daher iſt ſie bloß in der Regel für Fettſchafe, und das Rind⸗ vieh zu verwenden. d) Die Saatweiden ſind bey günſtiger Witterung von größter Wichtigkeit für die Schafzucht, und es können viele hundert Centner Futter bey einem trockenen Froſt in dem Falle, daß der Erdboden von Schnee entblößt iſt, zum Nutzen des Viehes erſparet werden, wenn die Saatfelder mit einer raftvollen Saat reichlich überwachſen ſind, und dadurch bey trockenem Froſte die Weide ganz un⸗ ſchädlich wird.— n Man muß die Schafe nur nach und nach an die⸗ ſe Weide gewöhnen, und anfänglich ſehr vorſichtig ſeyn, weil ſie oft ſehr üppig iſt, und dieſe Thiere derley friſche Nahrung mit äußerſter Begierde verzehren. Koliken und Blutſchläge ſind daher öfters die Folgen des unvor⸗ ſichtigen Behütens von derley Saaten. Nüchtern ſoll dieſes in der Regel nie geſchehen. Für alle Claſſen von Schafen ſind die Saatweiden, mit Sachkenntniß be⸗ hütet ſehr gedeihlich, und die Mutterſchafe erzeugen ſehr viele Milch davon. ——— — 181 Sui Die Lämmer nehmen ſichtbar zu, ſobald ihre „ Mütter die Saaten beſuchen können. 8) Die Fettweiden ſind ausſchließlich für die Rind⸗ jefert viehzucht und Maſtſchafe geeignet. Ihre Lage iſt V ud Faſh. V gewöhnlich in Niederungen, oder in Quellgrün⸗ e gegnt. den, in Thälern und Schluchten, zwiſchen Bergen tung, un V und Anhöhen, wohin es gefährlich ſeyn würde mit aſeritſt Zuchtſchafen zu hüten. d RSd. f) Die trockene geſunde Angerweide, leſogdars an Hügeln, Bergen und freyen trockenen Ebenen, Witterun V iſt das Element für die feinwolligen Schafe. Sie ict, und liefert gewöhnlich nicht Fraß genug für das Horn⸗ bepein V vieh, und kann auch ſehr oft wegen ſeichter Acker⸗ gnhen) krumen, und Stöck und Felſen, nicht anders Neeh V benutzet werden. Durch eine Beſatzung von woll⸗ it enre V reichem Vieh kann man oft derley Weiden, wie dend, und V ich weiter unten zeigen werde, zu einem ſehr ho⸗ lgngu V hen Ertrag bringen. V§. 296. an Es iſt die Sache eines einſichtsvollen, klugen und Vüig V thätigen Beamten, bey Wirthſchaften, welche ſich ſo 4 fit V mannigfaltiger Weiden zu erfreuen haben, eine ſolche hann Eintheilung damit zu machen, daß nach Zeit und Um⸗ 1. kunn ſtänden der größtmöglichſte Nutzen, zum Vortheil der haunn Renten, daraus gezogen werden kann; und daß man änm ſich i in derley Wirthſchaftsverhältniſſen nicht, von ſeinen 23 Untergebenen abhängig macht. wttnß d . 297. d Vor allem iſt eine zweckmäßige Vertheilung der 7 18²2 Weiden für die verſchiedenen Claſſen von Heerden, nach ihrer Natur und Eigenſchaft erforderlich. In der Regel erhalten die Lämmer und Sprungwidder die beſte Wei⸗ de; die nächſt beſte die Mutterſchafe und Jährlinge; die dritte die Widder, welche nicht zur eigenen Zucht verwendet werden; die vierte nicht ſo weit entlegene das Brackvieh, und die Schöpſen die entfernteſten und fetteſten Weiden. In ſolchen glücklichen Verbältniſſen, von mannig⸗ faltig verſchiedenen Weiden, und ausgedehnten Revie⸗ ren, findet der Sachkundige ein unermeßliches Feld, große Vortheile zu genießen, in ſo fern es ihm nicht an Willen, und den Mitteln für das erforderliche Be⸗ triebcapital mangelt. Ich will hier nicht von Koppeln oder Ackerſchlägen, die in der Koppel⸗Schlag⸗ oder Wechſel⸗ und Weide⸗ Wirthſchaft zu Graſe niedergelegt werden, reden; ſon⸗ dern nur von ſolchen Weiden, die ihrer Lage nach nicht unter den Pflug gebracht werden, und unter dem allgemeinen Nahmen, wilde Weiden begriffen ſind. §. 298. Die wahre Ökonomie liegt darin: von der ge⸗ ringſten Quantität in allen Stücken, den größten Nu⸗ tzen nachhaltend zu erzielen. Wer demnach von 500 Schafen, Kühen, Maſtochſen dc. das nähmliche ge⸗ winnt, was ein anderer von 2000— hat das nähmli⸗ che Verdienſt, als jener, der von 500 Joch ſo viel rentirt, als ein anderer von 2000. Dieſer Satz gelte 183 als Einleitung für das, was ich über Maſt⸗ und Schaf⸗ weiden ſagen will. Ländereyen dieſer Art laſſen ſich auf mancherle Weiſe nach Beſchaffenheit der Umſtände nütlich be⸗ wirthſchaften, und oft mit ſehr großem Vortheil. Sie ſind eben ſo wie die Wieſen eine Quelle des Düngers für die Ackerfelder, und verdienen weit mehr Achtung und Aufmerkſamkeit, als man bisher geneigt geweſen iſt, auf dieſelbe zu verwenden. Es herrſcht ein allgemeines Vorurtheil wider derley Weiden; und die Klagen, welche man oft darüber führt, ſtehen nicht ſelten in großem Widerſpruche mit den örtlichen Ver⸗ hältniſſen, dem Nutzen des Eigenthümers und des Staats. §. 299 · So ſchädlich eine unproportionirte Menge Weide⸗ land bey jeder Wirthſchaft und Gemeinde iſt, ſo nütz⸗ lich, ja oft unentbehrlich iſt es in vielen, ja in den meiſten Fällen. Die nützliche Koppel⸗Schlag⸗oder Wech⸗ ſelwirthſchaft, nimmt ſie in ihre Koppeln oder Acker⸗ ſchläge auf, und bey der Schafzucht, ja auch bey der Hornviehzucht im Großen, können wir ſolche in vielen Fällen noch gar nicht entbehren. Mit Sachkenntniß und Energie angegriffen, liefern ſie durch die Fleiſchpro⸗ duction, ohne anderer nützlichen Erzeugniſſe hier zu gedenken, oft weit mehr concentrirte Nahrung im jähr⸗ lichen Durchſchnitt in die Wage, als manche eben ſo große Korn⸗, Weitzen⸗, Gerſte⸗ und Haferfelder. Es gibt viele Fälle, wo der Landwirth bey dem unerſchwing⸗ 184 lich theuern Lohn des Geſindes und der Tagwerker, und den zu bekämpfenden Schwierigkeiten, erſteres auf ei⸗ ne ſtete Art zu bekommen und zu erhalten, mit Scha⸗ den ſeine Felder beſtellt; wogegen er durch die Vieh⸗ zucht wenigſtens doch ſo lange etwas aus ſeinen Lände⸗ reyen vom Graſe gewinnt, bis andere Umſtände dieſe Kriſis ändern werden. Überdieß fühlen wir das Bedürf⸗ niß, unſern Viehſtand für unſere Acker des Düngers wegen zu vermehren; auch ſteigen die Preiſe desſelben, und des Fleiſches mit jedem Tage mehr; und die Er⸗ fahrung lehrt uns, daß es allezeit beſſer iſt, etwas zu viele, als zu knappe Weide für dasſelbe zu beſitzen. §. 300. Dieſe Weiden müſſen aber von Zeit zu Zeit in Verlauf von einigen Jahren, wo es möglich iſt, re⸗ gelmäßig in Cultur geſetzt werden; nähmlich entweder in Wechſelcultur mit andern Feldern, oder wo dieſes nicht ausführbar iſt, durch künſtliche Behandlung; nähmlich durch fleißiges Eggen, durch Kalk⸗ oder Gips⸗ beſtreuungen, ausgelaugte Aſche, kurzem Compoſt oder andern kurzen Dünger, Hürdenſchlag dc., welches, wenn alles gepulvert iſt, mit einer Buſchegge überzo⸗ gen und gewalzt wird— indem die Weiden eines Theils, um ihrer Erſchöpfung zuvor zu kommen, hierdurch eben ſowohl einen hinlänglichen Erſatz für die entzogenen Weidegräſer erhalten müſſen, als es auf der andern Seite entſchieden iſt, daß die Beſchaffenheit des Bo⸗ dens und ſeiner Producte, den bedeutendſten Einfluß auf die Geſchöpfe habe, die ihre Nahrung daraus ziehen. — ☛—,—— — —== ——— 185 und V 4 610. 301. fi⸗ 2 Man würde ſich daher z. B. in Bezug auf die Söch⸗ Rindviehzucht, um das Landvieh zu veredeln, vergeb⸗ Vich⸗ lich bemühen, ausländiſche Rindviehracen bey uns all⸗ ande⸗ gemein einführen zu wollen, wenn die Umſtände der dieſe Gegend, die Weide und das Klima nicht entſprechend V edürf⸗ dafür ſind. Eine dieſen Umſtänden ganz angemeſſene ingers Race, vorzüglich aber der Weidegrund— und bey ſelben, Stallfütterung die höhere oder niederere Lage der Grün⸗ ie Er⸗ b de, worauf die Conſumtilien erzeugt werden— ſind das zu die eigentliche Baſis, wovon der glückliche Erfolg der en. Viehzucht, nebſt übriger zweckmäßiger Behandlung⸗ vorzüglich abhängt. Dieſes gegebene Beyſpiel von der eit in„ Rindviehzucht erſtreckt ſich auch auf Schafe und alles „ re⸗ übrige Nutzvieh.— veder§. 302. disſes Wir wiſſen, daß jeder Boden ein Vieh von ei⸗ lung; nem gewiſſen Schlag und von einer der Localität ent⸗ Gixi⸗ ſprechenden Größe— die zwar durch gute Pflege oder gſtoder ſchlechte Behandlung vergrößert und verkleinert werden elih, kann— hervorbringt. Wir wiſſen auch, daß, wenn übery⸗ man größeres Vieh— Pferde, Kühe, Schafe ꝛc. in ei⸗ Thelb, ne Gegend bringt, in welcher es das erforderliche Fut⸗ ach cen ter, mit vollem Biß ſich zu ſättigen nicht findet, die⸗ ogenen ſes dann ausartet, und minder einträglich wird, weil andem Größe des Viehes und des Futters im Mißverhältniſſe das Be⸗ ſtehen. Das Gegentheil findet aber Statt, wenn man „Einfuß eine kleine Art Vieh in ſolche Verhältniſſe transplan⸗ öihe tirt, wo Überfluß an weicher Nahrung iſt. Die Abkunft 186 wird in dieſem Falle beſtändig an Größe nach und nach zunehmen, bis ſie zu der Stärke gelangt, welche mit der Nahrung im Verhältniſſe ſtehet. Eben ſo würde man gegen die Grundſätze der Na⸗ tur handeln, wenn man mit einem großen, ſchweren, ausländiſchen Rindviehſchlag, oder mit den großen fläm⸗ miſchen Schafen, in magern Gegenden unſer dem Grund und Boden angemeſſenes kleines Vieh vergrößern woll⸗ te, man würde hier nie ſeinen Zweck vollſtändig errei⸗ chen, und das Vieh würde ewig ein Beſtreben zeigen, in ſeine kleine urſprüngliche Race zurück zu arten.— Wenn man daher das überall einheimiſche Landvieh mit der Weide, und die Weide mit dem Boden vergleicht⸗ ſo findet man aller Orten eine gleiche wirkende Urſa⸗ che. Magerer Boden bringt magere Weide, dieſe klei⸗ neres Vieh hervor, und ſo kann man aus dem Boden das Vieh beurtheilen, das dafür entſprechend iſt.— Der Okonom muß dieſe Winke der Natur zu beherzi⸗ gen wiſſen, und nie wider ſolche Fundamentalprinci⸗ pien bey der Viehzucht handeln; daher auf den fetteſten Alpen⸗ Weiden und niedern Gegenden das größte Rind⸗ vieh, Maſthammel und Schafe von größtem Schlage— auf mindern fetten und trockenen Localitäten kleineres Rindvieh und Schafe— vom Mittelſchlag, und auf trockenen Gebirgen, Anhöhen und freyen magern Ge⸗ genden, die kleinſten Viehracen erwählen. §. 303. Man muß vorzüglich Rückſicht auf ſolches Vieh nehmen, das in Hinſicht des erforderlichen Futters ſich Jrund woll⸗ ertei⸗ eigen, en.— eh mit eicht, zehetz⸗ lorinä⸗ etteſten e Nind⸗ lage— leineres and au arn Ge⸗ hes— dieh ter ich 187 nicht nur leicht erhalten läßt, ſondern auch in entlege⸗ neren, und minder fruchtbaren Gegenden leicht durch⸗ zubringen iſt, und dennoch den Grund und Boden beſ⸗ ſer, als jede andere Gattung verzinſet. Denn es iſt eine längſt bekannte Thatſache, daß einige Thiere ſich bey magerer Weide ſo gut befinden, als andere bey der üppigſten. Hierher ſind in Abſicht auf die Schafe vor⸗ züglich die Merinos zu zählen. Es gibt Racen, die vor andern fähig ſind, dasjenige Futter, was die Thiere mehr, als zu ihrer Lebenserhaltung bedürfen, bald ſtärker in Fette, bald ſtärker in Wolle, Milch dc. ab⸗ zuſetzen, bald unbenutzt durch die verſchiedenen Aus⸗ leerungswege, auszuwerfen.— §. 304. Manche Weide iſt für Mittelvieh eine vortreffli⸗ che Fettweide, kann aber kein ſchweres Vieh vollſtän⸗ dig mäſten. Der Regel nach ſoll man alſo in niedere Fettweide das größte Rindvieh und Fettſchafe vom größ— ten Schlag, anwenden; indem es ſich hier am vorzüg⸗ lichſten rentirt; wo hingegen trockene, und minder er⸗ giebige Weiden und Ackergründe ſind, da muß die Grö⸗ ße der zu unterhaltenden Viehracen im Verhältniß mit der Natur und Phyſiognomie der Gegend ſtehen; ſie müſſen in der Regel eher klein als groß ſeyn, indem ſich ſolches Vieh jederzeit beſſer artet, und es beſſer iſt, dasſelbe in eine Lage zu verſetzen, wo es auf- ſtatt abnimmt. Kleines Vieh— ich verſtehe darunter kein verkrüppeltes— iſt insgemein viel härter, und früher brauchbar als großes; welches Eigenſchaften von Wich⸗ 188 tigkeit ſind, und worauf bey der Zucht und Pflege Rück⸗ ſicht genommen werden ſollte. Es faßt leichter Fleiſch und Kern, liefert für das genoſſene Futter verhältniß⸗ mäßig viel mehr Fett, auch weit beſſern Dünger, und verbeſſert ſich zu dem Grade der Vollkommenheit, den der Wechſel ſeiner Lage möglich macht; wogegen ein großes Stück Vieh, wenn ſolches von guten in ſchlech⸗ tere Verhältniſſe kommt, von Jahr zu Jahr ſchlechter wird, und nie ſein genoſſenes Futter im Verhältniß ſo gut auszahlt. §. 305. Die ſaftreichen und fetten Pflanzen, welche die Schafe auf Fettweiden freſſen, und die trockenen und gewürzhaften Gewächſe, mit welchen ſie ſich in erha⸗ benen Weiden nähren, erzeugen zweyerley ganz ver⸗ ſchiedenes Fett. Letztere geben ein geſundes hartes Fett, welches bey den Schafen an dem Bauchfell, dem Ge⸗ kröſe und in der Nachbarſchaft der Nieren ſich anlegt; dahingegen die Nahrung, welche von weichen Gräſern und Pflanzen kommt, das öhlichte aufgelöste Fett ma⸗ chen, welches ſich auf dem Kreutze, dem Hintern, und dem Schwanze, vorzüglich anſetzet. Dieſe Maſſe des Fettes iſt aber den Zuchtſchafen höchſt nachtheilig, wo⸗ gegen erſtere, wie ich aus vielen Verſuchen darthun kann,— indem ich ſchon original ſpaniſche Widder auf 120— 125⸗ und ſolche Mutterſchafe auf 90— 95 Pf. mit Inbegriff der Wolle mäſtete, und nach und nach durch ſtärkere Bewegung und mindern Fraß allmählich wieder abmagern ließ— keine nachtheilige Wirkung +₰ da glec⸗ ſlehtet iltniß he die n und erha⸗ ver⸗ Fett, n Ge⸗ anlegt; Räſern jettma⸗ en, und aſſe des ig, wo⸗ darthun ader auf „ 95 g. und nah limählich Wirkung * davon empfunden, auch ſich nach wie vor wieder be⸗ gattet haben. §. 306. Diejenigen Ländereyen, welche reichliche Nah⸗ rung, und viele wäſſerichte Pflanzen haben, taugen vorzüglich für das Rindvieh; auch Schöpſen zu mäſten, und groͤßere Schafracen, und ſind die einzigen, wo man mit Erfolg ſehr lange aber nervloſe Wolle wird er⸗ ziehen können. Ich ſtimme daher den Engländern bey, wenn ſie behaupten, daß auf trockenem Boden die fein⸗ ſte, und auf fetten ſehr ergiebigen Weiden, grobe, lange, und unkernhafte Wolle erzeugt werde. In den hohen Gebirgsweiden genießt das Vieh nicht nur eine reine Luft, und deßhalb auch beſſere und nahrhaftere Pflanzen, die kohlenſtoffhaltiger, folg⸗ lich ſpeciſiſch ſchwerer, als jene ſind; ſondern ſie leiden auch daſelbſt weniger durch Abwechſelung des Druckes der Luft, als in niedriger gelegenen Gegenden. Die Gebirgsluft gibt der Fiber mehr Stärke und Spannkraft; das Thier wird feſter, das Fleiſch wohlſchmeckender, indem die etwas ſchwerer verdaulichen harten Gräſer zwar langſam das Volum vergrößern, aber dafür mehr Solidität geben, weil der Zuſatz viel mehr an die fe⸗ ſten, als an die weichen Theile geſchieht.— Die Wolle der Schafe wird in dieſen Umſtänden elaſtiſcher und ker⸗ nigter, und es gibt freye und flache trockene Gegenden, wie z. B. in Thereſienfeld, wo die Natur eine ganz ähnliche Wirkung hervorbringt. 189 19⁰ §. 307. Bloß mit gehöriger Rückſicht auf die eben ange⸗ führten Wirkungen, kann man auf eine dauerhafte Weiſe, und mit glücklichem Erfolge, die Race einer andern Gegend aus dem einheimiſchen Mutterſtamm hervorbringen, wenn man nur das männliche Geſchlecht von der neu zu erzeugenden Race, in der vollſtändigſten Reinheit ſeiner Art erlanget, und die Blendlinge der⸗ ſelben immerfort mit dieſem Blute beſchwängert. Aber auf Größe und Stärke der Thierarten hat die Nahrung und Weide, beſonders in der Wachsthumsperiode, je⸗ derzeit den weſentlichſten Einfluß; wiewohl der Keim dadurch nie unterdrückt wird, in veränderten Umſtän⸗ den zur urſprünglichen Größe und Stärke wieder zu ge⸗ langen, in ſo fern die Race rein bleibt. Die Veredlung wird von innen, von Seiten der Zeugung begründet, und die äußern Bedingungen, in Übereinſtimmung mit den innern, geben den gehörigen Ausſchlag. §. 308. Zu den verſchiedenen Zwecken— ſey es Fett, Fleiſch, Wolle— iſt diejenige Race Vieh, unſtreitig die nützlichſte, welche die möglichſt kleinſte Quantität vegetabiliſcher Nahrung in die möglichſt größte Quan⸗ tität thieriſcher Producte, verwandelt. Solche Racen haben Einfluß, daß die Producte nach und nach einen mindern Werth gewinnen, ſo wie auch auf den Werth des Bodens. Hierzu iſt aber allerdings Kenntniß aller ihrer Eigenſchaften erforderlich; indem eine Race ne⸗ ben mehreren guten Qualitäten auch ſolche beſitzen kann, die t ſeni tieit can aum daßit man könm. gem C Huni denga Hon Artbeije nebſt er hüte 5 landht und iin Mit an 8 mche Pach ze Hüte n Sahzen 8St 9 12 h9 191 die mit unſern Abſichten im Widerſpruche ſtehen. Die⸗ „ ſem und dem Umſtande, daß gewöhnlich nicht gehö⸗ M 4 rige Rückſicht genommen wird auf die Natur des Lo⸗ k cals, wohin eine Race überſiedelt wird, ſo wie auch auf zweckmäßige Pflege, ſchreibe ich die Schuld zu, aet daß die Rindviehzucht in den k. k. Staaten im Allge⸗ en meinen, noch keine ſo große Fortſchritte hat machen — können, wie ſolches die Schafzucht doch zu gleicher Zeit t. Err gethan hat. —§. 3o9. dode, E Die Weiden werden gewöhnlich in Maſt⸗ und t Kamn Hutweiden eingetheilt. Auf die fetten, oder Maſtwei⸗ Imfn⸗ den pflegt man das zur Maſt beſtimmte Hornvieh und 1 1 Hammel, bey den Gemeinweiden aber gewöhnlich das pedlung Arbeitsvieh, und auf den magern erhabenen Weiden, irdtt, nebſt den Brach⸗ und Stoppel⸗Feldern, die Schafe zu nmun- hüten.. * Es iſt praktiſch, daß man auf ein Joch Weide⸗ land nach Maßgabe der Qualität 6— 10 Schöpſen hes Fett und darüber ausmäſten kann; ich nehme auf einem rftnt. Mittelboden die Mittelzahl an, nähmlich 8 Stücke.— Pumitit 8 magereSchöpſen koſten das St. zu 4 fl. 532 fl. te Dun Pachtzins fuͤr 1 Joch Weideland,. 2 ⸗ de dan Hüterlohn....... 6 ⸗ 5 Guds Salz für 2 Monath..... 1„ - 8 Stück Schöpſen werden verkauft zu 6öfl.. 48 fl. 4 84 12 Pfund Sommerwolle zu u fl.... 12 ⸗ 4 Ra K⸗ Summa 41 60 fl. den kerr- folglich verzinst ſich das Joch Weideland mit. 192 Das nähmliche und oft noch mehr kann eine zwey⸗ mähige Wieſe durch die Viehzucht ertragen, wenn man, um die Arbeitskoſten zu erſparen, das zweyte Gras als Maſtweide benutzen will. Es bedarf hier wohl keiner Erinnerung, daß obige Preiſe nach dem Maßſtabe einer ganzen Heerde von 200— 300 Stücken berech⸗ net ſind. §. 310. Fettweiden vom beſten Schlage, müſſen das Joch einen Ochſen und etliche Schafe zu mäſten vermögen, und falls, z. B. ein Ochs um 60— 7o fl. iſt erkauft worden, ſo kann man ein Joch ſolches Landes öfters über 100 fl., ohne den Dünger benutzen. §. 311. Man kauft nach Umſtänden gewöhnlich im Früh⸗ jahr, oder während dem Laufe des Sommers und des Herbſtes, in Ermangelung des eigenen Viehes, frem⸗ des, geſundes, ausgewachſenes, jedoch nicht zu altes Vieh. So ſind z. B. 2 vorzüglich aber 3 und Alährige Schöpſen die Beſten. Man hütet ſie während dem Lau⸗ fe des Sommers auf niedern, fetten Weiden, Halm⸗ äckern, eingeackert werdenden Kleefeldern, und ab⸗ gemähet werdenden Wieſen; man gibt um ihren Durſt und ihre Freßluſt zu reitzen, den Zufluß des Speichels ſowohl bey dem Wiederkauen im Munde, als in den Gedärmen zu vermehren, wodurch die Miſchung des⸗ ſelben mit der Nahrung, durch das Kauen bewerkſtel⸗ liget wird, das Thier aber deſto leichter verdauet, und dadurch eine größere Freßluſt erhält; ferner den Ma⸗ e weh⸗ anman, Atad ald l keiner Kaßſtabe berech⸗ as Joch mägen, erkauft tz öͤfters gaih und des ſtem⸗ azu oltes alhühtige wem Lau⸗ 8, Halm⸗ und ab⸗ en Dufſt Speicels z in den ung dei⸗ zewetſſtl auet, und den M⸗ V .* gen zu erwärmen und das Fettanſetzen zu beſchleuni⸗ gen— jedem Maſtſchaf täglich gegen 1 Loth Salz zu lecken, und ſucht, um ſie recht gefräſſig zu machen, ſo viel als möglich iſt, mit den Fettweiden zu wech⸗ ſeln; und durch die Reuheit des Reitzes auf die Abſon⸗ derungs⸗ Organe zu wirken. §. 312. Die Freßluſt mittelſt des Salzes zu heben iſt bey dem Maſtvieh, beſonders aber bey den Schafen um ſo nützlicher, weil ſie ihrer Natur nach, viele kohlenſtoff⸗ haltige Nahrung genießen ſollen, und je beſſer eine Speiſe gekaut wird, deſto inniger wird ſie mit Spei⸗ chel vermiſcht, um ſo vollkommener verdauet und aſſi⸗ milirt; welches daher die Geſundheit des Viehes erhal⸗ ten, folglich Krankheiten vorbeugen, und für die Ma⸗ ſtung zuträglich ſeyn muß. Dadurch, und durch eine milde Behandlung, durch Schutz wider die Sonnenhitze, durch öfteres re⸗ gelmäßiges Tränken, wenn das Vieh nicht erhitzt iſt, und ſehr langſames Hüten; werden die Schafe mit An⸗ fang des Herbſtes zum Gebrauch für die Conſumtion ſehr fett, und nach Maßgabe der Localität und der Quantität des Viehes, bleibt allezeit ein ſchöner Ge⸗ winnſt übrig. §. 313. Man kann derley Schafe auch im Winter auf Winterſaaten, dann mit Heu, Erbſen⸗ oder Wicken⸗ heu, Kohl, Erdäpfeln, Rüben und Salz, mäſten, N “. “ ““ , 194 um im März zu verkaufen, zu welcher Zeit ſie am mehreſten gelten. §. 514. Der Verkauf der Fettlämmer in der Nähe der großen Städte, in den Frühlingszeiten und noch frü⸗ her, bezahlt ſich beſonders gut aus. In dieſer Abſicht muß man die Mutterſchafe gleich nach der Schur auf kraftvollen Weiden huten und ſofort zur Paarung ſchrei⸗ ten. Um hinreichende Milch für derley Lämmer zu er⸗ halten, muß man die Schafmütter gut mit Salz, Erd⸗ äpfel, Rüben, Klee, und anderem Heu fuͤttern, und den Lämmern ſelbſt, ſobald ſie zu freſſen anfangen, viel Salz, gutes ſüͤßes Grumeth, Klee, Weitzenkleyen, und Gerſtenſchrot, wechſelsweiſe in kleinen Portionen füuttern; außerdem müſſen ſie alle 6— 8 Stunden in einem flachen Schaffel mit einem Trank von Gerſten⸗ mehl erquicket werden. Alle dieſe Erforderniſſe koſten nicht viel, jede eingerichtete Wirthſchaft erzeugt alles ſelbſt, und es iſt ein gewöhnlicher Fall, daß ein ſchönes Fettlamm um das neue Jahr mie 6— 3fl. bezahlt wird. Die Mütter derjenigen Lämmer, welche bereits ver⸗ kauft worden ſind, werden zu Säugerinnen für die noch vorhandenen verordnet, hierbey iſt zu bemerken, daß man bey dem Säugen die ſtrengſte Aufmerkſamkeit haben muß, daß die Milch in dem Euter bis zum letzten Tropfen ausgeſaugt wird; indem im Unterlaſ⸗ ſungsfalle die Mütter nicht allein Schaden leiden und früher vergelten, ſondern es ein außer Zweifel geſetz⸗ ter Erfahrungsſatz iſt, daß die zuerſt aus dem Euter am Jauf Otei⸗ hei⸗ S⸗ rrand mn, Urn, dren aain min⸗ I zen tgled 5 ndd rlind. ter⸗ 195 kommende Milch viel waſſerhaltiger, als die letztere iſt, und daß z. B. der letzte Löffel voll Milch aus dem Eu⸗ ter, 6— 7 Mahl mehr Fettheile beſitzt, als derjeni⸗ ge, welcher zuerſt iſt ausgeſauget worden. Dieſes nähm⸗ liche Bewandtniß hat es mit dem Kaälbetlängen der Kühe. §. 315. Bey den barbariſchen Schafen iſt das Fett ſo häu⸗ fig, daß es ſowohl das Kreutz, als die beyden Hinter⸗ theile, eben ſo wie den Schwanz bedeckt. Wenn dieſes Fett geſchmolzen iſt, nimmt es niemahls die Feſtigkeit von dem Talge unſerer Schafe an, ſondern bleibt viel⸗ mehr flüſſig, wie Ohl. Die Bewohner des Kaps pfle⸗ gen dieſes Fett mit einem Theil Nierenfett zu vermi⸗ ſchen, wovon es die Beſchaffenheit und den Geſchmack des beſten Schweinenſchmalzes, und zum Kochen die beſte Qualität annimmt, und ſtatt Nindſchmal And Butter verwendet wird. Dieſe Gattung von Schafen liebt fette Weiden, kommt in unſerm Klima vortrefflich fort, iſt aus an⸗ geführten Urſachen ſehr empfehlungswürdig, und ver⸗ dient für niedere Weiden um ſo mehr unſere ganze Auf⸗ merkſamkeit, weil ſie zugleich ein ſaftiges Fleiſch und eine den Paduaner Schafen ganz gleich kommende Wolle liefern. §. 316. Alle Vieharten laſſen ſich bey dem Leben ſehr gut auf einer Wage, die mit einer Einfaſſung auf den Sei⸗ ten, nebſt einer Thüre verſehen iſt, wägen. Hierdurch N 2 196 erlangt man den Vortheil, den Werth von jeder Fut⸗ terart aus jedem Boden, welche das Vieh erhalten hat, mit dem Zuwachſe an Fleiſch zu vergleichen; die Zeit der Veränderung der Weide— die eigentlichen Koſten und den Werth des Viehes genau zu erheben, auch ei⸗ nen genau zurecht weiſenden Maßſtab zu haben, um belehrenden Nutzen daraus ſchöpfen zu können. Die bedeutenden Vortheile des Mäſtens hängen übrigens oft nicht allein von der Art des Viehes, und den mancherley dabey Bezug habenden Umſtänden ab, ſondern eben ſo ſehr auch von dem Fleiß, der Genauig⸗ keit und den richtigen Grundſätzen, womit man das Vieh behandelt. §. 317. Ein ſchöner und wichtiger Induſtriezweig der Vieh⸗ zucht, welcher gleich großen Nutzen für den Grundei⸗ genthümer, ſowohl in den entlegenſten Theilen der Mo⸗ narchie, als in den bevölkertſten derſelben hervorbrin⸗ gen kann, iſt die ſpaniſche Schafzucht. Gemäß vielfäl⸗ tig wiederhohlten Verſuchen und genauen Erfahrungen⸗ kann ein Joch Weideland vom Monath May bis Ende Octobers, und noch länger, nach Maßgabe der Qua⸗ lität 8— 16 Stücke ſpaniſche Schafe ſatt und voll⸗ ſtändig nähren. Ich nehme hier nur 10 Stücke an. Dieſe erzeugen im Sommerper St. 4 Pf. zuſammen 40 Pf. un⸗ gewaſchene Wolle; das Pfund nur zu 1 fl. 15 kr. WW. gerechnet, beträgt ohne Lämmernutzen per Joch 50 fl. Bruttoertrag. Wie viele nahe und entlegene Puſten und Wei⸗ olſt Em ebense ohnhe fir d rFut⸗ en hat, ſe Jeit Koſten uch ei⸗ n, um hängen 3, und den ab, nauig⸗ en das Vieh⸗ Undei⸗ etMa⸗ orbein⸗ vielfäl⸗ rungen⸗ bis Ende er Qua⸗ und rol⸗ an. Diſſe Opfeun⸗ kr. V. 3c 50 ſ und Wir⸗ 197 den gibt es nicht in Ungarn und Böhmen, wo Grund und Boden durch eine zweckmäßige Art von Vieh, und durch eine raffinirte Wirthſchafts⸗Einrichtung, ver⸗ hältnißmäßig das nähmliche eintragen könnten. Was würden der Ackerbau, die Fabriken, die Fleiſchproduc⸗ tion und der ganze Staat durch einen geſchickten Ge⸗ brauch von ſolchen Gründen für einen Nutzen ſchöpfen können. §. 318. Würde man aber die Hutweide in Ermangelung original ſpaniſcher Schafe mit folgenden Gattungen von Schafen beſetzen, ſo würde von einem Joch Landes von eben derſelben Weide ungefähr folgendes Erträgniß, ohne Lämmernutzung, Statt finden: für 8 Stück ſehr veredelte Schafe zu 3 Pf. Wollerträgniß zu 55 kr. 22 fl. für 6 ½ Stück gemeine Schafe zu 2 Pf. Wollerträgniß zu 27 kr... H fl. 51 kr. für 5 Paduaner Schafe zu 2 Pfund Wollerträgniß zu 36 kr... 6fl. Auf jedes Joch ordinaire Hutweide würde in Oſterreich, Böhmen und Mähren, beyläufig abzuſchla⸗ gen kommen: für Steuer und Gaben. 10 kr. Weidezins„. 1 fl. 50⸗ Deßgleichen an Hüterlohn auf— jedes Stück... 5 kr. Weder der gewonnen werdende vortreffliche Dün⸗ ger für die Fruchtbarmachung der Ackerfelder, noch 193 das Lamm, welches die Mutter inne hat, und das 54 von der Zeit ſeiner Entſtehung in dem Schooße der Mut⸗ 8 6 ter bis zur nahen Geburt auf der Weide genährt wird, 15 und welches eigentlich der importanteſte Profit bey der j. Schafzucht iſt— werden hier in Rechnung genommen. d §. 319. 4. Dieſe Sache verhält ſich aber nach Maßgabe der Localität folgendermaßen: 1 5 In ſchwerem Boden. 3 10 Mutter⸗Schafe eingekauft zu 10 fl.... 100 fl. Die Pacht.„.. 2 gi Hüterlonhn 868 ⸗ 1 Salz.. 4=* Pan Die Hälfte der Winternahruug hüſg 120 Pf. Heu per Stück 27 ⸗ Oc. 9 St. Lämmer verkauft zu bifl.... 5à fl. fun 9 St. Mutterſchafe, eins wird in Umſtand angenemmen. 90⸗ 1 25 Pf. ungewaſchene Som⸗ 5 merwolle zu 45 kr...... 18- 45 kr. 1 Summa 141 fl. 162 fl. 45 kr. 20 Proſitt 21 fl. 45 kr. 3 §. 320. Die ſchwerere Fettweide. V* 12 St. Kappen erkauft zu A fl. das Stück...„ 48 fl.— Pachtzins per Jaoech 2 ⸗ 50 ie d das Mut⸗ t widd, bey der mmen. abe der 1 — Hüterlohn. 3 fl. Saſz...... 1 30 kr. 11 Stück Kappen verkauft zu 6 fl......... 66 fl. 2 Pf. ungewaſchene Wolle zu 56 kr....(.... 7* 12 kr. Summa 5aà fl. 30 kr. 75 fl. 12 kr. Profit 18 fl. 4q2 kr. §. 32 1. Mittlerer Boden. 8 Stück Mutterſchafe er⸗ kauft zu ro fl... 8o fl. Pachtziuiun 1 5o kr. Hüterlohn.... 6 ⸗ Salzz 5 ⸗1o kr. für die Hälfte der Winter⸗ fütterung... 24 ⸗ 7 Stück Lämmer verkauft zu 6 fl. 4. 4 4 4 4 4 4. 4 42 fl. 7 Stück Mutterſchafe... 70 ⸗ 20 Pfund Sommerwolle zu 45 Erf.... 15 2 Summa I114fl. 40 kr. 127 fl. Profit 12 fl. 20 kr. §. 322. Leichter Boden. 5 St. Mutterſchafe erkauft zu 10 fl. 50 fl. 200 Pachtzins.. fl. Hüterlohn 3 ⸗ 45 kr. Salz. 2⸗ Für die Hälfte der Winter⸗ fütterung, 120 Pf. Heu das Stück.„.. 13 2 30 4 Stück Lämmer verkauft zu 6 flä... 4 Stück Mutterſchaf ver⸗ kauft zu 10 fl....... 45 ⸗ 122 Pf. Sommerwolle zu 45 k. 9 ⸗ 222 kr. 1 . 2 fl. 30 kr. Summa 7o fl. 18 kr. 31 ⸗ 22+ kr. Profit.. 11 fl. A kr. Hier iſt zu bemerken, a) daß der koſt bare Dün⸗ ger zur Compenſation der Streu nicht in Nechnung ge⸗ bracht worden iſt; b) daß der für die Mutterſchafe zu 2 fl. 30 kr. angerechnete Centner Heu, hier ſo theuer verrechnet, als er ſelten im Preiſe in den Städten iſt; c) daß endlich keine Zinſen für das Vorſchuß⸗Capital angerechnet ſind. H. 323. In den Jahren 1810, 1811, 1812, 1813, habe ich 100 Stück ſechsmonathliche geſchorene Merinos⸗Läm⸗ mer von beyderley Geſchlecht, welche im Durchſchnitt nüchtern 3280 Pf. ſchwer waren, auf 6 ½ Joch Wei⸗ deland vom Mittelboden verlegt, und ſolche in 4 Ein⸗ theilungen, wechſelsweiſe, in dem Laufe des Som⸗ mers bis zum December, darauf hüten laſſen.— Im wer ſich auf cem ſult lich Inl wich race Kenn ſch d niſchen ſenfe Iaht Dün⸗ ngge⸗ afe zu theuer ten iſt; Capital 3, habe 0z⸗Läm⸗ Pihſchnitt ch Wii⸗ i1 4 Gin⸗ 3 Som⸗ .— Im 201 Jahr 1813 konnte dieſes Vieh bis zum 12. Jänner 1814, ohne ein einziges Mahl im Stalle gefüttert zu werden, dieſe Weiden beziehen; und ſchwerlich würde ſich eine andere Schafrace ſo lange ohne Stallfutter, auf einer ähnlichen Weide erhalten haben.— Im De⸗ cember wurden ſie abermahls abgewogen, und das Re⸗ ſultat war im vierjährigen Durchſchnitt 5100 Pf.: folg⸗ lich hatte jedes Joch Weideland 265 Pf. Fleiſch mit Inbegriff der Wolle erzeugt, und das Durchſchnittsge⸗ wicht eines Merino⸗Jährlings betrug 51 Pf. Das Reſultat der Gewichtszunahme dieſer Schaf⸗ race iſt zu merkwürdig, um ſolches nicht zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Aus folgender Tabelle wird man ſich dahero überzeugen, wie viel jeder von den drey leo⸗ niſchen Merinos⸗Stämmen, die ich in meinen There⸗ ſienfelder⸗Schäfereyen cultivire, insbeſondere in einem Jahr zugenommen hat. Progreſſive⸗Gewichtszunahme der ſpaniſchen Merinos⸗ Lämmer von den Stämmen von Guadaloupe, Infantado und Negretti, von ihrer Geburt bis zur Schur, und von da bis zu ihr er Einwinterung. ——— Von ihrer Geburt bis zur Schur 20 428] E v2 D vC 71 yrgr anuuy uag bunaazuſua Nahmen der Staͤmme. der Schur am 1. July. aauuyO' uud avnaqa Q'1 ur äung 1 uur zanq*a2 2vvT unv jv e Ppf Von Guadalou pe — Infantado — Negretti 2 1 8 25.—““ 4 5“ 35 8 =SOIIII22G neckhhinen u* o uo gomutpg — 2 u1OA a oO 2a l 1 2. . u 32a8az Aun duvauvzuSs sdnoelvan m do u M L 82 203 §. 324. Bey einer andern Gelegenheit beſetzte ich eine ge⸗ ſchonte Weide mit magern aber veredelten Kappen, und dieſe Fettweide ward beſtimmt, im Durchſchnitt pr. Joch 16 Stück zu mäſten. Sie wurden in 4 Theile abge⸗ ſondert, ſo daß jeden ſechsten Tag nach dieſer Einthei⸗ lung ein anderer Theil behütet werden mußte. Das Durchſchnittsgewicht dieſer magern 3 und A jährigen Schöpſen war 52 Pf. Vor Ende July wurden ſie auf die Weide gethan, und mit Ende Septembers waren ſie vollkommen gemäſtet, und es entſielen 93 ½ Pf. Gewicht im Durchſchnitt auf jedes Haupt. Es hatte demnach 1 Joch Weideland an lebenden Gewicht 744 Pf. Fleiſch, Fett und Wolle producirt. Dieſe Fleiſch⸗ production hat bey veredelten Schafen von ſpaniſcher Abkunft gar nichts ungewöhnliches an ſich, und mag den Eiferern für die unbedingte Caſſirung der Hut⸗ weiden und ſolchen, welche die Fleiſchtheuerung der Veredelung der Schafzucht zugeſchrieben haben, zum Ve⸗ weiſe dienen, daß die Hutweiden, beſonders wie ſie mit einem durchdachten Wirthſchaftsplan im Verhält⸗ niß ſtehen, nützlich ſeyn können, wenn ein vernünftiger Gebrauch davon gemacht wird. §. 325. Erzeugt denn ein Joch Weideland eine gleiche Quantität Fleiſch von der Hornviehrace d Sind wir nicht mit unſern dermahligen Rindviehracen mit einer Aus⸗ beute, die noch weit von der Hälfte entfernt iſt, ſehr zufrieden? Man gewöhne und bemühe ſich, in dieſen 5 3 204 Stücken nach der Wage zu richten, und das Urtheil fällt ganz anders aus.— Die eingebildete aber bey uns nicht mehr exiſtirende Fleiſchtheuerung rührte bloß her: von den unzulänglichen Kenntniſſen unſerer Land⸗ wirthe, ſich einträglichere Hornviehracen zu creiren und vom Schlendrian, hauptſächlich aber von dem nicht hin⸗ länglich gewürdigten Werthe, der Producten dieſer Thiere, in Vergleich mit den koſtſpieligen und viel Zeitaufwand erforderlichen Erzeugungskoſten; von den langjährigen, meiſtens unglücklich geführten Kriegen, wodurch das Schlachtvieh den beiderſeitigen Armeen zu⸗ fließen mußte; von dem herabgeſunkenen Nennwerthe unſers Geldes, wodurch alle Erzeugniſſe im Werth ver⸗ hältnißmäßig ſteigen mußten; und endlich von der ſtei⸗ genden Population und der ungleich ſtärkeren Fleiſchkon⸗ ſumtion gegen die vorigen Zeiten. §. 326. Man ſagt— und einer ſagt es ohne zu prüfen, gewöhnlich dem andern nach— die Schafzucht habe in Ungarn die Rindviehzucht verdrängt, und dieſes ſey eine Haupturſache der Fleiſchtheuerung in unſern Staaten. Wenn aber je etwas irrig iſt behauptet wor⸗ den, ſo iſt es dieſer Satz. Es hat zwar allerdings man⸗ che Gutsbeſitzer nicht ſowohl in Ungarn, als auch in Böhmen, Mähren und Oſterreich gegeben, welche ei⸗ nen ſolchen Wechſel bey ihrer Okonomie vorgenommen haben; aber dieſe unbedeutende Kleinigkeit, im Ver⸗ gleich mit dem Ganzen, bewirkte keinen Unterſchied. Die Urſache findet man in Bezug auf Ungarn darin⸗ daß gand ung Wit aufff Man wüt verd das Geſi Gra dern aufma nißmas der hi dem ar und b) Vich füt jen und 3 ren? zen uf und g. wo es ſtatt terſch deln, Weeſe zu gen ttheil t ben ebloß Land⸗ en und ͤt hin⸗ dieſer id viel on den iegen, ben zu⸗ wwerthe ih ver⸗ ſtei⸗ ihkon⸗ zeüfen, it habe dieſes unſern det wor⸗ 3)8 man⸗ dauh in elce ii nommen im Ver⸗ gterſcicd 4 darin, 205 daß man in dieſem Lande mit der Viehzucht und der ganzen Okonomie, in den meiſten Geſpannſchaften noch unglaublich weit zurück iſt, welches zuweilen mit dem Wirthſchaftsbetrieb einzelner Güterbeſitzer, einen höchſt auffallenden Contraſt macht. Aber die Sünde iſt ein Mahl zur Gewohnheit geworden; der alte Schlendrian wüthet hier größten Theils noch fürchterlich; die Triſten verderben auf den Feldern und Stadelgärten, während das Vieh im Winter verhungert. Zwey Drittheile der Geſpannſchaften könnte man hier anführen, wo das Gras auf den unabſehbaren Viehweiden, Brach und an⸗ dern Feldern oft Schuh hoch wuchert, während der aufmerkſame Reiſende nur zeitweiſe einer unverhält⸗ nißmäßigen Zahl von Pferden, Schafen, Schweinen oder Hornvieh begegnet? Von was wollte man auch bey dem allgemeinen Zuſtande des Ackerbaues in Ungarn, und bey dem verwüſtenden Gebrauche, die Früchte mit Vieh auszutreten, wodurch das Stroh zur Fütterung für jedes Vieh ekelhaft wird— eine mit dem Grund und Boden im Verhältniß ſtehende Zahl Viehes ernäh⸗ ren? Man verwendet das koſtbare Futterſtroh von Wei⸗ zen und Kornſtroh ꝛc. lieber im Übermaß zur Streue, und gibt es als Stroh in einem vermorſten Zuſtande— wo es nicht verbrennt wird— wieder dem Acker zurück, ſtatt es durch eine vernünftige Manipulation und Fut⸗ terſchupfen zu einem zweckmäßigen Nutzen zu behan⸗ deln, und ſolchergeſtalt einen animaliſirten, mit dem Wieſen⸗ und Ackerbau im Verhältniß ſtehenden Dünger zu gewinnen. Wie viel Nutzvieh müßte wohl in Un⸗ 206 garn gehalten werden können, wenn man nach dieſen Grundſätzen handelte? Alſo nicht die nützliche, mehr Fleiſch und Talg als die Rindviehzucht erzeugende Schafzucht, ſondern Schlendrian und die Unwiſſenheit, von ſeinen Erzeugniſſen und Boden den vernünftigſten Gebrauch zu machen, iſt hier eine große mitwirkende Urſache der vermeinten Fleiſchtheuerung. §. 327. Wenn daher irgend ein Zweig der Landwirthſchaft der Aufmunterung werth iſt, ſo iſt es vorzüglich die Schafzucht; weil ſie zur Verbeſſerung des Landbaues durch ihren kraftvollen Dünger, und zu den Fortſchrit⸗ ten des Kunſtfleißes durch ihre ſeidenartige Wolle, ſowieles beyteägt. Wenn das Tuch, das eine Nation ver⸗ braucht oder verkauft von ihren eigenen Heerden ver⸗ fertigt wird, und wenn dabey die Schaf⸗ und Rindvieh⸗ zucht mit dem Ackerbau in ein ſolches Verhältniß ge⸗ ſetzt iſt, daß durch ein wohlberechnetes Quantum an Dünger, die Felder durch einen vernünftigen Frucht⸗ wechſel ununterbrochen das höchſte Erträgniß abwer⸗ fen müſſen: ſo iſt dieſes das gründlichſte Zeichen ihres ſoliden Wohlſtandes, Kraft, Reichthums und überfluſ⸗ ſes; das Zeichen von der vernünftigſten, tiefdurchdach⸗ teſten Staatswirthſchaft. Durch die Vermehrung der ſpaniſchen Schafzucht leidet die Production des Flei⸗ ſches, wie ich durch die evidenteſten Rechnungsauszüge bewieſen habe, nicht nur keineswegs, ſondern gewinnt vielmehr factiſch ſehr vieles dadurch. woll Flei und liche alten pflar diee hende das Nace alsdon wohlſch Fleiſch ih nicht ſondern keit des oder a kann- zeugt Hamm und ei Futterc che Gel ſen, ko figem dichten dieſer u deſſen „meht ugende ſenheit, ftigſten vickende kthſchaft glich de dbaues ttſchtit⸗ Woll, an ver⸗ an vet⸗ uvieh⸗ th R⸗ wum an 245ruät⸗ ann abwer⸗ an ihres a berftuſ ardhda⸗ ung det 1 glii auszüge 3 207 §. 328. Auch iſt es ſchon längſt erwieſen, daß das kurz⸗ wollige Schaf, dichtes, kernigteres, und ſaftreicheres Fleiſch gibt, das ſich durch auffallend größere Schwere und höhern Wohlgeſchmack auszeichnet, als die gewöhn⸗ lichen lang und grobwolligten Racen. Der Gebrauch die alten Schafe erſt dann zu verkaufen, wenn ſie zur Fort⸗ pflanzung nicht mehr taugen, muß nach und nach durch die Erreichung der mit dem Ackerbau in Verhältniß ſte⸗ henden completten Zahl dieſer Thiere, aufhören, und das Publicum wird in dem Verhältniß, als die echte Race der leoniſchen Merinos allgemeiner werden wird, alsdann auch beſſer gemäſtetes Vieh, auch geſünderes, wohlſchmeckenderes, zur Conſumtion beſſer geeignetes Fleiſch empfangen, und dieſes um ſo viel gewiſſer, da ich nicht allein während meinem Aufenthalt in Spanien, ſondern auch hier ſeit 11 Jahren, von der Vortreffklich⸗ keit des Fleiſches der Merinos, womit kein engliſches oder anderes Schaffleiſch einen Vergleich aushalten kann— aus eigenen alljährlichen Verſuchen mich über⸗ zeugt habe. Ein ausgewachſener Widder und derley Hammel kann durch die Maſt auf 110— 120 Pf. und ein Mutterſchaf auf 85— 95 Pf. mit geringem Futteraufwand gebracht werden. Alle diejenigen, wel⸗ che Gelegenheit hatten, ſolches Fleiſch bey mir zu ſpei⸗ ſen, konnten das ſchmackhafte, zarte, ſaftige mit häu⸗ figem Fett durchwachſene, kernigte Fleiſch von einer dichten Textur nicht genug bewundern das ſich aus dieſer Urſache beſſer, als grobes, loſes, faſeriges Fleiſch, 208 in der Folge verkaufen muß. Alle dieſe Vortheile bie⸗ thet uns eine ausländiſche Schafrace an, die die mei⸗. ſte und qualitätsmäßigſte Wolle für unſere Fabriken liefert; die für die ſehr geringe Maſſe des Futters, das ſie conſumirt, zugleich die allermeiſte und edelſte Wol⸗ le, und nach meinen Beobachtungen das meiſte Fleiſch ge⸗ gen jede andere Thierart abwirft, und die ſo abgehär⸗ tet iſt, daß ſie in unſerm Clima jeder Kälte und Hitze um ſo leichter widerſteht, indem ſie in dem verſchieden⸗ artigen Klima von Spanien, den größten Extremitä⸗ ten von Hitze und Kälte, wie ich mich allda überzeugt habe, Trotz zu biethen gewöhnt iſt. Dieſe Race beſitzt überdieß auch noch den Nutzen, ſehr leicht fett zu wer⸗ den; eine Eigenſchaft, welche ſie mit mehreren kurzfü⸗ ßigen Thieren, die einen kurzen Biß nehmen, theilt; auch daß man bey dem Gebrauch dieſes Fleiſches weit weniger Schmalz und Butter, ja häufig gar keinen wird zu gebrauchen nöthig haben, welche Beobachtung b man in meiner Haushaltung ſchon lange machte, und welche Wirkung das ſaftige, fette Fleiſch in ganz Eng⸗ land zur Sitte ſeit langer Zeit, hervorgebracht hat. §. 329. Es iſt eine Sache von großer Wichtigkeit bey allen Viehweiden, daß man ſolche nicht dem täglichen Fraß und Vertreten des Viehes Preiß gibt, wodurch das doppelte vertreten, und durch Urin und Dung ungenießbar gemacht wird, was das Vieh genießt. Wenn man daher die Weiden in ordentliche Schläge zum Behüten eintheilt, und dem Graswuchs eine Zwi⸗ e ie⸗ ma⸗ briken 3, das Val⸗ Sſhge⸗ vehät⸗ t hite zeden⸗ arniti⸗ Cizeugt aeſitt wer⸗ nfü⸗ ilt; aäveit manen datung ch und 29 Gag⸗ chat⸗ it ben azlicen durh 3 Dung eritßt. „ Sch lige ne wi⸗ 209 ſchenzeit gönnt, um ſich erhohlen zu können, ſo kann man verſichert ſeyn, daß man wenigſtens das doppelte Quantum an Vieh als gewöhnlich, darauf wird hal⸗ ten können. Nur erzeuge man denjenigen Hutweiden, die nicht in den Wechſel der Felder genommen werden können, entweder im Herbſt oder im Frühjahr die ge⸗ wiß ſich verzinſende Güte; ſie mit einer engen eiſer⸗ nen Egge über das Kreutz bearbeiten zu laſſen, wodurch die Beſtandſtoffe der Atmosphäre ſich durch die Reibung an der innern Erde leichter anhängen können, und ſo⸗ wohl dadurch als auch durch die Auflockerung des Bo⸗ dens und Mittheilung des verlornen Weidedüngers, der Graswuchs einen großen Vorſchub erhält, der Dürre kräftiger widerſtehet und keine Mooſe ſo leicht ein⸗ niſten läßt. §. 330. In ſo fern als daher die Producenten, die zah⸗ men Thiere als das Vehikel zu betrachten haben, ver⸗ mittelſt deſſen ſie ihr Gras und anderes Futter verkäuf⸗ lich machen, ſoll ihnen die Verbeſſerung des Viehſtan⸗ des nach dieſen vorliegenden Beyſpielen ſehr am Her⸗ zen liegen; wodurch das ganze Publikum außerordent⸗ lich gewinnen würde. Denn den Fall angenommen, daß in dem ganzen dermahligen öſterreichiſchen Erbkai⸗ ſerthum nur dreyßig Millionen Stück Kühe, Pferde, Schafe, Schweine exiſtiren, und jedes Stück jährlich durch die Verbeſſerung der Nace— theils an Wolle, theils an Fleiſch, Fett, Leder dc. nur um einen halben Gulden an Werth veredelt würde; ſo wäre dieſes ein O 210 reiner Vortheil von jährlichen fünfzehn Millionen Gul⸗ den, welche Verbeſſerungen in das unendliche fortgetrie⸗ ben werden ſollten! Welche unverſiegbare Reichthümer werden dem Staate blos durch dieſen höchſt nöthigen Induſtriezweig allein noch zuwachſen, und welche Re⸗ ſultate für Handel, Ackerbau und das Fabriksweſen, um Menſchen mit kraftvoller und homogener Nahrung zu nähren und zugleich auf die nützlichſte Art zu be⸗ ſchäͤftigen, leuchtet daraus hervor; indem unſere Mo⸗ narchien wenigſtens 10 Millionen Rindvieh; 2 Mill. Pferde; 13 Mill. Schafe; und 5 Mill. Schweine er⸗ nährt. §. 331. Diejenigen Viehracen, welche die Eigenſchaft ha⸗ ben, ſich gut bey Leibe zu halten, und bey dem gering⸗ ſten Futter es gegen andere Racen ſind, taugen am beſten zur Maſt. Auch hierin werden die Merinos von keiner andern Race übertroffen.— Die Bildung und Conſtitution ihres Körpers zum Fleiſch⸗ und Fett⸗ anſatz iſt wegen Mangel an Gelegenheit von andern noch zu wenig berückſichtiget worden. Qualität und Quantität der Wolle bleibt zwar immer die Hauptrück⸗ ſicht, und es iſt um ſo merkwürdiger, daß auch jene Eigenſchaften damit in einem ſehr genauen Verhältniſſe ſtehen. §. 332. In der Regel pflegt man das Maſtvieh— Ochſen und Kühe— zuerſt auf die Fettweiden zu thun, und ſo lange darauf zu laſſen, als es zunimmt. Dann folgt ——— 211 nen Gul gewöhnlich anderes ſolches Nutzvieh, oder Vorberei⸗ ortgetii.* tungsvieh zur Maſt; welches endlich durch Schöpſen Gthümer oder andere zur Maſt beſtimmte Schafe, abgelöst wer⸗ näthigen den kann. elche Re⸗§. 333. köweſen, Man muß jede Weide, die nicht für Maſtvieh Nahrung beſtimmt iſt, ſo ſtark beſetzen, daß das Gras immer kt zu be⸗ in einem jungen ſaftreichen Zuſtande bleibe, und ſol⸗ ere Mo⸗ ches in keinem Falle in Samen ſchießen laſſen; weil 2 Mil die Weide dadurch gar ſehr verdorben, der Boden aus⸗ eine er⸗ geſaugt und alle Vegetationskraft auf die Bildung des 1 Samens hingeleitet würde. Auch vertritt das Vieh vie⸗ les von ſolchen aufgeſchoſſenen Gräſern. aft ſa⸗ Kurz! eine Weide ſoll in dem Verhältniß mit gering⸗ V Vieh beſetzt werden, daß die beſſern Grasarten mit en am V den ſchlechtern zugleich, ohne das genaſcht wird, ver⸗ Kerinos zehrt werden. Durch eine kluge Beobachtung dieſer Re⸗ Biddung gel die gehörige Mittelſtraße zu finden, daß die Weide nd get⸗ auch nicht überſetzt wird, muß jedes Weidevieh ſeinen andert Platz auf das höchſte bezahlt machen. Dann nicht die tit und Länge des Graſes, ſondern die Quantität und Quali⸗ zuxtid⸗ tät der Nahrungstheile iſt es, welche die Weide ein⸗ auch jene träglich macht. Das Weidevieh pflegt das junge zarte bältriſe Gras, weil es ſüßer als das ältere iſt, lieber zu freſſen. .§. 334. —O ſa Wenn derley Weidegras zuweilen mit einer ſehr un, md ſchweren Walze überwalzt und zu Boden gedrückt; der verlorne Weidedünger durch dieſe Operation gepulvert; ann folht O 2 212 und der Vegetation zugeführt wird, ſo können die Wei⸗ den im höchſten Sommer, junges, zartes Gras, vom ſchönſten Grün erzeugen. Dieſe Wirkung wird um ſo gewiſſer erzielt, wenn das Weideland doppelt, gleich hintereinander gewalzt wird, nähmlich: wo man mit der Walze das erſte Maͤhl vorwärts gearbeitet hat, muß das zweyte Mahl in der entgegen geſetzten Richtung rückwärts gewalzt werden Durch dieſe Operation wer⸗ den alle alten Grashalmen, von zwey entgegengeſetzten Seiten gleichſam abgebrochen, und die Pflanze dadurch bemüßiget, neue und friſche Blätter zu treiben. Die⸗ ſe Operation habe ich in England oft mit den glücklich⸗ ſtem Erfolge anwenden geſehen. H. 335. Das Maſtvieh von jeder Gattung erfordert hin— gegen einen vollen Biß; und es iſt aus der Erfahrung bekannt, daß handhoch aufgewachſenes Gras für ſchwe⸗ reres Vieh das beſte iſt, für Fettſchafe ſcheint ein zwey Zoll langes Gras am liebſten aufgenommen zu werden. Die Beſchaffenheit des Bodens, Kraft der Sonne, Witterung und Lage können es zuweilen geſtatten, daß man einen und denſelben Boden, in einem Jahr durch die Maſtung, beſonders durch verſchiedene Viehgattun⸗ gen, mehrmahls benutzen kann. Eine Weide zu überſetzen iſt die ſchlechteſte Wirth⸗ ſchaft von allen, indem Vieh und Gras dabey leidet; weil das zu knapp abgeweidete Gras im hohen Sommer und im Winter ausgehet. 8 9 geſehlen enn . 336. Ein Joch gutes d de ſoll eine ſtarke Kuh oder Ochſen, und ein gleicher Flächenraum von Mittel⸗ boden ein Stück vom Mittelſchlag 10 Wochen lang ernähren. Bey minder guten Weideland, bedarf ein Stück ſchon die Hälfte, das doppelte und dreyfache zu ſeiner Ernährung mehr. Dreyviertel Joch herangewach⸗ ſene Fettweide, iſt hinreichend, ein ſchweres Stück BVieh und etliche Schafe zu mäſten. Dasſelbe gilt vom Mittelboden für kleineres Hornvieh. Eine Hauptregel bleibt es aber allezeit beym Mäſten, daß das Grasland nie ſo ſehr beſetzt wird, daß das Vieh einigen Mangel leidet; indem ſolches nur durch hinlängliches Auslei⸗ ben und vieler Ruhe recht ſchnell zunimmt. Maſtochſen in Geſellſchaft von Kühen und Pfer⸗ den zu mäſten, erprobt ſich nicht vortheilhaft, indem eines das andere beunruhiget, die Schafe hingegen ge⸗ ſellen ſich ruhig zu Ochſen und Kühen; ſie treiben das Hornvieh nicht. §. 337. Auf gewäſſerten Weiden oder Wieſen darf man die Merinos⸗Schafe, im Herbſt unter keinem Vorwan⸗ de auch nur einen Augenblick weiden laſſen; indem ſie die Fäule davon bekommen. Minder gefährlich, jedoch allezeit ſchädlich und gegen die Regeln der Schafkultur iſt es, ſolche im Frühjahr darauf weiden zu laſſen. Die⸗ ſe Weiden ſind paſſender für Fett⸗ und Fleiſchſchafe. Die Urſachen dieſer verſchiedenen Wirkungen läßt ſich nicht ſo ganz genau beſtimmen, iſt aber durch die Er⸗ 214 fahrung erprobt. Vermuthlich verdünnt der Froſt die angehäufte Maſſe des Waſſers in den Gräſern, und macht ſie dadurch unſchädlicher, welches bey den geilen Saaten ebenfalls der Fall ſeyn mag. §. 338. Man pflegt bey induſtriöſen Wirthſchaften im Herbſt einen Diſtrikt von Weide, welche keinen Über⸗ ſchwemmungen ausgeſetzt iſt, für Frühjahrsweide zu reſerviren; und ich habe die Benierkung gemacht, daß derley Futterweiden, die mit altem und neuem Gras vermiſcht ſind— bey Milchſchafen die Milch außeror⸗ dentlich vermehren; auch die Lämmer davon freudig heranwachſen. Der Nutzen einer ſolchen Reſervweide iſt mannigfaltig; denn nicht allein, daß das junge Vieh wegen der Milchergiebigkeit ſeiner Mütter, und durch den eignen Fraß, auf einer mit altem und jungem Gras vermiſchten Weide, ſehr heranwächſt, und manche ge⸗ fährliche Krankheiten, die von junger geiler Weide her⸗ rühren, vorgebeugt, und der Wollenwuchs ſehr beför⸗ dert wird; ſondern das Vieh empfängt zugleich dieſes wohlfeile und ergiebige Futter in einer Jahrszeit, wo die meiſten übrigen Hülfsquellen ſchon erſchöpft ſind. Auf ſolchen Reſerveweiden haben bey mir öfters vom halben Hornung bis halben Aprill pr. Joch 20— 24 Stück Merinos ihren täglichen Bedarf gefunden, wo⸗ durch pr. Stück täglich zwey Pf. Heu erſpart wurden, und mir ein Joch derley Land im Grunde bey 12 bis 15 Centner Heu genutzt hat. iſt die 1, und geilen ten im über⸗ eide zu ht, daß n Gras ßeror⸗ reudig wweide Vieh durch Gras he ge⸗ e her⸗ beför⸗ dieſes eit, wo ſt ſind. ts vom 5—24 en, wo⸗ wurden, 12 bi §. 339. Feuchtigkeit des Bodens iſt die ärgſte Feindinn der feinwolligen Schafe, was man auch immer dagegen einwenden mag; indem ſie auf demſelben leicht krö⸗ pfigt werden, und ein ſchwammiges loſes Fett anſetzen; worauf die Fäule folgt. Solcher Boden taugt aus dieſem Grunde bloß für Fleiſch⸗ und Maſt⸗ Schafe und das Hornvieh. Das bethauete Winter⸗ Früh⸗ und Herbſtgras iſt den Zucht⸗ ſchafen vorzüglich ſchädlich; indem ſolches Schnupfen und Durchfall verurſacht. Das bethauete Sommergras, welches für alles Maſtvieh ſo progreſſiv iſt, die feinwol⸗ ligen Schafe in der Regel aber auch entbehren ſollen, bewährt ſich letztern minder ſchädlich. Bethautes Gras befördert durch Erſchlaffung der Fiebern die Wohlbe⸗ leibtheit: aber auf dieſes erkünſtelte Fett, folgt bey Schafen bald die Fäule. Eben dieſe ſchädliche Wirkung bringen bey Schafen alle Feuchtigkeiten, womit Pflan⸗ zen, gleichviel aus welcher Urſache bedeckt ſeyn können, hervor. Aber ſogar das Hornvieh bekommt von zu ſtark be⸗ thauten Gräſern das Laxiren. Die reichlichſten mit Gras am meiſten verſehenen Weiden ſind allemahl diejenigen, gegen welche man mit Zuchtſchafen am mißtrauigſten ſeyn muß. Aus eben dieſem Grunde, ſind künſtliche Wieſen, Klee oc. dc. auch jederzeit unrathſam, mit ſolchem Vieh zu behüten; ſie gehören für Fleiſch⸗ und Fettſchafe. §. 340. Das Klima, lang anhaltende Dürre und Kälte, 216 können jedoch die üppigſten Weiden unſchädlich machen. So ſind z. B. die Andaluſiſchen Sommerweiden ſehr üppig, und die von den Wanderungen zurückbleiben⸗ den Eſtantes⸗Schafe gedeihen in dieſem trockenen Cli⸗ ma, dabey ſehr gut. Bey lang anhaltender Dürre, kann deßwegen auch in unſerm Clima von ſolchen Weiden Gebrauch gemacht werden. §. 341. Gleiche Bewandtniß hat es mit den Winterſaaten, welche, wenn ſie ein Mahl ausgefroren ſind, im tro⸗ ckenen Zuſtande den Schafen zur vortrefflichen Weide dienen; nur muß man dennoch die niedern Stellen, mit großer Vorſicht behüten laſſen. §. 342. Bey der Viehmaſtung iſt die Schnelligkeit, womit dieſes Geſchäft kann beendiget werden, von der größ⸗ ten Wichtigkeit, und bringt einen reelen Werth bey ſolchen Racen hervor, welche dieſe wichtige Eigenſchaft beſitzen, und dieſes aus dem Grunde, weil dadurch das Futter zur Lebenserhaltung, das in dieſen Um⸗ ſtänden keinen andern Nutzen, als den Dung abwer⸗ fen kann, um ſo viele Tage gewonnen wird, als die Maſtung verkürzt werden kann. Dieſes iſt eine Haupt⸗ eigenſchaft des Maſtviehes, für welche in Bezug auf die Rindviehzucht unſer ungariſcher Rindviehſchlag, ſei⸗ nes feinen Knochenbaues wegen, viel geeigneter und empfänglicher als der Steyriſche iſt. Ich habe viele ge⸗ mäſtete ungariſche Ochſen geſehen, die nicht nur im Gewichte allen ausländiſchen wenig nachgegeben haben, ahen. en ſeht leiben. en Cli⸗ e, kann Keiden ſaaten, m tto⸗ Weide rellen, vomit größ⸗ h) bey iſchaft adurch Um⸗ abwer⸗ als die waupt⸗ eig auf d⸗ ſe⸗ eer und dele ge⸗ bur im thaben⸗ *2 217 ſondern die auch in Anſehung der Qualität des Flei⸗ ſches keinem engliſchen Fleiſche nachgeſtanden ſind, und glaube überzeugt zu ſeyn, wenn man das Fleiſch von ſolchen Maſtthieren nach engliſcher Art hätte ſortiren, und als erſtere Sorte den hintern Theil des Rückgra⸗ thes, und den obern Theil der Flanken; als zweyte und dritte— das Fleiſch der hintern Schenkel, der Bruſt, der Schultern, endlich des Halſes und des un⸗ tern Theiles des Gerippes— auf einen Londner Fleiſch⸗ mark hätte bringen können, daß jeder Sachverſtändige Engländer ſolches als ein ungemein vorzügliches Pro⸗ duct ſeines Landes, würde verzehrt und nach Propor⸗ tion der Güte den Werth des Fleiſches nach landesübli⸗ chem Gebrauche, das edlere um einen mehr als doppel⸗ ten Preis, als das niedere, bezahlt haben würde; und nichts würde ihn veranlaßt haben zu glauben, daß er ein ausländiſches Product erkauft habe.— In der Schnelligkeit, womit das Maſtungsgeſchäft bey den Merinos kann vollendet werden, müſſen nach meinen überzeugungen, alle übrigen Schafracen nachſtehen. §. 343. Man pflegt auch das Maſtvieh ſehr oft auf das zweyte Wieſengras zu thun, und in dem Verhältniß, als dieſes weniger wird, Heu zuzuſetzen. Im Winter und Frühjahr mäſtet man auch Hornvieh und Schafe neben etwas Heu mit weißen und gelben Rüben dc., mit Zuſätzen von Korn, Bohnen, Erbſen, Wicken, Hai⸗ den, Türkenweitzen dc., wodurch dieſe Producte in Geld umgeſetzt, und zugleich der kräftigſte Dünger als 218 Erſatz für den Acker gewonnen wird. Wer dieſe Kunſt den Viehſtand als Maſchine zu behandeln, mittelſt welcher man vegetabiliſche Stoffe in animaliſche— ſey es Milch, Fleiſch, Fett, Käſe, Leder, Wolle, Miſt oc. verwandelt, recht gründlich der Localität anzupaſſen verſtehet, um dadurch ſein Weidegras und anderes Fut⸗ ter verkäuflich zu machen; dem muß die Verbeſſerung des Viehſtandes ſehr am Herzen liegen, und das Pu⸗ blikum und der ganze Staat müſſen bey der Ausfüh⸗ rung ſolcher Grundſätze, unfehlbar am Ende ſehr vie⸗ les gewinnen. §. 344- Je fetter und ausgemäſteter ein Thier iſt, um deſto größer iſt das Verhältniß des Schlachtgewichtes gegen das lebende Gewicht, indem die Knochen des Kopfes, der Beine, die Haut, das Blut und ſelbſt die Eingeweide, wenigſtens nicht verhältnißmäßig, mit den Fettheilen zunehmen. Bey magern Thieren beträgt das Schlächterge⸗ wicht— mit Ausnahme des Talges— ungefähr die Hälfte des lebenden. Je fetter aber dasſelbe iſt, je größer iſt das Schlachtgewicht, z. B. wie 60: 100 oder 70: 100. §. 345. Je mehr man mit Fettweiden und überhaupt auch bey der Stallmaſtung mit Futter abwechſeln kann, deſto geſchwinder frißt ſich jedes Thier fett. Allerläng⸗ ſtens in g Wochen muß jedes geſunde maſtfähige Thier, bey ordentlicher Behandlung vollſtändig ausgemäſtet i um ebtes des zalbſt iwit dherge⸗ 8e die + j 9 100 haubt kann, rläng⸗ 3 dhier, Snüſte 219 feyn; und ich fand es jederzeit zu deſto ſicherer Errei⸗ chung dieſes Ziels zuträglich, ſolches Vieh öfters et⸗ was Kreide lecken zu laſſen; indem ſolche die Neigung zum Durchfalle vermindert, und die überflüſſige Säure des Magens verbeſſert. §. 346. Die natürlichen Gräſer machen bey einer wohl or⸗ ganiſirten Wirthſchaft einen Hauptgegenſtand aus, theils für die Wieſencultur, um unſern Winterfut⸗ terbedarf dadurch zu decken, theils für die Weiden unſeres Hornviehes, Schafe, Pferde und Schweine. Wo es die örtliche Lage der Weiden und Wieſen zuläßt, da pflegt man ſolche nach den beſſern neuern Wirthſchaftsgrundſätzen gewöhnlich in die Rotationen mit hinein zu nehmen, und nach einem feſtgeſetzten Culturwechſel, dem Grund, der Lage und dem Kli— ma angemeſſene Producten wechſelsweis hinein anzu⸗ bauen. Es unterliegt keinem Zweifel, und die Erfah⸗ rung lehrt es täglich, daß Wieſen und Weiden, die auf dieſe Art mit Sachkenntniß angelegt werden, im Erträgniß jenen der bloßen Natur überlaſſenen, oft vierfach überlegen ſind. Über dieſes liefern derley Wei⸗ den und Wieſen, die wechſelsweiſe unter den Pflug ge⸗ ſetzt werden, die üppigſte Production für die Körner⸗ früchte; während ſie in ihrem wilden Zuſtande als Weide oder Wieſen, den Körnerfeldern den alleinigen Erſatz, faſt größtentheils in das Dungermagazin lie⸗ fern müſſen, der ihnen durch den Verkauf an Körner entzogen wird; wodurch das ökonomiſche Gleichgewicht 4 220 1 aufgelöst und alle Gründe nach und nach ausgeſaugt oust werden müſſen.* se t 4 Die vorzüglichſten Gattungen von Gräſern, wel⸗ gel che ſich in ökonomiſcher Hinſicht am vortheilhafteſten ſcn auszeichnen, ſind in folgenden Abtheilungen von Bo⸗ gal denarten, worin ſie am vorzüglichſten gedeihen, nebſt 14 dem Samenquantum, das ſie per Joch erfordern, zu M erſehen. §. 347. In ſchwerem Kleiboden. 1 Trifolium medium(rother Bergklee) 12 Pf. Hon Cinosurus cristatus(Kammgras) 18 Pf. Festuca(Rn pratensis(Wieſenſchwingel) 1 Metzen. Alopecurus V M. pratensis(Wieſenfuchsſchwanz) 1 Metzen. Holcus la- 1 Ness natus(Honiggras) 1 Metzen. Poa trifialis(rauhes ln Riſpengras 18 Pf. Avena elatior(Wieſenhafer) 1 2 lelon Metzen. Phleum pratense(Timothygras) 18 Pf. gauſt Medicago japulina(gelber Klee) 12 Pf. Trifolium V 9 repens(Steinklee) 8 Pf. Medicago falcata(der Si⸗ chelklee) 12 Pf. §. 