— An dbn Land. Bau⸗ Kunf, 4 vorzuͤglich in Nicft 3 Conſtruction der Wohn und Wirthſchafts⸗Gebaͤude 1— faͤr angehende Cameral⸗Baumeiſter und Oeconomen, b D. Gi lly, Koͤniglichem Heheimen deen. Bau⸗Rath. Erſter Theil. Mit 26 illuminirten Kupfertafeln. Berlin 1797, bei Friedrich Bieweg dem aäͤlkere n. Nec dubitamus, multa eſſe, quae nos praeterierint. Homines enim fumus et occupati officiis, fucciſivisque temporibus iſta curamus,——— hoc folo praemio con- tenti, quod dum iſta muſinamur, pluribus horis vivimus. Plin. Sec. Natural. Histor. Lib. I. dem der Beurtheiler ſeinen Standpunkt erwaͤhlt, eine groͤßere oder kleinere Sphaͤre Vorrede. „in Lehrbuch uͤber eine praktiſche Wiſſenſchaft kann, in Ruͤckſicht auf Plan und — innere Oekonomie, von zwei einander entgegen geſetzten Seiten angegriffen und getadelt werden. Man kann es entweder zu unvollſtaͤndig, oder zu ausfuͤhr⸗ lich finden. Der Begriff der Vollſtaͤndigkeit iſt bei einem ſolchen Buche allemal ein unbe⸗ ſtimmter Begriff, weil die Grenzen deſſen, was in einer Wiſſenſchaft eigentlich praktiſch iſt, nicht mit vollkommener Genauigkeit angegeben werden koͤnnen, und daher, je nach⸗ einſchlieſſen. So koͤnnte z. B. wenn bei irgend einer architektoniſchen Vorſchrift in einem Lehr⸗ buche, der naͤchſte Grund(der Feſtigkeit, der Dauerhaftigkeit ꝛc.) Angegeben, auch allenfalls wohl im Allgemeinen gezeigt wird, warum dieſe oder jene Konſtruktion zu dieſer oder jener Eigenſchaft eines Gebaͤudes fuͤhrt, ein Freund der Theorien noch einige Schritte weiter gehen, und den Grund dieſes Warum ‚vielleicht auch wieder den Grund dieſes Grundes, und ſo bis zu den erſten Gruͤnden herauf, die ſubtilſten Raiſon⸗ nements und Calculs verlangen, die das Lehrbuch der Baukunſt, in ein Syſtem der hoͤhern Mechanik, Statik u. ſ. w. verwandeln wuͤrden. Ein anderer koͤnnte da, wo zwei, drei und mehrere Methoden zur Aufloͤſung einer praktiſchen Aufgabe erklaͤrt ſind, gerade noch eine andre zufaͤlliger Weiſe ihm bekannte, in der Gegend wo er wohnt gebraͤuchliche Methode vermiſſen, und den Vortrag deshalb der Unvollſtaͤndigkeit beſchuldigen, 5 Was aber ein erleuchteter und billiger Richter Vollſtaͤndigkeit eines ſolchen Werks nennen wird, ſcheint mir erreicht zu ſeyn, wenn auf der einen Seite die Gruͤnde der Vorſchriften ſo weit angegeben ſind, daß es ſich uͤber einen blinden Mechanismus erhebt, auf der andern Seite aber die Schranken, welche eine praktiſche Anleitung von einer mathematiſchen Theorie trennen, nie uͤberſchritten werden; wenn ferner bei einem jeden Hauptgegenſtande die wichtigſten, vorzuͤglichſten und allgemein brauchbar⸗ ſten Regeln, Methoden und Handgriffe(ohne bei der unerſchoͤpflichen Mannigfaltigkeit derſelben ſchlechterdings alle beruͤhren zu wollen) aufgeſtellet ſind. Daß uͤbrigens in einer Wiſſenſchaft, die taͤglich durch neue Erfindungen vermehrt und erweitert wird, Vorrede. Vollſtaͤndigkeit zu jeder Zeit nur eine relative Eigenſchaft ſeyn kann, verſteht ſich von elbſt. V— Der andere Vorwurf— einer zu großen Ausfuͤhrlichkeit wird gewoͤhn⸗ lich von ſolchen gemacht, die von den Beduͤrfniſſen der Leſer eines Buches eine unrichtige Vorſtellung haben. So iſt mancher, wenn er in einem Lehrbuche der Baukunſt, eine ſehr ins kleine gehende Beſchreibung dieſer oder jener Manupulation findet, nur allzu geneigt, zu ſagen: das wiſſe ja jeder Maurer, Zimmermann u. ſ. f. Dieſe Bemerkung iſt ſchon groͤßtentheils ungegruͤndet, wenn man ſie auch nur mit den wirk⸗ lichen Beduͤrfniſſen eines großen Theils der Claſſe, auf welche ſie unmittelbar gerichtet iſt, vergleicht. Sie erſcheint aber in ihrer voͤlligen Ungerechtigkeit, wenn man erwaͤgt, daß der⸗ gleichen Vorſchriften fuͤr den jungen Baumeiſter, der jedes Detail kennen lernen muß, um jedes zu verfolgen und richtig zu beurtheilen, daß ſie fuͤr den Bauherrn, der vielleicht weniger geſchickten Arbeitern Preis gegeben, in einer eigenen ſachverſtaͤndigen Oberauf⸗ ſicht bei ſeinem Bau unſchaͤtzbare Vortheile finden muß, beſtimmt ſind. Dieſe Grundſaͤtze haben mich bei der Ausarbeitung des folgenden Handbuches geleitet, und ich darf mir ſchmeicheln, daß diejenigen, welche von aͤhnlichen ausgehen, und dabei den Titel des Werks immer im Auge behalten, und nicht etwa hier Mate⸗ rien ſuchen, die meinem Zwecke ganz fremde ſind, dem Plane des Ganzen ihren Beifall ſchenken werden. Wmas die Ausfuͤhrung betrift, ſo iſt wohl nichts natuͤrlicher, als daß in einem Werke von ſo betraͤchtlichen Umfange und von ſo großer Mannigfaltigkeit der Gegen⸗ ſtaͤnde, nicht alles gleich vollkommen ſeyn kann. Ich darf indeſſen ſo viel ohne Ruhm⸗ redigkeit ſagen, daß ich bei der Ausarbeitung dieſes Buches nicht allein die wichtigſten groͤßern und kleinern Schriften die vor mir, in unſrer und in andern Sprachen uͤber den Theil des Bauweſens, der meinen Zweck ausmacht, erſchienen ſind, ſorgfaͤltig zu Rathe gezogen, ſondern daß ich auch durchgehends die Reſultate einer langen Erfah⸗ rung in wichtigen Baugeſchaͤften, darin auszudruͤcken und zu benutzen geſucht habe. Auf die Deutlichkeit der Beſchreibungen und Vorſchriften habe ich den moͤglichſten Fleiß gewendet; wer es verſucht hat, wird wiſſen, mit wie viel Schwierigkeiten ein deutlicher Vortrag uͤber techniſche Gegenſtaͤnde verknuͤpft iſt. Ich hoffe indeſſen, daß mit Huͤlfe der zwar an ſich nicht eleganten, aber doch moͤglichſt deutlichen Kupfer, ein aufmerkſamer Leſer allenthalben ſeine Befriedigung finden wird. Berlin, im December 1796. n Der Werfaſſer. 8 4 1——— 111n —. — SEinleitung. uU den Unterricht in der Civilbaukunſt uͤberhaupt ordnungsmaͤßig und eini⸗ germaſſen ſyſtematiſch vorzutragen, pflegt man ſolchen nach folgenden drei Hauptgrundſaͤtzen abzuhandeln: der erſte betrift die Dauerhaftigkeit, der zweite die Bequemlichkeit, und der dritte hat die Schoͤnheit der Gebaͤude zum Gegenſtande. Der erſte und zweite Grundſatz muß vorzuͤglich bey den oͤkonomiſchen Gebaͤuden, in ſeinem ganzen Umfange in Ausuͤbung gebracht werden; die dritte Eigenſchaft, die Schoͤnheit, im eigentlichen Sinne des Worts, gehoͤrt aber nur fuͤr Gebaͤude von einer hoͤhern Klaſſe, und es iſt genug den Land⸗ und Oeko⸗ nomie⸗ Gebaͤuden ein gefaͤlliges Anſehen zu geben*). Ueber die innere und bequeme Einrichtung der Gebaͤude, koͤnnen jederzeit nur allgemeine und ſehr einfache Regeln vorgetragen werden; denn bei der Anwendung ſind ſie unzaͤhligen Ausnahmen unterworfen, bald wegen des Zuſammenhanges eines neu aufzufuͤhrenden Gebaͤudes mit andern ſchon vorhandenen, bald wegen allerlei Lokal⸗ oder anderer obwaltenden Umſtaͤnde; und ſehr oft iſt der Wille des Bauherrn die einzige Richtſchnur des Baumeiſters in Abſicht der innern Einrich⸗ tung der Gebaͤude., Dahingegen beruhet die Kenntniß deſſen, was dazu gehoͤret, um die Gebaͤude dauerhaft aufzufuͤhren auf Grundſaͤtzen der Statick, verbunden mit vielen *) Die engliſchen Werke, Rural Architecture von John Plaw, Architekt, London 1794, und die von demſelben Verfaſſer 1795. herausgegebene Ferme ornée or Rural Improvements; wovon in der Baumgaͤrtneriſchen Buchhandlung eine deutſche Ueberſetzung herausgekommen geben hiervon ſehr gute Beiſpiele. A —————ö—ö—ö——ö—ö—ͤ—ͤͤͤͤͤͤ 4 4—— 9— rmn—.— ——— egih— 2 b Einleitung. Erfahrungen. Nach ſelbigen muß der Baumeiſter die verlangte Einrichtung der Gebaͤude zu entwerfen und die Dauerhaftigkeit damit zu verbinden wiſſen. Nach dieſen Grundſaͤtzen wird beſtimmt, was ohne Gefahr moͤglich iſt, oder was nicht erfuͤllt werden kann, ohne der Haupteigenſchaft des Gebaͤudes, nemlich der Dauer⸗ haftigkeit zu nahe zu treten. Hierzu gehoͤren aber deutliche Begriffe von der Zubereitung und Guͤte der Baumaterialien und ihrer Anwendung oder Verbindung, und Einſichten in das Techniſche der Bau⸗Ouvriers. Man braucht deshalb nicht ſelbſt Zimmermann, Maurer, Tiſchler, Schloͤſſer u. ſ. w. zu ſeyn, welches auch an ſich nicht moͤglich iſt; es iſt aber erforderlich die Arbeiten dieſer Profeſſioniſten zu kennen, und man muß im Stande ſeyn, die gute Arbeit von der ſchlechten zu unterſcheiden. Sehr oft befindet ſich der Bauherr, beſonders der Landwirth, wenn es ihm an einem Baumeiſter, und dieſer, wenn es ihm an geſchickten Handwerkern fehlet, welches leider auf dem Lande ſo oft der Fall iſt, in der Nothwendigkeit, die klein⸗ ſten Arbeiten ſelbſt angeben und leiten zu muͤſſen; dieſerhalb muß ein angehender Baumeiſter vorzuͤglich bemuͤht ſeyn, ſich die tuͤchtigſte Zuſammenſetzung und Ver⸗ bindung der einzelnen Theile, oder uͤberhaupt die Konſtruktion der Gebaͤude, voll⸗ kommen bekannt zu machen, und auch dem Landwirth werden im vorgedachten Fall einige Kenntniſſe vorzuͤglich zu ſtatten kommen. Von dem Baumeiſter wird insbeſondere der Entwurf zu den auszufuͤhrenden Gebaͤuden gefordert. Nicht ſelten kommen dabei verwickelte Umſtaͤnde vor, die man ſich aus den Hauptgrundriſſen und dem Aufriß allein, nicht deutlich genug vorſtellen kann. Um aber keinen Fehler zu begehen, muß man die Muͤhe nicht ſcheuen, wenigſtens fuͤr ſich, um ſich den Zuſammenhang der Sachen recht ſinnlich zu machen, Spezial⸗Profile nach einem etwas großen Maasſtabe zu entwerfen, welche ſelbſt bei der Ausfuͤhrung nuͤtzlich ſeyn werden; z. B. wenn zwiſchen Waͤn⸗ den, worin Thuͤren, Einheitz⸗Kamine und dergleichen angebracht ſind, Treppen angelegt werden ſollen, ſo wird man wohl thun, dieſe Waͤnde beſonders im Aufriß aufzutragen und darnach die Treppen zu entwerfen, wodurch Fehler, die man ſonſt nicht ſelten in dieſem Stuͤcke antrift, leichter vermieden werden koͤnnen; ein gleiches gilt von der Uebereinanderſtellung der Vorgelege, Fuͤhrung der Schornſteinroͤhren und vielen andern vorkommenden Gegenſtaͤnden; noch beſſer iſt es, wenn man die deutliche Vorſtellung ſolcher Theile durch Modelle bewuͤrken kann, und hier wuͤnſchte ich, daß ich einem Jeden meiner Leſer zur Belehrung, die bei meinen Vorleſungen gebrauchte Modelle mittheilen koͤnnte, indem ich uͤberzeugt worden bin, wie ſehr ſie zum deutlichen und faßlichen Unterricht beitragen. Ich habe mich —-— Einleitung. 3 mich aber begnuͤgen muͤſſen, die Stelle derſelben durch die dieſem Werke beigefüg ten Zeichnungen, ſo viel als moͤglich auszufuͤllen. Ddie Gebaͤude auf dem Lande ſind nicht nur den Stuͤrmen und dem Wetter auf allen Seiten ausgeſetzt, ſondern viele muͤſſen ihres Gebrauchs wegen hohl blei⸗ ben, d. i. ſie koͤnnen nicht mit vielen gegenſtrebenden Scheidewaͤnden durchzogen werden; ſie ſind großen Druͤckungen der aufzuſchuͤttenden Vorraͤthe und Preſſun⸗ gen des unausgedroſchenen Getreides, dem Angriff der Daͤmpfe von Brauen, Brennen und andern wirthſchaftlichen Verrichtungen, auch der Faͤulniß vom Miſte unterworfen. Dieſes alles erfordert eine vorzuͤglich tuͤchtige Konſtruktion dieſer Gebaͤude, ſo wohl im Ganzen, als in ihren einzelnen Theilen. Dieſen wichtigſten Gegenſtand aber haben faſt alle Buͤcher, welche die gemeine Baukunſt betreffen, keinesweges zum Hauptaugenmerk, ſondern bloß die innere Einrichtung und das aͤuſſere Anſehen der Gebaͤude. Leopolds oͤkonomiſche Baukunſt, die lange Zeit fuͤr die vorzuͤglichſte Schrift in dieſem Fache galt, betrift nur die Anlage der Vorwerks⸗ und Unter⸗ thanen⸗Gebaͤude, und behandelt die eigentlichen Grundſaͤtze der Baukunſt nur ſehr oberflaͤchlich. Weit zweckmaͤßiger iſt in Abſicht der letztgedachten Art von Gebaͤuden, die Abhandlung uͤber die Ausmittelungsgruͤnde, Groͤße und Anlage der Unterthanen⸗Gebaͤude auf die Verfaſſung der Unterthanen in der Mittelmark der Kurmark Brandenburg gerichtet, mit Riſſen und Anſchlaͤgen von J. F. Colberg, Bau⸗Inſpektor im Departement der Kurmark, Berlin 1792. bei C. F. Himburg. Die darin befindlichen genau ausgearbeiteten Anſchl aͤge und die eben ſo deut⸗ lichen Zeichnungen koͤnnen Anfaͤngern zum Muſter dienen. Mangers oͤkonomiſche Bauwiſſenſchaft iſt nach des Verfaſſers angegebener Abſicht, nur fuͤr Hausvaͤter zur Erlangung einer allgemeinen Kennt⸗ niß vom Bauweſen beſtimmt und nicht durch Kupfer erlaͤutert. Deſſen Beitraͤge zur praktiſchen Baukunſt enthalten zwar ein genaues Detail der Arbeiten bei einem ſchwierigen Grundbau der Haͤuſer, welches aber doch noch nicht hinlaͤnglich iſt, indem es nur eigentlich eine Geſchichte ſpe⸗ zieller Faͤlle iſt, die bei Erbauung einiger Haͤuſer in Potsdam vorgekommen ſind. Langens zufaͤllige Gedanken uͤber die wirthſchaftliche Bau⸗ art auf dem Lande, laſſen ſchon nach dem Ditel und der gleichmaͤßigen Aeuſ⸗ ſerung des Verfaſſers nichts vollſtaͤndiges erwarten, vbgſeich das darin h Albgchan⸗ delte ſehr ſchaͤtzbar iſt, und A 2 — 4 Einleitung. Jeſters Civilbaukunſt, iſt nur in der Lehre von den Baumaterialien, nicht aber in der von Anlegung und Konſtruktion der Gebaͤude umſtaͤndlich, auch ebenfalls nicht mit Kupfern verſehen. Helfenrieders, Profeſſor der Mathematik und Doktor der Theologie zu Ingolſtadt, Beitraͤge zur buͤrgerlichen Baukunſt, enthalten mehrentheils einzelne Vorſchlaͤge bei Auffuͤhrung der Gebaͤude, welche wohl noch mancher Bedenklichkeit unterworfen ſind. In Keferſteins Landbaukunſt, und in Angermanns Civilbau⸗ kunſt, ſind ſaͤmtliche Lehren kuͤrzer vorgetragen, als man ihren Aufſchriften gemaͤß vermuthen ſollte. Borhecks Landbaukunſt iſt zwar in mancher Ruͤckſicht ſchaͤtzbar— beſon⸗ ders die zweite Auflage— allein es iſt alles zu lokal, und nur fuͤr das Calenbergſche Land eingerichtet. Dasjenige, was in dem II. Theil des Handbuchs fuͤr angehende Cameraliſten von C. F. F. Leipzig 1794. vom Bauweſen, vorzuͤglich auf dem Lande vorkommt, enthaͤlt mancherlei aus Pfeiffers Cameralwiſſenſchaf⸗ ten entnommene gute Bemerkungen, die jedoch noch immer zu kurz abgehan⸗ delt ſind. Schmidts buͤrgerlicher Baumeiſter liefert Riſſe zu Haͤuſern, welche wenigſtens in Ruͤckſicht auf die tuͤchtige Konſtruktion nicht Beifall finden koͤnnen. Ein Werk unter dem Ditel: erſte Linien der Haͤuſerbaukunſt; ein Unterrichtsbuch fuͤr Anfaͤnger und Liebhaber dieſer Wiſſenſchaft, von G. S. Joh. Nikolas Arnould, Beitraͤge zur Civilbaukunſt, Coͤln 1791. Anweiſung zur ſichern Holzerſparniß, aber nur fuͤr Land⸗ wirthe, Leipzig 1792, und Eine Schrift betitelt: Theoretiſch⸗praktiſcher Unterricht uͤber die Baukunſt fuͤr Steinmetzen, Zimmerleute und jedem bauluſtigen Hausvater, Nuͤrnberg 1794; ſo wie mehrere dergleichen enthalten wenig lehrreiches, obgleich man dem TDitel nach in dem letztgenannten Buͤchelchen vorzuͤglich etwas zweckmaͤßiges uͤber die eigentliche Konſtruktion der Gebaͤude vermuthen ſollte, und wer wird ſich nicht bei dem Titel: Theoretiſch⸗praktiſche Anweffung zu Schloͤſſerarbeiten, von Jakob Zipper, Augsburg 1795. ſa Einleitung. 5 etwas mehr gedenken, als eine Sammlung geſchmackloſer Zeichnungen zu Trep⸗ pen, Balkongelaͤnder und andere Schloͤſſerarbeiten? Wer ſollte nicht auch in Meyers kurzen Anweiſung zur praktiſchen buͤrgerlichen Baukunſt fuͤr Liebhaber, und zum Unterricht fuͤr Maurer und Zimmerleute, etwas zweckmaͤßigeres uͤber die Konſtruktion der Gebaͤude erwarten? Der Inhalt entſpricht aber dieſer Erwartung nicht, und warum muͤſſen denn dergleichen Anwei⸗ ſungen kurz ſeyn? Von der Zimmermannskunſt, welche doch den weſentlichſten Antheil bei der Konſtruktion der Gebaͤude hat, iſt mir auſſer Herzbergs Vorſchlaͤgen zur Verbeſſerung der bisher uͤblichen Daͤcher. Breslau, 1774. kein Buch bekannt, welches dieſen wichtigſten Gegenſtand, wenigſtens nicht fuͤr die gewoͤhnlichſte und brauchbarſte Anwendung in der Landbaukunſt, gruͤndlich und dergeſtalt abhandelte, daß bei der moͤglichſten Holzerſparung dennoch hinreichende Feſtigkeit erhalten wuͤrde. Heimburgers, Schuͤblers, Peter Schillingers, Reuß, Wal⸗ thers und andere Schriften uͤber die Zimmermannskunſt, ſelbſt das franzoͤ⸗ ſiſche Werk von Maturin Jouſſe, haben mehrentheils nur große und kuͤnſtliche Haͤng⸗ und Sprengewerke zum Gegenſtand. Der von F. C. Fulda Goͤttingen 1796 erſchiene Verſuch einer ſtatiſchen Theorie der Daͤcher und Haͤngewerke iſt ſchaͤzbar, allein wegen des Buchſtaben⸗Calkuls nicht fuͤr einen jeden verſtaͤndlich. Auch die dem engliſchen Werke, a ſeries of plans for Cottages or Habitations of the Labourer, London 1792. d. i. Eine Folge von Planen zu Erbauung der Huͤtten⸗ oder Bauernhaͤuſer, angehaͤngte detaillirte Zeichnungen von der Zimmerarbeit bei vorgedachten Gebaͤu⸗ den, ſind nicht nachahmungswerth. Der Mangel an eigentlichen praktiſchen, und vorzuͤglich die tuͤchtige Kon⸗ ſtruktion der Gebaͤude betreffenden Buͤchern, gehet hieraus genugſam hervor, und der franzoͤſiſche Architekt Patte hat wohl Recht, wenn er in ſeinen Obfervations ſur les objets les plus importants de TArchitecture, Paris 1769. das iſt, Bemerkungen uͤberdie vorzuͤglichſten Gegenſtaͤnde der Baukunſt, ſagt: A 3 ——— 6 Einleitung. „Wir ſind um ſo mehr Buͤcher uͤber die Architektur benoͤthiget*), weil man „nur in Abſicht auf die ſchoͤnen Verhaͤltniſſe fuͤrs Auge, einen Band auf den „andern gehaͤuft hat, ohne doch einmal daruͤber einig werden zu koͤnnen. „Alles uͤbrige iſt ſo zu ſagen, noch erſt abzuhandeln. Man hat ohne Aufhoͤ⸗ „ren ſchwankende Spekulationen aufgeſtellt, theils aufgefuͤhrte, oder bloß „entworfene Gebaͤude, theils aber eigene Meinungen als Regeln bekannt „gemacht, unterdeſſen daß der nuͤtzlichſte, nothwendigſte und weſentlichſte „Theil der Baukunſt, mit einem Worte, die Konſtruktion nur leicht „beruͤhrt worden iſt. Wir haben kein gruͤndliches Werk uͤber dieſe Materie, „worin man ſich bemuͤhet haͤtte, diejenigen Entdeckungen mitzutheilen, welche „nach und nach gemacht worden ſind, oder worin erzaͤhlt wird, wie man „vorgefallene Schwierigkeiten gehoben haͤtte, und wie man im Bauen bei „erheblichen Werken dennoch ſparſam zu Werke gehen muß. Man wird „daher bemerken, daß wegen der Unwiſſenheit, worin man ſich beſtaͤndig „in Ruͤckſicht deſſen befindet, was ſchon vorgaͤngig geſchehen iſt, man ſtets „zu neuen Verſuchen ſchreiten muß.”“* 1 Ich habe es demnach verſucht, dieſe bei uns ebenfalls anzutreffende Luͤcken fuͤr angehende Baumeiſter, in Abſicht der oͤkonomiſchen und andern mittelmaͤßigen ſtaͤdtiſchen Gebaͤude einigermaßen auszufuͤllen.. Jedes Land und oͤfters jede einzelne Provinz hat freilich ſowohl in Abſicht der Einrichtung als der Konſtruktion der Gebaͤude eine eigene Weiſe zu bauen, je nach⸗ dem die beſonderen Beduͤrfniſſe des Orts, oder eine lange Gewohnheit ſie hierin leitete; und auch in dieſen Blaͤttern habe ich freilich die, in den meiſten Koͤnigl. Preußiſchen Provinzen eingefuͤhrte, muſterhafte Bauart zur Richtſchnur genommen, bin aber uͤberzeugt, daß es demjenigen, der die Prinzipien derſelben wohl gefaßt *) Es ſcheint als wenn die Franzoſen in Abſicht der dkonomiſchen Baukunſt viel weiter zurück ſind, als wir, denn ich fand folgendes in der Decade philofophique, litteraire et politique N. 50. 3. année republicaine. S. 462. Landgebaͤude. Wir haben mit Misvergnägen bemerkt, daß keiner der ͤber dieſen wichtigen Gegenſtand eingereichten Entwuͤrfe, die Ehre der Ausfuͤhrung auch nicht einmahl im Modell, verdiente. Zwei Kuͤnſtler erhielten nur die geringſten der ausgeſetzten Geldpreiſe; es waͤre Zeit, daß unſere Baukunſtler ſich endlich der wirthſchaftlichen Baukunſt befleiſſigten. Es iſt eine neue Laufbahn, die man ihnen erdfnet. Der Zeitpunkt iſt vielleicht nicht mehr entfernt, wo die allgemeine Achtung demjenigen nicht weniger zu Theil werden wird, der ſich befleiſſiget, Eeühnder und bequemere laͤndliche Gebaͤude zu erbauen, als dem, der Tempel und Pallaͤſte entwirft.—— Auch die ſamt den dazu gehoͤrigen Riſſen in 40 gedruckte Schrift unter dem Titel la Ferme, (das Vorwerk) vom Herrn Cointeraux Profeſſor der Landbaukunſt, welche den 28. Decbr. 1789. von der Societaͤt des Ackerbaues zu Paris, den Preiß erhielt, iſt ſelbſt in Ruͤckſicht auf die dortige wirthſchaftliche Verfaſſung, ein ſehr mittelmaͤßiges Produkt. ——— ꝗ——— an den loß nnt Einleitung. 7 bat, leicht werden wird, an jedem andern Orte, und unter jeden andern Umſtaͤn⸗ den die Anwendung davon zu machen. Wer ſich indeſſen von der eigentlichen Konſtruktion der Gebaͤude gruͤndlich und genau unterrichten will, der wird wohl thun, alle Gelegenheit wahrzunehmen, um dasjenige, auch in der Ausuͤbung ſelbſt zu ſehen, was davon in Buͤchern ent⸗ halten iſt; es iſt daher denen, die ſich dem Baufache widmen, das fleißige Be⸗ ſuchen der Bauſtellen, wo durch erfahrne Maͤnner Bauten ausgefuͤhrt werden, nicht genugſam zu empfehlen. Dies ſind ſelbſt die Quellen, woraus ich das mehreſte geſchoͤpft habe, was in dieſen Blaͤttern enthalten iſt; ich geſtehe dies nicht nur freimuͤthig und gern, ſondern ſtatte zugleich hiermit allen denenjenigen oͤffentlich meinen Dank ab, welche mich ſelbſt in ſolchen Faͤllen belehrt, und in den Stand geſetzt haben, gegenwaͤrti⸗ gen Unterricht uͤber einen Theil der praktiſchen Landbaukunſt, in der Erwartung aufzuſetzen, daß wenigſtens Anfaͤnger oder bloße Liebhaber des Bauweſens einigen Nutzen davon haben, und hier manches finden werden, was ſie ſonſt erſt muͤhſam aufſuchen mußten. Wenn ich indeſſen den Abſchnitt über die Baumaterialien in dem Umfange haͤtte abhandeln wollen, den man dieſem Gegenſtand geben koͤnnte, ſo waͤre ich genoͤthigt geweſen, allzubekannte und ſchon ſo oft in andern Buͤchern vorkommende Sachen wieder aufzuſtellen, welches ohnehin zuweilen unvermeidlich war; und uͤberdies wird die Behandlung bei der Zubereitung und Anſertigung mancher Bau⸗ materialien ſo verſchieden und weitlaͤuftig in den daruͤber vorhandenen Buͤchern vor⸗ getragen, daß auch nur Auszuͤge davon, einen eigenen großen Band erfordert haͤtten. Ich habe mich daher bei den Baumaterialien ebenfalls auf unſere Lokalitaͤten und Gewohnheiten eingeſchraͤnkt, und nur dieſe oder jene Sache, die mir noch nicht bekannt genug zu ſeyn ſchien, bei uns aber anwendbar ſeyn koͤnnte, beizubringen geſucht, uͤbrigens auch in dieſer Abſicht andere in Buͤchern angetroffene Stellen, welche noch weitere Belehrungen, Reſultate von Verſuchen oder Meinungen uͤber Baumaterialien enthalten, angefuͤhrt, um dadurch den Wißbegierigen den Weg zu zeigen, auf welchem ſie ihre Kenntniſſe erweitern koͤnnen. Diejenigen, welche mit der Quadrat⸗- und Kubikrechnung und mit den im Bauweſen vorkommenden Maaßen nicht bekannt ſind, werden wohl thun, wenn, ſie ſich die, in der Viewegſchen Buchhandlung in Berlin herausgekommene Anleitung zur Ausmeſſung und Berechnung der bei dem gemeinen Bauweſen vorkommenden Flaͤchen und Koͤrper 3 ͤͤ EE—— 8 Einleitung. nach Quadrat⸗ und Kubikmaaßen, fuͤr diejenige Bau⸗ herrn und Profeſſioniſten, welche nicht die Geometrie, ſondern nur die ſogenannten Spezies der Rechenkunſt und die Regel de Tri verſtehen,*) anſchaffen. Die Erhaltung der Dauerhaftigkeit der Gebaͤude, welches der Haupt⸗ gegenſtand dieſes Werks ſeyn wird, beſtehet im Allgemeinen in der Beobachtung folgender Regeln: b a) Zu einem jeden Bau muß zufoͤrderſt ein natuͤrlich feſter, oder durch die Kunſt dergeſtalt befeſtigter Grund verſchaft werden, daß derſelbe der Laſt des darauf zu ſetzenden Gebaͤudes, und der hinein zu bringenden zufaͤlligen Belaſtung, als durch Vorraͤthe, Waaren und Mobilien, nicht nur das Gleichgewicht halte, ſondern daß noch ein Ueberſchuß vom Widerſtande des Grundes vorhanden ſei; denn der Druck einer todten Laſt, wie unter andern die eines Gebaͤudes iſt, druͤckt nicht gleich mit ihrer ganzen Kraft, ſon⸗ dern unvermerkt und lange fort; daher ſenken ſich ſchlecht gegruͤndete Ge⸗ baͤude zuweilen erſt nach einigen Jahren. an b) Gehoͤren zu einer dauerhaften Bauart gute Materialien, das ſind ſolche, welche den ihrer Natur nach hoͤchſten Grad von Feſtigkeit haben, und den beſtmoͤglichſten Widerſtand gegen druͤckende oder trennende Kraͤfte auch gegen die Einwuͤrkung der Luft zu leiſten im Stande ſind. - Erfordert die Dauerhaftigkeit eines Gebaͤudes nicht nur eine gute Verbin—⸗ dung oder Verknuͤpfung dieſer Materialien, als Steine durch eine gute verbindende Lage derſelben untereinander, durch guten Moͤrtel, Holzwerk durch geſchickte Verzapfung und beides zuweilen durch Eiſen, ſondern es muß auch auſſer dieſer Feſtigkeit des Zuſammenhanges der Theile, darauf geſehen werden, daß 1 d) dasjenige, welches eine Laſt tragen ſoll, ſtaͤrker ſei, als die Laſt, oder der⸗ ſelben gehoͤrig widerſtehen koͤnne. So darf z. B. eine Mauer nicht auf eine hoͤlzerne Wand, noch weniger auf unterſtuͤtzte Balken geſtellt, ſtarke Mauern nicht auf die ſchwachen Theile eines Gewoͤlbes aufgefuͤhrt wer⸗ den, u. ſ. w. e) Diejenigen Theile eines Gebaͤudes, welche von einer Seite durch Gewoͤlbe, Streben, oder ſonſt einen groͤßern Druck, als von den andern zu leiden haben, *) Von dieſer kleinen Schrift wird naͤchſtens eine neue verbeſſerte Auflage erſcheinen. Einleitung.„ Hau⸗ trie, haben, muͤſſen dieſerhalb gehoͤrig verſtaͤrkt, oder bei nicht angemeſſener unſt Staͤrke niedriger ſeyn, oder es muß dem Ausweichen durch eiſerne oder hoͤl⸗ zerne Anker vorgebeugt, auch f) bei hoͤlzernen Gebaͤuden zu den aͤuſſern Theilen, das beſte Holz gewaͤhlt und aupt⸗ die Schwellen hoch genug und wenigſtens ein und einen halben Fuß uͤber htung der Erde gelegt werden, wobei das Fundament zuerſt angefertiget und 1 abgeglichen werden muß, um die Schwellen darauf zu ſtrecken. die 8 Bei allen horizontalliegenden Hoͤlzern muß auf die leichte Biegſamkeit und rboſt 1 Zerbrechlichkeit des Holzes gedacht, und dergleichen Hoͤlzer, ſo nahe als ligen ddie Erfahrung es lehret, unterſtuͤtzt, oder andere Vorrichtungen ange⸗ edas bracht werden, um dem Biegen und Zerbrechen zuvorzukommen. unde- Die moͤglichſt vollkommne Verbindung aller Theile zu dem Ganzen geter eines Gebaͤudes, iſt nicht allein wegen des Widerſtandes gegen den Druck 40 2 oder das Schieben der eigenen Theile des Gebaͤudes, oder der hineinzubrin⸗ ſon genden Belaſtungen nothwendig, ſondern es muß auch auf den Angriff der Ge⸗ aͤuſſern Kraͤfte, als heftiger Sturmwinde, welchen die freiſtehende Land⸗ lche gebaͤude vorzuͤglich ausgeſetzt ſind, auf die Laſt des auf die Daͤcher fallen⸗ den Schnees, auch zuweilen auf Eriühlütrerungen durch ſchwere Fuhrwerke d den gerechnet werden. auch h) Hiernaͤchſt gereicht es vorzuͤglich zur Dauerbaftigkeit der Gebaͤude, wenn man zur rechten Jahreszeit bauet, d. i. im Fruͤhjahr, Sommer und dem ebin, erſten Theil des Herbſtes. gute. Wohingegen ein ſpaͤtes und uͤbereiltes Bauen hoͤchſt nachtheilig iſt; es werk i*ſt leicht begreiflich, daß nichts als Faͤulniß und Stockung entſtehen kann, rn es wenn die naſſen und feuchten Waͤnde ſogleich mit Kalk uͤbertragen, und die arauf naſſen Windelboden mit Brettern und Deckenputz bekleidet werden, ſo daß die Luft keinen Zugang findet. Ich erinnere hiebei, daß ſelbſt bei einem der⸗ nicht uͤbereilten Bau, die Waͤnde ſich dennoch anfaͤnglich, vielleicht um t auf ein unmerkliches ſetzen koͤnnen, daß daher einige Nachbeſſerungen an dem ſtarke Abputz in den erſten Jahren noͤthig ſeyn duͤrften. Eben ſo werden die neuen t wer⸗ Ziegeldaͤcher anfaͤnglich nicht ſo dichte ſeyn, als ſie es in der Folge werden, wenn ſich erſt Staub und Graͤſer in die Fugen geſetzt haben. Dies ſind wöͤlbe, ſelbſt bei dem vorſichtigſten Bauen, unvermeidliche Umſtaͤnde, aus welchen leiden man nicht, wie es oft geſchieher, auf die ſchlechte Beſchaffenheit des Baues haben, ſchlieſſen muß. B . 3—[ͤ———— 10 Einleitung. Von einem Baumeiſter wird ferner hauptſaͤchlich verlangt, und jeder, der ohne deſſen Rath ſelbſt einen Bau fuͤhren muß, wuͤnſcht, daß obige Zwecke zugleich mit moͤglichſter Koſtenerſparung erreicht werden ſollen. Man bauet aber ſparſam: a) Wenn man die wohlfeil und in der Naͤhe zu habende Baumaterialien zu den Hauptſtuͤcken der Gebaͤude verwendet, ſich auch nicht mit denjenigen begnuͤget, ſo man vor Augen hat, ſondern durch fleiſſiges Nachſuchen unter der Oberflaͤche der Erde nachſpuͤret, ob z. E. Lehm, Thon und rohe Kalkmaterialien, vorhanden ſind, um ſich ſelbſt daraus Ziegel und Kalk zuzubereiten. Hierzu gehoͤrt vorzuͤglich das Ziegelbrennen in Feldoͤfen, oder nach ſogenannter Luͤcker Art. b) Die Baukoſten werden auch vermindert, wenn man, wie oben gedacht worden, zur rechten Jahreszeit bauet. Auſſer der Untuͤchtigkeit der Win⸗ terarbeiten, iſt dabei nichts als Zeitverluſt und uͤberfluͤſſiger Koſten⸗ aufwand.. c) Dieſerhalb wird auch ſelbiger vorzuͤglich vermindert, wenn man ſo wenig als moͤglich auf Tagelohn arbeiten laͤßt, ſondern alles, was ſich irgend ausmeſſen, oder nach Erfahrungsſaͤtzen in Abſicht der Zuthat, oder der zu verwendenden Zeit, um gute Arbeit zu liefern, ſchaͤtzen laͤßt, mit geſchickten und rechtſchaffenen Ouvriers verdingt, ſo daß dieſe tuͤchtige Arbeit lieſern und zugleich dabei beſtehen koͤnnen. Jene Kargheit aber, wo man die Bezahlung zu niedrig ſtellt, und mit ſchlechten und ungeſchickten Leuten zu Werke geht, die nur in Ruͤckſicht auf ihre zu liefernde Fuſcherarbeiten, dergleichen allzuniedrige Preiſe ſich gefallen laſſen koͤnnen, heißt nicht ſpar⸗ ſam, ſondern eigentlich verſchwenderiſch bauen, wovon die Urſachen keiner weitern Erkläͤrung beduͤrfen. Und doch iſt dies leider, ſo oft der Fall, daß Mindeſtfordernden die ganze Bauausfuͤhrung uͤberlaſſen wird. Was kann ein ſolcher Uebernehmer wohl fuͤr andere Abſichten haben, als dennoch ſich Bortheile durch moͤglichſt ſchlechtes Bauen zu verſchaffen. Das Zweckloſe folcher Veranſtaltungen faͤllt zu ſehr in die Augen, als daß es noͤthig waͤre, ein Mehreres daruͤber anzufuͤhren. d) Dem Baumeiſter muß daher erlaubt ſeyn, billige und nicht zu niedrige Preiſe annehmen zu duͤrfen; wird ihm ſodann die noͤthige Zeit zu ſeinem Geſchaͤfte geſtattet, d. i. wird ihm nicht ein zu großer Wirkungskreis ange⸗ wieſen, oder derſelbe nicht mit Arbeiten uͤberladen, ſo daß er detaillirte und ——. Einleitung. 11 der beſtimmte Zeichnungen und Anſchlaͤge anfertigen*), auch hauptſaͤchlich, gleich.'es werde ein Bau auf Rechnung oder in Entrepriſe ausgefuͤhrt, oͤfters dar⸗ nach ſehen kann, ſo kann von ihm eine zweckmaͤßige und dauerhafte Aus⸗ fuͤhrung gefordert werden. 0) Fuͤr die Erſparung der Unterhaltungskoſten der Gebaͤude wird geſorgt, wenn jen ha man entſtehende Beſchaͤdigungen ſogleich durch Reparaturen wieder her⸗ nigen ſtellt, und einem groͤßern Schaden zuvorkommt, beſonders diejenige Maͤn⸗ uchen gel an den aͤuſſern Theilen, welche das Eindringen der Naͤſſe verſtatten. rohe f) Man verfaͤhrt auch hauptſaͤchlich in Abſicht des Koſtenaufwandes ſparſam, Kalk wenn man Gebaͤude, welche wegen ehemaliger ſchlechten Bauart, oder dſen,. durch Vernachlaͤſſigung der vorgedachten Reparaturen an einigen Theilen ſchadhaft geworden, nicht gleich gaͤnzlich abreißt und neue an deren Stelle dacht auffuͤhrt. Alte Gebaͤude koͤnnen durch zweckmaͤßige Mittel oͤfters noch Win⸗ lange Zeit erhalten werden. Die Wahl dieſer Mittel erfordert aber eine ſten⸗ genaue Kenntniß, vorzuͤglich von dem Detail der Maurer- und Zim⸗ maerarbeiten. venigz 1 Da es nun oͤfters ſo wohl jungen Baumeiſtern als Bauherrn hieran fehlet, rgend ſo wird nicht ſelten mit Koſtenverſchwendung dem Rathe gewinnſichtiger Leute er zu gefolgt, und ohne Noth zur Auffuͤhrung neuer Gebaͤude geſchritten. ickten Es iſt zwar auch wahr, daß zuweilen Reparaturen unternommen werden, die eſern am Ende beinahe eben ſo koſtbar geworden, als wenn man ein ganz neues tuͤchtiges n die Gebaͤude aufgefuͤhret haͤtte, anſtatt daß man denn doch ein geſticktes und geflicktes een behalten hat. Dieſes ebenfalls fehlerhafte Verfahren hat wiederum ſeinen Grund ian, in dem Mangel der, zu einer gehoͤrigen Unterſuchung und Entſcheidung, ob es vor⸗ ſpar⸗ theilhafter ſey, neu zu bauen, oder zu repariren, erforderlichen praktiſchen Kennt⸗ efuer niß von der Konſtruktion der Gebaͤude. daß») Die Methode der Franzoſen verdient Beifall und Nachahmung: ihren Bauanſchlaͤgen(Devis) iſt auſſer den deutlichſten Zeichnungen, eine umſttaͤndliche inſtruktive Beſchreibung des zu unter⸗ kann nehmenden Baues vorangeſetzt; Bei den Poſitionen des Anſchlages, ſind die Dimenſionen ˖ſich ſolcher Stuͤcke die zu klein ſind, als daß ſie auf dem Riß nach dem Maaßſtaabe abgenommen wer⸗ cloſe den koͤnnten, z. B. die Staͤrke des Holzes, die Groͤße und Schwere der eiſernen Anker, Naͤgel ꝛc. . beſtimmt ausgedruͤckt. Die Bauten werden unter gehoriger Aufſicht, durch Entrepren⸗ waͤn⸗ neurs ausgefuͤhret, allein, ihr Gewinnſt beſtehet nicht in demjenigen, was ſie an Materialien menagiren oder den Arbeitern abziehen, worin die Quelle des ſchlechten Baues lieget, ſondern . es werden dem Entrepreneur gleich gewiſſe pro Cent⸗Gelder als ſein Profit ausgeſetzt, fuͤr Mate⸗ drige. rialien und Arbeitslohn aber dasjenige bezahlt, was der Anſchlag beſagt; alſo gehorige Aufſicht; inem denn was hilft am Ende bei der Reviſion ein Regiſter von Maͤngeln und Fehlern, die oͤfters nicht 6 wieder gut gemacht werden koͤnnen! der dem Entrepreneur zu machende Abzug iſt fuͤr die Sache angee ſelbſt etwas Zweckloſes. und B 2 12 Einleitung. Von gegenwaͤrtiger Schrift, welche dieſe Lehren zum Hauptgegenſtand hat, handelt demnach in dieſem Erſten Theil, der erſte Abſchnitt, von den Baumaterialien, der zweite Abſchnitt, von dem Grund und Boden zur Auffuͤhrung der Gebaͤude, der dritte Abſchnitt, von den Fundamenten, Souterrains und Kellern, der vierte Abſchnitt, von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. Im zweiten Theile wird der erſte Abſchnitt, von den Balken und Decken, der zweite Abſchnitt, von den Daͤchern, der dritte Abſchnitt, von Bedeckung der Daͤcher, der vierte Abſchnitt, von dem innern Ausbau der Gebaͤude, als Fenſtern, Thuͤren, Oefen, Fußboden, Treppen, Anſtreichen oder Sta⸗ fiermahlerarbeiten u. ſ. w. handeln, und der fuͤ nf te Abſchnitt, Miszellanien, oder Anweiſungen zu allerlei Nebenbau⸗ geſchaͤften und vielleicht einige Nachtraͤge zu den vorhergehenden Materien enthalten, indem ich an dieſem Werke nur in der mir bei meinen vielen Dienſtgeſchaͤften uͤbrig bleibenden wenigen Zeit arbeiten kann, und alſo hin und wieder leicht etwas uͤber⸗ gangen ſeyn moͤchte, oder mir bis zum Schluß dieſes Werks noch erſt bekannt werden duͤrfte, welches der Vollſtaͤndigkeit wegen und zu Mererer Belehrung nachgeholt zu werden ver⸗ diente. at, der Erſter Abſchnitt. Von den Baumaterialien. §. Da Baumaterialien ſind: Von den Bau⸗ I. Steine, und zwar materialien a) ſolche, welche in ihrem natuͤrlichen Zuſtand ohne Veraͤnderung der Beſtand⸗ uberhaupt. theile gebraucht und nur bearbeitet werden, d. i., die erforderliche Geſtalt erhalten duͤrfen, als Marmor, Kalkſtein, Alabaſter, Sand, oder Bruch⸗ ſteine, Feldſteine, Schiefer. b) Steine, welche von Menſchen⸗Haͤnden aus weichen Materialien, der Abſicht gemaͤß, verſchiedentlich geformt, und entweder bloß an der Luft und Sonne getrocknet, oder durchs Feuer feſter gebrannt werden. II. Holz, und zwar Eichen, Lerchenbaum, Kiehnen oder Kiefern, Tannen, Fichten oder ſogenannte Rothtannen, Buchen, Elſen und andere Holzſor⸗ ten mehr. III. Verbindungsmaterialien der Steine, als Kalk, Gyps, Thon, Lehm, Sand oder andere Surrogate deſſelben, und allerlei zuſammenge⸗ ſetzte Kitte, woneben zuweilen auch eiſerne Anker, Klammern und Duͤbel gebraucht werden. 8553 IV. Metalle, als Eiſen, Bley, Zinn, Kupfer, Meßing ꝛe. ꝛc. V. Farben, Glas, Rohr, Stroh ꝛc. ꝛc. 5. a. D Von den Steinen, welche der Maſſe nach von der Natur erzeugt, und Vom Mar⸗ entweder ſo gebraucht, oder nur bearbeitet werden duͤrfen, wird Mod a) der Marmor, nur bei Prachtgebaͤuden vom erſten Range gebraucht. Im hieſigen Klima iſt aber der Marmor aͤußerlich nicht dauerhaft, ſondern wird durch den Froſt beſchaͤdiget, wie man ſolches an den Kolonaden in Sans⸗ Soucy bemerken kann; die daran befindlichen rothen Flecke ruͤhren vom Roſte her, . B 3 14 Erſter Abſchnitt. der ſich an den eiſernen Duͤbeln und Klammern, womit die M armtorſtüͤcke zuſam⸗ mengeſetzt ſind, erzeugt. Daß der Marmor auf den Waͤnden und an Saͤulen durch Vernniſehungen von Gyps und Farben ſehr kuͤnſtlich nachgeahmt wird, iſt bekannt. Der eigentliche Marmor giebt, wenn derſelbe gebrannt wird, den beſten Kalk*), und nur in dieſer Ruͤckſicht wird dieſes blos zur Pracht⸗Baukunſt gehoͤ⸗ rigen Materials hier erwaͤhnt. *) Penther ſagt in ſeinem Lexico architectonico ſehr irrig, Marmor koͤnne wohl zu Glas, nicht aber zu Kalk gebrannt werden. Der Kalkſtein von Ruͤdersdorf iſt ebenfalls eine Art von groben Marmor, der auch eine Politur annimmt; ſeine aſchgraue Farbe iſt aber nicht angenehm und die daraus verfertigte Tiſchblaͤtter oder andere Sachen ſind zu zerbrechlich*). *) Dieſerhalb iſt wahrſcheinlich der im Jahr 1775 durch die Koͤnigl Haupt⸗Bergwerks⸗ und Huͤtten⸗ Adminiſtration geſchehene Vorſchlag, eine Polier⸗ und Schleifmuͤhle anzulegen, um darauf Flieſen auf Marmorart von den Ruͤdersdorfſchen Kalkſteinen zu ſchleifen, nicht zur Ausfuͤhrung gekommen, obgleich die Proben des Schleifens und Polierens ſehr gut ausgefallen waren. §. 3. 8 Von den Kalk⸗ b) Kalkſtei ne, Chier nur in Betracht ihres Gebrauchs im natuͤrlichen Zuſtande, ſteinen. als zugehauene Steine, um Mauerwerk damit aufzufuͤhren;) Der vorzuͤglichſte und einzige Kalkſteinbruch in den Marken, Pommern und Preußen iſt in Ruͤdersdorf, vier Meilen von Berlin. Sehr umſtaͤndliche und genaue Nachrichten von dieſem Kalkſteinbruch findet man in des Herrn Praͤſidenten von der Hagen, Beſchreibung der Kalkſteinbruͤcche bei Rüders⸗ dorf, Berlin 1785. Jedoch zeigen ſich in Suͤdpreußen, vorlaͤngſt der Warthe, auch bei Kaliſch und an andern Orten Spuren von Bruch⸗Kalkſteinen. Die von der Natur erzeugten Steine werden ſelten in der Oberflaͤche der Erde angetroffen, ſondern mehrentheils tief unter der Dammerde. In dem Futen Stuͤck von 1779 des Leipziger Intelligenz⸗Blatts S. aas iſt eine Abhandlung uͤber Merkmale beſindlich, welche die Gegenwart der Steinbruͤche wahrſcheinlich machen. Die Kalkſteine werden gebrochen, mit Pulver abgeſprenat oder nach der Berg⸗ maͤnniſchen Sprache geſchoſſen. Diejenigen Kalkſteine, welche im Herbſt gebrochen worden ſind, und den Winter uͤber an der freien Luft gelegen haben, ſind nicht ſo brauchbar, als die, welche im Fruͤhjahr gebrochen und gleich im folgenden Sommer verbraucht werden, weil erſtere vom Froſte leiden. Von den Kalkſteinen werden Fundamente in und uͤber der Erde, auch wohl Schaͤlung⸗ und Schleuſen⸗Mauern aufgefuͤhret; ſie ſind aber zu letzterem Behuf, wegen der abwechſelnden N aſſe und Trockenheit, nicht allzudauerhaft, beſonders Von den Baumaterialien. 13 wenn ſie dabei zugleich vom Froſte leiden. Diejenigen Steine, welche an die aͤuſſern Seiten der Mauern kommen, werden von den Maurern gerade behauen, jedoch duͤrfen ſie ſich dazu nur des Hammers und nicht des Meißels und Kloͤppers bedienen, weil dieſe Werkzeuge den Steinmetzen gebuͤhren. Zum Mauern werden in Ruͤdersdorf an Jedermann Kalkſteine gegen eine Aſſignation des Koͤnigl. Bergwerksdepartements verkauft; allein nicht um Kalk 3 davon zu brennen, als welches allein auf den in den Provinzen etablirten Koͤnigl. Jaltorelen beſorgt wird. er In den Aſſignationen wird bemerkt, ob Fhahs oder kleine Kalkſteine verab⸗ nd folgt werden ſollen; erſtere ſind etwas theurer, jedoch im Bau vortheilhafter; man muß aber immer von beiden Sorten nehmen, weil nicht lauter große Kalkſteine in 38 den Bruͤchen zu beſchaffen ſind*). ſen In der Berliner Zeitung Num. 27 vom 3ten Maͤrz 1796 iſt bekaunt gemacht worden: —n, 1) daß waͤhrend der Winterzeit zu Ruͤdersdorf keine Kalkſteine gebrochen werden koͤnnen, weil 3 die friſchen Steine, wegen ihrer in ſich habenden Feuchtigkeit, von dem mittelmaͤßigen Froſte zerſplittert werden. 2) daß bei zu naſſer und zu zeitiger Fruͤhlings⸗ und Herbſt⸗ auch Winterwitterung dieſe Arbeit fuͤr die Bergarbeiter zu gefaͤhrlich iſt; und e 3) die ſpaͤte Herbſt⸗ und Winterzeit von je her dazu beſtimmt geweſen iſt, den Abraum wegzu⸗ ſchaffen, und die Baͤnke zu entbloͤſen; es wird alſo, beſonders des eigenen Vortheils der Kalk⸗ 3. ſtein⸗Abnehmer wegen, fuͤr die Zukunft bekannt gemacht, daß von der Mitte des Novembers 4 an, bis Ausgangs Maͤrz, keine Kalkſteine von der Ruͤdersdorfſchen Ablage, abgeholt werden koͤnnen. ern§. 4. 5 Der Verkauf der Kalkſteine geſchiehet Prahmweiſe. Ehedem enthielt ein Vom Verkauf et Prahm ein koͤrperliches Maaß von zwei und zwanzig und einen halben Fuß lang, der Kalkfeine. ſieben und einen halben Fuß breit und zwei und einen halben Fuß hoch, oder ein fen, jeder anderer aufgeſetzter Koͤrper Kalkſteine, der ſo wie dieſer 421 Kubikfuß ent⸗ un hielte, galt fuͤr einen Prahm, jetzt wird aber ein Prahm zu dreihundert Kubik⸗ fuß, moͤglichſt dicht, d. i. Stein an Stein, und Stein auf Stein geſetzt; und zwar fg⸗ 10 Fuß lang, 10 Fuß breit, 3 Fuß hoch, oder 2 z) ⸗ ⸗„ 6⸗ 2 ⸗ ⸗ aer. 30 3 2 5* 7 2 2 2 lche ⸗ 20 4 ⸗ 5 2 ⸗ 3 4 5 veil 15 10„ 2 ⸗„ ⸗ 3 und ſo weiter. vohl 92 2 2Q„2. 5. 9„ 2 zuf, Da aber viele Zwiſchenraͤume in den aufgeſetzten Kalkſteinen ſind, ſo koͤnnen Wie viel der⸗ des mit einem Prahm Kalkſteine nur eine und drei viertel Schachtruthe, oder, wie man ſelben zum 16 Erſter Abſchnitt. Mauerwerk er⸗ noch ſicherer annehmen kann, mit dreihundert Kubikfuß aufgeſetzten Kalkſteinen forderlich ſind. nur zweihundert Kubikfuß dichtes Mauerwerk Mauer aufgefuͤhret werden. Ein Kubikfuß roher Kalkſteine wiegt hundert und acht und funfzig Pfund. . 5. 6. Preiß der alk⸗ Der Preiß iſt noch der nemliche, den Holſche S. 21 unp ab ſeiner Grund⸗ ſteine. ſaͤtze zur Anfertigung richtiger Bauanſchlaͤge, angiebt. Es koſtet nehmlich 1 Prahm große Kalkſteine. 1 Prahm ordinaire Kalkſteine excl. Schleuſen⸗ incl. Schleuſen⸗ excl. Schleuſen⸗ incl. Schleuſen⸗ Geld und Schreib⸗Geld und Schreib⸗ Geld und Schreib⸗ Geld und Schreib⸗ Gebuͤhren. Gebuͤhren. Gebuͤhren. Gebuͤhren. Rthlr. gr. pf. Rthlr. gr. pf. Rthlr. gr. pf. Rthlr. gr. pf. gegen ganze Bezah⸗ U lung 74113— 7 14 6 6 16— 6 1756 Auf Aſſignation zu Koͤnigl. oder publi⸗ ken Bauten in der Provinz V 4 21 3 4 22 9 141 3 3 130 9 02 Die Waſſerfracht betraͤgt aber fuͤr den Prahm, von Ruͤdersdorf bis Croſſen 11 bis 12 Rthlr. *. Cuͤſtrin 9 bis 14 Rthlr. ..„Landsberg an der Warche 11 bis 15 Rthlr. §. 7. Vom Alaba⸗ C) Alabaſter ,wird ſelten anders gebraucht, als um Gyps daraus zu brennen, ſter..z bei weſchem Artikel das Mehrere vorkoͤmmt. 1§. 8. Von den d) Sand⸗ oder Bruchſteine(auch Werlkſtuͤcke oder Quaderſtetn⸗ Sadf ader genannt) ſind in Abſicht der Farbe und Haͤrte ſehr verſchieden, im Waſſer ſehr 4 dauerhaft, und dieſerhalb von den Magdeburgſchen, beſonders die ſogenann⸗ ten Rothenburgſchen von rother Farbe zum Waſſerbau brauchbar. Im Feuer ſind nur diejenigen Bruchſteine dauerhaft, welche eine ſtarke M iſchung von Thon bei ſich fuͤhren. Bei horizontal liegenden Geſimßen und dergleichen reſiſtiren die Werkftück nicht ſehr lange ohne eine Bedeckung von Blech oder Kupfer. Die ——— Von den Baumaterialien. 17 n Die vertikal ſtehende Flaͤchen derſelben, koͤnnen jedoch durch einen Anſtrich au mit Oehlfarbe ſehr konſerviret werden. Die Werkſtuͤcke bilden im Ganzen beinahe horizontal⸗fortgehende Schichten oder Lagen, welche auch an den gebrochnen Stuͤcken kenntbar ſind. d Ddie von den Steinmetzen zuzuhauende Bauſteine muͤſſen jederzeit ſo einge⸗ richtet werden, daß dieſe Lagen wiederum horizontal zu liegen kommen, wenn die Steine ihrer eigenen oder der darauf zu ſetzenden Laſt gehoͤrig reſiſtiren ollen*). 3*) Jeun kann ſolches mit den Blaͤttern eines Buchs vergleichen, indem, wenn man ſolches auf die 3 Seite ſtellte oder in dieſer Lage beſchwerete, die Blaͤtter ſich auseinander druͤcken wuͤrden. Ddie Werkſtuͤcke werden mit Saͤgen ohne Zaͤhne, bei Zuthuung von Waſſer 2. und Sand von einander geſchnitten, ſonſt auch mit dem Meißel und Kloͤpper bearbeitet. Bei Veranſchlagung der Quantitaͤt von rohen Werkſtuͤcken, wird fuͤr jede davon gerade zu bearbeitende Flaͤche, ein Zoll mehr als Abgang gerechnet, welches man den Arbeitszoll nennt. . Rohe Werkſtuͤcke von ein bis dreiſig Kubikfuß ſind im Ankaufspreiſe gleich, dann ſteigt derſelbe aber von zehn zu zehn Kubikfuß der mehreren Groͤße*). *)) Es giebt ſehr große Bloͤcke von Sandſteinen woraus ganze Saͤulenſtaͤmme gemacht werden koͤnnen; ſo hatte man z. B. zum Bruͤckenbau bei Neuilli ohnweit Paris unter andern ein Werkſtuͤck von 44 Fuß lang herbei geſchaffet, ſ. Description des projets et de la construction des Ponts de Neuilli, de Mantes, d'Orleans etc. p. M. de Perronet a Paris 1788. S. 5. —§. 9. e) Feldſteine, ſind in mineralogiſcher Ruͤckſicht von verſchiedenen Gattungen Von den Feld⸗ und Beſtandtheilen, alle aber von großer Feſtigkeit und Dauer in der Luft und ſeeinen. im Waſſer, dahingegen widerſtehen ſie dem Feuer nicht. Die Feldſteine koͤnnen durch Werkzeuge von Eiſen und Stahl in regulaire Formen bearbeitet werden; man findet hiervon die vortreflichſten Beiſpiele an 6 antiken Gebaͤuden. Auch jetzt werden noch dergleichen Bauſteine und ſelbſt hr Muͤhlenſteine daraus verfertiget. Letzteres darf aber, um nicht den Debit der Koͤnigl. Muͤhlſteinen⸗Fabriken von Bruchſteinen zu ſchmaͤlern, nur alsdann geſche⸗ hen, wenn der Muͤller den zu einem Muͤhlenſtein hinlaͤnglich großen Feldſtein auf ſeinem eigenthuͤmlichen Grunde findet.. In Preußen und Litthauen hat man vorzuͤglich die Gewohnheit, Feldſteine zu Fundamenten uͤber der Erde, zu Treppenſtuffen und dergleichen regulaͤr zu behauen. Vorzuͤgliche architektoniſche Arbeiten der Art findet man an einigen Thoren der Stadt Danzig und an den Ueberbleibſeln des alten Ritterſchloſſes in Marienburg in Weſtpreußen. E au⸗ er von üͤcke Die I Erſter Abſchnitt. §. 10. Die Feldſteine Die Feldſteine koͤnnen jedoch auch in ihrer natuͤrlichen irregulaͤren Geſtalt, koͤnnen in zu Fundamenten und Mauern uͤber der Erde gebraucht werden. Sie werden aber ihen werui auch, theils wegen der beſſern Lage und um ihnen zur Verbindung unter einander gebraucht oder in den Mauern, eine geſchicktere Figur zu geben, theils um den Transport großer eiced Feldſteine zu erleichtern, zuweilen in kleinere Stuͤcke zertheilt; dies geſchieht ent⸗ ver geſprengt an den erhitzten Stein mit einem großen eiſernen Schmiedehammer(Poſſekel) anſchlaͤgt, oder ſie werden mit Pulver geſprenget, d. i. mit eiſernen Bohrern, Löcher darin gemacht, ſelbige mit Pulver geladen und angezuͤndet, man findet faſt aller Orten Leute, die mit dieſer Arbeit umzugehen wiſſen, und dieſes Sprengen gewoͤhnlich in Verding uͤbernehmen, da denn gemeiniglich fuͤr jeden Zoll zu bohren, mit Inbegriff der Geraͤthſchaften, welche der Arbeiter ſelbſt halten, ſo wie auch das Pulver anſchaffen muß, ein Groſchen bezahlt wird. Weil das gewoͤhnliche Sprengen mit Pulver ſehr bekannt iſt, ſo wuͤrde die Beſchreibung dieſes Geſchaͤfts hier uͤberfluͤſſig ſeyn. §. 11. Seſchrei—bung Die Zerſtuͤckung oder eigentlich das Spalten großer auf dem Felde liegender des Spaltens Feldſteine kann auch vermittelſt eingetriebener Keile geſchehen, wodurch man große 4 ld⸗ beihe 85 und mehrentheils mit geraden Flaͤchen verſehene Stuͤcke erhaͤlt, die vorzuͤglich zum eiſernen Kei⸗ Bau der kleinen Feldbruͤcken ſehr vortheilhaft angewandt werden koͤnnen. Zu dieſer ke. Arbeit ſind zuvoͤrderſt nachſtehende Geraͤthſchaften erforderlich: Vier Stuͤck Picken Fig. 1. von gutem Eiſen, zehen Zoll lang, einen Zoll breit, an beiden Enden gut verſtaͤhlt, die aber doch beim Gebrauch alle drei bis vier Tage geſchaͤrft und nach drei- bis viermaligen Schaͤrfen auch wohl ſchon wieder verſtaͤhlt werden muͤſſen. Zehn Stuͤck ſcharf abgeſchmiedete Keile, Fig. 2. von weichem unverſtaͤhltem eiſen, fuͤnf Zoll lang, ein und einen halhem Zoll breit, jedoch auch einige kleinere von weichem Eiſen. Ein großer Hammer, oder ſogenannter poſekel, Fig. 3. deſſen untere Kante verſtaͤhlt ſeyn muß. Sechszehn bis zwanzig eiſerne Blechſtuͤcke, Fig. 4. vier und einen halben Zoll lang, zwei und einen viertel Zoll breit, oben bei ab, einen achtel Zoll dick, und an der untern Kante c d. zugeſchaͤrft. weder blos durch Erhitzung mit Feuer von leichtflammenden Holze, welches auf werden. derjenigen Seite angemacht wird, wo die Luft eben herkommt, und indem man Von den Baumaterialien. 19 Dieſe Geraͤthſchaften koſten etwa zehn bis zwoͤlf Thaler, und ſind fuͤr zwei Mann hinreichend, welche bei dieſer Arbeit angeſtellt werden. Der zu ſpaltende Stein wird ganz von der umliegenden Erde befreiet, und auf allen Seiten los gegraben, ſo daß er auf keiner Seite im mindeſten anliegt, denn ſonſt ſpringt er auch bei der groͤßten Gewalt nicht auseinander. Wenn der Stein auf allen Seiten los gegraben iſt, ſo wird auf demſelben die Linie, nach welcher man ihn ſpalten will, durch eine mit Kohlen beſtrichne Schnur vorgezeich⸗ net; dieſe Linie muß nach der nicht fuͤglich zu beſchreibenden, ſondern blos durch Uebung, jedoch ziemlich ſchwer zu erkennenden Richtung, in welcher die Feld⸗ ſteine auch einigermaßen ſchichtenweiſe, wie die Sandſteine zuſammengeſetzt ſind, genommen werden.. Auf dieſer Linie wird mit einer von den beſchriebenen Piken, eine Rinne gefehr zwei Zoll breit und zwei und einen halben Zoll tief, und zwar die erſte der Tiefe mit der Queere der Pike, wie Fig. 5. zeigt, die zweite aber nach d Laͤnge derſelben, Fig. 6, nach unten zu etwas ſchraͤge zuſammenlaufend, einge⸗ hauen. Hierbei bewahren die Arbeiter ſich die Augen mit einem Flohr. Die Rinne muß auch bei dem Aushauen oͤfters mit einem Strohwiſch gereiniget werden. Wenn ſie fertig iſt, wird ſie ihrer Breite nach in Entfernungen von ſieben bis acht Zoll, wenn aber der Stein ſehr groß und hart iſt, noch naͤher an einander, mit eiſernen Blechen, wie aus Fig. 7. zu ſehen, dergeſtalt ausgeſetzt, daß auf jed Stelle ſo viele Bleche ſo dichte an einander geſetzt werden, daß die letztern derſelben ſchon mit einem Hammer eingetrieben werden muͤſſen. Wenn dieſes geſchehen, ſo ſetzet man in die Mitte eines jeden ſolchen Satzes von Blechſtuͤcken, einen von den eiſer⸗ nen Keilen Fig. 2.(das Profil Fig. s. macht dieſes noch deutlicher) und ſchlaͤgt mit dem Hammer auf die Keile, von einem Ende des Steins zum andern, erſt ſchwach, dann ſtaͤrker und zuletzt geſchwinde und mit verdoppelten Kraͤften auf einen Keil nach dem andern; vorzuͤglich aber auf diejenigen, welche am leichteſten eingehen oder gut ziehen, da denn der Stein gar bald, faſt ſo gerade wie ein Brett von einander ſpringt. I 4 Derſelbe giebt zuweilen kurz vor dem Spalten einen leiſen Ton auf dem einen Ende, welcher das Reißen anzeigt, und es iſt alsdann noͤthig, auf die Keile am andern Ende ſogleich mit voller Macht zu ſchlagen, weil, wenn man dabei langſam zu Werke gehet, die gerade Flaͤche verfehlet wird. Die haͤrteſten Steine, die man einigermaßen aus der dunkelrothen Farbe dafuͤr erkennt, laſſen ſich am beſten in große Stuͤcken mit ziemlich ebenen Flaͤchen ſpalten. Haben die Steine aber ſchon natuͤrliche Riſſe oder Spalten, ſo zerſpalten 5 C 2 20 Erſter Abſchnitt. ſie bei dem Eintreiben der Keile in mehrere und irregulaire Stuͤcke mit nceraden 8 lachen. Einen großen Stein in vorgedachler Art in zwei Stuͤcke zu ſpalten, wird 1 Rehlr. 8 gr. bezahlt. §. 12. Wie mit der⸗ Dieſe Steine dienen bei kleinen Feldbruͤcken von vier bis ſechs Fuß breit, harchen nar. anſtatt des Gewoͤlbes; wenn nemlich die Wiederlager ſolcher Bruͤcken zuvor von hanue ein andern großen irregulairen Feldſteinen in Moos aufgeſetzt worden, ſo werden dieſe Feldbruͤcken Steinſtuͤcken, anſtatt der Gewoͤlbe als platte Deckſteine daruͤber gelegt, Fig. 9. banden an Dieſe Bruͤcken leiſten eine faſt ewige Dauer. 3 Zuweilen ſind die Deckſtuͤcken an den Seiten ungleich, und ſchlieſſen daher genau an einander, ſondern laſſen, Fig. 10. Loͤcher czwiſchen ſich. Auf dieſe werden aber, wie bei d zu ſehen, andere kleinere geſpaltene Steinſtuͤcken elegt, damit die Oefnungen gerade von oben herunter, zugedeckt ſind, denn wenn gleich dieſe kleinere Deckſteine ſeitwaͤrts Oefnungen zwiſchen ſich und den großen Steinen laſſen ſollten, ſo hindert ſolches nichts, wenn nur ſenkrecht oder von oben genommen, alles zugedeckt iſt. Dieſe Decken der Bruͤcken werden ſodann mit Sand befahren und ein Steinpflaſter daruͤber gelegt. der Colonie Friedrichsdorf bei Koͤpnick iſt ein Arbeitsmann Namens Mehls etablirt, welcher G inſpalten und den vorgedachten Bruͤckenbau in einigen Gegenden der Kuhrmark beſorgt; und es waͤre zu wuͤnſchen, daß mehrere Leute zu dieſem nuͤtzlichen Geſchaͤfte in andern Provinzen von ihm angelernt wuͤrden. §. 13. Beſchreibung Fig. 11. ſtellet einen Wagen zum bequemen Transport großer Feldſteine vor. wie die Wa⸗Man bringt nemlich an einem gemeinen jedoch etwas ſtarken Wagen durch Ketten uhim Auf⸗ oder ſtarke Stricke eine Buͤrge von fuͤnf bis ſechszoͤlligen Holze dergeſtalt an die und Abladen Vorderachſe an, daß die Buͤrge mit dem andern Ende auf der Erde liegt, worauf keaher Fen alsdenn, und wenn der Hinterwagen unterdeſſen zuruͤck geſchoben, die Deichſel richten ſind. deſſelben aber in die Hoͤhe geſtellt worden, die Steine mit Hebebaͤumen leicht auf dieſe Buͤrge gewaͤlzt werden koͤnnen, wie aus der nach einem kleinern Maasſtaabe gezeichneten I1ten Fig. b. zu erſehen. Hierauf wird das auf der Erde liegende Ende der Buͤrge, mit Ketten oder ſtarken Stricken an die Hinterachſe befeſtiget, alsdann die Deichſel vermoͤge des oben daran befindlichen Stricks ſo weit vorwaͤrts herunter gezogen, als es die aufgeladenen und dadurch mit dem auf der Erde lie⸗ genden hintern Ende der Buͤrge, ſich erhebenden Steine erlauben, wie Fig. 11. c. zeigt; alsdann befeſtiget man das Ende der Deichſel an den Vorderwagen, und ———J— Von den Baumaterialien. 21 die auf der an den Achſen des Wagens ſchwebenden Buͤrge liegende Steine werden fortgefahren. Bei dem Abladen wird die Deichſel vom Vorderwagen abgebunden, und wieder zuruͤck gelaſſen, wodurch das hintere Ende der Buͤrge ſich wieder auf die Erde ſenkt, ſo daß die Steine von der Buͤrge leicht herunter gewaͤlzt werden koͤnnen. Das eigentliche Umſchlagen der Ketten und Taue zu beſchreiben, wuͤrde zu weitlaͤufig ſeyn. Es findet ſich ſolches auch von ſelbſt bei dem Gebrauche eines ſolchen Fuhrwerks*). *) Ich gebe gerne zu, daß dieſe Art des Transports großer Feldſteine ſchon vielfaͤltig bekannt iſt; wann indeſſen auch nur einige hier erſt davon unterrichtet werden, ſo wird dieſe Beſchreibung nicht ganz unnüͤtz ſeyn. In den Anzeigen der Leipziger oͤkonomiſchen Geſellſchaft, von der Oſtermeſſe 1789. S. 12. iſt ein aͤhnliches Fuhrwerk zum Transport großer Werkſtuͤcke beſchrieben und in Kupfer geſtochen. Es beſtehet aber nur aus dem Hinterwagen, an deſſen ſtarke Axe die Laſt mit Ketten angehaͤngt, durch die Deichſel aufgehoben und ſo haͤngend fnrigenihxet wird. §. 14. Die mittelmaͤßig großen, und die kleinen Feldſteine zum Pflaſtern ‚werden Pa dem gemeiniglich im Ankauf nach Schachtruthen bedungen*) und der bequemen Aus⸗ meſſung wegen, auf der Bauſtelle in regulaͤre Haufen aufgeſetzt. Weil aber die irregulaͤren Feldſteine viele leere Raͤume zwiſchen ſich laſſen, ſo kann man von fuͤnf Schachtruthen aufgeſetzter Feldſteine etwa nur vier Schachtruthen ſolide Mauer rechnen. Der Kubikfuß Feldſteine wiegt etwa hundert und fuͤnf und ſechszig Pfund. Gehet man nun von dem Satze aus, der zur ohngefaͤhren Beſtimmung des Fuhr⸗ werks weiter beibehalten werden ſoll; daß ein zweiſpaͤnniges ſchlechtes Bauerge⸗ ſpann, zwoͤlf Scheffel Roggen zu achtzig Pfund, alſo neun hundert und ſechszig Pfund bei mittelmaͤßig gutem Wege faͤhret; ſo wuͤrden ſieben bis acht Kubikfuß Feldſteine durch ein ſolches Fuhrwerk fortzuſchaffen ſeyn. Bei herrſchaftlichen oder andern ſtarken Pferden fuͤr Geld, kann man aber beinahe das Duplum rechnen. Da nun zu einer Quadratruthe Steinpflaſter, zu acht Zoll dick gerechnet, ohngefehr ſechs und neunzig Kubikfuß Feldſteine gehoͤren, ſo wuͤrden vierzehn ſchlechte oder etwa acht gute zweiſpaͤnnige Fuder kleine Feldſteine zu einer Quadratruthe Gewoͤbn⸗ liches Steinpflaſter, erforderlich ſeyn. *) Bloß in Berlin und Potsdam iſt bei den Feldſteinen ein Maas von beinahe zwoͤlf Kubikfuß uͤblich, welches ein Kum genannt wird.. §. 153 5 f) Der Schiefer, wird an den Orten, wo derſelbe haͤufig zu finden iſt, zu VomSchiefer. Mauern, in hieſigen Gegenden aber, des weiten Transports wegen, ſelbſt nur zum Decken der Daͤcher ſelten gebraucht. C 3 der Feldſteine. Von den kuͤnſtlichen und zwar zu⸗ voͤrderſt von den geformten und getrockne⸗ ten Lehm⸗ oder Luftziegeln. 22 Erſter Abſchnitt. Der Schiefer ſpringt bei Erhitzungen, welches bei Feuersgefahren fuͤr die Rettenden gefaͤhrlich iſt. Ein Schieferdach erfordert auch eine Verſchalung von Brettern, worauf die Schiefer angenagelt werden, alſo einen anſehnlichen Auf⸗ wand von Holz, Naͤgel und andern Eiſenwerk, als zu den anzubringenden Hacken, woran die Schieferdecker bei Reparaturen, die Leitern anhaͤngen*). *) Das groͤſte Gebaͤude in hieſiger Gegend, welches mit Schiefer gedeckt, iſt das 282 Fuß lange, 90 Fuß breite und im Lichte 32 Fuß hohe Reithaus in Schwedt, welches uͤberhaupt wegen des im Haͤnge⸗ werk verbundenen Daches ſehr merkwuͤrdig iſt. §. 16. 2) Von den Steinen, welche von Menſchen⸗Haͤnden aus weichen Materien geformt und entweder blos getrocknet, oder durch Feuer feſt gebrannt werden, werden zuvoͤrderſt a) Die Lehmziegel wie die Mauerſteine in Formen geſtrichen, und blos an der Sonne und Luft getrocknet, weshalb man ſie auch Luftziegel nennt, ſie erhalten gemeiniglich die Groͤße gewoͤhnlicher Mauerſteine, und fuͤr das Tauſend anzufertigen, wird etwa ein Rthlr. bezahlt. Zu einem Tauſend dergleichen Steine gehoͤren ſechszehn bis zwanzig Bauer Fuder Lehm. Die Dauer der getrockneten oder ungebrannten Steine kann aus Zeugniſſen des graueſten Alterthums erwieſen werden; Vitruv, Plinius und viele andere Schriftſteller erwaͤhnen ihres Gebrauchs in den fruͤhſten Zeiten und beſtaͤtigen ihre Dauer. Es bedarf indeſſen ſolcher weit hergeholten Beiſpiele nicht, da die aus neuerern Zeiten genugſam belehren, daß die Lehmſteine an trocknen Oertern, und(den Grad des kuͤnſtlichen Schmelzfeuers ausgenommen) dem gewoͤhnlichen ſtarken Feuer aus⸗ geſetzt, nicht nur nicht vergehen, ſondern deſto feſter werden; man hat ſo gar bemerkt, daß ſo bald ein Brand in Rauchfaͤngen und Schornſteinen entſtanden, die gebrannten Steine ergluͤhen, daß man dieſes aber von den ſo genannten unge⸗ brannten Luftſteinen nicht zu befuͤrchten habe, vielmehr kann man verſichert ſeyn, daß ein von dergleichen Steinen aufgefuͤhrter Schornſtein, jeden Brand ausdauern werde*). *) S. Reichsanzeiger Monat Octbr. 1795. S. 1218. Zu Auffuͤhrung der Schornſteine, wenigſtens in gemeinen Landgebaͤuden iſt. der Gebrauch der Luftſteine auch ſchon ſo allgemein, daß es ieſerbald keiner wei⸗ tern Empfehlung bedarf. Weniger aber ſcheint man noch zur Zeit die ſchon vor⸗ —— Von den Baumaterialien. 23 handene Beiſpiele nachahmen zu wollen, nemlich die Luftſteine zu Auffuͤhrung der innern Scheidewaͤnde, und noch weniger zu den Auſſenwaͤnden zu gebrauchen. Unterſucht man die Feſtigkeit eines aus gutem, das iſt, nicht zu magern, oder mit zu vielem Sande vermiſchten Lehm geformten und wohlgetrockneten Lehm⸗ ziegels(welches letztere neben der erſten Eigenſchaft eine Hauptbedingung iſt,) gegen manche Sorten unſerer jetzigen gebrannten Steine, ſo duͤrfte wohl der Zweifel, daß erſtere nicht eben ſo gut, als letztere zur Auffuͤhrung ſämmtlicher Mauern eines Gebaͤudes gebraucht werden koͤnnten, leicht wegfallen.* Daß den Lehmwaͤnden ein uͤber die Erde gehoͤrig und wenigſtens anderthalb Fuß erhoͤhetes Fundament gegeben werden muß, verſteht ſich von ſelbſt, und es iſt anzurathen, uͤberdem noch einen Fuß hoch uͤber die Fußboden mit gebrannten Steinen zu mauern, um die Feuchtigkeiten bei Reinigung oder bei dem Scheuern der Zimmer von den Waͤnden abzuhalten, welches auch in den obern Stock⸗ werken zu beobachten ſeyn wuͤrde, das iſt, wenn die Lehmwaͤnde bis zur Hoͤhe der Fußboden aufgefuͤhret worden, ſo muß ein Fuß hoch uͤber den Fußboͤden des obern Stockwerks wieder mit gebrannten Ziegeln gemauert und denn mit den Lehmſteinen fortgefahren werden. Es iſt ferner bei dieſem Gebrauche der Lehmziegel noͤthig, die Ofenloͤcher mit gebrannten Steinen einzufaſſen, auch die Stellen bei den Feuerheerden, ſo weit das Holz gegen die Mauer gelegt wird, damit zu mauern, nicht, weil die Lehm⸗ ſteine die Hitze des Feuers nicht vertragen koͤnnten, ſondern weil ſie durch harte daran geworfene Koͤrper leichter abgeſtoſſen werden koͤnnen, als die gebrannten Ziegel. Ob gleich bereits wuͤrkliche Beiſpiele vorhanden ſind, daß aͤußere Mauern wenigſtens einſtoͤckigter Gebaͤude, blos von Lehmſteinen aufgefuͤhret, ſchon ſeit langer Zeit beſtehen*), ſo kann man doch um ſicherer zu gehen, die aͤuſſere Flaͤche der Mauern mit gebrannten Mauerſteinen dergeſtalt bekleiden, daß eine Schicht dieſer Steine nach der Laͤnge und die folgende nach der Breite gelegt werde, oder daß ein Verband des Mauerwerks mit den gebrannten und ungebrannten Steinen entſtehe. 1 *) Auf eine im Reichsanzeiger geſchehene Anfrage wegen der Bauart mit getrockneten Lehmziegeln iſt in Num. 133 dieſer Zeitſchrift v. J. 1795. geantwortet worden; daß in der Reſidenzſtadt Stuttgard vor 30 Jahren ein großes Gebaͤude von Lehmziegeln erbauet worden, welches ſich bisher gut erhal⸗ ten hat, und daß die allgemeine Meinung, daß das Gebaͤude von keiner Dauer ſeyn werde, nun⸗ mehr durch eine etliche und 3ojaͤhrige Erfahrung widerlegt ſey. In Num. 124. d. R. A. 1795. wird die Anfrage dahin beantwortet, daß die Regierung durch die vielen Feuerſchaͤden veranlaßt worden ſey, die Erbauung hoͤlzerner Gebaͤude zu ver⸗ bieten, und dagegen mit ungebrannten Ziegeln zu bauen, wegen der geringen Koſten des Mate⸗ 24 Erſter Abſchnitt. rials, wegen Erſparung des Arbeitslohns und wegen der beſondern Trockenheit ſolcher Gebaͤude.—— In der erſtgedachten Num. d. R. A. befindet ſich noch eine Anzeige, daß in den Vorſtaͤdten der Stadt Aſchersleben nur Wohnungen armer Leute von Lehmziegeln erbauet ſind; es ſei aber dabei zu bemerken, daß Ungeziefer allerlei Art in ſolchen Waͤnden ſehr proſperirte. Ich kann dieſem Vor⸗ geben des Herrn Hofraths von Fiſcher aus ſehr vielen eingeholten Nachrichten und aus eigenen Erfahrungen, wenigſtens in Abſicht der Maͤuſe gerade zu widerſprechen. Sollten denn dieſe in geſtackten und gelehmten Waͤnden nicht einen beſſern Aufenthalt ſinden, als in den dichten Lehmwaͤnden? m. ſ. S. 35. meiner Beſchreibung der Lehmſchindelndaͤcher. 3 Dieſe Bauart kann mit voͤlliger Sicherheit bei Gebaͤuden von zwei Stockwer⸗ ken angewandt werden. Die Beſorgniß, daß die von Lehmſteinen aufgefuͤhrten Theile der Mauer ſich mehr ſetzen wuͤrden, als die Bekleidung mit gebrannten Steinen iſt ganz unge⸗ gruͤndet; ſind die Luftſteine nur gehoͤrig getrocknet, ſo faͤllt dieſer Umſtand gaͤnzlich, weg, weil die Mauerſteine ebenfalls nur ſo, wie uͤberhaupt alle Lehmſteine, anſtatt mit Moͤrtel von Kalk, mit Lehm vermauert werden, und es ſindet alſo eine gleiche Schwindung in den Fugen ſtatt. Anmerk. Auſſer andern von mir ſchon gemachten vielfaͤltigen Erfahrungen, nehme ich vorzuͤglich Bezug auf ein im vorigen Jahre bei Potsdam ganz in vorgedachter Art erbauetes Haus von 60 Fuß lang 32 Fuß breit von zwei Stockwerken zu 10 Fuß hoch. Man hat dabei bemerkt, daß die Mauern ohngeachtet daß die Aeuſſern in beiden Stockwerken nur 18, und die ingern Scheidewaͤnde nur 10 Zoll ſtark ſind, bei dem Aufbringen und Umkanten der Balken weniger ſchwankten, als die von gebrannten Steinen und mit Kalkmoͤrtel aufgefuͤhrten Waͤnde es zu thun pflegen, und eben ſo ſchadete dem nur einen halben Lehmziegel ſtark uͤberwoͤlbten Fenſterſturze das Aufbringen und Um⸗ kanten der Balken nicht im geringſten. So ſtark iſt die Kohaͤſion der Lehmziegel mit dem Lehm, womit ſie vermauert werden, und da die Austrocknung des Lehms in den Fugen bald erfolgt, ſo iſt auch weit eher auf dieſe Kohaͤſion zu rechnen, als beim Moͤrtel und gebrannten Steinen. 3 In dieſem Gebaͤude iſt ein Theil des Corridors ebenfalls mit Lehmziegeln uͤberwoͤlbt, auf wel⸗ chem flachen Gewoͤlbe der ganze Schornſtein ruhet. Man machte bei dieſem Bau auch die Erfahrung, daß die waͤhrend der Auffuͤhrung der Lehm⸗ waͤnde eingetretenen ſtarken Regenguͤſſe dieſen Waͤnden nicht ſchadeten. Nach der Goldfußſchen Methode*) Lehmwaͤnde aufzufuͤhren, ſoll man ſich dadurch vor dem Regen waͤhrend des Baues fichern, daß auf den Ecken der Gebaͤude und auſſerdem Diſtanzweiſe, Pfeiler von gebrannten Steinen aufgefuͤhrt, auf ſelbigen das Dach aufgerichtet und gedeckt werde, um das uͤbrige der Waͤnde mit Lehmziegeln zu vollenden; dieſe Vorſicht iſt aber keinesweges noͤthig, ſie iſt mit Weit⸗ laͤuftigkeiten verbunden und findet bei zweiſtoͤckigten Haͤuſern nicht ſtatt.. *) Feuerſicherer und dauerhafter Häuſerbau von wohlfeilen Lehmpatzen, v. K. S. v. Gold⸗ fuß. Dresden 1294. Man wird ſich auch des bei ganz von gebrannten Steinen aufgefuͤhrten Mauern bekannten Vortheils bedienen, nemlich die Fugen zwiſchen den Mauerſteinen aus⸗ waͤrts, auf einen Zoll tief, offen oder hohl zu laſſen, damit der angeworfene Kalk⸗ bewurf hinein fliegen und deſto feſter halten koͤnne. 4. Die innern Flaͤchen der Lehmwaͤnde werden blos mit Lehm, der mit etwas ſcharfen reinem Sande vermiſcht iſt, mit dem Reibebrette glatt gerieben, ſodann aber * —„ Von den Baumaterialien. 25 aber mit duͤnnen Kalk abgeweißt, oder eine Kreide oder anderer Grund von Erd⸗ farben zur Mahlerei aufgetragen. Die Farben ſtehen beſonders friſch und ſchoͤn auf den Lehmwaͤnden. Will man es daran wenden, ſo iſt's des Abſtoſſens wegen beſſer, die Waͤnde mit Papier zu uͤberziehen, welches durch einen Kleiſter von Roggen⸗Mehl, der mit duͤnnen Leimwaſſer angemacht iſt, aufgeklebt wird, jedoch auf den bloßen Lehm, das iſt, es muß noch keine Kalkweiße auf die Mauer aufgetragen ſeyn, weil als⸗ dann der Kleiſter nicht feſt ſitzt, auf dem Papier kann alsdann mit Erdfarben gemahlet werden*). *) Ein Gutsbeſitzer aus Mecklenburg, der in vorgedachter Art, ein herrſchaftliches Wohnhaus gebaut hat, ſagte mir daß er das Papier mit Oelfarbe haͤtte anſtreichen laſſen, wodurch der Vortheil erhalten worden, daß die Waͤnde mit einem feuchten Schwamm von den uUnreinigkeiten der auf 4 dem Lande ſo haͤufig vorhandenen Fliegen, gereinigt werden koͤnnten. Daß die Lehmwaͤnde ſehr geſchwinde trocknen, und daß hinfolglich damit auf⸗ 3 gefuͤhrte Gebaͤude, ohne alle Gefahr fuͤr die Geſundheit ſo gleich bezogen werden koͤnnen, beſtaͤtigen alle Erfahrungen, auch der oͤkonomiſche Vortheil dieſer Bauart gegen die mit gebrannten Ziegeln bedarf wohl keiner Auseinanderſetzung, wenn man nur erwaͤgt, daß Lehmerde, die zu ungebrannten Ziegeln gut iſt, die aber deshalb noch nicht allemahl zu gebrannten Ziegeln tauglich ſeyn wuͤrde, aller Orten gefunden wird; daß das Holz oder anderes Material zum Brennen der Ziegel und der Kalkmoͤrtel erſparet wird.— Mißtrauen, Bedenklichkeiten und wer weis was ſonſt fuͤr Urſachen werden indeſſen wie gewoͤhnlich gegen alles neue, noch lange gegen einen ſo weit umfaſſenden Gebrauch der getrockneten Lehmziegeln kaͤmpfen.— Das ſey denn dahin geſtellt;— nur wuͤnſchte ich, daß wenn man in dieſen zwar ſchon durch Beiſpiele beſtaͤtigten Vorſchlaͤgen noch etwas zu Gewagtes finden ſollte, doch die Anwendung der Luftſteine zu Scheidewaͤnden und Brandmauern allgemeiner, ja daß folgende Vorſchlaͤge durch obrigkeitliche Befehle zur Ausfuͤh⸗ rung gebracht wuͤrden..- Haͤufige Erfahrungen haben nemlich gelehrt, daß, viele Feuersbruͤnſte durch die ſchlechte Anlage der Feuerungen, das iſt, wenn Vorgelege, Feuerheerde, Kamine, und Oefen, nicht genugſam von den Holzwaͤnden und andern brennbaren Stuͤcken in den Gebaͤuden entfernt waren, entſtanden ſind. Dergleichen fehlerhafte Anlagen exiſtiren nicht nur haͤufig, ſondern ſie werden noch taͤglich zur Erſparung der Koſten, fuͤr die faſt an allen Orten ſehr theueren gebrannten Ziegel gemacht. Billig ſollte daher der Entwurf zu jedem, auch auf ganz eigene Koſten des Beſitzers aufzufuͤhrenden Gebaͤude von der Obrig⸗ keit, in Ruͤckſicht auf die Feuerſicherheit gepruͤfet, auch in den ſchon vorhandenen wooͤhnlich iſt, daß die Bauern und Koloniſten ihre Kuͤchen voller Strauch und Spaͤhne ſchleppen, welche, wenn ſie durch einen leichten Zufall Feuer faſſen, die 26 Erſter Abſchnitt. Gebaͤuden, die Feuerviſitation mit mehrerm Ernſt bewerkſtelliget werden, als ſolches an den mehreſten Orten geſchieht, und dabei auf den weſentlichſten Umſtand, nemlich auf die Beſchaffenheit der Brandmauern und ihre Entfernung von den Holzwaͤnden geſehen werden. Der allgemeine Gebrauch, der an allen Orten aͤuſſerſt wohlfeilen Luftſteine, wuͤrde Mittel an die Hand geben, uͤberall auf eine wohlfeile Art hinreichende Brandmauern aufzufuͤhren, und die bisher wohl nicht ganz ungegruͤndete Einwen⸗ dung, daß mancher Einwohner, beſonders an kleinen Oertern zu arm ſey, um zu dergleichen Veranſtaltungen gebrannte Steine und Kalk anzuſchaffen, und die daͤher entſpringende ungluͤckſelige Nachſicht, bei nicht genugſam beobachteter Feuer⸗ ſicherheit in den Haͤuſern, wuͤrde wegfallen, indem ſich jedermann die Luftziegel allenfalls ſelbſt machen kann, und da ſie nur mit Lehm vermauert werden duͤrfen, jedes davon aufgefuͤhrte Mauerwerk ungleich wohlfeiler, als das von gebrannten Ziegeln, ja ſelbſt wohlfeiler als Waͤnde von Holz oder ſogenanntem Fachwerk ſeyn wird. Wie leicht und mit wie wenigen Koſten koͤnnten nicht in hoͤlzernen Haͤuſern, alle diejenigen Gemaͤcher, worin Einheitzungen zu Brauereien, Brennereien, Faͤrbereien und Oefen befindlich ſind, ſo wie auch die Kuͤchen in ihrem ganzen Umfange mit maſſiven Waͤnden von Luftſteinen umgeben werden, wenn gleich die uͤbrigen aͤuſſern und innern Waͤnde des Hauſes aus Fachwerk beſtehen, um auf dieſe Weiſe ſich den Feuerungen nicht mit Holzwaͤnden zu naͤhern. Dieſe Anordnung wuͤrde vorzuͤglich bei den baͤuerlichen und andern gemeinen Landgebaͤuden in Abſicht der Kuͤchen von großem Nutzen ſeyn, indem es nicht unge⸗ Holzwaͤnde, womit die Kuͤchen umgeben, und die mehrentheils den Feuerheerden und Ofenloͤchern ſehr nahe ſind, ſo gleich in Flammen ſetzen. Selbſt in den ſchon vorhandenen Gebaͤuden koͤnnten dergleichen erſprießliche Abaͤnderungen bei dem Gebrauch der Luftziegel mit geringen Koſten gemacht werden, und eben ſo auf eine wohlfeile Art, zwiſchen den hoͤlzernen Haͤuſern in den kleinen Staͤdten, Brandgiebel, wodurch die Verbreitung entſtehender Feuers⸗ gefahren ſo kraͤftig zu verhuͤten iſt, von Luftſteinen aufgefuͤhret werden*). *) Mehrere Vorſchlaͤge zum nuͤtzlichen Gebrauch der getrockneten Lehmſteine, bei Backoͤfen, Back⸗ und Brauhaͤuſern, findet man in Jachtmanns, Koͤnigl. Preuf. Feuerbau⸗Inſpectors, Abhandlung von Anlegung Holz erſparender Backoͤfen und Gemeinde⸗Back⸗ haͤuſer auf dem platten Lande, von getrockneten Lehmſteinen, oder ſogenann⸗ ten Lehmpatzen, des zweiten Theils der Anweiſung zur Anlegung, Holz, Steinkohlen und Torferſparender Feuerungen, dritter Heft mit illuminir⸗ ten Kupfern, Berlin 1794. . Von den Baumaterialien. 272 38 Einige Erfahrungen haben mich belehrt*) und auch andere Schriftſteller nſand beſtaͤtigen es**), daß man Ziegeloͤfen mit ihren Mauern und Gewoͤlben von Lehm⸗ n da waͤnden oder von Luftſteinen erbauen kann. *) Bei der bei Wittchow ohnweit Sta rgard von dem Herrn Prediger † ohle vor einigen Jahren ſteine, angelegten Torfziegelei. *) Auch in dem ſchon 1768. gedruckten VII. Band des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker chende S. 181. iſt der Bau der Ziegeldfen von getrockneten Lehmziegeln beſtaͤtiget. Es ſcheint daher inwen⸗ befremdlich, daß in No. 25. des Reichsanzeigers von 1795, angefragt wird, ob man Ziegeloͤfen ſo im zu bauen koͤnne? Die Frage wird indeſſen hier mit voͤlliger Ueberzeugung beiahend beantwortet. Die Gewoͤlbe geben ſich bei dem Brennen der Ziegel zwar ziemlich aus einan⸗ d di der, ſie ziehen ſich aber auch wieder zuſammen*). Heuer⸗*) Ich bemerke zugleich, daß bei der neu angelegten Ziegelei am Brombergſchen Canal, die tziegel Wunuem auſſerhalb auf einen halben Stein dick mit gebrannten Steinen bekleidet worden ſind. uͤrfen,§. 18. unten b) Die ſogenannten ehmpatzen, ſind ebenfalls von Lehm in Formen geſtrichene Von den ſo⸗ wird.. und an der Luft und Sonne getrocknete Ziegel, nur mit dem Unterſchiede gegen Leepetzen nſern, ddie vorhingedachten Luftziegel, daß der Lehm mit gehacktem Stroh und mit oder Egypti⸗ reien, Flachs⸗oder Hanfſcheben oder dergleichen Vegetabilien, vermiſcht iſt, weshalb ſchen Siegeln. nzen die Lehmpatzen mehrere Haltbarkeit, zu den aͤuſſern Waͤnden haben, als wenn die aus bloßem Lehn; geformten Ziegel; dahingegen ſind die von bloßem Lehm kehen, gemachten Luftſteine in Feuermauern beſſer. 8 Die Lehmpatzen pflegt man auch etwas groͤßer als die vorhin gedachten Luft⸗ einen ziegel zu machen; anfaͤnglich wurden ſie funfzehn Zoll lang, ſieben und einen viertel unges 1 Zoll breit und ſechs Zoll hoch geformt; da ſie aber in dieſer Groͤße zu langſam und trocknen, auch wenn ſie den Maurern auf dem Geruͤſte zugelangt werden muͤſſen, die zu ſchwer ſind; ſo hat das Koͤnigl. Oberbaudepartement die Groͤße der Lehmpatzen erden zu eilf Zoll lang, fuͤnf und einen halben Zoll breit und ſechs Zoll hoch beſtimmt, woornach die Form in Verhaͤltniß des erprobten Schwindens des Lehms, eingerichtet, flaͤhe das iſt, um ſo viel groͤßer gemacht werden muß, als das Maas, welches der Stein nacht nach der voͤlligen Austrocknung behalten ſoll, erfordert. n in Zu tauſend Lehmpatzen von letztgedachter Groͤße, gehoͤren vier und zwanzig Uers⸗ Fuder Lehm zu zehn Kubikfuß, zehn Bund Stroh und vier Scheffel Flachs⸗ oder 3 Hanfſcheben. Fuͤr das Tauſend anzufertigen, werden mit allen dazu gehoͤrigen Bu⸗ Umſtaͤnden, als Anſchaffung des Streichtiſches, der Formen und Herbeiſchaf⸗. ttors fung des Waſſers 3 Rthlr. bis 3 Rthlr. 3 gr. in den Anſchlaͤgen angeſetzt. Zu 98 einer Schachtruthe volle Mauer, nach Abzug der Thuͤr⸗ und Fenſteroͤfnungen Holz, werden erfordert, fuͤnf hundert und funfzig Stuͤck Lehmpatzen von letztgedachter ninin Groͤße,(mithin nur etwa halb ſo viel Lehmpatzen als gebrannte Ziegel von gewoͤhn⸗ D 2 28 Erſter Abſchnitt. licher Groͤße, woraus die Erſparung mit Lehmpatzen zu bauen, gegen gebrannte Ziegel ſchon vorlaͤufig einleuchtet.) Eine zweiſpaͤnnige Fuhre ladet ſechszig bis ſiebenzig Stuͤck ausgetrocknete Lehmpatzen. So wohl die Luftſteine als Lehm⸗ patzen werden mit Lehm und nicht mit Kalkmoͤrtel vermauert, wozu der erfor⸗ derliche Lehm in vorgedachten Saͤtzen von der angegebenen Quantitaͤt des Lehms zu den Lehmpatzen ſelbſt, ſchon mit gerechnet iſt*). *) Da dasjenige, was bei der Anfertigung der Lehmpatzen und ihrem Gebrauche zu bemerken, in meiner 1790. heraus gegebenen Beſchreibung einer vortheilhaften Bauart mit getro ckneten Lehmziegeln, und in der von mir verfertigten 1796. bei Maurer in Berlin neu aufgelegten und mit einem Nachtrag verſehenen Beſchreibung der Feuer abhaltenden Lehmſchindeldaͤcher, nebſt geſammelten Nachrichten und Erfahrungen uͤber die Bauart mit getrockneten Lehmziegeln, hinlaͤnglich beſchrieben worden, und jedermann ſich die letztere Piece ſuͤr den geringen Preiß von Is gr. leicht anſchaffen kann; ſo wuͤrde es uͤberfluͤſſig ſeyn den Inhalt dieſer Schrift hier zu wiederholen. Dieſe ebenfalls im graueſten Alterthum ſchon bekannt geweſene Bauart mit Lehmpatzen, die auch in einigen fremden aͤndern laͤngſtens uͤblich war, jedoch nur in wenigen der Koͤnigl. Preuß. Provinzen*), wird nunmehro nicht nur auf obrigkeitlichen Befehl uͤberall wo Lehm vorhanden iſt, andere Baumaterialien aber ſelten ſind, bei den Domaͤnen⸗, Forſt- und Unterthanen⸗Bauten eingefuͤhret, ſon⸗ dern es haben ſchon viele Particuliers, von dem Nutzen dieſer Bauart uͤberzeugt, Landgebaͤude in der Art auffuͤhren laſſen**). *) Unter andern erging ſchon unter dem 12. Juni 1764. eine Circulair⸗Ordre von der Koͤnigl. Kriegs⸗ und Domainen⸗Kammer zu Breslau, wegen Einfuͤhrung der Feuerſichern und holzſparenden Bauart mit Lehmpatzen. **) Vorzuͤglich hat der Etats⸗Miniſter, Herr Graf von Blumenthal, auf den Guͤtern Groß⸗ Moͤllen und Loiſt bei Pyriz, und der Geheime Ober⸗Finanzrath und Praͤſident des Koͤnigl. Ober⸗ baudepartements Herr Morgenlaͤnder auf deſſen Guthe Hohenbruch bei Oranienburg viele große und weitlaͤuftige Wohn⸗ und Wirthſchafts⸗Gebaͤuͤde ſelbſt bei nicht gar guͤnſtigen Local⸗ Umſtaͤnden auffuͤhren laſſen, und auf den erſtgedachten Guͤthern ſind ſo gar ſehr belaſtete Korn⸗ ſpeicher von zwei Stockwerken von Lehmpatzen erbauet worden. Da es ebenwohl auf die vollkommenſte Trockenheit der ehmpatzen ankommt, ſo hat man hin und wieder vorgeſchlagen, Magazine auf dem Lande anzulegen, um ſelbige gehoͤrig getrocknet in vorkommenden Faͤllen zur Hand zu haben; weil ſolche aber eigene Gebaͤude erfordern, ſo ſcheint es wohl zweekmaͤßiger zu ſeyn, wenn jeder Landmann angehalten wuͤrde, eine Anzahl von dehmpatzen vorraͤthig zu haben, um ſolche bei einem entſtehenden Brande, oder ſonſt zum ſchleunigen Auf⸗ bau der Gebaͤude, herzugeben. Bei jedem Bauergehoͤfte wuͤrde leicht ſo viel Raum auszumitteln ſeyn, wo eine Anzahl von dergleichen Steinen aufgeſtellt werden koͤnnte, wodurch die Erbauung beſonderer Schoppen weg fiele. Von den Baumaterialien. 29 unte§. 19. dis Herr Franz Eointeranr, Profeſſor der ländlichen Baukunſt Von dem Bau ehme in Paris, hat im Jahre 1790. eine Bauart mit feſtgeſtampften Lehmwaͤnden bekannt der Teanai, for⸗ gemacht, welche er le Piſé nennt,(in andern Schriften aber und in der Encyclo- de le Pilé ge⸗- üms pédie méthodique le Piſay geſchrieben wird,) und deren Urſprung von den naunt. Zeiten der Roͤmer herruͤhren ſoll. en, in In meiner Beſchreibung der Feuerabhaltenden Lehmſchindeldäͤcher, habe 44 ich das weſentliche dieſer Bauart geſchildert, auch angezeigt, daß zwei deutſche Ueberſetzungen der zwei erſten Hefte der Cointerauſchen Schriften, eine woͤrtliche mit eben der unnuͤtzen Weitlaͤuf⸗ der tigkeit, die dem Herrn Cointeraux vorzuͤglich eigen iſt, zu Wien und eine andere zu Nuͤrnberg und mit Auswahl des zweckmaͤßigen und zur Sache dienlichen heraus gekommen ſind. Ich koͤnnte uglich nun die Leſer auf dieſe wenig koſtende Schriften verweiſen; indeſſen wird es vielleicht manchem leicht nicht unlieb ſeyn, eine Beſchreibung dieſer in Deutſchland und anderer Orten Aufſehen manchen⸗ den Bauart hier anzutreffen, und ich halte mich um ſo mehr dazu berechtiget, ſie hier einzu⸗ ſchalten, da ich eben mit einer freien, d. i. vorzuͤglich ſehr abgekuͤrzten Ueberſetzung der Coin⸗ mit terauxſchen Anweiſung fertig war, als die erſte deutſche Ueberſetzung erſchien, weshalb ich doch damals den Druck der meinigen unterlies. auf 5. 20. aber ſor⸗ Die Lehm⸗ oder chonartigen Erdarten zu dieſer Bauart koͤnnen mit kleinen Kennteichen 8 Kieſeln, Kalk, Mergel und dergleichen vermiſcht, und alſo weder zu Mauer⸗ drau dieien ugt/ noch zu Dachſteinen brauchbar ſeyn; wohingegen dieſe untermiſchten Theile bei brauchbaren dem Bau der Lehmwaͤnde uͤberhaupt, und alſo auch zu den Pilé-Mauern, unſchaͤd⸗ Erde. nigl. lich ſind. 15 Auſſerdem ſind die Kennzeichen einer guten Erdart zum Piſé: wenn man mit Groß⸗— einer Schaufel, einem Spaten oder mit dem Pfluge, ein Stuͤck von der Kuͤrſte Due⸗ des Erdreichs, mit Gewalt abreißen muß; eben ſo iſt es ein Zeichen, daß der dilh Boden ſich zu dieſer Bauart ſchickt, wenn auf dem Acker Erdkloͤße vorhanden ſind, Kon⸗ welche zerſchlagen werden muͤſſen, oder wenn das Erdreich Riſſe und Borſten bekommt, kurz, eine jede nicht zu fette aber auch nicht zu magere Lehm⸗ oder andere umt, Erde iſt zum Pifé-Bau gut; nur verwirft Cointeraux alle Vermiſchung der egen; Erde, wie es bei den Lehmpatzen geſchiehet, mit geſchnittenem Stroh, Flachs⸗ „wäl ſcheben, Heu oder andern Vegetabilien, und er gebraucht die Erde ohne allen ſeyn/ Zuſatz. 4 thig iu. 4 21.„ n Auf⸗ Zum Piſé Bau ſind folgende lltenſilien erforderlich: Naum Fig. 12. Iſt eine von denen benoͤthigten zwei mit Bretterleiſten zuſammen geſchla⸗ Beſchreibung werden genen Waͤnden von Kuͤchern auf der innern Seite abgehobelten, einen und der Bauart en einen viertel Toll ſtarken oder dicken Brettern, nach der auſſerlichen Anſicht, 1 T 3 Erſter Abſchnitt. von etwa zehn Fuß lang, und gewoͤhnlich von övei Fuß, neun bis zehn Zoll hoch, vorgeſtellt. . 13. Die innere Seite dieſer Wand. 14. Das Ende oder das Kopfſtuͤck zu dem von dieſen Waͤnden aufzuſetzenden Kaſten, oder zu der Form, von auſſen und 15. Daſſelbe von inwendig anzuſehen. 16. Keile von Bretterſtuͤcken. 17. Runde Staͤbe, welche ſich nach der Breite der Form richten. 18. Ein Staͤnder mit ſeinem Zapfen von einer Seite. Dieſe Staͤnder muͤſſen ſo lang ſeyn, daß ſie etwa achtzehn Zoll uͤber die Bretterwaͤnde reichen, alſo mit Inbegriff ihres Zapfens fuͤnf Fuß. 19. Derſelbe Staͤnder von der andern Seite anzuſehen. 20. Eine Schwelle mit den Zapfenloͤchern zu dieſen Staͤndern. Wenn 1 annimmt, daß die aufzufuͤhrende Wand, achtzehn Zoll dick werden ſoll, wuͤrden dieſe Schwellen etwa drei und einen halben Fuß lang ſeyn mäſten. In jeder Schwelle ſind zwei Zapfenloͤcher„von zehn und einen halben Zoll lang, und einen ſtarken Zoll breit; an jedem Ende der Schwelle bleiben vom Zapfenloche drei und ein halber Zoll, ſo daß der Zwiſchenraum zwiſchen den Zapfen⸗ loͤchern vierzehn Zoll betraͤgt, um die Form auch bei Mauern, die von achtzehn bis auf vierzehn Zoll verduͤnnt werden ſollen, zu gebrauchen. Fig. ⁸☛ 28 △ X 21. Eben dieſe Schwelle perſpektiviſch vorgeſtellt. (Dieſe Stuͤcke werden von geſchnittnem Holz gemacht.) 22. Eine ſchneidende Hacke von der Seite. 23. Dieſelbe von oben anzuſehen. 24. Das Werkzeug zum Lehmſchlagen von forne. 25. a, von der Seite und Fig. 23. b. im Grundriß vorgeſtellt. Die Zuſammenſezung des Kaſtens oder Form, geſchiehet auf folgende in der 26ten Figur vorgeſtellte Art. Fig. 7 2 a. Iſt ein Fundament von achtzehn Zoll ſtark, auf welchem eine Lehmwand auf⸗ gefuͤhret werden ſoll. b. Eine von denen in die in dem Fundament gelaſſene Einſihiirte zingelagfen Schwellen. cc. Die Seiten⸗oder Bretterwaͤnde, welche drei Zoll an der Fundanentmaner herunter gehen. » dd. Die Staͤnder, ſo wie ſie mit ihren Zapfen in den Schwellen ſtehen. 0 * Von den Baumaterialien. 31 Fig. e. Die Stoͤcke, womit die Bretter nach der, der Mauer zu gebenden Dicke auseinander geſtellt werden. Es wird angenommen, daß die Mauer auf jeden Fuß Hoͤhe zu beiden Seiten nur eine Linie, das iſt, um den zwoͤlften Theil eines Zolles verduͤnnet oder einge⸗ zogen werden ſoll, um ihr die noͤthige Boͤſchung, oder den noͤthigen Abhang zu geben, woraus folgt, daß die Mauer auf jeden Satz von drei Fuß Hoͤhe ſechs Linien oder einen halben Zoll oben ſchmaͤler werden muß als unten; daher die Laͤnge der zwiſchen den Brettern einzuſetzenden Stoͤcke, ſich nach dieſem Verhaͤltniß richtet, ſo daß ſie bei jedem Satz von drei Fuß Hoͤhe, um einen halben Zoll verkuͤrzt werden muͤſſen. Fig. g. Iſt ein Strick, welcher vermittelſt eines Stocks h zuſammen gedreht wird, um den Staͤndern und Bretterwaͤnden die gehoͤrige Stellung zu geben, zu welchem Behuf auch die mit i i bezeichneten Keile angewendet werden. Auf die genaue und zweckmaͤßige Bearbeitung des Fig. 24, 25, a, und 25 b vorgeſtellten von ſchwerem und daher aus Stammenden von Eichenen, Eſchenen oder andern harten Holze zu nehmenden Schlaͤgels(le piſoir) womit der Lehm geſchlagen und kompakt gemacht wird, kommt viel an. Hat man daher ein ſolches Stuͤck Holz auf zehn Zoll lang, ſechs Zoll breit und fuͤnf Zoll dick, recht genau bearbeitet, ſo beſchreibe man ſechs Zoll von dem einem Ende ab, eine winkelrechte Linie auf allen vier Seiten herum, ziehe alsdenn auf jeder Flaͤche der Laͤnge nach, Mittellinien, nach welchen dem Schlaͤgel, die weiter in der Figur deutlich bemerkte Geſtalt, mit moͤglichſter Richtigkeit und Gleichheit von allen Seiten gegeben, auch die Flaͤchen ſo glatt als moͤglich gemacht werden muͤſſen. Der Stiehl iſt unten einen Zoll, oben aber einen und einen viertel Zoll ſtark, damit der Arbeiter ſelbigen mit beiden Handen recht feſte halten kann. Die Laͤnge deſſelben iſt etwa drei Fuß. Die Anfertigung dieſer Waͤnde geſchiehet nun folgendergeſtalt: So wie bei jeder Art von Lehmwaͤnden zuvoͤrderſt ein uͤber die Erde hinlaͤnglich erhoͤhtes Funda⸗ ment von Feldſteinen, Kalkſteinen oder gebrannten Ziegeln erforderlich iſt, damit die ſtehende Naͤſſe oder Feuchtigkeit die Lehmwaͤnde nicht erreichen kann, ſo wird auch ein ſolches Jundament bei den aufzufuͤhrenden Piſé-Mauern voraus geſetzt. Soll nun dieſes Fundament etwa ein und einen halben Fuß uͤber der Erde erhoͤhet ſeyn, ſo fuͤh⸗ ret man es nur erſt einen Fuß hoch auf und gleicht es nach der Wage ab; auf dieſer Gleiche bemerkt man von drei zu drei Fuß, die Mittellinien fuͤr die Schwellen des Geruͤſtes, und mauert nachher auf dieſer erſten Gleiche noch ſechs Zoll mit Ziegel und Moͤrtel auf jedoch mit Auslaſſung der Einſchnitte fuͤr die Sehbellen nach 8 32 Erſter Abſchnitt. Maasgabe ihrer Breite, ſo daß man mit Inbegriff dieſer Erhoͤhung die ganze Hoͤhe des Fundaments von ein und einem halben Fuß hoch uͤber die Erde erhaͤlt. Auf dieſes Mauerwerk wird nun der Kaſten oder die Form und zwar duerff an einer Ecke des Gebaͤudes geſetzt. Wenn die Schwellen eingelegt, die Staͤnder aufgeſtellt, mit den Keilen gehoͤrig angetrieben, auch wohl noch an den Seiten mit Streben k. k. Fig. 26. die mit dem untern Ende in der Erde ſtehen abgeſteifet, und die vorgedachten runden Stoͤcke eingeſtellt, auch mit den Stricken zuſammen gezogen ſind, ſo wird das Kopf⸗ oder Ende⸗Stuͤck des Kaſtens Fig. 14. gegen das Ende des Kaſtens ſtark gegengeſteift. Nun tritt in einen ſeden der drei Raͤume, zwiſchen den vier Geruͤſten ein Maurer oder ſonſt ein anderer geſchickter Handarbeiter. Zuvoͤrderſt verſtreichen ſie die Fugen an der Bretterform unten herum mit Kalkmoͤrtel, und zwar nach innen zu etwas abhaͤngend oder abgerundet; durch dieſe Kalkleiſte wird verhuͤtet, daß der zuerſt aufzulegende und feſtzuſchlagende Lehm ſich nicht zwiſchen den Bret⸗ tern und der Fundamentmauer durchdraͤngen kann; hiernaͤchſt werden die Ein⸗ ſchnitte, in welchen die Schwellen liegen, weil ſie mit ihrer Hoͤhe oder Dicke nicht die ganze Hoͤhe, oder die obere Gleiche des Fundaments erreichen, mit duͤnnen Steinen bedeckt. Iſt dieſes geſchehen, ſo bringen die Handlanger ſo viel Lehm in den Kaſten als noͤthig iſt, um, wenn derſelbe feſt geſchlagen worden, eine Hoͤhe von etwa drei Zoll auszumachen. Es muß ſehr wohl bemerkt werden, daß der Lehm weder naß noch trocken, ſondern in ſeiner natuͤrlichen Feuchtigkeit, ſo wie er etwa drei Fuß unter der Erde gefunden wird, verarbeitet werden muß; denn waͤre er zu naß, ſo wuͤrde durch das Schlagen, keine mehrere Feſtigkeit deſſelben, ſondern nur ein Hin⸗ und Hertreiben des Lehms von einer Stelle zur andern in der Form bewuͤrket werden, und das Schlagen von keinem Nutzen ſeyn. Waͤre im Gegentheil der Lehm zu trocken, ſo wuͤrde er bei jedem Schlage aus einander weichen und zerfallen. Der bei heißer Witterung zu trocken gewordene Lehm, kann indeſſen ver⸗ mittelſt einer Gartenſpritze, die aber ſehr feine Loͤcher haben muß, nach und nach bis zu einem jedoch nur ſehr geringen Grad von Feuchtigkeit wieder angenaͤßt werden. Der zur Piſé-Arbeit zu gebrauchende Lehm muß auch fuͤr zu große Durchnaͤſſung, durch ſtarken Regen vermittelſt eines Bretter⸗ Schauers bewahret werden. Die ———— — Von den Baumaterialien. 33 Die Arbeiter breiten den Lehm zuerſt mit den Fuͤſſen in der Form aus, als⸗ dann fangen ſie an, ihn mit dem Schlaͤgel zuerſt vorlaͤngſt der Form, dann in der Nitte und ſo fort, zuietzt uͤbers Kreutz, ſo feſt als immer moͤglich zuſammen zu ſchlagen*), mit welcher Arbeit ſie ſo lange fortfahren, bis der hoͤchſte Grad der Feſtigkeit des Lehms erreicht iſt, welches man daran erkennt, wenn der Schlaͤgel, auf dem Lehm auch nicht den geringſten Eindruck mehr zuruͤck laͤßt. Alsdann wird erſt wieder von neuem Erde auf dieſer feſt geſchlagenen Lage, in eben der Art feſt geſchlagen, und ſo bis zur ganzen Hoͤhe des Kaſtens fort gefahren, wodurch man ein Stuͤck Wand zwei und einen halben Fuß hoch und neun Fuß lang, in der Mitte gemeſſen, erhaͤlt, weil die Erde an dem einem Ende des Kaſtens, wie ſolches aus der 27ten und a9ten Figur deutlicher zu erſehen iſt, an einem Ende ſchraͤg oder mit einer Boͤſchung geſchlagen wird. *) In der Ausauͤbung fand ich aber, daß die in die Form eingeſpannten Stoͤcke ſehr hinderlich waren um den Schlaͤgel hoch zu heben und ſtarke Schlaͤge zu bewirken! Nachdem ein ſolches Stuͤck Wand fertig iſt, kann man die Form gleich abnehmen und ſie weiter aufſtellen; dies geſchieht aber dergeſtalt, daß die Bretter der Form um einen Zoll, an dem obern Theil des Abſatzes vorſtehen, wie ſolches die hier der Deutlichkeit wegen zugeſetzte Figur zeigt;; à iſt nemlich das fertig gewordene Stuͤck Mauer und b die oben bei c um einen Zoll uͤber den obern Anfang der Boͤſchung vorgeſetzte Form oder Bretterwand. Man beliebe anzumerken, daß bei der zweiten und weitern Aufftalung der Form das kleine Seiten⸗oder Endſtuͤck nicht angebracht wird, weil an einem Ende der Form die Abſchraͤgung befindlich iſt, und daß dieſe Abſchraͤgung der Wand auch an den andern Ende geformt werden muß, ſo daß mithin die Anſetzung des Endſtuͤcks nicht eher noͤthig iſt, als bis man wieder an eine Eile des Hauſes kommt. Auf dieſe Weiſe geht man mit den Auſſenwaͤnden herum. bis zu der Ecke wo man angefangen hat, und verfaͤhrt alsdann mit den Scheidewaͤnden eben ſo. Wenn nun der erſte Satz der Wand auf vorbeſchriebene Art durchgehends angefertiget iſt, ſo faͤngt man den zweiten dergeſtalt an, daß man zuvoͤrderſt in dem erſten fertigen Satze mit der Fig. 22 und 23. abgebildeten Hacke, die Ein⸗ ſchnitte zu den Schwellen des Kaſtens ſechs Zoll tief einhauet und den Kaſten, wie zuvor gezeigt worden, aufſetzt, wobei jedoch zu bemerken, daß die Bretter um drei Zoll an den erſten Satz herunterwärts gehen, und daß daher auch die Loͤcher zu den Schwellen ſechs Zoll tiefer ſeyn muͤſſen. Die 29te Vigur ſtellet dieſes Ver⸗ fahren deutlich vor. E 8 34 Erſter Abſchnitt. Unterließe man das Herunterreichen der Bretter an dem ſchon fertigen untern Stuͤcke der Wand, ſo wuͤrde der Lehm bei dem Schlagen deſſelben ſeitwaͤrts aus⸗ gleütae und eine Ungleichheit in der Wand entſtehen. Wenn ferner der Kaſten oder bie Form an der Exrke des Hauſes bei dem erſten Satze die Richtung Fig. 30. von A. nach E. hatte, ſo muß ſelbige nunmehr bei dem zweiten Satze von A. nach F. geſtell, und ſo bei jedem neuen Satze abge⸗ wechſelt werden, wodurch, wegen der entgegen geſetzten Richtung der ſchraͤgen Abhaͤuge, und durch deren Abwechſelung nach der perpendikukaͤren Hoͤhe, ein Ver⸗ band erhalten wird, wie ſolches aus der 27ten und 29ten Figur zu erſehen iſt. Uebrigens kann man die folgende Schichten oder Saͤtze ohne Bedenken ſo⸗ gleich nach Vollendung der unterſten anfertigen, und in einem Tage zwei bis drei Schichten uͤber einander ſtampfen, ohne wegen des nicht genugſamen Austrocknens oder des zu ſtarken Drucks der obern Schichten auf die unteren, beſorgt zu ſeyn. Daß die Einſchnitte oder Loͤcher zu den Schwellen, wie aus den vorgedachten Figuren zu erſehen, des beſſern Verbands wegen, nicht lothrecht über einander ſtehen, ſondern abwechſeln, bringt die veraͤnderte Stellung des Kaſtens ſchon von felbſt mit ſich. Es iſt nicht rathfam, dieſe Loͤcher ſogleich zusnmachen„wenn der folgende Satz fertig iſt, ſondern zur Befoͤrderung des Luftzuges und zur baldigen und beſſern Austrocknung dienlich, wenn ſie eine Zeitlang offen bleiben. Trift man bei Auffuͤhrung des zweiten Satzes eine Scheidewand an, ſo muß die Form auf ſelbiger zuerſt nach der Richtung der Scheidewand geſetzet und aufgebauet werden, damit die Scheidewand in die aͤuſſern eingreift und die Haupt⸗ und Scheidewaͤnde ebenfalls einen Verband unter einander erhalten. Die Thuͤr⸗ und Fenſter⸗Oefnungen faßt man mit Mauerſteinen ein, oder fetzet eine Zarge von Holz darin, alsdann wird das Lehmſchlagen uͤber ſelbigen wie vorhin fortgeſetzet. Die Giebel werden ebenfalls mit geſchlagenem Lehm aufgefuͤhret, und zwar in eben der Art, nur muß der ſchraͤge Ablauf derſelben in der Form vorgezeichnet werden, um darnach den Lehmſchlag ſo zu machen, daß die Sparren gerade daran paſſen.. Zum aͤuſſern Abputz dieſer Waͤnde ſchlaͤgt Herr Cointeraux vor, mit einem ſpitzen Hammer kleine Loͤcher, jedoch etwas ſchraͤge von oben nach unten herab in die Waͤnde einzuhauen, und ſodann einen Moͤrtel, der aus einem Drittel geloͤſchten Kalk und zwei Drittel Sand beſtehet, wie gewoͤhnlich, nur nicht allzu dick, daran aufzutragen... Von den Baumaterialien. 35 Wenn dieſer Anwurf trocken geworden, ſo wird derſelbe uͤberweißet, oder eine andere beliebige Farbe duͤnne daruͤber aufgetragen. Eine uͤberſtehende Bedachung haͤlt Herr Cointeraux bei Haͤuſern von Pilé- Waͤnden fuͤr uͤberfluͤſſig. dS. 22. Ein im Kleinen von mir angeſtellter Verſuch mit dieſer Bauart zeigte, daß Schwierigkei⸗ die geſe chlagene Erde zwar aͤuſſerſt hart und feſte wird; wenn man indeſſen, ganze. ai wu he n Bauart Gaͤuſer in der Art auffuͤhren wollte, ſo ſcheint das oͤftere Abnehmen und Wie verknuͤpft ſind. deraufſtellen der Form doch ſehr weitlaͤuftig zu ſeyn, beſonders bei dem rechtwink⸗ lichten Zuſammentreffen der Scheidewaͤnde mit den Umfangsmauern oder an den Orten, wo erſtere unter ſich uͤbers Kreutz zuſammen ſtoßen; und eben ſo beſchwer⸗ lich kommt mir die Sache in Abſicht der offen zu laſſenden Fenſter⸗ und Thuͤroͤff⸗ nungen vor. Herr Cointeraux hat auch dieſe Schwierigkeiten ſelbſt eingeſehen, denn im Jahre 1791. gab er die Beſchreibung einer anderen Bauart der Lehmmauern, unter der Benennung von nouveau Piſé heraus, welche darin beſtehet, daß man von lehmartiger Erde einzelne Steine von zwoͤlf Zoll lang, neun Zoͤll breit und eben ſo hoch, in dazu gemachte Formen mit einem Staͤmpfer recht dichte und feſte zuſammen ſtoͤßt, und ſodann Mauern, wie gewoͤhnlich damit auffuͤhret. §. a3. Zur Anfertigung dieſer Steine giebt Herr Cointerau r folgende, hier aber Anfertigung der Deutlichkeit unbeſchadet, ſehr abgekuͤrzte Anweiſung. einzelner feſt⸗ geſtampfter Die 3oſte Figur ſtellet drei Schwellen A. B. und C. von der Hoͤhe vor, welche Lehmſteine. die Steine erhalten ſollen. Die mittelſte hat auf beiden, die aͤuſſere aber nur auf einer Seite Einſchnitte, welche ſo weit aus einander ſind, als die Steine breit werden ſollen; in dieſen Einſchnitten werden Bretter b von der Laͤnge der Steine eingeſchoben, wodurch im Verhaͤltniß der Laͤnge der Schwellen, Formen fuͤr mehrere oder wenigere Steine entſtehen. Dieſe Schwellen oder Bretter ſollen nach der Anweiſung des Herrn Coin⸗ teraux vermittelſt Steiffen D. D. und Keile C. C. gegen eine Mauer angetrieben werden, damit beim Stampfen ſich nichts aus einander geben, und nach Verfertigung der Steine doch alles wieder leicht aus einander genommen werden kann. Als ich einen Verſuch mit dieſer Bauart machen wollte, ſchien mir auch dieſe Beranſtaltung theils zu weitlaͤuftig, theils nicht aller Orten anbsangba zu ſeyn, und ich ließ daher eine Form, wie ſie in Figur 31. im Grundriß und in der Zaten E 2 36 Erſter Abſchnitt. Fig. von der Seite, vorgeſtellt iſt, anfertigen, welche ebenfalls leicht zuſammen geſetzt und auch leicht wieder aus einander genommen werden kann. In dieſer Form werden nun die Steine mit einem Staͤmpfer dergeſtalt zuſam⸗ men geſtampft, daß nur immer etwa eine Schippe voll Erde, die ſo wie vorhin bei den im Ganzen zuſammen zu ſtampfenden Piſé-Waͤnden nicht zu naß und auch nicht zu trocken ſeyn muß, eingefuͤllt wird. Man ſtampſet aber bis etwas uͤber die Hoͤhe der Form, welches denn mit einer ſcharfen Spade weggeſtoßen wird, ſo daß auch dieſe Oberflaͤche der Steine dadurch gerade wird. Ueber die eigentliche Geſtalt des Staͤmpfers hat Herr Cointerauy nichts geſagt, und doch iſt es das Weſentlichſte mit; es muß nemlich derſelbe von Eichen⸗oder andern ſchweren Holze nach Fig. 33. ſo wohl unten als an zwei Seiten abgerundet ſeyn; zwei Seiten werden aber rechtwinklicht bearbeitet, um in die Ecken der Form gelangen zu koͤnnen. Der Durchſchnitt a nach der Linie bc an dem Stampfer wird dies deutlich machen. 1 . Hiedurch iſt zugleich die wegen der Figur dieſes Staͤmpfers im Reichs⸗Anz. Num. 98. 1795, geſchehne Anfrage beantwortet. Noch ein Hauptumſtand iſt der, daß die Form auf einem ſehr feſten Boden liegen muß. Bei meinem erſten Verſuche lag ſie auf einem ausgebohlten Fußbo⸗ den; durch die Repercuſſion des Stoßens bekamen die Steine horizontale Schei⸗ ben, welche ſich leicht von einander abloͤßten; der Grund wurde daher ausgemauert und mit guten feſten Ziegeln auf die Kante gepflaſtert, da denn die Steine in der That eine große Feſtigkeit erhielten. Herr Cointeraux giebt zu, daß die Ecken und ſcharfen Kanten dieſer Steine bei dem Herausnehmen aus der Form, leicht abbroͤckeln, haͤlt dieſes aber nicht fuͤr nachtheilig oder ſchaͤdlich;— ich habe aber gefunden, daß da die Herſtellung oder das Ausſtreichen dieſer abgebroͤckelten Stellen bei Auffuͤhrung einer Mauer, nicht mit eben ſo feſtgeſtampftem Lehm als die Steine enthalten, ſondern mit gewoͤhnlichem Lehm geſchehen kann, dieſer alsdann zuſammen trocknet, und daher ſich mit den feſtgeſtampften Piſé-Steinen nicht gehoͤrig verbindet. Dieſerhalb und — wegen der zu glatten Flaͤche, welche die Steine in den Bretter⸗Formen erhalten, ſitzt der Abputz auf dieſen Piſé-Steinen nicht ſo gut, als auf den raͤuhen Lehmpatzen, welches ein weſentlicher Fehler iſt. Herr Cointeraux hat uͤbrigens den Haupt⸗Umſtand nicht beruͤhrt, womit nemlich dieſe Steine zuſammen gemauert werden ſollen?*) Kalkmoͤrtel iſt dazu Von den Baumaterialien. 37 nicht paſſend, und angenaͤßter Lehm, den ich dazu nahm, ſchwindet zwar ſehr im Verhaͤltniß der feſtgeſtampften Steine, iſt aber doch das einzige Verbindungs⸗ mittel derſelben. *) Dieſer Fehler iſt in Num. 98. des Reichs⸗Anzeiger v. 1795. bemerkt mordene und deshalb eine Anfrage geſchehen, ſo hierdurch beantwortet wird. §. 