Univ.-Bibi. Siessen — 8 oooö—vö—ö—ö—ö—ö—ö— Anweiſung z ur landwirthſchaftlichen Baukunſt,„ von D. Gilly, Koͤniglichem Geheimem Ober⸗Bau⸗Rath; nach deſſen Tode heraus gegeben von D. G. Friderici, Koͤniglichem Regierungs⸗Bau⸗Rath zu Berlin. Erſten Theils zweite Abtheilung. Mit illuminirten Kupfern. Halle 1811. Im Verlage der Rengerſchen Buchhandlung. L Handbuch 7 der L⸗ Land⸗ Bau⸗ Kunſt, vorzuͤglich in Ruͤckſicht auf die Conſtruction der Wohn⸗ und Wirthſchafts⸗Gebaͤude fuͤr b angehende Cameral⸗Baumeiſter und Oeconomen, von D. Gi y, Koͤniglichem Geheimem Ober⸗Bau⸗Rath; nach deſſen Dode herausgegeben von D. G. Friderici, Koͤniglichem Regierungs⸗Baurath zu Berlin. BIBLOT- li k.k ieth EN Dritten Theils zweite Abtheilung. Mit illuminirten Kupfern. Halle 181r. Im Verlage der Rengerſchen Buchhandlung. Dritter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction ſolcher Gebaͤude, welche nur eine ganz einfache, ihrem Zwecke ge⸗ maͤße innere Abtheilung und Bodenraum erfor⸗ dern, als, Federviehſtälle, Schweineſtaͤlle, Rind⸗ viehſtalle und Pferdeſtaͤlle. A. Federvieh⸗Staͤlle. ————— §. 133. Das Federvieh des Landmanns beſteht gemeinhin in Gaͤnſen, Enten„Puten, Huͤnern und Tauben. Ob und wie viel, oder von welcher Sorte mehr oder weniger auf einem Landgu⸗ te zu halten zweckmaͤßig ſei, muß der Oekonom aus guten Gruͤnden beſtimmen, und es kommt dabei vorzuͤglich darauf an, ob durch die Naͤhe einer Stadt ꝛc. der Verkauf des Federviehes die Fuͤtterung belohnt, oder ob durch die Naͤhe von Seen und Tei— chen die Unterhaltung, vorzuͤglich der Gaͤnſe und Enten, erleichtert wird. Anm. Herr Riem ſagt im öten Stuͤck der oͤkonomiſch⸗veterinäriſchen Hefte: „Wir muͤſſen aufrichtig bekennen, daß wir allemahl von einer gewiſſen Unruhe ergriffen „werden, wenn wir an den Artikel Federviehzucht im Kleinen kommen. Der Grund Theil III. Abtheil. II. A Lage der 2 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache — „von dieſer Unruhe liegt darin, daß wir bei oͤfters angeſtellten Verſuchen noch nie einen „weſentlichen Vortheil fuͤr die Landwirthſchaft haben finden koͤnnen. Wir werden daher auch „nie in die Lobreden mit einſtimmen, welche man dieſem Viehe haͤlt, und dem Landwir⸗ „the die Zucht deſſelben nie anders, als unter gewiſſen Bedingungen empfehlen. Gern „laſſen wir auch hierin einen jeden ſeiner Ueberzeugung folgen; allein uns ſcheint es, daß „der kleine Landwirth von dem Federvieh mehr Schaden als Nutzen habe, und er es meh⸗ „rentheils nur zum Vortheil der Staͤdter erziehe. Denn wenn man die Zeit und das Fut⸗ „ter erſt berechnet, welches zum Aufziehen des jungen Federviehes erfordert wird, und dann „die niedrigen Preiſe bedenkt, zu welchen es in den Staͤdten verkauft wird, die mit jenem „Aufwande in gar keinem Verhaͤltniß ſtehen, ſo muß man von unſerer Behauptung ſehr „leicht uͤberzeugt werden.“ Ferner ſagt Herr von Eckard in ſeiner Experimental⸗Oekonomie, wo er ins⸗ beſondere von der Taubenzucht ſpricht, und dabei anfuͤhrt, daß ein Paar Tauben jaͤhrlich 2 Scheffel Gerſte zur Fuͤtterung gebrauchen:„Dieſe Rechnung ſollte man den Taubenliedha⸗ „bern, welche nicht wiſſen, was die Tauben jaͤhrlich verzehren, unter den Spiegel haͤngen, „damit ſelbige oͤkonomiſche Augen bekommen moͤchten.“— Obwohl dieſe Gruͤnde nicht unwichtig ſind, ſo iſt jedoch auch nothwendig, daß der Landwirth ſo viel Federvieh ſich ſelbſt zuzieht, als er in ſeiner Wirthſchaft zur ei— genen Conſumtion an Fleiſch, Eiern und Federn deſſelben gebraucht. Hiernach wuͤr⸗ de alſo als landwirthſchaftliche Regel anzunehmen ſeyn, entweder nur ſo kleine Feder⸗ ieh⸗Zuchten zu halten, als zur Wirthſchaft ſelbſt noͤthig ſind, oder ſie in eigentlichen Poularderien als einen Erwerbszweig im Großen zu betreiben. Am ſchaͤdlichſten fuͤr die Landwirthſchaft ſind unter allem Federvieh die Tau⸗ ben, indem ſie waͤhrend der Saatzeit entweder im Stalle gefuͤttert werden muͤſſen, oder der Saat dadurch einen unendlichen Schaden zufuͤgen, daß ſie nicht nur die, oberhalb liegenden Samenkoͤrner nehmen, ſondern ſolche ſogar aus der Erde hervorho⸗ len. Herr Riem ſagt daher in dem erwaͤhnten Hefte wohl mit Recht:„Man ſoll⸗ „te die Tauben zu vermindern ſuchen, und die Kraͤhen hingegen ſchonen und ver⸗ „mehren, da die letztern vieles Ungeziefer und Unrath aus der Welt ſchaffen, und in „ſo fern ſehr nuͤtzlich ſind.“ Dem ſei indeß, wie ihm wolle, immer bleibt es die Sache des Landwirths, aus welchem Geſichtspunct die Wirthſchaft am vortheilhaf⸗ teſten zu betreiben iſt, und des Baumeiſters Sache iſt, gute und zweckmaͤßi⸗ ge Federvieh⸗Staͤlle, wenn ſie verlangt werden, anordnen und erbauen zu koͤnnen. §. 134. Bei kleinen Wirthſchaften koͤnnen die Federvieh-Staͤlle in andern Gebaͤuden, Federvieh⸗ z. B. in Remiſen und Rindvieh⸗Staͤllen, uͤber Pferde⸗ und Schweineſtall⸗Gebaͤu⸗ Staͤlle. den ꝛc. ihren Platz finden; allein nie muͤſſen ſie unmittelbar in denſelben liegen, ſon— dern mit dichten Waͤnden davon abgeſondert ſeyn, weil die Federn, wenn ſolche zu⸗ 2 8 ͤ—— N innere Einrichtung erfordern, als Federvieh⸗Staͤlle ꝛc. 3 faͤllig in das Futter kommen, den Pferden und auch andern Thieren hoͤchſt ſchaͤdlich ſind. In groͤßern Wirthſchaften iſt es daher beſſer, beſondere Federvieh⸗Staͤlle mit Abtheilungen fuͤr jede Art, auch dabei heitzbare Bruͤteſtuben anzubringen. Anm. Herr Cointeraux meint in einer, von ihm unter dem Titel la Ferme(das Vorwerk) herausgegebenen Schrift, welche im Jahre 1789 von der Academie des Ackerbaues zu Paris den Preis erhalten hat: daß das Federvieh am ſchicklichſten in der Naͤhe der Schweineſtaͤlle unterzubringen iſt, weil die Schweine durch ihr beſtaͤndiges Grunzen die Raubthiere ver⸗ ſcheuchen. Die Lage der Federvieh⸗Staͤlle muß ebenfalls trocken, warm und wo moͤglich mit den Fenſtern und Ausgaͤngen gegen Mittag ſeyn. Da die Enten und Gaͤnſe auf platter Erde, das andere Gefluͤgel aber, als Puten, Huͤner, Tauben, uͤber der Erde ihre Staͤlle, und dahin eine Aufflugtreppe von außen erhalten koͤnnen; ſo richtet ſich in abgeſondert belegenen Federviehſtaͤllen gemein ig⸗ lich die Groͤße der Sraͤlle der letztern, nach dem Raume, den die erſtern erfordern. Die Taubenſchlaͤge finden ihre Stelle gemeiniglich auf den Giebeln des Wohn⸗ hauſes oder anderer Gebaͤude. Nur iſt hierbei der Unterſchied zu machen, daß große Tauben, als Kroͤpfer ꝛc. ihre Staͤlle nicht ſo hoch, als die uͤbrigen Feldfluͤchter erhal⸗ ten muͤſſen, weil erſtere nicht gern ſo hoch als letztere fliegen. Die Taubenſchlaͤge wer⸗ den auch zuweilen mitten im Gehoͤfte erbauet. Der Raum unter ſelbigen bleibt dann entweder frei, oder wird zu den uͤbrigen Federvieh⸗Staͤllen und zum Kaͤſe⸗Tro⸗ ckenboden, auch wohl zum Spritzenhauſe gebraucht. Bei den Federvieh⸗Staͤllen uͤberhaupt iſt vorzuͤglich dahin zu ſehen, daß weder Fuchs, Marder, Iltis, Katzen, noch Ratzen und Maͤuſe, beſonders letztere in die Bruͤteſtaͤlle, eindringen koͤnnen. Zu dem Ende werden außer den Glasfenſtern auch noch enge Drathgitter in die Fenſteroͤffnungen geſetzt, und bei den frei ſtehenden Tau⸗ benſchlaͤgen werden die Ecken und Abſaͤtze, woran etwa dergleichen Raubthiere hinauf klettern koͤnnten, mit verzinntem Eiſenblech beſchlagen. Anm. In einem Blatte, betitelt: Acht gemeinnuͤtzige, von einem Gutsbeſitzer durch vieljaͤhrige Erfahrung erprobte Recepte, wird im ſechsten Recept geſagt: „Franzoſenoͤhl außerhalb, auch unter⸗ und oberhalb des Schlags an die aͤußern Waͤnde ge⸗ „ſtrichen, verſcheucht die Katzen und Marder; nur in den Schlag ſelbſt darf nichts davon „kommen, ſonſt ziehen die Tauben aus.“ Ich meinerſeits gebe hierbei bloß zu bedenken, wie lange der Geruch von dergleichen empireumatiſchen Oehlen ſich conſerviren kann.(Der Herausgeber.) §. 135. Einrichtung Aus dem bisher geſagten ergiebt ſich ſchon, daß die Anlage und Einrichtung der e nfere Federviehſtaͤlle bei kleinen Wirthſchaften, gegen die, bei groͤßern Federvieh⸗Staͤn⸗ dervieh⸗ A 2 Staͤlle. 4. Ddritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache den, oder Maſtungen in manchen Stuͤcken verſchieden iſt. Kann ein Federvieh-Stall eine warme Lage erhalten, ſo wird dieß fuͤr das Bruͤten und Eierlegen von vielem Nu— tzen ſeyn. Legt man daher ein Gebaͤude, nach Fig. 141, etwa mitten im Hofe an, welches von allen Seiten von den kolten Winden beſtrichen werden kann, und worin in der erſten Etage A 4 Staͤlle fuͤr Gaͤnſe, Enten, Puten, Huͤner, in der zweiten Etage B ein Boden um Kaͤſe zu trocknen, und in der dritten Etage(ſiehe Aufriß C) der Taubenſchlag ſich befindet; ſo werden, beſonders von den Huͤnern, im Herbſte und Winter nicht nur wenig Eier gelegt werden, ſondern man wird auch genoͤthigt, zur Bruͤtezeit dieſe Thiere in beſondere, ruhige und der Wohnſtube nahe liegende, oder vielmehr warme Kammern zu bringen, weil die Bruͤtung in kalten Staͤllen nicht gut von ſtatten gehen kann. Wer daher etwas anwenden, und von ſeiner Federvieh⸗Wirth⸗ ſchaft den moͤglichſt groͤßten Nutzen ziehen will, der lege die Staͤlle dazu nach Fig. 142 ſo an, daß in der erſten Etage A ein Ofen befindlich iſt, mittelſt deſſen in ſehr kalten Wintertagen ſaͤmmtliche Staͤlle zugleich erwaͤrmt werden koͤnnen. Es iſt naͤhmlich h ein kleiner Flur, welcher zur Ofenfeuerung fuͤhrt; a iſt ein Gaͤnſeſtall, g der Puten⸗ ſtall, c der Entenſtall, weil dieſe Staͤlle unten auf der Erde liegen muͤſſen. Der Stall b kann zum Bruͤten gebraucht werden, weil er der waͤrmſte ſeyn duͤrfte. In der zweiten Etage B ſind d und e Huͤnerſtaͤlle, welche beide durch Oeffnungen im Fuß⸗ boden von dem darunter ſtehenden Ofen erwaͤrmt werden. Von dem Flur h aus fuͤhrt eine ſchmale, jedoch hinlaͤnglich bequeme Treppe nach dem Kaͤſeboden f und nach den Huͤnerſtaͤllen e, d, und eine andere Treppe nach dem Taubenboden unterm Dache. Fuͤr eine noch groͤßere Federvieh-Zucht kann dieſe Anlage wenigſtens den Nutzen ge— waͤhren, daß dieſe heizbaren Staͤlle zu Bruͤteſtaͤllen gebraucht, und die uͤbrigen Fe⸗ dervieh⸗Staͤlle in andern Gebaͤuden angebracht werden, in welchen man der Feuer— ſicherheit wegen nicht gern eine Feuerung anlegen moͤchte. Anm. Herr Cointeraux in der vorgedachten Schrift la Ferme ſchlaͤgt vor, die Huͤnerſtaͤlle mit dem Backofen zu verbinden, welches aber bei der Heizung deſſelben im Sommer den Thieren wohl ſehr unertraͤglich ſeyn wuͤrde. Die Hoͤhe der Federvieh⸗Staͤlle braucht, wie natuͤrlich, nur ſo zu ſeyn, daß ein Menſch bequem hinein gehen kann. Die Hoͤhe derſelben in Fig. 142, ſo wie auch die Hoͤhe des Kaͤſebodens, iſt daher mit Inbegriff der 8 bis 9 Zoll ſtarken Balken, un⸗ gefaͤhr zu 7½ Fuß anzunehmen, welches auch fuͤr die Huͤner noch eine bequeme Hoͤhe iſt, um vermittelſt einer ſo genannten Huͤnerſteige in die zweite Etage gelangen zu koͤnnen. Wer an der Federvieh⸗Zucht ein beſonderes Wohlgefallen findet, fuͤr den mag innere Einrichtung erfordern, als Federvieh Staͤlle c. 5 das, aus dem fuͤnften Stuͤcke der erwaͤhnten Oekonomiſch⸗veterinaͤriſchen Hefte entlehnte Beiſpiel Fig. 143 zu einer Stallanlage dienen. Es ſind abe und d. Gaͤnſe⸗, Enten⸗, Puten⸗ und Huͤnerſtaͤlle. Im Boden uͤber dieſen Staͤllen ſind die Dauben unterzubringen. Die Raͤume efg ſind als Hoͤfe zu betrachten, in welchen das Vieh frei herumgehen kann; h ſind Traͤnktroͤge. Die Umfaſſungen dieſer letzten Hoͤfe beſtehen aus dicht geflochtenen Drathgittern, und der Fußboden beſteht aus ei⸗ nem Lehmſchlag. Dergleichen Federvieh-Liebhaber halten aber mehrentheils Faſanen, fuͤr welche dann, ſo wie fuͤr die Huͤner, die heizbaren Staͤlle e und b beſtimmt werden koͤnnen. Die Tauben im Dachboden koͤnnen von der Heizung der untern Staͤlle pro— fitiren, wenn noch die Sparren unterhalb mit Brettern dicht verſchalt, und uͤber dem Ofen, in der Decke der untern Staͤlle, Oeffnungen angelegt ſind. Die Raͤume oikl werden mit einem ſo genannten Pultdache uͤberbauet, und uͤber den Raͤumen Ikmu kann ein Gitterwerk oder auch ein einſeitiges Bretterdach an⸗ gelegt werden. Im letztern Falle muß die Linie 1k den Dachforſt angeben, und das Dach nach mi und oi ablaufen. Die Taubenhaͤuſer mitten im Gehoͤfte werden auf einer oder mehrern Saͤulen ru⸗ hend, oder, wie in den bisherigen Beiſpielen gezeigt worden, ſo angelegt, daß unter denſelben noch andere nutzbare Raͤume und Stallungen vorhanden ſind. Die, auf einer einzelnen Saͤule ſtehenden Taubenhaͤuſer ſollen beſonders den Zweck befoͤrdern, daß Iltiſſe, Marder und Katzen nicht leicht hinan klettern koͤnnen; ſie haben aber kei⸗ nen feſten Stand, oder erfordern doch, um ſolchen zu erhalten, umſtaͤndlichere, und fuͤr die Folge wenig dauerhafte Vorrichtungen; auch koͤnnen ſie dann nur ſehr klein wer⸗ den. Am dauerhafteſten ſind diejenigen der Taubenhaͤuſer,(unter welchen der Raum nicht zu andern Stallungen benutzt wird,) wenn ſelbige auf vier Saͤulen ſtehend, nach Fig. 144, angelegt werden. Die innere Einrichtung derſelben iſt aus Herrn Riems und Reuters vorgedachtem Werke entlehnt. A iſt der Grundriß, B der Aufriß und C der Durchſchnitt deſſelben. Vermittelſt einer Leiter ſteigt man zur Thuͤre a Fig. A, und an dem andern Ende kann ein Glasfenſter b befindlich ſeyn. Innerhalb, an beiden langen Seiten ſind die abgeſonderten Zellen o fuͤr jedes Tauben⸗ paar, wornach alſo in dieſem Raume 60 Paar Platz finden. Jede Zelle c iſt etwa 18 Zoll breit, 18 Zoll hoch, 2 bis 2½ Fuß tief, und hat eine 6 Zoll im Quadrat gro⸗ ße Oeffnung, ſo wohl bei f als bei d. Vor jeder der aͤußern Oeffnungen d iſt ein klei⸗ nes Ausflug⸗Brettchen e. Die innern Oeffnungen f bleiben beſtaͤndig offen, die aͤu— ßern d aber werden durch einen Schieber hein Fig. B, welcher an ſeiner obern und un⸗ tern Kante in Leiſten laͤuft, verſchloſſen. In einem ſolchen Schieber ſind eben ſolche 6 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache 6 Zoll im Quadrat große Oeffnungen, auf die erſtern genau paſſend, eingeſchnitten, und ſo koͤnnen mit einem jeden Schieber h ſaͤmmtliche Oeffnungen in einer Reihe mit einem Mahle verſchloſſen, oder geoͤffnet werden. In jeder Zelle befindet ſich ein Neſt‚ und wenn man von innen eine oder die andere Taube vom Neſte ergreifen will; ſo wird mit dem gedachten Schieber beinahe die ganze aͤußere Oeffnung d geſchloſſen, doch ſo, daß man noch etwas Tageslicht behaͤlt. Nur zu dieſem Behuf und bei ſehr kalten Ta— gen oder Naͤchten werden die aͤußern Oeffnungen mit dem Schieber verſchloſſen. Weil aber, wie gedacht, die Tauben zuweilen bei ſtarkem Froſte, oder auch wohl waͤhrend der Saatzeit im Schlage gehalten und gefuͤttert werden; ſo muß der in— nere, freie Raum g Fig. A auch groß genug ſeyn, um ſaͤmmtliche Tauben darauf fuͤt⸗ tern, und die daſelbſt noͤthigen Verrichtungen vornehmen zu koͤnnen. Auch dieſes wird in ſolchen Taubenſchlaͤgen, welche nur auf Einem Stiele ſtehen, indem dieſer als— dann bis ins Dach hinauf gehen muß, zum Theil verhindert. Eine Hauptregel in der oͤkonomiſchen Baukunſt iſt, ſo viel Raͤume, als nur nuͤtz⸗ lich werden koͤnnen, uͤber einander anzulegen, weil dadurch an Daͤchern und Fun⸗ damenten erſpart wird. Dieſerhalb verdienen diejenigen Taubenhaͤuſer, unter welchen ein, fuͤr die Landwirthſchaft noͤthiger Kaͤſe⸗Trockenboden und Staͤlle angebracht ſind, einen Vorzug. Auch die, bei einem Vorwerk noͤthige Feuerſpritze findet(z. B. in Fig. 141 A daſelbſt, anſtatt der Staͤlle, beſonders wenn das Haͤuschen mitten im Gehoͤfte ganz frei ſteht) einen ſehr zweckmaͤßigen Platz. Die Einrichtung des Taubenhauſes mit Schiebern laͤßt ſich in einem Bodenraum uͤber Wohngebaͤuden nicht fuͤglich anbringen, wenigſtens nicht fuͤr mehr Paar, als al⸗ lenfalls an dem Giebel allein Platz finden koͤnnen. Es iſt aber auch nicht noͤthig, daß jedes Paar Tauben ſein eigenes Ausflugbrett erhaͤlt, ſondern es iſt hinlaͤnglich, und aus folgenden Urſachen ſogar beſſer, wenn nur eine oder allenfalls zwei gemein— ſchaftliche Ausflug⸗Oeffnungen(wie in Fig. 142 C) angelegt werden. Erſtlich ſind dann nicht ſo viele Zugloͤcher im Taubenſchlage, und die Seitenwaͤnde koͤnnen mit Brettern feſt verſchlagen, oder dicht ausgemauert werden, wodurch die Thiere waͤrmer und beſſer wohnen. Zweitens ſind weniger Oeffnungen zu verſchließen, welches be⸗ quemer iſt. Drittens kann man vor einer gemeinſchaftlichen Ausflug⸗Oeffnung ei⸗ nen ordentlichen Fangkorb anlegen, und dadurch die neu angekauften Tauben, ehe ſie ſich ordentlich zu dem Schlage gewoͤhnt haben, bequemer einfangen. Viertens aber und hauptſächlich iſt die Fig. 144 gezeigte Anlage(welche von außen ganz mit Bret⸗ tern gut bekleidet ſeyn muß, um die Schieber ordentlich anbringen zu koͤnnen) nicht nur zu wenig dauerhaft an ſich ſelbſt, ſondern die Schieber nebſt den Leiſten, worin ꝑy ͤ—— t innere Einrichtung erfordern, als Federvieh⸗Staͤlle ꝛc. 7 dieſe laufen, verwerfen ſich auch zu bald, da Regen und Sonnenſchein fortwaͤhrend darauf wirken; und da ſolche außerhalb lauter vorſpringende Kanten und Fugen geben, auf welchen der Regen ſtehen bleibt; ſo wird das Holz noch fruͤher als ſonſt zur Faͤul⸗ niß gebracht. Die innere Einrichtung der Taubenhaͤuſer mit abgeſonderten, aus Bret⸗ tern zuſammen geſetzten Zellen fuͤr jedes Taubenpaar, wie vorher beſchrieben worden, bleibt aber immer eine vorzuͤgliche Einrichtung, und kann auch bei gehoͤriger Erleuch⸗ tung mit Fenſtern da angebracht werden, wo nur Ein Ausflugloch ſtatt findet. Wenn ein ſolches, gemeinſchaftliches Ausflugloch auf einem Wohngebaͤude ange⸗ bracht wird, wo alsdann zuweilen die Katzen ꝛc. uͤber das Dach hinweg gehen, auf das Ausflugbrett ſpringen, und in den Taubenboden kommen; ſo kann zur Vorſicht vor dem Ausflugloche ein, etwa 4 bis 5 Fuß langer Trichter von Brettern, außer⸗ halb ganz mit Blech beſchlagen mit der groͤßern Oeffnung gegen den Giebel und mit der kleinern Oeffnung abwaͤrts, herausgebaut und vor demſelben nur ein kleines Ausflug⸗ brett angelegt werden. Wo man die einzelnen Zellen nicht anlegen will, oder ſolches zu koſtſpielig findet, da koͤnnen die Neſter auf leichte Geruͤſte feſt und ſo ſchraͤge uͤber einander geſtellt wer⸗ den, daß der Koth aus einem Neſte nicht in das andere unten ſtehende faͤllt, weil ſonſt die im Schmutze ſitzenden Tauben ihre Neſter zu verlaſſen bewogen werden. Was die uͤbrige Einrichtung der Gaͤnſe⸗, Enten⸗, Puten⸗ und Huͤnerſtaͤlle be⸗ trifft, ſo iſt zuvoͤrderſt zu bemerken, daß ſolche mit ordentlichen Glasfenſtern, und zu mehrerer Sicherheit noch mit Drathgittern verſehen ſeyn muͤſſen, damit zu den Ge⸗ ſchaͤften im Stalle gehoͤriges Licht vorhanden iſt, auch die Staͤlle nicht dumpfig wer— den, wodurch das Federvieh Laͤuſe bekommt. Um die Luft in allen Orten dieſer Staͤlle rein und geſund zu erhalten, iſt das oftmahlige Ausweißen ſehr nothwendig, und um die Reinigung der Federvieh⸗Staͤlle recht gut zu bewirken, muß oft und viel Sand hinein geſtreuet werden. Vorzuͤglich ſind Fenſter in Bruͤte- und Maſtſtaͤllen zur oftmahligen Reinigung der Luft erforderlich, welche aber Fenſterladen erhalten, weil Finſterniß dem Bruͤten und Maͤſten zutraͤglich ſeyn ſoll. Die Thuͤren werden nur ſo klein gemacht, als zum Ein⸗- und Ausgehen durchaus nothwendig iſt, auch muͤſſen ſie ſehr dicht ſchließen, und wegen des Durchfreſſens der Ratzen allenfalls inwendig an den untern Kanten herum mit Blech beſchlagen werden. Aus eben dieſer Urſach, da⸗ mit Ratzen und Maͤuſe nicht in die Staͤlle dringen, und beſonders unter dem jungen Federvieh Schaden anrichten, muͤſſen auch die Umfaſſungsmauern entweder maſſiv, oder von ausgemauertem Fachwerk, am wenigſten aber von duͤnnem, ausgeſtacktem und gelehmtem Fachwerk ſeyn. 8 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Der Fußboden braucht nur aus geſtampfter Erde zu beſtehen. Auch haͤlt man dieß beſonders in Staͤllen fuͤr junges Federvieh fuͤr beſſer, damit ſie ſich durch das Auf⸗ picken des Futters mit den weichen Schnaͤbeln keine Schmerzen verurſachen und krumme Schnaͤbel bekommen, welche ihnen in der Folge ſehr hinderlich ſind. Wo aber das Unterwuͤhlen des Fundaments durch Ratzen und Maͤuſe zu befuͤrchten ſeyn ſollte, da iſt ein Mauerſtein⸗Pflaſter, auf der flachen Seite gelegt, beſſer, in wel⸗ chem Falle dann dem ganz jungen Vieh das Futter auf einem ausgebreiteten Tuche im Stalle vorgeworfen wird. Wenn es irgend die Witterung erlaubt, oder das Vieh nicht zur Maſt eingeſperrt ſitzt, geſchieht die Futterung allemahl außerhalb der Staͤlle, um nicht durch das Futter ſelbſt die Ratzen und Maͤuſe in die Staͤlle zu locken. Die Groͤße der Gaͤnſe- und Entenſtaͤlle kann nach dem Quadratinhalte der Grundflaͤche ungefaͤhr berechnet, und es kann dazu fuͤr eine Gans 2 ½ Quadratfuß, und fuͤr eine Ente 13½ Quadratfuß angenommen werden, weil dieſe Art Thiere nur ne— ben einander auf dem Boden ihren Platz nimmt, der deshalb mit hinlaͤnglichem Streu⸗ ſtroh verſehen werden muß. Aus demſelben Grunde muß auch der Fußboden des Stalles von der Hofflaͤche nicht zu hoch liegen, und wenn dieſe Hoͤhe bis einen Fuß betraͤgt,(um doch auch die Staͤlle recht trocken zu erhalten); ſo muß eine Appareille vor der Thuͤre angelegt werden. Wo die Gaͤnſe etwa nicht auf die Huͤtung getrieben werden, ſondern mit den Enten gemeinſchaftlich im Gehoͤfte, oder in der Nahe deſſelben, auf einem Waſſer mehrentheils ſich aufhalten, da wuͤrde das jedesmahlige Eintreiben des Abends um⸗ ſtaͤndlich und ſehr muͤhſam ſeyn. Deshalb mache man in jedem Stalle zwei Thuͤren hinter einander, die aͤußere wie gewoͤhnlich von Brettern zum feſten Verſchluſſe, die innere aber von Gitterwerk mit einem Klappthuͤrchen darin, welche letztere der Groͤ⸗ ße der Thiere angemeſſen iſt, und die ſie ſich nach innen hinein ſelbſt aufſtoßen koͤnnen, indem dieſe Fallthuͤre nur von oben mit Baͤndern angeſchlagen iſt. Den Tag uͤber laͤßt man beide Thuͤren offen, damit die Gaͤnſe und Enten aus- und eingehen koͤnnen; ge— gen Abend macht man zuerſt die Gitterthuͤre mit den Fallthuͤrchen zu. Eine ſolche kleine und ſehr leicht gearbeitete Fallthuͤre kann auch neben der eigentlichen Stallthuͤ⸗ re angelegt werden. Zum naͤchtlichen Verſchluſſe muß dann aber auch dieſe eine feſte Thuͤre von außen erhalten. Die Puten und Huͤner ſitzen in ihren Staͤllen auf Geruͤſten von verhaͤltnißmaͤßig ſtarken Stangen uͤber einander. Dieſe Geruͤſte muͤſſen vom Fußboden gegen die Waͤnde ſo ſchraͤg ſtehen, daß die oben ſitzenden die untern nicht beſchmutzen koͤnnen. Aus dieſem Grunde laßt ſich die Groͤße eines Puten- und Huͤnerſtalles auch ungefaͤhr nach — 78——— —— —————, man Auf⸗ und Wo ſeyn wel⸗ ee im Vieh alle, der ffuß, ar ne⸗ treu⸗ ndes Fuß reille den aſſer um⸗ Aren , die Groͤ⸗ nnen, laͤßt ge⸗ olche ſthuͤ⸗ feſte naͤßig n die onen. gefuͤhr nach innere Einrichtung erfordern, als Federvieh⸗Staͤlleꝛce. 9 nach dem Quadrat⸗Flaͤcheninhalt beſtimmen, wenn man fuͤr jede Pute etwa 3 Qua⸗ dratfuß, und auf jedes Huhn etwa 1 Quadratfuß annimmt. Außer dieſen Geruͤſten muͤſſen aber auch noch aus Stroh geflochtene Neſter an den Waͤnden umher, und zwar feſt und ſo angebracht werden, daß ebenfalls kein Beſchmutzen der untern Neſter von den obern herab moͤglich iſt. Statt der geflochtenen Neſter kann man auch rings umher Brettſtellagen machen, und darauf die Neſter von Stroh anbringen. Liegen die Staͤlle hoch, ſo werden ſo genannte Huͤnerſteigen, deren Sproſſen verhaͤltnißmaͤ⸗ ßig ſtark, und beſonders fuͤr Puter nicht mehr als 6 bis 3 Zoll weit aus einander ſte⸗ hen, angelegt. Bei der geringen Hoͤhe der, in Fig. 141 und 142 gezeichneten, maſſiven Staͤl⸗ le ſind die Thuͤren und Fenſter nicht fuͤglich unterhalb der Mauerlatte zu uͤberwoͤlben, ſondern es muß mit der Mauerlatte in der Waage ein ſtarkes Latteholz uͤber jede Thuͤ⸗ re und jedes Fenſter gelegt werden. Auf daſſelbe muͤſſen die Balken eingekaͤmmt, und dann muß uͤber die Balken hinweg, bis zur Bruͤſtung der Fenſter der zweiten Eta⸗ ge, ein Bogen auf dem Latteholze ausgemauert werden. Wo uͤbrigens gute Mate— rialien und fleißige Arbeiter vorhanden ſind, da koͤnnen uͤber die ſehr ſchmalen Fenſter und Thuͤroͤffnungen auch faſt ganz ſcheiderechte Boͤgen gewoͤlbt werden. Bei Fig. 142 iſt vorzuͤglich dahin geſehen worden, daß die Feuerung und Roͤhre genau in die Mitte zu ſtehen kommt, damit ſolche im Dache aus der Mitte des For⸗ ſtes gefuͤhrt werden kann. Daß die Scheidewaͤnde in Fig. A, wenn nicht ganz, doch wenigſtens nahe am Ofen herum maſſiv ſeyn muͤſſen, verſteht ſich von ſelbſt. In Betreff der Balkenlagen iſt folgendes zu bemerken. Wenn das Gebaͤude ein Quadrat bildet, und dabei nur klein iſt, und der Boden nicht gebraucht wird, wie in Fig. 141 angenommen worden; ſo ſucht man gern die, leicht ſchadhaft werdenden, freien Giebel zu vermeiden, und uͤberall Walme zu machen. Zu dieſem Behuf muß die Dach⸗Balkenlage nach Fig. D angelegt, und die vier Gradſparren muͤſſen in der Spitze zuſammen geſtoßen, die uͤbrigen Sparren aber gegen dieſe angeſchiftet werden. Die untern Balkenlagen in dergleichen quadratiſchen Gebaͤuden legt man gern ſo, daß 6. B. uͤber der erſten Etage die Balken nach der Laͤnge, uͤber der zweiten in die Quere, uͤber der dritten Etage wiederum nach der Laͤnge zu liegen kommen, wenn naͤhmlich nach Maßgabe der Lage der Treppe nicht zweckmaͤßiger befunden wird, die Balken nach ei⸗ ner und derſelben Richtung zu legen. In Fig. 141 und 142 z. B., wo die Treppen in den Etagen uͤbereinander nach einerlei Richtung des Gebaͤudes liegen, muͤſſen auch die Balken, um keine Auswechſelungen machen zu duͤrfen, ſaͤmmtlich nach derſelben Richtung liegen. In Fig. 141 iſt darauf ou ſehen, daß die Treppe, welche zum Boden Theil III, Abtheil. II. B Federvieh⸗ Maſtſtalle. 10 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache fuͤhrt, in der Mitte des Dachs austritt, weil man ſonſt durch die Sparren gehindert werden wuͤrde, von ihr Gebrauch zu machen. §. 136. Die Eingangs erwaͤhnten Maſtungen oder Poularderien, in welchen ka⸗ ſtrirte Gaͤnſe, Puten, Enten, Huͤner und Tauben fett gefuͤttert werden„ erfordern, je nachdem ſolche im großen oder kleinen getrieben werden, eigene Bauanlagen. Bei einer Poularderie im Großen, welche man gern in der Naͤhe eines Waldes und Waſ⸗ ſers anlegt, ſind außer den Staͤllen, eine eigene Wohnung fuͤr den Poularden⸗ Meiſter nebſt Geſinde, heizbare Maſt⸗ und Bruͤteſtaͤlle, Futtergelaß, Keller und Kuͤche mit Keſſeln ꝛc. erforderlich. Ferner gehoͤrt dazu eine hinreichende Anzahl Kuͤhe, um die zur Fuͤtterung des Federviehes erforderliche Quantitaͤt Milch rein und unver⸗ faͤlſcht zu erhalten. Um nur einen allgemeinen Begriff von einer ſolchen Anlage zu ge⸗ ben, will ich dasjenige entlehnen, was Herr von Eckardt in ſeiner Experimen⸗ tal⸗Oekonomie daruͤber angiebt: „Um jaͤhrlich 1283 Stuͤck fettes Gefluͤgel nach und nach in 313 Tagen ablie⸗ „fern zu koͤnnen, muͤſſen taͤglich 41 Stuͤck mageres Gefluͤgel, wovon die meiſten ka— „ſtrirt ſind, in der Maſtung erſetzt werden; weil die Zeit zum Fettmachen bei Tau— „ben, Kapaunen, Enten und Huͤnern 16 Tage, bei Puten und Gaͤnſen 24 Tage be⸗ „traͤgt. Das in ſolcher Menge auf der Maſt ſitzende Federvieh gebraucht taͤglich 107 „Kannen Milch, 103 Pfund Hirſe, 13 6 Pfund Butter ꝛc. Um dieſe Quantitaͤt „Milch taͤglich ſelbſt zu gewinnen, ſind 14 Stuͤck junge, friſch milchende Kuͤhe erfor⸗ „derlich, und um die Menge junges, mageres Federvieh zuzuziehen, muͤſſen außer „den Maſtſtaͤllen oder Stuben auch die gehdrige Anzahl Zuchtſtaͤlle angelegt werden. „Zu einer ſolchen Anlage iſt alſo ein geraͤumiger Platz mit gehoͤrig en Wohnungen, „Kammern, Kellern, Boͤden, Staͤllen und gehoͤriger Wieſewachs erforderlich.— „Ins beſondere aber iſt eine große Maſtſtube von 36 Fuß lang, 28 Fuß breit, 14 Fuß „hoch, mit drei Fenſtern, welche 8 Fuß von der Erde hoch ſtehen, ferner ein Kachel⸗ „ofen in einer Ecke und oben an der Decke zwei Luftzuͤge von 8 Zoll ins Gevierte groß, „welche beſtaͤndig offen bleiben, noͤthig, und der Fußboden in dieſer Stube muß von „Mauerſteinen gepflaſtert ſeyn. Ringsum an den Waͤnden dieſer Stube muͤſſen die „Einſtallungen fuͤr dieſes Maſtgefluͤgel befeſtigt werden, und zwar ſo“(wie nachher bei Fig. 145 ñͤher beſchrieben werden wird),„daß die unterſten weit vor, die obern „aber immer naͤher der Wand zugeruͤckt werden; damit nicht allein vorne zu den „Sauftroͤgen Platz bleibt, ſondern hauptſaͤchlich auch darum, damit der Unrath von iche en gehindert velchen ka⸗ erfordern, zen. Bei ind Waſ⸗ oularden⸗ deller und ahl Kuͤhe, und unver⸗ lage zu ge⸗ derimen⸗ gen ablie⸗ eiſten ka⸗ bei Tau⸗ Tage be⸗ lich 107 Mantitaͤt uhe erfor⸗ ſſen außer t werden. hnungen, rlich.— 14 Suß Kachel⸗ rte groß, muß von uͤſſen die e nachher die obern e zu den rath von innere Einrichtung erfordern, als Federvieh⸗Staͤlleꝛcc. 11 „einer jeden Stallung auf die Erde faͤllt, alle Dage dreimahl hervorgeholt, und der „Platz ſauber gekehrt werden kann. Endlich muß ſich in dieſer Stube eine, von ſtar⸗ „ken Brettern zuſammen gefuͤgte Tafel befinden, 3 Fuß lang, 4 Fuß breit, worauf „das Futter zubereitet, und die abgeſchlachteten Stuͤcke gereinigt werden koͤnnen.“ Anm. Es moͤchte wohl zweckmaͤßiger ſeyn, anſtatt einer ſo großen und tiefen Stube, lieber zwei kleinere, mit einem gemeinſchaftlichen Ofen in der Scheidewand, anzulegen, welche zuſammen dieſelbe Groͤße enthielten, und zugleich noch mehrere Wandflaͤchen gewaͤhrten. „Nebenher wird noch eine geraͤumige Kammer erfordert, die etliche große Kaſten „mit Deckeln erhaͤlt, in welchen beſtaͤndig einige Centner gemahlner Hirſe vorraͤthig „gehalten, auch einige Faͤßchen Butter geſtellt werden koͤnnen. Hiernaͤchſt muß in „dieſer Kammer ein hoher, breiter Schrank mit etlichen 40 eiſernen Haken befindlich „ſeyn, an welchen das abgeſchlachtete und rein geputzte Gefluͤgel ſo lange, bis alles ab⸗ „geliefert wird, gehangen und gegen Fliegen und Ungeziefer mit Gazeleinewandsthuͤ⸗ „ren geſichert werden kann.“ „Ein geraͤumiger Hof fuͤr einige hundert Stuͤck Gefluͤgel zur Zuzucht, nebſt den „Zuchtſtaͤllen an deſſen Seiten, und einem Waſſer in der Mitte fuͤr die Gaͤnſe und „Enten, ein Getreideboden fuͤr etwa 20 bis 30 Wiſpel Gerſte ꝛc. ſind dazu gleichfalls „noͤthig.“ ꝛc. Die oben gedachten Einſtallungen fuͤr das Maſtgefluͤgel werden laͤngs an den Waͤnden der Maſtſtuben nach Fig. 145 von Brettern erbauet, und zwar iſt jede Zelle von unten, von oben, von beiden Seiten und von hinten mit einer Brettwand ver⸗ ſehen. Nur die vordere Seite der Zelle bleibt ganz offen, und jedes Stuͤck Vieh wird nur mit einem Stocke, welcher oben und unten vor der Mitte der Zelle in Loͤchern feſt ſteckt, eingeſperrt. Um ſo viel, als zur Anbringung des Lochs, worin der gedach⸗ te Stock ſteckt, erforderlich iſt, muß alſo das obere Brett jeder Zelle von den Sei— tenbrettern vorſtehen; und auf demſelben wird zugleich vor jeder daruͤber belegenen Zel⸗ le ein Trinktrog von glaſurter Toͤpferwaare oder von ausgepichtem Holze, 6 Zoll lang, 2 Zoll breit, 13½ Zoll tief, befeſtigt, oder verſenkt eingelaſſen. Hinten in jeder Zelle fehlt ein Stuͤck vom Fußboden⸗Brette, oder vielmehr es ſteht ſolches von dem hintern Wandbrette um 3 bis 4 Zoll zuruͤck, durch welche Luͤcke jedes Stuͤck miſten kann, und damit der Miſt von jeder Zelle auf den Fußboden der Stube falle, ſind die Zellenrei⸗ hen uͤber einander nach hinten zuruͤck gebauet. Fuͤr Kapaunen und Maſthuͤner wird eine jede Zelle 9 bis 10 Zoll breit und hoch, und etwa 16 bis 13 Zoll lang gemacht. Fuͤr Puten und Gaͤnſe muͤſſen ſie verhaͤlt⸗ nißmaͤßig groͤßer, doch immer nur ſo groß ſeyn, daß das Thier ſich nicht darin um⸗ B 2 12 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache drehen kann. Gewoͤhnlich macht man die Zellen fuͤr Gaͤnſe und Puten unten, und fuͤr Kapaunen, Huͤner und Tauben oben. Die Taubenſtallungen koͤnnen auch vier⸗ eckige Gitterkoͤrbe ſeyn. Man macht ſie 2 Fuß lang, 2 Fuß breit, und g Zoll hoch, und laͤßt oben in der Mitte nur eine kleine Fallthuͤre von 6 Zoll ins Gevierte, durch welche man die Tauben, deren mehrere in einen ſolchen Korb kommen, einſetzen und herausnehmen kann. Auch zur Einſtallung junger Huͤner kann man dergleichen Koͤrbe gebrauchen. 8 Dieſe kurze Beſchreibung duͤrfte wohl hinreichend ſeyn, um von den Gebaͤuden und Einrichtungen der Maſtſtaͤlle und Poularderien einen ungefaͤhren Begriff zu er⸗ halten. Wer indeſſen eine Federvieh-Maͤſtung im Kleinen verſuchen will, der kann ſolches auch vermittelſt einer Anlage nach Fig. 142, oder auch ſo bewirken, daß die Bruͤtung und Maͤſtung in einer Kammer neben oder uͤber der Geſindeſtube gewaͤhlt wird, wo denn die uͤbrigen Federvieh⸗Staͤlle in andern Gebaͤuden im Gehoͤfte ſich be— finden. Die Anlage der Maͤſtzellen bleibt aber auch in ſolchen Faͤllen nothwendig. — 4 B. Von Schweineſtaͤllen. ——-—— §. 137. Zur zweckmaͤßigen Anlage der Schweineſtaͤlle muß dem angehenden Baumeiſter von der Schweinezucht uͤberhaupt wenigſtens folgendes bekannt ſeyn. Die Benennungen der verſchiedenen Sorten Schweine ſind: ganz junge oder Ferkel; ein Jahr alte, oder kleine Faſelſchweine(Kleinfaſel); zwei Jahr alte, oder große Faſelſchweine(Großfaſel). Ehe die Schweine nicht 2 Jahr, oder beſſer bis 2½ Jahr alt ſind, muͤſſen ſie nicht zur Begattung oder Zucht gelaſſen werden, weil ſonſt ſie ſo wohl, als ihre Jungen von elender, kleiner Race bleiben. Wenn ſie aber zur Zucht gelaſſen worden ſind, heißen die weiblichen, Zuchtſaͤue, und die maͤnnlichen, Stammſchweine(Beyer, Hackſch, Kei— ler, Eber oder Kempen). Die zwei bis dreijaͤhrigen Schweine, welche kaſtrirt und zum Fettmachen aufgeſtallt ſind, werden Maſtſchweine genannt. ache unten, und auch vier⸗ Zol hoch, te, durch ſetzen und den Koͤrbe hebaͤuden ff zu er⸗ der kann daß die be gewaͤhlt fte ſich be⸗ endig. eiſter von nge oder d; zwei Schweine ung oder „kleiner iblichen, ,Kei⸗ e kaſtrirt innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 13 Schon im erſten Jahre zeigen die Schweine den Begattungstrieb, daher nicht nur die einjaͤhrigen von den zweijaͤhrigen und Ferkeln abgeſondert, ſondern auch, be⸗ ſonders diejenigen maͤnnlichen Geſchlechts, welche nicht als Stammſchweine aufgezo⸗ gen und zur Zucht gelaſſen werden ſollen, bei Zeiten kaſtrirt werden muͤſſen, damit ſie die Race nicht verſchwaͤchen. Auf 10 bis 12 Zuchtſauen iſt ein geſunder Kempe zur Fortpflanzung hinlaͤnglich. Eine Zuchtſau wirft jedesmahl 1 bis zu 10 Junge, gewoͤhnlich aber mehr als eins, und dieß in einem Jahre zwei Mahl. Man nimmt daher fuͤr jeden Wurf in der Regel 6 Stuͤck, alſo von einer Sau, in einem Jahre wenigſtens 12 Stuͤck an, weil ſo wohl einige der jungen Ferkel ſterben, als auch gleich nach dem Abſetzen als Spanferkel ver⸗ kauft werden. Die Schweine haben nicht ſo wie die mehrſten andern Thiere eine gewiſſe Zeit im Jahre mit ihren Begattungstrieben, ſondern ſie ſind faſt immer, ſo lange, bis ſie ordentlich belegt ſind, hitzig oder bruͤnſtig. Aus dieſer Urſach werden die Kempen nur zu gewiſſen Zeiten unter die Zuchtſchweine gelaſſen, und uͤbrigens abgeſondert ge— halten. Anm. Wenn die Schweinezucht regelmaͤßig betrieben werden ſoll; ſo duͤrfen die Kempen nur allemahl Anfangs October und Ausgangs Maͤrz zu den Zuchtſaͤuen gelaſſen werden. Da nun eine Sau 16 bis 18 Wochen traͤchtig geht, ſo bringt ſie alsdann allemahl im Auguſt und im Maͤrz die Ferkel, welche 5 bis 6 Wochen geſaͤugt und dann nach 14 taͤgiger Entwoͤhnung nebſt den Mutterſchweinen noch bei guter Jahreszeit auf die Weide getrieben werden. Iſt aber nicht hinlaͤngliche Winterfuͤtterung vorhanden; ſo iſt es beſſer, die Sauen nur einmahl im Jahr ferkeln zu laſſen. In dieſem Falle wird die Sau erſt in der Mitte Decembers belegt, wo ſie dann ihre Jungen im Mai bringt, und letztere noch in demſelben Jahre auf der Weide gehoͤ⸗ rig aufgefuͤttert werden. Auf Wieſen und andere gute Weideplaͤtze muͤſſen die Schweine nicht getrieben werden, weil das andere Vieh, und beſonders die Pferde durch den Schweinemiſt eine Abneigung vor ſolcher Weide erhalten. Nur in Waͤlder und Buͤſche gehoͤren die Schweine, um außer der Eichel⸗ und Buchmaſt die Wurzeln und Inſecten daſelbſt zu genießen; eben ſo auch nur auf die Brach⸗ oder Stoppelfelder. Wer ſeinen Schweinviehſtand nach der Brach⸗ und Stoppel⸗ huͤtung beſtimmen muß, der kann auf jeden Morgen Ackerland nicht mehr als Ein Stuͤck rechnen, und muß außerdem noch, wo moͤglich, mit Trank und Spuͤlig aus der Brandt⸗ weinbrennerei zu Huͤlfe kommen. Wo die Schweine von ſaurer Milch, Wadicke und dem Ab⸗ gange von der Milch nebenher oder vorzuͤglich gefuͤttert werden, da rechnet man den Abgang von der Milch von 1o bis 15 Kuͤhen auf eine Sau und 15 Ferkel oder Faſelſchweine. Wenn man, bei nicht ganz hinlaͤnglichem Winterfutter die Sau zweimahl im Jahre werfen laͤßt, ſo ſind nur diejenigen Ferkel, welche im Fruͤhjahr geworfen werden, die beſten zur Zucht, indem ſolche mit Huͤlfe der Weide ſich beſſer auslegen. Ein Kempe, welcher jaͤhrlich ro bis 12 Sauen zweimahl zu belegen hat, kann bei der beſten Conſtitution nicht viel uͤber A bis 5 Jahr ge⸗ braucht werden; auch wuͤrde es nicht rathſam ſeyn, weil dann das Fleiſch deſſelben zu hart und weniger genießbar werden wuͤrde. Es muß alſo fuͤr jeden alten Kempen immer ein jun⸗ ger zugezogen werden; der alte wird hiernaͤchſt kaſtrirt und fett gemacht. Aus den faͤmmtlichen, 4 Von der Ab⸗ ſonderung, Lage und Groͤße der Schweine⸗ ſtaͤlle. Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache in einem Jahre geworfenen Ferkeln werden die zur Zucht brauchbarſten Mutterſchweine, und die gedachten wenigen jungen Kempen ausgewaͤhlt, und die uͤbrigen zur Maſt oder zum Ver⸗ kauf ſaͤmmtlich kaſtrirt. §. 138. Aus dem bisher geſagten ergiebt ſich nun, daß die Schweine ſchon ihrer Natur nach abgeſondert werden muͤſſen. Es iſt dies aber auch ihrer verſchiedenen Groͤße we⸗ gen nothwendig, und zwar geſchieht ſolches auf folgende Art. 1. Die abgeſetzten Ferkel in einem Stalle, weil ſolche von den gröͤßern Schweinen beſchaͤdigt und verdraͤngt werden wuͤrden. 1 2. Ein Stall fuͤr die Kleinfaſel-Schweine aus eben dem Grunde. In kleinen Wirthſchaften werden dieſe genannten beiden Sorten auch wohl nur durch Ein⸗ ſetzewaͤnde von Brettern, wovon weiter hin die Rede ſeyn wird, einſtweilen, und bis die kleinen Ferkel etwas herangewachſen ſind, abgetheilt. 3. Ein Stall fuͤr die Großfaſel⸗Schweine. In dieſen Stall kommen nicht nur die groͤßern kaſtrirten Schweine beiderlei Geſchlechts, und die zur Zucht aufzuziehenden Mutterſchweine, ſondern auch die Zuchtſauen, ſobald ſie geworfen ha— ben, und die Ferkel abgeſetzt ſind. 4. Saukothen oder kleine Staͤlle, in welche jede Zuchtſau, beſonders kurz vor dem Ferkeln und bis die Jungen avbgeſetzt ſind, geſtallet wird, weil eine Sau, wenn ſie Junge hat, bei der Annaͤherung eines andern Schweins ſehr boͤſe wird. 5. Maſtſtaͤlle, in welchen die kaſtrirten Großfaſel⸗Schweine, die nicht zur Zucht gebraucht werden, auch die unbrauchbar gewordenen Kempen und Zuchtſauen, nachdem ſolche beiderſeits kaſtrirt ſind, fett gefuͤttert werden. 6. Ein Stall fuͤr kranke Schweine, damit ſolche abgeſondert von den uͤbri⸗ gen gefuͤttert, und ruhiger gehalten werden koͤnnen. 7. Wo die Schweine zum Maͤſten in Eich- und Buchwaͤlder getrieben werden, da muͤſſen im Walde ebenfalls Staͤlle mit Krippen, und entweder ein See„ oder flie⸗ ßendes Waſſer, oder eine Pumpe, vorhanden ſeyn. In ſolchen Stall werden die Schweine zur Nacht eingetrieben. 6. 8. Wo die Schweinezucht ſehr im Großeſt betrieben wird/ thut man wohl, noch mehrere Unterabtheilungen zu machen, und zwar die zur Zucht beſtimmten Schweine (wohin vorzuͤglich die zur rechten Zeit geworfenen Ferkel gehdͤren) aus allen vorge⸗ dachten Klaſſen eine jede von denen, welche zum Verkauf oder zum Maͤſten aufgezogen werden, beſonders zu ſtallen, und ſie beſonders gut zu fuͤttern. 3 In kleinen Wirthſchaften wird der Schweineſtall gewoͤhnlich an einem Giebel des Bren ihren 1 ſchr gegen höhe der ache ſchweine, und oder zum Ver⸗ hrer Natur Grͤße we⸗ en groͤßern unde. In durch Ein⸗ en, und bis all kommen zur Zucht vorfen ha⸗ ders kurz ne Sau, ird. nicht zur uchtſauen, den uͤbri⸗ n werden, „oder flie⸗ verden die wohl, noch Schweine llen vorge⸗ aufgezogen Giebel de⸗ innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 15 Kuhſtalles angelegt, weil die jungen Ferkel nach dem Abſetzen am beſten mit ſaurer Milch und Wadicke, und nur nebenher mit anderm Futter gefuͤttert, und ſo nach und nach entwoͤhnt werden. Beſſer aber, vorzuͤglich in großen Wirthſchaften, werden die Schweineſtaͤlle in beſondern Gebaͤuden angelegt. Iſt eine Brau⸗ und Brennerei beim Gehoͤfte, ſo finden die Maſtſtaͤlle neben der Brennerei ihren ſchicklichſten Ort. Die Kempenſtaͤlle koͤnnen ganz beſonders im Gehoͤfte, oder auch neben den Maſtſchweine⸗ ſtaͤllen, angelegt werden. Die letztere Lage duͤrfte deshalb wohl die beſte ſeyn, weil die Kempen der Zucht wegen ſehr gut genaͤhrt werden muͤſſen. Wo keine Brau- und Brennerei auf dem Gehöͤfte iſt, da finden die Maſtſtaͤlle am beſten neben der Molkerei ihren Platz. Anm. Zuweilen wird auch als Regel angegeben, den Schweineſtall moͤglichſt vom Pferdeſtalle entfernt, anzulegen, weil der Geruch von den Schweinen den Pferden ſehr unangenehm, und ihr beſtaͤndiges Grunzen den Pferden beunruhigend ſei. Der verdienſtvolle und alles ſorgfaͤltig beobachtende Oekonom, Herr Staatsrath Thaer, hat jedoch den Schweineſtall dicht beim Pferdeſtalle, und bemerkt nicht, daß die Pferde dadurch ſich weniger wohl befinden, oder be⸗ unruhiat werden; vielmehr findet derſelbe, daß die Vermengung des Pferde⸗ und Schweine⸗ Miſtes ſehr vortheilhaft ſei. Da die Sonne den Schweinen uͤberhaupt, und beſonders den jungen Ferkeln ſehr zutraͤglich iſt, ſo muß der Schweineſtall im Gehoͤfte wo moͤglich mit der Fronte gegen Mittag liegen. Uebrigens muß die Lage und der Boden trocken und etwas er— hoͤhet ſeyn, wovon weiterhin ein mehreres vorkommen wird. Ein hinlaͤnglicher Raum in den Staͤllen iſt immer jeder Creatur ſehr zutraͤglich. Zu viel Raum ſowohl in der Laͤnge, Breite als Hoͤhe, verurſacht aber auch, außer den uͤberfluͤſſigen Baukoſten, daß ſolche Staͤlle im Winter zu kalt ſind. Ueber folgen⸗ de Maße ſtimmen die mehrſten Schriftſteller und erfahrnen Oekonomen uͤberein, als: zum Ferkelſtall, fuͤr jedes Stuͤck 5 bis 6 Quadratfuß; zum Kleinfaſelſchweine-Stall, fuͤr jedes Stuͤck 3 Quadratfuß; zum Stall fuͤr Großfaſel oder erwachſene Schweine, fuͤr jedes Stuͤck 10 Quadratfuß. Dieſe Groͤßen gelten jedoch nur fuͤr große Schweinezuchten, wo jede dieſer Sor— ten in einem beſondern Stalle gehalten wird. Wenn aber bei kleinern Schweinezuch⸗ ten in einem Stalle, zur Abſonderung der gedachten Klaſſen, oder gar in dem Groß⸗ faſelſtalle fuͤr die Saukothen noch beſondere Abtheilungen, durch Brettwaͤnde gemacht werden ſollen, da muß der Stall verhaͤltnißwaͤßig groͤßer angelegt werden. Eine Saukothe muß hinlaͤnglich groß, und zwar wenigſtens 5 Fuß breit und 7 bis 8 Fuß lang gemacht werden, weil nicht nur eine Sau mit zuweilen 3 bis 10 Fer⸗ 16 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache keln Platz darin finden muß, ſondern auch weil, wenn wegen Mangel an hinlaͤngli⸗ chem Raum die Sau ihre Ferkel druͤckt oder toͤdtet, ſie ſolche zuweilen frißt, und ſich ſo das Freſſen ihrer eigenen Jungen angewoͤhnt. Ein Kempenſtall muß die Groͤße einer Saukothe erhalten, weil dieſe Thiere oft groß und dabei ſehr unruhig ſind. Die Maſtſtaͤlle werden am beſten jedesmahl fuͤr e Schweine abgetheilt. Je⸗ de ſolche Abtheilung muß wenigſtens 24 Quadratfuß enthalten, jedoch nicht weniger, weil dieſe Thiere ſehr uͤppig ſind und vielen Futterneid beſitzen, daher beſſer, beſon⸗ ders da, wo der Schlag der Schweine groß iſt, 35 bis 40 Quadratfuß zu rechnen ſind. Wenn mehrere in einem Stalle beiſammen gemaͤſtet werden muͤſſen, ſo ſind fuͤr jedes Maſtſchwein 12 bis 16 Quadratfuß hinlaͤnglich. Ueber die Groͤße des Stalles fuͤr kranke Schweine, welcher nur bei großen Schweinezuchten nothwendig iſt, und dann von den uͤbrigen Schweineſtaͤllen abgeſon⸗ dert angelegt wird, laͤßt ſich natuͤrlich nichts beſtimmen. Die Groͤße eines Stalles in Eich- und Buchwaͤldern richtet ſich nach der Zahl der daſelbſt weidenden Maſtſchweine. Dieſe Staͤlle werden uͤberhaupt ſehr leicht und nur eigentlich als Schuppen gebauet. Wenn die Zuchtſauen, Großfaſel⸗, Kleinfaſel⸗Schweine und Ferkel auch bei nicht großen Schweinezuchten, in einzelnen Abtheilungen des Stallgebaͤudes ſtehen, ſo verſteht ſich jedoch von ſelbſt, daß die Sauen mit ihren Ferkeln nicht mit den uͤbri— gen Schweinen auf einer und derſelben Futtertenne gefuͤttert werden duͤrfen. Auf einer Tenne werden die ſaͤmmtlichen Ferkel, Klein⸗- und Großfaſel⸗Schweine, beſonders wenn ſie Abends von der Weide kommen, gemeinſchaftlich gefuͤttert, und damit die kleinern von den groͤßern nicht verdraͤngt, auch die Troͤgge gehoͤrig geſtellt werden koͤnnen, ſo muß dieſe Futtertenne ſo groß ſeyn, als die Großfaſel⸗, Klein⸗ faſel- und Ferkelſtaͤlle zuſammen genommen an Groͤße betragen. Auch muͤſſen die Staͤlle um dieſe Futtertenne herum liegen und ihre Zugaͤnge von derſelben aus erhal⸗ ten. Nach dem Futtern wird eine jede Sorte in den Stall getrieben, wobei der Hirt ſich unter den Haufen begiebt, und oft mit vieler Muͤhe die Abſonderung der Schwei⸗ ne vorzunehmen hat. Die zweite, von dieſer ganz abgeſonderten Futtertenne fuͤr die Zuchtſauen, muß ebenfalls ſo liegen, daß die Saukothen dieſelbe umſchließen und ihre Zugaͤnge von der⸗ ſelben erhalten. Die Fuͤtterung der Sauen mit ihren Ferkeln auf dieſem Platze ge⸗ ſchieht ſo, daß Anfangs eine jede Sau mit ihren Jungen allein, hernach mehrere Sauen mit ihren Jungen, und endlich wegen der Entwoͤhnung, die Ferkel allein und und koth der ohne Grun Saut derſel zu ſeh 2 nſache . an hinlaͤngli⸗ ißt, und ſih dieſe Thiere theilt. Je⸗ ht weniger, ſer, beſon⸗ zu rechnen ſo ſind fuͤr rde gtoßen len abgeſon⸗ tet ſich nach rhaupt ſehr kel auch bei des ſtehen, it den uͤbri⸗ den duͤrfen. Schweine, uͤttert, und oörig geſtellt ⸗, Klein⸗ muͤſſen die aus erhal⸗ hii der Hirt er Schwei⸗ auen, muß ge von der⸗ Platze ge⸗ ich mehrere zerkel allein und innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 17 und die Saͤuen allein, herausgelaſſen und abgefuͤttert werden. Liegen nun die Sau⸗ kothen um dem Futterplatze herum, ſo koͤnnen die Troͤge fuͤglich nicht anders als in der Mitte deſſelben ſtehen, und muͤſſen deren ſo viele vorhanden ſeyn, daß die Thiere, ohne ſich draͤngen zu duͤrfen, vor denſelben ſtehen und freſſen koͤnnen. Aus dieſem Grunde muß bei wenigen Saukothen um einen Futterplatz, letzterer die Groͤße der Saukothen zuſammen genommen enthalten, bei vielen Saukothen hingegen braucht derſelbe allenfalls nur fuͤr jede Saukothe 30 Quadratfuß gerechnet, im Ganzen groß zu ſeyn. Anm. In England werden die Schweine gewoͤhnlich in den Hof gelaſſen, um gefuͤttert zu werden. Von andern iſt vorgeſchlagen worden, anſtatt der vorgedachten Futtertennen, einzelne ſe⸗ parirte Futterhoͤfe vor den Schweineſtaͤllen anzulegen, welchem Vorſchlage auch Herr Man⸗ ger in ſeiner oͤkonomiſchen Baupiſſenſchaft beipflichtet. Die mehreſte Erfahrung ſcheint aber fuͤr die Futtertennen zu ſeyn, welche auch zu jeder Jahreszeit und Witterung mit gleicher Bequemlichkeit benutzt werden koͤnnen. Zur Einrichtung großer Schweineſtaͤlle gehoͤrt auch eine beſondere Kuͤche, welche zugleich die Futterkammer iſt. In dieſer Kuͤche muͤſſen die Stampftroͤge ſtehen, und ein oder mehrere eingemauerte Keſſel angelegt ſeyn. Kann man unter oder neben der Kuͤche auch noch einen gewoͤlbten Keller, zur Aufbewahrung der zum Schweinefutter beſtimmten Gewaͤchſe, anbringen, ſo giebt dies noch mehrere Bequemlichkeit. Eine ſolche Kuͤche muß entweder ganz nahe beim Schweineſtall, oder beſſer in dem Stallge⸗ baͤude ſelbſt befindlich ſeyn, und aus folgenden Urſachen mit den Saukothen und uͤbri⸗ gen Schweineſtaͤllen vermittelſt bequemer Gaͤnge in Verbindung ſtehen. Sobald naͤhm⸗ lich eine Sau ihre Ferkel geworfen hat, muß derſelben von Kleie und Schrot, oder von grobem Mehle ein milchwarmes Getraͤnk, oder Oehlkuchen mit Waſſer, vollauf, taͤglich 3 bis 4Ʒ Mahl, und zwar 4 Wochen lang, verabreicht werden, damit ſie den Ferkeln genugſame Milch geben kann. Nach 4 Wochen giebt man der Mutter, da⸗ mit ſich die Milch verringere, etwas geringeres Futter, auch Gras oder Klee, und gewoͤhnt die Ferkel ſelbſt zum Freſſen an, indem man die Sau allein in den Hof laͤßt, und waͤhrend der Zeit den Jungen entweder Mehlgetraͤnke, oder mit der Zeit etwas Schrot von Gerſte, oder Hafer, oder Koͤrner von Gerſte oder Hafer,*) welche aber vorher gekocht und wieder kalt geworden ſeyn muͤſſen, oder aber am beſten, ſauere Milch mit etwas gekochten Koͤrnern, auf der Futtertenne verabreicht. *) Den jungen Ferkeln viel Koͤrnerfutter gleich Anfangs zu geben, hat den Nachtheil, daß ſie leicht den boͤſen Grind, oder einen aͤhnlichen Ausſchlag bekommen. Wenn die Ferkel nach 5 bis 6 Wochen abgeſetzt werden, dann muß man mit der vorgedachten Fuͤtterung noch einige Wochen fortfahren, und ſie nach und nach erſt auf Theil III. Abtheil. II. C 18 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache die Weide ſchicken, auch demnaͤchſt in den allgemeinen Ferkelſtall bringen. Hieraus geht alſo hervor, daß da, wo viel Ferkel gezogen werden, auch ein beſonderer kleiner Stall fuͤr die Abſetzferkel von vielem Nutzen iſt. Dieſer Ferkelſtall kann auch in dem allgemeinen Ferkelſtalle durch Einſetzbretter abgeſchlagen werden. Die uͤbrigen Faſelſchweine und groͤßern Ferkel werden mit gekochten Kartoffeln, geſtampften Ruͤben oder Kohl, auch wohl mit Brandtwein- und anderm Spuͤhlig gefuͤt⸗ tert.**) Zu allem dieſem Behuf iſt die vorgedachte Kuͤche, Keller ꝛc., ſo wie auch eine ausgemauerte Grube fuͤr den Spuͤhlig erforderlich. ***) Den Saͤuen, welche ferkeln ſollen, muß kein Spuͤhlig aus der Brandtweinbrennerei gegeben werden, weil ſolche mehrentheils dann verwerfen. Daß das gekochte Futter den Schweinen in Troͤgen verabreicht werden muß, verſteht ſich von ſelbſt; alles uͤbrige trockene oder blos geſtampfte Futter, als Ruͤben, Kohl ꝛc., wird ihnen aber blos auf die Futtertennen vorgeworfen, und die Troͤge als⸗ dann voll Waſſer gegoſſen, weil es den Schweinen ihrer hitzigen Natur wegen nie an Waſſer feylen darf. Die Anlage der Maſtſtaͤlle, welche, wie ſchon gedacht, am zweckmaͤßigſten der Brandtweinbrennerei(wo ſolche vorhanden iſt) nahe liegen, unterſcheidet ſich von den ſo eben erwaͤhnten uͤbrigen Schweineſtaͤllen dadurch, daß ſolche keine Futtertennen er⸗ halten, ſondern die Troͤge dergeſtalt gegen die Staͤlle anliegen, daß die Schweine, ohne aus dem Stalle gelaſſen werden zu duͤrfen, daraus freſſen koͤnnen, wie weiter hin umſtaͤndlicher beſchrieben werden wird. Laͤngs vor dieſen Troͤgen muß aber ein, wenigſtens 4 bis 5 Fuß breiter Gang vorhanden ſeyn, auf welchem die Stampftroͤge, Einbruͤhbottige ſtehen, und das vorraͤthig zubereitete Futter,(welches den Maſtſchwei⸗ nen am Ende der Maͤſtung jedesmahl wenig, aber recht oft verabreicht wird,) aufbe⸗ wahrt werden kann. Auf eine Futterkammer neben den Maſtſtaͤllen, zur Aufbewahrung und Zubereitung des Schrotes ꝛc. und auf eine Sei⸗ und Traͤnkgrube, letztere entweder in der Brenn⸗ oder Brauerei ſelbſt, oder in dem Maſtſtalle, muß gleichfalls Ruͤckſicht genommen werden. Was in Ab⸗—§. 139. detaen in Es iſt ein ſehr einfaͤltiges Vorurtheil, wenn man glaubt, daß ein Schwein von Schweine Natur ein unreinliches Thier ſei, und in einem unreinlichen Stalle am beſten gedeihe. beim Bu de So wie Reinlichkeit allen uͤbrigen Thieren vorzuͤglich zutraͤglich und gedeihlich iſt, eben 5 5 b, ſo iſt ſie es auch den Schweinen. Daß aber ein Schwein ſich oft und gern im Kothe und obachten iſt. Unflath waͤlzt, ruͤhrt von ſeiner hitzigen Natur her, und man muß daraus nicht einen ache n. Hieraus derer kleiner uch in dem Kartoffeln, hlig gefuͤt⸗ wie auch rei gegeben den muß, 5 Nuͤben, roͤge als⸗ n nie an gſten der von den ennen er⸗ Schweine, de weiter aber ein, ampftroge, Naſtſchwei⸗ „) aufbe⸗ bewahrung entweder Ruͤckſicht hwein von en gedeihe. hiſt, eben Kothe und nicht einen innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 19 Hang, ſich abſichtlich zu beſchmutzen, herleiten, ſondern auf die Nothwendigkeit zur Abkuͤhlung und Schwemme, folglich auf eigene Geſunderhaltung dieſer Thiere ſchlie⸗ ßen. Eine Schwemme iſt ihnen, wegen des durch ihre Ausduͤnſtungen auf der Haut ſich ſammelnden Schmutzes, je fetter ſie werden, je mehr nothwendig. Aus dieſer Urſach iſt es ſehr vortheilhaft, wenn im Gehoͤfte ein reines Gewaoͤſſer befindlich iſt, in welchem die Schweine uͤberhaupt, und vorzuͤglich die Maſtſchweine, gebadet werden koͤnnen. Iſt ein ſolches Waſſer nicht vorhanden, ſo muͤſſen ſie auf dem Hofe oftmahls mit Waſſer begoſſen werden. Man kann alſo annehmen, daß Reinlichkeit in den Staͤllen, außer einer guten trockenen Streu,**) auch fuͤr die Schweine ein Haupt— beduͤrfniß iſt, und um dies zu bewirken, gehoͤren dazu vorzuͤglich zweckmaͤßig an⸗ gelegte Fußboͤden. *) In den Saukothen zu viel Streu zu geben, kann, beſonders wenn die Ferkel noch ſehr jung ſind, auch wieder den Nachtheil bewirken, daß dieſe kleinen Thiere ſich darunter verſtecken, von der Mutter nicht geſehen, und folglich leicht erdruͤckt werden. Eben dies kann auch dann eintreten, wenn etwa der Miſt in den Saukothen ſich anhaͤuft. Einige Oekonomen ſind der Meinung, daß ausgebohlte, oder mit Holz be⸗ legte Fußboͤden, den Schweinen waͤrmer, und folglich zutraͤglicher als gepflaſterte ſind. Daß ſie waͤrmer ſind,(wenn anders die Waͤrme den Schweinen aus vorgedachten Ur⸗ ſachen, nicht ſogar im Sommer nachtheilig wird,) hat ſeine Richtigkeit; allein daß ſie muͤhſamer als gepflaſterte Fußboͤden zu reinigen ſind, und was wohl das ſchlimmſte iſt, daß der Urin die Bohlen ganz durchzieht, und dann das Vieh beſtaͤndig in dieſen nach⸗ theiligen Ausduͤnſtungen liegen muͤſſe, iſt wohl eben ſo wenig zu leugnen. Wenn man dennoch die Fußboͤden von Bohlen macht; ſo iſt zu merken, daß ſolche einen hinlaͤnglichen Abfall von der Krippe nach hinten zu erhalten, mit Loͤchern durchbohrt ſeyn, oder mit breiten Fugen zwiſchen den Bohlen verſehen, oder(da ſich beides bald mit Miſt verſtopft) noch beſſer ſo gemacht werden muͤſſen, daß der Fuß⸗ boden von der hintern Mauer um ungefaͤhr 2 Zoll abſteht, durch welchen Zwiſchen⸗ raum der Urin nach unten abfließen kann. Wenn der Urin auf dieſe Art unter den Fußboden laͤuft, ſo muß derſelbe hohl gelegt, und das darunter befindliche Terrain, wenigſtens mit Feldſteinen, gepflaſtert und mit Abzuͤgen verſehen werden. Um einen ſtets reinlichen Fußboden zu erhalten, haben einige vorgeſchlagen, runde Stangen mit geringen Zwiſchenraͤumen neben einander, oder auch ein en— ges Gitterwerk als Fußboden zu legen, und unter demſelben, wie vorgedacht, einen hohlen Raum zu laſſen, damit der Urin durch die Stangen einen leichten Abfluß erhalte. Liegen aber die Stangen ſo nahe an einander, daß ein Schwein mit ſeinen Fuͤßen nicht durchgleiten kann, ſo werden die Zwiſchenraͤume ſehr bald von Miſt und C 2 20 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Streu verſtopft ſeyn, und kein Abfluß dazwiſchen uͤbrig bleiben. Uebrigens will man bemerkt haben, daß ſich dieſe Thiere bald an einen ſolchen Fußboden gewoͤhnen. Die mit Feldſteinen gepflaſterten Fußboͤden ſind in Schweineſtaͤllen die ge⸗ braͤuchlichſten; wenn man aber ſtreng auf Reinlichkeit und Geſundheit der Thiere ſieht, ſo laͤßt ſich dagegen einwenden, daß der Urin groͤßtentheils von der Pflaſtererde einge⸗ zogen, und aller Reinlichkeit ungeachtet ein nachtheiliger Geruch erhalten wird. Die mit Klinkern auf der hohen Kante, oder mit Flieſen gepflaſterten Fußboͤden, ſind daher meiner Meinung nach in Schweineſtaͤllen die reinlichſten und beſten, und zwar, wenn ſolche,(wie es jedesmahl geſchehen ſollte,) von den Seitenwaͤnden ab nach der Mitte und zugleich von der Krippe ab nach hinten, mit einem ſtarken Gefaͤlle von bei⸗ nahe 1 Zoll auf den laufenden Fuß gepflaſtert und von ſolchem gemeinſchaftlich tiefſten Punkte aus durch die Frontmauern mit Loͤchern oder Ausfluͤſſen von 4 bis 5 Zoll ins Gevierte groß verſehen werden. Dergleichen gepflaſterte Fußboͤden ſind durch das Be⸗ ſpuͤhlen mit Waſſer ſehr gut zu reinigen, und von allem Geruch zu befreien; und da, vorzuͤglich im Winter, alle Abend trockene Streu gegeben wird, ſo werden ſolche Fuß⸗ boͤden fuͤr das Wohlſeyn und fuͤr die Geſundheit der Schweine immer die beſten blei⸗ ben. Selbſt bei weniger Streu ſind ſie fuͤr Maſtſtaͤlle ganz vorzuͤglich geeignet, weil dieſe uͤberhaupt, wegen der Feiſtigkeit der Thiere, noch kuͤhler als die uͤbrigen Schwei⸗ neſtaͤlle gehalten werden muͤſſen. Die Fußboͤden in den Futtertennen werden(es moͤgen uͤbrigens die Staͤlle ſelbſt gepflaſtert oder gebohlt ꝛc. ſeyn) allemahl, entweder mit Feldſteinen oder beſſer gleich⸗ falls mit Klinkern auf die hohe Kante in Kalk gepflaſtert, und mit eben ſolchem, jedoch von den Staͤllen abwaͤrts gekehrten Gefaͤlle und Abfluß, wie vorher gedacht, verſehen, weil ſolche taͤglich wenigſtens einmahl ſehr rein abgewaſchen oder eigentlich geſcheuert werden muͤſſen.. Anm. In dem Journal, P'Eſprit des Journaux, Tom. V, Mai 1791, S. 375, wird in Be⸗ treff der Reinlichkeit der Schweine Folgendes angefuͤhrt:„Es iſt weſentlicher als man den— „ken ſollte, in einem Schweineſtalle einen freien Staͤnder oder Pfahl aufzuſtellen, an wel⸗ „chem die Schweine ſich reiben oder ſcheuern koͤnnen. Herr Marſchall hatte Gelegenheit, „die Nuͤtzlichkeit davon zu bemerken, als er ein paar Schweine in einen Stall brachte, in „welchem von ungefaͤhr ein ſolcher Pfahl befindlich war. Als die Schweine in dieſen Stall „kamen, waren ſie unrein, ihr Haar ſtrupig, und ihr Anſehen ſchlecht und traͤge. In „wenigen Tagen reinigten ſich die Schweine vollkommen, ihre Borſten waren ſehr gleich „und glaͤnzend; man bemerkte auch an der Munterkeit der Schweine, daß ſie ſich ſehr „wohl befaͤnden. Es iſt nicht zweifelhaft, daß diejenigen Thiere, welche kein Wohlbehagen „finden, auch nicht zunehmen. Die Wieſengaͤrtner(Herbagers) unterlaſſen es niemahls, „einige Baͤume oder Pfaͤhle ſtehen zu laſſen, damit ihr Vieh ſich daran reiben koͤnne; und „demungeachtet hat vielleicht noch niemand daran gedacht, in einem Schweineſtalle in eben fache ens will man onen. lllen die ge⸗ hiere ſieht/ kerde einge⸗ ird. Die den, ſind ind zwar, nach der von bei⸗ htiefſten Zoll ins das Be⸗ und da, lche Fuß⸗ ſten blei⸗ net, weil Schwei⸗ dtaͤlle ſelbſt iſeer gleich⸗ hem, jedoch :, verſehen, geſcheuert wird in Be⸗ s man den⸗ een, an wel⸗ Gelegenheit, brachte, in dieſen Stall traͤge. In mſehr gleich ſie ſich ſeht Wohlbehagen es niemahls, koͤnne; und talle in eben innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 21 „der Abſicht einen Pfahl zu errichten, obgleich dieſe Creaturen es eben ſo noͤthig haben „ſich zu reiben, um geſund zu ſeyn, als anderes Vieh ꝛc. J. B. B., Eigenthuͤmer und Ackersmann zu J... §. 140. Zur Geſundhaltung der Schweine gehoͤrt ferner eine angemeſſene Hoͤhe Von der H⸗ der Staͤlle. Die bekannteſten Schriftſteller hieruͤber geben ſolche ſehr verſchieden an, 9 dn gn und indem jeder ſeine Angabe mit Gruͤnden zu unterſtuͤtzen ſucht, wird bald die Hoͤhe zuͤgen u. dem der Maſtſtaͤlle groͤger, als die der uͤbrigen, bald umgekehrt verlangt. Meine Mei⸗ Bodenraum .... 4..„ in Schweine nung hieruͤber iſt: daß wenn die Maſtſtaͤlle kuͤhler als die uͤbrigen ſeyn ſollen, ſie auch ſtaͤllen. hoͤher als die uͤbrigen Schweineſtaͤlle ſeyn koͤnnen. Letzteres wird zuweilen unvermeid⸗ lich, wenn z. B. ſelbige in andern hoͤhern Gebauden angelegt werden. Die Maſtſtaͤlle aber abſichtlich hoͤher als die uͤbrigen Schweineſtaͤlle zu bauen, waͤre meines Dafuͤrhal⸗ tens eine unnoͤthige Verſchwendung, da die uͤbrigen Schweineſtaͤlle ſchon eine, der ge⸗ ſunden Luft und der Bequemlichkeit, angemeſſene Hoͤhe erhalten muͤſſen. Will man außerdem noch die Maſtſtaͤlle kuͤhler als die uͤbrigen halten, ſo benetze oder ſcheuere man den Fußboden darin vorzuͤglich im Sommer recht oft mit reinem Waſſer, wel— ches zugleich die Luft reinigt und den Schweinen ſehr zutraͤglich iſt. Ueberhaupt iſt zu bemerken, daß jeder Stall nur mit der darin gehoͤrigen Anzahl Thiere, fuͤr die er beſtimmt iſt, angefuͤlit ſeyn ſollte, um letztern einen geſunden Aufenthalt zu gewaͤhren; denn ſind zu viel Schweine in einem Stalle, ſo wird ſelbſt in einem ſehr hohen Stalle ihnen die Hitze darin ſchaden, und ſind zu wenig, nach Maaßgabe der Groͤße des Stalles darin, ſo wird ihnen im Winter ſelbſt ein ſehr niedriger Stall noch zu kalt ſeyn. In Hinſicht auf die Groͤße der Schweine ſelbſt wuͤrde eine Höͤhe von 6 Fuß ſchon hinreichend ſeyn. Da aber ihre ſtarke Ausduͤnſtung die Luft ſehr leicht verdirbt, und auch damit man bequem im Stalle handthieren kann, wuͤrde ich bei hinreichen⸗ den Luftzuͤgen die Hoͤhe fuͤr alle Arten von Schweineſtaͤllen auf 3 Fuß im Lichten feſtſetzen. Die Decke muß ſo wohl wegen der noͤthigen Waͤrme des Stalles im Winter, als auch damit die Duͤnſte nicht in den Bodenraum dringen, ſehr feſt ſeyn. Die mehr ge— dachten geſtreckten Windeldecken ſind daher auch hier die beſten und wohlfeilſten. Der Bodenraum, zu welchem eine bequeme Treppe fuͤhren muß, kann zur Streu, und als Kafboden, ſonſt aber auch, wenn die Decke, wie gedacht, feſt und gut ge— macht iſt, zu jedem andern beliebigen Behuf benutzt werden. Wenn Streu und der⸗ gleichen fuͤr die Schweinezucht gehoͤrige Gewaͤchſe auf dem Boden aufbewahrt wer⸗ 22 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache den; ſo iſt es ſehr bequem, wenn uͤber jede Futtertenne eine Oeffnung in der Decke angebracht iſt, um die Streu ec. ſogleich herunter werfen zu koͤnnen. Da die Schweineſtaͤlle nach voriger Angabe nur niedrige Gebaͤude ſind, und wenn geſtreckte Windeldecken gewaͤhlt werden, ihre Hoͤhe von 8 Fuß ſogar mit Inbe— griff des Balkens angenommen werden kann; ſo eignet ſich, wie ſchon vorher gedacht, ein Theil des Bodenraums auch ſehr gut fuͤr die Huͤnerſtalle, welche daſelbſt einen war⸗ men Platz finden. Die Luft in einem Schweineſtalle muß immer kuͤhl ſeyn, und die Schweine nie⸗ mahls im Schweiß kommen, weil ſonſt, wenn ſie ploͤtzlich friſche Luft erhalten, es ih— nen ſo nachtheilig als vielen andern Thieren iſt. Jedoch darf auch eben ſo wenig Kaͤlte oder eine empfindliche Zugluft die Schweine treffen, weshalb die Luftzuͤge(ſo wie ſchon vorher bei den Schafſtaͤllen geſagt worden) ſo nabe als moͤglich an der Decke in den Umfaſſungswaͤnden anzulegen ſind. So gedeihlich es fuͤr die Schweine iſt, wenn ihnen ihre Staͤlle eine angemeſſene Waͤrme gewaͤhren, eben ſo nachtheilig iſt es, die Staͤlle durch Verſtopfung oder Verſchließung der Luftzuͤge, zu warm zu halten. Anm. Herr von Eckardt fuͤhrt in ſeiner Exyperimental⸗Oekonomie folgendes Beiſpiel an: „In einem Maſtſtalle, worin zuſammen 60 Schweine lagen, waren 2 Luftloͤcher in den „Umfaſſungsmauern, jedes 14 Zoll ins Gevierte befindlich, von dem Brennerknechte aber „einſtmahls im Winter das eine ganz, das andere zur Halfte mit Stroh, aus guter Mei⸗ „nung verſtopft worden. Ungefaͤhr eine Stunde hernach war ſchon eine ſo große Hitze im „Stalle entſtanden, daß, als man zufaͤllig den Stall oͤffnete, die Schweine kaum noch athmen „konnten, durch einander taumelten und der Schweiß ihnen wie Waſſer vom Leibe lief. Damit aber die in den Umfaſſungswaͤnden angelegten Luftzuͤge auch mit einander korreſpondiren, und die beabſichtigte Wirkung leiſten koͤnnen; ſo muͤſſen die innern Waͤnde, zur Abtheilung der verſchiedenen Staͤlle im Gebaͤude nicht bis zur Decke hin⸗ auf reichen. Die Abtheilungswaͤnde zu den Saukothen werden daher gewoͤhnlich nur 5 bis 6 Fuß hoch gemacht. In den hiernaͤchſt folgenden Beiſpielen wird hieruͤber noch mehreres geſagt werden. Gewoͤhnlich werden die Luftzuͤge nur als Kreuzloͤcher geſtaltet. Da aber durch ſelbige Schnee und Regen in den Stall treiben kann, ſo iſt es auch hier beſſer, ſolche durch theilweiſe Weglaſſung des Balkenſtirn⸗Brettes zu verſchaffen. Es muͤſſen aber einestheils deren nie zu wenig gemacht, anderntheils auch, damit alsdann die Kaͤlte im Winter nicht zu ſtark eindringe, innerhalb Klappthuͤren vor ſelbige angebracht werden. Da bekanntlich auch das Tageslicht zur Reinigung der Luft vieles beitraͤgt; ſo wird es zur Geſundheit der Schweine gereichen, wenn in den Staͤllen einige Fenſter an fache in der Decke 2 ſind, und ꝛr mit Inbe⸗ her gedacht, einen war⸗ weine nie⸗ en, es ih— enig Kaͤlte 2(ſo wie Decke in iſt, wenn ſſt es, die lten. Beiſpiel an: oͤcher in den rknechte aber as guter Mei⸗ roße Hitze im n noch athmen ibe lief.“ wit einander n die innern r Decke hin⸗ oͤhnlich nur leruͤber noch aber durch ſſer, ſolche nuͤſſen aber n die Kaͤlte angebracht eitraͤgt; ſo nige Fenſter innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤllecc. 25 angebracht werden, wodurch man zugleich das erforderliche Licht bei Wartung, Pfle⸗ ge und Reinhaltung derſelben erhaͤlt. §. 141. Um ſo wohl das geſagte durch Beiſpiele zu erlaͤutern, als auch um die Conſtru— ction der Schweineſtaͤlle naͤher zu zeigen, iſt bei der Anlage Fig. 146 angenommen worden, daß der geſammte Schweineſtall 13 Zuchtſauen, 78 Ferkel, 65 kleine und 45 große Faſelſchweine nebſt Futterkammer ꝛc. enthalten, der Kempenſtall aber beſon⸗ ders liegen ſoll. Das ganze Gebaͤude iſt maſſiv, 129 Fuß 4 Zoll lang, 38 Fuß tief, und die Ab⸗ theilungen darin(ſiehe Fig. A) folgende: a 13 Zuchtſauſtaͤlle, jeder ungefuaͤhr 5 Fuß mit Inbegriff der Scheidewaͤnde breit und 8 Fuß lang. b der Futterplatz dazu enthaͤlt 388 ⅞ Quadratfuß, welches beinahe 30 Qua⸗ dratfuß auf jede Sau betraͤgt. Damit aber die kleinen Ferkel, welche ſo eben erſt abgeſetzt worden, beſon⸗ ders gepflegt, und beſſer als die uͤbrigen geſtreuet werden koͤnnen, ſo iſt allenfalls c ein Stall fuͤr dergleichen kleine Ferkel von 229 ½ Quadratfuß groß, welcher jedoch auch in ndthigen Faͤllen als Krankenſtall, oder auch zu Futtervorraͤthen ge— braucht werden kann. Hiernaͤchſt kommen ſaͤmmtliche Ferkel in den Stall d, welcher daher fuͤr 78 Ferkel, 430 Quadratfuß groß iſt, folglich fuͤr jedes Stuͤck ungefaͤhr 5 ½ Quadratfuß betraͤgt. Von der An⸗ lage und Ein⸗ richtung der Schweine⸗ ſtaͤlle. e iſt ein Stall fuͤr 65 Stuͤck Kleinfaſelſchweine, 528 Quadratfuß, ohne den Einſchnitt fuͤr den Abtritt, groß, welches fuͤr jedes Stuͤck reichlich 8 Qua⸗ dratfuß betraͤgt. Der Stall f iſt fuͤr 45 Stuͤck Großfaſelſchweine 450 ¾ Quadratfuß groß, folglich fuͤr je⸗ des Stuͤck reichlich 10 Quadratfuß. g der gemeinſchaftliche Futterplatz enthaͤlt 1235 Quadratfuß, folglich iſt der⸗ ſelbe nur 170 Quadratfuß kleiner als der Flaͤcheninhalt der Staͤlle d, e und! zu⸗ ſammen genommen; indeß kann, wenn wirklich derſelbe nicht groß genug ſeyn ſollte, einigen Schweinen das Futter in ihrem Stalle vorgeworfen werden. h die Futterkammer iſt 16 Fuß breit und 19 Fuß 3 Zoll tief; ſie hat einen Feuerherd mit zwei eingemauerten Keſſeln, in welchen das Kochfutter praͤparirt wird. Auch iſt noch Raum darin vorhanden, um die Stampftroͤge und allen⸗ falls eine Schlemmptiene oder Grube darin anzubringen, welche indeß hier, wo 24 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache keine Maſtſtaͤlle angebracht ſind, nicht eigentlich noͤthig iſt. Die Treppe in der Futterkammer von 3 Fuß 3 Zoll breit und 14 Stufen hoch, fuͤhrt nach dem Bo⸗ den, woſelbſt die Streu ꝛc. aufbewahrt, und durch Oeffnungen in der Decke, in die Futterplaͤtze b und g herunter geworfen wird. Die Futterkammer liegt zu— gleich ſo, daß man aus derſelben ſehr bequem nach beiden Futterplaͤtzen, und auch nach dem Stalle o fuͤr die ganz jungen Ferkel gelangen kann. i iſt ein Abtritt von zwei Sitzen fuͤr das Geſinde, welcher hier ſeinen beſten Platz findet; deſſen Grube aber, ſo wie der ganze Abtritt, ſehr feſt und mit Mauern von dem Stalle abgeſondert werden muß. In Fig. 147 iſt ein Gebaͤude von Fachwerk 36 Fuß tief und dabei angenommen, daß keine Brenn- noch Brauerei ſich im Gehofte befindet; daher die Maſtkoben und Keilerſtaͤlle mit dem allgemeinen Stalle verbunden ſind, und zwar ſind: a zehn einzelne Staͤlle fuͤr Zuchtſauen, desgleichen b ein Stall fuͤr einen Keiler. Jeder dieſer Staͤlle iſt beinahe 5 Fuß mit Inbe⸗ griff der Scheidewaͤnde breit, und 8 Fuß lang. Die Futtertenne c iſt 10 Fuß breit und 346 ¾ Quadratfuß groß, welches wiederum ungefaͤhr 34 Quadratfuß fuͤr jede Sau betraͤgt. d ſind 5 Maſtſtaͤlle, wovon die erſtern viere jeder fuͤr 2 Schweine à 6 Fuß im Lichten lang und breit iſt, der fuͤnfte aber iſt 14 Fuß 3 Zoll lang und 6 Fuß breit fuͤr 5 bis 6 Schweine. Dieſe Maſtſtaͤlle nebſt dem Kempenſtalle ſind von den uͤbrigen Schweineſtaͤllen durch Waͤnde, die bis an die Decke hinauf gehen, mit Thuͤren darin, getrennt. e iſt ein Futtergang vor den Maſtſtaͤllen, weil die Maſtſchweine und Kempen im Stalle ſelbſt gefuͤttert werden, weshalb die Troͤge auch unmittelbar an jedem Stalle angebracht ſind. f iſt eine große Futterkammer, deren Lage die Fuͤtterung ſaͤmmtlicher Schweine ſehr erleichtert; g iſt eine in der Ecke gemauerte Traͤnk⸗ und Schlemmp⸗Grube, in welche, vermittelſt eines an der Fronte vorſtehenden Goſſenſteins, aller Spuͤh⸗ lig ꝛc. aus der Hauskuͤche ſogleich eingegoſſen werden kann. Uebrigens dient dieſe Senkgrube auch dazu, um das in Vorrath fuͤr einen Tag gekochte Futter gehoͤrig abkuͤhlen zu laſſen. Die uͤbrigen einzelnen Staͤlle in dieſem Gebaͤude ſind eben ſo wie in Fig. 146 zu ordnen. Wenn nicht ſo langes Balkenholz, als zu den beſchriebenen beiden Anlagen er⸗ forderlich iſt, zu erhalten waͤre, oder andere Umſtaͤnde es verhindern ſollten, ſo tief zu bauen; ſo kann die Einrichtung nach Fig. 148 gemacht werden. Dieſes Gebaͤude iſt auf p fache Treppe in der dach dem Bo⸗ er Decke, in her liegt zu⸗ und auch inen beſten t und mit enommen, ſtkoben ind: mit Inbe⸗ gefähr 34 le à 6 Fuß U lang und Rempenſtalle Decke hinauf und Kempen ar an jedem hweine ſehr Grube, in aller Spuͤh⸗ dient dieſe tter gehorig de ſind eben lnlagen er⸗ , ſo tief zu Gebaͤude iſt auf innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 25 auf 10 Zuchtſauen in den Staͤllen a aꝛc., einen Kempenſtall b, einen Stall c fuͤr 40 Großfaſelſchweine, einen Stall d fuͤr 5o Kleinfaſelſchweine, und einen Stall e fuͤr 60 Ferkel eingerichtet. f ec. ſind Futterplaͤtze von der Groͤße der daran ſtoßenden Staͤlle. gg ſind zwei Futterkammern, und h ein Abtritt. Dies ganze Gebaͤude iſt nur 21 Fuß 4 Zol tief, dagegen aber 178 Fuß 6 Zoll lang. Eine Bequemlichkeit mehr, als in den vorigen Einrichtungen iſt hierbei, daß naͤhmlich jede Sorte Schweine ganz ihren eigenen Futterplatz hat, welches wegen des Eintreibens in die Staͤlle, nach dem Futtern, ſehr bequem iſt. Die Mittelwaͤnde in dieſen Staͤllen dienen blos zur Unterſtuͤtzung der Balken, koͤnnen aber auch zu noch mehrerer Separation der Schweine, wie in c, d und e angedeutet worden, vortheil⸗ haft benutzt werden. Anm. Wenn, wie vorhin gedacht worden, die Fuͤtterung in dazu beſonders abgeſsnderten Hoͤfen vor den Staͤllen geſchehen ſollte, ſo wuͤrden hier nicht nur die ſaͤmmtlichen Futtertennen weg⸗ fallen, ſondern auch nur eine Futterkammer noͤthig ſeyn, wodurch das Gebaͤude ungefaͤhr 64 Fuß weniger an Laͤnge beduͤrfte. ₰ Die in den Futterplaͤtzen in allen drei Einrichtungen befindlichen Unterzugsſtaͤn⸗ der haben zugleich den Vortheil, daß ſich die Schweine daran ſcheuern koͤnnen, wie in der Anmerkung Seite 20 erwaͤhnt worden iſt. Fuͤr kleine Schweinezuchten kann die in Fig. 149 vorgeſtellte Einrichtung dienen. Es ſind darin: aaa die Saukothen, bb Ferkelſtaͤlle, c der Stall fuͤr groͤßere Schweine, und d der Futterplatz. Eine Futterkammer iſt hierbei nicht, befindlich, weil bei ſo kleinen Schweinezuchten das Futter gewoͤhnlich in der Wirthſchaftskuͤche zube⸗ reitet wird. Wenn die Lage der Schweineſtaͤlle, wie ſchon fruͤher gedacht, gegen Mittag ſeyn ſoll, weil die Sonne den Schweinen ſehr wohlthaͤtig iſt, ſo wuͤrde dies in Fig. 146 und 147 ſo zu verſtehen ſeyn, daß die Hinterfronte X y, in welcher die Staͤlle lie⸗ gen, gegen Mittag, die andere Fronte aber, gegen das Gehoͤfte zu liegen kaͤme. Zu⸗ gleich entſteht hieraus noch der Vortheil, daß die rauhen Nordwinde wegen der uͤbrigen Gebaͤude im Gehoͤfte die Hofſeite der Stallgebaͤude nicht ſo heftig treffen koͤnnen, die Futterkammern aber eine kuͤhle Lage erhalten. Die Dispoſition der Thuͤren und Fen⸗ ſter iſt aus den Zeichnungen zu erſehen, und nur noch zu bemerken, daß, um den Gang e in Fig. 147 A gehorig zu erleuchten, die Thuͤren der Maſtſtaͤlle und Sau⸗ kothen nur 5 Fuß hoch gemacht werden, wo dann durch die offenen Raͤume uͤber den Thuͤren, hinlaͤnglich Licht nach dem Gange einfallen kann, und die Luftzuͤge uͤberall Communication erhalten. Theil III. Abtheil. II. D Conſtruction der Schwei⸗ Ueßaͤlle, 26 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Um einen gehoͤrigen Luftzug durch den ganzen Stall, vermittelſt der in beiden Fronten an mehrern Orten fehlenden Balkenſtirnbretter zu erhalten, ſollten alle nach der Laͤnge des Gebaͤudes laufende Waͤnde, in den Saukothen ſo wohl als in den uͤbrigen Schweineſtaͤllen, nur 5 Fuß hoch ſeyn. Dieß kann man dadurch erhalten, daß naͤhmlich in den hoͤlzernen Waͤnden die obern Faͤcher nicht ausgemauert, und in den maſſiven Waͤnden nahe an der Decke moͤglichſt viele und große Oeffnungen gelaſſen und uͤberwoͤlbt werden. Die Haupteingangsthuͤre i Fig. 146 A nach dem großen Futterplatze muß we⸗ nigſtens 5 Fuß breit und zweifluͤglicht ſeyn, weil durch dieſe Thuͤr die mehreſten Schweine ein⸗ und ausgetrieben werden. Die Thuͤr k, ſo wie ſaͤmmtliche uͤbrige Thuͤ⸗ ren, welche von dem großen Futterplatze und der Futterkammer nach den verſchiedenen Orten ausgehen, koͤnnen 3 Fuß breit ſeyn. Die Thuͤren nach den einzelnen Maſtſtaͤllen werden 2½ Fuß breit, und die Thuͤren nach den Saukothen nur 2 Fuß breit gemacht. §. 142. Die Schweineſtaͤlle ſollen warm, das heißt, die Umfaſſungswaͤnde dicht und dauerhaft ſeyn, damit Kaͤlte und rauhe Winde nicht in die Staͤlle dringen koͤnnen. Aus dieſem Grunde, und weil auch die Schweine ſehr gern ihre Staͤlle ruiniren, ſind maſſive Staͤlle die beſten. Wegen der geringen Hoͤhe im Lichten, ſind die Fronten und Hauptſcheidemauern in Fig. 146, ungeachtet der Tiefe von 38 Fuß, nur 12 Stein, und die Mittelwaͤnde nur 1 Stein ſtark, wobei aber gute Materialien und fleißige Arbeit vorausgeſetzt werden. Die Hausthuͤrſchwellen in Schweineſtaͤllen duͤrfen nur ſehr niedrig liegen, weil ſonſt die traͤchtigen Schweine ſich ſehr leicht Schaden zufuͤgen. Deswegen wird eine Appareille vor den Thuͤren angelegt. Von der Hoͤhe der Thuͤrſchwelle, z. B. von i in dem Futterplatze g, laͤuft das innere Klinker⸗ Pflaſter bis zur Mittelwand, mit beinahe — Zoll Steigung auf jeden laufenden Fuß in die Hoͤhe, und wenn bei der Mittel⸗ wand die Hoͤhe des Stalles im Lichten 8 Fuß betragen ſoll, ſo beſtimmt ſich hiernach und nach der Diefe des Stalles die Hoͤhe der Frontmauern. Es iſt ſchon Seite 20 erwaͤhnt worden, daß der noͤthigen Reinlichkeit wegen, das Klinkerpflaſter ſo wohl in den Staͤllen als in den Futterplaͤtzen ſehr oft mit Waſſer beſpuͤhlt und geſcheuert werden, auch das Waſſer uͤberall durch die Frontmauern einen f ſchnellen Abzug finden muß. Da nun der Futterplatz g Fig. 146 ſehr lang iſt, ſo muͤſ⸗ ſen mehrere dergleichen Ausfluͤſſe in der Vorderfronte und darnach das Pflaſter ange— ordnet werden. Kann in den Saukothen aa ꝛc., welche am Giebel liegen, der Ab— be d nfache der in beiden Uten alle nach bl als in den rch erhalten, ert, und in gen gelaſſen e muß we⸗ mehreſten brige Thuͤ⸗ eſchiedenen Maſtſtaͤllen gemacht. e dicht und gen koͤnnen. niren, ſind die Fronten r 1 Stein, und fleißige liegen, weil en wird eine B. von i in mit beinahe der Mittel⸗ ich hiernach hkeit wegen, mit Waſſer gauern einen iſt, ſo muͤ⸗ llaſter ange⸗ en, der Ao⸗ innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 27 fluß vielleicht nicht zunaͤchſt durch die Giebelmauern geleitet werden; ſo iſt ſolcher, laͤngs hinter den Kothen innerhalb derſelben, und zwar auf der Haͤlfte der Diefe des Gebaͤudes, mit dem Gefaͤlle nach vorne, und mit der andern Haͤlfte nach hinten hin⸗ aus, niemahls aber uͤber den Futterplatz hinweg, anzulegen. Sollen die Fußboͤden in den Staͤllen von Holz gemacht werden, ſo giebt Fig. 150 die Conſtruction eines guten Fußbodens von Bohlen, und Fig. 151 eines Fußbodens von Gitterwerk an. Hierbei iſt folgendes zu bemerken: In Fig. 150 B liegt der Boh⸗ len-Fußboden von b bis a abhaͤngig, und die Bohlen ſtoßen dicht und ſcharf an einan⸗ der, damit der Urin und das Waſſer nur durch die ſchon fruͤher erwaͤhnte zwei Zoll breite Fuge a abfließen kann. Bei einem Gitterwerk Fig. 151 B iſt der Abhang nicht noͤthig, und liegen daher die Unterlagen c im erſtern Falle ſchraͤg, im letztern aber hori⸗ zontal. Um die Bohlen in Fig. 150 B zuweilen aufnehmen, und die Unreinigkeiten unterhalb wegſchaffen zu koͤnnen, muͤſſen ſolche nicht auf die Unterlagen genagelt, ſon— dern nur hinter der letzten Bohle in dem Raume a etwa ein eiſerner Stift, oder hoͤlzer⸗ ner Anſatz auf die Unterlagen befeſtigt werden, damit auch durch kein Verſchieben der Bohlen der Raum a zugeſchoben werde. Das Gitterwerk in Fig. 151 B iſt in den Unterlagen eingelaſſen, und braucht gleichfalls nicht(wenigſtens nicht ſaͤmmtliche Staͤ⸗ be) auf die Unterlager genagelt zu werden. Diejenigen Unterlager, auf welchen die hoͤlzernen Scheidewaͤnde zur Abtheilung der einzelnen Saukothen ſtehen, muͤſſen breiter als die darauf ſtehenden Waͤnde ſeyn, damit die Fußboden⸗Bohlen ꝛc. auf denſelben noch Auflager erhalten. Sollte aber z. B. in den Maſtſtaͤllen d in Fig. 147 A auch noch in der Mitte eines jeden Stalles ein Unterlager noͤthig ſeyn, weil die Staͤlle 6 Fuß breit ſind, ſo brauchen dergleichen Unterlager wegen ihrer geringen Laͤnge nicht mehr als 5 bis 6 Zoll im Quadrat ſtark zu ſeyn. Um auch die ſaͤmmtlichen Unterlager, wenn ſolche verfault ſind, leicht heraus⸗ nehmen zu koͤnnen, werden ſelbige nirgends eingemauert, ſondern nur auf einzelne vor⸗ ſpringende Pfeiler f in Fig. 150 und 151 B gelegt. Wenn auch das ganze Gebaͤude, wie in Fig. 147 angenommen worden, von Fachwerk erbauet werden ſollte, ſo muß deſſen ungeachtet das maſſive Fundament oder die Plinte unter den Umfaſſungs⸗ und Hauptſcheidewaͤnden, ſo hoch uͤber den Fuß⸗ boden der Staͤlle reichen, daß das Waſſer und der Urin die Schwellen nicht erreichen und zu geſchwind verſtocken kann. Es iſt daher, zwar in der erſten Anſchaffung theuer, jedoch fuͤr die Folge ſehr vortheilhaft, die Schwellen der hoͤlzernen Schweineſtaͤlle von Sandſtein zu machen. Da ferner die Schweine ihre Staͤlle auch ſehr leicht ruiniren, ſo muͤſſen in ſämmtlichen Waͤnden entweder die Stiele, zwiſchen welche die Faͤcher D 2 28 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache ausgemauert werden, gut ausgehoͤhlt ſeyn,(wie bereits im erſten Theile Seite 257 bei den Thuͤrzargen erinnert worden,) oder beſſer, in die unterſten Faͤcher ein Riegel auf den andern zwiſchen die Stiele gelegt, folglich nicht ausgemauert, ſondern eigentlich ausgebloͤckt, oder, was bei den Umfaſſungs⸗oder Hauptſcheidewaͤnden immer vorzuͤg⸗ licher und dauerhafter bleibt, die Untermauerung unter den Schwellen wenigſtens 2 Fuß uͤber die innern Fußboͤden hoch gemacht werden, damit die Schweine die aus⸗ gemauerten Faͤcher nicht erreichen koͤnnen. Bei ſehr unruhigen und großen Schweinen kann es ſogar nothwendig werden, ſelbſt die maſſive Mauer noch mit Bohlen oder ſtar⸗ ken Brettern zu bekleiden, um ſie gegen das Abſcheuern zu ſchuͤtzen. Diejenigen klei— nern Scheidewaͤnde, als z. B. an und zwiſchen den Saukothen und Maſtſtaͤllen, wel⸗ che keine maſſive Untermauerung haben, ſondern nur auf den vorgedachten Unterlagern ſtehen, werden entweder um 2 bis 3 Fuß vom Fußboden herauf auf beiden Seiten mit Brettern benagelt(ſiehe Fig. 150 B bei e) und die obern Faͤcher mit Lehmſtacken aus⸗ gefuͤllt; ooer es werden wie in Fig. 151 B und A zwiſchen den Stielen, welche auf beiden Seiten Falze haben, die Faͤcher mit Planken oder ſtarken Bohlen von unten bis 5 Fuß hinauf, ausgeſetzt. Alle uͤbrige Fronten und Hauptſcheidewaͤnde, wenn naͤhmlich die maſſive Untermauerung der Fachwerkswaͤnde nicht hoch genug uͤber den Fußboden aufgefuͤhrt iſt, muͤſſen innerhalb der Staͤlle gegen die ausgemauerten Faͤcher mit Brettern bekleidet werden, welches beſonders in den Kempen⸗ und Maſtſtaͤllen nothwendig wird, weil dieſe Thiere ſehr uͤppig ſind, und daher die feſteſten Staͤlle er⸗ fordern. So wie die mit Planken oder ſtarken Bohlen auszuſetzenden Waͤnde eben be— ſchrieben worden, koͤnnen auch diejenigen interimiſtiſchen Waͤnde gemacht werden, welche man bei kleinern Schweinezuchten innerhalb der großen Staͤlle zu beſondern Ab⸗ theilungen anlegt. Wenn ein Schweineſtall in ſeinen Umfaſſungs⸗ und Hauptſcheidemauern von Lehmpatzen, Luftſteinen, oder Piſéſteinen erbauet werden ſollte, ſo treten die oben gedachten Vorſichtsmaßregeln wegen der leichtern Aufloͤsbarkeit und Zerſtoͤrbarkeit des Materials um ſo mehr ein, und muß alsdann allemahl eine maſſive Untermauerung von 3 Fuß uͤber die innern Fußboͤden hoch gemacht werden. Die Troͤge oder Krippen fuͤr die Schweine werden entweder aus Holz oder aus Sandſtein gearbeitet. Von Holz werden ſie gewoͤhnlich aus einem vollem Stamme gehauen, und deshalb nicht gern aus Bohlen zuſammen geſetzt, weil ein rund gehoͤhlter Boden ſich leichter reinigen laͤßt, und dies beſonders, wenn das Vieh mit ge⸗ ache eite 257 bei Riegel auf eigentlich ſer vorzuͤg⸗ venigſtens die aus⸗ ſchweinen der ſtar⸗ gen klei⸗ n, wel⸗ terlagern eiten mit cken aus⸗ delche auf unten bis e, wenn uͤber den en Faͤcher jaſtſtaͤllen Stalle er⸗ de eben be⸗ ht werden, ndern Ab⸗ zuern von die oben barkeit des mauerung aus Holz em vollem lein rund eh mit ge⸗ innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 29 kochtem Futter ꝛc. gefuͤttert wird, von vorzuͤglicher Nothwendigkeit iſt, indem ſonſt die Krippen zu bald verſauern. Sandſteinerne Krippen ſind zwar dauerhafter, jedoch muß ſehr feſter Stein dazu genommen werden, weil ſonſt die ordentliche Reinigung derſelben nicht gut moͤglich iſt, indem weicher Stein die Feuchtigkeiten ſehr leicht in ſich aufnimmt und gleichfalls verſaͤuert. Krippen aus kienenem Holz werden von Schwei⸗ nen ſehr bald gefreſſen, und Eichenholz lauget wiederum aus, beſonders bei warmer Fuͤtterung, daher Buͤchenholz das beſte iſt. Eiſerne Krippen wuͤrden hier die be⸗ ſten ſeyn, jedoch weil ſie eigentlich in langen Enden in einem Stuͤck gegoſſen oder zu— ſammen geſetzt werden muͤßten, ſo hat man meines Wiſſens bis jetzt noch nicht Ge— brauch davon gemacht. Die Breite der Krippen fuͤr erwachſene Schweine, iſt im Lichten 12 bis 16 Zoll, ihre Tiefe ungefaͤhr 12 Zoll. Fuͤr ganz junge Ferkel darf aber die Krippe nicht ganz ſo hoch oder tief ſeyn, weil ſie ſonſt entweder nicht heran reichen, oder, wenn die Krip⸗ pe um etwas in den Fußboden verſenkt ſtaͤnde, darin ſehr leicht ertrinken koͤnnten. Aus dieſem Grunde werden die Krippen b Fig. 146 A, fuͤr die Zuchtſauen mit ihren Ferkeln, nur etwa 6 Zoll im Lichten tief, dabei aber wo moͤglich 18 und mehrere Zoll breit gemacht. Wer dergleichen Krippen etwa 3 bis 9 Zoll tief machen will, der muß ſolche doch um 5 bis 6 Zoll in das Pflaſter einſenken, damit ſie fuͤr die ganz kleinen Ferkel immer noch niedrig genug bleiben. Das Verſenken der Krippen hat, wenn ſol— che von Holz ſind, den Vortheil, daß ſie feſter ſtehen, und nicht von den Saͤuen ver⸗ ſchoben werden koͤnnen, welches ſonſt durch eingepflaſterte Pfaͤhle, oder Steine, wel⸗ che aus dem Pflaſter hervorſtehen, verhindert werden muß. Aus eben dem Grunde werden die an den Waͤnden ſtehenden Krippen um den Futterplaͤtzen g Fig. 146, wenn ſolche nicht von Stein, ſondern von Holz ſind, mit eiſernen Haken an den Waͤnden befeſtigt. Die vorgedachten ſehr breiten Krippen wuͤrden, wenn ſelbige von Holz ausge— hauen werden ſollten, ſehr ſtarkes Bauholz erfordern, daher muͤſſen dann ſolche aus Bohlen gemacht und nach Fig. 152 in den untern Ecken dreikantige Leiſten ſcharf ein— gepaßt, feſtgenagelt und gut verpicht werden, um zu verhindern, daß ſich kein Futter in die Winkel anſetzen kann. Auch koͤnnen die Krippen, wenn ſie in die Erde verſenkt ſtehen, gemauert werden. Um die Reinigung der Krippen, welche uͤber der Erde ſte⸗ hen, mehr zu erleichtern, macht man an einem Ende derſelben ein Zapfloch, durch welches das Ausſpuͤhlwaſſer auslaufen kann, ſie muͤſſen dann etwas, jedoch nicht ſehr, abhaͤngig ſtehen, weil ſonſt wiederum das naſſe Futter nicht gleichfoͤrmig vertheilt wer⸗ den koͤnnte. Bei den vorhin gedachten in die Erde geſenkten Krippen geht dies nicht 30 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache — an, iſt aber auch wegen ihrer großen Breite und geringern Tiefe, wodurch die Rei⸗ nigung ſchon ſehr erleichtert wird, nicht ſo noͤrhig. Gewoͤhnlich werden die Krippen auf Unterlager, und zwar für erwachſene Schweine die Oberkante der Krippe nicht höher als ungefähr 1 ½ Fuß, und für die groͤßten Schweine nicht mehr als 134 Fuß hoch geſetzt. So ſtehen z. B. die Kriopen fuͤr Maſtſchweine in Fig. 150 B mit itrem innern Rande 1 Fuß 9 oll hoch. Die hintere Seite dieſer Krippe iſt aber noch um einige Zoll hoͤher, damit die Klappe g (welche oben an dem Wandriegel mit Baͤndern beweglich befeſtigt iſt, und auf der hin⸗ tern Seite der Krippe aufruht, auch daſeldſt dei h mit einem Ueberwurf und Vorſtecker verſchloſſen wird) die Schweine nicht verhindere, mit dem Kopfe in die Krippez Veichen. Zu dieſem Zweck muß dann der Wandriegel, w d ihren Baͤndern befeſtigt iſt, 1 ½ bis 2 Fuß üder die e legen. Auch werden die Krippen nach Fig. 151 B und A halb in und halb außer △ A e dem Stalle geſtellt, und die Klappe bei k dergeſtalt mit Baͤndern befeſtigt, daß ſolche in die Stellung km zum Futtergeben, und diernaͤchſt in die Stellung kl zum beque⸗ men Freſſen fuͤr die Schweine und zum Verſchuß des ee aue, eeiche⸗t werden kann, wobei die Klappe jedesmahl mit hölzernem Riegel, oder mit Ueberwurf und Kramm feſtgeſtellt wird. Weniger gut iſt die Methode, wo die Krippe ganz in dem Stalle, und nur ein . — kleiner Theil derſelben vorne vor dem Stalle vorſteht, um darein das Futter ſchütten zu koͤnnen. Wenigſtens iſt es auf dieſe Art mühſamer, die Seieen zu teinigen, weil man dazu jedesmahl in den Stall gehen muß, auch kann nicht verhindert werden, daß die Schweine in die Krippe ſteigen. Wenn die Krippen, wie in Fig. 150 B, vor dem Stalle ſtehen, und ſolche durch e 7— 1 le nach außen vorſchlagende Klappe g verſchloſſen werden, ſo draͤngen die Schweine faſt unaufhoͤrlich gegen die Klappe, und wenn der Ueberwurf nebſt Vorſtecker h nicht rech feſt ſteckt, ſteigen ſie auch wohl gar aus dem Stalle heraus. Wenn daher der Tro nach Fig 151 halb in und halb außer dem Stalle ſteht, ſo gewinnt ma rbei nicht nur an Platz im Futtergange, ſondern die Schweine koͤnnen auch die Klappe nicht oͤff nen, indem ſie ſolche eher zu⸗ als aufdrücken. Weil aber auch die Schweine ſehr oft ganz in die Krippe hinein ſteigen, dadur das Futter verderben und verſchwenden; ſo kan, um ſolches zu verhindern, z. B. be 2 4½-. D den Maſtſtaͤllen nach Fig. 150 A und B, worin nur zwei Schweine ſich befinden ein ſchwacher Mittelſtiel i vor der Mitte der Kriooe angebracht werden viel Raum fuͤr jedes Schwein uͤbrig bleit 8 he die Rii⸗ wachſene fuͤr die Krippen Die appe g er hin⸗ ſtecker vpe zu alb wit 1 nußer ſoiche beque⸗ kann, me ein n zu weil daß ch die faſt recht Trog nicht t oͤff⸗ durch B. bei —, ein nur ſo ennen. innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 31 Wenn aber die roͤge ganz in die Staͤlle hinein liegen, oder wenn die Krippen laͤngs den Waͤnden ſtehen,(wie z. B. in Fig. 146 A bei p in dem Futterplatze g,) da muß ei⸗ ne Art von Raufe, in welcher die Zwiſchenweiten wenigſtens 1 Fuß betragen, oder (nach dem Vorſchlage Anderer) ein Brett mit Loͤchern, ſchraͤg von der Vorderkante der Krippe bis gegen die Wand, uͤber den Trog geſtellt, befindlich ſeyn, und allenfalls ſo befeſtigt werden, daß die Raufe oder das Brett, waͤhrend der Reinigung der Troͤge, nach oben hinauf in einzelnen kleinen Theilen gegen die Wand gelehnt werden kann. Fuͤr ganz frei ſtehende Krippen, wie z. B. die in dem Futterplatze b Fig. 146 A, wo fuͤr die Zuchtſauen ſolche Veranſtaltung ebenfalls nothwendig iſt, wird am einfachſten eine Art von Leiter flach uͤber die Krippe gelegt, oder laͤngs an beiden Seiten eine der⸗ gleichen aufrecht ſtehende Raufe angebracht. Anm. Der franzoͤſiſche Baumeiſter Herr Cointeraux macht in der ſchon fruͤher angefuͤhrten Schrift, betitelt: la Ferme, folgenden Vorſchlag:„Da die Schweine gierig ſind, und ſie, „um geſchwinder zu freſſen, mit den Fuͤßen, ja wohl ganz und gar in den Futtertrog hin⸗ „ein ſteigen; ſo duͤrfte es gut ſeyn, an einem aufaeſtellten Stocke oder Axe ein bewegliches „Gitterwerk uͤber die Troͤge zu machen, durch deſſen Faͤcher die Schweine nur die Schnau⸗ „tze ſtecken koͤnnten, um zu freſſen.