348. 3 In Lehm⸗Boden. Ach Poterium sanguisorba(Pimpinelle) 15 Pfund. Trifolium repens(Steinklee) 8 Pf. Trifolium me- G” dium(rother Bergklee) 12 Pfund. Lolium perenne 9 (Raygras) ¾ Metzen. Festura pratensis(Wieſenfuchs⸗ 4 L0 b ſchwanz) 1 Metzen. Cinosurus cristatus(Kammgras) a 18 Pf. Poa trifialis(gemeines Wieſengras) 1 Metzen. Poa pratensis(glattes Riſpengras) 1 Metzen. Hok- 42 221 cus lanatus(Honiggras) 1 Metzen. Phleum praten- se(Timothygras) 28 Pf. Festuca ovina(Schafſchwin⸗ Metzen. Festuca duriuseula(harter Schaf⸗ gel)— 5 ſchwingel) 3/3 Metzen. Achillea millefolium(Schaf⸗ garbe) 12 Pf. Medicago jupulina(gelber Weideklee) 12 pf. Plantago lanciolata(ſpitziger Weggerich) 15 Pf. Medicago falcata(Sichelklee) 12. Pf. —§. 349 · Feichter Lehm⸗ und Sand⸗Boden. Trifoliun um medium(rother Klee) 12 Pf. Tri- folium repens(Steinklee) 8 Pf. Lolium perenne (Raigras) ¾l Metzen. Holcus lanatus(Honiggras) 1 — 2 Metzen. Poterinm angnisocha(Pimbinelle) 15 Pf. Medicago j jupuli a(gelber Klee) 12 Pf. Plantago lanceolata(ſpitziger Wegerich) 15 Pf. Achillea mil- lefolium(Schafgarbe) 12 Pf. Festuca ovina(Schaf⸗ garbe) 3/8 Metzen. Cichorium intybus(Cichorie) 18 Pf. Trifolium fragiferum(Erbeerenklee) 12 Pf⸗ §. 350. In Kalch⸗Boden. Hedisarum onobrigis(Esparſette) 2 Metzen. Achillea millefolia(Schafgarbe) 12 Pf. Poterium guisorba(Pimbinelle) 15 Pf. Trifolium repens (Steinklee) 8 Pf. Medicago jupulina(gelber Klee) 12 Pf. Festuca ovina(Schafſchwingel) 3/3 Metzen. Lolium Berenne e OMaue. Metzen. Avena elatior Wieſenk hafer) 1 Metzen. Medicago jupulina Ggel⸗ ber Klee) 12 Pfund. Plantago lanesolara(Wegerich) 15 Pf. Cichorium inty bus(Cichorie) 18 Pf. §. 351. In Torf⸗Boden. Phleum pratense(Timothygras) 1 Metzen. Fe- stuca pratensis(Schafſchwingel) 1 Metzen. Alope- curus pratensis(Wieſenfuchsſchwanz) 1 Metzen. Hol- cus lanatus(Honiggras) 1 Metzen. Lolium perenne (Raygras) ¼¾ Metzen. Plantago lanceolata(geſpitzter Wegerich) 15 Pf. Dactilis glomorata(Knaulgras) 1 Metzen. Cinosurus cristatus(Kammgras) 18 Pf. Trifolium repens(weißer Klee) 8 Pf. §. 352. Unter dieſen Pflanzen empfehlen ſich auf eine vor⸗ „zügliche Weiſe zu natürlichen Wieſen. Lolium perenne, Avena elatior, Phleum pra- tense, Alopecurus pratensis, Poa pratensis, Fe- stuca pratensis, Cinosurus cristatus, Trifolium repens, und Plantago lanceolata. §. 353. Zu künſtlichen Wieſen. Hedisarum onobrigis, Holcus lanatus, und Avena elatior, nebſt Spergala arvensis(S Spedgel⸗ gras), Medicago sativa(Luzerne), und Trifolium pratense(rother ſteyriſcher Klee.) §. 354. Zu Maſt⸗ Weiden. Lolium perenne, Festuca pratensis, Holcus janatus, Phleum pratense, Alopecurus pratensis, Avena Cjarioeſ Cinosurus cristatus, Trifolium re- pens, Trifolium medium, Medicago jupulina, — ( potaj nc(C Dens, gllat Rothr foliu rum divide tichte niſirt würde Alger den. Fe- Alope- en. Hol- terenne zeſpitter Aulgxad) 416 pf. 8, und pergel⸗ Tolium a lolcus — tensib, Jum re- dulina 223 Hedisarum onobrigis— und vorzüglich auch der Raps, Brassica olea Napobrassisica. §. 355. Geſunde Schaf⸗ und Rindviehweiden liefern zugleich Festuca ovina, Fesiuca duriuscula, Lolium perenne, Achillea millefolium, Trifolium repens, Trifolium medium, Trifolium alpestre, Trifoli- um fragiferum, Medicago falcata, Medicago jupu- lina; Plantago lanceolata, Poterium sanguisorba, Hedisarum onobrigis, Cichorium intybus, und Spergula arvensis. §. 356. Die allervorzüglichſten Schafweiden liefern Esparſette(Hedisarum onobrigis.) Pimbinelle (Poterium sanguisorba.) Geſpitztblättericher Wege⸗ rich(Plantago lanceolata.) Steinklee(Triſolium re- pens.) Schafſchwingel(Festuca ovina.) Spergel(Sper- gula arvensis) Schafgarbe(Achillea millefolium.) Rother Bergklee(Trifolium medium.) Alpenklee(Tri- folium alpestre.) Erdbeerenklee(Trifolium fragife- rum.) Raygras Lolium perenne.) §. 357. Eine Wirthſchaft, deren Verhältniſſe in ihrer in⸗ dividuellen Eintheilung nach dieſen Grundſätzen einge⸗ richtet iſt, verdient allerdings das Lob einer wohlorga⸗ niſirten rationellen Wirthſchaft; und derjenige Staat würde ſeines Glückes halber zu beneiden ſeyn, wo im Allgemeinen derley Grundſätze in richtiger Ausübung 224 wären; indem ſie ſich auf die höchſte Induſtrie und voll⸗ kommenſte Agriculturgrundſätze ſtützen. Sechs und zwanzigſtes Capitel. Der Schafſtall und Schafhof. §. 353. Die Größe und Breite eines Schafſtalles richtet ſich nach der Zahl der Schafe Man rechnet auf ein Mutterſchaf mit Inbegriff des Lammes 8 Schuh Raum und für gältes Vieh ein Schuh weniger. Wenn man 8 Schuh auf jedes Schaf rechnet, ſo erübrigt hinlänglicher Raum, um die erforderlichen Bah⸗ ren oder Grände zur Winterfütterung zu ſtellen. Er muß Fenſter und große Thöre an der Süd⸗ ſeite haben, die außer der Kälte gar nicht, oder nur mit Gatterthüren verſchloſſen werden. Der Boden über den Balken muß dicht geſchloſſen ſeyn⸗ damit der Dunſt weder in das darauf gebrachte Futter ziehe, noch der Unrath von dieſem den Schafen auf den Pelz falle. §. 359. Die Eigenſchaften eines guten Schafſtalles ſind folgende: Er muß nebſt einer ſehr trockenen Lage hinläng— lichen Raum für die Schafe enthalten, und innerlich wenigſtens 12 beſſer aber 14 Schuh Höhe in der Lichte haben; indem finſtere, dumpfige und enge Ställe, die man den Schafen aus Beſorgniß der Erkältung ſonſt gegeben hatte, die übelſten Folgen auf ihre Wolle und 225 undywl⸗ V V Geſundheit nach ſich ziehen, und das Schaf Licht und — eine geſunde unverdorbene Luft zu ſeinem Gedeihen nöthig hat. .§. 360. 1he b Deßgleichen iſt es ein Haupterforderniß, daß ein Schafſtall ſo licht als möglich erbaut werde, indem Mangel des Lichtes die Entwickelung der Lämmer ver⸗ les nätet V hindert, die Schafe und Wolle ſchwächlich und küm⸗ dauf ein merlich, ja letztere endlich zuletzt ausgehen macht. Pflan⸗ 4 3.* 9 dah Ram zen, denen das Licht entzogen wird, werden gelb, krän⸗ keln und verderben, eben ſo die Schafe. Ein Stall, phnet, ſo der vorzüglich an der Morgen⸗ und Abendſeite mit vie⸗ gen Bah⸗ len Fenſtern verſehen iſt, kann jederzeit von übeln fr.„» Dünſten gereiniget werden. Auf der Winterſeite pflegt ir Si man nur kleine Fenſter anzulegen, um im Sommer der nur der Luft einen Durchzug zu gewähren. pen übet§. 361.— aet Dunſt Auch iſt es wegen der Lammzeit, dem Wuchſe dnech der und Entwickelung der Wolle von Wichtigkeit, daß ei⸗ J fall. ne anpaſſende Temperatur in den Stallungen erhalten . werden kann, indem eine mäßige Wärme einen gro⸗ Halles ſin ßen Einfluß auf die Beſchaffenheit der Wolle, und be⸗ ſonders auf die Elaſticität derſelben, bey bloß veredel⸗ hinlin⸗ ten Schafen hat, bey denen das Fett bloß mechaniſch innellch und nicht organiſch verbunden iſt. „deroihte„ Wenn ich ſage, daß die Wärme in den Stallun⸗ gen, im Winter dem Wachsthum der Schafe ſo un⸗ entbehrlich, wie den Pflanzen iſt, und daß der Haar⸗ wuchs und die guten Eigenſchaften derſelben dadurch P Stälk, di stung ſonft 7 „ 5 ,„ Volle une 226 befördert werden, ſo verſtehe ich dadurch doch nur eine ſehr mäßige Temperatur, von höchſtens 8— 9 Graden nach Reaumur, und daß ein ſolcher Stall mit vielen Fenſtern und Luftzügen verſehen ſeyn muß, um ſeine Ausdünſtung, die ohnehin ſehr ſtark iſt, und die da⸗ durch entſtehenden mephitiſchen Dünſte, nach Will⸗ kühr abzuleiten, und dafür die athmoſphäriſche ſtärken⸗ de Luft hinein zu laſſen. §. 362. Die offenen Winterſtälle zur Schafzucht in unſerm Clima ſind ein Traumbild, und vergleichen ſich nicht einmahl mit einer geſunden Theorie, wie ich weiter unten, wenn die Rede von den Eigenſchaften und Feh⸗ lern der Wolle ſeyn wird, zeigen werde. Gegen die Möglichkeit dieſer Durchwinterung in offenen Schupfen und Stallungen, läßt ſich wohl, wie dieſes Ungarn be⸗ weist, nichts ſagen; aber der Effect davon für fein⸗ wollige Schafe kann nie entſprechend ausfallen; wenn man auch keinen Sinn für andere Rückſichten haben will; z. B. daß eine ungemein verſchwenderiſche ſtarke Einſtreuung des Hordenhofes bey Regen und Schnee erforderlich iſt; daß die Geſundheit dieſer Thiere bey Regengüſſen und heftigem Froſt und Schneewehen au⸗ ßerordentlich gefährdet wird; daß wegen der Unverläß⸗ lichkeit der Witterung durch Beregnung, Schneewehen, gefrieren des Futters ein vierfach größeres Quantum desſelben zum Lebensunterhalt der Schafe erforderlich iſt, als wenn dieſe Thiere in zweckmäßigen Stallungen gepflegt werden können; daß der elende Strohmiſt in teine zraden vielen ſeine die da⸗ Wil⸗ tärken⸗ nſerm nicht veiter Feh⸗ die pfen abe⸗ fein⸗ wenn haben ſſtatke Schnee ge be ven au⸗ yerläß⸗ ſwehen/ antum ederlih Llungen miſt in 227 ſeiner Qualität gegen den Stallmiſt keinen Vergleich aushält, andere weit erheblichere Umſtände in Bezug auf die Zucht und Veredlung dieſer Thiere iſt hier gar nicht zu gedenken. §. 363. Ein zur Manipulation und Geſundheit des Schaf⸗ viehes weſentliches Bedürfniß iſt auch ein trockener mit Bäumen und einer Mauer hoch umgebener Vorhof, in welchem die Schafe während dem Füttern und Salz— geben nach Gefallen können gelaſſen, und ſelbſt im Sommer, falls die Stallungen nicht Fenſter und Luft⸗ züge genug haben, auch des Nachts darin ſeyn können. Sieben und zwanzigſtes Capitel. Vom Hordenſchlag. §. 364- Der Hordenſchlag kann in der trockenen und war⸗ men Jahreszeit, ohne Nachtheil für die Schafe Statt finden, und es müſſen die ausgewachſenen Schafe we⸗ nigſtens einen Raum von 7 Quadratfuß haben. Die warmen Regen ſchaden den Merinos nichts, und es iſt in Spanien ſehr üblich mit den Merinos Eſtantes zu pfergen. Man umfaßt zu dieſem Ende die ganze Heerde mit einem Garn oder Lattenwerk. Lang anhaltende naßkalte Witterung verurſacht ihnen aber Schnupfen. Naſſer, feuchter Boden iſt wegen der Ge⸗ ſundheit der Schafe nicht zum Horden geeignet, je tro⸗ ckener, deſto weniger iſt er ihnen nachtheilig. P 2 228 Die Merinos empfinden durch das Horden— in der Vorausſetzung, daß der zu bepfergende Boden tro⸗* cken iſt— in der ſchönen Jahreszeit gar keinen Nach⸗ ü theil; im Gegentheil, dieſe Lebensart iſt ganz ihrer Er⸗ ni ziehung in ihrem Vaterlande angemeſſen. Wo man da⸗ 1 her ſehr abgelegene und bergige, mit den Dungwägen 9 mühſam zu erreichende Felder zu düngen hat, und be⸗ 3 ſonders, wenn die Schafweiden in der Nachbarſchaft 1 und von der Schäferey entfernt ſind— da iſt das Hor⸗ den gewiß eine ſehr nützliche und einträgliche Einrich⸗ tung, beſonders weil die Wirkung desſelben ſchon auf die erſte Frucht, wegen der ſchnellen Auflöslichkeit des Pfergdüngers ſehr zu berückſichtigen iſt, und große Pro⸗ 1 zenten an dem reinen Erlös der Körnerfrüchten, durch li die Erſparniß des Düngerfuhrlohns, dadurch gewonnen de werden können. 1 Die gemäßigte freye Luft iſt allen Schafen heil⸗ er ſam, und der Mißcredit, in den man das Horden ge⸗ d ſetzt hat, iſt viel durch die Faulheit und Nachläſſigkeit ſe der Schäfer verurſacht worden, denen dieſe Arbeit miß⸗ b fällig war. Die Thiere ſetzen ihre Excremente und die Ausflüſſe ihrer ſtarken Tranſpiration hier ab, und man hat keinen Grund zu glauben, daß dieſer Dünger, ſo⸗ bald er unverzüglich nach dem Horden eingeackert wird, von dem Stalldünger in ſeiner Wirkung übertroffen werden kann.. —2—·————„ —in mtro⸗ Nach⸗ er Er⸗ an da⸗ vägen nd be⸗ iſchaft 3Hor⸗ nrich⸗ n auf t des Pro⸗ urch nen hell⸗ ge⸗ igkeit miß⸗ d die dman er, ſo⸗ wird, t'offen 229 Acht und zwanzigſtes Capitel. über den Verkauf der Wolle und die Wollepreiſe. Wäre es nicht nützlich, wenn mehrere Wollemärkte in unſerer Mo⸗ narchie errichtet würden? Würde durch dieſe einfache Verfü⸗ gung das Grunderträgniß nicht um vieles erhöhet, und der Nationalreichthum dadurch vergrößert werden können? Zu⸗ gleich auch etwas über die geſunkenen Wollepreiſe und die Beſchuldigung, daß die Schafzucht die Rindviehzucht vermindert habe. §. 365. So wie bey allen Verkäufen, begegnen ſich vor⸗ züglich bey dem Verkauf der Wolle, hey den dermah⸗ ligen noch äußerſt dunkeln und ſchwankenden Preiſen derſelben, das Intereſſe des Käufers und Verkäufers und öfters noch jenes des Mäklers; und dieſes Geſchäft erfordert wegen der Unkunde der Preiſe im Auslande, die größte Vorſicht des Erzeugers, bey welchen er eben ſo leicht einen ſehr großen Schaden leiden, als einen beträchtlichen Gewinn einernten kann⸗ §. 366. Es laſſen ſich über den Verkauf der Wolle bey uns keine allgemeinen Grundſätze mittheilen; weil wir leider nicht, wie in Sachſen und Preußen dc., außer Ungarn, in unſern Staaten organiſirte Wollemärkte haben; und dadurch die Preiſe unſeres ganzen Wolle⸗ handels und der Wollefabrication, alljährlich, wie es der Zufall fügt, in ſehr veränderliche Verhältniſſe kom⸗ men müſſen. In dieſen ſchwankenden Umſtänden, wo 230 ſich für die Speculanten leicht im trüben fiſchen läßt, gehet oft für den Erzeuger, der in gänzlicher Unwiſſen⸗ heit iſt, wie die Wolle auf dieſem oder jenem Markte im Preiſe war, alterum tantum verloren. §. 367. Der Landwirth verkauft in dieſer Lage entweder gleich oder bald nach der Schur, und die Speculanten bereichern ſich dadurch, verkauft er nicht gleich, ſo lauft er Gefahr, daß ihm wegen Mangel eingeführter Woll⸗ märkte, ſein Erzeugniß liegen bleibt, und er wegen des unvermeidlichen Eintrocknens, Mottenfraß und Ver⸗ ſtocken großen Schaden leidet, falls er nicht— was ſel⸗ ten der Fall iſt— eine ſichere Gelegenheit zu ihrer Aufbewahrung hat. Aber es iſt leider für den Erzeu⸗ ger gewöhnlich der traurige Fall, daß die Wolle gerade um dieſe Zeit im geringſten Preiſe ſtehet; und nichts ungewöhnliches, daß Mancher aus Unkunde der Preiſe öfters um die Hälfte ſeine Wolle niedriger verkauft, als ein zuderei⸗ deſſen Product 50 pCt. weniger werth iſt! In OÖſterreich, Ungarn, Mähren und Böhmen wird die Wolle von den Fabrikanten, Wollehändlern und Juden von dem Landwirthe aufgekauft, es fehlt bey unſerer großen Wolleerzeugung noch ſehr an öffentlichen Märkten, um auswärtige Käufer herbeyzulocken, da⸗ durch fremdes Geld in das Land kommen zu machen, und dem Landwirth Mittel zu verſchaffen, ſein Pro⸗ duct leicht und auf eine unkoſtſpielige Art, zu ver⸗ ſilbern. en läßt, nwiſſen⸗ Matkte entweder culanten ſo lauft Wol⸗ egen des d Ver⸗ was ſel⸗ u ihrer ehlt bey entlichen ken, da— machen, in Pre⸗ zu ver⸗ 231 §. 368. Den Handel in das Ausland mit Wolle, führen die Fabrikanten und Großhändler, und es gibt viele darunter, welche ſehr anſehnliche Geſchäfte damit ma⸗ chen. Da jedoch dieſe allein die Wolle von dem Erzeu⸗ ger kaufen, und wegen Mangel an Märkten wenig fremde Käufer in Concurrenz kommen; ſo iſt es ein⸗ leuchtend, daß die Erzeuger ſich nicht am beſten bey die⸗ ſer Einrichtung befinden können. §. 369. In einem Staate, wo die inländiſche Wolle von inländiſchen Fabrikanten ganz allein verarbeitet wer⸗ den kann, iſt es wohl in jeder Hinſicht am nützlichſton, wenn dieſe unmittelbar vom Erzeuger allein ihren Be⸗ darf kaufen können; wo aber wie bey uns, wegen Man⸗ gel an inländiſchen Fabriken, und eigener Conſumtion, ſo viele Wolle ins Ausland gehet, da ſind Wollehänd⸗ ler, meines Erachtens aber vorzüglich mehrere große Wollemärkte, durchaus nothwendig, wenn der Land⸗ wirth ſein Product leicht abſetzen, und nicht durch das Liegenbleiben ſeines Erzeugniſſes, großen Schaden von dem Drucke der Käufer leiden ſoll. §. 370. Selbſt die Wollepreiſe ſind bey den dermahligen Umſtänden ſo prekär und unbeſtimmt, daß viele Pro⸗ ducenten zu ihrem empfindlichſten Schaden oft gar nicht wiſſen, woran ſie ſind. Würde hingegen von Seiten des Staates mehrere Wollemärkte, und zwar in einigen der bedeutendſten Provinzialſtädten jährlich einer oder 23²2 zwey beſtimmt; ſo müßte dieſes bald ganz anders wer⸗ den. In⸗ und ausländiſche Wollehändler und Fabrikan⸗ ten würden die wichtigern Märkte beſuchen, der Land⸗ wirth den Vortheil dadurch erhalten, ſeine Wolle ſo⸗ bald als möglich nach der Schur zu verkaufen, wodurch er in jedem Betracht gewinnt. Auch würde er ſeine oft ſehr beträchtliche in der Wolle ſteckende Capitalien zu andern Unternehmungen, durch öffentliche Vorkehrun⸗ gen von dieſer Art mit Nutzen zu verwenden nicht ge⸗ hindert werden. Der Staat aber würde dadurch in der That die Verlegenheiten einer großen Zahl ſeiner nütz⸗ lichſten Staatsbürger vermindern, und das Stocken und Schwanken des Wollehandels, wahrſcheinlich in wenig Jahren, in einen blühenden Geldverkehr verändern, wodurch mehrere Millionen Gulden auswärtiges Geld, in innere Circulation gezogen werden könnten. Ungarn macht auf ſeinen wenigen Wollemärkten in Peſt, Stuhlweiſſenburg und Tyrnau ſehr bedeutende Geſchäfte, und ziehet eine große Concurrenz von Käu⸗ fern für verarbeitete und unverarbeitete Wolle herbey. Sollten nicht ähnliche Wollemärkte zur Erleichterung des Produzenten und des Handels, z. B. in Kaſchau, Herr⸗ mannſtadt und Odenburg— in Oſterreich in Wien und Linz— in Mähren in Brün oder Olmütz— in Schleſien zu Troppau— in Böhmen in Prag und Chrudim— und in Inneröſterreich in Grätz oder Kla⸗ genfurt Statt haben, und das Vehikel werden kön⸗ nen, auswärtige Käufer für das Intereſſe des Ver⸗ käufers in Concurrenz zu ziehen, und dadurch in den ts wer⸗ brikan⸗ Land⸗ lle ſo⸗ voducch eine ot lien zu kehrun⸗ iht ge⸗ in der t nüt⸗ en und wenig dern, Geld, arkten atende Käu⸗ herbey. ungdes Herr⸗ Wien z— in gg und er Kla— en kön⸗ 3 Ver⸗ in den 233 gegenwärtigen geldarmen, ſchlechten Zeiten, die den Ruin des Ackerbaues, der Fabrikanten und jeder Induſtrie allenthalben bewirkt haben, wieder etwas mehr Geld und Credit in Umlauf zu bringen? Das Intereſſe der meiſten großen und kleinern Grundbeſitzer ſpricht laut in dem gegenwärtigen wich⸗ tigen Augenblick für eine Einrichtung von dieſer Art; wo es ſich nach dem ganz zu Grunde gerichteten ſpani⸗ ſchen Wollehandel, um die Concurrenz dieſes für un⸗ ſern Ackerbau ſo wichtigen Handelszweiges handelt, alles mögliche aufzubiethen, demſelben ſeine Richtung hier— her, zu unſern auf den Ackerbau ſich ſtützenden unver⸗ ſiegbaren Vorräthen, zu verſchaffen; dadurch Induſtrie und Handel zu ermuntern, und Credit und bares Geld in das Land zu bringen. §. 371. Vey dieſer Gelegenheit ſey mir erlaubt, meine Meinung gegen diejenigen zu äußern, welche wähnen, daß das gegenwärtige Stocken der Wolle den Ruin der öſterreichiſchen Schafzucht nach ſich ziehet; daß ein wei⸗ ſer Okonom ſich nach Zeit und Umſtände fügen, und einen Wirthſchaftszweig, der nichts rentirt, durch einen beſſern erſetzen müſſe oc. Was den erſten Satz betrifft; ſo iſt es allgemein anerkannt, das unſere Finanzoperation und die politi⸗ ſche Verwickelung der europäiſchen Staaten, wodurch Handel und Betriebſamkeit im In⸗ und Auslande ein⸗ geengt wurde, und die verſchiedenen Staaten auf die einheimiſche Befriedigung ihrer Bedürfniſſe, der er⸗ 234 zwungenen Continentalpolitik gemäß, ſich beſchränken mußten, ein allgemeines unglückliches Stocken in allen Geſchäften hervorgebracht, und dieſes auf die Wolle, in den öſterreichiſchen Staaten eine ſehr nachtheilige aber hoffentlich bald vorübergehende Wirkung hervor⸗ bringen mußte; und zwar erſtens wegen Geldmangel um im Großen Geſchäfte zu machen; zweytens wegen der koſtſpieligen Landfracht, bey Verführung verarbeite⸗ ter und unverarbeiteter Wolle auf ausländiſche Märkte; drittens, wegen der abſchreckenden in- und ausländiſchen Mauthen; und viertens wegen der allgemein herrſchen⸗ den Muthloſigkeit ein bedeutendes Handelsgeſchäft in dieſen unſichern kriegeriſchen Zeiten, ungeachtet die Wolle im Auslande von Jahr zu Jahr ſteiget, zu un⸗ ternehmen. So lange der Krieg und die verhaßte, wiederna⸗ türliche Continentalſperre fortdauert, wird in⸗ und aus⸗ ländiſche Betriebſamkeit mehr oder weniger gelähmt bleiben; beſonders weil wir den ſtärkſten Abſatz unſerer Wolle über Frankfurt nach den Niederlanden, über Leipzig und Brody nach dem Norden, und über Trieſt nach dem Süden machen. Daß aber vorzüglich der Krieg und die drückende Handelsſperre die Wollepreiſe her⸗ abſinken machen, beweiſet der Umſtand; daß ſeitdem ſich nur eine kleine Ausſicht zum Abſatz gegen Norden und Suden zeigte, die Wolle auch unverzüglich um 50 pCent. geſtiegen iſt. Gegen dieſe Thatſache läßt ſich nichts einwenden, und alle hypochondriſche Grillen und darauf Bezug habende Prophezeihungen werden hier⸗ — ſchränken lomangal as wegen eracheite⸗ Märkte; ändiſchen errſchen⸗ ſchäft in htet die zu un⸗ ederna⸗ nd aus⸗ gelähmt der Krieg teiſe het⸗ z ſeitdem n Rorden glich um lißt ſch len und den hie⸗ 3 2 1 235 durch zu Seifenblaſen. Die Zeit wird alles wieder gut machen und in das Gleichgewicht bringen, was die un⸗ glückſelige Continentalſperrung hemmte, und die Staa⸗ ten werden ihre Bedürfniſſe einander wieder freyer und ungehinderter, nach Herſtellung eines allgemeinen Frie⸗ dens ſich zufließen laſſen, und eine geſellſchaftliche Fa⸗ milie bilden. 1 Den zweyten Satz betreffend; ſo glaubt man, daß die Schafzucht die Rindviehzucht vermindert, und daß dieſe nun ihre Rechte wieder geltend machen werde. Im allgemeinen glaube ich nicht, daß dieſe Behaup⸗ tung wahr iſt; beſondere Fälle mögen ſich hin und wie⸗ der ergeben haben, die aber im Ganzen nichts bedeu⸗ ten. Vielmehr glaube ich, und habe mich aus manchen Beobachtungen, in vielen Theilen unſerer Monarchie davon überzeugt, daß die Schafzucht der Vermehrung der Rindviehzucht im Allgemeinen, wo die Localität dafür ausſchließlich ſpricht, nicht im Wege ſtehet. Ein unbefangener Beobachter, welcher nach der Beſchaffenheit des Bodens, die zu jeder Wirthſchaft erforderliche Zahl des Viehes, um den nöthigen Dün⸗ ger zu erzeugen und die Felder in das höchſte Erträg⸗ niß zu verſetzen, zu berechnen verſtehet, wird mir bey⸗ pflichten; daß beydes Kühe und Schafe noch anſehnlich, oft um das doppelte und dreyfache, in vielen Gegen— den vermehrt werden ſollten. Woher alſo dieſer unge⸗ rechte Vorwurf? Sollte er nicht vielmehr die Gemein⸗ weiden und die Braͤchfelder treffen? Hier und nirgends anders ſteckt der Fehler. 48 e 236 Man wirft den Schafen vor, daß ihre Wolle hauptſächlich deßwegen in Unwerth kommen müſſe; weil bey dem beſchränkten Handel der inländiſche Verbrauch mit dem Erzeugniß in keinem Verhältniß ſtehet, und daß der Staat mehr Wolle erzeugt, als er verarbeiten und verbrauchen kann. Dieſes leidet keinen Wider⸗ ſpruch, und die Wolleerzeuger haben dieſe National⸗ induſtrie vorzüglich auf auswärtigen Handel, und her⸗ einzuziehendes klingendes Geld, berechnet. Es iſt nicht zu läugnen, daß dieſer Handel, ſo wie aller Handel, während der drückenden Continentalſperre ſtocket, er wird ſich aber wegen der gänzlichen Zerſtörung des ſpa⸗ niſchen Wollehandels, bey einem allgemeinen Frie⸗ den glänzender als je erheben; dieſes beweist, wie ſchon geſagt der Vorfall, daß die Wolle ſchon um 50 pCent. geſtiegen iſt, ſo bald ſich nur eine kleine Hoffnung eines Ausweges zeigte; und wo ſoll England, das jährlich um 4— 5 Millionen Pfund Sterling Wolle kauft, wo ſollen die Holländer und Niederländer nach dem gänzlich unbezweifelten Verfall der ſpaniſchen Schafzucht ihre Wolle hernehmen? Welcher Staat in der Welt kann dießfalls, in dem gegenwärtigen Augenblicke, mit Oſterreich Coneurrenz halten? Und ſollten die Herrn Heerdenbeſitzer dieſer Monarchie die mit ſo großen An⸗ ſtrengungen und Koſten die ihren Schafen erworbenen Eigenſchaften und Vorzüge, ſo leicht wegen eines vor⸗ übergehenden Übels fahren laſſen, und ſich aus Eng— brüſtigkeit einen Schaden verurſachen, den vielleicht ein halbes Jahrhundert nicht wieder gut machen kann? Iſt Pole ſe; wel erbrauch et, und arbeiten Wier⸗ ationale ind her⸗ iſt nicht andel, ket, er es ſpa⸗ Frie⸗ eſchon Cent. eines ch um ft, wo änzlic ht ihre lt kann , mit herrn en An⸗ rbenen es vot⸗ ſcht ein 7 4 237 es eine ſo leichte Sache Wirthſchaftsſyſteme von dieſer Art zu ändern, und über den Haufen zu werfen? Wer kann hierzu im Ernſte rathen? Es gibt aber wirklich Menſchen, welche ſo oberflächlich denken und handeln! Ich bin der Meinung, daß der Staat nichts dabey ver⸗ liert, wenn Güter von ſolchen engbrüſtigen Eigenthü⸗ mern, welche die ganze Zukunft nach einem flüchtigen Moment berechnen, andere Beſitzer erhalten; denn ge⸗ wöhnlich bringt Mangel an Betriebscapital, Kennt⸗ niſſen dc. ein ſolches Raiſonement hervor. Ein allge⸗ meiner Frieden verbreitet wieder dauerhaften Segen über alle Zweige; und ſollen wir vielleicht der glüͤckli⸗ chen Epoche, daß der Hauptmarkt des europäiſchen Wol⸗ lehandels, ſeine Richtung in das Erbkaiſerthum Oſter⸗ reich nimmt, gar keine Opfer bringen dürfen? Sollen wir ſo unconſequent handeln, uns von unſern Wirth⸗ ſchaftsgrundſätzen auf eine oberflächliche Weiſe, ohne gründlichen Erweis eines Beſſern, ableiten zu laſſen d Iſt dieſer mit unſerm Ackerbau ſo innigſt verbundene Wirthſchaftszweig, es vieileicht nicht würdig, und iſt er ſo geſchwind wieder durch eine andere bares Geld in das Land ziehende und die innere Fleiſchmaſſe ſo au⸗ ßerordentlich vermehrende Viehart, erſetzt? Mehrere benachbarte Staaten würden eine Änderung unſerer Wirthſchafts⸗Grundſätze hierin wohl nicht ungerne ſehen.— Die beſtehenden Satzungen des Rindfleiſches und der unbillige gleiche Verkaufsdurchſchnittspreis des⸗ ſelben; nähmlich daß Tafelſtücke von den beſten Thei⸗ 238 len des Ochſens, um die nähmlichen Preiſe, als von den ſchlechtern verkauft werden müſſen— das nähmli⸗ che Verhältniß als wenn unſere Müller die Kleyen in gleichem Preiſe wie das Vorſchußmehl verkaufen dürf⸗ ten— ſind es, welche auch auf die Erzeugung des Rind⸗ fleiſches nachtheilig einwirken. Aber Wahrheit iſt es, daß die Vermehrung der Schafe vieles dazu beyträgt, daß die gegenwärtig niedern, und für die Erzeuger des Rindfleiſches drückende Preiſe, beſtehen können; denn des Umſtandes nicht zu erwähnen, daß man auf einem gleichen Flächenmaße von tauglicher Weide, ein weit größeres Gewicht von Schöpſen⸗ als Ochſenfleiſch erzeu⸗ gen kann, ſo würden gegen 500,000 Stück Schafe und Lämmer weniger zur Conſumtion alljährlich in Circulation geſetzt, gewiß ſehr empfindlich, nach ſo vie⸗ len die Vermehrung der Rindviehzucht ebenfalls im Wege geſtandenen Kriegen, vermißt werden. Man ſagt: die feinen Schafe würden uns endlich zwingen, die mittlere und grobe Wolle aus dem Aus⸗ lande zu beziehen, und daß die bedeutendere Menge Menſchen mittlere und grobe Tücher bedürfe. Man vergißt aber, daß die feinen Schafe, nebſt einer mehr als doppelten Menge, auch Secunda und Tertia Wol⸗ le erzeugen, und daß, wenn dieſe Epoche einmahl kom⸗ men ſollte, wir unſern wackern Vaterlandsvertheidigern und Landleuten auch gleich jenen in England gönnen können, in ein beſſeres Tuch gekleidet zu werden, das ſie weit zweckmäßiger gegen alle Widerwärtigkeiten der Jahreszeiten ſchützet, und wenigſtens noch einmahl ſo 8½ 2 239 d zun lange dauert.— Und warum ſoll der Vaterlandsver⸗ nihni⸗. theidiger und Selbſterzeuger, ſich nicht in ein Tuch von leyen in inländiſcher Secunda Wolle kleiden, das von einer en dur Schafrace erzeugt wird, die mehr als dreyfach ſo viel e Rind Kutzen als die gemeine Landrace einteägt? In unſerm tes, daß Staate aber ſich ausſchließlich auf ſolche Schafe zu ver⸗ it, daß legen, welche keine ſo feine Wolle liefern, aber ſchwerer nger des an Fleiſch ſind, würde der Rindviehzucht noch nach⸗ nz denn theiliger werden, und dieſe ſogar aus niedern Gegenden feinem verdrängen. ein weit etzeu⸗ Neun und zwanzigſtes Capitel. Schaff Über die Zuzucht der Schafe. lih in„§. 372. d rie Von der Zeugungsmaterie hängt der Effect der lo in Befruchtung und von dieſer die Descendenz ab. Wird dieſe Materie in den beſondern Organſyſte⸗ endlih men ſchwächlich oder fehlerhaft erzeugt; ſo kann keine in Aub⸗ vollſtändige Befruchtung Statt finden; wovon doch der Menge ganze Effect der Nachkommenſchaft abhängt. . Man§. 373. er mhr Vor der Wachsthumsſtillſtandsperiode ſoll man ia Wol⸗ daher in der Regel keine Gattung des Nutzviehes zur hl kem⸗ Paarung laſſen. Die Zeugungsfähigkeit tritt erſt als⸗ ſeidigern dann ganz vollſtändig ein, wenn der organiſche Körper gönnen„ ſeine vollkommene Ausbildung erreicht hat, und die en, das regſamere Verdauungskraft in Wirkſamkeit tritt, die iten der aufgenommene Nahrung nicht nur zur Erhaltung zu nohl ſi gſſimiliren, ſondern auch zur Vermehrung ſeiner Art⸗ 240 unbeſchadet der Ausbildung des Körpers, zu verwen⸗ den. Fehlet den Erzeugern eine gewiſſe innere Lebens⸗ kraft und eine Tendenz zur Fortbildung; ſo kann ſie auch der Keim nicht haben; der beabſichtigte Zweck in Anſehung der Figur, Textur und innern Eigen⸗ ſchaft des Nachkömmlings wird verfehlt, und ein Schwächling mit Gebrechen erzeugt, der den äußern widrigen Eindrücken keinen erforderlichen Widerſtand leiſten kann. Soll daher die Nachkommenſchaft der Aus⸗ artung widerſtehen, ſo muß die Zeugung ganz voll⸗ ſtändig ſeyn. Im hohen Alter nimmt die Fähigkeit zur Zeugung ab, und höret endlich ganz auf; daher muß man zu alte Individuen nicht mehr zur Zucht verwenden, weil die Natur ihre beſten Keime in die kraftvollſte Periode des Lebens legt.— Junge feurige Böcke, und alte Mutterſchafe— und kräftige junge Mutterſchafe und alte Widder— erzeugen eine weit vorzüglichere Zucht, als wenn man altes Vieh zu⸗ ſammen paaren läßt. Die Wirkung dieſes Effects iſt auch bey andern Thieren nicht fremd. §. 374 Alles in der Welt iſt Folge einwirkender Urſa⸗ chen, folglich da die Zeugung als das Reſultat der Zu⸗ ſammenwirkung beyder Geſchlechter zu betrachten iſt, ſo muß der Effect bey den Erzeugten von den Erzeu⸗ gern abhängen. §. 375. Ddie Race iſt in naturhiſtoriſcher Bedeutung,⸗ eine beſondere der Gattung untergeordnete Art; ſie ſtehet verwen⸗ de Lehenz⸗ kann ſi ite Zweck in Gigen⸗ aund ein äußern derſtand dder Aus⸗ danz vol⸗ Fähigkeit ; daher ar Zucht e in die feurige junge ine weit Jieh zu ffects iſt ter Urſe⸗ der Zu⸗ ten it⸗ u Etzeu⸗ ung, eine ſie ſtehet 241 demnach unter der Gattung(Genus). Dieſe mag nun nur an einer Stelle der Erde, oder mehreren in Stämmen aus dem Schoße der Natur hervorgegangen ſeyn; immer wird der ſie ſich in ſo viele Racen ſpalten, als ſie in differente Klimate ſich vertheilt. Dadurch wird der Stamm ſelbſt zur Race, aber nur ſo lange, als er im angeſtammten Klima bleibt; in jedem andern Kli⸗ ma artet ſie aus, und modiſicirt ſich nach der Localität. §. 376. Aus der Paarung mit zwey vollkommen homoge⸗ nen Geſchlechtern vererben ſich unter günſtigen Umſtän⸗ den ihre Eigenſchaften und Vorzüge auf die Descen⸗ denz, und man nennt ſie reine Racethiere(eigene Species.) Die Qualitäten eines ſolchen Urſtammes, verän⸗ dern ſich unter obigen Bedingungen auf keine Weiſe. Dergleichen ſind z. B. bey den Pferden die arabi⸗ ſche, barbiſche dc. dc. Race. Bey der Hornviehzucht die ſchweitzeriſche, frirölän⸗ diſche, tyroler, ungariſche dc. Race. Bey den Schafen das gemeine Bauern⸗, das ſpa⸗ niſche Merino⸗ und Churros⸗ Schaf, das isländiſche mit mehreren Hörner, das afrikaniſche mit ungeheuern Fettſchwänzen dc. dc. §. 377. War von den beyden Geſchlechtern nur Eines ein Racethier, ſo nennt man die erzeugten, veredelte Thjere. §. 378. Thiere, welche von zwey veredelten Racen als 2 242 Mittelding zwiſchen beyden entſpringen, heißen Blend⸗ linge, und ſich die Abweichungen in der Nachkom⸗ menſchaft conſkant fortpflanzen, ſo entſtehen daraus neue Racen(Species); wenn nähmlich jede ungleichartige Paarung mit neuen Abarten auf das ſorgfältigſte ver⸗ hindert wird. §. 379. Selbſt zwiſchen verſchiedenen Arten, und nicht bloß allein unter verſchiedenen Racen, ſindet zuweilen eine Paarung Statt; und die daraus entſtehende Des⸗ cendenz heißen Baſtarde; z. B. von Hunden und Wöl⸗ fen, Pferden und Eſeln, Schafen und Ziegen, und mehreren Vögeln. §. 380. Solche Baſtarderzeugungen laſſen im Mutterkör⸗ per eine Neigung zurück, in den folgenden Zeugungen Junge zur Welt zu bringen; welche, wenn ſie auch von gleichartigen Altern entſproſſen ſind, doch in ihren Eigenſchaften von ihnen ſehr abweichen. So bringt eine Stute, die ein Mahl ein Maulthier geworfen, in der Folge ein eſelartiges Fohlen; ein weißes Mutterſchaf, das durch einen ſcharzen Widder belegt wurde, immer⸗ fort ſcheckige Lämmer hervor. Durch gleiche Paarungen werden dieſe heterogenen Eigenſchaften der Descentenz doch in der Folge wieder unterdrückt. Am auffallendſten wirken Klima und Ver⸗ baſtardirung auf Schwäche der Zeugungskraft, wie z. B. bey dem Maulthier und Mauleſel, wo ungeachtet der Vollkommenheit beyder Zeugungsaparate keine Zeugung Blend⸗ achkom. eas neue jchartige Iſte ver⸗ ad nicht nweilen de Des⸗ 1 Wll⸗ 4, und Prkör⸗ üngen mauch zihten ait eine rin der urſchaf, ommer⸗ ogenen wieder ud Ver⸗ ie B. ttet der eugung 243 Statt findet. Daher ſind eigentliche Baſtarde gewöhnlich ganz unfruchtbar, und ſchon aus dieſem Grunde gehet die Zeugung unter ungleichartigen Thieren nicht ſo vollkommen vor ſich, und die Neigung zur Paarung nimmt ſtufenweis ab. Deßwegen bleiben auch bey Stut⸗ tereyen, der Hornviehzucht und Schäfereyen, wo un⸗ gleichartige Racen zuſammengepaart werden, gewöhn⸗ lich viele weibliche Thiere gelte; und den Nachkömm⸗ lingen, welche aus einer zu ungleichartigen Paarung entſpringen, mangelt die innere Lebenskraft, und feſte Organiſation; weßhalb ſie bey Verwendung zur Zucht, wieder Schwächlinge, die dem Kampf mit Localeinſtuͦſ⸗ ſen nicht gewachſen ſind, erzeugen. §. 381. Die Begattung ſpaniſcher Widder mit einheimi⸗ ſchen Mutterſchafen, und arabiſcher Hengſte mit einhei⸗ miſchen Stutten dc. c. heißt man eine Durchkreutzung; die Herbeyſchaffung friſcher ſpaniſcher Widder und ara⸗ biſcher Hengſte zur Begattung in den bereits veredelten Racen nennt man eine Auffriſchung. §. 382. Die Durchkreutzungen geſchehen gewöhnlich nicht mit gehöriger Kenntniß, und nicht ſelten mit männli⸗ chen Blendlingen, die von keiner feſten Race abſtam⸗ men; daher denn das bunte Weſen ſo mancher Schwei⸗ tzereyen, Schäfereyen und Stutereyen, von einem un⸗ gewiſſen ſchwankenden Charakter, ſowohl in Bezug auf äußere, als innere Organiſation. Die entgegengeſetzte Wirkung bringt die Auffri⸗ 9 2 — — 9 e n 45*—“ 244 ſchung von echter Race hervor; wodurch das beabſich⸗ tigte urſprüngliche Blut erneuert, und dem veredelten Vieh angeeignet wird. Die Unterlaſſung dieſer Haupt⸗ ſache hat ſchon den Rückfall ſo mancher Schäferey⸗ Schweitzerey und Stuterey zur natürlichen Folge ge⸗ habt, daß man nähmlich allmählig von dem Grade der erreichten Höhe in das Gemeine wieder herabgeſunken iſt; daher es der Mühe lohnet, hier dieſen wichtigen Gegenſtand noch genauer nach naturhiſtoriſcher Rück⸗ ſicht zu beleuchten. drl§. 383. Die Cultur unſerer Hausthiere iſt im Grunde als ein erzwungener, und erkünſtelter Zuſtand zu be⸗ trachten; daher muß man ſich um ſo mehr der Natur möglichſt annähern, und ſeine Zwecke durch ihr ange⸗ meſſene Mittel zu erreichen ſuchen. Je weniger man die Thiere in der Jugend verzärtelt, deſto zuverläſſiger vertragen ſie ihren veränderten Zuſtand. §. 384. Auf die äußerliche und innerliche Organiſation und Vollkommenheiten der Thiere haben den weſentlichſten Einfluß.. 1) Standort, Klima, Nahrung und äußere dahin einwirkende Umſtände. 2) Wartung und Pflege. 5) Die Paarung und Dauer der Influenz des an⸗ eeigneten Blutes. §. 385. ad 1) Standort, Klima, Nahrung und äußere die me andg: ie imn heabſich⸗ redelten s Haupt⸗ Häfetey, Alge ge⸗ ade der Jeſunken ichtigen „ Ric. wyjrunde itzu be⸗ atur ange⸗ n man & ziſſiger zon und lihſten ze dahin ides an⸗ aͤußele 245 dahin einwirkende Umſtände haben nicht nur in Hin⸗ ſicht auf Größe, Farbe und den außern Körperbau, ſondern auch in Anſehung der innern Beſchaffenheit, und der organiſchen Verrichtungen, unter unſern Hausthie⸗ ren große Veränderungen und die gegenwärtigen Ei⸗ genthümlichkeiten derſelben hervorgebracht. Die meiſten Racen ſind höchſt wahrſcheinlich aus zufälligen Vered⸗ lungen entſtanden. Zerſtreut auf der unermeßlichen berfläche der Erde, bildeten ſie ſich durch ungefähre günſtige Zufälle, klimatiſch ſelbſt, und wurden in den verſchiedenen Himmelsſtrichen durch verſchiedenartige Nahrung, Behandlung und Paarung das, was ſie ſind. Mit dem Wechſel der Umſtände ändert ſich auch die Natur der organiſchen Körper; ihre Verſetzung in andere Zonen kann daher nur dann gelingen, wenn ſol⸗ che allmählich geſchieht. Unter den äußern einwirkenden Umſtänden, ſpielt der Himmelsſtrich auf das Gedeihen der Thiere die wich⸗ tigſte Rolle; indem jede Art ſo daran gewöhnt iſt, daß ſie auf der Stelle kümmert, wenn ſie aus ihrem na⸗ türlichen Himmelſtrich in einen andern verſetzt wird. Wenn Klimate, und Localitäten der Zucht der Thiere nicht entgegen ſind, ſo erlauben ſie die Kreutzung mit fremden beſſern Thieren nicht allein, ſondern bedürfen ihrer ſogar, und der Erfolg muß bey einer guten War⸗ tung allezeit gewinnreich ausfallen; aber die Kreutzung kann mit fremden Thieren, wenn man will, auch ganz vermieden werden, wo das Klima und die Localität eine eigene Zucht begünſtigen.(1 5⸗ eee 6öe 246 Bey vorſichtiger Paarung und Pflege wird ſich in dieſem Falle durch viele Generationen eine feſte, beſon⸗ dere, unveränderliche Race, von eigenen Charakterzei⸗ chen bilden, welche kaum durch fremde Racen hätten können gewonnen werden; die überdieß an Conſtitution, Kraft und Nutzen, alle veredelte Thiere ſogar übertref⸗ fen kann. Die Veredelung durch die Einflüſſe des Klima allein geſchiehet langſam aber ſicher, und endiget mit Hervorbringung einer Race, gerade ſo und nicht anders, wie ſie das Klima bilden könnte; wenn anders die In⸗ dividuen vor der Paarung mit fremdem Blut verwahrt werden. Dann indem fortwährend nur dieſelben Eigen⸗ thümlichkeiten auf einander wirken, ſo conſolidiren ſie ſich und erben immer unausbleiblicher fort, bis ſie endlich dahin gelangt ſind, ſich mit andern Raceindividuen ver⸗ edelt fortzupflanzen; folglich ſelbſt zur Race ſich erho⸗ ben haben. Iſt aber das Klima oder die Localität der beab⸗ ſichtigten Viehzucht ganz entgegen, ſo können auch die beſten ausländiſchen Subjecte, dieſes Hinderniß nicht beſiegen; die Erzeugten werden Schwächlinge und zur Ausartung ſehr geneigt. Auch kann ſich der Fall ereig⸗ nen, daß eine fremde Race von höherem Adel iſt, als die eingebornen Producte unter den Einflüſſen ihres Klimas je erreichen können. Die Veredelung will dann über eine Schranke vergeblich hinaus, die durch letzte⸗ res geſetzt iſt. Die Producte bleiben ſtets Blendlinge, wenn gleich edlere, als die Raceindividuen ihres Klimas. Hier findet nur eine Auffriſchung des Gebluͤts Statt, die d ſih i e, beſon⸗ kakterei⸗ in hätten üitution, übertref⸗ Ls Klim dget mit anderz, die In⸗ nerwahtt NEihen⸗ hiren ſie dendlich an ver⸗ etho⸗ arr beal⸗ auch die giß nicht nund zur all ereiz⸗ J it, ab Fen ihtes vill dann cli Endlinge, Klimad. Pötatt⸗ die 247 überhaupt nur da vorkommen kann„wo die Zuchten im Zuſtande ihrer reſpectiven Reinheit ſehr ſchlecht waren⸗ Für ſolche Zuchten iſt es dann offenbarer Vortheil, wenn ihnen von Zeit zu Zeit durch reine männliche Individuen mehr Energie und Dauer gegeben wird, als ſie unter ſich allein nie gewinnen konnten. Das ſinkende Leben wird im eigentlichen Sinne dadurch erfriſcht. Hat man alle Umſtände des Klimas und der Loca⸗ lität genau erwogen; ſo laſſen ſich aber auch oft durch vorzüglich gute Individuen anderer Gegenden, manche Hinderniſſe der Natur durch öftere Auffriſchungen nicht nur beſiegen, ſondern nach Maßgabe der einwirkenden Urſachen, oft eigene vortreffliche Racen dadurch bilden, oder die beabſichtigte ausländiſche Race durch überſe⸗ tzung der beyden Geſchlechter von homogenem Blut, mit dem beſten Erfolg fortpflanzen, und einheimiſch machen. Da alle Thiere im Cultur⸗ und Naturſtande ein Reſultat von der Geſammtheit der auf ſie einwirkenden Umſtände ſind; ſo muß ich von den äußern hier vorzüg⸗ lich die Wärme, Luft und das Licht anführen. Alle Weſen ſehnen ſich inſtinctmäßig nach freyer Luft, Wärme und Licht. Ein beſtimmter Wärmegrad iſt die unumgänglich nöthige Bedingung, wodurch die Erregbarkeit der Ner⸗ ven, Muskeln ꝛc. fortwährend in Thätigkeit geſetzt, die Säfte flüſſig und zu neuen Verbindungen fähig ge⸗ macht, die Organe in nöthiger Biegſamkeit erhalten 248 werden, und die Thiere an körperlicher Kraft und Aus⸗ bildung zunehmen können. Die Luft erhält das Leben der Thiere nicht allein durch das Athmen, ſondern trägt dadurch zuzleich werk⸗ zeuglich bey, daß ſie die abgenutzten oder ſchädlichen abge⸗ ſchiedenen Theile der Thiere aufnimmt, und dadurch verhindert, das die Einathmung oder Einſäugung ibrer eigenen Ausdünſtungen, ihnen nicht nachtheilig wird; ſondern ſie überläßt ihnen auch eigene Beſtandtheile als Nahrungsſtoff. Nicht minder wirkſam zeigt ſich das Licht auf alle organiſche Körper als eine nothwendige Bedingung zum Wohlbefinden. Thiere, welche lange in finſtern Stal⸗ lungen anhaltend eingeſperrt ſind, verlieren alle Kraft und Stärke, und werden zuletzt ungeſund. Viele jun⸗ ge Thiere entwickeln ſich aus Mangel des Lichtes nie vollſtändig, werden ſchwach und ungeſund, und vege⸗ tiren gleichſam nur. Das Licht und vorzüglich im Win⸗ ter das Sonnenlicht, iſt den jungen Thieren bey ihrem Beſtreben, beſtimmte Formen im Umkreiſe und ein be⸗ ſtimmtes Gefüge im Innern zu entwickeln, ſo unum⸗ gänglich nöthig, daß Mangel desſelben ſchon allein Urſache iſt, warum ſich manche Eigenſchaften fremder Racen in unſern Kerkern von Stallungen, nicht ge⸗ hörig ausbilden. Je mehr Sonnenlicht die Winterſtälle erhalten, deſto mehr muß ſich die junge Zucht arten. Der rationelle Landwirth unterläßt daher keine Gelegenheit, wo er ſeinen Zöglingen ſoviel es in ſeiner ₰ —— 1 249 nd An. Gewalt ſtehet, dieſe nöthige Bedingungen, nach Maß⸗ * gabe ihres Bedarfs verſchaffen kann. ht allein Auf das Haar, das natürliche Kleid der Thiere, ich wetk⸗ bringt das Klima und die Nahrung enfalls einen auf⸗ en abge⸗ fallenden Effect hervor. Jedem Landwirth iſt es be⸗ dadurch kannt, daß die Pferde, das Rindvieh, Schafe, Schweine⸗ ung ihrer Hunde, Katzen ꝛc., welche bey der kalten Jahreszeit eg vidd; iel im Freyen gehalten werden, ein weit ſtärkeres Addtheile Winterhaar erhalten, als alle die Thiere, welche der V Kälte und übeln Witterung weniger ausgeſetzt ſind. auf all Dieſer Effect wird dadurch hervorgebracht, daß die in V n zum die Haare aufſteigende Säfte durch die Kälte conden⸗ Sta ſirt werden, wodurch die Haare nothwendig dicker und Kraft» härter werden müſſen. g jun⸗ Die entgegen geſetzte Wirkung beingt Licht und s wie eine warme Temperatur hervor. u vege⸗ Das Licht färbt eine helle Farbe in eine dunklere⸗ 6 Win⸗ und ein gewiſſer Grad von beſtändiger gleichartiger äütem Wärme, erzeugt Weichheit der Haare und ein gewiſſes * be⸗ ſeidenartiges Gefühl, beſonders bey der Wolle. uue§. 386. n Bey der Zucht der Schafe ſind dieſe Einwirkun⸗ under gen der Wärme, des Lichts und der freyen Luft für den zcht e rationellen Landwirth, wegen des daraus erfolgenden Anrfl Effectes beſonders merkwürdig, und der glückiiche Er⸗ Jatte. fols ſeiner Bemüͤhungen, die Haupteigenſchaften der br kkin fpaniſchen Merinos Wolle zu fixiren, hängt vorzüglich rſine von der Beobachtung folgender Negel ab. Ich will die⸗ ſe Wolleigenſchaften, und die Urſachen, welche in un⸗ ſerm Klima ihr Gedeihen befördern, ihrer Wichtigkeit wegen, hier kurz anführen, und nur noch zuvor erwäh⸗ nen, daß rauhe, kalte, naſſe und anhaltende ſtürmiſche Witterung und ſchlechte Nahrung, vorzüglich ſaures Futter, der beſſern Schafzucht nicht günſtig ſind; ſon⸗ dern grobe und verkümmerte Wolle erzeugen, die ſich unmöglich ausbilden kann, weil die dazu nöthigen or⸗ ganiſchen Bedingungen fehlen. §. 387. a) Die Feinheit der Wolle, die durch ihre dünne und gleiche Ebene ihre Abſtufungen erhält, liegt in der urſprünglichen Organiſation des Thiers; je⸗ doch influiren, wie ich ſchon angeführt habe, auch äußere Einflüſſe auf dieſe Eigenſchaft des Haares; vorzüglich eine warme Temperatur und harte Grä⸗ ſer und Weiden von hinreichender Menge. Niedere Triften erzeugen nicht nur weit loſeres, ungebun⸗ deneres, kraftloſeres Fleiſch; ſondern auch eine ähnliche ſchwammige gröbere Wolle, die ſich al⸗ lezeit auch durch eine größere Länge auszeichnet. b) Die Elaſticität oder Federkraft der Wolle, eine Eigenſchaft, mittelſt welcher die Fabrikate eine ungleich ſchönere Appretur und Kern annehmen, und gleich nach der Preſſe und nicht erſt ſpäter im Lager ſich heben, liegt vorzüglich in der Race des Schafes, und die Anlage dazu iſt angeboren; je⸗ doch beweiſen Nahrung und Fütterung in unſerm Klima einen mächtigen Einfluß darauf. Alles hängt von dem Umſtande ab, ob das Fett mechaniſch oder 1 ihüigkeit erwäh⸗ rürmiſche 1 ſaures d; ſon⸗ 2 die ſih igen or⸗ ane und ziegt in Its; je⸗ , auch mares; zeGrä⸗ niedere ghebun⸗ nch eine t ſich al⸗ aichnet. Te, eine Late eine eehmen, grätet im Maeedes been: e 4 unſerm es hängt iiſch oder 291 organiſch mit dem Haar verbunden, und ob es fluider oder erſtarrter in demſelben iſt. Aus dieſem Grunde iſt die Wärme offenbar vermögend, das erſtere zu bewerkſtelligen und durch ſie das Fett in die innerſte Organe des Haares circuliren zu ma⸗ chen, wodurch dieſes weicher, geſchmeidiger und elaſtiſcher werden muß. Auch hat das Futter einen Einfluß darauf. Schafe, welche gut gefüttert wer⸗ den, dünſten ſtärker aus, und ſetzen mehr Fett in die Wolle ab, wodurch die Geſchmeidigkeit, Bieg⸗ ſamkeit, Weichheit, Seidenartigkeit und Elaſti⸗ cität gewinnt, und hiedurch ſich z. B. von Baum⸗ wolle und Flachs ſo weſentlich unterſcheidet. c) Die Reinheit der Wolle hängt auch, wie die Er⸗ fahrung lehrt, vom Boden ab. Der Seidenartig⸗ keit der Wolle kann auch ein Staub von einem Thonboden, der ſich zwiſchen die Wolle ſetzt, und ſie abſorbirt, ſchaden. Ein Sandſtaub iſt leicht durch die Wäſche aus der Wolle herauszubringen,⸗ und verdirbt die Wolle nicht in dieſem Grade. Die Merinos ſind wegen ihrer gedrungenen Vließe mehr als andere Schafe wider dieſe Nachtheile der Lo⸗ calität geſichert. Aber auch ſchon von Natur iſt die Reinheit der Wolle verſchieden; denn es entſtehen durch die Far⸗ be des natürlichen Schweißes zwey Verſchiedenhei⸗ ten. Bey einigen Racen iſt gelbe, bey andern weiße Wolle. Der dadurch entſtehende Unterſchied an Werth und Abgang im Gewicht iſt ſehr wich⸗ 8 5-„. f 8* K u * d) 110) 0 tig; weil nach Verſuchen, die mit weißem Fett dießfalls große Vorzüge vor der mit gelbem Fett hat. Nicht zu gedenken, daß ſie ſich viel beſſer, geſchwinder und mit geringerem Verluſt am Ge⸗ wichte— weiß waſchen läßt, welches bey weißen Fabrikaten wichtig iſt, nimmt ſie auch beſonders die grünen oder delicateſten Farben, weit leichter und beſſer an, als jene. Länge der Wolle hat für den Tuchfabrikanten, weil dieſer ſie ſelten kämmt, ſondern krämpelt, kei⸗ ne beſondere Reitze; dagegen iſt ſie aber zu allen Arbeiten, wozu gekämmte Wolle erfordert wird, wie z. B. zu glatten Zeugen, zu Merinos, zu Strumpfwaaren de. ſehr erwünſcht. Dieſe Eigen⸗ ſchaft liegt ebenfalls in der Organiſation des Thie⸗ res, jedoch influirt Wartung und Futter beſonders darauf. In der Regel haben Schafe von einem groben faſerichten Fleiſche aus niedern Gegenden, längere Wolle, als ſolche von einer feinern, kör⸗ nigern und feſtern Textur und in höhern Ge⸗ genden. 1 Die Gleichheit der Wolle, nähmlich die Eigen⸗ ſchaft derſelben, daß die Fäden durchaus gleich und oben nicht ſtärker als unten, ſo wie auch in ihrer ganzen Länge gleich ſind, iſt ebenfalls eine Eigenthümlichkeit der Race; aber Pflege, Nah⸗ rung und Klima, haben auch einen ſichtbaren Ein⸗ fluß darauf. Die Dichtheit des Vließes, oder eine ſtärkere Haar⸗ 253 production, wodurch ſich alle gute Eigenſchaften der Wolle conſolidiren, haben gewiſſe Racen ſchon von Natur, und es liegt in unſerer Macht durch gutes nahrhaftes Futter, die Quantität und Qua⸗ lität der Wolle zu heben, aber nicht den urſprüng⸗ lichen Organismus des Thieres zu ändern, und z. B. dünnfelligte Schafe in dichtwollige, zu ver⸗ ändern; indem dieſer Effect nur durch die Zeu⸗ gung kann bewerkſtelliget werden. Den Merinos iſt dieſe Eigenſchaft mehr als allen andern Schaf⸗ racen eigen. g) Die Weichheit und Seidenartigkeit der Wolle iſt eine der vorzüglichſten Eigenſchaften für die Tuch⸗ fabrikanten, und das zarte, weiche, ſeidenartige Gefühl derſelben, welches bey Beurtheilung des Tuches mehr als Feinheit ſchmeichelt, und den ſammtartigen Ton des Gefühls, wie bey Vigog⸗ netuch äußert, iſt nur der leoniſchen Wolle in ſehr hohem Grade nach der Waſche eigen.— Die Wär⸗ me begünſtigt dieſe Eigenſchaft der Wolle bey Veredelungen, wie ich ſchon oben erinnert habe, ſehr; indem ſie das in dem Vließ befindliche Fett der veredelten Schafe, in die innerſten Theile der Wolle verbreitet, und ſie dadurch geſchmeidig, weich, biegſam und ſeidenartig macht. Die ge⸗ drungenen Vließe der Merinos, denen das Fett organiſch mitgetheilt iſt, haben das eigene, weil ſie ſehr geſchloſſen ſind, daß ſich dieſes Fett durch eine gleichartige natürliche Wärme; von Natur mit der Wolle innigſt vereinigt, und kein Staub zur Abſorbirung derſelben ſo leicht Eingang findet. Bey einer mehr mechaniſchen Verbindung dieſes Fettes mit der Wolle können äußere Umſtände und ſelbſt das Waſchen der Wolle dieſe viel rauher machen; bey einer organiſchen Verbindung kann dieſes nie geſchehen, deßwegen fühlt ſich eine bloß veredelte, gegen eigentliche Merinos⸗Wolle, alle⸗ zeit ſpröder nach der Waſche an. Der Grund und Boden, ſo wie auch die Füt⸗ terung haben auf dieſe Eigenſchaft einigen Einfluß. Auf einem Thonboden kann dieſe Weichheit ſchwe⸗ rer in hohem Grade erzeugt werden, weil der Thon⸗ ſtaub, der ſich auf dem Thier in die Wolle legt, das Fett einwickelt. Ein mehr ſandiger als gebun⸗ dener Thonboden, und mehr erhabene als tiefe Gegenden, wo harte, kräftige Gräſer wachſen, die zugleich ein feſtes kernigtes Fleiſch liefern, und die Ausdünſtung befördern, tragen zu dieſem Ef⸗ fect bey. Weiden in Niederungen gelegen, erzeu⸗ gen kraftloſe, ſchwammige Gräſer, in denen bey dem Genuſſe ſich das thieriſche Ohl nicht ſo leicht entwickelt. Das Klima und die Lage der Gegend haben auch einen weſentlichen Einfluß auf dieſe Eigen⸗ ſchaft, beſonders wenn die Lage warm und tro⸗ cken iſt, und durch rauhe kalte Winde kein gäher Wechſel in der Temperatur und ein Zurücktreten des Fettes, Statt finden kann. me, Staub 89 findet. 1 ig dieſes mſtände alrauher eing kann ine loß Dlo ale⸗ — Bie git⸗ tsiinfluß. Stſchwe⸗ 4(Thon⸗ ac legt, An ebun⸗ dh tiefe achſen, ſten, und jom Ef⸗ 1 erzeu⸗ tten bey 5 leicht 16 haben Eihen⸗ 1 tro⸗ E igiher aktuten 255 h) Die Stärke, Feſtigkeit und Haltbarkeit, wovon die Dauerhaftigkeit des Fabrikats abhängt. 1) Der Glanz, oder die Eigenſchaft der Wolle, daß, wenn das Fett wie z. B. bey den Merinos orga⸗ niſch damit vereiniget iſt, der Glanz nach der Fa⸗ brikwaſche bey den Fabrikaten ſtark, hingegen bey der veredelten Wolle, wo dieſes Fett mechaniſch anhängt, nur ſchwach zum Vorſchein kommt; und k) Die Krausheit der Wolle, oder die Eigenſchaft, daß ſich die Wolle leicht und innigſt filzet, ein ſehr dichtes Tuch liefert, und dadurch zur Verfer⸗ tigung eines dauerhaften Fabrikats ein eben ſo ab⸗ ſolutes Erforderniß wird, als die Eigenſchaft der Stärke; dieſe Vorzüge liegen vorzüglich in der Organiſation der Race, jedoch wirkt auf ſolche auch gemeinſchaftlich das Klima, Futter und Behand⸗ lung. Der vernünftige Landwirth kann durch eine aufmerkſame Benutzung dieſer Influenzen, ſeinem Viehſtamm einen großen Vorſchub verſchaffen, und wird ſie nach Maßgabe des Bedarfs zu ihrer kör⸗ perlichen Ausbildung, ſo viel es in ſeiner Macht ſteht, zu benutzen ſuchen, und weder kalte noch dunkle Stallungen in unſerm Klima erbauen. Aus der Analogie zu ſchließen laſſen ſich aus dieſen Wir⸗ kungen für andere Thierracen nützliche Reſultate abſtrahiren. §. 388. Da die Witterung, Klima, Licht, gemäßigte Wär⸗ me, Pflege und Wartung auf die Beſchaffenheit der 5“— 4 — 256 Wolle einen ſo entſchiedenen Einfluß haben, ſo wider⸗ legt dieſes die Meinung vieler ſchon von ſelbſt; als ob die Schafe das ganze Jahr in unſerm nördlichen Klima im Stalle oder im Freyen können gefüttert werden, ohne die Wolleeigenſchaften dadurch zurückzuſetzen. Ei⸗ gends von mir gemachte Verſuche, beſtätigten dieſes auch ſchon lange verneinend. §. 389. Beabſichtiget man aber dadurch Dünger, Fleiſch, Milch, Fett und Maſtung; ſo kann die vollkommene Stallfütterung ohne Bedenken Statt haben; die Wolle wird aber dadurch in einigen Generationen, ja in we⸗ nig Jahren einen ſehr bedeutenden Abſchlag erhalten, den ganzen Nerv und ihre charakteriſtiſche Eigenſchaften nach und nach verlieren. §. 390. Die Schafe hingegen im Sommer bey beſtändiger Witterung mit, auf anpaſſendem Boden gewachſenem Mengefutter von klein geſchnittener grüner Futterey und Stroh, in Horden auf den freyen Feldern, und im Winter mit trockenem Gehackfutter von 1 Theil Stroh und 3 Theil Heu bey Hauſe zu füttern, läßt ſich in Bezug auf die Wolle leicht vereinbaren, und es kann durch dieſe Manipulation viel Dünger auf den Pferge⸗ Feldern und im Stalle gewonnen werden. §. 391. Sonderbar iſt es, daß die Haare in einem merk⸗ würdigen Verhältniß zu den Fleiſchfaſern ſtehen. So liefert ein feinhaariger Ochs ein weit kürzeres und deli⸗ —— ————————— 8 ſo wide 1. Ol 257 t 33806 kateres Fleiſch als ein ſtrupp und dickhaariger, welcher hen Ain grobfaſeriches abwirft. Die Schafe von kurzer Wolle 3t medn, haben ein Fleiſch von derbem Kern, das ſchwer und ftbe von gutem Geſchmack iſt⸗ jene von längerer Wolle entn dis haben. ein verhältnißmäßig lockeres Fleiſch, das leichter im Gewicht und weniger wohlſchmeckend iſt. Die ſpa⸗ niſchen Schafe übertreffen aber die unſerigen an zartem d gui feinen Jleiſche⸗ indem gewöhnlich die Faſern ihres de⸗ beic⸗ likaten Kernfleiſches nicht allein mit Fett durchwachſen ſlonmm ſind, ſondern dieſes auch zwiſchen dem Fleiſche und den rdie Wil beſondern Muskeln der Fall iſt; und die Verſchiedenheit a i der Feinheit der Wolle an den verſchiedenen Theilen alerhalta, des Körpers ſtimmen, was höchſt wichtig iſt, mit der daſcaft Güte des Fleiſches dieſer Thiere genau überein. Jedes Schaf hat an den Seiten und Rippen die feinſte Wolle; dagegen an den Keulen die gröbſte, und eben ſo ver⸗ ſtändiger hält es ſich mit der Qualität des Fleiſches. g vachſenem§. 392. un Futtere ad 2. Wartung und Pflege. Mit der Veredelung Pan. nd der Thiere kann man mit großer Beſtimmtheit verfah⸗ „ 1 Nhll ren, ſobald man die Elemente der thieriſchen Organi⸗ In, it ſation kennt, und nach den daraus abgenommenen Re⸗ dn, undd geln zu Werke gehet. dr auf da§. 303. gelden⸗ Iſt der Fötus zum individuellen Leben gezeitiget, ſo bedarf das junge Thier vor allem der nöthigen äu⸗ um melke ßerlichen Einfluͤſſen, und der Nahrung, um ſein Leben 4 6o fortſetzen zu koͤnnen. Es liegt in der Natur eines jeden e und del⸗ organiſchen Körpers, vor allem ſo weit es ihm ſeiner 4 R vͤͤ “ 11 94. 8“ 258 Individualität nach möglich iſt, zu wachſen, und zu dieſem Behufe fremde Materien, ſo weit ihm dieſe homogen ſind, in ſeine eigene, zur vermehrten körper⸗ lichen Kraft und Ausbildung, umzuwandeln. Schutz wider alle Hinderniſſe der organiſchen Functionen, reich⸗ liche und weiche Nahrung, Reinigung von allem mög⸗ lichen Unrath und Ungeziefer, Entfernung aller Urſa⸗ chen, welche den Körper ſchwächen; Beſoörderung des nöthigen wohlthätigen Einfluſſes der Temperatur, ſtär⸗ kenden Luft, der Sonne und des Lichts ꝛc. Alle dieſe Umſtände befördern dieſes. §. 394. Eben ſo gewiß, als eine ungeſchickte Behandlungs⸗ art der Thiere die beſte Race vernichten kann, eben ſo beſtimmt kann eine ſachkundige Pflege, einer in das Sin⸗ ken verfallene Thierart wieder aufhelfen; jedoch nicht weiter als bis zu demjenigen Grade, als die Verſchlech⸗ terung durch zweckwidrige Behandlung angefangen hatte. Je zärter der Keim iſt, deſto behutſamer muß man mit ſeiner Entwickelung verfahren; indem er deſto leich⸗ ter darin unterbrochen werden kann; und Thiere, die in ihrer Jugend verdorben wurden, werden bey der ſpätern größern Sorgfalt demungeachtet für immer ver⸗ dorben bleiben, und Schwäche, nebſt Hang zu vielen Krankheiten in ſich behalten. Hierdurch bleiben die edel⸗ ſten Anlagen in ihnen unentwickelt, die beſten Keime verkümmern und bleiben durch ihr ganzes Leben un⸗ reif.— Wird hingegen ein Thier, gleich von ſeiner Geburt anfangend gehörig behandelt, ſo nimmt es die ihr ——— 259 und n der Race eigene feſte Conſtitution an, widerſteht ſonach ihm diſe* gewöhnlich den widernatürlichen Einflüſſen einer Ge⸗ en körxer gend, die außerdem bey Veredelungen oft nie beſiegt 3. Scut werden können. aen, nick.§. 395. em mäg⸗ Allezeit ſtehet das Landvieh mit der Weide, dieſe aller Urſe⸗ aber mit der Güte des Bodens im Verhältniſſe; je här⸗ rung des ter und kräftiger jene iſt, deſtomehr gewinnen die Sub⸗ dur, ſtär⸗ ſtanzen der Thiere an phyſiſcher Schwere, an Feſtigkeit, K llle dieſe Geſchmack und Geruch. §. 