24. Der angeſtellte Verſuch hat mich uͤberhaupt belehret, daß die geſtampften Bemerkungen 3 uͤber dieſe Steine zwar eine große Feſtigkeit erhalten, daß aber ihre Anfertigung weit mehr erure, dach Zeit und Koſten erfordert, als die, der gewoͤhnlichen Luftſteine und Lehmpatzen. einem ange⸗ Da nun die Feſtigkeit der gewoͤhnlichen Luftſteine und Lehmpatzen, ohne daß ſtellten Ver⸗ ihre Maſſe zuſammen geſtampft wird, weshalb ſie weit wohlfeiler ſind, als jene ſuch Piſé-Steine, bei gewoͤhnlichen Gebaͤuden, als hinreichend erprobt worden; ſo iſt nicht abzuſehen, warum man den Pilé-Mauern und Pilé-Steinen, den Vorzug vor den Lehmpatzen einraͤumen und dadurch einen groͤßern Koſten⸗„Aufwand machen ſollte*). ⁴) Es kann indeſſen bei dem Pilé-Bau vieles an dem Benehmen und an der Uebung der Arbeiter liegen, um ſolchen geſchwinder auszufuͤhren. Der Herr von Leſtewitz auf Obertſchirna, hat nach der Anzeige in dem 10ten Stuͤck der Schleſiſchen Provinzial⸗Blaͤtter von 1795., in dem ihm zugehoͤrigen Dorfe Ronicken(unmittelbar an der Poſtſtraße von Liſſa nach Bojanowa) ein Buͤdnerhaus von Pilé mit ſehr maͤßigen Koſten erbauen laſſen, und der Herr von Leſtewitz, hat mir hiernaͤchſt muͤndlich verſichert, daß der Aufbau dieſes Gehaͤudes ſehr gut von ſtatten gegangen und daß es von ganz beſonderer Feſtigkeit ſey. Auch wurde vor einiger Zeit in den Zeitungen gemeldet, daß in der Gegend von Mainz, durch einige Franzoͤſiſche Kriegsgefangene, welche mit der Bauart en bilé bekannt waren, einige gluͤckliche Verſuche gemacht worden, wovon ich aber bis jetzt keine umſtaͤndlichere Nachrichten habe erhalten koͤnnen. — In dem Werke betitelt Voyage fait en 1787 er 17838. dans la ci-devant haute et baffe auvergne par Legrand Tom. III. S. 364. fand ich folgende Stelle: „Die Reiſenden werden bemerken, daß das Wirthshaus zu Effiat, ob es gleich nur von „ungebrannten, in einer Art von Form zur Stelle gemachten Steine von Thon, welches „man bilay nennt, erbauet iſt, ſchon anderthalb Sekula ſtehet, und ſich noch im vollkommen⸗ „ſten Zuſtande befindet.“ Es iſt merkwürdig, daß der Herr Kriegsrath Boͤthke in ſeinen 1795. heraus gekommenen Beitraͤgen zur Lehre, wie man mit moͤglichſter Schonung des Holzes, wohl⸗ ſeil, dauerhaft und feuerſicher bauen kann, anfuhrt, daß bereits im Jahr 1783. durch einen Mann, der ſich einen Stempelarbeiter genannt, auf dem Weſtpreußiſchen Amte Nieſczewitz, ein Verſuch mit dem Bau eines Buͤdnerhauſes mit zuſammen geſtampften Lehm gemacht worden, und ſehr gut ausgefallen, und daß demohngeachtet dieſe eigentliche Pifé-Arbeit, nicht weiter bekannt, oder nachgeahmet worden iſt. Die vorgedachte kleine Schrift des Herrn Boͤthke enthaͤlt viele ſehr ſchaͤtzbare Nachrich⸗ ten von den verſchiedenen Bauarten mit Lehm. Das weſentlichſte derſelben, ſo wie uͤberhaupt alles was uͤber dieſe Bauarten bekannt geworden, iſt uͤbrigens auch im 70ten Bande der Krümil⸗ ſchen Ency klopaͤdie in einer vortreflichen Ordnung zuſammen geſtellt. E 3 Von den ge⸗ branuten Zie⸗ geln. 38 Erſter Abſchnitt. H. 25. Die gebrannten Ziegel*, wovon die Mauer⸗ und Dachziegel die zwei Hauptſorten ausmachen, werden bekanntermaßen aus genaͤßtem Thon oder Kehm**) geformt, getrocknet und feſtgebrannt. Da es meine Abſicht nicht iſt, hier die Fabrikation der Ziegel ganz umſtaͤndlich zu beſchreiben, weil ich eines theils allzubekannte Sachen aufſtellen, andern theils aber auch zu weitlaͤuftig werden muͤßte, ſo werden die Leſer ſich begnuͤgen, wenn ich uͤber die Anfertigung der Ziegel nur einige praktiſche Bemer⸗ kungen beibringe und diejenigen Schriften anzeige, welche uͤber dieſe Materie bereits vorhanden ſind; denn nach der eigentlichen Abſicht dieſes Werks, welches die Konſtruktion der Gebaͤude zum Gegenſtand haben ſoll, haͤtte ich uͤber⸗ haupt die Ziegel als eine ſchon fertige Waare betrachten und nur die Kenntuiß von ihrer Guͤte oder von ihren Fehlern auch ihren Gebrauch anzeigen duͤrfen. *) In einigen Gegenden nennt man ſie auch Backſteine, Barnſteine, Breunnſteine, auch werden in manchen Schriften unter der Benennung von Ziegeln, blos die Dachziegel ver⸗ ſtanden und in Schleſien heißen dieſe, und zwar die hier gebraͤuchlichen flachen Dachziegel oder Bieberſchwaͤnze, Flachwerksziegel.— **½) Der Unterſchied zwiſchen Thon und Lehm iſt nach allgemeinen Kennzeichen bekannt genug. Beides ſind fettige oder ſchmierige Erdarten, wovon der Thon mit wenigern ſandigen oder erdigen Theilen vermiſcht iſt, als der Lehm; der Thon hat auch gemeiniglich eine dunkelbraune oder graue, und der Lehm eine rothgelbliche oder blaßgelbliche Farbe. Der Lehm hat ferner die Eigeuſchaft, daß derſelbe beim Umruͤhren in genugſamen Waſſer ſich bald voͤllig aufloͤſet, wogegen dies der Thon nicht thut, auch durch das Einſumpfen im Waſſer nicht merklich ſchwerer wird. Die eigentlichen Beſtandtheile und beſondere Eigenſchaften der verſchiedenen Thon⸗ und Lehm⸗ arten findet man in Gehlers phyſikaliſchem Lexicon im aten Theil S. 375., in Macquers chymiſchem Woͤrterbuch S. 403. . Abhandlung der Schwediſchen Akad. 1. B. S. 143. 4. B. S. 15. 24. B. S. 235. 33. B. S. 211. 38. B. S. 3 1 Beckmanus oͤkon. phyſik. Bibliotheck 4. B. S. 242. 5. B. S. 563. Crells chym. Entdeckungen, 3. Th. S. 1., S. 174. Nachrichten der Schleſ. patriotiſchen Geſellſchaft 1. B. S. 61. L. W. Poͤrtners, Anmerkungen uͤber Baumes Abhandlung vom Thon, Leipzig 1771. C. W. Scheele Verſuche uͤber den Kieſel, Thon und Allaun Hanndv. Magazin 1773. S. 923. S. 1655. Ucber die deutſchen Thonarten. Kruͤnitz oͤkon. Eneyklopaͤdie, 70 Band. Art. Lehm. Vom Thon und Lehm vorzüg⸗ lich in Ruͤckſicht auf das Ziegelbrennen, ſ. m. Num. 38. des Reichsanzeigers vom 1795. Ingleichen die in dem IVten und VIIten Bande des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker von Schreber, befindlichen Abhandlungen uͤber das Ziegelbrennen und inſon⸗ derheit die dem VIIten Bande beigefuͤgten gruͤndlichen Anmerkungen des Ueberſetzers. Der Thon iſt zum Ziegelbrennen gemeiniglich mir zu wenigem Sande ver⸗ miſcht, oder nach dem gemeinen Ausdruck zu fett; Ziegel, welche aus ſolchem 4 Von den Baumaterialien. 39 Thon geſtrichen werden, reißen und berſten beim Troknen und Brennen, auch bekommen ſie zu glatte Oberflaͤchen, mit welchen der Moͤrtel ſich nicht gehoͤrig verbindet. Dergleichen fetter Thon kann aber leicht durch einen Zuſatz vom Sande magerer und zum Ziegelſtreichen und Brennen geſchickter gemaͤchs werden, indem das Aufreißen dadurch verhuͤtet wird. Dies iſt aber auch durch eine gewiſſe Behandlung beim Streichen zu bewuͤrken, wovon bald ein mehreres angefuͤhret werden ſoll. 1 Weil nach chymiſchen Grundſaͤtzen ein anſehnlicher Zufatz vom Sande zum Thon, denfelben zu leichtfluͤſſig und ſchmelzbar machen und loͤcherigte Steine hervor bringen ſoll, ſo hat man vorgeſchlagen dem natuͤrlichen rohen fetten Thon, ſtatt des Sandes oder vielmehr ſtatt des vielen Sandes, gebrann⸗ ten Thon zuzuſetzen, wozu aber Thonbrennoͤfen, Tödoythverre. hodblen u. d. gl. erforderlich ſeyn wuͤrden*). *) S. in Num. 38. des Reichsanzeigers von 1796. Verſuch wie gute, dauerhafte und wohlfeile Ziegeln und Barn⸗ oder Backſteine zu brennen und zu erhalten ſeyn wuͤrden. Ohne die fuͤr dieſen Vorſchlag angefuͤhrten Gruͤnde*) zu beſtreiten, oder ohne beilaͤufig den Nutzen davon zu bezweifeln, wenn die Engellaͤnder Steinkohlen⸗Aſche unter die Ziegelerde miſchen**), kann ich doch aus Erfahrungen verſichern, daß ſehr fetter Thon, der mit der hinlaͤnglichen Quantitaͤt von einem viertel Sand, d. i. auf drei Kubikfuß Thon, einen Kubikfuß Sand gerechnet, vermiſcht iſt, nicht zu flieſſend oder zu ſchmelzbar befunden worden, ſondern daß dieſe Maſſe vortrefliche Ziegel gab. *) In der vorgedachten Nummer des Reichsanzeigers⸗ **) In der Encyclopédie dOeconomique Yverdon 1770. S. 597. wird angefuͤhrt, daß nach einem Geſetze des Koͤnigs Georg II. den Engellaͤndern erlaubt ſey, Steinkohlen⸗Aſche unter die Ziegel zu miſchen, daß aber die Quantitaͤt auf 20 Loads zu hundert tauſend Ziegel, ſeſtgeſetzt ſey. In dem Anzeigen der Leipz. oͤkonom. Sozietaͤt von der Oſtermeſſe 1290. heißt es, S. 104. „Man habe verſichert, daß eine Vermiſchung der Steinkohlen⸗Aſche mit dem Thon oder „Lehm, woraus Ziegel gebrannt werden ſollen, den Ziegeln einen weit groͤßern Grad von „Feſtigkeit geben ſollen;“ ich ſelbſt habe daruͤber noch nicht Verſuche angeſtellt. Da ich nun blos das Praktiſche, und das was im Großen, ohne die Grenzen der Oekonomie oder der Sparſamkeir zu uͤberſchreiten, moͤglich iſt, zur Abſicht haben kann, ſo deucht mir, daß der Zweck das Aufreißen der Ziegel zu verhuͤten, durch die unſchaͤdliche Beimiſchung einer verhaͤltnißmaͤßigen Menge von Sand leichter zu erreichen ſey, als durch das uinſtändliihe rennen des Thons und deſſen nachherige Zerſtuͤckung durch Maſchinen. 1— Dahingegen iſt ſehr gern zuzugeben, daß gar vieles auf die Reinheit des dem Thone beyzumiſchenden Sandes ankommt, oder daß man ſich mit deſſen 4. Erſter Abſchnitt. Reinigung mehr Muͤhe geben ſollte, als ſolches leider geſe hieht. Sand, der Kalk in Geſchieben oder als Staub bei ſich fuͤhrt, muͤßte daher durch fleißiges Sieben oder wohl gar durch Schlemmen und Waſchen ſorgfaͤltig gereiniget werden. Die moͤglichſt gleichfoͤrmige Vermiſchung des Sandes mit dem Thone, damit derſelbe uͤberall gleich unter die ganze Maſſe vertheilt werde, iſt dann allerdings die zweite Bedingung. DSo wie nun der Thon gemeiniglich zum Ziegelſtreichen zu fett iſt, und mit Sande vermiſcht oder magerer gemacht werden muß, ſo findet man ſehr haͤufig Lehm der gegentheils zu vielen Sand bei ſich hat. Gewoͤhnlich gehen die Vorſchlaͤge dahin, dergleichen Lehm durch Zuſatz von fetterm Thon oder Lehm, zu verbeſſern. Allein, man kennt die Schwierigkeiten nicht genugſam, welche eine gehoͤrige Vermiſchung ſolcher verſchiedenen Erdar⸗ ten erfordert, und wie ſchwer es iſt, die rechte Proportion zu treffen. Es waͤre daher weit beſſer ſich des zu magern Lehms zum Ziegel⸗ brennen ganz und gar nicht zu bedienen. Zuweilen findet man wohl Lehm, der von Natur die gehoͤrige Miſchung vom Sande hat, und daher gerade zu, zum Ziegelbrennen geſchickt ſeyn wuͤrde, wenn nicht faſt immer der verdrießliche Umſtand damit verknuͤpft waͤre, daß ſo wohl der Thon als der Lehm mit kleinen Kieſelſteinen, und was noch ſchlimmer iſt, mit Kalk⸗ ſteinen und Mergelerde vermiſcht iſt; erſtere verurſachen, wenn ſie unter der Zie⸗ gelerde bleiben, daß die Steine zerbrechlich werden, beſonders wenn ſie zu gewiſſen Endzwecken verhauen werden muͤſſen; die Kalkſteine aber, gehen beim Brennen in lebendigen Kalk uͤber, der ſich nachher an der Luf und in der Feuchtigkeit loͤſcht und die Steine zerſprengt. Die Ziegelerde muß alſo von dieſen, derſelben ſchädlichen Koͤrpern und Macerien ſo viel als moͤglich gereiniget werden, und wenn ſolches in Abſicht der Kalktheile nicht vollſtaͤndig geſchehen kann, ſo muͤſſen dieſe doch durch fleißige Bearbeitung dergeſtalt in kleine Parcelen unter die ganze Thon⸗ oder Lehmmaſſe gemiſcht werden, daß ihre Wuͤrkung aͤuſſerſt geringe und faſt unſchaͤdlich werde. Nan ſiiehet leicht ein, daß dieſe Reinigung und Bearbeitung einer Ziegelerde ſchwieriger, ja faſt ohnmoͤglich wird, wenn allzuviele Kieſel⸗ und inſonderheit zu viele Kalkſteine oder Kaltmergelerde mit einem Taone oder zedm vermiſcht ſind. Man ſollte alſo billig von dergleichen Thon, der mit allzu⸗ vielen Kieſelſteinen und Kalkſteinen vermengt auch mit vieler Kalkerde durchzogen iſt, ebenfalls keine Ziegel brennen. 6§. 26. Von den Baumaterialien. 41 26. 1 Wenn angefuͤhrtermaßen, ſelten eine Thon⸗ oder Lehmerde ohne Beimi⸗ Neinigung ſchung von Kieſel, Kalkſteinchen, Mergelerde, auch wohl Kloͤßen von Eiſenerde, und Luletet⸗ angetroffen wird, dieſe dem Entzwecke einer Ziegelerde nachtheilige Ingredienzien! ejetde aber doch nicht zu haͤufig oder in gar zu großer Menge vorhanden ſind, ſo werden ſolche dadurch, daß die Ziegelerde ein Jahr und wo moͤglich noch laͤnger vor dem Gebrauch ausgegraben und den Einwuͤrkungen der Luft ausgeſetzt wird, erweicht und aufgeloͤßt. Noch mehr aber kommt es auf eine gehoͤrige Erweichung der Ziegelerde bei der Ziegelei, oder auf das ſo genannte Einſumpfen, und ganz vorzüͤglich und hauptſaͤchlich auf ein fleiſſiges Ausleſen aller Kalkſteine und aller Kieſelſteine an, die groͤßer als eine Erbſe ſind, und hiernaͤchſt zugleich auf eine tuͤchtige Durchein⸗ anderarbeitung und dadurch zu bewuͤrkende Vertheilung der aufgeloͤßten fremden Theile unter die ganze Maſſe. Das vorhergehende Auswerfen und Auswittern der Erde iſt nicht allemal moͤglich, beſonders bei Feldziegeleien und wenn große Quantitaͤten von Ziegeln in kurzer Zeit verfertiget werden muͤſſen, wie ſolches denn doch oft, als z. B. bei Veſtungsbauten, beim Wiederaufbau abgebrannter Sraͤdte und Doͤrfer der Fall iſt; und da es ſelbſt Sorten vom Thon und Lehm giebt, wobei dieſes Auswittern eher nachtheilig als vortheilhaft*), ſo duͤrfte ſolches nicht als eine unumgaͤnglich noͤthige Bedingung anzuſehen ſeyn, und ich habe ſelbſt ſchon oͤfters von ganz friſch ausgegrabener Erde, Ziegel anfertigen laſſen die t ſahe gut waren. *) S. Num. 38. des Reichsanzeigers von 1796. Dagegen ſollte jene, allezeit ſehr moͤgliche Durcheinanderarbeitung und zugleich die vollkommenſte Reinigung der Ziegelerde, ſchlechterdings nicht unter⸗ laſſen werden. Die Guͤte der Ziegel beruhet cnaͤchſt dem gehoͤrigen Brennen) hauptſaͤchlich darauf, ſo wie durch die Unterlaſſung nothwendig ſchlechte entſtehen muͤſſen. Dieſe tuͤchtige Reinigung und Durcharbeitung der Ziegelerde erfordert weiter nichts als die Anwendung von etwas mehrerm Tagelohn, deſſen Erſparung, es ſey von Seiten des Kaͤufers oder des Verkaͤufers der Ziegel, mit den Nachtheilen welche ſchlechte Ziegel verurſachen, in keinem Verhaͤltniß ſtehet; Man hat um die etwas koſtbar ſcheinende Bearbeitung der Ziegelerde durch Menſchen, das iſt, das Durchtreten der Erde mit den Fuͤßen und Ausleſen der Steine mit den Haͤnden, zu ermaͤßigen, zum Durchtreten des Thons, Zugvieh, als Pferde und Ochſen gebraucht, auch verſchiedentlich Maſchinen zur Durchtretung des Thons erfun⸗ 3 42 Erſter Abſchnitt. den*), allein, dieſe Huͤlfsmittel ſind nicht voͤllig zweckmaͤßig befunden worden**), und das iſt auch ganz naruͤrlich, denn es kommt ja nicht auf die Durchtretung allein, ſondern auf das Ausleſen der Steine an, und hierzu duͤrfte ſich wohl nuiht⸗ beſſer ſchicken als fuͤhlbare Fuͤße und willige Haͤnde der Menſchen. Wenn alſo der Hauptſache nemlich der ſleiſſigen und tuͤchtigen Reinigung und der Durcheinanderarbeitung der Ziegelerde, nicht hinreichend genuͤget wird, ſo lieget es gewiß nicht an der Unvollkommenheit der lebenden Werkzeuge, ſondern an vicht hinreichender Anſtellung derſelben, um Erſparungen zu machen. Dieſes moraliſche Uebel, die Gewinnſucht, iſt und wird bei allen Fabrika⸗ tionen immer ein maͤchtiges Hinderniß der ſonſt zu erreichenden Vollkommenheit bleiben. Es hat daher einen großen Werth, wenn derjenige Baumeiſter, welcher ein Werk auszufuͤhren hat, zugleich die fuͤr dieſen Bedarf eigentlich angelegte Ziegelei adminiſtrirt und die Freiheit hat, das Nothwendige anzuwenden, um tuͤchtige Ziegel zu erhalten. Ich uͤbergehe die Beiſpiele, wo dies der Fall geweſen, und es noch iſt— und aͤuſſere nur die Meinung, daß dies bei jedem wichtigen Bau immer geſchehen muͤßte. *) Die Hollaͤnder bedienen ſich in anderer Abſicht als wir einer Maſchine, wo an einer in einem Kaſten ſenkrecht ſtehenden Welle, Meſſer angebracht ſind, vermittelſt welcher bei dem Umdrehen der Welle durch einem Zugarm und daran angeſpanntes Zugvieh, die unter der dortigen Ziegelerde, weil ſie zum Theil als ein Schlamm aus den Fluͤſſen mit Ketſchern herausgezogen wird, befind⸗ liche Wurzeln und Grasblaͤtter zerſchnitten werden. Dieſe Maſchine iſt in den geſammelten Nachrichten von dem Verfahren der Hollaͤnder, wenn ſie waſſerdichtes Mauerwerk machen, Dresden und Leipzig 1784. beſchrieben und in einem Kupfer vorgeſtellt, ingleichen im zweiten Bande des vierten Jahrganges des Bersmaͤnniſchen Journals. Von den Thon⸗Knetmaſchinen, welche theils durch Waſſer, theils durch Zugvieh getrieben werden, ſindet mau Beſchreibungen im VIIten Bande des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker, S. 207— 210. Desgleichen im IVten Bande der Abhandlungen der Schwediſchen Akademis 232. **) Dies wird im Schauplatz der Kuͤnſte und Handwerker VIIten Band S. 169. in der Anmerkung beſtaͤtiget und angefuͤhret,„daß dieſe mancherlei Trommeln und Maſchinen zum Zerkneten des „Thons, wohl in Deutſchland wenig Liebhaber finden duͤrften, welche ſie nachzuahmen ſich ent⸗ „ſchlieſſen moͤchten. Nicht als ob unſere Ziegelerde weniger durchknetet und zu Verfertigung taug⸗ „licher Ziegel vorgerichtet zu werden noͤthig haͤtte; man wuͤrde ſinden, daß auf den meiſten Ziege⸗ „leien der Sache viel zu wenig geſchaͤhe, und daß man das hier in Deutſchland gewoͤhnliche und „ganz brauchbare Werkzeug, die Schrothaue, noch nicht in allen Ziegeleien gehorig gebrauche. „Allein man wuͤrde gegen die Trommeln und groͤßere Thonmaſchinen einwenden, daß ſie viel zu „koſtbar ſind, daß man naͤher zum Zwecke kommen, die zur Anlage, Unterhaltung ꝛc. noͤthige „Koſten, auch das Lohn der dabei zu haltenden Arbeiter erſparen konne/ iu geſchweigen, 15 es „an vielen Orten an Platze zu deren Anzagon fehlen wuͤrde.. Von den Baumaterialien. 43 .Auſerde n heißt es,„haͤtten dieſe Maſchinen noch diejenigen Gruͤnde wider ſich, welche man 4 gee den Gebrauch der Ochſen bei der Triewaldſchen Knetmaſchine(welche im IVten Bande „der Abhandl. der Schwed. Akad. S. 232. u. f. beſchrieben iſt) machen kann, nemlich daß der „Ochſe den Fehler hat, daß er gerne wieder in ſeine Fußſtapfen tritt, und alſo den Thon nicht „recht durchknetet. Die Ziegelerde iſt an vielen Orten, mehrentheils voll Kloͤße, die man nicht „durcharbeiten kann, ſondern ſie ans dem Sumpfe heraus und wegwerfen muß. Dieſe Kloͤße —„ſchaffet weder der Ochſe noch die Knetmaſchine weg. Der Arbeiter hingegen fuͤhlt ſie, wenn er „den Thon mit Fuͤßen tritt/ und kann ſie heraus werfen. Die Trommel kann ſie zwar zerſchnei⸗ „den, aber vielleicht nur in kleine Kloͤße, die doch nicht aufhoͤren Kloͤße zu ſeyn. Es kommt alſo „auf Ueberlegung und Verſuche an, in wie fern die Anlage einer Trommel bei einer deutſchen Zie⸗ „gelei vortheilhaft und nuͤtzlich ſeyn koͤnnte.“ Das Verhaͤltniß des dem Thon oder dem Lehm zuzuſetzenden Sandes laͤßt ſich ſo wenig allgemein beſtimmen, als die beſondern Eigenſchaften dieſer oder jener Ziegelerde aus dem bloßen Anſehen zu erkennen ſind, und das Anfuͤhren in der im IVten Bande des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker befindlichen Abhandlung uͤber die Kunſt Mauer⸗ und Dachſteine zu ſtreichen, S. 29. iſt ſehr richtig, daß nemlich die Allererfahrenſten in der Ziegelmacherkunſt,„ſo „wenig als die groͤßten Neulinge, den wahren Ziegelthon und den der ihm gleich „kommt, aus dem bloßen Anſehen erkennen koͤnnten, ſondern daß die Gewohnheit „Ziegel davon anzufertigen, und ſie in einem benachbarten Ofen brennen zu laſſen, vum ihre Guͤte zu erkennen, der kuͤrzeſte und ſicherſte Weg ſey.“ Es iſt auch ſehr weſentlich, daß man durch ſolche Proben das Schwinden der Erde, oder um wie viel die Steine wenn ſie gebrannt ſind, kleiner werden, als da ſie geſtrichen und naß waren, erforſchen kann, welches nicht bei allen Thon⸗ arten gleich iſt, und wonach die Formen um ſo viel als dieſes Schwinden iͤder Zuſammenziehen betraͤgt, groͤßer einzurichten ſind*). *) Beilaͤufig wird bemerkt, daß der Herr Wedgwood in Engelland zum Behuf ſeiner Fabrique von ſchoͤnen Thonarbeiten einen eigenen Pyrometer erfunden hat, um an einer Scala die Schwindung der verſchiedenen Thonarten zu erkennen, S. 27. Die Dachziegel erfordern vorzuͤglich eine reine und gute„Maſf von Ziegelerde, Von der vor⸗ weil ſie der abwechſelnden Witterung, oder der Kaͤlte und Hitze mehr ausgeſetzt eehiches zu⸗ ſind, als die Mauerziegel, und weil man bei einer vollkommenen Haltbarkeit gegen Ziegelerde 4 dieſe Einwuͤrkungen zugleich verlangt, daß ſie leicht, und daher moͤglichſt duͤnne den Dachtie⸗ ſeyn ſollen, als welches alles zugleich nur von einer moͤglichſt gereinigten Erde zu geln. erwarten ſtehet. Es follte demnach zu den Dachziegeln nicht nur die ſchon von Natur reinſte Erde gewaͤhlt, ſondern auch noch auf die weitere Verbeſſerung derſelben, beſonders durch deren Befreiung von den ſo ſchaͤdlichen Kalktheilen alle Sorgfalt angewandt 82 44 Erſter Abſchnitt.. werden; dieſerhalb iſt von der zu Dachziegeln beſtimmten Erde nur wenige zugleich, auf den Tretplatz zu bringen, um die ſchaͤdlichen Theile deſto leichter entdecken und ſie herauswerfen zu koͤnnen. 3 Noch beſſer wuͤrde es ſeyn, wenn man die eben nicht ſo große Muͤhe anwen⸗ dete, die Dachziegelerde zu ſchlemmen. Man erweicht nemlich die Ziegelerde mit Waſſer in großen Gefaͤßen, wo ſich denn der darin befindliche uͤberfluͤſſige grobe Sand und die Steinchen nach fleiſſigem Umruͤhren, auf den Boden ſetzen, ſo daß die oben verbleibende klare und gereinigte Maſſe durch die an den Seiten des Gefaͤßes angebrachten Zapfloͤcher ablaufen kann, oder, man macht in hinterein⸗ ander immer etwas tiefer geſtellte Kaſten, Oefnungen mit Drathgittern verſehen, die von Kaſten zu Kaſten enger ſind, und arbeitet die Ziegelerde bei genugſamer Erweichung durch dieſe Käͤſten und d Dranh gütrer, vor welchen die groben Theile liegen bleiben. Eine ſehr gute Methode des Schlemmens des Thons oder des Leͤms iſt fol⸗ gende: Nachdem der in einem Gefaͤß, befindliche Thon oder Lehm mit Waſſer genugſam erweicht und gut durch einander geruͤhrt worden, ſo wird der oben ver⸗ duͤnnte Lehm mit einem Eimer vermittelſt einer Rinne in einem Kaſten gefuͤllet, welcher mit einem fein durchloͤcherten Boden verſehen iſt, durch welchen der gerei⸗ nigte verduͤnnte Thon in die etwas abhaͤngig angebrachte etwa 2 Fuß breite Rinne von Bretter faͤllt, und durch dieſe in die an den Seiten mit Brettern ausgeſetzte Thongrube laͤuft. Die durch den durchloͤcherten Boden durchgegangene etwa noch zu groben Theile bleiben in der letztgedachten Rinne liegen, ſo daß in die Thongrube ſelbſt ſich ein ſehr gereinigter Thon ſammlet, der die uͤberfluͤſſige Verduͤnnung bald verliehrt indem das Waſſer verdunſtet oder in den Boden der Thongrube einzieht*). *) Dieſe Art des Thonſchlemmens iſt in Berlin bei der nuueae Fabrike von unglaſirten ſehr geſchmackvoll gebildeten Stubendfen uͤblich. Sollte an einigen Orten der Lehm zu den Dachziegeln nach der Schlemmung noch zu mager beſunden werden, ſo kann ſelbiger durch Toͤpfer⸗Thon fetter gemacht werden; es muß aber der Thon und auch der Lehm beſonders geſchlemmt werden, weil der Thon nicht ſo leicht aufweicht wie der Lehm. Daß aber nachher beide Materien tuͤchtig unter einander vermiſcht werden muͤſſen, verſteht ſich von ſelbſt. Der Zuſatz von Thon gegen den ſchlechteſten Lehm kann wie 1 zu 3 ſeyn, oder zu 3 Kubikfuß Lehm ein Kubikſuß Thon zugeſetzt werden, und ſo nach Pe düeß der Guͤte des Lehms, weniger Thon. 4 3 Von den Baumaterialien. 45 .§. 23. Das gewoͤhnliche Streichen der Ziegel iſt eine einfache und ſehr bekannte Ver⸗ Vom Formen richeung. Mehrentheils wird dabei ſowohl die Ziegelerde als auch die Formen er tneichen ſehr mit Waſſer angenaͤßt; wenn man aber einen ſehr ſetten Thon zu bearbeiten ziegel. hat, ſo muß anſtatt der ſtarken Annaͤſſung, ſowohl des Klumpens, woraus ein Ziegel geſtrichen werden ſoll, als der Form und auch der Streichbretter beides mit feinem und wohlgereinigtem Sande beſtreuet werden; dadurch ſind die S. 39 ange⸗ zeigten Fehler der Steine aus ſehr fettem Thon, nemlich das Reißen oder Aufberſten derſelben und daß ſie zu glatte Oberflaͤchen erhalten, zu vermeiden. Das erſte Verfahren oder das ſogenannte Ziegelſtreichen im Waſſer, iſt zwar etwas leichter und wohlfeiler, indem derjenige, welcher die Steine ſtreicht, ſie auch zugleich weg traͤgt und auf die breite Seite legt; dahingegen bleibt der Streicher bei dem Streichen im Sande an dem Streichtiſche ſtehen und es muß auſſer ihm ein Knabe zum Wegtragen der geſtrichenen Steine gehalten werden, und daher hat auch jeder Streicher zwei Formen. Dahingegen gebraucht man aber auch bei dem Ziegelſtreichen im Sande, einen geringeren Raum zum Trocknen der Steine, weil die dergeſtalt geſtrichene Steine auf die hohe Kante aufgeſtellet werden. Das Streichen im Sande geſchieht folgendergeſtalt: Nachdem Fig. 35. die Form a in den Waſſerkaſten c ganz reine ausgewaſchen worden, ſo wird ſie in dem in den Kaſten b. befindlichen trocknen Sande geruͤttelt; dies verrichtet der Former mit der groͤßten Geſchwindigkeit, indem er die Form in der rechten Hand hat, und waͤhrend daß er mit der linken ſo viel Sand aus dem Kaſten faßt, als zur Beſtreuung des Brettes d erforderlich iſt; auf dieſem Unterſatz⸗Brette d wird ſodann die Form wie bei e zu ſehen, geſetzt. Nun ſchneidet der Former mit gefaltenen Haͤnden, oder auch mit gegen einander gelegten Fingern beider Haͤnde, ſo viel Ziegelerde von dem auf dem Tiſche liegenden zubereiteten Thon oder Lehm⸗ klumpen m ab, als zu einem Ziegel erforderlich iſt, und waͤlzt denſelben auf den auf dem Tiſch mit Sand beſtreuten Fleck, wodurch der Stein auſſerhalb mit Sand uͤberzogen wird, es muß aber von dieſem Sande nichts inwendig in den Stein kommen, weil ſolches Falten geben und die Ziegelerde von einander loͤſen wuͤrde; ſodann wird dieſer in Sand gewaͤlzte Ballen von Thon, mit aller Kraft, welche der Former dazu anzuwenden vermag, in die Form geworfen, worauf der Former die Form ſamt dem Unterſatzbrette mit beiden Haͤnden faßt und damit einen ſtarken Schlag auf den Diſch thut, wodurch die Ziegelerde nicht allein ganz dichte 8 3 Erſter Abſchnitt. in die Ecken der Form gebracht wird, ſondern auch uͤberhaupt eine Zuſammem druͤckung erhaͤlt, welche einen guten durchaus feſten Ziegel giebt. Nach dieſem Aufſchlagen wird der uͤber die Form ſtehende uͤberfluͤſſige Kehm ſcharf abgeſtrichen, und dieſe Seite des Steins ebenfalls mit Sand beſtreuet. ein Knabe ſeyn kann) eins von den bereit liegenden Abtragebrettchen h auf den geformten Ziegel, worauf der Former die Form umdreht und abnimmt. Nun liegt alſo der geformte Ziegel mit einer ſeiner breiten Seiten auf einem Abtragebrett⸗ und indem der Abtraͤger auf die andere breite Seite ebenfalls ein ſolches Abtrage⸗ brett legt, ſetzt er den geformten Ziegel zwiſchen beiden Brettern auf ein anderes Brett, auf welches zwei Steine auf ihren langen Kanten geſetzt werden, wonaͤchſt dieſes Brett mit den beiden Steinen auf die in der Ziegelſcheune angebrachten Repoſitorien oder Geruͤſte geſtellet wird. Dieſe Art des Streichens gehet zwar nicht ganz ſo geſchwinde als die gewoͤhn⸗ geworden, ſo iſt der Unterſchied nicht groß, und auſſer den bereits erwaͤhnten Vorthei⸗ len, welche dadurch in Abſicht der Guͤte der Ziegel erhalten werden, wird auch noch der den duͤrfen, durch welche ſonſtige Manupulation, wenn die Ziegel zuerſt auf die breite Seite geleget worden, ſie gemeiniglich etwas gekruͤmmet werden. In vorgedachter Art werden die vortreflichen Klinker bei der Brombergſchen Canal⸗Ziegelei verſertiget. Anmerk. Ein hieſiger geuͤbter Ziegelſtreicher kaun in einem Tage 10, bis 1200 Mauerſteine auf die gewoͤhnliche Art ſtreichen. Nach S. 283. des aten Jahrganges des Bergmaͤnniſchen Journals, ingl. nach⸗S. 39. der iu dem W. Bande des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker, ſoll aber ein Luͤtticher Ziegelſtreicher in einem Tage 10000 Ziegel ſtreichen koͤnnen, welches, ohgleich die dortigen und auch die Hollaͤndiſchen Ziegel weit kleiner als die hieſigen ſind, doch etwas auſſeror⸗ dentliches iſt. Man hat auch Maſchinen erfunden, um Ziegel damit zu ſtreichen, ſ. Schaupl. der Kuͤnſte und Handw. VII. Band, S. 168. Auch wurde eine ſolche Maſchine zu Hamm ausgeführet; auf erſoderten Bericht zeigte aber die dortige Kriegs⸗ und Domaͤnen⸗Kammer, unterm 20. Maͤrz 1773. an, daß derjenige der ſich dieſe Maſchine durch den Erfinder de erſelben 4 habe verfertigen laſſen, keinen Gebrauch davon machte, fondern das Streichen der Ziegel nach wie vor durch Menſchen⸗Haͤnde verrichten ließe.— §. 29. der Dachſteine. griffe, die nicht allen Ziegelern eigen ſind, und es gehoͤren dazu auch viele Unter⸗ lagebretter. Das Verfahren eines Doͤpfermeiſters bei dem Formen der Dachziegel mir iſt viel zweckmaͤßiger vorgekommen als das gewoͤhnliche und koͤnnte leicht bei den Ziegeleien tbenfal eingefuͤhrt werden. Alsbald legt der zum Wegtragen der Steine beſtimmte Arbeiter,(welches liche; wenn indeſſen den Arbeitern die beſchriebene Verrichtungen erſt mechaniſch erreicht, daß die auf der hohen Kante geſtellten Ziegel nicht weiter umgewendet wer⸗ Vom Formen Das gewoͤhnliche Streichen der Dachſteine erfordert viele Uebung und Kunſt⸗ — Von den Baumaterialien. 47 Fig. 36. iſt nemlich eine Dachſtein⸗Form im Grundriß. „ 327. ſtellet die Form von der langen, und „ 38. von der ſchmalen Seite vor. 1 Wenn die feuchte Ziegelerde in die Form eingedruͤckt worden, ſo wird ſie ver⸗ mittelſt eines angefeuchteten Streichholzes, nach der Laͤnge der Form, glatt abge⸗ ſtrichen; alsdann faßt man die Form an den daran befindlichen eiſernen Buͤgeln g und g, kehret ſie auf ein etwa ſechs Fuß langes und ſechszehn bis ſiebenzehn Zoll breites Brett, worauf acht Dachziegel Platz haben, um, und nimmt die Form ab. Sonſt iſt noch anzumerken, daß die Dachſteine an einem Orte in die Ziegel⸗ ſcheune geſtellt werden muͤſſen, wo ſie nicht einem allzuſcharfen Zug ausgeſetzt ſind, weil ſie davon leicht gekruͤmmet werden, oder aufreißen. Bei dem gewoͤhnlichen Dachziegelſtreichen iſt dahin zu ſehen, daß der Ein⸗ ſchnitt in die Trockenbretter zu den darin liegenden Hacken oder der Naſe des Dach⸗ ziegels, etwas laͤnger ſeyn muß als die Naſe, weil ſonſt, wenn der Dachſtein ſich im Trocknen verkuͤrzt, der Hacken an dieſem Einſchnitt anſtoͤßt, und dadurch leicht einen nachtheiligen Bruch bekommt. Bei Anfertigung der Dachſteine iſt auch hauptſaͤchlich ein vorzuͤglich reiner Sand, ſowohl zur Untermiſchung unter die Maſſe, wenn der Thon zu fett ſeyn ſollte, als auch zum Unterſtreuen auf die Bretter erforderlich. Anmerk. In Abſicht des Ziegelſtreichens iſt uͤberhaupt anzumerken, daß ſolches nicht zu fruͤh im Jahre und auch nicht bis in die ſpaͤte Jahreszeit geſchehen ſollte, weil die Nachtfroͤſte den Steinen ſchaden. Es iſt daher in Holland ſehr weislich vorgeſchrieben, daß nicht laͤnger als 20 Wochen bei den Ziegeleien gearbeitet werde, ſo daß dieſe Zeit mit den 8. Sept. zu Ende gehet.— Bergmaͤnni⸗ ſches Journal a. Band 1791. S. 288. §. 30. Bei Ziegeleien, die zu einem beſtaͤndigen Betrieb angeleget ſind, geſchiehet Vom Trock⸗ nen der Ziegel. das Streichen ſowohl als das Trocknen der Ziegel in den dazu erbaueten Scheunen. Die geſtrichenen Ziegel werden zu letzterem Endzweck, wenn ſie geformt ſind, zum Theil auf die Erde und auch auf den Boden gelegt. Da aber eine einfache Bele⸗ gung der Fußboden mit Ziegeln, vielen Raum und mithin. große Trockenſcheunen erfordert, ſo iſt es weit vortheilhafter, wenn man ſowohl unten zu den Mauer⸗ ziegeln als oben unterm Dache zu den Dachziegeln, Geruͤſte oder Repoſitorien anbringt, worauf die Ziegel bis zehnfach uͤber einander gelegt werden koͤnnen, und wobei alſo weit kleinere Gebaͤude erfordert werden. Da auch die Waͤnde ſolcher Ziegelſcheunen mit Schiebern oder Klapthuͤren verſehen ſind, ſo kann der Zug der Luft gehoͤrig verſtaͤrkt oder vermindert werden. er Ar e. 48 rſter Abſchnitt. Der Bau dieſer Ziegelſcheunen iſt zwar ſo wenig neu, als daß dabei etwas beſonders zu bemerken ſeyn ſollte,*) da indeſſen dieſe vortheilhafte Einrichtung demohngeachtet nicht allgemein bekannt iſt,**) ſo habe ich es nicht fuͤr uͤberfluͤſſig gehalten, eine Zeichnung davon mitzutheilen. Die 39. Figur iſt der Grundriß, Fig. 40. das Profil nach der Linie AB und die 41. Figur des Profil nach der Laͤnge CD von einer ſolchen Ziegelſcheune. Sie iſt in Holz verbunden und mit zwei Strebewaͤnden d. d. verſehen, welche bei der⸗ gleichen langen und hohlen Gebaͤuden jederzeit vorhanden ſeyn muͤſſen, um den Anfall der Sturmwinde gehoͤrig zu widerſtehen. 13 In Fig. 39. iſt a. der Tiich zum Streichen der Mauerſteine, und c. die Repoſitorien worauf die Steine zum Trocknen gelegt werden. Fig. 42. ſtellet dieſe Repoſitorien nach einem vergroͤßerten Maasſtaabe, von der ſchmalen Seite vor. In Fig. 43. ſind dieſe Geruͤſte nach der Laͤnge zu ſehen; ſie werden auf Schwellen e, welche nach der Laͤnge des Gebaͤudes durchgehen, geſtellt, die Stiehle der Geruͤſte werden mit Riegeln verbunden, worauf ſtarke Latten g. gelegt ſind, auf welchen die Steine h auf ihre Bretter gelegt werden. Die Stiehle i wovon einige an die Balken reichen, koͤnnen oben ebenfalls mit Riegeln zuſammen verbunden werden. b. ſind die Suͤmpfe, welche auſſerhalb des Gebaͤudes liegen. Die Dachſteine werden auf dem Dachboden geſtrichen, zu welchen die Bruͤcke k fuͤhret, Coder auch eine innerhalb angebrachte Treppe) die Geruͤſte l unter dem Dache gehen nach der Laͤnge des Gebaͤudes wie Fig. 40 und 41. zeigen; auf die Balken m ſind ſchwache Schwellen n. nach der Laͤnge des Gebaͤudes geſtreckt, wie ſolches aus den großen Figuren 40 und 43. zu erſehen iſt. Auf dieſen Schwellen n. ſtehen die Stiehle o. etwa 3 Fuß aus einander, jedoch ſind ſie dergeſtalt abge⸗ theilt, daß ſie jedesmahl unter einen Kehlbacken ſtehen, woran ſie befeſtiget werden koͤnnen. Die Riegel g. und die darauf liegende Latten v. ſind ſo wie vorgedacht zuſam⸗ men geſetzt. Bei dergleichen Scheunen wo eine große Laſt von rohen Steinen auf den Boden zu ſtehen kommt, muß man ja die Unterzuͤge ſehr wohl unterſtuͤtzen, oder die Unterzugſtaͤnder nicht zu weit aus einander ſetzen. *) Man ſindet ſie ſchon im VII. Bande des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker.— Auch in der 1795. zu Marburg erſchienenen Abhandlung von dem Recht, der zweckdienlichen Anlage, dem Bau, und der guten Verwaltung einer Ziegel⸗ huͤtte von Herrn von Canerin: iſt die Ziegelſcheune mit Repoſitorien vorgeſtellt. Bei⸗ as ng ſig nd Sie der⸗ en ge⸗ w⸗ den die den egel⸗ Bei⸗ Von den Baumaterialien. 49 * Bei uns kenne ich indeſſen wenige dergleichen Ziegelſcheunen, und der Mecklenburg⸗Schwerin⸗ ſche Bauinſpektor Behrens hat in ſeiner ſo eben erſchienenen Mecklenburgſchen Land⸗ baukunſt, Schwerin und Wismar 1796. ebenfalls noch eine ſehr altmodiſche mit dem Dache bis auf die Erde herabgehende Ziegelſcheune, ohne Geruͤſte, abgezeichnet, die doch wohl abſichtlich als Muſter dienen ſoll? Beilaͤufig bemerke ich, daß die Einrichtung auf einer in der Naͤhe von Berlin befindlichen Ziegelei, wo nicht Ueberfluß am Waſſer iſt Nachahmung verdient. Es iſt uemlich ein ſehr breiter Ziegelſchauer erbauet, ſolcher aber, der Laͤnge nach, mit dreifachen Daͤchern verſehen, zwiſchen welchen hoͤlzerne Rinnen angebracht ſind, vermittelſt welcher das auf die Daͤcher fallende Regen⸗ Waſſer in große Kuͤfen geleitet, und theils zum Schlemmen der Dachziegel, theils ſonſt bei der Ziegelei gebraucht wirdd. 4 Bei den ſogenannten Feldziegeleien, welche nur auf eine Zeitlang angelegt werden, um die zu einem vorhabenden Bau erforderlichen Steine zu fabriziren, behilft man ſich mit leichten mit Brettern oder auch nur mit Strauch bedeckten Huͤtten. Zuweilen wagt man es auch wohl die Steine ohne dergleichen Schauer zu trocknen, wo ſie denn bei drohendem ſchweren Regen mit Strohmatten bedeckt werden, indeſſen iſt dies, wie leicht zu erachten immer etwas mißliches und gewag⸗ tes, denn wenn die geſtrichenen Ziegel alsdenn, wenn ſie ſchon einigermaßen betrocknet ſind, ſtark benaͤßt werden, ſo ſind ſie ganz unbrauchbar, und man muß ſie noch einmal formen; ſind ſie hergegen noch ganz friſch, ſo ſchadet ihnen ein darauf fallender Regen weiter nicht, als daß ſie auf der obern Seite kleine Loͤcher bekommen, wovon man zu ſagen pflegt, die Ziegel haͤtten die Pocken bekommen. Man wird uͤbrigens leicht einſehen, daß es ſehr fehlerhaft iſt, wenn die Ziegel nicht gehoͤrig ausgetrocknet, oder zu naß in den Ziegelofen gebracht werden; denn dies kann bei der beſten Erde und ihrer ſorgfaͤltigſten Zubereitung leicht die Urſache des Aufreißens und des Zerfallens der Ziegel werden. Gewoͤhnlich geben die Zieg⸗ ler ihres Gewinnſtes wegen, weil ſie die verfertigten Steine tauſendweiſe bezahlt bekommen, die Steine fuͤr hinreichend trocken aus; man muß alſo hierunter miß⸗ trauiſch gegen ſie ſeyn, und das Vorgeben gehoͤrig unterſuchen. Hiernaͤchſt pflegen ſie auch die Steine im Ofen zu nahe an einander zu ſtellen um eine deſto groͤßere Quantitaͤt derſelben, zugleich fertig zu ſchaffen. Es iſt alſo dahin zu ſehen, daß zwiſchen jedem Ziegel wenigſtens ein guter Finger breit Raum verbleibe, damit die Hitze uͤberall gehoͤrig durchziehen koͤnne. Da die Dachziegel hier nicht wie in Frankreich und Holland in beſondern Oefen, ſondern gemeiniglich Mauer- und Dachſteine zugleich in einem Ofen gebrannt worden, ſo wird alsdann der Ofen drei bis vier Schichten hoch uͤber die Schuͤrr⸗ und Einheitzloͤcher, auch ein und einen halben bis zwei Steine breit an den Waͤnden herum mit Mauerſteinen ausgeſetzt, der uͤbrige Raum oder gleichſam der Kaſten zwiſchen den Mauerſteinen aber, ſo hoch mit Dachſteinen ausgefuͤllt, G Von den Zie⸗ geldfen. 30 Erſter Abſchnitt. daß Hiernaͤchſt noch drei Schichten Mauerſteine bis an das Gewoͤlbe oder bis zur ſonſtigen Bedeckung des Ofens, darauf geſtellet werden koͤnnen, und gleich⸗ ſam die Decke der Dachſteine ausmachen. Zuweilen wird auch in den Ziegeloͤfen neben den Mauerſteinen Kalk gebrannt; der Kalk kommt alsdann unten zu ſtehen und die Feuergaͤnge oder die Schuͤrrgaſſen werden damit gewoͤlbfoͤrmig uͤberſetzt, woruͤber alsdann noch drei bis vier Fuß hoch kleine Kalkſteine eingeſetzt werden, zwiſchen welchen man etwa drei Fuß aus einander drei bis vier Zoll dicke Stoͤcke ſtellt, welche, nachdem ſie verbrannt ſind, die Feuerroͤhren formiren; auf die Kalkſteine werden dann die Mauerſteine wie gewoͤhnlich, eingeſetzt.— 56. 31. Man iſt verſchiedentlich darauf bedacht geweſen, den Ziegelofen die zweck⸗ maͤßigſte Geſtalt zu geben, ſo wohl um in dem ganzen Ofen eine gleich maͤßige ſtarke Hitze hervorzubringen, als auch um dieſe Hitze mit den wenigſt moͤglichſten Brennmaterialien zu bewuͤrken. Herr Buiſſon du Bignon“) hielt die Figur eines laͤnglicht oder eifoͤrmigen, runden Raums zum innern der Ziegel⸗ oder der Kalk⸗ und Toͤpfer⸗Oefen fuͤr die vortheilhafteſte.— *) S. deſſen Abhandlune uͤber die beſte Art Oefen zu bauen, darin Ziegel⸗ Kalk⸗ und Topfer⸗Arbeiten gebrannt werden koͤnnen. Berlin 1766.(Eine von der Koͤnigl. Akademie der Wiſſenſchaften gekroͤnte Preisſchrift.) Der Architekt Herr Patte iſt der Meinung*), daß die Alten, um große und zugleich feſte Ziegel zu brennen, ſich anderer Oefen bedienten, als die jetzigen, und daß ſie(a xéverbere) kugel⸗ oder eifoͤrmig geſtaltet geweſen. *) S. deſſen Bemerkungen uͤber die vorzuͤglichſten Gegenſtaͤnde der Baukunſ, S. 49. Mir iſt einſtens ein Manuſcript zu Haͤnden gekommen, worin verſichert wurde, daß man folgende Bauart der Ziegeloͤfen in Ruͤckſicht der Holzerſparung ſehr bewaͤhrt befunden haͤtte; es waren nemlich vier bis acht kleine Oefen gegeneinan⸗ der gebauet; jeder war oben gewoͤlbt, auch unten nach zwei Zirkelſtuͤcken abgerundet und in dieſem untern Theil das Heitzloch angebracht. Ich habe einen ſolchen einzelnen Ofen bauen laſſen, allein durchaus keinen Vortheil dabei gefunden, viel⸗ mehr erhielt man bei gleichen Aufwand von Brennmaterialien wie bei andern Zie⸗ geloͤfen, noch weniger durchweg gut ausgebrannte Steine, und am wenigſten waren es die unterſten Steine. Der von dem Herrn von Cancrin beſchriebene Ziegelofen*), hat die Geſtalt eines abgekuͤrzten Kegels. *) S. Abhandlung von dem Recht, der zweckdienlichen Anlage, dem Baue, und der guten Verwaltung der Ziegelhuͤtten. Mit 7 Kupfern. Marburg 1795. Von den Baumaterialien. 31 In hieſigen Gegenden iſt man indeſſen bis jetzt dabei verblieben den Ziegeloͤfen die Geſtalt eines laͤnglichten Vierecks zu geben, in welcher Art ſie auch, vielfaͤltig anderer Orten erbauet ſind*). 4 1 *) Z. B. die im Vten und VIIten Bande des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker, beſchriebene Ziegeloͤfen in Engelland und Frankreich, ingleichen der im aten Bande von 1791. des Bergmaͤnniſchen Journals, vorgeſtellte hollaͤndiſche Mauerziegeldſen; jedoch ſind die Mauern deſſelben, auf jeden Fuß Hoͤhe, um einen Zoll einwaͤrts eingezogen, und der Ofen obeu offen oder unuͤberwoͤlbt. Bei den S. 30r. u. f. beſchriebenen Ofen zum Brennen der Dachtiegel, gehen aber die Mauern bis au das Gewoͤlbe, womit dieſer verſehen iſt, gerade auf. Folgende mir ſehr zweckmaͤßig ſcheinende Einrichtung bei den hollaͤndiſchen Oefen, koͤnnte auch leicht bei andern angebracht werden. Die aͤuſſern Abfaͤtze nemlich, welche man Fig. 46. an dem Ofen wahrnimmt, dienen dazu, um den⸗ ſelben durch darauf liegende Piergeſpanne von Balken feſtzuhalten, daß er der ausdehnenden Gewalt der Hitze widerſtehe*). *) Der genaue Beobachter ſo mancher Fehler beim Bauen, der Herr von Goldfuß, S. 30. ſeiner oftgenannten Schrift, tadelt mit Recht die Weglaſſung dieſer Anker bei den Ziegeldfen. Da wohl vorauszuſetzen iſt, daß das Bergmaͤnniſche Journa l ſich nicht in Jedermanns Haͤnden befindet, ſo wird die Beſchreibung eines ſolchen Ofens hier ganz daraus entlehnet. Vielleicht wird dadurch Gelegenheit zu Verſuchen und Verbeſſerungen bei anderen Ziegeloͤfen gegeben. „Ein treuherziger Arbeiter, ſagt der Verfaſſer der Beſchreibung, mit dem vich mich, um fuͤr den Beobachtungen ſeiner Mitbruͤder ſicher zu ſeyn, auf den „Ofen hinauf retirirte, hat mir eine ziemlich deutliche Idee davon gemacht, weil vich ihn nur von auſſen ſehen konnte, ſo daß ich im Stande war, die in Fig. 46 3 „47, 48 und 49. angegebene Zeichnungen zu entwerfen. Auf dem Fundament »A. B. C. D. Fig. 47. ſind nach der Laͤnge des Ofens in vier Reihen hintereinander, „kleine Bogen a. aufgemauert, die auf ihren Wiederlagern ruhen, und durch ſtei⸗ „nerne Anker, womit ſie verbunden ſind, ihre Feſtigkeit erhalten. Dieſe Bogen „hinter einander machen vier Gewoͤlbe aus, unter denen*) das Torffeuer ange⸗ „legt wird und brennt. Durch die kleinen Seiten⸗Canaͤle vv Fig. 48. kann auch „die Hitze aus dem einen Gewoͤlbe in das andere treten. Durch die Zwiſchenoͤf⸗ „nungen b, die durch den Abſtand der kleinen Bogen, welche zuſammen ein „Gewoͤlbe ausmachen, gebildet werden, tritt die Flamme in den von Mauerſteinen „geſchlagenen Heerd uͤber den die Ziegel(Dachziegel) ſtehen. Dieſer Heerd oder „ſteinerne Roſt, der von ausdruͤcklich dazu geformten Steinen ſo einen Fuß lang, „3 Zoll breit und 4 Zoll hoch ſind, woraus auch die kleinen Gewoͤlbe beſtehen, auf „die Art wie es Fig. 43. zeigt, gemacht iſt, formirt die ganze Sohle des Ofens G 2 52 Erſter Abſchnitt. „inwendig, und wird mit dem nemlichen Lehm, woraus die alsdann noch rohen d „Steine geformt ſind, gemauert. 4 *) Es waͤre zu wuͤnſchen, daß der Verfaſſer dieſes Aufſatzes, den uͤber die Gewoͤlbe zu ſchlagenden Heerd von Mauerſteinen, naͤher beſchrieben haͤtte. Vermuthlich liegen die Steine nicht dicht an 1 einander, ſondern laſſen auch Zwiſchenraͤume unter ſich, und der Heerd iſt vielleicht ſo geſtaltet, wie die in den engliſchen Ziegeldfen Fig. 50. von beſonders dazu geformten Steinen, ſ. Acom⸗ plete body of architecture by Ifaac Ware, London 1766. woſelbſt es S. 68. heißt: „die Ziegel wovon der hier vorgeſtellte Heerd(Floor) conßruirt iſt, ſind eigentlich zu dieſen „Gebrauch gemacht, ſie ſind laͤnglicht ſechseckigt, 11 ⅞ Zoll lang, 44 Zoll breit, bei ihrer Groͤße und „Geſtalt bilden ſie ein Paviement mit ihren Zwiſchenraͤumen, wie ein zierliches Moſaik; ſie koͤnnen ur Pflaſterung der Fluhre in Landhaͤuſern gebraucht werden, und wenn die viereckigten Hohlun⸗ „lungen in ſolchen Fall mit ſchwarz glaſurten Steinen ausgefuͤllet ſind, geben ſie einen ſehr artigen „Anblick. 8e 4 4 „Die Schuͤrroͤfnungen F. auf beiden Seiten, koͤnnen mit Schuͤtzen von Lehm „zugeſetzt werden. Der innere Raum iſt in Stein⸗Hoͤhen eingetheilt, auf dreien „von dem Noſte an, faͤngt das Gewoͤlbe an, das zur Dauerhaftigkeit des Ofens „gegen zwei Balken G. G. von 22 Zoll ins Quadrat ruht, die durch die auf den „kurzen Mauern H. H. Fig. 43. liegenden Hoͤlzern wie ein Viergeſpann zuſammen⸗ 3 „gezogen werden. „In der mittlern Hoͤhe unter der Krone des Gewoͤlbes ſtehen alſo 9 Steine „uͤber einander, und in der Breite unten am Heerd 22. Dieſer Ofen enthielt „20000 Stuͤck Ziegel(nemlich wie ein S geſtalltete Dachpfannen) da in andere „gewoͤhnlich nur 12000 ſind. Die Decke des Gewoͤlbes hat 60 Zugloͤcher, die mit „Flieſen zugedeckt und geoͤfnet werden koͤnnen, nach Art der churmaͤrkſchen Kalk, „oͤfen bei Holze, wodurch ſich die Hitze regieren laͤßt. In der Vordermauer des „Ofens ſieht man eine laͤngliche Oefnung, die zum Ein⸗ und Ausfahren dient, „und waͤhrend des Brandes mit Steinen zugeſetzt wird. „Zum Einſetzen des Ofens gehen 10 Stunden drauf, 34 Stunden ſteht er „im Brand, und ein Tag geht daruͤber hin, ihn auszunehmen. Zu 20000 Ziegeln „werden 150 Tonnen Torf erfordert. Alle acht Tage wird gewoͤhnlich ein Brand „gemacht. In guten Sommertagen, wo die Steine ſehr gut und langſam haben „trocknen koͤnnen, bekommen ſie faſt gar keinen Abgang, wohl aber bei feuchter „Witterung.“. Ddie bei uns uͤblichen, ein laͤnglichtes Viereck bildenden Oefen haben nichts be⸗ ſonders an ſich, und ihre Konſtruktion iſt auch ſo bekannt, oder man kann ſie ſo viel⸗ faͤltig in Natura ſehen, daß es uͤberfluͤſſig ſeyn wuͤrde, umſtaͤndliche Beſchreibun⸗ gen und Zeichnungen davon hier beizubringen. Ich ſchraͤnke mich alſo nur auf einige Bemerkungen daruͤber ein. 2 — Von den Baumaterialien. 53 Zufoͤrderſt iſt wohl dahin zu ſehen, daß ein Ziegelofen, oder uͤberhaupt eine Ziegelei nur da angelegt werde, wo leicht Waſſer, als ein Hauptbeduͤrfniß der⸗ ſelben, zu haben iſt. Der Ziegelofen ſelbſt muß aber auf keinem naſſen Grunde geſetzt werden, ſon⸗ dern einen voͤllig trocknen Boden haben, daher wenn man den Ziegelofen in dem Fuß oder Abhang eines Lehm-Berges anlegt, wodurch an der Dicke der Mauern zwar etwas erſparet wird, ſorgfaͤltig dahin zu ſehen iſt, daß ſich nicht etwa Springe oder Quellen daſelbſt befinden, die den Boden des Ofens feuchte machen koͤnnten. Daß die Ziegeloͤfen theils gewoͤlbt, theils ungewoͤlbt ſind, iſt bekannt, und beides gilt ſo ziemlich gleich, indem der ungewoͤlbte Ofen, nachdem die zu bren⸗ nende Steine eingeſetzt ſind, mit ſchon gebrannten Ziegeln und mit Lehm zugedeckt werden kann, und mithin dabei die Hitze faſt eben ſo gut zuſammengehalten wird, als bei den Gewoͤlben. Will man indeſſen den gewoͤlbten Oefen dennoch einigen Vorzug zugeſtehen, ſo iſt ſolcher auch leicht zu erreichen, indem die Koſten fuͤr dergleichen Gewoͤlbe ſo bedeutend eben nicht ſind, und am wenigſten, da ſie ſogar von ungebrannten und mit Lehm vermauerten Steinen angefertiget werden koͤnnen. Die Erfahrung hat gelehret, daß dieſe Gewoͤlbe, wenn in dem Ziegelofen gefeuert wird, ſich zwar etwas auseinander geben, daß ſie ſich aber auch, ſo bald der Ofen kalt wird, wieder zuſammenziehen und nicht einfallen. Auch koͤnnen die erforderlichen ſtarken Seitenmauern der Ziegeloͤfen mit vieler Erſparung von ungebrannten Steinen oder Luftziegeln ohnbedenklich auf⸗ gefuͤhret werden*) *) Beides iſt bei den von dem Herrn Prediger Pohle zu Wittchow bei Stargardt in Pommern vor etwa fuͤnf Jahren angelegten Torfziegeldfen in Ausuͤbung gebracht worden. Bei der zum Behuf des Klinkerbrennens zum Bau der maſſiven Schleuſen des Brombergſchen Canals angeleg⸗ ten Ziegelei, ſind die Wande des Ziegelofens ebenfalls mit Luftſteinen au fgefuͤhret, jedoch auſſer⸗ halb mit einem gebrannten halben Mauerſtein bekleidet worden. Ich fuͤhre dies keinesweges als etwas neues an, da ſchon in einer Anmerkung im VII. Bande des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker S. 181. bemerkt iſt, daß Fioheldſen ſamt ihren Gewoͤlben von an der Luft getrockneten Steinen aufgefuͤhret worden ſind. Auch iſt in den Schleſ. dkonom. Nachrichten Samml. I. S. 489. 90.„von einem erfahrnen Landwirth angefuͤhrt,„daß man noch wohlfeiler und leichter zu einem tuͤchtigen und „feſten Ziegelofen ohne Steine und Kalk gelangen kann, wenn man ſolchen von Wellerwaͤnden „oder bloß aus Lehm und Stroh erbauet, da der Lehm mit halb nur zuſammengehackten Stroh „eben ſo eingemacht und durchgetreten wird, wie man ſolchen zum Kleiben der Gebaͤude und zu „dem Eſtrich brauchet, welcher aber nicht ſo gar naß verarbeitet werden, ſondern etwa einen „gauzen oder halben Tag in freier Sonne und Luft liegen muß; da denn ſolcher in großen Rollen „und Klumpen, wie ein Mann erheben kann, kreutzweiſe uͤbereinander geleget, und auf beiden „Seiten wohl ausgeglichen wird. Dieſe Waͤnde werden anfaͤnglich etwa 4 Lle hoch und im 3 Erſter Abſchnitt. „Grunde 2 Ellen breit angelegt, worauf man nach 8 oder 10 Tagen wiederum eine oder Elle „hoch dergleichen Strohlehm aufbauet, und auf der auswendigen Seite die Waͤnde etwas anlaufen „laͤßt, daß ſolche etwa bei der zwoten Anlage 1½ Elle ſtark bleiben. Wenn nun dieſer zweite Satz „gleichfalis inwendig wohl und perpendikulaͤr verglichen, und 8 Tage lang ansgetrockuet, ſo wird „init dem dritten und vierten Aufſatz vorbeſchriebenermaßen fortgefahren, bis ſolcher Oſen die er⸗ „forderliche Hdhe von 5 bis 6 Ellen erlangt, und die vier Waͤnde oben etwa« Elle ſtark geblieben „ſind. Wonaͤchſt ſolcher Ofen mit einem Dache gleich andern Oefen verſehen werden muß, welches „man auch auf eine ſehr leichte Art auf Walzen zum Zuruͤckſchieben machen kann, wodurch es nicht „ſo hoch gebauet werden darf, und für das Abbrennen deſto ſicherer bleibt, weil es erſt nach aus⸗ „geldſchtem Feuer wieder vorwaͤrts und uͤber den Ofen geſchoben wird. 3„Der Verfaſſer dieſer Beſchreibung will aus eigener Erfahrung, von verſchiedenen Jahren be⸗ „haupten, daß dieſe leimerne Oefen dauerhaſter und beſſer, als die von Ziegeln und Steinen ge⸗ „bauten Oefen ſind, indem in letzteren die Steine und Ziegel mehr, als in jenen der Lehm aus⸗ „brennen, folglich der lehmerne Ofen weniger Reparatur als die gemauerten braucht. Wie denn „auch die ſogenannten Schuͤr⸗ oder Feuer⸗Locher, in welchen das Feuer angemacht und das Holz „ein⸗ und nachgeſchoben wird, nicht mit Ziegeln gewoͤlbt, ſondern bloß von dergleichen Stroh⸗ „lehm uͤber ein halbrundes Holz in Form eines halben Zirkels uͤbergelegt werden duͤrfen, welches, „wenn der Ofen gut ausgetrocknet iſt, nach ausgeſchlagenen halbrunden Holze, ſo gut als das „beſte Gewoͤlbe beiſammen haͤlt, und keiner Reparatur bedarf. Mir ſcheint uͤberhaupt die Bauart der Wellerwaͤnde langwierig und umſtaͤndlich, und da dieſe Waͤnde doch nicht gleich oder doch nicht bald vollkommen trocken werden, ſo duͤrften ſie bei einer ſo ſtarken Erhitzung, als die eines Ziegelofens, wohl leichter Borſten und Riſſe bekommen, als diejenigen Waͤnde, die von ſchon voͤllig trocknen Lehmſteinen aufgefuͤhret werden. Wenn vorhin geſagt worden, daß der Bau der Waͤnde der Ziegelofen und ſelbſt ihrer Gewoͤlbe, bloß mit Lehm, nichts neues ſey, ſo iſt die Anſrage im 25ſten Stuͤck yvon 1795 des Reichsanzeigers:„Ob dieſe „Bauart bei Ziegeldſen wirklich anwendbar ſey?“ etwas befremdlich. Die Aeuſſerung aber des Baumeiſters Herrn Behrends, in ſeiner Mecklenburgiſchen Land⸗Baukunſt, daß er zwar von der Moͤglichkeit und Vortheilhaftigkeit uͤberzeugt ſey, Ziegeloͤfen von Lehm außufüͤhren, daß ſolches aber ſeines Orts noch nicht Platz finden wollte, dienet zum Beweiſe, wie ſchwer es aller Orten iſt, neue Sachen einzufuͤhren, und Vorurtheile aus dem Wege zu raͤumen. Es iſt allerdings noͤthig, den vierſeitigen Ziegeloͤfen eine verhaͤltnißmaͤßige Breite und Hoͤhe zu geben, und zwar erſtere in Ruͤckſicht des bequemen Einfeuerns bis am Ende der Schuͤrr⸗ oder Heitzloͤcher, und die Hoͤhe nach Verhaͤltniß der Wuͤrkung der nach oben gehenden Hitze und Flamme. Wenn demnach der Ofen zur Holzfeuerung zwoͤlf Fuß breit iſt, bei Torf⸗ färernne aber die Breite zehn bis elf Fuß betraͤge ſo kann, nach Erfahrungen, das Feuer ſehr gut regieret Hierden*). 8* In der ſchon erwaͤhnten Abhandlung uͤber das Ziegelbrennen, in Num. 38. des Reichsan⸗ zeigers von 1796. wird die Breite eines Ziegelofens zu 8 Fuß, die Hoͤhe zu? Fuß und die Laͤnge zu 30 Fuß angegeben, welches etwas zu geringe Dimenſionen ſind. Nach der ausfuͤhrlichen Anweiſung zur Erbauung und Einrichtung der Torfziegeloͤfen von W. Gilly, zweite Auflage, Berlin 1792. hatte der Torfzie⸗ gelofen zu Linum eine Breite von 12 Fuß. Torſziegelöfen ſollten aber, wie vorhin angefuͤhrt worden, nur 10 Fuß breit ſeyn. 1 Die Hoͤhe der Ziegeloͤfen kann 14 bis 15 Fuß betragen, die Laͤnge aber iſt gleichguͤltig, wenn man nur die Feuer⸗Canaͤle oder Schuͤrlocher ſo eintheilt, daß Von den Baumaterialien. 55 ſie von ½ bis 6 Fuß von Mitte zu Mitte gerechnet, auseinander ſtehen; die Feuer⸗Canaͤle ſelbſt muͤſſen 14 Zoll breit im Lichten ſeyn, und die zwiſchen zwei Schuͤrloͤchern verbleibende Erhoͤhungen oder Baͤnke betragen alsdenn 4½ bis 5 ½ Fuß in der Breite. An den Seitenwaͤnden werden die Baͤnke nur halb ſo breit. Bortheilhaft iſt es auch, wenn man einen Ziegelofen dergeſtalt erbauet, daß von beiden Seiten zugleich gefeuert werden kann, wie ſolches bei den hollaͤndiſchen Oefen uͤblich iſt, und der Herr von Goldfuß hat ſehr Recht, wenn derſelbe dies fuͤr einen Haupt⸗Umſtand bei den Ziegeloͤfen haͤlt*). Sonſt iſt es aber auch ſchon nuͤtzlich, zwei Oefen der Laͤnge nach gegeneinander zu legen, weil ſich die Hitze von einem Ofen, wenn darin gebrannt wird, dem andern zum Vortheil des Trocknens der in dieſen zum Brennen eingeſetzten Steine, mittheilet*) *) S. von Goldfuß Feuerſicherer und wohlfeiler Haͤuſer⸗Bau ꝛc. S. 74. **) Der Brombergſche Ziegelofen iſt in der Art erbauet.. Bei dieſer Gelegenheit muß ich einer im Jahr 1776 bei dem Koͤniglichen Ober⸗Bau⸗Depar⸗ tement eingereichten Erſindung eines Ziegelofens erwaͤhnen, bei welchem dem Vorgeben nach, die Haͤlfte des ſonſt benoͤthigten Holzes Gparet werden ſollte. . Dieſer Ofen beſtehet eigentlich aus ſechſen, wovon jeder 16 Fuß lang, 6 Fuß breit, und 18 Fuß bis unter die Mitte des Gewoͤlbes hoch iſt, ſo daß in jedem etwa 10000 Mauerſteine eingeſetzt werden koͤnnen. Dieſe ſechs Oefen ſind dergeſtalt nebeneinander gebauet, daß wenn in dem erſten gebrannt wird, die Hitze, welche ſonſt durch den Schornſtein oder die Zugloͤcher verfliegen wuͤrde, zugleich genutzet wird, den zweiten in ſo fern zu erwaͤrmen, daß die darin zum Brennen geſtellte rohe Ziegel verdampfen und austrocknen koͤnnen, bis nach vollendetem Brande im erſten Ofen, das Feuer in dem zweiten eingelegt wird; alsdenn dient die Luft, welche zur Abkuͤhlung des erſten Ofens in denſelben eingelaſſen wird, und ſich ſtark erwaͤrmt, das Feuer in den zweyten Ofen an⸗ zublaſen, und in ſo weit dient ſelbſt die Abkuͤhlung des erſteren Ofens zu deſto beſſerer Erhitzung des zweiten. Auf eine aͤhnliche Art hilft der zweite den dritten, dieſer den vierten, dieſer den fuͤnſten, u. ſ. w.. 3 Das Koͤnigliche Ober⸗ Bau⸗Departement war bei Unterfuchung dieſer Erfindung der Mei⸗ nung, daß kein Zweifel ſey, daß nicht auf dieſe Art viel an Holz er ſparet, und zugleich die Arbeit ſehr gefoͤrdert werden koͤnnte, daß es aber noch beſſer ſeyn wuͤrde, um das Ganze mehr in der Rundung zu bringen, wenn an den Seiten noch zwei dergleichen Oefen angebracht wuͤrden. Es muͤßte aber auch dabei vorausgeſetzt werden, daß ſolche Oefen eigentlich nur an Orten dienen, wo ſie den ganzen Sommer uͤber, in einem fort gebraucht werden koͤnnten, und wo folglich immer viele und große Bauten vorgenommen wuͤrden. Der Erfinder war ſolches auch ſelbſt nicht in Abrede. Theils aber weil ein ſolcher Ofen nach einem davon angefertigten Bauanſchlag, wegen des yielen Mauerwerks und der kuͤnſtlichen Leitung der vielen Zugroͤhren in den Mauern, ſehr hoch ins Geld lief, und anderntheils wegen des Bedenkens, daß es einer ſo großen Ziegelei bei den in den Koͤnigl. Preuß. Landen bereits etablirten vielen Ziegeleien an Abſatz fehlen wuͤrde, iſt die Ausfuͤhrung eines ſolchen Ziegelofens, wenigſtens hier, unterblieben. Ob aber der Erfinder, der Ziegelbrenner Johann George Muͤller aus der Gegend bei Leipzig, anderer Orten einen ſolchen Ofen gebauet hat, iſt mir unbekannt. Man pflegt die Ziegeloͤfen mit einem Schauer zu bedecken; ob nun zwar die Balken ausgetrumpft werden, ſo muͤſſen doch einige zur Zuſammenhaltung des Vom Bren⸗ nen der Ziegel. 85 Erſter Abſchnitt. Schauers durchgehen. Will man anſtatt dieſer Balken nicht eiſerne Anker an⸗ wenden, ſo muͤßten die Waͤnde ſolcher Schauer billig hoͤher aufgefuͤhret werden, als ſolches gewoͤhnlich geſchiehet, damit die Ankerbalken zehn Fuß hoch uͤber die Oberflaͤche des Ofens zu liegen kommen, um fuͤr deren Entzuͤndung ſicher zu ſeyn. Die Waͤnde des Schauers koͤnnten auch fuͤglich von Luftſteinen aufgefuͤhret wer⸗ den; ſollen aber die Waͤnde des Schauers von Holz ſeyn, ſo muͤßte doch inwendig gegen dieſe Waͤnde einen Stein ſtark(mit Luftſteinen) vorgemauert werden, damit die hoͤlzerne Waͤnde ſich nicht entzuͤnden koͤnnen.. Anmerk. In England ſind viele Ziegeloͤfen durch beſonders uͤber ſelbige aufgefuͤhrte runde, oben faſt ganz zugeſpitzte Mauern bedeckt, welche dazu dienen ſollen, den Rauch fortzuführen, auch die Hitze beiſammen zu halten. S. Ware complead body of arch. S. 68.. Dieſer Verfaſſer iſt jedoch S. 67. der Meinung, daß wenn die Ziegeloͤfen nach der gegebenen Abbildung(das iſt, vierſeitig ohne Gewoͤlbe mit den gehoͤrigen Roſten zum Brennen mit Stein⸗ kohlen) aufgefuͤhret wuͤrden, dieſe Kegelformigen Umfaſſungen wohl wegfallen, und daß dagegen holzerne Schoppen uͤber die Ziegeldfen erbauet werden koͤunten. 5. 32. Bekanntermaßen werden die in den Ziegelofen eingeſetzten, an der Luft ge⸗ trockneten Ziegel anfaͤnglich durch ein gelindes Feuer, welches das Schmauch⸗ feuer genannt wird, voͤllig ausgetrocknet, alsdenn wird das Feuer allmaͤhlich bis zur groͤßten Hitze vermehret, und ſo wird wieder allmaͤhlich von dem hoͤchſten Grad der Hitze bis zu den geringen, nachgelaßen, auch zuletzt zur Erſtickung des Feuers die Schuͤrrloͤcher zugemauert. Hierbei muß nun der Ziegler alle Aufmerk⸗ ſamkeit anwenden, und Flamme und Hitze durch Eroͤfnung der Thuͤren vor den Schuͤrrloͤchern, imgleichen der in den Decken oder in den Gewoͤlben des Ziegelofens angebrachten Zugloͤcher, ſo zu dirigiren verſtehen, daß die Hitze moͤglichſt gleich⸗ foͤrmig in dem ganzen Ofen wuͤrke, und alle Ziegel ſo viel als moͤglich gleich gut ausgebrannt werden. Da es aber hierbei auf die Richtung der Luft oder des Windes und auf deſſen Heftigkeit mit ankoͤmmt, ſo laͤßt ſich das eigentliche Verfahren nicht genau be— ſchreiben. Selbſt nach dieſen zufaͤlligen Umſtaͤnden richtet ſich die Zeit, in welcher ein Ziegelbrand verrichtet werden kann. Gemeiniglich erfordert ſolcher 10 bis 12, auch wohl 14 und mehrere Tage, welche ohngeſehr ſo vertheilt ſind: bei einem Ofen worin etliche 30 Tauſend Steine gebrannt werden, erſordert das Einkarren und Einſetzen derſelben in den Ofen etwa 3 Tage, das Brennen ſelbſt 9 Dage, das Abkuͤhlen des Ofens 5, und das Auskarren der Steine 2, alſo zuſammen 19 Tage. Bei dem Aus⸗ und Einkarren werden dem Ziegler 2 Handlanger, und waͤhrend des 1 zu ſed Von den Baumaterialien. 57 zu erhaltenden ſtaͤrkſten oder ſogenannten Friſch feuers 4 bis 5 Arbeiter, Tage und Naͤchte durch, zu Huͤlfe gegeben. Bei aller angewandten Kunſt und Fleiß iſt es doch nicht leicht moͤglich, daß alle Ziegel in einem Ofen gleich gut ausgebrannt ſeyn ſollten, es lie⸗ ge nun an der Figur und Geſtalt der Ziegeloͤfen oder an andern Umſtaͤnden; Es ſcheint alſo als wenn hierunter bei uns oͤfters zu viel von den Zieglern gefordert wuͤrde, denn die Hollaͤnder oder vielmehr ihre Gehuͤlſen die Luͤtticher, welche doch zur Zeit fuͤr die Meiſter in der Ziegelbrennerkunſt gehalten werden, erhalten ja ſelbſt bis zu achterlei Sorten von Ziegeln aus einem Ofen, welche von verſchiede⸗ ner Haͤrte und Guͤte ſind und zwar durch den geringern oder ſtaͤrkern Grad des Feuers im Ofen.*. *») S. geſammlete Nachrichten von dem Verfahren der Hollaͤnder, wenn ſie waſſerdichtes Mauerwerk machen, S. 8. und 10. Ingleichen ater Band von 1791 des Bergmaͤnniſchen Journals, S. 287. Ohne einem nachlaͤßigen Verfahren, wobei alles verdorben wird, das Wort zu reden, ſo iſt doch nicht abzuſehen, warum man nicht zufrieden ſeyn ſollte, wenn der groͤßte Thei l der Ziegel gehoͤrig gebrannt worden, und eine geringe Quan⸗ titaͤt derſelben minder gut geraͤth; Wir koͤnnen ja eben ſo wie die Hollaͤnder, eine Auswahl der Ziegel nach ihrem Gebrauch treffen. Gut ausgebrannte Ziegel ſind nemlich aller Orten und ſelbſt im Waſſer tauglich, wohin ſich die weniger ausge⸗ brannten nicht ſchicken die doch aber in Mauern welche der Witterung nicht zu ſehr ausgeſetzt ſind, gebraucht werden koͤnnen, und die noch ſchlechter gebrannten, ſind zu Scheidemauern, oder zu Ausmauerung der Faͤcher der inwendigen hoͤlzernen Waͤnde immer anwendbar.*) *) Bei einer gewiſſen Gelegenheit erhielt ich aus Holland die Nachricht, daß eine Sorte von den dortigen Ziegeln Leydze bak Klinkers genannt, wohl uͤber dem Grund, nicht aber im Waſſer ge⸗ braucht wuͤrden, ferner, daß eine an dere Sorte, welche gryze Bakklinkers heißen, wegen ihrer vorzuͤglichen Guͤte dazu gebraucht werden, die Waſſermauern etwa einen Fuß ſtark in Cement ge⸗ legt, damit zu bekleiden, und daß das uͤbrige Mauerwerk mit Sorten Ziegeln von geringerer Gu⸗ te in Kalkmoͤrtel aufgefuͤhrt wuͤrde. Wenn es zwar ausgemacht iſt, daß die mehreſten hollaͤndiſchen Ziegel von vorzuͤglicher Guͤte ſind, ſo liegt dieß doch nicht ſo wohl an der Vorzuͤglichkeit der Erdart, als in der ungemein kleinen Form der Steine, denn es giebt welche, die nur 9 Zoll lang 4 Zoll breit und 1 ½ Zoll dick ſind Dergleichen kleine Ziegel koͤnnen leicht gut durchbrennen. Hiernaͤchſt, denkt man bei uns auf ein ſchnelles Feuer, vrrmittelſt hoch lodernder Flammen. In Holland ſucht man den Grad der Keuers zu maͤßigen und die Steine nach und nach gahr zu machen, weshalb dort ein Brand ge⸗ woͤhnlich 3 Wochen waͤhret. Eine Anzahl nicht genugſam ausgebrannter Ziegel, wenn ſie ſonſt nur aus ei⸗ ner guten Maſſe gemacht ſind, koͤnnte man bei einem Bau immer mit anwenden, jedoch wie geſagt, mit kluger Auswahl wohin ſie ſich ſchicken. H 58 1 Erſter Abſchnitt. Bei den Dachziegeln mügs te hingegen keine Ausnahme ſtatt finden; Sie wer⸗ den ſaͤmtlich den Einwirkungen der Naͤße, der Hitze und des Froſtes ausgeſetzt, mithin ſollten ſchlechte Dachſteine durchweg fuͤr eine untaugliche Waare anerkannt und ſolche Niemanden, der ſie fabriciret, abgekaufet werden; Vielleicht waͤre dieß das beſte Mittel, bald mehr Sorgfalt und Fleiß bei bieſem ſo aothigend Be⸗ dürfniß angewendet zu ſehen.*) * In dem VIlIIten Theil S. 137. der Schriften der Leipz. dkouom. Sozietaͤt wird angefuͤhret: „daß die Ziegel,(es iſt wohl von Dachzieseln die Rede) ſie moͤgen ſchlecht oder gut „ſeyn, noch einmal gebraunt werden maßten.“ —„Es werden, heißt es, die Ziegel, wenn ſie aus dem Ofſen kommen, in kalten Waſſer „abgeloͤſcht, wodurch man ſie gleichſam haͤrte, und alsdenn bei dem erſten Brand nicht in die „groͤßte Gluth, ſondern nur am Nande des Ofens eingeſetzt; dadurch bekaͤmen ſie eine braune „oder ſtahlblaue Farbe und wuͤrden ſo feſt und hart, duß man ſie kaum zerſchlagen koönnte. Sie „erhielten die Haͤrte der Flaſchen, nud muͤßten daher nicht mit Kalk, ſondern mit Gyps und Feil⸗ „ſpaͤhne eingedeckt werden. Dieſe Erſindung ſey ſchon alt; Man bediene ſich auch in vielen Laͤn⸗ „dern, wo keine Steinbruͤche waͤren, der doppelt gebrannten Mauerziegel zu Schleuſen, „Brunnen und Waſſerbehaͤlter.— Er ſelbſt,(der Verfaſſer dieſes Aufſatzes der Baumeiſter Herr „Lange) habe einen V Verſuch in Warſchau bei einem Ziegelgerinne uͤber die Kellerei des Grafen „von Bruͤh! mit dergleichen Manerziegeln gemacht, und das Mauerwerk fey ſehr dauerhaft geworden.“ b „Mit Dachziegeln habe Herr Lange es noch nicht verſucht, er glaubt aber, daß es ſich der „Muͤhe belohne, wenn ein Dachſte in der 1 ½ d. koſtet, auch auf ad. zu ſtehen kommen ſone 4. 33. Von den ver Das Kiehnen oder anderes leichtflammendes Holz iſt das beſte zum Ziegelbren⸗ ſchiedenen nen; Man kann jedoch auch hartes Holz, als Birken, Eichen und Ellern, aber nunaten nur im aͤußerſten Fall allein, beſſer mit Kiehnen melirt, gebrauchen. Brennen der Tauſend Mauerſteine zu brennen, wird eine bis 1 ½ Klafter Kiehnen Holz Ziegcl. von 6 Fuß lang 6 Fuß breit und die Klobe 3 Fuß lang gerechnet, oder ½ Klafter kiehnen und ½ ² Klafter hartes Holz erfordert, alſp in dieſem Fall gehort zu. tauſend Mauerſteinen nur eine Klafter Holz. Dieß trift indeß im allgemeinen ſo wenig ganz genau zu, als noch weniger der Bedarf an Torf zum Ziegelbrennnen, ganz genau beſtimmt werden kann. Denn bei dieſem Material iſt die Guͤte und die Kroſkenzeit deßelben noch weit ver⸗ ſchiedener als beim Holze. V Herr W. Gilly(S. 61 ſeiner ausfuͤhrlichen Beſchreibung der Torfziegeloͤfen,) V fuͤhret zwar an, daß man bei der Linumſchen Ziegeley um tauſend Ziegel zu brennen, V 1300 bis 2000 Torfſtuͤcken gebrauchte, welche 12 Zoll lang 6 Zoll breit und 4 Zoll dick geſtochen wuͤrden. Von d en Baumaterialie xn. 59 E haben indeſſen andere Erfaßrungen ſicher belehret, daß wohl 2500 bis 3000 Torfſtuͤcken auf das Tauſend Mauerſteine erfordert werden, um ſelbige ge⸗ hoͤrig zu brennen. d Nun rechnet Herr Gilly, ſo wie auch der Herr Bergrath Eifelen(in ſeiner ausfuͤhrlichen Abhandlung, inſonderheit uͤber das Kalkbrennen mit Torf. Berlin 1793. S. 151.) ganz richtig auf 4500 bis 2000 Stuͤcken Torf, eine Klafter kiehnen Holz. Iſt nun eine ſolche Klafter Holz mehrentheils hinreichend um ein Tauſend Zie⸗ gel damit zu brennen, ſo muß bei der Anlage einer Torfziegeley berechnet werden, wie ſich die Koſten fuͤr eine Klafter Holz, gegen die, welche 2500 bis 3000 Stuͤ⸗ cken Torf zu ſtechen, zu trocknen, aufzuſetzen und anzufahren erfordern, verhalten. Sollte nun ein ſolcher Ueberſchlag auch an manchen Orten ſo ausfallen, daß in Ruͤckſicht auf die Ausgabe an baarem Gelde kein großer Vortheil bei dem Torf⸗ brande gegen das Brennen mit Holz hervorginge, ſo iſt doch im allgemeinen zu ſehr an der Conſervation des Holzes gelegen, als daß man ſich eines Surrogats deſſelben nicht bedienen ſollte, und eben ſo wird gewiß einem jeden Guthsbeſitzer an der Erhaltung ſeiner Forſten mehr gelegen ſeyn, als an einem gegenwaͤrtigen kleinen Gewinnſt; Daß man uͤbrigens mit Torf ſehr gute Ziegeln brennen koͤnne, haben die Hollaͤnder ſchon lange, und auch unſre Nachbarn die Mecklenburger er⸗ wieſen, ſo wie es nunmehr auch bei uns nicht mehr an Beiſpielen von Torfziege⸗ leyen fehlet/ und in Sachſen ſind ebenfals gluͤckliche Berſuche damit gemacht worden.* *) Anzeige der Leipz. oͤkonom. Societaͤt von der Oſtermeſſe 1792. Ich erhielt jedennoch kuͤrzlich eine Anfrage aus der Gegend von Maynz; ob es gegruͤndet ſey, daß die hieſigen Torfziegeleien wieder eingegangen, weil der Torf ſichzum Ziegelbrennen nicht ſchickte welche Frage ich allerdings verneinend beantworten konnte. Die in dem 1794 herausgekommenen Handbuche fuͤr angehende Cammeraliſten von L. F. F. S. S. 39. aus Pfeifers Cameralwiſſenſchaften, vom Jahr. 1768, jetzt noch treulich abgeſchriebene Stelle,„daß der Torf ſich am ſchlechteſten zum Ziegelbrennen ſchicke, weil er in „ſeinem natuͤrlichen Zuſtande, eine matte Hitze, und ungemein viel Aſche gaͤbe, die zwar das Feuer glim⸗ „mend aber nicht brennend erhaͤlt,, kann vielleicht zu dergleichen irrigen Meinungen Veranlaſſung ge⸗ ben. Diejenigen, welche Torſbruͤche beſitzen, werden wohl thun, wenn ſie ſich das vorhin erwaͤhnte Werk verſchaffen, deſſen vollgaͤndiger Titel iſt: Handbuch oder ausfuͤhrlichtheoretiſch⸗prakti⸗ ſche Anleitung zur naͤhern Kenntniß des Torfweſens und.Verbreitung der Torf⸗ moore, Behufs der nutzbarſten Anlage und Betrieb einzelner Torfgraͤbereien, deren praktiſcher Betrieb ſelbſt, ſo wohl in Ruͤckſicht auf Holzſchonung als den daraus entſtehenden beſondern Nutzen, auch Wiederkultur der ausgeſto⸗ chenen Gründe, mit s großen Kupfertafeln von J. C. Eiſelsn, Koͤnigl. Preu. Oberbergrath, Berlin 1795. H 2 ——— ——-—:e—õ——=———— 60 Erſter Abſchnitt. In Engelland, Holland. Sachſen, Schleſien und an mehreren Oertern, werden die Ziegel auch mit Steinkohlen gebrannt; Da dieſes Brennmaterial aber in hieſigen Gegenden zur Zeit noch zu koſtbar iſt, ſo iſt das Brennen der Ziegel mit Steinkohlen hier nicht uͤblich, weshalb ich nur bemerke, daß man ſich in der im IVten Bande des Schauplatzes der Kuͤnſte und Handwerker befind⸗ lichen Abhandlung uͤber die Kunſt Mauer⸗ und Dachziegel zu ſtrei⸗ chen, S. 45 u. f. davon unterrichten kann, und fuͤhre nur noch aus dem 2ten Bande des Bergmaͤnniſchen Journals von 1791 folgende Saͤtze an: Man rechnet nemlich in Schleſien fuͤnf Bergſcheffel Steinkohlen gegen eine Klafter Holz. Stellet man hiernach eine Berechnung an, ſo wird man finden⸗ daß 13 Tonnen hollaͤndiſcher Torf von 30 bis 90 Stuͤcke Torf⸗ auf eine Klafter Holz, oder auf fuͤnf Scheſte Steinkohlen gerechnet werden. Derner S. 298. Es thun 732 Kubikfuß Torf ſo viel als 56 Kubikfuß Stein⸗ kohlen. In dieſem Fall verhielte ſich alſo die Wirkung[des Torfs zu der Wirkung der Steinkohlen, wie 1 zu 13. Das heißt: Man kann mit einem Kubikfuß Stein⸗ kohlen ſo viel ausrichten, wie mit 13 Kubikfuß Torf. §. 34. Von den Zie⸗ Die Roſte, worauf der Torf gelegt und angezuͤndet wird; ſind bei den Torfzie⸗ geldfen zum 2 Ton. Torf hrand. geloͤfen ein weſentliches Erforderniß, um vermoͤge der unter ſelbigen auf das Feu⸗ er wirkenden Luft, den Torf im Brennen zu erhalten. Herr W. Gilly hat in der erſten Auflage ſeiner oftgedachten Schrift uͤber die Torfziegeloͤfen, die Anfertigung der Roſte von Eiſen, angegeben, ſo wie er ſie derma⸗ len bei den Ziegelofen in Linum fand; Allein, da man in der Folge ſahe, daß die eiſerne Roſtſtaͤbe im Feuer nicht lange hielten, ſo hat er in der zweiten Auflage die Anfertigung der Roſte von dazu geformten Ziegelſteinen zwar ſehr deutlich gezeichnet und beſchrieben; ich habe indeſſen in den Figuren von 31 bis 54 eine etwas von je⸗ ner abweichende und verbeſſerte Art der Roſtſteine, ſo wie ſie bei der Bromberg⸗ ſchen Canal Ziegelei gemacht worden ſind, beigefuͤgt; und zwar ſtellet Fig. 31 ei⸗ nen ſolchen uͤber einem Schuͤrrloch befindlichen Roſt von oben anzuſehen, vor; Fig. 52 iſt das Quer⸗Profil, worin die in der vorigen Figur bemerkten Steine a. a. un⸗ ter eben dieſen Buchſtaben von der Seite, und b. b. die Ausgleichungsſteine ſind. Im Laͤngen⸗Profil Fig. 53 ſind die Steine a. a. ebenfalls mit dieſen Buehſtaben be⸗ zeichnet, c. c. c. ſind in Fig. 53 die Roſtenſteine, wovon Fig. 54 einen einzelnen von der Seite anzuſehen, vorgeſtellt iſt.*) 2 — Von den Baumaterialien. 61 *) Angermann laͤßt die Roſte in den S. 9r ſeiner allgemeinen praktiſchen Civil Baukunſt, Hallej 1766 beſchriebenen Ziegel und Kalkdͤfen, etwas nach hinten zu anſteigen. Daß die Luft ſcharf gegen dergleichen Roſte blaͤſet iſt gewiß: dieſe Schraͤge der Roſte duͤrfte ſich aber wohl beſſer bei Pfannen und dergleichen anbringen laſſen als bei Ziegeloͤfen, indem wegen der Laͤnge dieſer Roſte das Einfeuern bei einer ſchraͤgen Lage beſchwerlich ſeyn wuͤrde. §. 35. Nichts iſt fuͤr denjenigen der nicht ſchon eine Ziegeley beſitzet, vortheilhafter als zu einem vorhabenden Bau von einiger Wichtigkeit ſich ſelbſt die Ziegel in Feld⸗ oͤfen zu brennen. Wenn der Grund, worauf die Ziegelerde gefunden wird, das Eigenthum desjenigen iſt, der davon Ziegel brennen will, oder wenn ſich die Erde auf einem Koͤnigl. Domainen⸗Stuͤcke findet, ſo iſt die Anlage einer Feldziegeley deſto rathſamer; geſetzt aber auch, man muͤßte die Erde von einem fremden Grun⸗ de kaufen, ſo iſt auch dieß in Ruͤckſicht auf den Vortheil nicht von Erheblichkeit, denn es bedarf keines großen Fleckes, um eine anſehnliche Menge von Ziegeln auf einer Stelle zu ſtreichen. Von einem Kubikfuß Lehm koͤnnen beinahe 3 Mau⸗ erſteine geſtrichen werden, alſo von einer Schachtruthe 1132 Stuͤck und mithin von einer Quadratruthe, angenommen daß vier Fuß tief Ziegelerde ausgegraben wuͤrde, 4608 Stuͤck, und folglich von einem Magdeburgſchen Morgen 329 Tau⸗ ſend Mauerziegel erfolgen. Wird dabei die Ziegelerde ordnungsmaͤßig und gleich tief ausgegraben, ſo kann eine ſolche Stelle wieder planirt und in Cultur geſetzt werden; mithin wird dasjenige, was etwa von dem Beſitzer eines ſolchen Stuͤck Landes, der Billig⸗ keit nach, gefordert werden koͤnnte, die Vortheile nicht uͤberwiegen, welche von ei⸗ ner ſolchen Ziegeley⸗Anlage entſtehen; denn zuvoͤrderſt kann man den Ziegeln eine beliebige gleichfoͤrmige Groͤße geben, anſtatt, daß wenn man einen großen Bedarf derſelben von verſchiedenen Ziegeleien zuſammen kaufen muß, eine gleiche Groͤße der Ziegel zu erhalten nur ſelten der Fall iſt, wodurch aber die Auffuͤhrung eines ſoliden Mauerwerks ſehr erſchweret wird. Naͤchſtdem, kann man alsdenn den Ziegeln, vermoͤge einer eigenen guten Be⸗ arbeitung der Erde und eines hinreichenden Brennens, die verlangte Feſtigkeit geben. Wie dergleichen Feldoͤfen im Kleinen conſtruiret werden, iſt bekannt genug; Es wird nemlich der Ofen entweder in dem trocken befundenen Abhang eines Lehm⸗ berges ausgegraben und mit Luftziegeln etwas eingefaßt, oder es werden die Waͤn⸗ de eines Ziegelofens auf einem ebenen Platze ebenfalls von Luftſteinen angefertiget und die Schuͤrtloͤcher nebſt den Baͤnken wie gewoͤhnlich darin angebracht, und hier⸗ H 3 Von den Feld⸗ ziegeldfen. 62 Erſter Ab ſchnitt. naͤchſt die Ziegel wie ſonſt gebrannt. Der Unterſchied einer Feldziegelei gegen eine beſtaͤndige beſtehet alſo eigentlich nur darin, daß ein ſolcher Ofen mit weni⸗ ger Soliditaͤr auch ohne Gewolbe und ohne einen Schauer daruͤber, aufgefuͤhrt wird, ingleichen, daß man keine eigentliche Streich⸗ und Trockenſcheuern, ſondern beides unter nur leicht mit Strauch bedeckten Huͤten, auch wohl ganz nnter freien Him⸗ mel verrichtet. Wann indeſſen eine ſolche Ziegelbrennerey bei vielen und weitlaͤuftigen Bau⸗ ten, als bei der Auffuͤhrung einer Veſtung oder bei dem Wiederauf bau einer ab⸗ gebrannten Stadt, ins Große gehen muß, das iſt, wenn oft und viele Steine zu⸗ gleich in einem Ofen gebrannt, die Ziegelfabrike auch wohl einige Jahre beſtehen muͤßte, ſo ſind ſchon etwas umſtaͤndlichere Anſtalten noͤthig, die hier beſchrieben werden ſollen. Wenn z. B. ein Feldziegelofen anzulegen iſt, um darin 20 bis 30 Tauſend Steine auf einmal zu brennen, ſo wird ein Platz von etwa 130 Fuß lang und 35 Fuß breit planiret; auf ſelbigen werden zwei, beſſer aber nach Fig. 55. drei Ban⸗ quets oder Erhoͤhungen abe, von vier Fuß breit und einem Fuß hoch von Er⸗ de oder Lehm gemacht; zwiſchen dieſen Banquets bleiben zwei Raͤume, jeder von 27 Fuß breit, worauf ein Streichtiſch d fuͤr zwei Ziegelſtreicher befindlich iſt, welcher, ſo bald die dabei befindlichen Banquets voller geſtrichenen Steine geſtellt ſind, auf andere Stellen in beide Räume zwiſchen die drei Banquets gebracht wird; ee ſind die ausgediehlten Trettplaͤtze, f f die Suͤmpfe, und g der Weg zum An⸗ fahren der Ziegelerde. In der Zeit, daß man friſche Steine ſtreicht, werden die erſten umgewendet und dadurch getrocknet, worauf man ſie mit Rohr⸗ oder Stroh⸗ matten oder mit Brettern bedeckt. Es iſt aber beſſer, wenn man nach Fig. 56. in Entfernung von 6 Fuß, etwa? Fuß lange Pfaͤhle, 3 Fuß tief in die Erde graͤbt/ daran ſchwache Sparren anbringt und ein leichtes Bretterdach aufheftet. Die an den Seiten angebrachten kleinen Graben a adienen um das Waſſer von den Daͤchern abzuleiten. geſchritten. Es werden nemlich wenn vier Schuͤrrloͤcher angelegt worden ſollen,(wovon hier Fig. 57. nur zwei vorgeſtellt ſind,) drei Satz Steine A Fig. 57, auf die hohe Kan⸗ te angelegt, und zwei halbe B an den Enden des Ofens; Die ganzen oder mitt⸗ leren werden vier, und die am Ende zwei Steine breit, und zwar ſo wie a die erſte Wann die Steine gehoͤrig getrocknet find, ſo wird zum Aufſetzen des Ofens ε—+— Kante geſtellten Steinen, bis an die zwoͤlfte Schichte der bereits zum Brennen auf⸗ Von den Baumaterialien. 63 oder unterſte Schicht, 5 die zweite; die dritte; d die vierte und e die fuͤnfte, t. aber die ſechſte Schicht zeigt, aufgeſetzt; Wenn ſechs Schichten in dieſer Art. aufgeſetzt ſind, ſo werden die Schuͤrrloͤcher nach Figur 53. mit drei Schichten ge⸗ woͤlbfoͤrmig uͤbergeſetzt, dann folgen noch drei Schichten Steine welche uͤber die Schuͤrrloͤcher weggehen. Naͤchſtdem wird an allen vier Seiten des Ofens 4 Zell von denen zu brennenden Steinen ab, eine Wand a Fig. 53 von rohen auf der geſetzten Steine, aufgeſetzt; Erſtgedachte Steine heißen die Blartſteine und werden mitgebrannt. In einer Entfernung von* Joll von dieſen Blattſteinen,⸗ wird eine, einen ganzen Stein ſtarke Mauer b welche der Schirm genannt wird, von ſchon gebrannten Steinen, wozu man ſich aber auch allerlei Stuͤcken bedienen kann, ſo hoch als die vorige aufgeſetzt; Nunmehro wird 6 Zoll von dieſem Schirm. ab, noch eine Mauer c. von gebrannten Steinen eben ſo hoch als die vorige mit et⸗ was Abſchraͤgung nach Auſſen zu, in Lehmfugen aufgeſetzt und zugleich damit ver⸗ ſchmiert. Hiebei iſt jedoch zu bemerken, daß nur die vorhergedachten Blattſteine⸗ und der Schirm an allen vier Seiten des Ofens herumgehen; die letztgedachte Mauer L faͤllt aber an den Seiten wo die Schuͤrrloͤcher befindlich ſind, weg. Der Raum zwiſchen c undb wird mit Sand ausgefuͤllt. Ueber dieſer, zwoͤlf auf der hohen Kante geſtellten Steine hohen Umkleidung⸗ werden nunmehro fuͤnf Schichten Steine zum Brennen, mit 6 Zoll Einziehung; hiernaͤchſt wieder fuͤnf Schichten mit eben einer ſolchen Einziehung aufgeſtellt, und um dieſe herum bloß ein Schirm d von flach aufeinander liegenden ungebrannten, beſſer aber, von gebrannten Steinen in Lehm aufgeſetzt und damit verſtrichen. Endlich wird oben auf die eingeſetzten Steine eine Decke von gebrannten Mau⸗ erſteinen gemacht, ohne ſelbige aber mit Lehm zu verſtreichen. Wenn ein ſolcher Ofen, wie vorgedacht, mit vier Schuͤrrloͤchern oder drei ganze⸗ Baͤnke zu 4 Ziegel, und zwei halben zu 2 Ziegel breit, und a2 Schichten hoch auf⸗ geſetzt wird, ſo enthaͤlt derſelbe 35 Tauſend Ziegel. Wenn der Ofen beſchirmt und verſchmiert iſt, ſo kann das Schmauchfeuer gleich angemacht werden. Die Feuer⸗Canaͤle, welche hier durch den ganzen Ofen durchgehen, bleiben anfaͤnglich zu beiden Seiten offen, und das Holz wird von beiden Seiten zugleich angelegt und angeſteckt. Wenn nun die Ziegel nicht nur⸗ trocken ſondern auch erwaͤrmt ſind, welches etwa nach drei Tagen der Fall iſt, ſo werden die Schuͤrrloͤcher an einer Seite zugemauert, und es wird nur von einer 5 ‿ 2 1 64 Erſter Abſchnitt. Seite gefeuert; iſt dann das Holz in dem Feuer⸗Canal nach hinten zu ausge⸗ brannt, ſo wird das gegenuͤberſtehende Schuͤrrloch wieder geoͤfnet und Holz nach⸗ geſteckt, worauf die Loͤcher ſo gleich wieder zugemauert werden. Sind nun auf der einen Seite, wo zuerſt in die Canaͤle gefeuert worden iſt, oder nach der Zieglerſprache, an dem einen Kopfe des Ofens die Ziegel fertig, ſo werden die Schuͤrrloͤcher auf dieſer Seite zugemauert, und die auf der gegenuͤber⸗ Kennzeichen von der Guͤte der Ziegel. ſtehenden Seite oder am andern Kopfe geoͤfnet, durch welche alsdenn ſo lange gefeuert wird, bis der Ofen vollig durchgebrannt iſt. Ein folcher Brand kann nach Beſchaffenheit der Witterung mit Inbegriff des Schmauchfeuers, 18, 12 bis 14 Tage waͤhren, dann kuͤhlet der Ofen in drei Ta⸗ gen ab, und die Steine werden herausgenommen. Es kann aberlein ſolcher Brand auch noch laͤnger dauern und vieles Hol⸗ ver⸗ brannt werden, wenn der Ziegler nicht bei der Decke des Ofens recht aufmerkſam iſt, und ſobald er wahrnimmt, daß das Feuer an einem Orte in hellen Flammen durchſchlaͤgt, dergleichen Stellen nicht ſo gleich mit Erde oder mit magern Lehm zudeckt; Wenn dieß aber gehoͤrig beobachtet wird, ſo kann dadurch der Feuerzug Vurch den ganzen Ofen ziemlich gleichfoͤrmig regieret werden. Die gewoͤhnlichen und beſtaͤndigen Ziegeloͤfen haben bekanntermaßen Erhoͤun, gen oder ſogenannte Baͤnke zwiſchen den Feuer⸗Canaͤlen; Bei Feldoͤfen koͤnnen ſelbige aber, wenn mit Holz gefeuert wird, wegfallen; dahingegen ſind bei dem Torfbrande in Feldoͤfen nicht nur dergleichen Bänke, ſondern auch Roſte von Ziegel⸗ ſteinen, wie ſolche S. 60 beſchrieben worden, noͤthig. §. 36. Die Farbe der Ziegel entſcheidet nicht, wie einige vermnepnen, die Guͤte der Ziegel; Man hat dunkelrothe, blaßrothe, und gelblicht weiße, die doch alle zu⸗ gleich gut und auch ſchlecht ſeyn koͤnnen; eben ſo wenig iſt der ele Klang allezeit das Probezeichen von ihrer Vorzuͤglichkeit; die ſicherſten und beſten Merkmahle ſind; wenn die Ziegel feſte, das iſt, wenn ſie nicht leicht viele Stuͤcke und Broͤckeln ge⸗ ben, wenn man mit einem Mauerhammer davon hauet; wenn ſie rein im Bruche ſind, das iſt, kein Gemengſel von Kieſelſteinen, und am wenigſten, weiße Kalkkluͤm⸗ per zeigen. Die vorzuͤglichſte Probe iſt aber, wenn ſie der naſſen Witterung lange, und einen Winter durch dem Froſte ausgeſetzt worden, und ſich dennoch gut er⸗ halten haben, d. i. ohne zu zerfallen oder zu erweichen. Gute — Von den Baumaterialien. 6 dige Guke Dachſteine muͤſſen aber bis zu einem hohen Grad im Feuer erhitzt und nac ſo gleich im kalten Waſſer abgekuͤhlet werden koͤnnen, ohne daß ſie davon beſchaͤdi⸗ get werden. 3 niſt, 1 ſo§. 97. uͤber⸗ keuert Außer den bereits hier hin und wieder angefuͤhrten Schriften und Abhandlun⸗ Veſchiedene gen uͤber die Ziegel und das Brennen derſelben, ſind noch folgende anzumerken. Lerſeenztt des Von Verbeſſerung der Dachiehe und Backſteine im dritten Theil der Fraͤnkiſchen Samm⸗ j Jahaleie lungen S. 1772 La⸗ Beckmanus Anleſtung zur Technologie, Goͤttingen 1787. S. 272. 1. Einige Anmerkungen uͤber die gebrannten Mauer⸗ und Dachziegel in dem Leipz. Jutell. Bla tt der⸗ von Jahr 1771. S. 232. ingleichen von 1772. S. 42— 51. Ingleichen S. 289. vom Jahr 1786. ſam Evermanns Reiſen S. 179. 183. von den Ziegeln der Hollaͤnder. nen Bergius neues Polizey⸗ und Cameral⸗Magazin éter Band S. 3 m. Abhandlung der Schwed. Akadem. 33. B. S. 21I. Aaler dauerhafte Ziegel zu tunizen. dug Hallens Werkſeaͤtte der heutigen Kuͤnſte 5ter Band. Cunrade Anleitung zum Studium der Technologie. Leipzig 1785. No. 6. Am⸗ Jungs Lehrbuch der Fabrikwiſſenſchaſten, rter Theil Ite Abhandl. No. 6. nen Crolls neues chym. Archiv. 6ter Band, 1787. em Schleſ. okonom Sammlungen rter Theil S. 456. 479. Von Verbeſſerungen der dienn in Te. gel Oekom Nachrichten ster Theil S. 302. vom Ziegelofen, ingleichen 9ter Theil S. 2 — Sprengels Handwerke und Kuͤnſte, IXter Band, der Ziegelbrenner. In Jacobſens Technologiſches Compendium, ſtehet eben daſſelbe. Kurze Abhandlung von der Holzſparkunſt, nebſt einer Anmerkung vom Ziegelmachen von J. W. der Frankf. und Leipz. 1767. zu⸗ Eymers Beſchreibung eines neuen Holzſparenden Ziegelbrennofens, Riga 1794. 12 Auswahl dkonom. Abhandlungen, welche die freye oͤkonom. Geſellſchaft zu St. Petersburg in deut⸗ ezeit ſcher Sprache erhalten hat, rter Band. ſind; Huths Magazin fuͤr die Baukunſt. n ge⸗ Die Mecklenburgſche Landbaukunſt von Behrends 1796. ruche Pfeif eree Lehrbegriff ſaͤmtlicher oͤkonomiſcher und Latueralwiſſenſchaſten, Manheim 1777. Des 8 zten Bandes, ter Theil. lum⸗ von Sckhardts Experimental Oekonomie, Leipzig 1782. ange/ Auch verſpricht der Heir Profeßor Meinerts in Halle in ſeinem in dieſem Jahre herausgege⸗ ut er⸗. benen Handbuche der Landwirthſchaftlichen Baukunſt, aüchſtens eine eigne Achaudlung uͤber das Ziegelbrenn nen bekanndt zu machen. Gute 3 Verſchiedene Sorten von Mauerziegeln. Erſter Abſchnitt. §. 38. In hieſigen Gegenden ſind folgende Sorten von Mauer⸗iegeln gebraͤuchlich 8 -. Klinker, eine Art vorzuͤglich feſtgebrannter Steine, die man zum Waſ⸗ ſerbau, Pflaſtern, Abzugskanaͤlen und dergleichen Mauerwerk an beſtaͤndig naſſen Orten gebraucht. Die Rathenower und einige andere Ziegeleyen liefern dergleichen Klinker fuͤr die Churmark und inſonderheit fuͤr Berlin und Potsdam. Die Hollaͤndiſchen Klinker ſind von vorzuͤglicher Guͤte, dabei aber ungemein klein, worinn das gute Ausbrennen ſeinen Grund zu haben ſcheint*); indeſſen lehret die Erfahrung, daß auch hieſige Klinker, welche faſt die Groͤße der gewoͤhnlichen Ziegel haben, dennoch völlig durchgebrannt werden koͤnnen, wenn man nur nicht mit den Brennmaterialien zu ſparſam iſt. *) Die verſchiedenen Sorten der Hollaͤndiſchen Klinker ſind in den geſammelten Nachrichten von dem Verfahren der Hollaͤnder wenn ſie Waſſerdichtes Mauerwerk machen; In dem Bergmaͤnnſchen Jeurnal, und in der Abhandlung uͤber die Mauerarbeit bei Veſtungswerken angefuͤhrt. 2. Die gewöhnlichen Mauerziegelz ſie koͤnnen zwar von verſchiedener Groͤße ſeyn, jedoch muß wegen des Verbands oder der gehoͤrigen Verbin⸗ dung der Steine mit einander zu einem Mauerwerk, die Breite derſelben gegen die Laͤnge dergeſtalt proportionirt ſeyn, daß zwei Ziegelbreiten mit Inbegriff der dazwiſchen kommenden Kalkfuge, die Laͤnge eines Ziegels ausmachen; ſie muͤſſen alſo etwas weniger als die halbe Laͤnge zur Breite haben. Die Dicke iſt gewoͤhnlich † der Laͤnge; es kommt aber dabei nicht genau auf dieſe Proportion an. Die willkuͤhrliche Groͤße, welche man uͤberhaupt den Ziegeln auf deu Ziege⸗ leien giebt, iſt im Bauen ſehr nachtheilig; denn iſt man genoͤthiget von mehrern Ziegeleyen Steine zu einem Bau zu kaufen, ſo hindert die verſchiedene Groͤße der⸗ ſelben ungemein an einem guten Verbande. Auch liegt in einer nur wenig vermin⸗ derten Groͤße, eine große Vervortheilung, indem bei Koͤrpern uͤberhaupt, das Groͤßere oder Kleinere derſelben, nicht ſo leicht in die Augen faͤllt, als bei Linien und Flaͤchen: denn wenn z. E. ein Ziegel 12 Zoll lang, 6 Zoll breit und 3 Zoll hoch iſt; ein anderer aber nur einen Zoll kuͤrzer, mithin nur 11 Zoll lang, einen halben Zoll ſchmaͤler, alſo 5 Zoll breit, und nur einen viertel Zoll minder dick, alſo 2 ½ Zoll ſtark iſt, ſo iſt letzterer Stein, dem Kubikſcheninhalte nach, ſchon um ein Viertel kleiner als erſterer.*). Von den Baumaterialien. 6, *) Ehedem bezahlte man für Ziegel von 11 Zoll lang, 5 Zoll breit und 22 Zoll dick,»Rthl.; jetzt . 3 hingegen geiten Ziegel von 10 4 Zoll lang, 5 Zoll breit und 2 ½ Zoll dick 10 Rihlr., da ſie doch in 8 hlich dem Verhaͤltniß des Kubikſcheninhalts der erſteren von 166 Kubikzoll, zu den Inhalt der zweiten Sorte von 150 Kubikzoll, und des Preiſes von 7 Rthl., nur; Rthlr. koſten ſollten. Vaſ⸗ 15 Es iſt demnach verordner worden, daß in der Churmark nur zweierley Sorten bhe von Mauerſteinen angefertiget werden ſollen: nemlich eine groͤſſere und eine kleine⸗ 1 re, und zwar erſtere zu den Hauptmauern der Gebaͤude, und die kleinere zu Schei⸗ B V de⸗ Waͤnden, Schornſteinroͤhren, Rauchfaͤngen, Gewoͤlben und zur Ausmau⸗ erung der Faͤcher in den Holzwaͤnden. ein* Pußlicandum.„Es iſt ſeit einiger Zeit mißfaͤllig bemerkt worden, daß bei den Ziegeleyen in der ret„Kurmark, außer der anſehnlichen Erhoͤhung des Preiſes der Steine, auch noch die Formen der hen„letztern von Zeit zu Zeit auf eine willkuͤhrliche Art kleiner gemacht worden. Dieß hat nicht allein „auf die Dauer der Gebaͤude einen nacheheiligen Einfluß, ſondern es wird auch zum Bau mehr icht„Kalk und Sand erfordert, und wenn die aͤußern Waͤnde der Gebaͤude die gehoͤrige Staͤrke erhal⸗ zeten ſollen, maͤſſen die Mauerſteine unnuͤtzer Weiſe mit Zeit⸗ und Koſtenverluſt zerhauen werden. „Damit nun dieſen ſehr erheblichen Inkonvenienzien abgeholfen, und das bauluſtige Publikum beim dem„Einkauf der Steine und bei Veranſchlagung der Gebaͤude, unter offentlicher geſetzlicher Autori⸗ ſchen„ſtaͤt, gegen jede Uebervortheilung von Seiten der Steinfabrikanten, gehdrig geſchuͤtzt werde; ſo .„haben Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt von Preußen, Unſer allergnaͤdigſter Herr, anzuordnen fuͤr gut befun⸗ „den, daß ein beſtimmtes, der Abſicht einer ſoliden Bauart angemeſſenes Maaß der Steine in der ener.„Kurmark eingefuͤhrt werden ſolle. Auf dem Grund dieſes allerhoͤchſten Befehls und des von dem bin⸗„Oberbandepartement deshalb eingeholten Sachverſtaͤndigen Gntachtens wird daher hiredurch feſt⸗ rbin⸗„geſetzt daß auf ſaͤmtlichen, ſo wohl Koͤnigl., als Privat⸗ Ziegeleien in der Kurmark kuͤnftig⸗ gen„hin und vom 1 Januar 1794 an, nur Steine von folgenden brauchbaren Maaßen zum Verkauf rif—„angefertiget werden ſollen, und zwar 1.) die Mauerſteine, nach dem groͤßten Maaß, 11 Zoll 34 1„lang, 5 ½ Zoll breit, 22 Zoll dick; nach dem kleinſten Maaß, 9 ½ Zoll lang, 42 Zoll breit, ſie„ Zoll dick; 2.) Die Dachſteine mit der Naſe 15 Zoll lang, 6 Zoll breit, und Zoll dick; 3.) die icke„Hohlſteine, 15 Zoll lang, 6½ Zoll breit,„Zoll dick; 4.) die Mauerflieſen vder Pflaſterſteine, „s Zoll lang, s Zoll breit, 2 Zoll dick; 5.) die Brunnenſteine keilförmig, 10 Zoll lang, an den eſe„breiten Enden 6 Zoll, und an den ſchmalen Enden a Zoll breit und 3 Zoll dick. um jedoch den „gut auszubrennenden Steinen hiernach das voͤllige und richtige Maaß zu geben, und ſelbige ſo ein⸗ „einzurichten, daß ſie durchgehends egal und nicht krumm und ſchief ausfallen, muß bei Anferti⸗ ege⸗„gung der neuen Formen mit aller Vorſicht zu Werke gegangen werden; und da mit Steinen von tern„den angegebenen Groͤßen, Gebaͤude aller Art mit Soliditaͤt und Vortheil erbauet werden koͤnnen, nder Debit derſelben ſich daher auch zum Vortheil der Steinfabrikanten ohnfehlbar vermehren wird⸗ der⸗„ſo erwarten Sr. Koͤnigl. Maieſtaͤt die genaueſte und puͤnktlichſte Befolgung dieſer Verſchriſt, und nin⸗„ſollen diejenigen Eigenthüͤmer, Erb⸗ und Zeitpaͤchter der Ziegeleien, welche ſich dem ungeachtet .„Liner Contravention ſchuldig machen, der Confiskation der Steine oder deren Kaufwerths, wovon das„dem jedesmaligen Denuncianten der vierte Theil hiermit verſichert wird; ganz ohnfehlbar gewaͤr⸗ nien„tig ſeyn. Gegeben Berlin, den 5ten Jul. 1793. orh Koͤnigl. Kurmaͤrkiſche Krieges⸗ und Domainen⸗Kammer. ben In den mehreſten uͤbrigen Koͤnigl. Provinzen ſind ebenfalls dergleichen Feſt⸗ alſo tin den vorgedachten Dimenſionen, bekannt gemacht worden. J 2 ſetzuugen uͤber die gleiche Groͤße der Ziegel mit einigen geringen Abweichungen von 68 Erſter Abſchnitt. Das Gewicht der Ziegel iſt ſehr unbeſtimmt. Der Kubikzoll gut ansgebrann⸗ ter Ziegel wiegt etwa zwei und ein drittel Loth, und alſo ein hundert Mauerſteine etwa 8, 9 bis 10 Centner, mithin rechnet man auf ein ſchlechtes Bauergeſpan ein Hundert Mauer, oder zwei Hundert Dachſteine, wo hingegen ſtarke Pferde wohl zwei bis dreimal ſo viel fortbringen koͤnnen. §. 39. Erforderliche Zu einer Schachtruthe von der großen Kurmaͤrkſch chen Farm Ochoran mit In⸗ Dhatirätvon begriff des Bruchs, 1200 bis 1300 Stuͤck.. Ziegeln 85 ſhedenan Zu einer Quadratruthe hoͤlzerne Wand mit einem halben Stein auszumauern t., kRach Abzug des Holzes, 612 Stuͤck. Zu einer Quadratenruthe Pflaſter auf die hohe Kante, 600 Stuͤck. Zu einer dergleichen auf der breiten Kante, 300 Stuͤck. Eine Schachtruthe Mauer von der zweiten oder kleinen Form erfortdert 2000 Stuͤck Ziegel. Zu einer Quadratruthe Holzwand mit einem halben Stein auszumauern nach Abzug des Holzes, 325 Stuͤck. Zu einer Quadratruthe Pflaſter auf der hohen Kante, 825 Stuͤck. Zu einer dergleichen auf der breiten Kante 430 Stuͤck. Der Bedarf der Ziegel zu den Gewoͤlben laͤßt ſich wegen der derſihedenen Hoͤhen und Geſtallt der Gewoͤlbbogen nicht fuͤglich im Allgemeinen angeben. Die Gewoͤlbe muͤſſen alſo beſonders berechnet und wegen des vielen Verhauens und des dadurch entſtehenden Abgangs auf einen Kubikſuß, oder auf eine Schachtruthe ein Drittel mehr an Steinen gerechnet werden, als bei geraden Mauern. §. 40. Von ewoͤlhe⸗ Es wuͤrde zwar gut ſeyn, wenn man zu ſtarken oder dicken Gewoͤlben, beſon⸗ Ziegeln. dere Gewoͤlbſteine brennen ließe, allein dieß wuͤrde ſehr muͤhſam ſeyn, weil nicht nur nach den Radien der Boͤgen, und nach der Hoͤhe der Gewoͤlbe, ſondern auch nach der Laͤnge des Gewoͤlbes, Steine von verſchiedener Groͤße und Geſtallt verſertiget werden muͤßten. ert Von den Baumaterialien. 69 Beilaͤufig wird bemerkt daß im UIten Bande des Repertoriums of arts and manufactures, eine in Engelland neu erfundene Art von Gewoͤlbſteinen beſchrieben iſt, welche ineinander eingreifen. Dieſe Steine duͤrften ſich aber wohl beſſer von Bruchſteinen zuhauen, als von Ziegelerde formen und brennen laſſen, wenigſtens hat es bei angeſtellten Verſuchen auf der Brombergſchen Ziegelei noch nicht gluͤcken wollen, eine ſchickliche Form auszumitteln um dieſe Steine darin zu ſtreichen. §. 41r. 3. Die Flieſen ſind gewoͤhnlich acht bis zehn Zoll ins Gevierte und zwei Zoll dick. 4. Die Geſimß⸗Keſſel und Brunnenſteine, werden nach dem zu jeder Abſicht vorgeſchriebenen Maaße geformt, und zwar dienen von erſteren die Fig. 59. vorgeſtellten zum Karnieß, und die nach Fig. 60. zur haͤngenden . Platte, bei weit vorragenden Geſimßen, letztere Sorten aber zur Einfaſ⸗ ſung der Brunnen und Einmauerung der Keſſel, Sie werden nach der Weite, der damit aufzufuͤhrenden Mauer, und nach den Radien keilfoͤrmig geformt, jedoch laſſen ſich auch bei gehoͤriger Vorſicht, die Brunnen ohne dergleichen beſondere keilfoͤrmige Steine, mit gewoͤhnlichen Ziegeln aus⸗ ſetzen, auch Keſſel damit einmauern. §. 42. 5. Dachziegel. Die in hieſigen und andern Gegenden gebraͤuchlichen ſo genannten Bieberſchwaͤnze, ſollen vorſchriftmaͤßig 13 Zoll lang, 3½ Joll breit, und ½ bis ¾ JZoll dick ſeyn. Nichts iſt leichter als die erforderliche Anzahl von Dachſteinen zu einem Bau zu finden; Man darf nemlich nur die Laͤnge der Sparren mit der Weite der Lat⸗ tung(wovon im 2ten Bande dieſes Werks bei dem Abſchnitt von Bedeckung der Daͤcher das naͤhere vorkonnnen wird) dividiren, ſo erhaͤlt man die Anzahl der Reihen Ziegel, wozu man aber bei einfachen oder weitgelatteten Daͤchern zwei Reihen mehr rechnen muß, weil die unterſte und oberſte Reihen Latten, doppelt mit Ziegeln behaͤngt werden. Multiplieirt man dieſe geſundene Anzahl der Reihen mit dem doppelten Fußmaaße der Laͤnge des Gebaͤudes, weil ein Dachziegel nur einen halben Fuß breit iſt, ſo bekoͤmmt man die erforderliche Anzahl von Dachſtei⸗ nen auf einer Seite des Daches, welche man alſo, bei einem Dache, welches wie gewoͤhnlich beiderſeitig gleich große Dachflaͤchen hat, doppelt nehmen muß. Es J 3 Fortſetzungder Sorten von Ziegeln. Von hier ge⸗ woͤhnlichen Dachziegeln u. erſorderlicher Quantitaͤt zu Bedeckung der Daͤcher. Von den ſo ge⸗ nannten Dach⸗ pfannen. 73 Erſter Abſchnitt. iſt bei dieſer Berechnung gleichviel, ob die Giebel nach Fig. 61 gerade aufgehen, oder ob ſie halbe oder ganze Walme nach Fig. 62 A. haben, denn wenn nach obiger Berech⸗ nung bei dem Dache mit halben Wallmen die 4 Dreiecke a bc auf beiden langen Dachſeiten mit gerechnet ſind, ſo wird dagegen fuͤr die 4 Dreiecke e fg auf den Wallmen wovon hier im Seiten⸗Riß Fig. 62. B. zwey zu ſehen ſind, und die eben die Groͤße als die Dreiecke a b c haben, nichts gerechnet. Eben ſo iſt es mit dem ganzen Wallmen⸗Dache; jedes der 4 mit gerechneten Dreiecke hi k iſt ſo groß als jedes der nicht mit berechneten Dreiecke Umn auf den Seiten oder auf den Wallmen, mithin ſo gilt obige Rechnung bei gerade aufgehen⸗ den Daͤchern ſo wohl als bei halben und ganzen Wallmdaͤchern. Auſſer der nach der Berechnung gefundenen Anzahl von Dachziegeln, muͤſſen aber nach Beſchaffenheit der Ziegel oder nach der Weite des Transports auf jedes Hundert 5, 6 und mehrere Dachziegel fuͤr den Bruch zu gerechnet werden. An Hohlziegeln ſind ſo viele noͤthig, als die damit zu belegende Forſte laufen⸗ de Fuͤße haben, und muß ebenfalls fuͤr den Bruch etwas zugeſetzt werden. J. 43. Die in Preuſſen noch uͤblichen Dachpfannen ſind 12 Zoll lang und 3 Zoll breit, alſo nicht wie Holſche in ſeinen Grundſaͤtzen zur Anfertigungrich⸗ tiger Bauanſchlaͤge angiebt, 13 und 14 Zoll lang, und 17 Zoll beeir, 4 breiter als lang.) 5 Der Vorwurf iſt ungegruͤndet, den man der Bedachung mit Pfannen macht, daß nemlich eine Dachbedeckung mit ſelbigen ſchwerer ſeyn follte, als die mit Bie⸗ berſchwaͤnzen. Eine Pfanne deckt 96 Quadratzoll; und ein Bieberſchwanz hoͤch⸗ ſtens 36 Quadratzoll. Von erſtern wiegt das Stuͤck, weil ſie von ſehr guten Thon gemacht werden und ſehr duͤnne ſind, 6, und ein Bieberſchwanz 4 Pfund, mirhin iſt eine Bedeckung mit Bieberſchwaͤnzen ſchwerer als die mit Dachpfannen. Nur deshalb ſtehen die Dachpfannen denen Bieberſchwaͤnzen nach, weil ein mit Pfan⸗ nen gedecktes Dach, wenn es recht dichte ſeyn ſoll, eine Beſchalung der Sparren mit Brettern und alſo einen anſehnlichen Aufwand von Holz und Naͤgeln erfordertz wodurch bei entſtehenden Feuer die Gefahr vermehret wird, auch weil unter dieſer Verſchalungen das etwannige Durchdringen des Waſſers nur unvermerkt geſchiehet und Faͤulniß entſtehet. Laͤßt man aber aus Sparſamkeit, wie es mehrentheils ge⸗ thjeheten„ die Verſchalung weg, ſo halten die Pfannendächer trotz alles Verſchmie⸗ * Von den Baumaterialien. V 7¹ rens mit Kalk doch niemals vollkommen dicht. Es wird daher auch jetzt, in Preußen auf die Einfuͤhrung der Bieberſchwaͤnze, anſtatt der Pfannen, wofuͤr uͤber dem viel Geld nach Holland gehet„Bedacht genommen. *) Im Leipziger Intelligenzblatt von Jahr 1771 S. 232. ſtehet folgender zweckmaͤßiger Vorſchlag: „Es iſt bekannt, wie viel Zeit und Ziegel verderbt werden, wenn bei Eindeckung der Daͤcher⸗ „beſonders wo Einkehlen ſind, Ziegel ſchmaͤler gehauen werden muͤſſen. Dieſem Uebel kann nun „freilich nicht anders abgeholfen werden, als wenn man den Ziegeln in den Ziegelſcheunen gleich⸗ „diejenige Form geben laͤßt, in welcher ſie hernach bei allen Vorfaͤllen des Baues ohne weiteres Be⸗ „hauen ſo gleich gebraucht werden koͤnnen, und ſo ſind die Art Ziegel entſtanden, die allhier un⸗ „ter dem Namen der Schwalbenſchwaͤnze und die halben Dachziegel an Liebhaber überlaſſen wer⸗ „den koͤnnen. Der Schwalbenſchwaͤnze giebt es zweierlei Arten, die eine hat an der Naſe die ordent⸗ „liche Breite eines Dachziegels, und iſt unten ſchmaͤler, dieſe werden beim Einkehlen gebraucht; „der andern Art, welche an der Naſe ſchmal und unten breit iſt, bedient man ſich beſonders an ge⸗ „hrochenen Giebeln. Außer dieſen Ziegelarten werden auch allhier die Forſt⸗ und Wallmziegel von „heſonderer Figur gemacht, vermoͤge welcher ſie mit wenigerm Kalke einer mehreron Befeſtigung „auf deu Daͤchern faͤhig ſind. 4 5. 