4 * — . . * 8 *. — 2 * — .— 7 4 — 9 8 * * A*. . 3 2 3 . * A* * 9 1 L ———— — —— Handbuch der Land⸗Bau⸗Kunſt, vorzuͤglich in Ruͤckſicht auf die Conſtruction der Wohn⸗ und Wirthſchafts⸗Gebaͤude fuͤr angehende Cameral⸗Baumeiſter und Oeconomen, D. Gilly, Koͤniglichem Geheimen Ober⸗Bau⸗Rath. weiter To eil. Mit 23 illuminirten Kupfertafeln. Berlin 1798, bei Friedrich View eg. dem aälter n. — ——ſ Vorbericht. Da gegenwaͤrtige zweite Theil dieſes Handbuchs der Landbaukunſt handelt im erſten Abſchnitt, von den Balkenlagen und Decken, zweiten ⸗ von den Daͤchern, dritten ⸗ von Bedeckung der Daͤcher, vierten ⸗ vom innern Ausbau der Gebaͤude und im A fuͤnften folgen einige Zuſaͤtze. Bei aller angewandten Muͤhe iſt es nicht moͤglich geweſen, einige Druckfehler beſonders in Abſicht der Hinweiſung auf die Figuren, zu verhuͤten, ſie ſind am Schluſſe angezeigt, und ich muß bitten, ſelbige zuvor abzuaͤndern. Emceteung 2 nhalts Erſter Theil. Erſter Von den Baumaterialien iͦberhaupt Vom Marmor Von den Kalkſteinen Vom Verkauf der Kalkſteine 4 „ 4⁴ . „„ 2½„ 2 Anzeige. Abſchnitt. Wie viel derſelben zum Mauerwerk erforderlich ſind Preiß der Kalkſteine Vom Alabaſter 4Q Von den Sand“ oder Bruchſteinen Von den Feldſteinen Beſchreibung des Spaltens großer Feldſteine mit eiſernen Keilen Wie mit dergleichen geſpaltenen Feldſteinen kleine Feldbruͤcken erbauet werden koͤnnen Beſchreibung wie die Wagen zum leichten Auf- und Abladen großer Feldſteine ein⸗ gerichtet ſind . .Q 2* . 2. Von dem Maaße und der Anfuhre det debſteme. Vom Schiefer Bon den kuͤnſtlichen, und zwar zuwirder von den geformten und getrockneten Lehm⸗ oder Luftziegeln Von den ſogenannten Lehmpatzen oder Egpytiſchen Ziegeln Von dem Bau der geſtampften Lehmwaͤnde, le Piſé genannt 2* 2 Kennzeichen der zu dieſen Bauarten brauchbaren Erde Beſchreibung der Bauart en Pifé Schwierigkeiten, welche mit dieſer Bauart verknuͤpft ſund Anfertigung einzelner feſtgeſtampfter Lehmſteine. Bemerkungen uͤber dieſe Bauart nach einem angeſtellten Verſuch Von den gebrannten Ziegeln Reinigung und Zubereitung der Ziegelerde Von der vorzuͤglichen Zubereitung der Ziegelerde zu den Dachziegeln 2 .2 * Vom Formen oder Streichen der Mauerziegel. Vom Formen der Dachſteine Vom Trocknen der Ziegel Von den Ziegeloͤfen .Ql Vom Brennen der Ziegel Von den verſchiedenen Brennmaterialien zum Brennen der giegel . 2Q 2 2 Von den Ziegeloͤfen zum Torfbrand . .2 2 2 2 „* 2A „ 2½2 ½ 2. 2Q 2Q. 2 2 71 2⁴ .Q 2Q „ 1 2 „2 2Q 2 2Q 2 4Q 4£Q / .⁴ 2 4 2 2 2 2 2. 2 2 2 XNN A N NA N N A NA N N M N N NNANALAN —½3„S ½ * 8 I V G V 3 4 * 4 1. 2 . 2 b W 5 3 W T V L V V 2 — Von den Feldziegeloͤfen Kennzeichen von der Guͤte der Ziegel Verſchiedene Schriften uͤber Ziegel und Ziegelbrenner . Verſchiedene Sorten von Mauerziegeln Erforderliche Quantitaͤt von Ziegeln zu verſchieden Mauerarbeiten von Gewoͤlbeziegeln Fortſetzung der Sorten von Ziegeln Von hier gewoͤhnlichen Dachziegeln und der erforderlichen Quantitaͤt zu Bedeckung der Daͤcher Von den ſogenannten Dachpfannen * * „ . Von einer neuen Art von Dachziegeln Vom Glaſuren und Anſtreichen der Dachziegeln Vom Bauholze Vom Lerchenbaum Von der Kiefer Von der Weißtanne Von der Fichte oder Rothtanne Benennung der Holzſorten nach ihrer Groͤße, Staͤrke und Gebrauch Von den Sagebloͤcken Vom ſtarken Bauholze Vom Mittel⸗Bauholze Vom kleinen Bauholze Von den Bohlſtaͤmmen Von den Lattſtaͤmmen Von den Schwamm⸗ oder rindſchaͤligen Baͤumen * * * 4 „ * ³. „ „ * * Von der Veranſchlagung des Bauholzes Kennzeichen von der Guͤte des Kiehnen Bauholzes Von der Zeit zum Faͤllen des Bauholzes Vom Faͤllen und Beſchlagen des Bauholzes Von den Laubhoͤlzern und zwar vom Eichenholze Kennzeichen von der Guͤte des eichenen Holzes Von der Ulme und dem Eſchenholze Von dem Buͤchenholze Kennzeichen des Buͤchenholzes Von den uͤbrigen Laubhoͤlzern Materien woraus Kalk gebrannt wird Kennzeichen ob eine Materie zum Kalkbrennen tauglich iſt Verzeichniß der Koͤniglichen Kalkbrennereien Vom Brennen des Kalks Vom gevrannten Kalk Vom Loͤſchen des Kalks „ * * * 2 * * 2. Vom Gebrauch des Kalks beim Bauen Verſchiedene Arten von Moͤrtel Vom Waſſer zum Moͤrtel Von der Quantitaͤt des dem Moͤrtel uuſedenden Sandes Vom Loriotſchen Moͤrtel Quantitaͤten des gewoͤhnlichen Moͤrtels zu beſtimmtem Mauerwerke Von Cimenten Vom Kitt * Erprobte Zuſammenſetzung einiger Kitte 2 * * . 2* * * „* * * .ᷣ * 2 * * * 2* 2 2 * Inhalts⸗Anzeige. 2 . * .Q * * * N N NXXX¼NK¼ A NR ðX& A 8* 111 Seite 61 64 65 66 68 69 —yyyy——— 1 1v Inhalts⸗Anzeige. Ein Feuer⸗ oder heißer Kitt..... Vom Fenſterkitt...... 1 Vom Gypſe....... Vom Lehm..... 1. Vom Thon....... Allgemeine Beſchaffenheit des Eiſens... Proben uͤber die Guͤte des Eiſens..... Gattungen des Eiſens nach deſſen Guͤte.... Vom Stahl...... Vom Eiſengußwerk..... 6 Von der Verarbeitung des Eiſens..... Vom Eiſen in den Koͤnigl. Preuß. Provinzen.... Vom Blech....... Von den Naͤgeln...... Vom Eiſendrath... 2.. Anzeige der Huͤttenwerke...... Vom Blei....... Vom Zinn...... Vom Kupfer..*. 8.. Vom Meſſing....... Von den Nebenmaterialien und zwar zuvoͤrderſt von den Farben.. Vom Glaſe uͤberhaupt..... Vom Rohr....... Vom Stroph..„... Zweiler Abſchnitt. Allgemeine Betrachtungen...... Kennzeichen und Beſchaffenheit guter und ſchlechter Bau⸗Gruͤnde„. Von Unterſuchung des Grundes..... Verſchiedene Lagen des feſten Grundes.. 2. Erklaͤrung der Roſte und Befeſtigung des Grundes... Von der Wahl der liegenden oder Pfahlroſte.... Von Verminderung des Eindrucks der Gebaͤude auf den Grund durch Verbreitung der Grundflaͤche der Fundamente Von der Dicke oder Maͤchtigkeit der feſten Erdlagen und ihrer verſchiedenen Lage Von den Fundamentgraͤben...... Naͤhere Beſchreibung der liegenden Roſt.... Umſtaͤndliche Beſchreibung der Pfahlroſte...„ Dritter Abſchnict. Von der Staͤrke der Fundamente bei den hoͤlzernen Gebaͤuden * 4 Beſtimmung der oberen Breite der Fundamente bei maſſiven Gebaͤuden. Hoͤhe der Fundamente uͤber der Erde... Von Beſtimmung der Unterbreite der Fundamente... Von der Tiefe der Fundamente in der Erde.... Von der Hoͤhe der Fundamente uͤber der Erde„—.. 8 AIARX 8 N AXRARRAXRXRRX 8RXANX NBA XRXAAANX — —— yy-õ—ʒ—-— 2a= s Inhalts⸗Anzeige. Allgemeine Regeln bei Auffuͤhrung der Grundmauern zu den Gebaͤuden Von den Gewoͤlben..... Von der Anlage der Keller und Souterrains... Von Ueberwoͤlbung der Keller und Souterrains.. Umſtaͤndliche Beſchreibung der Tonnen⸗ oder Kufengewoͤlbe. Konſtruktion der Kappengewoͤlbe.... Konſtruktion der Kreutzgewoͤlbe.... Von Anbringung eines Kellereingangs... Vierter Abſchnitt. Einleitung zu dieſem Abſchnitt.... Allgemeine Regeln vom Verbande der Steine... Vom Blockverband..... Vom Kreutzverband..... Vom Verzahnen und Abtreppen.... Vom Schornſteinverbande.... Vom pohlniſchen Verband. Verſchiedene Benennungen der Mauern und Waͤnde nach ihrer Stelang und Zweck Verſchiedenheit der Mauern nach den dazu zu gebrauchenden Materialien Von den Waͤnden... Von der Hoͤhe der Waͤnde und Mauren Von Anbringung und Konſtruktion der Fenſter⸗ und Thuͤrenoͤfnungen Von der Anlage der Feuerungen.... Von den Geſimſen und deren Konſtruktion... Vom Abputzen der Mauern..... Von den Lehmmauern..... Von den Feldſteinmauern..... Von den hoͤlzernen Waͤnden... Zuſaͤtze zu dem vorhergehenden aͤberhaupt... Zweiter Theil. Erſter Abſchnitt. Von dem Widerſtande oder der Tragbarkeit der Balken.. Entwurf zu den Balkenlagen bei regulaͤren Wohngebaͤuden. Von der Dispoſition der Balken bei Scheunen.. Von den Dachbalkenlagen bei ganzen und halben Walmdaͤchern. Von Grad⸗ und Stichbalken... Vom Kehlſtichbalken... Von den Balkenlagen bei ſchiefwinklichten Gebaͤuden.. Von den ſogenannten geſenkten Balkenlagen... Vom Auflager der Balken auf die Mauern... Von Unterſtuͤtzung der Balken durch Unterzuͤge... Von den Spannriegeln..... * * * ——. 888NRA8= NX X XLX 88 Fortſetzung wegen der Unterzuͤge Vorzuͤgliche Unterſtuͤtzungsart der Balken bei Kornma laſtenden Gebaͤuden Unterſtuͤtzung der Balken durch einfache und verzahnte Traͤger Befeſtigung der Balken durch Sprengwerke Von den Decken und zwar zuvoͤrderſt von den Balken und Bohlendecken Von den ſogenannten Windelboͤden Von Bretterdecken Geſtaakte und verſchaalte Decken Decken mit eingeſchobenen Blockhoͤlzern Decken wobei das Fuͤllholz nach der Laͤnge der Balken eingelegt wird Mit Latten bekleidete Decken Ausgemauerte Decken Von den d'Espieſchen gewoͤlbten Decken Aehnliche Konſtruktion einer gewoͤlbten Decke Zweiter Von den liegenden Dachſtuͤhlen Von den gebrochenen oder ſogenannten Manſardedaͤchern Manſardedaͤcher ohne Dachſtuhlſchwellen Von den ſogenannten Pultdaͤchern Von Zulagen bei ſchiefwinklichten Gebaͤuden Von den Daͤchern uͤber Riſalite oder auf Hintergebaͤude welche des Hauptgebaͤudes auslaufen Von Ueberbauung der Attiken Von Anlegung der Giebelſtuben bei nicht ſehr breiten Gebaͤuden Von den Dachfenſtern, und zwar zuvoͤrderſt von den dewöhulichſjen mit Seiten⸗ Von den ſogenannten Fledermausdachfenſtern Mit der Dachflaͤche gleichliegende Dachfenſter Von Fenſtern zum einfallenden Licht bei Kuppeln Beſchreibung einer Art von fortlaufenden Dachluken Von den Windeluken Vom Schiften. Die Laͤnge der Grad⸗ und Schiftſparren zu ſinden Wie die Backenſchmiege zu finden Vom Abſchiften der Grad⸗ und Mittelſparren der Walme Vom Brechen der Kanten oder dem ſogenannten Abfaſen Vom Schiften auf der Zulage Vom Modelliren der Daͤcher aus Karton oder Pappe Von den Haͤnge⸗ und Sprengwerken uͤberhaupt Detail der bei den Haͤngewerken vorkommenden einzelnen Stücken Von den Haͤngeeiſen 4 Zuſammengeſetzte Balken Bemerkungen wegen der zwiſchen den Bindern beſindlichen Beſchreibung ganzer Haͤnge⸗ und Sprengewerke und zwar gewerken mit einer Haͤngeſaͤule. Von den Haͤngewerken mit zwei Haͤngeſaͤulen ——--————- Inhalts⸗Anzeige. . 2 * . * . * Abſchnitt. . .ℳ . .Q *⁴ . 7 Freigebinden zuvoͤrderſt von den Haͤn⸗ . * . . 2 . . . 4 .Q * * 2 * ,„„ 2 2 gazinen und andern ſehr zu be⸗ in die Dachſluͤchen . .Q .* * * N N N A 7711 Aͤ88 N8ͤNA 8 dSSee NNNNXAN Inhalts⸗Anzeige. Von den Haͤngewerken mit drei Haͤngeſaͤulen... Von den Haͤngewerken in Paldachern. 1. Von Sprengewerken... Von den Bohlendaͤchern überhaupt... Die Form derſelben zu zeichnen.... Vortheile der Bohlendaͤcher.... Detail von der Zuſammenſetzung der Sparren... Anwendung der Bohlendaͤcher bei Scheunen... Anwendung derſelben bei einem bloßen Schuppen. Anwendung eines Bohlendachs bei einem Reit⸗ oder Ererzierhauſe. Anwendung eines Bohlendachs auf einem buͤrgerlichen Wohnhauſe. Anwendung eines dergleichen bei Kirchen... Von ganz runden Daͤchern oder Kuppeln... Von den Krubſaciusſchen Daͤchern.. Von den ſogenannten Wolfs⸗ oder Holfter⸗ Scheunen.. Von einem Dache wobei nur einige durchgehende Balken gebraucht werden Dritter Abſchnieckt. Materialien zur Bedeckung der Daͤcher... Von der Bedachung mit Brettern... Von Spließ⸗ und Schindeldaͤchern.. Von Bedeckung der Daͤcher mit eichenen Spaͤnen. 1. Von den Stroh⸗ und Rohrdaͤchern.. Strohdaͤcher ohne daß dabei Dachſtoͤcke gebraucht werden.. Von den Lehmſchindeldaͤchern uͤberhaupt.. Beſchreibung der erſten Art von Lehmſchindeldaͤchern.. Beſchreibung der zweiten Art... Von den ſogenannten Speckdaͤchern und Speckforſten.. Von den Ziegeldaͤchern.... Von Eindeckung der Bohlendaͤcher.. Von der Eindeckung mit ſogenannten Dachpfannen.. Vom Decken mit Blech und mit Kupfer... Von Bedeckung der Daͤcher mit Schiefer.. Von der ſogenannten Steinpappe zur Bedeckung der Daͤcher. Bierter AbſchnitL. Von den Schornſteinroͤhren unterm Dache. Von der Beſchaffenheit der Schornſteinroͤhren in Abſicht der zweckmaͤßigen Abfuͤhrung des Rauches. Von Auffuͤhrung der Schornſteinroͤhren in asſih der Dauerhaftigkeit und Feſtig⸗ keit derſelben.. Was ferner bei dem Bau der Schornſteinröhren zu beobachten iſt. Vom Ausſchneiden der Kehlbalken und Sparren wegen der Schornſteinroͤhren Von den Kuͤchenſchornſteinen, Rauchmaͤnteln und Feuerheerden. Von den Treppen..... Berechnung der Treppen.... Seite NA A N NN M RNAXANAUAXA½— KNRN AN ANAAXAN8NXdN N N 8NNAANo X 135 136 140 142 143 150 152 153 158 163 166 180 181 182 188 190 202 203 208 213 214 217 222 224 ——— VIII Inhalts⸗Anzeige. Weitere Umſtaͤnde, worauf bei Anlage der Von den Freitreppen und ihrer Konſtruktion Von der Konſtruktion der hoͤlzernen in den Vom Abputzen der Waͤnde mit Kalk Vom Rohren und Putzen der Decken Von den innern Deckengeſimſen. Vom aͤußern Abputz der Gebaͤude„ Von den Fußboͤden uͤberhaupt Von den gepflaſterten Von den hoͤlzernen Von Gypseſtrichen Von den Stubenoͤfen Bemerkungen uͤber das zur Ti Von der Tiſchlerarbeit und zw Von den Fenſtern Vom Verglaſen der Fenſter Von der Schloͤſſerarbeit * .Q 4 . und Holzwaͤnde *. 4 .*2 22„ 4* 1 2 . ſchlerarbeit anzuwendende Holz ar zuvoͤrderſt von den Thuͤren 2 * . 2 Zuſammenſetzung der Tiſchler⸗ und Schloͤſſerarbeit Vom Anſtreichen Zuſaͤtze und Nachtraͤge zu beiden Theilen * Treppen Ruͤckſicht zu nehmen iſt Gebaͤuden befindlichen Treppen 3 Seite NXNNXNNAUr „ 8A Erſter Abſchnitt. Von den Balkenlagen und Decken. §. 1. Verſchiedene Mathematiker und Naturkuͤndiger haben den Widerſtand oder die Tragbarkeit des Holzes, in mancherley Stellungen und Lagen, theils nach mathematiſchen Grundſatzen, theils nach angeſtellten Verſuchen, auszumitteln ſich bemuͤhet, indem ſie z. B. horizontal liegende Hoͤlzer belaſteten und die Laͤn⸗ gen von den aufliegenden Enden an, bis an die Stelle der Belaſtung, wo der Bruch zu erwarten ſtand, ingleichen die Hoͤhe oder Dicke dieſer Hoͤlzer, als zuſammengeſetzte Hebelsarme betrachteten, und in der Art bei Hoͤlzern von verſchiedenen Staͤrken oder Dicken, die Verhaͤltniſſe des Widerſtandes aufzufin⸗ den ſuchten. Wenn nun gleich die durch dergleichen Berechnungen und Verſuche herausgebrachte Reſultate nicht geradezu fuͤr jeden Fall in der praktiſchen Bau⸗ kunſt anwendbar ſind, vorzuͤglich weil die Beſchaffenheit des Holzes nicht uͤber⸗ all gleich, vielmehr gar ſehr verſchieden iſt, ſo bleibt doch gewiß, daß ſo wie uͤberhaupt, alſo auch hier dergleichen Theorien die Einſichten ungemein aufklaͤ⸗ ren, und daß ſie den Baumeiſter in vielen Stuͤcken zu einer gruͤndlicheren Beurtheilung der Entwuͤrfe, und der Anwendung des Holzes in den Gebaͤuden fuͤhren, als wenn alles nur ganz allein auf Erfahrungen beruhet. Der Vortrag dieſer Theorien gehoͤrt aber nicht zum Zweck dieſes Werks, und ich verweiſe daher in Abſicht der Lehren von dem Widerſtande des Holzes auf folgende Schriften: A Von dem Widerſtande oder der Tragbarkeir der Balken. ——;— Erſter Abſchnitt. Experiences pour connoitre la resistance des bois de chène et de sapin; par Parent, de l'année 1708. 1 Reflexions et experiences sur la force des bois par du Hamel, de l'année 1742. Memoires de l'academie royale des sciences traité de la force des bois par M. le Camus. 4 Experience sur la force du bois(de chéne) de l'année 1740 et 1741. Von dieſer letzten Abhandlung findet man eine deutſche Ueberſetzung in dem 5ten Bande des Hamburgſchen Magazins,(Hamburg 1750). Von Buͤffons Erfahrungen von der Staͤrke des Holzes, im Hamburgſchen Magazin, F5ter B. S. 179. Gleditſch Verſuche uͤber die Verhaͤltniſſe der Hoͤlzer bey ihrer Bearbeitung. In ſeinen ver⸗ miſchten Abhandlungen herausgegeben von Gerhard, zter B. S. 177. Belidors Ingenieur- Wiſſenſchaften, Iter Theil. Auch wird in Meinerts landwirthſchaftlicher Bauwiſſenſchaft 1ter Theil von S. 219. bis 248. das noͤthige uͤber die Staͤrke oder Feſtigkeit und den Widerſtand des Bauholzes nach Theorie und Erfahrungen gruͤndlich abgehandelt. Eins der Hauptreſultate der angeſtellten Verſuche und Forſchungen, iſt in Ruͤckſicht auf die Balken, im Allgemeinen dieſes,„daß der Widerſtand „zweier Balken von gleichen Laͤngen, verſchiedenen Breiten und Hoͤhen ſich ver⸗ „haͤlt, wie die Produkte aus ihren Breiten multiplizirt mit den Quadraten ih⸗ „rer Hoͤhen oder Dicken.. Es ſey z. B. ein Balken 20 Fuß lang, 8 Zoll breit und 18 Zoll hoch; ein anderer aber ebenfalls 20 Fuß lang, 12 Zoll breit und 12 Zoll hoch, beide alſo von gleich großen Durchſchnittsflaͤchen, oder welches bei glei⸗ chen Laͤngen einerley iſt, beide von gleichem kubiſchen Inhalte. Nun iſt das Quadrat der Hoͤhe des erſten Balkens von 18 Zoll,— 324; dieſes mit der Breite 8 Zoll multipliziret, giebt 2592. Das Quadrat der Hoͤhe des zweiten Balkens von 12 Zoll, iſt= 144; wird dieſe Zahl mit 12 Zoll, als die Breite des Balkens multiplizirt, ſo er⸗ haͤlt man das Produkt, 1728. Es verhaͤlt ſich alſo der Widerſtand des erſteren Balkens zu dem des zweiten, wie 2592 zu 1728; oder welches einerlei iſt, wie 3 zu 2, das iſt, der erſte Balken leiſtet halb einmal mehr Widerſtand als wie der zweite. Wendet man dieſe Formel auf die Vergleichung zwiſchen einer auf die hohe Kante geſtellten Bohle und auf ein quadratiſch bearbeitetes Holz von gleicher Durchſchnitts⸗Flaͤche, oder von gleichem kubiſchen Inhalte, weil beide Hoͤlzer gleich lang angenommen werden, an, ſo iſt der Unterſchied der Reſiſtenz noch auffallender. Eine Bohle ſey z. B. 18 Zoll breit(hier kann es fuͤr die Hoͤhe ge⸗ nommen werden) und 2 Zoll dick; der Balken aber 6 Zoll ins Gevierte; ſo Von den Balkenlagen und Decken. 3 verhaͤlt ſich nach obiger Berechnungsart, der Widerſtand der Bohle zu dem des Balkens wie 3 zu 1, das iſt, die Bohle kann auf die ſchmale Seite ge⸗ ſtellt, zweimal mehr Widerſtand leiſten als der Balken. Ob nun zwar auch dieſe Regel nicht immer ganz genau zutrift, ſo laſ⸗ ſen ſich doch viele nuͤtzliche Folgerungen daraus herleiten; denn wenn man es gleich in der Baukunſt, vorzuͤglich bey Haͤuſern, Bruͤcken ꝛc. ꝛc. ſelten mit ein⸗ zelnen Balken zu thun hat, ſondern die Belaſtung auf mehrere in gewiſſen Entfernungen gelegte Balken vertheilt wird*), da ferner dergleichen Balken⸗ lagen oder Gebaͤlke in den Gebaͤuden, auch noch die dazwiſchen befindlichen Decken zu tragen haben, ſo folgt doch aus obgedachten Theorien fuͤr die Kon⸗ ſtruction der Gebaͤude, der allgemeine Grundſatz; daß die auf die hohen Kan⸗ ten gelegte Balken ungemein mehr zu tragen vermoͤgen, als diejenigen, welche quadratiſch hehauen, oder die gar auf der breiten Seite gelegt worden**). *) Die Vertheilung der Laſt auf die Balken geſchieht vermoͤge der queer uͤber die Balken gelegten Bedielung. Man verſuche einmal durch Bewegung des Koͤrpers einen Balken zu erſchuͤttern, ehe die Bedielung geſchehen, ſo wird man die Erſchuͤtterung weit merklicher verſpuͤren, als nachdem der Dielenboden uͤber mehrere Balken weg gelegt worden, wo faſt gar keine Bewegung mehr zu verſpuͤren iſt. **) Man findet aber die Regel, die Balken auf die hohe Kante zu ſtellen, weder von den Bauenden noch von den Zimmerleuten jederzeit beobachtet, weil es eine ſorgfaͤltigere, und mithin auch eine Auswahl des etwas theuerern Balkenholzes erfordert, anderntheils, weil hochkantige Balken mit etwas mehrerer Genauigkeit bearbeitet werden muͤſſen, und endlich ſo wird auch eine Schwaͤchung der hochkantig geſtellten Balken beſorgt, weil die Falze zu den Staakhoͤlzern der Windelboden, ſodann von beiden Seiten in die ſchmale Seite der Balken eingehauen werden möuͤſſen. Da nun letzteres nicht ganz ohne Grund iſt, ſo ſollte man ſich leichterer Decken als der gewoͤhnlichen bedienen, wozu in der Folge die Anweiſung vorkommt. Eben ſo wenig, als die Balken auf die hohe Kante zu ſtellen, wird gemeiniglich auf die rechte Lage derſelben in Abſicht ihres Wuchſes geſehen; da die mehreſten Winde aus We⸗ ſten und Norden entſtehen, ſo haben die Baͤume von dieſer Seite her jederzeit eine Kruͤm⸗ mung; die Zimmerleute nennen dieſe Seite die Winterſeite des Holzes. Wenn nun die Bal⸗ ken ſo gelegt worden, daß die convexe Seite des Baumes oben koͤmmt, ſo tragen ſie weit ſtaͤrker als im umgekehrten Fall: denn wenn gleich die Balken nach der Schnur gerade gehauen werden, ſo behalten die Fiebern doch eine nach oben gekehrte Kruͤmmung. Man wird uͤberhaupt wohl thun, zu den Balken, als den Hauptſtuͤcken des Zimmer⸗Verbandes in einem Gebaͤude, in allen Faͤllen ſolches ſtarkes Holz anzu⸗ ſchaffen, daß die Balken die moͤglichſt groͤßte Hoͤhe bekommen koͤnnen; auch muß zu den Balken vorzuͤglich gutes, reifes oder voͤllig ausgewachſenes und trocknes Holz genommen werden. Das Holz iſt in der horizontalen Lage am ſchwaͤchſten und in der Mitte zum Zerbrechen am geneigteſten; wohingegen Holz, welches aufrecht ge⸗ ſtellet iſt, ſeinen groͤßten Widerſtand leiſtet. Man muß daher bey allen Verbindungen auf die Unterſtuͤtzung der horizontalliegenden Hoͤlzer, in oder neben ihrer Mitte oder eine ſonſtige Befeſtigung derſelben, in denen der Mitte nahe liegenden Punkten, zu A 2 ——————-—— Erſter Abſchnitt. verſchaffen bedacht ſeyn; bey dem ſenkrecht ſtehenden Holze iſt dagegen weniger Beſorg⸗ niß noͤthig, als ſich ſolche oͤfters durch die Wahl uͤberfluͤſſig ſtarker Hoͤlzer, und der zu nahe geſtellten Stiele oder Staͤnder, wirklich zu verrathen ſcheint, oder als ſolches eine einfaͤltige hergebrachte Gewohnheit mit ſich bringt, nemlich in den hoͤlzernen Waͤnden, faſt Stiel an Stiel zu ſetzen. Fuͤr das praktiſche bey dem Haͤuſerbau iſt uͤbrigens in Abſicht der Bal⸗ ken, aus Erfahrungen zu wiſſen hinlaͤnglich, daß eine Balkenlage, wenn die Balken 10 Zoll breit und 11 bis 12 Zoll hoch ſind, und dabey zwiſchen 3 bis 3½¾ Fuß weit von Mitte zu Mitte auseinander liegen, auf 16 bis 18 Fuß Laͤnge, ſamt dem Windelboden und der gewoͤhnlichen Belaſtung durch Mobi⸗ lien, auch bey der Erſchuͤtterung durch Gehen und andern ſtaͤrkern Bewegun⸗ gen, ohne Unterſtuͤtzung ſich erhalten koͤnnen ohne herunter zu ſacken. Weil aber, je mehr Balken in einer Balkenlage vorhanden, oder wel⸗ ches einerley iſt, je naͤher ſelbige aneinander gelegt ſind, die Laſt auf deſto mehr Balken vertheilt wird, und jeder einzelne deſto weniger zu tragen hat; ſo erfordert dies, bey ſtark zu belaſtenden Gebaͤuden, als beſonders bey Getrei⸗ de⸗Magazinen, die Balken nie weiter als 3 ½ Fuß, um aber auch wiederum nicht verſchwenderiſch zu ſeyn, ſie nicht unter 3 FJuß von Mitte zu Mitte aus⸗ einander zu legen. Bey dergleichen fuͤr beſtaͤndig oder doch auf lange Zeit ſtark zu bela⸗ ſtenden Balkenlagen, iſt auch immer auf den ſchon S. 8. des iſten Theils an⸗ gefuͤhrten Umſtand Ruͤckſicht zu nehmen; daß der Druck einer ruhenden Laſt fortwaͤhrend auf die Unterlagen oder Balken wuͤrket, weshalb man bey der⸗ gleichen Anlagen fuͤr die Sicherheit immer eher etwas zu viel als zu wenig thun muß. Bey Korn⸗Magazinen ſollten daher ſchon die Balken nicht uͤber 14 bis 15 Fuß lang ohne Unterſtuͤtzung ſeyn, und dennoch Balken von 9 Zoll breit und 12 Zoll hoch genommen werden: Der Nachtheil, welchen inſonderheit die Mauern der maßiven Gebaͤude, bei dem gering⸗ ſten Herunterſacken der Balken in ihrer Mitte, leiden, iſt bereits S. 242 des erſten Theils dieſes Handbuchs angefuͤhrt worden. Weil auch das Holz am Stammende der Baͤume dichter und ſchwerer iſt, als an dem Wipfel, oder ſogenannten Zopfende, ſo muͤſſen die Balken der⸗ geſtalt abwechſelnd gelegt werden, daß einer mit dem Stammende auf die Vor⸗ derfronte, und der folgende mit dem Zopfende auf dieſe Fronte geleget und immer mit den folgenden ſo gewechſelt werde, um die Laſt der Balken auf beyde Fronten gleichfoͤrmig zu vertheilen*). *) Aus Erfahrungen kann ich die Richtigkeit davon nicht behaupten, daß wenn man einen Balken der Laͤnge nach, in vier Stuͤcke von einander ſchneidet, und die Stuͤcke wi⸗ Von den Balkenlagen und Decken. 5 derſinnig gegen einander ſetzte, und mit Bolzen zuſammenfuͤgte, nemlich ſo, daß gegen das Stammende eines Stuͤcks, das Zopfende des andern und ſo wechſelſeitig alle vier Stuͤcke zuſammen gebracht wuͤrden, ein ſolcher Balken weit mehr zu tragen vermoͤ⸗ gend ſeyn ſoll, als in ſeinem natuͤrlichen Zuſtande. §. 2. Bey dem Entwurf zu den Balkenlagen bey Wohngebaͤuden, verſteht es ſich von ſelbſt, daß zufoͤrderſt an jedem Giebel ein Balken vorhanden ſeyn muß, und zwar bey hoͤlzernen Gebaͤuden unmittelbar auf den Giebelwaͤnden, bey maßiven Gebaͤuden aber wird der Giebelbalken(in den Balkenlagen uͤber die Stockwerke) einwaͤrts neben der Giebelmauer gelegt, wie ſolches in Fig. 1. C und D kl zeigt. Die Giebelbalken der Dachbalkenlagen werden aber bey maſſiven Gebaͤuden, um einen halben oder auch um einen ganzen Stein von der aͤußern Mauerflaͤche der Giebelwand einwaͤrts zuruͤck gelegt, wie Fig. 1, D, mn zeigt, nachdem man das Holzwerk gewoͤhnlich auf einen halben, zuweilen aber auch Entwurf zu den Balken⸗ lagen bei re⸗ gulairen Wohnge⸗ baͤuden. auf einen ganzen Stein vermauert, oder einen ſogenannten Brandgiebel dage⸗ gen auffuͤhren will.(man ſehe Seite 247, des 1ſten Theils) Demnaͤchſt muͤſſen auf alle Queer⸗ oder nach der Tiefe des Gebaͤudes laufenden Scheidewaͤnde, wenn ſolche von Holz verbunden ſind, Balken gelegt werden, welche zugleich den darunter ſtehenden Scheidewaͤnden zum Rahmſtuͤck dienen, d. i. die Stiele ſind in dieſen Balken eingezapft, und wenn oben wie⸗ derum Scheidewaͤnde darauf ſtehen, ſo vertritt der Balken die Stelle der Schwelle dieſer Waͤnde, worin die Stiele eingezapft ſind*). Bey maſſiven Gebaͤuden werden aber auf diejenigen queer laufenden Scheidemauern, worauf oben in den folgenden Stockwerken wieder Mauern ſtehen, keine Balken ge⸗ legt, weil ſonſt die obere Mauer auf dieſe Balken aufgefuͤhret werden muͤßte, welches den Nachtheil haben wuͤrde, daß, wenn der Balken verfaulte, wie ſol⸗ ches bei Hoͤlzern, die im Mauerwerk befindlich ſind, ſehr leicht geſchehen kann**), die darauf aufgefuͤhrte Mauer ſich ſenken und ſchadhaft werden koͤnn⸗ te; auch wuͤrde, da die Stackhoͤlzer in den Balken ſtecken, eine jede auf den Decken vorfallende Erſchuͤtterung, den Waͤnden mitgetheilt, wodurch ſelbige Riſſe bekaͤmen. Es werden demnach bey den vorgedachten maſſiven Scheide⸗ mauern, auf welche in den obern Etagen wiederum dergleichen zu ſtehen kom⸗ men, zu beiden Seiten Balken gelegt, welche man Streich⸗ oder Orthbalken nennt, wie F. 1. C, bey m, g, h, i zu ſehen. Auf diejenigen maſſiven Schei⸗ dewaͤnde aber, auf welche oben keine Mauern, ſondern nur hoͤlzerne Waͤnde zu ſtehen kommen, auch in dem Fall, wenn weder eine Mauer oder eine hoͤlzerne 6 Erſter Abſchnitt. Wand darauf zu ſtehen kommt, wird ein Balken mitten auf die untere Schei⸗ demauer gelegt. Da nun uͤber den Scheidewaͤnden des oberſten Stockwerks, gemeiniglich weiter keine maſſiven Scheidewaͤnde zu ſtehen kommen, weil der⸗ gleichen auf den Dachboͤden nicht befindlich ſind, ſo koͤnnen in der Balkenlage mitten auf jede quer laufende Scheidewand, einzelne Balken gelegt werden. *) Beilaͤufig iſt hier der Fall zu erwaͤhnen, wenn in alten oder ſchon ſtehenden Haͤuſern, Scheidewaͤnde nach der Quere oder nach der Tiefe des Gebaͤudes, zwiſchen den untern und obern Balken eingebracht werden ſollen. Es wuͤrde dabey nicht fuͤglich angehen, den Stielen unten und oben Zapfen zu geben, man macht alſo nur unten an die Stiele Za⸗ pfen, und in dem untern Balken Zapfenloͤcher, in welche die Stiele mit ihren Zapfen eingeſchleift werden; an den obern Balken wird in die Mitte eine Latte angenagelt und die Stiele in der Groͤße der Latte ausgeſchoren, d. i. ein ſo tiefer und breiter Einſchnitt darin gemacht, als die Latte ſtark iſt; gegen dieſe Latte werden nun die Stiele dergeſtalt ſeitwaͤrts eingebracht, daß die Latte ſich in der Mitte des Stiels oder in dem vorgedachten Ausſchnitte befindet; allenfalls koͤnnen die Laſchen an den Stiel auch noch an die Latte angenagelt werden, obgleich dieß nicht einmahl noͤthig iſt, denn nach der Laͤnge der Wand werden die Stiele durch die Riegel, und nach der Queere, durch die Latte in ihrem geraden Stande erhalten. **) Dieſerhalb muͤſſen auch keine Mauerlatten auf die Queerſcheidewaͤnde gelegt werden, die uͤberdem auf dieſen Waͤnden ſo uͤberfluͤſſig und unnuͤtz ſind, daß es ſcheinen ſollte, als wenn es deshalb keiner Erinnerung beduͤrfe; und dennoch habe ich nur kuͤrzlich dieſe ſonderbare Bauart bey einem neuen Bau bemerkt. Zwiſchen die vorgedachtermaßen auf oder neben die Scheidewaͤnde zu liegen kommende Balken, werden nun die uͤbrigen nach Verhaͤltniß der Schwere der anzubringenden Decken angeordnet: bei Windelboden koͤnnen ſie bei gehoͤri⸗ ger Staͤrke, 3 hoͤchſtens 4 Fuß weit von Mitte zu Mitte auseinander gelegt werden, wobey zu bemerken, daß wenn z. B. eine nicht durch die Tiefe des ganzen Gebaͤudes gehende Wand oder Scheidemauer, als op und ef, Fig. 1. B und D,. vorhanden waͤre,(vorausgeſetzt, daß ſie maſſiv iſt, und daß weiter keine darauf folgte) man die Balken op, und ef, Fig. 1. D, auf dieſe Wand legen kann. Ein gleiches muß bei hoͤlzernen Waͤnden geſchehen, da denn die Stiele der unterſtehenden Wand zugleich in den Balken eingezapfet werden. Man hat ſich hiebei nicht daran zu kehren, ob ein ſolcher Balken um einige Zoll weiter oder naͤher gegen einen andern Balken, als z. B. od, zu liegen kommt: denn wollte man die Eintheilung ſtrenge auf 3 ¾ oder 4 Fuß machen, und es traͤfe alsdenn kein Balken auf die Wand ef, ſo muͤßte doch noch beſonders einer darauf gelegt werden, um der Wand ein Rahmſtuͤck zu verſchaffen, oder, wenn von maſſiven Scheidemauern die Rede iſt, die Decken⸗ ſtacken darin einſtecken zu koͤnnen, weil es nicht wohl angeht, die maſſiven Waͤnde unter die Deckenfelder zu ſtellen, oder ſelbige daruͤber weggehen zu laſ⸗ ha der Von den Balkenlagen und Decken. 27 ſen, ſondern es muß jederzeit ein Balken auf den maſſiven Queerwaͤnden lie⸗ gen, wenn nemlich oben keine maſſive Wand auf die untere folgt. Eben ſo erfordert oͤfters die Anlage der Treppen, oder der Schornſteine, ſich darnach mit den Balkenlagen zu richten: weil es aber nicht jederzeit ange⸗ het, die Balken dergeſtalt zu disponiren, daß ſie nicht in Abſicht der zwiſchen ſich zu tragenden Deckenfache zu weit oder zu nahe aneinander zu liegen kom⸗ men moͤchten, indem ſie zugleich vor den Treppenoͤfnungen, Schornſteinroͤhren, Brandmauern und dergl. vorbeigehen ſollen; ſo muͤſſen dieſerhalb zuweilen Bal⸗ ken abgeſchnitten, oder nach der Kunſtſprache vertrumpfet werden, das heißt, es wird einer oder auch einige nebeneinander liegende Balken abgeſchnitten, und von einem der an den Seiten ganz gebliebenen Balken bis zum an⸗ dern ein Queerholz ab und ab Fig. 1. C. eingelegt, welches ein Wechſel ge⸗ nannt wird, und worin einer oder mehrere abgeſchnittene oder vertrumpfte Bal⸗ ken eingezapft werden. Man ſieht leicht ein, daß es vorzuͤglich noͤthig iſt, zu einem ſolchen Wechſel ein ſtarkes und geſundes Stuͤck Holz zu nehmen, auch muß vorgedach⸗ ter Wechſel bey a und b, ſo wohl als der vertrumpfte Balken, nicht bloß mit einem gewoͤhnlichen Zapfen, ſondern mit einem ſogenannten Bruſtzapfen oder Verſatzung nach Fig. 2, in den Wechſel eingelaſſen werden. Aus dieſen Figuren, wo die untere den Wechſel, und den darin geſteck⸗ ten Balken von oben, die daruͤber befinliche Figur aber, alles von der Seite vorſtellet, wird man leicht bemerken, daß hier nicht der Zapfen allein, ſondern ein Theil der halben Dicke des vertrumpften Balkens auf dem Wechſel auf⸗ liegt. Es iſt beſonders noͤthig, daß dieſe Arbeit genau und fleißig gemacht werde, denn bei einer nachlaͤßigen Bearbeitung der Verzapfung, oder bei ent⸗ ſtehender Schadhaftigkeit des Wechſels, wuͤrden die vertrumpften Balken, da ſie ſonſt kein Auflager, als mit dem einen Ende auf die Hauptmauern haben, ſamt den darin angebrachten Decken herunterſchlagen, wie dergleichen nicht ohne Beiſpiel iſt*). *) Bei etwas waldkantigen Balken, pflegt man auch wohl die obere Kante des Wechſels ab⸗ zuſchraͤgen und den Trumpfbalken ebenfalls oben uͤber den Zapfen ſchraͤge zu bearbeiten, damit derſelbe mit dieſer Laſche, außer dem Zapfen, noch eine Auflage auf den Wechſel erhaͤlt. Bey Gebaͤuden, welche eine groͤßere Tiefe, als die Laͤnge der Fronte haben, als Fig. 3, kann man zur Erſparung der längern Balken, zwiſchen den Etagen mit der Fronte parallel laufende kuͤrzere Balken legen, wie die Li⸗ 8 Erſter Abſchnitt. nien ab, ab zeigen; nur muß ſolches nicht mit den Dachbalken Fig. 3. B ge⸗ ſchehen, wenn nicht auch der Giebel auf der ſchmalen Fronte befindlich iſt, ſon⸗ dern das Dach nach dieſer ſchmalern Seite des Gebaͤudes zu, ſeinen Abfall haben ſoll, weil ſonſt lauter ſogenannte Stichbalken gh angebracht werden muͤßten, worin die Sparren nicht mit Sicherheit ſtehen. Bei dem Gebäͤlke iſt alſo vorzuͤglich dahin zu ſehen, daß ſo wenige Balken als moͤglich durchgeſchnitten oder vertrumpft werden, ſondern daß ſie durchgehen, damit auf jedem Ende derſelben eine Sparre, oder daß immer ein paar Sparren gegeneinander auf einen ganzen Balken zu ſtehen kommen koͤnnen, indem dadurch nicht nur ein Gleichgewicht der in entgegengeſetzten glei⸗ chen Richtungen zuſammengeſtellten Sparren entſtehet, ſondern weil es uͤber⸗ haupt ohnmoͤglich iſt, daß irgend eine Kraft, einen ganzen Balken der Laͤnge nach, zerreißen oder auseinander ſchieben koͤnne, wohingegen es nur zu leicht moͤglich iſt, daß ein zerſchnittener oder vertrumpfter Balken, durch den Schub der Sparren herausgeſchoben werden kann, weshalb alſo auch in dem vorge⸗ dachten Fall, die Dachbalken nach Fig 3. C nach der Tiefe des Gebaͤudes ik, ik gelegt werden muͤſſen. Um uͤberhaupt das Ausſchneiden der Dachbalken moͤglichſt zu verhuͤten, ſind alſo vorzuͤglich die Bodentreppen ſo anzulegen, daß die Oefnung nicht queer durch das Gebaͤlke trift, wie Fig. 5, ſondern daß der Treppenausgang mit den Balken parallel, oder zwiſche, zwey Balken zu liegen kommt, wie in Fig. 6 zu ſehen. Zu dem nachtheiligen Vertrumpfen vieler Dachbalken, wuͤrde man auch alsdann genoͤthiget ſeyn, wenn wie in Fig. 1. A und B, die Trep⸗ pen uͤbereinander liegen, und große Treppenloͤcher gelaſſen werden muͤſſen; wel⸗ che Anlage daher bei den Bodentreppen zu vermeiden iſt. Aus eben angefuͤhrten Urſachen wuͤrde es auch vorzuͤglich gut ſeyn, die Schornſteinroͤhren hintereinander in die Queer⸗Scheidewaͤnde, wie Fig. 1. D zu legen; weil ſolches aber zuweilen andere Unbequemlichkeiten verurſacht, die in der Folge vorkommen werden, ſo iſt man oft genoͤthiget die Roͤhren gegeneinander in die Mittelwaͤnde, nach der Laͤnge derſelben anzubringen. Um auch alsdenn das ſchaͤdliche Vertrumpfen vieler hintereinander liegender Dachbalken zu ver⸗ meiden, muß man die Roͤhren ſo disponiren, daß zwiſchen einigen, ganze Bal⸗ ken durchgehen, dergeſtalt daß nur ein bis zwey nebeneinander liegende Balken vertrumpft verden duͤrfen.. Anm. Wenn die Roͤhren in die Mittelwaͤnde gelegt werden, pflegt es auch wohl zu geſchehen, daß die Rauchfangshoͤlzer der Kuͤchen, mit den eiſernen Bolzen an abgetrumpfte Balken angehaͤngt werden, welches man aber zu verhuͤten ſuchen muß. Das Da ☛—2—— Von den Balkenlagen und Decken. 9 Das Vertrumpfen iſt indeſſen in den Balkenlagen der Etagen bei wei⸗ tem ſo ſchaͤdlich nicht, als in den Dachbalkenlagen, wegen des Schiebens der Sparren, wovon ſo eben die Rede geweſen. In den Balkenlagen uͤber den Etagen iſt es nicht einmal noͤthig, daß alle Balken ganz durchgehen, ſondern es koͤnnen wenn nur einige und beſonders die auf den Pfeilern zwiſchen die Fenſter treffende Balken durchgehen, um die Mauern daran zu ankern, als in Fig. 4. ab, ab, die Zwiſchenbalken auf die Mittelwand geſtoßen werden. Man kann auch ſo gar anſtatt der Zwiſchen⸗Balken, Bohlen hochkantig in die Balken einlaſſen, wie in eben gedachter Figur vorge⸗ ſtellet iſt; nur die Dachbalken muͤſſen wegen des Schiebens der Sparren ganz durchgehen*). Wird dieſes erfuͤllt, ſo iſt die Meinung, daß die Daͤcher uͤber⸗ haupt, auf die Außenwaͤnde ſchieben, und zwar deſtomehr je flaͤcher ſie ſind, ganz ungegruͤndet; das mehr oder mindere Schieben der Sparren, nach der flachern oder ſteilern Lage derſelben, findet nur in den Zapfenloͤchern der Spar⸗ ren in den Balken, ſtatt. Auf die Mauern hat ſolches bei ganzen Balken gar keine Wuͤrkung, ſondern ein Dach mit ganzen Balken und den darauf ſtehen⸗ den Sparren, iſt im Ganzen als ein liegendes Prisma anzuſehen, welches bloß einen ſenkrechten Druck auf die Mauern und Waͤnde ausuͤbet. *) Es kann Faͤlle geben, wo Gebaͤude eine außerordentliche Tiefe erfordern, z. B. die Remi⸗ ſen fuͤr das Artillerie-Fuhrwerk in Koͤnigsberg in Preußen mußten nach dem Muſter der Berliniſchen, 54 Fuß tief erbauet werden. Ob es nun zwar hier ſo wohl als viel⸗ leicht an anderen Orten nicht unmoͤglich geweſen ſeyn wuͤrde, lauter ſolche lange Bal⸗ ken zu verſchaffen, ſo waͤre es doch mehrentheils zu koſtbar und man hat ſich daher be⸗ gnuͤgt, ſo wie bei den Berliniſchen Remiſen, bei den Dachbalkenlagen nur zu den Bin⸗ dern, das iſt immer den 4ten Balken, von einer Laͤnge zu nehmen, die uͤbrigen aber vermittelſt ſtarker eiſerner Klammern, an ihren Stoͤßen zu befeſtigen. Die Manſarde⸗ oder gebrochene Daͤcher, womit dieſe Gebaͤude verſehen ſind, ſchieben indeſſen auch nicht ſo ſehr als die Sparren der gewoͤhnlichen Daͤcher, weil bei Manſarde⸗Daͤchern, die Sparren des untern Theils weit ſteiler ſtehen, als die Sparren bey geraden Daͤchern. Wenn der Raum zwiſchen zwei Balken zu einer aufgehenden Treppe zu ſchmal ſeyn ſollte, ſo hindert es nicht, den Balken einige Zoll tief auszu⸗ ſchneiden, wie Fig. 6. zu ſehen, oder denſelben ſo weit es die Oefnung erfordert, etwas von ſeiner Breite zu benehmen, wenn nur die Hoͤhe deſſelben verbleibt, und ein ſolcher Balken im Dachgebaͤude durch die ganze Tiefe des Gebaͤudes in einer Laͤnge durchgeht. Eben dieſes Ausſchneiden eines Balkens an einer Seite, kann bei den vorhingedachten, gegen die Queerſcheidewaͤnde liegenden ſo genannten Orthbalken, an den Stellen wo Roͤhren in dieſen Waͤnden liegen, Fig. 1. D. nöthig ſeyn, damit das Holz ſelbigen nicht zu nahe komme. Auch B 10 Erſter Abſchnitt. da, wo andere Balken gegen Roͤhren liegen, kann der Raum zu den Roͤhren dergeſtalt durch das Ausſchneiden der Balken erweitert werden, daß ſie weit genug vom Holze abbleiben, d. i. 5 Zoll von der aͤußern Seite der Roͤhren. Bey dem Entwurf einer Dachbalkenlage, iſt ferner folgendes zu beobachten; bekoͤmmt das Gebaͤude gerade aufgehende Giebel, und es iſt von Holz, ſo kommen die Giebelbalken auf die Giebelwaͤnde, alſo mit der aͤußern Flaͤche der Giebelwand gleich, zu liegen, in welchen Giebelbalken auch die untern Wandſtiele und die Stiele des obern hoͤlzernen Giebels eingezapft ſind. Man ſiehet aber nur gar zu oft, beſonders bei freiſtehenden Gebaͤuden, und vorzuͤglich, wenn die Giebel nach der Wetterſeite gerichtet ſind, daß der⸗ gleichen Giebelbalken ſchadhaft werden, weil ſelbige, durch das viele Einlochen zu den Zapfenloͤchern der untern und obern Stiele geſchwaͤcht werden, wobei das Waſſer zu viele Gelegenheit findet, in die Zapfenloͤcher einzudringen, und die Giebelbalken in Faͤulniß zu bringen. Es iſt aber bekannt, wie koſtbar und ſchwer es iſt, neue Giebelbalken einzubringen, daher es beſſer ſeyn wuͤrde, die untere Wand mit einem beſondern Rahmſtuͤcke zu verſehen, darauf nach Fig. 7. A und B unter gehoͤriger Unterſtuͤtzung des Balkens, ein vertrumpftes oder Stichgebaͤlke x anzubringen, und darauf eine Schwelle v zu legen; dieſe erhielt zwar eine hoͤhere Lage als die andern Balken, auch wuͤrde dadurch verurſacht, daß die Sparren etwas weiter als ſonſt von den Balkenkoͤpfen zu⸗ ruͤcktreten; bei Anwendung etwas laͤngerer Aufſchieblinge koͤnnte aber demohn⸗ geachtet kein Nachtheil durch das vorgedachte entſtehen. Es ließe ſich dieſes auch bey hoͤlzernen Gebaͤuden von mehreren Stock⸗ werken, in den Balkenlagen der Stockwerke mit Nutzen bewerkſtelligen, wie ſol⸗ ches aus vorgedachten Figuren zu erſehen iſt. Will man aber bey der alten Gewohnheit bleiben, ſo iſt doch wenig⸗ ſtens rathſam, zu den Giebelbalken, vorzuͤglich ſtarkes, kernichtes und dauerhaf⸗ tes Holz zu waͤhlen, auch den Balken etwas vorſtehen zu laſſen, und eine Ab⸗ waͤſſerung daran anzubringen, d. i. die obere Kante des Balkens ſchraͤge ab⸗ zuſtoßen. Bei maſſiven Gebaͤuden, werden die Giebelbalken, wie bereits angefuͤh⸗ ret, mit ihrer aͤußern Flaͤche, um die halbe, auch wohl zuweilen um die ganze Laͤnge eines Ziegelſteins, von der aͤußern Giebelflaͤche zuruͤck gelegt, um gegen den hoͤlzernen Giebel her, eine maſſive Vormauer auffuͤhren zu koͤnnen. Naͤchſtdem muß in der Dachbalkenlage auf jeder unter derſelben befind⸗ lichen Queerwand, ſie ſey von Holz oder maſſiv, ein Balken zu liegen kommen, Von den Balkenlagen und Decken. 11 und der Unterſchied, daß bei den Scheidewaͤnden in maſſiven Gebaͤuden zwey Balken gegen die Scheidewaͤnde zu liegen kommen, faͤllt hier weg, weil wei⸗ ter keine aufſtehende Mauer folgt. Die uͤbrigen Balken zwiſchen dieſen wer⸗ den, wie vorhin bei den Balkenlagen über die Etagen angewieſen worden, ein⸗ getheilt, und zwar bei Wohngebaͤuden nach Maaßgabe derjenigen bereits ange⸗ gebenen Weiten, welche die Windelboden zulaſſen. Die Eintheilung der Dachbalken beſtimmt zugleich die Stellung der Sparren. Nun trift es ſich bei den Ziegeldaͤchern ſo vortheilhaft, daß die fuͤr Windelboden angemeſſene Entfernung der Balken von 3 bis 3 ½ Fuß zugleich diejenige Auseinanderſtellung der Sparren iſt, welche ſich fuͤr Ziegeldaͤcher ſchickt. Allein bei den leichtern Stroh⸗ und Rohrdaͤchern, koͤnnen die Sparren 5 bis 6 Fuß aus einander geſtellet werden. Wollte man aber auch die Bal⸗ ken ſo weit aus einander legen, wenn Windelboden dazwiſchen kommen, ſo wuͤrde dieß zu viel gewagt ſeyn, weil dergleichen Decken ſich in ſolcher Breite zwiſchen zwey Balken, nicht erhalten koͤnnen. Einige Baumeiſter legen daher bei dergleichen mit Stroh⸗ oder mit Rohrdaͤchern zu bedeckenden Wohngebaͤuden, die Balken 3 ¾ bis 4 Fuß weit auseinander, ſetzen aber nur auf einem Balken um den andern, ein paar Spar⸗ ren, ſo daß die Sparren 7 bis 8 Fuß weit auseinander zu ſtehen kommen, welches wiederum, ſelbſt um die leichten Stroh⸗ und Rohrdaͤcher zu tragen, etwas zu viel iſt. Am rathſamſten bleibt es alſo, die Balken von ſtarkem und geſundem Holze 3 ¾ bis 4 Fuß auseinander zu legen, und auf jedem ein paar Spar⸗ ren aufzuſetzen, denn wenn gleich auf dieſe Weiſe die Sparren fuͤr Stroh⸗ und Rohrdaͤcher etwas naͤher aneinander zu ſtehen kommen, als die Schwere einer ſolchen Bedeckung es erfordert, ſo iſt es doch immer beſſer, etliche Stuͤcke ſchwa⸗ ches Holz mehr zu verwenden, als um ſolches zu erſparen, die Balken und Sparren zu weit auseinander zu bringen, und deshalb der Dauerhaftigkeit in Abſicht des moͤglichen Herunterſtuͤrzens der Windelboͤden zu nahe zu treten. Anm. Da man ſich doch auch wohl mit der Zeit der Lehmſchindeldaͤcher mehr bedie⸗ nen wird, welche bei ihren uͤbrigen uͤberwiegenden guten Eigenſchaften, freilich etwas ſchwerer ſind, als die gewoͤhnlichen Stroh⸗ und Rohrdaͤcher, ſo wird dieſe Sparrenweite zugleich fuͤr erſtgedachte Daͤcher gerade angemeſſen ſeyn. Bey Gebaͤuden, welche keine Windelboden bekommen, auch ſonſt nicht große Laſten tragen ſollen, ſondern wo die Balken nur mit Brettern belegt, oder die Faͤcher zwiſchen ſelbigen gar offen bleiben, richtet ſich die Weite zwiſchen B 2 Von der Dispoſition der Balken bei Scheu⸗ nen. 12 Erſter Abſchnitt. die Balken, lediglich nach der Weite der Sparren, d. i. bei Ziegeldaͤchern koͤn⸗ nen Balken und Sparren 3 ½, bey Stroh⸗ und Rohrdaͤchern aber 5 ½¾ bis 6 Fuß weit auseinander ſeyn. Auch brauchen in dieſem Fall, die Balken nicht einmal alle durchzuge⸗ hen, ſondern es kann einer um den andern ausgewechſelt werden, beſonders bei Ziegeldaͤchern, wo die Sparren nur 3 ½ Fuß auseinander zu ſtehen kommen. §. 3. Unter den oͤkonomiſchen Gebaͤuden ſind die Scheunen diejenigen, welche ihrer Beſtimmung nach, keinen Boden gebrauchen, ſondern das eingebrachte und unausgedroſchene Getreide iſt vom Grunde an, auf unterlegten Stangen oder loſem Strauchwerk, damit es nicht unmittelbar auf der Erde liege, in den Pan⸗ ſen oder Taſſen bis unter das Dach aufgeſtapelt. Balken ſind alſo bei dieſen Gebaͤuden hinderlich, und der Landwirth wuͤnſchet Scheunen, ohne ir⸗ gend einen derſelben in den Panſen oder Taſſen zu haben. Es ſind aber einige Balken ſchlechterdings nothwendig, einmal, um, wenn die Scheune von Holz iſt, die Holzwaͤnde zuſammen zu halten, anderntheils aber, um bei maſſiven Scheu⸗ nen die ohnedem hohen Umfangsmauern derſelben zu ankern. Die uͤbrigen Bal⸗ ken werden ausgeſchnitten, nur muͤſſen die Wechſel, worin dieſe eingezapft ſind, an und fuͤr ſich nicht zu lang werden, das iſt, nicht uͤber 1— 16 Fuß lang ſeyn, weil ſie ſonſt theils von ihrer eigenen Laſt, auch weil das Getreide ſich darauf haͤngt und ſie beſchwert, dadurch herunterbiegen wuͤrden, weshalb in einer ſolchen Weite durchgehende Balken vorhanden ſeyn muͤſſen, worin die Wechſel gelegt werden koͤnnen. Man erreicht dies am beſten, wenn die Scheunen⸗Panſen oder die Ten⸗ nen nicht uͤber und nicht unter 30 bis 34 Fuß lang gemacht werden. Dies iſt auch: 1) eine von Landwirthen anerkannte, dem wirthſchaftlichen Gebrauch ange⸗ meſſene Laͤnge, wobei es nicht zu beſchwerlich faͤllt, das Getreide vom Scheunenflur bis an das Ende eines ſolchen Taſſes zu bringen. 2) Bekoͤmmt das Gebaͤude alsdenn nicht laͤnger als auf 30 bis 40 Fuß frei⸗ ſtehende Waͤnde, ſondern es erhaͤlt durch die mit Strebebaͤndern verſehenen Taßwaͤnde, Fig. 8 B, und wenn zwei Scheunen⸗Taſſe zuſammenſtoßen, wie Fig. 8 C, durch die eben ſo verbundene Mittelwand ab zwiſchen zwef Taſſen,(welche nicht wegbleiben darf, obgleich das Fachwerk in ſelbiger o⸗i fen ſeyn kann,) hinlaͤngliche Gegenſtrebung. Die Scheunen erhalten eine Von den Balkenlagen und Decken. 13 anſehnliche Hoͤhe gemeiniglich von 12 bis 14 Fuß, und alſo wuͤrket nicht nur der Sturmwind ſehr auf ſelbige, ſondern das unausgedroſchene Getreide verurſachet auch einen ſtarken Seitendruck auf die Waͤnde, und die Er⸗ fahrung hat gelehrt, daß laͤngere als 30 bis 34 Fuß freie, ohne Gegen⸗ ſtrebung erbaute hoͤlzerne Scheunenwände, durch die Sturmwinde her⸗ einwaͤrts, oder durch den Druck des Getreides herauswaͤrts gedruͤckt oder ausgebauchet worden ſind. Anm. Kaum ſollte man es glauben, wie groß der Seitendruck loſer auf einander gelegter Koͤrper iſt. So ſiehet man z. B. Salz⸗Magazine, worin loſes Salz gegen die Waͤnde geſchuͤttet iſt, auch Torfſchuppen, wo die Waͤnde in der Mitte ganz krumm gebo⸗ gen waren; außer guten Ankerbalken iſt es daher noͤthig zu den Stielen in den Waͤn⸗ den ſolcher Gebaͤude, gutes breites Halbholz zu nehmen, und die breiten Seiten queer auf die Schwellen, die ſchmalen Seiten aber mit der Flucht der Waͤnde zu ſtellen. Zu den Bundſtaͤndern kann allenfalls ganzes recht ſtarkes Holz genommen werden. Durch den mehrern Widerſtand, welchen dergleichen ſtarke, oder die mit der ſchmalen Seite gegen den Druck gekehrten Stiele leiſten, kann dem Ausbruche ſolcher Waͤnde zu⸗ vorgekommen werden. 3) Kommen uͤber einen ſolchen Taß 5 Sparren, 5 bis 5 ½ Fuß von ein⸗ ander entfernt, zu ſtehen, Fig. 8. A. welches den Stroh⸗ und Rohrdaͤ⸗ chern angemeſſen iſt.(Sollte eine Scheune mit Ziegeln gedeckt werden, welches jedoch nicht rathſam iſt, weil dieſe Daͤcher bey aller Vorſicht ſo trocken nicht halten, als wie die Stroh⸗ und Rohrdaͤcher, ſo wuͤrden 7 Sparren uͤber den Taß geſtellet werden muͤſſen.) 4) In beiden Faͤllen koͤnmt gerade in die Mitte ein durchgehender Spann⸗ balken, welcher(wie man in der Folge ſehen wird) auf einen oder wenn das Gebaͤude anſehnlich breit iſt, auf zwey hochkantig gezimmerte Unter⸗ zuͤge ab, lieget, welche wiederum in c und d auf Stielen ruhen, auch mit Stuͤtzbaͤndern gehoͤrig verſehen ſeyn muͤſſen. 5) Werden die Wechſel gh, ik, 1m und no, worin die Stichbalken ſtecken, nicht uͤber 15— 16 Fuß lang, ſo daß wenn ſie nicht an ſich zu ſchwach ſind, ſie ſich in dieſer Weite ohne einzubiegen erhalten koͤnnen. Bey dieſer Gelegenheit iſt wieder in Erinnerung zu bringen, daß das Holz in der horizontalen Lage, am ſchwaͤchſten iſt, daher ſo wie vorher bei den Balken bemerkt worden, dieſe Wechſel nicht weiter frei oder ohne Unterſtuͤtzung liegen muͤſſen, als die Erfahrung lehret, daß ſolches ohne einzubiegen geſchehen kann, das iſt 15— 16 Fuß. Das Einbiegen der Wechſel iſt auch bei Scheunen um ſo eher zu beſorgen, weil wie ſchon vorhin geſagt worden, das Getreide ſich darauf aufhaͤngt. 14 Erſter Abſchnitt. Anm. Noch mehr iſt bei den horizontalen Hoͤlzern dahin zu ſehen, daß ſie nicht zu weit frey liegen, wenn andere Hoͤlzer darauf ruhen, welche von erſteren unterſtuͤtzt werden ſollen, z. b. die Unterzuͤge ab unter die Balken. Aus der Vernachlaͤßigung der gehoͤrigen unterſtuͤtzung der Unterzuͤge, wenn nemlich die Stiele dabei zu weit aus einander geſtellt werden, entſtehet mehrentheils die ſo vielfaͤltige Verſackung der Balkenlagen und des ganzen ubrigen Zimmerverbandes eines Gebaͤudes. Einige pflegen die Wechſel wegzulaſſen, ſo daß die Stichbalken nach Fig. 9. A. hinten frey bleiben, welches aber nicht taugt; noch weniger kann es gut geheißen werden, die Sparren bloß auf das Rahmſtuͤck der Wand, nach der Zimmermannsſprache aufzuklauen wie Fig. 9. B. Man ſieht leicht ein, daß dadurch die Waͤnde durch die Sparren herauswaͤrts geſchoben werden. Die zwey Balken uͤber die gewoͤhnlich 15 Fuß breite Dreſchdiele oder den Scheunenflur, werden nicht durchſchnitten, damit die Leute beim Abladen des untergefahrnen Getreides darauf ſtehen koͤnnen, Fig. 8. A, zuweilen ſind ſie jedoch auch in der Mitte ausgetrumpft*), Fig. 8. D. *) An einigen Orten werden die Scheunen⸗Flure der Laͤnge nach in die Mitte, auch wohl vorlaͤngſt an der Vorderwand, und nicht in der Breite der Scheunen, angebracht; erſte⸗ res erfordert ſehr tiefe Gebaͤude und folglich ſehr lange Balken; bei letztgedachter Bau⸗ art wird aber der Verband nach der Tiefe des Gebaͤudes gaͤnzlich aufgehoben, indem die lange Vorderwand durch nichts als durch die aufgekaͤmmte Balken, hoͤchſtens durch Anker⸗ ſchwellen gehalten wird; dergleichen Scheunen koͤnnen ſehr leicht vom Sturmwind um⸗ geworfen werden, weshalb der Baumeiſter dieſe Einrichtung der Scheunen, ob ſie gleich an einigen Landwirthen ihre Vertheidiger findet, nicht billigen kann. H. 4. In dem vorherigen iſt gezeigt worden, wie die Giebelbalken, und dieje⸗ Danſdaibe nigen, welche auf die Queerſcheidewaͤnde zu liegen kommen, bei Gebaͤuden mit lagen bei geraden Giebeln, ihre beſtimmte Lage erhalten, und daß die dazwiſchen liegen⸗ ganzen und de Balken ſich nach dem Windelboden und der Eindeckung, oder nach der die⸗ bauend, ſerhalb noͤthigen Entfernung der Sparren von einander, richten muͤſſen. chern. Wenn aber ein Dach Fig. 10 A mit ganzen oder Fig. 10 B mit halben Walmen verſehen werden ſoll, ſo muͤſſen in jedem Fall noch zwei Bal⸗ ken ihre genau beſtimmte Lage erhalten, nemlich diejenigen unter ab und cd, worauf dasjenige Dachgeſparre ſtehet, an welches die ganzen oder die halben Walme anfallen. Anm. Was ganze und halbe Walmdaͤcher ſind, iſt ſchon im erſten Theil erklaͤrt worden. Den Daͤchern giebt man gemeiniglich die halbe Tiefe oder Breite des Gebaͤudes zur Hoͤhe; ſoll nun, wie es eigentlich ſeyn muß, der Abhang des Daches auf den Walmſeiten, dem der langen Dachflaͤche gleich werden, ſo iſt Von den Balkenlagen und Decken. 15 natuͤrlich, daß die Laͤnge eg im Grundriſſe, der Laͤnge gh, oder der halben Tiefe des Gebaͤudes gleich ſeyn muß, und daß daſelbſt die aͤußere Seite des Balkens hgk beſtimmt befindlich ſeyn muß, weil der Anfallspunkt a des Wall⸗ men dahin trift.(m. ſ. den Aufriß) Bey den Daͤchern mit halben Walmen, muß die halbe obere Breite ef des geraden Giebels, im Grundriſſe aus g in h getragen werden, woſelbſt der Balken liegen muß, worauf die Sparren zu ſtehen kommen, an welchen der Anfallspunkt o des Walmen zutrift. Sollte aber die uͤbrige Einthei⸗ lung des Gebaͤudes es nicht erlauben, die Balken ſo zu legen, daß der An⸗ fallspunkt der Walme ganz genau um die halbe Breite des Gebaͤudes, ſon⸗ dern etwas mehr oder weniger vom Giebel entfernt ſey, ſo hindert das eben nicht, nur muͤſſen die Anfallspunkte beider Giebelſeiten des Daches gleich weit von dem Giebel ab, befindlich ſeyn*). *) Man wolle dieſe Anweiſungen und Erinnerungen wegen ihrer Simplizitaͤt nicht als et⸗ was uͤberfluͤſſiges anſehen, und glauben, daß wohl kein Zimmermann dawider fehlen moͤchte; ein Beiſpiel hat mich kuͤrzlich von dem Gegentheil belehret, indem die Balken⸗ lage ohne Ruͤckſicht auf die Walme abgebunden war, und nach der Aufrichtung zeigte ſich, daß der Walm auf der einen Seite des Gebaͤudes eine ſchraͤgere Lage hatte, als der Walm auf der andern Seite; der Mißſtand ſiel zu ſehr auf; es konnte ſo nicht bleiben, ſondern man mußte auf den Kehlbalken etwas ſonſt unregelmaͤßiges aufbauen, um den richtigen Anfallpunkt fuͤr den Walm zu verſchaffen. §. 5. Bey den ganzen Walmdaͤchern wuͤrde es ſehr nachtheilig werden, wenn man die Seiten⸗ oder Walmſparren auf die Giebelwaͤnde oder Giebelmauern ſtellen wollte, indem dieſe durch den Schub der Sparren herausgeſchoben wer⸗ den koͤnnten. Es muͤſſen alſo in einem durchgehenden Balken um zufoͤrderſt die ſo genannten Grad⸗Stichbalken ab und ocd, Fig. 6, nach der Richtung aus den Ecken oder Winkeln des Gebaͤudes auf den vorhin gedachten Anfallpunkt e, des Walmen, gezeichnet werden. Auf dieſe Stichbalken kommen die ſogenannten Gradſparren, welche die Ecken des Daches formiren, und die man ſich vorlaͤufig nach der perſpektiviſchen Zeichnung, Fig. 11 in ef und eh, vorſtellen kann. Nächſtdem ſind zwiſchen den vorgedachten Grad⸗Stichbalken, die ordinairen Stichbalken 1, 1, 1, 1, welche in den Hauptbalken nm, mit Zapfen befe⸗ ſtiget, auf Mauerlatten aufgekaͤmmet, welche, im Fall daß ganze Wal⸗ me anzubringen, bei dem Dachgebaͤlke auch auf die Giebelmauern gelegt wer⸗ den. Um aber das Ausweichen des Balkens um durch den Schub der Spar⸗ ren auf die Stichbalken, zu verhuͤten, koͤnnen allenfalls auch auf die Coridor, Von Stich⸗ und Grad⸗ balken. 16 Erſter Abſchnitt. oder auf die Mittelwand, Mauerlatten gelegt werden, wie bei Fig. 6. zu⸗ ſehen, wodurch der Balken um mit den uͤbrigen verbunden wird. Weil nun die Sparren auf die Stichbalken ſehr ſchieben, ſo koͤnnten ſelbige wohl in den Balken mi mit ſchwalbenſchwanzfoͤrmigen Zapfen, Fig. 12, eingelaſſen, und dabei auch noch mit eiſernen Klammern befeſtiget wer⸗ den. Die Gradſparren bewuͤrken vorzuͤglich wegen ihrer flachen Lage und gro⸗ ßen Laͤnge einen ſtarken Schub, weshalb es gut und nothwendig iſt, auf dieſe Grad⸗Stichbalken, eine ſtarke Bohle oder Halbholz aufzufuͤttern, und ſelbiges in mehrere Balken einzulaſſen, wie Fig. 6. od zeigt. Dieſe Auffutterung ſtehet zwar etwas uͤber den Balken und auch uͤber der Bedielung des Bodens hervor, welches aber auf den Dachboden nicht hindert. Es iſt auch gleichfalls beſſer, die Stichbalken nicht ſaͤmmtlich in einen Balken zu ſtecken, wie Fig. 13. A, ſondern bei Eckgebaͤuden eine Abwechſe⸗ lung damit zu machen, wie Fig. 13. B zeigt; es muß aber ſehr wohl dahin geſehen werden, daß die in der Art abgekuͤrzten Hauptbalken, wie auch die Stichbalken, nicht nur mit einem Ende auf die Hauptmauern aufliegen, ſon⸗ dern daß auch das andere Ende dieſer Balken wenn ſie lang ſind, durch Schei⸗ dewaͤnde oder Unterzuͤge gehoͤrig unterſtuͤtzt werde, ſo daß keiner von dieſen Bal⸗ ken ohne noch ein beſonderes Auflager zu haben, nur bloß in einem andern Balken verzapft werde. Anm. Bei vorzunehmenden Veraͤnderungen in ſolchen Gebaͤuden als beſonders bey etwani⸗ ger Wegnehmung und Einziehung anderer Waͤnde, iſt wohl dahin zu ſehen, daß derglei⸗ chen Balkenlagen nicht ihre Unterſtuͤtzung dadurch verlieren, und es muß ſich alſo die Moͤglichkit oder das Unthunliche der Veraͤnderung hiernach richten. §. 6. Vom Kehl⸗ Bey ſolchen Gebaͤuden, welche einen Winkel, oder nach der Kunſtſpra⸗ Stichbalken. che eine Wiederkehr machen, koͤmmt in der Spitze des inneren Winkels a, Fig. 14. A, ein Sparren zu ſtehen, wie die perſpectiviſche Zeichnung, Fig. 14. E, ef, nachweiſet; dieſer wird der Kehlſparren genannt. Nun ſind gemeiniglich in den Ecken ſolcher Gebaͤude Scheidewaͤnde vorhanden, wie Fig. 14 A, welche gerade in die Spitze eines ſolchen Winkels zuſammenſtoßen. In der Zeich⸗ nung Fig. 14. B, iſt dieſer Winkel, nach einem etwas groͤßerm Maasſta⸗ be vorgeſtellt; r und s ſind die beiden Balken auf den vorgedachten Scheide⸗ waͤnden,(welche aber doch dieſe nehmliche Lage haben wuͤrden, wenn auch keine Waͤnde darunter befindlich waͤren) m und n ſind die Zapfenloͤcher in dieſen Balken, Von den Balkenlagen und Decken. 17 Balken, worin die Sparren ſtehen. Um nun auch den vorgedachten Kehlſpar⸗ ren zwiſchen erwaͤhnten Balken das erforderliche Zapfenloch zu verſchaffen, pflegt man einen Stichbalken dazwiſchen zu legen, welcher bis xx vorgehet; auch hiebei muß, wie vorhin gedacht, eine vierzoͤllige Bohle, v Fig. 14 C auf die Balken aufgefuͤttert werden und ſelbige bis unter den Stiel des Dachſtuhls a heruͤbergehen. Der in dem innern Winkel eines Eck⸗Gebaͤudes befindliche Kehlſparren und der auf der aͤußern Ecke deſſelben befindliche Gradſparren, fal⸗ len oben in die Spitze des Daches zuſammen und machen nach der Diagonal⸗ linie ac, Fig. 14 A, das ſogenannte Kehlgebind aus;(welches ſo wie die andern Gebinde mit Kehlbalken, Spannriegel, auch mit ſtehendem oder liegen⸗ dem Stuhl verbunden iſt.) Da nun die vorerwaͤhnten Grad⸗ und Kehlſpar⸗ ren laͤnger ſind als wie die andern, der Kehlſparren auch uͤberdem, eine einwaͤrts gekehrte Vertiefung nach der Flucht der Wiederkehren im Dach er⸗ haͤlt, hiernaͤchſt auch die Kehl⸗Schiftſparren ſich an denſelben anſchmiegen, (welches durch die Folge verſtaͤndlicher werden wird) ſo muß zu dieſen beiden Sparren, beſonders aber zu den Kehlſparren, gutes und ſtarkes Holz genom⸗ men werden. Noch beſſer iſt es wenn man die vorgedachten auf die Gradſtich⸗ balken aufgefuͤtterten Bohlen, worin die Grad⸗ und Kehlſparren mit ih⸗ ren Zapfen ſtehen in einem Stuͤcke wie in Fig. 13. A uͤber das Gebaͤlke weg⸗ gehen laͤßt, und dieſe Bohlen mit den darunter befindlichen Balken vorbolzt. Bei tiefen Gebaͤuden, wo alſo der Kehlſparren lang wird, iſt es auch in Abſicht der Feſtigkeit ſehr nuͤtzlich, auf dieſer Bohle eine Strebe anzubringen, wel⸗ che den Kehlſparren rechtwinklich unterſtuͤtzt und alſo ſchraͤge ſtehet; ſie kann aber allenfalls auch vertical ſtehen, welches den Vorzug hat, daß das Schieben des Kehlſparren dadurch vermindert wird. Die kleine Unbequemlichkeit, welche durch eine ſolche Stuͤtze etwa auf dem Dachboden entſtehet, kann man ſich wohl eher gefallen laſſen, als das Einbiegen oder Durchſchlagen des Kehlſpar⸗ rens beſorgen zu muͤſſen. Anm. So wie die Mauern und Waͤnde der Gebaͤude in den Winkeln und Ecken vorzuͤglich mit Vorſicht und mit Verſtaͤrkung gegen die andern Mauern, aufgefuͤhret werden muͤſſen, ſo iſt ſolches auch hauptſaͤchlich an dieſen Stellen im Dachwerke zu beſorgen; wenn nicht an den Ecken die beſte Verbindung beobachtet iſt, ſo wird man gemeiniglich ſchon von außen an der Forſtlinie Verſackungen des Dachwerks in den Ecken der Gebaͤude, ge⸗ wahr werden.. Von den Bal⸗ 18 Erſter Abſchnitt. §. 7. Bey ſchiefwinklichten Gebaͤuden gilt von den Balkenlagen, in Abſicht des Auf⸗ und des Nebenliegens derſelben gegen die Waͤnde, Treppen und Schornſteinroͤhren alles vorhergehende; nur iſt zu bemerken, daß dahin geſehen werden muß, daß bey aufrecht gehenden Giebeln diejenigen Balken welche we⸗ gen der ſchraͤgen oder ſchmiegigten Lage der Giebel nicht auf beiden Front⸗ waͤnden liegen koͤnnen, ſondern nur mit einem Ende auf einer Frontwand ruhen, mit dem andern Ende bei maſſiven Giebelmauern auf Mauer⸗ latten, oder bey hoͤlzernen Gebaͤuden auf das Rahmſtuͤck aufgekaͤmmet und nicht mit einem bloßen Zapfen in die Giebelbalken eingeſteckt wer⸗ den; da nun zwar bey der Dachbalkenlage dennoch auf dem Giebel ein Balken liegen muß, ſo wird derſelbe wiederum auf die bereits auf dem Gie⸗ bel ruhenden Balken gleich einer Schwelle aufgekaͤmmt, wie ſolches ſchon bei Fig. 7 gezeigt worden. Anm. Nach den Regeln der Zimmermannskunſt ſollten die Balken jederzeit windelrecht mit den Fronten gelegt werden. In Abſicht der Dachbalkenlagen bei ſchiefwinklichten Gebaͤuden mit ganzen Walmen und Wiederkehren wovon die 15te Figur A, B, C und D Bey⸗ ſpiele ſind, iſt folgendes zu bemerken. Außer den Grad⸗ und Kehlſtichbalken muͤſſen die ganzen und die Stich⸗ balken jedesmahl winkelrecht auf den Außenwaͤnden liegen, weil alle Sparren in dieſer Richtung nach dem Forſt⸗ oder nach den Gradſparren zulaufen, und da⸗ her die Zapfenloͤcher der Sparren nach der Laͤnge des Holzes in die Balken gearbeitet werden muͤſſen. Anm. Es giebt jedoch bei Gebaͤuden mit vielen kleinen ein⸗ und ausſpringenden Winkeln und Ecken, Ausnahmen von dieſer Regel, wie in der Folge bei den Daͤchern ſelbſt, vor⸗ kommen wird Wenn auch die Balken nicht winkelrecht auf den Außenwaͤnden liegen, ſo muͤſſen doch die gewoͤhnlichen und auch die Schiftſparren in vorgedachter Richtung heraufgehen, und mithin die Zapfenloͤcher ſchraͤg in die Balken, wie in Fig. 15 B bey ab und o eingeſtaͤmmet werden, welches jedoch nur bei kurzen Sparren angehet, wo die ſchraͤge Richtung des Zapfenloches auf den Balken fuͤr dieſe noch Feſtigkeit genug verſtattet; bei laͤngern oder wohl gar bei ganzen Sparren, wuͤrde ſolches aber etwas unſicher ſeyn. Daß es auch zugleich nothwendig iſt, die Sparren und Schiftſparren winkelrecht gegen die Fronten zu legen, iſt ſchon daraus abzunehmen, wenn man erwaͤgt, daß z. B. in dieſer Figur der Schiftſparren b welcher in der Richtung bd ——;—— Von den Balkenlagen und Decken. 19 ſtehen ſoll, in der Richtung be ganz ſchief gegen den Gradſparren anlaͤuft, auch wuͤrden auf dieſe Art entweder die Balken auf dem ganzen Gebaͤude ſchief liegen und ſowohl zu ſelbigen als zu den Sparren unnoͤthiger Weiſe laͤngeres Holz genommen, oder doch an einem andern Orte aus der ſchiefen Lage in die rechtwinklichte verlegt werden muͤſſen. Aus eben dieſen Urſachen hat aber die Einrichtung ſolcher Balkenlagen ihre Schwuͤrigkeiten, welche beinahe in jedem Falle verſchieden ſind, und daher iſt es ſchwer allgemeine Belehrungen daruͤber zu geben. Durch einige ſpezielle Beiſpiele werden ſich indeſſen die noͤthigſten Vor⸗ ſchriften am beſten darſtellen laſſen. In Fig. 15 B, wo alle Stich⸗ und Gradbalken in den Balken ac einge⸗ zapft ſind, ſollten demnach eigentlich ſchon die Balken bekg ꝛc. in eben demſelben Balken eingezapft werden, weil aber der Balken ac dadurch zu ſehr verlocht wuͤrde, ſo iſt es beſſer noch einen Balken bh daneben zu legen, wo die Bal⸗ ken efg ꝛc. ꝛc. eingezapfet werden koͤnnen; hierbei iſt jedoch zu bemerken, daß der Balken bh abſichtlich ſo gezeichnet worden, daß bei h kein Schiftſparren darauf zu ſtehen koͤmmt, weil ſelbiger wegen ſeiner Laͤnge hk in das ſchiefe Sparrenloch nicht auf das dauerhafteſte eingeſetzt werden koͤnnte. Ferner iſt beſonders darauf zu merken, daß diejenigen Balken, welche vermittelſt Zapfen in andere Balken eingeſteckt werden muͤſſen, nicht zu lang frei liegen, weil ſonſt ihre eigne Laſt und die Laſt der Windelboden den Zapfen ſehr bald zerbrechen moͤchten; aus dieſem Grunde ſind die Balken 111 ꝛc. in Fig. 15 AB und C ſo gegeneinander verſchoſſen, daß ſie außer der Einzapfung noch voͤllig auf Waͤnde ruhen. Die Balken mi ꝛc. ꝛc. in Fig. C liegen nun zwar auch mit beiden Enden auf Mauern, allein nach der Lage des Zimmers liegen ſelbige auf eine ziemliche Weite frey, welches am wenigſten mit denjenigen, worin die andern vielen Stichbalken ſtecken, zu wagen ſeyn wuͤrde, daher denn auch, wie in die⸗ ſem Falle nicht zu vermeiden iſt, ein Traͤger no oben auf die Balken heruͤber gelegt werden muß, woran die Balken mim ꝛc. ꝛc. angehaͤngt werden koͤnnen. In Anſehung der Lage der Grad⸗ und Kehlſtichbalken iſt bei Einrich⸗ tung einer Balkenlage zufoͤrderſt zu beſtimmen, wo der Forſt zu liegen kommt. Z. B. in Fig. 15 B iſt koy die Forſt⸗Linie; wenn nun ſelbige bis p verlaͤn⸗ gert, und von p nach k der Anfall des Walmen, gleich kh abgeſtochen wird, ſo zeigt k den Punkt an, wo beide Gradſparren zuſammen treffen, und wornach auch die Gradbalken gelegt werden muͤſſen. Desgleichen iſt x in Fig. C der C 2 20 b Erſter Abſchnitt. Punkt des Forſtes, wo der Kehlſparren von der Hinterfronte und die beiden Gradſparren ax und bx zuſammen treffen, daher auch die Grad⸗ und Kehl⸗ ſtichbalken in der Zulage nach dieſem Punkt gerichtet ſeyn muͤſſen. Anders iſt der Fall in Fig. 15 A mit dem Kehlſtichbalken q. Es ſey z. B. vv ein gerade herauf gehender Giebel und darin t die Spitze oder der Forſt des Vorderhauſes; ru ſey die hohe Wand eines Seitengebaͤudes, mit einer nur auf einer Seite abhaͤngigen Dachflaͤche, auf der andern aber mit ei⸗ ner hohen Wand, oder ein ſo genanntes Pultdach, deſſen Hoͤhe gleich der Tieſe rg ſeyn ſoll, ſo verſteht ſich hierbey von ſelbſt, daß der Kehlſparren— nicht bis zum Forſt et heranreichen kann, da der Forſt des Vorderhauſes hoͤher als die hohe Wand iſt, ſondern daß das Pultdach an die Dachflaͤche des Vor⸗ derhauſes auslaufen muß. Man trage daher die Form des Vorderhausdaches abo, wie in der daneben gezeichneten Figur 1 geſchehen, auf; ſetze aus a loth⸗ recht herauf die Hoͤhe des Pultdaches in d, ziehe die Linie de, ſetze die Ent⸗ fernung de auf der Zulage aus r ins ſo iſt as die Richtung, in welcher der Kehlſtichbalken g gelegt werden muß. Bey dem in Fig. 15 D, angenommenen Fall, wo das Gebaͤude gerade Fronten, aber an einem Ende ſchmaler als am andern iſt, koͤnnen die Balken an die Linie od nicht winkelrecht gegen die Fronten liegen, weil ſie ſonſt ge⸗ gen die Fronte ek ſchief zutreffen wuͤrden, welches ganz unrecht waͤre, da die Giebel ce und kg winkelrecht gegen die Fronte ef ſtehen. Uebrigens iſt alles was die Balkenlage betrift aus der Zeichnung zu erſehen und nur noch in Ruͤckſicht auf die Lage der Gradbalken zu bemerken, daß der Forſt hg allemal mit der Hauptfronte, hier ek, parallel laufen muß, wodurch die Vorderſeite des Dachs hgek ganz gerade wie gewoͤhnlich, die Hinterſeite hodg aber windſchief wird. Gewoͤhnlich liegt der Forſt in der Mitte der Tiefe der Gebaͤude, hier aber, wo in jedem Punkte der Laͤnge, die Tiefe verſchieden iſt, wird ein Mittelweg geſucht, damit wenn der Forſt mit der Fronte ef parallel laͤuft, der Abhang der Dachſeite bei Im nicht zu flach, und bey no nicht zu ſteil werde, und hiernach wird die Linie hg gezogen. Auf die⸗ ſer Linie wird der Einfall des Dachs von der Vorderfronte gf oder he aus g in k und aus h in i geſetzt, wo denn i und k die beiden Anfallspunkte der Walmen ſind, wohin die Gradbalken gerichtet werden muͤſſen. Die Hoͤhe des Daches ho und gm iſt wie natuͤrlich an beyden Enden gleich. Anm. Daß bei dergkeichen ſchiefen Daͤchern die aͤußere Seite der Sparren oder die ſoge⸗ nannte Dachſeite derſelben, ſchraͤg nach der Richtung der Fronten bearbeitet werden muß, verſtehet ſich von ſelbſt. Von den Balkenlagen und Decken. 21 §. 8. V Um uͤber den Viehſtaͤllen mehr Gelaß fuͤr das Rauchfutter zu verſchaffen, pflegt man die Gebaͤude in den Waͤnden und Mauern, 3, 4 bis 5 Fuß hoͤher als ſonſt aufzufuͤhren, und unter der Haupt⸗ oder der Dachbalkenlage, noch ein ſogenanntes geſenktes Gebaͤlke, Fig. 16. A, B, und C anzubringen. Anm. Man trift aber auch noch alte hoͤlzerne Wohngebaͤude an, wobei die Stiele durch zwei Stockwerke in eins herauf gehen, und die Zwiſchenbalken der Etagen nur auf die Riegel aufgelegt oder in die Stiele eingezapft ſind; da aber alsdenn der Druck der Balken auf die ſchwaͤchſten Punkte der Stiele, nemlich auf die Mitte derſelben wir⸗ ket, ſo werden die Waͤnde ſolcher Gebaͤnde gemeiniglich nach vorne herausgebaucht. Wenn man alſo uͤber die untere noch eine volle zweite Etage verlangt, ſo taugen die geſenkten Balken nicht, ſondern es muß die obere Etage ihr eigenes auf einer Saumſchwelle ge⸗ ſtelltes Stielwerk haben. Es wird jedoch hin und wieder in kleinen Staͤdten noch nach der vorgedachten fehlerhaften Art gebauet. Einige begnuͤgen ſich, dieſe Balken bei hoͤlzernen Gebaͤuden bloß auf die Riegel aufzulegen, wie Fig. 16 C, oder ſie inwendig nur in den Stielen mit einem gewoͤhnlichen Zapfen einzuzapfen, Fig. A und B; beides iſt aber nicht haltbar, ſondern folgende Verbindung anzubringen: Es ſey in Fig. 17 a der Wandſtiel, und b ein darin zu verzapfender geſenkter Balken, ſo muß das Zapfenloch im Stiele dergeſtalt ausgearbeitet werden, daß ow gleich ſey der Hoͤhe des Balkens od; außerdem aber muß es nach der Schraͤge dv aus⸗ geſtaͤmmt werden. Dadurch nun, daß oy gleich iſt od kann der mit einem halben Schwalbenſchwanz gearbeitete Senkbalken in den Stiel eingeſteckt wer⸗ den, worauf derſelbe auf die Schräge dr heruntergelaſſen, und die nach der Herunterlaſſung des Balkens oben im Stiel verbleibende Oefnung cmog, mit hoͤlzernen Keilen ausgefuͤllet wird, welche die Schmiege dv, des Balkens auf die eben ſo bezeichnete Schraͤge des Zapfenloches auf das feſteſte antreiben. Bey maſſiven Gebauden werden dieſe geſenkte Balken entweder in die Mauer gelegt, oder man ſtellt einige Stiele gegen die Mauer, legt ein Rahm⸗ ſtück darauf, und kaͤmmt auf dieſem die Balken auf. Weil die geſenkten Balken etwa 3, 4— 5 Juß unter den Hauptbal⸗ ken liegen, ſo muͤſſen letztere, um nicht hinderlich zu ſeyn und um unter ihnen die gehoͤrige Hoͤhe zu haben, ausgetrumpft und Wechſel angebracht werden; damit aber die Wechſel aa Fig. 16. A, B und C nicht zu lang ausfallen, muß im⸗ mer der 4te Balken un Fig. 16. B und C ganz durchgehen. Dem Nachtheil, welchen das Ausſchneiden der Dachbalken mit ſich fuͤhrt, indem die Waͤnde von den Sparren auswaͤrts heruͤber geſchoben werden, wird, wenn die geſenkten Balken, nach der vorherigen Vorſchrift gemacht wer⸗ d? Von den ſo⸗ genannten geſenkten Balkenla⸗ gen. Erſter Abſchnitt. den, ſehr zuvorgekommen, indem die hoͤlzernen Waͤnde eine vortrefliche Haltung durch die geſenkten Balken erhalten. Maſſive Mauern koͤnnen aber an die ſe geſenkte Balken ſehr zweckmaͤßig verankert werden. §. 9. Bey den hoͤlzernen Gebaͤuden werden die Balken ſo wie bereits Fig. 167 im iſten Theil dieſes Werks gezeigt worden, auf die Rahmſtuͤcke der Wand aufgekaͤmmt; bey maſſiven liegen ſie, wenn die Mauern der Stockwerke inner⸗ halb Abſaͤtze haben, auf und zum Theil in den Mauern; bey gleich ſtarken Etagen⸗Mauern aber ſtecken die Balkenkoͤpfe ganz in den Mauern. Anm. Es wuͤrde ſehr gut ſeyn, wenn die Abſaͤtze der Mauern ſo breit gemacht werden koͤnn⸗ ten, daß die Balken bloß auf dieſe Abſaͤtze und nicht in die Mauern zu liegen kaͤmen; denn im letzteren Fall, wird den Mauern jede Erſchuͤtterung der Decken mitgetheilt, wenigſtens iſt das Einlegen der Balken in die Mauern, beſonders bey gleich ſtarken Etage⸗Mauern, eine Urſache mehr, warum auf die kraͤftigſte Unterſtuͤtzung der Balken in die Mitte der⸗ ſelben oder nicht weit davon, geſorgt werden muß, ſo daß kein Senken oder merkliche Erſchuͤtterung derſelben zu beſorgen iſt. Die Balken werden mit ihren Koͤpfen auf ſchwache Rahnſtuͤcke oder ſo genannten Mauerlatten aufgekaͤmmt; dieſe ſind gemeiniglich 5 Zoll breit und 4 Zoll hoch. Sie dienen bloß dazu, um die bey der Zulage darauf auf— gekaͤmmte Balken, bey dem Aufbringen derſelben auf die Mauern, nachdem die Mauerlatten vorher laͤngs auf die Mauern geſtreckt worden, leicht wieder in die vorige und richtige Lage zu bringen. Da aber dieſes bey einiger mehre⸗ rer Muͤhe auch ohne Mauerlatten erreicht werden koͤnnte, ſo ſind die Mauer⸗ latten unter den Etagen⸗Balken eben nicht unumgaͤnglich nothwendig; da ſie indeſſen den Vortheil gewaͤhren, daß die gewoͤlbten Fenſterboͤgen bey dem Auf⸗ bringen und Kanten der Balken nicht ſo leicht leiden, ſo koͤnnen ſie auch beibe⸗ halten werden. Bey den Dachbalkenlagen ſind aber die Mauerlatten nothwendig, weil es dabey vorzuͤglich auf eine genaue Lage der Balken und der darauf ſtehen⸗ den Sparren ankoͤmmt; dahingegen ſind die Mauerlatten auf die laͤngs gehende Scheidewaͤnde unnuͤtz und uͤberfluͤſſig, auf die Queerſcheidewaͤnde aber ganz ohne Zweck und ſo gar ſchaͤdlich.*) * In Holland bedient man ſich der Mauerlatten gar nicht, hier aber werden ſie faſt durch⸗ gehends an den vorerwaͤhnten Stellen angebracht. In Abſicht der eigentlichen Lage der Mauerlatten auf die aͤußern Mau⸗ ern, thut Manger S. 205 ſeiner oͤkonomiſchen Bauwiſſenſchaft, den Vorſchlag, die Mauerlatten inwendig mit der Mauer gleich oder buͤndig zu le⸗ gen, um ſelbige doch auf einer Seite an die Luft zu bringen; allein da ſie auf — ‿&́——— ———y.—³— Von den Balkenlagen und Decken. 23 dieſe Weiſe ſichtbar bleiben, ſo wuͤrde ſolches nur bey ganz ſchlechten Gebaͤuden Statt finden koͤnnen; auch wuͤrde es, wenn ſie dennoch verfaulten, den Balken⸗ koͤpfen gaͤnzlich an einem Unterlager fehlen. Die Mauerlatten in den Balkenlagen der Etagen mit der innern Seite der Mauer buͤndig zu legen, iſt alſo aus vorgezeigten Urſachen nicht nur nicht anzurathen, ſondern vielmehr aus folgenden Gruͤnden gaͤnzlich zu verwerfen. Es iſt nehmlich gewiß, daß die Mauerlatten in kurzer Zeit verfaulen; ein verfaul⸗ tes Stuͤck Holz innerhalb einer Mauer traͤgt aber ſo wenig zur Unterſtuͤtzung bei als ein leerer Raum. Betrachtet man nun den Durchſchnitt einer Mauer, und zwar neben dem Orte, wo der Balken liegt, Fig. 18. B., und gedenket ſich, daß die innerhalb mit der Mauer buͤndig gelegte Mauerlatte verfaulet iſt, ſo hat die innere Seite der darauf geſtandenen Mauer keine Unterſtuͤtzung, ſon⸗ dern weil der darunter befindliche Raum o leer iſt, ſo wird ſie innerhalb ſinken und außerhalb eine Ausbauchung verurſachen. Liegt aber die Mauerlatte nur um einen halben Stein tief in der Mauer, Fig. 18. A und C, ſo behaͤlt, wenn die Mauerlatte verfault iſt, die obere Mauer an dem Stuͤcke Mauer e, in vor⸗ gedachter Figur, doch innerhalb einige Unterſtuͤtzung. Auch in der Ruͤckſicht, wenn die Zimmer mit Geſimſen verſehen werden ſollen, iſt abzurathen, die Mauerlatten innerhalb mit der Mauer buͤndig zu le⸗ gen, weil in ſolchen Faͤllen das daran mit Naͤgeln befeſtigete Geſims, beym Verfaulen der Mauerlatten herunterfallen koͤnnte. Aus allen dieſen Gruͤnden wird man am beſten thun, die Mauerlatten, nach Fig. A, einen halben Stein von der innern Seite der Mauer zu legen, auch die Mauerlatten ſo ſchmal als nur moͤglich zu machen, weil dadurch die Mauer weniger geſchwaͤcht wird, und wenn die Mauerlatte verfault, deſto we⸗ niger leerer Raum entſtehet. Bey ſchwachen Mauern, z. B. von 15 Zoll, wuͤrde bey der vorhin ge⸗ zeigten Verkaͤmmung der Balken auf die Mauerlatten zu wenig Holz vorn am Balkenkopfe bleiben; man kann daher in dieſem Fall die Aufkaͤmmung nach Fig. 18. D. machen. Doppelte Mauerlatten, oder zwey nebeneinander zu legen, wie man zu⸗ weilen in Zeichnungen angegeben findet, iſt, wenn die Mauer auch eine anſehn⸗ liche Breite haͤtte, ganz uͤberfluͤſſg, denn die Meinung, welche einige haben, daß die Mauern durch die Mauerlatten einigermaßer geankert und in ihrem lothrechten Stand erhalten wuͤrden, iſt ganz falſch: dies iſt nur von durchge⸗ henden Balken und von denen mit den Hauptmauern verbundenen Scheide⸗ 24 Erſter Abſchnitt. mauern zu erwarten. Die Mauerlatten bezeichnen nur beym Aufbringen der Balken, ihre richtige Lage, und dazu ſind einfache Mauerlatten hinreichend. Die Balkenkoͤpfe haben das nehmliche Schickſal wie die Mauerlatten, nehmlich daß ſie in den Mauern ſtecken, ſo daß ihnen aller Zugang der Luft beraubt iſt. Man hat die hieraus leicht entſtehende Faͤulniß auf verſchiedene Arten zu verhuͤten geſucht, nehmlich durch Beſtreichen mit Theer, durch Umklei⸗ den mit Elſen⸗Borke*), wodurch aber die in dem Holze befindliche Naͤſſe noch mehr verſperret und eine Veranlaſſung zum Stocken des Holzes gegeben wor⸗ den. Das Beſte iſt, diejenigen Steine, welche die Balkenkoͤpfe und Mauerlat⸗ ten beruͤhren, in Lehm**) zu vermauern, oder die Steine ganz trocken um ſelbige herum zu ſetzen. Kalkmoͤrtel muß man nicht an die Balken bringen, weil ſelbiger, beſonders an feuchten Stellen, das Holz anſteckt und verdirbt. *) Der Architekt Patte raͤth an, die Balkenkoͤpfe mit Bley zu umkleiden; welches aber wohl zu koſtbar, und dennoch von wenigem Nutzen ſeyn duͤrfte. **) Dieſes rieth ſchon Philibert de L'Orme in ſeinem Buche nouvelles inventions pour bien baätir. Paris 1578. als ein ſicheres Mittel an, um die Balkenkoͤpfe zu erhalten, ob er gleich die Verſchaffung eines Luftzuges an dieſen Stellen fuͤr noch beſſer haͤlt, welches ſich aber ſo leicht nicht anbringen laͤßt. Nicht nur die Balkenkoͤpfe, ſondern die Balken ſelbſt ſind bey unſerm mehrentheils uͤbereiltem Bauen, durch die dazwiſchen zu bringenden Windelbo⸗ den und die geſchwinde Verſperrung der Feuchtigkeiten, durch die aufzulegen⸗ den Fußboden und das Verſchalen der Decken von unten, dem baldigen Verfaulen unterworfen; daher man wenigſtens die Vorſicht gebrauchen ſollte, zu den Bal⸗ ken in den Wohnhaͤuſern, wegen der dazwiſchen zu bringenden Windelboden, recht ausgewachſenes und trocknes Holz zu nehmen; dahingegen aber am we⸗ nigſten ſich ſolches Holzes zu Balken zu bedienen, welches lange im Waſſer ge⸗ legen und gefloͤßet worden, weil es noch mehr Feuchtigkeit angezogen hat, als die natuͤrliche in dem friſchen Holze ſteckende Naͤſſe, welche bald Stockung und Faͤulniß verurſachet. Bey ſchlechten hoͤlzernen Gebaͤuden gehen die Dachbalken etwa einen Fuß vor der aͤußeren Flaͤche der Waͤnde vor, und werden nach Fig. 19 A nach unten zu, ſchraͤge abgeſchnitten, und ein Brett a an die Balkenkoͤpfe angena⸗ gelt.(Die Balken muͤſſen dieſes Vorſtehens wegen immer 2 Fuß laͤnger ge⸗ rechnet werden, als die Tiefe des Gebaudes betraͤgt.) Man hat verſucht, theils um das Brett zu erſparen, womit die Bal⸗ kenkoͤpfe verſchlagen ſind, theils um die Aufſchieblinge zu verkuͤrzen, die Bal⸗ kenkoͤpfe nach Fig. B abzuſchneiden; allein da die mehreſte Naͤſſe unten an den ——— Von den Balkenlagen und Decken. 25 Daͤchern durchdringt, und hier gleich auf das Hirnholz der Balken trift, wel⸗ ches zur Faͤulniß am geneigteſten iſt, ſo hat man dieſe Methode nicht gut ge⸗ funden; uͤberdem muß doch unten ein Brett b vorgeſchlagen werden. Die gemeine Weiſe, nach Fig. C die Balken nicht vortreten zu laſſen, ſondern den Aufſchiebling auf die Kante des Balkens aufzuhaken, iſt ſo unrecht nicht, weil dadurch die Dachtraufe gehoͤrig entfernt werden kann, und Balken⸗ kopf und Rahmſtuͤck gut bedeckt ſind; es hat nur kein gutes Anſehen. Bey Gebaͤuden von Lehmpaben iſt es noͤthig, und bei andern Wirth⸗ ſchaftsgebaͤuden ebenfalls nuͤtzlich, die Balken und das Dach, 2 bis 3 Fuß und wenn es noch mehr ſeyn kann, vor den Waͤnden vorſtehen zu laſſen; im erſten Fall, um die Lehmwaͤnde mehr fuͤr den anſchlagenden Regen zu beſchuͤtzen, im andern aber, theils in gleicher Abſicht*), theils um einen trocknen Gang vor⸗ laͤngſt den Gebaͤuden zu haben, um Feldgeraͤthſchaften, Leitern ꝛc. ꝛc. trocken aufbewahren zu koͤnnen. *) Denn es giebt Mauern von ſolchen gebrannten Ziegeln bei welchen die Abhaltung der Naͤſſe faſt noͤthiger iſt, als bei bloß getrockneten Lehmziegeln. Bei ordentlichen Wohngebaͤuden wird das Geſims nach Fig. D, an die wagerecht an die Balkenkoͤpfe angebrachte Zapfen vermittelſt verbohrter Naͤgel, befeſtiget. Wie die Dachbalkenkoͤpfe bei maſſiven Gebaͤuden mit den Geſimſen ver⸗ mauert werden, iſt bereits im erſten Theil gezeiget worden. Man pflegt aber auch wohl hin und wieder bei maſſiven Gebaͤuden hoͤlzerne Geſimſe nach Fig. D anzubringen, welches aber tadelhaft iſt, denn ſo wie uͤberhaupt maſſive Gebaͤude den Vorzug vor hoͤlzernen haben, ſo ſind auch die gemauerte Geſimſe in aller Ruͤckſicht beſſer, dauerhafter und feuerſicherer, als hoͤlzerne, daher ſie nur bei hoͤlzernen Gebaͤuden angebracht werden muͤſſen, weil man dabei keine andern anbringen kann, und doch einmal alles von Holz iſt. Man hat auch Hauptgeſimſe, welche eine groͤßere Hoͤhe als die Hoͤhe eines Balkens erforderten, von ausgekehlten Bohlen angefertiget, ſolche an die Balkenkoͤpfe angeſchlagen und mit Oehlfarben angeſtrichen; ſaubere und gute Arbeit giebt dies, und mit der Farbe koͤnnen dergleichen Geſimſe das Anſehen der ſteinernen Geſimſe wohl erhalten. Wird gutes eichenes Holz dazu ge⸗ nommen, ſo ſind dergleichen Geſimſe, wie man Beiſpiele davon hat, auch dauer⸗ haft*), allein ſie koͤnnen doch immer zur leichtern Entzuͤndung eines Hauſes durch ein anderes in der Naͤhe brennendes Gebaͤude, beitragen. *) Auf dem Koͤnigl. Amte Naugardten in Pommern, befindet ſich ein altes Gebaͤude, welches vielleicht 2v0 Jahre ſtehen mag. Nicht nur das Geſimſe, ſondern auch die Erſter Abſchnitt. Thuͤr⸗ und Fenſtergeruͤſte, desgleichen die dreieckigten Frontons uͤber den Fenſtern, find von aͤußerſt feſtem Steineichenen Holz, und noch zur Zeit gut und unbeſchaͤdiget, ſo daß gegen dergleichen Arbeiten wohl in Abſicht der Dauer manche neuere Mauerarbeit zu⸗ ruͤck ſtehen muß. Wollte man nun dergleichen hoͤlzerne Geſimſe anbringen, ſo wuͤrde man doch wenig⸗ ſtens eine andere Konſtruktion derſelben waͤhlen muͤſſen, als dergleichen auf der 7oſten Kupfertafel im zweiten Bande des buͤrgerlichen Baumeiſters von Schmidt, vor⸗ geſtellet ſind. Schon laͤngſt haͤtte ich Gelegenheit gehabt aus dieſem mit ſo vielen architektoniſchen Fehlern und Irrthuͤmern angefuͤllten Buche, die darin zur Nachahmung aufgeſtellten Bei⸗ ſpiele gerade als ſolche anzufuͤhren, wie man nicht bauen ſoll, beſonders in Abſicht der Feuerungen, denn dieſe trift man ohne Umſtaͤnde auf freye oder ununterſtuͤtzte Decken und Balken hingepflanzt, wo es dem Verfaſſer beliebt hat. Es hat mir aber nicht der Muͤhe werth geſchienen, ſolche elende Plane als die Schmidtſchen ſind, durchzugehen; ſelbſt die Warnung an die, die Baukunſt ſtudirende Subjekte, hielt ich fuͤr uͤberfluͤſſig, die Schmidtſchen Entwuͤrfe uͤberhaupt und inſonderheit in Abſicht der Feuerungs⸗Anlagen nicht zur Richtſchnur zu nehmen: denn wenn ſie nur die allererſten Regeln der Baukunſt gefaßt haben, ſo werden ſie von ſelbſt die Fehler der in dem erwaͤhnten Buche vorgeſchriebenen un⸗ bequemen und gefaͤhrlichen Bauart einſehen; ich habe indeſſen doch nicht umhin gekonnt, einige von den widerſinnigen Vorſtellungen zur Anfertigung der hoͤlzernen Geſimſe, aus dem Schmidtſchen Buche, hier in der Fig. 19. E und F mitzutheilen. Man betrachte da⸗ bei nur die Ausſchnitzelung der Sparren a und a, ſo wird man zugeben muͤſſen, daß ſol⸗ ches kaum bei Tiſchlerarbeiten ſtatt finden kann, geſchweige bei Zimmerarbeiten, die Laſt und Druck auszuſtehen haben. Welche elende Vorſtellung hat Herr Schmidt von dem Einſtehen der Sparren in die Balken! In die auf die Balken aufgelegte Hoͤlzer b und c, ſollen ferner die blechernen Regen⸗Rinnen liegen; ſie ſind deshalb ſo tief ausgearbeitet, daß kaum etliche Zoll Holz bleiben; welch eine unhaltbare Arbeit! wie kann ſo etwas in eines Menſchen Vorſtellung kommen— und wie iſt es wohl moͤglich, daß dergleichen Vorſchriften, und ſaͤmmtliche Schmidtſche Riſſe haben empfohlen werden koͤnnen!— Ich breche ab; ein gerechter Eifer fuͤr die gute Sache des Bauweſens, ſonſt gewiß keine Leidenſchaft— wuͤrde mich zuweit fuͤhren.— Es wird beſſer ſeyn bey dieſer Gelegenheit zu erwaͤhnen, daß man ein nicht zu ho⸗ hes Geſims, nach Fig. 19 G anbringen kann, und auch nachzuholen, daß man bey maſſiven Geſimſen wohl thut, den Balken nach Fig. 19 H ſo zu legen, oder welches einerley iſt, das Geſims ſo anzuordnen, daß der Karniß uͤber die Oberflaͤche des Balkens reicht uno zwiſchen und uͤber die Balken aufgemauert werde. §. 10. Wenn ein Gebaͤude uͤberhaupt nicht breiter oder tiefer als 16 bis 18 Fuß iſt, ſo hat vorangezeigtermaßen die Erfahrung gelehret, daß gewoͤhnliche 8 Zoll breite und 10 Zoll hohe Balken, nebſt den dazwiſchen gebrachten Win⸗ delboden, und bei Belaſtung der bewohnten Zimmer durch Mobilien, ſich ohne herunterzuſacken, erhalten, mithin beduͤrfen ſie außer ihrem Auflager an beiden Enden auf die Waͤnde oder Mauern der Gebaͤude keiner weitern Unterſtuͤtzung. die Balken eine einmalige, und bei noch groͤßerer Entfernung der Seiten⸗ Sind aber die Außenmauern und Waͤnde weiteer entfernt, ſo muͤſſen Von den Balkenlagen und Decken. 27 mauern oder bei groͤßerer Tiefe des Gebaͤudes, eine zweimalige Unterſtuͤtzung haben. Die Wohngebaͤude ſind gemeiniglich ſo beſchaffen, daß bei einer Tiefe derſelben von 36, 40, 46 Fuß zwei Reihen Zimmer in der Tiefe der Gebaͤude nebeneinander vorhanden ſind, wobey alſo die Mittelwand, oder wenn ein Gang oder Coridor zwiſchen den Zimmern befindlich iſt, beide dieſen Gang einſchlie⸗ ßende Mauern oder Waͤnde die Balken gehoͤrig unterſtuͤtzen koͤnnen. Die Tiefe der Zimmer betraͤgt alsdenn im Lichten, zwiſchen 16 bis 20 Fuß, in welcher Entfernung, der Erfahrung gemaͤß, ſich Balken von gewoͤhnlicher Staͤrke, ſamt den dazwiſchen angebrachten Decken, erhalten koͤnnen. Wird aber, entweder bei vermehrter Breite des Gebaͤudes, oder bei breiterer Anlage der Zimmer auf einer Seite gegen die auf der andern Seite, er⸗ fordert, daß die Balken auf 20 Fuß frei liegen muͤſſen, ſo ſind ſchon vorzuͤg⸗ lich ſtarke, auf die hohe Kante gelegte Balken noͤthig, und ſodann beſonders die ſchon gegebene Anweiſung, daß die Winterſeite des Holzes oben zu liegen koͤmmt, zu beobachten. Anm. Sollten die Zimmer aber eine noch groͤßere Breite erhalten, ſo muͤſſen ſchon andere und zum Theil kuͤnſtliche Veranſtaltungen getroffen werden, die in der Folge vorkommen. Bey Staͤllen, Scheunen, Schoppen, Kornmagazinen, wo gewoͤhnlich keine in die Laͤnge gehende Scheidewaͤnde vorhanden ſind, muͤſſen die Balken, vermittelſt ſogenannter Unterzuͤge unterſtuͤtzet werden, welche darin beſtehn, daß ein Rahnſtuͤck, auf untergeſtellte Stiele oder Staͤnder, unter die Balken zur Unterſtuͤtzung derſelben angebracht wird, wobei um dieſe Unterſtuͤtzung zu vermehren, auch noch Baͤnder an die Unterzugsſtaͤnder angebracht ſind. Die Balken werden uͤbrigens mit einem ſogenannten Kreuzkamm Fig. 20. in die Rahmſtuͤcke eingelaſſen. Angenommen, daß der Erfahrung gemaͤß, bey Belaſtung der Stalle mit Rauchfutter, oder bei andern Gebaͤuden, auf deren Boden nicht gar zu ſchwere Sachen gebracht werden, die Balken bis auf 18 Fuß lang ſich bei ih⸗ rer eigenen und der gedachten Laſt erhalten, oder daß ſie ſölche freiliegend tra⸗ gen koͤnnen: ſo folgt, daß bey Gebaͤuden uͤber 20 und bis zu 36 Fuß breit, die Balken eine einmalige Unterſtuͤtzung, bei einer groͤßern Breite aber, von 36 bis 50 Fuß tief, eine zweimalige Unterſtuͤtzung beduͤrfen. Bei ſehr belaſte⸗ ten Gebaͤuden, wohin inſonderheit Kornmagazine zu rechnen ſind, leidet ſolches aber eine Ausnahme, und dergleichen Gebaͤude muͤſſen bei einer Breite oder Tiefe von 30 bis 44 Fuß, ſchon eine zweimalige an ſich ſtarke Unterſtuͤtzung D 2 28 Erſter Abſchnitt. haben, indem die Balken hier nicht uͤber 13— 14 Fuß frei zu liegen kom⸗ men muͤſſen. Weil die Unterzuͤge die Balken da wo ſie am mehreſten zum Herunter⸗ biegen geneigt ſind, und da wo der Druck der Belaſtung am ſtaͤrkſten wuͤrkt, unterſtuͤtzen ſollen, ſo treten bey ſelbigen alle die Urſachen ein, ſie recht ſolide zu bauen, welche S. 242 des Iten Theils angefuͤhret ſind, um die Nothwen⸗ digkeit der ſtarken und tuͤchtigen Auffuͤhrung der Mittelwaͤnde anzuempfehlen. Die Rahmſtuͤcke der Unterzuͤge muͤſſen demnach ſtark und hochkantig ge⸗ zimmert, auch jederzeit auf einem darunterſtehenden Stiel, und nicht zwiſchen zwei Stiele in freier Lage, zuſammengeſetzt oder geſtoßen ſeyn, auf welche Stoͤ⸗ ße auch wohl noch eiſerne Klammern angebracht werden koͤnnen. Die Unter⸗ ſtuͤtzungs⸗Saͤulen muͤſſen auch nicht zu weit auseinanderſtehen, nemlich bei maͤſ⸗ ſiger Belaſtung der Staͤlle mit Rauchfutter, nicht weiter als 16 Fuß, wobey die Rahmſtuͤcke noch mit Stuͤtzbaͤndern zu unterſtuͤtzen ſind. Bey Kornmagazi⸗ nen iſt es aber rathſam, ungeachtet der anzubringenden Stuͤtzbaͤnder, die Stiele nie uͤber 14 Fuß auseinander zu ſtellen. Etwas weiter koͤnnte man in beiden Faͤllen die Unterzugsſtaͤnder auseinander ſetzen, wenn man nach Fig. 21 A, Un⸗ terlagen unter die Rahmſtuͤcke machte, welches aber die Hoͤhe der Gebaͤude nicht allezeit erlaubt. Anm. Die Franzoſen bedienen ſich dieſer Unterſtuͤtzung bei den Balken der hoͤlzernen Bruͤ⸗ cken, um die Bruͤckenjoche deſto weiter auseinander ſetzen zu koͤnnen, welches Nachah⸗ mung verdient. Die Unterlagen muͤſſen aber alsdenn mit den Balken und zwar nach der Richtung, Fig. 21. B verzahnt und verbolzt werden. Die Stuͤtzbaͤnder werden von den Zimmerleuten gewoͤhnlich ſo geſtellt, daß ſie ſo weit an der Saͤule oder an dem Unterzugsſtaͤnder herabreichen, als ſie oben vom Stiel ab, in dem Rahnſtuͤcke eingeſetzt ſind, oder daß ſie an der Saͤule und am Rahmſtuͤcke gleiche Winkel a und b, Fig. 22, von 45 Grade machen, oder ſie laſſen die Baͤnder unten etwas weiter herabgehen, gemeinig⸗ lich ſo, daß wenn die Laͤnge ef in 4 Theile getheilet wird, eg, 3 ſolche Theile hat. Anm. Herr Manger verwirft die erſtere Art die Baͤnder anzubringen gaͤnzlich, indem er die Meinung hat, daß ſie alsdann gar keine Unterſtuͤtzung leiſten; Herr Geheimerath Moͤnnich in ſeinem Lehrbuche der Mathematik, findet hingegen in dieſer Stellung der Streben ein Maximum; wenn die Rede von einer gegebnen Laͤnge dieſer Stuͤtzbaͤnder iſt, ſo greift allerdings das Band bei der Stellung im 45ſten Grad, am weiteſten unter dem zu unterſtuͤtzenden Unterzug vor, ohne den Druck auf die Saͤule gegen welcher das Band geſtellet iſt ſo zu vermehren als wenn die Stuͤtzbaͤnder weiter nach der Mitte des Rahmſtuͤcks greifen, wo der gemeinſchaftliche Laſtpunkt an ſelbige angenommen werden kann. Die Unterſtuͤtzung iſt auch in der Art, nemlich die Baͤnder weiter nach dem Mit⸗ telpunkt des Rahmſtauͤcks geſtellt, vortheilhaft, jedoch muß man alsdann die Baͤnder nach kom⸗ nter⸗ uͤrkt, olide wen⸗ ſehlen. 9 ſ iſchen Stoͤ⸗ Unter⸗ i maͤſ vobey gazi⸗ Stiele eiden „Un⸗ nicht nich Brü⸗ achah⸗ ſch der ſtellt, als der rade inig⸗ hat. dem&r nenauh elung inder unter das des erden Mit⸗ nach jeden Baumeiſters Haͤnden befinden ſollte. Von den Ballkenlagen und Decken. 29 Willkuͤhr verlaͤngern und weiter an der Saͤule herabgehn laſſen koͤnnen. Bei gegeb⸗ ner Laͤnge der Strebe oder wenn man nicht weit damit an der Saͤule herabgehen kann, leidet letztere aber einen deſto groͤßern Druck, wogegen man ſie alsdenn durch eine eben ſo ſtarke Gegenſtrebung, durch ihre eigene Verſtaͤrkung oder auf andere Art ſichern muß. Eben ſo kann man die Baͤnder ſelbſt in der ſchraͤgen Lage an die Unterzuͤge durch Bol⸗ zen befeſtigen, dergeſtalt, daß das von Herrn Manger beſorgte Herausfallen derſelben aue ihren Zapfenloͤchern wegfaͤllt. Man ſehe uͤber dieſen Gegenſtand Meinerts land⸗ wirthſchaftliche Baukunſt 1. Theil S. 305 u. f.; ingleichen Mangers Bemer⸗ kungen uͤber die Zimmerarbeit, baſonders uͤber die Anbringung der Spannriegel. Potsdam 1786. Damit die Stuͤtzbaͤnder ſich deſto ſtaͤrker gegen die Saͤulen und an die zu unterſtuͤtzende Raͤhme oder Unterzuͤge oder auch wohl in die zu unterſtuͤtzende Balken anſtaͤmmen, werden die ſcharfen Ecken derſelben, nach Fig. 23. A ver⸗ ſchnitten, welches man eine Verſatzung nennet; dieſe iſt wiederum nach Fig. 23 B einfach, oder nach Fig. 23 C, um den vorerwehnten Zweck noch mehr zu erreichen doppelt, beſonders bei Strebebaͤndern, deren Abſicht iſt eine Saͤule fuͤr das Ueberweichen von der Seite zu bewahren. Wenn Stiele, Balken und Strebebaͤnder zugleich aufgerichtet oder zuſam⸗ men geſtellt werden, ſo daß man eins von dieſen Hoͤlzern ſo lange in der Hoͤhe er⸗ halten kann, bis das andere in ſeine Zapfenloͤcher eingeſetzt worden, ſo ſind die Schnitte ab und ab der Verſatzung, Fig. 23 A winkelrecht mit der Saͤule und mit dem zu unterſtuͤtzenden Balken; liegt oder ſteht aber eins von beiden, der Balken oder die Saͤule, ſchon feſte, ſo muß der untere Abſchnitt der Ver⸗ ſatzung, Fig. 24. A, oder die Stirne cd rechtwinklicht mit der Laͤnge der Strebe de ſeyn,(wie ſolches in der Fig. 24 B groͤßer vorgeſtellet iſt,) weil ſich ſonſt die Strebe nicht in ihre Zapfenloͤcher hineinbringen laͤßt. Dieſer Fall ereignet ſich vorzuͤglich bei den Strebebaͤndern, Fig. 24 C, wenn z. B. die Schwelle ſchon liegt, und die Saͤule gegen eine Mauer ſtuͤnde, ſo daß ſie nicht uͤbergelegt werden koͤnnte, um das Strebeband einzulaſſen. Auch bei liegenden Dachſtuͤhlen, wo die Dachſtuhlſaͤule ſchon in ihrer Stellung ſtehet, und der Spannriegel auch eingelegt iſt, muͤſſen die Baͤnder mit aͤhnlichen ſogenannten Jachtbaͤndern, Fig. 24 B, eingebracht werden. Dieſe Benen⸗ nung ruͤhrt daher, weil das Band zwar oben eingeſtellet, unten aber durch Schlaͤge mit der Ayt eingetrieben(oder nach der Zimmermannsſprache einge⸗ jaget) werden muß. Reuß giebt zwar S. 30 ſeiner Zimmermannskunſt eine Beſchreibung, und auf der 14ten Kupfertafel, eine Vorſtellung von einem Jachtbande; allein es iſt zu bedauern, daß beides ſo undeutlich iſt, wie meh⸗ rere Stellen und Figuren dieſes ſonſt nuͤtzlichen Buches, welches ſich in eines 30 Erſter Abſchnitt. Nach dem vorhergehenden, wuͤrde alſo ein Unterzug der Laͤnge nach, wie Fig. 25 beſchaffen ſeyn, wobey 3 bis 4 Balken zwiſchen jeden Stiel auf das durch die Baͤnder unterſtuͤtzte Rahmſtuͤck ruhen. Nun findet man gemeiniglich außer den Stuͤtzbaͤndern unter den Un⸗ terzuͤgen, auch dergleichen nach Fig. 26. ſowohl an den Unterzugsſtaͤndern, als den gegenuͤber ſtehenden Wandſtaͤndern unter diejenigen Balken angebracht, welche uͤber den Unterzugsſtaͤndern liegen. Zur Unterſtuͤtzung des Balkens ſind dieſe Baͤnder aber uͤberfluͤſſig, indem ja die andern Balken zwiſchen dieſen Bal⸗ ken, oder diejenigen, welche von einem Unterzugsſtaͤnder zum andern liegen, doch nicht in der Art unterſtuͤtzet werden koͤnnen, weil daſelbſt keine Unterzugs⸗ ſtaͤnder vorhanden ſind, an welche die Baͤnder anzubringen waͤren. Da alſo. die Zwiſchenbalken ſich ohne dieſe Unterſtuͤtzung erhalten, ſo wird ſolches auch bey denjenigen Balken geſchehen koͤnnen, welche uͤber den Un⸗ terzugsſtaͤndern liegen. Der Nutzen der vorgedachten unter die Balken nach der Queere des Gebaͤudes geſtellten Baͤnder, kann alſo etwa der ſeyn, daß ganz leere, d. i. ohne Scheidewaͤnde verbundene hoͤlzerne Gebaͤude, dadurch etwas mehr gegen den Seitenſchub geſichert werden. Bei maſſiven Gebaͤuden aber, deren Mauern durch ihre mehrere Schwere und breitere Grundflaͤche an ſich einen feſtern Stand haben als die hoͤlzerne Waͤnde, koͤnnen dieſe Baͤnder um ſo mehr weg⸗ bleiben, wenn man auch hier die Anbringung derſelben, als eine eben nicht koſtbare Sache, nicht etwa damit vertheidigen moͤchte, daß weil die Dachſtuhl⸗ ſaͤulen auf dieſen Balken ſtehen, ſie dadurch vielleicht etwas mehr als die an⸗ dern belaͤſtiget werden, und daß ſie alſo durch die Baͤnder einige mehrere Un⸗ terſtuͤtzung erhalten. Es iſt bereits S. 289 des erſten Theils angemerkt worden, wie wenig auf den feſten Stand der hoͤlzernen Waͤnde an und fuͤr ſich, wegen ihrer in der Natur der Sache liegenden geringen Grundflaͤche zu rechnen iſt. Bey ho⸗ len Gebaͤuden, d. i. bei ſolchen, worin keine Queerſcheidewaͤnde ſtatt finden, z. B. bei Schaafſtaͤllen, werden die zwei aͤußeren Waͤnde zwar durch die dar⸗ auf eingekaͤmmte Balken einigermaßen gehalten, allein ſelbſt dann, wenn die aͤußeren Stiele auch noch mit einer Queerſchwelle verbunden waͤren, ſo wird durch dieſe Schwelle, den Balken und die beiden Wandſtiele doch nur ein Viereck gebildet, welches um ſo leichter der Verſchiebung unterworfen iſt, wenn wie es oft der Fall iſt, auch noch das untere Stuͤck, nemlich die Queerſchwelle, daran wegfallen muß. Befeſtiget man aber drei Hoͤlzer an ihre Enden, ſo bil⸗ ————— Von den Balkenlagen und Decken. 31 den ſie ein Dreyeck, welches ſchlechterdings keiner Verſchiebung unterworfen iſt. Daher geben Strebebaͤnder, welche mit den Wandſtaͤndern unverſchiebbare Dreiecke bilden, hauptſaͤchlich dergleichen inwendig nicht mit Scheidewaͤnden ausgebaueten Gebaͤuden einen feſten Stand. Dieſerhalb muͤſſen auch vorzuͤg⸗ lich in den Schaafſtaͤllen Strebewaͤnde, nach Fig. 27 A angebracht werden. Der Landwirth wuͤnſchet freilich die Schaafſtaͤlle ganz frei zu behalten, theils wegen bequemerer Stellung der ſogenannten Baͤnde oder Futtertroͤge fuͤr die Schaafe, theils wegen des leichtern Ausbringens des Miſtes, allein der Baumeiſter kann hierunter nicht ohne Gefahr fuͤr das Gebaͤude zu willfaͤhrig ſeyn, ſondern es muͤſſen wenigſtens alle 30 Fuß auseinander, dergleichen Stre⸗ bewaͤnde nach Fig. 27 A, ab angebracht werden, welche aber wegen des beque⸗ meren Gebrauches des Stalles nicht einander gegenuͤber, ſondern abwechſelnd wie Fig. 27 B im Grundriß zu ſehen, angebracht werden koͤnnen. Anm. Man wird vielleicht einwenden, daß es doch viele hoͤlzerne Gebaͤude von anſehnlicher Laͤnge und Breite ohne Scheidewaͤnde giebt, welche ſich ohne dergleichen Strebe⸗ waͤnde erhielten. Man wird aber finden, daß die Waͤnde ſolcher Gebaͤude mit ausneh⸗ mend ſtarken Schwellen und Stielen verſehen ſind, welches nicht jederzeit zum Gebrauch vorhanden iſt. Naͤchſtdem kömmt es auch ſehr auf den Stand ſolcher Gebaͤude an, ob ſie nemlich mehr oder weniger von den Sturmwinden, beſonders auf ihren langen Sei⸗ ten getroffen werden koͤnnen, welches mehrentheils der Fall bei den Landgebaͤuden iſt, und das Regiſter von den in kurzen Zeitraͤumen aus Mangel an innerer Verbindung durch die Sturmwinde umgeworfenen, zuweilen erſt ganz neu errichteten, hoͤlzernen Wirthſchaftsgebaͤuden, beſonders von Schaafſtaͤllen, und von Scheunen, duͤrfte die Zahl derjenigen Gebaͤude, welche ſich ohne dergleichen innere Verbindungen erhalten ha⸗ ben, doch wohl bei weitem uͤbertreffen.— 9. I1. So nuͤtzlich und nothwendig die vorgedachte Strebewaͤnde ſind, eben ſo wenig koͤnnen die ſogenannte Spannriegel ab und ab Fig. 28 A und B zur Haltung der hoͤlzernen Gebaͤude etwas beytragen; ſollen ſie etwa mit ihren Zapfen die Waͤnde zuſammenhalten, ſo thun dieſes die in dem Wandrahm ein⸗ gekaͤmmte Balken ſchon weit beſſer. Die Spannriegel muͤſſen, damit ſie kein Hinderniß verurſachen, gleich unter die Balken geleget werden, und ihre Ver⸗ zapfung trift alſo ſo nahe an denjenigen Punkt, wo die Waͤnde, wie vorgedacht, ſchon durch die aufgekaͤmmte Balken genugſam gehalten werden, ſo daß die durch die Spannriegel zu leiſtende Haltung der Waͤnde uͤberfluͤſſig wird. *) Lange, der ſonſt ſo richtig urtheilt, haͤlt die Spannriegel dennoch in Ruͤckſicht auf den Seiten⸗ ſchub fuͤr ein Hauptwerk des Gebaͤudes, wovon deſſen vorzuͤglichſte Feſtigkeit und vertikaler Stand abhangen ſoll. Manger hingegen verwirft die Spannriegel(man ſ. deſſen Be⸗ merkungen uͤber die Anbringung der Baͤnder und Spannriegel) und raͤu⸗ Von den Spannrie⸗ geln. Fortſetzung, wegen der Unterzuͤge. Erſter Abſchnitt. met davon nur einigen Nutzen in Abſicht der Zuſammenhaltung der Waͤnde, auf den Fall ein, wenn etwa das Rahmſtuͤck der Wand und die Verkaͤmmung der Balken verfault waͤre. Es iſt indeſſen doch nicht abzuſehen, daß der Zapfen am Spannriegel oder vielmehr der ſo nahe am Ende des Zapfens angebrachte Nagel, wo derſelbe ſo leicht ausreißen kann, den Wandſtiehl halten ſollte. Eher duͤrfte ſolches durch die alte Gewohnheit be⸗ wirket werden, wo man den Wandſtaͤnder ausſcheerte, und den Spannriegel durchlegte, ſo daß deſſen Kopf zur Haltung diente;(m. ſ. Fig. 28. A) obgleich auf die Haltung des Hirnholzes auch nicht viel zu rechnen iſt, da der Kopf des Spannriegels der Faͤulniß aus⸗ geſetzet bleibt. Koch weniger iſt die Bauart zu empfehlen, wo bloß außerhalb ein hoͤlzerner Nagel vorgeſteckt iſt, Fig. 28 B, indeſſen findet man doch in Pommern alte Gebaͤude von der Art, wobei aber vieles auf die damalige Guͤte des Holzes zu rechnen iſt. Nur die vorhingedachten geſenkten Balken, wenn ſie bey hoͤlzernen Gebaͤuden ange⸗ bracht werden koͤnnen, ſind als wahre Spannriegel anzuſehen, weil ſie die Wandſtiele weiter unter die aufgekaͤmmten Balken, mit einem halb⸗ſchwalbenſchwanzfoͤrmigen Zapfen halten, der ſich auf keine Weiſe herausziehen kann. Uebrigens koͤnnen die Spannriegel doch nicht gaͤnzlich verworfen werden, vielmehr giebt es Gelegenheiten, beſonders beim Richten der Daͤcher mit liegen⸗ den Stuͤhlen, imgleichen bei Aufrichtung der Haͤng⸗ und Sprengwerke, wo ſie in dieſer Abſicht noͤthig ſind; nach der Operation des Richtens koͤnnten ſie aber in den meiſten Faͤllen wieder weggenommen werden. Anm. Ich finde indeß zu erinnern, daß wenn doch Spannriegel angebracht werden ſollten, ſelbige aus einem Stuͤcke beſtehen und ganz durchgehen muͤſſen, nach Fig. 29 A, und daß nicht, nach Mangers und vieler anderen Zeichnungen, Fig. 29 B, der Spannriegel aus einzelnen in die Wand und Unterzugsſtaͤnder eingezapften Stuͤcken, ac, de, fb, be⸗ ſtehen muͤſſe; aus erſterem folgt, daß die Unterzugsſtaͤnder nicht wie in eben bemerk⸗ ter Figur, in dem Rahmſtuͤcke, ſondern nach Fig. 27 A, in dem Spannriegel verzapft werden koͤnnen. §. 12. Nachdem man aus dem vorherigen bereits uͤberzeugt ſeyn wird, wie noͤ⸗ thig es iſt, die Balkenlagen in ihrer Mitte gehoͤrig zu unterſtuͤtzen, und die dazu erforderlichen ſogenannten Unterzuͤge beſchrieben worden, ſo iſt nochmals zu erinnern, daß die Rahnſtuͤcke dieſer Unterzuͤge jederzeit auf einem Unterzugs⸗ ſtaͤnder zuſammengeſetzt oder zuſammengeſtoßen werden muͤſſen; ferner, daß (nach der bereits im 1ſten Theil S. 284 gegebenen Regel) dieſe Stoͤße, wenn ein Gebaͤude aus mehrern Stockwerken beſtehet, weder lothrecht noch mit dem Rahmſtuͤck des zweiten Unterzugs, wenn doppelte vorhanden ſind, und eben ſo wenig mit den Stoͤßen der Wandraͤhme, auf eine queer durch das Gebaͤude angenommenen Linie, zuſammentreffen muͤſſen, ſondern daß hierunter eine beſtaͤndige Abwechſelung genau zu beobachten iſt. Die Stoͤße der Rahmſtuͤcke werden den Fall verfault vielmehr ausreißen uheit be⸗ urchlegte, ltung des ulniß aus⸗ ter Nagel von der den ange⸗ Landſtiele en Zapfen werden, liegen⸗ wo ſie ſie aber mſollten, „ und daß aannriegel ſ fb, be⸗ bemerk⸗ verzapft die noͤ d die als zu rrzugs⸗ , dafß „ venn t dem en ſo baͤude eine ſtuͤcke berden Von den Balkenlagen und Decken. 33 werden uͤbrigens mit einem ſogenannten Hackenkamm, Fig. 30 zuſammengefugt, jedoch ſtoßen ſie auch wohl nur ſtumpf zuſammen, und ſind alsdann mit einer eiſernen Klammer zu verſehen. Die ſtaͤrkſten und aufs beſte verbundenen Unterzuͤge wuͤrden aber wenig helfen, wenn deren Saͤulen nicht zugleich auf guten und feſten Fundamenten ruheten; einzelne gemauerte Fundamente muͤſſen daher mit Sorgfalt aufgefuͤhret, und ſelbi⸗ gen eine breite Grundflaͤche gegeben werden. Weil aber dergleichen Pfeiler doch nur etliche Fuß ins Gevierte haben, ſo iſt es nicht rathſam, ſich dazu unfoͤrm⸗ licher Feldſteine zu bedienen, womit kein guter Verband erhalten werden kann, ſondern dieſerwegen Mauerſteine zu nehmen, welche aber, ſo wie zu den Fun⸗ damenten uͤberhaupt, der Dauer wegen von der beſten Art ſeyn muͤſſen. Wird der feſte Grund zu den Pfeilern nur erſt in einer Tiefe von 6 bis 8 Fuß an⸗ getroffen, ſo muͤſſen, wenn man dauerhaft bauen will, die Pfeiler durch Woͤl⸗ bungen mit einander verbunden werden, um dergleichen hohe Pfeiler fuͤr das Ausweichen ſeitwaͤrts zu ſichern. Wenn auch gleich die Fundamente der Un⸗ terzugsſtaͤnder oben etwas breiter angeleget werden, als die Grundflaͤche der Stiele, ſo wuͤrden dieſe doch eigentlich nur auf einige in der Oberflaͤche der Pfeiler befindliche Ziegel zu ſtehen kommen, welche, wenn ſie nicht ganz beſon⸗ ders feſte ſind, leicht von dem Druck zerquetſcht werden koͤnnten. Man muß daher unter jeden Stiel einen entweder von der Natur ſchon gerade geformten oder zugehauenen Feldſtein auf den Pfeiler legen, und die Unterzugsſtaͤnder darauf ſetzen. Wenn aber dergleichen Steine nicht zu erhalten ſind, ſo muͤſſen ſogenann⸗ te Kreutzſchwellen, Fig. 31. von Eichenholz unter die Unterzugsſtaͤnder geleget werden, um ihren Druck auf die ganze Oberflaͤche der Pfeiler zu vertheilen. Wenn man die bisher beſchriebene Konſtruction der Unterzuͤge in meh⸗ rern uͤbereinander ſtehenden Stockwerken betrachtet, ſo wird man finden, daß immer laͤngſtliegendes Holz, abwechſelnd auf Hirnholz ruhet. Die Erfahrung zeigt aber, daß beſonders bei ſehr belaſteten Gebaͤuden, als bei Kornmagazinen, das Hirnholz ſich in das laͤngſtliegende Holz eindruͤckt. Geſetzt nun auch, daß ſolches bei einer auf einem wagerecht liegenden Balken ſtehenden Saͤule nur ein weniges betruͤge, ſo macht ſolches doch bei mehrern, oder in 3 bis 4 Stock⸗ werken uͤbereinander liegenden Balken und darauf ſtehenden Saͤulen bis ins Dach, zuſammen genommen, ſchon etwas bedeutendes aus, ſo daß man Bei⸗ ſpiele davon anfuͤhren koͤnnte, wo das Gebaͤlke ſich ſoweit herunter gegeben hat, daß die Dachſtuͤhle ſich aus ihren Zapfen gezogen, und bloß an den Naͤgeln im Dachrahme, gehangen haben. E 34 Erſter Abſchnitt. §. 13. Vorzuͤgliche Bey großen ſehr zu belaſtenden Gebaͤlken als Kornmagazinen oder an⸗ muüerfü der dern Vorrathsgebaͤuden, hat daher der in der 32ten Fig. A und B vorgeſtellte Balken bei Verband, große Vorzuͤge. Man wird finden, daß hiebei nicht Hirnholz auf Koranegrae langes Holz ſtehet, ſondern daß die Stiele an den mit a bemerkten Stellen, dern ſehr z8 auf einander aufgeſtellet ſind, ſo daß jede Saͤule aus zwey Stuͤcken ma, ma belaſtenden beſtehet; wobei es gut iſt, zwiſchen zwei auf einander ſtehende Saulen, eine Gebaͤuden. Bleiplatte zu legen; die Bolzen bb halten uͤbrigens dieſe Stiele zuſammen. Man wird auch finden, daß bei dieſem Verbande die Rahmſtuͤcke auf beiden Saͤulen aufliegen; ferner, verurſachen dieſe doppelt gegeneinander geſtellte Saͤulen, daß auch die Fundamente groͤßer ſeyn muͤſſen als ſonſt, wodurch alſo der Druck der Laſt auf die einzelne Punkte des Grundes vermindert wird. Eine Kreutzſchwelle laͤßt ſich uͤbrigens unter dieſe doppelten Staͤnder nicht gut anbringen. Eine gute eichene unter beide Stiele ruhende Bohle, thut aber eben die Dienſte. Das Laͤngen⸗Profil, Fig. 32 B zeigt, daß zwar gegen jede Saͤule zwei Balken liegen, worauf auch im Dache Sparren ſtehen. Die ungemeine duͤchtigkeit dieſes Verbandes erſetzt aber dieſen unbedeutenden mehreren Holzaufwand gegen die gewoͤhnliche Conſtruction. Auch iſt zu bemerken, daß da die angebrachte Baͤnder mit ihrer Mitte daſelbſt zutreffen, wo die beiden Stiele zuſammengeſtel⸗ let ſind, ſie unten keinen Zapfen bekommen koͤnnen, ſondern daß dieſe Baͤnder nur mit einer Verſatzung eingeſtellet und angenagelt werden*). *) Man koͤnnte leicht auf die Gedanken kommen, daß ſich dieſer Verband nicht fuͤglich rich⸗ ten ließe. Solches gehet aber recht gut an; die Balken und Naͤhme muͤſſen freilich erſt beſonders unterſtuͤtzt, und alsdann die Unterzugsſtaͤnder zwiſchen und gegen ſelbige von oben herab, eingeſetzt werden. §. 14. Unterſtuͤtzung In Abſicht der Unterſtuͤtzung der Balkenlage, koͤnnen auch noch folgende der Balken Faͤlle vorkommen: Es ſoll z. B. Fig. 33 ein Zimmer eine mehrere Tiefe ha⸗ durch einfa⸗.... 4 che und durch ben als diejenige, in welcher ſich die Balken ſamt den Windeldecken freyliegend verzahnte erhalten koͤnnen, z. B. 24— 30 Fuß. Waͤre dieſes Zimmer aber dabey nur Traͤger... 16— 18 Fuß breit, ſo wird, wenn es angehet, gerade in die Mitte, ſonſt aber auch mit einiger Abweichung von der Mitte, ein ſtarker hochkantiger Traͤ⸗ ger ab, die Balken gehoͤrig unterſtuͤtzen. Dieſer Traͤger ruhet auf der Mauer, und bey hoͤlzernen Waͤnden auf einem daſelbſt angebrachten Wandſtiel. Iſt ein ſolches Zimmer noch laͤnger, z. B., ſo daß es durch die ganze Tiefe eines an⸗ hellte auf ellen, „ma , eine nmen. veiden ſtellte alſo wird. t gut aber zwei igkeit gegen rachte geſtel⸗ aͤnder rich⸗ c erſt ſe von eende ha⸗ egen lul ſnſt Traͤ⸗ uer, It ines Von den Balkenlagen und Decken. 35 Gebaͤndes von 36— 40 Juß durchgehet, ſo muͤſſen zwei dergleichen Unterzuͤge Fig. 33 cd und ef angebracht werden. Anm. In ordentlichen Zimmern, erregen dieſe Unterzuͤge keinen Mißſtand, wenn man das Deckengeſims auf beiden Seiten daran heruntergehen laͤßt. In den Zeichnungen werden dergleichen Unterzuͤge durch punktirte Linien angedeu⸗ tet; man findet nicht ſelten, daß ſie dergeſtalt angegeben ſind, daß das eine, auch wohl beide Enden eines ſolchen Unterzuges einer Brandmauer oder einer Schornſteinroͤhre zu nahe kommen, wo nicht gar darin liegen wuͤrden, wenn man hiernach wirklich bauete, und dies iſt leider in der That zuweilen der Fall. Wäaͤre ein Zimmer wie das vorherige bei einer großen Tiefe, zugleich auch ſehr breit, z. E. 24— 30 Fuß, ſo wuͤrde es ſehr abgeſchmackt ſeyn, ei⸗ nen einfachen gewoͤhnlichen Traͤger, von ſolcher Laͤnge anzubringen, in welcher ſich ein Stuͤck Holz nicht freiliegend erhalten kann, und weshalb man gerade die Balken durch die Traͤger unterſtuͤtzen will. Nun wuͤrde alſo der Traͤger in vor⸗ gedachter Laͤnge nicht nur an und fuͤr ſich, ſich ebenfalls nicht erhalten koͤnnen, ſon⸗ dern ſolches noch um ſo weniger vermoͤgen, wenn noch dazu die ganze Laſt der Balken und Decken auf ſelbigem ruhen muͤßte. Man ſollte nicht glauben, daß der⸗ gleichen Unſinn in entworfenen Zeichnungen vorkommen, noch weniger, daß der⸗ gleichen wirklich ausgefuͤhret werden koͤnnte, wie beides doch oft der Fall iſt, beſonders bei gemeinen Gebaͤuden, als z. B. in großen Krugſtuben, Schulſtu⸗ ben, oder andern geraͤumigen Zimmern. Der kuͤrzeſte und ſicherſte Weg iſt, hier in der Mitte des Unterzugs eine Saͤule aufzurichten, indem die Unbe⸗ quemlichkeit, welche dadurch etwa entſtehen moͤchte, wohl eher verzeihlich ſeyn duͤrfte, als ſo baufaͤllig und gefaͤhrlich zu bauen. Anm. Zu den großen Kunſtwerken der Zimmermannskunſt, Gebaͤlke und Decken ſchwe⸗ bend zu erhalten, darf man wegen der großen Koſten, welche ſie erfordern, in gewoͤhnli⸗ chen Faͤllen nicht leicht ſchreiten, und ſelbſt da, wo die Bau⸗Caſſe es erlauben moͤchte ſie anzubringen, bleibt es doch wahr, daß wenn dergleichen Konſtruction noch ſo gut ange⸗ geben und auf das fleißigſte ausgefuͤhret worden, ein Zuſammendruͤcken und Schwinden des Holzes doch nicht zu verhuͤten iſt, daher man in dergleichen durch Kuͤnſteleyen ge⸗ haͤngten und gerohrten Decken, doch gemeiniglich kleine Riſſe gewahr wird. Sollte man indeſſen dennoch bei den unter die Balken angebrachten Traͤgern einen Mißſtand finden wollen, oder die Hoͤhe der Zimmer erlaubte es nicht, oder es ließe ſonſt ein gewiſſer Zweck ihre Anbringung nicht zu, ſo koͤn⸗ nen die Traͤger auch oben uͤber die Balken geleget, und ſelbige mit eiſernen Bolzen daran angehaͤngt werden, Fig. 34. Es verſteht ſich aber von ſelbſt, daß der Traͤger mit ſeinen Enden ein gutes und ſicheres Auflager haben, folg⸗ lich von einer Scheidewand bis zur andern reichen muß, auch darf die Laͤnge deſſelben nicht uͤber 16— 18 Fuß betragen, indem die ganze Laſt daran haͤngt E 2 36 Erſter Abſchnitt. und derſelbe bei einer groͤßern Laͤnge ſich herunterziehen wuͤrde. Um dieſes deſto mehr zu verhuͤten, muß dieſer Traͤger auch nicht nur ſehr ſtark, und vorzuͤglich hochkantig gezimmert ſeyn, ſondern es iſt auch ein Stuͤck Holz dazu zu waͤhlen, welches ſchon von Natur in der Mitte etwas krumm, oder nach der Zimmer⸗ mannsſprache geſprengt iſt, wodurch die Kraft zum Tragen ungemein ver⸗ mehrt wird. Anm. Wenn man moͤglichſt krumm gewachſene dabei aber doch ſtarke und geſunde Baͤume auswaͤhlen kann, ſo ſind ſolche bei Bruͤcken um die Joche weit auseinander ſtellen zu koͤn⸗ nen, von großem Nutzen; ſie werden nemlich auf die beiden aͤußern Balken der Bruͤcke gelegt und nachdem die Weite der Joche iſt, ein oder zwey unter die Balken be⸗ ſindliche Unterzuͤge mit eiſernen Bolzen daran angehaͤngt, auf welche die mittlern Balken ruhen. Es braucht alſo nicht ein jeder Balken einen Bolzen zu haben. Auch bei dem Haͤuſerbau kann dieſes Anwendung finden. Es giebt auch Faͤlle, wo nicht allein die Laſt der Balken und Decken zu unterſtuͤtzen iſt, ſondern wo noch groͤßere auf eine Balkenlage ſtehende Laſten getragen werden ſollen, wobei alſo einfache Traͤger, ſelbſt auf kuͤrzere Diſtan⸗ zen von 16— 18 Fuß, nicht hinreichend ſeyn wuͤrden. Alsdann muͤſſen ſogenanute verzahnte Traͤger angebracht werden. Dieſes ſind nach Fig. 35 A aus drei Stuͤcken durch ſagenfoͤrmige Einſchnitte und eiſerne Bolzen zuſammengeſetzte Hoͤlzer, welche ebenfalls ſowohl unter⸗ als oberhalb der Balken angebracht werden koͤnnen. In Reuß Zimmermannskunſt wird eine Anweiſung gegeben, wie dieſe verzahnten Traͤger anzufertigen ſind; beide aufeinander liegende Stuͤcke ſollen jedesmahl ohngefaͤhr ⁊ der Laͤnge betragen, auch zu dem untern Stuͤcke etwas krumm gewachſenes Holz genommen, wenn aber dergleichen nicht vorhanden, das untere Stuͤck durch eine in die Mitte anzubringende Unterlage und durch Belaſtung der Enden des Holzes um 2s der Laͤnge gekruͤmmt, und alsdenn die obern Stuͤcke aufgepaßt werden. Dieſem iſt aber noch beizufuͤgen, daß wenn die Zaͤhne im untern Stuͤcke eingeſchnitten ſind, eins von dem obern Stuͤcke als ab, welches ein we⸗ nig laͤnger als die Haͤlfte des untern Stuͤcks ſeyn muß, darauf gelegt und an dieſem Oberſtuͤcke die Zaͤhne ebenfalls vorgezeichnet werden, wobey der Mittelriß am untern Stuͤcke ſehr genau angedeutet werden muß. Ein gleiches geſchieht mit dem andern obern Stuͤcke; wenn nun die Zaͤhne in beiden Stuͤcken genau ausgearbeitet ſind, und ſelbige einzeln genau paſſen, ſo werden ſolche dicht an dem angezeichneten Mittelriß dergeſtalt abgeſchnitten, daß beide Stuͤcke, wenn ſie in die Kaͤmme eingelegt werden, noch um ein geringes zu lang blei⸗ ———„——— —„—— Sdone zu d Bruͤcke en be⸗ Balken i dem hecken aſten iſtan⸗ erden. hnitte unter⸗ dieſe ſollen etwas nden, durch die ntern n we⸗ nd an ttelriß ſhieht genau dicht tuͤcke, blei⸗ Von den Balkenlagen und Decken. 