396. Bey allen Thieren hat die natürliche Reproduction Kedlungs⸗ V ihre natürlichen Gränzen; die Kunſt aber hat der Na⸗ geben ſ tur das Geheimniß abgelockt, ſolche über den Zweck der⸗ iasSin⸗ ſelben auszudehnen. lh wit Die wilde Kuh oc. gibt nur ſo viel Milch, als das ſcleh⸗ Kalb zu ſeinem Unterhalt bedarf. Durch ein wiederhohl⸗ en hatt. tes Einweichen der Zitzen und unausgeſetztes Melken; uuß mc ſo wie auch durch reichliche, weiche Nahrung kann man V nicht bloß die Quantität der Milch, ſondern auch die V Dauer der Milchzeit verlängern. Bey feſtgeſetzter Be⸗ 691 ich. zeſto lelch⸗ 4 1 V obachtung dieſer Kunſtgriffe, gehen dieſe Eigenſchaften meera. bey gehöriger Paarung in die Natur der Thiere über; tu vüln die ganze Organiſation richtet ſich darnach, und wäh⸗ di dde rend die Wirkungen auf die Nachkommenſchaft über⸗ en Keime gehen, entſtehen dadurch zugleich oft eigene nützliche 4 Racen, die nach Maßgabe ihrer innern Organiſation, ze eine vor der andern fähig ſind, dasjenige Futter, das 4 ſ mehr als zu ihrer Lebensunterhaltung nöthig iſt, bald n R 2 26⁰0 ſtärker in Fett, in Milch oder Fleiſch, bald in größere Kraft und größeren Körperbau dc. abzuſetzen; bald un⸗ genutzt durch die Ausleerungswege wegzuſchaffen. Je mehr und früher aber der thieriſche Körper zur Reproduction gereitzt wird, deſto ſchwächer betreibt er ſein individuelles Wachsthum. Junges Vieh, welches zu früh zur Zucht und Milchnutzung verwendet wird, bleibt ſchwächlich und klein. §. 397. ad 3. Von der Paarung und Dauer der Influenz des angeeigneten Blutes. Man kann auf dreyerley Weiſe zu einem Viehſtamm gelangen. 1) Durch die Veredelung einer Race in ſich ſelbſt; 2) durch das Kreutzen und Auffriſchen; 3) durch die Herbeyſchaffung einer ausgewählten Race, und durch die reine Fortpflanzung derſelben von väterlicher und müt⸗ terlicher Seite. . 398. Racen, die zu jedem der vorgeſetzten mannigfalti⸗ gen Zwecken am geſchickteſten ſind, hervorzubringen, und in ſich ſelbſt fortzupflanzen, iſt bey uns in Deutſch⸗ land, meines Wiſſens noch nicht üblich. Es gibt ohne Zweifel ſehr viele ausgeartete und verkümmerte Racen, die ſo heterogen ſind, daß aus ihrer Paarung nur ein zweckloſes Thier hervorgehen kann. Die in einem Lande eigenthümliche Race kann in ſolchen Umſtänden aber durch die Vermiſchung mit einer fremden, nach und nach ganz oder größtentheils in dieſe verwandelt, wenn die maͤ ungü venie dbet ſchi deg Klin niger litäte chen ihres höher te Ve In guüßerr 3 bald un⸗ den. hürxerzur Atreibt er 2eInfluen, Sey Weiſe th ſelbſt; K(irch die zmurch die nd müt⸗ wrniigfeli⸗ obiingen deutſt⸗ übt one we Jan, a nut emn m lande Nden üler 41 undnac I wemn di 261 erhaltenen Blendlinge ſtets mit Originalindividuen der fremden Race gepaart werden; allein die verdrängte Landesrace kommt allmählig wieder zum Vorſchein, ſo⸗ bald dieſe Vermiſchung aufhört, oder das Klima die Gleichartigkeit des Organismus nicht vollendet. Der Grad des Adels(Güte) welcher die Zuchten einer beſtimmten Gegend durch ihre Rückbildung zur Race erlangen können, richtet ſich jederzeit nach der günſtigen Beſchaffenheit des Klima, daher kann die all⸗ mählig entſtehende Race beſſer aber auch ſchlechter wer⸗ den, als die eigentliche Landesrace. §. 399. Wahrhaft reine Racethiere eignen ſogar unter den ungünſtigſten Umſtänden ihrer Nachzucht mehr oder weniger von ihren urſprünglichen Eigenſchaften an; aber in einem weit vollkommeneren Grade entwickeln ſich ihre vorzüglichen Eigenſchaften, wenn die Umſtän⸗ de günſtig ſind. Blendlinge mit Raceindividuen ihres Klimas gepaart, werden ſchnell und dauerhaft veredelt. §. 400. Was veredelte Thiere anzeugen, iſt mehr oder we⸗ niger conſtant und am unzuverläſſigſten ſind jene Qua⸗ litäten, welche von Blendlingen, gleichviel unter wel⸗ chen Umſtändeu hervorgekommen ſind. Blendlinge mit bloß ſchlagmäßigen Individuen ihres Klimas gepaart, können durch die Zeugung nicht höher als bis zum Schlage gebracht werden. Die ferne⸗ re Veredelung kann nur das Klima bewirken. Blend⸗ —„—* -““ u 262 linge mit Blendlingen gepaart, erzeugen ſelten etwas gutes, vielmehr entſtehet fortſchreitende Ausartung. §S. 401.. Die Paarung unter Blutsverwandten iſt nur in ſolchen Fällen, wenn man die Race durch ſich ſelbſt ver⸗ beſſern möchte, unzuläſſig, wo die Gegend mit einer beabſichtigten Viehveredlung im Widerſpruch ſtehet. In dieſem Falle wird die Nachzucht allerdings von Ge⸗ neration zu Generation tiefer herabſinken, und ſie nur dann in Aufnahme kommen können, wenn die Paa⸗ rung mit einer dem Klima, und Grund und Boden entſprechenden beſſern Race geſchieht. §. 402. Wo dieſe Umſtände aber von der Art ſind, daß 4 ſie die Ausbildung einer ſchönen nützlichen Landrace be⸗ günſtigen, und wo man die Koſten nicht verwenden will oder kann, eine fremde Race von anerkannten nütz⸗ lichen Eigenſchaften von beyderley Geſchlecht anzuſchaf⸗ fen, da iſt und bleibt es Hauptregel: Vermeidung der Kreutzung und Begünſtigung der Begattung unter Blutsverwandten. Durch die Befolgung dieſer Regel, hat man in vielen Ländern ſchon viele vortreffliche Ra⸗ cen gewonnen, und bloß allein durch die Befolgung derſelben können wir unſere Rindviehzucht nach den ver⸗ ſchiedenen Zwecken auf die leichteſte und natürlichſte Art empor bringen. Man hat dieſe Methode ohne Zwei⸗ fel noch zu wenig nach richtigen Grundſätzen betrieben, den Zweck bey der Auswahl der Thiere, nicht zur Haupt⸗ ſache genommen, und ſich beſonders durch das Vorur⸗ ſit einer ſtehet von Ge⸗ ſie nr die Pan⸗ Boden d, daß ace be⸗ wenden ten nuͤt⸗ nyuſchaf⸗ dung der ag unter er Regel, liche Ne— zefelgung h den bel⸗ atürlihſe dne Jwi⸗ bettieben, ur Haubt 3 Verur⸗ 263 theil gegen die Verwandtſchaft davon abſchrecken laſſen, indem dieſe der Gleichartigkeit des Organismus wegen, doch am geſchickteſten zu einer vollkommenen Zeugung führt. Es liegt allerdings in der Gewalt des Menſchen, auf dieſe Eigenſchaften und Formen der Thiere zu in⸗ fluiren, ja ſie nach und nach ganz in ſo weit es nur Klima und Localität geſtatten, nach ſeinen Abſichten zu lenken, wenn er nach den Geſetzen der plaſtiſchen Natur zu verfahren weiß. Es war ein faſt allgemein verbreitetes Vorurtheil, daß eine Veränderung der männlichen Thiere, um die Blutsfreundſchaft zu verhindern, zur Erhaltung eines guten Viehſtandes jeder Art unumgänglich nöthig ſey, vorurtheilloſe Beobachtungen lehren aber, daß man je⸗ ne Zwecke weit geſchwinder und ſicherer erreicht, wenn man männliche und weibliche Subjecte der ausgewähl⸗ ten reinen Race unter ſich, mit ſorgfältiger Vermei⸗ dung fremder Einmiſchung fortpflanzt. §. 403. Es gibt noch viele Schäfereybeſitzer, wo man ge⸗ fliſſentlich immer andere aus ſolchen veredelten oder Blendlingsſchäfereyen abſtammende Widder zur Paa⸗ rung verwendet, welche mit den erſten oder vorherge⸗ henden Springböcken gar keine AÄhnlichkeit oder Ver⸗ wandtſchaft hatten. Sie nennen dieſes Verfahren das Kreutzen, und erzeugen ſo nichts, als verbaſtardirte Ba⸗ ſtarde, daß es ſchwer hält aus einer ſolchen Muſterkarte des Nachwuchſes, etwas einem eigenen Schlage ähnli⸗ ches, herauszufinden. 264 Mit der Zuzucht des Hornviehes und der Pferde gehet es im Allgemeinen noch ſchlechter. Man betrach⸗ tete die Veredelung der Viehzucht zu einſeitig, und glaubte, ſo wie man durch Propfreiſer wilde Obſtbäu⸗ me dahin bringt, daß ſie edle Früchte erzeugen, daß durch einen in eine Heerde gebrachten Springſtöhr auch hier Veredelung erfolgen werde. Man ſah nicht auf die Abkunft desſelben, ſondern man blieb an einer gefälli⸗ gen Auſſenſeite des ſchönen ſtehen, und vergaß das wah⸗ V re Gute und die Hauptſache darüber. Hätte man die tägliche Erfahrung beherziget, daß ſelbſt die reifſten Samen von den ſchönſten Obſtarten nie, in keinem Falle, wieder dieſe edle Obſtgattung liefern, ſondern neuerdings mit einem ſchon edeln Propfreiſe gebelzt werden müſſen, ſo hätte man nicht erzeugte Blendlinge zur Fortpflanzung verwendet, und ſo ſelbſt noch das dauerhafte der einheimiſchen Race ver⸗ dorben.— Nur, wenn vom nähmlichen Stamme, von welchem das erſte zur Veredelung eingeführte männliche Individuum war, wenn von gleicher Güte und Adel ein neuer bey dem Abgange oder Unvermögen desſelben, wäre eingeführt worden, ſo hätte endlich durch viele Generationen ein eigener Schlag eingeführt werden kön⸗ nen; wozu aber eine ununterbrochene Fortfolge dieſes genauen Erneuerens des männlichen Individuums von reiner Abkunft, nothwendig iſt. Würde man die an den Pflanzen ſchon gemachte zweyte Erfahrung auch auf die Thiere angewendet ha⸗ ben, daß nähmlich der Baum, welcher von einem wil⸗ —2 — — N— ———— — 265 nine V den, dem Klima einheimiſchen Samen erzogen worden denc. iſt, mit edeln Propfreiſern gepropft, edle Früchte trägt 3, und und ausdauert, wo der vom gebelzten Samen erwach⸗ bftbiu ſene Stamm neugebelzt, ſchwächlich wird und leicht er⸗ u, daa krankt und abſtirbt, ſo würde man erzeugte Blendlinge dt ech nicht wieder ſo leichterdings verwendet haben, welche alfde als Schwächlinge weniger Kraft beſitzen und früher giie eingehen. as woh⸗§. 404. b Ich will demnach hier unterſuchen, welche Indi⸗ t, deß viduen nach der Regel zur Paarung verwendet werden arten können? Attung Sind die Erzeuger gleichartig, ſo muß es unter ſeden günſtigen Umſtänden auch der Erzeugte werden; indem dnicht. es ſich nach einem phyſiologiſchen Princip beſtätiget, und daß alle Thiere Abkömmlinge erzeugen, die nicht nur e ver⸗ in ihren innern Gemüthseigenſchaften und äußern Ge⸗ h, veon ſtaltsvorzügen bey günſtigen Umſtänden übereinſtim⸗ inlche men, ſondern auch gleiche Neigung zu Fehlern beſitzen. Adl Die Organiſation richtet ſich in Hinſicht auf Ge⸗ alben, ſtalt und Textur nach dem angeerbten Grundriß des d viel Keims; der Beſchaffenheit nach, hängt ſie von der Ver⸗ enkin ſchiedenheit der Materialien und ihrer Zubereitung ab. iis§. 405. ans rn So wie die Race(Species) unter der Gattung b(Genus) ſo ſtehet das veredelte Vieh unter jener.— madte— Letzteres kann durch Auffriſchungen eine genaue Gleich⸗ förmigkeit in der äußern Bildung erhalten, aber nie conſtant in die Veredelungsrace übergehen; jedoch nach 266 Maßgabe des Klimas und der Localität eine eigene ähnliche Race ſich daraus entwickeln, welche, wenn ſie ſtets den nähmlichen klimatiſchen Einflüſſen ausgeſetzt, und mit keinem fremden Blut geſchwängert wird, end⸗ lich einen ganz eigenen Charakter annimmt, welcher ſich zuletzt auf die Nachkommen vollkommen, ſo wie bey jedem Racevieh, gleichartig vererbt. Derley veredel⸗ tes Vieh mit bloß ſchlagmäßigen Individuen eines frem⸗ den Klima gepaart, nehmen vom Schlage nur ſo lan⸗ ge an, als derſelbe noch etwas an ſich trägt, das ihnen mangelt. Alle weitere Vollkommenheiten kann dann nur noch das Klima geben. §. 406. Blendlinge ſind die unvollkommenſten Thiere, in⸗ dem die äußere und innere Organiſation ſchwankend und ungewiß iſt, und aus dieſem Grunde aus dem Effect ihrer Paarung, Producte von einer ähnlichen Abkunft erfolgen. Sie entſpringen: a) Wenn zweyerley Racen zuſammen gepaart werden. b) Aus Racen mit Ver⸗ edelten. c) Aus Racen mit Blendlingen. d) Wenn zweyerley Arten von Blendlingen zuſammen gepaart werden. e) Aus Veredelten und Blendlingen, und f) aus Blendlingen mit Blendlingen, Dieſes iſt der Geſichtspunct, wornach die Blend⸗ linge beurtheilt und ihr ſtufenmäßiger Werth und ihre Zuläſſigkeit zur Veredelung geſchätzt werden müſſen. Sie können übrigens unter den bey veredeltem Vieh ange⸗ führten Bedingungen endlich auch eine eigene Race her⸗ vorbringen; jedoch allezeit nur mit einem weit größeren A e eigene wenn ſi gett, aird, end⸗ welcher ſo wit veredel⸗ tes ftem⸗ ſo lan⸗ as ihnen ann nut re, in⸗ nd und Effect bkunft „Racen at Ver⸗ Wenn agepaott und 1) Plend⸗ und ihre ſen. Oit eh ange⸗ lace hel⸗ gößeten 267 Zeitaufwand, als durch Racethiere; und ſolch veredel⸗ tes Vieh, welches durch öftere Auffriſchungen ſchon eine feſte Organiſation angenommen hat, gewöhnlich aber entartet die Descendenz, ſich ſelbſt überlaſſen, wieder zum Ziele der niedrigſten Vollkommenheit, und gehet end⸗ lich wegen der angebornen Erbfehler ganz in das Ge⸗ meine über. Blendlinge mit Blendlingen, aus einem fremden Klima gepaart, koͤnnen, wenn dieſe guter Art ſind, wohl gute Junge liefern, aber nicht in die Dauer. Im Betreff der Pferde ſind die edelſten Blendlinge, die es bis jetzt gibt, die engliſchen Renn⸗ und Jagdpferde; die Descendenz davon artet aber ohne Auffriſchung mit arabiſchen, barbſchen oder bengaliſchen Blut in einem fremden Klima ſchnell aus. Die Veredlung verſchwin⸗ det, ſobald die Urſachen aufhören. §. 307. Wir wiſſen ja aus täglicher Beobachtung, daß die reifſten Samen von den edelſten Obſtſorten, ohne eine ununterbrochene Veredlung, Willdlinge liefern, welche kaum die Spuren ihrer Abſtammung zeigen. Einen unverkennbaren Beleg für dieſen Satz liefern die jetzt wilden amerikaniſchen Pferde, welche von dahin ge⸗ brachten veredelten ſpaniſchen Pferden abſtammen. Sie ſind ſich ſelbſt überlaſſen, allbereits ſo tief in ihren ur⸗ ſprünglichen Schlag herabgeſunken, daß man ſie noch häßlicher findet, als die verwildeten Pferde Rußlands, weil letztere von Race⸗Pferden und erſtere nur von Veredelungen abſtammen; welche ſich ſelbſt überlaſſen, 268 mit einer jeden ſpäteren Generation an Güte und Brauch⸗ barkeit verlieren. §. 408. Nach dieſen Vorausſetzungen läßt ſich feſtſetzen; daß Racen als reine und edle Thiere ihrer Art, die ge⸗ wöhnlich nebſt Schönheit, Symetrie des Körpers, und entſchiedenen nützlichen conſtanten Eigenſchaften, zur Verbeſſerung ſchlechter Vieharten, am ſchicklichſten und vorzüglich geeignet ſind, in Verfall gerathenen Stämmen aufzuhelfen, und dem ungünſtigen Klima nützlichere Thiere, durch ihre angeborne Kraft, abzuzwingen. Nur von ſolchen Thieren kann man hoffen, daß ſie eine lan⸗ ge Lebensdauer haben werden, welche von ganz geſun⸗ den Ältern erzeugt worden ſind, wenn ſie in ihrer er⸗ ſten Jugend durch eine hinlängliche Nahrung auch nicht zu Schwächlingen, ſondern ohne alle angeerbten Ge⸗ brechen zu geſunden Thieren ausgebildet worden ſind. Dieſe werden bey einer nicht zu ſchnellen Umſiedlung ſelbſt fremde Himmelsſtriche und Ungemächlichkeiten der Witterung vertragen. §. 409. Sollen Racethiere in ihrer Vollkommenheit ſich erhalten, ſo muß als unerläßliche Bedingung jede un— gleichartige Paarung mit andern Abarten auf das ſorg⸗ fältigſte vermieden werden, und man muß in der Re⸗ gel die Abkunft eines jeden einzelnen Thieres, von Ge⸗ ſchlecht zu Geſchlecht durch Stammregiſter genau wiſ⸗ ſen; indem ein ſolches echtes Racethier von väterlicher und mütterlicher Seite die Veredelungen in ungleich geſchwindern Graden beſchleunigt, als Individuen von bloß veredelter Art; ob ſie gleich 50 und mehr echte Väter in ihrer Stammtafel aufzählen, auch ſich äußer⸗ lich von einem Racethier nicht mehr unterſcheiden. §. 410. Man glaubte ſehr oberflächlich, daß nur das männ⸗ liche Individuum den Adel, die Schönheit und das charakteriſtiſche wahre Gute auf die Nachzucht vererben müſſe; das weibliche, welches doch um vieles den größ⸗ ten Einfluß auf die Entwickelung des neuen Geſchöpfes hat, und in deſſen Innern der Fötus bis zur Geburt genährt wird, und das Blut der Mutter einſauget, wurde gar nicht betrachtet. England, dem alle Mit⸗ tel der Veredlung der Pferdezucht zu Gebothe ſtehen, wo der Werth der Pferde, jeden zu ihrer Zucht auf⸗ fordert, wo ſo anſehnliche Belohnungen, und bey Wett⸗ rennen ſo große Summen zu gewinnen ſtehen, erzweck⸗ te durch Jahrhunderte nur ein edles Pferd, und führt noch fortan die edelſten Araber oder Bengalen, zur Erneuerung ihres ſonſt an Baſtarden wieder verſchwin⸗ denden Adels ein. §. 411. Die Racethiere müſſen alle ein gewiſſes auffallen⸗ des Anſehen verrathen, das die Natur gleichſam als Ausprägung ihrer Kraft, bey dem Zeugungsgeſchäft charakteriſirt. §. 412. Man muß in der Regel die Vorfahren eines In⸗ dividuums, das zur Zucht dienen ſoll, ſo genau ken⸗ 1„ 3 270 A nen; wie die Araber die Stämme ihrer Zuchthengſte, b einech 1 1 von denen mit homegenen Stutten gepaart, eine ganz † zahl 7 V fehlerloſe Nachkommenſchaft entfällt.— Nie muß man Hert 3 aus Nebenabſichten die Reinheit der Race aufopfern, Blu wenn dieſe z. B. nicht eine ausgezeichnet große Statur vielnt beſitzt. Es kann zwar z. B. ſeyn, daß das ſchwerere die V Vließ von einem größern Thier, mehr Wolle, oder eine zun größere Race von Kühen mehr Milch, als eine kleinere alen gibt; aber dafür freſſen ſie auch doppelt ſo viel, und weſ liefern kein ſo qualitätmäßiges Product, weder an 4 ſtiin Fleiſch noch an Milch oder Wolle. ſondn §. 413. dram Am ſchicklichſten, wohlfeilſten, und mit dem ent⸗ ſtanih ſprechenſten Erfolge werden ſie verwendet, wenn man„ gen, beyde Geſchlechter in die Gegend, wo man eine Ver⸗ nen beſſerung beentzweckt, verpflanzt, ſolche durch gleiche Paarung in ſich ſelbſt vermehrt, während man von der b 1 männlichen Descendenz die Landracen veredelt!— In vufn dem Maße als die reine Race ſich progreſſiv vermehrt, Rin kann nach und nach das veredelte Vieh, nach erreichter Vollzähligkeit vermindert werden, bis endlich der ganze a Viehſtamm aus reinem Racevieh beſtehet. V Dieſes iſt die ſicherſte und wohlfeilſte Art, einem ene fremden Viehſtamm unverändert in der vollſtändigen da Reinheit ſich eigen zu machen, und ſeine Heerden da— nindt durch conſtant zu veredeln. ten a Geſetzt, man kauft ſich 12— 24 Pferde, Kühe oder I erzeu Schafe, und ein paar männliche Subjecte von einer Art 1 reinen beabſichtigten Race, ſo wird man daraus nach werind n man de Ver⸗ gleiche woon der — u ermehtt, erreicher der ganze t, einem ſtändigen erden d⸗ bühe ode von einer aus nah 271 einer beſtimmten Reihe von Jahren eine größere An⸗ zahl reiner Art erziehen können, und die fortdauernde Herbeyſchaffung männlicher Individuen von reinem Blute nicht mehr nöthig haben. Dieſes Verfahren führt viel ſicherer, ſchneller und wohlfeiler zum Zweck, als die bloße Anſchaffung von männlichen Thieren, indem zum Behuf der Auffriſchungen und Durchkreutzungen alle Jahre neue Summen für friſche Widder erfordert werden. Es laſſen ſich dadurch nicht allein ganze Di⸗ ſtricte nach und nach mit den beſten Racen beſtiften, ſondern auch eine wohlüberdachte Handlungsſpeculation daraus machen; indem man die Aufzucht zum Gegen⸗ ſtande des Handels wählt, wodurch die erſten Ausla⸗ gen, ungeachtet ihrer Koſtſpieligkeit, bald gedeckt ſeyn werden. §. 414. Ferner kann man durch Kreutzungen und durch Auffriſchungen, wie uns die Erfahrung bey der Pferde⸗ Rindvieh⸗ und Schafzucht lehrt, die Zucht der einhei⸗ miſchen Racen ſehr verbeſſern, und für Rückfall be⸗ wahren. Alle zahmen Schafe ſind Varietäten, welche von einem einzigen Hauptgeſchlechte, ſo wie alle Hunde, Katzen, Ziegen oc. unter den vierfüſſigen Thieren; nicht minder alle Apfel⸗Birn⸗Pflaumen⸗Kirſchen⸗Sor⸗ ten dc. in dem Pflanzenreiche durch zufällige Umſtände erzeugt worden ſind. Propft man eine oder die andere Art auf einen Mutterſtamm, ſo wird ſich dieſelbe un⸗ verändert erhalten; will man aber dieſe veredelte Art 272 durch Samen in ſich ſelbſt erzeugen, vermehren und fortpflanzen, ſo kommen eine Menge Varietäten, aber nie die veredelte Art zum Vorſchein, welche alle mehr oder weniger wieder nach dem wilden Mutterſtamm zu⸗ rückarten. Gleichen Gang beobachtet die Natur auch im Thierreiche. Die Methode des ſogenannten Kreutzens, welche bey der Schafzucht hier zu Lande angewendet wird, beſteht eigentlich in dem Kreutzen der Racen, um durch die Vorzüge des einen, die Fehler des andern zu ver⸗ beſſern. Dieſe Art das Vieh zu verbeſſern, um ein ge⸗ wiſſes gewünſchtes Reſultat hervorzubringen, führt bey Veredlungen am geſchwindeſten, bis zu einem gewiſſen Grade, zum Ziele. §. 415. So nützlich aber dieſe Methode des Kreutzens in manchen Fällen, und beſonders bey Veredlungen des Viehes ſeyn kann, ſo iſt dabey die größte Sorgfalt und Überlegung in Anſehung eines reinen Samens von un⸗ bezweifelter Abſtammung nothwendig, damit um Scha⸗ den zu verhüten, die Thiere in der Art zuſammenge⸗ bracht werden, daß eine unbezweifelte Verbeſſerung er⸗ folgen muß. Denn man iſt ſeither weder im Pflanzen⸗ noch im Thierreiche ſo weit gekommen, zufällige Varietäten bleibend zu machen, und wenn man daher einen Blend⸗ lingsbock zur Zucht verwendet, ſo beſtätigt ſich das phyſiologiſche Prinzip, daß die gezeugten Abkömmlinge gewöhnlich die Neigung zu Fehlern ihrer Alterväter an 8 12 ko vten und iten, ahet alle mehr ir auch in u3, wele det wid, zum ducch un zu ver ein ge aführt bey ngewiſeen atens in agen des Ifalt und w von un⸗ rum Sch⸗ mmenxe⸗ ſerung e⸗ tl⸗ noch Win Larietiten den Bumn⸗ t ſch d ömmünge erväter an ſich haben, und mit zur Welt bringen. Hierdurch wer⸗ 273 den oft ſehr nützliche Racen verſchlechtert. Wenn man ſich aber, wo es z. B. auf Wollen⸗Veredlung an⸗ kömmt, echter ſpaniſcher Raceboͤcke zum Kreutzen bedie⸗ nen kann, ſo iſt die weſentlichſte Verbeſſerung, die man beabſichtigt, bey zweckmäßigem übrigen Verfahren, nicht zu verfehlen; und obgleich Klima, Weide und an⸗ dere Urſachen bey dem Vieh mehrere Veränderungen zuweilen hervorbringen: z. B. im Betreff der Farbe, wenn derley Vieh bey Umſiedelungen mehr beleidigen⸗ den Einwirkungen der ungünſtigen Witterung ausge⸗ ſetzt wird, und ihren Körper erſt ſtufenweis an derley Veränderungen gewöhnen müſſen, daß ſolche aus einer verurſachten dießfälligen Schwäche dem wilden Stamm⸗ ſchafe ſich nähert: ſo bleibt doch der ſpecifiſche Charakter desſelben bey dieſer Methode derſelbe. §. 416. Sorgfälltigſte Auswahl der vollkommenſten Race⸗ thiere derſelben Art, untrügliche Gewißheit von ihrer reinen Abſtammung, nebſt gehöriger Aufmerkſamkeit, daß ſie zweckmäßig gepflegt werden, muß unvermeidlich jede Art von Viehzucht auf den höchſten Grad der Voll⸗ kommenheit bringen, und denjenigen, welche auf Woll⸗ veredlung losarbeiten, und eine Wolle, welche der echt ſpaniſchen in allen Eigenſchaften nahe kommt, haben wollen, bleibt kein ſichereres Mittel übrig, als das Kreutzen, durch echte original ſpaniſche Böcke von vã⸗ terlicher und mütterlicher Seite. Nur fröhne man doch nicht länger dem Vorurtheil, zu glauben, daß wenn S 274 man in dem Beſitze eines derley qualitätsmäßigen Thieres iſt, man dennoch beſtändig die Stöhre wech⸗ ſeln müſſe, und das der Vater z. B. die Tochter, und der Bruder die Schweſter nicht beſpringen dürfe.. Dieſes ſind ſchon längſt bekämpfte nichtige Vor⸗ urtheile, über welche man ſich ſchon längſt hinausgeſetzt hat; und wer im Beſitze eines vorzüglichen Bockes von echtem Blut iſt, der benütze ihn ohne Furcht in derſel⸗ ben Linie und Familie ſo lange, bis man nicht einen edlern und vorzüglichern von noch ausgezeichneteren Ei⸗ genſchaften für die Mutterheerde von eben ſo verläß⸗ lich echtem Geblüt erhalten kann. Auf dieſe Weiſe kann man vorzüglich die bleibenden und natürlichen Eigenſchaf⸗ ren einer Race, wodurch ſie in ihrem äußern Anſehen kenn⸗ bar wird, bey einer Heerde ſixiren. In Anſehung der Paarung ſollte es daher unveränderliches Syſtem ſeyn, das die vorhandenen alleredelſten männlichen Indivi⸗ duen eines jeden beſondern Stammes erſt nach der ſchärfſten oft wiederhohlten Vergleichung und ſpitzſin⸗ digſten Beurtheilung, Sachkenntniß und Kritik, jedes Jahr, ohne Rückſicht auf Blutsverwandſchaft zu neh⸗ men, ausgewählt, und ſodann mit den vorzüglichſten und vollkommen ausgebildeten Mutterſchafen derſelben Race gepaart werden, welche mit eben ſo kritiſchen Augen als die Widder durch das Mikrometer beleuch⸗ tet werden müſſen, wodurch, ſo wie auch bey zweck⸗ mäßiger übriger Wartung und Pflege nie eine Ausar⸗ tung Platz greifen kann, ſondern da im Gegentheile nebſt der ſorgfältigſten Behandlung bey einer jeden 1 zmäͤßigen hte weh⸗ htet, und tige⸗Var⸗ audgeſett pockes von kin derſel⸗ acht einen dteren Gi⸗ verläß⸗ iſe kann nenſchaf⸗ n kenn⸗ eun ener jeden 275 Race nur auf eine Hauptvervollkommnungs⸗Eigen⸗ ſchaft, z. B. höchſte Feinheit der Wolle mit außeror⸗ dentlicher Elaſticität, Kraft, charakteriſtiſcher Milde und Geſchmeidigkeit, Dichtheit, Menge, Krümpe⸗ kraft ꝛc. vergeſellſchaftet, oder auf Fleiſchproduction ge⸗ arbeitet wird, ſo müſſen ſich bey ſo vorſichtig zu Werke gegangener Paarung und übrigen Pflege, dir charak⸗ teriſtiſchen Eigenſchaften auffallend in den Nachkömm⸗ lingen entwickeln, indem der innere Tipus organiſcher Bildung immer ſtärker die Richtung der Kunſt aſſimilirt. §. 417. Veredeltes Vieh, das durch öfteres Auffriſchen mit dem orginellen Blut noch in keine mit dem Klima und der Localität harmonirende, eigene Race, von fe⸗ ſter innerer und äußerer Organiſation umgewandelt, oder durch die Begattung von eigenem Blute noch in keine eigene Race iſt conſolidirt worden, davon ſind die männlichen Individuen zur Paarung minder tauglich; weil ſie ihren Nachkömmlingen noch keine bleibenden Eigenſchaften aneignen können, und ſolche gewöhnlich mit den Fehlern ihrer Vorältern zugleich zu beſchenken pflegen. Aber eben wegen der durch ſo vielfältige Erfahrun⸗ gen erprobten wichtigen Wahrheit, daß die Ratur ge⸗ gen die ihr aufgedrungenen Formen Jahrhunderte wie⸗ derſtrebt, und im Streit bleibt, ehe alle organiſche Theile und Formen eines ſolchen Thieres von innen und von außen gleichartige Geſchöpfe, wieder zu erzeugen, genetiſch Bebilder und befeſtiget ſind, und aus dieſer S 2 276 V Urſache gewöhnlich die erzeugten Abkömmlinge die Dis⸗ poſition zu Fehlern ihrer Älterväter an ſich haben, und mit zur Welt bringen, kann man eben nie vorſichtig genug mit der Nachbildung der Merinos ſeyn, damit unſere zur Veredlung beſtimmte Mutterſchafe durch den imprägnirt werdenden Samen, von den vollkommenſten Race⸗Böcken zu gleicher Aſſimilation belegt werden; denn ſo wie wir ohne dieſe fremde Zumiſchung von Stöh⸗ ren von echtem reinen Blute, ohne beſtändig wieder⸗ hohlten Reitz der genetiſchen Kraft, dieſes unterlaſſen; ſo ſetzt man ſich dem Rückfalle der allbereits errunge⸗ nen Vortheile der Veredlung aus, indem die Natur auf ihre Urbildung nach Maßgabe der auf das Thier wirkenden Urſachen, mehr oder weniger zurück zu arten trachtet; auch in manchen Fällen ſich in Jahrhunderten kaum permanent überwältigen läßt; wie dieſes das Bey⸗ ſpiel von den ſorianer Merinos und der wieder ausge⸗ arteten wilden ſpaniſchen Pferde in Amerika, im Gro⸗ b ßen beweiſet. Wie die Zuchten allmählig edler werden, wenn ein günſtiges Klima auf ſie einwirkt, oder wenn ſie zweckmäßig mit fremden Individuen gepaart werden; V ſo werden ſie auch beſſer, wenn man die nachtheiligen Einflüſſe der Cultur nach und nach abwendet, oder durch paſſendere Lebensart den nachtheiligen Einwirkungen des Klima entgegen arbeitet. §. 418. Bey unſern vaterländiſchen Schafveredlungsge⸗ ſchäften bleibt daher die Auffriſchung des Blutes durch echte ſpaniſche Race⸗Bocke noch eine höchſt nothwendi⸗ *— 8*. 3 “ “ “ 44 Lie D en, und srſichti G damit ech den tnenſte Terden; * Stih⸗ zeieder naſſen; dunge⸗ ſöſatur Adhier krten agerten Bey⸗ atusge⸗ Gro⸗ Perden, d wenn Ferden; Heilgen rdurc ungen ngsge⸗ 3 durch wendi⸗ 277 ge und weſentlich wichtige Sache, bis einmahl die vere⸗ delt werdenden Heerden zu einer eigenen Race ganz conſolidirt, und alle Organe des Thieres ſo geformt ſind, daß ſie mit den klimatiſchen Eigenheiten des Lan⸗ des, des Bodens, der Producte, und überhaupt allen örtlichen Umſtänden, in keiner Reibung mehr ſtehen; indem es ein beſtätigtes phiſiologiſches Prinzip iſt, das die Thiere die Fähigkeit beſitzen, Abkömmlinge zu er⸗ zeugen, die in ihren Anlagen und Vorzügen, oder in den ſie überwiegenden Fehlern gleiche Neigung haben. §. 419. Wo aber Racethiere gar nicht zu bekommen ſind, da haben die Veredelten doch allezeit den Vorzug vor den Blendlingen. §. 420. Daß man ganz eigene Racen, begünſtigt durch Klima und Localität, auch durch Veredlung gewinnen kann, die wieder beſondere Eigenſchaften in ſich verei⸗ nigen, und auf ihre Nachkommen vererben, ſo lange die Racen rein erhalten werden, lehrt die Erfahrung, bey allen Thiergeſchlechtern. Wie viele Jahre aber da⸗ zu erforderlich ſind, bis die Influenz des angeeigneten Blutes, bey einer zu veredelnden Race conſtant bleibt, dieſes läßt ſich ſchlechterdings nicht beſtimmen; indem die Beſtandtheile der Pflanzen, Verſchiedenheit des Bodens, Localitäten, Waſſers, Klimas und anderer einwirkenden Urſachen einerſeits, dann die verſchiede⸗ nen Temperamente, Neigung, Gleichartigkeit, Kraft und Dispoſition der beyderſeitigen Geſchlechter ſo durch⸗ 278 kreutzend und verſchieden wirkend influiren, auch ſich oft in ihren Wirkungen wiederſtreben, daß dieſe Frage nie genau erörtert werden kann. Bey Pferden und ſol— chen Thieren, die der Regel nach mehrere Jahre Zeit bedürfen, ehe ſie zur Paarung gereifet ſind, fixirt ſich dieſe Epoche ſpäter, als bey ſolchen, die früher reif werden. Wenn ſich die Individuen zwey verſchiedener Racen paaren, muß das Product nothwendig ein Blend⸗ ling werden, es nimmt die Eigenthümlichkeiten von jeder Art an, gewöhnlich aber den größern Theil von jener Art, in deren Klima es erzogen wird. Die durch eine ſolche Vermiſchung hervorgebrachten Eigenſchaften verſchwinden aber allmählig wieder, ſobald man die Paa⸗ rung unter den Blendlingen zuläßt, ſo zwar, daß nach einigen Generationen der bisherige Blendling ganz wie⸗ der in ſeine urſprüngliche Race zurückfällt. Die Ver⸗ edlung verſchwindet, ſobald die Urſache aufhört. So er⸗ halten die Engländer ihre edlen Pferde nur dadurch, daß ſie von Zeit zu Zeit friſche Hengſte aus Arabien, Per⸗ ſien, oder Bengalen ſich verſchaffen, und ſo dem Rück⸗ gange der veredelten Pferde zur Landesart wehren. So wird auch die Verſchlechterung veredelter Schafe un⸗ vermeidlich, ſobald man die Anffriſchung der Blendlin⸗ ge durch Original⸗Merinos unterläßt.— Je mehr Ei⸗ genſchaften durch das Klima allein, oder auch noch durch Kultur und Zeugung bey Zuchten eines beſtimmten Klima Beſtändigkeit gewinnen; deſto mehr Einheit wird in dem Organismus herrſchend. Da aber nur das, durch die Harmonie aller ſeiner Eigenſchaften vollkommene ten bo heil von ie durch ſchaften ie Paa⸗ ß nach iz wie⸗ Ver⸗ So er⸗ c, daß , Per⸗ n Rüt. en. Eo afe un⸗ lendlin nehr bi⸗ 279 Thier am gewiſſeſten ſich ſelbſt weiter fortpflanzen kann; ſo müſſen die Producte nothwendig um ſo vollkomme⸗ ner und reichlicher ausfallen, je mehr der bisherige Blendling ſich dem Schlage und endlich der Race nä⸗ hert, welche gleichſam als Repräſentant der möglich vollkommenſten Organiſation da ſteht. §. 421. Nach meinen genauen Verſuchen kann man die zuverläßigſte und geſchwindeſte Veredlung durch weib⸗ liche Subjecte erzielen, und die Summe der Vollkom⸗ menheiten, welche z. B. von einem original ſpaniſchen Mutterſchafe und einem Widder von gemeinen Land⸗ ſchafen entſpringen, ſind unter gleichen Umſtänden oft um ein Viertheil größer, als von einem original ſpani⸗ ſchen Widder und einem gemeinen Mutterſchafe. Wird nun ein ſolches von einer original ſpaniſchen Schafmut⸗ ter entfallenes Bocklamm im geſtandenen Alter mit ſeiner Mutter gepaart, ſo erhält man in der zweyten Generation nicht ſelten ſchon eine ſo vorzügliche Descen⸗ denz, als durch einen original ſpaniſchen Bock mit ver⸗ edelten Schafen aus der dritten Generation erfolgt. Die Urſache dieſer Erſcheinung, daß die Mutter mehr Einfluß auf das Junge, das ſich in ihrem Innern während einer mehr oder weniger langen Dauer entwi⸗ kelt, beweiſet und hartnäckig behauptet, iſt wohl nicht ſchwer zu finden, und nach der Anaglogie zu ſchließen, muß dieſer Effect allen Thieren eigen ſeyn. §. 422. Die männlichen Blendlinge dürfen, wo die Vieh⸗ „ 9 4 280 zucht mit einem glücklichen Erfolge betrieben werden ſoll, der Regel nach nur in dem Falle zur Zucht ver⸗ 8 wendet werden, wenn kein reines Stammvieh und veredelte Individuen, die ſchon mehrere Auffriſchungen von Originalblut angeeignet erhalten haben, zu haben ſind, oder ſolche zu theuer befunden werden. Es findet unter ihnen keine beſtimmte Gleichför⸗ migkeit in der äußern Conformation Statt, und ihre Descendenz trägt nicht nur geringe Spuren von veredel⸗ ter Abkunft, ſondern wird gewöhnlich auch mit den 1 Fehlern ihrer Vorältern betheilt. Ihr Werth zur Paa⸗ rung iſt aus oben angeführter Claſſiſication mit der 4 Bemerkung zu entnehmen, daß die aus Veredelten — — 1 V und Blendlingen erfolgende männliche Individuen nur ö* im äußerſten Falle, und jene aus Blendlingen mit V li Blendlingen wegen des ſchlechten und zweifelhaften m Effects nie zur Paarung zu verwenden ſind. Wenn alſo die beſte Körperbildung durch unrich⸗ d tige Paarung, durch Klima, Lebensart, Pflege, Ab⸗ richtung, den Gebrauch und mancherley Gewohnheiten gehindert wird, und die zweckmäßigſte Fortpflanzung 1 eigentlich das Reſultat einer vollendeten, folglich har⸗ moniſchen Organiſation iſt; ſo muß ſie nothwendig um ſo unvollkommener geſchehen: a) jemehr eine Race durch Verbaſtardirung ſich verunähnlicht; b) je nachtheiliger das Klima influirt; c) je zahlreicher die ungünſtig ein⸗ d wirkenden Einflüſſe der Cultur ſind, ſo daß bey Fort⸗ ſetzung dieſer widrigen Umſtände, am Ende die Gat⸗ 1 tung völlig vernichtet werden könnte. , mwerden zucht ver rieh und iſchungen zu haben Jleichfät⸗ and ihke veredel⸗ imit den tar Paa⸗ init der edelten ken nur n mit ahaften unric⸗ ge, Ah⸗ inheiten dlanzung lich ha⸗ dig um ace ducc theiliger ſtig ei⸗ ey Fort⸗ ie Gat⸗ 281 §. 423. So entſcheident nützlich das Kreutzen in ſehr vie⸗ len Fällen iſt; ſo verderblich wird es alsdann, wenn ein an ſich feſter und guter Schlag dieſer Manipulation unterzogen wird; indem man öfters ſogar keinen andern Zweck damit beabſichtiget, als dem lächerlichen Vorur⸗ theil zu fröhnen, die Paarung unter Blutsverwandten zu verhindern. Der Schlag bildet ſich, wenn veredeltes Vieh oder Blendlinge eines beſtimmten Klimas der Race dieſes Klima nacharten, ſobald ſie aufhören ſich mit de⸗ nen eines andern Klimas zu vermiſchen, wodurch ſie nach und nach den Charakter des Schlages erreichen: d. h. die Individuen rücken ſich einander näher, vorzüg⸗ lich in Anſehung der Größe und Proportion der Glied⸗ maßen, dann des Naturells. Sie arten auch ſchon in der Vermiſchung mit fremden merkhar an; allein auf an⸗ derm Boden und bey anderer Nahrung verlieren ſie ſchnell wieder die angenommenen Proportionen. Da⸗ gegen werden die Eigenſchaften eines Schlages, wenn man ihn unvermiſcht erhält, von einer Generation zur andern immer dauerhafter; ſo das am Ende aus dem Schlage eine eigene Race entſteht, wenn Klima und Zeugung frey, d. h. ohne alle Cinflüſſe der Cultur wir⸗ ken; da dieſe jeden natürlichen Prozeß abändern, und die Natur gleichſam irre machen. In Gegenden, wo derley nützliche, gute und entſpre⸗ chend brauchbare Viehracen zu Hauſe ſind, ſoll man ſie, da ſolche Fälle ohnehin nur ſparſam vorkommen, ſtets 1e eee ee 5un S 9 28²2 durch die Fortpflanzung der beſten Individuen durch ſich ſelbſt zu fixiren ſuchen, wodurch man am ſicherſten und dauerhafteſten ſowohl die ökonomiſche als phyſiologiſche Veredlung bewirkt; und die Kreutzung nur dann ein⸗ treten laſſen, wenn ſie unſern Bedürfniſſen nicht ent⸗ ſprechend befunden werden. Muß aber gekreutzt oder aufgefriſcht werden, ſo geſchehe dieſes ja immer nur mit Individuen, die von reinem Blute abſtammen, und ſelbſt rein und edel ſind: nie aber von einer Familie, deren Echtheit zweifelhaft iſt. §. 424. Man hat überhaupt genommen bey der Vered⸗ lung der Thiere durch das Kreutzen, grobe Fehler be⸗ gangen, und iſt dabey bis jetzt, ſo wichtig dieſes The⸗ ma auch für jeden Staat iſt, noch in der Ausführung zu keinen allgemeinen ſyſtematiſchen Grundſätzen gekom⸗ men, welches die Geſchichte der Pferde und Stutte⸗ reyen, des Rindviehes und der Schafe beweiſet. Man behandelt die Paarung dieſer Thiere von verſchiedenen Racen, nach Launen und Vorurtheil, ohne feſte Grund⸗ ſätze zu haben. Man begnügt ſich gewöhnlich an einer gefälligen Außenſeite und bekümmert ſich ſelten um die Abkunft. Eben dadurch iſt faſt aller Orten eine ſo bunte Miſchung aus mannigfaltigen Blendlingen, die nichts Sefne⸗„ nichts charakteriſtiſches mit einem eigenen blage haben, entſtanden.— Veredlung iſt nichts anders, als Sammlung der zerſtreuten Charaktere edler Art von Vielen, und deren ͤbertragung auf ein einzi⸗ ges Individuum; ſo wie ſolche umgekehrt bey der Ver⸗ S. —, rrh ſich en und logiſche ön ein⸗ at ent⸗ 3t odet gr nur en, und nilie, zered⸗ ae be⸗ Mhe⸗ aitung gm⸗ Otte⸗ Ran ichenen ) zund⸗ m ener n die Tunte ict enen jiidtz edler — iinii⸗ Vet⸗ 283 edlung von dem Einen ſich an Viele verloren und zer⸗ ſtreuten. So wie aber das Sichverlieren dieſer Charak⸗ tere nur gradweis geſchah, ſo kann auch die Concentration derſelben nur nach und nach geſchehen und zwar eben ſo durch die Einflüſſe des Klimas entweder allein, oder durch dieſe und die Zeugung, oder durch die Cultur, wie ſich dann auf eben dieſen Wegen einſt die Gattung an Racen, dieſe an veredeltes Vieh, Blendlinge, Ba⸗ ſtarden und die kraftvolle Conſtitutionen ſich an ſchwäch⸗ lichere verloren haben. Raceindividuen ſind alſo geſchloſſene Ganze, in ih⸗ rem Organismus herrſcht die vollkommen paſſende Zu⸗ ſammenſtimmung ihrer Art in allen Theilen, und bloß allein durch einen Urſtamm von dieſer Art kann man bey Veredlungen, wenn durch die Begattung die Bil⸗ dung der Ältern unverrückt auf die Jungen übergeht, den Zweck erreichen, daß die Individuen nach vielen Generationen einen permanenten Tip annehmen, deren Charakter unwandelbar wird; wodurch nur dasjenige entſteht, was wir, als der Gattung untergeordnet, Race nennen. Wahre Racen lernt man aber nur da kennen, wo die Thiere noch in freyen Heerden leben, wie z. B. die Merinos in Spanien. Selbſt in England iſt die eigentliche arabiſche, barbiſche und türkiſche Pferde⸗Race in ihrer vollen Rein⸗ heit äußerſt ſelten; nähere oder entferntere Abkömm⸗ linge derſelben, aber ſchon mit anderem Blute vermiſcht, kauft man da unter dem Nahmen Hunters oder Jagd⸗ pferde um hohe Preiſe. Der Hengſte von dieſem Schla⸗ ———— 284 ge bedienen ſich die Landleute, welche ſich auf Pferde⸗ zucht zum Verkauf legen, und vermiſchen damit ihren urſprünglich weit beſſer zur Arbeit geeigneten Schlag. Von dieſer Art iſt faſt alles, was in das Ausland gehet, und von dieſer Abart ſind die engliſchen Hengſte und Zuchtſtutten, in die man in ausländiſchen Stuttereyen, einen ſo hohen Werth ſetzet, die ein ſehr gemiſchtes Blut enthalten, und den Einwirkungen des Klimas nicht zu gedenken nur eine unbeſtimmte und ſehr unſichere Ab⸗ kunft, wie dieſes die tägliche Erfahrung lehrt, liefern können. Die Pferde haben in Yorkſhire faſt ſämmtlich einen Antheil von arabiſchem und barbiſchem Blut; in andern hat ſich der Schlag von großen ſtarken Wagen⸗ pferden, in andern jene der unterſetzten, harten und ausdauernden Ackerpferden rein erhalten, und dieſe rei⸗ ne Arten erfüllen ihren Zweck auf eine ungleich voll⸗ kommenere Weiſe. §. 425. Nach der Regel müſſen bey der Veredlung der Thierarten die genaueſten Stammregiſter geführt, worin ſtrenge kann nachgewieſen werden, von welchen Stamm⸗ ältern ſie entfallen ſind, und bloß durch eine genaue Evidenzhaltung, wegen der Dauer der Influenz des an⸗ geeigneten Blutes, ſoll man aus ſolchen Veredlungen und Blendlingsanſtalten männliche Individuen zur Zucht verwenden, indem die Erzeugenden, den Ab⸗ kömmlingen kein größeres Quantum von Vollkommen⸗ heiten in der Regel aneignen können, als ſie ſelbſt be⸗ ſitzen; und dergleichen unveredeltes Vieh und Blend⸗ ferde⸗ ihren ſchlag. ehet, e und reyen, Blut ictzu e Ab⸗ jefern ntlich t; in der orin mm⸗ naue 4 an⸗ ungen ar zur A⸗ men⸗ ſt be⸗ lend⸗ 285 linge überdieß die Neigung haben, ihre Abkömmlinge jedes Mahl mit einer Portion Erbfehler zu betheilen. §. 426. Die Periode der Zeugung und Wachsthumsſtill⸗ ſtandes läßt ſich übrigens vorzüglich durch härtere Nah⸗ rung, Bewegung, Einwirkung des Sonnenlichtes und der freyen Luft, und durch ein nicht zu lange währen⸗ des Säugen befördern; das Gegentheil tritt ein, wenn man junges Vieh längere Zeit ſäugen läßt, mit wei⸗ cher Nahrung füttert, eine ſorgfältige Abſonderung der Geſchlechter beobachtet, damit der Zeugungstrieb nicht zu früh eintritt. Ein zu frühes Entwöhnen iſt, ſo wie ein zu ſpätes aus phyſiologiſchen Gründen oft gleich un⸗ räthlich. Durch die Zeugung wird übrigens die Veredlung von innen bewerkſtelligt, wenn aber der Effect den Er⸗ wartungen nachdrücklich entſprechen ſoll, ſo müſſen mit den innern Bedingungen, die äußern Umſtände alle⸗ zeit in Harmonie gebracht werden; daher alle jene äu⸗ ßere Hinderniſſe ſorgfältig beſeitigt, dagegen aber die günſtig einwirkenden Potenzen, ſo viel es in unſerer Macht liegt, einwirkend gemacht werden müſſen, welche das Gedeihen unſeres Nutzviehes hindern oder befördern können. Dreyßigſtes Capitel. Verſchiedene Arten die Heerden zu nutzen. §. 427. Ich kenne in unſern Ländern dreyerley Arten, wie man die Heerden zu benutzen pflegt, ein Mahl wenn der Beſitzer derſelben ſie auf ſeinen eigenthümlichen oder Pachtgründen ſelbſt benutzet; dann wenn man von ei⸗ nem Grundbeſitzer nur die Stallungen und Hutgerech⸗ tigkeit auf den Feldern pachtet; endlich wenn man die Heerde auf getheilte Nutzung austhut. §. 428. Die erſte Art iſt die gewöhnlichſte und hat unſtrei⸗ tig den Vorzug vor allen. Da ſie bey uns allgemein üblich iſt; ſo will ich mich ihrer Beſchreibung enthalten. §. 429. Die Vortheile der zweyten Art ſind in den mei— ſten Fällen für den Schäfereybeſitzer ſowohl, als für den Grundbeſitzer vortheilhaft. Gewoͤhnlich bedingt ſich letz⸗ terer den Dünger oder das Pfergen gegen das erforder⸗ liche Streuſtroh aus, und es handelt ſich nun darum, wie beyde Theile in Betreff des Pachtzinſes, und des Preiſes wegen des erforderlichen Heues und Futterſtro⸗ hes einig werden können. Derley Pachtungen ſind für Kavitaliſten geeignet, die ihr Geld nicht in Handelsverbindungen ſtecken wol— len, ſich lieber Heerden kaufen, und ihre rechtmäßige Nutzung durch den Verkauf der Wolle und einer gewiſ⸗ ſen un 2 ſen Zahl von Schafen, nach Abzug der Vorauslagen und Unköſten nutzen wollen. §. 450. Die dritte Art beſtehet darinn, das die Heerde auf getheilte Rutzung, an einen Territorialbeſitzer auf eine gewiſſe, durch einen Contract beſtimmte Zeit, weg⸗ gegeben wird; und daß letzterer nach Verlauf der ſtipulir⸗ ten Contractjahre, eine ausgemachte Zahl von Vieh als Eigenthum überkommt. §. 33 1. Unſtreitig iſt dieſe Art der Benutzung beyden Thei⸗ len ſehr nützlich; dem Verpächter, indem ſie ihn in die angenehme Lage verſetzt, eine Heerde zu haben, ohne das er ſelbſt die Aufſicht darüber zu führen, oder Schä⸗ fereyen in Beſtand und eigene Regie zu nehiei nöthig hat; dem Pächter aber, daß er allmählich nach Verlauf der Contractjahre, den Beſitz einer Heerde erlangt, wo⸗ für er bloß Sorgfalt und einen geringen Koſtenvorſchuß verwenden durfte, ja daß ihm bey ſeh veredelten Heer⸗ den, durch gehörige Pflege, die Wolle und Viehver⸗ kauf, während der Dauer der Contraetjahre zuweilen doppelt und dreyfach ſoviel eingetragen haben, als er ſein Futter auf eine andere Art hätte benutzen könnenz folg⸗ lich daß ihm nach Verlauf des Contractes nicht nur ein ſchöner Überſchuß an barem Gelde, ſondern über die⸗ ſes noch ſein ganzer Antheil an Vieh, umſonſt zu ſte⸗ hen kommt.— Gewöhnlich werden derley Contracte auf eine Dauer von zwölf Jahren errichtet. Ich kenne nur zweyerley Arten wie derley Heerden verpachtet wer⸗ 288 den; und da ich ſelbſt auf beyderley Art Merinos Heerden auf eine zwölfjährige Dauer vermiethet habe, ſo will ich beyde kurz beſchreiben. Die erſte Art beſteht darin, daß der Empfänger des Viehes die ſämmtlichen Unterhaltungslaſten ganz allein auf ſich nimmt, dafür—¾ der alljährlichen ſämmt⸗ lichen Einnahme, den ganzen Dünger und nach Verlauf des Contractes auch 3 des Viehes, nachdem ſolches in möglichſt gleiche Theile ausgeſucht worden, durch das Loos empfängt. Der Geber des Viehes bedingt ſich ge⸗ wöhnlich nach Qualität ſeines Viehes und jenem, was ſchon auf der Schäferey vorhanden iſt aus, das ihm die Zahl ſeiner zugebrachten Heerde einfach oder doppelt ent⸗ gegengeſetzt, daß dieſe Zahl von dem Augenblicke der übergabe ein gemeinſchaftliches Nutznießungs⸗Eigen⸗ thum iſt, daß dieſe Heerden auf eine gewiſſe Einwin⸗ terungszahl nach und nach vermehrt werden, und daß im Verhältniß, als ſich dieſe Zahl der Vollzähligkeit nähert, die ſchlechteren Schafe nach und nach ausgebrackt werden müſſen; ferner daß er alljährlich ein Drittheil von dem Bruto⸗Ertrag, während der Dauer des Con⸗ tractes zu genießen hat, und nach Ende der Contract⸗ jahre, ein Drittheil des ſämmtlichen Viehes durch die Entſcheidung des Looſes nach den Cathegorien der Heer⸗ den zu empfangen hat. Die zweyte Art beſteht darin, das der Geber die Stammheerde allein gibt, ohne das ſolche von dem Empfänger durch eine gewiſſe Zahl anderes Vieh wie⸗ derlegt wird. Bloß der Dünger iſt gegen die Verab⸗ — —— Heerden will ich Npfänger len gan⸗ eſämmt⸗ Verlauf dlches in ach das t ſich ge⸗ n, was hm die ailt ent⸗ te der digen⸗ awin⸗ ad daß khügkeit zebract )eitthel Ses Gon⸗ gontract⸗ Aurch di eer heet⸗ deber die von dem zieh wie⸗ Veral⸗ reichung des nöthigen Streuſtrohes ein Eigenthum des Grundbeſitzers, alle übrigen Einnahmen und Empfän⸗ ge werden halbjährig getheilt; ſo wie auch alle und jede Auslagen entweder gemeinſchaftlich oder von dem Grundeigenthümer allein getragen. Der Geber des Viehes bedingt ſich bey Errichtung des Contractes das nöthige Futterquantum für ſein Vieh, und die Zahl⸗ zu welcher der Einwinterungsſtand nach und nach muß gebracht werden, aus. Das Futterſtroh liefert der Em⸗ pfänger unentgeldlich, das Heu aber muß demſelben entweder zur Hälfte, nach einem billigen Marktpreiſe, von dem Geber des Viehes erſetzt, oder nach Umſtän⸗ den auch gratis gegeben werden. Nach Verlauf der Contractjahre werden die Heer⸗ den in zwey gleichen Theilen verlooſet. Bey dieſer Art von Verträgen tritt der Empfän⸗ ger des Viehes gleich in das Miteigenthums⸗ und Nutznießungsrecht, und erhält eine anſehnliche Heer⸗ de, die ihm, wenn ſehr veredeltes Vieh übergeben wor⸗ den iſt, durch alljährlichen Verkauf an Wolle und Vieh ſeine Vorauslagen reichlich erſetzet. Da ich ſchon mehrere Contracte dieſer Art mit Merinos Schafen eingegangen bin, und ſich meine Heerden alljährlich vergrößern; ſo lade ich Liebhaber von derley Contracte ein, ſich an mich zu wenden. 58 15 54 4 3 290 Ein und dreyßigſtes Capitel. Vom Melken. §. 432. Sowohl phyſiologiſche Grundſätze, als auch die praktiſche Erfahrung beweiſen, daß das Melken der Veredlung der Schafe und Verfeinerung ihrer Wolle ſchädlich iſt. Es kann alſo hier keine Rede davon ſeyn. Bloß bey ſchweren großen Fleiſchſchafen, die des Fleiſches und nicht der Wolle wegen, in tiefern analo⸗ gen Fettweiden leben, und ernährt werden müſſen, kann das Melken, wenn man nicht zu lange damit anhält, ohne Schaden des Fleiſches und der Race mit Vortheil Statt finden. Wo man aber feine elaſtiſche Kraftvolle erzeugen und derley Racen verbreiten will, darf dieſes aus leicht begreiflichen Urſachen, nie ge⸗ ſchehen.— Zwey und dreyßigſtes Capitel. Von den Zuwachsheerden durch die Anziehung der reinen Race. §. 433. Die Nothwendigkeit reiner Stammſchäfereyen, in welchen ſich auch von mütterlicher Seite kein hetero⸗ genes Blut eingemiſcht hat, iſt zur Erzeugung der Widder die erſte Haupterforderniß bey einer anſehn⸗ lichen Schäferey, und für jeden Beſitzer einer beträcht⸗ lichen Heerde von ſolcher Wichtigkeit, daß man nicht kei ſich kun 291 .. anſtehen muß, wo man ſie haben kann, ſolche um je⸗ 7 den Preis ſich zu verſchaffen. Der Vortheil davon beſteht darin, daß man mit der, in der Veredlung begriffenen Heerde, zugleich eine auch de kleine Stammheerde von reinen Merinos⸗Müttern zu lten dr erhalten ſucht, ungefähr ſo viele, als erforderlich ſind, Velk die nöthige Zahl Böcke fuͤr ſeine Heerde aufzuziehen, en ign um dadurch alljährlich ein beträchtliches Kapital für den e. Einkauf von Springwiddern von einem unzweifelhaften „anäk Urſtamme in Erſparung zu bringen. Der Schäfereybeſi⸗ nſen, tzer ſetzt ſich dadurch ſicher, daß er bey ſeinen Einkäufen dun zur Kreutzung oder Auffriſchung mit keinen Widdern d. uſ von einer dunkeln und zweifelhaften Abkunft betrogen — werden kann; er gewinnt den Vortheil, daß er ſich die ſſt beträchtlichen Auslagen, die nöthigen Zuchtböcke für uil⸗ die Veredlung ſeiner Heerden nach und nach erſparet; he d kann in dem Verhältniß, als ſich ſeine Stammheerde vergrößert, ſeine Veredelte vermindern und dadurch el. die gehabten Vorauslagen für jene, nach und nach mit hohen Procenten hereinbringen— endlich aber bey er⸗ nehung reichter Vollzähligkeit ſeiner Stammheerde einen auf ſolide Grundſätze berechneten einträglichen Viehhandel mit ſeinen überzähligen Stammſchafen betreiben; in⸗ Jgen, dem es bekannt iſt daß man ſich durch die Kreutzung zu hetue⸗ keiner conſtanten Stammſchäferey ſchwingen kann; man de* daher in dieſen Umſtänden auf die Bockanzucht Ver⸗ ns zicht leiſten, und ſie Schäfereyen von völlig reiner Ab⸗ 8 kunft endlich wird überlaſſen müſſen. zetäh Denn ich wiederhohle es, die Eigenſchaften und nicht nn uic T 2 4 3 292 8 Fehler der Vorfahren kommen bey den Nachkömmlin⸗ ſid 1 gen wieder zum Vorſchein, und ein mittelmäßiger aber ¹ de echt edler Widder hat nicht nur den Vorzug, die Race keit 4 in ihrer ganzen Auszeichnung zu erhalten, ſondern er⸗ zeugt auch Thiere, die ſchöner ſind, als diejenigen, ern welche von einem weniger edlen Stöhre abſtammen, Ef wäre dieſer auch der Geſtalt nach jenem überlegen. §. 434. ge Eine Einrichtung von dieſer Art erfordert zwar b vo anfänglich ein kleines Anlage⸗Kapital, das ſich aber 3 mit Wucher verzinſet. Die größte Schwierigkeit beſtehet ge gewöhnlich darin, ein derley echtes Vieh von reiner Ra⸗ ce in der Nähe finden zu können: dann muß man ſolche aus der Ferne hohlen laſſen; ſo iſt das Riſico und die ſbn damit verknüpften Reiſekoſten etwas beträchtlicher; die⸗ n, ſes alles aber kommt mit dem dadurch erzielt werden 6 könnenden permanenten Nutzen in keinem Vergleich. de §. 435. 1 Derley Merinos laſſen ſich bis in ein ſehr hohes d Alter zur Zucht verwenden, und ich beſitze ſelbſt Thiere 1 von dieſer Art, von 14—15 Jahren, die noch geſun⸗ 1 de Lämmer erzeugen. Man kann überhaupt nur von p jenen Thieren hoffen, daß ſie eine lange Lebensdauer haben werden, welche von ganz geſunden und vollkom⸗ menen Ältern erzeugt worden ſind, wenn ſie in ihrer erſten Jugend durch eine hinlängliche homogene Nah⸗ 4 rung nicht zu Schwächlingen, ſondern ohne angeerbte Gebrechen zu geſunden Thieren ausgebildet worden ſind. Dieſe gewöhnen bey einer nicht zu ſchnellen Um⸗ 3 ä ömmün⸗ iger abet die Race dern er⸗ jenigen, ammen, gen. ört zwar dich aber dbeſtehet ner Ra⸗ ſolche ünd die h; die⸗ werden gich. aur von uüdauer gollkom⸗ din ihret ee Noh⸗ grettt worden en Um⸗ 293 ſiedelung gar bald durch eine angemeſſene Pflege, frem⸗ de Himmelsſtriche und damit verknüpfte Ungemächlich⸗ keiten der Witterung. Aber nicht genug kann man die Heerdenbeſitzer ermahnen, anerkannt echtes Vieh zu kaufen, weil der Effect davon ganz allein abhängt. In derley Racen kann man ein hohes Kapital anle⸗ gen, indem ſie eine bey weitem größere Gewinnſumme von einem beſtimmten Stück Landes, in einer beſtimmten Zeit abwerfen, als von einer Race, die minder wichti⸗ ge Eigenſchaften hat. §. 436. Die Vermehrung des reinen Stammes gehet ſchnell, wie aus nachſtehender Berechnung zu erſehen iſt, vor ſich. Ich nehme an, daß die leoniſche Merinos⸗ Schafe, zwölf Jahre zur Nachzucht verwendet werden, die Hälfte der Lämmer weibliche ſind, daß der An⸗ fang mit 50 zweyjährigen Mutterſchafen gemacht wird, daß endlich 4 prCent. von Lämmern jährlich weniger mit Inbegriff der gälte bleibenden Mütter und prCent. weniger im Betreff der Sterblichkeit in Rechnungsem⸗ pfang genommen werden. Der Beſtand iſt im erſten Jahr. 50 zweyjährige Mutterſchafe u. 2 Widder, dieſe erzeugen: Mutterlämmer 24 Stück u. Widderlämmer.. 24 St. Widder. Fürtrag 24—— 294 Im zweyten Jahr beſteht die Schäferey nach Ab⸗ zug des Umſtandes, in übertrag 24 St. Widder. 48 Mutterſchafen, 24 Mutterjährlingen und 23 Mutterlämmer und eben ſo viel Widderlämmer. 23—— 95 Stück. Im dritten Jahr 70 Mutterſchafe, 23 Mutterjährlinge, 33 Mutterlämmer. 33—— 126 Stuck. Im vierten Jahr 90 Mutterſchafe, 31 Mutterjährlinge, 43 Mutterlämmer. 45—— 164 Stuck. Im fünſien Jahr 116 Mutterſchafe, 41 Mutterjährlinge, 56 Mutterlämmer. 56—— 213 Stück. Im ſechsten Jahre 151 Mutterſchafe, 54 Mutterjährlinge, 72 Mutterlämmer. 72—— 277 Stück. Fürtrag 251 ——— Im ſiebenten Jahr 197 Mutterſchafe⸗ 69 Mutterjährlinge, 95 Mutterlämmer 361 Stück. Im achten Jahre 256 Mutterſchafe, 91 Mutterjährlinge, 123 Mutterlämmer 470 Stück. Im neunten Jahr 333 Mutterſchafe, 118 Mutterjährlinge, 160 Mutterlämmer 611 Stück. Im zehnten Jahr 433 Mutterſchafe, 154 Mutterjährlinge, 208 Mutterlämmer 795 Stück. Im eilften Jahr 564 Mutterſchafe, 200 Mutterjährlinge, 271 Mutterlämmer 1035 Stück. übertrag 251 2 2. . 94 123 160 208 271 Fürtrag 1107 St. Widder. 296 übertrag 1107 St. Widder. Im zwölften Jahr 734 Mutterſchafe, 260 Mutterjährlinge, 352 Mutterlämmer 352—— 1346 Stück. Zuſammen 1459 St. Widder. Dieſe Schäferey von 50 Mutterſchafen und 2 Stück Widder würde ſich alſo in 12 Jahren bis auf 1346 Stück weiblichen Geſchlechtes vermehren, und überdieß noch 1459 Stück Widder theils zum eigenen Gebrauch für die Stammſchäferey, und zur Auffri⸗ ſchung und Durchkreutzung der veredelten Heerden, theils auch zum Verkauf liefern. Drey und dreyßigſtes Capitel. Vom Verkauf der Schafe. §. 437. Bey dem Einkauf des Viehes hat man nicht nur auf eine geſunde fehlerfreye Beſchaffenheit desſelben zu ſehen, ſondern auch die Natur des Grundes der Gegend genau zu erforſchen, von wo es aus einer in die andere überſiedelt werden ſoll; indem Klima, Lage und Be⸗ ſchaffenheit des Bodens, ſo wie auch Nahrung und Behandlung den wichtigſten Einfluß auf das Gedeihen des Viehes haben; und jede Umſiedelung, beſonders aus einer milden Gegend in eine rauhere, die Thiere auf einige Zeit ſchwächt und angreift. —õ-ʒʒ 4 —— ————9——— Iider — — idder. amd2 wis auf 8, und henen auffri⸗ den, 1 fn nur In zu ggend Addete „ Be⸗ 4und Lihen ders hiete §. 438. Man kauft die Schafe gewöhnlich in ihrer Wolle, weil man in dieſen Umſtänden die Eigenſchaft des Thie⸗ res von außen am richtigſten beurtheilen kann; und was die angebornen Qualitäten betrifft, ſo muß man ſich theils durch den Ruf des Etabliſſements, theils aus den Stammregiſtern ſichern, dießfalls ſein Vorhaben, eine Race von echtem Blut zu erhalten, nicht auf das Spiel zu ſetzen. 3 Unter dem Nahmen echte Race, bezeichnet man die natürlichen und bleibenden Eigenſchaften einer Thier⸗ art, die in ihrem äußern Anſehen ſich kennbar macht; wodurch man bey der beabſichtigten Verbeſſerung ſeines Viehes in den Stand geſetzt wird, in ſeiner Auswahl richtig und beſtimmt zu verfahren. §. 439. Die Arten des Verkaufs ſind nicht allerorten ganz gleich. In meinem Verkauf⸗Etabliſſement von leoni⸗ ſchen Merinos in Thereſienfeld nächſt Wiener⸗Neuſtadt, ſind folgende Grundſätze zur Norm feſtgeſetzt. Es iſt jedem Käufer freygeſtellt, die Schafe die er kaufen will in ſeiner Gegenwart abſcheren zu laſſen, und ſolche nach dem Gewicht der Wolle in den feſtge⸗ ſetzten Preiſen zu bezahlen, oder die Thiere um einen jederzeit billigen Schätzungspreis zu kaufen, oder auch zu verſchreiben; indem für das beyläufige Erträgniß und die Qualität der Wolle von meiner Seite, bey allen Verkäufen jederjeit gut geſtanden wird. 297 598 §. 440. Die Preisbeſtimmungen meiner leoniſchen Schafe von reiner väterlicher und mütterlicher Abſtammung rich⸗ teten ſich ſeither alljährlich nach dem ſehr veränderlich ge⸗ weſenen Kurs unſerer Staatspapiere, und ſind nach Wie⸗ ner⸗Währung zu verſtehen. Für das Jahr 1815 dienen z. B. folgende Preiſe, die nach der Wollproduction ge⸗ nau berechnet ſind, bey den Verkäufen zur Baſis.— In das dritte Jahr gehende jährlich nur über 10 Pf. Wolle liefernde Widder koſtet das Stück 100 fl.; ſol⸗ che jährlich 11 Pf. liefernde 200 fl.; 12 Pf. detto 400 fl.; 13 Pf. 600 fl.; 14 Pf. 800 fl.; 15 Pf. 1000 fl. WW. wenn der Kurs mit der Conventionsmünze gleich ſtehet. — Bey dieſer Preisbeſtimmung der Schafe nach der Wolle, die dieſe Thiere auf dem Körper haben, und bey guter Behandlung ia günſtiger Witterung jährlich erzeugen, und der Garantie, daß jedes 4/5 Prima Wolle erzeugt, ſtehet es Jedermann frey, ſolche nach dem Gewicht der Wolle oder nach einer ſehr billigen Schätzung zu kaufen.