44. Helfensrieder in ſeinen Beitraͤgen zur buͤrgerlichen Bau⸗ Mhe eee 8 3 Art vo kunſt, Augsburg 1787, ſchlaͤgt die Fig. 63. von vorne vorgeſtellte Art quadra⸗ Dacheiegeln. tiſch geſtallter Dachſteine vor, wovon b das Profil iſt und c in beiden Figuren den Hacken anzeigt. Aus der Figur und den darin punkrirten Linien iſt erſärhelich wie dieſe Ziegel ſich einander uͤberdecken. — Der Geheime Kriegesrath und Hofbandirektor Herr Langhaus, zeigte mir Proben von ſolchen aus einer ſehr reinen Erde angefertigten und grün glaßuͤrten Dachziegeln, die ſehr gut waran; Da es aber ſchwer iſt die großen Flaͤchen ſolcher Ziegel beim Brennen vollkommen gerade iu erhalten, und ſolche ſelbſt von Toͤpfern nur muͤhſam augefertiget werden koͤnnen, ſo duͤrf⸗ ten ſie wohl zum gemeinen Gebrauch zu koſtbar ſeyn, ob gleich ein ſolches Vach außer der dichten Eindeckung auch ein ſehr gutes Anſehen hab zen muͤßte. Nan hat auch verſucht, Dachziegel mit ganzen und halben Falzen zu machen, welche ineinan⸗ der ſchließen ſollten, allein dergleichen Kuͤnſteleien laſſen ſich bei großen Quantitaͤten nicht wohl anbringen. §. 45. Um den Dachſteinen deſto mehr Haltbarkeit zu geben, werden ſelbige, beſon⸗ Vom Glaſu⸗ ders in Holland, mit einer Glaſur, ſonſt aber auch mit einer der Witterung wi⸗ fan⸗ und An⸗ derſtehenden Farbe uͤber zogen. uaieee Zu beides giebt es ſehr viele Vorſchlaͤge und Anweiſungen. In Holland ſoll die ſchwarze Glaſur der dort uͤblichen Dahpfänuwen oſgen⸗ dergel ſallt hervorgebracht werden: —— “ 72 Erſter Abſchnitt. Man nimmt kleingemahlne Bleiglaͤtte(Palrot) thut zu zwanzig Pfund, drei Pfund Braunſtein, gießt daruͤber Waſſer, worin Thon aufgeloͤſet worden, und verdickt daſſelbe ſo lange mit Thon bis eine klein gebrannte Knippkugel von Thon darin ſchwimmt, welches ein Zeichen iſt, daß die Compoſition zur Glaſur fertig iſt. Der Arbeiter nimmt alsdenn die voͤllig ausgetrockneten Ziegel und begießt ſie mit dem Fluido dergeſtallt, daß am Rande, wo ſie in den Oefen uͤbereinander zu lie⸗ gen kommen, und einander eingreifen, nichts hinkoͤmmt, weil im entgegengeſetzten Fall, die Steine aneinander laufen wuͤrden. Die mit ſolcher Glaſur uͤberzogenen Steine, erfordern zur Verglaſung des Ueberzugs, die groͤßte Hitze, die der Ofen zu geben im Stande iſt, und werden zu dem Ende im Ofen dem Feuer nahe gelegt. Man hat noch eine Art Dachziegel, die ganz grau ſind; dieſe Farbe bekom⸗ men ſie von Schwaden des naſen Elſenholzes; wenn nemlich der Ofen in der groͤß⸗ ten Gluth ſtehet, ſo werden Erlenbuͤndel mit dem Laube und allem ſo gruͤn und feucht wie ſie vom Baume kommen, eingefeuert, und dagegen mit Torf zu feuern aufgehoͤrt; die Schuͤrrloͤcher aber, um den Zutritt der Luft zu verhindern, und da⸗ durch das Schwelen zu vermehren, zugeſetzt; auf ſolche Art werden die Steine blau. Bergmaͤnniſches Journal 2ter Band, S. 304. ingleichen, Geſammelte Nachrich⸗ ten von dem Verfahren der Hollaͤnder, wenn ſie waſſerdichtes Mauerwerk machen, S. 10. und Volkmanns neueſte Reiſen durch die vereinigten Niederlaude. Einige hier erprobte Glaſuren der Dachziegel find folgende: Zu 10 Pfund Goßlarſcher Silberglaͤtte wird 1 Pfund Braunſtein genommen, womit 230 Sruͤck Bieberſchwaͤnze glaſirt werden koͤnnen. Wenn nun ein Centner Silberglaͤtte 3 Rthl. und ein Centner Braunſtein 5 Rthlr. koſtet, ſo wuͤrde das Glaſuren auf jeden Stein 1 ½ Pfennig betragen. Dieſe Glaſur welche ſchwarze Steine giebt, kann aber nicht fuͤglich anders als durch einen Toͤpfer beſorgt werden, und es muͤſſen die Ziegel auch zweimal ge⸗ brannt werden. Folgende Glaſur koͤnnen aber die Ziegler ſelbſt machen: Man nimmt ſogenanntes Loot, miſcht darunter ſo lange fein geſchlemmten Thon mit Wenüſer, bis ein Thon⸗Kuͤgelchen darin fließt; Man kann aber auch al⸗ lenfalls den Thon ganz weglaſſen und das Loot bloß mit reinem Waſſer einruͤhren; Ehe nun die Ziegel in den Ofen geſetzt werden, jedoch meiſtens trocken ſind, wird die Maſſe auf den aͤußeren Seiten darauf gegoſſen. Ferner: kom⸗ roͤß⸗ und buern dda⸗ blau. hrich⸗ rwerk gteu 7 nen/ ſten zals lge⸗ umten ih al⸗ hhren; wird erner: Von den Baumaterialien. 23 Ferner: 20 Theile(dem Gewichte nach) Bley. 44-„„ ⸗„ ⸗ feiner Sand. giebt eine ſchwarze 4 ⸗,„ Braunſtein. 4 Glaſur. 2 2 2 2 2 Salz. j 50 Maaß Bley. 1 16 ⸗ ⸗ Sand. 5 giebt eine gruͤne Glaſur. Kupferhammerſchlag.] 3 5 Maaß Spitzglaß.- 3 4 27 Bley 3 1 . Sand. giebt eine gelbe Glaſur. ¹ Hammerſchlag. Die zu vorſtehenden Glaſuren erforderlichen Materialien werden folgender, maaßen zubereitet: Es wird nemlich gewoͤhnliches Bley in einem Diegel geſchmol⸗ zen und ſo lange gegluͤhet, bis es ſich in Bley⸗Kalk verwandelt, von welchem man ſodann die vorgeſchriebene Anzahl Theile nimmt. Der Braunſtein bei der ſchwar⸗ zen Glaſur, ſo wie die aͤhnlichen Materialien bei den uͤbrigen Glaſuren, werden auf einem Stein ſo fein als moͤglich zerrieben, und ſodann ſaͤmtliche Beſtandtheile der Glaſuren aufs beſte untereinander gemiſcht. Mit dieſer Miſchung werden die Steine, nachdem ſie wie vorhergedacht mit einem Mehlbrey, der aber nur ſo dick ge⸗ kocht ſeyn darf daß ein Strohhalm drauf ſchwimmen kann, beſtrichen ſind, entweder bloß mit den Fingern, oder aber beſſer durch ein kleines feines Sieb uͤberſtreuet, deren Beſtandtheile ſodann beim Brennen der Steine zerfließen, und die Glaſur bewuͤrken. Auch entſtehet eine Glaſur auf den Dachziegeln, wenn man ſie im Brennen mit Salz beſtreuet. Anmerk. Im 3ten Bande der Auswahl dkonom. Abhandlungen, welche die freye dkonom. Geſellſchaft zu St. Petersburg in deutſcher Sprache erhalten hat, Petersburg 1793., iſt folgende Anweiſung zu Glaſuren der Dachziegel beſindlich. Zu guten Dachziegeln muß der Lehm weder zu fett noch zu mager ſeyn. Erſterer ſchwindet und die Steine werfen ſich. Man kann jedem Lehm durch Zuſatz von Sand oder Thon die rechte Be⸗ ſchaffenheit geben, und ſich durch kleine Brennproben die Kenntniße des vorhandenen Lehms verſchaffen. Die trocknen Ziegel ſtelle man im Ofen ſo, daß die Flamme zwiſchen dieſelben durchſtreichen kann; Wenn ſie bald vollgebrannt ſind, welches am Ende des 5ten Tages oder zu Aufange des sten Tages zu ſeyn pflegt, ſo feure man mit ſehr trockenen flammenden Brennholz und ſtreue ſehr fein ge⸗ K Erſter Abſchnitt. riebenes Kochſalz haͤndeweiſe herunter auf die Ziegel, da ſie denn das Salz uͤberglaſirt, und ſie fuͤr das Eindringen der Naͤſſe und das dadurch entſtehende Abſchuͤlfen der Oberflaͤche bewahrt. Nicht alle Ziegel ertragen eine gleich ſtarke Glaſur, daher man, wie viel ſie ertragen, das erſtemahl genau be⸗ obachten und Proben anſtellen muß. Keiſtens haͤlt ſich die beſte Menge des Salzes zu 1000 Ziegeln zwiſchen 5 und 10 Pfund Salz. Das Feuern, die Beobachtung der Zeit, die Geſchwin⸗ digkeit, die Endigung des ſtarken Flammen Feuers, und die ganze Manipulation erfordert Feſtig⸗ keit durch Uebung die ſich jeder gewandte Ziegelbrenner bald verſchaffen wird. Man hat indeſſen uͤberhaupt bemerkt, daß die Glaſuren auf thoͤnernen Gefaͤßen doch auch nicht allzu⸗ lange der Witterung widerſtanden haben.(S. Schriften der Leipz. dkonom. Societaͤt 8. Band S. 136. Imgleichen wird in den Schriften der freyen oͤkonom. Geſellſchaft zu St. Petersburg 111. Band S. 83 angefuͤhrt, daß die ſchwarzen ungefaͤrbten Dachpfannen aus Holland die beſten waͤren, die nach Petersburg gebracht wuͤrden. Man hat auch verſchiedene Verſuche gemacht, den Dachſteinen einen An⸗ ſtrich zu geben um ſie deſto beſſer gegen die Einwirkungen der Witterung zu conſerviren. In dem zweiten Bande 1793. der vorhingedachten Schriften der freyen oͤkonom. Geſellſchaft zu St. Petersburg iſt folgender:„des Herrn D. Loͤffler Medieus der Stadthalterſchaft Polotsk Anweiſung, die Guͤte und Dauer der Ziegeldaͤcher zu befoͤrdern. Simplex veri Sigillum. „Die Frage, die ich in dieſem Aufſatz beantworten will, war: 1. Welches iſt der beſte, dauerhafteſte, auch nicht zu koſtbarſte Anſtrich fuͤr ſchon gelegte, und auch neu zu legende unglaſirte Dachziegel, durch welche das Einziehen des Waſſers in dieſelben auf einige Jahre abgehalten wird. Meiner Erfahrung und Verſuchen zufolge, entſpricht ein Anſtrich den in der Frage enthaltenen Forderungen— er iſt dauerhaft, wie dieſes von allen Oehlmalereien bekannt iſt; aber ich habe dieſelben noch ein Mittel zugemiſcht, welches dazu beitraͤgt, daß derſelbe noch dauerhafter und feſter anklebe. 3 Meine damit angeſtellten Verſuche haben bewieſen, daß jede Art von Witterung in ſehr lan⸗ ger Zeit faſt gar keine Wuͤrkung darauf aͤußert; er ſchuͤtzt fuͤrs Eindringen des Waſſers, welches die Ziegelſteine ermuͤrbet auf eine un verbeſſerliche Art, bewahret fuͤrs Abblaͤttern der glaſirten Steine, und uͤberzieht die rohen Dachziegel mit einem ſanften Glanz, der ihnen ein gutes Anſehen und Aehnlichkeit mit den glaſirten Steinen giebt. Auch auf die Koſtbarkeit habe ich ſo ſehr als moͤglich Nuͤckſicht genommen, und ich habe dieſen Zweck erreicht, ohne deſſen Nutzen dadurch zu verringern. Den Anſtrich bereite ich auf folgende Art: Eine Bouteille Leinoͤhl koche ich mit 2 Loth Silberglaͤtte und ein wenig Menning auf gelindem Feu⸗ er ſo lange bis ſich eine darin gehaltene Feder kruͤmmt und ſich wie verbrannt leicht zwiſchen den Fingern zerreiben laͤßt; jetzt nehme ich den Firniß ab, laſſe ihn erkalten, klaͤre ihn von den geſenk⸗ ten Unreinigkeiten ab, und erwaͤrme ihn alsdenn von neuen.— In dieſer Zwiſchenzeit ſchmelze ich ohngefaͤhr 3 bis 4 Unzen Kolophonium, und vermiſche es hierauf genau mit dem erwaͤrm⸗ ten Firniß. Das Gewicht des Kolophoniums laͤßt ſich nicht genau beſtimmen, denn es koͤmmt hier⸗ bei auf einige Nebenumſtaͤnde an; z. B. ob der Firniß lange gekocht, und wie viel er durchs Ver⸗ dunſten an Dicke gewonnen hat.— Allein es kommt hierauf auch nicht genau an, denn wenn der erkaͤltete Anſtrich eine etwas duͤnnere Konſiſtenz als der gemeine Syrop hat, ſo iſt er wie er ſeyn muß, und fertig;— iſt er zu dicke, ſo ſetzt man gekochten Firniß, und iſt er zu duͤnne, geſchmol⸗ zenen Kolophonium hinzu. Unter dieſen jetzt beſchriebenen Anſtrich miſcht man Ziegelmehl, und zwar ſo viel, daß er dadurch noch mehr Dicke bekommt, doch aber immer noch zum beguemen An⸗ ſrreichen fluͤßig genug bleibt; Je feiner das Ziegelmehl iſt, je leichter laͤßt es ſich mit dem Pinſel fär das cht alle nau he⸗ u 100 ſchwin⸗ Feſtig⸗ tallzu⸗ S. 136. Band vaͤren, An⸗ u uSt. ſung, legte, ers in ltenen habe und lan⸗ s die eine, und glich gern. Feu⸗ den iſenk⸗ melze vaͤrm⸗ thier⸗ s Ver⸗ un der tſeyn hmol⸗ „und en A. Pinſel Von den Baumaterialien. 25 auseinander treiben, fuͤllt beſſer die Ritzen, Gruben und Zwiſchenraͤume der Ziegelſteine und ver⸗ korpert ſich ſo zu ſagen damit. Das Ziegelmehl bereite ich auf folgende Art: ich nehme eine gewiſſe Menge guter Stuͤcke von Ziegelſteinen, laſſe ſie in einem Moͤrſer fein ſtampfen und durch ein feines Haarſieb durchſichten. Hierauf laſſe ich es mit Waſſer auf einen Reibſtein noch feiner reiben und dann troeken werden, und miſche davon ſo viel unter den Firniß als noͤthig iſt.— Statt Ziegelmehl kann man auch andre wohlfeile Farbe nehmen. Sollte der Anſtrich zu dunkel von Farbe ſeyn, ſo kann man denſelben durch Beimiſchung einer hellen rothen Farbe erhellen. Das Aufſtreichen des Anſtrichs auf den Ziegelſtein geſchiehet auf eben die Art, wie man jede an⸗ dere Oehlfarbe auftraͤgt. und ich finde hierbei nichts anders noͤthig zu erinnern, als daß es gut iſt, wenn man ihn zu der Zeit, da man denſelben gebraucht, zuweilen etwas aufwaͤrmt. 2. Welches iſt der dauerhafteſte und nicht zu koſtbare Moͤrtel oder Kitte, womit die hohlen Dachziegel, wenn ſie gelegt werden, oder auch ſchon gelegt worden, inwendig im Dache zu verſtreichen ſind, um den hereinſtoͤbernden Schnee oder Schlagregen abzuhalten? Um dieſe, in der Frage enthaltene Abſicht zu erreichen, ſo verfahre ich auf folgende Art:— Ich nehme eine Bouteille voll beſchriebenen Anſtrichs, und vermiſche genau ſo viel Kalk, bis die Maſſe ohngefehr die Konſiſtenz des eingeſaͤuerten Mehls hat; unter dieſe Kitte, knete ich einige Haͤnde voll kurzgehacktes Werk, welches man von alten Stricken und Schifsthauwerk machen kann. Von dieſer Miſchung forme ich auf einem Tiſche, den ich vorher duͤnne mit Kalk bepudert habe, fingerdicke Stricke als Wuͤlſte— die ich noch zuletzt, wenn ich ſie ſchon gebildet habe, auf einer mit dem Firniß befeuchteten Stelle des Tiſches rolle, damit die Oberflaͤche davon feuchte werde. Auf dieſe Art zubereitet, lege ich ſie nebeneinander auf ein Brett und laſſe ſie unters Dach zum Gebrauch hinauf tragen. Hierauf lege ich die Wuͤlſte der Laͤnge nach auf die Zwiſchenraͤume der Dachziegel und druͤcke ſie mit den Fingern und zum Theil in die Fugen hinein, die Oberflaͤche glaͤtte ich, indem ich die Finger in Kalk tauche, und damit leiſe oder gelinde einigemahl daruͤber hinfahre. Dieſes Verfahren entſpricht laut meinen damit angeſtellten Verſuchen, die ich hier erzaͤhlen wuͤrde, wenn mein ganzes kunſtloſes Verfahren nicht zu deutlich in die Augen ſiele, dem in der Frage ent⸗ haltenen Zweck.. Aus den Abhandluugen der Koͤnigl. Schwediſchen Akademie der Wiſſen⸗ ſchaften 1770. S. 122. Erfindung unglaſirte Dachziegel ſo gut und dauerhaft zu machen als glaſirte, vom Admiralitaͤts Apotheker Joh. Jul. Salberg. „Man vermenget zwei Faͤſſer Kiehnruß mit einer Drittel⸗Tonne Theeres, und ruͤhret ſolches „mit einem hoͤlzernen Stoͤßel ſolchergeſtalt zuſammen, daß man waͤhrend der Bearbeitung deſſelben „nach und nach Theer zugießet und daſſelbe mit dem Kiehnruß verbindet. Mit dieſer Vermiſchung „und Schwaͤrze muß jeder Stein oder Dachziegel insbeſondere auf der auswaͤrtigen Seite uͤberſtri⸗ „chen werden, welches mit einem gewoͤhnlichen Mahlerpinſel geſchehen muß, ſo daß die Schwaͤrze „deſto beſſer zerrieben und der Stein wohl damit uͤberdeckt werden moͤge. Den Tag darauf, wenn „der erſte Anſtrich getrocknet iſt, muß der Stein mit Theer allein ohne Kiehnruß, doch etwas dicker „als das erſtemahl uͤberſtrichen werden, und wenn dieſer letzte Anſtrich nach Verlauf zweier Tage „recht wohl getrocknet, wird der Ziegel zum drittenmahl mit Theer ohne Kiehnruß uͤberſtrichen. „Wenn der Stein voͤllig getrocknet, welches bei Sonnentagen in 8 Tagen zu goſchehen pflegt, muß „er mit geſiebtem Bleyerzt beſtreuet, und dieſes ſodann erſt mit einem groben und nachhero mit ei⸗ „nem zaͤrtern leinenen Lappen feſt in den Stein eingerieben werden, bis derſelbe etwas glaͤnzend da⸗ „von wird, wodurch alſo der Stein zum Dachdecken voͤllig fertig iſt. Im Jahr 1770 that ein Ungenannter dem Koͤnigl. Oberbaudepartement eben dieſen Vorſchlag. Es wurde aber dafuͤr gehalten, daß dieſes Mittel zu weitlaͤuftig und zu koſtbar ſey, daß man fuͤr dieſe Koſten die Ziegel mit Oehlfirniß und Kiehnruß mit einem Zuſatz von Bleyweiß anſtreichen koͤnnte, und daß ſolches beſſer ſeyn wuͤrde. K 2 26 Erſter Abſchnitt. 2 §. 46. Vom Bau- II. Bauholz. holze. Bon den Nadelhoͤlzern, welche nadelfoͤrmige Blaͤtter und öblichte oder harzige Saͤfte haben, werden zum Bauen vorzuͤglich gebraucht: 1) der Lerchenbaum, 2) die Kiefer oder Kiehne, 3) die Weißtanne, 4) die Fichte oder Rothtanne. Die erſten beiden Sorten gehoͤren unter die harten, und die letztern unter die weichen Holzarten, und ſind immer gruͤn, außer der Lerchenbaum, wel⸗ cher ſeine Blaͤtter gegen den Winter verliehret, und alſo unter die Sommerge⸗ waͤchſe gehoͤret. Von den Laubhoͤlzern, welche Blaͤtter am Stiele und wirlehe. nicht oͤhlichte oder harzige Saͤfte haben, und gleichfals hart oder weich ſind, dienen zum Bauen: 1) die Tranheh-pber Greineſche⸗ 2) die Stieleiche, gemeine Wald⸗oder Rotheiche, 3) die rauhe Ulme oder weiße Ruͤſter, 4) die glatte Ulme oder Ruͤſter, 5) die Eſche, 6) die Buͤche, und zwar die Roth und Weisbuͤche oder Haynbuͤche. Anmerk. Der Herr Oberforſtmeiſter v. Burgsdorf haͤlt in ſeinem Forſthandbuche oder theo⸗ retiſch practiſchen Lehrbegriff ſaͤmtlicher Foͤrſter⸗Wiſſenſchaften, Berlin 1788, die Benennung von Weißbuͤchen fuͤr ſehr uneigentlich, weil damit der Hornbaum gemeint iſt. 7) die Erle oder Elſe, 8) die Birke. 9) der Ahorn, 10) die Silberpappel, Weisespe oder Aspe, 11) die Linde. Dieſe Eintheilung der Bauholzarten ſowohl als verſchiedene Stellen dieſes Abſchnitts, ſind aus dem vorgedachten Werke des Herrn Oberforſtmeiſters von Burgsdorf, entlehnt; Es waͤre aber wuͤn⸗ ſchenswerth, daß dieſes vortrefliche Buch ſelbſt ſich in den Haͤnden aller Baumeiſter befaͤnde, da es mehrere Materien enthaͤlt, die fuͤr ſie eben ſo lehrreich als fuͤr den eigentlichen Forſtmann ſind. Von den Baumaterialien. 527 Es ſind auch die in dem Forſth andbuche beſchriebenen 100 einheimſche Holzſorten und Ge⸗ . ſtraͤuche, durch Reiter und Abelſen, auf den ſo vielen großen Quart⸗Blaͤttern in Kupfer geſto⸗ 3 chen und ſauber nach der Natur illuminirt, in Stuttgard herausgekommen. oder Allee vorgedachte Holzarten verliehren ihre Blaͤtter im Winter. Die erſten neune gehoͤren zu den harten, die beiden letztern zu den weichen Holzarten. 6 Von jeder der vorgenannten Holzarten iſt insbeſondere anzumerken: §. 47. Der Lerchenbaum, ſjſt nach der Meinung der Naturkuͤndiger unter den Vom Lerchen⸗ . 8 deutſchen Nadelholzarten der anſehnlichſte und 9 oͤnſte und auch zugleich der baum. ddel nuͤtlichſte. erge⸗ Dieſer Baum hat weit kuͤrzere Aeſte als die T Tannen. Sie ſind duͤnne, ſchlank und allenthalben mit kleinen Knoten beſetzt, aus welchen im Monat April die Na⸗ iicht deln buͤſchelweiſe hervorbrechen. eöeß Der Stamm dieſes Baums iſt nebſt der Wurzel von ſehr feſten Beſtandthei⸗ len, und ein ſehr kraͤftiger Harzbalſam durchdringet beide, welches denn auch die Urſache iſt, warum dieſer Baum den Windbruͤchen weit weniger, als die andern Nadelholzarten ausgeſetzt iſt. Man bemerkt ferner, daß er wegen des vielen balſamiſchen Harzes, dem Wurmſtich nur wenig unterworfen iſt, welches zu der wahren Dauerhaftigkeit die⸗ ſer Holzart ſehr viel beitraͤgt, und ſie vorzuͤglich ſchaͤtzbar macht. che.— Der Lerchen baum waͤchſt auf den mittlern Gebuͤrgen und in Ebenen, auf ei⸗ nem nicht zu trocknen auch nicht zu zaͤhen Boden, und erhaͤlt in funfzig Jahren lh eine außerordentliche Hoͤhe und Sltaͤrke, bei einem geraden und ſchlanken Schafte. eintik. Das Holz des Lerchenbaums iſt ſeiner Natur nach weit dichter, harter und feſter, als das uͤbrige hohe Nadelholz, und es macht in Anſehung der Haͤrte bei⸗ nahe das Mittel zwiſchen harten und weichen Holzarten aus. Ueberdem hat es die vorzuͤgliche Eigenſchaft, daß es ſich weder wirft noch rißig iſt. Durch das durchſichtige fluͤßige Harz, womit der Lerchenbaum uͤberall haͤufig durchdrungen iſt, und welches beſtaͤndig durch die Rinde herausſchwitzt, wird der⸗ 1 dun ſelbe bis zu ſeiner Reife unbeſchaͤdigt erhalten; wenn er auch erſt in dem hundert⸗ da ſten Jahre gehauen wird, ſd n nimmt man doch an demſelben nichts wurmſtichiges K 3 78 Erſter Abſchnitt. wahr, ſondern der ſtets in ihm zirculirende Harzſaft, macht ihn gleichſam unver⸗ weßlich. Aus dieſem Grunde giebt er denn auch ein gutes Schiffbauholz ab, in⸗ dem die Erfahrung lehret, daß es ſich im Waſſer gleichſam verſteinert. Eben die⸗ ſe Eigenſchaften machen, daß dieſes Holz denn auch zu Muͤhlwellen, Waſſerroͤh⸗ ren, vorzuͤglich zu Dachrinnen und uͤberhaupt zu allen Bauſtuͤcken wo Trockenheit und Naͤſſe abwechſeln gebraucht wird. Als Brennholz giebt der Lerchenbaum eine weit ſtaͤrkere Hitze, als die uͤbri— gen Nadelhoͤlzer. Die Kohlen davon ſind hart und dauerhaft auch weit ſchwerer als von den andern Nadelhoͤlzern, weshalb man ſich derſelben gern bei Eiſenwer⸗ ken bedient. Der Kubikfuß Holz vom Lerchenbaum wiegt ohngefaͤhr 41 Pfund, wenn es friſch iſt, welches in der Folge immer von dem hier angezeigten und aus des Herrn von Burgsdorf Forſthandbuche entnommenen Gewichte aller uͤbrigen Bau⸗ holzarten zu verſtehen iſt. Anmerk. Bei anzuſtellenden Verſuchen werden ſich in Abſicht der Schwere des Holzes immer Verſchie⸗ denheiten zeigen, indem eins bald trockner, bald naͤſſer als das andere, auch das Holz nahe am Stamm und in der Mitte des Baums ſchwerer iſt, als das uͤbrige. In dem zu Marburg gedruckten Jagd⸗ und Forſtkalender für das Jahr 1794. S. 53. u. f. iſt eine Tabelle von der Schwere der mehreſten Waldbaumhoͤlzer befindlich, und zwar wenn das Holz gruͤn, und wenn es ganz duͤrr iſt, welche, ſo wie eigene angeſtellte Verſuche von den An⸗ gaben des Herrn Oberforſtmeiſters von Burgsdorf abweichen. Der Lerchenbaum iſt weder in den Marken, noch in Pommern in den Waͤl⸗ dern einheimiſch, auch nur hin und wieder in Preußen und in Schleſien nicht haͤu⸗ fig vorhanden. Der Herr Geheime Forſtrath Hennert, erwaͤhnt in ſeinen Bemerkungen auf einer Reiſe nach Harbke, Berlin und Stettin, 1772, daß der groͤßte Lerchenbaum in Harbke eine Hoͤhe von 103 Fuß hat, und daß man demohngeachtet ſein Alter nur auf 30 Jahr rechnet. Bei alle dem hohen Wuchſe ſchien er aber auf eine Laͤnge von 36 Fuß, nicht diejenige Zopfſtaͤrke zu haben, welche ein Stuͤck ſtarkes Bauholz haben muß. Auch die im hieſigen Thiergarten gepflanzte Lerchenbaͤume, die gewiß funfzig Jahr alt ſeyn koͤn⸗ nen, ſind zu einer Hoͤhe von z0 bis 60 Fuß gewachſen, und haben im untern Durchmeſſer eine Staͤrke von 12 bis 15 Zoll; aber auf eine Laͤnge von 36 Fuß fallen 8 ſo ab, daß die Zopfſtaͤrke nie 5 bis 6 Zoll betraͤgt. Herr ꝛc. Hennert giebt in dem vorgedachten Werke zugleich Nachricht von einigen angeſtellten fruchtloſen Verſuchen, dieſen nutzbaren Baum in den Koͤnigl. Forſten anzupflanzen. 9 Von den Baumaterialien. 79 F. 48. Die Kiefer oder Kiehne iſt in ganz Deutſchland ſehr gemein. Sie waͤchßt Von der Kie⸗ in den kaͤlteſten und waͤrmſten Provinzen unſers Vaterlands, und macht die Haupt⸗ fer⸗ Holzart in den Koͤnigl. Preuß. Staaten aus. Ohngeachtet daß ſie in der Guͤte und Schnellwuͤchſigkeit gleich auf den Lerchenbaum folgt, ſo findet man ſie doch in ganz ſandigen Gegenden, ſowohl in den Ebenen als auf Huͤgeln, wiewohl die Kiefer oder Kiehne auch auf dem beſten trocknen Boden gut fortkommt. Ihre beſondre Groͤße und Staͤrke haͤngt vom geſchloſſenen Stande und minder ſchlechten Boden ab. In einem ſandigen, lehmigen mit Dammerde,(d. i. ſolche, die mit kleinen Steinen vermiſcht iſt, und eine dunkle Farbe hat,) bedeckten Bo⸗ den, koͤnnen ſie in 140 Jahren ihre hoͤchſte Vollkommenheit erreichen und eine Staͤrke von drei Fuß und druͤber im Durchmeſſer, bei einem ſchnurgeraden Wuchſe erhalten. Ihr Holz wird ganz vorzuͤglich zu allen großen und kleinen Bauſtuͤcken ge⸗ braucht. Ein Kubikfuß friſches Kiehnenholz wiegt ohngefehr 39 Pfund. §. 49. Die Weißtanne erreicht unter allen Baͤumen in Deutſchland die groͤßte Von der Weiß⸗ Hoͤhe mit verhaͤltnißmaͤßiger Staͤrke. Sie wird mehrentheils auf den mittleren taune. Gebuͤrgen, am beſten aber in gutem Boden und kuͤhler Lage gefunden. In den Maͤrkſchen Provinzen, in Pommern und Weſtpreußen iſt dieſe Holzart nicht vor⸗ handen, wohl aber in Oſtpreußen und Litthauen. Der Wuchs der Tanne iſt bei einem guten Boden von der Art, daß ſie eine ſchnurgerade Laͤnge von 160 Fuß und druͤber mit einer Stammſtaͤrke von 6 Fuß und druͤber in 300 Jahren bei voͤllig geſundem Holze erlangen kann. Man hat Tannen gefaͤllt, die auf 80 Fuß lang noch 4 Fuß im Durchmeſſer hatten; je— doch gehoͤrt dieſes Beiſpiel nur zu den ſeltenen Faͤllen. Die gewoͤhnliche Laͤnge und Staͤrke des Bauholzes, erreicht die Weistanne indeſſen innerhalb hundert Jahren. Ihr Holz iſt weiß, auch nicht ſehr harzreich, daher es im Bauen weniger dauerhaft iſt, als das Kiehnene. Zu Balken und Brettern iſt es aber vorzuͤglich gut, weil erſtere biegſam ohne einzutrocknen, letztere aber ſehr rein ſind; es iſt dabei leichtſpaltig und elaſtiſch und unter den Nadelhoͤlzern das leichteſte, indem der Ku⸗ bikfuß 29 ½ Pfund wiegt. 1. 80 Erſier Abſchnitt..— §. 3SJo Von der Fich⸗ Die Fichte oder Roth tanne, iſt ebenfals nur in Horabachten Provinzen, Hegde Roth⸗ entweder allein⸗ oder in Tannen⸗ und Kiefer⸗Waͤldern melirt anzutreffen. Sie erreicht in hundert Jahren ihre Völieomaenbeit und Nutzbarkeit als Bauholz. Das Holz iſt weich und von mittelmaͤßiger, jedoch von mehrerer Dauer wie das Tannenholz, denn es enthaͤlt am wenigſten waͤßrichte Theile. Ein Kubikfuß V friſches fichtnes Holz wiegt 36 Pfund. Dieſe drei letztgedachten Holzſorten, als die Kiehne, Tanne und Fichte werden zum Schiffbau und vorzuͤglich zu allen Hauptſtuͤcken der Haͤuſer, und zu den Waſſerbauten gebraucht, weil ſie am haͤufigſten vorhanden, und ſich auch wegen ihrer mehrentheils geraden Laͤnge am beſten da⸗ zu ſchieren Benennung Ddieſe Holzſorten werden in den Bauanſchlaͤgen und Holzanweiſungen oder der Hlies, Aßignationen, welche nur allein das Forſtdepartement des Koͤnigl. General⸗Di⸗ rer Groͤße, rectorii ertheilt, in Abſicht ihrer Groͤße oder Staͤrke, und nach ihrem Gebrauh Huh Huu folgendergeſtalt eingetheilt: V a) In Sagebloͤcke. b b) Starkes⸗ —) Mittel⸗ † Bauholz. h Kleines⸗ J e) Bohlſtaͤmme. 0 Lattenſtaͤmme. 8 Schwamm, oder rindſchaͤlige Baͤume. §8. 51. §6. 52. 1 Von den Sa⸗ Die Sagebloͤcke dienen um daraus Bohlen, Bretter und Latten zu ſchnei⸗ geblöcken. den; und zwar geſchiehet ſolches mehrentheils auf Schneidemuͤhlen, die vom Waſ⸗ ſer getrieben werden und ſo eingerichtet ſind, daß die mehreſten 20 bis 24 Fuß, wenige aber, jedoch mit Beſchwerlichkeit 26 bis 27 Fuß lang, ſchneiden, daher auch die Laͤnge eines Sageblocks gewoͤhnlich auf 24 Fuß gerechnet wird.*) 1 *) Es iſt jedoch durch ein Reſcript des Koͤnigl. General⸗Directorii vom 27ſten Maͤrz 1786 verordnet worden, daß zu Menagirung der vier⸗ und zwanzigfuͤßigen Sagebloͤcke, da wo es angehet, anſtatt derſelben, 15, 16 und 18 fuͤßige Sagebloͤcke veranſchlagt werden ſollen. 1 Sind Von den Baumaterialien. 81 * Sind keine Schneidemuͤhlen in der Naͤhe des Baues vorhanden, ſo muß man Anzen, die Sagebloͤcke durch Brettſchneider mit der Handſrt ſchneiden laſſen, welches aber weit koſtbarer iſt, als das Schneiden auf der Muͤhle. Man entſchließt ſich alſo arkeit nur dazu, wenn der Transport der Sagebloͤcke dieſe Koſten uͤberſteigt, oder wenn man laͤngerer Bretter benoͤthiget iſt, als die Schneidemuͤhlen liefern koͤnnen. .. Vormahls machte man noch einen Unterſchied unter einſtieligen und zweiſtieligen Sagebloͤcken, das r wie heißt, man hatte noch Baͤume, woraus zwei Sagebloͤcke, jeder von 24 Fuß lang, geſchnitten wer⸗ ilfuß den konnten. Jetzt trift man aber nicht leicht dergleichen langes und ſtarkes Holz an, welches zwei Nutzungen von gleicher Laͤnge gaͤbe, ſondern nur ſehr ſelten Sagebloͤcke welche eine Nutzung von 24 Fuß und etwa eine noch kuͤrzere von 16 bis 18 Fuß haben. ifhau. Die von den Sagebloͤcken abgehenden Zopf⸗oder Wipfel⸗Enden, geben mehrentheils noch ein ſie am Stuͤck Bauholz ab, welches aber ſehr aͤſtig zu ſeyn pflegt, daher es zu geringen Bauten angewie⸗ n da⸗ ſen, oder zu Klafter⸗Holz aufgeſchlagen wird. Es wird alſo außer der Laͤnge des Sageblocks in den Anſchlaͤgen auf dieſen Ueberſchuß des Zopfendes nicht gerechnet. Die Staͤrke oder Dicke der Sagebloͤcke iſt gar ſehr verſchieden. In manchen Forſtrevieren, muß man jetzt mit ſolchen vorlieb nehmen, die nicht viel uͤber 12 Zoll der im Durchmeſſer haben. Doch giebt es hin und wieder noch Sagebloͤcke, die 18, di⸗ 20 bis 24 Zoll und druͤber enthalten. Aus einem gewoͤhnlichen Sageblock von 13 uch bis 14 Zoll im obern Durchmeſſer koͤnnen 4 Stuͤck Zzoͤllige Bohlen, oder 62 ⸗ ⸗, ⸗ ⸗ -— 8⸗2 ⸗ 1 ⁄;5öllige Dielen - 9 F IE⸗„ ⸗ ⸗ — 10⸗⸗ lI⸗? ⸗ ⸗ ⸗ — 25 Latten 3 Zoll breit, 1 ½ Zoll ſtark, geſchnitten werden. Sind aber die Sagebloͤcke ſtaͤrker, ſo kann etwas mehr gerechnet werden. Die geſchnittenen Bretter ſollten eigentlich nicht vielen Spint haben, ſondern groͤßtentheils aus dem bloßen Kern beſtehen, der Spint laͤßt nicht allein das Waſſer ſehr leicht durch, ſondern iſt auch beſonders dem Wurmſtich ſehr unterworfen, folg⸗ ei⸗ lich ſind Dielen, die vielen Spint haben, von geringer Dauer. aß Bretter hingegen, die aus einem recht dichten und geſunden Kern geſchnitten ige worden, halten nicht allein viel laͤnger, ſondern ſie ſind auch zur Bearbeitung dee weit geſchickter. Aeſtige Bretter ſind nicht allein ſchwer zu bearbeiten, ſondern die Aeſte ſprin⸗ net gen auch oͤfters ganz und gar aus, und dergleichen Bretter ſind daher, beſonders at zu Kornboden und guter Tiſchlerarbeit gar nichts nuͤtze. 8² Erſter Abſchnitt. Das ſtarke Holz und inſonderheit die Sagebloͤcke haben ſich aber in den meh⸗ reſten Forſten dergeſtalt verringert, daß es ſelten auf eine Wahl derſelben ankoͤmmt.) *) Dieſerwegen hat das Koͤnigl. General⸗Forſt⸗Departement und das Koͤnigl. Oberbau⸗Departement die Erſparung der Sagebloͤcke auf alle Weiſe zur Abſicht, und es iſt verordnet worden, daß bei den Koͤnigl. Domainen⸗Bauten die Pferdeſtaͤlle nicht mehr ausgebohlt ſondern gepflaſtert werden ſollen. Ferner, werden den Unterthanen keine Bretter mehr zur Belegung ihrer Kornboͤden verab⸗ reicht, und es gehet auch recht gut an, uͤber die Balken und den Boden einen zwei Zoll ſtarken Lehm⸗Eſtrich zu machen, der mit Cheergalle gehaͤrtet und geglaͤttet iſt, wie die Scheunen⸗Fluhre, welche der Bauer leicht ausbeſſern kann; das Gebaͤude wird dadurch einigermaßen feuerſicherer und man wird auf einem ſolchen Boden wenigere Maͤuſe verſpuͤren, als bei gedielten Kornboͤden. Naͤchſtdem ſo duͤrfen bei den Koͤnigl. Domainen⸗ und Unterthanen⸗Bauten keine Bretter zu Giebelverkleidungen, wie es ſonſt geſchahe, veranſchlagt werden, ſondern die Faͤcher der Giebel muͤſſen ausgemauert oder gelehmt werden. Eben ſo werden zur Belegung der Fußboͤden in den Unterthanen⸗ Gebaͤuden gar keine, bei den Wirthſchafts⸗Gebaͤuden, Foͤrſter⸗Prediger⸗und andern Gebaͤuden aber, wozu freies Bauholz aus Koͤnigl. Forſten verabreicht wird, nur zu denjenigen Zimmern, wo die Nothwendigkeit es erfordert, Bretter zu Fußboͤden veranſchlagt, und muͤſſen bei den Unterthanen⸗Gebaͤuden, Lehm⸗Eſtriche und in andern Gebaͤuden, Pflaſter von Mauerſteinen angefertiget werden. Die Breite der Bretter rechnet man gewoͤhnlich im Durchſchnitt zu einem Fuß. Von ſchwachen Sagebloͤcken ſind ſie aber ſelten wegen des unvermeidlichen Abgangs uͤber 10 Zoll breit; dieſerhalb und weil die Bretter nicht immer ganz gerade ſind, auch wegen des Spundens, und weil die Zimmer ſelten gerade die ganze oder hal⸗ be Laͤnge eines Brettes haben; koͤnnen die Bretter aus 24 Fuß langen Sagebloͤcken von mittelmaͤßiger Staͤrke, d. i. von 12 Zoll breit, doch nur zu 20, und die aus ſchwaͤchern nur zu 16— 18 Quadratfuß bei Veranſchlagung der Fußboͤden an⸗ genommen werden. Anmerk. Außer denen Wohn⸗und anderen Zimmern, welche eine beſtimmte Groͤße haben, muß bei großen Schuͤtt⸗ oder Dachboͤden, Schleuſen und Archenboͤden, welche ausgebohlt oder bedielt werden, eine ſolche Eintheilung der Balken und Unterlagen getroffen werden, daß ſie mit der Laͤn⸗ ge der Bohlen und Bretter uͤbereinſtimmen, ſo daß von der Laͤnge derſelben nichts abgeſchnitten werden darf. An Dachlatten, welche gemeiniglich 2 ½ Zoll breit und 1 ½ Zoll ſtark ſind, erfolgen aus einem mirtelmaͤßigen Sageblock 30, und aus einem kleinen 24 bis 26 Stuͤck Latten. Das erforderliche Holz zur Tiſchler⸗Arbeit wird bei den Koͤnigl. Domaͤnen⸗ und andern Bauten, wozu das Bauholz aus Koͤnigl. Forſten verabreicht wird, nicht veranſchlaget oder verabfolget, einestheils weil das angewieſene Holz zu friſch oder nicht trocken genug ſeyn wuͤrde, anderntheils wegen der dabei moͤglichen Unter⸗ ſchleife; indeſſen wird hier eine Tabelle von dem Holzbedarf zu verſchiedenen Diſchler⸗ Arbeiten eingeſchaltet, wobei ein Kiehnen Brett zu 20 Quadratfuß angenommen iſt. Von den Baumaterialien. 83 meh⸗ mt) 3 Eichene Eichene Kiehnene Ganze Halbe(Tiſchler⸗ tneit Benennung der Arbeit. LALrs Kontemnh enn vier Jo. Serttin. Seetter.reiter. bei den halb Zoll. ſollen. 4 Fuß. Stück. Stück. Stück. Stiück. Stuck. dri⸗ Zu einem doppelten Vorderthor von 12— Führe und9 Fuß, zuweilen groͤßer, er und zuweilen etwas kleiner./..———— 4 5½ er n—— verleimten Hinterthor wie iebel vorher⸗ ⸗—————[51 Zu einer zwei Fluͤgl. verdoppelten Vor⸗ iden derhausthuͤre,———— 2 39—— ein Fluͤgl. dergl.⸗⸗———— 1 1 und[—— wei Fluͤgl. geleimten Hin⸗ terthuͤre ⸗.—555b———— 2— üß.—— ein Fluͤgl. dergleichen⸗———— 1ʃ-— gs—— zwei Fluͤgl. verdoppelten La⸗ d, denthuͤree,———— 2 2 hal⸗—— zwei Fluͤgl. Glasladenthuͤre ken mit Spreſſen und Fuͤllungen———— 1 1 15—— zwei Fluͤgl. großen Balkon⸗ n⸗ thuͤre mit Fluͤgeln u. Sproſſen 4 2——— —— dergl. ohne Bogen⸗ 3 2 ,——— u1—— zwei Fluͤgl. verdoppelten Kel⸗ elt lerthuürefe;,,—— 2 2 i—— ein Fluͤgl. dergt⸗ ⸗⸗.—— 11 1½ 6—— zwei Fluͤgl. verleimten Kel⸗ d lerthuͤre 2 2 2———— 2— 5—— ein Fluͤgl. deglt.⸗⸗—-——— 1E— 2—— verleimten Verſchlagthuͤre 5. ho e4, 3 1 Fuß.. 1————— 1 ½ gl. Luckenthuͤre von 5 ½, ſicht 2 Fuß. ⸗ 2 2—.———— 1 der—— aattenthuͤre von gewoͤhnlicher b ter⸗. Groͤße. 2 2 2 2————— 1 ſer⸗— einem Thuͤrfutter in hoͤlzerne ſſ. Waͤnde. 2 2 2————— 4 — Ar 4*. 4. 84 Erſter Abſchnitt. Lichene Gakne iehnee Sonis. Spune, iat ; n len Pohlen Spund⸗ Spund⸗ Liſchler⸗ Benennung der Arbeit. drei Zol. cin nzen vier Zoll. Vretter Sreimr. Lrlter hall Zoll. Fuß.[Stück. Stück. Stück. Stück. 3Stück. —,— ct. Zu einer Stubenthuͤre mit zwei Fluͤ⸗ geln auf beiden Seiten mit Architraven. ⸗ —— dergl. mit einem Fluͤgel.⸗— —— Kaminchure..,— 4 —— Kaminthuͤre oder Brett ein—⸗ gefaßt nebſt Knopf. ⸗ —— gewoͤhnlichen Ofenzarge.⸗— —— runden dergl. ⸗⸗ —— Windofenzarge⸗ ⸗— ₰ 2 2 2 11 . d 902 4* 1II r AA r Pb — Unterzarge.⸗ ⸗ ⸗ einem großen Bogenſenſter, 10 bis 12 Fuß hoch, 5 bis 6 Fuß breit mit Sproſſen und Lat⸗ teyholz. ⸗ 1. 36 —— Bogenfenſter mit Sproſſen ordentl. Groͤße, vier Flügl. 56 1½. —— wo unten der Pfoſt mitauf⸗ „,, 6 13¾ 5 — gehet.⸗ —— Schiebefenſter mit Sproſſen Kaſtel und Wetterſchenkel. 4 1— 1 3 —— Beogenfenſter ohne Sproſſen, b 6 - 1 vier Fluͤgly⸗ ⸗ 7„⸗ —— vier Fluͤgl. Fenſter mit Sproſ⸗ 4 ſen bis 7 Fuß hoch und 33 Fuß breit⸗⸗„ ⸗ 7 13 —— dergl. wenn es von auſſen voͤllig wie ein Schiebefenſter— ausſiehet⸗ ⸗ ⸗ ⸗1 7 1 ½ —— vier Fluͤgl. Fenſter voriger 4 Groͤße ohne Sproſſen.⸗⸗ 7 —— dergl. doppelt uͤberfalzt. 1 7 1 I“ — 1 iſchlee⸗ Lritter Stüick. — ee e K 83 Von den Baumaterialien. Eichene Eichene Kiehnene Ganze Halbe. Benennung der Arbeit. des gon⸗ bbch vSrhlon. Saatnd. Suund. Brehler. 1 S.„Stüick.„Stütk..Stück. ⸗Stück. Stüick Zu einem vier Fluͤgl. Fenſter im dritten Stock mit Sproſſen, bis 5 Fuß hoch, 3 ½ Fuß breit. 6 1 —— dergl. ohne Sproſſen bis 1 6 Fuß hoch. ⸗ 714116 5 —— dergl. doppelt uͤberfalzt.⸗6 2 —— zirkelrunden Bogenfenſter uͤber ein Thor mit Sproſſen.— 1 —— dergl. mit flachen oder ovalen Bogen und Sproſſen..— 5 [—— dergl. ganz geraden.⸗⸗— 2 —— zirkelrunden und Thorfenſter ohne Sproſſen⸗ ⸗— 2 —— Thorfenſter mit flachem Bo⸗ gen. 2 2 2 3— 3 —— geraden,,„„— 2 —— zirkelrunden Fenſter mit Sproſſen, uͤͤber eine Haus⸗ thuͤre.⸗,;— 4 —— dergl. ohne Sproſſen-⸗— 2 —— Fenſter mit flachen Bogen und Sproſſen uͤber die Haus⸗ thuͤre. 2 2 2 4 2— 2 —— dergl ohne Sproſſen.⸗— 32 —— geraden Hausthuͤr Fenſter mit Sproſſen⸗⸗— 4 —— dergl. ohne Sproſſen-⸗⸗— ¼ —— Kellerfenſter mit flachem Bo⸗ gen, Pfoſten, Sproſſen, Wet⸗ terſchenkel und Staͤben.2 1 3 —— dergl. ohne Staͤbe⸗⸗⸗ 2 1 —— dergl. auch ohne Sproſſen. 2 3. 93 g6 Erſter Abſchnitt. Selne Schen Sallen⸗ Sunzt Shund. Seäls ohlen ohlen ohlen 2 und⸗ Bretter. 3 Benennung der Arbeit. drei Zoll. un ä2h ein vier Zoll. Bretter. Bretter. . 3 halbZoll. Suß.[Stück. Stück.„Stilck. Stück. Stick. (Zu einem viereckigten Kellerfenſter mit 00 — Latteybrette-⸗. — zwei Fluͤgl. Fenſterboden, 7, 3 ⅔ Fuß. ⸗ 2Q 2 4——— 2 ½ —— 5 Fluͤgl. dergl. 6 Fuß und Pfoſten, Sproſſenꝛec⸗⸗ 2 5 —— dergl. ohne Sproſſen⸗ ⸗2 4 —— Kellerfenſter-Fluͤgel mit Sproſſen ohne Futter, bloß in einer Zarge, mit Bogen.— 5 —— dergl. ohne Sproſſen.⸗— x2 —— geraden dergl. mit Sproſſen.— 5 —— dergl. ohne Sproſſen-⸗— 12 —— Dachfluͤgel mit Bogen⸗— 8 — 9.. e —— Karewior bis 12 Fuß hoch und 3 bis 9 Fuß breit-⸗⸗———— 4 §. 53. Vom ſtarken Bauholze. Waſſerbauten, auch zu Traͤgern oder Unterzuͤgen in den Gebaͤuden, oder zu Pum⸗ Starkes Bauholz iſt dasjenige, welches 40 bis 48 Fuß lang, und im Durchmeſſer am obern Ende oder am Zopf, 10, 11 bis 12 Zoll hat, und durch den Beiſatz von ordinair ſtarkem Bauholz, von demjenigen extraordinaͤren ſtarken Holze von groͤßerer Laͤnge und Staͤrke unterſchieden wird, welches zu den ſtaͤrkſten Zim⸗ merhoͤlzern, als Bruͤcken⸗Balken, und anderen ſtarken Stuͤcken bei den Muͤhlen⸗ und pen und Waſſerroͤhren gebraucht wird. Das zuerſtgedachte ordinaͤre ſtarke Bauholz wird zu allen denjenigen Theilen eines Gebaͤudes angewandt, welche die mehreſte Laſt zu tragen haben, als zu Bal⸗ ken, Unterzuͤgen, Eckſtaͤndern und zu Schwellen, und zwar zu letztem Behuf nicht ſowohl wegen der Staͤrke als der anſehnlichen Laͤnge des ſtarken Bauholzes, damit die Schwellen nicht ſo oft zuſammengeſetzt oder zuſammengeſtoßen werden duͤrfen. — iſchler⸗ rettet. tück. — Von den Baumaterialien. 87 Viele ſind zwar der Meinung, daß das ſtarke Holz im Ganzen zu den Schwellen eines Gebaͤudes ge⸗ nommen werden muͤſſe, um ſie recht hoch und breit zu erhalten; Es iſt aber ſelten ein ſtarkes Stück Holz zu erhalten, das zugleich durchweg kiehnigt waͤre; verfault nun der daran ſitzen geblie⸗ bene Spint, welches gar bald geſchiehet, ſo wird das uͤbriggebliebene Kern⸗Holz einer Walze aͤhn⸗ lich, welche durch die Laſt der darauf ſtehenden Wand leicht ſeitwaͤrts herausgedruͤckt werden kann; Es iſt daher in der That beſſer, die ſtarken Hoͤlzer einmal aufzuſchneiden, folglich Schwellen von halben ſtarken Holze zu machen. Die Schwelle erhaͤlt dadurch eine flache und ſichere Lage, und wenn die voneinander geſchnittene Seite, folglich das Herz des Holzes auf die Mauer zu liegen kommt, ſo dauert eine ſolche Schwelle laͤnger als die aus ganzem Holze. Man braucht auch in der Art nur halb ſo viel ſtarke Baͤume zu Schwellen, als wenn man ganzes Holz dazu nimmt. Wenn das Holz zu einem Bau aus einer Forſt erfolgt, in welcher noch ein an— ſehnlicher Vorrath von ſtarkem Holze vorhanden, ſo iſt es uͤberhaupt vortheilhaft, außer zu denjenigen Stuͤcken der Zimmer⸗Arbeit bei einem Gebaͤude, als Traͤger, Bal⸗ ken und dergl., welche von vorzuͤglicher Staͤrke ſeyn muͤſſen, auch zu denen, wel⸗ che eine mindere Staͤrke erfordern, als Wandſtiehle, Raͤhme, Sparren, Kehlbal⸗ ken u. d. gl. ſtarkes Bauholz zu nehmen, und ſolches einmahl oder zu Halbholz auf⸗ zuſchneiden; zu denjenigen Stuͤcken aber, welche noch ſchwaͤcher ſeyn koͤnnen, als Mauerlatten, Stuhlbaͤnder, Riegel und bei Gebaͤuden von geringer Tiefe, auch wohl zu den Sparren und dem Dachverbande, das ſtarke Holz zweimal oder zu Kreutzholz aufzuſchneiden, wenn nemlich das ſtarke Holz von der Beſchaffenheit iſt, daß das Kreutzholz noch 5 bis 6 Zoll ſtark bleibt. Es hindert hierbei nicht, wenn zu Unterthanen⸗und andern Gebaͤuden, auch Stallungen, dergleichen ge⸗ ſchnittenes Holz, nicht vollkommen vierkantig, ſondern an einer Seite rund, oder wie man es zu nennen pflegt, waldkantig ausfaͤllt, indem, wenn die runde Sei⸗ te einwaͤrts geſtellt wird, ſolches nichts ſchadet. Iſt man dergleichen geſchnittenes Bauholz nicht laͤnger als 24 Fuß benoͤthiget, ſo kann es zwar auf einer Schneide⸗ muͤhle wohlfeiler als mit der Handſaͤge geſchnitten werden; da aber ein guter Zim⸗ mermann das Holz vortheilhaft auszuſuchen und zu ſchneiden weiß, ſo iſt das Auf⸗ ſchneiden des Bauholzes mit der Hand, in Ruͤckſicht der ſparſamen Anwendung vortheilhafter. Das ſtarke Bauholz iſt uͤbrigens einmal zu ſeiner Reife und Vollkommenheit gelangt: es kann alſo eher und mit geringerm Nachtheil entbehret werden, als das ſchwaͤchere Holz, welches noch nicht ſeine voͤllige Reife erhalten hat, mithin auch nicht ſo dauerhaft iſt, als das getrennte ſtarke, deſſen Stelle es aber nach Ver⸗ lauf gewiſſer Jahre wieder erſetzt, und wegen ſeiner in der Folge erlangten Staͤrke doppelt ja wohl vier⸗ und mehrfach nutzbar iſt. Anmerk. Auf mehr als ein zweimaliges Aufſchneiden uͤbers Kreutz, wodurch vier Stuͤcken klein eres Holz aus einem Baume erhalten werden, iſt in den Maͤrkiſchen, Pommerſchen und den Oſt⸗ und 88 b Erſter Abſchnitt. Weſtpreußiſchen Forſten nicht leicht zu rechnen; Aus Suͤdpreußen ſind aber ſchon hin und wieder Bauanſchlaͤge eingegangen, wobei auf 3 bis 4 Schnitte, oder auf 9 bis 16 Stuͤcke, noch 5 Zoll ſtar⸗ kes und 40 Fuß langes Bauholz zu den kleinen Verbandſtucken gerechnet war. * Es iſt alſo eine der angelegentlichſten Pflichten der Bau⸗ und Forſtbedienten, ſo viel als immer moͤglich auf den Gebrauch des geſchnittenen Holzes zu ſehen, denn außerdem, was die Forſten dabey gewinnen, wird auch der Verband eines Gebaͤudes von geſchnittenem Holze paſſender und anſehnlicher als von beſchlagenem Holze. Es wird daher auch nur da, wo vieles junges Holz und wenig ſtarkes, oder doch nur von letzterem ſo viel in den Forſten vorhanden iſt, als zu Sagebloͤcken und zu den unumgaͤnglich noͤthigen ſtarken Bauſtuͤcken erforderlich iſt, mithin wo keine Wahl des ſtarken Holzes vor dem ſchwaͤchern uͤbrig bleibr, in den Koͤnigl. und andern unter der Aufſicht des Koͤnigl. Preußiſchen Forſtdepartements ſtehenden Forſten, ſchwaches Holz zu den Bauten verabfolget; damit man aber bey den Lan⸗ des⸗Collegien uͤberzeugt ſey, daß bey der Anfertigung der Bauanſchlaͤge, auf die Beſchaffenheit des Holzes in den Forſten gehoͤrige Ruͤckſicht genommen worden, und entweder gehoͤrig auf Schneideholz, oder wenn die Umſtaͤnde es erfordern, auf ganze Baͤume gerechnet worden, ſo muͤſſen die Forſtbediente unter den Bauan⸗ ſchlaͤgen atteſtiren: „daß das Holz der Beſchaffenheit der Forſt gemaͤß von dem Baubedienten an⸗ geſetzt, b. ki. 1 „auch, daß moͤglichſt auf den Wiedergebrauch des noch tauglichen Holzes aus dem alten Gebaͤude, gerechnet worden.“ So wie in allen Dingen die Noth die beſte Lehrmeiſterin iſt, ſo iſt es auch in Abſicht des Holzſchnei⸗ dens bey den zum freyen Bauholze in den Koͤnigl. Forſten berechtigten Unterthanen ergangen. Anfaͤnglich als auf dieſes zur Conſervation der Forſten ſy noͤthige Huͤlfsmittel gedrungen wurde, wurden die großen Koſten vorgeſchuͤtzt, welche das Aufſchneiden des Holzes, durch eigene Holz⸗ ſchneider den Unterthanen verurſachen wuͤrde. Jetzt verrichten die Bauern es groͤßtentheils ſelbſt, oder es haben in den Doͤrfern ſich einige Leute darin Uebung verſchafft, welche das Schneiden des Holzes fuͤr billige Bezahlung verrichten. 5. S4. Das Mittel⸗Bauholz iſt 36 bis 40 Fuß lang, und 7 bis 3 Zoll ſtark, und alſo Baͤu ne von etwa 30 Jahre alt, welche im vollen Wachsthum ſtehen. Wenn die Zimmer in einem Gebaͤude oder die Gebaͤude ſelbſt nur eine maͤßige Tiefe haben, auch die Boden nicht ſehr belaſtet werden, ſo kann das Mittelbauholz allenfalls zu Balken, ſonſt aber daſſelbe nur zu Wandſtiehle, Unterzuͤge, und in Ermangelung des ſtarken aufzuſchneidenden Holzes, jedoch in ſeiner ganzen Staͤrke, zu Vom Mittel⸗ bauholze. Von den Baumaterialien. 89 wieder. Jolſta⸗ zu Schwellen genommen werden, weil es aufgeſchnitten dazu zu ſchwach ſehn wuͤrde. tenten, Zu Sparren gewoͤhnlicher Landgebaͤude, zu Riegeln und dergleichen, bann ſehen, das Mittelholz einmahl, allenfalls auch ein Stuͤck vom Stammende zu kleineren eines Verbandſtuͤcken uͤbers Kreutz aufgeſchnitten werden. genem§. 55. Das kleine Bauholz, welches 30 bis 36 Fuß lange, und 5 bis 6 Zoll am Vom kleinen oder Zopfe ſtarke, junge im beſten Wachsthum ſtehende Baͤume ſind, ſollte daher ſo Bauholle. öcken wenig als moͤglich gebraucht, und dagegen vorgedachtermaßen, halbes oder Kreutz⸗ n wo holz aus ſtaͤrkern Baͤumen genommen werden, wenn nicht, wie es in vielen Forſten onigl. der Fall iſt, ein Ueberfluß an dieſer Holzart, und hingegen Mangel an ſtarkem enden und Mittelholz iſt, da es denn oͤfters zur Nothwendigkeit wird, ſich des kleinen dan⸗ Bauholzes zu bedienen. f die§. 56. und Die Bohlſtaͤmme, worunter die noch etwas ſchwaͤchern jungen Nadelhoͤl⸗ Von den auf zer, als das vorgedachte kleine Bauholz gerechnet werden, duͤrfen aus Koͤnigl. Bohlſͤmmen nuan⸗ Forſten nur in Ermangelung des zur Belegung der Bruͤcken einmahl aufzuſchnei⸗ denden Mittelholzes, veranſchlagt werden, um in ihrer ganzen Staͤrke zur Bele⸗ g af⸗ gung der Bruͤcken zu dienen. Naͤchſtdem werden Bohlſtaͤmme zu Feuerleitern verabfolgt. Der ehemalige verſchwenderiſche Gebrauch dieſes im beſten Wachsthum ſtehenden Holzes, als zur Be⸗ dem legung der Deecken uͤber den Zimmern und Stallungen, zur Ausbohlung der Viehſtaͤlle und zu Zaͤu⸗ nen, iſt gaͤnzlich unterſagt: denn die Pferdeſtaͤlle muͤſſen mit Feldſteinen ausgepflaſtert werden, . die Viehſtaͤlle aber beduͤrfen keines Pflaſters, noch weniger ausgebohlt zu ſeyn. iuxi⸗ Zaͤune von Brettern, Latten oder gehauenen Bohlen, ſind uͤberhaupt nur in wenigen Faͤllen Igeg. erlaubt, weil an deren Stelle Mauern von gebrannten Ziegeln, von Feldſteinen oder von Lehmpatzen 39 aufgefuhrt;;z gewoͤhnliche Zaͤune aber von Strauchwerk und lebendigen Hecken gezogen werden koͤnnen. elh§. 57. Nxs Die L attſtaͤmme ſind 25 bis 30 Fuß lang, und 3 bis 4 Zoll ſtark; ſie wer⸗Von den Latt⸗ den an den Seiten etwas behauen und dann von einander gekloͤbt, ſo daß ein ſaͤmmen. Stamm zwey Dachlatten zu Stroh⸗ und Rohrdaͤchern giebt. ark Zu Ziegeldaͤchern ſind dergleichen geſpaltene Latten untauglich we wegen ihrer Ungleichheit die Ziegel nicht gerade auf ſelbige aufgehaͤngt werden koͤnnen. ige Der Gebrauch der Lattſtaͤmme zu den vielen Rohr⸗ und Strohdaͤchern, iſt olz eine wahre Verwuͤſtung der Forſten, daher die zu den Rohr⸗ und Strohdaͤchern in benoͤthigte Latten aus Sagebloͤcken, oder aus ſtarkem Bauholze zu ſchneiden, ver⸗ k ordnet iſt, wenn irgend hinlaͤngliche Sagebloͤcke oder ſtarkes Bauholz in den For⸗ M 90 Erſter Abſchnitt. ſten vorhanden iſt. Aus einem Sageblock, oder aus einem Stuͤck ſtarken Bauholz, koͤnnen 30. 40 und mehrere Latten geſchnitten werden, wozu, weil jeder geſpaltene Stamm nur zwey Latten giebt, 15, 20 und mehrere junge Baͤume erforderlich ſeyn wuͤrden, die mit der Zeit zu Bauholz und Sagebloͤcken heranwachſen koͤnnen. Der zuweilen gemachte Einwand, daß die geſchnittenen Latten zu Stroh⸗ und Rohrdaͤchern nicht brauchbar waͤren, weil die ſcharfen Ecken derſelben an den Bindeweeden, womit die Dachſtoͤcke und Rohr⸗ oder Strohbunde an die Latten gebunden werden, Bruͤche verurſachten, iſt ohne Grund; die ſcharfen Kanten der geſchnittenen Latten koͤnnen mit einem Schneidemeſſer, oder mit einem Beile leicht abgeſtoßen werden.„ Ehedem wurden auch Bohlſtaͤmme und Lattſtaͤmme zum Ruͤſten beym Bauen aus den Koͤnigl. Forſten verabfolget; gegenwaͤrtig wird aber fuͤr die Anleihe der Ruͤſtſtangen, Netzriegel ꝛc. von den Handwerkern, etwas au Gelde in den Anſchlaͤgen ausgeworfen, und keine Ruͤſtbaͤume aus den For⸗ — ſten aſſignirt, 3 b 5. Von den Schwamm oder rindſchaͤlige Baͤume; ſind ſolche, welche der Sohdaudr, Staͤrke und Laͤnge nach zwiſchen Stark⸗ und Mittelbauholz zu rechnen, und einen ligen Baͤu⸗- Anſatz von Faͤulniß im Wuchſe haben. Es werden daraus die Lehmſtacken zu den men. Windelboden und Faͤchern der Waͤnde geſpalten, auch ſchneidet man ſie in kurze Kloͤtze und reißet aus den geſunden Stuͤcken des Baums, Dachſpließe zu Ziegel⸗ daͤchern; ingleichen werden die Dachſtoͤcke zu den Rohr⸗ und Strohdaͤchern davon angefertiget. Ehedem wurden zu letzterem Behuf ganz junge Kiehnenbaͤume oder Haſeln⸗ und Birkenaufſchlag, von 4 bis 5 Fuß lang, genommen, welches den Holzanwuchs aͤußerſt hinderte. Außerdem, daß die jetzige Anordnung, die Dach⸗ ſtoͤcke aus alten rindſchaͤligen Kiehnenbaͤumen zu machen, zur Fortpflanzung des Laubholzes beytraͤgt; ſind dergleichen Dachſtoͤcke auch am nuͤtzlichſten, indem man ſelbigen die gehoͤrige Laͤnge und Staͤrke geben kann, ſo daß ſie beſſer anzubinden ſind. Die rindſchaͤligen Baͤume ſind mehrentheils eben nicht durchweg ſchadhaft, wenn nun daraus das beſte Holz zu Dachſtoͤcken genommen wird, ſo find ſie weit dauerhafter als jene von jungen Baͤumen, weil dieſe, wenn gleich die Borke ab⸗ geſchaͤlet worden, doch bald von den Wuͤrmern zerfreſſen werden. Die Kanten der geſpaltenen kiehnenen Dachſtoͤcke muͤſſen uͤbrigens wegen der umzuſchlagenden Bindeweeden mit einem Schneidemeſſer etwas abgerundet werden. 5. 59. Von der Ve⸗ Die Erſparung des Bauholzes in ſo ferne ſie mit der Dauerhaftigkeit der Ge⸗ vcaeag, baͤude beſtehen kann, iſt die vorzuͤglichſte Pflicht der Baubedienten, und jeder Privat⸗ zes. mann wird ſie moͤglichſt zu erreichen wuͤnſchen. Damit nun das Koͤnigl. Oberbaudepartement bey Reviſion der Anſchlaͤge ge⸗ nau nachſehen und beurtheilen koͤnne, ob der Verfertiger eines Anſchlags das Holz ——— Von den Baumaterialien. 91 uͤberall auf das genaueſte angeſetzt hat, ſo muͤſſen alle einzelne Verbandſtuͤcke in den Anſchlaͤgen nach laufenden Fußen und nach ihrer erforderlichen Staͤrke aufge⸗ fuͤhret werden, wobey, wie bereits erwaͤhnet worden, ſo viel als moͤslich auf das Aufſchneiden des ſtarken Holzes zu ſehen iſt. Von dieſer ſpeziellen Nachweiſung des Bauholzes wird folgendes Schema einen ohngefehren Begriff geben: Kiehnen Bauholz. Detail Starkes Bauholz Mittel Bauholz] Klein Latten⸗ Rind⸗ „. à Fuß lang, à Fuß lang, Kiehn. ſtaͤmme ſchaͤlige der erforderlichen Stuͤcke. Bau⸗ zum Baͤn⸗ holz à Kloͤ me. 1— F. lang, ben, Ganzes Halb⸗ ſ Kreutz⸗ Ganzes Salb⸗ In ganz—,— Holz, holz, bolz, Holz, holz, Stam⸗ Zu Schwellen ⸗— 860 F⸗ Eckſtaͤnder. Rauchfangsholz 5² K⸗ 16 Balken à 40 Fuß lang⸗ 640 oder bey Gebaͤuden von gerin⸗ gerer Tiefe. 12 Balken à 24 Fuß lang 102 Stiehle à 9 Fuß Bey geringeren Gebaͤuden a wohl nur Riegel⸗ oder ſtatt deſſen oder nach Beſchaffenheit Umſtaͤnde 16 Sparren à 30 Suß lang oder 7—— 480 auch wohl, wenn das ſtarke Holz 11 Zoll ſtark iſt, u. ſ. w.—— 4s8o0 ⸗Latten, wenn ſtarkes Holz vor⸗ handen,(aus einem Stuͤck 30 Latten à Fuß lang, angenommen) ⸗ 6 oder zu dieſe 150 Latten ⸗ Lehmſtacken, nachdem das Holz ſtark oder ſchwach iſt ⸗——————— 10 Summa thut⸗ Sagebloͤcke à⸗Fuß lang,⸗Zoll ſtark, ⸗ Stark ⸗ Mittel ⸗ Klein u ch —2 „ — 720 u u u n u S a u LLl 1 8 Lattſtaͤmme Rindſchaͤlige Baͤume M a — Kennzeichen von der Guͤte des Kiehnen⸗ Bauholzes. 92 Erſter Abſchnitt. ——,—— /—ꝛÿõ·⅓— 5 ———;⸗—;—;——:ꝛx;:ęEOQQnnQn————ꝑ——Q——ᷣ—ʒ————„N—— Da nemnlich ein Stamm das Doppelte ſeiner Laͤnge an Halbholz, und das Vierfache ſeiner Laͤuge au Kreutzholz giebt, ſo wird hiernach die Anzahl der ganzen Staͤmme oder Stuͤcken Bauholz ausge⸗ mittelt werden. 8... Daß bey der Aufnahme der Bauholz⸗Anſchlaͤge auf die moͤglichſte Wiederbe⸗ nutzung des aus einem alten abzubrechenden Gebaͤude noch etwa tauglichen Holzes gerechnet werden muß, verſteht ſich von ſelbſt; wenigſtens iſt ſolches zum Ausſta— ken der Wandfaͤcher, auch zu Dachſtoͤcken bey Stroh⸗ und Rohrdaͤchern mehren⸗ theils noch brauchbar. 4 §. 60. 3 Aus der Beſchaffenheit des Bodens, kann man einigermaßen auf die Guͤte oder das Fehlerhafte des Holzes ſchließen. Die Nadel⸗ oder Tangerhoͤlzer auf einem hochliegenden duͤrren Sandboden, haben eher Schwaͤmme, oder ſie ſind eher faul, als auf einem mit etwas Lehm vermiſchten Sandgrunde. Auf Seeſand oder andern kaltgruͤndigem Boden, wachſen die ſe Baͤume kurz, ſind ſehr aͤſtig, knoͤrplicht und haben wenig Harz und ſehr vielen Spint; Die Baͤume verliehren nach und nach ihre Aeſte; ſo lange das Aſtloch nicht wieder be⸗ wachfen iſt, dringet die Luft und Feuchtigkeit wechſelsweiſe ein, und verurſachet an ſolchen Stellen, ſchwammigte Gewaͤchſe und mit ihnen zugleich Faͤulniß, welche ofters bis ins Herz des Baumes dringet. In einem magern Boden geſchiehet das Ueberwachſen der abgefallenen Aſtloͤcher langſamer, als in einem guten Boden; mithin waͤhret das Eindringen der Feuchtigkeit laͤnger und folglich ſind bei denen, auf ſchlechtem Boden gewachſenen Baͤumen, eher und mehr ſogenannte Schwaͤm⸗ me oder faule Stellen anzutreffen, als bei denen, auf einem guten, fruchtbaren Boden gewachſenen Baͤumen. Ddiie Erfahrung lehret auch, daß die Schwaͤmme mehr auf der Suͤd⸗und Weſt⸗ Seite der Baͤume, als auf der Nord⸗ und Oſtſeite angetroffen werden; Man muß daher die Schwaͤmme, wenn die Baͤume noch auf den Staͤmmen ſtehen, vorzuͤg⸗ lich auf der Suͤd⸗und Weſtſeite aufſuchen, jedoch liegen ſie oͤfters ſchon unter der Borke verborgen, und ſind alſo nicht allezeit ſichtbar. Um ſich einigermaßen von der Geſundheit oder Schadhaftigkeit der Baͤume zu uͤberzeugen, laͤßt man ſie auf der Suͤdſeite anſchalmen, d. i. eine kleine Stelle von der Borke entbloͤſſen; ſchlaͤgt man nun auf dieſer Stelle mit einer Axt an, und der Baum klingt hohl, ſo iſt es ein Zeichen, daß derſelbe bis ins Herz faul iſt; wo⸗ hingegen, wenn der Klang nicht hohl iſt, auf die Feſtigkeit und Unverdorbenheit mit Wahrſcheinlichkeit geſchloſſen werden kann, wenn auch gleich außerhalb ſich einige Schwaͤmme zeigen ſollten.— Von den Baumaterialien. 93 nge au nugge Auf der Nordſeite wuͤrde dieſe Probe ſehr truͤglich ſeyn, weil der Baum da⸗ ſelbſt das feſteſte Holz, und die wenigſten Schwaͤmme hat; es koͤnnte alſo bei dem erbe⸗ Anſchlagen ein heller Klang erfolgen, und der Baum dennoch faul ſeyn. An der olzes Borke kann man auch einigermaßen die Guͤte oder die Fehler der Kiehnenbaͤume er⸗ sſta⸗ kennen: iſt nemlich ihre Farbe auf der erhobenen Stelle graͤulich, und die Ver⸗ hren tiefungen fallen etwas ins roͤthliche mit grau vermiſcht, ſo iſt der Baum wahr⸗ ſcheinlich geſund; iſt aber die Borke oben weiß, und die Vertiefungen bloß gräu⸗ lich, ſo ſind ſolches Merkmale des Gegentheils. Die Baͤume koͤnnen an ihren Gipfeln, durch Sturmwinde, durch die ſeit ei⸗ te nigen Jahren, ſo haͤufig gewordenen Raupen und durch Kaͤfer und Wuͤrmer, der⸗ auf geſtalt beſchaͤdiget werden, daß ſie gaͤnzlich abſterben, und alsdenn ſind ſie zu ſin Bauholz unbrauchbar, weil dergleichen Holz keine Dauer leiſtet. Dieſe Fehler ſind leicht zu entdecken; weit weniger aber ob ein Baum, der auf dem Stamm ſtehet, C. windrißig iſt, d. i. ob derſelbe durch ſtarke Sturmwinde dergeſtalt gebogen und ge⸗ die drehet worden, daß er davon inwendig Spalten und Riße bekommen hat. Zuwei⸗ be⸗ len ſind jedoch dergleichen Riſſe aͤußerlich ſichtbar, und die Feuchtigkeiten dringen an bis ans Harz des Baumes, wodurch daſſelbe faul wird. ſche Wenn das Holz bereits gefaͤllet und in Floͤße verbunden, zum Verkauf ge⸗ das bracht wird, ſo muß man ſich oͤfters begnuͤgen, ſelbiges nur nach den vorgedachten en; Farben der Borke zu erkennen; denn die Verkaͤufer pflegen die ſchlechte Seite, wo⸗ en, ran die meiſten Aſtloͤcher, Riße und faule Stellen ſind, unten zu bringen. un⸗ An der Durchſchnittsflaͤche des Holzes, welches man die Hirnſeite nenner, ren muͤſſen bei gutem Holze die Jahresringe roͤthlich, und die Zwiſchenraͤume eben⸗ falls etwas blaßroͤthlich ausſehen. Bei faulem oder gaͤnzlich abgeſtandenen Holze ſ⸗ aber, ſind die Jahresringe graͤulich, und die weichern Zwiſchenraͤume gleichſam uß mit weiſſer Kreide punktiret. Geſundes Holz kann uͤbrigens ſehr lange ohne Scha⸗ g⸗ den im Waſſer liegen. 3§. 61. zu Ueber die Frage, welches die rechte Zeit ſey, Bauholz zu faͤllen, iſt viel ge⸗Von der Zeit le— ſtritten worden: die mehreſten behaupten, daß es im Winter geſchehen muͤſſe, weil nn ölendes 5 alsdenn kein Saft in den Baͤumen ſey, und zwar auch zur Zeit des abnehmenden Mondes; wovon aber nicht leicht ein Grund angegeben wird. Es iſt aber eine ganz unrichtige Meinung, daß es Jahreszeiten geben ſollte, in welchen die Baͤume alles ihres Saftes beraubet waͤren. Dieß kann man von keinem Baume annehmen, ohne dabei ſein gaͤnzliches Abſterben vorauszuſetzen. 94 Erſter Abſchnitt. Den Einfluß des Mondes auf die Gewaͤchſe behauptet aber kein Naturkuͤndiger, und folglich koͤnnen nur folgende Urſachen die Vorzuͤglichkeit des Holzfaͤllens in den Wintermonaten rechtfertigen;. Die Saͤfte kommen nemlich bei der kalten Luft nicht ſo leicht in Gaͤhrung als im Fruͤhjahr und Sommer. In dieſer letzten Jahreszeit ſind ſolche vielleicht eine Lockſpeiſe fuͤr die Wuͤrmer, die ſich alsdenn in dem gefaͤllten Holze eher einfinden, als in demjenigen, was im Winter gefaͤllt worden, wenn der Saft dicker und klebrichter iſt... 1 Der Herr Ober⸗Forſtmeiſter v. Burgsdorf eaͤth ebenfalls an, das zum Bau beſtimmte Holz zur be⸗ quemſten Jahreszeit(im Spaͤtherbſte und Winter) außer der Bewegung des Saftes zu faͤl⸗ len, anzufahren und zu beſchlagen, auch zu trennen oder ſchneiden.— Auch ſollte es niemals au⸗ dddeers als wohl trockenzum Bau verwendet werden. Ausnahmen von dieſer Regel machten nur namentlich die Eichen⸗ und Fichtenen⸗ Bau⸗ hoͤlzer, welche ohne Bedenken in der Saftzeit gefaͤllet werden koͤnnten, in ſo fern ſie gleich geſchaͤ⸗ let und dadurch folglich von dem Verderben der Saͤfte geſichert werden. Doaß gewiſſe Tage, der Mond und Kalenderzeichen annoch bei manchen Forſtbedienten in Er⸗ waͤgung kommen ſollten, ſey aber wohl von keinem nur maͤßig vernuͤnſtigen Manne mehr zu glauben. ſ. Forſthandbuch S. 360 und 506. Im Winter ſind die Wege dichter und feſter, und man kann zu dieſer Jah⸗ reszeit die Wirthſchaftspferde zum Anfahren des Holzes abmuͤßigen, auch den Zim⸗ merleuten durch das Holzfaͤllen, Arbeit und Verdienſt verſchaffen, welche ſonſt muͤßig ſeyn muͤſſen.— 8 Einige Baumeiſter, unter andern Manger,(ſ. S. 337. ſeiner oͤkonomi⸗ ſchen⸗ Bauwiſſenſchaft,) ſind indeſſen der Meinung, daß alles Bauholz, oh⸗ ne daß es fuͤr die Dauer deſſelben nachtheilig ſey, eben ſowohl im Sommer als im Winter gefaͤllet werden koͤnne, wenn man es nur gleich ſoviel wie moͤglich von der Borke und vom Spinte befreiet, und es vor dem Gebrauch abſchaͤlen laͤßt. Wenn ohnerachtet der vorhin gedachten wirthſchaftlichen Vortheile, im Sommer Bauholz gefaͤllet wird, ſo geſchieht ſolches gemeiniglich um einen Bau zu beſchleunigen, und folglich bleibt keine Zeit zum Austrocknen deſſelben uͤbrig, vielmehr erfolgt eine baldige Ueberklebung und Verſteckung des Holzes in denen Mauern, Windel⸗ und Fußboͤden, und dadurch wird uͤberhaupt das baldige Ver⸗ derben des beſten Holzes in den Gebaͤuden befoͤrdert, mithin kann letztgedachte Meinung uͤber die Zeit des Holzfaͤllens nur fuͤr den Nothfall gelten. 3 §. 61. 3 Vom Faͤllen u. Das Faͤllen ſelbſt muß mit gewiſſer Vorſichtigkeit geſchehen, nemlich ſo, daß Beſchlagen des Holzes. der Baum mit der Spitze auf die entgegengeſetzte Seite faͤllt, wo man ausfahren hren Von den Baumaterialien. 93 will, weil man ſonſt genoͤthiget ſeyn wuͤrde, mit dem ganzen Stuͤcke umzukehren, welches in dem Walde nicht jederzeit angehet. Stehet der abzuſtaͤmmende Baum an dem Abhange eines Berges, ſo kerbt man ihn auf der Seite, wohin er fallen ſoll, ſo niedrig als moͤglich unten im Stamm ein, jedoch ſo, daß der Baum noch nicht abreißen kann. Ohngefehr 1 ½ bis 2 Fuß hoͤher auf der andern Seite, hauet man bis gegen den unterſten Kerb ein, da ſich denn der Baum durch ſeine eigene Schwere herunterſetzet, und auf die verlangte Seite faͤllt. Der unterſte Kerb muß etwas breit gehauen werden. Die⸗ ſes Abſtaͤmmen kann aber nur ein Mann verrichten, weil der Kerb gleich und ge⸗ rade eingehauen werden muß, welches, wenn zwei zugleich, einer rechts der andere links hauet, nicht geſchehen kann. Die Zimmerleute nehmen das Faͤllen des Holzes gerne vor, wenn etwas Wind gehet, weil es die Arbeit erleichtert, indem nicht ſo tief eingehauen werden darf, und der Wind zum Theil den Baum abbricht. Allein das Holz leidet darunter, weil durch das Abbrechen Riſſe entſtehen, die ſich oͤfters weit in die Laͤnge des Stammes erſtrecken und ein ganzes Ende ſchadhaft machen koͤnnen. Von dem gefaͤllten Holze pflegt man im Walde die Borke, und etwas von dein Holze ſelbſt abzuſchlagen, oder ſolches im Groben, viereckigt zu behauen, welches man Bewaldrechten nennt. Es geſchiehet ſolches, um die Anſuhren zu erleich⸗ tern, und um nicht unnuͤtzes Holz zu transportiren. Da indeſſen dergleichen Holz noch einmal aufs Lager gebracht und ſcharfkan⸗ tig beſchlagen werden muß, ſo hat man nicht nur die Muͤhe faſt doppelt, ſondern weil auch ein geſchickter Zimmermann, die Baͤume nach ihrer Staͤrke und den Kruͤm mungen, welche ſie haben, zu dieſem oder jenem Gebrauch oder Verbandſtuͤck des Gebaͤudes*) beſtimmt, und das Holz darnach in abſetzenden Laͤngen und Sraͤr⸗ ken beſchlaͤgt oder ſprengt; ſo kann hierunter bei dem Bewaldrech ten leicht et⸗ was verſehen und dieſes oder jenes Stuͤck Holz, welches zu einem andern Behuf ge⸗ paßt haͤtte, dazu untauglich gemacht werden; es iſt daher rathſamer, das Holz entweder rund auf die Bauſtelle zu fahren, und es erſt daſelbſt voͤllig rein zu be⸗ ſchlagen, oder ſolches gleich im Walde zu verrichten. Wird das Holz rund ange⸗ fahren, ſo muß es bald beſchlagen oder wenigſtens von der Borke befreiet werden, weil es ſonſt anlaͤuft, blau wird und ſtocket. Es muß auch nicht unmittelbar auf die Erde, ſondern auf Unterlagen gelegt werden; wie es denn auch nicht gut iſt, wenn das Holz vor dem Gebrauch zu ſehr austrocknet und ausduͤrret, weil es da⸗ durch den Zuſammenhang der Faſern vnriahret ſondern es muß gleichſam nur ab⸗ gewelkt ſeyn. 2 Von den Laubhoͤl⸗ zern u. zwar zufoͤrderſt von dem Eichen⸗ Holtze. 96 Erſter Abſchnitt. *) Dieſerhalb muß dem Zimmermann ſchou beim Faͤllen und Beſchlagen des Holzes der Niß von dem aufzufuͤhrenden Gebaͤude ertheilt werden. Bey demjenigen Holze, welches zu Balken oder Traͤgern dienen ſoll, iſt bey dem Beſchlagen vorzuͤglich dahin zu ſehen, daß die Nord⸗oder Winterſeite, welche die Zimmerleute auch die harte Seite zu nennen pflegen, oben koͤmmt; denn da die mehreſten Baͤume nach der Mittagsſeite hin gekruͤmmt ſind, ſo erhaͤlt der Balken oder Traͤger, dadurch daß die Nordſeite nach oben gelegt wird, eine Erhebung oder eine Sprengung nach oben zu, welche bey dem Auflegen des Balkens ſich mehren⸗ theils durch ſeine eigene Laſt verliehret, ſo daß der Balken dennoch ganz gerade bleibt. Leget man aber die Winterſeite des Holzes oder die Kruͤmmung unten, ſo wird der Balken ſich bald mehr nach unten zu, herunter biegen, und weniger Kraft zum Tragen haben, als wenn derſelbe vorgedachtermaßen gelagert wird. Wenn beſchlagenes Bauholz nicht gleich gebraucht werden kann, ſondern als Vorrath dienen ſoll, ſo iſt es ſehr gut, daſſelbe unter einem Dach fuͤr Regen und Sonnenſchein zu bewahren, wobey das unterſte nie unmittelbar auf die Erde, ſon⸗ dern auf Unterlagen liegen muß. 5. 63. Die Laubhoͤlzer haben ihre verſchiedene Eigenſchaften, und dieſe beſtimmen den Gebrauch derſelben bey dem Baume. Das Eichenholz oder die Eichen werden unterſchieden a) in die Traubeneichen, und b) in die Stiehleichen. Das Holz der Traubeneichen iſt eines der allerſchaͤtzbarſten in der Feſtig⸗ keit und Dauer, daher ſie auch Steineichen genannt werden. Der Kubikfuß friſches Traubeneichenholz von der Wurzel wiegt 66 Pfund, 4 Loth*), vom Stamme 65 Pfund, 10 Loth. 1 *) Wegen dieſer Schwere, werden die Rammkloͤtze aus dem Wurzelende dieſer Eichen gemacht. Dieſe Eichen geben alle Sorten von Land⸗ und Schiffbauhoͤlzern, weil ihr Holz in und uͤber der Erde und im Waſſer ſehr dauerhaft iſt. Ferner iſt es zu allen Arten von ſtarken und dauerhaften Werk⸗ und Nutzhoͤlzern fuͤr Boͤttcher, Stellmacher, Tiſchler und zu allerley Nutzholz fuͤr die Landwirthſchaft ſehr brauchbar. Die Stiehleiche unterſcheidet ſich von der vorhergehenden durch einen etwas ſchnelleren Wuchs. Das Holz derſelben iſt reißiger und ſproͤder als das von der Traubeneiche, und daher zur Spaltarbeit des Stab⸗ und Faßholzes geſchickter. Der Kubikfuß friſches Holz von der Wurzel dieſer Eiche wiegt 58 und vom Stam⸗ me 56 Pfund. Es deu ſt be dih a die alten oder gren⸗ rade ſo raft als und pon⸗ wen nig⸗ fuß d zin tten cher, einen von ckter. tam⸗ E Von den Baumaterialien. 97 Es iſt ebenfalls ein Vorurtheil, daß das im Sommer gehauene und geſchaͤlte Eichenbauholz nicht ſo dauerhaft, als das im Winter gefaͤllte ſeyn ſollte, ſo wie Mond und Tage dabey nichts bedeuten. Bey dem Gebrauch des Eichenholzes uͤber der Erde, iſt zu bemerken, daß es ſich leicht verwirft, weil es nicht ſo gut, ehe es gebraucht wird, voͤllig austrock⸗ nen kann. Zu ſolchen Theilen eines Gebaͤudes, bey welchen das Verwerfen ſchaͤdlich, iſt das Eichenholz nicht einmahl voͤllig zu gebrauchen; und man thut eben ſo unrecht wenn man Gebaͤuden, die aus Eichenholz aufgefuͤhret ſind, einen beſondern Vor⸗ zug beymeſſen will, als wenn man ſich vorſtellt, daß Muͤhlenwellen, die Fußgeſtelle der Windmuͤhlen und andere der Trockenheit und Naͤſſe ausgeſetzte Stuͤcke durchaus von Eichenholz ſeyn muͤßten; Gutes Kiehnenholz gewaͤhret ebenfalls eine lange Dauer, und bey dem immer mehr abnehmenden eichenen Holze wird auch bey der⸗ gleichen Bauſtuͤcken kein anderes als Kiehnenbolz, an die zu freyem Holz berechtigte Muͤller, verabfolgt. Zu Balken und Traͤgern, oder wo das Eichenholz, in borizontaler Lage, Laſten tragen ſoll, iſt es wegen des Verwerfens, und wegen deſſen Sproͤdigkeit oder ge⸗ ringern Elaſtizitaͤt ſo gar ſchlechter und unbrauchbarer als das Kiehnenholz. Eichene Schwellen duͤrften allenfalls etwas laͤnger dauern als Kiehnene, dagegen bekoͤmmt man ſie aber auch ſelten ſo lang als wie lebezät, und ſie muͤſſen daher oͤfterer zuſammengeſetzt werden. Das Eichenholz iſt dasjenige, welches wenigſtens bey uns, am ſeltenſten und koſtbarſten geworden, und da es die mehrſte Zeit zum Wachsthum gebraucht, ſo muß es aͤußerſt geſchonet werden, weshalb nur zu einigen Hauptſtuͤcken bey Waſſer⸗ bauten, als zu Fachbaͤumen und Schleuſendrempel, weil dieſe Stuͤcke außerodent⸗ lich ſtark ſeyn muͤſſen, und zu Grießſaͤulen bey Freyarchen, imgleichen zu Schleu⸗ ſenthoren, bey Haͤuſern zu Fenſterraͤhmen, und in Brau⸗ und Brennereyen zu Kuͤven, Faͤſſern, Tonnen und dergleichen, aus Koͤnigl. Forſten Holz aſſigni⸗ ret wird. Ddie aus Eichen geſchnittenen Bohlen muͤſſen ehe ſie zu dan beſtimmten Be⸗ huf verwandt werden, eine Zeitlang, und wenn es ſeyn kann, Jahr und Tag vor dem Gebrauch in fließendes Waſſer, noch beſſer, in eine Miſtkuthe oder etliche Ta⸗ ge in Kalkwaſſer gelegt werden, damit ſie auslaugen. Die in Form der Dachziegel angefertigte Spaͤhne von Eichenholz, womit die Kirchthůͤrme oder ande⸗ re Kuppeln gedeckt zu werden pflegen, laͤßt man ebenfalls eine Zeitlang in einer Miſppfuͤtze liegen, N 98 Erſter Abſchnitt. nachhero werden ſie in einem Keßel mit Salz, Kupferwaſſer Allaune und Braunſpahn gekocht, damit ſie eine voͤllige Feſtigkeit und zugleich eine braͤunliche Farbe bekommen. Im vierten Theil der Schriften der Leipziger oͤkonomiſchen Sozietaͤt, Dresden 1777, werden vom . Herrn Univerſitaͤts⸗Baumeiſter Lange, eichene Dachſpaͤhne, unter den Ziegeldaͤchern als ſehr dau⸗ erhaft anempfohlen. Gute harzige kiehnene Spließe ſcheinen aber wo nicht beſſer doch eben ſo gut zu ſeyn. Kenmgeichen In Abſicht der Kennzeichen von der Guͤte des Ceensn Holzes entlehne ich don Eiganm wiederum dasjenige, was der Herr Oberforſtmeiſter von Burgsdorf V Holzes. S. 33 u. ſ. w. im 2ten Th. des Iten Bandes des Verſuchs einer vollſtaͤn⸗ b digen Geſchichte vorzuͤglicher Holzſorten anfuͤhret. b „Die Kennzeichen eines geſunden, guten, feſten, reifen V „Stammholzes, ſind bei den Eichen an ſtehenden Baͤumen, weit ſchwe⸗ V „rer, als äm gehauenen Holze zu entdecken. „Es iſt wohl unſtreitig kein ander Holz in dieſer Abſicht ſo betruͤglich. Der „gruͤndlichſte Holzkenner, wird nur allzuoft bei der Auswahl ſtehender Eichen, durch „den Anſchein hintergangen. „Eine Eiche kann ſehr viele Fehler und Schwachheiten haben, die ſich un⸗ 3„moͤglich eher entdecken laſſen, als bis ſie gefaͤllet iſt und bearbeitet wird; Sie ver⸗ „liehret alsdenn ungemein viel an dem Werthe, welchen ſie vorher zu haben ſchien. V„Diejenigen Fehler welche man entdecken kann, auch die Zeichen ihres Ver⸗ „falls handelt der Herr von Burgsdorf in folgender Ordnung ab: ——. I. An ſtehenden Baͤumen. 4) Bei Gipfeln und Aeſten. 1)„Wenn eine Eiche zopftrocken, das iſt, wenn ein Theil des Gipfels „abgeſtorben oder tod iſt, ſo giebt ſolches ein Zeichen, daß um ſo eher „an dem ganzen Baume Fehler ſeyn koͤnnen. Man kann inzwiſchen des⸗ „halb noch nicht gerade zu behaupten, daß er ohnfehlbar am Stamm⸗ „holze ſchadhaft ſey, denn die Erfahrung lehret ſehr oft das Gegentheil. V„Man thut alſo Verdachts wegen wohl, mit einem Hohlbohrer in den „Stamm zu bohren, und dasjenige zu betrachten, was an Bohrſpaͤnen „herauskoͤmmt; in wieferne ſolche veliih geſundes oder anbruͤchi⸗ „ges Holz enthalten. 2) Wenn die Blaͤtter an den Zweigen ungewoͤhnlich einzeln, oder ſehr „gelb ſtehen, ſo giebt ſolches ein Zeichen von verdorbenen Saͤften und „anbruͤchigem Holze. kocht, 1 von d dau⸗ ben ſo e ich dorf faͤn⸗ fen we⸗ Der urch un⸗ ver⸗ zien. Ver⸗ els her des⸗ nm⸗ eil. den nen ch i⸗ ehr und Von den Baumaterialien. 99 B. Beim Stamme. „ Findet man an einer Eiche: 1.)„daß ſich eine Ader oder Strahle in der Laͤnge uͤber den uͤbrigen Theil der „Oberflaͤche des Baumes erhebet, und ſolche mit Rinde bedeckt iſt: ſo „giebt dieſes ein ohnfehlbares Zeichen der Eiskluft, und daß inwendig „nicht alles gut beſchaffen ſey. 2) Schlaͤgt ſich eine ſolche Aderſpiralmaͤßig um den Schaft, ſo iſt es am allerſchlimmſten; dieſes findet ſich nicht anders: als an ſo gedre⸗ „heten, windigen Baͤumen, in welchen wegen der Preſſung und Sto⸗ „ckung der Saͤfte, ſchon von Jugend auf, das Harz in Faͤulniß uͤber⸗ „gegangen iſt. 3)„Zeigen ſich Beulen oder ſogenannte Roſen am Samm⸗ ſo bemerkt man „entweder: a)„daß abgefaulte und geſtockte Aeſte uͤberwachſen ſind; in „welchem Falle man darinnen ohnfehlbar ſehr betraͤchtliche, um „ſich gefreſſene Schaͤden findet; oder b)„daß daſelbſt ſich ein Maaſer⸗Gewaͤchſe angeſetzt habe, welches „durch Waſſerreiſer entſtanden iſt. In dieſem Falle kann doch „inwendig das Kernholz geſund ſeyn. „Um alſo zu erfahren, von welcher Art ſolche Beulen ſind, und „welche Beſchaffenheit der Baum deswegen habe, muß man dergleichen „Beulen bis ins Kernholz durchbohren, und die Spaͤhne in Erwaͤ⸗ „gung ziehen. Die erſtern ſind gewoͤhnlich mit glatterer Rinde als die „andern bedeckt. 4)„Erhaͤlt man beim Anklopfen mit der verkehrten Axt einen dumpfigen „Schall, ſo iſt ſolches ein untruͤgliches Zeichen, daß der Baum hohl „wenigſtens Kernfaul ſey; Eben dergleichen iſt gewiß, wenn 5) das Stammende außer der Maaßen gegen den Schaft dick iſt. 6)„Gehet die Rinde oder Borke im natuͤrlichen Zuſtande von ſelbſt ab, ſo „iſt ſolches ein Zeichen vom Wurmfraß und der daher folgenden Wurm⸗ „trockniß. Dergleichen Holz iſt groͤßtentheils zu allem andern Gebrauch „als zum Brennen untuͤchtig; indem ſchon eine wahre Faͤulniß im Koͤr⸗ „per da geweſen, bevor die Inſekten hinzugekommen. 7) Moͤcher in der Rinde, als wenn mit Kugeln oder Bleihagel hineinge⸗ „ſchoſſen waͤre, zeigen den erſten Grad des obigen Uebels an; man uͤber⸗ N 2 Erſter Abſchnitt. „zeugt ſich von der Wahrheit, durch das vor dem Stamme liegende „Wurmmehl. Es iſt das Kennzeichen von den bekannten Fehlern, da „die Eichen entweder mit dem ſogenannten großen oder kleinen „Wurm behaftet ſind. 9)„Allzuhaͤufiges Mooß und Flechten auf der Mitte des Stammes ſind „ebenfalls keine gute Zeichen. Die Saͤfte ſind in ſolchen Eichen ge⸗ „meiniglich verdorben, worauf ſie bald in rothe Faͤulniß uͤbergehen. C) Bei den Wurzeln. „Endlich iſt auch dieſes noch ein ſehr gutes Mittel eine Eiche zu beurtheilen, „wenn man die Erde um die Wurzenn erofnet, aufgraͤbet und ſiehet, in was „fuͤr einem Zuſtande ſelbige ſich befinden. Sind ſie friſch, geſund und voller Saft, „ſo kann man mit einiger Gewißheit ſchließen, daß auch oben alles gut ſey. „Findet man hingegen, daß viele kleine Wurzeln verdorben, verfault, „ſproͤde und ſchimmlicht ſind, ſo iſt gewiß auch am Stamme des Baums alles „ſchlecht und von wiedriger Beſchaffenheit. II. An liegenden Stuͤcken. A) An unbearbeiteten noch bekleideten Cylindern. „Hierbei kommen zufoͤrderſt der Abhieb und die Flaͤche in Betrachtung, wo „der Zopf oder der Gipfel vom Stuͤcke abgekuͤrzt oder getrennt worden iſt; ſodann „treten die vorhin No. I. B. angegebene acht Umſtaͤnde hervor, um ſie zu erforſchen, „und wegen der Oberflaͤche in Ueberlegung zu nehmen. B) Bei entbloͤßtem und bearbeiteten Holze. „Durch das Schaͤlen,(Entbloͤßen) Behauen, Aufſchneiden oder Trennen auch „Spalten, ſind die mehreſten Hauptfehler ſichtbar geworden, und folg⸗ „lich leicht zu entdecken. Es haben daher diejenigen Seemaͤchte ſehr recht, welche „ihr Schiffbauholz ſcharf ins Vierkant behauen, aufkaufen. Sie ſetzen ſich uͤber „das elende Vorurtheil hinweg, Holz bekommen zu koͤnnen, welches in der Saft⸗ „zeit gehauen, und wovon vielleicht die Borke geſchaͤlet worden ſeyn kann. „Sie gewinnen unſtreitig bei der Ueberzeugung von der Geſundheit und Rei⸗ „nigkeit: auch am Kernholze der Stuͤcke, gegen diejenigen Nationen, welche mit „hundert verborgenen Fehlern, nur bewaldrechtetes(aus dem Groͤbſten behauenes „Holz) verlangen, um an den vier Ecken noch die Rinde daran zu ſehen, und da⸗ „von auf die Faͤllzeit ſchließen zu koͤnnen; welche man doch wohl ohne dergleichen Von den Baumaterialien. 101 „Vorſicht beurtheilen kann, und ohne noͤthig zu haben, das weiße Holz, den Spint „und die ſehlenden Ecken kubirt zu bezahlen. 1 „Man kann leicht auf die Faͤllzeit ſchließen, da folgende Merkmale un⸗ „truͤgbar ſind. 1)„Alles im Safte gehauene und geſchaͤlte Eichenholz reiſſet „auf der Oberflaͤche bis in den Kern auf, wenn es unbearbeitet in der „Sonne liegen bleibt. 2)„Bei allem ſolchen Holze ſind die Poren und Saftgefaͤße offener „und kennbarer als am Winterholze; zumahl wenn die Aufarbeitung „durch Spalten und Aufſchneiden oder Trennen nicht gleich nach dem „Faͤllen und Schaͤlen der Baͤume geſchehen iſt. 3)„Iſt dieſes Holz, wenn es gelegen hat, an den Enden oder Flaͤchen zwar „braun; ſobald aber ein Saͤgenſchnittdie alte Oberflaͤche weg⸗ „nimmt, ſo iſt die neue weiß. Der Spint und das weiße Holz ſchnei— p det und hobelt ſich nie glatt, ſondern iſt immer rauh, loſe und locker. 4)„Bleibt ein Stuͤck im Safte geſchnittenes Holz nicht gerade, ſondern „verwirft ſich bald nach dem Schneiden, wenn nicht Mittel dagegen „vorgekehrt werden, welche im Auslaugen und kuͤnſtlichen Austrocknen „beſtehen, und wodurch das Saftholz die Dauer und Guͤte des Win⸗ „terholzes bekoͤmmt. 5)„Ziehen ſich die ſogenannten Jahr wuͤchſe(Ringel des Holzes) in „der Sonne am weißen Holze auf. Anmerkung des Herrn v. Burgsdorf.„Sehr irrig wird noch als ein Kennzeichen des im Safte ge⸗ „hauenen Eichenholzes, das blaue Anlaufen der ſchneidenden Werkzeuge, und ſelbſt das Abfaͤrben „ derſelben auf das damit bearbeitete Eichenholz, in den Hannoveriſchen nuͤtzlichen Samm⸗ „lungen vom Jahre 1757. S. 206— angegeben. Dieſe Erſcheinung entſtehet zu aller Jahres⸗ „zeit, und an allem ſolchen Eichenholze, welches noch nicht voͤllig duͤrre und trocken iſt. „Da bey gutem, geſunden und zum Verarbeiten vorzuͤglichen Eichennutzholze „die Richtung der Fiebern vertikal gehet, ſo bearbeitet es ſich auch recht gut und „leicht; indem es unter den Haͤnden und vermittelſt der Werkzeuge des Meiſters „bequem ſpaltet, behauen und behobelt wird. Es nimmt wegen ſeiner Haͤrte und „dichten Fuͤgung eine ſchoͤne Politur an, daher es auch zu ſo mancherlei Tiſchler⸗ „arbeit und Geraͤthſchaften ganz vorzuͤglich geſucht wird. 4 „Je trockner dieſes Holz iſt, je ſchoͤner wird der Glanz: welcher dem gruͤnen „und friſchbearbeiteten Holze nicht ſogleich und wenigſtens nicht, ohne die „Oberflaͤche abgetrocknet zu haben— ertheilet werden kann. Es ſtum⸗ N 3 102 Erſter Abſchnitt. „pfet am allerwenigſten die ſchneidenden Werkzeuge, weil noch ſehr wenig grobe „und fremde Erdbeſtandtheile darin vorhanden ſind. „Eiſen und Stahl roſten aber gerne nach dem Gebrauch auf Eichenholz, wenn „ſolche unachtſam aufbewahrt werden. Dieſes ruͤhret von den etzenden, vitrio⸗ „liſchen Saͤuern, und von den haͤufigen, im Waſſer befindlichen Satirten her.“ . 5. 64. Von der Ulme Die ranhe Ulme; wird zu Waſſerroͤhren in feuchtem Boden, auch zu weenn, Muͤhlen⸗Wellen, Waſſerraͤdern und Maſchinenſtuͤcken, weil das Holz ſich nicht wirft, imgleichen zur Tiſchler⸗ und Stellmacherarbeit gebraucht. Die glatte Ulme; dient zu eben dem Gebrauch; doch ſtehet das Holz derſelben in der Guͤte dem vorgedachten etwas nach. Das Eſchenholz; iſt ſehr feſt und zaͤhe, erreicht eine anſehnliche Hoͤhe und Staͤrke; da es aber ſelten in großer Menge vorhanden iſt, ſo wird es nur zur Drechslerarbeit, zu Nutzholz in den Muͤhlen, und zu icegerapſchaften verwandt. §. 65. Von dem Bu⸗ 6. Die Maſtbuͤ che oder ſogenannte Rothbuͤche; waͤchſet in gerader chen⸗Holze. Hoͤhe, und in ſtarken, ſchlanken Staͤmmen. Das Holz iſt in der freyen Luft nicht dauerhaft, und innerhalb der Gebaͤude dem Wurmfraß ſehr unterworfen, auch muß es lange getrocknet werden, wenn es ſich nicht werfen ſoll.— Zu Grund⸗ und ſelbſt zu Spundpfaͤhlen beim Waſſerbau, iſt das Buͤchenholz ſehr brauchbar, nur muß man die Pfaͤhle gleich nach ihrer Zurichtung einrammen, denn ſonſt werfen ſie ſich. Der Hornbaum, uneigentlich die Weißbuͤche genannt, hat eine feinere Rinde und haͤrteres Holz als die vorgedachte Rothbuͤche, und wird daher vorzuͤglich zu Kaͤmmen, Stoͤcken, Keilen, Rollen, Axthelmen, Schlaͤgelkoͤpfen und derglei⸗ chen, auch bei Muͤhlen und Maſchinen, zum Wagenzeug und dergleichen Arbeit gebraucht. 3 §. 66. Kennzeichen Die Kennzeichen des Buͤchenholzes giebt der Herr Oberforſtmeiſter ds Vüchen von Burgsdorf S. 122 u. f. des erſten Theils der vollſtaͤndigen Ge⸗ Holzes ſchichte vorzuͤglicher Holzarten, folgendermaßen an: Von den Baumaterialien. 103 An den ſtehenden Buͤchen, als auch „am gehauenen Holze. „Im erſten Fall muß zuvoͤrderſt das untere Stammende eben, die Rinde „glatt und aſchgrau, mehr weißlich als roͤthlich; der Schaft ohne Aus⸗ „wuͤchſe und duͤnne Reiſer ſeyn; die jungen Triebe an den Zweigen muͤſ⸗ ſen dick, lang und haͤngend gewachſen, auch muß der Gipfel mit friſchen glatten Blaͤttern wohl beſetzt ſeyn. „Im andern Falle muß das Holz ſelbſt, gegen den n. Kern zu, braͤunlich, „im Spinte aber weißlicher ausfallen, ohne jedoch, daß eine allzuploͤtzliche Veraͤn⸗ „derung der Farbe befunden werde. Die kleinen Spiegel zwiſchen den Faſern „muͤſſen braun und glaͤnzend ſeyn, und es duͤrfen uͤberhaupt keine Streifen oder „gelbe Flecke auf einer bearbeiteten Flaͤche, erſcheinen. „Am Saͤgenſchnitt, oder, wie es die Tiſchler nennen, auf dem Herren⸗ „holze(gemeiniglich wird es Hirnholz genannt), muͤſſen die Faſern gleich lang, „uͤberhaupt aber kurz ſeyn, und es muͤſſen nicht bald weiche bald harte Stellen „kommen; am allerwenigſten aber duͤrfen ganz ſchneeweiße, matte Flecke mitten „im Holze liegen, welches ſonſt ſchon ein offenbares Kennzeichen einer wirklich „vorhandenen Faͤulniß und Aufhebung des Faſerngewebes durch vorhergegangene „Stockung der Saͤfte und daraus entſtandene Gaͤhrung abgiebt, wie man oͤfters, „ſowohl an alten ſtarken, als auch an juͤngern fehlerhaften Buͤchen, findet. Die „ſehr leichten Eindruͤcke ſolcher Koͤrper, die nach ihrer natuͤrlichen Beſchaf⸗ „fenheit ſonſt nicht ſo hart als Buͤchenholz, befunden werden, zeigen „nicht weniger gewiſſe Fehler in der Konſtruktion, und eine Schwaͤche der „Holzfibern an; dergleichen Stuͤcke verlieren wenigſtens ſehr vieles an der, dieſer „Holzart ſonſt eigenen Elaſtizitaͤt. „ Das Buͤchenholz läßt ſich ſehr leicht bearbeiten, ſo lange es „noch gruͤn und ſaftig iſt; es wird aber beim Austrocknen immer haͤr⸗ „ter, und ſtumpfet alsdann die ſchneidenden Werkzeuge ungemein, welches „von den darin enthaltenen irdiſchen Theilen herruͤhret. „Es behobelt ſich glatt genug, zeigt aber dabei die kleinen Spiegel „allezeit etwas erhaben und glaͤnzend, dahingegen das uͤbrige Gewebe der „Faſern und Zellen, weit matter und leichter ausfaͤllt, und keine ſolche Poli⸗ „tur, wie erſteres, annimmt.“ 104 Erſter Abſchnitt. 8§. 67. Von den üͤbri⸗ Die Ellern oder Elſen; ſind zu Pfaͤhlen bei Waſſerbauten ſehr brauch⸗ zen eubhül⸗ bar, obgleich das Holz davon, ſo wie das Buͤchne an der Luft nicht dauerhaft iſt, . ſich auch ſehr ziehet und drehet, ſo kann man doch im Nothfall, wenn dergleichen Holzarten mehr als Nadelhoͤlzer vorhanden ſind, Koloniſten⸗ auch andere geringe Haͤuſer und Staͤlle davon bauen; Auch wird es zu Lattſtaͤmmen und Lehmſtacken gebraucht, letztere aber werden ſelten von dieſen Holzſorten, nur in den ſtehenden Wandfaͤchern, und nicht in ſchwebenden Deckenfeldern genommen, weil das Holz dem Wurmfraß ſehr unterworfen iſt, und das Herunterſtuͤrzen der Decke da⸗ durch leicht verurſacht werden kann. Die Birke hat ein feſtes und ſehr zaͤhes Holz; wird daher zu allerlei Ge⸗ ſchirrholz in Muͤhlen und zu Wagengeraͤthe, auch zu Lattſtaͤmmen gebraucht. Der Ahorn, und zwar das Stammholz deſſelben dienet vorzuͤglich zu Stampfwerken; ſonſt wird es von den Diſchlern mehr zu Meubeln, als wie zu Bauſtuͤcken verbraucht. Auch die Drechsler gebrauchen daſſelbe. Die Silberpappel oder Espe, auch die andern Arten von Espen werden in Preußen und Litthauen, wo ſie haͤufig vorhanden ſind, zu kattſtaͤmmen gebraucht. Dieſes Holz hat auch die Eigenſchaft, daß es im Trocknen nicht ver⸗ weſet, daher es auch zu Ankern in Lehmmauern gebraucht werden kann. 11. Das Lindenholz, iſt weich und wird daher von den Bildhauern, Tiſch⸗ lern und Drechslern gebraucht; ſchickt ſich auch vorzuͤglich zu Modellen von Ge⸗ baͤuden, Maſchinen u. dergl. Von dem Gebrauch dieſer Holzſorten, als Werk⸗Nutz⸗ und Geſchirrholz, zu Boͤttcher⸗ und Stell⸗ macherarbeiten bei Wagen und Ackergeraͤthſchaften kann das weitere in dem oftgedachten Forſt⸗ Handbuche nachgeſehen werden; ich merke daraus hier nur an: daß das zu ſolchen Arbeiten erforderliche Holz in jeder Jahreszeit mit gleichem Erfolge gefaͤl⸗ let werden kann, weil von den alten Baͤumen kein Ausſchlag zu erwarten ſtehet, der Guͤte des Holzes aber in keinem Falle etwas abgehet, wenn es gleich nach dem Faͤllen zerſpalten und getrocknet wird. Ferner:. Wenn das zum Schneiden beſtimmte Holz gleich nach dem Faͤllen von der Rinde befreiet wird, iſt es gleich viel, zu welcher Jahreszeit es gehanen wird; beſonders wenn es gleich friſch aufgeſchnitten werden kann. Wenn aber dieſes nicht ſtatt ſindet, ſo muß die Faͤllung außer der Saftzeit geſchehen. Uebrigens findet man in dem 24. Theil der Kruͤnitziſchen Encyklop aͤdie Art. Holz, vieles uͤber dieſen Gegenſtand zuſammengetragen, auch die mehreſten der daruͤber vorhandenen Schrif⸗ ten angezeigt. III. Ver⸗ Von den Baumaterialien. 105 1§. 69. 3— III. Verbindungsmaterialten der Steine. 4 Kalk iſt bekanntermaßen das gewoͤhnlichf ſte Verbindungsmittel der Steine Materien wor⸗ chen beim Bauen; außerdem iſt er aber wegen ſeiner belgenden Eigenſchaft zu mehreren lunnt uun unge Zwecken brauchbaorr. tacken Die Kalkerde macht einen Beſtandtheil nießrerer Koͤrper der verſchiedenen Naturreiche aus, wobon enden das Umſtaͤndliche nicht hieher gehoͤret. das Die rohen Materialien, woraus der zum Bauen gebraͤuchliche Kalk durchs da⸗ Brennen zubereitet wird, ſind entweder: 1. Steine, welche a) theils in der Erde, in großen zuſammenhaͤngenden Lagen angetroffen, Ge⸗ und alſo gebrochen oder mit Pulver aus einander geſprengt(nach der bergmaͤnniſchen Sprache geſchoſſen) werden. b) oder man findet ſie theils haufenweiſe, theils zerſtreut mit Erde 5 vermiſcht, auf deren Oberfläͤche oder unter derſelben, auch in Fluͤſſen, Baͤchen und bei uns am Strande der Oſtſee, daher man dieſe Art von Kalkſteinen, Leſeſteine nennt. pen 2. Auch aus einer theils weißlichen, theils grauen Erde, die man men Mergel nennt, wird Kalk gebrannt; dieſe Erde beſtehet aus einer ver⸗. Miſchung von Kalk, und Thonerde, und nach den vorwaltenden Be⸗ ſtandtheilen heißt ſie entweder Kalk⸗ oder Thonmergel, und zwar enthaͤlt der Kalkmergel ohngefehr ein Drittel Thon und zwei Drittel 63 Kalk; der Thonmergel aber zwei Drittel Thon und ein Drittel Kalk. — Der Mergel wird ſowohl in bergigten Gegenden, als auch in nie⸗ drigen Bruͤchern und Wieſen gefunden; jedoch iſt der Kalk, wenn der 18 4 Mergel zu viel Thonerde enthaͤlt, zum bauen unbrauchbar. 3. Aus Muſchelſchalen erhaͤlt man Kalk; ſolches findet aber nur im efil⸗ Großen, in den an der See gelegenen oder ſolchen Gegenden ſtatt, wo 1 V maͤchtige Lager von verſchuͤtteten und zum Kalkbrennen tauglichen Kon⸗ chilien oder andern Seekoͤrpern vorkommen. Der Steinkalk iſt aber jederzeit beſſer als der Mergel⸗ und Mu⸗ 8 ſchelkalk. ,. Alle Steine, Erdarten und Materien, woraus Kalk gebrannt wer⸗ den kann, ſind daran deutlich zu erkennen, daß ſie ſich in Scheidewaſſer über oder in andern ſtarken Saͤuren aufloͤſen und damit aufbrauſen. chri Ddie hierher gehoͤrigen Schriften ſind in Roſenthals Technologie und im 32. Bande der Kruͤ⸗ nitziſchen Encyklopaͤdie Art. Kalk, verzeichnet.. O er⸗ Kennzeichen ob eine Mate⸗ rie zum Kalk⸗ brennen taug⸗ lich iſt. 106 Erſter Abſchnitt. §. 69. Um den eigentlichen Kalkgehalt einer Stein⸗ oder Erdart zu beſtimmen, kann man ſich folgenden Verfahrens bedienen: 11 Man bringe einen Theil derſelben mit der gehoͤrigen Vorſicht in die Geſtalt eines Pulvers, bemerke deſſen Gewicht und trage das Pulver nach und nach in ohn⸗ gefehr dreimahl ſo viel reines Scheidewaſſer oder Salzſaͤure, wenn erſteres nicht zur Hand waͤre. Die Kalkerde wird durch beide Saͤuren mit Brauſen und Schaͤu⸗ men heftig angegriffen, und dieſe, dem Aufſieden gleiche Bewegung iſt der Grund, warum das zu unterſuchende Pulver nicht mit einmahl der Saͤure zugeſetzt werden kann, weil, wenn das die Saͤure enthaltende glaͤſerne Gefaͤß nicht geraͤumig ge⸗ nug ſeyn ſollte, ein Ueberwallen entſtehen, und dadurch mehr oder weniger von dem zu unterſuchenden, verlohren gehen duͤrfte. Wenn alles eingetragen und wei⸗ ter kein Auſbrauſen zu bemerken iſt, ſo findet ſich die Aufloͤſung entweder ganz klar und durchſichtig, und giebt den Beweis, daß das Pulver aus nichts als Kalkerde beſtehe, oder man bemerket einen mehr oder minder betraͤchtlichen Bodenſatz, wel⸗ cher aus andern Erdarten beſtehet, oder aber noch Kalkerde enthalten kann, zu deren Aufloͤſung die Saͤure nicht hinreichend iſt; es wird daher die Fluͤſſigkeit vom Bodenſatze in ein anderes glaͤſernes Gefaͤß abgegoſſen, und jenes mit einer beliebigen Menge friſchen Scheidewaſſers oder Salzſaͤure von neuem uͤberſchuͤttet. Geſchiehet nun kein weiter bemerklicher Angriff der friſchen Saͤure auf dem Boden⸗ ſatz, ſo iſt abzunehmen, daß die Beſtandtheile des letztern in der angewandten Saͤure nicht aufloͤslich ſind. Man nimmt nunmehr ſowohl die zuerſt abgegoßne klare Solution, als den zweiten Aufguß mit dem Bodenſatz, und laͤßt die Fluͤßig⸗ keiten durch ein Filtrum laufen; dies beſtehet aus einer Duͤte von ungeleimtem Druck⸗ oder weißem Loͤſchpapier, welche in einem glaͤſernen Trichter ausgebreitet und mit ſelbigem uͤber ein glaͤſernes Gefaͤß gebracht wird. Durch dieſes Filtrum fließt nunmehr die ſaure Aufloͤſung in das untergeſetzte Gefaͤß, und das Unaufge— loͤſte bleibt auf dem Loͤſchpapier, jedoch muß letzteres noch einigemahl mit deſtilir⸗ tem Waſſer uͤbergoſſen, oder nach der Kunſtſprache aufgeſuͤßt werden, wo ſo⸗ dann dies Aufſuͤßwaſſer ſich mit der zuerſt durchgeſtrichnen Aufloͤſung vermiſcht. Aus dieſer Aufloͤſung wird nunmehr die darin unſichtbar enthaltene Kalkerde dadurch abgeſchieden, daß derſelben, ſo lange Oleum Tartari per deliquium, oder eine Aufloͤſung des gereinigten Weinſteinſalzes zugetroͤpfelt wird, bis keine Truͤbung weiter erfolgt. Auch dieſe Niederſchlagung muß indeß in einem geraͤu⸗ migen glaͤſernen Gefaͤße vorgenommen werden, weil ein Aufbrauſen dabei entſte⸗ het. Hat endlich die niedergeſchlagene Kalkerde ſich in der Fluͤßigkeit nach einiger Von den Baumaterialien. 10⁰7 Ruhe zu Boden geſetzt; ſo muß die Miſchung mit einem glaͤſernen Staͤbchen durch einander geruͤhret, und durch ein reines Filtrum dergeſtalt gelaſſen werden, daß von dem Niederſchlage nichts verlohren gehet. Dieſer Niederſchlag, welcher auf dem Filtrum liegen bleibt, giebt, nachdem er vollkommen trocken geworden, wel⸗ ches durch einem warmen Ofen befoͤrdert wird, durch das Gewicht zu erkennen, auf wie viel ſich der Antheil von roher Kalkerde in der unterſuchten Stein⸗oder Erdart belaufe. Um noch zu wiſſen, aus welchen Erdarten der von der Saͤure anfaͤnglich un⸗ aufgeloͤſt gebliebene und durch das erſte Filtrum abgeſonderte Theil, des zur Un⸗ terſuchung angewandten Pulvers beſtehe; ſo mußte dieſer Ruͤckſtand darauf noch durch andere Mittel verſucht werden, wozu aber die Vorſchrift, als hier nicht we⸗ ſentlich noͤthig, uͤbergangen wird. Deſtilirtes Waſſer, deſſen Stelle gemeines Waſſer nicht mit Sicherheit vertreten kann, iſt ſo wie das Oleum Tartari per deliquium, oder die Aufloͤſung des gereinigten Weinſteinſalzes in jeder Apo⸗ theke zu haben. Ein gleiches gilt vom gereinigten Scheidewaſſer und der Salzſaͤure. Im 3. Bande der kleinen technologiſchen Werke von F. L. von Cancrin, 3. Abhand⸗ lung, wird eine Anweiſung gegeben, die Guͤte ſowohl des Gips⸗ als des Kalkſteins in einem kleinen auf der zweiten Kupfertafel abgebildeten Ofen zu erforſchen. Je haͤrter die Kalkſteine ſind, deſto mehreren und beſſern Kalk geben ſie, er⸗ fordern aber auch den ſtaͤrkſten Brand; daher giebt der Marmor den beſten, haͤr⸗ teſten und feinſten Kalk. Dieſe Sorten des Marmors, welche bei uns ſelten ſind, werden ihrer Farbe und Politur wegen, welche ſie annehmen, nur zur Verzierung gebraucht. Die zweite Art von Marmor, die in unſern Steinbruͤchen gebrochen wird, giebt verhaͤltnißmaͤßig gegen jenen, noch immer ſehr ſchoͤnen Kalk. Auch die Le⸗ ſeſteine geben einen vortrefflichen Kalk. Die Steine haben allerlei Farben; die gelblichen und weißen haͤlt man fuͤr die beſten zum Kalkbrennen; die mehrere oder mindere Schwere derſelben zeigt ebenfalls an, daß ſie mehr oder weniger Kalk geben. Diejenigen dieſer Steine, welche an der Luft gelegen, ſind viel haͤrter als die man in der Erde findet; daher man wohl thut, die letzteren vor dem Brennen ein Jahr und laͤnger an der Luft liegen zu laſſen, ſie werden dadurch haͤrter und geben einen mehr bindenden und weißen Kalk als ſonſt. Beilaͤufige Proben, ob die Leſeſteine Kalkſteine ſind, beſtehen darin, daß man Scheidewaſſer darauf gießet und zuſiehet ob ſie ſtark aufbrauſen. Ferner, wenn man ſie zerſchlaͤgt und die innern Flaͤchen wie Marmor oder ſehr glatt ausſehen, und ſich nicht ſcharf zeigen, wenn man mit dem Finger darauf reibet, ſo ſind ſie O 2 108 1 Erſter Abſchnitt. gut zum Kalkbrennen; Wenn aber der Stein ſcharf und ſandig iſt, ſo iſt entweder wenig Kalk darin, oder es iſt ein bloßer Sandſtein. Verſchiedene Steine ſehen dem Anſchein nach wie Kalkſteine aus, ſind es aber nicht, wenn ſie inwendig groͤttige oder koͤrnerhafte Beſtandtheile anzeigen. Der groͤßte und beruͤhmteſte Kalkſteinbruch in den Koͤnigl. Preußiſchen Provin⸗ zen iſt bei Ruͤdersdorf, drei Meilen von Berlin. Außer ſelbigem ſind weder in den Marken und Pommern, noch in Preußen zur Zeit dergleichen Kalkſteinbruͤche ent— deckt oder bearbeitet worden, daher der vorgedachte Ruͤdersdorfer Steinkalk in die⸗ Koͤnigl. Kalk⸗ brennereyen. ſe Provinzen, ja ſeiner vorzuͤglichen Guͤte wegen uͤber Hamburg nach Holland ver⸗ ſandt wird, welches wegen der nahen Lage des Kalkſteinbruchs am Friedrich Will⸗ helms Canal und durch die uͤbrige Verbindung der ſchiffbaren Stroͤme mit der El⸗ be und Oſtſee ſehr erleichtert wird.— 1 Anmerk. Dieſe Kalkſteine werden nicht nur gebraucht um Kalk daraus zu brennen, ſondern wie be⸗ reits bei dem Abſchnitt von den Steinen gedacht worden, da, wo ſie wegen des Transports nicht zu . koſtbar werden, auch zum Mauern. Zum Kalkbrennen werden ſie nur in beſondern Faͤllen an Par⸗ tikuliers verkauft, weil alle Kalkbrennereyen von den Ruͤdersdorfſchen Kalkſteinen, theils auf Koͤ⸗ nigliche Rechnung, unter der Adminiſtration des Bergwerks⸗ und Huͤtten⸗Departements beſorgt werden, theils conceßionirt und an Partikuliers ausgethan ſind. G S. 70. Die in den Provinzen etablirte Kalkbrennereyen ſind folgende: N. a dn en N a f eun en An welchem Fluß die Provinz. Or 1 8. Brennerey gelegen. Churmark. Berlin,⸗ ⸗ ⸗ an der Spree. Beeskowrw„, ⸗ ⸗ desgl. Havelberg,„ ⸗⸗ ⸗ ⸗ Havel. Brandenburg,⸗⸗ ⸗ ⸗ Havel. Lenzen,z⸗, ⸗⸗ ⸗ Elbe.— Gatowcw,⸗⸗ ⸗bei Spandow an der Havel. Ruppin,⸗⸗ ⸗ſan der Havel. Oderburefg⸗⸗⸗ ⸗ Oder. Templin,⸗ ⸗ ⸗ am neuen Ruppiner Canal. Glienke,⸗ ⸗ ⸗ bei Potsdam an der Havel. Havelberg, ⸗ ⸗an der Priegnitz. Neumark. Landsber,⸗⸗⸗ ⸗Wahrte. Sonnenburg,⸗ ⸗ bei Cuͤſtrin an der Wahrte. Pommern. Podejuch⸗⸗ ⸗⸗Stettin an einem Arm der Oder. Rachowc,⸗⸗ ⸗⸗Ulermuͤnde an der Uker. Halberſtadt. Waßerlingen,⸗ ⸗ 3 Minden. Hansberg,„ z. Weſtpreußen. Bromberg, ⸗ ⸗ am Bromberger Canal. . Culm, ⸗ ⸗ ⸗Jan der Weichſel. Von den Baumaterialien. 109 Diejenigen Kalkſteine, welche man Leſeſteine nennt, werden an vielen Orten in den Marken, in Pommern, beſonders bei Colberg und an mehrern Orten am Strande der Oſtſee, auch bei Noͤrenberg in der Neumark, ſo wie an vielen Orten in Preußen gefunden und von den Beſitzern der Feldmarken zu Kalk gebrannt. Bloß bei Seebruch ohnweit Bromberg iſt eine Kalkbrennerey von Leſeſteinen, wel⸗ che auf Koͤnigl. Rechnung betrieben wird. Mergelerde findet man ebenfalls faſt in allen Provinzen, wovon die Gutsbeſitzer ſich ihren Bedarf an Kalk brennen. Koͤnigliche Mergel⸗Kalkbrennereyen ſind nur: In Pommern. ee e ſſ⸗ 3 3 Cen welche an die Beamten derpachtet ſind. ⸗ Podejuch, ſo auf Koͤnigl. Rechnung adminiſtriret wird, In der Uckermark. In Polzow.. In der Kuhrmark. In Loͤcknitz.. 22 Cajow. In Weſtpreußen. In Duchel und Koͤnitz. d. 72. Die Kalkſteine muͤſſen, ſo wie die Mergelerde, in ſoweit ſie anwendbar iſt, um VomBrennen Kalk zum Bauen zu erzeugen, gebrannt werden; Durch dieſes Brennen erlei⸗ des Kalls. det die Kalkerde eine weſentliche Veraͤnderung; Sie wird nemlich dadurch von der, im rohen Zuſtande darin gebundenen Luftſaͤure und dem Waſſer befreiet, dagegen aber von der Waͤrmematerie durchdrungen; Letztere trennet ſich wiederum von dem gebrannten Kalk beim Loͤſchen, vermoͤge der naͤhern Verwandtſchaft des Waſſers zur Kalkerde, und dieſer geloͤſchte Kalk erhaͤlt ſodann die Eigenſchaft, ſich aus der athmosphaͤriſchen Luft von neuem nach und nach mit Luftſaͤure zu ſaͤttigen, an der Oberflaͤche glatter Koͤrper zu heften, und damit ſteinartig zu verhaͤrten. Durch das Brennen verliehren die Kalkſteine an ihrem Gewicht und zwar bei— nahe die Hälfte oder zum Theil noch mehr, welches von der ausgetriebenen Luft⸗ ſaͤure und dem Waſſer herruͤhret. Die gewoͤhnlichen Kalkoͤfen, worin der Kalk gebrannt wird, weichen wenig von den Ziegeloͤfen ab, außer daß ſie uͤberhaupt etwas niedriger als dieſe und unter ſich eine dem Brennmaterial deſſen man ſich bedienen will, als Holz, Torf oder O 3 110 Erſter Abſchnitt. Steinkohlen, angemeſſene Tiefe und Hoͤhe haben muͤſſen. Auch iſt das Woͤlben bei den Kalkoͤfen noͤthiger als bei den Ziegeloͤfen, weil dadurch nicht nur die ſtaͤr⸗ kere Hitze, welche der Kalkſtein erfordert, zuſammengehalten wird, ſondern die Kalkſteine auch gegen Naͤſſe geſchuͤtzt ſeyn muͤſſen, weil ſie ſelbigen ſchaͤdlicher iſt, als den Ziegeln. Die hieſigen Kalkoͤfen beſtehen gemeiniglich nur aus einer zuſammenhaͤngen⸗ den uͤberwoͤlbten Mauer; man hat aber auch nicht unterlaſſen vielfaͤltig auf vor⸗ theilhafte Konſtruction der Kalkoͤſen zu denken, die ſich jedoch auch nach den vorge⸗ dachten Brennmaterialien richtet, deren man ſich zum Kalkbrennen bedienet, denn Torf und Steinkohlen geben fuͤr ſich keine ſolche auflodernde und ſtehende Flammen als das Holz, mithin erfordern ſie einen niedrigeren Ofenbau. Die Bauart der Kalkoͤfen zum Holzbrande und der zum Torfbrande weicht in der Abſicht nur darin ab, daß letztere mit Roſten verſehen ſind. Vom erſteren und von dem Verfahren beim Kalkbrennen mit Holz findet man die zweckmaͤßigſten Be⸗ ſchreibungen in der gten Sammlung von Sprengels Handwerke und Kuͤn⸗ ſte, und in Jacobſons technologiſchen Compendium, welcher mehrere Schriften uͤber dieſe Gegenſtaͤnde verzeichnet. Vom Kalkbrennen mit Torf aber in der ausfuͤhrlichen Abhandlung, inſonderheir uͤberdas Steinkalk⸗ brennenmit Torf, deſſſen Anwendung beim Mergel⸗ und Ziegel⸗ brennen, zur Schonung der immer mehr abnehmenden Waͤlder, in 4 Abſchnitten, nebſt Anweiſung zum Bau der dazu paßenden Oefen, deren Koſten nach genauen Anſchlaͤgen Kenntniß der be⸗ ſten Art des Torſes, deſſen Behandlung, Verfahren beim Kalk⸗ brennen ſelbſt, Nutzen ſo daraus an ſich und mit Ruͤckſicht auf die Schonung des Holzes zu unentbehrlichen Beduͤrfnißen ent⸗ ſpringt, auch andern dahin einſchlagenden Bemerkungen mehr, mitdrei Kupfertafeln, von Eiſelen, Koͤnigl. Oberbergrath. Ber⸗ lin 1793. In Commiſſion bei Willhelm Vieweg. In dieſem Werke iſt alles ſo umſtaͤndlich beſchrieben und mit den deutlichſten Kupfern erlaͤutert, ſo daß einem jeden Baumeiſter die Anſchaffung, wenigſtens der zwei letztgedachten Buͤcher ſehr zu empfehlen iſt. Ueber den kuͤnſtlichern Bau der Kalkofen, ſehe man unter andern folgende Schriften: Des Herrn Bauſſon du Bignon, Abhandlung uͤber die beſte Art Oefen u bauen, darin Ziegel, Kalk ꝛc. gebrannt werden koͤnnen. Berlin 1766. Schauplatz der Kuͤnſte und Handwerker VIIter Band. Auch ſindet man die Zeichnung und Beſchreibung eines zur Torffeuerung eingerichteten Bfefs welcher zirkelförmig in der Anlage und in den Mauern nach oben zu enger zuſammengezogen iſt, in Von den Baumaterialien.