37 ben; dieſes wenige wird theils mit Gewalt durch ſcharfe Steifung des untern Stuͤcks in der Mitte beim Einlegen deſſelben, theils durch feine Saͤgeſchnitte dergeſtalt nachgeholt, daß alle drey Stuͤcke aͤußerſt feſt in einander greifen, wo⸗ naͤchſt ſie verbolzet werden. So kraͤftig auch dergleichen Traͤger ſind um dar⸗ auf geſetzte Waͤnde oder andere Laſten zu tragen, ſo iſt doch nicht anzurathen, ſich derſelben auf groͤßere Weiten als auf 24 Fuß, zu bedienen. Muͤſſen dieſe Traͤger in(jedoch ſelten) vorkommenden Faͤllen laͤnger ſeyn, ſo werden ſie aus 5 Stuͤcken zuſammengeſetzt, wovon nach Fig. 35 B ſich 3 unten und 2 oben be⸗ finden. Ob zwar auf dergleichen Traͤger hoͤlzerne Waͤnde mit aller Sicherheit geſtellt werden koͤnnen, ſo werden ſich dennoch immer kleine Kalkriſſe zeigen, daher man Mauern gar nicht auf ſelbige ſetzen muß. §. 15. So wohl in vorgedachter als bei einer groͤßern Breite der Zimmer Befeſtigung von 40— 5o0 Fuß, kann man ſich anſtatt der verzahnten Traͤger, mit weit der .... 4. durch mehrerer Sicherheit, einer ſolchen Vorrichtung als Fig. 36. A, d. i. eines Sprengwer⸗ ſogenannten Bocks bedienen, um die Balken daran anzuhaͤngen. Bei einer ke. anſehnlichen Laͤnge der Balken, koͤnnen auch nach Fig. 36. B zwei dergleichen Boͤcke angebracht werden; jedoch benehmen ſie oben den Raum. Das Detail der Konſtruction eines ſolchen Sprengwerks betreffend ſo erhaͤlt das Strebeband p Fig. 37 A, oben gegen die Saͤule eine Verſatzung abo in ihrer ganzen Staͤrke wie aus Fig. 37 B bei defg zu erſehen iſt, wo nemlich die Saͤule von der Seite vorgeſtellet iſt; auch bekoͤmmt die Strebe oben einen ſo genannten Nuthzapfen be von 1 Zoll lang, welcher nicht gena⸗ gelt wird, indem derſelbe bloß das Ausgleiten ſeitwaͤrts des Bandes verhindert. Unten ſtehet die Strebe p Fig. 37 C ebenfalls mit einer im vollen Holze befindlichen Verſatzung, abe in die Schwelle und bekoͤmmt daſelbſt einen gewoͤhnlichen Zapfen von 2½¾ Zoll lang, um die Strebung gegen den Kern des Holzes zu bringen. Iſt die Haͤngeſaͤule an ſich nicht ſehr breit, ſo kann der Spannriegel m hoͤher geleget werden, damit die Zapfen nicht zu nahe aneinander kommen. Wenn eine Wand laͤngſt auf einem freiliegenden Balken angebracht werden ſoll, Fig. 38 ſo muß ſolche in der vorgedachten Art verbunden werden, um den darunter liegenden Balken nicht nur nicht zu belaſten, ſondern ſelbi⸗ gen vielmehr vermittelſt der ſogenannten Haͤngeiſen ab und ab aufwaͤrts zu halten. Man nennt dergleichen Waͤnde geſprengte Waͤnde. Sie koͤn⸗ 38 Erſter Abſchnitt. nen auch bloß aus doppelten Brettern beſtehen, die nach Fig. 39 auf einer Seite gerade auf der andern aber ſchraͤge zuſammengeſchlagen ſind. Wenn uͤber einem Zimmer von einer anſehnlichen Laͤnge und Breite, ein anderes von eben der Groͤße ſtatt finden ſollte, weshalb keine der vorge⸗ dachten Vorrichtungen angebracht werden koͤnnte um die Balken zu unterſtuͤtzen oder an Traͤger anzuhaͤngen, ſo ginge es zwar an die Balken an ſich ſelbſt zu verſtaͤrken, das iſt, ſie zu verdoppeln und zu verzahnen; es wuͤrde ſolches aber wegen des dazu erforderlichen ſtarken Holzes, des Eiſens und des Arbeitslohns nicht nur eine theure Sache ſeyn, ſondern auch eine ſolche Decke an ſich, doch immer ſehr ſchwer werden, und daher rathſam ſeyn folgende Conſtruction zu waͤhlen. Es liegen nehmlich(Fig. 40 A) bei bo und de zwei verzahnte Bal⸗ ken neben einander; zwiſchen dieſen ſind aber die uͤbrigen Balken vy nur ein⸗ fach, und liegen mit dem oberen Stuͤcke mo der verzahnten Balken gleich. In den Mauern befinden ſich die im Profil B mit no bezeichnete Unterlage⸗ Hoͤlzer, welche bis Im unter die Balken mo liegen und mit ſelbigen verzahnt und verbolzet ſind. An dieſen Unterlagen iſt ein Geſims p angebracht, welches auch nach der Breite des Zimmers zu beiden Seiten der verzahnten Traͤger arst herumlaͤuft, wodurch die Decke vertiefte Felder, welche hier mit dunkeler Farbe angelegt ſind erhaͤlt, ſo daß mit einer vollkommnen Feſtigkeit zugleich ein gutes Anſehen erreicht wird. §. 16. Von den De⸗ Dichte aneinander gelegte Balken dienen zuweilen als Decken uͤber die er⸗ ndßr, Keller. Das nachtheilige dieſer Bauart beſtehet darin, daß die Balken an der⸗ derſt von den gleichen feuchten Oertern bald verſtocken und verfaulen, auch daß man in den Balken⸗ und Zimmern uͤber ſolchen Balkenkellern keinen warmen Fuß bekoͤmmt. Ueber Ge⸗ Puhlende⸗ faͤngniſſen ſind aber Decken von dicht aneinander gelegten Balken die ſicherſten, durch welche die Verhafteten ſich nicht leicht in Freiheit ſetzen koͤnnen. Anm. Eben ſo wird ein Gefaͤngniß auch dadurch ungemein geſichert, wenn man ſelbſt die ſtaͤrkſten maſſiven Umfangsmauern einwaͤrts noch mit ſtarken Bohlen bekleidet. Leichte, warmhaltende und einigermaßen von oben feuerabhaltende De⸗ cken, ſind in ſchlechten Bauerwohnungen diejenigen, wo gekloͤbte oder auch runde nur etwas behauene kiehnene oder elſene Stangen uͤber die Balken ge⸗ legt, die Fugen mit Lehm der mit Kaff vermenget worden, verſtrichen und ſo⸗ dann ein tuͤchtiger Lehmſchlag daruͤber geleget werden. Dergleichen Decken be⸗ —— ,8— „—/— einer reite, orge⸗ ruͤtzen iſt zu Haber tolohns , dach tion zu ke Bal⸗ ur ein⸗ gleich. kerlage⸗ erzahnt welches Traͤger unkeler zugleich er die n der⸗ n den r Ge⸗ erſten, elhſt die De⸗ auch en ge⸗ ſo⸗ en be⸗ Von den Balkenlagen und Decken. 39 ſchweren die Gebaͤude nicht ſo ſehr, als die gewoͤhnlichen Windelboden, wobei die Balken durch die eingehauene Vertiefungen zu den Staakhoͤlzern, welches bei jenen Decken wegfaͤllt, geſchwaͤcht werden. Da auch ferner, die vorgedachte Stangen oder gekloͤbte Bohlen oben uͤber die Balken wegliegen, ſo wird da⸗ durch die darauf zu bringende Laſt auf mehrere Balken vertheilt, anſtatt daß bei Windelboͤden, die wegen des zu großen Holzaufwandes in den baͤuerlichen Gebaͤuden nicht bedielet werden, die Laſt nur auf einzelnen Balken und auf den dazwiſchen befindlichen ausgeſtaakten und gelehmten Faͤchern ruhet, weshalb letztere leicht herunterbrechen koͤnnen, beſonders wenn die Balken etwas weit auseinander liegen. Anm. Der Krieges⸗ und Baurath Herr Boͤthke hat die erſtgedachte Art von Decken in ſeinen Beitraͤgen zur Lehre, wie man mit moͤglichſter Schonung des Hol⸗ zes alle Landgebaͤude dauerhaft und feuerſicher bauen kann. Berlin 1795. beſchrieben und bei den baͤuerlichen, Coloniſten und andern dergleichen Haͤuſern mit Recht als die beſten, empfohlen. In Humphry Marſchalls Beſchreibung der Landwirthſchaft in der Grafſchaft Norfolk(in Engelland) uͤberſetzt von dem Graf von Podewils Berlin 1797, iſt eine Beſchreibung aͤhnlicher Heuboͤden uͤber den Pferdeſtaͤllen; ein ſolcher Lehmfluhr wird fuͤr weit beſſer gehalten als ein gedielter Boden, weil erſterer nicht den Staub und das Geſaͤme ſo leicht durchfallen laͤßt als letzterer. Um dieſes aber bei den Dielenboͤden zu verhuͤten, ſelbige nach Mangers Anweiſung auch noch von unten mit Brettern zu verſchalen, duͤrfte wohl die jetzt zu beobachtende Holzmenage nicht erlauben. §. 17. Die Conſtruction der Fig. 41 A und B vorgeſtellten Windelboͤden die Von den ſo⸗ in ganze und halbe unterſchieden werden, beſtehet bei den ganzen Windel⸗ boͤden darin, daß die ausgepfalzten Balken mit Staakhoͤlzern ab ausgefuͤllt den. werden, zu welchen ſich das kiehnene Holz am beſten ſchickt, weil es nicht ſo leicht dem Wurmfraß ausgeſetzt iſt als andere weiche Holzarten; jedoch muͤſſen die Staaken nicht faule oder aͤſtige Stellen haben, damit ſie nicht leicht zerbre⸗ chen. Dieſe Staakhoͤlzer werden mit Lehmſtroh umwunden, recht dicht an ein⸗ ander geſchoben und alsdenn alles von unten den Unterflaͤchen der Balken gleich, mit Lehm verſtrichen; da der Lehm ſich alſo hier an einer horizontalen Flaͤche erhalten ſoll, ſo muß derſelbe von vorzuͤglicher Guͤte, das iſt ſehr zu⸗ ſammenhaͤngend und nicht zu mager oder zu ſandig ſeyn. Um auch ſo wenig Lehm als moͤglich von unten anzukleben, werden die Falze zu den Staakhoͤl⸗ zern nur 2 ½ bis 3 Zoll von der unteren Kante der Balken Fig. 41 ab, ein⸗ gehauen; es geſchieht daher aber auch wohl, daß das unter dem Falz verblie⸗ bene wenige Holz, ſchon durch das Eintreiben der Staakhoͤlzer abgeſpalten wird, 40 Erſter Abſchnitt. oder daß wenn wie es leicht geſchehen kann, die Balken noch Spint an den Kanten haben, dieſes wenige Holz leicht losreißen und die Windelfaͤcher, wel⸗ che bei dergleichen ganzen Windelboden mehrentheils mit der obern Seite der Balken gleich, mit Lehm und Schutt uͤberfuͤllet und daher aͤußerſt ſchwer wer⸗ den, herunterſtuͤrzen koͤnnen. Anm. Vorzuͤglich hat man ſich bei Reparaturen oder vorzunehmenden Veraͤnderungen in den Gebaͤuden, welche mit dergleichen Windelboͤden verſehen ſind, wohl vorzuſehen; ich ſpreche aus einer ſelbſtgemachten Erfahrung— ich ließ nemlich unter einem Balken eine neue Scheidewand ſetzen; die Zimmerleute hatten das Stielwerk in der Laͤnge etwas reichlich zugeſchnitten, trieben es daher mit Gewalt unter den Balken, wodurch dieſer wohl nur um ein geringes gehoben wurde; die darin ſteckenden Windelſtaaken brachen indeſſen mit den andern Enden das wenige unter ſich befindliche Holz am andern Bal⸗ ken unvermerkt ab, und nachdem die Decke ſchon geputzt war, ſtuͤrzte erſt das ganze De⸗ ckenfeld unvermuthet herunter. Weit leichter und ſicherer ſind daher die halben Windelboͤden; dabei werden die Falze 3 Zoll von der Ober⸗Kante der Balken eingehauen(Fig. 41 B, od.) Es bleibt alſo weit mehr Holz zum Tragen an den Balken als bei der erſten Art von Decken. Auch werden die Staaken(oder noch beſſer, ſtarke Bretterſtuͤcke oder ſogenannte Schwarten,(die aͤußern Stuͤcke der geſchnit⸗ tenen Sagebloͤcke) dichte aneinander getrieben, aber nicht wie vorhin mit Lehm⸗ ſtroh bewunden, ſondern nur die Fugen von oben mit Lehmſtroh verſtrichen und der wenige Raum bis an die Gleiche der obern Seite der Balken mit Lehm oder mit trocknem Schutt gefuͤllt. Wenn dieſe Decken nicht wie bei Gebaͤuden von einem hoͤhern Range von unten mit Brettern verſchalet werden, wie ſol⸗ ches in gemeinen Gebaͤuden aus Sparſamkeit nicht geſchieht, ſo ſtehen freilich die Balken von unten vor; allein, dieſer Mißſtand iſt auch bei dergleichen Ge⸗ baͤuden nicht von Bedeutung. Dieſe Decken ſind auch uͤber den Kuh⸗ und Schaafſtaͤllen uͤblich; ſie ſind leicht, halten dennoch warm und laſſen das Futter und Geſaͤme nicht ſo durchfallen, als bei bloß uͤber die Balken gelegten ſogenannten Schlethſtangen. §. 19. Von Bretter⸗ In Preußen iſt folgende Art von Bretterdecken, ſelbſt in anſehnlichen Decken. Gebaͤuden uͤblich. Es ſind nemlich nach Fig. 42, die Faͤcher dergeſtalt mit Brettern ausgeſchoben, daß die Fugen derſelben ſich uͤberdecken; zu dem Ende wird an einer Stelle a im Balken eine Vertiefung gemacht um die obern Bretter darin einzulaſſen, und ſie uͤber die untern wegſchieben zu koͤnnen. Zuweilen werden aber auch die obern und untern Bretter nach Fig. B zuſammengefuͤgt. Hier⸗ naͤchſt 7 tern an arin rden Von den Balkenlagen und Decken. 41 naͤchſt uͤberfuͤlt man dieſe Bretter mit Lehmſtroh, und leget die obern Fußboͤ⸗ den⸗Bretter darauf. Dieſe Decken ſind zwar warm und leicht, erfordern aber viele und gute Bretter, weil ſie ſichtbar bleiben; die Balken liegen dabei eben⸗ falls unten vor. Da nun wie Manger ſagt, die moderne Baukunſt alles glatt und gerade haben will, ſo ſucht man dieſerwegen ſchon durch die erſtgedachten ganzen Windelboͤden glatte und gerade Decken zu erhalten. Die ganzen Win⸗ delboͤden ſind aber nicht nur wie angefuͤhret worden, ſehr ſchwer und einiger⸗ maßen gefaͤhrlich, ſondern der Putz iſt auch ſo wenig an den Balken, als an den dazwiſchen befindlichen Faͤchern recht haltbar, vielmehr fallen oͤfters große Stuͤcke vom Kalk⸗Abputz herunter, beſonders wenn ſelbiger etwas dicke ange⸗ tragen iſt. Will man aber dergleichen Decken berohren, ſo erfordert die Befeſti⸗ gung des Rohrs und des Drats auf die Windelfelder, Naͤgel von ſolcher Länge, daß ſie bis in die Windelſtaaken reichen; die Arbeit wird dadurch zu theuer und doch niemals ſo gut, als wenn die Decken mit Bretter verſchalet werden. §. 19. Die beſten Decken ſind daher ohnſtreitig diejenigen, die auch hier in Geſtaakte und Berlin und Potsdam uͤblich ſind; wobei nemlich die Faͤcher zwiſchen den Bal⸗ verſchaalte ken ausgeſtaakt und die Fugen mit Lehm verſtrichen werden; worauf ſodann et⸗ was Lehm mit Schutt aufgefuͤllt, und die ganze Decke von unten mit Brettern verſchalet, hiernaͤchſt aber darauf gerohrt und geputzet wird. Anm. In Abſicht des Verfahrens bei Anfertigung dieſer Decken iſt anzumerken, daß dazu nur ganz duͤnne Bretter genommen werden, die nur geſaͤumt, d. i. an den ſchmalen Sei⸗ ten gerade gehobelt, nicht geſpundet, ſind. In den untern Stockwerken, wo die S. 5 erwaͤhnten Streichbalken gewoͤhnlich zwei Zoll von der Mauer abliegen, werden die Schaalbretter ſcharf gegen die Wand geſpannt, welches durch Antreibung darunter geſtell⸗ ter Steifen geſchieht, und wodurch uͤberhaupt die Bretter dichte an die Balken gebracht werden. In hoͤlzernen Gebaͤuden, oder bei maſſiven Mauern, wo die Balken an den En⸗ den eines Zimmers, auf einer Mauer liegen, werden die Schaalbretter, weil ſie nicht an dieſe Balken mit ihren Enden angenagelt werden köoͤnnen, etwas in die Mauer eingelaſ⸗ ſen, oder auch wohl eine Latte an die Balken befeſtiget, und an ſelbiger die Schaalbret⸗ ter angenagelt. Bey dem Verſchalen muͤſſen die Naͤgel abwechſelnd von einer Seite gegen die an⸗ dere etwas ſchraͤge durch die Bretter geſchlagen werden, wodurch ſie mehr Befeſtigung erhalten. Was uͤbrigens bei dem Rohren und Putzen der Decken zu beobachten iſt, koͤmmt in der Folge vor. 8 Decken. 442 Erſter Abſchnitt. §. 20. Decken mit Noch eine Art von Decken iſt die, wo die Felder zwiſchen den Balken naaäherzl mit Enden Bauholz oder ſogenannten Blockhoͤlzern nach Fig. 43 ausgefuͤllet zern. werden, welches aber, wenn die Balken vielen Spint haben und die Blockhoͤl⸗ zer ebenfalls nicht von dem beſten Holze ſind, gefaͤhrlich iſt. Die Unterflaͤche wird dabei zwar buͤndig, und es kann alſo die Verſchalung mit Brettern weg⸗ fallen und gleich auf die Balken und Blockhoͤlzer geroͤhret werden. Die Bal⸗ ken muͤſſen aber bei dieſen Decken auch gefalzt ſeyn; es beruhet alſo die ganze Haltbarkeit ebenfalls nur von dem unter dem Falz befindlichen wenigen Holze. §. 21. Dechar, Ful⸗ Folgende Art von Decken, Fig. 44 A und B hat den Vorzug, daß die holz nach der Balken nicht gefalzt, mithin nicht geſchwaͤchet werden; ſie ſind daher beſon⸗ Laͤnge der ders da anwendbar, wo die Balken auf die hohe Kante geleget ſind. Es wer⸗ Waaten wird den nemlich zwiſchen den Balken Fuͤllhoͤlzer, von etwa vier Zoll dick, wozu man altes aufgeſchnittenes Bauholz, oder anderes, aber jederzeit aufgeſchnittenes, nehmen kann. Dieſe Fuͤllhoͤlzer werden nach der Laͤnge der Balken auf die Zulage mit eingepaßt, ſo daß ſie mit einem Ende auf die Mauerlatte und mit dem andern auf die Mittelwand ruhen. Unten iſt die aufgeſchnittene Seite dieſes Fuͤllholzes mit den Balken gleich oder buͤndig, oben aber kann es von ungleicher Hoͤhe ſeyn.(m. ſ. das Laͤngenprofil, Fig. 44. B) Weil ſich nun dieſes 4— 5 Zoll ſtarke und 6— 7 Zoll breite Holz auf die gewoͤhnliche Tiefe der Zimmer von etwa 16— 18 Fuß lang, von ſelbſt nicht gerade er⸗ halten wuͤrde, ſo leget man auf vorgedachte Laͤnge, etwa 7 Fuß auseinander, alſo zwei bis drei in die Balken eingelaſſene Gurte ef, ef, Fig. 44 B, derge⸗ ſtalt, daß zwiſchen der untern Flaͤche dieſer Gurte und der obern Seite des Fuͤllholzes X bis ½ Zoll Raum verbleibt. Durch die Fuͤllhoͤlzer werden ſodann ſchraͤge Loͤcher in entgegengeſetzten Richtungen gebohrt, und durch ſelbige von oben hoͤlzerne Naͤgel eingeſchlagen, Fig. 44 B, welche man von unten, ſo weit ſie durchreichen wegſtaͤmmt und auseinander keilet, dergeſtalt, daß die Fuͤllhoͤl⸗ zer eigentlich an dieſen Naͤgeln haͤngen. Alsdenn werden die Fugen von oben mit Lehm verſtrichen und etwas Schutt auf die Fuͤllhoͤlzer gebracht; weil nun von unten alles buͤndig iſt, ſo bedarf es keiner Verſchalung mit Brettern, ſondern es wird gleich auf dieſe buͤndige Seite der Fuͤllhoͤlzer und der Balken gerohret. Von den Balkenlagen und Decken. 43 Dieſe Art von Decken ſind zwar wegen Erſparung der Schaalbretter kken zu empfehlen, allein es ereignet ſich dabei auch, daß wenn das Fuͤllholz nicht ilet recht trocken und gut iſt, die hoͤlzerne Naͤgel ſtocken, und daß denn das Fuͤll⸗ häͤl holz herunterſackt. äche Anm. Wenn dergleichen Senkungen der Decken auch nicht den wirklichen Einſturz nach ſich veg⸗ ziehen, ſo ſieht doch eine Decke mit Riſſen und Borſten baufaͤllig und gefaͤhrlich aus, daher der Baumeiſter ſeiner Seits zwar alles verhuͤten muß, was dieſes verurſachen Dal⸗ kann, allein es iſt hiebei doch auch zu bemerken, daß die Schuld nicht immer an ihm die oder an den Handwerkern liegt, welche den Bau ausgefuͤhret, mit welcher Beſchuldi⸗ ni gung man bei jeder Gelegenheit gern bei der Hand iſt, ſondern eine uͤbertriebene Bela⸗ nigen ſtung der Decken, beſonders durch aufgeſchuͤttetes Getreide, muß nothwendig bei verſchaal⸗ ten und berohrten Decken wohl dergleichen Kalkriſſe verurſachen; es wuͤrde daher feſtzu⸗ ſetzen ſeyn, daß niemals Schuͤttungen von Getreide uͤber geputzte und gerohrte Decken und alſo auch nicht auf den Dachboden ſeyn muͤßten, wenn Wohnzimmer darunter befindlich ſind; mehrentheils ſind dergleichen Zimmer zu breit oder die Balken liegen zu weit ohne 5 die Unterſtuͤtzung frey, als daß ſie ſolche Laſten ohne einiges Herunterbiegen, tragen ſollten; iſt ſolches aber auch faſt nur unmerklich, ſo iſt es doch ſchon hinreichend um Kalkriſſe in ſon⸗ den Decken zu verurſachen, oder wohl gar den angetragenen Putz abzuloͤſen, und deſſen ver⸗ Herunterfallen zu bewuͤrken. Nahs Es iſt daher am beſten bei den vorhingedachten in Berlin und Pots⸗ ds, dam uͤblichen Decken zu verbleiben, denn ſie ſind leicht, und weil wenig Naͤſſe die darin koͤmmt, beſonders aber weil der Falz bei dieſen Decken drei Zoll von mit der obern Kante der Balken an, eingehauen wird, und alſo hinreichendes ſeite Holz zum Tragen der Staakhoͤlzer an den Balken verbleibt, ſehr ſicher. von un§. 22. 5, b 4 Man hat auch Decken, wobei unten ganz ſchwache, nach oben etwas Mit Latten 3 abgeſchraͤgte Latten, wie Fig. 45 dergeſtalt an die Balken genagelt ſind, daß Leleadete ſ. dazwiſchen nur ein Raum von etwa einen ZJoll verbleibet; dann wird Gips 2... e 5 zwiſchen dieſe Latten geworfen, welcher ſich ſo feſt in den Zwiſchenraͤumen der 6 Latten anhaͤngt, daß die uͤbrige Gypsflaͤche unter die Latten, mitgehalten wird. 3 Eine aͤhnliche Art von Decken ſind diejenigen, Fig. 46 wo ebenfalls ooſ unten an die Balken, Latten von 1¾ bis 2 Zoll breit und 1 Zoll dick derge⸗ 3 ſtalt angenagelt werden, daß ein Zoll Zwiſchenraum zwiſchen jeder Latte bleibt. 3 Hiernaͤchſt werden die Zwiſchenraͤume mit Moͤrtel, der mit Haferſtroh vermiſcht en iſt, ausgeſtopft, und zwar vermittelſt einer Latte, an welcher ein eiſerner Nagel 1 befeſtiget iſt. Wenn die Zwiſchenraͤume ausgeſtopft ſind, wird noch etwas ger 9 n, Moͤrtel uͤbergegoſſen, und nachdem die etwa durchhaͤngenden Strohhalme mit en der Mauerkelle abgehauen worden, von unten Moͤrtel, der mit vorher gut aus⸗ F 2 44 Erſter Abſchnitt. §. 23. te Decken. dung verurſachen. und uͤber welchen auch ein Pflaſter von Ziegeln lag. Balken unten 2 Zoll ſtaͤrker wie oben, zugehauen werden ſollen. einander geklopften Kaͤlberhaaren vermiſcht iſt, angetragen. Wenn dieſer An⸗ wurf trocken iſt, folgt ein zweiter von bloßen Moͤrtel, der mit etwas Gyps vermiſcht ſeyn kann. Dieſe Decken ſollen ſich ungemein gut halten. Ausgemauer⸗ Es giebt noch einige Arten von Decken, welche zwar nicht leicht nach⸗ geahmet werden moͤchten, deren aber doch hier erwaͤhnt werden ſoll. Belidor ſagt nemlich, S. 47, ſeiner Ingenieur⸗Wiſſenſchaften, rter Theil, daß man ehedem in den Caſernen die Faͤcher zwiſchen die nach unten zu etwas breiter als oben zugehauene Balken, mit Ziegelſteinen nach Fig. 47 ge⸗ woͤlbet, wobey die erſten gegen die Balken liegende Reihen Ziegel in guter Thonerde und nicht in Kalkmoͤrtel gelegt, und daß nachher oben ein Pflaſter daruͤber gemacht worden. Er vermeint aber mit Recht, daß dergleichen De⸗ cken die Gebaͤude zu ſehr beſchwerten, und man kann hinzuſetzen, daß da die Balken ſo nahe zuſammen liegen muͤſſen daß die Felder zwiſchen ſelbigen nicht uͤber 2, hoͤchſtens 2½ Fuß breit werden, dieſe Decken eine große Holzverſchwen⸗ Anm. Merkwuͤrdig iſt es indeſſen, daß ich bei der Abbrechung eines uralten Hauſes in Stargardt in Pommern, eben dergleichen Decken fand, die ſehr gut und feſte waren, Der Herr von Dalberg(in ſeinem Verſuch einiger Beitraͤge uͤber die Baukunſt, 1792) ſchlaͤgt vor; die Faͤcher zwiſchen den Balken ebenmaͤßig mit auf der Seite geſtellten Lehmſteinen auszumauern, wobei die Es wird aber angerathen die Verſchaalung ſo lange ſtehen zu laſſen, bis man bemerkt, daß das ausgemauerte Fach beinahe ganz trocken iſt. Die Entfernung der Balken ſoll hiebei ebenwohl nicht uͤber zwei Fuß betragen; es duͤrften alſo dieſe De⸗ cken wegen des Holzaufwandes wohl bei uns nicht leicht ſtatt finden. Anm. In No. 144. des Reichsanzeigers von 1797, zeigt indeſſen der Herr Bauin⸗ ſpektor Götz zu Wisbaden an, daß er ein Gebaͤude von Lehmpatzen erbauen, und unter andren die Decken ebenfalls mit keilfoͤrmigen Lehmſteinen haͤtte auswoͤlben laſſen. In Roziers introduction aux obfervations fur la phyfique etc. Tom. II. p. 445. wird einer Woͤlbung zwiſchen Balken ge⸗ dacht, wie Fig. 48. Die Balken liegen 9 Fuß auseinander, in ſelbigen ſol⸗ len, einen Zoll uͤber die untere Gleiche, Einſchnitte von zwei Zoll tief in die Balken gemacht, und ellyptiſche Gewoͤlbe, die 10 Zoll Woͤlbung haben, einge⸗ An⸗ yps Von den Balkenlagen und Decken. 45 ſpannt werden, welche mit flachen doppelt uͤbereinander gelegten Ziegeln in Gyps ausgefuͤhrt, auch bei aa hintermauert werden. Die Balken ſind dem⸗ naͤchſt von unten zu berohren; dieſe Bauart ſcheint aber wohl etwas gewagtes an ſich zu haben. Vor einigen Jahren kam bei dem Koͤnigl. Oberbaudepartement die Zeichnung von einem Gebäaͤude, die Burg Oderſum in Oſtfriesland vor, worin eine aͤhnliche Decke befindlich war, wobei die Balken aber ziemlich nahe an einander und uͤber Eck lagen, wie ſie hier in Fig. 40 vorgeſtellt ſind. Dieſe Decke ſoll ſich zufolge der mitgetheilten Nachricht ſehr gut gehalten haben, und die Zeit ihrer Erbauung iſt ſo alt, daß man ſolche nicht mit Gewißheit ange⸗ ben konnte. §. 24. Unter den Namen der d'Eſpieſchen Gewoͤlbe, weil ſie von einem Von den Grafen d'Eſpie, zu Toulouſe in Frankreich vor etlichen funfzig Jahren*) er⸗ d Espieſchen 312„. 3. 8 1 gewoͤlbten funden worden, iſt eine Art Decken oder flache Gewoͤlbe bekannt, wovon Fig. 50 Decken. A das Laͤngen⸗ und B das Queerprofil zeigt, wobei die Balken und Fußboͤden von Holz und Brettern, gaͤnzlich wegfallen. *) Dieſer bekannte Umſtand hielt jedoch einen gewiſſen aus Frankreich herſtammenden Archi⸗ tecten nicht ab, neuerlich dem Koͤnige dieſe Gewoͤlbe als eine eigene neue Erfindung anzupreiſen.— Das Sonderbare bey dieſen Gewoͤlben iſt, daß die Steine nicht hoch⸗ kantig geſtellt, ſondern daß duͤnne Flieſen auf der flachen Seite, doppelt uͤber⸗ einander gelegt werden. Von dieſen Gewoͤlben wird eine außerordentliche Feſtigkeit geruͤhmet, welche allerdings der darin befindlichen guten Spannung, hauptſaͤchlich aber der Guͤte des dortigen Gypſes, womit dieſe flachen Gewoͤlbe gemauert werden, zu⸗ zuſchreiben iſt. Dieſe Gewoͤlbe werden faſt in allen architectoniſchen Schriften erwaͤhnt, daher ich ſie auch nicht habe uͤbergehen wollen, obgleich, da wir den Gyps bei uns weder ſo haͤuſig, noch ſo gut haben, als in Frankreich, hier wohl nicht leicht Anwendung von dieſen Gewoͤlben gemacht werden duͤrfte, und eben ſo wenig moͤch⸗ ten wohl die von gedachtem Grafen d'Eſpie vorgeſchlagene, oder wenn man ſchriftlichen Zeugniſſen trauen darf, ſelbſt verſchiedentlich in Ausuͤbung gebrachte gewoͤlbte Daͤcher*), wodurch allerdings in Verbindung mit vorgedachten gewoͤlb⸗ ten Decken, ein Gebaͤude faſt voͤllig feuerſicher gemacht werden koͤnnte, wegen 46 Erſter Abſchnitt. der beſondern Guͤte der Baumaterialien, der accuraten und fleißigen Arbeit, und alſo wegen der daraus entſtehenden Koſten hier ſo leicht nicht nachgeahmet werden. Anm.*) Selbſt in Frankreich moͤgen wohl nur wenige Gebaͤude, ſo wie das zirkelfoͤrmige der ſogenannten Halle aux bleds, oder des Kornmagazins in Paris,(wovon das Profil auf der Iten Kupfertafel meiner Abhandlung uͤber die Bohlendaͤcher befindlich iſt) mit dergleichen Decken und Daͤcher verſehen ſeyn.— Folgende Schriften handeln vorzuͤglich von den gewoͤlbten Decken und Daͤchern des Grafen d'Eſpie: Maniere de rendre toutes sortes d'edifices incombustibles, ou traité sur la conſtruction de voutes plates etc. a Paris 1776. Abhandlung von unverbrennlichen Gebaͤuden, und der Art und Weiſe, ſolche vermittelſt platter Gewoͤlbe und Daͤcher von Ziegelſteinen und Gyps, ohne Zimmerarbeit zu bauen. Aus dem Franzoͤſiſchen des Grafen d' Eſpie, Frankf. und Leipz. 1760. The Manner of Securing all Sorts of Buildings from Fire. or a treatise upon the construction of arches made with Bricks and Plaiſter, called Flat-arches, etc. Written in French by Monsieur le Comte d'Espie, London.(ohne Jahrzahl)— Dieſe Schrift iſt ebenfalls blos eine Ueberſe⸗ tzung des Franzoͤſiſchen Originals, ſie hat jedoch den Vorzug, daß derſel⸗ ben einige dieſen Gegenſtand betreffende intereſſante Briefe des Grafen d' Eſpie an einen Englaͤnder beigefuͤgt ſind. Ferner iſt die vorgedachte deutſche Schrift in D. G. Schrebers Samm⸗ lung verſchie dener Schriften, welche in die oͤkonomiſche, Ca⸗ meral⸗ und andere verwandte Wiſſenſchaften einſchlagen, 7ter Theil Halle 1761. enthalten, wobei die Bedenken uͤber die von d'Eſpie gethane Vorſchlaͤge angefuͤhret ſind. Auch in Helfenrieders Beitragen zur buͤrgerlichen Baukunſt, und in vielen andern architectoniſchen Schriften, werden dieſe Gewoͤlbe erwaͤhnt. Ohngeachtet daß auch die Haltbarkeit dieſer Gewoͤlbe hauptſaͤchlich auf die Guͤte und Anwendung des Gypſes beruhet, ſo ſcheinen dennoch Zweifel uͤber die gluͤcliche Ausfuͤhrung dieſer Bauart, beſonders bei großen zu bede⸗ ckenden Raͤumen uͤbrig zu bleiben. Anm. Ein auf Reiſen befindlicher Architect ſchreibt mir aus Paris:„Ich habe nunmehro „Gelegenheit gehabt, die d' Eſpieſchen Gewoͤlbe in dem Palais Bourbon, genau zu be⸗ Von den Ballkenlagen und Decken. 47 „ſehen, weil man darin ſo eben bauet und Veraͤnderungen macht. Dieſe Gewoͤlbe ſowohl „als andere von der Art ſtehen feſt, und ſind ohne alle Fehler; das was man bei der „Beſchreibung fuͤhlt, beſtaͤtiget ſich aber deſtomehr bei dem Anblick, daß es nemlich „immer etwas ſehr Gewagtes mit dieſen Gewoͤlben iſt, ob man gleich die Vortreflichkeit „des Bindungsmittels,(des hieſigen Gypſes) einſtehet, worauf, wie der Erfinder ſelbſt, „und der hieſige Architect Gauthey, welcher dergleichen Gewoͤlbe gebauet hat, ſagt, „alles ankoͤmmt. Wo man aber nicht ſolchen gleich ſteinhartwerdenden Gyps hat, iſt „dieſe Conſtruction nicht anzurathen.“ Es iſt auch nicht abzuſehen, warum man nicht zur Erreichung der we⸗ ſentlichen Eigenſchaft der Gewoͤlbe, die Steine als Keile auf die hohe Kante ſtellen, ſondern ſie gerade entgegen, platt legen ſollte. Wenigſtens kann man ſie doch auf die lange Seite ſtellen, in welcher Art ſich ebenfalls ſehr flache Gewoͤlbe mit hieſigem gewoͤhnlichen guten Moͤrtel auffuͤhren ließen. H. 25. Die Conſtruction eines aͤhnlichen Gewoͤlbes koͤnnte nemlich folgenderge⸗ ſtalt in Ausuͤbung gebracht werden. Man mache Fig. 51 A die Linie ab gleich Linie ab; zu dieſen 3 Punkten ayb ſuche man den Mittelpunkt m. Hierauf wird aus ſelbigen der Bogen ay b beſchrieben, und man hat den Lehrbogen fuͤr die Breite ab Fig. 51 B; ferner, verlaͤngere man den Bogen ayb zu beiden Sei⸗ ten ſo weit, daß die Sehne ik gleich ſey der Laͤnge des zu uͤberwoͤlbenden Raums ik Fig. B, ſo iſt dieſes Kreisſtuͤck der Lehrbogen fuͤr die Laͤnge i k; wird nun der Bogen bis in p und q verlaͤngert, ſo daß die Weite zwiſchen p und g, gleich ſey den Diagonal⸗Linien pq und no Fig. B, ſo iſt dieſes Kreis⸗ ſtuͤck der Lehrbogen uͤber die Diagonallinien, und uͤberhaupt zu den Graden des Gewoͤlbes. Nunmehr ſtelle man dieſe Lehrboͤgen ſo auf, daß ſie in den vom Mittelpunkt x Fig. 51 B gleich weit entfernten Punkten astubxwy gleich hoch ſtehen. Man wird aber bemerken, daß alsdenn die Punkte i und k tie⸗ fer als die Punkte a und b, und daß wieder die Punkte pnq und o tiefer als letztere ſtehen. Nun woͤlbe man nach ſchraͤgen Linien aus den vier Ecken; dadurch bekoͤmmt jede Schicht welche außerhalb der vorgedachten ganzen Kreis⸗ linie anfaͤngt, ihren Buſen, und zwar zuerſt gegen die Seitenmauer, und wenn die Schichten aus dem naͤchſten Winkel ihr entgegen kommen, auch gegen dieſe Schichten ihre Spannung; ſo bald die Schichten aber in die Kreislinie eintre⸗ ten, bleibt die Woͤlbung durch das Gewoͤlbe in wagerechter Hoͤhe. Dieſe ſchoͤne Spannung haben die d'Eſpieſchen Gewoͤlbe bei weitem nicht, und die hier beſchriebene Woͤlbung, welche uͤber Keller und Souterains angebracht 2* einer gewoͤlb⸗ der Breite des zu uͤberwoͤlbenden Raums ab Fig. 51 B; und xy gleich 2 der ten Decke. 48 Erſter Abſchnitt. werden koͤnnte, hat uͤberhaupt noch Vorzuͤge fuͤr die im Iten Theil beſchriebe⸗ nen Kappengewoͤlbe, weil man hierbei die Gurte erſparet, und folglich einen großen Theil des Mauerwerks. Die Feſtigkeit dieſer Gewoͤlbe kann auch kei⸗ nen Zweifel unterworfen ſeyn, weil erſtlich eine Spannung des ganzen Gewoͤl⸗ bes jeder geraden Seite bis zu der ihr gegenuͤberſtehenden, zweitens, eine Spannung aus jedem Winkel nach den gegenuͤberſtehenden vorhanden iſt, und drittens, die Schichten, jede fuͤr ſich nach den ſchraͤgen Linien gegen die Mauern und gegen eine andere Schicht ſtehen, ſo daß bei dieſen Gewoͤlben die Spannung viermal in rechten Winkeln und achtmal in ſtumpfen Winkeln erhalten wird. Fig. 51 C, ſtellet den Durchſchnitt dieſes Gewoͤlkes nach der Diagonal⸗ linie pa vor. Ein ſolches Gewoͤlbe wuͤrde die umgekehrte Form eines an den vier Zipfeln angefaßten und ſchlaff herunter haͤngenden Tuches haben. gonal⸗ n den 7 Abſchnitt. ZJZweiter Von den Daͤchern. §. 26. De weſentlichſten Stuͤcke eines Daches ſind die Sparren; durch die Belat⸗ tung und Bedeckung derſelben mit Ziegel, Stroh, Rohr, Schindeln, oder jeden andern ſich dazu ſchickenden Materialien entſtehen die Dachflaͤchen. Man haͤlt den Abhang dieſer Flaͤchen fuͤr die ſchnelle Abfuͤhrung des Regens und des ſchmelzenden Schneewaſſers zweckmaͤßig, wenn ſie mit der Horizontallinie einen Winkel von 45 Graden machen, welcher entſtehet, wenn die ſenkrechte Hoͤhe des Daches der halben Tiefe oder Breite des Gebaͤndes gleich gemacht wird. Die Zimmerleute pflegen jedoch ¾ der Tiefe des Gebaͤudes zur Spar⸗ renlaͤnge zu nehmen, wodurch das Dach etwas hoͤher als die halbe Tiefe wird, oder anſtatt daß im erſten Fall der Winkel in der Spitze des Daches ein rechter Winkel iſt, ſo wird derſelbe etwas ſpitzer. Bei Ziegeldaͤchern, wenn ſolche doppelt gedeckt, d. i. wenn die Ziegel ſehr nahe aufeinander gelegt werden, und ſelbſt bei Stroh⸗ und Rohrdaͤchern kann aber, wenn man den Bodenraum nicht achtet, die Hoͤhe der Daͤcher fuͤg⸗ lich nur Fvon der Tiefe der Gebaͤude betragen; dabey iſt nicht zu beſorgen, daß das Regen⸗ und Schneewaſſer ſich auf einer ſolchen Flaͤche aufhalten, oder in das Gebaͤude eindringen werde*). Bei Eindeckungen mit Kupfer, Blech ꝛc. ꝛc. kann die Dachflaͤche noch flaͤcher ſeyn, oder die ſenkrechte Hoͤhe noch weniger betragen. G 50 Zweiter Abſchnitt. *³) Ich habe hiervon ganz ſichere Erfahrungen gemacht, unter andern wird allhier in Ber⸗ lin vielfaͤltig auf beiden oder auch nur auf die Vorder⸗ Fronte alter Haͤuſer noch eine niedrige Etage aufgefuͤhret, wobey aber die Hoͤhe des Daches im Forſt verbleibt, wes⸗ halb aber die Daͤcher ziemlich flach ausfallen; dennoch halten ſie vollkommen dicht, und eich bemerke an einem meiner Wohnung gegenuͤberſtehenden Dache von der Art, daß es eben ſo bald vom Schnee und Regen entbloͤßet wird, als die nebenſtehenden ſteileren Daͤcher. Außer dem beſſeren Anſehen haben die flachen Daͤcher auch noch den Vortheil, daß die Dachflaͤchen derſelben kleiner ſind, als bey hohen Daͤchern, und daß ſie mithin etwas weniger an Baumaterialien erfordern; ferner ſind die fla⸗ chen Daͤcher wegen der verkleinerten Dachflaͤchen, beſonders aber wegen der flaͤhhern Lage derſelben, der Gewalt der Sturmwinde nicht ſo ſehr ausgeſetzt als die hoͤhern Daͤcher, welches ein Hauptumſtand iſt, warum ſie zwar mit Ausnahme, jedoch mehr eingefuͤhret werden ſollten. Die Laſt der Dachdeckung druͤckt etwas ſtaͤrker auf die flaͤcher geſtellte Sparren; dieſer Umſtand iſt aber nicht von Bedeutung. Anm. Mehr Anſchein hat der Einwand gegen die flachen Daͤcher, daß der Bodenraum nicht uͤberall ſo gut benutzt werden kann, als bey hoͤhern Daͤchern; allein bei der gewoͤhnlichen Tiefe der Wohngebaͤude von 40⸗ 45 Fuß, koͤnnen noch ganz fuͤglich Giebelſtuben ange⸗ bracht werden, wenn man die Kehlbalken uͤber ſelbige etwas erhoͤhet, wie in der Folge wird angezeiget werden. Drey an ihren Endpunkten, wenn gleich mit beweglichen Stiften be⸗ feſtigte Hoͤlzer machen ein unveraͤnderliches Dreieck aus, das iſt, es kann ein ſolches Dreieck in kein anderes verſchoben werden, ſo wie es mit vier aneinan⸗ der befeſtigten Hoͤlzern angehet, welche man um die Beſeſtigungspunkte ſchie⸗ ben, und dadurch vielerley Vierecke bilden kann. Die Balken und die zwey darin ſtehende Sparren bey einem gewoͤhn⸗ lichen geraden Dache, bilden auch ein Dreieck, wovon ſich ebenfalls behaup⸗ ten laͤßt, daß es an ſich ſelbſt keiner Verſchiebung unterworfen ſeyn kann. Mehrere ſolche, aus einem Balken und zwey Sparren beſtehende aufge⸗ ſtellte und durch die Latten mit einander verbundene Dreiecke, gleichen einem liegen⸗ den Dreiſeitigen Prisma, wovon Lambert in ſeinen Anmerkungen uͤber die Baukunſt ſchon erwieſen hat, daß keine Kraft vermoͤgend ſey, ein ſol— ches Prisma umzuwerfen, wohl aber es zu ſchieben. Bey dem Einſturz der Gebaͤude durch gewaltſame Stuͤrme laͤßt ſich daher niemals ſagen, daß das Dach umgefallen ſey, ſondern da der Unterbau eines hoͤlzernen Gebaͤudes, ohne hinreichende Verſtrebung der Waͤnde, leicht verſchoben werden kann; ſo kann auch nur durch das Ausweichen derſel⸗ nicht chen nge⸗ dolge Von den Daͤchern 51 ben oder wenn ſchlecht aufgefuͤhrte maſſive Mauern auseinander gehen und ein⸗ fallen, das Dach ſeine Unterſtuͤtzung verliehren und niederfallen. Wenn aber die Mauern oder die Waͤnde eines Gebaͤudes von der Be⸗ ſchaffenheit ſind, daß ſie unbeweglich feſte ſtehen, ſo kann das Dach an und fuͤr ſich nur auf eine zweifache Art beſchaͤdigt werden; es koͤnnen nemlich die Spar⸗ ren durch die Laſt der Eindeckung, oder durch die aͤußere Gewalt der Sturm⸗ winde einwaͤrts eingebogen werden. Um dieſes zu verhuͤten, muͤſſen ſie alſo an und fuͤr ſich ſtark genug ſeyn, oder von innen gehoͤrig unterſtuͤtzet werden, um jenen auf ſie wuͤrkenden Kraͤften hinlaͤnglich widerſtehen zu koͤnnen. Der zweite Fall der moͤglichen Beſchaͤdigung iſt der, daß die einzelne Sparren, durch die Kraft der Sturmwinde, nach der Laͤnge des Gebaͤudes verſchoben werden koͤn⸗ nen, weshalb ſie alſo ebenfalls nach der Laͤnge des Daches dergeſtalt mit ein⸗ ander verbunden werden muͤſſen, daß dieſe Verſchiebung nicht ſtatt finden kann. Was nun die Unterſtuͤtzung der Sparren anbetrift, ſo iſt zuvoͤrderſt zu erwaͤgen, daß nicht die ganze Laſt der Eindeckung auf die Sparren wuͤrkt, ſon⸗ dern nur ein Theil derſelben und zwar nach den ſtatiſchen Grundſaͤtzen der auf ſchiefliegenden Flaͤchen ruhenden Koͤrper, im Verhaͤltniß der Coſinuſſe der Er⸗ hoͤhungs⸗ Wunkel der Sparren, d. i. bey der gewoͤhnlichen Stellung der Spar⸗ ren in einem Winkel von 45 Grad druͤckt die Laſt der Eindeckung nur mit 1. derſelben auf die Sparren. Die Erfahrung lehret auch, daß unter ſolchen um. ſtaͤnden Sparren von 5⸗6 Zoll breit, 7 Zoll hoch, und von einer gewoͤhnlichen Laͤnge von etliche 30 und beynahe 40 Juß, nur einmal in der Gegend ihrer Mitte*) unterſtuͤtzet werden duͤrfen, um durch die ſchwerſte Bedeckung, nem⸗ lich der eines doppelten Ziegeldaches und bei einer darauf fallenden Menge von Schnee, nicht eingedruͤckt zu werden. *) Die Unterſtuͤtzung der Sparren muͤßte zwar in ihrem Schwerpunkte, welcher, weil die Spar⸗ ren nach oben zu ſchwaͤcher ſind als unten, etwas unter die Mitte der Laͤnge derſelben, von unten an gerechnet, faͤllt, durch rechtwinklicht gegen die Sparren geſtellte Stuͤt⸗ zen ab, ab, Fig. 52. geſchehen. Es köoͤmmt indeſſen ſo genau ni icht auf die Beobachtung des Schwerpunkts an, und weil durch die Anbringung winkelrecht gegen die Sparren geſtellter Stuͤtzen der Bodenraum eines Theils verbauet wird, anderntheils bey Gebaͤlken, die in ihrer Mitte nicht genugſam von unten unterſtützt f ade auf die waͤchſte n Stellen des Balkens ein Druck entſtehen wuͤrde, ſo hat man an der den Kehlbalken, Fig. 52 a a, ſnoſirnhet, welcher die Sparren h bügen vermag, weil bey den ſymmetr eiſch gegeneinander geſtellten Sparren der Druck Wi er lb ein vollkommnes Gleich hgewicht an Ein jeder weiterer Verband nach der Breite eines Daches, wuͤrde alſo ſchlechterdings uͤt erfluͤſſig ſeyn. G 2 18 14 3 hend zu unter⸗ — † 7 5 A derſtand von beiden Seiten gleich, oder Zweiter Abſchnitt Da aber nach dem vorhingegebenen Verhaͤltniß, die Sparren, wenn die Daͤcher nur X ih⸗ rer Breite zur Hoͤhe haben, ſchon beinahe mit* der Schwere der Eindeckung belaſtet werden, ſo iſt es gut, bey dergleichen flachen Daͤchern, den Sparren die vorteilhafteſte Unterſtuͤtzung durch rechtwinklicht gegen ſelbige geſtellte Stuͤtzen zu geben, welches dabey auch um ſo eher ſtatt findet, da auf die Benutzung des Bodens bey ſolchen Daͤchern nicht viel gerechnet wird. Bey den Pultdaͤchern, die nur auf einer Seite eine Dachfiaͤche, auf der andern aber eine gerade Wand haben, und wo alſo keine Gegenſtrebung vorhanden iſt, muͤſſen die Sparren ſchlechterdings durch unter ſelbigen rechtwinklicht angebrachte Stuͤtzen geſichert werden. dur die gerade auf die Giebel oder ſonſt in einer ſchraͤgen, mit der Laͤnge des Daches beinahe parallelen Richtung, darauf wuͤrkende heftige Sturm⸗ winde, koͤnnen die Verſchiebung des Sparrwerks verurſache en. Bey ganzen Walmdaͤchern, d. i. bey ſolchen, wo das Dach auf den Giebelſeiten ebenfalls abhaͤngige Dacßfiche hat, wird dieſe Wuͤrkung aber ſchon durch dieſe in entgegengeſetzter chtung ſchraͤge Lage der Walmſeiten ge⸗ ſchwaͤcht, weil ſe wechſel sweiſe ge 5 die immer nur von einer Seite wuͤr⸗ kende Kraft der Stuͤrme ſtreben. Dieſes gilt auch zum Theil von denen mit halben Walmen verſehenen Daͤchern. Daͤcher mit ganz gerade aufgehenden Giebeln ſind aber dem Anfall der Stuͤrme mit ihrer ganzen Kraft ausgeſetzt; Es wuͤrden daher maſſive Giebel von der Staͤrke, daß ſe dieſen Kraͤften widerſtehen koͤnnen, das dazwiſchen liegende und bloß n mit Latten verbundene Sparrwerk fuͤr alle Verſchiebung nach der Laͤnge, voͤllig ſichern. Da aber de eraleichen ſtarke maſſive Giebel nicht uͤber⸗ all ſtatt finden koͤnnen, ſo muͤſſen Verbindungen der Laͤnge nach, im Dache ſelbſt angebracht werden. Die einfachſte aber auch die ſchlechteſte dieſer Verbindungen iſt dieje⸗ nige, wo horizontale Hoͤlzer oder Riegel außerhalb in die Sparren eingelaſſen und mit ſe igen verne agelt ſind, Jig. 53. Etwas mehe Widerſtand leiſten dieſe ſogenannte Klinken, wenn ſie ſchraͤge und in entgegen geſetzten Richtungen angenagelt werden, doch das Ganze noch weiter keine efeſe igung, als daß die Sparren mit ihren Zapfen in die Balken ſt nicht verhuͤtet, daß die Giebel und die Geſparre achr aus ihrer vert ikalen St Vlim ng gef ſchoben werden ten den hor 1* U 4 14☛ 3 — 15 2 —‿ — 5 1 3 8 G Eben dieß iſt auch der Fall bey zu beiden Seiten innerhalb des Daches, oder unter die Sparren in uhgene nſtehenden Richt dung n angebrachten Sturmlatten, Fig. 55 A, a b und o d, wenn dieſe Sturmlatten nicht mit ih⸗ ren untern Enden an die Ballken ſelbſt befeſiger ſind; dann aber leiſten ſie auch die beſte Haltung des Sparrwerks, und ſind der beſte Verband nach der in ſtet eſte bey icht auf den ſchte R kurm⸗ den ſchon ge⸗ vuͤr⸗ mit Von den Daͤchern 53 Laͤnge der Daͤcher: denn wenn die unteren Enden dieſer Sturmlatten dergeſtalt an die Balken befeſtiget ſind, daß ſie auf keine Weiſe loslaſſen koͤnnen, ſo muͤß⸗ ten ſie ſelbſt der Läͤnge nach zerreiſſen, welches aber bei dem ſchwaͤchſten Stuͤcke Holz eine unbeſchreibliche Kraft erforderte. Anm. Eine ſolche Befeſtigung der Sturmlatten an die Balken, kann wie Fig. 55 B, mit ei⸗ ner ſogenannten Klaue und mit ſtarken Naͤgeln geſchehen; noch beſſer wuͤrde es aber ſeyn, wenn man ſie bey hoͤlzernen Gebaͤuden durch das Rahmſtuͤck der Wand, bey maſſiven aber durch die Balken gehen ließe, und zwar dergeſtalt, daß durch dieſe Stuͤcke ein nach unten zu erweitertes oder ſchwalbenſchwanzfoͤrmiges Loch durchgeſtaͤmmt waͤrde. Wenn nun die Sturmlatte durchg ſochen, ſo mäßte ſie unten in das vorgedachte durch das Rahmſtuͤck oder durch den Balken durchgehende Loch auseinander gekeilt werden. Der gewoͤhnliche Verband der Daͤcher nach der Laͤnge, beſtehet mehren⸗ theils darin, daß man die Kehlbalken in ein, Fig. 56. oder nach Verhaͤltniß der Breite des Gebaͤudes, in zwey Rahmſtuͤcke, Fig. 55, A, einkaͤmmet. Die⸗ ſe Rahmſtuͤcke muͤſſen durch Saͤulen oder Staͤnder b(Dachſtuhlſaͤulen) unterſtuͤt⸗ zet werden, welche nach der Laͤnge des Daches, Fig. 57. B, 14 bis 16 Fuß auseinander ſtehen; auch wird das Rahmſtuͤck noch mit Baͤndern verſehen, wo⸗ zu die Zapfenlocher bey b b, Fig. 57. A, die Baͤnder ſelbſt aber, in dem Laͤn⸗ genprofil, Fig. 57. B und C bey ggg zu ſehen ſind. Dieſe Baͤnder dienen auch gewiſſermaßen um das Verſchieben der Stuhlſaͤulen nach der Laͤnge des Da⸗ ches zu verhuͤten. Die Baͤnder cc Fig. 57. A aber, welche einige noch an⸗ zubringen pflegen, ſind ganz uͤberfluͤſſig, weil das Verſchieben der Dachſtuhlſaͤu⸗ len nach der Breite des Daches ganz unmoͤglich iſt; ſie ſind nur zum Richten nuͤtzlich, damit die Saͤulen und das Rahmſſttuͤck ſo lange gerade ſtehen bleiben, bis die Sparren aufgebracht ſind; bis dahin koͤnnen aber auch arſiatt dieſer Baͤnder, Latten, oder ſogenannte Schwerdte angenagelt, und dieſe hiernaͤchſt nach dem Richten wieder weggenommen werden. Die Baͤnder f f, Fig. 57 A ſind nur ſo, wie S. 30 bei den Hauptbalken gedacht worden, unter diejenigen Kehl⸗ f 2 balken anbringbar, die auf Stuhlſaͤulen zutreffen. Da die Baͤnder alſo nicht unter die andern Kehlbalken zwiſchen den Stuhlſaulen beſindlich ſeyn koͤnnen, ſo 4 darf man ſie auch bey erſtgedachten Kehlbalken weglaſſen, weil dieſe nicht mehr Unterſtuͤtzung beduͤrfen als jene. Wenn die Kehlbalken bey ſehr tiefen Gebaͤu⸗ den zugleich anſehnlich lang werden, ſo muͤſſen ſelbige in der Mitte noch dur h ein auf Stiehlen geſtelltes Rahmſtuͤck unterſtuͤtzet werden. Bey Gebauden bis zu 24 Fuß Tiefe wird das vorgedachte Rahmſtuͤck, worauf die Kehlbalken eingekammt ſind, und die darunter vertikal geſtellte Stiele oder Staͤnder, einfach in die Mitte des Dachs, Fig. 56, bey breiteren Gebau⸗ 54 Zweiter Abſchnitt den aber die Raͤhme oder Staͤnder zweifach oder doppelt, nach Fig 57 A, angebracht; erſtes heißt der einfache, und das zweite der doppelte ſtehende Dachſtuhl. Letzterer muß jederzeit bey Wohngebaͤuden gewaͤhlt werden, weil die Schorn⸗ ſteinroͤhren gewoͤhnlich in der Mitte befindlich ſind, und der Dachrahm deshalb ausgeſchnitten und alſo der durch ſelbigen beabſichtigte Verband nach der Laͤnge des Daches getrennet werden muͤßte; auch koͤnnte der Dachrahm leicht aus Unvorſichtigkeit zu tief in die Schornſteinroͤhren eingeleget ſeyn, und dadurch Feuerſchaden entſtehen. Anm. Die einfachen Dachſtuͤhle haben das Nachtheilige, daß ſie ſich nur mit Huͤlfsanſtaltet richten laſſen, und daß ſie das Ausweichen des Kehlbalken aus den Zapfenloͤchern nicht genugſam verhuͤten, daher iſt faſt in jedem Fall ein doppelter Dachſtuhl dem einfachen vorzuziehen. In der 57ten Jig. G iſt die Einzapfung der Kehlbalken in die Sparren vorgeſtellt, im⸗ gleichen die Aufkaͤmmung derſelben auf das Rahmſtuͤck des Dachſtuhls, wobey zu bemer— ken, daß das Rahmſtuͤck nicht durchweg, ſo wie bey a, profilirt iſt, ſondern viereckigt bleibt; jenes deutet nur die Verkaͤmmung an.. 1 In Abſicht der Sparren iſt zu bemerken, daß die aͤußere Seite derſel⸗ ben die Dachſeite genannt wird; die Verzapfung der Sparren in die Balken iſt aus Fig. 57 1, und zwar ab dd, zu erſehen. Die Breite des Zapfens iſt gemeiniglich 1¾ bis 2 Zoll, ihre Laͤnge aber betraͤgt 2 ½ Zoll, und die Zapfen⸗ loͤcher ſind eben ſo tief. Dieſe Zapfen werden nicht wie andere verbohrt oder genagelt, weil dabei kein Herausziehen denkbar iſt. Weil aber die Sparren ſehr gegen das Hirnholz des Balkens ka ſchieben, ſo muß ſolches nicht unter 5 Zoll ſeyn, oder, der Balken nicht naͤher an das Ende des Balkens geſtellet werden. Iſt man aber aus irgend einer Urſache genoͤthiget, die Sparren naͤher an das Ende der Balken zu bringen, ſo muß der Zapfen, nach Fig. 57. K, geaͤchſelt, das iſt, von a nach d zuruͤckgeſetzt werden; jedoch iſt dieß nicht ſo gut als das erſtere. Wie die Sparren oben in ihrer Spitze zuſammengeſtellt und vernagelt werden, iſt aus den 3 Figuren, unter No. 57. L deutlich zu erſehen, wo die erſte a die zuſammengeſtellte und vernagelte Sparren, die zweite b aber den Ein⸗ ſchnitt in einem, und die dritte c den Zapfen, womit dieſer in dem Einſchnitt ein⸗ liegt an dem andern Sparren vorſtellet. Die Breite dieſes Zapfens iſt gemei⸗ niglich F der obern Breite der Sparren. 1 Jedes Paar Sparren wird ein Gebind genannt; diejenigen, un⸗ ter welchen ſich Stuhlſaͤulen beſinden, Fig. 57 A, heißen Binder oder Dachbin⸗ I. der; diejenigen aber, unter welchen keine Dachſtuhlſaͤulen ſtehen als Fig. 57 D, acht; uhl. horn⸗ halb ange aus durch anſtalten en nicht infachen ellt, im⸗ bemer⸗ bleibt; derſel⸗ dalken ens iſ apfen⸗ t oder parren unter ſellet naͤher „ k, Von den Daͤchern 55 werden Leergeſpaͤrre genannt. Im Laͤngenproſil Fig. 57 B ſind die Bin⸗ der mit m und die Leergeſpaͤrre mit v bezeichnet. Da nun die Dach⸗ ſtuhlſaͤulen etwa 14 bis 16 Fuß auseinander ſtehen koͤnnen, ſo befinden ſich gemeiniglich zwiſchen zwei mit Dachſtuhlſaͤulen verſehene Binder, drey ordi⸗ naire Gebinde, ohne daß bey ſelbigen Dachſtuhlſaͤulen unter dem Dachrahm ge⸗ ſtellet ſind, ſondern die Kehlbalken ruhen hier auf das, von einer Dachſtuhlſaͤule zur andern unterſtuͤtzte Rahmſtuͤck 1, Fig. 57 B. und C. Außer den Querprofilen, Fig. 57 A und D, und den Laͤngendurchſchnitten B und C. gehoͤret insbeſondere zur Ueberſicht eines ganzen Dachwerks eine Zeichnung, welche den ſogenannten Werkſatz oder die Zulage vorſtellet, wie Fig. E. Eine Zulage iſt aber die Uebereinanderlegung aller horizontalen Hoͤlzer, nach Fig. F, als der Mauerlatten i, der Balken n, der Raͤhme 1, der Kehlbalken o. Anm. Die ſtehenden Hoͤlzer, als die Stuhlſaͤulen mit ihren Baͤndern und die Sparren, wer⸗ den hierbey nicht angedeutet.. Bey dem Entwurfe einer Zulage werden zuerſt die Balken nach den vorhin gedachten Regeln, mit Ruͤckſicht auf die darunter befindlichen Waͤnde und der anzubringenden ganzen oder halben Walme angeordnet, wornach ſich ſodann die Lage ſowohl der ganzen als der Grad⸗ und auch der Stichkehlbalken, der Raͤhme imgleichen der Sparren richten muß. Um alle Faͤlle zugleich zu beruͤhren, ſind ſo wohl bey der Zulage Fig. 57 E, als bey den folgenden, Eck⸗ oder freiſtehende Gebaͤude angenommen worden. Es iſt demnach in erwaͤhnter Figur auf der Seite a c ein ganzer, an dem Ende d aber ein halber Walm mit Bezug auf die Laͤngenproſile, Fig. B und C vorgeſtellt, woſelbſt ein ganzer Walm ob Fig. B, und ein halber Walm ef Fig. C angedeutet iſt; die Hoͤlzer apophp und k p, ſind die bereits bey den Balkenlagen erwaͤhnte, uͤber die Balken gekammten Zangen worauf die Grad⸗ und Kehlſparren ſtehen; b iſt der Anfallspunkt des ganzen und edes halben Walmen. Anm. In dem vorherigen Abſchnitt von den Balkenlagen iſt S. 15 geſagt worden, daß die aͤu⸗ ßere Breitenlinie des Balkens, auf welchem das letzte ganze Gebind ſtehet, an welches der Walm anfaͤllt, gerade um die halbe Breite des Gebaͤudes zuruͤckgelegt werden muͤßte, weil uͤber die Mitte dieſer Seite des Balkens der Anfallspunkt des Walmen befindlich ſey. Dieß gilt aber nur in dem Fall, wenn die Sparren mit dieſer Seite des Balkens buͤndig zugelegt werden; allein, wenn die Sparren auf die Mitte des Balkens ſtaͤnden, und vorausgeſetzt, daß ſie wie gewöhnlich ſchwaͤcher oder ſchmaͤler ſind, als der Balken, ſo wuͤrde der Anfallspunkt des Giebels um etwas auf den Balken fallen, und dieß wuͤrde um ſo mehr betragen, wenn die Sparren nicht auf die Mitte des Balkens ſtuͤnden, ſon⸗ dern gar mit der andern Seite des Balkens buͤndig waͤren zugelegt worden. Die aͤußere Seite der Sparren beſtimmt alſo eigentlich den Anfallspunkt des Walmen, und nicht immer die aͤußere Seite des Balkens. Hiebey iſt zugleich anzumerken, daß die Grad⸗ Zweiter Abſchnitt ſparren jederzeit auf die Mitte der Gradſtichbalken und alſo mit keinem von den Seiten derſelben buͤndig geſtellt werden; dahingegen pflegt man die laͤngſten Seiten der Schift⸗ ſparren, oder die an den Seiten der Gradſparren am weiteſten heraufgehenden mit den darunter treffenden Seiten der Balken buͤndig zu ſtellen. Dieß iſt jedoch auch nicht durch⸗ aus nothwendig, ſondern man kann ſo wohl die Schiftſparren als auch die ganzen oder die Hauptſparren mitten auf die Balken ſtellen, ohne ſich daran zu kehren, ob ſie mit ei⸗ ner von den Seiten der Balken buͤndig ſind oder nicht; ja es iſt ſogar beſſer, bey wald⸗ kantigen Balken, die Geſpaͤrre mitten auf die Balken und mit keiner der Seiten der Bal⸗ ken buͤndig zu ſtellen, um die Zapfenloͤcher der Sparren in gutes geſundes Holz anbrin⸗ gen, auch die zwiſchen die Sparren treffende Bretter der Dachboͤden gegen die Sparren an beiden Seiten annageln zu koͤnnen. Das Gebind h k Fig. 57 E wird das Gradgebind genannt, und be⸗ koͤmmt einen ganzen durchgehenden Kehlbalken q s, worin die uͤbrigen Stichkehl⸗ balken eingezapft werden; in d und s, wo die Raͤhme 1 1 zuſammenſtoßen, muͤſſen Dachſtuhlſaͤulen ſtehen, ſo wie uͤberhaupt das Gradgebind jedesmal als ein ganzer Binder abzubinden iſt. Ein ſolches Gradgebind h k fuͤr ſich allein aufgetragen, wuͤrde nun zwar eben ſo wie das ordinaire Gebind Fig. 57 A ausſehen, aber viel laͤnger ſeyn, daher man ſich oft genoͤthiget ſiehet, nicht al⸗ lein den ſehr lang werdenden, ſondern uͤberdem wie aus der Figur zu erſehen, ſehr verlochten Kehlbalken as noch in die Mitte mit einer Saͤule zu unter⸗ ſtuͤtzen. Wollte man aber dieſe Saͤule in der Mitte des Kehlbalkens weglaſſen, ſo muͤſſen in dieſem Fall Baͤnder von den unter die Stellen q und s ſtehen⸗ den Stuhlſaͤulen angebracht werden, um den langen Kehlbalken zu unterſtuͤtzen, wobey dieſe Saͤulen auf einer Seite uͤber Eck bearbeitet ſeyn muͤſſen, wie Fig. 57 H zeigt, um die Baͤnder gegen die Flaͤchen tet ſtellen zu koͤnnen. Bey Daͤ⸗ chern mit ſtehenden Stuͤhlen iſt es nicht durchaus nothwendig, daß diejenigen Gebinde, gegen welche die beiden Anfallspunkte b und e der ganzen oder der halben Walme zutreffen, Binder ſein muͤſſen, wie ſolches bey Daͤchern mit lie⸗ 2 genden Stuͤhlen erforderlich iſt, wovon ſich der Grund in der Folge ergeben wird. wieder Stuhlſaulen befindlich ſeyn muͤſſen; dieſes Giebelgebind bekoͤmmt aber keinen Kehlbalken, weil ſich die Sparren deſſelben kurz uͤber die Stuhl⸗ raͤhme an die Gradſparren des halben Walmen anſchmiegen. Die Stich⸗ kehlbalken zwiſchen d und k werden auf ein Rahm oder auf eine Mauerlatte y Fig. 57 G aufgekaͤmmt. Die Dachſtuhlraͤhme ſollten da, wo ſie zuſammentreffen, jederzeit nach der Diagonallinie oder nach der Kunſtſprache auf die Gierung zuſammen ge⸗ ſchnitten werden, um nach Fig. 57 G einen Kamm a fuͤr die Gradkehlbalken zu eiten ſchift⸗ t den zurch⸗ oder nit ei⸗ wald⸗ Bal⸗ abrin⸗ varren nd be⸗ chkehl⸗ doßen, al als allein 57 4 bt al⸗ ſehen, unter⸗ erlatte nach n ge⸗ en zu ſto jalten, Von den Daͤchern. 57 erhalten; allein ſie werden oͤfters nur nach Fig. 57 M ohne Kamm ge⸗ macht, und mit ihrer ganzen Breite in den Kehlbalken eingelaſſen; wenig⸗ ſtens muß aber doch da wo die Rahmſtuͤcke zuſammenſtoßen(Xeα Fig. 57 E) jederzeit ein Stiel untergeſtellet werden, auch iſt bei ganzen Walmen zwiſchen XX noch ein Stiel unter den Rahm zu ſtellen, weil ſelbiger ſich ſonſt wegen der darauf liegenden Stichbalken nicht erhalten wuͤrde. Sollten nun die in der Balkenlage angebrachten Zangen ap und op nicht ſo weit uͤber die Balken geſtreckt ſeyn, daß die Stiele x, x darauf ſtehen koͤnnten, auch nicht etwa ein Balken auf dieſe Stellen zutreffen, ſo muͤſſen in die Balkenlage, Wechſel angebracht werden, um dieſe Stiele darauf ſtellen zu koͤnnen. Uebrigens zeigen die Laͤngenprofile, Fig. 57 B und C, wie der ganze Walm ob, ingleichen der halbe Walm ef mit den Raͤhmen und Stichkehlbalken auch mit den Zangen uͤber die Balken verbunden iſt. Aus Fig. 57 E iſt zu erſehen, daß wenn an den Balken ein hoͤlzernes Geſims befeſtiget werden ſoll, an einem Balken um den andern(wie von d bis k zu ſehen) Zapfen angeſchnitten wer⸗ den, welche ſo breit ſind wie die Balken; und an die Hauptbalken 2 ½ bis 3 Zoll ſtark; bei dieſen Kehlbalken aber 1 ⅞ bis 2 Zoll ſtark gemacht werden. Die Spannriegel g, Fig. 58, welche man noch in einigen Zeichnungen in den ſtehenden Dachſtuhlſaͤulen antrift, ſind in Abſicht des eigentlichen Dach⸗ verbandes ganz uͤberfluͤſſig, indem das Dach aus den S. 50 angefuͤhrten Gruͤn⸗ den vor aller Verſchiebung von der Seite voͤllig geſichert iſt. Bei den liegen⸗ den Dachſtuͤhlen und Haͤngwerken ſind ſie aber wegen des Richtens nothwendig. Bei tiefen Gebaͤuden, wo die Dachſtuhlſaͤulen etwas weit vom Auflage⸗ punkt der Balken zu ſtehen kommen, iſt es beſſer Schwellen c, c nach Fig. 59 unter die Stuhlſaͤulen anzubringen, damit die Laſt nicht auf einen einzelnen Balken treffe, ſondern von allen gemeinſchaftlich getragen werde. Eine ſolche Vorrichtung wird ein verſchwellter Dachſtuhl genannt. Wenn bei tiefen Gebaͤuden, die Sparren eine anſehnliche Laͤnge bekom⸗ men, ſo kann, um das Einbiegen des nach oben zu ſchwaͤchern Theils derſelben, zu verhuͤten, noch wohl ein Queerriegel ab Fig. 59 eingeleget werden, welcher der Hanen⸗ oder Haynbalken genannt wird. 6. 7. Eine mehr eingebildete als wirkliche Bequemlichkeit oder Erforderniß, Von den lie⸗ genden Dach⸗ einen ganz freien Bodenraum zu haben, hat wohl die Veranlaſſung zu den ſo⸗ H 58 Zweiter Abſchnitt. genannten liegenden Dachſtuͤhlen gegeben. Dieſe beſtehen Fig. 60 A aus der Dachſtuhlſchwelle a, den Stuhlraͤhmen b, der liegenden Stuhlſaͤule c, den Baͤndern e, und dem Spannriegel k, der wie ſo eben bemerkt worden, hier nothwendig iſt, weil ſich ſonſt die liegenden Dachſtuhlwaͤnde, beim Aufſtellen oder ſogenannten Richten des Daches, nicht ſo lange in der ſchraͤgen Lage erhal⸗ ten ließen, bis die Kehlbalken g aufgeleget worden; die liegenden Stuhlſaͤulen koͤnnen ebenfalls 14— 16 Fuß auseinander geſtellt werden, ſo daß 3 Gebind ohne Dachſtuhlſaͤulen, oder ſogenannte Leergebinde, wie Fig. 60 B, dazwiſchen befindlich ſind, bei welchen die Kehlbalken ebenfalls, wie bei den liegenden Dachſtuͤhlen auf den Nahmſtuͤcken ruhen. Die liegenden Stuhlſaͤulen, Fig. 60 C und D werden gewoͤhnlich aus Halbholz, d. i. aus ſolchem welches 6 Zoll ſtark iſt, bei großen und hohen Daͤchern aber, oder bei Haͤngewerken, von 8 bis 9 zoͤlligem Holze und zuweilen nach Erforderniß, noch aus ſtaͤrkerem verfertiget. Oben muͤſſen die liegenden Dachſtuhlſaͤulen 12 bis 14 Zoll breit ſeyn, um das Rahnſtuͤck a darauf zu za⸗ pfen, und noch vor dieſen Raͤhmen ein Blatt bb zu bekommen, welches mit ei⸗ ner Verſatzung in den Kehlbalken eingeſetzet wird; vorzuͤglich aber um den Spannriegel c Fig. 60 E darin einzuzapſen und verſetzen zu koͤnnen, wodurch verhuͤtet wird, daß deſſen Zapfen dem Einſchnitte fuͤr das Rahm nicht zu nahe koͤmmt; jedoch iſt bei Anbringung der Spannriegel dahin zu ſehen, ob der Kehlbalken ſehr lang iſt, in welchem Fall zwiſchen den Kehlbalken und Spann⸗ riegel, noch ein Traͤger durchgehen muß; der Spannriegel wird ſodann wie in Fig. 60 A gezeichnet iſt, um ſo viel unter den Kehlbalken gelegt. Wenn aber der Kehlbalken nach Verhaͤltniß der Tiefe des Gebaͤudes nur von einer ſolchen Laͤnge iſt, daß derſelbe von einem Stuhlrahm zum andern ſich freiliegend er⸗ halten kann, ſo iſt es beſſer, nach Fig. 61 A den Spannriegel dicht unter den Kehlbalken zu legen. Die liegenden Stuhlſaͤulen muͤſſen unten wenigſtens 8 bis 10 Zoll breit ſeyn, um ſelbige nicht allein in die Schwelle mit einem ſtarken Zapfen d Fig. 60 C zu ſtellen, ſondern um ſie auch noch mit einem Blatte e, verſehen zu koͤnnen, welches noch in den Balken eingezapft wird. Es ge⸗ ſchiehet zwar oft, wenn kein Holz von hinlaͤnglicher Breite zu haben iſt, daß die Stuhlſaͤulen nur bloß nach Fig. 60 F ohne Schwelle in den Balken ein⸗ geſetzt werden; dabei wird die Stuhlſaͤule zwar dicht an die Sparren geſtellt, allein um ſodann doch etwas Hirnholz fuͤr die Stuhlſaͤule zu verſchaffen, muß der Zapfen der Stuhlſaͤule nach außen, und der Zapfen der Sparren nach in⸗ nenzu geaͤchſelt werden. Hiernaͤchſt iſt die Unterkante des Rahms, und Von den Daͤchern. 59 04 die Oberkante der Schwelle, Fig. 60 C winkelrecht mit der Hinterſeite le c, der Stuhlſaͤule fkh, die Vorderſeite des Rahms aber parallel, mit fh, hier und die Vorderſeite der Schwelle lothrecht gearbeitet. oder Anm. Man ſindet dieſe Stuͤcke oͤfters in den Bauzeichnungen dieſen ganz entgegen und rhal⸗ alſo falſch gezeichnet, z. B. den Stuhlrahmen, ſo wie Fig. 60 H, welches etwas ganz zulen widerſinniges iſt: denn es muͤßten ja in dieſer Art alle Seiten des Holzes ſchief gezim⸗ mert werden, anſtatt daß ſolches bloß da wo das Rahmſtuͤck unter den Kehlbalken und ind gegen den Sparren liegt, ſtumpfwinklicht bearbeitet iſt, alles uͤbrige bleibt rechtwinklicht. diſcen Fig. 60 H ſtellet ebenfalls einen oͤfters in den Zeichnungen vorkommenden falſchen Durch⸗ genden ſchnitt der Stuhlſchwelle vor, indem die obere Seite a, nicht wie hier gezeichnet, ſon⸗ dern mit dem Sparren einen rechten Winkel machen muß. Mit dem Rahm hat es in Anſehung des Kamms k Fig. 60 E dieſelbe Bewandtniß, h aus wie S. 54 und Fig. 57. 6 gezeiget worden; das Rahmſtuͤck bleibt nemlich da wo keine Kehlbalken eingekaͤmmet ſind, wie a in Fig. 60 c, vollkantig. hohen veilen...1 8., 7. 5 enden Wenn die Baͤnder il Fig. 60 E, wie auf die hier vorgeſtellte gewoͤhn⸗ u za⸗ liche Art, mit der Stuhlſaͤule auf beiden Seiten buͤndig gearbeitet worden, ſo f ei muͤſſen ſelbige in m, wenn der Spannriegel wegen des Träͤgers x, Fig. 60 A, den nicht dicht unter den Kehlbalken liegen kann, um die Haͤlfte uͤber den Spann⸗ durch riegel uͤberſchnitten werden, weil alsdann das Band ſowohl den Kehlbalken un⸗ nnhe terſtuͤtzen als der Spannriegel in einem Stuͤcke durchgehen ſoll. .de Das Ueberſchneiden der Baͤnder iſt aber hier ſo wie uͤberhaupt in der dhie Zimmermannskunſt, etwas fehlerhaftes; es iſt daher beſſer einen Klotz v, zwi⸗ „ ſchen den Spannriegel und den Kehlbalken zu legen. e i Weil durch das Ueberſchneiden beide Verbandſtuͤcke geſchwaͤcht werden, the ſo ſind einige der Meinung, lieber das Band no, nach Fig. 60 G gegen die den Stuhlſaͤule und gegen den Kehlbalken anzublatten und vorſtehen zu laſſen. Es 44 ſoll nemlich, wie aus gedachter 6oſten Fig. G und den dazu gehoͤrigen Vor⸗ den deranſichten a und b bei q† und ss zu ſehen, das Band nicht allein in den bis Kehlbalken und in die Stuhlſaͤule etwas eingelaſſen, ſondern auch ſowohl bei r rken und t etwas gegen die Stuhlſaͤule und den Kehlbalken vorſtehen, jedoch aber bei u à 6 in die Stuhlſaule, und bei v in den Kehlbalken in Verſatzungen ſtehen. Der 9 Spannriegel darf hiebei nur um ein weniges ausgeſchnitten werden und das daß Band bleibt hinlaͤnglich ſtark und breit unter dem Kehlbalken, um ſelbigen zu 6 unterſtuͤtzen. lt Anſtatt der bei den ſtehenden Dachſtuͤhlen an den Seiten derſelben uß in die Dachraͤhme geſtellten Baͤnder, werden bei den liegenden Dachſtuͤhlen, in⸗ theils um das Rahmſtuͤck mehr zu unterſtuͤtzen, theils um einen Verband des ind H 2 60 Zweiter Abſchnitt. Daches nach der Laͤnge, zu erhalten, ſogenannte Kreutzbaͤnder mg, mg, Fig. 61 B zwiſchen den Dachſtuhlſaͤulen angebracht. Von dieſen Kreutzbaͤndern reichen auf jeder Seite der Stuhlſaͤulen die obern von der Mitte derſelben bis ins Rahm herauf und die untern ſtehen in den Dachſtuhlſchwellen und gehen ebenfalls in die Stuhlſaͤulen. Bei den Za⸗ pfenloͤchern zu dieſen Baͤndern iſt dahin zu ſehen, daß das Zapfenloch des in den Stuhlſaͤulen zur Unterſtuͤtzung des Spannriegels befindlichen Bandes nicht auch an dieſen Ort, ſondern tiefer in die Stuhlſaͤule trift. Die Za⸗ pfenlöcher zu den Kreubbaͤndern koͤnnen nach Fig. 61 E dergeſtalt in die Stuhlſäule angefertiget werden, daß jedesmal ein heraufgehendes und ein her⸗ untergehendes Kreutzband in ein Zapfenloch zu ſtehen komme, welches zu dem Ende in der gehoͤrigen Laͤnge ausgearbeitet werden muß, und zwar ſo, daß beide Kreutzbaͤnder mit ihren Stirnen innerhalb in dem Zapfenloche zuſammen⸗ ſtoßen; dies iſt beſſer, als jedem Bande ein eigenes Zapfenloch in die Stuhl⸗ ſaͤule zu geben. Die Zapfen dieſer Baͤnder werden nur etwa 2 Zoll lang ge⸗ macht, und nicht verbohrt, ſondern mit eiſernen Naͤgeln von der Seite an die Stuhlſaͤule befeſtiget; in der Schwelle und in dem Rahnſtuͤcke bekommen ſie aber laͤngere Zapfen, indeſſen werden nur die Zapfen im Rahm verbohrt. In der Zulage Fig. 61 C iſt wiederum die Balkenlage Fig. 13 B zum Grunde gelegt, jedoch mit einem ganzen Walm abo und einen halben Walm def vermehret worden. Fig. D iſt das Profil der Zulage. In dem Laͤngen⸗ durchſchnitt, Fig. 61 B iſt der ganze und Fig. 61 F der halbe Walm, um auch hier die Dachverbindung gehoͤrig anzeigen zu koͤnnen. Es liegen demnach in der Zulage C folgende Hoͤlzer uͤbereinander, i die Mauerlatte, k die Balken, und auf ſelbigen die Zangen g in den Ecken und Kehlen; h ſind die lie⸗ genden Stuhlſchwellen, 1 der liegende Stuhlrahm und darunter in den Bin⸗ dern die Spannriegel o, welche aber nicht anders als beim ganzen Walm ſicht⸗ bar ſind; auf dem Rahm befinden ſich die Kehlbalken m, und uͤber den Kehl⸗ balken die Haynbalken n. Es iſt anzumerken, daß dasjenige Gebind, gegen welches der Anfalls⸗ punkt c des ganzen Walmen trift, hier nothwendig ein Binder ſeyn muß, da⸗ mit die Grad⸗ und Walmſpannriegel o und r in dem Spannriegel bey o ver⸗ zapft werden koͤnnen. Wenn die Balken dergeſtalt gelegt ſind, daß nicht auf die Mitte, ſon⸗ dern zu beiden Seiten der Mitte des Walmen ein Gebind s und t zu ſtehen koͤmmt, ſo wird aus einem von den beiden Walmgebinden z. B. s ein Binder Von den Daͤchern. 61 gemacht, wozu alſo der Spannriegel des Walms 1 gehoͤret, der das Rahm in der Mitte unterſtuͤtzt. Man ſiehet zugleich daß der Spannriegel des Walmen r in den Binderſpannriegel wo der Anfall iſt, nahe bey c, die Gradſpannrie⸗ gel oo aber in die Wechſel pp eingezapft ſind, welche letztere von gedachten Spannriegeln bis zum Spannriegel des Anfallbinders reichen. Man wird auch finden, daß dabey auf die Oerter, wo die Stuhlbaͤnder unter dieſe Spannrie⸗ gel treffen, Ruͤckſicht genommen worden iſt, ſo daß nicht die Zapfen der Wech⸗ ſel und Stuhlbaͤnder zuſammentreffen, weshalb der eine Wechſel laͤnger als der andere iſt. Wenn aber ein Binder auf die Mitte des Walmen trift, ſo wuͤrde es unrecht ſeyn, drei Spannriegel, nemlich die beiden Grad⸗ und den Walmſpann⸗ riegel zuſammen in den Spannriegel des Anfallbinders zu verzapfen, ſondern man thut alsdann beſſer, nach Fig. 61 G nur die beiden Gradſpannriegel d d daſelbſt einzuzapfen, und zwiſchen den beiden Gradſpannriegeln einen Wechſel v einzubinden worin der Walmſpannriegel w gezapft iſt. Das Giebelgebind vy am halben Walm muß ebenfalls ein Binder ſeyn d. i. es muß unten zwei liegende Stuhlſaͤulen, und den dazwiſchen gehoͤrigen Spannriegel erhalten, ohne daß jedoch ein Kehlbalken in dieſem Binder befind⸗ lich iſt, ſondern es gehet der liegende Stuhlrahm(obgleich in anderer Form, wie im Laͤngenprofil F zu ſehen) vorlaͤngſt den Walm df auf dem Spannriegel fort, worauf die Grad- und Stichkehlbalken aufgekaͤmmet werden. Dahinge⸗ gen iſt es nicht noͤthig daß da, wo der Anfallspunkt e des halben Walms trift, ein Binder befindlich ſey, vielmehr kann ſelbiger ſich erſt in u befinden, weil bei einem halben Walm keine Gradſpannriegel im Dachverbande ſeyn koͤnnen, und weil zwiſchen u und df doch nur drei Gebind liegen, in welcher Entfer⸗ nung die Raͤhme ſich von ſelbſt hinlaͤnglich erhalten koͤnnen. Anm. In dem Entwurf einer Zulage mit liegendem Stuhlverband, muͤſſen die Zapfenloͤcher der Stuhlſaͤulen in die Schwellen angedeutet werden, wie hier bey vv ac. ꝛc. geſchehen. Zu jeder Seite derſelben ſollten auch die Zapfenloͤcher der Kreutzbaͤnder bezeichnet ſeyn, welche aber um nicht etwa Verwirrung zu verurſachen hier weggelaſſen worden. Dahin⸗ gegen ſind in dieſen Zeichnungen der Vollſtaͤndigkeit wegen die Spannriegel mit auf die Zulage gezeichnet worden, obgleich ſelbige nicht auf die Zulage ſondern auf das Leerge⸗ ſpaͤrre abgebunden werden. Das Gradgebind wx muß ebenfalls, wie ſich von ſelbſt verſtehet, ein Binder ſeyn, in deſſen Spannriegel und Kehlbalken die uͤbrigen Stichſpannriegel und Stichkehlbalken eingezapft werden. Wegen Unterſtuͤtzung dieſes Gradſpann⸗ riegels und des Kehlbalkens, hat man bei geringer Tiefe der Gebaͤude von etwa —— N8 * —— — — Von den ge⸗ brochenen, oder ſoge⸗ nannten Manſardedaͤ⸗ chern. 62 Zweiter Abſchnitt. 36 Fuß nichts zu befuͤrchten, weil hier die liegenden Stuhlbaͤnder, welche in den geraden Bindern von v bis y gehen, in dem Gradgebinde von v bis 2 reichen muͤßen. Es iſt uͤberhaupt als eine Regel anzumerken, daß die Lage der ſaͤmmtlichen liegenden Stuhlbaͤnder an jeder innern Seite eines Dachs, ſich in einerley Richtung oder Flucht befinden muß. Wenn die Gebäͤude ſo breit oder tief ſind, daß die Laͤnge des Kehlbalkens und des Spannriegels, zwiſchen den Baͤndern uͤber 16 Fuß betraͤgt, ſo iſt in der Mitte, ſo wie S. 53 bey den ſtehenden Dachſtuͤhlen gedacht worden, noch ein ſtehender Dachſtuhl anzubringen, auf deſſen Rahmſtuͤck die Kehlbalken in ihrer Mitte ruhen. Zu den Gradſtuhlſaͤulen iſt etwas ſtaͤrkeres Holz als zu den uͤbrigen er⸗ forderlich, auch muͤſſen ſelbige aus vorgedachter Urſache, nemlich um mit den uͤbrigen im Alignement zu ſtehen, breiter gemacht werden, welches ſich aus der Zulage genau beſtimmen laͤßt; uͤbrigens werden dieſe Stuhlſaulen, ob ſie gleich gegen die andern ſchraͤg ſtehen, doch wie dieſe mit vier rechten Winkeln bear⸗ beitet, um vorne das Band hinten aber den Grad⸗ oder Kehlſparren gegen eine volle Seite ſtellen zu koͤnnen. Die Zapfen, womit dieſe Stuhlſaͤulen in den Stuhlſchwellen und Raͤhmen ſtehen, werden aber nach einem Winkel, oder doppelt, nemlich mit jeder Flucht der daſelbſt zuſammenſtoßenden beiden Enden des Rahms, in die Schwelle, ausgearbeitet. §. 28. Man bedient ſich vorzuͤglich der liegenden Dachſtuͤhle bey den gebro⸗ chenen oder ſogenannten Manſardedaͤchern; dieſe Daͤcher beſtehen bekann⸗ termaßen aus zwey Theilen, oder ſo zu ſagen, aus zwey uͤbereinander geſtellten Daͤchern. Ueber die Form derſelben uͤberhaupt, oder uͤber das Verhaͤltniß beider Theile dieſer Daͤcher gegeneinander, giebt es verſchiedene Vorſchriften; nach einigen wird aber ein Theil des Dachs bald zu hoch, bald zu niedrig, hinwie⸗ derum bald zu ſteil, bald zu flach. Folgende Methode, die gebrochene Daͤcher zu proportioniren iſt fuͤr die zweckmaͤßigſte anzunehmen. Man ſetzt nemlich zuerſt diejenige Hoͤhe feſt, welche unter dem Spann⸗ riegel befindlich ſeyn ſoll, z. B. nach Fig. 62, 10 Fuß; dieſe wird von a nach b getragen, und von b noch 24⸗26 Zoll in c, fuͤr die Hoͤhe des Kehlbalkens und des Spannriegels abgeſtochen; alsdenn wird die obere Linie des Kehlbal⸗ kens, bis an die perpendikulaͤre Linien d f und g e, verlaͤngert, dann von e nach h und von d nach k, ſo vielmal 4 Zoll zuruͤck geſetzt, als die Linie e g in 3 2 age ſich reit chen den aen, en er⸗ k den 8 der gleich bear⸗ egen n in oder enden ro⸗ ann⸗ ltten der ach wie⸗ ꝛcher an⸗ ach ens al⸗ Von den Daͤchern. 63 oder d f Juße hat, z. B, hier werden dieſe Linien zwoͤlf Fuß haben, alſo ſetze man von e in h und von d in k vier Fuß zuruͤck, ſo geben die Linien k f und h g die Stellung der unteren Sparren, oder den Abhang fuͤr das un⸗ tere Dach. Nun theile man k h in drey gleiche Theile, und mache ol gleich ein Drittel(allenfalls etwas mehr) von k h, ſo geben die Linien k 1 und h! die Lage der obern Sparren und der Dachflaͤche. Bei dieſer Methode kann alſo die Hoͤhe des untern Daches zweckmaͤßig hoch oder niedrig beſtimmt wer⸗ den, und die Schraͤge oder der Anfall des untern und des obern Daches blei⸗ bet immer gleich, das Gebaͤude mag ſchmal oder breit ſeyn. Indeſſen wuͤrde doch bey ſehr breiten Gebaͤuden das obere Dach gegen das untere, etwas unverhaͤltnißmaͤßig ausfallen, wenn man fuͤr das untere nuk eine gewoͤhnliche Hoͤhe annehmen wollte. Man muß alſo in dieſem Fall ſchon das untere Dach etwas hoͤher machen. Was den Verband der Manſardedaͤcher anbetrift ſo koͤnnen liegen⸗ de und ſtehende Dachſtuͤhle dabei angebracht werden. Die 63 ſte Figur A iſt ein halber ausgezeichneter Binder, B das dazu gehoͤrige Leergeſpaͤrre und C das Laͤngenprofil eines Manſardedaches mit einem. liegenden Dachſtuhl, ſo wie Fig. 64 A B C einen Binder, ein Leergeſpaͤrre und das Laͤngenprofil eines ſolchen Daches mit einem ſtehenden Dachſtuhl vor⸗ ſtellet. Die Zulage zu beiden Verbaͤnden iſt in Fig. 63 D und 64 D vorgeſtel⸗ let. Hoffentlich wird nach der vorherigen Erklaͤrung der andern Dachzulagen und durch die Ausweiſung der punctirten Linien alles verſtaͤndlich genug ſeyn. Vorzuͤglich iſt anzumerken, daß bey den Manſardedaͤchern, ſo wie in der vergroͤßerten Zeichnung, Fig. 65, zu ſehen, der Kehlbalken ſo weit vorrei⸗ chen muß, daß eine doppelte Reihe Ziegel, nebſt einer Latte unter das Ge⸗ ſims angebracht werden kann. Bei dieſen Daͤchern ſowohl, als uͤberhaupt bey den liegenden Dachſtuͤh⸗ len, koͤnnen die Stuhlbaͤnder erſt eingebracht werden, wenn die Spannriegel ſchon in die Stuhlſaͤulen eingezogen ſind, weshalb die Baͤnder mit ſogenannten und Fig. 24 B vorgeſtellten Jagdbaͤndern verſehen werden muͤſſen. Dieſe Jagdbaͤn⸗ der finden aber nur alsdenn ſtatt, wenn die Baͤnder nicht uͤbergeſchnitten ſind, und nicht in den Kehlbalken, ſondern nur in dem Spannriegel gehen, es ſey nun, daß der Spannriegel dichte unter den Kehlbalken liegt, und ſelbigen unmit⸗ telbar unterſtuͤtzt, oder daß zwiſchen den Kehlbalken und dem Spannriegel ein Zwiſchenraum vorhanden iſt, wo alsdenn Kloͤtze v auf den Spannriegel ange⸗ bracht werden;(Fig. 60 A) welche den Kehlbalken unterſtuͤtzen. Manſardedaͤ⸗ cher ohne Dachſtuhl⸗ ſchwellen. 64 Zweiter Abſchnitt. Die Manſardedaͤcher muͤſſen ſo wohl als die geraden Daͤcher wegen der vor die Sparren vortretenden Balken und Geſimſe, am untern und auch am Oberndache mit ſogenannten Knaggen oder Aufſchieblingen a a, b b, Fig. 63 A und B verſehen werden, und ſind vorzuͤglich die oberen nicht zu kurz an⸗ zufertigen damit nicht ein zu ſtarker Winkel oder ein ſogenannter Waſſerſack entſtehe; an der Beobachtung dieſer Regel iſt immer viel gelegen. Anm. Wegen der gehoͤrigen Stellung der Aufſchieblinge in Abſicht des Geſimſes, iſt bereits S. 271 des 1ſten Theils das noͤthige vorgekommen, und nur noch zu bemerken daß die Aufſchieblinge mit einem auf die Sparren aufgeſtellten ſogenannten Trempel unterſtuͤtzt werden; dieſer wird mehrentheils rechtwinklicht unter den Knaggen geſetzt; es iſt aber beſſer denſelben nach Fig 57 A, lothrecht zwiſchen den Sparren und Aufſchiebling anzu⸗ bringen, es waͤre denn, daß wie bei den Unterknaggen der Manſardedaͤcher, Fig. 63. A und B, der Knaggen ziemlich weit vom Sparren ab, und dabey etwas ſteil ſtuͤnde, alsdenn koͤnnen die Trempel lothrecht auf einer Bohle, welche wagerecht auf die Hinter⸗ mauer des Hauptgeſimſes liegt, geſtellet werden. §. 29. Man hat angefangen die Manſardedaͤcher mit liegenden Stuͤhlen, mit mehrerer Holzerſparung folgendergeſtalt zu konſtruiren. Die Sparren werden nemlich nicht in die Balken, ſondern auf die Stuhlſchwellen geſetzt, wie aus Fig. 66. A, B, und C zu erſehen; auf die Sparren ruhet auch zugleich das eingezapfte Rahmſtuͤck; damit aber daſſelbe auch ſeitwaͤrts gehoͤrig gehalten werde, ſo bekommen gewoͤhnlich um das ate Gebind, diejenigen Sparren, welche zugleich, als eigentliche Dachſtuhlſaulen die⸗ nen, oben mehrere Breite, damit noch innerhalb gegen das Rahmſtuͤck ein Blatt c Fig. A und C verbleibe. Hiebey iſt aber zu bemerken, daß die Kreutzbaͤnder in den Stuhlſaͤulen nicht ſehr ſchraͤg ſondern nur bis zum naͤchſten Sparren, in das Rahmſtuͤck und in die Schwelle geſetzt werden koͤnnen, welches jedoch an jeden Binder geſchieht. Man ſiehet, daß durch dieſe Bauart ſo viel Sparren erſparet werden, als Stuhlſaͤulen vorhanden ſind, oder umgekehrt, daß ſo viel Stuhlſaulen we⸗ niger erforderlich ſind als Sparren vorhanden welche zugleich das Rahmſtuͤck um⸗ faſſen; bei dieſer Bauart wird auch etwas an Raum gewonnen, vorzuͤglich aber iſt man mit der Stellung der Sparren auf die Balkenkoͤpfe nicht eingeſchraͤnkt, weil die Sparren nicht in die Balken ſondern ganz unabhaͤngig von der Lage der Balken in die Stuhlſchwellen ſtehen, weshalb man die Stellung der Spar⸗ ren deſto fuͤglicher nach der Anlage der Dachfenſter vertheilen kann. Wenn keine der auch ( öig. all⸗ erſack ereits daß de nterſtühi iſt aber ig anzu⸗ . 63. A ſuͤnde, Hinter⸗ , wit aͤnder rrren, jedoch erden, en we ick unt⸗ jaber raͤnkt, Lage Spar⸗ Wenn keine Von den Daͤchern. 65 keine Dachfenſter vorkommen, kann auch ſogar die Schwelle unter den Spar⸗ ren und Dachſtuhlſaͤulen ganz wegfallen, und ſelbige in die Balken eingeſetzet werden. Die Manſardedaͤcher ſind zwar bequemer um Zimmer darunter anzule⸗ gen, als andere Daͤcher: allein alsdenn werden auch viele Dachfenſter erfordert, und dieſe bleiben bey der beſten Conſtruction derſelben, doch beſtaͤndige Regen⸗ loͤcher. Auch iſt die Abſicht unter dergleichen Daͤchern Wohnzimmer anzulegen, nur immer mit mancherley andern Fehlern und Unbequemlichkeiten verbunden; ſo iſt es z. B. ſehr nachtheilig, die Felder zwiſchen den Sparren auszuſtacken und zu lehmen, oder die Sparren innerhalb mit Brettern zu verſchalen, zu be⸗ rohren und zu putzen; denn in beiden Faͤllen kann man niemals zu einer Dach⸗ reparatur gelangen; und wer wird nicht darin einen Mißſtand und Unbequem⸗ lichkeit finden, wenn auf vorgedachte Weiſe, an der Vorderſeite der Zimmer eine ſchraͤge Wand vorhanden iſt. Dieſe Umſtaͤnde koͤnnen nun zwar dadurch vermieden werden, wenn man in ab, Fig. 66 B eine verbundene gerade Wand aufrichtet; allein ſie mag bloß gelehmt oder ausgemauert ſeyn, ſo beſchwert ſie die darunter beſindliche Balken; man verliehrt auch viel an Raum, und die alsdenn erforderlichen Einſchnitte nach den Fenſtern, verurſachen daß dieſe den Zimmern nur eine ſchlechte Erleuchtung geben. Wer alſo noch Wohnzimmer, oder auch nur Raum zu Vorraͤthen uͤber den untern Stockwerken noͤthig hat, wird immer beſſer thun, anſtatt der Manſardedaͤcher noch ein niedriges Stock⸗ werk aufzuſetzen, und daruͤber ein gewoͤhnliches gerades Dach zu bauen. Die Koſten werden nicht viel hoͤher heranlaufen, indem die Manſardedaͤcher vieles Arbeitslohn erfordern.*) *) Aus angefuͤhrten Gruͤnden, ſcheinen die Manſardedaͤcher vorzuͤglich auf dem Lande unbe⸗ quem zu ſeyn, weil man nicht immer Maurer und Klempner zu den dabey an den Fen⸗ ſtern und deren Kehlen, haͤufig vorfallenden Reparaturen bey der Hand hat. Sonſt duͤrften die Manſardedaͤcher wohl eben nicht nach Mangers Meinung(S. 162. ſeiner oͤkonomiſchen Bauwiſſenſchaft,) ihres ſchlechten Anſehens wegen, zu verban⸗ nen ſeyn; da gegentheils die Geſtalt derſelben nicht unangenehm iſt, ſondern vielmehr dadurch die hohen Dachflaͤchen der geraden Daͤcher, gebrochen werden. Um alles vorhergehende zu wiederholen, iſt in der 67 Figur ein Man⸗ ſardedach mit ganzen und halben Walm, ingleichen mit einer Ecke, zu einem Gebaͤude von 45 Fuß Tiefe, und zwar in A ein Binder, B ein Leergeſpaͤrre, und in C die Zulage dazu, vorgeſtellet. E Fig 67 iſt das Gradgebind, worin die Zapfenloͤcher, der darin treffenden Kehlbalken und Spannriegel nebſt den mittlern Traͤger, der wie ſchon vorhergedacht, nach Masgabe des Binders Fig. J Von den ſogenannten Pultdaͤchern. 66 Zweiter Abſchnitt. 67 A, auf der Zulage konſtruiret werden muß, vorgeſtellt. In Fig. D ſiehet man, wie die Hoͤlzer in der Zulage uͤbereinander liegen. Es iſt nemlich a die Mauerlatte, b die Balken, o die liegende Stuhlſchwellen, d die Spannriegel (welche aber in Fig. D nicht angedeutet worden, da ſelbige, wie bereits erinnert worden, einzeln auf den Leergeſpaͤrren verbunden werden) e iſt der liegende Stuhlraͤhmen, f die Manſarde⸗ Kehlbalken, g das ſtehende Stuhlrahm, h die obern Kehlbalken. Die Balkenlage, Fig. 13 B iſt der Deutlichkeit wegen hier abermals beibehalten, und darauf die ganze Zulage gezeichnet worden, ſo daß nach dem was bei den vorigen Zulagen erinnert worden, hier nichts weiter zu bemerken iſt. §. 30. Die ſogenannten Pultdaͤcher die nur auf einer Seite eine abhaͤngige Dachflaͤche, auf der andern aber eine hohe gerade aufgehende Wand haben, und die alſo eigentlich halbe Daͤcher ſind, kommen mehr in den Staͤdten als auf dem Lande vor. Sie beſtehen ſowohl aus geraden als aus Manſarde⸗ daͤchern(Fig. 69 und 70); in beiden Faͤllen kann in der Verbindung, nicht dieje⸗ nige vollkommene Feſtigkeit hervorgebracht werden, welche andere Daͤcher haben, denn der Druck gehet von einer Seite gegen eine vertikalſtehende Wand, wel⸗ che gar bald aus dem lothrechten Stand geſetzt werden kann, wenn man ſolches nicht hauptſaͤchlich durch Streben, welche nach Fig. 69 A, od beinahe oder beſſer nach Fig. 68, ab voͤllig rechtwinklicht unter die Sparren zu ſtellen, zu verhuͤten ſuchet. Oben bei den Sparren dieſer Daͤcher iſt die Vorſicht zu gebrauchen, nach Fig. 71 ſowohl die Sparren als das Rahnſtuͤck, ſo weit von der aͤußern Flaͤche der hohen Wand zuruͤckſtehen zu laſſen, daß beides mit einem mit der Wandflaͤche buͤndigen Brette verſchlagen werden kann, um das Eindringen der Naͤſſe zwiſchen den Sparren und dem Rahnſtuͤck zu verhuͤten. Bei Pultdaͤchern von geringer Tiefe, und wo die Hoͤhe der hohen Wand ek Fig. 68 nicht uͤber 11 bis 12 Fuß iſt, koͤnnen die Sparren bloß mit einem Bocke ab, worauf ein Raͤhm ö liegt, unterſtuͤtzet werden. Wenn aber die hohe Wand gk, Fig. 69 A nicht fuͤglich mehr in einem Stiele her⸗ aufgehen kann, ſondern in zwei Etagen gh, ik, abgetheilet, und ein Kehlbal⸗ ken l durchgeleget wird, ſo muß der Bockſtuhl od mit dem Rahme d in den Kehibalken eingekaͤmmt ſeyn; beſſer iſt es jedoch, wenn man irgend umhin kann, ehet die egel nert ende die hjer 1d ter u lgige ben, als ſaarde⸗ dieje⸗ aben, wel⸗ alches oder , jl cen, ßern der der hohen Aoß Wenn her⸗ bbal⸗ den ann, Von den Daͤchern. den Kehlbalken nicht anzubringen Bei Manſarde⸗Pultdaͤchern, Fig 70 A iſt aber der Kehlbalken in jedem Falle noͤthig. Die Faͤcher der hohen Hinterwaͤnde dieſer Daͤcher werden entweder nur mit einem halben Stein ausgemauert, oder es wird, und beſonders wenn maſ⸗ ſive Unterwaͤnde vorhanden ſind, ein halber Stein im Holze und ein halber Stein vor dem Holze vorgemauert, damit von außen kein Holz ſichtbar und die hohe Wand zugleich feuerſicher ſey. §. 31. Die Entwuͤrfe zu den Zulagen auf ſchiefwinklichten Gebaͤuden, ſind mancherlei Schwierigkeiten unterworfen, welche noch dadurch vervielfaͤltiget wer⸗ den, wenn liegende Dachſtuͤhle angebracht werden ſollen, indem der Verband derſelben ſchon an ſich zuſammengeſetzter iſt, als der der ſtehenden Dachſtuͤhle. Noch ſchwerer iſt es Manſardedaͤcher auf ſchiefwinklichten Gebaͤuden zu ent⸗ werfen. In NRuͤckſicht auf die Grundlage des Gebaͤudes, kommt es zuooͤrderſt darauf an, ob ſie bloß auf die Giebelſeiten ſchiefwinklicht, dabei aber von glei⸗ cher Tiefe iſt, wie Fig. 15 4A, B, C. In dieſem Falle wird derjenige, welcher ſich alles vorhergegangene gehoͤrig bekannt gemacht hat, ſich leicht von ſelbſt helfen koͤnnen; allein, wenn ein Gebaͤude bei ſchiefen Lagen der Giebel auch noch von ungleicher Tiefe iſt, ſo entſtehen dabei mancherlei Umſtaͤnde, welche hier an ei⸗ nem Beiſpiele moͤglichſt deutlich gezeigt werden ſollen. In Fig. 15 D iſt demnach eine ſolche Zulage mit zwey Walmen vor⸗ geſtellet, wobei der eine Giebel auch noch gebrochen iſt, oder einen ſtumpfen Winkel bildet. Bei Erklaͤrung der Balkenlage Fig. 15 D ſind einige Beſtimmungen wegen der Lage der Gradſtichbalken angegeben, und dabei angenommen worden, daß beide Walme eben denſelben Abfall wie die Hauptſeite des Daches haben, der Forſt aber mit der Vorderfronte parallel laufen ſollte. Dieſe Bedingungen laſſen ſich zwar auch bei der hier angenommenen Figur in Erfuͤllung bringen, jedoch mit mehreren Schwierigkeiten. Es ſey nemlich in Fig. 72 A der Forſt k. mit der Fronte ed parallel, und der Anfall der Walme ik und el gleich ok oder pl, imgleichen der Verband zum Dache mit liegendem Stuhl einzurichten, ſo werden zuvoͤrderſt auf ſammtlichen Balken diejenigen Punkte bemerkt, wo das aͤußerſte Ende der Zapfenloͤcher zu den Sparren hintrifft, und darnach das Dachprofil von der Vorderſeite des Daches ed in Fig. 72 B, qko aufgetragen. A⸗ ₰ 2 67 Von Zulagen bei ſchief⸗ winklichten Gebaͤuden. 68 Zweiter Abſchnitt. Wenn in der Zulage die Dachraͤhme von r bis s, von s bis t, auch von r bis v aufgetragen worden, auch um die Lage der Raͤhme von v bis u zu fin⸗ den, die Sparrenlaͤnge z. B. gw und lw im Profil B aus k in w und w getragen und daraus wiederum die Lage der Naͤhme auf die Zulage gezeichnet iſt, ſo wird ſich zeigen, daß das Rahm uy bei v weit uͤber das Rahm rv auf der Grundlinie des Grades ak hinwegreicht, welches auf keine Weiſe ſtatt fin⸗ den kann. Ein anderer Verſuch um die Lage der Naͤhme zu finden, iſt der, daß man die Linie gh, in Fig. B durchzieht, und wenn zuvor die Grundlinie der Gradſparren aus k in b, a und e getragen, und bis zum Forſt heraufgezogen worden, auch die Oberkanten der Gradſparren h, i und k von der Linie gh abſticht und in die Zulage auf die Grundlinie der Gradſparren traͤgt, um, wenn dieſe Punkte mit Linien zuſammengezogen werden, die Lage der Raͤhme zu ſinden. Wenn man hiernaͤchſt auch einen von den Sparren auf der Fronte ab, z. B. den auf den Balken gw ſtehenden, im Profile B auf⸗ traͤgt, und ebenfalls ſeine Oberkante d in die Zulage zwiſchen gw abſticht, ſo findet ſich abermals, daß auch hier eine ſehr große Differenz obwaltet, und daß mithin dieſe Verfahrungsart ebenfalls unrichtig iſt; denn nach der Bedingung der Aufgabe ſoll erſtlich der Forſt regelmaͤßig mit der Fronte parallel laufen, zweitens der Abfall der Walme dem der Hauptfronte gleich ſeyn; drittens, ſol⸗ len die Raͤhme im Dache ſich auf der Grundlinie der Gradſparren, oder auf den Gradſtuhlſaͤulen in der Giehrung ſchneiden, und viertens die liegende Stuhl⸗ raͤhme uͤberall dicht gegen die Sparren liegen. Alles dieſes iſt aber im gegen⸗ waͤrtigen Falle nicht moͤglich, ſondern es kann nur folgenden von obigen Be⸗ dingungen genuͤget werden. Soll nemlich der Forſt mit der Hauptfronte pa⸗ rallel laufen, und der Abfall der Walme dem der Hauptfronte gleich ſeyn, ſo iſt es nicht moͤglich in der Fronte ab und in den beiden Graden, die Stuhl⸗ ſaͤulen mit dem Rahm dicht an die Sparren zu legen, welches eigentlich aber auch wohl kein Fehler ſeyn wuͤrde, weil die Feſtigkeit dabei nichts verliert, das Anſehen von außen aber dadurch gewinnt. Sollen ferner die Stuhlſaͤulen uͤber⸗ all dicht an die Sparren liegen und die Raͤhme ſich genau auf den Grundli⸗ nien der Grade ſchneiden, ſo muͤſſen die Grundlinien der Grade ſo liegen, daß ſie an beiden Fronten neben ſich gleiche Winkel haben, z. B. daß in Fig A. an der Gradlinie a, der Winkel x dem Winkel y gleich ſey. Da wo ſich dann die Grundlinien der Grade ſchneiden, ſind die Anfallspunkte der Walme. Hier wuͤrde aber der Forſt ebenfalls ſchraͤg uͤber die Zulage gehen, und folglich von r u fin⸗ nd w ichner v auf dtt fin⸗ r, daß inie de gezogen nie gh t, um, ge der en auf Zauf⸗ t, ſo und nzung aufen, , ſel r auf Stuhl⸗ egeu⸗ Be⸗ ſig 4A. dann Hier lglich 9 Von den Daͤchern. 69 ſaͤmmtliche Dachflaͤchen windſchief ausfallen, welches aber nicht gut geheißen werden koͤnnte, obgleich der innere Dachverband dadurch regulaͤrer ſeyn wuͤrde. Man laſſe alſo den Forſt mit der Hauptfronte parallel gehen, gebe aber den Walmen einen anderen Abfall als den der Hauptdachflaͤchen, jedoch muß dieſer Abfall bei beiden Walmen gleich ſeyn. Hierzu muß nun auf folgende Art ein Mittelweg geſucht werden. Wenn nemlich von der Hauptdachſeite das Profil qko, Fig. B ausgezeichnet iſt, ſo wird die Linie gw, 1w, in Fig. B aus k in w und w abgeſteckt, die Gebinde darnach aufgezeichnet, um das Rahm in die Zulage zwiſchen gw und 1w aufzutragen, und von v bis u, ſo wie das Rahm in der Hauptfronte von r bis s ausgezogen. Nun wird auf der Grundlinie des Forſtes gf ein Punkt, nach welchem die Grundlinien laufen, geſucht, ſo daß, wenn das Rahm ry, welches mit der Fronte ea parallel laͤuft, ausgezogen wird, die Raͤhme ſich moͤglichſt nahe auf die Grundlinien der Grade ſchneiden. Ganz genau wird man ſolches in dieſem Falle nicht dahin bringen, ohne den Walm zu ſteil zu machen, oder das Rahm vu um etwas von den Sparren abzulegen; allein es kann nicht anders ſeyn, weil bei einer genauen Ausfuͤhrung der Arbeit, die Dachſeite des Gradſparrens ag eigentlich keine ge⸗ rade Linie, ſondern wegen der windſchiefen Dachflaͤche agkb eine krumme Linie machen wuͤrde. Gemeiniglich wird aber der Gradſparren gerade gemacht*), wo es denn, wie geſagt, unvermeidlich iſt, daß die Raͤhme ſich nicht um etwas neben der Gradlinie, zuſammenſchneiden ſollten, wenn das Rahmſtuͤck vu nicht von den Sparren abgeruͤckt werden ſoll. Es iſt dieß auch um ſo weniger ta⸗ delhaft, da die Raͤhme doch auf die Gradſtuhlſaͤulen hinlaͤnglich zuſammenge⸗ ſchnitten werden koͤnnen, wie aus der Figur deutlich zu erſehen iſt, wo um die⸗ ſes ſichtbar zu machen, die Kehlbalken daſelbſt weggelaſſen worden. *) Wenn die Kruͤmmung des Gradſparrens nicht beobachtet oder ausgetragen, ſondern ein gerader Gradſparren gemacht wird, ſo kann die Schiftung der Schiftſparren nicht auf das Leergeſpaͤrr, ſondern auf den Gradſparrn geſchehen. Wenn auf dieſe Art der Anfallspunkt g des Walmen aeg gefunden worden, ſo wird die Entfernung ig auf der andern Seite aus c in getragen, und die Lage der Raͤhme ſowohl nach dem Gebinde fh als ok in dem Profile B geſucht, wo ſich denn zeigt, daß es bei dieſem obgleich gebrochenen Walme den⸗ noch weit weniger Schwierigkeit macht, den Giehrungsſchnitt der Raͤhme auf die Grundlinie der Grade zu bringen, als an dem erſten Walmen ag. Nun iſt aber anzumerken, daß die Sparren in der Fronte ab auf ihrer Dachſeite unterhalb ſchmiegigt ſind, bis in den Forſt aber ohne Schmiege auslau⸗ Von den Daͤ⸗ chern uͤber Ri⸗ Hintergebaͤu⸗ den, welche in die Dachflaͤ⸗ Hauptgebaͤu⸗ des auslau⸗ fen. 70 Zweiter Abſchnitt. fen, wogegen ſie an der innern Seite winkelrecht gegen die Balken, oder pa⸗ rallel mit dem Forſte bearbeitet werden muͤſſen, weil es ſonſt noch mehrere Ar⸗ beit verurſachen wuͤrde, und ſowohl die Kehlbalken nach der Schmiege ver⸗ ſchnitten, als auch die liegende Stuhlſaͤulen ſchmiegigt beſchlagen ſeyn muͤßten. Dieß verurſacht aber, daß der liegende Stuhlraͤhm dennoch nicht ganz an die Sparren, ſondern nur allemal gegen eine Ecke derſelben anliegen kann. Man ſiehet aus dieſer nur kurz gefaßten Erklaͤrung, daß es eine ſehr muͤhſame Arbeit iſt, einen ſolchen Dachverband gehoͤrig auszufuͤhren, indem ſo⸗ wohl wegen der ſchmiegigten Lage der Sparren und der Kreutzbaͤnder, als auch weil jedes Gebind eine andere Tiefe hat, ein jedes beſonders zugerichtet und verbunden werden muß, wenn nicht beim Aufrichten noch nachgeholfen werden ſoll, welches aber geſchickte Zimmerleute auch in den ſchwierigſten Faͤllen zu ver⸗ huͤten ſuchen. Soll ein dergleichen ſchiefwinklichtes Gebaͤude mit einem Manſardeda⸗ che verſehen werden, ſo wird das untere Dach durchaus mit den Fronten pa⸗ rallel gemacht, wodurch die vorgedachte Schwierigkeiten ſich nur allein bei dem obern Dache ereignen, und zwar nur zum Theil, indem in dem obern Theil der Manſardedaͤcher, gemeiniglich nur ein ſtehender Dachſtuhl angebracht wird, wo⸗ bei das Rahmſtuͤck nach Erforderniß und ohne den geringſten Uebelſtand oder Nachtheil in Abſicht der Feſtigkeit, von den Sparren abgeſetzt, und auf die Grundlinie der Grade, auf die Giehrung verſchnitten werden kann, auch eigent⸗ lich nicht nahe an den Sparren zu liegen braucht. H. 32. Hiebei koͤnnen dreierlei Faͤlle vorkommen: Es kann nemlich das mit ſalite oder auf ſeiner breiten Seite in die lange Seite eines andern Daches, auslaufende Dach, entweder mit letzterem gleich hoch, oder niedriger, oder aber hoͤher als erſteres ſeyn. Der erſte Fall iſt in Abſicht der Verbindung der leichteſte, und man ren Hauſes 21 31 chen des ſucht daher gerne, wenn die Dachflaͤche eines mit dem Hauptdache des vorde⸗ i vereinigenden Hintergebaͤudes dadurch nicht zu ſteil oder zu flach wird, beiden gleiche Hoͤhe zu geben. Mehrentheils iſt es aber der Fall, daß die Hintergebaͤude ſchmaͤler ſind als die Vordergebaͤude, und daß alſo de⸗ ren Daͤcher niedriger ſind, als die der letztern; beſonders tritt ſolches ein, weun die Riſalite oder Vorſpruͤnge mit ſogenannten Frontons oder Giebelfeldern ver⸗ zieret werden, welche nach den aͤſthetiſchen Regeln der Baukunſt nur ſehr flach ſeyn ſollen, d. i., ſie ſollen nicht uͤber x ihrer Breite zur Hoͤhe haben. er pa⸗ e Ar⸗ e ver⸗ ißten. an die ie ſehr den ſo⸗ ls auch et und werden zu ver⸗ rdeda⸗ pa⸗ dem lder wo⸗ oder f die igent⸗ mit dach, teres man vorde⸗ er zu Fal, de⸗ wenn ver⸗ Von den Daͤchern. 71 Da nun dieſe Daͤcher und die Hohlkehlen, welche ſie verurſachen, bei ihrer fla⸗ chen Lage mit Dachziegeln nur ſchwerlich dichte einzudecken ſind, wenn gleich in den Hohlkehlen Blech zu Huͤlfe genommen wird, ſo thut man am beſten, bei gewoͤhnlichen Gebaͤuden dergleichen flache Frontons gaͤnzlich zu vermeiden. Bei Prachtgebaͤuden, wo die Baufonds es erlauben, ſich zu ihrer Eindeckung uͤber⸗ haupt des Blechs oder gar des Kupfers zu bedienen, iſt es ein anderes. Wenn alſo die zuſammenſtoßende Daͤcher gleich hoch ſind, ſo iſt dabei nichts beſonders zu bemerken, und dasjenige, was bereits wegen der Daͤcher mit Wiederkehren vorgekommen, hinreichend um ſich auch hierein zu finden. Dieſe Daͤcher werden nemlich nach Fig. 73 A zugelegt; ac und bo ſind die Kehlſparren, auf welchen die Schiftſparren Fg und hi des Hauptda⸗ ches und auch die des Nebendaches uͤber kl, de, ſich aufſchiften. Man wird leicht bemerken, daß die Kehlſparren dadurch ſehr belaſtet werden, und daß ſie daher gehoͤrig ſtark, auch wohl uͤberdem noch aus bereits angefuͤhrten Gruͤnden, mit rechtwinklicht darunter angebrachten Stuͤtzen, unterſtuͤtzt werden muͤſſen, wobei dahin zu ſehen, daß auch dieſe Stuͤtzen auf einen feſten Punkt des Dachbodens zu ſtehen kommen, d. i. auf eine Scheidewand, oder auf einem Balken jedoch nicht weit von deſſen Auflager auf einer Wand. Iſt aber das anſtoßende Dach niedriger als das Hauptdach, wie ſol⸗ ches vorgedachtermaßen bei uͤberbaueten Riſalits und Frontons der Fall iſt, ſo wuͤrde es keinen ſichern und feſten Verband geben, wenn man auf die Kehl⸗ ſparren ab und ob Fig. 73 B welche auf der Dachflaͤche des laͤngſtlaufenden Da⸗ ches in dem Punkt b zuſammentreffen, die Sparren beider Daͤcher auf die Kehl⸗ ſparren ſtellen wollte. Man laͤßt daher die Sparren des Hauptdaches an bei⸗ den Seiten bis auf die Balken herunter gehen, kaͤmmt die Kehlſparren auf dieſe Sparren auf, und ſetzt ſodann die Schiftſparren des anſtoßenden Daches auf dieſe Kehlſparren, wodurch der Verband des Hauptdaches nicht geſchwaͤcht, ſondern gut und dauerhaft bewerkſtelliget wird. Vorgedachter Verband wird auch beſonders da nothwendig, wo ein Seitengebaͤude, welches eine hohe Wand hat,(wie in Fig. 15 A erwaͤhnet worden) gegen die Dachflaͤche des Vorderhauſes anſtoͤßt. Hier muß beſonders dahin geſehen werden, daß der Kehlſparren keinen Schub verurſache, wodurch die hohe Wand ſehr leiden koͤnnte, weshalb der Kehlſparren nach Fig. B uͤber die Hauptſparren gekaͤmmt, und die Schiftſparren des Seitengebaͤudes darauf geſetzt werden. 72 Zweiter Abſchnitt. Wenn die Riſalite nur wenig, das iſt, etwa einen Fuß breit vor den Hauptmauern vorſpringen, und man aus vorgedachten Urſachen die Frontons weglaͤßt, ſo bleibt die Hauptdachflaͤche ganz ununterbrochen, und dieſer Vorbau kann ſo dann mit kleinen Knaggen a Fig. 73 C bedeckt, und allenfalls die untern Schichten, anſtatt mit Dachſteinen, mit Blech ganz flach abgedeckt werden, wo⸗ durch das Waſſer, welches ſonſt daſelbſt eine kleine Bucht in der Dachflaͤche finden wuͤrde, beſſer ablaufen kann. Springen die Riſalite aber mehr vor, nemlich 3 bis 4 Fuß, ſo koͤnnen ſie mit etwas laͤngern Knaggen b Fig. 73 D uͤberbauet werden. Es entſtehen zwar dadurch kleine Seitenwaͤnde oder Wan⸗ gen o, wie an den Dachfenſtern, welche aber fuͤr das Auge nicht auffallend ſind. Waͤre aber ein Vorbau von ſchon 6, 8 bis 10 und mehrere Fuß noth⸗ wendig, ſo wuͤrden die Sparren in vorgedachter Art theils zu flach liegen, auch die Wangen zu groß und unanſehnlich werden, daher es in dieſem Fall am beſten iſt, nach Fig. 73 E den Vorbau mit einem eigenen Dache zu verſehen, und ſolches mit dem Hauptdache zu verbinden. Iſt vorerwaͤhntermaßen im dritten Fall das anlaufende Dach hoͤher als das Hauptdach, ſo ſiehet man leicht ein, daß es einen großen Uebelſtand ver⸗ urſachen wuͤrde, wenn das hoͤhere Dach mit einer Spitze uͤber das andere her⸗ vorragte, weshalb man lieber daſelbſt einen kleinen Walm anbringt, der nicht ſo unangenehm in die Augen faͤllt. Die Kehlſparren, auf welchen ſaͤmmtliche Schiftſparren beider Daͤcher ru⸗ hen, und die hier beſonders ziemlich lang ſind, muͤſſen deſto ſtaͤrker und gehoͤrig unterſtuͤtzt ſeyn, und gehen in die Richtungen ac und be bis an den Forſt kg herauf. Dieſe Richtung im Grundriſſe gelegt, giebt zugleich die Lage der Kehl⸗ ſtichbalken und Kehlbalken an. Wenn nemlich in Fig. F das Peofil des laͤngſtlau⸗ fenden niedrigen Daches in klm aufgetragen worden, ſo wird die lothrechte Hoͤhe des hoͤhern anſtoßenden Daches aus n in ꝗ abgeſteckt, die Linie p bis o ſo wohl als die Linie 1 k verlaͤngert, und aus dem Punkt o, wo ſich beide Linien durchſchneiden, eine lothrechte Linie o o heruntergezogen, dieſe giebt den Punkt o auf die Zulage G, wohin die Kehlſtichbalken gerichtet werden muͤſſen; wird mk bis r verlaͤngert, ſo zeigt or um wie viel der Anfallspunkt des kleinen Walms auf der Zulage von o zuruͤckſpringt. Es Anm. Weil der uͤber den Forſt heraufgehende kleine Walm dennoch im Anſehen einen Miß⸗ ſtand verurſachen wuͤrde, ſo ſucht man wie vorhin erwaͤhnt, lieber das anſtoßende Dach um etwas flaͤcher zu machen, ſo daß beide Forſte zuſammentreffen. Es kann indeſſen r den ontons orbau untern en, wo⸗ tlläche dor, . 3 D r Wa⸗ fffallend ß noth⸗ n, auch all am t, und er als d ver⸗ te her⸗ nicht her ru⸗ gehorig iſt fg Kehl⸗ gſtlau⸗ Hoͤhe o ſo Linien Punkt ; vid lunen Es n Miß⸗ Dach indeſſen Von den Daͤchern. 73 doch Faͤlle geben, wo dieß nicht angehet, und dann iſt beſonders auf eine gute Verbin⸗ dung zu ſehen, welche mit darin beſtehet, daß in dem Forſte von d bis e ein eingezoge⸗ ner ſtarker Riegel eingelegt, und die Vorderſparren darauf aufgekaͤmmt werden, uͤbrigens aber bis an die beiden kleinen Gradſparren des kleinen Walms heraufgehen, auch noͤthigen⸗ falls mit Stuͤtzen, welche auf die Kehlbalken in einer Schwelle ſtehen, verſehen werden. Ferner muͤſſen ſaͤmtliche Schiftſparren des anſtoßenden Daches mit Windlatten oder Windriſpen an die ganzen Gebinde rstx wider den gegen den kleinen Walm etwa treffenden Stoß der Stuͤrme geſichert werden. Aus allem dieſem wird man ſehr leicht ein⸗ ſehen, daß es am beſten iſt, dergleichen Ueberragen eines Daches uͤber das andere auf alle Art moͤglichſt zu vermeiden Es wird vielleicht nicht undienlich ſeyn noch den Fall zu erwaͤhnen, wenn bey einem Eckhauſe ein Seitengebaͤude mit dem Vorderhauſe zuſammenſto⸗ ßen ſollte, welches ſchmaͤler als letzteres waͤre, z. B. das Vorderhaus haͤtte eine Tiefe von 36— 40, der Seitenfluͤgel waͤre aber nur von 30 Fuß breit. Es wuͤrde alsdenn rathſam ſeyn, nach Fig 74 die innere oder die Hofſeite ab des Ne⸗ bengebaͤudes bis an den Kehlbalken zu erhoͤhen, und eine kleine Dachflaͤche dar⸗ auf anzubringen. Bey einem Manſardedache wuͤrde in eben der Art, der untere Theil des Daches bey dem Seitengebaͤude wegfallen. Hat aber das Sei⸗ tengebaͤude gerade die halbe Tiefe des Vorderhauſes, dann iſt kein anderes Mit⸗ tel uͤbrig, als letzterem auf dem Hofe eine hohe Wand zu geben, oder ein ſoge⸗ nanntes Pultdach auf das Seitengebaͤnde zu ſetzen. §. 33 Die Daͤcher auf den Gebaͤuden ſind allerdings als eine unumgaͤngliche Von Ueber⸗ Nochwendigkeit zu betrachten; allein wegen des beſſeren Anſehens, welches die Gebaͤude dadurch gewinnen wuͤrden, wuͤnſcht man, wenigſtens die hohe Form der Daͤcher zu verbannen. Allzuflache Daͤcher ſtehen aber mit dem nothwendi⸗ gen Verlangen, unter einem Dache trocken zu wohnen, und zugleich die Erhal⸗ tung des Gebaͤudes dadurch zu bewuͤrken, mit unſerm Klima und mit den Bede⸗ ckungsmaterialien deren wir uns mehrentheils bedienen muͤſſen, im Widerſpruch, denn der Koſtbarkeit wegen, kann nur in ſehr ſeltnen Faͤllen Kupfer oder auch ſelbſt Blech welches beides ſich zur Bedeckung der flachen Daͤcher ſchickt, ange⸗ wandt werden. Um alſo unſere Ziegeldaͤcher, welche bey der S. 57(unter der Bedingung einer aͤußerſt ſorgfaͤltigen Eindeckung) angegebenen mindeſten Hoͤhe derſelben, doch noch ſehr hervorragen, einigermaßen zu verſtecken, erhoͤhete man die Fronten⸗ mauern noch um ein gutes Theil uͤber die Balken. Man brachte dabei entwe⸗ der das Geſims oben auf die Erhoͤhung an und verzierte den Raum zwiſchen Len Anle⸗ ung der Gie⸗ denan en bey nicht ſehr breiten Ge⸗ baͤuden. 74 Zweiter Abſchnit dieſen Geſimſe und den Fenſtern, oder man legte das Hauptgeſims wie ge⸗ woͤhnlich uͤber die Fenſter, und ließ den uͤbrigen Theil der er bohe eten Mauer als eine Attike*) uͤber das Hauptgeſims heraufgehen. Waſſer hatte denn allerdings keinen andern Abfall, als in die hinter der Attike eugebes achte Rinne d, Fig. 75 A welche aber bey ſtarken Regenguͤſſen uͤberlief und wovon man ſich die ſchaͤdlichen Folgen leicht denken kann, keſonders in Detreſ des Abfaulens der Balkenkoͤpfe; man ſahe ſich alſo genoͤthiget die Attiken zu uͤberbauen, welches je nachdem die Attike hoch war, andere Veranſtaltung er ef rderte. 9* — Anm.“) Viele ſprechen und ſchreiben faͤlſchlich, eine Antiqu War die Attike nur Hicheg n das Hauptdach noch ſteil genug, Fig. 75 A ſo war 8 binlaͤnglich, auf die Sparren Stuͤtzen e, und darauf dir Knaggen h zu ſetzen. Hatte aber die Attike ſe h n eine Hoͤhe von 4 Fuß, ſo mußten Stiehle k, Fig. 75 nanhe ein Rahm gezapft wurde, hinter die Attike geſetzt twerden, weil das Dach alsdenn ſchon zu flach wurde, um von den Stuͤtzen oder Trempeln g, allein getragen zu werden. Wenn man denn alſo doch einmahl eine Attike haben will, ſo iſt dies das beſte Mittel, nemlich das Dach d daruͤber weggehen zu laſſen. Mit den dahinter zu legenden Rinnen iſt bei der groͤßten Vorſicht zu viel Gefahr verknuͤpft. Allenfalls kann man auch anſtatt der Attike ein niedriges Stockwerk oder eine halbe Etage anbringen, ſo daß nach Fig. 74 unter den Kehlbalken noch Dachſtuben ſtatt finden. In dieſem Dachverbande ſtehen die vorderen Sparren auf den Kehlbal⸗ ken, die Hinterſparren aber unten auf den Balken, demohngeachtet darf eine Dachflaͤche nicht ſteiler als die andere, vielmehr muß der Winkel x dem Winkel y gleich ſeyn; hiebey muß aber der Forſt mehr nach vorne verlegt werden, wodurch der Druck und Wiederſtand ungleich wird, weshalb es ſehr nothwendig iſt, in den Dachſtubenwaͤnden, Bänder v anzubringen, welche den Schub entgegenſtre⸗ ben. Die Knaggen w koͤnnen uͤber den Kehlbalken aufgeklauet werden. Anm. Hiebey kann der einfache Dachſtuhl, wenn das Gebaͤnde nicht ſehr tief iſt uͤberall angebracht werden, weil die Hinterſparren ſchon aufgerichtet ſeyn koͤnnen, wenn der Dachſtuhl und Kehlbalken p aufgerichtet werden ſoll. §. 34. Bei dem Entwurf eines Dachverbandes muß hauptſachlich h darauf ge⸗ ſehen werden daß die Kehlbalken nicht zu niedrig liegen, um vengſerns noch darunter weggehen zu konnem Fuͤr Giebelſtuben wuͤrde dieſe Hoͤhe aber oft noch zu geringe ſeyn, und es koͤnnen alſo nach Fig. 76 die Kehlbalken, ſo weit die a der 4 delches ig. aggen ehle 5 weil peln ttike hen ſicht Von den Daͤchern. 75 Giebelſtuben gehen um etwas hoͤher gelegt werden, demohngeachtet aber das Rahm a worauf die uͤbrigen Kehlbalken liegen in eins durchgehen, ſo daß in den Dachſtuben ein beſonderer Rahm e liegt, welcher mit kleinen Stiehlen, die auf das Rahmſtuͤck a ſtehen unterſtuͤtzt iſt. Da aber ſodann der untere Theil der Sparren zu lang ohne Unterſtuͤtzung ſeyn wuͤrde, ſo muß unter jedem Spar⸗ ren eine Stuͤtze b geſtellet werden, welche Stuͤtzen auch dazu dienen um eine mit Brettern bekleidete Wand und Decke anzubringen, wodurch man noch Neben⸗ kabinette oder Alkoven bei den Dachſtuben erhaͤlt, welche entweder durch kleine Fenſter d oder aus der Stube beleuchtet werden. Ein halbrundes Fenſter e macht bey dergleichen Dachſtuben, ſowohl von außen als innen eine Zierde, auch geben dergleichen Fenſter uͤberhaupt vieles Licht §. 35. Die ſimpelſten und bisher gewoͤhnlichſten Dachfenſter bei oͤkonomiſe chen Von den Gebaͤuden, beſonders bei denjenigen die mit Stroh oder Rohr gedeckt ſind, be⸗ ſtehen aus einer nreſänen a, welche auf die Sparren nach Fig. 77 A auf⸗ Vorderſt von gekaͤmmet und mit ſtarken eiſernen Naͤgeln befeſtiget iſt; auf dieſer Schwelle de ſtehen zwei Stiele b. welche ſo wie die Schwelle und das darauf liegende 0U Rahm⸗ oder Kopfſtuͤck e einen Falz Erhaltar, worin die vor dem Dachf feuſter den. befindliche Luke einſchlaͤgt. Wenn die Lukenoͤfnung groß iſt, beſindet ſich darin auch wohl noch ein ebenfalls gefalzter Mittelſtiel, ſo daß die Oefnung durch zwei Lukenladen verſchloſſen wird. Zuweilen iſt aber auch ein beſondres Fen⸗ ſterfutter mit einem Mfaſten in der Mitte eingeſetzt, da ſich denn die Falze in dieſen Zargen und an den Mittelpfoſten befinden. An dem vorgedachten Kopf⸗ ſtuͤcke und den Dachſparren, beſſer aber nach Fig. 77 B unter den Kopfſtuͤcken und an den Hauptſparren, iſt der Riegel d befeſtigt, und endlich ſind die Dach⸗ fenſterſparren auf das Rahmſtuͤck entweder nach Fig. 77 C aufgeklauet oder ſie reichen daruͤber hinweg Fig. 77 B und ſind mit eiſernen Naͤgeln befeſtigt. Bei großen Heuluken Fig. 78 A ſtehen die Stiele auf die Balken, oder wenn die Heuluke nicht gerade zwiſchen zwey Balken zutrift, ſo wird nach Fig. 78 B eine flache Schwelle, und an den Seiten noch wohl einige Riegel angebracht, damit die ausgemauerten Seitenfläͤchen nicht zu groß werden. Weil aber auch die langen Stiele durch die auf das Rahmſtuͤck anzuklauende Sparren leicht heruͤber geſchoben werden koͤnnen, ſo iſt es noch beſſer anſtatt des obern Rie⸗ gels, Balken anzufertigen Fig. 78 B, welche auf das Kopfſtuͤck aufgekaͤmmt ſind, worauf ſodann die Sparren zu ſtehen kommen. Dieſe Balken, oder auch K 2 76 Zweiter Abſchnitt. die Koͤpfe der uͤbergeklaueten Sparren, werden nun entweder mit einem Brette verſchlagen, oder mit einem ausgearbeiteten hoͤlzernen Geſimſe Fig. 78 C ver⸗ ſehen. Bei dieſen Dachfenſtern iſt ſehr wohl dahin zu ſehen, daß die Spar⸗ ren nicht zu kurz ausfallen, damit die darauf zu legende Daͤcher nicht zu we⸗ nig Abhang bekommen, vorzuͤglich aber, damit nicht da wo dieſe Daͤcher an das Hauptdach anlaufen ein ſtarker Winkel oder ein ſogenannter Waſſerſack entſtehen moͤge, weshalb es faſt am beſten iſt, die Sparren jederzeit bis an den Forſt des Daches herauf reichen zu laſſen. Anm. Die tuͤchtige Eindeckung dieſer Dachfenſter beſonders an den Wangen, koͤmmt bei dem Abſchnitt von Bedeckung der Daͤcher vor; hier iſt nur anzumerken, daß die Schwelle a Fig. 77 A um ſoviel vorſtehen muß, daß die unter ſelbiger befindliche Reihe Dachziegel ſammt den Latten unter dieſer Schwelle Platz finden. Um den Mißſtand zu vermeiden welchen die langen herauflaufenden Sparren verurſachen, werden die Dachfenſter auch wohl nach Fig. 79 mit klei⸗ nen Daͤchern abo zu deren Sparrwerk nur ſtarke Latten genommen werden, verſehen, welche zu beiden Seiten einen Abhang haben, jedoch bedient man ſich derſelben nur bei der Eindeckung mit Dachziegeln. Dieſe kleine Daͤcher ſind entweder ganz ſimpel Fig. 79 A, oder ſie werden nach Fig. 79 B vorne mit einem dreiſeitigen oder mit einem runden Frontongeſimſe Fig. 79 C verzieret; auch macht man bloß ein rundes Geſims, welches auf die Zapfen der Stiele befeſtiget iſt, Fig. 70 D indem dieſe bis in das Geſims hineinlangen. Da nun dieſe Stuͤcke als nemlich das Frontongeſims oder der Bogen, des guten An⸗ ſehns halber nur flach ſeyn koͤnnen, ſo wird auch das Dach auf ſolchen Dach⸗ fenſtern gemeiniglich nur ziemlich flach. Wollte man nun alles mit Blech bedecken, ſo koͤnnten dieſe Daͤcher ebenfalls rund gearbeitet werden; ohnedem muß man ſich aber begnuͤgen, das Dach hinter dem Geſimſe auf zwei Seiten abhaͤngig und nur das Geſims rund zu machen. Außerdem iſt aber dahin zu ſehen, daß die obern Theile der Ge⸗ ſimſe, ingleichen die der runden und ovalen Dachfenſter gehoͤrig mit Blech be⸗ ſchlagen werden, welches auch bei den Schwellen und an den Stielen derge⸗ ſtalt geſchehen muß, daß das Zapfenloch der Stiele voͤllig bedeckt werde; die ſo eben erwaͤhnte Dachfenſter mit kleinen zu beiden Seiten abfallenden Daͤchern verurſachen gemeiniglich da, wo ſie mit dem Hauptdache des Gebaͤudes zuſam⸗ menſtoßen, eine ſchaͤdliche Hohlkehle, in welcher eine blecherne Rinne von 18 Zoll breit erforderlich iſt, damit die Dachſteine welche auf ſelbige zu liegen kommen ſo weit uͤberlegt werden koͤnnen, als ſie offene Fugen haben. ꝙuͤS —.,*—»ͤ—.—— — — ☚☛— rette ver⸗ par⸗ we⸗ er an ſerack an dn nmt baͤ daß die Reihe enden klei⸗ den, ſich ſind mit eret; dtiele nun Dach⸗ ſcher das 2 4 Von den Daͤchern. 77 Anm. Was bei der Eindeckung der Ziegeldaͤcher gegen die Wangen oder Seiten dieſer Dachfenſter zu beobachten iſt, wird ebenfalls bei dem Abſchnitt von Eindeckung der Daͤ⸗ cher uͤberhaupt, vorkommen. Von den runden oder ovalen Dachfenſtern Fig. 80 oder ſogenannten ocils de boeuf(Ochſenaugen) gilt daſſelbe. Bei dieſen Dachfenſtern muͤſſen nemlich die Geſimſe oben, ingleichen die Vorderſchwellen und die Stiele an den untern Enden ebenfalls mit Blech abgedeckt, auch die Hohlkehlen, welche die kleinen Daͤcher da verurſachen, wo ſie an das Hauptdach anſtoßen mit 18 Zoll breiten Blechtafeln gut eingedeckt werden. Bei allen dieſen Arten von Dachfenſtern, iſt es in Abſicht der ausge⸗ mauerten Wangen ein uͤbler Umſtand, daß nemlich die Dachfenſter gerade uͤber die untern Fenſter zutreffen ſollen; es ſtehen aber die Hauptſparren ſelten ſo, daß die Wangen der Dachfenſter gerade auf dieſe Sparren aufgemauert werden koͤnnten; es muͤſſen alſo Nebenſparren aufgeſetzt werden. Angenommen z. B. daß in Fig. 81 A, a ein unteres Fenſter ſey, uͤber welchem der Symmetrie wegen gerade ein Dachfenſter befindlich ſeyn ſoll, ſo wuͤrden hier die Sei⸗ ten des Dachfenſters auf keine Sparren zutreffen, wohl aber beinahe in der Mitte des Dachfenſters ein Sparren b vorhanden ſeyn; dieſer in der Mitte befindliche Hauptſparren muͤßte alſo wie die Figur zeigt, in der Hoͤhe des Dach⸗ fenſters unten und oben abgeſchnitten und Riegel od, ef eingelegt, dazwiſchen aber die Nebenſparren ii eingeſetzt werden, auf welchen die Ausmaurung der Wan⸗ gen zu ſtehen kommt; ſie muͤſſen daher nicht zu ſchwach ſeyn oder noch wohl durch auf die Balken geſetzte Stuͤtzen, verſichert werden. Dieſe Stuͤtzen ſollten uͤberhaupt, auch ſelbſt da angebracht werden, wo die Seitenwaͤnde des Dach⸗ fenſters auf die Hauptſparren zutreffen, weil dieſe Sparren nicht allein außer der Bedeckung noch die Laſt des Dachfenſters zu tragen haben, ſondern auch von der durch die Kalkleiſten durchdringenden Feuchtigkeit weit eher anfaulen, und nicht ſelten einbrechen. Anm. Ich habe bei einem Bau gefunden, daß Bretterſtuͤcke dazu genommen waren, wes⸗ halb ſich die Mauerfache geſackt hatten und den Regen durchließen. Es iſt auch eine uͤble Gewohnheit und eine bloß vermeintliche Zierde, an den Dachfenſtern unterwaͤrts gegen die Seitenſtiele, aus Bohlenſtuͤcken aus⸗ gearbeitete Schnoͤrkel nach Fig. 80 B anzubringen; es entſtehen dadurch nur deſto mehr Waſſerloͤcher deren Eindeckung ſerſchweret wird; der gute Ge⸗ ſchmack wird auch dergleichen abgeſchmackte Zierrathen nicht billigen. Von den ſo⸗ genannten daͤchern. Fledermaͤuſe⸗ Zweiter Abſchnitt. §. 36. Um das bei aller Vorſicht an den Wangen und in den Hohlkehlen der Dachfenſter oͤfters entſtehende Durchdringen des Regen⸗ und Schneewaſſers zu verhuͤten, bedient man ſich ſeit einiger Zeit einer Art von Dachfenſter, Fig. 82, welche, einigermaßen in Bezug auf ihre Figur, Fledermaͤuſe genannt werden. Die Konſtruction dieſer Dachfenſter iſt folgende: Auf die Sparren s, s, wird eine Schwelle a, 6 bis 7 Zoll hoch und 9 bis 9 Zoll breit nach Fig. 82 B ausgearbeitet, eingekaͤmmt, und mit ſtarken eiſernen Naͤgeln befe⸗ ſtigt, da aber wo die Schwelle nicht auf die Balken eingekaͤmmt iſt, behaͤlt ſie unterhalb ihr volles Holz wie bei k zu ſehen. Hierauf werden die Stiele b mit ihren Falzen zum Einſetzen der Fenſterfluͤgel, und oben daruͤber das Rahm⸗ ſtuͤck oco Fig. A woran ein Geſims gearbeitet ſeyn kann in die Schwelle ge⸗ zapft und hiernaͤchſt in den Ecken ee entweder Fenſter eingeſetzt oder die Oef⸗ nungen mit Brettern verſchlagen. Solw,, wie es in dieſem Falle eigentlich ſeyn muß, an dem Rahmſtuͤck ooo das Geſims zugleich gearbeitet werden, ſo iſt dazu ſtarkes Holz nöthig, welches noch außerdem nicht in einem Stuͤcke ſeyn kann, ſondern aus 3 Stuͤ⸗ cken beſtehen und uͤber die Stiele bb geſtoßen werden muß. Zuweilen wird aber die ganze Vorderſeite eines Fledermausfenſters aus dreizoͤlligen Bohlen nach den Schnitten f und g Fig. 82 C zuſammengeſetzt und entweder ein Geſims h Fig. D daran genagelt, oder man laͤßt ſolches weg; in jedem Fall werden aber bie Sparren mit einer Klaue nach Fig. B und D auf das obere Stuͤck aufgeſetzt und mit ſtarken Naͤgeln befeſtiget. Es kann auch die Vorderſeite dieſer Dachfenſter aus einer uͤberecks durchſchnittenen Bohle Fig. 82 E gemacht, oben uͤber der Oefnung eine ſtarke Latte i befeſtigt und darauf die Sparren geſtellet werden, welches jedoch die ſchlechteſte und ſimpelſte Anfertigung dieſer Dachfenſter iſt, die nur bei ganz ſchlechten Landgebaͤuden ſtatt findet. — Vorzuͤglich iſt bei den Fledermaͤuſedachfenſtern dahin zu ſehen, daß nie⸗ mals uͤber die Mitte derſelben ein Sparren zu ſtehen komme, ſondern daß ſel⸗ bige wie in Fig. 932 C bei iii ꝛc. zu ſehen vom Mittel gleich weit entfernt bleiben, weil es ſonſt nicht moͤglich iſt, der Eindeckung oberhalb die gehoͤrige Abrundung zu geben. Da wo die Dachfenſterſparren gegen die Dachflaͤchen laufen, werden, wenn ſelbige nicht gerade auf Sparren des Hauptdachs treffen, Latten uͤber die hlen der ſſſers zu , Fig. genannt Sparren dreit nach geln befe⸗ behält Stiele b 1s Rahm⸗ welle ge⸗ die Oeſ⸗ mſcuͤck noͤthi ig, 3 Stü⸗ berecks ſtarke och die ei ganz daß nie⸗ daß ſel⸗ entfernt gehorige werden, über die Von den Daͤchern.. 