— Außer dieſen feſtgeſetzten Prei⸗ ſen werden aber auch leoniſche Widder von ſtufenweis höherem Wolleerträgniß, um beſonders überein zu kom⸗ mende Preiſe, verkauft. Anderthalbjährige Merinos⸗ Widder werden in dieſem nähmlichen Verhältniß be⸗ zahlt, jedoch wird bey dieſen aus einleuchtenden Urſa⸗ chen /3 Wolleerträgniß weniger zur Baſis des Ver⸗ kaufspreiſes angenommen. §. 441. Obige Preisbeſtimmung der Widder nach dem Er⸗ — 5 Shhit Aungrich⸗ kerlich ge⸗ 3ich Vi⸗ 5 dienen etion ge⸗ ſſt.— J10 Pf dl.; ſol⸗ r oofl.; (WW. Aüſtehet. hh der 3s und gthrüch Aorima 19 nach reilligen Prii enweib iu kom⸗ rinos⸗ iß be⸗ 3 Ulſi⸗ Ver⸗ Im Er 299 trägniß der Wolle und die Garantie, daß jedes Stück 4/5 Prima Wolle erzeugt, verſichert über den Zweck der Sache alle nur zu wünſchende Befriedigung, und hat, wie die Erfahrung lehrt, den Beyfall von Ken⸗ nern erhalten. Aus dieſem Grunde ſoll dieſe Art die Schafe auf der Viehwage nach dem Wolleerträgniß zu ſchätzen— welche die natürlichſte iſt, und wodurch we⸗ gen der Garantie von meiner Seite, wie ſo vielfache Erfahrungen lehren, man ſogar durch Briefe ſichere Beſtellungen machen, und ſich genau einverſtehen kann,:— auch für die Zukunft ein für alle Mahl bey mir zur Norm dienen. §. 442- Der gewöhnliche Preis der leoniſchen Mutterſchafe von reiner mütterlicher und väterlicher Abſtammung iſt⸗ 100, 150 und 200 fl. WW. und darüber; und nur ſol⸗ ches Vieh wird von mir verkauft, das zur Zucht noch tauglich, und deßwegen in der Blüthe ſeines Alters iſt. §. 443 Ich erinnere bey dieſer Gelegenheit zugleich, daß ich die Vorkehrung getroffen habe, damit der Verkauf von echten Merinos aus meinem hieſigen Etabliſſement, unter meiner Firma, von meiner Familie, auch nach meinem Tode unverändert fortgeſetzt werden wird; und daß aus meiner hieſigen Merino⸗Schäferey alljährlich 300 Stöhre und Mutterſchafe, und aus meinen übri⸗ gen Etabliſſements über 1000 Stück Merino⸗Böcke und derley Mütter, jedes Jahr nach und nach verkauft wer⸗ den. Die verſchiedenen Schafſtämme werden ſich bey 300 mir auffallender, als in Spanien ſelbſt ausbilden; in⸗ dem ich dießfalls die klugſte Auswahl, durch den Ein⸗ kauf des Stammviehes in Spanien, getroffen habe, auch unter meiner unmittelbaren Aufſicht die individuelle Begattung beſtimmter geleitet wird, als es dort im Großen geſchehen kann; und es iſt bekannt, welche Ge⸗ walt man durch eine ſolche Auswahl der Individuen über die Form und Natur aller Thierarten hat d Aus dieſen Rückſichten kann ich auswärtigen Staaten und großen Güterbeſitzern den Verkauf meiner leoniſchen Schafe auch mit innigſter Überzeugung anempfehlen. Vier und dreyßigſtes Capitel. Bemerkungen, wenn die Schafe Reiſen machen. §. 444- Es ereignet ſich ſehr oft der Fall, daß Schafe ge⸗ kauft werden, um ſolche in ein anderes Land zu trans⸗ portieen, und daß wegen Mangel an Kenntniſſen und Erfahrungen das beſte Vieh verdorben wird. §. 445. Die erſte Regel iſt es, die Kräften der Thiere zu ſchonen, und ſie nie zu ſtark, am wenigſten aber an⸗ fänglich anzugreifen. Mehr als zwey deutſche Meilen ſoll man in 24 Stunden nicht mit ihnen zurück legen, beſonders wo es ſich um eine weite Reiſe handelt, bey kühler Wit⸗ terung kann man jedoch auch nach Maßgabe der Wei⸗ den und Wege, um die Hälfte weiter kommen. Nur —— lin; in⸗ 5 Ein⸗ ¹ habe, 5 duelle tt im he Ge⸗ aüber s dieſen roßen ichafe 301 in der kühleren Tageszeit, nähmlich in der Früh und des Abends, muß man die Schafe treiben; in der heißen Jahreszeit die Nacht dazu verwenden, und bey Tag das Vieh im Schatten ausruhen laſſen. §. 446. Nur in dem Fall, wenn das Vieh nicht im min⸗ deſten erhitzet iſt, darf man es zur Tränke laſſen, in⸗ dem ſonſt Lungengeſchwüre oder andere nachtheilige Folgen und unheilbare Krankheiten davon entſtehen würden. §. 447. Die Lämmer können kaum halb ſo große Tage⸗ reiſen als das ältere Vieh, ausdauern, und die Wid⸗ der habe ich auf der Reiſe von Spanien nach Deutſch⸗ land um vieles nicht ſo ausdauernd, als das Mutter⸗ vieh, gefunden. §. 448. Bey großen Transporten muß man ſich jederzeit durch einen Quartiermacher im Voraus, um einen ſchattenreichen Ruheort, geſunde Weide und Tränke verſichern, und das Vieh allezeit im freyen oder in lüf⸗ tigen Stadeln campiren laſſen; dann, wenn man ſol⸗ ches in den dumpfigen Stallungen der Wirthshäuſer einkehren läßt, ſo ſind Schäben und andere Krankhei⸗ ten ſelten zu vermeiden. Man muß täglich ihre Klauen unterſuchen, die eingetretenen Steine und den hart gewordenen Koth herausnehmen; indem ſonſt Klauenkrankheiten ent⸗ ſtehen. 302 §. 440. Es iſt nie rathſam Wioder und Schafe zuſammen zu treiben; indem ſich beyde Geſchlechter erhitzen und ſchwächen. Muß es aber dennoch geſchehen; ſo befeſtigt man den Widdern unter dem Bauche ein Stück Lein⸗ wand, das nahe bis auf die Erde herabhängt, wenn man die Schafe nicht beſprungen haben will. §. 450. Man muß unterwegs ſehr auf ſeiner Hut ſeyn, um zu verhindern, daß kein Vieh vertauſcht wird, und dießfalls ſich eine genaue Beſchreibung von den Schafen und ihren Zeichen verſchaffen. §. 451. Es iſt nothwendig die Heerde, welche weit her⸗ kommt, anfänglich ganz nach der Weiſe ihrer erſten Heimath zu behandeln, und nur ſtufenweis eine Ände- rung mit ihr vorzunehmen. Eine jede Umſiedelung der Thiere aus weit abſte⸗ henden Himmelsſtrichen ſchwächt ſie, und wenn Seu⸗ chen einreißen, ſind ſie aus dieſer Urſache ſehr empfäng⸗ lich dafür. Eine jede ſolche Umſiedelung aus rauhen Ge⸗ genden in mildere trägt zur Veredlung bey, wenn War⸗ tung und Pflege ſolche unterſtützen. Umgekehrt verliert ſich ſogar das Edle, wenn die Thiere auch unter einem milderen Himmel allem Ungemache der Witterung oh⸗ ne Schutz übergeben werden. Noch mehr verlieren dieſe Geſchöpfe, wenn ſie aus beſſeren in ſchlechtere und mehr rauhe verſetzt werden, beſonders wenn ihre Körper mehr —— . M arte ſammen tzen und befeſigt ick Lein n, wenn — ut ſeyn, Ird, und 2 Schafen nit her⸗ anzerſten un Ande⸗ zon alſte⸗ 19 Seu⸗ apfäng⸗ men Ge⸗ e War⸗ Serliert a einem Sng o⸗ w in dieſe a mehr er mehr 303 beleidigende Einwirkungen der Witterung ertragen müſſen. Sicherheitshalber muß man eine ſolche Heerde, nachdem ſie ihren Beſtimmungsort erreicht hat, wenn es die Jahreszeit zuläßt, waſchen, und während man ſie genau beobachtet, zwey Monathe lang mit keinem andern Vieh zuſammen kommen und vermengen laſſen. Das Waſchen iſt, wenn die Reiſe im Sommer Statt findet, um ſo nothwendiger, weil dadurch die Hitze aus den ermüdeten Theilen des Körpers gezogen und das Vieh erfriſcht wird; vorzüglich aber auch, damit der ſchäd⸗ liche Staub aus der Wolle kommt, welcher alle Fette derſelben abſorbirt, und dadurch der Entwickelung ihrer Vollkommenheiten hinderlich wird. Fuͤnf und dreyßigſtes Eapitel. Höchſte Wolleeigenſchaften laſſen ſich nicht mit den höchſten Maſtfähigkeiten in einem Schafe vereinigen, um eine ein⸗ zelne Race daraus zu machen. §. 452. Die gütige Natur hat uns von ſelbſt hierin Gränz⸗ linien vor Augen gelegt, indem ſie auf jedem Boden Vieh von eigener Größe und Eigenſchaften erzeugt; und ſobald man z. B. großes Vieh auf eine Weide anſiedelt, auf welcher ſolches nicht hinlängliches und homogenes Futter ſindet, ſo artet es aus; bringt man dagegen eine kleine Race auf eine üppige Weide, ſe artet ſie wie eine Pflanze, die man in einen zu ſchwel⸗ 304 geriſchen Boden und in eine für ſie nicht paſſende La⸗ ge und Umſtände verſetzet, aus, die Descendenz nimmt während dem ſich ihre ganze Natur ändert, fortwäh⸗ rend an Umfang des Körpers zu, bis ſie zu der Grö⸗ ße und Stärke gekommen iſt, welche die angemeſſene Nahrung bildet.— Bey den Merinos, die ſich mit je⸗ der Weide mehr oder weniger begnügen(naſſe oder lang anhaltend von herrſchenden Nebeln und Thaue benäßte, welche nach Maßgabe der Localität zu üppige oder ſchwammige Gräſer erzeugen, ausgenommen) ſcheinen bey einer Statt findenden Veränderung, wenn ſie von homogenen trockenen Weiden in hoch oder tief liegende feuchte Gründe überſetzt werden, die Nahrungsmittel, welche ſich in die Wolleſubſtanz und Fleiſch verwandeln, die homogenen und nahrſamen Theile zu fehlen, wo⸗ durch die Wolle, das ſie charakteriſirende Nerv verliert, und das Vließ eine loſe, lockere Textur erhält; wäh⸗ rend ſich die Wollefäden zugleich verlängern und das Thier eine größere Geſtalt und gröbere, nervloſere, ſchwam⸗ migere Wolle annimmt; aber auch in dieſen Umſtän⸗ den weit mehr Nahrungstheile zu ihrer Subſiſtenz er⸗ fordern.— Ein wichtiger Beweis, welchen großen Ein⸗ fluß die Beſchaffenheit des Bodens auf ſeine Produc⸗ ten hat. §. 4A53. In England iſt man auch durchgängig aus lang⸗ jährigen Beobachtungen für den Grundſatz eingenom⸗ men, daß die feinen Wollethiere auf trockenem Boden und magerer Weide bey zweckmäßiger Pflege und hin⸗ — paſſende ndengrinnt dtt, ſottni m der Gi⸗ Gangemeſtr ſcch mit⸗ ſeecderleg Zie benift Appige dde en) ſcane ann ſie d neef liegene Aatgsmitte, wandeln, ulen, we⸗ K vethert, ilt; wäh⸗ G dasdhier 3 ſchwem⸗ Umſtin⸗ S iſtenz er geßen bie 1 Produr⸗ 3 dus lanh⸗ jingenen⸗ on Boden aund ſin 3⁰5 länglicher Nahrung nicht degeneriren, hingegen auffet⸗ ten ſehr ergiebigen Weiden größer an Körper und grö⸗ ber an Wolle werden.— Die Erfahrung zeigt uns al⸗ ſo, daß trockene geſunde luftige Weiden, deren Boden nicht zu nahrungsreich und üppig iſt, beſſer für Schafe mit krauſer und kurzer Wolle, welche die dauerhafte⸗ ſten Tuͤcher liefern, ſind: und daß diejenigen Situa⸗ tionen, welche reichliche und üppige Nahrung erzeugen, oder wo es, ſo wie in vielen Gegenden von England, Dänemark, Holland dc. viel thauet, und wo Nebel re⸗ gieren, ſchicklicher für die Fettſchafe und Rindviehzucht ſind, indem jedes Thier, wenn es nicht die nöthige Quantität qualitätmäßige Beſtandſtoffe für ſeinen Wachsthum, Entwickelung ſeiner Beſtandtheile, und zum Erſatz deſſen, was es verliert, erhält, degeneri⸗ ren muß. §. 454. Die Eigenſchaften der Fettſchafe und Merinos durchkreutzen ſich in allen Stücken ſo ſehr; ihre homo⸗ gene Nahrung iſt von einander ſo verſchieden, daß oft das, was der einen Race nützlich und gedeihlich iſt, der andern den unvermeidlich gewiſſeſten Tod zuziehet. Wo das feine Wolle⸗Raceſchaf in Gebirgen oder ma⸗ gern Localitäten oft hinlängliche Nahrung findet, da würde das Fettſchaf den Hungertod ſterben, wo das Fettſchaf oft in Sümpfen, in verſchlemmten, naſſen, ſauern Gräſern bis zum Bauche in homogenem Über— fluß ſchwelget, da würde unſer an Füßen und ganzen Körper verwachſenes Wolleſchaf mit der Bürde ſeiner U 3⁰06 Wolle, wie angeleimt mit ſeinen kurzen Füßen liegen bleiben, und verſinken; und wenn ſolches aus Hunger bemüßiget würde, von dieſen geilen oder waſſerreichen Fettgräſern zu freſſen, unvermeidlich den Keim zur Egelkrankheit oder Waſſerſucht in ſich entwickeln. Zwi⸗ ſchen dieſen Sumpfſchafen, worunter ich z. B. die Tees⸗ water⸗Art verſtehe, die öfters über dritthalb hundert Pfund an Gewicht enthalten, und unter den Gebirgs⸗ ſchafen, den eigentlichen Merinos— gibt es in meh⸗ reren Ländern ſehr nützliche Mittelracen, die mehr oder weniger ihre Weide rentiren; aber immer beſtätigt ſich durch Erfahrung der Satz, daß, wenn die Unterhal⸗ tungskoſten abgeſchlagen werden, keine bekannte Art Schafe den Weidegrund ſo gut als die Merinos ver⸗ zinſen. Es wäre übrigens bis zu jenem glücklichen Zeit⸗ punete, wo wir edlere und milchreichere, dem Grund entſprechende Hornviehracen, in unſern Staaten durch richtigere Grundſätze, Anſtrengungen, und zweckmäßigen Fleiß, werden zu Stande gebracht haben, um dem Grund und Boden einen höhern und zweckmäßigern Ertrag, als durch die gewöhnlichen Ar⸗ ten Ausmuſterſchafe und Kappen abzutrotze, in jeder Hinſicht ein lobenswürdiges Unternehmen von Güter⸗ beſitzern und bemittelten Privaten, dem Staate durch ihre Einſichten und Bemühungen mit nützlichern Fleiſch⸗ racen von Schafen zu beſchenken, aber als Patriot wünſche ich jederzeit, daß unſere Herrn Landwirthſchafts⸗ und Boden 4 d liegen * Hunger rreichn — im zur r Zwi⸗ e Teus⸗ 8 undet ebirgz⸗ 8 meh⸗ t hroder d jigt ſic erhal⸗ ane Art ni ver⸗ 720 geit⸗ ewrund munſein a angen, bracht 1 und a in Ar⸗ . jeder üter⸗ a durch wſt⸗ triot K aft⸗ 307 verſtändigen, vorzüglich ihre Bemühungen dahin richten möchten, die unentbehrliche Hornviehzucht ihrer Voll⸗ kommenheit dadurch näher zu bringen, daß man ſich nach den Hauptverſchiedenheiten der Localitäten einmahl mit Beſtimmtheit darauf verlegen möchte, eigene nützliche und einträgliche Schläge zu erzeugen, die dem Klima und Grund und Boden homogen ſind, wodurch der Staat an den unentbehrlichſten Bedürfniſſen, Schmalz, Butter, Inslicht, Leder dc. ſtatt Mangel zu leiden, bald Überfluß und Wohlfeilheit erhalten wür⸗ de, daher in allen tiefen oder hohen feuchten Gründen, Mayereyen von dem Grund und Boden angemeſſenen, einträglichen Rindviehracen, in Mittelſituationen, nach der Natur des Grundes und Bodens, nützliche Stämme von Schafen und Rindvieh ſich einander die Hand bie⸗ then, in trockenen, ſo wie auch erhabenen Gegenden aber, die Merinos cultivirt würden; denn dieſe ſind und blei⸗ ben in enrſprechenden Localitäten, die einträglichſten, und ihr ſchweres, zartes, ſaftiges und wohlſchmecken⸗ des Fleiſch, behauptet auch von dieſer Seite einen ent⸗ ſcheidenden Vorzug vor allen andern Schafracen; weß⸗ falls ſehr daran zu zweifeln iſt, ob man durch irgend eine Race von Vieh, gleichviel Schafe oder Hornvieh, auf einem und demſelben Joch Weidegrund ſo viel Pfund Fleiſch und Talg zur Conſumtion wird erzeugen können. als von dieſer Race. Die Erfahrungen hatten hierüber im Großen noch wegen den theuern Preiſen dieſes Vie⸗ hes gefehlt— allein die entſcheidenden Verſuche, wel⸗ che ich über dieſen wichtigen Gegenſtand angeſtellet ha⸗ U 2 3⁰6 be, berechtigen zu den wichtigſten und glücklichſten Re⸗ ſultaten. Sechs und dreyßigſtes Capitel. Werden ſich die Preiſe des Schafviehes und der Wolle er⸗ halten? Werden ſie ſteigen oder fallen? Beſtimmung des Be⸗ griffes von dem Werthe eines Schafes. §. 456. So lange nicht allgemeine Unordnung, Barba⸗ rey, Verwirrungen, Unterdrückung und Finſterniß, die jetzige politiſche glückliche Lage der Staaten zerſtören werden, ſo lange der Hang unſers Verſtandes, in dem Nützlichen und Schönen ſich unaufhaltſam immer hö⸗ her hinaufzuſchwingen nicht aus unſerer Natur vertilgt wird, ſo lange die Begierde in den mechaniſchen und ſchönen Künſten weiter emporzuſteigen die Menſchen be⸗ ſeelet; vorzügliche und edle Handlungen als eine Tu⸗ gend anerkannt bleiben; Verdienſte und Kenntniſſe be⸗ lohnt; der Ackerbau als der ſolideſte Reichthum eines jeden Staates und die Grundlage zu einem ſoliden Na⸗ tionalcharakter der Nationen angeſehen, Achtung und Schutz genießet dc., ſo lange werden vorzügliche Vieh⸗ racen und die davon herrührenden Producten, die zu⸗ gleich auf die ſicherſte Art das Grundeapital verzinſen helfen, nicht nur nicht allein in Anſehen und Werth bleiben, ſondern nach Umſtänden ſich immer höher em⸗ porſchwingen. Am allerwenigſten iſt dieſes von den Schafen zu befürchten; indem— nicht einmahl des Flei⸗ — “ ſten Re⸗ cel. Kolle er⸗ n des Be⸗ 8 — Barba⸗ dniß, die rerſtören rin dem jer hä⸗ gertilgt in und hhen be⸗ ne Tu⸗ tniſſe he⸗ im eines den No⸗ ang und ge Vieh⸗ die zu⸗ erzinſen 1 Werth her em⸗ von den ves Jli⸗ 309 ſches zu gedenken— die Wolle von allen Subſtanzen, welche die Ratur dem Menſchen gegen die Einwirkun⸗ gen des Klimas ſich zu ſchützen, gegeben hat, hoch oben anſteht! Mit der Rützlichkeit der Wolle können wir Seide, Baumwolle, Hanf und Flachs gar nicht vergleichen. Je⸗ ne könnte im Nothfall dieſe ganz entbehrlich machen, aber durch keine von ihnen kann die Wolle erſetzt wer⸗ den. Nebſt dieſem wird der Bedarf der Wolle durch die ſteigende Population, welche durch die Erfindung der Kuhpocken⸗Einimpfung ſehr vermehret wird, und einen ganz andern Maßſtab erhält— durch die Vermehrung der Fabriken, durch den Einfluß der Menſchen, wel⸗ che eine Menge Stoffe, geſtrickte Kleider, Strümpfe, Shawls, Halstücher, Weſten, Hüte und andere Stoffe daraus zu verfertigen gelernt haben, und täglich auf an⸗ dere Erfindungen ſinnen; wodurch viele tauſend Men⸗ ſchen, auf die nützlichſte Art im Staat ihren Erwerb finden— immer größer. Ganze Länder ſogar in Deutſch⸗ land, welche vor 30— 40 Jahren noch in grober Leinwand dc. gekleidet waren, ſchützen ſich nun ſchon größtentheils mit Tuch wider die Einwirkungen der Jahreszeiten. In Amerika gibt es noch wenig Tuchfa— briken, daher wegen der ſtark ſteigenden Bevölkerung die europäiſchen Tücher dort den ſtärkſten Abſatz für eine lange Zukunft finden werden. Zudem muß die Etablirung des Hauſes Braganza in Südamerika den glücklichſten Einfluß auf unſern Wollehandel nehmen. Die Nachfrage der feinen und ſuperfeinen Wolle ſcheint 310 für immer geſichert zu ſeyn; dieß zeigt ſich auf die überzeugendſte Weiſe, wenn man den Gang der In⸗ duſtrie in denjenigen Ländern beobachtet, wo die Ma⸗ nufakturen ſich im blühendſten Zuſtande befinden. Im Auslande, wo doch der Handel durch die Dauer des letzten Krieges auch ganz in Stockung gerathen war, bemerkte man gleich wohl ein Fortſchreiten der Indu ſtrie, in Anſehung der Wollefabriken, und eine häufi⸗ gere Anfrage nach ſuperfeiner Wolle.— Die ſpaniſche gewaſchene Wolle von der feinſten Sorte bezahlte man auf auswärtigen Märkten, das Pfund ſchweres Ge⸗ wicht um 8— 9 Feanken und darüber, und ich habe ſelbſt Beſtellungen um dieſe Preiſe von auswärtigen Fa⸗ briken, erhalten.— Eine allgemeine Urſache der Stei⸗ gerung in den Wollepreiſen liegt auch darin, daß der Wohlſtand und ſeine Bedürfniſſe auf dem ganzen Con⸗ tinent ſich mehr unter der Maſſe des Volkes verbreitet hat. Wer ſonſt drey Gulden für die Elle Tuch zahlte, will jetzt ſich in ein Tuch kleiden, das ehedem nur von wenigen reichen Leuten gekauft wurde. Die größere Con⸗ ſumtion der ſpaniſchen Wolle, und mit ihr die hohen Preiſe ſind daher ſehr begreiflich. Dieſe Urſachen nun, deren Wirkungen ſich viel ſchneller ausbreiten, als die Thiere von der reinen Race ſich vervielfältigen können, ſichern, nach hergeſtelltem Continentalfrieden die Nachfrage nach dem Stoffe der von ihnen gewonnen wird, und diejenigen, welche be⸗ ſorgen, ſie würden die Wolle nicht verkaufen; knnen in der That ſich völlig beruhigen. j auf di nder Ii⸗ die Ma⸗ en. Im uer des in mr, Indu⸗ 8 häuff⸗ Syaniſche nite man grs Ge⸗ t habe zen Fa⸗ Stei⸗ uiß der n Con⸗ nxeitet zzahlte, rur von ee Gon⸗ hohen zich viel 11 Nace celltem öffe der iche be⸗ Können 311 §. 457. Dieſe angeführten Thatſachen können daher nicht allein zum Beweis dienen, daß das edle Schafvieh und ſein Product, die Wolle, nicht nur im Werth nicht ſinken, ſondern um vieles in dem Verhältniß hinauf ſteigen wird, als die Bevölkerung und der Wohlſtand unter den Menſchen wieder durch einen dauerhaften Frieden zunehmen wird. Es iſt bekannt, daß die Schafe, welche die feine Wolle liefern, nur mit gutem Erfolge in gemäßigten Klimaten gedeihen; auch daß überdieß die Überwinte⸗ rung in dem hohen Norden, koſtſpielig und gefährlich für die Geſundheit dieſer Thiere ausfallen muß. Frank⸗ reich iſt, wie ich mich ſehr genau überzeugte, wenig⸗ ſtens 60 pCt. in der Geſammtmaſſe des verfeinerten Biehes gegen uns zurück, und es ſtehet auch in vielen Theilen dieſes Reiches, theils eine zu ſtarke Bevölke⸗ rung, theils und vorzüglich aber ſelbſt die Huthungs⸗ und Ackerbaugeſetze einer vergrößerten Einrichtung von Heerden im Wege, und ungeachtet der energiſchen Maß⸗ regeln, um die Race der Merinos in Frankreich in kurzer Zeit einheimiſch zu machen, ſein Deficit von jährlich 30 Millionen Livres für Wolle dadurch für ſei⸗ ne Fabriken zu decken; ſo wird dieſes Reich unſerm Wol⸗ lehandel angeführter Gründe wegen nicht beeinträchti⸗ gen können. England, Holland und die Niederlande, ſind ei⸗ nes Theils, wegen der niedern Lage ihrer Gründe, an⸗ dern Theils wegen des ſtarken nächtlichen Thaues, der 312 den Thieren der feinern Wollezucht allezeit mittelbar ſchädlich iſt, im allgemeinen nicht für feine Wolle geeig⸗ net; hingegen wirken dieſe Urſachen auf das Längerwer⸗ den der Wolle, eine größere Körpergeſtalt und das Fett⸗ werden derſelben.— Spanien, worin durch die Begebenheiten des Krie⸗ ges, wenigſtens dieſer Thiere, vernichtet worden ſind,⸗ und wo überhaupt nebſt Portugal früher oder ſpäter ein anderes Agriculturſyſtem Platz greifen wird— von dieſer Seite, ſo wie auch von Italien iſt ſobald keine Concurrenz in unſerm erbländiſchen Wollehandel zu befürchten, und die Lage der übrigen deutſchen Staa⸗ ten iſt durch die alles vernichtende Kriege zu ſehr geän⸗ dert, und in Hinſicht des Viehſtandes zu ſehr geſchwächt worden, um dem Vorſprung von Öſterreich dießfalls einen Eintrag zu machen. Wir hätten alſo, wenn es eine ſo leichte Sache wäre, derley vorzügliche Heerden ſo geſchwind zu beſitzen, eigentlich bloß von dem ſüdli⸗ chen Rußland und der Türkey einſtens eine Concurrenz im Handel zu befürchten. §. 458. Man hat angenommen, daß ganz Spanien vor dem Ausbruche des Krieges, bey dem gänzlichen Ver⸗ fall ſeiner Landökonomie zwiſchen 12— 13 Millionen Churros- und Merinos⸗ Schafe beſeſſen hatte, und es iſt gewiß keinezu gewagte Vermuthung, wenn man an⸗ nimmt, daß der Krieg wenigſtens drey Theile dieſer Thiere verſchlungen hat. —.— 8 mittebtr lleggei⸗ ngerwer⸗ ddas gett dyes Krie⸗ yen ſind, er ſpätet — von Illd keine Andel zu d Staa⸗ r geän⸗ wächt deßfalls zenn es heerden G füͤdl⸗ Dcurrenz den bot an Ver⸗ llionen pund el ran an⸗ e dieſer 313 §. 459. Der I hahe Schwung den unſer allergnädigſter Mo⸗ nach durch ſeine ſpaniſchen Schafe hat der geſammten Landwirthſchaft zu geben gewußt, und die ſich die Gü⸗ terbeſitzer ohne Rückſichtnehmung auf Preiſe theilhaftig gemacht haben, hat Epoche in der Geſchichte der öͤſter⸗ reichiſchen Landwirthſchaft gemacht und wird ewig merk⸗ würdig bleiben. §. 460. Wo iſt nun der Staat in Europa, welcher gleich dem Erbkaiſerthum Oſterreich über dreyzehn Millionen Schafe nährt, und der durch einen ſucceſſiven Um⸗ ſchwung des alten Wirthſchaftsſyſtemes, eine proportio⸗ nirte Eintheilung ſeiner Grundſtücke, zwiſchen Ackerbau und Viehzucht ein ſolches Verhältniß beabſichtiget, daß beyde einander eine wechſelſeitige floriſante Exiſtenz ver⸗ ſchaffen, und zum höchſten Ertrag die erforderliche Un⸗ terſtützung leiſten? Wo iſt der Staat, welcher aus eben dieſem Grunde vielleicht in 12— 15 Jahren die Zahl ſeines Nutzviehes, wahrſcheinlich mehr als verdoppelt haben wird, wie dieſes vermuthlich der Fall in dem öſterreichiſchen Kaiſerſtaat ſeyn wird? Welcher wird mit dem Erbkaiſerthum die Concurrenz des Wolleverſchlei⸗ ßes halten können, nachdem durch den Verfall von Spanien und die verheerenden Kriege in Sachſen dc., dieſer beträchtliche Handel ſich hierher ziehen muß? Wel⸗ cher Staat kann ſich mit Oſterreich vergleichen, und behaupten, daß er bey 30 Millionen Pfund Wolle er⸗ zeugt; die einen Werth von ſechzig Millionen Gulden 314 haben, wovon mit zwey Drittheilen ein reger vortheil⸗ hafter Activhandel in das Ausland getrieben werden kann: ohne Fleiſch, Lämmer, Inslicht, Käſe, und Horn⸗ und Borſtenviehzucht; welches alles zuſammen genommen für inländiſche Conſumtion viel mehr als eben dieſen Betrag ausmacht, zu rechnen? §. 461. Höhere allgemeine Veredlung der Rindviehracen, Verfeinerung der gemeinen Schafracen, die Vermeh⸗ rung der Heerden, vorzüglich in Pohlen, Ungarn, wel⸗ ches allein mehr als 8— 10 Millionen ernähren kann, werden durch ein richtiges wohldurchdachtes Ebenmaß zwiſchen Ackerbau und Viebzucht, dieſen Ertrag ver⸗ doppeln und dadurch dem Cultursſchwung der Erde, die höchſte Betriebſamkeit, und das ſicherſte unwandel⸗ barſte Erträgniß, verſichern. nich†. 462. Es iſt durch die zweckmäßigſten Vorkehrungen unſerer weiſen Regierung in den neuern Zeiten allbe⸗ reits ſo weit gekommen, daß die Okonomie das Lieb⸗ lingsſtudium, des vernünftigſten Theils unſeres begü⸗ terten Adels und reichſten Güterbeſitzern geworden iſt; ſie überzeugen ſich aus der Erfahrung täglich mehr, daß ſie bloß der Erde allein ihr reelles Vermögen und ihre Selbſtſtändigkeit zu verdanken haben: daher der allge⸗ meine Wetteifer, die kraftvolle Energie, welche alle Induſtrietheile belebt. Alles dieſes, vereinigt mit den viel höhern Wolle⸗ preiſen auf den auswärtigen Märkten, unterſtützen mei⸗ — einen aufd vortheil⸗ a werden äſe, und duſammen mehr ols Teehracen, Vermeſ⸗ ten, wel⸗ In kann, benmaß ig ver⸗ 4 Erde, gandel⸗ zrungen 3r allbe⸗ 5 Lieb⸗ pß begü⸗ rden iſt; hr, daß und ihre ar allge⸗ ihe ale Woſl⸗ en mei⸗ 315 ne Meinung, daß dieſer Theil der Induſtrie nicht fallen kann, ſondern die Wolle immer mehr und mehr ſtei⸗ gen muß. Wie kann daher eine Thierart, die dem Menſchen unentbehrlich iſt, und die ſich ſicher verzinſet, im Wer⸗ the fallen? §. 463. Die Unterhaltungskoſten eines original ſpaniſchen Schafes ſind jährlich nach unſen Preiſen, folgende: 200 Pf. ſelbſt erfechſetes Heu à 2 fl. pr Cent. und 100 Pf. Stroh à 1 fl. 5fl.— kr. Hüterlohn und Wartuug—— 20 jährlich 1 Pf. 28 Lth. Salz, beträgt.— 13 Stallzinswohnung— 6 Sommerweidungszins.....— 15 Waſch⸗- und Scheererlohn, Arzneyen ꝛc.— 6 Zuſammen 6 fl.— kr. Einnahme. 4 Pf. gewaſchene Wolle im Durchſchnitt à 3 fl....„ 12 fl. kr. 1 Fuhr Dung....... 2— Zuſammen 14 fl.;— kr. Wenn obige 6 fl. Unkoſten hiervon ab⸗ geſchlagen werden; ſo verbleiben pro Reſtio..... 8 fl.— kr. Dieſe reinen Zinſen von 8 fl. würden zu 10 prCent. einem Lamm den Stempel des Werthes von 80 fl. aufdrücken, wenn man nicht wegen den gälde bleiben⸗ den Mutterſchafen, Krankheiten und Mortalität den 316 ziemlich richtigen Fall annehmen müßte, daß im Durch⸗ i un ſchnitt von 10 Müttern nur um 8 Lämmer die Heerde) keſterte vermehrt wird, weßhalben, und weil zwey Jahre dazu V das 9 erforderlich ſind, ehe das junge Schaf den völligen V geſetd Werth der Mutter hat, abermahls 20 fl., im vereinig⸗ der ten Betrag aber 32 fl. von obigen 80 fl. abzuſchlagen Jahiit kommen, woraus daher der wirkliche Werth eines Me⸗ eine rino⸗Mutter⸗ oder Widderlammes beträgt. 468fl. läßte hierzu die in Reſt gebliebenven.... 8 fl. Cen Zuſammen 56 fl. benut Von dieſen Zinſen repreſentirt ein ſehr edles Mut⸗ ſen t terſchaf, wo das edelſte Vieh gehörigen Werth hat, wenin das Stammkapital, und da dieſes wegen der Gefahr fen,und des Verluſtes 10 prCent. Nutzen bringend angeſehen n werden muß— ſo iſt daher der eigentliche Werth eines 1 derley Thieres 560 fl.(eze §. 464. 1 Die außerordentlich diſtinguirten Widder werden her ſeltener geboren, und man kann ein derley Geſchöpf we⸗ kauft nigſtens 4 bis 6 Mahl ſo hoch eſtimiren, während einer 10p von minderer Güte(was bey echtem Racevieh nicht ſo wen oft der Fall iſt) nicht mit dem Werthe eines Mutter⸗ ſoke ſchafes zu vergleichen iſt. den §. 465. M Widder welche zur Zucht nicht taugen, ſind nicht enee mehr als ein Hammel werth, nähmlich den Werth des und Fleiſches von ungefähr 30— 90 Pf. lebendes Gewicht, den folglich beyläufig nach unſern Preiſen 7 fl. und allen⸗ V falls 11— 12 fl. reinen Gewinnſt für Wolle; was nähm⸗ im Durd⸗ die hane Fahre dau böliien vereinig zuſchlagen ines Mo⸗ 488 zſl. 1n d. eles Mut⸗ rth hat, ar Gefahr rngeſehen ith eines werden chöpf we⸗ rend einer h vicht ſo Mutter⸗ ſind nicht Verth des Gewict⸗ und allen⸗ as nähm⸗ 317 lich über den Betrag von 6fl. jährlichen Unterhaltungs⸗ koſten übrig bleibt; wobey der Centner Heu um 2 und das Stroh um 1 Gulden durch die Verfütterung an⸗ geſetzt oder benutzt wird. Bey dem Einkauf der Wid⸗ der muß man daher zum Augenmerk haben, wie viele Jahre man ſolche benutzen will; und wenn man z. B. einen zweyjährigen Widder um 27— 30 fl. kauft: ſo läßt ſich 5— 6 Jahre lang— durch dieſes Vehikel der Centner Heu à 2 fl. und das Stroh à 1 fl. beyläuſig benutzen, und wirft dieſes Thier noch einen reinen Nu⸗ ſen von jährlichen 11— 12 fl. ab. Ein Widder muß wenigſtens 5— 6 Pf. ganz reingewaſchene Wolle abwer⸗ fen, und die Kappen von gleicher Qualität liefern eher et⸗ was mehr als weniger, weil ſie ein dultſameres, ruhi⸗ geres Temperament haben, welches auf die phyſiſchen Erzeugniſſe Einfluß nimmt. Ein derley Widder in vollſtändiger Wolle, wel⸗ cher bloß zum Wollenutzen und nicht zur Paarung ge⸗ kauft wird, iſt nach obiger Beſtimmung, nach Abzug 10 prCent. des Einkaufspreiſes 15— 16 fl. werth, und wenn ſolcher jung, nähmlich erſt 2— 3 Jahre alt iſt, ſo kann man aus dieſer Urſache, wegen dem anzuhoffen⸗ den künftigen reinen Nutzen verhältnißmäßig in dem Maßſtabe mehr dafür bezahlen; als man glaubt ſeine erzeugten Producte ohne dieſes Vehikel zu verſilbern, und an Dung, Fuhrlohn dc. ſeine Materiallen auf den Markt zu bringen, zu erſparen. 318 9 Sieben und dreyßigſtes Capitel. ſuſt 3 UÜber die Schafwolle in naturhiſtoriſcher, öko⸗ 75 54 nomiſcher und techniſcher Hinſicht. 2 8 Das weſentliche aus folgender höchſt intereſſanter aah Schrift, welche unter obigem Titel von Herrn Dr. Sturm, Profeſſor der Okonomie zu Jena, erſchienen) iſt, habe ich mit begleitenden Anmerkungen von mir tas in die ökonomiſchen Neuigkeiten und Verhandlungen rei des Herrn W. R. Andre in Brünn, im Jahr 1813 f: eingerückt; und da dieſer Aufſatz mit allgemeinem Bey⸗ gr fall von Jedermann aufgenommen und geleſen wurde; V 1 ſo theile ich ihn unverändert meinen Leſern mit, indem ich überzeugt bin, das er Jedermann großes Intereſſe ge⸗ Venhr währen wird. 1m I. Von den Haaren im allgemeinen. §. 466. V n Die Haare ſind zum Theil der Schutz der äußern ban Haut der meiſten Säugethiere. Sie beſtehen aus horn⸗ fün ähnlichen Fäden. Mit ihrem einen Ende(Stamm) ſind den ſie in die Lederhant eingepflanzt und dringen oft ſogar b dieig bis zur Fleiſchhaut. b §. 467. Der Stamm des Haares beſteht aus einer mehr b oder weniger dicken Zwiebel, die in eine häutige Scheide ſmen eingeſchloſſen iſt, welche bisweilen, beſonders bey jün⸗ und gern Thieren, etwas Blut enthält. Je jünger übrigens V ſind, das Haar iſt, deſto größer iſt dieſer Balg. 8 Ker in Jar u, indem reſſe ge⸗ ipen. „ e. Außeln mr us hern⸗ — „ Snn) ſid 319 Der Theil des Haares, welcher ſich außer der Haut beſindet, heißt der Körper derſelben. Seine Geſtalt iſt am meiſten kegelförmig. §. 468. Das Haar ſcheint im Ganzen, rückſichtlich ſeines Lebens mehr AÄhnlichkeit mit den Pflanzen, als thieri⸗ ſchen Körper zu haben. (Note: Die Haare haben allerdings im allgemei⸗ nen die auffallendſte Ahnlichkeit mit den Pflanzen, und vertreten insbeſondere die Functionen der Blätter) Letz⸗ terer ſcheint für das Haar dasſelbe zu ſeyn, was der Se für die Pflanze iſt; denn mit dem thieriſchen hört die Vegetation der Haare darum noch nicht „kondern nur mit ſeiner vollkommenen Zerſtörung. 9 chenlang wachſen die Haare auf den todten Leich⸗ namen noch fort. §. 469. Einige Naturforſcher haben geglaubt, daß das Haar an ſeiner Spitze wachſe oder ſich verlängere, und für dieſe Behauptung einige Beweiſe anführen wollen, die aber nicht Stich halten. Es iſt vielmehr gewiß, daß die Zunahme der Länge am ganzen Stamm geſchieht. Form der Haare. §. 470. Das Haar beſteht aus einem, höchſt ſelten aus zwey Canälen oder Röhren, die ganz hindurch gehen und mit einer fettigen, dicken Flüſſigkeit angefüllt ſind, die man das Mark nennt. Der Durchſchnitt der Haare iſt am gewöhnlichſten 320 rund, wie bey dem Haupthaar und andern, bisweilen platt, bisweilen auch vierkantig. Bey einigen Thieren haben ſie an ihrer Oberfläche Furchen.— Oft findet man die Haare kurz und ſtark, oft lang und ſeidenartig; oft ſtark und oft dünn. An einigen Theilen des Körpers ſind ſie ſchon bey der Geburt vorhanden, an andern kommen ſie erſt nach einer gewiſſen Zeit hervor. §. 471. Auch finden ſich die Haare verſchieden gefärbt. Die Farbe derſelben ſcheint zum Theile von der Farbe des Schleimgewebes herzuſtammen, indem bey Tieren mit verſchieden gefärbtem Pelzwerk, die ver⸗ ſchiedenen durch die Haare gebildeten Flecke, ähnliche Flecke der Haut andeuten, welche ſie bedecken. Die Farbe der Haare hat ihren Sitz in ihrer Horn⸗ haut, nicht im Mark, letzteres iſt in der Regel weiß. Von äußern Einflüſſen auf die Bildung der Haare. 1. Klima und Nahrung. §. 472. Das Klima und die Nahrung ſtehen in einer of⸗ fenbaren Wechſelwirkung auf die Bildung der Haare. Es iſt aber nicht leicht dieſe Wirkung zu beſtimmen. Nach Beobachtungen die ich über dieſen Gegenſtand an⸗ zuſtellen Gelegenheit hatte, gilt folgender Satz ſo ziem⸗ lich allgemein: in heißeren ſüdlicheren Klimaten haben alle Thiere, welche ſich von Vegetabilien nähren, ein —— *,, biweilen Shen Thiere kk, oft lang Ze ſcon bo Sie erſtnah arefärbt. Ge von der unndem bey 18 die ver⸗ bs ähnliche m wer horn⸗ O zel weiß. ildung is einer h⸗ Der Haale a ſtimmen. a aſſtand an⸗ — ſo jiem⸗ wen haben ar ten, ein 421 weicheres, zärteres Haar, dagegen alle fleiſchfreſſenden Thiere ein ſtärkeres und rauheres. Dieſer Satz findet auch mehr oder weniger auf die Federn der Vögel An⸗ wendung. Das Pferd, das Schaf, die Ziegen und Kanin⸗ chen, das Kamel u. ſ. w. haben alle gegen Süden ein feines, ſeidenartiges Haar, während der Tieger, die Hyäne, der Bär, der Wolf, der Fuchs u. ſ. w. ein ſtär⸗ keres und ungleich rauheres zeigen. Dagegen haben alle erſtgenannten Thiere gegen Norden ein weit gröberes und rauheres Haar, die letztgenannten aber ein weit feineres und ſeidenartigeres. Wie ungleich iſt z. B. das Haar eines deutſchen und ſibiriſchen Fuchſes? Eines pohl⸗ niſchen Bären und eines grönländiſchen Eisbären? Wie verſchieden dagegen die Wolle eines ruſſiſchen Schafes, gegen die eines arabiſchen oder tibetiſchen? Wie verſchie⸗ den iſt das Gefieder eines nordiſchen Raubvogels, gegen das eines ſüdlichen. Während der Strauß von Vege⸗ tabilien lebend, in dem brennenden Afrika das feinſte Gefieder zeigt, gibt es uns der Norden durch den Eidervogel. Aber nicht bloß das allgemeine Klima oder die be⸗ ſtändige Wärme und Kälte, bringen dieſe Verſchieden⸗ heit hervor, ſondern ſchon die Abwechſelung der Jahres⸗ zeiten hat darauf Einfluß, und zwar in gleichem Ver⸗ hältniß. Die Winterhaare aller Thiere, deren Hauptnah⸗ rung Vegetabilien ſind, ſindet man weit ſtärker, ſtrup⸗ piger und ſtarrer als die Sommerhaare. Man verglei⸗ X 2* 4 * * 31 5 * 4 8 * ““ — 322 che nur die Winter⸗ und Sommerhaare des Pferdes, des Ochſens u. ſ. w. Dagegen ſind die Winterhaare des Fuchſes, des Marders u. ſ. w. ungleich feiner als die Sommerhaare. Ich glaube, daß man gegen dieſe Behauptung keinen Zweifel wird erheben können. Einzelne Ausnah⸗ men, deren es wohl geben mag⸗ können nichts wi⸗ derlegen. Der Grund dieſer Erſcheinung dürfte ſogar nicht ſehr fern liegen. Nehmen wir nähmlich an, daß ein feineres Haar in ſeiner Art vollkommener iſt, als ein gröberes, dieſe Vollkommenheit aber hängt von der Voll⸗ kommenheit des Ernährungs Prozeſſes der thieriſchen Natur ab, ſo wäre das Geſetz gefunden; denn aus⸗ gemacht bleibt es, und die Erfahrung lehrt es täglich bey den Menſchen, daß in heißen Erdſtrichen dem thieriſchen Körper mehr die vegetabiliſche, in kalten mehr die thieriſche oder Fleiſchnahrung zuſagt. Kann man al⸗ ſo annehmen daß für den Norden die Fleiſchnahrung vollkommener ſey, ſo muß auch der ganze Organismus gleichſam vollkommener werden;z und mithin der eine bey der erſten, der zweyte bey der andern Nahrungsart ein vollkommeneres Haar hervorbringen. Licht und Temperatur. §. 473. Auch das Licht und die Temperatur haben unter einem und demſelben Klima doch einen bedeutenden Einfluß auf die Beſchaffenheit des Haares. Die immer⸗ währende Einwirkung des Lichts auf dasſelbe verändert aiht dern rahe d ne5! wele dun tion an Ein hm tas daß der daber des Pferdes, N Pterhaane des mer als die Sehruptun, n nichts w. t ſoar nict ei, daß en diſt, alz en don der Vol⸗ thieriſchen a denn aus⸗ es täglich nichen dem ulten mehr An man al⸗ Vichnahrung arganismuh an der eine ahrungzat aaben untet deutenden Hhie immel⸗ verändert 323 nicht nur ſeine Farbe(eine hellere in eine dunklere) ſon⸗ dern auch ſeine Beſchaffenheit, es macht es beſonders rauher. Bey Menſchen, welche in der Jugend blon⸗ des Haar hatten, was ſich in ſpätern Jahren in brau⸗ nes verwandelte, findet man immer diejenigen Haare, welche dem Lichte am meiſten ausgeſetzt ſind; ungleich dunkler, als die unteren. Auch haben alle fuͤdlichere Na⸗ tionen dunklere Haare. Eben ſo ſind die Haare an den Schamtheilen und an allen Theilen des Körpers, wo ſie bedeckt und der Einwirkung des Lichts entzogen ſind, heller als die Haupthaare. Als Beweis, das die Entziehung des Lich⸗ tes das Haar weicher mache, führe ich den Umſtand an, daß alle diejenigen Menſchen, welche den Kopf wenig oder nie bedecken, i in der Regel ungleich rauheres Haar haben, als diejenigen, welche ihn immer bedeckt halten;; Das letztere iſt gewöhnlich weicher und ſeidenartiger. Verſuche, welche man mit dem Einnähen der Schafen in Leinwand gemacht hat, beſtätigen dieſe Behauptung durchaus, obgleich dabey vielleicht auch etwas auf die Wärme zu rechnen ſeyn möchte.— Eben ſo beſtättigt dieß das Haar aller der Thiere, welche am Tage in Höhlen unter der Erde, dem Lichte entzogen leben, wie z. B. Ratten, Mäuße, Maulcürfe u. d. g. Hier mag aber auch zugleich die Gleichheit der Temperatur das ihrige mit beytragen, daher ich dieſe überhaupt mit in Rechnung bringe. 324 Verhältniß der Haarezuden Fleiſchfaſeen. §. 474- Obgleich ich nicht beſtimmt zu behaupten wage, daß die Haare mit den Fleiſchfaſern der Thiere in ei⸗ nem immerwährenden Verhältniß ſtehen, noch weniger es als ein Naturgeſetz aufſtellen will, ſo iſt doch nicht zu läugnen, daß ein ſolches Verhältniß außerordentlich häufig vorkommt. Es wird dieſes Verhältniß ſichtbar bey einzelnen Individuen einer und derſelben Art, und ein und derſelben Race. Es iſt eine allgemein von al⸗ len Metzger und Landwirthen gemachte Erfahrung, daß die ſpaniſche Schafe, welche die unſerige ſehr an Fein⸗ heit der Wolle übertreffen, auch ein weit zarteres und feineres Fleiſch haben,— eben ſo hält jeder Viehmä⸗ ſter und Fleiſcher das Fleiſch von ſtruppigem und dick⸗ haarigem Rindvieh für grobfaſeriger, während ihm die Erfahrung ſagt, daß ein feinhaariger Ochſe, ein weit zärteres und kürzeres Fleiſch liefere. Auch ſcheint ſich bey dem Schafe wenigſtens, die von mir gemachte Beobachtung zu beſtätigen, daß die Ver⸗ ſchiedenheit der Feinheit der Wolle an den verſchiedenen Theilen des Körpers ſich verhalte, wie die Feinheit des Fleiſches. Jedes Schaf hat an der Seite und an den Rippen die feinſte Wolle, dagegen an der Keule iſt ſie gröber und am gröbſten am Schwanze, und gerade iſt das Fleiſch auf den Rippen das zärteſte und feinſte, dagegen das an den Unterſchenkeln und Schwanze das gröbſte. Um zu erfahren, ob dieſes gewiß nicht unwichtige ————˖—˖QęQ/Q.O—CꝭQꝭQꝭQC—ꝭQ—OQOQ—ↄ—õÿq—— Geſet Feeſch n Hi unter aus mie ds! gtiß ☛ Ks hfaſeen. ke nn, iere in i ch weniger 4 doch nit ordentlch I ſihttza 1Att, und tin von al⸗ Nung, dß Jan Fein⸗ azeres und atsiehmä⸗ ruond dick⸗ rwihm die in weit , dievon G die Ver⸗ S hiedenen drheit di —an den Alle iſt ſe erode iſt g feinſte, kune das wichtihe 325 Geſetz, durch das ganze Thierreich gilt, würde man das Fleiſch mehrerer Thiere, beſonders ſolcher, deren Haare in Hinſicht der Feinheit ſehr verſchieden ſind, genauer unterſuchen und prüfen müſſen. Sollte es ſich durch⸗ aus beſtätigen, ſo wäre es für die praktiſche Oekono⸗ mie gewiß von Wichtigkeit.(Note: Dieſe Bemerkung des Herrn Verfaſſers iſt ſehr wichtig, und verdient die größte Aufmerkſamkeit des praktiſchen Okonomen.) Verhältniß des Haars zu dem Temperament. §. 475. Längſt hat man behauptet, ein ſtruppiges Haar verrathe einen ſtruppigen harten Sinn, ſo wie ein wei⸗ ches feines einen milden bezeichne. Dem ſey wie ihm wolle, ſo iſt es doch bey den Thieren nicht ganz ohne Grund. Zuerſt lehrt die tägliche Beobachtung, daß faſt alle Fleiſchfreſſende Thiere ein ſtärkeres und rauheres Haar haben, als die Zahmen, die ſich von Vegetabi⸗ lien nähren. Ferner finden wir dieſe Erfahrung auch beſtätigt bey Individuen deſſelben Geſchlechts und der⸗ ſelben Race. Alle Schweinracen mit ſehr ſtarken ſtrup⸗ pigen Borſten, ſind in der Regel viel wilder als ande⸗ re. Auch bey den Hunden habe ich dieſes außerordentlich häufig gefunden. Höchſt ſelten wird man ſolche mit ſtruppigen Haaren finden, die nicht von einem wilden Naturel und ſehr bös wären. Ja was beſonders der Fall iſt, ſie ſind ſo widerſpenſtig, daß ſie ſich ſelbſt ih⸗ rem Herrn nicht ſelten widerſetzen. Dagegen ſcheint aber ein ſolches Haar auf der andern Seite auch ein 326 Beweis von einer dauerhaften Natur zu ſeyn, denn gewöhnlich findet man dieſe Thiere ſehr feſt und aus⸗ dauernd. Chemiſches BVerhalten der Haare und Be⸗ ſtandtheile derſelben. Alle Arten von Haaren geben bey der chemiſchen Unterſuchung ſo ziemlich dieſelben Reſultate. In freyer Luft dem Feuer ausgeſetzt, ſchmelzen oder fließen ſie anfänglich, wobey ſie zugleich aufſchwel⸗ len; geben dann eine weiße Flamme und verwandeln ſich in eine ſchwarze, ſehr ſchwer zu Aſche zu bringen⸗ den Kohle. Bringt man ſie zur Deſtillation in geſchloſ⸗ ſenen Gefäßen, ſo erhält man eine röthliche Flüſſigkeit. die blauſaures Ammonium und ein anderes Salz ent⸗ hält, welches mit einer eigenen thieriſchen Säure ver⸗ bunden iſt, und von Berthollet thierſaures Ammonium genannt wird. Ddie in der Retorte bleibende Kohle, iſt leicht und enthält Kohlenſtoff und phosphor ſauern Kalt. Igm kochenden Waſſer löſen ſich die Haare nicht vollkommen auf. Es ſondert ſich hier eine ſchleim ähn⸗ liche Maſſe ab, weches das Mark iſt. Nach Vauguelin enthalten die Haare folgende Subſtanzen. 1. Einen thieriſchen Stoff, welcher ſie größtentheils bildet, aber weder Gallerte noch Eiweiß iſt. 2. Etwas weißes ſich ſtark verdückendes Ohl. 5. Ein anderes Ohl, in großer Menge, das in ſchwar⸗ D re ver⸗ aonium 327 zen Haaren ſchwarzgrünlich, in rothen roth, in weißen faſt ungefärbt iſt. 4. Eiſen. 5. Etwas Magneſiumoxid. 6. Phosphorſaurer⸗Kalk. 7. Sehr wenig kohlenſaurer Kalk. 8. Viel Kieſelerde. 9. Viel Schwefel⸗ 10. Die weißen Haare außerdem phosphorſaure Magneſia. Arten der Haare nach ihrer Form und Beſchaffenheit. §. 477. Da nicht alle Haare von ein und derſelben Be⸗ ſchaffenheit ſind, ſo legte man ihnen auch verſchiedene Nahmen bey, um durch dieſe ſogleich die Art derſelben bezeichnen zu können. Die feinen, biegſamen, weichen Haare, welche ſich bey dem Menſchen, Pferden und den meiſten Thie⸗ ren finden, nennt man vorzugsweiße Haare. Borſten, nennt man die Haare der Schweine und ähnliche. 1 Stacheln, die ſtarken, ſteifen, faſt unbiegſamen Haare des Igels und Stachelſchweines. Wolle, das lange, krauſe, lockige, unter einan⸗ der gewirrte Haar des Schafes. Alles, was vom Haar im allgemeinen geſagt wor⸗ den iſt, findet in dieſer Allgemeinheit auch auf die Wol⸗ le Anwendung; da aber unſere Abſicht nur auf dieſe Art EÄ C. “ p 328 der Haare gerichtet iſt, ſo wollen wir nun in das ſpeeielle hierüber eingehen. II. Von der Wolle. §. 478. Die Wolle unterſcheidet ſich, wie wir eben geſe⸗ hen haben, von dem eigentlichen Haar, durch Weich⸗ heit, Krausheit, Lockigkeit, und mehr Verworrenheit. (Note: Hier hätte der Herr Verfaſſer auch der Elaſti⸗ cität, Feinheit und Kraft gedenken können.) In Hinſicht dieſer genannten Eigenſchaften iſt ſie, nach den Racen den Schafen ſowohl, als ſelbſt nach den einzelnen Individuen derſelben Race, unendlich ver⸗ ſchieden. Arten der Wolle im Alloatnetmeff §. 479- Den ganzen Wollenpelz, ſo wie ihn das Schaf trägt, nennt man gewöhnlich ein Vließ. Es iſt ſchwer eine Eintheilung der Schafe nach dem Vließ oder der Wolle zu machen, da die Verſchiedenheit nach allen Eigenſchaften ſo ſehr groß iſt; doch glaube ich, man kann in Beziehung auf die Wolle zwey Hauptverſchie⸗ denheiten annehmen. Die eine Gattung und zwar die vom geringſten Werthe, beſteht aus gröbern, den Hun⸗ dehaaren ähnlichen Haaren, und einer feinen Wolle da⸗ zwiſchen, wie z. B. bey den Heideſchnucken und eini⸗ gen ruſſiſchen Schafracen.(Note: Und dem Muflon.) Ich nenne dieſe Art haarige Vließe. Bey anderen Racen findet man nur als Fehler dieſe — — KNA de beat bern ſiht ſonei leiten as ſyetiele L eben geſe⸗ cch Weih. orrenheit. er Elaſt⸗ 1 en iſt ſe IPnach den an lich ver⸗ ainen. 1rs Scaf 1oſt ſchwer „ loder der ach allen cth, man atverſche⸗ war die ren Hun⸗ olle da⸗ and eini⸗ rkuflon.) lerdiiſ 329 Haare, das ganze Vließ aber beſteht aus einer gleichen Wolle. Ich nenne dieſe zweyte Art wollige Vließe. Daß dieſe Verſchiedenheit einen Hauptunterſchied bilde, wer⸗ den mir diejenigen zugeſtehen, welche dieſen Gegenſtand unterſucht haben. Haarige Vließe. §. 480. Dieſe Art von Wolle gehört ohne Zweifel unter die ſchlechteſte, da ſie ſich ohne große Mühe nicht gut bearbeiten läßt, und überhaupt nur zu groben Zeugen benutzt werden kann. Entweder muß ſie ſo, wie ſie ſich von Natur vorfindet, gebraucht werden, oder man ſondert die Haare und Wolle von einander, und verar⸗ beitet jede Art für ſich beſonders. Man findet dieſe Art von Wolle in der Regel bey Schafen, welche unter einem nördlichen rauhen Him⸗ melsſtriche wohnen, und nur ganz ſchlechte Nahrung ge⸗ nießen. So iſt dieß bey den Heideſchnucken, deren Hauptnahrung im Sommer und Winter aus Haide be⸗ ſteht, und einer andern Gattung von Schafen, deren Heimath die ruſſiſchen Steppen ſind, wo ſie nur eine kärgliche Nahrung vorfinden, der Fall. Aus dieſem Umſtande ſollte man vermuthen, daß ein ſolches Vließ gleichſam nur eine verkümmerte Wolle enthalte, die ſich nicht ausbilden konnte, weil die da⸗ zu nöthigen Bedingungen des Organismus fehlten. Auch bin ich feſt überzeugt, daß bey dieſer Gattung von Scha⸗ fen, wenn ſie in ein milderes Klima verpflanzt und 8ℳ * 4 1 3 * 1 3 1 8 2 1 — 1 8 3 1 330 beſſer gefüttert und unterhalten werden, das Haar ſich gewiß in eine vollkommene Wolle verwandelt. Dieſer Umſtand ſpricht freylich nur für etwas zu⸗ fälliges— aber deßhalb hebt er doch dieſen Unterſchied noch nicht auf. Da unſere Abſicht mehr auf die andere Gattung von Wolle gerichtet iſt; ſo ſagen wir nichts weiter von dieſer Art. Wollige Vließe. §. 481. Dieſe beſtehen aus durchaus gleichen Haaren, de⸗ nen man aber wegen ihrer Eigenſchaften, wodurch ſie ſich von den eigentlichen Haaren unterſcheiden, den Nahmen Wolle beygelegt hat. Ihre Verſchiedenheit iſt unendlich groß nach der Stärke und Länge des Haares, nach ſeiner Weichheit, Elaſticität, Farbe u. ſ. w., ſo daß es faſt unmöglich iſt, eine genaue und beſtimmte Eintheilung zu machen. Da mir die Feinheit des Haares einer der weſent⸗ lichſten und conſtanteſten Charaktere zu ſeyn ſcheint, ſo theile ich als Hauptabtheilung die eigentlich wollige Vließe, in grobe oder ſogenannte Landwolle, in Me⸗ rinos⸗ und in veredelte Wolle. Die Landwolle iſt freylich nach der Gegend, der Race und andern Umſtänden gar ſehr verſchieden, doch kömmt meines Wiſſens keine deutſche urſprüngliche Ra⸗ ce den Merinos gleich, weßhalb beyde immer als zwey Hauptgattungen betrachtet werden können. Die veredelte Wolle iſt nun wieder das Mittel —— zwiſch ¹ gat 1 ch ſet ungletß III. ſs der 1 meßract deß biy dich dls beyn ſen, un danpen 4 wota eln triſ lcher de, divid ad Haxx ſ alt. t etnas n Jurreiti re Gattng t weite m 4 a aatende vodurh ſt iden, da aß nac de 1 Weihhit Funmigii azu maten aer weſene ee ſtein, uh vellx 8, in M 4 1ee, 1 den/ deh 1 eglice Ne d ab ing 4 1 Mitte 331 zwiſchen der Merinos⸗ und Landwolle, und wird von gar verſchiedenen Graden der Feinheit gefunden. Die Merinos⸗Wolle iſt die feinſte von allen, und ob ſie gleich unter ſich varirt, ſo iſt ſie im Ganzen doch ungleich feiner„ als jede unſerer Landwolle. III. Von den Eigenſchaften und Fehlern der Wolle in ökonomiſcher undtechniſcher Hinſicht. Es iſt auffallend, wie verſchieden die Wolle bey mehreren Individuen von einer und derſelben Race iſt. Dieß iſt der Fall ſowohl bey den echten Merinos(Note: bey dieſen jedoch in einem weit geringern Verhältniß, als bey andern Schafarten) als auch bey den Landſcha⸗ fen, und bey den durch Merinos und Landſchafen er⸗ zeugten Metis. Wiir wollen jetzt dieſe Eigenſchaften und Febler worauf im Grunde die ganze Wollkunde beſteht, ein⸗ zeln durchgehen, und bey jeder das nöthige erinnern. A. Eigenſchaften. 1) Von der Feinheit des Haares. §. 482. Die tägliche Beobachtung lehret uns, daß nicht nur zwiſchen den Merinos und Landſchafen ein außerordent⸗ ucher Unterſchied in der Feinheit des Haares Statt ſin⸗ de, ſondern daß dieſes ſelbſt der Fall der einzelnen In⸗ dividuen derſelben Race ſey. Noch auffallender nimmt man die Verſchiedenheit der Feinheit wahr, ſo wie die — — a — 4 — e. A 332 verſchiedenen Gradationen derſelben, bey den Metis oder veredelten Schafen. Obgleich die Feinheit des Haares ein großer und weſentlicher Vorzug einer Wolle ſeyn kann, ſo iſt ſie darum nicht der einzige Punct, auf welchen der Land⸗ wirth bey der Erzeugung und der Fabrikant bey der Verarbeitung der Wolle zu ſehen hat.(Note: Dieſes iſt eine nicht genug zu beherzigende Wahrheit, daher für den Landwirth, Fabrikanten und Wollehändler von höchſter Wichtigkeit, genaue Kenntniß von der Wolle nach ihren techniſchen und ökonomiſchen Eigenſchaften zu beſitzen.) Es kann vielmehr der nicht ſeltene Fall ein⸗ treten, daß eine Wolle von ſtärkerem Haar wegen ih⸗ ren ſonſtigen guten Eigenſchaften, einer weit feinern vorgezogen wird. Dagegen kömmt dieſe Eigenſchaft, wenn dieſe Wolle zu feinen Zeugen, als Kaſimir, Shawls, Merino⸗ Zeugen, und ſelbſt feinen Tüchern verarbeitet werden ſoll, gar ſehr in Betracht. Es iſt ſchwer die Grade der Feinheit allgemein zu beſtimmen, dieß kann eigentlich nur durch Übung und fleißige Be⸗ trachtung der Wolle von verſchiedenen Abſtufungen der Feinheit, und zwar von der höchſten Feinheit bis zur größten Stärke erlangt werden. Am beſten bringt man bey dieſer Vergleichung die Wolleproben auf einen dunkeln Grund, wozu man ſich eines Stückchens ſchwarzen Sammets oder Mancheſters bedient. Um ſelbſt auch die geringſten Nüangen wahr⸗ nehmen zu können, bedient man ſich einer guten Luppe, — A.—— * Mi her und — it ſi mr dan⸗ en ley der 1%⁴ Deſaz 3, dher a clet von 3 Vole Gi ſchaften t anzzallein⸗ ngen ih⸗ riügfeinern ait ſchaft, lu ſſimit, 1ns üchern rich Es iſ 1„ d mmen, ige Be⸗ angen der 2 bis zut K ebungii s emmn ſch Tunceſten men waht⸗ a n Luppe 335 durch welches Verfahren, wenn ſolches öfters wiederhohlt wird, man bald den Unterſchied merkt. Die Feinheit des Haares ſcheint mir übrigens in der urſprünglichen Organiſation des Thieres zu liegen, daher es auch nur nach und nach durch die Zucht und Kreutzung mit feinwolligen Individuen möglich iſt, ſie zu erzielen. Demungeachtet können äußere Verhältniſſe und Einwirkungen gewiß auch das ihrige dabey thun. Nach meinen Beobachtungen kann ich folgende Einflüſſe dar⸗ auf angeben. §. 483. a) Die Temperatur. Wir haben ſchon oben geſehen, wie die Tempera⸗ tur und vorzüglich eine wärmere, auf die Beſchaffen⸗ heit der Haare wirket. Bey den Schafen iſt es durch mehrere Verſuche erwieſen, daß die Wärme einen ganz beſondern Einfluß auf dieſe Eigenſchaft des Haares hat. Und wenn auch dieß nicht einmahl wäre, ſo erlauben uns ſchon analoge Schlüſſe, dieſe Behauptung zu wagen. §. 484- b) Fütterung und Weide. Daß die Weide und überhaupt die Fütterung ei⸗ nen entſchiedenen Einfluß auf die Feinheit des Haares bey dem Schafe habe, iſt längſt erwieſen, und unter⸗ liegt bey allen beobachtenden Schafzuchtern, keinem Streite. Aber unendlich ſchwer iſt das Verhältniß zu beſtimmen, und dieß wird mit Gewißheit nur dann ge⸗ 53 ½ ſchehen können, wenn man eine Reihe von mehreren Verſuchen darüber wird angeſtellt haben.(Note: Die⸗ ſes Verhältniß kann wohl nie ausgemittelt: werden, weil jede Thierart nach Maßgabe der zahlloſen Nüangend des Klimas, der Nahrung und phyſiſche Beſchaffenheit des Grundes und Bodens, eine örtliche Tendenz annimmt, und die urſprüngliche Organiſation durch derley Local⸗ Wirkungen, falls ſie damit in Widerſpruch ſtehet, wenn ſolchen nicht von Zeit zu Zeit durch Auffriſchung. mit urſprünglichem Blut kräftig entgegen gearbeitet wird— ſich verändert.) Das, was wir bis jetzt darüber wiſſen, gehöret dahin: daß alle Bergweiden, wo Gräſer und Kräuter zwar in hinreichender Menge, aber nicht ſo üppig und ſaftreich als in der Tiefe wachſen, die Feinheit der Wolle mehr befördern als in der Tiefe(Note: Niedere Trif⸗ ten erzeugen nicht nur ein weit loſeres ungebundeneres, kernloſeres Fleiſch als höhere Weiden, ſondern auch eine ähnliche ſchwammigte Wolle.) Ofters als ein Mahl ha⸗ be ich Gelegenhtit zu beobachten gehabt, daß Schafe aus einer hohen Gebirgsgegend in tiefe Gegenden und auf fette Weiden gebracht, in einem Zeitraum von 3— 4 Jahren viel ſtärkere(Note: Soll wahrſcheinlich heißen ſtatt ſtärkere, ſchwammigere, kernloſere Wolle) Wolle erhielten, als ſie vorher hatten. Umgekehrt ſah ich Schafe von der Tiefe auf die Höhe bringen und ihre Wolle verfeinerte ſich hier merklich. Ob dieß aber bloß am Futter liegt, oder ob es noch tiefer zu ſuchen ſey, vage ich vor der Hand nicht zu entſcheiden.(Note; Dieß het 83, 8 e cdes 6 den beh de Klee Beh ten, gern ſollte Klee und de duhre — 8 RNARRN mahrera dote: d detden, nel ancende Penhat de 3 annimm tley Lol Eich ſtt, afftiſcung 2 geanbaitt NJ, gehöne as Kräuter N wiig mi jager Wolk üntre Tri aandenere ma auch ein re Mahl he⸗ s Schi minden un (aum tmn rſcheinic Zte Wolh) aakehtt ſ p arundii aber le a chen ſ : di 335 liegt allerdings hauptſächlich am Futter, wodurch bey⸗ des, das Fleiſch und die Wolle in ihrer Art eine feſte⸗ re oder ſchwammenartigere Beſchaffenheit annehmen.) Sollte es lediglich am Futter liegen und zwar an dem Genuſſe gewiſſer Kräuter, ſo müßten die Schafe bey der Stallfütterung, wo ihnen in der Regel nur Klee gereicht wird, ſich auch verſchlechtern,—(Note: Bey den Schafen iſt es erwieſen, daß ſie viele Kleear⸗ ten, die auf trockenem Boden wachſen, im freyen gern genießen, und ihnen auch gedeihlich ſind. Warum ſollte daher ein in einem ſchicklichen Grunde cultivirter Klee keine homogene Nahrung für dieſe Thiere ſeyn) und doch ſehen wir das Gegentheil. Vielleicht liegt es mehr an der Schicklichkeit des Gebirgs zum Aufenthalt für Schafe, da dieſes Thier offenbar von Natur die Höhe zu ſeinem Aufenthaltsort gewählt zu haben ſcheint. Übrigens darf ich nicht zu erinnern vergeſſen, daß⸗ wenn es heißt, die Wolle werde in dieſer oder jener Gegend beſſer, darunter nicht immer bloß die Feinheit des Haares zu verſtehen ſey. 1 Bey der Veredlung der Landſchafe durch Merino⸗ Böcke ſcheint unter allen Eigenſchaften der Wolle, die Feinheit zuerſt auf das Lamm überzugehen. Man findet öfters ſchon bey Lämmern der erſten Generation Indi⸗ viduen, deren Wolle, beſonders von den Schultern⸗ faſt ſo fein iſt als die des Vaters, während ihnen alle übrigen Eigenſchaften noch mangeln. “ 336 §. 485. Verſchiedenheit der Feinheit an einem und dem⸗ ſelben Individuum. Richt bloß bey den einzelnen Racen und Indivi⸗ duen unter ſich, findet man eine ſehr große Verſchie⸗ denheit des Haares, ſondern an einem und demſelben Individuum findet ſich Wolle von ſehr verſchiedener Feinheit. Gewöhnlich behauptet man, daß jedes Schaf viererley durch die Grade der Feinheit ſich unterſcheidende, Wolle habe. In Spanien nennt man die beſte und fein⸗ ſte Sorte, Refina; die zweyte, fina; die dritte tercera und die vierte Caydas. Zu dieſen vier Sorten muß aber noch nach meinen Beobachtungen, eine fünfte hinzu⸗ kommen, welches die gröbſte iſt, und vorzüglich an dem Schwanze gewonnen wird.(Note: Sie gehört bey dem Handel unter die Tertia⸗ Wolle.) §. 486. Die erſte oder Prima⸗Sorte(Refina) findet ſich an den vordern Seiten des Schafes, dann längs dem Rücken bis über die Mitte des Körpers und an der Seite des Halſes. §. 487. Bey den echten Merinos der beſten Art, wie bey der vortrefflichen Leoneſer⸗Race iſt dieſe Sorte beträcht⸗ lich größer, als die ſchlechtere. §. 488. So iſt es auch bey den Veredelten. Da das Ziel der Veredlung dahin gehen muß, ſo viel wie möglich du 6 unſic: pil terſen au wenit echtahnt Diſan tion te Mu das h KPaläs dun Tan b 1n leeige kann. 1 ſten! durch edeln MNN zund Indii⸗ oße Verſhi⸗ ond demſelte Sverſchiedene jedes Shij erſczeden Feſte undfin ditte tercen Ln mußahe dinfte hinza lich an dem aott bey den i) findet ſt längs den sund an der art, wie bo gxte betriht Da das Ji wie miſh 337 von dieſer Sorte zu gewinnen, ſo iſt es begreiflich⸗ daß man bey der Auswahl der Böcke immer auf dieſen Umſtand beſonders Rückſicht nehmen müſſe. §. 