— 111 l 1 ben den Anzeigen der Leipziger dkonom. Geſellſchaft von der Michaelis⸗Meſſe 1 ſtad 1780., welcher von den Mitgliedern der Geſellſchaft guͤnſtig beurtheilt worden und den vollkom⸗ in die maeenſten Beifall und Empfehlung zur Nachahmung erhalten hat.(Die in Oſtfrießland gewoͤhnli⸗ r iſt chen Oefen zum Brennen des Muſchelkalks ſind eben ſo gebauet.) Ferner ſind im 32ſten Band der iſt, Kruͤnitzſchen Eneyklopaͤdie verſchiedene Arten von Kalkoͤfen beſchrieben, ingleichen die hollaͤndiſchen im Bergmaͤnniſchen Journal. ngen⸗ Mehrere Schriften uͤber den Bau der Kalkoͤfen ſind in Roſenthals Technologie auf⸗ gefuͤhrt. f vor⸗ Das anderer Orten übliche Brennen des Kalks mit Steinkohlen hat man zur Erſparung vorge⸗ des Holzes auch ſeit 1770 u Ruͤdersdorf, Beeskow, Landsberg an der Warthe und Podejuch, ver⸗ ſucht. denn Die Kalkſteine ſind in einer Hoͤhe von etwa z Fuß vom Heerde an mit Steinkohlen ſtratificirt, mmen(vermiſcht) und das Nachbrennen mit Holz verrichtet worden, und zwar nicht in beſonders dazu eingerichteten Oefen, ſondern in Oefen mit gewoͤhnlichen Schuͤrrgaſſen. Man hat ohngefehr zu 12 Prahm Kalkſteine(à 300 Kubikfuß) 17 Haufen Kiehnenholz und cht in 65 Bergſcheffel Steinkohlen gebraucht. Da nun 6 Bergſcheffel Steinkohlen eine Klafter Holz er⸗ nund ſetzen, ſo ergiebt ſich daß die Conſumtion an Steinkohlen beinahe den 9ten Theil des Holzes be⸗ g traͤgt oder daß beinahe»s Theil Holz gegen Steinkohlen conſumirt werden. Be⸗. Die Anwendung der Steinkohlen iſt daher gegen Holz vortheilhaft, und würde es noch duͤn⸗ mehr ſeyn, wenn man das Brennen mit Steinkohlen in beſonders dazu eingerichteten Oefen ver⸗ rere richtete. Es muͤßten aber Oefen ſeyn, worin der Kalk durchaus gahr gebrandt wird, indem man hier keinen Kalk zum Duͤnger, ſondern lediglich zum Bauen gebraucht. er in Daß uͤbrigens zuweilen Kalk zugleich mit Ziegeln in den Ziegeloͤfen gebrandt wird, iſt bereits falk⸗ S. 50 bemerkt worden. ege Schriften uͤber das Kalkbrennen ſindet man in Roſenthals Tec nologie angezeigt. der,.§. 72. nden d4 Der gebrannte Kalk wird uͤberhaupt lebendiger Kalk, und zwar der von Vom gebrann⸗ at Steinen gemeiniglich Steinkalk, der aus Mergel oder Erde gebrannte aber ten Kalk. auf Mergelkalk genannt. An einigen Orten und in verſchiedenen Schriften uͤber die Baukunſt, wird der Steinkalk auch Bitter⸗ ent⸗ und Lederkalk genennet. Erſtere Benennung ſoll von dem bittern Geſchmack dieſes Kalks herruͤh⸗ ehr, ren, und letztere auf den Gebrauch, den die Lohgerber davon machen, ſich gruͤnden; inzwiſchen iſt Ber⸗ ddie erſtere, in ſo fern ſie bloß von den aus Steinen gebrannten Kalk gebraucht wird, der Natur der Sache nach nicht auszeichnend, weil jeder hinlaͤnglich gebrannte Kalk, aus welchem rohen Mate⸗ rial er auch bereitet ſei, den bitterlichen Geſchmack, oder vielmehr einen brennenden Nei auf der 4 ſten Zunge hervorbringt. der Der Verkauf der gebrannten Kalkſteine geſchiehet nach Wi speln, welches ein kubiſches Maaß von 10 ½ Kubikfuß iſt. — Genau genommen hat ein Wispel 10 ¾ Kubikfuß. t zu„Es iſt alſo ſehr unrichtig, wenn Holſche S. 64 ſeiner Grundſaͤtze zur Anfertigung richti⸗ ger Bauanſchlaͤge in der Chur⸗ und Neumark, auch dem Herzogthum Pom⸗ . mern, Berlin 1777, das Maaß eines Wispels zu 5½ Kabikfuß angiebt; Es ſollte heißen: dyens Ein Wispel hat 2 Kummkarren, jede zu 5½ Kubikfuß. in 112 b Erſter Abſchnitt. Da aber irregulaͤr zuſammengeworfene Koͤrper, wenn ſie zerſchlagen und dicht zuſammengepackt werden, ohngefehr ein Drittel vom Inhalt weniger betragen, ſo wuͤrde ein Wispel nur 7 Kubikfuß Kalkſteine eigentlich enthalten. Da nun, wie im folgenden mit mehrerem vorkommt, der Kalk ſeine Maſſe um dreimahl vermeh⸗ ret, ſo muͤßten aus obigen 7 Kubikfußen 21 Kubikfuß geloͤſchter Kalk erfolgen. Nach einer Uebereinkunft mit dem Koͤnigl. Bergwerksdepartement werden aber in Berlin 15 Kubikfuß eingeloͤſchter Kalk fuͤr einen Wispel gerechnet, weil bei dem Einmeſſen doch nicht recht dichte gepackt wird, auch wohl einige nicht ge⸗ nugſam gebrannte Steine, mit darunter ſeyn koͤnnen. Das zweite und gewoͤhnliche Maaß, wornach die gebrannten Kalkſteine ver⸗ kauft werden, iſt die Tonne. Eine Tonne iſt aber im Lichten 2 Fuß, 7 Zoll hoch, 1 Fuß, 7 ½ Zoll im Boden, und 1 Fuß 11 Zoll in der Mitte weit; alſo am Inhalt 6 ½ Kubikfuß oder 4 Berliner Scheffel; ſie enthalten aber dieſes Maaß ſelten vollkommen. 3—. Der Berliner Scheffel haͤlt genau genommen einen Kubikſuß, 1096 Kubikzoll oder einen Kubus, deſ⸗ ſen Seiten 14,27 Zoll lang ſind. Rechnet man bei einer Tonne ein Drittel fuͤr leeren Raum ab, ſo bleiben 44 Kubikfuß; dieſe muͤſſen 132 Kubikfuß geloſchten Kalk geben, man kann aber nur auf die Tonne 12 Kubikfuß geloſchten Kalk annehmen. Wenn die Kalkſteine nach Prahmen zu „ 300 Kubikfuß gekauft und Kalk daraus gebrannt wird, ſo muͤſſen, wenn ein Drittel fuͤr leeren Raum abgerechnet wird, 200 Kubikfuß ſolide Kalkſteine, und daraus 600 Kubikfuß geloͤſchter Kalk dder 45 bis 50 Tonnen aus einem Prahm erfolgen. Der ſchon gebrannte Steinkalk muß in dichte Faͤſſer gepackt werden, damit keine Naͤſſe vom Regen und auch nicht einmahl feuchte Luft denſelben beruͤhren koͤnne, weil er ſich ſonſt entweder ganz loͤſchet und zerfaͤllt, oder aber ſich doch ſtark erhi⸗ tzet, broͤcklicht wird, und ſeine bindende Kraft verliehret. 3 3 Ueberhaupt iſt, wenn der gebrannte Kalk weit transportiret werden muß, ſchon etwas mehr deſſelben zum Bauen zu rechnen, weil der weit transportirte Kalk beim Loͤſchen nicht ſo gut gedeihet als wie der friſch gebrannte und ſogleich zu ver⸗ brauchende Kalk. 1 Der Mergelkalk wird ebenfalls nach Tonnen, deren zwoͤlfe auf eine Laſt ge⸗ rechnet werden, verkauft. S. 75. Vom Loͤſchen Das Loſchen des Kalks iſt diejenige Verrichtung, wo derſelbe mit Waſſer des Kalks. uͤbergoſſen, zu einem duͤnnen Brei geruͤhret, und ſodann in eine in die Erde ge⸗ machte Grube gelaſſen und darin zum Gebrauch aufbewahret wird. Je eher das Loͤſchen nach dem Brande geſchehen kann, deſto beſſer iſt es; denn wenn der Kalk auch noch ſo gut in Faͤſſern verwahret wird, ſo ziehet er doch die 3 Feuch⸗ —₰ rauſet. Von den Baumaterialien. 113 Feuchtigkeit aus der Luft jedesmal, wenn er an feuchten Orten aufbewahret wird, an, wird dadurch zum Theil geloͤſcht und zerfaͤllt in Klumpen, ſo daß man bei dem Loͤſchen deſſelben keinen reinen und zaͤhen Kalk, ſondern einen grießlichen erhaͤlt, den man abgeſtandenen Kalk nennt. Kalk alſo, der weit transportiret worden, oder lange in Faͤſſern gelegen, iſt nicht mehr ſo gut, als der, den man bald nach dem Brande einloͤſcht. Deer Mergelkalk wird jederzeit gleich bei dem Kalkofen geloͤſcht, wornach die vor dem Brande als Ziegel geſtrichene Stuͤcke in Staub zerfallen, in welcher Art derſelbe dann ohne Nachtheil als geloͤſchter Kalk bloß in Saͤcken, weit transportiret oder lange aufgehoben werden kann. Das Ooſchen des Kalks geſchiehet in einem von Brettern zuſammengeſchlage⸗ nen viereckichten Kaſten, den man die Loͤſchbank nennt, von der Groͤße, daß zeinige Scheffel Kalkſteine, etwa 1 ½ bis 1 ½ Fuß hoch darin liegen koͤnnen; der Rand oder die Seitenbretter ſind etwa ohngefehr 18 Zoll hoch, damit man mit der ſogenannten Kalkſchaufel deſto bequemer darin herumfahren koͤnne. Der Boden dieſer Loͤſchbank wird gegen die Kalkgrube etwas abhaͤngig gelegt, damit der ge⸗ loͤſchte Kalk darin ablaufen koͤnne. In dieſer Abſicht befindet ſich an der Seite des Kaſtens nach der Grube zu ein Einſchnitt, welcher mit einem Einſchieber oder Schuͤtz verſehen iſt, der alſo nach Belieben geſchloſſen und geoͤffnet werden kann. Naͤchſt dem Regenwaſſer iſt das Flußwaſſer das beſte zum Loͤſchen des Kalks. Sonſt kann man ſich aber auch des Brunnenwaſſers, nur nicht des unreinen, be⸗ dienen, das iſt desjenigen, welches eine weiße Rinde in den Gefaͤßen, z. B. in den Theekeſſeln anſetzt, als welche Rinde roher Kalk iſt, der mit Scheidewaſſer auf⸗ Man ſchuͤttet einige Molden voll gebrannter Kalkſteine in den Kaſten und wirft ſie ſo aufeinander, daß ſie nicht aufgethuͤrmt, ſondern flach aneinander liegen, alsdenn wird ſo viel Waſſer darauf gegoßen oder geleitet, daß die Koͤpfe und Spi⸗ tzen der Kalkſteine noch etwas hervorſtehen. Der Kalk faͤngt ſogleich an zu praſ⸗ ſeln und verurſachet einen ſtarken Dampf, indem die Steine ſich im Waſſer er⸗ hitzen und gleichſam kochen. So bald ſie gekocht haben oder anfangen zu zerpla⸗ tzen, werden ſie mit der Kalkhacke aus einander geſtoßen, gut durch einander ge⸗ ruͤhret und durchgearbeitet, damit alles voͤllig aufgeloͤſet werde. Es wird ſo lange Waſſer dazu gegoſſen und mit dem Durchruͤhren ſo lange fortgefahren bis alles zergangen iſt und der Kalk zu einem duͤnnen fließenden Brei geworden. Es muß aber ja nicht zu wenig Waſſer bei dem Loͤſchen genommen werden, weil der Kalk ſich alsdann nicht gehoͤrig aufloͤſet. Zu viel Waſſer iſt auch ſchaͤd⸗ 114 Erſter Abſchnitt. lich, weil der Kalk dadurch zu ſehr verduͤnnt wird, welches man den Kalk er⸗ ſaͤufen nennt. Zum Loͤſchen des Kalks ſind Maurer zu nehmen, welche ſchon von dieſem Geſchaͤfte Erfahrung haben. n Wenn bei dem koͤſchen der Dampf ſich voͤllig geleget hat, und der Kalk nicht mehr ſchaͤumet, ſondern einer fetten Milch aͤhnlich iſt, ſo ziehet man den Schieber des Kaſtens auf und laͤßt ihn in die Grube laufen; darauf verfaͤhret man mit eini⸗ gen Schaufeln Kalkſteinen ſo wie vorher, bis die Grube voll, oder bis aller Kalk geloͤſcht iſt. Geloͤſchter Kalk kann ſehr lange in Gruben liegen, ohne daß es demſelben ſchaden ſollte, vielmehr verbeſſert er ſich durch das lange Liegen im Feuchten in der Ruͤckſicht, daß wenn bei dem Loͤſchen nicht alle Theile ſogleich voͤllig ſollten aufge— loͤſet worden ſeyn, ſolches nachher in der Kalkgrube nach und nach geſchiehet. Hieraus folgt, daß wenn man den Kalk gleich nach dem Loͤſchen gebrauchen will, deſſen Durcharbeitung deſto ſorgfaͤltiger geſchehen muͤſſe. Geſchiehet dieſes, ſo kann man den friſch geloͤſchten Kalk eben ſo gut gebrauchen, als den der lange in Gruben gelegen hat, und es beruhet die noch ſehr allgemeine Meinung, daß lange geloͤſchter Kalk vorzuͤglich beſſer ſei, als friſch eingeloͤſchter, bloß auf Vorurtheilen, welche durch die Erfahrung widerlegt werden.) 2, *) ſ. uf Vernunft und Erfahrung gegrundete Anleitung den Kalk und Moͤrtel zu bereiten ꝛc. von Johann Reinhold Forſter, Berlin. 1772. S. 62.. Dieſe vortreffliche Schrift ſollte billig in eines jeden Baumeiſters Haͤnden ſeyn; da ich dies aber doch nicht durchweg vorausſetzen kann, ſo habe ich hin und wieder bei dieſem Abſchnitt, das weſentlichſte daraus entlehnet. 3—* Will man indeſſen den Kalk lange in der Grube aufheben, ſo iſt ſolches auch keinesweges nachtheilig; nur muß ſelbiger alsdann oben mit friſchem Sande uͤber⸗ ſchuͤttet werden, weil ſonſt, wenigſtens der oben liegende Kalk trocken wird oder verhaͤrtet, welches denſelben unbrauchbar macht. Es muß auch der Kalk bei dem Gebrauch, lagenweiſe oder in gleicher Hoͤhe aus der Grube genommen und der darin bleibende gleich wieder einen Fuß hoch mit Sande bedeckt werden. Herr F. Cointeraur giebt in ſeinen oft angefuͤhrten Schriften uͤber den Piſee⸗Bau den Rath: Zum Abputzen der Wande und Decken keinen ganz friſchgeloͤſchten Kalk zu gebrauchen, ſondern ſolchen, der wenigßens ein Jahr vorher eingeloͤſcht worden; denn da unter dem friſchgeldſchten Kalk doch immer einige, zwar aͤußerſt kleine Theile verbleiben, welche nicht gleich aufgeldſet wor⸗ den, ſo wuͤrde ſolches erſt geſchehen, wenn der Kalk an den Waͤnden und Decken angetragen, wo⸗ durch viele kleine feine Riſſe oder Borſten(des crevasses) im Kalk entſtehen wuͤrden, welches bei laͤnger vorher geloͤſchtem Kalk nicht zu beſorgen ſei. Durch das Loͤſchen vermehret der Kalk nicht nur ſeinen koͤrperlichen Inhalr ſondern auch ſein Gewicht..— Von den Baumaterialien. 115 6u. Herr ꝛc. Manger liefert in ſeinem Beitrage zur praktiſchen Bau⸗ iim kunſt, Potsdam 1786. S. 243 folgende Verhaͤltniſſe der Veraͤnderungen des NRuͤdersdorfer Steinkalks:— Gewicht Gewicht Menge Gewicht icht eines Kubikfußes ro⸗ des daraus derun des daraus geloͤſch⸗ des geloͤſchteu der hen Kalkſteins, ten Kalks, dten Kalks, Kalks, Aähi, 158 Pfund. V 84 ½ Pfund. V 3 ½ Kub. F. 281 ⅔ Pfund. aller Hieraus folgt: 4 1. daß der gebrannte Ruͤdersdorfer Kalkſtein beinahe die Haͤlfte gegen ſeine ben anfaͤngliche natuͤrliche Schwere durch das Brennen verliehret, der 2. daß durch das Loͤſchen nicht allein die Maſſe, ſondern auch das Gewicht ifge um drei ein drittelmahl vermehret wird, ſehet. 4 3. daß das Gewicht des geloͤſchten Kalks uͤber ein und dreiviertelmahl mehr wil, ausmacht, als der rohe Kalkſtein. 6, ſo Dieſe Vermehrnng des Gewichts und der Groͤße nennt man das Gedei⸗ ge in hen des Kalks, welches bei dem Mergel oder Erdkalk wegfaͤllt, deſſen Maſſe oder lange Gewicht ſich bei dem Loͤſchen nicht vermehret. eilen, §. 74. In Abſicht des Gebrauchs des Kalks zum Mauern, kommen alle Baumetſter Vom Ge⸗ törtel darin uberein, daß ohne Beimiſchung vom Sande, oder einer demſelben aͤhnli⸗ ehde 1 chen Materie, als zerſtoßene feſte Bruchſteine, feſtgebrannte Ziegel, thoͤnerne Bauen. Gefaͤße, Hammerſchlag u. dergl. der Kalk kein Verbindungsmittel des Mauer⸗ nuch werks ſei.*) ber⸗*) In des Herrn Patte Mémoires lur les plus importants objets de P'architecture heißt es, S. 116: oder„wo kein guter Mauerſand iſt, da taugt auch das Mauerwerk nicht.“ Mangers dkonomiſche Bauwiſſenſchaft S. 71.„Nur allein eine gehoͤrige Beimi⸗ dem ſchung von Sand, giebt dem Kalk eine bindende Kraft.“ der Nach S. 236 der Mangerſchen Beitraͤge zur praktiſchen Baukunſt, mußte der⸗ ſelbe im Jahre 1783 auf Koͤnigl. Befehl in Potsdam einen Verſuch machen, ob nach einer dem Koͤnige von jemand gegebenen Verſicherung, der Kalk ohne Sand im Waſſer erhaͤrte. Nach ſechs Nath: Monaten wurde dieſes Mauerwerk, der davon vorgaͤngig gewiß gehabten Ueberzeugung des udern. Herrn ꝛc. Mangers gemaͤß, ſo befunden, daß man Stein fuͤr Stein ohne die geringſte Schwierig⸗ ſichten keit mit den Haͤnden aus einander nehmen konnte. Der Kalk war ſo wie der in den Gruben, wie t wor⸗ friſcher Kaͤſe und hatte nicht die geringſte Bindung oder Kohaͤſion mit den Steinen. , wo⸗ Ziegler in ſeiner gekroͤnten Beantwortung der von dem Koͤnigl. Preuß. Gene⸗ s bei raldirektorio ausgeſetzten Preißfrage uͤber die Urſacheder Feſtigkeit der alten römiſchen und gothiſchen Gebaͤude. Berlin 1766, ſchreibt die große Feſtigkeit dieſer 3 Gemaͤuer hauptſaͤchlich dem Umſtande zu, daß die Alten ſo gar mehr Sand unter den Kalk ge⸗ ah. nommen, als wir zu thun gewohnt ſind. 2 Erſter Abſchnitt. Woltmann in ſeinen Beitraͤgen zur hydrauliſchen Architektur 3. Band, S. 280— ſagt,„daß dem Kalk eine betraͤchtliche Menge Sand zugeſetzt werden koͤnne, ohne den⸗ ſelben zu ſchwaͤchen.“ So auch in Huths gründlichen Unterweiſung der Urſachen der Feſtigkeit des alten Mauerwerks, S. 21,. imgleichen in der Abhandlung uͤber die Mauerarbeit au Feſtungswerken, Breslau 1738. S. 64, wird der Zuſatz von Sande nothwendig gehalten. In der Forſterſchen Abhandlung S. 28 bis 32 wird die Urſache der Vermiſchung des Kalks mit Sand, folgendermaßen aus einander geſetzt:„Wenn „der Kalk alle ſeine Luftſaͤure und Waſſer durch das Brennen verlohren hat, ſo „kann er deſto mehr wieder einnehmen. Machte man nun einen Moͤrtel ohne „Sand, ſo wuͤrde bloß ungeloͤſchter Kalk und Waſſer gebraucht werden muͤſſen. „Dies nun wuͤrde nie eine verbindende Materie geben: denn in eben dem Verhaͤlt⸗ „niſſe, in welchem der Kalk das uͤberfluͤßige Waſſer verliehret, zieht er ſich auch „zuſammen und nimmt wenigern Raum ein. Da nun dieſes Zuſammenziehen „nicht anders geſchehen kann, als daß der Kalk einen Riß bekoͤmmt, ſo muß die „aͤußere Luft nothwendig bei jedem Regen, Nebel und feuchter Luft ſich in dieſe „Riſſe und Fugen eines mit bloßem Kalk und Steinen oder Ziegeln verfertigten „Gebaͤudes einziehen, und die Feſtigkeit deſſelben zerſtoͤhren. Ein ſolches Ge⸗ „baͤude mit Riſſen in den Fugen muß ſich auch ſacken, das heißt, durch ſein eigen „Gewicht ſich dichter zuſammengeben; Da nun die Fugen und Riſſe nicht alle „gleich ſeyn koͤnnen, ſo muß auch dies Sacken des Gebaͤudes ungleich ausfallen, „ an einem Orte mehr, an einem andern weniger nachgeben, und folglich muͤſſen „abermahls neue Riſſe entſtehen. Es muß demnach, damit der Kalk ſeine bin⸗ „dende Kraft beibehalte und um zu verhindern, daß er bei dem Abrauchen des „uͤberfluͤßigen Waſſers nicht Riſſe bekomme, etwas eingemiſcht werden, welches „den Kalk hindert, ſich ſo ſtark zuſammenzuziehen, daß er Riſſe bekommen koͤnne. „Zu dem Ende muß man machen: 1 „I. daß ſich der Kalk in mehreren Punkten an feſte, harte Koͤrper anſetzen „koͤnne, „2. daß der Abſtand von einem Stein, den der Kalk verbinden ſoll, zum „andern, durch kuͤrzere Zwiſchenabſtaͤnde verkuͤrzet werde, „3. daß durch die Einmiſchung anderer harten Koͤrper, an die der Kalk ſich „ anhaͤngen kann, die Menge des Waſſers zur Bearbeitung des Kalks „vermindert werde, 1 „4. daß durch dieſe Einmiſchung harter Koͤrper mit großen ſcharfen Kanten; „ das Anhaͤngen und Binden des Kalks vermehret werde, j Von den Baumaterialien. 117 „5. daß durch dergleichen Einmiſchung, das Waſſer nicht anders aus dem „Kalk verrauche, als daß zugleich eine Menge von Luftſaͤure deſſen „Stelle vertrete, die hinlaͤnglich waͤre, die Theile des Kalks zwieder. zu „kryſtalliſiren, zu binden und vollkommen zu haͤrten. „Hierzu nun kann nichts anders als harter reiner Sand und Quarzkieſel mit „großen ſcharfen Kanten gebraucht werden, als welcher alle die hier von Nr. 1. „bis 5 erforderliche Eigenſchaften hat.“ Die Nothwendigkeit der Vermiſchung des Kalks mit Sande oder mit Surro⸗ gaten deſſelben, koͤnnte auch folgendermaßen begreiflich gemacht werden: Um zwei Steine mit einander zu verbinden, beduͤrfte es nur einer ſehr duͤnnen Kalklage zwiſchen beiden, dergeſtalt, daß nur beide Flaͤchen der zuſammen zu ver⸗ bindenden Steine uͤberall von Kalk beruͤhret wuͤrden; da aber die Unebenheit ſo⸗ wohl der gebrannten Ziegel als noch mehr die Unregelmaͤßigkeit der Bruch⸗ oder Feldſteine es nicht zulaͤßt, zwiſchen die zu verbindende Steine nur aͤußerſt duͤnne Schichten Kalk zu bringen, oder welches einerlei iſt, aͤußerſt ſchmale Fugen zu machen, ſondern bei gebrannten Steinen wohl einen halben Zoll, und bei Bruch⸗ ſteinen wohl noch dickere Kalkfugen ſtatt finden muͤſſen; ſo iſt klar, daß dieſe, bloß aus Nothwendigkeit, wegen der irregulaͤren Geſtalt der Ziegel und Steine dazwi⸗ ſchen gebrachte große Maſſe von Kalk(wenn man bloß Kalk naͤhme) ſehr langſam trocknen, und beim Trocknen die Anfangs gedachte Fehler in Abſicht der darin ent⸗ ſtehenden Riſſe in hohem Grade nach ſich ziehen wuͤrde. Wird aber Sand unter den Kalk gemiſcht, ſo werden die Zwiſchenraͤume zwi⸗ ſchen den Steinen, oder die ſtarken Fugen mit einem Moͤrtel ausgefuͤllt, der um ſo viel weniger weichen Kalk enthaͤlt, als die hinzugeſetzten Sandkoͤrner betragen. Durch eine vorhergegangene fleißige Durchruͤhrung des Sandes mit dem Kalke, wird auch die in dem Moͤrtel befindliche geringere Menge von Kalk derge⸗ ſtalt vertheilt, daß derſelbe ſich nur in kleinen Partikeln an und zwiſchen den Sandkoͤrnern befindet; und daher weit eher trocknen kann, als wenn die ganze Maſſe in den Fugen bloß aus Kalk beſtaͤnde. Durch die fleißige Umruͤhrung des Kalks und des Sandes vor dem Gebrauch, wird auch jedes Sandkorn mit einer Kalkhaut umhuͤllet, wodurch es ſich mit dem andern, und ſo alle unter einander verbinden, dergeſtalt, daß man ſich unter dieſer Zuſammenleimung der Sandkoͤr⸗ ner in den Fugen eben dasjenige vorſtellen kann, welches, wenn es anginge, mit der Mauer ſelbſt geſchehen muͤßte, nemlich daß jeder Stein mit dem andern, mit aͤußerſt wenigem Kalk zuſammen geleimt wird; Dies thun auch die mit Kalk um⸗ gebenen die Steine beruͤhrenden Sandkoͤrner, indem ſie in die Poren der Steine, P 3 Verſchiedene Arten von Moͤrtel. mit Sande zubereitet iſt, nnd gemeiner Moͤrteloder Mauerſpeiſe genannt wird. Erſter Abſchnitt. welche ſie beruͤhren, eingreifen, und zwar auf jeder Stelle, wo ſie ſich befinden, wo⸗ durch ſie ſich alſo mit den Steinen ſelbſt auf das feſteſte verbinden. In No. 33. der Leipziger Intelligenzblaͤtter vom Jahr 1767, wird allen dieſen Grund⸗ ſaͤtzen und Erfahrungen entgegen, angefuͤhrt, daß der Obriſt bei der Fortifikation und Ritter des Schwerdtordens, Herr Michael von Struſenfeld zu Stockholm, die nuͤtzliche Erfindung gemacht habe, daß ſich Kalk, bloß mit Waſſer vermenget und ohne Zuſatz einiger andern Mate⸗ rien gar wohl verbinden laſſe, daß der Kalk ohne Sand den beſten zubereiteten Mauerkalk gaͤbe, und daß der Sand bloß zur Befoͤrderung des Trocknens diene, daß, wenn man doch Sand gebrau⸗ chen wollte, der feine dienlicher als der grobe ſei; und im 30. Stuͤck dieſer Zeitſchrift will jemand ſolches aus Erfahrungen bei altem Mauerwerke beſtaͤtigen, indem ihm viele alte Mauern vorge⸗ kommen, welche nicht nur lediglich mit Kalk und Waſſer gemauert, ſondern auch ſogar von innen damit ausgegoſſen waren, und daß dieſe allemahl am ſchwerſten umzureißen geweſen waͤren Wahr⸗ ſcheinlich ſind aber dieſe Gemaͤuer nicht mit Kalk, ſondern mit Gyps, der keinen Zuſatz von Sand gebraucht, gemauert geweſen. Herr Ziegler in ſeiner vorgedachten Schrift uͤber die Urſachen der Feſtigkeit der alten Roͤmiſchen und Gothiſchen Gebaͤude ꝛc. fuͤhtet S. 11 Vorfälle an, die es beweiſen, daß das abſolute Zuſammenhaͤngen beim Gypſe ſtaͤrker als beim Tufſtein(oder davon gemachten Cement) und ſchlechten Ziegeln ſei, dieſes muͤſſe, ſagt Herr Ziegler, den Bewshnern der Ge⸗ genden bekannt geworden ſeyn, wo der Gyps haͤufig gebraucht wuͤrde. In Luͤneburg und deſſen Be⸗ zirk auf 6 bis 8 Meilen faͤnden ſich viele alte Gemaͤuer und Thuͤrme, die aus Ziegeln und Gyps erbauet waͤren. Man habe ſich ſehr oft vergebens daran gewagt, um ſolche abzubrechen und die Steine zu nutzen. Die, ſo haͤtten umgeſtuͤrzt werden muͤſſen, haͤtten bei unendlich vieler Arbeit doch nichts als kleine Stuͤcken geliefert, welche die eiſernen Piken abgebrochen, oder die das Schießpulver getrennt habe. Bei Gemaͤuern mit Kalk und Sandmoͤrtel erbauet, haͤtte ſich ihm ein gleicher Vorfall ergeben, und dermahlen noch vor einigen Monaten bei Abbrechung der maſſiven Schloßgebaͤude zu Dannenberg. Auch hierbei traf der Umſtand ein, daß bei einem Tonnengewoͤlbe aus Ziegelſteinen und Gyps verbunden, ein großer Theil des Bogens ſtehen blieb, als der Schluß deſſelben einge⸗ ſtuͤrzt ward. Auch Herr ꝛc. Klugel(im III. Th. der Encyklopaͤdie S. 550) bemerkt, daß die ſo fe⸗ ſten Gebaͤude der Alten ohne Zweifel mit Gyps gemauert geweſen ſind. 8 §5. 75. Kalk mit Sand vermiſcht giebt den beſten Moͤrtel, der auch ſelbſt zum Waſ⸗ ſerbau brauchbar ſeyn wuͤrde, wenn ein damit gemachter Bau nicht wenigſtens ein ganzes Jahr Zeit haben muͤßte, um gehoͤrig auszutrocknen, ehe man denſelben dem Einwirken des Waſſers bloßſetzet. Da aber dieſes nicht allemahl moͤglich iſt, dem Moͤrtel ein Jahr zum Drock⸗ nen und Binden zu laſſen, ſo werden zu deſſen Zubereitung anſtatt des Sandes, andere Materien gewäͤhlet, welche zum Theil aus thonartigen gebrannten Theilen beſtehen, das Waſſer ſehr anziehen, und daher verurſachen, daß der damit ver⸗ mengte Kalk eher erhaͤrtet. Es entſtehen alſo zwei Hauptarten von Moͤrtel: Der erſte, welcher zu Gemaͤuern an der Luft gebraucht wird, der gewoͤhnlich —ͦ—ÿ—ÿ—’;—— wo⸗ Jrund⸗ ter des indung Mate⸗ 4 gäͤbe, gebrau⸗ emand vorge⸗ innen Vahr⸗ Sand it der das achten Ge⸗ Be⸗ Gyps d die tdoch pulver Vorfall ude zu ſteinen einge⸗ ſo fe⸗ Von den Baumaterialien. 119 Die zweite, welcher aus Kalk, der nicht mit Sand, ſondern mit andern Materien, verfertiget worden, und zum Waſſerbau gebraucht wird, und dieſen nennt man gemeiniglich Cement. Die Beſchaffenheit des dem gemeinen Moͤrtel zuzuſetzenden Sandes, iſt kei⸗ nesweges gleichguͤltig. Herr Forſter fuͤhret daruͤber folgendes an:„Sand iſt uͤberhaupt genom⸗ „men, eine jede harte Materie, wenn ſie in kleine unnem von der Natur zer⸗ „legt, gefunden wird: So hat man Platina⸗Gold⸗ und Eiſenſand, Muſchelſand, „Quarzſand, Granitſand, Kalkſand ꝛc. Es muß aber hier kein anderer als der „Quarzſand verſtanden werden. Da nun am Meer und an ſalzigen Orten oft „Sand gefunden wird, ſo muͤſſen wir hier einmahl fuͤr allemahl erinnern, daß der „quarzige Sand, welcher am Meer gefunden wird, deswegen nicht allemahl zum „Moͤrtel gebraucht werden kann, weil derſelbe 1. durch die beſtaͤndige Bewegung „der Wellen ſeine ſcharfen Ecken und ungleichen, rauhen Flaͤchen abgerieben hat, die „in runde kugelfoͤrmige Truͤmmern gebildet worden ſind. 2. weil Seeſand nie oder „ſelten ganz rein von zerbrochnen Muſchelſchaalen iſt, und die kalkartige und zer⸗ „brechliche Natur dieſer Muſcheltruͤmmer, ſich nicht zu dem Ausfuͤllen des Kalk⸗ „breies ſchicket. 3. So ſind im Seeſande allezeit Seeſalztheile enthalten, welche „nur mit vieler Muͤhe aus demſelben ausgewaſchen werden koͤnnen. So lange „aber Seeſalztheile, oder Theile irgend eines andern Salzes im Sande ſind, ſo „pflegt ein damit verfertigter Moͤrtel allemahl die Feuchtigkeit der Luft anzuziehen, „und kann daher nie trocken werden, und die dem Moͤrtel noͤthige Haͤrte und Fe⸗ „ſtigkeit bekommen „Der gemeine Flußſand, oder auch aus der Erdegegrabene Sand, „deſſen Truͤmmer quarzartig und nicht rund, auch mit wenigem oder gar keinem „Thone vermiſcht, ſind die beſten Sandarten, die man zum Moͤrtel brau⸗ „chen muß.“ Die gewoͤhnliche Maurerprobe des Sandes iſt, daß man etwas davon in der Hand zuſammendruͤcket und reibet; fuͤhlet der Sand ſich ſcharf an, ſo daß man faſt alle einzelne Koͤrper ſpuͤren kann, und laͤßt der Sand beim Wegwerfen aus der Hand keinen Staub oder andere Unreinigkeiten zuruͤck, ſo wird derſelbe fuͤr gut gehalten. Die Maurer pflegen auch wohl bei der Wahl des Sandes einen Unterſchied zu machen, wenn der damit zu bereitende Moͤrtel zum Mauern oder Abputzen dienen ſoll, indem ſie zu letzterem etwas feinern oder kleinkoͤrnigteren Sand waͤhlen, weil der Putz dadurch glatter wird, auch das Ziehen kleiner Geſimsglieder bei den Verzierungen mit Linealen und Chabelonen leichter gehet und die Kanten 120 Erſter Abſchnitt. ſchaͤrfer werden. Es muß indeſſen dieſer Sand doch immer aus Sandkoͤrnern und nicht aus zu feinen Theilen oder eigentlichem Staube beſtehen. §. 76. tigit ts Vom Waſſer Da zur Aufloͤſung des gebrannten und geloͤſchten Kalks ſowohl als auch nach⸗ inm Moͤrtel, gehends zu der Miſchung und Verfertigung des Moͤrtels Waſſer gebraucht wird, ſo iſt es gleichfalls nothwendig zu wiſſen, welche Arten von Waſſer dazu am vor⸗ zuͤglichſten ſind. Das Regenwaſſer iſt allem andern vorzuziehen, zunaͤchſt folgt das Flußwaſſer, welches ſo rein, unſchmackhaft als moͤglich gewaͤhlt werden muß; man kann ſich auch des Brunnenwaſſers bedienen, jedoch nur nicht des unreinen. Es iſt ein bekauntes Vorurtheil, daß die Alten den Moͤrtel beſonders zubereitet und den Kalk mit Weine, Buttermilch, dicker Milch, Rindsblut u. dergl. geloͤſcht. Verſuche haben aber gezeigt, daß dieſe Materialien ſich nicht zur Verfertigung des Moͤrtels ſchicken.— Man hat auch ſowohl Baumdoͤhl als Leinoͤhl zum Moͤrtel gebraucht, und gefunden, daß jemehr Oehl gebraucht worden war, je weniger waren die Moͤrtelarten hart und feſte geworden. §. 77. Von der Wenn zwar jedes Sandkorn mit Kalk, jedoch nur mit moͤglichſt wenigem, Ruagtirit des umhuͤllet werden ſoll, ſo folgt daraus: zuzuſetzenden 1. daß ein Verhaͤltniß des, dem Kalk zuzuſetzenden Sandes ſtatt fin⸗ Sandes. den, und 8 2. daß Kalk und Sand wohl durch einander geruͤhret werden muͤſſe. Dieſe Verhaͤltniſſe werden in den von der Baukunſt handelnden und in an⸗ dern Schriften ſehr verſchieden angegeben, und beruhen auch hauptſaͤchlich auf die mannigfaltige Beſchaffenheit des Kalks.. — Verſuche und Erfahrungen beſtaͤtigen, daß zu dem Ruͤdersdorfſchen und anderm Steinkalk, zwei bis dreimahl ſo viel Sand als Kalk zugeſetzt werden kann, oder daß man zu einem Kubikfuß Kalk, zwei bis drei Kubikfuß Sand neh⸗ men koͤnne.— Bei den Veranſchlagungen wird jedoch der erſte Satz angenommen, nemlich auf einen Kubikfuß ungeloͤſchten Steinkalk, zwei Kubikſuß Sand gerechnet. Der Erd⸗ oder Mergelkalk vertraͤgt dagegen kaum ſo viel Sand, als ſein eigenes Volumen ausmacht, d. i. auf einen Kubikfuß Kalk, kann hoͤchſtens ein Kubikſuß Sand genommen werden.—. Eiin angeſtellter Verſuch zeigte, daß ein Kubikfuß Steinkalk mit drei Kubikfuß Sand tuͤchtig vermiſcht, dennoch nur drei Kubikfuß Moͤrtel gab. Dieſe Erſcheinung iſt auch ganz natuͤrlich und zeigt, daß der Sand Zwiſchenraͤume genug hat, um eine Menge des weichen geloͤſchten Kalks darin aufzunehmen.. Die us ſt nach⸗ wird, vor⸗ aſſet/ ſich lk mit gezeigt, ſowohl potden gem, fin⸗ auf Von den Baumaterialien. 121 Die tuͤchtige Umruͤhrung oder Durcheinanderarbeitung des Kalks und des Sandes kann nicht genugſam empfohlen werden, wenn man einen guten Moͤrtel haben will. Herr Cointeraur ſchlaͤgt dazu im 2ten Cahier ſeiner areLicscdure rurale S. 61 die hier in der 65ten Figur vorgeſtente Kalkhacke vor, und verlangt auch, mich duͤnkt mit Recht, daß zu beiden Seiten der Kalkbank Arbeiter angeſtellt werden ſollen, welche wechſelſeitig arbeiten und ausruhen; denn wenn ein Kalkſchlaͤger ſeine Sache gut machen ſoll, ſo iſt es eine ermuͤdende Arbeit. §. 78. Es wuͤrde ſehr weitlaͤuftig ſeyn, die vielen Verſuche anzufuͤhren, welche ge⸗ Vom doriot⸗ macht worden ſind, theils durch die Verſchiedenheit der Menge des dem Kalke zu⸗ ſchen Moͤrtel. zuſetzenden Sandes oder anderer demſelben aͤhnliche Materien, theils durch die be⸗ ſondere Behandlungen derſelben bei dem Gebrauche ſelbſt, den beſten Moͤrtel und deſſen vollkommenſte Verbindung hervorzubringen, und es wird alſo nur noch des ſogenannten Loriotſchen Moͤrtels gedacht, welcher ſchnell bindet und nachher im Waſſer aͤußerſt feſt iſt, welches wahrſcheinlich ebenfalls auf die baldige Aus⸗ trocknung, und alſo auf die Materie, die ſolches bewirket, beruhet. Herr Loriot, Mauermeiſter zu Paris,(er wird auch ein Mechanikus des Koͤnigs von Frankreich genannt, und hat die Maſchinentafel zu Trianon erfunden) iſt der Entdecker dieſes vielleicht ſchon vor ihm im Gebrauch geweſenen Moͤrtels, oder auch der Erfinder deſſelben. Es iſt 1774 zu Paris eine Beſchreibung dieſes Moͤrtels herausgekommen, welchen der Architekt Patte im Mercure de Francoi, von eben dem Jahre ſehr empfohlen hat. Beide Schriften ſind zu Wien 1755, uberſetzt herausgegeben worden. Das Weſentlichſte, um dieſen Moͤrtel zu machen, beſtehet in folgendem: Man nimmt ein beliebiges Maaß durchgeſiebtes Ziegelmehl, zwei dergleichen Maaß feinen, ebenfalls durchgeſiebten Fluß⸗oder andern Sand und altgeloͤſchten Kalk in hinreichender Menge, um mit den beiden erſten Ingredienzien und dem Waſſer in der Grube einen Moͤrtel von gewoͤhnlicher Conſiſtenz zu bereiten, wel— cher hinlaͤngliche Feuchtigkeit enthalten muß, um den hiernaͤchſt zuzuſetzenden leben⸗ digen Kalk genau zu ſaͤttigen. Der lebendige Kalk, welcher friſch bearbeitet und vollkommen durchgebrannt ſeyn muß, wird ſodann zu ſeiner Zeit fein gepuͤlvert, in dem Verhaͤltniß wie das Ziegelmehl, zugeſetzt. Iſt er nicht ganz friſch, ſo muß davon ein durch Verſuche zu beſtimmender ſtaͤrkerer Antheil genommen werden. Der Kohlenſtaub, welchen Herr Loriot gleichfalls als einen Zuſatz empfiehlet, der aber auch wegbleiben kann, wird ebenfalls in einer durch Proben zu beſtimmen⸗ den Quantitaͤt zugeſetzt. Auf das rechte Verhaͤltniß des lebendigen Kalks kommt Q 122 Erſter Abſchnitt. alles an, denn nimmt man mehr als die in dem geloͤſchten Kalk befindliche Feuch⸗ tigkeit ſaͤttigen kann, ſo wird keine vollkommene Vereinigung der Miſchung ent⸗ . ſtehen und der Moͤrtel broͤckeln. Nimmt man weniger, ſo wird nichts als ein ge— woͤhnlicher ſchwacher Moͤrtel hervorgebracht werden, wo der Ueberfluß von nicht ſchnell abſolvirter Feuchtigkeit nach und nach abgeſchieden werden muß, und folg⸗ lich Riſſe entſtehen. Herr Loriot giebt eine doppelte Anweiſung, um dieſen Moͤrtel zum Gebrauch zuzubereiten— 1. Man halte den geloͤſchten Kalk mit dem beigemiſchten Ziegelmehl, Sand und Kohlenſtaub in einem etwas duͤnnern, breiartigern Zuſtande, als man den gewoͤhnlichen Moͤrtel bereitet, und ſetze dann unmittelbar vor der Anwendung nach dem Verhaͤltniß des Gebrauchs, den gehoͤrigen An⸗ theil, von gepuͤlverten lebendigen Kalk durch ſorgfaͤltiges Einruͤhren hinzu, hat ſich aber ſodann auch des Gemiſches augenblicklich zu bedienen; oder 2. Man halte abgemeſſene Doſen der trocknen Materien, nemlich des San⸗ 1 des, Ziegelmehls, lebendigen Kalkpulvers und Koblenſtaubes in Saͤ⸗ cken oder andern trocknen Behaͤltniſſen, wohl gemiſcht in Bereitſchaft, laſſe dann den geloͤſchten Kalk zur Arbeitsſtelle bringen, und nehme daſelbſt die Miſchung der trocknen und feuchten Maſſe unmittelbar vor der Anwendung vor, welches noͤthigenfalls mit der Kelle von jedem Maurer geſchehen kann. Herr Loriot hat von ſeinem Moͤrtel Gefaͤße gemacht, ſolche nach gehoͤriger Abtrocknung mit Waſſer angefuͤllt, und nach einiger Zeit gefunden, daß das Waſ⸗ ſer in ſelbigen ſich allein durch das Verdunſten vermindert, das Gefaͤß aber nicht das geringſte eingeſogen, und genau ſein erſtes Gewicht behalten habe. Herr von Morveau zu Dyon, einer der gruͤndlichſten franzoͤſiſchen Chymiſten, hat bei der Anwendung, der von ihm ſonſt uͤberall beſtaͤtigten Loriotſchen Moͤrtel⸗ methode einige weſentliche Verbeſſerungen gemacht, welche außerordentlich viel werth ſcheinen, da ſie zwei große praktiſche Maͤngel, des vom Erfinder vorgeſchla⸗ genen Verfahrens, auf eine ſehr einfache Art aufheben. Das Pulver des lebendigen Kalks bringt eine, dem erſten Anblick entgehende große Schwierigkeit zuwege, da die aͤtzende Eigenſchaft dieſes Kalkſtaubes, die Zerkleinerung geſchehe nun in einer Muͤhle oder mit der Hand, die Geſundheit und das Leben der Arbeiter in unvermeidliche Gefahr ſetzet, indem derſelbe die Lunge angreift und gefaͤhrliche Blutfluͤſſe verurſachet. Von den Baumaterialien. 123 Ferner verurſacht die Erfuͤllung der hoͤchſtnothwendigen Bedingung, das rechte Verhaͤltniß bei dem Zuſatz des lebendigen Kalks zu treffen, in Beziehung auf deſſen mehr oder minder friſche Beſchaffenheit und die darnach abzumeſſende Quantitaͤten, ein dem Zwecke ſo nachtheiliges Schwanken im Verfahren, daß in den mehreſten Faͤllen, bei der gewoͤhnlichen Sorgloſigkeit der Arbeiter wohl auf wenig Erfolg zu rechnen ſeyn duͤrfte. Herr von Morveau kommt beiden durch ſeine Vorſchlaͤge zuvor, deren Nutzen er ſelbſt erprobt hat. Er bemerkt nemlich, daß ein lebendiges Kalkpulver shne Pulveriſation und zwar jedesmahl, ſo friſch als es verlangt wird, bereitet werden koͤnne. Zu dieſem Endzwecke laͤßt er lebendigen Kalk an der Luft zerfallen, die vollkommen geloͤſchten Stuͤcke nach Abſonderung derer, welche von der Luftfeuchtigkeit nicht gaͤnzlich durchdrungen worden, in einem dazu erbaueten kleinen Ofen gehoͤrig durchgluͤhen, und mit einer eiſernen Kruͤcke oder Ruͤhrhaken, fleißig umwenden und zerkleinern. Letzteres geſchiehet ſehr leicht; es wird dadurch nun von neuem ein lebendiger Kalk in der Geſtalt eines Pulvers erhalten, und es iſt ohne weitere Bemerkung einleuchtend, daß man auf dieſe Art und ohne große Umſtaͤnde, ſich eines 3 voͤlig friſch gebrannten Kalks zu jeder Zeit verſichern koͤnne. Es erfordert zwar einige Vorſicht, um den erforderlichen Grad des Feuers zu regieren, indeſſen kann man ſich bei den erſten Verſuchen ſehr leicht uͤberzeugen, ob der ſo bereitete Kalk wieder vollkommen in den Zuſtand des lebendigen uͤberge⸗ gangen iſt, wenn man die Gewichtsunterſchiede eines gegebenen Maaßes, an der Luft geloͤſchten und voͤllig kauſtiſchen oder gut gebrannten Kalks ausmittelt, und darnach den aus dem Ofen kommenden, mit dem hineingebrachten vergleicht. Nach einigen gut ausgefallenen Proben wird ein brauchbarer Arbeiter ſich leicht eine mechaniſche Fertigkeit in Abſicht der Regierung des Feuers erwerben. Indeſ⸗ ſen iſt wohl nicht zu laͤugnen, daß die Behandlung des Loriotſchen Moͤrtels im Großen, viele Schwierigkeiten haben werde. In dem sten Th. S. 119 der Schriften der Leipziger oͤkonomiſchen Societaͤt, wird in⸗ zwiſchen geſagt, daß wenn dieſer Moͤrtel auch zur Errichtung ganzer Gebaͤude, weder nothwendig noch bequem ſeyn duürſte, ſo wuͤrde man jedoch durch deſſen Erfindung genug gewonnen haben, wenn er wider die Feuchtigkeit unſerer Keller und zur Verkuͤttung der Baſſins, beſonders der Al⸗ taͤne gebraucht werden koͤnnte. S. 120 heißt es auch:„daß Herr Harron geſchrieben habe, der „Vorzug des Loriotſchen Moͤrtels ſei der, daß er nicht ſchwinde und aus dieſer Urſache das Waſſer „weniger durchlaſſe als alle andere bekannte Moͤrtel;“ er glaubt aber, daß er nur als ein Bewurf, nemlich zu Ueberziehung der Mauern gebraucht werden muͤſſe, und daß der gewoͤhnliche gute Moͤr⸗ tel zu Verbaͤnden vorzuziehen waͤre. Q 2 ——jjy— Quantitaͤten des gewoͤhnli⸗ chen Moͤrtels zu beſtimmten Mauerwerke. Erſter Abſchnitt. Die Verſuche in Herrn Gerhards Geſchichte des Mineralreichs Th. II. S. 235 er⸗ geben mit vieler Wahrſcheinlichkeit, daß der Loriotſche Moͤrtel zu Ciſternen und Waſſerleitungen, auch zum Putze ſehr brauchbar ſei, zur Feſtigkeit der Mauern aber wenig heitruͤge. Kluͤgels Eneyklopaͤdie, IIIten Th. S. 553. 4§. 79. Bei Anfertigung der Bauanſchlaͤge werden in Abſicht des Moͤrtels folgende Saͤtze angenommen: 1 14 Kubikfuß ge⸗ Oder an Ton⸗ Fuder Sand ldſchten nen. à 10 K. F. Steinkalk. Zu einer Schachtruthe Mauer von großen Feldſteinen 18 1 ½⅔ 3 ¾ —————— von kleinen Feldſteinen 22 18 4 ¾ -——— von Kalkſteinen ⸗ 18 ⅔ 1½ 3 75 Zu einer Quadratruthe Büieſenpflaſter z9 8 Su im Quadrat ⸗ 2 ½ 2 8 —— Schachtruthe Mauerſteine von der grogen Form, das iſt 10 Zoll lang, 5 Zoll breit, 2 ½ Zoll dic ⸗ ⸗ ⸗ 15 1¾ 3 —— Quadratruthe Holzwand mit dieſen Steinen einen halben Stein ſtark auszumauern, nach Abzug des Holzes ⸗ 2 ⸗ 6 ⅔ 3 1 ½ —— Quadratruthe Pflaſter auf der hohen Kante 6 ⅔ 3 1⅔ —— desgleichen auf der breiten Seite ⸗ 3 ¾ 4 5 Wenn die Fugen nur ausgegoſſen werden 2 5 4 —— Schachtruthe Mauer von der kleinen Form Ziegel, nemlich 9 ½ Zoll lang, 4 ⅞ Zoll breit, 2 Zoll dick 2 ⸗ 18 ½ 1 ⅔ 3 ½ —— Quadratruthe Holzwand mit Steinen von die⸗ ſer Form, einen halben Stein dick auszu⸗ mauern, nach Abzug des Holzes ⸗ 6 ½ 3 1⅔ —— Quadratruthe Pflaſter auf der hohen Kante 6 ½ 5 14 —— dergleichen auf der breiten Seite ⸗ 3 ¾ 83 4 Wenn die Fugen nur ausgegoſſen werden 2 5 2 —— Quadratruthe Putz auf roher Mauer ⸗— 4 4 ————— auf Mauer oder Lehmfach— 4 2 —— Dcecke, wenn auf Lehmfach⸗ werk und uͤber die Balken weggerohrt wird— 2 2 §els aae 8 1 A AA* Von den Baumaterialien. 125 Tonnen Kalk. Fuder Sand. Zu einer Quadratruthe auf Bretter⸗Schalung zu rohren ⸗ 24 Quadratruthen geputzte Decken einmahl zu ſchlemmen und zwei⸗ mahl zu weißen ⸗ ⸗. ⸗ 18 Q. R. Lehmwaͤnde oder Lehmdecken einmahl zu ſchlemmen, und vorher die Ritzen mit Sandkalk auszuſtreichen ⸗ 24 Q. R. Decken zu weißen wird annoch ein Pfund Lackmuß erfor⸗ dert, weil der bloße Kalk ins gelbliche faͤllt. 200 laufende Fuß berohrte Stiele und Riegel zu putzen ⸗ 1000 Dachſteine mit Haarkalk in doppeltem Dach zu ver⸗ ſtreichen ⸗ 2 (Hierzu gehoͤren auch ne 2 Pfund Kaͤlberhaar.) 1000 Dachſteine mit Haarkalk in Spließdach zu verſtreichen (Hierzu 2 ½ Pfund Kaͤlberhaare.) 130 Hohlſteine in vollem Kalk zu legen ⸗ ⸗ 810 3 8 — 9 2 Der Kuͤrze wegen wird gemeiniglich der zum Abputz erforderliche Kalk gleich mitgerechnet, und da oͤfters alte Steine und Stuͤcken mit vermauert werden, welche groͤßere Zwiſchenraͤume haben, die mit Kalk ausgefuͤllt werden muͤſſen, im— gleichen, wo die Mauern nicht recht lothrecht gerathen ſind,(welches freilich nicht ſeyn ſollte) der Putz ſtaͤrker als gewoͤhnlich angetragen werden muß, ſo kann man im Durchſchitt rechnen: Tonnen Kalk. Fuder Sand à 10 Kubikfuß. Auf eine Schachtruthe Feld⸗ und Bruchſteine, incl. des Putzes 1½ 4 ¾ Zu einer Schachtruthe Mauer von Ziegeln von der großen Form, mncl. des Putzes ⸗ ⸗— 2 44 —— Schachtruthe Mauer von Ziegeln von der kleinen Form, incl. des Putzes 2 ⸗ 2 2 2 5 Der Mergelkalk wird auf denen Faktoreien nach Tonnen, jedoch ohne Ge⸗ faͤße, welche der Kaͤufer ſich mitbringen muß, und die entweder aus Tonnen oder Saͤcken beſtehen, verkauft. Eine Tonne iſt 2 bis 2 ½ Berliner Scheffel, und ent⸗ haͤlt 3 ½ bis 3 ½ Kubikfuß. 12 Tonnen machen eine Laſt. Q 3 4* Erſter Abſchnitt. Tonnen Mer⸗ Fuder Sand, gelkalk. à 10 K. F. — Von Cimen⸗ ten. — Die Waſſer⸗Cimente, welche ſerbauten gebraucht, auch in Faͤ men von Ciment nach andern Gegenden verkauft. Zuſammenſetzung des Kalks und des Traſſes oder anderer Surrogate deſſelben. Der Pozzolanerde,*) die nur in Italien gefunden wird, koͤnnen wir uns, als einer zu koſtbaren Sache, nicht bedienen, und eben ſo wenig der in Belidors Ingenieurwiſſenſchaften und in andern Schriften erwaͤhnten Tournayſchen Aſche(Cendres de Tournay) die in Flandern gebraͤuchlich iſt, und nichts anders ſeyn ſoll, als Ruͤckbleibſel der ausgebrannten Steinkohlen zwiſchen Kalkſteinabgaͤn⸗ gen; daher wir den in Holland gemahlnen oder pulveriſirten Traß, aus deſſen Ver⸗ miſchung mit Kalk, ein ſehr guter bindender Ciment entſtehet, gebrauchen.**) *) M. ſ. von Gersdorf Beſchreibung der Pozzolanerde, Haunndverſches Magaz. 19. Stuͤck, 1773. **) ſ. Aſter(F. L.) geſammel V Zu einer Schachtruthe Mauer von Feldſteinen gehdren von Mauerſteinen —— AQuadratruthe zu putzen* ⸗ 80. — — 2 — ⸗— — 6 2 4— 5 1 ½— 2 1 4 Die uͤber Moͤrtel vorhandene Schriften findet man in Roſ enthals Technologie angezeigt. die Eigenſchaft der baldigen Trock⸗ nung haben ſollten, werden zuſammengeſetzt aus Kalk und Tarras oder Traß, welches ein, durch vulkaniſche Feuer erzeugtes Produkt iſt, und wird als ein ſehr poroͤſer und zerreiblicher Stein im Koͤllniſchen und in andern Gegenden am Rhein gefunden, nach Holland gebracht, daſelbſt gemahlen und zu den Waſ⸗ ſſern, gemeiniglich unter dem uneigentlichen Nah⸗ CEiment heißt eigentlich die te Nachrichten von dem in den vereinigten nieder⸗ laͤndiſchen Provinzen gebraͤuchlichen Ciment ꝛc. Dresden und Leipz. 1773. 8. Caſpers Entdeckung des Feuer⸗Tufſteins, woraus der zu waſſerdichten Gebaͤuden unentbebrliche Traß zubereitet wird.— Im Journal l' Efprit des journeaux Fevr. 1792 Tom. II. beſindet ſich eine mi⸗ Ingolſtadt 1794. neralogiſche Unterſuchuug uͤber den Urſprung und Nutzen des Koͤllniſchen Tufſteins, nebſt deutlichen Beweiſen von der Exiſtenz großer Vulkane an den Ufern des Rheins in der Gegend von Bergen und Trier, vom Baron von Hupſch.(Eine ſehr umſtaͤndliche Abhandlung.) Voyage fur le Rhin depuis Mayence jus qu'à Duffeldorf. Tom. II. S. 4. Die Verfertigung und der Gebrauch des Ciments aus Traß beſtehet in folgendem: rock⸗ oder d als nden Vaſ⸗ aah⸗ die en. als dors chen ders gaͤn⸗ Ver⸗ ) gat. eder⸗ 6.§. zten mi⸗ ſchen e an rvon 4 tin Von den Baumaterialien. 127 Der Traß wird durch ein Sieb geſiebet, alsdann nimmt man einen Theil von dieſem geſiebten Traß, und einen Theil geloͤſchten feuchten Steinkalk, und miſcht beides tuͤchtig unter einander, oder vielmehr man ſchlaͤgt beides mit eiſernen Schaufeln tuͤchtig zuſammen, ohne jedoch weiter Waſſer darunter zu thun; als⸗ dann muß dieſer Ciment ſogleich verbraucht werden, denn je eher derſelbe an dem nemlichen Tage gleich nach der Zubereitung gebraucht wird, deſto beſſer iſt es. Sollte indeſſen Ciment uͤbrig bleiben, ſo muß derſelbe den folgenden Tag ohne Waſſer wieder tuͤchtig durchgearbeitet werden, und erhaͤlt ſeine Geſchmeidigkeit zum Mauern zwar wieder, jedoch nicht den hohen Grad von Bindungskraft als der friſche. Es iſt auch rathſam, die Verfertigung des Ciments an einem beſchatte— ten Orte, als unter einem Schauer, und nicht in der brennenden Sonnenhitze vorzunehmen. Die zu vermauernden Ziegelſteine oder Klinker muͤſſen gut angenaͤßt ſeyn, und deshalb lieber einige Minuten in Eimern mit Waſſer angefuͤllt, welche den Maurern bei der Hand zu ſetzen, eingelegt, und ſodann auch noch der auf die Steine anzutragende Ciment angefeuchtet werden. Dieſer Ciment wird bei trockner Jahreszeit dieſer Benaͤſſung ungeachtet in fuͤnf bis ſechs Stunden feſt und ſteif. Die Fugen des Mauerwerks werden hier⸗ naͤchſt mit eben dieſem Ciment vermittelſt Fugeiſen ausgeſtrichen, welches denn in kurzer Zeit dergeſtalt erhaͤrtet, daß man mit einem Meſſer nichts aus den Fugen herausbringen kann. 3 Kaſten von einem halben Klinkerziegel dick, mit dieſem Ciment uͤber der Erde aufgefuͤhret, hielten ſo dicht, daß nicht das mindeſte Waſſer durchdrang. Man hat auch verſchiedene andere Miſchungen verſucht, wovon folgende ziem⸗ lich gut befunden wurden, nemlich zwei Theile friſch geloͤſchten Kalk, ein Theil feingeſtoßnen Traß, ein Theil Torfaſche. Desgleichen vier Theile Kalk, ein Theil Traß und ein Theil Eiſenmehl. Letzrere Miſchung iſt aber wegen des Ei⸗ ſenmehls, welches aus geſtoßenen Schlacken gemacht wird, im Großen zu gebrau⸗ chen, zu koſtbar. Im Magdeburgiſchen bei Jabenſtaͤdt, Preußiſchen Antheils, hat man einen Tufſtein gefunden, deſſen man ſich bei uns zum Erſatz des Traſſes bedienen kann. Er hat vier bis ſechs Fuß hoch Dammerde uͤber ſich. Nachdem ſelbige ab⸗ geraͤumt iſt, werden in den noch weichen Dufſtein mit einer Art von Bohrer, wie Flintenlaͤufe, Loͤcher gemacht, mit Schießpulver gefuͤllt, und dadurch große Stuͤ⸗ cken losgeſprengt; dieſe ſchlaͤgt man klein und bringt ſie zu Tage, welches im An⸗ fang des Fruͤhlings und nicht gegen den Winter geſchehen muß, wenn der Dufſtein 128 Erſter Abſchnitt. nicht erfrieren oder unbrauchbar werden ſoll. In den Fruͤhlingsmonaten wird der Tufſtein an der Luft hart und leicht, folglich auch zum Transport geſchickter. Der aber doch noch immer etwas feucht bleibende Tufſtein wird alſo an den Orten, wo man ſich deſſen bedienen will, in Oeſen, gleich gewoͤhnlichen Backoͤfen abgedunſtet, und man laͤßt ihn ſodann ſehr trocken werden. Hierauf wird der Tufſtein ſehr klein geſtampfet, wozu man, wenn große Quantitaͤten zuzubereiten ſind, leicht eine Maſchine erfinden und anbringen kann, und alsdann iſt derſelbe zum weitern Gebrauch, oder einen Ciment davon zu machen, brauchbar, welches folgendergeſtalt geſchiehet: In dem Verhaͤltniß, nemlich daß zu einer Metze Tufſtein, eine Metze unge⸗ loͤſchten und eine Mauerkelle voll geloͤſchten Kalk genommen wird(einige nehmen auch ein Drittel geloͤſchten, ein Drittel ungeloͤſchten Kalk und ein Drittel kleinge⸗ ſtoſſenen und geſiebten Tufſtein) miſcht man dieſe Materie aufs beſte unter einan⸗ der, alsdann wird die davon entſtandene Maſſe mit hoͤlzernen Haͤmmern ſtark ge⸗ ſchlagen und nachher mit feuchten Lappen bedeckt. Am zweiten oder dritten Tage nachher, wird das Schlagen wiederholet, bis der Eiment einem ſteifen Teige aͤhnlich iſt, womit alsdann die Fugen der Werkſtuͤ— cken oder Klinker, vermauert oder verſtrichen werden. Dieſer Ciment iſt indeſſen bei weitem nicht ſo gut als der aus dem Coͤllniſchen Traß zubereitete. An dem mit beiden dieſer Cimente gemachten Mauerwerk, ſindet ſich ein Abſatz der homogenen Thei⸗ le dieſer Cimente, aus dem Waſſer, nemlich Thon⸗ und Eiſen⸗Theile, den man abſchaben und wieder gebrauchen kann. Man bedient ſich auch aus Erſparung gemeiniglich nur des Ciments, zum Verſtreichen und Vergießen der Quadern, und nimmt zum Hintermauern derſel⸗ ben, nur einen Moͤrtel, der aus ein Drittel geloͤſchten, ein Drittel ungeloͤſchten Kalk, und ein Drittel geſtoßenen harten Bruchſtein⸗Stuͤcken, oder aus Ziegel⸗ mehl von feſtgebrannten Ziegeln beſtehet. Die franzoͤſiſchen Architeeren, Patte in ſeinen Bemerkungen uͤber die vorzuͤglichſten Gegenſtaͤnde der Baukunſt, und Perronet in ſeiner Beſchreibung des Bruͤckenbaues von Neuilly, in denen darin vorkom⸗ menden Bauanſchlaͤgen zu Schleuſen, imgleichen andere Architekten erwaͤhnen un⸗ ter dem Nahmen von Ciment, keines andern, als den aus friſch gebranntem Steinkalk, und anſtatt des Sandes, aus Ziegelmehl zuſammengeſetzt iſt, jedoch wird Ziegelmehl von Dachſteinen genommen, weil ſolche beſſer gebrannt und aus feinerer Erde bereitet ſind, als die Mauerziegel. Bei dder an der ckoͤfen d der ereiten erſelbe elches unge⸗ hmen einge⸗ inan⸗ ge⸗ bis rkſtu⸗ deſſen Thei⸗ ben und zum ſel⸗ hten iegel die ſeiner rkom⸗ en un⸗ untem edoch d ols Bei Von den Baumaterialien. 129 Bei dem Brombergſchen Schleuſenbau bedienen wir uns ebenfalls dieſes Ci⸗ ments, jedoch nachdem die erſten Schichten des Mauerwerks in Ciment aus hol⸗ laͤndiſchem Traß gelegt worden. Die Roͤmer, ob ſie gleich die vorzuͤglichere Potzolane hatten, bedienten ſich ſehr oft der geſtoßenen Zie⸗ 3 gel oder des Ziegelmehls zum waſſerſeſten Moͤrtel. Die Vortrefflichkeit deſſelben war ihnen ſo be⸗ kannt, daß ſie ſehr oft den gewoͤhnlichen Moͤrtel damit miſchten. Vitruv lib. II. Cap. 6. handelt von der Natur und dem Gebrauch der Pozzolane; aber man wird ſonſt in dieſem Werke und ſo auch beim Thitius(histor. natural.) eine Menge Stellen uͤber den Ge⸗ brauch und Nutzen des Ziegelmehls zu waſſerdichtem Moͤrtel, beſonders zu Pavimenten, Gewoͤl⸗ ben Waſſerleitungen ꝛc. finden. Vitruy ſchlaͤgt ſogar das Ziegelmehl Vorzugsweiſe zum Erſatz der Potzolane vor, wo man deren nicht hat. Man ſehe daruͤber auch den belehrenden Aufſatz: ſur les moyens et les procédés dées Romains etc. par Ant. Mongez: in dem Esprit des Journ. Tom IX. Septbr. 1792.— Desgl. Winkelmanns Geſchichte der Baukunſt der Alten. Ziegler uͤber die Feſtigkeit des alten Roͤmiſchen und Gothiſchen Mauerwerks. In den Gothiſchen Mauerwerken findet man das Ziegelmehl nebſtandern koͤrnigten Subſtanzen ſehr haͤufig dem Moͤrtel beigemiſcht, welches ſchon vielfach bemerkt worden. Noch neuerlich: uͤher die Ruinen von Paulinzelle.(teutſcher Mercur. Novbr. 1795. u erſterem Ciment werden Stuͤcke von feſtgebrannten Klinkern durch ein vom Waſſer getriebenes Pochwerk zerſtoßen. An merk. Manger nahm zu den Fundamenten ⸗Theile Kalk, 4 Theile ſcharfen Flußſand und 1 Theil grobes Ziegelmehl. Er glaubt, daß wenn D. Higgius den Gebrauch des Ziegelmehls verwirft, ſol⸗ ches nur von dem ſchlecht gebrannten gemeint ſey. S. Mangers Beitraͤge S. 238. In Woltmanns Hydrauliſcher Architectur Iter Theil S. 277 und 290 findet man die von dem eugliſchen Baumeiſter Schmeaton gemachten Verſuche und den bei dem Leucht⸗Thurme zu Edingſtone gebrauchten Waſſermoͤrtel umſtaͤndlich und genau beſchrieben. Dieſe nuͤtzliche Schrift wird ja ohnedem wohl in eines jeden Baumeiſters Haͤnden ſich befinden. Man ſehe ferner: Mémoire fur ladécouverte d'un ciment impénétrableà l'eau par M. d' Etienne à Paris 1787. Repertory of arts and Manufactures, II. B. No. 37. Desgleichen Werners chemiſche Annalen. 1795. 8. 2. pag. 107. ꝛc. Auch ſinden ſich verſchiedene Verſuche mit Ciment und Traß in den Abhandlungen der Schwe⸗ diſchen Academ. ꝛc, Th. XXXI und XXXII. pag. 5I. 92. Desgl. Th. XXXV. XXXVI. pag. 95. 273. 278. Th. XXXIII. XXXIV. 27. 117. Verſchiedene Subſtitutions⸗Arten fuͤr den Traß findet man: Hanndverſches Magazin, XI. 32. 219.— Desgleichen XII. 322. 795. Die Verſuche und Erfahrungen uͤber die feſten Moͤrtel und Cimente, welche der Profeſſor Gadd zu Abo, in dem 32ten Bande der angefuͤhrten Abhandlung der Schwed. Academ. mitge⸗ theilt hat, ſtehen auch abgedruckt in der Handlungs⸗Zeitung von Hildt(Gotha) 4otes Stuͤck, Decbr. 1795.) Ein waſſerfeſter Ciment von Kalk in Ochſenblut geloͤſcht und mit gexenmeht vermengt wird beſchrieben im Esprit des Journaux Novbr. 1791.) Man ſehe auch Gilly's Grundriß der Waſſerbaukunſt(Berlin 1795. im Abſchnitt von den Ma⸗ terialien.) und Gmelins chemiſche Grundſaͤtze, der Gewerbekunde(Hannover 179§5.) pag. 473. Mehrere Schriften uͤber dieſen Gegenſtand ſind in Roſenthals Technologie angefuͤhrt. * R 5 7 Vom Kitt. Erprobte Zu⸗ ſamenſetzung einiger Kitte. Erſter Aobſchnitt. 3,81. Man kennt in der Chemie ſowohl als in verſchiedenen praktiſchen Kuͤnſten mehrere ſehr feſte waſſerdichte Kitte; die wenigſten davon ſind aber im Großen ver⸗ moͤge des Koſten⸗Aufwands brauchbar. So haben auch andre aus den Zeiten der Roͤmer deren Zuſammenſetzung uns Vitruv, Plinius und andere uͤberliefern, deren Wirkſamkeit die Erfahrung beſtaͤtiget, ebenfalls die Koſtbarkeit der Ingre⸗ dienzien, z. B. friſcher Feigen, des Weineßigs, Hammelfetts und dergleichen ge⸗ gen ſich. 4.— Herrn Loriots von S. 121. bis S. 124. beſchriebene Erfindung beruhet indeſſen ganz gewiß auf ſo guten Gruͤnden, daß man dieſen Moͤrtel als den beſten in Ruͤck⸗ ſicht des Gebrauchs, Mauerwerk waſſerdicht zu machen, halten kann. Der beſte Kitt beim Bauen iſt uͤberhaupt der, welcher den Steinen am naͤch⸗ ſten koͤmmt. Z. B. Kalk und Sand. Guter Kalk und guter Sand iſt der gemei⸗ ne Steinkitt und wird mit der Zeit ſo feſt wie Eiſen. Ziegelmehl, Hammerſchlag und Kalk wird mit der Zeit ſo feſt als der Stein ſelbſt. Des Gebrauchs wegen gehoͤren die zuſammengeſetzten Kitte mehr zu den Beduͤrfniſſen des Waſſer⸗ als des Landbaues, indeſſen koͤnnen doch Faͤlle vorkommen, wo man ſich der Kitte bei dem Mauer⸗ werk der Haͤuſer zu bedienen hat, und da uͤberhaupt die Benennungen von Moͤrtel, Ciment und Kitt, bei dem Gebrauch von Mauerwerken, oͤfters verwechſelt werden, ſo habe ich es nicht fuͤr überfluͤßig gehalten, außer den ſchon beſchriebenen Cimenten, hier noch einige zuſammengeſetztere Kittte mitzutheilen, und Schriften anzuzeigen, worin uͤber dieſe Materie ein mehreres enthalten iſt. §. 32. 1 Zum Verkitten der Fugen eines waſſerdichten Mauerwerks ſind folgende Kit⸗ te bewaͤhrt befunden worden, und zwar 1) wenn das Mauerwerk bald im Naſſen bald im Trockne 5 ½ Pfund von der Luft abgeloͤſchten Kalk, 1 13⁰ n befindlich iſt. 2 ½ ⸗ ⸗ ganz fein geſiebtes Ziegelmehl 1 pulveriſirtes Glas 2 2 1z ordinaires Leinoͤhl. 10 Pfund. 2) Wenn der Kitt beſtaͤndig im Waſſer ble ibt. 5 Pfund Kalk 1 2 ½ ⸗* 2 Ziegelmehl 4 2 Hammerſchlag 1 ⸗ ⸗z pulveriſirtes Glas 2 z: Leinoͤhl. S 10 Tfund. ⸗ „ Von den Baumaterialien. 131 A8A 3 ünſen Der Kalk ſowohl als das Ziegelmehl muͤſſen ſo trocken als moͤglich ſeyn. Von zan ver dem Oehl, welches man vorher noch zu kochen pflegt, nimmt man anfaͤnglich nur ten der ſo viel daß die Maſſe beim Schlagen oder Stampfen nur nicht ſtaubt; Ein Mann iefen kann in einem Tage hoͤchſtens 10 Pfund ſchlagen, und zwar auf folgende Weiſe: Ingre⸗ die vorher in einem Moͤrſer zerſtoßene Maſſe wird geſiebt; von neuem in einem Moͤr⸗ hen ge ſer gethan, ſodann ¾ des Oehls, oder 1 ½ Pfund, hinzugethan und alles zu einem ſteifen Teig geſtoßen; ſodann wird das letzte † Oehl hinzugethan, wovon deſſen aaalles aneinander haͤngt. Nunmehr wird die Maſſe aus dem Moͤrſer gekratzt, auf Ruͤc eine Werkſteinplatte gelegt, und mit einem dazu geſchmiedeten bis 20 Pfund ſchweren Eiſen,(man kann auch ein gewoͤhnliches Brecheiſen nehmen,) einen gan— naͤch, zen Tag geſchlagen, wobei man den breiten Kuchen wieder von allen Seiten zuſam⸗ emei⸗ mmeenlegt und von neuem breit ſchlaͤgt. Be ihlag Wird vieler Kitt gebraucht, ſo kann eine Portion von 25 Pfund zugleich zu⸗ bereitet werden; Es ſollte zwar nicht mehr im voraus gemacht werden, als man in u 19 zwei bis drei Tagen zu verbrauchen gedenkt. Macht man indeſſen einen Vorrath t und auf g bis 12 Tage, oder man wuͤrde an dem Verbrauch behindert, ſo muß der Kitt t für mit feuchtem Pappier umſchlagen an einem friſchen Orte aufbewahret werden, da⸗ denm mit derſelbe keine Rinde bekoͤmmt. Beim Verkitten des Mauerwerks muͤſſen die Steinfugen von aller Naͤſſe ab⸗ Kit⸗ getrocknet ſeyn, jedoch werden die Fugen vor dem Einſtreichen des Kitts einige— mahl mit Oehl, vermittelſt eines Pinſels, ausgeſtrichen, und ſodann der Kitt t. mit hoͤtzernen oder eiſernen Spateln mit Gewalt ſo tief als moͤglich eingepreßt. Entſtehen in den erſten Tagen nach dieſem Einſtreichen, kleine Riſſe, ſo muͤſ⸗ ſen ſelbige mit Oehl beſtrichen und von neuem zugedruͤckt werden. In acht Tagen pflegt alles trocken zu ſeyn und nach Jahr und Tag iſt dieſer Kitt feſter als der Stein ſelbſt. Haben dieſe Werkſtuͤcke oder andere Steine eine graue oder roͤthliche Farbe, ſo kann man dem Kitte durch Zuſatz von etwas Schwaͤrze oder Bolus das nehm⸗ liche Anſehn geben. §. 33. Ein guter Feuer⸗oder heißer Kitt wird folgendermaßen zubereitet: Ein Feuer⸗ Man nimmt 24 Loth Colofonium oder Pech, 3 Loth gelbes Wachs, 2 Loth Fer. elher. Terpentin, 1 Loth gegoßnen Moſtix, 1 Loth Schwefel und eine gute Hand voll Zie⸗ gelmehl... R 2 132 Erſter Abſchnitt. Dieſe Maſſen werden in einem Topf oder Grapen auf dem Feuer zerlaſſen und fleißig umgeruͤhrt. Wenn dieſer Kitt ſogleich gebraucht werden ſoll, ſo muͤſſen die Fugen mit gluͤhenden Holzkohlen oder mit einem darauf gelegten ſtarken gluͤhen⸗ den Eiſen, heiß gemacht werden, und ſo wird die Maſſe gluͤhend eingegoſſen. Man kann daher dieſen Steinkitt nur allein bei plattliegenden Steinen, als bei Baſſins, Waſſer⸗Reſervoirs u. dergl. anbringen. Er wird gleich hart, ſo daß der uͤberſtehende weggemeißelt werden muß. 1 Von dieſem Feuerkitt kann man auf viele Jahre Vorrath machen, ſolchen in Stuͤcken aufheben und beim Gebrauch ſo viel abſchlagen und ſchmelzen als man be⸗ noͤthiget iſt. Der Kitt zur Verdichtung der Fugen zwiſchen Kupfer oder Sandſteinen, ſoll aus 7 Theilen Menninge, 3 Theilen Silberglaͤtte, 3 Theilen Bolus, 1 Theil ge⸗ ſtoßenem Glaſe und 2 Theilen gutem Firniß beſtehen.(Mang ers Beitraͤge, S. 284.) Arthur Young beſchreibet im 3ten Bande ſeiner Reiſen d urch Frankreich S. 118. einen Kitt 4 deſſen man ſich in Languedoe bedient um Steine zuſammen zu kitten. Wenn Quaderſteine zerbro⸗ chen ſind, ſo verbinden, ſagt er, die Maurer die Stuͤcke ſehr leicht damit. Der Kitt beſtehet aus Harz, 4 Schwefel und Wachs, dieſes wird zuſammen geſchmolzen und dazu von einem zu Mehl geſtoßenen Stein von eben der Art, welche gekittet werden ſoll, ſo viel hinzugethan, daß es die rechte Konſiſtenz erhaͤlt. Dieſes ſoll den Stein ſo feſt zuſammen halten, daß er eher an einer andern Stelle, als da, wo er gekittet iſt, zerbricht. Die hieſigen Steinmetzger bedienen ſich eben dieſes Kitts, nehmen aber weniger Harz und mehr Schwefel; auch muß, wie bereits vorhin gedacht worden, der zu kittende Stein heiß gemacht werden. Es giebt uͤbrigens noch verſchiedene Arten von Kitt, die zum Theil auch von den Arbeitern als Geheimniſſe behandelt werden. So fuͤhrt z. B. auch Herr Mongez im Esprit des Journeaux Th. IX. Septbr. 92. einen von den Steinarbeitern in Paris, als Geheimniß gehaltenen aͤußerſt feſten Oehlkitt an. Hierher gehoͤrt noch die im Leipziger Intell. Blatt II. B. S. 414 beſchriebene Compoſition, die Steinfugen, Werkſtuͤcke ꝛc. damit, anſtatt mit Bley zu vergießen. Einen Kalk welcher bei Kellern und Schlußgewoͤlben zu gebrauchen, ſ. im vierten Theil der Abhandlungen der Schwediſchen Akademie, pag. 90. Eben daſelbſt Th. 35. und 36 einen Feuer⸗und Waſſer⸗ abhaltenden Kitt. pag. 546. Daſelbſt auch einen Kitt zu Oefens, Th. 10. pag. 1630, Desgl. Th. 19. pag. 1621. Neue Methode unaufloͤßlichen Moͤrtel und Kitte zu machen, aus dem Franz. mit einer Vor⸗ rede und Kupfern. Wien, 1775. pag. 82. 8. 84. Vom Fenſte⸗ Der Fenſterkitt, deſſen ſich die Glaſer bei den Fenſtern mit hoͤlzernen Sproſ⸗ kitt. ſen bedienen, wird aus Bleiweiß und Kreide, jedes gleich viel mit Leinoͤhl⸗Firniß teigartig zuſammen geknetet, gemacht. Nehmen die Glaſer aber, wie es wohlge⸗ Eine Anweiſung ſehr feſten Kitt und Moͤrtel zu machen, im Hanndverſchen Magazin Theil 13. Von den Baumaterialien. 133 ſchieht, nur Kreide und Oehlfirniß, und gar kein Bleiweiß, oder mehr Kreide als Bleiweiß, ſo loͤſet ſich der Kitt ab, oder ſpringt ab. Man kann die Guͤte des Kitts leicht probiren, wenn man etwas davon ziemlich dick auftraͤgt, und in ſtarke Waͤr⸗ me bringt; trocknet er bald und loͤſet ſich nicht ab, ſo iſt er gut, im Gegentheil muß mehr Bleiweiß und Firniß dazu gethan werden. Oit wird auch etwas Terpentin dazu gethan, und zwar auf jedes Pfund Firniß 1 bis 1 ½ Loth Terpentin, welches den Kitt geſchmeidiger macht, und welcher beſon⸗ ders da mit Vortheil gebraucht wird, wo die Scheiben oft zerſprengt oder zerbro⸗ chen werden, weil er dann beſſer vom Holze abgeloͤſet werden kann, ohne durch zu ſtarkes Klopfen die uͤbrigen Scheiben beſchaͤdigen zu duͤrfen, uͤbrigens haͤlt er auch ſehr feſt am Holze. Es koͤmmt auch ſelbſt auf das Holz mit an, ob ſolches nemlich nicht feucht iſt, ſo wie auch das gute Grundiren der Fenſter zur Befeſtigung des Kitts all erdins viel beitraͤgt. Zum Kochen des Firniſſes zu dergleichem Fenſterkitt, werden insgemein 27 Theile Leinoͤhl, 1 Theil Umbra und 1 Theil Silberglaͤtte genommen, welchem eini⸗ ge auch etwas Colophonium zuſetzen.(S. Mangers Beitraͤge S. 285.) Der Colophonium macht aber den Kitt ſehr leicht ſproͤde, daher muß man deſ⸗ ſen Einmiſc chung gehoͤrig proportioniren; Man kann ihn auch ganz weglaſſen, weil er den Kitt bloß erhaͤrten helfen ſoll, welches bei Fenſtern, beſonders in vorher ge⸗ zeigten Faͤllen nicht gut iſt. Einige Glafer nehmen zum Kitte auch gar keinen Firniß, ſondern nur Lein⸗ oͤhl und Kreide mit etwas Terpentin vermiſcht; dieſen Kitt gebrauchen ſie beſon⸗ ders dann, wenn ſie einzelne Scheiben wieder einſetzen. Obgleich dieſes kein rich⸗ tiges und gutes Verfahren iſt, ſo entſchuldigen ſie es doch damit, daß beim aber⸗ maligen Zerbrechen ſich die neuen Scheiben beſſer einſetzen laſſen, ohne die uͤbrigen zu beſchaͤdigen. Ueberhaupt giebt es eine erſtaunende Menge von Vorſchriften zu allerlei Arten von Kitte, bei Steinen, Blech, Kupfer, Eiſen,(eiſernen Ofen,) und ſolcher, deren ſich Kuͤuſtler und Handwer⸗ ker bedienen. Man findet davon viele im 39ten Th. der Krünitziſch en Encyklopaͤdie, Art. Kitt, im⸗ gleichen im 12ten b5 S. 592. Fenſterkitt. So wie auch in Stiegelitz Eueyklopaͤdie der Baukunſt 2ter Th. S. 133. Man ſehe auch he dieſen Gegenſtand im sten Theil der Schriften der 6 eipz. o konom. Societaͤt, S. 114. Patte in ſeinen Bemerkungen uͤber die vorzuͤglichſten Gegenſtaͤnde der Bau⸗ kunſt fuͤhret S. 120 an:„daß man ſich außer des Kalks und des Gipſes faſt aller Orten eines beſondern Maſtiks oder Kitts bedient, um die Fugen des Mauerwerks zu verſtreichen. Die Go⸗ 1 2343 Erſter Abſchnitt. Vom Gypſe. then ſowohl als die Neueren, haͤtten ſich mit Nutzen des Eiſenfeilſtaubs mit etwas Kalk und Ci⸗ ment(Ziegelmehl) vermiſcht, bedient, und dieſe Maſſen mit Urin angemacht. In des Herrn von Roda Abhandlung uͤber die von der naturforſchenden Geſellſchaft zu Danzig auf⸗ ggeegebene Preisfrage von den Urſachen des Salpeterfraßes an den Mauern. Altenb. 1772, heißt es ſogar: daß ein Moͤrtel von ½ Kalk und grobes Ziegelmehl das einzige Mittel ſei, um den Salpe⸗ terfraß an Mauern ſowohl zu verhindern, als auch abzuhelfen. Anweiſung, wie der Pariſer Fenſter⸗Kitt gemacht wird. S. Leipz. Intell. Blatt, 1. Band 1763. No. 4. 1 §. 85. Der Gyps wird aus dem ſogenannten Gypsſtein, Frauenglas, oder Alaba⸗ ſter gebrannt, und beſtehet aus einer Verbindung der Kalkerde mit der Vitriol⸗ ſaͤure, welche durch das Brennen nicht aufgehoben wird. Die Gypsſteine ſind mehrentheils halbdurchſichtig, betraͤchtlich weicher wie die Kalkſteine, ſo daß ſie ſich leicht zerreiben laſſen, und werden von einem etwas geuͤbten Auge leicht von letztern unterſchieden. Sie brauſen mit Scheidewaſſer oder andern Saͤuren, gewoͤhnlich nicht auf, welches in ſeltnen Faͤllen nur dann ei⸗ nigermaßen ſtatt findet, wenn die Kalkerde des Gypsſteins nicht voͤllig mit Vitriol⸗ ſaͤure geſaͤttiget iſt, und die Saͤure ſodann auf den nicht geſaͤttigten Theil dieſer Kalkerde wirken kann. Um die Gypsſteine naͤher zu unterſcheiden, duͤrfte man nur ein Stuͤck derſel⸗ ben, gleich einem Stuͤck Kalkſtein brennen. Ein ſolcher gebrannter Gypsſtein wuͤrde beim Benetzen mit Waſſer keine Spur von der beim oͤſchen des Kalks ent⸗ ſtehenden Waͤrme bemerken laſſen, ſondern das Waſſer in ſich ſaugen, und damit, wenn des letztern nicht zu viel iſt, eine dicke breiartige Materie bilden, welche an der Luft bald ſteinartig erhaͤrtet. Auch entdeckt man den Gyps, wenn von den Steinen etwas zu Pulver gerie⸗ ben und mit gleich vielem Kohlenſtaub gemengt in einem offenen Tiegel, zwiſchen Kohlen ſtark durchgegluͤhet wird, wovon ſodann ein Schwefelgeruch entſtehet. Das Brennen des Gypſes geſchiehet von den Gypsbrennern in Oefen wie die Baͤckeroͤfen. 3. M. ſ. daruͤber Kruͤnitz Encyklopaͤdie. Th. 20. Gmelin's Grundſaͤtze der Gewerbkunde. Ab⸗ ſchnitt X. ꝛc. Imgleichen gruͤndliche Unterſuchung von der Feſtigkeit des alten Mauer⸗ werks nebſt einem aufrichtigen Unterricht von gehdriger Zubereitung des Kalks, von J. C. Huth. Halberſtadt 1777. Auch, F. L. von Cancrin kleine technologiſche Werke. 3. Band. 1791. Auch, deſſelben Abhandlung von der Natur ec. des Gypſes und Lederkalks, mit 2 Kupf. Gießen 1790. 8. In hieſiger Gegend wird der Gypsſtein bei Sperenberg, einem zum Zoſſen⸗ ſchen Amte gehoͤrigen Dorfe vier Meilen von hier, in reichlicher Menge gefunden, 2. 4 1. Von den Baumaterialien. 133 ſie ſtehen in einer 50 bis 60 Fuß hohen Lage, und hoͤren mit dem Spiegel des nahe am Berge ſtehenden Sees auf. Dieſer Bruch wird ſchon ſeit 100 Jahren bearbei⸗ tet, und man kann noch auf viele 100 Jahre Gewinn davon rechnen. Die Gyps⸗ ſteine ſind nur mit einer zwei bis drei Fuß hohen Erdlage bedeckt, daher braucht man gegen andere Bruͤche weit weniger Muͤhe, um die Steine zu finden, ſo wie auch der Stein ſelbſt ſehr leicht zu brechen iſt, indem der ganze Bedarf, welcher in hieſige Gegend, und ſeit einigen Jahren ſogar nach Preußen verfahren worden, und im Durchſchnitt jaͤhrlich an 10/000 Centner betragen hat, nur von vier Mann beſorget wird. Die Gypsſteine werden roh in großen Stuͤcken und in Kothen(kleinen Stu⸗ cken) verkauft, oder wenn die Stucken zu klein ſind, werden ſie zu Gypsmehl gebrannt. Die Steine werden in Prahme geſett, wovon jeder 21 Fuß lang„ 7 ½ Fuß breit und 2 ½ Fuß hoch iſt und zu 210 Centner geſchaͤtzt wird, wenigſtens wird den Arbeitern nicht mehr als 210 Dreier, oder 2 Rthlr. 4 Gr. 6 Pf. an Brecherlohn bezahlt. 8) *) Man ſehe ausfuͤhrlicher in den Denkwürdigkeiten der Mark Brandenburg. 1796. Sept. Sruͤck. Der bereits gebrannte und pulveriſirte Gyps wird fuͤr gut gehalten, wenn derſelbe in der Hand gedruͤckt und gerieben, eine Art von Fettigkeit verſpuͤren laͤßt; hingegen taugt der Gyps nicht, wenn er ſich rauh und trocken anfaßt, und viel da⸗ von an den Fingern haͤngen bleibt. Bei der Zubereitung des trocknen und pulveriſirten Gypſes muß dazu klares und helles Flußwaſſer genommen und das Gypsmehl ſehr wohl damit umgeruͤhrt, auch nicht mehr davon angemacht werden, als man ſogleich gebrauchen will, weil derſelbe ſodann ſteif wird und ſich nicht wieder mit Waſſer erweichen laͤßt, oder doch fehlerhaft wird. Außerdem daß der Gyps beim Zuſatz des Waſſers ſich nicht wie der Kalk er⸗ hitzt, hat derſelbe auch noch die dem Kalke eutgegengeſetzte Eigenſe chaft, daß er nicht wie dieſer ſeine Maſſe vermehret, ſondern das Volumen Gyps faͤllt um Nabt als ein Viertel des Inhalts zuſammen. Herr Manger i in ſeinen Beitr äͤgen zur praktiſch 2 Bautunſt⸗ Grer folgende Verſuche an: Ein Kubikfuß Sperenberger Gypsſtein wog ungebrannt 145 Pfund 5 Lorh 95 gebrannt aber 110 Pfund 8 Loth. — Holſche i in ſeinei Grundſaͤtzen zur Anfertigung richtiger Bauanſchlaͤge giebt nur 66 his 68 Pf. an. 8* Metzen rechnen. Giebt an ge— branntem Gyps Ein Kubikfuß Gypsſtein hat an Gewicht 145 Pf. 5 Le 19 Pf. 3 Loth. 1796. S. 932 u. f. heißt es: „den waͤhret, 11 ¹ 6% „ 1 Centner. „net wird.“ gendes Verhaͤltniß entſtehen: ſtein an Gewicht 145 Pfund 5 Loth. rechnet. 6 ¾˖ Kubikfuß enthaͤlt, mithin 492 Kubikzoll zu wenig Ein Kubikfuß Gyps⸗ giebt an ge Gyps 103 Pf. 23 Loth. Der Mehlgyps wird in Tonnen verkauft, und jede Tonne zu 5 Scheffel ge⸗ Wenn aber eine ſolche Tonne, wie ſchon beim Kalke erwaͤhnet worden, ſo wuͤrde ein Scheffel Gyps nur 1 Kubikfuß 604 Kubikzoll Erſter Abſchnitt. Ein Centner roher Gypsſtein ſollte 13 ½ Metze geben; man kann aber nur 12 Und dieſer an Mehlgyps 17 ½ Metze. „Von 1 Centner Gypsſtein erhaͤlt man nach dem Brennen, 4 Centner reinen Mehlgyps. Der Scheffel Mehlgyps wiegt Um 5o Scheffel zu brennen, braucht man im Sommer 1 Klaf⸗ 1„ ter Holz, im Winter etwas mehr. „Der Mehlgyps wird in Tonnen verkauft, wovon jede zu 5 Scheffel gerech⸗ enthalten. goſſene Der davon ge⸗ Gyps enthaͤlt gyps Da, wo die Gypsſteine haͤufig gefunden werden, bedient ma bereiteten Gypſes, als Moͤrtel oder Mauerſpeiſe zur Auffuͤhrung der Mauern, auch zur Anfertigung der Fußboden oder Eſtriche ſowohl in den untern als in den obern Zimmern der Wohn⸗ und Wirthſchaftsgebaͤude. Man nennt den Gyps daſelbſt ziemlich uneigentlich Sparkalk. Von einem Kubikfuß rohen Gypsſtein, wurden 2 708 Kubikfuß mit Waſſer angemachter und nachher erhaͤrteter Gyps erhalten. Ddie Veraͤnderungen vom hieſigen Sperenbergſchen rohen Gypsſtein an bis zum gegoſſenen Gypſe, wuͤrden alſo folgende ſeyn: Und das Ge⸗ wicht des gegoſ⸗ ſenen Gypſes be⸗ traͤgt 262 Pf. 3 Loth. In den angefuͤhrten Denkwuͤrdigkeiten der Mark Brandenburg vom Sept. welches 14 Stun⸗ Hiernach wuͤrde, wenn der Kubikfuß Gypsſtein 145 Pfund 5 Loth wiegt, fol⸗ brannten und dieſer an Mehl⸗ 12 ½ Metze. n ſich des daraus Der at 12 Waſſe n bis 3 Ge gegoſ es be⸗ SLeh. Sept. Stun⸗ wiegt Klaf⸗ gerech⸗ 1 fol⸗ el ge⸗ rden, bikzoll daraus auch obern Der Von den Baumaterialien. 137 Der Gypskalk wird entweder allein ohne Sand gebraucht, oder mit Steinkalk und Sand vermiſcht. Zu Fußboͤden aber wird reiner Gyps genommen. Ueber die zu dergleichen Arbeiten noͤthige Menge von Gyps, iſt J. C. Huths allgemeiner und gruͤndlicher Unterricht zu Bauanſchlaͤgen. Halberſtadt 1777, nachzuſehen. Der Gypskalk ſollte aber billig nicht zu Mauern gebraucht werden, welche der Feuchtigkeit ausgeſetzt üind, weil derſelbe an ſolchen Oertern keine bindende Kraft hat. Patte, in ſeinen Bemerkungen uͤber die 2 vorzüglich ſten Gegenſtaͤnde der Bankunſt S. 156 tadelt den Mißbrauch, daß die Entrepreneurs in Paris ſich des Gypſes zu den Fundamen⸗ ten und Kellergewoͤlben bedienen, nicht ſowohl weil der Kalkmoͤrtel theurer iſt als der Gyps, ſon⸗ dern um die Arbeit zu beſchleunigen, und daß ſie dieſem Vortheil die Dauer der Gebaͤude auf⸗ opferten. Dahingegen iſt der Gyps im Trocknen ein vortrefflich bindender Moͤrtel, der ſogleich erhaͤrtet, und daher zu Gewoͤlben die im Trocknen bleiben, vorzuͤglich brauchbar, weshalb die Alten ſich des Gypſes bei ihren bewunderungswuͤrdigen Gewoͤlben bedienten. Die kuͤhnen flachen Gewoͤlbe des Grafen d' Sspie„wovon in der Folge ein mehreres vorkommen wird, wuͤrden ohne Gyps am wenigſten ausfuͤhrbar ſeyn. In Gegenden als die hieſigen, wo die Gypsſteine ſeltner und des Transports wegen theurer ſind, dagegen Kalk hinreichend und zu weit geringern Preiſen zu haben iſt, bedient man ſich des Gypſes nur wegen ſeines ſchnellen Trocknens zu aͤußern und innern Verzierungen an den Gebaͤuden. Außer dem Gypsbruche zu Sperenberg iſt weder in den Marken, noch in Pommern oder Preußen ein Gypsbruch oder Gypsbrennerei, jedoch finden ſich bei Inowratzlaw in Suͤdpreußen Gypsſteine. Der Gypsberg in Sperenberg wird durch eine Faktorei auf Koͤnigl. Rechnung betrieben. Es wird aber daſelbſt wenig Gyps gebrannt, ſondern die rohen Gypsſteine mehrentheils nach Berlin und Potsdam verkauft, woſelbſt ſie von Gypsbrennern gebrannt werden. Der gebrannte Gyps vertraͤgt auch keine Naͤſſe oder Feuchtigkeit, weil derſelbe davon erhaͤrtet,, daher iſt es auch gut denſelben an demjenigen Orte zu brennen, wo man ſich deſſen bedienen will; Vorraͤthe von gebranntem Gyps muͤſſen aber an trocknen Oertern aufgehoben werden. Eines Theils weil der Gyps in der Naͤſſe nicht dauerhaft iſt, andern Theils weil derſelbe zu ſchnell bindet oder erhaͤrtet, pflegt man denſelben zu den aͤußern Zierrathen der Gebaͤude etwa mit ½ Kalkmoͤrtel, der aber mit feinem Sande zu⸗ bereitet iſt, zu vermiſchen, damit der Gyps⸗ oder Stukkaturarbeiter Zeit gewinne, die Zierrathen in der angetragenen Maſſe auszuarbeiten, ehe ſelbige erhaͤrtet, wel⸗ ches bei bloßem Gypſe in 15 Minuten vollkommen geſchieht. Gerohrte Decken und Stubengeſimſe koͤnnen zwar bloß mit Kalkmoͤrtel angefertigt werden;; es iſt aber beſſer, wenn dem Moͤrtel zu dergleichen ſchwebenden Anwuͤrfen, des ſchnelle⸗ ren Bindens wegen, etwas Gyps zugeſetzt wird, wobei aber die oben gegebene Re⸗ S Vom Lehm. 138 Erſter Abſchnitt. gel nicht außer Acht zu laſſen iſt, nicht mehr dergleichen mit Gyps vermiſchten Moͤrtel zuzubereiten, als man etwa in Zeit von einer Stunde zu verbrauchen ge⸗ denkt, weil derſelbe ſonſt zu ſteif wird. Man braucht ſodann: Zu einer Quadratruthe Decke, wenn auf Lehmfachwerk und uͤber die Balken weg— gerohrt wird, als Zuſatz zum Kalkmoͤrtel 3 Schfl. Gyps. —— Quadratruthe auf Schalung gerohrt ⸗ 3* und zu 200 laufende Fuß, Stiele, Riegel, Raͤhme oder Balken ½—— Dceer Gyps iſt außerdem ein vortreff liches Mittel eine ſchoͤne Glaͤtte und Fein⸗ heit in den Putzarbeiten hervorzubringen, daher er beſonders in inneren und zu koſtbareren muͤhſameren Arbeiten gebraucht wird. Wenn man beſonders zu recht ſaubern Arbeiten ſich die Muͤhe nimmt, den Gyps in einem Keſſel(trocken) uͤber dem Feuer zu erhitzen, wobei er foͤrmlich, wie kochend, aufwellet, ſo gewinnt er an Feinheit und Feſtigkeit außerordentlich. Mit Vortheil bedient man ſich in Frankreich des Gypſes auch als Beimiſchung zu feinen Kalkweißen; woruͤber z. B. in der encyclopédie oeconomique(NYver- don 1770. 8.) Artik. Blanc, Anweiſungen gegeben werden. Die geſammten Schriften uͤber Gyps ſind in Roſenthals Techno logie angefuͤhrt. .§. 86. 2 Der Lehm wird als Verbindungsmittel derjenigen Mauern gebraucht, welche Feuer und Hitze auszuſtehen haben, als Brand⸗ und Vorgelegemauern, Schorn⸗ ſteinroͤhren,(ſo weit ſelbige ſich unter dem Dache befinden) Backoͤfen u. dergl. weil Kalkmoͤrtel der Hitze nicht widerſtehet. Zuweilen wird der Lehm auch aus Sparſamkeit zu andern Mauerwerken und ſogar zu Fundamenten gebraucht. Da aber die bindende Kraft des Lehms bei na⸗ tuͤrlichen und gebrannten Ziegeln, weit geringer iſt als die des Kalkmoͤrtels, der Lehm auch in beſtaͤndiger Naͤſſe und Feuchtigkeit ſich aufloͤſet, ſo folgt, daß ein Mauerwerk mit Lehm bei weitem ſo dauerhaft nicht ſeyn kann als dasjenige, wel⸗ ches mit Kalkmoͤrtel angefertiget worden. Man kann ſich alſo des Lehms zum mauern, außer bei den Feuermauern, als Moͤrtel hoͤchſtens nur bei Fundamenten in ſehr trocknem Grunde und zu ganz leich⸗ ten Gebaͤuden bedienen, die keine große Laſten zu tragen haben, und wo der Lehm zwiſchen denen auf dem Grunde ſe owohl als unter ſich ſelbſt feſtgelagerten Feldſteinen des Fundaments, und in den Fugen des uͤbrigen Mauerwerks, mehr bloß zur Aus⸗ fuͤllung als zu einem eigentlichen Verbindungsmittel dienet. Von den Baumaterialien. 139 Unter der Bedingung daß der Grund zu einem Bau nicht nur an ſich hoch und trocken, ſondern auch lehm⸗ oder thonartig iſt, dergeſtalt daß die vom Dache fal⸗ lende Naͤſſe derſelben nicht ſo leicht durchdringen kann, duͤrften nicht nur die Fun⸗ damente, beſonders wenn gute lagerhafte Feldſteine dazu genommen werden, ſon⸗ dern auch das uͤbrige Mauerwerk von Ziegeln, bei geringen Landgebaͤuden von ei⸗ nem Stockwerke mit Lehm verfertiget werden, jedoch muͤßte von außen alles gehoͤ⸗ rig mit Kalk beworfen ſeyn. Bloßer Lehm iſt in dieſen Faͤllen wenigſtens beſſer als der in hieſigen Gegenden ſo genannte Sparkalk, welcher aus Kalk, Lehm und Sand beſtehet, indem Kalk und Lehm ſich niemals gehoͤrig mit einander verbindet. Dieſer Umſtand iſt, ich muß es geſtehen, das große Hinderniß den Kalkab⸗ putz auf den Lehmwaͤnden von Luftziegeln oder Lehmpatzen zu fixiren. Wo derſelbe ſich an den Waͤnden haͤlt, kann man nicht eigentlich ſagen, daß der Kalk mit dem Lehm verbunden ſei, ſondern der uͤber die Flaͤchen der Lehmziegel befindliche Kalk, wird nur gleichſam durch die Haken, welche derſelbe bildet, wenn der Anwurf bei dem Antragen in die offen zulaſſende Fugen des Mauerwerks hineingeworfen wird, gehalten; daher ſcheint ein in die Lehmflaͤche der Waͤnde, nachdem vorher alle of⸗ fene Fugen ausgeſtrichen und glatt gemacht worden, eingeriebener mit gutem Sand vermiſchter nicht zu dicker Kalkuͤberguß bei dergleichen Waͤnden, beſſer zu ſeyn als ein dicker Antrag von Kalkmoͤrtel. Beilaͤufig bemerke ich, daß ein von mir gemachter Verſuch, den Kalkmoͤrtel bei dieſem Verfahren mit Ochſenblut zu vermiſchen und den friſchgebrannten Kalk feſt damit abzuloͤſchen, ſpricht nur erſt eine Erfahrung von Jahr und Tag, bis dahin ſich dieſer Ueberzug vortrefflich gehalten hat.— Zum Vermauern der ungebrannten Lehmziegel und der Gompaßen iſt dagegen der Lehm das einzige zweckmaͤßige und zugleich das wohlfeilſte Verbindungsmittel, denn da hier Steine und Moͤrtel voͤllig gleichartig ſind, ſo verbindet ſich beides nicht nur aufs beſte, ſondern auch auf das geſchwindeſte, ſo daß kein Mauerwerk ſobald denjenigen Theil ſeiner Vollkommenheit, der durch die Cohaͤſion entſtehet, erhaͤlt, als dieſes. Außer dem im erſten Abſchnitt bereits gedachten nuͤtzlichen Gebrauch des Lehms, um ganze Gebaͤude damit aufzufuͤhren, iſt der weitere(eewoͤhnliche) Ge⸗ brauch deſſelben bekanntermaßen, die Faͤcher in den Waͤnden und in den Feldern zwiſchen denen Balken damit auszukleben. Zu letzterem Gebrauch muß aber beſſerer Lehm genommen werden als zu erſtge⸗ dachtem, nemlich reinerer und fetterer, der mehr Zuſammenhang hat. S 2 I1 Erſter Abſchnitt. Außerdem findet der Gebrauch des Lehms auf vielfaͤltige Art Anwendung, und man kann denſelben mit Recht als ein unſchaͤtzbares Hauptmaterial des Landbaues anſehen.— Herr Manger, nachdem derſelbe, in einer andern Stelle ſeiner oͤkonomi⸗ ſchen Bauwiſſenſchaft, den Bau ganzer Lehmhaͤuſer,(die er mit Recht, we⸗ nigſtens in Nuͤckſicht auf die Hauptſache, die Waͤnde, unverbrennliche Haͤu⸗ ſer nennet) als ein erfahrner Baumeiſter mit Ueberzeugung von der Dauerhaftig⸗ keit derſelben, und mit patriotiſchem Wohlmeinen empfohlen, ſagt S. 33. „An Orten alſo wo der Lehm haͤufig zu haben iſt,(iſt das aber nicht faſt bei al⸗ „len Doͤrfern der Fall? ſollte ein jeder bei dem jetzigen Holzmangel,(wohl zu „merken, im Jahr 1785) ſtatt der hoͤlzernen Zaͤune, Planken, Stacketen, „Brett⸗ und Bohlwaͤnde und dergleichen, ſich der Lehmmauern bedienen; De⸗ „ren Dauer gegen Holz, wird immer den mehrern Aufwand, wenn anders, „(ſagt Manger ſehr richtig,) derſelbe wirklich groͤßer ſeyn ſollte, reichlich erſetzen. Ein Kubikfuß Lehm wiegt 90 bis 100 Pfund, daher kann ein Geſpann wel⸗ ches einen halben Winspel Getreide faͤhret, etwa 10 Kubikfuß, beſſere Pferde aber verhaͤltnißmaͤßig mehr anfahren, wobei es auch auf die Beſchaffenheit der Wege ankoͤmmt. Zu einer Quadratruthe geſtakter Wand oder Windelboden auszulehmen, gehoͤren wenn das Holz 12 Zoll ſtark iſt 9 Fud. dehm à 10 K. F. 1 2.. 3 10, 7 1. e 2 3 5 2 2 9„„„ 51½ 2. 4 .... ⸗ 6„ 21 3 ¾.. ⸗ Holſche in ſeiner Anweiſung zur Anfertigung richtiger Bauanſchlaͤge, hat kaum ein Drittel dieſes Bedarfs angegeben,— Zu einer Quadratruthe Eſtrich von 3 Zoll dick gehoͤren 3 ½ Fuder Lehm à 10 K. F. 2. 2 2 2 4 ⸗ ⸗ 4 4 2 2 2 ⸗ ¹ 2 F 41 2 6 ⸗.. . 4 2 2„ 6 27- 7 27 2 1 8 Ein recht dauerhafter Lehmſtrich auf Scheunen⸗Fluhren wird einigemahl mit Theergalle, wecde man bei den Theerſchwelereyen erhaͤlt, begoßen, und gehoͤret zu 8 bis 10 Q. Ruthen eine onne. 4 Man pflegt auch Ochſenblut, Hammerſchlag und Schefen darunter zu nehmen. Einen Ofen zu ſetzen, iſt ohngefehr 1 Fuder Lehm erforderlich. 1 Der in Kruͤnitz Encyclopedie bereits erſchienene Artikel Le hm giebt uͤber dieſe Materie uͤber⸗ haupt in aller Ruͤckſicht eine ausgebreitete und genaue Kenntniß, nebſt einer ausgedehnten litterari⸗ ſchen Ueberſicht der wichtigſten Schriften. 2 4.* Von den Baumaterialien. 141 ag und 5. 97.. nddauis Deer Thon wird zu verſchiedenen Abſichten beim Bauen gebraucht, vorzuͤglich Vom Thon. im natuͤrlichen Zuſtande um die Brunnenſteine damit auszufuͤttern, und da der nomi⸗ Thon die Eigenſchaft hat, daß er nicht ſo leicht vom Waſſer erweicht wird, als an⸗ ht, we⸗ dere Erdarten, ſo pflegt man denſelben vorzuͤglich bei Waſſerbauten, zu Fange⸗ Haͤu⸗ daͤmmen und zum hinterfuttern der Mauern auch zu hoͤlzernen Bollwerken, bei rhoftig Schleuſen und Freiarchen zu gebrauchen.*) Der gemeine Thon theilet ſich in weißen oder eigentlich in weißgranen und bei al⸗ in vielfaͤrbigen gefleckten, geaͤderten oder ſogenannten ſchwarzen Thon; erſte⸗ ohl zu rer wird zu feinen Fabrikarbeiten als Fayance, Pfeiffen ꝛc. letzterer aber von den keten, Toͤpfern zu Oefen und auf ſonſtige Weiſe zum Bauen verwendet, weiler in groͤße⸗ De⸗ rer Menge, mithin wohlfeiler zu haben iſt. ders,*) DerThon, wenn derſelbe naß getheſen und wieder trocken wird, welches zufaͤllig geſchehen kann, bekoͤmmt Riſſe, welche durch das, durch ſelbigen dringende Waſſer leicht vergroͤßert werden koͤn⸗ eten. nen, und alſo kleine Canaͤle oder Roͤhren formiren, durch welche das Waſſer leicht ſtaͤrker durch⸗ wel⸗ dringen kann, und die man nicht einmahl gewahr wird, weil der obere Theil, oder gleichſam die G Decken dieſer Roͤhren, im Thon nicht zufallen. Dieſe Roͤhren im Thon koͤnnen ſich nun durch das e aber Abſpuͤhlen des Thons vergroͤßern, ohne daß man es bemerkt, anſtatt daß leichtere Erde und ſelbſt Wege Sand immer nachfaͤllt, und dergleichen Waſſerroͤhren entweder gar nicht geſtattet, oder das Nach⸗ fallen der obern Erde zeigt wenigſtens das Durchdringen des Waſſers an, wobei man gleich Vor⸗ kehrungen machen kann.—. oren In dieſer Ruͤckſicht iſt es ſo ſicher eben nicht als man dafuͤr haͤlt, Fangedaͤmme von Thon auf⸗ zufuͤhren, oder Thon gegen Waſſermauern und Bollwerke gegenzuſchlagen, weil derſelbe ſich auch §.F. mit Steinen und Holz nicht genau verbindet, ſondern abblaͤttert; Es kann alſo das Waſſer zwi⸗ ſchen dem Holze und dem Thone leichter einen ſich bald vergroͤßernden Durchgang finden, anſtatt daß bei der Hinterfuͤllung derſelben mit Sande die Sandkoͤrner durch die obenliegende Erde von der . Seite feſt in die Unebenheiten der Steine oder des Holzes, angedruͤckt werden, wodurch dem Waſ⸗ ⸗ fer der Durchzug nicht ſo leicht verſtattet wird, oder wie geſagt, durch das Nachſinken der Ober⸗ „ in flaͤche werden ſich dergleichen nachtheilige Umſtaͤnde zu erkennen geben, die man dann durch Huͤlfs⸗ mittel in Zeiten verbeſſern kann. So ſehr ich auch die praktiſchen Kenntniſſe des verſtorbenen Herrn Manger ſchhaͤtze, ſo K. 9. zweifle ich doch aus obigen Urſachen an dem gluͤcklichen Erfolg bei deſſen Anfuͤhren S. d0. der dkonom. Bauwiſſenſchaft;„daß es hinreichend ſeyn ſollte, um an Orten welche öftern Ue⸗ „berſchwemmungen ausgeſetzt ſind, waſſerdichte Keller zu machen, nur die Mauern des Kellers 3„ringsum, wenigſtens einige Fuß nach innen zu, ſtatt mit Moͤrtel, mit lauter Thon zu mauern, , nund ſolche ſchraͤg oder anlaufend zu machen, damit ſie eben auf gedachter innern Seite, ſo hoch „ohngefehr das Waſſer ſteigen moͤchte, noch mit einer é bis 8 Zoll ſtarken lehnenden Ueberzuge von tetgile„Thon verſehen werden koͤnnen. hen eint Hierdurch ſagt Herr Manger und auch Herr Meinert, in ſeiner Land wi rthſchaftli⸗ ch en Bauwiſſenſchaft. S. 203.; wird das Waſſer abgehalten. Aber um auch deſſen Ein⸗ dringen von unten durch den Fußboden zu verhindern, iſt bloß noͤthig, ſolchen zuerſt nach einer niederwaͤrts gehenden Bogenlinie zu ebenen und darauf 2 bis 3 mahl Thon auf das Beſte ſchlagen etim⸗ zu laſſen, bis der ganze gleichſam niederwaͤrts gewoͤlbte Ueberzug 8 bis 9 Zoll Dicke erhalten hat, rrruni äber welchen noch ein ebenfalls niederwaͤrts gehender Bogen von guten Klinkern zu ſpannen iſt⸗ S 3 —— ——— Allgemeine Beſchaffenheit des Eiſens. 90 142 Erſter Abſchnitt. Wenn Herr Manger indeſſen verſichert, daß er auf ſolche Art einen waſſerdichten Keller mit weni⸗ gen Koſten habe machen laſſen, und der ſich gut hielte; ſo wuͤrde es unbeſcheiden ſeyn, meine Zweifel nicht wenigſtens auf die Bedingung einzuſchraͤnken, daß der Thon nie Gelegenheit gehabt haben müͤſſe, trocken zu werden. Uebrigens hat es wohl ſeine Richtigkeit, wenn Herr Manger ſagt. daß dieſer Keller mit Ciment⸗Kalk drei bis viermal theurer zu ſtehen gekommen ſeyn wuͤrde, und daß je tiefer der Thon⸗ und Klinkerbogen in dee Mitte gemacht werden koͤnne, je mehr widerſtuͤn⸗ de er dem aufwaͤrts druckenden Waſſer, weswegen hernach die Oberflaͤche mit Klinkern gerade ge⸗ macht werden koͤnnte. Wie der Thon zum anderweitigen Gebrauch in Fabrikation der Ziegel benutzt und behandelt wird, iſt ſchon ausfuͤhrlich erwaͤhnt worden. Eine kurze Ueberſicht der Natur dieſes Materials geben des Herrn Kluͤgels Anfangsgruͤnde der Naturlehreꝛc. und des Gebrauchs im All⸗ gemeinen, Gmelinschemiſche Grundſaͤtze der Gewerbekunde, 12ter Abſchnitt, von den Thon⸗Waaren. Ueber die nuͤtzliche Anwendung der gebrannten Thonarbeit ſind uͤbrigens die Bemerkungen des Herrn Mongee in der ſchon angefuͤhrten Abhandlung(Esprit de Journeaux, Tom. IX. Septbr. 1792.) zu empfehlen.. 5. 55. IV. Metall. 1) Das Eiſen iſt ein ſchwaͤrzliches oder eigentlicher ein weißgraues Metall, welches die meiſte Haͤrte und Elaſtizitaͤt beſitzet, ſchwer zum Fluß zu bringen, hin— gegen dem Roſte ſehr unterworfen iſt, und durch die Kunſt in Stahl verwandelt wer⸗ den kann. Das Eiſen gehoͤrt zwar in die Klaſſe der unedeln Metalle, es dient aber zu den mannigfaltigſten Endzwecken, und iſt beſonders auch beim Bauen unentbehrlich. Das Eiſen beſitzt auch die beſondere Eigenſchaft, daß es nicht nur vom Mag⸗ net angezogen, ſondern auch durch ein dazu dienliches Verfahren ſelbſt in einen kuͤnſtlichen Magnet verwandelt werden kann. Unter den Metallen iſt es nicht nur das haͤrteſte, ſondern auch und beſonders das in Stahl verwandelte am meiſten elaſtiſch, und, die Platina nebſt dem Braun⸗ ſtein⸗Metalle ausgenommen, am ſchwerſten zu ſchmelzen. Platina, iſt ein erſt um die Mitte dieſes Jahrhunderts bekanntgewordenes im Spaniſchen Amerika erzeugtes Metall eigner Art, welches dem Golde ſehr gleich kommt und viele Eigenſchaften mit ſel⸗ bigem gemein hat; daher man demſelben auch den Nahmen Weiß⸗Gold beileget. Das Eiſen iſt nach dem Golde das zaͤheſte unter den Metallen; je zaͤher es aber iſt, fuͤr deſto beſſer wird es gehalten. Der Eiſendrath wird zaͤher, wenn er vor dem Verbrauch durchs Feuer gezogen wird. Das Eiſen iſt der Zerſtoͤhrung ſehr unterworfen. Die vereinigten Wirkun⸗ gen der Luft und des Waſſers verwandeln ſeine Oberflaͤche bald in einen Roſt, oder gelblichen Kalk; die Mittel den Roſt zu verhuͤten, werden in der Folge angezeigt. deni⸗ 1 ment t geha ter ſagt de, um deren⸗ nnde ze ehandelt E gehen i Al⸗ t, von. zen des Septhr. etal hin⸗ twer⸗ nden h. Mag⸗ inen ders aun⸗ terika t ſel⸗ aber dem Von den Baumaterialien. 143 Alle Saͤuren loͤſen das Eiſen auf und bringen mit dieſem Metall beſondere Er⸗ ſcheinungen hervor. Das Eiſen iſt unter allen Metallen dasjenige, welches die groͤßte Verwandt⸗ ſchaft mit dem Schwefel hat, daher auch eiſerne Duͤbel und Klammern in Werk⸗ ſtuͤcke oder Feldſteine mit Schwefel eingekittet oder vergoßen werden koͤnnen. Das Eiſen laͤßt ſich mit den mehreſten Metallen vereinigen und zwar mit Gold, Silber, Spießglanz⸗Koͤnig und Kobolt am leichteſten und vollkommenſten: mit andern ſchwerer; mit Zink und Bley aber gar nicht, auch mit dem Queckſilber nur unvollſtaͤndig; daher iſt es ſehr uͤbel gewaͤhlt, die vorgedachten eiſernen Duͤbel und Klammern in Bley zu vergießen. Endlich iſt es eine der nuͤtzlichſten Eigenſchaften des Eiſens, daß es geſchikt iſt, ſich durch Cimentiren oder ſchmelzen in ein vollkommenes Eiſen, das man Stahl nennt, zu verwandeln, deſſen mannichfacher Gebrauch in Ruͤckſicht der vorzuͤgli⸗ chen Elaſtizitaͤt und Haͤrte allgemein bekannt iſt. Von allen Metallen findet ſich das Eiſen am haͤufigſten, und den Grundſtoff deſſelben trift man in allen 3 Natur⸗Reichen an, ſo, daß ſelbſt der menſchliche Koͤrper gleich den Thieren nebſt den Pflanzen davon mehr oder weniger enthaͤlt. Im Mineralreiche iſt es jedoch am mehreſten verbreitet, und dahero kaum moͤglich es in irgend einer der verſchiedenen Erd⸗ und Steinarten zu vermiſſen. Alle Erden und Steine, welche von Natur gelb oder roth ſind ſowohl, als diejenigen, welche dieſe Farbe durch die Calcination erlangen, enthalten gewoͤhnlich Eiſen, und in dem gelben und rothen Ocker macht ſolches den vorwaltenden Beſtandtheil aus. W. Die Lehre von der naͤhern Kenntniß der eigentlichen Eiſenminen, von deren Gewinnung und Zugutmachung, gehoͤret in die Mineralogie, Bergbaukunde und Metallurgie, kann daher hier nicht Platz finden. M.ſ. Vonder Hagen, Beſchreibung der Stahl⸗undEiſenfabrikbei Reuſtadt⸗ Eberswalde, und inſonderheit Jahrs metallurgiſche Reiſen mit Anmerkungen von Gerhard. Eine kurze und buͤndige Ueberſicht der Bearbeitung und Anwendung des Eiſens, liefern Gmelins chemiſche Grundſaͤtze der Gewerbkunde. S. 574, f. f. Beim Bauweſen kommt es vorzüglich auf die Bekanntſchaft mit den Eigenſchaften und den Gebrauch des durch die metallurgiſche und andere dahin gehoͤrige Bearbeitung aus den Erzen ge⸗ wonnenen Eiſens, als eines bereits fertigen Materials an, worauf demnach die Behandlung des Segenſtandes hier eingeſchraͤnkt werden muß. Wer ſich aber dennoch naͤher unterrichten will, der findet in Kruͤnitz Encyklopaͤdie und in Stieglitz Encyklopädie der Baukunſt Art. Eiſen vieles zuſammengetragen, auch in dieſen Werken und in Roſenthals Dechnologie, viele Schriften uͤber dieſe Materie angezeigt. . 1 144. Erſter Abſchnitt. 8 5. 39. Proben üͤber Die ſicherſten Proben von der vorzuͤglichen Guͤte einer Eiſenart ſind folgende: de nte des 2) Wenn es ſich kalt hin und her biegen laͤßt ohne zu brechen, und endlich bei dem Brechen nicht glatt abſpringt, ſondern wie Holz mit einem hervorſte⸗ henden Rande abbricht.. b) Wenn es auf dem Bruche lange breite Faſern hat, die keine verſchoſſene, aſchgraue, ſondern eine metalliſch glaͤnzende weißgraue Farbe haben. Dieſe aſchgraue oder blaͤuliche Farbe der Faſern ruͤhret von dem, beim Friſchen zu haͤufig zugeſetzten Kalke her. Ein ſolches Eiſen iſt ſehr muͤrbe, und wenn ſelbiges eine gute Schweißhitze erhaͤlt, ſo gluͤet es entweder wie Zun⸗ der aus einander oder wird ganz roth. Dieſer Bruch iſt zwar der beſte und allezeit vorzuͤglicher als derjenige, der Augen und Blaͤtter zeigt.*) *) ſ. Jars metallurgiſche Reiſen mit Anmerkungen begleitet von Gerhard. Wenn indeſſen die Augen kleinſpreißig und nicht koͤrnig ſind, ſondern vielmehr duͤnne Blaͤtter von einem ſehr matten Silberglanz haben, und der Bruch mit einem vorſtehenden Rande verſehen iſt, ſo zeigt derſelbe be⸗ ſonders bei dicken Stuͤcken doch ein gutes Eiſen an. c) Wenn ein recht duͤnn ausgereckter Stab ſich recht winklich biegen oder wie eine Uhrfeder kruͤmmen laͤßt, und auf dem Bruche noch mehrere Faſern zeigt, als das vorhero dickere Stuͤck, oder wenn ſich die bei dem alten dicken Stuͤck befundene vorbeſchriebene Blaͤtter in Faſern verwandelt haben. d) Wenn ſich ſelbiges zwar gut und ohne zu reißen, zu einer Platte ausdeh⸗ nen laͤßt, allein ſtarke Hitze und viele Hammerſchlaͤge erfordert. e) Wenn das Eiſen gut ſchmilzt und nicht unganz wird. Dieſe letzt angefuͤhrten Umſtaͤnde muͤſſen zuſammen kommen und nicht verein⸗ zelt werden, wenn man die Guͤte eines Eiſens beurtheilen will. 1. 9o. Gattungendes Wenn man das Eiſen nach ſeiner Guͤte beurtheilen will, ſo laſſen ſich folgende iſan hu Gattungen von demſelben machen: 1. Geſchmeidiges und dabei feſtes Eiſen; dieſes beſitzt alle vorangefuͤhrte Eigenſchaften, und hat außer ſeiner vollkommenen Geſchmeidigkeit da⸗ bei die noͤthige Haͤrte, Feſtigkeit und Elaſtizitaͤt, ſo daß es weder im Gebrauch noch beim Feuer einen ſtarken Abgang erleidet und lange wi⸗ derhaͤlt. Ein ſolches Eiſen hat die mehrſte Dichtigkeit und iſt zu allen Arten von Arbeiten zu gebrauchen. 2) Ge⸗ Von den Baumaterialien. 145 2. Geſchmeidiges und dabei muͤrbes Eiſen. gende. Dieſes Eiſen kommt mit dem vorhergehenden in der Geſchmeidig⸗ ſich bei keit uͤberein, allein es iſt nicht ſo feſt und elaſtiſch, folglich nicht ſo vorſte⸗ dauerhaft ſo, daß man zwar fuͤr das Springen nichts zu beſorgen hat, allein es nutzet ſich eher ab, beſonders im Feuer, und wird dann oſſene, kbroͤde. 4 Diſf 3. Rothbruͤchiges Eiſen. ſſhen Dieſes Eiſen beweiſet ſich kalt bei der Arbeit, zaͤhe und weich, und verhaͤlt ſich eben ſo, als wenn es weißgluͤhend bearbeitet wird; allein 8 wenn es rothgluͤhend iſt, ſo bricht es beim Biegen. Ueberdem roſtet es wund leicht, und iſt ſowohl gegoſſen als auch geſchmiedet, zum Kuͤchengeſchirr untauglich, eben ſo als zu Oefen, indem es in dem erſten Fall die Spei— ſen ſchmutzig macht, in dem letztern aber beſtandig einen unangeneh⸗ men Geruch und Duft von ſich giebt. Bei dem Feilen giebt es einen ndern blaͤulichen Strich, und es kann daher nur zu kleiner Schmiedearbeit ge⸗ und braucht werden. e be 4. Das kaltbruͤchige Eiſen. ..„ Dieſes Eiſen iſt hart, es laͤßt ſich in der Waͤrme gut bearbeiten de e 4 und biegen, in der Kaͤlte aber ſpringt es ſehr leicht und hat gemeiniglich Faſen ein hellglaͤnzendes, mehr blaͤttriges als faſeriges Gewebe. Es roſtet dicken nicht ſo leicht als das rothbruͤchige, nimmt eine gute Politur an, und kann zu allen Geraͤthſchaften, die keinen Stoß aushalten duͤrfen, des⸗ usdeh⸗ gleichen zu weißen Blechen gut gebraucht werden. Als Gußwaare iſt es zum Kuͤchengeſchirr, zu runden Oefen, zur Munition, auch zu tragen⸗ den Sachen ſehr brauchbar, und giebt, ſo wie das vorhorgehende, einen erein⸗ faſt gaͤnzlich unbrauchbaren Stahl. . Sproͤdes Eiſen. Hieher rechne ich dasſenige Eiſen, welches nicht gut ſceiße und dabei dem Springen ſtark unterworfen iſt; dieſes Eiſen iſt entweder- gende grobglaͤnzend oder fahl, und gleichſam auf dem Bruche verſchoſſen und fi bricht glatt ab, ohne allen vorſtehenden Rand. ffuͤhrte F. 91. 8 Der Stahl*) unterſcheidet ſich vom Eiſen hauptſaͤchlich durch folgende Vom Eunbl. de n Eigenſchaften: ge*) Man ſehe im allg. Gmelins chemiſche Grundſaͤtze der Gemwerbkunde§. 666. 2c. und die dort mit ralla angefuͤhrte Schriften. T Ge⸗ — 8 92 5, 7. Erſter Abſchnitt. . Hat er kein blaͤttriges oder fadenartiges Gewebe wie das Eiſen, ſondern er zeiget eine koͤrnige Textur, die in den kleinſten Theilen unter dem Vergroͤßerungsglaſe etwas Eryſtalliniſches an ſich zu haben ſcheint. Beſitzt derſelbe eine mehrere Dichtigkeit und alſo auch eine groͤßere ſpe⸗ cifike Schwere. Iſt er haͤrter und elaſtiſcher als Eiſen. .Roſtet noch langſamer und ſchwaͤcher. Beim Zerſchlagen ſpringet er ſchief mit einem klingenden Ton. Im Feuer wirft er wenige Funken und nimmt allerhand Farben an, erſt gelb, hernach goldfarbig, dann roth, hierauf blau und zuletzt ſchwarz. Zu kuͤnſtlichen Magneten iſt er vorzuͤglicher als das Liſen und laͤßt ſich ſtaͤrker magnetiſch machen als das Eiſen. Die bekannteſten Arten des Stahls ſind folgende:*) *) Perret's Preisſchrift von der Kenntniß und Bearbeitung der Stahlarten, von Halle.(Franzoſiſches Original. Paris 1779. 8.) I. Geſchmolzener engliſe cher, der ſeit 1750 bekannt worden, und davon die eine Art mit B. Hithount, die andere mit Martial bezeichnet iſt. Er iſt der haͤrteſte, dichteſte und gleichartigſte, dienet zu den feinſten Schneidewerkzeugen, ſo wie uͤberhaupt zu allen Sachen, wo es auf vor⸗ zuͤgliche Haͤrte und Politur ankommt. Das Kennzeichen dieſes Schmelzſtahls iſt, daß er, wenn er kalt und ungehaͤrtet gebrochen wird, ein eben ſo ſchoͤnes Korn zeiget, als andere Stahlarten, wenn ſie ge⸗ haͤrtet worden. Aufgeblaͤhrter engliſcher Cimentſtahl von Neukaſtel, in Stangen 3 Zoll breit und gegen 6 Linien dick. Er iſt ſo ſproͤde als hartes Meſſin, und ſchickt ſich gut zu Feilen und Raspeln. Stairmaͤrkiſcher in Stangen von 7 bis 3 Linien breit und 3 oder 4 Linien dick, welche in 2 bis 3 Fuß langen Kiſten ankommen. Sein Korn iſt am Rande weißlich, in der Mitte violet oder purpurfarbig, woher er im Handel den Namen des Roſenſtahls erhalten hat. Der Lyontiſche, Tyroliſche und Schwediſche Stahl, ſind faſt von derſelben Beſchaffen⸗ heit. Der Roſenſtahl dient nur zu den groͤbern Werkzeugen der Tiſchler, Zimmerleute u. dergl. Deutſcher Stahl, Bruͤckenzeug genannt, mit eiuem Kreis von 7 Ster⸗ nen und dem Namen Franzen oder einem Anker bezeichnet; die Stangen ſind gewoͤhnlich 11 bis 12 Zoll lang und 3 Zoll breit und 4 Lnien dick, Materien, worin der Guß geſchiehet. Von den Baumaterialien. 