79 Hauptſparren eingelaſſen und angenagelt, worauf alsdann die Sparren der Dach⸗ fenſter befeſtiget werden. Sollten indeſſen die Sparren bei ſehr großen Dach⸗ fenſtern zu ſchwer werden, ſo daß man vorgedachten Latten nicht mehr die Hal⸗ tung der Dachfenſterſparren anvertrauen kann, ſo ſind anſtatt der Latten Riegel m Fig. F 82 von Kreutzholz von einem Sparren zum andern ein⸗ zuziehen. Eine laͤnglicht runde und an keinem Orte ſteile Linie in dem obern Rahmſtuͤcke iſt in Anſehung der et Eindeckung dieſer Dachfenſter die Hauptſache, denn ſo gut und waſſerdicht ſie ſind, wenn ſie mit aller Weſccht angefertigt werden, eben ſo nacht teilg! koͤnnen ſie dagegen bei einer unrichtige Formn werden. Einige Ziimn merleute welche das Weſentliche dieſer flachen run⸗ den Linie nicht einſehen, glauben den Zweck dieſer Dachfenſter dadurch zu er⸗ reichen wenn ſie nur recht vieles Licht ſaſſen, und ſie geb en ihnen daher vonn bis o Fig. 82 G einen zu flachen und von o bis p einen zu ſteilen Bogen, ſie er⸗ halten dadurch allerdings mehr Licht, indem die Dachfenſter bei geringerer Laͤnge ſehr hoch werden koͤnnen, allein nun findet das Waſſer an den Seiten von o bis p mehr Gefaͤlle als es von bis o herunter haben kann, es folgt alſo ſtaͤrkern Abfall und laͤuft durch die Fugen der Dachſteine. Nach Erfahrungen iſt folgende Form Fig. 82 H fuͤr die Fledermaus⸗ fenſter als die beſte befunden worden. Erſtlich beſtimme man die Hoͤhe des Fenſters, welche ſich nach der mehr oder minder flachen Lage des Hauptdaches richtet, und aus einem Profile ſehr bald gefunden werden kann. Dieſe Hoͤhe ab nemlich von der Unterkante der Schwelle bis zur Oberkante des Rahm⸗ ſtuͤcks uͤber das Fenſter, cheile man in 5 gleiche Theile und ſetze aus a in o und aus a in d 14 ſolcher Theile, ziehe die Linie hd und theile ſolche in e in zwei gleiche Theile, errichte auf die Mitte zwiſchen b und e eine perpendi⸗ kulaͤre Linie fg und eben ſo zwiſchen ed die Linie bi; da wo nun die Linie fg die Linie b beruͤhrt, iſt der Mittelpunkt g, aus welchem der Bogen elbl beſch hrieben wird. Mi d drfat en Eroͤfnung des Zirkels ſuche man den Punkt i, und mache aus i den Bogen ehid. Man wird finden, daß dieſe Linie uͤberall ſanft und flach uglduf Ein weſentlicher Vorzug dieſer Fenſter iſt der, daß man ſie an jedem Orte auf dem Dache anbringen kann, ohne daß es nothig iſt, die Sparren auszuſchneiden, welches wie vorgedacht bei andern Dachfenſtern oft erforderlich wird, um ſie uͤber die Mitte der Fenſter in den Stockwerken zu ſtellen und die Seitenwaͤnde ausmauern zu koͤnnen, als wozu, wenn daſelbſt nicht gerade ein 80 Zweiter Abſchnitt. Sparren liegt, Huͤlfsſparren eingezogen werden muͤſſen. Bei den Fledermaus⸗ fenſtern iſt dies aber um ſo weniger noͤthig, weil ſolche nur allein aus der vordern Anſicht und dem Dache beſtehen. Geſetzt aber es ſtaͤnde ein Haupt⸗ ſparren gerade auf der Mitte des Fenſters, ſo hat das Fenſter Laͤnge und Breite genug, um es von dieſer oder von jener Seite her aufmachen zu koͤnnen. Außer den Stielen bb Fig. 82 C wird wenn das Fenſter lang oder breit iſt, ein Mittelpfoſten a geſetzt, und in oo die Fenſterfluͤgel eingepaßt. Wo viel Licht noͤthig iſt, werden auch noch in dd Eckfenſterfluͤgel geſetzt, ſonſt koͤnnen aber dieſe Ecken ausgemauert oder beſſer mit Brettern verſchlagen und mit Oelfarbe angeſtrichen werden. Der Blechbeſchlag an dergleichen Dachfenſtern beſteht allein in einem 16 bis 18 Zoll breiten Streifen, welcher laͤngſt der ganzen Schwelle von da wo die Fenſter in den Falz einſchlagen, auf die Schwelle befeſtigt und nur ein gut Theil uͤber die unter der Schwelle befindlichen Dachſteine wegreichen muß. Soll eine Heuluke in Form eines Fledermausfenſters gemacht werden, ſo wuͤrde wegen der Hoͤhe derſelben das Dach an den Seiten entweder zu ſteil werden, oder zu weit auslaufen muͤſſen. Es werden daher auf die Balken nahe an der Fronte wie gewoͤhnlich zwei Stiele aa auf einer Schwelle bb ge⸗ ſetzt Fig. 83 A, und oben mit einem rundgeſchweiften Bogenſtuͤck oc bedeckt. Da aber die Schweifung dood an einem Dachfenſter nur ſehr flach ſeyn darf, doch aber die Spitzen dd an die Dachflaͤche anſtoßen ſollen, ſo muͤſſen die Seitenſtuͤcke cd und od des Bogens nach dem Dache zuruͤck, und die Schwel⸗ len ba und bd auf die Dachflaͤche heraufwaͤrts gehen, um ſich mit od auf der Dachflaͤche in die Punkte d, d zu vereinigen. Von oben hernnter angeſehen, oder im Grundriſſe zeigt ſich demnach eine ſolche Luke wie die 83ſte Figur B, wo ef die Unterkante des Daches oder das Geſims, und ag, ag die Schwellen, aa aber die runde Zarge(oc in Fig. A) vorſtellen. Hiebei iſt noch zu bemerken, daß die Schwellen bd nicht in die Spar⸗ ren eingekaͤmmt, ſondern wenn hh Fig. 83 C die Sparren und k die Schwelle vorſtellt, die Schwelle uͤber die Sparren gekaͤmmt und auf jedem Sparren mit einem ſtarken eiſernen Nagel befeſtigt wird. Die Ecken⸗ oder Seitenfluͤgel bod werden hiernaͤchſt mit geſpundeten Brettern beſchlagen und alles von außen mit guter Oelfarbe angeſtrichen. Auch iſt es noͤthig unten an dieſer Verkleidung ein Blech uͤber die Fugen zu nageln. Das dermaus⸗ aus der Haupt⸗ nge und achen zu long oder eingegaßt. ſetzt, ſouſt lagen und einem 16 hn da wo r ein gut auß. werden, u ſteil Balken e bb ge⸗ bedeckt. eyn darf, zuſſen die Schwel⸗ od auf geſehen, B, wo hwellen, ie Spar⸗ Schvele ren mit undeten gen zu Das Von den Daͤchern. 81 Das Aufſetzen der Sparren geſchieht uͤbrigens wie vorhin bei den Dachfenſtern gezeigt worden. Anm. Wegen des Eindeckens dieſer Dachfenſter koͤmmt das Noͤthige ebenfalls bei dem Ab⸗ ſchnitt von Bedeckung der Daͤcher uͤberhaupt vor. §. 37. Die mit der Dachflaͤche gleichliegende Dachfenſter Fig. 84. ſind von 38 der 8 4 ₰ℳ 1 8 4 3 24* 7 Da flaͤ he kuͤnſtlicher Zuſammenſetzung, wenn ſie gehoͤrig vor dem Einregnen ſichern ſollen, Aleichliegene ſie gewaͤhren aber das mehrſte Licht, und ſind nach dem jetzigen Geſchmack, wo de Dachfen⸗ man die Dachfenſter und Schornſteine nicht mehr fuͤr eine Zierde eines Hauſes ſter. haͤlt, die beſten. Ihre Conſtruction iſt folgende: An jedem Sparren a Fig. 84 4 B und C, zwiſchen denen das Dach⸗ fenſter ſeyn ſoll, wird ein Holz b von 3 Zoll dick und 4 Zoll hoch, welches ſo wie in Fig. B und C zu ſehen, um„3 bis 1 Zoll tief ausgefalzt iſt, dergeſtalt befeſtigt, daß ſolches oben wie in Fig. B, unten aber wie in Fig. Cam Sparren anſchließet, damit wenn der untere Theil des Fenſterrahmen de Fig. A mit ſei⸗ ner Unterkante e darauf und in den Falz liegt, derſelbe oben bei d ſcharf unter die Latten, unten aber bei e um 1 ¾ Zoll uͤber die Eindeckung uͤberſtehet. Der obere Theil des Fenſterrahmen ſpielt nur zwiſchen den beiden Sparren. Bei d wird ſo weit als das Fenſter reicht, anſtatt der Latte ein Stuͤck Bohle f an⸗ genagelt, worauf die Dachſteine gehangen werden. Das Holz d welches zu⸗ gleich das Mittelſtuͤck in dem Fenſterrahmen eg ausmacht, liegt zu beiden Sei⸗ ten des Fenſterrahms in Form einer Welle auf das Holz b, wodurch der Fen⸗ ſterrahm um dieſe Welle auf und nieder gehoben werden kann. Damit aber das Fenſter gehoͤrig geoͤfnet, und in die horizontale Lage. h i geſtellet werden kann, iſt die Bohle f unten nach der Horizontal⸗Linie abgeſchraͤget. Unten bei e wird ein Bohlenſtuͤck k zwiſchen die Sparren befeſtigt, worauf das Fenſter mit dem unteren Rahmſtuͤck, welches nur die Dicke 1 in Fig. B und C hat, flach aufliegt. Es wuͤrde unbequem ſeyn das Fenſter beim Aufmachen jedes⸗ mal in die Hoͤhe zu heben; dieſerhalb wird der obere Theil d g, Fig. A wel⸗ cher wie eine Thuͤre mit einer ſtumpf abgefalzten Fuͤllung verſehen iſt, um ſo viel beſchwert, daß er den untern Theil de, ſo bald als die ſogenannten An⸗ kettel aufgemacht ſind, von ſelbſt in die Lage hi bringt. Um aber dieſes Fenſter gehoͤrig waſſerdicht zu machen iſt zuvoͤrderſt noͤ⸗ thig darauf zu ſehen, daß die Welle d gegen die Bohle k ſo eingelegt wird, daß beide Stuͤcke beim Eroͤfnen des Fenſters dicht an einander ſchließen, zu welchem Ende die Axe der Welle ſo nahe als moͤglich an die Bohle k zu legen L ðßz 92 Zweiter Abſchnitt. iſt; ferner muß die untere Bohle k mit den beiden Hoͤlzern b b verbunden ſeyn, und bei e mit der daran gearbeiteten Naſe ſcharf uͤber die Dachſteinſchicht weg⸗ reichen. Hieraus ergiebt ſich auch von ſelbſt, daß die Laͤnge des Fenſters ſich nach den Dachſteinſchichten richtet. Hiernaͤchſt wird auf der Bohle f unter den Dachſteinen eine blecherne oder kupferne Rinne n untergeſchoben, und befeſtigt, welche nach Fig D an den Seiten uͤber das Fenſter wegreichen, und bei o ei⸗ nen Abguß haben muß; desgleichen wird die Rinne m Fig. B, C, D welche bis unter die Bohle k und uͤber die Welle d heraufreicht dergeſtalt mit Blech oder Kupfer ausgeſchlagen, wie die Profile B und C deutlich zeigen. Unterhalb bei e laͤuft dieſe Rinne m auf ein Blech p Fig. D aus, welches wie in Fig. A zu ſehen theils auf die Bohle k ſo weit das Fenſter deckt, theils auf beiden Seiten nach Fig D auf und unter den Dachſteinen liegt. C 7 Damit man endlich das Fenſter ſelbſt vor dem Eindringen des Regens ſichere, ſo muͤſſen die Scheiben ſich nach Fig. A uͤberdecken und mit Stif⸗ ten und Kitt gut verwahret ſeyn. Daß uͤbrigens der Fenſterrahm beſonders gut mit Oelfarbe angeſtrichen und in dem Anſtriche erhalten werden muß, ver⸗ ſtehet ſich von ſelbſt. Sollen dergleichen Dachfenſter in den Dachſtuben ange⸗ bracht werden, wozu ſie ſich, da ſie keine unangenehme Einbaue erfordern, ſon⸗ dern mit der Dachflaͤche gleich laufen und das mehrſte Licht geben, am beſten ſchicken, ſo ſind ſolche innerhalb noch dadurch zu verzieren, daß man die Ver⸗ ſchalung qa oberhalb bei r zwiſchen die Sparren hinein und auch uͤber den Obertheil dg des Fenſters zwiſchen die Sparren bis zur Welle d herunter ge⸗ hen laͤßt. Unten kann hiernaͤchſt noch eine ſehr breite horizontale Bruͤſtung s ge⸗ macht, und unter derſelben wieder die Verſchalung g angebracht werden. Die Dauerhaftigkeit und Waſſerdichtigkeit dieſer Dachfenſter iſt keinem Zweifel unterworfen, und der Einwand, daß die Scheiben durch gewoͤhnlichen Hagel ſehr leicht zerſchmettert werden koͤnnen, wird durch Erfahrung widerlegt. Auch vor herunterfallenden Steinen oder Kalk von der obern Dachflaͤche oder von den Schornſteinen ſind dieſe Fenſter durch die daruͤber liegende Rinne geſi⸗ chert, und was endlich die Koſten betrift, ſo ſind ſie gewiß geringer als diejeni⸗ gen welche die Frontondachfenſter erfordern. Anm. Der hieſige Rathszimmermeiſter Herr Nichter hat ſowohl auf ſeinem eigenem als auf anderer Haͤuſer hieſelbſt dergleichen Dachfenſter mit dem beſten Erfolg angefertigt. Die in Fig. 85 A und B vorgeſtellte Dachfenſter ſind von den Fron⸗ tondachfenſtern nur darin verſchieden, daß auch ihre Seiten mit Fenſtern verſe⸗ hen ſind; ſie werden folgendermaßen angefertiget. 2——— n ſeyn, t weg⸗ es ſich ter den fſeſigt, Ao ei⸗ lche bis ech dder halb da Fig. A fbeiden Regens Stif⸗ onders „ver⸗ ange⸗ ,, ſon⸗ beſten Ver⸗ r den er ge⸗ s ge⸗ inem ichen legt. r von geſi⸗ ejeni⸗ Von den Daͤchern. 83 Eine mit einem Falz verſehene Bohle a Fig. B wird als Schwelle zwi⸗ ſchen zwei Sparren und auch noch mit einer Laſche b Fig. A vor den Spar⸗ ren mit einem Schleifzapfen befeſtiget, das iſt, es wird in die Sparren eine Nu⸗ the ausgearbeitet und die Bohle hineingeſchoben, auf dieſe Schwelle werden zwei Stiehle oo welche an der Vorder⸗ und Seitenfronte auſſerhalb Falze haben worin die Fenſterfluͤgel einſchlagen, aufgeſetzt und oben mit einem ebenfalls mit einem Falz verſehenen bogenfoͤrmigen Kopfſtuͤcke d zuſammengezapft. Auf die⸗ ſem Kopfſſtuͤcke d und unter den zwiſchen die Sparren befeſtigten Riegel f wer⸗ den dann die Dachbretter e angenagelt, wodurch das Geſtell ſeine Verbindung erhaͤt. Wird in der Mitte des vordern Fenſters kein Mittelſtiel geſtellet ſo wird der eine Fluͤgel oben und unten mit Riegeln befeſtigt, und der andere ſchließt gegen den Falz des erſten. Um aber die Seiten mit Fenſtern verſehen zu koͤnnen, wird auf die Sparren ein ſtarkes Brettſtuͤck g und von den Vor⸗ derſtielen bis zum Sparren ein anderes Brettſtuͤck h, beide nach außen mit Falzen befeſtigt, und zwar muß das Brettſtuͤck g ſo breit oder hoch ſeyn, daß der Falz deſſelben noch uͤber die Dachſtein⸗Eindeckung reichet, hierin werden dann dreieckigte Fenſter wie in B zu ſehen entweder feſtgenagelt, oder beſſer mit Anketteln eingeſetzt, um ſolche bei Reparaturen herausnehmen zu koͤnnen. Das Dach dieſer Dachfenſter wird hiernaͤchſt mit Blech gedeckt, wel⸗ ches an allen Seiten um ein gutes Theil uͤberſtehen, und verhuͤten muß, daß der Regen nicht in die obere Fuge der Fenſterfluͤgel eindringen kann, beſonders aber muß das Blech oben bei i unter die letzte Dachſteinſchicht wegreichen. An den Seiten werden laͤngſt den Brettern g Seitenbleche, welche ebenfalls ziemlich weit unter die Dachſteine reichen, auf der Vorderſchwelle aber ein ſo⸗ genanntes Vorſchlagblech k mit den Seitenblechen verbunden, angeſchlagen, und an den Ecken mit Ausguͤſſen oder kleinen Abfallrinnen 1 verſehen. Dieſe Art Dachfenſter ſind vorzuͤglich bei Gebaͤuden anwendbar, wel⸗ che mit ſchmalen Giebeln an den Straßen ſtehen dabei ſehr tief und zu beiden Seiten durch nachbarliche Gebaͤude dergeſtalt verbauet ſind, daß in der Mitte kein Licht vorhanden iſt. Wird nun im Forſte an jeder Seite des Dachs ein ſolches Dachfenſter angebracht und ſelbige nach Fig. 85 C mit einander ver⸗ unden, ſo kann dadurch eine gute Erleuchtung, vorzuͤglich fuͤr die Fluhre und Treppen bewirkt werden, wobei in den obern oder in den Dachbalkenlagen, zur Zierde eine ovale, ebenfalls mit einem Fenſter verſehene Oefnung angebracht 9 2 84 Zweiter Abſchnitt. wird, durch welche Oefnung das Licht von den Dachfenſtern auf den Fluhr und die Treppen faͤllt. §. 38. 35 Fenſen Es iſt ſchoͤn und angenehm wenn bei Gebaͤuden die mit runden Kup⸗ i g lenden Licht peln verſehen ſind, als runde Kirchen, Garten und andern Haͤuſern von dieſer bei Kuppeln. Form, in der Mitte der Kuppel ein einfallendes Licht angebracht wird. Die Anfertigung dieſer Fenſter iſt nach Fig. 86 A ſehr ſimpel und leicht, und nur bei der Eindeckung derſelben mit Glas iſt alle Vorſicht anzuwenden. Hauptſaͤch⸗ lich aber koͤmmt es darauf an, daß die Glasſcheiben ſich gehoͤrig uͤberdecken, und daß ſie, da wo ſie weit uͤberſtehen, mit Haken Fig. 86 B oder mit Haft⸗ eiſen wider das Abgleiten geſichert werden. Demnaͤchſt muͤſſen die Sproſſen wie bei b Fig. 86 C mit einer Hohlung gearbeitet ſeyn, damit da, wo die Scheiben og in Kitt gelegt ſind, das Waſſer welches durch die Fugen dringen ſollte durch die kleine Rinne, welche etwa mit feinem Blei ausgelegt werden koͤnnte, ſeinen Ablauf finde. Die obere Seite der Scheiben wird wie gewoͤhn⸗ lich in einem Falze verkittet. Hiernaͤchſt wird der untere Rand der Fenſter Fig. 86 A mit Blech⸗ ſtreifen d und e welche hinlaͤnglich uͤberſtehen dergeſtalt belegt und mit Naͤgeln befeſtiget, daß ſo wohl die Scheiben f als g darauf uͤberdecken und werden mit vorgedachten Hafteiſen fuͤr's Herunterfallen geſichert. Damit die Voͤgel ſich nicht auf dieſe Fenſter ſetzen und ſie verunreinigen koͤnnen, iſt oben eine Spitze h dergeſtalt anzubringen, daß die oben zuſammenlaufenden Sproſſen und Glasſcheiben durch den unteren Theil oder den Fuß dieſer aus Blech oder Ku⸗ pfer angefertigten Spitze, etwas uͤberdeckt werden, um das Eindringen des Re⸗ gens auch hier zu verhuͤten. Auch kann die Bedeckung mit den Glasſcheiben auf andere Art nach Fig. 86 D geſchehen; die Sproſſen werden nemlich von Eiſen, und zwar ſo gearbeitet, daß ſie mit einem breiten Falz, worin einige Loͤcher angebracht, ver⸗ ſehen ſind, worin man die Glasſcheiben dicht einſchneidet; alsdenn werden dieſe Falze mit einem Bleiſtreifen min belegt, und feſt an die Glasſcheiben gerie⸗ ben, auch das Blei durch die Sproſſen oder durch den eigentlichen Theil des Falzes, mit Drathſtifte ik befeſtigt. Beſchreibung. 8 39. 4. einer Art von Verſchiedene Abſichten, als bei Kornboͤden, Trockenboͤden bei Fabriken G Wrenſenden und dergleichen, koͤnnen auf den Dachboͤden einen ſtarken Luftzug erfordern. Dachluken. hr und en Kup⸗ n dieſer d. die nur di auptſach⸗ erdecken, nit Haft⸗ Sproſſen wo die dringen werden gewoͤhn⸗ Blech⸗ Nägeln den mit gel ſich en eine ſen und eer Ku⸗ es Re⸗ t, ver⸗ en dieſ Mmie el des briken rdern. Von den Daͤchern. 85 Dieſer Zweck iſt durch die in Fig. 87 A vorgeſtellte Conſtruction fortlaufender Dachluken am beſten zu erreichen. Das Ganze formirt gewiſſermaßen ein Manſardedach, welches nur durch die heruntergehende Aufſchieblinge aa die Form eines deutſchen Daches mit einer Wand b bekoͤmmt. Die Stiele bb ſtehen neben den Stuhlſaͤulen auf die liegende Stuhlſchwelle und werden ungefaͤhr 5 bis 6 Fuß von einan⸗ der aufgeſtellet, auf den Stielen ruhet ein durchlaufendes Rahmſtuͤck oc, und hierauf die Aufſchieblinge a vermittelſt einer Klaue. Die Kehlbalken d werden wie aus der Figur 87 A zu erſehen, ſchraͤge nach der Richtung der Aufſchieblinge, welche oben bei e ſehr gut genagelt wer⸗ den muͤſſen, verſchnitten, ſo daß letztere auf erſtere gut aufliegen, nur iſt vor⸗ zuͤglich dahin zu ſehen, daß die obern Sparren f auf den Kehlbalken hinter dem ſchraͤgen Verſchnitt wenigſtens noch gegen 5 Zoll Stirnholz behalten, wo⸗ durch das Ganze die noͤthige Feſtigkeit bekoͤmmt. Zwiſchen den Stielen b, b ſind nach Fig. 87 B 9 bis 10 Zoll breite Bretter g untereinander in ö zoͤlligen Entfernungen vom Mittel zu Mittel mit runden Zapfen(nach Fig. E), um welche ſie gedrehet werden koͤnnen, eingeſetzt, ſo daß ſelbige wie in Fig. C ſich entweder einander uͤberdecken, oder nach Fig. D einen ganz freyen Luftzug gewaͤhren. Da aber die Bretter g um bequem gedrehet werden zu koͤnnen nicht ganz ſcharf an die Stiele h Fig. E anſchlie⸗ ßen muͤſſen, ſo bleibt dazwiſchen eine Oefnung i, durch welche doch viel Regen durchſchlagen koͤnnte; dieſerhalb werden die Stiele ſo ſtark gemacht, daß wenn die Bretter in der horizontalen Lage wie in D ſtehen, hinter ſelbige noch ein ſchmales Brettſtuͤck kk Fig. C, D und E gegen die Stiele dergeſtalt genagelt werden kann, daß ein andres Brettſtuͤck 1 Fig. C unterhalb den dadurch aufge⸗ fangenen Regen auf die Eindeckung fuͤhren koͤnne. Zur untern Eindeckung mit Dachſteinen werden Knaggen m alle 3 bis 4 Fuß aus einander auf die Schwelle genagelt, und darauf die Latten mit den doppelt eingedeckten Dach⸗ ſteinen welche bis unter das Brett 1 reichen muͤſſen, angebracht. Endlich iſt noch zu bemerken, wie die Bretter g mit ihren Zapfen in die Stiele eingebracht werden koͤnnen, wenn letztere wie gewöhnlich ſchon ſte⸗ hen. Es werden nach Fig. F von innen nach außen in den Stielen entweder von einer, oder nachdem man die Zapfen lang macht, von beiden Seiten, ſo tief die Zapfen in die Stiele reichen ſollen, Hoͤlungen on bis dahin wo die Zapfen ſeyn ſollen, eingeſtaͤmmt, alsdann die Bretter g an ihrem Orte eingeſtellt und Von den Windeluken. 86 Zweiter Abſchnitt. der uͤbrige Theil der Hoͤlung pq mit Holz wieder zugefuͤllet, wo alsdann nur die Bretter in ihren Zapfenloͤchern r ſtehen. §. 40. Die Conſtruction der bei Magazinen oder andern Waaren⸗ und Vor⸗ rathsſpeichern erforderlichen Windeluken Fig. 88 iſt der, der Frontondachfenſter gleich, nur mit dem Unterſchiede daß dieſe Luken hoͤher ſind und daß in der Mitte derſelben ein Balken a Fig. 88 A und B befindlich iſt, welcher durch einen ſtarken Spannriegel unterſtuͤtzt iſt, und woran die Laſten herauf gezogen werden. Dieſer Windebalken reicht entweder allein aus der Luke hervor, und iſt alsdann wie Fig. C mit einem kleinen Bretterdache verſehen, oder das Dach der Luke reicht ſelbſt wie in B ſo weit hervor, um den Windebalken mit dem darin befindlichen Tau o zu bedecken, und iſt alsdann mit Strebebaͤndern d unterſtuͤtzt, oder es iſt die ganze Windeluke in einer oder mehrern Etagen nach Fig. D herausgebauet, und von unten und auch in den obern Etagen durch Baͤnder aa unterſtuͤtzt, um unten mit Wagen vorfahren, und die Waaren ſogleich im Trocknen, auf einen oder den andern Boden herauf winden zu koͤn⸗ nen. Hiebei bedient man ſich in den Fußboͤden b und o zweier Fallthuͤren, welche ſo eingerichtet ſind, daß die heraufzuwindende Laſt ſie ſich ſelbſt oͤfnet, und nachdem ſie hindurch iſt, die Thuͤren von ſelbſt wieder zufallen, ſo. daß die Laſt von da gleich weiter auf den Boden transportirt werden kann. Zum Heraufwinden ſelbſt, bedient man ſich gemeiniglich der in Fig. O vorgeſtellten Vorrichtung. Es werden nemlich durch eine unken und oben mit Zapfen verſehene ſtehende Welle, oder ſogenannten Tummelbaum, zwei Baͤume geſteckt, bei de⸗ ren Herumdrehung ſich das Tau um die Welle windet und alſo die Laſt her⸗ aufgezogen wird. b Auch kann man ſich nach Fig. 88 E eines an einer Welle angebrach⸗ ten Rades d bedienen, an welcher zugleich ein Drehling oder Kumpten a be⸗ findlich iſt, dieſer greift in ein Stirnrad b; an der Stirnradswelle iſt eine Trommel d befindlich, um welcher ſich das Tau herumwickelt, wenn das Rad d vermittelſt der Arme e herumgedrehet wird. Dieſe Vorrichtung iſt zwar etwas koſtbarer als die erſte, indeſſen iſt ſie ſicherer, indem bei dem bloßen Tummelbaum wenn die denſelben herumdrehende Arbeiter zur unrechten Zeit aus Unvorſichtigkeit loslaſſen, ſelbige leicht beſchaͤdiget werden koͤnnen. —— in nur ud Vor⸗ achſenſter ß in di er durch gezogen vor, und oder das lken mit indern d een nach Von den Daͤchern. 87 §. 41. Die Abſicht dieſes Werks gehet zwar nicht dahin zu zeigen, durch wel⸗ — che Verrichtungen und Handgriffe bei der Arbeit ſelbſt, eine gute Conſtruction C erreicht wird, ſondern nur wie ſie beſchaffen ſeyn muß. Indeſſen giebt es doch Faͤlle, wo ohne erſteres zu wiſſen, das letztere nicht wohl verſtanden werden kann; dahin gehoͤrt das ſogenannte Schiften, das iſt, die Methode, bei Walm⸗, Winkeldaͤchern oder Wiederkehren, und bei ſchiefen Daͤchern nicht nur die eigent⸗ lichen Laͤngen der Grad⸗ und Kehl⸗Schiftſparren, ſondern auch die ſchraͤgen Ab⸗ * ſchnitte derſelben zu ſinden, womit ſie ſich an die Grad⸗ und Kehlſparren an⸗ 9 5 2 — ſchmiegen. Anm. Hat man ſich die Regeln des Schiftens oder Anſchmiegens dieſer bei einem Gebaͤude vorkommenden Stuͤcke, gehoͤrig bekannt gemacht, ſo folgt das Verfahren bey andern Zim⸗ merarbeiten wo allerlei Hoͤlzer ſeitwaͤrts, oder in ſchraͤgen Richtungen und unter allerlei Winkeln zuſammentreffen von ſelbſt, nemlich dergleichen Hoͤlzer ohne alles Verſuchen und Probiren, gleich ſo zuzuſchneiden und zu bearbeiten, daß ſie auf das genauſte zuſammen⸗ paſſen muͤſſen; ich will z. B. nur den Umſtand erwaͤhnen, daß bei einer Winkelramme die zwei auf der Hinterſchwelle ſtehende Streben oder Ruthen ſich oben am Laͤufer an⸗ tegen oder anſchmiegen; nun muͤſſen dieſe ſchraͤgen Abſchnitte gleich bei der Arbeit und alſo vor der Aufrichtung der Ramme gefunden werden, und dergleichen Faͤlle kommen bei Maſchinen und andern Stuͤcken haͤufig vor. Es giebt in den Provinzen und auf dem Lande Zimmerleute, welche mit dieſer Arbeit nicht recht umzugehen wiſſen; es duͤrfte daher nicht uͤberfluͤſ⸗ ſig ſeyn, angehende Baumeiſter davon zu belehren, damit ſie in vorkommenden Faͤllen einen etwa in dieſer Sache nicht genugſam erfahrnen Zimmermann dar⸗ unter leiten koͤnnen. Auch fuͤr diejenigen, die ſich mit dem ſo nuͤtzlichen Modelliren der Zim⸗ merarbeiten beſchaͤftigen wollen, iſt dieſe Anweiſung unentbehrlich. Anm. Der Herr Geheime Oberbaurath Eytelwein, hat zwar im erſten Bande der Sammlungen nuͤtlicher Aufſaͤtze die Baukunſt betreffend, die Lehre vom Schiften, ſehr faßlich, deutlich und richtig vorgetragen. Der Vollſtaͤndigkeit dieſes Wer⸗ kes wegen, und denjenigen zu Gefallen, welche jene Schrift etwa nicht beſitzen moͤchten, kann aber dieſe Materie hier um ſo weniger uͤbergangen werden, als der Gruͤndlichkeit des Vortrages des Herrn Geheimen Raths Eytelwein unbeſchadet, ſich vielleicht hin und wieder im Verfahren ſelbſt, etwas kuͤrzere Wege angeben laſſen moͤchten. Auch Schuͤbler, Reuß, Heimburger, Schillinger, und andere, geben in ihren Schriften uͤber die Zimmermannskunſt, Anweiſungen uͤber das Schiften, allein ich darf ohne Beleidigung dieſer Maͤnner ſagen, daß ſolches nur auf eine hoͤchſtunverſtaͤndli⸗ che Art geſchehen iſt. Vom Schif⸗ ten. Die Laͤnge der Grad⸗ und Schiftſpar⸗ wren zu finden. 88 Zweiter Abſchnitt. §. 42. Um demnach 1) die Laͤnge der Gradſparren am und om bei dem regulaͤren Walm, Fig. 89 A, zu finden, trage man aus dem Grundriß, Fig. 89 B, eine von den Linien im oder km, in Fig. 89 C aus od inr, und die Dachhoͤhe*), welche hier der halben Breite des Gebaͤudes gleich angenommen worden, aus o in in, perpendikulaͤr auf ro, ſo giebt die Linie rm, die Laͤnge der uͤber km, oder im ſtehenden Gradſparren am oder em, Fig. 89 A, denn die Laͤnge des Gradſparrens iſt die Hypothenuſe eines rechtwinklichten Dreiecks, welches die Grundlinie des Gradſparrens im oder km zur Baſis und die Dachhoͤhe zur Hoͤhe hat; daher kann auch die Laͤnge der Gradſparren gefunden werden, wenn man die Quadrate der Grundlinie und der Hoͤhe des Daches addirt, und daraus die Quadratwurzel ziehet. 1 Anm.*) Wenn die Dachhoͤhe nicht gerade der halben Tiefe des Gebaͤudes gleich iſt, ſo verſtehet es ſich von ſelbſt daß eine jede andere Hoͤhe des Daches aus c in m Fig. 89 C geſetzt werden muß. In der Ausuͤbung wird die Laͤnge der Gradſparren in der Art gefun⸗ den, daß man ein ganzes oder ein ſogenanntes Lehrgebind, ſo wie ſie uͤber die Balken gh, no und pa in Fig. 89 B beſchaffen ſeyn muͤſſen, zuvoͤrderſt auf einem nach einer Seite verlaͤngerten Balken, Fig. 89 D verbindet; wird nun auf daſſelbe aus der Mitte h, die Weite im oder km, Fig. 89 B, in Fig. 89 D aus h in i getragen, ſo giebt die Linie im nicht nur die Laͤnge des Gradſparrens, ſondern iv auch den ſchraͤgen Abſchnitt, womit der Sparren auf den Balken zu ſtehen koͤmmt, und mo auch den lothrechten Abſchnitt des Gradſparrens. 2) Bei irregulaͤren Walmen, als Fig. 90 A wird die Grundlinie bo, in Fig. 90 B aus b in o getragen, ſo giebt ox die Laͤnge des uͤber ob ſte⸗ henden Gradſparrens, und wenn ba in der erſten Figur, aus a in b in der zweiten getragen wird, ſo giebt ax die Laͤnge des Gradſparrens uͤber ab, ange⸗ nommen, daß b. der Dachhoͤhe gleich ſey. Anm. Die Gradſparren muͤſſen jederzeit mitten auf die Gradſtichbalken, und nicht mit einer Seite derſelben, buͤndig geſetzt werden, wovon man die Urſachen, wohl nicht gleich, ſondern nachdem das Folgende gehoͤrig verſtanden worden, leicht einſehen wird. 3) Um die Laͤnge eines Schiftſparrens zu finden, z. B. desjenigen, der uͤber ab in Fig. 91 A zu ſtehen koͤmmt, zeichne man das Lehrgeſpaͤrre, Fig. 91 B; wird nun eine Perpendikulaͤrlinie aus a in o gezogen, oder welches einerlei waͤre, Walm, von den welche dinm, em, Oder Laͤnge des lches de zur Hohe denn man araus die ich iſt, ſo Fig. 89 C t gefun⸗ ſie uͤder auvoͤrderſt det; widd 89 B, in die Länge Sparren hnitt des inie bo, ob ſte⸗ hin der , ange⸗ nicht mit ohl nicht wird. gen, der Fig. 91 einerlei waͤre, Von den Daͤchern. 89 waͤre, wenn man die Linie ab aus v in o truͤge, und auf das Lehrgeſpaͤrre die Perpendikulaͤrlinie om errichtete, ſo wird vm die Laͤnge des ůber ab ſtehenden Schifters abgeben, denn dieſe Linie iſt abermals nicht anders als die Hypothenuſe eines Dreiecks, welches die Grundlinie ab oder vo des Gradſp arens zur Baſis 6 und die perpendikulaͤre Erhoͤhung deſſelben nach ſeiner Aufrick htung, alſo mo zur Hoͤhe hat: folglich kann die Laͤnge eines Gradſparrens ebe enf falls gefunden werden, wenn man die Quadrate dieſer beiden Linien addirt, und aus der Summe die Quadratwurzel ausziehet. Um die Sache praktiſch vorzuſtellen iſt in Fig. 92 A ein Theil der Zu⸗ lage vergroͤſſert vorgeſtellet, und iolk zeigt die Grundflaͤche de 8 uibe er dieſen Balken zu ſtehen kommenden Schifters an, wobei I die groͤßte Laͤnge der Grundflaͤche des Schifters iſt. In Fig. 92 B iſt ein Stuͤck des Lehrgeſpaͤrrs, oder der Erhebungswinkel m des Sparrwerks, auf welchen alles ankoͤmmt, vorgeſtellet; um nun die se des Schiftſparrens zu finden trage man alſo die Linie 1k aus Fig. 92 A, in Fig. 92 B aus 1 in k, errichte daſelbſt die Perpendikulaͤrlinie k x, ſo giebt 1X nicht nur die Lͤnge des Schifters, ſondern die Linie Xo vben den lothrechten, und 1m unten den ſchraͤgen Abſchnitt des Schifters zum Aufſtand auf den Sparren; unter 1m wird dann ſo viel Holz gelaſſen, daß der 2 Zoll lange Zapfen daran ausgearbeitet werden kann.) Anm. Hiebey iſt dasjenige in Erinnerung zu bringen, was S. 55 wegen der buͤndigen Seite der Schiftſparren bemerkt worden, nemlich, daß wenn ſolche mit einer Seite des Bal⸗ kens buͤndig ſeyn ſollen, die Bundſe eite jederzeit an derjenigen Seite des Balkens ange⸗ nommen wird, welche nach Maasgabe der uͤber die Balken vorgezeigten Grundlinien des Gradſparrens, die laͤngſte iſt, alſo dhier kl. in Fig. 92 A. Man kann aber eben ſo wohl die Schiftſparre n mitten auf die Balken ſtellen, oder es iſt nicht durchaus no. thig, ſie mit einer Seite des Balkens buͤndig zu machen, wie aus Fig. 92 C zu erſehen, allein alsdenn muß die Dicke oder die Breite der Schiftſparren durch zwey auf den Balken punkeirte oder in der Ausuͤbung, vorgeſchnuͤrte Linien angedeu⸗ tet, und um die Laͤnge des Gradſparrns zu finden, nicht die Linien kl, ſondern xy ge⸗ nommen, und in Fig. 92 B aus l in k getragen werden. 2**½ 11 ne j 1„ ¹ ) Einige zeichnen die Sparren nach Fig. 93 mit einer Verſatzung im Balken; in der Art rdor aber po werden aber die Sparren nicht eingeſtellt, das iſt nur bei Streben welche mehr zu ſtei⸗ fen h aben als die Sparren, von Nutzen. .„ 71 ½ 4. In Fig. 91 A iſt angenommen worden, daß der Anfallspunkt des Walmen, dergeſtalt in o faͤllt, daß po der halben Tiefe wo des Gebaͤudes gleich ſey, und daß das Dach die halbe Tiefe des Gebaͤudes zur Hoͤhe hat. Wenn nun po gleich ow, 6 folgt auch daß das Abſchiften der Walmſparren ebenfalls auf das Leergebind, Fig. 91 B der langen Dachflaͤche, geſchehen kann. M 90 Zweiter Abſchnitt. Z. B. Man wollte die Laͤnge des Walmſchiftens uͤber st Fig. 91 A, ausmit⸗ teln, ſo darf man nur st aus Fig. 91 A, aus m in t, Fig. 91 B, tragen, ſo giebt gm die Laͤnge des Schiftſparrens uͤber mt in beiden Figuren. 5. Geſetzt aber, daß der Walmen einen flaͤchern oder ſteilern Abfall ha⸗ ben ſollte, als die lange Dachflaͤche, z. B. am in Fig. 94 A waͤre der Anfall der langen Dachflaͤche, ax aber die des Walmen, oder anſtatt daß nach Fig. 94 A der Anfallspunkt des Walmen in m ſey, derſelbe in X befindlich ſeyn ſollte, ſo muß zur Abſchiftung der Gradſparren ein Geſpaͤrre in der Richtung ax in Fig. 96 C zum Lehrgeſpaͤrre fuͤr die Walmſchiften vorgeleget werden. Wollte man z. B. in Fig 95 B die Laͤnge des Walmenſchifters uͤber gh finden, ſo muͤßte dieſe Linie in Fig. 96 C aus g in h getragen werden, da denn gs die verlangte Laͤnge des Walmenſchifters giebt. Sollte aber z. B. die Laͤnge des Schifters op Fig. 95 B auf einer der langen Dachſeiten, ge⸗ funden werden, ſo muͤßte op auf das gewoͤhnliche oder auf das nach dem Abfall der langen Dachſeite geordnete Lehrgeſpaͤrre gmo Fig. 96 C aus o in p getragen werden, da denn no die Laͤnge des Schifters uͤber op Fig. 95 B giebt. 6. Ueberhaupt aͤndert es im Verfahren nichts, um die Laͤnge der Schift⸗ ſparren zu finden, wenn auch das Dach auf allen Seiten ſteiler oder flaͤcher iſt, als es in dem Fall ſeyn wuͤrde, wenn die halbe Tiefe des Gebaͤudes, zur Hoͤhe genommen wird. Es verſtehet ſich, daß bei abwechſelnden Lagen der Hauptdachflaͤche und der der Walmen oder anderer, auf Lehrgeſpaͤrre geſchiftet werden muß welche nach Maasgabe des Erhebungswinkels der Sparren mit den Balken, abgebunden ſind; z. B. das Dach haͤtte nur nach Fig. 91 C, ½ der Tiefe zur Hoͤhe, ſo wuͤrde, um die Laͤnge des Schiftſparrens uͤber ab in Fig. 91 A zu finden, das Verfahren, ba aus v in d zu ſetzen, und die Per⸗ pendikulaͤren om zu errichten, ebenfalls die Laͤnge des Schifters vm, uͤber ab fuͤr dieſes Dachprofil geben. 7. Nach denen bisher gezeigten Operationen, ſiehet ein Schifter ſo aus wie Fig. 95 A nemlich vb und st bezeichnen ſeine Laͤnge, und takb diejenige ſenkrechte Flaͤche, oder die ſogenannte Lothſchmiege, welche nach No. 3 die⸗ ſer Anweiſung gefunden wurde, und die in Fig. 89 D nur durch die einzelne Linie mo angezeiget werden konnte; ſo wie man hier in Fig. 95 A die Ein⸗ bildungskraft zu Huͤlfe nehmen, und um ſich die Flaͤche takb vorzuſtellen, den Schifter als durchſichtig ſich gedenken muß. ausnlit⸗ kragen. en. bfal ha⸗ eer Anfall nach Fig. dich ſeyn Rächzang tt werden. ters uͤber n werden, aber z. B. feiten, ge⸗ nach dem aus o in 9. 95 B der Schiſt der flacher udes, zur kagen der geſchiffet arren mit 91 0, 3 r ab in die Per⸗ uͤber ab eſo aus diejeniſe „) die⸗ litzelne Ein⸗ en, den Von den Daͤchern. 91 §. 43- Da aber der Schiftſparren ſich nach Fig. 96 A mit einer zwar loth⸗Wie die Bal⸗ rechten jedoch gegen die Fronte des Gebäͤudes ſchraͤgen Flaͤche acdb an den Gradſparren anſchmiegen muß, ſo folgt die Anweiſung, wie dieſe ſogenannte Kleb⸗ oder Backenſchmiege gefunden wird. Zuvoͤrderſt wolle man folgendes in Erwaͤgung ziehen: wenn Fig. 06 B ein Stuͤck aus der Zulage iſt, wo die Linien 1, 2 und 3, 4 die Richtung der Grund⸗ linie des Gradſparrens vorſtellen, ſo wie ſie uͤber den Balken gehen; die ſtark punktirten Linien mi und die Linie qg aber die Grundflaͤche des Schiftſparrens bezeichnen, ſo entſtehet auf der Zulage der ſpitze Winkel mga, welcher in der Folge der Grundwinkel genannt werden wird. An dem in Fig. 96 A vorgeſtellten ſchon fertigen und aufgeſtellten Schift⸗ ſparren erblickt man nun ebenfalls oben an deſſen obern oder ſogenannten Dach⸗ ſeite einen ſpitzen Winkel abs der ſich zwar gerade uͤber dem Grundwinkel mgg, Fig. 96 B befindet, den man aber ſehr irrig mit dieſem Winkel fuͤr gleich groß halten wuͤrde, denn der Winkel mga befindet ſich auf einer horizontalen oder wagerechten, und der Winkel abs auf einer ſchraͤgen Flaͤche, und daher weichen die Winkel in ihrer Groͤße von einander ab, ob ſie ſich gleich lothrecht genommen decken, wie vorlaͤufig aus Fig. 96 C zu erſehen, wo der auf der Dachſeite des Schiftſparren befindliche roth illuminirte Winkel obm gerade uͤber den mit gruͤner Farbe angelegten auf den Balken befindlichen Winkel ogm, faͤllt. Daß aber jedennoch dieſe Winkel in der Groͤße differiren iſt vorzuͤglich aus Fig. 96 D zu erſehen, wo wiederum 1, 2 und 3, 4 die Richtung des Grad⸗ ſparrens andeuten; obm iſt nun der Grundwinkel auf der Zulage, obn aber der Winkel auf der Dachſeite des hier auf den Balken gelegten Schiftſparrens wobei obn die Differenz zwiſchen beiden Winkeln anzeigt. Zuvoͤrderſt ſoll das ganz einfache und in jedem Fall ganz gleiche Ver⸗ fahren ſelbſt gezeiget werden um den Winkel auf der Dachſeite des Schiftſpar⸗ rens zu finden, dann aber die Gruͤnde dazu ſo deutlich als moͤglich angefuͤhret werden. Es wird alſo angenommen, daß der Schiftſparren uͤber mnag Fig. 96 B nach der Richtung des Gradſparrens 1, 2 und 3, 4 abgeſchiftet werden ſoll. „Man mißt an derjenigen Seite des Balkens mit welcher der Schift⸗ „ſparren buͤndig wird, alſo an ga ein beliebiges Maas gm ab, ziehet vermit⸗ „telſt des Winkeleiſens, aus m eine perpendikulaͤre Linie mo bis an die Linie M 2 92 Zweiter Abſchnitt. „3 4; hierauf bezeichnet man das Maas oder die Linie gm an einem Schenkel „des Winkelmaaßes, und faͤhrt mit dem andern Schenkel des Winkeleiſens an „der Kante der Lothſchmiege bk is 95 B ſo lange herab, bis der Punkt m „der Linie gm, die obere Kante vb des Gradſparrens in m beruͤhret. „Weil den eine Schenkel des Vnte masen an bk anlieget, ſo iſt, wie es ſich gehoͤret, g m „penpendikulaͤr auf bk; hier, wo die Figuren einigermaſſen perſpectiviſch vorgeſtellet „werden mußten, erſcheinet zwar mg nicht perpendikulaͤr auf gb; allein die Ze ing „eines Winkelmaaßes, ſoll in dieſen Figuren, dennoch immer rechte Winkel andeuten, „welches man anzumerken belieben wolle. „Auf dieſem Punkt m, an der Kante des Grahſßen ens Fig. 95 B „errichtet man mit dieſer Kante, oder auf by perpendikulaͤr, auf die Dach⸗ „ſeite des Schiftſparrens, die Linie mo und macht ſolche ſo lang als die „ebenfalls mit mo bezeichnete Linie in der Zulage, Fig. 96 B(oder beim Mo⸗ „delliren verrichte man ſolches mit einem Winkeleiſen) ſo giebt o Fig. 95 B „den Punkt auf der Dachſeite des Gradſparrens, durch welchen die ſchraͤge „Abſchnittslinie bx gezogen werden muß und wodurch der uͤber den Winkel „ogm auf der Zulage, Fig. 96 B zu ſtehen kommende und denſelben deckende „Winkel obm Fig. 96 B beſtimmt wird.“ Die Abmeſſung, ix Fig. 95 B aus a in y auf der anderſeitigen Un⸗ terkante des Schifters, giebt aber wenn xy und yk zuſammengezo gen wird, den ſchraͤgen Abſchnitt des Holzes, wodurch die ſchraͤge, an ſich aber lothrechte Backenſchmiege xbky in Fig. 95 B oder abdc in Fig. 96 A, womit ſich der Schifter an den Gradſparren anſchmiegt entſteht. Um nun den Grund dieſes Verfahrens einzuſehene ſtelle man ſich in Fig. 96 C die Sache als ganz fertig, und unter 1, 2 und 3, 4 die Richtungslinien des Gradſparrens uͤber die B Balken, unter ogm aber den in Fig. 96 B mit eben dieſen Buchſtaben bezeichmeten Winkel vor. Nun iſt zufolge der unter No 1 gezeigten Conſtruction bk loth⸗ recht, und der Punkt b faͤllt zugleich lothrecht auf g; die Linie gm auf den Balken iſt auf einer Horizontalflaͤche befindlich. Da nun b k vertikal, gm aber perpendikulaͤr auf dieſer vertikalen Linie gezogen iſt, ſo muß auch gm am Schifter horizontal ſeyn, und weil hier die Linie gim ſo lang gemacht worden, als gm auf dem Balken, ſo folgt daß auch der Punkt m am Gradſparren ſich lothrecht uͤber dem Punkt m auf dem Ballken, beſinden muß. Ferner ſtehet die Seitenflaͤche des Schifters lothrecht uͤber die Linie Xy, in welcher ing ſich auf der Balkenzulage befindet, und moo iſt hier per⸗ pendikulaͤr auf dieſer Linie gezogen worden; wird nun mo auf Xxb(als der obern Kante der vorgedachten uͤber xy lothrecht ſtehenden Seitenflaͤche des beim Mo⸗ ig. 95 B ſchraͤge Winkel deckende igen Un⸗ gen wird, j leiz 1 kken, ichneten kloth⸗ uf den 1, g m m allt worde, r ſch Von den Daͤchern. 93 auf der aceaealdn reurahe ſ 8 auch der Punkt o üben auf dun Phn 7. 4 ter lothrecht uͤber den auf den Balken be findlichen Punk t o, und folglich decket der lleinere. oder ſpitzere Winkel obm aun E chifter den groͤßeren Grundwinkel ogm. Anm. Obgleich das vorhin gezeigte des Schiftens überaus leicht und fuͤr alle Faͤlle gleich van end iſt, ſo kann es doch noch fuͤr den am nrheſſen gewoͤhnlichen F Fall, wenn die en 8 v.., 9 Hohe des Daches der halben Tiefe des Gebaͤudes gleich, auch der Wala ebenfalls die hal ess eieß Ae gohe ebel abae ſchiftet iſt, abgekuͤrzet wer⸗ den.„Es darf ſodann nur Ma.96 B am Schifter Fig. 25 C aus 4 in m „abgetragen, von m nach o er Oberflaͤche des Schiftere, der Li⸗ „nie mo oder der der Linie gm, auf der llage Fig. 96 B gleich gema „den, ſo iſt bx die Sch z ftun glini Schi Dieſes Verfahren iſt aus geametriſe In dieſem Fall nemlich, wenn die Hoͤhe des Dache Ti de iudes gleich, auch der Walm auf die halbe Tiefe des Bebandes abgeſchiftet den ſoll, ſo bildet pPæxwo in; Fig. werde 91 A ein Quadrat, und die Grundlinie Xo des; Grudſg arrens iſt die Diagonale dieſes Quadrats, oder ſie durchſchneidet die Balkenlinien unter einem Winkel von 45 Graden. Aus dieſem Grunde iſt ſodann in Fig 97 A, gm gleich mo, und go iſt die Diagonale eines Quadrats aus dieſen Linien. Stellet man ſich nun nach Fig. 97 B den Balken von der Seite anzuſehen und gm darauf bezeichnet vor; ferner, daß bxg nach der Vorausſetzung, daß das Dach die halbe Tiefe des Gebaͤudes zur Hoͤhe haben ſoll, einen Winkel von 45 Graden fuͤr die Dach⸗ flaͤche macht, ſo iſt klar daß bm Ebenfalls die Diagonale eines Quadrats von m g und a gleich og in Fig. 97 A iſt; mithin kann, um den Punkt m auf den Schiftſparren Fig. 9 C zu finden, go in Fig. 4, gleich aus der Spitze des Schifters Fig. 97 C aus b 5 m abgetragen werden; wird denn auf ſelbigen auch wie vorher mo gleich gemacht mo auf der Balkenzulage, ſo giebt bx die Abſchnittslinie. Es iſt aber beſſer, lediglich bei der erſtgezeigten Daihode zu verbleiben, weil letztere nur allein fuͤr den erwaͤhnten Fall zu gebrauchen iſt, nemlich die Erhebung der Sparren, oder die Dachflaͤche genau einen Winkel von 45„Graden, und die Spitze des Da⸗ ches einen rechten Winkel macht. Weil aber die Zimmerleute ſchon bey den gewoͤhnlichen Daͤchern die Hoͤhe derſelben nicht nach der halben Tiefe des Gebaͤudes, ſondern dadurch beſtimmen, daß ſie ¾ der Laͤnge der Balken zur Sparrenlaͤnge nehmen, ſo weicht der Wit nkel den die Sparren mit den Balken machen, ſchon etwas von 45 Graden ab und iſt groͤßer, dagegen aber der Winkel der Dachſpitze etwas unter einem rechten Winkel, wobey alſo die letztge zeigt vee ration ſchon nicht ſtatt finden wuͤrde ohne in etwas von einer accuraten Arbeit zauai weichen. Sian li veraͤndern ſich die Grundwinkel auf der Zulage und an den Se hiſter n bei ſchie⸗ fen Giebelſeiten, oder wenn die Walme ſteiler oder flaͤcher ſind, als die 2 ten. es wi ften ſich z. B. in Fig. 9s alle Schifter unter gleichen W Seiten ab, des Gradſparrens, die auf der Seite od ſind zwar wiederum unter ſich leich aber verſchieden von denen auf der Seite ab und die auf der Seite od wieder and rs als dieſe und als die Winkel gegen bf. Bei allen iſt aber die zuerſt gedachte Methode nach dem Winkel auf der Balkenzulage den Winkel am Schifter zu ſinden die nemliche, und eben ſo, um die Schiftung der Kehlſchifter an einem Kehl erren bey einem Dache mit einer Wiederkehr zu ſinden. Nur 1 die Schiftung bey den Kehlſchiftern an ihrem 48 6 wird.„Die An⸗ untern Ende vor, anſtatt daß ſie bey den Walmſchiftern oben wendung der Regel ſelbſt, wird man alſo auch hiebey bey einigem Vom Abſchif⸗ ten der Grad⸗ und Mittel⸗ ſparren der Walme. Vom Brechen der Kanten oder dem ſo⸗ genannten Abfaſen. 94 Zweiter Abſchnitt. §. 44. In die Spitze der Walme koͤnnen nach Fig. 99 entweder zwei Gradſpar⸗ ren oder auch noch ein Mittelſparren vom Walm zuſammentreffen wobei zu bemer⸗ ken, daß ſie regelmaͤßig nach Fig. 100 A alle drei in die Spitze zuſammenſtoßen, daß ſie aber zuweilen auch nach Fig. 100 B dergeſtalt zuſammengeſetzt werden, daß nur die Gradſparren die Spitze erreichen, der Mittelſparren aber zwiſchen beiden anliegt. Einigermaßen iſt es beſſer, nicht nach der verkleinerten Fig. 101 A einen Mittelſparren auf den Walmen zu ſetzen; ſondern nach Fig. 101 0 zwei Spar⸗ ren gegen die Mitte zu ſtellen, einmal, weil im erſten Fall es beſchwerlicher iſt die 3 Sparren in der Spitze zu befeſtigen, anderntheils weil der Mittelſparren bei Anbringung eines Dachfenſters in die Mitte des Walmen hinderlich iſt. In beiden Faͤllen ſind in der 99ten und 10oten Figur die Grundwinkel zu ſehen, welche dieſe Sparren auf der Balkenzulage bilden. Anm. Da auf der wirklichen Zulage kein Balken vorhanden iſt, worauf dieſe Winkel abge⸗ ſchnuͤret oder gezeichnet werden koͤnnten, ſo wird zu dieſem Behuf ein Bret 5 4 4 4 2 Brett an 2 ken genagelt, welches hier ſchrafiret iſt. an den Val⸗ Dabei iſt genau auf die Mittellinie, oder auf die, die halbe Dicke der Gradſparren bezeichnenden Linien zu ſehen, denn jeder Winkel als abo cbd, abe, und obf, Fig. 99 wird fuͤr ſich behandelt, um die Schiftung am Sparren ſelbſt, zu finden. Um dieſes Verfahren zu zeigen, ſoll Fig. 102, die eine Haͤlfte des in Fig. 99 mit X bemerkten Gradſparrens vorſtellen, wovon der eine Winkel abo ebenfalls mit abe bemerkt iſt. In der Spitze des Winkels b wird eine Linie gh perpendi⸗ kulaͤr mit der Mittellinie gezogen, und die Seitenlinie pr des Gradſpartens bis an ſelbige verlaͤngert. Nunmehro wird an den nach der Lothſchmiege zugeſchnit⸗ tenen Gradſparren, Fig. 103 das Maas ra, winkelrecht auf die Lothſchmiege 11 aus m in o getragen; oder das Winkelmaas ſo angelegt, daß das darauf bemerkte Maaß ra in den Punkt o an die Kante des Gradſparrens paſſet; nun giebt die Linie so den Abſchnitt des Gradſparrens auf einer Seite und eben ſo wird ſie fuͤr den anderſeitigen Winkel, und uͤberhaupt fuͤr alle Winkel an die Gradſparren gefunden, welches alles, wie leicht einzuſehen, auf gleichen Gruͤnden, wie beim Schiften der Schiftſparren beruhet. §. 45. Die obere Seite der Gradſparren, muß demnaͤchſt nach Maasgabe der auf ſelbigen zuſammenſtoßenden beiderſeitigen Dachflaͤchen, gebrochen, oder nach adſpar⸗ bemer⸗ ſtoßen, werden, wiſchen A eiven ei Spar⸗ icher iſt elſparren iſt. dwinkel kel abge⸗ dem Bal⸗ e Dicke s abe, ung am Fig. 99 alls mit erpendi⸗ ens bis ſchnit⸗ ge kl aarauf aſſet; e, und Winka leichen der nach Von den Daͤchern. 95 der Zimmermannsſprache abgefaſet werden. Die Richtungslinien zu derſel⸗ ben werden folgendermaßen gefunden: An der Spitze des Gradſtiches, Fig. 104 A ziehe man perpen⸗ dikulaͤr auf die in die Spitze des Gradſtiches gezogene punktirte Linie die Perpendikular⸗Linie ab; an der untern Linie de des Gradſparrens, Fig. 104 B ſetze man das Maas be, und Fig. A aus d in f, und errichte in f die Perpendikulaͤr⸗Linie gf, auf dh, ſo iſt gk das Maas der Abfaſung. Dies wird noch deutlicher zu verſtehen ſeyn, wenn man ſich in der Fig. 105 einen rechtwinklichten Durchſchnitt des Gradſparrens gedenkt, wobei ſich zeigt, daß das Holz von der Mitte bis gk weggeſchlagen werden muß. Bei rechtwinklichten Gebaͤuden, iſt dieſe Abfaſung am Gradſparren zu beiden Seiten gleich, bei ſtumpf⸗ oder ſpitzwinklichten Gebaͤuden, wo alſo die Dachflaͤchen nicht gleiche Lagen haben; iſt aber die Abfaſung ungleich, weil wie aus Fig. 106 A zu erſehen, die Gradwinkel ungleich ſind. Das Verfahren iſt aber einerlei; nur daß auf der einen Seite des Gradſparrens, Fig. 106 vo und auf der andern vg abgetragen werden muß. Der Durchſchnitt Fig. 107 A wird dies deutlich machen, nemlich auf der einen Seite muß das Holz xvo, und auf der andern das xvg abgeſchla⸗ gen werden. So wie die Gradſparren einen Ruͤcken oder Kante nach Verhaͤltniß der Dachflaͤche bekommen, eben ſo erhalten die Kehlſparren nach dieſer Maasgabe eine Vertiefung, welche nach eben den Gruͤnden, wie die vorherige Abfaſung der Gradſparren gefunden wird. Weder dieſe Vertiefung, noch die Abfaſung gehet indeſſen nicht, wie hier bloß um die noͤthige Abſtiche deutlich zu machen, gezeichnet iſt, bis unten auf die Kehlſparren herab, ſondern nur ſo weit als wie die Aufſchieblinge dar⸗ an heraufreichen, an welchen dann die Abfaſung fortgehet; nemlich die Abfa⸗ ſung des Gradſparrens gehet Fig. 107 B und dann auf den Aufſchiebling fort. Das Stuͤck des Gradſparrens bleibt viereckigt. §. 46. Das Schiften durch Abſtiche, wie es hier gelehret worden, iſt die ſicher⸗Vom Schif⸗ ten auf der ſte, und bei guten Zimmerleuten uͤblichſte Methode; es giebt aber auch noch eine andere Art von Schiften, welche man das Schiften auf der Zulage nennt; dabei werden die Gradſparren ſo auf die Zulage geleget, als wenn die ganze Dachſeite auf die Balkenlage niedergeleget waͤre. Zulage. Vom Model⸗ 3 liren der Daͤ— cher aus Kar⸗ ton oder Pappe. Zweiter Abſchnitt. Um dies recht zu verſtehen, betrachte man die 108te Figur. Weil die Sparren ¾ von der Laͤnge der Dachbalken haben, ſo wer⸗ den ſie wenn z. B. die Dachſeiten auf die Zulage niedergelegt wuͤrden, bis bbb reichen, auch der Gradſparren, deſſen oberes Ende wenn derſelbe auf⸗ recht ſtehet, bizseuht uͤber den Punkt m faͤllt, niedergelegt, die Lage ab haben. Wird alſo die Zulage ſo gemacht, daß die ¾ der Laͤnge der Balken enthaltende Sparren in mb, mb, aufgelegt werden, ſo giebt ab nicht allein ohne alle weitere Umſtaͤnde die Laͤnge des Gradſparrens, ſondern auch r-, pou. f. f. die Laͤnge der Schiftſparren. Stellet man ſich ferner den Theil aq bm pr in Fig. 109 vergroͤßert vor, ſo geben auch die Winkel vwx, vwx die Backenſchmiegen auf die Dach⸗ ſeiten der Schiftſparren, die in der erſtgezeigten Art, erſt durch Abſtiche aus den Grundwinkeln etg, etg geſucht werden mußten. Auf ebengedachte Weiſe werden auch die Walmſeiten zugelegt, nemlich die aufgeſtellt mit der Spitze lothrecht uͤber x Fig. 110A ſtehende Gradſparren, reichen, wenn ſie auf der Zulage niedergelegt ſind, bis b, und die Linien no, no rc. geben ſogleich die Laͤnge der Schiftſparren und ebenfalls gleich die Win⸗ kel der Backenſchmiegen. Es wird nun ſcheinen, als wenn dieſe Nethode die Schiftſparren ab⸗ zuſchiften weit leichter waͤre, als die zuerſt gezeigte durch Abſtiche, allein es koͤmmt hier der Umſtand vor, daß die Gradſparren nicht platt, ſondern ſchraͤg oder gekantet auf die Zulage gelegt werden muͤſſen; eine Sache die ſich nicht wohl mit Worten beſchreiben laͤßt, die aber durch die Bigur einigermaßen und nur durch ein Model vollkommen deutlich gemacht werden kann*). Dieſe ſchraͤge Lage der Gradſparren, von welcher auch der Ab ſii der Lothſchmie⸗ gen an den Schiftſparren abhaͤngt, wird aber ſelten richtig und genau getrof⸗ fen, und daher bei dieſer Art zu ſchiften ſiht etwas verſehen, ſo daß der Ver⸗ band nicht ſo Fun paſſet als wenn durch Abſtiche geſchiftet wird, daher gute Zimmerleute ſich beſtaͤndig der letztgedachten Art bedienen. Anm. Der Gradſparren muß beim Abſchiften der langen Dachſeite auf einer Seite ſchraͤg vorgelegt werden, wie Fig. 110 B, und dann beim Abſchiften des Walms wird derſelbe wieder auf der andern Seite ſchraͤg vorgelegt, nach Fig. 110 C. §. 47. Man kann ſich auf keine beſſere Weiſe einen richtigern Begriff von Daͤchern machen, als wenn man ſich Modelle davon aus Karton oder aus an⸗ dern ſtarken Papier macht, worauf man ſodann auch die ganzen ſowohl als die Grad⸗ „9„——,—++ Sepf —— o wer⸗ en, bis de auf⸗ haben. thaltende öhne alle . f. ſ. die ergroͤßett de Dach⸗ ſtiche aus nemlich ſparren, ien no, ie Win⸗ arren ab: allein es n ſchräͤg ich nicht ermaßen Dieſe hſchmie⸗ getrof⸗ er Ver⸗ er gute tte ſchng d derjelhe f von 1s an⸗ als die Grad⸗ Von den Daͤchern. 97 Grad⸗ und Kehlſchiftſparren, Kreutzbaͤnder ꝛe. auftragen, und alles nach dem Magasſtabe meſſen kann, welches beſonders zur Anfertigung eines Anſchlages von dem erforderlichen Holze, und zugleich von den benoͤthigten Bedachungs⸗Ma⸗ terialien zu einem Dache ſehr bequem iſt. Zuvoͤrderſt alſo die Anfertigung der Dachſeiten oder Klappen zu einem Modell von einem regulaͤren Dache mit ganzen Walmen, welche mit den langen Dachſeiten gleichen Abfall haben. Wenn in Fig. 111 A ab und ab gleich iſt cb oder bd d. i. der hal⸗ ben Tiefe des Gebaͤudes und die Anfallspunkte der Giebel a und a beſtimmt ſind, ſo traͤgt man od aus dieſer Figur, in Fig. 111 B in xx und macht bw gleich der Haͤlfte von xx ſo iſt xw und Xw die Laͤnge der Sparren. Macht man nun on, on, und dm, dm gleich Xw, und ziehet die Linien op, op, bis in q—%. q—. dann aber od, od und da, dq; ſo ſind dies die langen Dachſeiten und q, 9,—. g die Anfallspunkte der Walme. Ferner, wenn man die Diagonale oa oder da, beſonders in Fig. 111 C aus a in c und die Dachhoͤhe, ae, auf⸗ traͤgt, ſo iſt oe die Laͤnge der Gradſparren. Macht man nun aus den Punkten c und d in Fig. 110 A mit dieſer Laͤnge ce der Gradſparren, die Durch⸗ ſchnittspunkte k, k, ſo geben die Dreiecke odf die Groͤße der Walmſeiten. Hat man dieſes nun auf Karton oder anderm ſtarken Papier aufgetragen, und ſchnei⸗ det die Contour nach den ſtark ausgezogenen Linien aus, ſo hat man das Netz oder die Klappen nach dem verjuͤngten Maasſtabe, um, wenn man dieſe Klappen an den Grundlinien cc, od, od und db einwaͤrts zuſammenbiegt, das Mo⸗ dell dieſes Daches darzuſtellen, auf welches man, wie aus der perſpectiviſchen Zeichnung, Fig. 112 zu erſehen, die ganzen ſowohl als die Schiftſparren zeich⸗ nen und meſſen kann. Bei Gebaͤuden mit ſchiefen Giebelſeiten iſt das Verfahren anders; z. B. man will das Dach auf dem Gebaͤude abod Fig. 113 Ain ein Modell brin⸗ gen: und zwar wollen wir erſt den Fall mit geraden Giebeln annehmen wo beidie Dachhoͤhe ek der halben Tiefe,(rechtwinklich genommen) gleich ſeyn ſoll. Traͤgt man alſo ke in Fig. 113 B beſonders auf und macht eh gleich der Dachhoͤhe, ſo iſt fh die Sparrenlaͤnge; ziehet man nun in Fig. 113 A in der Entfer⸗ nung fh die Parallellinien ik und Im, ſo bezeichnen ſolche die Breite der Dachſeite. Um aber die Punkte nopg zu finden, welche, wenn die Klappen zuſammen geſchlagen werden, lothrecht uͤber x und* ſtehen, oder die Giebel⸗ ſpitze ausmachen ſollen, muß man auf die Mittel⸗Linie Xe die Perpendikulaͤr⸗ linien np und og ziehen; da wo nnn ſelbige die Parallellinien ik und 1m N 98 Zweiter Abſchnitt. ſchneiden, ſind die erwehnten Punkte, und nabo, opqd, geben die Contourli⸗ nien der Klappen fuͤr die langen Dachſeiten. Macht man ferner mit an und cp den Durchſchnitt s, ſo hat man den Giebel, welcher auf der andern Seite eben ſo gefunden wird. Das Netz zu einem ſolchen Dache mit Walmen wird gefunden, wenn, wie vorher gezeiget worden, in Fig. 114 A die Parallellinien ab und od in einer der Sparrenlaͤnge gleichen Entfernung, gezogen werden, welche Sparrenlaͤnge durch die rechtwinklichte Zuſammenſetzung der halben Tiefe mg und der Hoͤhe des Dachs gh in Fig. 114 B, gefunden wird, ſo daß mh dieſe Sparrenlaͤnge giebt. Beſtimmt man ferner die Punkte ee Fig. 114 A dadurch daß ve und ve der halben Breite des Gebaͤudes(winkelrecht genommen) gleich gemacht werden, ſo ſind ee die Anfallspunkte, und die aus dieſen Punkten gezogene perpendikulaͤren Linien beſtimmen in oo und pp, diejenigen Punkte, welche, wenn die Klappe umgeleget wird, lothrecht uͤber e und e zu ſtehen kommen. Da hier die Walme ſchief ſind, ſo muß die Laͤnge eines jeden Grad⸗ ſparrens beſonders geſucht werden. Man traͤgt alſo in Fig. C, me beſonders auf, und in e die Dachhoͤhe bis in n, ſo iſt mi die Laͤnge des Grades uͤber me, mit welcher Laͤnge außerhalb der Figur ein Stuͤck Kreisbogen gezogen wird. Traͤgt man in Dere und en aunf, ſo giebt rn die Laͤnge des Grad⸗ ſparrens uͤber re; durchſchneidet man mit dieſer Weite den vorgedachten Bo⸗ gen in n, ſo iſt daſelbſt die Spitze des Walms, oder derjenige Punkt, welcher bei Umlegung der Walmklappen rum lothrecht uͤber e fallen wird. Auf der andern Seite verfahre man eben ſo, ſo erhaͤlt man das Modell dieſes Walm⸗ daches. Wenn ein ſolches irregulaͤres Gebaͤude zugleich eine Wiederkehr hat, wie Fig. 115 ſo wird der Fall zwar etwas komplizirter, im Grunde aber iſt es daſſelbe, und man hat eben ſo wie vorher bei dem Theil abod und bei cefd, zu verfahren; nur kommen die Klappen von den Seiten ac und ce wie aghe und cike uͤbereinander zu liegen, weshalb nachdem die erſte Vor⸗ zeichnung gemacht worden, jede beſonders aus Karten auszuſchneiden iſt. In dem Fall, daß ein Gebaͤude auf einem Giebel breiter als auf dem andern iſt, wie Fig. 116 A, wird die kleinſte Seite ab in zwei Theile getheilt, und darnach die vordere Dachflaͤche regulaͤr beſtimmt, oder die Linie um zur Forſt angenommen. Um nun das Modell darzuſtellen, ſucht man die Sparren⸗ laͤnge indem man wie gewoͤhnlich in Fig. 116 B mb und die Dachhoͤhe bh gleich mb, winkelrecht zuſammenſetzt, wo alsdenn mh die Sparrenlaͤnge iſt. LTontourſi⸗ an und ern Seite en, wenn, nd ed in parrlänge der dihe arrenling aß ve und h gemacht n gezogene k, welche, ommen. en Grad⸗ beſonders odes uͤber n gezogen des Grad⸗ chten Bo⸗ t, welcher Auf der s Walm⸗ ehr hat, aber iſt und bei und ce ſte Vor⸗ am zur parren⸗ 1 he bh nae iſt. Mit dieſer Weite wird die Parallellinie op gezogen, und alſo die vordere Dachſeite durch xopb beſtimmt. Um aber die Dachſeite auf der ſchiefen Seite zu beſtimmen, muß aus m eine Linie perpendikulaͤr auf va gezogen und die Sparrenlaͤnge mh aus a in y daran geſetzt werden. Eben ſo wird eine Perpendikulaͤrlinie mit va aus n gezogen, und die Sparrenlaͤnge vz aus v daran abgeſtochen, wo alsdann vZya dieſe Dachſeite iſt. Die Sparrenlaͤnge vz wird aber aus der winkelrechten Zuſammenſtel⸗ lung Fig. C von vIn und der Dachhoͤhe gleich nx, gefunden. Anm. Wenn man ſich das Verfahren bei dieſen Beiſpielen genau bekannt gemacht haben wird, beſonders gleich durch Nachahmung und Ausſchneiden der Figuren, ſo wird es nicht ſchwer fallen zu den irregulaͤrſten Gebaͤuden die Dachflaͤchen zu finden und derglei⸗ chen Modelle darzuſtellen, welches in ſchwierigen Faͤllen von großem Nutzen iſt um der Vorſtellungskraft zu Huͤlfe zu kommen, wie ſchiefe und in einander laufende Daͤcher am beſten anzugeben ſind. §. 48. Haͤngewerke werden diejenigen Verbindungen bey der Zimmerarbeit Von den genannt, wo die Balken und Decken, welche wegen Gebrauch des freien Raums, Songen un. durch innere Scheidwaͤnde, Unterzuͤge oder aufrecht ſtehende Saͤulen nicht von ken uͤber⸗ unten unterſtuͤtzet werden duͤrfen, an die daruͤber angebrachte Streben und Saͤu⸗ haupt. len durch eiſerne Bolzen dergeſtalt befeſtiget werden, daß ſie nicht nach unter⸗ waͤrts herunter biegen oder ſich ſenken koͤnnen. Ein Sprengwerk heißt die⸗ jenige Conſtruktion, wo dergleichen Balken und Decken durch unterwaͤrts ange⸗ brachte Streben erhalten werden. Gemeiniglich iſt beides vereiniget, ſo daß laſtende Decken uͤber Gebaͤude und uͤber Bruͤcken, durch Haͤnge⸗ und Sprengewerke zugleich, gehalten und unterſtuͤtzet werden. Wie Balken und Decken von 24 bis 30 Fuß Laͤnge uͤber einzelne Zimmer in den Gebaͤuden in der Art gehalten und verſichert werden, iſt ſchon im Vor⸗ herigen vorgekommen, und man hat es dabey ſchon einigermaſſen mit Haͤnge⸗ und Sprengewerken zu thun gehabt. Wenn aber Gebälke uͤber die ganze und oͤfters anſehnliche Tiefe der Ge⸗ baͤude frei liegend erhalten werden ſollen, ſo erfordert ſolches ſchon umſtaͤndlichere Veranſtaltungen die im folgenden vorkommen. Anm. Bey einzelnen Zimmern, welche etwa die vorgedachte Tiefe von 30 Fuß haben, kann vorausgeſetzet werden, daß gemeinhin hinter ſelbigen noch eine Reihe, minder tiefer Zim⸗ mer, und mithin noch eine Mittelwand vorhanden iſt, auf welcher die ganz durchgehende Balken aufliegen, daher iſt es ſo ſchwer nicht den uͤbrigen Theil der Balken auf einer N 2 Von den Daͤchern. 99 — — —— — haͤuſig Zweiter Abſchnitt. gewiſſen Weite freiliegend zu erhalten, als wenn ein Balken bloß mit ſeinen beiden En⸗ den aufliegt, und ſeine groͤßte Wuͤrkung zum Herunterbiegen in der Mitte deſſelben aͤu⸗ ßern kann. Die Kunſt hat es in dieſem Stuͤcke ſehr weit gebracht, und es exiſtiren dergleichen Haͤnge⸗ und Sprengewerke, ſo wohl bei Gebaͤuden als bei Bruͤcken, welche als große Meiſterſtuͤcke der Zimmermannskunſt gelten koͤnnen.) große An Ich fuͤhre davon nur hier das Exerzierhaus in Darmſtadt an. In dem October⸗ Stuͤck vom Jahre 1784 des Journals von und fuͤr Deutſchland, befindet ſich davon folgende Beſchreibung: „Dieſes Gebaͤude, beinahe das einzige in ſeiner Art, iſt von dem Fuͤrſtl. Baumeiſter „Schubknecht in einer Zeit von 9 Monaten aufgefuͤhret worden: denn es wurde der An⸗ ‚fang damit im Anfang des Maͤrz 1771 gemacht, und zu Ende des Novembers in dieſem „Jahre war es ſchon vollendet. Die ganze Laͤnge iſt 319, und die Breite 131 rheiniſche Fuß „im Lichten. Das innere des Gebaͤudes iſt ganz frey, von keiner Saͤule unterſtuͤtzt, und „jeder Fremde der zum erſtenmal in daſſelbe tritt, wird durch die unerwartete Weite „auf eine angenehme Art uͤberraſcht. Seine ganze Hoͤhe betraͤgt 83 Fuß; allein es iſt „ſonderbar, daß das eigentliche Gebaͤude nur 32 Fuß davon einnimmt, und die uͤbrigen „51 Fuß das Dach ausmachen; es wuͤrde einen Mißſtand verurſachen, wenn nicht der „Baumeiſter durch eine wohl erfundene Taͤuſchung die ungewoͤhnliche Hoͤhe deſſelben ge⸗ „mindert haͤtte indem er das deutſche Dach gleich einem Manſardedach gebrochen vorge⸗ „ſtellet. Das Riſalit mit ſeinem gebrochenem Dache und Fronton traͤgt noch viel zur „Verkleinerung des hohen deutſchen Daches bey, und es iſt auf dieſe Art ein unvermeid⸗ „licher Fehler des Gebaͤudes gluͤcklich verſteckt worden. Ueberhaupt ſcheint der Baumei⸗ „ſter hierin eine beſondere Staͤrke zu beſitzen. Die Schornſteine, 16 an der Zahl, die „einem Gebaͤude von dieſer Beſtimmung gewiß nicht gut laſſen wuͤrden, wenn ſie uͤber „das Dach hervorragten, werden von niemand bemerkt; ſie ſind in den dicken Mauern „bis unter das Dach gefuͤhret und alsdenn ſo geſchleift, daß ſie den Rauch durch die „Dachfenſter wegbringen. Das aͤußere Anſehen des Gebaͤndes iſt einfach und ſolid. Die „Mauern am Riſalit haben 9 Fuß, und die am uͤbrigen Theil des Gebaͤudes 6 Fuß in der „Dicke. Die Kontreforts, welche eine Art von Arkade formiren, geben den Waͤnden „eine deſto groͤßere Staͤrke, welche allerdings noͤthig iſt da die ganze Laſt des Haͤnge⸗ „werks und Daches auf denſelben ruhet. Alle an dieſem Gebaͤude angebrachte Verzierun⸗ „gen haben auf ſeine Beſtimmung einen gewiſſen Bezug. In dem Fronton iſt das Fuͤrſtl. „Wappen ꝛc. Das ganze Gebaͤude ſtehet rundum frey, auf der einen Seite ſtoͤßt der „herrſchaftl. Garten, auf der andern der Paradeplatz auf daſſelbe, welcher mehrere hun⸗ „dert Quadratſchritte enthaͤlt.“. Naͤchſtdem ſind in unſern Gegenden das Reithaus in Schwedt und das Exerzierhaus in Potsdam merkwuͤrdig. m. Da weder die Abſicht dieſer Schrift noch die dabey angenommenen Grenzen der abzuhandelnden Gegenſtaͤnde, es unumgaͤnglich erforderten, anderntheils aber weil der einmal feſtgeſtellte Preis dieſes Handbuchs, deſſen Erhoͤhung leider wohl nicht von allen gut ge⸗ heißen werden moͤchte, ſchon mit der angewachſenen Anzahl von Figuren und Kupfern nicht mehr in Verhaͤltniß ſtehet, ſo habe ich mich genoͤthigt geſehen die Zeichnung und Beſchreibung von erſterem Gebaͤude im dritten Stuͤcke der Sammlungen nuͤtzlicher Aufſaͤtze die Baukunſt betreffend, mitzutheilen. Von einem Theile des letztge⸗ dachten Gebaͤudes iſt aber bei gegenwaͤrtigem Werke eine Zeichnung befindlich. beiden En⸗ eſſelben au⸗ à eriſtiren en als bei Rünen.) dem deiober⸗ befudat ſich tl. Baumeſſter durde der Am⸗ bers in dieſem rheiniſche Fuß unterſtütt, und vartete Weite allein es iſt die uͤbrigen nn nicht der deſſelben ge⸗ kochen vorge⸗ noch viel zur in unvermeid⸗ der Baumei⸗ er Zahl, die venn ſie uͤber cken Mauern ch durch die ſolid. Die 5 Fuß in der den Winden des Haͤnge⸗ Verzierun⸗ ldas Fuͤrſtl. ſtoßt der ihrere hun⸗ und das Grenzen der dereinmal len gut ge⸗ d Kupfern hnung und ütlich er des letztge⸗ Von den Daͤchern. 101 Anweiſungen, oder vielmehr Muſter zu großen Haͤnge⸗ und Sprengewerken, ſind in den vorzuͤglichſten Buͤchern uͤber die Zimmermannskunſt anzutreffen. Die beſte Anweiſung giebt Reuß in ſeiner Zimmermannskanſt. M. ſ. auch Stieglitz Ency. der Baukunſt 2ter Theil, ingleichen Meinerts landwirthſchaftliche Baukunſt, Iter Theil. Reuerlich iſt auch eine Schrift unter dem Titel: praktiſche Anweiſung, wie Decken durch neue Spreng⸗ und Haͤngewerke zu bauen, nebſt Beſchrei⸗ bung eines Exerzierhauſes mit zwey Kaſernen, mit 12 Kupfertafeln. Gieſen 1796 vom Herrn von Cancrin erſchienen; allein es ſind darin ungeheure Haͤnge⸗ und Sprengewerke dergeſtalt vorgeſtellet, daß ſie wohl auf dem Papiere, nicht aber in der Wuͤrklichkeit exiſtiren koͤnnen. Große, oder ſolche Haͤnge- und Sprengewerke, die einen ſehr breiten Raum uͤberſpannen, ſind nicht nur wegen des dazu benoͤthigten ſtarken Holzes und des vielen Eiſens, an ſich ſehr koſtbar ſondern ſie erfordern auch ſtarke und gut verbundene Geruͤſte um ſie aufzurichten, und vorzuͤglich kann man nur die Anfertigung derſelben geſchickten Zimmerleuten anvertrauen; dergleichen Werke muͤſſen daher nur in ſeltenern Faͤllen, als bei großen Kirchen, Reithaͤuſern, Opern⸗ und Schauſpiel⸗Haͤuſern, in Anwendung kommen. Weil nun dergleichen Bau⸗ ten außer den vorgezeichneten Grenzen dieſes Werks liegen, ſo wird nur dasje⸗ nige angefuͤhret werden, was zur Conſtruction mittelmaͤßiger Haͤngewerke, als bey nicht uͤbermaͤßig breiten Kirchen, bey Schauſpielhaͤuſern in mittelmaͤßigen Staͤdten, bey Reit⸗ oder Exerzierhaͤuſern fuͤr kleine Garniſons ꝛc. gehoͤret. Anm. Die Haͤnge⸗ und Sprengewerke moͤgen ſo gut gearbeitet ſeyn, als es nur ſeyn kann, ſo ſetzen ſie ſich doch gemeiniglich um etwas; ſind nun verſchalte, berohrte und geputzte Decken vorhanden, ſo wird man immer kleine Riſſe an ſelbigen gewahr werden. Theils we⸗ gen dieſes Umſtandes, theils wegen der Koſtbarkeit der Haͤngewerke, iſt anzurathen, ſolche im gewoͤhnlichen Bauweſen nur im hoͤchſten Nothfall anzuwenden; z. B. bei dem Raum uͤber den Buͤhnen in Sauſpielhaͤuſern, bei Exerzierhaͤuſern und Reitbahnen, wo ſchlechter⸗ dings keine Unterſtuͤtzung durch Saͤulen ſtatt finden darf; dagegen aber laſſe man lieber bei Kirchen die Chorſaͤulen, bis unter die Balken gehen, verſehe die Unterzuͤge mit archi⸗ travirten Geſimſen, und laſſe die Balken darauf aufliegen; bleibt der Raum zwiſchen den derſeitigen Chorſaͤulen ſo dann noch zu groß, ſo bedarf es doch nur eines weit leichtern Haͤngewerks, als wenn die Balken bloß durch ein Haͤngewerk gehalten werden ſollen. §. 49. Zur naͤhern Kenntniß der Haͤnge⸗ und Sprengewerke uͤberhaupt, iſt zl De he voͤrderſt folgendes anzumerken; wenn zwey Streben oa und ob Fig. 117 mit ihren werken vor⸗ untern Enden in einer feſten Unterlage, wie hier der mit ſeinen Enden feſt auf⸗ kommenden liegende Balken ab verzapft und mit Verſatzungen gegen das ſeitwaͤrts Ausgleiten, Seclen geſichert ſind, ſo koͤnnen ſie ein vertikales Holz od, worin ſie ebenfalls mit Verſatzungen eingelaſſen ſind, nicht nur in ſeiner Stellung, d. i. ohne daß es herunterwaͤrts ſinken kann, erhalten, ſondern es kann noch unten an dieſem ver⸗ 102 Zweiter Abſchnitt. tikalen Holze od, welches eine Haͤngeſaͤule genannt wird, eine Laſt ange⸗ haͤngt werden. Dieſe iſt hier der Balken ab ſelbſt, der in ſeiner Mitte, ver⸗ mittelſt eines Eiſens,(Haͤngeeiſens) an gedachten Haͤngeſaͤulen befeſtiget iſt, wodurch derſelbe alſo gehalten, und gegen das Herunterbiegen in ſeiner Mitte, geſichert wird, welches der Endzweck der Haͤngewerke iſt. Anm Auf fremde ſtarke Belaſtung uͤber Gebaͤlke die durch Haͤngewerke gehalten werden, kann und muß nicht gerechnet werden, indem es ſchon genug iſt lange Balken oder breite Decken an ſich ſelbſt, durch die Kunſt zu erhalten. Eben ſo kann man zwey Haͤngeſaͤulen ab und ed Fig. 118, wenn ſolche vermittelſt eines Spannriegels ek verbunden ſind, als eine anſehen, und beide werden durch die in vorgedachter Art dagegen geſtellten Streben gh und ik nicht nur ſelbſt vor dem Herunterſinken erhalten, ſondern es kann noch der Balken 1m in zwey Punkten daran gehaͤngt, und deſto mehr vor dem Nie⸗ derſinken bewahret werden. Es wuͤrde aber uͤberfluͤſſig ſeyn, bey einer fortlaufenden Balkenlage ei⸗ nes Dachwerks auf jeden einzelnen Balken, eine ſolche weitlaͤuftige Vorrichtung zu machen, ſondern es werden dergleichen Haͤngeſaͤulen nur auf den 3ten und 4ten Balken, z. B. in Fig. 119 auf die Balken ab, od und ef errichtet, un⸗ ter die Haͤngeſaͤulen aber Traͤger i und k quer uͤber die Balken, wie die Linien Im und no zeigen, angebracht. Dieſe Traͤger ſind nun an den Stellen ab odef und gh, wo die Haͤngeſaulen, befindlich, an ſelbige zuſammt denen darun⸗ ter befindlichen Balken durch Haͤngeeiſen, wie in i und k zu ſehen, befeſtiget. Da nun die Traͤger auf dieſe Weiſe von den Haͤngeſaͤulen gehalten werden, ſie ſelbſt aber von der Staͤrke zu nehmen ſind, daß ſie(ihrer Laͤnge nach) in den Weiten von einer Haͤngeſaͤule zur andern, d. i. etwa uͤber 2 bis 3 Bal⸗ ken, und alſo hoͤchſtens auf 12⸗14 Fuß, ſich nicht herunterwaͤrts biegen koͤnnen, ſo duͤrſen die mit qars ꝛc. bemerkte Zwiſchenbalken, nur mit Bolzen an die Traͤ⸗ ger angehaͤngt werden, wie ſolches durch die ſchwarzen Punkte auf die Traͤger angedeutet iſt, und ſo entſtehen in den Daͤchern mit Haͤngewerken ebenfalls Binder und Lehrgeſpaͤrro wie bey andern Daͤchern. Schon eine natuͤrliche Vorſtellung giebt zu erkennen, daß je ſteiler die Streben ab und od Fig. 120 gegen eine Haͤngeſaͤule geſtellet werden, deſto kraͤftiger ſelbige durch dieſe Streben erhalten wird; allein man ſiehet auch, daß in dieſem Fall die Streben unten deſto naͤher an die Haͤngeſaͤulen treten, und daß alſo bey einer gegebenen Breite eines Gebaͤudes, oder bey der beſtimm⸗ ten Laͤnge eines Balkens gi, in dieſem Fall die Streben zu weit auf die Theile ſt ange⸗ ite, ver⸗ ſiget ü, er Mitte, lten verden, oder hraite §, wenn hen, und a gh und noch der dem Nie⸗ lage ei⸗ richtung zten und htet, un⸗ ie kinien ellen ab n darun⸗ efeſtiget. gehallen Länge Bal⸗ nen, ſo e Traͤ⸗ Traͤger denfalls iiler die „ deſto auch, treten, ſtimm⸗ Theile Von den Daͤchern. 103 des freiliegenden Balkens, welche zum Einbiegen geneigt ſind, zu ſtehen kom⸗ men, und daß mihhin ihr Stand unſicher wird, auch daß mit dieſem Umſtand ihre Kraft zur Unterſtuͤtzung der Haͤngeſaͤulen geſchwaͤchet wird. Wollte man aber dieſer Unſicherheit dadurch entgehen, die Streben naͤher gegen die Enden der Balken, und dennoch ſo ſteil, als gh und ik zu ſtellen, oder in gleicher Richtung mit ab und od, ſo ſiehet man, daß die Stre⸗ ben ſammt der Haͤngſaͤule deſto laͤnger werden muͤßten, wodurch die Streben wiederum in der Art geſchwaͤchet wuͤrden, daß ſie ſeitswaͤrts ausbiegen und bre⸗ chen koͤnnten, anderntheils wuͤrde eine ſolche Verbindung ungemein hohe Daͤ⸗ cher erfordern, welche theils des ſchlechten Anſehens, theils der Koſten halber, nicht zu geſtatten ſind; man ſiehet alſo hieraus daß die Stellung der Streben ihre Grenze hat; hierbey iſt zu erwaͤgen daß unter andern die gewoͤhnliche Form unſerer Daͤcher die Stellung der Streben beſtimmt. Bei ſelbigen befinden ſich die Sparren ab und ac Fig. 121 in einer Lage von 45 Graden, mit dem horizontal liegenden Gebaͤlke bo; ſollen nun die Streben ſo wie dieſe, ſich nahe an dem Ende der Balken befinden, ſo wuͤrde man ſelbigen ebenfalls keine ſtei⸗ lere Stellung als die von 45 Graden geben koͤnnen**); um aber doch ein mehreres zu thun oder um die Streben ſteiler ſtellen zu koͤnnen, erhoͤhet man alſo diejenigen Daͤcher unter welchen Haͤngewerke angebracht werden ſollen, gerne um etwas. *) Die Statik lehret, daß die Streben in dieſer Stellung mit gleicher Kraft gegen die Bal⸗ ken, und gegen die Haͤngeſaͤulen wuͤrken, oder daß ſie eine gleiche Kraft anwenden, um das vor den Zapfen beſindliche Holz des Balkens hinwegzuſchieben, als um die Haͤnge⸗ ſaͤule oben durch die Verſatzungen, zu halten. Da die mit Haͤngewerken verſehene Daͤcher ebenfalls vermittelſt der Dachraͤhme ihre gehoͤrige Verbindung nach der Laͤnge erhalten muͤſſen, ſo werden gemeiniglich liegende Dachſtuͤhle dabey angebracht, Fig. 122, und die Streben ab gegen die Haͤngeſaͤule bo auf den Kehlbalken geſtellt. Der Kehl⸗ balken iſt dabey durch die Haͤngeſaͤule durchgezogen; ſelbiger wuͤrde nun von der Haͤngeſaͤule in etwas niedergedruͤckt werden, wenn er nicht durch Streben unterſtuͤtzt wuͤrde, die entweder wie bei den liegenden Dachſtuͤhlen mit ihrem untern Theil in die Dachſtuhlſchwelle mn, oder nach Fig. 122 auf eine beſ⸗ ſere Art mit tuͤchtigen Verſatzungen in den Balken geſtellt werden, wie bei od zu erſehen. Durch dieſe Strebebaͤnder wird der Kehlbalken in Stand ge⸗ ſetzt, zur Aufrechthaltung der Hangeſaͤule beizutragen Dieſe Streben koͤnnen ſich zwar nicht in der zur Unterſtuͤtzung wirkſamſten Stellung befinden; allein, um ſel⸗ biger ſo nahe als moͤglich zu kommen, oder um dieſe Baͤnder moͤglichſt ſteil zu 104 Zweiter Abſchnitt. ſtellen, iſt die vorgedachte Erhoͤhung der Dachſpitze um ſo noͤthiger*); auch der Umſtand, erfordert ſolches, daß zwiſchen der Spitze des Daches und den Punkt, wo die Streben in die Haͤngeſaͤulen eingelaſſen werden, ſich Holz genug befinden muß, gegen welches die Haͤngeſaͤulen ſteifen kann.**). *) Es giebt freilich auch Haͤngewerke unter ſehr flachen Daͤchern, 3. B. bei dem hieſigen Opernhauſe, allein, da muß denn ungeheuer ſtarkes Holz und vieles Eiſen dasjenige er⸗ ſetzen, was durch eine mit mehrerer Sparſamkeit auszufuͤhrende Conſtruction, nicht er⸗ reicht werden kann; auch ſtarke Mauern, gegen welche von unten Sprengewerke ange⸗ bracht werden koͤnnen, thun dabei das ihrige.. **⁴) Zwiſchen den liegenden Stuhlſaͤulen, werden zu mehrerer Verbindung nach der Laͤnge, die gewoͤhnlichen Kreutzbaͤnder angebracht, welche aber mit den Haͤngewerken ſelbſt nichts gemein haben. Bekanntermaßen ſoll ein horizontal liegender Balken nicht uͤber 20 Fuß frei, oder ohne Unterſtuͤtzung bleiben; ſind nun die durch ein Haͤngewerk zu be⸗ feſtigende Balken etwa 50 Juß lang, ſo wuͤrden eine oder hoͤchſtens zwei Haͤn⸗ geſaͤulen erſordert, wie ſich ſolches aus der folgenden Beſchreibung ſolcher Haͤnge⸗ werke, am beſten ergeben wird. Was demnach das Detail der Conſtruction der Haͤngewerke betrift, ſo iſt fuͤr die gemeinſten Faͤlle folgendes zu wiſſen noͤthig. Die Haͤngeſaͤulen werden gewoͤhnlich doppelt, oder nach Fig. 123 aus zwei nach der Laͤnge des Daches platt gegen einander geſtellten oder in einander verzahnten(oder verſchraͤnkten) ſtarken Stuͤcken Holz gemacht. Anm. Ueber das Verzahnen oder Verſchraͤnken der beiden gegeneinander ſtehenden Stuͤcke einer Haͤngeſaͤule, ſind die Meinungen noch getheilt, denn einige halten es beſonders we⸗ gen des noͤthigen ſtaͤrkern Holzes fuͤr uͤberfluͤſſig, weil doch beide Stuͤcke an verſchiedenen Orten, und hauptſaͤchlich da wo die Tragebaͤnder eingreifen, oder wo die Spannrie⸗ gel und Kehlbalken durchgehen, gut zuſammengebolzet ſeyn muͤſſen. Ich mag hieruͤber im Allgemeinen nicht entſcheiden, weil es ſehr darauf ankoͤmmt, in wie ferne die Arbeit flei⸗ ßig und gut gemacht wird; allein wo letzteres nicht mit voͤlliger Gewißheit zu erwarten iſt, rathe ich zum Verzahnen, weil dadurch eine innigere Verbindung beider Hoͤlzer mit⸗ einander bewuͤrkt, und durch vorgedachte Verbolzung doch mehrere Dauerhaftigkeit fuͤr die Folge erhalten wird. In dem Laͤngenprofil zeigen ſich alſo beide Stuͤcke Holz, woraus eine ſolche Haͤngeſaͤule zuſammengeſetzt iſt, in dem Queerproſil aber iſt nur die Staͤrke des einen Stuͤck Holzes ſichtbar. Es iſt faſt unumgaͤnglich noͤthig, daß eine jede Haͤngeſäule aus zwei Stuͤcken Holz gemacht wird, da alle durch die Tiefe des Daches gehende Ver⸗ bandſtuͤcke in den Bindern, als die Kehlbalken a und die Spannriegel b, mitten durch die Haͤngeſaͤule wie in B zu ſehen, in ihrer vollen Staͤrke durchgehen muͤſſen, und dennoch an den Seiten von den Haͤngeſaͤulen etwas Holz*) uͤbrig ) auch 3 und den dalß genug 1 o Lee den hieſigen tion, mit er⸗ gewerde uae h der Läng, werken ſelbſt ber 20 Fuß verk zu be⸗ zwei Haͤn⸗ er Haͤnge⸗ betrift, ſo 123 aus t einander den Stiͤcke ſonders we⸗ erſchiedenen Spannrie⸗ Hieruͤber im Nrbeit ſlei⸗ erwarten ölzer mit⸗ gkeit für us eine Starke mitten gehen 4*) uͤbrig Von den Daͤchern. 105 uͤbrig bleiben muß, um die unten daran gehaͤngte Laſt der Balken tragen zu koͤnnen. Anm.»⸗) Das iſt etliche Zoll breit, indem eine undenkliche Kraft dazu gehoͤrt, ein nur ſchwaches Stuͤck Holz auseinander zu reißen. Verſuche haben erwieſen, daß ein Stuͤck Kiehnenholz, welches einen Quadratzoll im Durchſchnitt ſtark iſt, 2580 Pfund oder 2377 Centner ohne zu zerreißen, mit Sicherheit tragen konnte. Jedes der beiden Stuͤcke Holz, woraus eine Haͤngeſaͤule zuſammengeſetzt wird cd, ſey 10 Zoll breit, und ck 9 Zoll ſtark, ſo bleiben ſelbige, ohne die Verzah⸗ nung, welche 2 bis 3 Zoll in beiden Stuͤcken betraͤgt, zuſammen gh, 18 Zoll breit. Die durchgehende Hoͤlzer als z. B. die Spannriegel, welche einigermaßen mit zur Auf⸗ rechthaltung der Haͤngeſaͤulen beſtimmt, und daher die ſtaͤrkſten Stuͤcke ſind, welche durch erden wie alle zum Tragen beſtimmte Hoͤlzer, hoͤher als breit die Haͤngeſaͤulen gehen, w b gemacht; angenommen 9 Zoll breit, ſo bleibt von der doppelten Haͤngeſaͤule, auf jeder Seite noch 41 Zoll uͤbrig, welche zuſammen 9 Zoll ausmachen. Da aber bei den Streben oder Baͤndern mit ihren Verſatzungen, durch welche eigentlich die Haͤngeſaͤulen gehalten werden, Hirnholz auf Laͤngenholz trift, und alſo die Haͤngeſaͤulen ſich eindruͤcken, auch bei einiger Laͤnge derſel⸗ ben leicht ſeitwaͤrts ausbiegen koͤnnen, ſo hat man gegentheils Urſache, die Schwaͤchung dieſer Stuͤcke durch Ueberſchneiden auf alle Weiſe zu vermeiden. In einem jeden gut entworfenen Haͤngewerke wird man finden, daß nicht darauf gerechnet worden, daß die Sparren die Laſt tragen, oder die Haͤn⸗ geſaͤulen aufrecht erhalten ſollen. Betrachtet man aus dieſem Geſichtspunkte die mehreſten Zeichnungen, oder auch manche ausgefuͤhrte Hängewerke, ſo wird man, wie Fig. 124, in der vorgedachten unrechten Abſicht, die Sparren oben an der Haͤngeſaͤule bei a mit einer Verſatzung angedeutet finden. Eine Strebe von bedeutender Laͤnge und dabei von der geringen Staͤrke eines Sparrens, wuͤrde als Strebe eine ſehr un⸗ vollkommene Wirkung leiſten; waͤre ſie auch von recht geſundem und zaͤhem Holze, ſo wuͤrde ſie bei der geringſten Senkung der Haͤngeſaͤule, ſich krumm bie— S gen, und den Zapfen des Kehlbalkens zerbrechen; da alſo die Sparren nicht als uͤberfluͤſſig, und hinlaͤnglich, wenn die uͤber die Haͤngeſaͤulen treffende Sparren mit einem gewoͤhnlichen Zapfen in die Balken, und oben bey v mit ihrer vollen Dicke, nach Fig. 123 A und B in die doppelten Haͤngeſaͤulen zuſammenſtoßen, und jeder mit einem hoͤlzernen Nagel vernagelt wird. Was aber die eigentlichen Strebe⸗ oder Tragebaͤnder betrift, vermittelſt welcher die Haͤngeſaͤulen getragen werden ſollen, ſo muͤſſen ſolche nicht allein da (wo ſie unten aufſtehen) mit einem Zapfen und Verſatzung verſehen werden, ſondern ſie ſind nach vorhingedachten Figuren bei w von beiden Seiten derge⸗ Von den Haͤnge⸗Eiſen. 1O6 Zweiter Abſchnitt. ſtalt in die Haͤngeſaͤule einzulaſſen, daß ein Theil ihrer Stirne in die Hang⸗ ſaͤule zuſammenſtoͤßt, ſo daß der uͤbrige Theil vom Hirnholze die Haͤngeſaͤule mit der vollen Staͤrke traͤgt, welches beſſer iſt, als eine bloße Verſatzung k in Fig. 124. Bei jedem Haͤngewerke von einer oder drey Haͤngeſaͤulen, wo alſo in der Mitte eine Haͤngeſaͤule iſt, findet dieſe Vorrichtung ſtatt, und zwar ſtehen dann die obern Strebebaͤnder bei gewoͤhnlichen Daͤchern auf den Kehlbalken. Da aber auch die durchgehenden Spannriegel zum Tragen vieles beitragen, ſo wer⸗ den ſelbige wiederum mit Streben zur Unterſtuͤtzung verſehen, welche auf den Balken ſtehen und mit einfachen oder doppelten Verſatzungen, ſowohl im Bal⸗ ken als im Spannriegel eingelaſſen ſind. §. 50. Die Befeſtigung der Balken nebſt den Traͤgern an den Haͤngeſaulen ge⸗ ſchiehet mehrentheils vermittelſt der ſogenannten Haͤnge⸗Eiſen, deren es ver⸗ ſchiedene Arten giebt; erlaubt es aber die Abſicht des Gebaͤudes, daß die Haͤn⸗ geſaͤulen noch unter die Balken hervorragen duͤrfen, ſo werden nach Fig. 125 A und B die Binderbalken a unterwaͤrts von den Haͤngeſaͤulen b umfaßt, und der Traͤger cworan die uͤbrigen Balken angebolzt ſind, liegt neben den Haͤnge⸗ ſaͤulen, wodurch die Hangeiſen gaͤnzlich erſparet werden. Anm. Dieſe Bauart iſt unter andern an dem Exerzierhauſe in Potsdam angebracht. Sollen die Haͤngeſaͤulen aber unterhalb an der Decke nicht ſichtbar ſeyn, ſo kann der Traͤger c, entweder unter der Haͤngeſaͤule, oder neben derſelben, wie in Fig. 126 A und B auf die Balken gelegt werden; ſodann werden aber Haͤngeiſen erfordert, welche um den Binderbalken a herumgehen und an die Haͤngeſaͤulen befeſtiget ſind, ſo daß der Traͤger an welchem die uͤbrigen Balken e angebolzt ſind, von dieſem Binderbalken gehalten wird. Die Haͤngeiſen ſind mit Krammen d und mit ſtarken Naͤgeln ee zu befeſtigen. Wird der Traͤger nach Fig. 127 A und B unter die Haͤngeſaͤule ge⸗ legt, ſo koͤnnen die Haͤngeiſen ebenfalls ſo angebracht werden, daß ſie die Bin⸗ derbalken a umfaſſen, ſie muͤſſen aber alsdenn durch den Traͤger o hindurchge⸗ hen, und von unten heraufgeſteckt, auch mit einem durchgehenden Bolzen f und Naͤgeln ee befeſtiget werden. Es iſt daher beſſer, nach Fig. 128 A und B an jeder Haͤngeſaͤule zwey Haͤngeiſen anzubringen, welche auf jeder Seite ne⸗ ben dem Traͤger o herunter um die Binderbalken a faſſen, und an den Haͤnge⸗ ſaͤulen mit Krammen und Naͤgeln oder beſſer mit Bolzen befeſtiget werden. Hang⸗ geſaͤule g k in din der hen dann e. da ſo wer⸗ auf den im Bal⸗ äulen ge⸗ es ver⸗ ie Haͤn⸗ ig. 125 aßt, und n Hange⸗ 6. bar ſeyn, erſelben, den aber an die Balken en ſind ule ge⸗ e Bin⸗ durchge⸗ 1 f uud und B ite ne⸗ hange⸗ en. Von den Dachern. 107 In allen dreien Faͤllen iſt aber hauptſaͤchlich darauf zu ſehen, daß ſo⸗ wohl die Traͤger von ſolcher Staͤrke ſeyn muͤſſen, daß die Laſt der Zwiſchenbal⸗ ken ſelbige nicht biege, als auch, daß die Haͤngeſaͤulen nicht auf die Balken oder anf den Traͤger ganz dichte aufſtehen, ſondern es muͤſſen etliche Zolle Spielraum dazwiſchen bleiben, eines Theils damit man ſich uͤberzeugen koͤnne, ob die Haͤngeſaͤulen auch wirklich die Laſt der Balken tragen, anderntheils da⸗ mit man, vermoͤge des gelaſſenen Spielraums, die Balken aufwaͤrts nachſchrau⸗ ben oder nachkeilen koͤnne. Die Haͤngeeiſen werden zwar oͤfters nur ſo eingerichtet, daß die Laſt nicht nachgeſchraubet oder nachgekeilet werden kann; allein ein jedes Haͤngewerk ſenket ſich nachdem es aufgerichtet iſt in der Mitte; oder durch das Zuſammen⸗ preſſen des Holzes noch in der Folge; iſt nun hierauf bei Anfertigung der Haͤngeeiſen nicht Ruͤckſicht genommen worden, ſo iſt kein anderes Mittel uͤbrig, als die Haͤngeeiſen abzunehmen, und ſie hoͤher herauf zu bringen. Um dieſe Weitlaͤuftigkeit und die deshalb noͤthige Anbringung einer Ruͤſtung unter die Balken zu vermeiden, waͤhlet man andere Mittel, durch welche man die Haͤnge⸗ eiſen nachſchrauben oder nachkeilen kann; dieſe beſtehen in folgenden: es wer⸗ den erſtlich nach Fig. 129 A und B oben in den Haͤngeiſen laͤnglicht viereckigte Loͤcher gemacht, und durch ſelbige von beiden Seiten eiſerne Keile g, einander entgegen eingetrieben, welches nach Erfordern vermehret werden kann; dieſe Keile bewirken, daß die Haͤngeeiſen an der Haͤngeſaͤule ſammt den Balken a und den Traͤger c, hoͤher heraufgetrieben werden koͤnnen. In ſolchem Falle muͤſſen aber die Haͤngeeiſen weder mit Krammen noch mit Naͤgeln befeſtiget werden; auch iſt zu bemerken, daß beim Eintreiben der Keile eiſerne Blechſtuͤcke uͤber und unter ſelbigen gelegt werden, weil ſonſt die Keile ſich im Holze einſchnei⸗ den wuͤrden. Man pflegt auch die Haͤngeeiſen unterhalb umzubiegen, oder nach der Kunſtſprache zu kroͤpfen, wodurch ſie aber einigermaßen an ihrer Feſtigkeit verlieren, indem das Eiſen leicht in den Ecken bruͤchig werden kann; die Methode iſt daher vorzuziehen wo nemlich nach Fig. 130 A und B an jeder Seite der Haͤngeſaͤule zwey Eiſen beſindlich ſind, welche aber an der Haͤngeſaͤule ſtark mit Krammen d und mit Naͤgeln e, oder beſſer mit Bolzen befeſtiget werden, unten aber iſt jedes paar Eiſen fuͤr ſich mit einer Schiene r zuſammen verbunden, und auf die Schiene mit Schraubenmuttern befeſtiget; vermoͤge dieſes Mittels iſt es ſehr leicht durch Nachſchrauben un⸗ ter den Balken, die Laſt herauf zu bringen. O 2 Zuſammen 108 Zweiter Abſchnitt. Anm. Es hat aber dieſe Art, welche unter andern an den Geſtuͤttgebaͤuden zu Neuſtadt an der Doſſe angewendet iſt, das unangenehme, daß die Schrauben unten am Balken ſicht⸗ bar bleiben, und nicht fuͤglich verſteckt werden koͤnnen. Beſſer iſt alſo die Art von Haͤn⸗ geeiſen nach Fig. 131 A und B, wo in der Mitte zwiſchen beiden Stuͤcken der Haͤngeſaͤule, ein Eiſen herunter durch den Traͤger c und Balken a gehet, woran unten eine Scheibe und Schraube e, oben aber ein durchgeſteckter Bolzen k befindlich iſt. Wenn die Haͤngeſaͤulen zwiſchen zwey Bindern liegen, um von ſelbigen getragen zu werden, ſo koͤnnen nach Fig. 132 A und B nur die Traͤger s ſelbſt, an die Haͤngeſaͤule b gehaͤngt werden, alle Balken aaa muͤſſen aber an den Traͤger angeſchraubt ſeyn. Hiebey iſt wiederum, um die Balken nebſt dem Traͤger mit der Zeit hoͤher herauftreiben zu koͤnnen, die vorhin gedachte Art von Haͤngeeiſen mit den Keilen anzubringen noͤthig. Haͤngeeiſen angehaͤngt werden, erſtere ſen, und zwar dergeſtalt, daß ſie in liegen als an den Enden, weil dann, genommen iſt, doch alles ſich gerade Im allgemeinen iſt noch zu bemerken, daß ehe die Balken mit den zuvor gut in die Hoͤhe geſteift werden muͤſ⸗ der Mitte um einen guten Theil hoͤher wenn alles fertig und die Ruͤſtung weg⸗ zieht. Anm. Auch muͤſſen zu den Haͤngewerken vorzuͤglich gut geſprengte d. i. etwas krumm ge⸗ wachſene Hoͤlzer genommen, und uͤberhaupt alle horizontale Hoͤlzer dem Wuchſe nach auf die gehoͤrige Seite gelegt werden. §. 51. In außerordentlichen Faͤllen bei großer Tiefe, wo nemlich die Laͤnge ei⸗ geſetzte Bal⸗ nes Balkens nicht aus einem einzigen Stuͤcke erhalten werden kann, werden ſelbige aus zwey Stuͤcken gemacht, und nach Fig. 133 mit einem Hackenkamm mit einander verbunden, es muß aber dieſe Verbindung noch mit ſtarken eiſer⸗ nen Jochen*) v verſehen, und an den Ort angebracht werden, wo gerade ken. Bemerkun⸗ gen wegen der zwiſchen eine Haͤngeſaͤule b darauf trift. In ſolchen Faͤllen koͤnnen ſodann nur unter den Bindern ſtarke Balken angebracht, zwiſchen zwey Bindern aber leichtere und ſchwaͤchere Balken nach der Laͤnge oder Tiefe des Gebaͤudes, entweder darauf gelegt werden oder wenn die Decke unten gerade und eben ſeyn ſoll, mit eiſer⸗ nen Bolzen an die Binderbalken oder Traͤger angehaͤngt werden. Die Spar⸗ ren der Zwiſchen⸗ oder Freygebinde muͤſſen hierbey in kurzen Stichbalken ſtehen, welche in einem Wechſel von Binder zu Binder befeſtiget ſind. * Ein Joch nennt man zwey eiſerne Schienen und zwey ſtarke Bolzen welche vermittelſt als eines Haͤngewerks, wie ſich von ſelbſt verſteht, zugleich mit auf den Ver⸗ Schrauben zuſammengezogen werden. §. 52. Ueberhaupt iſt bey dem Entwurf ſo wohl eines gewoͤhnlichen Daches, iſtadt an ken ſicht⸗ von Haͤn⸗ ngeſäͤule, heibe und ſebigen ſebd, an en Diͤger raͤger mit daͤngeeiſen nmit den erden miſ heil hoͤher ung weg⸗ trumm ge⸗ hſſe nach auf Laͤnge ei⸗ „ werden kenkamm ken eiſer⸗ gerade er unter ere und darauf tt eiſer⸗ Spar⸗ ſtehen ernütelſt aches, Ver⸗ Von den Daͤchern. 109 band der zwiſchen den Bindern befindlichen Freigebinde zu ſehen. Daß hier⸗ unter ſehr leicht ein Irthum in der Vorſtellung vorfallen kann, hat darin ſei⸗ den Bindern befindlichen Frey⸗Gebin⸗ nen Grund, weil in den Zeichnungen und Kupferſtichen zu den Anweiſungen uͤber de. die Haͤngewerke, gemeiniglich nur ein Binder, und nicht der Verband der Frei⸗ gebinde vorgeſtellet wird. Es iſt daher ſehr zu empfehlen, dem Entwurfe zu einem Binder zugleich den Verband eines Freigebindes beizufuͤgen, wie ſolches in den folgenden Beiſpielen beobachtet iſt. Die Balken, Schwellen, Raͤhme und Traͤger ſind diejenigen Stuͤcke, worauf der Verband der Freigebinde ſich allein bezieht, es muͤſſen daher ſelbige ſo angebracht ſeyn, daß die Kehlbalken und Sparren in ihren ſchwachen Stel⸗ len eine Unterſtuͤtzung finden. Mehr bedarf es nicht, da außerdem die Freige⸗ binde nicht weiter dienen als um die Bedeckung des Daches zu tragen. Einige bringen die Traͤger zu den Kehlbalken als Riegel von einer Haͤngeſaͤule zur andern an, und unterſtützen ſelbige mit Baͤndern von den Haͤn⸗ geſaͤulen aus, wie aus dem Laͤngen⸗Profil Fig. 134 zu erſehen. Bey den Sprengewerken wobei der untere Balken nicht ganz durchgeht, bringt man aus dieſer Vorſicht auch noch ſogenannte Zangen an; dies ſind nach Fig. 143 A, zwey an den Seiten des Binders augebrachte und uͤber ſelbige uͤber⸗ geſchnittene auch angebolzte Hoͤlzer b, b, welche zur Zuſammenhaltung der Stuhl⸗ ſaͤulen dienen. Anm. Die Bodeckung der Haͤngewerke muß mit weit mehrerer Vorſicht geſchehen, als bey andern Daͤchern, und auf deren Konſervation beſonders geſehen werden, weil durch eine entſtehende Faͤulniß eines oder des andern Verbandſtuͤcks, ſo gleich viele Weitlaͤuftigkei⸗ ten und Koſtenaufwand erfordert werden. Der Verband der Haͤngewerke wird daher oft ſo eingerichtet, daß die Sparren, welche eigentlich die Bedeckung bewuͤrken, von dem Ver⸗ bande ſelbſt um einen guten Theil abſtehen, und auf ſogenannten Trempeln liegen, da⸗ durch iſt man im Stande, die Verbandſtuͤcke von allen Seiten beobachten zu koͤnnen. §. 53. Nachdem die vorzuͤglichſten einzelnen Theile der Haͤnge⸗ und Sprenge⸗ werke beſchrieben worden, ſo folgt nunmehro die Zuſammenſetzung derſelben in 3e Sung 4 Beſchreibung zzer Haͤn⸗ d 4 4,;. 3.. un einigen Beiſpielen, wobey nach der Abſicht dieſes Werks nicht allzu große Tiefen Porongewey der Gebaͤude, auch die Laͤnge der Balken nur aus einem Stuͤck angenommen ke und zwar worden, ſo daß die wichtigſten der hier vorkommenden Haͤngewerke uͤber eine Weite von etliche funfzig Fuß, anwendbar ſind. Dergleichen Haͤngewerke beſtehen aus einer oder aus zwey bis drey Haͤn⸗ geſaͤulen in jedem Binder. zuvoͤrderſt an den Haͤnge⸗ werken mit einer Haͤngs⸗ ſaͤule. 110 Zweiter Abſchnitt. Anm. Groͤßere Haͤngewerke erfordern allerdings mehrere, weitlaͤuftigere und zuſammengeſetz⸗ tere Verbindungen; dieſe liegen aber wie ſchon gedacht, auſſer den mir vorgezeichneten Grenzen, und man wird alſo die Anweiſung dazu in andern architektoniſchen Werken aufzuſuchen haben. Ob man jedoch hinlaͤngliche Befriedigung ſinden wird, iſt eine Frage. Reußens Anweiſung zur Zimmermannskunſt wird noch immer mit fuͤr die beſte in Abſicht der Haͤngewerke gehalten. Die von Herrn von Cancrin kuͤrzlich herausgegebene prak⸗ tiſche Anweiſung wie Decken durch neue Spreng⸗ und Haͤngewerke zu bauen, nebſt Beſchreibung und Abbildung eines Exerzierhauſes mit zwey Kaſernen. Mit 12 Kupf. Gieſen 17096, iſt in den mehreſten Faͤllen feh⸗ lerhaft und die Entwuͤrfe grenzen oͤfers an die Unmoͤglichkeit der Ausfuͤhrbarkeit, wor⸗ uͤber mich weiter auszulaſſen, hier der Raum nicht verſtattet. Weil es indeſſen uͤberhaupt ſchwer iſt, die Anleitung zum Bau der Haͤngewerke auf ganz allgemeine Regeln und Prinzipien zu bringen, wovon der Grund hauptſaͤchlich mit darin beruhet, daß es noch an hinlaͤnglichen Verſuchen uͤber die Feſtigkeit der Bauma⸗ terialien uͤberhaupt, und alſo auch der des Holzes und des Eiſens, in ſo verſchiedenen Stellungen und Lagen fehlt; ſo habe ich meiner Seits den Weg gewaͤhlt, außer einigen all⸗ gemeinen Regeln, in den folgenden Beiſpielen mehrentheils ſchon exiſtirende Haͤngewerke welche ſich gut gehalten haben, zu beſchreiben und einige Bemerkungen hinzuzufuͤgen. Ein Haͤngewerk kann ſo wohl bei deutſchen als bei Manſardedaͤchern angebracht werden; jedoch iſt anzumerken, daß bei Manſardedaͤchern wegen ih⸗ rer Form, nicht fuͤglich weder eine noch drei Haͤngeſaͤulen in einem einfachen Bin⸗ der angebracht werden koͤnnen, oder ſie geben doch nicht einen ſo guten Verband als wenn man zwey oder vier Haͤngeſaͤulen darin anbringt, denn das obere Dach der Manſardedaͤcher iſt gewoͤhnlich zu flach, um die mittlere Haͤngeſaͤule, vermittelſt der Streben gehoͤrig unterſtuͤtzen zu koͤnnen; folglich iſt bey dieſen Daͤchern ein Bock mit zwey Haͤngeſaͤulen anwendbarer; oder man kann das ei⸗ gentliche Haͤngewerk allein fuͤr ſich, zwiſchen zweyen Bindern des gebrochenen Daches anordnen; alsdenn iſt es nicht allein eben ſo gut moͤglich, ſondern viel⸗ mehr beſſer, eine oder drey Haͤngeſaͤulen in einem Manſardedache anzubrin⸗ gen, weil die mehrere Hoͤhe, welche ſelbiges uͤberhaupt gegen die geraden Daͤ⸗ cher hat, eine deſto ſteilere Stellung der Streben erlaubt. Nach der in der vorigen Anmerkung mitgetheilten Abſicht iſt demnach in der 134ſten Figur das Haͤngewerk uͤber die katholiſche Kirche im hieſigen Invalidenhauſe vorgeſtellet. Dieſe Kirche iſt 45 Fuß tief mit einem deutſchen Dache, und in jedem Binder eine Haͤngeſaͤule vorhanden. A iſt ein Binder, B ein Leergeſpaͤrre und C der Laͤngendurchſchnitt dieſes Haͤngewerks. Die erſte und vorzuͤglichſte Unterſtuͤtzung der Haͤngeſaͤulen beruhet auf die beiden Streben aa, Fig. A; die zweite, aber geringere Unterſtuͤtzung, leiſtet der durch die lie⸗ gende Stuhlbaͤnder bb unterſtuͤtzte Spannriegel c, nebſt den Kehlbalken d. Dieſe Unterſtuͤtzung iſt aber durch das Ueberſchneiden der Baͤnder b uͤber die Spannriegel o etwas geſchwaͤcht. Die Haͤngeſaͤulen ſind doppelt, jedoch die nmengeſetz ſezeichneten en Werken ſeine Frage. in Abſicht ſbene prak⸗ ewerke zu hanſes mit en Fäͤllen feh⸗ barkeit, wor⸗ ingewerke auf ptſaͤchlich mit der Bauma⸗ verſchiedenen ger einigen all⸗ de Haͤngewerke zuzufͤgen. ardedaͤchern wegen ih⸗ jachen Bin⸗ en Verband das obere Haͤngeſtule bey dieſen ann das ei⸗ gebrochenen ndern viel⸗ anzubrin⸗ aden Daͤ⸗ demnach hieſigen deutſchen Binder, Die uſte Erreben die lie⸗ alken d. uͤber die doch die Von den Daͤchern. 111 Binder nur einfach, und deren Spannriegel und Kehlbalken gehen mitten durch die Haͤngeſaͤule. Der Balkentraͤger, welcher gerade unter die Haͤngeſaule liegt, und hier wegen der ſchon anſehnlichen Weite von einem Binder zum andern, aus zwey uͤber einander liegenden ſtarken Hoͤlzern beſtehet, wird von den Bin⸗ derbalken getragen, welche letztere auf die Fig. 128 gezeigte Art an die Haͤnge⸗ ſaͤule befeſtiget ſind. Das Dach iſt 23 Fuß hoch, folglich die Stellung der Sparren 1 bis 1½ Fuß uͤber einen rechten Winkel. Die Kehlbalken ſind mit ihrer Unterkante 13 Fuß hoch gelegt, wodurch alſo die liegenden Stuhlſaͤulen ſo lang geworden. Man wolle hierbey bemerken, daß der Kehlbalkentraͤger nicht neben der Haͤn⸗ geſaͤule, auch weder zwiſchen dem Kehlbalken und Spannriegel, oder uͤber den Kehlbalken liegt, ſondern daß nur ein Riegel von einer Haͤngeſaͤule zur andern gezogen iſt, Fig. 134 C worauf die Kehlbalken der Leergeſpaͤrre ruhen, und daß es beſſer geweſen waͤre, wenn der Spannriegel dicht unter den Kehlbalken ge⸗ legt, und dadurch zugleich das Ueberſchneiden der Baͤnder unterblieben waͤre; auch haͤtten ſowohl der Riegel als jede andere Unterſtuͤtzung der Kehlbalken in ihrer Mitte, gaͤnzlich wegfallen koͤnnen, da die Kehlbalken von einen Rahm zum andern nur 15 Fuß frei liegen. In Fig. 135 iſt der vorgedachten Verbindung eine andere uͤber eine gleiche Tiefe zur Seite geſtellet worden, wobey aber die Hoͤhe des Daches 24 Fußß, folglich die Stellung der Sparren, 2 bis 2 ½¾ Fuß uͤber einen rechten Win⸗ kel betraͤgt. A iſt ein Binder, B ein Leergeſpaͤrre, C der Laͤngendurchſchnitt, und D die Zulage; die Kehlbalken ſind nur 11 Fuß hoch gelegt, wodurch die Stuhlſaͤulen kuͤrzer, dagegen aber die Kehlbalken und Spannriegel laͤnger ge⸗ worden, und folglich war ein Kehlbalkentraͤger g noͤthig. Die Spannriegel lie⸗ gen dicht unter den Kehlbalken; erſtere ſind nicht durch liegende Stuhl⸗ baͤnder, ſondern mit ſtarken Streben aa, welche auf den Balken ſtehen, unter⸗ ſtuͤtzt, wie im Profil A zu ſehen, wobei ſie gegen ſtarkes Hirnholz im Spann⸗ riegel ſtehen; dadurch wird der Spannriegel in den Stand geſetzt, zur Unterſtuͤt⸗ zung der Haͤngeſaͤule beizutragen, welches ſonſt die Streben bb groͤßtentheils allein verrichten muͤßten. Wenn die Frontenmauern nicht ſtark genug, oder wenn ſie nur von Holz ſind, ſo daß zu beſorgen waͤre, daß die Streben aa Fig. 135 A von wel⸗ chen die Aufrechthaltung der Haͤngeſaͤulen hauptſachlich abhaͤngt, nicht einen recht ſichern Standpunkt auf den Balken erhalten moͤchten, ſo wird es beſſer ſeyn, nach der vorigen Figur die Kehlbalken hoͤher zu legen, weil alsdenn der 112 Zweiter Abſchnitt. Spannriegel wegen ſeiner geringen Laͤnge auch ohne die denſelben unterſtuͤt⸗ zende und auf den Balken geſtellte Streben, hinlaͤngliche Tragbarkeit hat; ſonſt iſt aber bei Anwendung der Streben die Anbringung eines hoͤlzernen Geſimſes wie in Fig. 135 gezeiget wird, ſelbſt bei maſſiven Gebaͤuden hier von großem Rutzen, weil dadurch mehr Stirnholz am Balken erhalten wird. Von einer Haͤngeſaͤule zur andern nach Figur 134, Riegel einzuziehen, worauf die Kehlbalken der Leergeſpaͤrre ruhen, iſt nicht ſo gut, und beſonders beim Richten beſchwerlicher, als wenn zur Haltung der etwa 20 Fuß langen Kehlbalken, ein Traͤger daruͤber gelegt, und die Kehlbalken der Leergeſpaͤrre daran angebolzet werden, wie Fig. C zeigt; die Traͤger, Raͤhme und alles Holz⸗ werk, welches der Laͤnge nach geht, muͤſſen ſonſt auf einem Binder geſtoßen werden; allein in Abſicht der ebengedachten Kehlbalkentraͤger iſt es beſſer ſelbige einmal auf eine, und das andre mal auf die andere Seite der Haͤngeſaͤulen zu legen, wie aus der Zulage D zu ſehen. Die Haͤngeſaͤulen ſind doppelt und die Kehlbalken nebſt den Spannrie⸗ geln der Binder gehen mitten durch ſelbige. Der Traͤger liegt unter der Haͤn⸗ geſaͤule, und der Binderbalken iſt auf die Fig. 131 gezeigte Art daran ange⸗ haͤngt, wodurch bei dem etwanigen Niedergeben oder Setzen des Haͤngewerks, die Balken nebſt den Traͤgern wieder aufgeſchraubt werden koͤnnen. Ein Manſardedach mit einer Haͤngeſaͤule, Fig. 136 iſt aus angezeig⸗ ten Gruͤnden am beſten zu verbinden, wenn zwei Binder, etwa in der Weite einer Holzſtaͤrke nebeneinander gelegt, und die Haͤngeſaͤule mit ihren Streben darzwiſchen angebracht wird. A iſt ein Binder, B ein Leergeſpaͤrre, C der Laͤn⸗ gendurchſchnitt, und D die Zulage eines ſolchen Daches, und dabei gedachter⸗ maßen die Streben aa, welche die Haͤngeſaͤule tragen, zwiſchen beide Binder auf die Stuhlſchwelle geſtellt, und mit den Kehlbalken und Spannriegel des Binders zuſammengebolzt. Hiebei iſt zu bemerken, daß die Haͤngeſaͤule einfach und daß ſie da, wo die Kehlbalken und Spannriegel vor ſelbiger vorbeigehen, um ſo viel ausgeſchnitten iſt, wie in Fig. C bemerkt worden; daß ferner die Baͤnder bb angebracht ſind, um die Spannriegel und Kehlbalken in den Bindern, da zu unterſtuͤtzen, wo der obere ſtehende Dachſtuhl hintrift; hiernaͤchſt wird der Traͤger nach Fig. 132 an die Haͤngeſaule befeſtiget, und ſaͤmmtliche Balken an den Traͤger angeſchraubt. Uebrigens iſt alles aus den Figuren deutlich zu erſehen, und nur noch zu bemerken, daß, da bloß die Streben aa die Unterſtuͤtzung leiſten, und dabei nicht auf den Balken, ſondern auf der Schwelle ſtehen, die Spannung oder Tiefe des Gebaͤudes bei dieſer Verbindung hoͤchſtens nur 40 Fuß betragen kann. §. 54. n unterſtuͤt⸗ thit; ſonſt en Geſimſes don großem enwishen, und bahnders Fuß langen Leergeſpire nd alles Hoſ nder geſtoßen s beſſer ſalbige ingeſaͤulen zu 1 Spannrie⸗ ter der Haͤn⸗ datan ange⸗ Hangewerke, n. nus angezeij⸗ n der Weit ren Streben , O der lin ei gedahhker⸗ eide Binder nnriegel des üule einfach orbeigehen, ferner de en Binder, hſt wir) er Vulm an nelſehen, fiſken, und mnung oder gen kann. §. 54 §. 54. Das Dach auf dem hieſigen Nationaltheater ſoll hier zum Beiſpiel die⸗ nen. Die 137ſte Figur A ſtellet das Laͤngenproſil, B das Queerprofil vom Amphitheater, und C das Queerprofil von den uͤber die Buͤhne ſelbſt liegenden ſaͤulen. Bindern vor. Das Dach iſt 60 Fuß tief, und 26 Fuß hoch, mithin iſt die Stel⸗ lung der Sparren 4 Fuß unter einem rechten Winkel. Die Balken uͤber die Buͤhne nach der Tiefe des Gebaͤudes, werden von 5 Bindern C, in welchen nichts weiter als bloße Haͤngeboͤcke befindlich, gehalten. Ueber die vom Proſce⸗ nio bis an die Koͤnigl. Loge auf einer Laͤnge von 50 Fuß befindliche Balken, ſind gleichfalls nichts weiter als zwei Haͤngeboͤcke nach der Laͤnge des Gebaͤu⸗ des, queer uͤber die Balken, angebracht, ſo wie ſie im Laͤngenprofil A und in dem Queerprofil B vorgeſtellet ſind. Die Conſtruction dieſes Dachwerks ſcheint in Vergleichung mit den gewoͤhnlichen von Holz vollgepfropften Haͤngewerken etwas kuͤhn zu ſeyn, indem die uͤber der Buͤhne befindliche Balken vermittelſt der Stuhl⸗ oder Haͤngeſaͤulen a Fig. C nur allein durch die ziemlich langen Baͤn⸗ der cgetragen werden. Dabei iſt indeſſen in Erwaͤgung zu ziehen, daß jeder Binder uͤber die Buͤhne, wie im Profil A zu ſehen, nur einen Balken zu tra⸗ gen hat, weil die uͤbrigen dazwiſchen liegenden Balken wegen der heraufzuziehen⸗ den Vorhaͤnge ausgewechſelt ſind; die Vorrichtung, ſaͤmmtliche Balken uͤber das Amphitheater, nur von den zwei Haͤngebalken tragen zu laſſen, bei welchen die Laͤnge des Unterzugs 50 Fuß betraͤgt, wuͤrde ebenfalls etwas viel ſeyn, wenn hier nicht wieder der Umſtand zu ſtatten kaͤme, daß jeder Balken von einer Frontenmauer zur andern, durch die Corridor⸗Waͤnde bb hinter den Logen, noch zweimal unterſtuͤtzt waͤre, wodurch die Balken eigentlich nur auf einer Laͤnge von 40 Fuß frei liegen, und dabei an den Enden ein ſehr ſicheres Auflager haben. Die Veranlaſſung zu dieſem Verbande iſt uͤbrigens auch mit der ſehr zweckmaͤßigen Abſicht verbunden geweſen, den Bodenraum nicht zu ſehr zu ver⸗ bauen, um einen Vorrath von Decorationen darauf bringen zu koͤnnen*), und der Erfolg hat gelehrt, daß dieſer Dachverband ſich ſehr gut gehalten hat.**) *) Bei dem Bau des neuen Schauſpielhauſes in Potsdam, iſt ebenfalls nicht nur ein ge⸗ raͤumiger Boden zu dieſer Abſicht angeleget worden, ſondern derſelbe auch durch Fenſter gehoͤrig erleuchtet, um die Decorationen darauf mahlen zu koͤnnen. *2) Dieſes Dachwerk dient mit zum Beweiſe, daß es bei einer gehoͤrig uͤberlegten Diſpoſi⸗ tion nicht allezeit auf die Menge der Verbandſtuͤcke ankoͤmmt. In der 138ſten Figur iſt ein anderes ſehr ſolides Haͤngewerk mit lie⸗ genden Stuͤhlen auf einem Gebaͤude von 55 Fuß Tiefe mit einem geraden Dache Von den Daͤchern. 113 Von den Haͤn⸗ 114 Zweiter Abſchnitt. vorgeſtellet. A iſt ein Binder, B ein Leergeſpaͤrre, C die Zulage und D der Laͤngendurchſchnitt; es iſt mit einfachen Bindern und doppelten Haͤngeſaͤulen verbunden, welches uͤberhaupt wegen der Holzerſparung vortheilhafter iſt, als auf jeder Seite des Haͤngewerks einen Binder zu ſtellen, wie ſolches unter an⸗ dern bei dem Exerzierhauſe in Schwedt geſchehen iſt. Der Verband eines Haͤngewerks in einem Manſardedach, Fig. 139 ge⸗ winnet dagegen vorgedachtermaßen ungemein, wenn zu beiden Seiten der Haͤn⸗ geſaͤulen ein Binder, zwiſchen dieſen aber das eigentliche Haͤngewerk mit ſeinen auf der Stuhlſchwelle ſtehenden Streben aa und den zwiſchen beiden Bindern heruntergehenden Haͤngſauulen s, befindlich iſt. Um auch dieſe beiden Binder mit der dazwiſchen liegenden Haͤngeſaͤule zu vereinigen, werden wie bereits bei Fig. 136 gezeigt worden, die von dieſen Stuͤcken gegeneinander treffenden Hoͤlzer um etwas uͤberſchnitten. Das hier aufgeſtellte Beiſpiel betrift ein Gebaͤude von 44 Fuß Tiefe; aus dem Profil eines Binders A, eines Leergeſpaͤrrs B, dem Laͤngendurchſchnitt C, und der Zulage D iſt alles deutlich zu erſehen, und nach demjenigen was bisher von Daͤchern und Haͤngewerken angefuͤhret worden, nichts weiter zu er⸗ innern, als daß in dem obern Theile dieſes Manſardedachs ein Riegel c von einer Haͤngeſaͤule zur andern gezogen worden, welcher die Stelle des Rahms und zugleich die des obern Kehlbalkens in dem Leergeſpaͤrre vertritt, worauf alſo die oberen Sparren ruhen. Weil die Manſardedaͤcher vorzuͤglich alsdenn anwendbar ſind, wenn ein freier, geraͤumiger Bodenraum verlangt wird, ſo kann der Fall eintreten, daß die Balken ihre gehoͤrige Unterſtuͤtzung auf den Mittel⸗ und Scheidewaͤnden ha⸗ ben, daß aber die Kehlbalken und Spannriegel, wegen der anſehnlichen Tiefe eines Gebaͤudes, etwa von 45 Fuß, zu lang wuͤrden um ſich ohne Unterſtuͤtzung in der Mitte, zu tragen; ſodann iſt eigentlich nur ein Haͤngewerk im obern Dache der Manſarde, fuͤr die Haltung der Kehlbalken und Spannriegel erforderlich; In der 14oſten Figur iſt ein ſolcher Verband vorgeſtellet, wobei die Stuhl⸗ faulen o, vermittelſt der Streben a und der Spannriegel b dergeſtalt getragen werden, daß die Spannriegel e daran angehaͤngt ſeyn koͤnnen, um wiederum den Traͤger k zu halten, worauf die Kehlbalken g der Binder und Leerge⸗ ſpaͤrre ruhen. §. gewerken mit Ob zwar die anſehnliche Tiefe des Exerzierhauſes in Potsdam, von 70 Fuß, die hier vorgeſchriebene Grenzen uͤberſchreitet, ſo wird es doch hof⸗ d D der ggeſaͤulen iſt, als unter an⸗ 9. 139 ge⸗ n der Han⸗ mit ſenen a Bindern Binder mit ts bei Fij. den Höͤlzer Fuß Diefe; urchſchnitt nigen was eter zu er⸗ tegel o von des Nahms t, worauf „wenn ein reten, daß aͤnden ha⸗ chen dieſe terſtutzung in Dache orderlich; ie Stuhl t getrogen wiederum d Keerge⸗ zm, von och hof⸗ Von den Daͤchern. 115 fentlich nicht unangenehm ſeyn, wenn eine Beſchreibung von dieſem wichtigen Gebaͤude in Abſicht der daran befindlichen Stuͤcke der Zimmerarbeit mit einge⸗ ſchaltet wird. Das merkwuͤrdigſte bei dieſem Gebaͤude iſt, daß daſſelbe auf ei⸗ ner Laͤnge von 660 nur hoͤlzerne Waͤnde hat. Anm. Bei einer vor einigen Jahren an den Fronten vorgenommenen neuen Unterſchwellung, hat ſich auch weiter nicht die geringſte Spur von Schadhaftigkeit des Haͤngewerks ſelbſt, geaͤußert. Fig. A 141 iſt ein Binder, B ein Leergeſpaͤrr, C der Laͤngendurchſchnitt, und D die Zulage dieſes Gebaͤudes. Aus letzteren beiden Vorſtellungen wird man ſehen, daß die Hauptbalken da wo Binder ſind, doppelt liegen, daß ſie aber demohngeachtet von den doppelten Haͤngeſaͤulen umſaßt werden, wodurch die Haͤngeiſen entbehrlich geworden, wie ſolches ſchon bei Fig. 125 gezeiget iſt. Alle uͤbrige Stuͤcke des Verbandes in den Bindern, als Sparren, Kehlbalken, Spannriegel ꝛc. ꝛc. ſind einfach; die Sparren ſtehen auch wie aus der Zulage D zu ſehen, mit ſtarken Verſatzungen ohne Zapfen auf beiden Balken, ſo wie auch die Strebebaͤnder a durch die doppelten dichte aneinanderliegenden Binder⸗ balken hindurch gehen; die Baͤnder b ſtehen aber mit dem obern Ende unter dieſe Balken, und mit den untern in die Wandſtiele. Die Eingangs gedachte Verzahnung der Haͤngeſaͤulen mit einander, i 4 2 9 93/ auch hier nicht angebracht, vielmehr die an einander geſtellte Stuͤcke der Haͤn⸗ geſaͤulen nicht einmal zuſammengebolzt, ſondern beide Stuͤcke ſind nur mit eiſer⸗ nen Schienen, Krammen und Naͤgeln verbunden. Anm. Bei dieſem Verbande koͤnnte zwar manches getadelt werden, z. B. daß die Baͤnder aa welche die untern Spannriegel unterſtützen, bis in die Frontwaͤnde heruntergehen, und daſelbſt auf einem Riegel aufgeklauet ſind, wodurch bei dem geringſten Druck des Haͤn⸗ gewerks, ein Ausweichen der Frontenwaͤnde ſich erwarten ließe; ferner, daß weder die Sparren noch die Stuhlſchwellen auf gehoͤrig unterſtuͤtzten Punkten ſtehen, ſondern die Balken daſelbſt nur von den Baͤndern bb, welche von den Wandſtielen herauf reichen, unterſtuͤtzet ſind. Es ſcheinet aber, als wenn hiebei gutes und tuͤchtiges Holz, benebſt ei⸗ ner genauen und fleißigen Bearbeitung manche Stuͤcke erſetze, die ſonſt nicht leicht ent⸗ behret werden koͤnnten. §. 56. Die in der 142ſten Figur angegebene Verbindung eines Haͤngewerks in einem Pultdache, duͤrfte in manchen Faͤllen Anwendung finden; z. B. wenn ein Seitengebaͤude ſchon eine Tiefe von 24 bis 26 Fuß hat, und es ſollte ein Saal darunter angelegt werden, ſo wuͤrde nicht anzurathen ſeyn, die Balken und Decke auf ſolche Tiefe ohne Unterſtuͤtzung, oder ohne ein Haͤngewerk dar⸗ uͤber anzubringen, zu laſſen. Zugleich aber iſt auch, wie uͤberhaupt bei den P 2 Von Spren⸗ gewerken. 116 Zweiter Abſchnitt. Pultdaͤchern, beſonders dahin zu ſehen, daß der Druck der Dachflaͤche von der hohen Wand abgefangen wird. Dieß letztere iſt eines Theils durch den Bock⸗ ſtuhl a, welcher auf einem andern und nicht auf dem Binderbalken ſteht, und vermittelſt Verlegung der Bundſeite, wobei der Kehlbalken weniger uͤberſchnitten worden, anderntheils durch die Streben b vermittelſt der Spannriegel bewirkt. Das Haͤngewerk ſelbſt aber beſtehet aus den beiden Streben b und c, welche in dem Spannriegel verſetzt ſind. Waͤren dieſe Streben bis dicht an die Haͤnge⸗ ſaͤule geſtellt, ſo wuͤrde der Traͤger d uͤber den Spannriegel ganz nahe an die Haͤngeſaͤule gelegt werden muͤſſen, um die Kehlbalken mit zu Tragung der Haͤn⸗ geſaͤule zu benutzen. Weil aber die Streben alsdenn zu flach ſtehen wuͤrden, ſo iſt wegen ihrer ſteilen Stellung, und da ſie um etwas entſernt von der Haͤnge⸗ ſaͤule ſtehen, nothwendig, neben dem Traͤger noch einen Klotz e zu legen, um den Kehlbalken mit dem Spannriegel zu verbinden.. Die 142ſte Figur B iſt ein Leergeſpaͤrr und C die Zulage von dieſer Verbindung. §. 57. Um wenigſtens auch einen Begriff von Sprengewerken in den Daͤchern zu geben, weil ſelbige wohl nur ſelten vorkommen duͤrften, iſt ein dergleichen Dach in der 143ſten Figur vorgeſtellt. A iſt ein Binder, B das Leergeſpaͤrr, C das Laͤngenproſil und D die Zulage. Da die Balken a nicht durchgehen, und mithin durch den Schub der Sparren und Stuhlſaͤulen herausgeſchoben werden koͤnnten, ſo ſind die Zangen b erforderlich, um den gegenſeitigen Schub zu verhindern. Dieſe Zangen nebſt den Streben c, welche die Haͤngeſaͤule d tragen, beſtehen nach Fig. D aus doppelten, oder auf beiden Seiten mit dem Binder uͤberſchnittenen Hoͤlzern, ſo daß der Binder zwiſchen ſelbigen liegt, oder ſo zu ſagen von dieſen Zangen umfaßt wird. Hiebei iſt zu bemerken, daß der Binder beim Ueberſchneiden we⸗ niger Holz als die Zangen verlieren muß, indem letztere durch das Ueberſchnei⸗ den eher geſchwaͤcht werden koͤnnen, da ſie nur einer ziehenden Kraft zu wider⸗ ſtehen haben, die uͤbrigen Hoͤlzer aber zum Tragen angebracht ſind. Die kleinen Stuͤtzen e, auf welchen die Raͤhme liegen, dienen dazu, um die Balken der Leergeſpaͤrre mit Huͤlfe des Traͤgers f zu erhalten. Bei dergleichen Sprengewerken, wo ganz kurze Balken auf den Mauern liegen, muͤſſen zwei Mauerlatten auf jeder Fronte angebracht werden, weil die Balken ſonſt und ehe der ganze Verband aufgerichtet iſt, nicht in der wage⸗ von der n Bock⸗ eht, und ſſchnitten ckt. Das wäche in die Nnge⸗ ihe an de der Hau⸗ n wuͤrden, eerr Hange⸗ legen, um oon dieſer Dachern dergleichen eergeſpärr, Schub der ie Zangen gen welſt . D aus hern, ſo Zangen den we⸗ verſchnei⸗ zu wider⸗ en oazu⸗ Mauern weil die wage⸗ Von den Daͤchern. 117 rechten Lage verbleiben moͤchten. Der Balkentraͤger wird am beſten durch Haͤngeeiſen, welche in der 130ſten Figur gezeigt worden, an die doppelten Haͤn⸗ geſaͤulen befeſtiget, indem vermittelſt dieſer Haͤngeeiſen die Binderbalken nebſt dem Traͤger und ſo die ganze Decke heraufgeſchraubt werden kann, wenn ſelbige ſich wie bei den Sprengewerken zu beſorgen iſt, um etwas heruntergeſackt haben ſollten. Vorzuͤglich muͤſſen aber die Zangen b, um die Stuhlſaͤule, mit ſtarken eiſernen Ankern, ſo wie auch uͤberall, da wo die Zangen und Streben uͤber⸗ ſchnitten ſind, alles mit ſtarken Bolzen gut befeſtiget werden. Anm. Im allgemeinen kann noch angemerkt werden, daß wenn unter den Bindern der Haͤngewerke verzahnte Balken genommen werden, die Balken der Zwiſchengebinde ausgewechſelt, und unten von einem Binderbalken zum andern, ſchwaͤchere Balken nach der Laͤnge des Gebaͤudes angebolzt werden koͤnnen, oder: es duͤrfen(wie bei dem Reit⸗ hauſe in Schwedt) die Balken der Leergeſpaͤrre ebenfalls ausgewechſelt, dann aber Balken von Halbholz von einem Wechſel zum andern, nach der Tiefe des Gebaͤudes an die Traͤger angebolzt und in die Wechſel verzapft werden. Hierbei brauchen aber die Binderbalken nur einfach zu ſeyn. §. 