489. Die zweyte Sorte(Fina) findet man an den Hin⸗ terſchenkeln, dem Bauche, Kopfe und Knicke. Nur bey der vierten und fünften Generation, wenige Fälle ausgenommen, und wenn man immer echte Merinos zur Veredlung gebrauchte, wird man die Differenz vermindert ſehen. An den frühern Genera⸗ tionen findet man nicht nur noch faſt die Wolle der Mutter, beſonders an den Keulen(man ſagt dann, das Schaf habe rauhe Hoſen) ſondern die ſchlechtere Wolle erſtreckt ſich auch ungleich weiter als bey den ech⸗ ten Merinos. Man kann daher mit ziemlicher Gewißheit behaup⸗ ten; daß ſich die Veredlung verhalte umgekehrt, wie die Differenz der zweyten Sorte zur erſten, ſowohl in Hinſicht der Feinheit des Haares als auch der Menge⸗ Denn je weniger der zweyten Sorte an einem Indivi⸗ duum iſt, deſto weiter iſt die Veredlung gediehen, und deſto näher kommen die Metis den echten Merinos. (Note: Es verſteht ſich, daß hier nur von einer Wol⸗ leeigenſchaft, nähmlich der Feinheit, die Rede ſeyn kann.) Es leidet keinen Zweifel, da ich ſelbſt die ſicher⸗ ſten Erfahrungen darüber geſammelt habe, daß man durch Metis⸗ Böcke, die gewöhnliche Landrace ſehr ver⸗ edeln könne, aber demungeachtet wird man durch ſie 2 ““ “ ““ 8 6 4 52„ 5 3 4B 338 dieſen Zweck ſchwerlich je erreichen. Dieß iſt von allen nur durch echte Merinos möglich. §. 490. Die dritte Sorte(Tercera der Spanier) unter⸗ ſcheidet ſich durch ein noch weit gröberes Haar und durch Kürze von dieſen beyden erſtern. Man findet ſie an den untern Schenkeln, der Bruſt und dem Cother.(Rote: Die Cother⸗ und Bruſtwolle iſt ja doch viel länger als die Bauchwolle.) Unter die vierte Sorte rechnet der Fabrikant alle Wolle auf dem Kopfe und Füßen. Es iſt dieſe Wolle in jeder Hinſicht die ſchlechteſte, ſie nimmt aber auch nur einen geringen Theil des Körpers ein. n Häufig iſt ſie nicht ſowohl ihrer Qualität nach ge⸗ rade die ſchlechteſte, ſondern ſie wird es noch durch Schmutz und Unreinigkeiten, indem man alle Klun⸗ kern, Eyter und Zupfwolle darunter ſortirt. Kömmt die Wolle bloß in Hinſicht ihrer Feinheit in Betracht, ſo iſt noch eine fünfte Verſchiedenheit an⸗ zunehmen, und daß iſt die Wolle am Schwanze, wel⸗ che die gröbſte am ganzen Körper iſt. Bey dem Sor⸗ tiren wird ſie unter Nro. A gemiſcht. Grade der Feinheit bey der Veredlung. §. 491. Durch die Veredlung, oder durch die Kreutzung der ſpaniſchen Böcke mit Landſchafen, wird bekannt⸗ lich die Verfeinerung des Haares befördert. Allein die Verfeinerung iſt nicht gleich in dem entſtandenen Jun⸗ S E jiſt von alen Danier) unte Kot unddun K'et ſie unda D her.(Rote: 24 kel länger a mit nach ge⸗ an och durch nhlle Klun⸗ 1 t r Feinßeit Pdenheitan Hanze, wel edem Cor⸗ Tedlung⸗ = Kreutzung bekannt⸗ A Alin die wenen Jun⸗ 339 gen vollſtändig, ſondern ſie erfolgt nur nach und nach. (Note: Nähmlich durch Generationen. Was uns Herr Profeſſor Sturm dießfalls ferner ſehr gründlich ſagt, übergehen wir als eine bekannte Sache.) Das Verhältniß der Quantität der zweyten, drit⸗ ten und vierten Sorte zu der erſten, iſt nach meinen Beobachtungen, bey den verſchiedenen Generationen, folgendes: Es beträgt die feine Wolle bey der erſten Generation 7/32; bey der zweyten Generation 9/32; bey der dritten Generation 11/32; bey der vierten Generation 14/32. Dieß letztere iſt überhaupt das Verhältniß bey echten Merinos der edelſten Race. Es verſteht ſich übri⸗ gens, daß dieſes Verhältniß nur bey einer beſtimmten Race von Landvieh wie ſie in hieſiger Gegend gefunden wird und bey echten Merinos⸗Böcken geltend iſt Schwe⸗ rer iſt das Verhältniß der Feinheit der Wolle zwiſchen den verſchiedenen Generationen zu beſtimmen, auch darüber habe ich Verſuche angeſtellt, und folgendes gefunden: Wenn ich die Merinos Wolle= 1 annehme, ſo iſt die Wolle der erſten Generation= 2/5, die der zwey⸗ ten Generation= 3/5, die der dritten Generation= 4/5, und die der vierten Generation=5/5 oder= 1. Es verſteht ſich, daß hier nur die Rede von der Feinheit des Haa⸗ res, abgeſehen von allen andern Eigenſchaften iſt.(No⸗ te: In wie fern dieſe äußerſt ſchwer zu erörternde Ver⸗ hältniſſe, wo die geringſten Nüangen einen Unterſchied Y 2 “ 6 8 9 6— „ “ 340 machen, als richtig oder unrichtig angenommen wer⸗ den können, will ich dahin geſtellt ſeyn laſſen, finde ſolche aber aus analogen Schlüſſen, wie dieß das Bey⸗ ſpiel der Sorianer Race beweiſet, etwas gewagt.) In Beziehung auf die Veredlung will ich hier noch einen Umſtand berühren. Es iſt das Verhältniß des Va⸗ ters. Ich verſuchte nähmlich, um den Einfluß desſel⸗ ben zu beſtimmen, auf ein feines Mutterſchaf(aber nur ein Metis, denn andere hatte ich damahls nicht) einen vollkommen rauhen Bock zu bringen, und fand, wahrſcheinlich da die Natur der Mutter mit ins Spiel kam, daß, wenn die Veredlung nach einer aritmetiſchen Progreſſion wächſt, die Deterioration in einer geometri⸗ ſchen zunimmt. Ich halte dergleichen Verſuche für ſehr wichtig und wünſche daher, daß man ſie mit echten Merinos⸗Schafen und Landesböcken anſtellte; denn nur dadurch könnte der Einfluß des Vaters auf die Wolle recht genau beſtimmt werden.(Note: Prädomi⸗ nirende Diſpoſition, Kraft und Neigung von einer oder der andern Seite, entſcheiden hier ganz anders und zei⸗ gen ſo, wie unrichtig der Satz und die lächerliche Mei⸗ nung ſey, daß die Veredlung nach einer aritmetiſchen Progreſſion wächſt.) II. Von der Elaſticität. §. 492. Die Elaſticität der Wolle, auch wohl Federkraft, iſt eine zweyte ſehr weſentliche Eigenſchaft derſelben. Sie iſt ganz beſonders der Merinos⸗Race eigen, ob . NA ſe glich whnüich im geii S wenn i ihre von man b lihſter nas ul ge daß bon dei bß n fluder d daher ef inden d rarde begſome ſonde Feinher aber in men ſi welche ſind in haben (Pote unbea heit ſ ob ich ſeine a men wer⸗ n, fide * das Wr 4agt.) hier ioh daide diuß deiſ A chaf(ker w hls nih) mwund fand, ins Epil tmetiſcen rigeometi⸗ 1r für ſiß önit ectte ſe; dem rg auf di 4 Präͤdemi deiner oda terz undzer⸗ dliche Mi⸗ tmetiſcen Federkuſt, derſelben eigen, h6 341 ſie gleich auch bey dieſen oft ſehr differirt. Bey der ge⸗ wöhnlichen Landwolle findet ſich dieſe Eigenſchaft nur im geringen Grade. Sie beſteht in der Kraft, mit welcher die Wolle, wenn man ſie ausdehnt, und wieder fahren läßt, in ihre vorige Lage zurück ſpringt. Die Elaſticität, worauf man bey der Veredlung ganz beſonders, und mit mög⸗ lichſter Genauigkeit zu ſehen hat, iſt die Folge des Kli⸗ mas und zum Theil der Fütterung; obgleich die Anla⸗ ge dazu angeboren iſt. Höchſt wahrſcheinlich hängt ſie von dem Umſtande ab: ob das Fett mehr organiſch oder bloß mechaniſch mit dem Haare verbunden, und ob es fluider oder erſtarrter in demſelben iſt. Die Wärme iſt daher offenbar im Stande das erſtere mehr zu bewirken, indem das Fett durch ſie flüſſiger wird und in das in⸗ nere des Haars eindringt, wodurch dieſes geſchmeidiger, biegſamer und elaſtiſcher werden muß. Wir haben be⸗ ſonders in Sachſen bereits Metis, welche hinſichtlich der Feinheit des Haares, die Merinos hinter ſich laſſen, aber in Beziehung auf die Elaſticität der Wolle kom⸗ men ſie ihnen durchaus nicht gleich. Selbſt die Merinos, welche wir ſeit 40— 50 Jahren in Deutſchland haben, ſind in mehreren Gegenden beträchtlich feiner geworden,⸗ haben aber ebenfalls an dieſer Eigenſchaft doch verloren. (Note: Weil man die übrigen Eigenſchaften der Wolle unbeachtet ließ, und bey der Begattung bloß auf Fein⸗ heit ſahe.) Auch trägt das Futter gewiß viel dazu bey, ob ich gleich glaube mehr nach ſeiner Menge und nach ſeiner Nahrhaftigkeit, als nach der beſondern Art der 4 “ “ “ 4 34²2 Fütterung, wie dieſes vielleicht bey der Feinheit der Fall ſeyn könnte. Schafe, welche hinreichendes und nahrhaftes Futter erhalten, dünſten ſtärker aus und ſetzen mehr Ohl in die Wolle ab, wodurch die Elaſti⸗ cität derſelben natürlich gewinnt. Daher kommt es, daß bey übrigens gleicher natürlicher Anlage die Wolle bey gut gefütterten Schafen ungleich mehr Elaſtici⸗ tät beſitzt, als bey ſchlecht gefütterten und verküm⸗ merten. Nach meinen Erfahrungen wirkt beſonders das Körnerfutter und das Branntweinſpülicht ſehr auf dieſe Eigenſchaft der Wolle, ob ich gleich letzteres dem jun⸗ gen Schafvieh ſo wenig als trächtigen Mutterſchafen ge⸗ ben würde. Durch einen Verſuch, den ich im vorigen Sommer mit der Stallfütterung der Schafe anſtellte, habe ich mich belehrt, daß eine reichliche Nahrung vor allem geeignet iſt, dieſe Eigenſchaft zu befördern und zu erhöhen, wozu ich einen hinreichenden Grad von Wärme rechnen würde. Die verſchiedenen Grade der Elaſticität laſſen ſich nicht wohl beſtimmen, wenigſtens nur an der Wolle ſelbſt wahrnehmen, aber durchaus nicht beſchreiben. Je mehr ſich die Wolle zwiſchen die Finger genommen aus⸗ dehnen läßt, und mit je mehr Kraft und Schnelligkeit ſie wieder in ihre vorige Form, wenn man ſie aus der einen Hand ſchnell fahren läßt, zurück gehet, deſto größer iſt der Grad ihrer Elaſticität. Vielleicht ließen ſich die Grade der Elaſticität durch ein gewiſſes Gewicht ausdrücken.(Note: Warum nicht A durch di . e, m ite— g ausd ſutt mit von ſolt nene 1 weit ſc rennt, eht ſpan. ſtehet ſch wh diß dher b dob äiß n Eig Mutte a heit de * und us und = Gaſi⸗ Ir es, dß 8 olle bey Ou ſtici⸗ * zertüm⸗ ters da AAufdieſ jun⸗ ffenge⸗ rrorigen a Fkellte, angg vor 1371· und O dvon 1. ſen ſich * Vole en.. en aul⸗ 8 licket k u der deſe 345 durch die Proportion, nach welcher ſich eine mit Kraft in ihre vorige Lage zurückſpringende Wolle in die Län⸗ ge ausdehnen läßt?)— Aber dieſes würde demungeach⸗ tet mit vieler Schwierigkeit zu beſtimmen ſeyn. §. 493. Die Vorzüge, welche eine elaſtiſche Wolle vor ei⸗ ner weniger elaſtiſchen hat, ſind wohl ganz unver⸗ kennbar. 1 Jedes Tuch nähmlich und jedes andere Wollenzeug von ſolcher Wolle verfertigt, nimmt eine ungleich ſchö⸗ nere Appretur an, und erhält nach dem Preſſen ein weit ſchöneres Anſehen, und wie es der Tuchfabrikant nennt, einen viel beſſern Kern. Der Unterſchied der echt ſpaniſchen Wolle im Vergleich der bloß veredelten, beſtehet darin: daß Tücher von der erſtern fabricirt, ſich nach der Preſſe ſogleich wieder heben, die letztern, dieß aber erſt allmählig auf dem Lager thun; wodurch das äußere Anſehen gar ſehr verliert.— Wenn ich beſtimmen ſollte, ob die Elaſticität ei⸗ ne Eigenſchaft ſey, die mehr vom Vater oder von der Mutter abhänge, ſo würde ich mich in der That in ei⸗ ner nicht geringen Verlegenheit beſinden. Allerdings vermuthe ich, daß auch hierauf der Einfluß des Vaters ſehr beträchtlich ſey, obgleich der der Mutter nicht zu überſehen iſt. Ich ſah öfters Stöhre von beſonders ela⸗ ſtiſcher Wolle mit Mütter einer andern Race, Lämmer von ſehr elaſtiſcher Wolle erzeugen, während mit Müt⸗ tern einer andern Race, dieſes durchaus nicht zu erreichen 344 war. Man ſehe daher bey der Wahl der Böcke auch in⸗ ſonderheit auf dieſe Eigenſchaft. 3. Von der Reinheit. §. 494-— Wie ſehr die Reinheit der Wolle geſchätzt wird, weiß jeder Fabrikant und jeder Landwirth, und ſollte es letzterer auch nur durch den Tadel erfahren, den ihm der erſtere gewöhnlich an ſeiner unreinen Wolle macht. §. 495. Die Reinheit kann aber auf eine doppelte Art ſehr leiden: Einmahl durch Schmutz, der ſich an die Wolle legt, ferner auch durch das Futter, welches ſich in ſol⸗ che ſetzt. Der Schmutz kömmt vorzüglich während des Weideganges und des Hordens in die Wolle, und er iſt um ſo nachtheiliger, je mehr er dieſelbe verunreini⸗ get, und je weniger er durch die Wäſche heraus gebracht werden kann.. Ein Staub, welcher ſich leicht in das Fett der Wolle feſtſetzt und ſolches wohl abſorbirt, wie der Thon kann ſelbſt der Seidenartigkeit der Wolle ſchaden, und ſie daher noch mehr verſchlechtern. Auch lehrt dieß ſehr häufig die Erfahrung. Dagegen iſt ein Sandſtaub, wenn er nicht zu fein iſt, in der Regel durch die Wäſche leich⸗ ter herauszubringen, und verdirbt überhaupt die Wolle nicht in dem Grade. Der angeführte Umſtand trägt allerdings auch dazu bey, daß ein magerer, ſandiger Boden zur Schafzucht mehr geſchickt iſt, als ein ſtrenger Thon oder zu humoſer Boden.— Der Fabrikant nennt eine ſchmutzige Wolle der Art eine trübe Wolle. Zu ver⸗ v NA 2 ke mnhi ätt ni, und ſiͤt ., dan in le matt e ltſe e die Wele 1ich in ſe t hrend d , under runrein⸗ r'gebratt cub⸗vem Wie l⸗ i Vele annd trigt ſandie 2 ſteanger nt nennt 1 Zu ver⸗ 345 meiden iſt dieſes Übel, das größten Theils local iſt, nicht wohl— vermindern kann man es dadurch, wenn man das Horden bey naſſer oder zu trockener Witterung vermeidet. Eben ſo ſchlimm und in vieler Hinſicht noch ſchlim⸗ mer, iſt die Verunreinigung durch Futter. Sie kann aber auf folgende Arten entſtehen. a) Durch eine ſchlechte, undichte Decke über den Schafſtällen. Die gewöhnliche Methode nach wel⸗ cher man die Balken der Decke nur mit Stan⸗ gen belegt, und darauf das Futter bringt, hat nicht bloß die Unbequemlichkeit, daß das Futter durch den entſtehenden Dunſt verdirbt, ſondern das klare Futter und Geſäme fällt durch die Stan⸗ gen herunter und verunreiniget die Vließe ſo, daß ſie durch keine Wäſche faſt zu reinigen ſind. Man gebe daher jedem Schafſtalle eine vollkommen dich⸗ te Decke. b) Durch unzweckmäßiges Verfahren bey dem Füttern. Jedes Mahl muß der Schäfer bey dem Einfüttern die Schafe aus dem Stalle, und nicht eher wieder hinein laſſen, bis alle Raufen vollgeſteckt ſind. Unterläßt er dieß; ſo iſt es durch das Drängen der Schafe nicht zu vermeiden, daß ihnen das Futter in die Wolle fällt, und ſolche verun⸗ reiniget. c) Endlich durch ſchlecht eingerichtete Raufen. Ste⸗ hen dieſe zu niedrig, ſind die Sproſſen zu weit, und ſtehen ſie zugleich zu ſchräg, ſtatt daß ſie mehr 1 4 * 1 4 1 24 3 4 4 8 1 ““ 546 ſenkrecht ſtehen ſollen, ſo ziehen ſich die Schafe nicht nur ſelbſt das Futter in den Hals, ſonden indem das eine über das andere weglangt und frißt, ver⸗ unreiniget es den Hals desſelben mit Futter. Um dieſes in der That nicht geringe Übel zu vermei⸗ den; muß man die Raufen ſo anbringen, daß die Vorderwände möglichſt ſenkrecht ſtehen, und daß nicht mehr freyer Raum an der Raufe ſey, als nur ein Schaf erfordert. Man erreicht dieſen Zweck, wenn man an die Raufe der Länge nach ein Brett von oben annagelt und zugleich die Rau⸗ fe mit Deckeln verſieht, die nach dem Einfüttern verſchloſſen werden. Auch iſt es ſehr vortheilhaft die Doppelraufen vermittelſt Seile und Kloben an den Balken aufzuhängen, damit man ſolche, je nachdem der Miſt höher oder niedriger wird, hinaufziehen oder herunterlaſſen kann. Die erſte Einrichtuug findet man auf der vortrefflichen Schäferey zu Rochsburg und beſchrieben und ab⸗ gebildet in meinem Jahrbuche III. 2. Die zweyte Einrichtung die ich aus Erfahrung ebenfalls kenne, iſt in vielen Gegenden Preußens üblich, und man findet ſie abgebildet: in Teſſiers Werk über die Schafzucht, überſetzt von Witte.(Note: Beyde Formen von Raufen taugen nichts und ſind zu complizirt. Man erbaue Raufen in der umgekehr⸗ ten Form N. Oben offen und 6 Zoll im lichten breit, unten aber 15 Zoll weit und der ganze Zweck iſt erfüllt. Am Boden der Futterraufe ver⸗ ßes od Schafen tine wei RRRN Sazati den inden 8 frißt,er A utter. Un zu verme⸗ tin, daß ie G, und di Be ſey, al Iöhht dieſen K inge nac 2 die Na⸗ ninfuttern tttheilhaft an Kloben im ſolce, ist wird, pie erſte adefflichen Jeund ah⸗ e zweyte rals kenne, dend nn äber die — Beyde 3 ſind zu Sngett⸗ e lihten t ganze aufe vel⸗ 347 wendet man einen Laden, damit das Futter und Heublumen nicht durchfallen knnen, ſondern von dem Vieh alles rein aufgezehrt werden kann. Das ganze ſtellt man auf zwey Plöchel, welche von Zeit zu Zeit in dem Verhältniß, als der Dünger ſich vermehrt, gehoben werden.) §. 496. Die Reinheit der Wolle iſt auch ſchon von Natur bey mehreren Individuen verſchieden. Es finden ſich nähmlich in Hinſicht der Farbe des natürlichen Schwei⸗ ßes oder Fettes zwey Verſchiedenheiten. Bey einigen Schafen hat derſelbe eine röthlicht gelbe, bey andern eine weiße Farbe. §. 497- Weder Landwirth noch Fabrikanten, die in ihrem Metier nicht gehörig erfahren ſind, legen einen Werth auf dieſen Unterſchied, und dennoch iſt er ſehr wichtig: denn es hat eine Wolle mit einem weißen Fett, viele Borzüge vor einer ſolchen mit gelbem, wie Verſuche gelehrt haben. Außerdem, daß ſie ſich viel leichter weiß waſchen läßt, ein Vorzug, welcher bey weißen Zeu⸗ gen ſehr zu berückſichtigen iſt, nimmt ſie auch gewiſſe Farben leichter und beſſer an, als die letztere.(Note: Eine höchſt wichtige Wahrheit, welche von unſern Land⸗ wirthen, Fabrikanten und Kaufleuten, die von dieſem Geſchäft Metier machen, zu gering geachtet, ja bis vor kurzer Zeit noch ganz außer Acht gelaſſen worden war, indem viele ſogar aus irrigem Wahne der gelben Fettfarbe der Wolle, an welcher dieſe Farbe gleichſam 348 mehr erſtarrt und mechaniſch als organiſch und fließend mit den Haaren vereinbaret iſt, vor der weißen den Vorzug einräumten.) Ein ſehr geſchickter Tuchfabrikant; dem ich ſehr viele praktiſche Erfahrungen verdanke, be⸗ merkte vorzüglich, daß die grüne Farbe nie recht gut auf einer Wolle der Art ſtehe. Der Grund dieſer Er⸗ ſcheinung iſt noch nicht klar, aber das Factum iſt un⸗ bezweifelt richtig. (Note: Auch hätte der Herr Verfaſſer ſcheckige Wolle hauptſächlich hierher zählen ſollen, indem zu be⸗ rückſichtigen iſt, daß derley ſcheckige Wolle zu lichten Fabrikaten nicht zu verwenden iſt; einen ungleichen Glanz und Anſehen nimmt.) §. 493. Nach der Verſicherung eines ſehr unterrichteten Wollehändlers, der lange in England reiste, nehmen die meiſten dortigen Fabrikanten auch auf dieſen Um⸗ ſtand Rückſicht und bezahlen die weiße Wolle um 3— 4 prCent. theurer. Die meiſten aus Spanien ge⸗ kommenen Merinos, die ich noch zu ſehen Gelegen⸗ heit hatte, haben ein mehr weißes als gelbes Fett. (Note: Dieſe eben ſo wichtige als gegründete Thatſache, kann niemand wiederſprechen.) Aus dem angeführten gehet hervor, daß jeder Landwirth, dem es darum zu thun iſt, etwas ganz vollkommenes zu produciren, auch auf dieſen Umſtand Rückſicht nehmen, und vorzüglich nur ſolche Individuen wählen müſſe, deren Wolle einen weißen Grund hat. Es mag ſeyn, daß der Einfluß der Altern auf dieſenu gang un ih mit die M. ben, al dere N ſes hin der di ddet w lungi mit eh Mütter A beonder Sceher riſſen, Verhä tinos. eigen degü de wäͤhre hedu Som geach leye AA A flißen a hen d e uhbrikent enke, he iatt at ceeſer b 1 iſ u⸗ 3 ieäte Am u be üictten gliicher ashteten pehmen aug n Um⸗ arum uu ngen, aud Sonüic le einen etern uf 349 dieſen Umſtand ziemlich gleich, oder doch wenigſtens nicht ganz unbeſtimmt iſt; nachdem Erfahrungen aber, die ich mir über dieſen Gegenſtand ſammelte, ſcheint mir die Mutter einen bedeutendern Einfluß darauf zu ha⸗ ben, als der Vater; weßhalb auch wohl auf ſie beſon⸗ dere Rückſicht zu nehmen ſeyn möchte.(Note: Die⸗ ſes hängt, wie ſchon erwähnt worden, von überwiegen⸗ der Dispoſition, Kraft und Neigung des männlichen oder weiblichen Theils ab; und man kann das Vered⸗ lungsgeſchäft in allen ſeinen Eigenſchaften, daher z. B. mit eben ſo ſicherem Erfolge mit Original ſpaniſchen Müttern als Widdern unternehmen.) 4. Von der Länge. §. 499. Die Länge der Wolle iſt keineswegs zu überſehen; beſonders wird ſich der Landwirth ſehr wohl bey ſolchen Schafen ſtehen, die unter übrigens gleichen Verhält⸗ niſſen, eine längere Wolle hervorbringen.(Note: Dieſe Verhältniſſe bewähren ſich aber in der Natur der Me⸗ rinos⸗Schafe in Verbindung mit den übrigen Haupt⸗ eigenſchaften der Wolle, umgekehrt.) Es iſt unbezweifelt, daß eine gute und hinreichen⸗ de Fütterung die Länge der Wolle(Note: So wie auch die Vergrößerung des Körperwuchſes) ſehr befoͤrdert, während ſie eine kärgliche Nahrung vermindert. Ich ha⸗ be durch einen Verſuch mit der Stallfütterung im vorigen Sommer dieſes vollkommen beſtätiget gefunden; demun⸗ geachtet iſt es nicht zu läugnen, daß gewiſſe Individuen bey einerley Futter und Wartung ein längerer Haarwuchs eigen iſt, als andern. So habe ich unter einer kleinen 1 9 b Heerde einige, die ſich ganz beſonders durch eine lange V. Wolle auszeichnen, und dennoch mit den übrigen glei⸗ 1 4 ches Futter und gleiche Wartung genießen.(Note: Nach ſehr 1 1 der Regel haben dieſe Individuen kein ſo gedrängtes elg Vließ, als die kurzwolligen.) fü Für den Tuchfabrikanten hat eine ſehr lange Wol⸗ dere le, weil dieſer ſie ſelten kämmt, ſondern krempelt, keine* b Reitze. Dagegen iſt ſie zu allen Arbeiten, wozu ge⸗ nente kämmte Wolle erfordert wird, wie z. B. zu glatten kenſf Zeugen, zu Merinos, zu Strumpfwaaren u. ſ. w. ſehr d 1 erwünſcht. eum Es verſteht ſich aber, daß eine ſolche lange Wolle ſ 3 dadurch nicht an ihrer Elaſticität verlieren darf, ſonſt ſs würde die Länge mehr ein Fehler als Vorzug ſeyn. faſih Um wie viel beſſer eine lange Wolle in das Ge⸗ plſe 8 wicht fällt, als eine kurze, mag folgender Vergleich be⸗ uid ſtätigen. Im Jahr 1810 hatte ich zwey Zeithammel b von denen ſich einer auffallend durch eine lange Wolle auszeichnete. Ich wog beyde nach der Schur, und fand, V daß ſie im Gewicht nicht mehr als Pf. differirten. Im 6 d Jahr 1811 wog ich beyde Vließe und fand den einen Finn 2 ¾ Pf. und den andern 3 ¼ Pf. ſchwerer. Letzterer war tn un der mit der langen Wolle.(Note: Da die Wolle des⸗ Vian jenigen Hammels, welcher weniger erzeugte; wahr⸗ ſteh ſcheinlich gröber und kraftloſer als jene des andern, ja fei viell icht von gedrehter und loſer ſchütterer Art war, ſo hend läßt ſich hieraus nichts abſtrahiren.) a, nazu g⸗ a. zu glattn 1u.ſ.n. ſc Wange Wal nsndarf, ſond aah ſeyn. lein das Ge ergleich be 2 Zeithamme a ange Pale P, und fon, ceitten. In den enm a eetterer vr * Woll de n andem,i Att uar, 5) Von der Gleichheit. §. 500. Die Gleichheit des Fadens iſt bey jeder Wolle ein ſehr weſentliches Stück. Es wird nähmlich bey dieſer Gelegenheit voraus geſetzt, daß das Haar nicht oben ſtärker als unten, ſondern daß es in ſeiner ganzen Län⸗ ge vollkommen dick ſey. Man muß dieß nicht mit der Wolle verwechſeln, welche der Wollkenner rauhſpitzig nennt. Die Ungleichheit, wie wir es nennen wollen, betrifft nicht bloß die Spitze, ſondern das ganze Haar. Das Haar iſt umgekehrt kegelförmig; indem es am Stamme am ſchwächſten und an der Spitze am dickſten iſt. Es kommt zwar dieſer Fall nicht häufig vor, doch gibt es aber auf mehreren Schäfereyen wirklich Schafe von ſolcher Wolle, die deßhalb nicht wohl tauglich iſt, weil ſie einen ungleichen Faden, eine ungleiche Wolle auf dem Tuche gibt, und weniger Haltbarkeit gewährt. 6) Von der Dichtheit des Vließes. §. 501. Dieſe Eigenſchaft intereſſirt den Landwirth mehr als den Fabrikanten, denn je dichter die Wolle auf ſeinen Schafen ſtehet; deſto mehr wird er Wolle ſchee⸗ ren und deſto höher wird am Ende ſein Ertrag an Gel⸗ de ſeyn. Es iſt zwiſchen der einen und der andern Schä⸗ ferey hierin ein außerordentlicher Unterſchied. Selbſt auf einer und derſelben Schäferey ſind einzelne Indivi⸗ duen dicht wolliger, andere loſer. Es gibt Naturforſcher, welche glauben, jedes Schaf habe eine abſolute Anzahl von Haaren, und es 4 9 Ann 36 14ℳ 8 352 ſey daher kein Gewinn, wenn man die Schafe durch eine reichhaltigere Fütterung größer zu bringen ſuche, in Hinſicht der Wolle; weil nun das Vließ um ſo fluͤch⸗ tiger(oder nach einem andern Kunſtausdruck, ſchlotter⸗ felliger) werde. Dieſe Annahme läßt ſich weder durch die Analogie noch durch die Erfahrung beſtätigen. Mir ſcheint es allerdings gewiß zu ſeyn, daß ge⸗ wiſſe Individuen ſchon von Natur eine ſtärkere Haar⸗ production haben, und alſo auch dichtere Felle beſitzen, aber es iſt eben ſo gewiß, daß ſich durch künſtliche Mit⸗ tel die Dichtheit des Felles befördern läßt. (Note: Dieſes läßt ſich weder durch die Erfah⸗ rung noch die Annalogie beſtätigen. Durch ein gutes nahrhaftes Futter die Schafe ſatt zu füttern dc., läßt ſich zwar die Qualität und Quantität der Wolle eini⸗ germaſſen verbeſſern, aber wahrlich nicht der urſprüg⸗ liche Organismus des Geſchöpfes ändern, und dünn— fellige Schafe in dicht wollige umkehren! Dieſes kann erſt durch die Zeugung bewerkſtelliget werden.) §. 502. Zu dieſen Mitteln rechne ich folgende: a) Eine gute nahrhafte, beſonders nicht ſaure Früh⸗ jahrs⸗ und Sommerweide, und eine gute Fütterung auf dem Stalle. In Hinſicht der letztern gehen alle von mir gemachte Erfahrungen dahin, daß eine mäßige Körnerfütterung von Hafer, bey gu⸗ tem, nahrhaften, ſüßen Gras oder Kleeheu, die beſte ſey. AN b) Beſonders ſcheint es mir darauf anzukommen — afe dur ſuche, i lunn ſ fü⸗ 4 ſchlotte eder dud 1 ttigen. . dg r ere hur Be betza iche Mi⸗ Hie Grit⸗ prin gute tune., liſt Walle eini⸗ t us uſprüg⸗ nusd dunn⸗ ha kannett 1 in, uj ber ſ 2 heu, d a unemma 353 den Schafen nicht zu wenig zu geben; ſondern ſie immer ſatt zu füttern. Um letzteres zu thun ge⸗ be man pr. Stück täglich 2 Pf. Heu, etwas gu⸗ tes Stroh, und 1 Dresdner Röſſel Hafer, wobey ſie recht gut beſtehen werden. Dazu gebe man einen warmen, jedoch nicht feuchten ungeſunden Stall, beſonders zur Lammzeit, und überhaupt, ſo lange die Lämmer noch im Stall ſind, mit ei⸗ nem Worte, man halte die Lämmer warm. Es wird alſo auch durch ſie der Haarwuchs befördert. Wenn dafür nicht ſchon die Erfahrung hinreichend ſpräche, ſo könnte dieß durch eine Menge analo⸗ ger Schlüſſe dargethan werden. Da dieſe Materie aber in meinem Jahrbuche der thüringiſchen Land⸗ wirthſchaft II. 2. ausführlicher behandelt iſt, ſo enthalte ich mich um ſo mehr ſie hier weiter an⸗ zuführen. c) Frühe Lämmer. Der Grund, warum durch dieſe die Dichtheit des Felles befördert wird, iſt ein doppelter. Einmahl nähmlich bin ich überzeugt⸗ daß Lämmer zu Anfang des Februar geboren, bey gehöriger Nahrung ſich ungleich beſſer anfel⸗ len, wie der Schäfer ſpricht, als ſpäter geborne. Ich wage keine Erklärung dieſer Erſcheinung— aber für ihre Richtigkeit kann ich um ſo eher ſte⸗ hen, da nicht nur ich, ſondern mehrere Freunde mit mir zugleich dieſe Erfahrung gemacht haben. (Note: Alle dieſe Umſtände wirken günſtig auf die Qualität und Quantität der Wolle, können 3 4— As*. 64— 354 aber ein dünnfelliges Schaf unmöglich in ein dicht⸗ felliges umſtalten.) Ein anderer Grund aber iſt der, das man früh⸗ geborne Lämmer noch im Fruhjahr wenigſtens im Monat Juny ſcheeren kann. Und gerade dieß iſt von außerordentlichem Nutzen. Nur das öftere Abſchnelden der Wolle befördert ihren Wuchs vorzüglich, und daher kommt es, daß ſolche Läm⸗ mer ſich viel beſſer anfellen. Es iſt aber dabey noch ein anderer Umſtand, der nicht zu überſehen iſt, nähmlich der, das die Jährlingswolle von ge⸗ ſchornen Lämmern ungleich egaler wird, als von ungeſchornen. Bey dieſen letzten iſt ſie faſt immer rauhſpitzig, und nicht ſelten geſpalten. (Note: Stimmt ganz mit der Erfahrung des Recenſenten überein.) §. 503. Ich muß hier eine Meinung einiger Naturkundi⸗ ger, worunter auch Cuvier gehört, widerſprechen. Letz⸗ terer inſonderheit behauptet, daß durch das öftere Ab⸗ ſchneiden zwar das einzelne Haar an Stärke zunehme, aber die Anzahl der einzelnen Haare darum nicht wachſe. Wäre dieſe Behauptung richtig; ſo müßte die Wolle von zweyſchürigen Schafen gröber ſeyn; als von ein⸗ ſchürigen, und die Wolle müßte um ſo feiner ſeyn, je ſeltener man die Schafe ſcheeret. Beydes iſt aber der Erfahrung gemäß nicht richtig. Ich will nicht läug⸗ nen, daß durch öfteres Abſchneiden das Haar ſelbſt et⸗ was ſtärker werde; aber ausgemacht bleibt esz immer⸗ b dß dad nüähſt. einzeln erregt zuſeyn nen A thig ſ Schafe Wolle Jugen gtgen glautt rar V nimmt ſi ni ri a Sdm ren h rung Verg hieih An 3 menditt immſüi wenißſtan = And ger . Nur hren Vatt es ſolche Lan⸗ s aber dult der überſeſe Sle vonge in, als von aiaſt unn andrung des Enturkundi⸗ apthen. Lep woöftere ll⸗ an zunehme, mcht vatſ⸗ die Pal 88 von ei a iner ſehn, s ittada enictt liu⸗ cr ſelſti⸗ a el imma 355 daß dadurch auch die Anzahl der Haare ſehr bedeutend wächſt. So wie bey der Pflanze durch das Abſchneiden einzelner Theile die Production immer mehr auf dieſe erregt wird; ſo ſcheint es auch bey den Haaren der Fall zu ſeyn, und die Säfte ſuchen ſich auf alle Arten ei⸗ nen Ausweg zu verſchaffen. Es wird übrigens nicht nö⸗ thig ſeyn, den Landwirth auf die Vorzüge dichtfelliger Schafe aufmerkſam zu machen. Am dichteſten wird die Wolle gewöhnlich bey ſolchen Lämmern, die in der Jugend recht faltig ſind.(Note: Recenſent iſt der ent⸗ gegengeſetzten Meinung des Herrn Verfaſſers, und glaubt mit Cuvier, daß durch das öftere Abſcheeren zwar das einzelne Haar anfänglich etwas an Stärke zu⸗ nimmt, aber die Anzahl der einzelnen Haare dadurch ſich nicht vermehre. Wäre dieſes der Fall, ſo koͤnnten wir aus unſern gemeinen Landſchafen ſo dichtfellige Schafe, als die Merinos ſind, durch das öftere Schee⸗ ren hervorbingen; welches aber weder durch die Erfah⸗ rung noch durch die Analogie ſich beſtätigen läßt. Die Vergleichung mit Pflanzen iſt daher in dieſem Sinne hierher nicht paſſend.) 2 Von der Weichheit und Seidenartigkeite §. 504. Unter allen Eigenſchaften iſt dieſe eine der vorzüg⸗ lichſten, eine Eigenſchaft um derentwillen der Fabrikant eine Wolle, die mit einer andern von gleicher Feinheit iſt, doch pr. Stein um einige Thaler höher bezahlt. Sie beſtehet darin, daß ſich die Wolle ſanft und weich an⸗ fühlet, wie Baumwolle oder rohe Seide.(Note: Eigent⸗ 3 2 356 lich wie letztere: dann zwiſchen baumwoll⸗ und ſeiden⸗ artiger⸗Weichheit macht der erfahrene Landwirth und Fabrikant einen Unterſchied.) §. 505. Dieſer Vorzug kann nur mittelſt des Gefühls wahr⸗ genommen werden. Man nimmt eine Flocke Wolle zwiſchen den Daumen und Zeigefinger, reibt ſie ein wenig, und ſo kann man ſich dieſe überzeugung am beſten verſchaffen. Inzwiſchen gehört dazu einige Üübung⸗ die man nur durch öfteres Probiren von Wolle, die verſchiedenartig iſt erlangt. Einige probiren die Wolle auf ihre Weichheit, indem ſie mit ſolcher über das Ge⸗ ſicht fahren, wo das Gefühl feiner iſt, allein ein geüb⸗ ter Kenner bedarf dieſes gar nicht, ſondern kann es ſchon zwiſchen den bloßen Fingern fühlen. §. 506. Eigentlich muß man die Wolle auf dieſe Eigen⸗ ſchaft erſt dann prüfen(wenigſtens kann es erſt mit Ge⸗ wißheit geſchehen) wenn ſie gewaſchen iſt. Bey ungewa⸗ ſchener Wolle kann allerdings das darin befindliche Fett, was der Wolle auch von auſſen anklebt, gar ſehr täuſchen.) . 50). Jede Wolle, welche dieſes ſeidenartige, weiche We⸗ ſen hat, iſt zu allen wollenen Zeugen, beſonders zu Tuch, Caſimir, Merinoszeug dc. viel vorzüglicher, in⸗ dem ein großer Theil der Vorzüge dieſer Zeuge gerade in der Weichheit und Seidenartigkeit des Anfühlens be⸗ ſtehet. Ein Tuch von einem weichen Griff wird ſelbſt SNRAW ton Ke bigenſt ſädeno nen 6 8 beikantt ranh, . üiver 9 Waich. im Geg⸗ b den. 9 burd geſce ſonderd einzelr ſih do ſchein ſtande den 6 b den ſe b nen diſſe V bindr V b V V V b und ſeda⸗ driut un * fählowa⸗ ote Wall ibt ſie an 1ugung am 8 iie lbun, a bole, de a die Vole idr das Ge⸗ igein geil⸗ unes ſchen is ſe Gigen⸗ n ttmit Ge⸗ &☛ ungewe⸗ miefinlch a, gurſä 8 Seile Re Iwndets 1 iSiche⸗ ir Soe gercde Aahhlend be Kiin ſett 357 von Kennern oft einem feinern vorgezogen, daß dieſe Eigenſchaft nicht beſitzet. Alle Zeuge von einer weichen ſeidenartigen Wolle nähern ſich immer mehr den ſeide⸗ nen Stoffen. §. 508. Der Gegenſatz von Weichheit wird von dem Fa⸗ brikanten mit dem Ausdruck ribiſch(von reiben) oder auch rauh, ſpröde belegt. Da es übrigens, wie alle Eigenſchaften, ein nega⸗ tiver Begriff iſt, ſo läßt ſich ein abſolutes Maß der Weichheit nicht angeben, ſondern es kann immer nur im Gegenſatz des ribiſchen erklärt und verſtanden wer⸗ den. Jeder Fabrikant, der mit den Gegenſtänden ſeines Faches bekannt iſt, wird ſich ſelten hierin irren. So wie der Landwirth bey der Schafzucht über⸗ haupt dahin ſtreben ſoll, alle die vorhergenannten Ei⸗ genſchaften an ſeiner Wolle zu erreichen, ſo ſoll er be⸗ ſonders auf dieſe ſein Augenmerk richten. Obſchon dieſer Vorzug einigen Racen und ſelbſt einzelnen Individuen von Natur eigen iſt, ſo läßt er ſich doch auch durch Kunſt einigermaßen erhöhen. Mir ſcheint es zum größten Theil wenigſtens auf dem Um⸗ ſtande zu beruhen: daß das thieriſche Fett oder Ohl mit dem Haar mehr organiſch als bloß mechaniſch verbun⸗ den ſey. Bey einer mehr mechaniſchen Verbindung kön⸗ nen äußere Umſtände und ſelbſt das Waſchen der Wolle dieſelbe viel rauher machen, bey einer organiſchen Ver⸗ bindung hingegen wird das nie der Fall ſeyn. 358 §. 509. Folgende Umſtände ſind nach meiner Erfahrung dieſer Eigenſchaft vorzüglich günſtig: a) Die Wärme. Dieſe ſcheint das Fett fluider zu machen und zu erhalten, ſo daß es durch die feinſten Poren der Horn⸗ ſubſtanz des Haares eindringen kann, und ſich gleichſam mit dieſem innig verbindet. Dadurch wird das Haar offenbar weicher, und verliert ſeine Rauheit immer mehr. Für dieſe Behauptung ſprechen faſt alle Schafra⸗ cen, welche unter wärmern Klimaten leben. Ja ſogar das Haar der meiſten ſüdlichen von Vegetabilien leben⸗ den Thieren. Die Merinos z. B. ſo wie auch das be⸗ kannte alle übrige an Feinheit übertreffende Schaf von Tibet.— Mehrere Kenner haben mich verſichert und ich habe mich ſelbſt öfter durch den Augenſchein überzeugt, daß während bey den Merinos, welche man in Deutſchland ſeit geraumer Zeit eingeführt hat, die Wolle in vieler Hinſicht, beſonders in Hinſicht der Feinheit ſehr ver⸗ beſſert iſt, dieſelbe doch in Rückſicht der Weichheit und Seidenartigkeit, ſehr verloren habe. Bey den erſten Generationen hat man dieß wenig bemerkt, doch iſt der Abſtand bey den Rochkommen nicht unmerklich.(Note: Dieß mag zugleich die Meinung derer widerlegen, welche glauben, daß die verſchiedenen Racen nicht durch das Local bedingt werden.) Auch ſcheint mir der Um⸗ ſtand meine Meinung zu beſtätigen, daß bey zwey⸗ n Gritzen Iren und g te der Hen⸗ 0 gleihſn tt deet, un 8 v Sehein 88 Ja ſcyr Angen leben⸗ un das be⸗ aschaf von ndichhebe „geugt, di meutſchen einril Int ſeht re⸗ Mäheit und den erſun h ſt i 1 sch.(ote deerlexen 0 nich duuc r t der Un⸗ d boy ſriy 359 ſchürigen Schafen allen Erfahrungen gemäß die Som⸗ merwolle in der Regel ſich weit weicher und ſanfter an⸗ fühlt, als die Winterwolle. §. 510. b) Weide und Fütterung. Dieſe beyde haben gewiß noch mehr Einfluß auf dieſe Eigenſchaft, als die Wärme. Aber ſchwer, ſehr ſchwer möchte es ſeyn zu beſtimmen, welche Weide und Fütterung vorzugsweiſe die Weichheit der Wolle be⸗ fördern. Um dieß mit Gewißheit zu können, müßte man Jahre lang comparatirte Verſuche mit der größ⸗ ten Genauigkeit anſtellen und dennoch würde das Re⸗ ſultat ſehr ungewiß ausfallen.(Die Unterſuchungen, welche ich auf ſolchen Weiden anſtellte, die in dem Rufe ſtanden, daß ſie eine feine Wolle erzeugten, ha⸗ ben folgende Reſultate gegeben.) 1) Der Boden war mehr oder weniger ſandig, oder lehmig und immer mit Kalch oder Mergel ver⸗ miſcht, beſonders beſtanden die Gebirge oder Hü⸗ gel größten Theils aus Kalkſteinen oder Mergel⸗ 2) Von Kräutern fand ich daſelbſt: Esparzette(He- disarum onobrichis), Pimpinell(Poterium- sanguisorba), Wegbreit(Plantago), Schafgarbe (Achillea mille folium), kleiner weißer Klee (trifolium repens), Bergklee(trifolium mon- tanum), Steinklee(melilotus), gelber Klee (trifolium agrarium), Ackerweide(convolvulus arvensis), u. dgl. mehr. 3) Von Gräſern finden ſich: Bromus mollis Treps; 360 Schwingl(Festuca ovina), harter Schwingel(Fe- stuca duriuscula), Schmielen(aira), Wieſen⸗ hafer(Avena elatior) und Kammgras(cinosu- rus eristatus.) Es verſteht ſich, daß dieſe Grä⸗ ſer und Kräuter nur vorherrſchend waren.) Mehr magere aber vollkommen hinreichende, als fette Weide wird immer dieſer Eigenſchaft günſtig ſeyn— auch Berg⸗ oder wenigſtens Höheweiden ungleich mehr, als Weiden in der Tiefe und in Niederungen. Außer dem Futter bat auch der Boden(das Erdreich) den be⸗ deutendſten Einfluß auf dieſen Umſtand. Auf einem ſehr ſtarken Thonboden, wird man nie dieſe Weichheit der Wolle in einem ſo hohen Grade erzeugen können, als auf einem mehr lehmigen oder gar ſandigen, überhaupt magern Boden. Sey es, daß die Verſchiedenheit der wachſenden Kräuter und Gräſer oder der Erdſtaub ver⸗ urſache. Das letztere ſcheint mir wenigſtens nicht unbe⸗ rückſichtigt bleiben zu dürfen. Bey einem ſtarken Thonboden beſteht der feine Staub, der ſich während des Perchs und des Hütens auf dem Acker in die Wolle legt, aus feinen Thonthei⸗ len, dieſe aber haben die Eigenſchaft das Fett zu ab⸗ ſorbiren, es dem Haar zu entziehen und ſich ſelbſt recht ſtark anzulegen. Sollte dieß nicht hinreichen dieſen Um⸗ ſtand aufzuklären. Was die Winterfütterung anlangt, ſo ſcheint au⸗ ßer guten, geſunden, ſuͤßen Gras⸗Esparzette⸗ und Klee-Heu vorzüglich das Körnerfutter, als Hafer oder etwas Gerſte, dieſe Eigenſchaft zu befördern. Vom NA ringa ge —¹), Aa as(cinhxr 8 dieſe on rren.) ſwichende, an anſti ſegn leich me * zhen. Aun 3Aich den k 8 feinem ſe 8 eichheit e athnnen, ad anzüberhaupt aphnheit der u taub ver⸗ aamicht unke⸗ 9 der fein es Hütad V aer Thenthi⸗ Srett u üülſtrah 8 ieſen Un⸗ ſteinta⸗ eette⸗ un e hafer vhe Sern. Ven 361 Branntweinſpülicht habe ich ebenfalls dieſe Bemerkung gemacht. Man mag übrigens eine Fütterung wählen, wel⸗ che man will, ſo kommt es doch vor allen Dingen dar⸗ auf an, nicht zu kärglich zu füttern, denn nichts erzeugt mehr ribiſche und rauhe Wolle, als kärgliche Fütterung oder gar Hunger.(Note: Stimmt alles genau mit der Erfahrung überein, jedoch iſt dieſe Seidenartigkeit nur den Merinos in einem vorzüglichen Grade eigen und liegt in der Eigenſchaft dieſer Thiere.) §. 511. c) Das Klima und die gute Localität. Auch dieſen muß man einen bedeutenden Einfluß auf die Weichheit der Wolle zugeſtehen. Da man aber noch nicht weiß, wie ein ſolcher Einfluß geſchieht, und worin er eigentlich beſteht, ſo iſt eine Erklärung bis jetzt auch unmöglich. Vielleicht wirkt hierbey die höhere oder tiefere Lage der Gegend, das offene oder durch Wälder der höhern Gebirge geſchloſſene, das warme und trockene oder das feuchte und warme Klima, end⸗ lich die herrſchenden Winde u. ſ. w. Gewiß iſt es, daß gewiſſe Gegenden, die von andern nicht ſo weit entfernt ſind, und dieſelben Kräuter und Gräſer hervorbringen, doch eine weit feinere Wolle erzeugen. Sollte auch das Waſſer ganz ohne Einfluß ſeyn. Für den Schafzuchter mag folgende Bemerkung hier noch Platz finden. Die Weichheit des Haares ſcheint mir wenigſtens mehr vom Vater als von der Mutter auf das Junge fortzuerben; man ſey daher in Betreff 362 dieſes Punctes beſonders aufmerkſam bey der Wahl der Böcke. §. 512. d) Haltbarkeit und Feſtigkeit. Auch dieſe Eigenſchaft iſt ſehr zu berückſichtigen. Von ihr hängt ein großer Vorzug der aus der Wolle gefertigten Zeugen ab. Man prüft ſie, indem man ein bischen Wolle zuſammendreht, zwiſchen die Daume und Zeigefinger der beyden Hände nimmt, und ſie rück⸗ weiſe zieht. Eine haltbare, feſte nicht morſche Wolle wird hier ungleich mehr Widerſtand leiſten, ehe ſie reißt, als eine weniger feſte oder vermorſchte. Jede Wolle von gut gefüuttertem Vieh wird dieſe Eigenſchaft erreichen. Sehr häufig kann aber die Feſtigkeit der Wolle geſtört werden, wenn man ſie zu früh nach der Waſche ab⸗ ſcheert und noch feucht verpackt. In dieſem Falle wird die Wolle morſch, klebt zuſammen und verdirbt. §. 513. e) Glanz. Der Glanz iſt eine Eigenſchaft die nur von den wenigſten Fabrikanten berückſichtigt wird, ob ſie gleich bey vielen Zeugen von außerordentlicher Wichtigkeit iſt. Ganz beſonders ſchätzenswerth iſt ſie bey glatten Zeu⸗ gen, bey Merinos, bey Shawls und bey andernz ſelbſt bey Tuch und Caſimiren, beſonders wenn ſie weiß ſind. Eigentlich haben alle Haare einen gewiſſen Glanz und daher auch die Wolle, beſonders, wenn ſie von gut genährtem Vieh kömmt. Aber es gibt Abſtufun⸗ gen, die vorzüglich wie mir ſcheint, von dem Klima elhänge glänzt Glanz ni H 1 ten eint lenforri dehnt, nen gut ſtieitat dierin gemeinett nir nich der ſ 3 mL (älong mig, ni ten Arn ſtere, i Geſpine ſondern V ſclecht 8 4 ſuchen, ſchlecht hat, 3. r Pähtn † ücſichti 2. der Pal en mman Daumeun ad ſie rüt⸗ er ſche Wale erie ſiteißt 42 Wolle ver acgerreichen Wlle geſtätt 1 aaſche ab⸗ malle wird aa bt. t von dan ſi glih Mtisketit 2 ttten Zeu⸗ a en jſilt eiſid S ſſn Glan gun ſie von ki Abſtufiu⸗ ezem Küimo 363 abhängen. Eine Wolle, die das gehörige Fett hat, glänzt auch in der Regel, aber viele verliert dieſen Glanz nach der Fabrikwäſche. §. 514. f) Von der Krausheit. Unter krauſer Wolle verſteht man eine ſolche, de⸗ ren einzelne Fäden nicht gerade, ſondern gleichſam wel⸗ lenförmig gebogen ſind, ſo daß ſie, wenn man ſie aus⸗ dehnt, erſt gerade werden. Die Krausheit verräth ei⸗ nen guten Kern der Wolle, ſie iſt der Grund der Ela⸗ ſticität und daher eine ſehr weſentliche Eigenſchaft. Auch hierin findet ein feiner Unterſchied Statt, den man im gemeinen Leben nicht beachtet und dennoch ſcheint er mir nicht ganz unwichtig zu ſeyn. Das Haar iſt entwe⸗ der ſo gewellt,(ſo wollen wir es nennen) daß die Ein⸗ und Ausbiegungen auf beyden Seiten regelmäßig ſind (ſchlangenförmig) oder die Wallung geht ſchraubenför⸗ mig, wie bey einem Propfenzieher. Ein Haar der letz⸗ ten Art iſt nie ſo dauerhaft und haltbar, als das er⸗ ſtere, es ſpringt auch leicht bey einem ſehr gedrehten Geſpinnſt. Dagegen wird das andere nicht nur feſt ſeyn⸗ ſondern es hat auch andere Vorzüge. §. 515. Von der Güte der Wolle nach dem Alter und Ge⸗ ſchlecht der Schafe. Ich glaube, daß es nicht unbedeutend iſt zu unter⸗ ſuchen, in wie fern das Alter der Schafe und das Ge⸗ ſchlecht auf die Guͤte der Wolle im allgemeinen Einfluß hat. Ich habe darüber mehrjährige Unterſuchungen an⸗ 364 geſtellt, und gebe daher die Reſultate dieſer Unterſu⸗ chungen hier zum beſten. a) Die Wolle von Jährlingen, alſo von der erſten Schur(die Lämmerſchur abgerechnet) iſt in der Regel die feinſte vom Haar und zwar um ſo ſchö⸗ ner, je früher man die Lämmer geſchoren hat. (Note: Dieſes iſt gegen meine Beobachtungen, und ich finde, daß ein vollkommen ausgewachſe⸗ nes Schaf auch die feinſte und vollkommenſte Wolle liefert.) Dieſer Wolle geht aber dagegen die Ela⸗ ſticität, ſo wie der eigentliche Kern, auch die ge⸗ hörige Haltbarkeit zum Theil ab. b) Die Wolle von Schafvieh vom 2. bis zum 6. Jahr, iſt in jeder Hinſicht am vollkommenſten. Es ſcheint dieß die eigentliche vortheilhafte Periode zu ſeyn, worin die Wolle nicht nur in Hinſicht der Quantität ſondern auch in Hinſicht der Qua⸗ lität am höchſten ſteht. Nach dem ſiebenten Jahr nimmt nicht nur der Ertrag, ſondern auch man⸗ che Eigenſchaft der Wolle merklich ab. Das Fell wird zuerſt kahl am Bauche, dann an den Schen⸗ keln; zuletzt verlieren ſich die Haare auch an den übrigen Theilen des Körpers, die Elaſticität läßt nach, und ein Theil des Glanzes geht verloren. (Note: Bey den Merinos treffen dieſe Gebrechen einige Jahre ſpäter ein.) c) Was das Geſchlecht anlangt, ſo iſt offenbar aus⸗ gemacht, daß die Schafe die feinſte Wolle tra⸗ gen, aber auch zugleich(die Lämmer abgerechnet) ytt Iß fonnt dalln us C, Kſen t t Nlass Knder den agſ nit Gena Untern 6 Ler Untziſe i der af t iſt in de ee horen hwt V achungn, nsgewocjſ b nenſteVelt Din die Ele nuch diege 45 zum b. damenſten. ie Periode Hinſicht ſer Qua⸗ ſaten Jahr duch mm Das Fel V en Shen V uch an de V ſiitit iſt t verloten Gebrache V V V V V nbar au⸗ Volle tre⸗ gerecr 365 die wenigſte. Die Böcke dagegen tragen die mei⸗ ſte und nächſt ihnen die Hammel. Bey gleicher Fütterung iſt die Wolle der Hammel in Hinſicht ihrer Güte keiner andern nachzuſetzen, beſonders übertrifft ſie die übrige an Länge. Da aber faſt auf allen Schäfereyen die Hammeln das geringſte Futter erhalten, ſo iſt auch ihre Wolle ſelten der übrigen gleich. Ich will übrigens nicht in Abrede ſeyn, daß die Wolle der Hammeln nicht ſo kern⸗ haft iſt, als die von anderem Vieh, denn offen⸗ bar hängt die Haarproduction ſehr mit dem Ge⸗ ſchlechtstrieb zuſammen. B. Von den Fehlern der Wolle. So wie ich die Eigenſchaften der Wolle und die mit jeder correſpondirenden Fehlern im Vorbeygehen abgehandelt habe, ſo will ich noch jetzt von den beſon— dern Fehlern ausführlicher ſprechen, und zwar: §. 516. 1) Von dem Bodenſatz. Dieſer Fehler, vielleicht einer der bedeutendſten, kommt mehr bey den Landſchafen, als bey den Ver⸗ edelten vor. Bey den echten Merinos findet er meines Wiſſens gar nicht Statt, wohl aber bey Veredelten. Er beſteht darin, daß die einzelnen Haare des Vließes am Boden unmittelbar auf der Haut ſo in ein⸗ ander verwachſen und gleichſam verfilzet ſind, daß ſich das abgeſchorene Vließ durchaus nicht, oder doch nur mit Gewalt auseinander reißen läßt, indem es auf der untern Seite einem Filze ähnlich iſt. 366 Da ſich nun eine ſolche Wolle in dieſem Zuſtande weder kämmen noch krämpeln läßt, ſo kann ſie der Fa⸗ brikant nicht eher gebrauchen, als bis er den unteren verfilzten Theil abſchneidet, wodurch er aber einen be⸗ trächtlichen Verluſt begreiflicher Weiſe erleiden muß. Der Grund dieſes Übels ſcheint eine natürliche Diſpo⸗ ſition zu ſeyn. Nach meinen Beobachtungen iſt es nicht zu verbeſſern, und erbt von der Mutter ſehr häufig auf das Junge fort, daher man wohl thut, Individuen die⸗ ſer Art auszumärzen.(Note: Dieß muß man nicht un⸗ terlaſſen, indem dieſer Fehler wirklich erblich iſt.) Be⸗ ſonders glaube ich dann viel Vorſicht empfehlen zu müſ⸗ ſen, wenn man ſeine Schäferey veredeln will, denn, wenn ſich dieſer Fehler gleich bey einer fortgeſetzten Ver⸗ feinerung verliert, ſo zeigt er ſich doch nicht ſelten bey den erſten Generationen. §. 517. 2) Von dem Abſetzen oder Sitzenbleiben der Wolle. Zwiſchen beyden Fehlern iſt ein Unterſchied. Man ſagt die Wolle habe ſich abgeſetzt, wenn das Haar gleich⸗ ſam zweywüchſich iſt, d. h. wenn der eine Theil des Haares, gewöhnlich der obere, gleichſam erſtorben iſt, der untere aber wieder anfängt zu repetiren, oder wenn das Haar aus alter und junger Wolle zugleich beſteht; eine Wolle ſey ſitzen geblieben aber ſagt man, wenn ſich die Wolle nicht von der Haut gehoben hat, ſondern gleichſam aufſitzt, kurz und nicht ſelten ganz abgeſtor⸗ ben iſt, und von der neuen, die hervortritt, ganz abge⸗ ſchoben wird. Dieſer Fehler, der ebenfalls einer der tretcit kemmr ſenenit 1 3 nihm richli ſtlecttn Fal 6 un h ͤden mij aice Dii itt s nit 7 häuſigeu er hiduen i⸗ ern nichtun y iſt) d ain zuwie u al, dem, daßzten Van atiten be ener Wolte irnied. Mu S uor glet⸗ ar Thell d a aren it, „Soder wen Sd htt an vrent 12 ſonden 4 abgiſt a anz üh⸗ Teine R 367 wichtigſten iſt, kann aus mehreren Urſachen entſtehen, und zwar: 4 a) Durch Krankheiten. So wie durch irgend eine Krankheit der thieriſche Organismus überhaupt geſtört wird, ſo iſt dieſes auch der Fall mit dem Hautſyſtem und mit dem damit ver⸗ bundenen Haarwuchs. Die Thätigkeit läßt nach, das Haar ſtirbt gleichſam ab, es wächſt eine Zeit lang gar nicht, oder doch nur unmerklich, es trocknet aus, und die Production dahin läßt überhaupt ganz nach. Erhohlt ſich nun das Thier wieder, und die vorigen Functionen treten alle wieder ein, ſo wächſt auch das Haar poll⸗ kommen fort, und es entſteht zwiſchen den nun gewach⸗ ſenen und dem älteren ein ſehr wahrnehmbarer Abſatz und eine Ungleichheit in der Güte und Dauer, die für die Fabrikation ſehr nachtheilig iſt. Iſt das Übel noch grö⸗ ßer, dann verliert das Schaf die alte Wolle, die gleich⸗ ſam frühzeitig abſtarb, und gleichſam allen Kern ver⸗ loren hat, der zweyte aber noch zu jung und mithin ganz unvollkommen und unreif iſt. §. 517. b) Durch Ungleichheit der Sommerweide und Win⸗ terfütterung. Beydes kann dieſen Fehler verurſachen. Wenn nähmlich die Weide im Sommer und im Herbſt ſehr reichlich und gut war, und die Schafe werden im Stalle ſchlecht gefüttert, ſo ſetzet die Wolle ab; ein gleicher Fall kann eintreten, wenn die Weiden im Sommer und Herbſte ſchlecht, und die Winterfütterung gut war⸗ 368 oder auch, wenn man Anfangs ſehr gut fütterte, und ſhneide zuletzt, ehe ſich die Wolle gehoben, zu früh nachläßt. ſte böm Trifft dieſes übel eine ganze Heerde, ſo iſt es für den ruuch h Beſitzer mit großem Verluſte verbunden. Denn kein te, ſm Fabrikant kauft eine ſolche unhaltbare und ſchlechte Wolle, an ſeit: ohne großen Schaden von dem Beſitzer. nungn b§. 518. tine ti 3) Von der rauhſpitzigen Wolle. oben in G Dieſer Fehler ſindet dann Statt, wenn die Wolle de. nicht durchaus einerley Feinheit des Haares hat, ſon⸗ ſcenyke dern wenn der äußere Theil des Haares oder die Spi— Wegeun tzen theils ſtärker ſind, als das Haar am Stamm; theils härt an rauher, weniger elaſtiſch und weich. Man nennt dann nur uen eine ſolche Wolle rauhſpitzig. Da dieſe rauhe Spitzen Mat, M nie ſo gut verarbeitet werden koͤnnen, weil ihnen die Prtatts Eigenſchaften einer guten Wolle faſt ganz abgehen, ſo ſät, m müſſen ſelbe vorher abgeſchnitten werden, und der Fa— zud brikant hat, da er ſie nur zu geringen Tüchern gebrau⸗ und g chen kann, bey einer ſolchen Wolle nie den Vortheil, Huxrien die ihm andere gewährt. ſoftaih Immer iſt dieſer Fehler ein Naturfehler einiger veiß inn Individuen, der ſich durch Kunſt nicht, wohl aber denſt n durch eine weitere Veredlung verbeſſern läßt. dobritn Am häufigſten findet man ihn bey der Wolle der ſehtd Jährlinge, die als Lämmer nicht geſchoren wurden, den die und überhaupt bey den Metis von der zweyten, drit⸗ eine ten ten und ſogar bisweilen noch von der vierten Genera⸗ d gee tion. Sonderbar ſcheint es auf den erſten Anblick aller⸗ und dings, daß der Theil des Haares der nach dem Ab⸗ (88 Verthel, ae eini Srohl die 369 ſchneiden der Wolle, nähmlich der Stamm, der fein⸗ ſte blieb, nun nach dem Scheeren wieder ſtärker und rauchſpitziger wird, da doch das Haar nicht an der Spi⸗ tze, ſondern wie dieſes erwieſen iſt, am Stamme oder an ſeinem untern Theile wächſt. Allein dieſe Erſchei⸗ nung iſt dennoch nicht ſchwer zu erklären. Das Ganze iſt eine Folge des Abſterbens des Haares, welches von oben hinein erfolgt. Dieſe rauhen Spitzen, wobey man das Haar nicht ſelten(wie bey dem Haupthaar des Men⸗ ſchen) geſpaltet findet, ſind gleichſam abgeſtorben, die Vegetation und der Zufluß der nährenden Säfte dahin hört auf, daher der Mangel aller Eigenſchaften, die nur dem lebenden Theil des Haares eigen ſind. Das Mark, welches die Haarröhren ausfüllt und bey dem Wachsthum des Haares ſelbſt eine bedeutende Rolle ſpielt, gerinnt, anſtatt daß es im geſunden Theile li⸗ quid iſt, und treibt das Haar auf, wodurch es ſtärker und rauher wird. Auch drehen und filzen ſich einzelne Haarſpitzen aus demſelben Grunde in einem gemein⸗ ſchaftlichen Bündel zuſammen. So und nicht anders weiß ich mir dieſe Erſcheinung zu erklären. Der Ge⸗ genſatz von rauchſpitzig iſt ſtumpf gewachſen, daher der Fabrikant eine ſolche Wolle eine ſtumpfe nennt. Hier ſteht die Wolle nicht in einzelnen Spitzen vor, ſon⸗ dern die ganze Oberfläche des Vließes bildet gleichſam eine ebene Decke. An dieſer Wolle iſt bey weitem kein ſo großer Verluſt, und der Faden an ſich iſt gleicher und ebener. A a * 370 §. 519. 4) Von der gedrehten Wolle. So nennt der Fabrikant die Wolle, wo das ganze Vließ gleichſam einzelne Locken bildet. Die einzelnen Haare zu mehreren Dutzenden drehen ſich gleich über der Haut unmittelbar ſpiral oder ſchraubenförmig in kleine Strehne zuſammen und vereinigen ſich in einer gemeinſchaftlichen Spitze. Dieſer Fehler iſt nicht bloß für den Fabrikanten, ſondern auch für den Landwirth verderblich. Der erſte bekommt aus dergleichen Wolle kein ſo dauerhaftes Garn, er kann ſie nicht gut bear⸗ beiten, indem ſich die einzelnen Haare in kleine Bal⸗ len zuſammenfilzen, während der Bearbeitung bekommt das davon gefertigte Tuch Knötchen wodurch es an ſei⸗ ner Appretur und Feinheit verliert, der letztere wird von Schafen mit ſolcher Wolle nie ſo viel ſcheeren, und verliert daher immer an Gewicht. Da die Haare gewöhnlich oben, etwa bey † ihrer Länge von der Spitze herein am ſtärkſten gedreht und gleichſam verfilzt ſind, ſo kann der oben erwähnte Feh⸗ ler wohl allerdings zum Theil vermieden werden, wenn man die Spitzen abſchneidet, da aber dieſe dann nur wenig Vortheil gewähren, ſo hat der Fabrikant immer beträchtlichen Verluſt an einer ſolchen Wolle, und kauft ſie daher, wenn er ſein Metier verſtehet, nie gern. Es iſt übrigens gar nicht zu läugnen, daß dieſer Fehler immer ein Zeichen von einem ſehr feinen Haar iſt, zugleich verrathet er aber auch Armuth an Haaren. der Et ſtlottitt D Vatet n mit det deeſen ui (Shafeihe nicht inn G trächtl A, M iſt: ſchn dentennt den b in dergühe gil des um ſc nihſa un gi m de,ſancn ſeta t nur denmi tine vähm. nict nig Hrann ddlung ſan fügich. ddeneng, Kedrehtog mer 1n dem 9 asgane nzelnen ich ihr n mih i Sir eimr t t lb 3 dwith Pal 8 bear aal Bal⸗ A pmmt in ſeie mtzwird aag und c iher 7r6 und 18 ge 2(wem nur a mmer kauſt 1 dg dieſtt 1i Haal g aaren. 371 Der Schäfer nennt ſolche Schafe flüchtig von Wolle oder ſchlottrige Felle. Da dieſer Fehler ſehr forterbt, beſonders vom Vater, ſo muß jeder Landwirth darauf ſehen, Böcke mit dergleichen Fellen nie zuzulaſſen, und ſelbſt die Schafe merze er bald aus, wenn er ſeine Schäferey nicht in übeln Ruf bringen und ſeine Wollernte be⸗ trächtlich vermindern will⸗ Da wie ich ſchon erinnert habe, Wolle, welche dieſen Fehler hat, uͤbrigens immer ſehr fein von Haar iſt; ſo war mir immer darum zu thun, auf Mittel zu denken, wodurch das Zuſammendrehen vermindert wer⸗ den könnte. Ich ſuchte die Urſache dieſer Erſcheinung in der Feinheit des Haares, verbunden mit einem Man⸗ gel des eigentlichen Kerns, wodurch das einzelne Haar ſich nicht ſelbſt erhalten kann, und nun mit andern, um gleichſam einen gemeinſchaftlichen Stamm zu bil⸗ den, ſich zuſammendreht. Ich glaubte daher nichts beſ⸗ ſeres thun zu können, als Individuen der Art, nicht nur den Sommer, ſondern auch den Winter hindurch eine recht reichliche Nahrung zu geben, und dadurch nicht nur die Anzahl der Haare,(Note: Die Anzahl der Haare laſſen ſich nicht durch Kunſt ſondern durch Ver⸗ edlung vermehren) ſondern auch die Elaſticität und vor⸗ züglich den Kern derſelben zu vermehren. Um mich zu überzeugen brachte ich zwey Schafe, die ſich durch eine gedrehte Wolle ganz beſonders auszeichneten im Som⸗ mer 1811 nicht auf die Weide, ſondern fütterte ſie auf dem Stalle ſo reichlich, daß ſie immer in einem ſehr Aa 2 372 guten Zuſtande blieben; ſo wie ſie auf dem Winter⸗ ſtand kamen, erhielten ſie gutes Rauchfutter, täglich etwas Hafer und mit Waſſer verdünntes Branntwein⸗ ſpühlicht. Dadurch iſt dieſer Fehler ſo vollkommen verbeſ⸗ ſert worden, daß die Wolle dieſer beyden Schafe un⸗ ter die vorzüglichſten gehört. Der Grund dieſes Übels ſcheint mir daher bey ſehr feinwolligtem Vieh beſonders aus Mangel an Weide und gehöriger Winterfütterung theils zu entſtehen, theils vorzüglich noch vermehrt zu werden. Bey gut genährten und dichtfelligen Schafen findet man es weit ſeltener.(Note: Bey wahrhaft dichtfelligen Schafen iſt dieſer Fehler nie zu finden.) §. 520. 5) Von der hundehaarigten Wolle. So nennt man diejenige, wo ſich unter der fei⸗ nen kraußen Wolle mehr oder weniger ſtarke, perlfar⸗ bene, glänzende Haare, wie das Haar eines weißen Spitzes befinden. Am Kopf, am Bauch und an den Unterſchenkeln findet man bey ſehr vielen Individuen, und ſelbſt bey den echten Merinos, dieſen Fehler, und hier iſt er we⸗ nigſtens nicht ſo bedeutend, kommen dergleichen Haare aber, und zwar in beträchtlicher Menge auf dem Rücken, den Seiten und dem ganzen Körper vor, ſo iſt dieß ein ſehr großer Fehler. Er erbt nach meinen Beobachtun⸗ gen, vorzüglich vom Vater fort, daher man bey der Wahl desſelben vorzüglich dieſen Umſtand berückſichti⸗ gen ſoll. Die Hundehaare ſcheinen ganz erſtorben und ohne K X8NRA = Winter Dntwen. E n verte 2 haße u⸗ c ühe Iſonden 1Stttenug s dehtt 1Schafet Lanrhei 134) mr fei⸗ Krlfar⸗ zanveißen mo enteln ’ſt hy fzer we Hau rrelückn, Kißan actur t r'el der otſiti 1 dhne 373 alles Leben zu ſeyn, ich möchte ſie entartete durch ei⸗ nen Überreitz entſtandene Produkte nennen.(Note: Sie ſind ein wahrſcheinlicher Erbtheil vom Muflon, indem ſie mehr oder weniger ein Eigenthum des ganzen Schaf⸗ geſchlechtes ſind, doch ſind die Merinos am meiſten da⸗ von befreyt.) Sie ſcheinen mir in der That unter den Haaren das zu ſeyn, was das Mutterkorn unter dem Getreide iſt. Denn auch dieſes iſt ein Produkt das durch überreitz entſtanden zu ſeyn ſcheint. Bey der Verarbeitung der Wolle müſſen dieſe Haare durchaus vorher herausgebracht werden, da ſie nur ein unhaltbares ungleiches Garn geben, und keine Farbe gehörig annehmen, noch halten. Aber wie mühe⸗ voll ein ſolches Herausleſen ſeyn muß, kann man ſich leicht denken.