“ Die Thuͤroͤffnungen innerhalb vor dem Futterplatze nach den einzelnen Schweine⸗ ſtaͤllen koͤnnen ſo hoch ſeyn, als die fruͤher angegebene innere Hoͤhe des Stalles es er— laubt. Die Thuͤren darin ſelbſt aber ſind mit 5 bis 6 Fuß hoch genug, wobei man dann zugleich die Bequemlichkeit erhaͤlt, in die Staͤlle hineinſehen zu koͤnnen, ohne die Stall⸗ thuͤr aufmachen zu duͤrfen. In Ruͤckſicht des Beſchlags dieſer Thuͤren iſt zu mer⸗ ken, daß ſolche zwei Riegel, und zwar den einen in gewoͤhnlicher Hoͤhe von 3 ½ Fuß, und den zweiten unten in einer Hoͤhe von etwa 1 Fuß vom Fußboden, erhalten muͤſſen, damit die Thuͤren von den Schweinen nicht unterhalb abgebogen und zerbrochen wer— den koͤnnen, weil naͤhmlich, um die Staͤlle ſelbſt nicht zu beſchraͤnken, dieſe Thuͤren in die Futtertennen hinein aufſchlagen. „Warum, ſagt Herr Cointeraux in der vorgedachten Schrift, will man „11 Livres und 10 Sous fuͤr den Beſchlag an einer Schweineſtallthuͤre verwenden? „Es bedarf eine ſolche Thuͤre vielmehr nur eines ſehr einfachen Beſchlags, z. B. nur „eines einzigen Zapfens; allein er muß nicht ſo wie gewoͤhnlich an der Seite der Thuͤr, „ſondern beinahe in der Mitte derſelben befeſtigt werden. Ein eiſerner Zapfen alſo „unten, und einer oben, wenn man letztern nicht von Holz machen will, das iſt der „ganze noͤthige Beſchlag an einer ſolchen Thuͤre, welche zugleich ſich bei dem geringſten „Anſtoß auf, und von ſelbſt zu bewegt. „Die Schweine, deren Inſtinkt von dem des groͤßern Hofviehes ſehr unterſchie⸗ 52 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache „den iſt, werden eine ſolche Thuͤr den Tag uͤber hundertmahl auf und zumachen, wo⸗ „bei jedesmahl die Thuͤr von ſelbſt zufallen wird. Die Schweine ſind naͤhmlich viel „reinlicher, als man es denken ſollte, und diejenigen, welche Obacht gegeben haben, „werden wiſſen, daß dieſe Creaturen ſich niemayhls in ihren Staͤllen verunreinigen. „Will man aber den Schweinen das Aus- und Eingehen verwehren, ſo kann ſolches „an derſelben Thuͤr ſehr leicht vermittelſt eines hoͤlzernen Riegels geſchehen.“ Hiernach wuͤrde eine ſolche Schweineſtallthuͤr auf die Fig. 153 A und B vorge⸗ ſtellte Art anzufertigen ſeyn; die Oeffnung der Thuͤre geſchieht nach denjenigen Richtun⸗ gen, wie die bezeichneten Pfeile in Fig. Bangeben. Damit nun jede Haͤlfte der Thuͤre Breite genug gewaͤhrt, ſo muß die ganze Breite derſelben etwa 4 Fuß betragen, und um die Oeffnung der Thuͤre von innen und außen zu bewirken, muß ſolche nur an ei— ner einzigen Seite e a Fig. A, ſonſt nirgend einen Falz haben, woſelbſt der Riegel k außerhalb angebracht werden kann. So viel laͤßt ſich wohl aus der bloßen Beſchrei⸗ bung des Herrn Cointeraux entnehmen; allein wodurch die Thuͤr die Neigung er⸗ halten ſoll, von ſelbſt jedesmahl wieder zuzufallen, dies wird nicht angegeben. Es laͤßt ſich aber auf folgende Art bewerkſtelligen. Der obere Zapfen b, welcher in dem Wandriegel laͤuft, wird genau auf die Mittellinie der Thuͤr befeſtigt; der untere Za⸗ pfen d aber, welcher in der Schwelle laͤuft, wird ungefoͤhr 1 ½ bis 2 Zoll, je nachdem die Thuͤre hoch iſt, außer der Mittellinie der Thuͤre nach derjenigen Seite hin befeſtigt, an welcher der vorgedachte aͤußere Falz zum Anſchlagen der Thuͤr ſich nicht befindet. Hierdurch erhaͤlt die Thuͤre jedesmahl bei ihrer Eroͤffnung eine ſchraͤge Stellung,(wie die Linie bd angiebt,) und durch das Uebergewicht der groͤßern Haͤlfte der Thuͤre bead die Neigung, wiederum zuzuſchlagen. Um auch die Oeffnung der Thuͤre moͤg⸗ lichſt zu erleichtern, muͤſſen die beiden Zarfen locker gehen, der untere aber wo moͤg⸗ lich in einer eiſernen Pfanne laufen, und die Thuͤre moͤglichſt niedrig ſeyn. Eine andere Einrichtung erhalten die Thuͤren von den Saukothen, welche ſich naͤhmlich auf die S. 16 beſchriebene Fuͤtterung der Saͤue und Ferkel bezieht. Dieſe Thuͤren ſind naͤhmlich 2 Fuß breit, und indem ſie niedriger als die Thuͤroͤffnungen ſind, laſſen ſie oberhalb eine Oeffnung, durch welche man in jeden Stall hinein ſehen kann, ohne die Thuͤren oͤffnen zu duͤrfen; außerdem muß noch jede Thuͤr aus zwei einzelnen Theilen uͤber einander beſtehen, und zwar der untere 1 ½ Fuß hoch, damit die Sau, wenn ſie ohne die Ferkel heraus gelaſſen werden ſoll, uͤber dieſe niedrige Thuͤr hinaus ſpringen kann; gegentheils aber, wenn die Ferkel ohne die Sau aus dem Stalle gehen ſollen, ſo geſchieht dies durch Eroͤffnung der untern kleinen Thuͤr. Daß eine jede der zwei Thuͤren uͤber einander ihren eigenen feſten Beſchlag und Riegel haben muͤſſe, ver⸗ ſteht he achen, wo⸗ hmlich viel ben haben, nreinigen. nn ſolches B vorge⸗ Richtun⸗ r Thuͤre n, und r an ei⸗ Reegel f Beſchrei⸗ gung er⸗ n. Es in dem ere Za⸗ chdem eſtigt, findet. (wie Thaͤre re moͤg⸗ vo moͤg⸗ che ſich Dieſe en ſind, n kann, inzelnen ie Sau, hinaus le gehen jede der ſe, ber⸗ ſteht innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 33 ſteht ſich von ſelblſt. Herr Borheck in ſeiner mehr erwaͤhnten Landbaukunſt meint, daß die gedachte kleine Thuͤr zum Ausgange der Ferkel 2 Fuß hoch, 1 Fuß breit, neben der groͤßern Thuͤr angebracht werden koͤnnte, wo denn die groͤßere Thuͤr im Ganzen verbliebe. Wie koͤnnen aber dann die Ferkel im Stalle zuruͤck gehalten werden, wenn die Sau allein, und zwar durch die groͤßere Thuͤr, heraus gelaſſen wer⸗ den ſoll? Meiner Meinung nach wird die Abſicht dann nur halb erreicht, welches auch der Fall ſeyn wuͤrde, wenn nach dem Vorſchlage Anderer blos ein Schieber un⸗ ten in die große Thuͤre gemacht wuͤrde. Endlich iſt noch anzumerken, daß wenn die Decke in einem Schweineſtalle nicht recht dicht und feſt iſt, dann nicht allein wie gedacht das im Dachboden etwa befind⸗ liche Futter verderben, ſondern auch, gemachten Erfahrungen zufolge, ein Ziegeldach von den ſcharfen Ausduͤnſtungen der Schweine fruͤher als bei andern Staͤllen zerſtoͤhrt wird; daher ein gutes Lehmſchindeldach, außer ſeinen uͤbrigen Vortheilen, in dieſem Falle ſogar einen Vorzug vor einem Ziegeldache verdient. C. Von den Rindviehſtaͤllen. —————— §. 143. Bei der Anlage und Einrichtung der Rindviehſtaͤlle kommen zuvoͤrderſt die Klaſſen des Rindviehes, dann die Eintheilung und Abſonderung, und endlich die Stellung deſ⸗ ſelben in Betrachtung. Eine Rindviehherde kann naͤhmlich beſtehen: aus milch en⸗ den Kuͤhen, Zuchtſtieren oder Bullen, guͤſten Kuͤhen,*) ſogenanntem Jungvieh von zwei bis drei Jahren, Kaͤlbern, Zugochſen und Maſtochſen. *) Erwachſene junge Kuͤhe, welche nicht milchend noch tragend find. In großen Wirthſchaften wird die Abſonderung dieſer verſchiedenen Klaſſen des Rindviehes theils durch die Art der Fuͤtterung, theils dadurch, ob ſolches von weib⸗ lichem, oder von maͤnnlichem Geſinde bedient wird, nothwendig, wo dann Zugochſen und Maſtochſen von dem uͤbrigen Rindvieh getrennt und jede dieſer drei Klaſſen ihre beſondern, ganz von einander getrennten Staͤlle erhaͤlt. In kleinen Wirthſchaften kann Kheil III. Abtheil. II. E 34 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache dies oft nicht geſchehen, und auch ſchon deshalb fuͤglich unterbleiben, weil da die ver⸗. ſchiedene Fuͤtterung deſſen ungeachtet genug uͤberſehen werden kann. Anm. In England wird(wie ſchon vorher von den Schafen erinnert worden) auch das Rind⸗ b vieh mehrentheils im Freien gehalten, wenigſtens im Sommer im Freien gefuͤttert, und ih⸗ nen viel Stroh daſelbſt untergeſtreuet. Wenn wir daher einen großen Viehſtand annehmen, ſo muß zuerſt fuͤr tragende— und milchende Kuͤhe und fuͤr Bullen deshalb ein beſonderer Stall angeordnet werden, weil dieſe Klaſſe des Rindviehes entweder warmes Bruͤhfutter, oder doch wenigſtens beſſeres Futter, als die uͤbrigen erhaͤlt. Anm Die Stallung und Wartung des Viehſtandes fuͤr Bauern oder dergleichen kleine Wirth⸗ ſchaften, welche mehr oder weniger mit den Wohngebaͤuden verbunden werden, wird in der Folge angewieſen. Das Guͤſte⸗Vieh kann mit in den Kuhſtall untergebracht werden, ſonſt aber auch daſſelbe, ſo wie die Zugochſen, jede Sorte ihren beſondern Stall erhalten, weil ge— woͤhnlich die Wartung der erſtern durch weibliches, und die der letztern durch maͤnnliches Geſinde geſchieht. Die Maſtochſen werden am beſten in der Naͤhe der Brau- und Brandteweinbrennerei geſtallet. Das Jungvieh und die abgeſetzten Kaͤlber, wenn deren eine bedeutende Anzahl vorhanden iſt, werden jede Klaſſe in beſondere Staͤlle vertheilt, und zwar das Jung— vieh deshalb, weil es ſonſt von dem erwachſenen Viehe geſtoßen werden koͤnnte, und die abgeſetzten Kaͤlber, eines Theils deshalb, weil ſie frei herum laufen ſollen ,andern Theils aber weil ihnen zuweilen von dem Maͤdchen Milch gereicht und der Wirth⸗ ſchaft entzogen wird, wenn ſie in einer Abtheilung im Kuhſtalle ſtaͤnden. Wollte man aber alle dergleichen kleinere Beſorgniſſe durch mehrere abgeſonderte Stallgebaͤude zu beſeitigen ſuchen; ſo duͤrften eine zu große Anzahl Sraͤlle, und da⸗ durch auf der andern Seite noch groͤßere Inconvenienzen und mehrere Reparatur⸗Ko⸗ ſten entſtehen: daher auch in den mehreſten Faͤllen, oder wo die kleine Anzahl des Jungviehes und der Kaͤlber keine beſondern Staͤlle belohnt, im Kuhſtalle fuͤr das Jung— vieh und fuͤr die abgeſetzten Kaͤlber nur ganz einfache Abtheilungen angelegt werden. §. 144. Von der Sceehr verſchieden iſt die Meinung der Oekonomen in Abſicht der Stellung des Stellung oder Viehes in einem Stalle. Einige wollen die Reihen des Vie hes in die Quere Anordnung„——...„ der Reihen oder nach der diefe des Gebaͤudes angelegt wiſſen. Sie unterſtuͤtzen dieſe ih— des Rindvie, re Meinung mit nicht unbedeutenden Gruͤnden, naͤhmlich, man erhalte dadurch ſo⸗ zer in enem wohl fuͤr die verſchiedenen Klaſſen des Rindviehes, als auch bei etwanigen Krankhei⸗ 8 d die ver⸗ das Nind⸗ , und ih⸗ tragende werden, ngſtens Wirth⸗ din der er auch eil ge⸗ nliches ⸗ und zahl ing⸗ und dern irih⸗ derte d da⸗ Ko⸗ des ung⸗ n. des Luere ſe ih⸗ hſ thei⸗ innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 35 ten in der Herde*) mehrere vortheilhafte Abtheilungen. Ferner woͤren alsdann mehrere Thuͤren vorhanden, durch welche bei entſtehendem Feuer das Vieh ſehr leicht und ohne ſich zu ſchaden, herausgetrieben werden koͤnne. Auch laſſe ſich der Abfluß des Urins aus dem Stalle beſſer bewirken; und endlich erhalte das Gebaͤude durch die Querwaͤnde mehrere Feſtigkeit. *) Bei wirklich anſteckenden Krankheiten in der Herde duͤrften ſolche Abtheilungen wohl nicht hinlaͤnglich, ſondern gerathener ſeyn, eigene Krankenſtaͤlle, entfernt vom Gehoͤfte, allenfalls in der Heide ꝛc. anzulegen. Dieſe Gruͤnde ſind allerdings nicht unwichtig, und wenn es nur allein auf die Feſtigkeit des Gebaͤudes ankaͤme, ſo waͤre beſonders der letztere nicht leicht zu wider— legen. Allein da hierdurch die Bequemlichkeit der gemeinſchaftlichen Fuͤtterung eines großen Viehſtandes nicht hinlaͤnglich erhalten wird, welches doch bei großen Wirth⸗ ſchaften von vieler Bedeutung iſt; ſo ſind viele andere Oekonomen fuͤr die Stellung des Rindviehes in Reihen nach der Laͤnge des Gebaͤudes, indem vermittelſt der Futterkammern am Ende oder an der Seite des Stalles, die Fuͤtterung und Ue⸗ berſicht des ganzen Viehſtandes ſehr erleichtert wird, und dieſes einen taͤglichen, ja ſtuͤnd⸗ lichen Vortheil gewaͤhrt, dagegen Feuersgefahr und Krankheit in der Rindviehherde gluͤcklicherweiſe zu den ſeltnern Ereigniſſen gehoͤren. Bei der Stellung der Reihen nach der Tiefe des Gebaͤudes muß die Fuͤtterung in jedem Gange beſonders geſchehen; auch koͤnnen bequem liegende Futterkammern, nicht ohne Platzverſchwendung angeord⸗ net werden: daher bei ſorgfaͤltiger Abwaͤgung aller erwaͤhnten Vortheile und Nachthei⸗ le, die Stellung der Viehreihen nach der Laͤnge des Gebaͤudes fuͤr einen großen Vieh⸗ ſtand vorzuͤglich zu ſeyn ſcheint; und was die Feſtigkeit des Gebaͤudes ulane, ſo kann ſolche im letztern Falle dennoch hinlaͤnglich erhalten werden.. In der Erfahrung ſcheint dies auch dadurch beſtaͤtigt zu werden, daß man in der Regel in Bruchgegenden, oder wo die Rindviehzucht eine Hauptſache ausmacht, das Vieh in Reihen nach der Laͤnge, dagegen auf der Hoͤhe, wo ein geringerer Rindvieh⸗ ſtand aus Mangel an Wieſen gehalten wird, die Reihen nach der Diefe des Gebaͤu⸗ des angelegt findet. In ſo fern ſaͤmmtliches zu einem Stalle gehoͤriges Rindvieh in zwei hoͤchſtens vier Reihen nach der Tiefe des Gebaͤudes untergebracht werden kann, iſt es in Abſicht der Bequemlichkeit bei der Wartung deſſelben ziemlich gleichguͤltig, ob ſolches in Reihen nach der Laͤnge oder Diefe geſtellt wird; und wo daſ⸗ ſelbe nicht auf Stallfuͤtterung gehalten, ſondern taͤglich auf die Weide getrieben wird, iſt letzteres der mehrern Ausgaͤnge wegen wohl ſogar beſſer. Wir ſehen alſo hieraus, daß die Anzahl des Viehſtandes einen Unterſchied hierin begruͤndet. Ferner muß E 2 36 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache zugegeben werden, daß wenn der Raum im Gehoͤfte zum Bau eines Kuhſtalles nur eine ſo geringe Laͤnge vorſchriebe, daß derſelbe beinahe quadratiſch ſeyn, und das Vieh vielleicht in vier kurzen Reihen nach der Laͤnge des Gebaͤudes geſtellt werden muͤßte, auch dann die Stellung in Querreihen, der mehrern Zugaͤnge wegen, vorzuͤglicher ſeyn wuͤrde. Dieſe und andere dergleichen Ruͤckſichten muͤſſen alſo nach jeder beſondern Loca⸗ litaͤt in Betrachtung gezogen, und darnach die Anlage des Stalles geordnet werden. Vorzuͤglich machen die kleinen Wirthſchaften eines Bauern oder Koſſathen hierin eine weſentliche Ausnahme nothwendig, wo oft mehrere Behaͤltniſſe und Staͤlle in ein und daſſelbe Gebaͤude, ja ſogar oft unmittelbar im Wohngebaͤude angelegt werden; daher das Noͤthige uͤber letztere kleinere Staͤlle erſt in der Folge vorkoͤmmt und hier nur von groͤßern Staͤllen die Rede iſt. Anm. Diejenigen, welche fuͤr die Querſtaͤlle ganz beſonders eingenommen find, machen denen, welche das Vieh nach der Laͤnge geſtellt haben, auch oft den ſchelſuͤchtigen Vorwurf, daß jetz⸗ tere mit ihrem Viehſtande prahlen wollen. Iſt aber die Anlage aus andern guten Gruͤnden ſo gewaͤhlt worden, ſo geſtehen ſie den letztern Staͤllen zugleich einen Vortheil mehr zu, den die Querſtaͤlle nicht beſitzen. Zur bequemen Wartung und Pflege des Rindviehes gehoͤrt ferner, daß ſolches nicht an Krippen, welche an den Umfaſſungswaͤnden auf gewoͤhnliche Art befeſtigt ſind, geſtellt wird, indem es unbequem und zugleich gefaͤhrlich iſt, zwiſchen den be⸗ waffneten Koͤpfen dieſer Thiere ſich uͤberall durchzudraͤngen, um ihnen das Futter zu reichen. Auch wuͤrde es gar nicht oͤkonomiſch ſeyn, indem alsdann, weil es der Na⸗ tur dieſer Thiere entgegen iſt, ſich das Futter von einer Hoͤhe herunter zu ziehen, vie⸗ les Futter in den Miſt getreten wird. Die Anbringung der Krippen und Raufen un— mittelbar an den Waͤnden, wuͤrde alſo in Rindviehſtaͤllen nur da zu entſchuldigen ſeyn, wo die Zahl des Rindviehes ſehr geringe iſt, und ſehr weitlaͤufig geſtellt werden kann. Daß außer den Staͤnden fuͤr die Bullen*)(deren man auf 30 bis 40 Kuͤhe einen rechnet) keine Abſonderung unter einer und derſelben Klaſſe, durch Lattier⸗ baͤume oder Brettwaͤnde, ſtatt findet, iſt bekannt; deſſen ungeachtet muß der Stand⸗ raum fuͤr die in einem Stalle unterzubringende Anzahl Rindvieh eben ſo genau vorher berechnet, und nie zu wenig, ſondern eher etwas mehr Raum auf jedes Stuͤck ange⸗ nommen werden, als wenn wirklich allemal zwiſchen zwei Stuͤck eine Abſonderung ſtatt finden ſollte. Iſt letzteres beobachtet, ſo koͤnnen bei einer Anlage der Raufen, wovon hernach die Rede ſeyn wird, allenfalls wenn es erforderlich waͤre, auch einige Stuͤck mehr, als gerechnet worden, untergebracht werden. Sind aber die Raufen fuͤr jedes Stuͤck beſonders abgetheilt, ſo iſt es um ſo noͤthiger, bei Eintheilung und Berech⸗ „—ꝛ lles nur as Vieh muͤßte, iglicher Loca⸗ erden. eine n und daher r von denen, ß letz⸗ uͤnden den hes igt be⸗ innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 37 nung der Staͤnde auf die Groͤße und Anzahl des Viehes ſorgfaͤltige Ruͤckſicht zu nehmen. *) Die Zuchtſtiere oder Bullen werden gewoͤhnlich an die Enden der einzelnen Reihen geſtellt. Stehen ſie nun an einem Durchgange im Stalle, ſo wird der Stand an beiden Seiten, oder doch wenigſtens an der des Durchgangs, mit einer 4 Fuß hohen Brettwand, wie ein Pferde⸗ ſtand verſchlagen. Das wenigſte was an Standraum fuͤr das Rindvieh gerechnet werden ſollte, iſt ungefoͤhr folgendes. Fuͤr eine hieſige kleine Landkuh 3 Fuß Breite und 6 ¾ Fuß Laͤnge ohne die Krippe ꝛc. Fuͤr eine groͤßere Kuh 3 ⅞ Fuß Breite und 7 Fuß Laͤnge ohne Krippe ꝛc. Fuͤr einen hieſigen Landochſen 4 Fuß Breite 7 ½ bis 3 Fuß Laͤnge. Fuͤr einen groͤßern Ochſen 41 Fuß Breite und 8 Fuß Laͤnge u. ſ. f. Fuͤr ein Stuͤck Jungvieh hieſiger kleiner Sorte 3 Fuß Breite und 6 Fuß Laͤnge. Fuͤr Kaͤlber ungefaͤhr daſſelbe, weil dieſe noch nicht angebunden werden, ſon⸗ dern frei im Stalle herum laufen. Ferner, die Breite eines erhoͤheten Futterganges mit Inbegriff der Krippe und Raufe, wie weiterhin vorkommen wird, muß wenigſtens 6 Fuß betragen. Die Breite eines Ganges hinter den Viehreihen, wenigſtens 4 Fuß. Endlich, mehr als 15 bis hoͤchſtens 20 Stuͤck Rindvieh ſollten nie in einer Rei⸗ he neben einander zwiſchen zwei Quer⸗ oder Ausgaͤngen ſtehen, ſo wohl damit bei ent⸗ ſtehender Feuersgefahr das Vieh deſto ſchneller heraus getrieben werden kann, als auch weil ein Maͤdchen gewoͤhnlich nicht mehr als 20 Kuͤhe zu beſorgen hat. Nehmen wir nun vorſtehende Dimenſionen als Grundſaͤtze an, ſo findet ſich aus den folgenden Entwuͤrfen, daß wenn eine große Anzahl Vieh in Reihen nach der Diefe des Gebaͤudes geſtellt wird, mehr Raum erforderlich iſt, als wenn ſolches in Reihen nach der Laͤnge des Grbaͤndes geſtellt wird, welches alſo gleichfalls fuͤr die Stellung der Reihen nach der Laͤnge des Gebaͤudes ſpricht, da der mehr oder minder zu bebauen noͤthige Raum bei Landgebaͤuden nicht unwichtig iſt, indem es hierbei auf mehrern oder mindern Koſtenaufwand zum Bau und zur Erhaltung der Daͤcher und des ganzen Gebaͤudes ſehr ankoͤmmt. Wollte man aber nun ſogleich auf alle Faͤlle fuͤr die ſehr tiefen Staͤlle, in denen wenigſtens 3 oder gar 4 Reihen nach der Laͤnge ſtehen, entſcheiden, welche freilich ſo⸗ gar auch die wenigſten Umfaſſungswaͤnde beduͤrfen; ſo wuͤrde man wiederum eine be⸗ deutende Ruͤckſicht in Betrachtung zu ziehen unterlaſſen, noͤhmlich, daß das lange und 38 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache ſtarke Bauholz nicht uͤberall, und daher ſehr theuer, dagegen kuͤrzeres Holz vielleicht aus den naͤchſten Forſten und wohlfeiler erhalten werden kann. 3 Diejenigen Staͤlle, wo nur 2 Reihen nach der Laͤnge an einem gemeinſchaftlichen Futtergange ſtehen, haben anſcheinend die Unbequemlichkeit, daß der Miſt nicht ſo leicht mit Wagen(wo ſolches gebraͤuchlich iſt)) heraus geſchafft werden kann; und auch bei drei Reihen wird dies an der einen Seite derſelbe Fall ſeyn. Vier Reihen er⸗ fordern aber eine ungeheure Tiefe von 51 Fuß im Lichten. Iſt langes Bauholz vorhanden, ſo gewinnt die Bequemlichkeit der Wartung und Pflege eines großen Viehſtandes dadurch ſehr, wenn die Futter⸗ und Schlafkammer ꝛc. laͤngs einer Fronte, und an der andern oder der Hoffronte ein 3 bis 4 Fuß vorſtehen⸗ der Ueberbau des Dachs angetegt werden. So hat alſo jede dieſer Anlagen ihre Vortheile und Nachtheile, welche der Bau— meiſter vorher nach den Lokalumſtaͤnden reiflich in Ueberlegung nehmen muß, ehe er den Ideen des Landwirths mit Gruͤnden begegnen kann. §. 145. Von Anlage Das Rindvieh wird entw der im Sommer auf die Weide getrieben, und nur im der Futter⸗ Winter im Stalle mit geſchnittenem Weitzen- oder Gerſtenſtroh und Heu gefuͤttert; Kriy⸗ 3 wei ilh inuee cn oder es iſt die von den mehreſten Landwirthen als weit vortheilhafter anerkannte Stall⸗ und des Fut⸗ fuͤtterung eingefuͤhrt, welche beſonders da am beſten ſtatt findet, wo ein guter Heu⸗ tergelaſſes ꝛc. ſchlag oder genugſame Fettweide und Gras in Menge vorhanden iſt, oder wo viele Futterkraͤuter gebaut werden, indem es vortheilhafter iſt, das Gras(vorausgeſetzt, daß die Weideplaͤtze nicht zu weit entlegen ſind) nach dem Stalle zu bringen, als vie— les davon auf der Weide zertreten, und durch den Urin des Viehes verderben, auch zu⸗ gleich den Miſt verſchleppen zu laſſen. Anm. Um bei dieſer Gelegenheit von den noͤthigen Raͤumen und Anſtalten Behufs der Fuͤtte⸗ rung einen vorläufigen Begriff zu machen, dient folgendes. Herr Riem ſagt in Bezug auf die Stallfuͤtterung im zweiten Stuͤck der oͤkonomiſch⸗veteringiriſchen Hefte: Unter allen Fut⸗ terkraͤutern hat der ſpaniſche, auch hollaͤndiſche Klee, Esparſette, Luzernklee und dergleichen den Vorzug. Außer dem Klee, welcher entweder in beſtäͤndigen Koppeln oder auf den Brach⸗ feldern, oder unter der Gerſte, gebauet wird, kann man aber noch mit andern Gewaͤchſen fuͤttern, als Wicken, Weitzenſchrot, Runkelruͤben, Kohl, Kartoffeln, und beſonders von den letztern die Blaͤtter und das Kraut im Sommer als Bruͤhfutter gebrauchen. Auch wird der Klee auf der Hexelbank geſchnitten und mit Hexel vermiſcht. Am beſten iſt es, wenn man mit Heuvorraͤthen von natuͤrlichen oder kuͤnſtlichen Wieſen ſo verſehen iſt, daß man den gan⸗ zen Winter hindurch damit fuͤttern kann. Iſt man aber nicht hinreichend mit Heu verſehen, ſo muß der Mangel deſſelben mit Stroh erſetzt werden. Das lange Stroh vom Rocken wird zu Hexel fuͤr die Pferde geſchnitten, allenfalls auch fuͤr das Rindvieh. Das Sommerſtroh iſt aber ſelbigem vorzuziehen, doch kann erſteres auch mit Heu vermiſcht werden. Bei Bier⸗ oder —2„ 89⸗ icht aus ftlichen nicht ſo ; und hen er⸗ g und ner ꝛc. lehen⸗ Bau⸗ ehe er im ert; all⸗ eu⸗ diele ſett, vie⸗ zu⸗ uͤtte⸗ auf Fut⸗ ichen rach⸗ chſen den dder man gan⸗ ſehen, wird oh iſt oder innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 39 Brandtweinbrennereien ſind die Traͤber und der Brandtweinſpuͤhligt ein gutes Futter fuͤr die Kuͤhe. Wo die Winterfuͤtterung meiſtens mit Stroh geſchieht, da muß der Hexel, den man mit kurz geſchnittenem Heu oder mit Kleie oder Schrot vermiſcht, angebruͤhet und nach dem Abkuͤhlen verfuͤttert werden. Die Fuͤtterung muß regelmaͤßig dreimahl des Tages, naͤhmlich Morgens, Mittags und Abends geſchehen, und dabei auf Reinlichkeit und Saͤuberung der Krippen ſorgfaͤltig geſehen werden. Die uͤble Gewohnheit, nur zwei mahl des Tages zu fuͤttern, iſt fuͤr das Vieh von ſehr nachtheiligen Folgen. Ferner gehoͤrt zur guten Pflege des Viehes reines gutes Waſſer. Man traͤnkt entweder im Stalle oder auf dem Hofe an Tränktroͤgen. Im letztern Falle muß das Vieh jedesmahl nach dem Futtern auf den Hof getrieben werden. Obgleich die erhoͤheten ſo genannten Futtergaͤnge mit ihren Krippen und Raufen groͤßtentheils als eine fuͤr nuͤtzlich und noͤthig anerkannte Einrichtung in Rind⸗ viehſtaͤllen gelten, ſo giebt es doch Gegenden, z. B. im Mecklenburgiſchen und andern Orten in Niederdeutſchland, wo dem Rindvieh das trockene Futter auf gleicher Erde vorgeworfen wird. Man ſucht ſolches damit zu rechtfertigen, daß das Vieh das Fut⸗ ter in den Krippen zu bald warm hauche, und dann die Eßluſt verliere. Eines Ur⸗ theils daruͤber enthalte ich mich, und ſchreite vielmehr zur Beſchreibung der dewöhnt lichen Futtergaͤnge. Die Krippen in den Futtergaͤngen der Rindviehſtaͤlle muͤſſen nach der Meinung der mehreſten Oekonomen 16 bis 18 Zoll breit und 9 bis 12 Zoll tief ſeyn. Die An⸗ fertigung derſelben iſt folgendermaßen verſchieden. In den Figuren 154 bis 157 ſind hh hoͤlzerne Stiele oder Saͤulen, welche auf Schwellen, die auf erhoͤhete Fundamente geſtreckt ſind, in Entfernungen von unge— faͤhr 15 Fuß aus einander ſtehen. Zwiſchen dieſen Schwellen befindet ſich der eigent⸗ liche Futtergang nebſt den Krippen. Die Krippen werden gewoͤhnlich von Holz oder Steinen gemacht, wovon letzteres das vorzuͤglichſte iſt. Hoͤlzerne Krippen verfaulen, wegen der abwechſelnden Naͤſſe ſehr leicht, und die aus einem ſtarken Stamm gehaue⸗ nen, ſind uͤberdem eine große Holzverſchwendung; daher letztere auch bei Koͤniglichen Domainen⸗Bauten gaͤnzlich unterſagt, und allenfalls nur Krippen aus Bohlen er⸗ laubt ſind. Das Fundament, worauf die vorgedachten Schwellen liegen, muß ſo breit ſeyn, daß auch die Krippen, ſie moͤgen von Holz oder Steinen gemacht werden, darauf ru— hen koͤnnen. Zuweilen wird, wenn der Futtergang nur ſchmal iſt, der ganze Raum a Fig. 155 voll ausgemauert, ſonſt aber gewoͤhnlich nur mit Erde ausgeſchuͤttet(Fig. 154), und oben mit Klinkern oder mit Feldſteinen gepflaſtert, auch wohl nur mit ei⸗ nem Lehmſchlag geebnet. 40 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Da die Krippen nicht ſchmaͤler als vorgedacht und der Gang dazwiſchen ſo wohl ſicher gegen das Vieh, als auch bequem genug ſeyn ſollen; ſo muß hiernach die dem ganzen Futtergange zu geben noͤthige Breite ausgemittelt werden. Anm. Es kann demnach keine Nachahmung verdienen, fuͤr zwei Viehreihen eine gemeinſchaft⸗ liche Krippe nach Fig. 155 anzulegen, wie von einigen vorgeſchlagen worden iſt; denn es kann das Vieh entweder ſolche nicht rein ausleeren, oder wenn ſie nur ſchmal iſt, ſo kann ſich das Vieh gegenſeitig beſchaͤdigen; auch iſt es ſehr unreinlich, durch die Krippe ſelbſt, wenn zuwei⸗ len naß darinn gefuͤttert wird, gehen zu muͤſſen. Sind die Krippen nach Fig. 154 von Bohlen gemacht, ſo muͤſſen ſelbige, da ſie ohne Abtheilung in einem fortlaufen, hie und da einige Spreitzhoͤlzer bo oben zwiſchen den Seitenwangen erhalten, damit ſolche von der im Futtergange befindlichen Erde nicht zuſammen gedruͤckt werden. Da aber dergleichen Spreitzhoͤlzer, wovon bei gera⸗ de aufrecht ſtehenden Seiten der Krippe, deren mehrere ſeyn muͤſſen, zuweilen hinder⸗ lich ſind, ſo werden, um weniger Spreitzhoͤlzer zu beduͤrfen, die Seiten der Krippen lieber nach Fig. 157 ſchraͤg eingeſetzt, welches auch dem Rindvieh bequemer iſt. Zu den mit Ziegeln gemauerten Krippen ſind ſehr feſt gebrannte gute Steine, ſo wie ein fleißiges Zuhauen und Zuſammenfuͤgen derſelben mit gutem Kalkmoͤrtel, vor⸗ zuͤglich noͤthig, wenn ſie ihrem Zwecke ganz entſprechen ſollen; die Fugen muͤſſen ſcharf und glatt ausgeſtrichen, und allenfalls ein Cementmoͤrtel dazu genommen werden, da⸗ mit die Reinigung der Krippen leicht und gut geſchehen kann. Auch muͤſſen ſelbige nicht zu fruͤh nach ihrer Anfertigung gebraucht werden. Anm. In Ermangelung des eigentlichen Traß⸗Cements kann eine Miſchung von Kalk, Zie⸗ gelmehl und Ochſenblut dazu genommen werden. Von dieſer Miſchung muß aber jedesmahl nicht mehr gemacht werden, als in einem, oder noch beſſer, in einem halben Tage ver⸗ braucht wird. Die Conſtruction der mit Steinen gemauerten Krippen iſt nach Fig. 155 und 156 B in der Art verſchieden, daß in Fig. 155 die Steine p auf der flachen Seite und in einem Falze der Schwelle liegen, wogegen in Fig. 156 B die Steine p auf die hohe Kante unter der Schwelle geſtellt ſind. Obgleich nun die Krippe Fig. 155 mehrere gemauerte Tiefe erhaͤlt, ſo wird jedoch dadurch die Schwelle verſchwaͤcht und die Krippe ſelbſt nicht ſo dauerhaft, als nach Fig. 156, wo die Steine ſaͤmmtlich auf der hohen Kante vermauert werden. Anm. Die nach dem Wunſche einiger Oekonomen nach Fig. 158 anzulegenden gemauerten Krip⸗ pen koͤnnen weder von dem Vieh ganz ausgeleert, noch gut gereinigt werden. In Fig. 156 A und B iſt die Conſtruction eines ganzen Futterganges deutlich vorgeſtellt. Die Steine in den Krippen ſind ſaͤmmtlich auf der hohen Kante ſtehend neben — -,4e=ͤͤ—,—— e ſo woßl die dem neinſchaft⸗ en es kann n ſich das un zuwei⸗ da ſie viſchen 1 Erde ei gera⸗ hinder⸗ rippen e, ſo bor⸗ harf da⸗ bige Zie⸗ zmahl e ver⸗ und deite die 155 ͤcht lich Krix⸗ tlich hend eben innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlleꝛck. 41 neben einander vermauert, und zwiſchen beiden Krippen der Gang mit Mauerſteinen auf der flachen Seite gepflaſtert. Letzteres kann, wie gedacht, zur Erſparung auch blos mit einem Lehmſchlag geſchehen, indeß iſt ſolches theils an ſich nicht recht dauer⸗ haft, theils werden die Steine, womit die Krippen gemauert ſind, nicht ſo feſt zu— ſammen gehalten, als wenn der Gang mit Mauerſteinen in Kalk gepflaſtert iſt. Die Breite des Ganges an ſich iſt3 Fuß 1 Zoll, daher der ganze Futtergang mit Inbe— griff der Schwellen 7 Fuß 5 Zoll breit. In ſolcher Art iſt der Kuhſtall in drei Rei⸗ hen nach der Laͤnge des Gebaͤudes, bei einer Tiefe des(maſſiven) Gebaͤudes von 40 Fuß, auf dem Landguthe Sr. Majeſtaͤt des Koͤnigs, Paretz genannt, erbauet. Wie hoch der Futtergang uͤber den Fußboden des Kuhſtandes liegen muß, rich— tet ſich ſo wohl nach der Groͤße des Viehes, wie bei den Pferdeſtaͤllen, als auch viel— faltig darnach, ob der Miſt oft aus dem Stalle geſchafft wird, oder ob derſelbe(bei allerdings zu tadelnder Methode) den Winter uͤber in dem Stalle liegen bleibt, wo⸗ durch ſich der Fußboden des Standes eine Zeit lang nach und nach erhoͤhet. In der Regel ſoll die Oberkante der Schwelle am Futtergange nicht hoͤher als 2 bis 2½ Fuß, nach der Groͤße des Viehes, von dem Fußboden deſſelben liegen. Der Futtergang muß alsdann da, wo derſelbe gegen einen Quergang im Stalle frei endet, eine Quer⸗ ſchwelle(welche in Fig. 156 im Aufriß C und im Grundriß A mit a bezeichnet iſt, und ein Geſchlinge genannt wird) erhalten. Dieſe Querſchwelle wird unter die lan⸗ gen Schwellen gelegt, mit denſelben zum Theil uͤberſchnitten, und dient daſelbſt zur Befeſtigung der gemauerten Krippen. Um aber auf den erhoͤheten Fußgang kommen zu koͤnnen, wird, wie in Fig. 156 A in C gezeichnet iſt, eine gemauerte oder hoͤlzerne Treppe vorgelegt. Einige haben verſucht, die Krippen aus Sandſtein, entweder aus ganzen Stuͤ— cken gehauen, oder aus Platten zuſammen geſetzt, zu machen. Da indeſſen der Sandſtein mehr als die gut gebrannten Mauerſteine die Feuchtigkeiten in ſich auf⸗ nimmt; ſo will man gefunden haben, daß die ſandſteinernen Krippen ſich nicht gut rei⸗ nigen laſſen, dadurch ſehr bald verſauern und der Eßluſt des Viehes ſchaden, auch daß ſich das Vieh die Zaͤhne daran abſcheuere. Andere erfahrene Oekonomen ſind dagegen der Meinung, daß die aus ganzen Stuͤcken ausgehauenen ſandſteinernen Krippen, wo ſie nur zu maͤßigen Koſten zu erhalten ſind, ohne Bedenken angewendet werden koͤnn⸗ ten. Die Krippen in dergleichen Futtergaͤngen laufen da, wo das Vieh in Reihen nach der Laͤnge des Gebaͤudes ſteht, zuweilen in ſo großen Laͤngen ununterbrochen fort, daß 15 bis 20 Stuͤck daran Platz finden, und koͤnnen daher ſehr bequem gereinigt werden, wenn zugleich, wie oben erwaͤhnt, das Material ſelbſt, woraus die Krippen Theil III. Abtheil. II. Fð 42 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache gearbeitet ſind, ſolches nicht verhindert. Einige Oekonomen wollen zu noch mehrerer Befoͤrderung der Reinlichkeit ſowohl, als auch wenn ſie mit Bruͤhfutter fuͤttern, daß den Krippen von einem Ende bis zum andern ein maͤßiger Abhang oder Gefaͤlle gege— ben werde. Zur naſſen Fuͤtterung kann ſolches nicht tauglich ſeyn, weil, wenn die Fluͤſſigkeit ihre Oberflaͤche in die horizontale Linie geſetzt hat, das Vieh an einem Ende viel, am andern Ende wenig oder gar keine Bruͤhe behalten wuͤrde. Was aber die Befoͤrderung der Reinigung der Krippen hierbei angeht, ſo lehrt leider die Erfahrung nur zu oft, daß wenn ein Geſchaͤft zu leicht gemacht wird, ſolches gerade dann am nachlaͤſſigſten geſchieht: daher giebt Herr Riem in dem vorgedachten oͤkonomiſch⸗ veterinairiſchen Hefte ſogar thoͤnerne Toͤpfe oder hoͤlzerne Tubben an, welche nach Fig. 159 AB in einem Kuhſtalle angebracht werden ſollen, wobei jedes Stuͤck Vieh ſeinen eigenen Topf oder Tubbe erhaͤlt, und erſtere an Ort und Stelle gereinigt, letztere aber heraus genommen und nach der Reinigung oben im Futtergeruͤſte zum Ablaufen aufge⸗ ſtellt werden koͤnnen. Der erhoͤhete Futtergang bleibt auf letzt erwaͤhnte Art ganz weg, dagegen bekom⸗ men jedesmahl zwei Stuͤck Vieh ein Geruͤſte, wie aus Fig. 159 A zu erſehen iſt. Die obere Flaͤche ab dieſer ſo genannten Futterbank Fig. B kann mit Bohlen belegt ſeyn, in welchen durch runde Oeffnungen die Doͤpfe oder Tubben eingeſetzt und heraus genom⸗ men werden. Die Staͤbe e ſollen dazu dienen, damit das Vieh, indem es frißt, ſe⸗ parirt iſt, und ſich nicht ſchaden kann. Wenn aber denn doch die einzelnen Krippen fuͤr rathſam befunden werden, ſo duͤrften gewoͤhnliche gegoſſene Pferdekrippen(wel che an ihrem Orte naͤher beſchrieben werden ſollen) in einem gewoͤhnlichen erhoͤheten Fut⸗ tergange verſenkt eingemauert, wohl noch beſſer und zugleich dauerhafter als die Toͤpfe oder Tubben ſeyn. Daß aber das Fuͤttern und Traͤnken in den vor jedem Stuͤck Vieh einzeln befindlichen Krippen, ſo wie das Reinigen derſelben, ſehr zeitverſchwendend ſeyn muͤſſe, leidet wohl keinen Zweifel; daher ich den gut gemauerten und in einem fort laufenden Krippen Fig. 156 den Vorzug gebe, weiche Art auch uͤberall ſich als die beſte beſtaͤtigt. Un die in einem fort laufenden Krippen kann allenfalls in noͤthigen Faͤllen mehr oder weniger Vieh, je nachdem der Raum ſolches geſtattet, geſtellt werden, wenn entweder die Sproſſen in den ſo genannten Raufen gleich weit von einander entfernt ſtehen, oder gar keine Sproſſen darin vorhanden ſind. In beiden Faͤllen aber kann ſich das Vieh waͤhrend des Freſſens leicht einander ſchaden, und im letztern ſogar nicht einmahl auf die nachher zu beſchreibende vortheilhafte Art angebunden werden. Es iſt daher beſſer, die Sproſſen oder ſo genannten Kuhſtacken in folgender Art anzubringen, — ihrerer daß gege⸗ nn die Ende er die rung nam Fig. einen aber ufge⸗ kom⸗ Die innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 43 dabei aber, wie auch ſchon fruͤher erinnert worden, den Standraum fuͤr das Vieh nach Verhaͤltniß ſeiner Groͤße genau zu beſtimmen. Allemahl um den vierten, hoͤchſtens fuͤnften Viehſtand ſteht ein Stiel h Fig. 156 A, B, C und D auf der vor der Krippe befindlichen Schwelle, und zwar genau auf der Grenze zwiſchen zwei Staͤnden. In denjenigen Staͤllen, wo die Futtergaͤnge nach der Laͤnge des Gebaͤudes liegen, dienen dieſe Stiele zugleich als Unterzugsſtaͤnder, um das Gebaͤlke zu tragen. In den Staͤllen aber, wo die Futtergaͤnge nach der T Tiefe des Gebaͤudes liegen, ſtehen dieſe Stiele blos in den Balken oder in Wechſeln zwiſchen ſelbigen, und vielleicht nur einige davon dienen als Unterzugsſtaͤnder. Die Riegel d Fig. 156 C und D von 5 Zoll im Quadrat ſtarkem Kreuzholze, ſind an einem Ende e Fig. D mit einem gewoͤhnlichen, doch locker liegenden Zapfen, am andern Ende k aber mit einem ſo genannten Schleifzapfen in den Stiel einge⸗ ſetzt, und wird am letztern Orte das Aufheben des Riegels aus dem Schleifloche ver— mittelſt eines hoͤzernen Nagels m verhindert. Ein ſolcher Schleifzapfen wird nach den Linienmkinund das Schleifzapfen-Loch nach den Linien ukl geſtaltet, damit der Riegel d leicht aus dem Schleifloche gehoben werden kann. Die Staͤbe oder ſo genannten Kuhſtacken ff muͤſſen ſo geſtellt werden, daß ſie auf der Mitte eines jeden Viehſtandes(ſiehe Fig. 156 A und C) eine Oeffnung von ungefoͤhr 2½ Fuß weit laſſen, wo denn von einer ſoichen Oeffnung bis zur naͤchſt fol⸗ genden ein Raum von ungefaͤhr 1 bis 1 ½ Fuß verbleibt. Der Riegel d liegt mit ſi⸗ ner Unterkante uͤber die Oberkante der Schwelle ungefaͤhr 2 ½ Fuß hoch. Anm. Daß dieſe Dimenſionen fuͤr ſtark behoͤrnte Ochſen und Zuchtſtiere nach Verhaͤltniß groͤßer angelegt werden muͤſſen, verſteht ſich von ſelbſt; ſo wie auch fuͤr das junge oder kleinere Vieh die Krippen und Raufen verhaͤltnißmäͤßig niedriger ſtehen muͤſſen, als vorhin gedacht worden. Fuͤr die Kaͤlber werden gar keine Futtergaͤnge und Raufen angelegt, ſondern nur hoͤlzerne Krippen hier und da einzeln in ihrem Behaͤltniſſe aufgeſtellt. Die Staͤbe kk ſind ungefaͤhr 2 Zoll dick, von zaͤhem Holze, weil daran das Vieh befeſtigt wird, und ſtehen ſowohl oben im Riegel, als unten in der Schwelle mit ei⸗ nem runden Zapfen, jedoch dergeſtalt, daß wenn der Riegel aufgehoben wird, ſie in demſelben feſt bleiben, aus der Schwelle aber ſich leicht herausziehen laſſen. Ferner werden um einen oder beide Staͤbe in jedem Viehſtande weidene Ringe geflochten, und an dieſe Ringe das Vieh mit Ketten oder Leinen befeſtigt.*) Wenn nun bei ent⸗ ſtehendem Feuer, oder aus andern Urſachen das Vieh eiligſt aus dem Stalle getrieben werden ſoll; ſo darf nur der Nagel an dem Schleifzapfen-Loche heraus gezogen und der Riegel aufgehoben werden, und indem dieſes geſchieht, fallen die Weidenringe F 2 Von den Fuß⸗ boͤden in Rindviehſtaͤl⸗ len. 44 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache mit den Befeſtigungsleinen herunter auf die Schwelle, wodurch alsdann 4 bis 5 Stuͤck Vieh mit einem mahle losgemacht ſind. *) Es iſt faſt unbegreiflich, daß in England, wo man den Hausthieren die Freiheit, wie wir bereits geſehen haben, ſo gern aneignet, die Kuͤhe dennoch an einigen Orten mit den Koͤpfen zwiſchen zwei Pfaͤhlen am Futtergange eingezwaͤngt werden, wo ſich alſo das Vieh ſelbſt nicht einmahl das Ungeziefer verjagen kann. §. 146. Der Fußboden in einem Rindviehſtalle muß trocken, und ſo gepflaſtert ſeyn, daß der Urin gehoͤria ablaufen kann. Es iſt jeder Creatur ſchaͤdlich, in den Ausduͤnſtun⸗ gen ihrer Excremete zu wohnen, und geſunde reine Luft ihr eben ſo noͤthig als Nah⸗ rungsmittel. Dieſerhalb wird das(meiner Meinung nach) nie eine gute Bewirthſchaf⸗ tung genannt zu werden verdienen, wo der Miſt eine geraume Zeit hindurch im Kuh— ſtalle bleibt und ſich durch taͤgliche Streu anhaͤuft. Dem ſei indeß wie ihm wolle, da die Anhaͤufung des Miſtes im Stalle oft mit dem Mangel an Geſinde entſchuldigt, in Anſehung der Guͤte des Miſtes vortheilhaft gefunden, und daher, wenn das Vieh nur beſtaͤndig trocken ſteht, wohl gar eine gute Wirthſchaft genannt wird, wobei das Vieh nicht leide; ſo muß doch der Fußboden des Stalles auf irgend eine Art befeſtigt ſeyn; denn ſonſt koͤnnte der Miſt nicht anders als mit einem Theil der Erde in demſel— ben, rein heraus geſchafft werden, und da hierdurch der etwa noch vorhandene Abfluß gaͤnzlich verloren ginge, ſo wuͤrde ſich in jedem Viehſtande ſehr bald ein Moraſt bilden. Das Ausbohlen der Kuhſtaͤlle iſt Holz⸗verſchwenderiſche, ob zwar, wenn die Bohlen dicht gelegt, und die Staͤnde immer ſehr rein von Duͤnger gehalten werden, ein ſolcher Fußboden in Kuhſtaͤllen dauerhafter als in Pferdeſtaͤllen ſeyn wuͤrde. Da ferner die Staͤnde neben einander nicht abgetheilt ſind, und das Rindvieh mit ſeinem weichern Hufe nicht ſo wie die Pferde die Bohlen ſtellenweiſe ruinirt; ſo koͤnnten die Bohlen in ihren ganzen Laͤngen quer in die Staͤnde auf Unterlager gelegt und mit hoͤl⸗ zernen Naͤgeln aufgenagelt werden. Hinter den Staͤnden muͤßte der Gang, und in denſelben eine Abflußrinne von Klinkern oder Feldſteinen mit dem erforderlichen Gefaͤlle gepflaſtert werden. Bei dem Pflaſtern der Kuhſtaͤlle mit Feldſteinen, welches das zweckmaͤßigſte und wohlfeilſte iſt, iſt darauf zu ſehen, daß die Pfaſterſteine moͤglichſt von gleicher und ge— ringer Groͤße, und zwar die groͤßten ungefaͤhr 5 bis 6 Zoll, und eher noch weniger im Durchmeſſer, gewaͤhlt werden. Muß man aber groͤßere Steine mit anwenden, ſo wer⸗ den ſolche mit ihren groͤßten Flaͤchen nach oben gelegt, anſtatt man bei Pflaſterung der Fahrdaͤmme allemahl den Stein(wie man ſich ausdruͤckt) auf den Kopf oder auf Stüͤck vie wir Koͤpfen ſt nicht innere Einrichtung erfordern. als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 45 die hohe Kante ſetzt. Mit kleinern Pflaſterſteinen laͤßt ſich ein ſehr ebenes, und wenn ſie nicht gar zu klein ſind, auch ein zu dieſem Behuf ſehr dauerhaftes Pflaſter machen. Des guten Abfluſſes wegen giebt man den Rinnen je mehr Gefaͤlle, je lieber, in⸗ deß, wenn das Vieh in ſehr langen Reihen neben einander ſteht(wodurch dann wegen des Gefaͤlles der Rinne hinter den Staͤnden die Staͤnde am Ende der Rinne zu tief gegen die Krippe zu liegen kaͤmen); ſo thut man beſſer, die Rinnen wo moͤglich in kurzen Diſtanzen aus dem Stalle zu leiten, oder denſelben weniger und allenfalls nur ꝛ bis 3 Zoll Gefaͤlle auf die laufende Ruthe zu geben. Da dies aber auch das geringſte, ei— ner ſolchen Rinne zu gebende Gefaͤlle iſt, und der gewoͤhnlich mit Duͤnger vermiſchte Urin ohnehin nicht gut abfließt; ſo kann man dem Abfluſſe dadurch zu Huͤlfe kommen, daß man das ſogenannte Bette der Rinne mit Klinkern ausſetzt, wenn auch das uͤbri⸗ ge Pflaſter nur mit Feldſteinen gemacht wird. Der Stand ſelbſt bedarf, von der Krippe bis hinten zur Abflußrinne in Kuhſtaͤl— len, wenig oder gar keinen Abfall, weil dieſe Thiere ihre Excremente ſaͤmmtlich hinter ſich nach der Rinne fallen laſſen. In den Ochſenſtaͤllen dagegen wird es noͤthig, den— ſelben von der Krippe bis zum Rinnſtein, auf die 7 bis 8 Fuß Laͤnge, wenn ſolche mit Feldſteinen gepflaſtert werden, ungefaͤhr 3 Zoll Gefaͤlle zu geben. Aus den oben gedachten Gruͤnden, nach welchen in Kuhſtaͤllen den Staͤnden kein Gefaͤlle gegeben zu werden braucht, haben einige Oekonomen die Anlage Fig. 160 ein⸗ gefuͤhrt, bei welcher die Kuͤhe ungefaͤhr ſechs Zoll hoͤher als der hinter ihnen befindliche Gang zu ſtehen kommen. Der Stand a iſt blos mit Sande ausgefuͤllt, und dieſe Ausfuͤllung wird durch einen an Pfaͤhlen befeſtigten Flechtzaun c erhalten; dabei iſt dieſe Erhoͤhung fuͤr hie⸗ ſige kleine Kuͤhe ungefaͤhr 6 Fuß, oder nur ſo lang, daß die Kuͤhe nicht anders als uͤber den Stand hinweg in die Rinne b miſten koͤnnen. Der Gang und die Rinne hinter den Kuͤhen iſt mit kleinen Feldſteinen gepflaſtert. Der Sand giebt den Kuͤhen ein ſehr weiches Lager, und wenn derſelbe dennoch zufaͤllig vom Duͤnger verunreinigt werden ſollte, ſo wird ſolcher heraus, und wieder friſcher Sand hinein geſchafft. Im letztern Falle duͤrfte es gut ſeyn, wenn dann auch unter dem Sande hinweg, in der Hoͤhe des hintern Ganges, ein Pflaſter von Feldſtei⸗ nen ſich befaͤnde, um bei etwaniger Herausſchaffung des verunreinigten, nicht etwa zu viel Erde herauszuſtechen. Daß hierbei das Vieh vorzuͤglich reinlich gehalten werden kann, iſt ſehr einleuchtend; auch werden dieſe Thiere den etwas genirten Stand(da ſie naͤhmlich nicht zuruͤck treten koͤnnen, wenn ſolcher nur in angemeſſener Laͤnge ange⸗ 46 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache legt iſt) ſehr bald gewohnt. Daß dagegen die Krippe um ſo viel erhoͤhet werden muß, verſteht ſich von ſelbſt. Anm. In einigen Gegenden in Niederdeutſchland, wo die Stallfuͤtterung noch weniger als in hieſiger Gegend eingeführt iſt, werden oftmahls die Kuhſtaͤlle den Herbſt uͤber als Scheu⸗ nen fuͤr das Winterſaat⸗Getraide benutzt; und da ſolches auch darin ausgedroſchen wird, ſo erhaͤlt einer der Raͤume, welchen zwei Viehreihen mit dem dazwiſchen beüindlichen, nicht erhoͤ⸗ heten Futtergange einnehmen, einen feſtgeſchlagenen Dreſchtennenboden.. H. 147. Von der in⸗ Mit den Decken und der Hoͤhe in Rindviehſtaͤllen hat es gleiche Bewandtniß, wel⸗ nurs Hohe 1, che§. 126 bei den Schafſtaͤllen erwaͤhnt worden. Es wird naͤmlich ebenfalls gefordert, en in Rind⸗ daß der Stall im Winter warm ſei, und daß die Ausduͤnſtungen vom Vieh nicht durch viehſtällen, die Decke in das auf dem Boden befindliche Futter ſteigen, weshalb ſich die, einem wohn let Kuhſtalle zu gebende Hoͤhe gleichfalls nach der Anzahl der Haͤupter, und zugleich dar⸗ nach richten ſollte, ob viel oder wenig Zugluft, durch mehr oder weniger Thuͤren in dem Stalle einſtroͤmt. Hier ſcheint die Meinung einiger Schriftſteller und Oeko⸗ nomen mit ſich ſelbſt in Widerſpruch zu treten. Gewoͤhnlich wird naͤmlich die Hoͤhe eines Kuhſtalles fuͤr eine kleine Anzahl zu 9 Fuß, fuͤr groͤßere zu 10 Fuß und fuͤr noch groͤßere Herden zu 11 Fuß, und von ꝛc. Manger ſogar auf 12 Fuß in der Regel angegeben. Wird nun ſelbſt den kleinen Staͤllen die groͤßte dieſer Hoͤhen gegeben, ſo rechnet man gewoͤhnlich darauf, daß der Miſt einige Zeit lang im Stalle bleiben ſoll; wird aber fuͤr groͤßere Staͤlle eine Hoͤhe von 10 bis 12 Fuß, und dann des mehrern Fut⸗ tergelaſſes wegen ein(wenigſtens 3 Fuß unter den Hauptbalken liegendes) Senkgebaͤl⸗ ke angenommen, ſo widerſpricht dies offenbar der vorgedachten Regel, indem daan der Stall ſelbſt doch nur 7 bis 8 Fuß hoch wird. Soll alſo ein dicht geſchloſſenes Senk⸗ gebaͤlke angelegt werden, ſo muß der Stall ſeine ihm angemeſſene Hoͤhe noch unter dem Senkgebaͤlke erhalten. Ueber die zweckmaͤßige Anfertigung der Senkgebaͤlke iſt bereits im zweiten Theile dieſes Werks§. 8 Anweiſung gegeben worden. Eigentlich aber ſind und bleiben die Senkgebaͤlke eine Conſtruction, welche ſich nicht mit den ſtrengen Regeln der Zimmer⸗ mannskunſt ganz vertraͤgt, vorzuͤglich wenn die Fronten aus Stiel- und Riegelwerk beſtehen. Sind die Fronten maſſiv und werden Behufs der Unterſtuͤtzung der Senk⸗ balken nicht etwa beſondere Stiele mit einem Unterzuge darauf gegen die Mauer ge⸗ ſtellt, ſo iſt es eigentlich eine zweite niedrige Etage, welche dann ihre Mauerlatten in den Mauern vollſtaͤndig erhalten muß. Warum aber bauet man bei hoͤlzernen Fron⸗ ten nicht eben ſo? Eine Fronte von der Hoͤhe des Stalles ſelbſt, mit Raͤhmen und innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 47 Balken verſehen, darauf eine Saumſchwelle geſtreckt, und die niedrige zweite Etage mit ihren ausgewechſelten Balken darauf geſtellt, wuͤrde unſtreitig eine regelmaͤßigere Bauart ſeyn. Rechnet man die Conſumtion an Heu zum Winterfutter(denn im Sommer wird gewoͤhnlich mit gruͤnen Kraͤutern gefuͤttert) auf jede Kuh 20 Centner, außer dem erforderlichen Stroh, und jeden Centner Heu zu 15 Kubikfuß Bodenraum; ſo findet ſich, daß ein großer Viehſtand in einem Stalle, und wenn der Stall nicht ei⸗ ne zu geringe Diefe hat, allemahl in dem gewoͤhnlichen Dachboden uͤber dem Stalle hinlaͤnglichen Raum zur Aufbewahrung der Winterfuͤtterung beſitzt. Fuͤr große Staͤl⸗ le alſo, glaube ich, ſind Senkgebaͤlke ganz entbehrlich, wenn naͤhmlich der Bodenraum nur fuͤr das unter demſelden im Stalle ſtehende Rindvieh zum Heu⸗ und Strohvorra⸗ the dienen ſoll. Der Bauer aber hat ein Senkgebaͤlke im Stalle eines Theils deshalb ſehr gern, weil er den Bodenraum auch zu ſeinem Getraide-Vorrathe und zu andern nothigen Beduͤrfniſſen bei ſeinen uͤberhaupt nur ſehr eingeſchraͤnkten Gebaͤuden braucht; andern Theigs iſt er zuweilen dazu genothigt, wenn er z. B. die Scheune und die Staͤl⸗ le, die doch von ſehr verſchiedener Hoͤhe ſind, unter ein Dach bringen will. Ferner iſt zu bemerken, daß wenn einem 30 Fuß tiefen und einem 40 Fuß tie⸗ fen Gebaͤude, beiden z. B. die halbe Tiefe zur Hoͤhe des Dachs gegeben wird, der Bo— denraum des letztern beinahe doppelt ſo groß als der des erſtern iſt; woraus denn folgt, daß allenfalls bei Gebaͤuden von ſehr geringer Tiefe, des Futtergelaffes wegen, ein ſo⸗ genanntes Senkgebaͤlke fuͤr noͤthig erachtet werden könnte, und daß man dagegen bei tiefern Staͤllen, wegen des nicht erforderlichen Senkgebaͤlkes, an Holz erſpart. 1 Aber auch ſelbſt bei Gebaͤuden von geringerer Tiefe iſt, vermittelſt eines hohen und ſteilen Bohlendachs, der erforderliche Futterraum im Dachboden zu bewirken; und was die zu Gunſten der Senkgebaͤlke geruͤhmte Bequemlichkeit betrifft, daß naͤhmlich vermittelſt der Luken in den Fronten uͤber dem Senkgebaͤlke das Heu ſogleich von außen in den Bodenraum geſteckt werden koͤnne, folglich keine Heuluken erforderlich waͤren, ſo verweiſe ich auf die§. 125 Fig. 131 bei den Schafſtaͤllen angegebenen Luken, wel⸗ che dieſe Bequemlichkeit auch ohne ein Senkgebaͤlke erſetzen. Noch einen Hauptvortheil will man von den geſenkten Balken nach Fig. 161 A*) und B herleiten, naͤhmlich, daß das gruͤne Futter, wenn ſolches durch die Luken ee auf das Senkgeboͤlke gebracht iſt, durch die Raͤume ii unmittelbar in den Futter⸗ gang herunter und dem Viehe vorgeworfen werden kann. Daß auf dieſe Art ein ein⸗ zelner Menſch im Stande ſei,(wie behauptet wird,) 100 Stuͤck Vieh zu fuͤttern, welches, wenn das gruͤne Futter in Futterkammern oder in Kellern darunter aufbe⸗ 48 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache wahrt wird, nicht ſo leicht moͤglich ſei, mag ich zwar nicht in Abrede ſtellen; allein ob das gruͤne Futter auf den geſenkten Boͤden k in Fig. 161(ungeachtet der, Behufs eines guten Luftzugs verlangten, in den Oeffnungen ee anzubringenden Jalouſien) ſich eben ſo gut als in Kellern oder Futterkammern conſerviren wird, moͤchte ich wohl bezweifeln. Indeß da angenommen wird, daß das gruͤne Futter, ganz duͤnne ausge— breitet, nur einen bis einen und einen halben Tag daſelbſt aufbewahrt bleibe; ſo ſei es in dieſer Hinſicht den Herren Landwirthen anheim geſtellt. *) Siehe Bergens Viehzucht, herausgegeben von dem Herrn ꝛc. Thaer. Das groͤne Futter, vorzuͤglich Klee, ſoll, wie gedacht, allemahl, und zwar auf Roͤſten, ausgebreitet liegen. Hierzu moͤchte auf dem Boden allerdings mehr Raum als in den Futterkammern vorhanden ſeyn; auch wenn das Stroh auf dem Boden zu He⸗ xel zerſchnitten, und mit dem gruͤnen Futter vermiſcht wird, ſo iſt es dort freilich be⸗ quemer, beides zu meliren. Wenn man aber die gewoͤhnliche gebrechliche Conſtruction der geſenkten Boͤden betrachtet, ſo waͤre in baulicher Hinſicht zu wuͤnſchen, daß der⸗ gleichen erſchuͤtternde Beſchaͤftigungen, als das Hexelſchneiden iſt, daſelbſt nicht vor⸗ genommen wuͤrden; und wenn geſtampftes oder Bruchfutter gegeben wird, muß ſolches ohnehin in den untern Raͤumen zubereitet werden. Wenn die geſenkten Balken nach Fig. 161 A angelegt, und die Oeffnungen ii aus vorgedachter Urſache offen gelaſſen werden; ſo iſt die Frage: ſchaden nicht dem im Boden aufzubewahrenden Futter die Ausduͤnſtungen vom Vieh, und wird letzteres, bei ſo offener Decke den Winter uͤber nicht zu kalt ſtehen? Es wird zwar angenommen, daß der noͤthigen Waͤrme wegen, im Winter der Boden mit Streuſtroh aufgefuͤllt, und dadurch alle Oeffnungen in der Decke verſtopft werdeu ſollen; allein dann wuͤrde auch das Senkgebaͤlk gehoͤrig ſtark conſtruirt werden muͤſſen. Soll aber das Senkge⸗ baͤlk nur als ein leichtes, mit Brettern belegtes Geruͤſt, zur Aufbewahrung des gruͤnen Futters auf einen bis einen und einen halben Tag, betrachtet werden; ſo duͤrfte ſich der noͤthigen Waͤrme im Winter wegen, und um die Ausduͤnſtungen von dem im Boden befindlichen Heu und Stroh abzuhalten, die in Fig. 161 B angegebene Conſtruction beſſer hierzu eignen. Die Oeffnungen ii bleiben daſelbſt gleichfalls offen, und es iſt nicht noͤthig, das Senkgebaͤlke zu ſtacken und zu lehmen, ſondern es braucht(wie auch eigentlich vorgeſchlagen wird) nur gedielt zu werden. Sollte aber ein Senkgebaͤlk mit einem gelehmten, dichten Boden verſehen werden; ſo gehoͤrt wegen der großen Laſt, dazu eine ſorgfaͤltige Unterſtuͤtzung, und da dieſe, wenigſtens an den hoͤlzernen Fron⸗ ten, ſelten ſtatt findet, ſo zeigt die Erfahrung, daß die mehreſten Senkgebaͤlke ſich verſacken. Indem ee innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 49 Indem ich meinerſeits von dem ſchon mehr erwaͤhnten Grundſatze ausgehe, daß es jeder Creatur nachtheilig iſt, in ihren eigenen Ausduͤnſtungen zu wohnen, und daß je⸗ der Stall im Sommer kuͤhl und im Winter warm ſeyn muͤſſe, bin ich der Meinung, daß dem Stalle, nach Maßgabe der Menge Viehes in demſelben, eine der vorgedachten Hoͤhen von g bis 12 Fuß gegeben, eine dichte Decke gemacht, der Miſt taͤglich her— aus geſchafft, dagegen aber, der Anhaͤufung des Miſtes wegen, nicht etwa eine uͤber⸗ fuͤſige mehrere Hoͤhe gegeben, noch weniger in großen Staͤllen die erforderliche Hoͤhe durch ein Senkgebaͤlke verringert werden muͤſſe. In Abſicht der Balkenlagen und der Anfertigung der Decken ſelbſt beziehe ich mich auf das, was§. 126 bei den Schafſtaͤllen hiervon geſagt worden iſt. Die daſelbſt beſchriebenen geſtreckten Windeldecken gewaͤhren unterhalb hinlaͤnglich glatte Flaͤchen, die gehoͤrig geweißt werden koͤnnen, welches letztere zur Rein— lichkeit und geſunden Luft nothwendig, iſt und oftmahls geſchehen muß. Indeß koͤn⸗ nen, bei hinlaͤnglich ſtarken Balken, die Decken auch auf folgende Art conſtruirt wer⸗ den. Man laſſe nach Vorſchrift des zweiten Theils§. 17 wie zu einem halben Win— delboden, 3 Zoll von der Oberflaͤche der Balken herunter, die Stacken legen. An— ſtatt aber daß bei halben Windelboͤden das Lehmſtroh nur uͤber die Stacken gebrei⸗ tet und damit bis zur Oberflaͤche der Balken angefuͤllt wird, ſo laſſe man hier die Sta⸗ cken, wie zu einem ganzen Windelboden, mit Strohlehm umwinden, von unten glatt ſtreichen, und oberhalb bis zur Oberflaͤche der Balken damit ausfuͤllen; ſo erhaͤlt man nach Fig. 162 eine Decke, welche einen guten Dachfußboden und unten glatte Flaͤchen gewaͤhrt, und die, nebſt den vorſtehenden Balken, ordentlich geweißt, der Decke ein recht gutes Anſehen geben. Um das Heu vom Boden nach dem Stalle herunter auf die Futtergaͤnge werfen zu koͤnnen, ſind Oeffnungen in der Decke von der Breite eines Balkenfachs und dabei 3 bis 4 Fuß lang, mit Fallthuͤren verſehen, genau uͤber der Mitte der Futtergaͤnge, erforderlich. Zweckmaͤßig iſt es ferner, wenn zugleich dieſe Oeffnungen ſich da in der Decke befinden, wo eben ein Dachfenſter ſteht, weil daſelbſt das Heu im Boden nicht ſo voll aufgepanſet wird, und man folglich das erforderliche Tageslicht auf dieſe Oeff⸗ nungen in der Decke erhaͤlt. Wenn die gewoͤhnlichen Heuluken im Dache nicht durch die bei den Schafſtaͤllen Fig. 131 angefuͤhrte beſſere Art gaͤnzlich vermieden werden koͤnnen, ſo ſind ſolche nach Fig. 83 im zweiten Theile anzufertigen und ungefaͤhr in Entfernungen von 60, hoͤch⸗ ſtens 70 Fuß anzubringen: letzteres, um das Heu an beiden Seiten der Heuluke nicht zu weit(des Aufpanſens wegen) tragen zu duͤrfen. Zwiſchen jeder Heuluke in ſol⸗ Theil III. Abtheil. II. G Von den Fut⸗ terkammern, Geſinde⸗ Schlafkam⸗ mern, Kaͤl⸗ berſtaͤllen ꝛc. 50 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache chen Entfernungen iſt ein gewoͤhnliches aus Bohlen nach Anweiſung des zweiten Theils Fig. 82 E verfertigtes Dachfenſter hinlaͤnglich. Die vorhin erwaͤhnten Heuoffnungen in der Decke des Stalles wuͤrden alſo hiernach ungefaͤhr Z0 und einige Fuß aus ein⸗ ander zu liegen kommen. §. 148. Die Futter- und Geſinde⸗Schlafkammern, ſo wie die Jungvieh⸗ und Kaͤlberſtaͤlle, findet man gewoͤhnlich an einem oder an beiden Enden, oder laͤngs an einer der langen Fronten des Stalles, ſeltener in der Mitte deſſelben, angebracht. Die Bequemlich⸗ keit der Bedienung des Viehes muß hierin die Wahl der Anlage beſtimmen. Wenn naͤhmlich ein Stall nicht lang und nicht tief iſt, dann liegen die genannten Kammern am bequemſten am Ende, und, wenn derſelbe bei geringer Diefe ſehr lang werden muß, dann ſind außer den Futter- und Schlafkammern an beiden Enden des Stalles auch noch dergleichen in der Mitte deſſelben erforderlich. Als eine Regel, die aber freilich nicht immer beobachtet werden kann, waͤre anzunehmen, daß, da ein Maͤdchen unge— faͤhr 20 Stuͤck Kuͤhe beſorgt, jedesmahl auch, dieſen Kuͤhen in der Naͤhe, ſich die Fut⸗ ter- als Schlafkammern befinden muͤßten. Gewiſſermaßen wird dies dadurch erreicht, wenn von den Fig. 162 beſchriebenen Senkbalken herunter dem Vieh das Futter vorge⸗ worfen wird, wo dann das Senkgebaͤlke die Stelle der Futterkammern vertritt. Die Stellung der Viehreihen macht es oft ſchwierig, die Futter- und Schlafkammern ſo in der Naͤhe anzulegen, als zu wuͤnſchen iſt. Werden die Futter- und Geſindekammern laͤngs einer langen Fronte des Stalles angelegt, ſo koͤnnen bei einer Tiefe des Gebaͤudes von 40 und einigen Fußen zwar immer nicht mehr als 2 Reihen, oder, was eben ſo viel ſagen will, nur Ein Futtergang angebracht werden; allein dieſe Einrichtung wird von vielen Oekonomen wegen bequemer Wartung und beſſerer Ueberſicht des Viehes nicht nur fuͤr vorzuͤglicher gehalten, ſondern auch der Baumeiſter muß in Ruͤckſicht der Conſtruction dieſer Anordnung beitreten, weil hierdurch eine gleichfoͤrmigere Einthei⸗ lung der Unterzuͤge bewirkt wird, als wo 3 Reihen Vieh an 2 Futtergaͤngen nach der Laͤnge des Gebaͤudes ſtehen. Ein mehreres hieruͤber wird weiterhin vorkommen. Die Groͤße der Maͤgde-Kammern in Kuhſtaͤllen richtet ſich hauptſaͤchlich darnach, daß darin die erforderliche Anzahl Betten, und die Coffres oder Laden der Maͤgde ge⸗ ſtellt werden koͤnnen, auch außerdem noch hinlaͤnglicher Raum zum Bettmachen und Gehen vorhanden iſt. Wenn man nun nach wirthſchaftlichen Grundſaͤtzen annimmt, daß fuͤr 15 bis 20 Kuͤhe ein Maͤdchen, und fuͤr ein Geſpann oder 4 Stuͤck Zugochſen ¹ Knecht erforderlich iſt; ſo laͤßt ſich darnach die Groͤße und Anlage der Geſinde⸗ Schlafkammern leicht angeben. innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 51 Anm. Hieraus aber fuͤr jede andere Anlage, wie nach einer Formel aus der gegebenen Anzahl Kuͤhe, blos den Flaͤcheninhalt einer Schlafkammer im Stalle beſtimmen zu wollen, ohne Ruͤck⸗ ſicht auf die Form oder Geſtalt derſelben, wuͤrde eine große Unwiſſenheit in der gemeinen Geometrie verrathen, welche naͤhmlich lehrt, daß 2 Raͤume von einerlei Flaͤcheninhalt, der eine lang und ſehr ſchmal, und der andere quadratiſch, folglich in dem einen kaum fuͤr die Betten und Laden der noͤthige Platz ſeyn kann, wogegen in dem andern noch außerdem ein hinlaͤnglicher Raum zum Gehen waͤre. Ferner iſt bei Einrichtung ſolcher Gemaͤcher auf die erforderlichen Fenſter und Stellung der Thuͤren Ruͤckſicht zu nehmen, ſo daß auch dadurch die Bequemlichkeit bei Ausuͤbung der Geſchaͤfte moͤglichſt befoͤrdert wird; daher es gut iſt, die in einem Gemach erforderlichen Utenſilien in den Plan einzuzeichnen, darnach die Stellung der Thuͤren zu beſtimmen, um ſo die etwanige Bequemlichkeit oder Unbequemlichkeit ſchon aus der Zeichnung beurtheilen und letzterer noch in Zeiten abhelfen zu koͤnnen. Die Maͤgdekammern koͤnnen gedielt oder auch gepflaſtert werden. Sind Ge⸗ woͤlbe darunter, ſo muß, wenn ein Pflaſter in den Kammern daruͤber gewaͤhlt wird, ſolches von Mauerſteinen gelegt werden. Die Futterkammern koͤnnen nicht leicht zu groß angelegt werden, wenn man er⸗ waͤgt, was vorher in Anſehung der Fuͤtterung und des Futtervorraths geſagt worden iſt, naͤhmlich daß darin das gruͤne Futter und der Hexel geſchnitten und aufbewahrt werden ſoll. Anm. Um Jemanden, der hierbei in zu großer Ungewißheit ſchweben ſollte, einigermaßen zu rathen, kann man annehmen, daß auf jedes Stuͤck Rindvieh, 5 bis 6 Quadratfuß(wenn die Kammern gehoͤrig im Stalle vertheilt, und jede derſelben nicht zu ſchmal an⸗ gelegt wird) hinlaͤnglich ſind. In jeder ſolcher Futterkammer muß eine Oeffnung in der Decke zum Hinunter⸗ werfen des Strohes und Heues, auch eine Treppe nach dem Boden vorhanden ſeyn; und werden die Futterkammern, wie es eigentlich ſeyn ſollte, jedesmahl neben den Schlafkammern angelegt, ſo kann man zugleich den Vortheil erhalten, daß die Schlaf⸗ kammern, welche ohnehin nicht die Hoͤhe des Stalles beduͤrfen, unterwoͤlbt, und dieſe Keller zu Ruͤben, Kohl, Kartoffeln ꝛc., theils fuͤr die Kuhmelkerei, theils fuͤr die Wirthſchaft ſelbſt gebraucht werden konnen. Der Theil dieſer Keller, welcher zum Kuhſtalle gebraucht wird, hat dann ſeinen Eingang unmittelbar von den Futterkam⸗ mern, der Theil fuͤr die Wirthſchaft aber kann ſeinen Eingang vom Hofe aus erhal⸗ ten. Dieſe Keller, ſo wie die Futterkammern, muͤſſen mit Feld⸗ oder Mauerſteinen gepflaſtert ſeyn. Wenn mit Bruchfutter gefuͤttert werden ſoll, und es iſt nicht unmittelbar oder ganz nahe am Kuhſtalle ein ſogenanntes Molkenhaus, ſo muß in einer der Futterkam⸗ mern ein Feuerherd mit eingemauerten Keſſeln angelegt werden. Dergleichen Anlagen erfordern aber, der Feuerſicherheit wegen, eine ſorgfaͤltige Abſonderung von dem uͤbri⸗ gen Stallgebaͤude, allenfalls durch maſſive, bis in die Spitze reichende Brandgiebel. G 2 ——x— 52 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Eine ſolche mit einer Feuerung verſehene Futterkammer muß daher entweder an einem Giebelende des Stalles, oder zwiſchen zwei großen Staͤllen in der Mitte, und auch moglichſt unter den Forſt des Dachs angelegt werden: letzteres, damit der Schornſtein V ohne Schleifung gerade aus der Mitte des Dachs gefuͤhrt werden kann. Sehr zweck⸗ ßig, wiewohl koſtſpielig, waͤre es, der vielen Daͤmpfe wegen, dergleichen Kuͤchen zu uͤberwoͤlben, und ſehr nuͤtzlich wuͤrde es ſeyn, wenn die Einrichtung der Keſſel, zum Kochen mit Daͤmpfen, mehr in Anwendung kaͤme. Auch muß eine ſolche Kuͤche hin⸗ laͤnglich geraͤumig ſeyn, um darin etwa eine Grube oder Gefaͤß, worin das gekochte Futter abgekuͤhlt wird, anbringen, und die Troͤge, worin das Futter geſtampft wird, ſtellen zu koͤnnen. §. 149. Von der La⸗ Die Lage eines Kuhſtalles muß trocken und von dem umliegenden Terrain um et⸗ erines au3⸗ was erhoͤhet ſeyn. Die Fronte nach dem Gehoͤfte legt man wo moͤglich gegen Abend oder Mitternacht, am wenigſten aber gegen Mittag, weil ſonſt das Vieh im Sommer zu heiß ſtehen, und vom Ungeziefer auch noch im Stalle zu ſehr gequaͤlt werden wuͤrde. Wenn nun bei ſolcher Lage die Feldfronte vielleicht gegen Mittag zu liegen koͤmmt, ſo koͤnnen zur Abhaltung des Ungeziefers Gazefluͤgel in die Fenſter und Luftzuͤge, we⸗ nigſtens in die Luftzuͤge allein,(woſelbſt ſie waͤhrend der warmen Witterung Nacht und Tag verbleiben koͤnnen,) eingeſetzt werden. Der Kuhſtall muß dem Wohn-oder dem Molkenpaͤchterhauſe nahe ſeyn, und wenn beide Gebaͤude nicht unmittelbar an einander gebauet ſind, ſo muͤſſen ſelbige we⸗ nigſtens mit einem von Feldſteinen gepflaſterten trockenen Fußſteig mit einander ver⸗ bunden werden. Ein eben ſolcher gepflaſterter, vom Hofe hinlaͤnglich erhoͤheter Fuß— ſteig muß auch laͤngs der ganzen Fronte des Stalles angelegt werden, und ſollte ei⸗ gentlich um jedes Gebaͤude, wenigſtens 5 Fuß breit, vorhanden ſeyn, aus dem Grun⸗ de, damit man nicht nur einen trockenen Gang um das ganze Gebaͤude erhaͤlt, ſondern auch die Dachtraufe dadurch vom Fundamente abgeleitet wird. Iſt an dem Kuhſtalle ein Ueberbau an der Hofſeite des Daches befindlich, ſo er⸗ leichtert dies vorzuͤglich die Communication der Ein- und Ausgaͤnge des Stalles. Eine ſehr gluͤckliche Lage verdient es genannt zu werden, wenn der Kuhſtall nahe an einem fließenden Waſſer ſich befindet, wo dann ſelbſt bei eingefuͤhrter Stallfuͤtte⸗ rung das Vieh dann und wann an das nahe gelegene Waſſer getrieben werden kann. Um nicht zu verhindern, daß ein beladener Heuwagen nahe genug gegen den Stall vorfahren kann, muß der eben gedachte gepflaſterte Gang vor dem Stalle entweder nicht 1 innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 53 1 ,, znen breiter als 5 Fuß, oder ſo breit angelegt werden, daß der Wagen auch noch auf dem 2 auch Pflaſter vorfahren kann. Lnſtein weck⸗§. 150. ichen Auf den Aemtern und Vorwerken wird gewoͤhnlich der Kuhſtall im Einſchluſſe Vom Mol⸗ Izum des Gehoftes angelegt, und dann mehrentheils die Molkerei in dem allgemeinen Wirth⸗ kenhauſe. mhina ſchaftsgebaͤude getrieben. Liegt aber der Kuhſtall entweder entfernt vom Gehoͤfte,*) an hte oder iſt die Molkerei beſonders verpachtet, ſo iſt ein eigenes Molkenhaus nebſt Paͤch⸗ ihpft terwohnung entweder unmittelbar am Kuhſtalle oder ganz in der Naͤhe erforderlich. *) In dieſem Falle muß auch fuͤr den noͤthigen Raum zur Aufbewahrung des Streu⸗ und Fut⸗ terſtrohes mittelſt einer Scheune geſorgt werden. Bei der Beſchreibung eines Molkenhauſes muß ich wiederum beilaͤufig von der net⸗ Molkerei und dem Buttermachen ſo viel erwaͤhnen, als dem Baumeiſter unumgaͤnglich end davon zu wiſſen noͤthig iſt. Aner Die Milch muß gleich nach dem Melken*) und ehe ſie ganz erkaltet, in die Ae— n de. ſche oder Milchſatten, in welchen ſie zum Rahm-Anſetzen aufgeſtellt wird, geſchuͤt⸗ un ſo tet werden, weil man bemerkt haben will, daß ſie dann, und wenn ſie nicht durch wei— he⸗ tes Tragen ſehr geſchuͤttelt worden, den mehreſten Rahm abſetzt. Da nun die Erkal⸗ ſohe tung der Milch nach Maßgabe der Temperatur der Atmoſphaͤre ſchnell oder langſam geſchieht, ſo muß ſchon deshalb das Milchhaus ſo nahe als moͤglich am Kuhſtalle er— Rtnd bauet werden. Im Sommer, wo die Milch ſehr langſam erkaltet, und folglich, um niwe⸗ die Milchkammer nicht noch mehr zu erwaͤrmen, alsdann nicht warm aufgeſtellt wer⸗ aber⸗ den darf, muß in der Molkenkuͤche ein ſo genannter Kuͤhlbacken*) vorhanden ſeyn, üß⸗ worin ſelbige in kaltes Waſſer geſtellt und abgekuͤhlt wird. In der Naͤhe der Kuͤche, Ao ei⸗ woſelbſt der Kuͤhlbacken ſteht, und worin ein oder zwei Keſſel-Feuerungen befindlich D⸗ b ſind, muß auch ein guter Brunnen vorhanden ſeyn, um das durch die Milch im Kuͤhl⸗ narn V backen erwaͤrmte Waſſer nach Erforderniß mehrmahl ablaſſen, und durch friſches kuͤh⸗ les Waſſer erſetzen zu koͤnnen, auch um das zur oftmahligen Reinigung der Milchge⸗ , faͤße in den Keſſeln zu kochende Waſſer bei der Hand zu haben. 8*„) Das Melken muß ſo oft als das Fuͤttern geſchehen; denn wenn zu ſelten gemolken wird, ſo werden die Milchgefaͤße der Kuͤhe nicht hinlaͤnglich gereizt, und anſtatt viele und gute Milch Snhe zu erhalten, wird der Zufluß eigentlich verhindert.. döte**) Ein hoͤlzernes oder ſteinernes viereckiges Gefaͤß von einem Umfange nach Verhäͤltniß der Anzahl Milchſatten, und etwa 2 Fuß tief. † Um das Waſſer aus dem Kuͤhlbacken ablaſſen zu koͤnnen, muß derſelbe unten am nal Boden eine Oeffnung haben, und wird daher gewonnlich uͤber der Erde angelegt; es — 54 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache kann derſelbe aber auch in der Erde, mit ſeiner Oberflaͤche der Erde gleich, angeord⸗ net werden,(welches wohl noch bequemer fuͤr das Hineinſetzen und Herausnehmen der Milcheimer ſeyn duͤrfte,) wenn nur dann noch Gefaͤlle genug zum Abfluß des Waſſers aus dem Kuͤhlbacken vorhanden iſt. Der Kuͤhlbacken muß alſo auch waſſerdicht, und wenn derſelbe in der Erde ſich befindet, von ſehr feſten Steinen und mit Cement gemauert ſeyn. Da nun in der Molkenkuͤche fuͤr den Kuͤhlbacken, zur Reinigung, Austrocknung und Aufbewahrung ſaͤmmtlicher Milchgefaͤße auf Regale an den Waͤnden, zu einigen großen Tiſchen, wo moͤglich auch fuͤr einen Brunnen, an einigen Orten ſogar auch zur Zubereitung des Bruͤhfutters, der noͤthige Raum vorhanden ſeyn muß; ſo laͤßt ſich daraus nach Maßgabe der Groͤße der Kuhmelkerei die anſehnliche Groͤße der Kuͤche ermeſſen. Wenn die Milch gehorig abgekuͤhlt iſt, wird ſelbige in moͤglichſt flachen und weiten Geſchirren in das eigentliche Milchbehaͤltniß zur Anſetzung des Rahms auf⸗ geſtellt. Anm. Aufmerkſame Landwirthe haben gefunden, daß die von einer Kuh jedesmahl zuerſt abge⸗ molkene Milch weniger Rahm als die letztere abſetze; aus dieſem Grunde, und auch um den Nutzen von jeder einzelnen Kuh zu beobachten, wird die Miſch in alle dieſe beſondere Theile ſeparirt, woraus ſich die Menge der Milchſatten und der etwa dazu erforderlichen Regale beurtheilen laͤßt. Die groͤßt moͤglichſte Reinlichkeit in allen Theilen des Molkenhauſes, und vor— zuͤglich da, wo die Milch in den Aeſchen oder Satten aufgeſtellt wird, folglich ein flei⸗ ßiges Scheuern nicht nur der Milchgefaͤße, ſondern auch der Gemaͤcher, iſt ein unerlaͤß⸗ liches Erforderniß. Iſt das Behaͤltniß, worin die Milch aufgeſtellt wird, vielleicht im Sommer nicht kuͤhl genug, ſo wird kaltes Waſſer auf den Fußboden ausgegoſſen, damit die Miſch nicht ſaͤuere; und iſt es im Winter zu kalt darin, wodurch der Rahm zu langſam abgeſetzt wird, ſo muß durch einen Ofen oder mit heiß gemachten Steinen die gehoͤrige Temperatur(welche man ungefaͤhr auf g bis 10 Grad Reaumuͤr an⸗ nimmt) beſchafft werden. Ein guter hoher Keller, der tief genug in der Erde liegt und dennoch nicht nur einen hinlaͤnglichen Luftzug, ſondern auch in ſeinem Pflaſter ei⸗ nen ordentlichen Abfluß haben kann,(welches letztere freilich ſelten zu erhalten iſt,) wuͤrde alſo ein hierzu vollkommen geeignetes Behaͤltniß ſeyn. Anm. Im Anzeiger der Deutſchen vom Jahre 1808 wird an einem Orte geſagt:„Waſſer „von Meerrettig abgezogen, ſſt ein vortreffliches Mittel, die Milch im Sommer „ſuͤß und friſch zu erhalten, wenn man einen Eßlöffel davon unter ein Noͤßel Milch gießt. „So erhaͤlt ſie ſich auf dieſe Art in den Hundstagen außer dem Keller ohne Bedeckung „bei haͤuſigen Gewittern, ſechs Tage lang unveraͤndert, waͤhrend darneben geſtellte Milch —— — — —— innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 55 „ſchon ſtinkt und fault.“ Im 193ſten Stuͤck dieſes Anzeigers von demſelben Jahre, wird noch das weſentliche bemerkt, daß dieſes Waſſer keineswegs das Anſetzen des Rahms verhin⸗ dert. Von einigen ſehr erfahrenen Oekonomen wird jedoch dies als eine Abſurditaͤt verworfen. Da, wie gedacht, in den mehreſten Faͤllen ein unmittelbarer Abfluß aus dem Milchkeller nicht zu erhalten iſt, und dennoch ſo wohl zur Reinigung des Fußbodens und der Regale, als ſelbſt wegen Reinigung der Luft, im Keller Waſſer auf den Fuß⸗ boden ausgegoſſen werden muß, ſo wird alsdann das Kellerpflaſter ſchraͤg, mit dem Gefaͤlle nach einem Punkte hin angelegt, daſelbſt eine Vertiefung gemauert, und ver⸗ mittelſt einer Handpumpe alle Feuchtigkeit wieder herausgeſchafft, wovon aber der Reſt, der dennoch einen mehr oder weniger uͤbeln Geruch verurſachen, und der Milch, bei nicht hinlaͤnglichen Luftzuͤgen, ſehr bald ſchaͤdlich werden wuͤrde, aus der Sammel— grube jedesmahl rein ausgetrocknet werden muß. Die Kellerfenſter bilden zugleich die Luftzuͤge in den Kellern, weshalb ſelbige, wenn ſie nahe der Erde liegen, mit dichten Drathgittern gegen das Einſpringen der Kroͤten, Ratzen und Maͤuſe zu verſehen ſind. Daß die Keller ſo hoch liegen muͤſſen, daß das Pflaſter in denſelben ſtets von Grund⸗ waſſer frei bleibt, verſteht ſich von ſelbſt. Wo daher alle dieſe noͤthigen Bedingungen wegen des Milchkellers nicht zuſammen treffen, da ſucht man lieber ſo bald als die Witterung es nur erlaubt, die Milch in einer Kammer oder in einer hierzu allein be— ſtimmten Stube uͤber der Erde aufzuſtellen. Wegen des zu verſchuͤttenden vielen Waſſers, muß dann eine ſolche Stube gleichfalls mit einem guten Gefaͤlle und Abfluß nach außen, gepflaſtert ſeyn. Gewoͤhnlich befinden ſich in einem ſolchen Miſchbehaͤltniſſe Regale, welche an den Waͤnden herum ſtehen, und mehrere niedrige Faͤcher uͤber einander haben,(wenn naͤhmlich ein beſchraͤnkter Raum dies etwa verlangen ſollte,) weil, wie vorgedacht, die Milchſatten nur ſehr flach ſeyn ſollen; jedoch iſt dies eine ſehr unrichtige Verfahrungs⸗ art, wie weiter hin vorkommen wird. In dem Milchbehaͤltniſſe muß auch ein großer Tiſch ſtehen, um die Milchſatten dann und wann aus der Hand ſetzen zu koͤnnen. Anm. In einer ohne Jahrszahl bei Baumgaͤrtner in Leipzig erſchienenen deutſchen Ueber⸗ ſetzung giebt ein Herr Doctor Anderſon folgende Beſchreibung und Abbildung eines engli⸗ ſchen Milchhauſes an: „Das Gebaͤude muß nach Fig. 163 A aus einer Reihe kleiner Behaͤltniſſe beſtehen, wo „die kleine Abtheilung a in der Mitte das eigentlich zu nennende Milchhaus iſt. Die in⸗ „nern Waͤnde dieſes Miſchhauſes muͤſſen von Ziegeln oder Bruckſteinen rings umher aufge⸗ „mauert ſeyn; jedoch braucht eine ſolche ſteinerne Wand nicht dicker zu ſeyn, als ein Mauer⸗ „ziegel der Laͤnge nach, oder, wenn ſie von Bruchſteinen gemacht wird, ungefaͤhr 1 Fuß „dick. Außerdem muß die Mauer dieſes eigentlichen Milchhauſes, welche ganzer ſechs Fuß „dick werden ſoll, an der auswendigen Seite mit Raſen bekleidet, und an der inwendigen „ mit dicht geſchlagenem Lehm oder Erde uͤberzogen werden.“(Koͤnnte nicht beſſer die gan⸗ ——— 4 V 56 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache ze Mauer von Piſé ſeyn?)„Die innere Wand eines ſolchen Gebaͤudes kann 7 bis 8 Fuß „hoch ſeyn, auf dieſe aber der Dachſtuhl geſetzt, und die Waͤnde koͤnnen an den Giebeln bis „zu der Spitze des Dachs hinauf gemauert werden. Auf den Dachſtuhl muß ein Dach von „Schilf⸗ oder Stroh⸗Schauben geſetzt werden, welches nicht weniger als drei Fuß dick „ſeyn darf, und von oben ſo weit herunter gefuͤhrt werden muß, bis es das Ganze der „Waͤnde an jeder Seite deckt; jedoch braucht man es hier, wenn Stroh oder Schilf nicht „in ſolcher Menge zu haben iſt, wie man es wuͤnſchen moͤchte, nicht eben voͤllig ſo dick zu „machen. In dem Dache muß gerade uͤber der Mitte des Gebaͤudes eine hoͤlzerne Roͤhre „angebracht ſeyn, die ſo lang iſt, daß ſie um 1 bis ² Fuß uͤver das Dach heraus ragt, „und gelegentlich dienen kann, Luftzug zu machen. Das obere Ende dieſer Dunſtroͤhre muß⸗ „damit kein Regen dadurch hinein kommen koͤnne, mit einem kleinen eigenen Obdach, und „dieſes mit einer Klappe verſehen ſeyn, welche mittelſt einer Schnur nach Belieben auf⸗ „und zu⸗gezogen werden kann. Auch muß auf einer Seite, um Licht zu geben, ein Fenſter „angebracht ſeyn, deſſen Struetur ſich am beſten aus dem Durchſchunitte dieſes Theils des „Gebaͤudes, der in Fig. 163 B kg abgebildet iſt, erkannt werden kann. Jedoch iſt hierbei „noͤthig zu erinnern, daß die Oeffnung durch zwei Glasfenſter, eins an der auswendigen „Seite bei g, und das andere an der inwendigen Seite bei f verſchloſſen ſeyn muß. Ver⸗ „muthlich iſt es kaum noͤthig, dem Leſer noch zu ſagen, daß dieſes doppelte Schiebefenſter „ſowohl als die große Dickigkeit der Mauer und der Stroh⸗ oder Schilf⸗Schauben am „Dache, wie auch die Gebaͤude am Ende deſſelben, den Zweck haben, die Temperatur dieſes „Mittelzimmerchens, in allen Jahreszeiten ſo gleich wie moͤglich dadurch zu machen, daß „daſſelbe von aller unmittelbaren Communication mit der aͤußerlichen Luft auf wirkſame „Art ausgeſchloſſen werde.“ (Vergleiche hiermit§. 118.) „Das mit b bezeichnete Gemach hat die Beſtimmung, daß es zum Behaͤltniß fuͤr „die Geraͤthe des Milchhauſes, und zu dem Platze dienen ſoll, wo dieſelben gereinigt, und „ordentlich aufgeſtellt werden koͤnnen, damit man ſie immer, wenn mian ſie noͤthig hat, in „Bereitſchaft und zur Hand habe. Zu dieſer Abſicht koͤnnen an den Waͤnden rings umher „tiefe Regale feſtgemacht, auch Tiſche und andere Bequemlichkeiten, wo ſie noͤthig ſind, „jaufgeſtellt werden. Hier ſind die Waͤnde duͤnner, als die andern, und koͤnnen lediglich „von Ziegel⸗ oder Bruchſteinen gebaut ſeya; auch iſt nicht noͤthig, daß das Strohdach hier „ſo dick ſei, wie in der mittlern Abtheilung. In der Ecke bei h ſteht ein Keſſel, von ei⸗ „ner, dem Milchhauſe und dem Bedarf deſſelben angemeſſenen Groͤße, Waſſer zum Bruͤhen „der Gefaͤße warm zu machen, uͤber einem dicht verſchloſſenen Ofen, von dem ſich der Zug „in einem Schornſteine endigt, welcher quer uͤber die Thuͤre im Giebel gefuͤhrt iſt, uͤber „dem er aufrecht ſteht und da den Rauch ausfuͤhrt. „Das andere Gemach c kann zu einer Art von Vorrathskammer gebraucht werden, „worin die fertige Butter und andere Producte des Milchhauſes, nebſt vorraͤthigen Geſchir⸗ „ren, verſchloſſen gehalten werden koͤnnen, bis es die Gelegenheit mit ſich bringt, ſie an⸗ „ders wo hinzuſchaffen.“ „Waͤre die Lage des Milchhauſes ſo nahe bei einer Stadt, daß darin Eis im Som⸗ „mer mit Profit verkauft werden koͤnnte; ſo ließe ſich dieſes Gemach c uͤberaus vortheil⸗ „haft zu einem Eismagazin brauchen, welches in vielen Faͤllen einen recht gut paſſenden „Anhang des Milchhauſes abgeben wuͤrde. Alles was zu dieſem Zwecke noͤthig waͤre, wuͤr⸗ „de darin beſtehen, daß man die Wande dazu auf eben die Art bauete und ſie eben ſo „dick machte, wie bei dem Gemache a, ſo wie es die punetirten Linien i, k, l, m andeu⸗ „ten. Das Dach muͤßte denn da auch von der naͤhmiichen Dickigkeit gemacht werden. Haͤt⸗ „te man dieſe Abſicht, ſo muͤßte der Fußboden mit Schwellen von ſtarkem Holze dergeſtalt „belegt werden, daß ſie ein frei liegendes Quadrat, mit einem offenen Gange rings herum, „von i er⸗ ier 1n Sant d jes en zuß ute uni 4 bpe⸗ 1 75 [ Wrülb⸗ „J'en auͤr⸗ p eu⸗ it⸗ ul I N *☛ innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 57 „von zwei Fuß in der Breite bildeten. Auf dieſe Schwellen muͤßten geflochtene Huͤrden „von Weiden gelegt ſeyn, wozu die Ruthen, aus denen ſie gemacht werden, vorher alle⸗ „ſammt geſchaͤlt, und in warmen Theer getunkt waͤren, um ſie vor dem Verrotten zu ſichern. „Innerhalb dieſes Quadrats iſt das Behaͤltniß fuͤr das Eis. Das Eishaus waͤre dann mit „Oeffnung der doppelten Thuͤren bei k anzufuͤllen, welche darauf ſogleich geſchloſſen wer⸗ „den muͤßten, und nicht eher wieder geoͤffnet werden duͤrften, als bis das Behaͤltniß von „neuem anzufuͤllen waͤre; und der Raum zwiſchen den Thuͤren muͤßte mit Stroh feſt voll⸗ „geſtopft werden, um den Zugang der Luft zu verhuͤten. Das Eis, welches gelegentlich, ſo „wie man es braucht, herausgehohlt wird, muß durch das Milchhaus getragen werden. „Die kleinern Gemaͤcher r und s ſind bios in der Dicke der Theilungswand angebrach⸗ „te Vertiefungen, die zu jedem Gebrauche, den man fuͤr dienlich befindet, angewandt wer⸗ „den koͤnnen; wie denn die doppelten Thuͤren in dieſen Paſſagen blos den Zweck haben, „alle Communieation zwiſchen der aͤußern Luft und dem innern eigentlichen Milchhauſe ab⸗ „zuſchneiden, ſobald große Hitze oder heftige Kälte dieſes noͤthig machen. Die Stroh⸗ „Schauben uͤber dieſen kleinen Gemächern muͤſſen inwendig um einen Fuß tiefer kommen, „als im Milchhauſe, damit alle Communication der Luft von den aͤußern Gemaͤchern, an „der Stelle, wo der Dachſtuhl aufliegt, deſto wirkſamer verhindert werde. Wenn die Luft „gemaͤßiat iſt, kann die Thuͤre bei t gemeiniglich offen gelaſſen werden, um den Aus, und „Eingang aus und zu dem Milchhauſe bei alltaͤglichen Gelegenheiten zu erleichtern. Alle „Thuͤren oͤffnen ſich in der Richtung, welche die punctirten Linien andeuten.“ „In einer jeden von dieſen Thuͤren, ſo wie auch in den Außen⸗Thuͤren, zu den Ge⸗ „maͤchern b und c, muß eine Oeffnung von etwa einem Quadratfuß gemacht, und mit ei⸗ „ner eigenen, genau in die Oeffnung paſſenden kleinen Thuͤre verſehen werden, die man „nach Belieben auf⸗ und zumachen kann. Ueber die inwendige Seite einer jeden ſolchen „Oeffnung muß ein Stuͤck Beuteltuch geſpannt, und mit einem Netzwerke von feinem „Drath uͤberzogen werden. Wenn nun die Luft gemaͤßigt waͤre, und der Wind aus einer „angemeſſenen Richtung herwehete; ſo koͤnnte durch Oeffnung dieſer kleinen Thuͤren ein „Luftzug durch alle dieſe Gemaͤcher gemacht werden, wodurch ſie rein und trocken erhalten „wuͤrden, ohne daß doch Fliegen oder anderes Ungeziefer hinein kämen.“ „Alle dieſe Gemächer muͤſſen auf der inwendigen Seite der Wäͤnde und an der Decke „mit Kalk getuͤncht werden. Das Gemach a zum wenigſten muß auch mit flachen Steinen „gepflaſtert, und dieſes Pflaſter 6 Zoll hoͤher, als die Grundfläͤche des Gebaͤudes, und mit „abhaͤngig gemachten Rinnen verſehen ſeyn, wodurch Waſſer oder jede andere Fluͤſſigkeit, die „etwa zufaͤlliger Weiſe da verſchuͤttet wird, ungehindert abfließen kann: aber es iſt immer „eine ſaͤuiſche Milch⸗Magd, die ihren Fußboden beſudelt. Die Waͤnde muͤſſen rings um⸗ „her mit Regalen von hinlänglicher Tiefe verſehen ſeyn, auf welche die Aeſche(Milchſat⸗ „ten) geſetzt werden koͤnnen, und in der Mitte muß ein großer Tiſch ſtehen, der im „Grundriſſe mit punctirten Linien angedeutet iſt, und den man, wenn er ſteinern iſt, ſau⸗ „berer und brauchbarer finden wird, als von irgend einem andern Material. Unter den⸗ „ſelben muß ein Theil von dem Pflaſter, etwa einen Fuß in der Breite, rings umher „6 Zol hoͤher, als die Flaͤche des Bodens iſt, dergeſtalt angelegt ſeyn, daß er inwendig ei⸗ „nen Trog zum Waſſerhalten bildet. Dieſes Becken⸗(welches dazu dient, um die warme Milch abzukaͤhlen)„kann nach Belieben voͤllig ausgeleert werden, wenn man ein Loch oͤff⸗ „net, wodurch das Waſſer in die gemeinſchaftlichen Rinnen ablaufen kann.“ Die Pruͤfung der Anwendbarkeit eines ſolchen engliſchen Milchhauſes muß ich erfahr⸗ nen Oekonomen uͤberlaſſen; nur bemerke ich, daß in England ſelten eigene Gebäude zu dieſem Behuf angelegt werden, ſondern die Molkenwirthſchaft in der Regel im Wohnhauſe betrie⸗ ben wird. Theil 1II. Abtheil. II. H 58 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Im zweiten Bande des Jahrgangs ¹799 der Sammlungen nüͤtzlicher Aufſätze, die Baukunſt betreffend, iſt eine kurze Beſchreibung eines praͤchtigen Milchſaales zu Rincy unweit Paris enthalten. In dieſem ungefaͤhr 36 Fuß langen und 13 Fuß breiten Saa⸗ le, wird die Kuͤhlung durch, in den vier Ecken angebrachte, Springwaſſer, und die gemaͤßig⸗ te Temperatur durch ein anſtoßendes Orangeriehaus bewirkt. Die Milchgefaͤße ſtehen in der Mitte des Saales auf einem ſehr großen marmornen Tiſche. Im Holſteinſchen, wo in den großen Molkereien die Molken⸗Wirthſchaft un⸗ ſtreitig am muſterhafteſten betrieben wird, liegt gewoͤhnlich der Molkenkeller halb uͤber und halb unter der Erde. In der Hoͤhe des Kellers von 3 bis 4 Fuß uͤber der Erde, geht der Luftzug vermittelſt ganz niedriger, aber ſehr breiter Fenſter hindurch.(Fuͤr das noͤthige Licht ſind uͤber ſelbigen noch andere Fenſter angebracht.) Der Luftzug ſoll naͤhmlich in der halben Hoͤhe des Kellers uͤber die, allemahl nur auf dem Fußboden in der Mitte neben einander(ja nicht an den Waͤnden) ſtehenden Milchſatten, hinweg ſtreichen. Das uͤber einander Stellen der Milchſatten auf Regale, wird daſelbſt durchaus nicht geſtattet. Außer dieſen fuͤr die Milch ſelbſt erforderlichen Behaͤltniſſen, iſt bei einer eigent— lichen Kuhpaͤchterei, in demſelben Hauſe auch die Wohnung des Molkenpaͤchters be⸗ findlich. Dazu gehoͤrt eine große Wohnſtube, in welcher zugleich das Geſinde(wel— ches uͤbrigens im Stalle ſeine Schlafkammern hat) zum Eſſen und zu den Abendarbei⸗ ten ſich verſammelt,*) und eine geraͤumige Schlafkammer fuͤr die Familie des Paͤch⸗ ters. Naͤchſtdem ſind geraͤumige Keller zur Aufbewahrung der Butter und Gemuͤſe noͤthig, welche ihren beſondern Eingang, und zwar letztere nicht durch den Milchkeller, haben muͤſſen. Auf einem kleinen Feuerherde in der nahe liegenden Molkenkuͤche kann zugleich das Eſſen fuͤr die Wirthſchaft zubereitet werden. *) Iſt eine ſehr große Anzahl Geſinde erforderlich, dann iſt es ſchicklicher, eine eigene Stube fuͤr ſelbiges anzulegen. Die Stube des Paͤchters kann dann verhaͤltnißmäßig kleiner werden. Die Milchkammer und der Milchkeller ſollten, wenn es moͤgüich iſt, nicht mit der Wohnung ſelbſt durch Thuͤren in unmittelbarer Verbindung ſtehen, weil die menſch— lichen Ausduͤnſtungen die Luft verderben. Der Zugang zu jenen Raͤumen kann alſo von der Molkenkuͤche aus ſeyn, voraus geſetzt, wenn letztere nicht rauchend iſt, ſondern einen guten Zug hat, indem der Rauch die Milch ſehr leicht verdirbt. Daß ein ſolches Molken- und Kuhpaͤchterhaus, wenn es unmittelbar an den Stall gebauet wird, durch einen maſſiven Brandgiebel von Grund aus bis in die Dachſpitze(nach der im zweiten Theile Seite 177 enthaltenen Anweiſung) voͤllig ge⸗ trennt ſeyn muͤſſe, und allenfalls allein mit Ziegeln gedeckt werden kann, wenn auch das uͤbrige Stall⸗Gebaͤude mit Strohdach verſehen wird, iſt nicht oft genug zu wie⸗ derhohlen. —,———— innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 59 §. 15 r. Um alles, was bisher uͤber die Anlage großer Kuhſtaͤlle geſagt worden, am kuͤrze⸗ Heiiheebn ng er Anlage eines Kuh⸗ ſtalles nach In Fig. 164 A iſt ein Stall fuͤr 30 Stuͤck Kuͤhe in zwei Reihen nach der Laͤn⸗ Fig. 164. ſten zuſammen zu faſſen, will ich die in folgenden Figuren entworfenen verſchiedenen Anlagen derſelben naͤher beſchreiben, und ſolche beilaͤufig mit einander vergleichen. ge des Gebaͤudes, und fuͤr 20 Stuͤck Jungvieh nach der Tiefe des Gebaͤudes nebſt den noͤthigen Kaͤlberſtaͤllen, Futterkammern, desgleichen eine Kuhpaͤchterwohnung mit Zu⸗ behoͤr entworfen. Das ganze Gebaͤude iſt 221 Fuß lang, 42 Fuß tief, und in den Hauptwaͤnden maſſiv. Der Raum, in welchem die 80 Kuͤhe ſtehen, iſt mit einer 10 Fuß breiten Durchfahrt durchſchnitten. Die Staͤnde fuͤr die 4 Zuchtſtiere werden am zweckmaͤßigſten in i, i, k, k gewaͤhlt, weil, wenn ſolche zunaͤchſt der Durchfahrt hh ſtehen ſollten, durch die dazu noͤthigen Bretterwaͤnde an der Durchfahrt die Paſſage des Viehes nach den Staͤnden beengt werden wuͤrde. Fuͤr jede Kuh iſt ein Standraum von 3 ½ Fuß Breite und 7 Fuß Laͤnge gerechnet, wonach alſo die Raufen oder Kuhſta⸗ cken Fig. 164 C eingetheilt ſind. Der Futtergang iſt mit Inbegriff der Schwellen 6 Fuß breit, und darin gemauerte Krippen. Die Gaͤnge hinter den Staͤnden ſind jeder 4 Fuß breit. Außer dem Thorwege befinden ſich nach der Hofſeite noch zwei Thuͤren, jede zu 4 Fuß breit Der Stall fuͤr das Jungvieh an dem einen Ende des Kuhſtalles iſt nach der Tie⸗ fe des Gebaͤudes 38* Fuß lang, und nach der Laͤnge des Gebaͤudes 24 Fuß breit. Jedes Stuͤck Jungvieh darin hat einen Standraum von 6 Fuß Laͤnge, 3 Fuß e e⸗ und die Gaͤnge dahinter ſind 3 Fuß breit, der Futtergang aber wiederum 6 Fuß breit. Laͤngs der Feldſeite des Kuhſtalles ſind die Kaͤlberſtaͤlle, Futter- und Geſinde⸗Schlafkammern angelegt. Die Kaͤlberſtaͤlle ſollten allemahl ſo iſolirt liegen, daß die Kuͤhe das Bl Pken der von ihnen abgeſetzten Kaͤlber nicht hoͤren, und deshalb ſich aͤngſtigen; zugleich aber muß die Aufwartung der Kaͤlber durch zu entfernte Abſonderung nicht erſchwert werden. In der vorliegenden Einrichtung befinden ſich nun zwar die beiden Kaͤlberſtaͤlle unmit⸗ telbar am Kuhſtalle(jeder von 27 Fuß Laͤnge, 10 ¾ Fuß Breite); allein es ſind ſel⸗ bige durch maſſive Waͤnde von dem Kuhſtalle abgeſondert. Wenn naͤhmlich die Hoͤhe des Kuhſtalles in Fig. 164 B zu 12 Fuß im Lichten hoch angenommen worden iſt, und die Kaͤlberſtaͤlle an und fuͤr ſich nicht mehr als 7 Fuß Hoͤhe beduͤrfen; ſo kann der dar⸗ uͤber verbleibende Raum von 4 Fuß Hoͤhe noch zum Futtergelaß benutzt, dadurch der freie Luftzug quer durch den ganzen Stall beibehalten, und dennoch der Kaͤlberſtall dicht abgeſondert werden, indem die maſſive Mauer, welche letztere vom Kahſtalle H 2 — 60 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache trennt, uͤber der Decke des Kaͤlberſtalles und noch unter der Decke des Kuhſtalles uͤber⸗ woͤlbte große Oeffnungen erhaͤlt. Eben ſo werden auch die Mauern, welche die 24 Fuß langen, 10 ¾ Fuß breiten Futterkammern vom Kuhſtalle abſondern, nur etwa 6 Fuß hoch voll ausgemauert, dar⸗ auf eine Balkendecke gelegt, und uͤber dieſer Hoͤhe die lange Scheidemauer bis unter die Decke mit moͤglichſt großen Oeffnungen uͤberwoͤlbt. Die Abſicht der uͤber die Fut⸗ terkammern beſonders zu legenden Balkendecke iſt, um naͤchſt der Beibehaltung eines freien Luftzugs quer durch den Stall, dennoch das Futter in den Kammern gegen die Einwirkung der Duͤnſte von dem Viehe, zu ſichern. Der Zugang zu dieſem Zwiſchen— boden koͤnnte von der Bodentreppe aus genommen werden. Sollte man auf die Ver⸗ wahrung des Futters in den Kainmern gegen die Ausduͤnſtungen vom Vieh weniger Ruͤckſicht nehmen wollen; ſo kann auch der Zwiſchenboden uͤber den Futterkammern wegbleiben. Mit Beibehaltung des Zwiſchenbodens wird noch der Vortheil erhalten, die§. 