58. Die Bohlendaͤcher haben ſphaͤriſche oder auswaͤrts gerundete Sparren, Von den Boh⸗ welche von doppelten oder dreifachen Brettern dergeſtalt zuſammengeſchlagen lendaͤchern ſind, daß die Fugen oder Zuſammenſchnitte der hierzu benoͤthigten 5, 6 bis 7 Juß langen Brettſtuͤcke,(von 1 ¾ bis 2 Zoll ſtark) nicht aufeinander treffen, wie ſich nachher weitlaͤuftiger zeigen wird*). Dieſe Brettſtuͤcke werden, ſo wie die Kraͤnze bei den Muͤhlenraͤdern, zuſammengenagelt, und in der Art kann man die Sparren ſo lang machen als man wlll; ſie ſtehen von beiden Dachſei⸗ ten, mit ihren obern Enden in einer Bohle, die bei gerade fortlaufenden Daͤ⸗ chern laͤngſt der Forſt befindlich iſt. „) Man kann aber nicht nur gerade Syarren, ſondern ſogar Balken in eben der Art anfer⸗ tigen, wie in der Folge wird gezeigt werden. In Frankreich wo dieſe Art von Daͤchern erfunden worden, hat man keinen eigen⸗ thuͤmlichen Namen dafuͤr, ſondern man nennt es, une construction en planches. Da mir die aͤußerſt ſeltene Urſchrift des Erfinders dieſer Daͤcher, des Architecten Philibert de LOrme, vom Jahr 1578, zufaͤllig zu Haͤnden gekommen war, ſo hat dieſer Umſtand veranlaßt, daß ich eine beſondere Abhandlung unter dem Titel: Ueber die Erfindung, Conſtruction und Vortheile der Bohlendaͤcher mit be⸗ ſonderer Ruͤckſicht auf die Urſchrift ihres Erfinders, in 4to mits illu⸗ minirten Kupfertafeln, zu Anfang des vergangenen Jahres herausgab. Anſtatt aber die Beſitzer dieſes Handbuchs auf jene Schrift zu verweiſen, ſoll zur Vollſtaͤndigkeit des gegenwaͤrtigen Werks nicht nur das weſentlichſte, was in vorgedachter Abhandlung, eigentlich uͤber die Conſtruction oder Zuſammenſetzung der Bohtendaͤcher enthalten iſt, ſondern auch dasjenige, was mir ſeit der Herausgabe jener Abhandlung, noch uͤber dieſen Gegenſtand bekannt geworden, hier angefuͤhret werden; ſo daß diejeni⸗ Die Form derſelben zu zeichnen. Zweiter Abſchnitt. gen, welchen es nicht um das hiſtoriſche und um andere Nerkwuͤrdigkeiten in Abſicht der Erfindung der Bohlendaͤcher, oder um die Anwendung derſelben bey großen Kuppeln und Prachtgebaͤuden zu thun iſt, und auch diejenigen welche die vorerwaͤhnte Abhandlung nicht beſitzen, dennoch in ſo ferne die Bauart dieſer neuen Daͤcher bei der gemeinen Landbaukunſt benutzt werden koͤnnte, hier voͤllige Befriedigung finden werden. Fig. 144 ſtellet demnach ein paar in den Balken mit Zapfen und in die nach der Laͤnge des Dachs, angebrachte Forſtbohle a mit Verſatzungen zu⸗ ſammengeſtellte Bohlenſparren vor. Die ſtark ausgezogenen Linien zeigen die Fugen der Bretter auf der einen, und die punktirten Linien, die Fugen der anderſeitigen Bretter, die ſtarke einzelne Punkte aber die Naͤgel an, womit die Bretter zuſammengenagelt ſind. §. 59. Die bogenfoͤrmige Sparren muͤſſen jederzeit nur aus einem Mittel⸗ punkte gezeichnet, und die Fugenſchnitte nach dieſem Mittelpunkte gezogen wer⸗ den, wie ſolches die in der Figur auf ſelbigen zulaufende punktirte Linien anzeigen. Der Mittelpunkt zu den bogenfoͤrmigen Sparren wird folgendermaßen gefunden. Man macht nemlich die Dachhoͤhe bo Fig. 145, etwas groͤßer als die halbe Breite des Daches ab, und errichtet in der Mitte der Sehne ac eine perpendikulaͤre Linie de, welche ſo lang iſt, als der ôte oder der 7te Theil von der Linie ac; alsdenn wird durch eine bekannte geometriſche Operation, der Mittelpunkt f geſucht, aus welchem man durch die 3 Punkte adc eine Kreislinie ziehen kann; oder auf eine andere Art, nachdem Fig. 146 ab in 5 gleiche Theile getheilt und der Linie be, ſechs ſolcher Theile gegeben worden, faßt man mit dem Zirkel 7 ½ ſolcher Theile und macht damit aus den Punkten a und o, den Durchſchnitt k, welcher den Mittelpunkt angiebt, aus welchem der Bogen ado gezogen werden kann. Man ſiehet leicht ein, daß dieſe Sparren wegen der hochkantig geſtell⸗ ten Bretter, wegen der Spannung vermittelſt den nach einem Mittelpunkte ge⸗ zogenen Fugenſchnitten, und wegen ihrer bogenfoͤrmigen Geſtalt, der groͤßten Kraft welche ſie zu zerbrechen trachtet, einen maͤchtigen Widerſtand leiſten. Nun iſt bereits S. 51 wegen der Daͤcher uͤberhaupt angefuͤhret wor⸗ den, daß ſie in keiner andern Abſicht eines Queerverbandes beduͤrfen, als um das Einbiegen der Sparren zu verhuͤten; da aber die Bohlenſparren an ſich ſo ſtark ſind, daß ſie nicht durch eine aͤußerlich darauf wirkende Kraft eingebogen Abſicht der ppeln und lbhandlung rgemeinen en und in bungen zu⸗ zeigen die F ugen der womit de u Mittel⸗ gen wer⸗ te Linien dermaßen groͤßer als Sehne ac Ite Theil Operation, ade eine ab in 5 t worden, Punkten ſchem der g geſtel⸗ unkte ge⸗ r grißien ſien zret wor⸗ als um ſch ſo gebogen Von den Daͤchern. 119 werden koͤnnen, ſo folgt, daß die Daͤcher mit Bohlenſparren ganz und gar keiner Queerverbindung benoͤthiget ſind. In Abſicht der Verbindung nach der Laͤnge aber, haben die Bohlen⸗ daͤcher alles mit den andern gemein, nemlich, daß ſie vor dem Zuſammenſchie⸗ ben nach der Laͤnge, außer der Verbindung durch die Latten, entweder durch ganze Walme, oder durch ſtarke, halb oder ganz heraufgehende Giebel geſi⸗ chert werden muͤſſen. Eben ſo koͤnnen auch wie bei andern Daͤchern, Sturm⸗ latten unter die Bohlendaͤcher angebracht werden.*) Weil aber hiebei keine Kehlbalken vorhanden ſind, die auf Rähme aufgekaͤmmt, und zum Theil von ſelbigen getragen werden duͤrfen, ſo fallen auch die Dachſtuͤhle weg. Aus dieſer Conſtruction ergeben ſich nun folgende Vortheile. Anm. Nach der Methode des Erfindens ſolle auch, wie es jetzt in Frahkreich beobachtet wird, die Sparren mit einander verriegelt werden, wovon in der Folge das mehrere vorkoͤmmt. §. 60. 1) Bei den Bohlendaͤchern hat man einen ganz freien und geraͤumigen Vortheile der Boden, welches in verſchiedener Hinſicht auf den Gebrauch der Boͤden ſehr Bohlendä⸗ nuͤtzlich iſt. 2) Beruͤhren die Schornſteinroͤhren kein Holz unterm Dache, und ſie ſind alſo feuerſicherer aufzufuͤhren. 3) Iſt die anſehnliche Holzerſparung bei dieſen Daͤchern zu erwaͤgen. Der Vorwand, daß wenn auf den kubiſchen Inhalt des Holzes geſehen wird, zwar allerdings zu dieſen Daͤchern weniger Holz erforderlich ſey, als zu andern, daß aber dagegen Bretter noͤthig waͤren, welche nur aus einer ſtarken Holzſorte, oder aus Saͤgebloͤcken erfolgen koͤnnten, woran es aber am mehrſten in den Waͤl⸗ dern mangelte, faͤllt weg, wenn man weiß, daß es keiner laͤngern Bretter als von 5 bis 6 Fuß, bedarf, daß es auch keinesweges hindert, wenn dieſe Bretter aus einer ſchlechten, d. i. einer aͤſtigen Holzſorte beſtehen, daß mithin ſelbſt angefaulte oder Schwammbaͤume dazu genommen werden koͤnnten, indem die Schwaͤmme oder andere ſchadhafte Stellen ſich nur ſtellenweiſe an ſolchen Baͤumen befinden, und immer noch geſunde Bretter von vorgedachten Laͤngen daraus erfolgen koͤnnen; da es ferner ſo gar fuͤr die Sache zutraͤglich iſt, wenn dieſe Bretter aus krummen Baͤumen geſchnitten werden, ſo koͤnnen dazu alle krumm gewachſene Baͤume gebraucht werden, uͤberhaupt alſo ſolches Holz, das man ſonſt nie anders unter die Klaſſe von Bauholz zaͤhlen wuͤrde, als hoͤchſtens cher. 120 Zweiter Abſchnitt. um Windelſtacken und Dachſtoͤcke zu den Stroh⸗ und Rohrdaͤchern, und allen⸗ falls Spließe daraus zu machen. Ein Hauptvortheil bei dieſen Daͤchern iſt auch 4) daß die Feuersgefahr dadurch ungemein vermindert wird, ſo wohl in Abſicht des Ausbruchs als der Fortpflanzung derſelben; denn erſtlich beruͤhren, wie vorgedacht, die Schornſteinroͤhren kein Holz im Dache, anderntheils aber, wenn ein Bohlendach dennoch in Brand gerathen ſollte, ſo kann doch da, wo wenig iſt, wenig brennen, und dieſe Daͤcher ſind daher weit leichter zu loͤſchen als die gewoͤhnlichen ſo ſehr mit Holz ausgebaueten Daͤcher; ferner, beim Zuſam⸗ menfallen der etwa bei einem Brande aus ihrer Verbindung getrennten Bohlen⸗ ſparren, werden ſolche wegen ihrer Leichtigkeit nicht durch die Decken durch⸗ ſchlagen, und das Feuer im innern des Gebaͤudes verbreiten, wie ſolches bei ſtarken Dachverbaͤnden geſchieht. Endlich kann die brennende geringere Holz⸗ maſſe eines Bohlendaches fuͤr nebenſtehende Gebaͤude nicht ſo gefaͤhrlich werden als jene ſo vieles Holz enthaltende Daͤcher; und da endlich 5) die Sparren der Bohlen⸗Daͤcher, weil der untere Theil derſelben ſich der ſenkrechten Linie naͤhert, bei weiten nicht einen ſolchen ſtarken Seitenſchub aus⸗ uͤben, als die bei den gewoͤhnlichen Daͤchern weit ſchraͤger geſtellte Sparren, erſtere auch uͤberhaupt leichter ſind als jene, ſo koͤnnen ſie bei Gebaͤuden, wo keine Dachboͤden, und wo mithin keine Dachbalken noͤthig ſind, als bei Exerzier⸗ und Reithaͤuſern, Schoppen, Waarenlagern und beſonders bei Scheunen weit ſiche⸗ rer auf Raͤhme und abgetrumpfte Balken aufgeſtellet werden als andere Spar⸗ ren. Vorzuͤglich laſſen ſich runde Kuppeln auf eine leichte und dennoch feſte Art damit conſtruiren.*) *) Das vorzuͤglichſte Beiſpiel hiervon iſt die ſogenannte Halle aux bleds oder das Kornhaus in Paris, worauf eine Kuppel bloß von zuſammengenagelten Brettern befindlich, welche 120 Fuß im Durchmeſſer und eine Hoͤhe von 100 Fuß hat. Hier in Berlin iſt in eben der Art eine Kuppel von 50 Fuß im Durchmeſſer auf der Vieharzeney⸗Schule erbauet worden. Demnaͤchſt iſt die Reitbahn fuͤr das Regiment Gens d'Armes von 120 Fuß lang und 60 Fuß breit mit einem ſolchen Bohlendache verſehen, dergeſtalt, daß keine Balken durch⸗ gehen, ſondern die Boͤgen ſind inwendig mit Brettern bekleidet, ſo daß es einem gothi⸗ ſchen Gewoͤlbe aͤhnlich ſieht. In meiner vorgedachten Abhandlung ſind die Zeichnungen von dieſen Gebaͤuden anzutreffen. Auch haben bereits viele Buͤrger hieſelbſt dergleichen Daͤcher auf ihren Haͤuſern bauen laſſen, und es wird vielfaͤltig damit fortgefahren. Die Beantwortung der Frage in Abſicht der Koſten fuͤr dergleichen Bohlendaͤcher in Vergleichung mit andern Daͤchern, kann nur immer unbeſtimint ausfallen, indem es dabei auf den Werth des laͤngern Holzes welches bei letz⸗ teren und allen⸗ ſ wehl in d brihten nthels über doch d wo r zu liſten ſheim Zuſam ten Bohlen ecke durch ſolches bei ngere Hol⸗ rlich werden den ſich der enſchub aus⸗ e Sparren, en, wo keine Frerzier⸗ und weit ſicht⸗ dere Spar⸗ nnoch feſe as Fornhaus lich, welche ſer auf der 5 lang und alken durch⸗ inem goth⸗ Zeichnungen derylichen hran, egleichen beſtimmt bei letz⸗ teren Von den Daͤchern. 121 teren Daͤchern erforderlich, gegen das Kuͤrzere ſo zu den Bohlendaͤchern brauchbar iſt, ankoͤmmt. Gemeiniglich beſtimmt aber eine vorzuͤgliche Staͤrke und Laͤnge des Bauhol⸗ zes den hoͤhern Preis deſſelben; wie viele Gegenden giebt es aber nicht wo dergleichen Holz auch fuͤr Geld nicht mehr zu haben iſt, und wo man ſich denn doch mit den zuſammengeſetzten Bohlenſparren in allen Faͤllen helfen kann. Geſetzt es be⸗ ſaͤße jemand einen Wald der aus den ſchlechteſten, knorplichſten und krummſten Baͤumen beſtaͤnde, die nie als Bauholz waͤren betrachtet worden: ſollte ihm nicht eine Anleitung willkommen ſeyn, durch welcher er in den Stand geſetzt wird, von dieſen zum Bauen fuͤr untauglich erachteten Baͤumen, bei den groͤßten und wichtigſten Bauten, Gebrauch zu machen? Angenommen auch, daß der Koſten⸗Ueberſchlag wegen des Schneidens der Bretter, der erforderlichen Ruͤ⸗ ſtungen zum Richten ꝛc. bei großen Bauten, ſich nicht viel geringer be⸗ liefe, als Haͤnge- und Sprengewerke nach der gewoͤhnlichen Art aufzufuͤhren, ſo iſt doch bei der Conſtruction aus zuſammengeſetzten Bohlen, die Moͤglichkeit einer jeden Ausfuͤhrung zu erreichen; wollte man etwa einwenden, daß bei den wegfallenden Balkenlagen, oder wenn dergleichen von Brettern, bloß als eine Decke ſubſtituiret wuͤrden, im erſten Fall gar kein Bodenraum vorhanden ſey und daß derſelbe im zweiten, doch nur wenig wuͤrde belaſtet werden koͤnnen; ſo iſt dagegen zu erwaͤgen, daß Balkenlagen die durch Haͤnge⸗ oder Sprengewerke ſo zu ſagen nur ſchwebend erhalten werden, auch nicht große Laſten tragen koͤn⸗ nen, daß folglich der Bodenraum wenig brauchbar, und daß alſo auch von die⸗ ſer Seite betrachtet, bei den Bohlendaͤchern kein Verluſt iſt, vielmehr treten da⸗ bei alle ſchon vorhin gedachte Vortheile ein. §. 61. Nunmehro folgen die Details dieſer Conſtruction. Detail von Fig. 147 zeiget wie man die runden Brettſtuͤcke auf die Holzſparendſte der Zuſam⸗ b;5 menſetzung Art aus ganzen Brettern ausſchneiden kann. der Sdar en. Die hier zum Beiſpiel angenommenen 45 Fuß lange Bohlenſparren be⸗ ſtehen(einfach gerechnet) aus 8 Stuͤck, 5 Fuß 2 Zoll langen Brettſtuͤcken, mit Inbegriff des Verſchneidens zur aͤußern Bogenlinie. Wollte man nun dieſes Dach nicht aus kurzen Enden Brettern ſondern aus gewoͤhnlichen 24 Fuß langen 15¾ zoͤlligen Brettern conſtruiren, ſo werden zu einem Bogen oder Spar⸗ ren von vorgedachter Laͤnge, zwei Stuͤck dergleichen Bretter erfordert. Theilt man jedes in 4 gleiche Theile, ſo erhaͤlt jeder Theil 6 Fuß zur Laͤnge. Zieht Q 122 Zweiter Abſchnitt. man obige 5 Fuß 2 Zoll von 6 Fuß ab, ſo bleiben 10 Zoll uͤbrig; dieſe ſind zum Verſchneiden eines einzelnen Brettſtuͤckes hinreichend, denn nachdem die ganze ußere Bogenlinie nebſt den Centralſchnitten, um den Lehrbogen darnach machen zu koͤnnen, gehoͤrig vorgezeichnet worden, ſo koͤnnen nach vorheriger Maasgabe die uͤbrigen Stuͤcke zuſammengeſetzt werden. Da nun der ganze Bogen aus einem Mittelpunkt beſchrieben worden, ſo ſind auch alle einzelne Stuͤcke von gleicher Laͤnge ſich aͤhnlich, und decken einander; folglich darf man nur nach einem Bogenſtuͤck, welches gleichſam als Chabelone dient, die uͤbri⸗ gen verfertigen. Iſt nemlich auf dem dazu beſtimmten Brette Fig. 147, abod die Form des Bogenſtuͤcks efgh vorgezeichnet, ſo darf man ſelbiges nur, wie die punktirten Linien zeigen, wechſelsweiſe umkehren, ſo daß e in l, und h in m zu liegen kommt. Man kann alſo ohne einen vergeblichen Schnitt zu thun, ſaͤmmtliche Brettſtuͤcke zu einen Bogen auf gedachte Art verfertigen. Dabei gehet weiter nichts an Holz verlohren, als das, was auf dem Brettſtuͤcke, etwas dunkeler angelegt iſt, welches, um die Form des Bogens zu bekommen, abgehauen werden muß. Es werden alſo ſaͤmmtliche 8 Bogenſtuͤcke von 5 Fuß 2 Zoll, nicht mehr als 41 laufende Fuß und 4 Zoll betragen, ſo daß von einem 2afuͤßigen Brette, wenn man die Saͤgenſchnitte abrechnet, voll⸗ kommen noch 3 Fuß zum Verſchneiden uͤbrig bleiben, die aber auch noch zu Knaggen auf die Spitze des Daches angewandt werden koͤnnen. Anm. Wenn das Dach inwendig nicht verſchalet werden ſoll, ſo kann die untere Seite der „Gretter hg oder mn auch gerade bleiben. Fig. 48 ſtellet ein Stuͤck von einem dreifach zuſammengeſchlagenen Bo⸗ gen vor, ſowohl von der Seite als von vorne anzuſehen. Fig. 149 iſt das Profil im kleinen, von einem auf Balken geſtellten Bohlendache. A zeiget aber die in der Spitze befindliche Forſtbohle, und die aufgenagelten Knaggen nach einem groͤßern Maasſtabe. Die Knaggen ſind wie aus der Zeichnung zu erſehen, mit einer Klaue verſehen, die uͤber die Forſt⸗ bohle greift; die obere oder aͤußere Linie dieſer Knaggen laͤuft aber mit den Bogen der Sparren aus; auch iſt zu bemerken, daß die Bohle ei⸗ gentlich nach den punktirten Linien abed viereckigt iſt, und daß hier die Verſatzung in den Sparrenloͤchern, ausgezogen und als Hirnholz illumi⸗ nirt iſt. B, zeigt wie die Sparren von vorne anzuſehen, und wie ſie oben in die Forſtbohle einſtehen, wozu abo die Einſchnitte ſind, welche bei jeſe ſind dem die darnach ocheriger er ganze leeizeine danj wan die idii 7, abed nur, wie dh in m zu thun, auf dem gens zu enſtuͤcke aen, ſo net, vol⸗ noch zu Seite der enen Bo⸗ geſtellten nggelten vie aus e Forſt⸗ ber mit Bohl li⸗ hür die lumi⸗ in die Von den Daͤchern. 123 C noch deutlicher zu ſehen ſind, wo nemlich der Einſchnitt oben bei o etwas tiefer iſt als unten bei k, damit der Sparren g ſich mit einer kleinen Bruͤſtung r oben an die Forſtbohle anſtaͤmme; die Bohle iſt 4 Zoll ſtark und nicht nur ſo hoch als die Sparren breit ſind, ſondern noch 2 Zoll daruͤber, ſo daß noch uͤber die Kante der Sparren eine Bruͤſtung von 2 bis 2 ½ Zoll verbleibt. D iſt die in Fig. 149 mit d bezeichnete Schwelle, und der an dem Balken befindliche Zapfen dadurch erſichtlich, daß der Sparren ſo vorgeſtellt iſt als wenn ſelbiger aus dem im Balken befindlichen Zapfenloche ausgehoben waͤre. E macht ſolches noch deutlicher, wo nemlich vorne das Zapfenloch fuͤr den Sparren im Balken, und in der Schwelle ein Einſchnitt a zu ſehen, worin der Sparren ſtehet. F zeiget die ſchwalbenſchwanzfoͤrmige Verkaͤmmung der hier umgekehrten Schwelle auf den Balken, wo m wieder das Zapfenloch fuͤr den Spar⸗ ren iſt. Dieſes Zapfenloch wird nur ſo breit gemacht, daß wenn die Spar⸗ ren aus zwei Brettſtuͤcken beſtehen, nur 1 und wenn ſie von 3 Brett⸗ ſtuͤcken zuſammengeſetzt ſind, nur 2 ganze Brettſtuͤcke in das Sparrenloch einſtehen, im erſtern Fall ſtehet die halbe, im andern aber eine ganze Brett⸗ dicke auf den Balken ſelbſt auf, wie ſolches unten am Sparren Fig. E zu ſehen iſt. Die Figur 149 ABC und D weiſen nach, wie die Sparren nach des Erfinders Methode verriegelt werden ſollen; die Riegelloͤcher ſind 4 Zoll lang und etwas uͤber einen Zoll breit; die Riegel koͤnnen eine beliebige Laͤnge erhal⸗ ten; die Riegelloͤcher muͤſſen aber in allen Boͤgen ſehr genau aufeinander paſ⸗ ſen, um die Riegel recht gerade durchſtecken zu koͤnnen. Dieſe Riegel welche bei t einzeln vorgeſtellt ſind, werden wieder ſo weit auseinander, als die Dicke der Boͤgen betraͤgt, durchgelocht, um die hoͤl⸗ zernen Naͤgel oder Keile l, welche 2 ½ Zoll breit und einen Zoll dick ſind, ver⸗ vermittelſt ſtarker Schlaͤge mit dem Hammer, durchzutreiben; dieſes verhuͤtet, daß die Bogen nicht hin und wieder wanken koͤnnen. Anm. S. 27. meiner bereits gedachten Abhandlung uͤber dieſen Gegenſtand, habe ich zwar geſagt, daß dieſe umſtaͤndliche Verriegelung der Bohlendaͤcher hier nicht gemacht wuͤrde, ſondern daß man ſich begnuͤgte, die zugeſchnittene Brettſtuͤcke an jedem Ende mit zwei eiſernen, uͤbrigens aber mit Naͤgeln von kiehnen Holz zuſammen zu nageln, und der Er⸗ folg haͤtte gelehrt, daß dieſe Art der Zuſammenſetzung vollkommen hinreichend ſey; es ſchiene ſogar, als wenn die Boͤgen nach vorgedachter Art des de l' Orme(des Erfinders) durch die Riegel geſchwaͤcht wuͤrden, wobei ich auch wegen des Zuſammentrocknens der Q9 2 Anwendung der Bohlen⸗ daͤcher bei Scheunen. lang ſeyn wuͤrde, ſo iſt derſelbe bei x mit einem Stiel unterſtuͤtzt. Zweiter Abſchnitt, Riegel und Keile Beſorgniß geaͤußert; inzwiſchen erſehe ich aus den Nachrichten, welche mir ſeitdem aus Frankreich zugekommen ſind, daß die Bohlendaͤcher, welche man gegen⸗ waͤrtig dort haͤufig erbauet, jederzeit in vorgedachter Art verriegelt werden. Bei hohen und freiſtehenden Daͤchern moͤchte der Verband der Daͤcher nach der Laͤnge, auch wohl etwas dadurch gewinnen, und vorzuͤglich bei ſolchen Daͤchern, wo die Sparren nicht mit ihren untern Theilen etwas zwiſchen Mauerwerk ſtehen. Der hieſige Zimmermeiſter Herr Oertel, hat bei dem kuͤrzlich allhier auf einem 44 Fuß tiefen Buͤrgerhauſe von 3 Etagen, an beide gerade aufgehende Giebel die Fig. 150 vorgeſtellte ſehr zweckmaͤßige Einrichtung zur Haltung dieſer Giebel angebracht, welche ſich aus der Figur von ſelbſt erklaͤrt; die Giebel ſind uͤbrigens mit einem ganzen Stein vor das Holzwerk vermauert, und mit einem halben Stein gegen die Stiele und Riegel eingebunden worden. So wie auch uͤberhaupt die Schornſteinroͤhren ſchon etwas zur Haltung der Sparren gegen den Seitenſchub beitragen, ſo bewuͤrken ſie ſolches noch mehr, wenn die innere Einrichtung eines Gebaͤudes dergeſtalt getroffen werden kann, daß Schornſteinroͤhren innerhalb gegen die Giebel heraufgehen, und mit der Vermauerung der Giebel verbunden werden koͤnnen, wo denn dieſe Schornſteinroͤhren gleichſam als Pfeiler gegen die Giebel dienen. §. 62. Nach dieſem Detail iſt in den Figuren 151, A, B, C, H, G, F, die An⸗ wendung eines Bohlendaches bei einer maſſiven ſowohl, als bei einer hoͤlzernen Scheune vorgeſtellt. A iſt der halbe Grundriß, B die Balkenlage und C der Laͤngendurch⸗ ſchnitt der hoͤlzernen und der maſſiven Scheune. Bei erſterer ſind die Schwel⸗ len durch die Zangen a, welche von den Pfaͤhlen b feſt gehalten werden, gegen das Ausweichen geſichert. Auf beiden langen Schwellen der Vorder⸗ und Hin⸗ terfronte ſtehen die von doppelten Brettern zuſammengeſchlagenen bogenfoͤrmi⸗ gen Sparren, wie aus dem Profil E zu erſehen iſt. Die Einzapfung der Bogen auf die Schwellen zeigen die Abbildungen K und I in einem groͤßern Maasſtabe. Einige dieſer Sparren oder Boͤgen ſtehen dicht neben Wandſtielen, oder auch fuͤr ſich allein. Die auf dem Rahm⸗ ſtuͤcke aufgekaͤmmte Stichbalken oco im Grundriß B und im Poofil E liegen ent⸗ weder frey, oder ſie ſind auf eine beſſere Art, wie auf der andern Seite bei dd(und d im Profil) in einem Wechſel eingezapft; weil aber der Wechſel zu K zeigt, von oben anzuſehen, wie die gegen die Stuhlbalken vorbeigehende Bohlenſpar⸗ ren in ſelbige vermittelſt des Einſchnitts gh eingelaſſen ſind, welches der Pro⸗ filriß M mit dem vorgedachten Wechſel, und N ohne daß die Stichbalken mit einem Wechſel verſehen ſind, noch deutlicher macht. Bei der maſſiven Scheune ſind die Umfaſſungsmauern 2 Steine ſtark. Das Laͤngenproſil X, ingleichen das Queerprofil E und vorzuͤglich die groͤßere n, welche an gegen⸗ dei hohen zuch wohl nicht mit auf einem de Fig. 150 acht, welche anzen Slein und Ragal 1 etwas zur olches noch n kann, daß ermauerung leichſam als die An⸗ oͤlzernen gerdurch eSchwe⸗ en, gegen und Hin⸗ genfoͤrmi⸗ idungen Bögen Nahm⸗ hen ent⸗ eite bei chſel zu I zeigt, glenſpa⸗ eer Pxo⸗ kn mit roͤßere Von den Daͤchern. 125 Vorſtellung S zeigen, wie die Sparren auf die in die Mauer eingelegten und dazwiſchen vermauerten Stichbalken g geſetzt ſind; jedoch wuͤrde es beſſer ſeyn, bei maſſiven Scheunen die Sparren ebenfalls bis beinahe auf den Grund oder bis auf ein Banquet heruntergehen zu laſſen, und ſie auf eine Schwelle zu ſtellen. Das Profil G zeiget uͤbrigens den Verband einer Taswand, und das Profil C die Erhoͤhung der Einfahrtsthuͤren und der uͤber dem Scheunen⸗ fluhr liegenden Balken. Gleich hinter den Sparrenloͤchern wird, wie bei T zu ſehen, die Chier umgelegt vorgeſtellte) Schwelle R, welche bei V von der Seite, und bei U durch den Buchſtaben R der Laͤnge nach, angedeutet iſt, auf die Balken ge⸗ kaͤmmet. Bei w iſt zu ſehen, daß die Sparren an der innern Seite einen Abſatz haben, mit welchem ſie in die, in die Schwelle angebrachte Vertiefung a einſtehen. Hierdurch wird bewirkt, daß die Sparren, wenn ſie im Zapfenloche, wie ſolches an dieſen Stellen wohl zu geſchehen pflegt, ſchadhaft werden ſoll⸗ ten, doch noch auf die vorgedachte Schwelle aufſtehen. Eben ſo duͤrfte es, nicht undienlich ſeyn, hin und wieder uͤber zwei Sparren und der Forſtbohle eiſerne Baͤnder zu befeſtigen, auch ſchwache Windlatten laͤngſt oder noch beſſer in ſchraͤgen Richtungen unter die Sparren zu nageln, wie aus dem Laͤngenpro⸗ fil Fig. 151 C zu erſehen. Wenn die in letztgedachter Art angebrachten Wind⸗ latten mit dem untern Ende recht tuͤchtig an die Balken befeſtiget ſind, ſo iſt dieſes uͤberhaupt die kraͤftigſte Verbindung eines Daches nach der Laͤnge; ich wuͤrde daher anrathen, die Windlatten durch ein ſchraͤg durch den Balken an⸗ gebrachtes unterwaͤrts ſchwalbenſchwanzfoͤrmiges Loch, durchgehen zu laſſen, und ſodann das Ende der durchgeſteckten Windlatten auseinander zu keilen, welche Befeſtigung keine Gewalt trennen kann. Zum Aufrichten eines ſolchen Daches werden ein paar dergleichen Richt⸗ baͤume wie Fig. 152, angefertiget und in der Laͤnge einer Forſtbohle mit der Schwelle auf die Balken befeſtiget. Oben an die Richtbaͤume ſind Scheeren angebracht, worin zuvoͤrderſt die Forſtbohle eingelegt wird; ſodann hebet man vermittelſt an den Seiten dieſer Richtbaͤume angebrachter Boͤcke die Sparren herauf und ſetzet ſie in die Zapfenloͤcher und Verſatzungen ein; hiernaͤchſt wird das Geruͤſt weiter transportirt und ſo mit dem Richten fortgefahren. §. 63. Die 153ſte Figur ſtellet einen bloßen Schuppen vor, wobei es nicht auf eine voͤllige dichte Verſchließung des Fundaments ankoͤmmt. Es ſind alſo nem bloßen 126 Zweiter Abſchnitt. diſtanzenweiſe Pfeiler angebracht, auf welchen die Schwelle ruhet und die der⸗ ſelben zugleich zur Gegenſtrebung dienen. Die Oberflaͤchen der Boͤgen ab koͤnnen entweder ganz glatt ſeyn, ſo daß die Woͤlbeſteine zugleich die Bedachung der Pfeiler ausmachen, oder wie acC zeigt mit Dachſteinen, oder wie el mit guten feſtgebrannten Mauerſteinen ein⸗ gedeckt werden, wobei man ſich jedoch eines vorzuͤglich guten Moͤrtels bedienen muß; die punktirte Linie zeigt, daß wenn perpendikulaͤr auf b aufgemauert wuͤrde, die Steine ſehr leicht abgeſtoßen werden koͤnnten; daher iſt es beſſer, den Pfeiler, ſo weit als die Vorlage vorgehet, um einen halben Stein bg ſtär⸗ ker zu machen. §. 64. Anwendung Es bedarf hiebei keiner weitern Erklaͤrung als die 154ſte Figur ſelbſt. eines Bohlen⸗Die Seitenwaͤnde ſind nur auf einer gewiſſen Hoͤhe bekleidet vorgeſtellt. Man dachesedel, kann aber auch wenn man will, die Sparren inwendig bis oben herauf mit oder Exerzier⸗Brettern bekleiden, wodurch ein deſto beſſeres Anſehen erhalten wird. Auf hauſe. dem Dache laſſen ſich ebenfalls ſchwalbenſchwanzfoͤrmige, oder auch plattliegende Dachfenſter, oder ſolche Fenſter auf der Forſt anbringen, wo das Licht ſeitwaͤrts einfaͤllt. §. 65. Anwendung Ein Bohlendach erhaͤlt nicht nur mehrere Sicherheit, wenn daſſelbe in nnes ahta der Fig. 155 gezeigten Art angebracht wird, ſondern da daſſelbe außerhalb nem buͤrgerli eine nur unmerkliche Kruͤmmung macht, ſo kann daſſelbe um deſto beſſer, ja chen Wohn- ſelbſt allenfalls mit Hohlpfannen eingedeckt werden; auch iſt der Raum un— hauſe. ter einem ſolchen Dache als eine volle Etage zu benutzen. Anm. Der kleine Uebelſtand, daß die Sparren oben an der Decke etwas vortreten wird wohl in dergleichen Dachſtuben nicht von Bedeutung ſeyn, allenfalls koͤnnten die Waͤnde auch gerade abgekleidet werden. §. 66. Anwendung Zuvoͤrderſt iſt in der Fig. 156 A, B und C, der Grundriß ingleichen nhs Johlen das Laͤngen⸗ und das Queer⸗Profil einer läͤnglicht viereckigten Kirche vorge⸗ Kirchen. ſtellt. In Abſicht des darauf zu erbauenden Bohlendaches iſt zu bemerken, daß jeder Bohlenſparrn aus zwey Boͤgen beſtehet, welche miteinander verbun⸗ den ſind, der obere iſt unmittelbar fuͤr das Dach, und der untere zur Decke, und die der⸗ ſn, ſo daß oder vie ac erienen ei⸗ tels dddenen aufgenauer ſt es biſe ein bg ſth⸗ figur ſelbſt Ilt. Man ſerauf mit dd. Auf attiiegende t ſeitwarts daſſelbe in außerhalb beſſe, j aum un⸗ vird wohl nde auch ngleichen e borge⸗ merken, verbun⸗ Decke, Von den Daͤchern. 27 die ein Tonnengewoͤlbe bildet, beſtimmt. Beigehende Figuren 157 A und B zeigen, wie der untere Bogen in einem feſten Punkte zuſammenſtoͤßt, und zum Theil durch eine angebrachte Art von Haͤngeſaͤule, die nur ſchwach ſeyn darf, getragen wird. Weil aber das Gebaͤude nur 36 Fuß tief iſt, und der untere Bogen weiter keine Laſt, als die Schaalbretter, die ihn zugleich fuͤr das Hin⸗ und Herſchwanken vollkommen ſichern, zu tragen hat, ſo kann auch gedachte Häͤnge⸗ ſaͤule weggelaſſen werden, und der Bogen, wie die perſpektiviſche Figur 157 C zeigt, bloß zuſammengepaßt, und allenfalls mit zwei Latten angehangen werden. Auch koͤnnte nach Fig. 157 D, eine Latte a, und zwey uͤbers Kreutz, an beiden Enden vorzuͤglich gut befeſtigte Latten b, den Bogen dergeſtalt zu⸗ ſammenhalten, daß derſelbe nicht im geringſten von ſeinem Standpunkte abwei⸗ chen kann. Das Chor in dieſer Kirche iſt in 3 Oefnungen abgetheilt; die Bogen dienen dem Traͤger zur Unterſtuͤtzung, an deſſen beiden Enden zur Zuſammenhal⸗ tung der Hauptmauern, eiſerne Anker angebracht werden muͤſſen; auf dieſem Traͤ⸗ ger ruhen die Balken, welche zum Glockenſtuhl dienen. Weil die Saͤulen worauf der Traͤger liegt, wenigſtens 10 Zoll ins Gevierte ſtark ſind, ſo muͤßten, wenn gedachte Bogen von Brettern verfertiget wuͤrden, 2 Stuͤck, wie das Profil 157 E zeigt, nebeneinander geſtellt, und die Zwiſchenoͤfnungen verſchaalt werden. Da ſolches aber muͤhſam und unſtaIndlich iſt, ſo koͤnnen ſaͤmmtliche Bogen, wie Fig. 157 F zeigt, von kurzen Kloͤtzern conſtruiret werden. Um die Form des Bogens richtig zu bekommen, muß der Zimmermann, die nach einem Centro geſchnittenen Bogenſtuͤcke vorher gut zuſammenpaſſen, und alsdann erſt die vorgeſchriebene Bogenlinie behauen. Auf der Wand welche ſenkrecht auf den Chorſaͤulen ſteht, und zugleich die Kirche einſchließt, liegen einige Kehlbalken, die ſowohl dieſe, als auch die Giebelwand zuſammenhalten. Auf beiden Seiten, wie das Profil CD zeigt, ſind zwei Streben, um das Ein⸗ und Heraustreten dieſer Waͤnde zu verhin⸗ dern, angebracht. Der Glockenſtuhl ſtehet(wie es ſich bei ſelbigem jederzeit gehoͤrt,) ganz frei, und ruhet auf zwei langen Queerbalken, damit ſich die Laſt und Erſchuͤt⸗ tterung in allen Punkten zertheilen kann. Nach der Seite, wo der Schwung der Glocken hingeht, ſind zwei lange, und auf der andern Seite zwei kurze Streben angebracht; wie aus den Profilen zu erſehen iſt. Von ganz runden Daͤ⸗ chern oder Kuppeln. Von den Krubſacius⸗ ſchen Daͤ⸗ chern. 128 Zweiter Abſchnitt. Anm. Die an der Decke angedeuteten vertieften Felder, koͤnnen mit Leimfarbe auf die vor⸗ her gut zuſammengefuͤgten Schaalbretter gemahlt worden, und zwar ſo, daß die Schat⸗ tenlinien der vertieften Felder auf die Fugen der Bretter, die alle eine Breite haben koͤn⸗ nen, zu ſtehen kommen. Die Decke kann ſanft und mit hellen Farben, die nicht druͤckend ſondern entfernt zu ſeyn ſcheinen, gemahlt werden. Die uͤbrigen Waͤnde muͤſſen einen et⸗ was dunkeln Anſtrich erhalten, um die Decke noch mehr dadurch zu erheben. §. 67. Figur 158 A ſtellet den Grundriß und B das Profil einer runden Kuppel von doppelt zuſammengeſchlagenen Brettern vor; wobei nach dem vor⸗ hergegangenen ſich alles aus den Zeichnungen von ſelbſt erklaͤrt, und wird nur zu bemerken ſeyn, daß hier doppelte Mauerlatten geſtreckt ſind. Naͤchſtdem iſt zu bemerken daß es ein uͤbles Anſehen giebt, wenn eine Kuppel ſolche Schweifun⸗ gen als ab und ab in Fig. 158 B uͤber das Geſims hat; es muͤſſen daher dergleichen Abſtufungen wie in Fig. 158 A, angebracht werden; wo man nun nicht Bruchſteine hat, muß dieſes Mauerwerk mit recht feſten Ziegeln aufge⸗ fuͤhret und nebſt dem Geſimſe, mit Blech abgedeckt werden. Anm. Dasjenige was ich uͤber die Bohlendaͤcher mit geraden Sparren und von Balken die ebenfalls nur aus Enden von Brettern zuſammengeſchlagen ſind, vorjetzt beſitze, iſt noch zu unvollkommen als daß ich es hier mittheilen koͤnnte; ich muß ſolches alſo bis zu den am Schluſſe dieſes Werks zu liefernden Nachtraͤgen aufſchieben. 2 §. 68. Es bleibt noch uͤbrig der von dem Saͤchſiſchen Oberlandbaumeiſter Krubſacius angeblich erfundenen Daͤcher zu erwaͤhnen. Sie ſind in einer kleinen Schrift beſchrieben, unter dem Titel: Oekonomiſcher Vorſchlag, wie man die wohlfeilſten, dauer⸗ hafteſten, bequemſten und feuerſicherſten Daͤcher uͤber Wirth⸗ ſchaftsgebaͤude anlegen ſoll, von F. M. Krubſacius, Ober⸗ landbaumeiſter, Profeſſor der Baukunſt ꝛc. Dresden 1787. Folgendes iſt ein kurzer Auszug aus dieſer Schrift: »„Ich verlange, ſagt der Verfaſſer(S. 16) zu einem Dache kein meh⸗ „reres Holz, als eine gewiſſe Anzahl Dachbalken, die ſich auf zwei ſtarke Gie⸗ „belwaͤnde ſtufenweiſe uͤbereinander bis an den Forſt erheben. Auf den abge⸗ „ſchaͤrften Kanten derſelben will ich ſtarke Latten oder halbe Pfoſten, zwei Ellen „weit von einander, laͤngſt herab mit Schwaͤnzen eingelaſſen, und auf dieſe die „Dachlatten annageln, ſo wird das ganze Dach bis zum Eindecken fertig ſeyn. „Fig. 159 A. „Hiebei auf die bot⸗ die Schat⸗ haben koͤn⸗ ict drüͤckend iſen einen et⸗ n. iner vuden h dem urr⸗ d wird nur ſtdem iſt zu Schweifun⸗ uͤſſen daher man nun eln aufge⸗ Valken die ſibe, voch hbis zu den baumeiſter dd in einer „dauer⸗ Virth⸗ „Ober⸗ 1787. kein meh⸗ tarke Gie⸗ den abge⸗ zwei Ellen dieſe die i ſen. „Hiebei Von den Daͤchern. 129 „Hiebey ſind keine Sparren und ſchaͤdliche Aufſchieblinge, keine Kehl⸗ „balken, Spannriegel, Hahnebalken, Streben, Winkelbaͤnder, Giebelſaͤulen, Mau⸗ „erlatten, Ober⸗ und Unterſchwellen, ſtehende und liegende Stuͤhle, ſamt ihren „Stuhlwaͤnden, ja ſo gar keine Hauptbalken, wenn man keinen Dachboden ha⸗ „ben will, noͤthig. Heißt das nicht Holz genug erſparet? und iſt daher ein „ſolches Dach nicht das wohlfeilſte? Es kaͤme nur darauf an, ob es auch feſt „und dauerhaft genug waͤre. „Was dieſes betrift, ſo richtet ſich die Befeſtigung blos nach der Laͤnge, „keinesweges aber wie gewoͤhnlich, nach der Breite des Hauſes. „Ein Balken von 12 bis 15 Zoll ſtark ins Gevierte, traͤgt in einer „Länge von 12 bis 15 Ellen eine große Laſt, ohne ſich zu biegen, das weiß „man aus Erfahrung; alſo muß ein Ziegeldach von 24 bis 30 Ellen lang, im „Mittel unterſtuͤtzt werden. „Es traͤgt aber hier kein Balken fuͤr ſich allein, ſondern ſie tragen alle „zuſammenhangend, vermoͤge der eingelaßenen und angenagelten Pfoſten. Zu⸗ „dem ſo geſchieht der Windſtoß mehrentheils diagonaliter, da die Dachbalken „am ſtaͤrkſten ſind. Wollte man ſie aber noch mehr befeſtigen, ſo koͤnnte man „ſie durch Sturmlatten oder Windrispen, auf den Kanten verbinden; dieſe „wuͤrden hinreichend ſeyn, ein hohes Dach, wider den Wind und allen Druck „der Feueraſchen und Dachluken, der Ziegel und des Schnees zu bewahren. „Die Unterſtuͤtzung der Dachbalken geſchiehet in ſteinernen Gebaͤuden „durch einen Spitzbogen mit Abſatzen und guten Wiederlagern(Fig. 159 B) der „bis unter den Forſt des Daches langet; außerdem koͤnnte es auch durch Stei⸗ „fen(Sparren) geſchehen. Iſt eine Scheidewand vorhanden, ſo kann man „dieſe Steifen auf ſelbige ſetzen. So viel Scheidewaͤnde nun, ſo vielmal koͤnnte „man den Dachbalken eine Unterſtuͤtzung geben, wenn es noͤthig waͤre. Bei „langen Gebaͤuden aber, als bei Kornhaͤuſern, Schaͤfereien ꝛc. wuͤrde es noͤthig „ſeyn, alle 20 oder 40 Ellen einen Brandgiebel zur Auflage der folgenden „Dachbalken aufzufuͤhren, der ohnedem Feuersgefahr halber erforderlich iſt. „Will man einen oberen Dachboden haben, der ſonſt auf dem Kehlbal⸗ „ken ruhet, ſo muͤſſen die Lagerbalken, laͤngſt dem Hauſe hin, auf die untern „Queerwaͤnde geſtuͤtzt werden. Auf ſolche Weiſe laͤßt ſich auch ein Manſarde⸗ „dach ohne Kehlbalken bauen, wenn nur die Giebelwaͤnde darnach eingerichtet „ſind,(Fig. 159 C.) M „Die ſtaͤrkſte Befeſtigung aber beſtehet in der Auflage der Dachbalken „ſelbſt. Beide Giebelwaͤnde muͤſſen daher nicht ſtark ſeyn. Bei großen Daͤ⸗ R 130 Zweiter Abſchnitt. „chern von 20 und noch mehr Ellen breit, muß man ſie ſteinern von 2 Ellen „dick und daruͤber, nach Beſchaffenheit des Mauerwerks; der Bedeckung des „Daches und der Balken machen; jedoch kann man ſie mit Schild und Bo⸗ „gen zur Erſparniß anlegen. Bei mittleren Daͤchern brauchen ſie nur eine und „eine halbe bis zwei Ellen, und bei kleinern leichtern Strohdaͤchern noch ſchwaͤ⸗ „cher, ja wohl gar von einer halbelligten, auch acht bis zehnzoͤlligen Riegel⸗ „wand zu ſeyn,(Fig. 159 C) deſto ſchwaͤcher kann man hingegen die langen „Steinwaͤnde anlegen, weil außer den Hauptbalken, keine Laſt auf ihnen ruhet, „die allenfalls auch von einer Riegelwand, wie bei allen hoͤlzernen Haͤuſern, „kann getragen werden. „Die Koͤpfe der Balken muͤſſen nicht nur viel aufliegen, ſondern auch „wohl verwahret ſeyn. Es iſt daher noͤthig, ſie an den Forſtbalken anzuklam⸗ „mern und den Saum der Dachziegel uͤber den Giebel auf einem Simſe vor⸗ „ſpringen zu laſſen, damit die Koͤpfe vor dem Regen und der Faͤulniß recht ge⸗ „deckt ſeyn moͤgen. Der Sims kann von Steinen ſeyn, wenn die Giebelwaͤnde „ſteinern ſind, außerdem aber nur von Holz, das die abgeſchnittenen Koͤpfe be⸗ „kleidet. »So viel laͤßt ſich von der Befeſtigung des neuen Daches uͤberhaupt „ſagen, da ich mich in dieſer kleinen Abhandlung nicht bis auf den kleinſten „Ragel einlaſſen will. „Ein jeder der ſie lieſet, kann ſchon daraus urtheilen, daß ein ſolches „Dach dauerhaft ſeyn muͤſſe. Ich ſehe wenigſtens keinen Ort, wo der Schnee „mit Gefahr liegen bleiben, oder es einregnen koͤnnte: denn da die Aufſchieblinge „wegfallen, und der untere Dachbalken uͤber eine Elle hoch von dem Hauptge⸗ „ſimſe frey und erhaben liegt, auch ſtark genug iſt, ſo kann es unmoͤglich wie „eine ſchwache Mauerlatte vom Moder zerfreſſen werden. Und geſetzt auch, daß „einer von den Dachbalken durch Verwahrloſung ſchadhaft wuͤrde, ſo ruhet „doch nicht das halbe Dach auf ihm, wie auf einer Mauerlatte; es kann ſich „alſo nicht ſenken, und der Schade kann gar leicht und ohne Gefahr ausge⸗ „beſſert werden, als welches mit Anſchiftung der Sparren und Hauptbalken „nicht ſo leicht angehet, und noch dazu gefaͤhrlich und wandelbar iſt; mithin iſt „ein ſolches Dach, dafern es nur gut eingedeckt wird, das feſteſte und dauer⸗ „hafteſte unter allen. Es iſt aber auch das bequemſte, da man den Dachraum „voͤllig nutzen kann, weil kein Holz im Wege ſtehet. Noch groͤßer aber iſt „der Nutzen bei Scheunen und Schuppen, weil ſogar die Hauptbalken wegge⸗ „laſſen werden koͤnnen. Man kann dabei uͤber Stall⸗ und Wohngebaͤuden die 2 Ellen ung des und Bo⸗ eine und voc ſchwaͤ⸗ en Negel⸗ die dangen hnen vihtt, dHauſer, nern auch anzuklam⸗ Simſe vor⸗ recht ge⸗ ebelwaͤnde Koͤpfe be⸗ iͤdethaut n kleinſten ein ſolches er Schnee ſſchieblinge Hauptge⸗ glich wie ruch, daß ſo ruhet kann ſich r ausge⸗ uptbalken mithit iſt nd dauer⸗ Ddachraum äber iſt wegge⸗ den die Von den Daͤchern. 131 „Dachkammern abtheilen wie und wo man will, weil man ſich nicht nach der „Mittelwand und den Bindern richten darf; und ſo braucht man bei Schlep⸗ „pung der Feuereſſen, kein Holz auszuſchneiden. Ja es koͤnnen alle Feuer⸗ „mauern zwiſchen den Dachbalken hinaus, und ohne den Forſtbalken zu zer⸗ „ſchneiden, gebracht werden, wenn man nemlich ein paar Eßen ſeithalb des For⸗ „ſtes heraus, und oberhalb wieder zuſammen in einen Kaſten ziehet. Eben ſo „bequem kann man einzelne Ochſenaugen oder einzelne und zuſammenhaͤngende „Dachluken auf einen Dachbalken nach der Reihe ſetzen, und ſie an die obern „befeſtigen: folglich waͤre auch dieſes neu erfundene Dach das bequemſte. „Was denn endlich den Nutzen bei Feuersgefahr betrift, ſo iſt es ja „eine ausgemachte Sache, daß da, wo wenig Holz vorhanden iſt, das Feuer „auch nicht um ſich greifen kann; und wenn auch eine Seite in Brand geraͤth „ſo kann man doch die andere retten, da beide nicht durch das geringſte Holz „mit einander verbunden ſind. Wenn man nun das Dach mit Ziegeln bedeckt, „und die Dachſtuben oder Kammern verſchaalt oder bewirft, auch hier und da „einige Zugloͤcher, des Stockens halber laͤßt, ſo kann man ein ſolches Dach „auch vor allen andern, feuergeſi chert nennen. „Das ſind nun meine ohnmasgeblichen Gedanken, ſagt Herr Krubſacius, „zur Erfindung eines recht wohlfeilen, aber auch dauerhaften, bequemen und „feuergeſicherten Daches, die ich Bauverſtaͤndigen zur Pruͤfung und Bauherrn „zum Verſuch uͤberlaſſe. „Meine Abſicht iſt anbey gar nicht, die alten Dachverbindungen gaͤnz⸗ „lich uͤber den Haufen zu werfen; o nein! es bleiben noch Faͤlle genug uͤbrig, „da man ſich deren uͤber Kirchen, Schloͤſſer, Pallaͤſte, Opern⸗ Reit⸗ und Ball⸗ „haͤuſer, zu Kuppeln, Rundungen, Pavillons, und uͤberhaupt zu allen Walmen „geſchweiften und gezierten Daͤchern bedienen muß. „Dennoch aber kann die neue Art gar fuͤglich bei Buͤrgerhaͤuſern ge⸗ „braucht werden, wenn man ſie als Gebaͤude betrachtet, deren Giebel die Brand „oder Kommunmauern ſind. Dieſe nun muͤſſen ſtaͤrker als gewoͤhnlich angele⸗ „get, oder wenigſtens mit ſtarken Schaͤften und Bogen, zur Auflage der Dach⸗ „balken verſehen werden; und geſetzt auch, daß dieſe Erfindung durch Wider⸗ „ſtrebung der Zimmerleute, als deren Verdienſt gar ſehr geſchmaͤlert wuͤrde, „nicht bis an die Buͤrgerhaͤuſer gelangen ſollte, ſo waͤre doch der Nutzen davon „bei Wirthſchaftsgebaͤuden ſehr groß. Und das iſt eben meine wahre Abſicht, „wie ich blos der oͤkonomiſchen Welt und der Armuth damit dienen will; ich „wuͤnſche, daß wenn ja dieſer mein wohlmeinender Vorſchlag von ihr genehmi⸗ R 2 13² Zweiter Abſchnitt. „get und verſucht werden ſollte, ſich es kein ſeinwollender guter Wirth einfal⸗ „len ließe, die wenigen angegebenen Balken und Waͤnde zu ſchwaͤchen, um bei „der groͤßten Erſparung noch mehr erſparen zu wollen.“ Mir duͤnkt, daß bei genauer Erwaͤgung dieſer Vorſchlaͤge ein jeder Sach⸗ verſtaͤndiger der Meinung ſeyn wird, daß die Dauer dieſer Daͤcher noch etwas zweifelhaft iſt, und daß dieſer Vorſchlag in Abſicht der Koſten gewiß ſehr unvortheil⸗ haft ſey; auch wird man zugeben muͤſſen daß die vorbeſchriebenen Bohlendaͤcher weit leichter und wohlfeiler ſind, und daß ſie dennoch alle Vortheile der Krub⸗ ſaciusſchen Daͤcher gewaͤhren, da man bei ſelbigen, wenn man will, oder viel⸗ mehr wenn es erlaubt iſt, die Dachbalken eben ſo wie bei den Krubſaciusſchen Daͤchern weglaſſen kann. Dieſer Fall wuͤrde aber unter oͤkonomiſchen Gebaͤuden blos bei den Scheunen ſtatt finden, denn wer will außerdem ein Gebaͤude ohne einen Dachboden haben? Was wuͤrden aber bei der Krubſaciusſchen Bauart die vielen maſſiven Giebel zum Auflegen der uͤber die Dachflaͤchen zu legenden Balken, nicht koſten, und welche Umſtaͤnde wuͤrden dieſe Giebel nicht bei der Austheilung des Raums in Wohngebaͤuden verurſachen, und gewiß aller Orten Hinderniſſe in den Weg legen. Herr Krubſacius hat auch ſeiner Beſchreibung, eine Koſtenberechnung blos von der Zimmerarbeit eines Daches nach der gewoͤhnlichen Art, und eines nach ſeinen Vorſchlaͤgen von gleicher Groͤße, beigefuͤgt, woraus hervorgehet, daß das letz⸗ tere nur 80 Rthlr. 5 gr. gegen 155 Rthlr. ö gr. erfordert, welches erſteres koſtet. Bei dem Hauſe nach der gewoͤhnlichen Bauart, hat der angebliche Erfinder auch auf einen liegenden Dachſtuhl gerechnet, welches bei der angenommenen Tiefe des Gebaͤudes von 18 Ellen nicht noͤthig iſt, ſondern es war dabei ein ſtehender Dachſtuhl vollkommen hinreichend, ſo daß alſo dieſerhalb bei dem An⸗ ſchlag von einem gewoͤhnlichen Dache, ſchon etwas zu viel Holz und Arbeits⸗ lohn gerechnet iſt; naͤchſtdem haͤtte er billig die Koſten berechnen ſollen, welche die nothwendig erforderlichen Giebel zum Auflager ſeiner auf die Abſaͤtze derſel⸗ ben zu legende Balken erfordern; ich wenigſtens wuͤrde die Balken nicht uͤber 15 Fuß frey zu legen mir getrauen, und ſodann muͤßten die Tragegiebel auch nicht weiter auseinander aufgefuͤhrt werden, welches bei Gebaͤuden von irgend einer anſehnlichen Laͤnge, außer dem vorhingedachten Hinderniß, welche die Wi⸗ derlager dieſer Pfeiler verurſachen muͤſſen, nicht wenig an Macerialien und Koſten erfordern duͤrfte, und ich muß daher, ohne den verſtorbenen ſehr verdien⸗ ten Mann tadeln zu wollen, geſtehen, daß ich keinen weſentlichen Nutzen bei dieſer Erfindung abſehe. einfal⸗ um bei er Sach⸗ dh etwas mvorthei⸗ hlerdäcer der Krud⸗ oder vier ꝛciusſchen Gebaͤuden aͤnde ohne Bauart legenden bei der r Orten erechnung ines nach das let⸗ s koſtet. Erfinder mmenen bei ein em An⸗ lrbeits⸗ welche derſel⸗ t uͤber el aug inxnd Vi⸗ und rdien⸗ bei Von den Daͤchern. 133 Anm. Der Vollſtaͤndigkeit wegen war ich genoͤthiget, auch das Vorſtehende aus der Ab⸗ handlung uͤber die Bohlendaͤcher hier wiederum anzufuͤhren; nach der Zeit iſt mir erſt bekannt geworden, wie es in verſchiedenen Gegenden von Frankreich eben ſolche Daͤcher giebt wie die Krubſaciusſchen, welche zum Theil ſehr alt und alſo gewiß nicht erſt nach der angeblichen Erfindung derſelben vom Herrn Krubſacius erbauet worden; auch ſind die in dem engliſchen Werke the Carpenter's new Guide: by Peter Nicholson, London 1793, und in andern engliſchen und franzoͤſiſchen Buͤchern vorgeſtellten Dachverbaͤnde mehrentheils von eben der Art und wohl ebenfalls keine Nachahmungen der Krubſaciusſchen Daͤcher. Bei den in Frankreich befindlichen Daͤchern liegen die Queerbalken auch in Abſicht der Erſparung auf eine vortheilhafte Art viel weiter als Krubſacius ihre Entfernungen angiebt, nemlich an 6 bis 8 Fuß; dagegen ſtehen aber die(jedoch ſehr ſchwache) Sparren nur 1½ Fuß weit auseinander. Die Queerbalken liegen von Giebel zu Giebel, welche ent⸗ weder von Holz aber maſſiv ſind. Iſt das Gebaͤude lang, ſo iſt nicht immer in der Mitte ein Giebel ſondern nur in Entfernungen von 18 bis 20 Fuß ein Geſpaͤrre, nach Fig. 160 A angebracht, um die Queerbalken zu tragen, welche aber zuweilen in die vorge⸗ dachte Hauptgeſpaͤrre, nach Fig. 160 B angebracht ſind, ſo daß die ſchwaͤchern Zwiſchen⸗ latten mit den aͤußern oder Dachſeiten der Hauptſparren, eine gerade Flaͤche machen. Mehrentheils haben dieſe Gebaͤude ein geſenktes Gebaͤlke nach Fig. 160 C, die Daͤcher ſind uͤbrigens in dortigen Gegenden ſehr flach. §. 69. Da bei dieſen Scheunen das Dach mit den Waͤnden in einer Verbin⸗Von den ſo⸗ genannten dung ſtehet, ſo iſt beides in den Fig. 161 A, B, C. D, und E. vorgeſtellt. Man Wolfs⸗ oder ſiehet, daß die Sparren mit ihren kurzen Kehlbalken auf das Rahmſtuͤck, welches Holfter⸗ durch die in den Fluhrwaͤnden und in den Giebeln befindlichen Stiele und Scheunen. durch die Kreutzbaͤnder, getragen wird, gleichſam aufgehaͤnget ſind, weshalb die Sparren keinen ſonderlichen Druck auf die Waͤnde ausuͤben. Fig. 161 F zeigt etwas im Großen, wie die Sparren auf die durch das Rahmſtuͤck der Wand durchreichende Zapfen der Stiele, aufgeſtellet ſind. Das uͤbrige iſt aus den Figuren hinlaͤnglich zu entnehmen. Anm. Weil bei dieſen Scheunen gar keine Balken durchgehen, ſo ſind ſie bequem, und der Verband iſt dennoch ſehr dauerhaft; ſie ſind aber beſchwerlich aufzurichten und auch nur wenig im Gebrauch. Meinert und Lange geben in ihren Bauſchriften ebenfalls Beſchreibungen und Zeichnungen von ſolchen Scheunen; allein ſie weichen von dieſer in verſchiedenen Stuͤ⸗ cken ab; ſie erfordern mehr Holz, und beſchraͤnken den innern Raum zu ſehr. 3§. 70. — Das in der Fig. 162 A und B vorgeſtellte Dach iſt auf einem Ge⸗ Zo e h baͤude von 48 Fuß lang und 24 Fuß breit angenommen. bey nur eini⸗ Die zwei auf die Mauerlatten aufgekaͤn b e durchge⸗ * ekammte Hauptb b auf ge durchg fgekaͤn ptbalken„ worauf hende Balken das Haͤngewerk und die ganze Decke ruhet, ſind 15 Zoll hoch und 10 Zoll gebraucht werden. 134 Zweiter Abſchnitt. Von den Daͤchern. breit; jeder der kleinen Wechſel d, d, d iſt 6 Zoll hoch und 3 Zoll breit; die Haͤngeſaͤulen f ſind mit ſchwalbenſchwanzfoͤrmigen Einſchnitten an die Hauptbal⸗ ken angebolzt. Die Sparren brauchen nur 6 Zoll hoch und 4 Zoll breit zu ſeyn, und muͤſſen auf die ſchmale Seite geſtellet werden, die 5 Balken welche (nach Art der Krubſaciusſchen Daͤcher) auf den Giebeln und auf den Haupt⸗ ſparren ruhen, koͤnnen aus 15 einzelnen Stuͤcken gemacht werden, wovon alſo jedes 16Juß lang iſt. Nicht nur auf der langen, ſondern auch auf der Gie⸗ belmauer werden Mauerlatten geſtreckt, in welchen letzteren die Wechſel eingelaſ⸗ ſen ſind. Anm. Dieſes Dach iſt in No. 42. der Leipziger Intelligenzblaͤtter vom Jahr 1786. beſchrieben; gegenwaͤrtig hat der Herr Profeſſor Meinert dieſe Beſchreibung in ſeiner landwirthſchaftlichen Bauwiſſenſchaft mitgetheilt, und ſelbige durch eine Zeichnung erlaͤutert; da nun ein ſolches Dach ſehr leicht und holzſparend zu ſeyn ſcheint, ſo giebt es vielleicht um ſo eher Gelegenheit zur Auffuͤhrung ſolcher Daͤcher, wenn auch hier die Beſchreibung derſelben mitgetheilt wird. Dergleichen Daͤcher koͤnnen jedoch nur da angebracht werden, wo man keinen Windelboden noͤthig hat; mit Brettern koͤnnen aber die Balken von oben bedeckt auch von unten damit bekleidet werden. Da ubri⸗ gens die Riegel ee doch nur dazu dienen, um die ſchwachen Sparren zu tragen, ſo wuͤrde ich der Meinung ſeyn, die zwei untern und den obern wegzulaſſen und auf jede Seite nur zwei Riegel an den mit mi bemerkten Stellen anbringen, indem die Sparren daran hinreichendes Auflager haben; dahingegen wuͤrden einige Sturmlatten, in zu beiden Sei— ten entgegengeſetzten ſchraͤgen Richtungen unter die Sparren anzubringen ſeyn, um den Verband des Daches nach der Laͤnge zu bewirken; auch muͤßten die Riegel ſo weit un⸗ ter die Dicke der Dachſeiten der Hauptſparren,(welche hier zugleich die Streben der Haͤngeſaͤule ſind) zuruͤckgelegt werden, daß die aͤußere Seite der Sparren mit der dieſer Streben buͤndig waͤren, und alſo erhielte das Dach, das auf der linken Seite bei dieſer Figur gezeichnete Profil. Man hat bei dieſen Daͤchern und Decken nicht zu beſorgen, daß die in die Hauptbal⸗ ken eingelaſſene Wechſel nicht Feſtigkeit genug leiſten ſollten. In dem Traité de la force des bois, par. M. le Camus de Mézieres, Architecte, Paris 1782. findet man eine Decke wobei nur auf die Schafte zwiſchen den Fenſtern, uͤber das Zimmer reichende ganze Bal⸗ ken vorhanden, an welchen zugleich die Mauern geankert ſind, das uͤbrige iſt ebenfalls wie in voriger Art, mit auf die breite Seite geſtellten Bohlen ausgefacht, welche in die Hauptbalken eingelaſſen ſind.) bteit; die Hauptbal⸗ 1 breit zu dlen we ſche da Haupt⸗ wonm alſo nuf de gi⸗ ſel eingan⸗ ter vom Iahr Deſchreibung in d ſelbige duch varend zu ſeyn olcher Daͤcher, Dächer konnen mit Brettern en. Da uͤbri⸗ ſo wuͤrde ich Seite nur yarren daran zu beiden Sei⸗ ſeyn, um den el ſo weit un⸗ Streben der nit der dieſer eite bei dieſer ie Haupthal⸗ de k lorce eine Decke ganze Bal⸗ tebenfalls che in die Dritter Abſchnitt. Von Bedeckung der Daͤcher. §. 71. Da gewoͤhnlichen Hauptmaterialien zur Bedeckung der Daͤcher ſind, Materialien 1. Holz, und zwar bedient man ſich deſſelben; 3 Bede⸗ d a) als geſchnittener Bretter, b) oder zu Schindeln, und zu Spließen zur zund d Bedeckung ſelbſt, c) oder zu kleinen Dachſpaͤnen zum Unterlegen un⸗ ter die einfachen Ziegeldaͤcher. 2. Stroh, 3. Rohr, 4. Dachziegel und zwar a) die ſogenannten Bieberſchwaͤnze, b) oder Pfannen, und c) Hohlſteine zur Bedeckung der Dachooͤrſten. 5. Eiſenblech, 6. Blei, 7. Kupfer, 9. Schiefer, 9. die nicht vor gar langer Zeit erfundene Steinpappe, oder wie ſie im Magazin encycl. ou journal des sciences No. 7. Tom. II. p. 415. 1795 genannt werden, ardoises artificielles, d. i. kuͤnſtliche Schiefer. Hiernaͤchſt erfordert die Bedachung allerlei Nebenmaterialien, als Lat⸗ ten, Naͤgel, Kalkmoͤrtel und Lehm zur Befeſtigung und zum Verſtreichen der Fugen. Man kann hieher auch die Farben rechnen, womit die Daͤcher theils des beſſern Anſehens, theils der Dauerhaftigkeit wegen, zuweilen angeſtri⸗ chen werden; imgleichen allerley erfundene Ueberzuͤge um die Daͤcher feuerab⸗ haltend zu machen. 136 Dritter Abſchnitt. Zu einer guten Bedachung gehoͤret, daß ſelbige fuͤr das Regenwaſſer b und den Schnee moͤglichſt feſt oder undurchdringlich, und daß ſie dabei leicht ſey, um das Gebaͤude nicht zu ſehr zu beſchweren; ferner, wird Dauerhaftig⸗ V keit, und hiernaͤchſt als eine Hauptſache gefordert, daß die Bedachung moͤglichſt- feuerabhaltend ſey*). *) Der Ausdruck feuerſichere oder feuerfeſte Daͤcher, iſt der Sache ganz unangemeſſen: denn eine voͤllige Feuerfeſtigkeit iſt von keiner Bedachung zu erwarten, es ſey dann, daß das ganze Dach von Steinen ohne Sparren und ohne Latten aufgefuͤhret waͤre, welches nur in ganz ſeltenen Faͤllen ſtatt findet. Man wird leicht einſehen, daß die vorgedachten Materialien zur Bede⸗ ckung der Däͤcher die geforderten Eigenſchaften einer Bedachung, nicht alle in gleichem Grade leiſten; ſo ſind z. B. die Spließdaͤcher, nebſt den Stroh⸗ und Rohrdaͤchern nichts weniger als feuerabhaltend; indeſſen richtet ſich die Wahl der Bedachung gemeiniglich nach den anzuwendenden Koſten, und dieſe ſind in Abſicht der Bedeckungsmaterialien ſehr verſchieden; dahingegen iſt das Arbeits⸗ lohn bei allen Arten von Bedachungen verhaͤltnißmaͤßig ſo unbedeutend, daß eine gute und tuͤchtige Anfertigung oder Conſtruction der Bedachung, in keinem Fall vernachlaͤßiget werden ſollte; denn, ein trockenhaltendes Dach iſt die b Hauptſache eines Baues, wovon zugleich deſſen Erhaltung ſo ſehr abhaͤngt. Durch einige geringe Mittel, und eine nicht ſchwere oder koſtbare Conſtruction, koͤnnen auch ſogar die auf dem Lande ſo allgemein uͤblichen Stroh⸗ und Rohrdaͤcher feuerabhaltend gemacht werden. V b *) Wie leicht die gewoͤhnlichen Stroh- und Rohrdaͤcher, nicht nur bei einem in Brand ge⸗ rathenen Gebaͤude ein Raub der Flammen werden, ſondern auch den uUntergang mehrerer in der Naͤhe ſtehender Gebaͤude, ja die Einaͤſcherung ganzer Doͤrfer befoͤr⸗ b dern, iſt bekannt genug. Wie wohlthaͤtig es alſo ſeyn wuͤrde, wenn feuerabhaltende Daͤcher eingefuͤhret wuͤrden, wird man leicht zugeben muͤſſen. Um deſto unbegreiflicher iſt es, wie dieſe nicht mehr unbekannte, vielmehr ſchon oͤfters beſchriebene und erprobte Sache, ſo wenig beherziget wird; doch ich breche von dieſen Betrachtungen ab, die mich zu weit fuͤhren wuͤrden. e2 §. 72. Von der Be⸗ Man pflegt zuweilen Ziegelſtreich⸗ oder andere Schoppen beſonders dachung mit wenn ſie nach gemachtem Gebrauch wieder weggebrochen werden, einſtweilig mit Brettern. Brettern zu bedecken, ſo daß man die Bretter hiernaͤchſt wieder abnimmt, und zu einem andern Gebrauch anwendet. Um das Aufnageln der Bretter und zu⸗ . gleich die Nagelloͤcher in ſelbigen zu verhuͤten, kann man ſich ſolcher von Ei⸗. V ſen geſchmiedeter Haken, wie Fig. 163 A, welche ohne die Umbiegung etwa 4 Zoll lang und einen Zoll breit ſind, bedienen; iſt nun die erſte Diele a auf den Sparren 1 ange⸗ egenwaſeer abei leich auerhaftig⸗ naͤglichſt mnanhemeſen: ſey dan, daß waͤre, wäches n zur Baͤe⸗ nicht alle in Stroh⸗ und c die Vohl dieſe ſind in das Akbeits⸗ utend, daß in keinem dach iſt die abhängt. der koſtbate in uͤblichen in Brand ge⸗ en Untergang Daͤrfer beför⸗ verabhaltende greillcher iſt und erprobte ah, die mich beſonders weilif mit inm, und er und zu⸗ von Ei⸗ wa4 Jell Sparren ange⸗ Von Bedeckung der Daͤcher. 137 angenagelt, ſo werden die uͤbrigen bloß auf ſolche Haken gehaͤngt, wie Fig. 163 B zeigt. Auf die gewoͤhnliche Laͤnge einer Diele, koͤnnen etwa 3 ſolcher Haken an⸗ gebracht werden, und nur da wo ein Stoß Dielen zuſammentrift, wied ein Brett nach der Länge der Sparren auf die Enden der Deckbretter mit eiſernen Naͤgeln aufgeheftet.*) *) Bauherrn oder Entrepreneurs, welche oͤfters in den Fall kommen, dergleichen Schoppen aufſtellen und wieder wegnehmen zu muͤſſen, werden die erſte geringe Auslage fuͤr eine Anzahl von dergleichen Hacken nicht bereuen, weil ſie mit Nutzen anzuwenden ſind. Sollten außerdem in beſondern Faͤllen, als bei Boutiquen in den Staͤd⸗ ten, oder bei Gartenhaͤuſern, Bretterdaͤcher gemacht werden, von welchen man eine laͤngere Dauer verlangt, ſo muͤſſen dazu gute kiehnigte Bretter ohne Aeſte gewaͤhlet werden. Die Bretter koͤnnen ſodann entweder gleich dergeſtalt uͤber die Sparren genagelt werden, daß ſie ſich um 1 ½ bis 2 Zoll uͤberdecken, oder, es ſind Latten aufzuſchlagen, die Bretter zu ſpunden und aufzunageln; in die⸗ ſem Fall iſt es aber nothwendig, die Fugen oberwaͤrts noch mit einer drei Zoll breiten Leiſte zu beſchlagen. Da aber ſolche Bretterbedachungen weder ganz waſſerdicht halten, noch ſehr dauerhaft ſeyn wuͤrden, ſo iſt es beſſer, anſtatt des vorgedachten Ueberde⸗ ckens die Bretter, nach Fig. 164 A abzuſchaͤrfen, oder beſonders bei ſehr fla⸗ chen Daͤchern, ſie auch wohl mit Federn und Ruthen zuſammenzuſetzen Fig. 164 B, wobei man ſich nur ſchmaler Bretter bedienen muß, indem die breiteren ſich deſto mehr zuſammen und alſo die Feder ſich leicht aus den Nuthen ziehen. Hiernaͤchſt ſind die Bretter mit grober Leinwand zu uͤberziehen, ſelbige mit Theer zu beſtreichen und Hammerſchlag darauf zu ſtreuen, oder ſonſt eine koͤr⸗ perliche mit Leinoͤhl praͤparirte Farbe darauf zu bringen. Noch dauerhafter und dichter wird ein ſolches Dach, wenn anſtatt der Bretter, welche ſich leicht werfen und aufreißen, gute kiehnigte und dreizoͤllige ohlen, woran kein Spind befindlich iſt, genommen werden. Dieſe brauchen nicht geſpundet, ſondern nur gefugt zu ſeyn, jedoch ſo, daß ſie auf ihrer halben Dicke von oben an, eine ½ Zoll breite keilfoͤrmige Fuge nach Fig. 165 erhal⸗ ten, und dicht aneinander genagelt werden. Die Bohlen muͤſſen auf beiden Seiten gehobelt ſeyn, und die Kopfnaͤgel, deren man ſich bedient, werden oben am Kopfe mit Werg umwickelt, auch die Spitze vor dem Einſchlagen in Theer getaucht, damit kein Waſſer in die Nagelloͤcher eindringe und das Roſten durch den Theer verhuͤtet werde. S 138 Dritter Abſchnitt. Naͤchſtdem wird wenn man es haben kann, altes gebrauchtes Schiffs⸗ tauwerk, welches ſchon eine Art von Fettigkeit an ſich hat, aufgereifelt, und mit einem 1 ½ Zoll breiten eiſernen Meiſſel, ſo tief in die Fugen der Bretter einge⸗ trieben, daß der uͤber das Dach zu machende Ueberzug noch eine Oefnung von ¼½ Zoll findet. Bei dem Dichten des Wergs in den Fugen, muß der Meißel oͤfters in ordinaͤres Oehl getaucht werden; alsdenn werden die Fugen mit geſchmolzenem Pech,(der mit keinem Theer verſetzt ſeyn muß) ausgegoſſen, und ſogleich vor der voͤlligen Erkaltung des Pechs etwa 3 Zoll breite Streifen von Segeltuch (oder von einer andern groben und dichten Leinwand) uͤber die Fugen gena⸗ gelt, und auch dieſe mit Pech uͤberſtrichen, welches beſſer iſt als die Leiſten uͤber die Fugen, weil das Waſſer ſich leichter dazwiſchen ziehen kann. Nunmehro wird das Dach mit erwaͤrmtem Theer uͤberſtrichen; um den⸗ ſelben weniger fluͤſſig oder ſteif zu erhalten, wird etwas Pech darunter gemiſcht; und muß dieſes bei nicht allzuſtarker Sonnenhitze aufgetragen werden. Selbſt neue Daͤcher von dieſer Art muͤſſen ſchon im folgenden erſten Jahre wieder uͤbertheeret, im zweiten folgenden Jahre das Dichten der Fugen wiederholet werden, und dabei iſt es noͤthig die Streifen von Leinwand, ebenfalls wieder aufzunehmen und zu verpichen. Nachher braucht aber ein ſolches Dach nur alle 3 Jahre von neuen betheeret zu werden. Dafuͤr hat man dann auch ein ſo trocknes Dach als wenn ſolches mit Blech bedeckt waͤre, welche Bedeckung auch oͤftrer Reparaturen, beſonders in Abſicht der Wiederholung des Anſtrichs erfordert. Die mit Bretter bedeckte und vorbeſchriebnermaßen gehoͤrig verſicherte Daͤcher koͤnnen ſehr flach angelegt werden, wobei ſie doch ſehr waſſerfeſt ſind*). * Dergleichen Bretterdaͤcher ſind vorzuͤglich in Danzig bei den an den Haͤuſern erbauten Boutiquen uͤblich, und ſelbſt die bebohlten Umgaͤnge um die Brunnen ſind in dieſer Art gemacht, dabei aber auch noch mit Hammerſchlag beſtreut, deſſen man ſich aber bei den Dachern nicht bedient, weil derſelbe bei vorfallenden Reparaturen das Dichten verhin⸗ dern wuͤrde. 3 Bei dieſer Gelegenheit fuͤhre ich ein Mittel an, deſſen ſich der Herr Schiffs⸗Bau⸗ Director Quantin, in Stettin bediente, um die aus Bohlen zuſammengeſchlagenen Pumpen in den Ecken voͤllig Waſſer⸗ und Luftdicht zu machen; er ließ nemlich in die zu⸗ ſammenzuſetzende Bohlen, an dem Orte der Zufammenſetzung mit einem Hobel halbzir⸗ kelfoͤrmige Rinnen ausziehen; hierauf wurde in einer dieſer Rinnen, z. B. Fig. 166 A in a ein aufgereifeltes durch Theer oder Pech gezogenes Strick mit kleinen Naͤgeln an⸗ geheftet; alsdenn wurde das andere Bretr worin eben eine ſolche Vertiefung befindlich war, mit der Rinne gegen die andere vorſtehende Haͤlfte des Stricks dergeſtalt ge⸗ trieben, daß ſolches in die in dieſem Brette befindlichen Raͤume paßte, wie ſolches aus Fig. 166 B zu erſehen. Man koͤnnte ſich dieſer Methode nicht nur bei allen zuſammen⸗ Schifes⸗ und mit kter einge⸗ Inung von ßa iſters in eſchnanem ſogleih dor ll. Selbſt hee wieder wiederholet nfalls wiede s Dach tur un auch ein Bedeckung s Anſtrichs verſcherte feſt ſind). ern erbauten dieſer Art ber bei den tten verhin⸗ zchiffs⸗Bau⸗ geſchlagenen h in di zl⸗ hel halbzir⸗ fin. 16 4 Rigeln an⸗ hefindlich geſtalt ge⸗ olches aus zuſammen⸗ Von Bedeckung der Daͤcher. 139 zuſchlagenden waſſerdichten Rinnen, Viehkrippen u. dergl. ſondern auch bei vorgedachten Bretterbedachungen bedienen, welches beſſer als das Dichten in den Fugen ſeyn muͤßte. Es wird auch hier, da die Rede vom Anſtreichen des dem Wetter ausgeſetzten Da⸗ ches iſt, der Ort ſeyn, des im erſten Theil S. 281 erwaͤhnten Steinkohlentheers, mit meh⸗ rern zu gedenken, um ſo mehr da Verſuche mich von der Guͤte und Haltbarkeit dieſes Theers nicht nur auf Holz, ſondern auch auf Eiſen, Blech, Steine u. ſ. f. belehrt haben. Das wegen dieſes Theers im Engliſchen erſchienene Avertiſſement lautet in der Ueberſetzung: „Der Firniß⸗Anſtrich, w „einer vorzuͤglichen Feſtigkeit; er verhi „ſich weder ausdehnen noch ſchwinden „und iſt in warmen Laͤndern außerord „und andere Wuͤrmer ſichert. „Dieſer Anſtrich iſt von verſchiedenen Farben zu haben, die ſich vorzuͤglich ſchicken, „um Zaͤune zur Einfaſſung von Promenaden, glatte Holzgebaͤude, eiſernes Gitterwerk, „Ketten, und allerband in der Landwirthſchaft vorkommende Gegenſtaͤnde, die man zier⸗ „lich und reinlich zu haben wuͤnſcht, damit anzuſtreichen. Man verkauft ſie zum Gebrau⸗ „che nach den beiſtehenden Preiſen. Sie ſind gleich zu gebrauchen, indem man ſie bloß „int Gefaͤße umruͤhren muß. Man ſtreicht ſie mit dem Anſtreichpinſel auf, und ſucht eine „glatte und egale Flaͤche herauszubringen. An neuen Sachen muß man wohl zwey „Anſtriche uͤbereinander geben. Wenn dieſe einige Tage der Luft ausgeſetzt geweſen „und voͤllig trocken ſind, ſo uͤberſtreicht man ſie mit einem in zubereitetes Oehl getauch⸗ „ten Pinſel, welches Oehl in der noͤthigen Proportion mit dem Anſtriche zugleich ge⸗ „ſchickt wird. „Das Kohlentheerbraun iſt vorzuͤglich brauchbar an aͤußern Bretterwaͤnden, an allen „rohen Zaunwerk und Bauernhaͤuſern, an Scheunen, Schuppen, Paliſaden, Gitterwerk, „Pfaͤhlen, Thorwegen, Faͤſſern in dumpfigten Kellern ꝛc. ꝛc. Es erfordert bloß, daß man „es waͤrme und dann mit einem Lappen oder einem Theerpinſel auftrage. Es ſieht ſehr „gut aus, und wird wohlfeiler und dauerhafter als irgend eine andere Kompoſition ge⸗ „funden werden. „Pech und Theer ſind hauptſaͤchlich brauchbar fuͤr Schifs⸗ und Bots⸗Boͤte, fuͤr die „unterſten Enden der Pfaͤhle, für Hopfenſtangen, Pfaͤhle zu Daͤmmen im Meere, tiefliegen⸗ „de Zaͤune ꝛc. und werden wie das Theerbraun aufgetragen. Dieſe Materien werden am „vortheilhafteſten bei warmen Wetter aufgetragen, und ſollten nur an ganz ausgetrockne⸗ „ten und nicht an feuchten Sachen gebraucht werden. In dieſem Falle trocknen ſie in „wenig Stunden. Man muß aber ja ſorgfaͤltig verhuͤten, daß kein Leinſamen⸗Oehl „unter die Miſchung des Anſtrichs gerathe, weil der geringſte Zuſatz daran verhindern „wuͤrde, daß es trockne. „Schoͤner dunkel Grasgruͤn⸗Anſtrich 9 pence per Pfund circa 6 gr. 27 2 2 4 2 enn er mit Oehl von Steinkohlen zubereitet iſt, wird von ndert, daß das Eiſen nicht roſtet, daß das Holz koͤnne, ſchuͤtzt es gegen den Angriff der Witterung, entlich nuͤtzlich, weil er das Holz fuͤr die Ameiſen „Dunkel Olive... 6 ⸗ ⸗ „Schwaches Gruͤn.. 3 Schilling pro Ctr.⸗ 12 rtl. „Schiefer und Bleifarben.. 36. 7 4 12⸗ „Verzioniſcher oder Hellrother Anſtrich 36 ⸗ 5 7 12 „Chocolatenfarbe... 32. 4 27 10 ⸗ 16 gr. „Roth oder Spaniſchbraun. 25 ⸗„, 8 2⸗ „Theerbraun...„. 14—. ⸗ 4 ⸗ 16⸗ „Bleiweis und alle andere Anſtriche in Leinoͤhl von den beſten Qualitaͤten und zu den „billigſten Preiſen, Leinoͤhl, gekochtes Oehl ꝛc. ꝛc. im Ganzen und im Detail. „Die Addreſſe iſt— The British Colour Company, No. 32. Walbrock, London. S 2 Von Spließ⸗ und Schindel⸗ daͤchern. Dritter Abſchnitt. Es iſt hiebei anzumerken daß der ſehr zaͤhe ankommende Steinkohlentheer mit weißen Heringsthran verduͤnnet werden kann. §. 73. Die ſchlechteſten Spließdaͤcher ſind diejenigen, die aus großen ziem⸗ lich irregulaͤr gehauenen und gekloͤbten großen Spließen, oder Schalen von Sa⸗ gebloͤcken auch von ſonſtigen Abfallhoͤlzern des Bauholzes, angefertiget und ver⸗ mittelſt eines durchbohrten Nagels nur auf die Latten aufgehangen werden. Man bedient ſich derſelben gewoͤhnlich bei Glashuͤtten, um bei einer entſtehen⸗ den Entzuͤndung die Spließe mit Stangen, von innen leicht herunterſtoßen zu koͤnnen. In holzreichen Gegenden, koͤnnte man ſich derſelben auch allenfalls zu Schauer bei Ziegeleien und dergleichen bedienen, wo es auf eine ſo genaue Waſſerdichtigkeit nicht ankoͤmmt. Eine beſſere Art von Spließdaͤchern ſind folgende; die Spließe wer⸗ den aus kiehnen Holz geſpalten, aber nicht zugeſchnitten und genuthet, ſondern ſie werden blos mit einem Meſſer etwas geputzt. Sie ſind im Durchſchnitt 3 Juß lang, 4 bis 5 Zoll breit und die Dicke haͤngt vom Spalten ab, jedoch betraͤgt ſie ſelten uͤber ½ Zoll. Die Eindeckung geſchiehet folgendermaßen; die Latten welche entweder geſchnitten oder auch nur gekloͤbt ſind, werden von Mitte zu Mitte 16 Zoll weit auseinander genagelt, ſo, daß die 3 Fuß lange Spließe die untern um 4 Zoll uͤberdecken, Fig. 167 AB und C. Fig. B wird die Verbindung, in welcher die Spließe untereinander eingedeckt werden, deutlicher machen. Sie liegen nemlich doppelt uͤbereinander, ſo daß jedes folgende paar Spließe zwiſchen die beiden vorhergehenden einen Zoll tief eingeſchoben wird, um ſie annageln zu koͤnnen, und dem zufolge faßt jeder Nagel 4 Spließe auf jeder Schicht. Die Naͤgel zu welchen jedesmahl vorgebohrt werden muß, ſind 6 Zoll lang von gutem Kiehnen⸗ oder Eichenholz und haben oben einen Kopf. Ein jedes paar Spließe wird einmal am untern Ende dicht an der Kante auf die Latte genagelt, ſo daß der Nagel nicht allein das nebenliegende Paar, ſondern auch das von der vorhergehenden Schicht, ſo unter denſelben liegt mit faßt, dahero muͤſſen auch die Naͤgel 6 Zoll lang ſeyn, um ſo mehr, da ſie noch durch die Latten durchgehen. Das zweitemal wird jedes paar Schindel in die Mitte auf die zwi⸗ ſchen liegende Latte genagelt, bloß um das Werfen zu verhuͤten, und koͤnnen die Naͤgel hiezu etwas kuͤrzer ſeyn. mit weißen ußen ziem⸗ a von Sa⸗ get und ver⸗ gen wedden. er entſiehen⸗ terſtoßen d lenfalls zu e ſo genaue pließe wer⸗ t, ſondern urchſchnitt ad, jedoch de entweder te 16 Zoll untern um tereinander ereinander, den einen folge faßt 56 Zoll t an der enliegenle Aben legt da ſie die zwi⸗ koͤnnen Von Bedeckung der Duaͤcher. 141 Jedes Spließ wuͤrde demnach einen Raum von 32 Zoll lang und 3 ¾ Zoll breit, alſo 112 Quadrat⸗Zoll decken; da ſolche abek doppelt liegen, ſo ſind auf eine Quadrat⸗Ruthe dergleichen Spließdach 370 Stuͤck, oder da ſel⸗ bige wie die Schindeln nach Schocken verkauft werden, 65 Schock ohne den etwanigen Abgang noͤthig. Zu einem jeden paar Spließe gehoͤren 2 hoͤlzerne Naͤgel und daher zu jeder Quadratruthe Dach, 6 ¾ Schock. Uebrigens wird auf das Uebereinandertreffen der Stoßfugen jeder Schicht keine Ruͤckſicht genommen, ſondern ſo eingedeckt wie ſich die Spließe treffen. Ein Schock Spließ wiegt incl. Naͤgel im Durchſchnitt 65 Pfund. Ein Schock Spließe aufzudecken, vorzubohren und anzunageln, wird mit 5 bis 6 gr. bezahlet, jedoch werden darunter die doppelten Schichten ver⸗ ſtanden, mithin iſt vorgedachter Preis eigentlich fuͤr 2 Schock anzunehmen. Die Spließe zu reißen und zu beputzen, koſtet das Schock mit Holz 6 bis 7 gr. jedoch richtet ſich der Preis nach dem Einkauf des Holzes. Die Deckung mit Schindeln welche den Spließdaͤchern vorzuziehen iſt, erfordert; daß jede Schindel von 3— 4 Zoll Breite, auf der einen Kante eine ſpitz zulaufende Nuthe von beinahe 1 Zoll tief erhaͤlt, die andere Kante der Schindel wird zugeſchaͤrft, ſo daß dieſelbe Fig. 168 A ab in die Nuthe der folgenden Schindel paßt; beide werden hernach mit dem Hammer moͤglichſt zuſammengetrieben. Die Staͤrke der Schindeln, an der Kante wo die Nuthe iſt, betraͤgt ¾ Zoll, ſo daß die Backen der Nuthe etwa † Zoll ſtark bleiben. Im Durchſchnitte kann jede Schindel 3 Zoll breit † Zoll ſtark und 2 Fuß lang gerechnet werden. Fig. 168 B und C ab; die Lattung wird 16— 18 Zoll, ſo daß die Schindeln unten 6— 8 Zoll uͤbereinander liegen. Außerdem daß die obere Schindel auf der andern 6— 8 Zoll auf⸗ liegt, wird beim Aufdecken derſelben, auf die Lage der Fugen keine weitere Ruͤckſicht genommen, weil die Schindeln niemals gleiche Breite, ſondern von 2, 2 ½, 3, 4 auch 5 Zoll ſind, und jede Schichte fuͤr ſich fortgedeckt wird. Jede Schindel wird am untern Ende, wo ſie auf der andern aufliegt, und zwar durch die Latte mit einem Nagel angenagelt, am obern Ende aber, wo alsdann die folgende Schicht uͤberdeckt, wird nur die öte Schindel angenagelt, um ſol⸗ che, weil ſie meiſtens etwas windſchief ſind, auf der Latte feſt zu halten, und um die folgende Schicht moͤglichſt eben decken zu koͤnnen. Von Bedek⸗ kung der Daͤ⸗ cher mit eiche⸗ nen Spaͤhnen. Dritter Abſchnitt. Die eiſerne Naͤgel zu den eigentlichen Schindeldaͤchern, von denen hier die Rede iſt, ſind 2 Zoll lang, haben einen zweyfluͤglichten Kopf, und ſind oben an demſelben † Zoll ins Gevierte. Auf jede Quadratruthe gehen, da jede Schindel einen Raum von 48 Quadratzoll deckt, 432 Stuͤck dergleichen Schindeln; da ſolche aber uͤberall nach Schocken zu 60 Stuͤck berechnet werden, ſo wuͤrden 7 ½ Schock auf eine Quadratruthe erforderlich ſeyn, weil ſich auch unter der Menge immer untaug⸗ liche Schindeln befinden, ſo ſind auf eine Quadratruthe 7 ½ Schock Schindeln nebſt 1½ Schock Naͤgel zu rechnen. Bei den Schindeldaͤchern finden keine doppelte Reihen, weder oben noch unten ſtatt, ſondern die oberſte Schindellage wird 4 Zoll uͤber den Forſt uͤbergedeckt, und zwar von der Wetterſeite, nach Fig. 168 D. Wenn Walme mit dieſen Schindeln gedeckt werden, ſo muß jede Schin⸗ del nach dem obern Ende, und zwar auf der ſcharfen Kante(damit die Nuthe nicht Schaden leidet) etwas zugeſpitzt werden, und ſo decken ſich die Schindeln nach unten zu ausgebreitet um den Walm herum; Fig. 168 E. 142 Anm. In Suͤdpreußen wo die Spließdaͤcher noch ſehr im Gebrauche ſind, iſt jetzo der Preis eines Schockes Schindeln bis zur Bauſtelle 8 gr. Ein Schock Schindeln aufzudecken mit dem Belatten, koſtet 2 Ggr. Ein Schock Schindelnaͤgel aber 1 gr. 3 pf. Das Schock Schindeln wiegt etwa 38— 40 Pfund. §. 74. Die auf Dachſteinart verfertigte eichene Dachſpaͤhne zur Bedeckung der Kuppeln auf Thuͤrmen, Gartenhaͤuſern und dergl. werden gemeiniglich 8 Zoll lang, 4 Zoll breit und etwa ¾ Zoll dick von den Zimmerleuten angefertiget. Am untern Ende erhalten ſie eine Rundung Fig. 169 A welche mit einem dazu verfertigten Eiſen abgeſtaͤmmet wird. Von der Rundung ab nach hinten zu, werden die Spaͤhne keilfoͤrmig abgeſchaͤrft, weil ſie ſonſt nicht dicht aufein⸗ ander liegen wuͤrden. Sie werden hiernaͤchſt ausgelohet und um ihnen eine ſchwarze Couleur zu verſchaffen in einer aus Kupferwaſſer und Braunſpahn beſtehenden Beitze worin auch Eiſenfeile oder verroſtetes Eiſen gethan wird, gekocht; anſtatt des Auskochens koͤnnen die Spaͤhne auch eine Zeitlang in eine Miſtpfüͤtze gelegt werden. Das mit dergleichen Spaͤhnen zu deckende Dach wird zuvoͤrderſt mit nicht zu breiten Dielen geſchalt, welches entweder mit bloß abgeſchmiegten oder bei enen hier ſind oben à don 48 ber iberall ck alf äne ter untang Schindin deder oben den Forſt ede Schin⸗ die Nuthe Schindeln to der Preis fzudecken mit ckung der hg al hefertiget. it einem hinten aufein⸗ Couleur n Beiße att des gelegt ſt mit der bei Von Bedeckung der Daͤcher. 143 ſehr flachen Daͤchern mit geſpundeten Brettern nach Fig. 169 B geſchieht. Hierauf werden nun die Spähne dergeſtalt genagelt, daß ſie ſich auf die halbe Laͤnge uͤberdecken, und jeder Spahn wird mit einem eiſernen Spahnnagel befe⸗ ſtiget, wobei die unterſte Schicht nach Fig. 169 C doppelt zu legen iſt. Auf den Ecken werden die Schaalbretter nach Fig. 169 D auf die Giehrung zuſammengeſchnitten und daruͤber eine nach Maasgabe des Winkels ausgefalzte Leiſte aufgenagelt. Weil, wie vorhin gedacht, jeder Spahn 8 Zoll lang und 4 Zoll breit iſt, und zur Haͤlfte von dem obenliegenden bedeckt wird, ſo deckt jeder Spahn 16 Quadratzoll; es wuͤrden alſo auf einen Quadratfuß 9, und zu einer Qua⸗ dratruthe 1296 Stuͤck dergleichen Spaͤhne gehoͤren; weil aber die erſte Schicht doppelt gedeckt werden muß, auch bei Walm⸗ und Kuppeldaͤchern viele Spaͤhne auf die Giehrung geſchnitten, dieſe auch wohl mit zwei Naͤgeln befeſtiget wer⸗ den muͤſſen, ſo muͤſſen auf einen Quadratfuß 10 Spaͤhne und 16 Nagel, oder auf eine Quadratruthe 1440 Spaͤhne und 2304 Naͤgel gerechnet werden. Dergleichen Daͤcher koͤnnen zur beſſern Conſervation mit ſchwarzer, aus Leinoͤhl und Kiehnruß beſtehender Farbe, oder auch mit Theer und darunter gemiſchten rothen Bolus angeſtrichen werden. Dieſe Farbe wird durch heiß gemachte und in das Gefaͤß geworfene Feldſteine, wobei daſſelbe mit einem Deckel oder feuchten Tuch verſchloſſen wird, zum Anſtreichen fluͤſſig gemacht, worauf der Anſtrich mittelſt eines großen Pinſels 3 bis 4 mahl zu wiederholen und jeder Anſtrich mit geſiebtem Sande zu beſtreuen iſt. Dieſer Anſtrich muß zwar nach einigen Jahren wiederholet werden, iſt aber nicht koſthar und das Holz erhaͤlt ſich dadurch ſehr lange. §. 75. Ueber die Beſchaffenheit des Strohes und des Rohrs zum Decken, iſt ſchon S. 171 und 172 des erſten Theils das Noͤthige angefuͤhret worden. Vielleicht haͤtte auch folgende aus den Anzeigen der Churfuͤrſtl. Saͤchſiſchen Leipziger okonom. Sozietaͤt, von der Michaelismeſſe 1792 entnommene Beſchreibung eines Rohrſtoß⸗ Inſtruments, dorten eher die rechte Stelle eingenommen; da indeſſen dieſes Werkzeug in der That nuͤtzlich iſt, ſo wird man es hoffentlich lieber ſehen, die Bekanntmachung deſs ſelben hier anzutreffen, als wenn ſolches in dieſem Werke waͤre uͤbergangen worden. „Es beſtehet dies vom Herrn von Goldfus auf Kittau im Modell eingeſandte „Rohrſtoß⸗Inſtrument, vermöͤge der Kupfer(Fig. 70) im Grund riſſe ſowohl, als auch „in der Zeichnung des Profils, bei aa, aus 2 langen ſichtenen oder kiefernen Stangen „von 3 Ellen Laͤnge, die ſo weit aus einander ſtehen, daß vorne das Stoßeiſen bb, das „von einer alten Senſe, oder einem Senſemeſſer gemacht werden mag⸗ durch eiſerne Von den Stroh⸗ und Rohrdaͤchern⸗ 44 Dritter Abſchnitt. „Ninge co(m. ſ. Grundriß und Preofil) eingeſpannt, und ſo dieſer Rohrſtoͤßer „von einem Manne, nach Art eines Schubkarrens, vor ſich her geſtoßen werden koͤnne. „Nahe vor dem Stoßeiſen iſt in dieſen Stangen, welche durch zwei Schienen,(m. ſ. „Grundriß und Profil) bei dd auseinander gehalten werden, eine etwas hoͤhere „Lehne, welche ſo wohl im Grundriſſe als auch im Profil, bei ee zu ſehen iſt, be⸗ „feſtiget und die alsdann von beiden Seiten, durch zwei aufrechtſtehende Streben, die im „Grund⸗ und Profilriſſe bei kk in die 2 Stangen unten eingezapft werden; dadurch „erhaͤlt dieſer Rohrſtoͤßer das Anſehen eines Schubkarrens ohne Rad. Derſelbe iſt end⸗ „lich, und wie in der Zeichnung des Profils, zwiſchen den Buchſtaben dg deutlich „dargelegt wird, mit 2 uüͤberragend gebogenen, vorwaͤrts zu ſpitzlaufenden, dann durch die „zwei aufrechten Streben, kk, und unten in den runden Stangen, bei gg, eingeduͤbelten „runden Spruͤgelhoͤlzern verſehen; die eine zweizackige Gabel oder Art Raufe,(indem „dieſe hier einfach ſichtbare Figur auf beiden Seiten des Grundriſſes, bei lI angebracht „wird) vorſtellen, und damit das abgeſtoßene Rohr zu empfangen, und an die Lehne e „anzulehnen. „Ein Mann ſtoͤßt damit auf dem blanken Eiſe das Rohr linienweiſe ganz glatt ab, „welches, da es ſich ſo fort an gedachte Lehne anlehnet, von einem andern Manne, wie „das Korn beim Aernten von einem Abraffer abgenommen, und auf die Seite in Seile „zum Einbinden gelegt wird. Iſt es aber bereits eingebrochenes Rohr, das zur Streu, „oder zur Fuͤtterung gebraucht werden ſoll, alsdenn wird es nur in Haufen zuſammenge⸗ „tragen, und wie Heu eingefuͤhret. In Abſicht des Deckens ſelbſt iſt folgendes anzumerken: Die Latten zu den Stroh⸗ und Rohrdaͤchern duͤrfen bei Koͤniglichen Bauten nur alsdann von kiehnen gekloͤbtem Stangenholze genommen werden, wenn die Forſt einen großen Vorrath von dergleichen trocknen, keinen Wachs⸗ thum mehr verſprechenden jungen Baͤumen hat*), denn ſonſt werden ſtarke Baͤume veranſchlaget, um Latten daraus zu ſchneiden, welche zu den Stroh⸗ und Rohrdaͤchern eben ſo brauchbar ſind als zu Ziegeldaͤchern, wie ſolches be⸗ reits im erſten Theil S. 90 angefuhret worden; ſo wie auch, daß zu den Dach⸗ ſtuͤcken ebenfalls nicht mehr, wie ehedem junge Kiehnen, Haſeln oder Birken⸗ baͤume gegeben, ſondern daß ſolche aus kiehnen rindſchaͤligen Baͤumen, etwa 5 bis 6 Fuß lang und 1 ½ Zoll ſtark, geſpalten werden muͤſſen. * Wenn dergleichen Holz in Bruͤchern genugſam vorhanden, ſo werden auch zu den Latt⸗ ſtämmen, Elſen, Birken und Espen verbraucht. Zu den Strohdaͤchern werden die Latten 12 Zoll, bei den Rohrdaͤchern aber 14 bis 15 Zoll auseinander, an ihren Enden mit eiſernen, uͤbrigens aber mit hoͤlzernen Naͤgeln auf die Sparren angenagelt. Die Weite der Lattung ſollte ſich einigermaßen nach der Laͤnge des Strohes richten, indem jeder Halm dreimal an die Latte gebunden ſeyn muß; vorgedachte Lattung gilt fuͤr Stroh von 3 ⅞ Fuß lang. Hiebei iſt jedoch anzumerken, daß die erſte Latte am Ende des Aufſchieblings oder des Traufhackens, die zweite aber nur ſo weit von der erſtern ab, aufgenagelt wird, daß der Decker fuͤglich mit dem Arme dazwiſchen durch⸗ — —qↄ/,—— 8C g ſer Fohrſiößer werden könne. djenen,(m. ſ. ünas höͤhere A ſämn it, be⸗ Orben, die im wada. ddurch Derſet ſt, aben dg dul n dan duh ie 38, eingedübhen t Raufe,(indn ei ll angebra cht M dan die lehne: e gatz glatt ab, en Manne, wie Seite in Seilt das zur Streu, uſammenge⸗ Krriglchen nen werden, nen Vacht⸗ erden ſtarke den Stroh⸗ ſolches be⸗ den Dauh⸗ er Virken⸗ n, etwo den Latt⸗ ardaͤchern ens aber Lattung der Halm ir Stroh m Ende von der zwiſchen durch⸗ Von Bedeckung der Daͤcher. 145 durchkommen kann, d. i., etwa 4 Zoll; die uͤbrigen Latten werden ſodann in vorgedachten Entfernungen von einander aufgenagelt. Die oͤſtliche oder ſuͤdliche Seite der Daͤcher wird jederzeit zuerſt gedeckt, dann aber die weſtliche oder noͤrdliche, oder die ſogenannte Wetterſeite, wovon der Grund bald angegeben werden wird. Fuͤr jetzt iſt nur anzufuͤhren, daß die letzte Latte auf der Wetterſeite mit dem Ende der Sparren gleich, aufge⸗ nagelt werden muß; auf der entgegengeſetzten Seite aber, bleibt ſie 4½ Zoll von der Spitze zuruͤck, und unter dieſer Latte befindet ſich eine andere, 6 Zoll von der erſten entfernt, wovon man auch die Urſache bald einſehen wird. Naͤchſt den Latten werden die ſogenannten Windbretter an den Enden oder den Sei⸗ ten der 14 bis 16 Zoll uͤber die aͤußerſte Giebelflaͤche heruͤberragenden Latten, befeſtiget*). *) Es iſt eine boͤſe Gewohnheit bei Stroh⸗ und Rohrdaͤchern, das Dach nicht um ſo viel vor den Giebel vorgehen zu laſſen, ſondern das Dach mit dem Giebel gleich zu machen; dadurch wird die baldige Faͤulniß des Giebelſparrens verurſacht. Dieſe Windbretter ſind entweder geſchnittene Bretter, oder es werden nur zugehauene Bohlſtaͤmme dazu genommen; erſtere ſind aber beſſer, weil ſie leichter und auch ſicherer befeſtiget werden koͤnnen. Die Befeſtigung der Wind⸗ bretter wird bewirkt, wenn am Ende der erſten, dann aber immer in die fol⸗ gende vierte Latte, Loͤcher gebohrt, und darin Knaggen nach Fig. 171 einge⸗ ſtochen werden, an welchen man die Windbretter mit eiſernen Naͤgeln anna⸗ gelt. Sonſt werden ſie aber auch nur durch einen Einſchnitt auf eine Latte geſtellt, und hoͤlzerne Naͤgel zu beiden Seiten vorgeſchlagen, welches aber nicht ſo gut iſt als die erſtere Art. Naͤchſt dieſen Windbrettern iſt es auch gut und noͤthig, unter den uͤber die Giebelflaͤche hervorragenden Theil des Daches, von unten Bretter anzuſchlagen, welche verhindern, daß der Wind das Dach an dieſem Theile nicht aufheben kann. Nach dieſen Zubereitungen wird das Decken ſelbſt vorgenommen, deſ⸗ ſen ganz umſtaͤndliche Beſchreibung als eine bekannte Sache, oder von der ein junger Baumeiſter ſich augenſcheinlich zu unterrichten Gelegenheit genug hat, uͤbergangen und nur angemerkt wird, daß es gut iſt, wenn unten uͤber die Auf⸗ ſchieblinge, vermittelſt Knaggen, ein Brett befeſtiget wird, um die unteren Borten des Deckſtrohes, welches 6 Zoll uͤber dasjenige Brett vorſpringen muß, womit die Koͤpfe der Knaggen verſchlagen werden, gerade zu halten. Erſtge⸗ dachtes Brett wird aber nachher wieder weggenommen*). T Dritter Abſchnitt. *) Viele bedienen ſich dieſes Brettes nicht, ſondern ſuchen die untere Bordte auf andere Art gerade zu erhalten, welches aber nicht ſo gut angehet, als wenn man das gedachte Brett gebraucht. In Preußen hat man die Gewohnheit, außer den Brettern, womit die Balkenkoͤpfe verſchlagen werden muͤſſen wenn kein Geſims angebracht wird, ſowohl bei Ziegel⸗ als bei Stroh⸗ und Rohrdaͤchern, noch Bretter Fig. 172 ab, oder ſogenannte Dripdielen an⸗ zuſchlagen, welche vor die Eindeckung vorreichen. Dieſes ſiehet nicht allein haͤßlich aus, beſonders, wenn die Diele, wie ſolches bald erfolgt, verfault iſt, ſondern es iſt dieſes Brett auch ganz unnuͤtze, und beſſer das Stroh vorgehen zu laſſen. Wegen der unterſten oder der erſten Reihe von Dachſchoͤfen iſt anzu⸗ merken, daß auch bei den Rohrdaͤchern zu dieſen Bordſchoͤfen Stroh genom⸗ men wird, weil die Schoͤfe nach Fig. 173 A mit einem Beile, etwa 18 Zoll vom Stammende und 5 Zoll tief, etwas ſchraͤg verhauen werden muͤſſen, da⸗ mit die Halme der folgenden darauf zu legenden Stroh oder Rohr⸗Schoͤfe, aufwaͤrts nach der Dachflaͤche zuruͤckgeſchlagen werden koͤnnen, ohne widrige und nachtheilige Abſaͤtze zu bilden, wie man es an einigen Orten findet; denn die Dachflaͤche muß ganz gerade und eben ſeyn; auch muß der untere Theil der erſten oder der Bordtſchoͤfe nach Fig. 173 B zuruͤckgebogen und auf die erſte Latte durchgeſtochen werden, wodurch dieſe erſten Schoͤfe ſich gleichſam auf die Latten aufſtuͤtzen, welches mit Rohr nicht wohl angienge, weil es leicht bricht; zu dem unterſten Theil oder der Bordte des Daches bei Rohrdaͤchern, wird auch deshalb Stroh genommen, weil das Rohr leichter herausſchießt als das Stroh, indem daſſelbe ſich feſter binden laͤßt als das Rohr. Das Decken geſchieht entweder auf den ſogenannten Deckbaum, welcher 12 bis 18 Fuß lang, oben am Dache vermittelſt auf jedem Ende des Baums angebrachter Stricke befeſtiget iſt, und berauf⸗ und herabgelaſſen werden kann, derſelbe dient alſo dem Decker, um wie auf einem Geruͤſte darauf zu ſtehen. In dieſer Breite wird jederzeit ein Stuͤck des Daches heraufgedeckt, welches man einen Baumgang nennt; zuweilen wird aber nur von der Leiter gedeckt; das heraufzudeckende Stuͤck Dach darf ſodann nicht breiter ſeyn, als der Decker mit der Hand uͤberlangen kann, das iſt, etwa 3 ½ bis 4 Fuß; dieſe Art zu decken iſt aber nicht ſo gut als das Decken vom Baum. Nachdem 6 bis 7 der vorhingedachten Bordtſchoͤfe mit den Stammen⸗ den nach unten, neben einander geleget worden, wird darauf eine 3 bis 4 Zoll ſtarke Lage aufgebundener Schoͤfe ausgebreitet; in den Windbrettern ſind uͤber jeder Latte Loͤcher gebohret, nach Fig. 10 C. Die unterſten Bandſtoͤcke welche 5 bis 6 Fuß lang, und von gekloͤbtem Kiehnenholze ſeyn ſollten(1. Theil S. 90) werden alſo mit einem Ende in dem erſten Loche des Windbrettes eingeſtochen, auf andere Art gedachte Brett ie Valkenköpfe da Jegel⸗ als d diididen an⸗ len ſüüt aus, ds itdißs Bret ofen iſ un⸗ Stroh genxn⸗ etwa 19 Zel n muͤſſen, de Nohr⸗Sthiſ ohne widrig findet; denn untere Theil und auf die geichſam auf weil es licht Rohrdaͤcher, usſchießt ab dum, welcher des Bauns eerden kann, fzu ſtehen. tt velches er gedeckt; „als der dieſe Art Stammen⸗ bis4 Zoll ſind uͤber cke welche S. 90) geſtochen, Von Bedeckung der Daͤcher. b 147 das Stroh vermittelſt des ſogenannten Deckbaums oder Deckknuͤppels, tuͤchtig angedruͤckt oder feſtgekniffen, und am Ende, wie auch in der Mitte ein bis zweimal, oder alle 1 ½ bis 2 Fuß, mit dem ſogenannten Bindewinden von Weiden, Werft oder Birken, wovon jedoch die erſteren wegen ihrer Geſchmei⸗ digkeit die beſten ſind, angebunden*). *) An einigen Orten bedient man ſich des Deckknuͤppels nicht, ſondern der Decker druͤckt das Stroh oder Rohr nur mit den Knien an, welches nicht ſo gut iſt. Die hierauf folgende Schoͤfe, werden dergeſtalt aufgelegt, daß ſie den er⸗ ſten Bandſtock der erſten Schicht, 7 Zoll hoch bedecken, und werden in eben der Art wie die erſten, mittelſt der Dachſtoͤcke und deren Befeſtigung durch Weiden, in Entfernungen von einen Fuß auseinander, an die Latte gebunden. Die Bindeweiden der zweiten Schicht muͤſſen aber zwiſchen den erſten gebun⸗ den, oder ſo wie auch die folgende von jeder Schicht, wechſeln, oder im Ver⸗ band gemacht werden, wobei zu bemerken iſt, daß die Dachſtoͤcke ſich gerade uͤber den Latten, d. i. perpendikulaͤr auf die Dachflaͤche genommen, nach Fig. 173 B befinden muͤſſen, weil in einer ſchraͤgen Lage gegen die Latte, das Stroh oder Rohr nicht feſte genug dazwiſchen wuͤrde zuſammen gebunden werden koͤnnen. Bevor der Decker die Dachſtoͤcke uͤber einer jeden Schicht bindet, ſchlaͤgt er die Halme mit dem ſogenannten Deckbrette*) in einer ſchraͤgen Lage derge⸗ ſtalt heraufwaͤrts, daß nicht nur die Dachſtoͤcke der untern Lagen gehoͤrig mit Stroh bedeckt werden, ſondern daß auch das Dach uͤberall eine gleiche Dicke und eine ebene Flaͤche erhaͤlt. *) Das Deckbrett iſt etwa 1 Fuß 10 Zoll lang, 7 Zoll breit und einen Zoll ſtark mit einem Handgrif verſehen, und auf einer Seite ſaͤgenfoͤrmig gereifelt, um die Stroh⸗ und Rohr⸗ halme beſſer zu faſſen; auch hat es nach einer Seite eiſerne Zaͤhne, um das Stroh ſo zu ſagen, gerade zu kaͤmmen. Bei den Stroh⸗ und Rohrdaͤchern koͤmmt es vorzuͤglich auf eine gute Eindeckung der Spitze des Daches, oder auf die tuͤchtige Verfoͤrſtung der Daͤ⸗ cher an, nicht ſowohl wegen des Einregnens, als hauptſaͤchlich, damit dieſer Theil des Dachs nicht leicht von den Sturmwinden beſchaͤdiget werden moͤge. Dieſes Verfoͤrſten der Stroh⸗ und Rohrdaͤcher wird auf verſchiedene Art be⸗ werkſtelliget. Zuvoͤrderſt iſt im Allgemeinen anzumerken, daß auch bei den Rohrdaͤ⸗ chern die letzte Schicht, oder die Forſtſchoͤfe von Stroh gemacht werden, weil ein Theil des mit den Stammenden uͤber die Forſt hinaus gelegten Strohes der zuerſt gedeckten Seite, um die Spitze des Daches, nach Fig. 173 C herum⸗ T 2 148 Dritter Abſchnitt. gebogen und unter die nach der vorherigen Bemerkung, auf die zulett zu decken⸗ de Wetterſeite, etwas herunterwaͤrts angeſchlagenen Latten, untergeſtochen werden muß; dieß iſt alſo zugleich die Urſache dieſer Verlattung auf der Wetterſeite, und die hierzu erforderliche mehrere Biegſamkeit des Strohes, die Urſache, warum zu den Forſtſchoͤen Stroh genommen wird, ob es gleich im Nothfall auch wohl anginge, Rohr dazu zu nehmen. Die Methode, die Forſten mit ſogenannten Windkloͤtzen oder Ueber⸗ haͤngen gegen die Sturmwinde zu verwahren, iſt hoͤchſt tadelhaft, indem dieſe Kloͤtze gerade daſelbſt aufgehangen werden, wo die letzten Dachſtoͤcke mit Wei⸗ den angebunden ſind, auch iſt ſolches nicht nur eine bedeutende Holzverſchwen⸗ dung, denn es gehoͤren zu einem auf jeden laufenden Fuß der Dachforſt befindli⸗ chen paar Haͤngeklloͤtzen, 12 bis 16 Fuß gekloͤbtes kleines, ja auch wohl Mit⸗ tel⸗Bauholz, ſondern das Dach gehet auch da, wo dieſe Kloͤtze aufliegen, durch die darunter dringende und nie recht abtrocknende Naͤſſe bald in Faͤulniß uͤber, die Kloͤtze werden auch vom Winde leicht verſchoben, ſo daß dergleichen Daͤ⸗ cher gemeiniglich ſehr liederlich ausſehen. Der vorgedachte Gebrauch der Windkloͤtze iſt auch ſchon aus den angefuͤhrten Gruͤnden in den Inſtructionen fuͤr die Baubediente in dem Koͤnigreich Preußen. d. d. Berlin den 2o Jann. 1771. unterſaget worden; und dennoch findet man daſelbſt faſt keine andere Daͤ⸗ cher; wie ſie denn auch in vielen Gegenden der Kur⸗ und Neumark noch ſehr zu Hauſe gehoͤren, ob ſie gleich durch eine Circulair⸗Ordre der Koͤnigl. Kurmaͤrkſchen Kammer vom 9. July 1769, an die unter derſelben reſſortirenden Aemter, bei 10 Rthlr. Strafe unterſagt, und die Anweiſung gegeben worden, die Foͤrſte der Stroh⸗ und Rohrdaͤcher entweder mit Lehm, oder mit Peden(aus dem Acker) zu beſchlagen. Eine andere Art der Verfoͤrſtung iſt die, daß auf den beiden letzten Lat⸗ ten, wenn das Untergebinde der Schoͤfe mit den Stoppelenden oberwaͤrts gele⸗ get worden, die ſichtbar bleibende zwei Reihen Dachſtoͤcke auf jeder Seite, ei⸗ nen Fuß auseinander mit Weiden aufgebunden, beim Zudrehen aber ſo viel Stroh mit zu Huͤlfe genommen wird, daß die Weiden mittelſt eines Knotens von Stroh, vor der baldigen Faͤulniß geſichert werden. Eine andere und etwas beſſere Art der Verfoͤrſtung iſt die mit ſoge⸗ nannten Forſtlatten, welche aber etwas mehr Muͤhe und Koſten als die vor⸗ hergehenden erfordert. Es werden nemlich, wenn die Forſt in vorbeſchriebener Art der Laͤnge nach mit 2 Reihen Dachſtoͤcke befeſtiget iſt, jedoch ehe der Decker die Forſtlat⸗ ten mit Stroh belegt, auf jeden Sparren nach Fig. 174 bei den zwei letzten Latten, zwei hoͤlzerne 18 Zoll lange Naͤgel, von der Staͤrke der gewoͤhnlichen Zimmer⸗ oder Zapfennagel eingeſchlagen; nachdem ſodann in die Sparren, Loͤcher zu decken⸗ chen werden Wetterſeite, die rſache, in Nothfall oder Uher⸗ indem diſe fe mit We⸗ olzverſchwen⸗ Forſt befindle h wohl Mi⸗ ſliegen, durch aͤulniß uͤber, leichen Daͤ⸗ len Grunden in .d. Berlin den eine andere Do⸗ ſehr zu Hauſt jſchen Kammer BRthlr. Strafe nd Rohrdaͤcher letten lar⸗ waͤrts gele⸗ Seit, ei⸗ her ſo viel Knotens mit ſoge⸗ 3 die vor⸗ der Lange Forſtlat⸗ ei letzten hnlichen „Löcher Von Bedeckung der Daͤcher. 149 von 3 bis 4 Zoll tief eingebohret worden, werden vorgedachte Naͤgel mit einem Schlaͤgel recht feſt eingetrieben, ſo daß die Naͤgel alsdenn noch 14 bis 15 Zoll uͤber die Oberkante der Sparren vorſtehen; wenn dieſes geſchehen, verfer⸗ tiget der Decker die Forſt mit den Dachſtoͤcken; er leget nemlich die aufzu⸗ ſchlagende Latten auf, und bemerkt an ſelbigen die Stellen der Naͤgel genau, bohrt daſelbſt Loͤcher durch die Latten, welche nur auf die vorſtehenden hoͤlzer⸗ nen Naͤgel heraufgeſchoben ſind, ſchlaͤgt die Latten ſo feſt als moͤglich mit den Naͤgeln auf das Stroh herunter, und verkeilet demnaͤchſt die Naͤgel von oben. Man kann ſich hierzu auch auf eine dauerhaftere aber zugleich etwas koſtbarere Art, 16 Zoll langer eiſerner Naͤgel bedienen, um die Latten gleich anzunageln, wobei das vorher gedachte Bezeichnen der Nagelſtellen nicht noͤthig iſt. Da aber die Feuchtigkeit ſich ebenfalls unter den Latten aufhaͤlt und daſelbſt die Faͤulniß des Daches verurſacht, ſo iſt die beſte Methode der Dachverforſtung dieſe, daß nemlich anſtatt der Dachkloͤte und der Latten, nach Fig. 175 A und B, auf die uͤbereinander befindlichen Stellen, wo die ſichtbar bleibenden letzten zwei Reihen von Bandſtoͤcken, mit Weiden angebunden ſind, Strohbaͤnder oder ſogenannte Strohpuppen, welche mit 4 Bandweiden tuͤchtig zuſammen gebun⸗ den ſind, queer uͤber die Stellen, wo ſich die Bindweiden der Dachſtoͤcke befin⸗ den, befeſtiget werden. Wenn dieſe Arbeit recht gut und ſo fleißig gemacht wird, wie man ſie in einigen Gegenden, vorzuͤglich aber in den Niederungen an der Weichſel an⸗ trift, ſo iſt es ohnſtreitig die beſte Art der Dachverfoͤrſtung. Endlich hat die Methode, die Foͤrſte mit 4 bis 5 Schichten Dach⸗ ſteine zu jeder Seite des Daches, mit daruͤber gelegten Hohlpfannen einzudek⸗ ken, ihre Vertheidiger und auch ihre Tadler; letztere geben vor, daß die unter⸗ ſte Reihe Dachſteine, wenn das darunter befindliche Stroh ſich zuſammen⸗ druͤckte, eine ſchiefe Lage erhielten, daß das Waſſer, da wo die Fugen der Dachſteine aneinander ſtoßen, durchdringe, auch daß der Wind dergleichen Daͤcher leicht abwuͤrfe. Der andere Theil vermeint, daß man durch auf die Spitze der Sparren aufgenagelte Sattel, den Dachſteinen eine feſte und gegen das Strohdach zweckmaͤßige Lage geben koͤnne; man muͤſſe nur 8 Zoll weit auseinander latten und gute kernigte Spließe unter die Fugen bringen auch die Hohlſteine gehoͤrig und in guten Kalkmoͤrtel legen. Die Entſcheidung duͤrfte dahin ausfallen, daß bei der vorgedachten ſorgfaͤltigen Eindeckung dieſe Art die Foͤrſte zu verſichern, wohl ihr Gutes ha⸗ ben koͤnne, daß aber die dennoch daran entſtehende Beſchaͤdigungen, wenn — ÿ—— 8— — 150 Dritter Abſchnitt. nemlich Steine durch die Sturmwinde abgeworfen werden, dergleichen Wieder⸗ herſtellungen auf dem Lande oͤfters weitlaͤuftig und koſtbar mache, und daß mithin dergleichen Forſt⸗Eindeckung ſich wenigſtens fuͤr den gemeinen Land⸗ mann wohl nicht ſo gut ſchicken, als die vorgedachten Verfoͤrſtungen mit Stroh, welche derſelbe ſelbſt und bei anzuwendendem Fleiß, ſehr tuͤchtig und gut machen kann. Die Bedeckung der Foͤrſte mit Dachziegeln und Hohlpfannen duͤrfte daher nur allenfalls fuͤr große Gehoͤfte, wobei ſie zugleich einigermaßen zur Zierde, und zu einem eine beſondere Feſtigkeit verſprechenden Anſehen gereichen, anwendbar ſeyn. §. 76. Strohdaͤcher, Da die Methode, Strohdaͤcher ohne Dachſtoͤcke zu verfertigen, noch dhne daſane nicht allgemein bekannt iſt, ſo wird es nicht uͤberfluͤſſig ſeyn, ſie hier zu be⸗ gebraucht ſchreiben. werden. Man bindet nemlich ſtarke Stroh-Bunde von 8 Zoll im Durchmeſſer (Schoͤfe) wie zum gewoͤhnlichen Decken mit einem Strohbande zuſammen, und zwar wird das Strohband nicht ſehr feſt, aber doch mit einem dauerhaf⸗ ten Knoten angezogen. Nun theilt man den Schof Fig. 176 A mit den Haͤn⸗ den zur Haͤlfte, und dreht die eine Haͤlfte des Schofs nach den Linien ab, Fig. 176 B dergeſtalt daß von der einen Haͤlfte das Untere nach oben koͤmmt, nemlich die untern Enden dd gegen die Aehren oc, wie die Figur B zeigt, und wieder nach der entgegengeſetzten Seite nach unten, nemlich daß von bei⸗ den Theilen die Aehren cc und untern Enden dd ſich wieder nebeneinander befinden, wie bey Fig. 176 C zu ſehen; alsdenn ſind die aus dem erſten Schof entſtandenen beiden Bunde od, od, durch das eine Band feſt an einander ver⸗ bunden, und zum Decken fertig. Auf dieſe Art werden die erforderlichen Schoͤfe verfertiget, und das Ge⸗ baͤude wie gewoͤhnlich gelattet, wobei aber zu merken, daß die Latten etwas abge⸗ rundet ſeyn muͤſſen; die ſcharfen Kanten der Latten koͤnnen nemlich ſehr leicht mit einem Zugmeſſer gebrochen werden, weil man alsdann das Strohband, wodurch die Schoͤfe an die Latten befeſtiget werden, ſtaͤrker anziehen kann, und daſſelbe nicht ſo leicht von der Kante zerſchnitten wird; alsdann wird wie bekannt, unten angefangen, die Bordtſchoͤfe zu legen, und zwar wird an einem Theil der Schoͤfe das Stroh unten nach Fig. 176 D bei m weg und gerade gehauen, dann aber die alſo abge⸗ ſtutzte Haͤlfte der Schoͤfe unter die vorgeſchlagene Diele,(welche aber auch wegbleiben kann) und unter die erſte Latte wie bei k zu ſehen, geſtochen, wo⸗ ———ꝗ— en Wieder⸗ „ und daß ſeiten Land⸗ annit Snnh, d dut machen annen dirft ermaßen mu in gereihe rigen, noch hier zu be⸗ durchweſſer uſammen, dauerhaf⸗ t den Han⸗ einien ab, ben koͤmmt, Ir B zeigt, ß von bei⸗ eneinander ſen Schof mnder ver⸗ das Ge⸗ as abge⸗ icht mit durch die nicht ſo jfangen, Hunten abge⸗ auch ,, wo⸗ Von Bedeckung der Daͤcher. 151 durch dieſe erſten Schoͤfe ihre Haltung unterwaͤrts bekommen; nachher werden ſowohl dieſe, als die folgende Reihen Schoͤfe, wobei das vorgedachte Verhauen oder Abſtutzen wegfaͤllt, befeſtiget. Dieſe Befeſtigung der Schoͤfe vermittelſt des Strohbandes an die Latten, iſt nun die Hauptſache, um dem Dache Dauer⸗ haftigkeit zu geben, worauf alſo der moͤglichſte Fleiß angewandt werden muß. Die Handgriffe ſind folgende: Man nimmt von den beiden durch das Strohband aneinander befeſtigten Schoͤfen Fig. 176 C ſowohl von den untern dd wie auch von den Aehren⸗Enden ooc ſo viel Halme Stroh, wie man zuſammen in einer Hand umſpannen kann, und dreht davon einen Thau oder einen Strang. Nun ſticht man dieſes Strohthau oder dieſen Strang von Stroh durch die beiden vereinigten Schoͤfe, zieht ihn um die Latte, und hohlt ihn wieder durch dieſelbe auf die aͤußere Dachſeite hervor, ſo iſt die Befeſtigung der beiden Schoͤfe geſchehen; und indem man wieder 2 Schoͤfe angelegt hat, verfaͤhrt man auf dieſe Art weiter mit demſelben Strohthau, welcher immer wieder an den folgenden Schoͤfen angedrehet, oder angeſponnen wird, bis zu Ende des Daches. Bei Legung der Bordtſchoͤfe g iſt zu merken, daß bei ſelbigen die Aehrenenden nach oben, nemlich nach der Forſt des Daches zu, die Stamm⸗ enden aber nach unten zu gekehret ſind, und die Bordte des Daches formiren. Die folgende Lage helegt man hingegen mit den Aehrenenden abhaͤngend, wo⸗ von die vorſtehenden Halme k Fig. 176 E gerade geſchnitten werden, wie gg zeigt, und ſo faͤhrt man mit den folgenden Lagen, wovon immer die Aeh⸗ ren nach unten geleget werden, fort, bis an die Forſt des Daches. Die Forſt muß aͤußerſt gut verbunden und befeſtiget werden, und dieſes geſchieht ebenfalls durch ein Strohthau, welches ſehr oft durchgeſtochen, um die Latte gezogen, und ſo wieder außerhalb des Daches verſchuͤrzt wird, wie Fig. 176 F bei ii zeigt. Man wird ſich hiervon einen deutlichen Begriff machen koͤnnen, wenn man ſich das aus Stroh gedrehte Thau, wie einen Faden vorſtellt, wodurch das in Schoͤfe gebundene Stroh an den Latten befeſtiget und gleichſam ange⸗ naͤhet wird. Anm. Dieſe ſo viel ich weiß, bisher in hieſigen Gegenden unbekannte Dachart, gewaͤh⸗ ret große Dauerhaftigkeit und Dichtigkeit. Wenn Arbeiter, die guten Willen beſitzen, woran es dieſer Menſchenklaſſe leider ſo ofte fehlet, erſt hinlaͤngliche Uebung erlangt ha⸗ ben, ſo iſt dieſe Art von Dachdeckung auch in der That leichter und weniger umſtaͤnd⸗ lich als die gewoͤhnliche, zu geſchweigen, daß durch die wegbleibenden Dachſtuͤcke doch vieles Holz erſparet wird. Die Hauptſache bei der beſchriebenen Deckarbeit, kommt auf das geſchickte Drehen der Strohſeile an, welches ſich ſo genau nicht beſchreiben laͤßt, aber von einigermaßen willi⸗ —— — — 2. — 4 Von den Lehmſchin⸗ deldaͤchern uͤberhaupt. 15² Dritter Abſchnitt. gen und geſchickten Haͤnden bald zu einer Art von Vollkommenheit gebracht werden kann; man ſiehet ja die geſchickteſten Flechtwerke von Stroh, an Koͤrben, Tiſchdecken und dergleichen, warum ſollte man nicht tuͤchtige Seile daraus drehen koͤnnen? Kruͤnitz beſchreibt im 8. Theil der oͤkonom. Encyklopaͤdie S. 559 u. f. wie in Frankreich die Daͤcher mit Stoppeln, welche in dieſer Abſicht beim Abmaͤhen der Felder laͤnger gelaſſen wuͤrden, als bei uns, gedeckt werden: allein die Beſchreibung iſt ſo ge⸗ draͤngt und undeutlich, daß man ſich keinen richtigen Begrif vos der Sache machen kann. Die in Humphry Marſall's Beſchreibung der Landwirthſchaft in der Grafſchaft Norfolk, aus dem Engliſchen von dem Herrn Grafen von Podewils auf Guſow, uͤberſetzt, Berlin 1797. im erſten Theil S. 161. befindliche Beſchreibung von der dortigen Art die Daͤcher mit Rohr zu bedecken, iſt bei einer dem Original erman⸗ gelnden Zeichnung, eben ſo wenig verſtaͤndlich. §. 77. Lehmſchindeldaͤcher ſind diejenigen, wo das Stroh, bevor man es aufdeckt, dergeſtalt zubereitet und mit Lehm uͤberſtrichen wird, daß eine Art von Tafeln daraus entſtehen, die auf dem Dache neben und uͤbereinander ge⸗ legt werden. Daß dieſe Art von Daͤchern außer der mehrern Dauer als die ge⸗ woͤhnlichen Strohdäͤcher, die vorzuͤgliche Eigenſchaft haben, daß ſie feuerabhal⸗ tend ſind; daß ſie daher als die wichtigſte und wohlthaͤtigſte Sache bei dem Landbau betrachtet und eingefuͤhret werden ſollten, iſt ſchon ſo oft und von ſo vielen denen allgemeines Wohl am Herzen liegt, ge⸗ ſagt und geſchrieben worden, daß es uͤberfluͤſſig ſeyn wuͤrde, ſolches hier zu wiederholen. Vielleicht, ja ſehr wahrſcheinlich wuͤrde ſolches auch zu einer all⸗ gemeinen Nachahmung dieſer Daͤcher doch wenig beitragen; die Gruͤnde fuͤr dieſe Meinung koͤnnen hier ebenfalls wegfallen.— Nur wuͤrde es eine Luͤcke ſeyn, wenn die Beſchreibung dieſer Daͤcher im gegenwaͤrtigen Handbuche uͤbergangen werden ſollte. Es wird freilich dabei manches wiederholt werden muͤſſen, was bereits in der von mir 1796 herausgegebenen, Beſchreibung der Feuer⸗ abhaltenden Lehmſchindeldaͤcher ꝛc. angefuͤhret iſt; indeſſen wird hier noch manche Stelle deutlicher und vielleicht verbeſſert, angefuͤhret werden koͤn⸗ nen; wie denn auch eine von dem Krieges⸗ und Domainenrath auch Weſtpreu⸗ ßiſchen Bau⸗Director, Herrn Peterſon, im 3ten Stuͤcke der Sammlungen nuͤtzlicher Aufſaͤtze, die Baukunſt betreffend, enthaltne Beſchreibung einer zweiten Art von Lehmſchindeln, hier der Vollſtaͤndigkeit wegen mit einge⸗ ruͤckt und mit einigen Bemerkungen von mrr, begleitet werden ſoll. Bei der erſten Art von Lehmſchindeln wird das Stroh, in der Dicke welche das Dach haben ſoll, auf einer Seite mit Lehm beſtrichen und dieſe Seite innerhalb, oder auf die Latte, gelegt. — Nach cht werden diſchdecken nen? . f. wie in en der Felder ung ſt ſo ge⸗ wachen kann. chaft in d er n Powits ſchreibug von riginal ennan⸗ evor man es aß eine Art einander ge⸗ als die ge⸗ feuerabhal⸗ ſe Sache ſollten, en liegt, ge ches hier zu au einer al⸗ g* de füͤr dieſ Luͤcke ſenn, übergangen ziſen, was r Feuer⸗ wird hier erden koͤn⸗ Weſtpreu⸗ mlungen eſchreibung mit einge⸗ der Dicke und dieſe Nach Von Bedeckung der Daͤcher. 153 Nach der zweiten Art wird duͤnn ausgebreitetes Stroh auf beiden Seiten mit Lehm beſtrichen; dieſe Tafeln werden ſodann auf das Dach gelegt. Auf die aͤußere ebenfalls ſchon mit Lehm beſtrichene Seite wird nochmals Lehm aufgetragen, und in dieſen noch weichen Lehm, werden ſodann im Buͤndel zugeſchnittene Strohhalme eingeſtochen, welche die Dachflaͤche oben bedecken. Anm. Auch Rohrdaͤcher kann man mit Lehm verſtreichen, welche in einigen Gegenden, und beſonders im Oderbruche unter dem Nahmen der Speckdaͤcher bekannt ſind. Die letztere Art von Lehmſchindeldaͤchern, hat ohnſtreitig vor der erſtern einige Vor⸗ zuͤge; es fallen nehmlich die in mancherlei Ruͤckſicht unangenehmen Abſaͤtze, welche bei der erſtern Art von Lehmſchindeln entſtehen, dabei weg; naͤchſtdem ſind ſie dauerhafter und dichter, allein auch weit koſtbarer als die erſteren und erfordern weit geſchicktere und geuͤbtere Arbeiter als jene. Weil nun erſtere eben nicht das iſt, was man gerne haben will, gute und willige Arbeiter aber ſelten zu haben ſind, ſo ergiebt ſich hieraus bei der erſten Art von Lehmſchindeln der Vorzug der Erſparung, welcher oft groͤßer iſt als der der Dauerhaftigkeit. Oefters muß aber auch aus Mangel an geſchickten Haͤnden, das Beſſere dem Schlechteren weichen. §. 78. Die Arbeiter machen ſich einen Tiſch, Fig. 127 A und B, von vier ein⸗Beſchreibung gegrabenen Fuͤßen, mit einem aufgelegten Tiſchblatt, das von etlichen Brettern der erſtern 1.. 4 4 Art von zuſammengeſchlagen wird. Auf dieſen Tiſch wird eine Queerleiſte von etwa Lehmſchin⸗ 6 Zoll hoch angeſchlagen, und zwar in einer Entfernung von der Kante, die deldaͤchern. nach der Laͤnge des Strohs beſtimmt wird; zu beiden Seiten werden auch ſchraͤge Bretter und Seitenſtuͤcke 2ꝛ½, hoͤchſtens 3 Fuß von einander, befeſtiget, denn breiter duͤrfen die Lehmſchindeln nicht werden. Dieſe 3 Seiten formiren alſo einen von 3 Seiten eingeſchloſſenen Raum; ac und aâb ſind nemlich die beiden nach der Oefnung des Tiſches abgeſchraͤgten Seitenbretter. Dieſe Sei⸗ tenbretter muͤſſen nur ohngefaͤhr ¾ der Laͤnge des Tiſches(von der hinterſten Queerleiſte angerechnet) einnehmen, weil, wenn ſelbige bis an die Vorderkante des Tiſches gingen, ſie den Arbeitern beim Umſchlagen des Strohes hinderlich ſeyn wuͤrden. Iſt der Tiſch fertig, ſo breitet man auf demſelben etwas zuſammenge⸗ druͤcktes Stroh, drei Zoll hoch, dergeſtalt auseinander, daß die untern oder Wurzelenden des Strohes an die hinterſte Leiſte ab, die Aehrenenden aber uͤber den vordern Rand des Tiſches um X½ der Laͤnge des Strohes uͤberragen. Nachdem das Stroh gut geebnet iſt, legt man mit einer Schippe oder Schau⸗ fel ſo viel von dem erweichten guten fetten Lehm, den man zuvor von kleinen Steinen, Holzſpaͤhnen und dergleichen gereiniget hat, in der Gegend bei kb Fi⸗ gur A, ſtreicht den Lehm mit dem Streichholze oder Schlicht auf beiden Sei⸗ u 154 Dritter Abſchnitt. ten ohngefaͤhr bis hg und vw auseinander, ſo daß das Stroh etwan einen Zoll hoch damit uͤbertragen bleibt. In ſo fern die Breite der Lehmſchindel auf 2½ Fuß feſtgeſetzt wuͤrde, muͤſſen vor ihrer Anfertigung noch Stoͤcke von drei Fuß lang, die auf jeder Seite drei Zoll uͤber die Schindel reichen, und etwa einen Zoll dick ſind, von geſpaltenem kiehnen Holze, oder von geraden Haſeln vorraͤthig angeſchaft werden. Von dieſen Stoͤcken nimmt der Arbeiter einen, gh, Fig. 177 A, legt ihn an den Enden der Leiſten queer uͤber das Stroh, bewindet ſelbigen an beiden Sei⸗ ten 1 und 2, nach Fig. 177, C, mit etwas von dem uͤber den Tiſch herabhäͤn⸗ genden Stroh, ohngefaͤhr ½ Zoll dick, und verſtreicht ſodann die uͤberbleiben⸗ den Strohhalme 3 und 4 dieſes Umſchlages, mit Lehm. Iſt nun der darauf gelegte Lehm mit dem Streichholze gut geebnet und ausgeglichen, ſo nehmen beide Arbeiter ſodann einen andern Stock, faſſen damit unter die herabhaͤngen⸗ den Aehrenenden des Strohs, und ſchlagen es mit dem Stock ik Fig. 177 A, uͤber den zuerſt gelegten gh, feſt uͤber, wie aus Fig. 177 D, zu erſehen, und ſtreichen noch einen Zoll dick Lehm uͤber das uͤbergeſchlagene Stroh, um das Zuruͤckſpringen deſſelben zu verhindern; ſolchergeſtalt verbindet es ſich mit der zuerſt auf ef Fig. 177 A aufgetragenen Lehmflaͤche, worauf die obere Seite des Strohes ohngefaͤhr bis vw mit eben einer ſolchen Lehmflaͤche von einem Zoll dick, uͤbertragen wird; weswegen denn auch dieſe Schindel wie Fig. 177 E, ſich darſtellt. Den zum Umſchlagen des Strohes gebrauchten Stock ik Fig. 177 A ſchiebt ein Arbeiter unten ohngefaͤhr bis in die Mitte der Lehmſchindel, faßt mit jeder Hand an die Enden h und k der beiden Stoͤcke, ein andrer Arbeiter aber eben ſo auf der andern Seite an die Enden g und i Fig. 177 E, und ſo tragen ſie die Lehmſchindel an den zum Trocknen beſtimmten Ort, und legen ſie auf die vorher mit etwas Stroh bedeckte Erde. Auf dieſe Schindel koͤn⸗ nen noch vierzehn andre gelegt werden, um dadurch zugleich das Ueberzaͤhlen zu erleichtern. Die oberſten Schindeln muͤſſen mit etwas Stroh bedeckt werden, weil ſie ſonſt zu ſchnell trocknen und aufreißen, oder von der Sonnenhitze ab⸗ blaͤttern wuͤrden. Um dieſes Abblaͤttern aber uͤberhaupt zu verhuͤten, muß, wie bereits erinnert worden, der Lehm nicht zu mager oder mit zu vielem Sande vermiſcht, und von kleinen Steinen gereiniget ſeyn. In einem Tage koͤnnen zwei Arbeiter ein bis ein und ein viertel Schock dergleichen Lehmſchindeln verfertigen. dan einen zt würde, eauf ſdder d ſed, von haft weden. legt in m beiden Si⸗ h herabhin⸗ uͤberbleiben⸗ n der darauf ſo nehmen erabhaͤngen⸗ ig. 177 4 ſehen, und troh, um es ſch wit obere Seite von einem t Si nj ig. 174 ſindel, ſeft er Abeieer 7 und und legen ndel koͤn⸗ berzäͤhlen twerden, nhite al⸗ muß, vie m Sande Schock Von Bedeckung der Daͤcher. 155 Außer dieſen jetzt beſchriebenen Lehmſchindeln muͤſſen noch einige andere verfertiget werden, welche gegen die vorigen darin verſchieden ſind, daß das Stroh am Wurzelende vorher nicht abgehauen(geſtutzt) werden darf, ſondern am unterſten Ende ganz irregulaͤr bleiben kann, weshalb denn dieſe Schindeln auch etwas laͤnger als die vorigen ausfallen. Von dieſer Sorte werden wiederum einige ganz, Fig. 177 F, und einige andere nur wie vorgedacht bis auf die Haͤlfte mit Lehm beſtrichen; erſtere werden beim Decken auf die zweite, und letztere auf die dritte Latte von unten, angebracht. Damit nun aber auch das vom obern Theil des Daches herunterflie⸗ ßende Regenwaſſer ſich nicht durch die unterſten Reihen der Lehmſchindeln durch⸗ ziehen, und die auf den Balken befeſtigten Bodenbretter beſchaͤdigen koͤnne: ſo werden unter jede Schindel⸗der unterſten Reihen, noch beſonders Strohpup⸗ pen gelegt. Von dieſen Strohpuppen, welche vollkommen drei Fuß lang, und unten am Sturz oder dickſten Ende 6 bis 7 Zoll halten koͤnnen, werden immer zwei und zwei mit einem Strohbande, wie Fig. 178 A zeiget, und zwar ſo, daß das Band mehr nach den Wurzelenden zukoͤmmt, um das Her⸗ unterrutſchen zu vermeiden, aneinander gebunden; damit ſie auch ſo dicht wie moͤglich aneinander kommen, werden ſie noch einigemal, entgegengeſetzt, um einander gedreht, das heißt, man drehet die eine Strohpuppe mit der Spitze n von ſich, und die Spitze m ſo lange nach ſich, bis das Strohband bei o, dadurch ſo verkuͤrzt iſt, daß beide Strohpuppen in eben derſelben Lage, wie Fig. 177 G zeiget, dicht aneinander ſchließen. In beide Strohpuppen werden nun noch mit einem Beile zwei Abſtuf⸗ fungen eingehauen, wie aus der Fig. 178 A, bei a und b, und Fig. 178 B im Profil zu erſehen iſt. Dieß dient dazu, damit das darauf zu legende Stroh, Fig. 178 C, deſſen Anwendung weiter unten bei der Aufdeckung gezeiget wird, ſich nicht ſo leicht hervorziehen kann. Iſt die Breite der Lehmſchindeln zu 2 ½ Fuß feſtgeſetzt, ſo nimmt man am beſten fuͤnf dergleichen Strohpuppen auf eine Schindel, wovon die einzelne in die Mitte gelegt wird. Wenn nun die Lehmſchindeln ziemlich trocken ſind, ſo wird zur Aufde⸗ ckung derſelben auf das Dach, geſchritten. Nachdem die von Mitte zu Mitte vier Fuß auseinander ſtehenden „ 25 Sparren*), nach gewoͤhnlicher Art einen Fuß weit**) mit geſchnittenen oder gekloͤbten gewoͤhnlichen Latten belattet, auch auf die Aufſchieblinge p, Fig. 179 U 2 156 Dritter Abſchnitt. A eine Diele a, mit zweizoͤlliger Ausladung vor dem Balkenkopf, und eine an⸗ dere bei no, von welcher ohngefaͤhr † uͤber den Balkenkopf, hervorſtehen muß, ſchraͤg aufgenagelt worden: ſo wird zuerſt die Verkleidung oder Bordte gemacht. *) Bei gewoͤhnlichen Stroh⸗ und Rohrdaͤchern, die nach angeſtellten Verſuchen um X leich⸗ ter ſind als die Lehmſchindeldaͤcher, koͤnnen die Sparren 5 bis 6 Fuß auseinander geſetzt werden. Es duͤrfte alſo leicht ſcheinen, als wenn durch eine engere Zuſammenſetzung der Sparren bei den Lehmſchindeldaͤchern mehr Holz, als bei jenen Daͤchern erforderlich waͤre; allein, was wollen 3 bis 4 Paar Sparren mehr bei einem Gebaͤude, z. B. von 60 Fuß lang, ſagen, gegen die Vortheile, ein Feuerabhaltendes Dach zu erhalten. **) Bei der hier angenommenen Laͤnge der Lehmſchindeln wuͤrde man auch die Latten 13 Zoll von Mitte zu Mitte aufnageln koͤnnen. Die Stroh⸗ und Rohrdaͤcher werden gewoͤhnlich an den Giebelſeiten mit einem Brette verkleidet, bei den Lehmſchindeldaͤchern geſchiehet dieſes aber mit kleinen Strohpuppen Fig. 181 A, ſelbige ſind von etwa drei Fuß Laͤnge und vier Zoll Dicke am unterſten Ende, und auf die Art wie die vorhin be⸗ ſchriebenen großen Strohpuppen, mit einem Strohbande zuſammengebunden. Vorausgeſetzt daß die Latten einige Zoll uͤber die Giebelſparren her⸗ vorragen, ſo werden ſelbige mit drei Haſel⸗ oder Weidenſtoͤcken, Fig. 180 2, und z wechſelsweiſe beflochten; alsdann nimmt man zuerſt eine von den vor⸗ hin beſchriebenen großen Strohpuppen, legt dieſe mit der aͤußerſten Kante o des Brettes po Fig. 179 gleich, und bindet ſelbige unter dem Strohbande (um das Herausſchurren zu verhindern) mit einer Ruthe von Weiden feſt. Ueber dieſe werden nun die kleinen Strohpuppen, Fig. 181, nach und nach aufeinander gelegt, und ebenfalls unterm Strohbande s, Fig. 180 mit einer Weidenruthe t angebunden, ſo daß immer zwiſchen zwei Latten drei kleine Strohpuppen zu liegen kommen, wie ſolches bei Fig. 180 ebenfalls nachzuſe⸗ hen iſt. Wenn nun dieſes bis an den Forſt beſagtermaßen continuiret worden, ſo wird die aͤußere Seite vorlaͤngſt der Strohpuppen gut mit Lehm verſtrichen, und zur Auflegung der Lehmſchindeln geſchritten. Dieß geſchiehet auf folgende Weiſe: Es wird nemlich eine von der beſchriebenen zweiten Sorte, ganz mit Lehm beſtrichene Schindel Fig. 183, auf die zweite Latte von unten ge⸗ legt, ſo daß die mit Lehm beſtrichene Seite, welche auf dem Tiſch die obere war, jetzt die untere wird, gut an die Giebel⸗Verkleidung angeſchoben, und mit Weidenruthen vv Fig. 180 F, an jedem Ende der Schindel x, an die Latte feſtgebunden, alsdann wird die aͤußere Seite vollkommen einen Zoll ſtark mit Lehm beſtrichen, und hierauf werden die großen abgeſchraͤgten Strohpuppen Fig. 178 —„ eine an⸗ hen muß, gemacht. un z leich⸗ dander geſezt ſanneſezung en eiſadalich baͤude, v P. zu erhabtn. katten u zul Giebelſeiten dieſes aber Fuß Linge vorhin be⸗ gebunden. arren her⸗ 9. 