(Note: Dieſes iſt durch das Klopfen der Vließe auf Hurthen mit Stöckchen leicht zu bewerk⸗ ſtelligen.) In der Regel ſind ſie kürzer als die gewöhnliche Wolle. Bey Lämmern findet man ſie zuweilen; ſie fal⸗ len aber ſpäter aus und erſcheinen in der Folge nicht wieder. Man darf ſie aber hier nicht mit den ſogenann⸗ ten Stammhaaren verwechſeln, welche die feinſten Läm⸗ mer oft mit auf die Welt bringen, in einigen Mona⸗ then aber, nachdem die feinere Wolle nachwachſet, voll⸗ kommen verlieren, ſo daß dergleichen Lämmer oft die feinſten Vließe liefern. Zur Beſtätigung meiner oben angeführten Meinung muß ich hier noch bemerken, daß die genannten Hundehaare nicht alle Jahre, auch bey den Individuen, welche dazu geneigt ſind, in gleicher 374 Menge vorkommen, vielmehr ſind ſie in einem Jahr, in größerer, in einem andern in geeingerer Anzahl vorhanden. §. 521. 6) Von der bungerigen Wolle. Hungerig nennt der Fabrikant diejenige Wolle, welche von ſchlecht geweideten und ſchlecht genährten Schafen kommt. Sie iſt in der Regel kurz, trocken, ribiſch und hat ſich wenig gehoben, ſondern iſt, wie ſich die Schäfer auszudrücken pflegen, ſitzen geblieben. Ihr fehlt beſonders die Elaſticität, überhaupt der Kern, daher ſie ſich nicht gut verarbeiten läßt, ſchlechte Pro⸗ ducte liefert und vom Fabrikanten auch nur gering be⸗ zahlt wird. Es iſt dieß wie ſich wohl von ſelbſt verſteht kein Naturfehler, ſondern immer eine Folge einer ſchlech⸗ ten Winterfütterung. Wer ſeinen Merinos oder auch bloß veredelten Schafen Stroh und wenig oder ſaures Heu füttert, wird bald dieſen Hunger in ſeine Wolle bringen, da⸗ gegen kann er ihn bey einer hinreichenden und kräftigen Nahrung vermeiden. §. 522. 7) Von der platthaarigen Wolle. Wir haben ſchon oben geſehen, daß die Haare von verſchiedener Form, nähmlich bald platt, bald rund im Querdurchſchnitte vorkommen. Auch bey der Wolle iſt das nicht ſelten der Fall. Gewöhnlich iſt hier das Haar rund, bisweilen aber auch platt. Iſt das letztere der Fall, ſo verliert die Wolle viel an ihrem Werthe, weil das lutte ten läft Tuch, von Wi 4 V dem 1 deht. hleße men V Übuns dau) ſ der A jen Grz zubeinat gefundeng iſtets pis 1 4 n lungc kennenge nicht un An tp 1 aem Ii kiu n vize V 22 genähtn 1s, trakn, eri, wieſh Apben. Ir Tter Ken, Röte Ae⸗ unnering he verſteſ a zrſchech⸗ Feredelten 28 füttet, dd gen, d us keäffihe 1 Chaare tin A nndin * Peleil e dai dur Dedrrzil 8. vel dl 375 platte Haar ſich theils ſchon an ſich nicht gut verarbei⸗ ten läßt, theils auch das daraus gefertigte Zeug und Tuch, weder die Güte, noch das Anſehen erhält, als von Wolle mit rundem Haar. Man unterſucht die Wolle auf dieſen Fehler, in⸗ dem man die einzelnen Haare zwiſchen den Fingern dreht. Hier wird man bey einiger Üübung durch das bloße Gefühl bald wahrnehmen,⸗ ob das Haar vollkom⸗ men rund oder plaͤtt gedrückt iſt. Wem es hierin an übung fehlt,(denn ein ziemlich feines Gefühl gehört dazu) der betrachte nur recht oft verſchiedene Arten der Wolle durch eine gute Luppe auf einem ſchwar⸗ zen Grunde, wobey man aber die einzelnen Haare ganz auseinander ziehen muß, und wenn er das platte Haar gefunden, ſo drehe er es abwechſelnd mit dem runden öfters zwiſchen den Daumen und dem Zeigefinger, und er wird ſich durch die öfter wiederhohlte Procedur bald Üübung verſchaffen. So entſchieden der Nachtheil dieſer Wolle iſt, ſo kennen ihn doch nur wenig Fabrikanten, ich habe daher nicht unterlaſſen können, ihn hier zu berühren. Anmerkung. Sehr oft ſpricht der Fabrikant von einer geſpaltenen Wolle. Man pflegt damit einen doppelten Begriff zu verbinden. Oft verſteht man das darunter was wir ſpitz gewachſen nennen, oft aber auch die Wolle, deren Haare an der Spitze, wie man dieß auch wohl beym Haupthaar findet, wirklich geſpalten iſt. Der letztere Umſtand kömmt 376 1 nicht häuſig vor, und ſcheint nur zufällig zu ſeyn, rermaſte daher es nicht nöthig iſt, mehr davon zu erwähnen. ſer unb Sollte ich übrigens einen oder den andern Fehler lindeit überſehen haben, ſo bitte ich meine Leſer um Nachſicht, b wend überzeugt bin ich übrigens, daß wenn man nur die hier in gerügten vermindert, man ſeine Schäferey in gutem weſert Stand erhalten wird. muß im 3 beſſettt Acht und dreyßigſtes Capitel. ſch b vollken Bom Kremdeln. kr §. 523. Theilgt Bevor die Wolle geſponnen werden kann muß 4 Mbkehien man ſie entweder Krempeln oder Kämmen. Das letztere hen dildl geſchieht aber ſehr ſelten bey tuchartigen, ſondern immer ſch tzeu nur bey glatten Zeugen. Zu den Krempeln oder Kar⸗ Etiſte he tetſchen, wie man es auch nennt, bedient man ſich ent⸗ genomit weder der Handkrempeln, oder der Krempelmaſchinen, ſten um welche letztere wenigſtens in den neuern Zeiten ſehr in nemitſh Gebrauch gekommen ſind. Niiß, Bey der Wolle, die zu Tücher verarbeitet werden 8ch duzs ſoll, kommt es vorzüglich darauf an; daß ſie ein dich⸗ hen Knns ter Filz werde, der durch die letzte Zurichtung vollkom⸗ baitn eit men gemacht werden kann, ohne daß der Faden ent⸗ lal blößt werde, ſondern immer gedeckt bleibt. Um dieſen ſch m n Filz zu erhalten, muß die Wolle ein wenig zerriſſen gräſtn werden, wozu ſich die Kartätſchen viel beſſer qualifici— limnn ren als die Kämme, weil die Zähne daran dichter ſind, üidullg und ſie deren auch mehrere haben. Dieß leichte Brechen nn n ſ 4 ſ fällig zu ſeyn, zu erwähnen. andern Fahle um Nachſict, n nur die hie tey in gumn vitel 4 kann muß Das letztere vern immer oder Kar⸗ aan ſich ent⸗ elmaſchinen, riiten ſehrin veitet werden ſie ein dih⸗ hng rollom⸗ S Jaden ent⸗ z Um dieſen ziig zertiſin Jer qualitii dichter ſind⸗ hte Brechen 377 vermehrt die Haare der Wolle, macht die Fäden krau⸗ ſer und folglich geſchickter ſich mit einander zu ver⸗ binden, und durch die Arbeit des Walkens dichter zu werden. Hieraus ſieht man, daß das Krempeln von ſehr weſentlichem Einfluß auf die Bereitung des Tuches ſeyn muß; dem eine gut gekrempelte Wolle ſpinnt ſich weit beſſer und verurſacht weniger Abgang; das Tuch webt ſich beſſer und gleicher, und das Walken iſt leichter und vollkommener. Die Vollkommenheit des Krempelns hängt zum Theil auch von den Inſtrumenten ab, deren man ſich bedient. Es gibt derſelben mehrere Sorten, auf wel⸗ chen die Wolle nach einander gekrempelt wird, und die ſich theilsz durch den weiten Stamm der Zähne oder Stifte, theils durch die Stärke des Draths, der dazu genommen wird, unterſcheiden. Die, welche die gröb⸗ ſten und am weiteſten ſtehenden Zähne haben, und womit das erſte Bearbeiten vorgenommen wird, heißen Reiß⸗, oder Brechkämme; die zweyte Sorte, welche ſich durch mehrere und feinere Zähne unterſcheidet, hei⸗ ßen Kratz⸗ oder Krempelkämme; die zum dritten Bear⸗ beiten heißen Schrobeln. Nach dem Zauſen geht dann das Krempeln vor ſich, und zwar auf die Art, daß man es zuerſt mit den gröbſten oder Brechkämmen, dann mit den Krämpel⸗ kämmen und zuletzt mit den Schrobeln vornimmt. Um aber die Arbeiten des Krempelns zu erleichteru, ſchmalzt man die Wolle ein, d. h. man läßt eine Quantität 378 Ohl hineinziehen, wodurch die Wolle weich und leicht zu kämmen wird, und gezogen werden kann, ohne daß ſie reißt. In Frankreich nimmt man auf 4 Pf. Wolle gewöhnlich 1 Pf. Baumöhl. Zu wenig nehmen iſt nicht rathſam, indem die Wolle nicht geſchmeidig genug wird; zu viel hingegen macht ſie zu weich und verurſacht nicht ſelten, daß ſich kleine Knötchen in derſelben anſetzen. In einigen Fabriken nimmt man Rübſen⸗oder Lein⸗ öhl, ſtatt des Baumöhls, was aber durchaus keine Em⸗ pfehlung verdient. Ein hieſiger ſehr geſchickter und un⸗ terrichteter Tuchfabrikant, Herr Waimar pflegt ſeine Wolle mit Gänſefett zu ſchmalzen, und zieht dieß allen andern Materien vor. Allerdings iſt es auch begreiflich, daß ein thieriſches Fett der Wolle viel ähnlicher und homogener iſt, vortheilhafter auf die Wolle wirken müſſe, als ein bloß vegetabiliſches. Andere nehmen zur Wolle, welche zur Kette be⸗ ſtimmt iſt auf 8 Pf. 1 Pf. Ohl und zwey Pf. wenn ſie zum Einſchlag beſtimmt iſt, weil die Kette mehr Fett verträgt. Wie oft eine Wolle vor dem Spinnen kartatſcht werden müſſe, hängt theils von der Feinheit derſelben und des daraus zu fertigenden Garns, theils von ihrer zu ſeyn, ſie eher zu oft, als zu wenig zu krempeln. §. 524. Die ſo bearbeitete Wolle wird nun geſponnen, entweder auf einem gewöhnlichen Spinnrade mit der Hand, oder auf größeren Maſchinen, die durch thieri⸗ Länge oder Kürze ab, immer ſcheint es aber vortheilhaft ſhe Gn land ghut wegſtn Ni von in iſt eon zur 11 Deig diin ier 4 Pollier dubenm 3oen O und m. 1ſug teinod ung an abfomn dem a Dih in dß 6 ſichenn icnim * und lacht 4, ohne diß Pf. Welt n iſt nict enug wid, = rſacht riht An anſehen. Aoder bei⸗ an keine En⸗ Hr und mn. rlegt ſain Asdieß allen Hiegreiflih, ticher und nimn müſſe, unzgette be⸗ gopf. went ette mehr en kattatſtt 4 t derſelben gvon ihlet * sortheihhit Anupeln. a eſponnen⸗ 379 ſche Kräfte, durch das Waſſer oder wie dieß in Eng⸗ land häufig der Fall iſt, durch Dampfmaſchinen be⸗ wegt werden. §. 525. Die Spinnräder ſind von verſchiedenem Bau, und von verſchiedener Einrichtung. Beym Spinnen ſelbſt iſt ein weſentlicher Unterſchied, je nachdem das Garn zur Kette, oder zum Einſchlag verwendet werden ſoll. Der Faden zur Kette wird ſtärker gedreht, und rechts geſponnen, während man zu dem Einſchlag lockerer ſpinnt und links dreht. Beydes hat ſeinen gutam Grund. §. 526. Wie viel übrigens aus einer gewiſſen Quantität Wolle wohl Garn und Tuch erfolgt, iſt allgemein nicht wohl zu beſtimmen, da es darauf ankömmt ob das Tuch 60*r, Zoer oder goet iſt, das heißt, ob es 1500, 2000 oder 2400 Fäden in der Breite hat, wornach ſich die Breite und Güte beſtimmt. Durch das Spinnen geht gewöhnlich 1/15 ab. Zur Ehle 90e Tuch gehört immer 1 1/8 Pf. reine Wolle. Übrigens verliert das Gewicht im Tuch ungemein; denn ein Stück, wozu 40 Pf. Wolle ver⸗ abfolgt wurden, wiegt das Tuch nach reiner Walke und dem Ausſperren nur noch 25 Pf. §. 527. b) Kaſimir. Der Kaſimir unterſcheidet ſich vom Tuch dadurch, daß die Fäden nicht gedeckt ſind, oder daß die Ober⸗ fläche nicht aufgeraucht, ſondern ganz glatt iſt. Gewöhn⸗ lich nimmt man dazu zweyerley Wolle, nähmlich Kamm⸗ —————— 380 wolle zur Kette und Krempelwolle zum Einſchlag. Da⸗ her wird zum Aufzug immer die längſte Wolle erfor⸗ dert, und von den Tuchfabrikanten auch ſehr geſucht. Der Kaſimir wird entweder wie Tuch gewebt, oder er wird gekörpert, d. h. die Fäden des Einſchlags und der Kette durchkreutzen ſich nach der Diagonale. Zur Kette muß der Faden ſtark gedreht werden, und daher braucht man dazu die längſte Wolle, beſonders die von der Seite und dem Rücken. §. 528. c) Flanell. Dieſer wird wie das Tuch, aber nur lockerer und weniger dicht gewebt. Man nimmt öfters zur Kette und zum Einſchlag Krempelwolle, wodurch er zärter und fei⸗ ner wird; dagegen macht man ihn ungleich dauerhafter⸗ wenn man zum Aufzug Kammwolle, zum Einſchlag aber Krempelwolle nimmt. Im erſten Fall muß die Wolle zur Kette länger ſeyn. Übrigens nimmt man dazu ſehr feine Wolle. §. 529. d) Molton. Wird auf ähnliche Art bereitet, aber gekörpert und gewalkt. Auch nimmt man dazu in der Regel eine feinere und weichere Wolle. §. 530. e) Biber. Zu dieſem nimmt man gewöhnlich eine ſtarke Wolle, die nicht ſo fein als zum Tuch zu ſeyn braucht. genemrs als der n ntie ſe bait wim beinden z. waltt w 2 Zeuge, braucht. 1: che wir en ter u n er einet Rämmeng de, die eg ſeugen üg ten Jenge ſchlag. Da⸗ Lolle erfer ehr geſudt öt, odertt 9s und der Zur Kette aher brauct dee von der ockerer und Kette und er und fei⸗ zwerhafter⸗ Einſchlag t gekötett Regel tine eine ſtatte n brauct⸗ 381 Es wird immer gekörpert, nicht geſchoren und erhält eine ſtarke Wolle. §. 531. f) Kalmuk. Dazu wird ein flarker Faden und lange Wolle genommen, doch wieder gekörpert und mehr gewalkt als der Biber, daher er ungleich dichter erſcheint. §. 532. g) Drap des Dames. Iſt ein Tuch gewöhnlich von feiner Wolle und feinem Geſpinnſt, erhält aber nur die halbe Walke. §. 533. h) Halbtuch. Unterſcheidet ſich vom Tuch dadurch, daß es halb ſo breit wie jenes gemacht wird. Der Kerſey iſt eine beſondere Art davon, der gekörpert und ſehr ſtark ge⸗ walkt wird. §. 534. 2) Wolle für den Zeugmacher. Der Zeugmacher verfertigt in der Regel nur glatte Zeuge, wozu er keine Krempel⸗ ſondern Kammwolle braucht. Die meiſten Eigenſchaften der Wolle, wel⸗ che wir eben angegeben haben, ſind auch dem Zeugma⸗ cher zu ſeinen Fabrikaten günſtig. Beſonders bedarf er einer langen und reinen Wolle, weil er ſonſt beym Kämmen zu viel Abgang oder Kämmlinge haben wür⸗ de, die er entweder dem Tuchmacher zu ſchlechten Tuch⸗ zeugen überlaſſen, oder die er ſelbſt nur zu geringen glat⸗ ten Zeugen verarbeiten kann. 382 Er verarbeitet mit größerm Vortheil Landwolle, oder ſolche, die ſich nur im erſten oder zweyten Grade der Veredlung befindet; theils weil ſie in der Regel länger iſt, theils weil die Zeuge, etwa den neu erfunde⸗ nen Merino ausgenommen, da ſie nur zu geringen Sachen verwendet werden, nicht ſo theuer verkauft wer⸗ den, daß ſie eine ſo koſtbare Wolle bezahlen ſollten. §. 535. Vom Reinigen der Wolle. Die Wolle, ſo wie ſie von dem Schurplatz kommt, wird zuerſt von dem ihr anhängenden Schmutz gereini⸗— get. Die Arbeiter nehmen ſie daher vor ſich, leſen die Klunkern und Unreinigkeiten aus, und zerrupfen ſie, damit das Futter, Stroh u. ſ. w. um ſo eher heraus⸗ falle. Dann wird ſie nicht ſelten, beſonders wenn ſie viel Unreinigkeiten enthält, auf Horden in einzelnen Flocken geſchlagen, um ſie auf dieſe Art von allen Un⸗ reinigkeiten und Staub zu befreyen. §. 536. Nun folgt das Kammen. Man ſetzt ſie zu dieſem Behuf vorher in Ohl, oder ſchmalzt ſie mit Butter, Schmeer oder Schmalz. Die Butter oder das Schmalz ſcheinen allen Beobachtungen gemäß, die beſten Ma⸗ terialien zu ſeyn, obgleich einige dem Ohl den Vor⸗ zug geben. §. 537. Das Kammen ſelbſt geſchieht vermittelſt der In⸗ ſtrumente, die man Kämme nennt, und die allgemein ckannt torin Kit nd die n tegrad hite u ſtdie Ih ſehärg 9 zen undſn M bleibtte Nahlkem güte un ten Kimt lnpe, des dewendetſt dtui ge unnathi m ſ muß ſir iget wes gird, iſg keinigen 9 ppt, nach Dac a Tüthen nut loſe„. ghreht, oſer doppen Jfhenm V V andwolk, ten Grade der Rag u erfunde⸗ gerinze kauft wa⸗ ſollten. latz kommt tutz gerein. p, leſen de upfen ſi, ger heraut⸗ wenn ſie anzelnen tallen Uw u dieſen it Butter, 33 Schma veſten M den Ber iſſt der I — allgemenn 383 bekannt ſind. Es gehört dazu zugleich der Kammofen, worin Kohlen unterhalten, die Kämme immer erwärmt und die Butter flüſſig erhalten werden kann. Der Wär⸗ megrad iſt ein weſentlicher Punct; denn treibt man die Hitze zu hoch, ſo kräuſelt ſich die Wolle, und wird hart; iſt die Wärme zu gering, ſo wird die Fettmaterie nicht gehörig flüſſig, und ſie kann die Wolle nicht durchdrin⸗ gen und gehörig geſchmeidig machen. Wenn die Wolle das erſte Mahl gekämmt wird, ſo bleibt eine ſchlechtere Sorte zurück, die man noch ein Mahl kämmen kann; ſie erreicht aber freylich nie die Güte und Feinheit der erſten. Das was nach dem zwey⸗ ten Kämmen übrig bleibt, ſind bloß gemeine Kämm⸗ linge, die nur zu den gröbſten und ſchlechteſten Zeugen verwendet werden können. Wenn die Wolle auf dem Schafe gewaſchen worden, ſo iſt eine weitere Waſche unnöthig; wenn ſie aber ungewaſchen geſchoren werden, ſo muß ſie vor dem Kämmen durch eine Waſche gerei⸗ niget werden. Bevor die gekämmte Wolle geſponnen wird, iſt es immer gut, ſie durch ein Seifenbad zu reinigen; viele Fabrikanten ziehen aber die Gewohnheit vor, nach welchen man erſt die fertigen Zeuge reiniget. §. 538. Das Spinnen des Garns zu Zeugen iſt von dem zu Tücher ebenfalls verſchieden. Dort wird das Garn nur loſe geſponnen; hier wird mehr oder weniger ſcharf gedreht, und ehe das Garn verarbeitet wird, zwirnt oder doppelt man es; auch iſt das Rad von dem Tuch⸗ macherrad verſchieden. — S——— —— — ¾— 384 Die verſchiedenen Zeuge kann man eintheilen in: a) Körperzeuge. Zu dieſen gehören: §. 539. aa) Die Sarſche. Die Sarſche de Nimes iſt die vor⸗ züglichſte, ſie kann auf beyden Seiten rechts ge⸗ tragen werden. Zur Kette ſortirt man die feinſte und längſte Wolle vom Rücken und vom Bauche aus, welche im Spinnen ſtark gedreht und dann gezwirnt wird. Der neu erfundene Merino, der jetzt häufig zu Damenkleidern gebraucht wird, iſt im Ganzen nichts anders, als eine Art von Sar⸗ ſche, wozu ganz feine Wolle und ein ganz feines Geſpinſt genommen wird. Ein Pfund einſchürige Waſch⸗ und Fett⸗Wolle bringt 4— 9 Strehne. Auf 1 Stück von 80 Ellen rechnet man 10 Pf. Kettengarn; zum Einſchluß 32 Pf. §. 540. Pb) Römiſche Sarſche wird aus einerley Wolle ge⸗ macht, iſt aber nur halbrechts. §. 541. ec) Der Raſch oder ſchlechte Sarſche für Landleute wird gewöhnlich von Kämmlingen gefertigt, ge⸗ rauht und gewalkt, daher heißt ſie auch Tuch⸗ ſarſche. §. 542. dd) Soy iſt feiner, auf der rechten Seite glätterer Raſch. Man fertiget ihn gewöhnlich von ganz or⸗ augeriche au) De & AAK intheilen in es iſt diere⸗ ten rechz ge an die feinſt vom Bauhhe iht und dan Merino, da ucht witd, it rt von Ea⸗ tganz feine Fett⸗Woll nan 10 pf ley Wolleg⸗ ür Landleute efertigt, ge auch Luh. eite glättene von ganz d⸗ 385 dinärer Wolle, und braucht ihn als Unterfutter in Tuchkleider. b) Leinwandartige Zeuge. Dahin gehöret: §. 543. aa) Etamin. Hierzu wird eine Mittelſorte von Wolle genommen, die man ebenfalls kämmt. Die Kette wird ſtark gedreht, daher die Wolle, wie bey al⸗ len dergleichen Zeugen, feſt und kernhaft ſeyn muß; der fertige Zeug wird gewöhnlich gepreßt. §. 544. bb) Kammlot, dazu nimmt man ebenfalls lange, gekämmte Wolle. §. 545. cc) Perkan iſt gleichſam ein doppelter Kammlot; das Garn iſt ſehr ſtark gedreht, und er wird ſtark zu⸗ ſammen geſchlagen. c) Geblümte wollene Zeuge. §. 546. aa) Kalmuk. Lange gekämmte und gezwirnte Wolle. Oft erhält die Kette ſeidene Fäden. §. 547: bb) Der Damaſt hat mit dem erſten große Uhnlich⸗ keit, und er wird faſt auf dieſelbe Art bereitet. d) Wollenſammt. Dahin gehören alle ſammtartigen Zeuge mit einer zugerichten Seite. §. 548. aa) Der Plüſch. * — 86 §. 549⸗ bb) Der Kaffa wird wie Sammet gewebt⸗ §. 550. cc) Struck, ein ſtrumpfartiges Zeug. §. 551. e) Kreppzeuge. Dazu nimmt man die feinſte Wolle und die läng⸗ ſte, weil die Kette ſehr ſtark gedreht werden muß. Nach dem Weben wird das Zeug in ſiedendes Waſſer gewor⸗ fen, wodurch die Kettenfäden kraus zuſammen laufen, und ſtehen bleiben; dieß nennt man das Kreppen. §. 552. 3) Wolle für den Strumpfwirker⸗ So verſchieden die Strümpfe in Hinſicht ihrer Feinheit und Weichheit ſind, ſo verſchieden iſt auch die Wolle in ihrer Güte, die dazu genommen wird. Von der Lammwolle nimmt man zu Strümpfen immer die feinſte und längſte, am liebſten die von Jähr⸗ lingen, und überhaupt die Wolle vom Rücken und den Seiten. Biberſtrümpfe werden gewöhnlich mit ſpani⸗ ſcher oder veredelter Wolle verſetzt. Zu ganz feinen Strümpfen nimmt man wohl auch durchaus feine ſpa⸗ niſche oder veredelte Wolle. Die kürzere Wolle nimmt man gewöhnlich zu Kaſtorſtrümpfen. Die Strumpfwolle wird alle gekämmt, wobey aber, je nachdem die Wolle mehr oder weniger rein, der Abgang an Kämmlingen u. ſ. w. ſtark iſt. Auf ein Stein kann man 7— 8 Pf⸗ daran nehmen. Erſte geno. veraui ein un die la tm d ſohä uit an K. Pnnz 6 Von! naueſt genon deni d die lan⸗ muß.Nach ſer gewor⸗ en laufen, ppen. icht ihrer iſt auch rwird. aruͤmpfen hon Jäht⸗ und den hnit ſoni⸗ feinen feine ſca⸗ Je nimmt ömpfwole die Wole enmlngen —9f §. 353. 4) Wolle für den Hutmacher. Auch zu dieſem Product wird zum größten Theil Wolle genommen; da ſie aber weder gekämmt noch ge⸗ ſponnen, ſondern nur, nachdem ſie auf dem Kratzer geſtrichen, in einen dichten Filz verwandelt wird, ſo geht dieß um ſo beſſer von ſtatten, je kürzer das Haar der Wolle iſt. Aus dieſem Grunde verarbeitet der Hut⸗ macher nur zweyſchürige, und am liebſten Lammwolle. Erſtere wird zu groben Hüten, letztere zu den feinern genommen. Je feiner die Lammwolle iſt, deſto lieber verarbeitet ſie der Hutmacher, denn es entſteht daraus ein um ſo feinerer und dichterer Filz. Neuere Verſuche, die Lammwolle von ſpaniſchem oder vollkommen veredel⸗ tem Vieh ganz ſtatt der Biberhaare zu den feinſten Ka— ſtorhüten zu gebrauchen, haben doch den Erwartungen nicht ganz entſprochen, und ob man gleich durch ſie viel an Kaſtor erſparen kann, ſo kann man jenen doch nicht ganz entbehren. Neun und dreyßigſtes Capitel. Von der Art, wie die Schur vor der Waſche, und die ge⸗ naueſt denkbarſte Sortirung der Wolle am Vieh zugleich vor⸗ genommen werden kann, nebſt Beſchreibung eines ſpaniſchen Waſchhauſes. .§. 554. Man hat ſich durch die Erfahrung mehr als zut Genüge überzeugt, daß die echt ſpaniſchen Schafe zu B b 2 3„„ A — e E 0 r 388 wollreich ſind, um dieſe Thiere ſammt der Wolle in fließendem Waſſer reinigen zu können. Die Laſt der Wolle macht ſie ſinken, und wenn ſie auch wirklich das V Ufer erreichen, ſo ſind ihre Füße zu ſchwach die mit 1 Waſſer geſchwängerte große Laſt der Wolle zu tragen. Die Thiere ſinken zuſammen, bleiben auf der Erde lie⸗ gen, wälzen und verunreinigen ſich aufs neue. Zudem iſt es eine nothoriſche Sache, daß die öhligte Feuchtig⸗ keit, welche aus dem ganzen Körper durch die Haut des Thiers und ſelbſt durch die Poren der Wolle dringt, durch kaltes Waſſer nicht kann weggebracht werden, und daß eben dieſer Schweiß das Trocknen der Wolle, wenn ſie auf dem Thiere gewaſchen wird, ſehr verzögert, wel⸗ ches bey der feinen Wolle viel mehr der Fall, als bey der gemeinen iſt; wodurch bey den Verkäufen entwe⸗ der der Erzeuger oder der Käufer verliert und das wech⸗ ſelſeitige Vertrauen vernichtet wird. Nebſt dieſen gegründeten Beobachtungen iſt es nicht ſchwer, einzuſehen, was für Wirkungen ein mit Waſſer angefülltes Vließ auf dem Körper des Thiers hervorbringen muß, dem die Feuchtigkeit gefährlicher als jedem andern Thiere iſt. Wie leicht iſt es möglich, daß nach der Schwemme, wie dieſes öfters in dieſer Jahreszeit zu geſchehen pflegt, regneriſche Witterung einfällt— und ſollen die aus den naſſen Vließen in die Stallungen aufſteigende Dünſte keinen nachthei⸗ ligen Einfluß auf die Geſundheit dieſer edeln Thiere haben? — erford nüßli welche nurn Polit ſich b Vered ſes w ihres ungi berder al di dzun haüſt oee ed boſt anden iſt, öſterr vielen ſo lar ten d da m Itali nipul E 1 Welle i ie Laſt der wirklichdas ich die mit zu tragen. er Erdelie ne. Zudem e Feuchti⸗ ie Hautdes alle dringt, verden, und Jolle, wenn ögert, wel⸗ , als bey en entwe⸗ das wech⸗ zen iſt e zen ein mit des Thierz gefähricher 3 möglih/ iin dieſe Witterung Vließen in j nacthei⸗ eln Jhiee 389 §. 555. Die Reinlichkeit und die Beſchaffenheit der Wolle erfordern eben ſo dringend als die Geſundheit dieſer nützlichen Thiere, die Aufhebung eines Verfahrens, welches ſo ſehr das Intereſſe des Erzeugers lähmt, und nur wegen des Schlendrians und durch den Druck der Politik der Aufkäufer und Mäckler bey dem edeln Vieh ſich bisher erhalten konnte, und für die Fortſchritte der Veredlung der Wolle und für die Emporſchwingung die⸗ ſes wichtigen National- Culturzweiges, iſt es— auch ihres leichtern Abſatzes für fremde Käufer wegen— un⸗ umgänglich erforderlich, dieſer bisher beſtandenen ſo verderblichen und ganz zweckwidrigen Manipulation, als die Wäſche der Wolle auf dem Schafe iſt, ein En⸗ de zu machen, und die Herrn Okonomen durch die ein⸗ fachſte und zweckmäßigſte Sortirung der Wolle, wel⸗ che erdacht werden kann, nicht minder mit einer un⸗ koſtſpieligen Wäſche, wie die Wolle von dem Fette und andern fremden Körpern, womit ſie beladen zu befreyen iſt, bekannt zu machen. Es iſt in der That auffallend, daß man in der öſterreichiſchen Monarchie, wo doch die Schafzucht ſeit vielen Jahren die bedeutendſten Fortſchritte gemacht hat, ſo lange bey dieſem uralten Verfahren, dem Fortſchrei⸗ ten der Zeitumſtände zuwider, ſtehen bleiben kann, da man doch in Spanien, Frankreich, England und Italien ſchon lange von dieſer ſehr unzweckmäßigen Ma⸗ nipulation im Allgemeinen abgegangen iſt, und die Wolle 390 nach der Schur wäſcht, indem nur eine Waſche dieſer Art gründlich und gleichmäßig ausfallen kann.— Die Nachtheile, welche hieraus entſpringen, ſind 2 vielfältig und ſehr bedeutend. ¹) Bleibt bey der Verſchiedenheit der Wäſche auf dem Pelze der Werth der Wolle und das Gewicht der Vließe immer precair, welches im Handel zwi⸗ ſchen dem Erzeuger und Käufer aus dem Grunde das wechſelſeitige Vertrauen ſchwächt, weil es un⸗ gewiß iſt, wie viele eigentliche Wolle und wie viel Schmutz in einem Sacke enthalten iſt; welches den Handel ins Ausland nicht wenig erſchwert, und wodurch ein immerwährender Mißcredit zum Nachtheil der Waare genährt wird. 2) Läßt ſich die Wolle der Merinos und Meſtitzen dieſer Art, wie die Eefahrung lehrt, durch die Pelzwaſche nicht rein waſchen. Alles Fett und die damit umrungenen Unreinigkeiten bleiben, ohne daß ſie das kalte Waſſer angreift, in der Wolle zurück. 3) Durch die unvollkommene Waſche auf dem Kör⸗ per des Thiers, wird der Werth der Wolle nicht nur äußerſt ſchwankend erhalten, und daher nicht nach ihrem wahren Werth geſchätzt und verkauft; ſondern dieſer Manipulationsfehler vermehrt zu⸗ gleich auch zweckwidrig, zum Nachtheil für den Abſatz ins Ausland die Transportkoſten und Mau⸗ then, auch die haaren Auslagen für Wollſäcke zum empfindlichen Schaden des Käufers und Verkäu⸗ “ RNRͤANNN ſche diſe n.— noen, ſid Läſche af as Gewicht dandelzwi⸗ n Grunde weil es un⸗ dwie viel t; welches Prſchwert, ſedit zum Meſtitzen rurch die er und die Dn, ohne jer Wolle gyem Küt⸗ polle nicht zaher niht verkauft; ziehrt zu⸗ für den 1nd Ma⸗ Jſäcke zum Verkäu⸗ 391 fers; indem die Waare dadurch unnöthigerweiſe vertheuert, folglich der Abſatz erſchweret wird.— 4) Verliert der Werth der Wolle durch dieſes ganz entgegengeſetzte und widernatürliche Verfahren außerordentlich an ſeiner Güte und Geſchmeidig⸗ keit, wenn die Ausdünſtungen der Schafe vor der Schur durch kalte Näſſe zurückgehalten, und un⸗ terdrückt werden: anſtatt daß man ſie vielmehr zu dieſem Behufe mäßig befördern ſollte. Eben dieſe unterdrückte Tranſpiration bringt 5) bey kränklichen und anbrüchigen Schafen unver⸗ meidlich, vorzüglich wenn kalte oder regneriſche Witterung nach der Pelzwaſche erfolgt, und das naſſe Thier zuweilen 8 Täge in der ſchweren Laſt des durchnäßten Vließes herumziehen muß(wäh⸗ rend welcher Zeit die Wolle gewöhnlich unreiner als vor der vorgenommenen Waſche wird) in die⸗ ſem widernatürlichen Zuſtande gefährliche Krank⸗ heiten, ja oft den augenblicklichen Tod herbey; indem es überhaupt der Natur der Schafe ange⸗ meſſener iſt, nicht benäßt zu werden, beſonders weil über dieſes das dichte Vließ der Merinos und ihrer Meſtitzen, ohnehin weit ſchwerer trocknet, als von gemeinen Schafen. 6) Da ein geſundes, ausgewachſenes, leoniſches Mut⸗ terſchaf 8— 9 Pfund Wolle und darüber auf ſich trägt, und unſere Meſtitzen nach und nach den Originalen ſich hierin nähern ſollen: ſo liegt es in der Natur der Sache, daß die Pelzwaſche — bey ſtufenweiſer Vervollkommnung nicht mehr an⸗ gewendet werden kann, denn wie könnte ein ſol⸗ ches Thier nebſt der Laſt ſeines natürlichen Pelzes zugleich eine drey auch vier Mahl größere Waſſer⸗ laſt, die ſein Vließ während der Waſche einge⸗ ſauget hat, bis zur allmähligen Trockniß herum⸗ tragen? Bey dünnwolligen Schafen läßt ſich die⸗ ſes wohl thun, wiewohl immer auf Koſten der Geſundheit, aber nie ohne große Gefahr und Schaden bey den dichtwolligen Merinos, der be⸗ ängſtigenden und grauſamen Behandlung, wel⸗ cher die Schafe bey der Leibwaſche ausgeſetzt ſind, hier gar nicht einmahl zu erwähnen. Dieſe Betrachtungen, die auf den Wohlſtand des Staates und ſeiner individuellen Bewohner, eine wich⸗ tige Beziehung haben, veranlaßten mich in Spanien die dort gebräuchlichen Wollewaſchereyen genau zu un⸗ terſuchen, und Plane davon zum Beſten derer, die da⸗ von Gebrauch machen wollen, mitzubringen, weil ich nach genauer Unterſuchung fand, daß die Wollewäſche⸗ reyen der Spanier im Großen die zweckmäßigſten und wohlfeilſten ſind; auch alle die erwähnten Unannehm⸗ lichkeiten dadurch völlig beſeitiget werden. §. 556. In Spanien unterſcheidet man folgende vier Gat⸗ tungen von Wolle an einem Schafe, man vergleiche damit Tab. 14. P. oder Prima iſt die edelſte Wolle, und beſteht ——,,— ———½— LE eeee“ 4 4 7 2 2 2—“ ...„ ye 6„ ak. 8.—— ee. 6—S 2 4— 2— 4——— 56. 64, 13 hee 76 K. 26 1 . 2 5— s 8 —. e4 Wens 4 5 N,, e 7 4 7ord, 5 P9 ene din. Dee,hel⸗ V, mweuse terett n. 2 h. 2 2 2 — 2 U. — NNTͤANX I 2O Säitend 8 Bauch in u W — 4 Shan dm dn ſvoole,bi V genadel n die Unat ren, ungg einen zenr vor deie Grenln hatten, a Haufenzan 1 ben beſid worauf g Secundg “ 4 4 aus der Rücken⸗, Seiten⸗, Hüften⸗, vordere Schenkel⸗, Seiten-, Hals- und oberſter hintern Schenkel⸗Wolle. S. oder Secunda enthält die untere Schenkel⸗, Bauch⸗ und obere Halswolle, deßgleichen die Cother⸗ und Bruſt⸗ Wolle. T. oder Tertia Wolle kommt von den innern Schenkeln, von den Untertheilen des Schenkels und dem obern Theil der Vorderfüße und untern Bruſt⸗ wolle, deßgleichen der Schopf⸗ und Schwanz⸗Wolle. Nr. 4. Kaida iſt die Wolle, die von den Beinen zwiſchen den Schenkeln, dem Hodenſack, den unter Füßen und den verunreinigten Theilen des Schafes ge⸗ wonnen wird. Man ſchreitet folgender Geſtalt zu Werke, um die Sortirung der Wolle auf dem Vieh auf das aller⸗ genaueſte zu bewerkſtelligen. Zuerſt werden die Füße, die innern Schenkel, die Untertheile, Bruſt⸗ und Schwanz⸗ Wolle abgeſcho⸗ ren, und ſodann das Thier gebunden, nachher die Wolle Lit. T. 3. abgeſchoren, und jene Lit. K. und T. auf einen ſeparaten Haufen vereinigt gebracht, nachdem zu⸗ vor der Schafmeiſter und ein abgerichteter Gehilfe die Grenzlinien dieſer Sorte genau mit Röthel bezeichnet hatten. Die ſchmutzigſte Kaida-Wolle wird auf einen Haufen ſeparirt gelegt, und beſonders gewaſchen. Das Thier wird losgebunden und in eine dane— ben befindliche Seperation durch einen Träger getragen⸗ worauf eine andere Parthie Scheerer, die Fina- oder Secunda- Wolle nachdem die Gränzlinien durch den — 4 6n s — Ce 294 Schafmeiſter ebenfalls mit einem Röthelſtriche genau ſind bezeichnet worden, abſcheren. Aus dieſer Wolle wird wieder ein beſonderer Haufen formirt. Nun kommt das Schaf wieder in die Seperation von wo es die Scherer, welche die Refina- oder Prima- Wolle Lit. P. ſcheren, übernehmen; und die uͤbrige Wolle davon rein abſcheren. Aus dieſer theuerſten Wollſorte wird nun der dritte oder größte Wollhaufen gemacht. Durch dieſe äußerſt einfache Manipulation iſt die Wolle auf das genaueſte ſortirt, ſo zwar daß kein Sor⸗ tirer in der Welt, ſolche ſo zuverläſſig von einander abſondern kann, ja man hat es in ſeiner Willkühr, nach den Vollkommenheiten des Thiers, einige Sorten der Wolle in dieſe oder jene Klaſſe zu verſetzen, je nachdem ein Schaf mehrere oder mindere feine Wolle hat. Zu⸗ gleich wird das Vieh hierdurch außerordentlich geſchont, indem es der barbariſchen Behandlung der Wäſche, und den gewöhnlichen Hungerleiden in dieſen Umſtänden, wodurch ſolches ſo augenſcheinlich geſchwächt wird, nicht unterzogen werden darf. Nach der Schur wird die Wolle ſortenweis zu ge⸗ legener Zeit zu dem Waſchplatz geführt, und die Wä⸗ ſche allda entweder gleich nach der Schur, oder im Laufe des Sommers verrichtet. Der gute Erfolg der Wäſche hängt beſonders von der Wahl der Zeit und dem wei⸗ chen Waſſer ab. §. 557. Ich fange mit der Beſchreibung der Waſche an, tben den « fiktniſſe t ber mufß nung man Waſchgen ſortenweu welche vi hier wini klopft uim verhanddn ter, nadi befreyt in Mäm Hülſe nelen Palllockegf allen will: Rm Vuſſer do pfch 45 bis lang eirzn Zeit köng hlte Ba Mc. Grfahrung fer mit Waſer 1 EE 3 triche genan ieſer Wele b Seperxtion der Prima- die üͤbti theuerſten WWolhhaufen ttion iſt di kein Eor⸗ einander Pühr, nach worten der nachdem dihat. Zu⸗ Hgeſchont, äſche, und nſtänden, Grid, niht Seis zu ge⸗ r die Wi⸗ d: im laufe eer Wiſcht a dem wei⸗ aſche an⸗ — E 595 wovon der unten beyruhende Plan die eigentlichen Ver⸗ hältniſſe mit größter Genauigkeit ausweiſet. Doch zu⸗ vor muß ich noch von einer kleinen Vorarbeit Erwäh⸗ nung machen. Ein oder zwey Tage vorher, ehe das Waſchgeſchäft beginnt, legt man die abgeſchorne Wolle ſortenweis auf eine Hürte von Drath oder Weidenholz, welche von zwey Böcken oder Stützen getragen wird; hier wird ſie mit glaten Stöcken partienweis abge⸗ klopft und mit Händen gelüftet, damit die allenfalls vorhandenen Stichelhaare, Staub, Anhängſel und Fut⸗ ter, nachdem ſie einige Mahl gerüttelt worden iſt, davon befreyt werden. Man muß bey dieſem Geſchäfte oft die Hände zu Hülfe nehmen, und die am ſtärkſten verunreinigten Wollflocken öfters ganz auf die Seite legen, um ſie allein mit der Kaida- Wolle zu waſchen. 1§. 553. Mit dieſer Wolle werden nun die drey warmen Waſſerbehälter oder Baſſins jedes Mahl mit 125 bis 150 Pf. an Gewicht angefüllt, und nach Reaumur mit 45 bis 55 Grad warmen Waſſer eine halbe Stunde lang eingeweicht und gelaugt. Nach Verlauf dieſer Zeit kömmt dieſe Wolle in den Kanal, oder in das kalte Bad. Man rechnet, und ich habe mich aus eigenen Erfahrungen davon überzeugt, daß bey gehörigem Ei⸗ fer mit 3 Baſſins, in welche die Wolle in warmes Waſſer eingeweicht wird, leicht 36 Eentner rohe Wolle 396 täglich rein ausgewaſchen werden können; wozu 16 Perſonen nöthig ſind. Sobald obige 3 Baſſins mit Wolle feſt eingefüllt ſind, ſo gießt man wie ſchon geſagt worden, 50 Grad warmes Waſſer mittelſt der Pippe darauf; iſt die Wolle beſonders unrein, ſo darf das Waſſer nach Reaumur auch 60 Grad oder ſo warm ſeyn, daß man nur mit Schmer⸗ zen die Hand darin leiden kann. Die Baſſins müſſen bis zum Üübergehen gefüllt ſeyn, und die Wolle höch⸗ ſtens eine kleine halbe Stunde darin weichen. Die Ge⸗ fäße ſollen mit Brettern bedeckt werden können, damit ſich der Wärmedunſt länger darin erhält. Eine Wärme unter 40 Grad iſt zur Auflöſung der Fettigkeit nicht hinreichend, und über 60 Grad bindet ſie ſelbe gewiſſer⸗ maßen, kräuſelt die Wolle, und macht dieſelbe ſtörrig und hart. Man kann den gehörigen Grad der Wärme auch ohne Thermometer leicht erkennen: ſobald man nähmlich die Hand nicht mehr im Waſſer leiden kann, ohne ſie zu verbrennen, ſo iſt ſie zu ſtark. Wenn das Waſſer im Keſſel ſtark ſiedet, ſo temperirt es ſich durch den Ablauf der unterirdiſchen Röhren in die Baſſins, daß es beym Eintritt in ſelbige ſelten eine höhere Wär⸗ me als 50 bis 55 Grad nach Reaumur hat. Wenn das Waſſer in dem Keſſel ſiedet; ſo füllt man die Baſ⸗ ſins mit Wolle, und läßt ſodann vermittelſt der Hähne das Waſſer in ſolche laufen. In dieſem Zuſtande muß ſie gegen 25 bis 30 Minuten weichen; man nimmt ſie ſodann mit einer Gabel oder Rechen heraus, und bringt ſie in einen Korb, oder mit Löchern verſehenen Ver⸗ L ſclag, min Körben 1 nit derftt unteine nii de Woi. ſonderne zum dig nh ſaz diſſß muß. ni beingt t riitſco t thienweu Gabeln ſih. in den Auſf wiederhont Vanss dem ſalcim Rechen n behälte n hat. Mu hälter n ihnen Ur fang nan in Waggi auch mam die Vo 1 bringen daß maßn⸗ kemmen z RARN 3 weßu 16 aſt eingefült 5,, 50 Grad ſt die Wole aumur auc aait Schmer⸗ Eins miſſn 2 Cole ſöt⸗ H. Die Ge⸗ Seen, damit ae Wäme aihkeit nit A gewiſfer⸗ iitbe ſtötrig 6. Wärme tbald man den kann, 3 Wenn das K ſich duch . Baſſins, s here Vir sat. Went 2 die Biſ⸗ ² der hähne iande mi nimmt ſi und bringt Jenen Ve⸗ 397 ſchlag, damit das Fettwaſſer ausrinnen kann. Die in Körben oder hölzerne Verſchläge eingefüllte Wolle wird mit den Füßen etwas zuſammengetreten, damit das unreine Fettwaſſer durchgepreßt wird, welches ſobald die Wolle aus dem Baſſin gebracht wird, in einem be⸗ ſondern Behälter zum Verkauf an Seifenſieder, oder zum eigenen Gebrauch, die Wägen mit dem Boden⸗ ſatz dieſer Fettheilen zu ſchmieren, eingefüllt werden muß. Während dem man die Wolle in den Kanal bringt, wo zwey Menſchen zu deren Empfang in Be⸗ reitſchaft ſtehen müſſen, um ſolche in dem Waſſer par⸗ thienweis aus einander zu breiten und mit hölzernen Gabeln zu lüften: wird unterdeſſen die warme Wäſche in den Baſſins ununterbrochen auf die beſchriebene Art wiederhohlt und fortgeſetzt. Von dem Waſſerkanal kommt die Wolle, nach⸗ dem ſolche mit Gabeln öfters gehoben, und nachher der Rechen zum Ablaſſen eröffnet worden iſt, zum Waſſer⸗ behälter der kalten Wäſche, welcher eine ovale Form hat. Oben liegt ein Brett quer über dieſen Waſſerbe⸗ hälter, auf welchem zwey Menſchen ſitzen, welche die ihnen vom Waſſerkanal zukommende Wolle in Em⸗ pfang nehmen, ſie auseinander zerren, und in Flocken im Waſſer hin und herbewegen; desgleichen müſſen ſie auch mit einem Fuße beſtändig in Waſſer rühren, um die Wolle in Bewegung zu ſetzen und auseinander zu bringen; ſo daß dieſelbe recht gewaſchen wird, ohne daß man dabey viel mit den Füßen auf den Grund kommen darf. Am Ende dieſes Waſſerbehälters iſt ein 398 Fachbrett angebracht, durch welches man das Waſſer während dem Waſchen auf 15 bis 16 Zoll hoch ſchwellt, im Laufe des Kanals iſt es beyläufig 15 und gegen das Ende wo ebenfalls ein Fachbrett iſt, 20 Zoll hoch. Aus dieſem ovalen Waſſerbehälter wird die Wolle, nachdem ſie recht mit den Füßen hin und her bewegt worden iſt, wenn ſie rein zu ſeyn ſcheint, 10 andern in dem Kanal befindlichen Perſonen, die eine unterhalb der andern ſitzen, über das Fachbrett zugemittelt. Die⸗ ſe ſitzen auf dem Rand des Kanals, bewegen und lü— pfen mit den Füßen und Händen die Wolle recht hin und her, und reinigen ſolche von allen möglichen Unreinig⸗ keiten. Man hüthe ſich aber, ſie im Kreiſe herum zu rühren, oder ſie zu reiben, wodurch ſie ſteppig, ja ſo⸗ gar filzig, und wie ſchon geſagt zuſammengedreht und zu andern Geſchäften untauglich werden würde. Sobald man merkt, daß ſie ſich gut von einander thut, oder aufſchwillt, ſich wie eine Art von Wolke ausbreitet, und das Waſſer ganz klar iſt, ſo iſt ſie rein. Nun wird die Wolle in die hinter dieſen Arbeitern ſtehende Körbe immerfort eingefüllt, und auf die Galera zum Ablau⸗ fen des Waſſers getragen, von wo ſie ſpäter in der Preſſe auf der Pedrera gebracht wird. Am Ende dieſes Canals ſind noch zwey Arbeiter beſchäftigt, die Wolle in Empfang zu nehmen, um zu verhindern, daß ſie nicht durch das Gitter vor der Schleu⸗ ße unter die Gallera fällt. TDieſe zwey Arbeiter müſſen beſtändig die Wollflo⸗ cen von dem Netze der Gallera ablöſen, damit der Ablauf ſe 1 Puſſe en iſt/d ene Net nerden wi Von ſig geünde ſo dann au⸗ gleichartig un dadurc nehmen. d Endli ſen Unrei draus mach 3 ſwar, daf 1 bertheilti könne; ſob täglich in Nahl ge Nege gat nichts, ſchon Beyj der regnete tiſgſten Fe Ittd det Wieſe wäͤhnlich in RA n das Piſt hoch ſchnal lund gezen d Goll hoh. rird de Pelt id her beveg Et, 10 andern wiine untetzah t mittelt. di⸗ negen und l drecht hin un ten Unteini⸗ Aſe herum u axpig, ja ſe njedreht un rde. Sobald arthut, oder ausbreite, „ 1. Nun vid hende Kitt: 3 zum Aül. „äter in der evey Arheitt onen, um n der Shleu⸗ die Wolllo⸗ tder Abluf ☛ 3— 3599 des Waſſers nicht geſchwellt wird, wobey wohl aufzu⸗ ſehen iſt, daß ſo wenig Wolle als möglich, dieſes dra⸗ thene Netz erreicht, wodurch die Arbeit ſehr befördert werden wird. Von hier kommt die reine Wolle zur Preſſe, wo ſie gelinde ausgepreßt und waſſerfrey gemacht wird, ſodann auf die Pedrera, wo man ſie einige Stunden gleichartig aus einander gelegt, ſich ausziehen läßt, um dadurch ihren Nerv oder Elaſtieität wieder anzu⸗ nehmen. §. 559. Endlich kommt ſie auf die daran ſtoßende von allen Unreinigkeiten befreyte Wieſe, wo man Haufen daraus macht, die wieder in kleinere vertheilt werden⸗ ſo zwar, daß ſie ganz gleichmäßig über die ganze Wie⸗ ſe vertheilt iſt, damit Sonne und Wind ſie trocknen könne; ſo bleibt ſie bis zum dritten Tag, und wird täglich in der Früh nach abgetrocknetem Thaue, ein Mahl gewendet. Regenwetter ſchadet in dieſem Zuſtande der Wolle gar nichts, ſondern befördert ihre Weiße. Ich habe ſchon Beyſpiele geſehen, daß es 10 Tage nach einan⸗ der regnete, und man konnte der Wolle nicht den ge⸗ ringſten Fehler anſehen. 560. Iſt die Wolle gehörig getrocknet, ſo wird ſie auf der Wieſe in Haufen gelegt; man ſackt ſie allda ge⸗ wöhnlich in Ballen von 250 Pf. ein, und bringt ſie 400 in das Magazin, auf jede n Ballen ſchreibt man das Zei⸗ chen der Qualität und des Gewichtes. §. 561. Dasjenige Waſſer, welches Leinwand gut waſcht, Gemüſe gut kocht, die Seife gut auflöſet— iſt für dieſe Wäſche das beſte. Fließendes Waſſer hat viele Vorzüge vor ſtehendem; je rapider der Lauf des Waſ⸗ ſers iſt, deſto geſchwinder kommt man in der Arbeit vor⸗ wärts.— Je härter das Waſſer, deſto unzweckmäßi⸗ ger iſt es zu dieſem Geſchäft. §. 562. Die Wolle verliert gewöhnlich H0 bis 55 pCt. in der Wäſche, je nachdem die Gegend beſchaffen, die Art des Viehes iſt, viel oder wenig Natrum im Boden, oder das Vieh dem Staube ausgeſetzt iſt. Durch die Fa⸗ brikwaſche verliert ſie noch höchſtens 10— 12 pCt. Der Preis der Secunda Wolle iſt um 25 pCt. geringer als von Prima Wolle. Der Preis von Tertia Wolle um 25 pCt. wohlfeiler als die Secunda und die Kaida Wolle um 10— 15 pEt. geringer als Tertia Wolle. Man ſieht hieraus die Wichtigkeit, wie nothwendig es iſt, daß ein Vließ viel Prima Wolle enthalte. §. 563. Die Vortheile dieſer Manipulation ſind wirklich höchſt bedeutend, und in ihren Folgen von der aller⸗ größten Wichtigkeit, denn der inländiſche Fabrikant empfängt von dem Verkäufer gleich aus der erſten Hand die allerſortirteſte und reingewaſchenſte Waare, wo⸗ durch ein wechſelſeitiges ſolides Vertrauen zwiſchen bey⸗ iman dagi. 2 gut wict, it— it fi Der hut bil uf des Wiſ arr Arbeityyr onzwecmiß⸗ 8 55 pEt.n acen, die lu tun Boden, Aec die Fa⸗ — pét. det t. geringt T ria Wole a die Kaida Tia Wolk. r hwendihe6 walte. mand witkih der alet 1 Fabrikint 3 arſten hand gaare, wo⸗ eiſhen br — 9 aEEEI A01 den Intereſſenten von ſelbſt erwächſt. Ein bedeutender Theil der Transportkoſten wird erſpart, welches dem Erzeuger zum Vortheil kommt; und nach den Wollprei⸗ ſen auf ausländiſchen Märkten, welche noch ſeither un⸗ ſere regulirt haben, würde folgender Unterſchied der Einnahme durch die Wolle, bloß nach den ſächſiſchen Preiſen berechnet, entfallen; da es doch ſchon längſt ent⸗ ſchieden iſt, das unſere veredelte Wolle die ſächſiſche in jedem Betracht verdunkelt, und bloß allein unſere ſchlechte Wäſche und Sortirung ein Vorurtheil gegen unſere Wolle hervorgebracht hat. §. 564. Es wird der gewöhnliche Fall angenommen, daß gut veredelte Schafe das Stück jährlich 5 Pf. auf die gewöhn⸗ liche Art gewaſchene Wolle erzeugen; und daß durch die Pelzwaſche 30 prCent. an Unrath ausgewaſchen werden; 1000 St. liefern daher 3000 Pf. à 1 fl. 30 kr. pr. Pf.⸗ beträgt 4500 fl. Von obiger Wäſche gehen noch bey der gänzlichen Reinigung der Wolle, bey der allerfettſchmutzigſten Wolle 25 prEent verloren, verbleiben daher von 3000 bis 2250 Pf. in Reſt. Hiervon wird der erfahrungsmäßige Fall angenommen, daß ³ Refina und Fmindere Wolle iſt. 1500 Pf. ſächſiſche Prima-Wolle macht 4 6 ⅜ Livres..... 9750 Liv. 375 Pf. Secunda- Wolle 25 prCent. weniger im Werth als die Prima beträgt„...„ 1850— Zuſammen 11580 Liv. C c ““ . e. A₰ —= ö 44 402 r1580 Liv. betragen nach dem g gegen wärtigen Augsburger Curs zu 175 l in hieſiger Währung.. 7740 fl. 6 kr. 70 Hierzu die 375 Pf. Tertia und Kaida- lia Wolle, welche rein gewaſchen bey 2 Hauſe leicht à 1 fl. das Pfund ver⸗ kauft wird... 375—— Zuſammen 8115 fl. 6kr. inn Hiervon die ſämmtlichen Unkoſten ab⸗ Ch geſchlagen, dieſe Wolle auf einen du fremden Markt, z. B. Frankfurt, 1 Leipzig, Hamburg dc. zu führen w pr. Centner à 20 fl. beträgt 5,fl.— kr. ind Reſt 7744. niul Folglich iſt der Proſit bey einer Heerde von 1000 rn Stücken gegen die gewöhnliche Einnahme von 4500 fl. bis 3240 fl. 6 kr. Nun berechne man ſich die Vortheile dieſer An⸗ pfß ſtalt, wenn man original ſpaniſches Vieh beſitzet, folg⸗ ſen lich ſtatt 5— 4 Pf. Wolle erntet und ſtatt 6— 10 Liv. thi und mehr wird einnehmen können.(Im Jahr 1813 hat W die Prima-Sorte der leoniſchen Wolle in London 1 Pf. gle Sterling gekoſtet.) hie §. 565. Die Waſchkoſten ſind ſehr unbedeutend, ja in man⸗ ße chen Gegenden, die waſſerarm ſind, und wo man das hddes Vieh zu entfernten Schwemmen treiben muß, weniger ſàr koſtſpielig als die gewöhnliche Wäſche, indem nach mei⸗ Vo nen Erfahrungen 16 Perſonen 30 Cent. Wolle waſchen. —- Siofl b. geſer An⸗ eet, folg⸗ -1oLir. 8815 hüt Son 1 pf. iin man⸗ nan das weniger mach mei⸗ Araſchen. 3 40⁵ In Spanien, wo durch gutes Waſſer und abge⸗ richtete Menſchen auch 60— 80 Cent. Wolle in ei⸗ nem Waſchhauſe mit A warmen Waſſerbehältniſſen täg⸗ lich gewaſchen werden, bedarf man beyläufig täglich 2 Klafter Holz. §. 566. Die Koſten eines ſolchen Waſchhauſes, das man in allen ſeinen Theilen entweder ganz von Holz oder von Steinen verfertigen kann, betragen mit allen und je⸗ dem kaum 6— 800 fl. W. W. jedoch muß ich erinnern, daß dasjenige, welches ich erbaut habe nicht eingedeckt wurde, weil dieſes keine abſolute Nothwendigkeit iſt; indem bey Regenwetter das Waſſer gewöhnlich trüb wird, und jede Art Waſche ſich dadurch von ſelbſt verbiethet. §. 567. Hierdurch kann ein ſchädliches Vorurtheil bekäm⸗ pfet werden, das der Induſtrie und der Geſundheit un⸗ ſerer Schafe hinderlich, auch unſerm Handel ſehr nach⸗ theilig iſt, und das bloß von Schlendrian herrührt. Wir haben wenig ſo grobe Heerden mehr, deren Vließ gleich den Ziegen, wenig öhlichte Theile in ſich ent⸗ hielten. Die veredelte Schafwolle bedarf mehr als das blo⸗ ße kalte Waſſer, um ihre Fette, die ihr den Stempel des phyſiſchen Adels einprägt, abzuſondern, und ſollte es nicht für vornehme Heerdenbeſitzer ſogar ein ſchädliches Vorurtheil verurſachen, nach Vieh zu beſitzen, deren Wolle man mit kaltem Fluß⸗ oder Teichwaſſer reinigen Cec 2 6.ü A- ““ “ ℳℳ 4 —— 2ℳ 9stan, sne 6.e — = C.. 25 e b 4. 4⁰4 kann? da es auf der andern Seite erwieſen iſt, daß zur Waſche der ſpaniſchen Schafwolle nach dem Reau⸗ mur'ſchen Thermometer 45— 55 Grade Wärme erfor⸗ derlich ſind? Ich bin von dem Nutzen und der Nothwendigkeit der ſpaniſchen Waſchmanipulation ſo ſehr überzeugt, und halte ſolche zur Vervollkommnung unſerer Wolle für ſo weſentlich, daß ſie zur vollſtändigen Verbeſſerung der Schafzucht in ganzem Staate eingeführt zu werden verdient. Ohne ſie werden wir nicht dahin kommen, wo⸗ hin man kommen wollte, als man von Seite der Re⸗ gierung die glückliche Idee ergriff, Merinos in Öſter⸗ reich einzuführen; und ohne ſie werden wir die baum⸗ wollartige Geſchmeidigkeit unſerer Meſtiz⸗Wolle nie den Ton der ſeidenartigen Sanftheit von leoniſcher Wolle— wegen der Unterdrückung der Tranſpiration im wich⸗ tigſten Augenblicke vor der Schur— nahe bringen können. Der Wollehandel, der bisher zur Ausgleichung des Paſſivhandels in fremde Länder, keine unbedeu⸗ tende Rolle ſpielte, würde durch dieſe Zutrauen erwe⸗ ckende Manipulation, wobey der Käufer nicht gefährdet wird, eine weit ausgedehntere Richtung, vorzüglich auch wegen der wichtigen Frachterſparniß, in mehrere Theile Europens annehmen, und dadurch in dem ge⸗ genwärtigen Augenblick, wo es ſich um die Concurrenz des ſpaniſchen Wollhandels handelt, der Wohlſtand des States und ſeiner Bewohner ſehr vergrößert wer— den können, während die Wirkungen hiervon zugleich in ſen iſt, dj dem Neuu⸗ Järme erſe wer Wolefir s zerbeſſerung It zu werden ymmen, we⸗ ite der R⸗ olle nie den Fr Woll- In im wich⸗ he bringen gleichung — unbedeu⸗ esp ae. aee 94 .K..““ 9 da aA „ 6- C. „ 85 9 8 . 2, aeſhen, Eun — 11 — I. 7, L2 h 222dde, Deee,, Oene, nele c , L. 2 P, n Je‿oh e p 2 2e,e 2, 19 3 88 IP uIO. 0SA, co? 2 82„ 2rne 2 Mvan 3„ 2 v111 n ſſ —“—“——.. 2.. 2 405 den Werth und dem Ertrag der Gründe bedeutend, ja auffallend eingreifen würden, und die ganze Okono⸗ mie durch eine ſehr vergrößerte Wolleausfuhr einen neuen Reitz und Schwung erhalten können. .§. 568. Erklärung des Plans eines Lavadero, oder Woll⸗ Waſchhauſes bey Segovia, laut beyliegender Kupfer⸗ tafel XV. 1 a) Das kleine Haus, worin der Heitzkeſſel iſt, wel⸗ cher gegen den Boden ſchmäler wird, und aus welchem eine kupferne Röhre, um das warme Waſſer abzulenken, gehet. b) Die Holzlage. c) Schupfe um die Wolle darin unter Obdach zu bringen. d) Die Ventille oder Hähne, wodurch das warme Waſſer in die warmen Waſſerbehälter e, in wel⸗ chen die Wolle eingeweicht wird, geleitet wird. f) Röhre wodurch der Keſſel angefüllt wird. g) Der Waſſercanal, in welchem die Wolle unmit⸗ telbar nach dem warmen Bade gebracht wird. h) Der ovale Waſſerbehälter oder die kalte Wäſche. ¹) Der Ott, wo die Arbeiter zum Empfang der aus dem warmen Bade kommenden Wolle ſich befinden. k) Ein Holz zu gleicher Beſtimmung zum Waſchen. 1) Ein Rechen zum Aufhalten der unreinen Wolle. m) Ein Fachbret zum Aufſchwellen. ) Der Canal zum Reinwaſchen der Wolle. 0) Ein Fachbret zum Aufſchwellen des Waſſers⸗ 2. n n 6. A 1 4⁰6 “ P) Die Galera⸗ nähmlich ein Geſtell von Latten oder Breter, hinter der Schleuße, welches die Stelle„ hüu 1 8 eines Gerüſtes vertritt, das mit einem Retze oder bocc 3 4 groben Leinwand überzogen wird, damit das Waſ⸗ ſcien 8 ſer von der darauf getragen werdenden Wolle zwar 3 durchrinnen, die Wollflocken aber nirgends einen Ausweg finden.. 6 q Die Preſſe, wodurch die reingewaſchene Wolle von ¹ dem Waſſer ganz befreyt wird, damit ſolche deſto geſchwinder trocknet. r) Die Pedrera, eine ſchiefe Stellage, auf welche nift man die Wolle nach der Wäſche legt, damit ſie werd etwas übertrocknet. Bey Anwendung einer Preſſe, iino kann jedoch dieſe Pedrera erſpart werden. ceir s) Das Fachbret, um das Waſſer nach Belieben bet ſtärker oder ſchwächer zum Waſchen rinnen zu laſ⸗. uſg ſen. Die Außenſeiten dieſer Wäſche ſind mit ei⸗ er nem Rinnſaal ausgepflaſtert, und zu verhüten, qen, daß während dem Waſchen kein unreines Waſſer dnd in den Canal laufen kann. inai t) Eine Bank. gtt Die Preſſe iſt bey den ſpaniſches Waſchanſtalten in V nicht gebräuchlich: Eigene Erfahrungen haben mich jedoch ſzen überzeugt, daß die Wolle dadurch nicht nur 24 Stunden eig früher kann zum trocknen gebracht werden, ſondern daß räit ſogar die Pedrera,(der koſtſpieligſte Theil bey einer 1 Phe ſpaniſchen Waſche) dadurch ganz überflüſſig und ent⸗ der behrlich gemacht werden kann⸗ m . let N hatten ddet 8 40) de enh Im ganzen genommen ſind alle ſpaniſchen Waſch⸗ Ren— häuſer nach dieſer Eintithtnng erbaut, nur bringt die Jdasdn Localität⸗ manchmahl in der Form einen kleinen Unter⸗ clen ſchied hervor. war ünds einen Vierzigſtes Wolleven Non der Waſche uberh aupt. ullce dſh§. 520.. Im allgemeinen wäſcht man bey uns die Wolle 1 atf walt auf den Schafen. Um damit ſich der Unrath erweicht, adamit ſe werden dieſe Thiere gewöhnlich einige Tage vor der Schur Ar heeſe, ein oder zwey Mahl durch das Waſſer zu ſchwimmen 4— forcirt und am folgenden Tage wiederhohlt man dieſe döeleben harte Maßregel noch einige Mahl, bis die Wolle wass zu bſe. zu ſeyn ſcheint. Oder nachdem man dieſe: Thiere am Ta⸗ ſ mit e⸗ ge vor der Schur um den angegebenen Zweck zu errei⸗ athüͤten, chen, durch das Waſſer zu gehen bemüßiget hatte, wer⸗ 4 Waſſe den durch einen Bach, in den 40— 50 Schritt breit, in einer ſchrägen Richtung Stangen an Pfähle befeſti⸗ 1 get worden ſind, damit die Schafe nicht aus dieſer Rich⸗ dunſialten tung kommen können, Männer und Weiber zum Wa⸗ ich jedoh ſchen eingetheilt, welche nach und nach jedes einzelne Stunden Schaf, Eines dem Andern in dieſem Schwemmwege, 1 Jern duß während ſie ihnen die Pelze reinigen und ausdrücken, Jy eine A übergeben, und dadurch verhüten, daß keines ertrinke. 91 ent⸗ Bey dieſem Verfahren muß die Eintheilung ſo gemacht werden, daß das Schaf, ehe es aus den Händen des letzten Wäſchers kommt, vollſtändig gereiniget ſeyn muß; — 34 I —— 4⁰8⁸ aber in ſolchen Umſtänden, wo die Breite des Waſſers dieſes nicht zuläßt, da muß dieſe Manipulation zum zweyten Mahl wiederhohlt werden.— Man pflegt ge⸗ wöhnlich nach Maßgabe der Umſtände ſich dießfalls zu benehmen, und faſt jede Gegend hat einen beſondern Gebrauch, der mehr oder weniger ſchwer zum Ziele führt.— §. 570. Es iſt nicht zu verkennen, daß dieſe Art die Wolle gründlich und gleichmäßig zu waſchen, ſehr unſicher iſt, und ich füge demnach Tab. 16 eine, bey jeder Müh⸗ le, oder wo ein Gefäll von Waſſer zu finden iſt, leicht ausführbare Idee von einer Schwemme hier bey; wo⸗ durch durch einige Menſchen leicht 300 Schafe täglich gewaſchen werden können. Die Schwemme iſt auf den Seiten von Poſten oder Steinen aufgemauert und der Boden gepflaſtert. Das Waſſer muß bey dem Ablauf zu einer willkührlichen Höhe geſpannt werden können. §. 571. Daß das Wollewaſchen auf dem Thiere ſelbſt, demſelben ſchädlich ſeyn müſſe, kann man ſich leicht den⸗ ken, beſonders wenn man erwägt, daß das Thier lang⸗ ſam trocknet und bey mißlichem Wetter naß bis auf die Haut mehrere Tage herumgehen und in den Stal⸗ lungen durch die Feuchtigkeit veranlaßte ſchädliche Dün⸗ ſte zugleich einathmen muß. Auf die Güte und Geſchmeidigkeit der Wolle hat dieſe Waſchmanipulation aber allezeit einen übeln Ein⸗ ſluß, wenn durch die kalte Näſſe die Ausdünſtung un⸗ — aA g 8“——— 3 4 8 4 1 6„ — us, eus 8— 6. 8“.““ —— 3 1. 1. — K N 1 „ 1⸗ 1 beln G ſar M negens ſcen ifens rueg. bs de centeite 111 . 4⁰9 terdrückt und zurück getrieben wird, und es iſt wegen dem Werth derſelben nöthig, die Schafe vor der Schur in einem Stalle zu einer gelinden Tranſpiration, aber ja zu keiner heftigen, ein oder zwey Mahl zu bringen; wodurch die Wolle von dem in dieſer Jahreszeit am ſtärkſten ausbrechenden Schweiße wieder innig durch⸗ drungen und gelindert wird. Indeſſen müſſen wir un⸗ ſere Wolle, wegen des Mangels der Waſchanſtalten und wegen des Verhältniſſes, worin wir mit den inländi⸗ ſchen Wollehändlern ſtehen, auch wegen dem Mangel öffentlicher Wollemärkte, welche eine Concurrenz an auswärtigen Käufern herbeyziehen könnten, ſo lange bis dieſe Umſtände ſich zum Vortheil der Wolleprodu⸗ centen ändern werden, der Pelzwaſche unterwerfen. §- 572. Nach der Wäſche müſſen die Schafe mit Vorſicht behandelt werden, und man muß ihnen eine trockene grüne Weide, wo ſie ſich nicht verunreinigen koͤnnen, bis nach vollbrachter Schur zu ihrem Aufenthalte anwei⸗ ſen. Iſt die Witterung günſtig und warm, ſo läßt man ſie am zweckmäßigſten, wo man eine ſchickliche Gele⸗ genheit hat, Tag und Nacht, bis der Pelz vollſtändig trocken iſt, im Freyen; iſt es aber naß und kühl, ſo muß man dieſes Ziel in lüftigen, aber ſehr rein einge⸗ ſtreuten Stallungen, zu erreichen ſuchen. §. 573. Die Beſchaffenheit des Frühjahrs beſtimmt eigent⸗ lich die Zeit der Waſche; und erſt wenn die dauerhafte Sonnenwärme eintritt, ſoll man in der Regel dieſes — “ — mna rn 4 N 3 2 2 m . 3— 410 Geſchäft vornehmen, welches in unſerem Klima ſelten vor Anfang des Juny rathſam iſt. Zuweilen machen es in waldigen Localitäten, die Schafzecken(Acarus ri- cinus) oder bey verkümmerten Schafen die Schafläuſe (Hippobosca ovina) nothwendig, die Waſche etwas zeitlicher vorzunehmen; indem ſich dieſe Ungeziefer nach der Schur ſelbſt verlieren. Es iſt ſchwer anzugeben, wie viel die Wolle durch die Pelzwaſche verliert, indem dieſes Geſchäft zu precair betrieben wird; deßwegen verliert ſie bey einigen 20 bis 25, bey andern 30 bis 35 Procent an Gewicht. Ein und vierzigſtes Capitel. Von der gewöhnlichen Schur nach der Pelz⸗ waſche. §. 574. Man hat bey der Schur der Schafe folgendes zu bemerken: daß die Wolle genau an der Haut und gleich⸗ mäßig abgeſchoren wird, und daß beſonders zwiſchen zwey Schnitten nicht ein längerer Streifen ſtehen bleibe, wie zu geſchehen pflegt, wenn die Schnitte zu breit ge⸗ nommen werden, daß man das Schaf bey dem Binden nicht verletze, noch während der Schur drücke; daß ſol⸗ ches durch ungeſchickte Scherer nicht geſtochen oder ge⸗ ſchnitten werde; daß man den Pelz zuſammenhängend behält, und daß man alle Unreinigkeiten von der Wolle und dem Schurplatz entfernt. Die naſſe Wolle verdirbt, wenn man ſie in einem — ren: we beccter brikate — RANARN Klima ſelen an machen e Acarus Nä- Schafläuſ ſche etwe Teziefer mac iVolle durh u precai 8 hen 20 l viht. gel ir Pel Fendes zu Fand gleih⸗ G zwiſcen en hlait, A breitge a Binden 8 daß ſi⸗ oder ge⸗ tnhängend a der Wolt in einem .— 411 Haufen legt, deßwegen muß man mit genauer Vor⸗ ſicht zu Werke gehen, die Schur nicht früher anzufan⸗ gen, bis nicht die Pelze auf das vollſtändigſte ausge⸗ trocknet ſind. §. 575. Die bey der Schur verwundeten Stellen beſtreicht man mit einer Salbe von Kohlenſtaub und Leinöhl, oder nach dem Gebrauch der Spanier mit Kohlenſtaub allein. §. 576. Bey der feinen Wolle kann heutiges Tags die Frage über ein oder zweymahliges Scheren in einem Jahr, nicht eintreten, obwohl es bey grober Wolle manchmahl vortheilhaft ſeyn kann, zwey Mahl zu ſche⸗ ren: weil dieſe Wolle wegen ihrer Kürze und ihres leichten Filzes halber für Hutmacher und manchen Fa⸗ brikaten mehr geſucht wird. §. 