125. Fig. 131 bei den Schafſtaͤllen beſchriebenen Heuluken bequem anlegen zu koͤnnen. Die Futterkammern haben unmittelbare Communication mit den Kuh und Kaͤl⸗ berſtaͤllen und mit den entweder uͤberwoͤlbten oder Balkenkellern unter den Schlafkam⸗ mern, und zwar vermittelſt Thuͤren in a. Das Profil von den Hoͤhen der Keller und Geſinde⸗Kammern iſt Fig. 164 E. Die beiden Geſinde-⸗Schlafkammern, jede 16 Fuß lang, 10 ½ Fuß breit, 7 Fuß im Lichten hoch, zuſammen fuͤr 8 Maͤgde, liegen ſo, daß von da aus, bei der Nacht, ſowohl der Kuhſtall, als auch der Jungviehſtall genau obſervirt werden koͤnnen, zumahl wenn in die Fenſter bbb, in jedes eine brennende Laterne geſtellt wird. Aus jeder Schlafkammer fuͤhrt eine Treppe nach dem Kuhſtalle, und eine dergleichen nach der Futterkammer hinunter, weshalb die eine Treppe, welche zugleich nach dem Boden fuͤhrt, hiernach genau ihre Laͤnge und Hoͤhe in Hinſicht des Podeſtes erhalten hat. Durch die vorhin gedachten uͤberwoͤlbten Oeffnungen in der langen Scheidemauer uͤber den Koͤlberſtaͤllen und Futterkammern, faͤllt nicht nur das Licht von den in der Frontmauer nahe an der Decke befindlichen Glasfenſtern in den Stall, ſondern auch vermittelſt der Luftzug⸗-Oeffnungen, welche entweder zwiſchen den Fenſtern in den Pfeilern nahe unter dem Balken, oder durch theilweiſe Weglaſſung des Balkenſtirn⸗ brettes, in den Fronten angelegt werden koͤnnen,(wie bei den Schaſſtaͤllen Fig. 130 beſchrieben worden,) kann der Luftzug freien Spielraum nahe unter der Decke durch den ganzen Stall erhalten. Von den Futtergaͤngen und Krippen iſt nichts weiter zu wiederhohlen, als daß, uͤber⸗ eeiten dar⸗ unter Fut⸗ eines die hen⸗ Ver⸗ niger mern innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlleꝛc.. 61 um den Gang! im Jungviehſtalle wegen der beiden Stufen, mittelſt welchen die Fut⸗ tergaͤnge erſtiegen werden muͤßten, nicht zu ſchmaͤlern, die Querſchwellen oder die Ge⸗ ſchlinge an den Futtergaͤngen neben den Stielen einwaͤrts zu legen ſind, wo dann die noͤthigen Stufen innerhalb der Futtergaͤnge angelegt werden koͤnnen. Die Rinnen hinter den Kuhſtaͤnden koͤnnen hier von k und i nach h zuſammen, und unter der Thorwegſchwelle hinweg nach dem Hofe geleitet werden, in welchem Falle die erſten Staͤnde bei k und i ungefaͤhr um 5 Zoll(naͤhmlich ſo viel, als an Ge⸗ faͤlle in der Rinne noͤthig ſeyn wuͤrde) hoͤher als die letzten Staͤnde bei h zu liegen kom⸗ men. Um aber den Urin ſo ſchnell als moͤglich aus dem Stalle zu leiten, wuͤrde es noch beſſer ſeyn, die lange Rinne in ihrer Mitte bei gg zu erhoͤhen, und den Abfluß aus dem Stalle, bei k, heund i, alſo mit der Haͤlfte des vorhin gedachten Gefaͤlles, anzu⸗ legen. Das Gefaͤlle dieſer Rinnen, und beſonders das Gefaͤlle der, welche von der Fronte zunaͤchſt den Futterkammern nach dem Hofe geleitet werden ſollen, beſtimmt die hierzu noͤthige Hoͤhe des Fußbodens im Stalle gegen die Hoͤhe der Ausfluͤſſe nach dem Hofe, und folglich gegen das aͤußere Terrain. Um aber bei Anlegung des innern Pflaſters und der Rinnſteine dadurch nicht genirt zu werden, nimmt man den Fuß⸗ boden lieber gegen das aͤußere Terrain noch etwas hoͤher an. In Staͤllen, wo das Vieh in Reihen nach der Laͤnge des Gebaͤudes ſteht, rich⸗ tet ſich die Stellung der Unterzugsſtaͤnder nach der Eintheilung der einzelnen Viehſtaͤn⸗ de dergeſtalt, daß nur auf der Grenze zwiſchen zwei Viehſtaͤnden ein Unterzugsſtaͤn— der, und dieſe wiederum nicht weiter als 16 bis 17 Fuß aus einander ſtehen duͤrfen. In Betreff der Balkenlage gilt alles das, was daruͤber bei den Schafſtaͤllen§. 130 ange— fuͤhrt worden. Wie hiernach aber auch die Eintheilung der Balken ſich ergeben mag, ſo kann ſelbige in gleicher Art uͤber den Jungviehſtall hinweg getheilt, und die am Fut⸗ tergange daſelbſt ſtehenden Stiele in Wechſel zwiſchen den Balken gezapft werden. Beſſer iſt es freilich, wenn letztgedachte Stiele unmittelbar unter einem Balken ſelbſt eingezapft ſind; jedoch muß ſolches in der Balken⸗Eintheilung nicht geniren. Nach den Futtergangsſtielen, wenn ſolche, wie hier in dem Kuhſtalle, nach der Laͤnge des Gebaͤudes ſtehen, richtet ſich wie natuͤrlich die Lage der Unterzuͤge. Da aber in dem Jungviehſtalle der Futtergang nach der TDiefe des Gebaͤudes liegt, ſo muͤſſen hier die Unterzuͤge anders als in dem Kuhſtalle vertheilt, und deren, nach Maßgabe der Diefe dieſes Gebaͤudes, zwei, genau uͤber einige nach Eintheilung der Viehſtaͤnde zutreffen⸗ de Futtergangs-Stiele gelegt werden. Daß nur nach den Unterzuͤgen, von den Stielen aus, Baͤnder hinauf gehen, iſt ſchon mehrmahls erinnert worden. Die Anlage eines Stalles nach der Fig. 164 entworfenen Art, wo naͤhmlich die 62 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Futter- und Geſindekammern laͤngs einer Fronte liegen, hat in Abſicht der Conſtru⸗ ction entſchiedene Vortheile: Einmahl treffen(wie aus dem Profile B zu erſehen iſt) die Dachſtuhlſaͤulen genau uͤber die Unterzuͤge. Zweitens, weil die Balken dreimahl b unterſtuͤtzt ſind, koͤnnen ſolche, wenn auch noch geſtreckte Windelboͤden gemacht wer⸗ den, von ſehr ſchwachem Holze ſeyn, ohne im mindeſten an der Feſtigkeit der Decke zu verlieren. Drittens geben die zu den Futterkammern ꝛc. noͤthigen Querwaͤnde dem ganzen Gebaͤude eine große Steifigkeit,(wenn daſſelbe auch aus Fachwerk beſtaͤnde,) V welche auf eine andere Art, wo naͤhmlich die Futter- und Geſindekammern an den En— den des Stalles liegen, nicht zu erhalten iſt. Anm. BVeilaͤufig will ich noch des Bodenraums in Abſicht des Heugelaſſes erwaͤhnen. Wenn nach Fig. 164 B das Dach 20 Fuß hoch iſt, ſo giebt der Bodenraum ſchon bis an die Kehylbalken, und ohne den Boden uͤber dem Molkenhauſe zu rechnen, einen Raum von 42,500 Kubikfuß, und wenn auf 100 Stuͤck Vieh, welche im Stalle ſtehen, im Durchſchnitt fuͤr jedes Stuͤck a0 Centner Heu gerechnet werden, ſo erfordern ſolche einen Bodenraum von 30,000 Kubikfuß; mithin iſt Raum genug dazu vorhanden. Zur Molkenpaͤchterei koͤmmt man vom Hofe zuerſt in die 23 Fuß 10 Zoll lange, 18 Fuß 7 Zoll breite und 11 Fuß hohe Molkenkuͤche. In derſelben iſt n ein 6 Fuß langer, 3 ½⅞ Fuß breiter Kuͤhlbacken; ſelbiger ſteht 1 Fuß uͤber, und nicht viel mehr als 1 Fuß in der Erde, damit das Waſſer von dem Boden deſſelben noch ein Gefaͤlle nach dem Hofe erhalten kann. Im Feuerherde ſind zwei Keſſel, welche zugleich zum Bruͤh— futter gebraucht, und aus dem Brunnen L in der Kuͤche gefuͤllt werden koͤnnen. Auch im Jungviehſtalle ſteht bei m ein Brunnen, welche Lage denſelben gegen das Einfrieren ſichert. Der Brunnenkeſſel kann(was der Reparatur wegen auch beſſer iſt) außerhalb dem Gebaͤude liegen. Eine Treppe k fuͤhrt nach der 16 Fuß 2 Zoll langen, 18 Fuß? Zoll breiten und g Fuß hohen Milchkammer, welche einen Ofen hat, der, ſo wie der Ofen in der Wohnſtube, von der Kuͤche aus in einer Hohe von 3 Fuß uͤber dem Fußboden der Kuͤche geheitzt wird. In der Milchkammer ſind freie Waͤnde genug, um die Regale fuͤr die Milchgefaͤße ſtellen zu koͤnnen, welches in der Kuͤche freilich nicht ſtatt findet, und deshalb ein großer Tiſch o dazu noͤthig iſt. Da der Fußboden der Milchkammer nur 2 Fuß uͤber den Boden der Kuͤhe erhaben liegt, ſo muß Behufs des Kellereingangs d aus der Kuͤche eine ſchraͤge Stichkappe hinunter, gewoͤlbt, und ſolche in der Milch⸗ kammer mit einem Tiſche e nutzbar bedeckt werden. Vermittelſt der Treppe, die zugleich nach dem Boden fuͤhrt, gelangt man, von V dem Podeſte aus, auf der einen Seite in die Geſinde-Schlafkammer, und auf der andern Seite in die 19 Fuß 8 Zoll lange, 138 Fuß 7 Zoll breite, und 9 Fuß hohe Wohn⸗ ———·—— innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſſaͤlle ꝛc. 63 ſtube, und aus derſelben in die 12 ¾ Fuß lange und 18 Fuß 7 Zoll breite Schlaf⸗ kammer.—— Unter der Wohnſtube und Schlafkammer ſind gewoͤlbte Keller zur Aufbewahrung der Butter und Gemuͤſe fuͤr die Wirthſchaft; der Eingang zu dieſen Kellern iſt bei p unter der Treppe. Da, wie vorhin gedacht, die Hauptſcheidemauer, welche das Molkenhaus von dem Kuhſtalle trennt, bis in die Dachſpitze als Brandgiebel hinauf geht; ſo koͤnnte hier eingewendet werden, daß, weil die Bodentreppe im Molkenhauſe liegt, die beiden Boͤ⸗ den eine Communication vermittelſt einer hoͤlzernen Thuͤre im Dachgiebel erhielten. In dieſem Falle muͤßte freilich entweder daſelbſt eine eiſerne Thuͤr oder noch eine Treppe in der darneben belegenen Futterkammer angelegt werden. Wenn dieſer Kuhſtall maſſiv von gebrannten Steinen angenommen wird, ſo ſind die ſaͤmmtlichen Umfaſſungsmauern, bei guten Materialien und fleißiger Arbeit, be⸗ ſonders in Ruͤckſicht der geringen Hoͤhe, aus zwei Steinen oder 13 Fuß ſtark genug. Unter nicht ganz ſo guͤnſtigen Umſtaͤnden aber koͤnnte wenigſtens die, auf betraͤchtlicher Laͤnge frei ſtehende Hoffronte, ſo weit die Staͤlle reichen, wohl 2 ½ Stein oder 2 ⅜ Fuß ſtark angelegt werden. Die beiden Hauptſcheidewaͤnde, weil ſie auf anſehnlicher Laͤnge frei ſtehen, und die Mittelwand im Molkenhauſe, weil das Gebaͤude ſchon 42 Fuß tief iſt, ſind 1 ½ Stein ſtark anzulegen; alle uͤbrige Scheide- und lange Waͤnde aber, weil ſie viel— faͤltigen Zuſammenhang haben, koͤnnen 1 Stein ſtark, auch wohl nur von Fach⸗ werk ſeyn. Iſt die Hoͤhe des Stalles an der tiefſten Stelle des Pflaſters im Lichten 12 Fuß, ſo muß die aͤußere Hoͤhe der Frontmauern vom Hofpflaſter bis unter die Balken 12 ¾ Fuß betragen, um die Rinnen aus dem Stalee deſto beſſer ableiten zu koͤnnen. Auf dieſe geringe aͤußere Hoͤhe von 6 Zoll koͤnnen kleine Rampen vor die Thuͤren angepfla⸗ ſtert werden. Soll ein ſolcher Stall von Lehmpatzen oder Piſé erbauet werden, ſo muͤſſen die Umfaſſungsmauern nicht unter 2 Fuß, und ſo nach Verhaͤltniß auch die uͤbrigen Mauern ſtaͤrker ſeyn. Hierbei muß ſodann bis zur Oberkante der Plinte, welche zwiſchen 2 und 3 Fuß Hoͤhe anzunehmen iſt, und da, wo Keller ſind, bis zum Fußbo⸗ den daruͤber, mit guten gebrannten Mauer⸗- oder Feldſteinen gemauert werden, da⸗ mit keine Feuchtigkeit weder von außen noch innen den Lehmmauern nachtheilig wer⸗ den kann. Beſchreibung der Anlage eines Kuhſtal⸗ les nach Fig. 165. 64 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache §. 132. In Fig. 165 ſteht das Vieh in drei Reihen nach der Laͤnge des Gebaͤudes. Soll dieſer Stall, wie in dem vorigen Beiſpiele, 30 Stuͤck Kuͤhe und Zuchtſtiere, und 18 bis 20 Stuͤck Jungvieh, nebſt den dazu gehoͤrigen Kaͤlberſtoͤllen, Futterkammern und Maͤgde⸗Schlafkammern faſſen koͤnnen; ſo muß der Stall ohne Molkenpaͤchter Woh⸗ nung 168 Fuß lang 44 Fuß tief ſeyn. Der Stall Fig. 164 iſt, ohne das Mol⸗ kenhaus,= 17875 Fuß lang und 42 Fuß tief; folglich iſt der Flaͤchenraum fuͤr eine gleiche Anzahl Vieh, nebſt den 8 Vuller⸗ und Geſindekammern, in beiden Beiſpielen ganz gleich. Anm. Der Raum c an beiden Enden des Stalles muß wegen des Zugangs aus den Futterkam⸗ mern nach dem einfachen Futtergange offen bleiben. Die Futterkammern befinden ſich hier an beiden Enden des Stalles, und wenn man bedenkt, daß in Fig. 164, um aus der Futterkammer nach dem Futtergange zu gelangen, ein kleiner Umweg noͤthig iſt; ſo ſcheinen ſelbige in Fig. 165 bequemer zu lie⸗ gen. Die Laͤnge einer jeden der Futterkammern iſt 19 Fuß 11 Zoll, und ihre Breite 16 Fuß 8 Zoll. Auch die Schlafkammern, deren jede ro Fuß 2 Zoll breit iſt, haben in ſo fern eine vortheilhaftere Lage, daß man unmittelbar vom Hofe dahin kommen kann; unter denſelben iſt gleichfalls ein Keller, der, wie in dem vorigen Beiſpiele, mit der Futter⸗ kammer in Verbindung ſteht. Eben ſo kann auf gleiche Art ein Raum uͤber den Kaͤl⸗ berſtaͤllen zu den Futterkammern mit benutzt werden. Es mag auch noch in mancher andern Hinſicht dieſe Einrichtung vor der in Fig. 164 beſchriebenen, einige wirthſchaftliche Vorzuͤge haben, allein in Betreff einer ſolidern und wohlfeilern Conſtruction ſteht ſie derſelben ſehr nach. Betrachtet man z. B. das Profil Fig. 165 B, ſo findet ſich die Unterſtuͤtzung der Balken ſehr irregulair. Man hat zwar dieſerwegen ſchon den Vorſchlag gethan, die Stammenden der Balken ſaͤmmtlich nach der am wenigſten unterſtuͤtzten Seite zu legen; hiermit iſt aber noch nicht viel abgeholfen, da dennoch der ſtehende Dachſtuhl daſelbſt auf eine 19 Fuß frei liegende Laͤnge druͤckt, und dies ohne einen koſtſpieligern liegenden Dachſtuhl nicht abzu⸗ aͤndern iſt. In Suaͤllen von vier Reihen nach der Laͤnge tritt der eben erwaͤhnte Fall doppelt ein. Wegen der gleichfoͤrmigen Vertheilung der Unterzuͤge in Fig. 164 konnen auch die Balken um ſo ſicherer nach Fig. 122 E wechſelſeitig geſtoßen werden, wenn es etwa an ſo vielem langen Balkenholze mangeln ſollte. Ferner ſtehen in Fig. 165 beide Fronten auf einer 122 Fuß großen Laͤnge ganz ohne Verbindung mit andern Mauern, wodurch, innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 65 wodurch, wenn ein ſolcher Stall von Fachwerk erbauet werden ſollte, die Stabilitaͤt Kudes. des ganzen Gebaͤudes nicht ſo als nach Fig. 164 zu erwarten ſeyn wuͤrde. 2, und Wollte man bei dieſem Stalle annehmen, daß die Molkenpaͤchter⸗Wohnung ꝛc. Inund iſolirt von demſelben ſtaͤnde; ſo koͤnnte die Anlage der Futter- und Maͤgdekammern ꝛc. „Woh⸗ am andern Ende eben ſo liegen, und wenn dann in e und l geraͤumige Thuͤren an bei⸗ 21NWol den Enden gemacht wuͤrden, ſo koͤnnte auch laͤngs durch den ganzen Stall gefahren n für werden. eele §. 153. auten⸗ Der Stall Fig. 166 iſt nur 32 Fuß tief, und von Fachwerk angenommen; es Beſchreibung wuͤrde derſelbe alſo bei einer, mit den vorigen Beiſpielen gleichen, Anzahl Vieh nebſt der Aalahe Fvenn dazu gehoͤrigen Kammern, ohne das Molkenhaus, 238 Fuß Laͤnge erhalten muͤſſen. kalles nacß. ere zu Schon wegen des groͤßern zu uͤberbauenden Flaͤchenraums, wegen der viel Fis. 166. d ie mehrern Umfaſſungswaͤnde und wegen der großen Entfernung der Futterkammern, greite kann man dieſer Anlage wohl keine okonomiſchen Vorzuͤge vor den vorhergehenden ein⸗ raͤumen; allein es kommt noch der fuͤr den Baumeiſter nicht außer Acht zu laſſende Um⸗ 1 ſtand hinzu, daß naͤhmlich die Fronten zwiſchen den an beiden Enden liegenden Futter⸗ 5 kammern in einer ſehr großen Laͤnge ganz frei ſtehen, welches, wenn ſolche, wie er hier angenommen worden, von Fachwerk ſind, eigener Vorkehrungen bedarf, um das 44 Gebaͤude gegen Beſchaͤdigungen von Sturmwinden zu ſichern. aeal⸗ Dergleichen Vorkehrungen durch Strebewaͤnde, wie in Fig. 1398 bei den Schaf⸗ ſtaͤlen angegeben worden, und welche den Verband des Gebaͤudes nach der Diefe be— Fi. wirken ſollen, koͤnnen in Kuhſtaͤllen nicht ſtatt finden, weil ſie daſelbſt die Paſſage fuͤr zeiner das Vieh ſehr hindern wuͤrden. Bnan Um nun dennoch die erforderlichen Sturmbaͤnder ohne Behinderung fuͤr das Vieh gir. V anzubringen, koͤnnen ſolche nur von den Futtergangsſchwellen hinauf bis in die Balken ken(ſiehe Fig. 166 B in ab), und zwar auf der Schwelle mit einer Klaue und in den mioch Balken mit einer Verſatzung, angebracht werden. Daß zu dieſem Ende die Schwelle fri vor den Unterzugsſtaͤndern um einige Zoll vorſtehen muß, verſteht ſich von ſelbſt. abiu⸗ Sollte dies Gebaͤude ein Bohlendach erhalten, ſo koͤnnen die in Fig. 166 C an— Fäl gegebenen Baͤnder bei coeneben dem Unterzugsſtaͤnder auf der Schwelle ſtehen, bei d um ſehr wenig mit dem Balken uͤberſchnitten werden, und bis e hinauf reichen, da⸗ unnen. 5.„ In 66 ſelbſt mit dem Bohlenſparn verbolzt zorden, und ſo zugleich die Feſtigkeit des Dachs Sbedde ſehr befoͤrdern helfen. Tem Die Schlafkammern ſind in Fig. 166 à nicht unterwoͤlbt; dagegen aber das gan⸗ ler, Theil III. Abtheil. II. J duc/ ſſſſſſͤſſſſ 66 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache ze Molkenhaus außer der Kuͤche; weshalb auch von der Wohnſtube eine kleine Treppe nach der Schlafkammer hinunter fuͤhrt. Uebrigens iſt die Einrichtung aus der Zeich⸗ nung zu erſehen, und nur noch dabei zu erinnern, daß, um das Molkenpaͤchterhaus vom Stalle, der Feuerſicherheit wegen, zu trennen, ein maſſiver Brandgiebel, 1½ Stein ſtark, von Grund aus bis in die Dachſpitze entworfen iſt. Neben der Treppe b, wel⸗ che nach der Wohnſtube fuͤhrt, befindet ſich bei c der Eingang nach den Butter⸗ und Gemuͤſekellern, und um einen hinlaͤnglichen Bodenraum zu erhalten,(weil das Ge⸗ baͤude nur wenig Diefe hat,) kann ein deutſches Dach um 4 Fuß an der Hofſeite uͤber⸗ gebauet, oder, ſo wie in Fig. 166 B angegeben iſt, ein Bohlendach errichtet werden. Anm. Daß der Leuchte⸗Kamin in der Wohnſtube ſeine beſondere Roͤhre bis zum Dache hin⸗ aus erhalten, und nicht in die Rauchfangsroͤhre eingeſchleift werden muß, um gegen Rauch in der Kuͤche moͤglichſt geſichert zu ſeyn, verſteht ſich von ſelbſt. §. 154. Beſchreibung In den Entwuͤrfen Fig. 167 und 168 ſteht das Vieh in Reihen nach der Diefe des deramageae, Gebaͤudes, wovon Fig. 167 B und 163 wirklich exiſtirende, und in verſchiedenen Pro⸗ le nach Fig. vinzen als vorzuͤglich anerkannte, Anlagen ſind. Hier zeigt ſich nun ſowohl die Be— 16) und 168. ſchwerlichkeit beim Futtern des Viehes, wegen der einzelnen Futtergaͤnge, als auch daß der ganze Viehſtand nicht ſo genau zu uͤberſehen iſt. Eine Separation des Viehes in Krankheitsfaͤllen findet hier auch nicht ganz ſtatt, indem ſonſt allemahl zwiſchen zwei Futtergaͤngen eine vollſtaͤndige Wand gezogen, dadurch eben ſo oft noch ein Gang durch die Tiefe des Gebaͤudes mehr angelegt, folglich dieſe Staͤlle um mehrere Gaͤnge, jeder 4 Fuß breit, laͤnger haͤtten werden muͤſſen. Geſchieht nun dies nicht, ſo ſtehen die Futtergaͤnge in Fig. 1r67 A wenigſtens 13 Fuß von einander entfernt, welches fuͤr die freie Lage der Unterzuͤge ſchon nicht unbedeutend iſt. In Fig. 167 B ſtehen die Futtergaͤnge zwar nur 15 Fuß aus einander, weil die Laͤnge der Staͤnde nur zu 6 Fuß und die Gaͤnge dazwiſchen nur zu 3 Fuß angenommen, auch deshalb nur 3 Fuß Breite fuͤr jeden Viehſtand gerechnet worden ſind, welches aber, wenn es gleich nur fuͤr einen kleinen Schlag von Vieh gilt, ich dennoch, ſo oft ſich auch ſolches in der Aus⸗ fuͤhrung finden moͤchte, fuͤr zu beſchraͤnkten Standraum halte. Die Gaͤnge nach der Laͤnge des Gebaͤudes, die hier in Fig. 167 A laͤngs beiden Fronten und in Fig. 167 B nur laͤngs einer Fronte liegen, koͤnnen auch in der Mitte durchgehen, welches ſich ganz nach dem Wunſche des Oekonomen richtet; allein, wenn der Gang in der Mitte durch die Laͤnge des Gebaͤudes liegt, mithin die erhoͤheten Fut⸗ b tergaͤnge an beiden Fronten anſtoßen, ſo iſt fuͤr die Conſtruction noch der Vortheil zu b erhalten, daß die Futtergangsſchwellen mit den Fronten verbunden werden koͤnnen. ce eine drpye der Zeich chterhaus „1 Stein pe b, wel⸗ utter⸗ und das Ge⸗ ſeite uͤber⸗ werden. Dache hin⸗ egen Rauch iefe des hen Pro⸗ die Be⸗ ich daß hes in zwei ducch e, jedet ehen die ſches fuͤr tehen die 15 Fuß 3 Fuß eich nur er Aus⸗ z beiden er Mitte n, wenn ten Fut⸗ rtheil zu nnen. innere Einrichtung erfordern, als Rindviehſtaͤlle ꝛc. 67 In Fig. 168 iſt die Einrichtung eines Mecklenburgiſchen Kuhſtalles vorgeſtellt. In demſelben ſteht das Vieh ſowohl in Reihen nach der Laͤnge als in die Quere, und iſt das Gebaͤude 52 Fus tief. Da fuͤr ſolche Tiefen das Balkenholz ſchon ſehr ſelten iſt,(weshalb auch Staͤlle fuͤr 4 Reihen nach der Laͤnge nicht oft Anwendung finden,) ſo hat man ſich bei dieſer(aus der Wirklichkeit entnommenen) Anlage, durch eine ſehr tadelnswerthe ſogenannte Anſchleppe zu helfen geſucht. Ueberhaupt ergiebt dieſe Zeichnung, ſowohl in der Einrichtung als in der Conſtruction dieſes Stalles, mehrere nicht nachahmungswuͤrdige Beiſpiele, wovon ich nur die auffallendſten hier angeben will. Erſtlich: der 147 Fuß breite Gang nach der Laͤnge dient in den dortigen Wirthſchaften oftmahls zur Tenne, ſo wie der ganze Stall zur Scheune fuͤr das Winterſaat Getrai⸗ de, daher dieſer Gang ſowohl als die vier Quergaͤnge, wie eine Tenne mit Lehm aus⸗ geſchlagen ſind, und das Vieh auf derſelben ohne Krippe gefuͤttert wird. Zweitens: wuͤrden die beiden Raͤume aa zu Futterkammern gebraucht, ſo koͤnnte dies vielleicht als eine bequeme Einrichtung angeſehen, und ſelbſt das Senkgebaͤlke noch mit zum Bo⸗ den benutzt werden; wenn aber dieſe Raͤume nicht mit unter den Hauptbalken kommen koͤnnen, ſo beweiſet die Zeichnung Fig. B, welche mangelhafte Conſtruction dadurch entſteht. Drittens: ſo ſehr die vielen ausgebundenen Waͤnde und der Dachſtuhl von einer außerordentlichen Holzverſchwendung zeugen, ſo ſpaͤrlich iſt die Balkendecke da⸗ gegen eingerichtet, indem darin die Balken mehrentteils 8 Fuß, ja ſelbſt an einigen Orten 10 ½ Fuß von einander entfernt liegen. Wenn nun gleich bei einer dreimahli⸗ gen Unterſtuͤtzung der Balken eine gute geſtreckte Windeldecke die Laſt des Rauchfut⸗ ters in dem bedeutend großen Dache auch wohl tragen moͤchte; ſo liegt doch im Gan— zen eine Disproportion in der Vertheilung der noͤthigen und unnoͤthigen Hoͤlzer, ſo daß ſolche nur als Beiſpiel, wie man nicht conſtruiren ſollte, gelten mag. Da indeß das„laͤndlich, ſittlich“ ſich immer zu behaupten ſtrebt; ſo muß in Abſicht der Anlage und Einrichtung ſich der Baumeiſter mehrentheils in die Ideen des Oekonomen fuͤgen. In ſo fern aber letztere ſich durch eine beſſere Conſtruction eben⸗ falls erreichen ließen, wuͤrde es uͤberall dem Baumeiſter zum Vorwurf gereichen, wenn er nicht alle Mittel und Gruͤnde angewendet haben ſollte, eine regelmaͤßige, ſolide Con⸗ ſtruction einzufuͤhren; und um dem angehenden Baumeiſter mit dergleichen Gruͤnden nach Moͤglichkeit an die Hand zu gehen, ſo iſt eben dieſerhalb das Noͤthige aus der Landwirthſchaft ſelbſt beilaͤufig angefuͤhrt worden. Anm. Die Zugochſen⸗ und Maſtochſenſtaͤlle find in der Hauptſache von vorigen nicht verſchieden Da indeß die Zugochſen⸗Staͤlle mit den Pferdeſtaͤllen und die Maſtochſen⸗Staͤlle mit den Brau und Brennereigebaͤuden gewoͤhnlich verbunden werden, ſo wird ihrer am gehoͤrigen Orte gedacht werden. —i— J 2 63 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache 3 D. Von den Pferdeſtaͤllen. b §. 155. b Die Stallung der Pferde iſt aus mancherlei Urſachen und Ruͤckſichten ſehr verſchieden. b Der Bauer oder gemeine Landmann naͤhmlich richtet ſeinen Pferdeſtall ſo ſimpel und ſo wenig koſtſpielig ein, als es nur moͤglich iſt, und dies iſt nicht nur zweckmaͤßig, ſon⸗ dern fuͤr ſeine kleinen und ruhigen Ackerpferde auch hinſaͤnglich. Der Beamte oder b auch der Staͤdter hingegen, welcher ſchon einen edlern und muthigern Schlag von Wagen⸗ und Reitpferden hat, findet theils ſein Vergnuͤgen daran, ſeine Pferde beſſer zu ſtallen, theils erfordert es die Sicherheit der Pferde unter einander, oder die Ver⸗ hinderung ihrer Selbſtbeſchaͤdigung, den Stall koſtſpieliger auszubauen. Herrſchaften laſſen zuweilen ihre Pferdeſtaͤlle ſo proper und koſtſpielig einrichten und ausbauen, daß ſie beinahe einem ſchoͤnen Wohnzimmer fuͤr Menſchen aͤhnlich ſehen. Und endlich da, wo Pferdezucht getrieben wird, als naͤhmlich auf Geſtuͤten, erfordert die Abſonderung der Hengſte, tragenden und andern Stuten, der Fohlen ꝛc. nicht nur beſondere Ge⸗ baͤude oder Abtheilungen, ſondern auch beſondere Bequemlichkeits⸗ und Sicherheits⸗ vorkehrungen in den Staͤllen. Mit allen zu dieſen verſchiedenen Beſtimmungen er— forderlichen Bauanlagen muß der Baumeiſter hinlaͤnglich bekannt ſeyn, um in jedem ihm vorkommenden Falle mit aller der Vorſicht und Kenntniß die Anlage einzurichten, als es der vorgelegte Zweck und Abſicht erfordert. §. 156. Von dem noͤ⸗ Der Raum, welchen ein Pferd im Stalle erfordert, iſt ſowohl aus obigen Ur⸗ wwuuf Lau ſachen, als auch wegen der Groͤße der Pferde, ſehr verſchieden. Ein hieſiges kleines Pferde, und Ackerpferd braucht im Stalle nicht mehr als einen Raum von 4 Fuß Breite und 7 bis von d. Breite 8 Fuß(ohne Krippe) an Laͤnge; auch werden die Staͤnde ſolcher Pferde untereinan⸗ dee Wäung an. der nicht abgeſondert, ſondern ſie ſtehen gewoͤhnlich an einer in einem fort laufenden Krippe und Raufe ohne weitere Abtheilung. Auch werden zuweilen die Zugochſen mit V den Ackerpferden neben einander in einen Stall geſtellt. b Ein ſo genanntes Kutſch⸗oder Wagenpferd von mittlerer Groͤße muß einen Raum im Lichten von 5 Fuß Breite, und ohne Krippe wenigſtens von 3 bis 9 Fuß Laͤnge ha⸗ ben. Die Staͤnde derſelben werden mit ſo genannten Lattierbaͤumen von einander ge⸗ b he rſchieden. npel und ig, ſon⸗ nte oder haag von de beſſer die Ver⸗ eſchaften n, daß ich da, erung Ge⸗ heits⸗ N ⸗ jedem richten, en Ur⸗ keines 7 bis einan⸗ fenden ſen mit Raum nge ha⸗ der ge⸗ innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 69 ſchieden, weil, wie vorher geſagt, dieſe Klaſſe von Thieren ſchon muthiger und ge⸗ neigter iſt, ſich einander zu ſchaden. Die Abtheilungen der Staͤnde mit Bretter— waͤnden iſt allerdings beſſer als mit Lattierbaͤumen, nur ſind ſolche nicht allein koſtſpie— liger, ſondern ein dergleichen Stand erfordert auch mehrere Breite, damit ſich ein Pferd darin umdrehen kann. Wenn daher ein Pferdeſtand mit Lattierbaͤumen fuͤr einen gewiſſen Schlag Pferde mit 5 Fuß Breite geraͤumig genug waͤre, ſo muß derſel⸗ be mit Bretterwaͤnden 6 Fuß zur Breite haben. Große Engliſche, Preußiſche und Hollſteiniſche Pferde, muͤſſen einen Stand⸗ raum zwiſchen Lattierbaͤumen von 5 ½ Fuß, und zwiſchen Standwaͤnden von 6 bis 7 Fuß Breite haben, und dadei ohne Krippe 10 Fuß Laͤnge erhalten. Anm. In ſchmalen Staͤnden werden die Pferde verhindert, ſich bequem zu legen, welches ihrer Geſundheit ſehr nachtheilig iſt. Pferde, deren Schenkel von vieler Arbeit geſchwollen, und die Sehnen gelaͤhmt ſind, beſſern ſich in breiten Staͤnden aus dieſem Grunde oft ohne alle Beihuͤlfe. Fuͤr Hengſte oder Beſchaͤler ſollten die Staͤnde niemahls mit Lattierbaͤumen, ſon⸗ dern allemahl mit ſtarken Brettwaͤnden abgetheilt und 7 bis 8 Fuß breit ſeyn. Tragende Stuten, wenn ſie dem Fohlen nahe ſind, muͤſſen einen Standraum von 12 bis 16 Fuß Breite und wo moͤglich 12 Fuß Laͤnge erhalten, oder es muß die Abtheilung mit Brettwaͤnden zwiſchen zwei gewoͤhnlichen Staͤnden ſo gemacht ſeyn, daß eine Wand heraus genommen werden kann, wo dann waͤhrend und nach dem Foh⸗ len zwei Staͤnde nur einen Stand ausmachen, damit das Fohlen, ſo lange es bei der Mutter iſt, hinlaͤnglichen Platz hat, ohne von derſelben gedruͤckt oder beſchaͤdigt zu werden. Anm. Mit dem neunten Tage kommen in den Hauptgeſtuͤten die Stuten mit ihren Fohlen in Staͤlle ohne abgeſonderte Staͤnde, in welchen ſie dann frei herumgehen. Wenn die Fohlen abgeſetzt ſind, werden die Stuten wieder in ihre Staͤlle gebracht, die Fohlen aber bleiben noch in dieſen Staͤllen, welche in Abſicht des Raums uͤberhaupt denen fuͤr erwachſene Pferde gleich ſeyn muͤſſen, indem auch dann die Fohlen noch nicht angebunden wer⸗ den, ſondern im Stalle frei herum laufen. Wo man alſo Pferdezucht treiben will, muß auf die hierzu noͤthigen Raͤume und eigenthuͤmlichen Einrichtungen Ruͤckſicht genommen werden. Gewoͤhnlich werden die Krippen und Raufen in den Pferdeſtaͤllen ſo angebracht, daß die Pferde mit den Koͤpfen nach den Umfaſſungswaͤnden des Stalles ſtehen. Ei⸗ nige andere wollen, daß die Pferde eben ſo, wie vorhin bei den Kuhſtaͤllen gezeigt wor⸗ den, mit den Koͤpfen gegen einander an einem gemeinſchaftlichen Futtergange, oder an einer dem aͤhnlichen Einrichtung ſtehen ſollen. Wenn zwei Reihen Pferde mit den Koͤpfen gegen die Außenwaͤnde in einem Stalle ſtehen, ſo iſt nur ein Mittelgang, anſtatt da, wo die Pferde an einem laͤngs 70 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache in der Mitte des Stalles befindlichen Futtergange ſtehen, zwei Gaͤnge hinter den Pfer⸗ den erforderlich ſind; folglich iſt fuͤr die letzte Art mehr Raum zu bebauen noͤthig, welches bei großen Staͤllen nicht unwichtig iſt. In kleinen Staͤllen auf dem Lande, worin nur wenige, und dabei ruhige Pferde ſtehen, kann ſo wohl der Gang hinter einer Reihe Pferde, als auch der gemeinſchaftliche Mittelgang zwiſchen zwei Reihen Pferde allenfalls nur 5 bis 6 Fuß breit ſeyn, um zwiſchen den etwa zuruͤcktretenden Pferden noch bequem durchgehen zu koͤnnen. In herrſchaftlichen Staͤllen dagegen, wo ſchon mehrere und zugleich muthige und unruhige Pferde neben einander ſtehen, muß jeder einſeitige Gang der Bequemlichkeit und Sicherheit wegen, wenigſtens g bis 9 Fuß, und wenn etwa die Pferde bei ſchlechtem Wetter auf demſelben herum gefuͤhrt werden ſollen, oder auch bei einem gemeinſchaftlichen Mittelgange, 12 bis 16 Fuß breit ſeyn. In Cavallerie⸗Pferdeſtaͤllen koͤnnen die Gaͤnge nicht leicht zu breit werden, weil nicht nur in dieſe Staͤlle hinein geritten, ſondern auch darin von den Ca⸗ valleriſten zu Fuß exercirt wird, um die jungen oder neuen Pferde an das Waffen⸗ geraͤuſch zu gewoͤhnen. Alles dies ſcheint in Abſicht auf Erſparung beim Bau fuͤr diejenige Stellung der Pferde zu ſprechen, wo ſolche in zwei Reihen mit den Koͤpfen nach den Außenwaͤnden ſtehen, wozu in großen Cavallerie⸗Pferdeſtaͤllen auch noch der Vortheil kommt„ daß mehr Pferde mit einem mahle uͤberſehen, und indem mit dem Futterkarn in dem Mit⸗ telgange hinauf gefahren wird, die Pferde auf beiden Seiten ſchneller abgefuͤttert wer⸗ den koͤnnen. Dagegen hat dieſe Stellung der Pferde wiederum das nachtheilige, daß erſt⸗ lich die Fenſter, welche uͤber den Koͤpfen der Pferde ſich befinden, ſehr hoch ſtehen, und nur mit vieler Muͤhe auf⸗ und zugemacht werden koͤnnen. Zweitens: wenn die Stäͤlle nicht ſehr hoch ſind, ſo koͤnnen die Fenſter, da ſie erſt uͤber der Raufe anfan⸗ gen, nur ſehr niedrig werden, und da die Pferde das Helle lieben(welches ihnen zu⸗ gleich ſehr zutraͤglich iſt, um ſich nicht zu ſcheuen, wenn ſie an das Tages licht kommen; Dunkelheit im Stalle dagegen, außer daß ſolches den Knechten Gelegenheit giebt, die Pferde nicht ordentlich zu reinigen, auch die Augen der Pferde ſchwaͤcht, ſo daß, wenn man ſie ſchnell in das Tageslicht fuͤhrt, ſie krampfhafte Schmerzen in den Augen em⸗ pfinden, und wohl gar mit der Zeit blind werden); ſo giebt man den Staͤllen, beſon⸗ ders wenn eine bedeutende Anzahl Pferde darin ſteht, ſchon eine enſeh iche Hoͤ⸗ he, und ſucht dann die Fenſter ſo hoch als moͤglich im Lichten zu machen. Solche ho⸗ he Fenſter verurſachen aber wieder, daß die Pferde den ihnen in die Augen fallenden Sonnenſtrahlen nicht ausweichen koͤnnen, wodurch ſie ebenfalls ſehr leicht blind wer⸗ he innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlleꝛc. 71 Pfor. ua den. Vorhaͤnge vor denſelben laſſen ſich wegen der Hoͤhe und wegen der Raufen nicht un dm. gut regieren, und verurſachen, wenn ſie zugemacht ſind, wiederum eine nachtheilige ng ling Dunkelheit. Drittens aber, was fuͤr den Baumeiſter das Wichtigſte iſt: es ver⸗ i Rehen wittern die Außenmauern, an welchen im Stalle die Krippen und Streuklappen ange⸗ rcerdef bracht ſind, ſehr bald, und zwar dergeſtalt, daß kein Putz weiter daran haftet, wo⸗ dagegen von weiter hin ein Mehreres vorkommen wird. n Alles dieſes findet da nicht ſtatt„ wo die Pferde n icht mit den Koͤpfen gegen ts z bi die Außenwaͤnde ſtehen; vielmehr laͤßt ſich dann allen dieſen Umſtaͤnden dem Zwecke gerühr und der Bequemlichkeit gemaͤß weit beſſer begegnen. Freilich wird ein ſolcher Bau et— 3 was theurer, als nach erſt gedachter Art; da aber hier von moͤglichſt beſſerer Anlage abi ü und von guter Conſtruction der Gebaͤude die Rede ſeyn ſoll, ſo darf ich, der etwa meh⸗ nu beit rern Baukoſten wegen, die beſſern Anlagen um ſo weniger unberuͤhrt laſſen, als die ba d Anfangs mehr verwendeten Koſten durch eine beſſere Conſervation des Gebaͤudes gewiß Waffn. erſetzt werden. ung der§. 157. anden Die zweckmaͤßige Lage eines Pferdeſtalles iſt ebenfalls von Wichtigkeit. Sie Lage und H?⸗ daß muß ſehr trocken ſeyn, weil dies nicht allein zur Geſunderhaltung der Pferde noͤthig Pe d. Pfer⸗ Mit⸗ iſt, ſondern im entgegen geſetzten Falle auch außerdem noch das Seil- oder Lederzeug twer⸗ und das Futter verdirbt. Es ſoll derſelbe ferner dem Wohnhauſe nahe, und den Weltgegenden nach wo moͤglich dergeſtalt liegen, daß der Eingang und die Fenſter der erſt⸗ Hauptfronten, gegen Norden oder Weſten ſich befinden, damit das Ungeziefer weni⸗ ſiehen, ger Neigung finde, in den Stall zu dringen, und auch da noch das Vieh zu beunru⸗ enn die higen; wenigſtens muß die Thuͤr und Hauptfronte nicht gegen Mittag liegen. In anfan⸗ Staͤdten kann auf dieſe letztere Ruͤckſicht nicht immer geachtet werden; dann aber iſt ren zu⸗ doch vorzuͤglich darauf zu ſehen, daß, wenn Wohnungen in der Naͤhe ſind, die Abtrit⸗ nmen; te nicht zu nahe bei den Pferdeſtaͤllen ſich befinden. t, die Auch die Hoͤhe eines Stalles hat auf die geſunde Erhaltung der Pferde einen gro⸗ „wenn ßen Einfluß. In hohen und geraͤumigen Staͤllen koͤnnen die Ausduͤnſtungen hoͤher gen em⸗ ſteigen, und vermittelſt der Dunſtzuͤge vortheilhafter, auch, ohne den Pferden, wenn beſon⸗ ſie warm ſind, eine nachtheilige Zugluft zu verurſachen, abgeleitet werden. Es muß he Hi⸗ aber(beſonders bei Staͤllen fuͤr wenig Pferde) in der Hoͤhe eines Stalles auch nicht 3 he h zu viel geſchehen„ weil ſonſt derſelbe zu kalt wird, die Pferde ein Mißbehagen darin alende finden, lange Haare bekommen. dadurch unaufhoͤrlich ſich haͤren, und unanſehnlich ind ver werden, auch wenn ſie ſehr warm in den Stall kommen, ſie ſich ſehr leicht erkaͤlten Luft⸗ und Dunſtzuͤge in Pferdeſtaͤllen. 72 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache 4 koͤnnen. Die Hoͤhe eines Pferdeſtalles richtet ſich alſo auch nach der Menge der Pferde, die in einem Stalle beiſammen ſtehen. Fuͤr einzeln ſtehende Pferde iſt nur eine maͤßige Hoͤhe wegen der Waͤrme noͤthig, und fuͤr eine kleine Anzahl Pferde, beſonders von einem kleinen Schlage, eine Hoͤhe von 10 bis I11 Fuß im Lichten hoch genug. Fuͤr einen Stall von ro bis zu 20 und 30 Pferden ſollte die Hoͤhe des Stalles im Lichten ſchon auf 12 Fuß, und fuͤr groͤßere Marſch⸗ und Cavallerie⸗Pferdeſtaͤlle bis zu 15 und 16 Fuß hoch angenommen werden. Anm. Der Proofeſſor der hieſigen Thierarznei⸗Schule, Herr Naumann, ſagt im zweiten Theile ſeines Handbuchs uͤber die Pferdewiſſenſchaft, Berlin 1801 bei Himburg:„Der Stall iſt fuͤr Pferde das, was dem Menſchen ſeine Wohnung iſt, und ob⸗ „wohl der Menſch durch Erfahrung belehrt wird, daß niedrige, feuchte und dumpfige Wohnun⸗ „gen ſeiner Geſundheit hoͤchſt nachtheilig, und alſo die Quelle vieler Krankheiten ſind; ſo faͤllt „es demſelben dennoch ſelten ein, daß die Staͤlle, als die Wohnungen der Hausthiere, eben⸗ „falls von dieſen Fehlern frei ſeyn muͤſſen, wenn ſie ihnen nicht ſchädlich werden ſollen. „Auch hat man darauf zu ſehen, daß der Zugang zum Stalle frei, rein, und von allem „entfernt ſei, was durch einen uͤbeln Geruch die Luft verderben kann.“ §. 158. Daß viele und große Fenſter jedoch in der Art vorhanden ſeyn muͤſſen, daß den Pferden die Sonnenſtrahlen nicht in die Augen fallen, und dennoch jeder vorkommen— de Fehler, beſonders an den Fuͤßen der Pferde, leicht entdeckt werden kann, iſt ſchon voorhin angefuͤhrt worden. Man erhaͤlt dies am beſten dadurch, daß laͤngs in einem Stalle nur eine Reihe Pferde geſtellt, und hinter denſelben(alſo am Gange) die Fenſter angelegt werden. Durch Oeffnung der Thuͤren und Fenſter kann dann auch ein Luftzug ſo vortheilhaft bewirkt werden, daß er den Pferden nicht im mindeſten ſchadet. Gegentheils, wenn naͤhmlich in beiden Fronten ſich Fenſter befinden, wuͤrde es ſehr fehlerhaft ſeyn, vermittelſt Oeffnung derſelben die zur Abfuͤhrung des Dunſtes erforderliche Zugluft zu bewirken, als wodurch die Pferde ſehr gefäͤhr rliche Krankheiten erhalten koͤnnen. Die in der Decke anzulii ngenden Oeffnungen, und darauf von Brettern in Ge⸗ ſtalt der Schornſteine verbundenen Dunſtzuͤge, muͤſſen zu mehrerer Dauerhaftigkeit, und damit die aͤtzenden Ausduͤnſtungen um ſo weniger in den zu anderm nuͤtzlichen Be⸗ huf beſtimmten Boden, eindringen koͤnnen, wo nicht ganz, doch in den Ecken und Fugen, ausgepicht werden. Dieſe Dunſtzuͤge leiſten aber ohne Zugluft nicht den beab⸗ ſichtigten Zweck; und da Zugluft in keinem Falle die Pferde treffen darf, ſo wuͤrden dergleichen Dunſtroͤhren nicht da anzubringen ſeyn, wo laͤngs an beiden Fronten Pfer⸗ de ſtehen, und mithin Thuͤren und Fenſter daſelbſt nicht fuͤglich geoffnet werden koͤn⸗ nen. ſche der⸗ Pferde eine maͤßi ige ſonders vun nug. Fär in Liche bis zu rz zweiten rdon bei t, und ob⸗ e Wohnun⸗ nd; ſo fällt hiere, eben⸗ eeden ſollen. ) von allem daß den mmen⸗ ſchon anem de) die ann auch nindeſten , wuͤrde Dunſtes nkheiten in Ge⸗ ftigkeit, hen Be⸗ ſcken und den beab⸗ wuͤrden ten Pfe⸗ rden koͤn⸗ nen. innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 73 nen. Iſt keine Zugluft, und zwar moͤglichſt von unten hinauf, vorhanden, dann wer⸗ den die Duͤnſte nicht gehoben, ſondern legen ſich hoͤchſtens als Tropfen an den Rand der Roͤhre, und verurſachen daſelbſt eine fruͤhe Faͤulniß, daher ich fuͤr Staͤlle, in wel⸗ chen die Pferde an beiden Fronten ſtehen, die ſchon in Fig. 130 B gezeichneten Luft⸗ zuͤge in den Fronten nahe an der Decke, fuͤr zweckmaͤßiger halte. In Staͤllen dagegen, wo nur eine Reihe Pferde ſteht, und in der Fronte hinter denſelben ſich die Fenſter befinden, mag ich den Vortheil der Dunſtroͤhren nicht ganz beſtreiten, weil dann eher durch Oeffnung der Thuͤren eine von unten hinauf ſtroͤmende Zugluft, welche die Pferde nicht trifft, bewirkt werden kann. Anm. Herr Profeſſor Naumann ſagt in ſeinem vorhin angefuͤhrten Werke:„Beſtaͤnde die „verdorbene Luft blos aus Stickluft, ſo wuͤrde ſolche leichter als atmoſphaͤriſche Luft ſeyn, „und durch die Dunſtroͤhren von ſelbſt entweichen; da aber das kohlenſaure Gas ſowohl, „als die waͤſſerigen, ausgeduͤnſteten, ſchaͤdlichen Theilchen ſchwerer ſind; ſo koͤnnen ſie von „der atmoſphaͤriſchen Luft nicht gehoben und fortgeſchafft werden.“ Da es nun zur Erreichung dieſes Zwecks blos darauf anzukommen ſcheint, die obern Luftſchichten entweder vermittelſt einer von unten hinauf ſtroͤmenden Zugluft, oder in Ermangelung der letztern, durch Erwaͤrmung der in der Dunſtroͤhre enthaltenen Luft, ſolche zu heben; ſo erwaͤhnt Herr ꝛc. Naumann die von Marum vorge— ſchlagene Methode, naͤhmlich in der untern Oeffnung der Dunſtroͤhre eine brennende Lampe anzubringen. Ein allhier gemachter Verſuch, ,ein großes Geſellſchaftszimmer auf dieſe Art vom Tabacksdampf zu reinigen, hat dies keinesweges beſtaͤtigt. Herr Naumann, der dieſem Mittel gleichfalls nicht hinlaͤnglichen Nutzen beizumeſſen ſcheint, ſchlaͤgt hierauf folgenden, von dem hieſigen Mechanikus Herrn Reſener verbeſſerten, in Fig. 169 angegebenen Ventilator vor. Fig. 169 A zeigt die uͤber das Dach hinaus gehende Dunſtroͤhre mit dem darauf befindlichen blechernen Ventilator im Durchſchnitt. Vermittelſt zweier eiſerner Kreu⸗ ze a a innerhalb der Dunſtroͤhre, wird eine viereckige eiſerne Spindel bp perpendi⸗ kulair getragen, und auf der feinen Spitze p dieſer Spindel ruht die ganze blecher⸗ ne Kappe, welche, von oben herunter angeſehen, wie Fig. CO geſtaltet iſt. Es iſt naͤhmlich ddd ec. ein blecherner Boden; in deſſen Mitte ſteht ein viereckiger Kaſten f, g, i, k, und an demſelben iſt ein Windfang, deſſen Seite gh auf 15 Grad, die Ober⸗ und Unterflaͤchen Im und nꝗqj in Fig. A aber auf 45 Grad geneigt ſind. Die Seiten him und kk in Fig. C ſind ganz offen, die Seite gi aber nur von g bis n; alles uͤbrige der ganzen Kappe iſt Perſchioſſen„ und auch der Boden d dd greift mit ei⸗ Theil III. Abtheil. II. K 74 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache nem Rande an der aus dem Dache heraus reichenden Dunſtroͤhre herunter, wie in Fig. A zu ſehen iſt. Anm. Wenn alſo die aus dem Dache hervor ragende Dunſtroͤhre viereckig waͤre; ſo muͤßte zuvoͤr⸗ derſt ein runder Aufſatz auf derſelben befeſtigt werden, damit der ganze in Fig A vorgeſtellte obere Bau, mit ſeinem Rande um den gedachten Aufeatz ſich frei nach allen Winden bewe⸗ gen kann. Unter dem Boden ddd ac. Fig. C und B liegt ein horizontaler Rade⸗Ventilator, deſſen Fluͤgel einer unter dem andern auf 26 Grad geneigt ſind, und innerhalb des viereckigen Kaſtens f, g, k, i in Fig. C ſind vier Windfluͤgel r, s, t, u, Fig. D um die mittlere Spindel beweglich befeſtigt. Die Wirkung dieſer Maſchine laͤßt ſich auf folgende Art uͤberſehen. Der oben auf der Kappe befindliche Windfluͤgel oder Drache, giebt dem vierecki⸗ gen Gehaͤuſe nebſt dem mehrgedachten Boden(welche zuſammen einen Koͤrper aus⸗ machen, der unabhaͤngig von den erwaͤhnten vier Fluͤgeln und dem liegenden Ventila— tor iſt, dabei oben auf der Spitze der Spindel ruht, und gegen das perpendiculaire Schwanken durch die eiſernen Kreuze aa und vw Fig. A unter dem Rade⸗Ventilator gehalten wird) eine ſolche Richtung, daß der Wind von der Oeffnung him Fig. C durch, bei kk wieder hinaus ſtroͤmen, und die vier Fluͤgel, und mit denſelben den ho— rizontalen Ventilator umtreiben kann. Die auf dem liegenden Ventilator⸗Rade ru⸗ hende Luftſaͤule wird wie durch eine Schraube gehoben, wodurch der unter den Schaufeln entſtehende luftleere Raum von unten erſetzt werden muß. Herr ꝛc. Naumann behauptet aus Verſuchen einen vorzuͤglichen Effect dieſer Maſchine, bemerkt aber dabei, daß ſolche bei warmer, windſtiller Witterung ſtill⸗ ſtehen wuͤrde. In ſolchem Falle muß dann durch Oeffnung der Thuͤren und Fenſter, bei der Nacht ſo viel Luft, als noͤthig iſt, gegeben, auch koͤnnte allenfalls durch die vor⸗ gedachte Lampe unter der Roͤhre die Temperatur in der Roͤhre noch mehr erhoͤhet, und dadurch ein gelinder Luftzug bewirkt werden. Im Winter, wo die innere Temperatur allemahl waͤrmer als die aͤußere iſt, wird die geringſte Oeffnung der Thuͤre einen dahin ganz abzweckenden Luftzug erregen; es koͤmmt dann nur, wie vorgedacht, darauf an, daß die Pferde ſo ſtehen, daß ihnen dieſe Zugluft nicht nachtheilig werden kann. §. 159. In Staͤllen, worin viel Pferde ſtehen, ſind ſchon der Feuersgefahr wegen eine hinlaͤngliche Anzahl Thorwege und Thuͤren noͤthig. Die Haupt⸗Eingaͤnge, wenn hin⸗ Pferdeſaͤllen. ein geritten werden ſoll, brauchen nicht breiter als 3 Fuß zu ſeyn. Soll hinein gefah⸗ ren werden, wie z. B. in den Gaſtſtaͤllen bei Kruͤgen auf dem Lande, ſo muͤſſen die he er, wie in A vorgeſtlle Vinden heve⸗ gentilator erhalb des 2 Fig. D vierecki⸗ rper aus⸗ Ventila⸗ diculoire entilator Fig. C een ho⸗ de ru⸗ tr den t disßer ung ſtil⸗ Fenſter, die vor⸗ t, und peratur dahin auf an, gen eine enn hin⸗ n gefah⸗ üſſen die innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 275 Thorwege wenigſtens 9 bis 10 Fuß breit und 10 Fuß hoch ſeyn. Die gewoͤhnlichen Thuͤren, durch welche die Pferde aus- und eingefuͤhrt werden, ſind 5 Fuß breit und nicht unter 8 Fuß hoch. In Bauerpferdeſtaͤllen fuͤr kleine Pferde muͤſſen ſelbige we⸗ nigſtens 4 Fuß breit und 7 Fuß hoch ſeyn. Die 5 Fuß breiten Thuͤren werden zwei— fluͤglicht, damit beim Ein- und Ausgehen der Menſchen nicht jedesmahl die ganze Thuͤr geoͤffnet werden darf. Anm. Faſt ſollte man es fuͤr unwahrſcheinlich halten, daß in Beſtimmung der Hoͤhe der Thuͤ⸗ ren ſo leicht gefehlt werden koͤnnte, als die Erfahrung beſtaͤtigt. Ein Stall war ſo angelegt, daß die Pferde eine Stufe von 7 bis 3 Zoll hoch auf die Schwelle hinauf ſteigen mußten. Dieijenigen Pferde, welche gewoͤhnlich in dieſem Stalle ſtanden, waren theils nicht von ſehr großem Schlage, theils hatten ſie ſich beim Aus⸗ und Eingehen an dieſen Tritt gewoͤhnt. Ein fremdes großes Reitpferd wurde einſt in dieſen Stall gebracht; es ging ſehr gut hinein, weil Pferde, wenn ſie eine Stufe hinan ſteigen ſollen, gewoͤhnlich den Kopf voraus ſtrecken. Als aber dies Reitpferd wieder heraus gefuͤhrt werden ſollte, hob es aus Furcht, ſich gegen das Latteholz der Thuͤre zu ſtoßen,(ungeachtet die Thuͤr ſonſt hoch genug war,) den Kopf immer hoͤher, und war nicht anders heraus zu bringen, als daß das Latteholz aus der Thuͤr heraus geſchnitten werden mußte. Thorwege werden gewoͤhnlich an eingemauerte Haken gehangen, weil Zargen von der ſtarken Erſchuͤtterung ſehr leicht in der Mauer loſe werden, und dann nicht wieder gut zu befeſtigen ſind. Die Thorwege werden zwar am dauerhafteſten aus Verdoppelung gemacht(ſiehe im zweiten Theil Seite 265) jedoch ſind ſelbige ſehr ſchwer, daher man zuweilen eingefaßte Thorwege(ſiehe im zweiten Theil Seite 267 Fig. 308) waͤhlt. Beſondere kleine Thuͤren in die Thorwege zu machen, iſt fuͤr den Verband und die Dauerhaftigkeit der Thorwegfluͤgel immer nachtheilig, die Thuͤren moͤgen in der Mitte zwiſchen beiden Fluͤgeln, oder in einem der Fluͤgel allein ſeyn, daher immer beſ⸗ ſer, die Thuͤren zum gewoͤhnlichen Ein- und Ausgange beſonders anzulegen. Dieſe Thuͤren erhalten dann Zargen, damit ſie dichter ſchließen. Die Zargen werden zur beſſern Conſervation derſelben nicht mit der Außenſlaͤche des Gebaͤudes buͤndig, ſon⸗ dern ſo geſetzt, daß der gemauerte Anſchlag die hoͤlzerne Zarge von außen bedeckt. Auch dieſe Thuͤren ſind verdoppelt am dauerhafteſten, ſonſt auch nur eingefaßt, und auf dem Lande in Bauerpferde-Staͤllen verleimt mit eingeſchobenen Leiſten nach Fig. 306 im zweiten Theil, auch wohl gar nur vom Zimmermann mit blos aufgenagelten Leiſten gemacht. Ob und was fuͤr Schloͤſſer, oder ob nur Klinken und Riegel an dergleichen Thor⸗ wegen und Thuͤren ſeyn ſollen, ſteht zwar in eines jeden Belieben, nur iſt zu bemerken, daß wegen der aͤtzenden Ausduͤnſtungen in Pferdeſtaͤllen die Schloͤſſer innerhalb des Stalles nicht von Dauer ſind, oder es muͤſſen die Thuͤren und das Eiſenwerk daran K 2 76 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache mit guter Oehlfarbe angeſtrichen ſeyn, wenn nicht alles zu bald verquillen und verroſten ſoll. Da aus dieſem Grunde auch die Riegel und Riegelſchloͤſſer zu bald unbrauchbar werden, ſo thut man beſſer, an den zweifluͤglichten Thuͤren und Thorwegen, ſolche ganz wegzulaſſen, und an derjenigen Seite, wo der ſtehenbleibende Fluͤgel der Thuͤre befindlich iſt, eine ſo genannte Sturmſtange anzubringen, und mit ſelbiger den ſtehen⸗ bleibenden Fluͤgel, anſtatt mit Riegeln, zu befeſtigen. An Thuͤren, welche nur allein von innen geoͤffnet werden, kann auch der andere Fluͤgel mit einer ſolchen Sturmſtange eſtgehalten, und ſo die ganze Thuͤre ohne Schloß verſchloſſen werden. Wie die gewoͤhnlichen Fenſter gemacht werden, iſt ſchon im zweiten Theile auf der letzten Kupfertafel gezeigt. Da aber diejenigen Stallfenſter, welche ſich in den Außenwaͤnden uͤber den Raufen befinden, ſehr muͤhſam zu oͤffnen ſind, indem man erſt auf die Krippe ſteigen, und dann uͤber der Raufe die Fenſter oͤffnen muͤßte; ſo kann denſelben zu mehrerer Bequemlichkeit folgende Einrichtung gegeben werden. In dem Fenſterfutter ab Fig. 171 A wird nicht an den Seitenſtuͤcken, ſondern nur an dem Oberſtuͤcke a ein Falz von innen, und an dem Unterſtuͤcke b ein Falz von außen gemacht. Der Fenſterfluͤgel e d, welcher alſo an die Seitenſtuͤcke des Fenſter— futters um ſo mehr feſt anſchließen muß, da, wie gedacht, kein Falz daſelbſt iſt, hat an beiden Seiten in ſeiner Mitte bei c einen eiſernen Zapfen, welcher im Fenſterfutter in einer eiſernen Pfanne laͤuft. Durch die Bewegung des Fenſterfluͤgels um den Za⸗ pfen c kann alſo das Fenſter geoͤffnet, oder in dem obern und untern Falze a und b ver⸗ ſchloſſen werden. Dadurch wird, wenn das Fenſter verſchloſſen iſt, vermittelſt des Wetterſchenkels, und auch wenn es offen iſt, durch ſeine Stellung ſelbſt, Regen und Schnee abgehalten, und kann der Fenſterfluͤgel mit einer ſchwachen eiſernen Stange ek ſehr leicht auf- und zugemacht, auch damit es verſchloſſen bleibt, die bei f befind⸗ liche Gabel auf den Raufenbaum geſtellt werden. Anm. In den Communications to the board of agriculture, Vol. I. London †1797. wird zwar ein aͤhnliches Fenſter angegeben; da aber daſelbſt oben der Falz von außen, und unten von innen iſt, ſo iſt nach allen ſo eben angefuͤhrten Ruͤckſichten ſehr leicht einzuſehen, warum er⸗ ſteres vorgezogen zu werden verdient. Auch koͤnnen die Fenſter nach Fig. 170 gemacht werden, welche naͤhmlich unten beir angeſchlagen ſind, vermittelſt einer eiſernen Stange s auf⸗ und zugemacht werden, und auf allen vier Seiten einen Falz haben. §. 160. Die feuchten und aͤtzenden Ausduͤnſtungen der Pferde erfordern ferner ſehr dichte cken in Pfer, und dauerhafte Decken in den Staͤllen; die ſchlechteſten Decken zu dieſem Behuf ſind die ganzen Windelboͤden, in welchen der unterhalb eine glatte Flaͤche bildende Lehm die Feuchtigkeiten aufnimmt, dadurch die Stacken der fruͤhen Faͤulniß ausgeſetzt che nd verroſte nbrauchar gen, ale der Thuͤre den ſtehen⸗ nur allein urmſtange Dheile auf ch in den man erſt ; ſo kann ſondern haßß von Fenſter⸗ , hat rfutter en Za⸗ dbver⸗ telſt des egen und Stange befin d⸗ ird zwar nten von arum er⸗ werden, auf: und ir dichte huf ſind bildende negeſeßt innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 77 werden, und vermoͤge der Laſt ſolcher Decken die Gefahr des Herabſtuͤrzens ſehr leicht zu befuͤrchten iſt. Beſſer ſind die halben Windelboͤden, in welchen unterhalb die freien Sta⸗ cken ſichtbar bleiben; allein da der Staub und die Spinnengewebe, wenn dieſe Decken nicht mit Brettern beſchalt werden, daran eine große Unreinſichkeit verurſachen, ſo ſind die geſtreckten Windeldecken, ſo wie ſolche§. 126 beſchrieben worden, auch hier die beſten fuͤr laͤndliche oder baͤuerliche Pferdeſtaͤlle, indem ſie außer den glat⸗ ten Unterflaͤchen, welche ſie beſitzen, dauerhafter als erſtere ſind. Ausgebloͤckte Decken(ſiehe im zweiten Theil§. 20) ſind zwar ſehr dauer⸗ haft, aber außer ihrer großen Holzverſchwendung auch nicht dicht genug, um die Duͤn⸗ ſte von dem Bodenraum abzuhalten. Eine Bretterſchalung unten gegen die Balken bewirkt, daß die ausgeduͤnſte⸗ ten Feuchtigkeiten von den Balken und Stacken mehr abgehalten werden; daher die hal⸗ ben Windelboͤden mit einer ſolchen Verſchalung in den hieſigen Cavallerie- und andern Pferdeſtaͤllen, worin beſtaͤndig viele Pferde ſtehen, fuͤr die zweckmaͤßigſten, und un— ter dieſen Umſtaͤnden auch fuͤr die wohlfeilſten befunden worden ſind. Eine ſolche Schalung kann auf verſchiedene Art gemacht werden, naͤhmlich, die Schalbretter, wie gewoͤhnlich, an den Seiten geſaͤumt, und nach Fig. 170 A dicht an einander nebſt Leiſten auf die Fugen genagelt; oder die Bretter werden nach Fig. 171 Ain einiger Entfernung, und auf die Zwiſchenweiten andere Bretter befeſtigt, oder es wird nach Fig. 172 A eine doppelte Schalung gemacht, wo naͤhmlich die un⸗ tern Bretter, laͤngs oder quer uͤber die erſtern befeſtigt werden; oder es wird auf einer ganz gewoͤhnlichen einfachen Schalung ordentlich gerohrt und geputzt. Letzteres iiſt, wenn die Staͤlle nicht ganz vorzuͤglich hoch ſind, gar nicht dauerhaft, indem durch die Daͤmpfe der Drath und die Naͤgel ſehr bald anroſten; daher auch nur Herrſchaften, welche den Luxus oft ſo weit treiben, die Pferdeſtaͤlle an den Decken und Waͤnden mahlen zu laſſen, davon Gebrauch machen. Wird die Schalung nicht berohrt, ſo iſt ein Anſtrich von guter Oehlfarbe zur Conſervation derſelben ſehr zutraͤglich. Das Ab⸗ weißen der Schalung ohne Oehlanſtrich geſchieht nur der Reinlichkeit und der zu ver⸗ mehrenden Erleuchtung wegen. Eine ſehr ſchoͤn ausſehende Deckenſchalung iſt in Fig. 172 K vorgeſtellt. Es wird naͤmlich auf eine zuvor quer uͤber die Balken gemachte gewoͤhnliche Schalung noch eine zweite quer uͤber, alſo nach der Laͤnge der Balken mit gehobelten Brettern ab in gleichen Entfernungen auseinander angebracht. Zwiſchen dieſen Brettern ab, ab, werden nun kleine Stuͤcken Bretter c genau eingepaßt, und um die vertieft bleibenden 73 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Quadrate d ausgekehlte Leiſten genagelt, wenn alles dieſes mit Oehlfarbe angeſtrichen, und allenfalls in die vertieften Caſetten Roſetten gemahlt werden, ſo gehoͤrt unſtreitig eine ſolche Decke zu den ſchoͤnſten und prachtvollſten. Man hat auch ſchon die Pferdeſtaͤlle(wie z. B. in dem Koͤniglichen Kutſchpfer⸗ deſtalle zu Potsdam) mit Kreuzgewoͤlben uͤberſpannt. Außerdem, daß ſolche Ge⸗ woͤlbe ſehr koſtſpielig ſind, nehmen auch die zur Tragung des Gewoͤlbes noͤthigen Eck⸗ und Mittelpfeiler ſehr vielen Raum weg. Es war aber in dem angefuͤhrten Falle nicht allein die Abſicht, eine dauerhafte Decke zu erhalten,(denn dies haͤtte, wie ſchon ſehr alte, gut erhaltene Pferdeſtaͤlle zeigen, auch auf andere vorher beſchriebene Arten erhalten werden koͤnnen,) ſondern man hat daruͤber die Wohnungen fuͤr die Stall— leute angelegt, welche dadurch zugleich fuͤr den Geruch von den Pferden vollſtaͤndig geſichert wurden. Uebrigens iſt es außer allem Zweifel, daß gewoͤlbte Decken im Sommer kuͤhl und im Winter warm halten, daher ſie vollſtaͤndig ihrem Zwecke ent— ſprechen, nur fuͤr gewoͤhnlich zu theuer ſind. 9H. 16r. Ob die Pfer⸗ Daß jeder Pferdeſtall, er ſei fuͤr Oekonomie⸗ oder Staatspferde beſtimmt, beſon⸗ deſtande mit ders in den Staͤnden einen feſten Fußboden haben muͤſſe, iſt nicht nur aus eben den Ii difaer, Gruͤnden, welche vorhin§. 146 von den Rindviehſtaͤllen angefuͤhrt worden, ſondern um oder mit ſo noͤthiger, weil die Pferde weit unruhiger im Stalle ſtehen, und den bloßen Erdbo⸗ Vahlon dee den unter ſich ſehr bald aufſtampfen. Es wuͤrde auch vorzuͤglich den Pferden hoͤchſt muͤſſen? nachtheilig ſeyn, beſtaͤndig in ihrem Miſt und deſſen Ausduͤnſtungen zu ſtehen, wel— cher ſich bald mit der aufgetretenen Erde vermiſchen, dadurch einen Sumpf verur⸗ ſachen, und jedesmahl nur mit Wegſtechung einer tiefen Maſſe von Erde hinweg ge⸗ ſchafft werden koͤnnte. Ja es hat auch den Nachtheil fuͤr die Pferde, daß ſie ſich als⸗ dann geniren, nieder zu legen; und wenn man ſolches, da es den Thieren ſo wohlthaͤtig iſt, dennoch bewirken wollte, ſo wuͤrde es nur mit Aufwand einer großen Menge Streu geſchehen koͤnnen. Aus dieſem Grunde wird man auch ſchwerlich einen Pfer⸗ deſtall finden, der nicht gepflaſtert oder gebohlt waͤre, außer zuweilen in ſolchen Gaſt⸗ ſaͤllen auf dem Lande, welche wenig beſucht, und daher groͤßtentheils zu Remiſen fuͤr Wagen⸗ und Ackergeraͤthe gebraucht werden. Die Art und Weiſe, die Staͤnde in den Pferdeſtaͤllen mit feſten Fußboͤden zu verſehen, iſt ſowohl in Abſicht der dazu zu waͤhlenden Materialien, als deren Anferti⸗ gung, ſehr verſchieden. Der Landmann kann leider ſelten hierunter waͤhlen, ſondern muß ſich gewoͤhnlich mit dem begnuͤgen, was neben der Dauerhaftigkeit auch das wohl⸗ he ageſtrihen, tunſtreirg dutſchyftr ſolche Ge⸗ igen Etk⸗ jalle nicht vie ſchon ne Arten Stall⸗ dlſtandig eeken im ecke ent⸗ beſon⸗ n den en um Erdbo⸗ wſt n, wel⸗ Fverur⸗ weg ge⸗ ich als⸗ ſthaͤtig Menge Pfer⸗ Gaſt⸗ ſen fuͤr den zu nferti⸗ ſondern wohl innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 79 feilſte iſt. Dies ſind die mit Feldſteinen gepflaſterten Pferdeſtaͤlle, und da die Pferde des Landmanns gewoͤhnlich bei Tage oder Nacht auf hinlaͤnglicher Streu im Stalle ſtehen; ſo iſt das Feldſteinpflaſter auch ſehr zweckmaͤßig. Wegen Anfertigung eines ſolchen Feldſteinpflaſters iſt wiederum darauf ſorgfaͤltig zu ſehen, was§. 146 bei den Kuhſtaͤllen hieruͤber erinnert worden. Fuͤr Pferde, welche entweder wegen ihres ſchlechten und flachen Hufs, oder, weil ſie viel auf gepflaſterten Daͤmmen oder Chauſſeen gehen muͤſſen, beſchlagen ſind, oder wenn ihnen nur wenig untergeſtreuet werden kann, ziehen einige die ausgebohl— ten, ausgebloͤckten, oder uͤberhaupt die mit Holz belegten Fußboͤden in den Staͤnden denen, welche mit Feldſteinen oder Klinkern gepflaſtert ſind, vor, und zwar aus fol⸗ genden Gruͤnden: Sie ſagen naͤhmlich, die Pferde ſtaͤnden darauf waͤrmer, erhielten nicht ſo leicht Stollſchwaͤmme, und durch den auf Holz weichern Stand keine ſteifen Fuͤße, die Hufeiſen litten nicht ſo ſehr, und wenn ſie unbeſchlagen waͤren, koͤnnten ſie ſich beim Schlagen nach den Fliegen den Huf nicht ſo leicht beſchaͤdigen; auch koͤnnten ſie beim Aufſtehen nicht ſo leicht, wie auf dem durch den Urin glatt und ſchluͤpfrig ge⸗ wordenen Pflaſter, ausgleiten, und ſich im Leibe Schaden thun, oder laͤhmen; und endlich noch, daß man auf Holz weniger Streu gebrauche, als auf einem Pflaſter von Feld-oder Klinkerſteinen. Dagegen haben, nach der Behauptung anderer, die hoͤl⸗ zernen Fußboͤden in den Staͤnden das Nachtheilige, daß gerade dieſe, wenn ſie nicht reinlich gehalten werden, zum Ausgleiten beim Aufſtehen der Pferde, auch, wenn ſie ausgetreten und uneben ſind, eben ſo ſehr, als die uneben gewordenen gepflaſterten Staͤnde, zum Stollſchwamme Veranlaſſung geben; ferner daß eben darum, weil die Pferde waͤrmer darauf ſtehen, ihnen die Fuͤße und beſonders die Hufe austrocknen, ſo daß die Waͤrter wohl gar des Nachts Umſchlaͤge machen muͤßten, weil ſonſt die Huͤfe ſproͤde und riſſig wuͤrden. Dieſen letztern Umſtand wird auch ein jeder dadurch beſtaͤtigt finden, daß, ehe ein Pferd,(welches im Stalle auf Bohlen, und zwar, wie es ſich gehoͤrt, ſtets trocken und reinlich ſteht,) neu beſchlagen werden kann, ſolches vorher wenigſtens 10 bis 12 Stunden im Miſt oder weichem Lehm ſtehen muß, um den Huf zu erweichen, welches bei Pferden, die im Stalle auf Pflaſter ſtehen, nicht noͤthig iſt. Ueberdies iſt gar nicht zu bezweifeln, daß, da der Urin ſich in das Holz einzieht, oder in die darunter befindliche Erde aufgenommen wird, der Geruch deſſelben unaufhoͤrlich conſervirt, und unter dem Stande ein ordentlicher Kloak verurſacht wird, welcher den Fuͤßen, und beſonders den Augen und Lungen der Pferde, ſehr ſchaͤdlich iſt. Anm In den hieſigen Cavallerie⸗Pferdeſtaͤllen befinden ſich noch einiae Pferdeſtaͤnde, welche mit Bohlen belegt ſind; die meyreſten ſind bereits mit Klinkerſteinen ausgepflaſtert. Dieſe mit Boh⸗ 30 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache len belegten Staäͤnde waren ſeit 1806 nicht von dem darunter ſich angehaͤuften Miſte ausge⸗ raͤumt und mit reiner friſcher Erde wieder angefuͤllt worden. Von den dreihundert und eini⸗ gen Pferden, welche in dieſen bebohlten Staͤnden ſtanden, waren mehrere ſeit einiger Zeit an der Lungenſucht(ſogenanntem Rotz) erkrankt, ſo daß von ſelbigen ſchon i⸗ bis 16 haben todtgeſtochen werden muͤſſen. Allem, was vielleicht durch Anſteckung und Fortpflanzung dieſer Krankheit von den in dieſen Stäͤllen waͤhrend des Krieses geſtandenen Pferden befuͤrchtet wer⸗ den konnte, war hinlaͤnglich vorgebeugt worden; auch fand ſich dieſe Krankheit nicht in den Staͤllen, deren Staͤnde mit Klinkern gepflaſtert ſind. Ein von dem Herrn Profeſſor Nau⸗ mann hieruͤber erfordertes pflichtmaͤßiges Gutachten fiel demnach dahin aus, daß die An⸗ ſteckung der Lungen der Pferde lediglich von dem unter den Bohlen ſich angehaͤuften Kloak und dem daher entſtehenden verpeſtenden Geſtank herruͤhre, und daß dieſem Uebel gar nicht anders auf eine vollſtaͤndige und bleibende Art abgeholfen werden koͤnne, als daß die Staͤnde ſaͤmmtlich mit Klinkern gepflaſtert wuͤrden, welches auch gegenwaͤrtig geſchieht. Diejenigen, welche ſich von dieſen Gegengruͤnden ganz uͤberzeugt halten, ſetzen noch hinzu, daß, da z. B. ein Bohlenbelag nur kurze Zeit haͤlt, ſolcher ſehr holzver⸗ ſchwenderiſch ſei, und laſſen daher die Pferdeſtaͤnde mit Feldſteinen oder mit gut ge⸗ brannten Klinkern auspflaſtern. Fuͤr dieſe letztere Art Pflaſter ſtimmt auch Herr Naumann im zweiten Theile§. 32 ꝛc. ſeiner Pferdewiſſenſchaft, und verwirft die ausgebohlten Staͤnde aus oben angefuͤhrten Gruͤnden gaͤnzlich Um aber doch dem Einwande zu begegnen, daß die beſchlagenen Pferde auf ei⸗ nem Pflaſter zu hart ſtehen, und ſich die Hufeiſen ſehr leicht entzwei ſchlagen, oder im Winter die geſchaͤrften Eiſen abſtumpfen, wollen einige, daß, wenn die Pferde wie gewoͤhnlich nur an den Vorderfuͤßen beſchlagen ſind, in den mit Klinkern gepflaſterten Ständen allemahl 2 Bohlen vor der Kripre, wie in Fig. 171, angebracht ſeyn ſollen, auf welchen die Pferde mit den Vorderfuͤßen ſtehen. Fuͤr dieſe Conſtruction hat auch in einem officiell geforderten Gutachten die hieſige Cavallerie geſtimmt. Wenn die Pflaſterung des Standes mit Klinkern auf der hohen Kante gehoͤrig gemacht wird,(wie weiter hin vorkommt,) ſo kann der Stand gehoͤrig rein gehal⸗ ten werden, der Urin kann dann nicht in oder unter dem Stande einziehen und da— durch die Luft verpeſten, ſondern es kann derſelbe in der hinter dem Stande belege⸗ nen Rinne abfließen. Es ſind daher auch faſt in allen hieſigen Koͤniglichen Reit⸗, Wagen-, und Cavallerie⸗Pferdeſtaͤllen die Staͤnde auf ſolche Art eingerichtet. Diejenigen, deren Pferde entweder auf allen vier Fuͤßen beſchlagen ſind, oder 0 4 e„. die ſonſt aus andern Gruͤnden von dem Vorurtheile fuͤr die ausgebohlten Pferdeſtaͤnde eingenommen ſind, und dabei keine Koſten ſcheuen, verlangen, daß, um den Abfluß des Urins zu bewirken, nach Fig. 170 unter den ganzen ausgebohlten Stand hinweg von Mauer⸗ oder Klinkerſteinen, allenfalls nur auf der flachen Seite, eine Pflaſter, und zwar moldenfoͤrmig gemacht, und eine Abfluß⸗Rinne unter den letzten Bohlen zunaͤchſt he Niſte auage ert und eini einiger zet bis 16 haben aezung dieſer fuͤrchtet ter⸗ nicht in den eſſor Nau⸗ aß die An⸗ uſten Kloak Igar nicht die Staͤnde n, ſeten rholzver⸗ it gut ge⸗ ich Herr wirft die auf ci⸗ der im de wie ſterten ſollen, gat auch gehorig gehal⸗ und da⸗ belege⸗ Reit⸗, d, oder deſtaͤnde Abfluß hinweg Pfaſter, Bohlen junühſt innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 8¹ zunaͤchſt am Gange angelegt werden muͤſſe. Hiergegen laͤßt ſich einwenden, daß der Urin, welcher dennoch in die Bohlen einzieht, immer wieder einen ſtarken Geruch ver⸗ urſacht, welchen die Pferde, beſonders wenn ſie liegen, einathmen maͤſſen. Der Urin, welcher, nur wenn Loͤcher in die Bohlen gebohrt werden, durchfließt, iſt uͤbri⸗ gens ſo wenig, daß er ſelten in den Abflußrinnen zum Fluß kommt, mithin daſelbſt verdickt und den Stall verpeſtet, weil die Rinne verdeckt liegt, und in der Regel dann nicht genug darauf geachtet wird, ihn gehoͤrig heraus zu ſchaffen. Um die nachtheili⸗ gen Ausduͤnſtungen zu verhindern, muß alsdann Waſſer durch die Rinne gepumpt werden. Wie ſelten dies aber von den Stallleuten geſchieht, weil es muͤhſam iſt, die Bohlen uͤber dem Kanal in allen Staͤnden aufzunehmen und in den Rinnen nachzu⸗ kehren, iſt aus Erfahrung bekannt. Ferner, da auf dieſe Art die Bohlen ſaͤmmtlich hohl liegen, muͤſſen ſelbige nicht nur in gutem Stande erhalten, ſondern koͤnnen auch ſelten, wenn ſie auf einer Seite etwas ausgetreten ſind, noch einmal umgekehrt werden, weil, wenn eine Bohle etwa bei Nachtzeit durchbraͤche, das Pferd, ehe Huͤlfe kaͤme, ſich die Beine zerbrechen koͤnnte. Daß alſo ein ſolcher Ausbau der Pferdeſtaͤnde auch koſtſpieliger zu unterhal⸗ ten iſt, leuchtet aus dem Geſagten von ſelbſt hervor. Anm. Herr ꝛc. Manger in ſeiner Bauwiſſenſchaft verlangt, daß, wenn man denn doch für hoͤlzerne Fußboͤden in den Pferdeſtaͤnden eingenommen wäre, dazu ſechs bis acht Zoll ſtarke vollkantige Bohlen in die Stände gedielt werden muͤßten. Außer der ſtarken Holzeonſumtion aber, welche dies verurſachen wuͤrde, mache ich nur darauf aufmerkſam, daß, wenn derglei⸗ chen dicke Bohlen ſo lange, bis ſie dem Zerbrechen nahe ſind, benutzt werden, ſie ſehr gro⸗ ße Unebenheiten erhalten, welches den Pferden wiederum in mancher andern Art nachtheilig iſt, und Stollſchwäͤmme veranlaßt. In Hinſicht der letztern Beſorgniß ſchlagen andere vor, ein flach liegendes Mauer⸗ ſteinpflaſter dicht unter den Bohlen nach Fig. 172, und eine offene Rinne hinter den Staͤnden anzulegen. Hiergegen laͤßt ſich nur noch einwenden, daß dennoch die Boh⸗ len den mehrſten Urin in ſich aufnehmen werden, und folglich immer noch ein nach⸗ theiliger Geſtank conſervirt wird. Um die gewiſſermaßen doppelten Baukoſten, welche die letztern beiden Vorſchlaͤge verurſachen, zu erſparen, hat man anſtatt des Klinkerpflaſters unter den Bohlen ei⸗ nen Thon⸗-oder Lehmſchlag angerathen. Wenn nun gleich der Thon und Lehm nicht ſo leicht als bloße Erde eine daruͤber gegoſſene Feuchtigkeit in ſich aufnimmt, vielmehr den groͤßten Theil ablaufen laͤßt, ſo iſt jedoch zu bedenken, daß ausgetretene Bohlen ſich von der Laſt des Pferdes biegen, dadurch Gruben in die aus Lehm oder Thon be⸗ ſtehende Unterlage verurſachen, und der durch die Bohlen fließende Urin groͤßtentheils Theil III. Abtheil, II. L Von dem noͤ⸗ thigen Ab⸗ hang der Fuß⸗ boͤden in Pferdeſtaͤn⸗ den. 82 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache auf der Thon oder Lehmlage haften bleiben, und ſo wiederum ein Reſervoir von Ge⸗ ruch ſeyn wird. 4 Beſſer als dieſes iſt, wenn die Ausbohlung beibehalten bleiben, und dann doch Er— ſparung die Wahl leiten ſoll, nur in der hintern Haͤlfte des Standes unter den Bohlen ein Pflaſter anzulegen. Fuͤr Stutenſtaͤnde iſt dies hinlaͤnglich, fuͤr Pferde maͤnnlichen Geſchlechts duͤrfte aber der beabſichtigte Zweck nicht ganz hierdurch erreicht werden. Nach dieſen allgemeinen Betrachtungen uͤber die verſchiedenen Arten der Fußbo— den in den Pferdeſtaͤnden, will ich nun die verſchiedenen Arten des Ausbaues derſel⸗ ben beſchreiben. §. 162. Die Laͤnge eines Pferdeſtandes wird gewoͤhnlich von der Krippe bis zu den Staͤn⸗ dern oder ſogenannten Pilarſtielen hinter den Pferden gerechnet, worauf alſo die §. 156 erwaͤhnten verſchiedenen Laͤngen der Pferdeſtaͤnde Bezug haben. Ein jeder Pferdeſtand muß von der Krippe bis nach der, hinter den Pilarſtielen befindlichen, Rinne einen nur geringen Abfall haben, weil ſonſt die Pferde beſtaͤndig wie auf einem Anberge ſtehen und ermuͤden; auch, je mehr die Materialien, woraus der Fußboden der Staͤnde gemacht iſt, glatt oder glitſchend durch den Gebrauch werden, je geringer muß der Abhang ſeyn, weil ſonſt die Pferde beim Aufſtehen ausgleiten und ſich bedeu⸗ tenden Schaden im Leibe zufuͤgen, oder wohl gar die Beine brechen koͤnnen. Jeder mit Bohlen belegte oder mit Klinkern oder mit Feldſteinen gepflaſterte Stand, kann, wenn derſelbe nicht trocken und reinlich gehalten, oder nicht hinlaͤngliche Streu gegeben wird, hierzu Gelegenheit geben, daher auch nach Fig. 170 bis 172 dem ganzen Stan⸗ de auf 10 Fuß Laͤnge nicht mehr als 3 Zoll Abfall gegeben, und dabei noch mi der dahinter befindlichen Rinne die Vorſicht getroffen worden iſt, daß die Pferde, wenn ſie deſſen ungeachtet beim Aufſtehen ausgleiten ſollten, gegen die Rinne einen Wider⸗ ſtand finden.“) Wenn naͤhmlich die Laͤnge des Standes der Laͤnge des Pferdes ge⸗ nau abgemeſſen iſt, werden die Steine der Rollſchicht in der Rinne h Fig. A oben ab⸗ gerundet und mit dem uͤbrigen Theile ihrer Hoͤhe lothrecht in die Rinne geſetzt. Man macht zwar dieſer Einrichtung der Rinne den Vorwurf, daß, wenn die Pferde zu⸗ ruͤck treten, ſie ſich leicht die Hacken beſchaͤdigen koͤnnten; allein dies iſt dadurch zu ver⸗ meiden, daß die Abrundung der Steine groß genug und nicht zu hoch uͤber dem Bette der Rinne angeleat wird. *) Anm. Herr Naumann in ſeiner vorhin angefuͤhrten Pferdewiſſenſchaft verlangt, daß ein Pferdeſtand, mit Inbegriff der Krippe von 1 bis 12 Fuß Laͤnge, nicht mehr als 3 Zoll Abfall erhalten ſoll, he n doch Er⸗ en Bohlen naͤnnlichen erden. er Fußbo⸗ es derſel⸗ in Staͤn⸗ alſo die kin jeder dlichen, feinem Fboden ringer dedeu⸗ Irder kann, gegeben n Stan⸗ mu der , wenn Wider⸗ ꝛdes ge⸗ ben ab⸗ Man erde zu⸗ zu ver⸗ m Bette „ daß ein s 3 S0l innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 3³ In England, wo man den Abhang in den Pferdeſtaͤnden mehrentheils verwirft, wird das Klinkerpflaſter ganz horizontal auf folgende Art gemacht. Fig. 174 B iſt der Grundriß des Standes, und darin ab die Seite gegen die Krippe. In der Mitte des Standes iſt ein Abzug ekgh angelegt, der bis auf 3 Fuß von der Krippe hinein⸗ reicht. Dieſer Abzug iſt oben 7 bis 8 Zoll breit, und laͤuft nach Fig. 174 C unten in einen Winkel zu. Oben bei ke iſt derſelbe nur 3 Zoll tief, hat aber nach gh einen Abfall, der ſtark genug iſt, die Feuchtigkeit in den Hauptcanal d zu leiten; letzterer geht hinter ſaͤmmtlichen Staͤnden hinweg, und iſt gleichfalls oben nur 7 bis g Zoll weit. Alle dieſe Abzuͤge werden mit Bohlen bedeckt, und in denjenigen, welche auf den Ab— zuͤgen ekgh liegen, ſind ſo viele Loͤcher gebohrt als moͤglich iſt, auch mit einem eiſer⸗ nen Ringe zum Aufheben derſelben verſehen. §. 163. Wenn die Pferdeſtaͤnde mit 3 Zoll ſtarken Bohlen, ohne ein Pflaſter unmittel⸗ bar darunter, ausgebohlt werden, ſo wird allemahl darauf gerechnet, daß der Urin zwiſchen den Bohlen nach dem Raume unter dem Stande abfließen oder mit dem Mi⸗ ſte vermengt oberhalb weggekehrt werden ſoll, und zu dem Ende auch keine Rinne hin⸗ ter den Staͤnden im Gange angelegt. Iſt nun auch kein Pflaſter nach Fig 170 unter den Lagern x hinweg vorhanden, ſo muͤſſen, um den Lagern eine hinlaͤngliche Unter⸗ ſtuͤtzung zu geben, ſowohl bei y als auch in der Gegend bei t Fig. 170 A ſtarke und lange Hoͤlzer laͤngs unter den Staͤnden hinweg auf das zuvor feſtgeſtampfte Terrain wagerecht, jedoch ſo gelegt werden, daß das Unterlagerholz y um 3 Zoll hoͤher als das beit(als ſo viel Abfall der Stand nach§. 162 von der Krippe nach hinten erhalten ſoll) zu liegen kommt. Der Raum zwiſchen und neben dieſen Hoͤlzern y und t kann nun bis zur Unterkante der Unterlager x mit Erde, Sand oder trockenem Bauſchutt ausgefuͤllt werden.. Eben ſolche Unterlagehoͤlzer y und t ſind noͤthig, wenn auch das Terrain unter den Bohlen mit einer Thon⸗ oder Lehmlage feſtgeſtampft wird. Eine ſolche Lehm- oder Thonlage von 4 bis 5 Zoll Dicke muͤßte nun entweder unter den Lagern hinweg gehen, und einen gemauerten Abflußcanal t Fig. 170 erhal⸗ ten, oder es muͤßten die Unterlager y und t und die Lager x ſelbſt in die Lehm⸗ oder Thonlage eingeſtampft, und die Bohlen dann auf die Lager, alſo auch unmittelbar auf die Thonlage(wie z. B. in Fig. 172 A auf das Pflaſter) gelegt werden. Da in⸗ deß, wie vorgedacht, der durchdringende Urin den Thon oder Lehm mit der Zeit den⸗ L 2 —-=—y———— Conßtruction der ho lzer⸗ nen Fußboͤ⸗ den, Krippen und Raufen in Pferde⸗ ſtaͤllen. 84 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache noch erweicht; ſo iſt es beſſer, nach Fig. 170 ein flach gelegtes Pflaſter von Mauer⸗ ſteinen mit einem Abflußcanal anzulegen. Ein Pflaſter auf ſolche Art unter den Staͤnden hinweg, bekommt denſelben Ab⸗ hang, den die daruͤber liegenden Bohlen erhalten, und kann auch nach Fig. 170 C un⸗ ter jeden Stand beſonders concav(alſo in der Mitte tiefer als unter den Lagern) ge⸗ legt werden. Unter den Lagern geht das Pflaſter hinweg, wodurch ſelbige auch trocke⸗ ner und feſt liegen. Die Lager x ſind ungefaͤhr g bis g Zoll hoch und 10 Zoll breit, da⸗ mit ſie durch den Falz an beiden Seiten, worin die Bohlen liegen,(ſiehe Fig. 170 C.) nicht zu ſehr geſchwaͤcht werden. Nach der Anlage Fig. 172 koͤnnen die Lager K nicht viel ſchwaͤcher ſeyn, ungeachtet die Bohlen unmittelbar auf dem Pflaſter, alſo gehoͤrig unterſtuͤtzt liegen. Die Unterlager, welche in Fig. 170 mit y und t bezeichnet ſind, koͤn⸗ nen aber hier nicht fuͤglich ſtatt finden, weil uͤber ſelbige hinweg gepflaſtert werden muͤß⸗ te, wenigſtens iſt es beſſer und ſolider, die Lager k Fig. 172 mit einigen gemauerten Pfei⸗ lern zu unterſtuͤtzen. Das Pflaſter in Fig. 172 C kann auch nicht, wie vorgedacht, concav gelegt werden, ſondern es wird daſſelbe mit dem Falz in den Lagern kiin die Wage gelegt, ſo daß die Bohlen uͤberall dicht auf dem Pflaſter ſiden, und die Lager werden eingepflaſtert. Damit der Urin moͤglichſt ſchnell durch die Bohlen Fig. 170 auf das darunter be⸗ findliche Pflaſter komme, werden auf allen Kanten durch die Standbohlen runde Loͤcher, von 3 bis 1 Zoll im Durchmeſſer groß, geſchnitten, wie in Fig. 170 B angedeutet wor⸗ den. Dergleichen Loͤcher durch die Bohlen findet man vielfaͤltig auch da, wo kein Pfla⸗ ſter und keine Jauchenabzuͤge unter den Bohlen befindlich ſind. Dies iſt ſehr unrichtig, vielmehr ſollte man dann recht ſehr dahin ſehen, daß die Bohlen deſtaͤndig dicht an ein⸗ der ſchließen, damit der Urin, mit dem Miſte vermengt, oberhalb der Bohlen weg⸗ geſchafft werden, und kein Kloak unter den Bohlen entſtehen koͤnnte. Auch in den Bohlen, worunter nach Fig. 172 ein Pfuaſter befindlich iſt, duͤrfen keine Loͤcher ſeyn, vielmehr muͤſſen ſelbige ebenfalls ſo dicht als moͤglich zuſammen ſtoßen, damit der Urin uͤber die Bohlen hinweg nach der Rinne v abfließe. Die unter dem Stande befindliche Abflußrinne t Fig. 170 muß wenigſtens 1 Fuß breit, und ſelbſt unter den Lagern noch 9 Zoll tief ſeyn; wo dies beim Anfange der Rinne vielleicht noch nicht angehen moͤchte, da muß eine kleine Rundung unten aus dem Lager geſchnitten werden, ſo daß in jedem Falle der Urin und Miſt durch den Canal ordentlich durchgefegt werden kann. Wie dieſer Canal gemauert werden muß, iſt aus der Zeichnung zu erſehen. Ein ſolcher Canal erhaͤlt auf die laufende Ruthe we⸗ nigſtens 1 Zoll Fall, je nachdem das Gefaͤlle, von dem Ausfluſſe des Canals an hinauf he on Mauer. nſelben A⸗ 170 0 un⸗ agern) ge⸗ uch trocke⸗ br eit, da⸗ 1700,) e k nicht dgehorig ind, kon⸗ den muͤß⸗ ten Pfei⸗ rgedacht, kin die e Lager ter be⸗ dcher, t wer⸗ Pfla⸗ nrichtig, an ein⸗ ten weg⸗ in den er ſeyn, er Urin 1Fuß nge der ten aus ach den en muß tthe we⸗ hinauf innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 85 gerechnet, ſolches erlaubt, und je nachdem derſelbe lang oder kurz noͤthig iſt. Den langen Canaͤlen giebt man dagegen deshalb nicht gern mehr als 1 Zoll Gefaͤlle auf die Ruthe, damit ſie am Ende nicht zu tief und zu muͤhſam zu reinigen werden; ſie alſo ſo kurz als moͤglich zum Stalle hinaus zu fuͤhren, und ihnen dafuͤr lieber mehr Gefaͤlle zu geben, iß beſonders deswegen ſehr gut, weil der Urin mit dem Miſte melirt, nicht gut abfließt, vielmehr muß denn zuweilen eine Menge Waſſer nachgepumpt oder nach⸗ gegoſſen werden. Den ausgebohlten Staͤnden macht man mit Recht den Vorwurf, daß die Pfer⸗ de, beſonders wenn ſie mit Hufeiſen verſehen ſind, die Bohlen ſehr bald aufſplittern, abfaſern, und in kurzer Zeit durchtreten. Wo indeß noch bei uͤberfluͤſſigem Holze auf dem Lande die Staͤnde der Pferde mit Hoiz ausgelegt werden, da thut man beſſer, anſtatt der Bohlen, nach dem Vorſchlage des Herrn Manger, lange Sltuͤcke Halb⸗ holz neben einander zu legen. Weil aber das Läͤngenholz uͤberhaupt nur geringen Wi⸗ derſtand leiſtet, ſo hat man auch ſchon nach der Floriniſchen Angabe(in ſeinem klugen und rechtsverſtaͤndigen Hausvater, zweitem Buche) verſucht, die Pferdeſtaͤnde mit Hirnholz auszuſetzen, in welcher Lage das Holz den ſtaͤrk— ſten Widerſtand leiſtet. Es werden naͤhmlich nach Fig. 173 A und B vierkantig bear⸗ beitete, genau an einander paſſende, unten und oben aber glatt abgeſchnittene, etwa 15 bis 13 Zoll hohe, kienene oder eichene Kloͤtze dergeſtalt neben einander geſetzt, oder gewiſſer maßen gepflaſtert, daß die Hirnflaͤchen oben kommen und zuſammen eine, mit dem erforderlichen Abhange verſehene Flaͤche bilden. Es iſt zwar nicht zu leugnen, daß das Holz mit ſeiner Hirnftaͤche den ſtarkſten Widerſtand leiſtet; allein, ungerech— net, daß ſchon ein Stamm feſter als der andere iſt, und daher ebenfalls ein Stuͤck ſich eher als das andere abnutzt, ſo iſt auch das Hirnholz gerade am geſchickteſten, den Urin in ſich aufzunehmen, und dadurch den nachtheiligen Geruch fuͤr die Pferde zu conſerviren. Im Koͤnigl. Preuß. Geſtuͤte Trakenen in Litthauen hat man verſucht, dieſe Art Fußboͤden in den Pferdeſtaͤnden anzuwenden; aus den eben erwaͤhn⸗ ten Urſachen iſt aber ſolches nicht fortgeſetzt worden. Die hoͤlzernen Krippen werden entweder aus einem ſtarken Holzſtamme ausge— hauen, oder aus Bohlen zuſammen geſetzt. Die ausgehauenen Krippen ſind eine gro⸗ ße Holzverſchwendung, und duͤrfen daher bei den Koͤnigl. Preuß. Domainen⸗Bauten gar nicht angewendet werden; auch iſt nicht zu leugnen, daß, da der Kern heraus ge⸗ hauen wird, und nur der Splint uͤbrig bleibt, ſolche weit fruͤher, als die aus kernigten Bohlen zuſammen geſetzten Krippen, verfaulen. Wenn aber die Krippen aus Boh⸗ len nicht recht ſcharf und gut zuſammen geſetzt ſind, oder eine Zeit lang mit naſſem 86 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Pferdefutter gebraucht werden, und demnaͤchſt wieder ungenutzt ſtehen bleiben; ſo oͤff⸗ nen ſich die Fugen dergeſtalt, daß ſo wohl das Waſſer in und durch die Fugen dringt, als auch das Koͤrnerfutter darin wurzelt, auswaͤchſt und die Krippe verſaͤuert. Die Bohlen zu den Krippen werden gewoͤhnlich zu den Seitenwangen 2 bis 2 ½ Zoll und zu den Boͤden 24 bis 3 Zoll ſtark von kienenem Holze gewaͤhlt. Ihre Zuſam⸗ menſetzung iſt aus Fig. 170 E deutlich zu erſehen, und dabei zu bemerken, daß die Seiten gegen den Boden mit ſtarken eiſernen Naͤgeln genagelt werden. Jede Seite und der Boden der Krippe, muß aus einer unzuſammen geſetzten Bohle beſtehen, da⸗ her beſonders zum Boden ſehr breite Bohlen noͤthig ſind, indem die Krippen eigentlich im Lichten unter 10 Zoll und oben 12 bis 13 Zoll breit, alſo mit ſchräg ſtehenden Seiten gemacht werden ſollten. Nicht nur zum mehrern Zuſammenhalt der Seitenwangen der Krippe, und da⸗ mit ſich die Pferde gegenſeitig nicht das Futter rauben koͤnnen, ſondern auch damit man ſehen kann, ob ein Pferd ſeine Portion Futter ſelbſt gefreſſen hat oder nicht, ſollte allemahl auf der Grenze zwiſchen zwei Staͤnden eine hoͤlzerne Scheidewand oder ein ſo genanntes Scheit in der Krippe eing ſetzt ſeyn, wie aus Fig. 170 B im Grund⸗ riß zu ſehen. Ein ſolches Scheit wird aus 2 bis 3 Zoll ſtarken Bohlen gemacht und ſehr ſcharf und genau eingepaßt. Wo dergleichen Scheite nicht gemacht werden, da muͤſſen wenigſtens zum Zuſammenhalt der Krippen⸗Wangen dergleichen Spannhoͤlzer quer uͤber eingelaſſen, und in 6 bis g fuͤßigen Entfernungen ſtatt finden, wie bereits in Fig. 157 mit bo bei den Kuhkrippen gezeigt worden. Unter die hoͤlzernen Krippen werden nun einfache Krippenſtiele d Fig. 170, und zwar, wenn der Stand nach Fig. 170 ausgebohlt iſt, auf die Standlager gezapft, wie aus Fig. 170 D zu erſehen iſt. Die naͤhere Beſchreibung der Anfertigung der Krippenſtiele kommt weiter hin vor; fuͤr jetzt wied nur noch bemerkt, daß nach Fig. 170 B die Krippenſtiele d etwas ſchwaͤcher, als die Standlager breit ſind, gemacht werden muͤſſen, damit von den Falzen der Lager noch ſo viel vorſtehen bleibt, daß auf denſel⸗ ben unter die Krippe hinweg noch fort gebohlt werden kann. Die gemeinſchaftlichen hoͤlzernen Raufen, werden ungefaͤhr 12 bis 16 Zoll hoch uͤber der Krippe angebracht, und dieſer Raum zwiſchen der Raufe und Krippe mit ei⸗ nem ſo genannten Blend⸗Brette bekleidet, welches oben und unten mit gewoͤhnlichen Lambrishaken an die Wand befeſtigt wird. Unten werden dieſe Raufen auf eiſernen Haken c Fig. 170 A geſtellt, und oben mit eiſernen Raufſtangen a, welche an der Wand in eiſerne Kloben greifen, ungefaͤhr in 10 bis 12 fuͤßigen Diſtanzen befeſtigt. he en; o Pf⸗ gen dringt f. n bis 2 ti 23 are Zuſam⸗ „daß die ede Seite hen, da⸗ eigentſich ſehenden und da⸗ ch damit er nicht, nd oder Grund⸗ ht und n, da nhalzer reits in 7o, und gezapft, ung der jig. 170 werden denſel⸗ oll hoch emit ei⸗ hnliche eiſernen an der beftſtg innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 87 Solche Raufen muͤſſen moͤglichſt ſteil ſtehen, damit die Pferde, wenn ſie etwa von ei⸗ nem Schreck vorwaͤrts prellen, ſich nicht das Maul oder die Naſe daran beſchaͤdigen. Die obern und untern Baͤume der Raufe ſind 4 bis 4 ½ Zoll im Quadrat ſtark, die Kanten etwas abgerundet, und die runden Sproſſen, welche ſo nahe zuſammen ge— ſtellt werden, daß nur 3 Zoll Raum dazwiſchen bleibt, ſind 13 Zoll im Durchmeſſer ſtark. Gut iſt es zur Conſervation der Haut der Pferde, wenn alles Holzwerk ordent⸗ lich behobelt iſt. Um das Zerfreſſen der kienenen Krippen, Raufen ꝛc. zu verhindern, hat man verſchiedene Mittel. Bei den Raufen und allen andern Hoͤlzern außer den Krippen kann man es dadurch verhindern, wenn dieſe Stuͤcke von eichenem, oder rothbuͤchenem Holze gemacht werden, weil die meiſten Pferde dieſe Holzſorten nicht gern freſſen; ferner, wenn man das kienene Holz der Raufen bethert, und endlich, wenn man alles frei vorſtehende Holz mit Eiſenblech beſchlaͤgt. Die Krippen von eichenen Bohlen zu machen, iſt nicht gut, weil, wenn naß gefuͤttert wird, das Holz auslauget und dem Futter einen ekelhaften Geſchmack giebt. Krippen von rothbuͤchenem Holze zu machen, geht eher an, nur wird es nicht von allen Pferden verſchont. Am meiſten werden die Vorderkanten und die Boͤden der Krippen von den Pfer— den zernagt, und hierbei iſt beſonders zu merken, daß(wenn ein Pferd mehr als die andern ſeinen Krippenboden ruinirt hat, und man alſo noch nicht gern den Boden der ganzen Krippe erneuern mag) ein Brett in die Krippe auf den ausgebohlten Boden aufzufuͤttern, dies immer eine ſchlechte Reparatur iſt, vorzuͤglich, wenn naß gefuͤttert wird, weil das vom Futter geſchwuͤngerte Waſſer, ſich durch die Fugen in die Hoͤh— lungen unter den eingeſetzten Boden zieht, und in dem es daſelbſt ſauert und fjault den Pferden die Eßluſt verdirbt. Die obere Kante an der vordern Wange der Krippe wird gewoͤhnlich mit geſchmie⸗ deten eiſernen, ungefaͤhr z Zoll ſtarken, und etwa 2 Zoll breiten, Schienen mit ver⸗ ſenkten Naͤgeln beſchlagen. Die hintere Wange der Krippe, wenn ſolche nach Fig. 170 A von dem Blendbrette vorſteht, muß ebenfalls mit einer ſchmalen eiſernen Schie⸗ ne, oder mit Eiſenblech, welches um etwas an dem Blendbrette hinauf und in die Krippe hinein reicht, beſchlagen werden. Oder man ſetzt das Blendbrett unten etwas vor, indem man es hinterfuͤttert, ſo daß ſolches mit der innern hintern Seite der Krip⸗ pe eine glatte Flaͤche bildet. Uebrigens iſt bei den eiſernen Schienen zu beobachten, daß ſolche ſo breit als die Oberkanten der Krippe ſtark ſind, ſeyn muͤſſen. In Cavallerie⸗Pferdeſtuͤllen, wo Pferde von mehrerlei Racen, oder uͤberhaupt, wo ſolche Pferde ſtehen, die wegen ihrer muͤßigen Zeit, mehr als andere Arbeitspferde 38 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache das Holzwerk anfreſſen, werden auch wohl 2 bis 3 ſolcher Schienen in gleichen Entfer⸗ nungen neben einander laͤngs auf den Boden der Krippe, und eine uͤber jedes Scheit in der Krippe, genagelt. Oder, weil dies ſehr koſtſpielig iſt, ſo benagelt man die Kan⸗ ten der Krippen, die Scheite darin, den untern Raufenbaum, und einen Theil am Blendbrette herunter, ſo wie endlich die Backen der Krippenſtiele, und einen Theil der Lattierbaͤume zunaͤchſt der Krippe, mit Eiſenblech. Um die Schienen auf dem Boden in der Krippe zu erſparen, ſchlaͤgt man den Boden mit vielen kleinen Naͤgeln dergeſtalt aus, daß ſolche umgeſchlagen, oder vielmehr Spitze und Kopf eines jeden Nagels ein⸗ geſchlagen werden, wodurch nur der Theil eines jeden Nagels, zwiſchen der Spitze und dem Kopfe, laͤngs auf dem Boden liegt. Die bei den Fahnſchmieden der Cavallerie haͤufig vorhandenen alten unbrauchbaren Hufnaͤgel erleichtern die Koſten dafuͤr um ſo mehr; jedoch iſt eine große Vorſicht dabei zu verwenden, daß naͤhmlich die Koͤpfe der Naͤgel nicht etwa mit ſcharfen Seiten oder Spitzen vorſtehen, woran ſich die Pferde beſchaͤdigen, und dadurch ſcheuen aus einer ſolchen Krippe zu freſſen. Eben ſolche und faſt noch mehrere Porſicht iſt bei dem Beſchlagen der uͤbrigen Theile mit Eiſenblech an⸗ zuwenden. Da die Cavalleriepferde in den Staͤllen, wenn ſie ohne Futter und muͤßig ſtehen, das Zernagen der Hoͤlzer auch an deſſen glatten Flaͤchen dennoch nicht unterlaſſen, und. wo ſie durch das Eiſenblech daran verhindert werden, ſich die Zaͤhne daran verderben; ſo ſollte es allemahl als Regel gelten, die Pferde zwiſchen den Futterzeiten mit dem Hintern nach der Krippe zu ſtellen, wozu dann auf beiden Seiten an den Pilarſtielen Schnuͤrringe, und zwar etwas hoch, wie in Fig. 170 C gezeichnet iſt, angebracht werden. Das Pferd wird dann an beiden Schnuͤrringen dergeſtalt befeſtigt, daß daſ⸗ ſelbe weder die Lattierbaͤume noch die Pilarſtiele erreichen kann. §. 