147 und liegen in 3 Fuß langen Faͤſſern. Er wird von Meſſerſchmieden, Uhrmachern, Waffenſchmieden zu Amboßen, Hammern, Walzen, Muͤnz⸗ ſtempeln u. dergl. gebraucht. .Koͤllniſcher Stahl in Faͤſſern, in Staͤben von 3 Fuß lang, 1 Zoll breit, x Zoll dick. Er iſt weicher als der Stairmaͤrkiſche, und man wendet ihn zu Aexten, Beilen oder andern ſchneidenden Werkzeugen der Art an. .Soltinger Stahl. Er wird hauptſaͤchlich zu Degenklingen, von den Berliniſchen Feilenhauern aber am liebſten zu ihren Feilen gebraucht. . Ungariſcher mit einem Eichenblatt gezeichneter Stahl in Staͤben von 1 Zoll in Quadrat, und in Gebinden von 4 bis 6 Stangen, durch Ei⸗ ſen verbunden; er iſt einer der ungleichartigſten, hat aber die Eigen⸗ ſchaft leicht mit Eiſen ſich zu verbinden. . Franzoͤſiſche Stahlarten von Dauphine, Burgund, Frix und Nevers, von welchen der letztere das Zeichen 72 und Meuville hat, welche dem engliſchen Schmelzſtahl ziemlich gleich kommen. Von demjenigen Eiſen, deſſen man ſich in den Preußiſchen Staa⸗ ten bedienet, wird das Schwediſche fuͤr das beſte gehalten; allein eini— ges von dem inlaͤndiſchen, beſonders das Schleſiſche⸗ und Harzer⸗Eiſen giebt dem Schwediſchen wenig nach. Erſteres iſt vielmehr zaͤher, reibt oder nutzt ſich aber eher ab, als das Schwediſche, daher man dieſem bei dergleichen Stuͤcken, welche ſich auf andere harte Koͤrper bewegen, als bei Wagengeſchirr ꝛc. einigen Vorzug einraͤumen kann. Die Ein⸗ bringung des Schwediſchen Eiſens, iſt indeſſen, ohne eine beſondere Er⸗ laubniß des Bergwerks⸗Departements verbothen, außer fuͤr Preußen, welches nach Debitirung eines Averſional⸗Quantums von inlaͤndiſchem Eiſen, ſich des Schwediſchen bedienen darf. S. 83. Das Eiſen⸗Gußwerk erhaͤlt ſeine verſchiedene Benennungen von denjenigen, Vom Eiſen⸗ Dieſe Materie iſt gewoͤhnlich Sand oder zußwerk. Der Sandguß iſt der wohlfeilſte, weil die Modelle nur in Holz gemacht und in etwas feuchtem Sande abgedruckt werden; allein dieſes gehet nur bei dergleichen Waaren an, die wenig erhoben ſind, als Platten zu Oefen, Wellager, Setzraͤ⸗ der oder gezaͤhnte Raͤder in Schneidemuͤhlen und andern Maſchinen. T 2 Von der Ver⸗ arbeitung des Eiſens. 148 Erſter Abſchnitt. Der halbe Lehmguß iſt etwas theurer. Es koͤnnen aber nur ſolche Waaren in halben Lehmguͤßen geformt werden, die zum Theil geſchweiſt und erhoben ſind, zum Theil aber aus platten Figuren beſtehen, als Blatzapfen zu Muͤhlenwellen u. d. gl. Der ganze Lehmguß iſt der theuerſte, man nennt ihn auch hole Waare, weil dazu Modelle aus Lehm und zwar in zwei beſondern Stuͤcken, dergeſtalt kuͤnſtlich gemacht werden muͤſſen, daß der zwiſchen beiden befindliche leere Raum mit dem geſchmolzenen Eiſen ausgefuͤllt werden kann. Da die Formen nach geſchehenem Guß abgeſchlagen werden muͤſſen, ſo ſind ſie nur einmahl zu gebrauchen. Dergleichen Waaren ſind Kanonen, Bom⸗ ben, Kugeln, runde Oefen, alle Arten Keſſel, Pfannen und Toͤpfe. Man wird ohne Erinnerung einſehen, daß ſowohl die Geſchmeidigkeit als Bruͤchigkeit ihre Grade hat, und daß folglich ſelbſt unter den guten und ſchlech⸗ ten Eiſenſorten ſich unzaͤhlig viele Abaͤnderungen finden laſſen, auch daß es ſehr da⸗ rauf ankoͤmmt, wozu man das Eiſen brauchen will, welches den Grad der erfor⸗ derlichen Guͤte beſtimmt; denn ſo kann z. B. zu großen und ſtarken Ankern in Mau⸗ ern weit ſchlechteres Eiſen genommen werden, als zu kleinen und feinen Stuͤcken, als Bolzen, welche eine Laſt halten ſollen, zu Schrauben, welche gebogen oder ge⸗ kruͤmmt werden muͤſſen. Vorzuͤglich muß der Schloͤßer auf die Wahl eines guten, weichen und reinen Eiſens ſehen, welches ſich kalt gehoͤrig bearbeiten und poliren laͤßt. Ganz reines Eiſen iſt ſo geſchmeidig und ſo zaͤhe, daß in Schweden ſogar Lahn aus dem Eiſen gezogen wird, welchem man verſchiedene Farben giebt und in Zeugen mit einwirkt, auch haben Herrn Ruͤmans Verſuche ergeben, daß es zu ſo feinem Drath gezogen werden kann, daß ein Pfund deſſelben die Laͤnge einer Schwe⸗ diſchen Meile ausmachet. Der Zuſammenhang der Theile des Eiſens iſt ferner ſo groß, daß ein eiſerner Faden oder Drath, welcher den zehnten Theil eines Zolles im Durchmeſſer betraͤgt, 450 Pfund zu halten im Stande iſt, ehe er reißt. Man kann hieraus abnehmen, wie ſehr man ſich auf maͤßig ſtarke Bolzen beim Bauen verlaſſen koͤnne, um die groͤßten Laſten daran zu haͤngen. §. 93. In Abſicht der Verarbeitung des Eiſens iſt zu bemerken: Bekanntermaßen gluͤhen alle Eiſen⸗Arbeiter das Eiſen im Feuer von Holz⸗ Stein⸗ oder Torf⸗Kohlen und erweichen es dadurch, damit es ſich unter dem Hammer ſtrecken laſſe. Nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde kann der Schmid dem Eiſen eine dreifache Hitze geben; die ſtaͤrkſte Glut nennt man den Schweiß oder die fließende Hitze. Gewoͤhnlich aber verſtehen die Eiſenarbeiter dieſe Glut, it „ un . gl. weil iſtlich t dem , ſo Bom⸗ t als hlech⸗ ir da⸗ rfor⸗ lau⸗ f en, ge⸗ aten, ſiren gar din ſo we⸗ ſo lles Nan nuen oſy dem mid eif jnt, Von den Baumaterialien. 149 wenn ſie ſagen:„daß ſie dem Eiſen Hitze geben“, nachhero werden die Theile des Eiſens mit großen Poßekeln mehr an einander geſchlagen, wodurch die Dichtigkeit des Eiſens vermehrt wird, und dieſes heißt Schwe iſſen, welches von dem Ausdruck zuſammenſchweißen zu unterſcheiden iſt, deſſen man ſich be⸗ dient, wenn zwei abgeſonderte Stuͤcke durch Huͤlfe des Gluͤhens vereiniget werden. Schmieden iſt eigentlich diejenige Arbeit, wo der Schmidt durch die Bearbei⸗ tung mit dem Hammer dem im Feuer erweichten Eiſen die verlangte Geſtalt giebt. Mehrere Werkzeuge, ſo wie die Federn und ſchneidenden Inſtrumente muͤſſen eine vorzuͤgliche Haͤrte erhalten. Um den Stahl, welcher dazu angewandt wird dieſe Eigenſchaft zu geben, iſt deſſen Haͤrtung erforderlich, welche nach Ver⸗ ſchiedenheit des Endzwecks auf verſchiedene Art geſchiehet, in der Hauptſache aber darauf beruhet, daß der, bis zu einem gewiſſen Grade erhitzte Stahl unter dem Zutritt der Luft, und in einer kalten Fluͤßigkeit, am geindhnühſten im Waſ⸗ ſer ſchnell abgekuͤhlet wird. Ueber die naͤhere Verfahrungsart bei dieſer Operation, verdienen vorzuͤglich Rumans Verſuch ei⸗ ner Geſchichte des Eiſens, ſo wie Perrets praktiſche Anweiſung alle Stahlar⸗ ten zu kennen, nachgeleſen zu werden. Auch erlangt das Eiſen durch die Haͤrtung, unter den dazu erforderlichen Handgriffen eine oberflaͤchliche Stahlhaͤrte, indem es mit einer duͤnnen Stahlhaut dadurch bedeckt wird; und es giebt dies daher ein Mittel an die Hand, die Dauer der gemeinſten Werkzeuge und Geraͤthſchaften, welche nur aus Eiſen verfertiget werden, zu vermehren. Alle Eiſenarbeiter muͤſſen endlich das Eiſen und Stahl wieder durch das Ausgluͤhen geſchmeidig machen, wenn es unter dem Hammer ſproͤ⸗ de geworden iſt; dieſes geſchiehet bei allen Arbeiten, die kalt gebogen oder mit der Feile und dem Meißel bearbeitet werden ſollen. Das leichteſte Mittel iſt, daß man das Metall in gluͤhende Kohlen wirft, und einige Stunden darin liegen laͤßt, ohne den Blaſebalg gehen zu laſſen. Es ge⸗ ſchiehet dieſes zu der Zeit, wenn nicht geſchmiedet wird. Noch geſchmeidiger wird das Eiſen, wenn man es in Lehm ſteckt. Reines Eiſen und Stahl laſſen ſich mehrentheils auf einerlei Art loͤthen, ſo⸗ bald aber ſolche verzinnet ſind, muß man ſich einer ganz andern Art von Loͤthung bedienen. Die Kleinſchmiede oder Schloͤſſer muͤſſen vorzuͤglich ihre Arbeit loͤthen. Als ein Eiſenloth zu ganz großen Stuͤcken, gebraucht man vorzuͤglich reines Kupfer, und geſchlagenes ſowohl als Guß⸗Meßing; zu mittelmaͤßig ſtarken Sachen kann man alle Meſſingſchlag⸗ und Meſ⸗ ſingſchnellothe gebrauchen; kleine und duͤnne Stuͤcken kann man theils mit Silber theils mit Schlagloth loͤthen. 3 Vom Eiſen in den Koͤnigl. Preuß. Pro⸗ vinzen. Erſter Abſchnitt. Weil das Eiſenwerk, welches in Mauern kommt, als Anker, Klammern, Bolzen ꝛc. vom Kalk gar bald ſchadhaft wird, ſo pflegt man zu deren beſſern Con⸗ ſervation daſſelbe, wenn es noch warm iſt, fein, dicht und gleichfoͤrmig mit Pech zu uͤberſtreichen, auch kann man noch uͤberdem das Eiſen, ſowohl bei Einlegung in das Mauerwerk, als auch bei Aufnagelung auf das Holz mit zerlaſſenem Theer und Pech beſtreichen, ſolche Maſſe durch die Bolzenloͤcher laufen laſſen, und die Naͤgel und Bolzen ſelbſt damit beſtreichen; ſo hat man die baldige Verroſtung deſto we⸗ niger zu beſorgen. Damit auch ein reines, unverzinntes Stuͤck Eiſenarbeit in der Naͤſſe nicht ſo leicht roſte, pflegt man, nachdem es heiß gemacht worden, daſſelbe mit Pech zu uͤberſtreichen. Der hieſige Lakir⸗Fabrikant Herr Chevallier hat kürzlich einen wohlfeilen Ueberzug erfunden, womit jedes Eiſenwerk ſelbſt in der groͤßten Naͤſſe fuͤr den Roſt bewahret bleiben ſoll, und wird ſeine Er⸗ findung dem Publikum zur Benutzung anbieten. Bei der Pruͤfung hat er den beſten Erfolg gezeigt⸗ und den Angriff der ſchaͤrfſten Saͤure ꝛc. ausgehalten Es gehoͤrt hieher auch, die durch die Herrn Weſſely und Neumeiſter gemachte Erfindung eines Firuißes zum Ueberzug des Deck⸗Bleches, womit das Koͤnigl. Oberhofbauamt Proben hat anſtellen laſſen. Z. B. bei Deckung der beiden Fluͤgel am Brandenburger Thore. Eine neue Methode das Eiſen fuͤr den Roſt zu bewahren, zeigt auch das Hannoͤverſche Magazin XIX. Jahrg. p. 223 an. Vom Anſtriche des Eiſenblechs uͤberhaupt, ſ. Kruͤnitz Encyelopaͤdie Art. Eiſen und Blech. Desgleichen Jeſter Art. Blech. Die Blechdaͤcher, ſtatt roth, ſchwarz anzuſtreichen, ſ. Abhandl. der Schwed. Akad. rter Th. 94. §. 92. In Preußen, den Marken und Pommern wird Schleſiſches und Landeiſen, ſo man in dieſen Provinzen aus Wieſenerz fabriziret, im Magdeburgiſchen aber Harzer, Wernigeroder und Braunſchweigiſches Eiſen gebraucht. Das vorge⸗ dachte Landeiſen iſt nur zu allen großen Stuͤcken bei dem Haͤuſerbau, als zu Ankern, Bolzen u. dergl., auch zu Gußwaaren brauchbar. Zu wichtigen und beſonders haltbaren Schmiedearbeiten, als bei Schleuſen, Muͤhlen und andern Maſchinen, iſt das auf allen hieſigen Niederlagen zu habende Schleſiſche Eiſen zu waͤhlen. Man findet von jeder Art, eine ordinaire und eine verbeſſerte Sorte, oder ſolches, wel⸗ ches zweimahl aufgeſchmiedet worden, wodurch es, wie bereits angemerkt worden, reiner oder feiner wird; dahero auch altes, bereits verarbeitet geweſenes Eiſen, wenn es wiederum zuſammengeſchmolzen und von neuem aufgeſchmiedet wird, ein vortreffliches Eiſen giebt. Die Urſach davon iſt die, daß dasjenige Eiſen, welches noch Sand oder andere erdige Theile in ſich hat, durch das oͤftere Schmieden kom⸗ pakter und mithin feſter oder zaͤher gemacht wird. nen, Con⸗ 1 Nech ng in rund Näͤgel we⸗ jt ſo h zu womit ne Er⸗ eeigt, eines tellen igaxin Blech. Von den Baumaterialien. 151 Alles Eiſen differirt indeſſen in vielfaͤltiger Art in der Guͤte; es giebt ſogar in einer Stange mehrere Sorten, und zuweilen recht gutes und recht ſchlechtes beiſammen. Beitraͤge zur Civilbaukunſt, worin die Staͤrke des Eiſens und Hollzes er⸗ laͤutert wird. 1796 mit Kupf. 8. Frankf. a. M. bei Guilhaumand. Der Verkauf des Eiſens geſchiehet zuweilen nach Schiffpfunden, welches Gewicht 280 ordinaire Pfund betraͤgt. Ein Cubikzoll ſchwediſches Eiſen wiegt 10 bis 12 Loth, und das ſchleſiſche eben ſo viel. Das hieſige Landeiſen aber nur 10 Loth und alſo 1 Cubikfuß— 540 Pfund. Holſche in ſeinen Grundſaͤtzen zu Anfertigung richtiger Bau⸗ anſchlaͤge, S. 153, giebt fuͤr den Kubikfuß eben ſo viel an Gewicht an; es iſt aber ſehr unrichtig, wenn er darnach das Gewicht des Stabeiſens berechnet, und z. B. einer Stange von 1 Fuß lang und 1 Zoll ins Gevierte, als dem 144ten korperlichen Theil eines Kubikfußes, auch den 144ten Theil des Gewichts eines Kubikfußes zueignet, nemlich 3 Pfund 24 Loth, denn das Eiſen kann nicht ſo ge⸗ nau ausgeſchmiedet werden, als man ſich die Theilung wohl in Gedanken vorſtellen oder berechnen kann. Der Erfahrungsſatz, den auch Manger in ſeinen Beitraͤgen zur praktiſchen Baukunſt, S. 269, angiebt, iſt daher richtig, daß nemlich eine eiſerne Stange von 1 Fuß lang und 1 Zoll ſtark, 4 Pfund wiegt. Nach dieſem Satz muͤßte das Gewicht nachfolgender Sorten von Stabeiſen, oder deſſen wel⸗ ches man ſonſt nach einem beſtimmten Maaß, bei einem Bau gebrauchet, gerech⸗ net werden: I. Quadrat⸗Eiſen. II. Flaches oder Hufſtaͤbe. 8 Zoll 1 Zoll breit † bis ¾ Zoll ſtark. 4— 14————— — 1½————— 1— 1 4————— 1½— 15——z—— 12— 2————— 1½— 2 ½————— 14— 2 4——— X—— 2— 2 ½4—— ⸗— 3—— 2 ⅔— 2 ½————— 3½— 24—— 41——— 4— 3—--—4-— 132 Erſter Abſchnitt. Wird zu einem Baue noch ſtaͤrkeres Eiſen gebraucht, ſo muß dazu Modell⸗ oder Schabloneiſen genommen werden; das heißt, es muß ein Modell oder Scha⸗ blone dazu nach dem Hammer geſchickt werden, um darnach das verlangte Eiſen ſchmieden zu laſſen. d. 95. Vom Blech. Das Blech iſt eine Waare, die vorzuͤglich aus Eiſen gemacht und entwe⸗ der ſchwarz bleibt oder verzinnt wird. Erſtere Art von Blech wird im Bauweſen zu eiſernen Thuͤren, von Vorgele⸗ gen, Back⸗ und andern Oefen, zu Rauchroͤhren, Schiebern u. dergl. gebraucht. Das verzinnte Blech dient aber zur Bedeckung der Daͤcher, zu Dachrinnen und Abfallroͤhren, Eindeckungen der Dachfenſter ꝛc. und außerdem wird vielfaͤl⸗ tiges Haus⸗ und Kuͤchengeraͤthe, auch andere Waaren davon gemacht. Die Bleche werden auf den Blechhammern, deren Einrichtung von den Eiſen⸗ hammerwerken nicht ſehr unterſchieden iſt, geſchlagen. Vorgedachtes ſchwarze und auch das weiße oder verzinnte Blech iſt von verſchiedener Staͤrke und Groͤße, nach welchen es vornemlich in 3 Klaſſen getheilt wird: Die ſtaͤrkſte und dickſte heißt nemlich Kreutzblech; die mittlere Art, welche etwas ſchwaͤcher wird, Forderblech; und das duͤnnſte und feinſte wird Senklerblech genannt. In jeder Klaſſe giebt es wieder verſchiedene Arten, als das ſchwarze Blech wird in Sturz⸗ und Ausſchußblech getheilet. Dieſe letztern beiden Sorten werden nach Centnern verkauft. Ein Blatt hat 24 Zoll ins Gevierte und gehen 20 bis 30 Tafeln auf einen Centner, jedoch nach⸗ dem ſie ſtark oder ſchwach ſind. Die Groͤße haͤngt auch von der Beſtellung ab, zuweilen werden ſie auf 1 Fuß 4 Zoll lang angefertiget. Außer dieſen beiden Sorten giebt es ſchwaͤchere und kleinere, nemlich Schwarz⸗ Kreutz⸗ und Schwarzvorderblech.. Schwarz Ausſchußblech, die Tafel zu 12 ¾ Zoll lang und 9 ½ Zoll breit. Die Bleche werden nach Faͤſſern oder in einzelnen Blaͤttern verkauft. Ein Faß enthaͤlt 450 Blaͤtter. Die verzinnten oder weißen Bleche werden zur Klempnerarbeit gebraucht. Nemlich bei dem Bauen folgende: Großes Kreutz- oder ſogenanntes Pontonblech, weil die im Kriege gebraͤuchli⸗ chen Pontons davon gemacht werden. Solches iſt 15 Zoll lang und 11 ¾ Zoll breit; eine Tafel wiegt ohngefehr 1 Pfund. Kleines Kreutzblech, wovon eine Tafel 12 Zoll lang und9 Zoll breit iſt; wiegt 14 bis 16 Loth. Er⸗ A dell⸗ △ Sche⸗ e Eiſe entwo⸗ ergele ct. innen ℳ 4 elfäͤl⸗ Eiſen⸗ hvarze Hrößt, „ 2 eiwa⸗ ſerblech Bech ut dat nach⸗ Von den Baumaterialien. 153 Erſtere Art von Blech ſollte billig zu allen Dachdeckungen genommen werden, letztere Sorte aber zu Dachrinnen, Abfallsroͤhren und Eindeckungen der Dachfenſter; und man hat bei einem Bau wohl dahin zu ſehen, daß die Klempner anſtatt der erſtgenannten Sorte bei den Eindeckungen nicht die zweite, und anſtatt der zweiten nicht Ausſchußbleche, welche Riſſe und Loͤcher haben, gebrau⸗ chen, weil ſolche wohlfeiler ſind. Das Verzinnen des Eiſenbleches dient ſowohl zur Verwahrung gegen den Roſt, als auch zur Zierlichkeit und Reinlichkeit der daraus gemachten Geraͤthe. Wenn es aber aͤußerlich bei einem Baue angewendet wird, ſo muß es, um daſſelbe beſſer zu erhalten, doch noch mit Oehlfarbe angeſtrichen werden; wovon und von deſſen eigentlicher Bearbeitung bei dem Bauen, in der Folge ein mehreres vorkom⸗ men wird.— Hier iſt nur noch anzumerken, daß da das zu Blech zu ſchlagende Eiſen ſo ſehr ausgedehnt werden muß, das beſte und geſchmeidigſte Eiſen hierzu genommen und demſelben durch Friſchen und Gahrmachen eine vollkommene Guͤte gegeben werden ſollte, die ſich durch die Biegſamkeit ohne dadurch entſtehende Riſſe, zu erkennen giebt, außerdem muͤſſen die Blechtafeln allenthalben vollkommen gleich⸗ geſchlagen, und an keiner Stelle ſchwaͤcher oder ſtaͤrker als an der andern, vielmehr auf beiden Seiten vollkommen glatt und eben ſeyn, ohne daß die Spur des Ham⸗ mers darauf wahrzunehmen waͤre, noch weniger muͤſſen ſie riſſig, ſchiefricht oder loͤchricht ausfallen. Daes indeſſen nicht zu verhuͤten iſt, daß auf den Hammerwer⸗ ken, wo hundert und mehrere uͤber einander liegende eiſerne Platten zu Blechen geſchlagen werden, die unterſten und oberſten nicht ungleich, loͤchericht und zu duͤnne werden ſollten; ſo werden dieſe ausgeſucht und geben das ſogenannte Aus⸗ ſchußblech, welches wohlfeiler verkauft wird, indem nur die guten Stuͤcke und Tafeln gebraucht werden koͤnnen. Diejenigen Bleche, welche auf den Blechhammerwerken verzinnt werden ſol⸗ len, werden zuerſt wohl von der Schwaͤrze gereiniget, und zwar durch das Einle⸗ gen in eine ſaure Beitze, welche aus geſchrotetem Roggen und Waſſer gemacht wird; anſtatt des Roggens kann man ſich aber auch der Kartoffeln bedienen. Nach⸗ dem die Bleche eine Zeit lang in dieſer Beitze gelegen haben, ſo daß der Schmutz losgeweicht iſt, werden ſie mit heißem Talg beſtrichen, zweimahl in das zerſchmol⸗ zene Zinn getaucht und nachher auf einer Tafel mittelſt eines Tuchs mit Kleien abgerieben. 4 Die bei einem Bau verfertigte Klempner⸗Arbeiten werden oͤfters nach den verarbeiteten Tafeln bezahlt; Da aber auch Faͤlle vorkommen, wo man nicht gut die einzelnen Tafeln herauszaͤhlen, wohl aber die gedeckte Flaͤche meſſen kann, ſo iſt es unter ſolchen Umſtaͤnden beſſer, den Preis fuͤr einen Quadratfuß feſt zu ſetzen, U 154 Erſter Abſchnitt. oder aus dem gefundenen Quadratmaße die Anzahl der Bleche zu be⸗ ſtimmen. Wenn die einzelnen Tafeln zuſammengeſetzt und geloͤthet werden, ſo muͤſſen ſie etwas uͤbereinander gelegt oder gepfalzt werden, wozu an den Seiten einer je⸗ den Tafel*† Zoll erfordert wird, es wuͤrde alſo um 1 Quadrarfuß zu bedecken, 1 ¾ Quadratfuß Blech erforderlich ſeyn. Hiernach findet man den Quadratinhalt des erforderlichen Bleches zu der ganzen gedeckten Flaͤche, worin man mit dem Quadratinhalte einer Tafel dividi⸗ Von den Naͤ⸗ geln. fertiget. ret, um die Anzahl der gebrauchten Blechtafeln zu erhalten. Von dem Gebrauche ſelbſt wird ein mehreres noch unter der Klempner⸗Arbeit vorkommen, und eben ſo von der Conſervation, wovon vorlaͤufig ſchon im vorigen Artikel etwas angefuͤhrt worden. —. 96. M Die eiſernen Naͤgel ſind hiernaͤchſt eine bei dem Bau hauptſaͤchlich noͤthige Waare. Sie muͤſſen billig von vorzuͤglich gutem Eiſen gemacht werden, denn iſt es zu ſproͤde oder zu hart, ſo ſpringen viele beim Umſchlagen entzwei und laſſen ſich ohne zu zerbrechen, vorzuͤglich nicht umwirken, das heißt: die durch ein Bret rei⸗ chende Spitze laͤßt ſich nicht umſchlagen, wie ſolches bei verſchiedenen Gelegenhei⸗ ten erforderlich iſt. Sind die Naͤgel zu weich, ſo legen ſie ſich um, wenn ſie ein⸗ geſchlagen werden ſollen. Die Naͤgel, wenigſtens die mittlere und kleinere Sorte, werden daher von dem unter dem Zayn⸗Hammer geſchmiedeten und wohl gefriſch⸗ ten halbzoͤlligen Quadrat⸗oder ſogenannten Kruͤp⸗Kraus⸗oder⸗Knuͤpel⸗Eiſen ver⸗ Es koͤmmt aber auch auf die Geſtalt der Naͤgel an, denn ſie muͤſſen dergeſtalt geſchmiedet ſeyn, daß alle vier Flaͤchen voͤllig eben und genau keilartig, und nicht in der Mitte dicker als am Kopfe ſeyn: die Nagelſchmiede nennen letztere verdorbe⸗ ne oder verkroͤpfte Naͤgel. Ddiie Sorten, der zum Waſſer⸗ und Landbau ublichen Naͤgel ſind folgende: 1. große Schleuſen-Naͤgel zur Befeſtigung des Drempels und anderer großen Stuͤcke 17 Zoll lang und oben einen Zoll im Quadrat dick, wo⸗ von das Stuͤck 35½ Pfund wieget. 2. Naͤgel zur Befeſtigung der Grundbalken an die Pfaͤhle, 13 Zoll lang, „Zoll oben dick, das Stuͤck wiegt 1 ½ Pfund. 5 3. Zu den Schleuſen Boden, Thoren Verkleidungen und dergleichen 13— 13 ½ Zoll lang, oben ⁵ Joll dick, deren das Stuͤck ¾½ Pfund wiegt. Dieſe Naͤgel haben von oben eingehackte Spitzen, damit ſie ſich nicht herausziehen können. be⸗ nuͤſſen er je⸗ 1 ¾ u der vidi⸗ rbeit rigen thige tiſt ſich rei⸗ jnheit ein⸗ orte, riſch⸗ ver⸗ ſtalt nicht orbe⸗ derer wo⸗ lang 3— Von den Baumaterialien. 155 4. Zum Landbau Gewicht derſel⸗ .„ Laͤnge Sorte der Naͤgel. nughza ben, das Schock. en. Pfund. Loth. 3 Ein ganzer ahen Nagel 10 36 16 bbreit mit großen Koͤpfen. 2)— dreivrtl. Knaggen Nagel 9 26 8 ddesgl. 3)— halber Knaggen oder 6 . Pfennig Nagel. 14 8 ſddesgl. 4)— viertel Knaggen oder 3 Pfennig Nagel. 6 6 8 ddesgl. 5)— Thornagel init großen,— Kopf. 2 3 ½ 1 16 ⸗«⸗ viereckigt 6)— dergl. mit kleinem Kopf 3 1 5[⸗ deßsgl. 7)— Bodenſpieker ⸗ ⸗ 5 ½ 2 21 ſſind viereckigt mit kleinen Koͤpfen. 8)— dergl. leichterer Sorte ⸗ 5 2 2. desgl. 9)— Lattnagel. ⸗ ⸗ ⸗ 3²2 1 12 ddesgl. 10)— ganzer Brettnagel ⸗ 3 1— ſſind auf einer Seite breit und ha⸗ 11)— halber degl.⸗ ⸗ 24— 20 ben einen laͤnglichten Kopf. 12)— ganzer Leiſten⸗Nagel ⸗ 15— 5 ſdesgl. 13)— halber desgl. ⸗ 5 1— 2 ſdesgl. 14)— Spohnnagel 2 2½— 1 ½ ſſind viereckigt mit langen Koͤpfen. 15)— Schindelnagel ⸗ ⸗ 2 ½— 5 ſſind viereckigt mit laͤngl. Koͤpfen. 16)— Schiefernager⸗ ⸗ 1— 4 ddesgl. Das Tau ſend. 17)— ganzer Schloßnagel ⸗ 1 ½ 3 16 ſſind viereckigt mit breiten Koͤpfen. 18)— halber dergl. ⸗ ⸗ 1 2 26 ddesgl. 19)— Rohrnagel ⸗ ⸗ 1 3 8 ſſind duͤnne mit großem Kopf. Naͤch Manger(S. 283 der Baukunſt) ſind folgende Sor⸗ ten nur und wie gen das Sch ock. 3) Ein 6 Pfenuig Nagel⸗ ⸗ 7 143— 4) 3 Pfennig Nagel⸗ ⸗ 6 6— 7)— Bodenſpieker ⸗* 5 1½ 1 m— iin Stettin eben ſo. 9)— Lattnagel ⸗ 2 3 1— ⸗-* 1 Pfund. 10)— ganzer Brettnagel ⸗ 3 4—- ⸗ Pfund 4 Loth. 11)— halber desgl. ⸗ 2 2— ⸗ 20 Loth. 19) 1000 Stuͤck Rohrnagel ⸗ 1 3— ⸗ eben ſo. Bei Anfertigung der Naͤgel iſt ein weit anſehnlicherer Abgang an Eiſen, als bei andern Schmiedearbeiten, der immer groͤßer wird je kleiner die Naͤgel ſind, ſo, daß z. E. bei Bodenſpiekern von einem Centner 30 Pfund, und bei den ganz klei⸗ nen Sorten, als Schloß⸗ und Rohrnaͤgel, woßl die Haͤlfte abgehet, oder daß ein Centner Eiſen zu Naͤgeln geſchmiedet nur ½ Centner Naͤgel giebt. U 2 Was die hier 156 Erſter Abſchnitt. angefuͤhrte Groͤße und das Gewicht betrifft, ſo iſt zu merken, daß ſolches uͤberhaupt an verſchiedenen Orten veraͤnderlich iſt, ſo giebt z. B. Herr Manger S. 283 ſei⸗ ner praktiſchen Beitraͤge, das Gewicht einiger Sorten Naͤgel weit leichter an; er bemerket aber auch ſelbſt, daß das Gewicht nach der alten Bautaxe mehr betragen ſollte, daß aber das theurer gewordene Eiſen und die Kohlen, die Nagelſchmiede zu allem nur moͤglichen Abbruch zwaͤngen. Da aber dieſer Abbruch fuͤr die Dauer eines Baues böchſt nachtheilig iſt, in⸗ dem z. B. bei zu kurzen und ſchwachen Naͤgeln kein haltbarer Fußboden gemacht werden kann, welches doch jedermann wuͤnſcht, ſo wuͤrde lieber eine billige Zulage am Preiſe der Naͤgel ſtatt finden muͤſſen. Im zten Bande des rten Theils des allgemeinen Magazins fuͤr die Baukunſt vom Herrn Profeſſor Huth S. 44 bis 72 iſt eine umſtaͤndliche Unterſuchung der Nagelſchmiedearbeiten und deren Preiſe, nebſt einem Vorſchlage zu einer weniger willkuͤhrlichen und fuͤr alle Eiſenpreiſe paſſenden Taxe. Die erforderliche Anzahl der Latt⸗ und Brettnaͤgel zu einem Bau laͤßt ſich leicht aus der Entfernung oder der Anzahl der Sparren finden, indem jede Latte auf je⸗ dem Sparren mit einem Nagel befeſtiget wird, da aber wo zwei Latten mit ihren Enden auf einen Sparren zutreffen, gehoͤren zwei Naͤgel. Die Bretter werden auf jeder Unterlage oder auf jedem Balken mit zwei Naͤgeln befeſtiget, daher man ge⸗ woͤhnlich auf ein Brett 20 und auf eine Latte 10 Naͤgel rechnet. An Knaggennaͤgel ſind zu jedem Knaggen zwei Stuͤck erforderlich. Zu einer Quadratruthe Decke auf Lehmfache und uͤber die Balken zu rohren, gehoͤren 10 Schock Brettnaͤgel und 450 Stuͤck Rohrnaͤgel. Zu einer Quadratru⸗ the Decke auf Bretter⸗Schalung 1050 Rohrnaͤgel, und zu 200 laufende Fuß Stiele, Riegel, Raͤhme oder Balken zu berohren 1620 Stuͤck Rohrnaͤgel. Die zur Diſchler⸗und Schloͤſſerarbeit erforderlichen Naͤgel werden bei dem Preiſe dieſer Arbeit mitge⸗ rechnet, und wird in dem folgenden Abſchnitte von dem Delau dieſer Aaheuen die dazu erforderliche Anzahl von Naͤgeln beſtimmt werden. Bei Veranſchlagung der Naͤgel muß indeſſen nicht nur auf den haͤufigen Bruch derſelben gerechnet werden, ſondern auch auf das ſonſtige Verkruͤmeln dieſer Waare — da gewiß bei einem jeden Bau, ein und ein halbmahl ſo viele Naͤgel drauf ge⸗ hen, als wirklich gebraucht werden. Von den Baumaterialien. 157 dauht 3 ſei 5 97 n; et Der Eiſendrath wird im n Bauweſen zu Darrhorden oder Flacken, zu Fenſter⸗ Vom Eiſen⸗ agen gittern, bei Magazinen oder andern Vorrathsgebaͤuden und Kellern, um die Voͤ⸗ drath. de zu gel und das Ungeziefer abzuhalten, auch zum Umſchlag bei den Dachrinnen 4 gebraucht. „in⸗ 1 Ferner wird in dem ſogenannten Carniß⸗Blei Drath giltaunht, auch zur Be— acht rohrung der Decken und hoͤlzernen Waͤnde, zu den Klingeln in den Haͤuſern, zu lage Sandſieben und zu verſchiedenem andern Behuf. Der Drath wird aus dem beſten und geſchmeidigſten Eiſen, vermittelſt der ſogenannten durch ein Waſſerrad beweg⸗ ten Drathmuͤhle gemacht, und zwar wird das Eiſen nachdem es in geringere Stuͤ⸗ rfeſor cke geſchmiedet worden, vermoͤge des angebrachten Mechanismus der Ma⸗ muiſ ſchinen auf der Ziehbank durch Loͤcher, ſo in einem Ambos gemacht ſind, und durch die im Zieheiſen befindliche groͤßere und kleinere Loͤcher, nach der Feinheit, die der ſit Drath haben ſoll, gezogen. Die mancherlei Gattungen des Drathes in ſeiner fj Dicke, werden nach Nummern nerigſevin und gehen gemeiniglich von Nr. 1. ren bis 20.. rauf Der Drath, deſſen man ſich zur Berohrung der Decken und Waͤnde bedient, ge⸗ wird zwar von verſchiedener Staͤrke genommen, gemeiniglich nimmt man aber ägel die Sorte Nr. 23., welcher Dreiband genannt wird. Der Drath wird nach Ringen verkauft. Ein Ring von dieſer Sorte, der etwa 18 5 ſtark iſt, hat 4 900 Fuß und wiegt 9 ½ bis 10 Pfund. en rru⸗ Um eine Quadratruthe zum Berohren mit Drath zu beziehen, ſind, wenn der iele Drath ö Zoll aus einander gezogen werden ſoll, 25 Zuͤge à 12 Fuß lang, oder 300 Fuß, mit dem Umlegen aber 330 Fuß erforderlich. Man kann alſo auf eine Quadrat⸗ rruthe ½ Ring Drath rechnen, obgleich die Erfahrung lehret, daß der vielen Unter⸗ itge⸗ ſchleife wegen kaum ½ Ring Drath hinlaͤnglich iſt; zu 200 Fuß Stiele, Riegel uche oder Balken zu burabren gehoͤrt Ring. ruch. 98. rart In Pommern, der Neumark Churmark und im WMasbezurgſchen⸗ ſnd fol⸗ Anzeige der ge gende Huͤttenwerke: Hüttenwerke. 158 Erſter Abſchnitt. Namen[Namſenn An welchem Fluß und Was fuͤr Waaren der des iin welcher Gegend das daſelbſt Provinz. Orts. Huttenwerk. gemacht werden. Pommern, Torgelow, an der Uker bei Ukermuͤn⸗ Stab⸗Zayn⸗ und Kraus⸗ de in Vorpommern, eiſen, desgleichen Mu⸗ nition⸗ und allerlei Guß⸗ waaren. Neumark, Vietz, zwiſchen Cuͤſtrin und Oefen und allerlei Guß⸗ Landsberg ohnweit der waaren nach Modellen. Warthe, Zantzhauſen, 2 Meilen von Landsberg ſchwarze Sturz⸗ und weiße an der Warthe, an der Bleche. Zange,. Zantzthal, ßwiſchen Landsberg und Stabeiſen und weiße Ble⸗ Friedeberg, che. Kutsdorf, 2 Meilen von Cuͤſtrin an ſchleſiſches Stab⸗ Zayn⸗ der Mitzel, und Krauseiſen. Croſſen, ohnweit der Stadt Croſ⸗ Stab⸗Zayn⸗ und Kraus⸗ ſen an der Bober, eiſen. Pleiske, an der Plaͤſſe, Stabeiſen und Gußwaa⸗ ren desgleichen.— Himmelſtaͤdt, 1 Meile von Landsberg, Stabeiſen und weiße Ble⸗ che. Churmark, Gottow, ⸗ ⸗ ⸗ Stabeiſen und Gußwaa⸗ ren. Zehdenick, an der Havel, bloß Munition und Guß⸗ 1 waaren. euſtadt⸗ 8 Stab⸗Zayn⸗ und Drath⸗ . Eberswalde,„ an der Finow, 1S) im Magdeburgi⸗ an der Bode,(Stabeiſen, ſchwarze und ſchen, Sorgenthal, weiße Bleche. In Weſtpreußen iſt zur Zeit kein Eiſenerz gefunden, und es ſind daher noch keine Koͤnigl. Huͤtten⸗ werke in dieſer Provinz etabliret worden, außer 7 Eiſenhammer, wovon 5 bei Oliva bei Danzig, einer in Rohden, im Amte Putzig, und einer bei Suckau im Amte Carthaus; ſaͤmmtlich im Ma⸗ rienwerderſchen Cammerdepartement. Auf dieſen Haͤmmern wird nur altes Eiſen geſchmolzen und gefriſcht, das Eiſen iſt aber, ſo wie alles dergleichen von altem Eiſeu zuſammengeſchmolzenes, vortrefflich. In Oſtpreußen ſind 4 Eiſenhammer vorhanden, auf welchen aber lediglich altes Eiſen in Kuͤp⸗ pen zuſammengeſchmolzen und wieder aufgeſchmiedet oder geſtreckt wird. Dieſe Hammer gehoͤren Von den Baumaterialien. 159 Partikuliers, zweie ſind bei Koͤnigsberg, und einer im Amte Brandenburg. Gußwerke und Blei⸗ hammer ſind in dieſer Provinz ſo wenig als in Litthauen vorhanden⸗ in welcher letztern auch keine Eiſenhammer angetroffen werden. Es wird alſo ein Theil des noͤthigen Bedarfs von Stabeiſen und Blechen, aus den vorgedachten Huͤttenwerken in Pommern, den Marken und dem Magdeburgiſchen nach Preußen geſchaft, nach ge⸗ ſchehenem Debut eines anſehnlichen Averſionalquantums aber, iſt die Einfuhr und der Gebrauch des ſchwediſchen Eiſens in dieſen Provinzen erlaubt. In Suͤdpreußen hat man bereits an einigen Orten Spuren von vorhandenem Eiſenerz entdeckt. 99. Blei iſt ein weiches, zaͤhes, faſt gar nicht elaſtiſches, leichtfluͤßiges Metall von weißgrauer Farbe und unter den unedlen Metallen das ſchwerſte.*=) *) Man ſehe Gmelins chemiſche Grundſaͤtze der Gewerbkunde, S. 593 c. Der Cubikfuß wiegt 794 Pfund. Es verliert an der Luft ſeinen Glanz und giebt gerieben einen eigenthuͤmlichen Geruch. In den Fabriken, wovon eine in Berlin iſt, wird aus dem, meiſtens aus England kommenden ſogenannten Moldenblei, weil es die Figur einer Molde hat, das ſogenannte geſtreckte Blei gemacht, wovon eine Tafel 3 Fuß breit, 12 Fuß lang und ½ Zoll dick iſt; ſie wiegt ohngefehr 3 2 Centner und koſtet alsdenn der Cent⸗ ner 9 Rthlr. 16 Gr. Naͤchſtdem bereitet man das Gewaͤlze oder ſogenannte Rollenblei; die Tafeln ſind 5 bis 8 Fuß lang und unter* Zoll dick, auch werden ſie ſo duͤnne gearbeitet Vom Blei. als man es beſtellt. Der Centner davon koſtet 11 Rthlr. Dieſes Blei wird auf einem Tiſch zu einer Tafel geſtreckt, und ſodann zuſammengerollt, und daher ent⸗ ſtehet die Benennung von Rollenblei. Dergleichen Rollenblei braucht man wie das Blech und Kupfer, zum Decken, zur Beſchlagung der Dachfenſter, zu Dachrinnen u. dgl., und ſind zu einer Qua⸗ dratruthe etwa 9 Centner erforderlich. Ohngeachtet es mit Oehlfarbe angeſtri⸗ chen wird, iſt es aber doch, wie die Erfahrung gelehret hat, nicht ſehr dauerhaft, auch bei Feuersgefahr, wenn es ſchmilzt, fuͤr die Rettenden ſehr gefaͤhrlich; daher man ſich anjetzt der Eindeckungen mit Blei, wenigſtens in hieſigen Gegenden faſt gar nicht mehr bedient.⸗ Auch wird es beim Verſetzen ſandſteinerner Plinten und Geſimſe als Unter⸗ lage zwiſchen die Fugen gebraucht.— Aus dem Rollenblei wird auch das ordinaire Fenſter⸗- und das ſogenannte Carnißblei verfertiget, wovon bei der Glaſerarbeit ein mehreres vorkommen wird. Zu Roͤhren bei Waſſerleitungen wird das ſtaͤrkere gebraucht. Es iſt aber das in ſolchen Roͤhren gefloſſene Waſſer wegen des ſich darin anſetzenden weißen Pul⸗ vers, welches vom Waſſer aufgeloͤſt wird, der Geſundheit nachtheilig. Vom Zinn. Vom Kupfer. 160 Erſter Abſchnitt. Zur Vergießung der Klammern, Duͤbbeln, Thuͤrhespen ꝛc. in Quaderſteine, wird ſonſt auch das Moldenblei gebraucht, wovon die Molde ohngefehr 1 ¾½ Centner wiegt. Da aber eines theils daſſelbe ſich mit dem Eiſen nicht gut verbindet, an— dern theils in der Luft nicht dauerhaft iſt, ſo bedienet man ſich hierzu lieber eines Kuͤtts, deſſen Zuſammenſetzung in der Folge angezeigt werden ſoll. Eine ordinaire Steinklammer zu vergießen rechnet man gewoͤhnlich 2 Pfund. §. 100. 3. Zinn iſt ein Metall, das zwar weich, jedoch haͤrter und feiner iſt, als das Blei, dem Silber in der Farbe am naͤchſten kommt, und unter allen Metallen die geringſte eigenthuͤmliche Schwere beſitzt, indem der Cubikfuß davon ohngefehr 570 Pfund wiegt. Es wird beim Bauen weiter nicht gebraucht, als zum Loͤthen des Fenſterbleies und der Klempnerarbeiten, auch zu einem ganz duͤnnen Ueberzug oder Verzinnung der Thuͤren⸗ und Fenſterbeſchlaͤge, um ſie beſſer gegen den Roſt zu bewahren; jedoch iſt es auch ziemlich aus dem Gebrauch und die Beſchlaͤge wer⸗ den lieber mit Oehlfarben, wie ſelbſt die Fenſter und Thuͤren angeſtrichen. §. 101. 4. Kupfer,*) iſt ein elaſtiſches ſehr dehnbares, dabei aber betraͤchtlich hartes Metall von rother Farbe. Es iſt das beſte und dauerhafteſte Metall zum Decken der Daͤcher: der Koſtbarkeit wegen, wird es aber ſelten und nur zum Decken wichtiger Gebaͤude und Thuͤrme, oder zu Belegungen der Balkons, Geſimſe, Eindeckungen der Kehlen an Dachfenſtern, auch zu Rinnen und Abfallroͤhren gebraucht: denn die Platten zum Decken ſind dergeſtalt geſchlagen daß ein Quadratfuß 1 Pfund wiegt. *) ſ. v. d. Hagen Beſchreibung der Kalkbruͤche bei Ruͤdersdorf, der Stadt Neuſtadt⸗ Eberswalde ꝛc. und von dem Kupferhammer bei Neuſtadt⸗Eberswalde, imgl. Kruͤnitz Eneyklopaͤdie den Art. Kupfer. Eine ſolche Platte iſt 2 ½ Fuß lang und breit, und enthaͤlt 6 ¼ Quadratfuß/ ſie wiegt demnach 7 Pfund 13 Loth, oder 237 Loth. Eine dergleichen Platte decket nach Abzug der Falzen, welche rings hewu Zoll betragen, 5 Quadratfuß, folglich gehoͤrt zu 1 Quadratfuß incl. Falzen 48 de oder 1 ½ Pfund Kupfer Ein Quadratfuß koſtet hier mit Deckerlohn ungefehr 13 Groſchen. Man hat auſſer dem gewoͤhnlichen Deckkupfer noch eine Sorte, wovon eine Tafel nach obi⸗ gem Maaße 3 Pfund 13 Loth wiegt, mithin 1 Quadratfuß inel. Falze 1 Pfund 22 Loth. Hiervon koſtet der eingedeckte Quadratfuß mit Deckerlohn 18 ½ Gr. Hieraus ſheine, Lentner et, an⸗ reines fund. ls das len die gefehr Othen eberzug n Roſt ſe wer⸗ hartes Decken ichtiger kungen denn Jfin zalde de. een Att. atfuß⸗ zerum zen 45 an hat h obi⸗ Pfund eraus Von den Baumaterialien. 161 Hieraus laͤßt ſich leicht ein Ueberſchlag machen, wie theuer ein Kupferdach oder dergleichen Eindeckungen zu ſtehen komme. Zu Brau⸗ und Brennereien, auch andern Faͤrbergeraͤthſchaften iſt das Kupfer unumgaͤnglich nothwendig. Auf den Kupferhaͤmmern, dergleichen die Koͤnigl. zu Neuſtadt⸗Eberswalde, zu Croſſen und Rehdach in der Neumark ſind, und deren mehrere in den uͤbrigen Provinzen von Particuliers unterhalten werden, wird das Kupfer in Tafeln, Schaalen oder Schroͤtern aus dem Groben gearbeitet und an die Kupferſchmiede zur weitern Bearbeitung verkauft. Auf den Kupferhaͤmmern ſelbſt werden aber auch Keſſel, Blaſen, Pfannen und dergleichen Sachen gearbeitet. Das rohe Kupfer, welches von Rothenburg nach Preußen gelieſert wird, reichet zum Bedarf nicht zu; mithin ſind, da die Ein⸗ bringung des fremden Kupfers verboten iſt, die Kupferarbeiter oͤfters in Ver⸗ legenheit, und es wird daher auf den Privathaͤmmern mehrentheils aufgekauftes altes Kupfer umgeſchmiedet. Von dem Gebrauch des Kupfers zum Decken und zu Brau⸗ und Brennerei⸗ geraͤthſchaften wird in der Folge ein mehreres angefuͤhret werden. Es kann auch angemerkt werden, daß das Kupfer ein Hauptbeſtandtheil des Glockenguts*) und der ſogenannten Bronze,**) woraus Statuen, Vaſen und allerlei Ornamente ge⸗ goſſen werden, imgleichen des Kanonen⸗Metals iſt.***) Dieſe zuſammengeſetzte Metalle haben aber alle einen Zuſatz von andern Metallen, als Zinn, Meſſing u. ſ. w. ») Das Kupfer wird mit Zinn und Meſſing verſetzt; einige nehmen 10 Theile Kupfer und 1 Theil Zinn, und etwas mehr als 1 Theil Meſſing; andere zu 2 Pfund Kupfer 1 Pfund Meſſing und 27 Loth Zinn. Viele halten den Zuſatz von Meſſing uͤberfluͤſſig. Am beſten haͤlt man es daher, wenn 4 Theile Kupfer und 1 Theil Zinn genommen werden; folglich zu 100 Pfund Kupfer 20 hoͤchſtens 25 Pfund Zinn. In den aͤltern Zeiten wurde auch etwas Gold und Silber zugeſetzt, weil man dafur hielt, daß die Glocke dadurch einen beſſern Klang bekaͤme; allein ein ſo geringer Zuſatz von 1oder Pfund Silber zu 1 Centner kann keine merkliche Wirkung haben; ſ. v. d. Hagen Beſchrei⸗ bung der Kalkbruͤche bei Ruͤdersdorf ꝛc. S. 221. **) Außer dem Kupfer kommt zu geringen Theilen Zinn und Meſſing zur Compoſition der Bronze. Vom Bronziren der Zierrathen von Eiſen und Gyps, ſ. Stieglitz Encyklopaͤdie der buͤrgerlichen Baukunſt, rter Th. S. 338. ***) S. v. d. Hagen Beſchreibung des Kupferhammers bei Neuſtadt⸗Eberswalde, S. 221. Anmerk. h. h, §. 102. 5. Meſſing, welches auch gelbes Kupfer genannt wird, iſt ein durch Kunſt, aus einer Miſchung von Kupfer und Zinn hervorgebrachtes Metall; es laͤßt ſich haͤmmern, ſchaben, feilen, drehen und poliren, nimmt auch die Vergoldung und Verſilberung leicht an. Aus Meſſing werden bekanntermaßen allerlei Verzierungen an Thuͤren und Fenſtern der Gebaͤude, auch Waſſerhaͤhne an Gefaͤßen gemacht; desgleichen Blech⸗ X Vom Meſſing. Von den Ne⸗ benmateriali⸗ en, und zwar zuvoͤrderſt von den Farben. 162 Erſter Abſchnitt. platten daraus geſchlagen, womit die Kaſten⸗Schloͤſſer und andere Eiſenarbeiten uͤberzogen, auch Ofenthuͤren innerhalb der Zimmer gemacht werden. Nach ſtdem wird feiner Drath und Silberſchaum daraus gemacht. Die aͤchten Gold und Silberblaͤtter werden aber aus Dukatengold und feinem ſerarbeit gebraucht. Am Finowkanal iſt ein Meſſingwerk; worauf Bleche, Drath/ Keſſel und all lellef andere meſſingene Waaren verfertiget werden.*) *) S. v. d. Hagen Beſchreibung von dem Meſſingwerke bei Neuſtadt⸗Eberswalde. §. 103. V. An Nebenmaterialien, als Farben, Glas, Rohr, Strohtc. 1) Die Farben*) welche beim Bauen gebraucht werden, ſind meiſtens Erd⸗ farben; als Kiehnruß, Ocker, Aurum, Mineralgelb, Schittgelb, gel⸗ be Erde, gruͤne Erde, Braunſchweiger Gruͤn, engliſch Roth, Bolus, Todtenkopf(caput mortuum) Menninge, Berliner⸗Blau, Bleiweiß, Kreide, Frankfurter Schwarz. *) Ueben Farben und Firniße uͤberhaupt ſehe man als Ueberſicht, den zten Abſchnitt in Gmelins che⸗ miſchen Grundſaͤtzen der Gewerbkunde. Ingl. in Kruͤnitz Eneykl. Art. Farbe ꝛc. Dieſe Farben werden entweder mit Waſſer angemacht, und in dieſem Fall mit Kalkwaſſer verſetzt, und heißen dann Waſſerfarben, womit gemeiniglich das Mauerwerk abgeputzt wird; oder ſie werden mit zeinawwaſſe zubereitet, und heißen dann Leimfarben, womit das Holzwerk im Innern der Gebaͤude angeſtrichen wer⸗ den kann. Dergleichen Leimfarben reiben ſich aber bald ab, und widerſtehen der Naͤſſe gar nicht. In beider Ruͤckſicht iſt es beſſer, wenn die Farben mit Oehl abge⸗ rieben werden, da ſie dann Oehlfarben heißen. Die Farben ſelbſt, wenn ſie mit Waſſer, Leim und Oehl zubereitet werden, koͤnnen verſchiedentlich untereinander gemiſcht, und aus den Hauptfarben Neben⸗ farben hervorgebracht werden. Man nimmt alſo zu a. weiß; in Oehl oder Leim, das bekannte Bleiweiß. Soll es ſogenann⸗ tes Milchweiß ſeyn, ſo nehmen einige etwas weniges Berlinerblau, wel⸗ ches aber mit der Zeit ins Gruͤne ſpielt, daher iſt Frankfurther Schwarz oder Kiehnruß beſſer. In Kalk: die gewoͤhnliche Kalkweiße auch wohl, beſonders zur innern Weiße, etwas Lakmuß darunter, es ſpielt da⸗ durch zwar anfaͤnglich etwas ins Blaue, welches aber bald verfliegt, und dann eine ſchoͤne Weiße hinterlaͤßt. Von den Baumaterialien. 163 äten Anmerk. Kreide in Oehl oder Leim, wird mit der Zeit gelb, welches man auch ſchon beim Einmi⸗ chſtden ſchen bemerken kann, ſie kann daher nur in gewiſſen Faͤllen zum Grundiren gebraucht werden, und iſt dabei unter gewiſſen Umſtaͤnden ſogar beſſer als Bleiweiß, wie ſernerhin vorkommen wird. Ueber die Verfertigung des Bleiweißes ſteht ein Aufſatz im Journal fuͤr Fabrik und Manufak⸗ feinen tur. Septbr. 1796. pag. 200. Einige audere weiße Farbe⸗Materialien findet man in des Herrn Gmelins chemiſchen Grundſaͤtzen ec. a. a. Orten verzeichnet. allerkei Es iſt hier zugleich der Ort, um auf eine wichtige Bemerkung uͤber die Schaͤdlichkeit des Blei⸗ weißes aufmerkſam zu machen, Die Bleikalke zeigen eben ſo zerruͤttende Folgen als Farbe gebraucht, wie nach den neuern Entdeckungen in den Glaſuren. Ein Aufſatz im Journal fuͤr Fabrik und Ma⸗ nufaktur(April 1796 pag. 288) beſchreibt die grauſamen Wirkungen fuͤr die Arbeiter, welche mit die⸗ ſem Material umgehen, und macht Vorſchlaͤge und Erinnerungen, dem Uebel durch Surrogate z. B. Zinkkalke und Alaun⸗Erden, als ſchoͤne, wohlfeile und dauerhafte Farben, abzuhelfen. b. Strohgelb: in Oehl und Leim, Bleiweiß mit etwas wenig lichtem 5 1 Ocker. 5n In Kalk: Kalkweiße mit Ocker. 9 gel⸗ c. Gruͤnlichgelb; in Oehl und Leim: lichter Ocker mit etwas Kiehnruß Mhn) gebrochen, und Bleiweiß. In Kalk: Kalkweiße mit etwas Kiehnruß ſweiß und lichtem Ocker. d. Erbsgelb; in Oehl und Leim: lichter Ocker, wovon ein kleiner Theil us hr vorher im Waſſer durchgluͤht werden muß, mit viel Bleiweiß. the n. In Kalk: Vitriol und Kalkweiße. Man loͤßt nemlich gruͤnen Vi⸗ al'mit— triol, entweder durch vorſichtiges Kochen oder langſames Schmelzen im h das Waſſer auf; zugleich vermiſcht man etwas Kalk mit Waſſer, und ar⸗ heißen beitet dieſen mit der Mauerkelle wohl durch, daß alles ganz fein zerrie⸗ nwen⸗ ben wird. Wenn dieſes hinreichend geſchehen iſt, gießt man etwas von n der dem Vitriolwaſſer dazu, und ſucht es durch Schlagen und Ruͤhren wohl döge⸗ zu miſchen und zu vereinigen. Iſt die Maſſe durch das Vitriolwaſſer zu⸗ reichend verdickt, daß ſie zum Anſtrich taugt, ſo verſucht man die Schat⸗ 4 tirung durch einen Pinſelſtrich an der Mauer oder Wand, und laͤßt die⸗ Aedeh ſen trocknen. Nach Befinden miſcht man mehr Vitriolwaſſer oder Kalk zu. beben⸗ Will man die Farbe nicht blendend haben, ſondern etwas brechen, ſo thut man etwas Lindenkohlenſtaub oder Kiehnruß hinzu. Die ſchoͤnſte Eigen⸗ nanm⸗. ſchaft dieſer Farbe iſt, daß ſie ſich mit dem Kalke unabloͤßlich verbindet. , wel e. Gelbgruͤnlich; in Oel und Leim: Lichter Ocker, Bleiweiß und etwas hwarz Braunſchweigergrun. auch In Kalk; lichter Ocker, Kalkweiße und Braunſchweigergruͤn. tt da⸗ f. Gruͤn: in Oehl und Leim: Braunſchweigergruͤn und Bleiweiß. und In Kalk: Braunſchweigergruͤn und Kalkweiße. X 2 Erſter Abſchnitt. Anm erk. Bei dieſer Miſchung muß man ſich nicht wundern, wenn das Braunſchw. Gruͤn im Kalke violet wird. Streicht man eine Mauer damit an, ſo wird ſie anfaͤnglich violet ausſehen, beim Aus⸗ trocknen wird es aber wieder ein ſchoͤnes Gruͤn. Auch aus einer Miſchung von Gelb, Blau und Weiß, kann man vielerlei Gruͤn machen. Desgleichen Steinkohlen und Blauwaſſer vom Faͤrber, giebt eine gruͤnliche Farbe. g. Gruͤngrau: eine beſonders jetzt ſehr uͤbliche Farbe, wird aus obigen Farben mit etwas Kiehnruß vermiſcht, gemacht. h. Lederfarbe; in Oehl und Leim: dunkler Ocker mit Bleiweiß. In Kalk: Kalkwaſſer und etwas mehr Vitriol als im Erbsgelb(d.) z. Gelbg ruͤn; in Oehl und Leim: Lichter Ocker, Kiehnruß⸗ Bleiweiß und etwas weniges gruͤne Erde. In Kalk: Kalkwaſſer, Kiehnruß und gelbe Erde. k. Fahlgruͤnlich; in Oehl und Leim: lichter Ocker, Bleiweiß und gruͤne Erde. In Kalk: Kalkwaſſer, lichter Ocker und gruͤne Erde. 1I. Hell⸗ und dunkel⸗Aſchgrau: in Oehl und Leim: Bleiweiß und Kiehnruß. In Kalk: Kalkwaſſer und Kiehnruß. m. Blaugrau;z in Oehl und Leim: Bleiweiß, Kiehnruß und Schmalte. In Kalk: Kalkweiße, Kiehnruß und Schmalte. Anſtatt der Schmalte kann man Berlinerblau nehmen.) n. Blau: in Oehl und Leim: Berlinerblau oder Schmalte mit Bleiweiß. In Kalk: Indigo mit Kalkwaſſer. o. Braun oder Braͤunlich: in Oehl oder Leim: Coͤllniſche Erde oder ge⸗ brannter Umbra mit Bleiweiß.— In Kalk: Kalkweiße und ebenfalls Coͤllniſche Erde oder beſſer Umbra. p. Roͤchlich: in Oehl und Leim: rother armeniſcher Bolus und Bleiweiß. In Kalk: Kalkweiße und wenig rothe engliſche Erde oder Bolus. q. Blaß Ziegelroth; in Oehl und Leim: gebrannter lichter Ocker und Bleiweiß. In Kalk: Kalkwaſſer und gebrannter lichter Ocker. r. Roth; in Oehl und Leim: engliſch Roth, oder Bolus, oder Menninge, oder Zinnober, oder Florentiner Lack, oder Wiener Lack mit Bleiweiß. In Kalk; dieſelben Farben mit Kalkweiße anſtatt des Bleiweißes. Noch einige gute Farben in Oehl ſind: Dunkelgrau; Berlinerblan und Aurum. Hellgelb; Mineral⸗oder Neapelgelb. in Kalke bein aus chen. obigen 16(d) iß und grunt ß und zmmalte. ratt der weiß. der ge⸗ nra. weiß. olus. r und ninge, veiß. eißes, Von den Baumaterialien. 6z Hochgelb: dieſelben Farben mit etwas lichtem Ocker. Karmoiſin; Wienerlack. Roſenfarbe; Wienerlack und Bleiweiß. Hellblau; im Innern der Gebaͤude Berlinerblau, in der Luft cbe Schmal⸗ te mit etwas Bleiweiß. Lila; Berlinerblau, Wienerlack und Bleiweiß. Leimfarben. Hellgruͤn; Berggruͤn oder Braunſchw. Gruͤn. Hellgelbz; wie in Oehl. Hochgelb; dieſelben Farben mit Schittgelb. Hellblau; wie im Oehl, nur muß zur Anfeuchtung der Schmalte Alaun⸗ waſſer genommen werden. Roſenfarbe; Florentinerlack, oder Berlinerroth mit Bleiweiß. Lila; Berlinerroth und Berlinerblau, oder Verſtnerrorh und Indigo mit Bleiweiß. Waſſerfarben. Schoͤn Gelb: Kalchweiße mit etwas aufgelößtem Saftgruͤn, wovon ſo⸗ viel hineingegoſſen wird, bis man die beliebige Farbe erhalten hat. Blauz man kocht 2 Quart Waſſer mit 1 Pfund blauem Vitriol gut durch, ruͤhet ſie waͤhrend dem Kochen fleißig, ſodann ganz kalt werden laſſen, und unter Kalchweiße gemiſcht. Grauz dieſelbe Farbe mit ½ Pfund aufgeloͤßter oder gekochter Potaſche vermiſcht. Wenn man Aurum gebrauchen will ,ſo muß man ſolchen nicht zu ſchnell rei— ben, weil er ſonſt erhitzt und braun wird, ſo wie man auch nicht mehr machen muß, als man denſelben Ta braucht, ſonſt bekommt er den andern Tag eine ſchmutzi⸗ ge Farbe. Daß jede Oehlfarbe uͤber Nacht mit Waſſer bedeckt werden muß, wenn ſie keine Haut ſetzen ſoll, iſt bekandt. So wie man aus dieſen Farben eine große Mannigfaltigkeit durch das mehre⸗ re oder mindere Miſchen der Farben hervorbringen kann, eben ſo giebt es auch noch viele andere Ingredienzien, aus welchen man Farben miſchen kann. Vorzuͤglich aber muß man darauf merken, daß alle Oehlfarben mit der Zeit dunkler werdeu. Will man eine Waſſerfarbe probiren, um zu ſehen wie ſie nach der Aus⸗ trocknung ausſieht, ſo darf man ſolche nur auf ein glatt Stuͤck Kreide ſtreichen, in weniger Zeit wird man ſolche trocken finden. 52 165 Erſter Abſchnitt. Dieſe ſaͤmmtlichen Farben werden auf einem Steine gerieben, theils damit ſie ſich feiner auftragen laſſen, theils um ſie quellen zu laſſen und dadurch zu vermehren, auch, um ſie beſſer mit andern Farben vermiſchen zu koͤnnen, nur muß jede Farbe vor der Miſchung fuͤr ſich allein gut gerieben werden. Bei den Oehl⸗und Leimfarben thut man beſſer, wenn man ſolche nicht vom Anfang an mit Oehl oder Leim reibet, ſondern zuvoͤrderſt nur mit Waſſer, weil durch die Zaͤhigkeit des Oehls und Leims der ſogenannte Laͤuffer nicht ſo dicht auf den Reibeſtein greiffen und die Farben ganz gut zerreiben kann. Wenn man die Farben mit Waſſer gut zerrieben hat, laͤßt man ſie auf dem Steine oder auf einer andern reinen Flaͤche trocknen, bis alle Feuchtigkeit heraus iſt, ſodann gießt man das Oehl oder den Leim hinzu und reibt ſie damit noch einmal auf. Das Bleiweiß hat die Eigenſchaft, daß man ohne es trocknen zu laſſen, ſogleich das Oehl zu⸗ gießen kann, reibet man nun fort, ſo vereiniget ſich das Oehl mit dem Bleiweiß, und das Waſſer ſondert ſich gaͤnzlich ab, ſo daß man es rein abgießen kann. Gewoͤhnlich nimmt man zu den Oehlfarben Leinoͤhl oder einoͤhl⸗Firniß, wo⸗ von der aͤlteſte der beſte iſt. Der Leinoͤhl⸗Firniß wird folgendermaßen verfertiget: Man laͤßt das Leinoͤhl 2 ⅝ bis 3 Stunden lang kochen bis es ganz klar iſt, welches man mit einem Stuͤck⸗ chen Holz unterſuchen kann, ſodann wirft man eine Brodrinde hinein, welche di⸗ noch etwan darin befindlichen Waſſertheilchen einziehet. Soll der Firniß beim Anſtreichen ſchnell trocknen, ſo nimmt man unter 6 Pfund Leinoͤhl ½ Pfund Silberglaͤtte, welche zuvor auf dem Reibeſteine trocken gerieben wird, und laͤßt ſolche mit dem Oehle kochen. Die beſte weiße Oehlfarbe wird aus Leinoͤhl, Terpentinoͤhl, etwas weniges keinoͤhlſirniß und Bleiweiß gemacht, nemlich, zum Grundiren wird das Bleiweiß mit Leinoͤhl, Leinoͤhlfirniß und etwas wenigem Terpentinoͤhl, aufgerieben. Zum Gutſtreichen aber, wird das Bleiweiß nur mit Leinoͤhl aufgerieben, und mit Ter⸗ pentinoͤhl verduͤnnt. Das Terpentinoͤhl erhaͤlt die Farbe weiß, da ſie ſonſt gelblicht werden wuͤrde. Die Anſtreicharbeiten welche bei einem Bau vorkommen, werden gewoͤhnlich Stuͤckweiſe bezahlt, jedoch gruͤnden ſich dieſe Preiſe auf den Quadratinhalt eines jeden Stuͤcks, und wie oft es von dieſer oder jener Seite angefrichen wird; daher iſt es das beſte alles nach Quadratfußen auszumitteln, und darnach den Preiß zu beſtimmen, wenn man zuvor den Preiß eines Quadratfußes feſtgeſetzt hat. Je⸗ doch iſt auch darauf zu achten, ob die Arbeit muͤhſam oder leicht anzuſtreichen iſt. — Von den Baumaterialien. 167 damit. ehten, Z. B. ein Sproſſenfenſter erfordert nach Verhaͤltniß des Quadratinhalts mehr Zeit Farbe uum es anzuſtreichen, als eine ordinaire Thuͤre Jetzt, da der Centner Leinoͤhl 18 Rthlr. 3 Gr. vom der Centner Bleiweiß, 16— 1— weil und der Centner Krede ⸗„—— 12— ht auf allhier koſtet, rechnet man den Quadratfuß weiße Oehlfarbe zweimal mit guter in die weißer Oehlfarbe anzuſtreichen 1 Groſchen, und dreimal anzuſtreichen 1 ½ Gro⸗ einer ſchen, welcher Preis aber jedesmal nach Verhaͤltniß der Materialienpreiſe, als Oehl man und Bleiweiß, erhoͤhet oder erniedriget werden kann. wwiiß 1— Soll aber, wie es gewoͤhnlich geſchieht, nur grau geſtrichen werden, ſo wird dl u Kiehnruß oder Frankfurter Schwarz mit einem Zuſatz von Kreide, beſonders zum weß, Grundiren, genommen, dadurch deckt die Farbe etwas mehr weil ſie nicht mehr zeßa ſo klar iſt, alsdann kann der Quadrarfuß zweimal fuͤr 9 Pfennige, und dreimal fuͤr 1 Groſchen angeſtrichen werden. no Wenn mehrere Farben gegen einander geſetzt werden ſollen, ſo iſt darauf zu ſehen, welche zuſammen paſſen oder welchen Effekt ſie erregen. Hiervon wird un⸗ duäil ter dem Artikel Staffirmahlerarbeit das mehrere vorkommen. Jtt⸗. 104. L1 2) Glas iſt ein feiner, derber, glaͤnzender, durchſcheinender, im Feuer Vom Glaſe beſtaͤndiger Koͤrper, der aus der Zuſammenſchmelzung erdiger Theilchen, uberhaupt. fund als Fluß⸗ und Seeſand„Kreide, Pottaſche, auch wohl Arſenik und 4 Schwefel gemacht wird. ieben Auch aus alten zerbrochenen Glasſcheiben wird wiederum neues hergeſtellt.*) .*) Ueber die Fabrikation des Glaſes ſehe man Kruͤnitz Eneyklopaͤdie und die bei dieſem Artikel ange⸗ iges zeigten Schriften 8 imgleichen Stieglitz Eneyklopaͤdie der buͤrgerlichen Baukunſt, Artik. Glas. 2. Desgl. als allgemeine Ueberſicht, den 2ten Abſchnitt in Gmelins chemiſchen Grundſaͤtzen der Ge⸗ weiß werbkunde ꝛc. Zum Im Bauweſen wird es bekannterweiſe zur Verſchließung derjenigen Oeffnungen Der⸗ angewendet, wodurch das Licht einfallen ſoll. Das Glas iſt ſeiner Guͤte und Mi⸗ ſchung, auch ſeinem Anſehen nach, verſchieden, nachdem die Ingredienzien irde.— oder ihre verhaͤltnißmaͤßige Zuſammenſetzung iſt, woraus die Glasmacher einiger⸗ plich maßen Geheimniſſe zu machen pflegen; da indeſſen die eigentliche Compoſition der eines verſchiedenen Glasmaſſen fuͤr den Zweck dieſes Werks gleichguͤltig iſt, ſo duͤrfte es aher hinreichend ſeyn, einen allgemeinen Begriff von der kuͤnſtlichen Verfertigung des ß zu Glaſes und zwar auch nur des, bei dem Bauen benoͤthigten Tafel⸗ oder Scheiben⸗ ꝗe glaſes zu geben, ſodann aber die Kennzeichen von der Guͤte des Fenſterglaſes und ſt die verſchiedenen Sorten deſſelben anzuzeigen. 168 Erſter Abſchnitt. In den ſogenannten Glashuͤtten oder Glasfabriken befindet ſich ein Glas⸗ Schmelz⸗ und Werkofen, worinnen das Glasgemenge in thoͤnernen Gefaͤßen, welche Haͤven genannt werden, geſchmolzen wird. Der Temperierofen, welcher gemeiniglich mit dem Glasofen vereiniget wird, iſt derjenige, worin die hineingeſetzten verfertigten Glaswaaren nach und nach erkal⸗ ten muͤſſen. Glashuͤtten, welche Tafelglas verfertigen, muͤſſen uͤberdem noch den ſogenannten Streckofen haben, in welchem das Glas geſtreckt wird. Dieſer iſt mit großen feuerfeſten Werkſtuͤcken ausgelegt. Bei Verfertigung der Glaswaaren taucht der Glasmacher die ſogenannte Pfeife in die im Schmelzofen geſchmolzene Materie, formirt durch Blaſen hole Glaskoͤrper, denen er zugleich durch wiederholtes Emporſchwingen und andere ge⸗ ſchickte Handgriffe die erforderliche Geſtalt giebt. Bei Verfertigung des Tafelglaſes blaͤſet der Glasmacher ebenfalls, ſo ſon⸗ derbar dieſes auch ſcheint. Er verwandelt eine große Glasblaſe, durch oͤfteres Schwingen in einen Cylinder, den er eine Duͤte nennt, und der oben an dem Blaſe⸗ rohr ſowohl als an dem entgegengeſetzten Ende, welches der Boden der Duͤte ge⸗ nannt werden kann, gewoͤlbet iſt. Sein Handlanger ſteckt einen eiſernen Haken im Waſſer und beruͤhrt die Duͤte an demjenigen Ende, wo die Woͤlbung des Bodens anfaͤngt, bloß in einem einzigen Punkte. Er ſchlaͤgt gegen die Mitte des Bodens, und dieſer raͤndelt ſich an demjenigen Ende des Bodens ab, wo der Handlanger die Duͤte in einem Punkte mit dem naſſen Eiſen beruͤhrt hat. Die Duͤte iſt alſo in dem Boden offen, und der Handlanger faͤhrt in die Oeffnung mit einem erwaͤrmten eiſernen Bolzen, welcher beinahe ſo dick als die Duͤte weit iſt, hinein, und rundet die Duͤte voͤllig walzenartig. Man bringet hierauf die Duͤte in den Kuͤhlofen, worin ſie ſo lange liegen bleibt, bis ſo viele Duͤten verfertiget ſind, daß ein Streckofen damit angefuͤllt werden kann. Iſt ein hinlaͤnglicher Vorrath von Duͤten vorhanden, ſo nimmt der Glasmacher eine Duͤte nach der andern mit der Zange aus dem Kuͤhlofen, ſteckt jede auf eine erhitzte ei⸗ ſerne Stange, waͤlzet die Duͤte auf der Stange, und ſprenget zugleich die Woͤl⸗ bung an dem Orte ab, wo die Pfeife abgebrochen iſt, gerade wie bei dem Boden. Hierauf legt er jede Duͤte auf ein Werkſtuͤck, womit der Heerd des Streckofens ge⸗ pflaſtert iſt, haͤlt ein naſſes Eiſen gegen den Rand der Duͤte, und ſchlaͤgt ſanft auf die Duͤte. Hierdurch erhaͤlt ſie einen Riß nach der Laͤnge und breitet ſich durch ihre eigene Schwere auf einem Werkſtuͤcke zu einer Glastafel, auf welchem ſie hernach mit einer duͤnnen eiſernen Stange noch etwas gerade geſchlagen wird. Wenn der Streckofen mit Tafelglas angefuͤllt iſt, ſo muß dieſes mit dem Ofen erkalten. Die 1 3 9 ſ in Gas⸗ Gefäß 3 bi, vird, it ich erkal⸗ noch der Düſſe iſ enannte ſen hole dere ge ſo ſon⸗ öfteres Baaſe⸗ äte ge⸗ n Halen ung des Nitte des wo der tt in de aßs die btinget ſo ville Iſ ein ne Duͤte ißte ei⸗ e Woͤl⸗ Boden. fens ge⸗ anft auf 1 durh hernah enn der 1 Die Von den Baumaterialien. 169 Deie Guͤte des Glaſes betreffend, ſo muß das weiße Glas vorzuͤglich rein, von einerlei Farbe, glatt ohne Schlirren und ohne weiße Blaſen ſeyn. Wenn es durchgeſchnitten wird, muß es auf der Kante einen reinen gruͤnen Strich und einen Glanz, nach der Kunſtſprache, einen guten Spiegel haben. In ſo ferne das Glas zum Bauen gebraucht wird, beſtehet ſolches in Spie⸗ gelglas, Kreideglas und Gruͤnglas. In Marienwalde in der Neumark giebt es eine Sorte gruͤnes Glas, welche man geſtrecktes Glas nennet, und welche wegen ihrer vorzuͤglichen Guͤte, ſelbſt hier haͤufig gebraucht wird. Das Spiegelglas und Kreideglas iſt zwar von einerlei Materie, je⸗ doch wird erſteres dicker oder ſtaͤrker verfertiget und endlich geſchliffen. Die gewoͤhnlichen Groͤßen dieſer Glasarten und deren Preiſe ſind in den be⸗ kannten Spiegel⸗Taxen zu erſehen. Das Kreideglas und Gruͤnglas wird j in Schoffen verkauft, wovon aber beim Kreideglaſe, da es in verſchiedener Groͤße gemacht wird, die Groͤße der Ta— feln das Schoff beſtimmt, z. E. eine der groͤßten Tafeln von 27 Zoll breit und 36 hoch, welches die groͤßten ſind die verfertiget werden, gilt fuͤr ein Schoff, und ſo 2 Tafeln von 28 † Joll hoch 26 ½¾ Joll breit, 3-— 27—— 25—— 4—— 26—— 22—— 7 e 23 6—— 23—— 21—— —— 22—— 10—— 8—— 19—— 18—— u. ſ. f. dergeſtalt daß jede Poſition fuͤr ſich ein Schoff ausmacht; auf einigen Glashuͤtten wer⸗ den bis zu 30 Scheiben in abnehmender Groͤße bis zu 4 und 5 ZJoll breit und 6 Zoll hoch auf das Schoff, gemacht. Jedoch hat man zum gewoͤhnlichen Debit nicht kleinere Scheiben als von 1 bis 14 auf ein Schoff, die kleinern und groͤßern muͤſſen be— ſtellt werden, allein nicht nach ungeraden Zahlen, ſondern zu 10, 12, 14, und ſo fort. Die Scheiben werden auch nach der Art, und nach der Anzahl derſelben aufs Schoff unterſchieden, ſo daß wenn 8dergleichen auf ein Schoff gehen, ſie Ach⸗ tener, und 7, Siebener u. ſ. w. genannt werden. Der Preis eines Schoffs iſt nimmer gleich und der Werth der einzelnen Scheiben ſteigt oder faͤllt nach der An⸗ zahl, die in einem Schoffe enthalten ſind. Die jetzigen hieſigen Preiſe der Fenſterverglaſungen ſind ſolgende: 4 9— 170 b Erſter Abſchnitt. Fuͤr eine Scheibe von 36 und 27 Zoll 2 2 Fuͤr das Einſetzen, nebſt aller damit verbundenen Gefahr macht fuͤr den Quadratfuß a21 Groſchen 4 Pfennige. 4 5 1 Rthtr. folglich 6 Rtofr. Die zweite Sorte von 28 und 26 ⅞ Zoll koſtet das Stuͤckk 2 Rthlr. 12 Gr. Fuͤr das Einſetzen ⸗ 4.. 2 12— ſind 3. Rthlr.⸗⸗ betraͤgt fuͤr einen Quadratfuß 13 Gr. 9 Pf. Die dritte Sorte von 27 und 23 Zoll koſtet das Stuͤck. 1 Rthlr. 16 Gr. Fuͤr das Einſetzen 4 2 3. 8— ſind 2 Rthlr. macht fuͤr den Quadratfuß 10 Gr. 4 Pf. Die vierte Sorte von 26 und 22 Zoll koſtet das Stuͤkk ⸗ Das Einſetzen ⸗*„ 5 1 Rthlr. 6 Gr. 2. 8— ſind 1 Rthlr. 14 Gr. macht fuͤr den Quadratfuß 9 Gr. 6 Pf. Alle uͤbrige Groͤßen von Scheiben, wenn ſolche von Kreideglas ſind, werden hier der Quadratfuß mit 9 Gr. bezahlt. Das gruͤne Glas, welches zwar eine ziemliche Farbe hat, ſoll außerdem von einerlei Farbe und glatten Flaͤchen ſeyn. Dieſes Glas wird Kiſtenweiſe verkauft, daher es auch Kiſtenglas genennt wird. Eine Kiſte beſtehet aus 120 Tafeln, wovon jede Tafel 20 Zoll hoch und 18 Zoll breit iſt; 120 Tafeln werden in 20 Gebind oder Schoff, jedes zu 6 Tafeln verpackt und verſandt. Es iſt zu bemerken, daß die Farbe des gruͤnen Glaſes durch die Laͤnge der Zeit ausbleicht und weißer oder gelber wird. Eine zweiſpaͤnnige Bauerfuhre kann 4 Kiſten laden und fahren. Eine ſolche Kiſte von 120 Tafeln koſtet 12 Thaler. Man kann aber im Durchſchnitt nur auf 80 ganze Tafeln rechnen, indem ſich die Glashuͤtten in hieſi⸗ ger Gegend ſogar eines Rechts bedienen, in jedes Schaff zwei halbe Tafeln anſtatt einer ganzen mit einzuſetzen. Ueberdem muß man ſich auch noch gefallen laſſen, daß viele Tafeln darunter ſo ſchlierig und adericht ſind, daß man ſie nur zu ganz ſchlechten Fenſtern brauchen kann. Wer demnach das zu einem Bau benoͤthigte Glas ſelbſt anſchaffen, und ſolches nicht dem Glaſer uͤberlaſſen will; der muß ungeachtet der noch zu brauchenden hal⸗ — — Von den Baumaterialien. 171 ben Tafeln, dennoch auf einen anſehnlichen Abgang, der ſich wohl auf x der Quan⸗ 5 Nff titaͤt belaufen kann, fuͤr den Bruch und ſonſtigen Abgang rechnen. 6 N Tft Beim Einſetzen der Scheiben ſelbſt, wird der Abgang noch groͤßer, weil man n 6r die Tafeln zu den erforderlichen Scheiben zerſchneiden muß, ſo daß am Ende wohl 1— nur die Haͤlfte zu Scheiben wuͤrklich eingeſetzt iſt, wo dann jede Tafel nahe an 5 — Groſchen koſtet. W 8 In hieſiger Gegend wird den Glaſern in ordinairem Blei 4 Groſchen, in Kar⸗ 58 nißblei und in Kitt aber 4 ½ Groſchen bezahlt. 3 Bei Ausmeſſuug des eingeſetzten Glaſes wird jeder Fluͤgel ganz, nemlich ſo weit das Glas im Falz und 1 in den Rahmen ſteht, ohne auf die im Fluͤgel befindlichen Sproſſen zu achten, fuͤr voll gerechnet. Sind aber die einzelnen Scheiben von ſolcher Groͤße, daß der Ueberreſt davon, wenn jede Scheibe aus einer ganzen Tafel geſchnitten iſt, nicht fuͤglich mehr angewendet werden kann ſo wird der Abgang mit zu dem zu bezahlenden Quadratinhalte gerechnet. „6 G. F. 105. 4— 3. Das Rohr wird vorzuͤglich zur Bedeckung der Landgebaͤude gebraucht, Vom Rohr. 146Gt. und hat in Abſicht der Dauer einen großen Vorzug vor dem Stroh. Die Guͤte des Rohrs ſelbſt beſtehet darin, daß es voͤllig ausgewachſen ſeyn muß, wenden welches man einigermaaßen an denen ſchon auf dem Standort abgetrockneten Blaͤr⸗ tern und dem faſt ganz hellen Unterhalm erkennen kann. Das Rohr muß nicht dem von Aber ein paar Jahr vor dem Gebrauch aufgehoben werden, weil es ſonſt ausdoͤrret; es wird auch zum Berohren der Decken des Holzwerkes gebraucht, wozu man das genennt beſte, laͤngſte und geradeſte ausſucht und abſchaͤlet, zum Dachdecken wird es aber poch und mit der Schale und den Blaͤttern verwandt. Das Bindewerk des Rohrs iſt ſehr un⸗ Tafeln beſtimmt, und alſo ebenfals deſſen eigentlicher Bedarf zum Dachdecken; Es wird dazu das kuͤrzeſte, welches ungefehr 3 Fuß lang iſt, genommen, und der Jeit das Schock zu 60 Bunde gerechnet, wovon jedes Bund wenigſtens 1 Ku⸗ bikfuß enthalten ſoll. Mehrentheils kann man es aber beinahe 2 Kubikfuß groß rechnen, und dann ſind zu einer Quadratruthe Dach, 14 Zoll dick gedeckt, ber im incluſive des noch hinzuzurechnenden ½ Schocks fuͤr Bord und Forſtſchoͤfe, 2 Schock hieſ⸗ Rohr erforderlich.*) *) Noch werden auf 12 Quadratruthen⸗Rohr oder Strohdach 600 Bandſtuͤcke à 4 Fuß lang welche anſtatt aus einem Stuͤck Schwammholz gemacht werden koͤnnen, gerechnet. Desgleichen gehoͤrt zur Ver⸗ laſſen,. fertigung der Rohrdaͤcher etwas Stroh. iu gan§. 106. 4. Strohiſt das vorzuͤglichſte Material zur Bedeckung der Landgebaͤude und Vom Stroh. olche zwar hauptſaͤchlich das Roggen⸗Stroh. Des Weizenſtrohes bedient man n fw⸗ ſich nur im Nothfall. Zum Decken wird jederzeit das laͤngſte und ge⸗ Erſter Abſchnitt. Von den Baumaterialien. radeſte Stroh genommen; das kuͤrzere wird unter dem Lehm zur Lehmer⸗ Arbeit an den Decken und Wandfaͤchern gebraucht. Das gedroſchne Stroh wird, wenn es erſt den Schaafen vorgelegt worden, um die Aehren abzufreſſen, vorgeſchuͤttet, d. h. von dem ausfallenden kleinen oder krummen Halmen ſepariret, alsdenn wird das gerade in Buͤnde oder Schoͤfe ge⸗ bunden, und erſteres von dem Decker, letzteres aber von dem Lehmer gebraucht. Ein Scheunenbund gerades Stroh ſoll 20 Pfund wiegen, und wenigſtens 3 Kubikfuß enthalten, wenn es feſt gebunden iſt, alsdann werden zu 1 Quadratruthe Windelboden oder Wand von 11 bis 12 Zoll dick erfordert ⸗ 1 3 9 ½ 4 Bund Stroh. —— 0 Zoll dick 2 4 2 —— 3—— ⸗. 5½ —— 6—— 2 3 ¾ — 4—— ⸗ 2 2 Wenn die Decken geſchalet werden, wo denn nur die Stacken mit Stroh⸗ Lehm verſchmieret und mit Schutt beſchuͤttet werden, rechnet man auf 1 Qua⸗ dratruthe 1 bis 1 ½ Bund Stroh. Zu 1 Quadratrurhe Dach, wenn es 14 Zoll dick gedeckt werden ſoll, gehoͤren 56 bis 60 Bund Stroh von vorgedachter Groͤße. Iſt aber das Stroh, wie in manchen Gegenden ſehr kurz, ſo koͤnnen auf 1 Quadratruthe Dach 1 ¾ bis 1½ Schock gerechnet werden. n. 173 üder⸗—.. worden, ten oder hofe ae Wp 1 Zweiter Abſchnitt. hem;. 2 Von dem Grund und Boden, in Ruͤckſicht auf die A tt darauf aufzufuͤhrenden Gebaͤude. D 5. 107. a die Dauer der Gebaͤude vorzuͤglich von einem feſten, das heißt, einem Wlgeuen Stnoh ſolchen Grunde abhaͤngt, der vermoͤge ſeiner Dichtigkeit durch die Laſt eines darauf dan h 1Du aufzufuͤhrenden Gebaͤudes nicht weiter zuſammengedruͤckt werden kann, ſo iſt die Unterſuchung der Beſchaffenheit des Bau⸗Grundes eine Hauptſache. 1 gähören Eine abſolute Feſtigkeit findet auch nicht bei den haͤrteſten Koͤrpern ſtatt, am wie in wenigſten alſo bei Erdarten; daher bei den dichteſten derſelben ſich ſchon mehren⸗ bis 12 theils waͤhrend der Auffuͤhrung der Gebaͤude eine kleine Zuſammendruͤckung und Senkung der Mauern ereignet, welche man das Setzen derſelben zu nennen pfle⸗ get; dieſer Umſtand iſt aber unbedeutend, und koͤmmt daher gar nicht in Betrach⸗ tung. Die geſammte Laſt eines Gebaͤudes, womit die Grundflaͤche deſſelben gedruͤckt wird, ließe ſich zwar nach dem zu erforſchenden Gewicht der verſchiedenen Bau⸗ materialien, und der anzuwendenden Menge derſelben in einem Gebaͤude, berech⸗ nen; allein, wie ſoll man die zufaͤllige Belaſtung der Gebaͤude durch Waaren, Vorraͤthe, Mobilien und dergleichen beſtimmen? Zur Ausmeſſung oder Schaͤ⸗ tzung der Dichtigkeit des Erdreichs, fehlt es aber ganz an einem Maasſtabe. Da⸗ her muß man ſich begnuͤgen, die Dichtigkeit der Erdarten bei ihrer Verſchieden⸗ heit, und denen damit verbundenen veraͤnderlichen Umſtaͤnden nach gewiſſen Erfah⸗ rungen zu klaſſificiren, und nach vorhandenen Beiſpielen von aufgefuͤhrten Gebaͤu⸗ den ſolche Maasregeln bei der Gruͤndung neuer Gebaͤude zu erwaͤhlen, welche die groͤßte Wahrſcheinlichkeit eines gluͤcklichen Erfolgs erwarten laſſen. Man wird leicht einſehen, daß es alſo hierbei hauptſaͤchlich auf Erfahrungen ankoͤmmt. „3 Kennzeichen und Beſchaf⸗ fenheit guter und ſchlechter 174 Zweiter Abſchnitt. §. 103. Felſengru nd, und demſelben aͤhnlicher Steingrund, iſt demnach der fe⸗ ſteſte Baugrund. Lehm, grobkoͤrnigter, mit einer fetten Erde vermiſchter, und gleichſam damit verkuͤtteter Sand, und ſelbſt der feine Sand, ſind feſte Bau⸗ Bau⸗Gruͤnde. gruͤnde. Von Unterſu⸗ chung des Grundes. Dahingegen ſind, blaͤulichter mit Schlamm vermiſchter, ſehr dur chnaͤßter Sand, oder der ſogenannte Triebſand, Letten, Mergel, Brucher⸗ de, Torf⸗ und Wieſenerde, weiche und nachgebende Baugruͤnde; ſchwim⸗ mender Moraſt aber, der weichſte von allen. Außer der erkannten Feſtigkeit einer Erdart an und fuͤr ſich, koͤmmt es auch auf die Dicke, oder nach der Bergmaͤnniſchen Sprache, auf die Maͤchtigkeit der Erdlagen an, denn die feſten Erdlagen haben oͤfters wieder weichere unter ſich, ſo daß erſtere, wenn eine Laſt darauf koͤmmt, ſich in die folgende weichere Erdarten eindruͤcken oder wohl gar brechen koͤnnen.. Die daraus fuͤr einen Bau zu erwartende Nachtheile ſind leicht einzuſehen. Vie⸗ le bekannte unangenehme Vorfaͤlle bei Gebaͤuden ruͤhrten daher, daß man die Dik⸗ ke einer feſten Erdart nicht genugſam unterſucht hatte. §. 109. Die Beſchaffenheit des Grundes wird unterſucht: a) in maͤßiger Diefe durch das Aufgraben, und das Viſitireiſen. b) in groͤßerer Tiefe, wenn das Aufgraben(welches in allen Faͤllen das ſicherſte iſt) wegen Einſchraͤnkung des Bauplatzes durch andere Gebaͤude, oder wegen ſonſtiger Umſtaͤnde verhindert wird, oder nicht hinlaͤnglich geſchehen kann, durch Unterſuchung des Grundes mit dem Erdbohrer. Das Viſitireiſen iſt blos ein rundes unten zugeſpitztes Eiſen, welches man, indem ſich ein Mann mit ſeiner ganzen Schwere darauf legt, in die Erde zu bringen ſucht, und aus dem ſchwerern oder leichtern Hineindringen, von der Feſtigkeit des Grundes urtheilt. Wenn bis auf das Grundwaſſer anfgegraben worden, ſo kann auch eine ge⸗ woͤhnliche Stange Eiſen, welche an den Enden ſtumpf iſt, hierzu gebraucht wer⸗ den. Man ſtoͤßt die Stange ſo wie das Viſitireiſen in die Erde; giebt man nun auf das Gefuͤhl welches beim Stoßen in der Hand entſtehet, genau Acht ſo kann daraus beurtheilt werden, ob Sand, Torf, Lehm oder Erde beruͤhret wird. Auf Erde ſtoͤßet man ſtumpf, auf Lehm beinahe ganz feſt, und auf Torf hohl auf; im Sande iſt der Stoß hart, das Eiſen dringt aber dennoch nach und nach ein, und Von dem Grund und Boden ꝛc. 475 man empfindet das Knirſchen der Sandkoͤrner gegen die Stange ſehr merklich in der fe⸗ den Haͤnden. Wird die Stange herausgezogen, ſo findet man ſelbige ſo weit ſie in :, und den Sand gedrungen etwas poliert, iſt ſie im Torf geweſen, ſo wird noch immer et⸗ Bau⸗ was Torf an der Stange zu ſehen ſeyn, und wenn ſie Lehm beruͤhrt hat, wird ſich die Stange etwas gelb zeigen. hnäͤßter Der Erdbohrer giebt es verſchiedene Arten; die Figuren 66 und 67 ſtellen ucher⸗ zwei der hier gewoͤhnlichſten vor, und zwar iſt in Fig. 66. A. der Kopf, woran oben wim⸗ eine runde Oefnung e. angebracht iſt, um ein Holz durchzuſtechen, womit der Boh⸗ rer umgedrehet wird. Am untern Ende dieſes Stuͤcks befindet ſich eine Schrau⸗ auch benmutter f. um mehrere Stuͤcke, vermittelſt Schrauben aneinander ſetzen zu koͤn⸗ keit der nen. Der Bohrer B. welcher zuerſt vermittelſt der Schraube g. an das Stuͤck A. ich, ſo angeſchraubt wird, dienet dazu, um Raſen und Wurzelwerk durchzuſchneiden, nach⸗ darten dem aber dieſes geſchehen, und die etwannige obere harte Erdſchaale durchſchnitten iſt, wird das Stuͤck B. wieder abgeſchraubt, und der eigentliche Erdbohrer C. an Vie⸗ das Stuͤck A. befeſtiget. 1 Wenn aber der Bohrer ſoweit in die Erde gedrungen, daß das untere Ende Die⸗ des Stuͤcks A., oder die Schraubenmutter f. bis an die Erde gekommen, ſo wird das Stuͤck A. abgeſchraubt, und ein Mittelſtuͤck D. aufgeſetzt, deren mehrere vor⸗ handen ſeyn muͤſſen, um den Bohrer nach Erforderniß verlaͤngern zu koͤnnen. Ein ſolches Mittelſtuͤck hat ebenfalls an dem einen Ende eine Schraubenmutter f., und am andern Ende eine Schraube, wie gg. Auf dem Mittelſtuͤck D. wird dann ſcherſte wieder das Stuͤck A. aufgeſetzt um wie zuvor an dem Holze welches durch das Loch wegen e. geſteckt iſt, drehen zu koͤnnen. Iſt das Stuͤck A mit der Schraubenmutter f. kann/ abermals bis auf die Erde gekommen, ſo wird wie zuvor noch ein? Nittelſtuͤck D., und auf ſelbigem wieder das Stuͤck A. aufgeſetzt, u. ſ. f.. welche Beim Bohren ſelbſt, muß der Bohrer bei jedem Fuß, den man tiefer koͤmmt, ie Erde herausgezogen werden, theils, um die Beſchaffenheit der damit herausgebrachten dn der Erde zu unterſuchen, und auch um den Bohrer wieder zu reinigen, d. i., dieſe Erde herauszunehmen, damit derſelbe friſche faſſen kann. ine ge⸗ Dieſer Bohrer iſt jedoch nicht gan; zweckmaͤßig, weil derſelbe nicht anders als in feſten Erdſchich⸗ dere ſchich t wer⸗ ten gebraucht werden kann, denn im feinem malenden Sand oder in moraſtigem Boden bleibt on nun. die bereits gemachte Oefnung nicht offen, mithin muß der Bohrer, ſo wie man ihn wieder hinein⸗ ſetzt, zuerſt diejenige Erde faſſen, womit das Loch zugeſchuͤttet worden; da derſelbe auch vermittelſt d kann aufeinander geſetzter Schrauben verlaͤngert werden muß ſo iſt das Zuſammenſchrauben, und noch Auf mehr das Voneinanderſchrauben deſſelben aͤuſſerſt langwierig, weil waͤhrend des Einbohrens in die fe in Erde die Schrauben auſſerordentlich feſt in einander greifen, wobei ſich Naͤſſe und Sand zwiſchen * den Schraubengaͤngen ſetzet. und Zweiter Abſchnitt. Wenn aber auch dies alles ſo hinderlich nicht waͤre, ſo iſt doch gewiß, daß der Bohrer leicht roſten und dann ſchwerlich zuſammen geſchraubt werden kann; nicht zu gedenken, daß bei vorer⸗ waͤhnten Verlaͤngerung des Bohrers allemal ein Geruͤſte erforderlich iſt, um ihn erſt wieder ſo weit in die Erde zu drehen, bis man ihn von gleicher Erde aus, mit dem durch den Ring geſteckten Holze regieren kann. 4 Die 67te Figur ſtellet einen etwas kuͤnſtlichern und mithin auch koſtbareren Erdbohrer vor, der aber beſonders im ſandigem und moraſtigen Grunde ſehr brauchbar iſt. Dieſer Bohrer iſt mit einem beſondern Schieber D. verſehen, der zwar nicht von dem Bohrer abgenommen werden kann, der aber hier der Deutlichkeit wegen, beſonders vorgeſtellt iſt. C. iſt der Bohrer, ebenfalls ohne den ſonſt daran befeſtig⸗ ten Schieber gezeichnet, damit man die innere Oefnung a. im Bohrer ſehen kann. A. zeiget den Bohrer wenn der Schieber b. b. die Oeſnung bedeckt, und B. zei⸗ get ſolches von der Seite. Hiernaͤchſt iſt dieſer Bohrer ein ausgehoͤhlter Cylinder, woran unten eine Schraube befindlich, und oben iſt ein Stuͤck von der Stange, woran eins von den V mehrern vorhandenen Mittelſtuͤcken E, zur Verlaͤngerung angeſetzt werden kann. b In dieſem hohlen Cylinder iſt die Oefnung a Fig. C. Auf dieſer Oefnung liegt ein Schieber bb Fig. A, welcher genau an den Cylinder anſchlieſſet, dabei iſt der Schie⸗ ber an den Seiten abgeſchaͤrft und bedeckt die Oefnung a voͤllig. Dieſer Schieber iſt oben und unten mit Ringen cc um den Cylinder befeſtiget. Jeder Riag lauft zwiſchen zwey Leiſten d und e, welche an dem Cylinder ſelbſt geſchmiedet ſind; damit nun der Schieber von der Oefnung weggeſchoben werden kann, ſo ſind die Leiſten e ſo eingerichtet, daß ſie nicht ſo wie die Leiſten d d um den ganzen Cylin⸗ der laufen, ſondern es fehlet an einer Seite wo die Oefnung iſt, ein Stuͤck von den Leiſten ee, und zwar nur juſt ſo viel, als der Schieber braucht, um die Oef⸗ nung a voͤllig aufzuſchlieſſen, auf der andern Seite aber reichen die Leiſten ee ſo nahe an die Oefnung als der Schieber braucht, um die Oefnung voͤllig zuzu⸗ ſchlieſſen, welches aus den Figuren A und B vorzuͤglich aber bei C deutlich zu ſehen iſt. Vermoͤge dieſer Vorrichtung kann der Schieber bb nur ſo weit vor⸗ und zuruͤck geſchoben werden, als erforderlich iſt, um die Oefnung des Cylinders auf⸗ und zuzuſchlieſſen. Da nun dieſes Auf, und Zuſchlieſſen in der Tiefe lediglich durch die an den Bohrer ſich reibende Erde geſchehen muß, ſo iſt auf die Mitte des Schiebers ein hervor ſtehender Ruͤcken f angebracht, welchen die gegen den Bohrer druͤckende Erde beym vorwaͤrts und ruͤckwaͤrts drehen jedesmal angreift, und ſo das Auf⸗ und Zuſchlieſſen bewuͤrkt. 8 Die ——ÿ—ÿ—ꝛ—ꝛ—ę— ———— ahter leiht j ba vre⸗ ieder ſt wet g geſeckten ſtbareren rauchbar var nicht it wagen, befeſtig⸗ kann. d. zii⸗ ren eine von den kann. iegt ein rSchie⸗ hieber iſt ag lauft et ſind; ſind die n Cylin⸗ üik von ie Oef⸗ neeſo ig zuzu⸗ tlich zu eit vor⸗ glinders an den bers ein uͤckende as Auf Die Von dem Grund und Boden e. 127 Die Verlaͤngerungsſtangen oder Aufſaͤtze E haben einwaͤrts bei h Oefnungen, worin der am Bohrer befindliche Zapfen g Fig. A, paſſet; durch die Oefnung und den Zapfen gehet ein Loch, durch welches ein dazu paſſender kleiner Bolzen geſteckt, und an einer Seite mit einer Schraubenmutter befeſtiget wird. An dem andern Ende eines Aufſatzes E iſt ein Zapfen wie der am Bohrer mit g bezeichnet, wodurch noch mehrere Aufſätze an einander befeſtiget werden koͤnnen. Um das Bohren immer auf gleicher Erde ohne Ruͤſtung verrichten zu koͤnnen, ſind an jedem Aufſatze E, welche etwa 10 bis 12 Fuß lang gemacht werden, von 3 zu 3 Fuß, Löͤcher i angebracht, durch welche eine eiſerne runde Sunnde geſteckt wird, womit man den Bohrer drehet. Beym Bohren ſelbſt muß immer nach derjenigen Richtung herum gedrehet werden, wodurch der Schieber den Cylinder verſchließt; iſt man aber ſo weit gekommen, daß man die durchbohrte Erdart unterſuchen will, ſo drehet man ruͤck⸗ waͤrts, oder der zuvor gedrehten Richtung entgegen: dadurch oͤfnet ſich der Cylin⸗ der und die Erde tritt in die in dem Bohrer befindliche Hohlung hinein, oder die ſcharfen Seiten der Oefnung a greifen die Erde an und fuͤllen den hohlen Cylinder aus. Nachdem dieſes geſchehen, ſo drehet man den Bohrer nach der erſten Rich⸗ tung, und der Schieber verſchließt die Oefnung wieder. Hierauf ziehet man den Bohrer heraus, welches durch Wuchten geſchehen kann, welche an der durch⸗ geſteckten eiſernen Stange angelegt werden, und wobei man den Bohrer in der erſteren Richtung drehet und luͤftet; nur muß man ſich huͤten den Bohrer beim Herausziehen nicht ruͤckwaͤrts zu drehen, denn dadurch wuͤrde er ſich wieder auf⸗ ſchlieſſen, und andere Erde mit heraus bringen. Beim Bohren ſtehet ein Menſch auf der durchgeſteckten eiſernen Stange, indem er ſich am obern Stuͤcke des Auf⸗ ſatzes haͤlt, dadurch wuͤrket er mit ſeiner Laſt, waͤhrend daß die andern an der durchgeſteckten Stange drehen. Obgleich dieſes der hier bekannte, beſte und gewoͤhnlichſte Erdbohrer iſt, ſo bleibt es dennoch mißlich, die Beſchaffenheit des Grundes darnach zu beurtheilen, denn erſtlich muß der Bohrer ſehr feſt ſchlieſſen, und auf keinen Fall eher Erde einnehmen, als bis man es verlangt und ihn oͤfnet. Auch giebt der Bohrer wohl an, wenn derſelbe auf eine feſte Sandſchicht trift, indem derſelbe alsdenn ſtehen bleibt, allein man weiß doch immer noch nicht, wie dick die feſte Sandſchicht iſt, und wenn es denn zum wuͤrklichen Aufgraben kommt, ſindet ſich vielleicht, daß dieſe Sandſchicht nicht maͤch⸗ tig genug war, ſondern daß ſie wieder weichere Erdarten unter ſich hatte. Man kann alſo nach der muͤhſamſten Unterſuchung mit dem Bohrer noch immer nicht von der Tiefe und Beſchaffenheit des Grundes beſtimmt urtheilen, daher bleibt in allen Faͤllen das Aufgra⸗ ben, wenn es irgend angehet, das moͤglichſt ſicherſte Mittel, um einen Baugrund vorher theils wegen des Entwurfs zum Gebaͤude, theil ls wegen Beſtimmung der Koſten, zu pruͤfen; jedoch wird man es hiermit auf keine Weiſe zu einer haarſcharfen Gewißheit bringen, daher auf die Lunda⸗ mente eher etwas zu viel als zu wenig gerechnetw erden muß. 3 Verſchiedene Lagen des fe⸗ ſten Grundes. Erklaͤrung der Roſte zur Be⸗ feſtigung des Grundes. 1718 Zweiter Abſchnitt. Bey einem kuͤrzlich hier in Berlin ausgefuͤhrten Bau fand man z. B. bey der gewoͤhnlichen Unterſuchung mit dem Erdbohrer, nachdem man bis aufs Grundwaſſer aufgegraben hatte, achtzehn Fuß hoch Fuͤllerde, ein und einen halben Fuß dicke Schlammerde, zwei Fuß hoch Torf, und endlich reinen Flußſand, in welchem der Bohrer ſtehen blieb. Man hielt dies fuͤr die in der Tiefe fort⸗ gehende feſte Erdlage; allein bei dem Baue ſelbſt fand ſich dieſe Sandlage nur zwei Fuß dick, und unter ſelbiger wiederum neun bis zehn Fuß tief Torfmaſſe, und unter ſelbiger Letten, ſo daß das Fundament drei und dreißig Fuß tief herausgefuͤhret werden mußte. Ein Beweis, wie wenig man ſich bey dergleichen Grunde auf die gewoͤhnliche Unterſuchung verlaſſen koͤnne, und daß es beſſer ſey, gleich eine Stelle des Grundgrabens abſatzweiſe voͤllig aufzugraben. §. 110. Der feſte Grund findet ſich. a) entweder gleich auf der Oberflaͤche der Erde. In dieſem Falle waͤre es eigent⸗ lich nicht noͤthig, mit dem Fundamente in die Erde zu gehen, denn da gleich eine feſte Baſis vorhanden iſt, ſo koͤnnte das Gebaͤude unmittelbar darauf geſetzet werden. Man gehet aber dennoch etwas mit den Funda⸗ menten in die Erde, weil die Oberflaͤche derſelben um etliche und wohl bis auf drei Fuß von dem Regenwaſſer und vom Froſte durchdrungen wird. b) Oder der feſte Grund wird erſt in einer Tiefe von 5, 6 bis 8 Fuß, auch wohl in noch anſehnlicherer Tiefe von 10, 12 bis 16 Fuß, angetroffen. Einige Baumeiſter ſind der Meinung, daß es im letztern Fall auch noch in Abſicht der Koſten vortheilhafter ſei, die uͤber die feſte Erdlage befindliche lockere Erde auszugraben, auch die damit verknuͤpfte Ausſchoͤpfung des Waſſers, und die Auffuͤhrung einer ſo hohen Grundmauer zu unternehmen, als Roſte anzufertigen, und die Grundmauer darauf zu ſetzen. . 7. III. Roſte ſind nemlich aus Balken oder Schwellen und Bohlen verbundene Unterlagen, welche entweder unmittelbar auf dem weichen Grund oder auf vorher eingerammte Pfaͤhle, geleget werden, worauf ſodann die Grundmauer aufgefuͤhret wird. 4 Erſtere wovon die 68te Figur einen Begrif giebt, nennet man liegende, geſtreckte, oder fliegende Roſte, letztere aber, welche in der 69ten Figur vor⸗ geſtellet werden, heißen Pfahlroſte oder ilotagen. Bei den Pfahlroſten oder Pilotagen muͤſſen die Pfaͤhle bis zu einer faſt abſo⸗ luten Feſtigkeit eingerammet werden. Die bei den liegenden Roſten auf die Erde ſelbſt zu ſtreckende Balken oder die⸗ jenigen, welche bei den Pfahlroſten auf die Pfaͤhle aufgekaͤmmt werden, muͤſſen mit ihrer Bebohlung niemals uͤber den niedrigſten Stand des Grundwaſſers gelegt Bon dem Grund und Boden c. 179 3 werden; dahingegen aber iſt es auch nicht noͤthig, ſelbige tiefer als etwa einen ud anüi Fuß unter den gedachten niedrigſten Waſſerſtand zu bringen. d i Um des niedrigſten Waſſerſtandes gewiß zu ſeyn, muß man auch darauf ſehen, n, ſo du5 ob es wohl der Fall ſeyn koͤnnte, daß durch Ableitung eines etwa in der Naͤhe des nienent Baues befindlichen Gewaͤſſers, der Waſſerſtand des Grundwaſſers erniedriget d dh a werden koͤnnte, alsdann muß man nach dieſer Maasgabe tiefer gehen, damit die Rcoſthoͤlzer beſtaͤndig im Waſſer, oder wenigſtens im feuchten Grunde liegen; denn es iſt bekannt, daß das Holz in trockener Erde bald verfault, wohingegen man — demſelben in einer beſtaͤndig naſſen und feuchten Lage faſt eine immerwaͤhrende eigent, Dauer zuſchreiben kann. Man weis auch, daß das Holz, welches bald naß, bald enn da trocken wird, der Faͤulniß am mehrſten unterworfen iſt, weshalb ein Roſt am ittelbar wenigſten ſo geleget werden muß, daß derſelbe bald angenaͤßt, bald trocken werden Funda⸗ kann. ohl bis§. 112. . Man wird leicht einſehen, daß die Pfahlroſte, wegen des dazu erforder⸗Von der Wahl ˖wohl lichen vielen Holzes zu den Pfaͤhlen, und wegen des Einrammens derſelben ſehr verrdermden⸗ koſtbar ſind, und ſie ſind alſo bei dem Haͤuſerbau nur im hoͤchſten Nothfall zu roſte. noch in waͤhlen, wenn nemlich ſchlechterdings auf einem ſolchen Grunde gebauet werden lockett muß, der aus ganz weichem Schlamm oder ſchwimmenden Moraſt beſtehet. Ind die Wenn aber ein tiefliegender feſter Grund mit zwar weichen jedoch ſolchen Erd⸗ rigen, arten bedeckt iſt, welche noch viele erdige Beſtandtheile bei ſich haben, als durch⸗ naͤßter Mergel, Thon, Letten, Triebſand, auch durchwachſener Torfgrund, und welche ſich alſo durch die Laſt eines darauf zu ſetzenden Gebaͤudes, bis zu einem ſolchen Grad von Dichtigkeit zuſammen drucken laſſen, daß nachher kein weiteres ndene Nachgeben zu beſorgen iſt, ſo kann man ſich mit voͤlliger Sicherheit der weniger vorher koſtbaren liegenden Roſte bedienen und dabei die beſchwerliche Ausgrabung der fuͤhret uͤber den feſten Grund, befindlichen Erdarten uͤberhoben ſeyn. Es beruhet jedoch hiebei die Wahl zwiſchen dem Ausgraben bis auf den feſten nde, Grund, ohngeachtet der anſehnlichen Tiefe und des Waſſerſchoͤpfens, oder der vor⸗ Legung eines geſtreckten Roſtes, auf mancherlei Umſtaͤnden; ſind z. B. die Mauer⸗ materialien, als Bruchſteine, Feldſteine oder gut gebrannte Ziegel(denn dieſer abſo Art ſollte man ſich billig nur bei den Fundamenten bedienen) nicht in einem zu hohen Preiſe, dagegen aber das Holz ſehr theuer, ſo duͤrfte ſolches ſchon die Wahl r die der tiefen Fundamente anſtatt der Roſte, rechtfertigen. Sind aber die Mauer⸗ 67. materialien theurer und beſchwerlicher anzuſchaffen als Holz, ſo wuͤrde zu den lie⸗ uife genden Roſten anzurathen ſeyn. elge 3 2. 180 Zweiter Abſchnitt. Durch eine darauf vorzunehmende gleichfoͤrmige Auffuͤhrung der Grundmauer, das iſt, wenn man das Mauerwerk uͤberall zu gleicher Zeit, ziemlich gleich hoch, oder nicht einen Theil merklich hoͤher als den andern auffuͤhret, entſtehet eine ſolche allmaͤhlige Zuſammendruͤckung, meiſtens ſchon durch die Laſt der Grundmauer, daß die vorher weichen Erdarten eine ſolche Dichtigkeit erhalten, das Gebaͤude mit Sicherheit zu tragen. Wegen des abſichtlichen Einſinkens muͤſſen aber die Fundamentmauern etwas hoͤher aufgefuͤhret werden, als ſie nach vollendetem Bau ſeyn ſollen; auch iſt es noͤthig, daß ein ſolcher Bau nicht uͤbereilt werde, ſondern das Pundamenn eine geraume Zeit liege, ehe man darauf fortbauet. Als Beweiſe, daß die liegenden Roſte eine hinlaͤngliche Feſtigkeit gewaͤhren, kann angefuͤhrt werden, daß die ſo ſehr belaſteten Kaufmannsſpeicher in Stettin, auf einem an der Oder befindlichen Torf⸗ und wieſenartigen Grunde ſtehen, der erſt 8 bis 10 Fuß tief, feſten Sandgrund unter ſich hat. Man darf nur etliche Fuß tief graben, ſo ſindet ſich das Grundwaſſer; es werden alsdenn ſogleich die liegende Roſte gelegt, und die Grundmauer mit gehoͤriger Vorſicht, das iſt, ſehr gleichformig auf⸗ gefuͤhret, unterdeſſen die Senkung des Roſtes merklich verſpuͤret wird, die aber, wenn das Funda⸗ ment eine gewiſſe Hoͤhe erreicht hat, gaͤnzlich aufhoͤrt, ſo daß alsdenn kein weiteres Nachſinken erfolgt, und die Gebaͤude ſtehen ſicher und feſt. Herr Manger ſagt in ſeinen Beitraͤgen zur praktiſchen Baukunſt, S. 172.„Die Abſicht eines liegenden Roſtes iſt, der ganzen Maſſe „eines Gebaͤudes eine voͤllige zuſammenhaͤngende egale Unterſtuͤtzung zu verſchaffen, dergeſtalt, daß „ſich nirgends ein einzelner Theil der Fundamentmauer in weniger feſten Boden mehr, als an „andern Orten niederſenken, und alſo Spalten oder Riſſe in den Theilen uͤber der Erde verurſachen „koͤnne. Es wird auch dieſe Abſicht voͤllig erreicht, wenn die Laſt des Gebaͤudes nur mittelmaͤßig „groß, und der Grund nicht gar zu loſe und nachgebend iſt.(das iſt, wenn derſelbe keiner Kom⸗ „preſſion faͤhig iſt, als klares Waſſer oder ſchwimmender Moder.) Iſt ja die Laſt groͤßer, als daß „es ohne Sinken bleiben koͤnnte, ſo ſenkt ſich doch alles zugleich, und in einerlei Richtung nie⸗ „derwaͤrts.“ In vorgedachter Schrift wird auch eines Beiſpiels in Potsdam erwaͤhnt; ein auf einem lie⸗ genden Roſt erbauetes Gebaͤude von zwei Stockwerken, druͤckte ſich gleich im erſten Jahre, jedoch voͤllig wagerecht, uͤber einen Fuß tiefer in den Boden ein. Dieſes Sinken dauerte jaͤhrlich, doch immer ſparſamer fort, ſo daß es nach ſechszehn Jahren, als Manger den Fall beſchrieb, unmerk⸗ lich geworden iſt; das zwei niedrige Stockwerk hoch aufgefuͤhrte Gebaͤude, war in ſeiner Verbin⸗ dung ſenkrecht ohne Riſſe, indeſſen war es damit ſo weit gekommen, daß ein großer Theil der Unterfenſter in der Erde ſtand, ſo daß dem Eigenthuͤmer zu rathen war, das Dach abzunehmen und das bisherige zweite Stockwerk zum untern zu nehmen, auf dieſes eine neue Etage außzufuͤhren, die untere aber zu Kellern einrichten zu laſſeen. Manger vermuthete, daß ſich vielleicht alles noch⸗ mals ſenken, aber daß auch dieſes nunmehr von geringer Bedeutung ſeyn wuͤrde. Aus eigner Erfahrung koͤnnte ich aber verſchiedene Faͤlle anfuͤhren, wo das Sinken oder Setzen nicht weiter als bei Legung der Grundmauer erfolgt iſt, z. B. bei Erbauung der maſſiven Kirche in der Stadt Schwienemuͤnde, wurde in geringer Tiefe unter der Oberflaͤche und dem unter dem Sande befindlichen niedrigſten Waſſerſtande der Oder, ein bloßer Bohlenroſt gelegt, und das Gebaͤude ſtehet unnmehro ſchon uͤber zehn Jahre, ohne Bemerkung des geringſten Sinkens. Eben ſo iſt bei dem nach meiner Angabe auf einem liegenden Roſt der 8 Fuß Torf unter ſich hat, in dieſem Jahre aufgefuͤhrten Fundamente zu einem maſſiven Arſenal in der Veſtung Friedrichs⸗ hurg in der Stadt Koͤnigsberg in Preußen, kein merkliches Einſinken verſpuͤrt worden. , Von dem Grund und Boden ꝛc. 181 den Zu Gunſten der liegenden Roſte fuͤhre ich hier dasjenige an, was MFermin 1 ſach in den Memoires critiques de Tarchitecture S. 210. u. f. in Anſehung dieſer Gruͤn⸗ mane dungsart beibringt. d. ni„Es iſt(heißt es) ein Misbrauch, die Fundamente der gewoͤhnlichen Gebaͤude „ſehr tief zu machen; ſelbſt wenn der Grund zweideutig iſt, ſo hat man nicht „noͤthig mit dem Fundamente, tiefer als zwei Fuß unter den Kellergrund zu gehen.“ n etwas„ Machet, ſagt Herr Fermin, eure Haupt⸗ und Scheidemauern von guten iſt es„Materialien, und fuͤhret alles ordentlich und wagerecht auf, wenn ihr vorher it eine„3 bis 4 Zoll ſtarke Zimmerhoͤlzer, nach der ganzen Breite der Fundamentgraben „geleget haben werdet, und gehet damit, wie geſagt, nicht tiefer als etwa zwei weden,„Fuß unter den Kellergrund; beſorgt nicht, daß euer Gebaͤude nachgeben wird, hen Torf⸗„denn ſaͤmmtliche Mauern druͤcken gleichfoͤrmig auf den Roſt(platteforme) und 8„koͤnnen auch dann nicht, in die darunter befindliche Erde eindringen, wenn ſelbſt ni auf„letztere nicht voͤllig dicht ſeyn ſollte.“ Funda⸗ 5. 113.. iinin Bey einem nicht voͤllig feſten jedoch mehr trocknen als naſſen Grunde, kaun Von Vermin⸗ u Juſt der Eindruck der Laſt des Gebaͤudes ſelbſt, dadurch anſehnlich veraͤndert werden, dennn he d ua i wenn man der Grundmauer eine deſto groͤßere Breite giebt; Lambert hat in ſeinen Gebaͤnde auf eunthe Beitraͤgen zur Mathematikim 3ten Theile S. 348 erwieſen, daß der Eindruck den Grund,. triniſn der Koͤrper auf die darunter befindlichen Flaͤchen, in umgekehrten Verhaͤltniſſen mit den Werdrei⸗ Kiaie der Groͤße dieſer Flaͤchen ſtehe. Der Architekt Patte fuͤhrt dieſen ſtatiſchen Grund⸗ Grundflaͤche ugſ. ſatz in ſeinemoft gedachten Werke, folgendermaßen umſtaͤndlicher aus. der Funda⸗ „Wenn man, ſagt er, auf einem Boden von gleichfoͤrmiger Dichtigkeit, es mente. den ⸗„ſei uͤbrigens lockere Erde, Sand oder Kieſelerde, mehrere abgeſonderte ſteinerne dn„Pfeiler, von verſchiedener Groͤße, aber von gleichem Inhalt und Schwere, recht uumett„gerade und eben mit der Grundflaͤche aufſtellt, ſo wird man bemerken, daß da hi⸗„der Stein, ein viel dichterer Koͤrper als die Erde iſt, in ſelbiger nothwendig eine hein„Zuſammendruͤckung verurſachet wird, die groͤßer oder geringer iſt, je nachdem ufähten,„die Grundflaͤche der Pfeiler groͤßer oder kleiner iſt.“ ds noc„lüUm ſich zu uͤberzeugen, daß dies nicht anders ſeyn kann, darf man nur er Seten„bedenken, daß je groͤßer die gedruͤckte Oberflaͤche iſt, deſto mehr Wiederſtand ſie girche i„dem druͤckenden Koͤrper entgegen ſtellt, theils um den Pfeiler gehoͤrig zu tragen, 9 ſm„theils um ſich ſeinem Drucke zu wiederſetzen.“ .„ Angenommen, daß jeder dieſer Pſeiler zwanzig tauſend Pfund ſchwer ſei, tter ſch„ſo wird der Pfeiler, deſſen Baſis nur zwei Quadratfuß zur Grundflaͤche hat, mehr ddritfe„Kraft oder Eindruck auf den Grund aͤußern, als ein anderer Pfeiler von eben 3 3 182 Zweiter Abſchnitt. „derſelben Schwere, der eine Grundflaͤche von vier Quadratfuß hat, und dieſer „letztere wird ſich wieder ſtaͤrker eindruͤcken, als ein anderer, mit einer Grundflaͤche „von zwoͤlf Quadratfuß; oder, wenn im erſteren Fall die Laſt eine Zuſammen oder „Eindruͤckung von einem Fuß verurſacht, ſo wird ſie im zweiten nicht mehr betra⸗ „gen als ſechs Zoll, und im dritten wird ſie kaum merklich bleiben. Alſo erzeugt „die Schwere der feſten Koͤrper, wenn ſie auf einem Grund von geringer Feſtigkeit „druͤcken, einen Eindruck, der mit der Groͤße ihrer Grundflaͤche im(umgekehrten) „Verhaͤltniß ſteht. Es folgt hieraus, daß um das Feſtſtehen dieſer Koͤrper zu „vermehren, oder um das Weichen und Sinken des verſchiedenen Erdreichs, wor⸗ „auf man bauet, zu verringern, es kein ander Mittel giebt, als ihnen unten eine „weite Ausdehnung, oder ein breites Fundament zu geben, das mit dem Grad von „Feſtigkeit im Verhaͤltniß ſtehen muß, deſſen man bedarf.“ „Wenn mehrere abgeſonderte vierſeitige Pfeiler, von gleicher Hoͤhe und „Staͤrke, mit ungleichen Laſten, jedoch gleichfoͤrmig, beſchweret werden, ſo wer⸗ „den dieſe verſchiedene Laſten, Eindruͤcke auf dem Grunde verurſachen, die mit „der Groͤße ihrer Maſſen, und der Groͤße der Grundflaͤche im Verhaͤltniß ſtehen. „Dies iſt eine Folge des vorhergehenden Grundſatzes.“ „Wenn man auf eben dieſe abgeſonderte Pfeiler, die Laſt, mehr auf einer als „auf die andere ihrer Seiten auflegte, ſo wuͤrde ein Theil des Bodens, dieſe „ungleiche Vertheilung der Laſt mehr empfinden, als der andere, oder dadurch mehr „eingedruͤckt werden, ſo daß das Umfallen des Pfeilers dadurch bewuͤrkt werden „koͤnnte.“ „Eben der Fall wuͤrde eintreten, wenn der Boden auf dem die Pfeiler errich⸗ „tet ſind, nicht von gleicher Dichtigkeit waͤre, wie vorher vorausgeſetzt worden iſt. „Nach dieſen Grundſaͤtzen von dem Eindruck der ruhenden feſten Koͤrper, „kann man bei der Gruͤndung der Gebaͤude abnehmen, wie gefaͤhrlich es ſey, die „Fundamente aus lauter kleinen Theilen, oder Pfeilern, und nicht in einem fort⸗ „gehenden Zuſammenhange zu konſtruiren, und daß man uͤberhaupt ſuchen muß, „den Druck des Gebaͤudes allgemein, oder gleichfoͤrmig uͤber die ganze Grundflaͤ⸗ „che zu vertheilen, wodurch die etwannige Senkung unmerklicher gemacht und „verhuͤtet wird, daß ſolches wenigſtens in keiner andern, als einer verticalen „und gleichfoͤrmigen Richtung geſchieltt. „Dieß iſt zugleich der Grund, warum einige Architekten, die ſchon von an⸗ „dern angelegten aber mißgerathenen Gruͤndungen zu verbreiten, die Pfeiler mit „einander zu verbinden, und alſo den Grundmauern recht breite Grundflaͤchen zu „geben, ſich bemuͤhet haben. Man muß dahero bei der erſten Grundlage darauf — Sͤ 8d E a Von dem Grund und Boden c. 183 es bedacht ſeyn, indem die Vernunft, der geſunde Verſtand und die Erfahrungen, ne„die Wirkſamkeit dieſes Mittels, zu allen Zeiten und in allen Laͤndern beſtaͤtiget umen oder haben.“ nehr betra 3 5. 114. ſb enagf In dem,§. 103. gedachten Fall koͤnnte die Frage aufgeworfen werden: wie dick Von der dicke t deſtigkit eine Lage jeder feſten Erdart in Vergleichung des darauf aufzufuͤhrenden Baues dait Wieht norkäſren) ſeyn muͤſſe? Es laͤßt ſich aber ſolches mit zutreffender Schaͤrfe nicht beantworten, Erdlagen, und Köna iu ſondern man kann nur im Allgemeinen annehmen, daß eine feſte Erdlage von 10 ihrer derſchie ichs, wor⸗ bis 12 Fuß dick, woyl fuͤr gewoͤhnlich maßive Gebaͤude von 2 Stockwerke hinrei⸗ denen Vage unten eine chend ſey, jedoch muß bei einer ſolchen nothduͤrftigen Dicke oder Maͤchtigkeit der Oud vn feſten Erdlage, mit der Grundmauer nicht tief in die feſte Erde gegangen werden, um ſelbige in ihrer Dicke nicht zu ſchwaͤchen; Demnaͤchſt muß das Gebaͤude eben⸗ Höhe und wohl mit verbreiteten Grundmauern und moͤglichſt gleichfoͤrmig aufgefuͤhret wer⸗ , ſo wer⸗ den, um einen gleichen Druck zu erhalten. die mit. Auch kommt es auf die Ausdehnung einer feſten Erdlage an, ob ſie nahe oder 5 ſehen. nur erſt in anſehnlicher Entſernung von dem aufzufuͤhrenden Gebaͤude, von einer weichern Erdart begraͤnzet wird, denn im erſten Fall koͤnnte die feſte Erde feie⸗ ener äls waͤrts ausweichen. ens, dieſe Naͤchſtdem muß auch darauf geſehen werden, ob der Boden durch das an⸗ ſteigende Waſſer, der in der Naͤhe vorbeigehenden Fluͤſſe oder Baͤche durchgezogen urch meht ¹ huu wird, und ob dadurch eine Veraͤnderung deſſelben entſtehen kann; denn es giebt einige Erdarten, welche im trocknen Zuſtande Feſtigkeit verſprechen, die aber durch ee arih⸗ Waſſer leicht erweicht werden koͤnnen. Selbſt der Lehm, der feine und grobkoͤr⸗ zen iſt nigte Sandgrund, iſt der Erweichung, obgleich nicht ſo leicht, unterworfen. Körper, Felſen⸗ und Steingrund iſt aber gaͤnzlich davon ausgenommen. ſeh, die Die Unterſuchung eines Baugrundes, muß daher nicht nur auf der zu be⸗ enn fort⸗ bauenden Stelle allein vorgenommen werden, ſondern ſich auch auf die umliegende n muß, Gegend erſtrecken; Zuweilen kann ein Baugrund durch Ableitung der von einer rundſläͤ⸗ Anbohe dahin fließenden Gewaͤſſer und Quellen verbeſſert werden. cht und In ſolchen Gegenden an großen Stroͤmen, die in einigen Entfernungen, von tialt Bergen begrenzt werden, iſt es vorzuͤglich noͤthig, in Abſicht des Baugrundes, an zwiſchen dem Gebuͤrge und dem Strom vorſichtig zu ſeyn: denn theils werden 8 durch das von den Bergen herabſtroͤmende Regenwaſſer und dem ſchmelzenden hun 49 Schnee, die auf der Oberflaͤche befindlichen feſten Erdarten uͤber die niedrige Ge⸗ dle 1 gend gefuͤhret, oder das uͤber die Ufer tretende Stromwaſſer haͤufet dergleichen an, ice ſo daß man den feſten Boden zu haben glaubt; bei angeſtellter Unterſuchung aber darauf 194 Zweiter Abſchnitt. oͤfters Rohr⸗ und Graswurzeln, welche ſich in der Tiefe befinden, die ehema⸗ lige wieſenartige Oberflaͤche anzeigen, unter welcher gemeiniglich ein weicher Grund angetroffen wird. Nahe am Fuß der Berge, oder an den Bergabhaͤngen ſelbſt, pflegen ſich viele Quellen zu finden, mit denen man nicht wenig zu kaͤmpfen hat. Es iſt gut, wenn man ſie außerhalb der Gebaͤude in einer Art von Reſervoir auffangen und mit hoͤl⸗ zernen oder gemauerten Rinnen ableiten kann. Man macht nemlich eine Umdaͤmmung von gutem Thon, fuͤllt den Zwiſchen⸗ raum mit mittelmaͤßig großen Feldſteinen aus, uͤber welche man Strauch oder ei⸗ nige Lagen von Faſchinen legt, und dieſe bedeckt man 3 bis 4 Fuß hoch mit Erde. Aus dieſem Sammelort wird dann das Quellwaſſer durch Roͤhren abgeleitet. Man koͤmmt zuweilen damit zu Stande, Duͤmpel in den Ebenen, deren Waſſerinhalt von hoͤher gelegenen Quellen herruͤhrt, durch eine Ausfuͤllung von Mauerſteinſtuͤcken, Feldſteinen, Grand, praͤparirtem Moͤrtel und ungeloͤſchtem Kalk auszufuͤllen, und dadurch einen guren Baugrund zu machen. Der unzuverlaͤßigſte Grund iſt der, welcher aus allerlei Erdarten beſtehet, womit ehemalige Gruͤnde und Vertiefungen, als alte Stadt⸗ und Veſtungsgra⸗ ben, oder dergleichen, ausgefuͤllt ſind. Hat derſelbe auch undenkbar lange gele⸗ gen, und alle Merkmale einer hinreichenden Feſtigkeit, ſo wird eine darauf zu ſe⸗ tzende Laſt, ihn doch noch immer und zwar ungleich zuſammen druͤcken, ſo daß ein auf ſolchem Grunde aufzufuͤhrendes Gebaͤude, merklich ſinken wird. In Staͤdten, die oft Brandſchaden erlitten, hat man ſich vorzuͤglich vor dergleichen mit Schutt ausgefuͤllten Stellen ſorgfaͤltig zu huͤten; iſt man aber genoͤthiget darauf zu bau⸗ en, ſo bleibt nichts uͤbrig, als die aufgefuͤllte Erde bis auf den natuͤrlichen Grund (den man auch den gewachſenen Boden zu nennen pflegt) zu durchgraben, und das Fundament darauf zu legen. — —r §. 115. Von den Juſn⸗ Daß tiefe Fundamentgraͤben, nach Beſchaffenheit des Erdreichs, entweder danenfg breit genug mit gehoͤrigen Doßirungen, auch wohl mit Abſätzen aufgenommen, oder mit Bohlen, Pfaͤhlen und Streben abgeſtreift werden muͤſſen, um ſich vor Nachfaͤllen zu ſichern, verſtehet ſich von ſelbſt, weil ſonſt die angefangene Ar⸗ beit erſchweret oder wohl gar vernichtet, auch die in der Tiefe des Grabens ſtehen: 6 de Arbeiter beſchaͤdiget werden koͤnnten; ich will hier nur darauf aufmerkſam ma⸗ chen, daß ſtrenger Lehm⸗oder Thongrund in dieſer Ruͤckſicht der gefaͤhrlichſte von allen iſt. Anfaͤnglich ſteht derſelbe faſt ſenkrecht wie eine Mauer, und diejenigen die nicht Erfahrungen genug haben, ſind leicht der Meinung, daß es dabei keiner beſon⸗ — Von dem Grund und Boden ꝛc. 183 d ema⸗ beſondern Vorſicht beduͤrfe; allein, ſie werden finden, daß ſobald die Luft, die in ein wäͤche den thonartigen Ufern anfaͤnglich vorhandenen Feuchtigkeiten ausgetrocknet hat, . Borſten darin entſtehen, daß große Stuͤcke ſich von den Doßirungen abloͤſen, und n ſic vice herunter fallen; man muß deshalb alle Durchgrabungen durch Thongrund ſogleich gut, wenn auf das ſorgfaͤltigſte verſchalen und abſtreifen. id wit hob Aumerk. Man ſehe dieſerhalb in des Herrn von Perronet Description du pont des Neuilly etc., die vortreffliche Abhandlung: ſur les eboulements des terres. richen⸗ Der Thongrund hat auch die unangenehme Eigenſchaft, daß die darin ein⸗ ih oder ei⸗ gerammten Pfaͤhle wieder herausgehoben werden, daher derſelbe auch keinesweges nit Erde. zum guten Baugrund gehoͤret. ſditet.. en, deren§. 