577. Die Verſuche, die Wolle mehrere Jahre wachſen zu laſſen, habe ich ſchan mehrmahlen bey Merinos wie⸗ derhohlt, und die Bemerkung gemacht, daß dieſes Vieh zwar bis in das zweyte Jahr dieſe Bürde tragen kann, dieſes aber allezeit nur auf Koſten der Geſundheit der Thiere geſchehen kann. Bis zur Schur des zweyten Jahrs iſt der Wolleabgang unbedeutend, bis zum dritten Jahr aber höchſt bedeutend; und das Thier kann in die⸗ ſem Falle bey Regenwetter oder ſtarker Hitze die Laſt ſei⸗ nes Pelzes äußerſt ſchwer fortſchleppen, “ 84. — —— — jy— 412 §. 578. Die Früh⸗Lämmer werden in der Regel mit dem übrigen Vieh zugleich, aber jede Heerde für ſich beſon⸗ ders geſchoren. Hat aber eine Heerde Schafe, eine verſchiedene Feinheit von den übrigen, ſo wird auch dieſe Wolle abgeſondert. §. 579. In Deutſchland hat man keine beſondern Schur⸗ häuſer wie in Spanien, und man pflegt zu dieſem Be⸗ hufe wohleingerichtete lichte Stallungen, Scheunen, oder nach Maßgabe der Witterung auch reine Gras⸗ plätze unweit der Schäfereyen zu verwenden. §. 580. Man rechnet, daß ein fleißiger Scherer oder Schererinn täglich 14— 18 Merinos⸗Mütter und die Hälfte ſo viele ausgewachſene Böcke ſcheren kann. Bey veredelten Schafen, welche keine ſo gedrungene Bließe haben, können ſie die Hälfte mehr oder auch nach Maßgabe das doppelte Quantum ſcheren. Mit einem Barbiermeſſer, das vorn eine zuge— rundete Spitze hat, kann ein exercierter Scherer noch geſchwinder als mit der Schere arbeiten; und ein der⸗ ley mit einer Schneide verſehenes Meſſer, wie die eng⸗ liſchen Patent⸗Barbiermeſſer ſind, ſind zu dieſem Be⸗ hufe beſſer als jede Schere, indem man dreiſt genau an der Haut die Wolle damit abſcheren kann. §. 581. Nach der Schur ſind dieſe Thiere ſowohl gegen heißen Sonnenſchein als rauhe Winde, kühle NRächte und alle N. reriſtend— nide diſſe. fe rnibiet Unſtänden nr einen 6s geiun durcs Audünſtund da V fennnnel⸗ ennin biß da, um d d ertiläſ duuh woch ne donaass heſtrechtm telbar nn Ei Erzeugee daß maß zeriiſen ſo vielen einandetn degel mit de ſür ſic beſn Schafe, an vird auchdiſ indern Shur Lu dieſem ⸗ 2 Scheunen, d reine Gru⸗ nn. ucherer oder Klütter und eren kann. gedtungene anr odet auh Men. d eine zuge⸗ Acheret nch and ein de wie dieen⸗ dieſem ⸗ dreiſt genu nn. 5 rohl ghe ele Rähte — ihle Rach 413 und alle Räſſe ſehr empſindlich, weßhalben man ſie wenigſtens 8 Tage in einer angemeſſenen Temperatur wider dieſe äußern Einwirkungen ſchützen, und auf ei⸗ ne ergiebige Weide bringen muß, indem ſie in dieſen Umſtänden eine große Freßluſt zeigen, weil ihre Na⸗ tur einen Erſatz an Kräften, von den in den letzten Zeiten durch den warmen Pelz verurſachten überreitz an Ausdünſtung verlangt. §. 582. Das Überziehen der Schafe mit Ockererde— der ſogenannten Almagra— habe ich hin und wieder in Spanien bey den Eſtantes Heerden im Gebrauch gefun⸗ den, um wider den Sonnenſtich und die kalten Winde, die entblößte Haut zu ſichern, und Hautkrankheiten da⸗ durch zuvorzukommen. Man macht zu dieſem Behuf ei⸗ ne dünne Suppe von fettem Lehm und Waſſer, und beſtreicht damit den ganzen Körper des Thiers unmit⸗ telbar nach der Schur. Zwey und vierzigſtes Capitel. Behandlung der Wolle nach der Schur. §. 583. Es iſt bey uns noch nicht gebräuchlich, daß det Erzeuger nach der Schur ſeine Wolle ſelbſt ſortirt, oder daß man, wie z. B. in Sachſen und Preußen die un⸗ zerriſſenen Pelze zu g, 10— 11 Stück— gewöhnlich ſo viele als auf einen Stein von 22 Pf. gehen— über einander legt, ſodann ſie erſt auf den beyden langen 414 Seiten und dann auch auf den beyden kurzen Seiten zuſammen ſchlägt, ſo daß ein viereckigter Ballen daraus entſteht, der mit feſtem Bindfaden zuſammengeſchnürt wird, ſondern man ſchlägt nach vorſichtiger Reinigung von allem groben Unrath, jeden Pelz einzeln in einen ſogenannten Schäferband, und bringt ſie entweder in ein Magazin, wo ſie bis zum Einſacken liegen bleibt, oder man ackt die geſchorene Wolle unmittelbar bey der Schur in Säcke ein. In genau beobachteten Schä⸗ fereyen, wird jedes Vließ beſonders abgewogen, und ein eigenes Schurregiſter in der Regel darüber gefuhrt. §. 584. Man verfertigt die Säcke am beſten, wegen Be⸗ quemlichkeit zum Packen, aus 10— 12 Ellen Lein⸗ wand, und macht ſie drey Breiten breit. Zwey ſolcher Säcke nehmen die Länge eines Wagens ein, und faͤſ⸗ ſen immer 150— 200 Pf. Wolle. Es iſt von Wich⸗ tigkeit, daß die Säcke bey weiten Transporten, be⸗ ſonders ins Ausland, eine gehörige Form erhalten, in⸗ dem ſonſt durch die zerriſſenen Säcke ein großer Abgang an Wolle entſtehen kann. Statt der Nahmen Prima, Secunda und Tertia Wolle ſchreibt man bey uns gewöhnlich nebſt dem Nah⸗ men der Herrſchaft und der Schäferey, wo die Wolle gewachſen iſt, die Gattung der Wolle, z. B. Widder, Kappen, Jährlingswolle, nebſt dem Sporco- Tara und und Nerto⸗Gewicht, mit ſchwarzer Ohlfarbe auf die Säcke. gegen gai von Kirg Pavier, gerne v vege. Die u gewaſche das beynan kurzen Sät Ballen deuun mmengeſcrir iiger Reini Anzeln in änn rie entweder i t liegen llit amittelbzr bo achteten Chi⸗ Sewogen, un uber gefühn 1h wegen B⸗ 1 Elen Lein⸗ ainwey ſolchet 1i, und fäe von Wih⸗ rworten, e⸗ erthalten, in wpſer Abgrn⸗ a und Teru K ſt dem A⸗ o die Pale B. Wäder W.Taram arbe ni d I 5 41¹⁵ §. 585. Bey dem Aufbewahren der Wolle iſt darauf zu ſe⸗ hen, daß ſolche an einem trockenen, ja nicht feuchten, dumpfigen Orte aufbewahrt wird, damit man ſie vor dem Modrigwerden oder Verſtocken bewahre, welches beydes ſie verdirbt und werthlos macht. Ein trockenes feuerfeſtes Gewölb iſt dafür am ſchicklichſten; man legt darin die unterſten Säcke auf untergelegtes Holz, und nicht auf den feuchten Boden. Auch muß man ſie vor Ratten und Mäußen, auch beſonders vor den gefähr⸗ lichen Motten(Phalaena tinea), welche durch ihre Ge⸗ fräßigkeit große Verwüſtungen und Schaden verurſa⸗ hen können, zu ſichern ſuchen. Man erkennt die Gegen⸗ wart dieſes Inſects, theils an den umherfliegenden Motten, theils an den kleinen, rauhen, eckigen, grauen und ſchwärzlichen Körnchen, welche man darauf findet⸗ theils an den kleinen Scheiden der Puppen. §. 586. Schwefelrauch iſt als ein zerſtörendes Mittel da⸗ gegen gefunden worden. Auch können ſie den Geruch von Kinn⸗ oder in Terpentinöhl eingeweicht geweſenes Papier, das man zwiſchen die Wollſäcke legt, nicht gerne vertragen. Die Wolle erhält ſich in ihrem Fette länger als in dem gewaſchenen Zuſtande, indem ihr natürliches Ohl und das beywohnende Kali dieſe Inſecten abhält. —* e Mwae, eAeS S E 88 4, 16 Sreeenan, 6. 1 a S Af Sh ans 51. “ 1““ 4 8 8— “— .— —— 416 Drey und vierzigſtes Capitel. Von den ſpaniſchen Schurhaͤuſern. §. 587. Da es in Spanien ſehr viele große Heerdenbeſitzer gibt, ſo hat man auch in dieſem Lande ſehr geräumige, mit allen erdenklichen Bequemlichkeiten verſehene Schur⸗ häuſer errichtet, wo die Heerdenbeſitzer(Ganateros) theils ihre eigene Heerden ſcheren laſſen, und andere, um einen nach der Zahl der Heerde übereinzukommen⸗ den Betrag, dieſes Befugniß einräumen. Dieſe Schurhäuſer beſtehen aus mancherley Be⸗ hältniſſen, die zum Zwecke des Ganzen erforderlich ſind: a) aus einem ſehr großen von 2, 3000— 20000 Stücke faſſenden Stalle Enceradero, wo die Schafe unmittelbar vor und nach der Schur eingeſperrt, und wegen Regen geſchützt werden können, an deſſen äußer⸗ 1 ſtem Ende unmittelbar an den Schurſaal ſtoßend, b) ein beſonderes niederes Behältniß(Sudadero) iſt, welches man das Dunſthaus nennt. Von hier werden die Schafe unmittelbar in den großen Schurſaal getragen. Man muß aber nicht glauben, daß die Schafe hier heftig ſchwitzen müſſen, wie uns einige benachrich⸗ tiget haben, ſondern dieſe Abtheilung des Stalles un⸗ terſcheidet ſich bloß dadurch, daß ſie beyläufig nur 1 Klafter hoch und ohne Offnung iſt, und hat nur zum Zwecke, die äußerſt dichte Wolle der Merinos durch eine 8 Unde At machen. in dunſtgen ſe wanns AThet in Auöſegig heit eih welche ben, t 9 ſchert, zpitel. Auſern. JHeerdenbeſte Sr geräunin arſehene Etur 3(Ganaden) * und ann, Jrinzukommar 99 ncherley de arderlich ſid. 98= 20000)] u die Säjen az ſperrt, md d exſſen äußer ſend,)in 1 iſ,, walts en die Sha oen. b die Shlit e bemahlc⸗ .. Stulle u äufig nut! rrhat nur zum 0s ducch ine 417 linde Ausdünſtung etwas geſchickter zur Schur zu machen. In dem Verhältniß, als dieſes Sudadero oder Dunſtgemach leer wird, werden andere zur Schur be⸗ ſtimmte Schafe näher zugedrängt, damit ſolches beſtän⸗ dig mit Schafen angefüllt bleibt. Die Widder müſſen wegen ihrer ſtärkern Wolle allezeit länger in dieſem Be⸗ hältniß aushalten, die Lämmer hingegen unterliegen dieſer Vorkehrung, wegen ihrer kernloſen Wolle gar nicht. Der Schurſaal, Ranco, ſtößt wie ſchon geſagt unmittelbar an dieſes Behältniß, und faßt nach Maß⸗ gabe ſeiner Größe 100— 200 Scherer, welche in drey bis vier Reihen eingetheilt, ſtehend, jeder allein ein Schaf ſcherend, arbeiten.— Der Arbeitspunct ei⸗ nes jeden Scherers(Esquiladeros) iſt durch eine gro⸗ ße marmorne geſchliffene Platte bezeichnet, worauf das Thier in ſeiner ganzen Länge, geſchoren wird, und die Ausfeger(varrenderos) müſſen ſie immer in ihrer Rein⸗ heit erhalten. Die nöthige Zahl Handlanger(Ligadores), welche zugleich das Binden der Schafe zu beſorgen ha⸗ ben, tragen die Thiere ab und zu. Man rechnet, daß ein Scherer täglich 25 Stücke ſchert, folglich können in einem großen Schurhauſe täglich 3— 5000 Schafe abgeſchoren werden. Die meiſten dieſer Säle, welche ich geſehen habe, waren 15— 16 Fuß hoch.— Die Fenſter ſind nahe an der Decke angebracht, damit der Sonnenſchein die Arbeiter nicht beläſtiget, und werden verſchloſſen gehalten, da⸗ mit die Ausdünſtung der Schafe nicht unterbrochen wird. D d 418 Sobald ein Schaf abgeſchoren iſt, ſo wird es d) in die Pechſtube(Pecera) um gezeichnet zu werden trans⸗ portirt; hier bekommt es das Heerdenzeichen, gewöhn— lich ein verzogener Buchſtabe in der Größe von 4 Zoll, auf den Hintertheil des Rückens aus einer Compoſition von ſchwarzem Pech und Fett beſtehend, welches ein ganzes Jahr ſichtbar bleibt, aufgedrückt. e) Das Wollemagazin ſtößt unmittelbar an den Schurſaal an. Dieſes iſt ein geräumiges Gemach, in welches die Wolleträger(Velle neros) den Auf⸗ häufern(Apilladores) die Wolle überliefern. In dieſem Gebäude ſind alle Offnungen ſorgfältig ver⸗ macht, damit die Wolle durch den Zug der Luft nicht an Gewicht verliert, und durch längeres Lie⸗ genbleiben weder ſpröde noch madenfräßig wird. Hierher wird die Wolle während der Schur ge⸗ tragen, und von hier wird ſie auch den Käufern, welche ungewaſchene Wolle nach dem Gewicht kau⸗ fen, zugewogen. Ferner gehört noch zur vollſtän⸗ digen Einrichtung eines ſpaniſchen Schurhauſes, eine Bäckerey, ein Ort um das Fleiſch auszuha⸗ cken; Stallungen für Maulthiere und Pferde des Bevollmächtigten und Majorals, dann ein ſehr großes Speiſezimmer und Küche für die Scherer, indem alle dieſe Menſchen verköſtiget zu werden pflegen; ein Vorhof und mehrere Zimmer für den Eigenthümer der Heerde oder ſeinen Stellvertreter; dann für die Käufer der Wolle, und den Majo⸗ lichter, nur die di tin Wai (andere welchs gießt e ohadhtet old 10 ethalte anfüll fäß be herauẽ die B ſelbige 8s dhin on trand⸗ zgewöhn⸗ 4 Jol, Lpoſttin d hes en Gan den 3 Jemac, ¹en Auf Iern. In e ktig ber dier Luft rres Lie an witd. ) ur he⸗ niufern, icht kau⸗ Jollſtän⸗ Ghauſe, Olszuhe⸗ dde da in ſeß Scheter, zwerden rfüt den Ptreter; S Maios 41¹9 ral, welcher das Commando über das Vieh ei⸗ gentlich auch bey dieſen Geſchäften zu führen hat. Vier und vierzigſtes Capitel. Von der Fabrikwäſche und gänzlichen Entfettung der Wolle. §. 583. Die Fabrikwäſche iſt ſehr einfach; und nichts iſt leichter, als ſortirte Wolle zu waſchen, wenn man nur die erforderlichen Kenntniſſe davon hat. Die Manipulation iſt folgende: man bereitet ſich ein Waſchwaſſer aus 1/5 Urin und 2/5 Theile Waſſer; (andere verwenden 1/4 Urin und 3/4 Theile Waſſer⸗ welches auch hinlänglich iſt) man erwärmt letzteres, gießt es in ein Gefäß, miſcht es mit dem Urin und be⸗ obachtet wohl, daß die Temperatur nicht wärmer iſt, als 40— 50 Grad, oder daß man die Hand darin erhalten kann, und daß es nur 3/4 Theile des Gefäßes anfüllt. Man legt nun die Wolle hinein, bis das Ge⸗ fäß beynahe damit angefüllt iſt, die Wolle bleibt ſo 3/4 Stunden in dem Gefäß, dann nimmt man ſie heraus, thut ſie in einem geflochtenen Korb, und läßt die Brühe daraus wieder in das Gefäß laufen, da man ſelbige wieder zum Waſchen brauchen kann. Sofort gehet man mit Korben zum fließenden Waſ⸗ ſer; ſetzt den Korb darein, und bewegt die Wolle ſo lange in kleinen Quantitäten mit einer Art Rechen, bis ſie ſolches nicht mehr trübt, wo man ſie dann abtrock⸗ nen läßt. Hat man kein fließendes Waſſer in der Nähe, D d 2 —“ —“ —2 — “ 40²2 ſo taucht man die Wollekörbe in Gefäße mit Waſſer, und gießt reines Waſſer auf die Wolle, bis ſelbige im Korbe ſchwimmt, man rüttelt die Wolle öfters mit dem Wollerechen herum, bis ſie rein geworden iſt. Nun wird die Wolle auf einen ſehr reinen grünen Raſen oder andern zweckmäßigen Ort zum Trocknen gebracht, und ſo lange, Sonn, Thau und Wind ausgeſetzt, bis ſie ganz trocken iſt. Die Wolle trocknet geſchwinder, wenn man das Waſſer davon auspreßt, ehe man ſie aus⸗ breitet. Je älter der Urin iſt, deſto beſſer waſcht er die Wolle aus. An vielen Orten hat man das Waſchwaſ⸗ ſer in einem Keſſel, um es beſtändig warm zu erhal⸗ ten, man wirft die Wolle darein, allein hierbey wird die größte Vorſicht erfordert; dann in dem Augenblick, da das Waſſer zu warm wird, verdirbt man die Wolle, indem ſie zuſammen klebt und ſich filzet. „ de viets ii Virku und ſlüſſie deſe dim d gehi aufriradt das Mir m den ii Gewicht aber ſeß Größe kann ſin tender wiegen den, n Nenge⸗ Magene falls m. 8 Vaſſet, P iige in St mit t. Nun Ten oder t, und 1 a bo ſe 24 wenn te aul⸗ er de Mähnaſ z terhal⸗ In wird zuhüblic, aüssolle, 42²¹ „ 5 5 5 25 2-99 9. 59 dddeeLKEE6KG6EEE&SS&EELEE Zweyter Abſchnitt. Von den Krankheiten der Schafe. §. 589. Bey wiederkauenden Thieren iſt im Allgemeinen we⸗ nig Wirkung von inneren Mitteln zu hoffen, Klyſtire und flüſſige Medicamente ausgenommen, indem alle dieſe Thiere mit 4 Mägen begabt ſind, und der Panz der größte von allen, die Nahrung in großen Maſſen aufnimmt, bis ſie nach und nach zum Wiederkauen in das Maul wieder heraufgezogen werden, und dann erſt zu den Functionen in den drey andern übergehen. Das Gewicht von rohen Nahrungsmitteln in dem Panz iſt aber ſehr bedeutend, und beträgt nach Maßgabe der Größe eines Schafes 12— 24 Pf. und darüber, man kann ſich alſo vorſtellen, daß Arzneymittel in unbedeu⸗ tender Menge eingegeben, wenn ſie mit einer ſo über⸗ wiegenden Menge von Nahrungsmitteln vermengt wer⸗ den, wenig Wirkung machen können. In zu großer Menge lauft man Gefahr, daß die bloßen Theile des Magens durch die Berührung angegriffen werden, weß⸗ falls man am glücklichſten mit flüſſigen auf den Urin n S “ 6 “ 8. 1 8 1 4⁰² wirkende Arzneymittel verfährt, die aber oft nicht die erforderliche Wirkung hervorbringen können. Die Thier⸗Wundarzneykunſt läßt ſich mit viel ver⸗ läßlicherem Erfolge anwenden, die Unſtrengungen der Ve⸗ terinärkunſt laſſen uns aber hoffen, daß genaue Beobach⸗ tungen und vielfältige Verſuche nach und nach mehr Licht verbreiten werden, und bis dahin müſſen wir uns vor⸗ züglich an Vorbeugungsmittel halten; inzwiſchen will ich von den gewöhnlichen Krankheiten, dasjenige, was ich ſelbſt zu beobachten und kennen zu lernen Gelegen⸗ heit gehabt habe, hier beſchreiben, und was ich von ihren Kennzeichen, Urſachen und über ihre Heilart mit Gewißheit beobachtet habe, herſetzen. Bey jeder guten Schäferey ſoll man mit Klyſtier⸗ ſpritzen, mit einem Trokar, mit einem anſehnlichen Vorrath von Leinöhl und Saliter; deßgleichen mit ge⸗ trocknetem Wermuth, Enzian, Knoblauch, Kalmus, Schwefelblüthe, Glauberſalz, Terpentin⸗ und Stein⸗ öhl, Wagenſchmier ꝛc. verſehen ſeyn. Das Leinöhl iſt innen ſowohl, als äußerlich an⸗ gewandt, bey den Schafen in ſeiner Wirkung von au⸗ ßerordentlicher Vortrefflichkeit, und in der That das nützlichſte mir bekannte Arzneymittel für dieſe Thiere. Nur iſt bey dem äußern Gebrauch, z. B. Lähmungen, Verwundungen, Entzündungen oc. zu beobachten, daß ſolches etwas erwärmt, und zugleich durch ein ſanftes anhaltendes Einreiben zur Einſaugung in die Haut des Thieres, zur Vertheilung des Übels viel wirkſamer ge⸗ macht werden kann.— Innerlich zugleich mit geriebe⸗ em Sch jiftes gen, E” b ſchnell. Dis A Iagend: Ntu† laritern nach verwen ten vfß mit meht p neunt ſo weiſ von. man V chen R wo ole t nict de 4 Jit vilte. Jen der e⸗ * Beobadh⸗ Smehr lict r und vor⸗ Sſchen vil Buhe, ws Gelcgen⸗ rr ich ven ilart mit mͤlhſter. au znlichen ch mit ge⸗ almas, 22 Etei⸗ stlic an a von al⸗ . hat da⸗ n Thiet. euungen, en, doß ſanftes 3 uut des a mer ge⸗ geriebe⸗ V aAIE 423 nem Schießpulver oder gereinigtem Saliter angewandt, hilft es bey Indigestionen, Anblähungen, Verſtopfun⸗ gen, Entzündungs⸗Krankheiten dc. gewöhnlich ſehr ſchnell. Die Krankheiten laſſen ſich am füglichſten in in⸗ nerliche und äußerliche eintheilen; unter die innerlichen Krankheiten gehören: Fuͤnf und vierzigſtes Capitel. Von den innerlichen Krankheiten. §. 590. Die Ruhr der Lämmer. Dieſe Krankheit ſtellt ſich meiſtens in der zarten Jugend der Lämmer ein, und raffet ſolche in kurzer Zeit weg. Das Lamm fängt an ſich aufzublaſen und zu laxiren, der anfangs molkenartige Unrath, welcher ſich nach einigen Tagen in einen ſchwärzlichen dicken Stoff verwandelt, hat einen ſäuerlichen Geruch, das Laxi⸗ ren vermehrt ſich immer mit Drang und zuletzt iſt es mit Blut vermiſcht, das Lamm nimmt keine Milch mehr zu ſich, und überlebt dann ſelten den achten oder neunten Tag der Krankheit; iſt dieſer aber überſtanden, ſo werden ſie auch beſſer und kommen größtentheils da⸗ von. Bey der Eröffnung eines ſolchen Lammes findet man die Gedärme roth, und durch den außerordentli⸗ chen Reitz mit rothen Adern durchzogen. Dieſe Krankheit iſt ein Localübel, und Gegenden, wo ſolche gewöhnlich herrſchen, ſind mehr zur Rindvieh⸗ A 1 “ 8 2 — — n. 1 — n .“ 9 g r 4 8 4 4 6 ——“ 442 als Schafzucht geeignet. Der Grund ihres Entſtehens iſt theils in dem in ſolchen Gegenden erzeugt werdenden zu geilen Gräſern, und dem in ſolchem Locale gewon⸗ nen werdenden Heu und Grumeth, dann auch in ver⸗ ſchlemmten von Waſſer ausgelaugtem ſtaubigten Fut⸗ ter, und zuweilen auch darin zu ſuchen, daß, wenn Lämmer zu ſpät im Frühjahr fallen, ſie bey dem Aus⸗ treiben der Mütter auf die Weide, ſich, da ſie noch nicht genug freſſen, um bis zur Zurückkunft derſelben ſich gehörig zu ernähren, dann mit Heißhunger über die Mütter herfallen, in der Begierde den Magen mit der von den in ſolchen Gegenden ſehr wäſſerig erzeugt wer⸗ denden Milch überladen und dadurch ſchwächen, die, da ſie nicht gehörig verdaut wird, gerinnt, und Säure erzeugt, welches dann eine Urſache zu dem Grunde dieſer Krankheit gibt. Abwechſelung des Futters mit Heu, Stroh, Grumeth— das auf hohen trockenen Wie⸗ ſen gewachſen iſt; Roßkaſtanien, Eicheln, Enzian, Wermuth und andere bittere Ingredienzien unter dem Salz, den Schafmüttern gegeben; frühere im Jänner ſchon gefallene Lämmer, welche bis zur Zeit des Aus⸗ treibens ſchon ſelbſt ſo viel freſſen, daß ſie ſich nicht ſo nach der Muttermilch ſehnen, und um dieſe Zeit ſchon ganz von ihnen entwöhnt werden können; werden dieſem Übel vorbeugen. Iſt die Krankheit ſchon vorhanden, ſo ſuche man obige Urſache zu beſeitigen, und füttere mit den Müt⸗ tern gutes geſundes Heu oder Klee, beſonders aber Roß⸗ kaſtanien, Eicheln, Enzian, Wermuth und andere ſtär⸗ ſich volſtl kende biß der gepd angemal dn Mi nen de enuß dh ſt a di er nichtag Jhn kener ſut tg, undh die Urſa zntſtehens ſ t werdenden aale gewan⸗ ruuc in ve⸗ tigten Fi⸗ aß, wenn dem lu⸗ aa ſie voc at derſelben aner über die Wen mitde g zeugt wer⸗ athen, die, and Säure 4 Grunde tterz mit enen Vi⸗ 1s GErzin, unter dem zem Jänner des Älb⸗ ſich nict a dieſe Jeit an; werden ſuche man den Mit⸗ aber Aoſ⸗ a dere ti⸗ 4²5 kende bittere Kräuter, auch bringt eine von Kreide, oder gepulverten Auſternſchalen und Enzian mit Waſſer angemachte Latwerge, täglich zwey Mahl zwey Loth den Müttern eingegeben, eine gute Wirkung hervor. Statt Enzian kann man auch Bitterklee oder Wermuth nehmen. Den Lämmern kann man ein Decoct von Kreide und Hirſchhorn mit etwas Opiumtinctur eingeben. §. 591. Von dem Durchfall. Die Urſachen des Durchfalls ſind verſchieden. Iſt er eine Folge von waſſerſüchtigen Zufällen, ſo iſt die Anwendung der Arzneyen gewöhnlich vergebens. Bekom⸗ men die Schafe aber im Frühjahr nach dem gierigen Genuß des jungen friſchen Graſes einen Durchfall, ſo iſt er ihnen unſchädlich, ja er iſt im Gegentheil, wenn er nicht zu heftig wird, eine nützliche Ausleerung, die ſich von ſelbſt hebt. Iſt indeſſen durch das plötzliche Verſetzen von tro⸗ ckener Fütterung auf die Weide, der Durchfall zu hef⸗ tig, und ſind üble Folgen davon zu befürchten; ſo muß die Urſache, nähmlich das geile junge Gras beſeitiget werden, und man gibt ſtatt deſſen dem Vieh gutes ge⸗ ſundes Heu oder hohe trockene Waiden, welches dieſen Umſtand bald heben wird. Der Durchlauf iſt auch bisweilen eine Folge der Pocken, mehr aber, der Erſchlaffung des Darmcanals und nicht ſelten rührt er von Schärfen her. —— 426 Ein halbes Glas rothen Wein dem Schafe eini⸗ ge Tage nach einander eingegeben, thut gute Dienſte. Die oben beſchriebene Latwerge von Kreide oder pulveriſirten Auſternſchalen und Enzian mit Waſſer an⸗ gemacht, wird in den meiſten Fällen Hülfe leiſten. Wenn obige Mittel nichts helfen, ſo gebe man ein Decoct von einer handvoll geraſpelter Eichenrinde in Seidl Waſſer, täglich zwey Mahl jedes Mahl den vierten Theil. Ein Stückchen Speck in der Größe einer Baum⸗ nuß für ein altes Schaf, und für ein Lamm in der Grö⸗ ße einer Haſelnuß, etliche Tage dem Thiere eingeſteckt, daß es ſolchen verſchlucken muß, mildert den innern Reitz, und hilft oft. Zwey Eslöffel voll geſchabte Kreide, einige Tage dem Schafe eingegeben, hilft allezeit, wenn Säure im Magen die Urſache des übels iſt. §. 592. Von der Egelkrankheit oder Verhüthung. Die meiſten Okonomen hatten früher den Begriff⸗ daß die Schafe auf naſſen ſumpfigen Weiden die Egel⸗ ſchnecke aufnehmen, und daß dann im Körper dieſelben ſich vervielfältigen, und die übrigen Folgen dieſer Krank⸗ heit ſich entwickeln.— Die Egelſchnecke und mit ihr der Stoff der Krank⸗ heit ſchlummert in dem Körper des Schafes, und iſt an⸗ geboren. Das Austreiben bey naſſer, feuchtlaulichter, neb⸗ lichter Witterung, ſumpfigte, naſſe Weide, Sumpfluft, zandorben ln Sd efihend 7 ſcer Übeit enen zuik heteet— dGale 1 trfeſten 6 er Schftt dacion 7 Izur thais d lußers inerittd Den unſenet e eine blaich⸗ braun lh naſchenn und dene pes aud len, vei alles Vn B ſynecke ter iſt 1 ſhnece Mittel s warum Süuſt u „ n Kreide i dit Viſein Se biſer. gebe mua V dicheniden ds Maln V teiner Bun on in der oi ge eingeſte 3 den inun geinige Tag au Säure in Iehüthung V 1ü den Bexuf Men die Get⸗ . crer dieſelbe O dieſe Kran⸗ Sf de Arut⸗ S und ta alijtr, n⸗ *. Sungiuſt 42 14 verdorbenes, dumpfes ſo wie auch faures Heu, Man⸗ gel an Salz, bitterer, gewürzhafter Kräuter, die Trän⸗ ke ſtehender Wäſſer aus Moräſten und Pfützen, plötz⸗ licher Übergang von ſchlechtem zu gutem, und von tro— ckenem zu grünem beſonders geilem Futter; oder um— gekehrt— kurz alles was den Organismus ſchwächt und die Galle verdirbt, wirkt auf den mit ſchwacher Cohäſion der feſten und flüſſigen Theilen begabten Organismus der Schafe nur allzu ſchädlich ein, ſpannt die normale Reaction der Lebensthätigkeit ab, wodurch die Egelſchne⸗ cke zur thätigern Lebensäußerung erweckt wird; mithin die Außerungen der Egeln ſchon als Folge der früher eingewirkten Schädlichheiten beachtet werden müſſen. Die Symptome der Krankheit ſind, ein aufge⸗ dunſener Körper, bleiches leicht blutendes Zahnfleiſch, eine bleiche gelbliche Haut, ſpäter erſt rothe, dann ſchwarz⸗ braun lichte Blutflecke an derſelben, Geſchwulſt der Ka⸗ naſchen und anderer Theile, Abmagerung, Zehrfieber und den Tod; in dem Kadaver aufgelöste Säfte, ſchlap⸗ pes ausgeweichtes Fleiſch, Gewäſſer in den Körperhöh⸗ len, verdorbene Galle, und in der Leber eine wieder alles Vermuthen angehäufte Anzahl der Egelſchnecken. Bey normaler Qualität der Galle wird die Egel⸗ ſchnecke in ihrer Unthätigkeit erhalten, weil ſie bit⸗ ter iſt, und wie ſich dieſe alterirt, wird die Egel⸗ ſchnecke thätig. Darin liegt der Grund, warum bittere Mittel den Schafen zu allen Zeiten gedeihlich ſind, und warum die Egeln, wenn die Säfte der Schafe ſich dem w P “ m 8 0, 6.. . 24.. — 4¼ 428 Verderben oder ihrer Auflöſung nähern, ein ſo tödtli⸗ ches Sympton der Fäule werden. Dieſer Kranlkheit iſt durch Obachtſamkeit der Schä⸗ fer, daß oben berührte Urſachen vermieden werden, viel leichter vorzubeugen, als zu heilen. Iſt ſie jedoch vorhanden und noch nicht zu weit vorgerückt, ſo gebrau⸗ che man vorzüglich bittere Mittel unter dem Salz: als geſchnittene Roßkaſtanien, Eicheln, Wermuth, Wach⸗ holderbeeren, Enzian, Aſand, Bitterklee, Kalmus, das Eiſen, Wagenſchmier und auch zeitweis etwas Spies⸗ glasleber; unter dem Salz. Kalmus, Wermuth und geſtoſſene Wachholderbeeren in Wein geſotten, und ein über den andern Tag dem Stück zwey Eslöffelvoll nüch— tern eingegeben, leiſten vorzügliche Dienſte. Iſt die Krankheit aber vorgerückt und äußern ſich einmahl Geſchwülſte, rothe Flecken auf der Haut, oder gar Abzehrung, ſo iſt kein anderes Mittel als das Meſ⸗ ſer. Durch den Genuß des Fleiſches von Schafen, die mit dieſer Krankheit behaftet waren, hat man nie nach⸗ theilige Folgen bemerkt. §. 593. Gedärm⸗Entzündung. Dieſe kann ſich bey Schafen nicht nur auf den Ge⸗ nuß giftiger Kräuter, verſchlemmter dumpfiger Füt⸗ terung, ſondern auch durch eine gähe Abkühlung nach übermäßiger Hitze, leicht ereignen, und iſt durch die Unruhe das ängſtliche Umherſpringen des Thieres, und deſſen Umwalzen auf der Erde, und darauf erfolgenden aareilen aift kennen. Venn ghct eft eint Ktäutern als ute Vitundt n dder ziſi ac dem ki ſet deſem 3 ülbel gen ndem Entis ſr dih Viß Tenns ze Waun bönnen; ſech uber, undn gusdehnt,1 Laus Vens zütterung 1 d gelaſſen ſohlſchmee Vher dieſ —“ tin ſo täli⸗ teit derirſ ſeden weta, zIſt ſi iah ckt, ſoggötwr zem Sah Tnuth, Vai⸗ Kalmus, d Setwas Spi Jermuth un eten, und Sfelvol nih 9. äußern ſi Haut, oder aals das M oSchaftn, d un vie mi⸗ 1 raufden oe nrfizer dt kühlung ni riſt ui dhietes,¹ affelf d 42²9 zuweilen auch mit Blut vermiſchten Durchbruch, zu erkennen. Wenn dieſe Krankheit von Erkältung herrührt; ſo hat oft ein Einguß von warmen Wein mit bittern Kräutern abgekocht, und ein Klyſtir von Camillen, gute Wirkung gethan; iſt ſie aber von ſchlechtem Fut⸗ ter oder giftigen Kräutern entſtanden, ſo hat ein Stück Speck dem kranken Thier in den Schlund geſteckt, oder ſtatt dieſem einige Löffel voll Leinöhl öfters eingegeben, das übel gehoben. Dieſe Mittel müſſen jedoch gleich bey dem Entſtehen der Krankheit angewendet werden, ſonſt iſt das Vieh ſehr oft ohne Rettung verloren. §. 594. Vom Aufblähen der Schafe. Wenn die Schafe, ſo wie alle Thiere, beſonders die Wiederkäuenden mehr freſſen, als ſie verdauen können; ſo geht das Futter im Wanſt in Gährung üÜber, und entwickelt vieles Gas, welches den Magen ausdehnt, ſeine Schließmuskeln zugleich reitzt, zuſam⸗ menſchnürt und den Ausgang ſich ſelbſt verſperrt. Wenn die Heerde nach lang anhaltender trockener Fütterung, oder langem Faſten zu lange auf einer Wei⸗ de gelaſſen wird, deſſen Gras zart, und dem Viehe wohlſchmeckend iſt, wie z. B. der junge Klee oc. und daher dieſelben zum Genuß anreitzet; ſo genießen ſie davon im Übermaß und zu gäh, wodurch die gefräßig⸗ ſten, oder die, welche einen ſchwachen Magen haben, aufblähen. Die vom Thau naſſen jungen Gräſer, beſonders 4 6 430 junger Klee, oder Luzerne, wegen der Begierde und Geſchwindigkeit, womit ihn die Schafe verzehren, ver— urſachen dieſe Krankheit, ohne daß das Vieh übermä⸗ ßig viel davon genoſſen hätte; denn die Feuchtigkeit, womit das genoſſene angefüllt iſt, erzeugt eine ſchnelle Gährung, und das ſich daraus entwickelnde Gas treibt den Leib übermäßig auf, hemmt die Circulation des Blutes, erſchwert das Athmen, und tödtet meiſten Theils ſchnell das Thier, wenn nicht augenblickliche Hül⸗ fe geleiſtet wird. Die Anzeigen davon ſind nicht zu verkennen, und beſtehen in einem merklichen Ausdehnung des Bauches, welche immer mehr und mehr bis zu einer außerordent⸗ lichen Weite zunimmt; anfänglich in einer langſamen, endlich ganz ſteifen Gange, Mattigkeit, Stolpern, ſchweren Athem und öftern Schnappen nach Luft. Iſt die Krankheit bis zu dieſem Grade gediehen, ſo wieder⸗ ſtehen die Thiere nicht mehr lange und fallen nach eini⸗ gen Augenblicken todt zur Erde. Um die Schafe dafür zu bewahren, muß man ſie auf einer ihnen beſonders angenehmen Weide, wo ſie mit zu viel Begierde freſſen, nie zu lange weiden laſſen, be⸗ ſonders ſelbe dafür hüten, wenn dieſe angethaut iſt; und ſie zugleich auf ſolchen Weiden in beſtändiger Be⸗ wegung erhalten, auch nie das Vieh darauf Wind an Wenn der Schäfer das Aufhlähen früh genug be⸗ merkt, ſo iſt ein tüchtiges Reiben des Rückens und des Bauches und Herumtreiben oft hinreichend, um das ra beinchl alt un zu dieſem t ſiche ſoleich n dn grecke ent ſckn, und gibt? ttha nach einer 3 dkeunte Vier (inem Ueſod mit etwas La Eine Ma ih und 2 Lcd Mttel; da en ſomuß man mahen. ug zu verſche ſeſnittelſt ein di wit einem K AR Begielde un rzehren, ue Dieh üͤberni⸗ Feuchigit, t eine ſchalt de Gaz trit tculation de Loͤdtet meſt blickliche hü⸗ kennen, ud edes Baudie maußerordent V langſamen. 1 Stoltern, V Luft. A t, ſo wieder⸗ 1 nach eini V nuß munſe De, no ſemi an laſſen,be agethaut ſt andiget de 1uf Wind a h genug e „ 3 dens und d 1 ed, um do 431 Ausfahren des Gaſes zu befördern. Sicherer aber ver⸗ fährt man, wenn man ihnen zuvor entweder ein Glas doll laue Milch oder Seifenwaſſer, Kalchwaſſer(von beyden letzten 1 Seidel), oder zwey Eßlöffel voll gepulver⸗ tes Schießpulver mit einer vierfach ſo großen Portion von Leinöhl abgemiſcht, eingießt. Den Kalk brennt man zu dieſem Ende ſtark aus, zerſtößt ihn wenn er noch heiß iſt zu Pulver, thut ihn in Gläſer und verpicht dieſe ſo, daß keine Luft dazu kommen kann. Man nimmt zum Gebrauch etliche Kaffehlöffel voll heraus, vermiſcht ſolche ſogleich mit 1 Seidel Waſſer,(welches erwärmt dem Zwecke entſprechender iſt), läßt dieſe Miſchung ſich ſetzen, und gibt die Hälfte ſogleich und die andere Hälfte etwa nach einer halben Stunde dem Thier ein, wobey man das kranke Vieh bey Hauſe behält. Auch Klyſtiere von einem Abſud von Seife, weitzenen Kleyen und Salz mit etwas Leinöhl, verſchafft oft augenblicklich Hülfe. Eine Miſchung von zwey Quentchen rothen Stein⸗ öhl und 2 Loth Branntwein, iſt auch ein vorzügliches Mittel; da es jedoch ſehr angreifend und gefährlich iſt, ſo muß man nur im größten Nothfall Gebrauch davon machen. Iſt der Zuſtand ſchon Gefahr drohend, ſo muß man mit einem Meſſer den Bauch und den Wanſt des erkrankten Thieres durchſtechen, und eine Röhre in die Offnung ſtecken, um der eingeſperrten Luft einen Aus⸗ gang zu verſchaffen. Dieſe Operation geſchieht jedoch beſ⸗ ſer mittelſt einem mit einer Scheide verſehenen Trokar, als mit einem Meſſer. Man muß mehr ſenkrecht als nen n ““ 28 . un 4 “.* —————— 4 8———=— äüüjyjyj 3 ——88ſ“— ⁵———————ÿ— 45² horizontal, im Mittelpuncte der linken Flanke, gleich weit ab von der letzten Rippe, der Hüfte und des Theils vom Rückgrath, den man Lendenwirbel nennt, einſto⸗ ßen, um den Panſch zu öffnen. Man läßt die Röhre ſtecken und zieht den Trokar hervor. Bisweilen verſchlie⸗ ßen außerordentliche Dinge, welche mit dem Gas hin— eindringen, die Röͤhre, welche man durch Einfahren mit einer Sonde zu reinigen ſucht, und ſie ſo lange ſte⸗ cken läßt, bis ſich kein Gas mehr entwickelt. Dann rei⸗ nigt man die Wunde mit warmen Wein, bedeckt ſie mit Charpin und Terpentin, und ſie verheilet ſich in kurzer Zeit. Hat man keinen Trokar, ſo iſt doch beſſer ein Meſſer zu nehmen, als die Thiere umkommen zu laſſen. Schafe die mit dem Übel ſchon behaftet gewe⸗ ſen, muß man beſonders in Acht haben, weil ſie eine Schwäche der Verdauungswerkzeuge zu verrathen ſchei⸗ nen, und ſie daher leichter als anderes Vieh dieſem Übel unterworfen ſind. §. 595. Vom Blutſchlag oder der ſogenannten Seuche.— Stickblut. Dieſe Krankheit iſt nicht anſteckend, aber im hei⸗ ßen ſchwülen Sommer, und beſonders, wenn die Luft ſehr electeriſch iſt, ſterben oft viele daran. Die Urſachen liegen außer der Anlage, welche ein Thier vor dem andern dazu hat, in der Wartung und Fütterung durch das ganze Jahr, und beſonders zu der Zeit, wenn die Krankheit vorzüglich erſcheint, ſo wie ARN auch in gungen Ae da danrt tin unda ſ nie lren, 3 hernoie findet a terung 3 dine ſehls D tend. melt, kf ſe von io git iſs eine Cihn 81 muß in nehma dabey in bald ſice vor jed vor allagg diejenigh beſondegß Mitag 6 ſe Krauß und woße Fante, geih und dei Thl nennt, eiſte läßt die Rän deilen veiſt dem Gas ſu⸗ urch Einfehre nſje ſo langeſe delt. dunß En, bedeckt ſ heilet ſich 1 iſt doch 16 Amkommeng keehaftet gene b enreil ſie ein arrathen ſch 2 dieſem un nannten 3 aber in ſi renn di but 1 ', welhe in t Partung u Anders zu de teeint, ſo wi 43³ auch in der Dürre und Hitze und in zu großen Anſtren⸗ gungen in derſelben. Am häuſigſten zeiget ſie ſich bey der Stoppelweide, da dann den Schafen die von dem ausgefallenen Wei⸗ tzen und Korn geil hervor geſproſſene junge Pflanzen, ſo wie auch die abgefallenen und zurück gebliebenen Ähren, eine vorzüglich angenehme, aber das Blut im übermaß vermehrende Nahrung darbiethen. Dasſelbe findet auch bey Stellen Statt, welche bey feuchter Wit⸗ terung mit Schlamm übertragen wurden, und nun eine ſehr geile Nahrung für das Schafvieh darbiethen. Dieſe Krankheit befällt plötzlich, und iſt ſchnell töͤd⸗ tend. Das Thier ſteht plötzlich ſtill, iſt betäubt, tau⸗ melt, kann ſich kaum aufrecht erhalten, ſtemmt die Fü⸗ ße von einander, fällt um, ſchlägt mit den Flanken, gibt öfters Blut von ſich, und überlebt oft kaum mehr eine Stunde. Um die Schafe vor dieſer Krankheit zu bewahren, muß man ſie auf einer ſolchen, ihnen beſonders ange⸗ nehmen Hutung nicht lange verweilen laſſen, und ſie dabey immer in langſamer Bewegung erhalten, ſo⸗ bald ſich das Übel einſtellt, öfters baden, überhaupt aber vor jeder Erhitzung; vor dumpfig heißen Ställen, und vor allem bewahren, was ihr Geblüt erhitzet; wobey alle diejenigen Mittel anwenden, welche dasſelbe abkühlen, beſonders ihnen kühle, ſchattige Ruheplätze während der Mittagshitze verſchaffen, und beſonders, wenn man die⸗ ſe Krankheit unter der Heerde warnimmt, den ſtärkſten und wohlbeleibteſten Thieren, die dieſer Krankheit am Ee 454 erſten unterworfen ſind, öͤfters zur Ader laſſen; auch ihnen viel Salpeter und Schwefelblüthe unter dem Salz füttern, und ſie ſo oft und viel ſaufen laſſen, als ſie wollen. Der Verlauf dieſer Krankheit iſt zu ſchnell, um in⸗ nere Hülfe zuzulaſſen. Doch habe ich ſchon mehrere durch einen ſtarken Aderlaß gleich bey dem Entſtehen der Krank⸗ heit und durch ein gleich darauf angewandtes kaltes Bad glücklich gerettet.— Ich empfehle ſolche Schafe, an denen ſehr viel gelegen iſt, ſo lange dieſe Krankheit unter der Heerde wüthet, an kühle Orter, z. B. in einen luf⸗ tigen Keller zu bringen, und ſie mit Heu zu fuüͤttern. §. 596. Von der Waldkrankheit. Dieſe Krankheit zeiget ſich, wenn die Schafe viel junge Eichenknoſpen und ſtopfende Pflanzen im Frühjahre genießen. Hitz⸗Durſt, ſehr verkältete Excremente, oder gar Verſtopfung, wobey ſie nicht wiederkäuen; ſind die Symtome dieſer Krankheit, welche von längerer Dauer⸗ ja oft bis 4 Wochen währt. Das ſicherſte Präſervativmittel dagegen iſt, ſie im Frühjahr nicht in den Wald zu laſſen. Eine Aderlaß und Einguß von Ohl, ſo wie auch auflöſende Mittel, z. B. Glauberſalz, Saliter, Leinöhl mit Schießpulver 1 oder Saliter vermiſcht, Klyſtiere von gekochten weitze⸗ nen Kleyen mit Ohl beygebracht, ſind in dieſen Umſtän⸗ den ſehr entſprechend. RARRR dem Sn auf den und dunſt machen a Ma mit Gln Räſſe un jedoch ſe⸗ leſchieln laſſen; i zer dem Ed Iſſen, alb ſt nell, unin nehrere duc Ander Keut sz kaltes Boh GSchafe, a datheit urti = einen lf du füttern. 1 wie Scaft anzen im 1a, dder gt uaz ſind a rer Dautr 2 ſſt, ſein e Nhelltjh dide Mittl, a chießvulre ten weize Sm Umſtin 43⁵ §. 597. Vom Blutharnen. Das Blutharnen oder Blutkrankheit entſtehet von dem Genuß ſcharfer Kräuter auf naſſem Boden. Man laßt vor allem zur Ader und gibt ein Quentchen Sali⸗ ter mit 1 Loth Honig, oder ein Einguß von 2 Eßlöffel voll gepulvertem Schießpulver mit Leinöhl. §. 598. Von dem Rückenblut. Wenn ein Schaf von einem Hunde oder ſonſt ſtark gejagt oder geänſtiget worden iſt, ſo verfängt es ſich leicht, und daraus entſtehet obgenannte Krankheit. Maul und Ohren ſind kalt, die Haut liegt auf dem Rü⸗ cken feſt an, das Thier iſt ganz ſteif.— Der Schäͤfer muß in dieſem Falle auf der Stelle den harten Miſt mit dem mit Speichel naß gemachten Zeigefinger aus dem Maſtdarm nehmen, einen Einguß ven Leinöhl dem Schaf langſam in den Hals laſſen, und die Haut auf dem Rücken durch angeſtrengtes hin⸗ und herziehen und durch Einreibung von erwärmtem Leinöhl, loszu⸗ machen ſuchen, ſo wird ſich das Thier beſſern. Man gibt ihm zu Hauſe gleich einen Mehltrank mit Glauberſalz oder gereinigtem Saliter. Auch von Näſſe und Verkältigung kann dieſe Krankheit entſtehen 3 jedoch ſcheint mir in dieſem letztern Falle, die im§. 624 beſchriebene Krankheit mehr Ühnlichkeit damit zu haben. Ee s- 32. 1 “ —— 2 436 §. 599. Vom Schnupfen. Schnelle Witterungsveränderung und Verkältung veranlaſſen zuweilen den Schnupfen; und einige Thiere ſind demſelben mehr, andere weniger, unterworfen. Wenn der Schnupfen nur bloß in der Verdickung der Feuchtigkeit beſteht, welche die Schleimhaut umgibt, ſo verſtopfen ſich die Naſenlöcher, oder es lauft ihnen ein mehr oder minder dicker Rotz aus denſelben: ſie he⸗ ben daher den Kopf um leichter durch das Maul zu ath⸗ men und ſuchen ſich durch Anſtrengungen Luft zu ver⸗ ſchaffen. Iſt das Übel nur leicht, ſo gibt es ſich von ſelbſt wieder, hat ſich aber der Eindruck der Luftröhre und der Lunge mitgetheilt, ſo huſten die Thiere, und leiden mehr. In dieſem Falle läßt man ſie zu Hauſe, und hü⸗ tet ſie vor kalter Zugluft, macht ihnen, wenn ſich die Krankheit nicht gibt, auch ein Dampfbad von Waſ⸗ ſer mit bittern Kräutern; hält ihnen die Naſe darüber um die geſchwächten Organe wieder in Thätigkeit zu bringen; gibt ihnen gute Nahrung zu Hauſe, und ſetzt ſie nicht eher wieder den Einflüſſen der Witterung aus,⸗ als bis ſie den Huſten verloren haben: innerlich täglich 2 Eßlöffel voll Hollerſoße. §. 600. Von den Würmern in den Eingeweiden. Die Würmer, welche die Lämmer oft in den Ein⸗ geweiden haben, und die ſie nicht ſelten plötzlich tödten, haben einige bisher für die fallende Sucht angeſehen. Man erkennt ihr Daſeyn durch krampfhaftes Dehnen des Kört durch ein regungend lummern ürem Wch Mange dei tel anwerc i auch de nt, habd gien gefät nuth, Ec deßs deche he n Eho die — kerkäldnn Sae Thien erworfen. d Falmeht. änd hi⸗ u un ſch a Wi Sokit u m derüler Sm ſc Sng ai 3 tüxlih Siden. r jen Cin⸗ Itudten, a eeſehen 8 dehnen V 437 des Körpers,, durch Koliken, welche ſie verurſachen, durch ein plötzliches Niederwerfen und convulſiviſche Be⸗ wegungen. Sind ſie in großer Menge vorhanden; ſo kümmern und magern die Lämmer ab, und bleiben in ihrem Wachsthum zurück, und nicht ſelten gehen eine Menge davon zu Grunde, wenn man kein Gegenmit⸗ tel anwendet. Viel Knoblauch, ſowohl die Zwiebeln als auch das Kraut klein gehackt unter dem Salz gefüt⸗ tert, habe ich immer als ein untruͤgliches Mittel da⸗ gegen gefunden. Auch bittere Ingredienzien, z. B. Wer⸗ muth, Enzian, Kalmus dc. unter dem Salz gegeben, wirken ebenfalls gegen die Würmer. §. 601. Von den Würmern in der Naſe. (Oestrus Oris.) Dieſe haben ihr Entſtehen einer Fliege zu danken, welche ihre Eyer in den Eingang der Naſenhöhle von den Schafen legen. Die Larve drängt ſich gleich nach dem Auskommen in die Schleimgänge, wo ſie zunehmen, und die Thiere ſehr quälen. Das Thier hebt den Kopf auf, dreht ihn umher, ſenkt ihn zur Erde, nießet, drehet ſich biswei⸗ len herum, woraus wahrſcheinlich der Irrthum herge⸗ rührt haben mag, daß die Drehkrankheit von dieſer Lar⸗ ve entſtehe.— Die Würmer ſind kurz, rundlicht, ganz weiß, und haben bloß am Kopfe einen braunen Flecken. Um ſie loszubringen blaſe man den Schafen Schnupftobak in die Naſe, um ſie zum nießen zu reitzen. Dieſe Thiere 438 peinigen zwar die Schafe ſehr, haben aber fonſt keine bekannte üble Folge von Bedeutung auf die Geſundheit derſelben §. 502. Von der Nachgeburt. Wenn bey einem Schafe die Nachgeburt nicht er⸗ folgt, ſo darf man nicht verſäumen, dieſe ſobald als moglich fortzuſchaffen. Man gibt zu dieſem Endzwecke dem kranken Schaf einen Abſud von den Blättern des Segebaumes(Juniperus Sabina) ein; wodurch die Nachgeburt bald abgetrieben wird. Ein Abſud von Sellerie und Peterſilien⸗Blätter haben in vielen Fällen die nähmliche Wirkung hervor gebracht. §. 603. Von dem laufenden Feuer. Mehrere Arten von Thiere, und hauptſächlich Schweine, ſind dieſer verheerenden, äußerſt anſtecken⸗ den Krankheit unterworfen. Ddieſe Krankheit iſt brandig, und ſehr verderblich, die Thiere ſind oft ſchon halb todt, ehe man bemerket, daß ſie krank ſind. Ddie Symtome ſind äußerliche Beulen, die ſich durch ihre Härte und Ausdehnung, die ſie in kurzer Zeit erreichen, zu erkennen geben, welche, wenn nicht ſchnelle Huͤlfe geleiſtet wird, ſchwarz werden, und einen ab⸗ ſcheulichen Geruch verbreiten, worauf das Thier alſo hald ſtirbt. Die Krankheit theilt ſich von einem Thiere dem — ander mit hel de G Vorbit iß künſtic gelle, bey Guräucern gten Glüt Ghafen berch dhellen vord Dieſe nch duret le nuch dus hi Savi ſich durh n ayd det das üden Nahrunct Wirkung Inz und Jähn alt ſind. M alle Mahe len eine derſelben t ſont im eGefunhan Aurt nicht a 3e ſobald a *n Endzmect a lättern dl wodurh di In⸗ Blätte dng hertot 71 uprſächch aianſtekeſe Senzetlih 1 bemertt, u, die ſch t zurzer Jet t ſhnelt e einen ah⸗ e ahiet ali jiere den 439 andern mit; die Haut, die Haare, der Miſt, der Spei⸗ chel, die Geräthſchaften, alles verbreitet die Anſteckung⸗ Vorbauungsmittel weiß man noch keine andern, als künſtliche Euterungen durch Haarſeile oder Fonta⸗ nelle, bey Zeiten zu legen, mit Eſſig die Ställe aus⸗ zuräuchern und unter das Getränke Eſſig und Salz zu geben. Glücklicher Weiſe iſt dieſe Krankheit unter den Schafen bey uns noch wenig, und nur in den wärmern Theilen von Europa bekannt. §. 604. Von der Lungenſucht. Dieſes iſt eine bis jetzt noch unheilbare Krankheit, welche durch ungeſundes dumpfiges Futter und zuwei⸗ len auch durch dumpſige Ställe und andere Zufälle: z. B. kaltes Saufen in der Hitze dc. erzeugt wird, und äußert ſich durch einen ſtarken mit einem ſchleumigen Ausfluß aus der Naſe begleiteten Huſten. Anfänglich ehe ſich das Übel eingewurzelt hat, kann anfeuchtende weiche Nahrung und derley Getränke, wahrſcheinlich mit guter Wirkung gebraucht werden. 5,0. 605. Von der Drehkrankheit. In der Regel befällt dieſe Krankheit nur Lämmer und Jährlinge; ſelten aber Thiere, die über zwey Jahre alt ſind. s. Man entdeckt den Sitz dieſer bekannten Krankheit alle Mahl im Gehirn, wo an einer oder mehreren Stel⸗ len eine Waſſerblaſe, die immer größer wird, und in derſelben mehr oder weniger kleine Körnerchen, die un⸗ 2 4 3 1 — 3 ö — 5 2 . 3 1 7 6 1 8 . 8 1 8 4 5 1 3 — 8 4 * * 6 440 ter dem Mikroskop betrachtet, eine beſtimmte Organi⸗ ſation, Leben und Bewegung zeigen, und von den Naturforſchern Taenia socialis genannt werden. Man weiß gar nichts verläßliches über die Ent⸗ ſtehung dieſer Krankheit, folglich iſt man wegen einem entſprechenden Vorbeugungsmitteleben ſo unbekannt.— Ich habe zahlloſe Verſuche von allen bekannten Heil⸗ mitteln gemacht, und alle ohne Ausnahme— ſowohl einen Trokar mit einer Kanille, mit und ohne Saug⸗ ſpritze, und mit und ohne Myrrhen ⸗Eſſenz, als auch der bloßen Pfrime— undienlich gefunden. Wenn auch gewöhnlich die Patienten die Operation überſtehen; ſo kreppiren ſie nach mehreren Tägen, oder werden re⸗ cidiv. Ich glaube, daß dieſe Krankheit den Schafen na⸗ türlich, und daß das innere Inſect, welches man als die Urſache annimmt, dieſen Thieren angeboren iſt; auch daß, ſo wie die gewiſſen Thieren eigenen und ein⸗ gebornen Inſecten und Gewürmen ſich ſtärker vermeh⸗ ren, wenn die Lebenskraft des Thiers, beſonders in den Organen, wo ſie ihren Aufenthalt haben, geſchwächt iſt, ſo mag dieß auch hier der Fall ſeyn, wann dieſe Thiere vielleicht ſchon bey der Geburt oder durch heftiges Stoßen dc. eine Gehirnerſchütterung erleiden. Aus der Analogie zu ſchließen, entwickelt ſich der Keim dieſer Taenia socialis, wie die Eingeweidewürmer, oder auch wie die ſogenannten Egelſchnecken(Fasciolas he- Patica) entſtehen und ſich vermehren; nähmlich wo die 8 dipvoſtic füllich i Die t derfäule i nheilbor t tt, und I fl in ſtat rendn, 2 lxtüten Vr Voü entweder) ter dder ih füttere a rem, li kräftigch fer unßß ſo viel m ihnen ene um deil Knoblen Falle ſi ſchen. n. ſchwachge ſunde a Stallein KRRN 8 dte Otzen d von da den. Ir die Gn gen einen Jekannt.- ten hei⸗ 21— ſoral one Gtu dt als ch „Lenn auc Iiehen; ſ derden D afen na⸗ achman dis groren iſt; ag und ein ia vermeh wets indn eſcwächt * nnn dief an heftige 1= Aus dek d. m diee r, odet Nas he- 8r) wo die .„ „ 441 Diſpoſition der Organe ihrer Exiſtenz zuträglich und be⸗ hülflich iſt. §. 606. Von der Abzehrung. Die Abzehrung iſt öfters eine Folge von der Lun⸗ genfäule oder der Egelkrankheit, und in dieſem Falle unheilbar. Rührt ſie aber von zurückgetretener Raude her, und iſt ſie erſt im Entſtehen; ſo kann durch Schwe⸗ fel in ſtärkern Doſen, innerlich gebraucht, geholfen werden, indem die Raude dadurch auf die Haut heraus⸗ getrieben wird. §. 607. Vom Verkrüppeln der Lämmer. Wenn die Lämmer nicht wachſen wollen, ſo iſt entweder die Schuld an der Muttermilch, an dem Fut⸗ ter oder an äußern dahin einwirkenden Urſachen. Man füttere daher in dieſem Falle die Mutter mit reichliche⸗ rem, kräftigern Futter, und gebe den Lämmern nebſt kräftigem, zarten, ſüßen Heu oder Grumeth, etwas Ha⸗ fer und weitzene Kleyen zu freſſen, und zu ſaufen, ſo viel ſie wollen. Dabey muß man nicht unterlaſſen, ihnen etwas weniges Salz einen über den andern Tag⸗ um den Appetit zu reitzen, zu geben, und dabey Knoblauch und etwas weniges bittere Ingredienzien, im Falle ſie mit Würmer behaftet wären, darunter zu mi⸗ ſchen. Über dieſes muß beobachtet werden, daß dieſe ſchwache Weſen eine anpaſſende Temperatur und ge⸗ ſunde ſtärkende Luft umgibt, und die Abtheilung des Stalles, wo ſie ſtehen, muß die lichteſte ſeyn; weil . .“ 34 “ — “ M A ———— “ 44² das Licht eine Hauptbedingniß zum Wachsthum und Gedeihen der Lämmer iſt. §. 608. Vom Säugen ſchwächlicher Lämmer. Wenn die Lämmer durch Krankheit oder unmit⸗ telbare Schwäche nicht ſelbſt zu ſaufen vermögen, ſo muß man täglich die Mutter 5— 6 Mahl niederlegen, dem Lamm den Strichen ihres Euters ins Maul geben, und es anreitzen, zu ſaufen. Iſt es hierzu dennoch zu ſchwach; ſo kann man ſolche Lämmer noch oft dadurch retten, daß man ihnen die Muttermilch langſam ein⸗ melkt, bis ſie wieder zu Kräften kommen. Das Ein⸗ melken muß aus dem Grunde langſam und nur im äu⸗ ßerſten Nothfall geſchehen, damit die Miſchung des Speichels, beym Saufen Statt ſinden kann. Dieſe Mi⸗ ſchung des Speichels iſt bey dem Säugen eine Haupt⸗ ſache, dasſelbe wird durch das Kauen bewerkſtelliget, und es iſt daher nicht gleichviel, ob man das Lamm ſäugen, oder es bloß die Milch trinken läßt. Bey dem Säugen fließt nähmlich durch die dabey erforderliche An⸗ ſtrengung mehr Speichel— dieſes Ferment der Dau⸗ ung— zu. §. 609. Von den Haarballen. Dieſe finden ſich in dem vierten Magen der wie⸗ derkäuenden Thiere oft 10— 12 an der Zahl vor, und entſtehen bey den Schafen wahrſcheinlich durch die Wolle, welche die Lämmer bey dem Säugen verſchlucken, wenn das Euter ihrer Mutter nicht gehörig von Wolle gerei⸗ — tiget it/ nen Pol leten Fe daß die dufhalten Eber bin! piele hat ſceinich 5 ſ Ve nicht ſelte as bey de bruuchen; gepultett ein. Auch Die weichende chen pulh Stunden Drey Un ein vortte Zufälle m 2 Eßlöffe fel voll ee hsthun w immer oder umie tmögen, triederken, rMaul gäh 4 dennohh k'oft daduuh Aangſam in⸗ * Das Eir einur im än dhuny do tiDieſe N⸗ nne Haupt⸗ etkſtellige, V ddas dann 8 Bey den elichln der Ddu 4 u der wie⸗ 1lvot, und 1 die Wolk, ceen, rem olle gerer 443 niget iſt, oder guch, wenn ſich die Lämmer angewöh⸗ nen Wolle von ihren Müttern zu freſſen. In dieſem letzten Falle, muß man durch Abſonderung verhüten, daß die Lämmer ſich nicht lange bey ihren Müttern aufhalten dürfen. Einige halten ſie für unſchädlich, ich aber bin nicht dieſer Meinung, weil man ſchon Bey⸗ ſpiele hat, daß Lämmer durch Koliken, welche wahr⸗ ſcheinlich ihren Grund davon hatten, zu Grunde ge⸗ gangen ſind. §. 610. Von der Säure im Magen. Wenn Säure im Magen vorhanden iſt, welche nicht ſelten ſtarkes Abweichen verurſacht, ſo kann man das bey der Trommelſucht beſchriebene Kalkwaſſer ge⸗ brauchen; oder man gebe dem Schaf einige Löffel voll gepulverte Kreide mit Enzian oder Kalmus vermiſcht, ein. Auch Magneſia corrigirt dieſes Übel ſehr bald. §. 611. Von Verſtopfungen. Dieſe ſucht man durch abführende Mittel oder er⸗ weichende Klyſtiere zu heben. Ein Loth oder 5 Quent⸗ chen pulveriſirte Jalappa purgiert ein Schaf nach 8— 9 Stunden ſehr gut, ohne daß es die Freßluſt verliert. Drey Unzen Manna und 1 Loth Jalappe iſt ebenfalls ein vortreffliches Purgiermittel, auch kann man derley Zufälle mit Saliter, Leinöhl, oder einen Einguß von 2 Eßlöffel voll pulveriſirtem Schießpulver und 6 Löf⸗ fel voll Leinöhl heben. 6—“ w AA, rsn ——““ 4 ene genene e 444 §. 612. ds Söef Von der hinfallenden Sucht. hunzen d 1 Man trifft dieſe Krankheit auch unter den Scha⸗ nie. fen an; das Thier wird taumelnd, fällt um, zappelt Seinet 1 mit den Füßen, etwa eine Minute, ſteht dann wieder win einer 4 auf, und kommt nach und nach wieder zu ſich. Man hr, emn weiß bisher noch kein Mittel; dieſer Krankheit abzu⸗ ena 3 b helfen. Die Schafe ſind übrigens geſund, freſſen, er⸗ enckte, zeugen Junge und ſäugen ſie wie die geſunden. 1 niht u §. 613. die er Vom Hodenbruch. tint ſät Dieſer entſtehet oft durch einen Stoß in die Wei⸗ du An che, die ein Bock von einem andern erhaltet; auch zu⸗ 1 N uge weilen durch Anſtrengung bey dem Kämpfen oder an⸗ 5 gi dere Zufälle. düee Zuweilen verziehet ſich der Hodenbruch von ſelb⸗ di nl 3 V ſten wieder, welches jedoch ein ſeltener Fall iſt, und 1 6 all geſchieht dieß nicht, ſo iſt mir kein anderes Mittel be⸗ n uß kannt, als das Thier dem Schlächter zu übergeben. hnus 124989 1 defe, undt Sechs und vierzigſtes Capitel. wn d Von den äußerlichen Krankheiten. Lese §. 614. Pae Zwey ſehr bewährte Mittel gegen die Schafraude. Per Auch Herrn Walz, königl. würtemberg. Landthier⸗ ſu arzt, hat ſich nach jahrelangen Beobachtungen und Ver⸗ Pſ un ö ſuchen das Reſultat ergeben, daß die Schafraude von ſin. 1 63 einem Inſect entſtehe, welches ſich nur auf der Haut fmn poc K RAANARN ot. n, zur Rann wiade ſcch. M V Aheit ah⸗ V eſſen, e⸗ V 3:n. V V ddie Wi⸗ V auch ze V Koder m⸗ V V ſpn ſelb⸗ V Noſſt, und ittel be⸗ oben. 1 cel [3. maude 1dthier. nand Ver⸗ Ae vh et Haut 445 des Schafes zu ernähren, und in derſelben fortzu⸗ pflanzen vermöge; und zu der Gattung der Milbe ge⸗ höre. Seine denkenswerthen Beobachtungen, deren ſo⸗ gar in ſeiner Schrift Natur und Behandlung der Schaf⸗ raude, eine Abbildung der Krätzmilben in ihrem ver⸗ ſchiedenen Zuſtande, wie er ſie mit bewaffnetem Auge bemerkte, beygefügt iſt, ſind auch für den Naturfor⸗ ſcher nicht ohne Intereſſe. Die erſte Abtheilung ſeiner kleinen Schrift be⸗ ſchäftigt ſich mit der Natur der Schafraude. Sie theilt ſich durch Anſteckung beſonders dann mit, wenn Re⸗ gen zu ungewöhnlicher Zeit mehrere Wochen lang an⸗ halten. Nie erfolgt ſie bey trockener Witterung und auf hochliegender, wenn auch noch ſo magerer Weide. Am eheſten befällt ſie Stöhre, die den Begattungsact zu we⸗ nig oder zu lange nicht ausübten— Hammel, die einige Jahre zur Fortpflanzung benutzt, vor Kurzem erſt entho⸗ det wurden— geldgehende oder unfruchtbar gebliebene Schafe, und unter dieſen wieder dünnwollige vorzüglich. Dann wird die Haut, beſonders längs des Wiederriſſes bis zum Schwanzende und den nahe gelegenen Seiten⸗ theilen verändert. Die Oberhaut trennt ſich, wird weich und breyartig, ſie löſet ſich bey einiger Entzündung ab, wird trocken, ſeröſe Feuchtigkeit ſchwitzt aus und trock⸗ net ebenfalls. Beyde bilden Grind. Die Haut bekömmt Riſſe, und blutet bey ſtarkem Befühlen, das die Thiere ſchmerzt. Trockene Luft trennt den Grind von der kranken 8— “ “ 2 . an 446 Haut. Dieſe ſchuppt ſich ab und genefet wieder. Dauert aber Regen fort, ſo ſchwillt die Haut, wird blaß, wei⸗ terhin bläulich grün, wäſſerige ſchäumende Feuchtigkei⸗ ten ſchwitzen aus, gehen in die Wollehaare über und kleben dieſe zuſammen. So wie die Hautfarbe grünlich geworden iſt, rei⸗ ben ſich die Schafe gern an dieſen Stellen, und die Milben kommen zum Vorſchein, nagen ſich in der Haut fort; die ausſchwitzenden Feuchtigkeiten verhärten zu neuem Grind, um ſo mehr bey feucht warmer Witte⸗ rung, welche dieſe Thiere recht begünſtiget, da ſie kal⸗ te trockene Witterung hingegen tödtet. Nach einigen Tagen paaren ſie ſich, legen Eyer, und nach 10— 12 Tagen kommt wieder eine neue Brut zum Vorſchein, und ſo geht das fort. Durch befruchtete Milbenweib⸗ chen wird die Raude von einem Schafe auf das andere, übertragen. In der zweyten Abtheilung macht uns Herr Walz mit dem Heilverfahren bekannt. Hier gibt er ein unter allen Umſtänden die Milben ſchnell tödtendes, weder dem Schafe noch der Wolle nachtheiliges Mittel an, das auch ſelbſt die Milbenneſter zerſtört, nähmlich eine chemiſche Miſchung: 1) von 4 Theilen friſch gebrannten Kalk, durch allmähliges Waſſerzugießen in einen brey⸗ artigen Zuſtand verſetzt; 2) von 5 Theilen kohlenſauern Kaly oder guter Pottaſche,(oder wenn dieſe nicht zu haben iſt, von 60 Theilen Buchenaſche); 3) von 200 Theilen Miſtjauche; 4) von 800 Theilen Waſſer; 5) 6 Theilen Hirſchhornöhl und 6) 3 Theilen Schiffstheer. Mit die eiten/ achten Mhuhl, bey J daer voch beſſ belandern Ort Hat de ſc Hunderniſſe . tiemen⸗ Merkwür gttgrtt beſi Fnde hefteyt, Erwattung d ſiit andeltes Sc weytes M DiSchaf ſtſendemm t Sie rüͤhrt enſchen, de Sie fän der Haut ech meniget zerſt chen an, die KRR ſeder. Dhe V dd blaß, Se Feuciß Jare uͤber w A den iſ, n Ren, undk rhin derhut t vverhätttn g met Wih. di, du ſelt ach enihe V 1 h 1o=-n uns Vorſen, V gilbenweitb: un ad andere, enherr Wi 3tein unte 2 zjes, wede K liittel a, * jmlih din eebtannte as inen lie⸗ ee hlenſeuen e nict w von 200 Baſſer: h) ſifäßn 447 Mit dieſer Miſchung wird das raudige Schaf am erſten, achten und fünfzehnten Tage, alſo in allem drey Mahl, bey Regenwetter aber 4— 5 Mahl befeuchtet, oder noch beſſer in dieſelbe eingetaucht, und an einem beſondern Ort getrocknet. Hat die Wolle ſchon eine hübſche Länge, finden ſich Hinderniſſe gegen das Abſcheren derſelben; ſo muß man die Flüſſigkeit vor der Anwendung durch ein Stück Leinen oder Wollenzeug ſeichen, um alles mißßfäͤrdige zu entfernen. Merkwürdig bleibt, daß eine in der Nähe von Stuttgart befindliche Schäferey auf dieſe Art von der Raude befreyt, im folgenden Jahr, bey der Schur eine alle Erwartungen überſteigende Menge Wolle lieferte, und daß ſeit 4 Jahren noch kein, mit jener Flüſſigkeit behandeltes Schaf von ſelbſt raudig wurde. Zweytes Mittel wider die Schafraude. Die Schafraude iſt eine Hautkrankheit, oie ſelten von ſelbſt ſondern meiſtens durch Anſteckung entſtehet, allmäh⸗ lich ausbricht, und anfänglich nur die Haut krank ma⸗ chet⸗ Sie rührt bekanntlich, ſo wie die Krätze bey dem Menſchen, von einer Milbe her, die ſich auf der Haut nährt und propagirt.