180 2, N den vor⸗ en Kanteo rohbande zeiden feſt. und nach mit einer drei klein nachjuſe⸗ worden, rſtrichen, folgende anz mit aten ge⸗ die obere ben, und die Latke nit Lehm ig. 178 Von Bedeckung der Daͤcher. 157 4 und B mit der aͤußern Kante o des Brettes no, Fig. 179 gleich, aufge⸗ legt, und einen Zoll hoch mit Lehm beſtrichen. Wie dieſes ſich auf der dar⸗ unter liegenden Schindel Xx zeiget, iſt bei ww, in der Fig. 179 und 180 F zu erſehen. Hiernaͤchſt nimmt man gerades langes Stroh, ſo viel als man mit ei⸗ ner Hand faſſen kann, dreht ſelbiges ein paarmal um, biegt es an den Halm⸗ enden ohngefaͤhr † der ganzen Laͤnge zuſammen, wie bei Fig. E zu ſehen, und legt mehrere dergleichen Buͤndel der Laͤnge nach, auf vorgedachte Strohpuppen ww, in die Gegend der erſten Abſtufungen a Fig. 180 neben einander. Die⸗ ſes Stroh wird ebenfalls und zwar etwas uͤber die Haͤlfte mit Lehm beſtri⸗ chen, und nun wird erſt auf die dritte Latte, die zweite Schindel 2, von der zweiten Gattung Fig. 177 D, deren eine Seite nur bis zur Haͤlfte mit Lehm beſtrichen, aufgelegt, und mit Weiden, vy an den Enden an die Latte ange⸗ bunden. Die Enden dieſer Schindeln werden auch mit Lehm verſtrichen, mit dem Streichholz gut auseinander geglichen, und die von dem ausgebreiteten Stroh herunter haͤngenden Halme hh Fig. 180 vermittelſt eines untergehalte⸗ nen Beils, mit einem abgerundeten Knuͤppel abgeſchlagen. um die Lehmſchindeln auf das Dach zu bringen, ſteckt der Handlanger einen Stock queer durch etliche Lehmſchindeln und traͤgt ſie auf dem Ruͤcken die Dachleiter hinauf. In der Gegend von Marienwerder macht man ſehr große Lehmſchindeln, oder viel⸗ mehr Lehmtafeln, ſo, daß nur 3 Reihen derſelben ein Dach auf einem Gebaͤude von ge⸗ woͤhnlicher Tiefe bedecken; dieſe muͤſſen alsdann mit Seilen hinaufgezogen werden, wel⸗ ches viel umſtaͤndlicher iſt. Dieſe große Lehmtafeln erfordern auch aͤußerſt ſtarke Latten. Die weitere Aufdeckung der Lehmſchindeln bis zum Forſt iſt ganz ein⸗ fach, denn es wird nemlich eine von den zuerſt beſchriebenen Lehmſchindeln auf die vierte Latte gelegt, und mit zwei Weiden angebunden: auf dieſe Weiſe wird bis zum Forſt continuiret, und die Decker nennen eine ſolche Reihe Lehm⸗ ſchindeln von der unterſten Latte bis zum Forſt, einen Gang. Wenn nun der zweite Gang aufgelegt wird, ſo muͤſſen die Schindel an der Seite ſo ſcharf zuſammen gezogen werden, daß ſie ſich in etwas uͤberdek⸗ ken; dieß iſt leicht zu erhalten, wenn jede Schindel an der Seite vermittelſt eines kleinen Pfloͤckchens, ſo lange etwas in die Hoͤhe gehoben wird, bis die ihr an der Seite zunächſt anliegende Schindel voͤllig untergeſchoben iſt. n. Sobald nun das Dach auf der einen Seite voͤllig eingedeckt, und auf der andern Seite ein Gang fertig iſt, ſo wird, wegen mehrerer Bequemlichkeit, Beſchreibung 158 Dritter Abſchnitt. die Deckung des Forſtes ſogleich theilweiſe vorgenommen, und folgendermaßen bewerkſtelliget. Zuerſt werden Strohpuppen Fig. 182 deren ſpitze Enden(um ſie von gleicher Dicke zu erhalten) umgeſchlagen, und bei o und d mit Baͤndern feſt gebunden ſind, angefertiget; dieſe werden auf einer Seite mit Lehm beſtrichen, und mit der beſtrichenen Seite, der Laͤnge nach, in die Oefnung 1 Fig. 179 welche die letzten Reihen der Lehmſchindeln von beiden Seiten des Daches of⸗ fen gelaſſen haben, gelegt; alsdann wird dieſe eingelegte Strohpuppe auf ihrer obern Seite, und die ihr auf beiden Seiten zunaͤchſt liegende Lehmſchindel n, Fig. 180 beinahe bis zur Haͤlfte mit Lehm beſtrichen; auf letztere werden ſodann ſo viele von den kleinen vorhin beſchriebenen Strohpuppen, mit kleinen hoͤlzer⸗ nen Pfloͤckchen, welche ohngefaͤhr 9 bis 10 Zoll lang ſind, neben einander be⸗ feſtiget, als die Breite einer Schindel einnimmt; jedoch muͤſſen dieſe Strohpup⸗ pen nur ſo weit herab befeſtigt werden, daß die Haͤlfte derſelben auf der an⸗ dern Seite des Daches umgeſchlagen und mit Lehm verſtrichen werden kann. Bei x ſind dieſe Strohpuppen, wie ſolche aneinander befeſtiget, deutlich zu er⸗ kennen, und die kleinen Zirkel oc ſtellen die Koͤpfe der Pfloͤcke vor, womit ſel⸗ bige an die darunter liegende Schindel n, angeſtochen ſind. Auf der entgegengeſetzten Seite verfaͤhrt man eben ſo, und legt darauf zuletzt noch eine Schicht Lehm von etwa 1 ½ Zoll hoch. In der Gegend des Schornſteins werden die Schindeln, wenn an den⸗ ſelben keine Latte vorbei gehet, worauf ſie angebunden werden koͤnnten, mit den vorhin gedachten kleinen Pfloͤckchen an die unten liegenden Schindeln angeſto⸗ chen, und gut mit Lehm verſtrichen. Die Laͤnge dieſer Schindeln muß ſich aber nach dem Zwiſchenraum vom Schornſtein bis zur Latte richten. §. 79. Es iſt bereits vorhin angeführet worden, daß dieſe Lehmſchindeln auf der zweiten beiden Seiten mit Lehm beſtrichen, und auf der aͤußern mit Stroh beſtochen Art von Lehmſchin⸗ deldaͤchern. werden. Dieſe Art von Lehmſchindeln iſt in der Gegend von Marienwerder und Danzig, jedoch nur in wenigen Doͤrfern, bekannt. Es ſchien nicht Bei⸗ fall zu verdienen, daß dieſe Schindeln 10 bis 12 Fuß lang gemacht wurden, ſo daß ſowohl die Anfertigung als auch das Aufdecken derſelben ſehr muͤhſam iſt; man hat es daher beſſer gefunden, die Lehmſchindeln kleiner zu machen. Der Krieges⸗- und Domaͤnenrath Herr Peterſon, hat uͤber die Verkleinerung die⸗ ſer Lehmſchindeln nachgedacht, und ſelbige zuerſt bei den Schleuſenmeiſter⸗Haͤuſern ndermaßen un ſie von durdern feſt beſtichen, 1F. 179 Dahes of⸗ pe auf ihter mſchindel n, erden ſodann einen hoͤlzer einander be⸗ e Strohpup⸗ auf der an⸗ rden kann. lich zu er⸗ wowit ſel⸗ legt darauf enn an den⸗ en, mit den eln angeſt⸗ n muß ſich ndeln auf beſtochen rienwerder nicht Bei⸗ vurden, ſo ißſan iſt; n. erung die⸗ „ Hauſern Von Bedeckung der Daͤcher. 159 am Bromberger Kanal, nachher aber bei den bei Graudenz erbauten Remiſen fuͤr die Feld⸗Train⸗Wagen, anfertigen laſſen; in Abſicht der letztern Arbeit iſt zu bemerken, daß der Koͤnigl. Staatsminiſter Freyherr von Schroͤtter, aus den Aemtern in Preu⸗ ßen, Leute dahin geſchickt, um die Verfertigung dieſer Bedachung zu lernen, damit ſie ſich weiter ausbreiten ſoll, welches durch dieſes Mittel auch wohl am ſicherſten geſche⸗ hen kann und wird. „Zur Anfertigung dieſer Lehmſchindeln, wird ſo wie bei der zuerſt be⸗ „ſchriebenen Art, ein Tiſch ſo groß als die Lehmſchindeln werden ſollen angefer⸗ „tiget, an drei Seiten deſſelben Leiſten aufgenagelt und dazwiſchen Stroh aus⸗ „gebreitet, dergeſtalt, daß die Wurzelenden an der hintern Leiſte liegen, die „Aehrenenden aber an derjenigen Seite, wo keine Leiſte vorhanden iſt, herab⸗ „haͤngen; jedoch wird das Stroh nur einen guten Zoll hoch auf den Tiſch „ausgebreitet. Dieſes Stroh muß ſodann uͤberall, mit gut zubereiteten oder „gereinigten, nicht zu fetten, auch nicht zu dicken Lehm beſtrichen werden. Bei „dieſem Beſtreichen wird der Lehm mit allen fuͤnf Fingern durch die Stroh⸗ „halme gleichſam durchgekaͤmmt, damit die Halme alleſamt beſtrichen, und mit „dem Lehm zuſammenkleben. Demnaͤchſt wird mit einem naß gemachten Streich⸗ „brette, woran ein Handgriff befindlich iſt, die obere Seite glatt geſtrichen, und „ſo die uͤber den Tiſch hangende Aehrenenden des Strohs, uͤber einen duͤnnen, „runden Stock von Haſeln oder von Kiehnenholz herumgeſchlagen und ſolche „feſt auf der obern Seite der Schindel bis an den Stock mit Lehm beſchmie⸗ „ret. Der Stock iſt etwas laͤnger als die Lehmſchindel breit iſt, welche Breite „z Fuß betraͤgt und die Laͤnge einer Lehmſchindel iſt 3 Fuß. Der unterge⸗ „ſtochene Stock iſt zugleich die Handhabe, womit die Arbeiter die Lehmſchindel „vom Tiſch ziehen, ſie umwenden und weiter tragen, auch aufs Dach ziehen. „Iſt nun die eine Seite des Strohs mit Lehm, wie vorgedacht, be⸗ „ſtrichen, und der Stock durch die eingeſchlagenen Aehrenenden befeſtiget, ſo „wird dieſe Seite mit Sand oder mit Spreu beſtreuet; die Schindel wird nun⸗ „mehro herausgezogen und gleich umgelegt, ſo daß der Stock an die hintere „Leiſte des Tiſches zu liegen koͤmmt, weshalb die beiden Seitenleiſten von der „hintern etwa 1 ¼ Zoll abſtehen muͤſſen, damit der Stock dazwiſchen auf den „Tiſch liegen koͤnne, wenn die Schindel umgelegt wird. „Nun wird die andere Seite des Strohs eben ſo wie die erſte tuͤchtig „mit Lehm beſtrichen, mit dem Brett abgeglaͤttet, Sand darauf geſtreuet und „die Schindel vom Tiſche genommen. „Vorhero iſt ſchon ein Platz geebnet, worauf Schindel an Schindel hinge⸗ „legt wird, und iſt es gut, wenn dieſer Platz ein ſchattiger Ort ſeyn kann. 160 Dritter Abſchnitt. »Die ganze Lehmſchindel iſt, wenn ſie trocken geworden, einen bis „† Zoll dick. Sind die Schindeln beinahe trocken, ſo koͤnnen bis 12 Stuͤck „hoch auf einander in einem verſchloſſenen Raum, Schuppen, Scheune, oder „wo ſonſt Platz dazu iſt, aufgeſtapelt werden. Nach Austrocknung der Lehm⸗ „ſchindeln, welche aber keinesweges in einem hohen Grade noͤthig iſt, ſon⸗ „dern ſie koͤnnen immer noch etwas feucht ſeyn, wird die Bedeckung des Da⸗ „ches ſelbſt vorgenommen. „Nachdem daſſelbe 12 bis 14 Zoll weit mit gewoͤhnlichen Latten belat⸗ „tet, da aber, wo die Schindeln genagelt werden, 2 Latten gegeneinander, oder „beſſer, eine ſtaͤrkere Latte als die gewoͤhnlichen, nur mit hoͤlzernen Naͤgeln „befeſtiget werden, weil eiſerne zwar beſſer, aber zu theuer ſeyn wuͤrden, „werden alsdann die Schindeln aufgezogen. Dieß geſchieht dergeſtalt, daß ein „Menſch auf dem Dache ſitzt, eine ſtarke Schnur oder Strick hat, welche „von einem andern unten an beide Enden des durch die Lehmſchindel durch⸗ „gehenden Stocks bei b feſt gebunden wird. Vermoͤge einer an das Geſims⸗ „brett angeſtellten Diele wird die Lehmſchindel heraufgezogen und dann mit „zwei hoͤlzernen Naͤgeln vor dem Stock, wie bei dd zu erſehen, auf die Latte „genagelt. Gleich uͤber die erſte Schindel wird die zweite dergeſtalt gelegt, daß „ſie mit dem untern Ende nur um etwas uͤber den Stock reicht, wie in den „Profilen Fig. 184 A und B und dem Aufriß 185 ganz deutlich zu erſehen; „ſie wird wieder wie die erſte angenagelt, und ſo wird mit der dritten und mit „allen bis zum Forſt hinauf verfahren. Es iſt anzumerken, daß bevor eine jede „Schindel genagelt wird, die vorſtehenden Enden des Stocks bb gerade der „Schindel Fig. 186 gleich, abgeſchnitten werden muͤſſen. „Iſt nun eine Reihe Schindeln, oder beſſer ein ganzer Baumgang breit, „bis oben hinauf gedeckt, wie der Aufriß 185 zeigt, ſo wird der Baum eben „ſo angelegt, als es bei den gewoͤhnlichen Strohdaͤchern gebraͤuchlich iſt; dem⸗ „naͤchſt wird etwas duͤnn praͤparirter Lehm etwa 1½ Fuß hoch von unten her⸗ „auf, und etwa einen Zoll dick auf die Lehmſchindel geſtrichen, und ſogenannte „Strohpuppen, eine neben die andere gelegt. Dieſe Strohpuppen ſind mit „einem Strohbande oder einer Weide zuſammengebundene Strohbuͤndel von „16 bis 18 Zoll lang, etwa 6 bis 8 Zoll dick, und an beiden Enden gerade „gehauen. Die zuerſt, oder an die Bordte des Daches anzulegende Stroh⸗ „puppen ee, werden auf dem einen Ende ſchraͤge abgehauen, wie aus dem Pro⸗ „fil 18 A zu erſehen. Man legt ſie unaufgebunden neben einander; die ndaruͤ⸗ tin, eiten b uen bis 2 Stuͤc a, Sten, tder scnng d bn e uüthg ſ, ſn edeclug d de⸗ ſihen Lattenha⸗ geneinander, de ſäſernen Nägin er ſegn wirdn, ergeſtal, daß in rick hat, vehe mſcindel durg⸗ an das Geſing⸗ und dann mit n, auf die Latte eſtalt gelegt daß ſicht, wie in de lich zu erſehen; dritten und wit bevor eine jee Db gerade her runngann hreit Baum eben ih iſt; dem⸗ unten her⸗ ſogenannte en ſind mit hbuͤndel von enden ſerade ende Stroh⸗ i dem Pro⸗ gander; die darü⸗ Von Bedeckung der Daͤcher. 161 „daruͤber folgenden werden aber nicht ſchraͤg behauen, dagegen wird das Band, „womit ſie gebunden ſind, aufgeloͤſet. „Auf die Lage der erſten Strohpuppen kommt alles an, nemlich daß ſie „unterwaͤrts ſo verhauen werden, daß ſie nicht zu ſteil gegen den Abhang des „Daches zu liegen kommen, denn die Lage der folgenden Strohbuͤndel richtet „ſich nach dieſen erſteren. „Ueber dieſe Strohpuppen wird nun uͤber ihrem Bande in hh, 185 „eine geſchnittene Latte theils um die Buͤndel von oben herunter zu druͤcken, „theils um fuͤr die weitere Anlage eine Richtung zu haben, heruͤber geleget und „durch einige vorgeſtochene hoͤlzerne Naͤgel fuͤr das Gleiten befeſtiget. Auf die „Spitzen der Buͤndel uͤber der Latte in i wird ſodann wieder Lehm geſtrichen. „Dieſe Latte wird nachdem ſie zu dem vorerwaͤhnten Behuf gedient hat, nem⸗ „lich die Strohbuͤndel ſo lange niederzudruͤcken bis ſie aufgeloͤſet worden, wie⸗ „der weggenommen, und bei den folgenden Lagen in eben der Art gebraucht. „Nun folgt die zweite Lage, wobei die Strohpuppen(Buͤndel) nicht „abgeſchraͤgt, ſondern auf beiden Enden gerade bleiben. Man legt ſie dichte „bei einander wie die untere Schicht, und das untere Ende etwas uͤber die „Latte wie bei k 185 zu ſehen.(Es iſt zu bemerken, daß k hier nicht die „zweite, ſondern eigentlich ſchon die vierte Reihe vorſtellt). „Iſt die ganze Laͤnge des Baums belegt, ſo koͤmmt die Latte wieder „oben auf in hh zu liegen. Nun werden die Strohpuppen aufgebunden, und „das obere Stroh mit dem gewoͤhnlichen Deckbrette zuruͤck geſtoßen, wodurch „die Spitzen nach der Dachlinie in den Lehm kommen. „Die letzte Strohpuppe an der Leiter, worauf der Baum mit einem „Ende liegt, behaͤlt das Band, bei der folgenden muß aber das Band geloͤſet „werden, wie ſolches Fig. 185 bei!l zu erſehen iſt, damit ſich die Strohhalmen „gut aneinander verbinden koͤnnen, und kein Abſchnitt entſtehet, wodurch der „Regen dringen koͤnnte. „Das Stroh verbindet ſich bei trockner Jahreszeit ſehr bald mit dem „Lehm und wird ſo feſte, daß man keinen Halm herauszuziehen vermag, ſo „bald alles zuſammen getrocknet iſt; mithin koͤnnen auch die groͤßten Sturm⸗ „winde ein ſolches Lehmſchindeldach nicht zerſtoͤhren. „Wenn nun eine Seite des Dachs fertig geworden, ſo wird die andere „wie die vorige verfertiget, nur muß bei jeder Reihe von Schindeln oder Baum⸗ „gaͤnge auch die Forſt, auf der entgegengeſetzten Seite gleich mit gemacht werden. F 162 Dritter Abſchnitt. „Es wird nemlich zwiſchen die oben herumgebogene Schindel m ein von Stroh zuſammengebundener Wulſt n in Lehm gelegt, um die Spitze des Daches abzurunden oder ſattelfoͤrmig zu machen. Dieſer Wulſt wird dem⸗ naͤchſt mit Lehm beſtrichen gehoͤrig ausgeglichen, und daruͤber langes Stroh ver⸗ breitet, welches in dem weichen Lehm angedruͤckt und oben heruͤber ebenmaͤßig mit Lehm zu verſtreichen iſt. „Hierin beſtehet das ganze Verfahren, und wenn ein ſolches Dach fer⸗ tig iſt, ſo ſiehet es nicht allein gut aus, ſondern Jedermann kann leicht beurthei⸗ ſen, wie wohlthaͤtig daſſelbe bei Feuersbruͤnſten ſowohl von innen als von außen ſeyn muß. Man pflegt auch an die lange Seiten der Lehmſchindeln, wenn ſie auf dem Tiſche gefer⸗ tiget worden, eine Art von Rand mit Stroh aus der Schindel ſelbſt, zu flechten, wel⸗ ches aber viele Zeit erfordert, und im Grunde nicht noͤthig iſt, denn ſie koͤnnen, wenn an den Seiten auch die lofe, nur gerade gerichtete Strohhalme ſo bleiben, doch beim Aufdecken recht dichte aneinander gebracht werden. Die Schwere dieſer Lehmſchindeldaͤcher iſt allerdings etwas betraͤchtlich. Folgende Berechnung duͤrfte ſo ziemlich zutreffen. Zu einer Quadratruthe gehoͤren 12 Lehmſchindeln von 5 Fuß lang 2 ½ Fuß breit, und dazu 4 Bund Stroh 7 ½ Kub. Fuß Lehm Zum Aufkleben, an Lehm— ⸗ 18 ⸗.. Stroh zum Bedecken 64—„⸗. 68 Bund Stroh, 26 Kub. Fuß Lehm. 66 Bund Stroh à 12 Pfund(weil der Abgang der Aehren nicht gerech⸗ naet werden kann) thut 816 Pfund 26 Kub. Fuß naſſen Lehm à 90 Pfund 2340 ⸗ Summa von einer Quadratruthe 3156 Pfund. Wenn aber der Lehm ausgetrocknet iſt, wuͤrde nur die Haͤlfte der hier angenommenen Schwere zu rechnen ſeyn, ſo daß aber doch ein ſolches Dach wohl um.½ ſchwerer iſt, als ein gewoͤhnliches Strohdach. Anm. Stroh⸗, Rohr⸗ und Lehmſchindelbedeckungen ſchicken ſich uͤbrigens nicht auf Daͤchern mit ganzen oder mit halben Walmen, weil die Ecken oder Grade niemahls recht dichte ge⸗ gemacht werden koͤnnen, wie ſolches bei den Ziegeldaͤchern mit den Hohlſteinen geſchieht. Alle mit Stroh oder Rohr zu bedeckende Gebaͤude muͤſſen daher geradeaufgehende Giebel haben, auch ſind wenn mit Stroh oder Rohr gedeckt werden muß, bei der Anlage der Ge⸗ haͤude Wiederkehren oder ſonſtige Anbaue wodurch Winkel oder ſogenannte Hohlkehlen in den Daͤchern entſtehen, zu vermeiden, weil ſie ebenfalls ntcht leicht waſſerdicht zu ma⸗ chen ſind. Nichts iſt abgeſchmackter, als die vorzuͤglich in Pommern, Preußen auch zum Theil in der Neumark anzutreffende Stroh⸗ oder Rohrdaͤcher mit einem halben Wallm oder ſogenannten Kroͤpel an den Giebelenden, welche noch dazu nach Fig. 186* dergeſtalt ndel m ein Syize des vidd dem⸗ 3 Sinh ber⸗ er ünmihig es Dat ſe⸗ eicht beurhi⸗ gen als vin dem Tiſch gefer⸗ zu flechten, wel⸗ te koͤnnen, wenn ihen, doch bein ung diß im auf Daͤchen echt dicht ſs nen geſchiht⸗ ehende Giebe ehen ula der Ge⸗ e hohltehlen tdicht zu ma⸗ zen auch zum alben Wallm ge dergeſtalt Von Bedeckung der Daͤcher. 163 verbunden ſind, daß ſie nicht bis an die Spitzen des eigentlichen Daches reichen, ſondern ſo daß bei aa offene Loͤcher bleiben, in welchen der Schnee und Regen ſo leicht eindrin⸗ gen kann. Sollten dergleichen Abſurditaͤten nicht ſtrenge verbothen werden! 8 Se. b Zu den ſogenannten Speckdaͤchern(eigentlicher, geſpickten Daͤchern) wird erfordert: a) guter Lehm,. Von den ſo⸗ b) eine Schindelbank von 6 Juß lang, 3 Fuß im Lichten breit, zananten c) ein gewoͤhnlicher Haken, deſſen ſich die Lehmer zum Lehmdrathma⸗ Speckdaͤchern chen bedienen, uepke d) gutes gerades Stroh mit den Aehren, e) Schippen, Mulden, Waſſerfaͤſſer, Schilligen oder Streich⸗ bretter, ſcharfe Beile zum Rohrhauen, Deckſpaͤhne oder Deckbretter, f) wo moͤglich recht gerades Rohr, g) geſchnittene Dachlatten von 3 Zoll breit 2 gute Zoll ſtark, oder auch dergleichen geſpaltene Latten. Die Anfertigung dieſer Lehmſchindeln, oder der ſogenannten Speck⸗ ſeiten, erfordert folgendes: Um die Speckſeiten, welche 6 Fuß 2 bis 3 Zoll lang und 3 Fuß breit werden, anzufertigen, wird eine ſogenannte Schindelbank von 6 Fuß lang, 3 Fuß 4 Zoll breit, von ſtarken 1¾ Zoll dicken Brettern dergeſtalt angeferti⸗ get, daß das eine Ende dieſer Bank nur 6 Zoll, das andere aber 2 ½ Fuß uͤber die Erde, der Laͤnge nach gerechnet, zu ſtehen kommt. Auf beiden lan⸗ gen Seiten wird eine Leiſte von 6 Zoll hoch aufgenagelt, da denn die Bank 3 Fuß 1 ¾ Zoll im Lichten breit bleibt. Die Leiſten ſtehen an den ho— hen Enden der Bank 3 Zoll vor, und es wird in dieſem Verſtande 2 Zoll uͤber dem Boden der Bank ein 3 Zoll tiefer ¾ Zoll hoher Einſchnitt gemacht, in welchem hiernaͤchſt der Bandſtock eingeklemmet wird, und ſo iſt die Schin⸗ delbank fertig. Hierauf nehmen einige Arbeiter gerades Stroh, breiten ſolches zwei ſtarke Finger hoch, uͤber die Bank von dem niedrigen Ende nach dem hohen zu, derge⸗ ſtalt ganz gleich aus, daß die Aehrenenden 9 Zoll uͤber die Bank(am hohen Ende derſelben) uͤberhaͤngen, und klemmen ſodann in den Einſchnitten der Lei⸗ ſte den ½ Zoll dicken, 2 Zoll breiten gerade geſpaltenen Bandſtock ein. Als⸗ dann wird durchgetretener, reiner, fetter Lehm auf das Stroh geworfen, uͤberall 2 noch 164 Dritter Abſchnitt. gleich ausgebreitet, und mit den Schillichen oder Streichbrettern durchweg recht in den unten liegenden Stroh eingeſtrichen, die Aehrenenden welche uͤber die Schindelbank haͤngen, uͤber den Stock geſchlagen, Lehm darauf geworfen und ebenfalls mit dem Schillichen gut eingerieben, da denn die ganze Schindel noch einmal mit Stroh uͤberleget, und ebenfalls wie vorhin mit Lehm uͤbertragen wird, welcher ſo lange eingerieben werden muß, bis ſich alles gehoͤrig zuſammen ver⸗ bunden hat; ſodann iſt die Speckſeite 4 Zoll dick und ſonach fertig. Der eingeklemmte Stock wird mit ſammt der Speckſeite ausgezogen, ſelbige nach dem niedrigen Ende der Schindelbank ab, und nach den vorher geebneten Platz gezogen, woſelbſt ſelbige in 3 Tagen bei guter Witterung zum Decken hinrei⸗ chend trocken iſt. Hat man ohngefaͤhr 16 dergleichen Speckſeiten fertig, ſo kann man ſchon mit dem Decken den Anfang und damit zwei Stuben fertig machen. In Abſicht des Verbandes der Däͤcher zu dergleichen Bedachung, hat die Erfahrung gelehrt, daß zu den Sparren, Kehlbalken, Stuhlraͤhmen und Stuhlſaͤulen, ſtarkes Halbholz erfordert wird, wenn das Gebaͤude 40 Fuß Breite hat, oder 40 Fuß in Balken lang iſt. Die Sparren koͤnnen von Mittel zu Mittel 3 ½¾ Fuß weit ſtehen, und die Lattung geſchiehet entweder mit geſpalte⸗ nen oder auch mit geſchnittenen Latten, wovon die Letzteren aber nicht unter 3 Zoll Breite und 2 Zoll Dicke genommen werden koͤnnen. Die Lattung geſchiehet von einer Oberkante der Latte zur andern auf 12 Zoll hoch. Nachdem eine Parthie Speckſeiten fertig, und ſolche faſt ganz trocken ſind, nimmt der Handlanger eine Speckſeite von dem trocknen Platz dergeſtalt auf den Ruͤcken, daß der Bandſtock oben koͤmmt, ſtreckt beide Haͤnde in die Hoͤhe, und nimmt die Schindel uͤber den Kopf, haͤlt ſolche jedoch oben mit bei⸗ den Haͤnden an den Stock, und traͤgt ſie auf das Dach zum Decken, da denn ſelbige dergeſtalt auf die Latte geleget wird, daß die Seite, ſo auf der Schindel⸗ bank oben gelegen hat, auf die Latten zu liegen kommt, die glatte Seite aber, ſo auf der Schindelbank gelegen, auswaͤrts gekehret iſt. Hierauf wendet der Decker die Schindel dreimal an den Stock und einmal in der Mitte tuͤchtig an, und der Handlanger bringt die zweite Speckſeite, welche der Decker mit eben der Seite wie bei der erſten gedacht auf die Latten leget, dergeſtalt, daß die zweite Speckſeite nur ohngefaͤhr einen Zoll uͤber die erſte uͤberdeckt und ſo faͤhrt er fort bis der ganze Gang zu dem Forſt fertig iſt, wobei es ſich von ſelbſt ver⸗ ſtehet, daß jede Speckſeite eben ſo aufgeleget werden muß, wie ſolches ſchon bei beg recht uͤber die den und nd noch iüenagen unmen ver⸗ tig. der lbige nah neten Plat ken hintei⸗ kann man nchen. ung, hat men und Breite Mrr za t geſoalte icht unte dern auf wucm dergeſtal e in die nit bei⸗ a denn chindel⸗ aber, ſo Decker an, Und tben der zweite ihrt er ſt ver⸗ on bei Von Bedeckung der Daͤcher. 165 der erſten beſchrieben worden. Alsdenn wird guter durchgetretener Lehm in Mulden von unten nach und nach 6 Zoll hoch auf die Schindeln getragen und 2 ½ bis 3 Juß lang gehauenes Rohr in denſelben handvollweiſe eingeſtochen und eingedruckt, doch ſo, daß die untern Enden nicht hohl, ſondern feſt auflie⸗ gen; iſt ſolches ſo dick geworden, daß mit Inbegrif der Speckſeiten das Dach 12 Zoll hoch iſt, ſo nimmt der Decker den Dachſpan oder das Dachbrett, und ſchlaͤgt das Rohr(welches gewoͤhnlicherweiſe ein ſechsmaliges Nachſtechen er⸗ fordert) eben ſo nach und nach feſte, wie er ſolches bei einem jeden reinen Rohrdache zu thun pflegt, und thun muß. Wenn der Decker mit dieſer Ar⸗ beit bis zum Forſt gekommen, ſo iſt der erſte Gang fertig, und es werden von neuen Speckſeiten zu dem zweiten Gange aufgetragen, eben ſo wie bei dem er⸗ ſten Gange geſchehen, jedoch werden die Lehmſchindeln nur an die des erſtern Ganges ſtumpf ohne Ueberdeckung angeſtoßen, und ebenfalls wieder mit Lehm uͤbertragen, dieſer auch wie alle folgende Gaͤnge eben ſo bearbeitet, wie ſolches bei dem erſten Gange beſchrieben worden, bis das ganze Dach fertig iſt. Iſt ein ſolches Dach gut gemacht, ſo liegt es bei maͤßiger Ausbeſſe⸗ rung 70 Jahre, welches die Erfahrung auf dem Amte Kienitz gelehret hat; und wird ſolches nach dieſer Zeit gut ausgebeſſert, ſo liegt es ſo lange als die Gebaͤude, vom beſten Kernholz erbauet, ſtehen koͤnnen. Die Materialien zu einer Quadratruthe Speckdach beſtehen a) in 8 Fuder fetten Lehm, b) in 3 guten Bunden Stroh, und c) in 6 Bund guten langen Rohr; das Arbeitslohn wird auf die Quadratruthe ohngefaͤhr 4 Rthlr. 12 gr. betragen. Zu den Forſten wird auf 3 Fuß unterhalb den Forſt, zu jeder Seite praͤ— parirter Lehm auf dem fertigen Dache von neuen aufgetragen, und darin kurz gehauenes Rohr, wie in dem Speckdache mit dem Deckſpahn eingeſchlagen, bis die Rohrſtaͤngel im Forſt auf 4 Zoll, auch noch naͤher zuſammen kom⸗ men, ſo daß nur, wenn das Rohr von einer Seite eingeſchlagen, das von der andern Seite nicht zuruͤckgeſchlagen wird, und daß die darauf zu legende Hohl⸗ ſteine gleichſam ſchon die oberſten Rohrenden bedecken; der uͤbrige Raum zwi⸗ ſchen dem Rohr, wird mit praͤparirten Lehm ſo hoch ausgefuͤlt, daß die Hohl⸗ ſteine unmittelbar darin eingedruͤckt werden koͤnnen. Kalk wird aber auch zu dem Legen der Hohlſteine nicht weiter gebraucht als nur in ſo weit ſolcher auf den Schwaͤnzen derſelben noͤthig iſt, um das Naſenende der Hohlſteine, auf die Schwanzenden derſelben aufzuſatteln und mit Kalk zu verſtreichen, wel⸗ 166 Dritter Abſchnitt. ches eine unbedeutende Kleinigkeit ausmacht, ſo daß um 1200 Stuͤck Hohlſteine in der Art zu verſtreichen, eine Tonne Kalk und 3 Fuder Sand vollkommen hinreichend iſt. Man kann die Speckforſten auch auf andere Daͤcher und von Stroh machen, da man den praͤparirten Lehm auf ohngefaͤhr 2 Fuß unter dem Forſt auf das Dach traͤgt, die Aehrenenden zu jeder Seite uͤberſchlaͤgt, das Stroh ſodann mit dem Schillichen im Lehm feſt einſchlaͤgt, einen Bandſtock zuvor uͤber das Stroh anwendet, und ebenfalls oben die Hohlſteine, wie nur vorhin ge⸗ dacht, in Lehm druͤckt, und ſelbige ebenfalls ſo weit mit Kalk verſtreichet, als einer uͤber den andern greifet. Anm. Dieſe Beſchreibung der Speckdaͤcher und der Speckforſten hat mir der Churmaͤrkiſche Bauinſpektor Herr Colberg ſo wie manche andere von ſeinen gruͤndlichen praktiſchen Erfahrungen gefaͤlligſt mitgetheilet; er macht in Abſicht der Speckdaͤcher die richtige Be⸗ merkung, daß der zu dergleichen Bedachung erforderliche etwas ſtaͤrkere Dachverband als bei gewoͤhnlichen Daͤchern, die benoͤthigten ſtaͤrkern Latten und das allerdings etwas theuere Arbeitslohn, vielleicht die Urſachen waͤren, warum dieſe Art von Bedachung nicht mehr in Ausuͤbung gekommen; man erwaͤge aber dabei nicht die Vortheile eines feuerab⸗ haltenden und ſehr dauerhaften Daches, und daß dazu weniger Stroh und Rohr als zu den gewoͤhnlichen Daͤchern erforderlich ſey. In einem in den Acten, der Koͤnigl. Churmaͤrkiſchen Krieges⸗ und Domaͤnenkam⸗ mer befindlichen Bericht vom Jahre 1767. iſt zur Anpreiſung dieſer Daͤcher folgender Bericht befindlich. „Ein tuͤchtiges Speckdach kann 40 Jahre liegen, ohne daß es die geringſte Repara⸗ „tur bedarf, und ſelbſt bei Feuersgefahr, wenn das Gebaͤude nicht von inwendig entzuͤn⸗ „det wird, widerſtehet ſolches den Flammen, dagegen iſt die Gefahr bei gewoͤhnlichen „Rohrdaͤchern bekannt. Von beiden ſind noch Beiſpiele anzufuͤhren: Ein Theil der „Wirthſchafts⸗Gebaͤude(ſoll vermuthlich heißen: ein Theil der Daͤcher auf dieſen Ge⸗ „baͤuden) bei Kienitz(ein Koͤnigl. Churmaͤrkſches Amt an der Oder) werden nunmehro, „nachdem ſolche 46 Jahre lang geſtanden, zum erſtenmal repariret, und erfordern nur „ſehr wenige Koſten. „Bei dem Ungluͤck, welches das Amt Wollup(ebenfalls an der Oder) im Jahr 1760 „betraf, da ſolches am 1. Septmbr. durch Feuer vom Himmel angezuͤndet, und faſt gaͤnz⸗ „lich in die Aſche geleget wurde, ſahe man diejenigen Theile der Wirthſchaftsgebaͤude, ſo „mit Spechdaͤchern verſehen waren, inwendig in vollen Flammen ſtehen, ohne daß das „Dach eher beſchaͤdiget wurde, als bis der verbrannte Dachverband einſtuͤrzte.“ Es wurden auch auf gedachtem Amte, auf Verfuͤgung der Koͤnigl. ꝛc. Kammer, Leute aus andern Aemtern zur Anfertigung dieſer Daͤcher angelernt, und es ergingen Verord⸗ nungen wegen Einfuͤhrungen derſelben,— die aber nicht befolgt worden find.“ §. 81. Ves den Zie⸗ In hieſigen Gegenden bedient man ſich gewoͤhnlich der ſogenannten geldächern. Bieberſchwaͤnze; in einigen Provinzen, inſonderheit aber in Preußen werden auch noch Dachpfannen gebraucht.— Hohlſteine ollommen don Stroh tdei Forſt di Serh k zudariber r vorhi ge kreichet, at Churmärkiſche chen praktiſche ſe richtige Be⸗ ꝛchverband als erdings etwas dachung nicht ines feuerab⸗ Rohr als zu Domaͤnentam⸗ her folgender ingſte Reyara⸗ vendig entzin⸗ gewoͤhnlichen in Theil der nuf dieſen Ge⸗ en nunmehro, erfordern nur Iahr 1760 dfaſt gaͤn; gebaͤude, ſo ne daß das 48 amer, Leute gen Verard⸗ 86 tannten werden Von Bedeckung der Daͤcher. 167 Die Urſachen, warum man jetzt zwar auf die Abſchaffung der letztern bedacht iſt, ſind be⸗ reits§. 70 des erſten Theils angefuͤhret, und werden in der Folge dieſes Abſchnitts noch mit mehrern nachgewieſen werden; allein noch finden die Dachpfannen viele Vertheidi⸗ ger, und es zeigt ſich auch hiebei, daß es ſchwer iſt, die einmal gefaßten Vorurtheile auszurotten, wenn gleich das Beſſere unverkennbar iſt. Die Deckung mit Bieberſchwaͤnzen geſchieht auf zweierlei Art: 1) Indem 7 ¼ auch 3 Zoll weit gelattet, auf jeder Latte eine Reihe Zie⸗ gel gehaͤngt und unter die Fugen der zuſammenſtoßenden Steine Spließe von 3 Zoll breit, etwa † Zoll dick von gutem kernigten Kiehnenholz, ge⸗ legt werden. Eine ſolche Deckung wird eine einfache Deckung, oder ein einfaches Dach, auch ein S pließdach genannt. Anm. Die anzugebende Weite der Lattung iſt immer ſo zu verſtehen, daß das Maas von der obern Kante einer Latte bis zur andern gemeint iſt, indem die Latten nicht genau gleich breit ſind, und alſo die Mitte derſelben nicht genommen werden kann. 2) Werden die Dachziegel naͤher aneinander gebracht, oder ſo aufgelegt, daß ſie ſich mehr uͤberdecken, oder daß allemal der dritte Stein noch den erſten etwas uͤberdeckt, welches die doppelte Eindeckung oder das doppelte Dach genannt wird. Dieſes doppelte Eindecken geſchiehet wiederum auf zweierlei Art, entweder ſo, daß die Latten um 2 Zoll weniger als die halbe Laͤnge eines Ziegels, alſo bei der vorſchriftmaͤßigen Laͤnge der Ziegel von 15 Zoll, nur 5½— 5 ¾ Zoll weit auseinander genagele werden, und daß auf jeder Latte eine Reihe Ziegel dergeſtalt, wie Fig. 187, auf die andere zu liegen kommt, wobei der obere Dachſtein den untern um 4. Zoll uͤberdeckt. Dieſe Art von Dachdeckung behaͤlt eigentlich den Nah⸗ men eines doppelten Daches bei*). *) Hiebei iſt anzumerken, daß auf der unterſten und oberſten Latte zwei Reihen Dachziegel uͤber einander, aufgehangen werden. Die zweite Eindeckung, welche man das Krohnen⸗ oder Ritterdach zu nennen pflegt, wird dergeſtalt verfertiget, daß die Latten um 3 bis 4 Zoll weniger als die ganze Laͤnge des Ziegels, alſo bei einer Laͤnge der Ziegel von 15 Zoll, 11— 12 Zoll, bey Ziegeln von 14 Zoll lang aber 11 Zoll weit aus⸗ einander genagelt, und wie vorhin nur von der oberſten und unterſten Latte gedacht worden, hier auf jeder Latte zwei Ziegel uͤbereinander nach Fig. 188 zu liegen kommen. Bei den doppelten Daͤchern fallen die Spließe weg, ſedoch muͤſſen dieſt Daͤcher ſo wie jene, wenn ſie recht dichte halten ſollen, gut verſtrichen werden. Das einfache oder das mit Spließen unterlegte Dach iſt das wohlſeil⸗ iſte und leichteſte, es koͤmmt aber in der Guͤte und Dichtigkeit den doppelten 168 Dritter Abſchnitt. Daͤchern bei weitem nicht gleich; daher man ſich mehrentheils der doppelten Daͤcher bedient. Sehr oft entſteht aber die Frage, welches von den doppelten Daͤchern die beſte Art derſelben ſey? Beide haben, wie das ſo oft der Fall iſt, ihre Tadler und ihre Vertheidiger, der Unparcheiiſche findet aber bei beiden Nachtheile und Vortheile; es koͤmmt alſo nur darauf an, welche Art von Eindeckung, der letztern am mehrſten mit ſich fuͤhret. Von den enge gelatteten Daͤchern wird mit Recht geſagt, daß die Steine ſich mehr einander uͤberdecken als bei den Krohnen⸗Daͤchern, und daß die Dach⸗ ziegel da am meiſten litten wo ſie der Witterung ausgeſetzt ſind; ferner, daß zwar zu dem Ritterdache weniger Latten gehoͤrten, ſie muͤßten aber auch ſtaͤr⸗ ker ſeyn als zu der erſten Art von doppelten Daͤchern, weil zwei Reihen von Dachziegeln auf eine jede Latte zu haͤngen kaͤmen. Die Vortheile der Krondaͤcher beſtehen nun wiederum darin, daß die Haͤlfte der Latten und Naͤgel erſparet wird. Daß beide, Latten und Naͤgel etwas ſtaͤrker ſeyn muͤſſen, kann ſo viel nicht betragen, als eine doppelte Anzahl etwas ſchwaͤchere Latten und Naͤgel, naͤchſtdem iſt es allerdings ein weſentlicher Vor⸗ theil, daß beſonders auf dem Lande, wo man nicht immer einen Maurer bei der Hand haben kann, faſt ein jeder anderer, einen etwa zerbrochnen Stein aus dieſen Daͤchern herausnehmen und einen andern einſtecken kann, welches bei doppelten oder den enge gelatteten Daͤchern nicht ſo leicht angehet. Anm. Wenn bei einem Krohnendache ein zerbrochener Stein durch einen ganzen erſetzt werden ſoll, ſo duͤrfen nicht mehr als 3 Steine in der daruͤber liegenden Schicht in die Hoͤhe gehoben werden, wobei unter 100 Steinen kaum zwei zerbrochen werden, und brauchen nur die 3 aufgehobenen Steine wieder verſtrichen zu werden. Bei den doppel⸗ ten eng verlatteten Daͤchern werden aber durch das Aufheben mehrerer Schichten, um neue Steine einzuſtecken, gewiß ſechsmal ſo viele zerbrochen als vorhin gedacht, nicht zu gedenken daß viel mehrere von neuen verſtrichen werden muͤſſen. Auch kann das Verſtreichen zwiſchen dem Dache und den Sparren bei der hier mehrern Entfernung der Latten leichter geſchehen, als bei der engen Verlattung der doppelten Eindeckung. Es bleibt alſo bei den Krohnen⸗Daͤchern nur der Einwurf uͤbrig, daß nemlich bei dieſer Eindeckung ein groͤßerer Theil der Oberflaͤche der Dachſteine, als bei den doppelten Daͤchern, unmittelbar den Einwirkungen der Witterung ausgeſetzt iſt, worauf ſich aber antworten laͤßt, daß wenn die Dachſteine an ſich nur gut ſind, ſie ſich in beiderlei Art wohl erhalten werden. Taugen aber die Dachſteine nicht, ſo wird der Nachtheil bei beiden Dacharten wohl ziem⸗ lich gleich ſeyn; die Ritterdaͤcher ſcheinen daher den Vorzug vor den dop⸗ pelten doppelten doppelten ſt der Fall e dei beiden e At von aß deSrine daß dedi ferner, u der auch ſi 1Neihen von tit, daß de Nigel etvas njaßl etwas llicher Vor⸗ Namet bei en Stein aus deelches ba ganzzen erſeßt Schicht in de rwerden, und hei den doppel⸗ Schichten, um acht, nicht zu aarren bei der engen brig, daß Dachſteine, Viteerung ſkine an gen aber ohl ziem⸗ den dop⸗ pelten Von Bedeckung der Daͤcher. 169 pelten Daͤchern zu verdienen; ausgenommen bei ſehr flachen Daͤchern, wo es dem Treibſchnee, bei der geringern Ueberdeckung der Dachſteine, leichter werden moͤchte dazwiſchen durchzudringen. Bei Kuppel⸗ oder auch bei den Bohlendaͤchern, deren Sparren ſphaͤ⸗ riſch ſind, iſt die doppelte Deckung den Krondaͤchern vorzuziehen, weil die Run⸗ dungen beſſer mit engen Schichten eingedeckt werden koͤnnen; bei einer weiten Verlattung oder bei dem Krahmdache wuͤrden in dem angenommenen Fall, die obern Ziegel etwas von den untern abſtehen, oder ſelbige nicht dicht anſchließend bedecken, welches nach der Maurerſprache Klaffen heißt, welches aber bei ge⸗ raden Sparren, von dieſer Bedeckung nicht zu beſorgen iſt. Nach dieſen allgemeinen Betrachtungen uͤber die verſchiedene Arten der Eindeckungen mit Bieberſchwaͤnzen, iſt anzumerken, daß, ſo wie bei dem Bauen uͤberhaupt, es auf gute Materialien und einer guten Anwendung derſelben an⸗ koͤmmt, auch insbeſondere zu den Ziegeldaͤchern, gute Latten, gute Ziegel, und zweckmaͤßige Verſtreichungsmaterialien erfordert werden, auch kann dabei ganz vorzuͤglich fleißige und tuͤchtige Arbeit von Seiten der Maurer gefordert werden, um ſo mehr da das Dachdecken eben nicht zu den kuͤnſtlichen Operationen der Maurerkunſt gehoͤret, ſondern nur Genauigkeit und Fleiß erfordert; z. B. bei der fortgeſetzten Abmeſſung der einzelnen Weiten der Latten kann es ſich ereignen, daß die Latten zuletzt oben an einem Ende naͤher oder weiter gegen die Spitze des Daches reichen als an dem anderen, und daher iſt zu verlangen, daß von der unterſten oder der erſten mit allem Fleiß nach der Schnur befeſtigten Latte, um die 8te oder 1ote Latte eine Hauptnachmeſſung vorgenom⸗ men werde, und beſonders muß der Maurer ſich ſo einrichten, daß die Ober⸗ kante der letzten Latte 2 Zoll von der Spitze der Sparren abbleibt, weil wenn es mehr betruͤge, die Hohlſteine der Dachziegel nicht gehoͤrig uͤberfaſſen koͤnn⸗ ten, und wenn es weniger betruͤge, die Naſen der beiderſeitigen obern doppel⸗ ten Schichten von Dachſteinen, nicht Platz haben wuͤrden. Ferner, iſt es nicht gut wenn von beiden Enden des Daches nach der Mitte zu, gedeckt wird; es ſiehet dabei oft mit dem Schluſſe oder da wo die Deckung zuſammenkoͤmmt, mißlich aus, weil dabei viele Dachziegel verhauen werden und es doch nicht recht paßt; es iſt daher weit beſſer das Decken in der Mitte anzufangen und nach den Enden des Daches zu, zu decken; dabei muß, um die herabgehenden Fugen der Dachziegel ſowohl einzeln als im ganzen genommen, in einer voll⸗ kommen rechtwinklichten Lage gegen die Fronte des Gebaͤudes zu erhalten, die Sei⸗ ten der Sparren zur Richtſchnnr angenommen, und wenn die Deckung noch 4 2 170 Dritter Abſchnitt. 5 bis 6 Dachſteine breit von den Giebeln, oder von den Gradſparren ab iſt, ſchon eine Eintheilung gemacht werden um gehoͤrig auszukommen. Auch iſt in Abſicht der Hohlſteine anzumerken, daß ſelbige von leicht⸗ ſinnigen Maurern nur mit den Kanten in Kalk gelegt werden, in der Mitte aber hohl bleiben, wovon die Folge iſt, daß ſie von maͤßigen Winden leicht ab⸗ geworfen, und dabei noch wohl viele Dachſteine zerbrochen werden. Die Hohl⸗ ſteine muͤßten dahingegen in vollen Kalk gelegt werden; dies will aber nicht ſa⸗ gen, daß der ganze hohle Raum unter den Hohlpfannen mit Kalk ange⸗ fuͤllt werden muͤſſe, ſondern es ſoll eine Ausfuͤllung mit Abgaͤngen von Dach⸗ ſteinen geſchehen, der Hohlſtein inwendig naß gemacht und aufgelegt werden, wobei der uͤberfluͤſſige Kalk wegzunehmen und unter die Hohlſteine dergeſtalt zu ſtreichen iſt, daß der Regen an den Kanten herunterlaufen kann. Die Annagelung der Hohlſteine auf die Gradſparren ſollte auch billig nicht bloß aus der Hand oder nach dem Augenmaße, ſondern nach einer ausgezognen Schnur geſchehen, weil nichts haͤßlicher ausſieht und es auch einigermaßen nachtheilig iſt, wenn dieſe Hohlſteine bald rechts bald links aus der geraden Richtung liegen. Anm. So wenig Kunſt dazu gehoͤrt, um dies zu beobachten, ſo iſt doch die Klage uͤber ſchlechte Eindeckung der Ziegeldaͤcher ſehr gemein; allein bei vielen Gelegenheiten wuͤrde dann doch den Maurern einigermaßen das Wort zu reden ſeyn, z. B. iſt es des Maurers Schuld, wenn das Dach vielleicht ſo ſchlecht und leicht conſtruiret iſt, daß ſich die Sparren und Latten einbiegen? oder, iſt die Bezahlung auch allezeit ſo geſtellt, daß die muͤhſame und zuweilen wohl gefaͤhrliche Arbeit des Dachdeckens dafuͤr mit Luſt und bei gehoͤriger Zeitanwendung, tuͤchtig gemacht werden kann? Man thut auch Unrecht, aus der Bemerkung, daß ein ganz neu gelegtes Dach hin und wieder etwas Feuchtigkeiten durchlaͤßt, ſogleich auf ſchlechte Arbeit zu ſchließen; indem ein ſolches Dach mit der Zeit, wenn erſt Staub und Sand vom Winde in die Fugen hineingewehet worden, oder ſich Moos lund Spinngewebe angeſetzt haben, von ſelbſt feſter und dichter wird. Es koͤmmt aber allerdings auf eine fleißige Arbeit bei dem Dachdecken an, ſo daß es in einigen Laͤndern, beſonders in Boͤhmen, vorzuͤgliche Ziegeldecker giebt, welche auch auswaͤrts dieſe Arbeit verrichten. Sind indeſſen die Ziegel nicht vollkommenn gerade ge⸗ brannt, ſo hilft auch die fleißigſte Arbeit nicht. Die Latten muͤſſen eher zu ſtark als zu ſchwach ſeyn. Zu den einfa⸗ chen und doppelten Daͤchern ſind ſie 27 Zoll hoch und 1*½ ZJoll ſtark, hinrei⸗ chend. Zu den Krondaͤchern koͤnnte allenfalls, ſowohl in der Hoͤhe als in der Breite etwas zugegeben werden. Auf die Gleichheit oder Akkurateſſe der Latten, beſonders in Ruͤckſicht ihrer Breite, koͤmmt vieles an, um ein tuͤchtiges und gutes Dach zu erhalten, auch muͤſſen ſie nicht krumm, windſchief, oder in ſich gedrehet ſeyn*), weshalb zu den Ziegeldaͤchern niemals gekloͤbte und bloß gehauene ſondern geſchnittene eit ab iſt don leicht⸗ d Nitte in leiht ab⸗ De dohl ber liht ſe⸗ Kalk uge von Dah⸗ egt werden, dergeſtalt zu Annagelung Hand oder ehen, weil venn dieſe Kagx uͤber Gelegenheten z. B. iſt 6 niret iſt, daß eit ſo geſtellt afuͤr mit Luſ tes Dach hin ließen; indem in die Fugen „bon ſelbſt „ ſo daß es welche auch gerade ge⸗ den einfa⸗ rk, hinri als in der Aückſiht erhalken, weshalb chnittene Von Bedeckung der Daͤcher. 171 Latten genommen werden ſollten, weil erſtere nie ſo gerade ſind, als es erfor⸗ derlich iſt. *) Man hat wohl eher gehoͤret, daß ein Bauherr ſagte: dieſe ſchoͤnen Latten kann ich zum Dache nicht geben, daran waͤre es Schade.— Wenn man doch erwaͤgen wollte, wie nachtheilig dieſe Sprache iſt. In hieſigen Gegenden iſt das Latten das Geſchaͤft des Maurers, wel⸗ ches anderer Orten der Zimmermann verrichtet. Es iſt erſteres auch ſehr recht indem der Maunrer weiß, daß von einer guten und richtigen Belattung die Tuͤchtigkeit der Eindeckung vorzuͤglich mit abhaͤngt und man kann alſo wohl vor⸗ ausſetzen, daß er bei dieſer Vorbereitung zu ſeiner Arbeit, mit mehrerer Ge⸗ nauigkeit zu Werke gehen wird, als der Zimmermann. Die Lattnaͤgel muͤſſen auch ihre gehoͤrige Laͤnge und Staͤrke haben, auch von gutem Eiſen ſeyn. Fuͤr einen zu geringen Preis der Lattnaͤgel kann man nur ſchlechte Waare erhalten, und doch iſt es ſo oft der Fall, daß man um einer ſolchen in Vergleichung der ganzen Baukoſten unbetraͤchtlichen Erſpa⸗ rung, auch hier zum groͤßten Nachtheil das wohlfeilſte waͤhlet. Hiebei iſt anzumerken, daß jede Latte in die Mitte derſelben, auf jeden Sparren genagelt wird. Die Dachſpließe zu den einfachen Daͤchern muͤſſen gerade, kienicht und beſonders eben auf ihren Flaͤchen ſeyn, wenigſtens muß man die beſten ausſu⸗ chen. Der Preis dieſer Waare iſt von der Art, daß man den Ausſchuß eben nicht zu bereuen hat, und eine Anwendung ſchlechter Dachſpließe wuͤrde eine uͤbertriebene Oekonomie verrathen*). *) Ein geſchickter Maurermeiſter verſicherte, daß wenn man ſich die Muͤhe geben wollte, die Seiten der Dachſteine zuvor recht gerade zu richten, und dieſe Seiten ſodann bei der Ein⸗ deckung recht ſcharf aneinander zu reiben, daß alsdann die theils ſehr vergaͤnglichen, theils feuergefaͤhrlichen Dachſpließe gaͤnzlich entbehrt werden koͤnnten, welches ſehr wahr⸗ ſcheinlich iſt. Was die Guͤte der Ziegel betrift, ſo iſt dieſerhalb ſchon das Noͤthige im erſten Theil an ſeinem Orte angefuͤhret worden, und außerdem ſind die Merkmale guter Ziegel bekannt genug, ſo daß nur der Wunſch uͤbrig bleibt, daß die Ziegelei⸗Beſitzer ſich darauf befleißigen moͤchten, dieſer Waare die ge⸗ wuͤnſchte Vollkommenheit zu geben. Anm. Leider wird aber bei vielen das noch lange gelten, was Lange in ſeiner Abhand⸗ lung uͤberdie wetterfeſten Daͤcher ſagt, daß nemlich ein Ziegelei⸗Beſitzer ſchwe⸗ rer zu bekehren ſey, als ein Jude, und der Umſtand, daß mit ſchlechten Ziegeln gedecket werden muß, wird noch wohl lange eine hoͤchſtguͤltige Entſchuldigung fuͤr die Maurer bleiben, wenn die Daͤcher nicht ihrem Zweck entſprechen. N 2 172 Ariiter Abſchnitt. Kann man aber nicht durchweg Dachziegel von einerley Guͤte zu einem Bau haben, ſo iſt es rathſam eine Auswahl der Stellen zu machen, wo die beſſern und wo die ſchlechtern anzubringen ſind, nemlich in der Gegend wo die Aufſchieblinge anlaufen*), und auch in den unterſten Schichten ſind bei geraden Daͤchern die beſten Steine zu waͤhlen; ſo wuͤrden bei Manſardedaͤchern die guten auf den obern flachen Theil, dahingegen aber die ſchlechten auf den untern ziemlich ſteil ſtehenden Theil des Manſardedaches anzubringen ſeyn, woſelbſt auch dieſes ſtar⸗ ken Abhanges wegen, das Dach jederzeit nur einfach eingedeckt werden darf; der obere Theil muß aber, weil derſelbe flach iſt, doppelt gedeckt werden. *) Es iſt auch ſehr gut, gerade da wo die Aufſchieblinge an die Sparren ſtoßen, vorzuͤglich gerade und breite Latten zu nehmen. Ueber die zweckmaͤßigen Materialien zur Verſtreichung der Daͤcher, ſind die Meinungen ziemlich getheilt. Einige verſtreichen mit Gypskalk, andere mit Kalkmoͤrtel, d. i. mit Sand vermiſchten Kalk, der auch zuweilen mit zerſchnit⸗ tenen Kuhhaaren vermenget wird; manche geben Lehm der mit Kalk vermengt iſt, oder dem bei uns ſogenannten Sparrkalk den Vorzug; andere gebrauchen Lehm, der mit Flachsſchefen, auch wohl mit Kuh⸗ und Kaͤlberhaaren unter⸗ mengt iſt, und einige legen die Steine in Moos, ohne ſelbige weiter zu ver⸗ ſtreichen. Anm. Unter den unendlich vielen anempfohlenen Mitteln die Daͤcher waſſerdicht zu verſtrei⸗ chen, ſcheint der in den Anzeigen der Leipziger oͤkon. Societaͤt von der Oſtermeſſe 1795 S. 16 enthaltene Auszug aus der Schrift der St. Petersburgſchen freien oͤkonom. Geſellſchaft, Aufmerkſamkeit zu verdienen, weshalb derſelbe hier einge⸗ ſchaltet wird.. „Als ein guter Moͤrtel beym Aufdecken derſelben iſt zu empfehlen, ein „Gemiſch von 1 Theil reinem Kalk und 3 Theilen reinem Sand, dieß wird mit „hinlaͤnglichem Waſſer verduͤnnt, tuͤchtig mit Kalkkruͤcken durchgearbeitet, und „dann 2, 3, auch 4 Tage in Ruhe gelaſſen; nun mache man ihn zum Gebrauch „zurecht, und zwar jeden Tag ſo viel, als man zu verbrauchen gedenkt. Man „bringe dann zu dem noͤthigen Kalke eine Menge gut geſchlagene und gezupfte „Kuhhaare, und arbeite ſie gut darunter, auch zugleich mit ſelbigen geſtoßenen „Hammerſchlag, oder Eiſenſchlacke, Ochſengalle, Ochſenblut und Ziegelmehl, von „ſolchen allen nach Gutbefinden, bis alles zu einem ſchmierigen Teige wird. Am „beſten iſt es, dieſe Dacharbeit im Auguſt vorzunehmen. „Zu Anſtreichung(Verſtreichung) eines Dachs wird folgendes Verfah⸗ „ren empfohlen. Man loͤſe Kalk in Waſſer auf, ſo wie er zum Weißen der „Waͤnde gebraucht wird, verſehe ihn mit etwas gebranntem, feingeſiebtem, auch e zu einen ſen, wo die dend wo die da geraden dee outen auf n jenüich ſeil ch diſs tar werden duf; werden. zen, vorzigich Dächer, ſind jandere nit nit zerſchni⸗ k vermengt gebrauchen zaren vnter⸗ eiter zu der⸗ ſcht zu verſtrei— taͤt von der hetersburgſchen lbe hier einge⸗ pfegler, ein ſ vird mit eitet, und Gebrauch kt. Man d gezupfte geſtoßenen elmeh,, bott wird. Am es Verfah⸗ geißen der tem, auch Von Bedeckung der Daͤcher. 173 „ſchon etwas verwittertem Gips, beſtreiche die aͤußere Seite der Dachziegel ver⸗ „mittelſt eines Pinſels mit dieſer Miſchung; dies wiederhole man dreimal, doch „ſo, daß die erſte Vermiſchung des Kalks duͤnne, die zweite mit etwas mehr „friſch zugelegtem Kalk und Gips, und die dritte mit noch mehrerm angemacht „ſey. Hierdurch werden die kleinen Hoͤhlungen der Dachziegel dichter, und voll „von den eingeſogenen Kalk⸗ und Gipstheilen, welche das geſchwinde Eindrin⸗ „gen des Waſſers in dieſelben verhindern. Dieſe Arbeit muß aber bei trockner „Sommerluft im Großen vorgenommen werden. Wenn man noch mehr thun „will, nehme man Heringsthran, Fiſchthran, den Bodenſatz von Hanfoͤl, Bir⸗ „kentheer oder Dekokt, oder auch das oͤligte Waſſer aus den Theerbrennereien, „Theergalle genannt; mache dasjenige Oel, welches man von den genannten Ar⸗ „ten hat, oder einen Firniß daraus, und uͤberſtreiche noch damit die uͤbertuͤnch⸗ „ten Dachziegeln; dies wird freilich mehr koſten, aber zur Dauer der Ziegeln „mehr nuͤtzen, und dem Eindringen des Waſſers deſto mehr widerſtehen.“ So wie aber uͤberhaupt eine einfache Eindeckung, oder die hier zuerſt gedachte Art von weit verlatteten Daͤchern ſchon an ſich die ſchlechteſte iſt, und alſo nur von Bauherrn gewaͤhlt wird, die wirklich zu ſparen genoͤthiget ſind, oder die es nur wollen, ſo wird auch dieſen das Verſtreichen mit Lehm und darunter gemiſchten Schaͤben oder Kuhhaaren, das willkommenſte Mittel ſeyn, weil dieſe Materialien wenig oder nichts koſten. Es iſt aber wohl gewiß, daß feuchter Lehm am wenigſten gegen liegende oder ſchraͤge Koͤrper, ſie moͤgen von einer Art ſeyn, von welcher ſie wollen, ſich ſonderlich haͤlt. Da es nun oft und leicht der Fall iſt, daß der Lehm, womit die Daͤcher verſtrichen ſind, feucht wird, ſo kann auch eben ſo leicht und eben ſo oft die Verſtreichung mit Lehm beſchaͤdiget werden. Fuͤr den Unbemittelten iſt indeſſen dieſe Art der Dach⸗ verſtreichung nicht ganz verwerflich, denn wenn gleich der Lehm bei der Hitze in den Fugen der Dachſteine zuſammentrocknet, ſo dehnet derſelbe ſich doch auch bei entſtehender Feuchtigkeit wieder aus, und ſchließt ſich dicht an die Steine an, welches auch das Verſtreichen mit einer Vermiſchung von einem Theil Lehm und einem Theil friſchen kurzen Kuhmiſt bewirkt, es koͤmmt alſo nur auf oͤftere Wiederholung des Verſtreichens an, welches nicht koſtbar iſt. Von dem bloßen Kalkmoͤrtel iſt obiges nicht zu erwarten, ſondern wenn derſelbe einmal zuſammengetrocknet, iſt an kein Aufquellen zu gedenken. Dieſer Moͤrtel ſitzet alſo in der That etwas loſe in den Fugen der Steine und es faͤllt daher auch oͤfters die Verſtreichung aus den Fugen heraus. 174 Dritter Abſchnitt. Weeil aber wiederum der Kalkmoͤrtel außen in den Fugen an ſchief⸗ liegenden Koͤrpern feſter ſitzet als der bloße Lehm, dieſer aber dagegen in den Fugen aufquillt, wenn derſelbe naß wird, ſo hat die Erfahrung beſtätiget, daß Kalk der mit Lehm zu gleichen Theilen vermengt iſt oder ſogenannter Spaarkalk ein gutes Mittel zum Verſtreichen der Daͤcher iſt. Allein auch blo⸗ ßer guter friſcher und klar geloͤſchter Kalk, mit Kaͤlberhaaren wohl vermiſcht, iſt nach gemachten Erfahrungen faſt die beſte Maſſe zum Verſtreichen der Daͤcher; nur muͤſſen die Kaͤlberhaare ſo lange mit einem Stocke geklopft wer⸗ den, bis ſie nicht mehr in Klumpen zuſammenhaͤngen. Das Verſtreichen der Daͤcher mit Gyps, oder mit Gyps und Kalk zu⸗ ſammen, iſt in hieſigen Gegenden, wo der Gyps ſo haͤufig nicht iſt, nicht ge⸗ braͤuchlich. Das Eindecken der Daͤcher mit Moos iſt ebenfalls eine gute waſſer⸗ dichte und gegen das Eindringen des Treibſchnees ſichernde Eindeckung, und die von Langen in ſeiner vorgedachten Schrift aufgeworfene Bedenklichkeit in Abſicht der Feuersgefahr bei dieſer Deckung der Daͤcher, ſcheint ſo erheblich nicht zu ſeyn. Dieſe Eindeckung iſt auch vorzuͤglich bei runden oder bei Boh⸗ lendaͤchern ſehr gut, wenn man nemlich diejenigen Theile der untern Steine die von den obern bedeckt werden, mit Moos unterlegt. Bei Verſtreichung der Daͤcher, es ſey mit Lehm, Kalk oder Spaar⸗ kalk, koͤmmt es vorzuͤglich auf gute und fleißige Arbeit an, d. i. dieſe Mate⸗ rien muͤſſen zuvoͤrderſt nicht zu dicke oder klumpenweiſe an die Latten angetra⸗ gen, ſondern die Dachſteine nur ſehr duͤnne damit gegen und in die Fugen mit einem hoͤlzernen Spachtel ganz dichte ausgeſtrichen werden. Bei doppelten Daͤ⸗ chern, muß auch von unten Moͤrtel gegen die Latten angetragen werden, in welcher Abſicht der Maurer dieſe Arbeit mit dem Ruͤcken nach der Dachflaͤche gekehrt, verrichten muß. Man ſieht leicht ein, daß dieſes alles muͤhſam iſt. Wer aber zum großen Vortheil ſeines Gebaͤudes gern ein moͤglichſt dich⸗ tes Dach haben will, der muß das mehrere Lohn nicht bereuen, welches eine ſorgfaͤltige Eindeckung und Verſtreichung des Daches gegen das gewoͤhnliche, mehr betraͤgt. Liebhaber der Dauerhaftigkeit haben es verſucht, gleich bei der Ein⸗ deckung zwiſchen den Fugen Moͤrtel zu ſtreichen, und alſo das Dach gleichſam zu vermauern, allein bei entſtehenden Reparaturen ſind die Steine ſchwer her⸗ aus, und neue nur von außen, mittelſt Leitern, einzubringen, wobei viele Steine an ſchiefe gegen in beſttige, ſageannter in auch l⸗ verniſch, treichen de klopft we⸗ d Kalk zu⸗ 1 nicht ge⸗ ute waſer⸗ „ und die chkeit in erheblich bei Boh⸗ en Stene r Spaar⸗ eſe Mate⸗ angetra⸗ zugen mit elten Di⸗ erden, in jfühe nuͤhſam ſt dich⸗ es eine hnliche der Ein⸗ eichſam er her⸗ Steine Von Bedeckung der Daͤcher. 175 zerbrechen und die ganze Sache ſehr koſtbar wird. Dieſe Methode ſo anſchei⸗ nend gut ſie auch iſt, wuͤrde alſo nicht zu empfehlen ſeyn. Bei der Eindeckung ſelbſt duͤrfte folgendes zu bemerken ſeyn: Bei den weit gelatteten Daͤchern, muß man ſich in Abſicht der Weite der Latten nach der Laͤnge der Steine richten, und zwar bei doppelten Daͤchern dergeſtalt, daß der untere Stein noch von dem dritten obern bedeckt werde. Bei Spließdaͤchern muß aber der obere Ziegel beinahe an den dritten herun⸗ terreichen. 1 Sind Stellen auf dem Dache vorhanden, z. B. da wo die Aufſchieb⸗ linge anlaufen, oder Dachfenſter, deren Abhang flaͤcher iſt als der, den die ge⸗ woͤhnliche Proportion der Daͤcher, wo nemlich ¾ der Balkenlaͤnge, die Laͤnge der Sparren giebt, es mit ſich bringt, ſo muß etwas enger, jedoch auch nicht zu enge gelattet werden, weil ſonſt die untern Enden der uͤbereinander liegen⸗ den Ziegel nicht dicht auf einander liegen, oder nach der Maurerſprache, klaf⸗ fen, da ſie doch ſehr genau auf einander liegen ſollen. Bei den Spließdaͤchern muß unten und oben jederzeit eine doppelte Schicht gemacht werden, d. i. es werden auf die unterſte und oberſte Latte zwei Reihen Ziegel gehaͤngt, wie bei den Krondaͤchern. Bei doppelten Daͤchern wird die obere Schicht am Forſt ebenfalls dop⸗ pelt, wie eine Kronenſchicht, unten aber wie im iſten Theil Fig. 154 gezeigt worden, eingedeckt. Bei Kronendaͤchern iſt oben am Forſt weiter keine Abaͤnderung noͤ⸗ thig, da alle Schichten doppelt liegen, unten aber auf dem Geſimſe werden die zwei erſten Latten nur 5 ¾ Zoll weit, wie zu einem doppelten Dache gelattet, und jede dieſer 2 Latten, ſo wie alle obere, welche ſodann 11— 12 Zoll weit gelattet ſind, mit 2 Reihen Steine bedeckt. Die Urſache der engen Lattung der zwei erſten Schichten iſt, daß dadurch das Geſims noch mit der dritten Schicht, ganz bedeckt werde, um es fuͤr Schadhaftigkeit zu ſichern. Die Beſtimmung der erſten Latte iſt uͤbrigens bei aller Eindeckung die⸗ ſelbe, welche bei vorgedachter 154ſten Figur im 1ſten Theile S. 271 angege⸗ ben worden. Flaͤchere Daͤcher als die oben gedachten, oder deren Spitze weit unter einem rechten Winkel iſt, z. B. ſolche, wo nur † der Tiefe des Gebaͤudes, die Hoͤhe des Daches ausmacht, muͤſſen niemals mit einfachen Daͤchern gedeckt wer⸗ den; dahingegen gehet es, wie ſchon erwaͤhnt worden, um deſto eher an, den ſteilſtehenden Theil der Manſardedaͤcher einfach zu decken. 17s Dritter Abſchnitt. Einige wollen es gut finden, bei einfachen Daͤchern, die Ziegel, nicht wie es mehrentheils geſchieht, nach Fig. 189, ſondern nach Fig. 190, Ziegel uͤber Ziegel zu decken, und Fuge uͤber Fuge zu machen, ſo daß die unterge⸗ legte Spließe ſich von oben herab bis unten in einer Linie unter die ebenfalls gerade herabgehenden Fugen befinden. Auch in der bekannten Baukunſt von Suckow wird Tab. 18 Fig. 1 die Eindeckung in der Art vorgeſtellt. Man giebt vor, daß das Waſſer in erſterer Art, von der Mitte des Steins, gerade in die darunter befindliche Fuge gewieſen wuͤrde; wohingegen bei der zweiten Art das Waſſer von einem Stein auf den andern fiele, auch daß nicht ſo viele Steine zu halben verhauen werden duͤrften, um den Verband oder die Verwechſelung der Fugen hervorzubringen. Dieſe Einwendung ſcheint aber nicht von hinlaͤnglicher Erheblichkeit zu — ſeyn, vielmehr laͤßt ſich gegruͤndet dawider einwenden, einmal, daß wenn ohne Verband gedeckt wird, die Spließe gar leicht verfaulen muͤßten, und andern Theils, daß wenn im Verband gedeckt wird die auf den Dachſteinen gezogenen Rinnen, nicht zulaſſen, daß ſaͤmmtliches auf einen Dachſtein treffende Waſſer gerade in die Mitte derſelben ablaufe, und daß ſolches um ſo weniger geſchehen muͤßte, wenn die Fugen nach Langens Vorſchlag, wie hier Fig. 191, ge⸗ zogen wuͤrden. Es duͤrfte alſo wohl am rathſamſten ſeyn, die Methode, im Verband zu decken, beizubehalten. Bei dem Eindecken der Dachfenſter, kann gegen die Wange, auf jede Latte eine keilfoͤrmige Knagge, Fig. 192 aufgenagelt werden, wodurch das Dach einen kleinen Abfall vom Dachfenſter erhaͤlt. Es kann aber auch auf folgende Art gemacht werden. An der inwendigen Seite des Dachfenſters, wird eine Latte auf die hohe Kante der Sparren genagelt, worauf das Dachfenſter ſte⸗ het; auf dieſer Latte werden nun diejenigen Latten auf welchen die Ziegel haͤn⸗ gen, genagelt, wodurch ſie alſo nach dem Dachfenſter zu, ſich erhoͤhen, damit ſie aber auf den von der Wange des Dachfenſters folgenden Sparren, auflie⸗ gen, werden ſie mit einer Handſaͤge bis auf die halbe Dicke eingeſchnitten, wo⸗ durch ſie ſich auf den Sparren herunterbiegen laſſen. Alsdann wird nicht nur das Fach oder die Wange des Dachfenſters zwiſchen die Sparren und Latten voll gemauert, ſondern noch außerhalb neben den Sparren eine Latte unter die auf vorgedachte Weiſe erhoͤheten Latten untergenagelt und darauf eine ausge⸗ mauerte Kalkleiſte gemacht, naͤchſtdem aber die Dachſteine daruͤber weggedeckt. Bei gel, nicht 9) Jiegel unterge⸗ e bbenfalls .18 Fag. Mitte de vohingegen ſiele, auch n Verband lichkeit zu enn ohne d andern ezogenen Waſer geſchehen 1f191, g Verband „auf jede das Dach folgende vird eine ſter ſte⸗ gel han⸗ , damit a, auflie tten, wo⸗ nicht nur d Latten unter die e ausge⸗ gedeckt. Bei Von Bedeckung der Daͤcher. 177 Naͤchſt der vorgedachten Erhoͤhung durch aufgenagelte Knaggen auf die Latten kann in die gemauerte Wangen der Dachfenſter eine Vertiefung von einen Zoll tief eingehauen, und die Dachſteine hineingeſchoben werden, worauf denn alles mit Kalkleiſten verſtrichen wird. Da wo die Dachſteine gegen die Schornſteinroͤhren heraufgehen ſind ebenfalls dergleichen Vertiefungen ein⸗ zuhauen, um die Dachſteine hineinzuſchieben; wo aber das Dach von unten an einen Schornſtein anſtoͤßt, wird eine Schicht ſchraͤge zugehauener Steine nach Fig. 193A vorgeſtreckt, ſo daß die Fuge der daſelbſt noͤthigen Doppelſchicht da⸗ durch bedeckt werde. In Abſicht der gemeinſchaftlichen Brandgiebel ſind einige der Meinung, daß es rathſamer ſey, ſolche uͤber das Dach hervorragen zu laſſen, und dies iſt ſogar hin und wieder durch Vorſchriften befohlen, indem man dafuͤr haͤlt, daß dadurch die Communication des Feuers von einem brennenden Gebaͤude, zu dem nebenſte⸗ henden, abgeſchnitten wird. Allein, da doch dergleichen Giebel nur einige Fuß uͤber die Daͤcher erhoͤht ſeyn koͤnnen, ſo kann die Flamme doch leicht uͤberſprin⸗ gen, und das nebenſtehende Haus entzuͤnden, wenn ſonſt nicht Anſtalten gemacht werden, und die Benutzung der Brandgiebel, nemlich in ihrer Gegend, dem Feuer durchs Loͤſchen Schranken zu ſetzen, ſchon ſo weit aus den Augen ge⸗ ſetzt waͤre. Es iſt indeſſen doch rathſamer, ſowohl die einzelnen an den Enden der Gebaͤude befindlichen Giebel, als die gemeinſchaftlichen zwiſchen zwei Ge⸗ baͤuden vorhandenen Brandgiebel, nicht uͤber die Dachflaͤche aufzufuͤhren, weil auch bei vorragenden Giebeln die Mauerſteine auf der Gleiche der Mauer leicht verwittern, anderntheils, weil die anſtoßenden Daͤcher bei der beſten Ein⸗ deckung und Verwahrung derſelben mit Kalkleiſten, doch leicht nachtheilig wer⸗ den koͤnnen; deshalb iſt es auch beſſer die Giebel nur mit der aͤußern Seite der Sparren gleich hoch aufzufuͤhren, und die Dachziegel daruͤber weg zu decken. Um aber die Forrtſetzung des Feuers von einem brennenden Gebaͤude zu dem andern, nicht durch die Latten zu befoͤrdern, kann nach Fig. 193 B eine ſolche Einrichtung getroffen werden, daß die Latten nicht zuſammenſtoßen, oder es kann der Giebel treppenfoͤrmig nach Maasgabe der Lattung gemauert und dar⸗ auf die Ziegel bloß in gutem Kalkmoͤrtel gelegt werden. Bei der Eindeckung der ſogenannten Fledermaͤuſedachfenſter, iſt noch anzumerken, daß die Lattung auf ſelbigen etwas enger gemacht werden muß als auf der geraden Dachflaͤche, Fig. 194 A, denn es ſey z. B. ab die Dachflaͤche, od die Flaͤche des Dachfenſterdaches, ſo ſiehet man leicht, daß d kuͤrzer iſt als 2 178 Dritter Abſchnitt. od. Waͤre nun die Lattung auf ab uͤberhaupt und alſo auch auf dem Theil ed zu 5½ Zoll beſtimmt, ſo koͤnnte eben dieſe Theilung nicht auf od ſtatt ſin⸗ den, ſondern es muß, wenn man gehoͤrig und regulaͤr auskommen will, od in ſo viele gleiche Theile getheilt werden, als ed Reihen von Latten hat, welche Theilung etwas kleiner ausfaͤllt als die beſtimmte auf od. Bei doppelt gedeckten Dachfenſtern muß auch die unterſte Latte, etwas in die Sparren eingelaſſen werden, weil die Richtung der Bedachung der Dach⸗ fenſter gewoͤhnlich ſehr flach iſt, und die letzte Schicht auch auf den Dachfen⸗ ſtern eine Krohnenſchicht iſt, ſo iſt die obige Vorſicht noͤthig, damit die 3te Reihe Ziegel nicht klaft. Da auch bei den Fledermausfoͤrmigen Dachfenſtern vorne eine Kroh⸗ nenſchicht von Dachſteinen erforderlich iſt; ſo muß bei einem doppelten Dache und auch beim Splittdache der erſte Dachſtein der Krohnenſchicht, unter eine von der folgenden erſten, nach Fig. 194 B und nicht uͤber ſelbigen nach Fig. 194 C geleget werden, weil ſonſt in zwei uͤbereinander liegenden Schichten bei a Fuge auf Fuge entſtehet; bei einem Krohnendache aber, wo jede Schicht doppelt liegt, macht es keine Veraͤnderung. Bei allen Dachfenſtern iſt naͤchſtdem dahin zu ſehen, daß die untere Schwelle derſelben dergeſtalt ausgearbeitet werde, daß die an dieſe Schwel⸗ le anſtoßende Doppelſchicht unter der Schwelle Platz finde und von der⸗ ſelben bedeckt werde, ſo wie die doppelte Schicht Steine bei den Manſarde⸗ daͤchern durch das obere hoͤlzerne Geſims der Manſardedaͤcher bedeckt werden muß, weshalb der Kehlbalken um ſo viel laͤnger ſeyn, oder ohne den Zapfen zum Geſims, nach Fig. 195 um ſo viel vor der Dachſeite der Sparren vor⸗ ſtehen muß, als die doppelte Schicht Dachſteine, betraͤgt. Die Kehlen bei Wiederkehren oder großen Frontons werden, nachdem auf den Kehlſparren, eine Bohle worin Reifen nach der Laͤnge gemacht, unter⸗ gelegt worden, damit das etwa durchdringende Waſſer eine Ableitung in das Ab⸗ fallrohr finde, mit geriſſenen ſtarken haſelnen Stoͤcken, oder mit ſchwachen Lat⸗ ten, geſpruͤgelt und mit Dachſteinen dergeſtalt eingedeckt, daß 4 bis 5 Dach⸗ ſteine in der Breite, die Rundung formiren; wobei, wenn das Dach auch ein Krohnendach waͤre, die Hohlkehle dennoch enge gelattet, oder mit einem wirklich doppelten Dache eingedeckt werden muß. Beſſer iſt es aber, anſtatt des Spruͤgelns auf die vorgedachte Bohle, eine blecherne gerundete Roͤnne, von ſtarken weißem Vorderblech, wovon eine Tafel 1 Fuß lang, 9 ⅞ Zoll breit iſt, anzubringen, ſo daß die Roͤnne nach Ab⸗ —„ dem Theil d ſiatt fin⸗ wil, od in hat, weche katte, ewas ng der Dach den Dachfer⸗ amit die ze e eine Kroh⸗ pelten Dache unter eine Fig. 1940 hei a Juge ppelt liegt, die untere eſe Schwel d von der⸗ Manſarde⸗ eekt werde den Zuſen porren vor⸗ nachdem ht, unter⸗ ndas Ab⸗ ꝛchen Lat⸗ 5 Dal⸗ dach ach mit einem fe Bohle, von eine ncch A⸗ Von Bedeckung der Daͤcher. 179 zug der Umſchlaͤge des Blechs, 1 Fuß 8 Zoll breit ſey, und nun die Dachzie⸗ gel von beiden Seiten an ihren abgerundeten Theil nach der Richtung der Roͤnne dergeſtalt zuzuhauen, daß ſie die Saͤume oder den Rand der Roͤnne ſo uͤberdecken, daß nur zwiſchen den Dachſteinen eine Oefnung von 6 Zoll verbleibe. Die vorgedachten Bretter koͤnnen auch mit Leinwand bezogen, und ge⸗ theeret werden. Es iſt leicht einzuſehen, daß zu dieſer Arbeit viele Dachſteine verhauen werden muͤſſen, um aber, wie hin und wieder vorgeſchlagen worden, auf den Ziegeleien, zu dergleichen Arbeiten paſſende Ziegel zu formen, iſt die Quantitaͤt zu geringe, und die Stuͤcke von ſolchen Steinen, ſind bey dem bei einem wei⸗ ten Transport unvermeidlichen Bruche zu nichts anders zu gebrauchen. Anm. Ob ich zwar ſehr wohl weiß, daß das wohlfeile ein beliebter Hauptgrundſatz beim Bauen iſt, ſo wuͤnſche ich denn doch daß die Verfertiger der Bauanſchlaͤge in beinem Stuͤcke dem Bauherrn in vorgedachter Ruͤckſicht die Koſten zu wohlfeil vorſpie⸗ geln und ſich dadurch ſelbſt, in Verlegenheit ſetzen moͤchten, wie ſolches ſo oft der Fall iſt— Außer dem hier angefuͤhrten wegen des anſehnlichen Abgangs von Dachſteinen bei den Kehlen, erinnere ich daher, bei den Dachfenſtern die doppelten Reihen Ziegel nicht zu vergeſſen, und alſo bei einem ſchwalbenſchwanzfoͤrmigen Dachfenſter, wegen der dop⸗ pelten Schichten, des breiteren Ueberdeckens und der Kalkleiſten, nachdem die Dachfenſter groß oder klein ſind, 100— 150 bis 200 Dachſteine, zuzurechnen. In Abſicht der Hohlſteine iſt weiter nichts zu bemerken, als daß ſolche gehoͤrig in Kalk gelegt werden, und daß die auf den Wallmen mit 3 Pfennig⸗ Naͤgeln, ſo ſechs Zoll lang, angenagelt werden muͤſſen, weshalb es gut waͤre, wenn gleich in der Ziegelei, Loͤcher in die Hohlpfannen gemacht wuͤrden. Bei ſolchen ſchiefwinklichten Gebaͤuden, als Fig. 15 D, wo die Spar⸗ ren auf einem Ende des Gebaͤudes laͤnger ſind als auf dem andern, muß na⸗ uͤrlicherweiſe auch auf einem Ende enger gelattet werden, als auf dem andern; dabei iſt denn ein ſolches Mittelmaas zu treffen, daß die Ziegelreihen an einem Ende nicht zu nahe, und an dem andern nicht zu weit auseinander kommen. Man wird leicht einſehen, daß dieſe Art der Eindeckung nicht die beſte werden kann, beſonders wenn die Verſchiedenheit der Sparrenlaͤnge ſehr merklich iſt. Man hat daher ſo viel als moͤglich dergleichen Gebaͤude, die an einer Seite breiter als an der andern ſind, zu vermeiden, oder wenigſtens dafuͤr zu ſorgen, daß der Unterſchied nicht zu bedeutend ſey. Ferner iſt anzumerken, daß wenn ein Dach nur einen ſehr ſtumpfen Winkel macht, als z. B. bei einem halben Sechs⸗ oder Achteck, wie zuweilen an Kirchen vorkoͤmmt, oder bei Rundungen an den Ecken der Gebaͤude, daß 3 2 180 Dritter Abſchnitt. man daſelbſt auf die Kanten im Dache nicht Hohlziegel anbringt, ſondern daß die Latten durch Einſchnitte gebogen werden muͤſſen; dergleichen Arbeit erfor⸗ dert aber vielen Fleiß bei dem Zuhauen der Dachſteine. §. 892. Von Eindek⸗ Die Eindeckung der Bohlendaͤcher mit Spließen, Rohr, Stroh, Lehm⸗ Ang des ſchindeln, oder mit Steinpappe hat in Ruͤckſicht auf die gerundete Form dieſer her, Daͤcher gar kein Bedenken, und eben ſo wenig die Eindeckung mit Ziegeln. Die Beſorgniß, daß die Dachziegel, wegen der Rundung der Sparren nicht feſt aufeinander ſchließen, oder daß ſie nach der Maurerſprache, klaffen moͤchten, faͤllt gleich weg, wenn man erwaͤgt, daß die Laͤnge eines Ziegels viel zu geringe iſt, als daß der Unterſchied zwiſchen der geraden Linie und einem ſolchen kurzen Theil der Rundung der Sparren ſehr merklich ſeyn ſollte. Frei⸗ * lich iſt dieſer Unterſchied bei ſchmalen Gebaͤuden wichtiger als bei breiteren, al⸗ lein demohngeachtet kann die Eindeckung recht gut geſchehen. Anm. Beſſer waͤre es allerdings, wenn man ſich bei ſtaͤrkeren Rundungen, kuͤrzerer Ziegel bedienen koͤnnte; und warum ſollte das nicht eben ſo gut bei uns als in Frankreich ſtatt finden, wo man zu gewiſſen Zwecken, Ziegel von nur 7 Zoll lang hat. Daß indeſſen runde Daͤcher auf einer gewoͤhnlichen Tiefe der Gebaͤude von 36— 40 Fuß auch mit unſern gewoͤhnlichen Dachziegeln eingedeckt werden koͤnnen, davon belehren ſchon genugſame Beiſpiele. Zur Eindeckung der Bohlendaͤcher ſchicken ſich indeſſen nur die vorhin⸗ gedachten enge gelatteten doppelten Daͤcher, und nicht die Krohnendaͤcher. Die Lattung geſchieht nach Verhaͤltniß der Laͤnge der Dachſteine, deren man ſich zu bedienen hat, d. i. 5 bis 6 Zoll von einer Oberkante der Latten zur andern; da aber die Bohlendaͤcher nach oben zu etwas flaͤcher fallen, als in der Mitte und unten, ſo iſt es rathſam, den obern Theil etwa einen halben Zoll enger zu belatten, wogegen man auf den untern ſteileren Theil, die Latten allenfalls ¾ Zoll weiter auseinander aufnageln koͤnnte. Hiernaͤchſt hat man, wie es zwar immer bei jeden andern Daͤchern ſeyn ſollte, hier aber vorzuͤglich noͤthig iſt, eine Auswahl der Dachſteine zu machen, und die ſehr krummen und ſchiefen gaͤnzlich auszuwerfen; dahingegen kann man ſich der nach innen zu etwas gekruͤmmten, zu den flachen, der geradern aber bei den ſteilern Stellen des Daches, vortheilhaft bedienen. Auch pflegt man gewoͤhnlich an den Dachſteinen an der Oberkante, außerhalb einen kleinen Saum, der etwas hervorſtehet, anzutreffen; dieſer muß mit einem ſcharfen Hammer abgehauen, und eben ſo die ſcharfen Kanten der ( ſondern daß Andat erer⸗ Strh, dehn⸗ e Form deſe mit Ziegen. Sparren niht che, klaffen es Jeegels bil inie und einem ſollke. Fri⸗ breiteten, al küͤtzerer giegel Frankreich ſtatt ude von 36— konnen, davon die vorhin dacher. hſteine, dern te der latten jallen, ab in einn halben „die Latten dachern ſem zu macen kann mn aden aber verkante, ſer muß nten der Von Bedeckung der Daͤcher. 181 Latten etwas abgeſtumpfet oder verbrochen werden, wodurch die Steine beſſer aneinander ſchließen. M. ſ. die Vorſtellung, Fig. 195. §. 83. Die gemeinſte Art mit denen als ein umgekehrtes 8 geformten, und Von der Ein⸗ wo deckung mit inſonderheit in Preußen uͤblichen, ſogenannten Dachpfannen, iſt die, zwiſchen den Dachpfannen, kleine Strohwiepen geleget werden; wie ſchlecht dieſes iſt und wie nachtheilig ſolches auch in Ruͤckſicht auf Feuersgefahr wer⸗ nen. den kann, iſt einleuchtend, und daher dieſe Art der Eindeckung unterſaget worden. Außerdem werden die Dachpfannen, entweder mit untergelegten Dach⸗ ſpließen, oder ohne ſelbige eingedeckt, in beiden Faͤllen aber alles mit Kalk, wor⸗ unter zuweilen Kuhmiſt vermiſcht iſt, ſtark verſtrichen, ſo daß ein ſolches Dach dadurch koſtbar, ſehr ſchwer, und dennoch nicht waſſerdicht genug iſt, weshalb man die mit Pfannen zu deckende Daͤcher in den mehreſten Faͤllen, nach der Zeichnung Fig. 196 mit Brettern verſchalet. Nicht nur dieß, ſondern vor⸗ zuͤglich der Umſtand, daß dabei bei a Fig. 196 und 197, entweder eine Latte, oder ein Brett, worinnen unten kleine Ausſchnitte angebracht ſind, um das auf die Bretterverſchalung durchdringende Waſſer abzuleiten, giebt zu er⸗ kennen, daß man bei der ſorgfaͤltigſten Eindeckung mit den Pfannen, dennoch das Durchdringen des Waſſers zu beſorgen hat. Ueber dieſe Verſchalung oder ſogenannte Drippdielen, wovon die unterſten einen und einen halben, die andern aber einen Zoll ſtark, und mit einem in Preußen ſogenannten Schillingsnagel, auf die Hauptſparren befeſtiget ſind, werden uͤber jeden Hauptſparren duͤnne Bretter o aufgenagelt, und auf dieſe die Latten, welche 3 Zoll breit und 1 Zoll ſtark ſind, mit ſogenannten Polken oder Lattnaͤgeln, aufgeſchlagen. Es giebt dreierlei Sorten von Dachpfannen, nemlich ſolche, welche mit der Naſe 16 Zoll lang, und 10 Zoll breit ſind; die andern Sorten ſind kaum 15 Zoll lang und 10 Zoll breit; die dritte Gattung iſt nur 13 Zoll lang und 19 Zoll breit, weshalb zu den erſtern 12, und zu den andern 9 Zoll weit gelattet wird, Da die großen Sorten von Hohlpfannen deſtomehr im Brande ſich werfen koͤnnen, ſo ſind ſie nicht ſo gut als die kleinen Sorten. Die Fugen an den Seiten, wo dieſe Steine ſich uͤberdecken, muͤſſen ſehr ſorgfaͤltig, mit Kalk verſtrichen werden, und zwar, wenn es gut gemacht Vom Decken mit Blech von und mit Kupfer. 192 Dritter Abſchnitt. werden ſoll, ſo muß der Kalk mit einem Eiſen ſo angeſtrichen werden, daß das Eiſen davon heiß und die Fuge faſt blank wird. Zur Eindeckung der Hohlkehlen bedient man ſich der Forſtpfannen, welche wegen der Kruͤmmung der Dachpfannen, gerade uͤber die Kruͤmmung gemeſſen, 10 Zoll breit ſeyn muͤſſen. In den Hohlkehlen werden ſie umgekehrt gelegt und die daran ſtoßenden Dachpfannen mit guten Kalkleiſten gegen⸗ gedeckt. Anm. In dem Baureglement fuͤr das Koͤnigreich Preußen vom 25. Jan. 1771, heißt es in Abſicht des Verſtreichens der Ziegeldaͤcher und der Kalkleiſten, daß man alle Sorgfalt bei Praͤparation des Kalks anwenden ſolle, damit ſolcher nicht loswittere, wozu der Ge⸗ brauch der ſauern Molken beſonders zu rekommandiren ſey, als mit welchem man den unter dem beſprengten Sande ſteif geloͤſchten Kalk aufweichen und die Kalkleiſten mit ſehr gutem Erfolg, abſchlemmen koͤnnte, indem die von den daſigen Direktoren damit ange⸗ ſtellte Verſuche, es gezeiget haͤtten, daß man ſogar Derraſſen, die der Witterung am mei⸗ ſten ausgeſetzet waͤren, wenn ſie mit einem ſolchen Guß verſehen worden, vollkommen dauer⸗ haft machen koͤnne.— Andere mir bekannte Verſuche von der Art ſind aber nicht entſprechend ausgefallen. Seite 70 des rten Theils iſt bereits des Holzaufwandes bei dieſen Daͤ⸗ chern zu den Verſchalungen erwaͤhnet worden, und wer begreift nicht leicht das Nachtheilige, daß man der Verſchalung halber, die durch die Fugen der Steine durchdringende Naͤſſe, nicht entdeckt; ſie haͤlt ſich alſo unvermerkt auf den Schaal⸗ brettern auf, bis ſelbige verfault ſind. Das allernachtheiligſte bei dieſen Daͤchern, ſcheint aber die leichte Fortpflanzung einer entſtehenden Feuersbrunſt zu ſeyn, beſonders zu Jahreszeiten, wo die Verſchaalung von der Sonnenhitze recht aus⸗ getrocknet iſt. Es ließe ſich zwar einwenden, daß man ſich doch dieſer Daͤcher vorzuͤg⸗ lich in Holland und in Daͤnnemark bedient; ſo wie aber bei manchen Dingen das laͤndlich⸗ſittlich eintrif, ſo mag es auch wohl in Abſicht dieſer Daͤ⸗ cher ſeyn. Anm. Sehr wahrſcheinlich ſind ſie aber durch die Verſchalung die Urſache der ſchleunigen Fortpflanzung der Feuersbruͤnſte in Koppenhagen und in Koͤnigsberg geweſen, daher die Abſchaffung derſelben immer wuͤnſchenswerth bleibt. Zu Bohlen⸗oder andern runden Daͤchern ſchicken ſich uͤbrigens auch die Dachpfannen, aus leicht einzuſehenden Urſachen gar nicht. §. 94. Außer dem was von dem Blech und Kupfer bereits bei dem Abſchnitt den Banmaterialien erwaͤhnet worden, iſt hier noch zu bemerken, daß ob⸗ zwar Kupfer und Blech nach dem Gewichte angekauft wird, dennoch die —· Q—— — — † n, daß das iyf annen, Käinmung ſe ungehrt liſten pa⸗ êl, heißt es i alle Gorgfalt wozu der Ge⸗ lchem man den lleittn mit ſeyr een damit ange⸗ terung am mei⸗ kommen dauer⸗ d aher nicht dieſen Da⸗ leicht das der Steine en Schagl⸗ n Daͤchern, ſt zu ſeyn, techt aus⸗ er botzig⸗ n Düngen eher Da⸗ hleunigen daher die auch di ſbſchnitt daß ob⸗ cch die * Von Bedeckung der Daͤcher. 183 davon angefertigten Arbeiten nach dem Flaͤcheninhalt oder Quadratfußweiſe be⸗ zahlet und veranſchlaget werden. Wenn ein Dach mit ſchwarzem oder weißem Bleche oder mit Kupfer gedeckt werden ſoll, ſo wird daſſelbe zuvoͤrderſt mit zuſammengeſchaͤrften Bret⸗ tern beſchalet; hierauf werden die Blech⸗ oder Kupfertafeln zu langen Streifen, welche auf die Dachflaͤche von oben nach unten reichen, zuſammengefalzt; dieſe Streifen werden alsdann auf dem Dache wieder nach der Laͤnge des Daches, zuſammengefalzt. Dieſe Falze ſind bei dem Decken mit Kupfer oder mit ſchwarzem Bleche gegen die Deckung mit weißem Bleche, verſchieden. Iſt das Dach mit weißem Blech zu decken, ſo ſind die ſaͤmmtlichen Falze nach Fig. 198 angefertiget, und zwar ſtellet in dieſer der Deutlichkeit wegen, etwas unverhaͤltnißmaͤßig groß gezeichneten Figur, der rothe Streifen das obere, und der blaue Streifen das untere Blech vor, der gelbe Streifen aber bedeutet das ſogenannte Heftblech, welches ein ſchmaler laͤnglichter Strei⸗ fen von Blech iſt, um die zuſammengefalzten Tafeln durch die Annagelung dieſes Streifens, auf die Bretterſchalung befeſtigen zu koͤnnen, wie ſolches aus Fig. 199 bei aa zu ſehen. Ohne dieſe Hacken muͤßten die Naͤgel durch die Tafeln ſelbſt geſchlagen werden, welches aber Loͤcher geben und ſehr nachtheilig ſeyn wuͤrde. Zwiſchen zwei Tafeln iſt uͤbrigens nur ein Hefteiſen erforderlich. Nachdem dieſes geſchehen, und die horizontallaufende Falze bb ehe das Blech auf das Dach gebracht wird, die heraufgehenden co aber auf das Dach gefalzet worden, ſo werden dieſe Falze ſaͤmmtlich wie in den Figuren 198 und 199 zu ſehen, herunter und feſt zuſammengeſchlagen, auch wenn das Dach nur wenigen Abfall hat, mit Zinn verloͤthet; wenn aber das Dach vielen Abfall hat, ſo koͤnnen die horizontalen Falze bb Fig. 199 ungeloͤthet bleiben, nur iſt darauf zu merken, daß wie ſich zwar von ſelbſt verſteht, die Falze gleich wie in Fig. 198 ſich uͤberdecken muͤſſen. Soll aber ein Dach mit Kupfer oder mit ſchwarzem Blech bedeckt wer⸗ den, ſo ſind die Falze nach Fig. 200 anzufertigen, wo die obere und untere Tafel ſo wie das Heftblech mit den vorhingedachten Farben zur Unterſcheidung angelegt werden. Hierbei werden nur die horizontalliegenden Falze dergeſtalt niedergeſchlagen, daß ſie ſich uͤberdecken, die heraufgehenden Falze bleiben aber nach Fig. 200 aufwaͤrts ſtehen.. Sehr oft findet man bei dieſer Deckung mit Kupfer oder ſchwarzem Bleche die Falze nur nach Fig. 201, angefertiget, welches aber, wenn es auch vielleicht bei den horizontalen Falzen hinlaͤnglich waͤre, weil ſolche nach Fig. 198 184 Dritter Abſchnitt. niedergeſchlagen werden, ſo iſt es dennoch bei den ſtehenden Falzen tadelhaft, weil der ganze Falz ſich ſehr leicht aufloͤſen, und fuͤr das Waſſer einen freien Eingang verurſachen kann. Dagegen iſt zu Bekleidung hoͤlzerner Waͤnde ꝛc. ꝛc. es ſey mit Blech oder Kupfer kein anderes Verfahren in Abſicht der Falzung, als bei dem weißen Bleche gezeiget worden, erforderlich. Alles Blech, es ſey ſchwarz oder verzinnt muß auf beiden Seiten mit guter Oehlfarbe angeſtrichen werden, und zwar wird die innere Seite vor der Aufdeckung, die aͤußere Seite aber nachdem alles fertig iſt, angeſtrichen. Zum Anſtreichen muß man ſich nicht der rothen, ſondern der ſchwarzen Farbe bedie⸗ nen, welche aus Kiehnruß und Leinoͤhl beſteht; ſoll aber das Blech mit einer andern beliebigen Farbe angeſtrichen werden, ſo iſt es doch gut die ſchwarze Farbe zum Grundiren zu nehmen. Zum Decken bedienet man ſich des ſtarken Kreutzbleches*), und zwar gewoͤhnlich des verzinnten, wovon jede Tafel 12 Zoll lang und 9½ Zoll breit iſt. Weil nun zu den vorgedachten Falzen auf jeder Seite 3 Zoll abgehen**), ſo decket jede Tafel ohngefaͤhr 86 5¾ Quadratzoll, dieß macht auf 50 Quadrat⸗ fuß 83 bis 84 Tafeln. Hierzu ſind noch 3 Tafeln zu den Heftblechen zu rechnen, deren aus jeder Taſel 48 Stuͤck geſchnitten werden; auch gehoͤren hiezu 150 Stuͤck Rohr⸗oder Blechnagel. *) Des Pontonbleches bedienet man ſich hauptſaͤchlich nur zu getriebenen Arbeiten, weil es das ſtaͤrkſte iſt. **) Die weißen Bleche haben an den Seiten etwa bis Zoll breite gelblichte Streifen, welche der Brand genennt werden, und leichter als der uͤbrige Theil der Lafel roſten; daher dafuͤr geſorgt werden muß, daß bei Arbeiten welche nicht gefalzt werden der Brand verſteckt, oder daß derſelbe an andere Tafeln angeloͤthet werde. Der Quadratfuß ſolcher glatten Arbeit koſtet alhier mit dem Blech, Naͤgeln und Anſtreichen 6 Groſchen. Roͤnnen, Röhren und dergleichen Arbei⸗ ten, koſtet der Quadratſuß 7 Groſchen; auch wird oft Blechweiſe gerechnet, und jedes Blech zu dergleichen Arbeit mit 4 Groſchen bezahlt. Von der großen Sorte ſchwarzen Blechs, welches wie gedacht zum Theil mit⸗ſtehenden Falzen gedeckt wird, und 24 Zoll ins Gevierte groß iſt, wird auf jeder Seite 1 bis 1 Zoll fuͤr den Falz abgerechnet, wo denn jede Tafel 462 Quadratzoll deckt, und alſo ſind auf 50 Quadratfuß 15 bis 16 Tafeln erforderlich. Hierzu koͤmmt noch eine Tafel zu Heftblechen, weil jede Tafel wegen der Groͤße zwei Heftbleche erhalten muß; naͤchſtdem ſind 40 Blechnagel er⸗ forderlich. ——„„„ tadelhaft einen freien Wande d. c. de dähzung, en Sein mit Seite dar de ſhrichen. Imn n Farbe bedi⸗ Blech mit eine ut die ſchwar⸗ *) und zvar 97 Zol brei abgehen*) ſo Quadrat⸗ deftblechen zu gehoren ſitz beiten, weil es blichte Streifen, der Tafel roſte; verden der Srand dec Bech, iceen Arbei⸗ e gerechnet, t zum Theil iß iſt, vid n jede Lafel 16 Tafeln Lafel wegen ſchnagel er⸗ Von Bedeckung der Daͤcher. 185 Anm. Vom Decken mit Kupfer iſt ſchon§. 101 im 1ſten Theil Erwaͤhnung geſchehen. Nur iſt noch zu bemerken, daß man das Kupfer auch in Rollen von 20 Fuß lang und 1½ Fuß breit zum Kauf erhalten kann. Bei Daͤchern oder Roͤnnen hinter den Attiken, oder uͤberhaupt wo etwa um den Schnee wegzuſchaffen eine Deckung mit Blech oder mit Kupfer noͤthig iſt, wird ein ſogenannter Wetterboden erfordert; ſelbiger beſtehet aus hoͤlzer⸗ nen Lagern, welche gerade auf die Deckung oder in die Roͤnne paſſen, worauf Ruͤſtbretter genagelt werden, um nicht auf dem Kupfer ſondern auf dieſen Bret⸗ tern gehen zu koͤnnen. Wegen des erforderlichen Blechs bei den Dachfenſtern iſt bereits in die⸗ ſem Abſchnitte das Noͤthige angefuͤhrt worden, und nur noch zu bemerken, daß wenn einzelne Streifen Blech auf die Schwelle oder auf das Geſims eines Dachfenſters, oder auf Attiken und da wo es die Unterkante des Daches aus⸗ machen ſoll, anzubringen ſind, die Naͤgel, womit dieſe Blechſtreiſen befeſtiget werden, nicht durch das Blech, ſondern uͤber daſſelbe nach Fig. 202 geſchlagen werden muͤſſen, ſo daß nicht die Spitze, ſondern der Kopf des Nagels das Blech auf das Holz befeſtiget. Ferner muß da, wo dergleichen Bleche frei uͤberſtehen oder die Traufe ausmachen,(als an Geſimſen) ein durchgehendes Heftblech(welches in Fig. 203 blau angelegt worden) bei a und b befeſtiget werden, worauf das vorgedachte unterſte Deckblech aufliegt und bei 0 um das Heftblech gebogen iſt. Liegen auf dem Deckbleche Dachſteine d, ſo iſt das Heftblech bei f auf die Latten anzunageln, nur muͤſſen die Dachſtein⸗ ſchichten die Befeſtigung gut bedecken; iſt aber das ganze Dach mit Blech ge⸗ deckt, ſo iſt wie vorgedacht ein Falz bei e, woran das unterſte Deckblech befe⸗ ſtiget, anzubringen. Anſtatt des ganz durchgehenden Heftblechs werden oͤfters nur Heftſtreifen(wie bei dem Falzen gezeigt worden) unter die Stoͤße der Deckbleche genagelt, welches aber nicht ſo dauerhaft iſt als die eben gezeigte Art. Die Roͤnnen vorlaͤngſt unter der Dachtraufe, werden aus einem Bleche gebogen, und zwar nicht nach der Breite der Tafeln von 9 Zoll, ſondern nach der Laͤnge derſelben von 12 Zoll. Die Tafeln oder krumm gebogenen Roͤnnen werden nicht wie vorgedacht mit Falzen nach der Laͤnge der Roͤnne zuſammen⸗ geſetzt, ſondern nur in einander geſchoben, jedoch ſo daß ſich die Bleche nach dem Fall der Roͤnne uͤberdecken, und zugleich dergeſtalt, daß der ſogenannte Brand unter die vorhergehende Tafel untergeſchoben wird, weil, wie vorgedacht, dieſer Theil des Blechs eher roſtet. Hiernaͤchſt werden die Fugen verloͤthet, und die Roͤnne in öfuͤßiger Entfernung, auf eiſerne Hacken nach Fig. 204, befeſtiget. Aa 186 Dritter Abſchnitt. Zu 50 Fuß dergleichen Roͤnne von 1 Fuß im Bogen weit, ſind 66 bis 67 Bleche erforderlich. Soll die Roͤnne nicht unter der Traufe haͤngen, ſondern nach Fig. 205 noch auf dem Dache liegen, ſo muß ſolche 18 Zoll im Bogen mit dem Stuͤcke welches unter den Dachſteinen liegt, weit ſeyn. Hierzu werden nicht zwei ganze Tafeln mit ihren 12 Zoll langen Seiten, ſondern eine und eine halbe Tafel mit ihren 9 Zoll langen Seiten zuſammengeſetzt, damit der Falz a nicht in die Mitte der Roͤnne, ſondern an die Seite derſelben zu liegen komme. Die Ha⸗ cken worauf die Roͤnne liegt, werden in 5 bis Gfuͤßige Entfernungen auf die Latten genagelt. Dieſe Hacken ſowohl als die zur vorbeſchriebenen Roͤnne, werden bei bb um die Roͤnne umgebogen. Zu 50 Fuß dergleichen Dachroͤnne ſind 99 bis 100 Tafeln Blech er⸗ forderlich. Die Abfallroͤhren werden gewoͤhnlich nur aus einem Bleche gebo⸗ gen, entweder nach der Laͤnge oder nach der Breite derſelben, und geben im erſtern Falle 3 Zoll weite und im andern Falle 4 Zoll weite Roͤhren. Dieſe werden ebenfalls, ohne Falze, nur auf den Brand zuſammengeloͤthet, und ſo in einander geſchoben, daß das obere Stuͤck jedesmal in dem untern ſteckt. Sehr gut iſt es, wenn dergleichen lange Abfallroͤhren unterwaͤrts nach und nach etwas weiter werden, um dem Regen⸗ und Schneewaſſer auch beim Froſte eher den Durchgang zu verſtatten. Zu 20 Fuß Roͤhre von 3 Zoll weit ſind 20 bis 20 ¾ Blech, und von 4 Zoll Weite 25 Blech erforderlich, Alle 6 bis 8 Fuß herunter, werden ſol⸗ che mit Hacken nach Fig. 206, befeſtiget, und zwar ſo, daß der Hacken einmal um die Seite a, das andere mal um die Seite b faßt. Bei der Zimmerarbeit iſt bereits erwaͤhnet worden, daß wenn zwei Daͤ⸗ cher zuſammentreffen und eine Hohlkehle machen, daß daſelbſt eine blecherne oder kupferne Unterlage erforderlich iſt; hat ſelbige wie in gewoͤhnlichen Faͤllen nur 18 Zoll Breite, ſo wird die Roͤnne nicht aus zwei ganzen Blechen, ſon⸗ dern aus einem ganzen und zwei halben Blechen formiret, und zwar deswegen, damit die ganze Tafel in die Mitte und die halben Tafeln an die Seiten zu liegen kommen. Uebrigens werden die Kanten ſolcher Hohlkehlen mit Naͤgeln durch das Blech auf die Latten, oder zuweilen auch, wenn die Hohlkehle ſehr ſpitzwinklicht iſt, auf eine darunter befindliche Schalung genagelt. Zu 50 Fuß dergleichen Hohlkehlen von 18 Zoll Breite ſind 100 bis 102 Tafeln erforderlich. ſind 66 Fg. 10 de Süͤcke t zwi ginze lbe T mit nicht i ie . Die he agen auf de enen Rönne, ‚en Blech er Bleche gebo⸗ d geben im ten. Dieſe „und ſo in tect. Sähr h und nach Froſte eher ch, und bn werden ſl⸗ ackm eimal n zwei Daͤ⸗ blecherne hen Fäͤllen echen, ſon⸗ deswegen, Seiten zu mit Nigeln ilkhe ſehr d loo bis Von Bedeckung der Daͤcher. 187 Anm. Wenn die Luft ſowohl als die Waͤrme und die Kaͤlte, das Oehl und die Fettigkeit des rothen Anſtrichs des Eiſens verzehren; ſo bleibt endlich nur ein rother Schorf, wel⸗ cher die Farbe ſelbſt iſt; dieſe ziehet aus der Luft ein neues Salz an, und dieſe vermeh⸗ ret die Verzehrung des Eiſens. Man bemerkt dies nicht, ſo lange die rothe nur ganz duͤnne Farbe das Eiſen noch etwas uͤberdeckt; in der Folge aber ſiehet man, daß die zu Roſt verwandelte Farbe, einen Theil des Eiſens verzehrt und es aͤußerſt muͤrbe gemacht hat. Statt dieſer ſchaͤdlichen Farbe ſtreicht man die eiſernen Bleche mit Kiehnruß und ſtarken Leinoͤhlfirniß, oder ſtatt deſſen mit Theer an, welches die Erfahrung an mehrern Daͤchern bewaͤhrt hat— Handlungs⸗Zeitung 4 Stuͤck S. 28. Ein gleiches ſtehet in der Abhandl. der Schwed. Akad. der Wiſſ. N. 6. S. 44.— Die Schweden nehmen, um alles Eiſenwerk, das der freyen Luft ausgeſetzt iſt, vor dem Roſt zu bewah⸗ ren, ſo viel Pech und eben ſo vielen Theer, wie ſie zu dem vorhabenden Gebrauch fuͤr noͤthig achten, und vermiſchen beides mit ſo vielem guten feinen Ruß, daß es nicht gar zu dick wird, ſondern fluͤſſig bleibt. Mit dieſem Gemiſch oder Salbe, beſtreichen ſie alles Eiſenwerk mit dicken Pinſeln von Schweinborſten. Die Operation muß aber gleich im Anfange des Fruͤhlings geſchehn, damit das Pech durch die maͤßige Waͤrme dieſer Jahres⸗ zeit nach und nach ſo gehaͤrtet werde, daß es in den heißen Sommertagen nicht ſchmel⸗ zen kann. Durch die Erfahrung hat es ſich beſtaͤtiget, daß das Eiſenwerk hiedurch vor Roſt bewahret wird— Hannoͤvriſches Magazin 14. St. 1787. Ich habe den S. 139 erwaͤhnten Engliſchen Steinkohlentheer als einen vortreflichen Anſtrich auf Eiſen und Blech befunden. Ich liefre hier des Herrn Tapeten⸗ und Farbenfabrikanten Neumei⸗ ſter in Berlin, Beſchreibung einer von ihm erfundenen und bei dem Gebrauch ſehr bewaͤhrt befundenen Maſſe zum Ueberzuge des(dem Wetter ausgeſetzten) unverzinnten Eiſenblechs: „Alle fette Oehle koͤnnen, wenn ſie eingedickt, zu Bewahrung der Me⸗ „talle, des Holzes und der Steine vor der ſchaͤdlichen Einwirkung der Witte⸗ „rung angewandt werden. Das nuͤzlichſte iſt Leinoͤhl, weil es das allerſchwer⸗ „ſte unter allen iſt. Aber diejenigen Kuͤnſtler, die ſich deſſelben bisher bedienen „zerſtoͤhren die beſten Theile durch Zerſetzung vieler ſproͤden und trocken ma⸗ „chender Koͤrper und vorzuͤglich durch das oͤftere Ruͤhren, beim kochen, wodurch „die atmoſphaͤriſche Luft hinzudringt und die fetteſten Theile in Dampf heraus⸗ „jagt, welches das oͤfters entſtehende Ueberlaufen und Anbrennen, woraus Ge⸗ „fahr erwaͤchſt, bewirkt. Meine Methode iſt dieſem allem nicht ausgeſetzt, da „ich nur den zwanzigſten Theil von Materialien dazu gebrauche, und doch einen „feſten Koͤrper bekomme, der an Glanz dem Kopal und Bernſtein nicht nach⸗ „ſtehet, auch dauerhaft iſt, indem die Maſſe eine beſtaͤndige Fettigkeit und Elaſti⸗ „zitaͤt behaͤlt, welche zum Widerſtande der Luft und gegen das Eindringen in „die Koͤrper nothwendig iſt. In einem kupfernen Keſſel 18 Zoll oben im Durchmeſſer und 15 Zoll „tief, werden 20 Pfund Leinoͤhl in einen dazu gemauerten, oder von Eiſen⸗ Aa 2 188 Dritter Abſchnitt. „blech gemachten Ofen geſetzt, dieſer Ofen muß von dem Roſt bis zu dem Bo⸗ „den des Keſſels 6 Zoll Hoͤhe haben. Dieſen Raum fuͤllet man mit Kohlen „an und laͤßt das Leinoͤhl allmaͤhlig zum kochen. In Zeit von einer halben „Stunde zeigt ſich ein gelber Schaum, der ſich aber nach und nach gaͤnzlich „verkocht und eine andere unbeſtimmte Farbe annimmt; zu dieſer Zeit werden „2 Loth Glasgalle, 8 Loth Mennige, 8 Loth natuͤrlicher Umbra, nachdem dieſe „Materien vorher fein geſtoßen und gemiſcht worden, Loͤffelweiſe nach und nach „auf die Oberflaͤche des Oehls geſtreuet, weil alles Ruͤhren und Entſtehen von „Blaſen verhuͤtet werden muß. In dieſem Grade erhaͤlt man die Hitze ſo lange „bis ein Tropfen davon auf kaltes Eiſen gelaſſen, zu einem trocknen ſich haaricht „ziehenden Koͤrper wird. „Iſt das Oehl gut, ſo iſt dieſe Arbeit in 3 Stunden vorbei; im Ge⸗ „gentheile dauert ſie etwas laͤnger. Bei ſchlechtem Oehle zeigen ſich große „Blaſen, die das Ueberſteigen befuͤrchten laſſen, welche man aber mit einem „breiten flachen Loͤffel niederdruͤckt. So bald obige Probe geſchehen, ſo ſetzt „man den Keſſel in die Kaͤlte und wenn die kochende Bewegung voruͤber iſt, „ſo werden 4 Loth Zink⸗Vitriol nach und nach in kleinen Portionen auf die „Oberflaͤche geſtreuet; ſoll die Farbe an Ort und Stelle gebraucht werden, ſo „koͤnnen leicht 10 Pfund Leinoͤhl in einem andern Geſchirr warm gemacht und „dazu gegoſſen werden, im andern Fall muß man die Maſſe wieder kochend ma⸗ Von Bedek⸗ kung der Daͤ⸗ cher mit Schiefer. „chen um rohes warmes Leinoͤhl dazu gießen zu koͤnnen. Will man dieſe Maſſe „zum Kitt gebrauchen, ſo gießt man ſo viel warmes Leinoͤhl hinzu, als es die „Umſtaͤnde erfordern. „Will man Eiſen damit uͤberziehen, ſo werden 5 Pfund fein geſtoßene „Kreide und 3 Pfund Kiehnruß unter die verduͤnnte und kalt gewordene Maſſe „geruͤhrt. Der erſte Anſtrich geſchieht ſehr duͤnn, und der Trocken⸗Ort muß „wie in der Ofenroͤhre ſeyn, wo das Feuer an vier Seiten herumſchlaͤgt. Die⸗ „ſer Anſtrich geſchieht zwei mal. In jeder andern Farbe, wo der Kiehnruß „wegbleibt, kann man die Kreide doch nicht weglaſſen, weil ihr Koͤrper zur „Elaſtizitaͤt und Dauer unumgaͤnglich nothwendig iſt.“ §. 85. Da der Schiefer nur in wenigen der Preußiſchen Provinzen, als im Magdeburgiſchen und Halberſtaͤdtſchen gefunden wird, und der Transport nach andern Orten, wegen der Entlegenheit zu koſtbar iſt, ſo wird dieſes Material in andern Provinzen nur ſelten zum Decken der Daͤcher gebraucht. dem Bo⸗ Kohlen t halben nzlich t werden den deſe und gach ſtehen dan e ſo lange hhaaricht ; im Ge⸗ ich große tit einem ſo ſebt ber iſt, auf die etden, ſo acht und hend ma⸗ ꝛſe Maſſe s es die geſtoßene ne Maſſe ert muß . Die⸗ diehntuß rper zur „ ab im ort nach Material Von Bedeckung der Daͤcher. 189 Anm. Außer dem großen Reithauſe in Schwedt, der hieſigen Domkirche und dem obern Theil des Manſardedaches auf dem neuen Schauſpielhauſe in Charlottenburg, iſt mir in den Marken, Pommern und Preußen, kein Schieferdach bekannt, weshalb auch nur ein Schie⸗ ferdecker in Berlin anſaͤßig iſt. Zur Bedeckung der Daͤcher mit Schiefer iſt es nothwendig ſelbige mit Brettern zu verſchalen, obzwar auch zuweilen nur bloß gelattet wird. Der Schieferdecker bereitet mit einem ſogenannten Klammerhaken, oder Haue, der mit ſcharfen Ruͤcken verſehen und in einer Banke eingeſchlagen iſt, vermittelſt des Schieferhammers die Schiefer, indem er ſie ſchuppenfoͤrmig wie Fig. 207 behauet; die obere Seite a wird der Kopf oder die Bruſt, der untere Theil b aber die Bahn, der Riß oder der Fuß des Steines genannt; die Steine fallen theils groß, theils klein aus und heißen im Ganzen, Dachſteine; die beſondere Benennungen erhalten ſie von ihrer Lage beim Decken, als z. B. Fußſteine, Stichſteine, Gebindſteine u. ſ. w.; die zweite Hauptart, werden die Kehlſteine genannt, und theilen ſich in Kehlſteine und Strackeart, linker und rechter Art. Sie haben ſaͤmmtlich ohngefaͤhr die Fig. 208 vorgeſtellte Form, und ſind eben⸗ falls von verſchiedener Groͤße. Sonſt giebt man auch dem Schieferſteine die Form der Bieberſchwaͤnze beſonders bei ſteilen Daͤchern und Bekleidung der Waͤnde mit Schiefer. Der Zaͤhler ſortiret die Steine nachdem ſie zubereitet worden und ſett ſie in Haufen. Die groͤßten Steine ſind gewoͤhnlich 2 Fuß hoch und geben die Fußſteine; dieſe machen jederzeit die erſte Schicht welche laͤngſt uͤber das Geſims gedeckt wird und auch die Fußſchicht genannt wird; die uͤbrigen oder die Dachſteine werden in 30 Haufen geſetzt und mit Nummern bezeichnet. Die groͤßten ſind 16 bis 18 Zoll hoch und ſo nehmen ſie in der Groͤße ab, bis auf eine Hoͤhe von 5 Zoll. Beim Decken ſitzt der Decker auf einer Art von Seſſel der vermittelſt eines Hackens an einem Tau befeſtiget iſt, welches der⸗ ſelbe verlaͤngern oder verkuͤrzen kann um ſich hoͤher oder niedriger zu begeben. Die Schiefer hat er neben ſich liegen und vor ſich den Nagelkaſten. Das Decken faͤngt mit Legung der Fußſchicht an, dann aber gehet das Decken in ſchraͤger Richtung ohngefaͤhr nach Fig. 209 fort, wobei a die Fußſteine, b die Stichſteine und o die Kehlſteine, und zwar hier, der rechte Ort genannt wer⸗ den, weil ſie ſich rechter Hand befinden. Jeder Schieferſtein wird mit 2 auch wohl mit drei ſogenannten Schiefernageln auf die Verſchalung angenagelt. Der Forſt wird mit einer 6 Zoll breiten Platte von Kupfer oder von Blei bedeckt. Beim Decken werden etwa 8 Fuß auseinander, Hacken, Dachknappen genannt, 190— Dritter Abſchnitt. angeſchlagen, um bei vorfallenden Reparaturen die Leitern daran anhaͤngen zu koͤnnen. Huth in ſeinem Unterricht zu Bauanſchlaͤgen, giebt an, daß zu 6 Quadratfuß Schieferbedeckung ein Centner Schiefer erforderlich ſey, oder zu 860 Quadratfuß Bedeckung einer Thurmhaube, rechnet derſelbe 143 Centner Schiefer, 54 Deckdielen, 12 Schock Lattnagel zur Schalung, 144 Schock Bord⸗ oder Bießnagel, 216 Schock Schiefernagel, und fuͤr den Centner Schie⸗ fer zu beſchlagen und zu verdecken 6 gr. Anm. Naͤhere Beſchreibungen findet man in Biſchofs phyſiſch⸗technologiſchem Handbuch, a. Th. S. 171. Nagels tabellariſche Ueberſicht der vorzuͤglichſten Kuͤnſte 1792 S. 157. Sprengels Handwerke und Kuͤnſte 9te Sammlung, 7ter Abſchnitt. Hallens Werkſtaͤtte der Kuͤnſte Fter Band S. 65— 70;3 und zuſammengetragen, in Kruͤnitz Oekon. Encyk. sSter Theil S. 597 u. f. §. 86. Von der ſo⸗ Der Koͤnigliche Schwediſche Admiralitaͤts⸗Medicus in Karlskrone Dok⸗ Tendes tor Faxe erfand 1785 eine Maſſe, die er wegen ihres Zuſammenhangs und einpappe.. zur Bedek, Anſehens Steinpappe, hernach aber wegen ihres Gebrauchs zum Decken der kung der Da⸗Haͤuſer, kuͤnſtlichen Schiefer nannte. Gei. Dieſes Steinpapier iſt gewoͤhnlich von braunrother Farbe, in Pappen⸗ aͤhnlichen Tafeln von 18 bis 24 Zoll lang, 10 bis 14 Zoll breit, und eine bis eine und eine halbe Linie dick. Die Oberflaͤche deſſelben iſt ſehr eben, zeigt ſich aber doch nicht glatt, ſondern feinkoͤrnig und auf einer Seite mit Eindruͤk⸗ ken von grober Leinewand. Es hat eine betraͤchtliche Haͤrte und Steiſigkeit, laͤßt ſich aber ohne zu zerbrechen nur wenig biegen. Im Bruche zeigt es eine feinkoͤrnige Kante mit zarten Haͤrchen. Ob es gleich ſproͤde iſt, laͤßt es ſich doch mit dem Hammer, ohne zu zerkruͤmeln, etwas duͤnner ſchlagen, wodurch es feſter, aber auch leicht bruͤchig wird. Man kann die Tafeln zerſaͤgen und die Kanten hobeln, wovon Saͤge und Hobel bald ſehr ſtumpf werden. In kaltem, ruhigen unbewegten Waſſer wird das Steinpapier in vie⸗ len Monaten nicht merklich aufgeſchwellt und noch weniger aufgeloͤſet. Ein mit Steinpapier bekleidetes Schiff, machte ohne Beſchaͤdigung dieſer Papierhuͤlle eine Reiſe nach Indien. In Stmuͤcke loͤſet es ſich in vierſtuͤndigem Kochen nicht auf; dieſes geſchieht nur, wenn man es vorher in Spaͤhne raſpelt. Die Standhaftigkeit des kuͤnſtlichen Schiefers in Feuersbruͤnſten zu be⸗ weiſen, bekleidete der Erfinder ein hoͤlzernes Gartenhaus aus und inwendig ,ñ/— angen zu n, daß zu „ dder zu 3 Centner 44 Schock tner Schit⸗ mm Handbuch, dne Doß⸗ anos und Decken der n Pappen⸗ d eine bis ben, zeigt t Eindruͤk⸗ Steiftgkeit, gt es eine gt es ſich odurch es und die er in vie⸗ Ein nit Papinfͤle oczen nicht en zu be⸗ inwendig Von Bedeckung der Daͤcher. 191 uͤberall mit demſelben, legte leichtbrennliche Sachen in daſſelbe und zuͤndete ſie an. Sie verbrannten, das Haͤuschen aber blieb. Bringt man aber das Steinpapier in ſtarke Gluth, oder haͤlt die Kanten in die Flamme eines Lichts, ſo verglimmt es langſam, erloͤſcht aber, ſo bald es aus dem Feuer koͤmmt. Von einer andern Art in dicken Tafeln, ſagt man, daß es auch außer dem Feuer noch fortglimme; aber zu einer ſolchen Hitze kaͤme es in einer Feuersbrunſt um ſo weniger, als ein mit dieſem kuͤnſtlichen Schiefer bekleidetes Haus nicht, oder nur an Stellen, welche die Bedeckung verlohren haben, ſelbſt in Brand geraͤth. Um das Verhalten des Steinpapiers an der Luft und in abwechſelnder Witterung zu beobachten, bedeckte Herr D. Faxe ein Gartenhaus mit demſel⸗ ben; der Erfolg iſt aber nicht bekannt genug geworden. Dieſe Nachrichten von dem Schwediſchen Steinpapier, theilt der Herr Doctor und Profeſſor Georgi in den Abhandlungen der freien oͤkonom. Ge⸗ ſellſchaft in St. Petersburg mit. Sie ſind aber auch in einer kleinen Bro⸗ chuͤre unter dem Titel:„die Kunſt das unverbrennliche Schwediſche Steinpa⸗ pier zum Dachdecken nachzumachen; durch die Verſuche des Ruſſiſch Kaiſerli⸗ chen Herrn Hofraths von Georgi, fuͤr Boͤhmen gepruͤft von J Er. von Schoͤnfeld, Herrn auf Terranova; Prag und Wien 1792.“ In beiden Abhandlungen wird angefuͤhrt, daß der Herr D. Faxe die Zuſammenſetzung und Bereitungsart ſeiner Erfindung fuͤr ſich behalte. Nach den angeſtellten chemiſchen Verſuchen hat man aber gefunden, daß die Beſtand⸗ theile des Schwediſchen Steinpapiers, aus vegetabiliſchen zartwolligten Subſtan⸗ zen, und wahrſcheinlich aus der Materie des Papiers, welches die Papierma⸗ cher Zeug nennen, aus animaliſchem Leim, einer vegetabiliſchen Fettigkeit, wahr⸗ ſcheinlich Leinoͤhl, beſtand. Nach andern(ſ. Crells Beitraͤge zu den chemiſchen Annalen, 2ter Band) fand man in einigem Steinpapier Vitriol, bei welchem ſich mit der Eiſenerde eine Art entſtehender Verſteinerung gedenken laͤßt. Die Fettigkeit hielt man fuͤr Fiſchthran, der es aber nach Herrn Georgi Meinung nicht iſt. Auch ſoll zur Steinpappe, rother Bolus, weißer Bolus, weiße Kreide, Eiſenvitriol, Tiſchlerleim und Leinoͤhl erforderlich ſeyn. Die erforderlichen verhaͤltnißmaͤßigen Quantitaͤten, die in vorgedachter Abhandlung beſchriebene Verſuche mit dem Steinpapier hier anzufuͤhren, wuͤrde zu weitlaͤuftig ſeyn; und ich verweiſe alſo auf die letztgedachte kleine Schrift⸗ 192 Dritter Abſchnitt. Diejenige abgekuͤrzte Nachricht von dem Steinpapier des Herrn Faxe welche im 10ten Bande 1796 des Journals fuͤr Fabrik, Mannufaktur, Hand⸗ lung und Modo, enthalten iſt, theile ich aber hier mit. »Die Erfindung des Steinpapiers von Herrn Aſſeſſor Faxe in Schwe⸗ „den, gehoͤrt gewiß zu den nuͤtzlichſten, und der Erfinder verdient um deſtomehr „unſern Dank, da es ſich bei Verſuchen ergeben hat, daß es Haͤuſer wider „den Brand, und Schiffe und anderes Holzwerk wider die Seewuͤrmer ſichert. „Er hat von ſeiner Erſindung in der am 7ten Maͤrz 1787 vor der Koͤnigl. „Akademie der Wiſſenſchaften zu Stockholm gehaltenen Antrittsrede umſtaͤndli⸗ „cher gehandelt. »„Dieſes ſogenannte Steinpapier beſtehet nach der chemiſchen Analyſe des Herrn Sorrins(in Crells Beitraͤgen zu den chem. Anal. 1786. B. 2. S. 336 aus 2 Theilen Kalk und eiſenhaltiger Erde, zugleich mit etwas animaliſchen Oehle, welches dem Heringsthran gleicht, und aus 2 Theilen ge⸗ woͤhnlicher Papiermaſſe oder Ganzzeuge. „Umſtaͤndlicher giebt Herr Georgi(Auswahl oͤkonom. Abhandl. der Petersburger oͤkonom. Geſellſchaft Th. 1. S. 45 f.) die Bereitung deſſelben an(vergl. mit des Hrn. Hofraths Beckmanns phyſ. öoͤkonom. Bibliothek. B. XVIII. 160) und verſichert, daß es ſeinem Zweck voͤllig entſpricht. Auch in Schweden ſind Verſuche damit angeſtellt worden. Von einem derſelben giebt Modner(in Haushaltungs⸗Journal fuͤr Julius 1786. S. 519— 521) einige Nachrichten, welche ich deshalb hier ganz mittheile, weil ich wohl vor⸗ ausſetzen darf, daß den meiſten meiner Leſer noch nicht viel von der Stein⸗ pappe uͤberhaupt, bekannt ſeyn moͤchte. »Man hat nunmehro in Karlskrone verſucht, wie das erfundene ſoge⸗ „nannte Steinpapier waͤhrend dem Winter ſich verhaͤlt, und dabei bemerkt, daß „auf einem platten Dache, welches im Julius 1785 damit gedeckt wurde, we⸗ „der der langwierige Regen, welcher mehrere Monate anhielt, „als die darauf folgende Winterkaͤlte und Fruͤhlingsluft, die allergeringſte Ver⸗ „aͤnderung bewirkt haben; auch das Dach wurde dicht und tropfenfrei befun⸗ „den. Man fand aber auch, daß das Papier durch die Zeit einen „ſo betraͤchtlichen Grad von Haͤrte bekommen hatte, daß es, „wenn man mit einem Stocke darauf ſchlug, eine Art von Schall „gab, welcher von metalliſcher Eigenſchaft war. Verſchiedene Bo⸗ „gen von Steinpapier haben ſchon zwei Winter ausgedauert, und ihre Dauer⸗ „haftigkeit giebt das unzweifelhafteſte Zeugniß, daß dieſes Papier zur Be⸗ „deckung ſdür, Hand⸗ e Schw um deſpehr Hiuſe dider arne ſter. t der Kangſ. dde umſtandl⸗ ſchen Anahſe 1786. B. 2. ich mit etwas 1 Teilen ge⸗ lbhandl. der ag deſſelben öblothek. B. ht. Auch i erſelben giebt 19— 521) ch wohl vor der Stein⸗ undene ſoge⸗ emerkt, daß vurde, we⸗ anhielt, ingſte Ver⸗ ufrei befun⸗ Zeit einen „ daß es, on Schall hidene Bo⸗ hre Dauer⸗ zur Be⸗ „deckung Von Bedeckung der Daͤcher. 193 „deckung der Daͤcher von großem Nutzen iſt. Rechnet man hiezu noch „dieſes, daß man in Vergleichung mit einem Ziegeldache etwa 40 bis 50 Pro⸗ „zent gewinnen kann, und daß man durch zuverlaͤßige Verſuche ausmacht, daß „es meiſt gewiß gegen Feuersbruͤnſte ſichert; ſo iſt zu wuͤnſchen, daß dieſe wich⸗ „tige und nuͤtzliche Entdeckung, welche auch im Auslande ſo vortheilhafte Lob⸗ „ſpruͤche erhalten hat, zu einer ſolchen Vollkommenheit gelangen moͤge, daß ein „Jeder, welcher dieſes wuͤnſcht, Gelegenheit habe, ſich ihrer zu bedienen. Bei „den mit dieſem Steinpapier weiter angeſtellten Verſuchen, hat man gefunden, „daß es zur Bekleidung der Fußboͤden in Zimmern wegen ſeiner ungemeinen „Dauer gegen das Zerreißen und Abnutzen, und weil es dieſe zugleich vor dem „Zugwind bewahrt, ſtatt der Fußbodenmatten und Decken mit großem Nutzen „gebraucht werden kann. Auch iſt es ausgemacht, daß es unter dem ſtaͤrkſten „Stromfall bei einer Mahlmuͤhle, unter dem Boden eines Schifs bei vier „Seereiſen im Waſſer gelegen, und mit dieſem zwey Monate lang gefroren, „und den ganzen Winter in der Erde vergraben, nichts von ſeiner Dauerhaf⸗ „tigkeit verlohren hat, welches alles beides, ſichtbaren Nutzen zu allerlei Zwek⸗ „ken zeigt.“ „In Oſtgothland ſind ebenfalls Verſuche damit angeſtellt worden. Der „Oberſte und Ritter von Roͤöck ließ im Herbſt 1785 eine Scheibe Steinpa⸗ „pier auf ein Dach feſtnageln. Nachdem der Schnee den folgenden Fruͤhling „wegging, wurde das Papier vermißt, allein man fand es auf der Erde ganz „unveraͤndert liegen. Anſtatt, daß man daran einige Verſchlimmerung haͤtte be⸗ „merken ſollen, hatte es vielmehr mehrere Dichtigkeit und Feſtigkeit bekommen. „Zu mehrerer Vollſtaͤndigkeit will ich doch hier die Bereitung dieſes Steinpa⸗ „pier, nach Herrn Georgi, aus oben angezeigter Bibl. B. XVIII S. 160. „161 mittheilen: „Man reibt die naſſe Papiermaterie mit dem warmen aufgeloͤsten Leim „im Moͤrſer zu einem Brei, ſchuͤttet die abgewogenen Erden, und wenn man „Vitriol naͤhme, auch denſelben dazu, miſchet es und gießet auch das Leinoͤhl „darauf, wirkt alles durch Stoßen zu einer gleich und wohlgemiſchten weichen „Maſſe, wiegt von derſelben das zu einer Tafel erforderliche, durch Proben be⸗ „kannte Gewicht ab, breitet es auf dem Formbrett auf Fliespapier aus, faͤhrt „mit der Walze daruͤber, und kehrt es auf einem andern Brette, welches mit „einem Leinwandlappen bedeckt und mit ein wenig Sand beſtreuet iſt, um, „zieht das Fließpapier herunter, und laͤßt die Tafel trocknen. Wenn ſie ſich „unter dem Trocknen werfen ſollte, ſpannt man ſie in die Preſſe, und ſetzt, Bb 194 Dritter Abſchnitt. „wenn ſie wieder gerade geworden, die Austrocknung im Schatten fort. Alles „dieſes erfordert bloß geſunde, gar nicht vorzuͤglich geſchickte Haͤnde, und zwei voder beſſer drei Leute koͤnnen, wenn ſie alles zur Hand haben und die Maſ⸗ „ſen im Großen miſchen, in einer Woche eine große Anzahl Tafeln machen.“ Goͤttingen J. G. L. Blumhof. In der in den vorgedachten Schriften enthaltenen Abhandlung des Herrn Georgi wird auch eines Verſuchs gedacht, der in Berlin angeſtellt und durch die Zeitungen bekannt gemacht worden ſeyn ſoll. Man haͤtte nemlich ein Haͤuschen von Schwediſchem Stein⸗ papier gemacht, ſolches mit Spaͤhnen, Harz, und dergleichen angefuͤllt und es angezuͤn⸗ det; da nun alles dieſes verbrannt, waͤre das Haͤuschen ohne alle Zerſtoͤhrung geblieben. Ich habe aber ohngeachtet alles Forſchens von dieſer Probe nichts weiter in Erfahrung bringen koͤnnen, als daß der Herr Graf von Podewils etwas von der Faxiſchen Steinpappe mit aus Schweden gebracht, und durch den Mauermeiſter Herrn Schloͤtzer einen Ofen zu den Verſuchen bauen laſſen, daß ſich aber dabei gezeigt haͤtte, daß die Steinpappe muͤrbe gebrannt worden. Auch in folgenden Schriften; die Kunſt das unverbrennliche Schwediſche Steinpapier zum Dachdecken nachzuahmen, 8. Prag. 1792. Ingleichen in der Handlungszeitung, oder woͤchentlichen Nachrichten von Handel, Manufaktur und Oekonomie, zter Jahrgang, 1 bis 4tes Quartal 1787, No. 1— S. 39. Magazin fuͤr das neueſte aus der Phiſik und Naturgeſchichte von dem Profeſſor Voigt in Gotha, 4. Band 1. Stuͤck 1786. Naturgeſchichte und Dechnologie für Lehrer und Schuͤler ꝛc. von Funke 2. Band 1791. S. 806— 807. findet man die vortheilhafteſten Nachrichten von der Dauer der Steinpappe, und daß ſie dem Feuer widerſtehe. In No. 113 des Jahrgangs 1794 des Reichsanzeigers S. 1102. befindet ſich aber auch die Anfrage: „Wo findet man die umſtaͤndlichſte Nachricht von der Steinpappe? und warum „iſt ſie nicht ſo eingefuͤhrt, als man erwarten ſollte.“— Dieſe Anfrage iſt ebenfalls im Reichsanzeiger bloß dahin beantwortet worden: „Daß man die Steinpappe fuͤr einen beſtimmten Zweck nicht ſo brauchbar gefun⸗ „den, als wofuͤr ſie anfangs ausgegeben worden war.“ d. R. In No. 242 d. R. A. habe ich einruͤcken laſſen, daß dieſe Beantwortung wohl zu vorſchnell ſey, und daß die Sache keinesweges verdiente, ſo kurz von der Hand gewieſen zu werden. Das Magazin Encyclopedique ou Journal des Sciences, enthaͤlt No. 7. Tom. 2. p. 415 unter der Rubrike Lycée des arts, Séance du 20 priairal 1795 folgende Nachricht: Nach dem Berichte der Buͤrger Malherbe und Lunel hat man dem Buͤrger Gardeur eine goldene Medaille fuͤr erfundene kuͤnſtliche Schiefer zuerkannt. Sie beſtehen aus einer Art von Filz von den fadigten Theilen ver⸗ ſchiedener Pflanzen, als der Sonnenblumen, der großen Neſſel und der⸗ gleichen, die durch Hammerſchlag und andere Materien, deren man ſich zum k. Alls und zwei die Maſ⸗ wachen.“ ahof. Jeorzi wid ingen belannt iſchen Sän⸗ des angezin⸗ ng geblieben. in Erfahrung der Fariſchen Sohloͤtzer atte, daß die cwediſche chrichten es Quartal e von dem ler u. von npappe, und 102, befindet und warum erden: chbar gefun⸗ ng wohl zu d gewieſen iences, „ Séance man dem Schiefer geilen ver⸗ und der⸗ ſch zum Von Bedeckung der Daͤcher. 195 Cement bedient, conſolidirt, und die endlich noch durch ein trocknendes Oehl (huile siccative) getraͤnkt, und fuͤr das Waſſer undurchdringlich gemacht wor⸗ den ſind. Dieſes Oehl giebt dieſen kuͤnſtlichen Schiefern vollends die noͤthige Konſiſtenz, um als gewoͤhnliche Schiefer gebraucht zu werden. Dieſe Compo⸗ ſition die nur noch erſt die Materie von alter zerſtoßener Pappe, zu ihrem Grundſtoffe hatte, leiſtet eine ſehr leichte Bedachung, und der Kuͤnſtler hat verſchiedene Proben an Wetterdaͤchern und an aͤußern Verzierungen der Gebaͤu⸗ de geliefert, die dennoch ſeit 20 Jahren noch keine merkliche Veraͤnderung er⸗ litten haben. Ein Theil des Wetterdachs am Eingang des Licée des arts, iſt mit dieſem neuen kuͤnſtlichen Schiefer gedeckt, und ohngeachtet der Strenge des etztvergangenen Winters, und ohngeachtet ſie nur geſtoßene Pappe zum Grund⸗ offe haben, ſo hat doch weder der Froſt, noch das Thauwetter, der Regen und die größte Sonnenhitze merkliche Veraͤnderungen daran hervorgebracht. In einer folgenden Sitzung des Lioée des arts, iſt abermals ein Be⸗ richt uͤber die Erfindung und Fortſchritte des Buͤrgers Gardeur abgeleſen und die Mention honorable decretirt worden. Anm. Ein hieſiger jetzt in Paris ſich befindender Architekt hat mich benachrichtiget, daß der Stoff und die Tafeln ſelbſt dieſer kuͤnſtlichen Schiefer nichts anders als gewoͤhnliche Pappe ſey und daß das eigentliche Geheimniß in dem Ueberzuge oder Anſtrich derſelben beſtaͤnde, welchen aber Herr Gardeur nicht entdecken wollte; gedachter Architekt hat auch einige Tafeln von dieſer Steinpappe an mich abgeſchickt; ſie ſind aber noch nicht in meinen Haͤnden; vielleicht erhalte ich ſie noch vor dem Schluſſe dieſes Werks, wo ich dann das noͤthige daruͤber anfuͤhren werde. — In Breslau erfand ebenfalls der verſtorbene Ober⸗Landſchafts⸗Ren⸗ dant F. Herzberg(Verfaſſer der Schrift: Vorſchlaͤge zur Verbeſſe⸗ rung der bisher uͤblichen Daͤcher) eine Steinpappe. Der Herr Probſt Zoͤllner, giebt daruͤber in ſeinen Briefen uͤber Schleſien, Krakau, Wieliczka ꝛc. ꝛc. Berlin 1792. S. 98. 99, folgende Nachricht: „Dieſe ſchoͤne und nuͤtzliche Fabrik iſt mit ihrem Stifter geſtorben. Herr Ober⸗Landſchafts⸗ „Rendant Herzberg, der, durch die Nachrichten und Probe des Doktors Arfried Faxe „zu Karlskrona ermuntert, viele Verſuche gemacht hatte, brachte eine Pappe zu Stande, „die das Holzwerk, welches damit bedeckt war, vor dem Angriff des Feuers ſicherte, und „ließ auch im Herbſt 1786 ein flaches Brettdach damit uͤberkleiden, welches ſich in „den folgenden Sommer, trotz der Naͤſſe, der Kaͤlte und der Hitze, unveraͤndert erhielt, „und in Abſicht auf die Dauer, die Dienſte eines Blechdaches zu leiſten verſprach „(Schleſ. Prov. Blaͤtt. 1787. S. 147. u. f.) aber ehe er noch ſeine Anlagen vollenden „und im Großen einen Anfang machen konnte, ſtarb er, und bis jetzt hat er keinen „Nachfolger in ſeiner Kunſt gehabt.