94. üllung von Die vorher erwaͤhnten liegenden Roſte Fig. 63., beſtehen aus uͤber⸗Naͤhere Be⸗ gelöſchtem einander befeſtigten Balken und Bohlen, oder bei leichten Gebaͤuden nur allein aus ſeiun Ner Bohlen, dergeſtalt, daß queer uͤber in den Grundgraben, zwei, drei bis vier Fuß ſe. beſtehet weit auseinander, Balken oder 5 Zoll ſtarke und moͤglichſt breite Bohlen aaa, die ungsctas um einen guten Theil laͤnger ſeyn muͤſſen als die Breite, welche die Grundmauer er⸗ uge gel⸗ halten ſoll, eingelegt, und dergeſtalt feſt eingeſtoßen werden, daß ihre Oberflaͤche uuf zu ſe vollkommen wagrecht liege. Auf dieſen Bohlen oder Unterlagen, werden nach der daß ein Laͤnge des Gebaͤudes, Bohlen bbbb und zwar nach Verhaͤltniß der Breite der Stͤdten, Grundmauer, zwei bis drei derſelben, geſtreckt; in gleicher Hoͤhe mit dieſen Boh⸗ tSchutt len oder Balken bbbb, kommen die Unterlagen ggggsg zu den Giebel und Queer⸗ n bau⸗ Mauern zu liegen, uns uͤber dieſe wiederum in der Breite der Grundmauer die Grund Balken cCcoc. und das Endlich werden ſowohl dieſe Balken coco als die mit bbbb bezeichneten, quer uͤber mit denen Bohlen dddd benagelt(wozu hoͤlzerne Nagel genommen werden koͤnnen.) d Es iſt uͤbrigens nichts daran gelegen, daß die Bohlen dd d dnicht eine gleiche etlueder horizontale Flaͤche bilden, ſondern daß die auf den Querwaͤnden etwas hoͤher c liegen als die andern, denn durch das Mauerwerk wird doch all es ausge⸗ 3 glichen. gen 1 5 Die Entfernung der erſten Unterlagen aaa und ggg haͤngt von der Staͤrke 6 ſhan oder Dicke der daruͤber zu ſtreckenden Bohlen oder Balken bbb und cccab; nimmt fſam ſnj man nemlich zu letztern nur Bohlen anſtart halb Holz oder Balken, ſo muͤſſen die dußs Unterlagen naͤher aneinander gelegt werden, damit die Bohlen oder Balken von 3 2* bei keinet 8 A2 beſon⸗ Zweiter Abſchnitt. einer Unterlage bis zur andern nicht biegen oder durchſchlagen koͤnnen. Eine Be⸗ ſtimmung laͤßt ſich dieſerhalb nicht wohl angeben, indeſſen iſt es rathſam, in jedem Fall eher etwas zu viel als zu wenig zu thun, das iſt, die Unterlage aaa und gg8 lie⸗ ber etwas zu unahe, als zu weit auseinander zu ſtrecken.— Ueber 6 Fuß ſind ſie in keinem Fall von einander zu legen. Zwiſchen den Balken bbb und ccc kann 1 ½⅞ hoͤchſtens 2 Fuß Zwiſchen⸗ raum verbleiben— die Unterbreite der Grundmauer, welche bei einem Roſte, aus den im vorigen§. angefuͤhrten Urſachen, etwas groͤßer als ſonſt angenom⸗ men werden muß, beſtimmt alſo die Anzahl der neben einander zu legenden Balken bbb oder ccoc. Da wo Scheidewaͤnde auf die Hauptwaͤnde zutreffen, wie bei f, muͤſſen die Roſtbohlen oder Balken der erſtern, uͤber die der letztern heruͤber gelegt, und auf die untern Balken aufgekaͤmmt werden, um das Ganze zuſammen zu halten. 1 Es muß ferner dahin geſehen werden, daß die nach der Laͤnge der Waͤnde geſtreckte Bohlen oder Balken nicht mit ihren Enden auf eine und dieſelbe Unter⸗ lage zutreffen, ſondern die Enden der Bohlen muͤſſen mechſelaweiſe an einander ſtoßen, oder ſich verſchießen. F. 116. umfeͤndli Die Pfahlroſte, deren man ſich nur alsdann bedient, wenn ſich uͤber den, 88 Deichretean der Tiefe ſtehenden feſten Grund, ſchwimmender Schlamm oder gar klares Pfahlroſte. Waſſer befindet, muͤſſen eine faſt abſolute Feſtigkeit erhalten, das iſt, die Pfaͤhle ſind ſaͤmmtlich ſo tief einzurammen, daß die Laſt des aufzufuͤhrenden Gebaͤudes, ſelbige durchaus nicht im mindeſten tiefer eindruͤcken kann; denn da ein ſolches Eindruͤcken, ohnmoͤglich gleichfoͤrmig, das iſt, bei allen Pfaͤhlen zugleich geſchehen kann, ſo ſind die Folgen leicht einzuſehen, welche durchaus entſtehen muͤßten, wenn einige Pfaͤhle tiefer eingedruͤckt werden koͤnnten, andere aber ſtehen blieben. Eben ſo nachtheilig waͤre es, wenn einige Pfaͤhle aus der lothrechten Richtung gedruͤckt wuͤrden, oder ausweichen koͤnnten, welches dadurch entſtehen kann, wenn, wie man Beiſpiele davon hat, entweder aus Unwiſſenheit oder aus uͤbertriebener Sparſamkeit, nach Fig. 35. B., Mittelwaͤnde auf Erdboͤgen geſetzt werden, ohne fuͤr ein hinreichendes Wiederlager zu ſorgen. Um beides zu verhuͤten, muͤſſen alſo ſaͤmmtliche Roſtpfaͤhle, bis auf einen hohen Grad von Feſtigkeit in den feſten Erdboden eingeſchlagen werden, welches daran zu⸗ lennen iſt, wenn die Pfaͤhle bei vielen wiederholten Rammſchlaͤgen mit Eine Be⸗ edem F 8 9G lit⸗ ind ſjein Iwiſchen⸗ m Roſte, ngenom⸗ Balken ie bei k, d gelegt, men zu Waͤnde Unter⸗ mmander lber den, ar klares Pfaͤhle haͤudes, ſolches ſchehen nuͤßten, blieben. richtung wenn, riebener n, ohne if einen welches gen mi Von dem Grund und Boden nc. 187 ſchweren Rammbaͤren nicht merklich weiter einzutreiben ſind. Hierbei kann man folgende Erfahrung als Regel annehmen: wenn man nemlich von den benachbarten Haͤuſern, oder durch behutſames Bohren, am beſten aber durch Probepfaͤhle, welche mit großer Anſtrengung und Aufmerkſamkeit eingeſchlagen ſind, eini⸗ germaßen von der Tieſe des guten Grundes oder von der Laͤnge der Pfaͤhle unter⸗ richtet iſt, ſo kann man Pfaͤhle, welche ungefaͤhr dieſe Tiefe erreicht haben, und in 3 bis 4 Hitzen jede von 25 Schlaͤgen mit einem Baͤr von 14⸗16 Centn. wobei der Baͤr 5 Fuß hoch gezogen oder geſchnellet wird, nicht tiefer eindringen, als feſt erklaͤren, um ein maſſives Haus von 3 Stockwerken darauf zu ſetzen. Hier⸗ naͤchſt muß alles durch Laͤngſt⸗ und Querbalken wohl mit einander verbunden werden. Die Pfahlroſte gehoͤren mehr zur Waſſerbaukunſt als zum Landbau; denn man wird ſich gewiß huͤten, ohne Noth, Gebaͤude auf koſtbare Pfahlroſte zu bauen, und zum Gluͤck hat man bei Landgebaͤuden mehrentheils am erſten die Gelegenheit, dieſer Bauart auszuweichen, und einen vortheilhaften Baugrund auszuſuchen. Die Konſtruktion der Pfahlroſte unter Gebaͤuden iſt inzwiſchen hier in der 69. Fig. vorgeſtellt. Zufoͤrderſt iſt es gleichguͤltig, von welcher Holzſorte die Pfaͤhle angefertiget werden, weil im feuchten und naſſen Boden, wo uͤberhaupt nur Roſte angebracht werden, jede Holzart faſt unvergaͤnglich iſt. Gemeiniglich bedient man ſich aber des kiehnenen Holzes zu den Pfaͤhlen; ſie brauchen nicht vierſeitig beſchlagen zu werden, ſondern ſie koͤnnen rund bleiben, jedoch muß die Borke abgeſchaͤlet wer⸗ den. Die Laͤnge der Pfaͤhle richtet ſich nach dem vorgefundenen Grunde, welchen man alſo auf vorerwaͤhnte Art ſorgfaͤltig zu erforſchen ſuchen muß. In jedem Fall iſt es aber rathſam, die Pfaͤhle lieber etwas laͤnger, als man es muthmaßlich noͤthig findet, zu nehmen, denn es iſt beſſer von einem Pfahl, der ſich nicht tiefer ein⸗ rammen laſſen will oder feſtſtehet, oben ein Ende abzuſchneiden, als zu kurze Pfaͤhle zu nehmen, ſie bei dieſer Wahrnehmung wieder herauszuziehen, und denn doch genoͤthiget zu ſeyn, laͤngere an ihre Stelle anzuſchaffen oder die Pfaͤhle durch auf⸗ geſetzte oder aufgepfropfte Hoͤlzer zu verlaͤngern. Die Veranſtaltungen zum Einrammen der Pfaͤhle, die Beſchaffenheit der Rammen, das Einrammen der Pfaͤhle ſelbſt, und der eben gedachte wohl nur ſelten vorkommende Vorfall, wo der feſte Grund „erſt in ſolcher Tiefe angetroffen wird, daß zwei Pfaͤhle auf einander geſetzt und eingerammt werden muͤſſen, alle dieſe Umſtaͤnde ſindet man in Maugers Beitraͤge zur praktiſchen Bau⸗ kunſt, Potsdam 1786, auf das umſtaͤndlichſte abgehandelt und beſchrieben, und ich bemerke uur, daß man ſich zur Ausſchoͤpfung des Grundwaſſers aus den Grundgraben, wenn das Waſſer nicht hoch uͤber die Grabenufer oder den Fangdamm zu erheben iſt, anſtatt der von Manger Aa 2 Zweiter Abſchnitt. beſchriebenen ſo genannten Schnecken oder eigentlich, des Schaufelwerks, vortheilhafter der Tagloͤhner, welche das Waſſer mit Eimern ausſchoͤpfen, und noch vortheilhafter der Saug⸗ pumpen, welche zu dieſem Behuf allenfalls von Brettern zuſammen geſchlagen werden, bedienen kann. Die ſonſt bekannte, von Manger aber, nach ihrer ganzen Konſtruktion beſchriebene ſoge⸗ nannte Winkelramme, wo der Laͤufer auf der Spitze eines dreieckigten Schwellwerks ſtehet, iſt zwar bei dem Haͤuſerbau die bequemſte; allein, da ſich ſolche Ecken und Winkel bei einem Bau ereignen koͤnnen, wo man auch mit dieſer Ramme nicht ankommen kann, ſo konnte man ſich in dieſem Fall des in der 70. Figur vorgeſtellten Huͤlfsmittels bedienen. Es wird nemlich an der Seite des einzurammenden Pfahls a etwas ausgeſchnitten, und daran ein anderes Holz b angelaſcht und mit Bolzen befeſtiget. Oben in dieſem Holze wird die Ramm⸗ ſcheibe angebracht; Man ſieht aus der Figur ſelbſt, d der Laͤner zugleich mit dem Eindringen des Pfahls ſich erniedriget. Die Unterbreite der Grundmauer beſtimmt die Anzahl der Reihen von Roſt⸗ pfaͤhlen; Die Pfaͤhle unter ſich muͤſſen in jeder Reihe drei, drei und einen halben bis vier Fuß, aber nicht leicht daruͤber, aus einander ſtehen, und zwar in jeder Reihe abwechſelnd, oder wie man ſich auszudruͤcken pflegt im Verband, wie Fig. 69. A. zeigt. Einige Baumeiſter iichen ſich da bei der Stellung der Pfaͤhle nach den Schaͤften und Fenſtern des aufzufuͤhrenden Gebaͤudes zu richten, dergeſtalt, daß ſie da, wo die Pfeiler treffen, die Pfaͤhle etwas naͤher an einander ſtellen. Die Roſtpfaͤhle bekommen Zapfen, worauf die Roſtſchwellen aaa und dddac. aufgezapft werden. Ueber dieſe Roſtſchwellen ſind, vier bis fuͤnf Fuß von einander Queerhoͤlzer, oder ſogenannte Zangen bb aufgekaͤmmt. Da wo Queer⸗ oder Scheidewaͤnde auf die Haupt⸗ oder langen Waͤnde ſtoßen, dienen die Schwellen derſelben zugleich als Zangen der erſteren, wie bei cc zu ſehen. Die Pfaͤhle unter den Scheidewaͤn⸗ den dd, muͤſſen daher wie die Profile Fig. 69. B. und C. zeigen, bei dem Abſchnei⸗ den derſelben, um ſo viel als die Hoͤhe der Schwellen, ohne die Einkaͤmmung betraͤgt, laͤnger gelaſſen werden. Dieſe Schwellen der Scheidewaͤnde werden eben⸗ falls mit Zangen ee verbunden. Endlich legt man queer uͤber die Balken und zwiſchen die Zangen, drei bis vierzoͤllige Bohlen ff, welche mit hoͤlzernen Naͤgeln aufgenagelt werden koͤnnen. dan wird bemerken, daß die Bohlen auf den Roſtſchwellen der Hauptmauer etwas niedriger zu liegen kommen, als die auf den Schwellen der Scheidewaͤnde, und ſo auch, daß die Zangen hoͤher liegen als die Schwellen, dies thut aber, wie bereits bei den liegenden Roſten erwaͤhnt worden, nichts zur Sache, indem durch 1 der Sa⸗ 1, hedienen bbene ſoge⸗ fiehet, iſ anem Bau nan ſich in und daran 3 Namm⸗ indringen n Roſt. thalben in ſeder ./ wie ch den it, daß dddir. hoͤtzer, de auf gleich ewaͤn⸗ ſchnei⸗ nmung reben⸗ n und gaͤgeln mauer vaͤnde, wir durc Von dem Grund und Boden e. 189 das Mauern alles ausgeglichen werden kann; Dieſe Art, die Zangen aufzukaͤmmen, iſt fuͤr das Zuſammenhalten der Schwellen, weit zweckmaͤßiger, als die Methode, welche man in verſchiedenen Anweiſungen zur Baukunſt antrift, wo die Zangen, wie Fig. 71. zeigt, mit Schwalbenſchwaͤnzen in die Schwellen eingelaſſen ſind, um dem ganzen Roſt eine gerade und ebene Flaͤche zu geben, welches aber keinesweges noͤthig iſt. Nan ſiehet auch aus der vorgehochlen Figur, daß bei dieſer Methode ſowohl die Roſtſe chwellen als die Zangen, durch das Ueberſchneiden bei ff geſchwaͤcht, und daß die Schwalbenſchwaͤnzfoͤrmige Einlaſſungen in die Gihrdelen nicht ſo haltbar ſind, als die auf ſelbigen aufgekaͤmmte Zangen. Die auf den Pfaͤhlen liegende lange Schwellen muͤſſen mit ihren Enden jedes⸗ mahl auf einem Pfahl zuſammen geſtoßen werden, allein, es muͤſſen nicht zwei oder drei gegen einander liegende Schwellen auf gegen uͤberſtehende Pfaͤhle geſtoßen werden, ſondern dieſe Stoͤße muͤſſen gehoͤrig abwechſeln, wie bereits bei den lie⸗ genden Roſten erinnert worden, und hier bei vv ꝛc. zu ſehen iſt. Einige Baumeiſter rathen an, die Zwiſchenraͤume zwiſchen den Roſtpfaͤblen mit kuͤrzern und nicht ſo ſtarken Pfaͤhlen, als wie dieſe, welche ſie Fuͤllpfaͤhle nennen, auszuſchlagen, Fig. 71. und zwar in der Abſicht, um die Erde zwiſchen den Hauptpfaͤhlen mehr zu comprimiren. Allein dieſes iſt eine unnoͤthige Vorſicht, denn bei einem Pfahlroſt muͤſſen lediglich die mit den Schwellen und Zangen ver⸗ bundenen Pfaͤhle die Laſt tragen, und es bleibt gleichguͤltig, ob der Grund zwiſchen ſelbigen feſt oder loſe iſt, dahero dieſe Fuͤllpfaͤhle ganz uͤberfluͤſſig ſind. Dahin⸗ gegen iſt es noͤthig, diejenigen Roſte, welche unmittelbar an dem Ufer der Stroͤme, oder gar in ſelbige zu ſtehen kommen, als bei Ufer⸗Einfaſſungen oder Schaͤlungsmauern, und bei maſſiven Bruͤckenpfeilern, im erſtern Fall an der Waſ⸗ ſerfronte und an den Seiten, im letztern aber ganz umher mit ſogenannten Spund⸗ waͤnden zu umgeben, damit das fließende Waſſer, den Grund, worin die Pfaͤhle eingerammt ſind, nicht auswaſche oder vertiefe, und die Pfaͤhle loſe werden koͤnnen. Eine Spundwandaber, beſtehet aus eingerammten, in einander gefuͤgten Pfaͤhlen, oder auch wohl nur aus zuſammen gefuͤgten Bohlen, erſtere haben den Namen Spundpfaͤhle, letztere heißen Spundbohlen. Unter den verſchiedenen Arten, die Spundpfaͤhle und Spundbohlen zuſammen zu fuͤgen, iſt fuͤr erſtere die Fig. 72. bezeichnete Art die beſte, wobei jeder Spundpfahl einen Spund und auf der andern Seite eine Nuthe erhaͤlt, oder es Aa 3 190 Zweiter Abſchnitt. Von dem Grund u. Boden c. bekoͤmmt ein Spundpfahl um den andern, zwei Federn und zwei Nuthen Fig. 73. Bei vier bis fuͤnfzoͤlligen Bohlen wuͤrden die Spunde und Nuthen, zu ſchwach aus⸗ fallen und beim Einrammen abſpringen. Es iſt daher hinreichend, ſie nach Fig. 74. zuſammen zu ſetzen. Daß die Balken und Bohlen der Roſte in jedem Fall ſo tief geleget werden muͤſſen, daß alles Holzwerk derſelben, beſtaͤndig von dem Grundwaſſer bedeckt bleibe, weil bekanntermaßen das Holz in beſtaͤndiger Feuchtigkeit und Naͤße nie⸗ mals ſchadhaft wird, iſt bereits angefuͤhret worden. Die Wichtigkeit der Beobachtung dieſer Regel iſt aber die Urſache warum hier nochmals angefuͤhret wird, daß, beſonders wenn man in der Naͤhe der Fluͤſſe und ſtehender Seen bauet, die Merkmale des eintretenden moͤglichſt niedrigſten Waſſerſtandes, durch einzuziehende Erkundigung ſorgfaͤltigſt ausge⸗ mittelt, und die Roſtbohlen, oder der oberſte Theil derſelben, jederzeit noch etwas unter die Oberflaͤche des niedrigſten Waſſers gelegt werden muͤſſen, wenigſtens ſoll der Grund an ſich beſtaͤndig feucht ſeyn, oder von Quellen durchnaͤßt werden. digen. vach au⸗ Jig.74 et werden Dritter Abſchnitt. er bedeckt Riße nie Von den Grund⸗oder Fundamentmauern, Kellern, Souterrains und deren Ueberwoͤlbung. warum Nähe der wsihß V 6 un7.— alde Da obere Breite der Fundamente richtet ſich ſehr natuͤrlich nach der Breite der Von der Staͤr⸗ h etves darauf zu ſetzenden Mauer, oder der darauf zu ſtellenden hoͤlzernen Waͤnde. In ie din ſde⸗ iigſtes jedem Fall wird ſie aber etwas breiter als die darauf zu ſetzende Mauer oder Wand. zernen Gebaͤu⸗ werden. Die Schwellen hoͤlzerner Gebaͤude ſind gemeiniglich 10 bis 12 Zoll breit; es den. iſt daher hinreichend das Fundament wenn es von Mauerſteinen iſt, 14 bis 15 Zoll, von Feld⸗ oder Bruchſteinen aber 18 Zoll breit zu machen, ſo, daß das Fundament etwas breiter wird als die Schwelle. Die Hoͤhe des Fundaments uͤber die Erde, muß zum wenigſten 13 Zoll auf derjenigen Stelle betragen, wo bei einem ungleichen Boden das Erdreich am hoͤch⸗ ſten iſt; Die Tiefe in der Erde richtet ſich nach dem feſten Grunde, jedoch kann man bei hoͤlzernen Gebaͤuden, beſonders von einem Stockwerke, ſchon mit einem geringern Grade von Feſtigkeit des Grundes, als bei maßiven, zufrieden ſeyn. Die vorherige Beſtimmung gilt auch in Abſicht der Breite und Hoͤhe der Fundamente unter den Scheidewaͤnden, jedoch iſt es noͤthig dahin zu ſehen, daß die Schwelle der nach der Laͤnge durchgehenden Mittelwand beſonders ein gutes und ſtarkes Fundament erhalte. Bei den querlaufenden Scheidewaͤnden, geringer und unbedeutender hoͤlzerner Gebaͤude, kann man dagegen ſogar anſtatt der ganz unter den Schwellen weggehenden Fundamente, 3 bis 4 Fuß auseinander Pfeiler mau⸗ ern, worauf die Schwelle liegt; beſſer ſind jedoch in allen Faͤllen ganz durchgehen⸗ de Fundamente, unter allen Schwellen. Von der die Breite der Schwellen uͤbertreffenden mehreren Breite des Fun⸗ daments, muͤſſen 1 ½ bis 2 Zoll außerhalb, die uͤbrige Breite aber inwendig an . der Schwelle vorſtehen. Beſtimmung der obern Brei⸗ te der Funda⸗ mente. 19² Dritter Abſchnitt. §. 119. Wenn gleich die Fundamente der hoͤlzernen Gebaͤude nicht derjenigen Solidi⸗ taͤt beduͤrfen, als die Grundmauern maßiver Gebaͤude, ſo ſollten ſie jedennoch regelmaͤßig, tuͤchtig und gut gemacht werden. Das Fundament muß eher aufge⸗ fuͤhrt werden, als das Gebaͤude errichtet wird; bedient man ſich dazu der Feld⸗ oder Bruchſteine, ſo iſt es noͤthig daſſelbe wenigſtens 2 Schichten hoch unter der Schwelle mit gut gebrannten Mauerſteinen abzugleichen, und die lezte Schicht als eine Rollſchicht, das heißt, dergeſtalt daß die Steine auf der ſchmalen Sei⸗ te ſtehen, zu mauern, und bevor die Schwellen geſtreckt werden, alles gehoͤrig nach der Waage abzugleichen. Dieſes ſind die in allen Baureglements enthaltenen Vorſchriften, die aber nicht überall be⸗ folgt werden; denn man trift leider an vielen Orten die elende Bauart an, daß das Gebaͤu⸗ de zuvor auf Klötze gerichtet wird, ſodann wird der Zwiſchenraum zwiſchen der Schwelle und der Erde nur eigentlich mit Feld⸗oder andern Steinen eher unfoͤrmlich verſtopft als daß man es untermauert nennen koͤnnte. Kann es dabei wohl befremdend ſeyn, wenn die Gebaͤnde ſich bald verſchieben oder verſacken, oder wenn die Feuchtigkeit unter die Fußboͤden eindringet und Schwaͤmme und Faͤulniß erzeugt, oder wenn, beſonders bei Scheunen, das Ungeziefer ſich leicht durch⸗ und in die Gebaͤude einwuͤhlt? Es ſollte alſo billig ernſtlicher auf die Abſchaffung dieſes Mißbrauchs bei Auffuͤhrung der Fundamente gehalten werden. Bei maßiven Gebaͤuden wird die obere Breite der Fundamente unter den Außenwaͤnden dadurch beſtimmt, daß man ſolches einen halben bis 2 Zoll, au⸗ ßerhalb vor der Etagen⸗Mauer, inwendig aber 5 bis 6 Zoll vortreten laßt, oder das Fundament um dieſe Dimenſionen breiter macht, als die darauf folgende Etagenmauer. Bei den Scheidewaͤnden macht man das Fundament oben, zu jeder Seite ein und einen halben, alſo drei Zoll dicker als die Scheidewand ſelbſt; Hoͤhe der Fun⸗ damente uͤber der Erde. es ſey denn, daß dieſe Fundamente der Scheidemauern, zugleich als Wiederlager von Kellergewoͤlben dienten, alsdann ſie dieſerhalb, wie in der Folge gezeiget wer⸗ den wird, zu verſtaͤrken ſind. Grundmauern von Feld⸗ und Bruchſteinen werden, wegen der irregulaͤren Figuren derſelben, als weshalb bei aller Aufmerkſamkeit dennoch kein ſo vollkom⸗ mener Verband mit dieſen Steinen erhalten werden kann, um bis* ſtaͤrker ge⸗ macht, als die von Mauerſteinen. §. 120. Unter der Benennung von Plinte wird zuweilen der aͤußere Abſatz des Fun⸗ daments, ſonſt aber auch der uͤber die Erde aufgefuͤhrte Theil des Fundaments, verſtanden. Es iſt gut dieſen Theil des Fundaments, theils zu mehrerer Zierde, theils um die Naͤſſe von dem uͤber die Erde ſtehenden Fundamente, oder von der 2 1. Von den Grund⸗oder Fundamentmauern c. 193 n Soldi 1 Plinte abzuhalten, mit 5 bis 6 Zoll ſtarken Platten, von guten, der Witterung ſedennoch widerſtehenden Werkſtuͤcken, welche jedoch nur 1 ½ bis 2 Zoll vor die daruͤber zu ſe⸗ her aufger tzende Mauer vorſpringen, bekleiden, oder, wie man es zu nennen pflegt, verblen⸗ der Feld⸗ den laſſen. Wo man dergleichen Werkſtuͤcke nicht hat, oder ſelbige anzuſchaffen— unter der zu koſtbar iſt, kann man ſich auf eine noch dauerhaftere Art, behauener Feld⸗ te Schicht ſteine bedienen; Es iſt nur Schade daß das ſowohl in dieſer als in ſo vielerlei an⸗ ralen Gei⸗ dern Ruͤckſichten beim Bauen, nuͤtzliche Bearbeiten der Feldſteine nach vorgeſchrie⸗ z gehörig benen Winkeln und mit geraden Flaͤchen ſo allgemein noch nicht bekannt iſt, oder in Ausuͤbung gebracht wird.—. Es wird vorbehalten, uͤber dieſen Gegenſtand ein Mehreres an einem andern d nde Orte beizubringen, und ich bemerke hier nur, daß in Preußen, und inſonderheit hen in Koͤnigsberg, bei vielen Gebaͤuden die Plinten mit dergleichen behauenen Feld⸗ aüünde ſh ſteinen aufgefuͤhret werden. Es wird fuͤr den laufenden Fuß der Fronte, wenn die rinnt und Plinte 18 Zoll hoch iſt, fuͤr den Stein, deſſen Transport und an Arbeitslohn kahh 1 Rthlr. bezahlt. 1 Wo man aber weder Werkſtuͤcke noch Leute hat, die das Behauen der Feldſtei⸗ ne verſtehen, da muß man ſich begnuͤgen, zu den Fundamenten uͤberhaupt, vor⸗ unter den zuͤglich aber an den aͤußern Flaͤchen des uͤber die Erde vorragenden Theils derſel⸗ Zoll, au⸗ ben, weil ſelbiger der beſtaͤndigen Naͤſſe ausgeſetzt ſind, die am ſtaͤrkſten gebrann⸗ ißt, oder ten, und daher vor dem Ausfaulen geſicherten Mauerſteine zu nehmen; Es iſt als⸗ folgende 1 dann auch am beſten, die Steine nicht mit Kalk zu bewerfen, ſondern die Fugen ben, zu recht tuͤchtig mit Mauerkalk auszuſtreichen, und ſodann mit Mauerſteinen allen Kalk nd ſälbſt, von der Mauer abzureiben. derlager Wenn die Plinte, oder der Theil des Fundaments uͤber die Erde, von unfoͤrm⸗ get wer⸗ lichen Feld⸗oder Bruchſteinen gemacht wird, ſo ſind dazu die lagerhafteſten, mit guten geraden Flaͤchen verſehenen Steine, ſo man Kopfſteine nennt, zu waͤhlen, rregulaͤren wobei die geradeſten Flaͤchen nach außen zu, angebracht, und die Steine moͤglichſt vollkona aneinander gepaſſet werden muͤſſen; die dennoch dazwiſchen bleibenden unfoͤrmli⸗ ſtaͤrker ge⸗ chen Zwiſchenraͤume, ſo Scheren genannt werden, ſind mit kleinen Schiefern oder Steinen tuͤchtig und gut auszuzwicken. Hiernächſt werden bloß die Fugen mit Kalk ausgeworfen, nicht aber die ganze Mauer beputzt, weil der Putz an Feld⸗ tus n oder Bruchſteinen niemals von nge ne iſt. . 131. undamenc Die untere Breite der Grundmauern oder Fundamente, wird jederzeit et⸗ Von Beſtim⸗ ne gierd— was groͤßer als die obere angenommen, und zwar werden bei gewoͤhnlichen Faͤl⸗ mung der Un⸗ er von de an auf jeden Fuß Hoͤhe, zwei bis drei Zoll zur Doßirung angenommen. Der Grund deradawande 194 Dritter Abſchnitt. davon, und daß je geringer die Dichtigkeit des Erdreichs iſt, deſto groͤßer die Grundflaͤche des Fundaments ſeyn muͤſſe, iſt bereits in dem 113ten§. angefuͤhret worden. Gemeiniglich findet man dieſe Verbreitung nach ſchraͤgen geraden Linien ge⸗ zeichnet; wie Fig. 75. zeigt. Es iſt aber beſſer, und in Abſicht des feſten Stan⸗ des der Mauern einerlei, wenn die Grundmauern nach Fig. 76. abſatzweiſe auf⸗ gefuͤhret werden, weil nach erſterer Art, die Arbeit wegen des Zuhauens der Stei⸗ ne muͤhſam iſt, vorzuͤglich bei Grundmauern unter einzelne Pfeiler, die von allen vier Seiten abgeſchraͤgt werden muͤßten. 1 Die unterſte und breiteſte Anlage eines Fundaments bis an den erſten Abſatz, wird das Banquet des Fundaments genannt; Bei Mauern von Bruch⸗ oder Feldſteinen wird dieſes Banquet vorzuͤglich aus den groͤßten und lagerhafteſten, d. i. ſolchen Steinen gemauert, welche wenigſtens eine ziemlich gerade Seite haben, um damit recht feſt zu liegen. Bei der abſatzweiſen Auffuͤhrung der Grund⸗ mauern koͤnnte eingewandt werden, daß die Erdfeuchtigkeiten und Naͤſſe ſich in den Ecken, welche die Abſaͤtze bilden, zu ſehr aufhalten, und die Steine muͤrbe ma⸗ chen wuͤrde. Dieß iſt aber dadurch leicht zu vermeiden, wenn man die Steine in den Win⸗ keln, wie Fig. 76. bei a zeigt, ſchraͤge zuhauet, oder mit angetragenen Moͤrtel abſchraͤgt. Bei den der Witterung gaͤnzlich ausgeſetzten Flaͤchen der Fundamente wuͤrde indeß eine ſtufenfoͤrmige Abſchraͤgung nicht von Beſtand ſeyn, und da iſt es dann beſſer, wenn man den Doßirungen ebene Flaͤchen giebt. In dem 2oten Theil, S. 265. der Kruͤnitzſchen Eneyklopaͤdie heißt es:„Einige glauben, „daß die Grundmauer deswegen eine Boͤſchung oder Abdachung bekomme, damit die Laſt des „Baues die obere Flaͤche der Grundmauern nicht zu ſehr beſchwere, ſondern ſich durch die „ganze Grundmauer und deren Böͤſchung zertheilen koͤnne; allein ſie ſcheinen nicht die be⸗ „kannte Regel der Mechanik erwogen zu haben. 1 1)„Daß die Direktions⸗Linien cd und ek nach welcher die Hauptmauern oder die Haupt⸗ „waͤnde des Baues druͤcken, auf die untere Flaͤche der Grundmauer perpendiculair ſtehet. 2)„Daß, wenn die Hauptmauern auf die Grundmauern druͤcken, hier entgegengeſetzte Aktio⸗ „nen vorhanden ſind, die beiderſeits einander gleich ſind, d. i. die Grundmauer druͤckt „ mit eben der Kraft zuruͤck, mit welcher ſie von der Hauptmauer gedruͤckt wird.— 3)„Daß man von der Staͤrke des Drucks, theils nach der Grundflaͤche welche gedruͤckt wird, „theils nach der Hoͤhe der druͤckenden Laſt urtheilen muͤſſe. „Dieſen Regeln zufolge wird zwar die Grundmauer von der Laſt des Baues gedruͤckt, kei⸗ „nesweges aber die Boͤſchung der Grundmauer, denn die entgegengeſetzten Aktionen „des Drucks, welche die perpendikulairen Mauern gegen einander ausuͤben, ſind nach der Grund⸗ „flaͤche, welche gedruͤckt wird, beſtimmt und gemeſſen; daher kann die auf die Grundflaͤche der „Mauer druͤckende Laſt, keinen Einfluß in deren Boͤſchung haben, noch ſich durch dieſelbe zer⸗ Von den Grund⸗oder Fundamentmauern. 193 guͤßer de„theilen. Die Grundmauer bekommt deswegen vornemlich eine Boͤſchung, damit ſie geſchickt 3 angefüͤhret„gemacht werde, dem Schwanken des Baues hinlaͤnglich zu widerſtehen, weil eine Laſt, die auf weinem breiten Grunde ruhet, vor dem Falle ſicher iſt.“ . Hierauf laͤßt ſich einwenden, daß wenn das Fundameut ein flexibler oder biegſamer Koͤrper linien ge⸗ waͤre, der Druck auch nur lediglich auf die Stelle d f der Grundflaͤche deſſelben ſich aͤußern wuͤrde; ſten Stan⸗ Da aber die Grundmauer als ein zuſammenhangender feſter Koͤrper anzuſehen iſt, ſo wird der . Druck auf die ganze Grundflaͤche vertheilt, denn die Senkung des Stuͤcks c. d. e. f. kann fuͤr zweiſe auf ſich allein nicht geſchehen, ſondern die damit verbundenen Theile folgen, und das Eindringen z der Stei⸗ in die darunter befindliche Erde, muß ſchlechterdings deſto geringer ſeyn, je groͤßer die Grund⸗ von äll fiaͤche iſt. Dahingegen iſt nicht wohl einleuchtend, daß die Verbreitung der Grundmauern, den on allen Widerſtand der darauf aufgefuͤhrten Mauern gegen das Schwanken, welches nur heſtige Wind⸗ ſtoͤße verurſachen koͤnnten, ſehr vermehren ſollte. Bei hoͤlzernen Gebaͤuden kann auf den Widerſtand des Fundaments gegen Orcane gar nicht en’lſat,— gerechnet werden, denn die Schwellen, worauf die Waͤnde ſtehen, liegen blos auf dem Funda⸗ ruch oder ment auf, und ſtehen mit demſelben ganz und gar in keiner weitern Verbindung, daher ſie auch thafteſte duech maͤchtige Sturmwinde vom Fundamente weggeſchoben und zuſammengeworfen werden oͤnnen. ode Seite Bei maßiven Gebaͤuden iſt aber bei dem beſten Mauerwerk der Grad der Cohaͤſion des Funda⸗ er Grund⸗ ments mit der Grundflaͤche der Mauer doch nicht ſo groß, daß die auf dem Fundamente ſtehende Tad Mauer, nicht durch die Kraft heftiger Sturmwinde von demſelben ſollte getrennt oder abgebrochen ich in den werden koͤnnen.— arbe ma⸗ Man ſiehet davon Beiſpiele an freiſtehenden Mauern, welche durch Stürme, oder andere auf ſie ſeitwaͤrts wirkende Kraͤfte, mehrentheils nahe am Fundamente abgebrochen und umgeworfen worden, wogegen ſie, ein unten noch ſo ſehr verbreitetes Fundament nicht wuͤrde geſchuͤtzet haben. nden Win⸗ §. 122. en Mürtil Die Tiefe der Fundamente in der Erde muß, wie ſchon vorher Von der Tiefe bemerkt worden, ſich lediglich und allein nach der Feſtigkeit des Grundes der Funde, hthe richten, d. i. die Grundflaͤche des Fundaments ſollte billig auf den vollkommenen Erde. feſten Grund reichen, wovon auch bei irgend ſchweren und hohen Gebaͤuden nicht abgegangen werden muß; Bei leichtern Gebaͤuden kann man indeſſen mit einem t etwas geringern Grad von Feſtigkeit des Grundes zufrieden ſeyn; alsdann muß h durh de aber nach dem vorher angefuͤhrten, die Grundflaͤche des Fundaments deſto mehr nicht di be⸗ verbreitet werden. In den Faͤllen wo auf Roſte gebauet werden muß, beſtimmt die mehr die Haupt⸗ llir ſtgc. oder minder tiefe Lage derſelben in der Erde, zugleich die Tiefe der Funda⸗ ſeßte 1 mentmauern, und jene Lage der Roſte beſtimmt, wie vorhin angefuͤhret worden, a 8 d 2 2 n der niedrigſte Waſſerſtand.. eͤrückt wid Man findet, daß verſchiedene Architekten in ihren Schriften die Tiefe der Fundamente nach Verhaͤlt⸗ niß der Hoͤhe, der darauf aufzufuͤhrenden Mauer angegeben haben. vrickt, kei⸗ Dies iſt aber eine ganz inkonſequente Maasgabe; denn nur lediglich der natuͤrlich vorhandene oder der durch Kunſt verſchafte feſte Grund kann die Tiefe der Fundamente beſtimmen. der Grund⸗ Dieſer Umſtand kann in Abſicht der Baukoſten und der Zeit ſehr vortheilhaft werden, wenn der ndfläche der feſte Grund nicht tief unter der Oberflaͤche der Erde angetroffen wird; Es kann aber auch die Fun⸗ ieſelle ier⸗ 4 Bb 2 en Aktionen 196 Dritter Abſchnitt. damentlegung gegentheils ſehr ſchwierig werden, wenn der gute Grund erſt in anſehnlicher Tiefe ge⸗ funden wird. Herr Ziegler fuͤhrt in ſeiner Preißſchrift uͤber die Feſtigkeit des alten Roͤ⸗ miſchen Mauerwerks an, daß die alte Kreutzkirche in Dresden, bei einer Thonlage, worunter Triebſand war, mit ihren ſehr hohen Thuͤrmen, auf einer vier Fuß hohen Thonſohle faſt ohne Fundament geſetzt worden, und daß ſie bis zu ihrer Einaͤſcherung 400 Jahre feſt und ohne Senkung geſtanden. Das Fundament zu dem neuen Palais bei Sanſouci, iſt wie Manger in ſeiner oͤkonomi⸗ ſchen Bauwiſſenſchaft berichtet, nur einige Fuß tief in der Erde auf einem feſten Sand⸗ grunde aufgefuͤhret, und die Mauern zeigen nicht die mindeſte nachtheilige Spur. Der hohe und ſchwere St. Johannis Thurm in Stettin hat ebenfals nur ein ſehr wenig in die Erde reichendes Fundament. Dahingegen fand ſich der feſte Grund bei einem hier in Ber⸗ lin kuͤrzlich aufgefuͤhrten Bau eines großen vierſtoͤckigten buͤrgerlichen Wohnhauſes, erſt in einer Tiefe von 33 Fuß, und das Fundament mußte alſo ſo hoch herausgefuͤhret werden; bis auf 21 Fuß tief waren lauter abwechſelnde Erdſchichten von Torf, Moor, blauen Thon und dergleichen; dann fand ſich eine Sandſchicht, die man anfaͤnglich fuͤr den hinlaͤnglich feſten Grund hielt, die aber nachher nur 1 ½ Fuß dick war, und mithin mußte noch tiefer gegangen werden. Wenn der feſte Grund auch in geringer Tiefe unter der Erdoberflaͤche ange⸗ troffen werden ſollte, ſo giebt es doch Faͤlle, wo man mit den Fundamentmauern tiefer gehen muß, nemlich wegen der anzulegenden Souterrains und Keller, in welchem Fall die Fundamente, welche zugleich die Kellermauern ausmachen, noch um etliche Fuß unter den Grund, oder unter die Fußboden der Keller reichen muͤſ⸗ ſen. Die Fußboͤden der Keller ſollten aber nie ſo tief gelegt werden, daß das Grundwaſſer ſie erreichen kann, es ſey denn, daß man ſie durch beſondere und koſt⸗ bare Mittel mit waſſerdichten Seitenmauern und dergleichen Boden, verſichern wollte, welches aber nur in ſeltenen Faͤllen ſtatt finden duͤrfte; Es iſt daher die Beobachtung der obigen Regel nicht nur von dem hoͤchſten Waſſerſtand des Grund⸗ waſſers zu verſtehen, ſondern der Kellergrund muß noch etwas hoͤher angelegt werden. §. 123. Von der Hoͤhe Die Hoͤhe der Fundamente uͤber der Erde, muß niemals unter ein der ſunder und einen halben Fuß betragen, um die Feuchtigkeiten und die Naͤße des von der Erde. dem Dache fallenden Waſſers, von dem Fußboden, inſonderheit aber bei hoͤlzer⸗ nen Gebaͤuden von den Schwellen abzuhalten. 1 Sonſt richtet ſich die Hoͤhe der Fundamente uͤber der Erde ebenfals nach den Kellern und Souterrains; Es iſt nemlich ſo eben geſagt worden, daß die Keller nicht tiefer angeleget werden muͤſſen, als das Grundwaſſer ſolches erlaubt. Der Stand deſſelben iſt alſo genau auszumitteln, und hiernach die Hoͤhe des Fundaments ſowohl in⸗ als uͤber der Erde zu beſtimmen. Es ſey z. B. Fig. 77. a. b. das Terrain, c. d. die Linie des ausgemittelten hoͤchſten Standes Viie ge ten Rd honlage, honſohle ahre feſt onomi⸗ n Sand⸗ denig in in Ber⸗ neiner auf 21 leichen; jelt, die ange⸗ duern Von den Grund⸗oder Fundamentmauern ꝛc. 192 des Grundwaſſers, uͤber welche man wenigſtens noch einen Fuß hoch mit dem Grund des Kellers e f. bleiben muß. 1 Auf dieſer Linie ſetze man die Breite der anzulegenden Keller, und trage auf die in der Mitte dieſer Weite errichteten Vertikal⸗Linie gh aus 8 in i, diejenige Hoͤhe, welche der Keller unter dem Schlußſtein des Gewoͤlbes haben ſoll. Aus dem Punkti ſtecke man i k die Dicke des Kellergewoͤlbes ab, welche gemeiniglich die Breite eines Mauerziegels oder 5 bis ö Zoll betraͤgt; hierauf folgt die Dicke KI der Unterlagen des Fußbodens von etwa 5 bis 6 Zoll, und darauf in m die Dicke der Fußbodenbretter von ein und einen viertel bis ein und⸗einen halben Zoll. Hiebei iſt zu bemerken, daß Tonnengewoͤlbe von welchen in dieſem Beiſpiel die Rede iſt, in Entfernung von etwa vier Fuß, ſogenannte Gurte oder Verſtaͤr⸗ kungsbogen erhalten, wie die punktirte Linie vv anzeigt, welche einen ganzen Stein dicke ſind; da aber die Unterlagen der Fußboden nicht auf-, ſondern neben dieſen Gurten gelegt werden, ſo darf man, wie oben angefuͤhrt worden, nur die Dicke des Gewoͤlbes ſelbſt von einem halben Stein, bis an die untere Kante der Unterlagen annehmen, weil die hoͤheren Gurte neben den Unterlagen vorbei gehen. Durch den Punkt m ziehe man nun eine Horizontallinie r's, welche die Hoͤhe des Fundaments uͤber der Erde, oder die Hoͤhe der Plinte ar oder sb anzeigt. Eine ſolche richtige Ausmittelung der Fundamente und der Kellermauern bei allen andern Arten von Ge⸗ woͤlben, wie weit ſie nemlich in unduͤber die Erde reichen muͤſſen, ſollte bei anzufertigenden Bau⸗ zeichnungen und Anſchlaͤgen nicht vernachlaͤſſiget werden. Es kommen aber vielfach Zeichnungen vor, worin die Hoͤhe des Fundaments nur ganz willkuͤhrlich ohne Ruͤckſicht auf die Hoͤhe, welche die Souterrains und Keller nach ihren Gewoͤlblinien erfordern, mehrentheils zu niedrig angegeben iſt. Hat man nun den Anſchlag darnach berechnet, und es zeigt ſich dann bei der Ausfuͤhrung, daß mit den Kellern nicht tief in die Erde gegangen werden kann, und daß mithin die Fundament⸗ mauern erhohet werden muͤſſen, ſo erfordert ſolches natuͤrlicherweiſe mehrere Koſten, deren Her⸗ beiſchaffung oͤfters ſchwuͤrig iſt, und nicht ſelten wird deshalb zu den nachtheiligen Huͤlſsmitteln geſchritien, entweder die Keller zu tief unter der Erde im Waſſer anzulegen, oder wohl gar anſtatt gewoͤlbter Keller, mit Balken belegte anzubringen. Wenn in den Souterrains zugleich Wohnungen angebracht werden ſollen, ſo muͤſte billig, um gehoͤriges Fenſter⸗ Licht und Zugluft zu erhalten, wenigſtens vier Fuß mit dem Fundamente oder der Plinte uͤber die Erde gegangen werden, allein oͤfters erlauben die Umſtaͤnde ſolches nicht, und wenn nur blos Wirthſchafts⸗ keller anzulegen ſind, ſo duͤrfte man um deretwillen die Fundamente nicht gerne ſo hoch uͤber die Erde auffuͤhren und beſchwerliche Freitreppen an den Gebaͤuden anbringen wollen. Folgende Beiſpiele zeigen wie in dieſen Faͤllen, d. i. bei niedrigen Plinten, oder wenn das Fundament nicht hoch uͤber die Erdereicht, die Fenſter anzubringen ſind. Bb 3 ₰ Dritter Abſchnitt. 1) Wenn nach Fig. 78. A. die Plinte wie gewoͤhnlich 3 Fuß hoch iſt, ſo muß man, um die Hoͤhe des Fenſters im Lichten, zu erhalten, folgendermaßen rechnen.. 1) Fuͤr die Dicke des Fußbodenbretts; 2 12½ Zoll. 2)——— der Unterlagen, welche von ſchwa⸗ chem Kreutzholze gemacht werden, und gewoͤhnlich 5 Zoll ſtark ſind 5— 3)——— der Kappe im Gewoͤlbe ⸗ 5— 4)—— Hoͤhe ab, wogegen das Kellerfenſter ge⸗ ſetzt wird, und welche man den Anſchlag nennt, wenigſtens⸗ 3— 5)——— cd welche das Fenſter vom Straſ⸗ ſenpflaſter erhoͤhet ſeyn ſoll ⸗ 6— Sind 1 Fuß 8½ Zoll. abgezogen von 3 Fuß⸗ bleiben 1 Fuß 3 ½ Zoll fuͤr die Hoͤhe des Fenſters im Lichten. 2) Wenn nach Fig. B. die Plinte 2 Fuß hoch iſt, ſo muß man um nicht ein 1 allzuniedriges Fenſterlicht zu erhalten, ſchon von oberwaͤhnten Dimenſionen erwas abziehen, nemlich: 1) Fuͤr das Fußbodenbrett 4—. 1½ Zoll. 2)—— Unterlager nuur, 2 45— 3)— die Hoͤhe der Gewoͤlbkappe ⸗ 1 5— 4)— den Anſchlag des Fenſters, wenigſtens 1¾— 5)— die Erhoͤhung des Fenſters von der Erde 3 ½— ſind 1 Fuß A Zoll. abgezogen von 2 Fuß ⸗ bleiben fuͤr die Hoͤhe des Fenſters im Lichten nur— 8 Zoll. Da nun dieſe Fenſterhoͤhe die groͤßte iſt, welche man unter dieſen Umſtaͤnden bei einer Plintenhoͤhe von 2 Fuß erhalten kann, ſo muͤſſen um ein Kellerfenſter in einer Plinte von noch geringerer Hoͤhe anbringen zu koͤnnen, andere Vorkehrungen getroffen werden. Z. E. 3) Wenn die Plinte nach Fig. C. 1 Fuß und 6 Zoll hoch iſt, ſo muß, um eine Fenſterhoͤhe von wenigſtens ö Zoll zu erhalten, der Punkt a im Fenſterbo⸗ ſe wuß etmaßen jeHohe ſichten. it ein ſiouen taͤndin ſter in ungen eine erlo⸗ Von den Grund⸗oder Fundamentmauern c. 199 gen um 4 Zoll hoͤher ſtehen, als der Punkt e, oder nach der Maurerſprache um ſoviel ſtechen; rechnet man nun wie vorher 1) Fuͤr das Fußbodenbrett⸗;„ 14 Zoll. 2)—— Unterlager ⸗ 2 44— 3)— die Gewoͤlbekappe„ 2 5— 4)— den Anſchlag 2. 4 1 ½— ſo betraͤgt die Hoͤhe von b bis e innerhalb 12 ½ Zoll. da aber der Punkt a um 4 Zoll hoͤher liegt als der Punkt e, ſo betraͤgt die aͤuſſere Hoͤhe ta, weniger ⸗ 4 Zoll. alſo hierzu fuͤr die Hoͤhe vw wie oben ⸗ 3 ½— ſind ⸗ 12 Zoll. abgegangen von⸗ 18— bleiben fuͤr die Hoͤhe av des Fenſterlichts von auſſen ô Zoll, und da die Linie xv eben ſo wie die Linie ea um 4 Zoll geſtochen wird, ſo iſt die innere Fenſterhoͤhe er ebenfalls 6 Zoll. In dieſen drei Faͤllen koͤnnen die Kellerfenſter, wenn ſonſt keine Hinderniſſe innerhalb von Seiten der Gewoͤlbe im Wege ſtehen, gehoͤrig auf⸗ und zugemacht werden. Wenn aber 4) die Plinte nach Fig. D. nur 1 Fuß, und die Hoͤhe be ohne Anſchlag 11 Zoll hoch iſt, ſo muß, um die Fenſterhoͤhe bei ac wenigſtens 6 Zoll hoch zu erhalten, die Linie er um 11 Zoll geſtochen werden, die Erhoͤhung des Fen⸗ ſters von der Erde bleibt dabei wie vorher 3 ½ Zoll. Hierbei gehet aber der Anſchlag verlohren, und es kann ſolglich kein aufgehendes Fenſter angebracht werden. 8 Unter ſolchen Umſtaͤnden iſt es beſſer, nach Fig E. vor der Plinte einen Kaſten oder ein Loch auszumauern, welches ſo breit wie das Kellerfenſter, und dabei ſoviel u 0 N ₰½ & als die Dach⸗Traufe erlaubt, ungefaͤhr von a bis b 9 Zoll vorſpringet, auch nach Maasgabe der Plintenhoͤhe etwa 7 bis 9 Zoll von c bis b tief iſt. Wenn nun die Plinte uͤber der Erde 1 Fuß hoch, und das Loch vor dem Fenſter etwa eine Tiefe von9 Zoll hat, ſo erhaͤlt man zur Anbringung der Keller⸗ fenſter eine Hoͤhe von 1 Fuß 9 Zoll. Laͤßt man hierzu noch die Linie eg um 6 Zoll ſtechen, ſo iſt: Allgemeine Re⸗ 4 4* 200 Dritter Abſchnitt. 1) die Hoͤhe de mit dem Fenſtenanſchlage ⸗ ⸗ 12½ Zoll. hiervon ſoviel die Linie eg herauf ſticht, nemlich 6— abgerechnet, ſo bleiben fuͤr die Hoͤhe tg ⸗ 6 ZJoll. 2) Hierzu die Hoͤhe av 2 2 2 3 ⅔— ſind ⸗ 10 Zoll. abgezogen von 1 Fuß 9— bleiben fuͤr die Fenſterhoͤhe gy von auſſeen ⸗ 11 Zoll. Da aber die Linie vs horizontal hineintritt, und nicht mit der obern Linie eg parallel geht, ſo wird die Hoͤhe des Fenſterlichts bei si ungefaͤhr 9 Zoll betragen. Bisher iſt angenommen worden, daß der Fußboden mit der Oberkante der Plinte gleich hoch lieget; wenn ſich aber derſelbe unter der Oberkante der Plinte befindet, welches der Fall zu ſeyn pflegt, wenn eine Durchfarth im Hauſe iſt, wo man dann um die Apareille nicht bis an die Hoͤhe der Plinte anſteigen zu laſſen, auch um nicht viele Stuffen von der Durchfarth nach den Stuben zu erhalten, die Fußboden niedriger legt, als die Plinte, alsdenn iſt folgendes dabei zu beobachten. Man ziehe die Hoͤhe, um welche der Fußboden gegen die Oberkante der Plinte niedriger liegt von der ganzen Hoͤhe der Plinte ab. Bleibt denn noch ſo viel uͤbrig, daß auf die oben gezeigte Art ein Fenſter angebracht werden kann, ſo hat es keine weitere Schwierigkeit. Iſt aber der uͤbrig gebliebene Raum zu geringe, um auf obige Art ein Fenſter anzubringen, ſo kann man ſich nach Fig. F. auch noch dadurch helfen, daß man die Gewoͤlbekappe von a bis b um ſo viel herauf ſticht, als das Unterlager c ſtark iſt, wenn nur das Fußbodenbrett noch daruͤber weg reicht. Dieſes Stechen der Kappen hat aber den Nachtheil, daß die Kellerfenſter⸗ Fluͤgel weder auf⸗ noch zugemacht werden koͤnnen, ſondern nur etwa von unten herauf hineingeſetzt, und mit Vorreibern befeſtiget werden koͤnnen. 1 Endlich iſt in Fig. G. der ſchwuͤrigſte Fall vorgeſtellt, da nemlich der Fußbo⸗ den auf gleicher Erde und die Keller ganz unter ſelbiger liegen. Hierbei muß die Fenſterbruͤſtung ihre ganze Staͤrke ab behalten, damit der Einſchnitt cd darin verborgen werden kann, durch welcher, wie uͤbrigens die Figur zeigt, den Kellern einigermaßen Licht und Luftzug mitgetheilt wird. §. 124. Weil der Kalk, beſonders an feuchten Orten das Holz anſteckt, ſo muͤſſen geln bei Auf⸗daher, wenn eine Grundmauer auf Roſte aufgefuͤhret wird, die Roſtbohlen mit der weichen Von den Grund⸗oder Fundamentmauern ꝛc. 201 weichen Thon, oder mit gutem fetten feuchten Lehm beleget oder auch nur mit Grundmauern Sand beſtreut werden, damit der Kalk die Bohlen nicht unmittelbar beruhre. berden Gebau⸗ Wenn im Nothfall neue Mauern mit alten zu verbinden ſind, ſo muͤſſen in die alten Mauern ablaufende Verzahnungen eingehauen, die alte Mauer mit einem ſtumpfen Beſen ſorgfaͤltig vom Staube gereiniget, tuͤchtig mit Waſſer angeſprengt, gleichſam abgewaſchen, und ſodann die neue Mauer mit der alten gut verbunden werden. Man ſiehet auch oͤfters Gebaͤude, welche bis zum Abtragen ſchadhaft gewor⸗ den. Nicht jederzeit iſt ein ſchlechtes Fundament die Urſache einer ſolchen Bau⸗ Bn fanigtes, ſondern ſie kann ſonſt in einer fehlerhaften Konſtruktion ihren Grund aben. bes Aus der Beſchaffenheit und Richtung der Borſten und Riſſe in den Mauern, kann man einigermaßen erkennen, ob ein ſolcher Schaden vom Fundament ei, v oder von andern Urſachen herruͤhret. Sind die Borſten unten weit, und lloſtn, laufen entweder heraufwaͤrts aus, oder ſind ſie oben ſo breit als unten, ſo kann tin, di man auf eine Schadhaftigkeit des Fundaments ſchlieſſen; ſind aber die Borſten boahhn. unten ſchmal und verbreiten ſich nach oben zu, ſo iſt mehrentheils ein ungleicher ante der Druck der uͤbereinander ſtehenden Theile, oder der Schub eines Gewoͤlbes, und nwoch nicht ſelten das auf vielen ausgetrumpften Balken ſtehende Sparrwerk, oder ſehr kenn, o geſchlepte Schornſteine die Urſache der Baufaͤlligkeit. ugeringe, Wenn Gebaͤude durch letztgedachte Fehler, oder durch Feuersbruͤnſte der⸗ .F. auch geſtalt ſchadhaft geworden, daß ſie bis auf den Grund abgetragen und von neuem el herauf wieder aufgefuͤhret werden muͤſſen, man aber dabei keine Senkung oder Beſchaͤdi⸗ darüͦher gung des Fundaments verſpuͤret, ſo muß das alte Fundament nicht heraus geriſſen und an deſſen Stelle ein neues geleget werden, weil man verſichert ſeyn kann, daß fenſter⸗ das alte Fundament durch die darauf bereits geſtandene Laſt, ſchon ſo zuſammen⸗ unten gedruͤckt iſt, daß es weniger nachgeben werde, als ein neues, weshalb man das neue Gebaͤude wieder ſicher darauf auffuͤhren kann. Fußbo⸗ Sollten indeſſen die Keller ſtark mit ausgebrannt ſeyn, ſo iſt zu unterſuchen, ob die Mauern nicht dadurch mürbe geworden, welches vorzuͤglich zu geſchehen pflegt, wenn ſelbige von Feld⸗ und Bruch⸗ ſteinen aufgefuͤhret ſind, welche im Feuer ſpringen. Die Ziegelſteinmauern widerſtehen zwar an und mit der. 2 für ſich dem Feuer genugſam, allein der dazwiſchen beſindliche Kalkmoͤrtel wird vom Feuer, und jeFigur Vu den naaſse ein Löſchen/ muͤrbe, daher es nicht rathſam iſt, ausgebrannte Mauern bei dem . 1 aͤude beizubehalten, beſonders wenn ſie nicht ſehr ſtark oder dicke ſind. Sollte auch die Urſache eines ſchadhaft gewordenen Gebaͤudes in der Senkung des nicht tief genug gelegten Fundaments gefunden werden, dergeſtalt, daß der müſen feſte Grund mit ſelbigem nicht erreicht worden, ſo iſt es dennoch nicht immer in mit Cc veichen — 203z3 Dritter Abſchnitt. noͤthig, das Gebaͤude abzutragen, um es mit einem beſſern Fundament zu ver⸗ ſehen, ſondern je aͤlter das auf dem Fundament ſtehende Mauerwerk iſt, und je eher man alſo auf Feſtigkeit und ſtarke Kohaͤſion des Moͤrtels in dem Mauerwerk, ſchlieſſen kann, deſto eher darf man es wagen, das alte Fundament auf kleine Diſtanzen von etwa vier bis fuͤnf Fuß lang, untergraben zu laſſen, und eine Unter⸗ mauerung des alten Fundaments aufs eilfertigſte, ſtuͤckweiſe vorzunehmen, welches ein Fundament unterfahren, genannt wird; daß aber hierzu geſchickte er⸗ fahrne und zugleich vorſichtige Maurer gehoͤren, verſteht ſich von ſelbſt. Als Beiſpiele von dergleichen Unterfahrungen und zugleich wie ſtark die Kohaͤ⸗ ſion eines guten Mauerwerks iſt, wenn es ſchon lange geſtanden hat und alſo voͤllig ausgetrocknet iſt, koͤnnen vorzuͤglich diejenigen Faͤlle dienen, wo einzelne Pfeiler ſchadhaft geworden und man den unteren, ſich abgeloͤßten Theil weggenommen, und den oberen Theil von neuen untermauert hat. Zwar hat man bis das neue Mauerwerk fertig geworden, den obern Theil abgeſteift, allein es iſt genau bemerkt worden, daß der obere Theil ſolcher abgeloͤßten Pfeiler nicht eigentlich durch die Abſteifung gehalten oder getragen worden, ſondern daß dieſer Theil gleichſam geſchwebet und blos durch die Kohaͤſion, von dem uͤbrigen Mauerwerk gehalten worden iſt. Ganz deutlich ſiehet man ſolches unter andern an dem Pfeiler eines Creutzgewoͤlbes in den Schloßkel⸗ ern in Stettin, welcher von den Gewoͤlben die ſonſt darauf ruheten, gaͤnzlich abgeldſet und wohl an vier Zoll herunter geſunken iſt; gleichwohl erhalten ſich die Gewoͤlbe vollkommen gut. Auf dergleichen Erfahrungen geſtüͤtzt, unternahm es vielleicht Schluͤter, den untern Theil eines Pfeilers in der hieſigen Marienkirche wegzubrechen und die marmorne Kanzel mit vier frei⸗ ſtehenden Saͤulen unterzubauen.. In der Beſchreibung aller Kirchengebaͤude der Stadt Danzig durch Bar⸗ thel Raniſch, Buͤrgern und Maurermeiſtern, 1695. wird erzaͤhlt, daß einige Pfeiler in den Kirchen geſunken und daß die Gewoͤlbe dadurch Borſten erhalten. Man haͤtte die Grund⸗ mauern unter dieſen Pfeilern weggebrochen, Pfaͤhle eingeſtoßen, Roſte darauf gelegt und auf ſel⸗ bigen neue Fundamente unter die Pfeiler aufgefuͤhret. Unter einem Pfeiler haͤtte man in der weichen Erde, tiefer als die Grundmauer des Pfeilers, eingegrabene Weinfaͤſſer gefunden, woraus man geſchloſſen, daß vielleicht vor Zeiten Haͤuſer an dieſem Orte geſtanden. Vor einigen Jahren wagte es ein geſchickter Mauermeiſter in Stettin in dem Keller eines Kaufmanns, von dem Pfeiler eines Kreutzgewoͤlbes, nachdem man vorher an den Seiten des Pfei⸗ lers eingehauen, und Balken eingezogen, dieſe auch gut abgeſteifet worden, den untern Theil wegzunehmen, und das Fundament des Pfeilers tiefer zu legen, weil uͤberhaupt der Kellergrund vertieft werden ſollte, welches ſo wie zugleich das Unterfahren der Seitenwaͤnde des Kellers, recht gut gluͤckte. 3. Dergleichen Arbeiten gehdren indeß ſchon immer zu den gewagten, und koͤnnen wie oben ge⸗ dacht nur bei recht gutem alten ausgetrockneten Mauerwerk, von entſchloſſenen aber auch vorſichti⸗ gen und geſchickten Maͤnnern unternommen werden. t wver⸗ undſ verwerk, uf kleine neUnter⸗ wilches hickte er eKoha⸗ volig Neiler ommen, 1s neue emerkt c die chſam halte Schloßkel⸗ llöſet und gut. ran Thäl biet fii Bar⸗ fäler Gruode d auf ſel⸗ gfeilers/ jaſer au ler eines des Pfit ern Theil elergrund , rech oben ſe oxile Von den Grund⸗oder Fundamentmauern c. 203 Bei Legung der Fundamente kann der Fall eintreten, daß die Feſtigkeit des Grundes ſich nicht uͤberall in gleicher Tiefe findet, oder daß daſſelbe wegen Abhaͤn⸗ gigkeit des Terrains, an einem Ende des Gebaͤudes weit tiefer gelegt werden muß als an dem andern, ſo daß die untere Flaͤche des Fundaments nicht horizontal fort⸗ gehen kann. Die unterſten Steinſchichten muͤſſen aber demohngeachtet nicht ſchraͤg ſon⸗ dern wagerecht gelegt und lothrechte Abſaͤtze von den hohen Stellen nach den nie⸗ drigen angebracht werden. Dieſe Abſaͤtze muͤſſen aber immer nur kurz, oder nicht auf einmal zu tief herab reichen, gleichſam als Treppenſtufen, daher die Maurer es auch abtreppen nennen. Ddie Beſchreibung eines kuͤrzlich in hieſiger Gegend ausgefuͤhrten Grundbau⸗ es, wird von einem ſolchen nach einer ſchraͤgen oder abfallenden Flaͤche von 7 bis 20 Fuß unter dem Straßenpflaſter, angetroffenen Baugrund bei einer verhaͤlt⸗ nißmaͤßigen Tiefe des Grundwaſſers von 1 bis 13 Fuß ein Beiſpiel geben, und zu⸗ gleich die Huͤlfsmittel anzeigen, deren man ſich bedient hat, um das Fundament ſolide aufzufuͤhren. Dieſer Grundbau war um ſo ſchwieriger, weil nur 30 bis 40 Fuß von dem⸗ ſelben, ein Canal vorhanden war, wodurch das Zudringen des Waſſers in die Bauſtelle ſo ſehr beguͤnſtiget, dagegen aber das Ausſchoͤpfen deſſelben aͤußerſt er⸗ ſchweret wurde. Es mußte alſo das Fundament Fig. 79. A ſtuͤckweiſe, und zwar wie afh b. und cik d. zeiget, jedes fuͤr ſich herausgemauert werden, und nur erſt dann, wenn man dieſe Stuͤcke Mauern aus dem Waſſer herausgebracht hatte, konnten ſie im Verband geſetzt, oder das weitere Mauerwerk nach der Linie cm daruͤber weg, fortlaufend oder in einem Zuſammenhang, gemauert werden. Um alſo die Grundſteine in Waſſer zu legen, wurden, nachdem die Funda⸗ mentgraben ſo tief als möͤglich ausgegraben und das Waſſer herausgeſchaft war, in Diſtanzen von 10 bis 12 Fuß zu beiden Seiten des Grundgrabens Fig. 79. B. etwa 3 Fuß auseinander, Pfaͤhle mit der Handramme eingetrieben. Die Pfaͤhle an den Enden waren von ſtarkem Kreutzholze, die mittleren aber nur von ſtarken Ruͤſtſtangen;(daß ſie oben abgeſteift ſeyn mußten verſtehet ſich von ſelbſt.) Hier⸗ naͤchſt wurde zuerſt auf einer Seite(a b) hinter den Pfaͤhlen ausgegraben, und ein auf einer langen Seite deſſelben abgeſchaͤrftes Brett nach der Laͤnge dichte hinter den Pfaͤhlen in moͤglichſter Geſchwindigkeit in den Grund eingeſtoßen; Ein glei⸗ ches geſchahe an den uͤbrigen drei Seiten. Hierauf wurde der Sand und Moor CIo2 204 Dritter Abſchnitt. bis zur Unterkante des eingetriebenen Brettes, aus dem Kaſten herausgegraben, welches auch hinter den Brettern geſchahe, um ſie noch weiter hineinzutreiben. War nun durch dieſe wiederholte Arbeit die Einſenkung der Bretter oder des Kaſtens bis auf den Sandgrund zu Stande gebracht, ſo wurden die Grundſtei⸗ ne von den groͤßten Kalkſteinen in aller Geſchwindigkeit gelegt, oder das Banquet aufgefuͤhrt. Nachdem dieſes geſchehen, wurde wieder ein Stuͤck des Grundgrabens in vorgedachter Art mit Brettern eingefaßt, und der Kaſten in Verhaͤltniß des Ab⸗ falles des Sandgrundes, oder in der Tiefe der daruͤberſtehenden Moorerde aufge⸗ graben.(Hierbei iſt zu bemerken, daß an dem Ende des vorher verfertigten Ban⸗ quets nach Fig. 79. C., an einem Ende abgeſchaͤrfte ſtehende Bretter eingetrieben werden mußren, wie ſolches bei ac. und d e. zu erſehen iſt.) Hiernaͤchſt wurde dicht an dem fertigen Mauerwerk, z. B. bei d 1. Fig. 79. A- die Abſtufung 1 bis 1 ½ Fuß tiefer gegraben, und in der Breite der Mauer ſol⸗ che große Grundſteine gelegt, daß ſie mit ihrer Oberkante uͤber die Unterkante der Grundſteine des erſten Stuͤcks Mauerwerk wegreichten; Eben ſo wurde der ganze Kaſten ansgetieft, und nicht nur die Grundſteine vorgedachtermaßen gelegt und zum Theil mit den Fuͤßen eingeruͤttelt, ſondern es wurden auch in aller Eile etliche Schichten Steine darauf gemauert, damit das Mauerwerk eine dem aufſteigenden Waſſer widerſtehende Schwere erhielt. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß waͤhrend dieſer ganzen Arbeit das Ausſchoͤ⸗ pfen des Waſſers unablaͤßig Tag und Nacht mit der groͤßten Anſtrengung fortge⸗ ſetzt werden mußte, wozu man ſich zum Theil des in Mangers Beitraͤgen zur praktiſchen Baukunſt, S. 39— 48., beſchriebenen Schaufelwerks, (welches auch uneigentlich eine Schnecke genannt wird) und der Pumpen bediente. Vorzuͤglich aber beguͤnſtigten die Tageloͤhner mit Wurfſchaufeln und Eimern, das Ausſchoͤpfen des Waſſers.. Eben ſo mußte, theils um das in allen Faͤllen koſtbare Waſſerſchoͤpfen moͤ⸗ glichſt zu verkuͤrzen, theils um mancherlei widrigen Umſtaͤnden zuvorzukommen, welche ſich bei dergleichen ſchwierigen Grundbau durch das ausbrechende Waſſer er⸗ eignen koͤnnen, wenn man dabei langſam zu Werke gehet, auch mit dem Mauer⸗ werk auf alle Weiſe geeilet werden. Ich fuͤhre endlich noch an, daß wann zu beſorgen war, daß das bereits ge⸗ legte Mauerwerk durch das Herausziehen einiger etwa zu ſtark eingetriebenen Pfaͤh⸗ te und Bretter, leiden moͤchte, man ſolche lieber ſtehen ließ. egteäen, eiben. oder des undſtei⸗ Banaquet alens in des Ao⸗ aufge⸗ en Baw getrieben „4. er ſol⸗ te der t aanze igt und getliche igender lusſchd⸗ fore⸗ rigen werks diente. n, das m⸗ umen, ſer er⸗ Nauer⸗ 8 90 Pfih⸗ Von den Grund⸗oder Fundamentmauern M. 205 Wenn man wegen eines uͤber die Oberflaͤche des Terrains anwachſenden und die Gehaͤude erweichenden hohen Waſſerſtandes, genoͤthiget iſt, mit dem Funda⸗ ment auf allen Seiten hoch uͤber die Erde zu gehen, oder ein abhaͤngiger Bo⸗ den ſolches auf einigen Seiten erfordert, ſo pflegt man zur Erſparung der Koſten, anſtatt der vollen Mauer, ſo genannte Erdboͤgen darin anzubringen. Dieſe Boͤgen muͤſſen aber nicht leicht flaͤcher als in einem halben CEirkel und nach Verhaͤltniß der darauf zu ſetzenden Laſt, nicht unter ein und einen halben bis zwei Steine ſtark gewoͤlbt werden. Nimmt man nun dieſe Staͤrke der Gewoͤlbboͤgen unter der Plinte an, ſo giebt der uͤbrige Theil, bis auf das durchgehende Banquet des Fundaments, den Halb⸗ meſſer zu dieſen Boͤgen, folglich wird ihre Weite und Anzahl beſtimmt, wenn man den mittleren Pfeilern cd zwei Bogen Staͤrke, den Pfeilern e f am Ende des Ge⸗ baͤudes aber wohl vier bis fuͤnf dergleichen Bogen Staͤrke giebt. Bei einem feſten Grunde kann man die Erde gleich ſo zirkelfoͤrmig ſtechen laſſen als die Bogen werden ſollen; da denn die Erde anſtatt der ſonſt unterzuſetzen⸗ den Lehrboͤgen, dient. Es muͤſſen aber doch einige Lehr⸗Bogen von Brettern gemacht, und auf die Seiten der Erdſcheiben geſtellt werden, um die Erde dar— nach richtig abzuſtechen, denn der geuͤbteſte Maurer wird doch nicht leicht im Stande ſeyn, eine voͤllig zirkelfoͤrmige Scheibe nach dem bloßen Augenmaaße zu machen; und doch muß es hierbei am wenigſten an Genauigkeit ſehlen. Bei dieſer Gelegenheit wird erinnert, daß auch fuͤr die tuͤchtige Gruͤndung der Ecken eines freiſtehenden Gebaͤudes aͤußerſt geſorgt werden muß, weshalb man bei hohen Fundamenten, lieber unter der Erde gleich Strebepfeiler an die Ecken an⸗ bringen, oder wohl gar die Fundamente ein Stuͤck weiter als die Mauern des Ge⸗ baͤudes es erfordern, fortgehen laſſen kann, nach dem Grundriſſe Fig. 81. Es kann ſich auch der Fall ereignen, daß ein Fundament gerade auf eine tie⸗ ſe Aushoͤlung z. B. auf einem alten Brunnen zutrift; Man koͤnnte alsdenn al⸗ lenfals ein Gewoͤlbe uͤber eine ſolche Stelle ſchlagen, aber es iſt noch beſſer und ſicherer dergleichen Vertiefungen ganz auszumauern. Bei dem Bau der Kirche St. Genevieve in Paris fanden ſich an 15o ſolcher Loͤcher oder ehemalige Thongruben von 6— auch von 20 bis 80 Fuß tief, welche alle aus dem Grunde ausgemau⸗ ert wurden. ſ. Patte oftangefuͤhrtes Werk S. 107. Ich bemerke hierbei, daß nach den oͤffentlichen Nachrichten die Kuppel dieſer Kirche, welche das jetzige Pantheon iſt, ſchadhaft geworden ſeyn ſoll; Wahrſcheinlich iſt wohl nicht das mit ſo vieler Muͤhe conſtruirte Fundament Schuld daran, ſondern die uͤber dem Fundament vorgehenden vier Pfeiler welche die Kuppel tragen, ſchei⸗ nen zu ſchwach und zu ſehr durch die darin angebrachten einzelnen Saͤulen durchbrochen zu ſeyn. So behutſam man bei tiefen Stellen ſeyn muß, eben ſo vorſichtig ſind ein⸗ zelne ſehr feſt ſcheinende Gegenſtaͤnde in einem Fundamentgraben zu behandeln; Ce 3 206 Dritter Abſchnitt. Z. B. wenn in einem Fundamentgraben einzelne alte ſehr feſtſtehende Pfaͤhle ange⸗ troffen wuͤrden, ſo iſt es nicht rathſam ſie auszuziehen, weil dadurch der Grund locker gemacht wird, allein es iſt auch eben ſo unſicher, Mauerwerk unmittelbar darauf zu ſetzen, denn da ein jedes neues Mauerwerk ſich um etwas in die Erde ſe⸗ tzet, ſolches aber auf ſolchen feſten Gegenſtaͤnden nicht geſchehen koͤnnte, ſo wuͤrden Borſten und Riſſe in der Mauer entſtehen. Es muß daher ein ſolcher Gegenſtand mit einem großen Stein bedeckt oder eine Art von Gewoͤlbe daruͤber gemacht wer⸗ den, welches zwiſchen ſich und dem feſten Gegenſtand einen kleinen Spielraum uͤbrig laͤßt, damit der feſte Gegenſtand erſt bei erfolgendem Setzen der Mauer, und nicht gleich von der friſchen Mauer erreicht werde. Wenn durch eine ſonſt feſte und gute Bauſtelle, eine weiche grundloſe Stel⸗ le, oder eine ſogenannte faule Ader eines ehemaligen Gewaͤßers, durchſtricht, ſo kann ein oder mehrere Gewoͤlbbogen daruͤber weggemauert und das Fundament darauf geſetzt werden. Die Breite eines ſolchen Bogens richtet ſich aber nach der Hoͤhe des Funda⸗ ments, denn ſie muͤſſen nicht uͤber die Plinte reichen; Geſetzt alſo, es waͤre in der goten Figur a b die Hoͤhe des Fundaments von 8 Fuß; ſo bleiben, da ein ſol— ches Gewoͤlbe wenigſtens 2 Fuß ſtark ſeyn muß, 6 Fuß fuͤr die Hoͤhe oder den Halbmeſſer des halbeirkelfoͤrmigen Gewoͤlbes(welches dazu die beſte und ſicherſte Form iſt) uͤbrig. Der Gewoͤlbbogen wird alſo 12 Fuß breit werden koͤnnen. Iſt aber der ſchlechte Grund breiter, ſo muͤſſen zwei oder mehrere Bogen und Pfeiler gemacht werden. 4 Man hat aber fuͤr die aͤußerſt ſolideſte Gruͤndung ſowohl dieſer, als uͤberhaupt aller einzelnen Pfeiler zu ſorgen, und ihnen daher unten eine recht große Breite zu geben. Der beruͤhmte Architekt Herr Perronet ſetzte die Feſtigkeit der nach den ſonſtigen Regeln der Kunſt, ſehr ſchwach angenommenen Bruͤckenpfeiler bei der Bruͤcke von Neuilly, in der großen Un⸗ terbreite,(les grandes empatements) welche er dieſen Pfeilern gegeben hatte. Es iſt auch ſonſt ſchon bekannt, daß man unter einzelne Pfeiler umgekehrte Boͤgen nach Fig. 82. anzubringen vorgeſchlagen hat, und bei der Kirche St. Genevieve ſind ſie wirklich ge⸗ macht worden, jedoch nach flaͤchern Zirkelſtuͤcken als die in der vorgedachten Figur, aus ei⸗ nem Verſehen angegebene Halbzirkel, welches wohl, in der Ausfuͤhrung zu umſtaͤndlich ſeyn duͤrfte. 3— Noch beſſer iſt es aber, bei einem ſchlechten Grunde nicht fuͤr jeden Pfeiler ein⸗ zelne Roſte zu machen, ſondern ſelbige in einem Zuſammenhange, nicht nur durch die ſchlechte Stelle, vielmehr zu jeder Seite noch ein Stuͤck in das feſte Terrain rei— chen zu laſſen, alsdenn aber das Banquet uͤberweg zu mauern, und die Pfeiler dar⸗ auf aufzufuͤhren. Fig. 83. A. und B. Von den Grund⸗oder Fundamentmauern. 207 lfiſſeu Aeberhaupt und in jedem Fall iſt bei Gruͤndung einzelner Pfeiler, beſonders de rm bei ſehr laſtenden Gebaͤuden, als Magazinen oder andern Waaren Lagern, von unmittäba mehreren Stockwerken, die alſo oft ungeheure Laſten tragen ſollen, entweder alle die Erde ſe nur erſinnliche Vorſicht in Abſicht der Feſtigkeit ſolcher einzelnen Fundamente, te ſo wuͤrden worauf die Trageſaͤulen der ganzen Laſt, geſtellet werden ſollen, anzuwenden, oder, Gegenſtand noch weit beſſer; man muß mehrere dergleichen Saͤulen auf ein zuſammenhaͤn⸗ gemacht wer⸗ gendes Fundament, wenigſtens auf ein durchlaufendes Banauet ſetzen; und wenn en Eyiekaum es ſeyn kann, hohe Pfeiler mit ihren Obertheilen zuſammenwoͤlben, damit auch das Mauat, und Schwanken verhuͤtet werde.* 4 Wenn endlich bei einem ſchlechten Baugrunde die aͤuſſeren Mauern und die undloſe Sta⸗ Mittelwand nebſt einigen Hauptſcheidewaͤnden auf ihre Roſte gehoͤrig aufgefuͤhret ſchſticht, ſo worden, ſo kann man es ſich wohl zur Erſparung der Koſten erlauben, anſtatt der von dem Roſt an, aufgefuͤhrten Fundamente, kurze und leichte nach der Breite oder Tiefe des Gebaͤudes gehende Scheidewaͤnde, auf Boͤgen zu ſetzen; z. B. die Mauern aaa Fig. 85. A, ſtuͤnden auf ihren Roſten, ſo koͤnnen die Scheidewaͤnde bb b auf Boͤgen geſetzt werden; jedoch muß der Roſt ebenfalls darunter durchgehen und die Schwellen deſſelben, auf die der Auſſenwaͤnde gehoͤrig aufgekaͤmmet ſeyn, weil ſonſt, wie Beiſpiele es gelehrt haben, die Frontenmauern ſamt den Roſtpfaͤhlen, Fundament des Funda 8 waͤr in da en ſo , d hnn wie Jig. d 5. B zeigt, verſchoben werden, wodurch Riſſe entſtehen, die wohl gar den kuna If Einſturz beſorgen laſſen. 4 8. 125. iund Rfülr Nachdem die bei den Grundmauern oder Fundamenten vorkommende Haupt⸗ Von den Ge⸗ umſtaͤnde abgehandelt worden, ſo iſt ſowohl in Ruͤckſicht der bereits vorhin vorgekom⸗ wülben. 6 iungunr mmenen Gewoͤlbeboͤgen als wegen der noch folgenden Anweiſung zur Konſtruktion der tiezugeden uͤbrigen Gewoͤlbe, anzumerken; daß man hier keine umſtaͤndliche Theorie von dem gen Nagoln der Druck und Widerſtand der Gewoͤlbe zu erwarten hat. Eines theils iſt dies nicht da gaſen die Abſicht dieſes Buchs, andern theils iſt dieſe Materie von Seiten der Theorie h EN uaz von anderen ſo weit gebracht, daß nur wenig zu wuͤnſchen uͤbrig bleibt, ob es ſe vitlich ge⸗ gleich an den hiezu noͤthigen Verſuchen uͤber die Feſtigkeit der Materialien noch fehlt, igur, aus d deren Stelle Vernunftſchluͤſſe allein nicht erſetzen, die aber doch jeder Theorie zum ſudlid ſen Grunde geleget werden muͤſſen, wenn von derſelben ſichere Anwendungen, auf beſondere Faͤlle gemacht werden ſollen. Nfeilerein Die Stelle in des Herrn Geheimen Ober⸗Berg⸗ und Bau⸗Raths ur durch die Koͤnnich Lehrbuch der Mathematik IIter Theil S. 233. giebt indeſſen derrain rii nicht nur einen allgemeinen Begrif von den Gewoͤlben, ſondern es laſſen ſich auch feiler dar Regeln fuͤr die Konſtruktion derſelben daraus abſtrahiren. Es heißt nemlich: 208 Dritter Abſchnitt. „Man kann, den Raum zwiſchen zwei oder mehrern gegeneinander uͤberſte⸗ „henden ſenkrechten Mauern oder Pfeilern mit einem einzigen platten Steine bede⸗ „cken. Der Stein wird, wenn ſeine Kohaͤſionskraft ſtark genug iſt, nicht zer⸗ „brechen, ob er gleich nur an den Enden unterſtuͤtzt iſt, und er wird z. E. auf die „beiden Pfeiler keine andere Wirkung als einen ſenkrechten Druck aͤuſſern. So ſie⸗ „het man auch aus ſtatiſchen Gruͤnden leicht ein, daß ein ſolcher Stein, wenn die „uͤbrigen Umſtaͤnde gleich ſind, in Form eines Bogens ausgehauen, noch feſter ſeyn „und noch mehr tragen, uͤbrigens aber gegen die Unterlagen oder gegen das Fun⸗ „dament noch weiter nichts als einen ſenkrechten Druck aͤuſſern werde. „line ſteinerne Decke mag hier ein Gewoͤlbe heißen. Bedeckt es nur einen „Durchgang zwiſchen 2 Pfeilern oder durch die Breite der Mauern, und hat es „die Form eines Bogens; ſo heißt es ein Schwibbogen. Die bisherige Beſchrei⸗ „bung geht auf Gewoͤlbe aus einem Stuͤcke, welche bei großer Diſtanz der Unter⸗ „ſtützungspunkte(der ſogenannten Spannung oder Sprengung) oͤfter noch von „der Natur als von der Kunſt hervorgebracht werden. „Die Gewoͤlbe und Schwibbogen welche die Kunſt hervor bringt, ſind gemei⸗ „niglich aus mehrern einzelnen Steinen zuſammen geſetzt. Koͤnnte man dieſen in „ſo ſtark bindenden Kalk oder Mauerkitt legen, daß das Ganze nach dem Austrock⸗ „nen, ſo feſt wie ein einziger großer Stein mit einander verbunden wuͤrde, ſo waͤre „dies der vorhin erklaͤrte Fall, nemlich daß das Gewoͤlbe nur einen ſenkrechten „Druck auf die Wiederlagen oder Seitenmauern deſſelben, ausuͤben koͤnnte.“ Hieraus ſcheint die praktiſche Regel zu flieſſen, zu den Gewoͤlben, den am ſtaͤrkſten und am ſchnellſten bindenden Moͤrtel zu gebrauchen, auch deſſelben ſo wenig als moͤglich in die Fugen oder zwiſchen Steine zu bringen, um auf das baldmoͤ⸗ glichſte die Kohaͤſion zu bewirken. Man hat ſich auch dieſerhalb zu Gewoͤl⸗ ben, welche im Trocknen geblieben ſind, des Gypſes bedient, weil dieſer ſchnell bindet. Durch das Eingangs dieſes§. Bemerkte will ich keinesweges die Theorie der Gewoͤlbe als etwas un⸗ nuͤtzes und uͤberfluͤſſiges erklaͤren, vielmehr den angehenden Baumeiſteru anrathen, ſich ſowohl dieſe als andere auf die Baukunſt Bezug habende theoretiſche Lehren, durch beſondern Unter⸗ richt, oder aus vorhandenen Buͤchern, welche davon eigentlich handeln, bekaunt zu machen. Folgende Erfahrungs Saͤtze von der denen Boͤgen, worauf Gebaͤude von zwei bis drei Stockwerken erbauet werden ſollen, zu gebende Staͤrke, duͤrften mit der Theorie ziemlich uͤbereinſtimmen; 1. Wei⸗ * Von den Grund⸗oder Fundamentmauern c. 209 der d ete⸗ e daui 1 Weiten von 6 Fuß koͤnnen einen Stein ſtark uͤberwoͤlbt werden. 4 d—-—— 6— 10— ein und einen halben Stein ſtark. eitri-——— 10— 16— zwei Steine ſtark. auf di—-—— 16— 20— zwei und einen halben Stein ſtark. n. Go ſee Wenn auch ein theoretiſcher Kalkul geringere Dimenſionen fuͤr die Dicke der Gewölbeboͤgen angaͤbe, wenn die ſo kann, wenn von Mauerſteinen die Rede iſt, doch kein anderes Maaßals ganze und halbe Steine feſt ſtatt finden, und es wird nicht ſchaden, wenn hiernach der Bogen eher etwas zu ſtark als zu ter ſen ſchwach wird.. das Fun⸗ Auſſerdem iſt hiebei die praktiſche Regel anzumerken, daß die Staͤrke der Gewoͤlbeboͤgen ſich einigermaßen nach dem moͤglichen Verhauen der Steine richtet; wonlte man z. B. uüͤber eine Weite von 6 Fuß, einen Bogen von 3 bis 4 Stein ſtark ſchlieſſen, ſo wuͤrden, wenn man in dem aͤuſſern Bogen, ſo wie es doch nicht anders ſeyn konnte, die Dicke eines Mauerſteins von etwa aur einen 3 Zoll annimmt, und durch die Fugen Centrallinien zoͤge, die Fugenſchnitte unten beinahe ſpitz zuſam⸗ und hat es men laufen, oder die untern Mauerſteine um ſo viel verhauen werden muͤſſen, welches nicht einmahl Beſchrei⸗ augehet, ſondern man kann nur annehmen, daß die Steine an der untern Kante eines Bogens um einen Zoll verhauen oder keilfoͤrmig verduͤnnet werden duͤrfen; ziehet man hiernach die Radien oder der Unten⸗. Fugenſchnitte, ſo ergiebt ſich die ausfuͤhrbare Bogendicke da wo dieſe Linien ohngefehr um eine aoch von ganze Steindicke aus einander falleu. Die in den Figuren 84, A, B, C und D mit! bemerkten Grundriſſe zeigen den Verband in den erſten und die mit II bezeichneten, den Verband der darauf nd gemei folgenden Schichten an, welche Schichten immer wieder ſo abwechſeln, wie ſolches dieſen in aauch aus den Aufriſſen, oder an den Stirnen dieſer Gewoͤlbe zu erſehen iſt, und Austrock man wird auch uͤberhaupt finden, daß ein Gewoͤlbe aus ſo vielen durch die ganze e, ſo waͤre Laͤnge deſſelben durchlaufende Scheiben beſtehet, als es Schichten von Steinen enkrechten enthaͤlt. ite.“ Man bemerke ferner, daß hiebey die ſonſtige Art des Verbandes mit den vielen kleinen Stuͤcken von Mauerſteinen, oder den ſo genannten Quartierſtuͤcken don an b weggelaſſen worden, und daß, wie es bei dergleichen Gewoͤlbeboͤgen eigentlich ſeyn im wenng ſollte, dazu auf der Ziegelei beſonders angefertigte ſogenannte Dreiquartier⸗ baldmͤ⸗ ſtuͤcke, oder Ziegel, welche nur 3 der Laͤnge der ganzen Ziegelſteine haben, ange⸗ Gewal⸗ nommen werden, wie man ſolches aus der beobachteten Proportion in der Zeich⸗ ſer ſchnell nung, leicht erkennen wird; das viele Verhauen der Steine wird dadurch vermin⸗ dert, und uͤberdem ein regulairer guter Verband erhalten. emes i⸗§. 126. ſic ſowohl.. 3, 1 dern Uute⸗ Die Keller und Souterrains muͤſſen ſich in Abſicht ihrer Anlage nach den Von der Anla⸗ maceen. obern Zimmern richten, weshalb der Grundriß der erſten Etage jederzeit zuerſt, 3 deie denes und dann der von den Souterrains oder Kellern nach Maasgabe des erſteren ange⸗ rains „ wei„; 211⸗ 3 nhe fertiget werden muß; denn es iſt billig, daß die Eintheilung der ſchlechtern und weniger Bequemlichkeir erfordernden Zimmer und des uͤbrigen Gelaſſes in den D d Vei⸗ 210 Dritter Abſchnitt. Kellern, ſich nach denen in der Etage richte; uͤberdem muͤſſen die Kellermauern, zugleich als Fundamente der oberen Mauern dienen. Letzteres leidet zwar die Aus⸗ nahme, daß man allenfalls leichte Scheidewaͤnde durch etliche Etagen, nicht gerade auf die Kellermauern, ſondern quer uͤber die Gewoͤlbe ſelbſt, ſetzen kann. Man woͤlbt dazu bei Tonnengewoͤlben, gleich zwei Stein breite, und wenn es die Hoͤhe erlaubt, bis ein und einen halben Stein hohe Gurte, in dem gewoͤhnlichen nur ein halben Stein ſtarken Kellergewoͤlbe mit ein. Nach der Laͤnge eines Gewoͤlbes muß aber, eine noch dazu leichte Mauer oder Wand, nicht anders als allenfalls gerade auf die Mitte des Gewölbes, und keines⸗ weges ſeitwaͤrts auf daſſelbe aufgefuͤhret werden, in welchem Fall auch noch die Seiten go des Gewoͤlbes Fig. g0. auszumauern ſind. Machte man alſo der oben gegebenen Anweiſung zuwider, die Einrichtung der Etage ohne Ruͤckſicht auf die Lage der Keller, ſo wuͤrde dieſer der Dauerhaftig⸗ keit nachtheilige Umſtand, daß Scheidewaͤnde auf die Seiten der Kellergewoͤlbe, oder wohl gar Vorgelege und Schorſteine darauf zutraͤfen, oͤfters vorkommen. 1 Aum. Man ſollte kaum glauben, daß auch nur Anſaͤnger in der Baukunſt bei ihren Eutwuͤrfen in dergleichen Fehler verfallen koͤnnten, allein, leider kommen von denen die ſchon fuͤr geuͤbte gehalten werden wollen, dergleichen fehlerhafte Zeichnungen nur zu oft vor.— §. 127.„ B Von Ueber⸗ Die Keller und Sonterrains werden entweder mit gewoͤhnlichen Decken von woͤbung der Balken und Windelboden, oder mit dicht an einander gelegten Balken, mehren⸗ Keller und.. 4. 3 Souterrains. theils und der Dauer wegen aber am beſten mit Gewoͤlben bedeckt; denn die Bal⸗ ken uͤber den Kellern, beſonders bei einer niedrigen Lage, ſind der beſtaͤndigen Feuch⸗ tigkeit ausgeſetzt und dauern daher nicht lange; auch geben dergleichen ausgeſtackte und gelehmte Decken keine warme Fußboden in die daruͤber befindliche Zimmer. Die Keller und Souterrains,(zuweilen aber auch Zimmer und Gemaͤcher in den Etagen) uͤberwoͤlbt man gewoͤhnlich; a) mit ſogenannten Tonnengewoͤlben, b) mit Kappgewoͤlben, und c) mit Kreutzgewoͤlben, Anm. Es giebt auſſerdem noch Kuppelgewoͤlbe uͤber eirkelrunde oder ovale Zimmer, Spiegelgewoͤlbe u. dergl., welche mehr zur Zierde dienen, und die alſo nicht hieher gehoͤren. Die Tonnengewoͤlbe, beſonders wenn man ſie ganz oder doch beinahe im halben Zirkel woͤlbt, ſind ſehr dauerhafte und feſte Gewoͤlbe. Sie ſchicken ſich daher, und wenn man dieſe Gewoͤlbe einen ganzen Stein ſtark macht, auch alle drei bis vier Fuß von einander, ein und einen halben Stein breite, und ein und ei⸗ nen halben Stein hohe/ ſogenanuͦte Gurte 1i ꝛc. Fig. 86. Aeinwoͤlbt, zu Ueberwoͤlbung elernen, war die Aas⸗ nicht gerade ann. Mu es die Hht inlichen nur Mauer oder und keines⸗ ch noch die Einrichtung Ddauerhaftig⸗ lergewoͤlbe, unmen. Lutwuͤrſen in Khte gchalten Dalke von en, mehren⸗ in die Bal⸗ igen euch⸗ usgeſtackte mer. maͤchet in piegelgewoͤbe beinahe im vjicken ſi auch all in und hO rwoͤlbung Von den Grund⸗ oder Fundamentmauern ꝛc. 211 ſolcher Zimmer, die man gegen Feuersgefahr ſchuͤtzen will, als Kaſſenzimmer, Archive u. dergl., indem ſie bei einem Brande, durch herunterfallende ſchwere Koͤr⸗ per nicht leicht durchgeſchlagen werden, und das Feuer von oben alſo nicht eindrin⸗ gen kann, wobei es ſich von ſelbſt verſteht, daß ſie zugleich mit eiſernen in Falze genau einpaſſenden Thuͤren verſchloſſen werden muͤſſen. Bei den Kellern verurſachen die Tonnengewoͤlbe mancherlei Unbequemlichkei⸗ ten, denn da ſie um nicht unhaltbar zu werden, nicht nach zu flachen Boͤgen, ſondern wie vorher geſagt worden, wo moͤglich, nach einem halben Zirkel gewoͤlbt werden muͤſſen, ſo erfordern dergleichen Gewoͤlbe beinahe ihre halbe, oder wenig⸗ ſtens ein Drittel ihrer Breite zur Hoͤhe. Rechnet man hierzu die Dicke des Bogens ſelbſt, ſo muß mit dem Kellergeſchoß oder Souterrain, entweder tief in, oder anſehnlich uͤber die Erde hinaus gegangen werden, wodurch der Koſtenaufwand vermehret, und im letztern Fall hohe Freitreppen an den Gebaͤuden erforderlich werden, wozu man das tauglichſte Material, nemlich Werkſtuͤcke oder andere harte Steine nicht allezeit anwenden kann, ſondern hoͤlzerne Stufen gebrauchen muß, welche keine lange Dauer gewaͤhren. Eine hauptſaͤchliche Unbequemlichkeit der Tonnengewoͤlbe beſtehet auch darin, daß wenn man ſie gleich in der Mitte ſo hoch gemacht hat, daß man darunter weggehen kann, dieſe Gewoͤlbe nicht weit von der Mitte gegen die Seitenmauern, ſchon ſo niedrig werden, daß man daſelbſt nicht mehr Platz zum Aufrechtgehen be⸗ haͤlt. Auch koͤnnen große Gefaͤße, Schraͤnke und dergleichen, niemals dichte an die Kellerwaͤnde angebracht werden. Hiiernaͤchſt iſt die Einwoͤlbung der Fenſterkappen in dergleichen Gewoͤlbe nicht nur ſehr umſtaͤndlich, ſondern das Licht faͤllt auch durch ſelbige, wenn ſie nicht recht hoch uͤber die Erde angelegt ſind, nur ſehr dunkel in die Keller, wie man ſich denn auch den Fenſtern, um ſolche auf⸗ und zu zumachen, nur ſehr muͤhſam naͤ⸗ hern kann. Aus der Erfahrung iſt uͤbrigens bekannt, daß Tonnen⸗ und andere Gewoͤlbe von 16 bis 18 Fuß weit(wenn weiter keine Laſt, als die Fuͤll⸗Erde und die Fuß— boͤden darauf kommen, ſich voͤllig erhalten, wenn ſie einen halben Ziegel, das iſt, fuͤnf bis ſechs Zoll ſtark gemacht, und alle drei bis vier Fuß auseinander mit einem Gurt von einem Stein ſtark und einem Stein breit verſehen, auch die Gewoͤlbe bis auf ihre halbe Hoͤhe Fig. 86. B. und C. an den Seiten gehoͤrig ver⸗ mauert werden. Bei maßiven Gebaͤuden von zwei und mehreren Stockwerken, ſind die Funda⸗ mente von zwei und einen halben bis drei Fuß breit, ſchon an ſich ſtark genug, um zu⸗ Dd 2 Umſtaͤndli⸗ chere Be⸗ ſchreibung der Tonnen⸗ oder Kufen⸗ gewoͤlbe. 212 Dritter Abſchnitt. gleich zu dieſen Gewoͤlben die Wiederlager abzugeben, deren Widerſtand durch die darauf ſtehende Laſt der Mauern ſelbſt, noch vermehret wird.— Ein Umſtand der uͤberhaupt freiſtehenden Mauern, oder ſolchen die von einer Seite einen Schub zu erleiden haben, ſehr zu ſtatten koͤmmt, iſt das, daß ſie von der darauf ſtehenden Laſt deſto feſter auf ihrem Grunde ruhen. Bei maßiven Ge⸗ baͤuden aber von einem Stockwerke, oder Haͤuſern von Fachwerk, die fuͤr ſich kein ſo ſtarkes Fundament erhalten, die auch an ſich ſo ſchwer nicht ſind als die vorge⸗ dachten, muͤſſen diejenigen Fundamente, welche als Wiederlager der Gewoͤlbe die⸗ nen, dieſerhalb gehoͤrig verſtaͤrkt werden. Wenn zwei Gewoͤlbe, die wenigſtens beinahe gleich weit und gleich ſtark ſind, auf eine gemeinſchaftliche Mauer zu ſtehen kommen, wie dies gemeiniglich der Fall an den Mittelwaͤnden der Gebaͤude in den Kellergeſchoſſen iſt, ſo entſteht in Ab⸗ ſicht des Seitendrucks dieſer Gewoͤlbe meiſtens, und wenn beide Gewoͤlbe voͤllig gleich ſind, ein vollkommenes Gleichgewicht, d. i. es kann die Mauer weder nach der einen noch nach der andern Seite geſchoben werden, folglich duͤrfen die Mauern, gegen welche von beiden Seiten Gewoͤlbe ſich anlehnen, nicht ſo ſtark ſeyn, als diejenigen, die nur von einer Seite von einem Gewoͤlbe ſeitwaͤrts gedruͤckt werden, und daher iſt das Fundament zur Mittelwand bei maßiven Gebaͤuden, gemeiniglich ſchon hinreichend fuͤr die Kellergewoͤlbe. Sollte es aber nach Verhaͤltniß der darauf ſtehenden Mauern zu ſchwach ſeyn, ſo muß das Fundament um die Dicke der Ge⸗ woͤlbeboͤgen verſtaͤrket werden.— 3. 129. Die 386te Figur ſtellet in A den Grundriß eines Tonnen oder Kufenge⸗ woͤlbes vor; dieſe Gewoͤlbe ſind gemeiniglich nach einem halben Cirkel, aber auch wohl nach flaͤchern ellyptiſchen Boͤgen geformt und gehen in der nemlichen Geſtalt uͤber die ganze Laͤnge des damit uͤberwoͤlbten Raums fort. Bei f imgl. im Profil B iſt bei e erſichtlich, wie die Stichkappen der Fen⸗ ſter in einem mit dergleichen Gewoͤlben bedeckten Keller, zuweilen an ſogenannte Kraͤnzee, uͤber Eck, oder wie man es zu nennen pflegt, auf den Schwalben⸗ ſchwanz eingewoͤlbt ſind. Gewoͤhnlich werden ſolche aber nur wie der Grundriß *bei g, ingl. das Profil C bei h zeigt, angefertiget. Die Linien ab und bo in Fig. A, wo dieſe Stichkappen mit dem Hauptge⸗ woͤlbe zuſammen ſtoßen und damit verbunden ſind, werden die Grade der Stich⸗ kappe, ecbad aber die Kappe oder ein Ohr genannt. In Fig. 36. Dwird gezeigt, wie die Steine in der Kappe(im Grundriſſe Abei f) rechtwinklich ineinander zuſammengeſetzt werden muͤſſen. durhde von einer Fſie von iven Ge, ſich kein ie vorge⸗ völbe die⸗ cark ſind, ˖der Fall dt in Ab⸗ be voͤll nach der kauern, a als werden, neiniglich er darauf der Ge⸗ fenge⸗ er auch Geſtalt der Fen⸗ enannte alben⸗ rundriß Hauptge⸗ Stich⸗ Abei) Von den Grund⸗ oder Fundamentmauern ꝛc. 213 Im Profile C iſt beih zu erſehen, wie die Ohrkappe g mit dem Kellergewoͤl⸗ be nach der Profil Linie min des Grundriſſes zuſammenſtoͤßt. Die im Grundriſſe Amit bemerkten Gurtboͤgen, welche 3 bis 4 Fuß von⸗ einander abſtehen, ſind hier bei einem gewoͤhnlichen Kellergewoͤlbe welches keine große Laſten zu tragen hat, und daher nur einen halben Stein ſtark iſt, einen Stein breit und einen Stein ſtark, jedoch dergeſtalt mit eingewoͤlbet, daß das ganze Tonnengewoͤlbe innerhalb im Keller uͤberall gerade iſt, daher die mehrere Staͤrke der Gurte von einem halben Stein gegen das uͤbrige Gewoͤlbe, oberhalb vorſtehet. Iſt ein Tonnengewoͤlbe beſtimmt, um groͤßere Laſten zu tragen, oder will man es gegen die Gewalt darauf fallender ſchwerer Koͤrper ſichern, und daher eine groͤßere Staͤrke des Gewoͤlbes anordnen, ſo muͤſſen die Gurte in gleichem Ver⸗ haͤltniſſe an Staͤrke zunehmen; z. B. wenn das Gewoͤlbe einen Stein ſtark ſeyn ſoll, ſo muͤſſen die Gurte ein und einen halben Stein ſtark ſeyn, ſo daß die Gurte jederzeit wenigſtens ½ Stein ſtaͤrker werden als das Kellergewoͤlbe, und ſo muͤſſen ſie auch verhaͤltnißmaͤßig einen bis zwei Steine breiter ſeyn. Raͤchſtdem muͤſſen die Tonnengewoͤlbe auch wenigſtens von unten oder aus der Erde g herauf, bis auf die halbe Hoͤhe der Boͤgen mk Fig. 86. C) hintermau⸗ ert werden. Der im Grundriſſe A mit k bezeichnete Gurt dienet dazu, um den beiden Kraͤnzen ee mehrere Spannung zu geben. 129. Die zur Ueberwoͤlbung der Keller und Souterrains ſehr bequeme ſogenannte Kappengewoͤlbe ſind zwar in Berlin, Potsdam, und in einigen andern gro⸗ ßen Staͤdten bekannt, dagegen aber in den Provinzial⸗Staͤdten und auf dem Lan⸗ de noch nicht ſehr in Ausuͤbung gebracht worden. Es ſoll daher deren Conſtruktion etwas umſtaͤndlicher beſchrieben werden. Zuvoͤrderſt kann man ſich aus folgendem einen allgemeinen Begriff von die⸗ ſen Gewoͤlben machen. Es ſey in der 87ſten Figur A, ein mit Kappengewoͤlbe zu uͤberwoͤlbender Raum abocdz ſo wird eine ſolche Eintheilung gemacht, daß die Weiten ef, gh, ik ec. zwiſchen den anzulegenden Pfeilern fg, hi, klac. welche 2 Steine breit ſind, ohngefaͤhr 6 bis 9 Fuß, aber nicht leicht mehr, betragen. Auf dieſe Pfeiler werden, wie das Profil B zeigt, Bogen von 1 bis 2 Stein ſtark gewoͤlbt, welche, wenigſtens X ihrer Breite im Lichten, zur Hoͤhe haben muͤſſen; Zwiſchen dieſe Bogen werden ſodann wie die im Grundriſſe pnnktirten Li⸗ nien zeigen, flache Gewoͤlbe oder ſogenannte Kappen von einem halben Stein ſtark, Konſtruktion der Kappenge⸗ woͤlbe. 214 Dritter Abſchnitt. die jedoch, und zum wenigſten 2z2 ihrer Breite zur Hoͤhe in die Mitte haben muͤſſen, eingewoͤlbt. In Abſicht der Pfeiler fg, mn, hie. iſt zu bemerken, daß wenn die Brei⸗ te der Keller nicht uͤberall 12 bis 16 Fuß betraͤgt und die Fundamente an ſich ſtark genug ſind, oder mehrere Etagen darauf ſtehen, die Pfeiler allenfals ganz wegfal⸗ len, und die Gurtbogen aus den Mauern ſelbſt entſpringen koͤnnen. Andernſalls leget man ſie ½ Stein, und wenn die Keller 18 bis 20 Fuß breit, auch die Funda⸗ mente an ſich nicht ſtark ſind, imgleichen nicht von einem darauf ſtehenden Ober⸗ bau mehr Feſtigkeit erhalten, ſo iſt es noͤthig die Pfeiler einen bis einen und einen halben Stein vorzulegen, um den breiteren Gurtboͤgen mehr Wiederlager zu ver⸗ ſchaffen; wobei auch auf die Hoͤhe der Boͤgen Ruͤckſicht zu nehmen iſt; denn wenn ein Gurtbogen nur X† ſeiner Breite zur Hoͤhe hat, ſo ſchiebt derſelbe ſeitwaͤrts mehr, als wenn die Hoͤhe z der Breite betraͤgt, und im erſten Fall muͤſſen alſo ſtaͤrkere Wiederlager gemacht, und die Pfeiler mehr vorgeleget werden als im letzten Fall. Wenn wie vorhin gedacht, die Gurtboͤgen aus den Seitenwaͤnden ſelbſt ent⸗ ſpringen koͤnnen, ſo wird dabei auf folgende Art verfahren. Von dem Fußboden des Kellers an, wird bei der Auffuͤhrung der Widerlags⸗ mauer ein Einſchnitt abod Fig. 37 D und E, welcher ½ Stein tief, und von a bis c ſo breit iſt, als der Gurtbogen werden ſoll,(hier 1 ½ Stein oder 15 Zoll) an⸗ geleget. Dieſer Einſchnitt wird von a nach e Fig. D ungefaͤhr 3 Fuß hoch ohne Verzahnung, von e herauf bis an die Oberkante des Gewoͤlbes aber mit einer Ver⸗ zahnung gemauert. Die Woͤlbung des Bogens aus dieſem Einſchnitte, und die Hintermauerung deſſelben in die gelaßene Verzahnung, iſt in Fig. 987. D deutlich vorgeſtellt. 1 Man wird aus dem nach der Linie po des Grundriſſes Fig. 37. A genomme⸗ nen Laͤngen⸗Profile C leicht einſehen, daß bei den Kappengewoͤlben, die Sei⸗ tenwaͤnde der Keller und uͤberhaupt die Raͤume ef, gh, ik c. ganz gerade bleiben, ſo daß man uͤberall aufrecht darin gehen, auch dichte an den Waͤnden, Meubels und andern Sachen ſtellen, imgleichen das volle Licht wie bei andern Fenſtern er⸗ halten kann, weshalb dieſe Art von Ueberwoͤlbungen den Tonnengewoͤlben ſo ſehr vorzuziehen iſt. Was die Conſtruktion der Kappengewoͤlbe betrift, ſo ſei z. B. der mit zwei Kappengewoͤlben zu uͤberwoͤlbende Raum vwxz in der 8oſten Fig. A nach der Laͤnge des Gebaͤudes oder vx, 17 ½ Fuß im Lichten lang, und nach der Tiefe vw 20 Fuß breit. 22 tte hüen die Bre⸗ ſich ſtark wegfal⸗ aderyſalls ie Funda⸗ een Ober⸗ ind einen r zu ver⸗ wennein rts mehr, ſtärkere ten Fal. bſt ent⸗ iderlags⸗ und vona Holl) an⸗ foch ohne iner Ver⸗ und die deutlich owbos die Sei⸗ e bleiben, Meubels nſtern er⸗ en ſo ſehr mit zwei nach der Tiefe vI Von den Grund⸗oder Fundamentmauern ꝛc. 213 Iſt das Fundament bis zur Hoͤhe des Fußbodens der Keller aufgefuͤhret, und voͤllig wagerecht abgeglichen, ſo werden die Kellerfenſter ff, die Kellerthuͤren gg, ſo wie auch die Staͤrke der Waͤnde und der Gurebogeidfeiler hh welche letztere 2 Steine breit ſind, darauf angezeichnet. Sodann werden die Waͤnde von dem Kellergrunde an, gewoͤhnlich von Feld⸗ oder Bruchſteinen, und zwar wenn die Hoͤhe unter der Mitte des Gurtbogens 6 Fuß betragen ſoll, als welches zum bequemen Durchgehen bei Kellern vollkom⸗ men hinreichend iſt, und welche Hoͤhe hier angenommen worden, 6 Fuß 3 Zoll hoch aufgemauert. Hiiernaͤchſt muͤſſen die Lehrboͤgen zu den Gurtbogen Fig. 88. E folgendermaßen angefertiget werden. Es wird nemlich die Breite des Gurtbogens, weniger 2 Zoll(wenn die Schal⸗ bretter 1 Zoll dick ſind) alſo im gegenwaͤrtigen Fall, wo die Weite des Gurtbogens 15 Fuß betraͤgt, 14 Fuß 10 Zoll auf ein Brett worauf ein Seynurſthlag ikmit Kohle oder Kreide gemacht worden, abgemeſſen. Genau in der Mitte dieſer Weite wird ein anderes Brett, welches jedoch we⸗ nigſtens einen Fuß laͤnger ſeyn muß, als der Bogen hoch werden ſoll, perpendiku⸗ lair befeſtiget, und auf dieſes Brett in der Mitte ein rechtwinklichter Schnur⸗ ſchlag ef gemacht. Auf dieſen Schnurſchlag ef traͤgt man die Hoͤhe des Gurtbogens, gemeini⸗ glich von ½, mindeſtens aber von X der Breite deſſelben, aus e in f. Bringet man nun mit einem Maasſtabe die halbe Bogenweite ae oder eb, aus k auf den Schnurſchlag ik, ſo werden dadurch die Punkte g und h bezeichnet. In dieſen Punkten g und h, ſind ſodann Naͤgel einzuſchlagen, und um die— ſelben eine Schnur zu legen, welche zuſammengenommen bis an den Punkt freicht; Faͤhret man nun mit einem an den Punkt f angehaltenen Roͤthel mit der Schnur herum, ſo wird ſelbige die ellyptiſche Linie afb fuͤr den Gurtbogen beſchrieben, welche man alsdann mit doppelt zuſammengenagelten Brettſtuͤcken verfertiget, und zwar muͤſſen zu jedem Gurtbogen zwei dergleichen Lehrboͤgen gemacht werden. Zum Aufſtellen der beiden Lehrboͤgen iſt ein Geruͤſte noͤthig, welches in dem gegenwaͤrtigen Falle wo die Lehrboͤgen nicht hoch uͤber die Erde zu ſtehen kom⸗ men, am fuͤglichſten aus Kloͤtzen ooo Fig. 88. B und C, jeder etwa von 20 Zoll lang, 9 bis 10 Zoll hoch, und 8 Zoll breit beſtehen kann. Dieſe Kloͤtze werden vollkommen wagrecht, und auf jeden ein Brettſtuͤck, welches ebenfals ungefehr 20 Zoll lang, 6 bis 3 Zoll breit, 1 ½ bis 1 ½ Zoll dick ſeyn kann, geleget. Auf dieſe Kloͤtze und Brettſtuͤcken ſtellet man die beiden Bogen, zu jeder Seite 1 ½ Zoll naͤher zuſammen 216 Dritter Abſchnitt. als der Gurtbogen dick werden ſoll.(Fig. C) Ohngefehr in der Gegend mim Fig. B muͤſſen hiernaͤchſt uͤber beide Boͤgen, in der Quere Latten uͤbergelegt, und mit Naͤgeln beſeſtiget werden, welche gegen die ſogenannten Stirnwaͤnde p und ꝗ (im Grundriß A) ſcharf anſtoßen, um dadurch die Lehrboͤgen vorlaͤufig in ihrer lothrechten Richtung zu erhalten. Die etwa 1 ½ Joll von der innern Kante der Pfeiler h Fig. Azuruͤck geſtellte Boͤgen werden ſodann quer uͤber mit Schaallatten oder Brettern benagelt; dieſe Bretter ſtehen aber um vorgedachte 1 ½ Joll vor, wodurch die Verſchalung die ganze Dicke des Bogens erhaͤlt, und zugleich dichte an die Pfeiler hh anſchließet.. Hiernaͤchſt leget man dergeſtalt Keile von Brettſtuͤcken unter die Boͤg en bei XX Fig. B, daß das untere Ende der Boͤgen yX mit der Gleiche der Gewoͤlbe⸗ pfeiler yz uͤbereinkoͤmmt, oder daß die Lehrboͤgen genau in der beſtimmten Hoͤhe ſtehen; Dieſe Keile werden, wenn der Gurtbogen gewoͤlbt iſt, herausgeſchlagen, wodurch alsdann die Boͤgen geloͤſet oder geluͤftet, und die Schaalbretter nnꝛe. be⸗ quem und einzeln herauszunehmen ſind, ſo wie endlich die Bogen ſelbſt wegge⸗ nommen werden koͤnnen. G Sind auf dieſe Weiſe die Lehrboͤgen in ihre gehoͤrige Stellung gebracht, und mit Latten mn Fig. A und B beſchalet, auch zur Unterſtuͤtzung des nachher darauf liegenden Gewoͤlbes nach Fig. B, an drei Stellen, Stuͤtzen tit angebracht wor⸗ den, ſo wird mit dem Woͤlben der Gurrtboͤgen ſelbſt an beiden Enden zugleich, der . Anfang gemacht, und in der Mitte geſchloſſen. Hierbei iſt, ſo wie uͤberhaupt bei allen Woͤlbungen darauf zu ſehen, daß die Steine in engen Fugen genau dergeſtallt geſtellet werden, daß jeder Stein nach dem Mittelpunkte des Bogens zugehauen ſey, und daß am Ende der Schlußſtein die Geſtalt eines Keils erhalte. Es iſt nicht allein unnoͤthig, ſondern ſogar unrecht und ſchaͤdlich, wenn der Schlußſtein durch ein an⸗ haltendes Haͤmmern auf demſelben mit Gewalt eingetrieben, und derſelbe dagegen nicht gehoͤrig ſo ein⸗ und zugehauen wird, daß alle Theile deſſelben an den darneben befindlichen Steinen anſchlie⸗ ßen. Was kann man ſich wohl fuͤr eine Dauerhaftigkeit von Gewoͤlben verſprechen, wenn z. B. der Schlußſtein wie in der 38ſten Figur G beſchaffen iſt? Iſt derſelbe dagegen durch genaues Behauen, undallenfals durch Abreiben auf anderen Steinen dergeſtalt geformt, daß der Schlußſtein uͤberall an den Seiten anſchließt, ſo wird es bei gehoͤriger An⸗ feuchtung deſſelben mit Waſſer und bei ſchwachen Kalkfugen keines ſtarken Eintreibens beduͤrfen, unnd das Gewoͤlbe dennoch mehr Feſtigkeit erhalten als im erſtern Falle. Die Scheibenboͤgen i Fig. C. zu den Kappen werden nach einem ſogenannten Creutzzirkel folgendergeſtalt angefertiget. Es ——— /ↄ gerd nm ſegt, ud ep und, g in ihrer er Pfeiler atten oder Joll vor, dichte an gen bei Hewoͤlbes ten Hoͤhe ſchlagen, inac. be⸗ wegge⸗ ht, vnd er darauf acht wor⸗ keich, der daß die tein nch lußſtein zurch ein an⸗ ht gehörig ſ ten auſchlie⸗ n z. B. det ren Steinen chdriger A as bedürfen! enannten 6s Von den Grund⸗oder Fundamentmauern ꝛc. 217 Es ſei die Weite der Kappe im nfchten zwiſchen dem Gurtbogen, als das ge⸗ mein ſchaftliche Wiederlager zweier Kappen, wie im gegenwaͤrtigen Fall, 8 Fuß, ſo betraͤgt z davon zur Hoͤhe einen Fuß. Bon dieſe 3 Fuß werden(wenn man nur 1 Zoll dicke Schaallatten 1] Fig. 88. Aund C nimmt) zu jeder Seite 1 Zoll, alſo 2 Zoll abgerechnet, und nur 7 Fuß 10 Zoll auf ein Brettſtuͤck Fig. 88. F, welches die dazu noͤthige Breite hat, auf das akkurateſte abgemeſſen und die Mitte davon angemerkt. Dieſes zuvor unten oder auf einer der langen Seiten nach der Schnur gerade gehauene Brett wird ſodann platt auf die Erde geleget, und ein anderes, welches ſo lun ſeyn muß, als dasjenige, worauf der Bogen geriſſen oder gezeichnet werden ſoll, der Quere nach gegen erſtgedachtes Brett angebracht; Nun wird ein gleichſeitiges Dreieck abe mit einer Schnur, und aus c als dem Mittelpunkte, der Bogen adb mit Roͤthel oder Kreide beſchrieben. 1 Hiernaͤchſt werden die Boͤgen zu den Kappen aufgeſtellet und an den Seiten der Stirnmauern zwiſchen den Pfeilern auf der Gleiche der vorhin gedachten 6 Fuß 3 Zoll hoch aufgefuͤhrten Mauer, ein 3 Zoll vertiefter, 6 Zoll breiter bogenfoͤrmi⸗ ger Streifen nach der Form der Kappen gemauert, worauf die quer uͤber die Lehr⸗ boͤgen der Kappen zu nagelnden Latten mit aufliegen, und die Kappengewoͤlbe ſelbſt⸗ aufgeſattelt werden. Gewoͤhnlich machen die Maurer dieſe bogenfoͤrmige Vertiefung nicht, ſon⸗ dern ſie laſſen die Kappenbogen gegen die Stirnmauern ſtumpf anſtoßen, und ver⸗ mauern alsdann die Kappen mit auf die hohe Kante geſtellten Steinen, welches aber nicht ſo gut, als die vorhin gedachte Bauart iſt. Der in dem Gurrbogen ſowohl als in deſſen Hintermauerung an den Seiten anzufertigende(hier abſchattirte) Streiffen vy Fig. 38 B, bezeichnet das Wider⸗ lager von einer Seite, fuͤr die Kappen. Dieſes Widerlager muß ſich eigentlich 4 Zoll uͤber der Unterkante des Gewoͤlbbogens anfangen als wornach die Hoͤhe der Plinte mit zu beſtimmen iſt. Iſt man aber mit der Hoͤhe eingeſchraͤnkt, ſo kann allenfalls die Unterkante des Widerlagerſtreiffens mit der Unterkante des Gurtbogens gleich gehen. Zur Formirung dieſes Streifens vv oder Widerlagers der Kappen, werden ſo⸗ wohl die Gewoͤlbſteine des Gurtbogens, als die in der Hintermauerung un, wie bei m Fig. 33. C zu erſehen etwas ſchraͤg zugehauen. Mehrentheils werden aber nur die Gewoͤlbſteine des Gewoͤlbbogens auf dieſe Atrt ſchraͤg herauf verhauen und dagegen die Hintermauerung un nur 2 bis 3 Zoll abgeſetzt. In dieſem Falle werden die erſtern Steine zur Kappe nur ſoviel auf der Ee 218 Dritter Abſchnitt. Woͤlbe⸗Seite verhauen, daß der Gewoͤlbſtein der Kappe mit einer Centralfu⸗ ge anſchließt. 1 Wenn nun dieſer als Wiederlager dienende Streiffen gehoͤrig angelegt wor⸗ den, ſo werden die vorhin beſchriebenen Lehrboͤgen i Fig C zu den Kappen aufge⸗ ſtellt, wozu weil ſie hoch uͤber der Erde oder dem Kellerpflaſter liegen, ein Geruͤſte erforderlich iſt. Man leget nemlich ein ſtarkes Brett wFig. Cu. Dwagerecht auf das Erdreich oder den Fußboden des Kellers, und damit ſich ſolches nicht biegen koͤnne, da wo die Stuͤtzen bb ꝛc. ſtehen, Querunterlagen von Brettſtuͤcken oder von be⸗ ſchlagenem Bauholze nach einer zuvor ausgezogenen Schnur, gegen den Gurtbogen, und gegen die gegenuͤberſtehende Mauer; auf die Stuͤtzen b b werden die Holme cc, und auf dieſe die Lehrboͤgen i ꝛc. geſetzt. Nunmehro uberſchalet man dieſe Boͤgen entweder mit ſchlechten ſchmalen Bret⸗ tern, oder mit geſchnittenen Latten; jedoch, wenn die Woͤlburg der Kappe auf die Art geſchehen ſoll, wie in Fig. A mit k bezeichnet iſt, ſo werden nur vor der Hand zuerſt 2bis 4 Schaallatten 2 Zoll, auch nachdem die Schichten treffen, noch weiter auseinander zu jeder Seite aufgelegt, weil die Maurer bei dieſer Art zu woͤlben, zwiſchen den Bogen ii auf einem Geruͤſte ſtehen. Will man aber die Kappe auf die beſſere Art, wie in Fig. A mit L bezeichnet iſt, nemlich aus den vier Ecken, oder wie man es zu nennen pflegt, auf den Schwalbenſchwanz woͤlben, ſo muͤſſen die Boͤgen auf einmal uͤberſchalet werden, und die Mauern ſtehen alsdann bei der Arbeit auf die Schalung. Dieſe Woͤlbung muß aus allen vier Ecken, oder doch wenigſtens aus zwei Ecken zugleich angefangen werden, und zwar in dem letzten Fall, in den Ecken Fig. A d d oder aa, weil, wie L zeiget, ſobald die Woͤlbung den Mittelpunkt des Bogens oder der Scheibe in der Stirnmauer bei c erreicht hat, man ſchon mit je⸗ der Schicht wirklich zum Schluß koͤmmt. Man kann indeſſen bei dieſer Art zu woͤlben, aus den beiden angefangenen Ecken ſo weit fortwoͤlben, bis die Spitzen bb oder ee Fig. A die Mitte von der Laͤnge der Kappe erreicht haben, und die beiden zuruͤckgelaſſenen Ecken nachholen, weil alsdann der Schluß der Kappe in jeder Schicht an vier Orten geſchiehet, und die noch uͤbrige Oefnung ein Quadrat zu bilden anfaͤngt, auch dieſe Figur bis zum gaͤnzlichen Schluße beibehaͤlt. Es iſt aber nicht allein gut, ſondern ſogar nothwendig, die Bogen i Fig. C mit der darauf liegenden Schalung ſo zu ſtellen, daß die Woͤlbung der Kappe von den Ecken nach der Mitte, oder beſſer von a bis e und von d bis Pauch um einige Lenträfu⸗ legt wor⸗ en aufge— Gerüſte htauſdas hen koͤnne, von he⸗ rthogen, olmecc, len Bret⸗ auf die r Hand weiter wͤlden, ezeichnet auf den werden, aus zwei n Erken aukt des wit ſe⸗ fongenen von der chholen, het, und digur bis Fig. ppe von p einihe Jon den Grund⸗oder Fundamentmauern c. 219 Zoll anſteige; dadurch erhaͤlt die Kappe außer ihrer Spannung in der Breite, auch eine Spannung nach der Laͤnge. Wenn man nicht ſo viele Mauerruͤſtung und Bogen hat, daß zwei Kappen zugleich gewoͤlbt werden koͤnnen, ſo muß ja nicht unterlaſſen werden, auf der an⸗ dern Seite des Gurtbogens ſogleich als die Woͤlbung der Kappe ihren Anfang nimmt, den Gurtbogen gegen die gegenuͤberſtehende Mauer abzuſteifen, weil ſonſt das Zuruͤckſchieben des Gurtbogens und der Einſturz der Kappe zu beſorgen iſt. Daß das Woͤlben der Kappen auf dem Schwalbenſchwanz oder aus den vier Ecken beſſer iſt, als die Woͤlbung nach der Laͤnge des Gewoͤlbes, indem mehr Spannung im Gewoͤlbe erhalten wird, iſt leicht einzuſehen. Es iſt aber auch die Manipulation bei Aufertigung eines ſolchen Gewoͤlbes etwas ſchwerer, als bei den nach der Laͤnge des Gewoͤlbes lauffenden Schichten, denn da das Woͤlben einer Kappe in jeden Winkel uͤbereck ſeinen Anfang nimmt, dergeſtalt, daß die Schich⸗ ten rechte Winkel gegeneinander bilden, ſo muͤſſen nicht nur die an den Seiten oder Wiederlagen anſtoßende Steine, wie vorhin geſagt worden, dazu gehoͤrig verhauen werden, ſondern weil in jeder Schicht jeder Stein gegen den andern nach der Run⸗ dung der Schalung eine andere Lage hat, ſo muͤſſen ſie auf einer Seite an ihren Unterkanten zugehauen oder nach der Maurerſprache, geſchnaͤbelt werden, das heißt, z. B. in Fig. 88. H muß der Stein b auf der einen Seite cd, ſo wie der Stein g auf der Seite ef um ſo viel verhauen werden als die punktirten Linien zeigen, da⸗ mit die Fugen cdund ef ſcharf aneinander ſchließen. Man ſiehet zugleich aus die⸗ ſer Figur, daß da die Seite cd des Steins a ſo wie die Seite ek des Steins b ꝛc. unverhauen bleiben, die Fugen ſaͤmmtlich etwas ſchraͤge gegen das Centrum der Kappe laufen werden, allein dieß ſchadet hierbei nichts, da die Woͤlbung ſehr flach wird, und mithin das Verhauen ſehr wenig betraͤgt. Sollte dieſes Zuſammenhauen nicht beobachtet werden, ſo wuͤrden zwar die unterſten Ecken der Steine, welche auf der Schalung liegen, aneinander paſſen, die oberen aber wenigſtens einen Zoll auseinander ſtehen, und bei einer ſchlechten Ar⸗ beit auch noch vieler Kalkmoͤrtel erfordert werden. Uebrigens iſt anzumerken, daß die Schichten der Laͤnge nach, nicht ſchraͤg, ſondern auf die hohe Kante winkelrecht auf die Schalung geſetzt werden; denn es koͤmmt hier nicht auf einen keilfoͤrmigen Schluß nach der Mitte zu, an, ſondern jede Schicht macht ſowohl eine eigene Spannung fuͤr ſich als auch das ganze Ge⸗ woͤlbe dergleichen aus. Um die Woͤlbung aus den vier Ecken dergeſtalt zu bewerkſtelligen, daß am Ende beim Schluße die vier Schichten ein Quadrat bilden, bedienen ſich die Ee 2 — 220 Dritter Abſchnitt. Maurer einer Setzwage Fig. 39., welche an ihrer obern Spitze c einen rechten Winkel bildet; Sie legen ſelbige auf der mittelſten Latte an jedem Ende z. B. bei c in Fig. A flach auf, und zwar ſo, daß die Spitze c auf den Punkt c, die Linie cd aber auf die Mittellinie der Schalung trift; alsdann zeigen die Linien ca und cb der Setzwaage, die Richtungen der Steinſchichten, wodurch, wenn dieſes Anlegen der Setzwaage oft wiederholt wird, der richtige Schluß entſtehet. Die Wiederlager der Gurtboͤgen und der Kappengewoͤlbe muͤſſen ebenfals hin⸗ termauert werden, wie aus Fig. C bei ff ꝛc. zu erſehen. 5. 