164. Conſtruction In Fig. 171 iſt die Conſtruction eines mit Klinkern auf der hohen Kante gepfla⸗ der nir Fiie ſterten Pferdeſtandes vorgeſtellt. Der Gang hinter den Staͤnden kann gleichfalls mit ſterten und Klinkern oder auch nach Fig. 170 A mit kleinen Feldſteinen gepflaſtert werden; in bei⸗ mit ernen den Faͤllen aber muß die Woͤlbung deſſelben nur ſehr geringe ſeyn, weil ſolcher durch Aufyde 4 den Pferdemiſt ſehr glatt und ſchluͤpfrig, und daher zuweilen uͤber die Feldſteine noch ſehenen Pfer⸗ eine Lage Lehm gelegt und geebnet wird. deſtaͤnde. Das Klinkerpflaſter in den Staͤnden geht nun entweder bis gegen die Mauer unter der Krippe, oder es ſind, wie in Fig. 171, zwei Bohlen vorne eingelegt, auf wel⸗ chen die Pferde mit den Vorderfuͤßen ſtehen. In beiden Faͤllen kann das Pflaſter der Breite he de Entfer des Scheit n die Kan⸗ Theil am Theil der em Boden dergeſtalt agels ein⸗ Svitze und Lavallerie füͤr um ſo Koͤpfe der ie Pferde ſoche und blech an⸗ ſtehen, n, und derben; dait dem larſtielen ngebracht daß daſe gepfla⸗ falls mit in bei⸗ zer durch eine noch e Mauer auf wel⸗ faſter dir Breit innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 89 Breite des Standes nach entweder horizontal, oder auch etwas concav oder convex ge⸗ pflaſtert ſeyn, ſo daß in jedem Stande fuͤr ſich der Urin nach der vertieften Mitte, oder nach den vertieften Seiten zuſammen- und ablaͤuft. Um aber hierdurch den Pfer⸗ den weniger Gelegenheit zum Ausgleiten zu geben,(obgleich die Convexitaͤt oder Con⸗ cavitaͤt nur ſehr gering ſeyn und etwa nur 2 Zoll betragen darf,) macht man das Pfla⸗ ſter lieber horizontal, und pflaſtert die Steine, wie aus Fig. 171 B zu erſehen, mit ſolchen Laufſchichten, welche in der Mitte des Standes zuſammen laufen. Wenn dann jeder Stein fuͤr ſich perpendiculair geſetzt wird, ſo ſteht, wegen des Abfalls, den der Stand nach hinten zu hat, eine jede Schicht gegen die vordere um etwas hoͤher, und bewirkt die erforderliche Rauhheit im Pflaſter. Dieſe Art zu pflaſtern ſcheint vor der einen Vorzug zu verdienen, wo naͤhmlich die Steine als Laͤufer nach der Breite des Standes geſetzt werden, weil dann die eben gedachten vorſtehenden Kanten der Steine den Ablauf des Urins in etwas verhindern. Werden ſie aber wie gewoͤhnlich als Laͤufer nach der Laͤnge des Standes geſetzt, ſo erhaͤlt das Pflaſter weniger Rauhheit, welche letztere jedoch das Ausgleiten verhindern ſoll. In jedem Falle legt der Maurer zuerſt die Rollſchichten an jeder Seite des Standes nach dem vorgeſchriebenen Gefaͤlle, und die Rinnen hinter denſelben, und dann erſt legt er das Pflaſter in der Mitte des Standes, wobei ihm die beiden Rollſchichten als Lehre dienen. Das Klinkerpflaſter in Staͤllen muß allemahl in Kalk geſetzt, und hernach muͤſſen die Fugen mit duͤnnem Kalk ausgegoſſen werden. Soll es vorzuͤglich dauerhaft ſeyn, ſo wird erſtlich die nach und nach aufzufuͤllende Erde mit einer Steinſetzer⸗Ramme feſt geſtampft, auf derſelben eine Lage Lehm von etwa 3 Zoll dick, feſt geſchlagen, dann ein Pflaſter von feſten Mauerſteinen oder Klinkern auf der flachen Seite, und auf dieſes Pflaſter erſt das vorher beſchriebene hochkantig liegende Pflaſter, und zwar beide in Kalk gelegt. Auch hat man vorgeſchlagen, die Klinker auf den Kopf oder auf eine ihrer kleinſten Flaͤchen zu ſtellen. Ein ſehr dauerhaftes Pflaſter kann dies wohl geben, aber ſehr mißlich duͤrfte es ſeyn, ſolches in ebener Flaͤche zu erhalten, da jeder einzelne Stein mit dieſer kleinen Flaͤche ſich leichter eindruͤckt. Das Pflaſtern in Kalk geſchieht folgendermaßen. Auf der vorher feſt geſtampf⸗ ten Erde werden die Mauerſteine, auf der hohen Kante ſtehend, dergeſtalt an einander gemauert, daß jedem Steine auf ſeiner halben Hoͤhe von unten herauf ordentlicher Kalkmoͤrtel gegeben, die obere Haͤlfte der Fugen offen gelaſſen, und ſolche hernach, wenn ein Theil des Pflaſters geſetzt iſt, mit ſehr duͤnn gemachtem Sandkalk ausgegoſſen werden, auch dieſes Ausgießen ſo oft wiederhohlt oder nachgeholfen wird, bis ſaͤmmtliche Fugen voll ſind. Daß es auch hier, ſo wie beim Mauern uͤberhaupt, auf moͤglichſt Theil III. Abtheil. II. M 90 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache feine Fugen ankommt, verſteht ſich von ſelbſt. Auf dem Terrain eine Kalkmoͤrtel⸗ Lage zu machen, und auf ſelbige die Steine zu ſetzen, iſt nicht nur uͤberfluͤſſig, ſondern es kann bei einiger Nachlaͤſſigkeit ſogar nachtheilig werden, wenn naͤhmlich, um einem oder dem andern Steine die obere wagerechte Lage zu geben, zuweilen etwas unterge⸗ legt werden muß, und dies, des geſchwinden Abkommens wegen, mit Kalkmoͤrtel ge⸗ ſchieht. Wird aber, wie vorher erwaͤhnt worden, das Pflaſter doppelt gelegt, ſo verſteht ſich von ſelbſt, daß nicht nur die untere Schicht mit Kalkmoͤrtel ausgegoſſen, ſondern auch die obere Schicht auf die untere in Kalk geſetzt werden muß. 4 Anm Gewoͤhnlicherweiſe werden die Steine beim Pflaſtern nicht, wie gedacht, ordentlich neben einander vermauert, ſondern nur trocken an einander geſetzt, und nachher mit duͤnn gemachtem Sandkalk oberhalb gut ausgegoſſen, welches, wenn der Boden nur feſt iſt, auch hinlaͤnglich und wegen weniger Muͤhſamkeit der Arbeit auch wohlfeiler iſt. Noch muß ich im Allgemeinen anmerken, daß rothe Steine, wenn ſolche nicht von au⸗ ßerordentlicher Haͤrte zu haben ſind, zum Pflaſtern in Pferdeſtaͤllen deshalb nicht gebraucht werden koͤnnen, weil, wenn die Pferde bei ihrem unruhigen Stehen, von den Steinen ſehr leicht einen Staub abtreten, und ſie ſich darauf niederlegen, beſonders Pferde von hellern Farben, ſehr beſchmutzt werden. Die zwei Bohlen, auf welchen die Pferde mit den Vorderfuͤßen ſtehen, liegen auf kurzen Lagern, wie aus der Fig. 171 A und B zu ſehen. Dieſe Lager m Fig. C haben Falze, in welche die drei Zoll dicken Bohlen n paſſen. Der nach oben zu vor⸗ ſtehende ſchwache Theil der Lager, heißt die Feder, und kann, wenn ſolche etwa ver⸗ fault iſt, ohne zugleich die Lager ganz wegwerfen zu duͤrfen, aus neuem Holze aufge⸗ paßt und angenagelt werden. Dieſe Lager koͤnnen bis gegen die Mauer anſtoßen, und dann ſtehen die Krippenſtiele auf denſelben, wie vorher bei Fig. 170 erwaͤhnt wor⸗ den. In Fig. 171 iſt aber angenommen, daß ein Stuͤck Halbholz o Fig 171 A laͤngs der Mauer liegt, auf welchem die Krippenſtiele ſtehen, und die Lager m gegen daſſelbe anſtoßen. Letzteres iſt zwar koſtſpieliger, hat aber den Vortheil, daß die Lager, wel⸗ che leicht verfaulen, erneuert werden koͤnnen, ohne die Befeſtigung der Krippe zu be⸗ ruͤhren. Die Krippenſtiele, deren auf jedem Lager, oder allemahl zwiſchen zwei Staͤnden, einer ſteht, werden verſchiedentlich gemacht. Iſt die Krippe von gegoſſenem Eiſen, wie in Fig. 171, ſo haben die Krippenſtiele eine große Laſt zu tragen,(deswegen iſt auch die Halbholzſchwelle o dem Durchreichen der Lager m vorgezogen worden,) dann wird ein viereckiger ſtarker Klotz q auf die Schwelle o verzapft, und an der Wand mit Bankeiſen befeſtigt. Da ein einzelner Klotz aber die ganze Breite der Krippe nicht unterſtuͤtzen kann; ſo wird von demſelben noch ein gewoͤhnlicher Krippenſtiel(wel⸗ cher auf die Art bearbeitet iſt, wie in d Fig. 170 B und D vorgeſtellt worden) gleich⸗ ache Kalkmoͤrte, ſig, ſonden „ um einem das unterge⸗ alkmoͤrtel ge⸗ gelegt, ſo usgegoſſen, entlich neben n gemachtem h Nanlänglich nicht von an⸗ ſcht gebraucht Steinen ſehr von hellern n, ſiegen Fig. C zu vor⸗ twa ver⸗ ze aufge⸗ anſtoßen, ahnt wor⸗ 1 A laͤngs n daſſelbe ger, wel⸗ pe zu be⸗ Sraͤnden, m Eiſen, wegen iſt n,) dang der Wand er Kripde ſtiel(vel⸗ 1) glach innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 91 falls in die Schwelle o und zugleich in das Lager m verzapft, und mit dem Klotz q auf irgend eine Art, beſonders aber durch ſtarke eiſerne Naͤgel, welche durch die Boh⸗ ler Fig. 171 A in beide Krippenſtiele geſchlagen werden, befeſtigt. Dieſe letzterwaͤhn⸗ ten Krippenſtiele haben vorn ein abgerundetes Backenſtuͤck p Fig. 171 B und A, wo⸗ von ſogleich die Rede ſeyn wird. Anſtatt der Krippenkloͤtze— Fig. 171 A werden gewoͤhnlicher nach Fig. 171 D ordentliche Boͤcke aus Kreuzholz gefertigt, woran entweder der vordere Stiel wie ein ordentlicher Krippenſtiel gemacht, oder nur ein bloß abgerundeter Stollen p gegen den vordern Stiel des Krippenbocks genagelt wird. Die beiden Stiele des Krippenbocks werden in die Schwelle, oder wenn ſtatt der Schwelle die Lager durchreichen, in ſel⸗ bige gezapft. Fuͤr große Pferde muß die Oberkante der Krippe 3 Fuß 9 bis 10 Zoll, jedoch nie uͤber 4 Fuß, und fuͤr kleine Ackerpferde nur 3 bis 3 ½ Fuß von den Standbohlen an hoch ſeyn. Hiernach und nach der Diefe der Krippen richtet ſich die Hoͤhe der Krip⸗ penſtiele. Auf die Krippenſtiele wird, unter eiſernen gegoſſenen Krippen, eine, we⸗ nigſtens 3 bis 4 Zoll ſtarke Bohle r Fig. 171 A und D gelegt, und auf derſelben die vordere und hintere Bohle mit einem Nuthzapfen verzapft. Zwiſchen dieſen drei Bohlen wird nun die gegoſſene eiſerne Krippe(welche nach Fig. 172 E geſtaltet iſt) eingeſetzt, und mit der Rundung ihres Bodens in die Bohle r Fig. 171 A etwas ein⸗ gelaſſen. Die vordere, auf der hohen Kante ſtehende 3 Zoll ſtarke Bohle wuͤrde aber ſelbſt nicht feſt ſtehen, noch weniger die eiſerne Krippe feſt halten; daher die vordern Krippenſtiel⸗Backen p, wie aus Fig. 170 A, B und C und Fig. 171 D zu erſehen, bis zur Oberkante der Krippe hinauf gehen. Durch dieſe Backen wird die vordere Bohle vor der Krippe feſt genagelt; auch werden die eiſernen Krippen mit ihrem vor⸗ ſtehenden obern Rande auf die vordere und hintere Bohle eingelaſſen. In die Ausfalzungen der Krippenſtiele d Fig. 170 B werden die Streukaſten⸗ bretter e Fig. 170 A oder s Fig. 171 A angenagelt; auch geben ſie zugleich den Falz fuͤr die auf- und zu zu machenden Streuklappen. Die Streuklappen werden aus 1½¾ Zoll ſtarken Brettern gemacht, weil die Pferde haͤufig dagegen ſchlagen, und ſie ſonſt zu leicht ruiniren wuͤrden. Die Streukaſten, in welchen die aufgenommene noch brauchbare Streu aufbe⸗ wahrt wird, ſollten eigentlich in keinem Stalle angelegt, und die faul gewordene Streu ſo wenig als der Miſt in einem Pferdeſtalle geduldet werden, da ſich aus denſelben ſcharfe ſchaͤdliche Duͤnſte entwickeln, welche von der Luft aufgenommen und den Lun— gen der Pferde nachtheilig werden. Ihre Anfertigung geſchieht indeſſen auf verſchie⸗ M 2 92 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache dene Art. Mehrentheils richtet ſich ſolche darnach, wie die Pferde an der Krip pefeſt gemacht werden ſollen. Da, wo nach Fig. 171 C, jedesmahl zwei Schnuͤrringe i in der vordern Krippenbohle befindlich ſind, und alſo die Pferde vom Halfter aus mit zwei Ketten an die Schnuͤrringe befeſtigt werden, koͤnnen die auf- und zu zu machen— den Streuklappen t Fig. 171 C oder k Fig. 170 C ſo breit als der Stand iſt, laͤngs unter der Krippe hinweg gehen, und jede Klappe mit zwei ordentlichen Baͤndern ent⸗ weder unten oder oben beſchlagen werden. In Fig. 171 C iſt angenommen, daß die Streuklappen t oberhalb angeſchlagen werden ſollen, damit ſelbige nicht von ſelbſt auf⸗ gehen, auch die Pferde mit den Fuͤßen nicht in den Streukaſten hinein ſchlagen, und dadurch ſich beſchaͤdigen koͤnnen. Freilich iſt es unbequemer, wenn die Klappe alle⸗ mahl beim Herausnehmen und Hineinbringen der Streu auf irgend eine Art allenfalls durch einen Vorreiber oben an der Krippe, hinauf geſchlagen und offen gehalten wer— den muß, und dagegen bequemer, wenn die Klappe f Fig. 170 C unterhalb angeſchla⸗ gen iſt, und mit einem Vorreiber oder Stift g an der Seite zugehalten wird. Da aber die Pferde ſehr gern mit dergleichen Dingen ſpielen, und die Befeſtigung der Klappe ſehr bald ausſpaͤhen; ſo machen ſie oft den Vorreiber auf, oder ziehen den Stift, wenn er nicht recht feſt eingeklemmt iſt, heraus, oͤffnen dadurch die Klappe, und koͤnnen ſich dann ſehr leicht Schaden zufuͤgen. Die Klappenbaͤnder werden zuweilen nach Fig. 171 E vom Schmidt, zuweilen aber auch nach Fig. 171 F als Scharnierbaͤnder vom Schloſſer gemacht. Letztere ſehen zwar beſſer aus, erſtere aber ſind, wie aus den Figuren leicht zu erſehen, dauer⸗ hafter, daher auch in Cavallerie⸗ Pferdeſtaͤllen vorzuͤglicher anwendbar. Wenn die Pferde an den beiden Schnuͤrringen vor der Krippe befeſtigt ſind, ſo muͤſſen die Halfterketten ſo lang ſeyn, daß ſie ſich ſowohl bequem niederlegen als nach der Raufe reichen koͤnnen. Wilde oder ſpielige Pferde treten oft mit den Vorder⸗ fuͤßen uͤber eine dieſer Ketten, und da ſie dadurch eine gefuͤhrliche Stellung erhalten, ſich auch ſelbſt nicht wieder helfen, mithin leicht großen Schaden nehmen koͤnnen; ſo kann man ſie auf folgende Art viel kuͤrzer vor der Krippe befeſtigen. Unter der Krip⸗ pe in der Mitte des Standes wird noch ein Stiel u Fig. 171 O von Kreuzholz auf die laͤngs unter den Krippenſtielen fortlaufende Schwelle o Fig. 171 A gezapft, oder an die nach Fig. 170 A im Streukaſten befindliche Fußbodenbohle eingelaſſen und be⸗ befeſtigt, auch oben unter der Krippe feſt genagelt. Dieſer Stiel hat eine Ausfalzung, wie in Fig. 170 B bei h zu ſehen iſt. In dieſe Falze werden wiederum die Klappen⸗ bretter eingedaßt, und an dem vorſtehenden Theile oder der Feder dieſes Stiels wird ein von der Krippe bis beinahe zum Fußboden herunter gehender eiſerner 3 Zoll ſtarker dche tKryppefiſ nuͤringe iin ter aus mit zu machen⸗ iſt, längs ändern ent⸗ 7, daß die elbſt auf⸗ gen, und lappe alle— allenfalls zalten wer⸗ angeſchla⸗ dird. Da gung der ehen den Klappe/ uweilen Lehztere dauer⸗ ſind, ſo als nach Vorder⸗ erhalten, nnen; ſo er Krip⸗ gholz auf ft, oder n und be⸗ sfalzung Klappen⸗ tiels witd ol ſtor innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 93 Buͤgel u Fig. 171 C und D gut befeſtigt. Da die Kette vermittelſt des Ringes v an dem Buͤgel auf⸗ und ablaufen kann, ſo kann das Pferd ſich ſowohl bequem legen, als auch nach der Raufe hinauf reichen. Man hat zwar auch Faͤlle, wo deſſen ungeach⸗ tet ein Pferd mit einem Fuße uͤber ſolche Kette geſchlagen hat; indeß gehoͤrt ſolches zu dem ſeltenſten Manoeuvres, wo dann auch außerordentliche Abhelfungsmittel, als z. B. Gewichte uͤber Rollen laufend ꝛc. gewaͤhlt werden muͤſſen. Fuͤr ſolche unruhige Pferde wuͤrde es am beſten ſeyn, wenn man die Staͤnde mit hohen Bretterwaͤnden an den Seiten und ſo einrichtete, daß ſie in denſelben unange⸗ halftert ſtehen koͤnnten. Zu dem Ende muͤßte dann der Eingang des Standes mit ei— ner ſtarken Gitterthuͤr verwahrt, und durch dieſe vermittelſt eines feſten Riegels das willkuͤhrliche Herauskommen des Pferdes verhindert werden. Anm.„Gegen dieſen Vorſchlag, ſagt Herr Naumann in ſeinem vorher erwähnten Werke, „werden freilich mehrere Pferdebeſitzer Einwendungen machen; noch mehr aber iſt dies von „den Stallleuten zu erwarten, welche dem Pferde immer nicht viel Bewegung im Stande „geſtatten wollen, indem daſſelbe, wenn es in einem genugſamen Raume den Trieben der „Natur folgt, ſich oft niederlegt und beſchmutzt, und dadurch ſeinem Waͤrter die Pflicht „des Wiederreinigens auflegt. Da nun die wenigſten Pferdebeſitzer mit demjenigen bekannt „ſind, was eigentlich zum Geſundhalten ihrer Pferde nothwendig iſt; ſo nehmen ſie gemei⸗ „niglich dasjenige fuͤr wahr an, was ihnen von Stallleuten geſagt wird.“ Wo ein ſolcher eiſerner Buͤgel vorhanden iſt, da kann die Streuklappe nicht in einem Stuͤcke laͤngs der Breite des Standes durchgehen, ſondern muß aus zwei Stuͤcken beſtehen. Jede dieſer zwei kleinen Streuklappen kann entweder, wie die vor⸗ gedachten, nach Fig. 170 C, i, mit Baͤndern oben oder unten angeſchlagen werden, oder man kann ſolche auch als Thuͤren w Fig. 171 CO einrichten, und an den Seiten mit kleinen Scharnierbaͤndern beſchlagen laſſen; nur iſt darauf ſorgfaͤltig zu ſehen, daß keine Naͤgel, Spitzen oder andere Dinge in einem Pferdeſtande vorragend ſind, wor⸗ an die Pferde ſich beſchaͤdigen koͤnnen. Anm. In Fig. 171 C iſt auf der einen Seite eine ſolche Thuͤr w, und auf der andern Seite die Oeffnung dazu ohne Thuͤr mit dem Falz zum Einſchlagen der Thuͤr vorgeſtellt. Die gegoſſenen eiſernen Krippen, welche in Fig. 171 und 172 angenommen, und in Fig. 172 E einzeln vorgeſtellt worden, ſind ungefaͤhr; bis 2 Zoll im Eiſen ſtark, 11 bis 12 Zoll im Lichten breit, 2 Fuß lang und 8 bis 9 Zoll tief. Eine ſolche Krip⸗ pe nebſt Raufe koſtet, nach dem Gewicht bezahlt, 7 bis 8 Thaler im hieſigen Eiſen⸗ magazin. Die Erfahrung hat gelehrt, daß dieſe Krippen an den Enden ihres innern Raums mit einer Schweifung verſehen ſeyn muͤſſen, wie in Fig. 172 E vorgeſtellt, und in Fig. 171 C mit punktirten Linien angedeutet worden, weil ſonſt, wenn ſie an den Enden perpendiculair herunter oder nur in einem nach einwaͤrts ſich ſchmiegenden 94 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Bogen von oben nach unten ſich vertiefen, die Pferde mit dem Maule das Futter her⸗ aus wiſchen, welches wegen der Schweifung aber nicht geſchehen kann, und ſie daher auch jetzt allgemein in ſolcher Art gemacht werden. In Fig. 172 E iſt der obere Rand der eiſernen Krippe vierkantig vorgeſtellt, man hat ſie aber auch nur mit einem Rande, welcher rund um die obere Oeffnung der Krippe ungefaͤhr zwei Zoll vorſteht. Ein viereckiger Rand iſt deshalb beſſer, weil,(wie aus Fig. 171 B zu erſehen,) wenn der Raum um die Krippen, innerhalb des aus Bohlen formirten Kaſtens, voll gemauert und gepflaſtert wird, dann die Ziegel, ohne verhauen werden zu muͤſſen, an den Rand der Krippe beſſer anſchließen. Anm. Wenn Krippen von dieſer Groͤße aus ſehr ſtarkem Eiſenblech gemacht werden, ſo koͤnnen ſolche noch oberhalb mit zwei Henkeln zum Herausnehmen verſehen werden. Oder man kann dergleichen Krippen ganz ohne Unterſtuͤtzung nach Fig. 171 G, H, I, blos in ſtarke, in die Wand feſt gemauerte oder angeſchraubte eiſerne Ringe haͤngen, wie ſolche im Friedrich⸗Wil⸗ helms⸗Geſtuͤt zu Neuſtadt an der Doſſe angelegt ſind, wo die Krippen jedesmahl nach dem Futtern aus dem Ringe herausgenommen und gereinigt werden. Nur iſt hierbei zu bemerken, daß die in Fig. 171 H vorgeſtellte Krippe nicht die in Fig. 172 E angegebene Ausbauchung noch hat haben koͤnnen, wenn ſie in die Ringe eingeſetzt und herausgenommen werden ſoll, oder es muͤßten die Ringe dazu etwas weiter, und oben unter dem Rande der Krippe eine beſondere Befeſtigung angebracht werden. Am beſten ſind dergleichen blecherne Krippen zum Herausneh⸗ men und Wiedereinſetzen in gemauerten Niſchen anzubringen, wo ſowohl die Krippen als auch die Buͤgel, worin ſie haͤngen, den Pferden weniger hinderlich werden. Die blechernen Krippen muͤſſen inwendig ſtark verzinnt werden; denn obgleich der Eiſenroſt den Pferden nicht nachtheilig iſt, ſo wuͤrden doch die Krippen dadurch ſehr leiden. Sandſteinerne Krippen haben außerdem, daß ſie nicht hinlaͤnglich gereinigt wer⸗ den koͤnnen, noch das Nachtheilige fuͤr die Pferde, daß ſie ſich die Zaͤhne daran ab⸗ ſcheuern. Krippen aus Feloſtein oder Granit ſind ſehr vorzuͤglich; allein weil ſelbige aus parallelepipedaliſchen Bloͤcken ſowohl ausgearbeitet, als auch in der Laͤnge nach den vorgeſchriebenen Maßen in Mauern zuſammen geſetzt werden muͤſſen, wodurch ſelbige zwar ein ſchoͤnes Anſehen und eine beinahe ewige Dauer gewaͤhren; ſo ſind dergleichen Krippen ſowohl dieſerhalb, als auch wegen Einarbeitung der Schnuͤrringe in ſelbige, ſehr koſtbar, und daher nur fuͤr wohthabende Leute anwendbar.. Das vorgedachte Pflaſter zwiſchen den eiſernen Krippen wird ſowohl zur Ausfuͤl⸗ lung der Raͤume zwiſchen den Krippen, als auch deshalb gemacht, weil die Pferde das Holzwerk uͤberall mehr oder weniger anfreſſen, deswegen auch die eiſernen oder feld⸗ ſteinernen Krippen und die eiſernen Raufen allen andern vorzuziehen ſind, und wes⸗ halb auch alle frei ſtehende Hoͤlzer mit Eiſen oder Eiſenblech in der Art beſchlagen werden, wie im vorigen§. angewieſen worden. Aum. Um das ſehr haͤufige Zerfreſſen der Lattierbaͤume ganz zu verhindern, koͤnnten ſolche von runden, geſchmiedeten, eiſernen Stangen, etwa Iz bis a Zoll dick, gemacht werden, wenn dies che dutter her d ſie daher dbere Rand em Rande heht. Ein ,) wenn gemauert den Rand ſo kännen eman kann rie, in die drich⸗Wil⸗ l nach dem bemerken, ꝛchung noch I, oder es heſondere rausneh⸗ ppen als echernen en nicht aot wer⸗ aran ab⸗ il ſelbige nach den h ſelbige gleichen ſelbige, Lusfäͤl⸗ erde das der feld⸗ und wes⸗ eſchlagen ſolche von wenn die⸗ innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 95 nicht die Gefahr, welche die Lattierbaͤume uͤberhaupt fuͤr die Pferde befuͤrchten laſſen,(wie weiterhin angegeben werden wird,) noch mehr vergroͤßerte. Von der Krippe bis zur Raufe iſt in Fig. 171 C ein Brett y mit ſogenannten Lambris⸗Haken an der Mauer befeſtigt, damit die Pferde beim Hinaufreichen zur Raufe ſich nicht die Naſe an der Mauer abſcheuern. Auch dieſes Brettchen iſt mit Eiſenblech zu beſchlagen. Wer ſeinen Pferdeſtall recht elegant ausbauen will, der laſ— ſe, nach Fig. 171 CO, gebrannte und glaſurte Toͤpferflieſen z, in guten Kalkmoͤrtel und Gips geſetzt, anſtatt des Waͤndeputzes laͤngs unter den Raufen hinweg bis auf die Krip⸗ pen anbringen, wie ſolches in den Hengſtſtaͤllen im Friedrich⸗Wilhelms⸗Geſtuͤte zu Neuſtadt an der Doſſe gemacht iſt. Anm. Man will bemerkt haben, daß die weißen Toͤpferflieſen die Augen der Pferde blenden, weshalb alſo nur ſchwarze Flieſen zu waͤhlen ſeyn nuͤrden. Die Raufen muͤſſen zwar nach Maßgabe der Groͤße der Pferde, jedoch nie mehr als 5 Fuß 6 bis 8 Zoll vom Fußboden erhoͤhet ſtehen. In Fig. 171 und 172 ſind ei⸗ ſerne Raufen angenommen, ihre aufrechte Hoͤhe betraͤgt gewoͤhnlich 2 Fuß, und ihre Breite, in gerader Linie gemeſſen, ungefaͤhr 2 Fuß 4 Zoll. Die Staͤbe darin ſind ungefaͤhr ꝛ bis 2 Zoll im Quadrat ſtark, und duͤrfen nicht mehr und nicht weniger als 4 ½ Zoll aus einander ſtehen. Der Rand, mit welchem ſie auf die Wand befeſtigt werden, iſt ungefaͤhr 1 ½ bis 1½ Zoll breit, und Zoll dick. Die Befeſtigung dieſer Raufen auf die Wand muß allemahl ſo ſeyn, daß ſolche, ohne die feſt eingeſchlagenen Haken aus der Wand reißen zu muͤſſen, abgenommen werden koͤnnen, wenn etwa ein Stab ꝛc. darin zerbrochen ſeyn ſollte, welches bei gegoſſenem Eiſen ſehr leicht geſchehen kann, daher Raufen aus geſchmiedetem Eiſen viel dauerhafter, aber freilich auch viel theurer ſind. Ihre Befeſtigung richtet ſich darnach, wie die Staͤbe laufen: ſind z. B. die Staͤbe, wie in Fig. 171 C, etwas nach dem Mittel im untern Theile des Randes gebogen(welches zwar nie ſtatt finden ſollte, da die Staͤbe unten zu enge zu ſtehen kommen); ſo kann eine ſolche Raufe leicht aus den gezeichneten vier Haken gehoben und wieder eingeſetzt werden; ſind die Staͤbe aber nach Fig. 172 C in der Anſicht per⸗ pendiculair oder eigentlich parallel laufend angebracht; ſo laͤßt ſich eine ſolche Raufe aus den 4 Haken, welche ſaͤmmtlich ſo wie in abo in Fig. 172 H gerichtet ſtehen, nicht herausnehmen und wieder einſetzen, weil der Raum zwiſchen den letzten Sproſ⸗ ſen an beiden Seiten dies nicht erlaubt, ſondern es muß dann einer der obern Haken d Fig. 172 H mit dem an der andern Seite befindlichen Haken a in gleicher Richtung ſtehen, und erſterer ein Loch erhalten, durch welches, wenn die Raufe in den uͤbrigen drei Haken feſtſteht, eine eiſerne Schraube bis in die Mauer gezogen wird. Eine vor⸗ 96 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache vorzuͤgliche Ruͤckſicht bei der Wahl der gebogenen eiſernen Raufen iſt, daß ſolche die im Profil Fig. 172 Ain einem nicht ſo ſtarken Zirkel gebogene Form erhalten, damit, wenn die Pferde waͤhrend des Eſſens entweder aus Scheu oder Gewohnheit mit dem Kopfe aus der Krippe in die Hoͤhe ſchnellen, ſie ſich nicht das Maul oder die Naſe gegen die Raufe beſchaͤdigen. Dieſes iſt zugleich der Grund, warum die Raufen ſo hoch, als der Bequemlichkeit nach moͤglich iſt, geſtellt werden muͤſſen. Um dieſer Beſorgniß ganz auszuweichen, hat man auch ſchon die eiſernen Raufen ohne Bogen aus ſchraͤg ſte henden geraden Staͤben angefertigt, welche aber den Raum fuͤr das Heu innerhalb der Raufe ſehr beſchraͤnken. Anm. Man beliebe hierbei zu bemerken, daß, weil in Fig. 172 K aus Urſachen, welche weiter⸗ hin angegeben werden ſollen, die Raufe niedriger als in Fig. 171 A ſteht, erſtere um ſo we⸗ niger hervorgebogen ſeyn darf. In dem engliſchen Werke: Communications to the bard of agriculture, Vol. I. London 1797, wird die in Fig. 174 vorgeſtellte Einrichtung der Raufen angegeben. In den bisher beregten Anlagen iſt naͤhmlich die Stellung der Raufen ſchraͤg von der Wand nach den Koͤpfen der Pferde, wodurch nicht nur der Heuſamen, welcher in einer Land⸗Oeconomie von Wichtigkeit iſt, verloren geht, ſondern auch den Pferden in die Augen und Ohren faͤllt und ihnen ſchaͤdlich werden kann. In dieſer Hinſicht al⸗ ſo duͤrfte die in Fig. 174 angegebene Einrichtung der perpendiculairen Stellung der Raufen einige Vorzuͤge haben. Die Conſtruction derſelben iſt folgende. Ungefaͤhr 14 Zoll von der Mauer wird eine Holzwand a b vom Fußboden bis unter die Decke aufgerichtet. Die Stiele derſelben werden ſo vertheilt, das allemahl nur auf der Grenzlinie zwiſchen zwei Pferde⸗Staͤnden ein Stiel zu ſtehen kommt. Der Riegel wird, je nachdem der Stall fuͤr große oder kleine Pferde beſtimmt iſt, 5 bis 5 E Fuß hoch vom Fußboden bis zu ſeiner Oberkante, der Riegel d aber 2 ½ Fuß uͤber den Rie⸗ gel c gelegt. Zwiſchen den Riegeln c und d befindet ſich die eigentliche Raufe, de— ren Sproſſen perpendiculair, und in vierzoͤlliger Entfernung ſtehen. Ueber dem Gan⸗ ge fhinter der Krippe, welcher Gang gedielt iſt, liegt das ſchraͤg liegende Hintertheil der Raufe ce, welches ebenfalls Sproſſen, oder nur Latten enthaͤlt, die aber naͤher zuſammen ſtehen muͤſſen, damit nicht das kurze Heu, ſondern nur der Heuſamen hin⸗ durch auf den Fußboden des Ganges f fallen kann, woſelbſt der Samen geſammelt und durch die Streuklappe herausgenommen wird. Das uͤbrige dieſer Einrichtung iſt aus der Figur deutlich, und nur noch zu bemerken, daß die Faͤcher der Wand ab ſammtlich bis auf das Fach od ausgemauert werden koͤnnen. In die Decke uͤber dem Gange ꝛche ſce dieim damit, wenn dem Kopfe ſe gegen die öhoch, al Beſotgniß ſchräg ſte terhalb der lche weiter⸗ e um ſo ve⸗ riculture, r Raufen hraͤg von elcher in Pferden ſicht al⸗ ung der Angefdhr die Decke rauf der Riegel c 35 Fuß den Rie⸗ ufe, de⸗ em Gan⸗ intertheil ber naͤher men hin⸗ geſammelt ihtung iſ Gand ab uͤber dem Gange innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 97 Gange k werden mehrere verſchließbare Oeffnungen gemacht, durch welche das Heu om Boden ſogleich in die Raufe herunter geworfen werden kann. Anm. Nach Angabe des vorgedachten Werks werden in England die Pferdeſtaͤlle zuweilen auch ganz ohne Krippen und Raufen gebauet. Eine 2 bis 3 Fuß hohe Bretterwand wird ungefaͤhr 2 Fuß von der Wand aufgeſetzt, und der Fußboden innerhalb dieſes 2 Fuß breiten Raums gediehlt. Aus dieſem Raume nehmen die Pferde das Futter vom Fußboden heraus, anſtatt wie gewoͤhnlich von oben herunter. Daß dies fuͤr alle Thiere natuͤrlicher ſei, als ſich das Futter von oben herab zu langen, iſt zwar nicht zu bezweifeln; auch hat der Grund, daß die Pferde, wenn ſie ihr Futter von oben herab ziehen, dadurch mehr gewoͤhnt werden, den Kopf in der Hoͤhe zu tragen, bei Oekonomen und andern Sachverſtaͤndigen ſchon läͤngſt von ſeiner Wichtigkeit verloren: jedoch hat die eben gezeigte Anſtalt das Unrichtige, naͤhmlich, daß die Pferde durch die Bretterwaͤnde verhindert werden, einen Vorderfuß vorzuſetzen, um etwas vom Fußboden aufnehmen zu koͤnnen. Theils um das Aufſtecken des Heues in die Raufen zu erleichtern, theils um den ausfallenden Heuſamen zu gewinnen, bedient man ſich auch der in Fig. 175 vorge⸗ ſtellten Futtergaͤnge mit beweglichen Raufen. In Fig. A iſt naͤhmlich vorgeſtellt, wenn einmahl die Raufen abo nach dem Futtergange, und auf der andern Seite, wenn ſolche dbe nach den Pferden zu heruͤber liegen. Wenn auf beiden Seiten die Raufen nach dem Futtergange heruͤber liegen; ſo kommen die beiden Raufenbaͤume e und d ſo dicht gegen einander zu liegen, daß ſie eine ſtumpfe Spitze bilden, weshalb ſie auch bei⸗ de gegen einander abgeſchraͤgt ſind. Das Zuſammenſchlagen der beiden Raufen in dem Futtergange hat den Vortheil, daß alsdann durch Oeffnungen in der Decke das Heu auf die Raufen geworfen, der Same durch ſelbige auf den gedielten Fußboden fallen, und wenn dieſes geſchehen iſt, den Pferden die Raufe heruͤber gedreht werden kann. Oder, wenn man beide Raufen in der Stellung abeoſtehen ließe, ſo wuͤrden ſie beinahe wie in Fig. 174 perpendiculair ſtehen, und die Pferde koͤnnten aus derſelben das Heu nehmen, und waͤhrend des Freſſens fiele der ſaͤmmtliche Heuſamen in den Futtergang. In dieſem letztern Falle brauchten die Raufen aber gar nicht beweglich zu ſeyn. In den Seiten der Raufen ab und eb ſtehen die runden Sproſſen in Azoͤlliger Entfernung; in den Seiten db und eb aber, koͤnnen gewoͤhnliche ſchwache Latten eingeſetzt werden, welche nur Zwiſchenweiten von hoͤchſtens 1 bis 12½ Zoll erhalten. Um die Bewegung der Raufen zu veranſtalten, iſt die Vorrichtung folgender⸗ maßen. Die Raufenbaͤume a, c, d und e gehen, wie aus Fig. 175 B zu erſehen, von e bis e in einem ziemlich langen Stuͤcke fort. Die untern Raufenbaͤume Fig. 175 A, b undb aber, gehen, wie aus Fig. 175 B zu ſehen, nur von b bis f, oder alle⸗ mahl von einem Stiele zum andern; ſie ſind unten rund bearbeitet und mit einem Theil III. Abtheil, 12. N 98 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Wellzapfen in die Stiele eingelaſſen. Damit auch die 3 Raufenbaͤume abe und dbe nicht blos durch die Raufenſproſſen gehalten werden, und aus einander brechen koͤnnen, ſo ſind die eiſernen Raufenſtangen ac und de in Fig. A alle 8 bis 10 Fuß von einander nothwendig. Sollte man befuͤrchten, daß durch die Zwiſchenraͤume m, m, Fig. B(welche durch die Staͤrke der Stiele verurſacht werden, und woſelbſt kei⸗ ne Sproſſen ſeyn koͤnnen) das Heu durchfallen moͤchte; ſo koͤnnen ſelbige mit ſchwa⸗ chen Brettern an den Seiten von der vordern bis zur hintern Seite der Raufe ver⸗ ſchlagen werden. Die Waͤnde ſind mit Schwellen, Raͤhmen und Riegein gkhil wie gewoͤhnlich verbunden, und zu beobachten, daß die Riegel h dicht unter dem untern Raufenbaum, die Riegel i aber in angemeſſener Hoͤhe von wenigſtens 23 Fuß uͤber den Riegeln h liegen muͤſſen. Die Faͤcher hi ſind ganz offen, die uͤbrigen aber aus⸗ gemauert. Die Krippen ſind auf gewoͤhnliche ſchon beſchriebene Art angebracht. Ue⸗ brigens iſt noch zu bemerken, daß, wenn die Raufenbaͤume e und d zur Bequemlich⸗ keit des Heugebens zuſammen ſchlagen ſollen, durch die Breite des Futtergangs, die Laͤnge der hintern Raufenſproſſen bd und be, oder durch die Länge der letztern die Breite des Futtergangs beſtimmt wird, da naͤhmlich die Raufen, wenn ſie nach den Pferden herausſchlagen ſollen, nicht zu flach denſelben uͤber den Köoͤpfen liegen muͤſſen. Zu den eleganteſten und koſtſpieligſten, aber auch zugleich zu den zweckmaͤßigſten Anlagen der Pferdekrippen und Raufen, gehoͤrt die in Fig. 172 vorgeſtellte Einrichtung. Zuvoͤrderſt lehrt naͤhmlich die Erfahrung, daß die Streukaſten unter den Krippen nicht nur oft ruinirt werden, ſondern auch immer einige Unſauberkeit, Geruch, und beſonders ein Verſtocken der Mauern bewirken. Wo wegen Reinlichkeit und Geſundheit der Pfer⸗ de und wegen Conſervation des Gebaͤudes mehrere Muͤhe und Koſten nicht geachtet werden, da wird entweder die aufgenommene Streu außer dem Stalle aufbewahrt, oder taͤglich neue Streu gegeben, wodurch denn die Streuklappen entbehrlich werden. Zu dem Ende alſo, und damit auch die Krippe nicht von der Mauer in den Pferdeſtand vorſpringt, wird die Mauer ſo ſtark gemacht, daß die gegoſſene eiſerne Krippe in jedem Stande in eine uͤberwoͤlbte Niſche mit ihrer vollen Breite ein⸗ und aufgeſetzt werden kann. Nur 12 Zoll oder um die Dicke eines Bretts darf der obere Rand der eiſernen Krippe von der Mauer vorſtehen, damit die in Fig. 172 C vorgeſtellte Bretter⸗Verkleidungr an der Mauer unter der Krippe noch von dem obern Rande der Krippe bedeckt wird. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß dieſe Bretter nicht nur gut gehobelt und geſpundet, ſon⸗ dern auch gegen aufrecht ſtehend eingemauerte und in der Mauer mit eiſernen Ankern befeſtigte Kreuzhoͤlzer(ſiehe Fig. 112 bei ki), mit Lambris Haken befeſtiat werden muͤſſen. Die Kante des oberſten Brettes wird da, wo ſolche nicht mehr von dem ei⸗ ache ne abe und ander brechen bis 10 Fuß henraͤume I, woſelbſt kii emit ſchwa⸗ Naufe vet⸗ ſein gkhil dem untern Fuß uͤber en aber aus⸗ racht. Ue⸗ Beauemüich⸗ gangs, die letztern die enach den muͤſſen. daͤßigſten richtung. pen vicht doſonders t der Pfer⸗ ht geachtet ufbewahlt, h werden. ferdeſtand ein jedem rden kann. hen Krippe dungr an wird. Es ndet, ſon— ien Ankern liat werden pon dem ei innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 99 ſernen Rande der Krippe bedeckt wird, etwas gebrochen, oder abgerundet, und mit ſchwarzem Eiſenblech beſchlagen. Auf und durch dieſe Bretter⸗Bekleidung koͤn⸗ nen nun die Schnauͤrringe und andere Haken zur Befeſtigung der Lattierbaͤume und der Pferde angebracht, die hoͤher ſtehenden Schnuͤrringe pp in Fig. 172 l aber mit Bolzen durch die Mauer befeſtigt werden. Da es indeſſen ſehr umſtaͤndlich und theuer iſt, jeden obern Schnuͤrring p mit einem Bolzen durch die Mauer zu befeſtigen; ſo kann man denſelben Zweck leichter und wohlfeiler dadurch erhalten, wenn eine eiſerne kurze Schiene g, welche in ihrer Mitte mit einem Bolzen durch die Mauer befeſtigt iſt, an beiden Enden eine Umbiegung erhaͤlt, in welcher ein Ring haͤngt, wovon der eine fuͤr das Pferd in dem einen Stande, und der andere fuͤr das Pferd in dem an⸗ dern Stande gebraucht wird. Uebrigens bleibt es vorzuͤglicher, dergleichen Haken und Ringe mit Bolzen durch die Mauer reichen zu laſſen,(die Splinte der Bolzen koͤn⸗ nen von außen noch unter dem Wandputz verbleiben,) als ſie mit Ankern blos in der Mauer zu vermauern, weil, wenn ein ſolcher Haken von Roſte oder wegen Sproͤdigkeit des Eiſens abbricht, ein Bolzen leichter als ein ſolcher Anker zu repariren moglich iſt. Die Krippen, welche nach Fig. 172 E geſtaltet ſind, werden an den 3 Seiten, mit welchen ſie die Mauern der Niſchen beruͤhren, feſt und fleißig ein⸗ und ummauert. Damit aber die Pferde in dem etwas beſchraͤnkten Raume der Niſche ſich nicht an dem Kalkabputz derſelben die Haare abreiben oder ſcheuern, auch damit ſelbſt die Mauer von dem Fuͤttern nicht benetzt und ſtockigt werde, koͤnnen an der hintern Seite der Niſche die Platte Fig. 172 F, und an den beiden Seiten eine Platte C auf die Krip⸗ pe, vermittelſt ſchwalbenſchwanzmaͤßiger Zapfen, geſtellt, und allenfalls die Zapfen verkuͤttet werden. Im Zuſammenhange iſt ſolches aus Fig. 172 A, B und O zu er⸗ ſehen. Dieſe Platten ſind 2 bis ½ Zoll ſtark und 1 Fuß hoch, und auf der hintern der⸗ ſelben ruht die Raufe. H. 165. Zue Abtheilung zwiſchen den Pferdeſtaͤnden iſt in Fig. 171 A und C ein auf ganz Von den ver⸗ gewoͤhnliche Art eingerichteter Lattierbaum x angebracht. Die Hoͤhe, in welcher ſel ſchiedenen biger uͤber dem Fußboden des Pferdeſtandes haͤngen muß, richtet ſich eigentlich nach Baizhadee der Groͤße der Pferde, und zwar muß derſelbe allemahl um etwas hoͤher als die halbe theilung der Hoͤhe des Pferdes haͤngen. Dies macht bei mittelmaͤßig großen Pferden 3 Fuß vom ferdehand⸗ Fußvoden bis zur Oberkante des Lattierbaums. Die Lattierbaͤume ſind gewoͤhnlich 42 bis 5 Zoll ſtark, oben abgerundet(ſiehe Fig. 171 C bei x) und, ſo wie alles Holz⸗ werk, welches das Pferd im Stande beruͤhrt, ſehr gut behobelt, damit es ſich die N 2 400 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Haare nirgends abſcheuern kann. Die proportionirliche Hoͤhe, in welcher der Lattier⸗ baum haͤngen muß, iſt deshalb wichtig, weil, wenn er zu hoch haͤngt, die Pferde nur zu leicht darunter kriechen, und großen Schaden nehmen koͤnnen. Haͤngt der Lattier⸗ baum hingegen zu tief, ſo ſchlagen ſie ſehr leicht daruͤber, wodurch ſie ſich einander gleichfalls Schaden zufuͤgen koͤnnen. Wenn aber auch dergleichen Lattierbaͤume in der proportionirlichen Hoͤhe haͤngen, ſo iſt es deſſen ungeachtet moͤglich, daß ein Pferd beim Waͤlzen und Aufſtehen unter denſelben kommt, und ſich das Kreuz brechen kann. Es haͤngen die Lattierbaume zwar, wie in Fig. 171 A vorgeſtellt iſt, dergeſtalt in Ketten, daß ſie um einen guten Theil in die Höͤhe gehoben werden koͤnnen; auch muß der Ha⸗ ken im Pilarſtiel! ſo eingerichtet ſeyn, daß wenn ein Pferd, unter einem Lattierbau⸗ me liegend, denſelben etwa in die Hoͤhe hebt, ſolcher leicht aus den Haken gehoben wird. Deſſen ungeachtet bleibt ſolches gewagt, wozu noch koͤmmt, daß, da derglei⸗ chen frei haͤngende Lattierbaͤume hin und her zu bewegen ſind, die neben ſtehenden Pfer⸗ de gedraͤngt oder beunruhigt werden. Allen dieſen Unannehmlichkeiten und Gefahren kann dadurch begegnet werden, wenn man die Lattierbaͤume nach Fig. 172 A einrich⸗ tet. Der Lattierbaum ko liegt naͤhmlich mit dem hintern Ende c(welches, um leich— ter als das vordere Ende zu ſeyn, auch noch etwas ſchwaͤcher gemacht wird) in einem eiſernen Buͤgel cd, an welchem der Lattierbaum auf⸗ und ablaufen kann. Nit dem vordern Ende liegt der Lattierbaum in einem vorſtehenden Stollen fg von 5 Zoll ſtar⸗ kem Holze, welcher entweder unmittelbar am Krippenſtiel(wie bei d in Fig. 170 B) ſich befindet, oder, ſo wie hier in Fig. 172, an der Mauer mit Bankeiſen befeſtigt wird. Dieſer Stollen braucht nur entweder ſo hoch zu ſeyn, als f in Fig. 172 C, oder es kann derſelbe auch von g bis a hinauf reichen. In beiden Faͤllen muß derſelbe ein Schleifloch kerhalten, welches bis oben hinaus geht, und unten da anfaͤngt, wo der Lattierbaum in gewoͤhnlicher Hoͤhe bei h mit einem Zapfen darin ruht. Dieſer Zapfen des Lattierbaums iſt wenigſtens 2 Zoll ſtark, und wenn der Stollen f 5 Zoll ſtark iſt, ſo bleiben noch zu jeder Seite des Zapfens ſchwache 12 Zoll Bruͤſtung am Stollen, denn es muß der Zapfen ſehr locker oder loſe in dem Schleifloche liegen. Der Buͤgel cd Fig. 172 A fangt gleichfalls unten in c da an, wo der Lattier⸗ baum in gewoͤhnlicher Hoͤhe ruhen ſoll, und geht bis d zu einer Hoͤhe von 6 ½ Fuß hoch hinauf. Eben ſo hoch muß auch die Kette ba den Lattierbaum zu heben erlau⸗ ben, wodurch die Hoͤhe des Kloben a, woran die Kette befeſtigt iſt, und die Laͤnge der Kette ab ſelbſt, ihre Orts⸗- und Maßbeſtimmung erhatten. Wenn nun zufaͤllig das Pferd unter den Lattierbaum zu liegen kaͤme, und indem es aufſteht, denſelben in die Hoͤhe hebt, ſo laͤuft der Lattierbaum hinten an dem Buͤgel, und vorn in dem fache t der Lattier ſe Pferde nur t der Lattier ſich einander baͤume in der Pferd beim kann. Es in Ketten, uß der Ha⸗ Lattierdau⸗ ken gehoben da derglei⸗ enden Pfer⸗ d Gefahren 4 einrich⸗ um leich⸗ in einem Mit dem Zoll ſtar⸗ .170 B) n deſeſtigt ig. 172 C, auß derſelbe nfaͤngt, wo dt. Dieſer en f5 Zoll uͤſtung am gen. er Lattier⸗ en 6 Fuß eben erlau⸗ die Läͤnge un zufäͤli enſelben in arn in dem innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 101 Schleifzapfen hoch genug hinauf, und indem der Zapfen vorn aus dem Schleifloche heraus gehoben wird, verhindert die Kette ba wiederum, daß der Lattierbaum nicht auf den Fußboden fallen und das Pferd beſchaͤdigen kann. Damit der Zapfen ſich um ſo weniger klemmen und bald genug aus dem Schleifloche komme, duͤrfte es beſſer ſeyn, den Stollen und das Schleifloch nach Fig. 172 C nicht bis a hinauf, ſondern ihn nur, wie daſelbſt bei f gezeigt wird, reichen zu laſſen. In dieſem letztern Falle kann indeß der Kloben a Fig. A, woran die Kette befeſtigt iſt, nicht mehr in den hoͤlzernen Stollen geſchlagen werden, ſondern es muß dazu ein ſtarkes Kreuz mit einem Haken Fig. 172 D von Eiſen gemacht, und, wie in Fig. 1721 vorgeſtellt iſt, eingemauert werden. Dieſe Vorrichtung hat alſo nicht nur das Gute, daß die Pferde durch den Lat⸗ tierbaum ſich nicht beſchaͤdigen koͤnnen, ſondern, da derſelbe an ſeinen beiden Enden feſt liegt, ſo koͤnnen die Pferde ſich nicht, wie bei einem frei haͤngenden Lattierbaume, draͤngen und irritiren. Wenn man indeſſen die Koſten dieſer Vorrichtung und den Umſtand in Betrachtung zieht, daß dann auch, eben weil der Lattierbaum nicht ſchwe⸗ bend haͤngt, ſondern feſt liegt, der Stand, wegen der Wendung des Pferdes, brei— ter ſeyn muß; ſo duͤrfte es gerathener ſeyn, ordentliche Bretterwaͤnde zu waͤhlen, wel⸗ che doch immer das ſicherſte ſind. Die Bretter zu dergleichen Waͤnden Fig. 170 A und 172 A muͤſſen 13½ bis 1¾ Zoll ſtark, und gleichfalls ſehr glatt gehobelt ſeyn, weil gerade dieſe Art Abtheilung den Pferden die meiſte Gelegenheit giebt, ſich die Haare abzuſcheuern. Die Bretter werden ſowohl hinten in dem Pilarſtiele, als vorn in den Backen des Krippenſtiels Fig. 170 in einen Falz geſchoben, und auf ſelbige wird ein Lattierbaum l gelegt. Dieſer Lattierbaum iſt ſowohl in den Pilar⸗ als Krippenſtiel mit einem Zapfen gelegt, und zur Befeſtigung deſſelben in ſeinem Zapfenloche m Fig. 170 C wird oben daruͤber noch ein Bankeiſen geſchlagen. Unterhalb erhaͤlt derſelbe eine Nuth, wie bei! Fig. 170 C zu ſehen iſt, in welche das obere Brett der Wand eingeſchoben wird, und wenn ſaͤmmt⸗ liche Bretter uͤber einander wie zu einem Fußboden geſpundet werden, ſo erhaͤlt dadurch die ganze Wand nicht nur mehr Steifigkeit, ſondern es kann auch kein einzelnes Brett aus der Wand heraus gedraͤngt, geſtoßen oder geſchlagen werden. Gewoͤhnlich wird eine ſolche Wand nur mit der Krippe von gleicher Hoͤhe gemacht; wenn aber fremde und unruhige Pferde neben einander ſtehen, welche zuweilen ſich gegenſeitig beißen, ſo kann ſolches dadurch, daß die Bretterwand nach Fig. 172 A mit einem in die Hoͤhe geſchweiften Lattierbaum bedeckt wird, verhindert werden. Sind keine eigentlichen Krippenſtiele vorhanden, als z. B. in Fig. 172, ſo werden hoͤlzerne Pfoſten f Fig. A 102 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache von 5 bis 6 Zoll ſtark, deren Kanten uͤberall abgerundet ſind, unmittelbar an der Wand mit ſtarken Bankeiſen gut befeſtigt. Die Blendbretter unter den Krippen ſind dann auch jedes nur ſo lang, als der Stand breit iſt, und ſtoßen mit beiden Enden entweder ſtumpf, oder beſſer in einem Falze gegen die erwaͤhnten Pfoſten an. Die Pilarſtiele, oder auch Standbaͤume, Lattierpfoſten genannt, unterſcheiden ſich von den Unterzugsſtaͤndern auf folgende Art. Die Pllarſtiele, welche in Fig. 171 mit in Fig. 170 mit o, und in Fig. 172 mit& bezeichnet ſind, werden gewoͤhnlich 3 Fuß tief in die Erde gegraben, daſelbſt in ihrer vollen Staͤrke gelaſſen, uͤber der Erde aber erſtlich mit einen kleinen Sockel und dann weiter hinauf ganz rund 8 bis 9 Zoll ſtark und ſehr gut gehobelt bearbeitet. Ihre Hoͤhe uͤber der Erde richtet ſich nach folgendem. Werden naͤhmlich die Lattierbaͤume nur auf ganz gewoͤhnliche Art, wie in Fig. 171 A, eingehaͤngt, ſo ſind die Pilarſtiele nur 6 Fuß uͤber dem Pflaſter hoch; wenn aber die Lattierbaͤume nach der Fig. 172 gezeichneten Art mit einem Buͤgel od ange⸗ bracht werden ſollen, dann muͤſſen ſie wenigſtens 7 Fuß hoch ſeyn. Sind Riechel oben auf denſelben anzubringen, wie in Fig. 170 A und C bei p gezeichnet iſt, dann muͤſ⸗ ſen ſie 8 bis 9 Fuß hoch uͤber der Erde gemacht werden. Daß dergleichen eingegrabene Pilarſtiele ſehr bald verfaulen, und nur mit mehrern Nebenumſtaͤnden wieder erſetzt werden koͤnnen, iſt leicht einzuſehen, daher beſſer, ſolche ganz von Gußeiſen(wie im hieſigen Koͤnigl. Marſtalle) zu machen; oder, wenn ſie von Holz ſeyn muͤſſen, ſo gra⸗ be man ſelbige nicht ein, ſondern ſtelle ſie auf einen aus Feld⸗, Sand⸗oder Kalkſtein bearbeiteten und auf einem ordentlichen Fundamente ruhenden Sockel mit einem Za⸗ pfen, und laſſe ſie ſaͤmmtlich als Unterzugsſtaͤnder hinauf gehen. Die Unterzugsſtaͤn⸗ der, welche in Fig. 171 mit k, in Fig. 170 mit u, und in Fig. 172 mit kh bezeichnet ſind, gehen bis unter den Unterzug, unterſtuͤtzen denſelben und die Decke; ſie werden daher aus wenigſtens 10 Zoll ſtarkem Holze, und zwar, damit die Pferde ſich weniger daran reiben und beſchaͤdigen, achtkantig oder ganz rund bearbeitet, auch fein und glatt gehobelt. Unter jeden Unterzugsſtoͤnder wird ein beſonderes, hinlaͤnglich tiefes, wenigſtens 1 Fuß 4 Zoll im Quadrat ſtarkes Fundament gemauert. Auf dieſes Fun⸗ dament wird ein nach Fig. 171 O achteckig geformter Sockel y, von Feld⸗, Sand⸗ oder Kalkſtein gelegt, und auf denſelben der Unterzugsſtaͤnder mit einem Zapfen ge⸗ ſtellt, wodurch derſelbe gegen Faͤulniß geſichert iſt. In ausgebohlten Staͤnden wird hinter den Pilarſtielen und Unterzugsſtaͤndern hinweg nach Fig. 170 B eine Schwelle q auf eine Untermauerung gelegt. Dieſe Un⸗ termauerung dient zugleich, um den Druck der Erde des Ganges hinter den Pferden fache telbar an der Kripen ſnd beiden Enden an. unterſcheiden in Fig. 171 gewoͤhnlic uͤber der und g bis g tet ſich nach wie in Fg. hoch; wenn lod ange⸗ kiechel oben dann wuͤſ⸗ gegrabene der erſeßt (wie im à, ſd gra⸗ r Kalkſtein einem Za⸗ terzugsſtäͤn⸗ bezeichnet ſie werden ich weuiger fein und lich tiefes, deſes Fun⸗ A Sand⸗ Zapfen ge⸗ ugsſtaͤnderr Dieſe Un⸗ en Tfade innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 103 zu halten, wenn unter den Standbohlen die Erde verſumpft iſt und dann heraus ge⸗ graben wird. Die Schwelle reicht nur von einem Unterzugsſtaͤnder zum andern, alſo ungefaͤhr jedesmahl hinter drei Pferdeſtaͤnde hinweg, weil, wenn die Pllarſtiele und Unterzugsſtaͤnder in gerader Flucht ſtehen ſollen, die Schwelle wegen des ſteinernen Sockels unter den Unterzugsſtaͤndern nicht weiter in einem Stuͤcke fort laufen kann. Es muß jedoch die Schwelle von dem Mittel der genannten Stiele mehr nach außen als nach innen des Standes liegen, damit ſelbige wegen der Pilarſtiele nicht zu tief ausgeſchnitten werden darf. Der Pilarſtiel o Fig. 170 B z. B. wird in die Erde ge⸗ graben, um 3 der Breite der Schwelle in ſelbige eingelaſſen und das Standlager! mit der ganzen Stirnflaͤche gegen den Pilarſtiel ausgerundet angepaßt, wodurch letzterer zugleich ſeinen feſten Stand erhaͤlt. Das Standlager! wird alſo nicht in den Pilar⸗ ſtiel gezapft, weil, wenn dies geſchoͤhe, es ſehr umſtaͤndlich, mithin koſtſpieliger ſeyn wuͤrde, ein verfaultes Standlager oder einen verfaulten Pilarſtiel heraus zu nehmen und dergleichen von neuem Holze wieder hinein zu bringen. Auf der Schwelle ſelbſt muß kein Pilarſtiel oder Unterzugsſtaͤnder geſtellt werden, weil ſolche ſehr bald ver⸗ fault, und dann allemahl die darauf ſtehenden Stiele mit heraus genommen werden muͤßten; auch wuͤrden die Pilarſtiele und Unterzugsſtaͤnder dadurch außer der Flucht gegen einander zu ſtehen kommen. Der ganze Zweck dieſer Schwelle iſt mithin, daß die eingegrabenen Pilarſtiele dadurch gehalten werden,(weil unter einem ausgebohlten Stande die Erde ſehr bald weich und ſumpfig wird,) und daß die Lager nebſt Bohlen dagegen ſtoßen. Wo alſo nicht gebohlt wird, da bedarf es auch keiner ſolchen Schwelle. Wer ſeinen Pferdeſtall moͤglichſt auszieren will, kann ſaͤmmtliches Holzwerk, als Streukaſten, Lattierbaͤume, Pilarſtiele ꝛc. und das Aeußere der Krippen mit grauer oder ſtahlfarbener Oehlfarbe anſtreichen laſſen. §. 166. In den Pferdeſtaͤllen der Bauern oder in laͤndlichen Gaſtſtaͤllen, wo alles auf Von Anlage die ſimpelſte und am wenigſten koſtbarſte Art eingerichtet wird, werden gewoͤhnlich und Sannu die Staͤnde unter einander nicht abgetheilt, und der Fußboden nur mit Feldſteinen mit Pferde⸗ und einer Rinne dahinter gepflaſtert; auch die aus Bohlen, nach Fig. 170 A zuſammen Ochſenſtalles geſetzten, auf einzeln Krippenſtielen ruhenden Krippen, nur mit einigen Haken in die rf benn Lan⸗ Mauer oder Wand befeſtigt. Es erhalten die Krippen auch ſelten innere Abtheilun⸗ gen, weil einmahl viel, das andere mahl wenig Pferde daran ſtehen, ſondern Krippe und Raufe laufen ununterbrochen fort, und befinden ſich, zum Zuſammenhalt der Krippenwangen, nur hier und da hoͤlzerner Riegel daruͤber, wie ſchon bei den hoͤlzer⸗ 10% Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache nen Kuhkrippen erwaͤhnt worden. Aus dieſem Grunde findet man auch ſelten Pilar⸗ ſtiele, Lattierbaͤume ꝛc., und zum Anbinden der Pferde ſind mehrere ſo genannte Schnuͤrringe i Fig. 171 C, oder an deren Stelle wohl gar nur Loͤcher, in der Seiten⸗ wange der Krippe angebracht. Die Raufen ruhen unten auf eiſernen Haken, und haͤngen oberhalb an eiſernen Raufenhaͤken, oder wohl nur an Stricken. Streuklappen werden ebenfalls ſelten angelegt, weil der Landmann zur Vermehrung ſeines Duͤngers gewoͤhnlich taͤglich friſches Stroh einſtreut. Um einigermaßen die Einrichtung und den Zuſammenhang eines Pferde- und Ochſenſtalls auf einem Vorwerke oder Amte zu zei⸗ gen, will ich hier einige unmaßgebliche Beiſpiele liefern. Der in Fig. 176 A gezeichnete Stall enthaͤlt folgende Raͤume: a iſt der Stall fuͤr 6 Reit- oder Kutſchpferde, deren jedes einen Standraum von 5 Fuß Breite und 11 Fuß 6 Zoll, mit Inbegriff der Krippe, an Laͤnge erhaͤlt. Der Gang hinter den Pferden iſt 5 Fuß breit. b iſt ein mit Bretterwaͤnden von den Staͤnden abgeſchlagener Raum, von 112 Fuß lang 4 Fuß Zoll breit, welcher zum Aufhaͤngen des gewoͤhnlich zu gebrauchen— den Geſchirres benutzt werden kann. c iſt die Futterkammer, worin der Futterkaſten, die Haͤckſellade, und das auf einige Tage noͤthige Heu und Stroh ſeinen Platz findet. d iſt die Schlafkammer; da 6 Pferde wenigſtens von 2 Knechten bedient werden, ſo maͤſſen darin entweder 2 einſchlaͤfrige, oder ein zweiſchlaͤfriges Bett und die Koffer oder Laden nebſt Tiſch und 2 bis 3 Schemel Platz haben. e iſt der Stall fuͤr 14 Stuͤck kleinere Ackerpferde, deren jedes einen 4 Fuß 3 ¾ Zoll breiten und 91 Fuß angen Standraum hat. Der Gang zwiſchen beiden Pferdereihen iſt 5 Fuß breit. Unmit⸗ telbar aus dem Stalle fuͤhrt eine Thuͤr zu der Futterkammer k, und ein offener Gang g von 4 Fuß breit zur Schlafkammer h, in welcher 2 bis 3 zweiſchlaͤfrige Betten ſte⸗ hen koͤnnen. Vermittelſt des offenen Ganges koͤnnen die Knechte bei der Nacht auch leicht hoͤren, wenn Unordnungen unter ihren Pferden vorfallen. i iſt ein Stall fuͤr 3 Stuͤck Fohlen. Hierbei iſt eine Hauptbedingung, daß derſelbe eine eigene Thuͤr nach dem Hofe haben muß, um, wenn die Fohlen zuweilen heraus gelaſſen werden, ſie nicht unter die großen Pferde kommen und ihnen Schaden zugefuͤgt werde. Damit aber die Knechte ſowohl aus ihrer Schlafkammer als auch aus der Futterkammer ſehr bald in den Fohlenſtall kommen koͤnnen, ſo iſt aus dem Gange g eine Thuͤr dahin angebracht. Ein ſolcher Fohlenſtall kann auch, wenn zufaͤllig kein Fohlen vorhanden iſt, zum Krankenſtall, oder fuͤr fremde Pferde zum Gaſtſtalle benutzt werden, und die frem— den Knechte ſchlafen ſodann bei den uͤbrigen, in den Kammern oder im Stalle i ſelbſt, mithin bei ihren Pferden. k iſt ein Stall fuͤr 12 Stuͤck Zugochſen, deren jeder einen Standraum von 9½ Fuß Laͤnge und 4 Fuß 3 Zoll Breite hat. Durch einen Gang 1 ache ſelten Piar⸗ ſo genannte der Säiten⸗ Hafen, und treuflappen es Daͤnhers ng und den mte zu zei⸗ Stall fuͤr nd 11 Fuß Pferden iſt Raum, von ebrauchen⸗ kterkaſten, aß findet. rden, ſo fer oder Stuͤck 5 angen Wowit⸗ ener Gang Betten ſie⸗ ſacht auch Stall fuͤr Thur nach eden, ſie amit aber ir bald in naebracht. it, zum die frem⸗ ill i ſebbt jeder einen nen n innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 105 1 von 3 ⅞ Fuß Breite kommt man zur Futterkammer m, worin auch die Treppe liegt, welche nach dem Boden fuͤhrt, und von außen ihren Eingang hat. n iſt die Schlaf⸗ kammer fuͤr 3 bis 4 Ochſenknechte. Der ganze Stall iſt von Fachwerk, 100 Fuß lang und 36 Fuß tief. Fig. 176 B iſt das Profil dazu. Der Fußvoden im Stalle liegt an ſeinen tiefſten Stellen wenigſtens 6 Zoll hoch uͤber dem aͤußern Pflaſter. Die Hoͤhe des Stalls im Lichten iſt 11 Fuß. Zur Bequemlichkeit uͤberhaupt, weil alle die einzelnen Staͤlle eine Verbindung mit der Bodentreppe haben muͤſſen, iſt es ſehr gut, wenn die erforderlichen langen Bal⸗ kenhoͤlzer vorhanden ſind, daß man nach Fig. 175 B das Dach an der Hofſeite um 3 bis 4 Fuß uͤberſtehen laͤßt. Der maſſive Stall Fig. 177 A iſt 178 Fuß lang und 40 Fuß tief. Bei der Be⸗ ſchreibung dieſer etwas groͤßern Einrichtung wollen wir zugleich die Vortheile dieſer oder der vorigen Einricheng, eine gegen die andere beurtheilen. In dem Kutſch- und Reitpferdeſtalle a hat ein jeder Pferdeſtand 5 Fuß 23 Zoll Breite und 11 Fuß 6 Zoll Laͤnge; es iſt alſo in der Breite auch einiger Raum fuͤr die Dicke des Lattierbaums vorhanden Sollten die Pferdeſtaͤnde mit Bretterwaͤnden ab⸗ getheilt werden, ſo wuͤrde der ganze Raum in dieſem Stalle a voran gefuͤhrtermaßen nur fuͤr 6 Pferde hinreichen. Der Gang hinter den Pferden iſt 5 Fuß breit, weil nur eine Reihe Pferde daſelbſt ſteht. Die Schlafkammer b fuͤr etwa zwei Knechte hat ihren Eingang vom Stalle aus, damit die Knechte bei Nacht jede Unruhe unter den Pferden ſogleich verhindern konnen, auch damit die Kammer im Winter nicht ſo kalt iſt, als wenn ſie ihren Eingang unmittelbar vom Hofe haͤtte. Es iſt ſelbige aber des⸗ halb ganz vorn im Stalle angebracht, damit wenn die Knechte des Abends etwa Licht in die Kammer nehmen, ſie damit nicht ſo weit durch den Stall gehen duͤrfen. Die Schlafkammer h in Fig. 176 A hat nicht dieſe zweckmauͤßige Lage. Die Futterkam⸗ mer c Fig. 177 A liegt in der Mitte des Stalles, mithin noch bequemer als die Fut⸗ terkammer m in Fig. 176. Die Geſchirrkammer d in Fig. 177 A liegt am Ende des Ganges, jedoch auch unmittelbar mit letzterm in Zuſammenhange. Fuͤr Reitzeug und Geſchirr der Wa— genpferde(wenn ſolches ſaͤmmtlich im Stalle aufbewahrt werden ſoll) duͤrfte die Kammer b in Fig. 176 A wohl zu klein ſeyn, oder es muͤßte die Schlafkammer d zum Theil mit dazu gebraucht werden. Ein Gaſtpferdeſtall fuͤr ankommende Fremde iſt auf Aemtern von großer Nothwendigkeit, und kann ſolcher an einem ganz beſondern Orte im Gehoͤfte ſich befinden. In Fig. 177 A iſt derſelbe in k zwar mit in dem Pferde⸗ ſtallgebaͤude, jedoch ganz abgeſondert, angelegt, welches auch ſehr nothwendig iſt, da⸗ Theil III. Abtheil. II. O 106 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache mit keine Unterſchleife mit dem Futter geſchehen. Es koͤnnen darin 6 Pferde ſtehen, und die etwa dazu gehoͤrigen 2 Knechte in der Kammer h ſchlafen, auch kann daſelbſt das Geſchirrzeug aufbewahret werden. In g iſt Raum fuͤr einen bis zwei kleine Fut— terkaſten. Jedes Pferd hat in dem Gaſtſtalle einen Standraum von 5 Fuß 1 Zoll Breite und 11½ Fuß Laͤnge. Der Gang hinter den Pferden iſt 5 Fuß breit. Fuͤr die Ackerpferde und Zugochſen, welche gemeinſchaftlich in einem Stalle ſte⸗ hen, iſt ein Furtergang ungefaͤhr nach Fig. 175 in der Mitte angebracht, weil die Ackerpferde gewoͤhnlich nur klein ſind, und mithin, wenn die Krippe nicht hoͤher als 3 Fuß geſtellt wird, auch die Zugochſen ſelbige ſowohl als die Raufen erreichen koͤnnen. Wollte man lieber, daß die Ochſen an einem niedrigern Futtergange, wie vorhin bei den Kuhſtaͤllen iſt gezeigt worden, ſtehen ſollten, welches dieſen Thieren freilich ange⸗ meſſener iſt; ſo kann dazu die ganze Breite des Futterganges mim gebraucht, und fuͤr die Pferde eine beſondere hoͤher ſtehende Krippe und Raufe nach Fig. 175 daſelbſt an⸗ gelegt werden. In Fig 177 B iſt der Pferdeſtall aa von dem Ochſenſtalle bb durch eine Schei— dewand getrennt. Im Ochſenſtalle iſt ein erhoͤheter Futtergang und in dem Pferde⸗ ſtalle die in Fig. 175 vorgeſtellte Krippen⸗-Anlage angenommen. Liegt nun die Fut⸗ terkammer in c und die Schlafkammer in d, ſo iſt ein Gang laͤngs durch den Stall in der Mitte nothwendig, um das geſammte Vieh noch beſſer als in Fig. 177 A aus den beiden Schlafkammern d und e abreichen zu koͤnnen; dabei iſt das Gebaͤude etwas ge⸗ ringer an Laͤnge. Werden nun noch die Raͤume kk Fig. 177 B, wie hier, wenigſtens 7 Fuß breit angelegt und von dem Mittelgange durch niedrige Thuͤren abgeſchloſſen; ſo koͤnnen dieſe beiden Raͤume zugleich als Futterkammern dienen und die Pferde un⸗ mittelbar aus dieſen Kammern gefuͤttert werden, als wozu die Einrichtung, wie ſich aus Fig. 175 beurtheilen laͤßt, ſehr leicht getroffen werden kann. Ein Mehreres uͤber die Einrichtung ſolcher Staͤlle anzufuͤhren, iſt uͤberfluͤſſig, und kann immer nur inoividuell bleiben. In Fig. 176 ſtehen die beiden Giebelwaͤnde ganz iſolirt, ohne Verbindung mit den Scheidewaͤnden, welches wo moͤglich zu vermeiden iſt, da es die Feſtigkeit des Gebaͤu⸗ des ſehr beeintraͤchtigt. In Fig. 177 ſind dagegen an den Giebeln die Kammern an⸗ gelegt, durch deren Mittel- und Scheidewaͤnde jeder Giebel einen feſtern Stand und das ganze Gebaͤude an beiden Enden gewiſſermaßen mehr Maſſe erhaͤlt. Ferner iſt zu bemerken, daß diejenigen Waͤnde und Mauern, welche entweder ſſolirt ſtehen, oder an welchen die Krippen liegen, da ſie mehr als die uͤbrigen Scheidewaͤnde leiden, ſtarker als die uͤbrigen Scheidemauern ſeyn muͤſſen. Die Umfaſſungsmauern in Fig. ache jerde ſtehen, kann daſebhſ kleine Füt⸗ Fuß r Zäl t Stall ſe , weil die hoͤher als en koͤnnen. vorhin bei lich ange⸗ und fuͤr aſelbſt an⸗ ne Schei⸗ Pferde⸗ die Fut⸗ Stall in aus den tas de⸗ erägſtens iſchloſſen; oferde un⸗ „wie ſcch ſſſig, und mit den 6 Gebaͤu⸗ mmern an⸗ Stand und Ferner iſt irt ſtehen, ꝛee leiden/ rn un di innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 107 177 A und B ſind 2 Stein oder r Fuß 9 Zoll ſtark, welches bei der Anlage Fig. 177 B um ſo mehr hinreichend iſt, da zwiſchen dem Ackerpferde- und Ochſenſtalle eine Scheidewand ſich befindet, an welche, ſo wie an die Futtergangs⸗Waͤnde, die Fron⸗ ten geankert werden koͤnnen. Dagegen bei der Einrichtung Fig. 177 A, wo der Pferde⸗ und Ochſenſtall zuſammen genommen 90 Fuß im Lichten lang iſt,(auf welcher Laͤnge die Fronten ganz iſolirt ſtehen,) muͤſſen die Fronten entweder ganz vorzuͤglich fleißig und aus feſten Materialien gearbeitet, oder, wo dies nicht hinlaͤnglich geſchehen ſollte, lieber um einen halben Stein ſtaͤrker, alſo 2 Fuß 2 Zoll ſtark, gemacht werden. Piſé⸗, Lehmpatzen⸗ und Luftziegelmauern ſind zu dergleichen Staͤllen gleichfalls anzuwenden, wenn entweder die Krippen nicht unmittelbar an die Mauern angebracht, oder, wo dies geſchehen ſoll, letztere mit einem halben Stein von gebrannten Ziegeln innerhalb verblendet werden. Die Unterzuͤge, deren in Fig. 177 zwei ſeyn muͤſſen, richten ſich allemahl dar⸗ nach, daß ſolche entweder von den Pilarſtielen als Unterzugsſtaͤndern, oder von den Mittel⸗ und Futtergangswaͤnden unterſtuͤtzt werden. Mit den Mittelwaͤnden richtet man ſich gern nach den Unterzuͤgen, wie in Fig. 176 A angewieſen wird. Wenn ein Unterzug uͤber quer liegende Staͤlle gelegt werden muß, wie gleichfalls in Fig. 176, ſo iſt dahin zu ſehen, daß derſelbe nicht zu lang frei liegt, ſondern von Waͤnden oder ein— zelnen Pilaren als Unterzugsſtaͤndern unterſtuͤtzt wird. Die uͤbrigen Pilarſtiele brau⸗ chen dann nur 6 Fuß uͤber der Erde hoch zu ſeyn. Was den Ausbau der Staͤnde und Staͤlle uͤberhaupt betrifft, ſo kann ſolcher nach Ortsumſtaͤnden und nach dem, was bisher daruͤber geſagt worden, mehr oder weniger koſtſpielig ausgefuͤhrt werden. §. 167. Die Erfahrung lehrt bei allen einigermaßen großen Pferdeſtaͤllen, daß diejenigen Frontenmauern, gegen welche die Krippen und Raufen gebaut ſind, allemahl von un— ten herauf bis zu den Fenſterbruͤſtungen, erſt den Kalkabputz verlieren, und da dann derſelbe auch nie mehr ordentlich haftet, die Steine auswittern, der Kalk in den Fu gen(ungeachtet derſelbe noch etwas laͤngern Widerſtand leiſtet) endlich in Staub aufgeloͤſt wird, und ſo die ganzen Fronten, vorzuͤglich von unten bis an die Krippen hinauf, zerſtoͤrt werden. Ferner zeigt die Erfahrung, daß dieſe Zerſtoͤrung mehr an der aͤußern Seite der Mauer als innerhalb ſtatt findet; z. B. wenn in einem Stalle nur gegen eine der Fronten Pferdeſtaͤnde gebaut ſind, die andere Fronte aber frei ge⸗ laſſen iſt, ſo zeigt ſich an letzterer wenig oder beinahe gar keine Spur ſolcher Zerſtoͤh⸗ O 2 Von Anlage und Conſtru⸗ etion herr⸗ ſchaftlicher und Cavalle⸗ rie⸗Pferde⸗ ſtaͤlle. 103 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache rung, waͤhrend dem die erſtere ganz außerordentlich leidet. Als ein bewoͤhrtes Bei⸗ ſpiel fuͤr den letztern Fall ſtelle ich den Koͤnigl. Reitpferdeſtall in Potsdam auf. Mit Recht, glaube ich, wird vermuthet, daß die ſtete Feuchtigkeit der hoͤlzernen Krippen, die verſchloſſenen Streuklappen, vorzuͤglich aber die in letztern, mit der aufgenomme⸗ nen Streu eingeſperrten Ausduͤnſtungen, und zwar mit Huͤlfe der aͤußern atmoſphaͤri⸗ ſchen Luft, dieſe Wirkung hervor bringen, weil gerade an der aͤußern Seite die Zer⸗ ſtoͤhrung am ſtaͤrkſten erfolgt. Anm. Man hat zwar auch ſchon behaupten wollen, daß es eine Erdfeuchtigkeit ſei, die von der innern Stallwärme an der Mauer in die Hoͤhe gehoben werde. Daß die innere Stallwaͤrme weſentlich dabei mitwirke, iſt wohl gar nicht zu verkennen, weil in Staͤllen, in welchen nur zu gewiſſen Zeiten, oder nur des Nachts Pferde ſtehen, die erwaͤhnte Zerſtoͤhrung der Fron⸗ ten weit weniger bemerkt wird. Daß es aber nicht allein die Erdfeuchtigkeit ſei, beweiſet die vorhin erwaͤhnte Bemerkung, daß naͤhmlich die Zerſtoͤhrung vorzuͤglich nur an den Mauern ſtatt hat, gegen welche ſich die Krippen befinden. Man hat daher an hieſigen neu erbauten Pferdeſtaͤllen den Verſuch gemacht, nahe unter der Krippe, 3 bis 4 Zoll im Quadrat große, in horizontaler Linie, unge⸗ faͤhr 2 Fuß aus einander ſtehende, Loͤcher durch die Mauer zu laſſen, um eine Com⸗ munication der aͤußern mit der mephitiſchen Luft in den Streuklappen zu unterhalten, und dieſe Loͤcher mit feinen Gittern zu verſehen, um das Einkriechen des Ungeziefers zu verhindern. Es iſt vielleicht moͤglich, daß dies die vorgedachte Zerſtoͤhrung der Mauer einigermaßen verhindert haͤtte; allein an einigen Orten mußten dieſe Loͤcher wieder zugemauert werden, weil man bei einigen in Kraͤmpfe verfallenen Pferden da⸗ fuͤr hielt, daß die durch dieſe Loͤcher verurſachte Zugluft die Urſach ſei. Dieſerhalb, und weil die Staͤlle, wo dieſe Loͤcher angebracht worden, auch noch zu neu ſind, laͤßt ſich aus Erfahrung uͤber den Effekt dieſes Verſuchs noch nicht hinlaͤnglich urtheilen. Die letzten allhier neu erbauten Cavallerie⸗Pferdeſtaͤlle, in welchen, wie gewoͤhn⸗ lich, die Krippen ꝛc. gegen die Fronten liegen, ſind vom Fundamente bis unter die Fenſterbruͤſtung mit ſogenannten Rathenauer⸗(oder der in hieſiger Gegend vorzuͤglich— ſten Sorte) Mauerſteinen, aufgefuͤhrt, und ohne Putz nach hollaͤndiſcher Art, au— ßerhalb gelaſſen. Es iſt dies unſtreitig die beſte Vorkehrung, um ein Pferdeſtall⸗Ge⸗ baͤude vor einem zu fruͤh verunſtalteten aͤußern Anſehn zu ſichern; allein da eine gleich⸗ zeitige Zerſtoͤhrung der Steine die wahrſcheinliche Urſache des Abfallens des Putzes iſt, und der vorangefuͤhrten Bemerkung zufolge, die aͤußere Luft nicht wenig dazu beitraͤgt, gegen welche letztere Mitwirkung aber ein Abputz der Steine doch einigermaßen noch mehr ſichern muͤßte; ſo glaube ich, daß durch das nicht⸗Abputzen der aͤußern Mauern der Zerſtoͤhrung derſelben nicht Einhalt gethan, ſondern nur das Unanſehnliche, wel⸗ ſace rihrte Bi⸗ auf. Mit ten Ktipen, ufgenomme⸗ atmoſohaͤr eite die Jer die von der Stallwaͤrme welchen nur ig der Fron⸗ beweiſet die den Mauern gemacht, nie, unge⸗ ine Com⸗ erhalten, geziefers ung der & Bcher lerden da⸗ Deſerhalb, ſind, laͤßt hbeilen. egewoͤhn⸗ unter die orzuͤglich⸗ Art, au⸗ ſtall⸗Ge⸗ iine gleich⸗ Putzes iſt u beiträͤg, aßen noch n Mauern iche, vl innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 109 ches durch den abgefallenen Putz verurſacht wird, einſtweilen vermeiden, die Zerſtoͤh⸗ rung der Steine ſelbſt aber nur nach dem Grade ihrer Feſtigkeit verzoͤgert werden wird. Es ſind daſelbſt zwar auch wiederum die vorgedachten Zugloͤcher unter den Krippen an⸗ gebracht, von deren Effekt aber, wie geſagt, noch nicht aus Erfahrung geurtheilt wer⸗ den kann. Ferner befinden ſich in dieſen Staͤllen eiſerne Krippen, und mithin, in ſo fern die Feuchtigkeit der hoͤlzernen Krippen mit zur Zerſtoͤhrung der Mauern beitraͤgt, wird ſolche hier durch die eiſernen Krippen vielleicht in etwas vermindert. Es exiſtiren allhier ſehr alte Gebaͤude, und unter andern das Gebaͤude der Aka⸗ demie der Wiſſenſchaften, in welchem in der untern Etage Pferdeſtaͤlle ſich befinden, deren Frontmauern muthmaßlich aus ſehr feſten Steinen aufgefuͤhrt ſind, woran aber deſſen ungeachtet, vom Fundamente an bis unter die Bruͤſtungen der Stallfenſter, nicht nur der Putz durchaus unhaltbar iſt, ſondern auch die Steine ſelbſt zerſtoͤhrt ſind, waͤhrend dem an den uͤbrigen Theilen dieſes Gebaͤudes der Putz feſt haͤlt, und noch kei⸗ ner Hauptreparatur bedurft hat. Anm. Man hat ſchon behauptet, daß wenn an Pferdeſtaͤllen die Fronten, vom Fundament bis unter die Fenſterbruͤſtungen, von behauenen Kalkſteinen aufgefuͤhrt wuͤrden, die Zerſtoͤh⸗ rung nicht ſtatt finde, es muͤßten aber die Kalkſteine aus einem ſehr reifen Bruche und zwar im Fruͤhjahr gebrochen werden, damit ſie während der Sommerwitterung ihre Erdfeuchtigkeit vollkommen austrocknen. Eigene Erfahrungen hieruͤber habe ich noch nicht einſammeln koͤnnen. Es iſt daher von großer Wichtigkeit, Mittel vorzuſchlagen, wie den erwaͤhnten Zerſtoͤhrungen der Pferdeſtallmauern am zweckmaͤßigſten und ohne große Koſtenver⸗ ſchwendung abzuhelfen ſei. Ein aus dem vorher geſagten ſich ergebendes und wahr— ſcheinlich hinlaͤngliches Mittel duͤrfte ſeyn, diejenigen Staͤlle, in welchen zwei Reihen Pferde geſtellt werden ſollen, nach Fig. 178 A ſo anzulegen, daß beide Reihen an ei— ner Mittelwand im Stalle mit den Koͤpfen gegen einander ſtehen, wodurch zugleich die §. 158 erwaͤhnte vortheilhaftere Beleuchtung des Stalles und zweckmaͤßige Luftzuͤge erhalten werden koͤnnten. Waͤren in dergleichen großen Staͤllen keine Streukaſten nothwendig, ſo koͤnnte ein ſolche, allenfalls nur aus Stiel- und Riegelwerk beſtehen⸗ de, Mittelwand auch ohne Ausmauerung bleiben. Ungeachtet nun, z. B. in Ca⸗ vallerie⸗Pferdeſtaͤllen, die Streukaſten als unentbehrlich gelten, ſo glaube ich, daß die gedachte Mittelwand, an welcher dann an beiden Seiten ſich Streukaſten befaͤn⸗ den, wenn ſolche auch aus Mauerwerk beſtaͤnde, ſich dennoch bei weitem beſſer conſer⸗ viren wuͤrde, da ſie von der aͤußern Luft und Witterung nicht beruͤhrt wird. Daß aber ein ſolcher Stall fuͤr Cavalleriepferde, wenn die Gaͤnge zugleich die §. 156 angegebene anſehnliche Breite erhalten ſollen, wenigſtens 48 Fuß tief erbaut werden muͤßte, iſt allerdings ein wichtiger Grund, um in jedem Falle, wo nicht zu⸗ —————————— a 110 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache gleich Wohnungen uͤber den Staͤllen angelegt werden ſollen, dieſen Vorſchlag zu verwerfen. Wenn nun von den Cavalleriſten immer mehr auf einen breiten gemeinſchaft⸗ lichen Mittelgang, als auf die uͤbrigen, mit der vorgedachten Einrichtung verbundenen, Vortheile geachtet wird; ſo ſchlage ich vor, um den erſtgedachten Zweck, naͤhmlich die beſſere Conſervation der Frontmauern, zu erreichen, die Krippen und Streukaſten nach Fig. 174 und 179 von der Frontmauer 2 Fuß ab, an einer beſondern Wand anzu⸗ legen, wodurch dann außer dem Vortheil einer beſſern Raufe und eines bequemern Auf⸗ und Zumachens der Fenſter, ein freier Luftzug innerhalb laͤngs den Fronten erhalten wird, und der Stall uͤberhaupt nur 4 bis 5 Fuß tiefer ſeyn darf, als er ohne dieſe Gaͤnge ſeyn muͤßte. Man kann zwar dieſer Anlage wiederum den Vorwurf machen, daß ſie wegen der laͤngern Balken, und weil beſondere hoͤlzerne Waͤnde laͤngs den Fronten aufgefuͤhrt ö weerden, um vieles theurer als die gewoͤhnliche Einrichtung ſei. Wenn aber das ſo oft gefeierte Wort, Erſparung, meiner Meinung nach nicht gemißdeutet werden ſoll, ſo muß darunter eine feſte und dauerhafte Conſtruction ohne Koſten⸗ verſchwendung verſtanden werden; und wenn, wie ich glaube, hierdurch die Fronten ſich beſſer conſerviren wuͤrden, ſo waͤre durch dieſe nur etwas koſtſpieligere Bauart die eigentliche Erſparung fuͤr die Folge erreicht. Ohne indeß meinen Vorſchlag aufdringen zu wollen, will ich denſelben, ſo wie uͤberhaupt die Erforderniſſe zur Aulegung eines Cavallerie⸗Pferdeſtalls, durch folgendes Beiſpiel kuͤrzlich aus einander ſetzen. Ein ſolcher Stall, maſſiv von gebrannten Stei⸗ nen, muß wenigſtens 42 Fuß tief ſeyn, weil in der Mitte ein 10 bis 12 Fuß breiter Gang nothwendig iſt. Die Laͤnge der Staͤnde, mit Inbegriff der Krippe, wird ge⸗ woͤhnlich 11 Fuß, die Breite derſelben im Lichten 5 Fuß angenommen, und die Ab⸗ theilung der Pferde geſchieht der Oekonomie wegen nur durch gewoͤhnliche Lattierbaͤu⸗ me nach Fig. 171 A. Es mag nun ein ſolcher Stall fuͤr ein ganzes Regiment, ent⸗ weder in einer geraden Linie, in einem oder mehrern abgeſonderten Gebaͤuden, oder en quarrée, wie Fig. 179 gebauet werden; ſo muß die Hauptabtheilung nach Compagnien oder Esquadrons vermittelſt maſſiver Querwaͤnde bis in die Dachſpitze geſchehen. In 1 jeder ſolchen Abtheilung muß ein Haupteingang, eine Treppe nach dem gedielten Boden, und in dem Boden nochmals eine Abtheilung mit Bretterwaͤnden zur Abſonderung des Haferbodens von dem Heu⸗, Stroh⸗ und Haͤckſelboden befindlich ſeyn. Beſteht nun ein ſolcher Pſerdeſtall fuͤr mehrere Compagnien aus einem unzertrennten Gebaͤude„ ſo üche Durſtlag a gemeinſhhft zrbundenen naͤhmlic die ufaſten nach gand anzu⸗ mern Auf⸗ n erhalten ohne dieſe ſie wegen aufgefͤhrt das ſo oft erden ſol, Koſten⸗ urch die dieligere „ ſo wie folgendes aten Stei⸗ zuß breiter wird ge⸗ ddie Ab⸗ ittierbaͤu⸗ nt, ent⸗ „oder en mpagnien den. In en Boden, derung des eſteht nun gaͤude, 5 innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 111 bewirken die gedachten, bis in die Dachſpitze reichenden Abtheilungsmauern zugleich die erforderlichen Brandgiebel. Anm. Außer dieſen Staͤllen fuͤr die einzelnen Compagnien eines Regiments, iſt auch noch fuͤr Krankenſtaͤlle zu ſorgen, welche aber beſſer, von den Compagnieſtaͤllen entfernt, ihren Platz erhalten. Die Thorwege und Eingaͤnge unmittelbar in den Stall anzulegen, wuͤrde den zunaͤchſt an dieſen Eingaͤngen ſtehenden Pferden im Winter, wenn die Luft im Stalle unverhaͤltnißmaͤßig waͤrmer als die aͤußere iſt, eine ſtarke Zugluft verurſachen: daher ſind Vorflure, wie in Fig 179, auf welchen zugleich die Treppen nach den Boden lie⸗ gen, von großer Wichtigkeit. Duͤrch dieſe mehreren Querwaͤnde in einem langen Stalle erhaͤlt nicht nur das Gebaͤude eine groͤßere Feſtigkeit, ſondern man gewinnt auch noch den Vortheil, die Ableitungsrinne aus dem Stalle in nicht zu großen Laͤngen an⸗ legen zu duͤrfen, welches naͤhmlich wegen des Gefaͤlles oft manche Schwierigkei⸗ ten hat. In Cavallerieſtaͤllen wird gewoͤhnlich der Haͤckſel auf dem Boden geſchnitten,“*) und ſolcher daſelbſt ſowohl, als das Koͤrnerfutter und Heu, jedesmal nur fuͤr einen Tag an die ſogenannte Stallwache ausgegeben; mithin ſind Futterkammern unten im Stal⸗ le nicht nothwendig. Dagegen aber muͤſſen Behaͤltniſſe daſelbſt fuͤr die Futterkarren, Eimer, Kummkarren, Schippen, Miſtforken, Laternen, Beſen, wie auch zum Auf— enthalt der Stallwache eine ſogenannte Pritſche, vorhanden ſeyn, wozu die Raͤume a und b in Fig. 179 gebraucht werden koͤnnen. Auch fuͤr die im taͤglichen Gebrauch ſte⸗ henden Saͤttel, Schabracken und fuͤr das Zaumzeug ſind beſondere luftige Raͤume un— ten ganz nahe bei jedem Compagnieſtalle anzulegen, da die Aufbewahrung dieſer Sa⸗ chen im Stalle ſelbſt, denſelben, und beſonders dem Lederzeug, ſehr ſchaͤdlich iſt. *) Der Häͤckſel wird gewoͤhnlich von einem eigens dazu angeſtellten Haͤckſelſchneider auf einer ge⸗ woͤhnlichen Haͤckſellade geſchnitten, deren Zuſammenſetzung wenigen unbekannt ſeyn wird. Zur Erleichterung dieſes Geſchaͤfts, und um die Koſten dazu zu verringern, hat man verſchiedent⸗ lich mehr oder weniger zuſammengeſetzte Haͤckſelmaſchinen vorgeſchlagen, woruͤber ich auf Kruͤ⸗ nitz oͤkonomiſche Encyklopaͤdie 20ſten Cheil verneiſe, und hier nur ſo viel da⸗ von anfuͤhre, daß einige von Menſchen, vermittelſt einer Kurbel, gedreht, andere von Thie⸗ ren oder vom Waſſer getrieben werden, wobei der Haͤckſel entweder mit gewoͤhnlichen Futterklin⸗ gen, oder mit Schneidemeſſern, die an der Kurbel ſelbſt, oder in Gittern wie in Schneidemuͤh⸗ len, jedoch die Meſſer beinahe horizontal, angebracht ſind, geſchnitten wird. Da ein ſolcher Stall Fig. 179 keine andere Verbindung der Frontmauern hat als die wenigen Scheidewaͤnde; ſo muͤſſen die Fronten wenigſtens 2 Stein ſtark, da⸗ bei von den feſteſten Mauerziegeln ſehr fleißig gemauert werden; wo dieſe Umſtaͤnde vielleicht nicht zuſammen treffen, da muͤſſen die Frontmauern wegen ihrer großen 112 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache frei ſtehenden Laͤnge und Hoͤhe 2½ Stein, und bei groͤßerer Tiefe noch ſtaͤrker ange⸗ legt werden. Die Staͤnder unter den beiden Unterzuͤgen ſind, wie ſchon fruͤher gedacht wor⸗ den, zugleich Pilarſtiele, und, um dem baldigen Verfaulen derſelben vorzubeugen, nach Fig. 171 Aauf einen bearbeiteten Sand⸗, Feld⸗ oder Kalkſtein zu ſtellen. Von den Unterzugsſtaͤndern aus, Baͤnder bis in den Unterzug anzubringen, hat immer kein ſchoͤnes Anſehn; daher laͤßt man ſolche aus dergleichen Staͤllen auch gern weg, und zwar in maſſiven Sraͤllen um ſo eher, da ſie in ſolchen des Schubs wegen nicht ſonderlich noͤthig ſind. Um aber die Unterzuͤge, und mit dieſen die Decke beſſer zu unterſtuͤtzen, laͤßt man lieber deſto mehr Pilarſtiele als Unterzugsſtaͤnder hinauf ge⸗ hen, und zwar allemal den dritten, ſo daß alſo die Unterzugsſtaͤnder hier nur 153 Fuß von Mittel zu Mittel aus einander ſtehen. Anm. Belläͤufig bemerke man, wie der An⸗ und Austritt der Treppe bei a Fig.„79 ſo ange⸗ legt iſt, daß weniger Balken ausgewechſelt werden duͤrfen, und beſonders der Gradſtichbal⸗ ken, ſo wie der Austritt auf den Boden, hinreichenden Platz findet. Der Fußboden im Stalle muß hoch genug gelegt werden, damit der Abfluß, wel⸗ cher z. B. von e nach d und e lauft, gehoͤrig ſtatt finden kann. Hierbei kommt es nun zuerſt darauf an, ob die Abflußrinne nach Fig. 170 unter den Standbohlen, oder ob ſolche nach Fig. 171 und 172 im Pflaſter hinter den Staͤndern angelegt werden ſoll. In beiden Faͤllen muß die Diefe der Rinne ſelbſt dem noͤthigen Gefaͤlle derſelben von* bis 1 Zoll auf die laufende Ruthe zugerechnet werden, um die Hoͤhe des Fußbodens im Stalle uͤber das aͤußere Terrain zu beſtimmen, und um den ausfließenden Urin durch offene Rinnen im Gehoͤfte fortleiten zu koͤnnen. Eine hinreichende Anzahl Fenſter und Luftzuͤge iſt ein vorzuͤgliches Erforderniß in dergleichen Staͤllen. Die Hoͤhe der Cavallerie⸗Pferdeſtaͤlle im Lichten macht man deshalb nicht gern mehr als 13 hoͤchſtens 14 Fuß, weil ſonſt das Aufſtecken des Heues vom Wagen in die Dachl luken zu beſchwerlich wird. Anm. Um das Aufſtecken des Heues in den Boden bei noch hoͤhern Ställen zu erleichtern, kann auch ein leichtes Geruͤſt außerhalb an dem Gebaͤude unter der Dachluke angelegt werden. Wird das Heu uͤber die Kehlbalken gepackt, ſo muͤſſen im untern Dachboden beſondere Flure, und in jedem derſelben eine Heuluke befindlich ſeyn. In den Thuͤren, durch welche die Cavalleriſten in den Stall reiten, werden an beiden Seiten an der Zarge Walzen(von etwa 3 Fuß Laͤnge, aufrecht ſtehend, oben und unten in ſogenannten Kloben laufend, zur Haͤlfte in die Zarge einge laſſen) befe⸗ ſtigt, damit, wenn die Cavalleriſten durch die Thuͤre reiten, und zufaͤllig vom Pferde gegen ache ſaͤrter ange zedacht wor⸗ vorzubeugen, eellen. ringen, hat auch gern uubs wegen decke beſſer hinauf ge⸗ t 15 Fuß 179 ſo anges Grad fiichbal⸗ Fuß, wel⸗ ꝛr es nun oder ob den ſoll. den von ³ zußdodens enden Urin rforderniß nacht man des Heues htern, kann egt werden. ndere Flure, werden an hend, oben ſen) beft⸗ om Pferde gegen innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlleꝛct. 113 gegen die Thuͤrzarge, oder vielmehr gegen eine der Walzen gedraͤngt werden, durch das Drehen der Walze ihre Knie weniger beſchaͤdigt werden. Die Cavalleriſten moͤgen in einer Kaſerne nahe bei dem Pferdeſtalle, oder bei den Buͤrgern in der Stadt einquartirt ſeyn, ſo ſind Sattel⸗ und Geſchirrkammern na⸗ be am Stalle nothwendig. Außerdem muß bei jedem Pferdeſtande eine Anſtalt ſeyn, um das Sarttel⸗ und Zaumzeug kurz vor dem Aufſatteln und nach dem Abſatteln einſt⸗ weilen anhaͤngen zu koͤnnen. Dies geſchieht nach Fig. 170 C dadurch, daß, wie bei p zu ſehen, 7 Fuß von der Schwelle hinauf eine Bohle mit Riegelhaken durch Aus⸗ ſchneidung und Einblattung in die Pilarſtiele und Unterzugsſtaͤnder mit eiſernen Naͤ⸗ geln befeſtigt wird. An dieſen Riechel, auch wohl noch an andere eiſerne in die Stie⸗ le befeſtigte Haken, wird das Sattel- und Zaumzeug einſtweilen angehangen. Um einſtweilen das Putzzeug, als Striegel ꝛc., anhaͤngen zu koͤnnen, werden noch hoͤlzer⸗ ne Naͤgel(wie bei! Fig. 171 A zu ſehen) angebracht. In der Mitte des Rischelbretts p Fig. 170 C wird ferner eine ſchwarze Tafel mit der aus weißer Oehlfarbe geſchriebenen Nummer des Pferdeſtands, auch wohl der Name des Cavalleriſten, mit Kreide darneben geſchrieben, befeſtigt. Anm. In herrſchaftlichen Reitpferdeſtaͤllen wird auch der Nahme des Pferdes auf eine ſolche ſchwarze Tafel geſchrieben; und uͤber der Raufe befeſtigt; der vorgedachte Riechel faͤllt da⸗ ſelbſt weg. In herrſchaftlichen Pferdeſtaͤllen, wenn ſolche auf die Fig. 180 angegebene Art angelegt ſind, kann auch die Frontmauer innerhalb zwiſchen den Fenſtern mit Riecheln verſehen und von den Riecheln bis zum Fußboden, oder wenigſtens auf 4 bis 5 Fuß herab, mit gehobelten Brettern bekleidet werden, damit das Geſchirr- und Sattelzeug daran einſtweilen, ohne ſich zu ſcheuern, gehaͤngt werden kann. Außer den ſtets im Gebrauch habenden Montirungs⸗, Sattel⸗ und Zaumſtuͤ⸗ cken ſind auch theils zu vorraͤthigen, theils zu nicht gewoͤhnlich im Gebrauch ſtehenden Feldgeraͤthen einige Kammern erforderlich, die aber auf den Kaſernenboͤden oder an andern trockenen und luftigen Orten angelegt werden. Anm. Dergleichen Kammern werden gewoͤhnlich compagnieweiſe abgetheilt, und wuͤrden folgen⸗ dermaßen einzurichten ſeyn. Z. B. für eine Esquadron von etwa 125 Mann iſt eine Kammer von ungefaͤhr o0 Quadratfuß groß, 1, bis 16 Fuß Tiefe und ungefaͤhr 9 Fuß Hoͤhe erforder⸗ lich. In der Mitte der Kammern ſtehen vier doppelte Geſtelle, jedes mit fuͤnf Riecheln uͤber einander, und in jedem Riechel 15 Riechethaken, wo an den untern die neuen Stiefeln und daruͤber die andern Montirungsſtuͤcke der Cavalleriſten haͤngen. Ferner ſteht daſelbſt ein freies Geſtelle mit 3 Boͤden uͤber einander, 6 Fuß lang und 3 Fuß breit, worauf die Mon⸗ tirungstuͤcher in Stuͤcken, desgleichen ein freies Geſtelle von 22 Fuß lang, worauf die Saͤt⸗ tel ꝛc. der Beurlaudten liegen. Eine Huthmaſchine, 9 Fuß lang, zu demſelben Behufe, 3 gro⸗ ße Kaſten zur Transportirung der Montirungsſtuͤcke im Felde, noch ein großer Tiſch und eine Theil III. Abtheil. II. P Von den uͤber Pferdeſtaͤlle etwa anzule⸗ genden Woh⸗ nungen. 124 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache Bank zum Sitzen. Ein Schrank zur Aufbewahrung neuer Handſchuhe, ungefaͤhr 3 Fuß hoch und 4 Fuß breit, und an den Waͤnden herum lauter Riechel zu Schabracken, neuem Zaumzeu⸗ ge, Feldflaſchen, Kaſſerollen, Gewehren, Piſtolen und Bandelieren muͤſſen vorhanden ſeyn. §. 169. Wcohnungen uͤber Pferdeſtaͤlle, wenn letztere nicht uͤberwoͤlbt ſind, werden, un⸗ geachtet jeder andern dichten Stalldecke, nie frei von Geruch ſeyn. Wenn nun gleich in manchen Faͤllen hierauf nicht geachtet wird, ſo iſt dagegen doch zu bedenken, daß (wie vorhin erwoͤhnt worden) die Fronten im Stalle einer baldigen Zerſtoͤhrung un— terworfen ſind, und die gewoͤhnlichen nicht uͤberwoͤlbten Staͤlle keine hinlaͤngliche Un⸗ terſtuͤtzung der innern Waͤnde des obern Stockwerks(wenigſtens nicht fuͤr die Brand⸗ mauern darin) darbieten; mithin ſollte wenigſtens aus dieſen Gruͤnden eine derglei⸗ chen, der guten Conſtruction ganz zuwider laufende, Anlage als ganz unzulaͤſſig be⸗ trachtet werden. Denn obgleich, ſowohl hier in Berlin, als an andern Orten, derglei⸗ chen Wohnungen zu Kaſernen oder fuͤr Stallleute in Stockwerken uͤber nicht uͤberwoͤlb⸗ ten Staͤllen ſich befinden, ſo geben ſie doch auch ſaͤmmtlich mehr oder weniger, nicht allein von außen an den Fronten, ſondern auch innerhalb durch die eingeſenkten Bal⸗ kendecken, die deutlichſten Beweiſe fuͤr die gedachte Behauptung. Erſparung der Koſten fuͤr das Dach und Fundament zu beſonders anzulegenden Wohnungen verleitet oft zu dieſem Mißgriff; zuweilen wird es aber auch wohl durch Mangel an Bauplaͤtzen(beſonders in Staͤdten) nothwendig, Wohnungen uͤber den Staͤllen anzulegen. Es ſei indeß die Veranlaſſung dazu welche ſie wolle, ſo muß als⸗ dann der Baumeiſter auch dahin gehdrig Sorge tragen, daß den beruͤhrten Nachthei⸗ len ſo viel als moͤglich vorgebeugt werde, wohin ganz vorzuͤglich eine zweckmaͤßige Un⸗ terſtuͤtzung der Mittelwoͤnde des obern Stockwerks gehoͤrt. Fuͤr ſolche unausweich ba⸗ re Faͤlle will ich in folgendem einige Beiſpiele liefern. In Fig. 178 und 180, woſelbſt auf der einen Seite der Stall, und auf der an⸗ dern die daruͤber befindlichen Wohnungen gezeichnet ſind, iſt naͤhmlich zuerſt aus Fig. 180 zu erſehen, daß die Feuermauern der obern Wohnungen nicht anders als uͤber den Unterzuͤgen im Stalle angelegt werden koͤnnen. In Fig. 178 dagegen, wo die Pfer⸗ de mit den Koͤpfen gegen die Mittelwand ſtehen, und wenn, wie hier, die Krippen in einer ſehr ſtarken Wand angelegt ſind, laſſen ſich die obern Feuermauern ſehr gut und ſolide anlegen, auch die Feuerroͤhren aus der Mitte des Dachs heraus fuͤhren. Es iſt zwar ein ſolches tiefes Gebaͤude koſtſpieliger und des langen Holzes wegen nicht aller Orten auszufuͤhren; allein uͤbrigens verdient dieſe Anlage nicht allein in Abſicht der Fe⸗ ſtigkeit und Dauerhaftigkeit den Vorzug vor der in Fig. 180, ſondern auch um ſo fache aühe z 5us othanden ſon. werden, un⸗ n nun glich denken, daß ſtöhrung un⸗ äng iche Un, die Brand⸗ eine derglei⸗ unzuläſſig be⸗ rten, derglei⸗ ht uͤberwoͤlb⸗ niger, nicht enkten Bal⸗ zulegenden wohl durch dn uͤder den ſo muß als⸗ mn Nachthei⸗ cmaͤßige ln⸗ nausweichba⸗ dauf der an⸗ erſt aus Fi. als uͤber den vo die Pfer⸗ e Krippen in ſehr gut und erm. Ssit en nicht ale ſich der he auch un y innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 115 mehr deshalb, da hier die Pferde nicht mit den Koͤpfen gegen die Fronten ſtehen, und daher die Mauern auch nicht ſo leicht auswittern werden. Soll und muß indeß ein Stall nach Fig. 130 ausgefuͤhrt, und ſollen auch nicht maſſive Pfeiler und Gewoͤlb⸗ boͤgen, welche allerdings mehrern Platz erfordern, anſtatt der hoͤlzernen Unterzugs⸗ ſtander angelegt werden; ſo muͤſſen nach Fig. 180 ſaͤmmtliche hoͤlzerne Pilarſtiele als Unterzugsſtaͤnder hinauf gehen, anſtatt ſolches nach Fig. 178 nur bei einem um dem andern, und insbeſondere da nothwendig iſt, wo oben die hoͤßzernen Waͤnde dar⸗ auf ruhen. Ferner muͤſſen alsdann die Unterzuͤge und Unterzugsſtaͤnder recht ſtark ge⸗ waͤhlt, und ſowohl ſandſteinerne Sockel als auch ſtarke Fundamente darunter ange⸗ legt werden. Es ſind aber dergleichen Gebaͤnde deſſen ungeachtet nicht das, was nach den Re⸗ geln einer guten Conſtruction mit Recht vorausgeſetzt werden ſollte; denn nicht nur muͤſ⸗ ſen ſaͤmmtliche Scheidewaͤnde von Fachwerk ſeyn, und die etwa noͤthigen maſſiven Theile derſelben(in der Naͤhe der Oefen) auf Balken ſtehen, ſondern es ſteht auch die ganze Maſſe von Mittel⸗ und Scheidewaͤnden, nebſt den zufaͤlligen Belaſtungen, nur auf einem mit zu wenigen Scheidewaͤnden verbundenen untern Raume, welches allerdings dem eigentlichen Begriffe von Feſtigkeit nicht angemeſſen iſt; es muͤßten denn maſſive Boͤgen und Pfeiler, Behufs der obern Waͤnde und Mauern, unten im Stal⸗ le angelegt werden, welche aber wiederum den Stallraum ſehr beſchraͤnken. Noch ein Umſtand mehr iſt bei Staͤllen mit Wohnungen daruͤber zu beruͤckſichti⸗ gen, naͤhmlich, daß dann der Bodenraum zu Heu, Stroh und Hafer ꝛc. nicht unmit⸗ telbar uͤber dem Stalle vorhanden iſt, und daher die Kammern fuͤr Geſchirr, Futter und Streu nur an den Enden und im Mittel des Gebaͤudes, etwa unter den Treppen, angelegt werden muͤſſen; oder, wenn dies zu entfernt und umſtaͤndlich gefunden wer⸗ den ſollte, daß, nach Fig. 180 C, uͤber die Pferdeſtaͤnde im Stalle ſelbſt ſogenannte Haͤngeboͤden(Surpentes) angelegt, und darauf uͤber jedes Pferd das fuͤr einen oder mehrere Tage erforderliche Heu und Streuſtroh aufbewahrt werden, wie ſich in den Stutenſtaͤllen im Friedrich Wilhelms⸗Geſtuͤt zu Neuſtadt an der Doſſe, Be⸗ hufs des Heues, befindet, woſelbſt auch in Abſicht der Breite des Ganges darauf ge⸗ rechnet iſt, daß mehrere Wagen bei ſchlechtem Wetter ſogleich in den Stall fahren, und das Heu im Trockenen auf die Haͤngeboͤden oder Senkgebaͤlke abladen koͤnnen. Im Fußboden dieſer Haͤngeboͤden oder Entrelols ſind zugleich Oeffnungen mit Klappen angebracht, durch welche den Stuten das Heu in die Raufe geworfen werden kann. Zu einer ſolchen Anlage muß der Pferdeſtall wenigſtens 17 Fuß hoch im Lichten ſeyn, wogegen ſonſt herrſchaftliche Staͤlle, wo die Pferde in einfachen Reihen, und unge⸗ 116 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache faͤhr 20 bis 30 Pferde in jeder Abtheilung ſtehen, nur etwa bis zu 15 Fuß hoch gemacht werden. Auch in Fig. 178 koͤnnte vermittelſt eines vollſtaͤndigen Entreſols ein geraͤumiger Heu⸗ und Futtergelaß, und dadurch zugleich der Vortheil bewirkt werden, daß die Wohnungen, ob zwar noch hoͤher, dagegen aber doch weniger vom Geruche incom⸗ modirt ſich befaͤnden. Da indeß dergleichen ſehr lange und frei ſtehende Gebaͤude, we⸗ gen der mehrern Hoͤhe und mangelnden Scheidewaͤnde, hierdurch nur deſto ſchwanker wuͤrden; ſo iſt und bleibt es, und zwar beſonders fuͤr herrſchaftliche Stallgebaͤude, deſto gerathener, die Wohnungen und Futterkammern ꝛc. an den Enden des Stalles anzulegen, wie die Fig. 181 aus dem mehr gedachten Werke des Herrn Profeſſors Naumann nachweiſet. Die Colonnade oder der bedeckte Gang vor dem Stalle ſoll nicht nur dazu dienen, um die brennenden Sonnenſtrahlen vom Stalle abzuhalten, ſondern vorzuͤglich um die Pferde darunter zu putzen; wozu ebenfalls die in Fig. 178, 179, 180 gezeichneten Flure gebraucht werden koͤnnten. Anm. Herr Naumann ſagt nahmlich im 2ten Theile§. 250:„Wenn es irgend die Jahreszeit und Witterung erlaubt, die Pferde außerhalb des Stalles zu putzen; ſo iſt dies eine ſehr zu empfehlende Vorſicht, und zwar hauptſaͤchlich dann, wenn viel Pferde in einem Stalle bei⸗ ſammen ſtehen. Der durch die Striegel und Buͤrſte losgemachte Staub zieht ſich gleichſam wie eine Wolke um die Pferde herum, und wird, wegen ſeiner ſcharfen Partikelchen, nicht nur den Augen nachtheilig, ſondern er macht auch, indem er vom Pferde mit eingeathmet wird, einen unangenehmen und ſelbſt ſchaͤdlichen Reitz auf die Lungen. Endlich iſt noch als eine Hauptſache fuͤr alle Pferdeſtaͤlle zu bemerken, daß ein gutes Waſſer ganz in der Naͤhe des Stalles, und wo moͤglich innerhalb deſſelben, ver⸗ mittelſt Pumpen und in großen Kuͤfen vor demſelben ſtehend, vorhanden ſeyn muß, da⸗ mit den Pferden das Waſſer nicht ſo kalt, als es aus dem Brunnen koͤmmt, gegeben werden darf. §. 169. Einiges über Die Pferdezucht wird entweder in ordentlichen Geſtuͤten oder auch in den Land⸗ Geftäte und wirthſchaften getrieben. Was hiervon den Baumeiſter beſonders angeht, ſo iſt ſol⸗ Paant de ches zwar wegen der Gegend und des Bodens, wie auch wegen der Groͤße und des — Staͤlle dazu Umfangs des Geſtuͤts oft ſehr verſchieden; allein als ziem ich allgemein geltende Regeln zu wiſſen am ⸗ ethez gen in uͤber die Abſonderungen dieſer Thiere und Anlage und Einrichtung der fuͤr ſelbige no⸗ big. 4 6.e 3 8; 1 chigen Gebaͤude, duͤrfte dem angehenden Baumeiſter folgendes zu wiſſen noͤthig ſeyn. Anm. Folgende kurze und deutliche Schilderung der verſchiedenen Geſtuͤte iſt aus dem erſten⸗ der ſchon mehr gedachten, von den Herren Riem und Reuter heraus veteringiriſchen Hefte entlehnt. gegebenen oͤkonomiſch, ſce innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 1¹7 1 diß dah. Es giebt fuͤnferlei Arten von Geſtuͤten, als wilde, halbwilde, zahme, Nili⸗ tair⸗ und Landgeſtuͤte. n geräumwiger„Ein wildes Geſtuͤt beſteht aus einer Menge Stuten, Hengſte und Fuͤllen, die in den, do 4„einem großen, mit Waſſer, Baͤumen, Straͤuchern und Grasarten verſehenen Platze, durch . 