“ Bb 2 196 Dritter Abſchnitt. Dieſe Steinpappenfabrication wird noch fortgeſetzt; und ein gewiſſer Herr Dreſcher in Breslau, der ſich bei dem Herrn ꝛc. Herzberg aufhielt, ſcheint das ganze Geheimniß zu beſitzen; denn im 8. Stuͤcke der Schleſiſchen Provinzial⸗ blaͤtter von 1793 S. 142 erſchien eine Anzeige, daß die einheimiſche Fabrik vom Faxiſchen Steinpapier zur Schuͤtzung des Holzwerks vor dem Angriff des Feuers, welche im vorgedachten Stuͤcke der Provinz. Blaͤtter angekuͤndiget wor⸗ den, leider nicht zu Stande gekommen, da ihr Unternehmer der Ober⸗Land⸗ ſchafts⸗Rendant Herzberg zu Breslau bald nachher geſtorben. Nach ſeinem Tode haͤtte aber ein gewiſſer Johann Dreſcher zu Breslau, ehemaliger Haushaͤlter in der Hauptlandſchaft, aͤhnliche Verſuche angeſtellet. Nach ſeiner, der Koͤnigl. Breslauiſchen Krieges⸗ und Domainenkammer gemachten Anzeige, haͤtte er dem Herrn Herzberg bei dieſen Arbeiten beſtaͤndig geholfen, und waͤre dadurch des ganzen Geheimniſſes und aller Vortheile ſo kundig geworden, daß er die noͤthigen Kenntniſſe beſaͤße, um eine Fabrik der Art, anzulegen. Er beduͤrfe nur Unterſtuͤtzung; um ſie zu erhalten haͤtte er ſich erboten eine Probe im kleinen, von der Tauglichkeit der von ihm verfertigten Steinpappe zu machen. Da der Koͤnigl. Kammer die Sache ſelbſt Aufmerkſamkeit zu ver⸗ dienen geſchienen, ſo haͤtte ſie dem Magiſtrat zu Breslau aufgetragen, dieſe Probe anzuſtellen. Dieſes ſey am 5. Apr. v. J. durch den Herrn Rathmann Witte, in Gegenwart des Stadtmauermeiſters Dreyer, des Zimmermeiſters Krauſe und des Schornſteinfegers Graͤſer geſchehen. Der Dreſcher haͤtte dazu ein Modell von einem Hauſe, gegen 1 Elle hoch bis an die Forſten, 1 Elle lang, X tief, uͤbergeben, welches mit ſeiner Maſſe gedeckt und herum beſchlagen war. Es waͤre mit Stroh, Reißigt und kleinem Holze belegt wor⸗ den. Nachdem man dieſe Materialien angeſteckt und ſie ausgebrannt geweſen, haͤtte ſich gezeigt, daß die Maſſe nicht verbrannt, doch aber ſo ſproͤde gewor⸗ den ſey, daß ſie leicht abgebroͤckelt, welches nach wiederholten Verſuchen und nach Begießung mit warmen Waſſer ſich noch ſtaͤrker zeigte. Da das ange⸗ zuͤndete Feuer nicht von der Heftigkeit war, daß die Maſſe davon gluͤhend wer⸗ den konnte, ſo urtheilten die anweſenden Sachverſtaͤndigen, daß daruͤber noch eine Probe anzuſtellen ſey, indem, wenn die Maſſe dieſen Grad der Hitze an⸗ nehmen ſollte, ihr Vorzug dadurch ſehr verringert werden wuͤrde, weil ſie bei einem großen Feuer gluͤhend werden und dadurch das Geſpaͤrre anzuͤnden koͤnnte. Dieſe Probe wurde veranſtaltet, die Maſſe wurde gluͤhend, das Holz aber, worauf ſie lag, nur geſenget und nicht angezuͤndet. Nach dem Urtheile der Sachverſtaͤndigen iſt dieſe Maſſe, den Schindel⸗Stroh⸗ und Rohrdaͤchern vor⸗ iſer Herr heint das dinzial⸗ che dabrik Angrff des indigtt vor⸗ Ober⸗Lnd⸗ dach ſeinem ehemaliger fach ſeiner, n Anzeige, olfen, und geworden, anzulegen. oten eine teinpappe it w ver⸗ gen, dieſe Nathmann termeiſters her haͤtte e Forſten, ind herum elegt wor⸗ geweſen, de gewor⸗ chen und das ange⸗ hend wer⸗ ruͤber noch Hihe an⸗ veil ſe bei den konnte. hoßz aber, theile der hern vor⸗ Von Bedeckung der Daͤcher. 197 zuziehen, weil ſie das Flugfeuer vollkommen aushaͤlt und bei ſtarker Hitze nicht von ſelbſt auseinander faͤllt; auch beim Gluͤhendwerden, das Holz worauf ſie liegt nicht angezuͤndet, ſondern ſogleich wieder kalt wird. Ueberdies muͤßte nach der Angabe des Dreſcher ein ſolches Dach gefalzet und verkittet werden, mithin wuͤrde auf dieſe Art gar kein Feuer zum Geſpaͤrre kommen koͤnnen. Nach der Angabe des Dreſcher gewaͤhrte ſeine Maſſe auch noch die Vortheile der Leichtigkeit und Wohlfeilheit. Vier Platten die einen Fleck von 40 Stuͤck Flachwerk(Dachziegel) bedecken, ſollten nur ſoviel als ein Stuͤck Flachwerk wiegen. Schon damals verſprach der Dreſcher eine Platte die einen Fleck wozu 10 Stuͤck Dachziegel erforderlich, fuͤr 3 bis 4 Sgr. zu lie⸗ fern, als ſoviel auch die Dachziegel, jedoch Naͤgel und Latten ungerechnet, ko⸗ ſten; wenn aber die Bearbeitung ins Große gehen ſollte, ſo wolle er die Stein⸗ pappe ſo wohlfeil liefern, daß die Bedachung nicht hoͤher als ein Stroh⸗ oder Rohrdach zu ſtehen kommen ſollte. Es ſchiene alſo, heißt es in dieſer Anzeige, daß dieſe Bedachung vor⸗ zuͤglich auf dem platten Lande, auf Gebaͤuden, wo oͤkonomiſche Gruͤnde nicht ein waͤrmeres Dach erfordern, allerdings von Nutzen ſeyn koͤnnte, wofern ſie nicht durch die Witterung und die Laͤnge der Zeit erweicht und aufgeloͤſet wuͤrde. Sollte daruͤber ein Verſuch gemacht werden, ſo wuͤrde ſein Ausfall zu ſeiner Zeit gemeldet werden, ſo wie uͤberhaupt der weitere Fortgang dieſer Unter⸗ nehmung. Anm. Auch ließ Herr Dreſcher ſelbſt, als Koͤnigl. privilegirter Steinpappenfabrikant, in den Schleſiſchen Provinzialblaͤttern von 1794 im 11. Stuͤck S. 338 eine An⸗ kuͤndigung einruͤcken, in welcher derſelbe, nachdem er auf die vorerwaͤhnte Probe Bezug genommen, weiter anfuͤhret, daß ihm nach dem Antrage eines vielleicht mißguͤnſtigen Sachverſtaͤndigen, eine dergleichen Steinpappenplatte abgefordert, und damit am 8ten April d. J. bei dem Schloſſer Riebe auf der Schmiedebruͤcke eine außerordentliche Feuer⸗ probe vorgenommen worden. Dieſe Platte wurde nemlich in einem heftigen mit einem Blaſebalg getriebenen Schmiedefeuer zu dreienmalen gluͤhend gemacht, und im Beiſeyn mehr erwaͤhnter Herrn Kommiſſarien und des Zimmermeiſters Kraufe(ſtatt des Lohe) auf Holz gelegt, ohne daß davon dieſes angezuͤndet, oder die Platte ſelbſt ganz zernich⸗ tet wurde, obgleich allgemein bekannt iſt, daß man durch ein heftiges Schmiedefeuer faſt alle Koͤrper aufloͤſen und vernichten kann. Außer dieſen Feuerproben ſagt Herr Dreſcher haͤtte er bereits ſeit 3 Jahren mit mehrgedachter Steinpappe verſchiedene Verſuche im warmen und kalten, im fließenden und ſtillen Waſſer gemacht, und ſolche viele Monate darin liegen laſſen, ohne daß ſie merklich aufgeſchwellt noch vielweniger aufgeloͤſet worden; im Gegentheil haͤtte er ge⸗ funden, daß dieſe Platten, welche durch 3 Jahre beſtaͤndig unter freiem Himmel in Schnee, Froſt, und Regen gelegen, auch ſogar bei den groͤßten Froſt ins Waſſer getaucht und wieder in den Schnee und Froſt gelegt, dennoch ihre Haltbarkeit behauptet haͤtten; zu deſſen Beſtaͤtigung angefuͤhret wird, daß der Herr Oberlandjaͤgermeiſter von Wedel lelbſt durch 6 Wochen mit dieſer Steinpappe gleiche Verſuche im Waſſer gemacht habe. —m—ſmmm ————— — —— — 198 Dritter Abſchnitt. Nach dieſen angeſtellten Verſuchen und erprobter Haltbarkeit der Steinpappe iſt Herr Dreſcher ſo gluͤcklich geweſen, von dem dirigirenden Etats⸗Miniſter Herrn Gra⸗ fen von Hoym, eine Unterſtuͤtzung, ſo wie die Auslieferung der Herzbergſchen Fabrik⸗ Utenſilien zu erhalten, und hat ſein auf dem Hinterdom befindliches Haus, zu einer Fa⸗ brike der Art eingerichtet, und ſtatt der groͤßtentheils unbrauchbar gewordenen Herzberg⸗ ſchen Utenſilien, neue verfertigen laſſen, ſo daß er jetzt im Stande zu ſeyn glaubt, mit dieſer Fabrikation den Anfang zu machen, und das Koͤnigl. Privilegium, welches ihm dazu ertheilet worden, zu benutzen. Vorlaͤuſig ſagt Herr Dreſcher in dieſer Ankuͤndigung, haͤtte er in ſeinem eigenen Hauſe eine Stube und einige Gypsdecken ganz mit Steinpappe beſchlagen, welche den Vortheil gewaͤhrten, daß ſie außerordentlich warm hielten, und keine Wanzen hegten. Auch habe er einen Altan von 3 ½ Elle lang und 6 ½ Elle breit ſchon im Auguſt d. J. da⸗ mit beleget, wozu 99 Stuͤck Platten von 28 Zoll in Quadrat erforderlich geweſen, und welche die Stelle der Bleche, oder Kupferplatten auf dieſen Fußboden vertreten, obgleich derſelbe nur ½ Elle Abfall hat. Ferner waͤre der Seitenfluͤgel ſeines Hauſes, welcher mit einem Schleppdach mit Flachwerk belegt und mit dem Dach des Vorderhauſes verbunden, aus der Urſache mit Steinpappe gedeckt worden, weil das Waſſer, als die Flachwerke noch darauf lagen, be⸗ ſtaͤndig in die Winkel des Daches eingelaufen waͤre; dieſem Uebel ſey jetzt bei der Stein⸗ pappendachung voͤllig abgeholfen. Auf beſagtem einfachen Flachwerkdache befinden ſich 750 Stuͤck Flachziegel und 16 Hohlziegel; dieſe koͤnnten mit Mauerkalk, Ziegelſtuͤcke und Arbeitslohn 9 Rthlr. gekoſtet haben, und dennoch waͤre beſtaͤndig Reparatur noͤthig; ſtatt deſſen ſind dazu ſammt der Roͤnne und dem Kapfenſter 123 Steinpappenplatten verwandt worden. Dieſe Bedachung, das Stuͤck 3 Sgr. gerechnet, mit Naͤgel, Cement und Arbeitslohn, koͤnne 15 Rthlr. zu ſtehen kommen. Es ſey allgemein bekannt, daß zu einem doppelten Dache noch einmal ſo viel Flachwerk erforderlich waͤre, wobei eine Steinpappenplatte von 18 Zoll im Qua⸗ drat einen Fleck von 12 Stuͤck bedeckte, und zwey Papp⸗Platten nicht ſo viel woͤgen als ein Stuͤck Flachwerk; es ließe ſich daher leicht berechnen, um wie viel ein ſolches Dach leichter ſey. Aus vorſtehender Berechnung zieht Herr Dreſcher das Rejultat, daß zu 7 ½ Quadratellen oder 71 ½ Elleninhalt gegen 100 Stuͤck Steinpappenplatten erforder⸗ lich ſind. Dieſe will derſelbe vor der Hand liefern pro 100 Stuͤck. 10 Rtehlr. Auf 100 Stuͤck ſind erforderlich 400 Stuͤck meſſingene oder ver⸗ zinnte Naͤgel pro 1co 2 ggrx....—— 8 ggr. Zu 100 Stuͤck Platten⸗Cement a 16 gr.„.—— 16 alſo uͤberhaupt 11 Rthlr. ohne das Arbeitslohn, welches aber nicht viel betragen duͤrfte, weil die Deckung dieſer Art Platten mit der Zeit ſehr geſchwind von ſtatten gehen würde, nur muͤßte bei der Lattung des Daches genau darauf geſehen werden, daß die Latten regulaͤr 6 Zoll von einander entfernt liegen, und von gleicher Hoͤhe ſeyn, damit die Platten in den Fugen recht gleich aufliegen, und zuſammengekitttet werden koͤnnen; eben ſo muͤßten die Schaal⸗ bretter durch Unterlagen, den Latten gleich erhoͤhet werden, und die Spundfedern ſich oben mit den Latten gleich verlaufen; auf dieſe Weiſe erhielte man ein ſchoͤnes, leichtes, feuerſicheres und gegen Wind, Wetter und Schnee ſchuͤtzendes Dach, welches doch bei weitem alle die Vortheile nicht haͤtte. Durch vorſtehendes glaubt Herr Dreſcher den etwanigen Vorurtheilen, welche gemei⸗ niglich gegen neue Erfindungen gemacht wuͤrden, hinlaͤnglich begegnet zu haben, und ſoll⸗ ten ſolche dennoch bei einigen ſtatt finden, ſo hienge es bloß von ihnen ab, ſich durch den Augenſchein ſelbſt, von der Dauer und Benutzung der Steinpappe auf dem Dach einpappe ſſt Herrn Gra⸗ ſci Fabrik⸗ Näner Fa⸗ den Harxperg⸗ dſehn glubt, n, welches ihm ſeinem äunen en, welche un Lanzen hegtm. guſt d. J. da geweſen, und treten, obgleich Schleypdach mit der Urſache mit rauf lagen, be⸗ bei der Stein⸗ giegel und 15 ithlr. gekoſtet zu ſammt der e Bedachung, 15 Rthlr. zu e noch einmal Zoll im Qua⸗ el woͤgen als ſolches Dach fultat, daß zu tten erforden⸗ ſthlr. — 5 ggr⸗ — 156⸗ —] khlr. ꝛkung dieſer uͤßte bei der r6 Zoll von in den Fugen en die Schaal⸗ undfedern ſich ones, leictes, lchs doch bei velce gemei en, und ſoll⸗ wſcch durch dem Dach Von Bedeckung der Daͤcher. 199 feines Hauſes zu uͤberzeugen. Er wuͤrde alſo ſeinem erhaltenen Privilegium zu Folge, kuͤnftigen Sommer, in ſo weit es ſeine Kraͤfte und die Unterſtuͤtzung eines Freundes er⸗ laubte, etliche tauſend Stuͤck dergleichen Steinpappen fertig machen und erſucht alle Lan⸗ desherrſchaften und Guͤterbeſitzer vorzuͤglich, in ſo ferne dieſelben geneigt ſeyn ſollten, ihre Schloͤſſer, Schuͤttboͤden ꝛc. ꝛc. anſtatt der bei Feuersgefahr gefaͤhrlichen Schindeln, mit Steinpappe decken zu laſſen, und die Beſtellungen davon in Zeiten ihm bekannt zu machen, da er denn nach geſchloſſenen Accord alles moͤgliche thun werde, ſie auf alle Weiſe zu befriedigen; er wuͤrde auch zu ſeiner Zeit noch den mehreren Nutzen und die Anwendbarkeit der Steinpappenmaſſe bekannt machen. Als ich mich im Herbſt 1796 in Breslau befand, ließ Herr Dre⸗ ſcher, unter dem Vorwande, daß er nicht mehrere vorraͤthig haͤtte, und weil er uͤberhaupt noch an der Verbeſſerung der Steinpappe arbeitete, mir nur ei⸗ nige Tafeln davon ab. Sie ſind von zweierlei Art, nemlich nach Fig. 210 wo die darauf etwas vertiefte Regenrinnen der Seite der Tafel herab gehen; dieſe Tafeln haben auch an zwei Seiten eine Art von halben Falz womit ſie ſich oben und an den Seiten uͤberdecken. Bei den zweiten Tafeln gehen dieſe Vertiefungen diagonaliter uͤber die Tafeln und ſie werden auch ſo wie Fig. 211 zeigt aufgenagelt, wobei der Pfalz wegfaͤllt, weil ſie ſich doch hinlaͤnglich uͤber⸗ decken. Gegenwaͤrtig verkauſt Herr Dreſcher die Tafel zu 2 Sgr. alſo 100 Stuͤck fuͤr 6 ⅜ Rthlr.; eine Tafel welche die nach dem den Figuren beigefuͤgten Maasſtabe abzunehmende Dimenſionen hat, deckt 136 Quadratzoll und es ge⸗ hen alſo auf eine Quadratruthe 120 Tafeln; jede Tafel wiegt 1½ Pfund mit⸗ hin 120 Stuͤck auf eine Quadratruthe 180 Pfund, woraus man auf die Leich⸗ tigkeit dieſer Bedeckung in Vergleich mit andern, ſchließen kann, und was den Preis betrift, ſo glaubt Herr Dreſcher, wenn er Unterſtuͤtzung erhielte, ſol⸗ chen vielleicht bis auf die Haͤlfte herabſetzen zu koͤnnen. Uebrigens waren die Steinpappen mit einer roͤthlichen Farbe angeſtrichen, die aber nicht die gering⸗ ſte Haltbarkeit hatte, ſondern wie bloße Waſſerfarbe an den Fingern ſitzen bliebe. Herr Dreſcher ſagte mir auch, daß es noch hauptſaͤchlich auf die Farbe ankaͤme; denn Oehlfarbe waͤre zu koſtbar und eine andere wußte er zur Zeit noch nicht. Gleich nach meiner Zuruͤckkunft in Berlin, ließ ich zwei von dieſen Steinpappen auf einem Dache befeſtigen, und zwar eine bloß ſo wie ich ſie in Breslau erhalten hatte, ohne weitern Anſtrich, die andern aber uͤberſtrich ich auf der andern Seite mit dem bereits gedachten rothen Stein⸗ kohlen⸗Theer. Nunmehro da ſchon uͤber ein Jahr verfloſſen, iſt zwar die rothe Farbe, welche Herr Dreſcher der Steinpappe gegeben hatte, faſt gaͤnzlich von derſelben abgewaſchen, ſie iſt aber uͤbrigens ſo feſte als die andere mit Stein⸗ kohlentheer beſtrichene Tafel; denn beide Tafeln ſind in der That feſter gewor⸗ 200 Dritter Abſchnitt. den und geben einen faſt metalliſchen Klang, wenn man mit einem duͤnnen Stock daran ſchlaͤgt, ſo daß ich glaube, daß wenn man dieſe Steinpappe mit dem aͤußerſt wohlfeilen Anſtrich von Steinkohlen⸗Theer beſtreicht, ein ſol⸗ ches Dach bei der groͤßten Leichtigkeit, nicht nur aͤußerſt dauerhaft, ſondern feuerabhaltend ſeyn wird, welche Eigenſchaften der Steinpappe durch meine an⸗ geſtellten Verſuche ſich auch gezeigt haben. Anm. Ich habe wiederum einige Tafeln Steinpappen von dem Herrn Dreſcher erhal⸗ ten, welche mit einem verbeſſerten Anſtrich verſehen ſeyn ſollen; allein deſelbe ſtehet doch dem Anſtrich mit Steinkohlentheer bei weitem nach, und man wird wohl ſchwerlich je etwas beſſeres ſowohl zum Anſtrich der Steinpappe als ſonſt, auf Holz, Blech, Ei⸗ ſen ꝛc. finden. Das Aufdecken der Steinpappe und zwar wenn man ſich der zweiten verbeſſerten Art bedient, wo die Tafeln mit einer Spitze oben und mit der an⸗ dern nach unten gekehrt werden, geſchieht folgendermaßen: Die Latten welche 3 Zoll breit und 1 Zoll dicke ſind werden nach Fig. 212, 9 Zoll von einer obern Kante zur andern laufgenagelt, und die Deckung geſchieht ſodann wie die Figur deutlich nachweiſet, die punktirten Linien zeigen das Ueberdecken der oberen Tafeln uͤber die untern an, imgleichen die ſchwarzen Punkte die Stellen wo die Steinpappen mit Naͤgel von 1 ¾ Zoll lang auf die Latten angenagelt werden, deren Koͤpfe man zur beſſern Conſerva⸗ tion mit einem Kitt uͤberzieht. Zur Bedeckung der Forſt werden halb cylinderfoͤrmige Stuͤcke von Steinpappe auſgedeckt. Nach ſicheren Nachrichten aus Schleſien iſt daſelbſt auf dem dem Herrn Grafen von Koͤnigs⸗ dorff zugehoͤrigem Guthe Peterwitz vor zwei Jahren eine Waſſerkunſt, zu Menze dem Herrn Grafen von Sandretzky zugehoͤrig, vor 3 Jahren ein Kanzelleigebaͤude, ferner auf dem Luſtſchloſſe Wilhelmine, dem Herrn Herzog von Braunſchweig Durchl. zugehoͤrig, ein Sommerpalais, vor zwei Jahren gedeckt worden, und wird daſelbſt mit dieſer Be⸗ dachung fortgefahren; außerdem hat Herr Dreſcher auf ſeinem Hofe Daͤcher worauf die Steinpappe bereits 2, 3 bis 5 Jahre gelegen. Saͤmmtliche Daͤcher ſind bei einer von mir durch einen Sachverſtaͤndigen veranlaßten Unterſuchung nicht nur unbeſchaͤdiget, ſon⸗ dern auch befunden worden, daß die Steinpappen weit haͤrter geworden, ſo wie es die von mir angeſtellten Proben, beſtaͤtigten. Auch hat neuerlich der Kaufmann Herr Lezichowski in Thorn, der ſich mit der Mathematik, Poiſik und Chemie beſchaͤftiget, eine Steinpappe pro⸗ duzirt, welche dem aͤußeren Anſehen nach die Breslauſche weit uͤbertrift. Ein Stuͤck von der mir zugeſchickten Probe war 48 Stunden lang im Feuer aus⸗ gegluͤhet, und dadurch noch feſter geworden als ſie erſt war. Die Sache iſt . noch teinett duͤnnen iſe Steinpappe Ancht, ein ſol⸗ weiſt ſondern e durch wene an⸗ in Dreſcher ahal⸗ allein deſelbe ſahet wird wohl ſchwauäh auf Holz, Blech, E“ ſich der zweite und mit der ar⸗ verden nach gij und die Decimg unktirten liien 7, imgliche de gel von beſſern Conſene ige Stuͤck u Grafen von fünigs ſe, zu Wenje dem gebalde, fan auf Duchl zugehoͤrig, llbſ mit deſer Be⸗ ofe Dicher worauf fid bei einer von unbeſchädiget, ſon⸗ den, ſo wie es dje in Thou der teimupe pro⸗ bemſt. Ein n geuer aus⸗ ſe Sache iſ noch Von Bedeckung der Daͤcher. 201 noch zu neu und mir noch zu wenig davon bekannt, als daß ich jetzt ein meh⸗ reres davon anfuͤhren koͤnnte, als daß Herr Lezichowski vermeint, Tafeln von 15 Zoll lang und 10 Zoll breit fuͤr 1 gr. verkaufen zu koͤnnen. Ich halte mich verbunden am Schluſſe dieſes Abſchnitts eines Verſehens bei der 64ten Figur im erſten Theil dieſes Handbuchs, zu gedenken, wo eine der Geſtalt nach, mit letztgedach⸗ ten Steinpappen, aͤhnliche Art von Dach⸗Ziegel und deren Eindeckung vorgeſtellt iſt. Es muß naͤmlich nicht ein Theil von der herabgehenden Fuge zwiſchen zwei Steinen, unbe⸗ deckt bleiben, ſondern dieſe Dachziegel muͤſſen die herabgehende Fugen gaͤnzlich, wie hier in Fig. 213 bei der Steinpappe gezeigt iſt, bedecken. Ce Von den Schornſtein⸗ roͤhren un⸗ term Dache. Bierter Abſchnitt. Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. §. 87. De Schornſteinroͤhren ſollen dergeſtalt aufgefuͤhret werden, daß ſie den Zug des Rauchs moͤglichſt befoͤrdern, dabei feſt und ſo beſchaffen ſeyn, daß nicht leicht ein Brand in ſelbigen entſtehen kann, oder daß ſie in dieſem doch moͤg⸗ lichen Fall, oder bei einem ſonſt im Hauſe oder im Dache entſtehenden Feuer, nicht leicht einſtuͤrzen; indem gewoͤhnlich durch den Fall der Schornſteinroͤhren die Decken durchgeſchlagen, und dadurch das Feuer in den unteren Theilen des Gebaͤudes verbreitet wird. Anm. Es giebt Beiſpiele, daß die zur Rettung herbeigeeilten, beſonders Maurer⸗ und Zim⸗ merleute, wenn ſie aus dem Bau der Schornſteine, auf deren leichtern Einſturz ſchließen konnten, um der eigenen Gefahr zu entgehen, die gefaͤhrlichen Stellen verließen, und daß dadurch die vielleicht moͤglich geweſene Rettung unterblieb. Ein drittes Erforderniß war bisher; die einzelnen Schornſteinroͤhren un⸗ term Dache dergeſtalt zuſammen zu ziehen, daß ſie in gleich große und auf das vollkommenſte in ſymmetriſcher Ordnung geſtellte Kaſten oder Aufaaͤtze, ſich uͤbers Dach, als eine Zierde des Gebaͤudes zeigen mußten. Die neuere Archi⸗ tektur hat aber dieſe gegen alle Grundſaͤtze der Dauerhaftigkeit und einer ver⸗ nuͤnftigen Konſtruction ſtreitende Bauart, das iſt, das ſogenannte Schleppen der Schornſteinroͤhren verbannet, und erlaubt, die Schornſteine gerade aufzu⸗ fuͤhren, ohne ſich an die aͤußere Stellung der Aufſaͤtze zu kehren, wobei alles lde. F ſie den Ju eyn, daß nicht am doch no⸗ henden Feuer, ornſteinrohten Theilen des ꝛurer⸗ und Zim⸗ inſturz ſchließen ießen, und daß inroͤhren un⸗ oße und auf Aufſäße, ſch neuere Archi⸗ nd einer ver⸗ Schleppen erade aufzu⸗ wobei alles ſchnellen Abzug des ſolche Vorſchriften auszumitteln, ſicht untruͤglich ſeyn ſollten. Von den verdienſtvollen Maͤnnern, welche ſich mit dieſem Gegenſtande beſchaͤftiget rung des Anm. haben, will ich hier nur Franklin, Chryſelius, und den hieſigen Koͤnigl. Feuer⸗Rauchs. Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 203 Holzwerk wegbleiben kann, welches ſonſt zur Unterſtuͤtzung der geſchleppten oder gezogenen Schornſteine gebraucht wurde, mithin hat dies einen großen Vorzug vor jener Bauart, wo nur auf eine vermeintliche Zierde in der ſymmetriſchen Stellung der Schornſteinkaſten uͤbers Dach, geſehen wurde. Anm. Um dieſe Symmetrie zu erhalte n, ſetzte man, wenn es auf ſolchen Stellen an wuͤrk— lichen Schornſteinroͤhren fehlte, wohl gar blinde Schornſteinaufſaͤtze auf die Kehlbalken. §. 88. Man hat ſich vielfaͤltig bemuͤhet, ſichere Regeln fuͤr die Geſtalt und Von der Be— Form der Schornſteinroͤhren an und fuͤr ſich, ausfuͤndig zu machen, um den ſheſenhent, Rauchs zu befoͤrdern; allein bisher iſt es nicht gelungen, ſeeinroͤhren in welche auf jedem Fall in vorgedachter Ruͤck⸗ Abſicht der zweckmaͤßi⸗ gen Abfuͤh⸗ Bauinſpektor Herrn Jachtmann nennen, deſſen Anweiſung zur Einrichtung holzſparender Feuerungen, zugleich über den Zug des Rauchs und den Bau der Schornſteine, vortreffliche Aufſchluͤſſe giebt. Auch der Herr Geheime Oberbaurath Ber⸗ ſon, hat im erſten Bande der Sammlungen nuͤtlicher Aufſaͤtze, die Bau⸗ kunſt betreffend, eine ſchaͤtzbare Abhandlung uͤber die gewoͤhnliche Bau⸗ art der Schornſteinroͤhren unterm Dache, nebſt Vorſſchlaͤge, wie ſelbi⸗ ge dauerhafter und feuerſicherer zu erbauen ſind, geliefert. Niemand hat ſich indeſſen wohl mehrere Muͤhe gegeben, dieſem Gegenſtand nachzuſpuͤhren, als ein franzoͤſiſcher Buͤrger, Nahmens Clavelin in Paris, welcher nach einem in dem Maga⸗ zin encyclopedique ou journal des ſciences Tom. 5. No. 19. von S. 336-341. befindlichen Bericht, eine lange Reihe von Jahren hindurch, bloß mit dieſer Materie (welche in dieſem Berichte la caminologie, genannt wird) beſchaͤftiget geweſen.— Am Ende wird indeſſen doch zugeſtanden, daß die Uebereinſtimmung der Urſachen mit den Wirkungen, ſich zwar mit Gewißheit haͤtten entdecken laſſen, und daß die Veraͤnderungen dieſer, nothwendig die Veraͤnderungen jener, beſtimmt und feſtſtehend bervorgebracht haͤt⸗ ten; daß indeſſen viele Faͤlle vorgekommen waͤren, wobei die Verhaͤltniſſe nicht auf ſiche⸗ re Progreſſionsregeln haͤtten gebracht werden koͤnnen; man wuͤrde daher ſehr irren, wenn man hier die Erfahrungen durch den Kalkuͤl berichtigen wollte; die Statik elaſtiſcher Fluͤſſigkeiten von verſchiedenen Dichtigkeiten, ſey vielmehr als eine faſt ganz neue Wiſ⸗ ſenſchaft zu betrachten, deren Vollkommenheit unſern Unterſuchungen vielleicht noch lange entgehen moͤchte. Demohngeachtet enthaͤlt obengedachter Bericht ſchon manche Aufſchluͤſſe, welche aber in dem Werke des Clavelins umſtaͤndlicher enthalten ſind; es iſt ſol⸗ ches auf Nationalkoſten gedruckt worden: noch habe ich aber nicht zu dem Beſitz deſſel— ben gelangen koͤnnen, unterdeſſen aber eine Ueberſetzung des im vorgedachten Journal enthaltenen Berichts in dem 3. Stuͤcke der Sammlungen nuͤtzlicher Aufſaͤtze, die Baukunſt betreffend, mitgetheilt. Einige haben bisher das Schleppen oder Schleifen der Schornſteine nicht nur in aͤſthetiſcher Ruͤckſicht wegen Stellung der Schornſteinkaſten uͤbers Dach, ſondern ſelbſt zur Befoͤrderung des Zuges des Rauchs anempfohlen. Es iſt Cec 2 20¾ Vierter Abſchnitt. nicht zu laͤugnen, daß hin und wieder zufaͤllig dergleichen Schornſteinroͤhren den Nauch gut abgefuͤhret haben, indeſſen iſt auch weiter kein klarer und vernuͤnf⸗ tiger Grund vorhanden, warum der Zug durch ſchraͤge und eckigt gezogene Roͤh⸗ ren vorzuͤglich befoͤrdert werden ſollte, vielmehr belehren haͤufigere Beiſpiele von dem Gegentheil. Wenn auch ein fuͤr allemal nach den Lehren der Phyſik an⸗ zunehmen iſt, daß der Rauch in ſolchen Raͤumen am leichteſten fol— get oder aufſteiget, in welchen die Luft durch die Waͤrme ver⸗ duͤnnet worden, laͤngere Schornſteinroͤhren aber ſo leicht nicht erwaͤrmt wer⸗ den koͤnnen als kuͤrzere, und weil erſtere ſich auch leichter wieder abkuͤhlen als letztere, ſo folgt, daß der Zug des Rauchs in erſteren mehr gehemmet wird. Geſetzt aber auch, daß dieſer Umſtand in Vergleichung der wenigeren Laͤnge einer gerade aufgefuͤhrten Schornſteinroͤhre gegen die einer ſchraͤge gezogenen, von keiner erheblichen Bedeutung waͤre: ſo hat doch die Erfahrung gelehret, daß ganz gerade aufgefuͤhrte Schornſteine den Rauch wenigſtens eben ſo gut abfuͤh⸗ ren als die geſchleiften oder gezogenen. Wenn nun auf der einen Seite in Abſicht des Zwecks, eine gute Abfuͤhrung des Rauchs zu erhalten, wenigſtens kein Unterſchied dadurch entſtehet, ob eine Schornſteinroͤhre gerade aufgefuͤhret oder geſchleifet wird, auf der andern Seite aber durch die gerade Auffuhrung eine Menge der weſentlichſten Vortheile in Abſicht der leichteren Konſtruction der Schornſteine, und der Dauerhaftigkeit derſelben nebſt der des ganzen Ge⸗ baͤudes, erhalten werden, ſo iſt es wohl ſehr vernuͤnftig, die Regel feſtzuſtellen: die Schornſteinroͤhren ſo viel als moͤglich gerade aufzufuͤhren. Bevor aber hieruͤber ein mehreres anzufuͤhren, ſind die verſchiedenen Mei⸗ nungen in Abſicht der innern Struktur der Schornſteine in Erwaͤgung zu zie⸗ hen. Einige haben den Zug des Rauchs dadurch zu befoͤrdern geglaubt, wenn ſie den Schornſteinroͤhren eine anſehnliche Weite oder Groͤße gaben, in der Mei⸗ nung, daß ſelbige ſodann deſto mehr Rauch faſſen koͤnnten; allein ihnen war vermuthlich unbekannt, daß die Erwaͤrmung der Schornſteinroͤhren vorzuͤglich den Zug des Rauchs befoͤrdere; da nun enge Roͤhren durch die Hitze des dar⸗ unter befindlichen Feuers, und zum Theil durch den aufſteigenden Rauch felbſt, leichter erwaͤrmt werden, als weite Schornſteinroͤhren, ſo ſiehet man leicht ein, daß es ſo gar nuͤtzlich ſeyn wuͤrde, die Schornſteinroͤhren noch enger zu machen, als das Minimum fuͤr die Durchſteigung des Schornſteinfegers, ſolches erlaubt. Wird alſo fuͤr dieſes Minimum eine Weite von 18 Zoll lang und 15 Zoll breit an⸗ genommen, ſo koͤnnten ohne dies die Schornſteinroͤhren noch enger ſeyn, ohne ein⸗ mal auf die Anzahl der Ofenfeuer Ruͤckſicht zu nehmen, von welchen der Rauch einroͤhren den und vernuͤnf⸗ Wegene Roͤh⸗ eDoſpile von der Pyſt m⸗ ich teſten fol⸗ Vaͤrnenet⸗ t erwaͤrmt ver⸗ er abkuͤhlen als gehemmet vitd venigeren Lange egezogenen, ven g gelehret, daß n ſo gut abfih⸗ einen Seite in ten, wenigſtens de aufgefihret de Auffähryng Konſtruction s ganzen Ge⸗ feſtzuſtellen: ffuͤhren. iedenen M⸗ gung it ji⸗ laubt, venn in der Mei⸗ ihnen war votzuͤglich e des dar⸗ nuch ſelbſt leicht ei, zu machen, es erlcubt. breit al⸗ „ohne ein⸗ der Nauch Vom inneren Ausbau der Gebaͤnde. 205 elmehr wird die Schornſteinroͤhre um in die Roͤhre abgefuͤhret werden ſoll, vi ungen aus den uͤbereinander folgenden ſo mehr erwaͤrmt, je mehrere Ofenfeueru Etagen, darin eingefuͤhret werden. Hiebei wird das Aufſteigen des Rauchs in einer Schornſteinroͤhre um ſo mehr befoͤrdert, wenn ſie unten, gleich uͤber die Rauchroͤhre nach Fig. 213 mit einer eiſernen Klappe verſchloſſen wird, damit die aͤußere kalte Luft nicht hin⸗ eindringen kann, welches um ſo nothwendiger iſt, wenn nebſt den von außen durch ein Vorgelege zu heitzenden Oefen, auch noch Windoͤfen oder ſolche die nur von innen geheitzt werden in die Roͤhre hineingehen. Sind aber lauter Windoͤfen vorhanden, ſo iſt die Verſchließung der Roͤhre am nothwendigſten, indem ſonſt die von außen in die Roͤhre eindringende kalte Luft in die Rauch⸗ roͤhren der Windoͤfen hineingehet und das Einrauchen der Oefen in die Zimmer verurſachet. Dergleichen Schornſteinroͤhren ſind indeſſen, wenn kein Vorgelege vorhanden iſt, ſchon in ſo ferne von ſelbſt verſchloſſen, indem nur die S. 262. des erſten Theils erwaͤhnte Thuͤre, zum Einſteigen des Schornſteinfegers darin vorhanden ſeyn darf. Die Roͤhre muß aber auch nicht weiter nach unten herab⸗ gehen, bis zur untern Kante der Thuͤre, weil ſonſt der Ruß nicht gehoͤrig her⸗ ausgebracht werden koͤnnte und dadurch Schaden entſtehen wuͤrde. Windoͤfen oder ſolche anzubringen ſind, welche aus den Anm. Wo alſo die ſogenannten ſteinroͤhre geleitet werden Zimmern geheizt, und deren Rauchrohr nur in die Schorn darf, kann man mit großer Erſparung des Raums und der Koſten, mit ſehr wenigen Schornſteinroͤhren auskommen, wobei noch der Vortheil entſtehet, daß ſo viele Winke⸗ leyen in den Gebaͤuden, um zu den ſogenannten Vorgelegen, durch welche die Oefen von außen geheitzt werden, zu gelangen, wegfallen koͤnnen; auch verdienen die Windoͤfen in Abſicht der Geſundheit durch die Reinigung der Luft in den Zimmern, und wegen der mehreren Holzerſparung, den Vorzug vor den von außen zu heitzenden Oefen; allein, ſie erfordern dagegen auch mehrere Vorſichtigkeit in Anſehung der Heitzung, indem das Holz ziemlich klein gehauen auch nur allmaͤhlig eingeleget werden darf; hiernaͤchſt iſt bei dieſen Oefen auch mehrere Aufmerkſamkeit in Abſicht der etwa auf die bretterne Fußboͤden heraus⸗ ſpringende Kohlen erforderlich. Da nun aber dergleichen Veranſtaltungen und Vorſichtig⸗ keiten nicht von allen Klaſſen der Haͤuſerbewohner und ihrem Geſinde, am wenigſten aber auf dem Lande, zu erwarten ſtehet, ſo iſt es rathſamer, ſich in Land⸗Gebaͤuden, der von außen, vermittelſt der Vorgelege zu heitzenden Oefen zu bedienen. Da auch bekannt iſt, daß durch eine zu fruͤhe Verſchließung der Rauchroͤhre in den Windoͤfen, das Leben der Menſchen in Gefahr geſetzt werden kann, ſo wuͤrden ſolche in den Schlafzimmern durch⸗ aus zu vermeiden ſeyn, indem darin am erſten ſchwelende Kohlenbraͤnde unentdeckt blei⸗ ben, und Ungluͤck nach ſich ziehen koͤnnen. In Abſicht der Windoͤfen iſt hiernaͤchſt auch anzumerken, daß es nicht gut iſt die Rauch⸗ roͤhren derſelben in die Kuͤchen⸗Schornſteine zu fuͤhren; in dieſen ſetzet ſich nemlich we⸗ gen des oͤftern und ſtaͤrkern Feuers weit eher Ruß an, als in andern Ofenroͤhren; ſchlaͤgt nun, wie es leicht geſchehen kann, die Flamme aus einer Rauchroͤhre von einem Wind⸗ ofen, ſo kann der Kuͤchenſchornſtein leicht dadurch entzuͤndet werden. 206 Vierter Abſchnitt. Es giebt auch in der That in auswaͤrtigen großen Staͤdten, Schorn⸗ ſteinroͤhren, die innerhalb oder im Lichten nur etwa 12 Zoll breit und 14 Zoll lang ſind, und die dennoch den Rauch gehoͤrig abfuͤhren; ſie werden aber vermit⸗ telſt eines an einem Stricke befeſtigten Beſens gereiniget, indem eine unten am Stricke angebrachte eiſerne Kugel, das Strick in die Schornſteinroͤhre herun⸗ terziehet, welche Reinigungsart aber oͤfters wiederholet werden muß. Man ſie⸗ het ja auch, daß blecherne Roͤhren von einer geringen Weite, vermoͤge der leich⸗ ten Erwaͤrmung derſelben, den Rauch gehoͤrig abfuͤhren; wenn alſo nicht die Reinigung derſelben ſo weitlaͤuftig waͤre, indem lange Roͤhren dieſerhalb jedes⸗ mal ſtuͤckweiſe auseinander genommen werden muͤßten, und wenn ferner nicht einigermaßen Feuersgefahr dabei zu beſorgen waͤre, wo ſie an die Balken und Sparren vorbei gehen, oder daß andere brennbare Sachen denſelben zu nahe gebracht werden moͤchten, ſo koͤnnten dergleichen blecherne Roͤhren uͤberhaupt anſtatt der gemauerten Schornſteine, zu den Daͤchern herausgefuͤhret werden. Hiernach kann alſo als eine zweite Regel feſtgeſetzt werden: daß bei uns, wo das in vieler Abſicht beſſere und ſichere Reinigen der Schornſteinroͤhren vermittelſt Durchſteigung der Schornſteinroͤh⸗ ren, uͤblich iſt, dieſelben, fuͤr 4 bis 6 Windoͤfen, auch fuͤr Stuben⸗ kamine, deren aber, wohl zu merken, jeder ſeine eigene Roͤhre bis zum Dache hinaus erhalten muß, nicht groͤßer ſeyn duͤrfen, als daß es dem Schornſteinfeger moͤglich bleibe, hindurch zu kom⸗ men, welches wie vorgedacht bei 18 Zoll Laͤnge und 15 Zoll Breite, fuͤglich angehet. Die Schornſteinroͤhren von großen Kuͤchenfeuern, oder in Brau⸗ und Brennereien, koͤnnen aber ver⸗ haͤltnißmaͤßig etwas erweitert werden. Anm. Die vorgedachten engen Schornſteinroͤhren, und die Art ſolche mit einem durchzulaſ⸗ ſenden Beſen zu reinigen, iſt vorzuͤglich in Warſchau vielfaͤltig uͤblich. Die Schorn⸗ ſteinfeger laufen dabei auf die Foͤrſte der Daͤcher mit einer bewundernswerthen Geſchick⸗ lichkeit und Leichtigkeit, von einer Schornſteinroͤhre zur andern, dennoch werden aber viele Dachſteine dadurch zerbrochen und oͤftere Reparaturen an den Daͤchern erfordert; auch muß die vorgedachte Reinigung der Schornſteinroͤhren oft und wohl alle 14 Tage wiederholet werden, weshalb es doch nicht ſo gut iſt, als wenn die Schornſteinfeger die Roͤhren durchſteigen koͤnnen. In dem Zuchthauſe in Danzig befinden ſich Schornſteinroͤhren welche den Nauch von Windoͤfen abfuͤhren; dieſe Roͤhren ſind mit den Einfaſſungsmauern nicht breiter, als die hoͤlzernen Waͤnde worin ſie aufgefuͤhret ſind; die Einfaſſung der Roͤhren beſtehen aus gebrannten Flieſen von 12½ Zoll dick, zwiſchen welchen die Oefnung der Roͤhren etwa 6 Zoll breit war, ſo daß alles zuſammen hoͤchſtens eine Breite von 9 Zoll betrug; wobei jede Roͤhre etwa 2 Fuß lang war. Schorn⸗ d 14 Zoll der vermit⸗ unten am ahre herun⸗ Nnun ſte ge der lach⸗ o nicht de thalb jedes⸗ ferner nicht Balken und en zu nahe uͤberhaupt werden. daß bei gen der teinroͤh⸗ Stuben⸗ oͤhre bis fen, als zu kon⸗ 15 Zoll großen aber ver⸗ n durchzulaſ⸗ Die Schorn⸗ zen Geſchick⸗ werden aber en erfordert; alle 14 Tahe hornſtenfeger ze den Aauch t breitet als heſehen aus etvn 6 Zoll wobei jede Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 207 Die Vorgelege aus welchen gemeiniglich 2, 3 bis 4 Oefen geheitzt wer⸗ den, brauchen alſo keine groͤßere Roͤhre zu haben, als hoͤchſtens von den zuletzt angegebenen Dimenſionen; jedoch muß jedes einzelne Vorgelege in jedem Stock⸗ werke, und wenn auch nur ein Ofen aus demſelben geheizt wuͤrde, ſeine eigene ganz fuͤr ſich aus dem Dache gehende Roͤhre von der vorgedachten Groͤße ha⸗ ben, damit ſelbige gehoͤrig gefeget werden koͤnne. Ueber die den Schornſteinroͤhren zu gebende innere Form, ſind die Mei⸗ nungen noch getheilter, als uͤber die Richtungslinien, nach welchen ſolche aufge⸗ fuͤhret werden muͤßten. Einige wollen die Schornſteinroͤhren nach oben zu er⸗ weitert haben; andere verlangen gerade das Gegentheil, nemlich die Schorn⸗ ſteinroͤhren nach oben zu zu verengen; noch andere halten es fur rathſam, die Schornſteinroͤhren erſt auf einer gewiſſen Hoͤhe erweitert, dann aber wieder ver⸗ engt aufzufuͤhren. Anm. Aus einer, jedoch etwas dunklen Stelle des vorhin erwaͤhuten Berichts uͤber die Ver⸗ ſuche des Clavelin, ſcheint ſogar hervorzugehen, daß derſelbe die Schornſteinroͤhren auf eine gewiſſe Hoͤhe verengt, und dann wieder erweitert haben will. Ohne fuͤr eine dieſer Meinungen beſtimmt entſcheiden zu wollen, ſo ha⸗ ben doch Erfahrungen belehrt, daß der Zug des Rauchs durch eine Erweite⸗ rung der Schornſteinroͤhren nach oben zu, befoͤrdert worden iſt; mithin duͤrfte ſolches nachzuahmen ſeyn. Man wird indeſſen, eben nicht ſehr fehlen, und viel⸗ leicht gar den beſten Weg waͤhlen, wenn man die Schornſteinroͤhren in gleicher Weite von unten bis oben, auffuͤhret. 3 Anm. Hier in Berlin werden faſt alle Schornſteine in letztgedachter Art aufgefuͤhrt, und die Erfahrung zeigt, daß dadurch der Zug des Rauchs nicht gehemmt wird. Will man aber die Schornſteinroͤhren nach oben zu erweitern, ſo muß man dabei nicht ſowohl auf das Laͤngenmaaß der Seiten der Roͤhren als auf das Quadratmaaß der Oefnung ſehen. Die Erweiterung einer Schornſteinroͤhre von einem Zoll zu jeder Seite, auf jede 10 Fuß Hoͤhe, wie einige es vorſchreiben, ſcheint nur von weniger Bedeutung zu ſeyn; allein, wenn man annimmt, daß eine Schornſteinroͤhre 15 Zoll ins Gevierte haͤtte, ſo betraͤgt ſolches 225 Quadratzoll. Ein Zoll Erweiteruug zu jeder Seite giebt aber ſchon 256 Quadratzoll, und in dieſer Progreſſion auf einer Hoͤhe von 30 Fuß ſchon eine Oefnung von 324 Quadratzoll, mithin waͤre die Schornſteinroͤhre oben beinahe um 3 groͤßer als unten: ſo viel bedarf es alſo nicht einmahl, ſondern es wuͤrde hinreichend ſeyn, wenn die Schornſteinroͤhren oben, bei z0 Fuß Hoͤhe, um einen Zoll erweitert waͤ⸗ ren, wobei denn auch in der Ruͤckſicht nicht zu beſorgen iſt, daß die Seitenmauern der Roͤhren nach außen zu, zu ſehr uͤberhaͤngend ſeyn muͤſſen. Der mehr oder mindere Abzug des Rauchs aus den Schornſteinen, haͤngt demnaͤchſt auch von verſchiedenen Rebenumſtaͤnden ab, als von der Tem⸗ peratur der aͤußern Luft, uͤber die Schornſteinroͤhren, von der Richtung und Staͤrke des Windes und deſſen An⸗ und Zuruͤckprallen von andern hoͤheren Ge⸗ 208 Vierter Abſchnitt. genſtaͤnden, auf die Schornſteine, ingleichen von den Wirkungen der Sonnen⸗ ſtrahlen. Alle dieſe zufaͤllige Ereigniſſe machen die Sache ſo ſchwierig und ver⸗ ſtatten nach vielen Wahrnehmungen, doch keine ſichere Schlußfolgen. Um den Hinderniſſen, welche vorgedachte Umſtaͤnde zuweilen bei dem Zuge des Rauchs verurſachen, moͤglichſt zuvorzukommen, pflegt man wohl Schornſteinkappen, oder Windſchirme uͤber die Schornſteinoͤfnungen uͤbers Dach anzubringen. Anm. Als ein allgemeines Huͤlfsmittel iſt ſolches auch nicht anzuſehen, indeſſen wird durch die Schornſteinkappen wenigſtens der Umſtand abgeholfen, daß das Regenwaſſer nicht in die Schornſteinroͤhren fallen kann, welches man hauptſaͤchlich den gerade aufgefuͤhrten Schornſteinen vorwirft, obgleich dieſer im Grunde unbedeutende Umſtand, eben wohl bei den ſchraͤg gefuͤhrten Schornſteinen eintrift. Ich fand in No. 156 des 1797ten Jahres im Reichsanz. folgende nuͤtzliche Bemerkung: „Die Schornſteinkappen muͤſſen auf 4 feſten Saͤulen ruhen, welche nicht zu niedrig und „ſo beſchaffen ſeyn ſollten, daß weder Schnee noch Regenwaſſer ſich darauf halten koͤnne. „Solche Kappen halten den Zug des Rauchs nicht auf und ſind beſſer zu reinigen als „niedrige Kappen; auch wird ſich in jenen ſelten ein Feuerfunken anhaͤngen, weshalb nie⸗ „drige Kappen von Dachziegeln nicht geduldet werden muͤſſen, indem ſie ſchaͤdlich ſind, „denn ſie halten den Zug des Rauchs auf und ſetzen geſchwind Ruß an, daher die Feuer⸗ „funken zum oͤftern daran haͤngen bleiben. Ich habe ein Haus in Feuerflammen kommen „ſehen durch eine ſolche Schornſteinkappe; es hing ſich an ſelbiger ein Feuerfunken, ein „glimmender Rußklumpen fiel neben der Kappe herunter auf das Dach, dicht am Schorn⸗ „ſtein blieb er liegen und das Haus gerieth in Brand. Damit ſolche Schornſteinkappen „nicht viel Koſten machen, waͤre es gut, wenn die Ziegelbrenner die Saͤulen und Decken „aus einem Stuͤcke machten.“ In Paris ſind faſt alle Schornſteinroͤhren mit runden oder dachfoͤrmigen Kappen Fig. 214 bedeckt, oben aber iſt eine Oefnung darin gelaſſen, welche kleiner als die Roͤhre ſelbſt iſt, wodurch das Einrauchen vermieden werden ſoll, und die Erfahrung ſcheint es zu beſtaͤtigen. Dieſe Zuwoͤlbungen werden les souches des cheminées, genannt. In Fig. 215 iſt ein Windſchirm vorgeſtellt; der Schirm a iſt von Blech und ſtehet in b auf einem Zapfen; in dem Kranze c iſt eine Vertiefung, worin der Schirm mit ſeinem un⸗ tern Theil laͤuft. §. 89. Von Auffuͤh⸗ Wenn nach dem vorhergegangenen angenommen worden, die Schorn⸗ rung der ſteinroͤhren geradeauf zu fuͤhren, auch ſelbige auf keine Weiſe mit Holz zu Sehenäſage⸗ unterſtuͤtzen, ſo daß auch nicht einmal das ſogenannte Aufſatteln derſelben ſicht der auf die Kehlbalken und auf die queer uͤber die Haupt⸗ und Kehlbalken ge⸗ Denholih. legten ſogenannten Faß⸗ oder Sattelhoͤlzer, ſtatt finden muß, ſo iſt dahin⸗ ſtigkeit der gegen um deſto eher eine Zuſammenziehung mehrerer einzelner Schornſteinroͤh⸗ ſelben. ren durch Zuſammenwoͤlbungen erlaubt. Es iſt daher nicht nur un⸗ ſchaͤdlich, ſondern ſogar erforderlich, die Schornſteinroͤhren eben nicht vollkom⸗ men lothrecht aufzufuͤhren; im Gegentheil, wenn alle Schornſteinroͤhren genau lothrecht der Sonnen⸗ ietig und ver⸗ gen. velen da dem egt um vihl en uͤbers Dach ndeſſen wird durh genwaſſer nicht in erade aufgefuͤhete nd, eben wohl hi 85 Iten Jahres nicht zuniedrig und arauf halten konne ſer zu reinigen als ngen, weshalb nie⸗ ſie ſchadlich find, daher die Feuer⸗ kammen kommen Feuerfunken, ein cht am Schorn⸗ hornſteinkappen ſen und Decken en Kappen Fig. als die Rohre rung ſcheint es genannt. In ſtehet in b auf mit ſeinem un⸗ die Schorn⸗ nit Holz zü n derſelben ehlballen ge⸗ d ill dahin⸗ qernſeird⸗ ihht nur un⸗ iht vollom⸗ gren genaul lothrecht Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 209 lothrecht aufgefuͤhret werden ſollten, ſo wuͤrden zu viele abgeſonderte Oefnun⸗ gen im Dache entſtehen, und eben ſo viele Hohlkehlen und Kalkleiſten verurſa⸗ chet werden, welche wegen der beſchwerlichen Verſicherung gegen das Eindrin⸗ gen des Regenwaſſers, ſo viel als moͤglich zu verhuͤten ſind. Auch wuͤrden die Schornſteine, wenn ſie dennoch mit der Dachſpitze gleich hoch aufgefuͤhret wer⸗ den ſollten, mit eiſernen Ankern an die Sparren zu befeſtigen ſeyn, auch die nur einen halben Stein ſtarke Umfangsmauern der Schornſteinroͤhren bald be⸗ ſchaͤdiget werden, und die kalte Luft außerhalb dem Dache, die Schornſteine dem Zwecke zuwider, zu ſehr auskuͤhlen. Es muß daher bei dem Entwurfe eines Gebaͤudes, in Abſicht der be⸗ quemen und zweckmaͤßigen Auffuͤhrung der Schornſteinroͤhren, ſo viel als es die uͤbrigen Umſtaͤnde irgend zulaſſen, auf folgendes geſehen werden. 1) Die Anzahl der Schornſteinroͤhren, wenn es nicht durch Anbringung der Windoͤfen geſchehen kann, dadurch zu vermindern, daß mehrere Ofenheitzun⸗ gen aus einem Vorgelege, oder unter einer Schornſteinroͤhre angebracht werden, auch ſo viel als moͤglich darauf Bedacht zu nehmen, Ofenheitzungen mit unter den Kuͤchenſchornſteinen anzulegen, damit ſie den Rauch von dieſen Stubenoͤfen zugleich mit aufnehmen. 2) Muß man ſuchen die Kuͤchen⸗ und Vorgelegeroͤhren moͤglichſt nach der Mitte des Gebaͤudes zu bringen, einmal um ſie, wie bereits im erſten Theile dieſes Handbuchs gelehret worden, in die Mittelmauer ſelbſt, zu fuͤhren, andern⸗ theils damit die Schornſteinroͤhren nicht auf den Dachflaͤchen, ſondern an der Forſt ihren Ausgang finden; in welcher Ruͤckſicht und im Fall daß die Roͤh⸗ ren ſich hintereinander nach der Laͤnge des Gebaͤudes in den Mittelwaͤnden befinden, die Mittelmauer auch nicht genau in die Mitte anzubringen, ſondern nach Fig. 216 die Mittellinie fuͤr die vordere Seite der Mauer anzunehmen“), damit die Schornſteinroͤhren, ohne nach der Tiefe des Gebaͤudes gezogen zu werden, die Fig. 217 bezeichnete Stellung hinter der Forſt erhalten koͤnnen, denn dadurch wird nicht nur die ſonſt hinter den Schornſtein entſtehende Hohlkehle vermieden, ſondern die Dachſteine bei a koͤnnen auch von dem Kranze od bedeckt werden. Anm.*) Es duͤrfte uͤberhaupt wohl in den mehreſten Faͤllen zweckmaͤßig ſeyn, den vordern Zimmern, als den vorzuͤglichſten, etwas mehr Breite zu geben, als den dahinter lie⸗ genden. 3) Wenn Corridor⸗Waͤnde vorhanden, ſo muß allerdings die Zuſammenwoͤl⸗ bung der Schornſteinroͤhren nach der Tiefe des Gebaͤudes wie das Profil Dd —y—— ——— — 4— 4 —— 210 Vierter Abſchnitt. Fig. 218 A zeigt, geſchehen; es iſt aber dabei ebenfalls gut, wegen der vor⸗ gedachten Stellung des Schornſteins hinter der Forſt des Daches, die Cor⸗ ridorwaͤnde um etwas aus der Mitte anzuordnen, nach Fig. 218 B. 4) Die Zuſammenwoͤlbung der Roͤhren mag nach der Laͤnge oder nach der Tiefe des Gebaͤudes geſchehen, ſo ſind die Feuerungen ſo anzuordnen, daß dieſe Zuſammenwoͤlbung ſtatt finde, ohne die Roͤhren auch erſt nach einer andern Seite zu ziehen. Es wuͤrde z. B. ſehr unrecht ſeyn, wenn in Fig. 219, a die Kuͤche waͤre, und man wollte das Vorgelege zu den beiden Stuben b und c, in Xx anlegen, denn die Vorgelegeroͤhre muͤßte ſodann erſt bis v heruͤber gezogen werden, um der Kuͤchenroͤhre gegenuͤber zu ſeyn, und mit derſelben zuſammengewoͤlbt zu werden; es iſt daher beſſer das Vorgele⸗ ge gleich bei v anzulegen. In Abſicht des 2ten Falls, wo nemlich vie Zuſammenwoͤlbung der Schornſteinroͤhren nach der Breite des Gebaͤudes, oder uͤber einen Corridor ge⸗ ſchieht, mag uns die Anlage Fig. 220, aus Behrens Landbaukunſt, zum Beiſpiel des Fehlerhaften dienen. Waͤre nemlich die Heitzung des Zimmers a, gleich aus dem Vorgelege b angeordnet, ſo haͤtte es nicht nur dieſes beſondern Vorgeleges nicht bedurft, ſondern die Roͤhren von beiden gegeneinander uͤber liegenden Vorgelegen, koͤnn⸗ ten leicht zuſammengezogen werden. Anm. Die uͤbrige fehlerhafte den Corridor verengende Anlage der Vorgelege ſelbſt, uͤber⸗ gehe ich hier, und bitte auch nur beilaͤufig, einen Blick auf das neben den Abtritt ange⸗ ordnete Fenſter zur Kinderſtube, zu werfen, deſſen Eroͤffnung, ſo noͤthig ſolches in einer Kinderſtube oͤfters ſeyn duͤrfte, doch wohl nicht behaglich ſeyn kann. Dergleichen, in Abſicht der Feuerungsanlagen und Fuͤhrung der Schornſteinroͤhren, die vorgedachte bei weiten uͤbertreffende Fehler, ja wahren Unſinn in dieſen Stuͤcken, findet man eigentlich nur in Schmidts buͤrgerlichen Baumeiiſter, deſſen Studium ich jungen angehenden Baumeiſtern auch in der Abſicht empfehle, um ſich recht fehlerhafte Feuerungen bekannt zu machen, und dadurch auf das Beſſere geleitet zu werden; nur Schade, daß ſie dieſe Abſicht durch den Kauf des Buchs, zu theuer bezahlen muͤſſen. 5) Wenn in einem Gebaͤude, worinnen viele Feuerungen befindlich ſind, z. B. in einer Caſerne, mehrere Roͤhren in die Mittelwand nebeneinander gelegt werden, wie in Fig. 221 A, wo ein Stuͤck des Grundriſſes des dritten Stockwerks vorgeſtellet iſt, ſo muͤſſen zwar einige Dachbalken ausgeſchnitten oder vertrumpft werden, welches fuͤr die Feſtigkeit der Mauern und des Da⸗ ches einigermaßen nachtheilig iſt, indeſſen iſt dieſer Weg doch eher zu waͤh⸗ len, als nach Fig. 221 B und O viele Schornſteinroͤhren in die Mittel⸗ waͤnde anzubringen, weil ſich ſolche nach dem Profil nicht gut zuſammenwoͤl⸗ ben laſſen. egen der vor⸗ Hes, die Cor⸗ 18 B. der nah der azuordnen, daß erſt nah äiner ſeyn, wenn in e zu den beden te ſodann eſt zu ſeyn, und er das Vorzil nenwoͤlbung der en Corridor ge⸗ Haukunſt, zum en Vorgelege b a nicht bedutſ, ergelegen, käͤne⸗ elege ſelbſt, über⸗ den Abtritt ange⸗ g ſolches in einer ornſteinräten, die en Stuͤcken, findet eſee Studium ich recht fehlerhafte zu werden; nur ꝙ hlen muͤſſen. Hſind, z. B. nander gelegt des dritten ausgeſchniten und des Da⸗ eher zu waͤh⸗ die Mittel⸗ eſarnmenwoͤ⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 211 Anm. In den im Jahre 1775 erbaueten Caſernen zu Stettin, ſind die Roͤhren nach einer Zeichnung des damaligen Baudirektors Haaſe, in dieſer Art gefuͤhret worden. 6) Wenn die Schornſteinroͤhren in den untern Stockwerken, auch nicht genau einander gegenuͤber ſtehen, z. B. Fig. 222 A ſey der Grundriß der letzten Etage, wo weder die aͤußern Seitenmauern, noch die Wangen der beiderſei⸗ tigen Schornſteinroͤhren in den Corridorwaͤnden, genau auf einander treffen, ſo muͤſſen ſelbige doch in den Waͤnden, um ſo viel ſeitwaͤrts gezogen werden, daß in der Dachbalkenlage, Fig. 222 B, die Wangen ſo wohl als die Zun⸗ gen zwiſchen den Schornſteinroͤhren gegeneinander treffen, weil ſonſt die Woͤl⸗ bung der Wange nicht zuſammenſtehen, ſondern gegen die Flaͤche der Ein⸗ faſſungsmauern der Roͤhren, zu ſtehen kommen wuͤrde. 7) In dem Fall, daß auf einer Seite mehrere Roͤhren als auf der andern befindlich ſeyn ſollten, z. B. in Fig. 222 C, waͤren auf der Seite a, drei, auf der Seite b aber nur zwei Schornſteinroͤhren vorhanden, ſo muß, wie die punktirten Linien zeigen, in d eine blinde Roͤhre angelegt werden, um ſelbige mit den auf der andern Seite befindlichen wirklichen Schornſteinroͤh⸗ ren zuſammenwoͤlben zu koͤnnen. 8) Iſt dahin zu ſehen, daß die Feuerungen bei ganzen und halben Walmdaͤ⸗ chern nicht zu nahe an die Giebelwaͤnde angebracht, oder daß ſie nicht wie in Fig. 223, zu weit vom Anfallspunkt der Walmen ab, angelegt werden, weil, wie aus dem Profil zu erſehen, die Roͤhren alsdenn entweder auf der Walmflaͤ⸗ che hinausgefuͤhrt, oder die Schornſteinroͤhren zu ſchraͤg gezogen werden muͤß⸗ ten, um den Forſt des Daches zu erreichen; nur in dem Fall koͤnnte ſolches geſchehen, wenn zugleich andere Roͤhren in einer faſt gleichen Lage, nach den punktirten Linien ab ſtatt faͤnden, welches aber ſelten iſt, und alſo muͤßte man bey der von dem Anfallspunkt des Walmen ſo weit abliegenden Schorn⸗ ſteinroͤhre, ſeine Zuflucht zur Unterſtuͤtzung mit Holz nehmen; dieſes muß aber ſchlechterdings nicht geſtattet werden. „Wienn indeſſen eine Schornſteinroͤhre aus der vorgedachten oder aus andern Urſachen bei Walmen, um etwas uͤber ihren Grund uͤbergeſetzt oder gezogen werden muß: ſo lehret der Herr Geh. Oberbaurath Berſon in ſeiner vorgedachten Abhandlung, wie man ſich dabei auf zweierlei Art hel⸗ fen koͤnne. Dieſe Anweiſungen werden hier eine erlaubte und zweckmaͤßige Stelle finden: „An beiden Seitenwaͤnden der Roͤhre Fig. 224 A, B und C, ad, wer⸗ „den die Wangen de ſo lang als es die Schleifung erfordert, nemlich vom Dd 2 — 12 Vierter Abſchnitt. „aͤußeren Theil der Roͤhre bis lothrecht unter die Mitte des Dachs, einen „halben Stein ſtark angelegt, und in der ef bis unter den Kehlbalken auf⸗ „gefuͤhret. Die eine von dieſen Wangen koͤmmt faſt jedesmal auf eine quer⸗ „laufende Scheide⸗ oder auf eine Corridorwand, die andere aber auf einem „Queertrumpf zu ſtehen. „Auf dieſe gemauerte Wangen werden die Roͤhrenwaͤnde ad in ſchiefer „Richtung df bis zur Hoͤhe des Kehlbalkens, von da aber gerade bis zum „Dache herausgefuͤhret, die unten ſtehende Fig. 224 B, zeigt den Grundriß „und 224 C die Queeranſicht der Unterſtuͤtzungsmauern ef. Anm. Bei gerade aufgehenden Giebeln iſt es keine uͤble Methode, die Feuerungen ſo viel als moͤglich an die Giebel zu legen, und die Schornſteine innerhalb gegen ſelbige aufzu⸗ fuͤhren; dieſe erhalten dadurch eine Art von Pfeilern, welche den Giebeln und das Dach zur Unterſtuͤtzung dienen. Man findet ſolches in Warſchau haͤufig, und in Paris ſind auch die Schornſteinroͤhren mehrentheils in die Giebel gelegt. Selbſt bei freiſtehenden Landgebaͤuden wuͤrde ſolches zweckmaͤßig anzubringen ſeyn. Erhielte ein ſolches Gebaͤude ein Bohlendach, ſo wuͤrde der Giebel, wenn etliche Schornſteinroͤhren in ſymmetriſcher Stellung daran heraufgingen, ſehr wohl im gothiſchen Geſchmack dekoriret, auch die Schornſteinroͤhren doch ſo angebracht werden koͤnnen, daß Giebelſtuben ſtatt faͤnden. Bei der vorhin angefuͤhrten von Herrn ꝛc. Berſon gelehrten Conſtruction ſey mir erlaubt zu bemerken, daß die eine Seitenmauer ab in Fig. 225 A, wohl ſenkrecht um etwas hoͤher gefuͤhret werden muͤßte, um die Weite der Roͤhre abg, auch in ag beizube⸗ halten; ferner ſollte ich glauben, daß es in den mehreſten Faͤllen angehen wuͤrde, anſtatt des queer uͤbergelegten Wechſels, nach Fig. 225 B eine Auswoͤlbung zwiſchen die Balken anzubringen, worauf die nicht auf eine Scheidemauer treffende Unterſtuͤtzungsmauer ſiche⸗ rer als auf den Wechſel ſtehen duͤrfte. Im zweiten Fall, wo nemlich eine Schornſteinroͤhre wegen eines Walms ſchon ſtaͤrker geſchleppt oder gezogen werden muß, giebt ebenfalls Herr ꝛc. Ber⸗ ſon folgende Belehrung: „Wenn im Grundriß Fig. 226 A, die Roͤhre angenommen wird, wel⸗ „che nach b hingezogen werden ſoll, ſo wird in b eine ſogenannte blinde „Roͤhre defg, bis zur Hoͤhe h Fig. 226 B aufgemauert; alsdenn werden „zwei Lehrbogen von Brettern nach der Linie abod aus 3 Zirkelpunkten „1, 2, 3, angefertiget, und an beiden Roͤhrenwangen aufgeſtellt, und wie ge⸗ „woͤhnlich mit Latten belegt; auf dieſe Bogengeruͤſte wird die untere Wange „der Roͤhre nach der Bogenlinie abod gewoͤlbt, und hierauf kommen die „beiden Seitenwangen zu ſtehen, und daruͤber die obere Wange. „Dieſer Art, die Roͤhren mittelſt eines ſogenannten ſteigenden Bogens „zu ſchleifen, kann man ſich in jedem vorkommenden Fall, wo eine Roͤhre „von ihrer Stelle auf eine beſtimmte Weite hingezogen werden muß, mit „Nutzen und Sicherheit bedienen. dachs, einen ehlbalken auf⸗ auf eine quer⸗ an dij änem ead in ſchifer gerade bis zum t den Grundiß Feuerungen ſo vil gegen ſelbige aufzu beln und das Dach und in Paris ſind iſt bei freiſtehenden in ſolches Gebaͤude in ſommetriſcher koriret, auch die ſtatt fanden. nſtruction ſey mir wohl ſentecht um uch in az bazude⸗ en wuͤrde, anſtatt iſchen die Balken gungsmauer ſche⸗ eines Walns 8 G Herr w. Del⸗ 6 n wird, vel⸗ A rannte blinde 4 anErg irkelpunkten und wie ge⸗ tere Warge kommen die den Seens eine Aähre muß, mit Vom innern Ausbau der Gebaͤude. 213 „Ein ſolcher Bogen bedarf weit ſchwaͤcherer Wiederlager, als wenn man „ſelbigen aus einem Punkt ziehen wollte, weil im erſtern Fall der Druck faſt „ſenkrecht iſt, im andern aber eine ſchiefliegende Strebe wirkt, wozu ein un⸗ „gleich ſtaͤrkeres Wiederlager zum Gegendruck erfordert wird.“ §. 90. Bei den vorgedachten Woͤlbungen der Schornſteinroͤhren iſt noch anzu⸗Was ferner merken, daß es beſſer iſt, die Woͤlbung bis unter den Kehlbalken zu bringen, und die zuſammen zu woͤlbenden Schornſteinroͤhren nach dieſer Maasgabe zu⸗ ſteinroͤhren zu voͤrderſt gerade aufgehen zu laſſen, oder welches einerlei iſt, die Woͤlbung nicht beobachten gleich mit der Flaͤche des Dachbodens anfangen zu laſſen, weil, je hoͤher der iſt Spitzbogen gebracht werden kann, deſtomehr das darauf ſtehende ſenkrechte Stuͤck der Schornſteinroͤhren verkuͤrzt wird, und um ſo weniger Laſt hat die Woͤlbung zu tragen. Der Verband einer einzelnen Schornſteinroͤhre iſt in den Figuren 227 A und B vorgeſtellt, in welcher Art immer zwei und zwei Schichten mit einan⸗ der abwechſeln. Fig. 228 A und B ſtellet den Verband von zwei, und Fig. 229 A, B den von vier neben einander liegenden Roͤhren vor. Die ſogenannten Zungen, oder die zwiſchen den Roͤhren befindlichen Scheidemauern, werden zuweilen nur 3 Zoll ſtark gemacht, allein weil dabei dieſe Steine auf der Kante, die von den Umfangsmauern aber auf der breiten Seite liegen, ſo iſt dabei kein gehoͤriger Verband zu erhalten, auch koͤnnen der⸗ gleichen ſchwache Zungen leicht durch das Anſtaͤmmen des Schornſteinfegers be⸗ ſchaͤdiget werden, und es iſt daher beſſer, ſelbige ebenfalls ſo wie die Umfangs⸗ mauern, einen halben Stein ſtark zu machen. Anm. Der Herr Geh. Oberbaurath Berſon ſchlaͤgt die hier in Fig. 230 A und B vorge⸗ ſtellte Form von Ziegeln und den hier in zwei Schichten bemerkten Verband, an den Stellen in den Schornſteinroͤhren vor, wo ſie durch die Balkenlagen und anderes Holz⸗ werk durchgefuͤhrt werden muͤſſen, damit das Feuer bei einem etwa in Brand gerathenen Schornſtein nicht ſo leicht durch die Stoßfugen ahn das Holz dringen ſoll. Zur Auffuͤhrung der Schornſteinroͤhren muͤſſen uͤbrigens gute und ganze Steine, keinesweges aber Stuͤcken genommen werden, weil mit letzteren in der⸗ gleichen ſchwachen Mauern kein gehoͤriger Verband erhalten werden kann. Zum Mauern der Schornſteinroͤhren ſollte man ſich des Lehms bedie⸗ nen, wie ſolches auch an vielen Orten geſchiehet, indem der Lehm dem Feuer und der Hitze beſſer widerſtehet als der Kalkmoͤrtel. In Berlin werden indeſ⸗ ſen die Schornſteinroͤhren ebenfalls mit Kalkmoͤrtel gemauert, welches auch ˙˙—— — ————————— ——yÿ — ZZZö—Zö—öoöaaſſſ 214 Vierter Abſchnitt. bei dem Schleifen und Woͤlben mehrere Haltbarkeit giebt als der Lehm, und oben unterm Dache duͤrfte auch wohl die Hitze in den Roͤhren ſo ſtark nicht mehr ſeyn, daß der Kalkmoͤrtel daran beſchaͤdiget werden koͤnnte; die Roͤhren muͤſſen aber doch auch in jedem Fall inwendig ſtark mit Lehm ausgeſtrichen werden. Anm. Es kann hier noch nachholend angemerkt werden, daß unter den vielen Vorſ laͤgen und Kuͤnſteleien, um den Zug des Rauchs in den Schornſteinen zu vermehren, das Mit⸗ tel an den Aufſatz Fig. 231 bei a eine mit Blech ausgefuͤtterte Oefnung anzubringen, in manchen Faͤllen gute Dienſte geleiſtet hat. §. 91. Vom Aus⸗ Wenn mehrere nebeneinander liegende Schornſteinroͤhren in der Lage, ſhenderene wie in Fig. 139 des rſten Theils, zum Dache herausgefuͤhret werden ſollten, und Sparren ſo tritt der nicht ganz vortheilhafte Fall ein, daß mehrere Balken nebſt den Peennann darunter befindlichen Kehlbalken, und ſelbſt die Sparren ausgetrumpfet werden roͤhren. muͤſſen. Es ſey z. B. die Weite einer jeden dieſer Roͤhren nach der Laͤnge der Roͤhrenwand 15 Zoll, und die Wangen derſelben jede 6 Zoll, ſo wird die ganze Roͤhrenmauer eine Laͤnge von 11 Fuß einnehmen; es muͤßten alſo in drei Ge⸗ binden die Balken, Kehlbalken und Sparren ausgewechſelt werden, um dieſen Roͤh⸗ renkaſten zum Dache herauszufuͤhren. Dies wuͤrde auf die Feſtigkeit des Da⸗ ches keinen guten Einfluß haben; daher muß in ſolchem Fall, nach Fig. 232 zwiſchen den Roͤhren noch ein Gebind im Ganzen durchgehen. Wenn aber ein oder zwei Gebind des Daches, wegen der durchfuͤhren⸗ den Schornſteinroͤhren ausgewechſelt werden muͤſſen, ſo iſt noch außer der bei den Balkenlagen angewieſenen Auswechſelung der Balken noͤthig, den Kehlbal⸗ ken nach Fig. 233 A bei ab auszuwechſeln, und in dieſe Wechſel die Kehl⸗ balken derjenigen Gebinde, welche ausgeſchnitten werden, zu verzapfen. Die Sparren der ausgewechſelten Gebinde werden aber bei einem Dache von ge⸗ woͤhnlicher Hoͤhe und Verband, nur ſtumpf ohne Wechſel bei c und d gegen die Schornſteinroͤhren geſtellt. Hat aber ein Dach Fig. 233 B mehrere Hoͤhe, ſo daß auch Haynbalken e vorhanden ſind, ſo muͤſſen außer der vorgedachten Vertrumpfung der Kehlbalken auch dieſe ausgeſchnitten, die Sparren aber bei f und g ausgewechſelt werden, weil ſonſt die Eindeckung mit den auf einer anſehnlichen Laͤnge freiſtehenden Sparren in einzelne Punkte zu ſehr gegen die Schornſteinroͤhren druͤcken wuͤrden. Es verſteht ſich aber von ſelbſt, daß außer den Sparren in Fig. 233 A c und d, und der Wechſel f und g in Fig 233 B alles andere Holzwerk 8 de Läin, und uin ſe firk ni niez de Nähren ehn ausgeſtchen n vielen Vunſt 3 aaen vermehren, das di zung anzubringen, in hren in der Lag⸗ et werden ſolle, Balken moſt dar trumpfet werden h der Lange der wird die ganze ſſo in drei Ge⸗ um dieſen Röh⸗ igkeit des Da⸗ nach Fig. 257 er durchfügren⸗ außer der bei , den Kellbal cſel de Kehl⸗ zapfe. Die ache von ge⸗ und d gegen ehrere Hoͤhe, vorgedachten rren aber bei den auf einer hr gegen die in Fig. 233 n holzwerk Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 215 wenigſtens 4 Zoll von den Schornſteinroͤhren abliegen muß, am wenigſten aber duͤrfen die Schornſteine nach der alten Methode auf dergleichen Holz aufgeſat⸗ telt werden, ſondern ſie muͤſſen ganz fuͤr ſich auf ihrem eigenen Grunde, oder auf der vorgedachten maſſiven Unterſtuͤtzung ruhen. Die Herausfuͤhrung eines Roͤhrenkaſtens iſt noch beſchwerlicher, wenn ſolches nicht aus der Mitte des Daches geſchehen kann, ſondern nach Fig. 233 C neben den Forſt aus dem Dache ſtehen muß. Es duͤrfen alsdenn die Sparren zwar nicht bei i vertrumpfet werden, ſondern es koͤnnen ſelbige, da ſie nicht weit uͤber den Kehlbalken reichen, nur ſtumpf gegen die Schornſteinroͤhren gelegt werden, dagegen aber die Auswechſelung bei h geſchehen, und es iſt hiebei, ſo wie bei allen Roͤhren, welche außer der Forſt auf den Dachflaͤ⸗ chen herauskommen, hinter ſelbige iſchlechterdings eine blecherne Rinne zu le⸗ gen, und zwar muß ſelbige 18 Zoll breit und ſo lang ſeyn, daß ſie noch einen guten Theil(etwa 6 Zoll) auf beiden Seiten des Schornſteinkaſtens vorſtehet, damit das in der Rinne aufgefangene Waſſer nicht zu nahe gegen die an den uͤbrigen Seiten der Schornſteinroͤhren befindlichen Kalkleiſten ab⸗ laufe. Es hat daher ſeinen Vortheil, die Schornſteinroͤhren nach Fig. 140 des iten Theils in die Scheidewaͤnde zu legen; dabei muß aber die Mittelwand ge⸗ nau unter der Mitte des Daches befindlich ſeyn, denn bei ſolcher Anlage gehen die Roͤhren zwiſchen ein paar Sparren durch, und kommen mitten aus dem Dache, weshalb es denn der blechernen Rinnen und der Auswechſelung nicht bedarf. 8 Oft hat man aber alle dieſe Vortheile nicht in ſeiner Gewalt, ſondern die Anlegung der Roͤhren in die Mittelwaͤnde, findet wieder in anderer Ruͤck⸗ ſicht mancherlei Hinderniß. Um den Roͤhren, welche nach Fig. 141 des'ſten Theils uͤbereck ſtehen, eine winkelrechte Lage gegen das Sparrwerk zu geben, iſt man genoͤthiget, ſel⸗ bige waͤhrend dem Aufmauern im Dachboden, zu wenden. Hierbei iſt zu beobachten, daß keine von den Roͤhren zu flach oder mit einmal der andern aus dem Wege geſchleift werden muß, weil dies den Zug des Rauchs ver⸗ hindern wuͤrde. Auch iſt ſehr wohl auf dasjenige was S. 212 erinnert worden, Ruͤckſicht zu nehmen, nemlich daß die Roͤhren bei ſolchen Wendungen immer winkelrecht mit den Wangen genommen, das innere Maaß behalten. Dieſes Wenden iſt uͤbrigens ſehr wohl moͤglich, wenn nur auf eine ſol⸗ che breite Grundflaͤche Bedacht genommen worden, daß die Wendung darauf ———— Von den Kuͤ⸗ chenſchorn⸗ ſteinen. 216 Vierter Abſchnitt. geſchehen kann. Um dieß deutlich zu machen, werden in Fig. 22 und 23 zwei Faͤlle vorgeſtellt, und zwar in erſterer Figur, wie das Wenden ſehr gut angehet, in der 2ten aber, wie ſolches gegen die gute Konſtruction ſtreitet. In Fig. 234 A iſt die 141ſte Figur des Iſten Theils vorgeſtellet, und zwar wie die Roͤhren, welche die mit den punktirten Linien gezeigte Lage in dem Vorgelege hatten, uͤber ſelbige gewendet, und in die rechtwinklichte Stellung gebracht worden. Man wolle aber hiebei bemerken, daß, obgleich jetzt die Roͤhren in ihrer rechtwinklichten Lage, Raum genug auf den Grund des Vor⸗ geleges haben, ſelbige doch bei dem Ziehen bis in dieſer Lage, an einigen Stel⸗ len mit den Ecken uͤber den Grund gefuͤhret werden muͤſſen. Legte man aber das Vorgelege um etwas geraͤumiger an, ſo waͤre es moͤglich den Roͤhren die in Fig. 235 A vorgeſtellte Stellung zu geben, wodurch ſie dann queer durch die Sparren, folglich noch bequemer und vortheilhafter durch das Dach, gefuͤhret werden koͤnnten.. Es wuͤrde dagegen ſehr unrecht ſeyn, den Roͤhren die letztgedachte Lage zu geben, wenn das Vorgelege nach Fig. 235 B nicht Grund genug dazu giebt, denn alsdenn wuͤrde das ſchaͤdliche und nachtheilige Ueberſetzen und Auf⸗ ſatteln unvermeidlich werden. Eben ſo unrecht iſt es, wenn nach gedachter Fi⸗ gur die Kaminroͤhren auf den Grund des Vorgeleges gezogen werden ſollen, wenn nicht die Ecken nach den punktirten Linien ausgemauert ſind, und den Grund fuͤr das Schleifen der Roͤhren darbieten. Wenn, wie vorgedacht, die Roͤhren gewendet werden muͤſſen, ſo muß ſolches wo moͤglich noch innerhalb der oberſten Etage geſchehen, jedoch erſt 5 bis 6 Fuß uͤber den Fußboden derſelben. Kann aber das Wenden der Roͤhren im Dachboden vorgenommen werden, ſo wird es gut ſeyn, den dazu erforderlichen Grund ſo hoch mit herauf zu nehmen, bis die Roͤhren die ver⸗ langte Lage bekommen haben, weil dadurch ihr feſter Stand gewinnet. Anm. Man fnndet oft die Leuchtkamine der Landgebaͤude in den Bauzeichnungen nach Fig. 226 A angegeben, nemlich ſo, daß von a bis b nur die noͤthige Weite der Kaminroͤhren, und die Einfaſſung derſelben, von einem halben Stein angegeben iſt. Es muß aber dieſe Weite ſchon von d bis d nach Fig. 236 B ſtatt finden, weil der Kamin bei d doch we⸗ nigſtens noch auf einen halben Stein uͤbergewoͤlbet werden muß. §. 92. Bei Anlegung der Kuͤchenheerde hat die Erfahrung gelehret, daß um einen guten Zug des Rauchs zu bewirken, folgendes zu beobachten iſt. 1) Muß und 2) zvei e ut ingehet, 3 votgeſalet and geheige Lax i klichte Stllng ögeich jtt zrund des In n einigen Ste⸗ eegte man aber den Röhren di gueer durch die Dach, geführe gedachte Lae d genug dazu ſeen vnd Auf⸗ h gedadhter F⸗ werden ſolen, ſind, und de iſſen, ſo tuſ en, jedoch eiſ Wenden der yn, den daju ügren di ber⸗ lnet. ungen nach Fig. ar Kaminroͤhren, muß aber dieſe a bei d doch we⸗ et, daf um N iſt ) Nuß Vom innern Ausbau der Gebaͤude. 217 1) Muß der Rauchfang den Feuerheerd ganz bedecken; und auch der Feuer⸗ heerd hoͤchſtens nur bis an die lothrechten Linien der innern Kanten des Feuerheer⸗ Rauchfangholzes reichen. den. 2) Muß der Rauchfang ſo niedrig als moͤglich, d. i. hoͤchſtens 5½ Fuß uͤber den Fußboden geleget werden. Hieraus folgt, daß ſchon dieſerhalb keine Thuͤren noch Eingaͤnge unter den Rauchfaͤngen ſtatt finden duͤrfen. Ueber⸗ dem wird aber dadurch oft das Rauchen der Kuͤchen veranlaßt. 3) Iſt bemerkt worden, daß es ein Haupterforderniß iſt, den Feuerheerd nicht niedriger zu machen als die halbe Hoͤhe bo Fig. 237. 4) Darf der Rauchmantel nicht zu flach, d. i. nicht unter einen Winkel von 45 Grad gewoͤlbt werden. Je ſteiler ſelbiger gewoͤlbt wird, deſto vortheil⸗ hafter iſt es zur guten Abfuͤhrung des Rauchs. Um dies zu erreichen, iſt nothwendig 5) großen Kuͤchen, wo oft Koch⸗ Brat⸗ und Kaſſerolfeuer auf einem Heerd iſt, zwei Roͤhren oder zwei ſeparirte Rauchmaͤntel nach Fig. 238 an⸗ zulegen, weil, wenn der ganze Heerd mit einem einzigen Rauchmantel bedeckt ſeyn ſollte, derſelbe zu flach gewoͤlbt werden muͤßte, wodurch unfehlbar Rauch in der Kuͤche verurſacht wuͤrde. Wenn aber 6) ein Feuerheerd eben nicht von der Groͤße waͤre, daß er zwei beſonderer Rauchmaͤntel beduͤrfte, jedoch der Rauchmantel nach Verhaͤltniß einer gerin⸗ gen Etagenhoͤhe, zu flach ausfallen wuͤrde, wenn man ſelbigen gleich an der obern Kante der uͤber die Kuͤche liegenden Balken, bis auf die Weite der Roͤhre zuſammenziehen wollte, ſo wuͤrde ſolches ſchlechterdings das Einrau⸗ chen nach ſich ziehen; man muß daher nach Fig. 237 noch mit dem Rauch⸗ mantel ſelbſt in der Richtung af durch die Balken durchgehen. Anm. Die Unterlaſſung djeſer Vorſicht, und daß die Kuͤchenmaͤntel zu flach gezogen werden, iſt ein ſehr allgemeiner Fehler, und der Hauptgrund des Einrauchens bei vielen Kuͤchen. Wenn ein Rauchfangholz nur in einer Laͤnge liegt, ſo nennt man es ein einfaches, wenn ſelbiges aber aus zwei Stuͤcken beſtehet, welche auf der Ecke uͤbereinander gekaͤmmt ſind, heißt es ein doppeltes, und wenn es aus drey Stuͤcken beſtehet, ein dreifa⸗ ches Rauchfangholz. Wie die Rauchfangshoͤlzer auf den Ecken zuſammengeſchnitten werden, iſt bereits in Fig. 164 A des Iſten Theils gezeigt worden. Das Woͤlben der Rauchmaͤntel geſchiehet auf zweierlei Art, einmal mit horizontalliegenden Schichten nach Fig. 239 A; beſſer aber auf den Schwal⸗ benſchwanz nach Fig. 239 B. In beiden Faͤllen muß aber nach der Maurerſprache etwas Buſen gegeben werden, d. i. der Rauchmantel mag auf einem doppelten oder auf einem Ee Bmereer Seeprea ennenuane— 218 Vierter Abſchnitt. einem einfachen Rauchfangholze gewoͤlbet werden, ſo muß die Woͤlbung deſſel⸗ ben im erſten Falle wie Fig. 240 A, nach der krummen Linie abe, und im letztern Falle wie Fig. 240 B, nach der Linie de angelegt, und bis zum Schluß, in der Roͤhre immer noch etwas von dieſer Woͤlbelinie beibehalten werden. In Warſchau giebt es Rauchmaͤntel uͤber den Feuerheerden von geſchmiedeten eiſernen Stangen, welche mit Drath ausgeflochten ſind, woruͤber ſodann Strohlehm uͤbergetra⸗ gen iſt. Sehr fehlerhaft iſt es auch bei langen Feuerheerden, die Roͤhren ſchlech⸗ terdings in die Ecke zu legen, als Fig. 240 C, wodurch die Kappen ſehr flach werden, und das Feuer zu weit von den Roͤhren entfernt iſt; es iſt daher beſſer nach Fig. 240 D die Roͤhre mitten uͤber den Feuerheerd zu legen, wobei ſelbige gleich ſo viel in die ſtarke Mittelwand zuruͤck geſetzt werden kann, daß nur X Stein Mauer vorbleibt. Die Feuerheerde in den Etagen werden uͤber die Balken auf Un⸗ terlagen von dreizoͤlligen Bohlen aufgefuͤhret, denn es wuͤrde nicht anzurathen ſeyn, einen Feuerheerd auf die Stacken eines Balkenfaches zu ſetzen. Vorge⸗ dachte Bohlen muͤſſen um einen Zoll in die Balken eingekaͤmmt ſeyn, ſo daß ſie mit den Fußbodenbrettern eine gleiche Hoͤhe erhalten. Anm. Beilaͤufig iſt zu bemerken, daß die Kuͤchen in den untern Etagen(wenn ſie nicht auf Balkenkellern ruhen) zwar billig mit Mauerſteinen gepflaſtert ſeyn ſollten, daß aber dies in den obern Etagen, ſo gut es auch iſt, nicht anzurathen ſeyn wird, weil Erfahrungen gelehrt haben, daß unvorſichtiges Geſinde, Feuer auf das Pflaſter gemacht hat, in der Meinung, daß dadurch kein Schaden entſtehen koͤnne, weil alles mit Steinen bedeckt ſey, wobei gegentheils aber die darunter befindlichen Balken angebrannt und nur mit Muͤhe eine Feuersgefahr abzuwenden geweſen. Anderntheils wird aus eben dieſer Unwiſſenheit mehr Waſſer auf ein Pflaſter verſchuͤttet, als wenn der Fußboden mit Brettern belegt iſt; und man hat gefunden, daß dergleichen gepflaſterte Fußboden durch die Decken durch⸗ geſchlagen ſind, wodurch Ungluͤck haͤtte entſtehen koͤnnen. So gut es auch zur Erleichterung der Laſt iſt, unter dem Feuerheerde eine Woͤlbung anzubringen, ſo iſt es doch da nicht moͤglich, wo Kaſſerolloͤcher in demſelben ange⸗ legt werden ſollen. Die Kaſſerolloͤcher ſind nach Fig. 241 A und B viereckigte 10, 12 bis 14 Zoll weite Vertiefungen in den Feuerheerd, mit eiſernen Roſten verſehen, auf welche Kohlen gelegt und die davon entſtehende Aſche durch eine vorne am Feuerheerd angebrachte Oefnung unker dem Roſt hervorgezogen werden kann. Kleine Brat⸗- und Backoͤfen auf dem Feuerheerd anzulegen, vermindert zu ſehr den Raum des Feuerheerdes; ſolche aber etwa anderswo, jedoch ſo anzulegen, daß ſie unter dem Rauchfang des Feuerheerds geheizt werden, verunreiniget die Mauern um den Feuer⸗ heerd; es iſt daher beſſer alle dergleichen einzelne Feuerungen durch beſondere Vorgelege zu heitzen. Die Backoͤfen, Bratoͤfen, Keſſel, Braupfannen, Blaſen ꝛc. ꝛc. werden ohngeachtet der vielen neuen Erſindungen und Vorſchlaͤge mehrentheils ſehr ein⸗ foͤrmig angeleget. Z. B. —„+ 6o, und im um Schluß, werden. jedeten eiſernen lehm ihergetrn öͤhren ſcheiy Kappen ſehr es iſt daher legen, wobei kann, daß t auf Un⸗ anzurathen Torge⸗ ſo daß ſie ſie nicht auf daß aber dies [ Erfahrungen ht hat, in der en bedeckt ſey, nur mit Muͤhe er Unwiſſenheit Grettern belegt Decken durch⸗ eine Woͤlbung nſelben ange⸗ viereckigte 10, verſehen, auf m Feuerheerd et zu ſehr den daß ſie unter um den Feuer⸗ dere Vorelege c, werden ls ſehr ein⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 219 Fig. 242 A iſt der Durchſchnitt von einem eingemauerten Keſſel, in a wird das Feuer auf dem Roſt angemacht, b iſt der Aſchkaſten; von a ſteigt das Feuer nach v, von da in zwei Kanaͤle co(wie aus dem Grundriſſe Fig. B zu ſehen) in die Hoͤhe, und geht durch die Kanaͤle dd in das Vorgelege. Fig. 243 iſt der Grundriß von einem Backofen mit dergleichen Feue⸗ rungen. Anm. Bei allen dergleichen Feuerungen mit Kanaͤlen oder Zuͤgen iſt indeß jederzeit zu beobach⸗ ten, daß alle aus einem Hauptkanal entſpringende kleinere Kanaͤle zuſammengenommen, nicht weiter ſeyn muͤſſen, als der Hauptkanal, oder daß ein Queerſchnitt von allen nicht mehr und nicht weniger Quadratinhalt haben muß, als der Hauptkanal, d. i. die Zuͤge dd ſind beide zuſammen nicht weiter oder enger als der Zug c. Der Feuerbauinſpektor Herr Jachtmann giebt uͤber dergleichen Anlagen in ſeinen Anweiſungen zur Holzerſparung, umſtaͤndlichere Anweiſungen. §. 93. Zum Beſchluß dieſes Abſchnitts uͤber die Conſtruktion der Schornſteine in Ruͤckſicht auf den moͤglichſt zu verbeſſernden Zug des Rauchs, auch wegen Dauerhaftigkeit und Feuerſicherheit der Schornſteinroͤhren, wird es nicht uͤber⸗ fluͤſſig ſeyn, dasjenige zu ſpezifiziren was bei Auffuͤhrung neuer ſo wohl, als bei Veraͤnderungen in alten Gebaͤuden, in Abſicht der Feuerſicherheit uͤberhaupt, zu beobachten iſt. Anm. Nicht ohne einiges Befremden fand ich die folgenden von mir vor geraumer Zeit ohne Beſtimmung aufgeſetzte Bemerkungen im Julius Stuͤcke von 1797 der Denkwuͤrdigkei⸗ ten und Tagesgeſchichte der Mark Brandenburg, mit der Anzeige des Re⸗ dacteurs, daß dieſer Aufſatz von einem Ungenannten eingeſandt worden,— die Sache iſt nicht wichtig genug um hieruͤber Muthmaßungen herzuſetzen.— Es koͤnnen zur Feuersgefahr beſonders Gelegenheit geben: „1) Treppen, neben oder unter welchen ſich Einheitzungen befinden. „2) Koch⸗ und Stubenkamine, wenn deren Heerde flach auf dem Boden der „obern Stockwerke befindlich, und zwar gepflaſtert ſind, oder wo die Balken „unter den Heerden durchgehen. „3) Wohnungen unter den Daͤchern ſind mehrentheils mit unſichern Heitzungen „und Vorgelegen verſehen. „4) Muͤſſen Holzvorraͤthe auf den Boͤden, jederzeit eine von dieſen Vorgele⸗ „gen und von den Schornſteinen entfernte Stelle haben. „5) Auch ſollten billig die Kohlen und Torfaſchenbehaͤlter von Steinen oder „Eiſenblech ſeyn. Ee 2 — ᷣℳCQ———— — ——— —— 220 Vierter Abſchnitt. „6) Auch koͤnnen hoͤlzerne Vorgelege⸗Thuͤren, wenn die Vorgelege eng und die „Thuͤren den Ofenloͤchern zu nahe ſind, leicht die Urſache eines ausbrechen⸗ „den Feuers werden. „7) Eiſerne Ofenroͤhren, welche durch Holzwaͤnde gezogen ſind, muͤſſen ſich nicht „dem Holze naͤhern, ſondern mitten durch ein Mauerfach liegen. „8) Rauchfangsbaͤume in den Schornſteinen muͤſſen nicht durchreichen, damit „bei etwaniger Entzuͤndung, das Feuer nicht außerhalb des Schornſteins „etwas brennbares erreichen kann. „9) Eben ſo iſt ſorgfaͤltig dahin zu ſehen, daß Unterzuͤge unter Balken, oder „Wandraͤhme nicht in Vorgelege oder Schornſteinroͤhren eingelegt werden. „10) Bei niedrigen Zimmern, muͤſſen die Oefen auch niedriger ſeyn, damit zwi⸗ „ſchen der Decke und dem Ofen 2 Fuß Zwiſchenraum bleibe. Dieſe Regel wird gemeiniglich und vorzuͤglich in ſchlechten Landgebaͤuden vernachlaͤßiget, auch der geringe Zwiſchenraum zwiſchen Ofen und Decke wohl noch mit Kiehn zum Trocknen ausgefuͤllt. „11) Muͤſſen ſich die hoͤlzernen Waͤnde den Ofenloͤchern und Feuerheerden nicht „unter 3 Fuß naͤhern. „12) Wenn die Oefen nur einen bis 1 ½ Fuß von den Waͤnden abſtehen, ſo „muͤſſen die Holzwaͤnde ſo lang als der Ofen iſt, wegfallen, und dieſes „Stuͤck maſſiv aufgefuͤhret werden. „13) Iſt bei der Anlage der Landgebaͤude vorzuͤglich der Luftzug uͤber die Feuer⸗ „heerde, durch auf einander treffende Thuͤren, zu verhuͤten und wegen der bei „N. 12 gedachten noͤthigen Entfernung der Ofenloͤcher von den Holzwaͤnden „darauf zu ſehen, daß die Kuͤche, wenn gleich das Gebaͤude von Fachwerk „iſt, in ihrem ganzen Umfang maſſiv werde, wozu man ſich der Luftſteine „bedienen kann. „Hierher gehoͤrt auch, daß finſtere und ſchmale Gaͤnge nach den Ein⸗ „heitzungen nicht aus Holzwaͤnden beſtehen ſollen, ſondern gemauert ſeyn „muͤſſen, wie denn auch dieſe, ſowohl als die Fußboͤden der Vorgelege in allen „Stockwerken nicht gedielt, ſondern mit Steinen gepflaſtert ſeyn muͤſſen. „14) Am wenigſten ſind aber hoͤlzerne mit einem halben Stein verblendete „Waͤnde, gegen welche Feuer brennt, zu dulden. (Man ſollte kaum glauben, daß dergleichen unvorſichtige Anlagen, auch nur von einem Mau⸗ rerlehrburſchen gemacht werden koͤnnten— und doch giebt es ſolche Anlagen.) „15) Brandgiebel ſind bekanntermaßen eine vortrefliche Schutzwehr gegen die „Verbreitung des Feuers von nebenſtehenden in Brand gerathenen Gebaͤuden, eng und die R ausbrechen⸗ iſn ſch iht n. hreichen, dmit Schornſtns „Balken, oder legt werden. eyn, damit zwi⸗ en vernachlaßiget, mit Kiehn zum theerden nicht abſtehen, ſo n, und dieſes ber die Feuer⸗ wegen der bei n Holzwanden von Fachwerk der Luftſteine ach den Ein⸗ mauert ſeyn elege in allen muͤſſen. verblendete von einem Mau⸗ lagen⸗ hr gegen die „ Gebaͤuden, Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 221 „allein ſie muͤſſen nicht mit Fenſtern und Lucken durchbrochen ſeyn, denn da⸗ „durch faͤllt der ganze Zweck derſelben weg. „16) So koͤnnen auch maſſive Gebaͤude durch hoͤlzerne Geſimſe von andern „brennenden Eebaͤuden entzuͤndet werden— die Geſimſe muͤſſen alſo maſ⸗ „ſiov ſeyn. 4 „17) Raͤucherkammern muͤſſen mit der bekannten Vorſichtigkeit angelegt, den⸗ „noch aber oͤfters nachgeſehen werden, ob ſie ſich in der zweckmaͤßigen Art „erhalten haben. „18) Eben ſo koͤnnen die noch auf Streckhoͤlzer geſchleifte, oder auf Balken und „Wechſel aufgeſattelte Schornſteine nicht oft genug nachgeſehen werden, ob „ſie auch Riſſe und Borſten bekommen haben. Leider iſt ſolches aber auch „nicht einmal genau von außen zu entdecken, ſondern die Borſten ſind zwi⸗ „ſchen den Streckhoͤlzern, Wechſeln und Latten verborgen; daher muß der —„Schornſteinfeger hierauf aufmerkſam gemacht und eine genaue Ausſage von „demſelben gefordert werden. Die jetzigen Bauregeln verbieten wie vorhin „umſtaͤndlich gelehret worden, das Schleifen der Schornſteine und das „Aufſatteln derſelben bei aufzufuͤhrenden Gebaͤuden. Man opfert lieber „die Symmetrie der Schornſteinaufſaͤtze uͤber den Daͤchern auf, und fuͤhrt da⸗ „her die Schornſteinroͤhren, wo ſie zutreffen, zu den Daͤchern hinaus. Man „findet ſchon in Berlin bei Palais Beiſpiele hiervon, und glaubt nicht „dadurch gegen das aͤſthetiſche der Baukunſt zu ſuͤndigen, die Befolgung „dieſer Bauart kann vielmehr nicht genugſam empfohlen werden, weil die „Feuerſicherheit ſo ſehr davon abhaͤngt. „19) Muͤſſen Vorgelegemauern durchaus nicht auf Balken geſetzt werden, be⸗ „ſonders in, oder nahe an die Mitte derſelben, weil ſich uͤberhaupt jedes lie⸗ „gende Holz von der Laſt eines Mauerwerks, eindruͤckt und Riſſe verurſacht. „2⁰) Iſt es nicht allein der Feuervorſichtigkeit, ſondern auch der Bequemlich⸗ „keit gemaͤß, in Zimmern, wo Nachtlichter oder Lampen brennen, kleine Ni⸗ „ſchen dazu in die Mauer ohnweit einer Schornſteinroͤhre anzulegen, welche „mit kleinen blechernen Thuͤrchen zu verſchließen ſind, von welchen blecherne „Dampfroͤhren in den Schornſtein gehen. „Da nun aber durch die feuerſicherſte und beſte Anlage eines Gebaͤu⸗ „des nicht zu verhuͤten iſt, daß nicht durch Unvorſichtigkeit mit Feuer „und Licht, bei ſo mancherlei mehr oder weniger brennbaren Sachen, wo⸗ „mit ein Gebaͤude angefuͤllt iſt, Feuersgefahr entſtehen ſollte; ſo duͤrfte es „doch wohl weislich gehandelt ſeyn, die Gebhaͤude ſo zu erbauen, daß ——— .— — ꝛ—— ͤoöoöoͤoͤſoöoöoöoöo Von den Treppen. 222 Vierter Abſchnitt. „in ſelbigen an und fuͤr ſich, wenig brennbare Gegenſtaͤnde und vorzuͤglich ſo „wenig als moͤglich Holz anzutreffen ſey, denn durch deſſen Menge wird die „Gefahr nicht nur fuͤr das brennende Gebaͤude, ſondern auch fuͤr die umſtehen⸗ „den vermehrt, und die Wirkungen der Loͤſchungsmittel, wo nicht gaͤnzlich ver⸗ „eitelt, doch aͤußerſt erſchwert. Es muß doch wohl ein Unterſchied ſeyn, „eine einfache Partie brennendes Holz oder noch einmal ſo viel auszuloͤſchen. „Alſo, moͤglichſt maſſiv zu bauen, welches der Gebrauch der Luftſteine „ſo ſehr erleichtert, und eine Konſtruction unſerer Daͤcher mit wenigem Holz, „dieß wuͤrden die anzuwendenden wirkſamſten Mittel ſeyn, wodurch dieſe Vor⸗ „theile zu erreichen ſind. Dieſe Bemerkungen ſind noch durch folgende, in dem neuen Bauregle⸗ ment fuͤr Berlin gegebene Vorſchriften zu berichtigen; als, wo Kamine ſind, muß mit Flieſen, oder 10 Zoll breit von dem Kamin gepflaſtert werden. Wo Windoͤfen ſtehen, muß entweder eine Platte von Eiſenblech, dicht unter der Aſchthuͤre angebracht ſeyn, damit das etwa herausfallende Feuer den Fußbo⸗ den nicht beruͤhrt, oder es muß aus gleichem Grunde 20 Zoll vor dem Ofen ein Pflaſter ſeyn. Wo Einheitzkamine in den Stuben angelegt werden, und die Heitzungen entweder wegen Verzierung des Kamins, oder aus andern Urſachen, nur wenig von den Fußboden erhaben ſind, ſo daß nur eine Schicht Flieſen zwiſchen den Balken und der Feuerung iſt, muͤſſen die Balken unter dergleichen Kaminen ausgeſchnitten und die Anlage zum Kamin dazwiſchen eingewoͤlbt ſeyn; wo dieſes nicht angehet, muß der Heerd eine volle Mauer von wenigſtens ei⸗ nem Fuß dick haben, wobei beſonders dahin zu ſehen, daß die Fugen ſich decken. Bei Einheitzkaminen oder Vorgelegen trift es ſich oft, daß ſtarkes Feuer zum Pletten darin gemacht wird, aus dieſem Grunde muß dabei auch die obige Vorſicht angewendet, und lieber ein beſonderer Feuerheerd darin angelegt werden. §. 94. Eine Treppe muß bequem und ſicher herauf⸗ und herabgeſtiegen werden koͤnnen; hierzu gehoͤret eine angemeſſene Breite und Hoͤhe der Stufen; eine Breite oder ein Auftritt von 10 Zoll, und eine Hoͤhe oder Steigung von 6 bis 6 ¾ Zoll, ſind die gewoͤhnlichſten Maaße und gelten fuͤr buͤrgerliche und andere Gebaͤude. In anſehnlicheren Gebaͤuden nimmt man wohl 12 Zoll Auf⸗ tritt, jedoch ſollte die Hoͤhe der Stufen nie unter 6 Zoll ſeyn. In ſchlechten Gebaͤuden, wo man mit dem Raum, den die Treppen einnehmen, ſparen muß, otzuͤglich ſo e wird die de unſſtehen⸗ ärgäch ver⸗ terſchied ſehn, auszulſchen. der Luſtſeine denigem Hah, ch dieſe Var⸗ en Bauregle Kamine ſind, berden. Wo er unter der den Fußbo⸗ dem Ofen den, und die in Urſachen, hicht Flieſen r dergleichen gewoͤlbt ſeyn; eenigſtens ei⸗ Fugen ſch rarkes Feuer h die obige zgt werden. egen werden Stufen; eine igung bon gerlche und 12 Zoll Auf⸗ in ſchlechten daten muß, Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 223 darf doch der Auftritt niemals unter 9 Zoll und die Steigung nicht mehr als 7 bis 7 ½ JZoll betragen. Die Treppen unterſcheiden ſich in aͤußerliche und innere; erſtere werden Freitreppen(Perrons) genannt, weil ſie unbedeckt außerhalb den Gebaͤuden angebracht ſind. Letztere ſind Haupttreppen, Nebentreppen, geheime Treppen, Kellertreppen, Bodentreppen ꝛc. Der Anlage nach, gehet eine Treppe entweder in einerlei Richtung von unten nach oben gerade auf, oder ſie lieget theilweiſe in verſchiedenen Rich⸗ tungen, nach Maasgabe der Ecken oder Winkel der Mauern, wo ſie angebracht werden ſoll, oder andere Urſachen erfordern eine oder mehrere Wendungen, und ſolche Treppen heißen gebrochene Treppen. Anm. Auffahrten oder ſonſt ſchraͤge Anlagen zum Heraufgehen oder Fahren, werden Ram⸗ pen oder Appareillen genannt; letztere Benennung gilt beſonders in der Fortiſication, von den Anlagen zum Auffahren der Kanonen auf die Waͤlle. Die Form der Treppen iſt entweder von der Art, daß die Stufen ſo⸗ wohl als die Seitenſtuͤcke, worin die Stufen eingelaſſen ſind, oder die ſoge⸗ nannte Wangen, aus gerader Arbeit beſtehen, oder es ſind beiderſeitige, ge⸗ meiniglich aber nur die aͤußern Wangen an den gebrochenen Treppen, in den Ecken abgerundet, oder dieſe Wangen uͤberhaupt dergeſtalt aufſteigend gekruͤmmt, daß ſie lothrecht von oben herab betrachtet, auf dem Grunde eine zirkelfoͤrmige oder eine ovale Oefnung bilden. Dieſes ſind die gewoͤhnlichſten Formen der Treppen, und unter ſelbi⸗ gen die erſtgedachte, oder hoͤchſtens die zweite Art, die beſten, wo nemlich ent⸗ weder alles in gerader Arbeit beſtehet, oder wo nur die Wangen in den Ecken etwas abgerundet ſind; ſowohl in Abſicht der wenigeren Arbeit und Koſten, als wegen der Sicherheit verdienen ſie den Vorzug; denn alle Treppen, wobei die Stuſen nicht durchweg gleich breit ſind, ſondern auf einem Ende zu ſchmal und auf dem andern zu breit werden muͤſſen, ſind unbequem und unſicher, wel⸗ ches ſchon bei der dritten Art der vorgenannten Treppen, wo die ganzen aͤuße⸗ ren Wangen gerundet oder geſchwungen ſind, der Fall iſt. Jedoch iſt man oft in die Nothwendigkeit geſetzt, wenigſtens einen Theil der Stufen bei einer Treppe an einem Ende ſchmaͤler, und an dem andern Ende breiter zu machen. Sind bei einer Treppe die Stufen alle von der Art, und beſonders ſo beſchaffen, daß ſie mit einem Ende in einem Mittelſtaͤn⸗ der oder Saule eingeſetzt und zuſammengezogen ſind, welche Saͤule anſtatt der Wangen dient, ſo heißt eine ſolche Treppe eine Wendeltreppe, die auch Berechnung 224 Vierter Abſchnitt. ſonſt noch auf verſchiedene kuͤnſtliche Arten verfertiget worden, ſo z. B. daß die aͤußere Treppenwange ſpiralfoͤrmig gewunden iſt, und eine kleine Oefnung zwiſchen ſich laͤßt, oder daß die Wange gaͤnzlich wegfaͤllt, und die Stufen bloß aufeinander aufliegen.*) *) Ein ſchoͤnes Beiſpiel von einer ſolchen ſteinernen Treppe befindet ſich unter andern, im Zeughauſe in Danzig... Obzwar dieſe Wendeltreppen die Unbequemlichkeit haben, daß die Stu⸗ fen nicht von einer gleichen Breite ſind, vielmehr nach der aͤußern Seite der Treppe ſehr ſchmal ausfallen, ſo nehmen ſie dagegen auch nur ſehr wenigen Raum ein, und ſind in dieſer Abſicht oͤfters mit Nutzen anzubringen, z. B. in Thuͤrmen, oder als kleine Neben⸗ oder ſogenannte Geheime⸗Treppen,(esca- liers derobés) vermittelſt deren ſich nur gewiſſe Perſonen im Hauſe, aus einem Stockwerk in das andere begeben wollen. Außerdem hat der Treppenbau ſowohl in Abſicht der Anbringung als der Formen und der Zuſammenſetzung der Treppen, zu vielen Kuͤnſteleien Ver⸗ anlaſſung gegeben, welche aber außer den Grenzen dieſes Werks liegen, und in den beſonders davon handelnden Buͤchern aufzuſuchen ſind. Z. B. In Schuͤblers Zimmermannskunſt. Theat. Machinar universale of nieuwe algemeene Bouwkunde van Tielemann v. der Horst. Amsterd. In Pain's Brittisch Palladio London 1793. The Carpenters new Guide-London 1795. und in verſchiedenen andern Buͤchern uͤber die Zimmermannskunſt, findet man dergleichen Beiſpiele haͤufig. Bei denen vorzuſtellenden Muſtern zur Anlage ganzer Gebaͤude, welche ich noch her⸗ aus zu geben gedenke, wird ſich die beſte Gelegenheit finden, allerlei Beiſpiele von Treppenanlagen zu liefern. §. 95. Es wird ſehr einleuchtend ſeyn, daß die Anzahl der Steigungen bei der Treppen. einer Treppe ſich ergeben muß, wenn man die Hoͤhe des Stockwerks, mit In⸗ wenn ſelbiger, ſo wie dieſer, noch weit unter dem Diviſor iſt, ſo behaͤlt man begrif der Hoͤhe oder der Dicke der Balkenlage und des obern Fußbodens, mit der angenommenen Hoͤhe einer Stufe dividirt; es ſey z. B. in Fig. 244 die Hoͤhe eines Stockwerks ab, 12 Fuß, und die Dicke der Balken, nebſt dem dar⸗ auf liegenden Fußbodenbrette ad, 13 Zoll; beides alſo zuſammen 157 Zoll; wird nun die Hoͤhe einer Stufe zu 6 ½ Zoll angenommen, und alſo 157 mit 6 dividiret, ſo iſt der Quotient 24, jedoch bleibt ein Ueberreſt von Zoll. Dieſer Ueberreſt muß auf alle Stufen vertheilt werden, und zwar, 1 3z B. —— 2 B drß ine Oeſnung Suuſen bloß unter andern, im daß di Eu⸗ dern Seite der rſehr wenigen igen, z. B. in teppen,(esca- iſe, aus einem tbringung als ſteleien Ver⸗ liegen, und B. ſielemann v. der en Buͤchern uͤber he ich noch her⸗ i Beiſpiele von eigungen bei ks, mit Ir⸗ ßbodens, mit Fig. 244 die nebſt dem dar⸗ en 1 Jolz alſo 157 mit peberreſt von und zwar, hehaͤlt man z. B. Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 225 z. B. hier 24 Stufen bei, und macht die Stufen um ſo viel hoͤher. Naͤherte ſich aber der Ueberreſt ſchon dem Diviſor, ſo wuͤrde eine Stufe mehr, alſo 25 anzunehmen, und ſelbige um ſo viel niedriger zu machen ſeyn. Bleiben wir bei dem erſten Beiſpiel ſtehen, ſo dividirt man nun mit der gefundenen Anzahl der Steigungen 24, in die Hoͤhe, nemlich 157, wo ſich denn ergiebt, daß die Steidungen, um voͤllig gleich zu ſeyn, nicht 6 Zoll, ſondern 6 ½☛¾ Zoll hoch ſeyn muͤſſen, welches gegen die angenommene Hoͤhe von 6 Zoll von gar kei⸗ ner Bedeutung iſt. Es iſt vorhin wohlbedaͤchtig geſagt worden, daß man 24 Steigun⸗ gen, nicht Stufen, erhielte: denn da der letzte Austritt bei e ſchon auf den Boden ſelbſt geſchieht, ſo ſind bei 24 Steigungen nur eigentlich 23 Stu⸗ fenauftritte noͤthig, wie ſolches die im Grundriß eingeſchriebene Zahlen nachwei⸗ ſen; will man alſo die Laͤnge der ganzen Treppe von dem Auftritt bei fan, bis an den Austritt bei g wiſſen, ſo darf man nur die Anzahl der Stufen, mit der fuͤr die Auftritte beſtimmten Breite multipliziren, alſo hier die Anzahl von 23 Stufen, mit 10 Zoll, ſo erhaͤlt man 233 Zoll oder 19 Fuß 2 Zoll fuͤr die ganze Laͤnge der Treppe bf im Profil, oder gf im Grundriß. Da es unbequem ſeyn wuͤrde, ſo viele Stufen auf⸗ und abzuſteigen, beſonders wenn Sachen oder Meubles herauf⸗ und herunterzubringen ſind, ſo leget man zwar ſogenannte Ruheplaͤtze(Podeste) a an, Fig. 245; dieſes ſind eigentlich verbreitete Stufen, und man ſiehet leicht ein, daß, um bei deren An⸗ bringung vorgedachtermaßen die Laͤnge der Treppe zu finden, ſo viel zugerechnet werden muß, als das Podeſt breiter iſt, als eine andere Stufe. Gemeiniglich werden die Podeſte ſo breit gemacht als die Treppe ſelbſt iſt, oder ſie formiren ein Quadrat. Dieſe Figur der Podeſte entſtehet auch von ſelbſt, bey den gebrochenen Treppen, als z. B. bei a in Fig. 246, und Fig. 247 bei b, b, bei welchen Treppen man uͤberhaupt die Podeſte gerne in die Ecken legt. Die Podeſte nehmen allerdings etwas Raum ein, wo alſo der Raum zur Treppenanlage nicht uͤberfluͤſſig, vielmehr eingeſchraͤnkt iſt, pflegt man in die vorgedachte Ecken, anſtatt der Podeſte, gewundene Stufen nach Fig. 248 und 2409 anzubringen. Anm. Vorlaͤufig wolle man bemerken, daß wie die in der Folge zu zeigende Zuſammen⸗ ſetzung der Treppen es erfordert, die Linie ab nicht ſcharf in die Ecke gezogen iſt. Ff 226 b Vierter Abſchnitt. Wie man bei dergleichen gewundenen Stufen ebenfalls die Laͤnge der ganzen Treppe finden kann, bedarf keines Beiſpiels, weil ſich ſolches leicht von ſelbſt ergiebt. Anm. Anſtatt dieſe Berechnung des Raums, den die Treppen einnehmen, zu machen, be⸗ gnuͤgen ſich viele damit, eine Anzahl von Strichen in den Riſſen hinzukritzeln, welche zwar die Treppen andeuten ſollen, allein ſie bekuͤmmern ſich nicht darum, ob die Anzahl der Stufen verhaͤltnißmaͤßig mit der zu erſteigenden Hoͤhe ſtimmt, und ob die Ausdehnung der Treppe nach der Breite der Stufen hinreichend iſt oder nicht, daher entſtehen dann bei der Ausfuͤhrung der Bauten ſo manche Mißgeburten von Treppen. Am beſten iſt es, außer der Berechnung, der Vorſtellung durch Auftragung der Trep⸗ pen im Aufriß nach einem etwas groͤßeren Maasſtabe zu Huͤlfe zu kommen, wo man denn bald finden wird, ob der Platz die Anlage einer Treppe auf dieſe oder auf jene Art zulaͤßt oder nicht— kurz, wer rechnen kann, mit dem verjuͤngten Maasſtaabe umzugehen und dergleichen leichte Gegenſtaͤnde in Grundriſſen und Profilen vorzuſtellen weiß:— und von welchen bloßen Anfaͤngern ſöllte man dies nicht verlangen koͤnnen— der ver⸗ dient keine Entſchuldigung wenn er hierin fehlt. Es iſt wahr, es koͤnnen allerlei Hinderniſſe bei der Anlage einer Treppe zum Vor⸗ ſchein kommen, wobei es wirklich kuͤnſtlich iſt, alle dieſe Umſtaͤnde gehoͤrig zuſammen zu reimen. Daß ich dabei nicht immer einen beſſern Gedanken haben koͤnnte als der andere, gebe ich gerne zu; allein, wie oft erblickt man nicht die groͤbſte Nachlaͤßigkeit bei den Entwuͤrfen in Abſicht der Treppen, da doch eine gute Treppe in ſo vieler Ruͤckſicht ge⸗ rade eines der wichtigſten Stuͤcke in einem Gebaͤude iſt. §. 96. Wedesern Außer dieſer Berechnung des Raums, den die Treppen einnehmen, iſt auf bei der dabei noch auf folgende Umſtaͤnde Ruͤckſicht zu nehmen: Anlage der 1) Muͤſſen die Treppen eine der Erforderniß angemeſſene Breite haben; Rücklicht zu bey anſehnlichen Häͤuſern ſind 5 bis 6 Fuß vollkommen hinreichend, und unter nehmen iſt. 3 Fuß Breite ſollte auch nicht die ſchlechteſte Treppe angefertiget werden. 2) Iſt außer der vorgedachtermaßen berechneten Laͤnge einer Treppe, auch vorzuͤglich auf diejenige Oefnung Ruͤckſicht zu nehmen, welche die Treppe in der Decke des daruͤber befindlichen Stockwerks erfordert. Es ſey z. B. Fig. 250 A der Grundriß einer Treppe, B der Aufriß, und C der Grund des daruͤber ſolgenden Stockwerks. Nun muß die Treppe eine ſolche Lage erhalten, daß die Hoͤhe ab ſo viel betrage, daß der groͤßte Menſch auf den Stufen b ſtehen koͤnne, ohne an die Decke bei d anzuſtoßen, und man thut wohl dieſes Maaß auf 7 Fuß feſtzuſetzen. Befindet ſich aber, wie es oft der Fall iſt, noch ein Unterzug unter den Balken, ſo muß die vor⸗ gedachte Hoͤhe in bo, zwiſchen der Stufe und dieſen Balken befindlich ſeyn. Iſt dieſe Anordnung beobachtet, ſo giebt mg ſowohl im Profil als im Grund⸗ riß C, die Laͤnge und die Breite der Treppe, ſo daß der Raum gnom in der de linge de the echt von 4 umahen, be⸗ inzutäzin, wihe rum, ah de Pnnth ob die Aodehnun aher entſtge dun uftragung der da kommen, wo nn e oder auf jme an aasſtaabe unzugehen vorzuſtellen weiß:— können— der der Treppe zum Vor⸗ irig zuſamnen zu e als der andere, läßigkeit bei den dler Rückſicht ge⸗ einnehmen, iſ Breite haben, a, und unter werden. einer Tuippe, e die dreppe der Aufriß, zdie Treppe 3 der groͤßte anzuſtoßen, det ſic aber, nuß die vor⸗ indlich ſeyn. im Grund⸗ aom in der Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 227 obern Decke offen bleiben muß, mithin dieſer Raum fuͤr die obere Etage ganz unbrauchbar iſt. Gemeiniglich wird der Antritt der daruͤber ſolgenden Treppe wieder bei om angelegt, ſo daß die folgende Treppe gerade uͤber der untern liegt, wie ſolches die 251. Figur vorſtellet, wo A die untere, B die daruͤber und über dem untern Treppenloch nogm liegende folgende Treppe iſt, und aus dem Profil C, beide erſichtlich ſind. Weil aber hiebei der Winkel a unter der zweiten Treppe unbrauchbar bleibt, ſo pflegt man lieber den Antritt der zweiten Treppe gleich bei no, Fig. 251 B zu legen. Sodann reicht aber die Laͤnge no nicht fuͤr die ganze Treppe zu, ſondern es muͤſſen, wenn man den quadratiſchen Raum v, entweder zum Podeſt gelaſſen, oder Wendelſtufen darauf angebracht hat, von g bis h, Fig. 251 D zugeſetzt werden. Wenn die Dispoſition es ſonſt erlaubt, ſo iſt es in einem anſehnlichen Gebaͤude gut und ſchoͤn, die Treppen nicht nur wie in Fig. 252 uͤbereinander zu legen, ſondern auch den ganzen Raum abod im zweiten Stockwerke offen, und die Antritte uͤber einander zu laſſen. Man ſieht, daß zu dem Ende die Balken abgetrumpft werden muͤſſen; ſie muͤſſen alſo ſo auf der Vorder⸗ und Mittelwand aufruhen, daß der Theil ab der Balken und der Decke nicht kippen kann, auch muß der Wechſel von a bis o ſo ſtark ſeyn, daß derſelbe nicht herunterbiegen koͤnne. Anm. Im erſten Theil S. 243 iſt geſagt worden, daß es gut ſey bei dergleichen Treppen⸗ raͤumen, weil die Balken von a bis o nicht duxchgehen, und die Mauern alſo nicht daran geankert werden koͤnnten, die Mauer ek, gegen die andern, zu verſtaͤrken, oder, dieſelbe nicht von Stockwerk zu Stockwerk zu ſchwaͤchen, wie ſonſt bei den Etagenmauern ge⸗ ſchieht, ſondern dieſer Mauer von unten bis oben eine gleiche Staͤrke zu geben. Iſt aber hierauf nicht gerechnet, ſondern man will die Abſtufungen der Etagen⸗ mauern auch hier ſtatt finden laſſen, wie z. B. in dem Profil, Fig. 253 A, ſo iſt anzu⸗ merken, daß in den mehreſten Grundriſſen hierauf gemeiniglich nicht gedacht wird; die Treppen ſind nemlich in allen Stockwerken dichte an die Mauer gezeichnet, da doch die oberſten, um ſo viel als der Abſatz der Etagenmauer betraͤgt(gemeiniglich 6 Zoll) und wie hier in Fig. 253 B der weiße Streif od zeigt, abſtehen muͤſſen, wie ſolches auch aus dem vorgedachten Profil hervorgehet, wenn man ſich unter gh, die uͤbereinanderſtehenden Wangen und die Treppe ſelbſt, vorſtellt, welche gerade uͤbereinander liegen muͤſſen, da es haͤßlich ſeyn wuͤrde, wenn ſolche nach dem Profil Fig. 253 C, um ſo viel verſchoben wer⸗ den ſollten, als der Abſatz der Mauer betraͤgt; man kann alſo nicht fehlen, wenn man in allen Stockwerken das Maas ab, Fig. 253 B, aus c in d, u. ſ. f. fuͤr die Lage der gegen die Mauer heraufgehenden Treppenwange, abſticht, die Mauern kl, in den obern Etagen moͤgen mit den untern gleich ſtark ſeyn, oder wie hier, ſchwaͤcher werden. 3) Im erſten Theil S. 8. iſt bereits angefuͤhret worden, daß um das nachtheilige Ausſchneiden der Dachbalken zu verhuͤten, die Bodentreppe in die Ff 2 ———— e 228 Vierter Abſchnitt. Balkenfache gelegt werden muͤßte, wie hier in Fig. 254 A vorgeſtellet worden. Hiebei iſt aber zu bemerken, daß der Austritt ab ſo weit von den Sparren zuruͤck bleiben muß, daß man auf wenigſtens 3 Fuß, von der Linie ab bis ad noch frei unter den Sparren weggehen koͤnne, wie das Profil Fig. 254 B, ſol⸗ ches deutlich macht. Bei Manſardedaͤchern und Bohlendaͤchern, kann man, wie die Fig. C zeiget, ſchon naͤher mit dem Austritte gegen die aͤußern Waͤnde vor⸗ gehen, weil dieſe Sparren eine ſteilere Stellung haben. Anm. Aus eben dieſen Gruͤnden iſt, wenn eine Bodentreppe gebrochen werden muͤßte, ſel, bige nicht, wie Fig. 255 A anzulegen, ſondern wie Fig. 255 B, wobei das Podeſt m noch ſo tief herabliegen muß, daß man unter den Sparren weggehen kann. 4) Ueberhaupt muß vor dem Auftritt einer Treppe und ebenmaͤßig bei dem Austritt, ein freier Raum von 4 bis 5 Fuß breit vorhanden ſeyn. 5) Iſt wohl keine Regel leichter, gegen welche aber doch oͤfters gefehlet wird, als daß entweder die Treppen ſo angelegt, oder doch die Thuͤren derge⸗ ſtalt disponiret werden muͤſſen, daß wenn man durch ſelbige unter den Trep⸗ pen weggehen muß, die untere Kante der Treppenwange, wenigſtens die Thuͤr⸗ oͤfnung nicht naͤher als in dem Punkt a, Fig. 256 beruͤhren muͤſſe. Eben dieß wuͤrde bei Vorgelege⸗Thuͤren zu beobachten ſeyn, wenn es nicht uͤberhaupt am beſten waͤre, gar kein Vorgelege unter den Treppen anzu⸗ legen, es ſey denn daß die Treppen wie in Fig. 257 ſchon hoch daruͤber weg⸗ gingen. Wie leicht kann ſich nicht die hoͤlzerne Vorgelegethuͤre, oder das zum Trocknen in das Vorge⸗ lege gebrachte Holz entzuͤnden, wodurch die Treppe ſelbſt alsbald ergriffen wuͤrde.— Auch dieſer gefaͤhrlichen Anlagen giebt es indeſſen die Menge. Bei dem Entwurf eines Gebaͤudes koͤnnte man nun zuerſt die be⸗ queme Anlage der Treppen anordnen, und das uͤbrige, beſonders die Thuͤren und Durchgaͤnge, Vorgelege und Fenſter darnach einrichten. Weil aber da⸗ durch oͤfters wieder andere Unbequemlichkeiten entſtehen wuͤrden, ſo iſt man mit Treppenanlagen mehrentheils in dem bei weitem ſchlimmern Fall, ſich nach der feſtgeſetzten Anlage der Fluhre und der uͤbrigen Zimmer und ihrer Eingaͤnge zu richten; beſonders wenn in alten ſchon vorhandenen Gebaͤuden, Abaͤnderun⸗ gen oder andere Einrichtungen getroffen werden ſollen. Dabei ſind die Faͤlle und Vorkommenheiten ſo vielfaͤltig und mancherlei, daß es unmoͤglich iſt, ſie alle aufzuzaͤhlen, und ſo wuͤrden auch viele anzunehmende Beiſpiele, doch ſelten geradezu Anwendung finden. Es bleibt daher nichts uͤbrig, als die im vorhe⸗ rigen gegebenen Hauptregeln und deren Anwendung bei gehoͤriger Ueberlegung, anzuempfehlen, wobei wiederholentlich zu erinnern, daß es gut ſeyn wird, bei eſtelet worden. n den Syarren 3, Rnie ah dis od 39 5e J g kann nun,die ern Vune bo⸗ werden mißte. das Podeſt m noch d ebenmͤßig li den ſeyn. ofters gefce Shüren derge nter oen dup⸗ tens die Lhüt⸗ ſe. ſeyn, wenn Treppen anu⸗ h darüber we⸗ nen in das Vorze⸗ en würde.— Auch zuerſt die he⸗ ts die Püͤren eil aber da⸗ it man wit ſch nach der er Eingaͤnge „Acaͤnderun⸗ ſind die gaͤl noglih iſ, ſi le, doch elen die in bothe⸗ eleeberlegung, enn vid bei Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 229 ſchwierigen Treppenanlagen, die Aufriſſe von den, den Treppenplatz umgebenden Winden, ſamt den darin befindlichen Thuͤren und Fenſtern, nach einem nicht zu kleinen Maaßſtabe aufzutragen, und nach Maasgabe einer ſolchen Zeichnung uͤber die fehlerfreie Anlage der Treppen nachzudenken. Oefters ereignen ſich indeſſen bei der Anlage der Treppen Faͤlle, wo man ſchlechterdings nicht jeder Unbequemlichkeit ausweichen kann; und da beſte⸗ het denn die Kunſt(darin, die kleinſte zu waͤhlen und der groͤßeren auszuwei⸗ chen. Z. B. Fig. 258 A ſey der Grundriß des erſten, B des 2ten Stockwerks: im erſten befindet ſich in a, eine Thuͤre die etwa zur Kuͤche fuͤhret; oben im ten Stockwerke iſt bei b ebenfalls eine Thuͤre, und bei o der Antritt zur Bo⸗ dentreppe. Die Hoͤhe der Etage betraͤgt 11 Fuß; nun hat der Theil der Treppe, wo der Antritt iſt, bis an das Podeſt 12 Steigungen zu 6 Zoll; alſo liegt das Podeſt 6 Fuß uͤber dem Fußboden des Fluhrs. Von dieſen 6 Fuß muͤſſen aber wiederum aufs mindeſte 6 Zoll fuͤr die Dicke des Podeſtholzes und der Bretter auf dem Podeſte, abgerechnet werden; es verbleiben alſo nur 5 ¾ zum Durchgang nach der unter dem Podeſte befindlichen Thuͤre und zur Hoͤhe der Thuͤre ſelbſt, welches nicht hinreichend iſt. Dahingegen ſind vom Podeſt bis an die Decke 6 Fuß Hoͤhe, welches das Unterweggehen ſchon verſtattet. Wollte man nun durch die Abaͤnderung der Treppe mehr Hoͤhe unter das Podeſt verſchaffen, ſo muͤßten von dem Antritt an bis zum Podeſt noch mehr Stufen angebracht werden, allein dadurch erhoͤhet ſich das Podeſt wie⸗ derum ſo, daß zwiſchen demſelben und der Decke nicht Hoͤhe genug verbleibt. Gedaͤchte man aber die Treppenoͤfnung uͤber das Podeſt und uͤber einige her⸗ abgehende Stufen, nach der punktirten Linie im Grundriß der zten Etage of⸗ fen zu laſſen— wo bliebe denn der Eingang b und der Antritt der Boden⸗ treppe; es muß alſo die zu geringe Hoͤhe unter dem Podeſt ſchon bleiben, und man muß ſich dadurch helfen, unten auf dem Fluhr bei od ein oder zwei Stufen anzubringen, um den Platz unter dem Podeſt um ſo viel zu ſenken, damit die Thuͤre zu dem Zimmer m, und die Thuͤre zu einer unter den erſten heraufgehenden Theil der Treppe anzubringenden Kellertreppe, ihre gehoͤrige Hoͤhe erhalten. Es verſteht ſich, daß das Zimmer m ſelbſt um ſo viel geſenkt werden muͤſſe. Ginge aber auch dieß etwa wegen der Kellergewoͤlbe nicht an, ſo muͤſſen in der Thuͤre b wieder ſo viele Stufen heraufgehen als bei od her⸗ abfuͤhren. Von den Frei⸗ treppen und ihrer Kon⸗ ſtruction. Vierter Abſchnitt. §. 97. Weil die ſogenannten Seitentreppen oder Perrons mehrentheils im Freien oder unbedeckt vor den Haͤuſern angebracht werden, um die Hoͤhe der Keller- oder Souterain⸗Mauern uͤber der Erde, bis auf den Fußboden des er⸗ ſten Stockwerks*) zu erſteigen, ſo ſollten ſelbige billig von Bruchſteinen ſeyn; allein, da dieſes Material nicht aller Orten anzutreffen iſt, ſo muß man ſich an vielen Orten damit begnuͤgen, ſie entweder ganz von Holz zu machen, oder die Wangen und Stufen mit guten Ziegeln aufzufuͤhren, wobei jedoch die Stu⸗ fen und die Seitenmauern mit guten eichenen Bohlen bedeckt werden muͤſſen.**) *) Es haͤtte ſchon eher angemerkt werden ſollen, daß nach der Bauſprache, oder wenn man auch hierin den Franzoſen nachahmen, oder wenigſtens ihre Bauſchriften nicht unrecht ver⸗ ſtehen will, daß die unterſte Etage nicht die erſte, die folgende die zweite u. ſ. w. ge⸗ nannt wird, ſondern die(nach hieſigem Sprachgebrauch ſogenannte) erſte Etage heißt das Parterre, die zweite Etage die erſte, und die dritte die zweite, ſo daß„ein Haus von drei Etagen,“(nach der gewoͤhnlichen Sprechart) nach franzoͤſiſchem Gebrauch, ein Haus von zwei Etagen heißen wuͤrde. **) Auch auf den maſſiven Bruͤckengelaͤndern, iſt eine Bedeckung mit eichenen Bohlen, die mit eiſernen Ankern in das Mauerwerk befeſtiget ſind, das beſte. Die bloßen Ziegel ver⸗ wittern bald, wozu noch koͤmmt, daß ſolche von boͤſen Haͤnden gefliſſentlich demoliret werden. Wo man alſo genoͤthiget iſt ganz hoͤlzerne Treppen zur Erſteigung des untern Stockwerks anzulegen, iſt es ſehr gut die Anlage dieſer Treppen derge⸗ ſtalt zu machen, daß ſie ſich ebenfalls unter einer Bedeckung, oder im innern des Gebaͤudes beſinden, denn auch ſelbſt die ſteinernen Treppen haben doch den Fehler, daß die Stufen bei Näſſe und Froſt ſehr glatt und daher unſicher werden. Man koͤnnte daher, wie Fig. 259 A zeigt, die Mauer am Ein⸗ gange etwas zuruͤck ziehen, und die Treppe unter der Bedeckung des Dachs oder bei einem hohen Fundamente, den Eingang und die Treppen gleich in daſſelbe anbringen. Bei Gebaͤuden mit Durchfahrten, koͤnnen die Treppen nach Fig. 259 B in den Corridors ſtatt finden, oder nach 259 G dergeſtalt an⸗ gelegt werden, daß die Stufen zur Erſteigung des Corridors gleich mit den Haupttreppen verbunden werden, ſo daß das Podeſt a mit dem Fußboden der Etagen eine gleiche Ebene macht. Muͤſſen aber dieſe Treppen als Freitreppen vor den Haͤuſern angebracht werden, ſo iſt dasjenige anzumerken, was bereits S. 224 bes erſten Theils an⸗ gefuͤhret worden, daß nemlich jederzeit eine Stufe in die Hausthuͤre geleget werden, oder daß das Podeſt um eine Stufenhoͤhe niedriger liegen muß, als der Fußboden des Fluhrs, weil ſonſt das auf die Freitreppen fallende Regen⸗ waſſer in das Haus laufen wuͤrde. entheils im dihuͤhe der irden de er⸗ hſteirn ſan; nuß mu ſih machen, der doch die Sin⸗ en muͤſſen.*) oder wenn man nicht unrecht ver⸗ eite u. ſ. w. ge⸗ Etage heißt das daß„ein Haus Gebrauch, ein Bohlen, die en giegel ver⸗ mobret werden. eſteigung des reppen derge⸗ er im innern ben doch den aher unſiher er am Ein⸗ mdes Dachs en gleich in de Treppen ergeſtalt an⸗ ich mit den ßvoden der angebtache „ Theib an⸗ gun geleget en muß, als nde Regen⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 231 Anm. Wenn man auch nicht vorlaͤngſt des ganzen Gebaͤudes, blecherne Dachrinnen anwen⸗ den will, ſo ſind ſelbige doch uͤber den Eingaͤngen und beſonders uͤber den Freitreppen nothwendig. Ob zwar wie vorhin geſagt, die Sandſteine in vielen unſerer Provin⸗ zen ſelten ſind, ſo wird es doch nicht uͤberfluͤſſig ſeyn die Konſtruction einiger ordinaͤren Freitreppen von Sandſteinen zu beſchreiben. Anm. In Preußen werden einzelne Stufen, auch wohl mit Seiten⸗ oder Wangenſtuͤcken zu⸗ ſammengeſetzt, recht gut von behauenen Feldſteinen angefertiget, und es waͤre gut, wenn dies an mehreren Orten nachgeahmet wuͤrde. Zu dergleichen in der 260ſten A, B, C und 26 1ſten Figur A, B, C vor⸗ geſtellten, aus Steinen angefertigten Treppen, iſt zuvoͤrderſt ein dauerhaftes Fun⸗ dament erforderlich, deſſen Tiefe ſich nach der Beſchaffenheit des Grundes rich⸗ tet. Bei b Fig. 16. gehet daſſelbe etwas weiter als die Treppe vor, um dar⸗ auf eine ſteinerne Platte zu legen, in welcher die Antrittsſtufe mit einer Ueber⸗ falzung eingreift. Dergleichen Ueberfalzung iſt bei Fig. 262 ſowohl an der un⸗ tern als an den uͤbrigen Stuſen bei aa zu ſehen, und zwar muͤſſen die diago⸗ nale Fugen ab, mit den Wangenſtuͤcken rechte Winkel machen. Die Stufen werden entweder vollkantig nach Fig. 263, oder unten gebrochen nach Fig. 262 zugehauen oder gebrochen. Erſtere iſt aber die gewoͤhnlichſte und beſte Form der Stufen, weil ſie auf die Untermauerung mit Ziegeln am ſicherſten auf⸗ liegen. Die Seitenmauern der Treppen, werden entweder bloß mit Mauerſtei⸗ nen oder mit Werkſtuͤcken aufgefuͤhret, oder auch die Ziegelmauern nur mit letzteren bekleidet, wozu moͤglichſt große 3 Zoll ſtarke Platten zu nehmen ſind, um viele Fugen zu vermeiden. Auf dieſe Deckplatten werden zugleich die etwa⸗ nigen Fuͤllungen und Fenſtereinfaſſungen gearbeitet. In allen Faͤllen muß eine Deckplatte auf die Wangen aufgelegt werden. In dieſer Deckplatte, welche in Fig. 264 im Durchſchnitte vorgeſtellet iſt, ſind unten 2 Roͤnnen eingehauen, damit das Waſſer ſich nicht unten herum und vorlaͤngſt an die Mauern herab⸗ ziehen kann. Wenn die Wangen aus Bruchſteinen beſtehen, ſo ſind die Stu⸗ fen nur ſtumpf dagegen geſtellt und die Fugen mit Kitte verſtrichen, auch die Stufen durch Steinklammern(woran auch noch das umſtaͤndliche bei der Schloſ⸗ ſerarbeit vorkoͤmmt) befeſtiget und mit Blei vergoſſen. Dauerhafter iſt es aber, in die Wangen nach Fig. 265 Vertiefungen von etwa einem Zoll aus⸗ zuarbeiten und die Stufen hineingehen zu laſſen. Billig ſollten die Stufen aus einem Stuͤcke beſtehen; iſt aber die Treppe zu breit, oder ſind nicht ſo lange Steine zu haben, ſo muͤſſen ſelbige ſchon aus zwei Stuͤcken zuſammen⸗ 232 Vierter Abſchnitt. geſetzet werden, alsdenn iſt aber eine Unterwoͤlbung der ganzen Treppe erforder⸗ lich, worauf die Stufen ruhen, welches auch bei Stufen aus einem Stuͤck, wenn ſie lang ſind, anzurathen iſt. Eben ſo wuͤrde es gut ſeyn, wenn die Podeſtplatte aus einem Stuͤcke, und ſo groß ſeyn koͤnnte, daß ſie uͤber die Wangen uͤberreichte, Fig. 261 A, bei ab, damit der Regen gleich vom Podeſt ablaufen koͤnnte; allein wenn das nicht ſeyn kann, ſo trift die Podeſtplatte zwiſchen die Wange. Dergleichen Treppen muͤſſen ſchlechterdings mit eiſernen Gelaͤndern ver⸗ ſehen ſeyn, welche von den Schloͤſſern auf allerlei Manier angefertiget werden, wobei aber der Modengeſchmack alle ſonſtige uͤberfluͤſſige Verzierung verbannet hat. Die aufrecht gehenden Stangen haben Spitzen mit Wiederhaken, womit ſie in die dazu in die Sandſteine gehauene Loͤcher eingeſetzt und hiernaͤchſt mit Blei vergoſſen werden. Anm. Die Konſtruction der hoͤlzernen Freitreppen iſt uͤberhaupt aus dem Folgenden von der Konſtruction der hoͤlzernen Treppen anzunehmen. §. 