130. Tonſtrukton Die Kreutzgewoͤlbe werden eigentlich von zwei ſich uͤberkreutzenden Tonnenge⸗ vosseeue woͤlben gebildet, wie man ſich ſolches aus der 9oſten Figur B vorſtellen kann, ſie beſtehen aus zweien Boͤgen, welche aus den Ecken entſpringen oder aus einer Ecke zur andern quer oder uͤbereck geſpannet ſind, und ſich in der Mitte des Zimmers durchkreutzen; Zwiſchen dieſen Hauptboͤgen werden die eigentlichen Gewoͤlbe von gedachtem Durchſchnittspunkte bis an die Seitenwaͤnde des Zimmers eingewoͤlbt. Die erſtern ſich durchkreutzenden Boͤgen, welche innerhalb des Zimmers eine ſcharfe Ecke haben, und ohngefaͤhr wie in Fig. 90 C bei a u. b geſtaltet ſind, heißen die Grade oder Gradboͤgen. Anm. Bei den Gothiſchen oder auch zuweilen bei anderen Gewoͤlben, ſindet man daß die Unterkanten dieſer Gradboͤgen, nicht ſcharf, ſondern durch eigentlich dazu geformte Steine mit allerlei Glie⸗ dern verziert ſind. Die auf den Gradboͤgen ruhenden Zwiſchengewoͤlbe ac, ad und be, bf in Fig. 90 C aber, werden die Kappen genannt. Im Grundriſſe A ſind die Grade durch die ſich kreuzenden Linien dd, die Kappen aber durch bb ꝛc. angedeutet. Diejenigen Raͤume, welche nur eine laͤnge und Breite von etwa 16 Fuß haben, koͤnnen mit einem Kreutzgewoͤlbe uͤberwoͤlbt werden, wobei die Grade einen Stein, die Kappen aber nur einen halben Stein ſtark ſeyn duͤrfen. MNan hat indeſſen Beiſpiele, daß auch groͤßere Raͤume nur mit einem einzi⸗ gen Kreutzgewoͤlbe uͤberſpannt worden; alsdenn ſind aber die Gradbogen ein und einen halben Stein, und die Kappen einen Stein ſtark gewoͤlbet; dergleichen ſchwere und weitgeſpannte Gewoͤlbe erfordern aber auch ſtarke Wiederlager, und man bedient ſich daher derſelben nur in beſondern Faͤllen, z. B. wenn man ei⸗ ne große Laſt Erde auf ein ſolches Gewoͤlbe bringen, oder es bei Feuers Gefahr vor dem Durchſchlagen herunterfallender Koͤrper bewahren wollte. Wenn der vorgedachtermaßen mit Graden von einem, und mit Kappen von ei⸗ nem halben Stein, zu uͤberwoͤlbende Raum ſehr lang und ſchmal iſt, wie z. B. die einen teßte de z. B. bi c, die lim nien ca und wenn dieſes ehet. benfaſs hin Tonnenge kann, ſie einer Ecke Himners voͤlbe bon gewoͤlbt. ners eine d, heißen aterkantm lerlei Gli e, bf in je Grode ket. haben, Stein, meinzi⸗ in und eichen rrlager, man ei⸗ hr vor on t, 3 M Von den Grund⸗ oder Fundamentmauern ꝛc. 221 hoſte Figur A, ſo werden Gurtbogen aa aufgefuͤhrt, und mehrere Kreutzgewoͤlbe dazwiſchen angebracht. Sind aber große quadratiſche Raͤume mit Kreutzgewoͤl⸗ ben zu uͤberwoͤlben, wie in der orſten Figur vorgeſtellt iſt, ſo wird in der Mit⸗ te ein oder mehrere Pfeiler v aufgefuͤhret, und der Raum durch Gurtbogen d ꝛc. abgetheilt, um darzwiſchen mehrere Kreutzgewoͤlbe ſpannen zu koͤnnen. Die Grade der Kreutzgewoͤlbe entſpringen entweder gleich aus den Ecken der Mauer wie in Fig. 91, oder es wird daſelbſt ein Vorſprung dazu angelegt, wie die 9oſte Fig. A zeigt. Da die Woͤlbung der Grade und der Kappen einerlei Hoͤhe in der Mitte ha⸗ ben muß, ſo iſt es gleichguͤltig, ob man den Bogen der Kappen oder der Grade zu⸗ erſt feſtſetzet; es folgt aber, daß wenn die Kappen auch einen vollen halben Zir⸗ kel bekommen ſollten, die Grade dennoch, da ſelbige laͤnger ſind, nur einen flachen Bogen erhalten werden. Gewoͤhnlich werden nur zu den Gradboͤgen hoͤlzerne Lehrboͤgen gemacht und aufgeſtellt; zu den Kappen aber wird in den Seitenwaͤnden oder Stirnmauern nach der Gewoͤlbelinie welche man fuͤr die Kappen beſtimmt hat, ein Abſatz von 2 bis 3 Zoll tief entweder gleich gemauert, oder erſt nach Auffuͤhrung der Mauer einge⸗ hauen, worauf alsdann die Kappen bei Woͤlbung der Grade ſogleich mit aufgeſat⸗ telt und von da ab zwiſchen den Graden bis in die Spitze, ohne Verſchalung aus freier Hand eingemauert werden. Anm. Man ſieht leicht ein, daß da es hierbei auf ein gutes Augenmaaß und ſonſtige Geſchick⸗ lichkeit ankommt, hierzu nur geuͤbte Maurer gebraucht werden koͤnnen. Andere thun beſſer in den Kappen Verſchalungen zu machen. Bei regulaͤren Raͤumen wie Fig. 90 Kiſt die Anfertigung der Lehrboͤgen zu den Graden ſehr leicht. Es ſeyz. B. die Form der Kappe nach einem halben Zirkel efg feſtgeſetzt worden, ſo wird die Linie eg in eine beliebige Anzahl gleicher Theile getheilet; In eben ſo viele Theile theilet man die Laͤnge des Grades hk ein. Von den Theilungspunkten auf beiden Linien ziehet man lothrechte Linien aufwaͤrts, und macht jede lothrechte Linie in dem Gradbogen hik, eben ſo lang, als die mit der⸗ ſelben von einem Ende zum andern correſpondirende Linie in dem Kappenbogen efg. Da man aber die Kappen von der Stirnmauer bis zur Mitte des Gewoͤlbes gewoͤhnlich um etwas(man pflegt den éoſten Theil der Laͤnge hk des Grades zu nehmen) anſteigen, oder wie es die Maurer nennen, ſtechen laͤßt, ſo iſt es noth⸗ wendig, die Lehrboͤgen der Grade um ſo viel hoͤher zu machen als die Kappen wer⸗ den ſollen; wodurch denn der Punkt c in Fig. 90. B um etwas hoͤher als die Punkte bb zu ſtehen koͤmmt.. Ee 3 5 222 Dritter Abſchnitt. Wenn der mit einem Kreuzgewoͤlbe zu uͤberwoͤlbende Raum irregulair iſt, wie Fig. 92., ſo muͤſſen alle vier Scheiben oder die an den Seitenwaͤnden anſtoßenden Kappen zwar auch eine gleiche Hoͤhe haben, allein alsdenn bekoͤmmt nur die ſchmaͤ⸗ leſte Seite ab einen vollen halben Zirkel. In dieſem Falle werden die Lehrboͤgen zu den Graden folgendermaſſen vorge⸗ riſſen. Wenn z. B. voraus feſtgeſetzet worden, daß der Bogen der Kappe auf der Seite ab ein voller halber Zirkel ſeyn ſoll, ſo wird die Linie ab eben ſo wie vorhin angewieſen worden, in lauter gleiche Theile getheilet, und aus jedem Theilungs⸗ punkte eine Perpendicularlinie herauf bis an den Bogen gezogen. Sodann wer⸗ den die Laͤngen der Diagonalen Grade a v und eb, jede beſonders aufgetragen, oder in eben ſo viele gleiche Theile getheilet, auch die aus den Theilungspunkten herauf gezogene Perpendiculairlinie mit denen auf der Linie ab gleich lang gemacht; dadurch erhaͤlt man wie zuvor fuͤr die Grade flache Bogen, welche genau dieſelbe Hoͤhe haben, wie der zur Kappe auf der Linie ab verlangte halbe Zirkel. Den vorhin erwaͤhnten 6oſten Theil der horizontalen Gradlaͤnge kann man in die⸗ ſem Falle wo die Gradlaͤngen verſchieden ſind, nach der laͤngſten derſelben, alſo hier aus eb annehmen. Da die im Grundriſſe Fig. 92. punktirten Diagonalen av und eb, ſich aber nicht wie bei einem rechtwinklichten Raum in der Mitte deſſelben, durchſchneiden, ſondern hier der Durchſchnittspunkt u ſehr aus der Mitte lieget, ſo koͤnnen die Gradbogen nicht fuͤglich uͤber gedachte Diagonal⸗Linien av und eb zu ſtehen kom⸗ men, weil ſonſt die Boͤgen und Kappen zu irregulair ausfallen, auch die Ausfuͤh⸗ rung eines ſolches Gewoͤlbes zu ſehr erſchweret wuͤrde. Man muß daher, wie bei den zu uͤberwoͤlbenden regulairen Raͤumen, den Gradbogen av und eb nicht in dem Durchſchnittspunkt x, ſondern in der Mitte ihrer Längen die groͤßte Hoͤhe der Kappe a db, nebſt den 6oſten Theil der Laͤnge eb geben. Sind nun hiernach die Lehrboͤgen(aus doppelt zuſammen geſchlagenen Bret⸗ tern, wie bei den Kappengewoͤlben beſchrieben worden,) angefertiget, ſo werden im gegenwaͤrtigen Fall, beide in ihrer Mitte von einander geſchnitten, und derge⸗ ſtalt an den ſo viel als moͤglich in die Mitte des irregulairen Raums veab, in u aufgeſtellten hoͤlzernen Stiehl, welchen man den Moͤnch zu nennen pflegt, aufgeſtellet. Hiebei bleiben zwar die Grade nicht in einer geraden Richtung aus den Winkeln des zu uͤberwoͤlbenden Raums, allein dieſer Mißſtand iſt doch ertraͤg⸗ licher, als wenn die Grade und Kappen in ihren Woͤlbungen zu ſehr verſchoben ausfielen.- eit, wie ſoßende e ſchma⸗ n vorge⸗ auf der je vorhin eillngs⸗ in wer⸗ ttagen, dunkten emacht; disſelbe in die⸗ Iſd ih aber hneiden nen die en kom⸗ Ausfüh⸗ den Mitt Lnge Bret⸗ erder detge⸗ „in u eſtellet us den erträͤg hober Von den Grund⸗oder Fundamentmauern M. 223 Die Boͤgen zu den uͤbrigen Kappen werden nach Maasgabe der mit ab q be⸗ zeichneten Kappe, wie bereits vorhin angewieſen worden, conſtruirt, und darnach ein Abſatz von 2 bis 3 Zoll in den Seitenwaͤnden gemauert oder darin eingehauen, worin die Kappen ihre Auflager erhalten. Bisher iſt gelehret worden, die Hoͤhe und Figur der Gradboͤgen nach der zuerſt an der ſchmaleſten Seite des zu uͤberwoͤlben den Raums feſtgeſetzten Gewoͤl⸗ belinien der Kappe, zu verzeichnen; allein wenn dadurch der Gradbogen ſo flach ausfallen ſollte, daß deſſen Hoͤhe in der Mitte nicht zum wenigſten X der Breite deſſelben, betragen ſollte, ſo iſt es beſſer, zuerſt dieſe, und wenn es ſeyn kann, noch etwas mehr Hoͤhe fuͤr die Gradbogen feſtzuſetzen, ſodann aber nach dieſer Maas⸗ gabe, die Woͤlbung der Kappen zu beſtimmen, und alſo gerade umgekehrt zu verfahren. Uebrigens werden die Gradbogen in den Ecken, einen Zoll niedriger als die Wiederlager der Gradbogen, auf hoͤlzerne Kloͤtze und auf Luͤfte⸗Keile geſtellt, auch in der Mitte durch einen Staͤnder unterſtuͤtzt. Wenn der zu uͤberwoͤlbende Raum wie Fig. 90. Kein rechtwinklichtes Biereck iſt, ſo werden nicht, wie bei dem irregulairen Raum erwaͤhnet worden, beide Lehr⸗ bogen in der Mitte durchgeſchnitten, ſondern nur einer derſelben, und der andere bleibt ganz, denn indem bei dem regulairen Viereck der Staͤnder oder ſo genannte Moͤnch genau in die Mitte zu ſtehen kommt, ſo kann der eine ganze Lehrbogen in dem in den Moͤnch angebrachten Einſchnitt eingelegt werden, und der andere durch⸗ geſchnittene Lehrbogen kommt von jeder Seite zur Haͤlfte in dem in den Moͤnch nach der Diagonallinie angebrachten Kreuzſchnitt, gegen den zuerſt eingelegten ganzen Lehrbogen, zu liegen.. Um in der Zeichnung eines verſchobenen Kreuzgewoͤlbes ſchon im voraus angeben zu koͤnnen, wo die durchgeſchnittene vier halbe Bogen zuſammen treffen werden oder um die zu punktirenden Gradlinien richtig zu beſtimmen, theile man die gera⸗ den Linien eb und av jede auf die Haͤlfte in zwei gleiche Theile, und mache mit der halben Laͤnge von eb, aus b den Bogenst, aus e den Bogen hi, desgleichen mit der halben Laͤnge von av aus a den Bogen kl und aus v den Bogen mp; wo ſich nun dieſe vier Bogen naͤhern, daſelbſt iſt der Ort, wo die vier Gradlinien zuſammen laufen, und man findet zugleich, um wie viel die vier halben Lehrboͤgen daſelbſt auseinander zu ſtehen kommen. Bei dem Woͤlben ſelbſt werden die Grade mit den Kappen nach Fig. 90. C. verbunden, und zwar, wenn der Grad einen Stein, die Kappen einen halben Stein ſtark ſeyn ſollen, ſo muͤſſen zuerſt zwei Steine gg zu den Graden zugehauen, und auf die Lehrboͤgen verlegt, die Kappen ac und ad aber aus freier Hand von Von Anbrin⸗ gung eines Keller⸗Ein⸗ gangs 224 Dritter Abſchn. Von den Grund⸗oder Fundamentmauetn ae⸗ den Gradſteinen gg an, bis auf den in den Stirnmauern gemachten Abſatze gewoͤlbet werden. Auf dieſe erſte Schicht folgt die zweite be und bf, wo die Steine hund i die Fugen der erſten Schicht decken, der Stein k wird aber nur, ſo wie er gezeich— net iſt, zugehauen und eingeſetzt. Auf dieſe Schicht folgt wieder die erſte u. ſ. f. und ſo bilden dieſe auf einander gelegten Steine gag und hik die Grade, zwiſchen welchen ſodann die Kappen ac und ad eingeſpannet oder eingewoͤlbt ſind Weil bei den Kreuzgewoͤlben nur die Gradboͤgen der Wiederlagen benoͤthiget ſind, ſo duͤrfen des⸗ halb auch nur die Ecken der damit zu uͤberwoͤlbenden Raͤume die gehdrige Staͤrke haben; zwiſchen dieſen Eckpfeilern koͤnnen allenfalls auf allen vier Seiten, uͤberwoͤlbte Oefnungen bleiben, oder es bedarf doch wenigſtens zwiſchen den Eckpfeilern nur eines ſchwachen Mauerwerls, daher ſchicken ſich die Kreuzgewoͤlbe ſehr wohl uͤber der Erde oder in den Etagen, als bei Brau⸗ und Brennereien, weil man nur, wie geſagt, fuͤr die gehoͤrige Wiederlagen zu den Gradboͤgen zu ſorgen hat, wohingegen man zu andern Gewoͤlben, laͤngſt durchlaufende Wiederlagsmauern an⸗ legen muͤſte, deren Stelle in den Souterrains und Kellern, ſchon die Fundamentmauern vertreten. Im allgemeinen iſt zu bemerken, daß die Gewoͤlbe in einem Gebaͤude nicht eher angefertiget werden muͤſſen, als bis das Dach eingedeckt iſt, weil ſie ſonſt von dem darauf fallenden Regen und Naͤſſe ſchadhaft werden. Beſonders iſt es ſehr nachtheilig, wenn Naͤſſe auf die Gewoͤlbe faͤllt, nachdem ſie ſchon mit Erde uͤberfuͤllt worden 5. 131. Endlich iſt der Fall anzufuͤhren, wie man ſich zu helfen hat, wenn ein Souterrain oder Kellereingang unter einer Freitreppe angebracht werden ſoll, und die Plinte nicht die noͤthige Hoͤhe zur Thuͤre hat. Z. B. wenn Fig. 93 B die Hoͤhe ab der Plinte oder des Fundaments von der Erde nur 5 Fuß betruͤge; zufoͤrderſt muß jederzeit bei einer Freitreppe, eine Stuffe in die Hausthuͤre gelegt werden, weil, wenn man das Podeſt der Treppe mit dem Flur gleich hoch machte, das Regenwaſſer ins Hans laufen wuͤrde. Es gehen alſo fuͤr dieſe Stuffe 7 Zoll ab, und vom Straßenpflaſter bis auf das Podeſt der Treppe blieben alſo nur 4 Fuß 5 Zoll. Werden nun aufs mindeſte 5 Zoll fuͤr die Dicke des Podeſtſteins abgezogen, ſo bleiben nur 4 Fuß fuͤr die Hoͤhe der Thuͤre uͤbrig, welche doch wenigſtens 5 ½ Fuß hoch ſeyn muß. Es fehlen alſo 1 ½ Fuß an der Hoͤhe der Thuͤre; dieſe erhaͤlt man durch eine nach dem Profil Fig. 93 B angebrachte Abſchraͤgung, welche durch eine auf dem Podeſt anzubrin⸗ gende Banke c Fig. 93. B, und Grundriß Fig. 93. A, verſteckt werden kann. e Vier⸗ Ke. 223 denie—— ne hundi. ergezeich ſte u.ſ.f zwiſchn Vierter Abſchnitt. 46 dürfen des⸗.... uii Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 8, daher rau⸗ und dodgen zu un E 1 2, Ss iſt bekannt, daß die alten Roͤmiſchen und Gothiſchen Mauerwerke eine vor⸗ Einleitung zu d riq zuͤglich große Feſtigkeit und Dauerhaftigkeit haben, ſo daß man noch in Italien dißſen Ab⸗ 7 buſt viele Gebaͤude aus den aͤlteſten Zeiten, und ſelbſt in unſern Gegenden Kirchen und drs iſ. alte Schloͤſſer antrift, welche ſich viele Jahrhunderte erhalten haben, oder die doch 7. it Eide nur durch offenbare Vernachlaͤßigung, vorzuͤglich ihrer Bedachung, auch wohl muthwillig zerſtoͤhret worden ſind. Das Koͤnigl. Preußiſche General⸗Ober⸗Finanz⸗Krieges⸗ und Domainen: üterralt Directorium, ſetzte im Jahr 1776 einen Preiß aus, auf die Beantwortung der ePlntet Frage: uͤber die Urſachen der Feſtigkeit alter Roͤmiſcher und Go— b thiſcher Gebaͤude, und die Mittel gleiche Dauerhaftigkeit bei von der neuen Mauerwerken zu erhalten. Stuße Dieſen Preiß erhielt der churhannoͤveriſche Landbaufuͤhrer Herr Ziegler. Fl Aum. Der umſtaͤndliche Titel dieſer Preißſchriſt iſt bereits S. 113. angefuͤhret en Slur In der im 36ſten Bande der allgemeinen deutſchen Bibliothek S. 179. u. f. beſindlichen Re⸗ zenſion der obgedachten Schrift, wird derſelben Ordnung und Gruͤndlichkeit zugeſchrieben, jedoch bis auf ſehr richtig angemerkt, daß Herr Zie gler nichts von den Feldſteinmauern der Alten angefuͤhret 8 haͤtte, welches um ſo mehr eine naͤhere Unterſuchung verdient haben wuͤrde, weil man dergleichen mindeſte Mauern in ſolchen Gegenden findet wo man keinen Steinkalk hatte, und ſich des Erd⸗ oder Mer⸗ die Hoͤhe gelkalks bedienen mußte, aus welchen man demohngeachtet einen ſehr ſeſten Moͤrtel zu machen . gewußt. dſen dſh Ich koͤnnte ebenfals eigene Erfahrungen von aͤlterem und neuerem Mauerwerk anfuͤhren, daß n Peofl guter Mergelkalk ein eben ſo feſtes Gemaͤuere giebt als der Steinkalk, wenn derſelbe nur mit recht ubrin groben und ſcharfen Sande vermiſcht wird. anju Außer der Zieglerſchen Preisſchrift, hat auch der Landbaum eiſter Huth zu Halberſtadt, . eine Schrift unter den Titel, herausgegeben: . 1 gruͤndliche Unterſuchung der Urſachen von der Feſtigkeit des alten Mauerwerks ꝛc. Halberſtadt 1777. Dieſe Schrift iſt eben als im vorgedachten Bande der allgemeinen deutſchen Bibliothek rezenſi⸗ ret, und dem Verfaſſer der Vorwurf gemacht worden, daß ihm die Zieglerſche Schrift uͤber die⸗ Ff Vier⸗ Vierter Abſchnitt. ſe Materie unbekannt geweſen ſey, welche ihn belehren wuͤrde, daß nicht der Moͤrtel allein die Urſachen der Feſtigkeit des alten Mauerwerks aus nacht; Vielleicht, heißt es, wuͤrde ſie ihn auf andere Gedanken bringen, indem er glaubt, die Alten haͤtten mehrentheils ihr Rauerwerk mit Gypskalk aufgefuͤhret, welcher, wenn er mit Mauerſand vermiſcht wird(womit man doch an dem meiſten alten Mauerwerk den Kalk vermiſcht findet) nach ſeinem eigenen Ge⸗ ſtaͤndniß(S. 17.) einen ſchlechten Moͤrtel giebt. Auch hat der Herr Profeſſor Meyen zu Stettin, in einer Schrift, unter dem Titel: Unbekannte wie auch zu wenig bekannte Wahrheiten der Mathematik und Phyſikꝛc. S. 161. 3 eine Abhandlung von alten und neuen Mauern, mitgetheilet; Sie ſtehet auch im 2ten Theil des erſten Bandes des allgemeinen Magazins fuͤr die buͤrgerliche Baukunſt von G. Huth, S. 204 bis 210; mit Hinzufuͤgung der richtigen Bemerkung, daß Herr Meyen irre, wenn er im Allgemeinen ſagt, daß die Alten ihre Steine ſehr nahe aneinander gelegt, oder daß ſie kleine Kalkfugen gemacht haͤtten; dieß ſey nicht durchweg anzutreffen, vielmehr faͤnde man haͤufig altes Mauerwerk mit dicken Kalkfugen, wie z. B. an dem Mauerwerk der Oberkirche zu Frankfurth an der Oder, und an vielen andern. Gerne moͤchte ich vorausſetzen, daß die vorgedachte vortrefliche Schrift des Herrnac. Zieglers ſchon in den Haͤnden der mehreſten Baumeiſter ſich befaͤnde, oder daß ſie, ſo wie andere Bauliebhaber, ſich ſelbige verſchaffen werden; allein da ich darauf, beſonders auf das erſtere, nicht ſonderlich rechnen darf, ſo ſey es mir erlaubt, hier aus denn von dieſem Architekten gezogenen Reſultaten anzufuͤhren, was ſich im allgemeinen fuͤr die Dauer unſerer heutigen Mauerwerke angeben laͤßt. Erſtlich empfiehlt derſelbe eine ſorgfaͤltige Wahl der Materialien, nemlich ſol⸗ cher, die der Verzehrung durch ihren innerlichen Bau nicht ſehr unterworfen ſind, z. B. Kalkſteinen den Vorzug vor den Sandſteinen zu geben, auch Ziegel lieber als letztere zu waͤhlen, Leder-oder Bitterkalk,(eigentlich den Steinkalk) 8 gebrauchen, und Gypskalk,(der auch Spaarkalk genannt zu werden pflegt) erſt rem nachzuſetzen... Zweitens wird eine gute Bereitung der Materialien angerathen, und zwar die Ziegelſteine aus gutem Lehm zu machen, das iſt, aus reinem Thon und Sand, fremde Theile und Erden abzuſondern, die Ziegelerde zuvor der Witterung lange auszuſetzen und derb durchzuarbeiten; zu dem Moͤrtel guten Kalk zu nehmen, der auch gut geloͤſcht und dann lange aufbewahret*), und nicht zu entfernt von der Bauſtelle gebrannt worden iſt. Ferner, gute mineraliſche Koͤrner zum Moͤrtel zu nehmen, dergleichen grober Sand ohne Erde, zerſtoßener Tufſtein, zerſtoßenene Dachpfannen und Ziegel ſind; nicht zu wenig dieſe r Koͤrner zum Kalke zu geben, ſich aber nach ihrem Bau zu richten; der ſcharfin, groben und feuchten Koͤrner mehr, der rauhen, trocknen, kleinen und poreuſen weniger zu gebrauchen, Ruͤck⸗ ſicht auf die Art des Gebaͤudes zu nehmen. Einem Waſſergebaͤude und Gemaͤuer dete dla vütde Fe entheils iht itd(womit eigenen Ge⸗ dem Titel: athematik zuch itt eter Bauktaf etr Meyen Weman dalrche a ſchrift des Kefände, allein da 18 wit zofüͤhten, benläßt. ennſich ſ terworfen ih Jage inkalt) zu qh erſta zwar die Sand/ g lange , det von der Nortel zu ſooßenene 1 geben/ Koͤrner , Nüi- Hemainr Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 227 im Feuchten mehr Kalk, einem trocknen mehr Koͤrner zu geben, einem feuchten trockne, kleine und poreuſe Koͤrner, einem trocknen Gemaͤuer glatte und grobe. *) Daß es auf das lange Aufheben des geldſchten Kalks in Gruben nicht ankoͤmmt, daruͤber kommen die mehreſten Baumeiſter uͤberein, und daß es hinreichend ſey, wenn der friſche Kalk nur ſorg⸗ faͤltig geldſcht worden. Herr Ziegler bemerkt auch ſelbſt in einer Aumerkung zu dieſer Stelle, daß an den Orten, wo man den friſchgebrannten Kalk ſtets haben kann, die Vermiſchung des Kalks mit Sande ſogleich bei der Loͤſchung geſchiehet, wie er ſolches z. B. in Dresden gefunden haͤtte. Drittens koͤmmt es auf eine ſchickliche Behandlung und Anwendung der Ma⸗ terialien zu den verſchiedenen Arten von Gemaͤuern an. Herr Ziegler verſteht darunter, den Moͤrtel als ein Huͤlfsmittel und nicht als die Hauptſache anzuſehen. Beim Mangel der Quadern, die Ziegelſtei⸗ ne zur aͤußern Seite der Mauer zu nehmen. Hierbei den Moͤrtel durch geſtoßene Dachpfannen und Ziegelſteinſtuͤcken gleichartig zu machen, und denſelben nur das ſeyn zu laſſen, was Unſchlitt zwiſchen geſchliffenen Marmorplatten iſt.“ Bei rauhen Mauern von Bruchſteinen den Moͤrtel, den Steinen angemeſſen zu waͤh⸗ len und viele ſcharfe Koͤrner dazu zu nehmen, damit die abſolute Feſtigkeit durch⸗ aus gleich ſey. Solche außerhalb mit einem guten Ueberzuge(Bewurf) zu verſe⸗ hen; dem Moͤrtel dazu gegen die feuchte Seite, Ciment und Eiſenkoͤrner zu geben. Alle Waſſerwerke mit dergleichen Moͤrtel zu verſehen, hiebei keinesweges Gyps zu gebrauchen. Dieſen nur zum Ueberzuge inwendig im Trocknen anzuwenden, oder hoͤchſtens nur zwiſchen zwei Mauern aus Quadern oder Ziegeln, das rohe Mauer⸗ werk von unfoͤrmlichen Bruchſteinen, damit zu verbinden. Das Eiſen beim Ge⸗ brauch in den Gemaͤuern mit einer Miſchung von Theer und Pech zu uͤberziehen. *) Hiemit ſcheint Herr Ziegler uͤberhaupt die ſchmalen Fugen zu empfehlen. Es ſind aber S. 117. die Urſachen bereits angezeigt worden, warum es bei den Mauern von Ziegelſteinen nicht immer an⸗ gehet, aͤußerſt ſchmale Kalkfugen zu machen. Man findet auch wie vorgedacht an vielen alten Ge⸗ maͤuern, daß die Alten ziemlich ſtarke Kalkſugen gemacht haben, und dennoch iſt das Mauer⸗ werk dauerhaft. Dieſes berechtiget aber keinesweges, von der Regel, die Kalkfugen ſo ſchmal als moͤglich zu machen, ohne Noth, abzugehen. Viertens, ſoll es auf Beobachtung der Jahreszeit ankommen, d. i. man muß nur ſo lange mauern, daß der Moͤrtel trocknen koͤnne; die Mauern in der Erde, als Keller mit ihren Gewoͤlben, nicht ſogleich zu verſchuͤtten, ſondern gut aus⸗ trocknen zu laſſen; die warmen und hellen Tage zur Auffuͤhrung zu gebrauchen, oder bei Nothwendigkeit in ſpaͤter Jahreszeit einen ſchnell trocknenden Moͤrtel zuzu⸗ bereiten; den Fugen⸗Moͤrtel durch Miſchung beſonders dauerhaft zu machen. Außerdem was Herr Ziegler hier anraͤth gehoͤret aber auch zur Dauerhaftig⸗ keit der Mauern, eine gehoͤrige Verbindung oder Lage der Steine untereinander, oder das, was man gewoͤhnlich den Verband nennet. Ff 2 Allgemeine Regeln vom Verbande der Steine. 228 Vierter Abſchnitt. Dieſen Umſtand hat derſelbe in ſeiner Preisſchrift nur mit wenigen berüͤhret, indem er ſeine Abſicht, die Urſachen der Feſtigkeit des alten Mauerwerks darzu⸗ thun, erreichen konnte, ohne ſich umſtaͤndlich in dieſes Detail einzu laſſen, wozu. mich aber die Abſicht der gegenwaͤrtigen Schrift veraaß et. Anm. Zwar koͤnnte ich den Vorwur fieſirgen daß ſchon einem jede en Mauert neiſter die tuͤchtige Con⸗ ſtruktion des Mauerwerks bekannt ſeyn müſſe. Wenn ich dieß auch von vielen, ja ſelbſt von den mehreſten zugebe, ſo giebt es doch gew viß auch einige Mau rer, bei m welchen eine Leitung bei ihren Ar⸗ beiten nicht uͤberfluͤßig ſeyn wird; Durch den folgenden Unterricht von dem Ve de der gen oͤhn⸗ lichſten Mauern, nemlich der mit Ziegelſteinen, wobei ich ſelbſt die Erinnerungen geſchickter Mauermeiſter benutzt habe, hoffe ich angehende Baumeiſter und andere Bauſt fuͤhrende einigerma⸗ ßen dazu in Stand zu ſetzen. §. 133. Die Zuſammenſetzung eines jeden Mauerwerks aus vielen einzelnen Steinen, wird nicht allein durch die Verbindung der Steine mit M oͤrtel, ſondern auch durch eine im Ganzen zweckmaͤßige Verwechſelung der Steine untereinan ider dergeſtens erreicht, daß ehe der Moͤrtel ſeine voͤllige Bindungskraft oder Cohaͤſion bekommen hat, welches bei dem gewoͤhnl! lichen Kalkmoͤrtel erſt mit deſſen voͤlli iger rAnetrocknung und alſo ſehr ſpaͤt, geſchiehet, ſchon wegen der Lage der Steine keine Trennungen und Ausweichungen in dem Mauerwerfe entſtehen koͤnnen. Bei geraden oder parallelepipedaliſchen Mauern, wie die mehreſten ſind, iſt die erſte Regel in Abſicht dieſer Verbindung, daß die Steine in horizon⸗ talen oder wagerechten Lagen unterein ander, Sund jeder Stein wiederum dergeſtalt geleget ſeyn muß, daß die vertikalen, oder aufwaͤrts gehenden Fugen(Stoßfugen) zweier aufeinander liegen⸗ der Steine, niemals aufeinander treffen. Dieſe Abwechſelung der Lagen der Steine, wird bei Ziegeln eines Theils da⸗ durch erreicht, wenn die Steine nach§. 38. in Abſicht ihrer K käͤnge und Breite ge⸗ hoͤrig proportionirer ſind;(die Hoͤhe oder Dicke der Steine komt it ſ genau dabei nicht in Betrachtung, wenn ſie nur bei allen gleich iſt) alsdann wird der Ver⸗ band vermittelſt des Gebrauchs ſolcher Steine mit unter den g gauten Steinen, er⸗ halten, welche nur X, ½ und*† ſo lang ſind, als die Ganzen, welch che man Quar⸗ tierſtuͤcke nennet. Naͤchſtdem muͤſſen die Ziegel, theils nach der Länge⸗ theils au ch nach der Breite der Mauer aea werden. Auch iſt es eine 4 Hauptregel,daß die Stoßfugen in jeder Schicht nach der ganzen Dicke der Mauer gerade durchgehen muͤſſen, ohne daß jedoch dieſe Stoßfugen einer Schicht auf die Fugen der un⸗ — chtige Con⸗ 1 Abſt von den bei ihren e⸗ uͤhn⸗ Leſchicter einigerma⸗ 1 Steinen, ich durch ergeſtalt f gnz mmtet brang, anungen den ſind⸗ orizon⸗ Stei ) oder liegen⸗ els da⸗ eite ge⸗ u dabei er Ver⸗ een, er⸗ Auar⸗ nach der ttnach ohne er ul⸗ Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 229 tern oder der obern zutreffen, dergeſtalt, daß, wenn man eine Mauer abbraͤche, eine gerade durchgehende Verzahnung, Fig. 114 d, oder eine Abtrep⸗ pung Fig. 114 t entſtaͤnde. Der Grund hiervon iſt leicht einzuſehen, denn einmal wird dadurch der Forderung, daß nicht Stoßfugen auf Stoßfugen treffen ſollen, von ſelbſt genuͤget, anderntheils ruhet jeder durch die Dicke der Mauer durchlaufende Theil derſelben, auf einer ebenfals durch die Dicke der Mauer gehenden ebenen Flaͤche, und ſo gehet auch lothrecht genommen, der Abſatz gerade durch, ohne daß halbe oder viertel Steine vorſtehen, welche, wenn ein Theil der Mauer ſinken wollte, leicht zerbre— chen, und alſo eher eine Trennung verurſachen koͤnnten, als ſolches in vorgedachter Art moͤglich iſt. Anm. In Stiegelitz Encyklopaͤdie der Baukunſt S. 618. heißt es:„die Fugen „der Steine muͤſſen allezeit wechſeln und weder vertikal noch horizontal aufeinander treffen; „denn wollte man die Steine gerade uͤbereinander legen, ſo wuͤrde das Ganze gar keine Verbin⸗ „dung erhalten. Durch den Wechſel aber greift ein Stein in den andern, und einer haͤlt den an⸗ „dern. Dieſe Verbindung muß nicht nur nach der Laͤnge der Mauer gemacht ſeyn, ſondern auch „nach ihrer Staͤrke oder Dieke.— Man kann hierdurch zu der Vorſtellung verleitet werden, daß der Verband noch mehr gewoͤn⸗ ne, wenn auch die durch die Dicke der Mauer laufenden Fugen nicht ganz durchgingen, ſondern wie Fig. 100. unterbrochen wuͤrden; welches aber gerade nicht ſeyn muß, weil eben dadurch Fuge auf Fuge unvermeidlich wird, wie ferner umſtaͤndlicher wird gezeiget werden. Auch Herr Meinert im Iſten Theile ſeiner landwirehſchaftlichen Bauwiſſen⸗ ſchaft, ſcheint eben der Meinung zu ſeyn, daß die Fugen nicht durch die ganze Dicke der Mauer gehen muͤßten, wenn er im 3ten Cap. S. 416. ſaget:. „wird eine Mauer 12 Stein dick, ſo iſt die unterſte oder erſte Schicht B mit Streckern anzu⸗ „fangen,(ſ. Fig. 100.) jedoch ſo, daß der zweite Stein ein Quartierſtein, ſonſt aber die Schicht „durchaus eine Streckſchicht ſey. Die Strecker gehen ohngefaͤhr nur 1 Fuß, oder nur eine Stein⸗ „laͤnge in die Dicke der Mauer. Der Quartierſtein dienet auch hier, um Fuge auf Fuge unmoͤg⸗ „lich zu machen. Hinter die Strecker ff kommen zur vollen Mauerdicke Laͤufer gg zu liegen. Die „zweite Schicht A iſt eine Lauſſchicht, und beſtehet aus Laͤufern es ꝛc. au der aͤußern, und aus „Streckern a a ꝛc. an der innern Seite, ſo daß ſich beide ebenfals zu 1½ Steinlaͤngen ergaͤnzen Und „ſo wechſeln auch hier Streck⸗ und Lauſſchichten miteinander ab. Der Herr Verfaſſer dieſes in vieler Ruͤckſicht ſehr ſchaͤtzbaren Buches, worin er ſich auch uͤber den Mauerverband ſehr umſtaͤndlich ausgelaſſen, irret jedoch darin, wenn er einen beſſern Verband dadurch zu erhalten glaubt, daß die Laͤufer e mit ihren Fugen gerade auf die Mitte eines Streckers a treffen, und alſo nicht in gerader Linie durch die ganze Mauerdicke reichen muͤßten; es hat freilich, wenn man nur eine Schicht betrachtet, den Schein einer großen Verwicklung der Steine durcheinander; Aber, legt man die zweite Schicht darauf, ſo iſt Fuge auf Fuge dadurch unvermeidlich. Man denke ſich nemlich die Schicht B auf die Schicht A, ſo werden die Strecker f von h bisin und die Laͤufer g, von i bis k reichen. Da nun die Fugen zwiſchen den Streckern f gerade auf die Fugen der Strecker a zu liegen kommen, ſo ſiehet man hieraus deutlich, daß von m bis i in allen Schichten und in allen Fugen, eine Fuge auf die andere zutrift; mithin wuͤrde ein ſolcher Verband nicht regelmaͤßig ſeyn. 8 Ff 3 Vierter Abſchnitt. Nach dein Aeußeren hat zwar eine ſolche Mauer den Schein des beſten Verbands, indem alle⸗ mal ein Laufer e mit ſeinen Fugen gerade auf die Mitte zweier darunter und daruͤber liegender Strecker f trift. Ein geuͤbter Maurer wuͤrde aber das fehlerhafte dieſes Verbands, auch ſelbſt von außen bemerken. Man kann uͤberhaupt annehmen, daß der am einfachſten, jedoch nach gewiſſen Regeln zuſammengeſetzte Verband der beſte, und der zu ſehr gekuͤnſtelte und verwickelte der ſchlech⸗ teſte iſt.. Eine nach der Laͤnge der Mauer gelegte Schicht Steine wird eine Lauf⸗ ſchicht, und die nach der Breite oder Dicke derſelben gelegten Steine, eine Streckſchicht, in dem erſten Fall aber, die einzelnen Steine Laͤufer, und in dem zweiten, Binder oder Strecker genannt. Eine nach der Laͤnge auf die ſchmale Seite geſtellte Reihe oder Schicht Steine, heißt eine Rollſchicht, und dergleichen Rollſchicht macht gemeiniglich die oberſte oder letzte Schicht eines Stuͤcks Mauer aus, wenn die darauf folgende etwas eingezogen wird; Z. B. die Plinte wird mit einer Rollſchicht abgeglichen, weil ſie um etwas vor der Etagenmauer vorſtehet, oder, welches einerlei iſt, weil die Etagenmauer etwas zuruͤck tritt. Auch die Fenſter-Bruͤſtungen pflegt man mit einer Rollſchicht abzugleichen, auch da die Mauern damit zu endigen, wo Mauerlatten mit den Balkenlagen darauf geſtreckt werden, weshalb auch bei hoͤlzer⸗ nen Gebaͤuden die Abgleichung des Fundaments, worauf die Schwelle zu liegen koͤmmt, mit einer Rollſchicht bewerkſtelliget werden muß. Die Urſachen davon ſind leicht einzuſehen, weil nemlich, die auf ſolche vortretende Theile der Mauer fallen⸗ de Naͤſſe, auf die auf der Kante ſtehenden Steine nicht ſo ſtark wuͤrken kann, als wenn ſolche flach laͤgen. Eben ſo koͤnnen die Steine in erſtgedachter Stellung, nicht ſo leicht von der Laſt einer Balkenlage oder dergleichen, gedruͤckt werden, als wenn ſie flach laͤgen, weil in der Rollſchicht die Laſt auf noch einmal ſo viele und noch dazu zum beſſern Tragen auf die Kante geſtellte Steine vertheilt iſt, als bei ei⸗ ner Schicht von flachliegenden Steinen. Wenn in einer Mauer, eine Reihe oder Schicht Steine nach der Laͤnge der Mauer, und die darauf ſolgende nach der Breite der Mauer gelegt werden, und die folgenden Schichten immer ſo eine um die andere auf dieſe Art abwechſeln, ſo entſtehet ein Verband, welchen man den Blockverband nennet. Koͤmmt zu dieſen zweien Verwechſelungen, welche die Deckung der untern Fu⸗ 1 gen durch die obern Schichten hervorbringt, noch eine dritte Verwechſelung hinzu, ſo daß nemlich die dritte Schicht mit ihren Fugen noch nicht lothrecht uͤber die Fu⸗ gen der erſten Schicht ſtehet, ſondern nur die Fugen der erſten, fuͤnften und neun⸗ ten, desgleichen die der zweiten, vierten, ſechſten, achten, ſo wie endlich die Fu⸗ Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 231 3 i. la ne gen der dritten, ſiebenten, eilften Schicht u. ſ. f. lothrecht uͤbereinander ſtehen, ſo uch ſſßen nennt man dieſe Art des Verbands den Kreutzverband. ee Auch giebt es eine Art des gewoͤhnlichen Verbands, welchen man den Schornſteinverband, auch wohl den Pohln iſchen Verband nennet; die⸗ ine luß ſer beſtehet darin, daß ein Laͤufer einen Strecker neben ſich hat. Dieſen Verband . trift man groͤßtentheils in alten Gemaͤuern an, und es wird davon in der Folge ine, zi weiter Erwaͤhnung geſchehen. t, un ſ Bei ſolchen Verbaͤnden wuͤrde es aber mit lauter ganzen Steinen nicht zu ver⸗ huͤten ſeyn, daß nicht vertikale Fugen aufeinander traͤfen. denn da zwei Mauer⸗ t Stäine ſteine in der Breite mit Inbegriff der Fugen, die Laͤnge eines Ziegels ausmachen, ſäjlich die ſo wuͤrden doch immer zwei Seiten der Steine in zwei uͤbereinander liegenden Fu⸗ f folaunde gen zuſammentreffen; Es muͤſſen daher zwiſchen den ganzen Steinen auch kleinere geglche Sruͤcke als die ganzen Steine, entweder gleich geformt, oder wie es gewoͤhnlich iß wel geſchiehet mit dem Mauerhammer zugehauen, und zwiſchen den ganzen Steinen dgt man mit eingemauert werden. 1. 1 aon, ne Fig. 94. zeigt dergleichen Steine, und zwar iſt Aein ganzer Stein, B beizäßer ein Dreiquartier⸗d. i. ein ſolcher der nur † von der Laͤnge des Ganzen hat) ezu liegen oder Dreiviertelſtein, L. ein halber Stein oder ein Kopfſtuͤck, welcher davon ſind halb ſo lang als ein Ganzer iſt und auf allen Seiten die Breite eines ganzen Stei⸗ fer falen⸗ nes hat, D, E und Fſind Quartierſtuͤcke, oder ſolche die 4, 8½ und X½ von der Laͤnge und Breite der ganzen Steine haben. kann, ab.§. 134 Bun Der Blockverband, welcher nur in zwei Schichten abwechſelt, iſt in den Vom Block⸗ Ten, qa mehreſten Preußiſchen Provinzen der gewoͤhnlichſte, und deſſen Konſtruktion wird verband. nile und hier bei verſchiedenen Mauerſtaͤrken, ſowohl wenn ſie gerade fortgehen, als auch is dͦ d an den Ecken und an dem Ende einer Mauer, ingleichen an einer Fenſter⸗ oder Thuͤr⸗ oͤfnung, zuerſt gezeiget werden. linxe der Fig. 95. ſtellet eine Mauer von einem Stein ſtark vor, K iſt die erſte und en, und zwar eine Streckſchicht, und B die zweite oder die darauf liegende Laufſchicht; hſeln, ſ hiernaͤchſt iſt die dritte Schicht wieder wie A und die vierte, wie B beſchaffen. Gewoͤhnlich wird, wie in dieſer Figur vorgeſtellet iſt, um einen richtigen 2 Verband in einer Ecke zu erhalten, nemlich ſo, daß nicht Fuge auf Fuge komme, ntern Ju ein Quartierſtuͤck f neben den Eckſtein in jeder Schicht gelegt, damit die Fuge g ing hinzu gerade auf die Mitte des Steins h, und die Fuge i auf die Mitte des Steins k er die Jo treffe. Man kann aber auch ohne die Quartierſtuͤcke f einen guten und richtigen, und nen und zwar einen zur Tragung einer aſt weit geſchickteren Verband dadurch erhalten, c d'ch 232 Vierter Abſchnitt. wenn man wie Fig. 96. B und C, auf der Ecke zwei Dieicnaete in einer Schicht als Laͤufer, und in der andern als Strecker ſett. s trift dabei die Fuge c wieder auf die Mitte des Steins a, und die Fuge b auf 5 Mitte des Steins d, wobei die Steine nicht in ſo kleine Stuͤcke verhauen werden duͤrfen. Haͤtte man aber, wie der Fall wohl oft entſtehet, viel Stuͤcke von Steinen, und man ſoll davon eine Mauer von einem Stein ſtark auffuͤhren, ſo iſt es gut, immer eine Schicht um die andere wieder ganze Steine zu nehmen, uide zwar die Stuͤcke als Laͤufer wie Fig. 96. B, und die ganzen Steine als St recker, wie Fig. A, zu ſetzen, dabei muͤſſen aber die Ecken wie vorher erwaͤhnt, in jeder Schicht entweder mit ganzen Steinen und Quartierſtuͤcken, oder mit Dreiquartieren ver⸗ bunden werden. Sollte man wegen der vielen Stuͤcke ſogar genächiget ſeyn, zwei Schichten mit Mauerſtuͤcken auf einander zu bringen, ſo ſetze man die eine Schicht C als Strecker, die andere B als aufer und zwar im moͤglichſten Verbande, die dritte Schicht A aber wieder mit ganzen Steinen, und zwar ebenfalls als Strecker, damit die vielen Fugen, welche nach der Laͤnge der Mauer gehen, wieder zuſammen gehalten werden. Ueberhaupt muß man ſowohl bei Vermauerung ganzer Steine, als auch wenn man genoͤthiget iſt, ſich vieler Stuͤcke zu bedienen, nur immer die vorhin ange⸗ fuͤhrte Hauptregel beobachten, und ſolche bei allen Mauerſtaͤrken anwendbar machen, nemlich: daß alle Stoßfugen durch die ganze Dicke der Mauer durchgehen muͤſſen. Wenn eine Mauer eine Ecke bildet, z. B. Fig. 95. ſo muͤſſen in einerSchicht auf der einen Fronte ce Strecker, und auf der andern cd Laͤufer, und in der andern Schicht auf die Fronte 1n, Strecker geſetzt werden. Merket man ſich dieſe Regeln genau, ſo iſt es leicht jede Mauer, jede Woͤl⸗ bung, und alles was den Mauerverband betrift, gehoͤrig und kunſtmaͤßig zu con⸗ ſtruiren. Man wird zwar finden, daß in Fig. 96. A, in beiden Fronten Strecker lie⸗ gen; dies macht ſich aber der vielen und kleinen Stuͤcke wegen, welche in den uͤbrigen zwei Schichten B und Cliegen, nothwendig, und ohne dieſe Verbindung wuͤrde eine Fuge der Laͤnge nach in allen Schichten durch die ganze Mauer entſtehen, und ſolchergeſtalt dieſe Mauer in zwei Theile getheilet werden koͤnnen. Der Verband Fig. 97. von 1 ½ Stein ſtark, iſt nach vorgedachten Hauptre⸗ geln vorgeſtellt, und zwar ſind in der Schicht A in der Fronte ab Laͤufer, und in der Fronte ac Strecker; die Schicht B hat dagegen in der Fronte ab Strecker, und er Ehiät gſe cwiede d, wobai Steinen, ſt es gut, d zwar die ker, wie rSchicht jeren ver⸗ Schichten icht Cabs die dritte Itracker, orwen nuch vemn tin ange rmachen, Nauer Schicht Kaufer) werden. ſede Vo ig au coy⸗ recker ſie⸗ he in den ungvüdde then, und Haupttr fer, un Shrle und Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 233 und in der Fronte ac Laͤufer, dabei gehen die Fugen jederzeit in gerader Linie durch die Dicke der Mauer. Ob nun zwar dies der beſte und richtigſte Verband in einer Mauer von 1½ Stein ſtark iſt, ſo iſt doch anzumerken, daß in dieſem Beiſpiel, in der Schicht A, in der Fronte ac ſo wie in der Schicht B in der Fronte ab, lauter Dreiquartier⸗ ſtuͤcke angenommen werden. Da aber dergleichen Dreiquartierſtuͤcke ſelten in den Ziegeleien eigentlich geformt werden, ganze Steine aber dazu zuzuhauen, vielen Bruch verurſachen wuͤrde, ſo iſt, wenn lauter ganze Steine auf die Bauſtelle geliefert, und davon nur die unumgaͤnglich noͤthigen Quartierſtuͤcke zugehauen werden ſollen, in dieſem Fall folgender Verband der vorzuͤglichſte und beſte. Es liegen nemlich nach Fig. 93. in jeder Schicht und in jeder Fronte Laͤufer und Strecker hinter einander, nur muß man darauf ſehen, daß, wenn z. B. in der Schicht A in der Fronte d fauſſerhalb Laͤufer liegen, in der Fronte de auſſerhalb Strecker geleget werden, ſo wie, wenn in der Fronte gi innerhalb Strecker befind⸗ lich, in der Fronte ghinnerhalb Laͤufer liegen muͤſſen. Hierdurch erhaͤlt man einen guten Verband, wobei nur auf der Ecke in jeder Schicht 3 Dreiquartiere aaa, und auf dem Ende in einer Schicht 3, und in der andern 4 Dreiquartiere bbb, erforderlich ſind, uͤbrigens aber lauter ganze Steine gebraucht werden koͤnnen. Der Verband zu einer Mauer von 1 ½ Stein ſtark, wird aber auch gewoͤhn⸗ lich nach Fig. 99. gemacht. Hierzu iſt auf den Ecken in jeder Schicht nur ein Dreiquartier a, und ein ordinaͤres Quartierſtuͤck erforderlich. An dem Ende der Mauer muß aber der Verband, wenn man keine Fehler begehen will, jederzeit wie Fig. 98. gemacht werden. 3 Dieſer Verband iſt zwar auch richtig, jedoch auf den Ecken nicht ſo gut, um Laſten zu tragen, wie der in Fig. 98., wo anſtatt dieſer Quartierſtuͤcke, Drei⸗ quartiere angebracht ſind. Oft wird aber auch bei einer 1 ½ Stein ſtarken Mauer der Verband wie Fig. 100., angefertiget; man wird aber aus dem vorangefuͤhrten leicht einſehen, daß derſelbe fehlerhaft iſt. Fig. 101. zeiget einen guten und ſoliden Verband einer Mauer von zwei Stei⸗ nen ſtark. In beiden Schichten A und B gehen die Fugen durch die ganze Dicke der Mauer, und weil in der einen Fronte Strecker liegen, ſo ſind in der andern Laͤufer. Die Bemerkung dieſes Umſtandes dienet hauptſaͤchlich zur leichteren Erler⸗ nung des Verbandes, denn wollte man z. B. in einer Schicht in beiden Fronten 1 6 234 Vierter Abſchnitt. Strecker, und in der andern Schicht lauter aͤufer legen, ſo wuͤrde man in will⸗ kuͤhrliche Kuͤnſteleien gerathen, und dadurch eher Fehler begehen, als die Sache gut machen. Dieſer Verband hat in jeder Schicht an den Ecken 4 Dreiquartiere aaaa, wodurch, ohne viele andere kleine Stuͤcke zu gebrauchen, am beſten verhindert wird, daß nicht Fuge auf Fuge zu liegen kommt. An den Enden ſind in der Lauf⸗ ſchicht B 3 Dreiquartiere bbb und 2 Quartierſtuͤcke cc, in der Streckſchicht Aaber, lauft der Verband ſo wie er in der Mauer ſelbſt iſt, auch an dem Ende aus. Der gewoͤhnliche Verband in zwei Stein ſtarken Mauern, Fig. 102. iſt an den Ecken und Enden wieder ſtatt der vorigen Dreiquartiere, mit ganzen Steinen und Quartierſtuͤcken.. Auch kann das Ende einer Mauer wie Fig. 104 Au. Beonſtruirt werden; Woll⸗ te man daſſelbe aber wie Fig. 103 A u. Bmauern, ſo wuͤrde man wiederum in einen Fehler verfallen: denn die Fuge pa in der Schicht A muͤßte gerade auf die Fuge von n bis o in der Schicht B treffen, obgleich nach der Regel die Fugen durch die Dicke der Mauer gehen. Der beſte Verband in einer Mauer von 2 ½ Stein ſtark, iſt in Fig. 1035. vor⸗ geſtellet, und zwar wie er ſowohl an einer Ecke, an einem Fenſter, und an dem En⸗ de einer ſolchen Mauer eingerichtet werden muß. Die vielen Dreiquartiere aber, welche darin des regelmaͤßigen und beſten Verbandes wegen, nothwendig ſind, verurſachen, daß dieſer Verband nur ſelten oder gar nicht gemacht wird. Fig. 106. ſtellet alſo den gewoͤhnlichen Verband vor. In beiden Schichten A und B iſt in der Ecke nur ein Dreiquartier a; ütrigen aber lauter ganze Stei⸗ ne, und Quartierſtuͤcke erforderlich. An den Enden ſind in der Schicht A 5 Dreſanartzer⸗ und in der Schicht B 4 dergleichen angebracht, um uͤberall einen richtigen Verband zu erhalten. Um den Unterſchied bemerkbar zu machen, ſo iſt in Fig. 107. ein ganz unrich⸗ tiger Verband vorgeſtellet. Es ſind darinn nemlich diejenigen Fugen mit einem † bemerkt, welche den Regeln zuwider, auf Fugen in der Schicht A ſtehen. Zu einer Mauer von 3 Steinen ſtark, ſind Fig. 108. und 109. zwei gute Ver⸗ baͤnde, wovon jedoch der Fig. 103. vorzuziehen iſt, weil derſelbe mit Dreiquartie⸗ ren, alſo mit weniger kleinen Stuͤcken gemauert iſt. Fig. 110. zeigt den Verband zu einem Pfeiler von 3 Steinen ſtark, wobei Dreiquartiere und Quartierſtuͤcken in der einen Schicht und lauter ganze Steine in der andern Schicht angebracht ſind. Dieſer Verband iſt beſſer, als der in Fig. 111, weil er nicht in beiden Schichten Quartierſtuͤcke hat. an invul die Sahh ere aaaa, verhindert nder Lauf ihht Aaber us. iſtanden inen und en; Vol⸗ nin einen die Juge uni 105. Me dem En⸗ giere aber, dig ſind, . Schichten nje Etei⸗ hicht B unrich⸗ teinen! ute Vet iguarlia k, wobei reine in in Fig⸗ Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 23 §. 135. Die zweite und vorzuͤglichſte Art des Verbandes, iſt der Kreutzverband. Dieſer Verband, welcher zwar eben ſo wie der Blockverband nur aus gewoͤhn⸗ lichen Lauf-und Streckſchichten beſtehet, iſt darin unterſchieden, daß die Lauf⸗ ſchichten auch noch miteinander abwechſeln. Es liegt nemlich Fig. 112. erſt eine Laufſchicht a, dann eine Streckſchicht b, hierauf eine Laufſchicht c, welche aber mit ihren Stoß⸗oder lothrechten Fugen ge⸗ rade auf die Mitte der Laͤufer in der erſten Schicht a treffen; dann folgt wieder eine Vom Kreutz⸗ verbande. Streckſchicht b, welche gerade ſo wie die erſte Streckſchicht b liegt. Hierauf kommt eine Laufſchicht a, welche mit ihren Stoßfugen gerade uͤber die in der erſten Schicht a trift. Hieraus entſtehet eine dreimalige Verwechſelung der Stoßfugen, da nemlich die Fugen der erſten, fuͤnften, neunten ꝛc., die der zweiten, vierten, ſechſten ꝛc., und die der dritten, ſiebenten, eilften-c. nur lothrecht uͤbereinander ſtehen, und daher gegen den vorerwaͤhnten Blockverband in Anſehung der Lagen einigermaßen verſchieden ſind. Es folgt mithin auf die erſte Schicht a die zweite b, auf die zweite die drit⸗ te c, auf die dritte eine ſo wie die zweite b, auf dieſe eine wie die erſte a, auf die⸗ ſe wieder eine wie die zweite b, und dann eine wie die dritte c, u. ſ. f. An der aͤußern Flaͤche einer Mauer iſt der Kreutzverband daran kenntlich, wenn er, wie in Fig. 112. mit Tuſche angeleget worden, lauter Kreutze bildet, in jedem Kreutze aber oben eine Fuge x und unten eine Fuge x, oder eigentlich, wenn die fuͤnfte Laͤuferfuge lothrecht uͤber der erſten ſtehet. Haͤtte man eine Mauer im Blockverbande zu mauern angefangen, und man wollte nun den Kreutzverband darin anbringen, ſo darf man nur die im Blockver⸗ bande bereits angefangene Mauer wie Fig. 113. abtreppen, das heißt, nach der Laͤnge ſtuffenfoͤrmig ablaufen laſſen, ſodann aßer wie gewoͤhnlich in einer Schicht um die andere mit Laͤufern und Streckern fortfahren, ſo erhaͤlt man den richtigen Kreutzverband. Es erfordert aber eine beſondere Anlage, um in dem Blockverbande eine ſol— che Abtreppung zu erhalten, wie die in Fig. 113. mit Duſche angelegte, die zu An⸗ ſetzung des Kreutzverbandes erforderlich iſt, denn, der Blockverband giebt keine ordentliche Abtreppung, ſondern es ſtehen Fig. 114. die Laͤufer b allemal um drei⸗ viertel einer Steinlaͤnge mehr vor, als die Strecker a. Eine ordentliche Abtrep⸗ pung ſoll aber in gleich weit vorſtehenden Stuffen ablaufen, daher muͤſſen alle vier Schicht neben den Aaͤufern Kopfſtuͤcke c angeſetzt werden, wogegen Gg 2 236 Vierter Abſchnitt. die uͤbrigen Laufſchichten v und ſaͤmtliche Streckſchichten in ihrer Ordnung bleiben. Dieſer Kreutzverband iſt in jeder Mauerſtaͤrke anzubringen, und daer eine re⸗ gelmaͤßige groͤßere Verwickelung der Steine untereinander bewuͤrkt, ſo iſt er dem Blockverbande ſehr vorzuzieh en. Die Hollaͤndiſchen Haͤuſer in Potsdam und das Commendanten„Haus daſelbſt, welche Gebaͤude in den Fronten und Scheidemauern nur einen Stein ſtark ſind, und 2 Ctageu von 14 bis 15 Fuß Ho⸗ he haben, ſind ſaͤmtlich im Kreutzverbande gemauert. Bei einer Mauer im Kreutzverbande von einem Stein ſtark, Fig. 113. iſt A die erſte, B die zweite und C die dritte Schicht. Hierauf folgt dann wieder die Schicht B, dann die Schicht A, dann B, dann C, dann wieder B, u. ſ. f. Man wird hieraus ſehen, daß die Streckſchicht B immer bei einer Schicht um die andere, vorkoͤmmt; die Laufſchicht A aber gegen die Laufſchicht C durch den Strecker e dergeſtalt wechſelt, daß die Fuge f gerade unter die Mitte der Laͤufer g) ge I g gg zu liegen koͤmmt. In einer Mauer von 1 ½ Stein ſtark Fig. 116. wo in jeder Schicht auf einer Seite Laͤufer und auf der andern Strecker liegen, muß man, um den Kreutzver⸗ band, oder das vorerwaͤhnte von außen ſichtbare Kreutz zu erhalten, viererlei ver⸗ ſchiedene Schichten anlegen; denn die drei Schichten A, B und C geben zwar auf einer Seite das verlangte Kreutz, durch die in einer Schicht um die andere ab⸗ wechſelnden Laͤufer und Strecker; Allein, wenn nun die Schicht B auf die Schicht G gelegt werden ſollte, ſo wuͤrden die Laͤuferfugen der zweiten und vierten Schicht auf der andern Seite lothrecht uͤbereinander ſtehen, und folglich den Blockverband machen. Es muͤſſen alſo die Schichten A B C auf der einen Seite, und die Schichten DCB anf der andern Seite den Kreutzverband hervorbringen. Um die⸗ ſes zu erreichen, ſind die Kopfſtuͤcke vy in der erſten und vierten Schicht noͤthig, damit die Laͤufer cmit den Laͤufern d auf der einen Seite, und die Laͤufer a mit den Laͤufern b auf der andern Seite in den Fugen wechſeln. Der Verband an dem Ende der Mauer iſt mit Dreiquartieren. Dieſe in ge⸗ wiſſer Art vierfache Verwechſelung der Schichten findet bei jeder Mauer ſtatt, wel⸗ che entweder 1 ½, 2 ½, 3 ½ u. ſ. f. ſtark iſt, weil bei ſolchen ungeraden Mauerſtaͤr⸗ ken in jeder Schicht Laͤufer und Strecker hintereinander liegen. Fig. 117. zeiget den Kreutzverband in einer Mauer von 2 Steinen ſtark. Da⸗ mit die in den Schichten A und C auf beiden Seiten liegenden Laͤufer abwechſeln, ſo ſind in der einen Schicht A die beiden Kopfſtuͤcke w w nothwendig. d Von den Mauern und Wanden der Gebaͤude. 2327 Dänmn Aus dieſen dreien den Kreutzverband vorſtellenden Figuren, laſſen ſich nun reiten ferner alle Mauerſtaͤrken anordnen, wenn man nur den rechten Gebraͤuch der Drei⸗ ſierden quartiere und Quartierſtuͤcken an den Enden und Ecken der Mauern, ferner die Deckung der untern Fugen, und vorzuͤglich die§. 133. gegebene Regel, daß alle Stoßfugen durch die Dicke der Mauer gehen muͤſſen, gehoͤrig beobachtet. Hehaͤude in An m. Der hier gedachte Kreutzverband iſt nicht mit jenem Fig. 122. zu verwechſeln, wo einige Schich⸗ 1) Fuß Ha⸗ ten Steine nach einem Winkel von 45 Graden in entgegengeſetzten Richtungen uͤbereinander gelegt ſind, dergeſtalt, daß ſowohl gerade als ſchraͤge Schichten AB Cꝛc. achtmal uͤbereinander abwech⸗ ſeln, die ſich alſo uͤberkreutzen. Dergleichen Verband iſt hauptſaͤchlich bei ſtarken Waſſermauern erforderlich, und wird daher FiſA auch bei den Ziegelmauern der neuen Schleuſen des Brombergſchen Cauals in Ausuͤbung gebracht. eder de Auch iſt dieſer Verband bei Veſtungsmauern lgebräuchlich, weil derſelbe der Erſchuͤtterung f. und Trennung kraͤftig widerſtehet, und das Gegenminiren verhindert. M. ſ. Abhandl. uͤber die Mauerarbeit bei Feſtungswerken; und geſammelte Nachrichten von dem hicht um Verfahren der Hollaͤnder wenn ſie waſſerdichtes Mauerwerk machen. 4 den§. 136. ſduſer Wenn eine alte oder bereits ſtehende Mauer mit einer neu aufzufuͤhrenden ver⸗ Vom Verzah⸗ 3 bunden werden ſoll, ſo pflegen die Maurer gewoͤhnlich eine Verzahnung Fig. 112 p nen uud Ab⸗ ui Aͤe und 114 zu machen. Fig. 114. iſt nemlich eine Verzahnung im Blockverbande tienpen⸗ reutzer und Fig. 112. eine dergleichen im Kreutzverbande. elei ver Daß dieſes ein ſehr unrichtiges Verfahren iſt, laͤßt ſich leicht einſehen, wenn jwar auf man bedenkt, daß jede neuaufgefuͤhrte Mauer ſich ſetzet, und daß, wenn dieſe mit ei⸗ dere ab⸗ ner ſich bereits geſetzten Mauer durch eine Verzahnung verbunden worden, allerdings Schicht ein Riß von oben bis unten an demjenigen Orte entſtehen muß, wo ſie zuſammen⸗ Schicht geſetzt ſind; diejenigen Steine, welche in der Art miteinander verbunden wor⸗ verband den ſind, zerbrechen auch wohl gar. und die Dergleichen Verzahnungen pflegen die Maurer auch wohl bei Auffuͤhrung Uo des neuer Gebaͤude anzubringen, wenn ſie z. B. der Bequemlichkeit wegen erſt eine noͤthig, oder die andere Fronte eine ganze Etage hoch aufmauern, und hernach die Schei⸗ nit den dewaͤnde nachholen. Dieſes ſind aber Mißbraͤuche, welche nicht geduldet werden ſollten, denn es kann dadurch verurſacht werden, daß ein im uͤbrigen mit aller Vor⸗ ſicht entworfenes Gebaͤude durch eine ſolche fehlerhafte Auffuͤhrung, Riſſe und ſe in gi⸗ att, wel Borſten bekoͤmmt. auerſtir Man kann freilich nicht verlangen, daß jede Schicht in ſaͤmmtliche Mauern zu⸗ gleichherum aufgemauert werde, denn dies wuͤrde ein immerwaͤhrendes Transporti⸗ . D ren der Ruͤſtungen und Geraͤthſchaften verurſachen und ſo viel Maurer kann man ecjſi auch nicht anſtellen, daß alle Mauern zugleich in die Hoͤhe gebracht werden. Es iſt demnach doch beſſer, daß man die an einem Orte hoͤher aufgefuͤhrte Mauer gegen 6g 3 14 239 Vierter Abſchnitt. die, welche nachgeholet werden ſoll, abtreppe Fig. 113 1; allein billig ſollte doch kein Stuͤck Mauer gegen das andere hoͤher als 2 bis 3 Juß aufgemauert werden. muß, ſo iſt es in aller Ruͤckſicht beſſer, das neue Gebaͤude gerade fuͤr ſich in die Hoͤhe und nur ſcharf an das alte heran zu mauern; alsdenn kann das neu aufge⸗ nehme in die Augen fallende Riſſe entſtehen. §. 137. Den Schornſteinverband nennet man allgemein denjenigen, wobei ein Laͤufer um eine Ecke herum einen Strecker neben ſich hat; z. B. wenn in Fig. 103. Aan der Ecke zwei Laͤufer liegen, ſo iſt der eine als Strecker gegen den andern zu betrachten. Eigentlich aber ruͤhret dieſe Benennung daher, weil gewoͤhnlich die Schornſteine oder Roͤhren in ſolchem Verbande, Fig. 120, aufgefuͤhret werden. Bei den Mauern iſt der Schornſteinverband nicht zu billigen, denn z. B. Fig. 103. iſt das Ende der Mauer in der Schicht A mit Schornſteinverband, wovon die großen Fehker, ſo darinnen vorfallen, ſchon§. 134. angezeiget worden. Der groͤßte Fehler aber, welcher noch vielfaͤktig mit dem Schornſteinverbande gemacht wird, iſt, wenn ein 1 ½ Stein ſtarker Bogen damit gervölbet wird. Fig. 118. ſind z. B. die beiden Schichten, woraus ein ſolcher Bogen gewoͤlbet wird, man wird dabei ſogleich bemerken, daß die innere Oefnung allemal und in jeder Schicht mit einem Kopfſtuͤcke ausgefuͤllet werden muß, wodurch denn die um den⸗ ſelben befindliche Fugen durch den ganzen Bogen jederzeit auf einander treffen. Durch die 34ſte Figur iſt bereits ein beſſerer Verband in Boͤgen gezeiget worden. Ueberhaupt muß man den Schornſteinverband ſo viel als moͤglich in den Mau⸗ ern vermeiden, und ihn nur bei Aufmauerung der Schornſteinroͤhren gebrauchen, wo derſelbe ſeine eigentliche zweckmaͤßige Anwendung findet. §. 138. Vom polni⸗ Viele, und beinahe die mehrſten alten Gemaͤuer gleichen in ihrer Konſtruk⸗ ſee Verban⸗ tion dem Schornſteinverbande, jedoch giebt es in dieſen Gemaͤuern auch eine ganz 6 eigene Art von Verbande, welchen man jetziger Zeit den polniſchen Verband nennet, der aber eigentlich der gothiſche Verband genannt werden ſollte. Fig. 121. ſind zwei Schichten deſſelben vorgeſtalit⸗ der ganze Verband liegt nemlich nur in der Einfaſſung, denn innerhalb der Mauer iſt alles mit Stuͤcken von Zie⸗ gelſteinen, Feldſteinen, Schlacken, groben Kies„Sand u. d. gl. ganz unfoͤrmlich Bom Schorn⸗ ſteinverbande.„ Wenn aber ein neues Gebaͤude gegen ein bereits ſtehendes aufgefuͤhret werden fuͤhrte Mauerwerk ſich fuͤr ſich ſetzen, ohne daß nachtheilige, wenigſtens unaag Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude 239 ce ausgefuͤllt, und mit einem Kalkguß vergoſſen, welcher alles zu einer Maſſe verbin⸗ erben. den mußte. dt wetdn Dergleichen Bauart kann aber nur mit einer Langſamkeit und Geduld aus⸗ ſich in di gefuͤhret werden, welche den jetzigen Verfaſſungen und Abſichten unſerer Bauten dun aufges nicht angemeſſen ſeyn wuͤrde. 5 unange⸗ Anmerk. Unter andern findet man an dem Gemaͤuer des alten Ritterſchloſſes zu Marienburg in Weſtpreußen, Beiſpiele von dieſer Bauart; man ſiehet auch daran, daß die Strecker, welche tie⸗ fer in der Mauer liegen als die Laͤufer, abgebrochen ſind, und daß Stellen von einigen Qua⸗ dratruthen an den aͤuſſern Mauern ſich abgeloͤſet haben. „ In des Herrn Patte ofterwaͤhnten Abhandlungen uͤber die vorzüuͤglichſten- „wobei Gegenſtaͤnde der Bau kunſt, von S. 259 bis 304. findet man vortrefliche Details von der d in Fig. Konſtruktion der Kolonaden, Frontispice u. d. gl. aus Werkſtuͤcken, welches ich hier nur beilaͤufig 1 anzeige, weil dieſe Gegenſtaͤnde fuͤr die hoͤhere Baukunſt gehoͤren, wovon hier die Rede nicht iſt. den andern Von der im vorgedachten Werke von S. 304 bis 306. gegebenen Beſchreibung von der Kon⸗ gewoͤhnlich ſtruktion der Saͤulen und ihrer Entablements mit Ziegelſteinen(jedoch bei Anwendung vie⸗ len Eiſens) koͤnnte vorkommenden Falls, bei gewoͤhnlicheren Gebaͤuden, vielleicht Gebrauch ade..—. 3 werden gemacht werden, weshalb ich eine Ueberſetzung davon in der in Berlin herauszugebenden, z. B. Fig. Sammlung nützlicher Aufſaͤtze und Nachrichten, die Baukunſt betreffend, zu lieſern, mir vorbehalte. wavon n. 5. 139. nverbande Naͤchſt dem Grund oder Fundament und den Kellermauern, beſtehen die obern Verſchiedene 1d Hauptmauern der Gebaͤude: Benaauange ebob D aus den Aeuſſern oder Umfaſſungsmauern welche den ganzen Raum und Waͤrde, d teder des Gebaͤudes einſchlieſſen, wobey zu unterſcheiden: mh ihrer u de a) die Vordern und Hintern, oder die Frontenmauern; und Sreme un vfm b) die Seiten⸗oder Giebelmauern, und dabei wieder die untern Gie⸗ ki t belmauern vom Fundament bis an die Dachbalken, und die Mauern egäag des eigentlichen Dachgiebels vom Dachboden bis an die Sparren, welche Nau⸗ letztere ganz oder zum Theil wegfallen, wenn das Dach auf den Giebelſei— den M ten ganz wie Fig. 62. Ahk oder zum Theil wie ac abhaͤngig iſt. drauchen/ 2) Die Scheidemauern zur Abtheilung der Zimmer, und zwar: 2) diejenige, welche mit den Fronten ganz oder beinahe parallel gehet, und die Mittelmauer genannt wird.(Zuweilen ſind in einem Gebaͤude Fonſtri⸗ zwei dergleichen Mittelmauern welche einen Gang oder ſogenannten Cor⸗ ridor bilden, und daher Corridormauern genannt werden.) 6 b) Giebt es Scheidemauern, welche mit dem Giebel ganz oder beinahe parallel 1 zig laufen, die man Qu ermauern nennet. tnemlic 3) Die Brand⸗ oder Vorgelegemauernz erſtere ſind neml 15 diejenigen, ldou g gegen welche Feuerungen und Schornſteine liegen, und le etztere dienen zur Ein⸗ uſmij ſchlieſſung der Einheitzwinkel, oder der ſogenannten Vorgelege. Verſchieden⸗ heit der Mau⸗ ern nach den dazu zu ge⸗ brauchenden Materialien. Von den Waͤnden. 240 Vierter Abſchnitt. §. 140. Die Mauern werden in hieſigen Gegenden aufgefuͤhrt, entweder: 1) von gebrannten Steinen, 2) von Feldſteinen, auch Kalkſteinen, 3) von Lehm, und zwar: a) von ſogenannter Wellerarbeit, wobei Lehm, der mit langen Stroh vermiſcht iſt, lagenweiſe auf einander gelegt wird, oder: b) von Luftſteinen, und ſogenannten Lehmpatzen. Anderer Orten werden auch Mauern von allerley Bruchſteinen, Schiefer, Schlacken u. d. gl. erbauet; da ſie aber hier nicht uͤblich ſind, ſo wird die Beſchreibung derſelben uͤbergangen. F. 141. Unter Waͤnden werden hier die aͤuſſern Einſchlieſſungen der Gebaͤude, oder die innere Abtheilung derſelben von Holz, verſtanden, und zwar hat man: 1) ganz von auf einander gelegtem Holze verbundene Waͤnde oder ſogenannte Schrothwaͤnde. Ob ſelbige zwar das Haupterforderniß leiſten, nemlich daß ſie geſunde und warme Zimmer geben, auch daß ſie ziemlich dauerhaft ſind, ſo iſt es doch eine holzverſchwenderiſche Bauart, welche dieſerhalb, und wegen der damit verknuͤpften Feuersgefahr, wenigſtens bei Koͤniglichen Bau⸗ ten gaͤnzlich abgeſtellet ſeyn ſoll. 2) Waͤnde mit Stiehlen undRiegeln verbunden, welche entweder: a) mit Mauerſteinen, oder b) mit uftſteinen ausgemauert, oder ausgefacht ſind, oder —) das Fachwerk zwiſchen den Stiehlen und Riegeln iſt ausgeſtackt und gelehmt. 3) Bretterwaͤnde, bei Schoppen und dergleichen, auch zu einigen innern Abtheilungen; dieſe werden ebenfalls wegen des Aufwandes von Saagebloͤcken nur ſelten geſtattet. Auch hat man hin und wieder eine Bauart der Scheunen, mit gemauerten Pfeilern, und darzwiſchen eingelegten Bohlen, wovon an ſeinem Orte das mehrere vorkommen wird. Zuweilen werden die ſaͤmmtlichen Mauern eines Gebaͤudes von gebrannten Steinen aufgefuͤhret, zuweilen aber nur die Umfaſſungsmauern, die Scheide⸗ mauern aber von getrockneten Luftziegeln, oder man macht die Scheidewaͤnde vor⸗ gedachtermaſſen von Holz. Bei dichte zuſammen ſtoſſenden Gebaͤuden in den Staͤdten, ſind auch wohl nur die Vorder⸗ und Hinterfronten, oder wohl gar nur erſtere allein, von gebrann⸗ ten Steinen, und alles uͤbrige beſteht aus Holz⸗ oder Fachwerkswaͤnden. §. 142. Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 241 5. 142. Die Hoͤhe der vorgedachten Mauern und Waͤnde richtet ſich nach den Umſtaͤn⸗Von der Hoͤhe den und nach dem Gebrauch des Gebaͤudes. Bei den geringſten Wohngebaͤuden vr inde u. darf ſie nicht unter 7 ½ Fuß ſeyn; bei andern iſt die Hoͤhe der Zimmer 10 bis 12 nh Frir Fuß, und zwar wird die Hoͤhe der Stockwerke eines Gebaͤudes immer im Lichten, das iſt, von dem Fußboden bis an die Decke, gemeſſen und verſtanden. Staͤlle und andere Wirthſchaftsgebaͤude erhalten andere, ihrer Beſtimmung angemeſſene Hoͤhen. Die Dicke der Mauern und Wande betreffend, ſo koͤnnen die hoͤl⸗ zernen Fachwerks⸗Waͤnde nicht ſchwaͤcher gemacht werden, als die Breite eines Mauerziegels betraͤgt, um ſelbige damit auszumauern, das iſt, 6 bis 7 Zoll, und verwiſcht ol erbauet; 5 äd ſtaͤrker koͤnnen ſie wiederum nicht ſeyn, als die Laͤnge eines Mauerziegels oder 10 enannte bis 12 Zoll, weil auch dieſes die aͤußerſte Staͤrke des gewoͤhnlichen beſchlagenen 1„ Bauholzes iſt. Dergleichen ſtarke hoͤlzerne Waͤnde werden auch hoͤchſtens nur bei aumlij hohen hoͤlzernen Thuͤrmen angebracht. auethnfe Die Staͤrke oder Dicke der maßiven Mauern haͤngt hingegen von ihrer Hoͤhe, uan von der Anzahl der uͤbereinander ſtehenden Stockwerke, von der Belaſtung, von chen Dors dem freien oder eingeſchloſſenen Stand derſelben, von der innern Eintheilung des Raums, ob derſelbe nemlich viele und große Zimmer, oder mehrere kleinere ent⸗ 3 dder: haͤlt, ſo daß im erſten Falle weniger, und im letztern mehr Scheidewaͤnde vorhan⸗ den ſind, welche dem Ganzen mehr Haltbarkeit und Zuſammenhang geben, ſo wie auch ganz vorzuͤglich von der Guͤte und Feſtigkeit der Materialien deren man ſich ſtackt und bedient, ab. Durch Anwendung vieler eiſernen Anker kann jedoch auch der Zuſammenhang bewuͤrkt und in dieſem Fall die Mauern ſchwaͤcher als ſonſt noͤthig en innern ſeyn duͤrfte, gemacht werden. agebldcken Die Dicke oder Staͤrke der von gebrannten oder ungebrannten Steiuen aufzufuͤhrenden Mauern kann nicht fuͤglich nach Fuͤßen und Zollen beſtimmt werden; denn wollte man z. B. Mauern von 1½ oder von 2 Fuß dick haben, ſo wuͤrde, um dieſes Maaß zu erhalten, bei großen Steinen zuweilen et⸗ i dxxzwiſhen was abgehauen werden muͤſſen, welches thoͤrigt ſeyn wuͤrde. und eben ſo wenig kann man bei der Dicke einer Mauer weniger als die Breite eines Ziegels ab⸗ und zuſetzen, weil ſonſt Steine auf der gebrannten hohen Kante mit denen auf der flachen Seite liegenden Steinen, verbunden werden muͤßten, wel⸗ — Scheide⸗ ches nicht angehet; folglich muß die Dicke der maßiven Mauern nach ganzen und halben Steinlaͤn⸗ . gen beſtimmt und ausgedruckt werden. Z. B. eine Mauer von 1, 1 ¼, 2 Steinlaͤngen u. ſ. w. ꝛwaͤnde vol⸗ kark oder dick. Dies ſtimmt zwar nicht mit der vom Herrn Stiegelitz in ſeiner Eneyklopaͤdie der voll 1 Bankunſt Art. Mauer gegebenen Theorie, nemlich einer Mauer von 6 Ellen Hohe, und 2 dauch woh Fuß 3 Zoll Dicke, auf jeden Fuß ihrer mehrern Hoͤhe, einen halben Zoll ihrer Dicke zuzulegen. onj gebranu Allein, wie waͤre auch dieſes mit Mauerziegeln welche ihre gewiſſe Laͤnge haben moͤglich? oder, wie — ſehr wuͤrde der Verband derſelben leiden? Bei Feld⸗Bruch⸗oder Kalkſtein⸗Mauern findet der⸗ 3 gleichen Beſtimmung noch eher Anwendung, obgleich ſolches auch ſeine Schwuͤrigkeiten hat. 1 142.. Hh Vierter Abſchnitt. Eben ſo wenig iſt anzarathen, die Dicke der Mauern nur allein aus ihrer Hoͤhe zu be⸗ ſtimmen, wie ſowohl Herr Stieglitz am gedachten Ort, als auch Herr Meinert in ſeiner Landwirthſchaftlichen Bauwiſſenſchaft S. 409 angegeben, nach welchem z. B. eine Mauer von 20 Fuß Hoͤhe 2 Fuß dick, und eine Mauer von 80 Fuß Hoͤhe 4 Fuß dick ſeyn müͤßte. Außer der Hoͤhe kommt es hauptſaͤchlich auf dem mehreren oder minderen freien Stand einer Mau⸗ er, deren Belaſtung und andere vorhin angefuͤhrte Umſtaͤnde bei Beſtimmung ihrer Dicke an. Auch iſt zu erwaͤgen, daß uͤberhaupt der Druck der Balken in der Mitte am ſtaͤrkſten iſt, und daß bei Wohngebaͤuden ſich die Vorgelege, Brandmauern und Schornſteine gemeiniglich der Mitte der Gebaͤude naͤhern, und ſelbſt die zufaͤlligen Belaſtungen, als Getraide Aufſchuͤttungen, Waarenlager und dergleichen, brin⸗ get man mehrentheils nach der Mitte des Gebaͤudes zu. Es wird alſo die kraͤftigſte Unterſtuͤtzung der Balkenlagen und der Decken in der Mitte erfordert; ſenken ſich ſolche daſelbſt nur um etwas weniges, ſo entſtehet dadurch fuͤr die aͤußern Mauern der groͤßte Nachtheil; Wenn nemlich der Balken ab in der 123ſten Figur Kin ſeiner Mitte vollkommen unterſtuͤtzt und wagerecht liegt, ſo wird derſelbe auf die Außenwaͤnde einen ſehr geringen und vertikalen Druck nach den Direktionslinien ef und gh ausuͤben; koͤnnte derſelbe aber gegen⸗ theils ſich in der Mitte Fig. 123 B nur im mindeſten ſenken, ſo wuͤrden die En— den deſſelben ſich etwas heben, und nunmehr der Balken, die Mauer nach der ſchiefen Richtungen mh, kr auseinander zu druͤcken ſtreben, Bei genauer Pruͤfung wird man viele Beiſpiele finden, daß der Verfall vie⸗ ler Gebaͤude hauptſaͤchlich davon herruͤhrte, daß fuͤr die Unterſtuͤtzung der Balken in ihrer Mitte nicht hinlänglich geſorgt worden. Es muͤßte daher bei maßiven Gebaͤuden mehr auf die Staͤrke und Tuͤchtigkeit der Mittelmauern, als auf die der Vorder und Hinterwaͤnde geſehen werden; Bei hoͤlzernen Gebaͤuden iſt aber ebenfals auf ſtarke und gut verbundene Mittelwaͤnde oder Unterzuͤge*) zu halten, und dafuͤr zu ſorgen, daß ſie hauptſaͤchlich auf recht ſoliden Fundamenten ruhen. *) Unterzuͤge nennet man, die nach Verhaͤltniß der Breite oder Tiefe der Gebaͤude entweder einfach (blos in der Mitte) oder doppelt unter den Balken nach der Laͤnge des Gebaͤudes angebrachten, und mit Saͤulen oder Stiehlen gehorig unterſtuͤtzten Hoͤlzer, welche die Stelle der Mittelwaͤnde in den Gebaͤuden erſetzen. Bei allen den vorhin gedachten, in Erwaͤgung zu ziehenden Nebenumſtaͤnden wuͤrde es nur ſehr weitlaͤuftig und ſchwer ſeyn, die Staͤrke der Mauern nach theo⸗ retiſchen Grundſaͤtzen bei jedem vorkommenden einzelnen Fall, zu beſtimmen. Man haͤlt ſich daher in dieſem Stuͤcke mehr an Erfahrungs⸗Saͤtze, nach wel⸗ chen alſo, allenfals bei ganz kleinen und leichten Gebaͤuden, als kleinen Staͤllen, auch wohl Wohnungen fuͤr Coloniſten, die hinlaͤnglich mit Scheidewaͤnden verſe⸗ 4 Ae be⸗ nertin ſanet hem in d ſeyn miſt. nd einer Mu⸗ Dilke an. Mitte an nauern und e zufallgen hen, brin⸗ Decken in ſo entſtehet der Balken wagerecht vertikalen ber gegen⸗ en dee En⸗ er nach der Verfal vie der Balken düchtigkei den; Bei ttelaͤnde auf recht weder einfich ürachten, und waͤnde in den umſtaͤnden nach theo⸗ nmen. „nach wel Staͤllen den verſs Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 243 hen ſind, Mauern von einem Stein ſtark, aufgefuͤhret werden koͤnnten, jedoch muͤſſen an den Ecken, und hin und wieder Pfeiler von einem und einem halben Stein Staͤrke angebracht werden. Sonſt nimmt man gewoͤhnlich die Auſſenwaͤnde der maßiven Wohngebaͤude, wenn ſie von einem Stockwerke ſind, und nicht große Saͤle oder große Treppen⸗ plaͤtze nach der Laͤnge des Gebaͤudes enthalten; d. h. wenn die Fronten auf zu gro⸗ ße Weiten frei und ohne Verbindung mit Scheidewaͤnden ſtehen, zu einem und ei⸗ nem halben Stein ſtark an. Sollten aber mehrere Stockwerke uͤbereinander aufge⸗ fuͤhret werden, ſo wird gewoͤhnlich die Mauer eines jeden obern Stockwerks, einen halben Stein nach inwendig zu, ſchwaͤcher gemacht als die darunter befindliche Eta⸗ genmauer. Große Treppenplaͤtze aber, in Gebaͤuden von zwei und mehreren Stockwerken werden in gleicher Laͤnge der Frontmauern der erſten Etage gerade heraufgefuͤhret, auch wohl, beſonders wenn ſie nach der Laͤnge des Gebaͤudes ſehr lang ſind, oder die Treppen ſich ſehr daran lehnen, noch um einen halben Stein ſtaͤrker, als die Fronte der erſten Etage angelegt. Jedoch hat die Erfahrung gelehret, daß die Etagenmauern auch ohne die vor⸗ gedachte Verſtaͤrkung der untern beſtehen koͤnnen; So hat man z. B. Haͤuſer von zwei Stockwerken, wo in beiden, die Mauern einen und einen halben Stein ſtark ſind, oder: bei dreiſtoͤckigten Haͤuſern iſt die Mauer der erſten Etage zwei Stein, und in den folgenden zwei Etagen nur ein und einen halben Stein ſtark. Die Haltbarkeit der Auſſenmauern der Gebaͤude wird auch durch die Veran⸗ kerung deſſelben mit an die Balkenkoͤpfe angebrachten eiſernen Ankern ſehr verwah⸗ ret; Sie beſtehen nach Fig. 124. aus demjenigen Theil welcher von einer Seite des Balkens vermittelſt Krammen c und Naͤgeln d anzeſchlagen wird; dieſes Eiſen hat vorne eine Oehſe durch welche das vertikale Stuͤck ab oder der Splint, mit der Flaͤche der Mauer gleich, durchgeſtochen wird. Je mehr dergleichen Anker in einem Gebaͤude angebracht wetden, deſto beſſer iſt es zwar, jedoch bei gewoͤhnlichen Wohngebaͤuden hinreichend, wenn an beiden Enden eines jeden auf einen Schaft oder Pfeiler zwiſchen dem Fenſter zutreffenden Balkens dergleichen Anker angeſchlagen werden. Die ſogenannten hollaͤndiſchen Haͤuſer in Potsdam ſind nur einen Stein in den Fronten ſtark, dabei zwei Etagen hoch, und viele von dieſen Haͤuſern haben noch dazu ſehr hohe Erkner⸗Giebel. Herr Meinert(m. ſ. deſſen Landwirthſchaftliche Bauwiſſenſchaft S. 410.) häͤlt die hollaͤn⸗ diſche Bauart nur unter den Umſtaͤnden fuͤr moͤglich, wenn dazu ſowohl Ziegel von vorzuͤglicher Guͤte angewendet, als auch mehrere Haͤuſer aneinander gebauet und mit ſtarken Anfangs⸗ und Schlußgiebeln verſehen worden. Was die Ziegel betrift, ſo hat es ſeine Richtigkeit, daß auch die zu gedachten hollaͤndiſchen Haͤuſern in Potsdam von der beſten Art ſind, allein, daß die Erbauer derſelben es auch gewagt haben, ganz freiſtehende Gebaͤude worin große Saͤle, ohne ſtarke Giebel, H b 2 Vierter Abſchnitt. durchaus nur von einen Stein ſtarken Mauern aufzufuͤhren, beweißt ein in der Naͤhe von Potsdam vom Koͤnige Friederich Willhelm I. im Jahr 1714 erbauetes Jagdſchloß, welches ungefaͤhr 60 Fuß lang, und etliche 30 Fuß tief iſt, und eine Etage von 15 Fuß Hoͤhe hat; dabei ſtehet es von allen Seiten ganz frei. Außerdem hat daſſelbe 30 Fuß hohe, 5 bis 6 Fuß an den Seiten her⸗ vorragende Dachgiebel. Unter andern iſt ein Saal darinn, von ungefaͤhr 30 Fuß lang und eben ſo breit, mit einer durch die Decke reichenden Kuppel, daß alſo auch die Balken nicht einmal im ganzen durch liegen. Dieſes Gebaͤude ſtehet zur Zeit noch gut und unbeſchaͤdigt, verſyricht auch noch eine lange Dauer; demungeachtet waͤre aber wohl nicht leicht anzurathen, mit unſern hentigen Mauerma⸗ terialien ꝛc. und bei dem minderen Fleiße in der Arbeit, dieſe wuͤrklich ſparſame Bauart nach⸗ zuahmen. Die Quer- oder nach der Tiefe des Gebaͤudes laufenden Scheidewaͤnde, brauchen nur durch alle Stockwerke einen Stein ſtark zu ſeyn, indem ſie eigentlich nur die Zimmer von einander ſcheiden, und blos ihre eigene Laſt tragen, auſſerdem tragen ſie aber, wie vorhin gedacht, zur Zuſammenhaltung der aͤuſſern Mauern bei. Die Mittelwaͤnde werden gewoͤhnlich auch nur einen Stein ſtark gemacht, indeſſen ſollte man bei tiefen und ſehr belaſtet werdenden Gebaͤuden ſie lieber einen und einen halben bis zwei Stein ſtark machen; man koͤnnte alsdann den Auſſen⸗ mauern, wenigſtens an den meiſten Stellen eine mindere Staͤrke als ſonſt geben, und dennoch uͤberzeugt ſeyn, daß man ſolide bauet. Die von dem oftgedachten Architekten Herrn Patte, in Abſicht der Staͤrke der Mauern S. 93. u. f. ſeiner Bemerkungen uͤber die vorzuͤglichſten Gegenſtaͤnde der Baukunſt, gegebenen Regeln ſcheinen ſo zweckmaͤßig zu ſeyn, daß ich es mir erlaube, ſie in der Ueberſetzung ganz berzuſetzen: „Die genaue Kenntniß der Praxis, ſagt er, belehret, wie der Verſchwendung „der Baumaterialien Einhalt gethan werden kann, um die Koſten eines aufzufuͤh⸗ „renden Gebaͤudes zu verringern. „Bei genauer Beobachtung des gewoͤhnlichen Verfahrens, wird man leicht „bemerken, wie ſehr das Noͤthige mit dem Nothwendigen verwechſelt wird, nem⸗ „lich dasjenige, was die Laſten tragen ſoll, mit demjenigen das nichts zu tragen „hat, woraus folgt, daß man gemeiniglich nur geringe Sachen durch große Mit⸗ „kel bewuͤrkt. „kEinige Beobachtungen ſind hinreichend um dies zu beweiſen; iſt es nicht „gegruͤndet, daß in einem Gebaͤude nicht alle Mauern zu dem Zwecke vorhanden „ſind, um zu tragen? Die Ecken und andere Pfeiler worauf Balken ruhen, aus⸗ „genommen, ſo iſt alles uͤbrige nur Ausfuͤllung oder Einſchlieſſung des Raums, „und konnte allenfalls offen(a jour) bleiben. Die Wohnungen der erſten Men⸗ „ſchen beſtanden nur aus vier an den Ecken befindlichen Saͤulen oder Staͤndern, „welche diejenigen waagerechten Hoͤlzer unterſtuͤtzten, die das Dach ausmachten. on acdam hes ung bei fthet a Seiten ſer und eben ſo d im ganzen heine lange n Mauerma⸗ auart nach⸗ waͤnde, igentlich wiſſerdem nuern bei. gemacht, er einen Auſſen⸗ geden, er Staͤrke lichſten näͤßig zu wendung aufzufüh⸗ an leicht nd, nem⸗ zu tragen oße Mit⸗ des vicht orhanden hhen, auk⸗ 3 Naums, ſten Meu⸗ Seaͤndern/ smachten. Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 245 „Der Raum zwiſchen dieſen Saͤulen war mit Lehm oder mit Zweigen ausgefuͤllt, „um ſich fuͤr die Witterung zu ſchuͤtzen. „Man wuͤrde ſich ſchon in dieſen Zeiten der Unwiſſenheit uͤber denjenigen auf⸗ „gehalten haben, der unter dem Vorwande, ſeiner Huͤtte eine deſto groͤßere Feſtig⸗ „keit zu verſchaffen, mehrere dicht an einander geſtellte und mit einander verbun⸗ „dene Saͤulen aufgeſtellt haͤtte; dies iſt indeſſen doch ungefaͤhr dasjenige, was „unſere Bauleute thun, indem ſie z. B. an allen Orten große Bruchſteine ver⸗ „ſchwenden, und dasjenige, was Staͤrke und Wiederſtand leiſten ſoll, mit dem⸗ „jenigen verwechſeln, was derſelben nicht bedarf, und alſo aus ihren Gebaͤuden „„wahre Steinklumpen machen. „Die große Kunſt in der Architektur beſteht darin, nicht mehrere Staͤrke „und Wiederſtand anzubringen, als erforderlich iſt, nemlich um die Ruhe⸗ „punkte zu unterſtuͤtzen, und dem Fundamente alle moͤgliche Tragbarkeit, ſo wie „den uͤbrigen Stellen, auf welchen Seitendruck und Belaſtung wuͤrkt, den „gehoͤrigen Wiederſtand zu verſchaffen; an allen uͤbrigen Stellen eines Gebaͤudes „kann man abbrechen und erſparen. Es geſchieht gewiß nur aus Unwiſſenheit, „wenn man gewoͤhnlich darunter zuviel als zu wenig thut. „Wenn wir die Arbeiten der Gothen betrachten, welche alle Baumeiſter auf „das genaueſte unterſuchen und pruͤfen ſollten, anſtatt ſie blos zu bewundern, ſo „wird man finden, mit welcher Ueberlegung ſie die Materialien vertheilten; man „wird bemerken, daß ſie die Fundamente ſehr gut verſicherten, jedoch ohne Ver⸗ „ſchwendung, daß ſo wie ſolche allmaͤhlig aufgefuͤhret wurden, man ſie auch „verduͤnnete, wie man ſolches bei den alten Kirchenmauern bemerkt, die „zuweilen bis auf ſieben oder acht Zoll in der Dicke eingeſchraͤnkt ſind, und ihre „Gewoͤlbe waren nur 4 bis 5 Zoll dick. „Mit dieſen Meiſterſtuͤcken vergleiche man die mehreſten unſerer neuern Ge⸗ „baͤude, ſo wird man die Gewoͤlbe zuweilen 2 Fuß ſtark finden, woher es denn „kommt, daß die keilfoͤrmigen Gewoͤlbſteine einen erſtaunenden Seitendruck aus⸗ puͤben, welcher eine verhaͤltnißmaͤßige große Verſtaͤrkung der Seitenmauern „erfordert.. „Allein, wir wollen nicht in die aͤlteſten Zeiten zuruͤck gehen; ſchon im vori⸗ „gen Jahrhundert war man noch weit entfernt, ſo verſchwenderiſch mit den großen „Bruchſteinen umzugehen, als heut zu Tage. Man bediente ſich derſelben nur „zum Anſehen, als Bekleidung des gewoͤhnlichen aus unfoͤrmlichen Bruchſteinen „oder Ziegeln beſtehenden Mauerwerks. H h 3 Vierter Abſchnitt. „Als man vor einigen Jahren in der großen Gallerie des Louvre, welche Hein⸗ „rich der zweite erbauen laſſen, einige alte Mauern abbrach, war man ſehr ver⸗ „wundert, nichts als 3 bis 9 Zoll dicke Tafeln zu finden, womit die aus ſchlechten „und unfoͤrmlichen Bruchſteinen mit Kalk und Sand aufgefuͤhrten Mauern beklei⸗ „det waren, und man hat mehrere Mauern angetroffen, welche nur in dieſer Art „bekleidet waren. „Nicht weniger unnuͤtz iſt es, wie doch oft geſchieht, uͤberall in einem Gebaͤude „ſehr ſtarke oder dicke Mauern anzubringen, ſobald ſie nicht die Decken oder andere „Laſten ganz eigentlich zu tragen haben, ſondern nur zur Einſchlieſſung des Raums „dienen, ꝛc.“ Es wuͤrden allerdings viele Baumaterialien erſparet werden, wenn wir nach dieſen Bemerkungen, uns mehr der Pfeiler und Gewoͤlbeboͤgen in den Mauern bedienten. Man vergleiche z. B. den Grundriß in der 125ſten Fig. A, mit dem in der 125ſten Fig. B. Im erſtern ſind nach der gewoͤhnlichen Bauart die Mauern zwiſchen den Fenſtern vollaus angegeben: dahingegen ſind in Fig. 125. B. nur Pfeiler aaa vorhanden, welche mit Gewoͤlben uͤberſpannet werden koͤnnen. Iſt es nicht in die Augen fallend, wie viel hier an Materialien geſparet wird, und wer wird, wenn man ſagt: daß dieſe Pfeiler mit den in der Mitte gehoͤrig unterſtuͤtzten Balken verankert ſind, an der Soliditaͤt einer ſolchen Bauart zweifeln? Wie viel koͤnnte dadurch nicht nur bei den Hauptmauern, ſondern auch bei den Fundamenten an Baumaterialien erſparet werden. Eben ſo wenig braucht die vorhin vorgeſchlagene Verſtaͤrkung der Mittel⸗ mauern der Gebaͤude mit Aufwand vieler Materialien, in ihrer ganzen Dicke aus⸗ gefuͤhret zu werden, ſondern man kann hin und wieder uͤberwoͤlbte Vertiefungen oder Niſchen darinn anlegen und dieſe ſodann zu Schraͤnken u. d. gl. ſehr gut benutzen. Z. B. anſtatt in dem Zimmer Fig. 125. B die Mittelmauer zwei Steine ſtark vollaus aufzufuͤhren, braucht ſie nur von a bis b die halbe Dicke zu erhalten, wenn nur der Raum ab oben gehoͤrig und nicht zu flach uͤberwoͤlbt iſt. Eben ſo koͤnnen die Schornſteinroͤhren zum Theil oder bei einer Mauerſtaͤrke von 2 ½ Stein, ganz in den Mittelwaͤnden angebracht werden, wodurch die vielen Ecken und Winkel in den Gaͤngen vermieden werden. Bei andern als Wohngebaͤuden, z. B. Magazinen, Scheunen, Staͤllen und andern oͤkonomiſchen Gebaͤuden, welche keine eigentliche Mittelwaͤnde haben, vertreten die darin anzubringenden Unter⸗ zuͤge die Stelle der Mittelwaͤnde, auf welchen, wie vorhin gedacht, der groͤßte Druck des Gebaͤlkes und des darauf zu bringenden Getreides oder Futters ruhet, weshalb man auch bei dieſer Art von Gebaͤuden die Unterzuge gehoͤrig und ſtark genug, conſtruiren muß. ſcheden ſehr ver ſchlechten rn beklei⸗ ieſer Art Gebaude er andere Naums dit nach Mauern mit dem Mauern B nur det wird, e gehͤrig Bauart auch baj r Mittel⸗ icke aus⸗ jefungen ſehr gut dei Steine erhalten auerſtaͤrke die vielen zkonswiſchen nenden Unter⸗ des Gebälke⸗ dieſer Art bo Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 247 unter den öͤkonomiſchen Gebaͤuden iſt aber in Abſicht der Scheunen eine Ausnahme zu machen, denn das in dieſe zu bringende unausgedroſchene Getreide, verurſachet zugleich einen ſtarken Sei⸗ tendruck, welcher bei der ohnedem mehreren Hoͤhe der Scheunen gegen andere Gebaͤude, bei ſchwa⸗ chen Mauern, eine Ausbauchung bewuͤrken wuͤrde. Die Scheunenmauern muͤſſen daher nie unter 2 Stein, und zwar durchweg, ſtark ſeyn, d. i. ohne Pfeiler und Bogen darin anzubringen. Die Seiten⸗oder Giebelmauern(zu verſtehen, vom Fundament bis an den Dachbalken) ſollten bei ganz freiſtehenden Gebaͤuden billig eben ſo ſtark, als die Frontmauern gemacht werden, allein, man pflegt ſie wohl um einen halben Stein ſchwaͤcher als die untere Etagenmauer in den Fronten, auch gleich ſtark in allen Stockwerken zu machen, weil auf den Giebelmauern nicht alle Balken aufliegen. In den Staͤdten, wo die Giebelmauern oͤfters ihre Stelle bei zwei an einan⸗ der ſtoſſenden Gebaͤuden als Scheidemauern vertreten, werden ſie gemeinſchaft⸗ liche Giebel genannt, und ſie werden alsdenn nur ſo ſtark angelegt, als fuͤr ein einzelnes Gebaͤude. Sowohl bey dem bis in die Spitze des Dachs herauſgehenden Giebelmauern Fig. 61. als auch bei halben Giebeln Fig. 62. B welche man auch halbe Walm⸗ daͤcher nennet, iſt zu beobachten, daß die Dachbalken und die darauf ſtehenden Sparren am Ende des Gebaͤudes, um einen halben Stein breit von der aͤuſſern Flaͤche der untern Mauer ab Fig. 126. zuruͤckgeſetzt werden muͤſſen, damit eine maſſive Mauer von einem Stein ſtark dergeſtalt darauf aufgefuͤhret werden kann, daß mit der halben Laͤnge der Steine um das verbundene Fachwerk cd der Giebel eingebunden, und die andere halbe Laͤnge der Steine vor dem Holze gemauert werde, und zwar, wenn auf die Giebel Zimmer angelegt werden, die inwendig eine glatte Wand erfordern, ſo wird das Fachwerk mit der halben Laͤnge der Steine voll ausgemauert; ſonſt aber, wenn nur Bodenraum unter dem Dache verbleibt, ſo greifen nur die ganzen Steine mit ihrer halben Laͤnge gegen die Stiehle, und das uͤbrige Mauerwerk wird, an die hoͤlzernen Stiehle gleichſam als Pfeiler, jedoch im gehoͤrigem Verbande, mit der aͤuſſern einen halben Stein ſtarken Vermauerung der Giebel, aufgefuͤhret, und wird auſſerdem zur Haltung dieſer Giebel⸗Ver⸗ mauerungen, mit eigenen an die Dachraͤhme angebrachten Stichankern zu Huͤlfe gekommen. Sind die untern Giebelmauern eines Gebaͤudes ſtark genug, ſo iſt es noch beſſer und um ſo feuerſicherer, anſtatt der Vermauerung vor dem Holzverbande der Giebel von einen halben Stein, einen ganzen Stein zu nehmen, und das Mauerwerk in vorgedachter Art mit eingebundenen Pfeilern gegen das Holzwerk und mit Stichankern, zu befeſtigen. Von Anbrin⸗ gung und Kon⸗ ſtruktion der 249 Vierter Abſchnitt. Den auſſerordentlichen Nutzen der maſſiven Giebel, als Brandgiebel betrachtet, werde ich hier nicht weiter beruͤhren, da ſolcher bekannt genug iſt, beſonders wenn ſie einen Fuß hoch uͤber das Dach reichen, wobei aber eine gute Eindeckung gemacht werden muß, wozu die Anweiſung in dem Abſchnitte von Bedeckung der Daͤcher umſtaͤndlich vorkommt. 8. 143. Bei der Anordnung der in den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude befindlichen Thuͤren und Fenſter, ſoll man ſich freilich nach der bequemen und wirthſchaftlichen Fenſter- und Eintheilung des Gebaͤudes richten, jedoch muß wenigſtens in den vordern oder Thuͤrendfnun⸗ andern Hauptanſichten und Fronten, die Symmetrie in Abſicht der Fenſter und gen. Thuͤren beobachtet werden, das iſt, die Thuͤre muß in der Mitte des Gebaͤudes, und zu jeder Seite gleich viele, auch auf einer Seite ſo weit wie auf der andern von einander entfernte, ingleichen gleich große Fenſter, angebracht werden. Zuweilen kann man indeſſen, dadurch in der innern Einrichtung viele Bequemlichkeit erhalten, wenn die Thuͤre auf dem einen Ende des Gebaͤudes gelegt wird, wo alsdann das damit correſpondirends Fenſter an dem andern Ende des Gebaͤudes die Verzierung der Thuͤre erhaͤlt. Die ſymmetriſche Abtheilung der Thuͤren und Fenſter aus der Mitte allein, macht noch nicht das gute Anſehen eines Gebaͤudes aus, ſondern es muͤſſen auch die Mauern oder Pfeiler zwiſchen den Fenſtern(welche die Schaͤfte heißen) nicht nur wo moͤglich gleich breit, ſondern ihre Breite ſelbſt auch der Dauer und einem guten Verhaͤltniſſe angemeſſen ſeyn, welches darin beſtehet, daß ſie wenigſtens ſo breit als die Fenſter ſeyn muͤſſen. Breiter als die Fenſter koͤnnen die Pfeiler zwi⸗ ſchen ſelbigen immerhin ſeyn, dies erlaubt der Begriff der Feſtigkeit und der Dauer. Die Eckſchaͤfte ſollten jederzeit, beſonders aber bei ſchmalen Pfeilern zwiſchen den Fenſtern, etwas breiter als dieſe werden. Allzuviele Fenſter nach Verhaͤltniß der Frontenlaͤnge anzubringen und dieſer⸗ wegen ſchmale Schaͤfte anzuordnen, iſt, wenigſtens bei freiſtehenden Gebaͤuden, eine der Dauerhaftigkeit nachtheilige Bauart, beſonders wenn das Mauerwerk nicht ſo vortreflich, auch nicht ſo vielfaͤltig mit Eiſen verankert iſt, als man Bei⸗ ſpiele davon an alten Gebaͤuden hat. Durch viele Fenſter werden auch die Unterhaltungskoſten vergroͤßert und man hat dabei im Winter kalte und im Sommer Zimmer, in welchen man vor Hitze nicht ausdauern kann. ESs iſt alſo rathſam, nicht mehrere Fenſter in einem aufzuſuͤhrenden Gebaͤude anzuordnen, als ſchlechterdings zur Erleuchtung noͤthig ſind. Bei den alsdann entſtehenden breiteren Schaͤften, faͤllt man nicht ſo leicht in das Unangenehme und Unbequeme, daß die Fenſter ſich den Ecken der Zimmer zu ſehr naͤhern, ſo daß oͤfters ic lia ice uͤberd das S d eiſung in da zefndlichen ſchaftlichen rdern oder enſter und ebaͤudes, Rr andern den. halten, went eſpondirend d Ran, aſſen avch ßen) nicht und einem nigſtens ſo Pfeiler zwi⸗ der Dauer. wiſchen den und diſer⸗ Gebaͤnden, Mauerwerk b mon vei⸗ ert und man an vor Hiße den Gebͤude den alsdant genehme und hern od ß öfters Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 249 oͤfters zwiſchen den Fenſtern und Scheidewaͤnden wenig oder gar nichts von den Hauptmauern uͤbrig bleibt. Die Breite der Fenſter in ordentlichen Wohngebaͤuden muß nie unter 3 Fuß 3 Joll und nicht uͤber 4 Fuß ſeyn; das Mittel zwiſchen beiden, nemlich 3 Fuß 5 Zoll iſt dasjenige M Maas, wobei zwei Perſonen zugleich, bequem in einem Fenſter liegen koͤnnen. Das gute Anſehen eines Gebaͤudes erfordert, daß die Hoͤhe der Fenſter mit ihrer Breite in einem guten Verhaͤltniß ſtehe; man macht daher die Fenſter ganz oder beinahe noch einmal ſo hoch als ſie breit ſind. Bei gewoͤhnlichen Gebaͤuden nuß aber wegen der maͤßigen Hoͤhe der Etagen oͤfters hiervon abgegangen werden, denn wenn die Hoͤhe der Zimmer feſtgeſetzt iſt, ſo muß die Hoͤhe der Fenſter ſich darnach richten. Der obere Theil der Fenſter wird der Sturz genannt. Es iſt nicht mehr uͤblich, die Fenſter außerhalb nach einem halben Cirkel oder nach flaͤcheren Boͤgen zu uͤberwoͤlben; wird ſolches aber verlangt, ſo iſt keine Schwuͤrigkeit dabei, den beſtimmten Bogen durch die ganze Dicke der Mauer durchzuwoͤlben. Soll aber, wie es jetzt mehr uͤblich iſt, der Fenſterſturz nach außen zu gerade erſcheinen, ſo muß uͤber das Fenſter auf einen halben Stein dick nach innen zu ge⸗ rechnet, jedoch wagrecht dergeſtalt gemauert werden, daß die Steine keilfoͤrmig zu ſtehen kommen, und ein gerades, oder wie man es zu nennen pflegt, ein ſcheidrechtes Gewoͤlbe formiren. In dem uͤbrigen Theil von der Dicke der Mauer oder uͤber den inneren Einſchnitt des Fenſters in die Mauer, wird aber ein flacher Gewoͤlbebogen angebracht; Beide, die aͤußere ſcheidrechte oder gerade Woͤl⸗ bung muß aber mit der nach einem flachen Bogen anzulegenden inneren Ueberwoͤl⸗ bung gehoͤrig verbunden werden. Die erforderliche Hoͤhe zu dieſer Woͤlbung unter den Balken oder unter der Decke der Etage, und die der Bruſtmauer unter dem Fenſter, werden nun folgendermaßen berechnet, und daraus die Hoͤhe der Fenſter im Lichten be⸗ ſtimmt. Es ſey nemlich Fig. 127. A die Hoͤhe des Zimmers ab im Lichten, d. i. vom Fußboden bis an die Decke 11 Fuß, ſo kommen folgende Maaße in Abzug: J 250 Vierter Abſchnitt. Fuͤr die Mauerlatte od ohne die Verkaͤmmung derſelben in den Balken von 1 ½ Zoll.— ¹. 2 3 bis 4 Zoll. Die Ueberwoͤlbung der Fenſter de allenfals von einem halben Stein, oder 5 Zoll, beſſer aber, wie hier angenommen wird, von einem ganzen Stein oder V 5 10— Fuͤr die Hoͤhe ef, um welche das aͤußere ſcheiderechte Gewoͤlbe in der Mitte des Bogens tiefer als dieſer Bogen ſteht, hoͤch⸗ ſtens 7 Zoll, beſſer aber nur ⸗. ⸗. 6— Endlich die Hoͤhe der Fenſter⸗Bruͤſtung 81 von 2 Fuß 3 Zoll bis 2 2.. 2 Fuß. 10— ſind niſanmen 4 Fuß. ö5 Zoll. welche von der ganzen Hoͤhe des Zimmers ab, hier von 11 Fuß abgezogen werden, wo alsdann fuͤr die Hoͤhe fh des Fenſters im Lichten 6 Fuß 6 Zoll uͤbrig bleiben. Wenn aber die Hoͤhe der Fenſter beſtimmt ſeyn ſollte, ſo muß die Etagen⸗ hoͤhe ſich darnach richten, indem man nemlich zu der gegebenen Hoͤhe der Fenſter, die Hoͤhe der Bruſtmauer, und fuͤr ck uͤberhaupt niemals weniger als 18 Zoll ad⸗ dirt, wenn der Fenſterbogen ed bei großen Steinen wenigſtens einen halben Stein, bei kleinen Steinen aber einen ganzen Stein ſtark, gehoͤrig gewoͤlbt werden ſoll. Es iſt vorhin geſagt worden, daß die innern Fenſterboͤgen mit dem aͤußern geraden oder ſcheidrecht gewoͤlbten SturF des Fenſters gehoͤrig ver⸗ bunden werden muͤßten; dieſes geſchiehet folgendermaßen: Wenn die Fenſtermauern bis an den Punkt k Fig. 127 A, oder bis an die Unterkante des ſcheidrecht einzuwoͤlbenden Sturzes i Fig. B und C aufgefuͤhret ſind, ſo wird ein Brettſtuͤck e nach der Breite des Fenſters(welches der Steeg ge⸗ nannt wird) eingelegt, worauf der ſcheidrechte Sturz, welcher gewoͤhnlich nur ei⸗ nen halben Stein nach einwaͤrts zu, dick iſt, gewoͤlbet werden ſoll. Sodann wird ein Lehrbogen 1, welcher die innere Breite des Fenſters mit den Anſchlaͤgen zu bei⸗ den Seiten zur Laͤnge, und in Fig. B 4 ½ Zoll in der Mitte zur Hoͤhe hat, aus einem beſtimmten Mittelpunkte aufgeriſſen, und etwa 1 ½ Zoll uͤber die Unterk ante des ſcheidrechten Sturzes ebenfalls eingelegt, um auf denſelhen den innern Fenſterbo⸗ gen woͤlben zu koͤnnen. Die Hoͤhe des Lehrbogensl in der Mitte von 4 ½ ZJoll, und die 1 ½ Zoll ik, um welche derſelbe uͤber die Unterkante des ſcheidrechten Sturzes hoͤher zu liegen koͤmmt, machen zuſammen 6 Zoll. Mehr als 6 Zoll ſoll man fuͤglich nicht nehmen, weil ſonſt, da der ſcheidrechte Sturz eigentlich durch die innere Woͤlbung getragen wird, die mittleren ſcheidrechten Gewoͤlbſteine des ſcheidrechten Sturzes mit we⸗ Balken dur 3bis 4 3l. 10— 6— ß. 10— — aß. ö Joll. gen werden, ig bleiben. ſje Erngen⸗ e Fenſter, KMdd lben Stän, erden ſoll dem aͤußern gehörig ver⸗ bis an die aufaeführet Steig ge⸗ ich nur ei⸗ dann wird gen zu bei⸗ aus einem kante des Fenſterbo⸗ ollik, um zu liegen ͤt nehmen, g getragen es mit we⸗ Von den Mauern und Waͤnden der Gebäude. 251 niger als 4 Zollen in die innere Woͤlbung eingreifen wuͤrden, wenn nemtch die Steine wie gewoͤhnlich nur 10 Zoll lang ſind. Der vorgedachte Lehrbogen! wird unter ſeiner Mitte durch ein Hoſ p unter⸗ ſtuͤtzt, und an dieſer Stuͤtze der Mittelpunkt q, aus welchem der Bogen zu con⸗ ſtruiren, genau bemerkt, daſelbſt wird ein Nagel eingeſchlagen, und an dem Na⸗ gel eine Schnur befeſtiget, da alsdann, weil die aͤußere ſcheidrechte und die inne⸗ re bogenfoͤrmige Woͤlbung zugleich gewoͤlbt werden, dieſe Schnur den Maurern die beſte und richtigſte Anweiſung giebt, wie jeder Gewoͤlbſtein geſetzt werden muß, und um wie viel derſelbe keilfoͤrmig zu verhauen iſt. Auch zeiget die ange⸗ zogene Schnur die Richtung der Widerlagen, gegen welche die Vüden gewoͤlbet werden. Oftmals werden die Lehrboͤgenl auch nur mit der Unterkante des ſcheidrechten Sturzes, oder mit dem unter letztern gelegten Seege in gleicher Hoͤhe, und nicht wie vorhin gedacht worden 1 ½ Zoll hoͤher gelegt. In dieſem Fall koͤnnen ſodann die Lehrboͤgen die ganzen 6 Zoll in der Mitte zur Hoͤhe haben, und geben folglich hoͤhere und dauerhaftere Woͤlbungen; Allein, da alsdann der Anſchlag ki Fig. 127. B in der Ecke zu ſchmal wird, um den Fenſterrahmen hineinzuſetzen, ſo iſt man genoͤthiget, nicht allein etwas von der Ecke des Fenſterfutters, und zwar ſo viel, daß der Nagel im Schlitzzapfen deſſelben noch wenigſtens einen Zoll Holz ne⸗ ben ſich behaͤlt, wegzuſchneiden, ſondern noch uͤberdem einen kleinen Falz in der Ecke im Gewoͤlbe bei t Fig. A auszuhauen, wo alsdann der Fenſterrahm von unten her⸗ auf hineingeſchoben wird. Gute und geuͤbte Maurer bedienen ſich bei der Woͤlbung der Fenſterboͤgen ei⸗ nes leichtern Mittels: ſie legen nemlich den erſten Gewoͤlbſtein an das Widerlager um eine Schicht bc Fig. 127. C hoͤher, als die Unterkante des ſcheidrechten Sturzes werden ſoll, und zwar dergeſtalt, daß ein angehaltenes Loth no, die obe⸗ re Ecke m und die untere b der erſten Gewoͤlbſteine uͤberecks beruͤhret, und nach dieſer ungefaͤhren Richtung der erſten Gewoͤlbſteine, wird der ganze uͤbrige innere und aͤußere ſcheidrechte Bogen aus freier Hand und ohne die Steine keilfoͤrmig zu⸗ zuhauen, eingewoͤlbt. Dieſe Lage des erſten Gewoͤlbſteins zu beiden Seiten„ giebt aber dem Bogen, wie aus der Figur zu erſehen, eine ziemlich flache Woͤlbung, und mithin eine ge⸗ ringere Spannung, wobei das keilfoͤrmige Zuhauen der Steine faſt von ſelbſt weg⸗ faͤllt, daher muͤſſen dergleichen Bogen mit deſto mehrerer Genauigkeit und Fleiß angefertiget und beſonders in der Mitte durch den Schlußſtein gehoͤrig vollführer 4 werden. J1 2 ———— 2542„ Vierter Abſchnitt. Da auch die ſcheidrechten Gewoͤlbe groͤßtentheils durch die innere runde Woͤl⸗ bung gehalten werden, ſo iſt es der Dauerhaftigkeit angemeſſener, dem innern Bo⸗ gen ſo viel Hoͤhe als moͤglich zu geben, beſonders aber bei Thuͤren und Fenſtern, bei deren Gebrauche durch das Auf⸗ und Zuſchlagen die ſcheidrechten Sturze Er⸗ ſchuͤtterungen ausgeſetzt ſind. Die vorhin gedachte, den Mauern gewoͤhnliche Art, den erſten Gewoͤlbſtei⸗ nen eine ſolche Richtung zu geben, daß das Loth durch die Diagonallinie derſelben ſalle, um die Woͤlbung des Bogens zu erhalten, iſt nicht bei allen Bogenſtaͤrken anwendbar, denn wenn z. B. der Bogen zwei oder mehrere Steine ſtark ſeyn ſoll⸗ te, ſo wuͤrde der Punkt m an der Ecke des obern Steins, und der Punkt b an der Ecke des untern Steins, lothrecht uͤbereinander ſtehen, und alſo die Lage m K zu ſteil und der Bogen zu flach werden. Indeſſen waͤre es auch uͤberfluͤßig, eine gewoͤhnliche Fenſteroͤfnung von ohn⸗ gefaͤhr 3 Fuß 6 Zoll Weite, mehr als einen Stein ſtark zu uͤberwoͤlben, wohl aber ſind dergleichen ſtaͤrkere Woͤlbungen uͤber breitere Oefnungen als Thuͤren und Tho⸗ re erforderlich; Allein es koͤnnen dieſe ſtaͤrkere bogenfoͤrmige Woͤlbungen doch nie⸗ mals mehr als 6 bis 7 Zoll in der Mitte zur Hoͤhe haben, wenn ſie nemlich zugleich mit einem ſcheidrechten Gewoͤlbe vereiniget werden ſollen, weil ſonſt die nur 10 Zoll langen Mauerſteine des ſcheidrechten Gewoͤlbes mit denen des bogenfoͤrmigen, zu ſehr außer der Verbindung kommen wuͤrden. 1 1 Man ſiehet hieraus, daß eine ſcheidrechte Ueberwoͤlbung uͤber breite Oefnun⸗ gen eine ſehr geſchickte Manipulation erfordert, weil die ſcheidrechten Gewoͤlbſtei⸗ ne mit denen des dahinter zu woͤlbenden bogenfoͤrmigen Gewoͤlbes verbunden wer⸗ den muͤſſen, und da dieß wiederum nicht anders geſchehen kann, als wenn die bo⸗ genfoͤrmige Woͤlbung nur hoͤchſtens 6 bis 7 Zoll Hoͤhe in der Mitte hat, welche ge⸗ ringe Hoͤhe bei ſehr breiten Bogen wiederum nicht dauerhaft ſeyn wuͤrde, ſo folgt daraus, daß nur maͤßig breite Oefnungen mit ſcheidrechten Gewoͤlben von Ziegeln, mit Sicherheit zu uͤberwoͤlben ſind; bei breiteren muß ein untergelegtes Eiſen zu Huͤlfe genommen werden. Die 128ſte Figur A ſtellet einen guten Verband in den zwei ſich abwechſeln⸗ Schichten eines in einer 1 ½ Stein dicken Mauer, einen Stein ſtark gewoͤlbten Fenſterbogens vor. Es ſind in demſelben wieder Dreiquartierſtuͤcke angewendet, um die Dicke von 1 Stein zu erhalten. Dahingegen iſt in Fig. 128 B, derſelbe Bogen mit Schornſteinverband vor⸗ geſtellet; weil nun darin die Fugen ab und ed aufeinander treffen, ſo iſt dieſer Verband, obgleich derſelbe der gewoͤhnlichſte iſt, dennoch feblerhaft und ſchlecht. einnere uund⸗ d 1 dem innern Ba düͤren und Fenſten, nahten Suurzeg uſſten Gewübſtt gonallinie derelben alen Boyerſtiken üne ſtut ſan ſol⸗ er Punktd aa dr die Loge mku röfrung von ohn⸗ dlben, wohl aber ehuren und The⸗ dangen doih wie⸗ enemlich zugleic ſonſt die nur lo es bogerfürmiher, r breite Oefnuu⸗ ͤten Gewöͤlbſtei⸗ verhunden wet⸗ wenn die bo⸗ at, welche ge⸗ irde, ſo folgt nvon Hiegelt/ ggtes Liſen zu h abwechſelu ark gewoͤlbten ke angewenden nverband vor ſo iſt diſſt und ſchlür Von den Mauern und Waͤnden der Gebäͤude. 233 In der 129ſten Figur iſt A der beſte Verband eines Fenſterbogens von einem Stein ſtark in einer Mauer von zwei Steinen dick, vorgeſtellt, welchem Verband der] gewoͤhnliche B, wegen der in der Schicht I angebrachten Quartierſtuͤcke, nachzuſetzen iſt, obgleich durch die Schicht II dieſe Quartierſtuͤcke wieder bedeckt worden. 4 Beſonders aber ſoll man ſich huͤten, den Verband C anzubringen, denn er iſt der fehlerhafteſte den man machen kann, wenn man bemerket, daß die Fuge ab in der Schicht I gerade von c bis d auf der Fuge in der Schicht II zutrift. Die 13oſte Figur zeigt in den abwechſelnden mit I und II bezeichneten Schich⸗ ten, das Detail des Verbandes bei Ueberwoͤlbung einer etwas breiten Thuͤr⸗ oͤfnung. 1 Es koͤnnen aber auch anſtatt der vorgedachten Ueberwoͤlbung der Fenſterſturze (Fig. 131 A und B) 3 bis 4 Zoll ſtarke Bohlen ab in die Mauern eingeleget wer⸗ den, welche um die Anſchlagsbreite der Fenſterraͤhme ed hoͤher geleget ſind, und daruͤber(wie es jederzeit geſchehen muß, wenn Mauerwerk uͤber Holz zu ſtehen kommt) eine Woͤlbung abef und zwar hier eine ſcheidrechte im Verband mit dem ebenfals ſcheidrechten gewoͤlbten Fenſterſturz gh, angefertiget werden. Durch dieſe Subſtituirung einer Bohle anſtatt des Gewoͤlbes, erhaͤlt man bei niedrigen Stockwerken eine unbedeutende mehrere Hoͤhe der Fenſter. Man findet auch allhier in Berlin bei einigen neu erbaueten Haͤuſern, daß zwar die innere bogenfoͤrmige Woͤlbung uͤber die Fenſter und Thuͤren ausgefuͤhret wird, allein ſie iſt des vermeintlichen beſſeren Anſehens wegen, in der Art ver⸗ ſteckt, daß die Woͤlbung auf einem vor der Woͤlbung eingelegten ſtarken Holze, wie Fig. 131. C und D zeigt, geſchiehet. Dieſes Holz wird ſodann unterwaͤrts, entweder berohrt, oder mit Fuͤllun⸗ gen, welche mit denen der an den Seiten befindlichen Fenſterladen uͤbereinſtimmen, vom Tiſchler verzieret. Die ſimpleſte und leichteſte Art, die Fenſteroͤfnungen zu ſchließen oder viel⸗ mehr zu bedecken, und die man allenfals bei Gebaͤuden von Lehmpatzen, und da wo man es eben nicht mit geſchickten Maurern zu thun hat, anbringen kann,(denn ſonſt laſſen ſich die Fenſterſturze auch eben ſo gut mit Lehmpatzen uͤberwoͤlben) iſt die, den Fenſterſturz aus einem ſtarken Stuͤck Holz, welches die Form hat, wie in Fig. 131. E und F, die Linien bahg zeigen, anzufertigen; dieſes Holz iſt etwa 10 bis 12 Zoll hoch, und dabei ſo lang als die Breite des Fenſters, Fig. Babef, es erfordert. Ji 3 2543 Vierter Abſchnitt. Anterk. Nach hieſiger und der ſonſt mehrentheils gewoͤhnlichen Art, werden die Fenſter, ſelbſt in maßiven Gebaͤnden dergeſtalt angebracht, daß die Seitenmauern an den Fenſtern um einen halben Stein oder 5 bis 6 Zoll, Fig. 132. A von a bis b, und dann von b bis e wiederum um 3 bis 4 Zoll zuruͤcktreten; ſodann wird an den dadurch entſtehenden Streifen Mauer be, welchen man den Anſchlag nennt, ein leichter Fenſterrahm, woran die einwaͤrts aufgehenden Fenſterfluͤgel an der inwendigen Seite, befeſtiget ſind, mit eiſernen Stiften, welche Heſteiſen oder Bankeiſen genannt werden, feſte gemacht. Die Fenſter treten auf dieſe Weiſe um 6 ½ bis 7 Zoll von der aͤußern Flaͤ⸗ che der Mauer zuruͤck, und ſind dadurch gegen den anſchlagenden Regen mehr geſchuͤtzet. In Preußen hingegen ſetzt man aus ſtarken Bohlen verfertigte Fenſterzargen in den Theil der Mauer ab. An dieſen Zargen ſind die Fenſterfluͤgel nach außerhalb zu befeſtiget, ſo daß die Fenſter mit der aͤußeren Flaͤche der Mauer gleich ſtehen; dieſe Bauart wird damit vertheidiget, daß bei ſolchen auswaͤrts aufgehenden Fenſtern, der Regen nicht ſo in die Stuben dringen kann, als bei den einwaͤrts aufgehenden.. 