1 di„Waſſer, Mauern oder einen Wall eingeſchloſſen, Tag und Nacht, Sommer und Winter rruche incom⸗„ohne Wartung und Pflege beiſammen bleiben und ſich fortpflanzen, und wo die Fuͤllen, ebaͤude de⸗„wenn ſie drei bis vier Jahr alt ſind, eingefangen und zu verſchiedenem Gebrauch verwendet de.„werden. Sie bekommen keine andere Nahrung als die, welche ſie ſich ſelbſt ſuchen. Nur do ſchwanker„dann, wenn der Winter hart und anhaltend, oder auch, wenn das Futter im Sommer tallgebaͤude„nicht gerathen iſt, werden ſie von den Aufſehern mit Heu und Stroh unterſtuͤtzt. des Stalts„Ein halb wildes Geſtut iſt ebenfalls mit Waſſer, Zaͤunen oder einem Walde „umgrenzt, dabei aber auch mit Gebaͤuden fuͤr die Aufſeher, die jungen Fuͤllen und das Profeſſors„Winterfutter, auch mit Brunnen und Troͤgen und abgetheilten Umzaͤunungen fuͤr die Fuͤl⸗ Stale ſal„len und traͤchtigen Stuten verſehen. Es beſteht aus einer Menge Stuten und Fuͤllen, „bei welchen aber keine Hengſte, wie bei ganz wilden Geſtuͤten, ſind. Dieſe werden nur abzuhalten,„zur Beſchaͤlzeit unter ſie gelaſſen, und wenn dieſe voruͤber iſt, wieder aufgeſtallt. Die. n Fi. 1798,„ganz jungen Fuͤllen, welche das Jahr uͤber gefallen ſind, nebſt den ein⸗ und zweijaͤhrigen, „werden zu Wintersanfang in den Stall gebracht, und den Winter hindurch gefuͤttert; zum „Fruͤhjahr aber wieder unter die im Winter draußen gebliebenen Stuten und drei⸗ bis die Jahteszeit„vierjahrigen Fuͤllen gethan. Auch werden ſämmtliche im Winter draußen bleibende Stu⸗ eine ſehr zu„ten und Fallen mit Stroh und Heu gefuͤttert. 1. Stalle bei⸗„Ein zahmes Geſtuͤt beſteht aus einer beſtimmten und auserleſenen Anzahl von j ghahan„Stuten und Hengſten, welche in einer dazu ſchicklichen und fruchtbaren Gegend, auf hen, nicht„einem großen, mit genugſamer Weide, Stallen und Gebaͤuden fuͤr Pferde, Aufſeher, „Waͤrter und den Roßarzt verſehenen Platze, eingeſchloſſen ſind. Die Stuten werden in ängeathmet„zahmen Geſtuͤten durch eine beſtimmte und zur Beſchaͤlzeit auf das Geſtuͤt gebrachte Anzahl „Hengſte, vermittelſt der Handbeſchaͤlung, belegt. Sie bleiben mit allen Fuͤllen den Win⸗ doß an„ter uͤder bei guter Verpflegung in den Staͤllen, im Sommer aber werden ſie unter der 1—„Aufſicht eines Hirten auf die Weide gethan, und nur bei ſehr unguüͤnſtiger Witterung des ſelben, ver⸗„Nachts eingetrieben. i muß da⸗„Mit einem Militairgeſtuͤte hat es folgende Bewandtniß: Wenn die Cavallerie „Mangel an Pferden leidet, und der Landesfuͤrſt keine bekommen kann, ſo werden die taug⸗ t, gegeben„lichſten und ſchicklichſten Stuten des Regiments ausgezeichnet, in der Beſchaͤlzeit zum „Stabe geſchickt, und daſelbſt von einer herbei geſchafften beſtimmten Anzahl Beſchaͤler durch „die Handbeſchaͤlung belegt. Nach dem Beſchaͤlen werden die Stuten wieder zu ihren Es⸗ „kadrons zuruͤck geſchickt, wo diejenigen, welche träͤchtig geworden ſind, bis zum zehnten „Monat Dienſte thun, alsdann aber bis zur Geburt nicht mehr zum Dienſte gebraucht den Land⸗„werden. Nach der Geburt bleiben die Stuten mit den Fuͤllen 8 bis 14 Tage im Stalle, di ſol—„alsdann aber werden ſie bei einer jeden Eskadron, unter der Aufſicht eines Waͤrters, auf ſo d ſol„die Weide getrieben. Sind die Fuͤllen ein halbes Jahr alt, ſo werden ſie von den Stu⸗ ße und des„te getrennt, und ſaͤmmtlich an einem beſtimmten Orte bis zum vierten Jahre erzogen, als⸗ ide Regel„dann aber unterſucht, und die ſchicklichſten davon zum Dienſte des Regiments ausgehoben, .2„die andern hingegen verkauft. ſelbige nd⸗„Wenn aber der Landesherr eine zum Ganzen verhaͤltnißmaͤßige Anzahl guter Beſchaͤ⸗ öthig enn.„ler mit Aufſehern und Waͤrtern haͤlt, ſie im Winter an einem dazu beſtimmten Orte auf⸗ „ſtallt und futtert, zur Beſchaͤlzeit aber unter der Direktion eines Aufſehers, und mit den dem erſten⸗„dazu beſtimmten Waͤrtern in die zur Pferdezucht ſchicklichſten Gegenden des Landes ver⸗ n zkoomiſc„ theilt, und nach einem mit den Unterthanen daruͤber getroffenen Vergleiche, die zur Zucht 118 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache „kauglichen Stuten derſelben auszeichnen und belegen laͤßt, ſo nennt man dies ein Land⸗ „geſtuͤt.“ In den Koͤnigl. Preuß. Landen befanden ſich bisher mehrere Haupt⸗ und Land⸗ geſtuͤte. Ein Hauptg eſtuͤt iſt ein ſolches, auf welchem von vorzuͤglich guten Heng⸗ ſten und Stuten die guten Beſchaͤler zugezogen werden. Auf einem Landgeſtuͤt aber werden die jungen Hengſte, nachdem ſie ein Jahr alt ſind, erzogen, mit den Be⸗ ſchaͤlern aufgeſtallt, und von da aus zur Landbeſchaͤlung vertheilt. Um einen ungefaͤhren Begriff von den verſchiedenen hierzu noͤthigen Gebaͤuden zu geben, will ich nur einiges von dem Friedrich⸗Wilhelms⸗ Geſtuͤt zu Neu— ſtadt an der Doſſe erwaͤhnen. Auf dem Hauptgeſtuͤte daſelbſt ſtehen 8 Beſchaͤler und 92 Stuten, von welchen jaͤhrlich ungefaͤhr 50 bis 60 Fohlen fallen. An Officianten dabei, welche auf dem Geſtuͤte ihre Wohnungen haben, ſind: 1 Stallmeiſter, 1 Geſtuͤt-Verwalter, 1 Roßarzt, 1 Stutmeiſter, 2 Fohlenauf⸗ ſeher, 4 Fohlenknechte, 3 Beſchaͤlerknechte, 6 Stutenknechte, 1 Klaͤpperknecht, ⁊I Zimmermann und 1 Waͤchter. Die auf dieſem Geſtuͤte fallenden Hengſte werden, wenn ſie ein Jahr alt ſind, auf dem Landgeſtuͤte Lindenau erzogen. Das Landgeſtuͤt Lindenau iſt naͤhmlich 1300 Schritt vom Hauptgeſtuͤte entfernt, und auf 120 Stuͤck Beſchaͤler, außer den vorgedachten jungen Hengſten, eingerichtet. Die dazu gehoͤrigen und auf dem Geſtuͤte wohnenden Officianten ſind: 1 Stallmeiſter, 1 Roßarzt, 1 Fourage⸗Proviſionair,/ Futtermeiſter, 1 Oberknecht, 34 Knechte, ꝛ Waͤchter, und wegen der iſolirten Lage des Geſtuͤts, 1 Marquetender. Das Landgeſtuͤt Biſchofswerder an der Havel beim Staͤdtchen Lieben⸗ walde, ebenfalls zu obigem Hauptgeſtuͤt gehoͤrig, iſt auf 123 Hengſte eingerichtet. Ein jedes Geſtuͤt muß auf einem fruchtbaren Boden angelegt, mit hinlaͤnglichen Wieſen, kleinen Waldungen, Gebuͤſchen, und wo moͤglich mit einem ſolchen fließen⸗ den Waſſer verſehen ſeyn, welches ſich durch verſchiedene Gegenden leiten und daſelbſt in mehrern Koppeln zum Traͤnken und Schwemmen aufſtauen laͤßt. Es werden naͤhmlich auf den Hauptgeſtuͤten die Mutterſtuten mit den Saͤugefoh⸗ len, die Gelteſtuten mit den Stutfohlen, und die Hengſtfohlen, jede Sorte auf be⸗ ſondere Weide getrieben, die Beſchaͤler ſelbſt aber, wenn ſolche zu ihrer Erhohlung aus ihrem Stalle gelaſſen werden, ſo wohl auf den Haupt⸗ als Landgeſtuͤten, jeder einzeln in beſondere kleine Koppeln gebracht. Eine ſolche Anſtalt zu vier einzelnen Hengſtkoppeln iſt in Fig. 182 vorgeſtellt. nfiche diss in Lanh, e⸗ und Land⸗ euten Heng Lan dgeſtäͤt mit den Re⸗ ebaͤuden zu ju Neu⸗ tuten, don aben, ſind: Fohlenauf⸗ pperknecht, alt ſind aptgeſtaͤte Hengſten, nien ſind: Dberknecht, zuetender. en Lieben⸗ ichtet. anglichen en fließen⸗ d daſelbſt Saͤugefoh⸗ ree auf be⸗ Erhohlung ten, jeder vorgeſtel innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 119 In der Mitte einer trockenen Wieſe oder guten Huͤtung, mit nahrhaften Futterkraͤu⸗ tern beſtellt, von ungefaͤhr 20 Ruthen im Quadrat, wird auf einem erhoͤheten trocke⸗ nen Platze ein Stallgebaͤude fuͤr 4 einzelne Hengſtſtaͤlle errichtet, und die ganze Koppel in vier einzelne Koppeln vermittelſt hoher und ſtarker hoͤlzerner Zaͤune abgetheilt, und nur zur noͤthigen Communication mit verſchloſſenen Thorwegen verſehen. Jeder ein⸗ zelne gleichfalls voͤllig abgeſonderte Stall bedarf nur die Groͤße eines geraͤumigen Hengſtſtandes, das iſt von 7 bis 38 Fuß Breite 14 bis 16 Fuß Laͤnge, und in einer der Ecken eines jeden Stalles wird eine Krippe nebſt Raufe angelegt; auch muß in dem Gebaͤude eine Futterkammer vorhanden ſeyn, von welcher aus die Knechte nach jedem einzelnen Stalle kommen und fuͤttern koͤnnen. Ein jeder ſolcher einzelne Stall hat eine geraͤumige und wenigſtens 4 Fuß breite Thuͤr, nach der dazu gehoͤrigen abge⸗ ſonderten Koppel, durch welche die Beſchaͤler nach Gefallen frei aus- und eingehen. Aus dieſem Grunde, und da die Beſchaͤler nicht gezwungen im Stalle ſtehen duͤrfen, daher ſich gewoͤhnlich auch nur bei Nacht und bei ſchlimmen Wetter oder zur Futterzeit nach dem Stalle begeben, ſo brauchen dergleichen Staͤlle auch nicht gepflaſtert, ſon⸗ dern bloß mit fetter Erde feſt ausgeſchlagen zu ſeyn. Auf dem Boden, zu welchem man vermittelſt einer Leiter aus der Futterkammer kommt, kann das Streuſtroh auf⸗ bewahrt werden. In einer ieden ſolchen Kuppel muͤſſen Baͤume zum Schatten, eine Traͤnke oder ein Waſſertrog und eine Salzlecke vorhanden ſeyn. Anm. In einer ſo genannten großen Koppel aber, wo mehrere Pferde im Freien mit einander geweidet werden, muß außer den Buͤſchen und Baͤumen, noch ein Obdach zum Schutz ge⸗ gen ſchlimmes Wetter, worin die Pferde auch gefuͤttert werden koͤnnen, eine Traͤnke, Schwem⸗ me und mehrere Troͤge mit Salzlecken befindlich ſeyn. Was nun die eigentlichen Stallungen fuͤr die Pferde auf einem Geſtuͤte betrifft; ſo muͤſſen die Hengſtſtaͤlle gaͤnzlich von den Stutenſtaͤllen abgeſondert, jedoch nicht zu ſehr weit davon entfernt ſeyn, weil die Hengſte taͤglich friſche Streu erhalten, die da— ſelbſt gebrauchte Streu aber den Stuten untergeſtreut wird. Zu jedem Stalle ſind Brunnen noͤthig, welche aus⸗ und inwendig im Stalle Waſſer geben. In den Hengſtſtaͤllen iſt jeder Stand 7 bis 8 Fuß breit, und dieſe, ſo wie auch die Stutenſtaͤnde, jedesmahl mit ſtarken Bretterwaͤnden abgetheilt. In den Stuten⸗ ſaͤlen muͤſſen aber mehrere Staͤnde, jeder 7 bis 8 Fuß breit, und ſo angelegt wer⸗ den, daß zwiſchen 2 ſolchen Staͤnden die Wand ganz heraus genommen, und die beiden Staͤnde ſodann mit ſtarken Gutterthuͤren verſchloſſen werden koͤnnen, damit die Stuten beim Fohlen unangebunden ſich ſtellen und legen koͤnnen, wie ſie wollen, und hiernaͤchſt mit dem Fohlen Platz genug im Stalle haben. Zu dem Ende muͤſſen die Stutenſtaͤnde, ſo wie die Hengſtſtaͤnde, auch 10 bis 12 Fuß ohne Krippen lang ſeyn, 120 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache Anm. Die Bedeck⸗ oder Springzeit geſchieht gewoͤhnlich binnen roo Tagen vom Maͤrz bis Jun, und da die Tragzeit einer Stuie ꝛz bis 12 Monate dauert, ſo werden auch mehrentheils die Fuͤllen waͤhrend der Bedeckzeit geboren. Fuͤnf Monat nach der Geburt ſollten die Füllen bei der Mutter und im Stalle bleiben, ehe ſie entwoͤhnt werden, dann aber müſſen ſie in ei⸗ nen beſondern Stall, und nicht eher a's 13 Tage bis 3 Wochen hernach(wenn es dann noch die Herbſtwitterung geſtattet) auf die Weide kommen, damit ſie die Muͤtter vergeſſen haben, und ſich nicht im Freien verlaufen. In der Regel nimmt man auf den Geſtuͤten an, daß 3 der Anzahl Stuten, an Fohlen geboren werden. Der Baumeiſter kann aber in Abſicht der Gebaͤude noch eine groͤßere Anzahl rechnen, und da die Fuͤllen gewoͤhnlich bis im 4ten Jahre auf den Geſtuͤten bleiben; ſo ergiebt ſich hieraus die Anzahl Faͤllen, fuͤr welche auf einem Hauptgeſtuͤte Stallungen angelegt werden muͤſſen; naͤhmlich fuͤr die? jaͤhrigen, 1 jaͤh⸗ rigen, fuͤr die 2jaͤhrigen und fuͤr die 3 bis 4 aͤhrigen Fohlen, mithin auf ſaͤmmtliche binnen 3 Jahr gefallene Fohlen, außer denjenigen Hengſtfohlen, welche nach dem Landgeſtuͤt gebracht ſind und daſelbſt geſtallet werden. Fuͤr jede dieſer Klaſſen von Fohlen muͤſſen wegen ihrer ſehr verſchiedenen Groͤße entweder beſondere Staͤlle angelegt werden, in welchen nach Verſchiedenheit der Groͤße der Fohlen, die Krippen und Raufen hoͤher oder niedriger ſtehen, oder es muͤſſen die Krippen und Raufen zum hoͤher⸗ oder niedriger⸗Stellen angebracht ſeyn. Anm. Dieſer Umſtand iſt ſehr wichtig, weil, wenn die Krippen und Raufen fuͤr kleine Fuͤllen zu hoch ſind, ſie eine unnatuͤrliche Stellung annehmen muͤſſen, wodurch ſie ſo genannte Hirſch⸗ haͤlſe oder eingebogene Ruͤcken bekommen, Fuͤr junge Fuͤllen bis zu 2 Jahren brauchen die Staͤnde nicht abgetheilt zu ſeyn. Hat jede Klaſſe derſelben ihren abgeſonderten Stall, ſo koͤnnen die ganz jungen Fuͤllen unangebunden im Stalle herum gehen, die zweijaͤhrigen allenfalls an der Krippe ange⸗ bunden, und nur die drei⸗ und vierjaͤhrigen Fuͤllen, beſonders die unruhigſten derſel⸗ ben, in Staͤnden, mit Bretterwanden abgeſondert, geſtellt werden. In jedem Falle aber muͤſſen die Raͤume in den Fuͤllenſtaͤllen eben ſo groß wie fuͤr große Pferde gerechnet werden. Wenn die ſaͤmmtlichen Stallgebaͤude auf einem Hauptgeſtuͤte einen Hof formiren, ſo muß derſelbe in vier Theile abgetheilt werden, in welchem die Stuten und Fohlen nach ihren Gattungen abgeſondert, im Winter zu gewiſſen Zeiten des Tages frei her⸗ um gehen, ſich bewegen, die Luft genießen und trinken koͤnnen. Zu dem Ende muß, wie ſchon vorher gedacht, in jeder dieſer Abrheilungen ein Pumpbrunnen vorhanden ſeyn, welcher auswendig und in dem Stalle Waſſer in Troͤge liefert. Auch muß in jeder Abtheilung ein Salzlecketrog, mit einem Sonnenſchirm daruͤber, angebracht, und jede dieſer Abtheilungen mit Lindenbaͤumen umpflanzt werden. Hieraus folgt zu⸗ gleich, pfäche a Mär bi Iu nuch mehrenrheig ſollten die fuͤlg müſſen fe in i enn es dann uuch vergeſſen hahe, Stuten, an ude noch eine hre auf den e auf einem gen, 1 ſaͤh⸗ fſammtüche de nach dem ſenen Groͤße t der Groͤße muͦſſen die e Füllen zu uute Huſſch⸗ t zu ſeyn. aggen Fuͤllen rippe ange⸗ jſten derſel⸗ In jedem ße Pferde formiren, nd Fohlen es frei her⸗ Ende muß vorhanden uch muß in angebrocht s folgt zu⸗ glach innere Einrichtung erfordern, als Pferdeſtaͤlle ꝛc. 121 gleich, daß der Miſt, welcher taͤglich mehrere mahle aus den Staͤllen geſchafft wird, nicht in den Hof, ſondern hinter den Staͤllen auf Haufen gebracht werden muß. Zum Gebrauch fuͤr die Officianten eines ſolchen Geſtuͤts, iſt auch ein ſo genann⸗ ter Klaͤpperſtall erforderlich. Ueber die genaue Anlage und Einrichtung der zu einem Haupt- oder Landgeſtuͤte noͤthigen Stallungen, ſo wie uͤber die Wohngebaͤude dazu, kann hier keine ausfuͤhrliche Anweiſung gegeben werden, weil dies die Grenzen dieſes Werks uͤberſchreiten wuͤrde; das im Allgemeinen dazu erforderliche geht aus dem bis⸗ her geſagten zum Theil ſchon hervor. Nur iſt noch zu bemerken, daß außer einer Schmiede und einem Nothſtall zum Beſchlagen ꝛc. wilder Pferde, auch eine Reitbahn bei einem Geſtuͤt nothwendig iſt, um ſowohl die drei⸗ und vierjaͤhrigen Fuͤllen, als auch die Stuten bei Zeiten thaͤtig zu machen, und ſie an den Dienſt und Umgang mit Men⸗ ſchen zu gewoͤhnen. Die Fuͤllen werden zwar wegen ihres zarten Koͤrpers nicht gerit⸗ ten oder eingeſpannt, ſondern nur geſattelt und eingeſchirrt und an der Longe herum bewegt; die Stuten aber werden zugeritten oder eingefahren, damit ſolche, wenn ſie zur Zucht nicht mehr tauglich ſeyn ſollten, ſogleich verkauft und von den Kaͤufern ohne Gefahr gebraucht werden koͤnnen. Die Wohnungen der Officianten gehen aus der vorhin gedachten Anzahl derſel⸗ ben, und ihrer verſchiedenen Staͤnde hervor. Der Umfang derſelben richtet ſich dar⸗ nach, ob in Abſicht der Baukoſten und Unterhaltung mehr oder weniger darauf zu ver⸗ wenden iſt: daher laͤßt ſich etwas beſtimmtes daruͤber nicht ſagen. Daß die Wohnun⸗ gen der Knechte ganz nahe bei den Staͤllen, die der Hengſtknechte vorzuͤglich aber un⸗ mittelbar an den Hengſtſtaͤllen belegen und mit Fenſtern nach ſolchen hinein verſehen ſeyn muͤſſen, verſteht ſich von ſelbſt. Anm. Wer ein mehreres uͤber die Zucht, Wartung und Pflege der Pferde nachleſen will, findet ſolches in dem mehr gedachten Werke des Herrn Profeſſors Nauman n, imgleichen in dem mehr erwaͤhnten iſten oͤkonomiſch⸗veterinairiſchen Hefte der Herren Riem und Reuter, ſehr ausfuͤhrlich und gruͤndlich beſchrieben. Schließlich will ich noch fuͤr den Fall eine Anweiſung geben, wenn ein Pferdeſtall durch Rotz und dergleichen bösartige Krankheiten fuͤr angeſteckt gehalten wird, welche Veranſtaltun⸗ gen hierbei zur Reinigung ſolcher Staͤlle dem Baumeiſter zu wiſſen noͤthig ſind. Die hieſigen Thieraͤrzte, der Herr Profeſſor Naumann und Herr Profeſſor Sieck, ha⸗ ben auf Veranlaſſung eines ſpeciellen Falles im Jun 1809 ſolgende ſchriftliche Gutachten offieiell abgegeben. Der Herr Profeſſor Sieck ſagt: „Alle anſteckende thieriſche Krankheits⸗Stoffe(miasmata ſui generis), und nicht nur „Rotz, Wurm und Raͤude bei Pferden, ſondern ſogar das allerheftigſte anſteckende Krank⸗ „heitsgift, wie z. B. der Rindvieh⸗Peſtſtoff,(uͤber welchen letztern ich beſonders vielfaͤl⸗ „tige Verſuche angeſtellt habe,) beſitzen nach meinen Erfahrungen keine laͤngere Dauer ihrer „wirkſamen Haltbarkeit,(wenn die Staͤlle ſonſt nur auf eine gewoͤhnliche Art Theil III. Abtheil. II. O 122 Dritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache ꝛc. „gereinigt worden ſind,) als ungefaͤhr 10 Tage lang. Ein maͤßiger Waͤrmegrad zer⸗ „ſetzt ſie ungemein ſchnell, und macht den Peſtſtoff in wenigen Stunden ſogar unwirfſam, „und voͤllig unſchaͤdlich. Daher iſt die Reinigung und voͤllige Sicherſtellung aller inficirten „Viehſtaͤlle in warmen Sommertagen minder ſchwierig, und kann mitten im Sommer bin⸗ „nen drei bis vier Tagen vollkommen geſchehen und erreicht werden, beſonders wenn man „waͤhrend der Reinigungszeit Thuͤren und Fenſter offen laͤßt, und dann zum Ueberfluſſe al⸗ „les Holzgeraͤthe, Krippen und Raufen mit Kalk uͤbertuͤncht. Der Herr Profeſſor Naumann ſagt uͤber denſelben Gegenſtand am Schluſſe ſeines Gut⸗ achtens: „Daß der Rotz nicht aus der Lokalitaͤt des Stalles entſtanden ſeyn kann, dafuͤr ſpricht „die ganze Conſtruction des Stalles, da er mit den darneben befindlichen Staͤllen gleiche „Hoͤhe(15 bis 6 Fuß) und Breite hat. Auch wuͤrden die durch eine fehlerhafte Conſtru⸗ „ction des Stalles ſich entwickelnden giftigen Duͤnſte nicht blos auf einzelne Individuen, „ſondern auf das Ganze gewirkt haben, welches aber(in dem gemeinten Stalle) nie der „Fall geweſen iſt. Wahrſcheinlicher iſt es, daß der Rotz durch ein damit angeſtecktes Pferd „in den Stall gekommen und ſo eine Zeit lang darin geherrſcht hat.“ „Da nur das letztere angenommen werden kann, ſo halte ich dafuͤr: daß, wenn dieſer „Stall gehoͤrig reparirt, gereinigt und mit Luftzuͤgen verſehen wird, ſolcher ohne Nachtheil „der Geſundheit der Pferde bezogen werden kann.“ „Ich ſchlage demnach vor: Ventilatoren in den Fenſtern anzubringen, um die Duͤnſte „abzuleiten; die Mauern uͤber und um die Krippen und Raufen herum abreiben, ſie friſch „bewerfen und abweißen zu laſſen; Krippen und Raufen mit heißem Waſſer aus⸗ und ab⸗ „waſchen zu laſſen, und ſie alsdann mit einer ſtarken Kalklauge zu uͤberziehen; Fußboden, „Standbaͤume ꝛc. ebenfalls abwaſchen und mit einer Kalklauge uͤberziehen zu laſſen; gute „Jauchen⸗Abzuͤge anzubringen, und endlich den Stall mit Salzſaͤure ausraͤuchern zu laſſen, „durch welche alles darin befindliche Miasma zerſetzt wird.“ eifachen. iger Wirmegrad har en ſogar unnirffan, ellung aller Uinfiertn en im Somner li ſeſonders wenn man zum Ueberfluſte al⸗ ncht.“ ſchluſſe ſeines gut inn, dafür ſpricht en Ställen gleiche hlerhaſte Conſtru⸗ zelne Individuen, Stalle) vie der angeſtecktes Pferd daß, wenn dieſer er ohne Nachtheil „um die Duͤnſte eiben, ſie friſch r aus⸗ und ab⸗ en; Fußboden, loſſen; gute hern zu laſſen, 123 ———üõe—O—— Bierter Abſchnitt. Von Brauereien, Brennereien und Darrhaͤu⸗ ſern, nebſt dazu gehoͤrigen Geraͤthen. — — 2— X A. Von der Anlage und Conſtruction der Brau⸗ und Brennerei-Gebaͤude. §. 170. Bier brauen heißt, aus dem gemalzten und nachher geſchroteten Getraide, durch Huͤlfe des Einmeiſchens mit warmen Waſſer und nachherigen Aufgießens ſiedenden Waſſers alle Kraͤfte auszuziehen, und aus dem erhaltenen Extrakt durch kunſtmaͤßige Zuſaͤtze von Hopfen, Spiritus Vini, Hefen ꝛc. einen geſunden wohlſchmeckenden Trank zu bereiten. Es ergeben ſich aber hierbei unendlich viele Unterſchiede in den Verfahrungs⸗ arten des Malzens, der Zubereitung des Hopfens, des Kochens, der Verſchiedenheit des Waſſers, des Getraides, der vielleicht ſonſt noch beizumiſchenden Ingredienzien, des Klima's ꝛc., ſo daß die Verſchiedenheit der Laͤnder, die verſchiedene Lage der Staͤdte, Doͤrfer, ja zuweilen die der einzelnen Brauhaͤuſer, darauf Einfluß hat. Es wuͤrde zu weit, und uͤber die Grenzen dieſes Werks hinaus fuͤhren, dieſe Materie nach ihrem vielſeitigen Umfange und nach allen ihren Ausnahmen abzuhan⸗ deln; es ſoll daher nur das Weſentlichſte der, in den hier zunaͤchſt liegenden Gegen— den und Provinzen, uͤblichen Art des Bierbrauens vorgetragen werden, und zwar da⸗ Q 2 124 Viierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction von nur ſo viel, als dem Baumeiſter unumgaͤnglich zu wiſſen noͤthig iſt, da das De⸗ tail dieſes Geſchaͤfts uͤberdem von dem Baumeiſter nicht gefordert werden kann, ſon⸗ dern es hinreichend iſt, wenn demſelben der Hauptgang der Geſchaͤfte des Brauens be— kannt iſt, um bei der Anlage eines Brauhauſes entweder ſelbſt die Groͤße des Gebaͤu— des uͤberhaupt, und der einzelnen Behaͤltniſſe insbeſondere, aus ihrem Gebrauch und Zuſammenhange beſtimmen, oder ſich deshalb mit dem Oekonomen verſtaͤndigen zu koͤnnen. Zuvoͤrderſt iſt demnach anzumerken, daß auf dem Lande mehrentheils Braun⸗ Bier gebrauet wird, und zwar aus Gerſte mit einem Zuſatze von Hopfen. Weiß— Bier wird aus Weitzen, allenfalls mit Beimiſchung von einigem Hafer⸗ oder Gerſten⸗ malz, gebrauet. Das Geſchaͤft des Brauens iſt uͤbrigens in beiden Arten ziemlich gleich, und von ſehr vielen Autoren bereits abgehandelt worden, unter denen einige auch uͤber die Groͤße der Gebaͤude und Geraͤthe geſchrieben haben. Letztere Angaben koͤnnen aber nicht anders als verſchieden ausfallen, wenn man beruͤckſichtigt, daß es zuvoͤrderſt darauf ankoͤmmt, feſtzuſetzen, ob zu einer Tonne Braun-Bier 11 oder 1 Scheffel Gerſtenmalz verbrauet; ob Weiß⸗Bier oder andere Biere aus Weitzen oder Gerſten- und Hafermalz gebrauet werden ſoll; ob aus einem oder aus zwei Botti⸗ chen gebrauet wird; ob die Wuͤrze eines Brauens mit einem mahle oder in zwei- und mehrern mahlen in der Pfanne abgekocht werden ſoll: alles dieſes muß ſchon mehr oder weniger, groͤßere oder kleinere Gefaͤße beſtimmen. Bei dieſen vielſeitigen Unterſuchun⸗ gen koͤmmt aber noch die Schwierigkeit hinzu, daß von manchen Brauern behauptet wird: es werde zu einer Tonne Bier 12 Scheffel Malz verbrauet, ungeachtet ſie den⸗ nech von jedem Scheffel Malz eine Tonne Bier brauen, und ihre Gefaͤße mithin dazu eingerichtet ſind. Nach welchen Grundbedingungen ſollen alſo nun die Normal⸗ beſtimmungen angenommen werden, da ſchon die Fabrikation des Biers ſo ſehr ver⸗ ſchieden iſt? Im Allgemeinen iſt es zwar eine Regel fuͤr den Baumeiſter, ſich an die— jenigen Reſultate zu halten, nach welchen die Gebaͤude nicht zu klein ausfallen. Da— gegen hat derſelbe aber auch zu bedenken, daß nicht uͤberfluͤſſige Bau⸗ und Unterhal⸗ tungskoſten verſchwendet werden. Alles dieſes ſpricht zu deutlich, um nicht auch hier bei den Brau- und Brennerei⸗ Anlagen, ſo wie in allen andern laͤndlichen Bauanlagen, ſich einzig und allein nach der Idee des Oekonomen zu richten, und von demſelben die Feſtſetzung der Hauptbedin— gungen zu erwarten. Um indeſſen eine, fuͤr die gewoͤhnſichſten Foͤll paſſende Anleitung zu geben, will ich die Geſchafte beim Bierbrauen und Branntweinbrennen, inſofern ſolche auf die fen 8, da das de en kann, ſer 5 Brauens be⸗ ſe des Gebu⸗ Gebrauch und rſtaͤndigen zu eis Braun⸗ en. Weſß— der Geiſten⸗ tten ziemlich denen einige ere Angaben igt, daß es jer I1 oder eizen oder ei Botti⸗ wei⸗ und mehr oder terſuchun⸗ faͤße mithir die Normal⸗ ſo ſehr ver⸗ ſich an die⸗ len. Da⸗ Unterhal⸗ Brennerei⸗ ein nach der Hauptbedin⸗ ch Ne ſche alf 2 der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 125 Einrichtung und Anlage des Gebaͤudes Bezug haben, nach ihrer Folge beſchreiben, und die daraus zu entwickelnden Grundſaͤtze in Abſicht der Groͤßen, der Raͤume und Gefaͤße mit Vergleichung anderer Schriftſteller, in Anmerkungen beifuͤgen. Vorzuͤg— lich werde ich auf die von dem Johanniter-Ordens-Kammer-Aſſeſſor Herrn Buſch hieſelbſt, angefertigte, in den Sammlungen nuͤtzlicher Aufſaͤtze die Bau⸗ kunſt betreffend, Jahrgang 1799 und 18oo enthaltene Vergleichungen zweier hieſiger Brauereien und Brennereien, ſehr oft hinweiſen, da ſie mit Ruͤckſicht auf mehrere fruͤhere Schriftſteller und mit ſehr ſorgfaͤltiger Pruͤfung deutlich und be⸗ ſtimmt abefaßt ſind. Anm. Es wird in der folgenden Beſchreibung ſehr oft von Scheffeln, Tonnen und Quarten die Rede ſeyn: dieſerhalb will ich hier zuvoͤrderſt deren Inhalt in Kubikmaaßen angeben. Nach des Herrn Geh. Oberbauraths Eytelwein Vergleichung der Maaße und Ge⸗ wichte in den Koͤnigl Preuß. Staaten, enthaͤlt: Ein Berliner Scheffel 3038 ½3 Rheinlaͤndiſche Kubikzoll, alſo der Wiſpel beinahe 42 Kubikfuß. Der Leichtigkeit im Rechnen wegen, werde ich den einzelnen Scheffel zu 13 bis 13 Kubikfuß annehmen. Zweckmaͤßiger und ſicherer zur Beſtimmung des oͤkonomiſchen Ertrags wuͤrde es ſeyn, das Getraide allemahl nach dem Gewichte zu berechnen. Ein richtiges Berliner Quart enthaͤlt 65 ½ ½ Kubikzoll. Eine Tonne oder 96 Quart enthaͤlt 6279,805 Kubikzoll. Der Leichtigkeit im Rechnen wegen, werde ich die Tonne zu 3 Kubikfuß rechnen. §. I)7r. Das erſte Geſchaͤft des Brauers und Branntweinbrenners iſt nun das Mal— zen. Jede verſchiedene Getreideſorte, als Gerſte, Weitzen, Hafer ec. wird beſonders gemalzt, und nur erſt beim Verbrauch in der verlangten Art vermiſcht. Der Raum zum Malzen, oder das ſo genannte Malzhaus, muß in der untern Etage oder auf gleicher Erde ſeyn. In dem Malzhauſe befindet ſich ein Bottich von Holz oder Sandſtein, in welchem das Getraide gequollen wird.“) Es iſt ſehr be⸗ quem, wenn gerade uͤber dem Quellbottich eine Oeffnung in der Decke durch alle Boͤ⸗ den uͤber einander vorhanden iſt, um das Getraide von jedem Boden auf eine leichte Art in den Quellbottich ſchuͤtten und nachher das Malz wieder hinauf winden zu koͤn— nen. Eben ſo iſt eine Winde mit einem Ausleger im Dache nothwendig, um das Ge⸗ traide zuerſt auf die Boͤden zu ſchaffen. *) Von den ſteinernen Quellbottichen behaupten einige, daß ſie ſich ſchwer reinigen und austrock⸗ nen laſſen dennoch werden ſelbige an manchen Orten mit Vortheil gebraucht. So viel iſt indeß gewiß, daß ein ſehr feſter Stein, der die Feuchtigkeit wenig annimmt, dazu erforder⸗ lich iſt. Das Malzen. 126 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Der Quellbottich wird nur— Theil ſeines kubiſchen Inhalts, z. B. voll Gerſte ge⸗ — ſchuͤttet, und nachdem vermittelſt einer Pumpe, die zu dieſem Behufe in der Naͤhe ſeyn muß, ſo viel Waſſer in den Bottich gepumpt worden, daß ſolches ungefaͤhr 6 Zoll uͤber der Gerſte ſteht, wird ſelbige tuͤchtig umgekrückt, damit das Waſſer uͤberall durchdringe. Hierauf laͤßt man die Gerſte eine Zeit lang ruhig quellen. Iſt das Waſſer eingezogen, ſo wird, damit ſich die Gerſte nicht erhitze, das noch vorhandene Waſſer abgezapft, und friſches Waſſer, ungefaͤhr wiederum bis 6 Zoll uͤber der Gerſte, aufgepumpt, und ſo einige mahl, etwa alle 16 bis 20 Seumden⸗ wieder ohlte Der Quellbottich hat alſo unten im Boden oder ganz nahe üder demſelben ein Zapfloch, in welchem ein Hahn ſteckt, der mit Stroh innerhalb gut belegt 85 damit beim Ablaſ⸗ 4 des? Waſſe ers keine Gerſ te mit durchdringen kann. Auch muß der Fußboden des Malzhauſes ganz glatt mit Mauerſteinen oder Flieſen gepflaſtert, und, um das Waſ⸗ ſer eeuee,n it A nnen und dem noͤthigen Gefälle verſehen ſeyn. Iſt nun die Gerſte(im Sommer binnen 2 Kogen, und im Winter binnen 2 bis 3 Tagen) datzna ich aufgequollen, welches gew e daran wahrgenommen wird, wenn ſich die Svitzen leicht biegen und mit dem Kae ein Strich quer uͤber ein Brett als wie mit Kreide ſchreiben laͤßt; ſo fuͤllt ſelbige den aQuellbortich beinahe ganz an. ⸗) Kun wird die gequellte Gerſte aus dem Bottich auf den gepflaſterten Fußboden des Malzhauſes gerhan, und daſeldſt in Haufen geworfen, damit das Waſſer vollends abfließt, welches durch ein hinlaͤngliches Gefaͤlle im Fußdoden ſehr befoͤrdert wird. 1 7 Anm. a. Die Erfa fahrung beſtaͤtigt es, daß zu 2 Kuhikfuß trockener Gerſte 3 Kubikfuß Raum im Quelbbettis⸗ erderdeg ſind; wonach ſich alſo die Seuße 1e Dabereicho richtet. Da das Rrühere oder ſpaͤtere Quellen des Getraides ſich nach der erhöheten oder vermin⸗ derten Temperatur der Luft richtet, das Gefrieren des Waſßers im n Quellbottich, ſo wie das Malzen bei großer Sommerhitze, aber vermieden werden mnfß; 5 jreſeden einige das Malz⸗ haus mit einem Ofen, um an ſehr kalten Tagen das Mal Ehaus etwas erwaͤrmen zu können. Um den Ofen zu erſparen, duͤrfte es hinlaͤn glich ſeyn, mwann der— mit der Hei⸗ tzung der Darre in einige Beruͤhrung geſetzt wuͤrde, da gerade ſo lange, als die Malzzeit waͤhrt, die Darre geheitzt wird. Kann der Quellbottich im einem The ile des Darrhauſes ſeinen 14 Plazz finden, ohne vom Malzplatze entfernt zu ſtehen, ſe mird dies noch vortheilhafter ſeyn. Nachdem die Gerſte auf dieſe Weiſe vorber⸗ ereitet iſt, macht der Maͤlzer zum Kei⸗ men derſelben Anſtalt; denn die Hauptabſicht deſſelden n beſteht darin, den Keim, der dem Biere einen unangenehmen Geſchmack geben wuͤrde, aus dem Kerne wegzuſchaf⸗ fen, und nur die reine mehlichte Subſtanz deſſelben zu benuten. In dieſer Abſicht bringt er den aufgeworfenen Haufen zwar etwas aus einander, aber doch ſo, daß das Malz(da es 1 hrer nd des Wachſens ungefäͤhr bis auf ſeines Kubikinhalt tro⸗ ckenen Zuſtande, ſich vergroͤßert b)) etwa 1 Fuß u dl Gerſtege in der Rähe gefaͤr d ul aſſer uͤberal 1. Ji das vorhandene der Gerſte ohlt. Der Zopfloch, deim Ablaſ⸗ ßdoden des n das Waſ innen 2 bis men wird, ein Brett in; an. ³) oden des :vollends wird. ditfuß Raum iichtet. oder verwin⸗ „ſo wie das gge das Malz⸗ en zu kännen. mit der Hei⸗ die Malzzeit hauſes ſeinen haſter ſeyn. er zum Kei⸗ Keim, der wegzuſchaf⸗ ieſer Abſict ſo, daß da Halts im tr⸗ ger doch der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 127 nachdem das Wetter kalt oder warm iſt) und zwar uͤberall in gleicher Hoͤhe zu liegen koͤmmt, auch eine regelmaͤßige mehrentheils viereckige Geſtalt erhaͤlt. e) Anm. b. Wenn alſo der Scheffel Getraide im trocknen Zuſtande 13½ Kubikfuß enthielt, ſo wird derſelbe jetzt 243½ Kubikfuß enthalten. Anm. c. Hierzu iſt alſo auf jeden Kubikfuß gequollene Gerſte ein Quadratfuß Raum erfor⸗ derlich. Nach 1 bis 11 Tagen, wenn die Gerſte zu wachſen anfaͤngt, wird ſolche umge— ſchippt, damit ſie ſich nicht erhitze. Nach ungefaͤhr 3 Tagen zeigt ſich der Keim, den der Maͤlzer nur bis auf eine gewiſſe Laͤnge wachſen laͤßt, und mit der groͤßten Sorg— falt verhuͤtet, daß das Malz nicht in die ſo genannten Graskeime ſchieße. Wenn er hierin etwas verſieht, ſo verliert das Malz ſeine Kraft, und giebt ein uͤbelſchme— ckendes Bier. Um ſo mehr eilt der Maͤlzer, alsdann den Wachsthum des Malzes zu ſtoͤhren. Er bricht den Haufen an, arbeitet das in einander verwachſene Malz mit den Haͤnden aus einander, und bringt es auf einen andern Platz neben dem erſtern ſo aus einander, daß es nur halb ſo hoch zu liegen koͤmmt, woſelbſt es in einem Tage 3 bis 4 mahl umgeſchippt wird. à) Anm. d. Hierzu gehoͤren auf jeden Kubikfuß gequollenes Getraide 2 Quadratfuß. Sowohl zu dem erſterwaͤhnten Wachſen, als zum nachherigen Trocknen des Malzes iſt eine temperirte Luft nothwendig, daher es ſehr vortheilhaft iſt, außer dem Malzplatze uͤber der Erde, noch einen dergleichen im Keller zu haben, um nach Maß⸗ gabe der Witterung damit abwechſeln zu koͤnnen. Anm. Einige haben den Malzplatz auf einem der Boͤden, und, wie vorgedacht, daſelbſt mit einem heitzbaren Ofen verſehen, welches aber, wenn der Boden nur gedielt iſt, der vielen, dem gequollenen Getraide anhaͤngenden Feuchtigkeit wegen, nicht zu empfehlen iſt. Nun wird das Malz nach und nach immer mehr ausgebreitet, bis es endlich nicht mehr als 2, hoͤchſtens 3 Zoll hoch liegt. In dieſer Lage wird es zum volligen Trocknen, und, damit es ſich nicht in einander haͤngt, taͤglich 3 mahl mit einer Harke oder einem Rechen fleißig geruͤhrt. e) Wenn es die Luft und Witterung irgend erlaubt, ſo ſind alle Luken und Fenſter ſeit dem Anbrechen des erſten Haufens geoͤffnet, und das Malz beſtaͤndig dem Zuge der Luft ausgeſetzt geweſen. Dieſes Geſchaͤft des Quellens, Wachſens und Trocknens des Malzes waͤhrt im Durchſchnitt ungefaͤhr 6 Tage, naͤhm⸗ lich bei warmer Witterung kuͤrzere, und bei kalter Witterung laͤngere Zeit. Wo viel gemalzt wird, da wird waͤhrend der Zeit, daß das Malz auf dem Platze waͤchſt und trocknet, ſchon wieder ein Bottich voll gequollen, und ſo auch auf dem Malzplatze ſchichtweiſe verfahren. t) 128 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Anm. e. Der Platz hierzu betraͤgt alſo 5 bis 6 Quadratfuß auf jeden Kubikfuß ausgewachſe⸗ nen Getraides.— Anm. f. Wenn bei gelinder, jedoch feuchter Witterung das Getraide zwar fruͤher quillt, aber langſamer trocknet, und da ſolches nach und nach, und zwar ſobald als moͤglich, jedoch auch nicht zu feucht, gedarrt werden muß; ſo kann es ſich treffen, daß das ausgewachſene Malz noch nicht vom Platze weggeſchafft worden, waͤhrend dem ein neuer Satz ſchon wieder gequol⸗ len iſt. Wo daher viel gemalzt werden ſoll, und auch die dazu guͤnſtige Jahreszeit nicht zu verſaͤumen iſt, muß lieber der Malzplatz ſo groß angelegt werden, daß ſolcher fuͤr jeden Ku⸗ bikfuß ausgewachſenes Getreides Quadratfuß, und fuͤr jeden Kubikfuß vom neuen Quellſatze 2 Quadratfuß, folglich zuſammen fuͤr jeden Kubikfuß von einem Quellſatze 8 Quadratfuß enthaͤlt. Wo weniger gemalzt wird, kann ſich das Quellen nach dem Wachſen des Getreides richten, und dann ſind nur fuͤr jeden Kubikfuß von einem Quellſatze 6 Qua⸗ dratfuß Raum auf dem Malzylatze erforderlich. In jedem Falle aber iſt der Holzerſparung wegen nothwendig, daß beſtaͤndig ſo viel aus⸗ gewachſenes und trocken gewordenes Getraide vorhanden iſt, als abgedarret werden kann, da⸗ mit die Darre waͤhrend der Malzzeit nie ganz erkalten darf. Um das Malzen zu vollenden, ſtehen nun dem Maͤlzer zwei Wege offen. Es muß das voͤllige Abtrocknen der Keime entweder durch die Luft allein, oder vermittelſt des Fcuers auf einer Darre beſchleunigt werden. Im erſtern Falle, wenn er ſo ge— genanntes Luftmalz macht, kann er weiter nichts thun, als daß er das Malz an ei— nem luftigen Orte, z. B. auf einem Boden, ſo weit als moͤglich aus einander breitet, und es mit einem Rechen oft umwendet. Wenn die Fenſter und Luken alsdann bis nahe auf den Fußboden herunter gehen und die Luft unmittelbar auf demſelben hinſtrei— chen kann; ſo wird das Trocknen deſto geſchwinder von ſtatten gehen. Daher muͤſſen auch die Luken wo moͤglich auf beiden entgegen ſtehenden Fronten angebracht ſeyn. Zur Verfertigung des Luftmalzes wird ſehr viel Bodenraum erfordert, und dennoch kann dies Geſchaͤft wegen der oft feuchten Witterung nicht immer mit gutem Erfolge betrieben werden. Anm. Bei dem Luftmalze gilt das, was von der Groͤße des Quelbottichs geſagt worden iſt, ohne alle Veraͤnderung; auch mit dem allmaͤhligen Verbreiten des Malzes geht es eben ſo zu, wie beim Darrmalze, nur daß erſteres wo moͤglich zuletzt noch duͤnner auf dem Boden ver⸗ breitet wird. Und da man hier nicht ſo willkuͤhrlich wie mit der Darre aufraͤumen kann, ſo koͤnnen freilich auch die Malzſätze nicht ſo regelmaͤßig aufeinander folgen, wie eben geſagt worden iſt, weil Luft und Witterung hierbei am wirkſamſten ſeyn muͤſſen. Der Boden⸗ raum, um Luftmalz zu trocknen, muß nach ziemlich uͤbereinſtimmenden Erfahrungen unge⸗ faͤhr fuͤr jeden Kubikfuß gequellter Gerſte ir bis 12 Quadratfuß ſeyn. Außerdem aber muß das eigentliche Malzhaus, Behufs des vorher gehenden Wachſens und Umſchippens, fuͤr je⸗ den Kubikfuß gequellter Gerſte wenigſtens 2 Quadratfuß Raum enthalten. Es iſt daher die Darre mit Recht als eine wichtige oͤkonomiſche Erfindung zu be⸗ trachten, indem man durch dieſelbe erzwingen kann, was die Wirkung der Luft nicht immer leiſten will. Waͤhrend des letzten Trocknens des Malzes auf dem Platze muß alſo n iuj zusgenazſe her guilt, ue ich, jedoch unh gewachſene Nat zwieder geguut reszeit nicht zu für jeden Ku⸗ kfuß vom neuen n Quelſatze dem Wachſen ſate 6 Qua⸗ g ſo viel aus⸗ nden kann, da⸗ offen. Es rvermitteſſ nn er ſo ge⸗ Mahz an ei⸗ er breitet, sdann bis hinſtrei⸗ der muͤſſen tacht ſeyn. und dennoch tem Erfolge zt worden iß Feben ſo zu, a Boden ver⸗ ſen kann, ſo eden geſagt der Boden⸗ rungen unge⸗ em aber muß gpens, fr j dunz zule rLuft rict Paͤße nuß aſ 1 der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 129 alſo die Darre in Stand geſetzt und geheitzt werden, damit ſogleich das am mehrſten trocken gewordene Malz auf dieſelbe gebracht werden kann. Jeden Tag kann zweimahl gedarrt werden, und ſo wird ungefaͤhr in 3 Tagen 6 mahl aufgedarrt, mithin kommt jedes mahl der 6te Theil des ganzen Quell⸗oder Malzſatzes auf die Darre. Wenn nun das Malz nicht gern hoͤher als 2 bis 3 Zoll auf die Darre geſchuͤttet wird, und wenn, wie gedacht, das Quellen, Wachſen und Trocknen jedesmal in 5 bis 6 Tagen geſchieht; ſo muß ein jeder Quellſatz binnen 2 bis 3 Tagen abgedarrt wer⸗ den koͤnnen. Hiernach richtet ſich die Groͤße der Darre um ſo mehr, ²) als nur binnen 7 bis g Monaten, alſo mit Ausſchluß der heißen Sommermonate, gemalzt werden kann, und daher binnen dieſer Zeit, mit Ausnahme der Sonn⸗ und Feſttage, in et⸗ wa 60 bis 70 Quellſaͤtzen die noͤthige Quantitaͤt Malz fuͤr einen jaͤhrlichen Bedarf ge⸗ macht werden muß. Anm. Jacobi, in ſeiner Anweiſung gutes Bier zu brauen, Leipzig 130r. bei Boͤh⸗ me, giebt an, daß nur vom Ende Auguſt bis Eude December, und vom Anfange Maͤrz bis Ende Mai, alſo binnen 7 Monaten, gemalzt werden muͤſſe, um ſowohl den ſehr heißen, als den ſehr kalten Tagen auszuweichen. Anm. g. Herr Buſch nimmt in ſeiner Schrift auf jeden Kubikfuß Malz nur 4 Quadratfuß Darrflaͤche, andere dagegen 6 Quadratfuß an. Wenn aber angenommen wird, daß jeder Malzſatz in 6malen abgedarret werden ſoll; ſo gehoͤren, nach vorher gedachten Beſtimmungen, auf— des Quellſatzes, auf jeden Kubikfuß 5 Quadratfuß Darrflaͤche. Das gedarrte Getraide, oder vielmehr das fertige Malz, wird nun auf dem Bo⸗ den aufbewahrt, und iſt daher, beſonders bei ſtaͤdtiſchen Brau⸗ und Brennereien, ein hinlaͤnglicher Bodenraum nicht nur fuͤr einen Vorrath rohen Getraides, ſondern auch fuͤr den Bedarf an Malz erforderlich. k) Die Keime verlieren ſich zwar waͤhrend des Darrens, werden aber von dem Malze gewoͤhnlich nicht eher ganz abgemacht, als bis ſolches geſchrotet werden ſoll, und dienen dann zu einem guten Schweinefutter. i) Das Schroten des Malzes geſchieht nicht eher, als bis es verbrauet oder zu Brannt⸗ wein verſchwelet werden ſoll, weil ſich das geſchrotene Malz nicht lange conſervirt. Anm. h. Ganz friſches Malz, z. B. welches nicht mehr als hoͤchſtens 8 Wochen alt iſt, und zu altes, welches z. B. 1 Jahr und daruͤber alt iſt, werden nicht fuͤr tauglich gehalten. Es braucht alſo nicht fuͤr einen ganzen Jahrbedarf Malz an Bodenraum, ſondern an Getraide und Malz zuſammen genommen nur fuͤr 1 Jahr an Bodenraum gerechnet werden. Wenn da⸗ her der Boden fuͤr einen Jahrbedarf an Malz, pro Scheffel 3 Quadratfuß gerechnet wird, ſo iſt ſolches fuͤr Getreide und Malz zuſammen hinlaͤnglich. Anm. i. Nach dem Darren und Abkeimen betraͤgt der Scheffel vormals trockener Gerſte unge⸗ faͤhr nur noch Scheffel, und kann 2 bis 3 Fuß hoch auf dem Boden aufgeſchuͤttet werden. Es iſt aber hierbei zu bemerken, daß wenn die Brauerei und Brennerei nicht uͤberwoͤlbt, oder(welches man jedoch nicht leicht thun wird) mit einem doppelten Windelboden bedeckt iſt, ſo ſchuͤttet man nicht gern das Malz oder Getraide uͤber dieſe Raͤume, ja ſelbſt nicht einmal uͤber die Darre, weil auch davon noch zu viel feuchte Duͤnſte aufſteigen. Theil III. Abtheil. II. R Das Brauen. 130 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Das Malzen und Darren iſt ein von der Brau⸗ und Brennerei in ſo fern ganz unabhaͤngiges Geſchaͤft, als es(wie vormals bei der Koͤniglichen Bierbrauerei be Potsdam, und auf dem Dorfe Bornſtaͤdt, nahe bei dieſer Stadt) in ganz abgeſon⸗ derten Gebaͤuden geſchehen kann. Bei kleinern Brauereien iſt es indeß zweckmaͤfiger, das Malzen, Brauen und Branntweinbrennen zuſammen in einem G baͤude zu betreiben, weil daſelbſt alles von einem und demſelben Brauer mit Huͤlfe einiger Handlanger betrieben wird. Anm. Man kann annehmen, daß bei einem ſchon ziemlich ſtarken Betriebe in 3 Wochen 2 mahl gebrauet werden kann. Das Branntweinbrennen aber kann alle Tage geſchehen, indem eine Blaſe taͤglich zweimal anzubringen iſt. Hiernach richtet ſich alſo die Groͤße der Malz⸗Anſtalt. §. 172. Beim Brauen ſelbſt iſt das erſte und wichtigſte Erforderniß gutes Waſſer. Daß Flußwaſſer, und uͤberhaupt weiches Waſſer, ein beſſeres Bier giebt, und zum Aus⸗ brauen des Malzes vortheilhafter als gewoͤhnliches Quell- oder Brunnenwaſſer iſt, lehrt laͤngſt die Erfahrung. Eine Brauerei mit dergleichen weichem Waſſer zu ver⸗ ſehen, iſt daher die erſte Nothwendigkeit, und nur da, wo dies nicht zu erlangen iſt, iſt das Brunnen⸗ oder ſogenannte Roͤhrwaſſer anzuwenden. Wenn nun gebrauet oder gebrannt werden ſoll, ſo wird das von den Keimen gereinigte und gehoͤrig abgemeſſene Malz auf einem reinen gepflaſterten Platze im Malzhauſe in einen laͤnglichen Haufen geſchuͤttet, und waͤhrend eines beſtaͤndigen Umſchippens mit reinem Waſſer ſo lange be— ſprengt, daß unten das Waſſer wieder ablaͤuft. Alsdann wird dieſes ganz naſſe Malz in Saͤcke gethan, und, wenn es 6 oder 8 Stunden geſtanden hat, nach der Muͤhle zum Schroten geſchickt. Um die Groͤße des Brau⸗ und Malzhauſes ungefaͤhr ausmitteln zu koͤnnen, muß allemal genau beſtimmt werden, aus wie viel Scheffeln Malz das groͤßte Brauen be— ſtehen, und wie viel Tonnen Bier daraus gezogen werden ſollen. Sonſt war dies hier in Berlin eine Polizeiſache, und durch eine Verordnung feſtgeſetzt: daß ein ganzes Brauen aus 64 Scheffeln, ein halbes aus 32 Scheffeln, ein Viertelbrauen aus 16 Scheffeln beſtehen, und von 1½ Scheffel Gerſte 1 Tonne Braun⸗ Bier, und von jedem Scheffel Weitzen 1 Tonne Weiß⸗Bier gezogen werden ſolle. Dies geſchieht nun zwar in der Regel ſelten, vielmehr wird ſehr oft von nur 1 Scheffel Gerſten⸗-Malz 1 Tonne Braun⸗Bier u. ſ. w. gezogen. Doch dies iſt, wie ſchon Eingangs erwaͤhnt worden, des Eigenthuͤmers Sache, um ſich daruͤber aufrichtig dem Baumeiſter zu eroͤffnen, damit die Gefaͤße und die ganze Anlage nicht zu klein ausfallen. on nſo fer gan jetbrauerii ganz abgeſen⸗ zweckmͤhige, G aͤude 1 Häͤlfe einige Vochen 2 mahl n, indem eine Nalz⸗Angalt. tes Waſer. nd zum Aus⸗ enwaſſer iſt aſſer zu ver⸗ elangen iſt, rauet oder ggemeſſene en Haufen ſo lange be⸗ ganz naſſe t, nach der önnen, muß Brauen be⸗ ar dies hier in ganzes rtelbrauen e Braun⸗ ier gezogen ſehr oft bon Doch dies iſ ſich derite „ anze Ancg „ der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 131 In den ſogenannten Meiſchbottich wird erſt einiges heißes(doch nicht ſie⸗ dendes) Waſſer gethan, dann das geſchrotene Malz nach und nach, waͤhrend be— ſtaͤndigen Umruͤhrens und Waſſer⸗Nachgießens, hinein geſchuͤttet, damit das Schrot keine Klumpen mache, ſondern ganz vom Waſſer durchdrungen werde, bis ungefaͤhr halb ſo viel Waſſer als zum ganzen Brauen erfordert wird, in den Meiſchbottich ge⸗ kommen iſt. k) Waͤhrend des letzten Umruͤhrens iſt der Hopfen ſchon in der Pfanne oder in einem beſondern Keſſel abgekocht worden; dieſer wird nun zu dem Meiſch ge— than und alles gut durchgeruͤhrt. ²) Bei einem großen Gebraͤude iſt das Umruͤhren des Meiſches eine ſehr ſchwere Arbeit, weil, wie gedacht, das Gut Anfangs ſehr dick iſt. Zu dem Ende iſt eine Bank um den Bottich noͤthig, auf welcher die Brauknechte beim Umruͤhren ſtehen koͤnnen. Anm. k. Den ſorgfaͤltigen Beobachtungen des Herrn Buſch zufolge, betraͤgt dieſer Aufguß un⸗ gefaͤhr 13⁄ Theil der Anzahl Tonnen Bier, welche gebrauet werden ſollen, und beſtimmt zu⸗ gleich, mit Inbegriff des Kubikinhalts, welchen das geſchrotene Malz ſelbſt einnimmt, die Groͤße des Meiſchbottichs. Die Hoͤhe dieſes und des nachher zu beſchreibenden Zapfbottichs muß im Lichten nicht viel uͤber 3 Fuß bis 3 Fuß 2 Zoll, in den Staͤben aber nicht viel mehr als 4 Fuß hoch, und der Durchmeſſer im Boden etwas groͤßer als der obere ſeyn, woraus ſich alſo(derſelbe mag rund oder oval geformt werden) der Flaͤcheninhalt findet, den derſel⸗ be im Brauhauſe einnimmt. Anm. 1. In einigen Brauereien wird der gekochte Hopfen nicht in den Meiſchbottich gethan, ſondern der Meiſch koͤmmt hiernaͤchſt nach und nach zum Hopfen in die Pfanne, oder der ge⸗ kochte Hopfen wird erſt dann unter die gekochte Wuͤrze gethan, wenn dieſe abgekuͤhlt wer⸗ den ſoll. Wie viel Hopfen zu einem Brauen genommen werden ſoll, iſt wiederum des Brauers Sache. Dem Baumeiſter kann dies nur in Ruͤckſicht der Groͤße der Hopfenkammer intereſſi⸗ ren. Herr Buſch giebt beilaͤufig pro Wiſpel Malz 3 Scheffel Hopfen an, Herr v. Eckardt dagegen in ſeiner Experimental⸗Oekonomie pro Wiſpel o Scheffel. Der Hopfen geraͤth aber nicht alle Jahr von gleicher Guͤte; es iſt daher ſehr vortheilhaft, ſich einen Vorrath davon zu halten. Der Hopfen mag nun gepreßt oder locker aufbewahrt werden,(welches letztere jedoch fuͤr die Kraft deſſelben nachtheilig ſeyn ſoll,) ſo gebraucht der Wiſpel Hopfen unge⸗ faͤhr, incl. Raum zum Gehen, 6 Quadratfuß Raum in der Hopfenkammer, Mit dem Einmeiſchen iſt die erſte Arbeit des Brauers geſchehen, und bleibt der Meiſch ungefaͤhr eine Stunde ſtehen. Waͤhrend dieſer Zeit wird wiederum eine Pfan— ne Waſſer gekocht, auch der zweite oder ſo genannte Zapfbottich(welcher ſogleich naͤher beſchrieben werden wird) in Stand geſetzt. Nun wird noch der Meiſch 2 Stun⸗ de lang tuͤchtig umgeruͤhrt, und dann alles in den Zapfbottich gethan, weshalb alſo beide Bottiche von gleicher Hoͤhe ſeyn, und nahe an einander ſtehen muͤſſen. Der Meiſch⸗ bottich wird ſogleich rein ausgeſcheuert. So wie der Meiſch in den Zapfbottich gekommen iſt, wird das Gut darin ſehr gerade gezogen, ein viereckiges Brett, etwa 3 Fuß im Quadrat groß, darauf gelegt, R 2 132 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction und das heiße Waſſer aus der Pfanne vermittelſt einer Rinne auf das gedachte Guß⸗ brett geſchoͤpft. m) Das Brett dient dazu, damit das Waſſer in den Meiſch kein Loch machen, ſondern ſich allmaͤhlig uͤber den ganzen Bottich verbreiten kann. Anm. m. Anſtatt dieſes Gußbrettes bedient man ſich auch einer hoͤlzernen Roͤhre oder eines Wolfs, welche von einigen auch ein Pfaffe genannt wird. Dieſe Roͤhre iſt 6 bis 8 Zoll im Quadrat weit, und reicht vom untern Boden des Zapfbottichs(auf welchem ſie ſteht) bis etwa 6 Zoll uͤber die Hoͤhe des Bottichs, und iſt an der Seite an den Staͤben befeſtigt. Unten zwiſchen dem Boden des Bottichs und dem nachher zu beſchreibenden Zapfboden, iſt die Roͤhre an einer ihrer Seiten offen, ſo. daß, wenn das heiße Waffer des zweiten Aufguffes oben in die Roͤh⸗ re gegoſſen wird, ſolches von unten herauf, zwiſchen beiden Boden, ſich dem Meiſche mit⸗ theilt, welches fuͤr ſehr vortheilhaft befunden wird. Dieſer Aufguß betraͤgt wiederum unge⸗ faͤhr z3 Theil der Tonnen Bier, welche gebrauet werden ſollen, ſo daß beide Aufguͤſſe nun⸗ mehr 13 Theil der Tonnen Bier enthalten. Hieraus, und mit Zurechnung des Malzes und des Zapfbodens, wird die Groͤße des Zapfbottichs gefunden. Nunmehro laͤßt man das ganze Brauen ungefaͤhr eine Stunde oder ſo lange ſte⸗ hen, bis das Waſſer die ganze Kraft aus dem Malze gezogen hat, oder, wie der Brauer ſich ausdruͤckt, das Malz voͤllig ausgebrauet iſt. Alsdann kommt es darauf an, den Malz⸗Extract oder die ſogenannte Wuͤrze ſo klar als moͤglich von den Traͤ— bern abzuzapfen. n) Zu dieſer Abſicht muß unten auf dem Boden des Zapfbottichs, und zwar unmittelbar gegen die Staͤbe deſſelben, ein 3 bis 4 Zoll hoher Rand befeſtigt ſeyn. Auf dieſen Rand und auf einige mehrere Unterlager legt man Bretter, die ſo geſtaltet ſind, daß ſie, in gehoͤriger Ordnung neben einander gelegt, einen zweiten Boden im Bottich oder den ſogenannten Zapfboden formiren, den man nach Ge⸗ fallen herausnehmen und wieder hineinlegen kann; damit er ſich aber in der Fluͤſſig— keit nicht heben koͤnne, werden in der Richtung ſeines Durchmeſſers eine oder zwei Lat⸗ ten quer uͤber die Zapfbodenbretter gelegt, und dieſe Latten entweder mit einer Steife gegen die Decke des Brauhauſes herunter gehalten, oder mittelſt eiſerner, in die Sei— ten des Bottichs befeſtigter Klammern eingeſpannt. Die Bretter, woraus der Bo⸗ den beſteht, ſind mit vielen Loͤchern durchbohrt, durch welche die Fluͤſſigkeit in den Raum zwiſchen beiden Boͤden dringt: dahin ziehen ſich aber auch viele Traͤber. Um nun zu verhuͤten, daß dieſe beim Abzapfen der Wuͤrze nicht mit abfließen, wird der r dem unterſten Boden angebracht iſt, da, wo Hahn, welcher etwa 1 Zoll hoch uͤbe die Wuͤrze in ſelbigen eintreten ſoll, mit einem Strohwiſche belegt, und auf dieſe Weiſe die reine Wuͤrze gewonnen. Anm. n. Herr Buſch hat bemerkt, daß da, wo auf das Schrot von 44 Scheffeln Malz 50 Tonnen Aufguß gemacht wurden, nur 43 Tonnen Wuͤrze abgezogen werden konnten. Dies wuͤrde alſo fuͤr jedes Brauen, es mag ſtarkes oder ſchwaches Bier gebrauet werden, auf jeden es in dem Meiſche zuruͤck bleibt, be⸗ Scheffel Malz ungefaͤhr 0,5383 Kubikfuß Waſſer, welch tragen. der eines Vili n Qundrit vit, wa 6 Zoll üher n zwiſchen dem Rähre an einer en in die Rah— Meiſche mit⸗ iederum unge⸗ Aufguͤſſe nun⸗ es Malzes und ſo lange ſte der, wie der nt es darauf in den Tra⸗ ppfbottichs, d befiſtigt er, die ſo n zweiten nach Ge⸗ dr Fuͤſſig⸗ er zwei Lat⸗ iner Steife in die Sei⸗ us der Bo⸗ keit in den ber. Um wird der , da, wo dauf dieſe heffeln Nalt unnten. Die e, auf jadn fbleibt, k der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤnde ꝛc. 135 ** 3..„0.8 9 In der Gegend, wo der Hahn im Bottich ſteckt, iſt zum Theil unter, groͤßten⸗ theils aber vor dem Bottiche eine Vertiefung im Pflaſter des Brauhaufes gemauert, in welche eine laͤnglichte runde Wanne von ungefaͤhr 6 Kubikfuß Inhalt geſetzt wird. In dieſe Wanne zapft man die Wuͤrze nach und nach ad, und zwar ſo, daß wenn die . 7 2 peiſe. erſte abgezapfte Wuͤrze noch zu dick ſeyn ſollte, ſolche wieder oben auf den Meiſch ge⸗ goſſen wird, bis die Wuͤrze gehoͤrig rein unten ablauft. Um die Wuͤrze bequem in die Pfanne zu ſchaffen, bedient man ſich einer in der gedachten Wanne ſtehenden tragba⸗ ren Pumpe, welche, dicht an dem Bottich ſtehend, an demſelben durch ein Paar eiſerne Halbringe und einen Vorſtecker befeſtigt wird. Auf dieſe Art wird die Wuͤrze in eine Rinne gepumpt und durch letztere in die Braupfanne geleitet, woſelbſt ſie ſo lange kocht, als es der Brauer fuͤr noͤthig findet. Man hat ſolche Braupfannen, die das ganze Brauen faſſen, o) ſehr gern, weil ſie die Arbeit erleichtern; ſonſt kann auch die Wuͤrze in zwei- und mehrern mahlen ab⸗ gekocht werden. y) Dann aber gehoͤrt dazu, daß der Reſt der Wuͤrze nicht zu lange auf den Traͤbern ſtehen bleibe, vielmehr, noch ehe der erſte Sud vollendet iſt, abge— .* 1„** e zapft und in einem beſondern Bottich aufbewahrt werde, weil die Wuͤrze auf den Traͤ— bern ſehr bald ſaͤuert. Jeder Sud wird fuͤr ſich beſonders abgekuͤhlt, nachher alles Bier melirt und mit den Hefen verſehen. Anm. o. Eine ſolche Pfanne wuͤrde, nach den bisherigen Vorausſetzungen, enthalten muͤſſen⸗ 23 der Tonnen Bier, ſo gebrauet werden ſollen,(wen iger o,sss Kubikfuß von jedem Scheffel Malz, das zum Brauen genommen wird,) und einige Zoll hoch Bord daruͤber, damit die Pfan⸗ ne beim anfaͤnglichen Kochen nicht uͤberlaͤuft. Anm. p. Gewoͤhnlich ſind die Pfannen(oder auch wohl nur große Keſſel) kleiner, als daß fi ſaͤmmtliche Wuͤrze mit Einem mahle faſſen koͤnnen. Von einigen wird hierin ein Vorthei. dergeſtalt behauptet, daß eine kleine Pfanne, mit welcher bei mehrmahligem Kochen eben daſ⸗ ſelbe geleiſtet werden kann, nicht nur an ſich weniger koſte, ſondern auch, daß, wenn der ge⸗ reinigte Meiſchbottich ſtatt eines beſondern dritten Bottichs zur Aufbewahrung der Wuͤrze ge⸗ braucht wird, an Raum im Brauhauſe erſpart werde. Dies iſt indeß eine Sache, die nur auf Meinungen beruht, und daher dem Oekonomen zu uͤberlaſſen. Was aber hierbei zu beruͤckſichtigen ſehr weſentlich iſt, das iſt, daß einer gu⸗ ten und zweckmaͤßigen Feuerungsanlage zufolge, die Pfanne nicht zu hoch ſeyn darf, welche alſo bei einem großen Brauen um ſo laͤnger und breiter werden muͤßte. Fuͤr Pfannen von mittlerer Groͤße waͤhlt man die Hoͤhe nicht gern uͤber 2 Fuß, kleinere noch niedriger, und die groͤßten Pfannen nicht uͤber 3 Fuß hoch: theils wegen der Bequemlichkeit, theils weil die Verdunſtung bei einer groͤßern Flaͤche befoͤrdert wird. Zu einem großen Brauen wuͤrde daher eine Pfanne, worin ſaͤmmtliche Wuͤrze mit Einem mahle abgekocht wird, ſehr viel Raum wes⸗ nehmen, und, da der Boden einer Pfanne der ſchwerſte Theil iſ, ſehr koſtdar werden. Frei⸗ lich an Feuerungsmaterial waͤre dabei vielleicht zu profitiren.. Wenn nun das Bier nach des Brauers Abſicht hinlaͤnglich gekocht hat, wird daſ⸗ ſelbe zum Abkuͤhlen entweder in verſchiedene niedrige Kuͤhlbottiche, allenfalls mit Zu— 134 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction huͤlfnehmung der, hierzu zuvor ſehr rein gemachten, Meiſch⸗ und Zapfbottiche, beſ⸗ ſer aber in ein beſonders angelegtes, uͤber den Bottichen ſchwebendes Kuͤhlſchiff, ge⸗ ſchoͤpft; denn es koͤmmt ſehr darauf an, ue das Bier ſchnell bis zu einem gewiſſen Grade der Waͤrme abkuͤhle. Ein ſolches Kuͤhlſchiff iſt ein aus Bohlenholz wie eine Waſchbank geſtaltetes parallelepipedaliſches Gefaͤß, deſſen Seitenwaͤnde ungefaͤhr 9 Zoll bis 1 Fuß hoch im Lichten ſind. 4) Die Hohe, in welcher ein Kuͤhlſchiff uͤber dem Fußboden des Brauhauſes angebracht wird, muß zwar ſo groß ſeyn, daß man an den Bottichen, wenn ſolche darunter ſtehen, bequem arbeiten kann, jedoch auch nicht hoͤher, als daß noch das Bier aus der Pfanne in eine Rinne bequem geſchoͤpft, oder vermittelſt einer kupfernen tragbaren Pumpe nach dem Kuͤhlſchiffe geleitet werden kann. Wenn das Bier bis zur Waͤrme friſch gemolkener Milch abgekuͤhlt i iſt, dann wird ſol— ches insgeſammt wieder in einen Bottich(dies kann der Meiſch-Bottich ſeyn) r) ge— than, und mit den noͤthigen Hefen verſehen. Aus dieſem Grunde iſt es eben ſehr be— quem, wenn, wenigſtens einer von den großen Bottichen, unter, oder doch ſo nahe dem Kuͤhlſchiffe ſteht, daß das Bier aus letzterem ohne Meühe in dieſen Bottich gelaſ⸗ ſen werden kann. Aum. q. Wenn das Bier, wie ſich gehoͤrt, ſehr bald abkuͤhlen ſoll, ſo muß ſolches in den Kuͤhlbottichen oder im Kuͤhlſchiffe nicht hoͤher als 6 Zoll ſtehen. Dies macht auf jede Tonne Bier 7 ⅜ Quadratfuß im Köuͤhlſchiffe. In einer hieſigen ziemlich bedeutenden Brauerei iſt das Kuͤhlſchiff auf einem beſondern Geruͤſte im freien Hofe dicht am Brauhauſe, mit einem Da⸗ che daruͤber erbauet, womit der Eigenthuͤmer ſehr zufrieden iſt. Das Bier wird vermittelſt ei⸗ ner in die Braupfanne zu ſtellenden Pumpe dorthin, und nach geſchehener Abkuͤhlung durch Rinnen zuruͤck in das Brauhaus und in einen der Bottiche geleitet. Anm. r. Wenn der Meiſchbottich, wie in der Anmerkung k geſagt worden, 13 Theil der An⸗ zahl Tonnen des zu brauenden Biers als erſten Auguß, und das geſchrotene Malz ſelbſt ent⸗ halten kann; ſo wird derſelbe auch das ſaͤmmtlich gebrauete Bier in ſich faſſen. Die Kuͤhlbottiche oder das Kuͤhlſchiff muͤſſen den Fenſtern ſo nahe als moͤglich ſtehen, und alsdann ſaͤmmtliche Luken geoͤffnet werden, damit die Luft uͤberall durch⸗ ſcreichen und das Bier ſobald als moͤglich abkuͤhlen kann. Es iſt daher auch gut, wenn das Brauhaus eine anſehnliche Hoͤhe und an beiden gegenuͤber ſtehenden Fronten Fen⸗ ſter, folglich eine ganz freie Lage hat. Es giebt Brauereien, wo nur ein Bottich als Meiſch⸗ und Zapfbottich zu⸗ gleich gebraucht wird. Es befindet ſich alsdann darin ein Zapfboden, wie vorhin beim Zapfbottich erwaͤhnt worden. Wenn der Meiſch in ſolchen Bottich eingeruͤhrt iſt, wird ungefaͤhr eine Wanne voll(oder ſo viel, als zwiſchen beiden Boͤden an Waſ⸗ ſer ſteht) abgezapft und oben wieder aufgegoſſen; alsdann aber wird die Wuͤrze von dem erſten Aufguſſ ſſe, ⁵²) welcher, ſo wie vorhin ungefaͤhr die Haͤlfte des ganzen Auf⸗ on pbotiche, iſ dühſſhif, N⸗ inem gewiſin holz wie iin nde ungefähr iſiif ie daß man an hauch aich höpft, oder verden kann. unn widd ſol⸗ ſenn) ¹) ge eben ſehr be⸗ doch ſo nahe ottich gelaſ ſches in den jede Tonne eeei iſt das einem Da⸗ emutelſt ei⸗ hlung durch Theil der Au⸗ zalz ſelbſt ent⸗ is moͤglich rall durch⸗ zut, wenn unten Fen⸗ bottich zu⸗ wie vorhin eingeruͤt en an Waſ Waͤrze bon anzen Auf der Brau⸗ und Brennerei Gebaͤude ꝛc. 135 guſſes betraͤgt, abgezapft und in einem beſondern Kuͤfen aufbewahrt. Wenn nun der zweite Aufguß aus der Pfanne auf den Meiſch gegoſſen iſt, wird die erſte und hernach die zweite Wuͤrze,) oder, wo eine hinlaͤnglich große Pfanne vorhanden iſt, beide Abzuͤge von Wuͤrze mit Einem mahle abgekocht. Anm. s. Ein ſolcher gemeinſchaftlicher Bottich braucht alſo nicht groͤßer zu ſeyn, als vorhin der Meiſchbottich(ſiehe Anmerk. k) angegeben worden; nur muß dabei der Raum, den der Zapf⸗ boden darin einnimmt, zugerechnet werden. Anm. t. Wenn die erſte Wuͤrze allein abgekocht und auch beſonders als Bier aufbewahrt wird, ſo erhaͤlt man, wenn zugleich auf jede Tonne Bier 3 Scheffel Gerſtenmalz gerechnet wird, das ſo genannte Kufen⸗ oder Doppelbier. Soll aber ein ordinaires Bier auf dieſe Art in mehrern Kochungen gewonnen werden, ſo muͤſſen ſaͤmmtliche Kochungen hiernaͤchſt melirt und dann mit den Hefen geſtellt werden. Auch muß dann die Pfanne, wenn 3. B. die Wuͤrze in zwei Kochungen zu Bier gemacht werden ſoll, 23 der Tonnen Bier nebſt einem hinlaͤnglichen Bord⸗Raum enthalten. Dieſes Verfahren, welches mit dem Filtriren des Kaffees Aehnlichkeit hat, iſt in ſo fern der erſt gedachten Art vorzuziehen, weil durch den jedesmahl friſchen Aufguß das Malz beſſer ausgebrauet und ein Bottich entbehrt wird. Iſt ſo viel Wuͤrze, als man zu der beabſichtigten Quantitaͤt Bier verlangt, abgezogen und verkocht worden; dann kann noch ein dritter Aufguß zu einem ſo genannten Halbbier verbrauet werden. Wenn die Gaͤhrung des Biers nach 10, 18 oder mehrern Stunden geſchehen iſt, dann wird daſſelbe, entweder um ſogleich in der Stadt herum verfahren werden zu koͤnnen, im Brauhauſe in Faͤſſer gefuͤllt(gefaſſet), oder, wo Bier auf Lagern gehalten wird, in den Keller und daſelbſt in die Faͤſſer geleitet. Im letztern Falle iſt ein hinlaͤnglich großer Bierkeller noͤthig, welcher ganz in der Naͤhe des Brauhauſes liegen muß, damit das Bier durch Roͤhren bis in die Faͤſſer geleitet werden kann. Dieſerhalb aber den Bierkeller unter der Brauſtelle ſelbſt anzulegen, iſt nicht gut, weil zu viel Naͤſſe auf dem Fußboden des Brauhauſes ausgeſchuͤttet wird, welche ſich leicht dem Gewoͤlbe mittheilen und ſolches verderben kann, auch die angefuͤllten ſchweren Bottiche einen ſehr ſtarken Druck auf die Gewoͤlbe verurſachen. Uebrigens muß ein Bierkeller eine ſolche Lage haben, daß die Luft durch gegenuͤber ſtehende Fenſter ſtrei⸗ chen kann, welches ein Haupterforderniß iſt, weil bei dem Gaͤhren des Bieres in den Faͤſſern ſich eine Menge Duͤnſte entwickeln, die, wenn ſie nicht von der Luft heraus⸗ getrieben werden, das Bier verderben, und ſelbſt den Leuten, die im Keller zu thun haben, ſchaͤdlich ſind. Anm. Von den abgehenden Traͤbern, Keimen ꝛc. koͤnnen ſowohl Schweine als Ochſen gemaͤſter werden, beſonders wenn ſolche mit der Schlempe aus der Branntweinbrennerei vermiſcht wer⸗ den. Man rechnet ungefähr, daß von 6 Wiſpeln Malz, welches zum Brauen verbraucht wor⸗ den, 1 Ochſe oder 2 Schweine fett gemacht werden koͤnnen, Nur iſt dabei zu hedenken, daß Das Brannt⸗ weinbrennen. 136 Viierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction dieſe Quantitaͤt Futter fuͤr Ochſen binnen 6 Wochen, und fuͤr Schweine binnen 3 bis 10 Wo⸗ chen abfallen muß. H. 173. Bei dem Branntweinbrennen verhaͤlt es ſich in Abſicht des Malzens eben ſo, wie bereits§. 171. geſagt worden; und daß zum Branntwein alle Arten von Ge⸗ traide, ja ſelbſt Obſt, genommen werden kann, iſt bekannt. Weil indeſſen der Rocken und die Gerſte ſchon zum Brodt und Bier ſo haͤufig konſumirt wird, ſo ſollte eigent⸗ lich der Weitzen mehr als die genannten Getraidearten zum Branntweinbrennen ge⸗ waͤhlt werden. Anm. Luftmalz wird zum Branntwein fuͤr beſſer gehalten; auch wird wohl ein Theil rohes oder ungemalztes geſchrotenes Korn unter das Malz gethan, welches indeß nicht ſo, wie reines Malz, uͤberall Beifall findet. Gewoͤhnlich wird eine Miſchung, z. B. von einem Scheffel Rockenmalz und 2 Metzen Gerſtenmalz, oder 15 Metzen Rocken⸗ und 3 Metzen Gerſtenmalz, genom⸗ men. Aus dieſen 18 Metzen Malz ſollten in der Regel ungefaͤhr nur 14 Quart Branntwein gezogen werden. Indeſſen auch hier geht es ſo, wie vorhin beim Bier⸗ brauen erinnert worden: es laͤßt ſich von einer und derſelben Quantitaͤt Getraide ent⸗ weder weniger ſtarker oder mehr ſchwacher Branntwein ziehen. Nur auf die Groͤße der Gefaͤße hat dies weniger Bezug als bei der Brauerei, es muͤßte denn aus der jaͤhr⸗ lichen Konſumtion an Branntwein von einem beſtimmten Gehalte, die Groͤße der Brennerei ausgemittelt werden ſollen. Gutes weiches Waſſer iſt auch hierbei dem Brunnenwaſſer vorzuziehen, und wo erſteres nicht zu haben iſt, wollen einige, daß dann das Brunnenwaſſer entweder vorher abgekocht, oder nur der Einwirkung der Luft und Sonne eine Zeit lang aus⸗ geſetzt werde Die Geſchaͤfte beim Branntweinbrennen, in ſo fern ſolche dem Baumeiſter zu wiſ⸗ ſen noͤthig ſind, beſtehen in folgendem: Das geſchrotene Malz wird in die Meiſchtonnen geſchuͤttet, in welchen ſich ſchon kaltes oder laulichtes Waſſer befindet, vermittelſt der Meiſchhoͤlzer durch einander ge— ruͤhrt oder eingeteigt, nachher mit ſiedendem Waſſer, welches unterdeſſen in der Blaſe ſchon vorraͤthig iſt, eingebrannt, und endlich mit kaltem Waſſer wieder abgekuͤhlt. Dieſe drei Verrichtungen geſchehen unter beſtaͤndigem Umruͤhren; zwiſchen einer jeden aber bleibt das eingemeiſchte Gut eine Zeit. lang ruhig ſtehen. Wegen des nothwendigen Umruͤhrens duͤrfen alſo die Meiſchgefaͤße nicht zu enge und nicht zu hoch ſeyn: letzteres beſonders, weil ſich bei der Menge von Meiſchgefaͤ— ßen on 9 8 bis 10 De Maßzens tben tten von Ge⸗ der Rocken ſollte eigent⸗ ürennen ge⸗ il rohes oder ſo, wie reines tenmalz und alz, genom⸗ 14 Quart beim Bier⸗ traide ent⸗ die Groͤße der jähr⸗ Hroͤße der n, und wo er entweder it lang aus⸗ ter zu wiſ⸗ ſch ſchon nander ge⸗ der Blaſe abgekäͤhlt einer jeden icht zu enge Miigii „ 71 der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 137 ßen nicht ſo leicht, wie vorhin bei dem Bier⸗Meiſchbottich geſagt worden, eine Bank herum anbringen laͤßt. Wenn das Gut in den Gefaͤßen hinreichend abgekuͤhlt iſt, giebt ihm der Brauer die Hefen; dieſe bringen es in Gaͤhrung, und ſo bleibt es eine Zeit lang ruhig ſtehen; ⸗) die Zeit vom Einmeiſchen bis dahin, daß es hinlaͤnglich gegohren hat und in die Blaſe gebracht werden kann, iſt im Sommer kuͤrzer als im Winter; nach einer Mittelzahl betraͤgt ſie 2 bis 2½ Tag. Aum. a. Herr Geh. Rath Hermſtaͤdt hat in den Annalen der Agrikultur⸗Che⸗ mie bewieſen, daß durch das beſtaͤndige und ſorgfaͤltige Bedecken der Meiſchgefaͤße waͤhrend der Gaͤhrung mehrerer und ein ſtaͤrkerer Branntwein erhalten werde, weshalb derſelbe vor⸗ ſchlaͤgt, ſelbige in ſo weit mit paſſenden Deckeln ganz zu bedecken, daß nur vermittelf einer kleinen Oeffnung in denſelben, das kohlenſaure Gas entweichen koͤnne. Es iſt ſolches allhier bereits mit vielem Vortheil in Anwendung gebracht, und dabei auf die im Deckel befindliche etwa 6 Zoll große Oeffnung ein blechernes Rohr von ungefaͤhr 18 Zoll Laͤnge geſetzt worden, damit waͤhrend dem, daß das vorgedachte Gas entflieht, die atmoſphaͤriſche Luft ſich nicht durch Zugluft auch von der Seite ſo ſtark eindraͤngen koͤnne. Der Meiſch alſo, der heute auf die Blaſe gebracht werden ſoll, muß beinahe 3 Tage alt ſeyn; und wenn in einer Brennerei von lebhaftem Betriebe alle Tage ge⸗ brannt wird; ſo muß immer gegohrner Meiſch im Vorrath ſeyn. Es muß daher be⸗ ſtaͤndig eine gewiſſe Anzahl von Gefaͤßen mit Meiſch angefuͤllt, und die Einrichtung ſo gehalten werden, daß, ſo wie ein Theil derſelben heute verbraucht iſt, morgen eben ſo viel wieder abgegohren hat und aufgebracht werden kann. Die Groͤße der Meiſchtonnen, und folglich auch die Anzahl derſelben, kann ſehr verſchieden ſeyn, jedoch richtet ſich ſolche darnach, daß der Meiſch aus einer oder zwei Tonnen allemahl zur Anfuͤllung einer Blaſe rein ausgeſchoͤpft werden muͤſſe, indem der angegoſſene Meiſch beſonders bei warmen Wetter zu ſtark ſaͤuert und ſchlechten Branntwein giebt. b) Die Groͤße und Anzahl der Meiſchtonnen wird alſo nach der Groͤße und Anzahl der Meiſchblaſen c) beſtimmt. Vormahls meiſchte man in ziem⸗ lich großen Kuͤfen ein, ſo daß eine oder zwei Meiſchblaſen damit angefuͤllt werden konnten; jedoch wurden ſelbige gleichfalls mit Einemmahle und rein ausgeſchopft. Jetzt waͤhlt man nicht gern ſehr große Tonnen zum Einmeiſchen, d) theils weil das Einmei— ſchen darin mit mehrerer Beſchwerlichkeit verbunden, theils auch die Reinigung ſol⸗ cher Tonnen ſehr muͤhſam iſt. Anm. b. Um die Groͤße der Meiſchtonnen fuͤr eine gegebene Scheffelzahl zu beſtimmen, iſt au die Guͤte des Getraides Ruͤckſicht zu nehmen: ſchweres Getraide braucht mehr Waſſer zum Aufguß als leichteres; ferner darf der oben erwaͤhnte Grundſatz, daß eine oder zwei Tonnen, je nachdem die Blaſe groß oder klein iſt, jedesmahl bei Anfuͤllung der letztern rein ausge⸗ ſchoͤpft werden muͤſſen, nicht außer Acht gelaſſen werden, wonach ſich alſo die Groͤße der Th eil III. Abtheil. II. S 153 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Meiſchtonnen in Abſicht der Scheffelzahl richtet. Es gebraucht aber ein Kubikſuß Malz, wo⸗ von der Scheffel ungefaͤhr 31 Pfund wiegt, nebſt dem dazu gehoͤrigen Aufauß, uͤberhaupt 6 Kubikfuß Raum in der Meiſchtonne,(andere rechnen beinahe 7 Kubikfuß,) wobei die Ton⸗ nen, des bequemen Umruͤhrens wegen, nicht zu hoch, ſondern ungefaͤhr nur 23½ Fuß im kich⸗ ten hoch ſeyn muͤſſen. Anm. c. Man hat Meiſchblaſen von 1 ½ bis 6 Scheffeln, nicht gern aber viel groͤßer oder klei⸗ ner. Dagegen iſt es vortheilhaft, zwei bis drei Meiſchblaſen neben einer ſo genannten Wein⸗ blaſe im Gange zu erhalten, weil eine Weindblaſe, wenn ſie nicht zu klein ausfallen ſoll, den Lutter von 2 Meiſchblaſen zur Anfuͤllung gebraucht. Anm. d. In hieſiger Gegend ſcheint man eine Vorliebe zu den kleinen Meiſchtonnen zu haben, und ſolche nicht gern groͤßer als fuͤr zwei Scheffel Malz einzurichten, weil ſich darin das Schrot beſſer durcharbeiten laͤßt. In andern Gegenden haͤlt man dagegen diejenige Groͤße der Meiſchtonnen, aus welchen ſelbſt eine 6 bis 3 Scheffel Meiſchblaſe mit Einemmahle angefuͤllt werden kann, fuͤr vorzuͤglicher; dieß muß alſo dem Oekonomen uͤberlaſſen bleiben. Eine Aus⸗ meſſung in einer hieſigen ſehr ſtark gehenden Brennerei gab z. B fuͤr eine 2 Scheffel Tonne 2 Fuß 1n Zoll untern, 3 Fuß 3 Zoll obern Durchm ſſer, und 2 Fuß 9 Zoll Hoͤhe im Lichten. Die aͤußere Hoͤhe derſelben, im Stabe gemeſſen, kann alsdann ungefaͤhr 3 Fuß 3 Zolk ſeyn. Der Raum in derſelben enthaͤlt ungefaͤhr 21½ Kubikfuß. Wenn nun z. B. 2 Meiſchblaſen, eine jede von 4 Scheffeln mit Einemmahle angefullt werden ſollen, ſo ſind dazu 4 Meiſchtonnen à 2 Scheffel erforderlich. Es kann aber eine Meiſchblaſe taͤglich zweimahl angebracht werden: in ſolchem Falle werden taͤglich 3 ſolcher Meiſchtonnen ausgeleert; und da der Meiſch 3 Tage alt ſeyn muß, ehe derſelbe verſchwelet werden kann; ſo muͤſſen zu einem ſolchen Betriebe 24 dergleichen Meiſchtonnen in der Bren⸗ nerei Platz finden. Hiernach, und nach der Groͤße der Meiſchtonnen, iſt alſo jedesmahl der Raum fuͤr dieſelben in einer Brennerei zu beſtimmen. Um das Waſſer ſo wohl nach den Blaſen als nach den Kuͤhlfaͤſſern zu leiten, wird eine Rinne angelegt. Vermittelſt eben ſolcher Rinnen wird auch der Meiſch aus den Faͤſſern nach den Meiſchblaſen geleitet. Der Brenner ſchoͤpft nun mit einem Handfaſſe den Meiſch aus den Tonnen in die Rinne, und da, wenn dieſe Arbeit be— quem verrichtet werden ſoll, die Hoͤhe der Rinne von dem Fußboden, worauf die Faͤſ⸗ ſer ſtehen, nicht uͤber 5 Fuß betragen darf, auch der Blaſenhals zuweilen etwas hoch liegt, und die Rinne nach der Blaſe hin, ein hinlaͤngliches Gefaͤlle haben muß; ſo werden die Meiſchfaͤſſer gewoͤhnlich auf eine gemauerte und mit Flieſen oder Mauer— ſteinen gepflaſterte Erhoͤhung(Terraſſe) geſtellt. Die Hoͤhe dieſer Terraſſe muß alſo allemahl(wenn a die Hoͤhe vom Fußboden bis am Blaſenhalſe, das Gefaͤlle der Leitungsrinne, und die Hoͤhe der Terraſſe bedeuten ſoll)(a+ G)— 5 Fuß= ſeyn. Die Breite der Derraſſe richtet ſich nach der bequemen Stellung der Tonnen und der Geſchaͤfte beim Einmeiſchen. Auf jeden Fuß Breite der Derraſſe koͤnnen we— gen trockener Stellung der Tonnen* Zoll Abfall gerechnet werden. Dieſes Gefaͤlle, abgezogen von der gefundenen Hoͤhe der Derraſſe, giebt die vordere Hoͤhe derſelben an, woraus ſich dann auch findet, ob ſolche mit oder ohne Stufen zu erſteigen iſt. on bitſu Nälh, b ufguß, üherhaut ) wobei die dir 2d Fuß in d⸗ grißer oder kli genannten Wiin⸗ usfallen ſoll, da onnen zu haben, ſich darin das jenige Groͤße der umahle angefüͤllt dden. Eine Aus⸗ Scheffel Tonne Hͤhe im Lichten. Fuß 3 Zolhſeyn. mmahle angefält kann aber eine glich g ſolcher ſze verſchwelet in der Bren⸗ edesmahl der n zu leiten, Meiſch aus in mit einem eſe Arbeit be⸗ auf die Faͤſ etwas hoch en muß; ſo der Mauer⸗ ſe muß alſo Gefäͤlle der 5 Fuß=“ der Tonnen koͤnnen we ſes Gffäll derſelben a ſt der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude c. 139 Eine Meiſchblaſe wird bis ungefaͤhr drei Viertheil mit dem Meiſch angefuͤllt. e) Auf den Hals der Blaſe und zugleich auf die Muͤndung des im Kuͤhlfaſſe befindlichen Schlangenrohrs, paßt der Brenner alsdann den Blaſenkopf oder den ſo genannten Helm, und verſtreicht denſelben am Blaſenhalſe ſorgfaͤltig mit Lehm, damit keine Luft eindringen oder der Spiritus mit der Luft Kommunikation erhalten kann, wodurch das Abſpringen des Helms und mancherlei Ungluͤck erfolgen wuͤrde. 1) Nun wird Feuer unter die Blaſe gemacht; der Meiſch in derſelben wird nach und nach heiß, der darin befindliche Spiritus fliegt als Dampf in den Blaſenkopf an, dringt in das, im Kuͤhlfaſſe befindliche Schlangenrohr, wird daſelbſt abgekuͤhlt, und fließt tropfenweiſe aus dem Schlangenrohre unten heraus in einen Trichter, und durch dieſen in ein klei⸗ nes Faß, die Vorlage genannt. ²) Anm. e. Es iſt um ſo noͤthiger, daß eine Blaſe nicht zu wenig angefuͤllt iſt, weil ſonſt die zur Feuerung ſehr vortheilhaften Zuͤge um die Blaſe auch nicht hoͤher reichen duͤrften, es muͤßte denn ſolche, wie auch von einigen geſchieht, noch um einen Theil mit Waſſer aufgefuͤllt werden. 1 Herr Buſch giebt die Ausmeſſung zweier Blaſen an, wovon die eine, fuͤr jeden Kubik⸗ fuß Malz 7 Kubikfuß, die andere etwas weniger, naͤhmlich fuͤr jeden Kubikfuß Malz nur 6 ½ Kubikfuß Inhalt hat. Beide werden von ihren Eigenthuͤmern fuͤr hinlaͤnglich gehalten. Herr Cemmerzienrath Neuenhahn,(in ſeiner Schrift: uͤber Branntweinbren nerei, Erfurt 1802 bei Kayſer,) der auch fuͤr jeden Kubikfuß Malz 6 Kubikfuß, oder, welches ungefaͤhr eben ſo viel iſt, auf jeden Scheffel 112 Kubikfuß Raum in den Meiſch⸗ tonnen rechnet, verlangt auf jeden Kubikfuß Malz 3 Kubikfuß, oder auf jeden Scheffel 14 Kubikfuß Raum in der Blaſe, wobei dieſe bis auf Theil ihres Inhalts nur mit Meiſch an⸗ gefuͤllt ſeyn ſoll. Nehmen wir nun nach hieſigem Gebrauch fuͤr den Kubikfuß Malz Kubik⸗ fuß oder fuͤr den Scheffel 12z Kubikfuß Raum in der Blaſe an; ſo wird z. B. eine 4 Schef⸗ fel Blaſe 49 Kubikfuß innern Raum enthalten. Ferner iſt es in Abſicht der Feueranlage ſehr gut, wenn der Boden einer Blaſe verhaͤlt⸗ nißmaͤßig groß genug iſt. Denn es koͤmmt hierbei auf ſchnelle Verdunſtung an, und dieſe muß von einer groͤßern Flaͤche ſtaͤrker als von einer geringern ſeyn; freilich muß die Hoͤhe auch in einem ſchicklichen Verhaͤltniſſe bleiben, und dieſe nicht allein, ſondern auch die Weite des Schlangenrohrs, muß mit der Weite der Blaſe zunehmen, wenn die Dämpfe, ehe ſie tropfbar⸗fluͤſſig werden, ſich nicht preſſen ſollen. Fuͤr das Verhaͤltniß der Blaſe giebt Herr Buſch die Regel: daß ſich der Durchmeſſer zur Hoͤhe wie 4: 3 verhalten ſolle.(Dies iſt in hieſiger Gegend die gebraͤuchlichſte Form, obgleich von andern zuweilen das Verhaͤltniß des Durchmeſſers zur Hoͤhe wie 2: 1 angegeben wird.) Nicht als Geſetz, ſondern nur beilaͤufig als eine ungefaͤhre Angabe der Form, beſonders fuͤr Blaſen von mehr als 2 Scheffel, wollen wir dies annehmen; und dann findet ſich aus dem gegebenen Kubikinhalte der Blaſe= 0 der Durchmeſſer d, und daraus, wie gedacht, die Hoͤhe= 3 a, auf folgende Art: / 16 C d. 3,14., 3 d. 1 4= G. folglich d= aus. Anm. k. Am leichteſten kann dadurch ein Ungluͤck entſtehen, wenn aus Unvorſichtigkeit der in die Vorlage uͤberlaufende Spiritus des Abends mit einem Lichte entzuͤndet wird. Um dieſes beſtmoͤglichſt zu verhuͤten, iſt anſtatt des Trichters eine glaͤſerne Roͤhre, die vom Schlangen⸗ rohr in das Spundloch der Vorlage reicht und moͤglichſt paſſend iſt, um ſo mehr von gro⸗ S 2 140 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction ßem Nutzen, als dadurch der uͤberlaufende Spiritus hinlaͤnglich ſichtbar bleibt, und weniger der Verdunſtung preisgegeben wird, als vermittelſt des in dem Spundloche der Vorlage we⸗ niger paſſenden Trichters. Anm. g. Die Hoͤhe eines Kuͤhlfaſſes richtet ſich nach der Höhe der eingemauerten Blaſe mit ih⸗ rem Helm. Da ader noch ungefaͤhr 18 Zoll Waſſer uͤber dem Schlangenrohre im Kuͤblfaffe ſtehen muß, und, um die Schlangenwindungen der Roͤbre hinlaͤnglich lang zu machen,(ſie beſtehen gewoͤhnlich aus vier bis fuͤnf Windungen,) muß ein Kuͤhlfaß nicht zu niedrig ſeyn, folglich auch die Blaſe nicht zu niedrig eingemauert werden. Ein geſchickter Brenner wird auch hierin die deſte Hoͤhe und Form anzugeben verſtehen. Herr Buſch giebt nach ſeinen Ausmeſſungen fuͤr ein Kuͤhlfaß zu einer 4 Scheffel Meiſchblaſe die Hoͤhe auf 6 Fuß, und zu einer 2 S effel Meiſchblaſe die Hoͤhe auf 5 Fuß ⸗ Zoll an. Fuͤr die Proportion derſel⸗ ben glaubt derſelbe die Regel angeben zu koͤnnen, daß der obere Durchmeſſer agleich dem Durchmeſſer der dazu gehoͤrigen Blaſe, der untere Durchmeſſer aber= ꝛz des obern ſeyn koͤnne. Man hat auch viereckige Kuͤhlfaͤſſer; die Erfahrung lehrt aber, daß, da das Waſſer dar⸗ in ſehr gegen die Seitenwaͤnde druͤckt, und die eiſernen Baͤnder um ſelbige ausbauchen und ſich in die Ecken einſchneiden, dergleichen Faͤſſer nicht dicht halten. Da der Zweck der Kuͤhlfäͤſſer eigentlich iſt, den heißen, als Dampf im Blaſenhelm an⸗ fliegenden Spiritus moͤglichſt ſchnell abzukuͤhlen, ſo hat man auch ſchon die Kuͤhlfaͤſſer ganz frei im Hofe dicht am Brennhauſe unter ein beſonderes Dach geſtellt. Hiervon wird in der Folge das Naͤhere vorkommen. ’ Da das warm gewordene Waſſer in einem Kuͤhlfaſſe jederzeit in die Hoͤhe ſteigt, ſo wird das kalte zuzupumpende Waſſer am zweckmaͤßigſten vermittelſt eines ſo genannten Wolfs, wel⸗ cher ſchon S. 132 in der Anmerkung m beſchrieben worden, nach dem Boden des Faſſes hin⸗ unter geleitet werden, um das warme Waſfer in die Hoͤhe zu draͤngen. Letzteres fließt hier⸗ naͤchſt durch eine Roͤhre ab, die oben im Rande angebracht iſt. Vorzüͤglich iſt darauf zu ſe⸗ hen, daß das Waſſer nicht an den Seiten des Kuͤhlfaſſes ablaͤuft, wodurch das Faß ſehr bald ruinirt wird. Dieſe Einrichtung, das kalte Waſſer von unten hinauf zu leiten, hat auch noch den Vor⸗ theil, daß da, wo der warme Dunſt zuerſt in die Schlangenroͤhre tritt, derſelbe nicht zu ſchnell erkaltet, als wodurch die Deſtillation aufgehalten werden koͤnnte. Wenn in der Zeit, daß der noch mit vielem Phlegma vermiſchte Spiritus, oder ö der ſo genannte Lutter abtraͤufelt, zu ſtark gefeuert wird, ſo fließt zuweilen der dicke Meiſch mit uͤber. Um dieſes zu verhuͤten, muß die Feuerung mit verſchiedenen Schie⸗ bern und ſo angelegt ſeyn, daß der Brenner nach Gefallen das Feuer regieren kann. Iſt der Lutter ſaͤmmtlich in die Vorlage abgetrieben, ſo oͤffnet der Brenner den unten in der Blaſe befindlichen durch die Einmauerung hervor ragenden Hahn, und laͤßt durch ſelbigen die Schlempe vermittelſt einer Rinne in eine nahe bei der Brennerei befindliche Schlempgrube laufen, aus welcher dann ſelbige zur Schweinefuͤtterung ver⸗ V braucht wird. h) Anm. k. Als ungefaͤhren Maaßſtab für die Viehmaͤſtung kann nach Herrn Buſch angenommen werden: daß da, wo taͤglich 4 Scheffel Schrot verſchwelet werden, 20 Schweine oder 10 Stuͤck Rindvieh zur Maſt aufgeſtellt werden koͤnnen, wobei zu bemerken iſt, daß ein Schwein in 8 dis ro Wochen, und ein Stuͤck Rindvieh ungefaͤhr in 6 Wochen blos von ſolcher Schlem⸗ pe fett gemacht werden kann. 1 on iöt, und verige der Dulſage ne en Blaſe mit i⸗ hre im Kühbaſe zu machen,(ſe zu niedrig ſehn, er Brenner widh iebt nach ſeinan uf 6 fuß, und oportion derſel⸗ ſer gleich dem des ohern ſehn das Waſſer dar⸗ ausbauchen und Blaſenhelm an⸗ Kuͤhliäſſer ganz on wird in der feigt, ſo wird Wolfs, wel⸗ „ Faſſes hin⸗ s fließt hier⸗ darauf zu ſe⸗ das Faß ſehr noch den Vor⸗ kſelde nicht zu wiritus, oder len der dicke enen Schie⸗ ren kann. zrenner den Hahn, und Brennerii itterung ver⸗ h angenemmen zwweine oder 0 ein Ecwei glcher Schlew⸗ der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude c. 141 1 Nachdem der Lutter von der Meiſchblaſe abgezogen iſt, i) welches ungefaͤhr 6 Stunden waͤhrt, wird derſelbe auf die ſo genannte Laͤuter-, Klar⸗ oder Wein-Blaſe gebracht. Hier wird nur durch Kochung der Spiritus von dem Pfleama geſchieden; erſterer fliegt im Blaſenkopfe an, und laͤuft als reiner Brannt⸗ wein durch das in einem Kuͤhlfaſſe befindliche Schlangenrohr in die Vorlage; das Pfleama bleibt in der Blaſe zuruͤck, wird durch den Hahn abgezapft, und entweder verſchuͤttet, oder, wie einige thun, ſogleich wieder zum Einmeiſchen verbraucht. k) Anm i. Der abgezogene Lutter aus einer Blaſe wird ungefaͤhr Ein Drittheil des Meiſches in Kubikfußen enthalten. Anm. k. Die Groͤße der Weinblaſe kann gegen die der Meiſchblaſen ſehr verſchieden ſeyn. Iſt es richtig, wie Herr Buſch und andere behaupten, daß der abgezogene Lutter ein Drit⸗ theil des Meiſches beträgt; ſo iſt das Verhaͤltniß der Weinblaſe zur Meiſchblafe leicht zu finden. Wenn nähmlich die Weinblaſe nicht gar zu klein ausfallen ſoll; ſo muß ſelbige wenigſtens den Lutter aus einer 4 Scheffel⸗Blaſe faſſen koͤnnen. Wenn aber der Lutter aus 3 bis 4 gleich großen Meiſchblaſen zugleich in die Weinblaſe koͤmmt, dann wird ſelbige ſo groß als eine dieſer Meiſchblaſen ſeyn, oder vielmehr aus 3 bis 4A ſolchen Blaſen gemeiſcht; und dann in einer derſelben der Lutter ausgeſchwelt werden koͤnnen. Wenn alſo in einer kleinen Brennerei nur eine einzelne Blaſe als Meiſch⸗ und Weinblaſe zugleich gebraucht wird, ſo muß der Lutter ſo lange geſammelt werden, bis die Weinblaſe damit um ½ Theil ihres Inhalts angefuͤllt werden kann. Sollte ſie davon noch nicht hinlaͤng⸗ lich angefuͤllt ſeyn, ſo kann das fehlende als reines Waſſer zugeſetzt werden. Einige behaupten, daß der Lutter ſich nicht lange conſervire, und daher das Sammeln deſſelben zur Weinblaſe nachtheilig ſei; andere dagegen, und z. B. Chriſt in ſeinen Re⸗ geln vom Fruchtbranntwein, Frankf. a. M. 1785. bei Hermann, behaupten, daß, je aͤlter die Laͤuterung ſei, deſto beſſern Branntwein ſie gebe. Bei großen Brennereien iſt eine Schrotkammer in der Naͤhe der Brennerei er⸗ forderlich, 1) weil beſtaͤndig eine hinlaͤngliche Quantitaͤt Schrot vorhanden ſeyn muß. Es braucht ſelbige aber nicht mehr als den Bedarf von 2 bis 3 Tagen zu faſſen, weil das Schrot ſich nicht lange conſervirt. Bei kleinen Brennereien hat man nur einen Kaſten, worin das vorraͤthige Schrot aufbewahrt wird. Anm. 1. Das Schrot kann nur bis hoͤchſtens 2 Fuß hoch geſchuͤttet werden. Die Feuerungs-Anlage kann zur Braupfanne, zu den Blaſen, und wo moͤglich auch zur Darre in einem Raume angelegt werden, wenigſtens iſt dies zu den Ge⸗ ſchaͤften ſehr bequem. Eine ſolche Feuerung muß dann aber, nicht nur wegen der vie⸗ len Heitzungen, ſondern auch, um darin einige Brennmaterialien vorraͤthig zu halten, hinreichend groß ſeyn. Sollte das Darrhaus nicht erlauben, daß die Feuerung der Darre zugleich mit aus dem Raume der Pfannen⸗ und Blaſenfeuerung geſchehen koͤnn⸗ te; ſo laͤßt ſich dennoch allenfalls ein Backofen ſo anbringen, daß derſelbe aus dem letzt erwaͤhnten Raume geheitzt werden kann. Lage eines Brau⸗ und Brennhauſes. 142 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction §. 174. Aus der vorſtehe nden neäen Beſchreibung des Bierbrauens und Branntweinbren⸗ nens wird jeder die Wi nerei wo moͤglich eine treie e⸗ ade, und zwar gegen Norden oder Weſten, damit ein ſolches Gebaͤude kuͤhl gehalten, reinigt, und die fen gkeit der Regel einſehen: daß ein Brauhaus und eine Bren⸗ haben muß, ihl von allen Seiten durch Zugluft beſtaͤndig ge⸗ uchr n Duͤnſte moͤglichſt ſchnell hinaus gefuͤhrt werden koͤnnen. Fer⸗ † ner iſt ein guter trockener Grund erforderlich, damit die Keller gehoͤrig tief in der Er⸗ U de angelegt werden koͤnnen, und beſtaͤndig frei vom Grundwaſſer bleiben.*) Vor⸗ zuͤglich iſt aber auch gutes Waſſer noͤthig, welches durch Pumpen aus nicht zu großer Tiefe geſchafft werden kann. Dergleichen Punpeuaſſer in hinreichender Menge iſt 1 (wenn auch wirklich zum Brauen ſelbſt das Waſſer aus dinen nahen Fluſſe fuͤr beſſer gefunden wird) N dennoch zum Nrinmachen der Gefaͤße und zum Abkuͤhlen in den Kuͤhl C 2 faͤſſern ſehr nothwendig, weshalb alſo dergleichen Gebaͤude nicht auf zu bedeutenden Anhoͤhen erbauet werd *—„ 2 en ſollten. Eine in hieſiger Naͤhe gemachte Erfahrung, daß in den Kellern eines Hauſes auf einem ziem⸗ lich hohen Berge, ſich dennoch faſt alle Fruͤhjahr eine bedeutende Menge Waſſer einfand, mag hier ei al eingeſchaltet werden. Es beſtand dieſer Berg, wenn man nur ungefähr 2 bis 3 Suß durch die Oberflaͤche grub, aus reinem Lehm. Die Stelle, worauf das Haus erbauet worden, war zwar nicht die tiefſte, 7 aber auch nicht die hoͤchſte auf der ziemlich ebenen Oberflaͤche des„Deen;z vielleicht aber mochte die Lehmlage hier, gegen die naͤchſte Gegend umher, eine Tiefe unter der darauf befindlichen wenigen Erde kilden Genug, man legte das Kellerpflaſter faſt 4 auf der Oberfläche des Erd⸗ bodens an, doch die Keller ſowohl einigermaßen in der Erde zu erhalten, als auch um hiernächf das rauf⸗ und Regenwaſſer vom Gebäͤude beſſer abzuleiten, fuͤllte man den Erdboden um das Gebäude herum 3 bis 4 Fuß hoch an. Als ſich nun in zwei Fruͤhjahren hinter einander Wuſie in den Kellern einfand, war nicht nur die Frage, woher auf einem Berge das Waſſer in die, noch dazu ſo hoch liegenden Keller komme, ſondern auch, wie dies weg⸗ zuſchaffen ſei„ſehr wichtig. Man ſchloß: das Schnee⸗ und Regenmaſſer ſenkt ſich durch die geringe obere Erdſchicht bis auf die Lehmlage; hier aber kann es nicht tiefer dringen, ſon⸗ dern ſucht ſich nun in der Breite nach denjenigen Orten, welche Tiefen in der Lehmlage bil⸗ den, Abzug oder das Niveau zu verſchaffen. Liegt nun das Kellerpflaſter auf einer nur etwas niedrigern Lehmſchicht, ſo fuͤllt das Waſſer dieſe Vertiefung, folglich den Keller mit Waſſer. 1 e Daß dieſer Schluß richtig war, iſt nachher dadurch erwieſen worden f herum, und von da aus abwaͤrts, Graͤben, welche tie s d hen, gezogen, und dadurch das Waſſer ſo abgeleitet wanden⸗ daß in den Kellern wieder zedeſet iſt. Dergleichen Graͤk e b05 um das Haus lerpflaſter ge⸗ eitdem m noch kein Waſſer 2 — äben um einem Gebaͤude, wenn ſolche auch nur wenig Breite bed uͤrfen, verurſachen je doch immer eme große Unbequemlichkeit: daher wuͤrde hier diejenige Vorrichtung zu empfehlen ſeyn, welche in dem von dem verſtorbenen Herrn Grafen von Podewils auf Gaͤſow uͤberſetzten engliſchen Werke(John Johnstone, Abhandlung uͤber das Aus⸗ trocknen der Suͤmpfe und Entwaͤſſerung kalkgruͤndiger Ae Herrn Elkingston entdeckten Verfahrungsart: mittelß 2 f ſion bei Maurer in Berlin, 1799.) angegeben wird, und in folgend — ach der neueſten von dem der Buellen, in Commiſ⸗ n dergleichen 9 jen 2 2 der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 143 anntwei um das Haus herum und von da abwaͤrts nach einer Tiefe zu ziehenden Graͤben werden auf . niren⸗ das Bette derſelben Feldſteine von mittelmaͤßiger Groͤße, ungefähr 2 Schichten hoch, auf ind eine Bren⸗ dieſe, Strauchbuͤndel oder Faſchinen, und uͤber die Faſchinen hinweg feſte Erde gelegt, mit , haben nuß letzterer die Graͤben bis oben heran ausgefuͤllt, feſt geſtoßen, und(in dem vorliegenden Falle) 1 um das Haus herum mit Feldſteinen bepflaſtert. Die Feldſteinlage unter dem Strauchwerke beſtaͤndig ⸗ bildet nun einen hinlaͤnglichen offenen Kanal, durch welchen das Waſſer, ohne nach dem Hau⸗ önnen. Fer⸗ ſe hin weiter durch das Erdreich dringen zu duͤrfen, einen leichtern Abfluß findet. eef in der E⸗ g *) Vor⸗. 