98. Von der Kon⸗ Bekanntermaßen werden da wo die haͤufigen Steinbruͤche ſind, auch ſtruction der hoͤlzernen, in die Haupttreppen in den Gebaͤuden von Sandſteinen verfertiget; anderer Orten den Gebaͤuden aber, wo dieß der Fall nicht iſt, werden dergleichen Treppen nur in Palais, befindlichen und in andern großen Gebaͤuden, auch wohl in ſolchen, wo eine beſondere Si⸗ Treppen. cherheit der Treppen vor Feuersgefahr es erfordert, erbauet. Die Hauptſache beſteht in geſchickter und tuͤchtiger Unterwoͤlbung worauf dergleichen Treppen ru⸗ hen, welche Gewoͤlbe entweder auch von Sandſteinen, oder nur von Ziegeln an⸗ gefertiget werden. Die Form dieſer Treppen iſt ſehr mannigfaltig und oft ſehr kuͤnſtlich. Bei den geraden findet mehrentheils dasjenige in Abſicht der Konſtruction ſtatt, was bei den Freitreppen vorgekommen iſt. Jene komponir⸗ tere ſteinerne Treppen gehoͤren aber nicht hieher, und eben ſo wird auch nur von der Konſtruction der gewoͤhnlichſten hoͤlzernen Treppen, das noͤthige vorkommen. Zuvoͤrderſt iſt anzumerken, daß einige Zimmerleute der Meinung ſind, daß die Treppenwangen aus friſchen, die Stufen aber, und die Ruͤckbret⸗ ter unter den Stufen, welche Stoßbretter, oder Setzſtufen genannt wer⸗ den, von trocknem Holze gemacht werden muͤßten. Bei geraden Treppen moͤchte folgender Grund dazu einigermaßen guͤltig ſeyn. Man haͤlt naͤmlich dafuͤr, daß wenn die Wangen friſch ſind, und beim Trocknen ſich zuſammenziehen, ſie 1 die be erforder⸗ inem Stuͤck, aͤnen Stͤcke, Fig 261 A, lein wenn das helaͤndern der⸗ rtiget werden ung verbannet haken, womit hiernaͤchſt mit lgenden von der à ſind, duh anderer Orten ar in Palais, heſondere Si⸗ e Hauptſache n Treppen ru⸗ in Ziegeln an⸗ ltig und oft Abſicht der ne komponir⸗ rd auch nur das noͤthige Neinung ſind, die Nickbret⸗ genunnt wer⸗ repen moͤhte h dufir, daß enziehen, ſir die Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 233 die Stufen deſto feſter einſchließen werden; allein, es kann dieſes Eintrocknen auch in Abſicht der Setzſtufen und der Zapfen, womit die Wangen in die Pfoſten der Treppen eingezapft ſind, nachtheilig werden, daher es wohl am be⸗ ſten iſt, ſowohl zu den Wangen als zu den Stufen, trocknes Holz zu nehmen, und dabei nur auf rechte accurate Arbeit zu ſehen. Das Einſchieben der Stufen in die Wangen geſchieht auf zweierlei Art, nemlich ſtumpf, oder beſſer auf den Gradz; erſteres iſt in Fig. 266 und letzteres in Fig. 267 vorgeſtellt; gemeiniglich wird das erſte in Ausuͤbung ge⸗ bracht, und dabei die zweite oder dritte Stufe mit ſtarken eiſernen Naͤgeln durch die Wangen genagelt, wovon man ſich aber nicht viel Feſtigkeit zu verſprechen hat, indem die Raͤgel in das Hirnholz der Stufen treffen, beſſer iſt es, wenn man nur hoͤlzerne Naͤgel dazu nimmt, und ſolche etwas ſchraͤg einſchlaͤgt. Die ſogenannten Stoßbretter, welche bei ganz ſchlechten Treppen weg⸗ bleiben, ſonſt aber den untern Raum der Treppen verſchließen, muͤſſen folgen⸗ dergeſtalt eingeſetzt werden. Anm. Zur Verſchließung des Raums unter den Treppen, werden in gemeinen Haͤuſern die Treppen von unten mit Brettern bekleidet; dieſes geſchieht aber auch zuweilen des beſ⸗ ſern Anſehens wegen in wichtigen Gebaͤuden, wenn gleich Stoßbretter angebracht ſind, wo denn dieſe Bretter berohrt, mit Gyps geputzt und Fuͤllungen darauf angebracht werden. Die Stoßbretter werden ebenfalls entweder ſtumpf oder auf den Grad in die Wangenſtuͤcken eingeſchoben. In beiden Faͤllen ſtehen ſie oben in der auf den untern Seiten der Stufen befindlichen Nuth, Fig. 268, a, und zwar ſind ſie auf der hintern Seite abgefalzt, damit beim Schwinden, nicht vorwaͤrts oder an der Anſicht der Treppen, Ritzen in den Stoßbrettern entſtehen; ſonſt werden ſie aber auch, nur ſtumpf wie b zeigt, in die Stufen eingefalzt. In beiderlei Arten treten die Stoßbretter gegen die Kante der naͤchſtfolgenden Stufen, wor⸗ an ſie mit eiſernen Naͤgeln angenagelt werden, wie aus Fig. 268 zu erſehen. Anm. Man trift aber öͤfters in Zeichnungen und in den zu den Bauanweiſungen gehoͤrigen Kupfern, die Stoßbretter nach Fig. 269, ſowohl in die obern als untern Stufen eingeſetzt; ſolches wuͤrde aber viele vergebliche Muͤhe verurſachen, auch nur ſtatt ſinden koͤnnen, wenn die Bretter ſtumpf eingeſetzt werden, nicht aber auf den Grad angehen. Noch iſt in Abſicht der Treppenſtufen zu bemerken, daß die rechte oder diejenige Seite des Holzes, wo die Fiebern aufwaͤrts gehen, nach oben genom⸗ men werden muß, indem es eher verzeihlich iſt, wenn die Stufen ſich nach oben zu um etwas heben oder kruͤmmen, als wenn ſolches herunterwaͤrts ge⸗ ſchieht, oder daß die Stufen moldenfoͤrmig werden. G9 234 Vierter Abſchnitt. Die erſte, oder die ſogenannte Antrittsſtufe a, Fig. 270 muß jederzeit aus vollem Holze gemacht, und ſolche entweder auf ein gutes Unterlager b ge⸗ legt, oder gehoͤrig untermauert werden, um der Treppe einen feſten Stand zu geben, weshalb auch oben an der Wange Fig. 268 g eine ſogenannte Klaue an der Treppenwange befindlich iſt, mit welcher ſie auf dem Wechſel im Gebaͤlke, aufliegt. Auf vorgedachter Antrittsſtufe, ſind die Gelaͤnderpfoſten o mit einem Zapfen eingeſetzt; auch die Wangen mit dieſer Antrittsſtufe, wie die Fig. 270 zeigt, zu verbinden, nemlich durch den Zapfen d, indem das Wangenſtuͤck uͤber die Antrittsſtufe greift und auf den Grad eingeſchoben iſt. Bekoͤmmt aber die Treppe ein eiſernes Gelaͤnder, ſo gehet die Wange bis auf die Mitte der Antrittsſtufe und endiget ſich daſelbſt gemeiniglich mit einer ſchneckenfoͤrmi⸗ gen Rundung, ſo wie denn die Antrittsſtufe auch wohl abgerundet zu werden pflegt. Fig. 271. Hat eine Treppe Ruheplaͤtze oder Podeſte, ſo koͤnnen bei gemeinen Trep⸗ pen, diejenigen Staͤnder, worinnen die Hoͤlzer zum Podeſte eingezapfet ſind, gleich durchgehen, und die Gelaͤnderpfoſten abgeben; ſonſt werden letztere auch beſonders auf die Podeſtbalken geſetzt und mit Riegeln verbunden. Die eiſernen ſowohl als die hoͤlzernen Treppengelaͤnder, werden nach verſchiedenen Deſſeins angefertiget, und zwar letztere entweder aus duͤnnen Bret⸗ tern, welche in einer Nuth in die Wangen und Handgriffe eingelaſſen ſind, ausgeſchnitten, oder ſtaͤrkere viereckigte oder runde Gelaͤnderdocken gemacht, die mit Zapfen in die Wangen und Handgriffe eingeſetzt ſind, welche letztere Stuͤcke alsdenn ſtaͤrker ſeyn muͤſſen, und an den Seiten, nach Fig. 272 bei a abge⸗ kehlte Leiſten erhalten. Die auf Treillage-Art, wie bei den Galleriebruſtlehnen von duͤnnen Brettern ausgeſchnittene Gelaͤnder, erfordern nicht nur viele Arbeit, weil al⸗ les durch Stichſaͤgen und Raſpeln ausgearbeitet werden muß, ſondern es iſt dergleichen auch nicht dauerhaft, weil die Holzfiebern oͤfters durchſchnitten wer⸗ den, daher, wenn daran geſtoßen wird, dergleichen Arbeit leicht zerbrechlich iſt. Die viereckigten Gelaͤnderdocken ſind ebenfalls muͤhſam und theuer, daher in ge⸗ woͤhnlichen Faͤllen gedrechſelte Gelaͤnderdocken, nach Fig. 273 die beſten und wohlfeilſten ſind. Die Handgriffe werden nach Fig. 272, b, abgekehlt, und abgerundet. Fig. 274 A zeigt die Verzapfung der Wangeſtuͤcke in einem durchge⸗ henden Podeſtſtaͤnder. nuß jederzeit alager b ge⸗ ten Stand zu nannte Klaue tlin Goölk, c mit einem die Fi Nd Wangenſtik . Beköͤmmt uf die Mite chneckenfoͤrmi⸗ et zu werden meinen Trey⸗ apfet ſind, letztere auch werden nach duͤnnen Bret⸗ gelaſſen ſind, gemacht, die tztere Stuͤcke bei a abge⸗ von duͤnnen eit, weil al⸗ dern es iſt nitten wer⸗ brechlich iſt daher in ge⸗ beſten und nbgerundet em durchge⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 235 Oefters ſind die Podeſtſtiehle auf dem Raum unter den Treppen hinder⸗ lich, und es gehet an, die Stiehle, anſtatt daß ſie unten aufſtehen, oben an den Balken nach Fig. 274 B mit einem ſchwalbenſchwanzfoͤrmigen Zapfen und mit eiſernen Bolzen anzuhaͤngen. Fig. 275 ſtellet eine Treppe bei a mit drei, und bei b mit vier gewen⸗ delten Stufen vor. Man wird bemerken, daß die mittelſte Stufe cd nicht bei C in die Ecke gezogen iſt, welches nicht ſeyn darf, ſondern die Stufe muß in beide Wangen eingelaſſen ſeyn. Die Wendelſtufen muͤſſen in der Mitte ek, die Breite der andern haben, und hieraus ergiebt ſich zugleich, ob das Podeſt ſo groß, oder vielmehr ob die Treppe ſo breit iſt, daß anſtatt drei, vier Wen⸗ delſtufen angebracht werden koͤnnen. Die Wendelſtufen werden in den Treppenſtaͤnder, wie deſſen Grundriß Fig. 276 zeigt, eingezapft. Man ſiehet hieraus und beſonders aus Fig. 277 wo noch mehrere Wendelſtufen in den Treppenſtaͤnder eingezapft werden muͤſſen, daß derſelbe dadurch ſehr durchgelocht wird, daher es weit bequemer und beſſer i*ſt, den Treppenſtaͤnder nach innen zu, abzurunden, wie ſolches aus dieſer Fi⸗ gur erſichtlich iſt. Fig. 278 zeigt eine Haupttreppe, wobei die Ecken und auch die dar⸗ auf ſtoßenden Stufen, geſchweift ſind. Man wird leicht einſehen, daß das zirkelſtuͤckfoͤmmige Stuͤck der Wange, wornach die Abrundung geſchieht, eigentlich laͤnger iſt, als es ſich im Grundriß zeigt, weil es zugleich anſteigt. Dieſe Verlaͤngerung wird die Verſtreckung genannt, und iſt aus dem Grundriß und den Steigungen leicht zu finden, je⸗ doch wuͤrde es hier zu weitlaͤuftig ſeyn, dieſe Methoden zu beſchreiben, und ich muß deshalb auf die eigentlich und beſonders vom Treppenbau handelnden Buͤ⸗ cher verweiſen. Es wird hier nur noch angemerkt, daß dieſe Wangenſtuͤcke durch Za⸗ pfen mit den geraden Wangen zuſammengeſetzt werden; wenn aber zwei runde Wangenſtuͤcke zuſammenſtoßen, ſo muͤſſen ſolche nach Fig. 279 durch einen ſchraͤg durchgezogenen eiſernen Bolzen miteinander befeſtiget werden. Auch iſt es gut, die runden Wangenſtuͤcke nicht zu lang aus einem Stuͤcke Holz zu ma⸗ chen, weil ſonſt die Holzfaſern zu ſehr durchſchnitten werden. Endlich iſt in Fig. 280 A im Grund⸗ und Aufriß, eine Treppe vorge⸗ ſtellt, welche doppelte gegeneinander liegende Stufen hat, ſo daß man darauf ſchon mit einem Fuß um eine Stufe hoͤher ſtehet. Man ſiehet leicht ein, daß eine ſolche Treppe ſteiler als eine andere geſtellt werden kann, oder daß bei ih⸗ Gg 2 Vom Abpu⸗ tzen der Waͤn⸗ de mit Kalk. Vierter Apbſchnitt. rer Anlage die Laͤnge ab auf dem Grunde, worauf ſie angebracht werden ſoll, nur halb ſo lang ſeyn darf als bei einer andern; eine ſolche Treppe iſt aber nicht die bequemſte, beſonders im Herabſteigen, jedoch kann ſie im Nothfall als eine Nebentreppe angebracht werden, wenn man nicht viel Platz hat. Eben ſo kann man bei kleinen Communications⸗ oder ſogenannten ge⸗ heimen Treppen, den Raum durch Wendeltreppen, nach Fig. 280 B erſparen, wenn man noch dazu die Antrittsſtufen, wie aus dem Grundriß zu erſehen, uͤber die an der Mauer liegenden Wange uͤberweg gehen laͤßt; eine ſolche Treppe braucht alsdenn uͤberhaupt nur 2 Fuß bis 2 Fuß 4 Zoll breit zu ſeyn. Auch braucht man den Stufen nur 8 Zoll Steigung und 8 Zoll Auftritt zu geben. Anm. Wie ſo wohl eckigte als runde Treppen im Großen aufzureißen, auch die gera⸗ den und runden Wangenſtuͤcke zu finden und aus dem Holze auszuarbeiten ſind, ge⸗ hoͤrt nicht ganz nothwendig zu den Kenntniſſen des Baumeiſters, ſondern es iſt ſolches eigentlich von dem Zimmermann zu fordern, wenigſtens wuͤrde dieſe Lehre hier vorzu⸗ tragen zu weitlaͤuftig ſeyn. In den vorgedachten Buͤchern findet man die umſtaͤndlich⸗ ſten Anweiſungen dazu. §. 98. Die mit Kalkmoͤrtel zu putzende Waͤnde muͤſſen tuͤchtig angenaͤſſet wer⸗ den, theils um den Staub abzuwaſchen, theils um das Anziehen des Moͤrtels zu befoͤrdern. Zum Moͤrtel muß grober, jedoch reiner Flußſand und nicht feiner Berg⸗ ſand genommen auch eher zu viel Sand als zu wenig unter den Kalk gemiſcht werden, weil zu fetter Moͤrtel, Riſſe bekoͤmmt, und ſich von der Mauer ab⸗ loͤſet. Anm. Es giebt aber Maurer, welche ungegruͤndet der entgegengeſetzten Meinung und des Dafuͤrhaltens ſind, daß gerade zum Abputzen fetter Moͤrtel genommen werden muͤſſe. Der Grund dieſes Vorgebens beſtehet aber darin, daß die Arbeit mit fettem Moͤrtel nicht ſo ſchwer iſt als mit magern. Von dem Antragen des Putzes iſt bereits§. 146 des erſten Theils verſchiedenes angefuͤhret worden und hier noch nachzuholen, daß der Putz auf den Waͤnden beim Trocknen oͤfters viele Riſſe bekoͤmmt; um dies zu verhuͤten, muß man ein aufgetragenes Stuͤck Putz ſo lange ſtehen laſſen, bis es dieſe Riſſe bekoͤmmt und alsdenn erſt alles recht glatt gerieben werden, wobei die Wand mit dem Pinſel ſtark anzunaͤſſen iſt. Berappen heißt, wenn, nachdem die Wand tuͤchtig angenaͤſſet, der Moͤrtel bloß mit der Kelle angeworfen, und mit ſelbiger gleich die groͤßten Un⸗ ebenheiten abgezogen werden. Dergleichen Putz iſt dauerhafter als der mit dem werden ſoll, he iſt aber Nohhſil als t.— genannten ge 2 B enßaten, ß zu erſchen, ſolche Treppe ſeyn. Auch tt zu geben. auch die gera⸗ eiten ſind, ge⸗ rn es iſt ſolches hre hier vorzu⸗ je umſtndlich⸗ genaͤſſet wer⸗ des Murtels feiner Berg⸗ Lalk gemiſcht Mauer ab⸗ einung und des werden muͤſſe. / Mortel nicht iſten Theils eer Putz auf zu verhüͤten, bis es dieſe n, wobei die genaͤſer, der groͤßten Un⸗ er mit dem Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 237 Reibebrett glatt geriebene, beſonders weil das Abreiben mehrentheils zu fruͤh geſchiehet, und der Abputz daburch von den Waͤnden abgeloͤſet wird. Einen ſehr dauerhaften Abputz giebt eine Vermiſchung von einem Theile guten ſcharfen geſchlemmten Grandſand und zwei Theilen Gyps, ohne Kalk; dieſer Moͤrtel kann, wenn es erforderlich iſt, bis auf 9 Zoll dick angetragen werden, ohne daß derſelbe aufreißt oder ſich abloͤſet, und erreicht eine Haͤrte wie Sandſtein, ſo daß derſelbe mit dem Meiſſel bearbeitet werden kann. Zum ge⸗ woͤhnlichen Putz wuͤrde dieſer Moͤrtel aber zu koſtbar ſeyn; er iſt alſo eigent⸗ lich der erſte Auftrag, oder der Grund zum Gyps⸗Marmor. Um das ſchnelle Erhaͤrten dieſes Moͤrtels zu verhuͤten, nimmt man un—⸗ ter dieſen Gypsmoͤrtel Leimwaſſer von Tiſchlerleim,(und nicht Lehm⸗ waſſer, wie es S. 294 des erſten Theils verdruckt iſt); wenn dieſer Moͤrtel auf berohrte Holzwaͤnde aufgetragen wird, ſo ereignet ſich der uͤble Umſtand, daß die Rohrnaͤgel Roſtflecke auf dem Abputz verurſachen; wenn man nicht da⸗ gegen das Mittel anwendet, ſowohl bei Waͤnden als bei gerohrten Geſimſen, die Berohrung zuvoͤrderſt mit einer Maſſe von 2 Theilen Gyps und 8 Thei⸗ len Weiß⸗Kalk ganz damit zu uͤberziehen; nach einer Viertelſtunde kann ſo⸗ dann der Gypsmoͤrtel angetragen werden. Der Kalk verhindert die Verbrei⸗ tung der Roſtflecke, und man wird an einer berohrten und mit Kalk, oder mit Kalk und Gyps uͤberzogenen Decke, nie Roſtflecke bemerken, auch beim Ab⸗ ſchlagen des Moͤrtels von einer ſolchen Decke, die Naͤgel und den Drath ſel⸗ ten vom Roſte angefreſſen finden. Da aber, wenn ganz ſaubere Arbeit ge⸗ macht werden ſoll, als Saͤulen, Pilaſter ꝛc. doch Stellen bleiben koͤnnten, die mit dem vorgedachten Ueberzug nicht uͤbergezogen werden, ſo iſt es noch beſſer, den Drath und die Nagelkoͤpfe mit Bolus, der mit Oehlfarbe abgerieben iſt, zu uͤberſtreichen. Anm. Ein Maurer hat mich verſichern wollen, daß bei dem Bau der hieſigen Schloß⸗ und Domkirche, die Berohrung der Decke und des Geſimſes uͤber den Saͤulen, mit Theer uͤberſtrichen und der Gypsmoͤrtel ſodann uͤbergetragen worden. Eine andere Art von Putz, den man gemeiniglich Weißſtuck nennet, wird folgendermaßen gemacht. Die zu putzende Mauer wird mit ordinaͤrem Moͤrtel, eine berohrte Wand aber mit Gypskalk, wie gewoͤhnlich uͤbertragen, allein nicht glatt gerieben; alsdenn wird Moͤrtel von 2 Theilen reinen guten Weißkalk und mit einem Theil feinen Gyps vermiſcht,& Zoll dick, mit dem Reibebrett auf den erſten rauh gelaſſenen Anwurf aufgetragen und glatt gerie⸗ ben. Dieſer Putz kann ſo glatt gemacht werden wie Gypsmarmor, und erhaͤlt 238 Vierter Abſchnitt. eine ſchoͤne Weiße, jedoch kann demſelben keine Politur gegeben werden; dieſer Putz iſt in Kirchen und andern großen Zimmern, wo das Ausweißen beſchwer⸗ lich, ſehr brauchbar, indem der Staub ſich wegen der Glaͤtte nicht ſo ſehr au dieſen Abputz anhaͤngt als an andern. §. 99. 4 Vom Rohren Hoͤlzerne Fachwerkswaͤnde, welche mit Mauerſteinen ausgemauert ſind, und Putzen werden gewoͤhnlich nach Fig. 281 dergeſtalt gerohret, daß das Rohr nach der der Dun Laͤnge der Hoͤlzer in Halmenbreiten auseinander angebracht, und der Drath waͤnde. queer uͤber das Rohr in einem Zickzack verbunden, und nach der gewoͤhnlichen Breite der Stiehl⸗ und Riegelhoͤlzer von 6 bis 8 Zoll, an den Ecken und in der Mitte jeder Faden Drath, wechſelsweiſe mit einem, auch mit zwei Rohrnaͤ⸗ geln befeſtiget wird. Anm. Bei dieſer Art zu berohren muͤſſen die Stammenden und die Spitzen des Rohrs gehoͤ⸗ rig gewechſelt werden, damit alles gleich dick und eben wird. Auch iſt anznmerken, daß der Drath vor dem Gebrauch im Feuer ausgegluͤhet wer⸗ den muß, wodurch derſelbe ſeine Sproͤdigkeit verliert und biegſamer wird. Wenn aber das Holzwerk zuſammentrocknet, welches doch niemals zu verhuͤten iſt, ſo entſtehen bei dieſer Art vom Berohren Riſſe in dem Putz, welche ſaͤmmtliche Stiele und Riegel ganz deutlich bezeichnen, auch wohl das Abfallen des Putzes nach ſich ziehen. Es iſt daher beſſer, jedoch freilich etwas muͤhſamer, nach Fig. 282 das Rohr in die Queere oder nach der Breite der Stiele und Niegel, mit einem dreifachen nach der Laͤnge der Hoͤlzer laufenden und alle 4 Zoll von einander, mit einem Rohrnagel befeſtigten Drathzug zu berohren. Unter dieſer Berohrung koͤnnen die Stiele immerhin zuſammentrock⸗ nen, die Laͤnge der Rohrſtengel, welche noch etwas uͤber die Breite des Stiels hinwegreicht, verbleibt, und mithin koͤnnen durch das Zuſammentrocknen der Hoͤlzer keine Riſſe im Putze entſtehen. Bei Decken, welche auf Lehm gerohret werden, muß das Rohr in Halmbreiten auseinander wie Fig. 283 zeigt, unter die Balken mit 2 Reihen Drath auf jeden Balken, und nach Verhaͤltniß der Breite der Lehmfaͤcher, auf jedes Fach mit 2, beſſer aber mit 3 Reihen Drath bezogen werden. An die Balken wird der Drath alle 4 Zoll auseinander mit Rohrnaͤgeln, auf die Lehmfaͤcher aber alle 6 bis 7 Zoll, und beſſer, alle 5 bis 6 Zoll, mit Spikern oder mit Lattnaͤgeln, welche bis in die Staken reichen muͤſſen, befeſtiget. Anm. Es gehoͤren zwar hiezu viele dergleichen ſtarke Naͤgel, wobei dergleichen Dek⸗ ken doch nie recht gerade und eben ſind, auch unterſcheiden ſich die Balken immer werden; dieſe üßn beſchwer ſic ſ ſhr an kgemauer ſid, Rohr nach der ind der Drut er gewoͤhnichen n Ecken und in it zwei Rohrni⸗ des Johrs gehi⸗ ausgeglihet wer⸗ in. och viemals ſu in dem Put, auch wohl das ſteilich etwas der Breite der oͤhzer laufenden Drathzug zu zuſammentrock⸗ te des Stiels utrocknen der das Rohr in nit 2 Reihen mfächet, uf den. Ar die eln, uf die jit Soikern hefeſtiet ergleichen dek⸗ Yalken immer Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 239 von den Deckenfeldern durch eine weißere Farbe; es iſt daher in allen Faͤllen beſſer die zu berohrenden Decken, vorher mit Brettern zu verſchalen. Geſchalte Decken und Waͤnde, oder auch Bretterwaͤnde, werden queer oder ſchraͤg uͤber die Bretter gerohrt, und der Drath 5 bis 6 Zoll, beſſer aber 4 bis 5 Zoll auseinander gezogen, wobei jeder Drath alle 4 Zoll mit einem Rohrnagel befeſtiget wird. Anm. Die Bretter womit dergleichen Decken oder Waͤnde geſchalt werden, muͤſſen in ihrer Breite im Kerne durchgeſchnitten, und auch nicht zu dicht aneinander genagelt werden. Denn, wenn die Bretter nicht im Kern durchſchnitten ſind, werfen ſie ſich der Breite nach hohl, und wenn ſie zu nahe aneinander befeſtiget ſind, haben ſie keinen Raum, wenn ſie etwa von der Feuchtigkeit quellen, ſondern ſie verurſachen Riſſe oder wohl gar das Abſpringen des Putzes. Die ausgemauerten Faͤcher in den Holzwaͤnden, koͤnnen wie maſſive Mauern mit gewoͤhnlichem Kalkmoͤrtel geputzet werden; die Berohrung aber ſollte mit einem Moͤrtel, welcher zur Haͤlfte aus gewoͤhnlichem Kalkmoͤrtel, und zur Haͤlfte aus Gyps beſtehet, geputzet werden.. Ueberhaupt iſt der Gyps zum Rohrputz und insbeſondere auf Decken, ein aͤußerſt noͤthiges Verbindungsmittel, um eine ſchnelle Bindung zu bewuͤr⸗ ken; indeſſen lehret die Erfahrung, daß im Nothfall bei langſamer Arbeit und allmaͤhligem Antragen des Moͤrtels, und uͤberhaupt bei fleißiger und geſchickter Arbeit eine Decke auch ohne oder doch nur mit ſehr wenigem Gyps, gut und dauerhaft angefertiget werden kann. Indeſſen iſt dieß doch nicht anzurathen, weil dergleichen Arbeit mehr koſtet als wenn Gyps angewendet wird. Anm. Es iſt auch bei dergleichen Arbeit ein Unterſchied, ob friſche Decken in ganz neuen Gebaͤuden eilfertig geputzt werden ſollen, oder ob es alte Decken bei Reparaturen oder Ausbau alter Haͤuſer ſind, wobei kein Zuſammentrocknen des Holzes mehr vorkoͤmmt; im erſtern Fall bleibt der Gyps unentbehrlich. Wenn Decken in einem Gebaͤude gerohrt und geputzt werden ſollen, wo viele und heftige Erſchuͤtterungen zu befuͤrchten ſind, oder in Kirchen und uͤber ſolchen Zimmern, welche wegen ihrer Hoͤhe bei Reparaturen beſchwerliche Ruͤſtun⸗ gen erfordern wuͤrden, ſo muß, um ſolches zu vermeiden, und auch da, wo Stuk⸗ katurarbeit an den Decken angebracht werden ſoll, doppelt oder uͤbers Kreutz be⸗ rohrt, und jede Berohrung fuͤr ſich mit Drath bezogen werden. Dergleichen Decken ſind wie gewoͤhnlich geſchalt, und der Drath der erſten Berohrung mit Rohrnaͤgeln, der Drath der 2ten Berohrung aber mit ½ Zoll langen Naͤ⸗ geln befeſtiget. Den Materialienbedarf fuͤr jede der vorgedachten Berohrung auszumit⸗ teln, wuͤrde an ſich nicht ſchwer ſeyn, allein es bleibt mißlich oder gar unmoͤg⸗ 240 Vierter Abſchnitt. lich, ganz genau angeben zu koͤnnen, wie viel eigentlich bei der Arbeit ver⸗ braucht wird, indem oͤfters mit dieſen unbedeutend ſcheinenden Materialien von den Arbeitern verſchwenderiſch umgegangen wird, theils aber koͤmmt es auch auf die Guͤte und Beſchaffenheit der Materialien an; z. B. wenn viele Naͤgel zerbrechen, oder das Rohr zu kurz und ſchwach iſt, oder wenn der 900 Fuß lang ſeyn ſollende Ring-Drath, wie oft der Fall iſt, nur 600 Fuß lang iſt, ꝛc. ꝛc. Der eigentliche Bedarf wuͤrde folgender ſeyn: Zu einer Quadratruthe ausgemauerter Fachwand, worin gewoͤhnlich an 80 lau⸗ fende Fuß Riegel und Stiele, zu berohren und zu beputzen ſind, 1) auf einen Fuß, wenn der Drath nach der Queere des Holzes gezogen wird, viermal queer heruͤber à 8 ½ bis 9 Zoll, thut auf 88 Fuß, 264 Fuß, und mit Befeſtigung und Anknuͤpfen, uͤberhaupt 300 Fuß, oder 2 5 Ring⸗ Drath. Wird der Drath nach der Laͤnge des Holzes gezogen, ſo iſt eben ſo viel erforderlich. 2) Wird der Drath queer uͤber gezogen, ſo ſind pro Fuß 10 Naͤgel; alſo auf 88 Fuß 880 Rohrnaͤgel, mit Inbegrif des Bruchs erforderlich. Wird er aber der Laͤnge nach gezogen, ſo ſind pro Fuß 9 Naͤgel; alſo 792, und auf 100 Stuͤck 10 Stuͤck Bruch gerechnet, 872 Rohrnaͤ⸗ gel erforderlich. 3) Wird das Rohr nach der Laͤnge des Holzes gelegt, ſo ſind auf der Breite ohngefaͤhr 8 bis 10 Halme erforderlich, welche in der Regel nur zu 4 Fuß Laͤnge angenommen werden koͤnnen; mithin ſind zu 4 Fuß Stiel, 7 Halme und auf 88 Fuß 198 Halme, mit Bruch und Ausſchuß aber 225 Halme, ½ Schock Rohrgyps noͤthig. 4) Wenn die Stiele und Riegel 8 Zoll breit und der Putz † Zoll dick ge⸗ rechnet werden, ſo betraͤgt der Putz auf 88 Fuß Stiel und Riegel 1½ Kub. Fuß. Soll nun der Anwurf zur Haͤlfte aus Gyps beſtehen, ſo be⸗ traͤgt der gegoſſene Gyps ½ Kub. Fuß; folglich nach S. 136 des Iſten Theils, 5 Metzen Mehlgyps. Dieß waͤre ohngefähr der noͤthige Bedarf; allein, aus vorangefuͤhrten Urſachen, weichen die Verfertiger der Bauanſchlaͤge öfters davon ab, auch iſt in dem 1ſten Theil S. 157 aus Verſehen, nur ½ Ring⸗Drath ange⸗ geben worden. Zu et Arbeit ver Nateiglien von konut es auch enn viie Nägel n der hoo duß 500 Flſ lng lich an go lau ſind, Hohzes geogen Juß, 264 ſ „oder x Ning⸗ ſo iſt eben ſo 0 Mall; alſo orderlcch. Suß Nüe 872 Rohrni⸗ ſind auf der der Regel nur zu 4 Suß Stie⸗ Ausſchuß aber zzol dick ge⸗ nd Riegel 13 eſtehen, ſo be⸗ 136 des iſte voranefilten dabon al, uch ⸗Drach ange⸗ 39 Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 241 Zu den Decken iſt der noͤthige Bedarf an Rohr, Drath und Naͤgeln be⸗ reits im erſten Theil angegeben worden. Anmerk. Zu der Anmerkung S. 239 iſt noch hinzuzufuͤgen, daß es gut iſt, wenn man in die Schaalbretter, hin und wieder, der Laͤnge nach, mit einer Axe einhauet, ohne jedoch die Bretter ganz zu ſpalten; das Werfen oder Mulden derſelben wird dadurch ſehr verhuͤtet. Man kann ſich auch im Nothfall anſtatt des Draths, Bindfaden bedienen; es giebt Beiſpiele daß ſich dergleichen Arbeit gut gehalten hat. Eben ſo gehet es allenfalls an, an⸗ ſtatt der mit Drath zu uͤberziehenden Berohrung, aus Elſen, Birken, Werft oder andern geſchmeidigem Holze, geriſſene Sprugelſtoͤcke, in kleinen Entfernungen, mit der Ruͤndung der Spruͤgelſtoͤcke auf die Stiehle, Riegel und Balken zu nageln, und Kalk der mit Kuh⸗ haaren vermiſcht iſt, dazwiſchen und aufzutragen; jedoch giebt das Berohren ebenere Flaͤ⸗ chen und iſt dieſer Arbeit vorzuziehen. §. 101. Nur ſehr hohe und weit ausladende oder vorſpringende innere Deckenge⸗ Von den in⸗ ſimſe werden gemauert; gewoͤhnliche oder mittelmaͤßigere und kleine Geſimſe aber nur mit Rohr und Gyps verfertiget. Eigentliche Deckengeſimſe ſind uͤbrhaupt, wenigſtens in ordinaͤren Zimmern nicht mehr ſehr uͤblich, ſondern es werden nur kleine Woͤlbungen oder Vouten gemacht, die aus dem bloßen Anwurf von Gyps⸗ kalk beſtehen, oder darin gezogen werden. Iſt aber eine ſolche Voute ſchon etwas ſtark, ſo werden in die Ecke der Wand und der Decke Rohrhuͤndel, Fig. 284. bei a in die Mauer mit laͤngeren, und bei b, oder in die Balken, mit kuͤrzeren Naͤgeln und uͤber Eck mit Drath befeſtiget. Bei einem groͤßern Profil einer ſolchen Voute als Fig. 285. muͤſſen auch noch lange Naͤgel od in die Ecke eingeſchlagen und der Drath daran befeſtiget werden. Zu noch groͤßeren Geſimſen von etwa 9 Zoll Hoͤhe und eben ſo viel Aus⸗ ladung, Fig. 286, wird erſt in der Ecke ein kleiner Rohrbuͤndel aa mit Naͤgeln befeſtiget; hierzu koͤmmt noch eine Ausfuͤllung von Rohr, welche an der Decke und Wand mit kurzen Naͤgeln co, in der Mitte aber mit laͤngern bhb befe⸗ ſtiget wird; zur haͤngenden Platte kann allenfalls noch ein kleiner Rohrbuͤn⸗ del d angebracht werden; hierauf wird der Gypskalk angetragen und die Glie⸗ der nach der Chabelone gezogen. Anmerk. Man kann auch, um nicht durch vielen Moͤrtel die Simſe zu ſchwer zu machen, Schmiedekohlen in dem zuerſt auf das Rohr angetragenen Moͤrtel eindruͤcken, und dann erſt den Weißſtuͤck, der aus zwei Theilen Kalk und einem Theil feinen Gyps beſtehet, uͤbertragen. Bei großen Geſimſen Fig. 287. wird ein ſtarkes Holz a db befeſtiget, daſſelbe berohrt und die Glieder daran gezogen, welches aber eine große Laſt verurſacht, und mit Vor⸗ ſicht zu befeſtigen iſt. Hb Vom aͤußern Abputz der Gebaͤude. Vierter Abſchnitt. Das Antragen des Moͤrtels bei den Geſimſen muß, wie vorher bei dem Putze erwaͤhnt worden, allmaͤhlich geſchehen, damit jeder Anwurf erſt eine Fe⸗ ſtigkeit erhalte und der folgende gut darauf binden koͤnne. Die benoͤthigte Quantitaͤt an Rohr, Naͤgel, Drath und Gyps zu derglei⸗ chen Arbeiten, laͤßt ſich aus den Profilen, jedoch ziemlich unbeſtimmt, angeben. Anmerk. Ob zwar der kuͤnſtliche Gyps⸗Marmor bei gewoͤhnlichen Gebaͤuden nicht leicht vorkommen duͤrfte, ſo ſoll dennoch das Weſentlichſte von dieſer Arbeit angefuͤhrt werden. Zu dem weißen Marmor wird feiner und wohl geſiebter Gyps mit Leimwaſſer von wei⸗ ßen reinen Leim, zu einem Teig angemacht, und das Leimwaſſer ſtaͤrker oder ſchwaͤcher, gemacht, nachdem eine baldigere oder eine langſamere Trocknung des Gypſes erfolgen ſoll. Will man einen farbigten Marmor haben, ſo wird die Maſſe des Gypſes in ſo viele Theile getheilet, als man verſchiedene Coulenren im Marmor haben will; unter jede Portion thut man die Farbe und ruͤhrt ſie wohl untereinander; alsdenn werden alle cou⸗ leurte Gypshaufen nach Gefallen, jedoch geſchickt um der Natur nachzuahmen, mit einer Kelle auf die Mauer⸗Ziegel aufgetragen, wenn ſolche vorher mit einem Gypsmoͤrtel, groben Sand und Leimwaſſer uͤberzogen worden, auch mit der Kelle recht gleich geſtri⸗ chen, wornaͤchſt nach 2 bis 3 Stunden, wenn der Gyps noch friſch, jedoch ſchon ziemlich erhaͤrtet iſt, die etwannigen feinern Glieder und Proſile mit Staͤmmeiſen oder langen Degenklingen darin ausgearbeitet werden. 8 Die Hauptſache und zugleich das beſchwerlichſte bei dieſer Arbeit iſt das Schleifen, welches zuerſt mit Waſſer und Sandſteinen, bei beſtaͤndigen Abwaſchen des Schlufs, mit einem Schwamm, geſchieht. Je laͤnger nun das Schleifen waͤhret, einen deſto hoͤhern Grad von Feinheit muͤſſen die Sandſteine deren man ſich bedient, haben; hiernaͤchſt wird mit einem ſogenannten Probierſtein geſchliffen, und zuletzt mit gebrannten und fein ge⸗ riebenen Schaafsknochen mit Lappen gerieben. Auch koͤnnen anſtatt der Schaafsknochen Nuͤſſe, welche ſamt den Kern gebrannt worden, genommen werden. Naͤchſtdem wird die Arbeit durch Nußoͤhl mit Lappen abgerieben, wodurch endlich der Marmor ſo glatt als ein Spiegel wird. Herr Satory in Potsdam beſitzt eine außerordentliche Geſchicklichkeit in der Anfer⸗ tigung des kuͤnſtlichen Gypsmarmors. Aus dieſer kurzen Beſchreibung kann aber auch die Muͤhſamkeit dieſer Arbeit beurtheilet werden. §. 102. Wenn die Geſimſe und ſonſtige Verzierungen gehoͤrig und gut vorge⸗ mauert ſind, und ſelbige nicht allzufeine Glieder haben, ſo kann der aͤußere Abputz ohne allen Zuſatz von Gyps, mit bloßen Kalkmoͤrtel angefertiget werden. Die Maurer nehmen aber, wenn nicht ſtrenge darauf geſehen wird, gewoͤhnlich, und wenn kein Gyps bewilliget wird, zu vielen Weißkalk zu dem Anwurf, um ſelbi⸗ gen geſchmeidiger zu machen, und die Glieder deſto leichter ziehen zu koͤnnen; daher der Abputz beim Austrocknen ſehr aufreißt, und der Witterung Gelegen⸗ heit giebt einzudringen. Um dies zu verhuͤten, iſt's daher beſſer, etwas Gyps anzuwenden, etwa auf den laufenden Fuß Hauptgeſims von 14 bis 16 Zoll her bei dem s zu detglei⸗ it, angeben. uden niht leiht gefuͤhrt wadden. waſſer von mei oder ſchwaͤcher, Gypſes erfolgen es Gypſes in ſo will; unter jede werden alle cou⸗ hmen, mit einer em Gypsmoͤrtel, ht gleich geſtri⸗ ſchon ziemlich n oder langen das Schleifen, „Schlofs, mit en deſto höhern hiernaͤchſt wird en und fein ge⸗ Schaafsknochen ſtdem wird die er ſo glatt als t in der Anfer⸗ kann aber auch gut vorge⸗ ßere Adputz rden. Die ohnlich, und ef, um elbi⸗ zu koͤnnen; ng Gelegen⸗ etwas Gyys his 16 Joll Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 243 Hoͤhe und Ausladung ½ Metze, und ſo nach Verhaͤltniß zu den andern Ge⸗ ſimſen. 1 Zum aͤußern Putz der Waͤnde ſelbſt, iſt aber auf keinen Fall Gyps erfor⸗ derlich, ſondern nur dahin zu ſehen, daß nicht zu fetter Moͤrtel genommen, und daß der Putz nicht mit einmal zu ſtark, ſondern nach und nach angetragen, auch daß der Anwurf nicht eher abgerieben werde, bis ſich Riſſe gezeigt haben, ſonſt bekoͤmmt der Abputz in der Jolge Spruͤnge und loͤſet ſich wohl gar ab. Uebrigens werden die Fenſtereinfaſſungen, Tafeln und ſonſtige Erhoͤhun⸗ gen mit angehefteten Latten bezeichnet und der Putz dagegen aufgetragen und abgerieben. Zu Conſols und dergleichen ſtark erhabenen Zierrathen werden Lehren von Brettern nach dem Profil der Conſols oder der Krageſteine angeferti⸗ get und angeheftet, ſodann zwiſchen dieſen Brettern, Naͤgel in die Steinfugen eingeſchlagen und ſelbige mit Drath bewickelt, worauf alsdann der Kalk und Gypsmoͤrtel angetragen und die Figur ausgeſchnitten wird. Die Quadern oder ſogenannte Ruſtiquen, ſind entweder ſchon bei der rohen Mauer mit vorgelegt, oder es wird nur einen halben Zoll ſtarker Putz angetragen und die Vertiefun⸗ gen der Quadern darin eingeriſſen, welches jetzt mehr uͤblich iſt, als die vorge⸗ dachte ſtarke Vorlegung der Quadern im Mauerwerke ſelbſt. §. 103. Wenn es der Abſicht dieſer Schrift gemaͤß iſt, ſo viel als moͤglich auf alle bei den oͤkonomiſchen Gebaͤuden vorkommende Umſtaͤnde Ruͤckſicht zu nehmen, ſo gehoͤren auch die in den Staͤllen anzufertigende Fußboͤden ebenfalls hieher. Es iſt demnach bei den Koͤnigl. Gebaͤuden uͤblich: 1) den Grund der Schaaf⸗ und Rindviehſtaͤlle bloß mit Sand auszufuͤllen. 2) In den Scheunen werden bekanntermaßen die Fluhre oder Dreſchdielen mit einem feſten Lehmſchlag verſehen, wozu bereits im erſten Theil, die Anweiſung gegeben worden. Die ſogenannte Taſſe oder Panſen werden mit Sand gefuͤllt, und zuſammengebundenes Strauchwerk darauf gelegt, damit das unausgedroſchene Getreide nicht unmittelbar auf die Erde zu liegen komme. 3) Zur Ausbohlung der Pferdeſtaͤlle der Unterthanen, auch fuͤr andere gemeine Ackerpferde auf den Aemtern und Vorwerkern, werden keine Boh⸗ len aus den Koͤnigl. Forſten verabfolgt, ſondern ſie ſind bloß mit Sand auszufuͤllen, oder auch wohl mit kleinen Feldſteinen auszupflaſtern. Hh 2 Von den gepflaſterten Fußboͤden. 244 Vierter Abſchnitt. 4) Zu den Staͤllen fuͤr Kutſch⸗ und Reitpferde wird es fuͤrs beſte gehal⸗ ten, wenn ſowohl die Pferdeſtaͤnde als die Gaͤnge mit guten feſtgebrann⸗ ten Klinkern auf die hohe Kante gepflaſtert werden koͤnnen; da aber nicht uͤberall dergleichen feſte Ziegelſteine zu bekommen ſind, ſo wird bei den Pferdeſtaͤllen auf den Koͤnigl. Aemtern, das Holz zu zwei Bohlen verab⸗ folgt, worauf die Pferde mit den Vorderfuͤßen ſtehen; das uͤbrige der Pferdeſtaͤnde aber ſowohl als die Gaͤnge im Stall muͤſſen mit kleinen Feld⸗ ſteinen gepflaſtert werden. Bei den Koͤniglichen Kavallerie⸗Staͤllen werden, wenn keine Klinker zu bekommen ſind, die Pferdeſtaͤnde ganz ausgebohlet, und nur die Gaͤnge zwi⸗ ſchen oder hinter den Pferden mit Mauerſteinen oder mit Feldſteinen ge⸗ pflaſtert. In Abſicht der Wohnungen iſt zu bemerken: 1) daß in allen Koloniſten⸗Koſſaͤthen⸗ und Bauerhaͤuſern, die Fußboͤden mit einem Lehmeſtrich, ſo wie bei den Scheunenfluhren, ausgeſchlagen werden. 2) Bei Forſtgebaͤuden, Predigerhaͤuſern, Vorwerksgebaͤuden, Wohnhaͤuſern der Beamten, muͤſſen die Fluhre, Gaͤnge, Corridors, Kuͤchen, Geſindeſtuben, Vor⸗ raths⸗ und andere Kammern, mit Mauerſteinen auf die breite Seite ge⸗ pflaſtert und mit Kalk vergoſſen werden, und es duͤrfen der Holzerſparung wegen, nur die vornehmſten Zimmer ausgedielet, oder mit Dielen be⸗ legt ſeyn. §. 104. In Abſicht der Konſtruction der Fußboͤden iſt anzumerken, daß die ge⸗ pflaſterten in der Regel, vollkommen wagerecht gelegt werden muͤſſen, daher die Maurer ſich dabei des Richtſcheits und der Wage fleißig zu bedienen haben. In Brau⸗ und Brennhaͤuſern aber, welche, wie es ſich von ſelbſt verſtehet, mit Mauerſteinen zu pflaſtern ſind, ſo wie auch in den Kuͤchen, beſonders aber in den Molkenkellern, iſt es gut, die Fußboͤden nach einer Seite hin, etwas ab⸗ haͤngig zu machen, damit das Waſſer ſich nach einer an ſolcher niedrigen Stelle anzubringenden Roͤnne, hinziehen koͤnne. Anm. In die Molkenkeller wird zuweilen Waſſer auf den Fußboden gepumpt, theils um eine Kuͤhle dadurch zu bewirken, theils um den Fußboden zu reinigen, indem Reinlichkeit die Hauptſache bei einer Molkenwirthſchaft iſt.. QA⸗. 2**** 8 In Fig. 288 iſt ein Theil von einem auf die hohe Kante der Steine, gepflaſterten Fußboden, und in den Fig. 289, 290 und 291 ein Pflaſter auf ſe gehal⸗ feſtgebrann⸗ aber nicht vitd dei dn ohlen derah⸗ z übrige de kleinen gad⸗ feine Klinker Gaͤnge zwi⸗ dſteinen ge⸗ Fußbaͤden ggeſchlagen davſern der ſtuben, Vor⸗ e Seite ge⸗ olzerſparung Dielen be⸗ daß die ge⸗ „daher die nen haben. eſtehet, mit ers aber in etwas ab⸗ rigen Stele pt, theils um m Neinichkei der Steine, pgaſter auf Vom innern Ausbau der Gebaͤude. 245 die breite Seite in verſchiedenem Verband vorgeſtellet, wovon der erſte der Laͤuferverband, der zweite der Blockverband, und der dritte der Schlangenfoͤrmigeverband genannt wird; uͤbrigens iſt zu bemerken, daß wenn die Steine in Sand gelegt, und die Fugen nur bloß mit feinem Sande ausge⸗ fuͤllet werden, daß ſolches bei weitem nicht ſo dauerhaft iſt, als wenn man die Fugen mit duͤnnem Kalk ausgießt. Eben ſo iſt es weit dauerhafter auf die hohe Kante zu pflaſtern, als auf die flache Seite; erſteres iſt aber auch doppelt ſo koſtbar als letzteres; das Pflaſtern auf der hohen Kante, oder auch wohl dop⸗ pelt uͤbereinanderliegende Pflaſter werden daher nur da angebracht, wo groͤßere Laſten darauf bewegt werden; z. B. in die untern Raͤume in Mehlmagazinen, bei Durchfahrten, und dergleichen. Anſtatt der gewoͤhnlichen Mauerziegel, bedient man ſich auch der ſoge⸗ nannten Pflaſter⸗ oder Fluhrziegel. Ein ſolcher Fußboden ſieht wegen der quadratiſchen Figur dieſer Ziegel zwar beſſer aus als die von Mauerſtei⸗ nen, hat auch nicht ſo viele Fugen wie dieſe, allein, wenn die Steine nicht von beſonderer Guͤte und hinlaͤnglicher Dicke ſind, ſo ſind ſie wegen ihrer groͤßern Flaͤche auch leichter zerbrechlich als die Mauerſteine, und dergleichen Fußboͤden dem Verſacken eher ausgeſetzt. Anm. Iin erſten Theile iſt eines Pflaſters von ſechs⸗ und von vierſeitigen Steinen ge⸗ dacht, welches in der Ausfuͤhrung ein ungemein gutes Anſehen gewaͤhrt. §. 105. Es giebt zweierlei gewoͤhnliche Arten von hoͤlzerne Fußboͤden 1) ordinaͤre, 2) eingefaßte, getaͤfelte oder ſogenannte Parquetboͤden. Anm. Fournirte oder figurirte, das iſt mit allerlei koſtbaren Holzarten nach ſchoͤnen Deſſeins ausgelegte Fußboͤden, kommen nur in Schloͤſſern und Pallaͤſten vor. Da an guten, geraden, ebenen und unwandelbaren Fußboͤden, ſehr viel gelegen, ſo iſt rathſam, dazu die beſten Dielen oder Bretter zu waͤhlen, das iſt, gute kernigte und ſo viel als moͤglich ſolche, welche keine Aſtloͤcher oder an⸗ dere Maͤngel haben. Um obige Abſicht zu erreichen muß man den Abgang nicht bereuen, der durch das Abhauen des Spints, entſtehet, um ſo viel als moͤglich nur das kernigte der Bretter zu dem Fußboden zu gebrauchen, uͤberdem ſind die breiten Bretter auch mehr zum Werfen geneigt, als die ſchmalen. In den untern Stockwerken bedient man ſich gerne 1 ¾ zoͤlliger Bretter, in den obern Stockwerken ſind aber 1¼¾ zoͤllige hinreichend. Auch Von hoͤlzer⸗ nen Fußboͤ⸗ den. 246 Vierter Abſchnitt. brauchen die erſtgedachten nicht ſo vollkommen trocken zu ſeyn als die letztern, weil ſie auf der feuchten Erde liegen, und recht ſehr ausgetrocknete Bretter ſich alſo eher werfen wuͤrden als die etwas feucht gebliebenen, dahingegen muͤſſen zu den Fußboͤden in den obern Stockwerken die trockenſten Bretter genommen wer⸗ den. Außerdem ſind die beſten Bretter diejenigen, welche aus der Mitte der Baͤume geſchnitten werden. Zu den Lagerhoͤlzern oder Unterlagen wel⸗ che auf die Fußboͤden der untern Stockwerke genagelt werden, muß gutes kernigtes Holz genommen werden, damit es deſto laͤnger daure; dieſe Unterla⸗ gen muͤſſen vollkommen horizontal und auch nicht zu weit auseinander ge⸗ legt werden, damit ſich die Bretter nicht biegen koͤnnen. Man darf alſo, die Unterlagen nicht leicht uͤber 3 Fuß von Mitte zu Mitte, auseinander legen. Wenn dieſes geſchehen, werden die Bretter auf der oberen Seite ab⸗ gehobelt und die Kanten beſtoßen, dicht zuſammengefugt und geſpundet, alsdenn feſt zuſammengetrieben und mit eiſernen Naͤgeln, welche gehoͤrig in die Unterlagen reichen, feſt genagelt; hierbei iſt darauf zu ſehen, daß jedes Brett recht dicht mit ſeiner Unterflaͤche auf die Unterlage zu liegen komme. Da aber die Bretter nicht eine gleiche Dicke haben, ſo werden gewoͤhnlich Spaͤhne oder Splitter unter die duͤnnen Bretter geſchoben um ſie dadurch zu erheben und ihnen mit den andern eine gleiche Flaͤche zu geben. Es iſt aber beſſer, wenn von den ſtaͤrkern Brettern ſo viel, queer uͤber das Brett, abgeho⸗ belt wird, bis es an dieſen Stellen den duͤnnen Brettern gleich wird;(dieſes Queeruͤberhobeln nennen die Tiſchler abzwirchen.) Soll ein Fußboden in ein großes Zimmer geleget werden, wo die Bret⸗ ter nicht lang genug ſeyn wuͤrden und alſo zuſammengeſetzt werden muͤſſen, ſo iſt es beſſer den Fußboden in Fuͤllungen a Fig. 292, abzutheilen, und ſolche mit einem ſogenannten Frieß b einzufaſſen, welches beides aus dem Proofil er⸗ ſichtlich iſt. Bei Legung eines ſolchen Fußbodens, werden die Lagerhoͤlzer oc im Profil, wenn der Fußboden im untern Stockwerk zu legen iſt, gerade und feſte gelegt, alsdann der Frieß oder die Einfaſſung, entweder ſo wie die Fuͤllungen, von Kiehnen, beſſer aber die Einfaſſungen von Eichenholz verferti⸗ get; an der einen Kante des Frieſes iſt ein Falz befindlich, worin die Fuͤllung gelegt und auf die Unterlagen feſt genagelt wird; ein ſolcher Frieß kann 6 bis 14 Zoll breit gemacht werden; iſt erſteres, ſo muß die Unterlage worauf der Frieß der Laͤnge nach zu liegen kommt, ſchon§ bis 9 Zoll breit ſeyn, weil der⸗ ſelbe auf beiden Seiten uͤberſteht, und ohnedem die Bretter der Fuͤllung, die leßtern, Beetter ſich muͤſen zu den nomamen wer⸗ 1s der Mite nterlagen wel , muß gutes dieſe Unter⸗ geinander ge⸗ an darf alſ, , auseinander ren Seite al⸗ nd geſpunde, e gehoͤrig in , daß jedes gen komme. n gewaͤhnlich e dadurch za Es iſt abet rett, abgeho⸗ vird;(dieſes wo die Beet⸗ en muͤſen, ſo 7, und ſolche m Profll er⸗ ölzer oc im gerade und ſo wie die nholz verfurti⸗ die Füllung g kann 5 bis ewotuf der yn, weil der⸗ er Fuͤllung, Vom innern Ausbau der Gebaͤude. 247 nicht gehoͤrig befeſtiget werden koͤnnten. Iſt der Frieß 12 Zoll breit, ſo muß die Unterlage ſchon 14 Zoll breit ſeyn; um aber nicht ſolches ſtarkes Holz zu ge⸗ brauchen, kann man in der Mitte zwei ſolcher Lagerhoͤlzer o im Profil, neben⸗ einander legen, wo denn der Frieß b auf ſelbigen befeſtiget wird, und zwar ſo, daß die halbe Breite des Lagerholzes nur von demſelben bedeckt iſt, die andere Haͤlfte dient alsdann dazu, um die Fuͤllung darauf befeſtigen zu koͤnnen. Die zu den um den Fußboden herumgehenden Frieß aa beſtimmten Unterlagen, koͤn⸗ nen von der Mauer ſo viel abgeruͤckt werden, daß ſie einige Zoll vor dem Frieß vorſtehen, um die Fuͤllungen darauf befeſtigen zu koͤnnen. Dieſe, ſo wie auch der Raum zwiſchen den Unterlagen ſind mit feinem Sand auszufuͤllen, welches dem Ungeziefer das Wuͤhlen und den Aufenthalt erſchweret. Iſt der Frieß oder die Einfaſſung gehoͤrig befeſtiget, ſo werden die Bretter, welche die Felder ausfuͤllen und die Fuͤllungen bilden, gelegt, und zwar ſo, daß die Bretter, welche zuvor gut und dicht zuſammengefuͤgt, geſpundet und uͤber Ende(an ihren Enden) abgefalzet worden, in dem Falz des Frieſes zu liegen kommen. Sie werden mit eiſernen Naͤgeln auf die Unterlagen be⸗ feſtiget und die Fuͤllung ausgefuͤllt, wie fk zeigt. Im Fall, daß ein ſolcher Fußboden in einem obern Stockwerke gelegt werden ſoll, wo die willkuͤrliche Legung der Unterlagen wegfaͤllt, ſondern die Balken die Stelle der Unterlagen vertreten, kann es ſich treffen, daß die Bal⸗ ken nicht genau nach der Eintheilung der Fuͤllungen und ihrer Einfaſſungen lie⸗ gen, alsdenn iſt kein anderes Mittel, als einen ſogenannten Blindboden zu le⸗ gen, welcher nur aus rauhen unabgehobelten Brettern beſtehet, die nicht geſpun⸗ det, ſondern nur aneinander geſugt und auf die Balken befeſtiget ſind. Auf dieſen Blindboden werden alsdann die Frieße und Fuͤllungen nach vorbeſchrie⸗ bener Art befeſtiget. Auch koͤnnen zu den Fuͤllungen anſtatt des Spundens, 3 oder 4 Bretter zuſammengeleimt und auf den vorgedachten Blindboden gelegt werden, wodurch man einen ſehr gleichen und ebenen Fußboden erhäͤlt; jedoch muͤſſen die Bretter ſehr trocken ſeyn, weil ſonſt die Leimfugen bald zerſpringen wuͤrden. Es iſt auch ſehr nachtheilig fuͤr ſolche Fußboͤden, wenn bei Reinigung derſelben viel Waſſer darauf gegoſſen wird, wodurch das Holz aufquillt, ſich wirft, und wenn es nicht recht gut mit Naͤgeln befeſtiget iſt, aufſpringt oder ſich in die Hoͤhe zieht und unbrauchbar wird. Die zweite Art, oder die getaͤfelten Fußboͤden, Fig. 293 A. beſtehen aus eingefaßten, 2 ½¾ bis 3 Fuß breiten, und eben ſo langen, oder quadratiſchen Tafeln, welche in Rahmſtuͤcke eingefaßt und durch Queerſtuͤcke in 4 kleinere Ta⸗ 248 Vierter Abſchnitt. feln eingetheilet ſind, wobei des beſſeren Anſehens wegen dieſe Tafeln nach dem Lauf der Holzfiebern, abwechſelnd gegeneinander geleget werden. Die Tafeln ſind entweder auf die Einfaſſungen abgefaͤlzt, wie Fig. 29 3 B bei a zu erſehen, oder es werden die Fuͤllungen nur ſtumpf eingepaßt, auf die Kanten eine Nuth geſtoßen, und eine Leiſte darin geleimt, welche die Stelle ei⸗ ner Feder vertritt, wie bei b zu ſehen, welches dauerhafter als das erſtere iſt. Fig. 293. C ſtellet einige ſolcher ebenfalls mit Federn und Nuth zuſam⸗ mengeſetzte Tafeln vor, wobei zu bemerken, daß die Seitenſtuͤcke nur halb ſo breit als die mittlern ſind, weil zwei derſelben zuſammenſtoßen und die Breite der Mittelſtuͤcke ausmachen. An den Seiten des Zimmers herum werden aber 10 Zoll breite Frieße gelegt. Man pflegt auch bei dergleichen Fußboͤden zu den Einfaſſungen oder Frieſen, Eichen⸗ oder Kiehnholz, zu den Tafeln aber feſtere Holzarten, als Ei⸗ chen, Ahorn und dergleichen zu nehmen. Solche Jußboͤden erfordern jederzeit ſo wohl in den untern als in den obern Stockwerken, einen beſonders geraden und akkurat gelegten Blindboden; auch werden die Fuͤllungen und Einfaſſungen darauf mit verſenkten Naͤgeln genagelt; es werden nemlich kleinkoͤpfigte Naͤgel etwa X Zoll tief unter die Oberflaͤche der Bretter mit einem Aufſetzer einge⸗ ſchlagen, und das Loch mit einem hoͤlzernen Pfropfen verſpundet, welcher aus Laͤngenholz gemacht wird, damit die Holzfiebern deſſelben mit denen der Bret⸗ ter gleich laufen. Anm. Wenn nun dergleichen getaͤfelte Fußboͤden, uͤberdem noch mit duͤnnem, aus allerlei fremdem und koſtbarem Holz, als Mahagony, Silber⸗Cedern und dergl. Holze, nach ver⸗ ſchiedenen Deſſeins geſchnittenen und zuſammengepaßten Figuren uͤberleimt werden, ſo heißen dergleichen Fußboͤden, furnirte Fußboͤden, welche aber ihrer großen Koſtbarkeit wegen nur in den Prachtgebaͤuden Anwendung finden. Ein uͤbler Umſtand iſt der, daß die Fußboͤden ſammt den Unterlagen in den untern Etagen, oͤfters ſtocken oder vom Schwamm angegriffen und ver⸗ zehret werden, und dieſes Uebel theilt ſich ſehr leicht den Panehlen, Thuͤr⸗ zargen und Verkleidungen und bei hoͤlzernen Gebaͤuden, den Stiehlen mit. Man hat ſich vielfaͤltig bemuͤhet, den Grund der Entſtehung dieſes ver⸗ derblichen Gewaͤchſes zu entdecken, ſo wie die Mittel ausfindig zu machen, um ſolches zu verhuͤten oder gar zu vertilgen, allein, die mehreſten Vorſchlaͤge ha⸗ ben der Erwartung nicht eutſprochen, oder ſind doch groͤßten Theils zu koſtbar ausgefallen. Unter allen hat noch die Ausfuͤllung der Unterlagen und der Fußboͤden mit Kohlen und Lehm die beſten Dienſte geleiſtet; außerdem ſind auch und in⸗ ſonder⸗ —— ſen nach dem die zig 103 B epaßt, uj die e die Stell d⸗ das erſter ſſ. d Nuth zuſam⸗ ke nur hald ſ und die Breit herum werden nfaſſungen oder arten, als Ei⸗ rdern jederzeit ders geraden Linfaſſungen dyügte Nägel luſſetzer einge⸗ , welcher aus nen der Bret⸗ nem, aus allerlei Holze, nach ver⸗ leimt werden, ſo roßen Koſtbarkeit i Unterlagen feen und ver⸗ ehlen, Dhür len mit. ag dieſes ven 1 machen, um Vorſchlage ha⸗ is zu koſbar der gußböden auch und in⸗ ſonder⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 249 ſonderheit zur Verhuͤtung des Stockens, auch unter die Fußboͤden die ange⸗ brachte Luftzuͤge erſprießlich geweſen. Man macht nemlich an die innere Seite der Fundamente der Außenmauern und an beiden Seiten ſaͤmtlicher Scheide⸗ mauern, nach Fig. 294 Luftzuͤge von nebeneinander auf die flache Seite geleg⸗ ten Mauerſteinen, wie das Profil, Fig. 295 zeigt, wo a eine mit Ziegeln be⸗ deckte Stelle der Roͤhre vorſtellet; bei b liegt aber die Unterlage des Fußbo⸗ dens darauf und bedeckt zugleich auf dieſer Stelle den Canal. Die Oefnun⸗ gen dieſer Roͤhren ſind am Fundament oder in der Plinte anzubringen, und mit durchloͤcherten Blechplatten zu verſchließen, damit nicht Voͤgel oder Unge⸗ ziefer hinein kommen kann. Saͤmmtliche Roͤhren muͤſſen innerhalb in Verbin⸗ dung geſetzt und hin und wieder ein Ausgang in Kaminen oder Vorgelegen, auch wohl auf den Feuerheerden erhalten werden, wodurch, ſo bald Feuer an⸗ gemacht wird, ein ſtarker Luftzug entſtehet, der eine Trockenheit verſchafft, auch zugleich das Feuer in dem Kamin lebhaft macht. Ueber die Entſtehung und Vertilgung des Schwammes, giebt es ſehr viele Aufſatze und Schriften; die neueſte mir bekannte, iſt von dem Pommer⸗ ſchen Baudirektor Herrn Weirach unter dem Titel: Abhandlung uͤber den Schwamm in den Gebaͤuden, worin gezeigt wird, wie ſolcher bei Neubauten zu mindern und in angeſteckten Gebaͤuden ver⸗ trieben werden kann. Stettin 1797. Herr ꝛc. Weirach ſucht die Entſtehung des Schwammes hauptſaͤchlich in dem naſſen Kalke und will daher, daß man langſamer bauen und die Fun⸗ damente gehoͤrig austrocknen laſſen ſoll, ehe man ſie mit Erde anfuͤllet. So gern in vieler Ruͤckſicht der Nutzen hiervon zugegeben werden kann, ſo iſt nur zu bedauern, daß bie uͤbrigen Umſtaͤnde ſolches ſelten zulaſſen. Bei ſchon von Schwamm angeſteckten Gebaͤuden ſchlaͤgt Herr Weirach vor, die Fundamente aufzugraben, ſie allenfalls mit Feuer von leichtem Strauchwerke auszutrocknen, den alten Moͤrtel auszukratzen, friſchen anzubringen, alles gehoͤrig austrocknen zu laſſen, ſodann das Aufgegrabene mit Kohlen, oder in deren Ermangelung mit trocknem Sande auszufuͤllen, auch die Unterlage zu den Fußboͤden mit Koh⸗ lenguß einzufuͤttern; auch wird angerathen die Fußbodendielen mit einer ſchar⸗ fen Lauge oder mit Theergalle, zu beſtreichen. Auch dieſe Huͤlfsmittel, die ſonſt ſchon bekannt waren, ſind mit vielen Beſchwerlichkeiten und Umſtaͤnden verknuͤpft; indeſſen wird es freilich beſſer ſeyn, ſolche nicht zu ſcheuen und ſich derſelben zu bedienen, als dem gaͤnzlichen Ver⸗ derben eines Gebaͤudes entgegen zu ſehen. Ji — ——·· ———— — Von Gyps⸗ Eſtrichen. 250 Vierter Abſchnitt. §. 106. 1 In einigen Gegenden wo viel Gyps, dagegen aber wenig Holz iſt, z. B. im Magdeburgſchen und Halberſtaͤdtſchen werden ſo wohl in den Wohn⸗ als in den Wirthſchaftsgebaͤuden und vorzuͤglich auf den Kornboͤden ſogenannte Gyps⸗Eſtriche, anſtatt der Dielenboͤden angefertiget, und zwar folgendergeſtalt. Anm. In den Wohnzimmern ſucht man jedoch die Gypsböden zu vermeiden, weil ſie ſehr kaͤlten und der Geſundheit nachtheilig ſind. In den unteren Etagen uͤber gewoͤlbte Keller, werden die Gewoͤlbe wie gewoͤhnlich mit Erde oder Schutt ausgefuͤllt, mit Sand geebnet und hierauf der Gyps gegoſſen; jedoch iſt auf Trockenheit dieſer Ausfuͤllung zu ſehen, in⸗ dem der Gyps im Trocknen am dauerhafteſten iſt. In den oberen Etagen werden die Decken mit Staakhoͤlzern, welche mit Lehmſtroh umwunden und in die Balken geſchoben worden, dergeſtalt ausgewin⸗ delt, daß dieſe Ausfuͤllung der Faͤcher zwiſchen die Balken mit deren Oberflaͤche buͤndig oder gleich ſey; dahingegen ſtehen die Balken unten vor, oder es bleibt unten ein Theil ihrer Hoͤhe oder Dicke, ſichtbar; hat man ſchwache Balken, die durch das Falzen noch mehr geſchwaͤcht werden koͤnnen, ſo werden die mit Lehmſtacken umwundene Staakhoͤlzer nur oben auf die Balken uͤbergelegt, in welchem Fall die ganze Dicke oder Hoͤhe der Balken, von unten ſichtbar bleibt. In beiden Faͤllen werden die Lehmfache von unten gut geebnet, die Balken geſpruͤgelt und geputzt; wollte man aber auch von unten eine ganz gerade De⸗ cke haben, ſo muͤſſen die Balken mit Bretter verſchaalt und drauf gerohrt und geputzt werden. Ueber die gerade geebnete Windelboͤden wird etwas trockner Sand ge⸗ bracht, und alsdann der Gypsboden einen, bis einen und dreiviertel Zoll dick drauf gegoſſen;(¾ Zoll wuͤrde aber die angemeſſenſte Dicke ſeyn) von einer Wand ab wird nehmlich in einer Entfernung von 3 bis 3 ½¾ Juß eine Latte, vollkommen wagerecht befeſtiget und dadurch ein ſo breites Feld abgetheilt, daß ſolches mit einem Streichholze bequem uͤberreicht werden kann; dieſes Feld wird ſodann nochmals mit trocknem Sande nach der Waage geebnet. Da ſich nun der Gyps auf einer ſolchen Fläche in Zeit von 36 bis 48 Stunden nach allen Seiten etwa um einen Zoll ausdehnet, ſo muß bei der Lattenlegung an den Waͤnden herum, ſo viel Spielraum gelaſſen werden; ohne dieſe Vorſicht wuͤrde der Gypsboden ſich bei der Ausdehnung heben und uneben werden. Unterdeſ⸗ fen daß man das Feld dergeſtalt zubereitet, wird der Gyps mit Waſſer in ei⸗ ner Wanne vermittelſt Kalkhacken und Miſtgabeln zu einem duͤnnen Brei ge⸗ Hohz iſt, den Vohn⸗ ſogenaunte hendergeſtalt. wall ſe ſeh hewoͤlbe wie und hierauf u ſehen, in⸗ „weſche mit ſt ausgewin⸗ Oberſlaͤche es bleibt e Balken, en die mit ergelegt, in tbar bleibt. die Balken gerade De⸗ gerohrt und Sand ge⸗ Zoll dick von einer ine Latte, heilt, daß Feld wird a ſich nun nach alen ung an den ſcht wuͤrde Unterdeſ⸗ ſer in ei⸗ Brei ge⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 251 ruͤhrt, welcher alsdenn mit einem Eimer ausgeſchoͤpft und dergeſtalt mit einem Kunſtgrif uͤber das Feld gegoſſen wird, daß ſich der Sand nicht damit vermenge; hierauf ſtreicht der Maurer die Gypsmaſſe nach der Lehrlatte gerade, und nimmt dieſe Latte nach einer Viertelſtunde hinweg, und ordnet wieder das an⸗ grenzende Feld, welches denn eben, ſo wie das erſte ausgegoſſen wird. Etwa 24 Stunden nach dem Guß hat der Gypsguß ſchon ſo viele Fe⸗ ſtigkeit erlangt, daß man Bretter daruͤber legen und auf ſelbigen ſtehen kann; alsdann wird der Guß mit ſogenannten Gypshoͤlzern, die wie halbe Cylinder ge⸗ ſtaltet und an einem Ende mit einem Stiehl verſehen ſind, mit der geraden Flaͤche dieſer Gypshoͤlzer, uͤberall ſorgfaͤltig geſchlagen, welches in einem Zeit⸗ raum von 5 bis 6 Stunden wiederholt wird. Endlich glaͤttet man den Boden mit kleinen eiſernen Mauerkellen. Anm. Es iſt leicht einzuſehen daß dergleichen Gypseſtriche ſehr ſchwer ſind, daher die Bal⸗ ken leicht etwas nachgeben, wodurch doch oft Riſſe in den Eſtrichen entſtehen; ich denke daß ſie alſo nur als ein Nothbehelf anzuſehen ſind, wo Mangel an Brettern zu den Fuß⸗ boͤden iſt; Meinert und Stieglitz fuͤhren aber in ihren Bauſchriften an, daß wenn man auf einer Decke einen Eſtrich ſchlagen wollte, ſelbige erſt doppelt mit Dielen belegt werden muͤſſe— das wuͤrde denn nun wohl eben nicht ſehr oͤkonomiſch gehandelt ſeyn, da bloß ein einfacher Dielenboden fuͤr alle Faͤlle hinreichend iſt. §. I 07. Bei dem zunehmenden Holzmangel hat man ſich vielfaͤltig bemuͤhet, Von den Stubenoͤfen durch eine vortheilhaftere Einrichtung der Stubenoͤfen, die Zimmer mit den moͤglichſt wenigen Brennmaterialien zu heitzen. Die bisher gewoͤhnlichen und viel⸗ faͤltig noch exiſtirende Oefen, beſtehen nur in hohlen viereckigten oder runden Ka⸗ ſten von gebrannten Steinen oder Kacheln; gleich uͤber dem Heerd des Ofens iſt das Einheitzloch, und gleich uͤber demſelben die Rauchroͤhre befindlich, ſo daß nicht nur ein großer Theil des noch ſtark erhitzten Rauchs, ſondern auch wohl die Flamme ſelbſt, fuͤr die Erwaͤrmung der Zimmer unbenutzt, durch ge⸗ dachtes Rauchrohr in den Schornſtein zieht; weil ferner das Holz unmittelbar auf den Boden oder Heerd des Ofens gelegt wird, ſo kann die Luft nicht unter dem Feuer wirken, und die brennbaren Theile des Holzes werden alſo nicht hin⸗ laͤnglich entwickelt, ſondern es bleibt noch vieles von dem brennbaren Stoff in den Kohlen zuruͤck. Man kam alſo ſehr natuͤrlich auf den Gedanken, das Brennmaterial auf einen Roſt zu legen und darunter einen Luftzug zu machen, auch in die Oefen, Zuͤge oder Canaͤle anzubringen um den Gang des Rauchs und der Flammen in dem Ofen zu verlaͤngern, damit beides den Seitenwaͤn⸗ den des Ofens die Waͤrme mittheilen, und ziemlich erkaltet aus dem Ofen ab⸗ . Ji 2 252 b Vierter Abſchnitt. ziehen koͤnnte. Einige legten dieſe Zuͤge in horizontalen, andere in vertikalen Richtungen an; die Erfahrung belehrte aber, daß letzteres die beſten Dienſte leiſtete; man bemerkte aber anch in beiden Faͤllen, daß es nicht gut ſey die Canaͤle in den Oefen zu oft gegen oder uͤbereinander zu fuͤhren und den Gang des Rauchs und des Feuers dadurch zu ſehr zu verlaͤngern, weil der Rauch ſich am Ende zum Theil in feuchte Duͤnſte verwandelte, welche die Roͤh⸗ ren verſtopften oder durchſchlugen. Die Zuͤge muͤſſen alſo nicht uͤber 20 Fuß lang, herumgefuͤhrt werden, ſelbige auch eine Weite von 14 Zoll ins Gevierte haben. Dies iſt im Allgemeinen die Einrichtung der Holzſparoͤfen; allein man hat denſelben unendlich viele Abaͤnderungen und Modiſicationen gegeben, welche auch zum Theil von der Stellung der Oeſen und von dem aͤußeren Anſehen welches man ſelbigen zu geben beabſichtigte, abhingen; oͤfters iſt man aber auch in ſo viele Kuͤnſteleien verfallen, daß die damit verknuͤpften Umſtaͤnde den et⸗ wannigen Nutzen aufhoben. Man findet Beſchreibungen von holzſparenden Oefen in einer Menge von Buͤchern und Schriften, von welchen die vorzuͤglich⸗ ſten folgende ſind, und die ſich in den Haͤnden aller Baumeiſter befinden ſollten: Jachtmanns K. P. Feuerbauinſpektors in Berlin, Anweiſung wie auf eine leichte Art alle nur moͤgliche Feuerungen zur Holzſparkunſt eingerich⸗ werden köͤnnen; Berlin 1786. Anweiſung Holzerſparende Oefen zu Stuben⸗Pfannen⸗Brat⸗ und Keſſel⸗ feuerung anzulegen von J. W. Chyſelius mit Kupf. Merſeb. 1790. Auch in der Encyklopaͤdie der buͤrgerlichen Baukunſt von C. L. Stieglitz III. Theil S. 41— 118, imgleichen in Meinerts landwirthſchaftlicher Baukunſt II. Theil S. 106— 174, ſind die nuͤtzlichſten Lehren, Anweiſungen und Beſchreibungen uͤber dieſen Gegenſtand, enthalten. Zur eigentlichen Abſicht dieſes Werks gehoͤrt es aber nicht, die Lehre von der Wuͤrkung des Feuers, und die Grundſätze weitläuftig vorzutragen, worauf es bei Erfindung der holzſparenden Oefen ankoͤmmt, ſondern es iſt nur dasje⸗ nige anzufuͤhren, worauf man vorzuͤglich bei dem eigentlichen Bau der Oefen zu ſehen hat; es koͤmmt aber uͤberdem nicht bloß und allein auf die Einrich⸗ tung der Oefen an, um die Zimmer leicht und holzerſparend zu erwarmen, ſon— dern es iſt in dieſer Abſicht ſchon bei der Anlage und Einrichtung eines Ge⸗ baͤudes, auf mancherlei Nebenumſtaͤnde Ruͤckſicht zu nehmen; ſo muß man z. B. ſuchen die Oefen ſo viel als moͤglich in die Mitte an einer langen Wand der Zimmer, zu ſtellen. Ein Umſtand, der freilich nicht jederzeit ausfuͤhrbar iſt, ſondern die Oefen erhalten gemeiniglich ihre Stellung in einer Ecke der Zim⸗ in vertifalen zſten Dienſte un eg die hren un den gern, weil der delche de Röh⸗ uͤber 20 duß ins Geviert n; allein man ſegeben, welhe ßeren Anſehen man aber auch ſtaͤnde den et⸗ holzſparenden ie vorzuͤglich⸗ (ſer defnden wie auf eine uſt eingerich⸗ und Keſſel⸗ 1790 Stieglit II. her Baukunft Veſchreibungen e lete von gen, wotauf nur dasje⸗ der Oefen die Einrich⸗ armen, ſon⸗ g eines ge⸗ ß man.S Wand der ſihehat iſ der Zim⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 253 mer; dabei iſt denn dahin zu ſehen, daß die Thuͤren nicht zu nahe an den Ofen kommen, oder daß die Oefen nicht in allzutiefe Niſchen, auch nicht zu nahe an der Wand ſtehen. Ein vorzuͤglicher Umſtand fuͤr die leichtere Erwaͤrmung der Zimmer iſt der, wenn man diejenigen welche geheizt werden ſollen, nicht uͤber Balkenkeller anleget, ſondern ſo viel als moͤglich die Keller zu woͤlben ſucht; ferner, muͤſſen heizjbare Zimmer in den obern Stockwerken nicht uͤber ſolche Zimmer in den untern Stockwerken angelegt werden, die man nicht auch heitzet; am wenigſten aber muͤſſen Wohnſtuben uͤber Fluhre und Durchfahrten und andere freie und offenſtehende Partien in den untern Stockwerken, angeleget werden, denn in dergleichen Zimmern erhaͤlt man nie einen warmen Fuß, welche Art von Decke man auch uͤber die untern Zimmer anbringen moͤchte; ſelbſt die Fußboden uͤber Gewoͤlbe ſind unter den vorerwaͤhnten Umſtaͤnden, zu kalt. Man ſiehet hieraus daß bei der Anlage eines Gebaͤudes ſchon auf Holz⸗ erſparung und leichtere Erwaͤrmung geſehen werden kann, indem man die zu heitzende Zimmer in den obern Stockwerken, ſo viel als moͤglich uͤber eben der⸗ gleichen Zimmer in den untern Etagen, uͤber Fluhre und Durchfahrten aber, wieder Fluhre oder Kammern, anzubringen ſuchen muß. In Abſicht der Oefen und beſonders wegen der Conſtruktion derſelben, iſt anzumerken, daß die Oefen entweder von Steinen oder Kacheln aus gebrann⸗ tem Thon, oder von Eiſen, oder von beiden zugleich, zuſammengeſetzt ſind. Erſtere beſtehen entweder bloß aus gewoͤhnlichen Ziegeln, oder aus ge⸗ formten Kacheln, welche entweder roh gelaſſen, oder mit Farbe angeſtrichen und verzieret, oder mit Glaſuren uͤberzogen ſind. Die eiſernen Oefen ſind theils in einem Stuͤcke von gegoſſenem Eiſen, oder von dergleichen Platten zuſammen⸗ geſetzt, oder ſie beſtehen nur aus ſtarken eiſernen Blechplatten. Die von Mauerſteinen geſetzte Oeſen, ſind die wohlfeilſten und daher fuͤr den gemeinen Mann auf dem Lande die gewoͤhnlichſten; ſie haben zwar den Fehler daß ſie etwas ſchwer zu erheitzen ſind, dagegen halten ſie aber auch lange warm. Indeſſen wuͤrde es leicht ſeyn, anſtatt der Mauerſteine, quadratiſche etwas duͤnne Kacheln dazu zu formen und ſelbigen nach Fig. 294 eine Vertie⸗ fung, an den Seiten herum aber ausgehoͤlte Rinnen zu geben, in welchen ſo wie bei den gewoͤhnlichen Kacheln die Ofeneiſen zur Zuſammenhaltung des Ofens, eingelegt werden koͤnnten. Dergleichen Oefen werden gemeiniglich auf einem gemauerten, zuweilen gewoͤlbten Fuß oder Fundament aufgefuͤhret, ſonſt ſetzt man aber auch die eben⸗ ———yy————— — — — b— ——— —— —— D 254 Vierter Abſchnitt. falls nicht mit einem Roſte verſehenen leichtere Kacheloͤfen auf hoͤlzerne auf Fuͤßen ſtehende Zargen; dabei iſt indeſſen alle Behutſamkeit in Abſicht des Feuers zu nehmen, weshalb es gute waͤre zum Boden des Ofens ſich gefalzter Ziegel zu bedienen, damit das Feuer oder die Hitze nicht die Zarge entzuͤnden koͤnnte; auch muͤßte, anſtatt des gewoͤhnlichen Queerſtuͤcks oder der ſo genannten Zunge von Holz, Eiſen dazu genommen werden. Die mit Roſte verſehene Oefen muͤſſen jederzeit, anſtatt der Zarge, ei⸗ nen gemauerten Sockel haben, zu welchem in den untern Stockwerken ein Fun⸗ dament gemauert werden kann; in der obern Etage muͤſſen ſtarke Bohlen in die Balken eingelaſſen werden, auf welchen dieſer Sockel bis an den Heerd des daruͤber befindlichen Zuges unter dem Roſt, mit 3 bis 4 platten Schichten von Mauerſteinen im Verband, gelegt wird, denn 954 zwar das Feuer nicht unmit⸗ telbar auf den vorgedachten Heerd, ſondern auf die uͤber ſelbigem befindliche Roſtſtaͤbe geleget wird, ſo koͤnnen doch brennende Kohlen durchfallen, und iſt es daher der Vorſicht gemaͤß, fuͤr eine gute Anlage dieſes Unterſatzes zu ſorgen. In den zu Nr. 295 gehoͤrigen Figuren iſt ein guter Oſen in gemeinen Wohnungen, von Ziegeln oder von geformten, gebrannten, aber unglaſurten Ka⸗ cheln vorgeſtellet, und zwar iſt: A der Grundriß, B. der Aufriß, C. das Proſil nach der im Grundriß bemerkten Linie gh, D. ein Profil nach der Linie ik im Grundriß, worin a ein Zug wel⸗ cher hinter b herunter und durch o gehet, iſt ein Aufriß von der ſchmalen Seite, ein Profil nach der Linie Im im Grundriß, ein Profil nach der Linie no im Grundriß, worin die Roſtſteine und deren Ueberbauung, ſo wie ſie bei den Torfziegeloͤfen(m. ſ. im 1. Theil) gemacht werden. Dieſe ziemlich ungekuͤnſtelte Oefen ſind ſo wohl zu Holz⸗ als zum Torff⸗ Feuer ſehr brauchbar, wie ſolches die Erfahrung gelehret hat. Die Sorten und verſchiedenen Benennungen der gewoͤhnlichen Kacheln bei zierlicheren Oefen ſind folgende Fig. 296. A. wird eine einſichtige Kachel, B. eine zweiſichtige, C. eine dreiſichtige Kachel genannt; D. heißt eine Frieß⸗ und 1 zjerne auf dſicht des gfahzter entzänden genanxten Zarge, ei⸗ en ein Fun⸗ Bohlen in Heerd des hichten von icht unmit⸗ befindliche und iſt es ſorgen. gemeinen ſurten Ka⸗ in Zug wel⸗ Roſcſteine en(m. ſ. zum Torf⸗ en Kacheln Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. E. eine Eckfrieß⸗Kachel, F. eine Simskachel, G. eine Leiſte und IH. eine Eckſimskachel. Außer dieſen giebt es noch runde Kacheln zu den Durchſichten, Vaſen, Schnoͤrkel und andere zur vermeintlichen Verzierung der Oefen dienende Stuͤcke, die aber oͤfters ohne Proportion und ohne Geſchmack ſondern als unangeneh⸗ mes Buntwerk geformt und zuſammen geſtellt werden. Anm. Die Toͤpfer in den Provinzialſtaͤdten ſollten daher mehr ſuchen, ſich gute Zeichnun⸗ gen von Oefen, zu verſchaffen. Bei den glaſurten Kacheln, inſonderheit bei den ganz weißen findet man oͤfters daß die weiße Farbe nicht aberall gleich, vielmehr daß ſie ſehr ver⸗ ſchieden iſt, welches daher ruͤhrt, daß die Toͤpfer ſich gemeiniglich einer aus fein geſtoßener und durchgeſiebter mit Waſſer abgeriebener und mit Kießſande ver⸗ ſetzter Silberglaͤtte bedienen; wohingegen eine reine Weiße erhalten wird, wenn zu 4 Theilen in einem Calcinirofen zu Aſche gebranntes Bley, und einem Theil eben ſo gebrannten feinen Zinn, wenn dieſe Aſche wohl untereinander ge⸗ ruͤhrt worden, 5 Theile wohl gereinigter Kießſand hinzu gethan wird; dieſe Maſſe wird ſodann in einen Schmelztiegel geſchuͤttet, mit den Fingern feſt ein⸗ gedruͤckt und mit etwa ½ Zoll hoch Salz bedeckt; wenn ſolches in einem Ofen geſchmolzen wird ſo entſtehet ein weißer glaͤnzender Stein oder Schlacke, welche mit einem Reibeſtein ſo fein als moͤglich gerieben, durch ein Haarſieb gegoſſen und mit Waſſer auf die Kacheln aufgetragen wird, worauf man ſie zum zwei⸗ tenmahl brennt. Zum Anſtreichen und Mahlen der unglaſurten thoͤnernen Oefen werden die gewoͤhnlichen Erdfarben, als gelber Ocker, Braunſchweiger Gruͤn, Indigo, Engliſch Roth, Umbra und Kiehnruß, mit ſchwachem Leimwaſſer abgerieben, gebraucht; man pflegt auch wohl etwas Eyweiß und fein geriebene Kreide dar⸗ unter zu nehmen. Sollen gewiſſe erhabene Zierrathen auf dergleichen Oefen das Anſehen der Bronze erhalten, ſo wird vorher ein ganz duͤnner Grund von fein gerie⸗ benen ungebrannten gelben Ocker, der mit Leimwaſſer(½ Pfund Leim mit ½ Quart Waſſer gekocht) zweimahl aufgetragen. Wenn dieſer Anſtrich recht getrocknet iſt, wird ein ſolcher Theil mit gutem Kornbranntwein uͤberſtrichen, als man, ohne daß der Branntwein ganz eingetrocknet, mit Bronzier⸗Pul⸗ ver, vermittelſt eines großen Fiſchpinſels, auftragen kann. —— 256 Vierter Abſchnitt. Das Bronzier⸗Pulver iſt hier von allen Couleuren, das Loth zu 4 gr. zu bekommen. Bei der Aufſetzung der thoͤnernen Oefen iſt im Ganzen dahin zu ſehen, daß alle Theile wage⸗ und lothrecht aufgeſtellet werden und daß alles genau und gut paſſe, damit alles gehoͤrig mit den ſo genannten Ofeneiſen verbunden, und daß die Kacheln tuͤchtig mit Lehm der mit Kaff vermiſcht wird, ausgeſtri⸗ chen oder ausgefuttert werden. Alter ſchon in Oefen durchgebrannter Lehm iſt hierzu der beſte, in deſſen Ermangelung aber muß ſehr reiner Lehm(aber nicht Thon) genommen werden. Anm. Zu den Kacheln ſelbſt iſt eine beſondere Thonart erforderlich, welche aber ihre vielen Gradationen in Abſicht der Guͤte hat, und an einigen Orten beſſer als an den andern gefunden wird, ſo findet man z. B. bei Brandenburg einen Toͤpferthon, der anher ge⸗ bracht wird. Die Zuͤge oder Canaͤle in den Oefen werden von Mauer Durch die 297. Figur iſt ein Ofen mit dergleichen Zuͤgen vorgeſtellt, wobei ohne weitere Erklaͤrung der Roſt und die noͤthigen eiſernen Thuͤren vor dem Einheiz⸗ und vor dem Zugloch zu erſehen ſind, imgleichen die Rauchroͤhre, welche, wenn der Ofen nahe an den Schornſteinroͤhren ſtehet, von Thon, ſonſt aber von Eiſenblech ſeyn kann. In Abſicht der darin anzubringenden bekannten Klappe iſt anzumerken, daß, da die allzufruͤhe Verſchließung derſelben bei Wind⸗ oͤfen gefaͤhrlich ſeyn kann, es gut iſt, einen kleinen immer offen bleibenden Aus⸗ ſchnitt Fig. 298. in ſelbiger anzubringen, weil bei dem dadurch zu bewirkenden auch nur geringen Zug, die Gefahr nicht ſo groß werden kann, als wenn die Klappe die Oefnung des Rauchrohrs gaͤnzlich verſchließt; Fig. 299, A und B iſt ein ſo genannter Caminofen, desgleichen Fig. 300, unter welche des Luftzu⸗ ges wegen, vorne ein durchbrochener Schiebekaſten befindlich iſt, worin die Aſche fallt. Fig. 301 ſtellet einen Kachelofen mit einem Kaſten von Eiſenblech vor. Fig. 302. A und B iſt ein thoͤnerner Ofen von großen Kacheln mit einem ei⸗ ſernen Einſatz, weil die großen Kacheln unmittelbar am Feuer angebracht, zer⸗ ſpringen, wofuͤr ſie auch das beſte Verkitten nicht ſchuͤtzt; weil auch uͤberhaupt die Ausdehnung der Kacheln bei der Hitze ſchlechterdings erfolgt und ſelbige wenn ſie erkalten doch wieder zuſammenſchwinden, ſo iſt es eine Frage, ob es ein⸗ mahl gut ſey, einen ſehr feſten Kitt, der nicht nachgiebt, zur Verſtreichung der Fugen bei den Kacheloͤfen anzuwenden, und ob die Oefen ſich nicht laͤnger con⸗ ſerviren, wenn die Verſtreichung von der Art iſt, daß ſie die Ausdehnung und das Schwinden der Kacheln einigermaßen zulaͤßt. ſteinen geſetzt. Anm. zu 4 gr. in zu ſehen, älles genau derdunden, d, ausgeſtri⸗ ter Lehm it (aber riht ber ihre vielen an den andern der anher ge⸗ inen geſetzt. ellt, wobei vor dem Cauchräͤhre, Thon, ſorſt n bekannten n bei Wind⸗ denden Aus⸗ bewirkenden ls wenn die h A und B des luſtzu⸗ in die Aſche blech vor. t einem ei⸗ dvracht, zer⸗ erhaupt die elbige wenn ob es ein⸗ reichung der langer con⸗ hnung und Anm. Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 257 Anm. Außer den gewoͤhnlichen Kacheloͤfen werden hier in Berlin in der Hoͤhlerſchen Fabrike, ſehr ſchoͤne ſigurirte Oefen nach auszuwaͤhlenden Deſſeins, das Stuͤck zu as bis 5o Rthlr. angefertiget. Die blechernen Oefen werden von den Schloͤſſern nach verſchiedenen Formen und Groͤßen, als oval, rund und viereckigt angefertiget und ſtehen auf eiſernen Fuͤßen. Aus ſelbigen wird eine blecherne Rauchroͤhre an der Wand auf und nieder gefuͤhret, welche durch ihre Erheitzung zugleich die Zimmer er⸗ waͤrmt. Unten wo die Roͤhren herabgehen, ſind abzunehmende Deckel ange⸗ bracht, um ſie reinigen zu koͤnnen. Es wird dabei gemeiniglich fuͤr das Pfund Blech 3 gr. und an Ar⸗ beitslohn 2 gr. bezahlt. In eben der Art werden auch die gegoſſenen ſo genannten Topfoͤfen ge⸗ braucht. Sie haben faſt die Geſtalt eines oben mit einem Deckel bedeckten Topfes, ſtehen auf eiſernen Fuͤßen, und ſind mit Roſt und Aſchenfall verſehen. Die kleinen wiegen 58 bis 60 Pfund und die groͤßten 95— 100 Pfund. Außer dieſen Topfoͤfen giebt es auch in den Niederlagen des Koͤnigl. Bergwerks⸗ und Huͤtten⸗Departements, ſogenannte Steinkohlen⸗Oefen(wel⸗ che jedoch auch mit Holz und Torf geheizt werden koͤnnen), ſie beſtehen aus 3 bis 4 gut aufeinander paſſenden Au ſätzen und ſind ebenfalls mit Roſt und Aſchenfall verſehen. Sie wiegen nach der Groͤße von einen Centner bis beinahe zu zwei Centner, und koſtet der Centner von dieſer Gußwaare 4 Rthlr. 14 gr., au⸗ ßerdem muͤſſen noch vom Centner 3 gr. 9 pf. an Acciſe bezahlt werden. Die gegoſſenen Unteroͤfen, oder Feuerkaſten, auf welchen Aufſaͤtze von Ka⸗ cheln geſetzt werden, ſind ſo eingerichtet daß ſie mit Federn und Nuth zuſam⸗ men geſetzt werden koͤnnen; und erhalten im Guß verſchiedene Verzierungen; ſie ſind von mancherlei Groͤße und folglich auch das Gewicht derſelben ſehr ver⸗ ſchieden. Der Centner koſtet aber 2 Rthlr. 22 gr. nebſt 3 gr. 9 pf. an Acciſe. Auch kann man nach ſehr ſchoͤnen Deſſeins gegoſſene Kamine bekom⸗ men, wovon die einzelnen Stuͤcke als Vorder⸗ und Seitenſtuͤcke, Ruͤckenwaͤnde, Roſte, und durchbrochene Feuerkaſten zuſammengeſtellt, und die Kamine mit Aufſaͤtzen verſehen werden. §. 108. Es wird nicht undienlich ſeyn, einige kurzgefaßte Bemerkungen uͤber das zur Tiſchlerarbeit erforderliche Holz beizubringen. Die zu Brettern gefällte Kk Vierter Abſchnitt. Arbeit anzu⸗ Sagebloͤcke muͤſſen demnach ſobald als moͤglich geſchnitten werden, weil, wenn ein wendende Holz. Stuͤck Holz lange mit der Rinde oder Borke umgeben liegt, ſolches den Wuͤrmern Gelegenheit giebt, ſich darunter aufzuhalten. Erfordern es aber die Umſtaͤnde, daß die Sagebloͤcke einige Zeit liegen muͤſſen, bis ſie geſchnitten werden, ſo iſt es doch beſſer ſie nicht von der Rinde zu befreien, weil ſonſt das Holz leicht aufreißt, weshalb es auch ſo viel als moͤglich der großen Sonnenhitze entzogen werden muß. Iſt die Rede vom Eichenholz, ſo muͤſſen die daraus geſchnitte⸗ nen Bretter, wenn zuvor die Rinde nebſt den Spint davon abgehauen worden, ins Waſſer gebracht werden, wodurch die natuͤrlichen beitzenden Saͤfte dieſes Holzes, ausziehen. Kiehnene Bretter ſollen gleich nach dem Schneiden unter einen Schoppen gebracht und dergeſtalt aufgeſetzt oder aufgeſtapelt werden, daß die Luft dazwiſchen durchziehen und ſie austrocknen kann. Billig muͤßten dieſe Bretter auch zuweilen umgekehrt und die Stellen der Unterlagen veraͤndert werden, weil dieſe ſonſt ſtocken oder blau werden. Eichene Bretter ſollten bil⸗ lig 4 bis 6 Jahr lang zum Austrocknen gelegen haben, um recht dauerhafte Arbeit daraus zu erwarten. Alles Holz, und beſonders das zu Bretter ge⸗ ſchnittene, oder die Bretter ſelbſt, ſind indeſſen, wenn ſie noch ſo gut ausge⸗ trocknet worden, dem Schwinden, Quillen, Werfen und Aufreißen unterworfen, und zwar in einem hoͤheren oder geringeren Grade nach der Natur oder Be⸗ ſchaffenheit des Holzes ſelbſt, nach der mehrerern oder geringern Dicke der Bret⸗ ter, und nach dem Verhaͤltniß in welchem die aͤußern Urſachen des Schwin⸗ dens, Quillens ꝛc., als die Hitze und Kaͤlte, auch Trockenheit und Feuchtigkeit darauf wirken koͤnnen. Anm. Die Bretter ſind noch geneigter ſich zu werfen, wenn ſelbige oder die daraus ver⸗ fertigten Tiſchler⸗Arbeiten, auf einer Seite der Trockenheit und auf der andern der Naͤße ausgeſetzt ſind, als wenn von beiden Seiten eine gleiche Temperatur ſtatt findet. Bei den Tiſchler⸗Arbeiten kann aber dieſem Uebel ſehr zuvorgekommen werden, und zwar durch den Gebrauch des moͤglichſt ausgetrockneten Holzes, durch die Wahl der aus ſolchen Theilen der Baͤume geſchnittenen Bretter, wel⸗ che dem Schwinden, Quillen, Werfen und Aufreißen weniger ausgeſetzt ſind, als die andern, oder wenigſtens durch eine uͤberlegte Auswahl der beſten Bret⸗ ter zu dieſen oder jenen, der Form nach, den vorgedachten Veraͤnderungen mehr ausgeſetzten Stuͤcke, bei einer zuſammenzuſetzenden Arbeit; und endlich durch eine geſchickte Zuſammenfuͤgung oder Verbindung aller einzelnen Theile bei der Tiſchler⸗Arbeit. Auch der Anſtrich der Tiſchler⸗Arbeiten mit Oehlfarben verhuͤ⸗ d, wenn ein den Vuͤrmern de Unſände, werden, ſo ſſt as Haß läch ahite enzagen faus geſchritte hauen worde, Säſte dieſes hneiden unte lt werden, daß g mißten dieſe gen veraͤndert ker ſollten bil⸗ ht dauerhafte Beetter ge⸗ ſo gat ausge⸗ unterwotfen, dtur oder Be⸗ icke der Bret⸗ des Schwin⸗ dFeuchtigkeit die daraus ber⸗ ndern der Niſſe findet⸗ orgekommen ten Holzes, retter, wel⸗ geſetzt ſin,, deſten Bret⸗ ungen meht wlih durc zile bei der ben vethü⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 259 tet einigermaßen die ſonſt durch die Einwirkung der Luft entſtehende nachthei⸗ lige Veraͤnderung, des Holzes. Anm. Das Traͤnken des Holzes in Oehl iſt in dieſer Abſicht freilich nuͤtzlich, allein es kann im Großen nicht wohl ſtatt finden, und man begnuͤgt ſich alſo, allenfalls das zu Werk⸗ zeugen, als Hobeln, auch zu einigen Stuͤcken bei Maſchinen erforderliche Holz, in Oehl zu traͤnken und zu kochen. Die Bretter werfen ſich weniger oder mehr je nachdem ſie naͤher aus der Mitte oder dem Kern eines Baumes, oder weiter davon entfernt, geſchnitten ſind. Erſtere treten auch, wenn ſie von Feuchtigkeiten betroffen und wieder trocken werden, eher wieder in ihre Form zuruͤck, als ſolches von letztern zu er⸗ warten iſt. In Helfenrieders Baukunſt findet man hieruͤber ſehr gute Be⸗ merkungen, allein, es duͤrfte wohl in den wenigſten Faͤllen ſtatt finden, ſeinem Vorſchlage gemaͤß die Bloͤcke nach Fig. 303 zu ſchneiden, weil man bei 183oͤl⸗ ligen Sagebloͤcken nur 6 Zoll breite Bretter erhielte, deren Zuſammenſetzung bei der Tiſchler⸗Arbeit wiederum muͤhſam ſeyn, und uͤberhaupt die Arbeit ſehr koſtbar machen wuͤrde. Man muß ſich daher in den mehreſten Faͤllen damit begnuͤgen, die Bret⸗ ter wie gewoͤhnlich zu ſchneiden, und dahin zu ſehen daß der Baum beim Schnei⸗ den, dergeſtalt vorgelegt werde, daß die Nordſeite jederzeit oben zu liegen kommt; wonaͤchſt angefuͤhrtermaßen, die am naͤchſten aus der Mitte der Baͤume fallende Bretter vorzuͤglich zur Tiſchler-⸗Arbeit anzuwenden ſind. Außerdem muß der Tiſchler das Werfen der Bretter durch Zertrennung der allzubreiten, und durch verwechſelte Wiederzuſammenleimung derſelben, zu verhuͤten ſuchen, beſonders bei großen Flaͤchen, als Thuͤren⸗Fuͤllungen u. d. gl. Auch iſt auf den Wuchs oder die Richtung der Fiebern des Holzes zu ſehen, denn es giebt welches, wo die Fiebern gerade gehen, und die Tiſchler geradeſchlaͤchtiges, auch anderes wo die Fiebern krumme oder ſchiefe Richtung haben, welches windſchaͤliges Holz genannt wird. Bretter von letzteren Holzarten, welche die Tiſchler auch uͤberſpaͤnnige Bretter nennen, ſollten billig gar nicht zu Tiſch⸗ ler⸗Arbeiten gebraucht werden, weil die davon gemachte Arbeit ſich windſchief ziehet; man kann ſie hoͤchſtens zu ganz groben und ſchlechten Arbeiten anwen⸗ den, oder bei ſolchen wo die Bretter angenagelt werden, als bei Verſchlaͤgen, Verkleidungen ꝛc. ꝛc. Außer dieſem Fehler, giebt es auch Bretter die ſehr aͤſtig ſind, welche ebenfalls nicht recht brauchbar ſind; befinden ſich dergleichen Aeſte auf den Kanten der Bretter, ſo muͤſſen ſie nie aneinander gebracht, nach der Kunſtſprache, nicht zuſammengefuͤgt werden, weil die Stelle wo der Aſt ſich befindet, nicht mit den Kk 2 260 Vierter Abſchnitt. uͤbrigen Theilen des Brettes ſchwindet, und alſo die Leimfugen dadurch zer⸗ ſpringen wuͤrden. Die in der Mitte der Bretter befindliche aͤſtige Stellen aber pflegen bei dem Zerſchneiden derſelben herauszufallen. Bretter, worin die Fiebern des Holzes entweder nach der Breite oder nach der Dicke der Bretter, ſchief laufen, muͤſſen am wenigſten zu den kleinen oder feinern Theilen der Tiſchler⸗Arbeit gebraucht werden, als z. B. zu den Rahmſtuͤcken der Thuͤren und der Fenſter, indem leicht einzuſehen iſt, daß be⸗ ſonders die Verbindungen der Ecken, durch Zuſammenſchlitzung Fig. 304, mit einem ſo genannten Schlitzzapfen, oder Zuſammenſtaͤmmung nach Fig. 305, von ſolchem Holze, nicht dauerhaft gerathen koͤnnen; es muß alſo zu der⸗ gleichen Stuͤcken der Tiſchler⸗Arbeit, es ſey von Kiehnen⸗ oder Eichenholz die Rede, vorzuͤglich geradwuͤchſiges Holz genommen werden. Da auch das Eichen⸗Holz zwar ſo wie das kiehnene, dem Schwinden, Quillen und Werfen unterworfen iſt, ſolches aber doch bei erſterem in abwechſelnder Naͤſſe und Tro⸗ ckenheit nicht in ſo kurzer Zeit als bei dem kiehnenen geſchieht, auch das Ei⸗ chenholz uͤberhaupt dauerhafter iſt als das kiehnene, ſo nimmt man zu den Fen⸗ ſterrahmen vorzuͤglich Eichenholz, wozu aber auch nur Bretter, die aus der Mitte des Baums geſchnitten werden, gewaͤhlt werden ſollten. Anm. Zu Thuͤren iſt das Eichenholz zu ſchwer, auch ganz reines Eichenholz ohne Aeſte ſehr koſtbar zu erhalten, obgleich eichene gebohnte Thuͤren ſehr gut ausſehen. Das Kiehnenholz an ſich, iſt auch noch darin verſchieden, daß es Bret⸗ ter giebt, welche faſt ganz aus dem eigentlichen Kiehn beſtehen. Dieſe ſind vorzuͤglich an feuchten Oertern brauchbar, taugen aber dagegen nicht an Stellen, welche der Hitze ſehr ausgeſetzt ſind, z. B. gegen die Mittags⸗Sonne, weil die harzigen Theile daraus ausgezogen werden, auch die Farbe nicht gut darauf haͤlt, welches wenigſtens ein Unanſehen verurſacht. Es wird aber ſelten der Fall ſeyn, daß der Tiſchler ſich genau nach allen dieſen Umſtaͤnden richtet, und deshalb theuere Bretter anſchaffen ſollte; daher iſt es gut, wenn man tuͤchtige Arbeit haben will, daß der Bauherr ſelbſt das Holz zur Tiſchler⸗Arbeit anſchaft. Der dadurch etwa entſtehende Verluſt bei dem in dieſem Fall nicht ſparſamen Zuſchneiden, wird durch die dadurch zu erhal⸗ tende Dauer hinlaͤnglich erſetzt. Uebrigens iſt, wenn man aufrichtig ſeyn will, ohne jedoch einer ſchlech⸗ ten Arbeit das Wort zu reden, wohl zuzugeſtehen, daß die Vorwuͤrfe, welche den Tiſchlern gemeiniglich uͤber die geringſten Maͤngel bei ihren Arbeiten gemacht werden, unbillig ſind, denn bei der Wahl des beſten Holzes und der fleißigſten Arbeit, afugn ddurh 12. zer⸗ Jſtge Stelen äber ach der Brit der gſten zu den kuen ats z. B. u da zuſthen iſ, diß be⸗ litung gig zu kummung nach Fh. es muß alſo zu der oder Eihenhoh di en. Da auch daß nilen und Werſe er Näͤſſe und do eht, auch das E⸗ tman zu den Fen⸗ etter, die ans der 2 kichenholz ohne Aſt ausſehen. den, daß es But beſtehen. Dief dagegen niht an Mittngs⸗Sume, Farhe niht gut ſenau nach alle pollte; daher it ſelbſt das Hu Verluſt bei dem durch zu ahi ih eier ſhat⸗ irſe mihe den genuht werden, igſten Arbeit Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 261 liegt das Veraͤnderliche der Form, zu ſehr in der Natur dieſes Materials ſelbſt; hiernaͤchſt koͤnnen viele ander⸗ Umſtaͤnde die Urſache dazu werden, z. B. wenn die Tiſchler-Arbeit in einem zu friſch und noch nicht gehoͤrig ausgetrockneten Hauſe angebracht wird, ſo verurſachet die Feuchtigkeit, daß die beſte Arbeit einigen Nachtheil leidet. Man hat ſich uͤbrigens vielfaͤltig bemuͤhet, bei dem Holze zu den Tiſch⸗ ler⸗Arbeiten und bei anderm Nutzholze,(z. B. das zum Gebrauch der Artille⸗ rie bei den Laffetten,) den Wirkungen des Schwindens, Quillens und Werfens des Holzes dadurch zuvor zukommen, daß man ſolches in Daͤmpfen von ge⸗ kochtem Waſſer, ausgelohet hat. Anm. Ich beſitze eine Zeichnung und Beſchreibung von einer ſolchen Schwitz⸗Ma⸗ ſchine, ſo wie ſie in Hannover Behufs des Koͤnigl. Artillerie⸗Nutzholzes gebraucht worden, imgleichen ein Modell von einer folchen von dem Kaufmann Herrn Sanne in Stettin erbauten Auslohungs⸗Maſchine. Auch beſindet ſich in dem Journal fuͤr Fabrik, Manufactur, Handlung und Moden, April 1797. S. 263 u, f. die Beſchreibung einer aͤhnlichen Maſchine zur Auslohung des Holzes. Die hier durch das Koͤnigl. Oberhofbauamt und das Artilleriekorps an⸗ geſtellten Verſuche haben aber den Erwartungen nicht entſprochen. Der Herr Schifsbaumeiſter Quantin in Stettin, und die dorten mit dem Schifsbau ſich beſchaͤftigende Kaufleute, verſicherten ſchon vorlaͤngſt, daß das vorgedachte Auslohen in keiner andern Abſicht geſchehe, als um die Schifsplanken deſto leichter biegen zu koͤnnen; auch hat uͤber die hier angeſtellten Verſuche, der in der Phyſik und Chemie ſehr kundige Herr Hof⸗Bauinſpektor Simon die Beob⸗ achtungen geſammlet, und daraus abgenommen, daß es ſo gar geſchienen, als wenn das ausgelaugte Holz nicht nur denſelben Veraͤnderungen als das unaus⸗ gelaugte unterworfen, ſondern daß es ſo gar eine groͤßere Empfaͤnglichkeit fuͤr Näͤſſe haͤtte, und daß es alſo der Bewegung des Werfens mehr ausgeſetzt ſey; Herr Simon vermuthet auch, daß das ausgelaugte Holz eher der Faͤulniß ausgeſetzt ſeyn duͤrfte, als das unausgelaugte, ob er gleich dieſen Satz nicht behauptet, ſondern wuͤnſcht, ſich auf laͤngere und durch mehrere Jahre an⸗ zuſtellende Verſuche gruͤnden zu koͤnnen. Herr ꝛc. Quantin fuͤhret aber gera⸗ dezu die Erfahrung an, daß beim Auseinandernehmen eines von einem von dergleichen ausgeloheten Holze erbaueten Schifsgefaͤßes, das Holz wie Staub auseinander gefallen ſey, und tadelt alſo ſo gar die Operation des Auslohens, wenn ſolche auch nur zur Abſicht hat die Bohlen zu biegen, und will, daß ſol⸗ ches bei flammenden Feuer geſchehen ſoll. 262 Vierter Abſchnitt. Auch hat der Tiſchler⸗Meiſter Karſting zu Hannover, ſchon ſeit 28 Jahren dergleichen ausgelohetes Holz zu Meubles verarbeitet, welches bei der⸗ gleichen immer im Trocknen bleibenden Arbeiten, nicht ſo merklich gequollen oder ſich ausgedehnt haben ſoll, als anderes Holz; indeſſen hat der unbedeutende Vorzug des ausgeloheten Holzes auch hierbei nicht die Umſtaͤnde und die Muͤhe verlohnet. Anm. Beilaͤufig wird angemerket, daß in dem 7. Bande der oͤkoͤnomiſchen Hefte oder Sammlungen von Nachrichten, Erfahrungen und Beobachtungen fuͤr den Land⸗ und Stadtwirth von Leonhardi, Leipzig 1796. Nachrichten uͤber die in Frankreich von Migneron angeſtellten Verſuche, das Bauholz durch Kochen, zu allerlei Behuf bei dem Schifs⸗-, Haͤuſer- und Bruͤckenbau zu kruͤmmen oder zu biegen, angefuͤhret werden, uͤber deren Zweckmaͤßigkeit aber dem Praktiker noch viele Bedenklich⸗ keiten uͤbrig bleiben. §. 109. Von der Die Verfertigung der Thuͤren gehoͤrt zwar nicht durchweg unter die Ticchles 6 Rubrike der Tiſchler⸗Arbeit, indem diejenigen, wobei kein Leim gebraucht wird, zuerſt von auch von dem Zimmermann angefertiget werden duͤrfen: denn nach den Privi⸗ den Thuͤren. legien ſcheidet der Gebrauch des Leims, die Tiſchler⸗Arbeiten von den Zimmer⸗ Arbeiten; das heißt, alle diejenigen Arbeiten wozu nicht bloß Naͤgel, ſondern auch Leim gebraucht wird, duͤrfen die Zimmerleute nicht anfertigen. Indeſſen ſcheint es der Ordnung gemaͤßer, alle Arten von Thuͤren hier zu beſchreiben. Die Thuͤren erhalten ihre Benennungen von der Art der Zuſammen⸗ ſetzung ihrer einzelnen Theile; es giebt alſo 1) geſpundete Thuͤren mit aufgenagelten Leiſten, wohin auch die verdoppelten Thuͤren gehoͤren. 2) Verleimte oder geleimte Thuͤren mit eingeſchobenen Leiſten. 3) Eingefaßte Thuͤren, oder ſolche, welche mit Einfaſſungen an den Seiten herum und mit einem Queer⸗Stuͤcke verſehen ſind, zwiſchen welchen ſich die ſo genannten Fuͤllungen befinden. Sind die Bretter dieſer Fuͤllungen dergeſtalt in die Einfaſſungen und Queer⸗Stuͤcke ein⸗ geſetzt, daß ſie auf einer Seite der Thuͤre vertieft, auf der andern aber erhoben erſcheinen, oder daß ſie vor der Einfaſſung vortreten, ſo wird von einer ſolchen Thuͤre geſagt, daß ſie auf einer Seite rechts, oder uͤberſchoben ſey. Anm. Diejenige Seite, auf welcher die Fuͤllung vertieft iſt, wird jederzeit nach dem anſehn⸗ lichſten Zimmer gekehrt; z. B. bei einer Kammerthuͤr, koͤmmt dieſe Seite nach der Stube zu, die andere aber auf welcher die Fuͤllung vortritt, in die Kammer. ſon ſeit 28 hes bei der⸗ auollen oder undedentende nd die Nihe n Hefte oder htungen für fachrichten uͤber arch Kochen, zu oder zu biegen, jele Bedenklich⸗ g unter die aucht wird, den Privi⸗ den Zimmer⸗ gel, ſordern . Indeſſen ſſchreiben. Zuſammen⸗ wohin auch ſchobenen ingen an wiſhen die Bretter Stuͤcke ein⸗ ndern aber n, ſo wird e rechts, dem anſehn⸗ H xr Etube Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 263 4) Eingefaßte Thuͤren auf beiden Seiten rechts, ſind diejeni⸗ gen, wo die Fuͤllungen auf beiden Seiten gegen die Einfaſſungen und Queerſtuͤcke vertieft ſind. 5) Kreutz⸗Thuͤren ſind ſolche, welche außer den Einfaſſungen und den Queerſtuͤcken, vermoͤge eines in die Mitte gerade herabgehenden Ein⸗ faſſungs⸗ oder Verbindungsſtuͤckes, in 4 Fuͤllungen getheilt werden. Eine andere Haupteintheilung der Thuͤren giebt die Breite des Raums, den ſie verſchließen, indem ſie entweder 1) einfluͤglicht, oder 2) zweifluͤglicht gemacht werden; obzwar letztere auch oͤfters bloß des beſſern Anſehens und der Bequemlichkeit wegen, gewaͤhlt werden. Anm. Die ſogenannten gebrochnen Thuͤren ſind entweder in der Mitte der Breite nach, durchſchnitten, ſo daß der obere und der untere Cheil beſonders geoͤfnet werden kann. Sie werden mehrentheils nur bei geringen baͤuerlichen Gebaͤuden gebraucht, um durch die Eroͤfnung des obern Stuͤcks Licht auf die Fluhre zu verſchaffen, wenn es an einfal⸗ lendem Fenſterlichte fehlet. Zuweilen ſind aber auch die Thurfluͤgel der Laͤnge nach ge⸗ brochen oder getheilt, um wenn ſie aufgemacht ſind, nicht ſo vielen Platz einzunehmen, oder vorzuſtehen. 1 1) Die geſpundeten Thuͤren mit aufgenagelten Leiſten, ſind die einfachſten, und werden daher zu Scheunen, Staͤllen, Bodenthuͤren, Thorwegen, und in Bauern⸗Coloniſten⸗ und andern geringen Haͤuſern, zu Haus⸗Kuͤchen⸗ auch wohl ſelbſt als Stuben⸗ und Kammerthuͤren gebraucht; weil dabei kein Leimen vorfaͤllt, ſo werden ſie gemeiniglich von den Zimmerleu⸗ ten angefertiget; die Haus⸗Stuben⸗ und Kammerthuͤren pflegt man wohl zu behobeln, wohingegen Stall⸗ und andere Thuͤren rauh oder unbehobelt bleiben. Bei Verfertigung dieſer Thuͤren iſt weiter nichts zu bemerken, als daß die Bretter geſpundet in Zwingen gut zuſammengetrieben, und daß bei ein⸗ fluͤglichten Thuͤren zwei Leiſten queer uͤber mit guten flach geſchmiedeten Bret⸗ ternaͤgeln angeſchlagen werden, weil ſich ſolche beſſer umniethen laſſen, als die viereckigt gearbeiteten Naͤgel; auch muͤſſen dieſe Naͤgel zu dieſem Endzweck von gutem Eiſen ſeyn. Dieſe Thuͤren ſchlagen entweder ſtumpf gegen die Staͤnder oder Waͤnde der Thuͤroͤfnungen, oder wegen Erhaltung der Waͤrme in Wohnſtuben ꝛc. in einer darin angebrachten Vertiefung oder Falz. Dieſer Falz kann wenn die Thuͤroͤfnung in einer Mauer befindlich iſt, entweder in die Mauer ſelbſt, bei hoͤlzernen Gebaͤuden aber in den Staͤndern und Riegeln der Thuͤre, oder in ein ——⅜⅜ú⁄ↄͦä 264 Vierter Abſchnitt. in die Thuͤroͤfnung beſonders eingeſetztem Futter von Brettern, angebracht werden. Anm. Wenn die Falze in den Wandſtaͤndern befindlich ſeyn ſollen, ſo muß der Zimmermann ſolche ausſtaͤmmen oder hobeln, welches doch ſelten recht ſcharf und genau geſchieht; es iſt deshalb beſſer, auch in den Wohnſtuben der geringſten Gebaͤude, vom Tiſchler an⸗ gefertigte Futter in die Thuͤren anzubringen. Die Scheunen⸗ und andere zweifluͤglichte Thuͤren, muͤſſen aber außer den untern und obern Queerleiſten, auch den mittlern, woran bekanntermaßen die eine uͤber den andern Thuͤrfluͤgel wegreicht und der Thuͤrſchwengel oder oder Schlagleiſte heißt, noch mit gegen die Mitte gerichtete Queerleiſten verſehen werden, nicht nur um die Bretter deſto beſſer zuſammenzuhalten, ſondern um auch die Thuͤren fuͤr das Senken in der Mitte zu bewahren, wes⸗ halb auch dieſe Strebeleiſten mit gehoͤrigen Verſatzungen in die Leiſten einzu⸗ ſetzen ſind. Anm. Bei geraden, nicht moldenfoͤrmigen Brettern, koͤnnte man ſich zu Aufnagelung der Leiſten ohnbedenklich hoͤlzerner Naͤgel bedienen, nur muß abwechſelnd in entgegengeſetzten Richtungen vorgebohrt und die Nagel ſchraͤg eingeſchlagen werden. Gemeiniglich bedient man ſich aber der eiſernen Naͤgel, welche jedoch von der vorhin bemerkten Beſchaffenheit ſeyn muͤſſen. Gewoͤhnlich werden die Leiſten uͤber die Scheun⸗ und Stall⸗Thuͤren auf die aͤußere Seite angebracht; dies iſt aber nachtheilig, indem die Feuchtigkeit und Naͤſſe zwiſchen den Leiſten und den Brettern eindringt und daſelbſt Faͤul⸗ niß verurſacht; es iſt daher beſſer dieſe Leiſten und ſelbſt die Schlageleiſten oder den Schwengel an der innern Seite der Thuͤre, anzubringen. Dergleichen Scheun⸗ oder andere zweifluͤglichte Stallthuͤren koͤnnen, wie weiterhin vorkommen wird, mit eiſernen Hacken und Baͤndern beſchlagen wer⸗ den; allein, dies iſt oͤfters fuͤr den gemeinen Mann zu koſtbar, ſelbſt aber auch nicht ſo dauerhaft, als wenn an den an die Wand ſtehenden Theil der Thuͤr⸗ fluͤgel, ein Pfoſten angebracht wird, an welchem unten ein Zapfen ausgearbei⸗ tet iſt, der ſich in einer hoͤlzernen Pfanne bewegt; oben aber wird die an eben dieſem Stiehl zapfenfoͤrmig ausgearbeitete Rundung von einem eiſernen Hals⸗ bande, gehalten; die Bauern bedienen ſich aber auch hiezu wohl eines aus Holz geſchnittenen oder aus jungen geſchmeidigen Baumzweigen gedrehten Buͤgels. Anm. Dieſer Thuͤrpfoſten hat in einigen Gegenden von Pommern die ſonderbare Benennung von Hardelbrettz es wird dazu gern Eichen⸗ oder Buͤchenholz genommen. Zur Conſervation der Scheun⸗Stall⸗ und Hausthuͤren bei den Bauern⸗ und Koloni⸗ ſtenhaͤuſern duͤrfte wohl nichts vortheilhafteres zu empfehlen ſeyn, als der Anſtrich mit den in dieſem Werke oftgedachten Steinkohlentheer. In deſſen Ermangelung aber wuͤrde ein Anſtrich ingebracht Jimnetmana un gaſtiatz es in Tiſhler zu⸗ maber uße annternizer hwengel ader Queerſeiſten menzuhalten, wahren, wes⸗ keſſen einzu⸗ kufnagelung der ztgegengeſetzten iniglich bedient Beſchaffenheit ⸗Thären auf Feuchkigkeit aſelbſt Fäul⸗ geleiſten oder koͤnnen, wie chlagen ver⸗ t aber auch der Thuͤr⸗ ausgeatbei⸗ die an eben ernen Halb⸗ l eines aus n gedrehten are Venennung ne. 3 7, uund Koloni⸗ uſkrich mit her wͤrde ein Anſtrich Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 265 Anſtrich mit gewoͤhnlichem verduͤnnten Theer, und mit rother Erde vermiſcht, das Holz ſehr conſerviren. Die ſogenannten verdoppelten Thuͤren, weil ſie aus doppelt uͤber⸗ einander genagelten Brettern beſtehen, werden zu Keller⸗ große Haus⸗ und Thorwegs⸗Thuͤren angewandt. Die Unter⸗ oder Blindthuͤre wird wie vorhin erwaͤhnt worden, mit aufgenagelten, oder mit eingeſchobenen Leiſten zuſam⸗ mengeſetzt. Eingeſchobene Leiſten heißen diejenigen, welche nicht auf die Bretter aufgenagelt, ſondern in ſelbige eingelaſſen ſind. Es ſey z. B. Fig. 306 ab die Breite einer Thuͤre, aa aber eine Seite oder Kante des letzten Bretts, ſo iſt bei c das Preofil der eingeſchobenen Leiſten erſichtlich, wobei zu bemerken, daß die ſchraͤgen oder ſchwalbenſchwanzfoͤrmigen Einlaßungen dieſer Leiſten, der Grad, oder auf den Grad eingelaſſen, genannt wird. Dieſe Leiſten kom⸗ men auf die inwendige Seite der Thuͤre; auf den außern glatten Seiten der Blindthuͤre werden alsdann andere 4, 6, bis 8 Zoll breite Leiſten, an welchen auf beiden Kanten, wie Fig. 307 zeigt einige Glieder aa, welche Kehlſtoͤße genannt werden, gehobelt, dieſe Bretter werden nach verſchiedenen Formen auf⸗ genagelt; es wird nemlich entweder erſt ein Rahm oder Frieß auf die Thuͤre herum gekroͤpft und befeſtiget, zwiſchen welchen die Fuͤllungsbretter genagelt werden, oder letztere werden aus den Ecken der Thuͤre in diagonaler Richtung aufgenagelt, ſo daß in der Mitte ſich ein Viereck bildet. Die verdoppelten Thuͤren ſind zwar dem Quillen und Werfen nicht ſehr unterworfen, mithin bei Kellern, Gewoͤlben und an andern feuchten Oertern gut, allein ſie ſind auch ſehr ſchwer und erfordern daher ſtarke Beſchlaͤge und vieles Holz. Die verleimten Thuͤren beſtehen aus auf den Seiten gerade geho⸗ belten, nicht verſpundeten, ſondern zuſammengeleimten Brettern, und ſind nach der vorherigen Beſchreibung, mit auf den Grad eingeſchobenen Leiſten ver⸗ ſehen, von welchen noch anzumerken iſt, daß ſie nicht geleimt werden. Anm. Auf das gute Leimen Verleimen) koͤmmt bei der Tiſchler⸗Arbeit vieles an. Bei naſ⸗ ſem oder nicht gehoͤrig ausgetrocknetem Holze bindet der Leim nicht. Auch muß der⸗ ſelbe waͤhrend des Gebrauchs nicht erkalten, weshalb die zuſammen zu leimende Seiten des Holzes am Feuer warm gemacht werden muͤſſen. Ferner darf die Verleimung nicht zu ſchnell trocknen, und deshalb duͤrfen die zuſammengeleimte Stuͤcke nicht ſogleich an die Waͤrme geſtellt werden. Die Guͤte und Staͤrke des Leims kennen die Tiſchler durch den Gebrauch. Einige Tiſchler laſſen den Leim, um denſelben dadurch bindender zu machen, mit reinem Waſſer in einem metallenen Tiegel zergehen, und ſtoßen ihn ſodann mit einer Stoßkeule bis derſelbe ſich wie Seidenfaden ziehen laͤßt und ſich von der Keule trennt; alsdenn formen ſie den Leim mit den Haͤnden in Stuͤcke, die ſie nachher zum Gebrauch wieder in Waſſer oder in Leimwaſſer am Feuer zergehen laſſen. Oft erwaͤrmter oder zu ſtark erwaͤrmter Leim, iſt nicht ſo bindend als friſcher. Ll ——— Vierter Abſchnitt. In dem erſten Bande der Abhandlung der Koͤnigl. Schwediſchen Akade⸗ mie der Wiſſenſchaften wird folgender Leim beſchrieben. „Man zerſchneidet reinen friſchen Suͤßmilchskaͤſe in duͤnne Scheiben, nachdem man „vorher die aͤußere Rinde abgenommen, und ruͤhret dieſelbe in kochend heißem Waſſer ſo „lange mit einem Kochloͤffel um, bis er zu einem zaͤhen Schleim wird, der ſich mit dem „Waſſer nicht vermiſcht. Wenn nun dieſer Kaͤfe ſolchergeſtalt zu verſchiedenenmalen in „heißem Waſſer, ſo immer friſch aufgegoſſen werden muß, bearbeitet worden, ſo ſchoͤpft „man ſolchen mit einem Loͤffel auf einem warm gemachten Reibſtein und arbeitet denſel⸗ „ben mit lebendigen oder ungeloͤſchten Kalk zuſammen, bis er zu einem rechten guten „Leim wird, welcher ſich am beſten brauchen laͤßt, wenn er warm gemacht iſt, denn wenn ver kalt, iſt er nicht ſo gut, wiewohl ſteinerne Gefaͤße und Bretter damit zuſammen ge⸗ „leimt werden. Dieſer Leim loͤſet ſich in Waſſer nicht auf, wenn er nur gut getrocknet „iſt, welches nach der Groͤße der zuſammenzuleimenden Materien in 48 bis 72 Stunden „geſchiehet. „Dieſer Leim iſt ſehr brauchbar zu Waſſerrinnen, Waſſerbehaͤltern, Packkaͤſten, worin „man Waaren fuͤr Naͤffe bewahren will, u. d. gl.“ Es iſt bereits vorhin angefuͤhret worden, daß wenn die Thuͤren bei Holz⸗ waͤnden gut ſchließen ſollen, ſie in einem Futter geſetzt werden muͤſſen. Ein ſol⸗ ches Futter, welches auch wohl eine Zarge genannt wird, beſtehet aus 4 zu⸗ ſammengeſetzten Brettern, die an den Enden mit ſo genannten Zinken zu⸗ ſammen geſetzt ſind. Die Zinken ſind keilfoͤrmig zugeſchnittene Zapfen, die an einem Brette befindlich ſind, welches mit einem andern, mehrentheils in rechten ſonſt aber auch in allen andern Winkeln, zuſammengefuͤgt werden ſoll, indem in dieſem Brette wiederum Zapfenloͤcher von eben der Figur als die Zapfen, ein⸗ geſchnitten ſind, worin ſie genau paſſen. In dieſem Futter iſt auf derjenigen Seite, wo die Thuͤre befindlich iſt, der vorhinerwaͤhnte Falz angebracht, worin die Thuͤre einſchlaͤgt; dieſerhalb und weil auch die eiſernen Thuͤrhacken auf den Kanten des Futters eingeſchlagen werden, muͤſſen die Futterbretter nicht zu ſchwach ſeyn. Anm. Wenn das Futter dicht an den Wandſtiehl anſchließt, koͤnnen jedoch die Thuͤrhacken auch in den Wandſtiehl eingeſchlagen werden. Weil es hauptſaͤchlich noͤthig iſt, daß das Futter genau in die Thuͤroͤf⸗ nung paßt, ſo ſollten billig die Zimmerleute die Oefnungen mit mehrerer Ge⸗ nauigkeit verbinden als ſolches gemeiniglich geſchieht, wobei zwiſchen der Thuͤr⸗ zarge und dem Stiehl mit Kalk und kleinen Steinſtuͤcken ausgefuͤttert werden muß, welches leicht wieder herausfaͤllt. Ueberhaupt iſt es aber beſſer, wenn außer dem Futter auch noch eine Bekleidung angebracht wird. Dieß ſind nemlich 4 bis 5 Zoll breite Bretter, welche zu beiden Seiten des Futters, laͤngſt der Thuͤre herab, und oben uͤber ſelbiger, uͤber die zwiſchen dem Futter, dem Wandſtiehle und dem Riegel befindliche Fuge, uͤbergenagelt werden. —, 27 ccend heißen Nig un heimm Taſer ſo 2 der ſcch nit dem 1 verſchiedenennaen in eitet worden, ſo ſcyſt ein und arbeitt denſet⸗ zu einem rechten zuum gemacht iſt, denn wem er damit zuſamma ge er nur gut getrocknet in 43 bis 72 Stunden lern, Packäſten, wotig e Thüren bei h⸗ müſen. Ein ſo⸗ ſtehet aus 4 zu⸗ en Zinken zu⸗ e Japfen, die an antheils in vchten erden ſoll, indem die Zapfen, ein⸗ ſt auf derſenigen ngebracht, wotin ürhacken auf den bretter nicht zu och die hüthacken in die Thuͤrif mehterer Ge⸗ chen der Thür⸗ ffuͤttert wede auch noch eine Sol breite re herah, und Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 267 Bei maſſiven Gebaͤuden wird anſtatt des vorgedachten Futters eine ſtarke S. 256 und 257 des 1. Theils, bereits beſchriebene Blockzarge ein⸗ geſetzt. Bei ſchlechten Thuͤren iſt der Falz, worin die Thuͤre ſchlaͤgt, gleich in dieſer Blockzarge ausgeſtoßen, ſonſt aber wird auch ein beſonderes Futter in die Blockzarge geſetzt, auch die vorgedachte Verkleidung uͤber die Fugen zwiſchen der Blockzarge und der Mauer, angebracht. Anm. In einigen Gegenden, wo man mehr mit Bruchſteinen bauet, werden die Thuͤr⸗ oder Fenſterzargen aus dergleichen Steinen angefertiget. Die zuletzt erwaͤhnten verleimten Thuͤren mit eingeſchobenen Leiſten, ſind im Freien und in der abwechſelnden Witterung nicht gut, ſondern geſpundete Thuͤren leiſten da beſſere Dienſte. Die 308. Figur ſtellet den Durchſchnitt einer Thuͤre mit uͤberſcho⸗ benen Fuͤllungen oder, die auf einer Seite rechts iſt, vor; a iſt nem⸗ lich das obere, b das mittlere und o das untere Rahmſtuͤck, ee aber die Fuͤl⸗ lungen, welche nach der Eingangs dieſes§. gegebenen Beſchreibung, auf einer Seite in die Rahmſtuͤcke ſtehen und gegen ſelbige vertieft, auf der andern aber gegen ſelbige liegen und vorſtehen. Erſtere Seite der Thuͤre heißt die rechte Seite. Auf den Fuͤllungen befinden ſich auch wohl zur Zierde Tafeln, indem auf die Fuͤllungen herum Vereiefungen oder Abgruͤndungen, welche hier mit fEg und hi bemerkt ſind, ausgearbeitet werden. Diejenigen Stubenthuͤren welche auf beiden Seiten rechts ſind, werden entweder ordinair oder mit aufgeleimten Leiſten, oder mit dem Kehlſtoß in der Nuth, zuſammengeſetzt; erſteres zeigt Fig. 309, wo wiederum a das obere, b das mittlere Rahmſtuͤck und co die Fuͤllungen, d aber die Abgruͤndungen anzeigt. ee, heißen die Federn womit die Fuͤllungen in die Rahmſtuͤcke ſtehen und da die Fuͤllungen bei dem Gebrauch des trockenſten Hol⸗ zes ſich dennoch in etwas ausdehnen koͤnnen, ſo muͤſſen ſie etwa † Zoll Spiel⸗ raum in der Nuth b Fig. 310 der Seiten⸗ oder aufrechtgehenden Rahmſtuͤcke c behalten, weil ſie ſelbige ſonſt beim Quillen auseinander treiben wuͤrden. Da⸗ hingegen muͤſſen aber auch die Nuthen tief genug ſeyn, und die Tafeln ſo weit darin einſtehen, daß ſie beim Eintrocknen nicht aus ſelbigen heraustreten koͤnnen. Bei großen Thuͤren iſt die Fig. 305. vorgeſtellte Zuſammenſetzung der Thuͤreinfaſſungen nicht hinreichend, ſondern es ſind ſelbige nach Fig. 312 mit doppelten Zapfen zu machen. Ll 2 268 Vierter Abſchnitt. . Die zweite Art die Fuͤllungen einzufaſſen iſt die mit aufgeleimten Leiſten, Fig. 313; anſtatt daß nemlich nach der 309. Figur, die Kehlſtoͤße g und h, gleich an die Raͤhmſtuͤcke geſtoßen, ſind beſondere Leiſten mum angefer⸗ tiget, um die Kehlſtoͤße gekroͤpft, angeleimt, auch wohl mit hoͤlzernen Naͤgeln daran befeſtiget. Da aber dieſe Leiſten ſich bei dem Schwinden der Fuͤllungen krumm zu ziehen pflegen, oder wohl gar abſpringen, ſo iſt die Fig. 314. vorge⸗ ſtellte dritte Methode, mit dem Kehlſtoß in der Nuth, weit vorzuͤglicher. Es iſt nemlich a ein beſonderes Stuͤck Holz, welches mit einer Feder in die Einfaſſung und an den Seiten um ſelbige greift, gg ſind die Kehlſtoͤße und ee die Feder der Fuͤllungen. Die ſo genannten Kreutzthuͤren Fig. 315 haben mit den vorherge⸗ henden eine gleiche Konſtruction, außer daß ſie durch die zwiſchen den aͤußern Rahmſtuͤcken angebrachten lothrechten, und den in die Mitte wagrecht befindli⸗ chen Rahmſtuͤcken, in 4 Fuͤllungen getheilt ſind. Anm. Das mittelſte wagerechte Stuͤck ab gehet bei dieſen Thuͤren durch; das lothrechte in der Mitte befindliche Rahmſtuͤck beſtehet aber aus zwei Stuͤcken, welche in dieſes einge⸗ ſetzt ſind. Dergleichen Kreutzthuͤren ſind wegen der kleinern Fuͤllungen, die nicht ſo merklich ſchwinden oder quillen koͤnnen als die groͤßeren, dauerhafter als dieſe. Die zweifluͤglichten Thuͤren ſind eben ſo konſtruiret als die Kreutz⸗ thuͤren, nur haben ſie ſogenannte Schlageleiſten, Fig. 316 zu beiden Seiten, um die Fuge, wo die Thuͤren zuſammenſchlagen, zu bedecken; zuweilen ſind aber auch anſtatt der Schlageleiſten die Fluͤgelrahmſtuͤcke abgefalzt und zugleich ab⸗ gekehlt, wovon Fig. 317 den Durchſchnitt zeigt. Anm. Die beſſere aber freilich etwas theurere Verbindung oder Zuſammenſetzung mit dem Kehlſtoß in der Nuth, muß in dem Baukontrakte, den Tiſchlern ausdruͤcklich zur Bedin⸗ gung gemacht werden, weil ſie ſonſt nur geleimte Leiſten, oder den Kehlſtoß an die Rahmſtuͤcke anbringen. Bei der Reviſion iſt aber das Annageln der Leiſten mit hoͤlzer⸗ nen Naͤgeln, ſelbſt wenn die Thuͤre ſchon angeſtrichen iſt, leicht zu entdecken. An dieſer Thuͤre Fig. 315 iſt zugleich in die an den Wandſtiehl mit ei⸗ ſernen Naͤgeln, oder bei maſſiven Gebaͤuden an die Blockzarge angeſchlagenen Verkleidung gezeichnet, um unten auf den vorſtehenden Theil x aufmerkſam zu machen, welcher ein Sockel genannt wird, und gleichſam das Fußgeſtelle der Einfaſſung vorſtellt. Bei dieſer Gelegenheit iſt auch zu erinnern, daß die Thuͤren⸗Futter in dicken oder ſtarken Mauern anſehnlicher Gebaude, eben ſo breit gemacht werden, als die Mauern dick ſind, wo dann die Zargen wegen der großen Breite eben⸗ taufgeleimten n, de Kaltäge 1 ſten mm unefer häßernn gigel den de ſilunen e Fig. Il4 borge weit vorjiſih. ſeiner Feder in di die Kehlſtiße m nit den vathert wiſchen den zußen e wagrecht befin rc; das lothrechte in zlcche in dieſes einge⸗ ggen, die nicht ſ haſter als diſ ret als die Krat⸗ ubeiden Seike, uweilen ſind aber und zugkeih al⸗ menſegung mi dem driicklich zur Bedin⸗ en Kehlloß an die laſſen mit hoͤlzer⸗ ecken. dſtiehl wit ei⸗ angeſchlagenen aufmerkſam zu Fußgeſtele de üre⸗Zuttr i gematnaden n BGrii eben⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 269 falls in Rahmſtuͤcke und Fuͤllungen gearbeitet und gegen die Blockzarge befe⸗ ſtiget werden. Vorhin iſt nur eines ſtumpfen Anſchlagens der Thuͤren in den Falz des Futters gedacht worden, wie Fig. 318, wo a das Futter im horizontalen Durch⸗ ſchnitt und b die Thuͤre vorſtellet. Es iſt aber beſſer, wenn die Thuͤre nach Fig. 819 bei x abgekehlt wird, ſo daß ſie noch die Fuge bedeckt. Das Profil Fig. 320 nach einem horizontalen Durchſchnitt, zeiget noch eine andere Art, wo nemlich das Futterſtuͤck in k nicht abgefalzt iſt, ſondern die Verkleidung macht mit der Abkehlung m des Thuͤrrahmſtuͤcks den Schluß der Thuͤre, n iſt die Fuͤllung, und g das uͤberfaͤlzte Stuͤck mit dem Kehl⸗ ſtoß in der Nuth. Bei den Hausthuͤren, welche entweder einfluͤglicht, mehrentheils aber zweifluͤglicht ſind, iſt in Abſicht der Zuſammenſetzung derſelben kein weſentlicher Unterſchied gegen dasjenige was vorhergehend von den Stubenthuͤren angefuͤhrt worden, als daß dieſe Thuͤren gemeiniglich nach dem horizontalen Durchſchnitt einer ſolchen Thuͤre Fig. 321. zwar auch mit einem Kehlſtoß in der Nuth zuſammen geſetzt ſind, allein die Fuͤllungen aa ſind einwaͤrts nur uͤberge⸗ ſchoben. Uebrigens ſind die Hausthuͤren gemeiniglich oben mit einem ſo genann⸗ ten Latteyholze verſehen, uͤber welches ein Fenſterrahm, entweder zur alleini⸗ gen Erleuchtung des Fluhrs angebracht iſt, oder um naͤchſt den andern Fluhr⸗ fenſtern, Licht zu verſchaffen. Unten wird in den Hausthuͤren eine Schwelle ge⸗ legt, an welcher dieſelben gewoͤhnlich nur ſtumpf oder ſo wie in dem Lattey— holze mittelſt eines Falzes einſchlagen und in beiden durch Schubriegel befeſtiget werden. Die Hausthuͤren werden gemeiniglich, vorzuͤglich auf der aͤußern Seite verzieret, inwendig aber pflegt man ſie glatt zu laſſen. In großen Thorwegs⸗ fluͤgeln wird zuweilen eine Pforte oder Thuͤre angebracht. Anm. In hoͤlzernen Haͤuſern bekommen die Hausthuͤren ebenfalls ein Futter; bei maſſiven Gebaͤuden aber iſt es unrecht eine Zarge oder ein Thuͤrfutter einzuſetzen, weil ſolches auch mit einer hoͤlzernen Bekleidung oder Architrav verſehen werden muͤßte, wenn die Fuge zwiſchen der Zarge oder dem Futter, und der Mauer, nicht ſichtbar ſeyn ſollte, welches aber mit einem maſſiven Bau kontraſtiren wuͤrde. Es iſt daher beſſer die Hausthuͤren ohne Zarge und Futter anzubringen, und ſie gegen einen in der Mauer befindlichen An⸗ ſchlag, anſchlagen zu laſſen. §. 110. Diejenigen Fenſterrahme, welche in Blei verglaſet werden, heißen Faſe⸗Von den Fenſter, zum Unterſchiede mit den Sproſſen⸗Fenſtern. Fenſtern. 270 Vierter Abſchnitt. Faſen oder Abfaſen heißt bei den Tiſchlern, wenn ſcharfe Kanten abgeſchraͤgt oder gebrochen werden. Da nun die zum Verglaſen mit Blei be⸗ ſtimmten Fenſterfluͤgel nach Fig. 322, wenn a die Scheibe und b der Durch⸗ ſchnitt des Rahms iſt, bei o und d abgeſchraͤgt werden, ſo iſt daher die obge⸗ dachte Benennung entſtanden. Beide Arten von Fenſter, wenn ſie in hoͤlzernen Waͤnden einge⸗ ſetzt werden, bekommen ein Futter wie die Thuͤren, worin die Fenſter⸗ kreutze, oder der Mittelpfoſten und das Querſtuͤck befeſtiget, und die Fluͤgel angebracht ſind. Auch in maſſiven Gebaͤuden pflegen einige derglei⸗ chen Futter zu machen, wobei zugleich die Fluͤgel aufwaͤrts aufſchlagen, ſo daß das Fenſter mit der aͤußern Wandflaͤche gleich ſtehet. Es iſt aber weit beſſer, in maſſiven Gebaͤuden die Zargen wegzulaſſen, und nur breite Rahme anzu⸗ bringen, wie in dem folgenden mit mehrern wird gezeigt werden. Das uͤber den Mittelpfoſten uͤbergeplattete Queerſtuͤck eines Fenſterkreu⸗ tzes wird oͤfters nur mit einem Nagel befeſtiget; trocknet nun das Holz etwas zuſammen, oder der hoͤlzerne Nagel wird wandelbar, ſo verliehrt auch das Queerſtuͤck ſeine Befeſtigung, daher muͤſſen die Queerſtuͤcke außer der Ueber⸗ blattung noch in dem Mittelpfoſten und in der Zarge, Zapfen erhalten; we⸗ nigſtens ſollten die Queerſtuͤcke durch die Zarge mit eiſernen Naͤgeln befeſtiget werden. Gewoͤhnlich ſchlagen die Fenſterfluͤgelrahme a Fig. 323 nur ſtumpf in den in der Zarge b befindlichen Falz. Es iſt aber leicht einzuſehen, daß es beſſer ſey, wenn ſelbige nach Fig. 324 abgefalzt werden. Uebrigens ſind die Fenſterfluͤgel an den Ecken zuſammengeſchlitzt, oder mit ſo genannten Schlitzzapfen Fig. 325 zuſammengeſetzt. Auch erhalten die Fenſterfluͤgel wohl anſtatt der in Fig. 322 und 323 ꝛc. bemerkten geraden Faſe, Kehlſtoͤße, wie Fig. 326, g, welche in hi auf die Gehrung zuſammengeſetzt werden. Naͤchſtdem ſollten billig alle Fenſterfluͤgel mit ſo genannten Waſſerſchenkeln verſehen werden, wovon weiterhin das mehrexre vorkoͤmmt. Anm. Die Fenſterfluͤgel werden bekanntermaßen an den Ecken ven den Tiſchlern mit hoͤl⸗ zernen Naͤgeln befeſtiget, welche der Glaſer beim Verglaſen wieder herausſtoͤßt um die Naͤhme auseinander nehmen zu koͤnnen. Vorhin iſt bereits angefuͤhrt worden, daß in maſſiven Gebaͤuden anſtatt der Zargen, nur die Fenſterrahme gegen den Anſchlag der Mauer befeſtiget werden, und zwar geſchieht ſolches mit kleinen Bankeiſen oder Mauerſtif⸗ ten, bei welcher Einrichtung die Fenſterfluͤgel einwaͤrts aufſchlagen. Der Pfo⸗ ui Kanten dit Nei be⸗ der Durc det die oöge den einge⸗ ie Fenſter⸗ get, und die nige derglei gen, ſo daß weit beſſe, lahme anzu⸗ Fenſterkreu⸗ Holß etwas auch das der Ueber⸗ halten; we⸗ in befeſtiget ſtumpf in en, daß es geſchlizt, ind 523 r. auf die ſterfluͤgel thin das en mit hoͤ⸗ ßt um die en anſtatt befeſtie Nauerſif⸗ er Pfeo⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 271 ſten und das Queerſtuͤck, wird mittelſt durchgehender Zapfen in dieſes Rahm⸗ ſtuͤck befeſtiget, ſo daß ſie inwendig mit dem Rahmſtuͤck buͤndig ſind; außer⸗ halb tritt aber der Pfoſten und das Queerſtuͤck vor, weshalb ſie nach Fig. 327 an den Seiten aa ſo abgekehlt ſind, wie der Durchſchnitt eines ſol⸗ chen Stuͤcks b bei oo zeigt; durch dieſe Abkehlung entſteht in der Mitte des Kreutzes ein Viereck oder eine Quader d. Weil nun das Abkehlen bis an dieſe Quader heran, muͤhſam iſt, ſo pflegen die Tiſchler die Abkehlung erſt ganz durchgehen zu laſſen, dann oben einen Quader zu ſchneiden und ſel⸗ bigen einzuleimen, welches aber, da es undauerhaft, nicht ſeyn muͤßte; in dieſer Ruͤckſicht iſt es alſo beſſer die Pfoſten nach Fig. 328 beſonders und durchge⸗ hends auszukehlen, die Kreutzſtuͤcke aber etwas ſchwaͤcher mit architravirten Gliedern nach dem Profil ef anzubringen. Der Pfoſten und das Kreutzholz, erhalten demnaͤchſt innerhalb einen Falz, der zu ſeiner Breite F der Dicke des Futterrahms hat, worin die Fen⸗ ſterfluͤgel durch Abfaͤlzungen einpaſſen, und dieſe Abfaͤlzung iſt entweder ein⸗ fach, oder die Fluͤgel ſind nach Fig. 329 doppelt uͤberfaͤlzt, welches in al⸗ len Faͤllen beſſer und zweckmaͤßiger iſt.: Weil dieſe Fluͤgel nach einwaͤrts aufgehen, ſo gehoͤrt alle Vorſicht dazu die untern Stuͤcke derſelben ſo zu profiliren, daß ſie auf das dichteſte ſchließen; Fig. 330 iſt das Profil eines ſolchen Fluͤgelſtuͤcks, woran zugleich der Waſſer⸗ ſchenkel g angebracht iſt;(der ſonſt an ordinaͤren Fluͤgeln beſonders angenagelt wird) h iſt die Glaßnuth, i die Abfalzung, k der zum Ableiten des Waſſers beſtimmte Stab, m die in eben dieſer Abſicht eingeſtoßene Rinne, 1 das ſo genannte Latteybrett, welches mit einer Feder n in die im Futter⸗ rahm eingeſtoßene Nuth geſetzt werden muß. Anm. Wegen der Waſſeerſchenkel iſt anzumerken, daß ſie gewoͤhnlich da, wo ſie an den Pfo⸗ ſten und Futterrahm ſtoßen, zu kurz geſchnitten werden, wodurch der Zweck das Waffer abzuhalten, zum Theil verlohren gehet. Es muß demnach, wenn Fig. 331 a der mittlere Fenſterpfoſten, und bb die langen Fluͤgelſtuͤcke ſind, der Waſſerſchenkel bei x ſo dicht als moͤglich an den Pfoſten ſtoßen. Um aber die Fluͤgel bequem zu eroͤfnen, kann derſelbe bei xy nach einem Kreisſtuͤcke gh desjenigen Bogens abgerundet werden, den der Fen⸗ ſterfluͤgel beim Eroͤfnen beſchreibt. Hiernaͤchſt iſt aber bei v, wo der Waſſerſchenkel an den Futterrahm m anſtoͤßt, derſelbe rechtwinklicht abzuſchneiden⸗ Uebrigens verſteht es ſich von ſelbſt, daß alles ſehr genau gearbeitet werden muß, und daß dergleichen Ueberfaͤlzungen, als in der Fig. 332 im Grundriß, und Fig. 323 pro⸗ filmaͤßig vorgeſtellt, hoͤchſtfehlerhaft ſind. Auch iſt zu bemerken, daß die Abſchraͤgung der Mauer in Fig. 330, nicht nach den punktirten Linien bis dicht an den Fenſterrahm gehen⸗ ſondern ½ Zoll unter ſelbigen bleiben muß. ——ͤGÿä — — Vierter Abſchnitt. Um mehrere Dichtigkeit zu bewirken, bringen einige an dem an das Fenſterrahmſtuͤck anſchließenden Schenkel noch Kehlungen an; z. B. wenn in Fig. 333, a der Fenſterrahm, ſo iſt b eine ſolche Kehlung, allein die Sache iſt von geringen Nutzen, indem die Staͤbe doch nur auf einer Seite des Fen⸗ ſterrahms vorhanden ſeyn koͤnnen, weil ſonſt die Fluͤgel nicht zu eroͤfnen waͤ⸗ ren, und bei etwannigem Quillen des Holzes, koͤnnen die Fenſter nicht wohl zugemacht werden. Anm. Es iſt im vorhergehenden immer nur von einem Queerſtuͤcke, alſo von vierfluͤglichten Fenſtern die Rede geweſen; es verſteht ſich aber von ſelbſt, daß wenn mehrere Fluͤgel uͤbereinander ſeyn ſollen, auch mehrere Queerſtuͤcke angebracht werden muͤſſen. Auch braucht das Queerſtuͤck nicht immer gerade in die Mitte zu ſeyn, ſondern es iſt bei niedrigen Fenſtern beſſer, ſolches weiter herauf zu bringen, und den untern Fluͤgeln mehr Hoͤhe als den obern, zu geben. 8 1 Daß bei zweifluͤglichten Fenſtern das Queerſtuͤck ganz wegfaͤllt, bedarf keiner Erin⸗ nerung. Dagegen iſt anzumerken, daß man auch in hoͤlzernen Haͤuſern, die Fenſter zum Ein⸗ waͤrtsaufgehen machen kann; alsdenn wird aber, ſo wie bei den maſſiven, ein beſonderer Futterrahm, mitten in das bei hoͤlzernen Haͤuſern gewoͤhnliche Futter(welches die ganze Dicke der Wand zur Breite hat) eingeſetzt, wodurch die Fluͤgel alſo etwas gegen Flaͤche des Gebaͤudes, zuruͤckſpringen. 8 In Abſicht der Sproſſenfenſter iſt weiter nichts zu bemerken, als daß die Sproſſen nicht zu ſchwach, auch vorzuͤglich aus gutem, geſunden und gerad⸗ wuͤchſigen Holze gearbeitet ſeyn muͤſſen, und daß die Queerſproſſen, als die kuͤr⸗ zeſten in einem Stuͤcke durchgehen, dagegen die lothrechten in jene eingezapft und nach der Gehrung eingepaßt ſind, ſo daß ſie beim Zuſammenſtoßen Kreutz⸗ ſchnitte bilden; dieß iſt aber nicht ſo gut, als wenn die langen Sproſſen auch aus einem Stuͤcke beſtehen und mit den Queerſproſſen zuſammengeblattet ſind, wo denn bei ihrem Zuſammentreffen, ſich eine Quader bildet. Anm. Hierbei muß aber die Quader ebenfalls nicht eingeleimt werden, ſondern die Falze gegen die Quader mit einem aufrecht ſtehenden Eiſen, eingeſchabt werden. Außer den Vortheil welchen große Scheiben, die ſo breit ſind als der 272 Fenſterſluͤgel, wegen des Lichts und des guten Anſehens haben, bedarf es dabei auch bloß der Queerſproſſen, und alſo nicht einer ſolchen feinen Zuſammenfuͤ⸗ gung als die ſich uͤberſchneidende Sproſſen erfordern, welche bei der bei den Fen⸗ ſtern ſich einſtellenden leichten Gelegenheit zur Faͤulniß des Holzes, von keiner langen Dauer ſeyn koͤnnen. Auch iſt es rathſam bei neuen Anlagen in Abſicht der Groͤße der Fenſter, ſich moͤglichſt nach der Groͤße des großen Scheibenglaſes zu richten, nicht unnuͤtzerweiſe vieles davon verſchneiden zu duͤrfen. Um in dem at das * J wen in allei de Sache Seit d z zu erdfnen di⸗ ſer nict ni von bierfliglihen un nehrere Flühe müſſen. emn, ſondern es i ſen untern Fluͤgeln darf keiner Erin⸗ Fenſter zun ein⸗ ein beſonderer er(welches die ſo etwas gegen ken, als daß und gerad⸗ als die kuͤr⸗ he eingezapft doßen Kreutz⸗ proſſen auch ngeblatket dern die Falze nd als der ff es dabei uſammenfi⸗ bei den Fen⸗ von keinet Geöße der zu nihten, Um Vom innern Ausbau der Gebaͤude. 273 Um die ganze untere Oefnung der Fenſter frei zu haben, bat man ſich ehedem der Aufſchiebefenſter bedient, wo nemlich der aus einem Stuͤck beſte⸗ hende Theil des Fenſters, gegen das obere in die Hoͤhe geſchoben und vermit⸗ telſt hinter die Futter angebrachten Gegengewichte, heraufwaͤrts gehalten wer⸗ den mußte. Allein nicht zu gedenken, daß dieſe Fenſter ſehr ſchwer und beim Aufquillen faſt gar nicht zu bewegen ſind, ſie ſich auch wegen ihrer Groͤße leicht werfen, ſo ſind ſie uͤberdem boͤchſtunſicher, koͤnnen unvermuthet, wenn etwas an dem hinter die Futter befindlichen Gegengewichte beſchaͤdiget, oder der Vorſtecknagel oben bricht, herunterſchießen, und den etwa unter dem Fenſter ſte⸗ henden, beſchaͤdigen; daher die Fenſter wo das Mittelſtuͤck nach Fig. 334, gleich an einem Fenſterfluͤgel befeſtiget iſt, oder wie man es zu nennen pflegt, mit aufgehenden Pfoſten weit beſſer ſind; auch koͤnnen beide Fluͤgel nach Fig. 335 uͤberfaͤlzt werden, wo ſie ſich denn auch zugleich oͤfnen. Anm. Der Beſchlag dieſer Fenſter koͤmmt in der Folge vor.