— Sie fängt allezeit mit kleinen rothen, harten⸗ über der Haut erhabenen, fühl- und ſichtbaren, mehr oder weniger zerſtreut und einzeln ſtehenden, juckenden Knöt⸗ chen an, die bey Vernachläſſigung dieſer Hautkrankheit 448 nach und nach in Füſteln oder Euterbläschen überge⸗ hen, und alsdann eine durchſichtige Feuchtigkeit ent⸗ halten, ſodann aber kleine Kruſten bilden, die von je⸗ nem inſpiſſirtem Euter entſtehen. Zuerſt erſcheinen ſie an dem Theile, der unmit⸗ telbar durch dieſes Inſect angegriffen worden iſt, wo⸗ nach ſie ſich an den übrigen Stellen des Körpers, durch die häufige Vermehrung derſelben verbreiten. Die inficirten Theile erregen ein Jucken, welches mehrentheils durch die erhöhte Sommerwärme vermehrt wird; in der Kälte ſcheint dieſe Krankheit zu verſchwin⸗ den, kommt aber mit jedem Frühjahre heftiger zum Vor⸗ ſchein, bis das quälende Übel, wenn das Thier ohne alle Hülfe ſich ſelbſt überlaſſen bleibt, endlich in das Fleiſch freſſende Geſchwüre erzeugt, wodurch die Func⸗ tionen des ſo wichtigen Hautorgans geſtört werden, und durch die Abſorbtion, der in ſo vielen Geſchwüren und Geſchwürchen abgeſonderten Flüſſigkeiten, die Säfte des Körpers gänzlich verderben, worauf eine Abzehrung erfolgt. ö So lange ein ſchäbigtes Schaf noch bey Kräften, einen großen Theil des Körpers noch in keine Geſchwüre umgebildet hat, und von der Abzehrung noch nicht be⸗ fallen iſt, ſo lange hat auch dieſes Localübel nur die Haut krank gemacht, und kann ohne alles Bedenken mit äußerlichen Mitteln allein behandelt und geheilt werden, daher es bey der Kur von der äußerſten Wichtigkeit iſt, ſo frühe als möglich folgendes untrüg⸗ liches Heilmittel anzuwenden, wodurch der Verfaſſer ſeit — AANRKR 10 Jaht fereyen rerſchten 3 Gel ſi läng qäferen Sige nis uberliſſi einfacher KRun aus mei die Anſta warmer greifet, ſegenheitt aütung e dchen übenhe nchtigfeit en t, die wen d, der unnt Inden iſt, n örperz, ui gen. ken, welhe erme verneht au verſchin⸗ der zum Va⸗ Thier ohne lih in da die Func erden, und 1 würen um n die Cift e Alzehru wen Kriftn ie Geſchri och richt le bel nur u 23 Bedertn Lun 3ht er äußerſen 449 10 Jahren mehr als 30,000 Schafe, worunter Schä⸗ fereyen waren, in welchen dieſes Übel mehr als 20 Jahre herrſchte, jedes Mahl mit untrüglicher Wirkung curirt hat. Gehörig angegriffen und behandelt iſt dieſe Krank⸗ heit längſtens in drey oder vier Wochen in der größten Schäferey beſiegt, und man hat von dieſem ſchleunigen Siege nicht die mindeſten nachtheiligen Folgen zu be⸗ fürchten. Mein einfaches Heilverfahren vernichtet die Milbe und Milbenneſter unter allen Umſtänden, und ein kräf⸗ tiger Wiederwuchs der Wolle zeigt ſich gleich nach der Cur. Man vergleiche oben erwähnte Eurart des Herrn Walz mit dieſer Verfahrungsart des Verfaſſers, die zuverläſſig zum Zweck führt, und wie mir ſcheint, weit einfacher iſt.— Nur muß ich gegen die Angaben des Herrn Walz aus meinen eigenen Beobachtungen noch anführen, daß die Anſteckung auch, wiewohl ſeltener, bey trockener warmer Witterung und auf hochliegenden Weiden⸗Platz greifet, wovon ich mich in Spanien bey ſehr vielen Ge⸗ legenheiten überzeugt habe. Auch möchte ich der Beob⸗ achtung desſelben, daß nähmlich Stöhre die den Begattungsact zu wenig oder zu lange nicht ausübten— Hammeldie einige Jah⸗ re zur Fortpflanzung benutzt, vor Kurzem erſt enthodet wurden— gelt gehendeoder unfruchtbar gebliebene Schafe— am ehe⸗ ſten dieſe Krankheit befällt, nicht beſtimmen; indem im Gegentheil ungeſchwächtes Vieh allen Arten F f 3 3 W. e 2 — . — 45⁰ von Krankheiten länger widerſteht, als anderes. Ge⸗ gründet iſt es aber, daß dieſe Schafmilben ſich bey Widdern viel geſchwinder verbreiten, als auf den übri⸗ gen Schafen, und aus dieſem Grunde ſämmtliche Mil⸗ benneſter auch hier mühſamer zu finden und auszu⸗ rotten ſind. Man nehme zu 1 Eimer ſcharfer Seiferſiederlau⸗ ge 1/8 Metzen ganz klein gehackte, jährige oder noch jün⸗ gere Föhrenzweige(Pinus silvestris.) In Ermangelung dieſer vertreten die jungen Zweige von andern Nadel⸗ holzgattungen eben dieſe Dienſte. Man ſetze dieſe Zoll lang gehackten Zweige ſammt der Lauge in ein über dem Feuer befindlichen großen Keſſel, und miſche noch oder * Pf. Rauchtobak dazu. Alles dieſes läßt man gegen zwey Stunden heftig ſieden, während die oben auf ſchwimmenden Föhrenzweige, beſtändig niedergedrückt werden müſſen. Nach Verlauf dieſer Zeit ſeichet man durch ein Sieb dieſe Flüſſigkeit ab und drückt die Föh⸗ renzweige ſehr ſtark aus, weil die heilſamſte Flüſſigkeit darin befindlich iſt.— In dieſe durchgeſeigte noch ganz heiße, faſt noch ſiedende Lauge wirft man ſodann ohne Zeitverluſt Pf. weißen und* Pf. blauen Vitriol, läßt alles in einem Bottich eine halbe Viertelſtunde lang ſich vereinigen, und die Lauge iſt ſodann ganz fertig. Bey jedesmahligem Gebrauche muß ein Theil die⸗ ſer Lauge, nachdem der Bodenſatz davon zuvor umge⸗ rührt worden, ſo ſtark erwärmt werden, daß man kaum wand ein leiden den leiden An die Well⸗ Kräte ot males! e. heden de pfindtt d — n Ri e Ci arr zin rer 2* 1 um deret d 5! — errrnr. bert Er zer nan Ri ‿ 1 res. 6. V . ſhh Sen ihi che ie 12 an V V 2 edella⸗ V 18 Nadle ſe Jd ier dem ant oder V angegen an auf usdut bi mu V he dö 8 ſiiblet 1 4h g) An ohnt db lißt Sun ſch — — — ———— V angelun V V. V V V 451 wand eintauchet, und ſo heiß als man es mit den Hän⸗ den leiden kann, den ſchadhaften Theil, nachdem vorher die Wolle davon genau abgeſchoren worden, und die Krätze oder die harte Haut durch die Nägel oder ein ſchmales Schabeiſen etwas wund iſt aufgekratzet worden, recht einreibend damit befeuchtet. Dieſe Operation wird jeden dritten Tag wiederhohlt. Das erſte Mahl em⸗ pfindet das Schaf durch dieſes Aufkratzen der Raude, einen angenehmen Reitz, den es durch Lippen und Zun⸗ ge zu erkennen gibt; das zweyte Mahl, wenn die Lau⸗ ge gewirket hat, iſt dieſe Empfindung ſchon mit Schmer⸗ zen vergeſellſchaftet; das dritte Mahl aber empfindet das Thier in der Regel ſchon ſtarke Schmerzen, welches zugleich das Zeichen iſt, daß die Milben getödtet ſind, und durch ihre nachgelaſſene juckende Bewegungen und den Reitz, den die Wunde dem Thiere verurſacht, Wund⸗ ſchmerzen eingetreten ſind. Der Sicherheit wegen kann man die Wunde noch ein Mahl ſtark mit dieſer Lauge einreiben, und die Cur iſt nun an dieſem Orte vollen⸗ det. Jedoch kann ſich eine Milbenfamilie auch an ei⸗ nem andern Theil des Körpers eingeniſtet haben, und erſt nach mehreren Tagen offenbaren; daher man die Thiers bey einer zweckmäßigen Curanſtalt in mehrere Haufen, nähmlich in ganz kranke, geneſende, curirte, die aber wenigſtens 4 Wochen unter ſtarker Auf⸗ ſicht bleiben müſſen, und in ganz geſunde abthei⸗ len muß. Der Wollewuchs tritt gleich bey der Heilung wie⸗ der ein, und dieſe Lauge ſchadet der übrigen Wolle 5f2 0— AfA* 9n e — 45²2 nichts. Auch iſt der Verluſt der Wolle bey dieſer Heil⸗ art nicht empfindlich, indem nur erforderlich iſt, den inficirten Fleck des Thieres gleich bey ſeinem Entſtehen genau bey der Haut abzuſcheren, welches, wenn die Schäfer und ihre Vorſteher nicht unvorſichtig ſind, an⸗ fänglich kaum mehr als einen Zoll in der Runde betra⸗ gen kann. Das Zurücktreten der ſchon einen hohen Grad er— reichten Raude verurſacht gewöhnlich die Abzehrung, und man pflegt in dieſem Falle mit gutem Erfolge Schwefelblumen in größern Portionen dem Thiere ein⸗ zugeben, welche die Raude wieder auf die äußern Theile der Haut heraustreiben, wodurch man in den Stand geſetzt wird, die äußerliche Abheilung nach obiger Art zu bewerkſtelligen. §. 615. Von den natürlichen Pocken der Schafe. Die Pocken ſind eine äußerſt gefährliche und ſehr anſteckende Krankheit, die ſich mit Fieberanfällen äu⸗ ßert, die Thiere ſind matt, freſſen und wiederkauen nicht, leiden ſtark an Hitze und Durſt. Dieſe Sympto⸗ me dauern in der Regel gewöhnlich 3 Tage, nach deren Verlauf ſich zuerſt an den von Wolle entblößten Thei⸗ len der innern Schenkel, des Geſichtes, dem Euter oc., dann aber auch an den mit Wolle bewachſenen Theilen des Körpers rothe Fleckchen auf der Haut zeigen, wel⸗ che immer größer werden, und Blaſen mit röthlichen Umkreiſen und einem gelben Flecke in der Mitte bil⸗ den. Sind dieſe während dieſer Periode, welche wie die erſte 5, 1 Zufälle no relfemme ſid ſie m artig, d Periode bruch un trocknen huſ der Kop das Athe Zufülle Wim glüc durch, Theile: E Ilter N, 1 dheile ei, wel⸗ Jthlichen Xte bil⸗ Prie die 453 erſte 3, 4 Täge dauert, hervorgekommen, laſſen jene Zufälle nach, werden die Thiere wieder munterer und bekommen wieder Freßluſt, ſo ſind die Blattern gut⸗ artig; werden dieſe aber blau oder ſchwärzlich, geben ſie eine dünne ſtinkende Materie, ſo ſind ſie bösartig und äußerſt gefährlich. Kommen die Blaſen nicht ganz vollkommen heraus, oder treten ſie plötzlich zurück, dann ſind ſie meiſtens tödtlich. In der dritten Periode wer⸗ den die Blattern nach der Ordnung wie ſie ausgebro⸗ chen waren, zuerſt an der Spitze und dann durchaus weiß, und füllen ſich mit flüſſigem Euter. Sind die Blattern nicht häufig und ſtehen ſie einzeln, ſo äußert das kranke Thier nur mehr wenig unangenehme Em⸗ pfindung von dem Reitze auf der Haut. Dieſe Periode dauert bey gutartigen Blattern nicht über 4 Tage, und man kann alsdann die Krankheit als überſtanden anſehen. Sind aber die Blattern bös⸗ artig, dann gehen ſie in die vierte oder Abtrocknungs⸗ Periode über. Ihre Symptome ſind ſtärker, der Aus⸗ bruch unvollkommen, die Puſteln fallen zuſammen, trocknen ab, und werden ſchwarz ohne Euter zu ent⸗ halten, ein dicker Schleim fließt aus Naſe und Mund, der Kopf der Thiere ſchwillt, die Augen ſchwären zu, das Athemhohlen wird ſchwer und rächelnd. Wenn dieſe Zufälle heftig ſind, ſo kommen die Thiere ſelten, oder im glücklichſten Falle doch nur nach langem Leiden durch, und büßen ſehr oft ihre Augen ein, oder andere Theile des Körpers bleiben beſchädigt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß man auch im . 2 1 4 1 * 5 454 heftigſten Grade der Krankheit durch ſorgfältige Ver⸗ pflegung und Anwendung dienlicher Mittel viel aus⸗ richten kann, allein die Symptome der Krankheit än⸗ dern ſich oft ſo ſchnell, daß es eine außerordentliche, bey der Menge von Kranken nicht mögliche Aufmerkſam⸗ keit, nebſt ſehr genauer Kenntniß der Krankheit, der Mittel dagegen und für jedes kranke Individuum eine beſondere Behandlung erfordern würde, die jedem ein⸗ zelnen dienlichen Mittel anzuwenden. Ich will alſo nur zur allgemeinen Behandlung dieſer Krankheit über⸗ gehen. Denen mit Blattern wirklich befallenen Schafen ge⸗ be man Folgendes: Camph: Sp: vin: irror: et mucilag: gum: nim: subait: Sulphat: Potass: Unc: jj Bi Oxim: simpl: Unc: j v. M: d: u: S: Jedem Stück drey Mahl des Tages zwey Eßlöf⸗ fel voll. Für die übrige nicht blatternde Heerde, wird, ſo⸗ bald man die Blattern bemerkt, folgende Lecke täglich gegeben: Salz 4 Pf., Antimonii Crudi 1 Pf., und Wach⸗ holderbeer 2 Pf., wodurch die fernere Ausbreitung die⸗ ſer Krankheit ſehr oft verhindert werden kann. Die kranken Thiere müſſen von den geſunden ab⸗ geſondert, ſo lüftig und kühl wie nur immer möglich gehalten werden, ja ſelbſt im Winter in einer Tempe⸗ ntur, wer ſo viel mög pber ſtark g hnen Galz auf, ſo viel nit gutem tiolöhl zu ge Kron angen en ſieoft ge pollen, oder Duentchen? huen davon! Die un efindliche J Wunde mit Auch p Thieen ind mit eſſigſer mer Milh von einer, Kochſalz m der zweyte ſtatt dieſer werge, we wurzel bere At Hauptzug dder zwey filige Ne el viel an ankheit in⸗ Lentlihe, dufmetten. falheit, de giduum iin jedem ii⸗ ill aſo ne Ekheit übe⸗ 2 Schafen N aug: gum. Jj (ji gwidd, ſe kke tiglih ad Wah⸗ dirung i⸗ 1 enden d 44 moͤlih Temye 455 ratur, wenig über dem Gefrierpuncte. Man reitze ſie ſo viel möglich zum Saufen, und gebe ihnen dünnen aber ſtark geſalzenen Gerſtenmehltrank, auch kann man ihnen Salz in guten Portionen eingeben, und ſie dar⸗ auf, ſo viel ſie wollen, trinken laſſen. Auch pflegt man mit gutem Erfolge unter dem Mehltrank ſo viel Vi⸗ triolöhl zu geben, bis derſelbe den ſäuerlichen Geſchmack daͤvon angenommen hat, dieſes ſäuerliche Getränk ſau⸗ fen ſie oft gern, und man gibt ihnen dann ſo viel ſie wollen, oder man tröpfelt unter 1 Seidl Waſſer 1 ½ Quentchen Vitriolöhl, gibt etwas Honig hinzu, und gibt ihnen davon täglich in Portionen den dritten Theil ein. Die unter der Borke oder in den Geſchwüren ſich befindliche Jauche, läßt man aus, und verbindet die Wunde mit Eygelb und Terpentin. Auch pflegt man mit gutem Erfolge den kranken Thieren in der erſten Periode den Mund und die Naſe mit eſſigſaurem Waſſer, die Augen aber mit lauwar⸗ mer Milch rein zu halten, ihnen täglich 3 Eßlöffel voll von einer aus 3 Theilen Schwefelblumen und 1 Theil Kochſalz mit Honig beſtehenden Latwerge zu geben. In der zweyten Periode hört man damit auf, gibt ihnen ſtatt dieſer 2— 4 Mahl des Tages eine andere Lat⸗ werge, welche aus Honig, Weidenrinde und Kalmus⸗ wurzel bereitet wird, jedes Mahl 2— 5 Eßlöffel voll. Iſt die Krankheit hartnäckig, und hat ſie ihren Hauptzug in den Kopf genommen, ſo macht man 1 oder zwey Haarſeile in die Bruſt, um die Hitze aus dem Kopfe zu ziehen, oder im ärgſten Falle kann man — .“ * 5b. 456 inwendig in einem Hinterſchenkel, ein kleines ſpaniſches Fliegenpflaſter von der Größe eines 20 Kreutzerſtückes, welches aus 1 Lth. ſpaniſchem Fliegenpflaſter und 8 Lth. Leinöhl beſteht, und zu einer Zugſalbe wohl gemiſcht wird, anwenden. Fangen die Schafe wieder an zu freſſen, ſo gibt man ihnen im Winter gelbe Rüben oder Erdäpfel und Gerſtenſchrot, und im Sommer friſches Gras zur Nah— rung, welches ſie kühlet. Das beſte Mittel aber iſt, ſobald die Pockenkrank⸗ heit unter der Heerde ausbricht, alle nicht davon ergrif⸗ fenen Thiere zu impfen. §. 516. Üüber die Vortheile der Schafblatterinocu⸗ lation und die Methode ſie auszuüben, von Herrn Dr. Peſſina,(aus den ökonomiſchen Neuigkeiten, Jahrgang 1811 Nr. 47. Die künſtlich durch die Inoculation der eigentli⸗ chen Schafblattermaterie bewirkte Blatterkrankheit, iſt nach den darüber gemachten Erfahrungen ſtets ſo gelind und gutartig, daß ſie von 100 Inoculirten nicht ein Mahl einem Stücke das Leben koſtet. Die natürliche Blatterkrankheit dagegen, wenn ſie auch in der beſten Jahreszeit und ohne alle Bösar⸗ tigkeit unter den Schafen einreißt, läuft ſelten ſo un— ſchädlich ab, daß nicht wenigſtrns 10 vom 100 ihre Opfer werden, welches bey einer großen Heerde von edler Zucht doch immer einen nahmhaften Verluſt ver⸗ urſacht, oft iſt ſie aber ſo todtlich, daß ſie auch die Hälf⸗ f Schafe eckung zihliche nacht! hekannt N t ohne Fnocul einige troffen! han erkranle bey ali vorkow, inoculi ſchwin! ein pam haltenn Dieſe übrigen ganzern Man tung u Natur andern worden ſpaniſce aterſtüct und deh 1 il gemict ockentraut⸗ zvon ergiſ tinotu⸗ hen, von miſchen 1 47. reigentl⸗ antheit, ſt d ſo gelin nict en in, wenn e Böbn⸗ din ſo in 1100 ihte erde von luſt ver adie hff —— 457 te des Viehes und darüber wegraft. Dieſer natürlichen Krankheit wird durch die künſtliche Impfung geſteuert; ſo daß nach ein Mahl uͤberſtandener Inoculation alle Schafe lebenslänglich, von der natürlichen Blatteran⸗ ſteckung befreyt bleiben, und es bald zu einem unver⸗ zeihlichen Fehler der Wirthſchafts⸗Beamten wird ge⸗ macht werden müſſen, wenn ſie mit der Impfung un⸗ bekannt, die natürlichen Blattern einreißen laſſen. Man kann zu jeder Zeit Lämmer, und alte Scha⸗ fe ohne Gefahr inoculiren, die höchſte Zeit aber, wo die Inoculation keinen Aufſchub leidet iſt diejenige, wo ſchon einige Stücke mit natürlichen Blattern behaftet ange⸗ troffen werden, und folglich beweiſen, daß die Blat⸗ terkrankheit im Unzuge ſey, und bald durch die ganze Schäferey einreißen werde. Ohne Zeitverluſt muß man bey allen übrigen der natürlichen Anſteckung dadurch vorkommen, daß man ſie ſämmtlich auf der Stelle inoculirt. Die Operation geht bey einiger übung ſo ge⸗ ſchwind von der Hand, daß ein einziger Menſch, nebſt ein paar Schafknechten, die die Schafe auffangen und halten, in einem Tage 1200— 1500 abfertigen kann. Dieſe kleine Mühe ausgenommen erſpart man ſich alle übrigen Beſchwerlichkeiten und Sorgen, die ſonſt ein ganzer Haufen kranker Schafe zu verurſachen pflegt. Man hat weder Arzneyen, noch einer beſondern War⸗ tung und Führung nöthig, und überläßt ſie ganz der Natur. Die meiſten und faſt alle bekommen dabey keine andern Blattern, als an dem Orte, wo ſie inoculirt worden ſind, die ihnen außer einer kleiner Steifung im 458 Gehen,(wenn ſie nähmlich an dem hintern Schenkel eingeimpft worden ſind) keine andern Ungemächlichkeiten verurſachen. Sie bleiben die ganze Blatterzeit durch bey guter Eßluſt und friſchem Ausſehen, wie zuvor. An Augen, Maul und Naſe; welche bey natürlichen Blattern meiſtens ſo heftig leiden, daß ſie oft blind wer⸗ den, keinen Athem ſchöpfen, noch eine Nahrung zu ſich nehmen können, aus welchem Grunde nicht wenige er— ſticken, und verhungern müſſen, werden ſie gar nicht angegriffen, und wenn ja bey 100 Stücken eines um⸗ kommen ſollte, ſo kann man ſicher annehmen, daß die⸗ ſe eine nicht wegen der Einimpfung, ſondern wegen anderer zufällig eingetroffener Übel umgekommen wäre. Allein dieſe Sicherheit und Abwendung aller Ge⸗ fahr iſt nur dann zu erwarten, wenn, wie ſchon oben geſagt, die Impfung bey jedem Stücke früher vorge⸗ nommen iſt, als die natürliche Anſteckung darauf ge⸗ wirkt hat. Iſt dieſe jener zuvorgekommen, ſo wird auch das Schaf trotz der Impfung natürlich und gefährlich blattern. Darum kann man mit der Inoculation bey allen übrigen Schafen nicht genug eilen, ſobald einige darun⸗ ter natürlich blattern, und ihre Blattern ſchon Materie haben. Dieſe werden ſorgfältig abgeſondert und die Ma⸗ terie aus ihren Blattern zur Inoculation benutzt. Man darf nicht betroffen ſeyn, wenn man die unlängſt auf⸗ gebrochenen Blattern ſteinhart und ohne Materie fin⸗ det, welche gewöhnlich den 10. manchmahl auch den 15. Tag erſt erſcheint. ſrunct da t ſolgende Mat 1 ſtall brin en Koi O dem Ott ꝓp. Mit den ſtochen 1 1 .. Heit tigkeit 1 Schenii 9. 22— 459 dätin 1 a zur Inoculation das erſte Erforderniß eine hin⸗ duhh längliche Menge Materie iſt, ſo muß man die am er⸗ 9 ſten natuͤrlich blatternden Stücke ſorgfältig pflegen, und ti alle Tage nachſehen, ob ihre Blattern ſchon Materie 3. dn geben. 4 Sobald man merkt, daß ſich die Blatterhaut in aug 4 Geſtalt einer Blaſe erhebt, und dieſe Blaſe eine waſſer⸗ A1 ähnliche Flüſſigkeit in ſich enthält, ſo iſt auch der Zeit⸗ zea punct da, mit dieſer Flüſſigkeit alle andere Schafe auf fu folgende Art zu impfen. 1 dunn Man laſſe einen gehörig großen Tiſch zum Schaf⸗ ahmn ſtall bringen. Der Operateur ſtelle ſich bey der Mitte en rin desſelben, und laſſe ſich zur Linken das blatternde Schaf, 4 d woraus man die Materie nimmt, zur Rechten aber das* hon oln Schaf, welches inoculirt werden ſoll, darauf legen, und de t tirhe das erſte vom erſten Knechte, das zweyte aber vom mujg zweyten ſo balten, daß der eine den rücklings liegen⸗ 4 in an den Körper und die Vorderfüße, der zweyte aber nächſt G efäric dem Operateur geſtellt, nur allein die Hinterfüße hält. 6 1 Mit der Impfnadel wird alsdann eine Blatter aufge⸗ te dla ſtochen, und mit der hervorquellenden wäſſerigten Feuch⸗ edunn tigkeit die Spitze der Nadel, die der Operateur in der Marris rechten Hand, jedoch nur mit den Fingerſpitzen hält, die M⸗ ſo befeuchtet, daß ſich auch die Nadelrinne damit ein t. Ma wenig anfüllt. Hernach faßt der Operateur mit der lin⸗ gſt eui V ken Hand den reinen Schenkel des zu impfenden Scha⸗ iie u 4 fes bey dem obern Kniegelenke, ſo daß der Daum nach ich den einwärts zu liegen kommt, und mit demſelben die in⸗ nere Schenkelhaut etwas geſpannt werden kann; indem n E 5 er während dieſer Spannung die Nadelſpitze ganz flach 1 d G V ohne die Haut zu durchſtechen, in der Gegend der Schei⸗ be des Schenkels auf ungefähr eine Linie weit, in die wolleloſe Haut ſticht, und ſodann die Nadel ſo um⸗ dreht, daß die Rinne nach innen gekehrt, und zugleich „ h durch ein gelindes Andrücken, bevor ſie herausgenom⸗ men wird, die enthaltene Blattermaterie in dem Stich 4 zurück gelaſſen werden kann. b 3 Auf gleiche Art wird die Operation bey allen übri⸗ gen vollzogen. Um dabey nicht aufgehalten zu werden, die zu impfenden Schafe leichter zu fangen und geſchwinder 4 zu expediren, müſſen ſie im Voraus eng zuſammen ge⸗ trieben, und eingehürdet, ſo wie die geimpften mit den 1 V V ungeimpften nicht wieder zuſammen gemiſcht werden. w Sollte man wegen Menge der Schafe in einem Tage mit der Inoculation nicht fertig werden können, oder. aber wegen Mangel der Materie daran gehindert ſeyn, 3 ſo bleiben die inoculirten von den nicht inoculirten ge⸗ trennt und werden nicht eher zuſammen gelaſſen, als bis ſie ſämmtlich inoculirt ſind. 1 Der gewöhnliche Lauf der inoculirten Krankheit beſteht darin, daß den 4. Tag an jeder Impfſtelle eine 1 Blatter, als ein kleiner dem Flohbiß ähnlicher rother Ileck erſcheint, welcher ſich bis den 5. und 6. Tag ö mehr und mehr ausbreitet und erhebt, den 8. Tag die Größe eines 6 Kreutzer oder Thaler Stückes erreicht, ſich immer dunkler roth färbt, und erhabener wird, den 10. bis 15. eine wäſſerichte Feuchtigkeit, mit der AR man eben terie ande an der relcher G 30. g d der 9 kann und dn 10.7 Inpſſtel tperzeugt ngeimp res, an d merket w Ulirt, un det g da wieder⸗ lange hel keit für; ten wirt die Ino ganz ſuh der che⸗ iit, in i (l ſo um d zuglech zuögenen⸗ dem Ciic allen üht⸗ n, die n ſchwinde nmen o n mit den werden. em Tage len, oder ert ſeyn, lirten ge ſſen, ab Tranthet elle eine er rother 6. Tah 8. Tap erreict witd, mit der 461 man eben ſo gut, als mit der natürlichen Blatterma⸗ terie andere inoculiren kann, abſetzt, den 16. bis 24. an der Oberfläche austrocknet, und im Grunde eitert, welcher Eiter nicht zur Inoculation taugt, vom 24. bis 30. ganz vertrocknet, und am Grunde ſo zuheilt, daß der ganze trockene Schorf ſich nicht mehr halten kann und weg fallen muß. Den 8. 9. oder ſpäteſtens den 10. Tag müſſen alle inoculirte Schafe an ihren Impfſtellen beſichtigt, und durchgeſehen werden, um überzeugt zu ſeyn, daß alle richtig gefangen und keines ungeimpft davon gekommen ſey. Findet man ein ande⸗ res, an dem auf der Impfſtelle keine Erhabenheit be⸗ merket wird, ſo wird ein ſolches noch ein Mahl in⸗ oculirt, und mit Röthel gezeichnet, damit man es nach 3 oder 9 Tagen wieder unterſuchen kann. Sieht man da wieder nichts, ſo hat dieſes Schaf entweder ſchon von lange her abgeblattert, oder hat ſo wenig Empfänglich⸗ keit für Blattern, daß es ſie niemahls mehr erhal⸗ ten wird. Wenn die Inoculirten Lämmer oder Jährlinge ſind, bekommen ſie faſt nie mehr als die einzigen zwey Impfblattern, alte Schafe aber erhalten auch etliche am Leib und Kopf, doch ohne alle Gefahr. Will man den Verſuch anſtellen, und nach überſtandenen inocu⸗ lirten Blattern einige Stücke noch ein Mahl einoculi⸗ ren, oder dieſelben zu natürlich blatternden Schafen ſtellen; ſo wird man aus dem, daß ſie auf keine Weiſe mehr angeſteckt und krank werden, ſich überzeugen, daß die Inoculation ein vollkommenes, für das ganze Le⸗ „ “ 8 “ 8 “ A 462 ben ſicherndes Verwahrungsmittel vor aller natürlichen und bösartigen Blatterkrankheit ſey. Kach dieſer bevorſtehenden Methode ſind bey der Gräfl. v. Kobenzliſchen Herrſchaft Napagedl in Mähren, in dem Frühjahr 1815 beyläufig 4400 Schafe durch⸗ aus von ganz veredelter ſpaniſcher Abart, gerade zur Zeit, als in einer Schäferey die natürlichen Schafpo⸗ cken ausgebrochen ſind, mit folgendem gutem Erfolg V geimpft worden. 1. Die Impflinge haben die Operation ohne alle Arz⸗ neyen oder beſſeres Futter ohne Verluſt der Eß⸗ luſt, und ohne bemerkbare Schmerzen ſelbſt die jüngſten Lämmer glücklich überſtanden, und von der ganzen Heerde ſind nur drey Stücke zu Grun⸗ de gegangen, die hey der Operation vermuthlich gezwickt, und tiefer geſtochen worden ſind, und deren Impfungsort in Entzündung übergegan⸗ gen iſt. 2. Der größere Theil bekam ordentliche Impfungs⸗ puſteln, doch die wenigſten mit der wäſſerigen Feuchtigkeit, und der zehnte Theil nach zwey und ͤD dreymaliger Impfung gar keine Blattern. Dieſe letztern, ſo wie einige auch von den erſtern wur⸗ VW den nach überſtandener Impfung 3. Mit natürlichen Blattern zuſammengeſtellt, auch 1 mit natürlichem Blattergift neuerlich geimpft: ö aber ſie wurden weder angeſteckt, noch bekamen ſie natürliche Impfungspuſteln. — 4. Dab angeſt geimy Freud 6. bis nur m Schen ftey b⸗ Krank 5. Venn klareri oder 9 tnatürlihe ſnd wy lin Mära, Schafe duh⸗ „gerade ja hen Scin utem Eri hne alll luſt derG en ſilhſt ü en, und bon ke zu Gen⸗ vermuthlch n ſind, und übergegar⸗ „Inyfung t wiſſerien ih zwey und ttern. Diß erſtern wu⸗ eſtelt,uc h geinſt: h betann 7. Güterbeſitzer, welche ihre Schäfereyen in Gebir⸗ 463 4. Da viele bereits von dem natürlichen Pockengift angeſteckt waren, aber dennoch ohne Unterſchied geimpft wurden, ſo hatte man die überzeugende Freude, daß Schafe, die nach der Impfung den 6. bis 12. Tag natürlich blatterten, die Blattern nur meiſtens am Unterleib und an den nackten Schenkeltheilen bekamen, die Köpfe größten Theils frey behielten, und ſomit auch dieſe natürliche Krankheit leicht und ohne Gefahr überſtanden haben. 5. Wenn auch die wenigſten Schafe ordentliche mit klarer wäſſerigter Feuchtigkeit angefüllte Blaſen oder Puſteln bekommen, ſo darf man doch um die Impfungsmaterie nicht beſorgt ſeyn; ſondern nur Schafe wählen, deren Puſteln vom 9. bis 10. Tage hochroth erhoben ſich zeigen, das obere Häut⸗ chen ablöſen, und dann mit der blutigen, jedoch klaren nicht eiternden Feuchtigkeit fortimpfen. Der Erfolg beweißt die beſte Wirkung. 6. Aus dieſen praktiſchen Beobachtungen iſt der faſt zuverläßige Schluß zu machen, daß man Schaf⸗ heerden, die vor der Anſteckung nicht geſichert wer⸗ den können, durch die Impfung vor der Schafpo⸗ ckenkrankheit verwahren könne, beſonders wenn die nachfolgende Generation alljährlich fortgeimpft wer⸗ den konnte. Dieſes wird die Folgezeit lehren, ob das Schafpockengift wenigſtens auf 1 Jahr lang ſich wirkſam aufbewahren laſſe. Doch iſt gen, entfernt von Landſtraßen und gewöhnlichen Viehtrieben auch keine Gemeinſchaft mit fremden oder unterthänigem Vieh haben, die Pockenim⸗ pfung nicht geradezu anzurathen. Denn warum ſollten ſie eine künſtliche Krankheit einheimiſch ma⸗ chen, die ſie vielmehr ſeit undenklichen Zeiten nicht kennen? Wo aber die Gemeinſchaft nicht zu ver— meiden iſt, wo tauſende aus andern Ländern viel⸗ leicht ſchon angeſteckt durchgetrieben werden, da iſt natürlich das geringere Übel dem größern vor⸗ zuziehen. Eine neue in den gräfl. Carl Eſterhazyſchen Schä⸗ fereyen zu Aes in Ungarn gemachte, und darin beſte⸗ hende Erfahrung, daß man mit dem aus einer reifen Blatter, wenn ſie mit der Nadel an mehreren Puncten aufgeſtochen wird, hervorquellenden Blute, eben ſo gut, wie mit der durchſichtigen, und wäſſerig weißen Materie impfen könne, wird hoffentlich auch die Ver⸗ legenheit des Herrn Verwalters, ſo wie mir es geſchehen iſt, beſeitigen. Den Werth dieſer neuen Entdeckung wird der Herr Verwalter, ſo wie ich um ſo mehr zu ſchä⸗ tzen und zu benutzen wiſſen, weil er, ſo wie ich es eben⸗ falls mehrmahl gethan, über die Langwierigkeit mit welcher ſich die wäſſerige, und vorher für einzig gut und wirkſam gehaltene Pockenmaterie erzeugt, ja oft gar nicht erzeugt, und über die indeſſen dabey mögliche allgemeine natürliche Anſteckung, lebhafte aber gerechte Klage führt. Es gereicht mir zum beſondern Vergnü⸗ gen, auch dieſe Schwierigkeit gehoben zu haben. Eine AAN tade; wöhnl ſchehe der J viel W inocul wükkt haih angeſ krante Voch tt, ternd Blat ein g alle ceeng det bejal geho ich, gefan ewöhnühe nit funa— Pockenn. denn waum heimiſtme Zeiten nit iih zu be tzräßern A ber⸗ griner reifn 2 an Puncten V a, eben ſt V 1 drig wäſn 2) di Ver ers geſcen Käntdetknn ehr zuſbi. michbeben⸗ Kiigkit ni nzig gt at, i ſt 99 mäglih 3 ot ge ereche 4 nu⸗ — Vergnü- en. Ein 465 reife Pocke, das iſt eine ſolche, dir bereits ihre hochrothe Farbe, auf der Oberfläche zu verlieren anfängt, und blaß wird, ein Zeichen, daß ſie entweder die wäſſerige Materie abzuſondern, oder ohne dieſe Abſonderung ge⸗ rade zu auszutrocknen im Begriff iſt, und welches ge⸗ wöhnlich den 10.— 12. Tag nach dem Ausbruch zu ge⸗ ſchehen pflegt, gibt, wenn ſie, wie ſchon geſagt, mit der Impfnadel nur ſeicht und leicht geſtochen wird, ſo viel Blut, daß man aus einer Blatter bis 100 Stücke inoculiren kann, welches eben ſo gewiß wie die Materie wirkt. Auf dieſe Art habe ich bey Herrn Grafen Eſter⸗ hazy 1000 Stück eingeimpft, von welchen nur 27 un⸗ angeſteckt geblieben ſind. Daß die natürliche Blatter⸗ krankheit bey einem und dem nähmlichen Stücke 10 Wochen lang dauern könne, habe ich niemals beobach⸗ tet, obwohl ich ſchon bey vielen tauſend natürlich blat⸗ ternden Schafen gegenwärtig war, wohl aber, daß die Blatterkrankheit in einer Schäferey auch ein halbes, ja ein ganzes Jahr dauern könne, wenn nähmlich nicht alle oder die meiſten Stücke zugleich; ſondern nur ein⸗ zelne in langen Zwiſchenzeiten damit ergriffen werden. Endlich die Antwort auf die Frage: ob das Po⸗ ckengift längere Zeit wirkſam aufbewahrt, und verſen⸗ det werden könne? fällt nach meinen Verſuchen ganz bejahend aus: indem ich ſelbſt mit einer aus Ungarn gehohlten Materie in Oſterreich inoculire, indeß kann ich, da überhaupt das ganze Geſchäft erſt beynahe an⸗ gefangen hat, noch nichts beſtimmen, wie lange und G 9 — —. ““ A en 4 n, 1. —₰ 6 — —, An ⸗ Se “ 6 — Z——— · Z——-“ 5— .. — ů—,— ——y 466 ob Jahre lang aufbewahrt, ſie ihre Wirkſamkeik bey⸗ behalte. §. 617. Milchknoten, Euterverhärtungen, Spinne. Manche Schafe bekommen nach dem Abſpänen der Lämmer Euterverhärtungen, beſonders wenn ſie auf ein Mahl und nicht nach und nach abgeſpänt wer⸗ den. Der Zufluß der Milch iſt noch zu ſtark und erzeugt Säure. Auch durch Unreinigkeit des Schafſtalles und einer harten Lagerſtätte in den Horden, ſo wie haupt⸗ ſächlich durch das heftige Stoßen der Lämmer bey dem Säugen wird dieſes Übel verurſacht, und kann daher durch ein reinliches Lager oft vorgebeugt werden. Im erſtern Fall iſt leicht dadurch vorzubeugen, daß der Schäfer nach dem Abſpänen der Lämmer die Euter der vorzüglich milchreichen Mütter öfters unter⸗ ſucht, und ſolche, im Falle die Milch ſich zu ſehr an⸗ häuft gelinde ausmelkt oder durch die ſchwächſten Läm⸗ mer ausſaugen läßt. Iſt eine Säure vorhanden, ſo wird ein Einguß von Kalch⸗ oder Kreidenwaſſer gute Dienſte leiſten. Bey einer ſchon vorhandenen Geſchwulſt, muß man daß Euter täglich zwey bis drey Mahl, mit einer Kampferſalbe, oder mit der gewöhnlichen flüchtigen Sal⸗ be um ſelbe zu zertheilen, einreiben; hat ſich aber ſchon Eiter erzeugt, ſo muß der Ort, wo ſelber befindlich, zu⸗ erſt mit dem Finger genau ſondirt und dann mit einem ſcharfen Meſſer aufgeſchnitten und davon gereiniget wer⸗ den, worauf die Wunde mit einer Miſchung von Ter⸗ pentin und Eygelb zu gleichen Theilen vermiſcht, oder . 8 1 leichn oft wenſ dieEn wien pinne Mbſpäͤnen Iwenn ſe Länt wa⸗ derzeun alles und twyeugen, 3 ner die aß unter⸗ z dhr an⸗ ün käm⸗ 3 ſo vicd n dienſt 1i, muh Wit eine en Gll er ſchon Fich, zu t eien a s ſet vel⸗ an Ter⸗ tt, odel 467 der bekannten Bleyweißſalbe verbunden wird. Sobald aber der Brand bemerkt wird, muß man den angegan⸗ genen Theil bis auf das geſunde Fleiſch wegſchneiden und ein Pflaſter von Stiraxſalbe darauf legen. Bey Entſtehung dieſes Übels iſt die alleinige Ein⸗ reibung des erwärmten Leinöhls hinreichend dieſe Krank⸗ heit zu heben, und allen übeln Folgen vorzubeugen. Fußkrankheiten des Schafviehes. §. 618. Das Hinken der Schafe kann aus mehreren leicht zu hebenden Urſachen entſtehen, ſo veranlaßt dieß oft eine durch eine Reiſe entſtandene Ermüdung, oder, wenn im Sommer in ſtarkem Boden die Erde durch die Sonnenhitze ſehr erhärtet iſt, und hebt ſich von ſelbſt wiederum, ſobald die Urſache davon beſeitiget iſt. Rührt das Hinken von einem in die Klaue gekom⸗ menen fremdartigen Körper, als Splittern, Stoppeln, Steinchen oder Erde; ſo nimmt man dieſe heraus, und iſt der Fuß verwundet, ſo reibe man ihn mit Terpen⸗ tineſſenz ein. Oft wächſt die Klaue unregelmäßig, biegt ſich vorne um, und beſchwert das Thier dadurch im Gehen. Die⸗ ſem kann dadurch abgeholfen werden, daß man den un⸗ regelmäßigen Theil der Klaue mit einem ſcharfen Meſ⸗ ſer abnimmt. Bey ſtarken Verenkungen und Lähmungen, wer⸗ den die kranken Theile des Koͤrpers mit erwärmtem Lein⸗ G 9 2 468 öhl fleißig eingerieben, und bey hartnäckigen Übeln ein Haarſeil angewendet. §. 619. Der Haarwurm. Dieß iſt eine ſehr gemeine Krankheit in hieſiger Gegend, welche ihr Entſtehen von einem Wurme hat, der ſich zwiſchen der Spalte der Klaue an ihrer Wurzel einfrißt; der Fuß ſchwillt da⸗ durch an, und das Thier hinkt ſo ſtark, daß es endlich nicht auftreten kann. Dieſes Übel wird dadurch geheilet, daß man den kranken Fuß bey den beyden Klauen faßt, und dieſe an einander reibt, wodurch der Wurm aus ſeinem Aufenthaltsort heraus flüchtet. Nur muß man vorſichtig umgehen, daß man den ganzen Wurm her— ausbringt; denn wenn etwas davon zurückbleibt, ſo re⸗ producirt er ſich von neuem, und das übel hört nicht auf; hat man ihn aber ganz erhalten; ſo iſt das Thier in einigen Tagen geſund. §. 620. Die Klauengeſchwulſt iſt vorhanden, ſobald ſich Geſchwülſte an der Krone und dicht über den Klauen einfinden. Man wende dagegen einen Umſchlag von Kleyen oder Mehl mit Bleywaſſer, oder Lehm mit Eſſig Findet man die Geſchwulſt in Verbindung mit Wanden ſo bediene man ſich eines Sauerteiges zum Umſchlag, bis die Geſchwulſt geſunken iſt, reinige die Wunde und waſche ſie mit Kupfervitriolwaſſer oder ſcharfem Salzwaſſer aus. terwe het e zu ver Huf m 4 dd w muß! iſt es Huf, geſchn Pnr Terbe mite lang 9 ftaß der K Ubeln en gemene ehen der palte de willt de I. endlch gheltt Ken fͤßt uum auh A uß man Him her 9, ſo ke⸗ Ät nicht 8 Thier 1G ſobal SKlauen gag ven wiit ſſi ai mit 1 zum ihe die err oder 43 469 §. 621. Von den Hufgeſchwüren. Manchmahl ſchwürt der Huf ganz ab, und der Fuß iſt dann mit einem Geſchwür behaftet, welches die Ferſe und die fleiſchigten Theile der Klaue umgibt. Man öffne dieſe und waſche die Geſchwüre mit obigem Kupfer⸗Vitriolwaſſer fleißig aus. Hat das Ge⸗ ſchwür ſeinen Sitz unter dem Horn der Klaue; ſo löst man an dem Orte, wo es befindlich iſt, das Horn ſplit⸗ terweiße mit einem ſcharfen Federmeſſer ab, und ma⸗ chet eine Offnung in den Huf, um dem Eiter Abfluß zu verſchaffen. Iſt dieſes geſchehen, ſo reinigt man den Huf mit Salzwaſſer recht tüchtig aus, und ſtrenet ein Pulver von blauem Vitriol darüber hin. Greift das Üübel aus was immer für einer Urſache weiter um ſich, ſo muß man von neuem dieſe Operation machen, ja oft iſt es nothwendig, einen Theil oder gar den ganzen Huf, wegzunehmen, indem alle brandigen Theile aus⸗ geſchnitten, ja zuweilen der Knochen rein geſchabt oder gebrennt werden muß. Iſt der Knochen nicht angegriffen; ſo muß ein Verband von gleichen Theilen Terpentin und Eigelb mit etwas Branntwein und Kampfer täglich bis zur Hei⸗ lung eingeſchlagen werden. So lange noch Eiter ausſchwitzt, iſt die Heilung nicht vollſtändig und es zeigt dieß gewöhnlich Knochen⸗ fraß an. Um das dann durchaus nöthige Ausſplittern der Knochen zu bewirken, muß man Aloe⸗Tinctur in 1nne e— 4790. die Wunde einſpritzen. Nach der Heilung müſſen ſolche Thiere eine Zeitlang vor allem gehütet werden, was nur auf ihre Füße beleidigend einzuwirken vermag. Die meiſten dieſer Krankheiten rühren von Unreinigkeit der Ställe her, und es kann daher durch fleißiges Ein⸗ ſtreuen nicht nur meiſtens dieſen, ſondern noch vielen andern Krankheiten, vorgebeugt werden. §. 622. Beinbrüche. Es iſt nichts ſeltenes, daß die Schafe durch Sprün⸗ ge, oder andere Urſachen ein Bein brechen. Dieſes rich⸗ tet der Schäfer unverzüglich ſorgfältig ein, und bewirkt durch die angebrachten Schienen, daß es nicht wieder ausbrechen kann. Dann bedient man ſich eines mit Eſſig angemach⸗ ten Lehms, beſſer aber Kampfer in Branntwein auf⸗ gelöst, den Fuß damit anzuſtreichen, die Geſchwulſt des Fußes zu verhüten und die Hitze in den beſchädigten Theilen zu mindern. Dieſes wiederhohlt man täglich, ſo lange als nö— thig iſt, aber immer mit größter Vorſicht, damit der kranke Fuß nicht darunter leide, und man wird durch den allmähligen Gebrauch, den das Thier von ſeinem Fuße wieder nach und nach macht, ſich von dem guten Fortgang der Cur unterrichten können. In einem Mo⸗ nath, oder 5 Wochen, wenn das Thier den Fuß wie⸗ der gut gebrauchen kann, wird der Verband ſammt Schienen herabgenommen und die Cur iſt vollendet. Es bedatf Zeit! einem aus d in dier ſtarken und ch b rührt luft! Kami V bring wirb üſſen ſal Iden, uch eumag. de Anreinigkit iges Cin anoch vieln 2 Sprin⸗ wieſes tih⸗ ad bewirkt it wieder gemac⸗ arein auf⸗ geeſchwulſt fhädigten um guten em Mo⸗ szuß rie 2e ſamme aendet. 69 — ᷣ‿— 471 bedarf nun weiter nichts mehr, als dasſelbe noch eine Zeit lang mit dem Gehen ſo viel wie möglich zu ſchonen. . 625. Das Lahmen der Lämmer rührt oft von einem ſtarken Zugwind oder Erkältung her, wenn ſie aus der Wärme des Stalles auf einmahl im Freyen, in die Kälte kommen, und wird durch das Einreiben von ſtarkem Lagerbranntwein, worin etwas Seife aufgelöst und erwärmt worden iſt, leicht gehoben. §. 624. Die Steifheit, welche von Verkältung her⸗ rührt, wird durch Warmhalten, Vermeidung der Zug⸗ luft und Einreiben mit Branntwein und Seife, oder Kampfer beſeitigt. Auch warm eingeriebenes Leinöhl, bringt dieſe Wirkung hervor. Aber es gibt noch eine andere Art Steifheit, die mir bisher noch unbekannt war, und die ich verfloſſenen Sommer an drey Schafen zu beobachten Gelegenheit hatte. Das Daſeyn dieſer Krankheit bemerkt man zuerſt an dem ſteifen Gange des Thiers, wobey es aber noch auf der Weide mitgeht und mit dem beſten Appetit frißt. In dieſem Zuſtande geben ſie bey einem Aderlaß ſchon kein Blut mehr von ſich. Den Tag darauf iſt es ſchon ſo ſteif, das es kein Kniegelenk mehr bewegen kann, jedoch frißt und ſauft es zuweilen noch mit Appetit. Wenn man das kranke Thier an den Futterbahren hinſtellt, ſo fällt es um, und ſtreckt die Beine unbeweglich von ſich. Dieſe erlangen eine ſolche Steifheit, daß ſie eher bre⸗ chen würden, ehe es möglich wäre, ſie im minde⸗ 4. 5 I I 7 8 4 4 I 1 L 1 ö 4 4 3 7 1 4* 4 4 . „ R . OE 8 * 1 * 1 4 7 . 8 8 4 3 3 1 4 1 4 — . 1 472 ſten zu biegen. Zugleich theilt ſich dieſe Steifheit dem ganzen Körper mit. Das Vieh frißt im Liegen ſo lan⸗ ge, bis die Steifheit ſich auch dem Kinnbacken dergeſtalt mitgetheilt hat, daß man mit der größten Anſtrengung nicht vermag den Mund zu öffnen; der Magen ver⸗ richtet bisher immer ſeine Functionen, das Thier hat Offnung und durch Eingüſſe von Mehltrank, welchen man zwiſchen den Zähnen mit einem Löffel durchzubrin⸗ gen ſuchen muß, kann man dieſe Thiere zu 8 Tage er⸗ halten, während welcher Zeit die Steifheit immer zu⸗ nimmt. Alle angewandte Mittel als Aderläſſe, Schweiß⸗ bäder bis zum höchſten Grad, ſtärkende— erweichende Klyſtiere, Einreibungen mit Kampfer und mit Seife die in warmen ſehr ſtarken Lagerbranntwein aufgelöst wurden, Frottirungen, Laxanzen, erweichende Tropf und andere Bäder haben dieſe drey Thiere nicht zu ret⸗ ten vermocht, und ſie ſind den 3.— g. Tag geſtorben. Bey Eröffnung derſelben konnte man nichts ent⸗ decken. Noch iſt mir eine andere Art Fußkrankheit bey einem Lamme vorgekommen. Dieſes bekam geſchwollene Füße, ich ließ ihm daher dieſelbe mit Eſſig und Lehm anſtreichen und es über Nacht warm im Stalle halten; worauf ſich dieſe Krankheit plötzlich gehoben hat. Tags darauf war die Wolle desſelben über den ganzen Kör⸗ per in kleinen Parthien feſt zuſammengeklebt, bey de⸗ ren Auseinanderzupfen ein weißer Stoff, wie von ge⸗ trocknetem Eiter zum Vorſchein kam, welcher wahrſchein⸗ lich ein dieſer Tägen blieben trocken immer verliere gewöhn G außern dieſen ches ni 1 ge von mit di tel wi zu geh kältun nig B ge ſie letzter wegun Eſſig einem betreu Ffeit den in ſo la⸗ Dergeſtat Iirengun Lgen ber⸗ dhiet hat dn welchen czubrin⸗ 41 age el⸗ ner zu⸗ hweiß⸗ en cende att Seife id he elöst aané topf cha ret⸗ m nben. aa ent⸗ It boy Plene r alehm Slten; 8 Ta 13 Kär⸗ de⸗ Ige⸗ 8 jein⸗ —yͤ—— 1 473 lich ein getrockneter, ſehr heftiger Schweiß war. Viele dieſer kleinen Knötchen ſielen dem Lamm nach einigen Tägen aus und es wurde von Stund an beſſer. Andere blieben, und es bildeten ſich eine eigene Gattung von trockenen Geſchwüren daraus, womit das Schaf noch immer behaftet iſt, und die es wahrſcheinlich auch nie verlieren wird. Es fraß während dieſer ganzen Zeit wie gewöhnlich mit dem beſten Appetit. Ich vermuthe daß ſich die Fuß⸗Krankheit auf die äußern Theile geworfen hat. Das Thier iſt ſo ſehr mit dieſen trockenen Geſchwüren überladen, daß man ſol⸗ ches nicht ſcheren kann. §. 625. Von den geſchwollenen Füßen der Lämmer. Rühren dieſe von Waſſerſucht her, als eine Fol⸗ ge von ſchlechtem, verſchlemmtem ungeſunden Heu, wo⸗ mit die Mütter gefüttert werden; ſo ſind bittere Mit⸗ tel wie bey der Egelkrankheit, bereits beſchrieben iſt, zu gebrauchen. Rühret die Geſchwulſt aber von Ver⸗ kältung, von ſtarker Anſtrengung, oder von zu we⸗ nig Bewegung her; ſo halte man dieſelbe warm, ſtren⸗ ge ſie nicht durch vieles Gehen an, oder laſſe ihnen im letztern Fall mehr Raum im Stall, damit ſie ſich Be⸗ wegung machen können, und beſtreiche die Füße mit Eſſig und Lehm; während man dieſe Thiere zugleich mit einem trockenen geſunden Lager und kräftiger Nahrung betreuet. ℳ 1 S e, a e e 474 §. 626. Vom Zungenkreps, Teigmehl. Dieſe Krankheit iſt epizootiſch, jedoch hat man keine Anſteckung zu befürchten, obgleich mehrere Läm⸗ mer zugleich damit befallen werden. Der Zungenkreps der Lämmer zeigt ſich an der Zunge und um die Lippen herum durch einen blatter⸗ ähnlichen Ausſchlag, der den ganzen inwendigen Theil des Mauls und der Lippen bedeckt, und ſie ſehr quält. Wird dieſes vernachläſſiget, ſo entſtehen um ſich freſ⸗ ſende Geſchwüre mit einem weißen Rande. Die Lämmer ſaufen bey ſo bewandten Umſtänden nicht, und würden vor Hunger ſterben müſſen, wenn man ihnen nicht von der Muttermilch einmelkte. Die Reinigung des Maules mit einer ſtarken Salzlacke, und eine Salbe aus Schießpulver und Leinöhl öfters ge⸗ braucht, ſind hinreichend dieſes übel zu heben. §. 627. Vom Kropf. Feuchte niedrige Weiden, die zugleich mosartig ſind, vrrurſachen den Schafen Kröpfe, Leberegeln, die Waſſerſucht und andere Übel. Solche Schafe werfen kranke Lämmer, die durch die geringſte fehlerhafte Be⸗ handlung, die Krankheit der Altern bekommen. Abkochung von bittern Kräutern, als Wermuth, Enzian, Kalmus, Roßkaſtanien, Wachholderbeeren, pflegt man, nebſt trockenen Weiden den Schafen zu geben, und derley Kräuter nebſt Knoblauch mit Salz zu füttern. Der Kopf legt ſich in der Größe eines Hün⸗ net⸗Ej hält Le komme ret, d ke dar t terwot auch Kötpe man aus, dere i 8 von ſ auszu ſo w oder zu er hin; verte in di wird bey d men. auch erſetz seen Thel Ahr zuilt. ſich fui⸗ iſtänden dh, wenn rnte. Die leee, und nes ge⸗ 24 Puntig aln, di G werin Sſt S * * rnut, o beu⸗ 8 afen l H it Eii 1 e hin 475 ner-Eyes unter dem Halſe an; ſeine Geſchwulſt ent⸗ hält Luft und Waſſer, und er vergeht, um wieder zu kommen. Mau ſteche die Geſchwulſt, ſobald man ſpü⸗ ret, daß ſie mit Waſſer angefüllt iſt, auf, und dru⸗ cke dasſelbe aus. §. 628. Augenkrankheit. Die Schafe ſind öfters auch Augenkrankheiten un⸗ terworfen, welche theils von innerlichen Urſachen oder auch von einem in das Auge gekommenen fremdartigen Koͤrper, herkommen können. Iſt ein oder beyde Augen entzunden, ſo waſche man ſie gelind mit friſchem Waſſer oder lauer Milch aus, um ſolche zu kühlen, oder wenn Staub oder an⸗ dere in das Aug gefallene Unreinigkeit die Urſache da⸗ von ſind, trachte man ſolche durch das Ausreinigen her⸗ auszubringen. Wird durch dieſes Mittel das übel nicht gehoben, ſo werden in die Ohren, Pfriemen von Juchtenleder oder von Wolle, eingezogen, um künſtliche Geſchwüre zu erzeugen, und die ſcharfen Säfte von den Augen da⸗ hin zu leiten. Dieſes in Verbindung mit fein gepul— vertem weißen Zucker gebraucht, welcher den Schafen in die kranken Augen mittelſt eines Federkiels geblaſen wird, vertreibet die weißen Felle, welche die Schafe bey dieſen Gelegenheiten öfters über die Augen bekom⸗ men. Gebranntes und ſehr fein gepulvertes Salz kann auch mit entſprechendem Effeet die Stelle des Zuckers erſetzen. 476 §. 629. Von den Maden. Dieſe rühren von einer Fliege her, welche ihre Eyer in die Mutterſcheide der Schafe oder auf jeden andern wunden Theil hinlegen, wodurch ſich die Maden erzeu⸗ gen, nach und nach größer werden, und ſich je länger je tiefer in das Fleiſch einfreſſen. Man verwahrt dage⸗ gen das Vieh, wenn man im Sommer jede auch die kleinſte und unbedeutendſte Wunde mit Wagenſchmier, Terpentin oder Steinöhl beſtreicht, deſſen Geruch den Fliegen zuwider iſt. Haben ſich Maden erzeugt, ſo muß man ſelbe ſorgfältig mit einem kleinen Holze aus der Wunde her⸗ ausſchaffen, welche dann mit einem von obenbenanntem Ohl eingeſchmiert wird. Fein gepulvertes Bleyweiß in die Wunde geſtreut, vertreibt ebenfalls die Maden. §. 630. Von der Schafzecke. Die Zecke(acarus ricinus) iſt in denjenigen Ge⸗ genden, wo die Schafe in Laubholzwaldungen zur Wei⸗ de getrieben werden müſſen, wo ſie ſich ihnen anhängt, ſehr gemein. Während ſich dieſes Ungeziefer feſt mit ſei⸗ nen zackichten Füßen in die Haut der Schafe anhängt, und durch ſeinen Blutdurſt dieſe Thiere ſehr quälet, ſo zwar, daß, wenn ſie ſtark damit befallen ſind, ſelbe weder bey Tag noch Nacht Ruhe genießen können, ſo nehmen die Gchafe weder an Fleiſch noch Wolle zu, ſon— dern magern zuletzt ganz ab. In dieſem Falle iſt das rathſat Schafe ſich all b b ſchiede maget henuäl ſchwei ſud ve baume ſchen! hter mit zu Körpe augen Schaf men, tritt. ſich, hufe, war, Umſe dihre Gher *randen In erfeu⸗ de länget ditt dage⸗ Cuuch die ſchmir, Duch den d ſelbe Nde her⸗ Aaintem aireut, : Ge⸗ Wi⸗ ngt, aitſi⸗ 3 ängt, 477 rathſamſte, die Schur vorzunehmen, denn nachdem die Schafe geſchoren worden ſind, verlieren ſich augenblick⸗ lich alle Zecken. §. 631. Von den Schaf lläuſen. Die Läuſe(Paticulus ovis) halten ſich an ver⸗ ſchiedenen Orten des Körpers auf, und verurſachen Ab⸗ magerung, wenn ſie häufig ſind, wobey die Thiere ſehr gequält werden. Man vertreibt ſie durch Salben von ſchweinenem Schmalz und Queckſilber, durch einen Ab⸗ ſud von Tobak oder auch von den Blättern des Segen⸗ baums(juniperus sabina) womit die Schafe gewa⸗ ſchen werden müſſen. Will man dieſes Ungeziefer mit der Queckſilber⸗ ſalbe vertreiben, ſo pflegt man nur eine Schnur da⸗ mit zu beſtreichen, und ſolche um einige Theile des Körpers ziemlich feſt, zu binden, worauf ſich dieſe Läuſe augenblicklich verlieren. §. 632. Von dem Fürfall. Den Fürfall nennen die Schäfer, wenn einem Schafe entweder durch Schwäche, oder bey dem Lam— men, die Gebährmutter durch die Geburtstheile aus⸗ tritt. Dieſe muß unverzüglich, langſam, mit aller Vor⸗ ſicht, wieder hineingeſchafft werden, zu welchem Be⸗ hufe, wenn man nicht gleich anfänglich gegenwärtig war, es oft nothwendig wird, mit einem laulichten Umſchlag, von Wein, worin Heublumen und bittere 478 Kräuter gekocht wurden, den Fürfall zu erweichen, oder auch ſtatt dieſem erwärmtes Leinöhl zu gebrauchen, und ihn dann mit Behutſamkeit in ſeine natürliche Lage zu bringen. Oft tritt der Fall ein, daß der Fürfall gleich wieder hervortritt, in dieſem Falle heftet man dem Schaf die Geburts⸗ Lefzen ſolchergeſtalt leicht zuſammen, daß ſie ſich nicht ſo weit eröffnen können, um der Ge⸗ bährmutter den Austritt zu geſtatten, aber bey dem Uriniren keine Hinderniſſe machen. Da dieſes Übel von einer abſoluten Schwäche her⸗ rührt, ſo fahre man fort dem Schafe ſo lange Umſchlä⸗ ge von warmem Wein, worin bittere Kräuter geſotten worden ſind, zu geben, bis ſich die Gebährmutter ganz hineingezogen hat. §. 633. Vom Ausſatze oder Grinde. Dieſe Krankheit iſt als eine wahrſcheinliche Folge von naſſer ungeſunder Weide, und verſchlemmter Win⸗ terfütterung zu betrachten, und wird auch innerlich wie die Egelkrankheit behandelt, äußerlich waſcht man die Haut mit ſtarker Aſchenlauge, Salzlacke, oder wenn es hartnäckig iſt mit Queckſilberſalbe. Sie iſt durch die Abſetzung einer ſcharfen Materie an dem Wiederrüſt, an den Schultern, und am Kreutze zu erkennen, die Ju—⸗ cken, Wunden in der Haut und Wolleverluſt verurſacht. §. 634. Von dem äußerlichen Mundausſchlag der Lämmer. Die Lämmer bekommen oft einen grindartigen Ausſchlag am Maul, welcher daher rühret, wenn ſich Wein Obrn wennn Einei Scham men,n gefütn ren li theilin ichen, ode uchen, un de Lage u „ 6 ffall gech dman den Luſemmen, a der Ge⸗ 3 bey dem Sriächeher⸗ AeUmſchli⸗ ru geſotten rerter gan 4ʃ Aune Falge nerer Win⸗ rrlich wie enun die 1e vem pucc di S iriſt a urdie Je uſitt lag artia an ſſh A 479 dieſelben an den im Heue befindlichen Diſteln oder ſon⸗ ſtigen harten ſpitzigen Körpern ſtechen, wozu ſich oft eine Schärfe des Bluts wirft. Dieſer Ausſchlag iſt nicht mit dem ſchon beſchriebenen Zungenkreps zu vermengen, und wird durch das Einſchmieren von etwas ungeſalze⸗ ner Butter, Schmalz, Milchrahm oder einer Salbe von gereinigtem Salpeter und Leinöhl, bald gehoben. §. 635. Vom Aufſchwellen des Kopfes. Wenn die Schafe auf die Haiden⸗Stoppeln zur Weide getrieben werden, ſo ſchwillt ihnen Kopf und Ohren an, dieſes vergeht in einigen Tagen wieder, wenn man ſie nicht wiederhohlt auf ſolche Weide treibt. Eine ähnliche Wirkung äußert ſich gewöhnlich bey den Schafen im Frühjahr, ſobald ſie auf die Weide kom⸗ men, wenn ſie im Winter einige Zeit mit Heidenſtroh gefüttert worden ſind. Die Geſchwulſt an Kopf und Oh⸗ ren legt ſich auch hier nach einigen Tägen, ohne nach⸗ theilige Folgen zu hinterlaſſen. §. 636. Von den Eiterſäcken. Erzeugt ſich bey irgend einem Schaf ein Geſchwür⸗ ſo ſchmiert man ſolches mit erwärmten Leinöhl ein, läßt ſolches zeitigen, öffnet es mit einem ſcharfen Biſturie, waſcht die Wunde mit warmen Wein oder Salzwaſſer gehörig aus, und ſchützet ſie mit einer Salbe von Ter⸗ pentin, Eygelb und Branntwein. 480 §. 637. Von Verblutungen. Ofters werden Verblutungen, wenn z. B. die Widder ſich ein Horn abſtoßen, oder durch andere Ur⸗ ſachen, veranlaßt. Vor allen Dingen lege man Feuer⸗ ſchwamm auf die Wunde, oder man löſe weißen Vi⸗ triol im Waſſer auf, tauche eine Leinwand hinein, und verbinde damit die wunde Stelle. Statt der Leinwand kann man noch beſſer Charpie anwenden. Iſt die Ver⸗ blutung ſtark geweſen, und ſind die Thiere dadurch ge— ſchwächt, ſo gebe man ihnen Gerſtenſchrot unter das Waſſer, und verſehe ſie mit kräftigem Futter; um die entgangenen Kräfte dadurch wieder zu erſetzen. Man muß bey Zufällen von dieſer Art beſorgt ſeyn, daß man durch zweckmäßige Vorbeugungsmittel die Fliegen, und Ent⸗ ſtehung der Maden, abhält, nähmlich durch Wagen⸗ ſchmier, Kienöhl oder Steinöhl. §. 638. Von den Klyſtieren. Es ereignen ſich oft Fälle, daß man Schafe von dem augenblicklichen Tode, durch ein Klyſtier retten kann.— Es treten Umſtände ein, wo ihnen erweichen⸗ de oder ſtärkende Klyſtiere gegeben werden müſſen. Die erweichenden beſtehen aus einem Decoct von weitzenen Kleyen, etwas Salz mit einem kleinen Löffel voll Lein⸗ öhl, bey hartnäckigen Verſtopfungen muß man zuwei⸗ len ſeine Zuflucht zu Klyſtieren von purem Seifenwaſſer mit etwas Ohl nehmen. Die ſtärkenden werden aber aus Decocten von bit⸗ Be hey ſolche heit von will, wo B. bey urſacht: terung d vird. V da darren 1 der Hau wird,) nan te mehrt! D und wi ne Erb helegt! hewerkf he, rei 4 S.M dere l. V 2 deun t ßen W. d ein, un teinwand Di Va⸗ * urch ge A ter da 2 um di 1 an muß uin durch 1 ad Ent⸗ i H Lagen⸗ Dife von d ettn 1 eihen⸗ emwen⸗de rreitenen 1eNleein ur zuni⸗ a awaſſe 48 1 tern Kräutern, z. B. Kamillen, Wermuth, ECyergelb ꝛc. gemacht. Erſtere werden in Fällen angewendet, um dem Schaf Offnung zu verſchaffen, letztere die Einge⸗ weide zu ſtärken, ja oft das ſtarke Abweichen zu ſtillen. §. 639. Von Haarſeilen oder Fontanellen. Beyde bewirken künſtliche Geſchwüre und werden bey ſolchen Gelegenheiten applizirt, wenn man eine Krank⸗ heit von einem Orte ableiten, und an den Ort ziehen will, wo dieſe angewendet werden, ſo wendet man z. B. bey Augenkrankheiten, ein Haarſeil im Ohr an, ver⸗ urſacht dadurch Geſchwüre, wodurch dem Auge Erleich⸗ terung durch die Ableitung der ſcharfen Säfte verſchafft wird.— Das Haarſeil beſteht in einem von Leder, Roß⸗ haaren oder Wolle gemachten Seile, welches zwiſchen der Haut und dem Fleiſche des Thieres durchgezogen wird, und Eiterung erregt. Dieſes Haarſeil bewegt man täglich hin und her, damit die Eiterung ver⸗ mehrt wird. Die Fontanelle bewirket den nähmlichen Effect, und wird durch einen Einſchnitt in die Haut, worin ei⸗ ne Erbſe gelegt und die Wunde mit einem Bickpflaſter belegt wird, bewerkſtelliget. Iſt die Eiterung gehörig bewerkſtelliget; ſo nimmt man die Erbſe aus der Wun⸗ de, reiniget dieſelbe gehörig aus, und läßt ſie verheilen. §. 640. Vom Aderlaſſen. ker olt Das Aderlaſſen geſchieht gewöhnlich an der Stirn, 19 über und unter den Augen, am Hals, am Arm, am ſo m Schwanz, über der Kniekehle, am Fuße und auf der nicht Kinnbacke. Die gewöhnliche und allgemeinſte Methode iſt die 1 bey dem Auge, wenn man aber mehr Blut laſſen will; es net ſo öffnet man gewöhnlich die Halsader. Schahe Obgleich das Aderlaſſen das Thier ſehr ſchwächt; meht 8 ſo iſt es doch in Krankheiten, wo Vollblütigkeit zu Grunde ſetzt liegt, öfters nöthig; ſo daß es z. B. bey dem Schlag⸗ ul fluß, dem Taumeln und bey den meiſten hitzigen Krank⸗ ten uih heiten, und oft auch bey trächtigen Mutterſchafen ein durchn unumgänglich nothwendiges Hülfsmittel, aber auf jeden gen Ci Fall immer nur mit größter Vorſicht anzuwenden iſt. ſtärke d⸗ Sind die Mutterſchafe zu kräftig und vollblütig, lunoſs⸗ ſo dringt das Blut zu heftig an die Gefäße der Gebähr⸗ wirdu⸗ mutter, und verurſacht die Ablöſung der Placentä, Viel worauf das Schaf verlammt. Reghe In dieſem Fall iſt eine Aderlaß jedoch mit größter ſtung Vorſicht nothwendig, dann wird das Schaf zu ſehr ge⸗ und te ſchwächt, ſo liefert es nicht genug Blut zur Ernährung unten des Fötus, die Placentä lößen ſich dann von dem Grunde der Gebährmutter los, und das Lamm wird 1 vor ſeiner gehörigen Ausbildung geboren. nichtn I Man muß daher beym Aderlaſſen nächſt der Krank⸗ 4 Eſſi heit, die Leibesconſtitution, den übrigen Geſundheitszu⸗ mach ö da AAA „Cürn, Im, an J auf de Ie iſtde aa nill awict, runde 8 Schlaß⸗ eKrant Pin ein jeden nz iſt. drüͤtig, ebähr⸗ Luuti, größtet ahht ge⸗ tdbrung dem 483 ſtand de. berückſichtigen, und darnach ſeine Aderläſſe ſtär⸗ ker oder ſchwächer einzurichten ſuchen. Wenn bey der Kinnbacke zur Ader gelaſſen wird, ſo muß man vorſichtig ſeyn, damit die Speichelgänge nicht verletzt werden. §. 641. 1 Außer dieſen ſchon beſchriebenen Krankheiten, gibt es noch viele andere ſehr bedeutende Zufälle; da das Schaf wegen minderer Thätigkeit ſeiner Lebensorgane mehr als andere Thiere den äußern Einflüſſen ausge⸗ ſetzt iſt. Man kann oft dieſen Krankheiten, welche nicht ſel⸗ ten durch Indigestionen oder Verkältung herrühren, durch ein abführendes Mittel, einen Einguß von eini⸗ gen Löffel voll Leinöhl, oder durch ein erweichendes oder ſtärkendes Klyſtier abhelfen, und dadurch der Entwicke⸗ lung größerer Krankheiten zuvorkommen. Überhaupt wird man vielen Übeln vorkommen, wenn man das Vieh vor Erkältungen, langem anhaltenden Nebel oder Regenwetter, insbeſondere aber vor ſumpfigen Ausdün⸗ ſtungen hütet, ſolches nicht hungern oder durſten läßt; und überhaupt bey feuchter Witterung bittere Kräuter unter dem Salz füttert. §. 642. Sind anſteckende Krankheiten eingeriſſen, ſo iſt es nicht genug Räucherungen von Wachbolderbeeren, Eſſig dc. und hauptſächlich von gereinigtem Saliter zu machen; ſondern man muß vor allem den Dung aus den Stallungen ſchaffen, Thore und Fenſter öffnen, 9 h 2 84 Raufen, Hürthe und Mauern mit kochendem Waſſer waſchen und mit friſchem Kalk anſtreichen; die Erde 6 Zoll tief aus dem Grunde wegnehmen und andere hin⸗ einbringen laſſen, iſt dieſes geſchehen, ſo ſtellt man eine Glutpfanne, oder mehrere, je nachdem der Stall groß iſt, in denſelben wirft auf jede beyläufig 8 Loth feuch⸗ tes Salz und 6 Loth Vitriolöhl darauf, verſchließt den Stall überall ſorgfältig, und bringt nicht eher wieder Vieh hinein, bis das ſchädliche Gas neutraliſirt und das Miasma durch dieſe Räucherung ganz vertilgt wor⸗ den iſt. —. 2 7“.“ —— Arnn —, 1 2 8 S “ 14* 91— 5 8 4 2, NAEMa me * 4 1 nn*“* 4 8 -eeee 9 F“ 2— e— 3 4 8 85———„⸗ g ℳ 4 8 u 8 K. 0 JA d —— e 7 r*„. 3 7. 2 8 9 d e e e. 8. 6 999 aſd eeu ⸗. —DQQC— - — 1 er .A 8. , 5 7 . * 5 2 84 2 8* „ 9“ 8 9990090 8 ſeaza aas aaagegssssesasazaleeegaage aaascnna Oem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 13 14 1 Gréey Control Chart ee Green Vellow HNeod Magenta Grey 2 Grey 3 Greya—caia odooor See 0090 Seo00 =— osoo0— 0000006 4. 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