175. it zu großer Ueber die Frage, ob ein Brau- und Brennhaus gewoͤlbt ſeyn muͤſſe oder nicht, Hoͤhe eines er Menge iſ iſt ſchon viel geſtritten worden. Ohne hieruͤber meiner Seits entſcheiden zu wollen, e Beng 7 iſe fur beſſe de ich mich hier nur damit begnuͤgen, die Gruͤnde dafuͤr und dawider ſo aus einander nebſt Decken, in den Kühl zu ſetzen, als zur Wahl in dieſer Sache fuͤr den Einen oder Andern erforderlich iſt. V dnn bedeutenden Die Hauptbedingungen in dieſer Hinſicht ſind bei dergleichen Gebaͤuden: erſtlich, demſelben. uf einem ziem⸗ daſſer einfand, erfache grub, t die tieffte⸗ aber mochte befndlichen che des End⸗ ten, als auch dllte man den ahjahren hinter f einem Berge wie dies weg⸗ ſiy durch die dringen, ſon⸗ behmlage bil⸗ zer nur etwas nit Waſſer. um das Haus pflaſter ge⸗ h kein Waſer reite bedürfen, e Vorrichtung Podevilt üͤber das Aus⸗ ſten von dett „i Comniß In daulchn ſie muͤſſen im Winter warm und im Sommer kuͤhl ſeyn. Zweitens, der Luftzug durch die Fenſter oder Luken muß ſo ſeyn, daß der aufſteigende viele Dampf ohne Aufent⸗ halt im Gebaͤude ſo ſchnell als moͤglich heraus getrieben werde. Drittens muß die Decke, wie ſich wohl von ſelbſt verſteht, gegen die vielen aufdampfenden Feuchtigkeiten auch dauerhaft genug ſeyn. Dieſe drei Hauptbedingungen werden in Abſicht der Decke von vielen bei den Brau⸗ und Brennereigebaͤuden im Widerſpruch gefunden; naͤhmlich, um die Decke in einer Brauerei oder Brennerei recht dauerhaft zu machen, muß dieſelbe aus gut ge— brannten feſten Steinen uͤberwoͤlbt werden; auch wird dieſelbe alsdann gewiß im Sommer kuͤhl und im Winter warm ſeyn. Hiergegen erwiedern Andere, daß, da ein Gewoͤlbe, es mag Kreuz- oder Kappengewoͤlbe ſeyn, immer keine gerade Decke bilde, ſo ſammlen ſich in den Hoͤhlen des Gewoͤlbes die Daͤmpfe, ohne durch die Luken ge— hoͤrig abgeleitet werden zu koͤnnen, und werden ſo durch ihr Niederſchlagen dem Biere oder Branntweinmeiſche nachtheilig; die Feuchtigkeit haͤnge ſich deshalb auch an einem Gewoͤlbe mehr als an einer Balkendecke an, loͤſe die Steine auf, oder es fallen von der Decke die angehaͤngten Unreinigkeiten in den Meiſch ꝛc., und verderben ſolchen. Fer⸗ ner ſo ſpreche die Erfahrung hinlaͤnglich bei alten Brauhaͤuſern fuͤr die Dauerhaftigkeit der Balkendecken. Endlich aber, in einer Brennerei muͤſſe ſchon deshalb kein Gewoͤl— be ſeyn, weil, wenn ja einmahl ein Bl laſenhelm abſpringen ſollte, derſelbe eine groͤße— re und viel gefaͤhrlichere Zerſtoͤhrung anrichte, als bei einer Balkendecke, wo derſelbe allenfalls nur das Balkenfach in die Hoͤhe werfen werde. Aus allen dieſen Gruͤnden haͤtten auch ſchon Einige, deren Brau⸗ oder Brennerei gewoͤlbt geweſen, ſogar die 144 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Gewoͤlbe wieder abnehmen, und eine Balkendecke anlegen laſſen, und dabei aus Er⸗ fahrung gefunden, daß dies dem Bier und Branntwein zutraͤglicher r Heworden ſei. Um die Vertheidigung der Gewoͤlbe hiergegen zu hoͤren, wollen wir einſtweilen dieſen das Wort reden. Es wird noͤhmlich ahneben, daß uͤb⸗ er einer Brennerei, in Ruͤckſicht des Abſpringens des Blaſenkopfs ſowohl, als auch weil in derſelben weit we⸗ niger Daͤmpfe als in der Brauerei aufſteigen, dahunders wenn noch, vie nachher ge⸗ zeigt werden ſoll, die Kuͤhlfaͤſſer außerhalb der Brennerei ſtehen, eine Balkendecke, wenn ſolche aus guten Materialien und gut gemacht, auch das Geboͤude erſt zu geho⸗ riger Zeit nach dem Baue benutzt wird, hinlaͤngliche Dauerhaftigkeit gew; wenn beim Abſpringen eines Blaſenkopfs der Spiritus ſich entzuͤndet, ſ muß dagegen die Balkendecke allerdings feuergefaͤhrlicher ſeyn. Ferner, in einem Brauhauſe muͤſſen die vielen feuchten Daͤmpfe allerdings eine fruͤhere Zerſtoͤhrung an einer Balkendecke als an einem Gewoͤlbe verurſache n⸗ und be⸗ ſonders die Balkenfaͤcher, wenn ſolche aus Lehmſtaken beſtehen, ſehr fruͤ Haufgeloͤßt, und des moͤglichen Herunterſtuͤrzens wegen gefaͤhrlich werden. Iſt abe er d— wie einige wollen, nicht aus Lehmſtaken, ſondern blos mit Brettern Helegt, die Daͤmpfe bis in den daruͤber befindlichen Boden, wo alsdann kein Getrai Malz geſchuͤttet werden kann, und dieſer ſo nothwendige Gelaß verloren geht; auch el kann eine ſolche Decke alsdann nicht die Mu ae im Winter bewirken, welche jedoch ſowohl fuͤr den Meiſch als fuͤr das mit den Hefen geſtellte Bier ſo dieh gewuͤ zuſc ht wird. Dieſer letztere Umſtand in Betreff des geſte ten Biers laͤßt ſich zwar durch einen geraͤu⸗ migen Bierkeller heben, in welchem das Bier in einem Bottich aufgeſtellt w bird: aber nicht ſo iſt es der Fall mit dem Meiſche. Die Urſach, warum ſich an einem Gewoͤlbe mehr Unreinigkeit als an einer Balkendecke von dem Dampfe anſetzen ſollte, iſt nicht wohl einzuſehen, und wenn hierbei von dem Herunterfallen der Unreinigkeit in den Meiſch ꝛc. die Rede iſt; ſo muß dies von den bald aufgeloͤßten Balkenfachen, oder von deren n Putze und deren Weiße, noch eher zu befuͤrchten ſeyn. Was ader den Haupt⸗ umſtand, nauͤhmlich die ſchnelle Abfuͤhrung des Qualms aus einem Brauha iſe, betrifft, ſo duͤrfte eine eingeſchloſſene Lage deſſelben, wo naͤhmlich nur an Einer Seite Fenſter oder Luken ſind, in beiden Faͤllen keinen gehoͤrigen Abzug gewaͤhren. ber ge ganz frei, ſo wuͤrde bei der Dispoſition des Gewoͤlbes vorzuͤglich dahin zu ſehen ſeyn, daß eine hinlaͤngliche Anzahl Luken, in gehoͤriger Hoͤhe an der Decke d be ſo angelegt werden, daß die Kappe n und Gurte die Fenſter nicht im mind decken oder verſtecken, auch das Gewoͤlbe moͤglich flach gehalten werde. der der Fall, ſo ſteht der Zugluft kein Hinderniß entgegen, ſondern es kann ſolche quer durch das en dabei ans g vorden ſei wir einſtwiüen Brenneri, in elben weit de⸗ die nachher ge Balkende ce, erſt zu geha— ähre; allein muß dagegen alerdings eine cen, und be⸗ ruͤh aufgelbßt, ie Decke, wie „ſo dringen jetraide oder geht; auch delche ſedoch nſcht wird. enen gerau⸗ t wird; aber nem Gewoͤlbe tte, iſt nicht igkeit in den u, oder von den Haupt⸗ uſe, betriff, Seite Fnſter abet die La⸗ u ſehen eyn, d die Gevu⸗ der Brau⸗ und Brennerei Gebaͤudec. 145 das Gebaͤude frei, und zwar ſehr nahe an die Decke ſtreichen. Sollten auch derglei⸗ chen Luftzuͤge nicht hinlaͤnglich, oder wegen eingeſchloſſener Lage des Hauſes nicht voll— ſtaͤndig anzubringen moͤglich ſeyn; ſo werden hoͤlzerne, dicht gegen die Feuerungsroͤhre, durch die Decke angelegte Dunſtroͤhren, nicht leicht ihren Zweck verfehlen. Dieſe gegenſeitigen Behauptungen ſind von jeher gemacht worden, und obgleich letztere, naͤhmlich die, ſo fuͤr das Woͤlben ſprechen, mir die wertheſten ſind, ſo laſſen ſich doch die erſtern Erfahrungen einſichtsvoller Brau- und Brennerei-Eigenthuͤmer auch nicht ganz widerlegen, daher der Baumeiſter, ſo lange es hierbei auf Meinungen ankoͤmmt, nur uͤber alle die Gruͤnde fuͤr und dawider mit dem Eigenthuͤmer umſtaͤnd— lich zu ſprechen, hiernaͤchſt der Idee des Eigenthuͤmers zu folgen, und dann nur auf moͤgliche Dauerhaftigkeit bei der Ausfuͤhrung zu ſehen hat. Es laͤßt ſich dieſer Streit aber ziemlich heben, wenn man folgende Einrichtung einiger hieſigen Brauereien befolgt, naͤhmlich: uͤber der Pfanne iſt ein Qualmfang (wie vorgedacht, hart an der Feuerroͤhre, wodurch die Luft in dem Qualmfange ſtets warm erhalten wird, welches den Zug befoͤrdert) angebracht, durch welchen die Daͤmpfe aus der Brauerei vermittelſt einer gemauerten oder hoͤlzernen Roͤhre durch alle daruͤber befindliche Boͤden bis zum Dache hinaus gefuͤhrt werden. Ferner befindet ſich das Kuͤhlſchiff außerhalb des Brauhauſes, wodurch alſo auch die Daͤmpfe von dem ge⸗ kochten Biere aus dem Brauhauſe entfernt ſind. Da nun weiter keine Daͤmpfe im Brauhauſe ſich anſammeln koͤnnen, und das geſtellte Bier nur noch milchwarm iſt, ſo duͤrften alsdann blos der Geruch vom Biere und die wenigen Daͤmpfe vom Meiſche eben ſowohl bei jeder Art von Gewoͤlbe weggeſchafft, als ſo wenig einer Balkendecke nachtheilig werden koͤnnen. Die fuͤr eine Brau- und Brennerei zweckmaͤßige Hoͤhe im Lichten wird von den Sachverſtaͤndigen wiederum ſehr verſchieden angegeben. So erzaͤhlt z. B. Herr Buſch, daß der eine Eigenthuͤmer der von ihm beſchriebenen Brauerei geaͤußert habe, ſein Brauhaus(welches eine Balkendecke hat) ſei zwar nur 14 ½ Fuß im Lichten hoch, dennoch wuͤrde er eine noch geringere Hoͤhe nicht unzweckmißig finden, wenn nur ein hinlaͤnglicher Luftzug vorhanden ſei. Der andere Brauerei Eigenthuͤmer(deſſen Brauhaus gewoͤlbt iſt) ſagt dagegen: das Gewoͤlbe in ſeinem Brauhauſe ſei eben des⸗ wegen der Brauerei von keinem Nachtheil, weil deſſen Hoͤhe im Lichten 22 Fuß be⸗ trage. Ferner hat der Geheime Ober⸗Baurath Herr Eytelwein, in ei⸗ ner Schrift, welche den Ditel fuͤhrt: Beſchreibung der Erbauung und Ein⸗ richtung einer vereinigten Brauerei und Branntweinbrennerei ꝛc. Berlin 1802. bei la Garde, ein Brauhaus und eine Brennerei mit einem Boh⸗ Theil III. Abtheil. U. T 146 Viierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction lendache, und dabei ganz ohne Decke uͤber die eigentlichen Brau⸗ und Brenn⸗Raͤume angegeben. Wenn man indeſſen die Mehrheit aus den verſchiedenen Meinungen, und das, was zur Fabrikation eines guten Biers und Branntweins von den Eigenthuͤ— mern gewoͤhnlich verlangt wird, in dieſer Hinſicht unterſucht; ſo ſcheint die Hoͤhe die— ſer Gebaͤude ſich nach folgenden Dingen zu richten. Hat ein Brau- und Brennerei— Gebaͤude eine ganz freie Lage, iſt mithin ein ordentlicher Luftzug quer durch das Ge— baͤude zu ſchaffen, oder iſt die Pfanne mit einem Qualmfange bedeckt und das Kuͤhl⸗ ſchiff außerhalb der Brauerei angelegt; ſo braucht ein ſolches Gebaͤude weniger Hoͤhe im Lichten als im entgegen geſetzten Falle zu haben. Eine zu große Hoͤhe hat aber fuͤr die noͤthige Waͤrme im Winter eben ſo vielen Nachtheil, als eine zu geringe Hoͤhe fuͤr den Abzug der Daͤmpfe bewirkt. Ferner, daß ein uͤberwoͤlbtes Brau- und Brenn— haus hoͤher im Lichten ſeyn muͤſſe, als ein dergleichen mit einer Balkendecke, folgt wohl daraus natuͤrlich, daß ein Gewoͤlbe, ſo flach es auch ſei, dennoch einige Hoͤhlen an der Decke bildet, in welchen ſich die Daͤmpfe allerdings mehr als an einer Balkendecke auf— halten koͤnnen. Ich bin daher(ohne jedoch hieruͤber fuͤr jedermann entſcheiden zu wol⸗ len) der Meinung, daß 1) eine Brauerei, in welcher ſaͤmmtliche Daͤmpfe frei auf⸗ ſteigen, mit einer Balkendecke ungefaͤhr 15 bis 18 Fuß im Lichten hoch, und mit einem Gewoͤlbe 3 bis 4 Fuß hoͤher, da aber, wo uͤber der Pfanne ein Qualmfang und das Kuͤhlſchiff außerhalb des Gebaͤudes ſich befindet, um einige Fuß niedriger als in gedachten beiden Angaben, ſeyn koͤnne; 2) eine Brennerei ohne Gewoͤlbe kann 12 bis 14 Fuß im Lichten hoch, und mit einem Gewoͤlbe um 3 bis 4 Fuß hoͤ⸗ her ſeyn.. Wenn aber durchaus eine Balkendecke verlangt wird, ſo muß ſich der Baumeiſter allerdings die Frage aufwerfen: wie muß eine ſolche Decke am zweckmaͤßigſten con— ſtruirt werden? Wenn wir die Moͤglicheit des Abſpringens des Blaſenhelms allein beruͤckſichtigen, ſo iſt eine blos mit Dielenbrettern oben belegte Balkendecke allerdings die beſte, weil ſolche auch ſelbſt in der Brauerei durch die zerſtoͤhrenden Daͤmpfe am wenigſten gefaͤhrlich wird. Es geht aber, wie ſchon gedacht, dadurch die Benutzung des Bodens zur Korn⸗ oder Malzſchuͤttung verloren, und duͤrfte eine ſolche Decke vielleicht auch im Winter nicht warm genug ſeyn. Fuͤr den Baumeiſter, deſſen Haupt⸗ augenmerk ſich allemahl zuerſt auf die Feſtigkeit richtet, iſt dies allerdings eine ſchwie⸗ rige Aufgabe. Unter allen Decken kann er daher nur diejenige waͤhlen, woran jede nach und nach entſtehende Zerſtoͤhrung ſogleich bemerkt werden kann, und deren Wie— derherſtellung am wenigſten koſtet. Dies ſcheint eine doppelte und dichte Schalung un⸗ ten an den Balken, und oben darauf ein gewoͤhnlicher Dielenboden, ohne Staken en Zremn⸗Raume Mäinungan den Eigennzi⸗ die Hohe die d Brenneri⸗ durch das Ge⸗ nd das Kuͤhl veniger Hoͤhe hat aber fuͤr nge Hhe fäͤr zund Brenn⸗ le, foggt wohl oͤhlen an der keendecke auf⸗ eiden zu wol⸗ ipfe frei auf⸗ „ und mit Qualmfang nedriger als woͤlde kaun 4 doß k⸗ r Baumeiſter aßiaſten con⸗ heluns allein e allerdings Daͤmpfe am Benutzung ſoche Decke eſſen Haupt⸗ eine ſchwi⸗ „woron ſie deren Wie⸗ Schalun m eone Suufm der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤudeꝛc. 147 dazwiſchen, zu ſeyn. Iſt naͤhmlich die Schalung dicht und doppelt, ſo koͤnnen die Daͤmpfe den Balken nicht leicht mitgetheilt werden, und, iſt die Schalung verfault, ſo laͤßt ſich ſolche doch noch am leichteſten wieder herſtellen. Ob das Darrha s uͤberwoͤlbt ſeyn muͤſſe oder nicht, haͤngt ebenfalls von verſchie⸗ denen Umſtaͤnden ab. Iſt es naͤhmlich eine Rauchdarre, ſo kann ſolche leicht feuer— gefaͤhrlich werden, und iſt alsdann dieſerhalb ein Gewoͤlbe allerdings nothwendig. Bei kleinen Darren kann auch ein gewoͤhnlicher Rauchfang daruͤber angelegt werden, durch welchen zugleich der Dampf mit abgefuͤhrt wird. Iſt es aber eine groͤßere Darre, und zwar von der Art, daß nur durch die Waͤrme gedarrt wird, ſo koͤnnte eine Balken⸗ decke, wie ſo eben beim Brauhauſe beſchrieben worden, hinlaͤnglich ſeyn. Da aber die aus dem Malze ſich entwickelnde Feuchtigkeit ſich an der Decke ſtark anlegt, und weniger Schwierigkeit wegen Abfuͤhrung des Dampfes(als vorhin beim gewoͤlbten Brauhauſe erwaͤhnt wurde) obwaltet; ſo duͤrfte es ſchon der Dauerhaftigkeit wegen beſſer ſeyn, das Darrhaus jedesmal zu uͤberwoͤlben, weshalb denn ſolches auch nicht gern in einer der obern Etagen angelegt wird. Die Hoͤhe eines Darrhauſes muß, wenn daſſelbe nicht gewoͤlbt iſt, im Lichten nicht weniger als 12 bis 10 Fuß betragen; iſt aber daſſelbe gewoͤlbt und mit einem Qualmfange verſehen; ſo braucht das Darrhaus nur im Lichten ſo hoch dewih zu werden, daß das Gewoͤlbe die noͤthigen Geſchaͤfte nicht behindert. Das Malzhaus bedarf nur einer ſolchen Hoͤhe, um darin bequem gehen zu kon⸗ nen: dies iſt im Lichten ungefaͤhr 7 bis 8 Fuß. Eben ſo hoch brauchen auch nur die Boͤden zu ſeyn. Die Decke im Malzhauſe und der Boͤden kann blos aus der Dielung der obern Etage beſtehen. Iſt aber unter dem in der erſten Etage befindlichen Malz— hauſe noch ein Keller; ſo muß letzterer ſchon um deswillen gewoͤlbt ſeyn, weil das feuchte Malz beim Wachſen und Quellen im Malzhauſe einen mit Flieſen oder guten feſten Mauerſteinen gepflaſterten Fußboden erfordert. Auch iſt alsdann eine Oeffnung im Fußboden des Malzhauſes bis durch das Gewoͤlbe anzulegen, durch welche das Malz ſogleich nach dem Keller geſchuͤttet werden kann. Da uͤberhaupt in einer Brauerei, Brennerei und in einem Malzhauſe viel Feuch⸗ tigkeit verſchuͤttet wird; ſo muͤſſen die Fußboͤden in allen dieſen Raͤumen nicht nur mit Flieſen oder Mauerſteinen gepflaſtert,*) ſondern auch mit einem gehoͤrigen Gefaͤlle und Abflußrinnſteinen angelegt werden, damit die Feuchtigkeit ſo ſchnell als moͤglich ablaufe. *) Das Brauhaus und die Brennerei wird auch aus Erſparung zuweilen nur mit Feldſteinen ge⸗ pflaſtert. Daß dabei aber der Abfluß nicht ſo vortheilhaft wie mit Mauerſteinen bewirkt werden T 2 Ausmittelung Brau⸗ und Baenabaufe, auch der Gra ße der Geſäße fur einen 1 ber ſtimmt ange⸗ nommenen Fall. der Raͤume im 148 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction ann, verſteht ſich wohl von ſelbſt. Die Einheitzung dagegen wird der Dauer wegen am zweckmäßigsen nur mit Feldſteinen gepflaſtert. An einigen Drten findet man den Fußboden des Malzhauſes von Dielen, welche aber der ielen Feuchtigkeit wegen, und weil nicht das ganze Jahr hindurch gemalzt wird, nicht lan⸗ 4 h. ie Geſchafte in einer Brau⸗ und Brennerei erfordern hinlaͤngliches Tageslicht, ordentliche und hinreichend große Denſter um ſo mehr darin anzulegen ſind, weil der Dampf— ſehr verfinſtert. Dieſe Fenſter muͤſſen aber nicht zu tief her⸗ n, damit die Zugluft ſo wenig dem Getraͤnke, als den daſelbſt Perſonen hchibe⸗ ilig werde. Am zweckmaͤßigſten werden ſie in einer Hoͤhe von 7 bis 8 Fuß von der Erde angebracht, muͤſſen aber dann ſo hoch als möglich an d e binauf gehen, um durch Oeffnung derſelben die obere Luft zu reinigen. Sie muͤſ⸗ ßer der Glasausfuͤllung auch noch, beſonders nach der Sonnenſeite, Fenſter⸗ aden erhalten, um die Sonnenwaͤrme im Sommer moglichſt abzuhalten. Sollte eine Seite des Braubauſes gegen Suͤden liegen muͤſſen, ſo iſt es beſſer, daſelbſt entweder weniger Fenſter zu machen, oder ſolche mit Jalouſien, wie bei den Ma worden, zu verſehen. Die Breite der Fenſter iſt mit 3 Fuß hinlaͤ nglis der innern Thuͤren aber muß wenigſtens 4 Fuß oder ſo groß ſeyn, daß g wen C w gessn! , * —— — quem durchgebracht werden koͤnnen. Die Haupteingangsthuͤre muß breit ſeyn. Wird ein Bierkeller angelegt, ſo muß derſelbe, außer einer rErunn nica⸗ tion mit dem Brauhauſe, auch noch einen beſondern, wenigſtens 4 Fuß breiten, Kel⸗ lereingang von außen erhalten. Der Branntwein kann in einer Kammer uͤber der Er⸗ de aufbewahrt werden, wenn dazu kein beſonderer Kellerraum vorhanden ſeyn ſollte. §. 176. Um die bisher erwaͤhnten Regeln bei Brau⸗ und Brennerei⸗Anlagen durch eini⸗ ge Beiſpiele deutlicher zu machen, will ich zuerſt eine in ſehr lebhaftem Betrieb e ſtehen⸗ de Brau und Brennerei, und hernach eine etwas kleinere, beſchreiben, woraus ſie — 2 1— 2 die Anwendung der hierbei obwaltenden Regeln fuͤr noch kleinere Anlagen von ſelbſt er⸗ 1 geben wird. 3 Ich nehme daher zuvoͤrderſt eine Brauerei an, in welcher jaͤhrlich ungefaͤhr 56 bis nahl, und zwar jedesmahl aus 2 Wiſpel Malz 32 Tonnen Bier(alſo aus Scheffel 1 Tonne) gebrauet, und dabei außer dem Meiſchbottich noch ein Zapf⸗ bottich c. angewendet werden ſoll. Ferner eine damit verbundene Branntwein⸗Bren⸗ nerei, in welcher jaͤhrlich 250 mahl, und zwar jedesmahl 200 Quart Branntwein aus 16 Scheffel Malz in zwei Meiſch⸗ und einer Weinblaſe gebrannt werden ſollen. Dieſer Aufgabe liegt die Zeichnung Fig. 183. zum Grunde. §3 e Dauer wege mn welche ab aber d A vird, uict l es Tagesliht, zulegen ſind ht zu tief her t arbeitenden he von 7 bis an die Decke Si wiſ⸗ eite, Faſter⸗ Sollte eine elbſt entweder azinen gezeigt ; die Breite ge Fäͤſſer be⸗ ſtens 5 Fuß Lommunica⸗ reiten, Kel⸗ dber der Er⸗ ſeyn ſolle. en durch eini⸗ kriebe ſtehen⸗ woraus ſich von ſeldſt er⸗ efohr 56 bis t(aſſo aub och ein Zohf twein⸗Brin anntwein aus verden ſolln der Brau⸗ und Brennerei Gebaͤude ꝛc. 149 In Abſicht der Brennerei— 3 trifft die Aufiöſung dieſer Aufgabe zuerſt den Meiſchbottich h. In demſelben ſol⸗ len 48 Scheffel Malz in Schrot,= 85 Kubikfuß(ſiehe Seite 125) mit* T Theil der 32 Tonnen(ſiehe S. 131 k)= 100 Kubikfuß Waſſer, vermiſcht werden. Der Meiſchbottich wird alſo 85 † 100= 185 Kubikfuß groß ſeyn muͤſſen. Bei ei⸗ ner Hoͤhe des Meiſches im Bottich von 3 Fuß muß derſelbe 9 Fuß im mittlern Durch⸗ meſſer, folglich unten 9 Fuß 2 Zoll und oben 8 Fuß 10 Zoll im Durchmeſſer i im Lich⸗ ten weit ſeyn. Werden zu der Hoͤhe von 3 Fuß noch 5 Zoll Bord, 5 Zoll Boden, und, um hiernaͤchſt den Zapfbottich nicht zu uͤbermaͤßig weit machen zu muͤſſen, (da naͤhmlich beide Bottiche mit ihren obern Kanten ziemlich gleich hoch ſtehen muͤſſen,) noch 1 Fuß ſtarke Unterlagen gerechnet; ſo wird der Meiſchbottich in den Staͤben 3 Fuß 10 Zoll hoch ſeyn, und ſeine Oberkante uͤberhaupt 4 Fuß 10 Zoll von der Erde hoch ſtehen; zu welchem Ende, um den Meiſch darin bequem ruͤhren zu koͤnnen, eine, wenigſtens 1½ Fuß hohe, Trittbank um denſelben angelegt werden muß. Der Zapfbottich i ſoll(ſiehe S. 132 m) außer den vorgedachten 185 Ku⸗ bikfußen noch ½5 Theil der Tonnen Bier= 100 Kubikfuß mehr, alſo uͤberhaupt 285 Kubikfuß enthalten. Bei einem mittlern Durchmeſſer im Lichten von 10 Fuß ſteht der Meiſch darin hoch.....— 3 Fuß 7 Zoll und an Bord daruͤber, angenommen. ⸗ 3— fuͤr den eigentlichen Boden des Botticchh.... ⸗— 5— und fuͤr den Stellboden, welcher mit Inbegriff der Bretter we⸗ nigſtens 4 Zoll hoch iſt, kann indeß als Raum einnehmend im Bottich nur auf......— 2— Hoͤhe angenommen werden, da die Wuͤrze doch eigentlich auch den Raum unter dem Stell⸗oder Zapfboden einnimmt. Hiernach iſt die Hoͤhe im Stabe.... 4 Fuß 5 Zoll und wenn der Zapfbottich auf Unterlager von.. 2— 5— dick geſtellt wird, ſo ſteht derſelbe..... 4 Fuß 10 Zoll mit ſeiner Oberkante von der Erde hoch, und iſt mit dem Meiſchbottich in gleicher Hoͤhe. In Abſicht der Pfanne k iſt zu merken, daß Pach Seite 132 n) von dem ganzen Aufguß....=—= 200 Kubikfuß beim Abzapfen der Wuͤrze von jedem Scheffel Malz== 0,583 im Meiſche zuruͤck verbleiben; dies ſind 48.0,583. 28— MI' Es werden alſo an reiner Wuͤrze nur gewonnen.. 172 Kudlrfuß. 1 150 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Sollte nun(nach Seite 133 0) die Pfanne ſaͤmmtliche Wuͤrze mit Einem mah⸗ le faſſen, ſo wuͤrde ſelbige o Fuß lang, 6 Fuß 10 Zoll breit, und mit Inbegriff von 6 Zoll Bordhoͤhe, uͤberhaupt 3 Fuß hoch im Lichten ſeyn. Eine ſolche Pfanne koſtet nicht nur eine ungeheure Summe, indeß ſelbige eben ſo ſchnell als eine kleinere ruinirt wird. Es duͤrfte daher fuͤr ein ſo großes Brauen beſſer und Raum gewinnender ſeyn, eine Pfanne anzulegen, in welcher die Wuͤrze wenigſtens auf zwei mahl abgekocht werden kann. Eine ſolche Pfanne wuͤrde 86 Kubikfuß Wuͤrze faſſen, und mithin 8 Fuß lang 5 Fuß 4 ½ Zoll breit, und mit Inbegriff von 6 Zoll Bordhoͤhe, 2½ Fuß im Lichten hoch ſeyn muͤſſen; und wenn die 86 Kubikfuß Wuͤrze waͤhrend des Kochens bis auf 16 Tonnen= 58 Kubikfuß verdunſten ſoll; ſo wird am Ende das gekochte Bier in dieſer Pfanne 1 Fuß 4 Zoll hoch ſtehen. Anm. Der Ueberſchlag, wie hoch naͤhmlich am Ende das Bier in der Pfanne ſtehen wird, iſt deshalb zu machen nothwendig, weil die Feuerkanaͤle an den Seiten der Pfanne eigentlich nicht hoͤher reichen muͤſſen, wenn letztere nicht zu ſehr leiden ſoll. In einigen Brauereien wird erſt die erſte Wuͤrze, und nach und nach, ſo wie ſelbige niederkocht, die zweite Wuͤrze allmoͤhlig zugegoſſen, ſo daß am Ende, wenn das Bier gar iſt, das Bier des ganzen Brauens ſich in der Pfanne befindet. Dies iſt unſtreitig in einiger Hinſicht vortheilhafter, und wenn hierzu die Pfanne 81½ Fuß lang, 6 Fuß breit und 23½ Fuß tief gemacht wird; ſo ſtehen am Ende die 32 Tonnen = 117¾ Kubikfuß Bier in derſelben nur 2 Fuß 32 Zoll hoch, folglich iſt dann noch daruͤber ein freier Bord von 5 Zoll Hoͤhe. Wenn das ſaͤmmtliche Bier 32 Tonnen= 1173 Kubikfuß, in einem eigent⸗ lichen Kuͤhlſchiffe abgekuͤhlt werden, und in demſelben nicht mehr als 6 Zoll hoch ſtehen ſoll; ſo muß das Kuͤhlſchiff 235 Quadratfuß Flaͤche enthalten, und kann dem⸗ nach 20 Fuß lang, 12 Fuß breit, und 9 Zoll bis 1 Fuß im Lichten hoch ſeyn; wird das Bier aber mit Huͤlfe des Meiſchbottichs in beſondern Kuͤhlbottichen abgekuͤhlt, dann ſind noch zwei beſondere Kuͤhlbottiche von 9 Fuß im Durchmeſſer und ungefaͤhr 1 bis⸗ 1 ½ Fuß hoch noͤchig. In den drei Bottichen ſteht das Bier dann etwa 7 Zoll hoch. In Abſicht der Brennerei iſt zuvoͤrderſt zu merken, daß, da jeden Tag 16 Scheffel in zwei Meiſchblaſen geſchwe⸗ let werden ſollen, und jede Blaſe taͤglich zwei mahl abgezogen werden kann, jede Bla— ſe den Meiſch von 4 Scheffeln enthalten muß. Wird nun in zwei Scheffel Ton⸗ nen eingemeiſcht, und ſoll der Meiſch, ehe er auf die Blaſe geworfen werden kann, drei Tage alt ſeyn, ſo ſind 244 Meiſchtonnen, à 2 Scheffel, in der Brennerei erforderlich, wovon taͤglich 8 Stuͤck ausgeleert werden. Eine ſolche Meiſchtonne iſt oh t Einen mi Inbegrif bon Pfanne koſet leinere ruinit innender ſen ahl abgekocht und mithin he, 2- Fuß des Kochens das gekochte ſehhen wird, ii Pfanne eigentlich nach, ſo wie Ende, wenn ndet. Dies ne 827 Fuß 32 Tonnen t dann noch einem eigent⸗ d b Zol hoch ond kann dem hn; wird das tt, dann ſind ahr 1 bis 17 hoch. aſen geſchwe⸗ n, jede Baa⸗ Scheffel Ton⸗ werden kann, der Brenti deſchreme i der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 131 (nach Seite 138 d) oben 3 Fuß 3 Zoll, unten 2 Fuß 11 Zoll im Durchmeſſer, und 2 Fuß g Zoll im Lichten hoch; ihre Hoͤhe im Stabe iſt ungefaͤhr 3 Fuß 3 Zoll. Eine 4 Scheffel Blaſe ſon(nach S. 139 e) enthalten 4 4. 121= 49 Ku⸗ bikfuß; ihre Groͤße findet ſich alſo 1 72 ä=— 4 Fuß 43 Zoll Durchmeſſer, und ihre Hohe(wie 3: 4)= 3 Fuß 3 ½ Zoll an Lichten. Die Weinblaſe ſoll den Lutter von den ʒwei 4 Scheffel Blaſen faſſen; ſie wird daher(nach S. 141 i)=—= 32 ⅜ Kubikfuß enthalten muͤſſen. Der Durchmeſſer dieſer Blaſe iſt alſo wiederum/= 3 Juß 94 Zoll, und ihre Hoͤhe nach dem vorgedachten Verhaͤltniß= 2 Fuß 10]- Zoll. Die Kuͤhlfaͤſſer zu den Meiſchblaſen ſollen(nach S. 140 g)= 6 Fuß hoch, oben 43½ Fuß und unten 2 Fuß 10 Zoll im Durchmeſſer ſeyn. Das Kuͤhlfaß zur Weinblaſe wird ſeyn(wenn die Feuerheerde von gleicher Hoͤhe angenommen wer⸗ den) 5 Fuß 7 Zoll hoch, oben 3 Fuß 9 Zoll, und unten 2 Fuß 7 Zoll im Durchmeſ⸗ ſer weit. Die Art der Feuerung und die Hoͤhe der Einmauerung der Blaſen uͤber dem Fuß⸗ boden, beſtimmt, ob und wie hoch die Unterlagen unter die Kuͤhlfaͤſſer ſeyn muͤſſen. Eben ſo ſoll auch hiernaͤchſt erſt die Hoͤhe der Terraſſe, auf welcher die Tonnen ſtehen, beſtimmt werden. Das Malzhaus wird nach der bisher beſtimmten Conſumtion folgendermaßen eingerichtet.“ Zur Brauerei ſind nach obiger Annahme erforderlich, jaͤhrlich 2700 Scheffel und zur Brennerei...... 4000— Sind= 6700 Scheffel Malz. Dieſe betragen(nach S. 129 i)= 5955 Scheffel Getraide, und zwar, (wenn der Seite 156 erwaͤhnte Satz angenommen wird) 29925 Scheffel Gerſte und 2963 Scheffel Rocken. Um nun bei dieſer großen Menge Getraide den Malzplaß nebſt Darre nicht zu groß anlegen zu duͤrfen, muß die Malzung in ſo kleinen als moͤglichen Quellſaͤtzen ge⸗ ſchehen. Werden daher 66 Quellſaͤtze angenommen, ſo gehoͤren zu einem jeden Quell⸗ ſatz go Scheffel= 160 Kubikfuß trockenes Getraide. Nach Seite 126 a muß hierzu der Ouellbottich 3. 160= 240 Kubikfuß ſeyn, und da derſelbe wegen des Umruͤhrens des Getraides nicht gern hoͤher als 4 Fuß Beſchreibung e iner Brau⸗ un nd Brenne⸗ 1 Anlage für den vor⸗ hin angenom⸗ menen Fall Fig. 183. 152 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction gemacht wird, ſo wird derſelbe 10 Fuß lang, 6 Fuß breit, und 4 Fuß tief im Lichten ſeyn muͤſſen. Es koͤnnen aber auch an deſſen Statt zwei kleine Quellbottiche ſtatt finden. Zum Wachſen und Trocknen des gequellten Getraides ſind(nach S. 128 e) bei einem einfachen Quellſatze nur 6 Quadratfuß, wenn aber die Quellſatze moͤglichſt bald hinter einander folgen ſollen, nur die zum Malzen ſchickliche Jahreszeit nicht uͤber⸗ ſchreiten zu duͤrfen,(nach S. 128 f) auf jeden Kubikfuß gequellter Gerſte 8 Qua⸗ dratfuß erforderlich. Da nun das Getraide nach Seite 126 waͤhrend des Wachſens ſich bis auf 4 ſeines Kubikinhalts im trockenen Zuſtande vergroͤßert; ſo muß der Malzplatz fuͤr 90 Scheffel trockenen Getraides= 160.. 3= 1600 Quadrat⸗ fuß groß ſeyn. In Abſicht der Groͤße der Darre iſt vorhin S. 129 angenommen, daß? Theil des Qi alſſoßes jedesmahl auf die Darre kommen ſoll. Wenn nun die 160 Kubikfuß Gerraide à= 200 Kubikfuß betragen, und(nach S. 129 8) auf jeden Kubik⸗ fuß 5 de deirfi⸗ Darrflaͤche gehdren; ſo muß die Darre= 252.5= 168⁄ Qua⸗ dratfuß Flaͤche enthalten. Bei der Sattelform der Darre wird ſelbige mit 20 Fuß Laͤnge und 8 Fuß Breite groß genug ſeyn. Um das Getraide und Malz fuͤr ein Jahr auf einem Boden aufzubewahren, ſind nach S. 129 h fuͤr die 6700 Scheffel à= 5000 Quadratfuß Bodenraum(je⸗ doch ohne Gaͤnge und Umſchippeplaͤtze gerechnet) noͤthig. Fuͤr die Groͤße der Hopfenkammer wollen wir nach S. 131l das Medium, maͤhmlich auf jeden Wiſpel des zu verbrauenden Getraides 4 ½ Sche ffel, annehmen; dies macht auf 2322= 1121 Wiſpel à 4½⅞ Scheffel= 21 Wiſpel Hopfen à 6 Qua⸗ dratfuß=— 126 Qrnadrärfaf Groͤße fuͤr die Hopfenkammer. Die Schrotkammer zur Branntweinbrennerei bedarf nicht mehr, als einen Vor⸗ rath von ungefaͤhr 3 Tagen zu faſſen; dabei kann das Schrot(nach S. 141 1) bis 2 Fuß hoch geſchuͤttet werden. Dies giebt fuͤr 3 mahl 16 Scheffel= 48 Scheffel = 85 Kubiffuß= 42 bis 43 Quadratfuß Raum fuͤr die Schrotkammer. Da aber das Schrot darin auch zugleich vorher angefeuchtet und in Saͤcke gethan wird; ſo duͤrf⸗ te die doppelte Grundflaͤche fuͤr eine ſolche Kammer gar nicht uͤberfluͤſſig ſeyn. §. 177. Die zu vorbeſchriebener Brau⸗ und Brennerei erforderliche Bauanlage habe ich n Fig. 183 in einem maſſiven Gebaͤude von 175 Fuß Laͤnge 35 ½ Fuß Diefe und 2 Etagen Hoͤhe f olgendermaßen entworfen. De r Malzplatz a in Fig. A iſt 1168 Quadratfuß, und der Malzplatz im Keller b Fig. B 558 Quadratfuß, folglich beide zuſammen 1726 Quadratfuß groß. Die on tef in Lihtm che ſtat finden. ch S. nge) lſäße maicſ zeit nicht über Gerſte Qup des Wochens ſo muß der doo Quadrat⸗ 11 doß Thal 150 Kudiffuß fjeden Kubit =— 1681 Qua⸗ emit 20 Fuß vahren, ſind nraum(ſe⸗ das Maium, 1, annehmen; fen à 6 Quc⸗ as einen Vor⸗ 5 1411) bis 48 Scheffel r. Da aber vird; ſo duͤrf⸗ yn. nlage habe ic duß diefe und Nabxhiß in adruffuß gu Dee der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 153 Die Groͤße deſſelben ſoll nur 1600 Quadratfuß betragen; wenn aber hier der Raum fuͤr die Treppe und fuͤr die Durchſchuͤtteoͤffnung æ in Abzug gebracht werden; ſo wird der Raum mit Ruͤckſicht auf die noͤthigen Gaͤnge nicht zu groß ſeyn. Der Quellbottich c iſt von g Zoll ſtarken Sandſtein⸗Platten zuſammen zu ſetzen, angenommen. Die Mauer, welche den Quellbottich von dem Darrplatze d trennt, iſt auf ſo hoch durchbrochen, als die Seitenwand des Quellbottichs dieſe Oeff⸗ nung wieder verſchließt, damit der Quellbottich bei ſehr kaltem Wetter die ihm noͤthige Temperatur von der Hitze aus dem Darrhauſe erhalte. 3 Die Keller ſind vom Pflaſter bis unter das Mittel der Kappen 8 Fuß hoch, der Malzplatz a in Fig. A 9 Fuß im Lichten hoch(ſiehe Fig. C). Der Flur y iſt im Lichten 12 Fuß hoch. Der Darrraum d aber, deſſen Fuß⸗ boden mit dem Malzplatze a in der Wagge liegt, iſt 19 Fuß im Lichten hoch, und mit einem Kappengewoͤlbe dergeſtalt uͤberwoͤlbt, daß ſich an der Seite aus dem Gewoͤl⸗ be ein gemauerter Schornſtein als Qualmfang erhebt, welcher, um die Daͤmpfe deſto beſſer zu leiten, die eine Wange vom Feuerungs⸗Schornſtein ſelbſt entlehnen muß. Anm. Da ſich beim Darren des Malzes eine ſehr große Menge Daͤmpfe entwickeln, ſol iſt es auch keinesweges nachzuahmen, wenn hier oder da, die Darre im Malzplatze ſelbſt gefunden wird. Werden die Dämpfe nicht ſchnell genug abgeleitet, ſo fallen ſie tropfbar wieder auf das Malz herab, welches dem letztern ſehr ſchaͤdlich iſt. Vielmehr iſt bei ider Anlage dahin zu ſehen, daß der Darrraum mit einem Kufengewoͤlbe uͤberſpannt werden kann, welches wegen ſeiner glatten Rundung noch weniger als ein Kappengewoͤlbe den Abzug der Daͤmpfe aufhaͤlt. Der Raum k zum Heitzen der Pfanne und Darre liegt gegen das Pflaſter im Flur y um ſo viel tiefer, als die nachher zu beſchreibende Anlage der Feuerung ſolches nothwendig macht. Ueber der Flur y und der Feuerung k befindet ſich in der zweiten Etage(welche 10 Fuß im Lichten hoch iſt) die Hopfenkammer; ſelbige wird innerhalb ihrer Umfaſſungs⸗ waͤnde von ausgemauertem Fachwerk ungefaͤhr 19 Fuß lang 14 Fuß breit, folglich 266 Quadratfuß groß; ihre Groͤße braucht nach umſtehender Berechnung nur 126 Qua⸗ dratfuß zu betragen. Rechnet man aber den Raum, welchen der Brau⸗ und Darr⸗ ſchornſtein darin einnimmt, ab, ſo wird die Groͤße derſelben nicht uͤberfluͤſſig ſeyn. Das Brauhaus g und das Darrhaus o ſelbſt durchſchneiden die ganze zweite Eta⸗ ge bis zur Dachbalkenlage. Der Raum in der noch uͤbrigen zweiten Etage enthaͤlt 1. uͤber der Brennerei nebſt Brauerwohnung 2048 Quadratfuß 2. uͤber dem Malzplatze.... 1339 und 3. der Dachboden, durch die ganze Laͤnge 4802 folglich ſind= 8189 Quadratfuß Bodenraum zur Aufſchuͤttung von Getraide und Malz vorhanden. Theil III. Abtheil. II. U 15 4 Vierter Abſchnitt. Von— und Conſtruction Der noͤthige Raum im Brauhauſe g ſe b ob ſeldiges mehr oder weniger quadra niſchi iſt, und nach der Stellung der§. 176. de⸗ ſchriedenen noͤthigen Gefaͤße ausmitteln. Herr Buſch hat aus verſchiedemen Aus⸗ meſſungen in ſeiner mehrgedachten Schrift verſucht, hiefuͤr eine Regel nach Verhaͤlt⸗ niß des Brauens anzugeben, und iſt der Meinung, daß, unter der vorgedachten Be⸗ dingung in Abſicht der Form, der Flocheninha alt deſſelben, da, wo aus zwei Botti⸗ chen gebrauet wird, 12 mahl die Grundfläͤche des großten Bottichs enrhalten müſſe. Wenn nun hier der gröͤßte oder Zapf⸗Bottich i ungefaͤhr 81,18 Quadracfuß zur Grundfläche hat; ſo ſind 12.81,18= 974 Quadratfuß; folglich ungefödr 31 Fuß Länge, 32 Fuß Tiefe fuͤr das Brauhaus. Iſt ein Kuͤhlſchiff n im Braudauſe, welch an der Decke haͤngt, folglich im untern 8s achenraum nicht gerechnet werden darf; dürfte die gefundene Laͤnge von 31 Fuß auch fuͤr den vorliegenden Fall dinlangli ſeyn; wird aber das Bier in Bortichen abgekuͤhlt; ſo ſind die Bottiche l und m noch nördig, und dann duͤrfte, wie der Augenſchein auch zeigt, die Laͤnge des Brauhauſes — ⸗— don 37 Fuß 4 Zoll gar nicht uͤberfuͤſſig ſeyn. — 3 5Fᷣ. E- Anm. Ik ein Kühlſchiff im Brauhauſe, ſo muß das Bier aus der Pfanne nach dem rhlſchiffe gerumpt werden; ſoll hieran der Qaulmfans nict dinderlich ſeyn, ſo muß derſelle gau Dolz — gemacht und mit einer Klaxpröfnung verſeden ſeyn, durch welche die Pumpe hintanch des üder den Qualmfang hinauf reichen kann. Ift eine kupferne beſtaͤndig in der Pfanne— Pum⸗ de vorhanden, ſo kann ſeldige gleich mit in den hölzernen Qualmfang einorbanrt, und der Bumpenſchwengel außerhalb des Qualmfanges ſo angelegt werden, daß das deguemne Pampen nicht im mindeſten behindert wird. Die Branntweinbrennerei t in Fig. 183 A ſcheint uͤberfluͤſſigen— zu haden; wenn man aber erwaͤgt, daß ſaͤmmtliche Meiſchtonnen ſo ſtehen müſſen, daß man zu jeder beguem hinzu kommen, und den Meiſch umruͤhren kann; ſo würden ſeldüge nicht diel näher an einander ſtehen koͤnnen. Von der Terraſſe, worauf dieſe Tommen ſtehen, bis zu den deiden Meiſchdlaſen, ſind 10 Fuß Raum, und fuͤr die daſeldſt nöchigen Geſchaͤfte wohl nicht zu viel. Auf der andern Seite der Feuermauer ſtedt die Wein blaſe. Jede Blaſe hat ihr Kuͤhlfaß neben ſich, und alle Gefaͤße ſind vom der§. 1 beſchriedenen Groͤße. Wegen der Hoͤhe der Terraſſe, auf welcher die Meiſchtonnen ſtehen, Fömmt es derſt darauf an, ob die Meiſchblaſen(auf die Weinblaſe iſt hierdei micht zu ach⸗ en) von innen oder von außen gefeuert werden ſollen. Da das Feuer zumeilen zuweilen gemaͤßigt ſeyn muß, um das Geſchaͤft des Branntweindrennens gehörig etreiden; ſo iſt es allerdings ſehr beauem, die Feuerung ſowohl, als die in der Ein⸗ mauerung derſelden befindlichen Schieber, unmittelbar von der Brennerei aus dirigi ndöͤr * 41 * 1 4 1* 1— T zorm deſelbe der 9 1)5. be⸗ hiedenen Ais nach Vanhäl⸗ gedachten Be⸗ 5 zwei Botii⸗ halten müſe fadrotfuß zur fähr 31 Fuß auſe, welches edeen darf; ſo all hinlänglih lund m noch Brauhauſes dem Kuͤhlſchiffe ſelbe von Holz durch bis uͤber ſtehende Pum⸗ auet, und der zueme Pumpen um zu haben; „deß man zu nſelbige nicht onnen ſtehen, bſſt noͤthigen t die Wein⸗ der§. 176. , fommt e nicht zu ac⸗ uweilen ſtar as gehorig z tein der Er⸗ ei aus duii der Brau⸗ und Brennerei Gebaͤudeꝛc. 155 ren zu koͤnnen; allein, da es auch von der andern Seite ſehr gefaͤhrlich iſt, das offene Feuer ſo nahe bei dem Spiritus zu haben, beſonders wenn aus Unvorſichtigkeit zum Abſpringen des Blaſenhelms Gelegenheit gegeben wird; ſo legt man aus dieſer Urſach lieber die Heitzung außerhalb der Brennerei an. Wenn aber die Heitzung von der Brennerei aus geſchieht, und ich voraus ſetze, daß ein Roſt, mit einem, ungefaͤhr 1 Fuß 4 Zoll hohen, Aſchenkaſten darunter angelegt wird; ſo wird die Blaſe um ungefaͤhr 12½ Fuß hoͤher uͤber dem Fußboden ſtehen muͤſſen, als es in dem Falle noͤthig ſeyn duͤrfte, wenn die Heitzung von außen geſchieht, oder es muͤßte vor der Feuerung hierzu eine Vertiefung im Fußboden ſinnerßalb der Brenne⸗ rei angelegt werden. Nehmen wir im vorliegenden Falle an, daß die Keuerung von außen geſchieht, ſo werden die 3 Fuß 3 ½ Zoll hohen Meiſchblaſen ungefaͤhr 4 Fuß 6 bis 9 Zoll hoch mit ihrem Halſe uͤber dem Fußboden ſtehen. Ferner iſt die Laͤnge der Rinne, um den Meiſch in die Blaſen zu leiten, vom Giebel des Gebaͤudes bis zu den Blaſen, unge⸗ faͤhr 20 Fuß; und wenn dieſe Rinne etwa 10 Zoll Gefaͤlle erhaͤl t, ſo muß(nach Seite 138(4à+† B)— 5 Fuß= y) oder 4 Fuß 9 Zoll+ 10 Zoll— 5 Fuß = 7 Zoll die Terraſſe hoch ſeyn. Die Brennerei iſt mit einer Balkendecke verſehen und im Lichten 14 Fuß hoch, daher auch die zweite Etage niedriger als auf der andern Seite, naͤhmlich nur 8 Fuß im Lichten hoch iſt. Die Schrotkammer r iſt 168² Quadratfuß groß, mithin nach voriger Angabe hinlaͤnglich. Da eine Brau⸗ und Brennerei von ſolchem Umfange und Betriebe einen eige⸗ nen Brauer nebſt zwei bis drei Brauknechten beſtaͤndig beſchaͤftigt; ſo muß die Woh⸗ nung fuͤr ſelbige, welche hier im Brennerei⸗„Gebaͤude angelegt iſt, auch hinlaͤnglich groß ſeyn. Von dem Flur s, auf welchem zugleich des Brauers Kuͤche liegt, konut man vermittelſt einer kleinen Treppe nach der Wohnſtube o, hinter welcher noch zwei Kam⸗ mern p und q liegen. Aus der Kammer p fuͤhrt eine Treppe nach dem Boden in der zweiten Etage, und eine kleine Treppe zum Brauhauſe, wodurch alſo die Wohnung in unmittelbarer Verbindung mit der Brau⸗ und Brennerei ſteht, welches zur beque⸗ men Ausfuͤhrung der Geſchaͤfte nothwendig iſt. Ueber dem Eingange nach der Flur y kann eine Windeluke im Dache ſich befin⸗ den, durch welche das Getraide nach dem oberſten Boden, und von ſelbigem vermit⸗ U 2 156 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction telſt Klapploͤcher im Fußboden, auch auf die Boͤden in der zweiten Etage geſchafft werden kann.. Zum Malzen wird, vermittelſt einer Klappe in der Decke, das Getraide in den Quellbottich geſchuͤttet, nach dem Quellen auf den Platz a, und, wenn es nöthig iſt, durch das Fallloch u nach dem Keller b, geworfen. Ueber dem Fallloche u muͤſſen in allen Etagen dergleichen Oeffnungen, und in der zweiten Etage eine Kurbelwinde be— findlich ſeyn, deren Dau hinauf und im Dachboden uͤber eine große Rolle laͤuft, um ſo, indem man in der zweiten Etage windet, das Getraide durch die Fallloͤcher u, ſo⸗ wohl aus dem Keller b wieder herauf auf den Platz a, als auch nach beiden obern Boͤ⸗ den bringen zu koͤnnen. Die in den Roͤhren a und q angelegten Treppen vom Keller bis zum Boden bewirken die noͤthige Communication zwiſchen den Boͤden auf jeder Seite des Brau⸗ und Darrhauſes. Iſt das gequellte Getraide genug getrocknet, ſo wird es auf die nahe am Malz⸗ platze liegende Darre e, von derſelben in Saͤcken wieder nach dem Malzplatze a, und von da auf die Boͤden gewunden. Soll nun gebrauet oder gebrannt werden; ſo wird das Malz wieder herunter auf den Platz a geſchuͤttet, daſelbſt angefeuchtet, in Saͤcke gethan, und nach der Muͤhle geſchickt. Von der Muͤhle kommt das Schrot zum Brauen ſogleich in das Brauhaus in die Naͤhe des Meiſchbottichs h, und das Schrot zum Brennen in die Schrotkammer r. Um das Bier im Keller auf Faͤſſer zu fuͤllen, fuͤhrt im Brauhauſe bei v eine Thuͤr mit Treppe nach einem in Fig. 183 B mit v bezeichneten Gange, und daſelbſt nach dem Bierkeller w; und da der Meiſchbottich h, der hiernaͤchſt auch als Stell⸗ bottich gebraucht wird, dieſem Gange v am naͤchſten ſteht; ſo kann das Bier vermit⸗ telſt Roͤhren oder Rinnen nach dem Keller w in einem daſelbſt befindlichen Bottich ge⸗ leitet, und aus dieſem in die Faͤſſer gefuͤllt werden. Von der Brennerei fuͤhrt eine kleine Treppe nach der unterwoͤlbten Schrotkam⸗ mer r, und neben dieſer Treppe eine andere x nach den in Fig. 183 B mit y bezeich⸗ neten Branntweinkellern; beide, ſowohl der Bierkeller„als der Branntweinkeller, ha⸗ ben Eingaͤnge 22 von außen. §. 178. Außu teeten⸗ Ehe ich die Conſtruction der einzelnen Theile ſowohl, als des Ganzen, naͤher be⸗ ige. 84 4....,, 4 7 Rlume im ſchreibe, will ich zuvor noch die Anlage einer Brauerei in welcher woͤchentlich 24 Ton⸗ Brau⸗ und nen Bier aus 24 Scheffeln Malz, und zwar aus einem Bottich gebrauet, desglei⸗ en Eunge geſhif Hetraide inde des noͤthig ih deu müͤſſe i urbelwinde be⸗ le laͤuft, un locher u, ſo⸗ en obern B— en vom Keller den auf ſeder ahe am Malz⸗ platze a, und ’der herunter nd nach der leich in das ennen in die ſe bei v eine und deſelbſt ch als Stel⸗ Bier vermit⸗ Bottich ge⸗ Schrotkam⸗ it y bezeich⸗ inkeler, ha⸗ n, naͤher be tich 24 dun uet, deöyli⸗ der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤndeꝛc. 157 chen die Anlage einer Brennerei, in welcher woͤchentlich 9 Scheffel Malz in einer 3 Scheffel Blaſe als Meiſch- und Weinblaſe zugleich gebrannt werden, nach den bis⸗ her angenommenen Grundſaͤtzen und mit Bezug auf Fig. 184 angeben. Zum Brauen betraͤgt das Schrot von 24 Scheffeln Malz= 42 ½ Kubikfuß der erſte Aufguß= 24 13 3 ¾= 79— Sind zuſammen= 122 Kubikfuß. Wird nun aus einem Bottich gebrauet; ſo wird die Wuͤrze die vom erſten Aufguß abgezogen wird, im Meiſche zuruͤcklaſſen, — 24. 0,583—. 2 3 3 2 5 14 Kubikfuß hierzu den Meiſch ſelbſt. 32..„ ⸗ 42 ½— desgleichen der zweite Aufguß von..... 9— 7 Muß alſo der Bottich enthalten= 136 Kubikfuß. In einem Bottich von 7½ Fuß mittlerm Durchmeſſer ſtehen die 136 Kubikfuß. 3..... 3 3 Fuß hoch; fuͤr den Stallboden darin wird angenommen..—— 2 Zoll Bordhoͤhe uͤber der Wuͤrze-„„.„.— 5— der Boden.......—5— Der Meiſch⸗Bottich q in Fig. 184 A wird demnach im Stabe= 4 Fuß hoch, und unten 7 Fuß 3 Zoll, oben aber 7 Fuß 4 Zoll im Durchmeſſer halten, dabei auf Unterlagen von 5 Zoll dick ſtehend, 4 Fuß 5 Zoll hoch ſeyn. Zur Aufbewahrung der erſten Wuͤrze von 65 ⅞ Kubikfuß iſt auch ein Bottich r von 6 Fuß mittlerm Durchmeſſer 2 Fuß 9 Zoll hoch, inclus. 6 Zoll Bord nothwen⸗ dig; dieſer Bottich kann hiernaͤchſt zum Kuͤhlbottich gebraucht werden. An erſter Wuͤrze ſind 65 ⅞ Kubikfuß, und an zweiter Wuͤrze 79½ Kubikfuß, alſo uͤberhaupt 145 Kubikfuß abgezapft worden, welche auf zwei mahl abgekocht wer⸗ den ſollen, mithin muß die Pfanne t= 72 ⁴ Kubikfuß Wauͤrze faſſen, und folg⸗ lich 7 Fuß 3 Zoll lang, 5 Fuß breit, und mit Inbegriff von 6 Zoll Bord, 2 ½ Fuß im Lichten hoch ſeyn. Das gekochte Bier darin wird nach jeder Kochung 1 Fuß 2 ½ Zoll hoch ſtehen. Anm. Wenn dieſe Pfanne nur um ein weniges groͤßer waͤre, ſo koͤnnte auch hier die Wuͤrze nach und nach faͤmmtlich zugegoſſen und ſo das Bier mit Einem mahle gekocht werden. Zu Kuͤhlbottichen wird der Meiſchbottich q,(nachdem der Zapfboden heraus ge⸗ nommen, und der Bottich ſehr rein gemacht iſt,) der Wuͤrzbottich x, und noch ein Brenuhauſe, auch der Groͤ⸗ ße der Gefaͤ⸗ ße fuͤr einen heſtimmt an⸗ genommenen zweiten Fall. 153 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Kuͤhlbottich s von 7 Fuß 6 Zoll mittlerm Duchmeſere und 1 Fuß 3 Zoll hoch, ge⸗ braucht werden koͤnnen; das Bier wird in jedem der drei Bottiche ungefaͤhr 9 Zoll hoch ſtehen. S Zum Stellen(Hefen geden) des Biers, welches 88 Kubikfuß berraͤgt, iſt der Meiſchbottich q uͤberfluͤſſig binreichend, indem darin das Bier nur ungefaͤhr a Fuß hoch ſtehen wird. Das Branntweinbrennen in einer 3 Scheffel Blaſe, wenn ſolche zugleich als Weinblaſe gebraucht werden ſoll, muß dreimahl, und, der Holzerſparung danen⸗ gleich auf einander folgend, geſchehen; mithin ſind 3 drei Scheffel M Leiſchton nen erforderlich. Eine jede ſo LcheR Tonne, da ſie 311 Kubitkfuß Meiſch faſſen muß, iſt im Lichten 2 Fuß 9 Zoll, und im Stabe 3 Fuß 3 Zoll hoch, im obern Dur lrchmeſſ ſſer 4 Fuß 2 Zoll, und im untern Durchmeſſer 3 Fuß 10 Zoll weit. Die Blaſe muß à Scheffel Hes— folglich auf 3 Scheffel 363 Kubikfuß 6 6 ¾ enthalten. Nach dem Verhältniß wie 4: 3 wird ihr Durchmeſſer 26.36 ½= 3 Fuß 9742 rrz Zoll, und ihre Döbe 3 Zuß ſeen. Das dazu gehdrige Kuͤhlfaß iſt nach dem im vorigen Falle angenommenen Verhäͤltniß 5 Fuß 8 Zoll hoch, oben 3 Fuß 111 Zoll und unten 2 Fuß 8 Zoll im Durchmeſſer. Das Malzhaus iſt zur Brauerei auf 52 24.=.. 1. 1248 Schefel, 8* und zur Brennerei auf 52. 9..... 68— alſo zuſammen auf.... 1. 1715 Scheffel Malz einzurichten; dieſe betragen 1526 Sbef. trockenes Getraide. Nehmen wir nun an, daß dieſe Quant werden ſoll; ſo kommt auf jeden Quellſatz 1 der Quellbotich un muß 49.3 3 Fuß hoch im Lichten ſeyn. Die gequellte Gerſte beträͤgt 49 2= 61 Kubikfuß, und folglich die Groͤße des Malzplatzes 61¼. 8— t Getraide in Quellſaͤtzen gemalzt 6 od 120 Sdtfu, und 74 Kubikfuß, oder 6 Fuß la 42 Fuß breit und 4412* —— 3 4“ 5 00 ratfuß. Die Darre ſoll, nach phwerwähnde Regel—= 2 3 nem mahle darren; ſie muß daher 10. 5= 52 Q auadratfuß d Kubikfuß Malz mit Ei⸗ Flaͤche enthalten. An Bodenraum fuͤ 1287 Quadratfuß erforderlich * 1 — 8 — — — 12 —, — 4⸗ — — — nd Getraide ſind à 3= 4 der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤudeꝛc. 159 Jäl hach, g§. 4 I 79. mgefähr zl Die im vorſtehenden nach der Comſumtion berechnete Anlage iſt in Fig. 184 in Beſchreidu einem Gebaͤude von 82 Fuß Laͤnge, 35 Fuß Tiefe und einer Etage hoch, entworfen, e r gfüpr und veen denekae Viehmaſtung verüunden worden. 3 ie de geht man einige Stufen hinauf zu dem Malzplatze b, unter vorhin auge welchem ſich noch ein Malzkeller befindet; eine Treppe fuͤhrt da hinunter, und eine an— weinen Tal⸗ dere nach dem Boden hinauf. Die Stellung des Quellbottichs u gegen die Wand des Fig. 134. 2 1 etraͤgt, iſt de twaden ſol Darrhauſes, ſo wie die Fallthuͤren um der Winde im Boden, ſind ſo, wie im vorigen d gechehen; Beiſpiele Fig. 1 83 erinnert worden, gleichfalls angenommen. Die Hoͤhe des Malz⸗ ſache Tane, hauſes b im Lichten iſt 11½ Fuß. Der Fußboden des Darrhauſes d liegt mit dem ud in Er des Malzplatzes b in der Waage, und da das Darrhaus d gewoͤlbt und mit einem m Dutheſt Qualmfange verſehen iſt, betraͤgt deſſen Hoͤhe ungefaͤhr 101½ Fuß im Lichten. Das Brauhaus e iſt 14 Fuß im Lichten hoch, und nicht uͤberwoͤlbt. Ueber der Pfanne iſt ein Qualmfang, welcher aber, ſo wie der Qualmfang von der Darre, wie 35 Kubikiu ſchon vorher erinnert worden, dicht gegen den Brau-Schornſtein aufgefuͤhrt werden ⸗ 3 Fuß muß, damit die Qualmroͤhren moͤglichſt erwaͤrmt werden. Aus dem Brauhauſe fuͤhrt nach dem in eine Treppe hinunter in den Bierkeller unter die Stube i, und eine kleine Treppe hin⸗ duß unz Zel auf zu der Wohnung des Brauers, welche aus einer Stube i und einer Kammer k beſteht. Aus der Stube i fuͤhrt wiederum eine kleine Treppe hinunter nach einem Hausflur h, welcher zur Brennerei gehoͤrt. Auf dieſem Flur befindet ſich eine kleine Kuͤche fuͤr 48 Sthefi⸗ den Brauer, und darneben die Schrotkammer g. 3 468v Aus der Brennerei fuͤhrt eine Treppe hinunter nach dem Branntweinkeller unter x1 Scheff der Kammer k, und auf der andern Seite eine Thuͤr nach der Futterkammer! fuͤr das Maſtvieh, woſelbſt eine ausgemauerte Trankgrube ſich befindet, in welcher der Abgang lüzen gemabt aus der Brennerei und Brauerei geſammelt wird. dubikfuß, und Von der Viehmaͤſtung aus den Abgaͤngen der Brau⸗ und Brennerei iſt ſchon Fuß breit und(S. 135 und S. 140 h) einiges erwaͤhnt worden. Bei der in der vorliegenden Anlage angenommenen Wirthſchaft werden woͤchentlich 36 Scheffel, oder jaͤhrlich un⸗ die Grͤße de gefauͤhr 72 Wiſpel Malz conſumirt, aus deren Abgaͤngen fuͤglich 4 Ochſen und 16 Schweine beſtaͤndig zur Maſt gehalten werden koͤnnen. Nuhnt In einem mit einem Pultdache gegen den Giebel des Brau⸗ und Brennhauſes angebaueten maſſiven Stallgebaͤude von g Fuß Hoͤhe im Lichten, ſtehen in dem Rau— ttzaltm. me n vier Ochſen; m iſt ein Gang dahinter, aus welchem man ſowohl in den Gang o eſind 4 1 langs vor der Schweinekrippen und in die Schweineſtaͤlle pp.(in welchen auf jedes 160 3 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Maſtſchwein beinahe 12 Quadratfuß gerechnet ſind,) als auch nach der Futterkam⸗ mer l, und ſo wieder zuruͤck in die Brennerei gelangen kann, welches dahin abzweckt, daß der Brauer ſowohl mit Bequemlichkeit die Brau⸗ und Brennerei beſorgen, als auch die Viehmaſtung uͤberſehen kann. Die Futterkammer! hat, wenn man etwa noch mit einer Stufe aus der Bren⸗ nerei nach derſelben hinunter tritt, eine uͤberfluͤſſige Hoͤhe von 14 bis 15 Fuß. Sollte es dem Brauer, etwa wegen großer Familie„ oder wenn einige Knechte bei ihm woh⸗ nen ſollen, an Platz mangeln; ſo kann uͤber der Futterkammer noch ein Entreſol ange⸗ legt und von der Brauerwohnung aus benutzt, oder, wenn dies nicht noͤthig ſeyn ſollte, als Futterboden gebraucht werden. §. 180. Einiges uͤber Es iſt ſchon Eingangs dieſes Abſchnitts erwaͤhnt worden, daß ein Brauhaus oder zor urde vielmehr die Brauſtube ſelbſt nicht unterwoͤlbt werden muͤſſe, indem die große Laſt der Brau⸗ und gefuͤllten Bottiche ein ſehr ſtarkes Gewöͤlbe erfordern, und ſolches dennoch wegen der Brennerei⸗ beſtaͤndigen vielen Feuchtigkeiten, welche daſelbſt verſchuͤttet werden, nicht dauerhaft Anlagen, in Hinſicht auf ſeyn wuͤrde. Eben daſſelbe gilt in der Regel auch von der Brennerei, daher die noͤthi⸗ gute Conſtru⸗ gen Keller, ſo wie in Fig. 183 und 184 geſchehen iſt, oder auf aͤhnliche andere Art ction. diſtribuirt werden muͤſſen. Anm. Ein allhier neu erbauetes Brennerei„Gebaͤude war ganz unterwoͤlbt, und da die Plinte uͤber 4 Fuß hoch, desgleichen die Giebel frei ſtehend waren; ſo hatte man wohlbedaͤchtig die letzte Kappe d am Giebel nach Fig. 185 in Geſtalt eines halben Kufengewoͤlbes angelegt, um den Giebel vom Schub ſaͤmmtlicher Kappen groͤßtentheils zu befreien, und den uͤbrigen Gurt⸗ boͤden und Kappen einen feſten Stuͤtzpunkt zu geben. Die Gurtbogen waren zwei bis drei Stein breit, die Kappen wie gewoͤhnlich nur einen halben Stein ſtark, dabei gegen 9 Fuß breit, und hatten ungefaͤhr 13 bis 14 Zoll Zirkel; das Pflaſter daruͤber in der Brennerei war flach und in Kalk gelegt. Die Arbeit war fleißig und gut angefertigt, auch die Materialien von hinreichender Guͤte; deſſenungeachtet ſtuͤrzte die Kappe a, auf welcher die Laſt eines großen Kuͤhlfaſſes und ein Theil der Blaſe ruhete, nachdem das ganze Gewoͤlbe durch die oben ver⸗ ſchuͤttete Feuchtigkeit ſehr gelitten hatte, nicht nur ein, ſondern draͤngte auch zuvoͤrderſt den Gurtbogen b von der Seite weg, ſo daß dieſer, und mit ihm die Kappe e, gleichfalls einſtuͤrzte. Auf dem Malzplatze a Fig. 183 werden zwar auch viele Feuchtigkeiten verſchuͤttet, weshalb das Pflaſter daſelbſt ſorgfaͤltig auf eine ordentliche Kalklage gelegt, und mit Kalk ausgegoſſen werden muß; allein es ſind hier keine ſo große Laſten, welche auf einzelne Punkte druͤcken, das Pflaſter beſchaͤdigen, und der Feuchtigkeit Eingang in die Unterwoͤlbung verſchaffen. Die Quellbottiche muͤſſen ein ordentliches Funda⸗ ment haben, wie im Kellergrundriſſe Fig. 133 B zu ſehen iſt. Daß die Darre, Pfan— ne, Blaſe ꝛc. mit guten Fundamenten verſehen werden muͤſſen, verſteht ſich von ſelbſt. Das jen der Futterfan. dahin cozvett beſorgen, ai aus der Been⸗ Fuß. Selt ebei ihm woh⸗ Entreſol ange ji ſeyn ſolle, Brauhaus ade egroße Laſt der moch wegen der nicht dauerhaft aher die nothi⸗ he andere Art d da de Pünte wohlbedächtig die des angelegt, um dan ubrigen Gurt⸗ nen zwei bis dii daei gegen 9 dui Srennerei var fuch „ Materialien von kat eines großen uch die oben ver⸗ h zwoürdertt den e e, gleichfalls en verſchuͤtet, dlegt, und mit en, welche auf zit Eingang i nches dundo Darre, Pfur⸗ ſch bon febſt Das der Brau⸗ und Brennerei⸗ Gebaͤude ꝛc. 161 Das Brauhaus g in Fig. 183 A iſt mit einem einen halben Stein ſtarken Kreutz⸗ gewoͤlbe uͤberſpannt, da ſolches nicht viel mehr als ſeine eigene Laſt zu tragen hat. Die Grade ſind einen Stein ſtark, und die Gurtbögen 1¾ Stein ſtark und 2 Stein breit. Der freiſtehende Pfeiler in der Mitte, gegen welchen die Gurte zuſammen lau⸗ fen, iſt wegen ſeiner bedeutenden Hoͤhe 3 Fuß im Quadrat ſtark, und da er folglich ſtaͤrker als die Gurte iſt, ſo koͤnnen aus ſeinen vier Ecken die Gradboͤgen entſpringen. Wenn nun gleich ein Kreutzgewoͤlbe nur gegen die Ecken ſchiebt, woſelbſt der Verband der Scheidemauern mit den Fronten hinlaͤnglichen Widerſtand leiſtet, ſo draͤngen doch in dem vorliegenden Falle gegen beide Fronten zwei Gurtbögen, welche, bei der bedeutenden Hoͤhe der Fronten, denſelben wohl nachtheilig werden koͤnnten. Dieſerhalb iſt es nothwendig, in den Widerlagspunkten dieſer Gurtboͤgen eiſerne An⸗ ker einzulegen, wie aus dem Querprofil Fig. 183 D zu ſehen iſt. Dieſe Anker, welche durch die ganze Frontenſtaͤrke reichen, und außerhalb mit ſtarken und langen perpendiculair ſtehenden Splinten verſehen ſeyn muͤſſen, koͤnnen zu⸗ gleich als Traͤger fuͤr das Kuͤhlſchiff gebraucht werden, wenn naͤhmlich, wie im gegen⸗ waͤrtigen Falle, die Woͤlbung der Gurtboͤgen halbzirkelfoͤrmig iſt, wodurch eine hin⸗ laͤngliche Hoͤhe noch uͤber dem Kuͤhlſchiffe erhalten wird. Es wird dann naͤhmlich aus der Mitte eines jeden der beiden Gurtboͤgen noch ein eiſernes Haͤngeiſen(ſiehe Durch⸗ ſchnitt Fig. 183 C) mit den gedachten Ankern(auf eben die Art, wie§. 93 bei den Reitbahnen gezeigt worden) verbunden, auf die Anker ſelbſt ſtarke Unterlagen mit ei⸗ nem Ende, und mit dem andern Ende in die Scheidemauer gelest, und darauf das Kuͤhlſchiff errichtet, wodurch die beſchriebenen Anker einen doppelten Nutzen gewaͤhren. In den beiden Gurtboͤgen nach der Laͤnge des Gebaͤudes ſind keine dergleichen Anker noͤthig, da ſie groͤßtentheils gegen die uͤbrigen Mittelwaͤnde ſich ſtuͤtzen. Eine Hauptbedingung hierbei iſt noch, daß in der Hoͤhe des Kuͤhlſchiffes auch hinlaͤngliche Fenſterluken in den Fronten vorhanden ſeyn muͤſſen, um die Daͤmpfe ſel bſt in dieſer Hoͤhe noch ſchnell abzufuͤhren(ſ. Fig. 183 C.). Das Darrhaus in Fig. 183 iſt mit einem gewoͤhnlichen Kappengewolbe uͤber⸗ ſpannt, deſſen Gurtboͤgen gleichfalls Anker in der beſchriebenen Art erhalten muͤſſen. Da uͤber der mittelſten Kappe des Darrhauſes ein Qualmfang noͤthig iſt, und ein in gewoͤhnlicher Art conſtruirtes Kappengewoͤlbe ſehr viele Hoͤhlen und Vertiefun⸗ gen hat, in welchen ſich der Qualm laͤnger verbergen kann, ehe er ſeinen Ausgang fin⸗ det, ſo duͤrfte es gut ſeyn, die beiden Seitenkappen in der Art, wie die Kappe d in Fig. 185, ſchraͤg von den Scheidewaͤnden herauf, die mittelſte Kappe aber, in wel⸗ cher die Oeffnung zum Qualmfange ſi ich befindet, in gewoͤhnlicher Art gerade zu woͤl⸗ Theil. III. Abtheil. II. X 162 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction ben. Ein einzelnes Kreutzgewölbe(wie z. B. in Fig. 184 uͤber d angenommen iſt) aualificirt ſich hierzu allerdings beſſer, nur wuͤrde das Darrhaus in Fig. 183, da es 29 Fuß lang iſt, als ein einzelnes Kreutzgewoͤlbe von geſchickten Haͤnden ausgefuͤhrt werden muͤſſen. See ker Das Pflaſter im Brauhauſe, in der Brennerei:c. muß, um einen gehoͤrigen Ab⸗ fluß zu erhalten, an ſeinen niedrigſten Stellen, wenigſtens noch um 6 Zoll gegen das Pflaſter außerhalb des Gebaͤudes, hoͤher liegen, wonach alſo die Hoͤhe der Mauern ſowohl im Lichten als außerhalb zu berechnen iſt. Die Plintenhoͤhe iſt in Fig. 183 auf 4 Fuß angenommen, um den Kellern durch hinlaͤnglich große Fenſter das erforderliche Licht zu geben, welches uͤbrigens nach den verſchiedenen Ortsumſtaͤnden zuweilen auch mit einer niedrigern Plinte bewirkt werden muß. Die Frontenmauern ſind in Fig. 133 in der erſten Etage zwei Steine ſtark; die zweite Etage darf nur bei aͤußerſt guter Conſtruction und feſten Materialien einen hal⸗ ben Stein ſchwaͤcher werden, weil wenig Scheidewaͤnde daſelbſt vorhanden ſind. Das gewoͤlbte Brau⸗ und Malzhaus geht nicht allein mit der reinen Frontenſtaͤrke der erſten Etage durch die zweite Etage hinauf, ſondern die ſaämmtlichen Mauern ſind noch in— nerhalb mit Boͤgen Behufs der Verſtaͤrkung der Widerlager verſehen. Die Staͤrke der Scheidemauern iſt nach Maaßgabe ihrer mehrern oder mindern freien Laͤnge ꝛc. an⸗ genommen, und aus der Zeichnung zu erſehen. Wenn ein ſolches Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude von Fachwerk, oder Piſé, oder Lehmpatzen ꝛc. erbauet werden ſollte, ſo iſt es in Ruͤckſicht der vielen Naͤſſe, wel⸗ che daſelbſt verſchuͤttet wird, zweckmaͤßig, ſaͤmmtliche Waͤnde wenigſtens drei Fuß hoch uͤber das innere Pflaſter mit guten gebrannten Steinen aufzufuͤhren. Eine naͤhere Beſchreibung der Conſtruction der zum Gebaͤude ſelbſt gehoͤrigen Theile wuͤrde eine unnuͤtze Wiederhohlung ſeyn, daher ich„ehe ich zur Beſchreibung der Anlage und Anfertigung der Darren, Pfannen, Blaſen und uͤbrigen Gefaͤße ſelbſt, uͤbergehe, hier noch einige andere ausgefuͤhrte Brau⸗ und Brennereien„ von verſchiedenen Groͤßen, durch einfache Entwuͤrfe erlaͤutern will. §. Igr. Beſchreibunz Das in Fig. 186 vorgeſtellte Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude exiſtirt auf einem urtlen an, betraͤchtlichen Amte in der Churmark. Es iſt zu einem jedesmahligen Brauen von und Brenne⸗ 24 Scheffel Malz, und die Branntweinbrennerei auf eine 4 Scheffel Meiſch⸗ und rei⸗Anlagen. eine beſondere Weinblaſe eingerichtet. ien ggenommen ſd) ig. 183, das den ausgefütr gehörigen A⸗ Zal gegen d e der Mauern 1Fi. 183 auf d erforderliche auwelen auch ſteine ſtatk; die alien einen ha den ſind. Das arke der erſten ſind noch in⸗ Die Sraͤrke Laͤnge zc. an⸗ 4, dder Piſ, en Naſſe, wir tens drei Fuß 1 ilbſt gehoͤrigen Beſchreibung grigen Gefaͤße nnereien, von ſſirt auf inen n Brauen von Miich⸗ ud der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤudec. 163 Anm. Nach den vorerwaͤhnten Grundſäͤtzen wuͤrde ſi ch aus der Groͤße des Malzplatzes, der Darre und der eigentlichen Malzzeit ungefaͤhr berechnen laſſen, wie viel Malz jaͤhrlich in dieſem Hauſe gemacht, und folglich wie oft im Jahre gebrauet und gebrannt werden kann. Die Einrichtung dieſes Hauſes iſt folgende: a iſt der Flur, b eine daſelbſt be⸗ findliche Vertiefung Behufs der Einheitzung der Pfannen und Blaſen, welche jede ih⸗ re beſondere Feuerung und Roͤhre hat. Zwei kleine Treppen fuͤhren in dieſe Ver⸗ tiefung. Anm. In der erwaͤhnten Abhandlung von Chriſt wird eine ſchon mehrmahls vorgeſchlagene Idee beruͤhrt, nach welcher vermittelſt eines Feuers zwei Blaſen zugleich geheitzt werden. Die Feuerungskanaͤle beider Blaſen ſind naͤhmlich dergeſtalt mit einander verbunden, daß, indem das Feuer unter der vorderſten Blaſe brennt, vermittelſt einer Oeffnung in der Scheidemauer die Flamme in den Feuerkanal der folgenden Blaſe ſteigt, und von da ihren Ausgang nach dem Schornſtein nimmt. Soll aber die vorderſte Blaſe allein geheitzt werden, ſo wird gedach⸗ te Communication in der Scheidemauer vermittelſt eines eiſernen Schiebers geſchloſſen, und ein anderer Schieber, welcher bis dahin den Ausgang der Flamme von der erſten Blaſe nach der Rauchroͤhre verſchloſſen hatte, geoͤffnet. Es kann alſo wohl die vorderſte Blaſe, aber nie die hinterſte Blaſe allein geheitzt werden⸗ welches mithin eine ausdruͤckliche Bedingung hier⸗ bei iſt. Unter der auf dem Flur a befindlichen, nach dem Boden fuͤhrenden Treppe, fuͤhrt eine Treppe nach dem(unter einem Theile des Flurs, der Brauerſtube und Kammer cd belegenen) Branntweinkeller. Da nun die Fußboͤden aller Raͤume in dieſem Hau⸗ ſe in einer Ebene liegen, ſo folgt von ſelbſt, daß ſelbige d der Kellerſenſter wegen wenig, ſtens 13½ Fuß uͤber das aͤußere Terrain liegen. Eine zweite Treppe f fuͤhrt nach dem unter dem Malzplatze e befindlichen uͤber⸗ wölbten Darrzimmer, deſſen Schornſtein 32 iſt. Die Keller ſind im Lichten 6 Fuß hoch. Von dem Vorderflur fuͤhrt eine breite Thuͤr nach der Brauntweinſrennerci 1, von da nach der Brauerei h, welche beide Raͤume uͤberwoͤlbt ſind. Alle vorbeſchriebe⸗ ne Raͤume uͤber der Erde ſind 12 Fuß vom Fußboden bis unter den Balken hoch. In der Brauerei iſt n die Pfanne, k der Meiſchbottich, l der Zapfbottich, und m der Kuͤhl⸗ und Stellbottich. Unter den beiden Kappen, worauf der Kuͤhlbottich m ſteht, ſo wie unter der Terraſſe in der Brennerei, iſt der Bierkeller, zu welchem ein Kellerhals o von außen fuͤhrt. Das Bier wird aus dem Stellbottich m durch eine Deffnung im Gewoͤlbe in die Foͤſſer geleitet. Da in dieſer Anlage die Brauerei⸗ und Brennerel hinter einander nachd der Tiefe des Gebaͤudes liegen, ſo ſind ſowohl in beiden Fronten als in der Mittelwand mehrere X 2 16 ¾ Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction Oeffnungen nahe an der Decke angebracht, um die noͤthige Zugluft auer durch das Ge⸗ baͤude zu bewirken. In Fig. 187 iſt eine auf einem Ainte in Preußen befindliche kleine Brau⸗ und Brennerei vorgeſtellt. Es werden in derſelben jedesmahl 6 Scheffel Malz zu Bier und 2 Scheffel zu Branntwein verbraucht. a iſt die Brauerei, welche nicht gewölbt iſt, und die Decke nur aus einer Dielung uͤber den Balken beſteht. b iſt die gewölbte Brennerei, c die Branntweinkammer ohne Gewoͤlbe, d die gewoͤlbte Darrſtube, und e die zur Braupfanne, Darre und den beiden Blaſen gehorige gemeinſchaftliche Hei⸗ tzung, welche etwas vertieft liegt. Der Malzplatz f, ſo wie die Brauerſtube und Kammer g und h, ſind unterwölbt, daher auch einige Stufen in den Thuͤren aus der Brauerei nach dieſen Raͤumen fuͤhren; die Treppe nach dem Boden liegt im Brauhauſe, und auch daſelbſt die Kellertreppe i. k jſt ein kleiner Hopfenkeſſel neben der Pfanne. Der Luftzug wird hier nur durch die Fenſter bewirkt. Anm. Ungeachtet der Malzplas ſowohl von der Darre als von dem Quellbottich 1 entferns liegt, ſo iſt doch der dortige Braumeiſter mit dieſer Anlage ſehr zufrieden. Eine auf einem ſehr bedeutenden Amte in Hinterpommern befindliche große Brau⸗ und Brennerei iſt in Fig. 188 vorgeſtellt. Sie iſt auf ein woͤchentliches Brauen von fedesmahl 15 Scheffeln zu ungefaͤhr 13 Tonnen Braun⸗ Bier, und zu einem woͤchent⸗ lichen Branntweinbrennen von zwei Wiſpeln, wenn naͤhmlich taͤglich gebrauet wird, eingerichtet. Das Pfaſter liegt ein Fuß uͤber das aͤußere Terrain, und die nicht uͤberwölbten Raͤume ſind im Lichten 12 Fuß hoch. Nur die Raͤume h und i ſind unterwoͤlbt, und daher im Lichten nur 8 Fuß hoch. Des Brauers Wohnung iſt in a, b und c. d iſt eine Branntweinkammer, e der Flur mit einer Treppe nach dem Boden, F des Brauers Küche und zugleich die Feuerung zu den Blaſen; dieſer ganze Raum iſt mit einem Schornſtein uͤberwölbt. Die Brennerei g iſt in der Art uͤberwoͤlbt„ daß aus allen vier Ecken ſich Gradbogen in inem kleinen Zirkelſtuͤcke nach dem Mittelpfeiler ſenken, woſelbſt ſelbige um mehr als 4 Fuß tiefer liegen als in den Ecken. Zwiſchen dieſen Graden ſind vier Kappen eingewoͤlbt. Anm. Dieſe Art Wäldung, welche in dieſem Werke bisher noch nicht beſchrieben werden, hat den weſentlichen Nutzen, daß ſimmtlicher Schub und Druck von allen vier Graden und Karren einzig nach dem Mittelpfeiler wirkt, die Seitenmauern alſo eigentlich nichts vem Schub des Gewoͤlbes zu erleiden haben; und da ſaͤmmtlicher Schub auf dem Mittelrfeiler ſich in einem lothrechten Druck auflaͤßt, ſo iſt vorzuͤglich nur dahin zu ſehen, daß dieſer Mittelsfeiler aus ſehr guten Materialien und fteißiger Arbeit beſtehe. ſion ne Brau, md Nal zu Bi, e nich gewlt it die geviltt arrſtube, und chft llcch Hei⸗ nd mnterväͤltt aumen fuͤhren; Kellertreppei er nur durch de 5utfernt lit große Brau⸗ Brauen von nem woͤchent⸗ ſebrauet wird, ht uͤberwoͤlbten nerwoͤbt, und eweinkammer, nd zugleich die in uͤberwolbt. Gradbogen in um mehr als vier Kappin vorden hat del den und Kanpen dom Schub 8 er ſich in einm Nitteufeila uu der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 165 Auch iſt zu bemerken, daß hier die Meiſchgefaͤße auf keiner Erhoͤhung ſtehen, und die Blaſen dagegen ſo hoch eingemauert ſind, daß man ſelbige mit drei Stufen erſteigen muß. Eine Treppe von 4 Fuß Hoͤhe fuͤhrt zur Hopfenkammer h, und nach i zur Schlafkammer fuͤr die Brauknechte. Eine eben ſo hohe Treppe fuͤhrt wieder herab zur Brauerei k, welche nicht uͤberwoͤlbt iſt. l iſt wiederum ein Flur, m die uͤberwoͤlbte Heitzung zur Pfanne t und Darre w, welche letztere in dem Malzhauſe n ſich befindet. Alle Raͤume, welche nicht uͤberwoͤlbt ſind, und außer des Brauers Wohnung, haben Decken, die bloß aus einer Dielung uͤber den Balken beſteht. Der Quellbottich v enthaͤlt 162 Kubikfuß, und iſt auf 58 Scheffel Getraide eingerichtet. Der Meiſchbottich r, der Zapfbottich q und die Pfanne t enthaͤlt jedes 18 Tonnen; letztere iſt 2 Fuß 4 Zoll tief; der Kuͤhlbottich s 24 Tonnen, und hat 92 Fuß im Durchmeſſer. Die Meiſchblaſen in der Brennerei ſind auf 3 Scheffel eine jede eingerichtet. Anm. Es werden dazu 2 Scheffel ungemalzter Rocken, und 7 Scheffel Gerſtenmalz genommen, woraus 11 Quart Branntwein hiernaͤchſt erfolgen. Die Meiſchgefaͤße ſind ſo groß, daß aus jedem derſelben beide Meiſchblaſen ge⸗ fuͤllt werden koͤnnen; ſie enthalten jedes 100 Kubikfuß. Die Darre w enthaͤlt in den Horden 144 Quadratfuß Raum. In Fig. 189 iſt eine auf einem adlichen Guthe in Mecklenburg befindliche große Brau:, Brenn⸗ und Baͤckerei vorgeſtellt. Es werden darin nur jedesmahl 30 Schef⸗ fel Malz verbraut und 41 Scheffel zu Branntwein verbrannt, ungeachtet die Anlage auf eine noch groͤßere Conſumtion, und allenfalls auf zwei Meiſchblaſen eingerich⸗ tet iſt. Das ganze Gebaͤude iſt mit Kreutzgewoͤlben unterwoͤlbt und die Keller ſind 7 Fuß im Lichten hoch.’ iſt ein Flur, welcher zu einer Kammer fP zu vorraͤthigen Gefaͤßen und zu einem Backtauſe bm, ſo wie aus dieſem nach einer Plettſtube d fuͤhrt. Aus dem Backhauſe bim werden zwei Backoͤfen geheitzt; zwiſchen ſelbigen befindet ſich ein Waſchkeſſel c, ſo daß alſo das Backhaus zugleich als Waſch⸗ und Schlachthaus be⸗ nutzt werden kann. Die Treppe g fuͤhrt nach einem Entreſol, welches ſich uͤber den Raͤumen dfbme befindet. Das Brauhaus h iſt 15 Fuß im Lichten hoch und nicht gewoͤlbt. In der Mitte deſſelben ſteht die Feuerung nebſt Brauofen, wodurch dieſe Einrichtung weſentlich von den vorher gehenden unterſchieden iſt. n iſt die Braupfanne, o eine kleine Wanne, in welche das Waſſer vermittelſt eines Hahns aus der Pfanne gelaſſen wird, um es auf den Meiſch zu gießen. p iſt eine kleine Hopfenpfanne, und q die vertiefte Feuerung 166 Vierter Abſchnitt. Von Anlage und Conſtruction zu beiden Pfannen. Ueber der großen Pfanne n iſt ein Rauchfang, auf Pfeilern ru⸗ hend, angebracht. n iſt der Meiſch, s der Kuͤhl⸗, und t der Quellbottich, aus welchem letztern die gequellte Gerſte durch eine Oeffnung im Gewoͤlbe nach dem Malzplatze im Keller geſchuͤttet und auch daſelbſt gedarrt wird; der Schornſtein dieſer Darre iſt u, und der Qualmfang zu derſelben in v. Aus der Brauerei fuͤhrt eine Thuͤr nach der Schrotkammer k, unter welcher aus der Brennerei i eine Treppe nach dem Keller fuͤhrt. In der Brennerei i, welche ganz mit Kreuzgewoͤlben uͤberwoͤlbt iſt, ſtehen die Meiſchfaͤſſer ſaͤmmtlich in der Mitte auf einer Terraſſe, zu welcher eine kleine Treppe fuͤhrt. Eine andere Treppe aus der Brennerei fuͤhrt nach dem Boden, und durch die — Oeffnung w wird das Malz aus dem Keller herauf und nach dem Boden geſchafft. Die Blaſen ſtehen gegen den Giebel; ihre Heizung geſchieht von der Brennerei aus. Von außen iſt eine Oeffnung in der Mauer„ durch welche die Torfaſche heraus gezogen und durch einen feuerfeſten Kanal in einen dazu tief in der Erde befindlichen Behaͤlter geſchuͤttet wird, aus welchem ſie nach einiger Zeit weggeſchafft und zum Duͤnger verbraucht wird. Anm. Dieſe Vorſicht mit der zuweilen noch gluͤhenden Torfaſche iſt da, wo ſie von außen her⸗ aus gezogen wird, und folglich ſehr leicht vom Winde zerſtreuet werden koͤnnte, von großer Wichtigkeit, und daher dies eine ſehr nachahmungswuͤrdige Anlage. Zwiſchen den beiden Blaſen iſt eine Terraſſe aufgemauert, um vermittelſt einiger Stufen bequem nach den Blaſenhelmen gelangen zu koͤnnen. Wenn die Blaſen, wie hier, gegen eine der Umfaſſungsmauern*) ſtehen, ſo koͤnnen auch die Kuͤhlfaͤſſer außerhalb des Gebaͤudes nach Fig. 190 unter einen Schup⸗ pen dergeſtalt geſtellt werden, daß der Spiritus aus der Schlange hiernaͤchſt wieder nach dem Gebaͤude herein in die Vorlage geleitet wird. *) Um hiernaͤchſt die Schornſteinroͤhre nicht zu ſehr ſchleife dies aber nur ein gerade hinauf gehender Giebel, od des ſeyn. Das beſtaͤndige Abkuͤhlen des Waſſers in den Kuͤhlfaͤſſern iſt ſo weſentlich noth⸗ wendig, daß davon die mehrere oder mindere Quantitaͤt Branntwein abhaͤngt. Kann das Waſſer aus einem Bache in die Kuͤhlfaͤſſer beſtaͤndig zu⸗, und durch Rinnen wie⸗ der abgeleitet werden, ſo wird zwar eine große Bequemlichkeit hierdurch erhalten; al— lein je weiter das Waſſer herfließt, je waͤrmer wird es im Sommer ſeyn. Das Waſ⸗ ſer aus einer Pumpe hat daher hierzu, in Ruͤckſicht ſeiner Kuͤhle, ſowohl im Sommer als im Winter, Vorzuͤge. n oder ſchleppen zu duͤrfen, kann er die hohe Wand eines Seitengebaͤu⸗ —,— 1 falern i aus welchen Mahglazeim Darre it huͤr nach der dem Kellr ſtehen die leine Treppe nd durch die geſchaff. er Brennerii faſche heraus ebefindlichen ft und zum in außen her⸗ von großer teiſt einiger ) ſtehen, ſ einen Schu⸗ nichſt wieder dürfen, kann Seitenzeblu⸗ entlich nolt⸗ ngt. Kann Rinnen wie⸗ rhalten; d” Das Waſ in Sommer der Brau⸗ und Brennerei⸗Gebaͤude ꝛc. 167 Daß die Darre ſich im Keller, und zwar in der Gegend unter uy befindet, iſt ſchon vorher erwaͤhnt worden. Es iſt aber auch noch in einer zweiten Etage uͤber der Brennerei nahe am Giebel eine zweite Darre angebracht, welche ihre noͤthige Waͤrme von dem Blaſenfeuer erhalten ſoll. Es ſteigt naͤhmlich die Hitze vom Blaſenfeuer in dem Schornſtein in die Hoͤhe,“*) und indem uͤber der obern Darre der Schornſtein mit einem Schieber abgeſchloſſen iſt, muß der heiße Rauch durch die Kanaͤle der Dar⸗ re ſich winden, und ſeinen Ausgang wieder in den Schornſtein uͤber den Schieber neh⸗ men. Soll dieſe Darre nicht geheizt werden, ſo bleibt der gedachte Schieber offen, und der Rauch ſteigt durch den Schornſtein gerade hinaus. 80) Daß dieſe Blaſenfeuerungen nicht mit den hinlänglichen Zuͤgen, ſondern an und fuͤr ſich betrachtet, ſehr Holzverſchwenderiſch, eingemauert ſeyn muͤſſen, geht hieraus von ſeibſt hervor, indem ſonſt der Rauch nicht mehr heiß genug, und der obern Darre nuͤtzlich ſeyn koͤnnte. Neben dem Kuͤhlbottich s in der Brauerei iſt eine Oeffnung im untern Gewoͤlbe, durch welche das Bier nach dem Keller in den Stellbottich faͤllt, und ven da weiter in die Faͤſſer gefuͤllt wird. Unter den Raͤumen m und o befindet ſich vom Giebel aus ei⸗ ne flache Appareille nach dem Keller hinunter, vermittelſt welcher das Bier aus demſel⸗ ben mit Wagen abgehohlt werden kann. Wenn ich durch dieſe ausgefuͤhrten Beiſpiele die verſchiedenartigen Anlagen der Brau⸗ und Brennereien habe zeigen wollen, ſo geht daraus zugleich hervor, in wie fern dieſe mehr oder weniger von meinen vorhin beſchriebenen Grundſaͤtzen hierin, ab⸗ weichen oder uͤbereinſtimmen. In einem iſt die Brauerei uͤberwoͤlbt, und in den uͤbri⸗ gen blos mit Balkendecken verſehen; die Brennereien ſind in allen vier Beiſpielen uͤber⸗ woͤlbt. Auch befinden ſich in einigen die gewoͤlbten Keller unter der Brau⸗ und Bren⸗ nerei. Ueber alle dieſe Gegenſtaͤnde habe ich mich bereits geaͤußert, und die mancherlei Vortheile und Nachtheile ſo wohl in Abſicht der Geſchaͤfte als des Gebaͤudes ſelbſt aus einander zu ſetzen geſucht; daher ich nun die Wahl der Anlage ſo wohl des Ganzen als der einzelnen Tbelt dem erfahr enen Oekonomen uͤberlaſſe. 468 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, 7 B. Von Anfertigung der Brau⸗Geraͤthe, Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. §. 182. Don Anferti Wenn gleich die Anfertigung der Brau-Geraͤthe ſelten unter unmittelbarer Auf⸗ gung der Brau⸗ und Quellbottiche und der Kuͤhl⸗ faͤſſer. ſicht des Baumeiſters geſchieht, ſo muß derſelbe jedoch die Conſtruction dieſer Stuͤcke kennen, um beurtheilen zu koͤnnen, ob ſie gut und dauerhaft angefertigt ſind: und in dieſer Hinſicht will ich die Conſtruction derſelben, und zwar zuerſt die der hoͤlzernen Gefaͤße, mit wenigem beruͤhren. Die Bottiche werden ſowohl zirkelrund als oval gemacht; letzteres kann nur durch den vorgeſchriebenen vielleicht etwas beengten Raum im Brau⸗ oder Brennhauſe ver⸗ anlaßt werden, indem ein ganz rundes Gefaͤß der Natur der Sache nach dauerhafter und mit weniger Muͤhe, folglich wohlfeiler zu verfertigen iſt. Anm. Vielleicht wird von einigen auch wegen des bequemern Hinzukommens zum umruͤhren, beſonders in den groͤßern Brennerei⸗Meiſchgefaͤßen, die ovale Form der runden vorgezogen. Die großen Bottiche werden gewoͤhnlich oben um ungefaͤhr 4 Zoll im Durchmeſ⸗ ſer enger als unten gemacht, wovon ſchon vorhin Erwaͤhnung geſchehen iſt. Dieſe Form gewaͤhrt den Vortheil, daß die Baͤnde, wenn das Gefaͤß zu ſehr eingetrocknet iſt, nachgetrieben werden koͤnnen, ohne es von ſeiner Stelle zu ruͤhren. Die kleinern Gefaͤße, als die kleinen Meiſchtonnen und die Kuͤhlfaͤſſer in den Branntweinbrennereien dagegen, werden gewoͤhnlich oben weiter als unten gemacht. Außer bei den Kuͤhlfaͤſſern kann dies keinen hinlaͤnglichen Grund baben, und entſteht vielmehr dadurch die Unbequemlichkeit, beim Nachtreiben der Baͤnder zuweilen das Gefaͤß umkehren zu muͤſſen. Bei den Kuͤhlfaͤſſern koͤnnte allenfalls der Grund ange⸗ fuͤhrt werden, daß das nach oben ſteigende erwaͤrmte Waſſer bei einer groͤßern Flaͤche ſich beſſer abkuͤhlt; allein auch dieſer Grund iſt nicht zulaͤnglich genug, um die vorge⸗ dachte Form durch dieſe zu verdraͤngen. Die Conſtruction eines großen Bottichs Fig. 191 A, B und C iſt folgen⸗ de: Boden und Staͤbe werden von 2 Zoll ſtarken eichenen, wenigſtens zwei bis drei Jahr im Schauer trocken gewordenen Bohlen gemacht. Die Breite der Stuͤcke iſt verſchieden, und bis auf einige Staͤbe, wovon bernach die Rede ſeyn wird, bei tro⸗ ckenem Holze gleichguͤlttg. Der Boden wird mit ſeiner vollen Dicke in einen 3 Zoll tiefen te, Anlage telbarer Auf⸗ diſer Stuͤce ſind: und in der hͤlzernen ann unr darch ennhauſe ver⸗ dauerhafter im Umrühren, vorgezogen. Durchmeſ⸗ iſt. Dieſe eingetrocknet fäſſer in de ren gemacht. und entſteht uweilen das jrund ange⸗ ßern Fläche m die vorge⸗ C it foen zweibidei r Etuͤte i td, bei ee einn 3 tisfn Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 169 tiefen Falz in die Staͤbe eingeſetzt. Unter dem Boden befinden ſich nach der Groͤße des Bottichs, zwei, drei bis vier Unterlager oder Spreitzhoͤlzer aaa Fig. B und C, welche alſo nicht viel weiter als ungefaͤhr 2 Fuß von Mittel zu Mittel aus einander liegen muͤſſen, wobei jedoch vorzuͤglich darauf zu ſehen iſt, daß die letzten Bodenſtuͤcke jedes mit ſeinen beiden Enden cc Fig. A(welche die Boͤttcher die Schartſeiten nen⸗ nen) auch auf den Spreitzhoͤlzern aufruht. Dieſe Spreitzhoͤlzer, gleichfalls von eiche⸗ nem Holze, ſind nach Verhaͤltniß ihrer Laͤnge 2 ½ bis 3 Zoll ſtark und ungefaͤhr 3 Zoll hoch; ſie gehen mit Zapfen durch die Staͤbe hindurch, zu welchem Ende alſo dieſe Staͤ⸗ be, wie vorgedacht, nicht nur beſonders breit ſeyn, ſondern auch die Spreitzhoͤlzer ge⸗ rade auf die Mitte der Sltaͤbe zutreffen muͤſſen. Die Zapfen, womit die Spreitzhoͤlzer durch die Staͤbe gehen, muͤſſen locker und lang genug gearbeitet ſeyn, damit, wenn beim Nachtrocknen des Bodens und des Bottichs uͤberhaupt die Baͤnder nachgetrieben werden ſollen, die Bruͤſtungen dieſer Za⸗ pfen kein Hinderniß entgegen ſtellen. Auch werden die Spreitzhoͤlzer mit hoͤlzernen, durch den Boden nicht durchreichenden Naͤgeln, an die Bodenbohlen befeſtigt. Quer uͤber die Spreitzhoͤlzer liegen die Bodenbohlen b, welche in Fig. B ihrer Laͤnge nach, in Fig. A ihrer Breite nach gezeichnet, und nach Fig. A und C mit hoͤl⸗ zernen(ſo genannten) Dobbeln oder Duͤbeln m zuſammen geſetzt ſind. Die meiſten Staͤbe reichen unter dem reinen Boden um ungefaͤhr ſo viel, als die Spreitzhoͤlzer a hoch ſind, noch hinunter. Diejenigen Staͤbe aber, in welche die Spreitzhölzer eingezapft ſind, ſtehen noch tiefer, und wenigſtens 2 Zoll unter die Spreitzhoͤlzer hinunter. Soll das Gefaͤß auf gleicher Erde ſtehen, ſo muͤſſen in ſeinem ganzen Umkreiſe in ungefaͤhr 2 bis 2 fuͤßigen Entfernungen aus einander, auch da, wo keine Spreitz⸗ hoͤlzer in die Staͤbe greifen, einige Staͤbe um ſo tief unter den Boden hinunter rei⸗ chen, welche denn die Fuͤße des Gefaͤßes formiren. Soll daſſelbe aber, wie gewoͤhn⸗ lich, noch auf beſondern Unterlagen ruhen, ſo ſind die laͤngern Staͤbe zwar da, wo die Spreitzhoͤlzer in den Staͤben ſtehen, ſonſt aber nicht ſo nothwendig. Der Bottich wird gewoͤhnlich ſo geſtellt, daß die Spreitzhoͤlzer quer uͤber die Unterlager zu liegen kommen. Wenn nun der Boͤttcher den Bottich auf dieſe Art in ſeiner Werkſtatt verbun⸗ den hat, dann wird derſelbe erſt im Brauhauſe zuſammen und aufgeſetzt. 1 Ein Bottich von 3 Fuß Hoͤhe im Lichten erhaͤlt gewoͤhnlich drei Baͤnder, ein Bottich von 4 Fuß Hoͤhe koͤnnte allenfalls ſchon 4 Baͤnder erhalten; jedesmahl muß aber in der Gegend des Bodens ein Band ſich befinden. Iſt der Bottich von ſehr tro⸗ Theil III. Abtheil. II. Y 170 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, ckenem Holze, und kann man auf ein Quellen des Holzes rechnen, ſo muß das Band ſo breit ſeyn, daß es genau auf die Dicke des Bodens paßt. Iſt das Holz aber nicht ganz vollkommen ausgetrocknet, ſo kann das unterſte Band zur Haͤlfte ſeiner Breite den Boden und mit der andern Haͤlfte uͤber den Boden faſſen, um hiernaͤchſt beim Nachtrocknen des Bottichs nachgetrieben werden zu koͤnnen, wo es dann erſt die volle Dicke des Bodens faßt.....* Die Baͤnder werden gewoͤhnlich von Eiſen, und zwar bei großen Bottichen 2 ½ bis 22 Zoll breit, Zoll dick, und bei kleinen Bottichen ungefaͤhr 2 Zoll breit und 2 Zoll dick, ſelten aber, und zwar nur um kleine Bottiche, von Holz gemacht. Um klei⸗ nere Bottiche koͤnnen die eiſernen Baͤnder im ganzen, oder aus Einem Stuͤcke ſeyn; um groͤßere Bottiche aber waͤre ein Band in Einem Stuͤcke zu umſtaͤndlich aufzulegen, da— ber dann ſolches jedesmahl aus zwei Stuͤcken gemacht wird. Die Zuſammenſetzung der beiden Stuͤcke eines Bandes geſchieht nun entweder mit ſo genannten Ziehbaͤndern e, oder, mit einem Ziehbande an einem und mit einer Schraube f am andern Stoße, oder noch beſſer, mit Schrauben an beiden Stoͤßen eines jeden Bandes. Laͤßt naͤhm⸗ lich beim Nachtrocknen des Bottichs ein Band los, ſo iſt ſolches ohne nachzutreiben, mit der Schraubenzwinge leicht nachzuziehen, wodurch jedes Band genau auf ſeiner Stelle verbleiben kann. Wenn nun der Bottich fertig daſteht, ſo gehoͤrt zur Beurtheilung deſſelben außer dem, was ſich aus dem bisher geſagten ergiebt, noch, daß die Fugen zwiſchen ſaͤmmtlichen Staͤben ſo gearbeitet ſeyn muͤſſen, daß die Staͤbe innerhalb des Bottichs dichter als außerhalb an einander ſchließen, oder, mit andern Worten, daß außerhalb uͤberall etwas mehr Fuge als innerhalb ſichtbar ſeyn muß; damit, wenn der Bottich hiernaͤchſt ſich noch um etwas zuſammentreibt, die aͤußere Kante der Fugen um ſo viel nachgeben koͤnne. In Fig. 191 B und C wird zugleich die Anfertigung eines ſo genannten Zapfbo⸗ dens gezeigt. Quer uͤber die Bohlen des eigentlichen Bodens b werden etwa 3 bis 4 Zoll hohe und eben ſo breite Hoͤlzer g in ungefaͤhr zweifuͤßiger Entfernung gelegt. (Ein Rand innerhalb auf dem Boden des Bottichs, wie Seite 132 erwaͤhnt worden, wird ſelten gemacht, weil man gern alles vermeidet, was Fugen verurſachen und wor⸗ in ſich Saͤure anſetzen kann.) Auf die Hoͤlzer g wird ein Boden h von dicht an ein⸗ ander paſſenden, 1½ Zoll ſtarken Brettern gelegt, welche ſaͤmmtlich genau an die Staͤ⸗ be anſchließen, und mit ſehr vielen ungefaͤhr 1 ſtarken Zoll großen Loͤchern durchbohrt ſeyn muͤſſen. Dieſer, aus den Hoͤlzern g und Brettern h beſtehende Zapfboden, wird jedesmahl, wenn der Bottich gereinigt werden ſoll, berausgenommen, und nachher ithe, nuß das Bad dol aber rih e ſeiner Priit iernaͤhſt bem erſt die voll Betiche 2 oll breit und . Um klei⸗ cee ſeyn; um ffzulegen, da⸗ ammenſehung Ziehbaͤndern ndern Stoße, Läͤßt naͤhm⸗ achzutreiben, auf ſeiner ſelben außer en zwiſchen des Bottichs aß außethalb nder Bottic —n um ſo die ten Zapfbo⸗ wa 3 bis 4 ung gelegt. it worden, en und wer⸗ dicht an ei an die Ety durchbohc boden, vid nd nuchte Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren c. 171 wieder hinein gelegt, und da derſelbe folglich loſe im Bottich liegt, ſo wuͤrde er von der Fluͤſſigkeit im Bottiche gehoben werden, weshalb wiederum quer uͤber die Bretter h etwa zwei ſtarke Latten i gelegt, und mit eiſernen Klammern, oder(wie S. 132 erwaͤhnt worden) mit einer Steife gegen die Decke eingeſpannt werden.. Anm. Der Seite 132 in der Anmerkung erwaͤhnte Wolf, welcher hoͤher als der Zapfbottich im Lichten iſt, und indem er durch den Zapfboden reicht, auf dem Boden des Bottichs aufſteht, muß daher unten eine Oeffuung haben, die nicht hoͤher als die Hoͤlzer h iſt. Kuͤhlfaͤſſer in den Branntweinbrennereien werden gewoͤhnlich aus zweizolli⸗ gen kienenen, dauerhafter aber gleichſalls aus eichenen Bohlen verfertigt. In Abſicht ihrer Zuſammenſetzung kommen ſie mit den Bottichen ganz uͤberein. Was die Kuͤhl⸗ oder Schlangenroͤhren in denſelben betrifft, ſo wird nachher das noͤthige davon erwaͤhnt werden. Zur Conſervation der Kuͤhlfaͤſſer, welche durch das Hin⸗ und Herlegen der Zuleitungsrinnen in ihrem obern Rande ſehr bald leiden und ausbrechen, und daher bei einem fortwaͤhrenden Brennen kaum ſechs bis ſieben Jahre dauern, wird von einigen angerathen, den obern Rand mit ſtarken Bleiplatten zu beſchlagen. Daß man dieſe Faͤſſer gegen das Ueberlaufen des Waſſers oder der Benaͤſſung von außen ſchuͤtzen muͤſ⸗ ſe, um ihre Dauer zu verlaͤngern, verſteht ſich von ſelbſt. Die Einrichtung mit dem Wolf, Behufs der Zulaſſung des kalten Waſſers, iſt ſchon S. 140 beſchrieben. Aus Stein gearbeitete Kuͤhlfaͤſſer will man deshalb nicht gern billigen, weil der Stein, als ein viel ſtaͤrkerer Waͤrmeleiter, die Waͤrme laͤnger unterhaͤlt... Die eigentlichen Kuͤhlſchiffe in den Brauereien ſind viereckig, und werden ge⸗ meinhin aus dreizoͤlligen kienenen Bohlen, ſowohl vom Zimmermann als vom Boͤttcher verfertigt. Der Zimmermann ſpundet und fuͤgt die Bodenbohlen ſauber zuſammen, und zwar,(da gewoͤhnlich die Form eines Kuͤhlſchiffs laͤnger als breit iſt,) nach der Laͤnge deſſelben, und legt unter und neben den Boden Zwingen, deren Keile an ih⸗ ren Enden den Boden beim Nachtrocknen ſowohl nachgetrieben, als beim Quellen geloͤſet werden koͤnnen. Die vier Seiten werden als eine Zarge zuſammen gezinkt, und mit Zapfen und Nuthen auf den Boden aufgeſetzt, daher der Boden auch um ei⸗ nen Theil von den Seitenwaͤnden vorſteht. 4 4 Da aber, wenn hier eine Bodenbohle oder eine Seitenwange ſchadhaft wird, oder ſich verwirft,(welches der Zimmermann zwar dadurch moͤglichſt zu verhindern ſucht, daß ſaͤmmtliche Hoͤlzer mitten durch den Kern aufgeſchnitten werden,) ſo muß gleich der groͤßte Theil des Kuͤhlſchiffs erneuert werden: daher wird es fuͤr beſſer gehal⸗ ten, auch die Kuͤhlſchiffe vom Boͤttcher anfertigen zu laſſen, wobei ein einzelner Stab oder Bohle, und mithin nur einzelne kleinere ſchadhafte Stuͤcke, erneuert werden duͤrfen. P 2 172 Vierter Abſchnitt. Von— der Bemaeräthe Der Boͤtecher ſetzt die vier Umfaſſungswoͤnde„ wie bei den Bottichen, aus Staäͤ⸗ ben, und den Boden in die Staͤbe um 1 Zoll rief iſemn mmen, wie in Fig. 192 B zu ſehen iſt. Die Zuſammenſetzung der Staͤbe in den Scken iſt in Fig. 192 A zu ſehen. Die Bohlen des Bodens ſind mit Duͤbeln(wie bei den 2 Borrich den gedacht) zuſammen gefuͤgt, und auch die Spreitzhoͤlzer a werden durch die Staͤde gelocht. Das Ganze wird durch zwei eichene Joche, je nachdem das K Snoſchiñ Ses F oder klein iſt, von ſtaͤr⸗ n rm oder ſchwaͤcherm Holze, wovon das eine oben efindet, und das andere den Boden umfaßt, zuſammen gehalten. Die beſte Zuſammen— der Zargen geſchieht durch Schrauben an den Ecken, wie in Fig. 192 4 zu„ damit beim Nach⸗ trocknen des ganzen Kuͤhlſ ſchiffs die Joche nachgezogen we erden ne Es iſt Seite 125 der ſteinernen Quel bottiche Erwaͤhnung geſchehen. Hierbei iſt zuvoͤrderſt in Ueberlegung zu nehmen, daß, wenn ſeldige uͤber der Erde auf⸗ geſetzt werden ſollen, ihr Inhalt nicht viel mehr als ungefölr 150 Kubikfuß betragen darf, denn die Breite und Diefe muß immer der Beauemlichfeit des Umruͤhrens des Getraides angemeſſen bleiben, und wenn dad urch die Länge eines ſteinernen Quellbot⸗ nde, da ſie dann aus ganzen † 35 8* 3 tichs ſehr groß werden ſollte, ſo wuͤrden die Seitenwaͤ Stuͤcken beſtezen, um nicht zu zerbrechlich zu ſeyn, ſehr ſtark gemacht werden muͤſſen, 4 in welchem Fall es beſſer iſt, ihn lieber groͤß tentheils: in die Erde verſenkt und einge⸗ mauert anzulegen. Kleine uͤber der Erde gehende Bottiche von S an iftes Fig. lang und 3 Fuß breit, werden auf folgende Art zuſammen geſest. Wangen und Bo⸗ den beſtehen aus Platten, und ſind 5 Zoll ſtark. Boden kann allenfalls etwas ſtaͤrker angenommen werden. In den Boden Fig. 193 A wird eine etwa 12 Zoll tiefe und 2 Zoll breite Nuthe a ausgearbeitet, und die vier Seitenwa angen mit Zapfen ben derſelben Groͤße in die Nuthen eingeſetzt. In die kurzen Seitenſtuͤcken Fig. 193 B werden eben ſolche Nuthen e gearbeitet„ und die langen Seitenſtu eitenſtuͤcke mit Zapfen von derſelben Groͤße darin eingeſetzt. Breiter(nach Verdältnis der angenommenen Staͤr⸗ * de Platten von 5 Zoll) duͤrfen die Zapfen un hude n nicht ſeyn, weil ſonſt nicht hr hinlaͤngliche(ſo genannte) Bruͤſtung ef vorhanden wäre. ie vier Ecken wer⸗ den d auf der Oberkante der Seitenwaͤnde(wie in Fig. 793 B zu ſehen) mit Klam⸗ mern ed verbunden. Da aber zu dieſem Behuf, wo Feuchrigkeit den ganzen Bottich durchdringt, eiſerne mit Blei vergoſſene Klammern zu frühzeirig roſten wuͤrden, ſo iſt V es gerathener, die Klammern ganz aus Blei mit einer Berſetzung von etwas Zink zu waͤhlen. Zu dem Ende wird Behufs dieſer Klammern eine In eine Rinne von ungefaͤhr 17 Zoll breit und 1 bis 3 1 Zoll tief, und an beiden Enden ein nach unten und hinten breiter — D D ithe, den als Sti⸗ Fg. 92 B u 2 A ju ſch ͤt) zuſanna Das Gane it, bon ſtat ss andere den dgen geſchieht beim Nach⸗ ing geſchehen. der Erde auf⸗ ffuß betragen nruͤhrens des ten Quelbot⸗ aus ganzen den müͤſſen, und einge⸗ etwa 5 Fuß gen und Bo⸗ enfalls etwas 1. Zoll tief Zapfen bon Fi. 195 Zapfen von enen Staͤr ſonſt nicht Ecken wer⸗ wit Klam⸗ zen Votich rden, ſo iſ vas Zinkzu ungefthr n uten rn Anlage der Pfannen, Blaſen, Darrenꝛc. 175 als oben und vorne gearbeitetes Duͤbelloch eingehauen, und ſolches mit der Miſchung aus Blei und Zink vollgegoſſen, wodurch die verlangte Klammer entſteht. Ehe die Klammern eingegoſſen werden, beſonders aber nachher, werden alle Fu⸗ gen mit einem waſſerfeſten Kitt, welcher aus Oehlſirniß, fein geſtoßenem Dufſtein, und allenfalls noch mit einem Zuſatz aus ſehr feinem Ziegenmehl beſteht, ſorgfaͤltig verſtrichen. Groͤßere Bottiche aus Sandſtein werden auf folgende Art zuſammen geſetzt. Wenn z. B. ein ſteinerner Bottich Fig. 194 im Lichten 9 Fuß lang, 41 Fuß breit, und 4 Fuß hoch ſeyn, folglich 162 Kubikfuß enthalten ſoll; ſo wird der Bo⸗ den, aus einem Stuͤcke beſtehend, 12 Zoll diek gemacht. Die vier Seitenwaͤnde be⸗ ſtehen jedes aus einem Stuͤcke, ſind aber nur 6 Zoll ſtark noͤthig, und die vier Eck⸗ ſtuͤcke ſind jedes von 12 Zoll im Quadrat ſtark bearbeitet. Die vier Eckſtuͤcke und vier Seitenwaͤnde werden, ſo wie vorhin in Fig. 193 A erinnert worden, mit Nuthen und Zapfen in den Boden, und die Seitenwaͤnde eben ſo in die Eckſtuͤcke eingelaſſen. Um den Eckſtuͤcken noch mehr Breite zu geben, ſind ſelbige innerhalb abgerundet, jedoch muß der Zirkel dieſer Rundung nur in den Eck— ſtuͤcken ſich befinden. Uebrigens werden die Eckſtuͤcke mit den Seitenwaͤnden obenauf eben ſo verklammert und die Fugen uͤberall verkittet, wie vorhin erwaͤhnt worden, nur mit dem Unterſchiede, daß die Klammern etwas dicker werden koͤnnen, und daß hier acht Klammern nothwendig ſind. Daß zu dergleichen Bottichen ein ſehr feſter Stein gehoͤrt, der wenig oder gar kein Waſſer annimmt, noch weniger filtrirt, iſt ſchon vorher angefuͤhrt worden, wes⸗ halb der Granit hierzu der vortheilhafteſte Stein waͤre. Da indeß faſt jeder Sand⸗ ſtein, mehr oder weniger, doch immer einige Feuchtigkeit in ſich aufnehmen wuͤrde, ſo iſt nothwendig, daß dergleichen Bottiche innerhalb ſehr gut und ſtark mit Oehl getraͤnkt und mit Oehlfarbe angeſtrichen werden, zu welchem Ende aber die innern Seiten nicht nur ſehr fein bearbeitet ſeyn muͤſſen, ſondern auch der Stein, ehe er angeſtri⸗ chen wird, ſo viel als moͤglich ausgetrocknet und erwaͤrmt werden muß. Sollte ein ſolcher ſteinerner Quellbottich noch laͤnger und breiter verlangt werden, wie z. B. in Fig. 195 angenommen worden, und nicht Steine in ganzen Stuͤcken von ſolcher Groͤße vorhanden ſeyn; ſo muß derſelbe, wo nicht ganz, doch groͤßtentheils, in die Erde verſenkt, und mit Bindern und Laufern, einer Schaͤlungsmauer gleich, zu⸗ ſammen gearbeitet werden. So iſt z. B. in Fig. 195 der Quellbottich im Lichten ro Fuß lang, 6 Fuß breit und 4 Fuß tief gerechnet,(dabei iſt angenommen, daß die aͤußere Plinte des Brar⸗ — — ——— 274 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, hauſes, mit deren Oberkante der Fußboden des Malzhauſes in der Wagge liegt, 4 Fuß hoch ſei,) mithin muß, wenn vom Boden des Quellbottichs aus noch ein hinlaͤngliches Gefaͤlle nach außen vorhanden ſeyn ſoll, die Oberkante des Quellbottichs allenfalls 1 Fuß von c bis d Fig. B uͤber den Fußboden des Malzplatzes ſtehen. Wenn nun der Theil des Bottichs, welcher uͤber den Fußboden hervorragt, mit einerlei Dicke in den Umfaſſungswaͤnden herum laufen ſoll, ſo muͤſſen die Binder aa in Fig. 195 A und B, weiche laͤnger als die Laͤufer bb in den Fußboden reichen, nach Fig. B 1 Fuß von oben herunter auf die Dicke der Laͤufer von 6 Zoll ausgearbeitet werden. Wie die Laͤufer und Binder mit Schwalbenſchwanzzapfen in einander ſtehen, iſt in Fig. 195 ₰ zu ſehen. In den Boden muͤſſen ſowohl die Laͤufer als Binder mit einem Za⸗ pfen, wie vorhin erwaͤhnt und in Fig. B bei e gezeichnet worden, eingeſetzt werden. Betrachtet man die Laſt der hierzu erforderlichen Steine, als auch die des Ge⸗ traides und Waſſers, welche in einen ſolchen Bottich koͤmmt, ſo leuchtet es von ſelbſt ein, daß dazu ein hinlaͤnglich ſtarkes und tiefes Fundament unter dem ganzen Quell⸗ bottich aufgemauert werden muß... Um zu dem am Boden des Quellbottichs befindlichen Zapfen oder Hahn, aus melchem das Waſſer abfließt, gelangen zu koͤnnen, kann eine Vertiefung daſelbſt aus⸗ gemauert und eine uͤberwoͤlbte Rinne angelegt werden....