— Daß uͤbrigens die Maurer ſich vorzuͤglich huͤten muͤſſen, die Fenſter⸗ raͤhme beim Einſetzen nicht aus die Winkel zu keilen und dadurch den Tiſchlern das Einpaſſen der Fluͤgel zu erſchweren, verſteht ſich von ſelbſt, ſo wie dieſe dabei außerdem alle Genauigkeit und Vorſicht anwenden muͤſſen. Oefters ereignet ſich der Umſtand, daß zur Erleuchtung eines Fluhrs oder eines Zimmers, oder eines Gartenſalons, ein gewoͤhnliches Fenſter oder eine Glasthuͤre nicht hinreichend iſt, daß aber, wenn man der Symmetrie we⸗ gen noch zu jeder Seite ein volles Fenſter anbringen wollte, es dem Fluhr oder dem Zimmer an der noͤthigen Breite dazu, fehlet, dergeſtalt, daß vorzuͤglich bei maſſiven Gebaͤuden, die Zwiſchenpfeiler zu ſchwach und alſo undauerhaft wer⸗ den muͤßten; auch wuͤrde eine zu nahe Zuſammenſtellung der Fenſter in der Faſſade, wenn die andern Fenſter gehoͤrig von einander entfernt ſind, kein gu⸗ tes Anſehen machen; um aber breitere Schaͤfte zwiſchen den Fenſtern zu ha⸗ ben, ſchmaͤlere Fenſter zu machen, wuͤrde mit dem uͤbrigen kontraſtiren. Man kann daher in ſolchen Faͤllen, ohne einen Mißſtand zu verurſachen, dieſe Sei⸗ tenfenſter nach Fig. 336 ganz nahe an die Thuͤre ruͤcken, ſo daß die Fenſter mit der Thuͤre ein Ganzes ausmachen, wo denn zwiſchen den Fenſtern nur ein breiter, beſſer aber zwei Stiehle neben einander zu ſtehen kommen. §. 111. Die Fenſterladen werden theils außerhalb, theils innerhalb an den Ge⸗ baͤuden angebracht. Erſteres ſollte indeſſen nicht bei maſſiven Gebaͤuden ſtatt Mm 274 Vierter Abſchnitt. finden, theils weil dergleichen hoͤlzerne Tafeln auf die maſſiven Mauerflaͤchen zu ſehr abſtechen, auch der Putz dadurch losgeſchlagen wird. Die gemeiniglich hohen Souterrains oder Plinten erſchweren auch das Zumachen der außerhalb angebrachten Fenſterladen, und daher muͤſſen ſie auch zuweilen bei hoͤlzernen Gebaͤuden innerhalb angebracht werden; dabei iſt aber das Unangenehme, daß wenn ſie auch zweifluͤglicht ſind, doch jeder Fluͤgel breiter iſt als die Dicke der hoͤlzernen Waͤnde und daß die Fenſterladen alſo entweder vor der innern Wand⸗ flaͤche vorſtehen, oder mehrmahlen gebrochen und umgeſchlagen werden muͤſſen. Bei maſſiven Gebaͤuden iſt dies aber nicht der Fall, ſondern die Fluͤgel der Fenſterladen koͤnnen wo nicht im Ganzen, doch nur einmahl gebrochen und um⸗ geſchlagen, an die Seitenmauer der Fenſter anſchlagen. Anm. Zu aͤußeren Fenſterladen, muß zwar gutes kernigtes, aber kein Holz genommen wer⸗ den, welches vielen Kiehn hat, beſonders nach der Mittagsſeite, weil der Kiehn von der Sonne ausgezogen wird und die Fenſterladen Flecke bekommen. Wenn die Fenſterladenfluͤgel breiter ſind als die Mauer dick iſt, ſo muͤſ⸗ ſen ſelbige gebrochen, und im Bruche d. i. da wo ſie getrennt ſind, Abfaͤlzung Fig. 337 oder Kehlungen zum dichten Zuſammenſchließen, angebracht werden; dieſe Theile ſind dann durch Charnierbaͤnder,(ſo bei der Schloͤſſerarbeit beſchrieben werden) verbunden und ſchlagen wenn ſie geoͤfnet, gegen den feſten Pfeiler ab, und zwar ſo daß ſie nicht bei b vorſtehen. Bei o ſind ſo genannte Zapfenbaͤnder angebracht. Weil an verſchiedenen Orten die inwendigen Fenſterladen noch nicht ſehr im Gebrauch ſind, ſo duͤrfte es nicht uͤberfluͤſſig ſeyn, dieſe Konſtruction etwas umſtaͤndlich zu beſchreiben. Fig. 338 iſt der horizontale Durchſchnitt einer ſolchen Fenſterlade und d eine breite Leiſte oder Bekleidung, welche die hier mit ihren Einfaſſungen und Faͤlzungen vorgeſtellte gebrochene Fenſterladen bedeckt. Dieſe Leiſte gehet bis auf den Fußboden herab und bekoͤmmt unten einen geraden Sockel. Weil ſelbige aber in dem Einſchnitte des Fenſters, oder in der Embraſure unter den Fenſterladen, um ek vorſtehen wuͤrde, ſo wird ſowohl an den Seiten des Fen⸗ ſtereinſchnitts, als auch vor die Bruſtmauer, ein Panehl angebracht, wenn ſelbi⸗ ges auch ſonſt weiter nicht an den Waͤnden der Zimmer herum gehet; das Panehl hat auch hier ſeinen vorzuͤglichen Nutzen, weil man zum oͤftern bei den Fenſtern an die Mauer tritt. Um die Fenſterladen gehoͤrig anzubringen, iſt eine Leiſte g an dem Fut⸗ terrahm h erforderlich; an dieſer Leiſte werden die Fenſterladenfluͤgel mit Char⸗ Nanmſitje zu De gemeinigli den der ſi elen bi ſihenen nangenehme, dß als die Dice d der innern Vndo en werden miſmn un die Flüͤgel d gebrochen und im bol genommen wer il der Fiehn von de dick iſt ſo miͤß ſind, Abfälzung bbracht werden; Schloͤſerarbeit gegen den feſten ſind ſo genannte den noch nit eſe Konſturtion genſterade und n Einfaſungen eee leiſe gehet Sockel. Wei ſure untet di jeiten des Fe ht, vem l im gehet ds Ifrem bi ar am Jul⸗ e nit Chey Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 275 nierbaͤnder zur Bewegung beſchlagen; der Futterrahm muß nach innen zu, ſo ſtark ſeyn, als die Fenſterbeſchlaͤge, Knoͤpfe und Vorreiber vorſtehen; auch muß dieſe Leiſte ſo weit von der Mauer i entfernt ſeyn, als die Dicke der umſchla⸗ genden Fenſterladen⸗Fluͤgel kl es erfordert. Die Panehle oder eine etwa 2 Fuß hohe Bekleidung unten an den Mauern herum, iſt in verſchiedener Ruͤckſicht eine Sache von Nutzen, und da⸗ her von der Anfertigung derſelben anzumerken, daß die Panehle aus einem Sockel und uͤberſchobenen Fuͤllungen beſtehen, die mit abgekehlten Leiſten einge⸗ faßt ſind, oben aber erhalten ſie eine Leiſte, oder ein Poſtament⸗Geſims. Da die Flaͤchen der Mauern ſelten ſo eben und gerade ſind, daß die Panehle ganz dichte anſchließen ſollten, ſo iſt es gut, den dazwiſchen beſindlichen Raum mit trocknen grobkernigten Sand auszufuͤllen, welches dem Ungeziefer zur Hinderniß wird. §. 112. t. Vom Vergla⸗ Die Faſe⸗Raͤhme oder Fluͤgel werden mit ordinaͤren Blei verglaſe Dieſes gleicht einer etwa † Zoll dicken und † Zoll breiten Platte; dasjenige Blei 5 worin zwei Scheiben zuſammenſtehen, hat auf beiden Kanten eine Nuth, dasjenige aber, welches in die in dem Fenſterrahm vom Tiſchler verfertigte Nuth eingeſetzt wird, iſt nur auf einer Kante geſpalten. Einige Glaſer ſetzen zwar die Glasſcheiben ohne Blei in die Nuth der Fenſterſluͤgel, welches aber nicht ſo gut iſt, als wenn auf einer Seite geſpaltenes Blei darin eingeſetzt wird. Da dieſes Blei nur ſchwach iſt, ſo werden uͤber jedes horizontal laufende Fenſter⸗ blei, ſo genannte vom Schloͤſſer angefertigte Windeiſen daruͤber angebracht, welche an den Enden Lappen haben, womit ſie an die Raͤhme angenagelt wer⸗ den; da aber, wo die Bleiſtreifen ein Kreutz machen, werden ſie durch andere welche um das Eiſen gebogen und an das Fenſterblei geloͤthet ſind, befeſtiget. Das Fenſterblei ſollte billig nicht ſo aͤußerſt ſchmal ſeyn, damit die Scheiben nicht gehoͤrig eingefaßt werden koͤnnen. Allein auf eine noch beſſere Art werden die Fenſter in Carnießblei verglaſet. Dieſes iſt an ſich ſtaͤrker, und anſtatt der vorgedachten Windeiſen, befindet ſich in der Mitte dieſes Bleies ein ſtarker Drath, welcher dem Blei die noͤthige Feſtigkeit giebt; dieſes Blei wird da, wo es zwiſchen den Scheiben ein Kreutz bildet, auf die Gehrung zuſammengepaßt und geloͤthet; hiebei muß die Glasnuth in den Fenſterfluͤgeln ebenfalls mit Blei, worin aber der Drath nicht noͤthig iſt, ausgefuͤllet werden. Einige Glaſer laſſen dieſes Blei weg, und Mm 2 Vierter Abſchnitt. verſtreichen lieber die Nuth mit Kitt, welches in ſo fern eben nicht undauerhaft waͤre, nur iſt es bei Herausnehmung zerbrochener Scheiben und Einſetzung neuer an deren Stelle, ſehr hinderlich. In den Sproſſenfenſtern werden die Scheiben bloß in die dazu vorhan⸗ denen Falze eingeſetzt, mit Drathſtifte befeſtiget, und mit den im 1. Theil, S. 132 beſchriebenen Kitt verſtrichen. Eine beſondere gute Befeſtigung mit den Drathſtiften muß bei verglasten Thuͤren wegen ihres oͤftern Auf⸗ und Zuma⸗ chens beobachtet werden. Bei den Sproſſenfenſtern iſt außerdem der Vortheil, daß ſie feſter und dichter ſind, auch daß ſie ein beſſeres Anſehen haben, als die in Blei verglasten Fenſter, und der, daß die Fenſterraͤhme beim Verglaſen nicht auseinander ge⸗ nommen werden duͤrfen, wie bei den in Blei zu ſetzenden Fenſtern, welche da⸗ durch leicht verſchoben und aus den Winkeln gebracht werden koͤnnen, ob zwar in dieſer Ruͤckſicht auch ſelbſt bei den Sproſſenfenſtern Vorſicht von dem Gla⸗ ſer angewendet werden muß. Die Sproſſenſenſter muͤſſen aber, bevor ſie verglaſet werden, nicht an einem feuchten Ort geſtanden haben, ſondern voͤllig trocken ſeyn, weil im er⸗ ſtern Fall der Kitt nicht feſte ſitzen bleibt, ſondern beim nachherigen Trocknen des Holzes, abſpringt. Anm. Bei den Fenſtern iſt ſehr wohl dahin zu ſehen, daß die ſogenannte Schlaggeleiſte an den obern Fenſterfluͤgeln etwas ſtaͤrker ſey oder weiter vorſtehe, als die untere, wenig⸗ ſtens daß nicht das Queerſtuͤck des Fenſterkreutzes vor der Schlaggeleiſte vorſtehe, ſondern daß ſelbige uͤber erſteres wegreichen, weil ſonſt das Waſſer von den Schlaggeleiſten ſich an dem Queerſtuͤcke herum und ſo in den Falz des untern Fenſterrahms ziehet. Dieſe Be⸗ merkung iſt in Abſicht des Dichtehaltens beſonders der nach der Wetterſeite gekehrten Fenſter, von großer Wichtigkeit. 4 §. 113. Von der Zu den Schloͤſſer⸗-Arbeiten muß, beſonders zu den feinern, gutes, reines Schloſas⸗Ni und dabei elaſtiſches Eiſen gnnommen werden, welches ſich gut feilen und poli⸗ ren laͤßt. In Abſicht der Arbeit ſelbſt, iſt dahin zu ſehen, daß die Seitenflaͤ⸗ chen der Schloßkaſten genau in rechten Winkeln gearbeitet, und daß mithin die Seiten parallel laufen; alle viereckigt zu bearbeitende Stuͤcke, als die eigentlichen Riegel an den Schloͤſſern, die ſo genannten Fallen, Nachtriegel ꝛc. muͤſ⸗ ſen ebenfalls genau und alle vollkommen winkelrecht gefeilet, die Federn derge⸗ ſtalt geſpannt ſeyn, daß ſie ſich zwar leicht zuruͤcke ſchieben laſſen, jedoch beim Nachlaſſen der Schluͤſſel oder Schieber ſogleich ihre Federkraft im Vorwaͤrts⸗ ſchieben ſtark aͤußern. Zu den polirten oder gefeilten Stuͤcken muß ſolches Ei⸗ undauerhaſt daſt dahan⸗ 1. Wel, S. gung wit den Und Zama⸗ ſefeſter und lei verglasten einander ge⸗ n, welche da⸗ ten, ob zwat n dem Gla⸗ n, nicht an do im er⸗ gen Tocknen chlaggeleiſte an untere, wenig⸗ orſtehe, ſondern geleiſten ſich an det. Dieſe Ve⸗ rſeite gekehrten ttes, reines nund poli⸗ Seitenflä⸗ within die eigentlihen el ze miſ edern derge⸗ ſedoch heim Wrwaͤtts⸗ ſalhes Ei Vom innern Ausbau der Gebaͤude. 277 ſen gewaͤhlt werden, welches keine ſchwarzen Flecke oder Schlieren ſehen laͤßt, ſondern alles blank ſeyn. Zu den kuͤnſtlichſten Arbeiten des Schloͤſſers bei den Bauten gehoͤren die Schloͤſſer, womit die Thuͤren verſchloſſen werden. Eine allgemeine Defi⸗ nition eines Schloſſes, duͤrfte uͤberfluͤſſig ſeyn, ſo wie denn auch die Benennun⸗ gen von Schluͤſſel, Druͤcker, Fallen, Hacken, Riegel, Federn und dergl. als bekannte Dinge angenommen werden; und eben ſo weiß man, daß es außer den an den Thuͤren befeſtigten Schloͤſſern, Vorhaͤngeſchloͤſſer giebt, welche nach Belieben angebracht und abgenommen werden koͤnnen. Anm. Es wuͤrde ſehr weitlaͤuftig werden, wenn auch nur die bei dem Haͤuſerbau uͤberhaupt, vorkommende Schloͤſſer⸗Arbeit umſtaͤndlich beſchrieben werden ſollte, indem die mehr oder minder verwickelte und kuͤnſtliche Zuſammenſetzung der eigentlichen Schloͤſſer, in allen Faͤllen viele Kupfer erforderte, wobei es dennoch immer ſchwer bliebe, ſich von den vie⸗ len uͤber- und gegeneinander liegenden Theilen, recht deutliche Vorſtellungen zu machen; es iſt daher am rathſamſten, daß derjenige, der ſich von den verſchiedentlichen Einrich⸗ tungen und Bewegungen der Schloͤſſer unterrichten will, ſolches durch Anſchauung der Schloͤſſer ſelbſt, und durch die dabei zu gebende Erklaͤrungen eines Sachkundigen, zu un⸗ terrichten ſucht. Ueberdem iſt wohl anzunehmen, daß ein jeder Schloͤſſermeiſter die Theile und die Zuſammenſetzung, wenigſtens der gewoͤhnlichen Schloͤſſer, verſtehen muß, ſo daß der Unterſchied, den man dennoch zwiſchen guter und ſchlechter Arbeit findet, hauptſaͤch⸗ lich nur in der Guͤte, oder in dem Fehlerhaften des dazu genommenen Eiſens, und be⸗ ſonders in der mehr oder minderen fleißigen und genauen Bearbeitung ſelbſt, aufzuſu⸗ chen iſt, und die ſich alſo nach den vorherigen Bemerkungen beurtheilen laͤßt. Eine Hauptdiſtinction der Schloͤſſer iſt die, daß es deutſche und franzoͤſiſche Schloͤſſer giebt. Das deutſche Schloß hat die Eigenſchaft, daß es nur ſo lange offen bleibt, als man den Riegel, welcher den Vorſchluß macht, mit dem Schluͤſſel zuruͤck haͤlt; beim Nachlaßen des Schluͤſſels aber, wird der Riegel wieder vor⸗ waͤrts geſchoben, oder man kann den Unterſchied des deutſchen gegen das fran⸗ zoͤſſche Schloß auch daraus abnehmen, daß beide zwar mit dem Schluͤſſel auf⸗ geſchloſſen, die franzoͤſiſchen aber auch damit zugeſchloſſen werden muͤſſen, wo⸗ gegen ſolches bei dem verbeſſerten deutſchen Schloß blos mit Abdruͤcken der ſo genannten Aufhaltung welche unten am Schloßkaſten vorſtehet geſchehen kann. Zum gemeinen deutſchen Schloſſe, wovon das ſimpelſte das ſo genannte Kammerſchloß iſt, welches offen oder unbedeckt, und innerhalb in Kammern, oder in andern ſchlechten Gemaͤchern angebracht wird, kann auch von der innern Seite der Thuͤre, ohne Schluͤſſel geoͤfnet werden. Außerhalb gehoͤrt dazu ein hohler Schluͤſſel, worin ein im Schloſſe angebrachter eiſerner Stift paßt, welcher der Dorn ge⸗ nannt wird; weil aber dieſer Dorn leicht verbogen werden kann, ſo ſind dieje⸗ 278 Vierter Abſchnitt. nigen Schloͤſſer, welche zwar eine deutſche Einrichtung, allein einen fran⸗ zoͤſiſchen Schluͤſſel haben, dabei auch mit einem Kaſten von Eiſenblech be⸗ deckt ſind, erſteren vorzuziehen. Ein franzoͤſiſcher Schluͤſſel aber iſt nicht hohl, ſondern von vollem Eiſen. Als eine weſentliche Eigenſchaft des franzoͤſiſchen Schloſſes, iſt ſo eben an⸗ gefuͤhret worden, daß es nemlich mit dem Schluͤſſel auf⸗ und auch wieder zu⸗ geſchloſſen werden kann, wobei der Zug, vermoͤge der in den Riegelkloben an⸗ gebrachten Vertiefungen worin die an der Zuhaltung befindlichen Hacken grei⸗ fen, gewoͤhnlich zweimal, ſonſt aber auch oͤfterer abſetzt, ſo daß das Schloß erſt beim weitern Umdrehen des Schluͤſſels geoͤfnet, und eben ſo abſatzweiſe wieder mit dem Schluͤſſel zugeſchloſſen wird. Man pflegt den Mechanismus der Schloͤſſer in eiſerne Kaſten zu ſetzen, und ſelbige an der innern Seite der Thuͤren anzubringen; bei ſolchen Thuͤren, die zwiſchen zwei Zimmer ſind, und wo alſo der Schloßkaſten, ſamt der Schließ⸗ kappe ſichtbar iſt, pflegt man dieſe Kaſten zur Zierde, mit Meſſing zu uͤber⸗ ziehen. Allein dieſer vermeintliche Zierrath durch den Ueberzug mit Meſſing, iſt ſowohl bei den Schloßkaſten als bei andern Stuͤcken der Thuͤren und Fen⸗ ſterbeſchlaͤgen abgeſchaft, und es wird jetzt alles mit der Couleur der Thuͤren, mit Oehlfarbe angeſtrichen. Naͤchſtdem werden jetzt auch die Schloͤſſer gaͤnzlich in die Thuͤreinfaſſung oder in die Rahmſtuͤcke der Thuͤren eingelaſſen, welches man eingeſteckte Schloͤſſer nennt. Dieſe ſind weder hinderlich, noch in ſo fern der Symme⸗ trie entgegen, indem hierbei nicht auf einer Seite der Thuͤre, der Schloßkaſten befindlich, ſondern auf beiden Seiten eine Gleichheit iſt. Man wirft dieſen Schloͤſſern mit einigem Recht vor, daß ſie die Thuͤren etwas wandelbar ma⸗ chen, indem zu beiden Seiten des Schloſſes nur ſehr wenig Holz von der Thuͤr⸗ einfaſſung ſtehen bleibt; dieſe Einfaſſung muß aber nur etwas ſtaͤrker als ge⸗ woͤhnlich ſeyn, auch der Schloͤſſer beim Einſtaͤmmen der Vertiefung fuͤrs Schloß, viele Behutſamkeit anwenden. Es iſt auch moderner, in etwas anſehnlichen Gebaͤuden, anſtatt der Druͤcker, Wirbel oder ſogenannte Wiener⸗Fallen anzubringen, und eben ſo den Nachtriegel nicht zum Schieben, ſondern ebenfalls zum Drehen mit ei⸗ nem Wirbel einzurichten. Daß die Hausthuͤren⸗Schloͤſſer in Verhaͤltniß derſelben, ſtaͤrker ſeyn muͤſſen, als die an Stuben⸗ und Kammerthuͤren, verſteht ſich von ſelbſt. Es finden deshalb dabei die vorgedachten eingeſteckten Schloͤſſer nicht wohl ſtatt, änen fraw⸗ ſendlech be⸗ uit oh, ſt ſo cben an⸗ ch wieder zu⸗ lkloben an⸗ Hacken gri⸗ das Schleß o abſatzweiß ſten zu ſeben, ſchen Thüren, der Schließ⸗ ug zu uͤber⸗ it Meſſing, en wid Fen⸗ der Waͤren, huͤreinfaſung eingeſteckte der Symme⸗ Schloßkeſten wirft dieſen andelbar ma⸗ on der Thuͤr⸗ ekker als ge⸗ urs Schloß, anſtatt der en, und eben rehen mit ei ſäͤrker ſem ſabſe Es wohl ſtatt, Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 279 ſondern man muß ſich hier der Kaſten oder verdeckten Schloͤſſer bedienen, welche auch bei den Hausthuͤren in Abſicht des Anſehens, nicht hinderlich ſind. Zur Befeſtigung und zum Auf⸗ und Zumachen der Thuͤren, gehoͤren hiernaͤchſt die Baͤnder und Hacken, welche letztere in die Mauer oder Thuͤrzarge befeſtiget werden. Da die verſchiedene Arten der Hacken und Baͤnder leichter durch Figu⸗ ren als durch Wortbeſchreibungen vorgeſtellt werden koͤnnen, ſo iſt in den Fi⸗ guren No. 339 A, ein ordinaͤrer Hacken und Band, B, ein ſtaͤrkerer Stuͤtzhacken und ein laͤngeres Band fuͤr eine ſchwerere Thuͤre brauchbarer, welches Band daher auch nicht ganz mit gewoͤhnli⸗ chen Naͤgeln, ſondern mit einem oder 2 Niednaͤgeln befeſtiget werden muß. a iſt ein großer Kopf, welcher auf der andern Seite der Thuͤre gegen das Holz zu liegen kommt. Der Niednagel iſt ſtumpf und ſo lang, daß derſelbe noch vor dem Bande vorſtehet; dieſer vorſtehende Theil wird hiernaͤchſt, wenn der Nagel durchgeſteckt iſt, breit und eben⸗ falls zu einem Kopf geſchlagen. Bei ganz großen Haus⸗ und Thor⸗ wegs⸗Thuͤren, wo man noch ſtarkerer Baͤnder benoͤthiget iſt, werden auch wohl anſtatt der Niednaͤgel 4 Schrauben gebraucht. Zu den Stubenthuͤren bedient man ſich der ſogenannten Kreutzbaͤnder D, oder der Bockshornbaͤnder E. Baͤnder wie Fig. F heißen Fiſchbaͤnder oder Aufſetzbaͤnder, welche in Fig. b auseinander gehoben, vorgeſtellet ſind. Von den zwei viereckigten Blechen oder Lappen de wird der eine in den Falz der Thuͤrzarge, und der andere an die Kante der Thuͤreinfaſſung oder des Rahmſtuͤcks eingelaſſen und befeſtiget. G, nennt man gekroͤpfte Fiſchbaͤnder, oder Aufſetzbaͤnder, wovon f das Profil oder den Durchſchnit zeigt. e iſt nemlich die Oefnung, durch welche der Stift h geſteckt wird. B, iſt das Profil eines doppelt gekroͤpften Bandes, welches bei Thuͤren ge⸗ braucht wird, die weit vorſchlagen ſollen,(Fig. 340) von A bis E, ſind verſchiedene Baͤnder an den Fenſterfluͤgeln. A heißt ein umgebogener Winkelhacken, B ein geſchweifter Winkelhacken, C ein Kreutzband. Dieſe Baͤnder ruhen auf Stuͤtzhacken, welche in die Faſenzarge oder Rahme befeſtiget ſind. D heißt ein Schein⸗ hacken, welche an den Ecken der Fenſterfluͤgelrahmen angebracht werden. Die vorhin erklaͤrten Fiſchbaͤnder E werden auch bei Faſen und vorzuͤglich bei Sproſ⸗ 280 b Vierter Abſchnitt. ſenfenſtern, die nach inwendig zu aufgehen, gebraucht. F iſt ein Kreutzblech, welches auf den Kreutz des Fenſterrahms zu mehrerer Befeſtigung deſſelben an⸗ gebracht wird. Hacken nebſt Ketteln, auch Vorreiber zum Zuhalten der Fen⸗ ſterfluͤgel, Ringe, oder an deren Stelle Knoͤpfe zum Aufmachen, Sturm⸗ hacken zur Aufhaltung der nach außen aufgehenden Fenſter und dergl. wer⸗ den als bekannte Dinge angenommen. Anm. Eſpagnoletſtangen, Basquillen und dergleichen kuͤnſtlichere Stuͤcke zum Oef⸗ nen und Verſchließen der Thuͤren und Fenſter, duͤrften bei gewoͤhnlichen Bauten nicht *leicht vorkommen. 4 Zu den Fenſterladen oder auch wohl zu Thuͤren gehoͤren folgende Baͤnder: Fig. 341 G ein oberes und H ein unteres Zapfenband. Bei dem obern iſt der Hacken mit einer ſogenannten Holzſchraube befeſtiget. l iſt ein einfaches und K ein doppeltes Charnierband. Fig. 342 L und M heißen gekroͤpfte Baͤnder, die bei Thuͤren die⸗ nen, uͤber welchen Verkleidung und Leiſten angebracht werden, und die tief in den Falz liegen. Zu den Hausthuͤren und Thorfluͤgeln gehoͤren folgende Baͤnder, wovon erſtere mehrentheils anſtatt der Naͤgel mit Schrauben zu befeſtigen ſind. N, Iſt ein in einer Pfanne k gehendes Band, wovon die Hacken zum Einmauern eingerichtet ſind. O, iſt ein gekroͤpftes Band, damit die Thuͤre, wenn ſie tief liegt, vor die Mauer oder der Thuͤreinfaſſung vorſchlagen kann. P, zeigt den Hacken und Band an ſchweren Thorfluͤgeln. O, iſt ein Mauerhacken nebſt Band, welches die Dicke der Thuͤre um⸗ faßt, wozu l der mit dem Ende m einzumauernde Hacken iſt. R, iſt ein aufrecht ſtehendes Gabelband, wozu n die einzumauernde Pfanne iſt, die auch bei den Winkelbaͤndern angewandt werden kann. 8, iſt das zum Einlaſſen beſtimmte Band nach Art der Fiſchbaͤnder. T, heißt ein Nußband, und zwar iſt daſſelbe bei p von der rechten und bei o von der linken Seite her, anzuſehen, g aber ſtellt die in dem Bande befindliche Nuß, flachliegend vor. Es hat auch den Nahmen eines Tapetenbandes, weil es da gebraucht wird, wo das Gewinde oder Charnier nicht vorſtehen ſoll. U, zeigt ein gebrochenes Band an einer großen Thuͤre, deren Fluͤgel zum Zuſammenſchlagen gebrochen ſind. V, ſtellet i Kreußblech 2/ g diſeben an⸗ hen, Sturn⸗ nd dergl. ver Sllcke zun dif Ja 4. 1 hen Vauten ritt ende Bander: Bei dem obenn eſtiget. . Thuͤren die⸗ den, und die under, wovon en ſind. Hacken zum tief liegt, bo r Tie um⸗ ſf zumauernde erden kann. ander. rechten und die in dem den Nahmen das Gevinde dren Flügel V, ſtellt Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 281 V, ſtellet ein Band vor, welches eingemauert iſt, und den Zapfen einer Thuͤre umfaßt. W, heißt ein Winkelhackenband, und X, eben ein ſolches Band, welches oben auf den Kanten der Thuͤre eingelaſſen und mit quer uͤbergehenden Baͤndern rs befeſtiget wird, wo⸗ bei der untere Hacken t in eine Pfanne ſtehet. Anm. Die zum Verſchluß der Thuͤren erforderlichen gewoͤhnlichen Schubriegel, beduͤrfen als bekannte Dinge keiner weiteren Beſchreibung, kuͤnſtliche Verriegelungen aber, als die ſo⸗ genannten Basquillen, wodurch ein in der ganzen Laͤnge der Thuͤre angebrachter Riegel dergeſtalt in Bewegung geſetzt wird, daß der Riegel oben und unten zugleich hinaus⸗ und hineingehet, oder ſich oͤfnet und verſchließt, kommen gewoͤhnlich nicht vor. §. 114. Folgende Tabelle zeiget welche Sorten und einzelne Stuͤcke der Be⸗ Zuſammen⸗ ſchlaͤge zu den verſchiedenen Arten von Thuͤren und Fenſtern in einem anſehn⸗Liſchi⸗erd lichen buͤrgerlichen Wohnhauſe gebraucht werden; zugleich ſind die in Berlin Schloͤſſer⸗Ar⸗ uͤblichen Preiſe mit Inbegrif des Holzes bei der Tiſchlerarbeit, und des Eiſens eiten. bei der Schloͤſſerarbeit mit aufgefuͤhret. Berechnet man nun nach der S. 83. u. f. des erſten Theils beſindli⸗ chen Nachweiſung das erforderliche Holz zu jedem Stuͤcke der Tiſchlerarbeit, und den Werth deſſelben nach folgender Angabe, ſo findet ſich das bloße Ar⸗ beitslohn, welches ziemlich aller Orten gleich, angenommen werden kann, und nur der mehr oder mindere Werth des Holzes an jedem andern Orte, wird eine Vermehrung oder eine Verminderung der nachfolgenden Saͤtze bei der Tiſchlerarbeit, hervorbringen. Wenn alſo Eine eichene dreizoͤllige Bohle 24 Fuß lang, 12— 15 Zoll breit koſtet ..*. 3 thlr. gr. pf. Eine eichene 2 zoͤllige von eben der Laͤnge 2„ 12—. Eine eichene zzoͤllige desgl.... ⸗. 2— ⸗—. Ein eichenes 1 zoͤlliges Brett, 24 Fuß lang, 10 bis 15 Zoll breit 2 2„ 2 ⸗ 2 1 ⸗ 8— ⸗ Ein dergleichen 1¾ Zoll ſtark, ⸗ ⸗ Eine azoͤllige kiehnene Bohle 24 Fuß lang 12— 18 23 2 2 2 2 9 2 2—— I. ⸗„—. Zoll breit 2 ⸗„ 2. 2„—„—. Eine zzoͤllige von eben der Laͤnge und Breite. 1* 16*⸗— Eine 2 ½zoͤllige von 12— 15 Zoll breit.. 2I„ Io ⸗—, Eine 2zoͤllige desgl.. 4.⸗ 1 ⸗-— ⸗—, Nu 282 b Vierter Abſchnitt. Ein ganzes G pundbret 24 Fuß lang, 12— 15 Zoll breit 14 Zoll ſtark 4 4-— thlr. 18 gr.— pf. Ein halbes Spundbrett, derh 1½ Zoll ſark—-— ⸗ 15 ⸗- z⸗ Ein Tiſchlerbrett, dergl. 1 Zoll ſtark.- ⸗ 12 ⸗— Eine Dachlatte 24 Fuß lang, 13 Zoll breit 1 Zoll ſtak—⸗ 3 ⸗—⸗ Der Centner Stabeiſſſen„ 5 ⸗ 20 ⸗⸗— ⸗- Band⸗ und Krauseiſen. ⸗ 6 ⸗ 20 ⸗— ⸗ Das Pfund ſchwarzes Blech ⸗ 2„:— 3z ⸗— Das Faß Kohlen von 34 ¾ bis 4 Scheffel ⸗—-— ⸗ 7. 8— 9 gr. ſo koſtet die Tiſchler- und Schloͤſſerarbeit incl. Holz und Eiſen; N Einzelne Preiſe der Benennung der Arbeiten. Peiſe der Siſher Schloͤſſer, Schloſſer⸗ rbeit. Arbeir. rtl. gr. pf. frit. gr. pf. Ein kiehnenes verdoppeltes Vorderthor, von 9 bis 12 Fuß hoch, ohne Pforte und Fenſter daruͤber....——— 16 dazu 4 ſtarke Kreutzbaͤnder mit Schrauben und Muttern, nebſt eingemauerten Hacken, oder die zwei untern Baͤnder mit Zapfen und Pfannen à 2 thlr.. 8—— 1 eingemauerter Kloben zum obern Riegel..— 10/— 1 Franzoͤſiſches Druckerſchloß.... 4—— 2 Unter⸗ und Queerriegel, à 3 gr....— 16!— 1 Oberriegel mit Zugſtange..— 16— 2 Hacken nebſt eingemauerten Kloben, um i die Thorfluͤgel offen zu halten à 6 gr......—[12— 14] 6— Wird anſtatt der Riegel eine eingemauerte Spreitz⸗ ſtange mit einem eingemauerten Holzkloben gemacht, ſo koſtet ſolche,......——— I1eo— die Riegel fallen aber alsdar weg. Hat der Thorweg eine Pforte in der Mitte mit beſondern Frieß, ſo koſtet derſelbe mehr, an Tiſchlerarbeit.——— 2112/— dazu 2 gebrochene Baͤnder nebſt Schrauben zur pſor à 12 gr.. 8.. 8 1— ,— 2 Riegel der eine unten, der andere in der Mitte à 8 gr.— 16+ 1116,— Ein eichenes zirkelrundes Fenſter uͤber einen Thorweg mit Sproſſen—— an Tiſchler; Arbeitt.„....——— 6—— Latus 1 11 Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 283 ſtark 68 †.— pf. 3 Einzelne Preiſe der 5. z⸗. Preiſe der Tiſchler⸗ 3 Benennung der Arbeiten. Schleſſer 1,und h⸗, Arbelt. Schloͤſſer⸗ 3⸗=, 3 Arbeit. 5:. E ſgr efe ſell gr gf 20 Transport Ein dergleichen mit flachen Bogen und Sproſſen...——— 49— 3* Ein dergleichen ganz gerade mit Sproſſen....———2[145— 18—99 3 zirkelrundes ohne Sproſeen...———-Bℳ 3 2— . 3 mit flachen Bogen......——-— 2 6— V. 4 ganz geraden dergl.....——— I1/18— Nreiſe der dazu 4 bis 5 Bankeiſen, à 3 gr. 3... 115— d ſhin 6 bis 7 Vorreiber dazu à 2 gr...„.— 14— 1— . Schliſer Ein Windeiſen dazu......———— 6 1 Ka Ein kiehnenes verleimtes Hinterthor ohne Pforte und Fenſter, von II g) s r. Faß ch:.. dazu 4 eingemauerte Hacken nebſt Baͤnder à 1 tlr. 12 gr. 6—— — 1 Klinke mit Grif und Klinkhacken...—— 1 Oberriegel mit Zugſtange....— 16— 1 Unter⸗ und 1 Mittelriegel à 8 gr..— 16— 7117— Ein efluͤglichter kiehnener eingefaßter Thorweg, auf beiden Seiten— mit 4 Fuͤllungen und Frieß, 10 Fuß hoch, 8 Fuß breit, à Qua⸗ dratfuß 7 gr. alſo 80 Quadratfuß.....——— 23 8— — Ein dergl. von Eichenholz, à Quad. Fuß 10 gr....——— 331 8,— — dazu Ein eiſernes Schloß mit meſſingenem Grif und Schild—— 6—— Ein meſſingener Zuziehknopf....———— 16— — 45— Eine kiehnene afuͤglichte verdoppelte Hausthuͤre, 7 bis 3 Fuß hoch, 2 7 bis 6 Fuß breit.......——— 6 12!— dazu 4 eingemauerte Hacken, nebſt Kreutzbaͤnder à I tlr. 12 gr. 6—— 1 franzoͤſiſches Schloß mit eiſernem Drucker und 6· Schließhacken„⸗..... 3 12— 1 Oberriegel mit eingemauerten Kloben..— 12— 1 Unterriegel.......—8— ,1o 8— 21 Ein ſolches Schloß mit meſſingernen Drucker undd· Schild koſtet.— 5 12— 116- Ein meſſingener Zuziehknof.... 1—-——— 12/— V Eine kiehnene eingefaßte Hausthuͤre mit 4 ord. Fuͤllungen à Quad. Fuß 7 gr. alſo 35 Quad. Fuß.....——-— 1 5— 1s 10==G* *) Etwas kuͤnſtlichere Arbeit in den Fuͤllungen wird bei Haus⸗ thuͤren und Thorwegen mit s bis 10 gr. pro Q. Fuß bezahlt. 284 Vierter Abſchnitt. V Einzelne Preiſe der : Preiſe der Siſchler⸗ Benennung der Arbeiten. Schäsſſer.S unde, Teuen. Sülüſer frrl. gr. pf. Iil. gr. vf. Transport dazu 4 Kreutzbaͤnder mit Schrauben und Mutter nebſt Stutzhacken à 1 rtl... 4—— 1 franzoͤſiſches Druckerſchloß mit eiſernen Drucker und Schließkloben...„.. 3,12— 1 Zugriegel.„.....— 10— 1 Unterriegel.......— 6— 1 Zuziehknopf...... 4— 88 8— Eine kiehnene einfluͤglichte verdoppelte Hausthuͤre...——— 18— dazu 2 Stutzhacken in einer Zarge à 8 gr...— 16/— 2 Kreutzbaͤnder à 16 gr.. 1]1 8— ꝛ franzoͤſiſches Schloß mit Drucker und Schliezhacken, in und auswendig zum ſchließen, wie oben. 3 12— 5 12,— Ein eichenes zirkelrundes Hausthuͤrfenſter mit Sproſſen.—— 3 7— Ein dergl. ohne Sproſſen.....——— 2 6— - ⸗2n mit flachen Bogen und Sproſſen...—,—— 2 6— .„ Tohne Sproſſen.......——— 1112— Ein gerades Hausthuͤrfenſter mit Sproſſen...——— 1110— Ein dergl. ohne Sproſſen.......———- 23— dazu 4 bis Vorreiber à 1 gr.x..— 7 6 3z bis 4 Bankeiſen à 2 gr.... 1— 8— 15— 6 Jedes Windeiſen zu ein dergleichen Fenſter ohne Sproſ⸗⸗ ſen koſtet....———— 2 6 Eine kiehnene 2flüglichte geleimte Hofthuͤre..——— 2118— dazu 4 Stutzhacken in einer Zarge à g gr... 1 8— 4 lange Baͤnder à 12 gr...... 2— 1— 1 Klinke nebſt Klinkhacken ꝛc. ꝛc...— 7— 3 Riegel à é gr...... 2— 18/— 4 9 Eine kiehnene einfluͤglichte geleimte Hausthuͤre...—— 1[19 6 dazu 2 Hacken nebſt Baͤnder wie oben à 20 gr.. 1116,— 1 Klinke nebſt Klinkhacken... 3 7— 1 231— Koͤmmt noch außer der Klinke ein verdecktes Kammer⸗ ſchloß, inwendig zum Aufziehen, ſo betraͤgt es mehr— /—— 1 6— Latus V 8 preiſe der Dichler⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 285 — Einzelne Preiſe der Benennung der Arbeiten. Ven der Sunve⸗ Schloͤſſer⸗ Schloͤſer⸗ rbeit Arbeit. ril. ar. f ſeil. gr. ſpf. Transport Eine kiehnene afluͤglichte verdoppelte Ladenthuͤre(wie die Hausthuͤre)——— 6/12— dazu 4 Stutzhacken in einer Zarge à. 8 gr.. 11 8— 4 gekroͤpfte Baͤnder(weil die Thuͤre an der zußern Seite der Zarge angeſchlagen wird, und auch nach außen vor der Mauer aufſchlaͤgt) à 16 gr.. 2 ˙16,— 1 Unter⸗ und 1 Mittelriegel à 6 gr...— 12— 1 Oberriegel mit kleiner Zugſtange...— 10— 2 Buͤgel an die Thuͤrfluͤgel à gr...„— 10— 2 Seiteneiſen an der Zarge à y gr...— 10— 518— (worin ein Queerholz zum Verſchließen gelegt wird.) Sind die Hacken eingemauert, ſo koſten ſolche a Stuͤck———[20— Eine zweifluͤglichte Laden-Glasthuͤre mit Fuͤllungen und Sproſſen, ganz von kiehnen Holz. 3...—— 5 6— dazu 4 Stuͤckhacken in der Zarge à 3 gr...— 12— 4 Ziegenhornbaͤnder à gr......— 20,— 3 Riegel à F gr......— 15/— 1 Klinke mit Wippe....—5— 2 4/,— Koͤmmt anſtatt der Klinke ein Druckerſchlo ſo foesf l ſtet ſolfges..——-—8 4,— Eine große fluͤglichte Balkonthuͤre mit Bogen⸗ Fuͤllungen und Sproſ⸗ ſen von Eichen- und Kiehnenholz...——— 16—— dazu 4 Stuͤtzhacken à 3 gr......— 12— 4 Kreutzbänder à 6 gr.... 1 1—— 1 Unterriegel auf die Kante eingelaſſeen.—6 1 Oberriegel mit eingelaſſener Zugſtange..— 12— 1 Druckerſchloß mit Nachtriegel... 18— 3 14— Erhaͤlt eine ſolche Thuͤre meſſingene Beſchlaͤge ſo ſind erforderlich: 4 aufgeſetzte meſſingene Baͤnder à 1 rtl..„ 4—,— 1 auf die Kante eingelaſſener Riegel nebſt meſſingenem Knopf....... 12 1 Unterriegel 1 meſſingenes Druckerſchl oß mit Nachtriegel Vierter Abſchnitt. Benennung der Arbeiten. Preiſe der Tiſchler⸗ und Schloͤſſer⸗ Arbeit. Transport z meſſingener Zuziehknopf.... Anſtatt dieſes Schloſſes wird auch ein eingeſtecktes Schloß mit 2 ovalen Handgriffen nebſt Nachtrie⸗ gel gemacht koſtet inel. Schilde... oder 1 meſſingenes Kaſtenſchloß mit 2 ovalen Griffen und ſchließender Falle mit Nachtriegel... Eine dergl. Balkonthuͤre ohne Bogen... (der Beſchlag iſt mit vorigem gleich) Eine zweifluͤglichte verdoppelte Kellereingangsthuͤre... dazu 4 eingemauerte Hacken à 12 gr.... 4 Baͤnder à 10 gr. 1 franzoͤſiſches Schloß ohne Drucker mit Schließkappe, worin der Schloßriegel einſchließt.. 1 Spreitzſtange(anſtatt der Riegel) von mzoͤlligem Eiſen mit einem eingemauerten und einem Holzkloben Anm. Die ordinaͤren eingemauerten Hacken, koͤn⸗ nen bei mehrerer Groͤße pro Pfund mit 3 gr. und die langen Baͤnder pro Fuß mit ô6 gr. gerechnet werden. Eine einfluͤglichte verdoppelte Kellereingangsthuͤre... dazu 2 Hacken nebſt Baͤnder wie vorher à 22 gr.. 1 Schloß wie vorher, jedoch ohne Schließkappe dagegen 1 eingemauerter Schließkolben.... Eine 2fluͤglichte verleimte Kellerthuͤre.. dazu 4 eingemauerte Hacken à 10 gr.... 4 Stuͤck 2 Fuß lange gerade Baͤnder à 7 gr. 1 Schloß mit Schloßkappe nebſt einer Spreitzſtange Eine einfluͤglichte dergleichen....... dazu 2 eingemauerte Hacken à 10 gr..„. 2 ſtarke 2 Fuß lange Baͤnder à 7 gr... 1 Schloß wie bei den verdoppelten Kellerthuͤren 1 eingemauerter Schließhacken.... 4 A M 1 —— * L &̈3 — x——O—’— U 1ʃ fLLI — Latus . gr. 10 + d 12 2[18 Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 287 Benennung der Arbeiten. Einzelne Trai de Preiſe der und Schloͤſſer⸗ Schlöſſer⸗ Arbeit. Arbeit. Transport Anm. Soll eine efluͤglichte Kellereingangsthuͤre fins Einbrechen gut verwahret ſeyn, ſo ſind 2 Spreitzſtangen erforderlich. Eine verleimte Werſ lngihüre unter einer Treppe, oder nach dem Boden.. dazu 2 Hacken in 1 hälzernet Zarge nebſt Baͤnder à 6 gr. 1 verdecktes Schloß ohne Druͤcker.. Eine verleimte Luckenthuͤre. 4.,„„. dazu 2 Hacken nebſt Baͤnder,„„ 1 Riegel.„»„.*„ d Eine Lattenthuͤre zu beſchlagen.. 3.. Eine Pforte in einem verdoppelten Thorweg blos einzuſchneiden Eine dergl. in einem verleimten Thorweg.... Ein Thuͤrfutter in hoͤlzernen Waͤnden.. 3 Eine efluͤglichte eingefaßte Stubenthuͤre mit 4 Fuͤllungen und auf l beiden Seiten mit Architraven— 3. 3. (Der Beſchlag iſt hier wie an der Balkonthuͤre, außer daß das Schloß zum Schließen und nur ein Ober⸗ und Unterriegel gerechnet wird.) dazu 1 ord. franzoͤſiſches Schloß mit Druͤcker nebſt Schließ⸗ kappe und Nachtriegel.. 1 dergl. mit meſſingenom Kaſten, Schließfalle und Nachtriegel.. 9. 1 eingeſtecktes Schloß mit Nachtriegel und Schließ⸗ blech, nebſt meſſingenem Schild und Knopf 1 Druckerſchloß mit Schließkappe, ſchweifender Falle und eiſernem Handgrif.... rt.gr. pf. Irti. lgr. ſpf. LLLLL 1LLLlORILSA LL Eine eingefaßte afluͤglichte Thuͤre mit doppelter Fäͤllung und ge⸗ brochnen Ecken(8 Fuß und 44 Fuß) oder a Quadr. Fuß F gr. Fuͤr den laufenden Fuß ord. Architrav, wenn ſelbige eündeis zu rechnen iſt..... Desgl. wenn mehrere und ſtaͤrkere Glieder daun ſind, à 1 gr. 3 pf. bis.....„„ 1 Latus 1 M Vierter Abſchnitt. Benennung der Arbeiten. Einzelne Preiſe der Schloͤſſer⸗ Arbeit. Transport Desgl. Architrav um ein Bogenfenſter innerhalb, wegen der Fen⸗ ſterladen.. Eine rfluͤglichte ordinaͤre eſagefaßte Stubenthuͤre mit Architrav auf beiden Seiten........ dazu 2 ordinaͤre Hacken à 2 ¾ gr...... 2 Bockshorn⸗Baͤnder à gr... 1 deutſches Stubenſchloß mit Druͤcker und Schließkloben 1 ordin. Handgrif.....„ 1 oder 2 Stutzhacken à 3 gr...... 2 Kreutzbaͤnder à é gr... 1 franzoͤſiſches Schloß, mit Duüiker, Nachtriegel und Schließkappe. 1 ein eiſerner Zuziehknopf i in Geſtalt efner Roſette oder 2 aufgeſetzte eiſerne Baͤnder à 14 gr.. alles uͤbrige wie vorher..... meſſingenes Kaſtenſchloß mit ſchließender Falle, Nachtriegel und Schließkappe... Anm. Eine Schließkappe vertritt die Stelle des Schließklobens, es iſt alſo immer eines der letzten mit darunter verſtanden, wenn nicht die Schloßkappe benennt iſt. Eine ordinaͤre verleimte Kaminthuͤre..... dazu 2 eingemauerte Hacken à 5 gr..—— 1 eingemauerter Klinkhacken... 3 2 Baͤnder à F gr....... 1 Klinke........ oder 2 Hacken nebſt Baͤnder.... 1 eingemauerter Riegelkloben.. 1 Riegel auf ein Blech, zum Vorhaͤngſchloß eingerlihtet 1 Vorhaͤngeſchloß. 3.... Eine eingefaßte Kaminthuͤre...... 3 (der Beſchlag wie vorher, nur anſtatt der langen Baͤnder muͤſ⸗ ſen Bockshorn⸗ oder Kreutzbaͤnder genommen werden.) — 7 Latus Preiſe der Tiſchler⸗ und Schloͤſſer⸗ Arbeit. rtl. g gr. ſpf. Iſrt. lgr.[pf. ſgr. lof. EIAII 2* an V I 3 S LLLN ◻ 22 20 — — Preiſe der diſchler⸗ dand ) oſer⸗ Ahbeit, — — d gn Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. — 289 — — Einzelne Preiſe der Tiſchler⸗ Benennung der Arbeiten. Salöſer 8 heher ehtaſe rtl. gr. ſpf. lrtl. lgr. lvf. Transport Zu einem Kaminbrett, ein eiſerner eingemauerter Vorreiber———— 4— Eine gewoͤhnliche Ofenzarge, von außen zu heitzen... 12— Eine Windofenzarge........——— 113— Eine dergleichen runde......———-—— 16— Drei Leiſten um eine untere Ofenzarge.. 1——,— 4— dazu 1 Ofeneiſen, deren 4 zu einem gewoönlichen Ofen gerechnet werden...———-O 7— 1 Roſteiſen, deren 6 bis 8 zu einem Ofen erforder⸗ lich ſind....——— 6 beſſer ſind jedoch gagoſſene Roſteiſen à..—,——— 4 Anm. Oder man nimmt auch gute Mauerſteine zum Roſt. Eine Ofenthuͤr von außen mit eingemauerten Hacken 12 bis 13 Zoll breit, 13 bis 14 Zoll hoch mit einem Rahm...——— 13— Eine dergleichen ohne Rahm..——,— 18— Eine Windofenthuͤre, 12½ Kachel breit und 1 Kachel hoch mit Zarge——!—— 20— Eine kleinere Roſtthuͤre.....———— 14— Eine meſſingene doppelte Windofenthife von egedacher Groͤße—— 5—— Eine dergleichen Roſtthuͤre.—,—— 3—,— Eine Ofenroͤhre von ſchwarzem Sturzölech mit Klappe er bis 20 Zoll lang, 5 Zoll im Durchmeſſer weit...——— 20— Oder, wenn man ein langes Rohr berechnen will ſo koſtet, die Klappe....—.——— 5— jeder Fuß Rohr..—-— J—9 und wenn ein Knie darin befindlich, Arbeitslohn dafüͤr—— Ein großes eichnes Afluͤglichtes Bogenfenſter 10 bis 12 Fuß hoch, bis 6 Fuß breit mit Sproſſen und Pineuba wo alſo der obere Bogen ſtehen bleibt. 4..——!t—- 16—1— dazu 10 Bankeiſen um das Futter in der2 Nauer zu befe⸗ ſtigen à 3 gr.... 1 6— 7 Vorreiber zum Bogen, à 1 gr....— 76 1 Kreutz in der Mitte vom Futter..— 5!— 6 doppelte Vorreiber um die Fluͤgel zu verſchließen, à 2 gr.........— I2 Latus— 1 Oo Vierter Abſchnitt. Einzelne Benennung der Arbeiten. Prh ſ der Arbeit. — rtl. ſgr. pf. Transport 4 Knoͤpfe mit Buckeln auf die Fluͤgel zum aufmachen à 2 gr..—8!— 8 ſtark geſchwhelßte Winkelhacken nebſt Stuͤckhacken à gr.. 3 1 ˙16— 4 ſtarke dergleichen auf die Mitte des Fluͤgels inel. Stutzhacken à 4 gr......— 161— 8 Scheinhacken auf die Ecken à 2 gr...— 16!— Ein eichenes Bogenfenſter mit 4 Fluͤgel und Sproſſen von ordin.. Groͤße, wobei der Bogen mit aufgehet,..——,— dazu à geſchweißte Winkelhacken mit Stutzhacken à 4 gr. 1 8/— die beiden obern gehen zum Theil den Bogen hinauf. 8 Scheinhacken à 1 gr......— 12!— 4 Vorreiber à 2 gr...—...— 8— 4 Knoͤpfe mit Buckeln a 1 ½ gr....— 6— 1 Kreutz......— 4— 8 Bankeiſen à 2 gr.. 3....— 16— Ein dergleichen Bogenfenſter, wo unten der Pfoſten mit aufgehet——— Der Beſchlag iſt wie oben, nur daß noch 2 Riegel à 4 gr. hinzukommen, alſo..——— Ein eichenes Schiebefenſter mit ‚proſſen, Kaſtel oder Geihe Verkleidung) und Waſſerſchenkel...—,—— dazu die Schrauben um das Kaſtel anzuſchrauben, à 1½ gr.+[12— 2 Stifte zu den Rollen, à 1 gr.„„„— 2,— 2 Aufſchiebeknoͤpfe à 2 gr.....— 2— 6 Bankeiſen à 2 gr...—.. 12!— Noch ſind 2 Leinen à 4 gr. und 2 Gewichte 8— 6 gr. hierzu erforderlich. Ein eichenes Bogenfenſter von 4 Fluͤgel ohne Sproſſen..——— Der Beſchlag wie vorherly,..„.——— nur kommen noch hinzu 12 bis 16 Windeiſen à 1 ½ gr. Wird aber mit Karnisblei verglaſet, ſo fallen auch die⸗ ſe weg, Latus — 1 der dſchle — — F △̈ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 291 Einzelne Preiſe der Benennung der Arbeiten. V Shüüſer Tiſzeen⸗ Rbel. Sahtoſer 8 Tril. lgr. pf. rtl. gr. pf. Transport Ein hihen ordin. afluͤglichtes Fenſter mit Sproſſen, 7 Suß hoch * Fuß breit.“ dazu 8 ord.) Wintelhacke mit ord. Hacken à 2½ gr. 20— 8 Scheinhacken, 1 gr..... 8 12— 1 Kreuß....... 4— 4 Vorreiber, à 12 gr.„„... 6“ 4 Knoͤpfe mit Buckeln à 12½ gr....— 6— 6 Bankeiſen à 2 gr.. 11...— 12]5— 2 127— Ein dergl. Fenſter mit Sproſſen von 5 Fuß hoch, 3 ½ Fuß breit,——— 2Ir!— Soll ein Fenſter von vorgedachter Art mit M eſſing beſchla⸗ 5 gen ue den ſo koſtet ſolches Meſſingene aufgeſetzte Baͤnde à 10 gr... 3 8˙— dergl. Scheinhacken à 4 gr... 3. 1 8— 1 Kreutßs......-— 6,— 4 Vorreiber à 6 gr.. 3... 1—— 4 Knoͤpfe mit Roſetten à 6 gr... 1—— 6 22— Und wenn der untere Pfoſten mit auiseht noch— 2 Riegel auf Meſſingbleche à 8 gr..———— 16,— Ein eichenes afluͤglichtes Fenſter ohne Sproſſen7 Fuß hoch, 3 Juß breit. 3.——ͤ— 4 8— Ein dergleichen von 6 Fuß hoch, ⸗ 2 Juß breit.. 4—,— Der Beſchlag wie ereiks angegeben.—,—— Soll ein afluͤgl. Fenſter doppelt uͤberfaͤlzt ſeyn, ſo koſtet es an Tiſchlerarbeit mehr....———— 14— Ein eichenes afluͤglichtes Sproſſenfenſter...——— 2 19!— dazu 4 Winkelbaͤnder mit Hacken, à 2½ gr...— 10— 4 Scheinhacken à 1¾ gr..E.— 64— 2 Vorreiber à 1½ gr......— 3— 2 Knoͤpfe à 1½ gr...„„..— 3— 4 Bankeiſen à 2 gr.....— 5=erl G1 Ein dergleichen ohne Sproſſen... 1⸗ Ein afluͤgl. Sproſſenfenſter von kiehnen Holz,...——— 112 Latus *) Nemlich keine geſchweißte, ſondern welche nur aus Blech verfertigt ſind. Oo 2 Vierter Abſchnitt. Preiſe der . 1 Venge ner Tiſchler⸗ Benennung der Arbeiten. Schloͤſſer⸗ und Arbeit. V Schloͤſſer⸗ Arbeit. Transport V Ein dergl. ohne Sproſſen......— 3— Ein zfluͤgl. derglä....—,———,— Ein eichenes 2fluͤgl. Kellerfenſter mit Futter, Bogen, Pfoſten, Sprof. ſen, Wetterſchenkel und kiehnen Staͤben.„—2 29— Eine dergleichen ohne Staͤbe..„...—— 2 2.— Ein dergl. ohne Staͤbe und Sproſſen.„..———1 14,— Ein viereckigtes eichenes Kellerfenſter mit Sproſſen und Pfoſten——— 1r22— Ein dergleichen ohne Sproſſen, aber mit Pfoſten..———— dazu 4 Winkelhacken mit Hacken, à 2 ½ gr... 10,— 4 Scheinhacken a 1 ½ gr......— 6— 4 Bankeiſen à 2 gr.......— 8— 2 Knöpfe à 1½ gr....... 3— 2 Vorreiber à 12 gr......— 3— 6,— Ein eichener Kellerfenſterfluͤgel mit Bogen und Sproſſen, ohne Fut—— ter, bloß in einer Zarge......„——-156 Ein dergleichen ohne Sproſſen.....———— 11— Ein dergl. gerader mit Sproſſen„..———— 13,— Ein dergl. ohne Sproſſen.....—.———,— 9— Zwei dergleichen Fluͤgel in einer Zarge zu beſchlagen, koſten, wenn kein Mittelpfoſten iſt, 4 Winkelhacken, à 2 gr..„ 8..— 10— 4 Scheinhacken, à 1 gr..„„„„— 6— 2 Knoͤpfe à 11 gr..— 4...— 3— 1 Vorreiber mit Knopf...— 4— 3— 2 Riegel à 3 gr...„„ 6— 14,— Anm. Anſtatt dieſer Riegel ſind auch 2 Vorreiber. à 12½ gr. hinlaͤnglich. Ein eichener Dachfenſterfluͤgel mit Bogen ohne Sproſſen.—— 12 5 Ein dergleichen ohne Bogen......—— O 10— Zwei dergleichen Fluͤgel zu beſchlagen, koſten an 4 Winkelbaͤnder mit Hacken, à 2½ gr..— i10— 4 Scheinhacken à 1z gr....— 6,— 2 Vorreiber à 1 ½ gr.......— 3— 2 Knöpfe à 12 gr.„.„.... 3— 22— Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. Benennung der Arbeiten. Transport jedes Windeiſen daaͤgu...... Ein kiehnenes Latteybrett beſonders gerechnet. Eine kiehnene eingefaßte Fenſterlade, von innen, von 3 oder 4 Fluͤgel, und auf jedem Fluͤgel 2 Fuͤllungen, inel. Anſchlageleiſten à Quad. Fuß 5 gr. alſo 7 Fuß hoch, 34 Fuß breit,= 264 QFuß Sollen die Fenſterladen an der Seite gegen die Wand ſchla⸗ gen, ſo iſt eine architravirte Einfaſſung an beiden Seiten und oben daruͤber erforderlich, dieſe koſtet à Fuß 4 gr. alſo zu obigen Fenſterladen 17 Fuß à 4 gr... Reichen die Fenſterladen nicht bis oben herauf, ſo iſt noch ein Stuͤck in der Seitenverkleidung uͤber den Fenſterladen erforderlich, dieſes koſtet à Quad. Fuß.. 4 Wird der Sturz oben am Fenſter mit einer eingefaßten kieh— nen geraden Verkleidung verzieret, ſo koſtet der Quad. Fuß Eine ſolche Fenſterlade von 4 Fluͤgel zu beſchlagen koſtet 12 Charnierbaͤnder à 4 gr...... 2 meſſingene Fallen zum Zuhalten der Lade in die vor⸗ gedachte Bekleidung à 9 gr.. 2. 1 ord. Hacken nebſt Kloben zum Verſchließen der Laden Fuͤr den Quad. Fuß Lambris an die Wand unten herum Hierzu ſind nach Umſtaͤnden viel oder weniger Lambris⸗Hacken zur Befeſtigung noͤthig, à Stuͤck. Fuͤr eine inwendig angebrachte zfluͤgl. verleimte Fenſterlade. ſelbige mit 4 Zapfenbaͤndern nebſt Pfannen und Kloben, 3 Schub⸗ riegel und Kloben zu beſchlagen, koſtet uͤberhaupt Eine Ifluͤgl. verleimte Fenſterlade..... dazu 2 Zapfenbaͤnder nebſt Kloben, 1 Riegel nebſt Kloben ꝛc. ꝛc.... Zu einer Rinnſteinbruͤcke, gehoͤrt alle 6 bis 8 Fuß 1 Hacken........ 1 Band...—.... 1 Ring mit Kloben zwiſchen 2 Baͤnder.. 2 rtl.lgr. lof.. gr. pf. 82 1 2 d Vierter Abſchnitt. Benennung der Arbeiten. Einzelne Preiſe der Sch loͤſſer⸗ Arbeit. Transport Ein Bankeiſen von 10 Zoll bis 1 Fuß lang,.. Ein großer umgebogener Ainnuhachen zu einer blechernen Rinne am Dache..... Ein Hacken zu einem Abfallrohr von 4 Zoll h Durchmeſſer Ein doppelter dergl.. 3...... Zu einem Backofen gehoͤret 1 großer Schieber vor den Ofen und,) zuſammen 100 Pfund 5 Zugthuͤren..— gr... 1 Ein Eiſen uͤber das Ofenloch 12 Pfund à 3 gr... Eine Steinklammer zu einer Plinte von Sandſteinen 6 Zoll lang, koſtet......*. Eine dergl. 8 Zoll lang. 3.. 2.. Ein kleiner Plintenanker mit 2 Duͤbeln 18 Zoll lang. Ein geſpaltener Anker 18 Zoll lang mit 3 Duͤbeln.. Eine Steinklammer 12 Zoll lang..... Eine dergleichen 18 Zoll lang...... Eine dergl. 2 Fuß lang und etwas ſtaͤrker... Eine dergl. 2 Fuß lang à Zoll ſtark,... Ein Duͤbel 3 Zoll lang, ³ Zoll ſtark.. ⸗. Ein dergl. 6 Zoll lang, 3 Zoll ſtark..... Ein dergl. 4 Zoll lang, 1 Zoll ſtark...... Ein ordin. Anker 18 Zoll lang.... Ein dergleichen ſtaͤrkerer 2 Fuß lang.... Ein dergl. 2 ½ Fuß lang.. 3.... Ein dergl. von Stabeiſen 3 Fuß lang... Ein geſpaltener Anker 1 Fuß lang 6 Zoll umgebogen. Ein dergl. gerader desgl. desgl...— Eine Holzklammer 10 Zoll lang... Eine dergl. 12„..... Eine dergl. Iy ⸗ 1..... Eine dergl. IS ⸗ 1.. Ein Treppenhacken 6 Zoll lang von dzlgem Eiſen 3 Ein dergl. 8 ⸗ 3 Ein ſtarker Treppenhacken 12 Zou lang mit 3zoͤlligen Lappen Latus LLLLl rtl. — — — pf. e Preiſe der und Tiſchler⸗ Shloſſer⸗ Arbeit. gr. 12 — X A OO 0 OXABSA ——— — f AIILIIIIILIISollIII11 — reiſe der ſchler⸗ Aund Scloͤſſer, Arbeit. 1 — . Ar. Wf. ——— —= — — 12 ——— — S£—— — 8 8 111 à22=— 2 22 — — S.=— O. ——V —— 1 1 21 1 1II Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 295 — —-— Einzelne Preiſe der Benennung der Arbeiten. Prhie der Scudſe, Arbeit. Arbelt. rtl. gr. pf. rtl. gr. pf. Transport Ein dergl. längerer mit doppelten Lappen...———,— 56 Ein Stichanker zur Ausmauerung der hohen Giebelwaͤnde.—,——— 5˙— Eine Kellerfenſtertraille 2 Fuß lang 4 Zoll ſtarkt.———— 22/— Eine Einfaſſung um den Feuerheerd nebſt Feder pro Pfund———— 2/9 Ein eiſernes Fenſtergitter mit durchgeſteckten Mittelſtuͤcken, pro Pfund 3 ½ gr. dieß macht ungefaͤhr auf ein Fenſter von 6 Fuß hoch, 327 Fuß breit.........—— 17 10/— Ein großer Stutzhacken à Pfund... 8..———— 2— Anm. Alle Gewichtarbeit laͤßt ſich nach dem kubiſchen In⸗ halte berechnen, indem man jeden Kubikzoll 10 Loth ſchwer annimmt, und es koſten Alle gerade oder gebogene Holz⸗ und Steinanker, Krammen und Naͤgel, Ofen⸗ und andere Eiſen, krumme, gerade oder ge⸗ ſchweifte, Holz- und Steinklammern, Duͤbel und dergl. Arbeit, wenn ſolche von ganzem und nicht geſchrotetem Eiſen gemacht wird, pro Pfund........—,——— 2!— Alle doppelte und einfache Gabelanker, Klammern, Duͤbel und dergl. Arbeiten, welche vermoͤge ihrer geringen Staͤrke nicht aus gan— zem, ſondern geſchrotenem Eiſen gemacht werden muͤſſen, pro Pfund...„......—,——— 16,— Alle Arbeiten, welche ſchwaͤcher als Zoll und rund ſind, als Schrauben, Muttern und Scheiben, pro Pfund„.———— 2 6 Gebogene und geſchmiedete Anker zur Steinmetz⸗Arbeit, wenn ſolche nach Chablonen gebogen werden muͤſſen, pro Pfund.———J— 3 Eine Holzſchraube von 2 Zoll lang, z. B. zu einem Thorweg—,——— 1— Eine dergl. 3 3. B. zu einer Treppe.——- 6 Eine. ⸗ 4-⸗...—» Eine.„„„ 2b Vom Anſtrei⸗ chen. tinoͤhl gehoͤrig verduͤnnet. Vierter Abſchnitt. §. I15. Die zum Anſtreichen ſo wohl mit Oehl als mit Leimwaſſer zuzuberei⸗ tende Farben, ſind bereits im 1ſten Theil unter dem Artikel von Bau⸗Mate⸗ rialien vorgekommen. Es koͤmmt dabei einigermaßen auf den Unterſchied an, ob der Anſtrich der Luft ausgeſetzt iſt, oder nicht. In dieſer Hinſicht iſt be⸗ ſonders anzumerken, daß zu dem gewoͤhnlichen Anſtrich der Thuͤren und Fen⸗ ſter mit weißer Oehlfarbe, die Farben auf zwei verſchiedene Arten gemiſcht werden. Iſt nemlich der Anſtrich nicht der Luft ausgeſetzt, alſo innerhalb der Gebaͤude, ſo iſt die Oehlfarbe zum erſten Anſtrich oder Grundiren auf folgende Art zuzubereiten; es werden nemlich 5 Kreide und 3 Bleiweis mit Waſſer gut gerieben, mit Leinoͤhlfirniß vermittelſt eines hoͤlzernen Schachtels aufge⸗ ſchwemmet, damit ſich das Waſſer davon wieder abſondert, und abgegoſſen wer⸗ den kann, und hiernaͤchſt mit reinem Leinoͤhl und etwas wenig Terpen⸗ Zum zweiten Anſtrich, welcher das Gutſtreichen genannt wird, muß allein Bleiweis, welches ebenfalls mit Waſſer gerieben, mit Leinoͤhlfirniß ausgeſchwemmet, und nur mit Terpentinoͤhl verduͤnnet iſt, gebraucht werden. Weil aber das Bleiweis an der Luft ſehr bald austrocknet, und von der Sonne aufgeloͤſet wird, dagegen aber die Kreide ſich beſſer haͤlt, ſo wird zum An— ſtrich, welcher außerhalb koͤmmt, oder der Luft ausgeſetzt iſt, mehr Kreide genom⸗ men, und das Terpentinoͤhl, welches ein baldiges Trocknen verurſachet, ganz weggelaſſen, und zum Grundiren ebenfalls 3 Kreide, ½ Bleiweis genom⸗ men, ſolches mit Waſſer abgerieben, und mit Leinoͤhlfirniß ausgeſchwem⸗ met, aber nur mit Leinoͤhl(ohne Terpentinoͤhl) verduͤnnet. Zum Gutſtreichen nimmt man ¾ Bleiweis, ½ Kreide, welches mit Waſſer abgerieben, mit Leinoͤhlfirniß aufgeſchwemmet, und nur allein mit Leinoͤhl verduͤnnet wird. Die Farben muͤſſen eine Zaͤhigkeit, etwa wie ein Syrup haben, ſo daß ſelbige nicht in klaren, ſondern in zaͤhen Tropfen von dem Pinſel ablaufen. Die Schoͤnheit des Anſtrichs mit Oehlfarbe beruhet aber nicht allein in einer gut zubereiteten Farbe, ſondern auch in dem Fleiß und Muͤhe, womit ſelbige aufgetragen wird. Zuerſt iſt als Regel anzunehmen, daß auf Kiehnen⸗ nd dergleichen Holz mit ſtarken Faſern, nur in die Laͤnge und nicht queer uͤber die Faſern geſtrichen werden darf, weil ſonſt der Anſtrich rauh und unanſehn⸗ lich ausfalt. Sodann muß die Farbe mit einiger Anſtrengung auf⸗ und aus⸗ geſtrichen werden, wodurch zwar ein jedesmaliger Anſtrich nur ſehr duͤnne wird, bei 296 rzuberei⸗ an⸗Mate⸗ eſchd an, ſcht ii be⸗ n und Fen⸗ en gemiſch nerhald der uf folgende mit Waſfe htels aufße⸗ egoſſen wer⸗ Terpen⸗ Butſtreichen r gerieben, verduͤnnet und von de ſird zum A⸗ eide genon⸗ ſachet, ganz eis genom⸗ usgeſchvem⸗ welches mit alein mit en, ſo daß dlaufen. nicht olli dhe, wonit uf Kiehnen⸗ aueer lber d unanſehn⸗ f⸗ und aus⸗ unne wird, bei Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 297 bei oft wiederholter Arbeit aber am Ende wie lakirt ausſieht. Freilich wird auf ſolche Art wenigſtens ein zweimaliges Grundiren, und ein dreimaliges Gut⸗ ſtreichen erfordert, und folglich eine ſolche Arbeit koſtbar, weshalb auch gewoͤhn⸗ lich nur einmal ſtark grundiret und zweimal gut geſtrichen wird. Anm. Wenn ein guter Anſtrich verlangt und daher geſagt wird, daß die Farbe nur duͤnne und oft wiederholt aufgetragen werden darf, ſo iſt nicht darunter zu verſtehen, daß die Farbe ſelbſt duͤnne ſeyn ſoll, ſondern daß ſelbige tuͤchtig ausgeſtrichen werden muß. Eine duͤnne Farbe wuͤrde ablaufen, und die Arbeit ſchlecht werden. Dieſe Behandlung beim Anſtreichen findet bei jeder andern Couleur in Oehlfarbe ſtatt. Die Zubereitung der Leimfarben iſt ſehr einfach, und beſtehet in fol⸗ genden: Die Farben werden auf einem Reibeſteine mit Waſſer fein gerieben, und zwar nimmt man nur ſo viel Waſſer dazu, bis man ſieht, daß ſie am Ende breiartig werden. Hierauf wird die zerriebene Farbe in einen Topf gethan, und mit Leimwaſſer gemiſcht, ſodann aber noch ſo viel reines Waſſer hinzu gegoſ⸗ ſen, bis ſie gehoͤrig verduͤnnt iſt. Ein Pfund Leim mit 3 Quart Waſſer gekocht, giebt das gehoͤrige Leim⸗ waſſer, und auf 4 Pfund Kreide, oder andere mit der Kreide gleich ſchwere Erdfarben, kann man ohngefaͤhr ¾ bis 1 Quart Leimwaſſer nehmen. Sind die Farben aber an ſich ſchwerer als die Kreide, ſo wird etwas mehr Leimwaſſer genommen, und die Farbe nach Erfordern mit reinem Waſſer verduͤnnet. Anm. Einige Farben und vorzuͤglich der Kiehnruß, laſſen ſich nicht mit Waſſer niederſchla⸗ gen, ſondern muͤſſen zuvor mit Brantwein angefeuchtet werden; es iſt aber beſſer, und die Vermengung gehet noch leichter von ſtatten, wenn anſtatt des Brantweins kalt ge⸗ wordenes Leimwaſſer genommen wird. Bei dem Anſtreichen der Leimfarben koͤmmt es uͤbrigens ebenfalls auf Fleiß und Muͤhe an, wenn die Arbeit ein gutes Anſehen erhalten ſoll. Zu den aͤußern oder zu den der Witterung ausgeſetzten Mauern der Ge⸗ baͤnde, werden die Erdfarben bloß mit Kalkwaſſer angemacht, wodurch ſie zu⸗ gleich ein mildes Anſehen erhalten, welches weit gefälliger ausſieht als ſtarke Farben. Anm. Man pflegt zuweilen auch die Mauern mit Oehlfarben anzuſtreichen, welches ſie zwar konſerviret, allein es hat kein gutes Anſehen, beſonders weil die Oehlfarben glaͤnzen. Die auf den innern Waͤnden als Mahlerei anzutragende Farben, wer⸗ den mit Leimwaſſer praͤpariret, wobei es darauf ankoͤmmt, ob es alte oder neue Mauern ſind, als wornach ſich die Miſchung der Farben richtet. Sind die Pp 298 BVierter Abſchnitt. Mauern neu, und wie ſichs gehoͤrt nicht geweißt, ſondern nur mit Sandkalk geſchlemmt, ſo koͤnnen die Farben duͤnner ſeyn, und auch weniger Leim enthal⸗ ten, als wenn alte Mauern angeſtrichen werden ſollen. Es wird alſo auf alte Mauern auf 4 Pfund Kreide, Pfund Leim, auf neue Mauern aber zu 6 Pfund Kreide auch ½ Pfund Leim genommen. Das Anſtreichen der Mauern ſelbſt, iſt mehr oder weniger ſchwierig, je nachdem die Farben koͤrperlich ſind. Erdfarben und beſonders wenn ſie dunkel ſind, muͤſſen geſchwind aufgetragen, und tuͤchtig auseinander geſtrichen werden, auch nicht zu lange trocknen, ehe man damit fortfaͤhret, weil ſonſt Flecke und Striche entſtehen. Zu dem Ende muͤſſen die Pinſelſtriche nicht immer nach einer Richtung, ſondern herauf und herunter und nach der Seite vorwaͤrts ge⸗ fuͤhret werden. Beſſer iſt es, dunkle Farbe zweimal aufzutragen. Auf der gewoͤhnlichen Kalkweiße der Mauern haftet keine Mahlerei, ſondern blaͤttert in kurzer Zeit ab; es muͤſſen daher neue Mauern, welche ge⸗ mahlt werden ſollen, nicht geweißt, von den alten aber aller Weißkalk mit Stuͤcken von Sandſteinen abgerieben und mit Sandkalk geſchlemmet werden. Wenn aber ein Zimmer, welches ſchon gemahlt geweſen, von neuem ge⸗ mahlt werden ſoll, muͤſſen, wenn die Farben aus vielen Saftgruͤn, Berliner⸗ roth oder gruͤner Erde beſtehen, die Waͤnde auf alle Faͤlle abgerieben werden, weil beide erſt erwaͤhnte Farben ſich nicht gut uͤberſtreichen laſſen, und letztere abblaͤttern, wenn eine neue Farbe darauf koͤmmt. Alle uͤbrige Farben, wenn ſolche nicht zu dunkel ſind, oder zu ſtark auf der Wand ſitzen, z. B. wenn ein Zimmer ſchon mehrmal uͤbermahlt iſt, koͤnnen ſitzen bleiben und uͤbergeſtrichen werden. Die darauf zu bringende Farben muͤſſen aber zweimal und zwar jedes⸗ mal nur duͤnne und nicht zu ſtark aufgetragen werden. Da aber die Mahlerei auf der bloßen Wand ſehr leicht dadurch Scha⸗ den leidet, wenn mit den Stuͤhlen oder auf ſonſt eine Art etwas vom Putze abgerieben oder los geſtoßen wird, ſo iſt es mehr in Gebrauch gekommen, die Waͤnde mit Papier feſt zu bekleben und ſodann darauf zu mahlen; dies ge⸗ ſchiehet folgendermaßen: Die Waͤnde oder Decken muͤſſen ebenfalls von aller Kalkweiße gereini⸗ get, und ſelbſt nicht einmal geſchlemmt, ſondern ganz roh ſeyn. Zu dem Ende iſt es bei alten Mauern gut(wenn man nicht ſo ganz uͤberzeugt iſt, daß alle Kalkweiße herunter iſt) daß man ſolche lieber noch mit etwas ſtarkem Alaun⸗ waſſer uͤberſtreichet. Sandkalk n enthal⸗ ah auf duern ther hwieti j ſie dunkel en werden Flecke und imer nach rwaͤrts ge⸗ Mahlerei, welche ge⸗ fkaſf mit erden. neuem ge⸗ Berüier⸗ n werden, nd letztere en, wenn wenn ein geſtrichen ar jedes⸗ HScha⸗ m Puße nen, die dies ge⸗ gerein⸗ em Ende daß ale NMun⸗ Vom inneren Ausbau der Gebaͤude. 299 Wenn die Waͤnde auf dieſe Art wohl gereiniget worden, ſo werden ſel⸗ bige zwei bis dreimal mit Leimwaſſer uͤberſtrichen, bis ſie beinahe glaͤnzen. Hierauf wird ein zuſammen gequerlter Kleiſter von Roggenmehl mit heißem Leimwaſſer(auf ½ Pfund Leim, etwa 6 Quart Waſſer) gemacht, Makulaturpa⸗ pier damit beſtrichen, und ſolches auf die Wand geklebt, wobei aber darauf zu ſehen iſt, daß das Papier ſich nicht uͤberdeckt, als wodurch Blaſen entſtehen wuͤrden, ſondern es muß lieber fingerbreit auseinander ſtehen. Nachdem ſolches geſchehen, werden 1½ bis 2 Zoll breite Streifen von grauer Leinewand, laͤngſt unter dem Geſims oder der Voute, an den Kanten herunter, und wenn an dem Fußboden nur eine Fußleiſte befindlich iſt, hinter der⸗ ſelben unten herum, wenn aber eine Lambris vorhanden iſt, hinter der obern Leiſte deſſelben, welche zu dem Ende abgebrochen wird, mit Naͤgeln etwa 5 bis 6 Zoll weit angenagelt. Soll die Voute und Decke des Zimmers ebenfalls mit Pa⸗ pier beklebt werden, ſo muͤſſen in die Voute laͤngſt derſelben herum, ebenfalls 2 bis 3 Leinwandſtreifen angenagelt werden. Dieſe Leinewandſtreifen bewirken das Feſthalten der aͤußerſten Kanten des aufgeklebten Papiers. Hiernaͤchſt wird ein weißeres gutes Papier von etwas großem Format (wovon allhier das Rieß ohngefaͤhr 4 Rthlr. koſtet) an den Kanten beſchnitten, und mit Kleiſter, welcher aus Staͤrke und Leim beſtehet, dergeſtalt auf die Waͤnde und Decken, auch uͤber die Leinwandſtreifen geklebt, daß zwar die Bogen gut und ſcharf aneinander paſſen, damit kein Zwiſchenraum verbleibt, dennoch muͤſſen ſie ſich aber nicht uͤberdecken, weil im erſtern Fall das unterge⸗ legte grobe Papier ſichtbar bleibt, und im andern Fall da Erhoͤhungen entſte⸗ hen wuͤrden, wo die Bogen ſich uͤberdecken. Auf dergleichen gut uͤberzogene Waͤnde und Decken koͤnnen ſodann ſehr feine Mahlereien angebracht werden, welche auch vorzuͤglich dauerhaft ſind, und ebenfalls wieder uͤbermahlt werden koͤnnen, wenn die Farben nur nicht zu dun⸗ kel ſind. Das Tapezieren der Zimmer mit Papiertapeten wird folgendergeſtalt be⸗ werkſtelliget: Sollen ſelbige hohl bleiben oder nur an den Seiten herum auf⸗ geklebt werden, ſo werden ſo breit als die Bogen oder Tapeten ſind, ebenfalls 1x bis 2 Zoll breite Streifen von grauer Leinwand, von der Decke bis an den Fußboden oder bis auf die Lambris, und auch oben unter das Geſims, und unten wo die Streifen aufhoͤren, um das ganze Zimmer herum, genagelt. Wenn dies geſchehen, ſo werden die Tapeten, welche ſchon aneinanderhaͤngend verkauft werden, nach der Hoͤhe des Zimmers zugeſchnitten, an den Kanten mit Staͤrke⸗ Pp 2 ———* — ———————1 ooooöoöobbö—ö—ö——— ———. — 3 1 3 300 Vierter Abſchnitt. Vom innern Ausbau der Gebaͤude. kleiſter beſtrichen, alsdann der uͤbrige Theil auf der linken Seite gut angefeuch⸗ tet, und die Kanten auf vorgedachte Leinwandſtreifen geklebt, wo denn die Ta⸗ peten, wenn ſie trocken ſind, glatt und gerade werden. Dieſe Arbeit ſtehet aber derjenigen, wo die Tapeten in der vorhin ge⸗ dachten Art, auf anderes unterleimtes Papier, ganz feſte aufgeklebt werden, um vieles nach, weil die in der Mitte loſen Tapeten leicht beſchaͤdiget werden koͤnnen. hebaͤnde. angefeuch⸗ d de Ta⸗ dorhin d verden, un get werden Fuͤnfter Abſchnitt. Miſcellanreen auch Zuſaͤtze und Nachtraͤge zu beiden Theilen. §. 116. Man findet oͤfters, daß die verſchiedenen Arbeiten in den Bauanſchlaͤgen un⸗Von der ordentlich untereinander aufgefuͤhret ſind, und nicht ſelten den Fall, daß dieſe oder jene Poſition wohl gar ausgelaſſen iſt. Es duͤrfte demnach folgendes Schema zu einem vollſtändigen Anſchlag von einem maſſiven Wohnhauſe dazu dienen, um daraus die in jedem Fall vorkommende Stuͤcke und Poſitio⸗ nen entnehmen, oder einen angefertigten Anſchlag controlliren zu koͤnnen, ob nichts darin ausgelaſſen worden. Wenn es einen Bau in Fachwerk betrift, ſo wird man die alsdenn noͤthigen Modificationen und Abaͤnderungen von ſelbſt finden, und ſich auch leicht zeigen, was in dieſem Fall von nachfolgendem Anſchlag wegzulaſſen, oder hinzuzuſetzen iſt. Ein gleiches gilt, wenn der Anſchlag auf die Bauart mit Lehmpatzen eingerichtet werden ſoll, wozu S. 27 und 28 des erſten Theils, die noͤthigen Data angegeben worden. Was die Koſten des Arbeitslohns und der Materialien anbetrift, ſo laͤßt ſich daruͤber und am wenigſten in Abſicht der letztern etwas gewiſſes be⸗ ſtimmen; ich habe es indeſſen doch nicht fuͤr undienlich gehalten, das hier in Berlin uͤbliche Arbeitslohn beizufuͤgen, um doch fuͤr andere Oerter einigerma⸗ ßen eine Maasgabe, oder vielmehr ein Verhaͤltniß bei den verſchiedenen Arbei⸗ ten, zu haben. Form der Bauanſchlaͤ⸗ ge. 302 Fuͤnfter Abſchnitt. BauAnſichlag Von einem maſſiven Wohnhauſe zu. Solches wird nach der m anliegenden Zeichnung 52 Fuß lang, 36 Fuß tief, 2 Etagen à 11 Fuß im Lichten hoch, mit rechtwinklichtem deutſchen Dache, doppelten ſtehenden Stuhl, geraden Giebeln, halben Walmen ꝛc. ꝛc.(Hierauf muß eine wei⸗ tere moͤglichſt umſtaͤndliche Beſchreibung des Baues folgen) 1SA 2 2 fung des Hotzes. ⸗5 Ee.„ 3 9 6 2 8 ⸗— S 2. 8 Nachweiſung des Holze= S G 5 S* 82. Werch 3 und 55[SE IA2 25 2-„ 23[2 5 5 3 3 58 nach der Nerb 5*„ 5 2— 8 8 2 2 ³3 S 8— Fuß l Fuß([Stuͤck Schock 3 2——. 2 Hausthuͤrzargen ⸗⸗.—..— 24 rtl. gr. pf. 20 Stuͤck Stubenthuͤrzar⸗ gen à 19 Fuß Halbholz 3—.— 190 20 Schwellen dazu à 5 Fußſ 100—... 36 Unterlagen à 30 Fuß——. P 270 1 4 Mauerlatten à ſo F.-——.— 19 Balken iſter Etage à 36F.— 8.. 684 4 183 d. 2te Etage à 36 F. 3..— 643 1 — zu Vertrumpfung⸗———— 50 1 NRauchfangholz à⸗⸗— 3.— 42 16 Stiehle in der Holz⸗ .wand à 10 F.⸗⸗⸗ 3.—. ze — zu Riegel darinnen⸗—...— 15 — zum Rahm ⸗ ⸗—⸗ ⸗...—,2 31 — zur Schwelle⸗⸗⸗.—.. 4— 32 26 Sparren à 25 Fuß⸗—.— 1623 g kuͤrzere Sparren à 19 F.—.. 2— 8 34 Knaggen à 6 Fuß ⸗ d—.—1 ſo 15 Kehlbalken à 19 F. 3——.. 427 10 Grad⸗ und Stichkehlbal⸗ 2 95 ken à F.⸗⸗ ⸗ 3-...— 25 8 2 Dachraͤhmen à Fo F.——...— 52 2 Giebelrähmen à 19 F.—...—— 10 Dachſtuhlſaͤulen à 8 F...—. ℳ 16 Baͤnder darin à 5 F.—-.—, 10 Grad⸗ und Schiftſpar⸗ 5 ren zum Walme à 10 F.—.——= 25 2 Untergiebel auszubinden——..= 30 2z Fledermausdachfenſter von—=2 S Bohlenn⸗⸗⸗⸗ 40—...24 Brett aufs Geſims⸗⸗—.. 100. Latus vidd nach der en à u Fuß üten ſthenden muß eine wei⸗ 8 — —/ — — —ù — — εᷣ B I19 a2d 213 P 12B Forſttaxe. —— ſecl. gr. pf. — . Miſcellaneen. 303 ch 22 V 5 5. 9 8 3.9 3 9 3.. Nachweiſung des Holzes S 5S8 5* Werth 8 8S E 8 3 5 25 und d.. 9035„ES 5 3 3 Ssn nach der 8S BS—* 8— ₰ 8 2S„S22P2[23 Jorſttar der Verbandſtuͤcke. o L0 3 22 2 5 228 Forſttaxe. Fuß Fuß S Stuͤck Schock— Transport rtl. gr. pf. 70 Fuß Rinnſteinbruͤcke 8 50⁰—6— /o Zu Treppenſtiehlen, Podeſt, Riegel und Handgelaͤn der,; ⸗ ⸗ ⸗—— 2— 60 Zu Treppenwangen. 100 Zu Stufen nebſt Blockſtu⸗ fen 7,, ⸗ ⸗ ⸗ 160— 2—7 Zu Futterſtufen und Trall⸗ len 4 5 7 7 7 ⸗—— 320 Zu Treppenverſchlaͤgen⸗-- 120 Zu Fußboͤden⸗⸗ ⸗⸗— 3 1200 2400 Bohlen unter dem Feuer⸗ heerd in der 2ten Etage 20 Zum Staken pro 7 Qua⸗ dratruthen 2 Stuͤck, macht 20 Quadratruthen ⸗——-.. 8 Dachlatten ⸗⸗ ⸗ ⸗.—... 4 ½ 260ſ 210 1200] 2940 2407 7 ꝑ390 ½ 3 48 ſ A el l e 3) 82 N 313 31 ½ Stuͤck kiehnene Sage⸗ bloͤcke zu Bohlen und Bretter à ⸗ ⸗; 8 ⁄ dergleichen zu Latten à o Stuͤck ord. ſtark kieh⸗ nen Bauholz à ⸗ 93¾ dergl. Mittel Bauholz à z dergl Schwammholz àl Anm. Die bei den Zahlen ſtehende einfache Striche zeigen an, daß das dahinter geſetzte Holz einmahl, und die doppelte Striche, daß es zweimahl oder uͤbers Creutz ge⸗ ſchnitten werden ſoll. Fuß in und A. An Mauerarbeit. Schachtruthen Fundament zu graben, und daſſelbe unter den Umfaſſungsmauern Fuß uͤber der Erde und Fuß in und Scheidemauern hingegen Fuß ſtark, unter denen Fuß uͤber der Erde und Fuß ſtark zu verfertigen, die Wiederlagen des Kellers durchgaͤngig Fuß 304 Fuͤnfter Abſchnitt. tief und Fuß ſtark, alles in tuͤchtigem Verbande von Feld⸗oder von Kalkſtei⸗ nen aufzufuͤhren, incl. Fundament auszugraben à Schachtruthe 1 rtl. 20 gr. Quadratruthen Kappengewoͤlbe in plano gemeſſen, zu woͤlben incl. Anfertigung der Bogen à 4 Rthlr. Quadratruthen Kreutzgewoͤlbe anzufertigen 5 Rthlr⸗ Schachtruthe Erde aus den Kellern zu graben vom Straßenpflaſter bis zum Kellerpflaſter Fuß tief und die Erde nahe beim Bau auszuwerfen 6 gr. (oder Schritt wegzukarren) Schachtruthen Erde wieder auf die Gewoͤlbe zu bringen*) à 6 gr. Anm.*) Auf jede Quadratruthe Gewoͤlbe wird eine Schachtruthe Erde gerechnet. Schachtruthen Schutt und Erde wegzufahren auf 1000 Schritt 12 gr. Einen Kellerhals ſammt Treppe zum Keller von 6 Stufen aufzumauern 2 Rthlr. Quadratruthen ſaͤmmtliche Kellerwaͤnde nebſt Gewoͤlbe zu berappen à 8 gr. Quadratruthen Keller auf der flachen Seite mit Mauerſteinen zu pflaſtern und die Fugen mit Kalk auszugießen à 16 gr. Quadratruthen Pflaſter auf der hohen Kante à 1 Rtehlr. Schachteuthen die ſaͤmmtliche Umfaſſungs⸗ und Scheidewaͤnde der erſten Etage Fuß hoch, erſtere Steine letztere hingegen Steine ſtark in tuͤchti⸗ gem Verbande aufzufuͤhren à 2 Rthlr. Schachtruthen die Umfaſſungs⸗ und Scheidewaͤnde der zweiten Etage Juß hoch, erſtere Steine, letztere hingegen Steine ſtark, in tuͤchtigem Ver⸗ bande aufzufuͤhren à 2 Rthlr. 4 gr. Schachtruthen beide Giebel Steine ſtark aufzufuͤhren und jeden Giebel mit Ankern zu verſehen 2 Rthlr. 8 gr. Quadratruthen Holzwand in den Theilungsgiebel oder in den Scheidewaͤnden auszumauern à 1 Rthlr. Vorgelege und Kamine*) in der erſten Etage anzulegen und deren Roͤhren bis uͤber die Dachbalken aufzufuͤhren à 7 Rchlr. Anm.*) Vorgelege, Kamine, Rauchmaͤntel und Roͤhren werden nicht unter die Schachtru— then mitgerechnet, daher ſelbige in den Anſchlaͤgen beſonders aufgefuͤhret werden muͤſſen. Der hier angegebene Preis verſteht ſich auf etwa 12 Fuß hohe Etagen. Liegen die Roͤhren und Vorgelege innerhalb der Mauer, wo ſie alsdenn mit zu den Schachtruthen gerechnet werden, ſo wird fuͤr jede Roͤhre pro Etage etwa 1 bis 12 Rthlr. weniger gerechnet. Einen Schornſteinmantel in der Kuͤche der erſten Etage zu woͤlben, und deſſen Roͤhre bis uͤber die Dachbalken aufzufuͤhren und anzubolzen 7 Rthlr. Vor⸗ „— — 1 tl. 20 gr. Anjatigung aſter bis zum werfen 6 gr gr. echnet. a gr. tern 2 Rthlr à 8 gr. flaſtern und erſten Etagt ark in tuͤcht⸗ age Auſß htigem Ver⸗ Giebel mit heidewaͤnden ren Roͤhren die Schachtre werden muͤſen. enn mit zu den r bis 1 Rthl. und deſſen tilr. Vor⸗ Miſcellaneen. 305 Vorgelege und Kamine in der zweiten Etage anzulegen und deren Roͤhren gleich⸗ falls bis uͤber die Dachbalken aufzufuͤhren 5 Rthlr. Schornſteinmantel in der Kuͤche der zweiten Etage zu woͤlben und die Roͤhre bis uͤber die Dachbalken aufzufuͤhren à 5 Rthlr. Roͤhren von den Dachbalken ab in Schornſteinen bis Fuß uͤbers Dach aufzufuͤhren und zu putzen, inwendig mit Lehm zu verſtreichen und auswen⸗ dig unterm Dach zu berappen à 2 Rthlr. Einen Feuerheerd zu mauern und zu unterwoͤlben à 1 oder 1 ½ auch 2 Rehlr. nach der Groͤße. Ein Kaſtrollloch in den Feuerheerd zu machen, wenn derſelbe ſchon fertig iſt 6 gr. Einen Mauerſteinofen in der Geſindeſtube zu ſetzen incl. Eiſen 5 Rthlr. Eine rundgewoͤlbte Ofen⸗Niſche mit gebrochnen Ecken zu mauern und mit Ge⸗ ſims zu verzieren incl. Putz 2 Rthlr. Eine dergleichen mit geraden Ecken incl. Putz 1 Rthlr. Quadratruthen, den Fluhr, Kuͤche, Speiſekammer und die Eingeheize mit Mauer⸗ ſteinen auf der flachen Seite zu pflaſtern und die Fugen mit Kalk auszu⸗ gießen à 16 gr. Stuͤck Dachſteine 2 Etagen hoch aufzubringen, das Dach zu einem einfachen 7 ½ Zoll, oder zu einem doppelten 5 ½ Zoll, oder zu einem Krohndach 10 Zoll weit zu latten, mit Spließen gehoͤrig einzudecken und die Kalkleiſten an den Schornſteinen und Forſten zu machen und gehoͤrig zu verſtreichen, ein ein⸗ faches Dach à 1½, Krohnendach 1 ⅞, ein doppeltes Dach 1 ½ Rthlr. Stuͤck Hohlſteine aufzubringen, und auf den Walmen jedesmal den zweiten mit einem Nagel feſt zu nageln 4 pf. Fledermausdachfenſter gut einzudecken à 2 Rthlr. Laufende Fuß Hauptgeſims mit 12 bis 16 Zoll Ausladung zu mauern, zu zie⸗ hen und zu putzen pro Fuß 8, 10 auch 12 gr. je nachdem mehrere und fei⸗ nere Glieder darinnen ſind. Stuͤck afluͤglichte Fenſterraͤhme und Latteybretter einzufugen und zu verſtrei⸗ chen à 6 gr. Kellerfenſterraͤhme desgl. à 3 gr. Quadratruthen aͤußere Umfaſſungswaͤnde, ſammt der Plinte und dem Giebel der Zeichnung gemaͤß zu putzen à 14 auch 16 gr. Quadratruthen Frontenputz mit hervorſpringenden Quadern, Einfaſſungen und Fuͤllungen à 1½ Rthlr. Q99 — 8— 306 Fuͤnfter Abſchnitt. Quadratruthe Fronte abzufaͤrben 1 bis 2 gr. nachdem die Farbe iſt. Quadratfuß erhabene Tafeln an der Facade zu mauern und zu putzen, wenn ſolche beſonders gerechnet werden à 2 gr.— Quadratfuß vertiefte Tafeln desgleichen à 2*½ gr. 4 Laufende Fuß ord. Stubengeſims von 3 Zoll Ausladung à 1 ¾ gr. Dergleichen von 5 Zoll Hoͤhe und 5 Zoll Ausladung à 2 ¼ gr. Laufende Fuß glatte Voute an der Decke herum zu ziehen à 1 gr. Quadratruthe Giebel unterm Dache zu berappen à 8 gr. Quadratruthen innern Putz an den Stuben⸗ und Kammerwaͤnden zu putzen und zu weißen à 12 gr. Quadratruthen Waͤnde blos zweimal abzuſchlemmen à 4 gr. Quadratruthen Decken zu rohren und zu putzen à 20 gr. Quadratruthen Holzwaͤnde zu rohren und zu putzen à 20 gr. Quadratruthen ordinaͤre Decken ohne Berohrung zu putzen à 12 gr. Tonnen Kalk einzuloͤſchen à 1 gr. bis 3 gr. nach dem das Waſſer nahe oder fern iſt. Schachtruthen die Kalkgrube auszugraben, und hernach wieder zuzufuͤllen à 8 gr. Laufende Fuß Ruͤſtung zu machen, um darauf die Fronte zu putzen à 16 gr. Anm. Bei einer Etage hoch 6 bis 8 gr. Alte Mauerſteine abzuputzen und beim Bau aufzuſetzen 10 gr. Eine Vorderhaustreppe von Sandſteinen vom Fundament auf zu untermauern und zu unterwoͤlben 6 bis 8 Rthlr. Ofen⸗Fundamente mit Gewoͤlbe aufzumauern à 4 gr. Einen Backofen zu woͤlben und mit Roͤhre und Zug angelegt, 6 bis 7 Fuß lang 16 bis 20 Rthlr. Einen Keſſel einzumauern 3 Fuß im Durchmeſſer à 3 Rthlr.* Sandſtein⸗Arbeit zu verſetzen. Kubikfuß Plinten⸗Bekleidung oder Treppen zu verſetzen à 1¼¾ gr. Das Bruſtgeſims in ſo fern es noch in der erſten Etage iſt à 2 gr. Dergleichen in der 2ten Etage à 3 gr. Laufende Fuß Hauptgeſims à 8 gr. B. An Zimmer⸗Arbeitslohn. 39¾ Stuͤck Sagebloͤcke zu ſtaͤmmen und zu zoͤpfen à 2— 3 gr. 50 Stuͤck ſtark kiehnen Bauholz zu ſtaͤmmen und zu beſchlagen à 8 gr. 91 Stuͤck mittel dito à 7 gr. 93 Stuͤck klein dito à 6 gr. hen, wenn putzen und er fern iſt len à g gr. à15 F. intermauern bis 7 Juß 9 gr. Miſcellaneen. 307 8 Stuͤck rindſchaͤlige Baͤume zu ſtaken und zu Deckſtaͤmme zu ſtammen, und zu kuͤrzen à 4 gr. Stuͤck Lattſtaͤmme zu ſtaͤmmen und zu ſpalten à 1 gr. 6 pf. Das Dach dieſes Gebaͤudes ſammt den Balkenlagen der Etagen mit halben Walmen, geraden Giebeln und mit doppelt ſtehenden verrahmten Dachſtuhl zu verbinden und zu richten, incl. Holzſchneiden 18 Gebind à 3 Rthlr.*) *) Um doch einigermaßen eine Baſis zu haben wonach das Arbeitslohn fuͤr einen Gebind Sparren, Balken ꝛc. ausgemittelt werden kann, ſo kann fuͤr das ſaͤmmtliche zum Dache nebſt Balken, Mauerlatten ic. ze. erforderliche Ganzholz 6 pf., Halbholz 4 pf. und Kreutzholz 3 pf. Arbeitslohn gerechnet werden. Hieraus findet ſich der Preis fuͤr das ganze Dach, welchen man nun leicht auf jedes Gebind vertheilen kann. Stuͤck Traufbretter an die Balkenkoͤpfe der hintern Fronte und an die Giebeln anzubringen à 4 gr. 2 Hausthuͤrzargen mit Oberlicht anzufertigen à 1 Rthlr. 20 Stuͤck Stubenthuͤrzargen, winkelrecht anzufertigen und zur Erſparung der Tiſchlerzargen die innere Seite abzuhobeln, pro Stuͤck 16 gr. Ein doppeltes Rauchfangholz zuzuſchneiden, zuſammen zu kaͤmmen, einzulegen und anzubolzen à 16 gr. 1 Ein einfaches Rauchfangholz zuzuſchneiden, einzulegen und anzubolzen 8 gr. Eine Treppe zur zweiten Etage mit Handgelaͤnder und Futterſtufen von Stufen anzufertigen à Stufe 1 Rthlr. Eine Bodentreppe von gefuͤtterten Stufen und mit Handgelaͤnder zu verſe⸗ hen, anzufertigen und zu verſchlagen à 20 gr. 1200 Quadratſuß die Stuben und Kammern der erſten Etage mit gehobelten und geſpundeten 1 ½zoͤlligen Dielen zu belegen, incl. Unterlagen zu ſtrecken à 3 bis 3 pf. 1200 Quadratfuß den Fußboden der aten Etage in eben der Art mit Tiſch⸗ lerbretter zu bedielen à 2 ½ bis 3 pf. 64 laufende Fuß Holzwand einmal verriegelt zu verbinden und zu richten 3 gr. Fuß dergleichen zweimal verriegelt 3 gr. Eine Kellertreppe von Stufen, ohne Handgelaͤnder und Futterſtufe à 8 gr. 1200 Quadratfuß den Oberboden mit rauh geſpundeten Brettern zu belegen à 2 pf. Haus⸗ und Hofthuͤrentritte mit Nutzen von Halbholz anzufertigen, zu belegen und mit Bankeiſen zu befeſtigen à Fuß 4 gr. 2 Dachfenſter ſo genannte Fledermaͤuſe zu verbinden und aufzuſetzen à 2 Rthlr. Qq 2 308 Fuͤnfter Abſchnitt. Laufende Fuß Rinnſteinbruͤcke alle 6 Fuß mit einem Riegel zu verbinden und eine Zzoͤllige Bohle darauf zu paſſen à 2 ½ gr. C. Steinmetz⸗Arbeit. Eine Freitreppe von Sandſteinen von 3 Seiten zum heraufgehen, in der untern Stufe 11 Fuß lang und und 5 Fuß breit und von 4 Stufen incl. Po⸗ deſt. Die Stufen von 6 Zoll Steigung und 1 Fuß Auftritt zu machen dazu 180 Quadratfuß Oberlager und Seiten⸗Anſicht fein zu bearbeiten à 3 gr. 2572 dito Unterlager ſo weit eine Stufe auf die andere liegt, und die Fugen zu arbeiten 2 gr. Der Stein hierzu zum Podeſt, 2 Stuͤck à 2 8 x 2— 2“= 11— 67 zur erſten Stufe 2 dito à 3 8 α— 5= 10— 2 2 dito à 2 2— 5= 6— 2 zur zweiten Stufe 3 dito à 3 2 1— 5= 13— 6= 7872 Q. Fuß 2 dito à 3 2 ✕α— 5 9— 6 ſ[à 9“ dick zur dritten Stufe 3 dito à 3 10— 5= 16— 3[= 32 ½ Kubik⸗ 2 dito à 4 2 ✕— 5= 11— 10 Ffuß. 52 ¾ Kubikfuß Sandſtein à 10 gr. Kubikfuß Fuhrlohn à 1 gr. Kubikfuß dieſelbe zu verankern und verklammern à 4 gr. Hierzu 13 Klammern à 4 gr. 26 Pfund Blei à 2 gr. D. An Lehmer⸗Arbeitslohn. Quadratruthen Windelboden uͤber der erſten Etage zu ſtacken und mit dem Holze gerade zu lehmen à 1 Rthlr. 12 gr. Quadratruthen Windelboden uͤber der aten Etage desgl. 1 Rthlr. 14 gr. Quadratruthen dito uͤber die Giebelſtuben à 1 Rthlr 16 gr. Stehende Fache in die Waͤnde der Giebelſtuben, desgleichen im Scheidungs⸗ Giebel zu ſtacken und lehmen à 3 gr. E An Tiſchler⸗Arbeitslohn. Anm. Bei der Tiſchlerarbeit wird jedes Stuͤck genau beſchrieben und iſt dieſerhalb das vorhergehende nachzuſehen. F. An Schloſſer⸗Arbeitslohn. Desgleichen. 0 inden und der untern t zu machen 13 gr. d die Fugen rrA. Juß dic 52¼ Kübi⸗ mit dem gk. cheidungs⸗ eſerhalb dar Miſcellaneen. 309 G. Anſtreicher⸗Arbeit. Glatte Arbeit mit guter weißer Oehlfarbe Zmal anzuſtreichen à Quad. Fuß 1 gr. Zweimal anzuſtreichen à 9 pf. Fenſter und dergleichen durchbrochne Arbeit Zmal anzuſtreichen à 1¾ gr. Zweimal anzuſtreichen à 1 gr. Eine afluͤglichte Hausthuͤr mit Fenſter daruͤber von außen Zmal von innen zmal gut anzuſtreichen, koſtet hiernach ungefaͤhr auf beiden Seiten 3mal Eine einfluͤgl. Stubenthuͤr a 1 Rthlr. 16 gr. Ein Sproſſenfenſter bis 6 ⅞ Fuß hoch 3 ½ breit von außen zmal, von innen amal à 1 Rthlr. Ein Bleifenſter von derſelben Groͤße à 20 gr. Ein Kellerfenſter mit Sproſſen à 10 gr. Ein dito ohne Sproſſen Eine Vorgelege⸗Thuͤr, welche nur von außen 2mal angeſtrichen wird 10 gr. Ein Fledermausdachfenſter die ganze Außenſeite und die Fenſterfluͤgel auch in⸗ wendig alles dreimal 1 Rthlr. H. An Schmiede⸗Arbeitslohn. Einen Rauchfangsbolzen von 16 Pfund ſchwer zu machen à Pfund 3 gr. Kaminanker anzufertigen von Pfund ſchwer à 2 gr. Stuͤck Balkenanker dito von Pfund à 2 gr. Stuͤck Giebelanker dito von Pfund à 2 gr. Stuͤck Geſimsanker dito von Pfund à 2 ½¾ gr. I. An Glaſer⸗Arbeitslohn. Haus⸗ und Hofthuͤrenfenſter mit ordinairem Tafelblei incl. Windeiſen à Quadratfuß pro Quadratfuß 4 gr. Kellerfenſter in gleicher Art zu verglaſen von Quad. Fuß pro Quad. F. à Quad. F. 4 gr. Stuͤck vierfluͤglichte Fenſterraͤhme in Kitt zu verglaſen à Stuͤck von Quad. F. à Quad. F. 4½ gr. Stuͤck zweifluͤgl. dito à Quad. F. 4 ½ gr. Stuͤck Giebelfenſter dito 4 ½ gr. Stuͤck Dachfluͤgel dito in Blei 4 gr. w⸗ ₰ 210 Fuͤnfter Abſchnitt. K. An Toͤpfer⸗Arbeitslohn. Stuͤck Kacheloͤfen, oder eiſerne Oefen nach Verſchiedenheit anzuſchaffen und zu ſetzen à L. An Klempner⸗Arbeicslohn. Dachfenſter mit Stuͤck Bleche einzudecken und anzuſtreichen à Laufende Fuß Dachroͤhren und Abfallroͤhren à M. An Dachdecker⸗Arbeitslohn. Quadratruthen das Dach zu latten und 12 Zoll ſtark mit Stroh⸗Rohr einzu⸗ decken und zu verforſten, incl. Weiden anzuſchaffen und Dachſtoͤcke zu reißen a N. An Bau⸗Materialien. Schachtruthen Feldſteine zu 3, 3 oder wenn ſie ſparſam zu finden ſind zu x, 2 das Fundament auszubrechen, und auf Meilen anzufahren a oder wenn Kalkſteine zu haben ſind, Prahm Kalkſteine anzukaufen aà Solche auf Meilen zu transportiren à Tauſend Mauerſteine nach Abzug Tauſend brauchbarer auf Lucker⸗Art bei freier Zuthat des Holzes Rthlr gr. pf. Zu ſtreichen à K Zu brennen aà pro Tauſend ein Klafter Holz zu ſchlagen und anzufahren à pro tauſend Steine zur Bauſtelle. Meilen zu fahren à Hier pro Tauſend Anm. Muͤſſen die Steine zur ganzen Bezahlung angeſchaft werden wird folgendes feſtgeſetzt. Tauſend Mauerſteine nach Abzug von Tauſend alten noch brauchbaren auf der Ziegelei anzukaufen à Solche auf Mieellen anzufahren à Tauſend Dachſteine nach Abzug von Tauſend noch brauchbaren anzukaufen auf der Ziegelei à Solche auf Meilen anzufahren à Tauſend Luftſteine zu ſtreichen und zu trocknen à Dazu Fuder Lehm à Kubikfuß auszugraben, anzufahren auf Meilenweite Die Luftſteine zur Bauſtelle zu fahren à Stuͤck Hohlſteine anzukaufen incl. Transport à G6⅛. 00 G G ] —„—„——2„ —— 8 cS ð A afen und zu h⸗Johr einz 3 11 46 4 te zu reizen; n ſind zuꝛ, kaufen a ucker⸗Art bei gendes feſtyeſegt. ruchharen auf anzukaufen waite 311 Miſeellaneen. Anm. Bei Stroh und Rohrdaͤchern wird folgendes ausgefuͤllt. Schock Stroh, entweder zum ganzen Dache oder nur zu den Borten anzukau⸗ fen à Solches auf Meilen zu transportiren à Schock Rohr anzukaufen à Solches auf Meilen zu transportiren à Tonnen Ruͤdersdorfer⸗Steinkalk anzukaufen à Solche auf Meilenweite zu transportiren 4 oder in Ermangelung des Steinkalks: Tonnen Mergelkalk Solche auf Meilen weit anzufahren Fuder Mauerſand auszuwerfen und anzufahren Fuder Lehm auszuwerfen und anzufahren à Stuͤck Dachſpließe à Tauſend Schock Stroh zur Lehmerarbeit anzukaufen à Solches auf Meilen weit anzufahren Schock Rohr zum Berohren der Decken anzukaufen 3 Solches auf Meilen weit zu transportiren à Ringe Drath à Tauſend Rohrnaͤgel à Tonnen Gyps zum Berohren incl. Transport à Stuͤck Sechspfennig⸗Naͤgel à Schock Bodenſpieker à Schock Brettnaͤgel à 0. An Holz⸗Anfuhr⸗ und Schneidelohn. 393¾ Stuͤck Sagebloͤcke aus der Heide nach der Schneidemuͤhle und die Bret⸗ ter und Latten von da nach der Bauſtelle auf Meilen weit anzufahren à (Von dieſen Sagebloͤcken werden mit der Hand,(oder auf der Schnei⸗ demuͤhle) geſchnitten: 8 ½ Stuͤck zu Latten à 5 ½ Stuͤck zu 3 und zzoͤlligen Bohlen zu den Treppen à 26 ½ Stuͤck zu Bretter dito à 50 Stuͤck ſtark kiehnen Bauholz, auf Meilen anzufahren à Davon mit der Hand aufzuſchneiden. 44 Stuͤck zu Halbholz à 312 Fuͤnfter Abſchnitt. 16 Stuͤck zu Kreutzholz à 9¾ Stuͤck mittel kiehnen Bauholz auf Meilen anzufahren a 1 Davon mit der Hand zu ſchneiden, 5 91 Stuͤck zu Halbholz à— — Fuß dito zu Kreutzholz à — Stuͤck klein Bauholz auf Meilen weit anzufahren à 8 Stuͤck rindſchaͤlige Baͤume anzufahren a 1 — Stuͤck Lattſtaͤmme dito à b §. 117. Zuſaͤtze zum Zu S. 22. Wieſen⸗Sumpf⸗ oder Moor⸗Eiſen, ſind gleichbedeutende Be⸗ erſten Theil. nennungen eines Eiſenerzes welches unter dem Nahmen Eiſenſtein in einigen Gegen⸗ den mit vielem Rechte, einen Platz unter den Bau⸗Materialien erhalten hat. Seine eigentliche, oder vielmehr gewoͤhnlichere Anwendung, Eiſen daraus zu gewinnen, fin⸗ det es nur da, wo es theils in ſo großer Menge vorhanden iſt, daß es die Koſten der Anlage eines hohen Ofens, oder den Transport nach einem ſolchen verzinſet; theils wo das zum Ausſchmelzen deſſelben erforderliche Holz oder die Kohlen in der Naͤhe, und wohlfeil zu haben ſind. Ob, ſelbſt wenn dieſe beiden Umſſtaͤnde beguͤnſtigend ausfallen, es fuͤr einen Gutsbeſitzer, auf deſſen Grundſtuͤcke ſich Eiſenſtein findet, den⸗ 3 noch nicht gerathen waͤre außer dem gewoͤhnlichen Gebrauch deſſelben, die Eiſen⸗ ſteine auch als Bau⸗Material zu benutzen, iſt eine Frage, die wohl nicht allgemein beantwortet werden kann, weil ſie noch durch andere Umſtaͤnde modificirt wird; ent⸗ ſcheidend aber, und zwar bejahend, kann ſie in dem Fall beantwortet werden, wenn, wie es gewoͤhnlich in den Bruchgegenden der Fall iſt, in denen man faſt ausſchließlich den Eiſenſtein findet, ein Mangel an andern, ſelbſt ſchlechteren Baumaterialien iſt. Leichter iſt eine andere Frage verneinend zu beantworten die man aufwerfen wird: ob nemlich der Grund und Boden nicht durch das Brechen des Eiſenſteins zu ſehr deterio⸗ rirt, ja wohl unbrauchbar gemacht wird, denn; einmal findet ſich derſelbe ſelten auf Wieſen, ſondern gewoͤhnlich auf den niedrigſten Huͤtungen oder in Elsbruͤchern, die nicht zu Wieſen umgeſchaffen werden koͤnnen, und wo das Terrain alſo auch keinen großen Werth hat; zum andern, ſtieht der Eiſenſtein ſelten tiefer als 3— 4 Fuß, und die durch das Ausſtechen deſſelben entſtandenen Vertiefungen koͤnnen, da ſie nur eine geringe Breite haben, wenig ſchaden, ja vielleicht als Huͤlfsmittel zur Abwaͤſſe⸗ rung, Nutzen ſtiften. Man findet den Eiſenſtein bald Neſterweiſe, bald in ſchwaͤchern, bald maͤchti⸗ gern Gaͤngen, die oft einen Abraum von Erde von einigen Fußen(ſelten aber mehr) oft haben ſie nur ſo viel Erde uͤber ſich als zur Vegetation des Graſes welches dar⸗ uͤber waͤchſt, noͤthig iſt. Kennzeichen der Exiſtenz deſſelben ſind: die roͤthliche Farbe des ſich anſammelnden Regen⸗ und Grundwaſſers, oder losgeriſſene Stuͤcke, die man am Tage liegend findet, und gewoͤhnlich ſtreichen die Gaͤnge von Morgen nach Abend. Das ichbedeutende ge⸗ in einigen Gegen⸗ alten hat. Sein u gewinnen, fi e die ſoſten der zerzinſet, theil en in der Maͤhe, de degänſügend ſein findet, den⸗ ben, die Eiſen⸗ nicht allgemein ffiirt wird; ent⸗ et werden, wenn, faſt ausſchlilich umateriallen iſt ſwetfen wird: oh zu ſehe delerio⸗ rſalze elten auf (bbrichern, die iſo auch keinen 33— 4 Fuß en, da ſie nur el zur Abwiſe⸗ nn, bad nͤht⸗ ten aber maht) is welchs hr⸗ rüthlice Fatbe tick, die man nach Abend. Das Miſcellaneen. 313 Das Brechen des Eiſenſteines wird bewerkſtelliget indem man zuerſt den vor⸗ handenen Abraum von Erde und Gruſe bis auf den Gang und nach ſeiner ganzen Breite, auf eine angenommene Diſtanz, wegſticht und auf die Seite wieſet; dann ſchluͤtzt der Arbeiter mit einer eiſernen Picke in den Gang hinein, worauf Riſſe entſte⸗ hen und es leicht wird mit denſelben oder noͤthigenfalls mittelſt einer dazu beſtimmten hoͤlzernen Brechſtange die einzelnen Stuͤcke loszubrechen oder zu wuchten. Es iſt dieß um ſo leichter, weil der Stein, ſo lange er in der feuchten Brucherde liegt viel wei⸗ cher und zerbrechlicher iſt, als wenn er an der Luft trocken geworden, wodurch er einen hohen Grad von Haͤrte und Zuſammenhang ſeiner Theile annimmt. Die Eigenſchaften die dieſes Foßil beſonders zu einem Baumaterial geſchickt machen, und ihm Vorzuͤge vor manchem andern, beſonders vor Feldſteinen geben, ſind: 1) daß es der Rauhigkeit ſeiner Oberflaͤche wegen und der Natur ſeiner Be⸗ ſtandtheile nach, ſich ſehr leicht mit einem jeden Moͤrtel verbindet und auch denſelben als Putz ſo gut und beſſer als ein Mauerziegel an ſich haͤlt. 2) daß es ſich gut mit dem Hammer behandeln laͤßt, wodurch er den Vorzug vor Feldſteinen oder Granit erhaͤlt, daß mehr Verband,(ſo viel es uͤberhaupt bei ir⸗ regulaͤren Stuͤcken moͤglich) und eine mehr gleich aͤußere Flaͤche mit weit minderem Aufwand von Zeit und Muͤhe, der aufgefuͤhrten Mauer zu geben iſt. 3) Daß es bei einem entſtehenden Brande der zerſtoͤrenden Kraft des Feuers nicht unterworfen iſt wie die Feldſteine. 4) daß es der Naͤſſe und Rauhigkeit der Witterung widerſtehet ohne dadurch an Feſtigkeit und innerer Cohaͤſion ſeiner Theile zu verliehren. Uebrigens iſt die Konſtruction eines Gebaͤudes von Eiſenſtein, von der mit Feldſteinen nur darin verſchieden, daß man die Mauern nicht ganz ſo ſtark anzulegen braucht, indem 1½ Fuß Stuͤcke derſelben, ſelbſt bei Scheunenwaͤnden hinreichend, wenn man dem Fundament einen halben Fuß zugiebt. Die Ecken macht man ebenfalls, ſo wie die Thuͤren und Fenſtereinfaſſungen von Mauerziegeln, doch koͤnnte letzteres auch wegfallen, wenn man ſich der Blockzargen bedienen will. Der aͤußere Kalkbewurf kann, der Dauer des Gebäͤudes unbeſchadet, wegfallen. Zur Geſchichte dieſer Bauart gehoͤrt, daß ſie in den Schleſiſchen Gebirgsge⸗ genden ſchon lange bei den Landgebaͤuden mit Nutzen angewendet worden iſt; und nach den mir mitgetheilten Erfahrungen eines dortigen Gutsbeſitzers iſt das Ab⸗ brechen der Gebaͤude von dieſem Material, wenn ſie in reinem Kalk aufgefuͤhrt und mit der Sorgfalt gemauert ſind, welche dem Mauerwerk der Alten ſeine lange Exi⸗ ſtenz verliehen hat, noch ſchwieriger als das von Ziegelmauern in uralten Gebaͤuden, da man hier nicht nur mit der Feſtigkeit des Moͤrtels, ſondern auch mit dem, im eigentlichſten Verſtande eiſernen Zuſammenhange der Theile des Materials zu kaͤm⸗ pfen hat. In der Mark findet man den Eiſenſtein in dieſer Anwendung, auf den 7 Meilen von Berlin und 1 Meile von Wrietzen belegenen, dem Herrn Kriegs⸗ rath von Prittwitz gehoͤrigen Gute Quilitz. Er wird daſelbſt in den, nahe an der alten Oder liegenden Elsbruͤchern und niedrigen Huͤtungen gebrochen und auch Rr 314 Fuͤnfter Abſchnitt. ſchon in den umliegenden Gegenden debitirt. Auf mehreren Vorwerken dieſes Gutes ſind Stallgebaͤude, theils ganz, theils nur die Plinten derſelben von Eiſenſteinen auf⸗ gefuͤhrt, und auf einem Gute auch ſchon eine Scheune davon erbauet. Sie haben keinen Kalkbewurf und erhalten durch die braunrothe Farbe des Eiſenſteins und durch den Abputz der Vermauerungen der Ecken und Fenſter von Ziegeln ein ſo neues, als dem Auge angenehmes Ausſehen. Der Verkauf geſchiehet nach Schachtruthen, und da die Steine ſehr dichte ge⸗ ſetzt werden, ſo kann man von einer aufgeſetzten Schachtruthe Steine, auch wieder eine Schachtruthe Mauer auffuͤhren. Zu S. 56.„Zu Schauer uͤber die Ziegel und Kalkoͤfen ſchicken ſich die Boh⸗ lendaͤcher am beſten; noch beſſer ſind kegelfoͤrmige maſſive Bedeckungen, dergleichen man auch bey Deſſau antrift. Zu S. 108. Bei den Koͤnigl. Kalkbrennereien in der Kurmark, muͤſſen noch hinzugeſetzt werden:„die bei Potsdam an der Havel, und eine bei dem Dorfe Ferch am Schwuͤlow See. Zu S. 109.„Locknitz gehoͤrt noch zur Uckermark. Zu S. 127.„unten: anſtatt Jabenſtaͤdt muß es heißen Zabenſtadt im Preußiſchen. Zu S. 159. Der Koͤnigl. Geheime Ober⸗Finanzrath Graf v. Reden hat die Gefaͤlligkeit gehabt, mir ein Exemplar des in dieſem Jahre beſonders abgedruck⸗ ten Preis⸗Courants von Gußwaaren welche im Koͤnigl. Bergwerks⸗ Produkten⸗Comtoir zu Breslau, ſo wie auch auf den Koͤnigl. Huͤtten⸗ werken Malapene, Creutzburg und Gleywitz zu haben ſind, oder auf Be⸗ ſtellungen gefertiget werden koͤnnen, zu uͤberſchicken, und ich hoffe daß die Mittheilung dieſes Waaren⸗Regiſters in dieſem Werke, nicht uͤberfluͤſſig ſeyn wird. dndiſßs Guke Dſanzanen au ni. Et haben dſentens und dun in nas, e ſir iän ne, auch wiee en ſch di di gen, dergleichen rk, müͤſen noch bei dem Dorft nenſtadtin . Reden hat ers abgedruck⸗ hergwerks⸗ gl. Hͤtten⸗ oder auf Je⸗ e Mittheilung KALAAAA Rr 2 Miſeellaneen. 315 — Preis 3 der Sauch Benennung der Waaren. Sentners. Pieis der Sähder (Rtl. Gr.] Rtl. Gr. bis Rtl. Gr. I. Zum Bergbau und Huͤttenbetriebe. A. Bergbau. Complette Feuer⸗Maſchinen mit Cylindern von 15 bis zu ſo und mehrere Zoll, nebſt allem Zubehoͤr an gegoſ⸗ ſenen, geſchmiedeten auch meſſingenen Theilen, des⸗ gleichen Keſſeln....—,— 600—— 6000 Einzelne Cylinder von belt⸗zige Weite und Laͤnge ausge⸗ bohrt.. 8——— Kolbenroͤhren, nusgebohrt von 8 bis 12 Zoll Weite und 9 Fuß Laänge.. 71——ℳ ßᷣ——— Kunſtſaͤtze oder Roͤhren von alsbe Weite und Länge 3 ungebohrt.. 4 29———— Kunſtſatz⸗Roͤhren mit Kaſten, u um 19 den Ventilen zu ge, langen.... 4 1201——,—— Anſaug⸗Roͤhren mit Löͤchern, oder einem Korb 4 20———— Große Dampf⸗ und Waſſerleitungsroͤhren mit Knieen 5—— dergleichen gerade..... 4 2p2]°[°——— Geſchweifte Mantel-Stuͤcke zu Cylindern.. 4 120—„(°———— Alle uͤbrige gegoſſene Thei zu den Feuer⸗Maſchinen gebohrte.... 3. 989—6.,———— ungebohrte.... 7 20———— Krumzapfen von jeder bellebigen Geſtalt. 4 20% 8— ,— 12 Blatt⸗oder Wellzapfenͤ.... 3[200 4——— Gegengewicht-Raͤhme... 3 20%———— B. Pochwerke. Pochſtempel von jeder Geſtalt und Schwere.. 2 20/7———— Seitenbleche..—..... 2 20)——,—— Pochtroͤge.....,.. 2 201——-— Pochſohlen....... 2 120———— C. Hüttenweſen. Hammer⸗Raͤder, deren Arme und Kraͤnze gegoſſen ſind 3 20———— Wellkraͤnze, um die Theile des Rades darin zu befeſtigen 3 20———— Wellkraͤnze, zu Aufwerf⸗ Schwanz⸗ und Zaynhaͤmmer 2 20———— Angewelle nebſt Sohlplatten.... 2 20)———— 316 Fuͤnfter Abſchnitt. Preis 1— V Benen nung d ſe des Preis der Stuͤcke. g er Waaren. Centners Rtl. Gr.(Rtl. Gr. bis Rtl. Gr. —ꝗ †g—-— Wellfuͤße...„.... 2 20——— Cyeloiden und Epicyeloiden..... 4[20——— Zapfenlager........ 2 fo—.—— Buͤchſen und Buͤchſen⸗Saͤulen.... 2[20——,—— Reitel⸗Saͤulen........ 3 20)— ,— 2—— Amboͤße zu Friſch⸗Blech⸗ und Zaynhaͤmmer. 2 20)/%———— Chavatten zu ſolchen Amboͤßen—... 2 20———— Friſchboden und Zapfen...... 2 20%——— Alle Arten von Platten zum Belag oder Einfaſſen 2 20%——-—— Cylinder zu Cylinder⸗Geblaͤſe bei hohen und andern Oefen 7————— Kaſten⸗Geblaͤſe zu gleichem Behuf complett..—,————— Eiſerne Windkaſten, um zwei Balgen zu kuppeln, und de⸗ ren Wind mit einer Duͤſe in den Ofen zu leiten, ganz complett mit Schrauben, Ventilen und Schlauch—— 25— 30 Blaſebalg⸗Duͤſen....... 3 20/— ʃ10——[16 Stirn⸗ und Trillingsraͤder, aus dem Ganzen gegoſſen, oder auch zum Zuſammenſetzen von jeder beliebigen Groͤße, um zu Vorgelegen gebraucht zu werden..—— 12—— 50 Schwung⸗Raͤder, von jeder Groͤße, Geſtalt und Schwere 2 20 100—— 400 Bleymulden und Bleynaͤpfe..... 3 20/— 8— 4 Saygerpfannen....... 4 20 9 16— 17 Zinnpfannen fuͤr die weißen Blechhuͤtten.. 4 20()———— Muͤnzſtoͤcke...... 4[20%——— II. Zum Bauweſen. A. Land⸗ und Waſſerbau uͤberhaupt. b Rambaͤre, von jeder beliebigen Geſtalt und Groͤße 3[2010—— 20 Anm. Der mit anzugießende geſchmiedete Riegel V wird beſonders bezahlt. Pfahlſchuhe, zu Spitz⸗ und Spundpfaͤhlen 3 20% 1——— Waſſerleitungs⸗Roͤhren von 3 Zoll Oefnung.. 3 20 3 20— 4 Balken⸗ und Geſims⸗Anker..... 3 20%—l12—— ordinaire Maner⸗Anker...... 2 2— 8—— ſ10 Trage⸗Eiſen.......„ 3 20— 8——[12 Getriebe und Raͤder, zu Krahnen und ſonſtigen Hebezeugen 5 4 1 3 3 Karren⸗Raͤder....... 4 120 12—— 18 — — de Elücke. Miſcellaneen. 317 Preis— 4 Benennung der Waaren. Sentners. Vreſs der Süih —— Ntl. Gr. Ntl. Gr. bis Ntl. Gr. complette Flaſchenzuͤge, mit geſchmiedeten Wangen und eiſernen gegoſſenen Scheiben.. 1—— 8 10 einzelne abgedrehte Flaſchenzugs⸗Scheiben.. 7 J— 4 1112 Fenſterladen und Thuͤren fuͤr Magazine, Gewoͤlbe, Fut— terboͤͤden........ 2 20°) 2 898— 12 Fenſtergitter, in glatten verbundenen Staͤben aus dem Ganzen....... 3 3 20 3 12— 4 12 Fenſterſtaͤbe von 1 Zoll einzeln einzumauren. 2[20— 16——[20 Ausguͤſſe, ſtatt der ſteinernen zu gebrauchen.. 3 20 4—— 5 Dachziegeln mit Loͤchern, zum Anheften, wovon das Stuͤck 4 ½ Pfund wiegt..... 3 20—3—— 3 Pfeilerkappen, oben mit einer Kugel, um ſie auf freiſte⸗ henden Pfeilern bei Ufern, Hof⸗ und Garteneinfaſ⸗ ſungen ſtatt der Kappe von Sandſtein oder Dachzie⸗ gein zu ſetzen........ 3[20 3 20 4 Thuͤrbaͤnder mit geſchmiedeten Stiften complett zum An⸗ ſchlagen, das Paar......——— 12——[16 B. Schoͤne Baukunſt. Bruͤcken nach beliebigen Zeichnungen, Laͤngen und Brei⸗ ten, auch Verzierungen mit eiſernen Belag, Bolzen, Ankern, Schrauben und Zubehoͤr....—— 200—— 3000 Vollſtaͤndige Balcons, nach gegebenen Zeichnungen mit ge⸗ goſſenen Saͤulen, Pilaſtern, Geſimſen, Belag und Bruſtgelaͤndern..„„.—— 200—— 400 Gitter, zu Ufer⸗ und Garteneinfaſſungen, desgleichen zu 4 Balkons, Terraſſen, Colonaden, Rampen und Per⸗ rons nach vorhandenen beliebigen Muſtern. 3 20% 4—— 4 12 Lampenſtaͤndern von mehrern Facons... 3 201 3] 80— 10 Einzelne runde Pilaren, ſowohl auf graden als ſchiefen Flaͤchen 3 20— 16— 1 Flache Treppen⸗Docken...... 3 20 1[16,— 2 Decorirte Pilaren, um Ketten zu Einfaſſungen daran zu haͤngen.....„„ 3 20 6—,— 7112 Ketten, von verſchiedenen Geſtalten zu Einfaſſungen wo⸗ von der rheinlaͤndiſche Fuß 2 ¾ bis 31 Pf. wieget, und koſtet der Fuß......——— 2—— 3 ½ der Centner aber koſtet 6——,——— Fuͤnfter Abſchnitt. Preis.. Benennung der Waaren. Senaers. Preis der Stücke. Rtl. Gr. Rtl. Gr. bis Rtl. Gr. C Gartenwalzen, mit Gegengewichten voͤllig armirt, große—[20 20—— 306 dergleichen kleinere...— I0 10— 1— 12 Große Thorwegfluͤgel, nebſt größen Burriepen, Gittern Auch kleinere complette Thuͤren...„ 3[20jj Kleine Gartenthore, nebſt Pfoſten zum Einſetzen. 3 20 6— 10 Thuͤrklopfer, von verſchiedener Gattung...——— 14—— 16 Basreliefs, von verſchiedenen Groͤßen, Geſtalten und Gegenſtaͤnden....„...—=1 8— 2 16 Crucifixe.... 4...—-—— 8—— III. Juͤr chemiſche Fabriken, desgl. Handwerker b und andere Gewerbe. V Deſtillir⸗Kolben, von beliebiger Groͤße... 5 4 13,—5 14 Sandcapellen........ 5 4 1 1 5— 2 Giespuckeln....... 5 4— 14——[16 Abrauch⸗Schaalen..... 4[20 94 12,— 5 Moͤrſel von allen Gräßfe, mit Keulen..„ 4 20— 5— 10 Einguͤſſe....... 2 201=— 6—— 8 Gift,Raffinir⸗Keſſel..... 4 4 20 25—,— 30 Gift⸗Raffinir Huͤtte.... 4 20] 10—— 11 Schwefel⸗Pfannen....... 4 20 4 20— 5 Pottaſchſieder⸗Keſſel. 4 20 60—— 75 Oefen fuͤr die Zucker-⸗Raffinerien, mit Haͤlſen und Roͤhren 4 20 120—— 180 dergl. unter dem Nahmen Zucker⸗Kacheln, ohne Haͤlſe 4 20 100—— 120 Schriftgießer⸗Pfannen... 4. 1 5 4— 20— 1 Zinngießer⸗Pfannen.... 4. Schrootgießer⸗Keſſel...... 4 20 9 16— 12 Leimtiegel. 44— 8—= dergleichen doppelte, wo Waſfer im Zwiſchenraum gegoſ⸗ V ſen wird, um das Anbrennen zu verhindern. 5 4.— 12——[16 Seifenſieder⸗Keſſel, von beltebiger Groͤße. 4 20025 36 Hutmacher⸗Keſſel, von drei verſchiedenen Groͤßen. 4 201 3—— 4 20 Hutmacher⸗Platten..... 3 20 1— 1 6 Rothe Darr⸗Oefen.. 4 20 25— 30 Amboͤſſe, mit Hoͤhlungen, Schweifungen und Hörnern 3 20—— 16 Schmiede⸗Formen, von verſchiedener Groͤßee 3[200— 10—— 12 — d Kläͤcke. bn R A g. 1 V 12 10 . V 16 Miſcellaneen. 319 Preis 7 Benennung der Waaren. Geugse. Pfeis pr L Rtl. Gr. Rtl. Gr. bis Rtl. Gr. Thuͤren mit Zargen, zu großen Geheitzen, nehmlich Braue⸗ V reien, Branntweinbrennerelten und Faͤrbereien 2 20 120— 2 8 Roſtſtaͤbe, von jeder beliebigen Laͤnge und Staͤrke, zum einzelnen Einmauern... 2 20⁄— 2—— 20 dergleichen, um ſie in gekerbte Unterlagen zu legen 2 20%— 2—— 16 Unterlagen dieſer Art zu Roſtſtaͤben. 2 20— 8— 2 Unterlagen, in die Troͤge der Lohmuͤhlen... 2 20⁄——,—— Well⸗ oder Blattzapfen, zu Muͤhlenraͤder. 3 2 5—— 6 Einzelne Theile zu Spinnmaſchinen..... 5 4———— IV. Zum haͤuslichen und wirthſchaftlichen Gebrauch. A. In den Zimmern. Steinkohlen⸗Camine, nach den beſten engliſchen Muſtern, 35 Sorten.„....—— 3 8—M— 11 4 wozu gehoͤren: ſaubere Schaufeln„....——— 20—— dergleichen Haken...„..——— 14—— Einzelne Caminroſte und Gallerien zum Einmauern 5 4 1I12—1 16 Glatte Saͤulenoͤfen, erſte Groͤße„. 3 20 5 16,— 6 zweite Groͤße... 3 20% 3 16— 4 Thuͤren und Aſchenkaſten geſchmiedet——! 112,—— dergleichen kleine, ohne Aſchenkaſten... 320%0 3—— 3 ʃ4 Thuͤrbeſchlag....——— 22—— Gerippte Saͤulenoͤfen...... 5,4 10—— 12 der Beſchlag...—,————— Ordinaͤre Canonenoͤfen, von verſchiedener Groͤße.. 4 20 4/16— 20 Thuͤrenbeſchlag..—— 1 4—— Saͤmmtlich zur Steinkohlen⸗Feuerung eingerichtet. V Pyramidenoͤfen, von verſchiedenen Geſtalten.. 2[200h 12——13 Unterkaſten zu Oefen, um einen Kachelaufſatz darauf zu ſetzen, werden entweder nach vorhandenen Modellen oder ſonſt beliebigen Groͤßen und Muſtern gefertiget 2 20 11[16— 20 Die Schrauben zum Zuſammenſetzen werden beſon⸗ V V ders bezahlt, und koſten pro Ofen—2——— Kaſten⸗Oefen, ohne Kachelaufſatz zu gebrauchen, wobei ebenfalls die Schloͤſſerarbeit beſonders verguͤtet wird Fuͤnfter Abſchnitt. Preis Benennung der Waaren. Cedes Se Treis prp Stück Rtl. Gr.[Rtl. Gr. bis Rtl. Gr. Dieſe 3 letztern Arten von Oefen koͤnnen auf Ver⸗ langen zu Holz⸗ oder Steinkohlen⸗Feuerung ein⸗ gerichtet werden. Franklins, eine Art Oefen und Kamin zugleich..—— 20——— Penſylvaniſche Oefen, von gleicher Qualitaͤt.. 3 20 27—— 28 Beſchlag..—..—— 1112—— Verzierte Vaſen auf Oefen zu ſetzen... 4 4—)³— 127— 14 Fuß⸗Kratzeiſen......—,— 16,— dergleichen mit Unterſatz zum Auffangen des Koths—— 18— 1 16 Ofentoͤpfe von 30 Quart bis 60 Quart, zum Befeſtigen in die Kacheloͤfen.... 4 20 112 5 Waſſer⸗Pfannen, zu gleichem Behuf; von 0 bis 300 Quart 3 20% 4—— 20 [B. In den Kuͤchen. Steinkohlen⸗Kuͤchen, zum Kochen und Braten.—— 20——— Kochtoͤpfe, kleine bis 2 Quart.... 5 4— 6,—— 8 desgleichen groͤßere von 3 bis mehrere Quart.. 4 20 1 8— r1 12 Tiegel.......... 5 4— 5—— Caſſerollen....... 5 41 1 Ir 16 Schinken⸗Keſſel.......... 5 4 1 20— 2 Grapen mit Fuͤßen....... 5 4—[20 1 16 Brat⸗Oefen und Back⸗ Oefen aus dem Gnen mit 2 und 3 Faͤchern.... 3 20% 8—— 10[12 deren Beſchlag koſtet pro Stuͤck..——— 14— Runde Dreifuͤße, von verſchiedener Groͤße.. 54— 3,—— s dreieckigte dergleichen 3..... 5ʃ4 3—— 8 Brat⸗Pfannen...„.. 51 4— 12—— 16 Heerd⸗Platten, von jeder Groͤße.... 2[20 1——] 12 dergleichen mit Topfloͤchern, von beliebiger Anzahl und Groͤße.... 2[20 8—— 12 Ferner, gegoſſene Stuͤrzen zu den Löchern, mit geſchmnie⸗ deten Handhaken, pro Stuͤckk....——— 4——[12 Einfaſſungen zu den Caſſerolloͤchern, zu Conſervation der Heerdziegeln....... 2[20 18— 1 Ausguͤſſe, ſtatt der ſteinernen anzuwenden.. 3 20% 4,—— 5 Caſoletten oder Confors... 420—— ,— Moͤrſel mit Keulen, von verſchiedener Groͤße. 4¹20—! 5!— l 10 50 — io dlück. ie. Gr — — Miſcellaneen. 321 Preis es eis tuͤck. Benennung der Waaren. Ceuder. Triie b S ber — Rtl. Gr. Rtl. Gr. bis Rtl. Gr. Waffelkuchen⸗Eiſen, mit Stielen verſehen.—— 1 8 Oblaten⸗Eiſen, desgleichen.....-= 88 Beide Arten Eiſen unbeſchlagen.... 51 4.— 6—,— 9 C. In den Staäͤllen. Pferdekrippen, fuͤr jedes Pferd einzeln große von 1 Centner kleine—,—„... 3[20 3 4 Raufen fuͤr jedes Pferd von 36 bis 40 Pfund. 3 200 1 2— 112 v. Krieges⸗Beduͤrfniſſe. Vollkugeln von jedem Caliber.... 3 2 20,———— Hohle Ammunition, von jedem Caliber 3 20——— Kanonen, aus dem Vollen gegoſſen und gebohrt, von je⸗ dem Caliber... 8————— Kleine Mortiers, Luſtkanonen und Boͤler, ungebohrt 4 20——— gebohrt 7—— Oʃᷣ—— VI. Anhang von einigen gegoſſenen und geſchmiedeten Waaren. A. Gegoſſene. Gewichtſtuͤcke von 1 bis 6 Pfund, inel. jedoch ungeaicht, als welches auf den reſp. Rathswaagen geſchiehet 4˙20,— 10☛—,— Gewichtſtuͤcke von 8, 10, 12, 24, 33, 66 und 132 Pfund 3 20— s. 6 ½27— 3 20 Geldkaſten im Lichten 20 Zoll lang, 13 Zoll breit, 12 Zoll tief, mit Handhaben und kuͤnſtlichem Schloß—— 20°——,— Gegoſſene Buͤgeleiſen, ſauber geſchliffen, beſchlagen, polirt, mit hoͤlzernen Griffen, auch zwei Bolzen oder Klum⸗ pen verſehen. halbrunde Nro. o..—— 11 8—— ſpitzige niedrige Nro. 1. 8— J8tIr 20—,— ſpitzige hohe Nro. 2.—— 1 20—— dergleichen hohe Nro. 3..—— 2 8—,— dergleichen hohe Nro. 4 2— Fuͤnfter Abſchnitt. — — — Preis des Preis pro Stuͤck. Benennung der Waaren. Centners. 1 Rtl. Gr. Rtl. Gr. bis Rtl. Gr. Aus dem vollen gegoſſene Schneider⸗Buͤgeleiſen.————— dergleichen Hutmacher⸗Buͤgeleiſen.. 3 3—————— B. Geſchmiedete. Ajuſtirte Waagebalken, welche von bis 20 Centner auf jeder Seite tragen...— 30— 90 Haͤmmer, fuͤr die Kupferhäͤmmer.— 10— 30 Wellringe, von jeder Groͤße und Staͤrke 7 12—— Caminhaken, Purreiſen, gedreht und polirt..——— 14—— Camin⸗Schaufeln, mit gedrehten und polirten Stielen——— 20—— Hohle Korn⸗Waſſer⸗ oder Wurf⸗Schaufeln, mit Stielen—— 1—,—— Schaufeln mit Stielen, beide Sorten nach engl. Muſtenrn—— 1——— Große Schaufeln Nro. 60. das Hundert..—— 25,—,—— Kleine dergleichen Nro. 48. desgleichen.— 22——— Starke geſchmiedete Unterlagen zu großen Brau⸗ Keſſeln 8⸗15,— 10——— C. Fertige Maſchinen. Kornfegen, nach engl. Muſtern, complett zum Gebrauch V eingerichtet..—— 20——— Hebezeuge, in den Steinbruͤchen geim Auf⸗ und Abladen zu gebrauchen, complett... 1—— 50—— 80 Beſtellungen nimmt das Schleſiſche Ober-Berg⸗-Amt und das Haupt Eiſen⸗Maga⸗ zin zu Berlin an; bei erſterem wird fuͤr accurate Arbeit und prompte Befoͤr⸗ derung geſorgt. Die Zahlung geſchieht in Preuß. Courant. Zu S. 165.„In Meinerts landwirthſchaftllicher Bauwiſſenſchaft 1. Theil S. 211. befindet ſich folgende nuͤtzlich ſcheinende Anweiſung; „Das Bleiweiß wird gewoͤhnlich mit Firniß abgerieben. Um die groͤßere Muͤhe „des Reibens zu ſparen, kann man das Bleiweiß auf folgende Art kochen und „alle vor dem Gebrauche geriebene Farben damit vermiſchen. „ab, und thut nach und nach 5 Pfund Bleyweiß hinzu. Man nimmt 23 „Kannen Leinoͤl in einem Keſſel oder irdenen Tiegel, und kocht es ſo lange, bis „alles Waſſer verraucht iſt, und das Oel zu verrauchen anfaͤngt, welches man „theils am Hauche, theils daran erkeunt, daß etliche Tropfen, auf gluͤhende Koh⸗ „len gethan, nicht mehr ziſchen. Alsdenn ſetzt man die Maſſe etwas vom Feuer Wenn der Keſſel etwas „verkuͤhlt iſt, ſo muß derſelbe wieder an das Feuer geſetzt werden, damit die Mi⸗ — d upt Eiſen⸗Mag⸗ ptompte Befur⸗ Fauwiſeenſcheft egrußere Mihe Att kochen und Man nimmt 3 es ſo lange, bis gt, welches mal if gluͤhende ſoh⸗ twas vonk Feuer der Keſel etna „ damit die Mo⸗ Miſcellaneen. 323 „ſchung die gehoͤrige Hitze wieder annehme. Iſt nun alles Bleiweiß im Oele, ſo „kocht man es bei gelindem Feuer unter beſtaͤndigem Umruͤhren ſo lange, bis „das Bleiweiß vom Oele aufgeloͤſet iſt. Dieſes ſiehet man am Verſchwinden „der Blaſen im Keſſel, oder wenn man etwas herausnimmt und kalt werden „laͤßt. Das, was ſich ohnerachtet des Umruͤhrens mit einem hoͤlzernen Spatel „an den Rand des Keſſels geſetzt hat, wird mit den dazu kommenden Farben „klein gerieben“ Zu S. 200.„Man pflegt ſo wohl in den Zeichnungen als in der Ausfuͤh⸗ rung, die Fundamentmauern nach den Mittellinien der darauf ſtehenden Mauern ab⸗ zuſtechen und darnach die Anlage zu machen. In dem Fall, wenn eine Durchfahrt oder ein Thorweg das Gebaͤude unter der Hoͤhe der Plinte dergeſtalt durchſchneidet, daß ſelbige an ſich tiefer als die Plinte liegt, und die Keller unter der Durchfahrt weg⸗ fallen, ſo koͤmmt folgende Modification vor: Es ſey z. B. in Fig. 343 a, die niedriger liegende Durchfahrt als der Fußboden der Zimmer c und d, ſo wuͤrde nach der linken Seite des Profils B, der Abſaz e, nicht wohl in die Durchfahrt ſtatt finden koͤnnen, und folglich die Mauer nach der auf die rechte Seite vorgeſtellten Art, erbauet werden muͤſſen; dadurch verliehrt aber die Grundmauer an ihrer Staͤrke, ſo daß wenn noch dazu Kellergewoͤlbe dagegen geſpannt wuͤrden, das Wiederlager an der Seite der Durchfahrt zu ſchwach ſeyn duͤrfte. Es iſt daher wohl darauf zu merken, daß in dieſem Fall, die Mittellinie gh, der Scheidewand, nicht die Mitte der Grundmauer iſt, ſondern, daß bei Legung des Banquets, der Abſatz f doppelt ſo ſtark innerhalb angenommen werden muͤſſe. Zu S. 297.„In No. 3. der Mindenſchen ⸗Anzeige von 17998, befindet ſich folgende Beſchreibung eines wohlfeilen Anſtrichs des Holzes, wodurch Feuers⸗ bruͤnſte vorgebeugt und gehemmt werden ſollen. „Boulard, Baumeiſter zu Lyon, hat ein Nittel zu finden geſucht, das dem „Holze ſeine Entzuͤndbarkeit benimmt. Hiezu fand er die Salze am geſchickte⸗ „ſten, mit denen er mehrere Verſuche anſtellte, aus welchen ſich ergab, daß die „Pottaſche der Wirkung des Feuers am laͤngſten widerſtand. Dieß bewog „ihn, dieſelbe zu einem feuerfeſten Anſtrich des Holzes anzuwenden, wozu die Vorſchrift folgende iſt: Man nimmt Waſſer und loͤſet ſo viele Pottaſche darin „auf, bis ſolches keine mehr annimmt, und beſtreicht damit einmal alle hoͤlzerne „Waͤnde, Bretter, Dächer u. d. gl. Dann verduͤnnt man eben dieſe Pottaſchen⸗ „aufloͤſung, mit etwas Waſſer, ruͤhrt ſo viele gelbe Leimerde(Lehmerde) darun⸗ „ter, bis die Miſchung die Dicke der gewoͤhnlichen Holzfarben erhaͤlt, und zuletzt „ruͤhrt man noch etwas Mehlkleiſter hinzu, um beides gut mit einander zu ver⸗ „binden. Mit dieſer Miſchung beſtreicht man das Holzwerk noch drei bis vier⸗ „mal, wie mit einer Farbe. Dieſer Anſtrich verwahrt das Holz laͤnger als zwei „Stunden gegen die Wirkung des Feuers; ſein groͤßter Vortheil beſteht aber dar⸗ „in, daß er das Holz verhindert in Flamme auszubrechen, wenn es auch laͤnger „als zwei Stunden dem Feuer ausgeſetzt bleibt, und daß die in Brand gerathene „Sachen vermittelſt dieſes Anſtrichs bloß verkohlen. Um eine Quadratruthe Tan⸗ Ss 2 —— —— — e 324 Fuͤnfter Abſchnitt. „nennenbretter mit dieſer Miſchung zu beſtreichen, werden 20 Pfund gelbe Lei⸗ „menerde, anderthalb Pfund Mehl zum Kleiſter, 1 Pfund Pottaſche erfordert, „welches zuſammen, mit dem Arbeitslohn etwa eilf Groſchen ſechs Pfennige traͤgt. „Herr Boulard hat bereits folgende Verſuche mit dieſem Anſtrich ge⸗ „macht: er ſtrich einen alten hoͤlzernen Schrank von Tannenholz mit dieſer Farbe „an, ſetzte ihn in einen Hof, und legte eine Welle Holz daran, die er anzuͤndete; „die Welle verbrannte gaͤnzlich, ohne den Schrank anzuzuͤnden, bloß deſſen Ober⸗ „flaͤche wurde ein wenig verkohlt, an der Stelle, wo die Wirkung des Feuers „am heftigſten war. Ferner nahm er Stroh und band es in kleine Buͤndel, „tauchte dieſe in Waſſer, worin Pottaſche aufgeloͤſet worden war, und ließ ſie „nachher trocknen. Mit dieſen Strohbuͤndeln machte er ein kleines Dach uͤber „ein paar hoͤlzerne Pfaͤhle und beſtrich es inwendig mit dieſer Miſchung. Dann „zuͤndete er eine Welle unter dieſem Dache an, und es gerieth nicht in Flamme. „Bloß das Stroh wurde zu Kohle, und das Dach wurde in der Mitte durchge⸗ „brannt, aber das Holzwerk, worauf es ruhete, widerſtand der Flamme, weil er „es mehrmals mit beſagtem Anſtrich uͤberzogen hatte. Hierauf miethete Herr „Boulard ein kleines abgelegenes Gartenhaus, das zwoͤlf Schuh in's Quadrat „hatte, und deſſen Mauern von geſchlagener Erde(Pilé) verfertigt waren. Der „Fußboden deſſelben war ſehr alt und von Tannenbrettern, ſo wie die Decke. „Vermüttelſt einer kleinen auswaͤrts angebrachten hoͤlzernen Thuͤre konnte man „auf den Boden kommen, wo ein alter Schrank und einige alte Stuͤhle ſtanden, „die er gleichfalls da ließ. Nachdem er die Ziegeln vom Dache hatte abnehmen „laſſen, breitete er Strohdecken, die ſo wie die vorigen mit der Miſchung uͤber⸗ „zogen waren, auf den Fußdoden. Ueber dieſe Strohdecken ſetzte er ein Stroh⸗ „dach, und beſtrich endlich den Fußboden fuͤnfmal mit obiger Miſchung. Die „Glasfenſter nahm er weg, aber die Thuͤr und Fenſterladen, die ſehr alt und mit „Oelfarbe beſtrichen waren, behielt er bei. In dieſem Gartenhauſe thuͤrmte er „nun zwoͤlf Reiſigwellen in Form eines Scheiterhaufeus uͤber einander, ſteckte ſie „in Brand und machte die Thuͤre zu. Da kein Luftzug vorhanden war, ſo „glimmte das Feuer lange, ehe es ausbrach endlich aber gerieth es in vollen „Brand und die Flamme ſchlug zu den Fenſtern hinaus, die Laden wurden „verbrannt und das Dach angezuͤndet. Durch ein Fenſter konnte man bemerken, „daß ſich die Flamme uͤber den Fußboden hinſchlaͤngelte, ohne ihn jedoch anzuͤn⸗ „den zu koͤnnen. Als die Wellen abgebrannt waren, ging er in das Gartenhaus, „wo er fand, daß der Fußboden zu Kohlen verbrannt war, und daß einige Bal⸗ „ken Feuer gefangen hatten, allein ſobald die Flamme voruͤber war, loͤſchten ſie „von ſelbſt wieder aus. Die Bodenthuͤre war gar nicht beſchaͤdigt, und der auf „dem Boden ſtehende Schrank und die Stuͤhle waren durch die Strohmatten „gaͤnzlich vor dem Feuer beſchuͤtzt worden. Dieſe Proben beweiſen, daß der oben „erwähnte Anſtrich ein wirkſames Mittel iſt, den Feuersbruͤnſten Einhalt zu thun, „wenigſtens gewinnt man dadurch Zeit genug, Huͤlfe zu leiſten, und die Mobilien „ſo wohl, als auch das Leden derjenigen zu retten, die in Gefahr ſind.“ ad gelbe Lei⸗ he erſerdert, unige naͤgt. Anſtich ge⸗ t dieſer Fube er anzündete, Zdeſſen Ober⸗ g des Feuers leine Buͤndel „ und ließ ſe es Dach uͤber hhung. Dang zt in Flamme. Mute durchge⸗ mmme, weil er miethete Herr in’s Quadrat waren. Der wie die Decke. ke konnte man Stuͤhle ſtanden, atte abnehmen Miſchung uͤber⸗ er ein Stroh⸗ diſchung. Die hr alt und mit zuſe thuͤrmte er nder, ſtckte ſie anden war, ſo ty es in vollen gaden wurden nan bemerken, jedoch anzun⸗ as Gartenhaus, aß enige Bal⸗ ar, loͤſchten ſe zt, und der auf ie Strohmaklen ,, daß der ben einhalt u hun, nd die Nobilie ſid.“ Miſcellaneen. 325 Zu S. 8.„Anſtatt der in Fig. 1. D gezeichneten 4 kurzen Stichbalken, wel⸗ che in einem Wechſel eingezapft ſind, iſt es beſſer nach dem Profil Fig. 344 A, gegen die Mauerlatte a ein Holz b zu legen, auf ſelbiges die Sparren aufzuklauen, und die Stichbalken ganz wegzulaſſen; das Holz b wird in die durchgehende Balken, wie Fig. B zeigt, mit einer Verſatzung eingelaſſen, ſo daß es ſich nicht herausſchieben kann. Zu S. 10.„Bei der daſelbſt vorgeſchlagenen Anbringung eines Stichgebaͤl⸗ kes auf die Giebel der Gebaͤude, muß ich in Abſicht großer und hohler Gebaͤude, als Magazine oder anderer nicht mit Scheidewaͤnden verſehenen Gebaͤnde, die eine große Tiefe und alſo ſchon zwei Unterzuͤge haben, eine Bemerkung machen. Wenn ein gu⸗ ter breiter Giebelbalken, und eben ſo, ſtarke Stiehle, die inwendig vorſpringen, und auf welchen die Unterzuͤge ruhen, vorhanden ſind, ſo kann der Giebel dadurch gehoͤrig ver⸗ bunden werden; wenn aber Stichbalken angebracht werden ſollen, ſo muͤßte das Rahmſtuͤck aus 3 Stuͤcken beſtehen, nemlich einmahl von der einen Fronte bis zum Traͤger, dann zwiſchen beide Traͤger, und auch von zweitem Traͤger bis an die Ecken, welches einigermaßen fuͤr die Verbindung nachtheilig ſeyn wuͤrde. Zu S. 185.„Da die Dachroͤnnen einen Abfall haben muͤſſen, ſo verurſa⸗ Schicht von Dachſteinen anbringt, wegen ih⸗ chen ſie, wenn man ſie unter der letzten rer ſchraͤgen Lage, mit dem geraden Geſimſe einen Uebelſtand; es iſt daher beſſer, die Dachroͤnnen uͤber die 2te oder dritte Reihe von Dachſteinen anzubringen. Zu S. 201.„Die mit den nunmehr erhaltenen groͤßeren Stuͤcken, von der zu Thorn angefertigten Steinpappe, angeſtellte Proben, laſſen den ſicherſten und zweck⸗ maͤßigſten Gebrauch derſelben, vorzugsweiſe vor allen andern Steinpappen erwarten, und der Erfinder wird hoffentlich bald durch landesherrliche Beihuͤlfe in Stand geſetzt werden, dieſe nüͤtzliche Fabrikation ins Große zu treiben, welches billige Preiſe dieſes ſchaͤtzbaren Baumaterials, zur Folge haben wird. — — 1 Seite 12 Zeile 12 von unt X XNXNX*A* AG½η X X NNN N N N△ NX△ N 79 æINSIIIII2SSI8 η 97 4 XNXNAX¼XX½A N N N NX =ͤ8XA e. S NX△̈ N KNXNANANXmüXNANN 3 2 13 8 14 2 9 13 12 10 O A NA — + △ N 1 o. NX „„X8NRR8XNRRNXRANAXX 1 8N8XNXͤXXNXNXN8N N X8 X NX N△ XXIXXXXXNXRK**N NXN N NXNANXNXN g N 9. 4 „AXAXT X8XNX8*N8**8NAX Druckfehler im zweiten Theil. 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C, anſtatt A. recht ſtark, anſtatt nicht ſtark N NX XNX N NANXN NNAnNNNANNNNAN N XXN XNAAN XNNNmN XN X X N 8 XN XN. XNRN N NA N N AXN +₰ 74 — — ——— o TANA8SB& BRNR&&ᷣ △ von oben lies B, anſtatt C. N2½N NN N N N NNX XXN X X 2 7 unten 5 7 7 2 N X NX oder maſſio, anſtatt aber maſſiv. 173. C, anſtatt 10 C. 177 A, anſtatt 127 A. 177 A, anſtatt 177 E. 180, anſtatt 180 F. 184, anſtatt 18. Hierauf bindet, anſtatt Hierauf wendet den dritten untern, anſtatt, den untern. daß cd kuͤrzer iſt, anſtatt, daß a kuͤrzer iſt. ed, anſtatt cd. 212, anſtatt 213. gleich unter, anſtatt gleich uͤber. Schornſteinfeger, anſtatt Schornſteinroͤhren. Scheidewaͤnde, anſtatt Mittelwaͤnde. daruͤber, anſtatt darunter. Scheidewaͤnde, anſtatt Mittelwaͤnde. Fig. 234 A und 234 B, anſtatt Fig. 22 und 23. 236, anſtatt 226. Steigungen, anſtatt Steidungen. bei a, anſtatt bei d 12 Fuß im Lichten, anſtatt 11 Fuß. Thuͤre a, anſtatt Thuͤre b Fig. 260 C, anſtatt Fig. 16. gearbeitcet, anſtatt zugehauen oder gebrochen. wovon, anſtatt woran Naͤgel, anſtatt Raͤgel. Stufen vor, anſtatt Stufen. 8 befindlich iſt, anſtatt an der Treppenn inge befindlich iſt. Austritesſtufe, anſtatt Antrittsſtufe 3 19, anſtatt 819. Malapane, anſtatt Malepene. n — . Me. 7 2 ‿‿ ‿᷑‧HO—HXDN W WWMawwWMW — D W h 2 0 8 Wc T WT ᷑ᷣᷣ᷑ᷣᷣᷣᷣ 2 ‿☛‿‿‿‿ W 2 —— ͥ ᷓ ʒaAÖOÖùææ‧q˖ — — — h, 5 4 — M, I 8 8 S K N So -IET 4 Se — I — 1 , 2 2 T 12 — Za 7 2G. —— 420. 0 a g. G. ‿‿ Frer 7 7 LLI 1An 2 Mo 2 andt 2. — 90 V. aru. J. A 0 3 B, 8 Ari A f 9 ſ 2 1 — woin. L5.. nnn- 1 a 2 6 aourf, 7 B2 )/. 2 2or n, 0 4 ¶. 05 4 2' S 82 22 7 de. 9 LAL n , ¹ — 2. 3 7 E. 3. IIIIIIIIIII ——————— D 8 DW ,—G* e ,e—,, e, 2 3 2e 2e papr, ut d e, S Wbel. oese dars. 9 — 2 S. W W, A ebi 0 a. LLLLILILLLILZ l22 Loᷣ 1LL k A EEAE AEE Eee lA von ku. Ker 5 1LLLLLLLIL 14—— 1ILLL L.I e2er — pon i, Ba M. 20 S0 1 Leic,. LI LLLII I.IL. L.L. 1 1. 1 E 5 4 ee 2120o, ZCde. 2. 2 —. I. 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