*. Das fuͤr den Hih erforderlich? Zapfen och wird ungefuͤhr 2 Zoll im Durchmeſſer groß, der Boden des Bottichs von drei Seiten nach der vierten hin fallmaͤßig abgear⸗ beitet, und an der tieſſten Stelle des Bodens der Hahn in der Seitenwand angebracht. Die Preiße fuͤr alle bisher erwaͤhnte Arbeiten gehoͤren zwar nicht eigentlich hier⸗ her; allein da die Boͤttcher⸗ und Kupferſchmiede-Arbeiten, wovon entweder ſchon die Rede geweſen iſt, oder noch ſeyn wird, gewoͤhnlich im Ganzen bedungen„ und nicht unter ſpecieller Aufſicht des Baumeiſters ausgefuͤhrt werden, ſo will ich hier einiges zur Beurtheilung der Preiße der bisher erwaͤhnten Boͤttcher⸗Arbeiten anfuͤhren. Das eichene Stabholz zu Bortichen wird gewoͤhnlich 4 bis 44 Fuß lang geſchla⸗ gen, daher die zu den Fuͤßen der Bottiche noͤthigen laͤngern Staͤbe aus dem Boden⸗ holze beſonders zugeſchnitten werden muͤſſen. Wenn nun ein Bottich weniger als 4 Fuß Hoͤhe in den Staͤben erkalten ſell, ſo muͤſſen die 4 Fuß langen Staͤbe um ſo viel abgeſchnitten werden, daher alle Bottiche„ welche weniger als 4 Fuß, und nicht gerade die Haͤlfte dieſer Stablaͤnge, naͤhmlich 2 Fuß, zur Hoͤhe haben, verhaͤltniß⸗ waͤßig theurer als groͤßere oder kleinere Bottiche ſind. Gegenwaͤrtig, und zwar bei den hieſigen theuern Holzpreiſen, koſtet ein Bottich von eichenem zwei Zoll ſtarkem Bohlenholze, 10 Fuß im Durchmeſſer und 4 Fuß Hoͤhe — the Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren c. 175 e ien, 4 3 im Stabe, ohne die eiſernen Baͤnder, ungefaͤhr 60 Thaler, wovon etwa 30 Thaler — dinängichs fuͤr Arbeitslohn und 30 Thaler fuͤr Holz gerechnet werden; dies macht fuͤr den Qua⸗ ichs alenfils dratfuß⸗Boden und Seitenwaͤnde zuſammen gerechnet 7 Groſchen. Wenn nun gleich Wem mm ein kleinerer Bottich beinahe dieſelbe Arbeit als ein großer verurſacht, ſo iſt dagegen ein etlei Dicke i groͤßerer Bottich auch ungeſchickter zu hanthieren: folglich duͤrfte fuͤr die gegenwaͤrtige Fg. 195 4 Zeit und fuͤr das hieſige Lokale nach dem vorgedachten Preiße der Werth eines jeden fi.B 1 Fiß Bottichs Quadratfußweiſe auszumitteln ſeyn, wenn naͤhmlich noch bei weniger als lden. Wie 4 Fuß hohen Bottichen derjenige Theil der Staͤbe, welcher abgeſchnitten wird, dem it in Fia Werthe des Holzes mit 3 ½ Groſchen fuͤr den Quadratfuß zugerechnet wird. t inen Jr Die eiſernen Baͤnder werden nach dem Gewichte bezahlt, und wenn das Pfund werden. dieſer Arbeit gegenwaͤrtig wenigſtens zu 4 Groſchen, und der Kubikzoll geſchmiedetes die des Ge⸗ Eiſen zu 10 Loth gerechnet werden muß, ſo laſſen ſich die Koſten fuͤr eiſerne Baͤnder ds von ſehf ziemlich genau berechnen. unzen Quik §. 183. aßn, aus Ueber das Verhaͤltniß der Braupfannen iſt ſchon S. 133 und 150 gehandelt und Von Con⸗ ſflhſt aus⸗ dabei geſagt worden, daß die Hoͤhe der Seiten, auch bei den groͤßten Pfannen, nicht feuenon der nach Verhaͤltniß ihrer Grundflaͤchen zu nehmen, ſondern nicht uͤber 3 Fuß reichen duͤr⸗ Braupfannen urchmeſer fe. Je niedriger nun hiernach eine Pfanne iſt, deſto groͤßer wird die Bodenflaͤche, und, hi adgenr da dieſe aus dem ſtaͤrkſten Kupfer beſtehen muß, auch deſto theurer. Jeder Brau⸗ wunahe hausbeſitzer beſtellt ſich zwar beim Kupferſchmied ſeine Pfanne ſo leicht oder ſo ſchwer, dn je nachdem ſeine Vermoͤgensumſtaͤnde es erlauben, da dies ein ſehr theures Stuͤck iſt; entlich hier 89 4 allein, eben ſo wie es Verſchwendung genannt zu werden verdient, ſolche aus zu ſehr der hndt ſtarken Platten zuſammen zu ſetzen, eben ſo wuͤrde es auch keinesweges oͤkonomiſch und n ſeyn, zu ſchwaches Kupfer, beſonders zum Boden, zu nehmen, weil dadurch! wieder⸗ nges um die Dauer ſehr verringert wird. . Anm. Ueber die Form, ob es nähmlich ein Keſſel oder eine Pfanne, und im letztern Falle, ob ng geſchla⸗ ſie oval oder viereckig ſeyn ſoll, ſind die Meinungen hier und da noch getheilt. Von den im Boden⸗ Keſſeln wird ſehr oft, und unter andern im Reichsanzeiger Nr. 266 vom Jahr 1801, behaup⸗ 8„. tet, daß ſie nicht nur an ſich wohlfeiler, ſondern auch dauerhafter und Holzerſparender als dnnger als die Pfannen wäͤren. Daregen wird, und wie mich duͤnkt mit Recht, erwiedert, daß, da die taͤbe um ſ Wuͤrze in einem Keſſel hoͤher als in einer Pfanne ſteht, die Kochung langſamer geſchehe; und duit ſolche durch einen paſſenden Deckel zu befoͤrdern, wie der Verfaſſer im Reichsanzeiger will, un u knne bei den Pfannen eben ſo gut geſchehen, wenn es uͤberhaupt dem Zwecke angemeſſen waͤ⸗ verhaltnſ re, da die Wuͤrze bis auf eine gewiſſe Conſiſtenz verdunſten muͤſſe. Daß die Zuͤge der Feue⸗ rung um einen runden Keſſel oder um eine ovale Pfanne dem Laufe des Feuers bequemer ſind, iſt nicht zu leugnen: und hierin moͤchte wohl der einzige Vortheil derſelben vor den vierecki⸗ ein Botric gen Pfannen liegen. Fuß Hi 176 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, Die Bleche, aus welchen die Braupfannen zuſammen geſetzt werden, ſind ge⸗ woͤhnlich zwiſchen 2 und 3 Fuß im Quadrat groß, aber von ſehr verſchiedener Staͤrke; groͤßere Bleche, als z. B. zu Keſſel⸗ und Blaſenboͤden ꝛc., ſind zwar noch ſtaͤrker, muͤſ⸗ ſen aber auf den Kupferhaͤmmern beſonders beſtellt werden. Die Staͤrke der Pfan⸗ nenbleche iſt von Zoll bis 75 Zoll verſchieden, und da ein Kubikzell Kupfer unge⸗ faͤhr 112 Loth wiegt, ſo laͤßt ſich entweder aus der Groͤße und Staͤrke der Platten das Gewicht, oder aus dem Gewichte die Groͤße und Seaͤrke der Platten beſtimmen. Die Kupferplatten haben in Abſicht ihrer Verarbeitung zu Braupfannen ihre ei⸗ genthuͤmlichen Namen. Z. B. in Fig. 196 A iſt der Boden einer Pfanne gezeich⸗ net, und darin heißen aa die Mittelbleche oder Kernbleche, bbbboc heißen Stern⸗ bleche, und dddd Echbleche. Zu den Kernblechen aa wird in Verhaͤltniß gegen die uͤbrigen Bleche das ſtaͤrlſte Kupfer genommen, etwas ſchwaͤcher zu den Sternblechen bb bb, und allenfalls noch ſchwaͤcher zu den Blechen cc, und ſo fert zu den Eck⸗ blechen dd, ſo, daß die Seitenbleche ee der Pfanne die ſchwaͤchſten ſind. Ifit eine Pfanne nur klein, ſo beſteht der Boden, nach Fig. 197, nur aus zwei Mittel⸗ und vier Eckblechen. Die Bleche ſind aber, je nachdem die Pfanne groß oder klein iſt, unter ſich in einem Boden von gleicher Groͤße, daher ſelbige vom Kupfer⸗ ſchmied gewoͤhnlich auch nach ihrer Groͤße und nach ihrem Gewichte auf dem Hammer beſtellt werden muͤſſen. Die Zuſammenſehung der Bleche zu einer Pfanne iſt folgende: Es werden z. B. nach Fig. 196 A die drei Bleche deb genommen, das Blech c um 3 Zoll unter das Blech d geſteckt, und von g bis e mit einander vernietet, bis auf die Naͤgel bei e, welche ungenietet bleiben. Hierauf ſteckt man das Blech d um 3 Zoll unter das Blech b; nietet ſie beide zuſammen, und laͤßt ebenfalls die Loͤcher bei e ungenietet. Das Blech a wird nun 3 Zoll unter das Blech b und uͤber das Blech c geſteckt, mit beiden vernietet, und nun auch die Loͤcher bei e vernietet, u. ſ. w. Dieſe Art des Unter⸗ ſchiebens der Bleche wird der Kreutzwechſel genannt. Die Niete oder Naͤgel Fig. 197 ſind gleichfalls von Kupfer, und zwar im Kopf 2 Zoll breit und im Zapfen ſelbſt 3 Zoll ſtark. Der Kopf iſt oben glatt und unten nach dem Zapfen hin abgerundet, damit er ſich deſto beſſer in das Kupfer eintreibt. Die Laͤnge des Nagels richtet ſich nach der Staͤrke der auf einander liegenden Platten, und zwar dergeſtalt, daß von dem durchreichenden Ende auch noch ein Kopf gleich dem obern geſchlagen werden kann. Die Koͤpfe werden ſo feſt angetrieben, daß ſie dicht und feſt an die Kupferplatten anliegen, und ſo nahe als moͤglich, alſo ungefaͤhr 2 Zoll vom Mittel zum Mittel auseinander geſtellt. Das Schlagen der Koͤpfe geſchieht entweder ithe, den, ſird 3 dener Stäre ſärte, nij irke der⸗ Pfan Kufar unge e der Platta esfian nmen. annen ihre ei⸗ anne gezeich eißen Stern⸗ triß gegen die Sterndlechen dt zu den Et⸗ . nur aus zwei ne groß oder ſom Kupfet⸗ mn Hammer verden z. B. Al unter das Magel bei e ter das Blech nietet. Das nit beiden des Unter⸗ ar im Kopf unten nach treibt. De latten, und fgleih den deß ſe dict efttra 3 xfe wihitt entweder Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 177 entweder beim Boden auf einem eiſernen Amboß, oder bei den Seiten mit Gegenhal⸗ tung eines Hammers. Bei dieſer Gelegenheit wird aber von den unter einander ge⸗ ſchobenen Platten nach Fig. 198 eine gegen die andere ſo herauf getrieben, daß z. B. ed eine gerade Linie macht, folglich die unterliegende Platte ſcharf gegen die obere zur Schließung der Fugen bei ba eine Art von Falz erhaͤlt. Dieſes letztere Herauftreiben geſchieht aber, zur Schonung des Kupfers, auf einer kupfernen Unterlage auf dem Am⸗ boß. Die Noͤgel werden mit ihren anfaͤnglichen Koͤpfen von innen eingeſetzt, und der durchs Vernieten entſtehende zweite Kopf muß ſich außerhalb befinden, da er nicht beich die Glaͤtte und Dichtigkeit des erſten Kopfs erhaͤlt. Der auf ſolche Art aus einzelnen Tafeln auf einander genietete Boden hat rund herum einen Rand von 3 bis 4 Zoll breit, welcher aufgeſchlagen oder in die Hoͤ⸗ he geklopft wird, und gegen welchen die Tafeln der Seiten der Pfannen von innen gegengeſetzt, und gleichfalls in vorgedachter Art angenietet werden, wie in Fig. 196 A und B zu ſehen iſt. Bei dem Umbiegen des Randes am Boden entſteht in den Ecken eine Tute, in welche Hanf, der ſtark mit Kitt beſtrichen iſt, gelegt, und dann die platt gelegte Tu⸗ te an der Seite umgelegt und mit angenietet wird. Die Bleche der Seiten der Pfanne muͤſſen jedesmahl die ganze Hoͤhe der Pfan⸗ ne ausmachen, und werden eben ſo, wie vorhin gedacht, unter ſich mit Wechſel, je⸗ doch dergeſtalt im Verband gegen die Wechſel des Bodens, daß die Naͤthe der Sei⸗ ten allemahl zwiſchen zwei Rrzen des Bodens zutreffen, gegen den Rand des Bo⸗ dens angenietet. Gewoͤhnlich, und zwar wenn der Kreutwechſel, wie gedacht, nur 3 Zoll breit iſt, werden zwei Reihen Nieten neben einander angebracht; nur ſelten, naͤhmlich bei ſehr großen Pfannen, wird der Kreutzwechſel breiter, und dann mit drei Reihen Nie⸗ ten verſehen. Anm. Wenn der Kreutzwechſel breiter als 2x Zoll gemacht wird, ſo ſtehen die Nieten in der Breite des Wechſels nicht dicht an einander, und wird dann an den Ecken der Platten Fig. 196 A bei e noch ein dritter Nagel zwiſchen beiden Reihen eingeſchlagen. Iſt die Pfanne auf dieſe Art zuſammen geſetzt, ſo wird oben herum ein eiſernes Band angelegt, die Seitenplatten um die Dicke deſſelben umgebogen, und das eiſerne Band in etwa ſechszoͤlligen Entfernungen mit vorgedachten kupfernen Naͤgeln an die Seitenwaͤnde der Pfanne befeſtigt. An dieſem eiſernen Bande, welches bei großen Pfannen etwa 2 Zoll breit und Zoll dick iſt, werden noch eiſerne Ringe als Hand⸗ haben befeſtigt. Theil III. Abtheil. II. 3 al V 178 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤlhe, Endlich werden ſaͤmmtliche Stoͤße der ganzen Pfanne„ ſo viel oder wenig man hinein dringen kann, außerhalb mit einem Kitt verſtrichen, weil nichts daran geloͤthet wird. Innerhalb wird nicht verkittet, weil daſelbſt die untere Platte nach Fig. 198 zu ſtark herauf getrieben iſt, ſo daß alle Tafeln innerhalb eine ebene Flaͤche bilden, die beim Gebrauch der Pfanne oftmahls geſcheuert wird. 1 Aum. Der gedachte Kitt beſteht entweder aus Ochſenblut mit ungeloͤſchtem Kalk vermiſcht, oder aus Eiweis, feinem Ziegelmehl, Oehlfrniß, Kreide und etwas Salz; letzterer iſt der beſte. Die vorzuͤglichſten Kennzeichen einer gut gemachten Pfanne ſind alſo, daß die Platten nach Fig. 198 genau und glatt gegen einander aufgetrieben, und die Nieten ſo dicht und von innen und außen mit glatten guten Koͤpfen eingeſchlagen ſind, daß ſich ihre Koͤpfe beinahe beruͤhren, uͤberhaupt aber, daß die Pfanne glatt und ſauber gear⸗ beitet iſt. Den Preis einer Pfanne ergiebt das Gewicht aus der Staͤrke der Platten. Aunm. Ueber die Guͤte des Kupfers iſt folgendes zu bemerken. Auf den Kupferhaͤmmern wird altes und neues Kupfer zuſammen geſchmolzen. In das geſchmolzene Kupfer wird eine eiſerne Stange geſteckt, an welche ſich beim Herausziehen Kupfer angeſetzt hat. Hierauf wird das auf dem Eiſen befindliche Kupfer mit einem Hammer geſchlagen, um zu ſehen, ob es Probe haͤlt. Bleibt es feſt am Eiſen, ſo iſt das Kupfer gut. Um das Gewicht einer kupfernen Braupfanne, und folglich den Preis derſelben vorlaͤufig ungefaͤhr zu beſtimmen, iſt folgendes zu bemerken. Einne vor⸗kurzem allhier verfertigte, ſehr dauerhafte Braupfanne war 8½ Fuß lang, 5½ Fuß breit und 2 ½ Fuß hoch. Die Kern⸗ oder Mittelbleche a a im Boden Fig. 196 wogen jedes 120 Pfund, die ſechs Sternbleche bbec jedes 105 Pfund, die vier Eck⸗ bleche d jedes 95 Pfund, und jedes der zwoͤlf Seitenbleche e 75 Pfund. Die ſaͤmmt⸗ lichen Kupferbleche wogen alſo zuſammen= 2150 Pfund. Fuͤr kupferne Nagel ꝛc. wurden verbraucht 340 Pfund, folglich wog die ganze Pfanne an Kupfer 2490 Pfund. Der eiſerne Ring oben um der Pfanne war 2 ¾ Zoll breit, ½ Zoll ſtark, und wog da— her 117 Pfund. Eiie zweite und kleinere, aber gleichfalls ſehr ſtarke und gute Pfanne, Fig. 199, war 57 Fuß lang, 3 ½ Fuß breit und 2 Fuß hoch. Die Mittelbleche a a wogen jedes 50 Pfund, die vier Eckbleche b b jedes 40 Pfund, die acht Seitenbleche jedes 25 Pfund, und zu Naͤgeln ꝛc. wurden dazu verbraucht 159 Pfund. Die ganze Pfanne wog demnach an Kupfer 610 Pfund. Der Ring war 2 Zoll breit und Zoll ſtark, und wog mithin 111 Pfund. Nehmen wir dieſe wirklich ausgefuͤhrten Beiſpiele an, ſo ergiebt ſich: a. In der erſten Pfanne, Fig. 196, war der Boden 46 Quadratfuß groß, und —— rrälhe, der wenig na zdaran gelthe enach Fig g ich biden, i kvermiſcht, ii ter iſt der heſt. alſo, daß die nd die Nieten ſend, daß ſich d ſauber gear⸗ der Platten. ferhammern with wird eine eiſerne deerrauf wird daß n, ob es Prohe eis derſelben 384 Fuß lang, den Fig. 195 die vier E⸗ Die ſaͤmmt⸗ tne Nagel at 490 Pfund. und wog da⸗ 7Fs. 199, wogen ſedes bleche jedes Die ganze t und 130. groß, n Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 179 wog zuſammen an Kupfer 1250 Pfund. Die vier Seiten waren 791 Quadratfuß groß, und wogen 900 Pfund; zu Naͤgeln gehoͤrten dazu 340 Pfund Kupfer. b. Die zweite Pfanne, Fig. 199, war im Boden 19¾ Quadratfuß groß, und b derſelbe wog 260 Pfund; die vier Seiten, 36 Quadratfuß, wogen 200 Pfund, und zu Naͤgeln gehoͤrten 150 Pfund Kupfer. Wenn nun z. B. eine Pfanne von 7 ¾ Fuß lang, 4 Fuß 6 ½ Zoll breit und 2 Fuß 5 Zoll hoch veranſchlagt werden ſollte, ſo wuͤrde dies ungefaͤhr auf folgende Art geſche⸗ hen: Da die einzelnen Bleche, je nachdem die Pfannen an Groͤße Punehänun, auch ſtaͤrker oder dicker, und die Bodenbleche immer verhaͤltnißmaͤßig ſtaͤrker als die Geum bleche angenommen werden; ſo muß man die Boden und Seiten jedes fuͤr ſich, nen, und zwar ungefaͤhr in dem Verhaͤltniß, welches vorgedachte Woße und Leine Pfanne ergiebt. Es iſt naͤhmlich der Boden der zu berechnenden Pfanne= 33 Jua⸗ dratfuß, folglich ſeine Groͤße zwiſchen dem Boden obiger großen und kleinen Pfa ine im Mittel, mithin wird auch das Gewicht aus dem Mittel zwiſchen obigen beiden Ge⸗ wichten a und b, naͤhmlich e ä== 755 Pfund, zu entnehmen ſeyn. Die Se⸗ tenwaͤnde der zu berechnenden Pfanne ſtehen in Abſicht ihres Flaͤcheninhalts ebenfalls zwiſchen den Seitenflaͤchen obiger Pfannen a und b, mithin wird auch ihr Gewicht Ltan= 550 Pfund betragen muͤſſen. Ferner wird die zu berechnende Pfanne, um die Bleche nicht zu nas waͤhlen zu duͤrfen, nach Fig. 200, aus neun Bodenblechen und aus ungefaͤhr— lf Se endie chen beſtehen, und zwar die drei Mittelbleche aaa, jedes 95 Pfund, 1 ie 1 den Sternbleche bb jedes 90 Pfund, die vier Eckbleche cocc jedes 72 ⅞ Pfund, und die zwoͤlf Seitenbleche jedes 45 ½ Pfund.„ 11, Amhan Manna 1 5 ſt aur die Seeige dere utwehe de 1 äten 10 x½ Loth) auch die Dicke einer jeden einzelnen Tafel finden. Fuͤr Kupfer zu den Naͤgeln:c. iſt auf jeden laufenden Fuß Wechſel: mit zwei Rei⸗ hen Naͤgel ungefaͤhr 3½ Pfund zu rechnen; und da in der zu veranſchlagenden Pfan⸗ ne 76 laufende Fuß ſolcher Wechſel vorhanden ſind, ſo werden dazu 267 Pfund Ku⸗ Naͤgel erfordert. 33 ſd 3 d1 ſtehende Pfanne wird alſo wiegen: der Boden 755 Pfund, die Seiten 550 Pfund und zu Naͤgeln ꝛc. 267 Pfund, folglich uͤberhaupt 1572 Pfund Kupfer, welches, zu Pfannen verarbeitet, gegenwaͤrtig 17 Greſchen koſtet. Der eiſerne Ring oben um dieſe Pfanne kann 2 Zoll breit, ½ Zoll ſtark ſeyn, un 3 2 —— 180 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, iſt= 2323 Fuß lang, mithin wiegt derſelbe 89 Pfund, und koſtet das Pfund dieſer Arbeit gegenwaͤrtig hieſelbſt 6 Groſchen. §. 184. Von den Ueber die Form und Groͤße der Bran ntweinblaſen iſt bereits S. 139 u. f. daendweihe das nothigſte erwaͤhnt worden. Gewoͤhnlich ſind die Blaſen von Kupfer, ihre An— fenhelenen und ſchaffung von dieſem Material alſo ſehr koſtbar; daher man verſchiedentlich verſucht Kͤhlroͤhren. hat, dieſes Brenngeraͤth wohlfeiler zu erhalten. Alle dieſe Verſuche haben zwar meines Wiſſens noch nicht den erwuͤnſchten Erfolg gehabt, jedoch will ich dieſelben hier mit wenigem beruͤhren. Branntweinblaſen von Gußeiſen. Dieſe leiſten zwar in Abſicht ihres Gebrauchs dieſelben Dienſte als kupferne Blaſen, ſind aber nur von kurzer Dauer, weil die Saͤure des Meiſches das Eiſen anfrißt, ſo daß in einer ſolchen Blaſe, welche taͤglich und fortdauernd gebraucht wird, in der Zeit von einem Jahre beinahe der vierte Theil des Bodens weggefreſſen iſt. Anm. Man hat die Bemerkung gemacht, daß der zum Viehfutter hiernaͤchſt dienende Spuͤhlig aus den eiſernen Blaſen nicht allein ganz ſchwarz geweſen iſt, ſondern ſogar der Duͤnger des damit gemaͤſteten Viehes dieſe Farbe angenommen hat, lohne daß es jedoch dem Vieh im mindeſten nachtheilig geworden waͤre. Ferner haben die gegoſſenen eiſernen Blaſen wider ſich, daß ſie aͤußerſt leicht zer⸗ auch, wenn beim Einfeuern vom Brenner vielleicht etwas unſanft gegen die heiße Blaſe geſtoßen wird. Um ſie muthmaßlich dauerhafter zu machen, hat man vorge⸗ ſchlagen, den Guß aus zuvor geſchmiedetem Eiſen zu machen. Ob es zur Ausfuͤhrung gekommen, weiß ich nicht: ſo viel iſt gewiß, daß das Eiſen hierdurch an Sproͤdigkeit etwas verliert; allein der Nachtheil der Abaͤtzung wird eben hierdurch um ſo mehr zunehmen. Eben ſo wenig Brruͤckſichtigung ſcheint der Vorſchlag zu verdienen, die Blaſen von Eiſenblech zu machen, und ſie zur Verhinderung der innern Abaͤtzung mit dem be⸗ kannten Feuerlack, wie die gewoͤhnlichen eiſernen Praͤſentirteller, zu uͤberziehen. Das fortwaͤhrende ſtarke Feuer unter einer Blaſe wuͤrde das Eiſenblech ſehr bald zerſtoͤhren, und der innere Lack wegen des Umruͤhrens des Meiſches von kurzer Dauer ſeyn. Anm. Nicht nur um die gegoſſenen eiſernen Blaſen wegen ihres großen Gewichts leichter trans⸗ portiren zu koͤnnen, ſondern um ſie auch zugleich bei kleinen Haus⸗Bierbrauereien anzuwen⸗ den, giebt Herr Commiſſionsrath Riem im Reichsanzeiger S. 2788 vom Jahrgang 1799 ei⸗ ne Nachricht, wie man in der Pfalz eine zwei Scheffel⸗Blaſe in der Mitte ihrer Hoͤhe aus ichei Stuͤcken zuſammen geſetzt habe. Der untere Theil allein ſei als Bierkeſſel gebraucht ſpringen, nicht nur wenn in die noch heiße Blaſe kaltes Waſſer geſchuͤttet, ſondern — düche s Pfund dihſ ts S. 139 uf ffer, ihre An ntlich verjuch zwar meines ebben hier mit n Vich iͤrs kurzer Daur⸗ Ba ſ, wecch nahe der diere dienende Syühli der Duͤnger des dem Dieh im eſt liht zer⸗ ntet, ſondern ſegen die heiße hat man vorge⸗ er Ausfuͤhrumg n Sorödigkei um ſo mehr „die Baſen mit dem be⸗ jichen. Das id zerſtähren rſehn. g leichter teut ereien arzure. ahrgang 7799 i ihrer hihe 1i teſel nnutz Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 181 worden, und, um Branntwein zu brennen, habe man dann den obern Theil in einen genau paſſenden und mit einem mit Kitt verſtrichenen Falze auf den untern, und auf die im obern Theile befindliche Oeffnung den kupfernen Blaſenhelm geſetzt, und dieſe Einrichtung fuͤr beide Faͤlle mit Nutzen gebraucht. Ich bemerke hierbei, daß bei dieſer Einrichtung nur die halbe Hoͤhe der Blaſe mit den Feuerzuͤgen umſrielt werden kann. Bei dieſen Subſtitutionen fuͤr die kupfernen Blaſen und Pfannen wage ich die Aeußerung, daß allenfalls das Bier in gegoſſenen eiſernen Pfannen gekocht werden konnte, deſſen Wuͤrze weniger aͤtzende Saͤure mit ſich fuͤhrt, und wobei dann nur auf das durch ſchnell hinzu tre⸗ tende Abkuͤhlung oder beim Einfeuern moͤgliche Zerſprengen ſolcher Pfannen die nöthige Vor⸗ ſicht anzuwenden ſeyn duͤrfte. Bei dieſer Gelegenheit will ich zugleich bemerken, welche Verſuche man bereits gemacht hat, um in hoͤlzernen Gefaͤßen zu kochen. Der Herr Commerzienrath Neuenhahn giebt in ſeiner Abhandlung uͤber Branntweinbrennerei, Erfurt 1802 bei Keyſer, eine ziemlich gedraͤngte allgemeine Ueberſicht, und theilt zugleich die Re⸗ ſultate aller ſeiner hierin gemachten koſtſpieligen Verſuche mit ſo vieler Offenheit und Wahrheit mit, daß dies Werk nicht nur dieſerhalb, ſondern uͤberhaupt wegen ſeiner allgemeinen Gruͤndlichkeit, von jedem, der hieran Intereſſe nimmt, geleſen zu wer⸗ den verdient. Das Ganze der Kochung in Holz beſteht kuͤrzlich darin, daß das zu kochende Fluidum in einem hoͤlzernen Gefaͤße ſich befindet, in welchem ein aus Kupfer oder Ei⸗ ſen beſtehender Ofen ſteht, welcher geheitzt, von dem Fluido umfloſſen und dadurch alle Hitze des Ofens dem Fluido mitgetheilt wird. Das Weſentlichſte hierbei iſt Holzerſparung, und zu dem Ende nothig, daß die Flamme und Hitze innerhalb dem Fluido ſo lang als moglich geleitet und conſervirt werde, welches aber auch das ſchwierigſte in dieſem Falle iſt. Herr Neuenhahn ſagt in ſeinem vorgedachten Werke: Ich bin bereits ſo weit damit gekommen, daß ich eine Quantitaͤt von 1600 Pfund Meiſche mit nur zwei Scheiten 4 Fuß langen buͤchenen Holzes waͤhrend anderthalb Stunden ins Kochen bringe, wozu ich bei einer gewoͤhnlichen kupfernen Blaſe zwar nur eine Stunde, da⸗ gegen acht bis wenigſtens ſechs ſolcher Scheite Holz gebrauche; aber weil bei der Ko⸗ chung in Holz, das Brennholz ſehr klein geſchlagen, und immer nur wenig angelegt werden darf; ſo erhalte ich weniger Kohlen, mit welchen ich bei der gewoͤhnlichen Bla⸗ ſe ven ſechs bis acht Scheiten die ganze Deſtillation vollfuͤhre. Bei der Holzkochung aber muß ich von dem zuerſt erſparten Holze hernach immer noch etwas nachlegen, und zur ganzen Deſtillation gebrauche ich dennoch ½ Stunde mehr Zeit, als bei der kupfer⸗ nen Blaſe. Anm. Wo es alſo veniger auf Zeit als auf Holzerſparung ankoͤmmt, wuͤrde die Polltochung von Nutzen ſeyn. 182 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, Herr Neuenhahn hatte ſeinen Ofen von Kupfer machen laſſen, war aber mit deſſen Einrichtung, bei Abfaſſung des gedachten Buchs, noch nicht voͤllig zufrieden. Von Gußeiſen den Ofen zu machen, iſt weit mißlicher, wie ich bei einem Verſuche der Alaunſiedung bei Freienwalde ſelbſt die Erfahrung gemacht habe. Zur Alaunlauge konnte kein anderer Ofen, als einer von Gußeiſen gebraucht werden, weil jedes andere Metall, außer Blei, davon zu ſtark angefreſſen wird. Man hatte ſchon einige mahl mit Vorſicht auf ſolche Art in Holz ge⸗ kocht, als einſt, ganz gegen den ausdruͤcklichen Befehl, die Fluͤſſigkeit etwas zu tief abgekocht und friſche kalte Lauge zugegoſſen wurde, der Ofen zerſprang. Nach allen gemachten weitlaͤufigen und koſtſpieligen Verſuchen, ſagt Herr Neuenhahn endlich:„die Idee iſt zwar gut, dennoch aber zu einer Brennerei, wo „die Blaſen beſtaͤndig im Gange ſeyn ſollen, bis jetzt nur eine Spielerei, wobei noch „immer die Beſorgniß der kurzen Dauer der hoͤlzernen Gefaͤße und des vielleicht un⸗ „bemerkten Verluſtes, wenn ein ſolches Gefaͤß in ſeinen Fugen nur eine geringe Oeff⸗ „nung bekoͤmmt, zu bedenken bleibt.“. Um letzteres zu verhindern, aͤußert Herr Neuenhahn den Gedanken, anſtatt des hoͤlzernen Gefaͤßes ein kupfernes, mit einem ebenfalls aus Kupfer getriebenen Ofen, zu waͤhlen, da der eigentliche Zweck hierbei nur Holzerſparung iſt; allein e iſt dieſer Vorſchlag von ihm mit keiner Erfahrung begleitet. Anm. Im Allgemeinen Anzeiger der Deutſchen Nr. 74. des Jahres 1809 wird eine Faß⸗Brannt⸗ weinbrennerei eines Herrn F. Schmalz, folgendermaßen beſchrieben: „Da alle Verſuche, mit metallenen Oefen in Holz zu kochen, nicht gelungen ſind; ſo „ſchlaͤgt Herr Schmalz vor: ein beinahe cylindriſches Gefaͤß von 3 ⅞ Fuß Höhe und ax „Fuß mittlerer Weite von zweizoͤlligen kienenen Bohlen, mit eiſernen Reifen, zu machen. „Anſtatt des Bodens iſt ein alter kupferner Keſſel dergeſtalt eingepaßt, daß ſeine Woͤlbung „in das Faß hinauf geht. Mit dieſem Boden wird das Faß auf eine Feuerung geſetzt, wel⸗ „che eine aufrecht ſtehende Zunge hat, ſo das die Flamme bis an den Boden hinauf ſpie⸗ „len, und dann wieder hinunter ſteigen muß. p„ ‚Statt des Helms iſt mitten im eichenen Deckel des Faſſes ein rundes Loch von* Fuß „weniger im Durchmeſſer, als der Deckel des Faſſes iſt, und in dieſes Loch ein, nach dem V„ Faſſe zu offener Aufſatz von Boͤttcherarbeit, mit eiſernen Reifen. Dieſer Aufſatz iſt 1½ B„Fuß hoch, im Boden 13 Fuß, in der Oeffnung aber 1½ Fuß weit, mit plattem Deckel. „Unmittelbar unter dem Deckel iſt das Abflußrohr nach Herrn Schmalzens eigener Theo⸗ „rie, oben 4, unten 1 Zoll weit. Das Kuͤhlfaß iſt wie gewoͤhnlich. Zur Ablaſſung des „Spuͤhligs iſt dicht uͤber dem Boden des Faſſes ein boͤlzernen Hahn. Das Faß ſteht auf „dem Heerde ganz frei uͤber die vorgedachte Feuerung.⸗ In der Nr. 116. deſſelben Blatts und Jahres, ſagt Herr Schmalz:„daß hierdurch „nicht nur an Anſchaffungskoſten, ſondern auch an Holz erſpart werde.“(Er gebrauchte naͤhmlich zu 2 Dresdner Scheffel Kartoffeln auf zweimahligen Einſchlag abzubrennen nur 112 Pfund Fichtenholz. 19 Centner geben Klafter.)„Auch gehe durch das Faß keine Waͤr⸗ „me verloren, vielmehr werde im Winter die Brennerei zu kuͤhl, ſo daß er die Thuͤre aus D„einer geheitzten Stube dieſerhalb öͤffnen muͤſſe. Der Boͤttcher und der Maurer muͤßten „aber ihre Arbeit vorſichtig machen, um zu verhindern, daß das Feuer das Faß nicht „verkohle, welches bei ihm gelungen ſei.“ Dieſe und mehrere dergleichen Vorſchlaͤge gehoͤren zu denen, welchen ich, ohne uͤberfuͤh⸗ rende eigene Erfahrungen, nicht das Wort reden mag. ithe, ier der nit hſ n. Um grjiſa Aluunſehung 1 fein anderer Dia, er Blei, dauhn T e Att in Holz ge u tief ahgekact 1, ſogt Hir rennerei, ve wobei noch dielleich un⸗ egeringe def. anfen, anſtat er getriebenen iſt; allein ee e Faß⸗Brannt⸗ lungen ſind; ſo Hiihe und a2 e, zu machen. ſeine Woͤldung rung zeſett, vel⸗ den hinauf ſwie⸗ Loch von Fuß hein, nach den r Auffatz iſt n plattem Dackel. eigener Theo⸗ Ablaffung des Faß ſicht auf „daß bierdurch (Er gedrauchte drennen nur iu Fuß keine Vir die Thüre aus Naurer müfte das Fiß lite ohne iierit Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 185 Aus dieſem allen ſcheint deutlich genug hervor zu gehen, daß fuͤr eine(ſtets im Gange befindliche) Branntweinblaſe, das Kupfer das vorzuͤglichſte Material ſei, und hiervon uͤberzeugt, kommt es nun darauf an, wie eine Blaſe am vortheilhafteſten ge⸗ ſtaltet ſeyn muͤſſe. Was zuvoͤrderſt den Boden der Kochgefaͤße uͤberhaupt betrifft, ſo giebt Rum⸗ ford in ſeinen Schriften an, daß derſelbe nach aufwaͤrts oder in das Gefaͤß hinein gebogen ſeyn muͤſſe, theils um dadurch dem Boden mehr Flaͤche zu geben, anderntheils um, wenn das Feuer mitten unter das Gefaͤß gemacht wird, ſolches mit ſeiner Spitze uͤberall in gleicher Entfernung unter den Boden anſchlage, und alſo nicht an einem Or⸗ te des Bodens viel ſtaͤrker als am andern wirke. Man ging hierin noch weiter, und ſchlug vor, im Boden der Blaſe einen in dieſelbe hinein reichenden Cylinder anzulegen, in welchen die Spitze der Flamme wirken, und dadurch die Fluͤſſigkeit um ihn herum erhitzen ſolle. Herr Neuenhahn ſagt uͤber alles dieſes, wie mich duͤnkt, mit Recht:„die Flamme, die durch den Luftzug in ſteter Bewegung iſt, verweilt ſich un⸗ „ter dem concaven Boden ſo wenig, als unter dem waagerechten, ſondern ſpielt nur „hin und wieder; und einen hohlen Kegel oder Cylinder mitten im Boden wuͤrde ich „mir um deswillen nicht machen laſſen, weil das Feuer nie auf eingeſchloſſene Win⸗ „kel wirkt, ſondern allemahl freien Spielraum verlangt.“ Auch Herr Chaptal*) verlangt einen aufwaͤrts gebogenen Boden in den Branntweinblaſen, wogegen noch andere erfahrene Branntweinbrenner erwiedern, daß man beſonders dem Meiſche, lin den Meiſchblaſen alle Gelegenheit nehmen muͤſſe, ſich in Ecken oder Winkeln der Blaſe feſtzuſetzen und daſelbſt anzubrennen. Herr Chaptal bemerkt zwar dagegen, daß gegen den außern Rand des Bodens der Blaſe das Feuer auch geringer wirke, indem er zugleich verlangt, daß der Roſt des Heerdes von der Einheitzung an, nicht uͤber die Mitte unter dem Boden der Blaſe hinweg rei⸗ chen muͤſſe; indeß bin ich der Meinung der Branntweinbrenner ſo lange, bis Verſuche hieruͤber beſtimmtere Reſultate gegeben haben. *) Chaptal, Mitglied des National⸗Inſtituts in Paris(nachher Miniſter), uͤber Bereitung ꝛc. der Weine und des Eſſigs, überſetzt von Boͤckmann. Carlsruhe 1806 bei Macklots. Man kann alſo die geraden Boͤden der Blaſen(welche auch in ſo weit horizon⸗ tal ſtehen, als ſie nur etwas nach dem Orte hin, wo der Hahn zur Ablaſſung des Spuͤhligs iſt, geſenkt eingeſetzt werden) als die gebraͤuchlichſten anſehen. Was die uͤbrige Proportion der Blaſen anlangt, ſo habe ich daruͤber ſchon einiges angefuͤhrt. Der Durchmeſſer derſelben zur Hoͤhe ſoll naͤhmlich den Erfahrungen zufolge nicht unter dem Verhaͤltniß wie 2: 1, und nicht uͤber das Verhaͤltniß wie 4:3 ſeyn, und hier⸗ 184 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, nach muß ſi ch zugleich die obere Oeffnung der Blaſe, auf welche der Helm geſetzt wird, richten. Ehe ich aber hiervon, ſo wie von der Form des Helms ſpreche, will ich zu⸗ voͤrderſt des Geſchaͤfts der Deſtillation, woraus eben die hierbei zu beobachtenden Re⸗ geln hergeleitet werden muͤſſen, mit wenigem erwaͤhnen. Ich darf hierzu nur das wiederhohlen, was Herr Neuenhahn in dem gedach⸗ ten Werke ſagt:„Die Blaſe iſt mit einer kalten Fluͤſſigkeit gefuͤlt. Sobald ſie durch „das darunter befindliche Feuer erhitzt wird, erheben ſich aus der Fluͤſſigkeit Daͤmpfe, „die in den Helm ſteigen, und vermoͤge ihrer Elaſticitaͤt ſich in ſelbigem ausdehnen, „und an die Waͤnde des Helms anlegen. Hat nun der Helm keine Traufrinne,“(wo⸗ von nachher die Rede ſeyn ſoll,)„ſo fließen die ſich angelegten, und vermoͤge der den „Helm umgebenden kalten Luft, in Tropfen verwandelten Duͤnſte, zuruͤck in die Bla⸗ „ſe: welche Erſcheinung wir an jedem auf Kohlen ſtehenden Theekeſſel wahrnehmen, „deſſen Deckel, ſo wie wir ihn abnehmen, allemahl voller Tropfen befunden wird. „Hat der Hela aber eine Traufrinne, ſo ſammeln ſich in ſelbiger die an den Waͤnden „des Helms herab fließenden Tropfen, und gehen in die Vorlage uͤber, noch ehe die „ Fluͤſſigkeit in der Blaſe kocht.“ „Auf dieſe Weiſe wuͤrde es aber unmoͤglich ſeyn, einen reinen Weingeiſt durch „ die Deſtillation zu erhalten, wofern der Gang derſelben ſich immer gleich bliebe; al⸗ „lein er nimmt eine andere Richtung nach Verhaͤltniß des fortſchreitenden Waͤrmegra⸗ „des in der Blaſe, bis daß die groͤßte Hitze oder der Kochpunkt im Helme, eingetreten „iſt. Daher waͤchſt der Geſchmack des Geiſtes in den Trorfen ſtufenweiſe, ſo wie die „Waͤrme im Helme zunimmt, und erſt ,wenn der Kochpunkt dngetreten iſt, giebt es „ lautern Weingeiſt.“ „In jedem Laͤuter(Lutter) iſt der Weingeiſt mit dem Phlegma oder Waſſer „ nicht mechaniſch, ſondern chemiſch vermiſcht; ſie ſind beide innigſt verbunden, muͤſ⸗ „ſen alſo chemiſch geſchieden oder aufgel oͤſt werden, und dies geſchieht durch die Waͤr⸗ „me. Je groͤßer die Waͤrme iſt, je vollkommener iſt die Aufloͤſung,*) und ſo ſteigen, w„nur nach Verhaͤltniß der zunehmenden Waͤrme, immer mehr geiſtige Daͤmpfe mit „den waͤſſerigen zugleich in den Helm. Allein durch die zunehmende Waͤrme in dem „Helme wird die darin befindliche Luft immer mehr verduͤnnt; die waͤſſerigen Daͤm⸗ „pfe, die ungleich ſchwerer als die geiſtigen ſind, koͤnnen nun nicht mehr ſo hoch im „Helme ſteigen. Von nun an entſteht die wahre Scheidung: die leichtern geiſtigen „Daͤmpfe verlaſſen die ſchwerern waͤſſerigen, folgen dem Zuge der Luft, und gehen in „die Vorlage uͤber, nachdem ſie zuvor im Kuͤhlfaſſe zu Tropfen verdichtet werden; die „ſchwerern waͤſſerigen Daͤmpfe aber, die ſich in der durch den Kochpunkt aufs bochſee athe, im giſch rid he, wil ich zu- bachtenden Ne in dem gedat öbald ſie drt gkeit Dämyf, n ausdehnen, tinne,“(wo⸗ rmoͤge der den ic in die Bla⸗ wahrnehtten, efunden wind den Waͤnden noch ehe die eingeiſt durch hbliebe; al⸗ Wärmegra⸗ eingetreten ſe, ſo wie die niſt, gikbt e oder Waſer unden, müͤ⸗ ih die Wit⸗ d ſo ſteigen, Daͤmpfe wit rme in dem ſeigen Dam ſo hech in ren geſtgn und gehen u werden; d aufs lich „tr Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren nc.— 456 „verduͤnnten Luft nun unmöglich erhalten koͤnnen, ſind gezwungen, zuruͤck in die Bla⸗ „ſe zu fallen.“ *) Doch muß die Feuerung nicht uͤbertrieben werden, weil ſonſt der Meiſch leicht anbrennt, oder der Branntwein einen branſtigen Geſchmack erhaͤlt. Ueberhaupt lehrt die Erfahrung, daß bei einer langſamen Deſtillation, wobei die zu deſtillirende Fluͤſſigkeit nur immer auf dem Koch⸗ punkte erhalten, aber nicht uͤbertrieben wird, nicht nur der meiſte, ſondern auch der beſte Branntwein erhalten wird. Aus dieſer kurzen Geſchichte der Deſtillation ergiebt ſich nun in Abſicht des Baues der Blaſen und deren Helme folgendes. Die Blaſe muß zur Aufſteigung der Daͤmpfe eine hinlaͤnglich große Oeffnung haben; dieſe muß aber auch nicht zu groß, und, wie einige vorgeſchlagen haben, dem Durchmeſſer der Blaſe gleich ſeyn, weil ſonſt der Meiſch oder Laͤuter zu leicht mit in den Helm und aus dieſem in die Vorlage uͤbergehen koͤnnte. Letzteres wird naͤhmlich nur beim Ueberheitzen der Blaſen ſtatt finden, wenn ſonſt die Form der Blaſe und des Helms richtig iſt; und wenn zwar deswegen die Feue⸗ rung(wie nachher angewieſen werden wird) gehoͤrig dirigirt werden muß; ſo kann es doch wohl aus Verſehen einmahl geſchehen, daß zu viel Heitzung unter der Blaſe ſich befindet. Herr Neuenhahn ſetzt daher aus mehrern Erfahrungen feſt: daß die obere Oeffnung der Blaſe oder der Blaſenhals, der Haͤlfte, wenigſtens nicht; Zerinder als dem Drittheil des Durchmeſſers der Blaſe gleich ſeyn muͤſſe. Ferner zeigt ſich aus der vorher gegangenen Schilderung der Deſtillation die Un⸗ zweckmaͤßigkeit der franzoͤſiſchen Helme, welche nach Fig. 201 entweder mit oder ohne ſo genannten Mohrenkopf d umgeben ſind. Am Rande ihres Halſes befindet ſich naͤhmlich eine Traufrinne b um den ganzen Helm, aus welcher das Rohr d ableitet; ſo wie nun die Daͤmpfe im Helme in die Hoͤhe ſteigen, ſie moͤgen noch waͤſſerig oder ſpirituds ſeyn, ſo fließen die ſich tropfbar⸗fluͤſſig an den Helm gelegten Daͤmpfe in die Traufrinne, und daher fließt, wie die Erfahrung lehrt, bei dieſer Einrichtung alle⸗ mahl bei der erſten Anfeuerung der Blaſe das Phlegma ohne Spiritus i in die Vorlage uͤber, bis daß der Helm die Siedehitze erhalten hat. Noch unzweckmaͤßiger muß alſo nach den oben ſtehenden Vorausſetzungen der o genannte Mohrenkopf d ſeyn: eine Einrichtung, nach welcher um den ganzen Helm herum ein mit demſelben verbundenes, gleichfalls von Kupfer geſchmiedetes Gefaͤß d, ſtets voll kalten Waſſers ſich befindet, welches den Helm ſtets kuͤhl erhalten ſoll. Sehr begreiflich iſt, daß, weil nun die Daͤmpfe im Helme niemahls den Grad der Siedehitze erreichen, ſelbige auch nicht, die ſpiritudſen von den waͤſſerigen, geſchieden werden konnen, und daß daher, wie die Erfahrung auch beſtoͤtigt, nie reiner Spiritus, ſon⸗ dern ſtets mit Phlegma vermiſcht in die Vorlage uͤbergehen muͤſſe. Theil III. Abtheil. II. Aa 186 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, Anm. Die Haken und Ringe kk in Fig. 201 dienen dazu, um den durch den Mohrenkopf ſehr ſchwer gewordenen Helm, vermittelſt Ketten in die Hoͤhe zu heben. Die Roͤhre f geht bis auf den Boden des Helms, um das kalte Waſſer aus einer Zuflußroͤhre e,(welche letztere mit einem Hahn verſehen iſt,) von unten hinauf in den Mohrenkopf zu laſſen. Damit das Waſſer im Mohrenkopſe nicht uͤberlaufe, dient die Rinne g, und um das Waſſer ganz wie, der abzulaſſen, iſt die Rinne h(mit einem Hahn) angebracht. Bei i i iſt der Mohrenkopf am Halſe des Helms befeſtigt. In Altenhoffs Deſtllateur und Liqueuriſten wird folgende vermeinte Verbeſſe⸗ rung dieſes Blaſenhelms angegeben. Altenhoff behielt naͤhmlich die hohe Geſtalt des Helms Fig. 202, jedoch ohne Mohrenkopf, um deswillen bei, damit die kalte Luft von außen dieſen Helm deſto ſtärker umgeben, und ſein innerer Raum deſto eher erkaͤltet werden koͤnne.(Ein unrichtiges Vorurtheil.) Oben ſowohl als unten am Helme ſind Roͤhren c und d, welche bei e in eine einzige zuſammen laufen; dadurch ſollten ſaͤmmtliche im Helme ſich anlegende Daͤmpfe theils durch die Traufrinne b und die kleine Röͤhre c, theils als Daͤmpfe durch die obere Roͤhre d abgezogen werden. Herr Neuenhahn meint hieruͤber mit Recht, daß wenn dieſe Einrichtung nur bei klei⸗ nen Deſtillationen auf Kohlen gebraucht wuͤrde, ſie vielleicht eine ſchleunige und gute Deſtilla⸗ tion bewirken duͤrfte; allein bei groͤßern Deſtillationen wuͤrde mehr Phlegma als Spiritus in die Vorlage uͤbergehen. Iſt die mehrgedachte Traufrinne in der bisher beſchriebenen Art auf einem ſo kurzen Helmhalſe angebracht, ſo kann ſie auch noch den Nachtheil bewirken, daß bei dem mindeſten Aufkochen, z. B. des Meiſches, ſolcher in die Traufrinne ſteigt und aus ſelbiger mit in die Vorlage uͤbergeht. Um dieſen Nachtheil abzuhelfen, ließ Herr Neuenhahn einen laͤngern Hals an ſeinen Helm machen: dies erfuͤllte zwar den oben erwaäͤhnten Zweck, allein da das Uebertreiben des Phlegma's beim Anfeuern der Blaſe dennoch nicht verhindert wurde; ſo mußte auch dieſer Blaſenhelm verworfen werden. Nach dieſen und mehrern andern Verſuchen und Erfahrungen, welche ſammelich anzufuͤhren hier zu weitlaͤuftig ſeyn wuͤrde, iſt bisher die alte Form der Helme, mit ei⸗ nigen wenigen Abaͤnderungen, die ich nach Fis. 203 anfüͤbren will, fuͤr die beſte be⸗ funden worden. Daß ſich die Groͤße und Hoͤhe eines Helms nach der Groͤße der Blaſe richten mͤſſe ,verſteht ſich von ſelbſt. Zu einer Blaſe von drei bis vier Scheffeln, wie ich ſolche S. 151 u. f. angenommen, wuͤrde der Hals an der Blaſe ſelbſt ungefaͤhr 4 Zoll hoch und 2 Fuß(oder beinahe die Haͤlfte des Durchmeſſers der Blaſe) weit, der Hals des Helms von der Decke der Blaſe bis unter die Abzugsroͤhre, ungefaͤhr 18 Zoll hoch, der ganze Helm in der Mitte bis in ſeine Woͤlbung 25 Zoll hoch, und von außen bis an ſeinen obern Rand 21 Zoll hoch ſeyn muͤſſen, auch dabei oben in ſeiner groͤßten Ausdehnung ungefaͤhr 28 Zoll im Durchmeſſer erhalten. Damit ſich die Daͤmpfe nicht im Helme ſelbſt verdichten, ſondern als Daͤmpfe in die Kuͤhlroͤhre uͤbergehen, muß die Abzugsroͤhre, welche am Helm ſelbſt gefertigt wird, der Maſſe der Daͤmpfe angemeſſen, und in dem vorgedachten Falle wenigſtens 7 Zoll im Durchmeſſer groß ſeyn. Weiter herunter nach dem Kuͤhlfaſſe hin kann ſelbige nach träche, in Auhratt ig e Rähre nöt ſe *,(velche kzte fu laſen. Dme s Waſſe gan ie der Rhratuf a vermeinte Vareſe e Geſialt des hem ſt don außen dieſe derden klane.(En a eun d, welch eime ſch altzenhe Dännſe duch de ſchtung nur dei la⸗ eund gute defilr na als Shiritus in feinem ſo kanze hei den mindefen elbiger wit in di n einen längen , allein da das vardez ſo mußte iiche ſommtüich Hemme, mit i fur die beſtebe⸗ Boſſe richen ffeln, wie ic gefähr ol eit, der Hals 1s Zol hoch, en außen bi einer grißte s Dawfeit efertigt witd igſtens/ zil ſelig ui Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 1387 und nach und auf ihrer Laͤnge von ungefaͤhr 29 bis 30 Zoll am Ende bis auf einen Durchmeſſer von 3 Zoll enger werden. Anm. Herr Chaptal ſagt in dem vorgedachten Werke:„ich laſſe die Seitenflächen, ſo wie „ſie ſich erheben, etwas erweitern, und oben ſich einander wieder etwas nähern, ſo daß der „Durchmeſſer der obern Oeffnung der Blaſe dem des Bodens gleich wird. Dieſe Geſtalt ge⸗ „waͤhrt den Vortheil, daß der obere Theil der Blaſe eine Art von Bruͤſtung erhält, gegen „welche die Aufwallungen ſich brechen und gesen die Mitte der Blaſe zuruͤck geworfen werden.“ Wenn, wie vorgedacht, die Fluͤſſigkeit in der Blaſe nicht zu leicht in die Kuͤhl⸗ roͤhre uͤbergehen ſoll, ſo muß die Abzugsroͤhre ſo nahe als moͤglich an der Decke des Blaſenhelms ſich befinden.*) Da aber wegen der großen Weite der Abzugsröhre am Helme, und um ſelbige nicht weniger als 18 Zoll uͤber die Blaſendecke zu entfernen, der Helm ſehr hoch werden muͤßte, ſo ſchlaͤgt Herr Neuenhahn vor, die Abzugs⸗ rohre nicht zirkelrund, ſondern breiter als hoch zu machen, wodurch aber die Durch⸗ flußoͤffnung nicht verengt werden darf.. *) Herr Neuenhahn erwaͤhnt eines Beiſpiels, wo die Abflußroͤhre in der Decke des Helms angelegt worden, erzaͤhlt aber nichts weiter von dem Nachtheil oder Vortheil deſſelben. Hier⸗ nächſt fuͤhrt derſelbe an, daß ein Brenner im Eichsfelde an ſeinem Helme zwei Ableitungsroͤh⸗ ren, die eine rechts, die andere links, und jede in ein beſonderes Kuͤhlfaß angelegt habe, wel⸗ che die geiſtigen Daͤmpfe gewiß hinlaͤnglich abfuͤhren, und daher Beifall verdienten. Ob die Blaſen und Helme inwendig verzinnt ſeyn ſollen, daruͤber iſt vielfaͤltig ge⸗ ſtritten worden. Daß eine Verzinnung mit reinem engliſchem Zinn ſehr gut, und der Bereitung eines geſunden Getraͤnks ganz angemeſſen ſei, kann nicht in Abrede geſtellt werden. Wenn man aber erwaͤgt, daß erſtlich eine Verzinnung von nicht ganz reinem engliſchem Zinne noch ſchaͤdlicher als Kupfer zu dieſem Behuf iſt; zum andern, daß je⸗ de Verzinnung, ſie ſei von welcher Art ſie wolle, wegen des oͤftern Scheuerns der Blaſe nicht von Dauer iſt: ſo kann das Verzinnen der Blaſen nicht als zweckmaͤßig be⸗ trachtet werden; es iſt aber meines Beduͤnkens nach auch ganz unnoͤthig, weil erſtlich die Fluͤſſigkeit in der Blaſe nicht erkaltet, und zweitens die Blaſe nach jedesmahligem Brennen rein ausgeſcheuert wird, mithin keine Veranlaſſung vorhanden iſt, wodurch ſich die Schaͤdlichkeit, naͤhmlich der Gruͤnſpan, erzeugen koͤnnte. Eine gleiche Beſchaffenheit könnte man vielleicht auch von den Kuͤhlroͤhren be⸗ haupten, da die uralten kupfernen Kuͤhlroͤhren und ihre Brauchbarkeit erſt vor wenig Jahren in Zweifel gezogen worden; allein dieſe Maſchine kann ganz von Zinn gegoſſen und ſo auch der vermeintliche Nachtheil fuͤglich vermieden werden. Anm. Die Koͤnigliche Churmaͤrkiſche Kriegs⸗ und Domainenkammer erließ unterm 14. Septem⸗ ber 1803 ein Publikandum, nach welchem ſaͤmmtliche Branntweinbrenner aufgefordert wurden, ihre Kuͤhlroͤhren kuͤnftighin weder von Kupfer, noch aus gewoͤhnlichem, mit Blei und Wis⸗ Aa 2 188 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, muth vermiſchtem Zinn, ſondern nur aus reinem engliſchen Zinn machen zu laſſen, weil erſte⸗ re Roͤhren dem Branntwein eine der Geſundheit nachtheilige Eigenſchaft mittheilen. Zugleich wurde ein chemiſches Verfahren angewieſen, vermittelſt welches man die Guͤte des engliſchen Zinns unterſuchen koͤnne.— 1.— Herr Neuenhahn ſagt hieruͤber: incidit in Scyllam qui vult vitare Charybdim! in⸗ dem das Zinn, beſonders da man es ſelten ganz rein erhaͤlt, ein Gift, naͤhmlich mit Arſenik und Kupfer vermiſcht iſt; und ſetzt hinzu, daß das Malacker⸗Zinn beſſer ſeyn wuͤrde. In dem Journal fuͤr Fabrik und Manufaktur, Junſtuͤck 1810, wird von einem Herrn Bindheim aus Moskau ein Firniß fuͤr kupferne und eiſerne Kuͤchengeſchirre angegeben, welcher ein uͤbertreffender Stellvertreter der gewoͤhnlichen und beſten Verzinnung ſeyn ſoll. Die Miſchung und der Gebrauch deſſelben iſt folgender: „Man nimmt 4 Unzen weißen und klaren Kopal, zerpuͤlvert und ſchuͤttet ihn in einen „Topf, der den Inhalt von 1 Pfund Waſſer faßt, deckt ihn zu, und ſetzt ihn auf Kohlen. „Der Kopal wird bald anfangen zu rauchen und zu ſchaͤumen. Wenn er mit braungelbem „ Schaum bis an den Rand des Topfes geſtiegen iſt, ſo erhält man ihn ſo lange in dieſem „ Grade der Hitze, bis man ſieht, daß er fallen will. Darauf ruͤhrt man die Materie mit „einem heißen eiſernen Spatel um, und laͤßt ſie ſo lange ſchmelzen, bis ſie als ein Oehl „ohne kleine Stuͤckchen vom Spatel abfließt. Der Kopal iſt ſich zwar nicht immer gleich, „hierzu aber taugt er immer, wenn man blos beobachtet, daß der haͤrtere eine ſtaͤrkere und „laͤngere Hitze zum Schmelzen erfordert, und ſich huͤtet, daß er nicht verbrenne. „Den wohl geſchmolzenen Kopal nimmt man nunmehr vom Feuer, laͤßt ihn erkalten, „gießt 3 Unzen weißes reines Terpenthinoͤhl(nicht etwa unreines gelbes Kienoͤhl) darauf, „und laͤßt es verdeckt bei gelindem Feuer kochen. Die Auftoͤſung erfolgt bald, und wird „nach dem Erkalten abgeklart. Nun raucht man recht feines unverfaͤlſchtes Leinoͤhl uͤber „dem Feuer ſo lange ab, bis es kalt eine Syrupsdicke zeigt. Von dieſem Keinoͤhl und dem „aufgeloͤßten Kopal miſcht man gleiche Theile, laͤßt beide ein Paar Minuten gelinde kochen „und ſeihet es durch Leinwand. Dieſen ganz fertigen Firniß kann man in Flaſchen aufbe⸗ „wahren, ſo lange man will.“ „Will man nun z. B. ein kupfernes Gefaͤß uͤberfirniſſen oder glaſiren, ſo reibt man „das ſehr rein gemachte Metall an der innern Flaͤche mit Eſſig, oder man macht es auch „dadurch weich, daß man es mit Branntweinſchlamm oder einem andern ſauern Brei ge⸗ „fuͤllt, einige Stunden ſtehen laͤßt, waͤſcht es dann ab und trocknet es. Nach dieſer Vor⸗ „bereitung erwaͤrmt man das Gefaͤß und uͤberſtreicht die innere Seite mit dem oben beſchrie⸗ „benen Firniß mittelſt eines Pinſels ganz duͤnn und ſehr gleich. Wenn der Ueberſtrich tro⸗ „ cken iſt, ſo wird es auf gleiche Art zum zweiten, auch wohl zum dritten, ja ſelbſt zum „vierten Mahle wiederhohlt. Iſi denn auch der letzte Anſtrich in gelinder Waͤrme recht „trocken geworden, ſo erhitzt man das Gefaͤß ſo ſtark, daß der aufgeſtrichene Firniß zu rau⸗ „chen anfaͤngt und dunkelbraun wird. Hiermit haͤlt man ſo lange an, bis der Firniß auf „dem noch heißen Metall nicht im geringſten mehr an die Finger klebt, und feſt venug iſt, „keinen Eindruͤcken mehr nachzugeben.“ „Es erfordert Aufmerkſamkeit und Uebung, nicht nur den Firniß recht gleich und duͤnn „aufzuſtreichen, ſondern auch, jund zwar noch mehr, um zu verhuͤten, daß er nicht in zu („ ſtarker Hitze austrockne, zuſammen ſließe, oder Blaſen werfe; beſonders aber, daß bei dem „letzten ſtarken Trocknen, welches man ein Einbrennen nennen koͤnnte, kein Fehler im Gra⸗ „de der Hitze vorgehe. Hierin iſt am leichteſten zu fehlen.“ Letzteres iſt mir(dem Herausgeber) eine aus anderweitiger Erfahrung entſpringende Be⸗ ſorgniß, wenn ich auch, ohne Erfahrung, mich von der Zweckmaͤßigkeit dieſer Firniſſirung uoͤberzeugt halten wollte. 2 rräthe 1 laſſen, dai t nittheilen.* güte des englicha e Charybäim! it hmlich mit Arſeni eyn wuͤrde. 1S 1o, vitd bon ie Küchengeſcim jeken Larziuung tet ihn in einen tihn euf Kohlen. mit braungeldem ſo lange in dieſem ndie Materie mit ſee als ein Oahl icht immer glei eine färkere und rhrenne.“ eit ihn erkalten ſendhl) darauf, ald, und wird s Leinähl uͤber eindhl und dem gelinde kochen Flaſchen auſben ſo reitt um n macht es auch ſauern Brei ge⸗ dach dieſer Vor⸗ m ohen heſchrie⸗ leberſtrich tro⸗ jt ſelbft zum Wlrme recht Firniß zu rau⸗ der Firniß auf ſeſ enug iß ſeich und dunn et vicht in zu , daß bei den jehler im Gte pringende Be⸗ er Firniſiruun Anlage der Blaſen, Pfannen, Darren ꝛc. 189 Meines Wiſſens ſind ſeit mehrern Jahren viele Kuͤhlroͤhren von reinem engliſchen Zinn(welche freilich viel koſtbarer als kupferne ſind) gemacht worden; ehe ich aber uͤber ihre Anfertigung etwas ſage, will ich zuvor einiges uͤber die verſchiedenen Ideen in Abſicht ihrer Form erwaͤhnen..3 r Schon vor mehr als 800 Jahren kannte und gebrauchte man die ſogenannten Schlangenroͤhren in den Kuͤhlfaͤſſern; nachher verſuchte man die geraden oder in Ecken gebogenen Roͤhren in Kuͤhlfaͤſſern. Ferner, ohne Kuͤhlfaß ließ man den Dampf an 16 Fuß hoch ſteigen, und im Ganzen uͤber 120 Schritt weit leiten, welches letztere aber weniger Beifall als die Roͤhren in Kuͤhlfaͤſſern gefunden hat. Die im Kuͤhlfaß eckigt gezogenen Kuͤhlroͤhren ſind nicht leichter als die runden zu reinigen, und mithin kann ich ihnen keinen Vortheil zugeſtehen, vielmehr gewaͤhrt eine dergleichen hier ausgefuͤhrte Anlage, wo die in geraden Winkeln gezogenen Kuͤhlroͤhren in einem viereckigen Gefaͤße ſich befinden, den Nachtheil, daß dies Gefaͤß niemahls recht waſſerdicht iſt, weil es nur mit eiſernen Baͤndern gebunden, und des mangeln⸗ den Platzes wegen nicht mit hoͤlzernen Jochen umzogen iſt. Die eiſernen Baͤnder ſchneiden ſich an den Ecken des Gefaͤßes in das Holz ein, waͤhrend ſie an den langen Seiten ausbauchen. Die in einem gewoͤhnlichen runden Kuͤhlfaß rund gezogenen Roͤhren werden, ſie moͤgen von Kupfer oder Zinn ſeyn, nach Fig. 204, vermittelſt dreier kupferner Stuͤtzen oder Fuͤße, in ihren Kreiſen erhalten, und ſtehen mit den Fuͤßen der drei Stuͤtzen auf dem Boden des Faſſes feſt, indem ihr oberes und unteres Ende, welche durch die Sei⸗ ten des Faſſes ſelbſt hindurch gehen, ſie gegen ein Verſchieben nach der Rundung ſichern. Die erwaͤhnten drei Fuͤße werden außerhalb des Schlangenrohrs dicht gegen ſelbiges ge⸗ ſtellt, und mit ſogenannten Lappen von Kupferblech, welche, nach Fig. 204, an ih⸗ rem Orte die Schlange umfaſſen, mit zwei Nieten an die kupfernen Fuͤße befeſtigt. Die alten Kupferroͤhren haben gewoͤhnlich drei, vier bis fuͤnf Windungen, und wenn die Weite der Kuͤhlfaͤſſer ſich nach der Groͤße der Blaſen richtet, ſo wird dadurch ein ungefaͤhres Verhaͤltniß erhalten, ſo daß ihre Laͤnge z. B. bei einer vier Scheffel⸗ Blaſe etwa 30 bis 36 Fuß Laͤnge erhaͤlt. Bei eckig gezogenen Roͤhren in gleich gro⸗ ßen viereckigen Kuͤhlfaͤſſern kann die Laͤnge nicht ſo groß ſeyn, weil ihnen wegen der Ecken mehr Gefaͤlle gegeben werden muß. Eben daher aber, weil man dann die Blaſe maͤßiger heitzen muß, und dadurch einen wohlſchmeckenden Branntwein erhaͤlt, wer⸗ den von einigen die eckigen Roͤhren vorgezogen. Zeither machte man die runden Kuͤhlroͤhren oben ungefaͤhr 1 ½ Zoll weit(als ſo enge ſich das Rohr am Blaſenhelme auch verjuͤngen mußte) und unten etwa 1 Zoll. —ꝛx—————— 190 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, In der ſehr gegruͤndeten Ruͤckſicht aber, daß nicht nur die weitern Kuͤhlroͤhren mehr Oberflaͤche, welche vom Waſſer abgekuͤhlt wird, gewaͤhren, ſondern auch ein Preſſen der Daͤmpfe, ehe ſie zu Tropfen geworden, darin weniger zu befuͤrchten ſei, macht man ſelbige gegenwaͤrtig mehrentheils 3 Zoll im Lichten weit, beſonders die zinnernen Kuͤhlroͤhren. In dem Journal faͤr Fabrik und Mannfaktur, Januarſtuͤck 1809, giebt Herr Pro⸗ feſſor Lampadius eine ſogenannte Kuͤhlſcheibe folgendermaßen an:„In einem gewoͤhnlichen „runden Kuͤhlfaß geht quer und ſchräͤg durch daſſelbe eine gerade kupferne Roͤhre, welche inner⸗ „halb, von ihrem Eingange in das Faß bis zum Ausgange aus demſelben, in eine weite „Linſenform nach der Breite des Faſſes ſich ausdehnt, und da die Dämpfe innerhalb dieſer „von einer großen Menge kalten Waſſers umſloſſenen Linſe ſich leichter verdicken ſollen; ſo „ wird dieſe Anſtalt, als vorzuͤglicher vor den gewoͤhnlichen Schlangenroͤhren, angeprieſen.“ Herr Lampadius erwaͤhnt hierbei, daß er die Anwendbarkeit dieſer Kuͤhlanſtalt bei einer nur kleinen Deſtillirblaſe erprobt habe; allein dies iſt es eben, was mir von der Anwendbar⸗ keit derſelben bei groͤßern Branntweinbrennereien, wegen des zu kurzen Laufs des Spiritus durch das Kuͤhlfaß, noch einige Zweifel uͤbrig laͤßt. Ferner giebt der hieſige geheime Rath und Chemiker, Herr Hermbſtädt, noch eine an⸗ dere Kuͤhlanſtalt in dem Buͤlletin aller neuen Erfindungen am, nach welcher zwei kupferne hohle Colinder in einander geſchoden in einem Kuͤhlfaſſe ſtehen. Der Raum, den der innere und äußere Cylinder zwiſchen ſich laſſen, iſt oben und unten dergeſtalt verſchloſſen, daß der Spiri⸗ tus darin eingeſchloſſen fließen und dennoch beide Cylinder aus einander genommen werden koͤnnen, um den erwaͤhnten Zwiſchenraum leicht zu reinigen. In dieſen beſchriebenen Zwiſchenraum fließt oberhalb der Spiritus aus dem Blaſenkopfe, durch eine ſehr breite und nicht hohe Roͤhre, ein, und unterhalb deſſelben wieder heraus. Der Spi⸗ ritus laͤuft alſo durch den Raum zwiſchen beiden Cylindern, und da der innere Cylinder in⸗ wendis, und der aͤußere auswendig von dem kalten Waſſer im Kuͤhlfaſſe(welches mittelſt ei⸗ nes ſchon fruͤher beſchriebenen ſogenannten Wolfs von unten nach oben beſtaͤndig erneuert oder erfriſcht werden muß) umfloſſen werden; ſo ſoll dieſe Kuͤhlanſtalt vor den bisherigen ſehr vie⸗ le Vorzuͤge beſttzen. In ſo fern der Blaſenhelm und die ganze Deſtilliranſtalt in der Art beſchaffen ſind, daß der Spiritus noch als Dampf den Raum zwiſchen deiden Cylindern anfuͤllt, ſcheint mir, un⸗ geachtet der mangelnden Erfahrung, dieſe Anſtalt auerdings ſehr zweckmaͤßig zu ſeyn. Sollte aber der Spiritus aus irgend einer andern Urſach ſchon tropfbar⸗fluͤſſig in den Zwiſchenraum der beiden Cylinder eintreten, ſo wuͤrde derſelbe nur an einer Stelle des Zwiſchenraums her⸗ ab traͤufeln, und ſo der uͤbrige kalte Zwiſchenraum wenig Nutzen gewaͤhren. Uebrigens giebt der von einem ſo erfahrnen Chemiker hier aufgeſtellte Apparat den Grund⸗ ſaß abermahls klar zu erkennen, daß das Tropfdar⸗fluͤſſig⸗werden der ſpirituoͤſen Dämpfe ei⸗ gentlich erſt im Kuͤhlfaſſe und nicht ſchon in dem Blaſenhelme beabſichtigt werden muͤſſe, der vorgedachte Mohrenkopf alſo um ſo weniger zweckmaͤßig ſei. Die kupfernen Schlangenroͤhren werden aus Streifen von Kupfertafeln, wovon der Quadratfuß ungefaͤhr 4 Pfund wiegt, mit ſogenanntem Schlageloth zuſammen geloͤthet, und mehrere ſolcher Endenroͤhren, die etwa 4 Fuß lang ſind, zu einer gan⸗ zen Kuͤhlſchlange ebenfalls mit Schlageloth zuſammen geſetzt. Anm. Das Schlageloth hierzu beſteht aus einer Miſchung von einem Pfund Meſſing und 10 Loth Zink, welches zuſammen geſchmolzen, und in Waſſer auf einen Beſen gegoſſen wird, wo⸗ räthe, Küülrähre ni auch ein uſ hten ſe macht s die zinnerne gieht Henr g einem genihalcha Phre, welche innen da, in eine weitt e innerhalb dieſer ndickn ſolln; ſo te, angeprieſen.“ Ahlandult di eine don der Anwendder⸗ kaufs des Spititu ht, nach eite m wei kuyfenne ſohle den der innere und n, daß der Spiti genommen verden Slaſenkoofe, durch nans. Der Epi⸗ aaene Cylinder in⸗ welches wittelſt ei⸗ gadig eneuert oder ditherizen ſeht die heſchafen ſid, di ᷑, ſcheint mit, un „ zu ſeyn. Eolle den Zoiſchenraum zwiſchenraume her⸗ garat den Grund⸗ ulſen Dünpſe ei⸗ erden müͤſſe, dir tafeln, woden ſoth zuſamman zu einet gin lſins und u oh goſſen vird, d Anlage der Pfannen, Blaſen, Darrenc. 191 durch es in Staub und kleine Koͤrner gerinnt. Soll es zum Loͤthen gebraucht werden, ſo werden die noch etwas zu großen Koͤrner klein geſtoßen, in die zu loͤthende Fuge Borax, und auf ſelbigen das feine Schlageloth gelegt, welches dann im Feuer mit Huͤlfe des Borax ſehr feſt loͤthet. Der Nahme Schlageloth ruͤhrt daher, weil dieſe Loͤthung ſo feſt halten muß, daß die zuſammen geloͤtheten Stuͤcken Kupfer, ſo als wenn es ein Stuͤck waͤre, getrieben oder geſchlagen werden koͤnnen. Jede einzelne zu einer Kuͤhlſchlange zuſammen zu ſetzende Roͤhre wird, nach Maß⸗ gabe der Weite des Kuͤhlfaſſes, rund gebogen. Dies geſchieht indem die Roͤhre ent⸗ weder voll Blei gegoſſen, oder voll feinen trockenen Sand geſchuͤttet, und im letztern Falle an beiden Enden feſt zugepfropft wird. Iſt dies geſchehen, ſo wird die Roͤhre in die verlangte Rundung gebogen, hernach der Sand wieder herausgeſchuͤttet, oder das Blei herausgeſchmolzen, dann die einzelnen Roͤhren um etwas in einander geſcho⸗ ben, mit Schlageloth geloͤthet, und ſo zu einer ganzen Kuͤhlſchlange zuſammen geſetzt. Der Preiß derſelben laͤßt ſich nach obiger Annahme(der Quadratfuß Kupferplatten zu vier Pfund, und das Pfund nach den ietzigen Preißen, zu Kuͤhlroͤhren verarbeitet, 19 Groſchen gerechnet) ungefoͤhr beſtimmen. Die zinnernen Kuͤhlroͤhren wurden bisher ſtuͤkweiſe, und zwar jedes Stuͤck ſei⸗ ner Lange nach aus zwei Haͤlften, in der verlangten Rundung gegoſſen, und dann zu⸗ ſammen gelothet; jetzt hat man aber allhier den gelungenen Verſuch gemacht, dieſe Roͤhren ſogleich vollſtaͤndig in geraden Enden von ungefaͤhr 2 Fuß Laͤnge auf einen ſehr glatten eiſernen Kern zu gießen;*) welche dann gebogen und zu einer ganzen Schlan⸗ ge zuſammen geloͤthet werden. Im Fleiſche ſind ſie gewoͤhnlich ꝛ Zoll ſtark, und wenn jeder Kubikzoll Zinn zu 8 ½ Loth, und das Pfund ſolcher Roͤhren gegenwaͤrtig all⸗ hier 18 Groſchen koſtet, ſo laͤßt ſich daraus leicht ein verlangtes Schlangenrohr ver⸗ anſchlagen. *) Wenn Zinn oder Blei auf einen Kern von Lehm oder in Formen von Lehm gegoſſen wird, ſo erhaͤlt daſſelbe eine rauhe Oberflaͤche voller Blaſen. Die kupfernen Helme, ſo wie der Boden und die Decke der Blaſen, werden ge⸗ trieben, und zwar letztere aus Einem Stuͤcke, gewoͤhnlich ſchon auf dem Kupferham⸗ mer, weil die Kupferſchmiede ſelten ſo große Feuer haben. Die Seiten der Blaſen beſtehen aus einzelnen Blechen, deren Hoͤhe gern im Ganzen gewaͤhlt, in der Run⸗ dung aber ſowohl als mit der Decke und dem Boden ungefaͤhr in derſelben Art, wie bei der Braupfanne gezeigt worden, vernietet werden, und zwar werden die Seiten der Blaſe von den Raͤndern des Bodens und der Decke nach Fig. 205 umfaßt, und gewoͤhnlich nur mit Einer Reihe Naͤgel vernietet. Da des Vernietens wegen einer der Kupferſchmiede innerhalb der Blaſe ſich be⸗ finden muß, ſo folgt daraus von ſelbſt, daß die obere Oeffnung der Blaſe ſchon aus 192 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, dieſem Grunde nicht zu klein ſeyn darf, auch kleinere Blaſen, wie z. B. ſolche, wel⸗ che die Landleute in ihren Stubenoͤfen eingebauet haben, eben deshalb entweder aus dem Ganzen getrieben, oder doch nur mit einem angeſetzten Boden gemacht werden können. Lektztere kleine Blaſen werden innerhalb verzinnt, weil die Fluͤſſigkeit zu⸗ weilen kalt darin wird. An dem obern Rande der Branntweinblaſe„ und zwar ungefaͤhr 3 Zoll unter dem obern Rande, werden, nach Verhaͤltniß ihrer Groͤße, drei, auch vier eiſerne Ha⸗ ken gegen die Seiten, jeder mit drei oder vier kupfernen Naͤgeln, angenietet Lſiehe Sig. 2⁰5), mit welchen ſie auf dem Rande ihrer Ummauerung ruhen. Um den Hals der Blaſe, welcher ſich in der obern Oeffnung befindet, wird ein Ring von ſtarkem Kupfer gelegt und angenietet. Der Helm ſteckt mit ſeinem Halſe paſſend in dem Halſe der Blaſe, weshalb auch der Helm allemahl koniſch nach oben weiter gearbeitet ſeyn muß, um nicht tiefer in den Blaſenhals zu verſinken, als erfor⸗ dert wird. Die Fuge, welche auf ſolche Art beim Aufſegen des H nd am Blaſen⸗ helme entſteht, wird mit Lehm verſtrichen. Die Anſetzung des Abflußrohrs am Helm iſt aus der Zeiäbrumg Fig. 205(in welcher die Blaſe nebſt Helm und Rohr zur Haͤlfte durchſchnitten vorgeſtellt iſt) zu er⸗ ſehen. Es wird naͤhmlich das beſonders gearbeitete Abzugsrohr von dem Helme aus heraus geſteckt, an welchen letztern es innerhalb mit einem Anſatze oder ſogenannten Lappen anſchließt. Ueber die dadurch entſtehende Fuge wird außerhalb noch ein Rand von Kupfer gepaßt, und ſelbiger mit dem Kupferblech des Helms und der Ablei einnoa⸗ roͤhre zuſammen genietet. Dicht uͤber dem Boden der Blaſe wird gewoͤhnlich eine Oeffnung von etwa 3 bis 3 Zoll im Durchmeſſer weit gemacht, und in ſelbige eine kupferne Roͤhre(welche ſo lang ſeyn muß, daß ſie durch die Ummauerung der Blaſe reicht, dabei etwas Abhang nach außen erhaͤlt, und ſich nach außen ein wenig verjuͤngen kann) in aͤhnlicher Art, wie oben von der Abzugsroͤhre am Helme geſagt worden, angepaßt und feſtgenietet; nur braucht uͤber die durch die Anſetzung des Rohrs entſtehende Fuge kein beſonderer Ku⸗ pferſtreifen noch außen herum angenietet zu werden, weil ſie daſelbſt nur waſſerdicht, und nicht ſo wie der Helm auch luftdicht zu ſeyn braucht, auch in einer Meiſchblaſe der Meiſch ſelbſt alle innere Fugen ſehr bald verdichtet. Daß die Blaſe mit einigem wenigen Abhang nach dieſer Zapfroͤhre hin eingeſetzt wird, iſt ſchon fruͤher erwaͤhnt worden. Die Beſorgniß aber, daß z. B. der Meiſch in einer Meiſchblaſe ſich in dieſer Roͤhre, ohne umgeruͤhrt werden zu koͤnnen, anſam⸗ meln und anbrennen, auch dadurch das Kupfer ſelbſt verletzen koͤnne. hat Einige ver⸗ mocht, geräthe, Bſfalhe, u zal entwader gemacht weda i Füſſtit äce 3 31l mr rier eiſetne he angenietet(ſi Kiindet, wird ein nit ſänem Hſ koniſch nach ein ſinten, als erir delns am Vliſe Fig. 205(i eſtellt iſt) zu er dem Helme aus der ſogenannten droch einn Rand der Aaleitung⸗ g von eiwa 30 köhre(weihheſt ci etwas Abhang naͤßnlicher At, ſſteenietet; nur beſonderer Ku⸗ nur waſſerdicht Meſſchblaſe de hre hin enniſt Z. dr Niſh onnen, ani hat Eini i nuch Anlage der Pfannen, Blaſen, Darrenꝛc. 193 mocht, dieſe Abflußroͤhre ganz wegzulaſſen, und das Fluidum oder den Meiſch mit einer Schoͤpfkelle heraus zu ſchoͤpfen, welches aber wiederum nicht nur ſehr langweilig, ſon⸗ dern auch wegen des oͤftern Aufſtoßens mit der Kelle auf den Boden, der Blaſe ſchaͤd⸗ lich werden kann. 1 Wird eine ſolche Abflußroͤhre angebracht, ſo kann außerhalb entweder ein ordent⸗ licher Hahn, oder auch nur ein hoͤlzerner Pfropf eingeſteckt werden. Wird eine Pfanne oder Blaſe mit Braunkohlen oder ſehr ſchwefelreichen Stein⸗ kohlen gefeuert, ſo findet ſich, daß der Boden dieſer Gefaͤße ſehr dadurch leidet, und, da ſonſt bei Holzfeuerung eine gute Blaſe, welche taͤglich und ſehr ſtark gebraucht wird, uͤber zwanzig Jahre haͤlt, ſo wird ſelbige bei dieſem ſchwefeligen Brand in vier bis fuͤnf Jahren ſchadhaft werden. Anm. Norberg giebt an(in ſeiner Beſchreibung neu erfundener und verbeſſerter Deſtillirge⸗ raͤthe, Stockholm 1800): um den Boden einer Blaſe gegen die fruͤhe Zerſtoͤhrung durch die Spitze der Flamme zu ſichern, lege man unter denſelben eine eiſerne, in ihrer Mitte etwas nach unten gebogene Platte, und fuͤlle den Raum zwiſchen der Platte und dem Boden der Blaſe ſehr dicht mit Thon aus. Die durch Sproͤdigkeit des Kupfers oder heftigen Brand entſtehenden kleinen Loͤcher und Schaͤden koͤnnen, wenn ſie nicht ſo bedeutend ſind, daß die Blaſe deshalb heraus genommen und geflickt werden muß, mit folgendem Kitt reparirt werden: das Waͤſſerige von in Eſſig geronnener Milch wird mit Eiweiß und ungeloͤſchtem Kalkſtaub zu einem weichen Teig melirt; oder feines Ziegenmehl, fein geſtoßenes und geſiebtes Glas und ungeloͤſchter Kalkſtaub, alles zu gleichen Theilen mit Oehlfirniß auf einem Reibeſtein gut melirt, und zuletzt mit fein ge⸗ ſchnittener Wolle verdickt. Mit einem von dieſen Kitten die Fugen oder kleinen Loͤcher ſo gut und ſo lange als moͤglich zu verſtreichen, iſt beſſer, als wenn man ſchon genoͤthigt iſt, Flicken aufſetzen zu laſſen, weil letztere ſehr leicht zum Anbrennen des Meiſches Gelegen⸗ heit geben. Zur Veranſchlagung oder ungefaͤhren Vorherbeſtimmung des Gewichts der Bla⸗ ſen kann folgende Regel dienen: Durch Vergleichung der Groͤße und des Gewichts verſchiedener Blaſen ergiebt ſich, daß z. B. zu einer vier Scheffel Blaſe auf jeden Qua⸗ dratfuß Bodenflaͤche etwa 95 Pfund, auf jeden Quadratfuß Decke(wobei die obere Oeffnung nicht in Abzug gebracht wird) etwa 8 ⁄ Pfund, auf jeden Quadratfuß Sei⸗ tenflaͤche ungefaͤhr 4½ Pfund, und fuͤr Naͤgel auf jeden Fuß Wechſel(da nur Eine Reihe Naͤgel gemacht wird) 13 Pfund gerechnet werden koͤnnen. Der Helm zu einer ſolchen Blaſe von 25 Zollen in der Mitte hoch, oben 28 Zoll und unten 2 Fuß im Durchmeſſer, dabei mit einer ungefaͤhr 30 Zoll langen, oben 7 Zoll und unten 3 Zoll weiten Roͤhre, muß nicht viel weniger als 30 Pfund wiegen. Die Staͤrke des Kupfers ergiebt ſich aus dieſen Maaßen und Gewichten und dem bekannten ſpecifiſchen Gewichte, und iſt hierbei daſſelbe zu beobachten, was vorhin von den Pfannen geſagt worden, naͤhmlich, daß groͤßere Blaſen ſtaͤrker, und kleinere Bla⸗ Theil III. Abtbeil. II. Bb Von Anlage der Brau⸗ pfannen⸗ Feuerungen. 194 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, ſen etwas ſchwaͤcher im Kupfer ſeyn koͤnnen, jedoch ſo, daß immer das vorgedachte Verhaͤltniß der Staͤrke des Bodens zu dem der Seiten und Decke zu beobachten iſt, und die Staͤrke des Bodens, ſelbſt unter einer ein Scheffel Blaſe, nicht weniger als 2 Zoll ſeyn muß. Anm. Die bisher beſchriebenen Deſtillirgeräͤthe ſind die bekannteſten und gebraͤuchlichſten, wor⸗ uͤber indeß, ungeachtet ſie in einer mit Sachkenntniß und Klugheit gefuͤhrten Brennerei ihrem ZSwecke vollkommen entſprechen, ſchon mancherlei vermeintliche Verbeſſerungen in Vorſchlag gebracht worden ſind. Dieſe hier ſaͤmmtlich zu berühdren, wuͤrde theils viel zu weitlaͤufig, theils dem Zwecke dieſes Werks nicht angemeſſen ſeyn. Unter den in vielen Schriften beſchriedenen Deſtillirgeraͤthen ſcheinen mir aber keine ven der gewoͤhnlichen Methode mehr abzuweichen, als die in der vorgedachten Norbergſchen Schrift beſchriebenen. In der Hauptſache beſteht die Adweichung darin, daß ohne eigentlichen Helm, nur mit einer Roͤhre aus dem Halſe der Blaſe deſtillirt, und in einem beſonders großen und eigens eingerichteten Kuͤhlfaſſe abge⸗ kuͤhlt wird, wobei Dampfkͤhler, Waͤrmemeſſer, Siedewächter, Thermometer ꝛc. angebracht find. Uebrigens iſt aber fuͤr dieſe complicirten Geräͤthe die Beſchreibung ſo kurz und unzuläng⸗ lich, daß dieſe Schrift nur eine Ankündigung, aber nicht eine Abbildung und Beſchreibung derſelben genannt werden kann. Ferner in Anton Marchand's neuer Tdeorie der Gährung, Mannheim 1587 bei Schwan, iſt eine, wiederum in ganz anderer Art von den gewoͤhnlichen, verſchiedene Blaſe an⸗ gegeben Sie beſteht aus einer vollſtaͤndigen Kugel mit einem ſehr hohen und ſchmalen Halſe, auf welchem der ebenfalls kugelfoͤrmige Heim ſteckt. Bei einer eigens veranſtalteten Gaͤhrung ſoll aus ſolcher Blaſe, ohne zuvor läutern zu dürfen, ſogleich der reine Branntwein abgetrie⸗ den werden koͤnnen, und dergleichen mehr. §. 1985. Die Verſchiedenheit der Feuerungs⸗Anlagen, unter denen die der Braupfannen einen wichtigen Platz einnehmen, iſt ſehr groß. Es wuͤrde zu weit fuͤhren, wenn ich auch nur alle diejenigen der Braupfannen hier anfuͤhren wollte, welche von ihren Ver⸗ fertigern und Beſitzern als einzig zweckmaͤßige Anlagen geruͤhmt werden. Es gehoͤrt unſtreitig eine vorurtheilsfreie Beurtheilung dazu, um uͤber das, was dieſer hier und jener dort uͤber dieſe oder jene Anlage behauptet, nach allen den vielen hierbei obwalten⸗ den Ruͤckſichten zu pruͤfen. Daß viele Feuerungs⸗Anlagen auffallend ſchlecht und Holzverſchwenderiſch ſind, iſt laͤngſt bewieſen; allein dieſerhalb die Verbeſſerungen der⸗ ſelben zu wahren Kuͤnſteleien zu machen, iſt in der Regel eben ſo fehlerhaft, als mit Verwerfung aller Verbeſſerungen nur aus Gewohnheit, Vorurtheil oder Eigenſinn ei⸗ ne auffallend ſchlechte Anlage vertheidigen zu wollen. Wie uͤberall, ſo auch hier, iſt die goldene Mittelſtraße, meiner Meinung nach, die rechte und vorzuͤglichſte. Der Zweck aller Feuerungs⸗Anlagen iſt, die aus dem Brennmaterial durch den Verbrennungsprozeß ſich entwickelnde Hitze zu der vorhabenden Abſicht moͤglichſt viel zu benutzen; oder mit andern Wor⸗ geräͤthe, das vorgdatg zu beobachen 6 nicht wenige deüuchihſtn, ni ten Brennerei ihren ungen in Vorſchl zu weitlauſig, theit iften heſchtiehenen mehr abzuweichen, t Hauptſache beſtht dre aus dem halſt anen Kählfaſe aöge⸗ zmmeter d. angebrach kurz und mzulin ag und Beſchreibunn Mannheim 1gy b erſchiedene Glaſe m und ſchmalen Halſ enßalteter Gaͤhrung rauntwein abgetrie⸗ der Braupfannen ühren, wenn i e von ihren Ver en. Es gehort dieſer hier und erbei obwalten⸗ d ſchlecht und iſeerungen der⸗ thaft, als rit e Eigenſinn i⸗ dauch hir, iſ ccſte. ennmatericl itze zu der andern Wer⸗ Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 195 ten, mit dem wenigſt moͤglichſten Brennmaterial den vorhabenden Zweck zu erreichen. Um nun zu beurtheilen, ob dieſe oder jene Feuerung dieſem Zwecke entſpricht, muß man von folgenden Prinzipien ausgehen. Der Verbrennungs⸗ prozeß iſt eine chemiſche Zerlegung der Brennmaterialien mittelſt Zerſetzung der at— moſphaͤriſchen Luft. Ohne freies Hinzuſtroͤhmen friſcher Luft kann kein Feuer bren⸗ nen. Das Hinzuſtroͤhmen der friſchen Luft muß aber nur von Einer Seite her zum Feuer geſchehen, folglich nicht dem Abzuge des Rauchs entgegen kommen, oder den⸗ ſelben in ſeinem Abzuge hindern, oder ihn daſelbſt zu fruͤh erkalten; widrigenfalls muß die Rauchroͤhre unterhalb des Orts, wo der Rauch aus der Feuerung in dieſelbe tritt, abgeſchloſſen werden. Das Feuer muß mittelſt Kanaͤle ſo lange innerhalb der Feue⸗ rung oder unter und um das zu erhitzende Gefaͤß herum gefuͤhrt werden, daß der Rauch da, wo derſelbe die Feuerung verlaͤßt, nur noch Waͤrme genug hat, um auf⸗ zuſteigen, und durch den Schornſtein zu entweichen. Ein Mehreres hierin zu thun, naͤhmlich den Rauch in noch laͤngern Kanaͤlen bis beinahe zur Erkaltung in der Feue⸗ rung herum zu leiten, iſt ſchaͤdlich, indem die letzten Kanaͤle dadurch zu leicht ver— ſchlammen. Am Ende der Kanaͤle aber muͤſſen jedesmahl Schieber zum Verſchließen derſelben befindlich ſeyn, um hiernaͤchſt auch die Kohlenhitze benutzen zu koͤnnen. Bei den Braupfannen⸗Feuerungen inſonderheit iſt ferner zu beobachten, daß das Feuer nicht an einem einzelnen Orte ſeine Hitze zu ſtark aͤußere, als wodurch das Gefaͤß daſelbſt zu leicht verbrennt, vielmehr muͤſſen die Kanaͤle vom Heerde aus ſo⸗ gleich getheilt, und an den Seiten des Gefaͤßes nicht hoͤher geleitet werden, als bis ſo weit die zu kochende Fluͤſſigkeit in dem Gefaͤße ſteht, weil ſonſt gleichfalls die Seiten⸗ waͤnde des Gefaͤßes zerſtoͤhrt werden. Weil aber bei den Braupfannen und allen aͤhnlichen Anſtalten, wo jnnerhalb of⸗ fener Gefaͤße die Fluͤſſigkeit durch Kochung verdunſtet und concentrirt wird, die Fluͤſ⸗ ſigkeit Anfangs hoch und zuletzt nur niedrig darin ſteht; ſo muͤſſen da, wo Seitenka⸗ naͤle ſich befinden, ſelbige ſo angelegt ſeyn, daß ſie, wenn es noͤthig iſt, verſchloſſen, und das Feuer durch andere tiefer herunter befindliche Kanaͤle fortgeleitet werden kann. Bei den Kochungen in verſchloſſenen Gefaͤßen, als z. B. bei den Blaſen, iſt die⸗ ſe Ruͤckſicht weniger wichtig, weil innerhalb derſelben ſich vieles von der Feuchtigkeit in Dampf aufloͤſet, und ſo die Seitenwaͤnde befeuchtet erhaͤlt. Bei den Braupfannen aber hat man an einigen Orten, um in Abſicht der Schonung der Seitenwaͤnde noch ſicherer zu ſeyn, lieber die Feuerkanaͤle nur unter dem Boden der Pfanne herum gelei⸗ tet, und die Pfanne bloß, ohne Einmauerung ihrer Seitenwaͤnde, uͤber die Feue⸗ rung geſtellt. Bb 2 196 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, Ferner iſt bei zweckmaͤßiger Anlage einer jeden Feuerung auch auf die Art der Brennmaterialien Ruͤckſicht zu nehmen. Z. B. trockenes Holz verlangt den wenigſten, feuchtes Holz einen mehrern, Torf und Steinkohlen aber den ſtaͤrkſten Luftzug, und dieſer muß der Laͤnge der Kanaͤle angemeſſen ſeyn; denn wenn die Kanaͤle bei mangeln⸗ dem Luftzuge zu lang ſind, ſo wird der Rauch, anſtatt mit einem ihm noͤthigen Waͤr⸗ megrad durch den Schornſtein zu entfliehen, im Ausgange der Kanaͤle ſich verdicken und ſelbige verſchlammen. Um dem Feuer den ihm noͤthigen Luftſtrohm recht zweckmaͤßig zuzufuͤhren, iſt ein Roſt noͤthig, worauf das Feuer brennt, wo dann der Luftſtrohm, mit Verſchließung der Einheitzthuͤre, nur durch den Roſt von unten herauf ſich dem Feuer mittheilt. Um den Zug bei einer Feuerung mit Torf und Steinkohlen zu verſtaͤrken, muß der Schornſtein, in welchen der Rauch aus der Feuerung einſtroͤhmt, unterhalb mit einer dicht ſchließenden eiſernen Thuͤr verſchloſſen werden. Um den Luftſtrohm, bei einer Feuerung mit trockenem Holze, etwa zu verſchwaͤchen, kann die Klappthuͤr im Schorn⸗ ſtein geoͤffnet werden, damit die flammende Hitze von dem letztern Brennmaterial nicht zu ſchnell in den Schornſtein gejagt werde. Anm. Bei den Kochungen findet auch oft darin eine Holzverſchwendung und ein Ruin der Koch⸗ gefaͤße und der Feuerkanaͤle ſtatt, daß ein uͤberfluͤſſig großes Feuer fortwaͤhrend unterhalten wird. Man ſollte doch nur immer von dem bekannten Grundſatze ausgehen, daß eine zum Grade der Siedehitze gebrachte Fluͤſſigkeit keinen hoͤhern Grad der Hitze annehmen kann, wie ein Verſuch mit einem eingetauchten Thermometer ſehr leicht beweiſet. Das, was Einige hier⸗ gegen zu ihrer Vertheidigung ſagen, daß naͤhmlich, wenn die Fluͤſſigkeit Wellen ſchlage, ſie in den Wellen eine groͤßere Oberflaͤche zur Verdunſtung darbiete, ſcheint, wenn auah etwas daran wahr waͤre, wenigſtens nicht den erwaͤhnten Verluſt zu verguͤten. Daß ſich mit mehrerer oder weniger Beobachtung dieſer Haupt⸗Grundſaͤtze ei⸗ ne ſehr große Mannigfaltigkeit von Vorſchlaͤgen zu Feuerungs⸗Anlagen bilden laſſe, leuchtet ſehr bald ein. Es ſind auch dergleichen Vorſchlaͤge in vielen Schriften, von den ſimpelſten bis zu den complicirteſten und ſinnreichſten hinauf, erſchienen, ja ſelbſt ſchon ausgefuͤhrt, und dennoch ſcheint man keineswegs daruͤber einig zu ſeyn, welcher Anlage man den Vorzug geben ſoll. Freilich kann es, ſchon nach dem bisher geſagten, keine Univerſal⸗Anlage dieſer Art geben, und noch weniger iſt es deshalb moͤglich, weil viele der Nebenumſtaͤnde ſich jedes mahl nach der Lokalitaͤt richten muͤſſen; allein mit Kenntniß und Umſicht und ſorgfaͤltiger Beobachtung der vorher aufgeſtellten Grundſaͤtze muß es leichter werden, fuͤr jeden ſpeciellen Fall eine zweckmaͤßige Feuerung anzulegen. Nach dieſer allgemeinen Einleitung will ich nun einige Feuerungs— Anlagen der Braupfannen beſchreiben. Der hieſige Feuer⸗Bau⸗Inſpektor Herr Jachtmann hat in ſeinen bekannten grrathe, auf die At w gt den wenigſtn en Luftzag, und naͤle bei mangah m nothigen Wi⸗ ile ſch derin üfuͤhren, it ein it Verſchließung twitthelt. Um arten, muß de nterhalb wit eint drohm, bei eine chüͤr in Schorn⸗ mnmateria nict in Runn der foch⸗ ahrend unterhalten en, daß eine zum mehmen kann, vie 4) nas Einize hier⸗ Wellen ſchlage, ſe „ penn auch etwat ⸗Grundſite d tn biden laſſ Schriften, bon enen, ſa ſelhſt ſeyn, welcher ſsher geſagten, moglich, wel in; alein mi tn Grundſtze ng anzulegen 3⸗Anlagen de nen hekannten Anlage der Pfannen, Blaſen, Darrenꝛc. ig Werken uͤber Feuerungs⸗Anlagen ſich ein großes Verdienſt erworben; nur macht man hie und da dieſen Anlagen noch den Vorwurf, daß ſie zu complicirt und zu koſtſpielig ſind. In wie fern dieſer Vorwurf gegruͤndet ſei oder nicht, wird ſich aus folgendem er⸗ geben. Um nicht zu unnuͤtzen Wiederhohlungen Anlaß zu geben, will ich alſo zuerſt die Feuerungs⸗Anlage einer Braupfanne aus des Herrn Jachtmanns Abhandlung uͤber Brau⸗, Branntweinbrennerei⸗ und Malzdarren⸗Feuerungen:c. Zweites Heft, Berlin 1794 beim Verfaſſer, entlehnen, und dann einige andere Anlagen mit derſel⸗ ben vergleichen. Fig. 206 A iſt die Anlage dieſer Feuerung unmittelbar uͤber dem Fundamente, und zwar nach dem Durchſchnitte der Linie AB in Fig. 206 D, E, F und G. Darin iſt a der Aſchenbehaͤlter unmittelbar unter dem Roſte, deſſen Thuͤre ſich bei ek befindet, b eine Unterwoͤlbung, blos um Mauerwerk zu erſparen, und um weniger Erdfeuch⸗ tigkeit anzuziehen. Fig. B iſt ein Grundriß nach dem Durchſchnitte der Linie EF in Fig. D unmittelbar uͤber dem Heerde. Es iſt darin b der Roſt, welcher auch in Fig. D mit den zirkelfoͤrmig geſtalteten Mauerſtufen dahinter zu ſehen iſt; die Einheitzthuͤre befindet ſich bei cg. Fig. D iſt ein Durchſchnitt nach der Linie IK in ABC. Fig. G der Durchſchnitt nach der Linie L M in B; ferner Fig. E der Durchſchnitt nach der Linie PS in B, Fig. F der Durchſchnitt nach der Linie PQ in B und Fig. H der Durchſchnitt nach der Linie TU in Fig. B. Wenn nun das Feuer auf dem Roſte b in Fig. B und D brennt, waͤhrend dem die Einheitzthuͤre og verſchloſſen und die Aſchenfallthuͤre ek in A offen gehalten wird, ſo dringt die Luft aus dem Raume a in A hinauf durch den Roſt b in das Feuer; letz⸗ teres muß nun zur Abſetzung ſeines Rauchs einen andern Weg ſuchen. Von den run⸗ den Mauerſtufen(ſiehe Fig. B und D) ſowohl, als durch die uͤbrigen Seitenwaͤnde des Heerds, welcher an beiden Seiten vom Roſte an(nach Fig. E) rund herauf ge⸗ mauert ſind, wird das Feuer moͤglichſt gegen den Boden der Pfanne gedraͤngt, geht von da nach hinten, woſelbſt es durch die Zunge d Fig. B in zwei Theile oder in zwei Kanaͤle ee getheilt wird, von da etwas hinauf und nach den Kanaͤlen mm Fig. B und G, an den beiden Seiten der Pfanne ſteigt. Durch dieſe ſchmalen und hohen Kanaͤle laͤuft es wieder zuruͤck noch vorne, faͤllt daſelbſt in den Kanaͤlen gg Fig. B und G herab, ſteigt in den Kanaͤlen hh wieder hinauf, und geht ſo(nach Fig. H) in den gemeinſchaftlichen Schornſtein g, welcher daſelbſt bei 2 mit einer eiſernen Thuͤre abgeſchloſſen iſt. Da, wenn die Pfanne Anfangs ſehr hoch mit Wuͤrze angefuͤllt iſt, die Seiten— kanaͤle mi Fig. G die Seiten der Pfanne beinahe in ihrer ganzen Hoͤhe ſehr vortheil⸗ 198 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, haft erwaͤrmen; ſo wuͤrde gegentheils das Kupfer der Seiten verbrennen, wenn die Wuͤrze hiernaͤchſt bis zur Haͤlfte ihres vorigen Inhalts verkocht iſt, oder wenn der Ho⸗ pfen in der Pfanne geroͤſtet werden ſollte. Dieſerhalb werden dann die Kanaͤle ee Fig. B, C und F mit eiſernen Schiebern verſchloſſen, und die Hitze muß ſodann die Kanaͤlerr Fig. F hinab ſteigen, in den Kanaͤlen ss Fig. A zuruͤcklaufen, und nahe bei der Einheitzung durch die Kanaͤle tt Fig. H hinauf in den Schornſtein ꝗ ſteigen. Sollen die Seitenwaͤnde der Pfanne vermittelſt der Kanaͤle mim geheitzt werden, ſo bleiben waͤhrend der Zeit die Schieber ww in den Kanäͤlen tt Fig. H geſchloſſen; und ſoll, wie zuletztt gedacht, nur der Boden der Pfanne geheitzt werden, ſo werden die Schieber Ww geoͤffnet, und wie vorerwaͤhnt, die Schieber ee Fig. C und vv Fig. H geſchloſſen. Soll aber die Hitze von dem ausgebrannten Feuer noch zum Nach⸗ kochen benutzt und ſaͤmmtliche Kanaͤle verſchloſſen werden, ſo geſchieht dies durch die Schieber vv, ww in Fig. H; und wenn man das Feuer mitten im Brennen daͤm⸗ pfen will, ſo duͤrfen nur die Schieber vv und ww geſchloſſen, dagegen die Einheitz⸗ thuͤr und die Schornſteinklappe z geoͤffnet werden. Eine zu große Complication iſt dieſer Feuerungsanlage wohl nicht vorzuwerfen, und daß ſie ihren Zweck nur zu ſehr erfuͤlle, davon zeugen ſelbſt die Abweichungen, welche man mit derſelben gemacht hat. Naͤhmlich, man hat gefunden, daß die Seiten⸗ waͤnde der Pfanne zu ſehr von der Hitze leiden, welches aber vielleicht nur darin ſeinen Grund hat, daß die Schieber es nicht zu rechter Zeit zugeſchoben worden ſind. Auch finden es einige unbequem, daß der Brauer wegen der wenigſtens 10 Zoll ſtarken Ein⸗ mauerung der Seiten der Pfanne, beim Schöͤpfen in und aus derſelben, zu weit von der Pfanne ſtehe. Alles dies hat zu der in Fig. 207 A, B und C vorgeſtellten, hier in einer bedeutenden Brauerei ausgefuͤhrten Anlage der Feuerung Veranlaſſung gege⸗ ben. Nach derſelben ſteht die Pfanne mit ihren drei Seiten ganz frei; und da alſo nur der Boden derſelben geheitzt wird, ſo muß das Feuer unter demſelben ſogleich in die Kanaͤle(rr Fig. 206 F) abwaͤrts fallen, wo es dann ſeinen Weg weiter„ wie vorgedacht, nimmt. Wo das Feuer gar nicht nach den Seiten hinauf ſteigen, ſondern nur herun⸗ ter fallen darf, da werden zu dem Ende die Kanaͤle rr Fig. 206 F oben hei ee etwas weiter als unten gemacht. Das Fallen des Feuers wird von einigen als der Natur deſſelben entgegen, ange⸗ ehen, jedoch leiſtet es in dem beregten Falle die beſten Dienſte, indem ſonſt die Hite Hitz mit einer zu großen Schnelligkeit durch den verſchloſſenen Schornſtein verfliegen wuͤrde. gräthe, tennen, wenn N der wenn der He n die Kmiltee e muß ſodann di fen, und nahe h n ſteigen. geheizt werdn, 9. H geſchloſſen eden, ſo werden Fo. C undn e noch zun Nat, iet diss durh d in Brennen din dgen die Enhet ct borzuwerfen Abweichungen, daß die Seiten⸗ nur darin ſeinen aden ſind. Auch Zoll ſtarten En⸗ ben, zu weit bon ergeſtellen, hie ranſaſſung gege⸗ ei; und da alſ ben ſogleich in g weitet, wie ern nur herun hei ee etwas ntgegen, ange ſonſt die Hi rfiegen wude Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 199 Der von dem Geheimen Ober⸗Baurath Herrn Eitelwein in ſeiner S. 145 benannten Schrift gemachte Vorſchlag, ſtimmt mit der vorgedachten Anweiſung des Herrn Jachtmann beinahe uͤberein, außer daß Herr Eitelwein die Kanaͤle an den Seiten der Pfanne weniger hoch reichen, dagegen aber die abfallenden Kanaͤle un⸗ ter dem Heerde wegfallen laͤßt. Nehmen wir an, daß die in Fig. 207 vorgeſtellte Einrichtung, wie die Erfah⸗ rung lehrt, zweckmaͤßig ſei; ſo muß es die Einrichtung des Herrn Eytelwein dem Anſcheine nach um ſo mehr ſeyn, da durch dieſelbe die Seiten der Pfanne eben ſo ſehr geſchont und nicht zugleich erkaͤltet werden; nur darf dann der Hopfen nicht in der Pfanne geroͤſtet werden, welches aber nach Fig. 207 wohl thunlich iſt. Die Unbe⸗ quemlichkeit, welche die in Fig. 206 angegebene 10 Zoll ſtarke Mauer an den Seiten der Pfanne beim Schoͤpfen ꝛc. verurſacht, kann nur bei ſehr breiten Pfannen Erwaͤ⸗ gung verdienen. Dagegen aber ſind die Vortheile der Anlage Fig. 207 und der des Herrn ꝛc. Eytelwein in derſelben vereinigt und nach Belieben anzuwenden. Herr Jachtmann, den ich einſt um eine Simplification ſeiner Feuerungs⸗An⸗ lagen erſuchte, antwortete mir:„Wenn eine Braupfanne auf Holzerſparung einge— „mauert werden ſoll; ſo kann ich keine andere oder einfachere als die im zweiten Hefte „meiner Anweiſung ec. geben, denn ſonſt wuͤrde das nicht geleiſtet werden koͤnnen, was „man naͤchſt der Holzerſparung wuͤnſcht, naͤhmlich die Erhaltung des Kupfers; denn „was wuͤrde man zu einer Holzerſparung von etwa jaͤhrlich zwei Haufen Holz ſagen, „wenn man dagegen in einigen Jahren eine Pfannen-Reparatur vornehmen muͤßte, „die doppelt ſo groß als der Gewinn waͤre: und dies iſt bei allen einfachern Anlagen „zu erwarten, oder man muß die Pfanne ſtumpf auf die Mauer ſetzen, und dann iſt „es die alte Leier.“ „Will man die Koſten des Eiſens nicht daran wenden, ſo kann allenfalls der „Roſt von Steinen gemacht und ſaͤmmtliche Schieber und Kapſeln durch Steine er⸗ „ſetzt werden, und dann ſehe ich nicht ein, warum man dieſe Methode nicht befolgen „un⸗⸗ da der Nutzen hinlaͤnglich bewieſen worden. Glaubt man, ſie ſei fuͤr den Maurer zu kuͤnſtlich, ſo wird es auch jede andere ſeyn, die von dem alten Schlen⸗ „ Idrian abweicht.“ „Die in Fig. 208 A und B vorgeſtellte Anlage moͤchte vor der alten, wo die „Pfanne gemeiniglich ſtumpf auf die Mauer aufgeſetzt iſt, noch etwas zum voraus „haben; allein da die Seiten der Pfanne hierbei auch, wenn nur wenig Fluͤſſigkeit „darin iſt, der Glut ausgeſetzt ſind; ſo kann ſie nicht mit Sicherheit empfohlen wer⸗ „den,*) zumahl da die Brauer ſehr oft unvorſichtig damit umgehen, wenn ihnen die —ꝗn···nn— 200 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, „Sachen nicht eigenthuͤmlich gehoͤren. Wollte man aber denn doch dieſe Anlage der „beſſern vorziehen, wo man vermittelſt der Schieber das Feuer voͤllig i in ſeiner Gewalt „hat; ſo wuͤrde die Anlage folgende ſeyn.“ „Man mauere einen Roſt a von Steinen, auf einigen eiſernen quer ſeegenden „Staͤben ruhend, einen Fuß breit und ſo lang als die Pfanne iſt. Dann gebe man „dem Mauerwerke uͤber dem Roſte, worauf die Pfanne an allen Seiten etwa 4 Zoll „ſicher aufruhen muß, eine elliotiſche Form, und in demſelben auf beiden Seiten von „10 zu 10 Zoll Einſchnitte co, jeden 5 Zoll breit zur Spielung des Feuers um die „Seiten der Pfanne. Dieſe Spielung c Fig. B um die Seiten braucht nur 3 bis 3 ½ „Zoll breit zu ſeyn, und zieht ſich nach der Stirnſeite der Pfanne in zwei ſenkrechte „Kanaͤle bb, welche durch eine Zunge getrennt ſind, herab, unter dem Heerde zuruͤck „und vorn durch die Kanaͤle d d wieder herauf nach dem verſchloſſenen Schornſtein.“ „Beim Holzbrande muß dieſe Pfanne 15 bis 13 Zoll hoch uͤber den Roſt ſtehen, „beim Torfbrande aber nur 1 Fuß. Einheitzung und Aſchenfall muͤſſen mit eiſernen „Thuͤren verſehen ſeyn.“ *) Um hierbei das Verbrennen der Seiten der Pfanne moͤglichſt zu verhindern, duͤrften die Ein⸗ ſchnitte oder Kanaͤle an den Seiten nur ſo hoch reichen, als die Fluͤſſigkeit in der Pfanne ge⸗ woͤhnlich ſteht.— Sollte dieſe Anlage noch mehr vereinfacht werden, ſo muͤßten auch die herab fuͤh⸗ renden Kanaͤle wegfallen, und das Feuer aus den Seitenkanaͤlen koͤnnte dann nur in zwei Kanaͤle zuſammen gezogen, und unmittelbar in den Schernſtein gefuͤhrt werden, welches freilich immer noch beſſer ſeyn wuͤrde, als da, wo das Feuer unmittelbar von dem Heerde hinweg nach hinten in den Schornſtein faͤhrt. Welche Verſchwendung der Hitze und des Brennmaterials hierbei obwaltet, braucht wohl nicht naͤher nachgewie⸗ ſen zu werden. Freilich werden die Einfaͤltigen es immer noch beguemer finden, wenn ſie ſich um Oeffnung und Verſchließung der Schieber nicht bekuͤmmern duͤrfen, ſon⸗ dern, wenn es hiernaͤchſt an Hitze mangelt, ſie zu allen Zeiten und ohne beſorgt zu ſeyn, daß die Hitze der Feuerung Schaden thue, immer nur nachlegen koͤnnen. In der Natur iſt es aber nun einmahl ſo, nur durch mehrere Kraft kann eine groͤßere Laſt gewaͤltigt, nur durch mehrere Muͤhe koͤnnen mehrere Vortheile erzielt werden. Anm. Es iſt mir gar wohl bekannt, daß mancher Guthsbeſitzer mit dem beſten Willen, die Holzerſparung hierin zu befoͤrdern(aus Eigenſinn oder Unwiſſenheit derjenigen Leute, die mit den Feuerungen umgehen muͤſſen) nicht vermag. Fuͤr ſolche Beſitzer waͤre die letztere Manier zur Anlegung der BraupfannenFeuerung leider ſogar anzurathen, weil ſie ſonſt die Widerſetzung gegen den gedachten Eigenſinn oder Dummheit ihrer Leute auf mancherlei ande⸗ Das, re Art wuͤrden buͤßen muͤſſen. geräthe diſe Anlcge ſ in ſeine Gm nen quer ligendg Dann gebe nn eitn etwa gzl iiden Seiten iu 3 Feuers um de iht nur z bis 3 in zwä ſenkrech em Heerde zurdt Schornſtein.“ den Roſtſihe ſen mit eſſenn „ dürſten die En in der Pfanne ze⸗ die herab fi⸗ nie dann nurin geführt werden unmittelbar von rſchwendung de üßer nachgewie⸗ finden, wenn durfen, ſon⸗ ine beſorgt zu können. In e großere Laf erden. ſier Wilen, ie nigen keute, de wie die lebtet weil ſe ſont ne maucherkei andes Ou, Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 201 Das, was Herr Jachtmann in ſeinem Werke uͤber die Koſten einer ſolchen Einrichtung ſagt, iſt auch ein weſentlicher Vorwurf, den man dieſen Anlagen macht. Ganz iſt dieſer Vorwurf nicht abzulehnen; allein, wenn im ſchlimmſten Falle dadurch nur an Brennmaterial erſpart, und beinahe daſſelbe wieder auf den Bau und die Un⸗ terhaltung der Anlage verwendet werden muͤßte, ſo wuͤrde es erſt noch darauf ankom⸗ men, welche Art von Erſparung, ob Geld oder Holz, die vorzuͤglichſte ſei. Bei dem faſt uͤberall immer mehr und mehr herrſchend werdenden Holzmangel wird dieſe Frage, wenigſtens dem Patrioten, leicht zu beantworten ſeyn. Wenn indeß noch die Schie⸗ ber und der Roſt von gebrannten Steinen gemacht werden, ſo wird von den hier in Rede ſtehenden Braupfannen⸗Feuerungen auch die kuͤnſtlichſte derſelben nicht zu koſt⸗ bar werden.— Außer den mancherlei andern Vorſchlaͤgen, welche uͤber dieſen Gegenſtand bereits erſchienen ſind und noch erſcheinen, wird jeder einzelne Vorſchlag dadurch wenigſtens verzwiefacht, wenn man einmahl, ſo wie vorſtehend, die Einheitzung unter der Schornſteinroͤhre, und zum andern, wenn man die Einheitzung an dem der Schorn⸗ ſteinroͤhre entgegen geſetzten Ende der Pfanne anlegt, welches, wie ſchon fruͤher ge⸗ dacht, von einigen fuͤr bequemer gehalten wird. Wollen wir dieſe Abaͤnderung auf die bisher angegebenen Figuren anwenden; ſo wird z. B., wenn in Fig. 206 B beil die Einheitzung und bei K die Schornſteinroͤhre ſtehen ſollte, das Feuer zuerſt wie vorhin vom Heerde an durch die Kanaͤle mm nach den Seiten herum und zuruͤck, dann durch die Kanaͤle gg hinab fallen, und un⸗ ter dem Heerde hinweg nach der Seite k hin, bis zum Schornſtein laufen muͤſſen. Fer⸗ ner, das durch die Kanaͤle ee herab fallende Feuer(wenn naͤhmlich blos der Boden der Pfanne geheitzt werden ſoll) wuͤrde dann nur um eine Zunge herum ſich wieder⸗ um in die Hoͤhe wenden, und ebenfalls an der Seite K wieder herauf in den Schorn⸗ ſtein ſteigen. Dieſer letztere Gang des Feuers iſt auch in Fig. 207(wenn naͤhmlich auch darin die Feuerung am entgegen geſetzten Ende angelegt werden ſoll) die einzige Abaͤnderung. Bei einer gleichen Abaͤnderung des Einheitzungsorts in Fig. 208 wuͤrde das in den Kanaͤlen bb herab fallende Feuer,(anſtatt ſolches vorhin unter den Heerd zuruͤck nach und in den Kanaͤlen dd herauf ſtieg,) dann unten nur um eine Zunge herum ſich wenden und in zwei andern Kanaͤlen herauf in den Schornſtein ſteigen. Noch giebt es einige wenige Faͤlle, wo der Bequemlichkeit und des Raums im Brauhauſe wegen, die Feuerung an einer der langen Seiten der Pfanne angelegt wird. Aus den bisher angefuͤhrten Beiſpielen erſieht man leicht, daß eine ſolche Anlage, wenn Theil III. Abtheil. II. Ec 202 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, gleich ausfuͤhrbar, doch moͤglichſt zu vermeiden iſt. Soll es aber geſchehen, ſo koͤmmt es zuerſt darauf an, wo der Schornſtein gegen den Ort der Einheitzung liegt. Soll der Roſt und der Heerd uͤberhaupt nicht zu breit werden, wodurch naͤhmlich erreicht wird, daß dann nicht verſchwenderiſch untergefeuert werden kann; ſo wuͤrde, wenn das Feuer von hinten ſogleich nach den Seiten der Pfanne hinauf ſteigen ſollte, der Boden derſelben auf einer zu großen Mauerflaͤche aufliegen, und daſelbſt nicht hin⸗ laͤnglich geheitzt werden. Es wuͤrde alsdann beſſer ſeyn, nach Fig. 209 das Feuer vom Roſte a an durch die Kanaͤle bb zuruͤck, und, je nachdem die Pfanne lang oder kurz iſt, im erſten Falle durch die Kanaͤle dd noch unter den Boden der Pfanne, oder im letztern Falle,(wenn naͤhmlich die Pfanne nur kurz iſt,) in den Kanaͤlen oc hinauf ſteigend, und in den Kanaͤlen dd an den Seiten der Pfanne, nach den Roͤhren ee zu leiten. Da es unmoͤglich ſeyn wuͤrde, alle, ſowohl durch die oͤrtliche Lage, als auch durch andere Umſtaͤnde zuweilen herbei gefuͤhrte Abaͤnderungen anzugeben; ſo will ich hiermit von der eigentlichen Anordnung der Feuerungen abbrechen, und nur noch der beim Bau derſelben zu beobachtenden Dimenſionen und Conſtructionsregeln mit weni⸗ gem erwaͤhnen. Daß bei allen vorgedachten Anlagen(und uͤberhaupt wo es auf einen guten Zug ankommt, beſonders alſo da, wo unmittelbar von der Brauerei aus, geheitzt wird, folglich der Schornſtein der Einheitzung gegenuͤber ſteht) der Schornſtein voͤllig abge⸗ ſchloſſen ſeyn muß, iſt ſchon bemerkt worden, und als eine Hauptregel zu beobachten. Was die Dimenſionen der Kanaͤle ꝛc. betrifft, ſo will ich ſolche aus des Herrn Jachtmanns erwaͤhntem Werke entlehnen, welche auch fuͤr die uͤbrigen Faͤlle das noͤthige Verfahren angeben. Die Groͤße der ganzen Anlage z. B. Fig. 206 A wird nach Verhaͤltniß der Groͤ⸗ ße der Pfanne angegeben. Nehmen wir nun eine etwa 6 Fuß lange und 4 Fuß breite Pfanne an, ſo muß, wenn mit Steinkohlen gefeuert wird, der Roſt in Fig B 4 Fuß lang 2 Fuß breit; bei Torffeuerung eben ſo, bei Holzfeuerung nur 3 Fuß lang 18 Zoll breit, und ſo verhaͤltnißmaͤßig bei groͤßern oder kleinern Pfannen groß ſeyn. Anm. Es bezieht ſich dies darauf, was bereits S. 196 uͤber den verſchieden noͤthigen Luftzug durch den Roſt, bei Torf oder Holz geſagt worden. Wird der Roſt von Gußeiſen gemacht, ſo beſteht derſelbe nach Fig. 210 A aus drei ſtarken ſo genannten Roſtbalken aaa, welche in Fig. B nach der Laͤnge aufrecht liegend vorgeſtellt ſind. In die Ausſchnitte bbb Fig. B werden die einzelnen Staͤbe coc dergeſtalt gelegt, daß oberhalb alles eine gerade Flaͤche bildet. Die Hoͤhe der athe hen, ſo inn liegt. durch nihmih un; ſo widd, f ſigen il, ſelhſt nit as Feuer bon elang oder der Pfanne nKanälen ce h den Rohn age, als auch en; ſo wil ih dnur noch de eln mit weni in guten Zug geheitzt widd, vollig abg⸗ beobachten. dus des Herm gen Fälle das niß der Gri⸗ Fuß breite i9 B4 Suß lang 18 Joll ſchigen Luſtzuh 210 A all nge auftect elnen Stite ie Hoͤhe d Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 20 Staͤbe oc iſt ungefaͤhr 3 Zoll, ihre Breite 1 ½ Zoll, die Hoͤhe der Roſtbalken aa 6 Zoll, und ihre Breite 3 Zoll. Dabei werden die Staͤbe nach Maaßgabe des verkohl⸗ ten Feuerungsmaterials mehr oder weniger, gewoͤhnlich aber nur 2 Zoll aus einander gelegt, ſo daß in einen 2 Fuß breiten Roſt ungefaͤhr 12 Staͤbe zu liegen kommen. Soll der Roſt wohlfeiler, naͤhmlich von gebrannten Steinen ſeyn, ſo kann der⸗ ſelbe nach der Fig. 51 bis 54 im erſten Theile dieſes Werks gegebenen Anweiſung ge⸗ macht werden. Die in Fig. 206 B mit qr bezeichneten drei Linien ſind gemauerte Stufen, wel⸗ che in Fig. D als ſolche nach hinten aufſteigen, von den Seiten aber vom Roſte an, ſich rund in die Hoͤhe bis unter den Boden der Pfanne woͤlben, wie in Fig. E zu ſehen iſt. So ſchreibt Herr Jachtmann dies vor. Zur Vereinfachung dieſer Arbeit aber hat man anſtatt der Heraufwoͤlbung gewoͤhnliche Stufen nach Fig. 207 A, ſowohl von hinten als an den Seiten gemauert, welches gleiche gute Dienſte leiſtet, und von un— geuͤbtern Maurern eher zu machen iſt. Die Anlage dieſer Woͤlbung oder der Stufen richtet ſich danach, daß die Pfan⸗ ne mit ihrem Boden an allen vier Seiten um 3 Zoll auf dem den Heerd umfaſſenden Mauerwerke(wie aus der Fig. 206 C und Fig. B hervor geht) ruhen muß. Die Hoͤhe des Bodens der Pfanne uͤber dem Roſte iſt, wie ſchon erwaͤhnt, bei Holzfeue⸗ rung 15 Zoll, bei Torf⸗ und Steinkohlenbrand aber nur 1 Fuß. Eben ſo hoch kann dann auch nur die Einheitzthuͤre, dabei aber 15 Zoll breit werden. Da nun der Bo⸗ den der Pfanne unmittelbar uͤber der Thuͤröffnung kein Auflager erhaͤlt, ſo muß zur Unterſtuͤtzung der Pfanne auf beiden Seiten der Thuͤre innerhalb nach Fig. 206 B ein Abſatz nn, 5 Zoll vorſpringend, gemauert werden, auf welchem der Boden der Pfanne ruht. Hier muß auch die Pfanne dicht gegen die Mauer angeſtoßen werden, weil, wenn ein luftiger Zwiſchenraum daſelbſt verbliebe, die Kante der Pfanne verbrennen wuͤrde. Der Aſchenfall erhaͤlt genau die Laͤnge und Breite des Roſtes, und muͤſſen auf dem, den Aſchenfall umgebenden Mauerwerke die eiſernen Roſtſtaͤbe ruhen. Die Hoͤ⸗ he des Aſchenfalls iſt ziemlich gleichguͤltig; gewoͤhnlich wird derſelbe bis zur Oberflaͤche des Roſtes 2 Fuß hoch gemacht, und da, wo die Thuͤr iſt, dergeſtalt uͤberwoͤlbt, daß die Unterkante der Einheitzthuͤr mit der Oberflaͤche des Roſtes eine gerade Flaͤche bil⸗ det, wonach ſich alſo die Groͤße der Thuͤr richtet. Die gedachte von oben nach unten bis auf die Laͤnge und Breite des Roſtes zu⸗ ſammen gezogene Form des Heerds, hat den Nutzen, daß das Feuer nur auf dem Roſte liegen und mit den Brennmaterialien nicht verſchwenderiſch umgegangen werden kann, und, da das Feuer mehr concentrirt wird, die Wirkung deſſelben vortheilhafter iſt. Ce 2 20%m Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugreraͤthe, Wenn nun das Feuer von dem Heerde nach den Kanaͤlen mim Fig. 206 B ſteigen ſoll, und es iſt der Heerd nach Fig. E an beiden Seiten herauf gewoͤlbt; ſo wird der Ausgang des Feuers nach den Kanaͤlen mm, wie in Fig. E bei oo zu ſehen, mehr be⸗ ſchraͤnkt, als dies bei ſtufenfoͤrmiger Aufmauerung des Heerdes Fig. 207 B der Fall iſt, mithin im letztern Falle die Kante der Pfanne mehr geſchont. Die zum Herunterfallen des Feuers bei ee Fig. 206 B und C befindlichen Ka⸗ naͤle rr in Fig. F, ſind bei ihrer Einmuͤndung ungefaͤhr 12 Zoll lang und 6 Zoll breit; mehr herunter aber werden dieſelben, wie in Fig. F zu ſehen, bis auf 5 Zoll Laͤnge und 5 Zoll Breite zuſammen gezogen, und unter dem Heerde hinweg(ss in Fig. A) ſo wie weiter hinauf zum Schornſtein,(tt in Fig. H,) ſind ſelbige uͤberall 10 Zoll hoch oder lang und 5 Zoll breit. Der Pfeiler d in Fig. B, auf welchem der Boden der Pfanne wenigſtens 3 Zoll breit aufruht, theilt alſo das Feuer in zwei gleich große Kanaͤlle. Die zum Hinaufſteigen des Feuers und an den Seiten der Pfanne bei mm Fig. 206 B und G befindlichen Kanaͤle, ſind 4½ bis 5 Zoll breit, und vom Boden der Pfanne an,(wenn naͤhmlich auf eine, mit Fluͤſſigkeit jedesmahl voll gefuͤllte Pfanne gerechnet wird,) ſo hoch, daß nur noch oben am Rande der Pfanne 5 Zoll Mauer dieſe Kanaͤle decken und ſich gegen die Pfanne anſchließen. Sollten die abwaͤrts fuͤh⸗ renden Kanaͤle rr Fig. F nicht vorhanden ſeyn, ſo wuͤrden dagegen die Seitenkanaͤle mim Fig. G nur hoͤchſtens halb ſo hoch als die Pfanne iſt gefuͤhrt werden duͤrfen, um bei nieder gekochter Wuͤrze die Seiten der Pfanne nicht zu verbrennen. Da, wo die Seitenkanaͤle mm in die Brandmauer hinein gehen, wie in Fig. G zu ſehen, ſind ſelbige eben ſo hoch und breit, wie vorgedacht; dann aber, ſowohl beim Niederfallen als Wiederhinaufſteigen(gg und hh in Fig. B, G und H) ſind ſolche nur 10 Zoll und 5 Zoll weit und breit. Das Niederfallen des Feuers bewirkt einen Aufenthalt der Hitze, welche ihrer Natur nach allemahl in die Hoͤhe ſteigt. Dieſerhalb muͤſſen die Schieber, welche zu der mehr erwaͤhnten Zeit die Oeffnungen ee Fig. B und F verſchließen ſollen, von halbzoͤlligem geſchmiedetem oder gegoſſenem Eiſen ſeyn. Herr Jachtmann ſagt hier⸗ uͤber:„Anfaͤnglich ließ ich dieſe Schieber ſo einrichten, daß ſie in einem mit einem Fal⸗ „ze verſehenen Rahmen zu liegen kamen, um ſie deſto gewiſſer hin und her ſchieben zu „koͤnnen. Allein der Erfolg hat gezeigt, daß dieſe Einrichtung nicht die beſte war, ob „ſie gleich theurer zu ſtehen kam, denn die Schieber warfen ſich leicht durch die große „Hitze, und konnten mit aller Gewalt nicht bewegt werden. Viel wohlfeiler und dauer⸗ „hafter iſt demnach, zu dem Rahmen, worauf die Schieber laufen, 13 Zoll ſtarkes rrit, i 206 5 ſei bt; ſo wid de ſehm, mehr de 7 derzüliſ efindlichen K d 6 Zol brit f5 Zol Lämg ss in Fi A) üderal ro Zol⸗ der Boden de dei gleich gro e bei mm F. Am Boden der füllte Pfan Zoll Mauer abwaͤrts fuͤh⸗ Seitenkandle erden duͤrfen n. wie in Fig. 6 „ſowohl bein ) ſind ſolch welche ihrer „welche zu ſollen, von nn ſagt hier⸗ t einem Fa⸗ rſchieben zu ſte war, oh ih die guß und dauer Zal ſtat Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 205 „Stabeiſen in ein Viereck, deſſen hintere Seite fehlen kann, in die 3 ſaure derasſai einzulegen, daß etwa nur* Zoll deſſelben von der Mauer in die Kana Pffauna her⸗ „vor ſteht, welcher Vorſprung zum Falze dient, worauf die Zoll ſtarken Schieber, welche genau die Groͤße des Kanals haben, ſicher und ungehindert laufen. Die „Schioher vv und ww Fig. H aber, ſo wie die(nachher zu beſchreibenden) Stuͤr⸗ „zen zu den Oeffnungen der Kanaͤle, brauchen nur von ordinairem Sturzbleche Zu ſnn i ei d legt ſeyn, daß ſie mit Alle Kanaͤle, bei einer ſolchen Feuerung, muͤſſen ſo angelegt ſeyn, einer an einem langen Stocke oder ſtarkem Drath befindlichen Buͤrſte bequem d Raf gereinigt werden koͤnnen. Wie dies in der erwaͤhnten Anlage Fig. 206 eſhen ann, iſt aus den Zeichnungen zu erſehen. In Fig. A befinden ſich in tt wre ifnunaen oder Fortſetzungen der Kanaͤle, durch welche ſowohl die horizontalen anaͤle s, n die hinauf ſteigenden Kanaͤle rr in Fig. F gereinigt werden koͤnnen. Die aebenede ſetzten Oeffnungen u u der Kanaͤle ss in Fig. A ſind auch in Fig.H mit u 1 i d, und werden durch dieſelben die aufwaͤrts ſteigenden Kanaͤle tt Fig. H und O bis in teinro hinein gereinigt. Scheuuf e dun nenen die Oeffnungen Xx dazu, um die Kanaͤle mm zu rei⸗ jgen. Die entgegen geſetzten Oeffnungen dieſer Kanaͤle befinden ſich bei pp in Fig. A unt G, und wie durch ſelbige die perpendikulairen Kanaͤle g und h Fig. B gereinigt 8 ig. G deutlich zu erſehen. neden eekeiſranard werden e ee paſſenden eiſernen oder thoͤnernen Kap⸗ ſeln feſt zugeſetzt und mit Lehm verſchmiert, da die Reinigung der Kanaͤle nur ſelten asſie, nin ſge von der Flottaſche und die hinterſten Kanaͤle bei ee Fig. B dann aun zu krinigen, koͤnnen jedesmahl einige Roſtſtuͤbe heraus genommen werden, nnd n d in durch die Aſchenfallthuͤre bequem unter die Pfanne gelangen kann. n- 1 Schoraſtein 9 Fig. H iſt bei z mit einer eiſernen Fallthuͤr verſchloſſen, wel⸗ d6 Dun der Schornſtein ſelbſt gekehrt werden ſoll, geöffnet wird; und nune wuß dieſe Thuͤr ſich niederwaͤrrs oͤffnen, um den Ruß herunter zu ſchuͤtten, auch ſo g ſeyn, daß ein Schornſteinfeger bequem hindurch ſteigen kann. 1 1 Die vorhin gedachten Kanaloͤffnungen xXX Fig. B dienen zugleich dazu, 8 zur Abkuͤhlung der Pfanne und der Schieber auf die Kanaͤleee friſche Luft hinein zu afſen Bei den eben gedachten Schiebern iſt ſchon vorhin erwaͤhnt worden dufhr 84 das Herabfallen des Feuers ſelbige ſehr erhitzt werden, und daß aus Nine rſa auch die Hitze in den uͤbrigen Kanaͤlen ſehr gepreßt, dadurch aber eben ſo gut benutzt —yͤͤ —— 206 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, wird. Die gepreßte Hitze wirkt zugleich auf das von ihr zunaͤchſt betroffene Mauer⸗ werk ſehr zerſtoͤhrend, ſo daß, bei nicht gehoͤriger Vorſicht, manche Steine in kurzer Zeit erneuert werden muͤſſen. Auch der Boden der Pfanne leidet da am mehrſten von der Hitze; indeß iſt dies nicht zu aͤndern. Ein weſentliches Erforderniß iſt es daher, dergleichen Feuerungen von den beſten feuerfeſten Steinen, und, wie ſich von ſelbſt verſteht, mit Lehm aufzumauern, beſonders aber ſolche feſte Steine zum Heerde und ſeiner naͤchſten Umgebung, ſo wie zu dem Pfeiler d Fig. B und in der Gegend der Schieber ee anzuwenden. Die hieſigen ſogenannten Porzellanſteine, welche aus ſehr feinem Thon und zerſtoßenen Porzellankapſeln gemacht werden, leiſten hierzu die be⸗ ſten Dienſte, denn, ungeachtet das Tauſend allhier 25 bis 30 Thaler koſtet, machen ſie ſich dennoch wegen ihrer großen Dauerhaftigkeit gegen ſonſt koſtſpielige Reparaturen ſehr gut bezahlt. Noch iſt anzumerken, daß die Wange, welche die Kanaͤle mm Fig. B vom Heerde trennt, oberhalb 3 Zoll breit iſt, worauf die Pfanne ſteht. Die Breite der Kanaͤle mm von 5 Zoll, und deren aͤußere Einſchließungswange von 5 Zoll, machen die ganze Mauerſtaͤrke von 10 Zoll zu beiden Seiten der Pfanne. Die Stirnmauer, in welcher die 6 Zoll weiten Kanaͤle ee liegen, und mit einer 10 Zoll ſtarken aͤußern Einſchlie⸗ ßungsmauer umgeben ſind, iſt uͤberhaupt alſo 16 Zoll ſtark. Gegen die Brandmauer ſteht die Pfanne dicht an, da aber ihr eiſerner Ring und die Umlegung ihres Randes ungefaͤhr 2 Zoll von der Mauer abtraͤgt; ſo iſt das Mauerwerk um einer jeden Pfan⸗ ne, welche auf dieſe Art mit Seitenkanaͤlen eingemauert iſt, allemahl 20 Zoll breiter und 18 Zoll laͤnger als die Pfanne im Lichten iſt. Die Hohe der Pfanne uͤber dem Fußboden des Brauhauſes richtet ſich, wie auch ſchon vorher bei den Blaſen bemerkt worden, danach, ob die Feuerung von außen oder vom Brauhauſe ſelbſt geſchieht, und im letztern Falle, ob der Aſchenfall in den Fußboden verſenkt, oder mit demſelben in die Waage gelegt wird. Beides geht ſehr fuͤglich an; wenn aber der Aſchenfall verſenkt in den Fußboden angelegt wird, welches jedoch nicht tiefer als bis hoͤchſtens zur Oberflaͤche des Roſtes geſchehen darf; ſo muß vor demſelben eine eben ſo tiefe und hinlaͤnglich geraͤumige Oeffnung ſich befinden, um nach dem Aſchenfall gelangen zu koͤnnen; dieſe Oeffnung wird am beſten mit einer ge⸗ goſſenen eiſernen Platte bedeckt. Wenn aber die Heitzung der Pfanne von außen geſchieht, ſo kann die Pfanne ziemlich niedrig gegen den Fußboden des Brauhauſes zu ſtehen kommen. Deſſen un⸗ geachtet wird in der Hoͤhe bis zum Boden der Pfanne ein 16 bis 18 Zoll breiter Tritt oder Banquet um die drei freien Seiten der Pfannen angelegt, nicht allein, um beim kräthe, etrofene Mun Steine in lunr am mehrſin un erniß iſ es di de vie ich en etſ zum Heerde und der Gegend de welche aus ic en hierzu die be koſit, machen ige Reparatunn 3.B bom Hern teite der Kanil nachen die gine zuer, in weiche ißern Einſchli⸗ ſe Brandmauer gihres Randes ne jeden Pfan⸗ 120 Zol breikr ſihh, wie auh ung von außen henfall in den eides geht ſch nidd, welches darf; ſo wuß befinden, un wit einet ge n die Pfumm Deſen m breiter dit in, un bin Anlage der Pfannen, Blaſen, Darrenꝛ c. 207 Gebrauch der Pfannen bequem darauf ſtehen zu koͤnnen, ſondern um dem Heerde an allen Seiten eine hinlaͤngliche Reſiſtenz zu geben. In Fig. 206 dient aber dieſe Ver⸗ ſtaͤrkung noch beſonders dazu, um fuͤr die Leitung der herab fallenden Kanaͤle r r. Fig. F die noͤthige Mauer zu erhalten. Endlich iſt noch anzufuͤhren, daß wenn mehrere Feuerungen, als z. B. in Fig. 183 A die der Pfannen und die der Darre, unter einem Schornſteine liegen; ſo muß, bei der vorhin beſchriebenen Feuerungsanlage, von jeder Feuerung ein beſonde⸗ rer Schornſtein, der an und fuͤr ſich, wie vorgedacht, verſchloſſen iſt, hoch genug in den allgemeinen Schornſtein hinauf gehen, um gegen den Rauch geſichert zu ſeyn. Beſſer aber iſt noch, den allgemeinen Feuerraum feſt oder dicht zu uͤberwoͤlben, uͤber dem Gewoͤlbe einen allgemeinen großen Schornſtein aufzufuͤhren, die kleinern Schorn⸗ ſteine der einzelnen Feuerungen durch das Gewoͤlbe in den allgemeinen Schornſtein ein⸗ zuleiten, und in der Mitte des Gewoͤlbes eine eiſerne dicht paſſende herunterwaͤrts ſich offnende und zum Einſteigen hinlaͤnglich große Thuͤr anzulegen. §. 186. Bei Beſchreibung der Blaſenfeuerungen muß ich gleichfalls die von dem Herrn ꝛc. Von Anle⸗ Jachtmann in dem erwaͤhnten Hefte angegebene Anweiſung zuerſt nehmen, nicht gung der allein, weil ſich ihr Gebrauch vollkommen gut beſtaͤtigt hat, ſondern weil ſich aus der⸗ Vunnen zate⸗ ſelben, ohne Vervielfaͤltigung der Zeichnungen, auch viele der davon abweichenden Nethoden ſchildern laſſen. Fig. 211 B zeigt die Lage des Roſtes b, welcher gewoͤhnlich von Eiſen gemacht wird, ſonſt aber zur Erſparung auch wohl von gebrannten Steinen gewaͤhlt wer⸗ den kann. Die Groͤße der Roſte giebt Herr Jachtmann verſchieden an, und zwar bei Holzbrand: zu einer 2 Scheffel Blaſe 2 Fuß lang 138 Zoll breit 27 1I11 ⸗ 2⸗ 13 Zoll⸗ 1r9 ⸗ ⸗ 2 2 1 2 2 18 2 2 12 2 2 Zum Torfbrande: zu einer 2 Scheffel Blaſe 2 Fuß lang 2 Fuß breit 2 ⸗ 1 ⸗ 4 2 7 27 18 7 ⸗ 3 27 1 2 13 Zoll⸗ 19 und o auf und ab. Freilich muß ſich die Groͤße des K Feuerraums, und ſolglich die Groͤße des Roſtes, N R N 2. 203 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, nach der Groͤße der Blaſe richten; indeß koͤmmt es hierbei wiederum auf das vorge⸗ dachte Verhaͤltniß des Durchmeſſers zur Hoͤhe der Blaſe an, wenn die ſtufenfoͤrmige Erhohung des Heerds ſtattfinden ſoll; und ergiebt ſich ſonach aus obigen Maaßen der Roſte, daß auch Herr Jachtmann fuͤr große Durchmeſſer gegen ihre Hoͤhen ſich erklaͤrt. Den Aſchenfall a Fig. 211 A unter dem Roſte, welcher in der Laͤnge und Brei⸗ te mit demſelben gleich iſt, macht man, wenn es die Umſtaͤnde erlauben, gern 18 Zoll, wenigſtens aber 1 Fuß hoch, weil die Thuͤre des Aſchenfalls unter der Einheitzthuͤre noch uͤberwoͤlbt ſeyn muß, und ſonſt die Aſchenfallthuͤre zu niedrig werden wuͤrde. Von dem Roſte an erheben ſich vier ſtufenfoͤrmig gemauerte Erhoͤhungen co in Fig. B und D, welche(als vier Schichten Steine uͤbereinander) die Hoͤhe des Heerds, oder vielmehr die Entfernung des Bodens der Blaſe von dem Roſte, beſtimmen, wel⸗ che bei Holzbrand 15 Zoll, bei Torf⸗ oder Steinkohlenbrand aber nur auf 1 Fuß an⸗ genommen wird. Auf der oberſten dieſer runden Stufen ruht die Blaſe, und da die Blaſe nur un⸗ gefaͤhr 2 Zoll mit ihrem Boden aufruhen muß, der Boden derſelben aber von ihren Seiten an ſich etwas rundet, alſo mit den Seiten keine ſcharfe Kante bildet, ſo rich— tet ſich hiernach, und nach der zu erhaltenden Hoͤhe des Heerds, der innere Durchmeſ⸗ ſer der oberſten Stufe. Die Steine zur Anfertigung eines ſolchen Heerds, vorzuͤglich aber die zur ober⸗ ſten Stufe, muͤſſen vorzuͤglich gut und feuerfeſt ſeyn, weil, wenn letztere leicht aus— brennen, das Feuer in den Kanal ſteigen wuͤrde, ohne den ihm vorgeſchriebenen Gang zu nehmen. Zu mehrerer Vorſicht, daß das Feuer, wenn ja die Fugen da, wo die Blaſe aufſteht, etwas ausbrennen ſollten, nicht in den Kanal kommen koͤnne, druͤckt man Dachziegel in ſteifen Lehm in den Kanal bei d Fig. D herum, und ſtreicht den Boden des Kanals mit einem Pinſel und weichem Lehm recht glatt. Wenn nun waͤhrend der Feuerung die Einheitzthuͤre k verſchloſſen, und die Aſchenfallthuͤre offen gehalten wird, ſo dringt das Feuer vom Heerde in die Oeffnung g Fig. B und D, woſelbſt es nach Fig. C in den Kanal h tritt, in demſelben um die ganze Blaſe laͤuft, bis ſolches bei i ankoͤmmt; daſelbſt faͤllt es(Fig. B und E) in den Kanal i perpendikulair hinab, laͤuft unter dem Heerde in den Kanal m, Fig. E und A, nach vorn, ſteigt durch den Kanalen Fig. E wiederum perpendikulair in die Hoͤhe, und ſo in den verſchloſſenen Schornſtein. Die Oeffnung g Fig. B muß zwiſchen den Ecken ef k der oberſten Stufe ein Drit⸗ theil des Durchmeſſers der Blaſe breit ſeyn. Anm rathe, — auf das borge die ſunfrni ggen Marßen de be zin Länge und Bii⸗ gern 13 3l nheizthure naj ͤrde. dhungen co i he ds Heed eſimmen, ui eauf 1 Fußar eBaſe nur m aber von ihte bidet, ſo rich⸗ ere Durchmneſ⸗ die zur ober zie lecht au⸗ vorgeſchribenn die Fupen de — kommen kond , uund ſrreict in, und die die Oeffnung ſelben um d ndE) u da Fo.E und 4 Hähe, un ife iin die Au Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 2⁰09 Anm. Herr Jachtmann giebt in ſeiner vorerwaͤhnten Schrift fuͤr die bemerkte Breite dieſer Oeff⸗ nung g folgende Dimenſionen an: Wenn der Kanal h um die Blaſe herum 5 Zoll breit iſt, ſo ſoll die Oeffnung g nur 6 Zoll breit ſeyn, und wenn der Kanal h nur 3 Zoll breit iſt, ſo ſoll die Oeffnung 3 8. Zoll breit ſeyn. Durch Erfahrungen hat man indeß das oben bemerkte Maaß von 3 des Durchmeſſers fuͤr zutraͤglicher gefunden, weil bei kleinern Maaßen derſelben das Feuer mit einer zu großen Heftigkeit in dieſe Oeffnung faͤhrt, und daſelbſt die Boden⸗ kaute der Blaſe zu ſchuell zerſeoͤhrt. Der Kanal h um die Blaſe herum darf bei Holzfeuerung nur 3 Zoll, bei Torf⸗ feuerung 4 Zoll, und bei Steinkohlenfeuerung 5 Zoll breit ſeyn; ſeine Hoͤhe iſt aus Fig. E und D zu ſehen, und richtet ſich nach der Hoͤhe der Blaſe. Anm. Der umſtand, dieſen Kanal h, ſo wie vorhin bei der Pfanne, zuweilen zu verſchließen, und das Feuer gleich vom Heerde unter demſelben hinweg zu leiten, iſt, wie ſchon fruͤher ge⸗ dacht, bei den Blaſen nicht nothwendig, da ſolche als ſtets verdeckte Gefaͤße beſtaͤndig von den Däͤmpfen inwendig feucht gehalten werden. Die Oeffnung g Fig. B und C koͤmmt dem Einheitzloche gerade gegenuͤber, und der perpendikulair abfallende Kanal i dicht neben dieſelbe; der Pfeiler e aber, welcher den Kanal in zwei gleiche Theile theilt, muß ſeine Stelle ſo erhalten, daß der horizon⸗ tale Kanal m Fig. A von dem perpendikulairen Kanale i an, nach vorne, moͤglichſt ge⸗ rade gehen kann, und deſſen ungeachret d die gemauerte Wange p Fig. A wenigſtens noch 5 Zoll ſtark bleibt. Den perpendikulairen Kanal i macht i man etwa 6 Zoll breit und 5 Zoll weit, und wenn der Kanal h um die Blaſe herum nicht eben die Breite von 5 Zollen hat, ſo wird, Behufs des Kanals i, ein Pfeiler gegen die Blaſe gemauert, wie in der Naͤhe von i, Fig. A, B und CO, zu ſehen iſt. Den Kanaͤlen m und n Fig. A und E giebt man gewoͤhnlich 6 Zoll Breite und 3 Zoll Laͤnge; auch werden ſelbige bis uͤber die Schornſteinklappe Fig. D, und zwar innerhalb der Brandmauer, aufgefuͤhrt. Dem Kanal n Fig. E giebt man, nach der Brennerei hinein, einen Schieber v v, womit man das Feuer nach Belieben ſtimmen kann.„Man richtet naͤhmlich, ſagt „Herr Jachtmann, wenn die Blaſe in Gang gekommen iſt, das Auge nach dem „laufenden Feuerſtrahl, und ſchiebt den Schieber ſo lange zu oder auf, bis das Feuer „die Staͤrke hat, die man ihm geben will; alsdann hat man ſich eine Zeitlang um „nichts zu bekuͤmmern. Iſt das Feuer etwa zu langſam, ſo oͤffnet man den Schieber, „worauf es augenblicklich ſtaͤrker laͤuft; hoͤrt es gar auf, im Fall auch der Schie⸗ „ber ganz gezogen waͤre, ſo iſt es eine Anzeige, daß das Feuermaterial abgebrannt iſt, „und man noch einige Stuͤcke Holz oder Torf nachlegen muͤſſe. ꝛc.“ Zur Reinigung aller dieſer Kanaͤle ſind die erforderlichen Oeffnungen in der Zeichnung bemerkt: z. B. der runde Kanal wird durch die Oeffnungen 8s und t in Lbeil III. Abtheil. II. Dd 210 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, Fig. C gereinigt; durch die Oeffnung t kann zugleich der Kanal i Fig. E, und durch die Oeffnung u koͤnnen die Kanale m und n Fig. A und E gereinigt werden. Alle dieſe Oeffnungen werden mit daſſenden eiſernen Thuͤren oder thoͤnernen Kapſeln, oder auch wohl nur mit Mauerſteinen, mit Lehm verſtrichen, feſt zuseſetzt; die Einheitz⸗ und Aſchenfallthuͤren ſind am n welfelſten von Gußeiſen, der Schieber v oben in dem Ka⸗ nal n, Fig. E, aber von gutem Eiſenblech zu machen. Endlich ſagt Her tr Jachtmann, daß wenn die Feuerung mit ſchlechten Stein⸗ oder Braunkohlen geſchehen, das fallende Feuer aber den lebhaften Zug des Feuers etwas hemmen Lelee, ſo ſetze man auf die Zugoͤffnung g Fig. B in die Mitte einen maſſiven Pfeiler, der den Zug um die Blaſe herum in zwei gleiche Theile theilt; laſſe das Feuer zu beiden Seiten dieſes Pfeilers durch zwei Oeffnungen dei g, jede von 6 Zoll breit, in die beiden Kanaͤle um die Blaſe ſteigen, vereinige deide Kanaͤle uͤber der Einheitzöffnung in einen einzelnen, und laſſe dieſen, ohne noch einmahl nieder zu fallen, bis uͤber die Klappe im Schornſtein in die Hoͤhe fuͤhren. Herr Neuenhahn, der mit ſeinem Blaſenheerde ſo viele Verſuch 9 men hat, beſchreibt unter andern einen derſelben, welcher mit den eden beſchriebenen Zuͤgen beinahe gleich iſt, nur mit dem Unterſchiede, daß kein Pfeiler dei g di Flamme theilte, ſondern lebtere nach Gefallen rechts und links in die Kanaèͤle um die Seiten der Blaſe fortlaufen konnte. Das Reſultat dieſer ſeiner Erfahrung f die Blaſe in der Gegend bei 6 ig B gebrannt hat, und er dadurch genoͤthigt worden ſei, ſeine Blaſenfeuerung wieder in folgender Art, Fig. 212, abzusn Anſtatt der ſtufenförmigen Mauer, Fig. B Fig. 211, wurde zu beiden vom Einheitzloche an bis zur Haͤlfte des Zirkels, eine einzelne Stufe oder Kranz ein gemauert, auf welcher die Blaſe mit dem Boden feſt aufruhte; in der hintern Haͤlfte hatte die Blaſe dieſe Unterſtützung nicht, ſondern ruhete mit ihren obern Haken auf dem gemauerten.— welcher letztere nun der ganzen Blaſe einen freien Spielraum fuͤr das Feuer ließ Auf dem.9. erde, in. dhom ein Roſt von der Laͤnge des Sanzen Heerdes, und ungefoͤhr halb ſo breit, ſich befand, war zu beiden Seiten des Roſtes eine Mauer von 10 ⅞ Zoll hoch, rechts und links bis zum Blaſenmantel aufgefüln, ſo daß alſo das Feuer hinten durch die Lücke a ſewol ol, als auch uͤber die beiden Bamn uets bb hinweg, ſo weit der gemauerte Ring c es n nicht verhinderte, hinauf in den Kanal um die Blaſe 3 1 IT 1 — unn fipiei en konnte, worauf es dann uͤber der Einheitzung ſeinen Ausweg in den Schorn Sn Neuenhahn fand dieſe Anlage, nach mancherlei Verſuchen, fuͤr die ithe, eund durchi en. Ale din en, oder auc e Einhiße m und ben in dn ge⸗ mit ſcheht aften Zg de Bin die Mit⸗ Theile theilt deig, ſde vun de Kanate ihe amahl nieder uche borgenen⸗ Kbeſchriebene ig Fi B di Kanäle um die cung iſt, daf othigt worde w. beiden Seitn, der Kranz ein bintern Hälf ern Haken auf einen freien eerdes, und Mauer ven daß alſo das s bb hinweg um die Bſge den Schour⸗ hen, für 1 Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 211 beſte; indeß iſt es doch wohl nicht unwichtig, den Urſachen nachzuſpuͤhren, welche ihn veranlaßten, dieſer Einrichtung gegen die vorigen den Vorzug zu geben, da doch die letztere noch weniger als ſeine erſtere einer gehoͤrigen Holzerſparung angemeſſen iſt. Aus ſeiner ganzen Beſchreibung geht hervor, daß Herr Neuenhahn nicht nur einen in Verhaͤltniß viel groͤßern Roſt als die oberwaͤhnten angelegt, und beſtaͤndig mit Holz dergeſtalt gefeuert hat, daß mit einem einmahligen Einfeuern der Meiſch oder Laͤu⸗ ter hat zum Kochen gebracht, und von den Kohlen die ganze Deſtillation vollendet wer⸗ den koͤnnen. Natuͤrlich hat alſo bei ſeiner erſtern Anlage die außerordentlich große Flam⸗ me durch die Kanaloͤffnung aus dem Heerde nach dem Kanal um die Blaſe einen deſto heftigern Zug gehabt, als das Feuer von da ſogleich durch die Brandmauer nach dem Schornſtein geſtroͤhmt iſt, waͤhrend dem die uͤbrigen Theile des Bodens der Blaſe nur von der Seitenhitze der Flamme erwaͤrmt worden ſind. Waͤre das Feuer am Ende des Seitenkanals noch einmahl herabfallend gefuͤhrt worden, ſo wuͤrde die geſammte Hitze nicht allein auf den Theil des Bodens der Blaſe am Ausgange aus dem Heerde in den Kanal, ſondern allgemeiner den Boden der Blaſe erhitzt haben, indem dann der Zug oder die Flamme, mit Huͤlfe der Schieber, mehr gepreßt worden waͤre. Bei ſeiner nachherigen Anlage, Fig. 212, konnte freilich die Flamme nicht ſo raſch und auf eine Stelle des Bodens wirken, indem ſie um den halben Boden zugleich nach allen Seiten der Blaſe wirken konnte; allein, wie viel Hitze iſt bei dieſem kurzen Laufe des Feuers nicht verlohren gegangen. Freil ich, es laͤßt ſich bei dieſer Anlage eben ſo gut und mit wenigerer Vorſicht kochen; wer aber gendͤthigt iſt, die moͤglichſte Holzerſpa⸗ rung zu ſuchen, der wird(wie nicht bloße Spekulation, ſondern wirkliche Erfahrung allhier zur Genuͤge beweiſet) ſeinen Zweck nach der Anlage Fig. 211, zwar mit etwas mehrerer Vorſicht, aber deſto vollſtaͤndiger erreichen. Das Feuer gleich anfangs fallend zu fuͤhren, veranlaßt ebenfalls, daß die Spitze der Flamme zu ſehr auf den gepreßten Punkt wirkt, wie vorhin bei der Braupfanne von den Schiebern erwaͤhnt worden. Um alſo die Hitze allgemeiner zu verbreiten, muß das Feuer entweder gar nicht durch eine einzelne Oeffnung anfangs getrieben, oder nicht eher als bei ſeinem Ausgange aus einem hinlaͤnglich langen Kanal durch ein Nie⸗ derfallen gepreßt werden. Dieſem allen ungeachtet muß h aber auch hier wiederum bemerken, daß, ſo vor⸗ theilhaft alle Verbeſſerungen dieſer Art auch ſeyn moͤgen, hierzu auch guter Wille bei nachheriger Behandlung der verbeſſerten Feuerung gehoͤrt. Soll eine Blaſenfeuerung, wie Fig. 211, von der Brennerei aus geheitzt wer⸗ den, ſo iſt dabei in Abſicht der Zuͤge nur die Abaͤnderung zu machen, daß das Feuer, Dd 2 Von Anle⸗ gung der Darren. 212 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, welches durch den Kanal m Fig. A nach vorne gezogen wird, nur in einem perpendiku⸗ lairen Kanal neben dem Kanal i Fig. B wieder herauf gezogen werden darf. Die Einheitzung k bleibt dann wo ſie jetzt liegt. In ſolchem Falle muß dann ebenfalls der Aſchenfall nicht tiefer in den Fußboden der Brennerei verſenkt werden, als bis hoͤchſtens zur Oberflaͤche des Roſtes; und die Vertiefung vor der Feuerung, um nach dem Aſchenfall kommen zu koͤnnen, wird mit einer gegoſſenen eiſernen Platte dergeſtalt bedeckt, daß dennoch einige Oeffnung ver⸗ bleibt, durch welche der Luftſtrohm nach dem Aſchenfalle, und ſo nach dem Roſte, ſei⸗ nen Zugang findet. Die Ummauerung der Blaſe mit ihren Zuͤgen, oder der ſogenannte Blaſenman⸗ tel vv Fig. 211 C, wird gewoͤhnlich nur einen halben Stein oder 5 Zoll ſtark gemacht, und reicht in hieſiger Gegend gewoͤhnlich nur bis an den Rand der Blaſendecke, ſiehe Fig. D und E. Wer dieſem Mauerwerke oberhalb, wo es ſehr leicht beſchaͤdigt wer⸗ den kann, mehr Dauerhaftigkeit geben will, laͤßt daſelbſt einen eiſernen Ring um den ganzen Blaſenmantel legen. Aus dem Werke des Herrn Neuenhahn ſcheint hervor zu gehen, daß in Nord⸗ hauſen die Einmauerung oder der Blaſenmantel viel hoͤher hinauf reiche, und von dem Blaſenhalſe bis zum aͤußerſten Rande der Ummauerung ein Gefaͤlle, welches mit Bret⸗ tern abgedeckt iſt, angelegt werde. In hieſiger Gegend findet man dies ſelten, indem hier die freie Blaſendecke gewiſſermaßen als Thermometer gebraucht wird, an welcher der Brenner mit der Hand den Grad der Hitze in der Blaſe unterſucht, und hiernaͤchſt, wenn auch der Helm und deſſen Roͤhre heiß werden, den Anfang der Deſtillation da— durch wahrnimmt, daß er dann mit dem Nachfeuern aufhoͤrt und die Schieber in dem Kanal n Fig. E verſchließt. Daß die Aufmauerung der ganzen Blaſenfeuerung mit reinem Lehm geſchieht, verſteht ſich von ſelbſt. Den Blaſenmantel außerhalb mit Kalk abzuputzen, findet weniger Beifall als die Umkleidung deſſelben mit grober Leinwand, welche nur durch das Ankleben an einen ſchwachen Lehmabputz befeſtigt wird. §. 197. Von dem Darren des zum Bier und Branntwein noͤthigen Getraides iſt ſchon Eingangs dieſes Abſchnitts Erwoͤhnung geſchehen. Außer den Darren, welche hiernach in jeder vollſtaͤndigen Brau⸗- und Brennerei erforderlich ſind, giebt es auch, vorzuͤg— lich in Seeſtaͤdten, Getraidedarren, auf welchen das zu verſchiffende Getraide ſtark getrocknet wird, weil es ſonſt waͤhrend einer langen Seereiſe verderben wuͤrde. Fer⸗ athe, nem perwendit den daff de den Fußboden doſtes; nndde nen, witd mi Oeffnung ver ein Roſte, ſi⸗ ate Vaſenmar⸗ lſtark gemach ſendecke, ſih beſchadigt wer Ring um de daß in Nord⸗ und von dem ches mit Bett ſälten, inden d, an welhe und hierräͤch Ddeſtilaion de ſcieber in dm im geſchieh, iten, findet he nur durc ddes it ſen iche hirnah ich, urii Harrade ſut irde. Jr Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 215 ner hat man Samendarren, und nahmentlich fuͤr Kienaͤpfel, desgleichen Flachs⸗, Obſt⸗ und mehrere andere Darren, welche mehrentheils nur dadurch, wie die zu dar⸗ renden Sachen darauf aufgeſchuͤttet und behandelt werden muͤſſen, unter einander verſchieden ſind. Da die Obſt⸗ und Flachsdarren gemeiniglich mit den Backoͤfen verbunden ſind, ſo ſoll das, was davon in dieſem§ noch uͤbergangen werden muß, bei Beſchreibung der Backoͤfen nachgeholt, und hier nur vorzuͤglich von Getraidedarren gehandelt werden. Das Darren iſt eigentlich eine Austrocknung der dem Getraide entweder abſicht⸗ lich oder zufaͤllig mitgetheilten, oder demſelben natuͤrlich beiwohnenden Feuchtigkeit, und geſchieht bekanntlich auf dreierlei Art, entweder allein durch die Luft, oder durch den Rauch vom Feuer unter der Darre, oder durch eine vom Feuer hinlaͤnglich er⸗ waͤrmte Luft, ohne Rauch. Die erſtere, und auch eigentlich die letzte Art, geben das ſo genannte Luftmalz, die zweite Art aber das ſo genannte Rauchmalz. Von dem Darren blos an der Luft, ſoll in der Folge noch einiges vorkommen. Hier zuvoͤr⸗ derſt von den Darroͤfen. Eine Darre iſt zweckmaͤßig, wenn dabei die Hitze in einem gewiſſen zum Trock⸗ nen hinreichenden Grade, und zugleich dergeſtalt gleichfoͤrmig unter die Flaͤchen der Darre(oder der ſo genannten Darrflacken, Horden ꝛc.) gefuͤhrt wird, daß ſie uͤberall gleich ſtark auf das aufgeſchuͤttete Getraide wirkt, und dazu das wenigſt⸗moͤg⸗ lichſte Brennmaterial erfordert wird. Wenn nicht nur die Hitze allein, ſondern auch ſelbſt der Rauch zum Darren des Getraides angewendet wird, ſo haben die unter der Darre gefuͤhrten Kanaͤle an den Seiten Oeffnungen, durch welche die Hitze und zugleich der Rauch herauf und durch das Getraide zieht. Dergleichen Darren werden Rauchdarren genannt, und die Vorrichtung mit den offenen Kanaͤlen heißt der Wolf. Anm. Einige Brauer ſind der Meinung, daß das Rauchmalz dem Braun⸗Biere einen nicht un⸗ angenehmen bitterlichen Geſchmack gebe. Es mag auch wohl die Abſicht ſeyn, dieſen bitter⸗ lichen Geſchmack mit Erſparung einer fonſt erforderlichen groͤßern Quantitaͤt von Hopfen her⸗ vor zu bringen. Sehr gruͤndlich und umſtaͤndlich handelt hiervon unter andern Herr Krünitz in ſeiner Eneyklopaͤdie im fuͤnften Theile. Die meiſten Sachverſtaͤndigen kommen indeſſen darin uͤberein, daß es beſſer ſei, nur die Hitze zum Darren zu benutzen, und den Rauch zum Schornſtein hinaus zu fuͤhren. Auch da zum Rauchmalze, um demſelben keinen widerlichen Geſchmack bei⸗ zubringen, nur mit eichenem oder gutem buͤchenen Holze, bei den uͤbrigen Darren aber mit allen andern Brennmaterialien gefeuert werden kann; ſo wird durch die letztern Darren fuͤr manche Gegenden ein bedeutender Vortheil erhalten; und daß das blos 214 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, durch die Hitze gedarrte Malz einen reinlichern Geſchmack erhalten muͤſſe, leuchtet von ſelbſt ein. Hiergegen iſt aber auch nicht unbemerkt zu laſſen, daß auf den, nach gewoͤhn⸗ licher Art eingerichteten Rauchmalz⸗Darren taͤglich reichlich zweimahl abgedarrt wer⸗ den kann, wogegen gemeinhin auf den blos durch die Hitze getriebenen Darren zu je⸗ demmahle neun bis zehn Stunden Zeit erfordert werden, und wenn nicht auch des Nachts gedarrt werden ſoll, taͤglich nur einmahl abgedarrt werden kann.. Ehe ich weiter hierin fortfahre, muß ich zuvoͤrderſt anzeigen, wie die obere Darr⸗ faͤche oder die eigentlichen Darrhorden(Flacken) auf ſehr verſchiedene Art gemacht werden, naͤhmlich: a) Drathhorden. Es wird die Oberflaͤche der Darre, und, wenn es eine ſo genannte Sattel⸗Darre(das heißt, wenn nach Fig. 213 C die Oberflaͤche abc eine Spitze b bildet) iſt, jede Seitenflaͤche der Laͤnge nach in verſchiedene gleiche Theile von 3 bis 4 Fuß Laͤnge getheilt, und jeder Theil, welcher die Hoͤhe ab oder ob Fig. zur Breite hat, mit hinlaͤnglich ſtarken eiſernen Rahmen(ſo daß ſolche die Laſt des Getraides zu tragen vermoͤgen) eingefaßt, welche Rahmen der Laͤnge der Darre nach ganz dicht gegen einander ſtoßen, unten bei a und o gegen einen hoͤlzernen Balken oder beſſer gegen einen ſandſteinernen Belag in einem Falze ruhen, und oben in der Spitze b ſcharf gegen einander ſtoßen, dadurch ſich daſelbſt frei tragen, oder bei ſehr breiten Darren unter der Mitte b noch beſonders unterſtuͤtzt werden. In jedem ſolchen Rahmen liegen in der Richtung nach der Laͤnge der Darre ſo viele ſtarke eiſerne Draͤthe, daß die Zwiſchenraͤume kein Korn durchfallen laſſen. Auf die Staͤrke dieſer Draͤthe koͤmmt es an, ob nach der Laͤnge derſelben viele oder weniger eiſerne ſchmale Schienen nach der Richtung ab in jedem Rahmen unter den Draͤthen zur Unterſtuͤtzung liegen muͤſſen. Dieſe Schienen werden auf die Raͤhmen gelegt, und vermittelſt feinen Draths mit den gedachten ſtarken Hordendraͤhten umflochten. Iſt dies geſchehen, und reicht der Hordendrath an beiden Seiten, ſo wie die ſchmalen Schienen oben und unten, etwas auf den Rahmen, ſo wird hiernaͤchſt ein zweiter ei— ſerner Rahmen auf den erſtern gelegt, und beide auf einander feſt genietet, womit eine einzelne Drathhorde fertig iſt. Beim Zuſammenlegen dieſer Horden auf die Darre, werden uͤberall da, wo die eiſernen Raͤhme an einander ſtoßen, eiſerne Blechſtreifen zur Deckung der Fugen uͤbergeheftet. Herr Jachtmann rechnete in ſeinem vorerwaͤhnten Werke im Jahre 1794 fuͤr den Quadratfuß Horden von Drath incl. der eiſernen Raͤhme ꝛc. einen Thaler. Außer dieſen Horden, welche in jedem Betracht die beſten ſind, hat man ferner: athe, nuſt, lahit rach gevi dögedatt ve⸗ Darri zuje nicht auch de ie öbere Dar⸗ eAt gemacht wenn es ene läche abe ine gleiche Theit oder cb Fi ſoſche die aſ cye der Darre ernen Balken d oden in der dder bei ſeht eder Darre hſſen. Auf eoder weniger den Dräͤthen bmen gelegt, umfochken. die ſcmalen in zweiter ii ttet, womit uf uf die Darr⸗ Blechſtrifen cre 79. fä Thaler. nan fernur Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 215 b) Horden von durchloͤchertem Eiſenblech. Auf den Raum, wel⸗ cher die Darrflaͤche ausmachen ſoll, werden eiſerne Stangen zuerſt nach der Breite, und quer daruͤber ſchwaͤchere eiſerne Stangen nach der Laͤnge der Darre, und zwar letztere nicht weiter aus einander gelegt, als die Breite der darauf zu legenden eiſernen Blechtafeln es erlaubt. Die Bleche ſelbſt werden mit einem etwa Zoll breiten Meißel von unten herauf gleich einem Reibeiſen durchgeſchlagen, ſo daß ſelbſt das kleinſte Getraidekorn nicht durchfallen kann. Hierauf wird der Laͤnge nach eine Tafel an die andere genietet, und dieſe Tafelſtreifen auf das vorgedachte eiſerne Gitterwerk dergeſtalt, daß ein Strei⸗ fen ungefaͤhr ½ Zoll uͤber den andern deckt, mit eiſernem Drath befeſtigt. c) Horden von durchloͤcherten thoͤnernen Kacheln. Die zu ma⸗ chende Darrflaͤche wird auf beiden Seiten mit Sparren von eiſernen 2 Zoll breiten Stangen, welche ungefaͤhr 13 Zoll aus einander ſtehen, beſetzt, und in der Mitte der Darrflaͤche, wo die Sparren in eine Spitze zuſammen laufen, mit einer laͤngs liegen⸗ den eiſernen Stange unterſtuͤtzt. Hierauf werden thoͤnerne Platten oder Tafeln, unge⸗ faͤhr 1 Zoll dick, eigends hierzu verfertigt; ihre Groͤße richtet ſich naͤhmlich darnach, daß ſie wenigſtens 1 Zoll auf jeder Seite auf den Sparren ruhen, und, mehrere neben und uͤber einander gelegt, die halbe Breite einer Satteldarre hinauf bedecken. Ehe dieſe Ka⸗ cheln gebrannt werden, werden mit einem Nagel oder dergleichen Eiſen moͤg lichſt viele, ungefaͤhr einen Strohhalm große Loͤcher, von unten aufwaͤrts, hindurch geſtochen. Um die durch das Gegeneinanderſtoßen der thoͤnernen Platten entſtehenden Fu⸗ gen ſorgfaͤltig zu dichten, giebt Herr von Cancrin(in ſeiner Abhandlung uͤber vortheilhafte Anlage der Brauereien, Frankfurt am Main 1791 bei Hermann,) folgenden Kitt an: 1 Theil gut gebrannten feinen Gips, 1 Theil un⸗ geloſchten Kalk, 1 Theil feines Ziegelmehl, 2 Theil feiner Hammerſchlag: dieſe Dinn mit Ochſenblut oder Leinoͤhl, und mit etwas Kaͤlberhaaren vermiſcht, ſollen den erwa teten Dienſt vollkommen l leiſten. Eigene Erfahrung hieruͤber beſi tze ich nicht, aber daß eine Miſchung von Eiweiß, feinem ungeloͤſchten Kalk, und ſehr feinem Ziegenmehl, auch wohl noch etwas gepuͤlvertem Tufſtein, einen, ſelbſt zur Verſchmierung der Fugen an den Stubenoͤfen, ſehr brauchbaren Kitt geben, iſt mir aus Erfahrung bekannt. Nicht nur ſchlechter als dieſe, ſondern auch Feuergefaͤhrlich, ſind folgende Hor⸗ den, naͤhmlich: d) Horden aus geflochtenen Haſelruthen. Es werden zu dem En⸗ de hoͤlzerne Raͤhme auf den Darrraum paſſend gemacht, und ſelbige mit den Ruthen ausgeflochten. 216 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, e) So genannte Darrbretter. Der Darrraum wird naͤhmlich mit paſ⸗ ſenden lindenen Brettern ganz belegt, und die Bretter mit moͤglichſt vielen kleinen Loͤ⸗ chern dergeſtalt durchbohrt, daß die Loͤcher nach unten etwas weiter als oben werden. f)) Die uͤber ein leichtes hoͤlzernes Gitter ausgeſpannten Pferdehaarenen Decken, welcher einige erwaͤhnen, ſind nicht nur der Vergaͤnglichkeit zu ſehr unter⸗ terworfen, ſondern es kann auf denſelben das Getraide auch nicht fuͤglich umgewendet werden.. Aus dieſen kurzen Schilderungen leuchtet die Vorzuͤglichkeit der draͤthernen Darrhorden von ſelbſt ein; und was noch uͤber die Anwendung der uͤbrigen Horden anzufuͤhren ſeyn duͤrfte, wird ſich im Verfolge dieſer Abhandlung ergeben, weshalb ich mich nun wieder zur Beſchreibung der verſchiedenen Feuerungen der Darren wende. Die gemeinſten und in hieſiger Gegend gebraͤuchlichſten Darren ſind die, welche in Fig. 213 und 214 vorgeſtellt ſind, und einen ſo genannten Wolf d haben; naͤhm⸗ lich einen Feuerkanal, welcher ſich mitten unter der Darre befindet, und deſſen Sei⸗ ten von Mauerſteinen aufgefuͤhrt ſind, die nach Fig. 213 E bei h Loͤcher oder Oeff⸗ nungen zwiſchen ſich haben, um die Hitze durchzulaſſen. Oben iſt der Kanal oder Wolf mit Dachziegeln dicht bedeckt, um zu verhindern, daß die Flamme nicht die Horden abec Fig. 213 G beruͤhren koͤnne. Dies ſind die eigentlichen Rauchdarren; das Feuer wird entweder unmittelbar durch die Einheitzung e unter den Wolf gemacht, oder, wenn die Darre ſich im zwei— ten Stockwerk befindet, unten in einem dazu angelegten Heitzkamin gefeuert, oder es wird das Feuer im Souterrain angemacht, und die Hitze ſteigt nach einigen Wendun⸗ gen der Flamme durch Kanaͤle unter die Darre, oder, es wird das unter den Blaſen oder Pfannen befindliche Feuer, vermittelſt eines Schiebers im Schornſtein, unter die im obern Stockwerke befindliche Darre geleitet. Anm. In dieſem letztern Falle wuͤrde es eben nicht gerathen ſeyn, das Feuer vermittelſt mehre⸗ rer Kanaͤle zu lange unter den Blaſen ꝛc. aufzuhalten, wenn nicht der Rauch zu kalt unter der Darre ankommen ſoll: und ſo wuͤrde denn, was bei der Darre erſpart werden ſoll, bei der Blaſenfeuerung vielleicht doppelt verſchwendet werden. Da der Wolf in dieſen Darren blos dazu dient, daß das in demſelben brennende Feuer das Malz nicht erreichen ſoll, ſo wird derſelbe gewoͤhnlich auch nicht durch die ganze Laͤnge der Darre, ſondern nur ſo lang angelegt, daß in demſelben ein der Groͤ⸗ ße der Darre angemeſſenes Feuer gemacht werden kann. Die kleinen Thuͤren Ek dienen nur dazu, um den innern Darrraum von den durch⸗ gefallenen Koͤrnern oder Keimen zu reinigen. Waͤhrend der Feuerung bleiben dieſe Thuͤren athe, dhmlch mit ⸗ elen klenen oben werdan. rdehaarenen t zu ſehr unte ich ungevant draͤthernen ibtigen Horde en, weshalb ich arren wende. ind die, veche haben; nahm. und deſſn Si⸗ cher oder Oif der Kanal ode unme nicht die er unwitteb te ſch in zwi⸗ feuert, oder a nigen Wendur⸗ neer den Baſe dein, unterde erwittelt wehte⸗ ih zu kalt unter werden ſoll, bei ben drennend nict durh d nein der G von den duc bleiben di dln Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 217 Thuͤren feſt verſchloſſen, wo dann der innere Darrraum von der aus dem Wolfe her⸗ vor dringenden Hitze und dem Rauche angefuͤllt wird, und letztere durch das auf der Darre liegende Malz ihren Ausweg nehmen. Wenn z. B. die Feuerung, wie vorgedacht, unten, und die Darre im Stock⸗ werke daruͤber ſich befindet, ſo faͤllt, wie ſich von ſelbſt verſteht, das Einheitzloch e Fig. A weg; der Wolf liegt dann unter der Mitte der Darre von allen Seiten frei im innern Darrraume, und in der Mitte des Wolfs endigt ſich die von unten herauf kom⸗ mende Feuerroͤhre, wo dann die Hitze und der Rauch aus dieſer letzt gedachten Oeff⸗ nung ſich im ganzen innern Darrraume verbreiten. Was die Conſtruction eines ſolchen Wolfs anlangt, ſo verſteht es ſich von ſelbſt, daß, wenn in demſelben unmittelbar gefeuert werden ſoll, ein guter Heerd darunter an⸗ gelegt werden muß. Hiernaͤchſt werden nach Fig. E zwei Schichten Mauerſteine g als Laͤufer auf einander, darauf die aufrecht ſtehenden Steine k, und zwar letztere in ſolchen Diſtanzen gemauert, daß die Deckſteine i, welche eine einzelne Laufſchicht aus⸗ machen, uͤberall mit ihren Enden ein ſicheres Auflager finden. Zu dieſem Ende koͤn⸗ nen die Steine kꝛentweder ſaͤmmtlich einzeln, oder, was dauerhafter iſt, wenigſtens jedesmahl zwei an einander, und ſo zwiſchen zwei und zwei eine drei bis vier Zoll weite Luͤcke, angelegt werden. Die obere dachfoͤrmige Abdeckung wird mit Dachſtein in der Art gemacht, wie die Zeichnung deutlich ergiebt. Daß alles mit Lehm gemauert wird, verſteht ſich von ſelbſt.. In den Satteldarren Fig. 213 liegt bei b in Fig. C ein Balken, oder beſſer, eine ſtarke eiſerne Stange, auf welcher die Horden in der Spitze zuſammen ſtoßen. Iſt die Darre ſehr lang, ſo muß dieſe eiſerne Stange an einem oder mehrern Orten unter⸗ ſtuͤtzt werden. Bei den ſo genannten Pult⸗ oder halben Darren Fig. 214, wird nach Fig. B oben in der Mauer eine aͤhnliche Vorrichtung zum Aufruhen der Horden gemacht. Den eben beſchriebenen Rauchdarren wird mit Recht der Vorwurf gemacht, daß das Feuer dem Malze zu nahe ſei, ſie mithin Feuergefuͤhrlich, auch ſchwer zu reini⸗ gen waͤren. Der Koͤnigl. Kriegs⸗ und Domainen⸗Baurath Herr Doͤhring zu Marienwerder, theilte mir daher vor einigen Jahren ſeine mit gutem Erfolge angewen⸗ deten Abaͤnderungen der Rauchdarren in folgender Fig. 215 gefaͤlligſt mit. Fig. A iſt der Heerd, woſelbſt bei a das Feuer brennt, aus dieſem 2½ Fuß breiten und hohen Kanal nach bb ſich in zwei Theile theilt, und vermittelſt der in Fig. O gezeichneten ſchraͤgen Aufſteigung des Feuerkanals nach cc hinauf ſich wendet. Theil III. Abtheil. II. Ee 218 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, Die Oeffnungen cc, durch welche die Hitze und der Rauch aufſteigt, ſind nach Fig. B 2 ½ Fuß lang, g Zoll breit. Von da aus geht die Hitze und der Rauch durch den nach Fig. D in gewoͤhnlicher Art gemauerten Wolf unter die ganze Darre. Selbſt bei Horden von Reiſern ꝛc. will man mit dieſer Einrichtung nicht nur Feuerſicherheit, ſondern, nach der mir gegebenen Verſicherung, auch Holzerſparung ge⸗ funden haben. Indeß ſind die Rauchdarren nichts weniger als Holzerſparend, weshalb diejeni⸗ gen Darranlagen, in welchen der Rauch durch den Schornſtein abgefuͤhrt, und die Hitze durch mehrere Kanaͤle und Roͤhren unter dem Malze geleitet wird, außer dem, daß ſie ein reinlicheres Malz liefern, auch die meiſte Holzerſparung bewirken, die vorzuͤglichſten find. Ueber letztere Darren ſind in neuern Zeiten ſehr viele Vorſchlaͤge und Erfindun⸗ gen zum Vorſchein gekommen. Man hat naͤhmlich Darren, wo unten ein mit Mauern eingeſchloſſener Raum vorhanden und mit einer eiſernen Thuͤr verſehen iſt. In dieſem Raume befindet ſich ein Ofen, deſſen obere Decke oder auch wohl die Waͤnde deſſelben aus eiſernen Plat⸗ ten beſtehen. Ueber dieſem Raume iſt oben im folgenden Stockwerke die eigentliche Darre, deren Horden entweder horizontal auf ebenem Fußboden uͤber dem untern ge⸗ heitzten Raume liegen, oder auch wie eine Satteldarre zuſammen geſtellt werden koͤnnen. Wird nun der Ofen geheitzt, ſo verbreitet ſich die Hitze gleichfoͤrmig unter die Darre, und dies um ſo mehr, wenn aus dieſem Ofen noch einige eiſerne Cirkulierroͤh⸗ ren angelegt und mit ihrem Ende in einen andern Kanal des Ofens gefuͤhrt ſind. Auf dergleichen Darren, die beſonders in einigen Gegenden Englands gebraͤuch⸗ lich ſind, erhaͤlt man ſehr gutes Malz, und ſie ſind zugleich Feuerſicher, indem der Ofen aus ſeinem beſondern Vorgelege geheitzt wird, und der Rauch durch den Schorn⸗ ſtein abzieht, alfo unter die Darre ſelbſt weder Feuer noch Rauch, ſondern nur die Hitze tritt; weshalb es auch der Feuerſicherheit wegen nicht noͤthig iſt, dergleichen Dar⸗ ren zu uͤberwoͤlben. Eine aͤhnliche Art Darren, welche hie und da in Preußen in Anwendung gekom⸗ men, iſt in Fig. 216 vorgeſtellt. a iſt der Darrofen, welcher nach Fig. B a von un⸗ ten herauf 3 Fuß hoch, mit 1 Fuß ſtarken Mauern umgeben iſt, um beim Einfeuern nicht ſo leicht leiden zu koͤnnen. Die pyramidal aufgefuͤhrten Waͤnde bb des Ofens beſtehen aus Kacheln, wie eine derſelben in Fig. vorgeſtellt iſt; jede ſolche Kachel iſt naͤhmlich 7 Zoll lang und 3 Zoll im Quadrat weit. Eins der Enden dieſer Kacheln iſt offen, ſo daß jede Kachel einen an einem Ende verſchloſſenen Cylinder bildet. Dieſe rälhe, ſnd nach F di.) caih duc d arre. htung nict i oherparung ⸗ veshab dien⸗ üͤhrt, und di ), außer den, dewirken, die dund Erfnde⸗ hloſſener Ruum me befindet ſch eiſernen Par⸗ die eigentlich em untern ge⸗ verden konnen mmig unter di d Eirkulirrii⸗ get ſind ands gebräug⸗ er, indem de hden Schotn⸗ ndern nur de gleichen Dar ndung gekon⸗ „Ba bon un⸗ (m Enfeuen b des Ofels che Kahhli r Kacjelti idet. diſ Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 219 Kacheln werden ſaͤmmtlich als Strecker vermauert, und zwar ſo, daß das offene Ende in den Ofen, und das verſchloſſene Ende nach außen reicht.“) Sind die Waͤnde des Ofens aufgefuͤhrt, ſo wird die aͤußere Seite derſelben 13 Zoll dick mit Thon uͤberzogen, damit dadurch zugleich die Fugen dicht verſtrichen werden. „» Sollte es nicht beſſer ſeyn, die hohlen Cylinder⸗Kacheln mit dem verſchloſſenen Ende nach innen und mit dem offenen Ende nach außen zu legen? Es wuͤrden dadurch mehr aushauchen⸗ de Außenflaͤchen gebildet, mithin die Hitze vom Ofen beſſer ausgeſtroͤmt. Ueber den Ofen hinweg liegt eine aus Eiſenblech zuſammengeſetzte Roͤhre o, wel⸗ che am hinterſten Ende mittelſt eines Knies in den Ofen, und mit ihrem andern Ende durch die Feuermauer uͤber der Thuͤre r in den Schornſtein reicht. Wegen Reinigung dieſer Roͤhre vermittelſt einer Buͤrſte, muß ſelbige ganz gerade gezogen werden. Durch die Thuͤr x geſchieht die Einheitzung, und da der Ofen z. B., wie in die⸗ ſer Zeichnung angenommen worden, ſchon ſehr lang iſt, ſo wuͤrde das Feuer nach hin⸗ ten nicht lebhaft genug brennen, wenn nicht die beiden mit dd in Fig. A und B be⸗ zeichneten 3 Zoll im Quadrat großen Oeffnungen ſo lange, bis das Feuer hell brennt, offen gehalten wuͤrden; hernach aber werden ſie waͤhrend der Danung mit paſſenden Mauerſteinen feſt zugeſetzt. Die kleine Thuͤr e, welche nur 3 Fuß hoch ſeyn darf, dient blos dazu„ um noͤ⸗ thigenfalls in den geheisten Raum und nach dem Ofen kommen zu koͤnnen. Der zu heitzende Raum wird mit einem gewoͤhnlichen Kappengewöͤlbe uͤberwoͤlbt, und zwiſchen den Gurtbogen oder in den Kappen viereckige Oeffnungen g von unge⸗ faͤhr 1 Fuß breit, und ſo lang als die Kappe breit iſt, gelaſſen. Ueber jede dieſer Oeffnungen wird von aufrecht ſtehenden Mauerſteinen, die ungefaͤhr 3 Zoll aus ein⸗ ander ſtehen koͤnnen, eine Art von Krone oder Wolf h aufgemauert und oben mit Dachſteinen dicht und flach zugedeckt. Durch die gedachten Oeffnungen und die eben beſchriebenen Woͤlfe dringt nun die Hitze hinauf bis unter die Darre, welche uͤbrigens, ſo wie jede andere Darre, conſtruirt ſeyn kann. Soll die Darre keine neue Hitze mehr von dem Ofen erhalten, ſo werden Brettchen p, welche hinten Knaggen als Stuͤtzen haben, um die Seiten der Kronen geſetzt, zu welchem Ende oben in einer der Umfaſ⸗ ſungsmauern der Darre eine Thuͤr vorhanden ſeyn muß; auch iſt der Fußboden i mit Mauerſteinen gepflaſtert. Wenn nun die Darre geheißt werden ſoll, ſo werden die Seiten der Kronen mit den gedachten Brettchen zugeſetzt. Iſt der Ofen recht gut durchgeheitzt, ſo daß ſich in dem untern Gewoͤlbe eine große Hitze angeſammelt hat, und das Feuer beinahe ausge⸗ brannt iſt, ſo bringt man das Malz auf die Darre, nimmt die Brettchen von den Ee 2 ———= 220 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, Kronen weg, und macht eine etwa 3 Zoll große Oeffnung e Fig. B in der Giebel⸗ mauer der Darre entweder etwas oder ganz auf, je nachdem die Hitze ſtark iſt. Nun wird der Ofen ſtark nachgefeuert, und das Malz auf der Darre drei bis vier Stunden ruhig liegen gelaſſen. Wenn das Malz gut und ſo durchgeſchwitzt iſt, daß es ſcheint, als wenn es mit Waſſer begoſſen waͤre, ſo wird es zum erſten mahle gewendet, wobei aber der Maͤlzer ſich in Acht nehmen muß, waͤhrend des Wendens kein Holz in den Ofen zu legen, weil ſonſt der Ofen zerſpringen koͤnnte. Nach geſchehenem Wenden wird wieder nachgefeuert, und wenn das Malz beinahe gut iſt, dann wird der Ofen, deſſen Rauchroͤhre, und auch die Luftroͤhre e verſchloſſen, wo denn das Malz noch ganz von der eingeſchloſſenen Hitze getrocknet wird. Daß dergleichen Darren nicht zu den Holzerſparenden Anlagen gehoͤren, leuchtet dadurch von ſelbſt ein, daß der untere Raum mit den ihn umgebenden maſſiven Mauern ganz mitgeheitzt werden muß. Anm. Vieleecht ließe ſich das einigermaßen verbeſſern, wenn die Umfaſſungsmauern der Heitz⸗ kammer von Luftſteinen aufgefuͤhrt wuͤrden, weil dieſe nicht ſo ſtarke Waͤrmeleiter ſind, als die Mauern von gebrannten Steinen. Es koͤnnte ſogar eine bloße Verblendung von derglei⸗ chen Steinen inwendig gemacht, und der Zwiſchenraum mit Sand oder Aſche ausgefuͤllt wer⸗ den, wodurch wenig oder gar keine Hitze an den Seiten abgeleitet wuͤrde, ſondern ſie ſaͤmmt⸗ lich unter der Darre wirken muͤßte. Um daher die Hitze noch beſſer zu benutzen, und da es bei dem Darren nur auf eine maͤßige Hitze zum Trocknen des Malzes ankoͤmmt, ſo hat man, theils um die in⸗ nerhalb der Darre befindliche Luft auf mehrern Stellen gleichfoͤrmig zu erwaͤrmen und das Trocknen des aufgeſchuͤtteten Getraides zweckmaͤßig zu bewirken, theils um einen verlaͤngerten Feuergang zu erhalten, die Darren dahin verbeſſert, daß unmittelbar unter der Darre ein verſchloſſener gemauerter Wolf, worin das Feuer brennt, und von dieſem aus, mehrere eiſerne oder thoͤnerne Roͤhren nahe unter den Horden hin und her geleitet werden, deren endliche Oeffnung in den Schornſtein auslaͤuft. Die eigentliche Anlage und Fuͤhrung dieſer Zuͤge wird aber nach den verſchiede— nen Meinungen und Darſtellungen von den Baumeiſtern ſehr verſchiedentlich angege⸗ ben und conſtruirt, obgleich das Weſentliche der Sache immer daſſelbe verbleibt. Unter mehrern Arten von Darren, wovon man unter andern in Kruͤnitz En⸗ cyclopaͤdie im 45ſten Bande unter dem Artikel, Korndarre, viele derſelben be⸗ ſchrieben findet, will ich nur einige wirklich im Gebrauch ſtehende Darren der neuern Art hier anfuͤhren. In Fig. 217 A bis E iſt naͤhmlich die in der Brauerei des Halliſchen Paͤ— dagogii befindliche Malzdarre, welche daſelbſt ſchon ſeit 36 Jahren mit Nutzen ge⸗ räthe, in der Gic ſarkiſ. Nu is vier Stunden daß es ſchein ewendet, mle ein Holz inm henem Wendan wird der Ofan das Mal noc haem, leucte knden maſſde mauem der heit neleiter ſind, a dung von dergle⸗ he ausgefällt ver ndern fe ſaumt arren nur auf eils um die ir trwaͤrmen und Heils um eine iß unmitreber brennt, und orden hin und e verſchiede⸗ ntlcch angege⸗ rbleibt. rüͤnih En⸗ derſelben b mn der neuen ſchen Ji⸗ t Nuten g Anlage der Pfannen, Blaſen, Darrenꝛc. 221 braucht wird, vorgeſtellt. Das ganze uͤberwoͤlbte Darrzimmer iſt 24 Fuß lang, 22 Fuß 9 Zoll breit, und 12 Fuß im Lichten hoch; die Darre ſelbſt darin, Fig. A, 18 Fuß 10 Zoll lang, 9 Fuß 5 Zoll breit, und die Seitenmauern derſelben(ſiehe Fig. C) uͤber dem Pflaſter 4 Fuß 9 Zoll hoch. Bei a in Fig. A und B iſt die Einheitzung, deren Thuͤre 18 Zoll breit und 20 Zoll hoch iſt. Unter dieſer Thuͤre iſt eine kleinere, Behufs des Aſchenfalls, welcher letztere im Lichten 3 Fuß lang, 18 Zoll breit und 14 Zoll hoch iſt. Eben ſo lang und breit iſt auch der daruͤber befindliche Roſt von eiſernen Staͤben, der Wolf aber, worin das Feuer brennt, von der Mauer bei a an bis b Fig. A 6 Fuß lang, 1 Fuß g Zoll im Lichten hoch, und nach Fig. Cuͤberwoͤlbt und oben dachfoͤrmig abgedeckt. Die Mauern auf beiden Seiten dieſes Wolfs ſind jede 1 Fuß ſtark. Von dem Wolfe an bei b Fig. A theilt ſich das Feuer in zwei Kanaͤle cc, deren drei Mauern jede 3 Zoll ſtark (alſo mit Mauerſteinen auf der hohen Kante gemauert) und im Lichten ſo hoch als der Wolf iſt; beide Kanaͤle mit ihren Wangen ſind zuſammen 2 Fuß breit, folglich jeder Kanal im Lichten 7 ½ Zoll breit, und mit Dachſteinen dachfoͤrmig, wie ſchon vorher gezeigt worden, uͤberdeckt. An den Enden dieſer gemauerten Kanaͤle bei n und o fangen eiſerne Roͤhren an, welche an jeder Seite, zuerſt nach p, von p nach q, von g nach r, und von r nach dem Schornſtein d, jede einzeln(wie in Fig. C 2717 vorgeſtellt worden) gehen, wo⸗ bei die Roͤhren, die jede von außen 10 ½ Zoll weit ſind, uͤberall nicht mehr als 1 Fuß unter dem Malze fortſtreichen, und daher vorzuͤglich nur in ihren kurzen Enden ſtei⸗ gen, uͤbrigens aber mehrentheils horizontal liegen. Da die Hitze am Ende abnimmt, folglich in den Roͤhren von r bis d um vieles geringer als am Anfange iſt, ſo liegen letztere abſichtlich uͤber dem gemauerten Kanal, um von demſelben wiederum erwaͤrmt zu werden. Der ganze Roͤhrenlauf vom Roſt bis zum Schornſtein betraͤgt auf jeder Seite in allem 37 Fuß. Anm. Der Brauer im Paͤdagogio war noch der Meynung, daß allenſalls die eiſernen Roͤhren die in Fig. v gezeichnete Form erhalten moͤchten, um deſto mehr zu bewirken, daß das durch⸗ fallende Malz oder die Keime noch eher von den Roͤhren herab auf den Fußboden fallen muͤß⸗ te. Dieſe Vorſicht ſcheint indeß wegen der innerhalb der Darren ſchwebenden Hitze harzif ſig zu ſeyn. Zur Reinigung der Roͤhren und Kanaͤle ſind in denſelben an den noͤthigen Orten Schieber angebracht; und, um zu denſelben gelangen zu koͤnnen, iſt eine der Drath⸗ horden auf der Darre als eine Thuͤr beweglich angebracht, durch deren Oeffnung man in die Darre ſelbſt gelangen kann. Um dieſe Darre von ihrem ganz kalten Zuſtande an zu heitzen, gehoͤren 20 Stun⸗ 222 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, den, wenn ſie aber ſchon geheitzt geweſen iſt, ſo kann in 12 Stunden einmahl, und zwar 12 bis 14 Scheffel Malz, gut abgedarrt werden, wozu ungefaͤhr 1 Klafter Zfuͤßiges Eichenholz erforderlich iſ. Im Schornſtein Fig. C ſind zwei Schieber angebracht, um das Feuer auf jeder Seite nach Gefallen regieren zu koͤnnen; die daruͤber ange⸗ brachte Thuͤr im Schornſtein dient zur Reinigung der Roͤhre. Anm. Dieſe ſeit ſo vielen Jahren in Halle mit Nutzen im Gebrauch ſtehende Darre, wurde nach einer genauen Beſchreibung in Stettin in Hinterpommern nachgeahmt, und der Unternehmer ſchrieb mir nach einiger Zeit, daß dieſe Darre nicht nur mehr Holz als die gewoͤhnlichen Rauchdarren koſte, daß zwar das Feuer ſehr gut darin brenne, daß aber das Malz uͤber der Mitte zu ſtark und an den Seiten faſt gar nicht trockene. Zu verwundern muß es unſtreitig dleiben, daß eine genaue Nachahmung, beſonders wenn das Feuer ebenfalls gut darin brennt, nicht eben die guten Dienſte, wie im Halleſchen Paͤdagogio, leiſte; allein, wie mich duͤnkt, ſo liegt in der Erzaͤhlung der Muͤngel dieſer Nachahmung auch zugleich das Mittel, dem auffallendſten Uebel abzuhelfen: denn vorausgeſetzt, daß das Feuer, bei einem verſchloſſenen Schornſtein, nicht nur gut brennt, ſondern auch uͤber der Mitte zu ſtark dar⸗ ret, ſo werden unſtreitig die erſtern Roͤhren pa nicht in der gehoͤrigen Entfernung, ſondern zu weit von dem Malze entfernt gelegen haben. Um nun das nahe an den Seitenwaͤnden lie⸗ gende Malz zu darren, iſt ein zu ſtarkes Feuer nothwendig, und dadurch nicht nur die Hitze aͤber der Mitte des gemauerten Feuerkanals zu groß, ſondern auch eine unnuͤtze Quantitaͤt Holz verbrannt, und dennoch nicht der gleichfoͤrmige Grad von Trockenheit erreicht worden. Was aber im Paͤdagogio ſowohl als bei jeder trenuen Nachahmung dieſer Anlage wahrſchein⸗ lich eintreffen muß, iſt, daß die Kanaͤle zu leicht von der Flugaſche leiden, weil die Kanaͤle vom Heerd an zu wenig ſteigen. Es iſt unleugbar, und in der Natur der Sache begruͤndet, daß alles, was auf Holzer⸗ ſparung abzwecken ſoll, eine kuͤnſtlichere Anlage und eine ſorgfältigere Behandlung waͤhrend des Gevrauchs erfordert. Hierin liegt einzig der Vortheil der Holzerſparenden, und dagegen die Beguemlichkeit und Simplicitaͤt der Anlage Holzverſchwendiſcher Einrichtungen, zugleich aber auch der Zweifel und Widerwille gegen erſtere, indem, wenn dergleichen Gegenſtaͤnde durch einfaͤltige Bauhandwerker angelegt, oder durch nachlaͤſſiges Geſinde bewirthſchaftet wer⸗ den, allemahl ein Nachtheil fuͤr die Herrſchaft erfolgen, und letztere, wenn ſie es entweder nicht beſſer verſteht, oder mit ihrem Geſinde nicht durchſetzen kann, den Schaden der ver⸗ beſſerten Einrichtung zuſchreiben wird. Die von dem Feuer⸗Bauinſpektor Herrn Jachtmann angegebene, und durch beglaubte Beweiſe der dadurch bewirkten Vortheile beſtaͤtigte Methode, die Darren, ſowohl auf Holz als Torf⸗ und Steinkohlenbrand einzurichten, ſind in deſſen vorgedach⸗ tem zweiten Hefte umſtaͤndlich und deutlich beſchrieben; der Vollſtaͤndigkeit dieſes Werks wegen darf ich aber ſolche hier um ſo weniger uͤbergehen, als darauf noch andere vermeintliche und wirkliche Verbeſſerungen begruͤndet werden. Fig. 218 A ſtellt den Grundriß nach den in den Durchſchnitten Fig. DEFG mit ab bezeichneten Linien, Fig. B den Grundriß nach den mit cd bezeichneten Linien, und Fig. C den Grundriß nach den mit efghik bezeichneten Linien vor. Der Laͤngen⸗ durchſchnitt Fig. D iſt aus den Linien Im vorgedachter Grundriſſe und Durchſchnitte, räthe, mat, und wer Kafter Jfüßi d angebrag ie darüber ange darre, uithe nh der Unternejme die gewihnlica as Malz uͤber de muß es unfrreiti niulls gut darin eiſez alein, wie aach zugleich der Feuer, dei aun Mitte zu ſtark dar tfernung, ſonden Seitenwänden iie ncht nur die Hiße unnüͤtze Quantitit erreicht vorden. nlage vahrſchein⸗ weil die Kauale vas auf Holzer dandlung wäͤhrend den, und dagegen ͤtungen, zuglec eichen Gegenfände ewirthſchaftet vet un ſie es entnehe Schaden der bar e, und durc die Darren, in vorgedach difät diſs ff noch anden DEFO ni Linien, un Der lanhel Durchſchit Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren c. 223 desgleichen die Querprofile Fig. E aus der Linie no, F aus pꝗ und G aus rs der ge⸗ dachten Grundriſſe aufgetragen. In Fig. K iſt a der Aſchenfall, welcher die Groͤße des daruͤber befindlichen Ro⸗ ſtes, naͤhmlich fuͤr die hier gezeichnete Darre von 25 Fuß Laͤnge und 9 Fuß Breite, 3 Fuß Laͤnge und 2 Fuß Breite im Lichten hat. Die mit b und y bezeiehneten Raͤn⸗ me ſind nur zur Erſparung des Mauerwerks, und um die Feuchtigkeiten des Grun⸗ des von der Heitzung abzuhalten, auch wohl um Feuersgefahr zu verhindern, wenn die Darre in einem der obern Stockwerke angelegt werden ſollte, in welchem Falle dann auch noch unter dem Aſchenfalle ein hohler Raum x Fig. E gelaſſen wird. Die freie Communication, welche der Raum b in Fig. A, vermittelſt der kleinen Thuͤr e, mit der freien Luft hat, wird hiernaͤchſt erwaͤhnt werden. Die Hoͤhen dieſer Raͤume, ſo wie die Staͤrken der Mauern, ſind aus den Profilen zu erſehen. In Fig. O liegt der Roſt und Heerd d, deſſen Laͤnge im Lichten von ebis h 3 Fuß, ſeine Breite 2 Fuß, und ſeine Hoͤhe Fig. E bei a gleichfalls 2 Fuß betraͤgt. Auf 6 Fuß Laͤnge iſt dieſer Heerd Fig. D auf ½ Stein ſtark uͤberwoͤlbt„ und damit dies Gewoͤlbe bei den ſchwachen Widerlagsmauern nicht ausweichen koͤnne, ſo ſind an beiden Sei⸗ ten einige Boͤgen tt Fig. B und E zur Haltung des mittlern Gewoͤlbes angelegt. Mitten, innerhalb des Heerds, ſteht ein Pfeiler h Fig. C und E, welcher den uͤbrigen Theil der ganzen Darre zur Loͤnge hat, und einen in ſich ganz hohlen, an den Seiten und oben mit Mauerwerk von der geringſten Dicke eines Mauerziegels dicht umſchloſſenen Kaſten bildet, in welchen die Heitzung nirgends eindringen kann. Die ganze Breite dieſes Kaſtens betraͤgt ungefaͤhr 14 Zoll, und daher die Breite des innern Raums etwa 6 bis 7 Zoll. Dieſer innere Raum hat, vermittelſt der viereckigen Oeffnungen ĩ1 Fig. C und D, Communication mit dem mit friſcher Luft ſtets gefuͤll⸗ tem Raume b in Fig. A. Die ſiufenfoͤrmigen Abſaͤtze, welche das Feuer vom Roſte bis uͤber den Kaſten hinauf ſteigen muß, ſind aus Fig. D deutlich zu erſehen. Die Grundflaͤche f Fig. O liegt mit dem Roſte in der Wagge, uͤber welche der vor⸗ gedachte Kaſten 16 Zoll in die Hoͤhe ſteigt. In einiger Hoͤhe uͤber der Flaͤche f liegen von den Einfaſſungsmauern des gedachten Kaſtens bis zu den einen halben Stein ſtar⸗ ken Einfaſſungsmauern der ganzen Feuerung, und durch beide Mauern hindurch, 7 Stuͤck hohle cylindriſche Roͤhren I!(ſiehe Fig. CEFG), welche von Gußeiſen, und zwar mit einer ungefaͤhr 3 Zoll weiten innern Oeffnung, gemacht werden; dieſe Roͤh⸗ ren ſind an beiden Enden offen. Anm. Dieſe Cylinder⸗Roͤhren koͤnnen auch von gebranntem Thon gemacht werden. Dann aber darf die zunaͤchſt der Feuerung gezeichnete Roͤhre nicht ſtatt finden, indem ſolche daſelbſt von 224 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, der Stichflamme ſogleich zerſprengt werden wuͤrde. Auch die folgenden thoͤnernen Cylinder Roͤhren muͤſſen mit Drath umflochten und mit Lehm gut umſtrichen werden. Der ganze Feuergang, vom Roſte d an durch die Gaͤnge kk und uͤber den Kaſten hinweg bis zu Ende der Darre, iſt nach Fig. G mit eiſernen Platten bedeckt. Am Ende der Darre theilt ſich das Feuer noch mehr, als bis dahin ſchon durch den Einbau des Kaſtens geſchehen iſt. Es geht rechts und links, Fig. C, in die gemauerten Kanaͤle gg, von da in die aus gebranntem Thon oder Eiſenblech— oder noch beſſer aus Guß⸗ eiſen— beſtehenden langen Roͤhren gg zuruͤck, faͤllt daſelbſt durch die Kanaͤle vv hin⸗ ab, und ſteigt durch die Kanaͤle ww wieder herauf, bis es ſich uͤber der Klappe Fig. D im Schornſtein zu einer gemeinſchaftlichen Roͤhre vereinigt. Wenn nun das Feuer die Gaͤnge ff Fig. C entlang ſpielt, ſo erhitzt ſelbiges die Roͤhren 11. Durch dieſe Erhitzung nehmen ſie viele atmoſphaͤriſche Luft aus dem Ka⸗ ſten hii, erwaͤrmen ſelbige, und hauchen ſie in den Raum mm(Fig. C und F) aus, wodurch alſo das auf der Darre befindliche Malz nicht nur durch die Hitze der Roͤhren g und des mittlern großen Feuerkanals, ſondern auch durch die erwaͤrmte dichte Luft⸗ maſſe unter den Horden, getrocknet wird. Die Bedeckung des mittlern Feuerkanals mit gegoſſenen eiſernen Platten geſchieht allerdings wegen ſtaͤrkerer Aushauchung der Hitze; da dieſe aber unter der Mitte zu heftig wirken wuͤrde, auch die herab fallenden Keime auf den heißen eiſernen Platten einen uͤbeln Geruch und Rauch verurſachen moͤchten; ſo werden nach Fig. F und D Steine rr mit Zwiſchenweiten, als eine Art von Syparren, ſchraͤg in die Hoͤhe ge⸗ mauert, und an beiden Seiten mit Dachſteinen dergeſtalt eingedeckt, daß die Dachſtei⸗ ne nicht dicht auf einander liegen, um die Hitze durch zulaſſen. Anm. Wie die gemauerten(ſo genannten) Srarren, auf einer Chablone gemauert und mit Dach⸗ ſteinen abgedeckt, auch wie die zuruͤck gehenden Roͤhren unterſtuͤtzt und mit Eiſendrath an die untergelegten Schienen befeſtigt werden, iſt aus der vergroͤßerten Fig. 219 B zu erſehen. In den eiſernen Deckplatten ſind vier Schieber(ſiehe Fig. B) angebracht, wel⸗ che mit einer eiſernen Stange ſaͤmmtlich mit Einemmahle geoͤffnet oder geſchloſſen wer⸗ den, um, wenn das Feuer gaͤnzlich ausgebrannt iſt, die Hitze der Glut noch vortheil⸗ hafter zu benutzen. Anm. Eine alhhier ganz auf dieſe Art erbauete Darre, welche uͤbrigens ſehr ihrem Zwecke ent⸗ ſpricht, hat ebenfalls ſolche Schieber, welche aber, ungeachtet ihrer Staͤrke, von der gro⸗ ßen Hitze ſich dergeſtalt gebogen haben, daß ſie gar nicht mehr bewegt werden koͤnnen. Auch iſt dieſe Darre von der ſo eben beſchriebenen darin verſchieden, daß die eiſernen Feuerroͤhren gs. nach Fig. 219, noch einmahl hin und zuruͤck unter den Horden gehen, mithin der Zug, ungeachtet die Darre nur ungefaͤhr 20 Fuß lang iſt, um vieles laͤnger iſt. Die vorgedachten Platten, womit der Feuerkanal bedeckt iſt, werden mit einem Kitt, trähe, hänernen Chlindn. übet den Kaſe en bedeckt. In urch den Endan nauerten Kande beſſe aus Giß Kanäle vy hin er der Klappen däht ſäbbaes de ift aus dem Ka⸗ „Ound P) an, ihe der Röhran mee dichte buſt⸗ latten geſchieht der Mite ju ſernen Platten Fa.F und D un die Hohe ge aß die Dachſt⸗ dt und wit dit⸗ Eiſendrath an di 8 3u erſehen ebracht/ pei⸗ ſchloſſen wer⸗ noch dorthil⸗ ten zuict al⸗ e, aun de gn g kluven. Judh nan Feuerigr nithin da z06 fij Anlage der Pfannen, Blaſen, Darren ꝛc. 225 Kitt, welcher aus geſtoßenem trockenen Lehm, feinen Feilſpaͤnen und Eſſig gemiſcht iſt, zuſammen geſetzt und gedichtet, welches durch die Erfahrung fuͤr ſehr dauerhaft befunden worden iſt. Durch welche Huͤlfsthuͤrchen die Kanaͤle und Roͤhren gereinigt werden koͤnnen„ iſt aus den Zeichnungen deutlich zu erſehen. Auch die nach der Darre fuͤhrende Ein— ſteigethuͤr, desgleichen alle nach dem Darrzimmer fuͤhrende Oeffnungen, außer den Qualmzuͤgen, muͤſſen gut verſchloſſen gehalten werden, weil ſonſt der Luftſtrohm den kuͤrzern Weg durch dieſe Oeffnungen waͤhlen und nach den Cylindern I1 Fig. C ge⸗ hemmt werden wuͤrde, da dann die zunaͤchſt am Feuer liegenden Cylinder und Plat⸗ ten, aus Mangel an Luft zur Abkuͤhlung, ſchmelzen koͤnnten.. Herr Jachtmann verlangt(nach ſeinen Zeichnungen), daß die eiſernen Roͤh⸗ ren gg ungefaͤhr 2 Fuß mit Inbegriff ihres Durchmeſſers uͤber dem Heerde, und nach ihrem Ausgange hinfallend, liegen ſollen: letzteres, um deſto mehr Hitze zuruͤck zu hal⸗ ten. Svaͤtere Erfahrungen haben aber gelehrt, daß es beſſer ſei, die Roͤhren naͤher unter die Horden, und nur ungefaͤhr 1 Fuß unter dieſelben, zu befeſtigen. Daß die Kanaͤle ww Fig. Cnahe beim Verſchluß des gemeinſchaftlichen Schorn⸗ ſteins mit Schiebern verſehen werden muͤſſen, ſowohl um die Heftigkeit des Feuers zu ſtimmen, als auch die Hitze endlich zu verſchließen, verſteht ſich aus dem, was dar⸗ uͤber ſchon vorher in andern Faͤllen geſagt worden, von ſelbſt. Die Koſtbarkeit der Anlage einer ſolchen Darre, und die durch unvorſichtigen Gebrauch leicht moͤgliche Beſchaͤdigung des Mauer- und Rohrwerks derſelben, iſt un⸗ ſtreitig die Haupturſache, warum dieſe Anlage(die noch uͤberall, wo ſie gut ausgefuͤhrt worden, die beſten Dienſte geleiſtet hat) ſo wenig nachgeahmt wird;*) denn daß darin jedes Brennmaterial mit gleichem Vortheil gebraucht, und an den Koſten dafuͤr gegen viele andere Darren erſpart wird, iſt erwieſen, und daß ſie langſamer als eine Rauchdarre darrt, wird durch das reinlichere Malz wieder verguͤtet.**) *) Eine allhier ausgefuͤhrte Darre dieſer Art, von ungefäͤhr 20 Fuß Laͤnge, koſtete, incluſive des Mauerwerks zum Fundamente derſelben, uͤber 10 Thaler. Herr Jachtmann veranſchlagt fuͤr eine ſolche Darre von 25 Fuß Laͤnge nur(jedoch im Jahre 1794) 574 Thaler. **) Bei der hier im Gebrauch ſtehenden Darre werden zu jedem Darrſatze 9 bis 10 Stunden Zeit erfordert, und zwar, wenn taͤglich gedarrt wird. Um die Erbauungskoſten fuͤr dergleichen Darren, Fig. 218, zu verringern, hat der Koͤnigliche Kriegs⸗ und Domainen-Baurath, Herr Doͤhring zu Marienwer⸗ der, der, ſeinen gruͤndlichen Verſuchen und Erfahrungen zufolge, den vom Herrn ꝛc. Jachtmann angegebenen Darren⸗, Pfannen⸗ und Blaſenfeuerungen, in Ab⸗ ſicht ihrer Nuͤtzlichkeit, volle Gerechtigkeit widerfahren laͤßt, den Verſuch gemacht, Theil III. Abtheil. II. Ff 226 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe, den Roſt von Mauerſteinen, die Decke uͤber dem Feuerkanal von Flieſen, und die Cylinder 11 von gebranntem Thon zu machen, dabei, um die Roͤhren gg ganz zu erſparen, das Feuer am Ende der Kanaͤle fk ſogleich hinunter zu fuͤhren, und inter die Raͤume mim Fig. C in Kanaͤlen, welche gleichfalls nur mit Flieſen bedeckt ſind, in die Gegend yy Fig. F und G zuruͤck zu leiten, wo es dann vermittelſt zweier Kanaͤle in der Gegend vyv Fig. O wieder herauf bis in dem verſchloſſenen Schorn⸗ ſtein geht, und mit Schiebern verſehen iſt. Seiner mir hieruͤber gefaͤlligſt mitge⸗ theilten Erfahrung zufolge, hat aber dieſe Einrichtung nicht ſeinem Wunſche ent⸗ ſprochen, indem, ſeiner Meinung nach, die thoͤnernen Roͤhren nicht Waͤrmeleiter genug ſind. Ich wuͤrde allenfalls hinzu ſetzen, daß auch die maſſive Bedeckung des Hauptkanals die Hitze nicht genug abgiebt, und die neben dem Heerde zuruͤck gehen⸗ den Kanaͤle zu tief unter den Horden liegen. Indeß hat die offene Mittheilung ſolcher Verſuche, wenn ſie auch nicht gegluͤckt ſind, doch den Vortheil, auf denſelben zu an⸗ dern Verbeſſerungen fortzuſchreiten. Aum. Eine der vervielfaͤltigtſten Benutzungen eines Feuers, die ich je geſehen, iſt folgende. neber öD. dem Gewoͤlbe einer Brennerei befinden ſich mehrere neben einander horizontal liegende gemauerte V Kanaͤle, die mit einem ganz duͤnnen Pflaſter von ſlach liegenden Dachziegeln dicht bedeckt ſind, und durch welche das Feuer von den unten ſtehenden Blaſen nicht nur hindurch, ſondern auch dann noch unter eine daneben ſtehende Rauchdarre geleitet wird. Auf dem Pflaſter wird Malz zum Branntwein gedarrt, und das Malz von der Rauchdarre wird zum Bierbrauen gebraucht. Daß dergkeichen, Spielerei aͤhnliche, Anlagen, wenn Orts⸗ und andere Umſtaͤnde es erlauben, auszufuͤhre ſind, beweiſet dieſe Erfahrung; allein wenn man bedenkt, daß eines Theils das Feuer unter einer Blaſe weder beſtaͤndig lebhaft fortgeſetzt, noch weniger uͤbertrie⸗ den werden darf, andern Theils aber der Rauch, wenn derſelbe noch in der Rauchdarre ſei⸗ ne Dienſte leiſten foll, ſeinen weiten Weg lebhaft hindurch getrieben werden muß; ſo folgt von felbſt, daß das geſammte Darren entweder nicht ordentlich oder nicht hinlaͤnglich in Verhaͤlt⸗ niß der Conſumtion der Blaſen, deren Feuerung benutzt wird, betrieben werden kann. Und V wenn man erwaͤgt, welche Maſſe von Mauerwerk das Feuer auf ſeinen Wegen unnuͤtz mit zu erwaͤrmen hat, und die Blaſenfeueruns auf den Fall, daß nicht gedarrt wird, ſehr holz⸗ zer chmaudsdijch eingerichtet ſeyn muß, ſo wird eine ſolche Anlage ſchwerlich Nachahmung end bequem und von beſſerer Nutzanwendung koͤnnte eine ſolche Darre ſeyn, wenn un⸗ mittelbar unter derſelben, zur Heitzung der horizontalen Kanaͤte, der Heerd angelegt wuͤrde. Es iſt ſchon Eingangs dieſes§. erwaͤhnt worden, daß das Getreide uͤberhaupt, und beſonders der Hafer, wenn derſelbe weit verſchifft und in den Schiffen hoch auf⸗ geſchuͤttet werden ſoll, vorher gedarrt oder vielmehr gut ausgetrocknet werden muß. In Seeſtaͤdten, wo dergleichen Geſchaͤfte mit Speeulation getrieben werden, kommt des oft ſehr auf die Kuͤrze der Zeit an, um das Getreide ſchnell einſchiffen zu koͤnnen, I und zu dieſem Endzweck hat man daſelbſt folgende Art der ſogenannten engliſchen Ha⸗ ferdarren. ſeräthe, Jieſen, und de ten g gan u führen, und it Fliſen bdit dermitteſt zweit jſſenen Schunn gefaͤligt nitg Wunſche mn iht Warmeleit R Bededung des de zurüͤck geher itcheilung ſolcen denſelben zu a⸗ it folgende. deber liegende gemauer geln dicht hedeckt findurch, ſendern dem Pflaſter with Hzum Bierbrauen dandere Umfiinde gedenkt, daß eine H venizer üͤbertre er Rauchdarre ſi muß; ſo folgt un nglich in Verhilt zerden kaun. And gen unnitz mit u wird, ſehr hol⸗ ich Nachahmung ſetn, wenn un⸗ angalegt vͤrde. de uͤberhaut ffen boch ui werden muß tden, konmi en zu können nzlichen he Anlage der Pfannen, Blaſen, Darrenꝛc. 227 Anm. Waͤhrend des amerikaniſchen Krieges, wo viel Getreide aus Memel verſchifft wurde, und die Fracht theuer war, machte der engliſche Konſul Durno die Speculation, daß er den Hafer darren, dann ſogleich mahlen, und als Mehl in der Art verladen ließ, daß ſolches Schichtenweiſe mit einem ſchweren und feſtverſchlöſſenen Waſſerfaſſe gewalzt wurde, wo dann ein Schiff, welches nur 100 Laſt Hafer hatte laden koͤnnen, 18o Laſten von dieſem Hafer⸗ mehl ladete. Gemachten Erfahrungen zufolge, wuͤrde ſich ungedarrtes Hafermehl auf der See nicht ſo lange eonſervirt haben. Sie beſteht aus einem von unten nach oben ſich erweiternden viereckigen Gemaͤuer, deſſen untere Grundſtaͤche z. B. 5 Fuß im Quadrat, und die obere 11 bis 12 Fuß im Quadrat im Lichten hat. Die Staͤrke der vier Umfaſſungsmauern iſt oben etwa x Stein, und unten, nach Maaßgabe des ſichern Standes derſelben, 3 bis 4 Fuß, dabei vom Heerde 3 Fuß hoch, und einige Fuß in die Erde verſenkt. An einer der Seiten wird ein Eingang wie eine Art von Kellereingang mit einem beſondern Dache daruͤber, angelegt; durch dieſen geſchieht die Einheitzung in dem vor⸗ gedachten Darrofen, auf deſſen Oberflaͤche die blechernen Drathhorden in horizontaler Lage liegen. Um die Horden herum befinden ſich niedrige Waͤnde von Brettern, um das Getraide 2 bis 2 ½ Fuß hoch auf die Horden ſchuͤtten zu koͤnnen; uͤber das Ganze iſt ein Dach gebaut, und nach den Horden hinauf fuͤhrt eine leichte Treppe. Wird nun auf dem Pfiaſter innerhalb der vorbeſchriebenen vier Mauern, oder mit andern Worten, auf dem verſenkten Heerde des Darrofens, Feuer angemacht, ſo ſteigt der Rauch hinauf durch das Getreide. Es muß daher nur immer mit kleinem Holze gefeuert, kein großes Feuer gemacht, und vorzuͤglich dahin geſehen werden, daß die Flamme das Getreide keineswegs erreicht, ſondern daß, um den Zug zu vermin⸗ dern, die Einheitzthuͤr zu rechter Zeit verſchloſſen wird. Werden alle dieſe und andere hierher gehoͤrige Regeln ſorgfaͤltig beobachtet, ſo koͤnnen auf einer Darre von vorbeſchriebener Groͤße alle 4 Stunden 40 Scheffel Ge⸗ treide, und in 24 Stunden 240 Scheffel mit 2 Klaftern 3 fuͤßigen Holzes gut ge⸗ darrt werden, wobei freilich ſich von ſelbſt verſteht, daß das Getreide nicht ſo wie zu den Brau⸗ und Brennereien angefeuchtet, ſondern in ſeiner natuͤrlichen Beſchaffen⸗ heit iſt. 3 Um noch mehr von der ordentlichen Feuerung uͤberzeugt zu ſeyn, muß der Menſch, welcher das Getreide oben auf den Horden beſtaͤndig umwendet, mit bloßen Struͤmpfen in demſelben ſtehen, wo er dann durch ſein Gefuͤhl ſehr bald den zu gro⸗ ßen Grad der Hitze angeben wird. Ehe ich dieſen Gegenſtand ſchließe, will ich noch mit wenigem der ſo genannten Kienaͤpfeldarren, die man zuweilen bei Forſtgebaͤuden findet, erwaͤhnen. Die Dar⸗ rung der Kienaͤpfel geſchieht ebenfalls auf zweierlei Art, naͤhmlich entweder durch 8f⸗ 228 Vierter Abſchnitt. Von Anfertigung der Braugeraͤthe ꝛc. kuͤnſtliche Waͤrme oder durch Luft und Sonnenſchein. Was die erſte Art, naͤhmlich durch kuͤnſtliche Waͤrme, betrifft, ſo iſt die Anlage einer ſolchen Darre einer der bisher beſchriebenen Darren ziemlich gleich: naͤhmlich, ein Ofen in einem dicht umſchloſſe⸗ nen Zimmer wird geheitzt, und die Decke des Zimmers beſteht aus den Drathhorden, unter welchen eiſerne Roͤhren aus dem Ofen, nach verſchiedenen Richtungen umher, endlich den Rauch nach dem Schornſteine leiten. Zum beſſern Zuſammenhalten der durch die Horden herauf ſtroͤhmenden Waͤrme iſt uͤber dem gedachten untern Darr⸗ zimmer noch ein zweites mit Thuͤren und Fenſtern, in welchem die Kienaͤpfel zum Darren behandelt werden, nothwendig. Das Darren der Kienaͤpfel an der Luft und Sonne geſchieht vermittelſt eines in Fig. 219 AB CO vorgeſtellten Geruͤſtes, welches mit ſeiner Vorderfronte gegen Mit⸗ tag hin erbauet wird. Mehrere ſtufenfoͤrmig uͤber einander gebauete Boͤcke, deren Oberſtuͤcke Faͤlze haben, in welchen Schubkaſten b laufen, werden mit einem dahinter befindlichen Schuppenfoͤrmigen Gebaͤude auf maſſiven Pfeilern, in der Art erbauet, daß die Schubkaſten eine Reihe unter der andern hervor gezogen, und bei einfallenden Regen, ſaͤmmtlich unter den bedeckten Schuppen mit leichter Muͤhe geſchoben werden koͤnnen, zu welchem Ende die Vorderſeite des Schuppens Fig. B bis auf die Schub⸗ kaſten herunter mit Brettern verſchlagen iſt. Anm. Es wuͤrde zu weit fuͤhren, wo nicht gar unmöͤglich ſeyn, den Zweck und die Verſchieden⸗ heit aller bereits exiſtirenden Darren hier erſchopfen zu wollen, nicht zu gedenken der viel⸗ fältigen Abaͤnderungen, die ſich dann noch daraus angeben ließen; daher ich nunmehr dieſen Gegenſtand verlaſſen will, indem ich mir ſchmeichle, alles das, was zur Anlegung der im ge⸗ meinen Leben nothwendigſten Darren gehört, umſtäͤndlich genug beſchrieben und die verſchie⸗ denen Maͤngel und Vortheile, ſo weit es die vorgeſchriebenen Grenzen erlauben, dargethan zu haben. nugerithe ⸗ erſt An, tühnih aere einer der hüte eim dicht unſhe s den Deuthtnhn Rihhtunge unde Juſonnanzaln rchten unen due die Kiife uu eet demitiſ ins erftonte gegen A auete Bocke, den mit einm dainn in der At een und dei infaledn ihe geſcheben vedn bis uf di Ea eck und die Vaſchihn t zu gedenin der nih zher ich ꝛunmej iin ur Anlegung dr in p riehen und die verü en erlauben, daxzeha Verbeſſerungen in des dritten Theils erſter Abtheilung. Seite 129. Zeile 7: Seiten bei b und d ausbauchen, und Z. 13: Ausbauchens— S. 176. Z. und 8 von unten: Verſteifung— S. 190. 3. 12: daß fuͤr jeden Giebel— S. 194. 3. 10 u. I11 von unten: Ganzholze(naͤmlich iſt)— S. 233. Z. 12. deſſen Unterlager— zweiter Abtheilung. S. 26. Z. 13 von unten: Hauptthuͤrſchwellen— S. 29. 3. 7: zerfreſſen— S. 33. Z3. 3 von unten: getrennt werden— S. 36. Z3. 10 u. II: in einem und demſelben Gebaͤude— S. 54. 3. 3 von unten: erhalten. Wenn. gießt: ſo erhaͤlt— S. 62. Z. 6 von unten: Boden der Kuͤche— S. 68. Z. 15: tragender und anderer Stuten— S. 78. Z. 2: Leiſten genagelt. Wenn— S. 82. Z. 10 von unten: Standes nach der Laͤnge— S. 98. 3. 10: verbunden, und es iſt— S. 113. Z. 11: An dieſen Riegel. Eben ſo 3. 15, 19, 22 und 23.— S. 120. 3. 7: vergeſſen lernen, und 3. 10: noch auf einer— S. 123. Z. 8: Kräfte ausziehen, und Z. 10: Trank bereiten— S. 134. Z. 13 von unten: erſten Aufguß— S. 152. Z. 6: ſollen, um die— S. 171. Z. 10 von unten: Enden beim Eintrocknen des Bodens— S. 182. 3. 8 † als einſt, da ganz— ——— 1 18 1 — gh,. S e e Gllec Ranzobacte,, k. — — — fig 4 hg 4, 1 1 Ia 279 Be, 22. —— W 4 2 daunnni 1 ) M ſ 3 6 V ” ALMAAMAMiKIMAIIHifi4 —— 1 1 1 1. 1 1 0 ——— 1 1 * 1 1 — 1 . 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 * 1 1 1 4 1 e* 1 1 1 1 1 1 1 t — —.-=eere — —— 1 1 1 1 1 ₰ 1 1 1 1 1 4 1 1 1 1 1 1 1 4 n — — “.“ — * 1 4 * 1 — —— 3E.Mk. muluete lcrh, Aa 7 4 a 5 1. h„ — ͤ G Mer d — L 1⁸ 7een —— 3 . nan äh 1 1 n pll 1 — —— —ÿõ— 8 ——— —— ——y vote Vig. Dur 94 ¶⸗/ 4. . 3 9. 2l9 Aanoback,. Bei Mayer und Wigand in Leip. Ddieſel 3 l . Mit 185 Stah zum alten un NRebecca. Joſevh .Cny und Samuel. Eliſa und die Sunnamitin. Eſther. 3 Auf's neue 1 i lIkunde d T b nze 62% Thaler.) ——y— ——— — “ —3ſſ V —— .— —E von To br in. g8, Mh. 2. 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