1 Es iſt aber unleugbar, daß die Fenſterzargen ſamt dem Kreutz und Fluͤgeln der Witterung ſehr ausgeſetzt ſind, und daß erſtere leicht verfaulen, indem ſie in Kalk eingefuͤttert ſind, der, wenn Naͤſſe dazu koͤmmt, das Holzwerk bald anfrißt und verdirbt. Die außerhalb aufgehenden Fenſter⸗ fluͤgel werden auch vom Winde leicht hin⸗ und hergeworfen, wenn man das Anhacken derſelben verſaͤumet. 4 4 Die vorhin gedachten hollaͤndiſchen Haͤuſer in Potsdam, haben zwar ebenfals dergleichen Blockzargen, allein, da die Fronten nur einen Stein ſtark ſind wußte man ſich vielleicht damals nicht beſſer zu helfen. Zuweilen werden die Mauern innerhalb an den Seiten der Fenſter ſchraͤg ge— macht, um den Einfall des Lichts dadurch mehr zu befoͤrdern, oder um mehr Platz in den Fenſter⸗Einſchnitten zu gewinnen; jetzt aber macht man die Fenſter⸗Einſchnit⸗ te hf Fig. 132 B mehrentheils winkelrecht mit der aͤußeren Mauer. Bei maßiven Gebaͤuden verruſachet die Anbringung der Fenſterladen außerhalb, nicht nur einen Uebelſtand, ſondern, wenn das Fundament oder die Plinte irgend etwas hoch iſt, ſo iſt das Zumachen oder vielmehr das Befeſtigen der Fenſterladen beſchwerlich; Es iſt daher weit beſſer, die Fenſterladen bei maßiven Gebaͤuden ein⸗ waͤrts anzubringen, wo ſie denn in zwei gebrochenen oder zuſammenſchlagenden Fluͤgeln an den Seitenmauern der Fenſter egfh Fig. B. einen bequemen Platz finden; es muß aber dieſerhalb der Anſchlag fg der Mauer, der vorhin zum Fenſterrahm auf 3 Zoll angegeben worden, um ſo viel breiter werden, damit die Fenſterladen ihren gehoͤrigen Platz haben, und dem Aufmachen der Fenſterfluͤgel nach einwaͤrts nicht hinderlich ſeyn moͤgen. Einwaͤrts werden die zuſammenſchlagenden Fenſter⸗ laden durch eine Leiſte eh verſteckt, wovon bei der Tiſchlerarbeit das mehrere vor⸗ kommen wird. Die Thuͤren in den aͤußeren Mauern oder die ſogenannten Hausthuͤren, macht man gewoͤhnlich 4 bis 5 Fuß breit, und im letzten Fall zweifluͤglicht, ſo wie die Einfahrts⸗Thuͤren oder Thorwege, welche nicht unter 3 Fuß ſeyn ſollten. Bei letztern, nemlich den Einſahrtsthuͤren, iſt eine gerade Woͤlbung oder ein ſcheidrech⸗ 8 „* ³ 8 * * * ** ſäai nen halhen in 3 bis, en man den igel an dr n genannt ußern Fli⸗ Theil der die Fenñer daß bei bei den rrung ſehr der, wenn i Fenſter⸗ derſelben rgleichet domals rdg g Nlatz in nſchnit⸗ ßerhall, eirgend erſaden en ein⸗ genden finden; terrahm terladen nwaͤrts Fenſter⸗ rere vor⸗ sthuͤren, ſo wi 1. BA eidrac, f Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 235 tes Gewoͤlbe, wegen der großen Breite nicht wohl anzubringen, indem, wie be⸗ reits gedacht worden, dergleichen ſcheidrechte Bogen von Ziegeln, uͤber große Oef⸗ nungen bei dem mindeſten Verſehen im Woͤlben, und wenn nicht hinlaͤngliches Eiſen zur Tragung des ſcheidrechten Bogens angewendet werden, nicht dauer⸗ haft ſind. Man pflegt daher dergleichen breite Thuͤren ſowohl außerhalb als inner⸗ halb nach einem Bogenſtuͤck zu woͤlben, wenn gleich die Fenſtern und Hausthuͤren gerade Sturze haben. Die Thorwege und Hausthuͤren erhalten die Hoͤhe der Fenſter und gehen bis zur Oberkante der Plinten ab Fig. 133. herunter, jedoch wenn die Thorwege bo⸗ genfoͤrmig uͤberwoͤlbt, die Fenſter aber viereckigt ſind, kann man einige Zoll damit hoͤher gehen, als die Fenſter, weil, wenn man mit den Fenſtern in gleicher Hoͤhe bleibt, es immer ſcheint, daß die Thuͤren niedriger als die Fenſter waͤren. Fallen die Einfahrtsthuͤren zum Einfahren mit Kutſchen oder andern hach be⸗ ladenen Wagens bei gewoͤhnlichen Etagen⸗Hoͤhen zu niedrig aus, ſo gehet man da⸗ mit entweder zum Theil ef, oder ganz durch die Plinte bis cd herunter, welches um ſo eher angeht, weil unter den Einfahrten der Erſchuͤtterung halber nur ſelten Keller angebracht werden. Nur muͤſſen alsdenn, wenn die Einfahrtsthuͤren zum Theil oder ganz durch die Plinte heruntergehen, im Hauſe Stufen nach den rn Zimmern angebracht werden. Auch bei hohen Etagen gehet man zuweilen mit den Einfahrtsthuͤren durch die Plinte herunter, um keine Apareillen oder Auffahrten vor dem Hauſe zu haben. Sollten nun die Einfahrtsthuͤren dadurch und bis gleich den Fenſterſturzen, eine uͤberfluͤßige Hoͤhe erhalten, und folglich auch die Thorfluͤgel zu ſchwer werden, ſo leget man in einer zu beſtimmenden zweckmaͤßigen Hoͤhe der Einfahrtsthuͤren, ein ſogenanntes Lattey⸗oder Loosholz gh, entweder in der Staͤrke eines mittelmaͤßi⸗ gen Stuͤck Holzes, oder aber nur von einer vierzoͤlligen Bohle, woruͤber ſich ein Fenſter befinden kann, welches der Durchfahrt zugleich Erleuchtung verſchaft. Die Latteyhoͤlzer muͤſſen gleich bei der Auffuͤhrung der Mauer mit eingelegt, ſo wie auch die Thuͤr⸗ und Klinkhaken, Mauer⸗ und Schließhacken der Thuͤren mit eingemauert werden. Die mit eiſernen Schienen beſchlagenen Schwellhoͤlzer e kund die ſogenannten Schwellbretter oder Fußtritte, gegen welche die Thuͤren einwaͤrts in einem Falze anſchlagen, wo nemlich keine hoͤl⸗ zerne Zargen ſind, werden aber gewoͤhnlich erſt bei Beendigung des Baues hineingelegt, weil ſie ſonſt waͤhrend des Baues ſchon zu ſehr abgenutzt werden. Theils des beſſern Anſehens, theils der mehreren Dauerhaftigkeit we⸗ gen, iſt zur Hauptregel angenommen, daß wenn ein Gebaͤude mehrere Stockwer⸗ ke hat, jederzeit Fenſter uͤber Fenſter zu ſtehen kommen muß, und uͤberhaupt, daß 5 5 8* 1 ☛„ 2. d. Vierter Abſchnitt. auf eine Oefnung nicht eine Mauer geſetzt werden ſoll. Bei breiten Hausthuͤren oder Einfahrtsthorwegen iſt es aber nicht gaͤnzlich zu vermeiden, daß, weil das Fenſter uͤber ſelbigen ſchmaͤler iſt, als die darunter befindliche Thuͤre, nicht ein Theil der obern Schaͤfte mit auf die untere Thuͤroͤfnung zu ſtehen kommen ſollte. In dieſem Fall muß beſonder⸗ der innere Sturz der Thuͤre nicht zu flach, und auch wenigſtens 1 bis 1 ½ Stein ſtark gewoͤlbet werden; Im Fall aber, daß andere Um⸗ ſtaͤnde dieß nicht verſtatten, wenn nemlich die Haus„ oder Einfahrtsthuͤren einen geraden Sturz haben ſollten, und die Oefnung deſſelben bis nahe unter die Balken reicht, ſo muß, um den Sturz von der Laſt der darauf ſtehenden Mauer des fol⸗ genden Stockwerks zu befreien, noch ein Bogen abe Fig. 134. A von einem Stein ſtark, deſſen obere Gleiche alsdenn bei erforderlichen Umſtaͤnden bis 3 Zoll unter das daruͤber anzulegende Fenſter reichen kann, eingewoͤlbt werden. Dieſer Fall muß jedoch moͤglichſt vermieden werden, weil alsdenn die Laſt der Balken und der Mauerlatte auf dem dazu zu ſchwachen Sturz de nicht ruhen kann, ſondern es muß dieſerhalb ein ſtarkes Stuͤck Holz gh Fig. B quer uͤber den Flur mit beiden Enden auf die Flurſcheidewaͤnde, und mit einer Seitenflaͤche dicht an die Frontmauer gerade eingelegt werden, in welchem Holze man dann die Balken gleichfals mit einem Schwalbenſchwanzzapfen einlaſſen kann. Dergleichen zum Tragen uͤber eine Oefnung treffenden Mauerwerks angebrachte Bogen abe, pflegt man auch uͤber die Kellerfenſter zu machen, wenn ſelbige ſcheidrechte Sturze von Werkſtuͤcken haben, um ſolche von der Laſt des darauf treffenden Mauerwerks zu befreien. Ueberhaupt muß, wenn eine volle Mauer uͤber eine Oefnung weggefuͤhrt wer⸗ den ſoll, ſolche auf einem Gewoͤlbbogen, wo moͤglich von einem halben Zirkel, und nur, wenn die Wiederlagen ſtark genug ſind, auf flaͤcherem Gewoͤlbe ruhen. Niemals muß aber blos ein Holz uͤber eine Oefnung gelegt und ein Mauer⸗ werk darauf geſetzt werden; denn wenn das Holz auch noch ſo ſtark waͤre, ſo iſt doch mit der Zeit eine Senkung deſſelben zu beſorgen; wenn dann dergleichen Ein⸗ biegungen auch das wirkliche Einbrechen nicht nach ſich ziehen, ſo verurſachen ſie doch ein wiedriges und baufaͤlliges Anſehen. Die in den Scheidemauern anzubringende Stubenthuͤren ,ſind nach der Qua— litaͤt der Gebaͤude 3, 3 ½ bis 4 Fuß auch 5 Fuß breit, und im letzten Fall zwei⸗ fluͤglicht. Sie muͤſſen ebenfalls eine proportionirte Hoͤhe haben, die am beſten durch die doppelte Breite beſtimmt wird. Die Thuͤren werden bei Auffuͤhrung der Mauer in ſogenannte Blockzargen eingeſetzt, welches Raͤhme von 4 bis 5 Zoll dicken und nach Verhaͤltniß der Staͤrke der Scheidewaͤnde, von 9 bis 10 Zo breiten Holze in der Groͤße der Thuͤroͤfnun⸗ gen ſind, Fig. 135. Die Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 287 ausih uinn Die Thuͤrzargen haben an den untern und obern Querſtuͤcken vorragende zuge⸗ ein dhal ſpitzte Lappen oder Ohren aa, Fig. 135., und werden an den Seiten bei b b etwas lt J. ausgehohlt, worin beim Einſetzen die Steine eingezwickt werden, damit die Block⸗ und auch zargen deſto feſter in den Mauern ſtehen. e, deregit⸗. Ueber dieſe Blockzargen muß jederzeit ein Bogen Sde von einem Stein ſtark V eieh in die Mauer geſchloſſen werden, damit nur deſſen Ausfuͤllung, und nicht die ganze „Bulku Mauer auf dem obern Stuͤck der Blockzarge ruhe. des fol Man kann auch 2 Bogen, jeden von einem halben Stein, uͤber einander machen, damit wenn bei zu etwa vorzunehmenden Veraͤnderungen, der eine Bogen leiden ſollte, der andere die Mauer trage. Steiu 1 lmt Die unteren Stuͤcke der Blockzarge, werden nur aus dreizoͤlligen Bohlen U unter gemacht, um nicht hohe Tritte in die Thuͤren zu haben; will man aber den Tritt in den Thuͤren gaͤnzlich vermeiden, ſo muͤſſen die untern Stuͤcke der Zarge noch Laſt der ſchwaͤcher ſeyn. Die Blockzargen bekommen eine Vertiefung oder Falz, worin die aunj Thuͤre einſchlaͤgt, und man hat ſie mit oder ohne die Bekleidung k und l, wenn aber, er mit wie es bei anſehnlichen Gebaͤuden geſchiehet, ein beſonderes Futter fghi in die Thuͤr⸗ un de zarge eingeſetzt wird, ſo iſt auch der Falz in der Blockzarge nicht noͤthig. Daſten Bei Entwerfung der Bauriſſe hat man moͤglichſt dahin zu ſehen, daß die Thuͤren nicht zu nahe an andere Waͤnde, beſonders nicht zu dichte an die Giebel⸗ und Front⸗ degfen manern angebracht werden: denn im erſteren Fall wird die Paſſage durch die Thuͤ⸗ du a ren ſehr unbequem; ſind es aber Giebel⸗ oder Frontmauern, an welchen die Thu— ürt wer⸗ ren zu nahe ſtehen, ſo ſind die gewoͤhnlich nur flach daruͤber gewoͤlbte Bogen im el, und Skande, beſonders, wenn in den folgenden Stockwerken nicht wieder Thuͤroͤfnun⸗ gen, wie es der Regel nach ſeyn ſollte, ſondern volle Mauern auf die unteren Thuͤ⸗ Mauer. ren zutreffen, die ſchwachen Giebel⸗ oder Frontmauern herauszuſchieben. do iſt Ein Fall, den die Erfahrung nur kuͤrzlich bei einem Bau gelehrt hat, wo aus dieſer Urſache ein Theil . der Hinterfronte einſtuͤrzte. ſchen ſie 4 Die An 3 144.„ Die Anlage bequemer und ſowohl in Abſicht des Feuers, als des feſten Stan⸗ Von der An⸗ er Quo des ſicherer Feuerungen gehoͤret ohnſtreitig zu den weſentlichſten Stuͤcken eines Gebaͤu⸗ lage der Feue⸗ „ des, und erfordert alſo die vorzuͤglichſte Ueberlegung eines Baumeiſters. kungen. d Vnel Die dabei vorkommenden Umſtaͤnde ſind aber ſo mannigfaltig, daß es ſchwer n beſta iſt, daruͤber fuͤr alle Faͤlle paſſende Vorſchriften zu geben; ich muß mich daher auf allgemeine Anweiſungen einſchraͤnken, nach welchen bei Entwerfung eines Riſſes atzargen zu einem Gebaͤude, die Lage der verſchiedenen Feuerungen und Schornſteinroͤhren, Strt gegen, neben und uͤber einander, in mehreren Etagen, anzuordnen ſeyn duͤrfte. noͤfnm Die Heitzung der Oefen geſchiehet demnach auf vier verſchiedene Arten: die Kk Vierter Abſchnitt. a) durch Vorgelege, b) durch Heitzkamine, -) unter den Rauchfaͤngen in den Kuͤchen, und d) unmittelbar aus den Zimmern. Vorgelege nennet man die mit Mauern eingeſchloſſene Raͤume, aus wel⸗ chen ein oder mehrere Oefen geheitzet werden; ſie ſind entweder ſo geraͤumig, daß eine Perſon darin ſtehen und das Heitzen auch das Ausziehen der Aſche aus den Oefen, bequem verrichten kann, alſo etwa 3 Juß breit, 2⸗ 2 ½ Fuß tief, und der Fußboden a plein pied oder mit dem der Etage gleich, in welchem Falle die Fußboͤden der Vorgelege jederzeit mit Steinen gepflaſtert ſeyn muͤſſen. Oder es ſind die Einheitzungen ſo eingerichtet, daß man beim Einheitzen vor dem Vorgelege ſtehen bleibt. Dieſe werden Heitzkamine genannt, weil ſie mit einem Heerd ausgemauert ſind, der jedoch einen Zoll niedriger als die Ofenloͤcher ſeyn muß, damit die Ofenthuͤre geoͤfnet werden kann. Aus den Heitzkaminen wird gewoͤhnlich nur ein bis zwei Oefen geheitzt; des darin anzulegenden Heerdes bedient man ſich zuweilen mit zum Kochen; ſelbſt ohne dieſe Abſicht wuͤrde derſelbe nicht nur uͤberfluͤſſig, ſondern dieſer Heerd auch die Anlage der zur Torffeuerung noͤthigen Roſten und Zuͤge verhindern. Die Heitzkamine ſind gewoͤhnlich 20 Zoll tief und 1½⸗2 Fuß breit. Wenn das Ofenloch weniger als zwei Fuß von der Thuͤre eines Vorgeleges entfernt iſt, ſo muß ſelbiges nicht mit einer hoͤlzernen, ſondern mit einer eiſernen Thuͤre verſchloſſen werden. Da nun die Heitzkamine, welche man auch zum Theil zur Erſparung des Platzes anbringet, nur etwa 20 Zoll breit ſind, ſo muͤſſen dieſe billig jederzeit mit eiſernen Thuͤren verſehen ſeyn. Zu den hoͤlzernen Vorgelege⸗Thuͤren wird in den Steinen Fig. 136. ein Falz aa gehauen, worin die Thuͤre einſchlaͤgt. Die Vorgelege⸗Thuͤren werden uͤbrigens nach Umſtaͤnden zwiſchen 2 und 2½ Fuß breit und ohngefaͤhr 5 Fuß hoch gemacht. Die Umfangsmauern der Vorgelege, welche nur einen halben Stein ſtark ſeyn duͤrfen, muͤſſen nicht nur in den untern Etagen ſo wie jede andere maſſive Mauer ein Fundament in der Erde erhalten, ſondern auch die obern, oder die in den folgenden Stockwerken, muͤſſen allezeit auf untern maſſiven Mauern ſtehen, indem die Schornſteinroͤhren wiederum ganz oder zum Theil auf dieſen Vorgelegemauern ruhen und durch die mindeſte Senkung dieſer Vorgelege nachtheilige Borſten theils in ihnen ſelbſt, theils in den Schornſteinroͤhren entſtehen koͤnnten. aus wel wig, daß e aus den ief, und em Falle n. Oder vor dem il ſie mit fenluͤcher t, ds ldſt ohne auch de ergelegts eiſernen ung des zeit wit din den und 22 ein ſtatt emaſſive er die in en, inden gemauenn den thiis “ Jon den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 2 59 Man bringt daher die Vorgelege gerne uͤbereinander an, wie Fig. 136. bei bcde in AB Czu erſehen, welches auch deshalb noͤthig iſt, damit die aus den untern Etagen kommende Noͤhren der unteren Vorgelege neben den Roͤhren der obern Vorgelege mit aufgefuͤhret werden koͤnnen. Iſt aber unten kein Vorgelege vorhanden, ſo muß doch ein Fundament dazu aus dem Grunde, und eine Mauer durch die — untere Etage aufgefuͤhret werden. Im aͤuſſerſten Nothfalle, wenn nemlich die Einrichtung der untern Zimmer, die Anlage einer Grundmauer fuͤr das obenſtehende Vorgelege nicht verſtattete, ſo muͤſſen doch wenigſtens zwei Seiten der Vorgelege⸗Mauer auf unteren Grund⸗ mauern, oder maſſiven Scheidewaͤnden ſtehen, alsdenn die Mauer xv Fig. 137. des obern Vorgeleges, bei B allenfalls auf untergelegte Eiſen geſetzt, und uͤber der Thuͤre von r bis v ein nicht zu flacher Bogen gewoͤlbet werden kann. Damit aber ein ſolches Vorgelege einen gepflaſterten ſichern Fußboden erhalte, muß auch unten ein Bogen geſpannt und das Pflaſter darauf gelegt werden, denn Balken oder Windeldecken muͤſſen niemals unter die Vorgelege durchgehen. Das Uebereinanderſtellen der Vorgelege beobachtet man auch wegen Erſparung der Koſten und des Raums, wobei man ſie gerne ſo anlegt, daß in jeder Etage mehrere Oefen aus einem Vorgelege zugleich geheitzet werden koͤnnen; und ob zwar die Oefen die Zimmer am beſten erwaͤrmen, wenn ſie in der Mitte derſelben ſtehen, ſo legt man ſie doch mehrentheils in den Ecken derſelben an, eines Theils, weil daſelbſt ſchon zwei Scheidemauern zugleich zwei Seiten des Vorgeleges abgeben, andern⸗ theils, weil die Stellung des Ofens in der Mitte eines Zimmers, in mancher andern Abſicht hinderlich iſt. Die Ofenloͤcher in den Vorgelegen muͤſſen moͤglichſt ſo ange⸗ leget werden, daß man mit der rechten Hand bequem einheitzen kann. Wenn aus einem Vorgelege die Heitzung zu mehrern Oefen angebracht iſt, ſo bedarf es deshalb doch nur einer Roͤhre, die aber wegen des Fegens nie unter 15 bis 16 auch 18 Zoll lang, und 15 bis 16 Zoll breit ſeyn muß. Werden mehrere Oefen aus einem Vorgelege geheitzt, ſo koͤnnen die Roͤhren zu beſſerer Abfuͤhrung des Rauchs verhaͤltnißmaͤßig etwas weiter angelegt werden Hat ein Gebaͤude nur ein Stockwerk, ſo formirt der Umfang des Vorgeleges zugleich die Roͤhre, welche denn entweder fuͤr ſich gerade aus dem Dache gehet, oder mit nicht zu weit entfernten andern Roͤhren ſchraͤge zuſammen gezogen und in einem Schornſtein aus dem Dache gefuͤhret wird. Da die Auffuͤhrung der Schornſteinroͤhren uͤber das Dachgebaͤlke, durch das Dach erſt nach geſchehe⸗ ner Eindeckung des Daches geſchiehet, ſo ſoll eines Theils aus dieſem Grunde, andern Theils, weil um die dazu gehorigen Lehren zu verſtehen, ſchon die Kenntniß der Dachverbaͤnde vor⸗ ausgeſetzt werden muß, das Noͤthige uͤber die Ziehung der Roͤhren durch die Daͤcher, erſt bei Kk 2 7 260 Vierter Abſchnitt. dem Abſchnitt von dem innern Ausbau der Gebaͤude folgen; was alſo hier von den Roͤhren vorkommt, gilt nur durch die Etagen bis an den Dachboden. Hat ein Gebaͤude zwei oder mehrere Stockwerke, ſo muß wie in Fig. 136, der Umfang des untern Vorgeleges um ſo viel erweitert werden, daß die Vorgelege und Roͤhren der ſolgenden Stockwerke dadurch ihre gehoͤrige Grundmauer erhalten. Hierauf muß alſo gleich bei der Anlage der untern Vorgelege Ruͤckſicht genom⸗ men und dieſe in gehoͤriger Weite angeleget werden. Um dies deutlicher zu machen, ſo ſey z. E. Fig. 138. Aein Vorgelege in der untern Etage, und B das darauf fol⸗ gende in der 2ten Etage; nun muß die Roͤhre c des untern Vorgeleges gegen das obern hingezogen werden; dieſes kann aber nicht anders geſchehen als durch Schleppen, Schleifen oder Ueberſetzen, wodurch das untere Zimmer nicht nur verunzieret werden, ſondern die Roͤhre auch keinen feſten Stand erhalten wuͤrde; es muß alſo der Grund edfzu dieſer Roͤhre gleich vorhanden ſeyn, oder, das untere Vorgelege gleich ſo groß als das obere ſamt der untern Roͤhre wird, ange⸗ legt werden. In der 3ten Etage C kommt noch eine Roͤhre von der 2ten hinzu, und die Anlage des Vorgeleges in der 1ſten Etage wird alſo nach den Linien mgh, und in der 2ten nach den Linien nkl erforderlich ſeyn, damit das Vorgelege in der 3ten Etage ebenfals ſamt den zwei Schornſteinroͤhren auf gehoͤrigem Grunde aufgefuͤh⸗ ret werden koͤnne.. Daß dieſe Vorgelege und Roͤhren vielen Raum in den Zimmern wegnehmen, iſt fuͤglich dadurch zu verhuͤten, wenn man die? Nittelwaͤnde außer den bereits an⸗ gefuͤhrten Urſachen, auch aus dieſem Grunde ſo breit macht, daß die Roͤhren und Vorgelege darin verſteckt werden koͤnnen. Da nun eine Roͤhre nicht unter 15 Zoll breit ſeyn darf, und die zwei halbe Stein ſtarke Einſchließung der Roͤhre auch noch 10 Zoll ausmacht, ſo muͤſſen die Mittelwaͤnde in dieſem Fall 25 Zoll dick wer⸗ den, jedoch brauchen ſie auch da nicht, wo keine Roͤhren durchgehen, volle Mauer zu haben, ſondern es koͤnnen uͤberwoͤlbte Vertiefungen, wie z. E. Fig. 139. A bei bede darin angeleget werden. Hiernaͤchſt muß ſo viel als moͤglich geſucht werden, zwei bis drei Zimmer aus einem Vorgelege zugleich zu heitzen. Um als dann die Ecken moͤglichſt zu verſtecken, legt man Niſchen an, worin ſich vorzuͤglich runde Oefen gut plaziren laſſen, wie in Fig. 140. zu erſehen iſt. Wenn auch dergleichen Vorgelege uͤbereinander ſte⸗ heu, ſo laſſen ſich dennoch die Roͤhren ziemlich gut darin anbringen. Damit die Oefen nicht zu weit in die Zimmer treten, wird in den Niſchen erſt ein Hals angebracht, und die viereckigten Oefen cc mit ihren langen Seiten da⸗ den Iänet Fig. 195, Vorgelege erhalten. ht genom⸗ umachen, rauf fol⸗ ſegen das durch richt nur n wͤrde⸗ der, das , ange⸗ ddde Ih ud der zten aufgefühe egnehmen, erreits an⸗ ie Röhren unter 15 ohre auch dick wer⸗ ole Mauer 99. A bei mmer aus verſtecken, laſen, wit nander ſte⸗ ſchen et eiten da⸗ Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude 261 gegen geſtellt; oder, man ſetzt in zierlichen Zimmern, ſo wie in Fig. B zu ſehen, viereckigte Poſtament⸗Oefen d, auf welchen eine Saͤule, Vaſe oder Figur geſtel⸗ let wird. Die in dieſer Art angebrachte Oeſen ccheitzen ſehr gut, weil ſie die laͤng⸗ ſten Seiten nach den Zimmern haben; jedoch iſt auch dahin zu ſehen, daß ſelbige wenigſtens 6 Zoll mit ihrem Fuße von der Mauer abſtehen, um die noͤthigen Repa⸗ raturen uͤberall daran vornehmen zu koͤnnen. Uebrigens iſt zu bemerken, daß die Brandmauern und Roͤhren nicht mit Kalk ſondern mit Lehm gemauert und inwendig recht glatt damit ausgeſtrichen werden, weil der Kalk am Feuer nicht haͤlt. In Berlin beobachtet man dieſes jedoch nicht, ſondern die Brandmauern und Roͤhren werden mit Kalk gemauert. Die Heitzung der Oefen aus den Kuͤchen geſchiehet faſt beſtaͤndig unter den uͤber den Feuerheerden befindlichen Rauchfaͤngen oder Rauchmaͤnteln, welche ent⸗ weder auf einem hoͤlzernen Balken ab(Rauchfangsholze) Fig. 143. A und B oder auf zwei dergleichen cd und ce Fig. C ruhen; dieſe Rauchfanghoͤlzer ſind inner⸗ halb etwas ausgepfalzt nach den Profil m, worauf der ſogenannte Buſen aufgefuͤh⸗ ret wird. Sie treffen mehrentheils mit einem ihrer Enden rechtwinklicht zuſammen, unterdeſſen daß die andern Enden wenigſtens 9 Zoll tief in die Mauern d und e Fig. C eingelegt ſind. Da wo beide Rauchfangshoͤlzer uͤbergeſchnitten und miteinander verbunden ſind, wird eine eiſerne Stange q(Rauchfangsbolzen) von unten durchgeſtochen und oben in einem daruͤber liegenden Balken befeſtiget, und zwar hat dieſes Eiſen unten einen ſtarken Knopf v, oben aber wird das durch den Balken reichende Ende vermittelſt einer eiſernen Platte, und eines Splints, oder aber durch eine Schraube befeſtiget, welche letztere Befeſtigung allerdings der mit dem Splint vorzuzie⸗ hen iſt.— Zuweilen muͤſſen auch drei Hoͤlzer auf die vorhin gedachte Art mit einander verbunden, und an zwei eiſerne Bolzen angehaͤngt, auch bei großen Rauchfaͤngen noch ein auch wohl zwei Bolzen in der Mitte durchgezogen werden. Die dergeſtalt an eiſernen Bolzen angehaͤngte Rauchfaͤnge ſind fuͤr die Kuͤchengeſchaͤfte nicht hinderlich, ſie muͤſſen aber zur Vermeidung einer Entzuͤndung beſonders wo oͤfters und ſtarkes Feuer auf dem Heerd gehalten wird, tuͤchtig berohrt oder mit hoͤlzernen Spriegeln benagelt, und mit Strohlehm oder wenn man ſelbige zuvor eingehackt hat, mit Kalk worin Thierhaare gemiſcht ſind, uͤberzogen werden. Die Hoͤhe der untern Seite der Rauchfangshoͤlzer uͤber das Pflaſter der Kuͤche muß wenigſtens 5 ½ Fuß betragen. Anſtatt die Rauchfangshoͤlier mit eiſernen Bolzen an die Balken zu befeſtigen, pflegen auch wohl Pfeiler gemauert und die Rauchfangshoͤlzer darin eingeleget zu werden. 3 Kk 3 Bierter Abſchnitt. Allein dergleichen Pfeiler benehmen den Raum; um nun dieſe Unbequemlichkeit zu verringern, giebt man dieſen Pfeilern gewoͤhulich nicht die gehoͤrige Staͤrke zum tragen, wodurch man in den noch groͤßern Fehler verfaͤllt, daß der Rauchmantel nicht ſicher genug darauf ruhet. Herr Behrends in ſeiner Meklenburgſchen Landbaukunſt S. 198 haͤlt zwar die Weglaſſung der Pfeiler unter den Rauchmaͤnteln nur fuͤr eine vorgebliche Bequemlichkeit, um da⸗ durch mehr Raum zu gewinnen, das Anhaͤngen an die Balken aber fuͤr ſchaͤdlich; er fuͤhret aber den Grund von letzterm nicht an, der auch ſo ſchwer zu ſinden ſeyn wuͤrde, als der Beweis, daß die Pfeiler in den Kuͤchen nicht hinderlich ſind. Indeſſen iſt es doch ſehr gut, daß er die Pfeiler in angemeſſener Staͤrke und auf einem tuͤchtigen, tief aus dem Grunde geholten Funda⸗ ment, außzufuͤhren vorſchreibt, welches vorzuͤglich nothig iſt, wenn man bei großen Brau⸗ oder Brennerey⸗Schornſteinen nach Fig. 144. A von den Pfeilern a a nach den Einſchließungsmauern, anſtatt der Rauchfangshoͤlzer, Bogen ſchließt. Außer den Feuerheerden werden nun unter dieſe Rauchmaͤntel wie in Fig. 143 und 144 zu ſehen, zuweilen auch Ofenloͤcher in den Einſchließungswaͤnden der Kuͤ⸗ chen angebracht. Vorgelege wie Fig. 145. in die Zimmer ſelbſt anzulegen muß moͤglichſt verhu⸗ tet werden, und ſolches nur im hoͤchſten Nothfall geſchehen, weil man in ſolchen Zimmern, aus welchen dergleichen Heitzung geſchieht, manchen Unbequemlichkei⸗ ten ausgeſetzt iſt. Die Oefen k, in welchen man unmittelbar aus den Zimmern einheitzt Fig. 144., und die man Win doͤfen nennt, brauchen kein beſonderes Vorgelege; die eiſerne Rauchroͤhre derſelben 1 wird aber in eigne, fuͤr einen oder mehrere dergleichen Oefen angelegte Roͤhre, oder in andere Vorgelege⸗ oder Kuͤchenroͤhren, geleitet. In vorletztern Fall geſchieht die Reinigung von dem durch die Windoͤfen ver⸗ urſachten Ruß, durch das Einſteigen des Schornſteinfegers in die Vorgelege⸗ Roͤhren, in welchen die eiſernen Ofenroͤhren geleitet ſind. Sind aber die Roͤhren blos fuͤr Windoͤfen beſtimmt, ſo muß unten in dieſen Roͤhren eine Thuͤre angebracht werden, in welche der Schornſteinfeger hineinſtei⸗ gen, auch durch ſelbige den herabgefegten Ruß herausbringen kann. Oefters iſt keine andere Gelegenheit, als dieſe Einſteige⸗ Thuͤren in den Zimmern ſelbſt anzubringen; ob ſie nun zwar aͤußerſt klein gemacht werden, ſo ſind ſie doch nicht wohl zu verſtecken, und außer⸗ dem werden dadurch in guten Zimmern leicht Unreinlichkeiten verurſachet. Will man nun dieſe ver⸗ meiden, ſo darf man dergleichen Roͤhren nur bis in das Souterrain herabgehen laſſen, wo alsdenn der Schornſteinfeger einſteigen und auch den Ruß herausſchaffen kann. 4 1 In Fig. 136, 139 bis 142. ſind verſchiedene Arten von Vorgelegen vorge⸗ ſtellt, ſo wie ſolche in Gebaͤuden von drei, zwei und einer Etage anzulegen ſeyn wuͤrden.. Fig. 136. iſt demnach ein Vorgelege zu einem Hauſe von drei Etagen, aus welchen drei aneinander liegende Zimmer geheitzet werden koͤnnen. benraun man in da ält zvar d teit, un de fihret aher der Beweis, daß er die lten Funda⸗ Brau⸗oder gemauerm, dig. 193 der Kü⸗ Pveryl⸗ ſulchen ichkei⸗ 9.144., eiſerne gleichen feitet. fen ver⸗ gelege⸗ dieſen ainſtei⸗ hringen: d außer⸗ leſe ver⸗ alsdenn vorge⸗ n ſeyn aul Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 263 Wenn man ſich aber eben dieſes Vorgeleges in einem Hauſe von 2 Etagen bedienen wollte, ſo koͤnnte das Vorgelege um 1 Fuß 3 Zoll in der Breite von bis d ſchmaͤler ſeyn. Sollte es aber in einem Gebaͤude von nur einer Etage gebrauchet werden, ſo wuͤrde ſelbiges in die Laͤnge und Breite 1 Fuß 3 Zoll im Lichten kleiner ſeyn koͤn⸗ nen, weil man alsdenn nicht auf den Raum fuͤr die von unten heraufkommende Roͤhren zu rechnen haͤtte. In Fig. 139. iſt in allen dreien Etagen neben dem Vorgelege ein großer Ca⸗ min f ubereck vorgeſtellet. Wie die Roͤhren bei dieſer Anlage nebeneinander gezo⸗ gen und auf den Dachboden zuſammen kommen, weiſen die Grundriſſe von jeder Etage von ſelbſt nach. Sollte aber gedachtes Vorgelege nebſt dem Camin in einem Hauſe von 2 Eta⸗ gen angelegt werden, ſo wuͤrde alles uͤbrige voͤllig gleich bleiben, und nur das mit gh und ik bemerkte Stuͤck Mauer in der erſtan und zweiten Etage wegbleiben duͤr⸗ fen. Zu dieſer Anlage wuͤrden aber wenigſtens 11 Fuß hohe Etagen erforderlich ſeyn, um die Caminroͤhren bis in die dicke Mauer ſchleifen zu koͤnnen. Wollte man aber die vorige Anlage in einem Gebaͤude von nur einer Etage anbringen, ſo wuͤrde die im Grundriß A mit lkmn verſtaͤrkte Mauer ganz weg— fallen koͤnnen. Fig. 140. und 141. ſtellen ein uͤberecks angelegtes Vorgelege vor, aus wel⸗ chen man drei verſchiedene Zimmer heitzen koͤnnte. In Fig. 141. wird gezeigt, wie die Oefen, um nicht zu weit in die Zimmer vorzuſtehen, der Quere nach geſetzt werden koͤnnten., Dieſe Anlage bedarf keiner weitern Erklaͤrung, als daß die Roͤhren ſtatt 16 Zoll im Quadrat zu Gewinnung des Raums 14 Zoll breit und 16 Zoll lang ange⸗ legt worden ſind, und daß der Maurer, um den Roͤhren in Fig. 141. im Dache die rechtwinklichte Lage gegen das Haus zu geben, in der dritten Etage ſo bald er das ganze Vorgelege mit den beiden Roͤhren ab(wovon a die Roͤhre der erſten, und b die Roͤhre der zweiten Etage vorſtellt) fuͤnf Fuß hoch aufgemauert hat, die beiden Winkel x und y ſcharf herauswoͤlbet, um gegen die Roͤhre b der zweiten Etage, die Roͤhre c von der dritten zu bekommen. Darauf wendet er ſich mit allen dreien Roͤhren rechts,, nach Anweiſung der an der Oberkante der Balken und Wechſel angeſteckten Schnuren, da denn ſelbige mit den Balken der dritten Etage gleich, die Lage erhalten werden; wie ſolches der Grundriß dieſer Roͤhren auf dem Dachboden D zeiget. 264 Vierter Abſchnitt. Hat man die Abſicht, dieſe Art Vorgelege in einem Gebaͤude von zwei Eta⸗ gen anzuwenden, ſo werden nach dem Grundriß der erſten Etage, die beiden Waͤnde e und f um einen Fuß und ſechs Zoll naͤher zuſammen geruͤckt. Will man ſich aber dieſer Art von Vorgelege in einem Gebaͤude von einer Etage bedienen, ſo werden auſſerdem bei einer ſchon gedachten naͤhern Zuſammenziehung der Waͤnde e und f im Grundriß der erſten Etage, auch die Waͤnde i und k einen Fuß und ſechs Zoll zuſammen gezogen, alsdenn ein ſehr kompendioͤſes Vorgelege erhalten werden kann. Fig. 142. weiſer die Anlage eines Vorgeleges nach, aus welchem man nur zwei Oefen heitzen kann. Es iſt an ſich, wie ſolches die Grundriſſe der erſten, zweiten und dritten Etage zeigen, ganz gleichguͤltig, ob man runde Oefen, Oefen mit einem Poſtament, oder ordinaire lange Oefen darin anbringen will. Am beſten werden die Roͤhren in einer zwei Fuß vier Zoll ſtarken Mauer in dieſer Lage neben dem Vorgelege gezogen, und es bedarf keiner weitern Beſchreibung, als daß bei zwei und bei einer Etage die hier gezeichneten von unten herauf kommenden Roͤhren, wegfallen.. Wie die Roͤhren auf den Dachboden bei drei Etagen gegen einander zu liegen kommen, weiſet der mit D bezeichnete Grundriß nach. Einige Maurer pflegen gewoͤhnlich die Kuͤchenſchornſteinroͤhren blos vermoͤge eines auswaͤrts gemauerten Kranzes Fig. 147. B auf die Balken zu haͤngen, oder nach der Kunſtſprache, aufzuſatteln, vorzuͤglich dann, wenn ſie die Roͤhren mitten uͤber den Rauchfang auffuͤhren. Dies iſt aber keinesweges eine ſolide Bauart, ſondern es muͤſſen die Roͤhren nach einer Ecke gezogen werden, wo ſchon zwei Brandmauern ſind, worauf die Roͤhre wenigſtens mit zwei Seiten ruhet Fig. 147. A. Iſt man aber genoͤthiget, wie es in vielen Faͤllen auch beſſer iſt, die Roͤhren mitten uͤber den Heerd anzule⸗ gen, ſo muß der Heerd eine ſtarke Ruͤckmauer erhalten, und die Roͤhren dergeſtalt dahin gezogen werden, daß ſie auf dieſer Ruͤckmauer ihren ſichern Stand erhalten, Fig. 147. C. Hoffentlich werden Anfaͤnger durch dieſe Beiſpiele von guter und ſichrer — Anbringung der Vorgelege, ſchon in den Stand geſetzt werden, ſich bei veraͤnderten Umſtaͤnden zu helfen. * Da es oft nicht wenig zweckmaͤßig iſt, zu wiſſen, wie eine Sache nicht ſeyn muß, ſo werden Anfaͤnger ſehr wohl thun, in Schmidts buͤrgerlichen Baumeiſter, die groben Fehler aufzuſuchen, welche dieſes Werk, als Vorſchriften zur Anlegung der Vorgelege und Roͤhren darin anpreiſet. Man wird finden, daß die ſchwerſten Vorgelege, Brandmauern und Rohren, auf die bloßen Decken der unteru i zwei En die beiden Wil mau ebedienen, der Waͤnde n Juß und ege erhaſten man nur der erſten, ſen, Oefen will. Am dieſer Lage ung, a nmenden zu liegen vermͤge gen, oder ie Röhren e Nhren rauf die nothiget danzule⸗ dergeſtalt erhalten, d ſichrer aͤnderten 4 Anfäͤnger nhzuſuchel, iſet. W Dauen der unteru Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 263 untern Zimmer aufgeſtellet ſind, daß die Roͤhren aus dem erſten Stockwerke, in die Grundriſſe der folgenden Stockwerke in einer Art angegeben ſind, die groͤßtentheils ganz unausfuͤhrbar iſt. Es wuͤrde zu weitlaͤuftig werden die Faͤlle ſelbſt hier anzugeben und zu beleuchten, indeſſen nicht aus Tadelſucht, ſondern zur Belehrung kann ich nicht umhin unter andern fehlerhaften Anlagen der Feuerungen in Behrends Mecklenburgſchen Landbaukunſt, die auf der sten Kupfertafel gedachten Werks angegeben, auszuheben, und das dabei hoͤchſtfehlerhafte zu zeigen. 4 Es iſt nemlich Fig. 148. die Roͤhre vom Kuͤchenheerd und zwei Ofenheitzungen in der untern Etage B, im Dachriß C auf der Stelle a, angegeben. 3 Traͤgt man nun die Stelle fuͤr dieſe Roͤhre, nach den Linien cd in den Grundriß der erſten Etage, ſo wird man ſchon ſehen, daß ſie auf das Gebaͤlke dieſes Zimmers zutrift; noch mehr zeigt ſich ſolches aber, wenn man ſich das neben dieſem Grundriß ſtehende Profil D entwirft, woraus hervorgehet, daß die Roͤhre, um auf dem Dachboden den Stand a zu bekommen, durch die Stube gezogen werden muͤßte. Da ferner in dem Aufriß A der Schornſtein in der Mitte des Daches auf der Stelle b angegeben iſt, ſo muͤßte ſie nicht nur nach der Linie od im Profil D, geſchleift, ſondern auch zugleich nach der Nichtung ek im Aufriſſe A, gezogen werden. Man bemerke nur noch, daß es gut iſt, die Feuerungen ſo viel als moͤglich neben einander, und beſonders bei Gebaͤuden mit Corridors, ſelbige moͤglichſt ein⸗ ander gegenuͤber zu legen, damit die beiderſeitigen Roͤhren auf dem Dachboden in gothiſchen oder Spitzbogen zuſammen gezogen werden koͤnnen. Wie wenig Herr Behrends die erſte dieſer Regel beobachtet, zeiget die aus ſeinem Buche Tab. 2, entlehnte Figur 149. Warum legte er das Vorgelege a nicht ſo an, daß die Stube b gleich mit daraus geheitzt werden konnte? Es haͤtte zwar in die Ecke des Zimmers d hinein gelegt werden muͤſſen, alsdann waͤre aber der Durchgang nicht ſo beenget worden, wie bei der jetzigen Anlage, angenommen, daß jede vorzulegende Roͤhre nur 16 Zoll breit ſei, und jede Auſſenmauer ⸗ Zoll, ſo betraͤgt dies 42 Zoll, oder 3 Fuß 5 Zoll. Ziehet man dieſe von der Breite des Gangs ab, welcher hoͤchſtens 6 Fuß breit gezeichnet iſt, ſo bleiben nur 2 Fuß 6 Zoll zum Durchgang zwiſchen beiden Vorgelegen. Was ſich Herr Behrends dabei gedacht hat, wenn er die Ofenloͤcher uͤberall uͤber die Feuer⸗ heerde augelegt hat, iſt mir unerklaͤrbar, denn man muͤßte ja, um zu den Ofenloͤchern zu gelangen, auf den Feuerheerd ſteigen. Z. B. liefere ich nur aus Tab. 9. ſeines Buchs, die 15oſte Figur. Endlich ſollten die Eingaͤnge oder die Thuͤren der Vorgelege nicht unter den Trep⸗ pen, wenigſtens nicht da angelegt werden, wo die Treppenſtuffen noch nicht eine Hoͤhe von 7 bis 8 Fuß erreicht haben. Was in Abſicht der von den Kuͤchen und Kaminen kommenden Roͤhren der Vor⸗ gelege bisher vorgetragen worden, gilt auch bei hoͤlzernen Haͤuſern, wobei noch der Umſtand anzumerken iſt, daß wenn die Oefen nicht uͤber 1½ Fuß von den Waͤnden entfernt ſind, eine Mauer ſo lang als der daran ſtehende Oſen, aufgefuͤhrt, und keine hoͤlzerne Wand in der angegebenen Weite, hinter einem Ofen geſtattet wer⸗ den muß... Eben ſo wenig duͤrfen aber auch dergleichen Mauern in den obern Etagen auf untere hoͤlzerne Waͤnde oder auf Balken geſtellet werden, ſondern dergleichen Brandmauern, muͤſſen jederzeit von unten auf, maſſiven Grund haben. 4 1 266 Vierter Abſchnitt. In der Fig. 143. iſt in jeder Etage eines dreiſtoͤckigten Hauſes eine kleine Kuͤche nebſt 2 Ofen⸗Heitzungen und einem Kamin uͤber einander vorgeſtellt. In allen dreien Etagen ruhen die Rauchfaͤnge auf queer uͤber die Kuͤchen angebrachten Rauchfangsbalken; neben jeder Kuͤche ſind zwei Stuben, und jedesmal in einer derſelben ein Kamin angebracht, und zwar iſt hier in der erſten ein ſogenannter hollaͤndiſcher Kamin mit gebrochenen Ecken, und in der zweiten ein paraboliſcher Ka⸗ min angedeutet. Letztere Kamine ſind wegen ihres guten Anſehens, und ihrer Brauchbarkeit, in hieſiger Gegend ſehr im Gebrauch. Die 146ſte Figur zeigt das Detail eines ſolchen Kamins. 8 1 Die aͤuſſere Anſicht und Verzierung kann von Stuck⸗ oder Gipsmarmor ſeyn; in den Kaminen ſelbſt aber wird ein Roſt von eiſernen Staͤben gemacht, und dar⸗ auf das Holz gegen die paraboliſch gewoͤlbte Hinterſeite des Kamins aufgeſtellt. Da aber der Heerd oder Roſt nur ſehr ſchmal iſt, ſo wird ein eiſerner Korb(wel⸗ chen man mehr oder weniger verzieren kann) davor angebracht, und unter den Roſt ein eiſerner Kaſten hinein geſtellt, worin die Aſche faͤllt. Dieſer Kaſten muß eine durchbrochene Vorderſeite haben, um den noͤthigen Zug unter den Roſt zu erhalten. Oberhalb werden alle Seiten des Kamins ſo nahe zuſammen gezogen, daß nur ein Knabe hindurch kann; von dieſer Stelle aber faͤngt die Roͤhre wieder an ſich zu erweitern, welches dem Kamin einen guten Zug giebt. Im April Stuͤck von 1796. des Journals fuͤr Luxus und Moden, findet man auch eine Beſchreibung von einem ſolchen Kamin. In der dritten Etage iſt ein ſogenannter Eckardſcher Kamin vorgeſtellet, deſſen Ruͤckwand nicht nur im Grundriß, ſondern auch im Aufſteigen, einen Winkel macht. Die Ziehung der Roͤhren aller dieſer Feuerungen iſt aus den Grundriſſen zu erſehen, und dabei nur noch zu bemerken, daß fhk die Roͤhren der Rauchfaͤnge und gil die Kaminroͤhren ſind. Erſtere haben 20 Zoll in der Laͤnge, und ſind 15 Zoll breir im Lichten, welches uͤber ſolche kleine Kuͤchen hinreichend iſt. Die Groͤße der Kaminroͤhren iſt 15 Zoll in die Laͤnge, und 16 Zoll in die Breite. Wollte man dieſe Anlage in ein Gebaͤude von zwei Etagen anbringen, ſo wuͤrde die Roͤhre f Fig. C an die Stelle g, und die Roͤhre g auf die Stelle i kommen, ſo wie ſie in Fig. B ſtehen; h verbleibt, und die Roͤhre i koͤmmt an die Stelle des Kamins l. In einem Gebaͤude von nur einer Etage wuͤrden nach dem Grundriß der dritten Etage kh und g ganz wegfallen, und der Kamin nach Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 267. eine Ueie ſtell. I gedachtem Grundriß, an die Stelle der Kaminroͤhre i, die Kuͤchenſchornſteinroͤhre gebrachten aber in die Stelle des Kamins! verſetzt werden koͤnnen. in eint Wie alle dieſe Roͤhren bei einem Gebaͤude von drei Etagen auf dem Dachbo⸗ genannter den gegeneinander zu liegen kommen, weiſet der Grundriß Fig. 143 D nach. lſcher Ka⸗ Endlich iſt noch der Fall anzufuͤhren, wie man ſich helfen kann, wenn in der erſten Etage A Fig. 144. eine kleine Kuͤche, in der zweiten B aber ein Gang oder herei Corridor f angebracht werden ſollte. Dieſer Umſtand kann ſich da ereignen, wo chhorkeit,. S pif enes man nach der Stnbe g gelangen will, ohne durch die Kuͤche h zu gehen, oder wo man ſowohl nach h als g einen beſondern Eingang haben will. Es wird nemlich in der erſten Etage von a bis a ein Bogen von 1½ Stein ſtark und breit angeferti— nor ſeyn; get, um die maßive Brandmauer be von einem Stein dick, darauf ſetzen zu koͤnnen. und dar⸗ Um die Roͤhre der erſten Etuge ſowohl als auch den Einheitzkamin in der ſſeſtell weiten Etage anbringen zu koͤnnen, iſt alsdenn eine ſtarke Mauer d erfor derlich. h(wel⸗ Es verſteht ſich zwar von ſelbſt, daß dahin geſehen werden muß, daß der vorerwaͤhnte Gewoͤlbbogen ſein gehoͤriges Widerlager erhalte, und daß ein gleiches bei ſolchen Boͤgen geſchehen muß, welche ter den anſtatt hoͤlzerner Traͤger uͤber die Fluhre angelegt werden. Allein die Erinnerung an dieſe Vorſicht en woß wird nicht ſchaden, denn ich habe ſchon gefunden, daß wenigſtens nach den Zeichnungen, derglei⸗ Joſt n chen Bogen ſich gegen ſolche Mauern ſtützen ſollten, in welchen einige Zoll von den aͤußeren Seiten ab, Schornſteinroͤhren oder ſonſtige Hoͤlungen durchgingen; die geſchwaͤcht e Mauer kann aber nicht gen, daß als Widerlager des Bogens dienen, ſondern man muß ein gutes Stuͤck volle Mauer haben. vieder an S. 145. Bei gewoͤhnlichen Gebaͤuden trift man dreierlei Geſimße an, als: Von den Ge⸗ Fhrädun 1) das Hauptgeſimß, welches an dem obern Theil der Mauer, oder da, wo liubeundde das Dach anfaͤngt, befindlich iſt. tion. neſtelt 2) Die dieſem aͤhnliche, aber kleinere Geſimße, welche uͤber den Fenſtern und Winkel Thuͤren angebracht zu werden pflegen, und welche man Thuͤren⸗ oder Fen⸗ ſter⸗Verdachungen nennet. riſen zu Beide Arten von Geſimße ſind nicht ſowohl der Zierde als des Nutzens wegen acfnge vorhanden; das Hauptgeſimß nemlich, um das vom Dache herabfallende Waſſer ind 15 vom Fuß des Gebaͤudes deſtomehr zu entfernen, und die Jenſter„Verdachungen, Grißt um das an den Waͤnden anſchlagende Regenwaſſer von den Fenſtern abzuhalten; indeſſen iſt erſterer Zweck reeller als der letztere. Ueber vorſpringende Theile eines Gebaͤudes(Riſalits) oder auch wohl uͤber die Fenſter und Thuͤren wird gen, ſp zuweilen noch ein Geſimß, entweder nach einem Bogen Fig. 151. A, oder, e Stell dem guten Geſchmack angemeſſener, nach zwei geraden, einen unterwaͤrts gekehrten koͤmmt Winkel formirenden Schenkeln, angebracht, Fig. 151. B, welche Zuſammenſtel⸗ den nac lung ein Giebel oder ein Fronton genannt wird; der Raum aber zwiſchen dem un⸗ nin nach tern und obern Geſimße wird das Giebelfeld genannt. 812 268 Vierter Abſchnitt. In den großen Giebelfeldern uͤber vorſtehenden Theilen eines Gebaͤudes werden zuweilen Inſcriptiones oder andere allegoriſche Zierrathen angebracht. Nichts beleidiget indeſſen den guten Geſchmack mehr, als wenn dergleichen Giebel oder Frontons, ſie moͤgen im Großen, oder nur als Fenſter⸗und Thuͤren⸗ Verdachungen angebracht ſeyn, ſehr hoch ſind. Ohne eine eigentliche Regel des⸗ halb anzunehmen, kann man ſie eher zu flach als zu ſteil machen; Das in Fig. 151. A und B gezeichnete Fronton, hat der Breite zur Hoͤhe und ein gutes Anſehen. 3) Die ſogenannten Gurthgeſimße, Fig. 152. welche die Abtheilung der Eta⸗ gen andeuten, beſtehen nur aus einem glatten breiten Streifen, und unten ein paar kleinen Gliedern. Bei der Zeichnung und Conſtruktion dieſer letzten Geſimße iſt daher weiter nichts anzumerken, als daß ſie die Hoͤhe der Balken, das iſt 10, 11 Zoll erhalten, und daß die Steine um ſo viel vorgelegt werden, als das Geſimße vorſpringen ſoll, das iſt drei bis vier Zoll. Anm. Es iſt ſehr unrecht und nicht haltbar, die Gurthgeſimße, ſo wie andere vorſpringende Verzie⸗ rungen, an Facaden, als Schlußſteine Leſſeen, oder Pilaſters, Tafeln, die kleinen Bruſtgeſimße oder Sohlbaͤnke, Quadern oder Ruſtiquen und dergleichen, blos mit Kalk anzutragen; es muͤſſen vielmehr alle dieſe Stuͤcke bei Auffuͤhrung der Mauer ſogleich mit vorgelegt, oder die Steine auf der Stelle dieſer Decorationen um ſo viel als ſie vorſpringen ſollen, herausgemauert werden. Die vorgedachten Geſimße, und inſonderheit das Hauptgeſimße, ſind Haupt⸗ gegenſtaͤnde der hoͤhern Verzierungskunſt der Gebaͤude, und werden alſo in man⸗ cherlei Styl und Manieren angegeben. Fur gewoͤhnliche Gebaͤude, wovon hier nur die Rede iſt, kann man ſich be⸗ gnuͤgen, ſowohl die Hauptgeſimße als die uͤber Fenſter und Thuͤren folgendermaßen zu verzeichnen: Man theile die Hoͤhe ac Fig. 153. K, welche bei dem Hauptgeſimße an Ge⸗ baͤuden von einem Stockwerke 10 bis 12, bei zwei Stockwerken 15 bis 13 Zoll, (welches letztere Maaß auch bei dreien Stockwerken hinreichend iſt,) in 5 gleiche Theile, wovon das Obergeſimß 3 Theile, und das Untergeſimß 2 Theile enthaͤlt. Das Obergeſimß ab beſteht nemlich aus einer Platte d, einem Karniße e, welcher auch wohl ein Rinnleiſten genannt wird, einer Platte f, uͤber welcher man noch einen kleinen Rundſtab g anbringen kann, und endlich aus der ſogenannten haͤngenden Platte h. Das Untergeſimß b a beſtehet aus einem Wulſte oder halben Rundſtabe i 1, einer Platte k und einer Einziehung l. 1— Anm. Man bemerke, daß es ſehr unrichtig iſt, wenu einige das Untergeſimße eines Frontons oder ei⸗ ner Fenſterverdachung nach dem hier beſchriebenen Profil, vollauszeichnen, wie Fig. 151. C, ſon⸗ zebaͤudes wenden k. enn dergleiche und Lhuͤren⸗ ce Negel des in Fig 131. utes Anſehen. lung der En⸗ und unten daher weiter Jollerhalten, vorſoringen toende Verzie⸗ à Wraageſenze en; es miſſen die Steine qu twerden. ſind Haupt⸗ ſo in man⸗ nan ſich be⸗ ndermaßen ße an Ge⸗ 3 13 Jol, 5 gleiche enthaͤlt. arniße e, cher man enannten noſtabe i⸗ ns Oder a 1, C? H Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 269 dern es muß in jedem Fall der Karniß ab am untern Geſimße wegfallen, wie ſolches auch, Fig. 151. B, der Conſtruktion wegen, nicht anders ſeyn kann. Gewoͤhnlich giebt man dem obern Theil der Geſimße, ſo vielen Vorſprung oder Ausladung ad als das Geſimße hoch iſt. Die Geſimße gewinnen aber durch etwas mehrerer als die vorgedachte Ausla⸗ dung am gutem Anſehen; allein dadurch wird auch zugleich, wenigſtens bei Geſimßen von Ziegelſteinen, die Schwierigkeit der tuͤchtigen Anfertigung derſelben, und beſonders die der haͤngenden Platte, vermehret. Anm. Die haͤngende Platte iſt zwar ein fuͤr allemal bei allen Geſimßen eingefuͤhrt, allein ſie erreicht bei unbedeckten Geſimßen gar nicht den Zweck, zu welchem ſie eigentlich dienen ſoll, nemlich, daß das vom Dache herunterfließende Regenwaſſer davon abtraͤufeln ſoll. Es wuͤrde aber auch bei Geſimßen von Ziegelſteinen nicht einmal gut ſeyn, wenn die haͤngende Platte dieſen Dienſt leiſtete, in⸗ dem die Ziegel dadurch ſehr bald gaͤnzlich verwittern und herunterfallen werden. Das eigentliche Abtraͤufeln des Regens geſchieht von denen das Geſimß uͤberdeckenden Dach⸗ ziegeln am beſten, wie ſolches bald naͤher wird gezeigt werden. Soll daher ein Geſimß mit gewoͤhnlichen Steinen und ohne eiſerne Anker an⸗ gefertiget werden, ſo darf die haͤngende Platte nicht mehr als die halbe Laͤnge ei⸗ nes Steins uͤber das Untergeſimß vorſtehen, das ſind ohngefaͤhr 4 bis 5 Zoll. Will man aber die haͤngende Platte mehr vorſtehen laſſen, ſo muͤſſen dazu groͤßere Steine als die gewoͤhnlichen Fig. 59, und auch wohl zum Karniß ei— gentlich geſormte Steine Fig. 60., genommen werden. Wenn nun ein ſolcher Geſimsſtein etwa 18 Zoll lang und 3 bis 3 ½ Zoll dick iſt, ſo kann damit die haͤn⸗ gende Platte 8 bis 9 Zoll vor dem Untergeſimße vorſtehend, gemauert werden. Nicht nur bei jedem Geſimße, ſondern vorzuͤglich bei ſolchen weit vorſprin⸗ genden iſt es noͤthig zwiſchen die Knaggen d und Sparren 1 Fig. 154. noch ein Stuͤck aufzumauern, damit das Geſimß durch die Laſt dieſer Aufmauerung deſto⸗ mehr heruntergedruͤckt werde; jedoch iſt anzumerken, daß der mit Xx bezeichnete Raum zwiſchen dem Geſimße und dem Aufſchiebling nicht zugemauert werde, ſondern daß dieſer Spielraum verbleiben muß, damit der Knagge nicht auf dem Geſimß aufſtehe. Sollte aber ein ſo anſehnlicher Vorſprung der haͤngenden Platte verlangt wer⸗ den, daß die Geſimßſteine nicht mehr mit ihrer halben Laͤnge auf den Untergeſimß ruhen koͤnnen, oder ſind etwa die Steine ſo ſchlecht, daß man ihnen die Laſt des Obergeſimßes zu tragen, nicht anvertrauen kann, ſo muͤſſen eiſerne Geſimß⸗ anker gebraucht werden, um die haͤngende Platte zu tragen. Es iſt ziemlich gleich⸗ guͤltig, wie man ſelbige anfertiget, wenn ſie nur den verlangten Zweck leiſten. Einige geben ihnen die Geſtalt Fig. 155 A und B wie gewoͤhnlichen Balkenankern, nur daß der ſogenannte Splint a b alsdann horizontal liegt; dergleichen Anker 81 3 270 Vierter Abſchnitt. werden ohngefehr 5 bis 6 Fuß, oder etwa bis zum dritten Balken aus einander gelegt; man ſiehet aber dabei, daß die Zwiſchenweiten ac unter welchen die Anker nicht fortreichen, ſich dennoch ſelbſt, vermoͤge der Kohaͤſion tragen muͤſſen, die Anker aber naͤher zuſammen zu legen, wuͤrde zu koſtbar ſeyn; daher leget man lieber etwa 3 bis 4 Fuß auseinander nur blos flache eiſerne Stangen ef Fig. 156. von der Mauer heraus, welche gleichfalls nach Erforderniß, wenn nemlich die haͤngende Platte hoͤher als die Balken liegt, gebogen(gekroͤpft) werden, und an die Balken befeſtiget ſind; auſſerhalb dieſer Stangen aber kommen ſodann andere eiſerne Stangen der Länge des Gebaͤudes nach zu liegen, wodurch bewuͤrkt wird, daß die ganze haͤngende Platte von ſelbigen getragen wird. Wenn ein Geſimß um eine Ecke herum gehet, ſo ſiehet man aus Fig. 156. daß ſich die letztere Art der Unterſtuͤtzung auf eine ſimplere Art als nach Fig. 155. B anbringen laͤßt. Dergleichen Unterſtuͤtzung von Eiſen muß aber auch gehoͤrig hervorragen, nemlich ſo, daß der Vorſprung der haͤngenden Platte, etwas uͤber die Mitte der⸗ ſelben vor das untere Geſimß nach auſſen zu bei c(Fig. 155. A) unterſtuͤtzet werde. Da wo die Geſimßſteine auf den Splint des Ankers, oder auf die der Kaͤnge nach gelegte eiſerne Stange zu liegen kommen, wird ſo viel aus den Steinen ausge⸗ hauen, daß die untere Flaͤche des Ankers mit der untern Flaͤche der Steine gerade liegt, oder daß Stein und Eiſen unten eine gerade Flaͤche ausmachen. Auch iſt es vorzuͤglich nothwendig bei Anfertigung der Geſimße, die Steine ſchon gleich dergeſtalt nach der Form der einzelnen Glieder zuzuhauen, daß nur wenig Putz daran erforderlich wird, weil ſelbige am mehreſten vorſtehen, und folglich der Witterung am meiſten ausgeſetzt ſind, beſonders wenn ſie nicht gehoͤrig bedeckt ſind. Dieſes Zuhauen der Steine wuͤrde aber nicht allein zu muͤhſam und koſtbar, ſondern auch, da viele Steine dabei entzwei gehen, verſchwenderiſch ſeyn, daher iſt man in Ermangelung beſonders dazu geformter Steine, genoͤthiget, Dachſtein⸗ ſtuͤcken mit anzubringen, und daraus beſonders die kleinen Plaͤttgen zu machen; wie die 154ſte Figur zeigt. Bei der Anfertigung der Geſimße iſt naͤchſtdem auch auf den Verband der Steine zu ſehen, das iſt, die obern Steine muͤſſen allemal uͤber die Fugen der untern wegreichen, und dadurch die aͤuſſerſten Steine an die mehr auf der Mauer liegenden geankert werden; daher uͤberhaupt zum ganzen Geſimße keine Laufer, ſondern lauter Strecker genommen werden koͤnnen. dus einande en die Anka müſſen, di leget man fFig. 156. nemlich die en, und an ann andere irkt wird, Fig. 156. i9. 15.3 vtragen, oitte der⸗ zet werde. ange nach en ausge⸗ ine getade die Steine daß nur en, und tgehdrig doſtbar, in, daher dachſtein⸗ wachen; rband det pugen der auf da nße kein Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 271 Naͤchſt der gehoͤrigen Anfertigung der mit Ziegeln gemauerten Hauptgeſimße iſt auch auf die Erhaltung derſelben zu denken; die Hauptſache in dieſer Ruͤck⸗ ſicht iſt die gute und tuͤchtige Ueberdeckung(oder Eindeckung) der Geſimße mit den Dachſteinen, um das Durchdringen des Regenwaſſers auf die Geſimße zu ver⸗ huͤten. Hiebei kommt es zuvoͤrderſt auf die richtige Stellung der Knaggen g an, daß ſolche nemlich(Fig. 134.) von der aͤuſſerſten Spitze des Geſimßes d, nicht mehr als 6 Zoll zuruͤck ſtehen, und auf den Sparren r durch einem Trempel u der⸗ geſtalt unterſtuͤtzt werden, daß ſie nicht dicht auf das Geſimß, ſondern wenigſtens einen halben Zoll uͤber die Linie xx uͤberſtehen, damit, wenn die Knaggen mit den Dachſteinen belaſtet werden, ſie ſich nicht auf das Geſimß aufſtuͤtzen, ſondern die Laſt der Eindeckung allein tragen koͤnnen.. Hiernaͤchſt muß auch noch die dritte Schicht der Dachſteine, von unten her⸗ auf gerechnet, das Geſimß bedecken, dieſes erhaͤlt man dadurch, wenn man die erſte Latte da auf den Knaggen nagelt, wo der erſte ohngefaͤhr 16 Zoll lange Dach— ſtein mit ſeiner Naſe es anzeiget, wenn man ihn 5 Joll uͤber das Geſimß hervor— ragen laͤßt. Mehr als 5 Zoll muß man dagegen auch die erſte Schicht Dachſteine nicht uͤberſtehen laſſen, weil ſie ſonſt, wenn ſie nicht recht feſt ſind, oder viel Schnee darauf druͤckt, leicht abgebrochen werden koͤnne. Die unterſte Schicht Dachſteine in Kalk auf das Geſimß zu legen, und nur erſt die zweite und die folgende Reihe Dachſteine auf Latten aufzuhaͤngen, wie ſolches oft geſchiehet, muß ſchlechterdings nicht geſtattet werden, indem die der⸗ geſtalt blos in Kalk gelegten Dachſteine nicht genugſam gegen das Herunterfallen geſichert ſind, wodurch mancherlei Schaden geſchehen kann, in welcher Ruͤckſicht uͤberhaupt anzurathen waͤre, wenigſtens uͤber allen Eingaͤngen eines Gebaͤudes, ble⸗ cherne Dachrinnen an die Daͤcher anzubringen. Selbige verſchaffen nicht allein trockene Aus⸗ und Eingaͤnge, ſondern ſchuͤtzen auch vor der Gefahr welche etwa abbrechende Dachſteine verurſachen koͤnnen.. Die Anfertigung der Geſimße von Sandſteinen duͤrfte zwar bei Landgebaͤu⸗ den ſelten oder wohl gar nicht vorkommen, indeſſen wird es doch nicht uͤberfluͤßig ſeyn, etwas davon zu erwaͤhnen. Gewoͤhnlich werden die Untergeſimße gemauert, und nur die Obergeſimße Fig. 157. C von Sandſteinen gemacht und darauf gelegt, oder nach der Sprache der Steinmetzen verſetzt; ſind aber unter der haͤngenden Platte noch freiſchwebende Verzierungen als ſogenannte Sparrenkoͤpfe oder Modillons Fig. 157. B, ſo muͤſſen auch dieſe noch an dem aus Sandſteinen beſtehenden Obergeſimße mit gear⸗ 272 Vierter Abſchnitt. beitet werden, und der uͤbrige Theil des Untergeſimßes kann mit Ziegeln gemauert, jedoch aber auch von Sandſteinen aufgefuͤhret werden, wie Fig. 157. A und B. Bei dergleichen Geſimßen von Sandſteinen iſt erforderlich, alle 3 bis 4 Fuß, je nachdem die Steine ſind, Binder abed Fig. 157. D, oder ſolche Stuͤcken Steine anzubringen, welche ihrer Laͤnge nach auf der Dicke der Mauer liegen, und zwiſchen dieſen Bindern werden die uͤbrigen Steine edfg, welche wenigſtens um ſo viel als ſie Vorſprung haben, auf der Mauer aufliegen muͤſſen, vermittelſt Zap⸗ fen und Spunde eingeſetzt. Die Zapfen an den zwiſchenliegenden Steinen edfg ſind von h bis i ohnge⸗ faͤhr 1 bis 1½ Zoll lang in die Binder, und reichen von h bis k Fig. 157. C herun⸗ ter, ſo daß alſo die halbe Dicke der Laͤufer Fig. 157. E auf die halbe Dicke der Binder auf l mit dem Zapfen ruht. Wie der Spund und Zapfen ineinander greifen iſt bei l zu ſehen, daß aber von beiden nichts von außen bemerkt werden muß, iſt daraus abzunehmen, daß der Spund hk Fig. C noch von der aͤußern Kante um einige Zoll zuruͤcktritt, ſo daß es alſo ſcheint, als waͤren ſaͤmtliche Steine nur ſtumpf gegeneinander verſetzet worden. Anm. Bei dieſer Gelegenheit, da die Rede von Sandſteinarbeit iſt, kann angemerkt werden, daß bei einer mit Sandſteinplatten bekleideten Plinte, die Stuͤcken ſcharf zuſammen, jedoch ohne Zapfen und Spund verſetzet werden, weil die darauf beſindliche Mauer ſelbigen die erforderliche Feſtigkeit und Zuſammenhaltung verſchaft; ſind aber Kellerfenſter, Fig. 158. in einer ſolchen Plinte ange⸗ bracht, ſo muß der Sturz a im Fenſter wenigſtens 2½ bis 3 Zoll auf die Seitenſtuͤcke aufliegen, und damit er nicht aus ſeiner Lage und herausgeruͤckt werden kann, ſo wird, wie im Grundriß zu ſe⸗ hen, die hintere Seite od etwas laͤnger als die vordere Seite ef gemacht; eben ſo muß auch die Sohlbank b angefertiget werden. Bei einer Fenſterzarge von Sandſteinen in einer Mauer, werden an den Seitenſtuͤcken a und b Fig. 159. ſowohl oben als unten Zapfen 3 bis 4 Zoll im Quadrat gemacht, welche ohngefaͤhr 4 Zoll oben in dem Sturz ed und unten in die Schwelle ef reichen. Wenn eine ſolche Zarge verſetzet und vermauert werden ſoll, ſo iſt beſonders dahin zu ſehen, daß die Schwelle nicht in der Mitte g ſo feſt, als an beiden Enden e und † untermauert werde, weil ſonſt, wenn die Laſt ſich auf e und ſetzt, die Schwelle in der Mitte g zerbrechen wuͤrde. Ueber die Fenſterſturze von Sandſteinen muß, in dem gewoͤhnlichen Fall, daß wieder Mauer⸗ werk darauf zu ſtehen koͤmmt, zuvoͤrderſt ein Bogen uͤber den Sturz angeſetzt werden, der die Laß traͤgt, welche ſonſt den Sandſtein zerdruͤcken wuͤrde. 3 §. 146. Vom Abpu⸗ Die maßiven Mauern werden gewoͤhnlich mit Kalk beworfen, und dieſer An⸗ tzen der Nau⸗ wurf entweder rauh gelaſſen, welches man Berappen nennet, oder der ange⸗ An. worfene Kalk wird mit einem Reibebrett, welches mit einem Handgriffe verſehen iſt, glatt gerieben, welches Tuͤnchen oder Putzen heißt. Hier⸗ ———— in gemrunt Kund3. 3 bis 4 Fußf he Stuͤck liegen, und nigſtens um nitteſſtZa, .C herun⸗ Dicke der daß aber nen, daß ritt, ſo erſehit den, daß bei bhne Zayfen iche Feffikeit Plinte ange⸗ fliegen, und Andriß zu ſe⸗ nuß auch die kel a und b fähr Zoll zu ſehen, ert werde, wäͤrde. er Mauer⸗ der die Lat ieſer An⸗ er ange⸗ zerſehen Hier⸗ —ͤͤäcchhhöõ— Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 273 Hierbei zeiget ſich der Vortheil, welcher durch die beim Mauern an den Auſ⸗ ſenſeiten offen gelaſſenen Fugen erreicht wird, nemlich, daß der angeworſene Moͤr⸗ tel ſich beſſer in die Fugen einhaͤngen kann, welches da um ſo nothwendi⸗ ger iſt, wo die Waͤnde nicht blos berappt, ſondern auch geputzt werden ſollen; denn der mit dem Reibebrette beim Putzen angeriebene Kalk ſitzt an und fuͤr ſich nicht ſo feſte als der beim Berappen blos angeworfene Moͤrtel, anſcheinend aus der Urſache, weil der Kalk durch das Reiben erhitzt und zu ſchnell trocken wird, wes⸗— halb es noͤthig iſt, beim Abreiben des Putzes, die Wand oft mit Waſſer, vermit⸗ telſt des Pinſels, zu benetzen. Nan findet viele Beiſpiele, daß der Kalk von geputzten Wäͤnden eher abfaͤllt, als von den blos berappten. Wenn eine Wand zu uͤberputzen iſt, ſo werden von 3 zu 3 Fuß auseinan⸗ der, zuerſt Streifen von ohngefaͤhr 6 Zoll breit von oben herunter geputzt, und zwiſchen dieſen Streifen alsdenn die uͤbrige Flaͤche beworfen, und mit einem lan⸗ gen Reibebrette, welches von einem Streifen zum andern reicht, abgezogen und ge⸗ rieben; nachdem aber dieſes einigemal geſchehen, und der Putz uͤberall von gleicher Dicke iſt, ſo wird mit dem vorgedachten kleinen Brette allererſt voͤllig glatt gerie⸗ ben. Dadurch iſt man im Stande auf einer großen Flaͤche den Putz uͤberall gera⸗ de anzufertigen, wenn auch die Mauer ſelbſt durch eine nicht genaue Aufmauerung derſelben, Luͤcken und Hoͤhlungen haben ſollte. Aum. Dergleichen Luͤcken und Unfdemlichkeiten wuͤrden zwar nur da verzeihlich ſeyn, wo Mauern von einem Stein dicke, von verſchiedeuen Ziegeln, als z. B. von alten und neuen durch einander aufgemauert werden; unter ſolchen Umſtaͤnden iſt es ſogar unvermeidlich, daß nicht eine Flaͤche der Mauer uneben ausfallen ſollte, weil gewoͤhnlich nur eine Seite nach Loth und Schnure gemauert werden kant. Bei ſtaͤrkern Mauern muß jedoch auch unter den vorgedachten Umſtaͤnden, nemlich bei dem Gebrauch ungleicher Steine, dergleichen vermieden, und beide Seiten billig nach Loth und Schnure aufgemauert werden. Sollen die Zimmer nicht ausgemahlt werden, ſo wird die getuͤnchte Wand zweimal mit duͤnnem Kalk abgeweißt. Will man aber Mahlerey auf den Waͤnden anbringen, ſo faͤllt das Ausweißen weg, weil ſonſt die Leimfarbe nebſt der Kalkweiße abblaͤttert, weshalb auch, wenn Waͤnde bemahlt werden ſollen, die es vorhin nicht waren, zuvoͤrderſt die Weiße mit Ziegelſteinen von den Waͤnden abge⸗ rieben, und dieſe alsdann mit Sandkalk geſchlemmt werden muͤſſen. In ganz ſchlechten Zimmern, als in Geſinde⸗Kammern, Stallungen u. d. gl. bleiben die Mauern entweder rauh, oder ſie werden nur blos mit duͤnnem Kalk mit dem Pinſel zweimahl uͤberſtrichen, oder wie man es nennt, geſchlemmt. Mm Von den 214 VBiIrter Abſchnitt. Aumerk. Es iſt bekannt, daß bei dem Abweiſſen jederzeit etwas Lackmuß unter den Kalk genom⸗ men wird, weil der Kalk fuͤr ſich allein ins gelblichte faͤllt, welches durch den Lackmuß benommen und ein angenehmes Weiß hervorgebracht wird. An den Geſimßſteinen und an ſonſtigen Berz zierungen, muß, nachdem die Steine vom Staube gereiniget und mit dem Sprengpinſel gehoͤrig angefeuchtet worden, der Kalk etwas dick angetragen werden, um mit den ſogenannten Lehren oder Chabelonen Fig. 153. B, welches Bretter ſind, worin man die Glieder der Geſimße ausſchneidet, die gedachten Glieder ziehen zu koͤnnen. Anmerk. Es wuͤrde zu weitlaͤuftig werden auch unnoͤthig ſeyn, dieſe bekannte Arbeit umſtaͤndlich zu heſchieiben, §. 147. Es iſt bereits bei dem iſten Abſchnitt von den Baumaterialien, von 16ten Lehmmauern. bis zum a5ten§. etwas uͤber die Bauarten der Lehmwaͤnde angefuͤhret, und auf diejenigen Schriften verwieſen worden, worin die vorzuͤglichſte Art der Lehm⸗ mauern, nehmlich der von Lehmpatzen, unſtaͤndlich beſchrieben iſt; Auch hier wuͤrde es zu weitlaͤuftig ſeyn, alles dasjenige zu wiederholen, was die vorgedachten umſtaͤndlichen Beſchreibungen enthalten. Dieſer Paragraph betrift alſo nur noch einige einzelne Bemerkungen, wobei jedoch die Bauart mit ſogenannten Wellerwaͤnden, gaͤnzlich uͤbergangen wird, weil nach voͤlliger Ueberzeugung, dieſe Waͤnde bei gleichen Koſten und laͤngerm Zeitaufwand, wegen des allmaͤhligen Trocknens, den von voͤllig ausgetrockneten Lehmpatzen aufzufuͤh⸗ renden Mauern, bei weitem nachſtehen muͤſſen. Die Gruͤnde zu dieſer Hintenanſetzung der Wellerwaͤnde ſind in den obecdachten, von dem Lehm⸗ patzen⸗Bau handelnden Schriſten, umſtaͤndlicher angefuͤhret. Wer ſich indeſſen von der Bauart der Wellerwaͤnde unterrichten will, findet die Beſchreibung davon in folgenden Buͤchern. Praktiſche Abhandlung aus der Landbaukunſt, betreffend den Bau der ſogenannten Lehm⸗oder Wellerwaͤnde ꝛc. von G*⸗ Berlin bei Maurer 1787. Langens zufaͤllige Gedanken uͤber die landwirthſchaftliche Bauart, Bres⸗ lau 1779. Verſuch eines Vorſchlages zu einer Holzerſparenden Bauart bei wirthſchaftlichen Gebaͤuden auf dem Lande von H. Schloͤnbach, Berlin 1768. Kruͤnitz oͤkonom. Eneyelopaͤdie, zter Theil, Art. Bauernhauß, u. i. a. m. Eben ſo iſt in dem erſten Abſchnitte, die Bauart des franzoͤſiſchen Baumei⸗ ſters Herrn Cointeraux en piſé, oder mit geſtampftem Lehm, wenigſtens in Ruͤckſicht auf den mehreren Zeitaufwand und Koſten, dem Bau der Lehmwaͤnde mit Lehmpatzen, nachgeſetzt worden. 1 Ich erhalte indeſſen ſo eben abermals ein Schreiben von dem Herrn Cointeraux aus Lyon, worin derſelbe mir meldet, daß ſeine Bauart in Frankreich große Fortſchritte machte, und daß bey Lyon eine eigene Werkſchule errichtet worden, worin er Arbeiter, an wuͤrklichen zuſislahrenden Modellen, von dem Pilé-Bau unterrichtete. en Kalt gaule nu aenau achdem die ngefeuchtet aten Lehren Flieder dr unffindlicy bon 16ten und auf der(ehm⸗ f; Nuch was die dragxogh auart wit h völliger nd, wegen aufzufüͤh⸗ ndem kehtt⸗ Beſchteilung Bau der tter 1787. rt, Bres⸗ auart bei Lin 1768. m. Baumei⸗ ſſtens in jmwaͤnde on, wotit bey Lyol führendas Von den Mauern und Waͤnden her Gebaͤude. 273 Eine lobens⸗ und nachahmungswerthe Ei uriehrunge die allerdings alle Beſchreibungen und Vorſchriften uͤbertrift, welche man gemeinen Arbeitern von dergleichen Geſchaͤften, wohin z. B. anch die Anfertigung der L jehmmſchindelndaͤcher, das Spalten und Behauen der Feldſteine ꝛc. gehoͤ⸗ ren, in die Haͤnde geben kann. DOhngeachtet der bereits bei vielen aufgefuͤhrten Gebaͤuden beſtaͤtigten Vortref⸗ lichkeit der Bauart mit Lehmpatzen, ſo hat ſie doch mit allen neuen Einrichtungen das Schickſal gemein, daß ſie mancherley Widerſpruͤchen und Schwierigkeiten unterworfen iſt, die nicht in der Sache liegen, ſondern in dem Privat⸗Intereſſe ein⸗ zelner Perſonen ihren Grund haben, welches hier, wie bekanntlich in vielen andern Faͤllen, ſo nachtheilig wirkt, daß die beſten Unternehmungen ſcheitern muͤſſen. So ſind z. B. Gebaͤude von Lehmpatzen aufgefuͤhret worden, wobei man aus Gewinnſucht, um etwas Holz bei dem Dachwerke zu erſparen, die Sparren auf Stichbalken geſetzt hat, ſo daß die Waͤnde dadurch ohnfehlbar heruͤber geſcho⸗ ben werden mußten; anderer Orten hat man es an dem Haupterforderniß, nemlich an einem, wenigſtens einen und einen halben Fuß uͤber die Erde reichenden Funda⸗ ment ermangeln laſſen, dergeſtalt daß die Lehmmauer auf der bloßen Erde angefangen worden, daher die Feuchtigkeit ſich in die ehmwaͤnde gezogen hat, und die Hi ſer ſinken mußten. Bei dieſen abſchreckenden Beiſpielen, kann ich mich der Erinnerung an eine Stelle aus einem franzoͤſiſchen die Baukunſt betreffenden Buche, nicht erwehren. „La malice et Tintérét propre ont plus d'une fois décrédité les meilleures ientions— d. h. die Bosheit und der Eigennutz haben oͤfter als einmal die „beſten Erfindungen in uͤblen Ruf gebracht.“— Diejenigen alſo, welche durch beſſere Beiſpiele belehret, und von Vorut⸗ theilen befreiet, die in ſo vieler Hinſicht nuͤtzliche Bauart mit Lehmpatzen i in Aus⸗ uͤbung zu bringen geneigt ſind, werden hier einige ſeit den von mir heraus⸗ gegebenen Beſchreibungen von dieſer Bauart, als Verbeſſerungen entdeckte Umſtaͤnde, antreffen. Es zeigt ſich nemlich bei den Gebaͤuden von Lehmpatzen, deren obere Dachgie⸗ bel von Holz verbunden und gewoͤhnlich geſtackt und gelehmt ſind, daß das an die Giebel anſchlagende Regenwaſſer laͤngſt den Stiehlen herab laͤuft und daß dadurch in den unten befindliche Lehmpatzenmauern Rinnen entſtehen. Um dies zu verhuͤten, muß an dem Giebelbalken ein breites Schlagge⸗ oder Traufbrett dergeſtalt angebracht werden, daß ſolches nach Fig. 160. in einen vor der Aufbringung der Balken in ſelbige gemachten Fuge, eingeſteckt werden kann, wobei es gut iſt, wenn dieſe Fuge mit Theer und Werk gedichtet wird. Das Schlaggebrett kann durch einige anzubringende Knaggen befeſtigt werden. Mm 2 2,66 Vierter Abſchnitt. a iſt nemlich der Giebelbalken, b die darin angebrachte Fuge, bc das Schlaggebrett, d eine Knagge, e ein Theil des Giebelſparrens. Hiernaͤchſt kann nicht geleugnet werden, daß noch ein haltbarerer Abputz auf den Lehmwaͤnden zu wuͤnſchen uͤbrig bleibt, als der mit Kalk, indem der Kalk ſich niemals gehoͤrig mit dem dehm verbindet, und daher faͤllt dick angetragener Kalk herunter, ſo wie eine duͤnne Kalkweiße ebenfalls abblaͤttert. Es will jedoch jemand die Bemerkung gemacht haben, daß der Erd⸗ oder Mergelkalk auf Lehmwaͤnden feſter ſitzet als der Steinkalk, und dieſes ſcheinet auch darin ſeinen Grund zu haben, daß der Mergel ſchon an ſich ſelbſt mit Thon⸗-⸗ oder Lehmtheilen vermiſcht iſt, und alſo mit dem Lehm eine naͤhere Verwandſchaft hat, als der Steinkalk. Ein Abputz von friſch geloͤſchtem Kalk mit Ochſenblut vermiſcht, auf Lehm⸗ mauern, wenn die Fugen nicht offen gelaſſen, ſondern ganz mit Lehm ausgefuͤllt und die Mauer mit ſcharfem Sande vermittelſt eines Reibebrettes abgerieben wor⸗ den, haͤlt ſich ſeit 2 Jahren an drei Seiten des Gebaͤndes ſehr gut— jedoch nicht ganz vollkommen an der Wetterſeite des Hauſes. Dieſer Abputz iſt bei dem Hauſe, welches ich von Lehmpatzen in Schoͤnberg bei Berlin, erbauen laſſen, angebracht, und es hat ſelbiger zugleich eine gruͤnliche Farbe hervorgebracht. Ueber den Vorſchlag des Herrn Profeſſor Hermbſtaͤdt, auf die Lehm⸗ mauern abgeſchlaͤmten Lehm, der mit Steinkohlenaſche vermiſcht iſt, aufzu⸗ tragen, und ſodann Steinkohlkentheer daruͤber zu ſtreichen, ſehlt es mir noch an eigenen Verſuchen; mir iſt aber bekannt, daß Lehm und Steinkohlenaſche, mit ein⸗ ander vermiſcht und getrocknet, einen ſehr harten Koͤrper geben. Im a4sſten Stück des Reichsanzeigers von 1796. wird ein Anſtrich des dem Wetter ausgeſetzten Hol⸗ zes bekannt gemacht, der fuͤr das Regenwaſſe r undurchdringlich und von der Sonnenhitze nicht beſchaͤdigt, ſondern von letzterer noch mehr ge⸗ haͤrtet und dauerhaft gemacht werden ſoll. Man nimmt nemlich drei Theile an der euft geſchlemmten Leim(Lehm)), zwei Theile Holz⸗ aſche und einen Theil feinen Sand; dies wird durch ein feines Sieb gelaſſen, und dann ſo viel Leinoͤl hinzugethan, daß es zu Anſtreichen mit dem Pinſ ſel geſchickt wird, nur muß die Maſſe voll⸗ kommen gut durch einander gemengt werden. Hier wird nun zwar Leindl hinzu gethan, welches wohl auf Lehmwaͤnden nicht thunlich ſein duͤrfte, allein es iſt doch auch von den Porhin gedachten zwei Haupt⸗Ingredienzien, nemlich von Lehm und Aſche die Rede. Bei Gebaͤuden, wo man jeden Uebelſtand am Abputze zu verhuͤten wuͤnſcht, duͤrfte es am rathſamſten ſeyn, die Lehmpatzen⸗Mauern mit gebrannten Ziegein zu bekleiden, oder doch wenigſtens dieſe Vorſicht an der Wetrerſeite zu gebrauchen. Bei den Lehmpatzen ſtellet ſich zwar der uͤble Umſtand ein, daß, da ſie groͤßer als die gebrannten Ziegel ſind, ſie nicht ſo leicht mit dieſen anders verbunden wer⸗ beds About auf er Kalk ſich gener Kalk Eld, oder s ſcheinet nit Thon⸗ andſchaft auf lehm⸗ usgefuͤll ben wot⸗ ch nicht in, erbauen die Lhm⸗ aufzu⸗ noch en mit ein⸗ ezten Hol⸗ zhitze nicht theile Hol⸗ ann ſo viel Maſe vol⸗ unlich ſein enlich von wuͤnſcht/ Ziegein rauchen e große en wir⸗ Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude 277 [ den koͤnnen, als wenn man zwei Laufer⸗ und zwei Streckſchichten oder Binder mit den Mauerſteinen machte. Beſſer, und gerede ſo wie gewoͤhnlich, laͤßt ſich die Bekleidung mit gebrann⸗ ten Steinen bei den Luftziegeln anbring gen, weil dieſe die Groͤße der gebrannten Ziegel ſelbſt, haben. Das Berliner polizei ⸗Direktorium hat verſchiedentlich in den oͤffentlichen Blaͤttern, gegen den un vor ſichtigen Gebrauch der Lehmziegeln gewarnet. 4 Ein unvorſichtiger Gebrauch der Lehmziegel kann in folgenden Faͤllen ſtatt finden: 1) Wenn die Lehmziegel ſelbſt, nicht von guten, oder von allzu ſandigen Lehm gemacht, auch nicht gehoͤrig ausgetrocknet ſind. 2) Wenn zu viel Lehm als Moͤrtel dazwiſchen genommen wird, wodurch nicht nur die Flaͤchen der Lehmziegek, ſondern ſie ſelbſt, da ſie nur die Dicke der gewoͤhnlichen Mauerſteine haben, groͤßtentheils erweicht werden. Man wird leicht einſehen, daß ſolches beſonders bei ſchwachen Mauern, und wenn man ſie vollends uͤbereilt in die Hoͤhe fuͤhret, ſchaͤdlich werden kann. 3) Iſt es nicht rathſam, Mauern von Luftziegeln bei zu ſpaͤter Jahreszeit, be⸗ ſonders wenn es ſchon frieret, aufzufuͤhren, indem ſie nicht gehoͤrig aus⸗ trocknen, und mithin die Ziegel keine Verbindung erhalten koͤnnen. ¼ Kann es allerdings nachtheilig werden, wenn die Mauern von Lehmziegeln kein gehoͤriges, d. i. nicht genugſam erhoͤhetes Fundament von gebrannten Steinen erhalten, beſonders an naſſen und ſtockigten Oertern. Daß dieſe Einſchraͤnkungen der Nuͤtzlichkeit und Vortreflichkeit der Banart ſelbſt, keinen Abbruch thun, daß alſo dergleichen Verordnungen wie die oben be⸗ merkten, mit den in dieſem Buche vorgetragenen Lehren auf keine Weiſe im Wi⸗ derſpruch ſtehen, wird jedem Nachdenkenden von ſelbſt einleuchtend ſeyn. Der Baumeiſter Lange thut S. 30o ſeiner zufaͤlligen Gedanken uͤber die wirthſchaft⸗ lich e Bauart, in Abſicht der Wellerwaͤnde, den Vorſchlag; das Fundament nach außen zu 4 bis 6 Zoll breiter als die darauf aufzufuͤhrende Wand zu machen, und ſodann nach 8 bis 10 Jahren(als ſo viele Zeit er auf das voͤllige Austrocknen und Setzen der Wellerwaͤnde rechnet) ei⸗ ne Meiteidun mit Mauerſteinen auffuͤhren und die Binder derſelben in die Lehmwand einſpringen zu laſſen.— Dieſer langwierig auszufuͤhrende Vorſchlag iſt aber bei dem Bau mit getrockneten Lehmpatzen oder mit Luftziegeln nicht nothig, indem hierbei alles gleich trocken iſt, und auch kein weiteres Se⸗ tzen der Mauer vorfaͤllt, weshalb die Bekleidung mit gebrannten Steinen ſogleich mit aufgefuͤhret und mit eingebunden werden kann, nur muͤſſen die Mauern nicht zu ſchnell in die Hoͤhe gefuͤhret werden. Mm 3 Von den Feld⸗ ſteinmauern. 228 Vierter Abſchnitt. §. 148. Das Spalten großer Feldſteine mit eiſernen Keilen iſt bereits§. 11. beſchrie⸗ ben und eines Gebrauchs derſelben als Deckſteine bei kleinen maßiven Feldbruͤcken gedacht worden. Die dergeſtalt geſpaltenen Feldſteine koͤnnen aber auch noch weiter bearbeitet, und vorzuͤglich bei Schleuſen und maſſiven Bruͤcken Bauten, auch zur Verſetzung der Plinten an den Gebaͤuden, zu geraden Treppenſtufen, Abweiſern oder Rade⸗ ſtoͤßern, Gartenbaͤnken, und zu anderm Behuf angewandt werden, ja es werden wie bereits angefuͤhret, noch heut zu Tage Muͤhlenſteine aus Feldſteinen gehauen. Man darf alſo keinesweges glauben, daß das regulaͤre Bearbeiten der Feld⸗ ſteine, wovon die Alten uns ſo vortrefliche Beiſpiele an antiquen Gebaͤuden hin⸗ terlaſſen haben;*) eine verlohren gegangene Kunſt ſey, ſondern ſie gehoͤrt nur un⸗ ter die vernachlaͤßigten, die vielleicht durch das ruͤhmliche Beiſpiel einiger Patrio⸗ ten**) wieder allgemein werden duͤrfte. “) Es ließen ſich viele Beiſpiele beibringen, wo Feldſteine gebraucht worden, die auf das regulairſte behauen ſind; ich begnuͤge mich aber nur die aus Feldſteinen erbaute ſogenannte Steinſchleuße in Danzig, das Lege⸗Thor daſelbſt, und die ſchoͤnen Gewoͤlbſteine, Saͤulenſtaͤmme, große und kleine Kugeln, ja ſelbſt verzierte Saͤuleneapitaͤler zu gedenken, welche man bei dem alten Ritterſchloſſe zu Marienburg in Weſtpreußen, antrift. Auch ſind bei den Schleuſen des neuen Holſteinſchen Canals viele Feldſteine oder wilder Gra⸗ nit angewandt worden. **) In den hieſigen Gegenden hat ſeit einigen Jahren vorzuͤglich der Herr Geheimerath v Wolf ſich da⸗ durch ſehr verdient gemacht, daß derſelbe Arbeiter von Hamburg(wo das Bearbeiten der Feldſteine ſehr in Gebrauch iſt) anhero kommen laſſen, welche auf deſſen Gute Haſelberg bei Berlin, nicht nur viele dergleichen Arbeiten angefertiget, ſondern auch hieſige Leute dazu angelernet haben, wodurch dieſe nuͤtzliche Sache ſich gewiß weiter verbreiten wird. So ſollen z. B. kuͤnftig bei dem Bau der Schleuſen des Brombergſchen Kanals, behauene Feldſteine mit angewandt werden. Man wird indeſſen leicht einſehen, daß das regulaire Behauen der Feldſteine, welches nur durch den Gebrauch und eine geſchickte Manipulation, der in Fig. 161. &B C vorgeſtellten Haͤmmer und Picken geſchehen kann, eine ziemlich lang⸗ wierige Arbeit ſey, wofuͤr man aber gleichwohl die Koſten, wegen der großen Haltbarkeit und Dauer der Feldſteine, bei den vorgedachten Hauptſtuͤcken eines Baues, nicht ſcheuen ſollte. Denn es iſt bekannt, daß der Putz an den Plinten und wenn ſie auch von den beſten gebrannten Ziegeln gemacht werden, ſelten halt⸗ bar iſt, ſondern daß wegen der beſtaͤndigen Feuchtigkeit am Fuße der Gebaͤude, dieſe Ziegelſteine ſelbſt, mit der Zeit auswittern. Der Begriff der Koſtbarkeit des Feldſteinbehauens iſt auch ſehr relatif indem es darauf ankoͤmmt, wie man die Leute dazu hat, ob die Steine auf eigenthuͤmli⸗ Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 279 chem Grunde befindlich ſind, auch ob der Transport zu Waſſer oder zu Lande be⸗ „. beſci ſchwerlich oder leicht iſt. oh K. i Jehbrücg Aunm. Der Herr Geheimerath v. Wolf hat die Gefaͤlligkeit gehabt, mir folgende ſehr maͤßige Preiſe mitzutheilen, wofuͤr das Behauen der Feldſteine auf dem Guthe Haſelberg geſchieht. ..„Fuͤr einem Abweiſer von 3 Fuß uͤber der Erde, 1 4 bis 2Fuß in der Erde, aber auch noch unten ter bearbeite„achteckigt, wird in Verdung 1 Rthl. 12 Gr. Arbeitslohn bezahlt.“ zur Derfezun Iſt ein ſolcher Abweiſer nur ganz gerade mit vier Ecken, ſo wird er mit 12 gr. bezahlt, dabei an oder g. kann der Arbeiter ſeinen Verdienſt taglich auſ 8, 9, auch wohl 10 gr. bringen, nachdem er fleißig 1 tr Adde iſt; die Utenſilien werden ihm gegeben, und die Verſtaͤhlung der Haͤmmer beſonders bezahlt. „Ia es werden Die Herausſchaffung der Steine aus der Erde, die Umgrabung, die Spaltung und die Bear⸗ na(hau beit ung derſelben aus dem groben wird in Tagelohn verrichtet, denn jeder Stein muß gleich in Jehauen. der Erde zu ſolchen Stuͤcken geſpalten werden, wozu er beſtimmt iſt, damit er zugleich leichter zu iten der zid heben ſey. Dieſe Arbeit iſt nicht fuͤglich in Verdung zu geben, weil mancher Stein uͤber der Erde, G3,g, mancher tief in der Erde liegt, und ſeine Figur nur beſtimmen kann, wozu er am vortheilhafteſten Deb uden ſin zu gebrauchen iſt.. thrt nur un⸗ Was zu Abweiſern genommen wird, iſt in der Regel nur der Abgang von den Seiten, woraus de Ihn e keine Schwelle oder Plinte mehr gemacht werden kann.. iher Nuri Der auf Tagelohn arbeitende Steinhauer erhaͤlt in den langen Tagen 7 gr. in den kurzen 6gr. und nach einer dreijaͤhrigen Erfahrung koſtet ein jeder roher Stein zu Schwellen, Plinten, Ab⸗ weiſern von 3 bis 6 Fuß lang, 1 bis 2 Fuß breit, 8 gr.; iſt der Stein aber ſehr groß und alsdann id waxlait mit mehrerem Vortheil zu verarbeiten, ſo wird nur 6 gr. bezahlt. Steiuſchleſe in Ob gleich die Hamburger Steinhauer behaupten, daß fur die Verſtaͤhlung und Unterhaltung greft und len⸗ der Utenſilien ꝛc. nur auf den laufenden Fuß 4 Pfennige angenommen werden koͤnnen, ſo hat ſich Nnerſcleſſen nder vilder Ga „Volffch de doch aus der Erfahrung ergeben, daß wenigſtens 1 gr. gerechnet werden muß.. Die Anfuhren der Steine vom Felde nach dem Dorfe kann hier ſo wenig beſonders in An⸗ ſchlag gebracht werden, als der ſtaͤdtiſche Hausbauer ſeine Fuhren vom Steinmetzen nach der Bau⸗ ſtelle, vielmehr iſt es die groͤßte Convenienz, die Feldſteine vom Felde los zu werden, daher man denn auch den Stein ſelbſt fuͤr nichts rechnen kann. Mit Inbegriff aller oben angegebenen Ausgaben koſtet alſo ein runder und achteckigter Abwei⸗ en der Feldſtine 4 rg lei Jalu ſer 2 Rthl. 2 gr. nemlich: ralnt hu fur den Stein aus dem groben zu arbeien— 8 gr. uni he dem fuͤr Utenſilien 2 2 10—— 6— ueayen aus dem ſeinen in Verdung zu arbeiten⸗ 1 12— AAa 2 Rthl. 2 gr. Feddſteine Ein viereckigter mit Kopf 2 1— 4.— Fig. 161.===bu⸗ Kopf. 7 1=2ö. lich lan 9 Ein ſolcher Abweiſer wuͤrde aber von Rothenburger Werkſtuͤcken in Berlin etwas mehr koſten. er großen Fuͤr einen Stein ſcharfkan ig zu behauen, bezahlt der Herr-v. Wolf in Verdung s8 gr. fuͤr die oben angegebene rohe Arbeit des Steins, einen Block zu 3 ½ Fuß ange⸗ o T ücken eines nommen, pro Fuß 2 7 7. 2 6 Pf⸗ ſü fuͤr den Fuß an Utenſilien 4 7 3 3. 1 6— den N ſten halb alſo pro laufenden Fuß 12 gr.— ſelten ho Mithin pro Quadratſuß ineluſive der ſcharfkantigen Ecken— 3 gr. und nach dieſem Maasſtabe ko⸗ Gebaͤude, ſtet der laufende Fuß Gartenbaͤnke oder Thorweg und Thuͤrſchwellen à 1 Fuß breit— 8 gr. liſ, indm erthünie Auch hat ſich bereits in Freienwalde an der Oder ein Feldſteinhauer etabliret, welcher allerlei Arbeiten aus dieſen Materialien gegen billige Preiſe liefert, die auf der Oder leicht an jeden Ort transportiret werden koͤnnen.. 280 Bierter Abſchnitt. Wollte man indeſſen nach dem Beiſpiele der Alten ganze Gebaͤude mit ge⸗ hauenen Quadern aus Feldſteinen auffuͤhren, ſo wuͤrde die Sache nach unſerer je⸗ tzigen Verfaſſung allerdings zu koſtbar ausfallen, und man koͤnnte eine ſolche Bau⸗ art mit Recht einen Prachtbau nennen. Dahin iſt noch mehr zu rechnen, eine ſolche aͤußerſt langwierige und koſtbare Arbeit, als der Mars⸗ graf Friedrich Wilhelm zu Schwedt anwenden ließ, um einen großen wilden Granit theils durch Saͤgen von weichem? Eiſen und bei dem Gebrauch eines Schmirgels,in dreizoͤllige Platten zu zerſchneiden, woraus ſodann zwei große Saͤrge fuͤr ihn und ſeine Gemahlin angefertiget wor⸗ den; die aͤußeren Seiten dieſer Saͤrge ſind auch vortreflich poliert, ſo daß ſie gewiß als wichtige Stuͤcke vaterlaͤndiſcher Kunſt anzuſehen ſind. Wir begnuͤgen uns alſo die Mauern der Landgebaͤude mit unfoͤrmlichen Feld⸗ ſteinen aufzufuͤhren und nur dahin zu ſehen, daß diejenigen Steine, welche an der aͤuſſern Flaͤche der Mauer ihre Stelle finden, eine gerade Flaͤche erhalten; die mehreſten Feldſteine haben ſchon von Natur eine gerade Flaͤche, diejenigen aber, bei welchen ſie nicht anzutreffen, erhalten ſolche ſogleich durch bas Zerſchlagen mit einem ſtarken eiſernen Hammer oder Poſſekel. Eine Arbeit, die leichter iſt, als man es ſich vorſtellen wird, und die jeder geuͤbte Tageloͤhner dergeſtalt verrichten kann, daß er in einem Tage ſo viele Steine zweckmaͤßig zerſchlagen kann, als 6 bis 8 Maurer verarbeiten. Hiernaͤchſt kommt alles auf eine geuͤbte und geſchickte Handarbeit der Maurer an, nehmlich, theils die natuͤrlichen Steine mit einer von ihren geraden Flaͤchen, theils diejenigen, welche durch das Schlagen eine gerade Flaͤche erhalten haben, an den Außenſeiten der Mauern dergeſtalt geſchickt anzubringen, daß die gerade Seite der Steine recht eben mit der Flaͤche der Mauer zu liegen koͤmmt, hiernaͤchſt aber, daß alles mit kleinen zerſchlagenen Feldſteinſtuͤcken ausgezwickt werde. Wird die⸗ ſes alles gehoͤrig beobachtet, ſo kann die Flaͤche einer Feldſtein⸗Mauer ſo eben und gerade werden, als wenn ſie von Mauerſteinen aufgefuͤhrt waͤre. Auße erdem muͤſſen dann die maͤßig großen und ſelbſt die kleinen Feldſteine in ihrer natuͤrlichen Figur, ohne weitere Zubereitung im Innern der Mauern recht tuͤchtig theils mit Feldſtein⸗ theils mit Manerſieinſtückan ausgezwickt und in guten Kalkmoͤrtel gelegt werden. Geſchickre Maurer werden von ſelbſt dahin bedacht ſeyn, hin und wieder einige von den aͤußeren Steinen, nach der Dicke der Mauer als Binder, den Regeln des Mauerverbandes gemaͤß, einzulegen. Es iſt jedoch gut und ſelbſt noͤthig, die Ecken der Gebaͤude von unbehauenen Feldſteinen, mit guten und tuͤchtigen Mauerſteinen aufzufuͤhren, auch die Fenſter und Thuͤren damit einzufaſſen und zu uͤberwoͤlben, damit dieſe Ecken der Abſicht gemaͤß, recht ſcharf und gerade ausfallen. Der Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 281 ude wit ge hunſerer je Der Herr Geheimerath v. Wol f laͤßt die mit Mauerſteinen aufgefuͤhrte Ecken, auch Thuͤren und Fen⸗ ſ er⸗Einfaſſungen nach hollaͤndiſcher Art mit rothem Steinkohlen⸗Theer, welchen derſelbe aus En⸗ ſolche Bau⸗ ſt a 1e,— e 4 gelland erhaͤlt, der aber auch ſchon in Schleſien fabricirt wird, anſtreichen, und die Fugen mit Bleiweiß darauf ziehen. als der Nate Die nemlichen Dienſte thut aber rothe Erde oder caput mortuum, die in Stettin aͤußerſt dilden Geamt wohlfeil zu haben iſt; ſie wird nicht gerieben, ſondern blos mit Leinoͤhl vermiſcht. dädlige platen Der Herr von Wolf bedient ſich auch ſeit einigen Jahren zum Anſtreichen der Thuͤren bei den neefertiget wor⸗ Bauerhaͤuſern und Staͤllen des Steinkohlen⸗CTheers, anſtatt des Oehls, mit dem caput mortuum diß als wihtie vermiſcht.— bnj Dieſer Anſtrich widerſtehet auf Holz, vorzuͤglich der Witterung und der Faͤulnis und man iſt lihen Feb⸗ dabei des beſchwerlichen Farbereibens uͤberhoben.. wäche an Es waͤre auch zu wuͤnſchen daß man außer den vorgedachten Anwendungen dalte di der Feldſteine ſich derſelben mehr als es bis jetzt geſchieht, zu Bewaͤhrungen be⸗ riga 1 diente. Die darauf zu verwendende Muͤhe und Koſten wuͤrden bald durch die un⸗ 6 6„. 2 dl 1 gemeine Dauer und den Nutzen, die Felder von Steinen gereinigt zu haben, erſetzt iagn mi werden. . Anm. Dergleichen Beiſpiele, als die aus 30 Wirthen beſtehende Colonie Neu⸗Ulm bei Drieſen ge⸗ die ſeder geben, welche 1551 laufende Ruthen dergleichen Feldſteinmauern in Mooß aufgeſetzet, verdienen eSte erwaͤhnt und zur Nachahmung empfohlen zu werden. deStämt 5. 149. der Maurer Die aus Holz verbundenen Waͤnde beſtehen gewoͤhnlich aus der Schwelle, Von den höͤl⸗ ichen hi Sohle oder Platea Fig. 163, den darauf ſtehenden Stiehlen, Saͤulen zernen Waͤn⸗ en, an den oder Staͤndern b, welche mit einem 2 bis 2 ½ Zoll langen Zapfen in die Schwelle rde Seite eingeſetzet ſind; dieſe Zapfen werden nicht vernagelt, oder nach der Zimmer⸗ zdchſt aber, mannsſprache nicht verbohrt, dahingegen muͤſſen die Stiehle vermoͤge der darinn Vid die eingezapften und mit hoͤlzernen Naͤgeln befeſtigten verbohrten Riegel c, auch an den er ſo eben 1 Enden durch Sturmbaͤnder d verbunden ſeyn. Auf dieſen Stiehlen und Sturm⸗ baͤndern iſt das Rahmſtuͤckk der Wand, vermittelſt der an den Stiehlen befindli⸗ ddſteine in chen 3 Zoll langen Zapfen, durch welche ebenfals hoͤlzerne Naͤgel eingeſchlagen uem niht werden, befeſtiget. in autm In Abſicht der Schwellen iſt zu bemerken: 2¹ 9— 4 ſt 2 1( 25 1„ di E d. 4 2 1) daß ſie wenigſtens 1 ½ Fuß uͤber die Erde erhoͤhet, auf einem gut gemauer⸗ de eiim ten und mit Mauerſteinen wagerecht abgeglichenen Fundamente liegen eir de muͤſſen, damit das anſpritzende Waſſer von den Daͤchern, noch ſonſt die Erd⸗ b 1 Eten feuchtigkeiten ſelbige nicht erreichen koͤnnen. ed 2) Da die Schwellen nicht eigentlich vorhanden ſind, um die Waͤnde 6 oder das Gebaͤude ſelbſt zu tragen, ſondern nur um die Stiehle in der rwoͤlben, gehoͤrigen Richtung zu erhalten, ſo brauchen ſelbige nicht, wie viele in dem Wahn ſtehen, von außerordentlicher Staͤrke zu ſeyn. A Nu 282 Vierter Abſchnitt. Dieſemnach kann das ſtarke Holz aufgeſchnitten und das dadurch entſtehende halbe Holz zu Schwellen gebraucht werden. Eine Ausnahme iſt zu machen, wenn das Holz an ſich nicht ſtark iſt, in welchem Falle ganzes Mittelbauholz zu Schwellen genommen wird. Anm. Der Vortheil bei Schwellen von halb Holz iſt bereits S. 87. in der Anmerkung, angefuͤhrt worden. 4. Der Gebrauch der Schwellen von halben Holze, oder auch nur von ſtarken Bohlen, wird dadurch noch mehr gerechtfertiget, daß viele der Meinung ſind, man koͤnne ſogar ganz ohne Schwellen bauen. Eine Meinung die in ſo ferne ihre Richtigkeit hat, weil die Schwelle nicht eigentlich zum Tragen vorhanden iſt, allein, bei ihrer Weglaſſung gehet doch der Vortheil, die Stiehle in ihrer gehoͤrigen Richtung zu erhalten, verlohren, und man wird an dergleichen ohne Schwellen erbauten, auch bei reparirten Haͤuſern, wobei die Stiehle abgeſchnitten, die Schwelle aber weggelaſſen und die Stiehle un⸗ termauert worden, wahrnehmen, daß die Stiehle unterwaͤrts ungleich ſtehen, und daß manche derſelben, und mit ihnen die Wandfaͤcher herausgedraͤngt ſind. Ferner, wird durch die Schwelle der Druck der Laſt gleichfoͤrmig auf das Fundament vertheilt; ſtehen aber die Stiehle ohne Schwellen auf daſſelbe, ſo druͤckt jeder Stiehl nur auf derjenigen Stelle des Fundaments, auf welcher derſelbe ſte— het. Trift es ſich nun,(und das iſt doch bei dem Gebrauch der leider mehrentheils ſchlechten Ziegel, womit die Fundamente aufgefuͤhret oder doch abgeglichen wer⸗ den nicht felten,) daß unter einem Stiehl ſich vorzuͤglich ſchlechte Steine befinden, ſo werden ſelbige durch den Druck des Stiehls zerquetſcht und die Wand ſenket ſich an dieſer Stelle. Es iſt demnach anzurathen, bei jedem ſoliden Bau, Schwellen zu gebrauchen, die jedoch nur 3 ½ bis 4 Zoll hoch oder dick ſeyn duͤrften, damit die Stiehle mit Za⸗ pfen von 14 Zoll lang, darin eingeſetzt werden koͤnnen, und daß unten noch wenig⸗ ſtens 2 Zoll Holz uͤbrig bleibt. Einige Zimmerleute auf dem Lande haben die uͤble Gewohnheit, die Stiehle ſtumpf, ohne Zapfen auf die Schwelle zu ſetzen, und nur hoͤlzerne Naͤgel dagegen einzuſchlagen, welches aber ſchlechter⸗ dings nicht geduldet werden muß; auch nicht einmal bei Reparaturen ſollten die neuen Schwellen angebracht werden, ohne ſie mit den Stiehlen zu verzapfen, ſondern es muͤſſen die angefaulten Stiehle, bis da, wo ſie geſundes Holz haben, abgeſchnitten und friſche Zapfen daran angeſchnitten veerden; hoͤchſtens koͤnnen ſich einige Stiehle ohne Zapfen zwiſchen den andern beſinden. Biele ſind auch der Meinung, daß man ſich vorzugsweiſe der eichenen Schwel⸗ len vor den kiehnenen Holze bedienen muͤſſe. Wenn man recht geſunde Eichen haben kann, ſo iſt dieß wohl zuzugeben; indeſſen lehret die Erfahrung, daß gute kiehnene Schwellen lange dauern, und da man ſie gemeiniglich von groͤßerer Laͤnge haben ntſtehend nwelchem ag angefährt on ſtarken nung ſind, vele nicht t doch der ren, und Haͤuſern, Sriehleun⸗ hen, und d. z auf das ſo druͤct erſelbe ſte hrentheils ichen wer⸗ befinden, enket ſich rauchen, ewit Jo⸗ ch wenig⸗ zne Zaxſen rſchlichter⸗ Schwellen angefaulten nageſchnitten en. Schwel en haben kiehnene ge haten Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 283 kann, als die eichenen, ſo duͤrfen ſie nicht ſo oft zuſammengeſetzt werden, welches aus leicht einzuſehenden Gruͤnden vortheilhaft iſt. Hiebei iſt anzumerken, daß das Zuſammenſetzen oder das Zuſammenſtoßen der Schwellen, jederzeit unter einen Staͤnder treffen muß. Die Zuſammenſetzung der Schwellen muß nach Fig. 163. A oder B, mit dem ſogenannten verborgenen Hackenkamm geſchehen, welcher verhindert, daß beide zuſammengeſetzte Schwellen, ſich der Breite nach nicht auseinander ſchieben koͤnnen. An den Ecken werden die Schwellen gewoͤhnlich ſo wie Fig. 164. A und B zeigt, beſſer aber nach Fig. 165. A und B, ebenfalls mit einem verborgenen Ha⸗ ckenkamm, zuſammengeſetzt. 2 Anm. In dieſen Figuren ſind beide Stuͤcke auseinander und auch zuſammen gelegt, vorgeſtellt, ſo daß die Deutlichkeit der Zeichnungen eine weitere Beſchreibung entbehrlich macht. Die Queerſchwellen eines Gebaͤudes werden mit einem Schwalbenſchwanz nach Fig. 166. A B und C mit den Hauptſchwellen verbunden. Es iſt ein großer Vortheil fuͤr die Haltung der aͤußeren Schwelle und zugleich der Waͤnde, wenn ein Gebaͤude viele Abtheilungen und alſo auch viele Querſchwellen hat, welche mit den Hauptſchwellen in der Art verbunden werden konnen. Dieſer Vortheil findet aber ſelten bei Scheunen, Staͤllen, Magazinen ꝛc. ſtatt, daher bei dergleichen Gebaͤuden vorzuͤglich auf moͤglichſt breite Schwellen, welche an ſich deſto feſter liegen, zu ſehen iſt. Die Rahmſtuͤcke brauchen nur ſtumpf aneinander geſtoßen zu werden, weil ſie durch die darin eingekaͤmmten Balken ſchon zuſammen gehalten werden, jedoch kann man mit einer ſeitwaͤrts eingeſchlagenen eiſernen Klammer noch zu Huͤlfe kommen. Wenn ein Gebaͤude aus mehreren Stockwerken beſtehet, ſo bekoͤmmt jedes derſelben wieder ſeine beſondere Schwellen, min Fig. 162., welche man die Saumſchwellen nennt. Dieſe muͤſſen aus ganzem Holze ſeyn, weil außer den Zapfenloͤchern zu den darauf ſtehenden Stiehlen auch die Verkammung der darauf liegenden Balken nach Fig. 167. darin gemacht werden. Die Saumſchwellen brau⸗ chen aber nicht ſo breit zu ſeyn als die untern oder Hauptſchwellen, indem ſie nicht wie dieſe, vor die Stiehle vorſtehen, ſondern auf beiden Seiten mit der Wand gleich oder buͤndig*) ſind. ³) Buͤndig heißt in der Zimmermannskunſt, wenn die verbundenen Hoͤlzer eine gleiche Flaͤche ausma⸗ chen, ſo dem keines vor dem andern vorſtehet; wenn nemlich das zu verbindende Holz zu einer Wand, oder ſonſt zu einer Zuſammenſetzung nicht von gleicher Dicke oder Staͤrke iſt, ſo wird je⸗ derzeit dahin geſehn, daß auf einer Seite alles gleich oder buͤndig werde, und daß das ungleiche durch die verſchiedene Staͤrke des Holzes, auf die andere Seite komme; dieſe gleiche Seite heißt nun die Bundſeite, und dieſe wird bei den Umfaſſungswaͤnden der Gebaͤude jederzeit nach außen zu, bei Scheidewaͤnden aber, z. B. nach dem Flur, oder nach den Kammern angebracht, weil die ungleiche Seite inwendig in den Stuben durch angetragenen Lehm, der mit kurzgehacktem Stroh oder mit Thierhaaren vermiſcht iſt, gerade oder gleich gemacht wird⸗ Nn 2 284 Vierter Abſchnitt. Die Saumſchwellen werden uͤbrigens der Laͤnge nach gewoͤhnlich nur ſtumpf zuſammengeſetzt und mit eiſernen Klammern verſehen, beſſer iſt es aber, ſie eben⸗ falls mit einem verborgenen Hackenkamm wie Fig. 163. zu verſehen. Es iſt eine wichtige Regel, daß das Zuſammenſtoßen der unteren ſowohl als der Saumſchwellen, der Wand⸗ und Dachraͤhme, bei zwei und mehr Etagen ho⸗ hen Gebaͤuden, jedesmal auf oder unter einem Wand ⸗oder den hiernaͤchſt vorkom⸗ menden Dachbaͤnderſtiehlen geſchehen muß, jedoch dergeſtalt, daß dieſe Zuſam⸗ menſtoßungen nicht in einerlei Richtung, nach der Quere oder Breite des Gebaͤu⸗ des genommen, zutreffen. Fig. 162. wird ſolches deutlich machen; es wäre z. B. unrecht, wenn die Zu⸗ ſammenſetzung der Schwellen und Raͤhme auf die Stellen eeee ic. geſchaͤhe, ſon— dern es muͤſſen, nicht nur die in dieſer Zeichuung ſichtbaren, nach der Laͤnge des Gebaͤudes laufenden Verbandſtuͤcke, wie e, g, h, i, k, Izeigt, unter ſich, ſon⸗ dern auch die inwendigen, und die Schwellen und Rahmſſtuͤcke in den Hinterfron⸗ ten, auf andere, mit dieſen nicht geradeuͤber treffenden Stellen, abwechſeln. Anm. Beides hindert jedoch nicht, wie es den Anſchein haben moͤchte, zuweilen, wenn es erforderlich, lange hoͤlzerne Gebaͤude von mehreren Stockwerken ſtuͤckweiſe aufzurichten,(nach der Zimmer⸗ mannsſprache blos, zu richten) die vor einem ſolchen Theil ungleich vorragenden Rahmſtuͤcke, Unterzuͤge und dergleichen der folgenden Waͤnde, werden ſo lange geſtuͤtzet(abgeſteifet) bis die Waͤnde darunter geſtellt werden. Weder die Saumſchwellen noch die Rahmſtuͤcke koͤnnen auf den Ecken der Ge⸗ baͤude ſo zuſammengeſetzt werden als die Unterſchwellen, denn auf der Giebelſeite vertritt der Balken p die Stelle des Rahms und der Saumſchwelle, Fig. 162. Nur bei ganzen Wallmdaͤchern gehet das Rahmſtuͤck auf die Giebelſeiten in gleicher Hoͤhe mit herum, und die Raͤhme werden auf den Ecken in einander ver⸗ kaͤmmt. 1 In Abſicht der Stiehle oder Wandſtaͤnder iſt zu bemerken, daß man diejenigen, auf welchen eine Scheidewand zutrift, Bundſtaͤnder, und die auf den Ecken, Eckſtaͤnder nennet. 1 Die Bundſtaͤnder erhalten ſo wie die Eckſtiehle ihre beſtimmte Stellung von ſelbſt, die andern aber, zuerſt nach Maasgabe der Vertheilung der Fenſter und Thuͤren, indem zu jeder Seite einer Thuͤre und eines Fenſters ein Stiehl befind⸗ lich ſeyn muß, und die uͤbrigen nach Verhaͤltniß des zwiſchen den Eck⸗ und Bund⸗ ſtaͤndern, auch zwiſchen den Fenſter und Thuͤren verbleibenden Raums. Weil die Eckſtiehle nicht nur von zwei Seiten zu den Riegeln Zapfenloͤcher er⸗ halten oder gelocht werden, ſondern ſie auch auf zwei Seiten der Witterung ausge⸗ ſetzt ſind, ſo nimmt man gerne dazu das ſtaͤrkſte und beſte Holz. rur ſum er, ſie eben t ſowohl als Etagen ho⸗ ſchſt vorkom⸗ dieſe Zuſam⸗ des Gebaͤu⸗ enn die Zu⸗ chähe, ſou⸗ er länge des eſich, ſon⸗ Hinterfron⸗ 8 ſerdetüch, d In mer jig. 162. jebeſſeiten in inander ver⸗ , daß wan die auf den e Stellung Fenſter und tieht beind⸗ und Bund⸗ enböcher er⸗ ung ausge Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 283 Die Bundſtaͤnder werden von drei Seiten gelocht, daher ſie auch etwas ſtark ſeyn muͤſſen. Was aber die uͤbrigen Stiehle anbetrift, ſo brauchen ſie nicht dicker zu ſeyn, als es die Ausmauerung mit einem halben Stein erfordert, alſo etwa 5 bis 6 Zoll, und wenn die Waͤnde geſtackt und gelehmt werden ſollen, 6 bis 7 Zoll; ſind die Stiehle aber ſchwaͤcher, ſo thut man wohl, wenn man die Riegel verſetzt, Fig. 169. damit die Riegelloͤcher nicht gegeneinander kommen, als welches bei den Bund⸗ ſtiehlen jederzeit geſchehen muß, wo ſonſt die 3 Zapfenloͤcher zuſammentreffen wuͤrden. Anm. Hierbei iſt uͤberhaupt anzumerken, daß die Zapfen und Zapfenloͤcher genau paſſend gearbeitet und letztere nicht zu groß gegen die Zapfen, verfertiget werden muͤſſen, wie es wegen des leichten Zuſammenringens beim Richten, wohl zu geſchehen pflegt. Die Gewohnheit, die Riegel nicht einzuzapfen, ſondern ſelbige in einem Stuͤcke fortgehen zu laſſen und in die Stiehle einzublatten, nachdem Stiehle und Riegel da, wo ſie uͤbereinander gehen/ bis auf die halbe Dicke ausgeſchnitten worden, iſt hoͤchſt tadelhaft, indem die Stiehle durch dieſes Ausſchneiden aͤußerſt geſchwaͤcht werden. Dieſe hin und wieder in Pommern und in Preußen herrſchende ſchlechte Verbindungsart, ſollte den Zimmerleuten gaͤnzlich unterſagt werden. Die Stiehle muͤſſen auch ſo breit ſeyn, daß zwei aufeinander treffende Riegel⸗ loͤcher nicht ganz durchreichen, ſondern daß noch wenigſtens 2 bis 3 Zoll Holz dar⸗ zwiſe chen bleibe. Ihre mindeſte Breite(nach der Laͤnge Wand genommen) muß alſo 7 bis 3 Zoll betragen. Außer der vorhergedachten Beſtimmung des Auseinanderſtehens der Stiehle nach Maasgabe der Thuͤren und Fenſter, brauchen die uͤbrigen zwiſchen dieſen, nicht ſo dichte beiſammen geſtellt zu werden, als es gewoͤhnlich geſchiehet“), denn einmal ſo traͤgt ein aufrecht ſtehendes Holz bei einer ſo maͤßigen Laͤnge als die Stiehle gewoͤhnlich erhalten, an und fuͤr ſich eine große Laß,**) ferner ſo iſt 5 bis 6 Fuß eine Weite, in welcher ſich ein horizontales Stuͤck Zimmerholz nicht leicht einbiegen kann; bei einer Wand iſt hierunter das darauf liegende Rahmſtuͤck zu verſtehen, welches in dieſer Zwiſchenweite der Stiehle, noch dazu durch die Aus⸗ mauerung oder durch die Lehmſtacken unterſtuͤtzet wird. *) Es iſt zum Erſtaunen, mit welcher Holzverſchwendung man hierunter in Preußen zu Werke ge⸗ gangen iſt,— und vielleicht an manchen Orten noch damit gehet. Man findet Gebaͤude wo die Stiehle einen Zwiſchenraum von 18, ja wohl nur von 12 Zoll laſſen, und eben ſo ſtehen die Rie⸗ gel faſt dicht aneinander. **½) Ein Umſtand der wegen der Holzerſparung wohl zu merken iſt.— Unterſtuͤtzt man nicht bei Reparaturen, große und ſchwere Decken und Balkenlagen mit ſchwachen Ruͤſtſtangen? Es folgt alſo hieraus, daß man in den Zwiſchenweiten der Thuͤren⸗ und der Fenſterſtiehle, oder bei Wirthſchaftsgebaͤuden, wo lange Waͤnde ohne viele Thuͤ⸗ ren⸗ und Jenſteröfnungen vorkommen, die Stiehle 5 bis 6 Fuß auseinander ſtellen Oo Vierter Abſchnitt. kann, beſonders gilt letzteres, wenn die Faͤcher gelehmt, und erſteres, wenn ſie ausgemauert werden. Wenn die Stiehle nicht uͤber 3 Fuß hoch ſind, ſo pflegt n man ſie nur einmal, wenn ſie aber hoͤher und bis zu 12 Fuß hoch ſind, zweimal zu verriegeln. Die Sturmbaͤnder oder Schubbaͤnder ſind blos an den Ecken der Ge⸗ baͤude einigermaßen als zweckmaͤßig anzuſehen, um das Verſchieben der Waͤnde zu verhuͤten. Zwiſchen den uͤbrigen Stiehlen in der Wand, ſind ſie aber ſo unnuͤtz als uͤberfluͤßig, indem eine durch Stiehle, Riegel, Rahm und Schwellen, recht⸗ winklicht verbundene Wand, ohne daß alle Verzapfungen zugleich zerbraͤchen,(wel⸗ ches doch nicht wohl moͤglich iſt) der Laͤnge nach nicht verſchoben werden kann, zu⸗ mal wenn die Faͤcher mit Steinen oder durch Lehmer⸗Arbeit ausgefacht ſind. Was aber die Stellung dieſer Baͤnder in den Ecken der Gebaͤude anbetrift, ſo hat die Methode, ſie mit einem Ende in die Schwelle und mit dem andern in den Eckſtiehl zu verzapfen, ihre Vertheidiger; mir ſcheint aber der Umſtand, daß der geaͤchſelte*) Zapfen des Eckſtiehls nur wenig Hirnholz am Rahmſtuͤcke uͤbrig laͤßt, welches der baldigen Faͤulniß ausgeſetzt iſt, dieſe Stellung verwerflich zu ma⸗ chen, indem das an den Eckſtiehl angelehnte Band, denſelben alsdenn deſto eher herausſchieben kann, und ich halte es daher fuͤr beſſer, das Band oben im Rahm einzuzapfen, ſolches auch nicht zu nahe, weder oben an den Eckſtiehl noch unten an den folgenden Stiehl zu euan, damit zwiſchen den Zapfenloͤchern des Bandes und der Stiehle noch 3 bis 4 Zoll Holz uͤbrig bleibe. *) Aechſeln heißt in der Zimmermannskunſt, wenn der Zapfen eines auf das Ende einer Schwelle oder eines Rahmſtuͤcks ſtehenden Stiehls, nicht die ganze Breite des Stiehls erhaͤlt, wie Fig. 170. A, ſondern daß noch Holz von der Schwelle ſtehen bleibt wie Fig. B, um den Zapfen nicht nur zu verdecken, ſondern um auch zu verhuͤten, daß derſelbe ſich nicht herausſchieben koͤnne; ein ſolcher Zapfen heißt, ein geaͤchſelter Zapfen. Es muͤſſen alſo die Baͤnder ſowohl unterwaͤrts als oben etwas von den Stieh⸗ len abſtehen; hiernaͤchſt ſind ſelbige auch weder zu ſteil noch zu flach zu ſtellen, weil ſie in beiden Faͤllen an ihrer Wuͤrkung verliehren. Die beſte Sellung iſt, wenn ſie etwa einen Winkel von 60 bis 65 Graden mit der Schwelle machen, weshalb allenfals derjenige Wandſtiehl, gegen welchen ſie unten zu ſtehen kommen, um ſo viel zuruͤck zu ſetzen iſt. Die ſogenannten geſprengten hoͤlzerne Waͤnde, welche zuweilen auf ununterſtuͤtzte Balken zu ſtehen kommen, und ſich einigermaßen ſelbſt tragen oder ſchweben muͤſſen, uͤbergehe ich hier, weil ſolche mit dem uͤbrigen, was noch von der Zimmermannskunſt abzuhandeln iſt, zu ſehr in Verbiudung ſte⸗ hen, und es wird alſo das desfalls Noͤthige im 2ten Theile dieſes Werks vorkommen. Die vorher beſchriebene Bauart der hoͤlzernen Waͤnde, iſt die hier und in den mehreſten der Koͤnigl. Preußiſchen Provinzen uͤbliche, indeſſen will ich einige an⸗ de — — —————— —— weyyſe ur einmal n der Ge⸗ Wände zu ſo unnüt en, recht⸗ een,(wel⸗ aun, au⸗ ſind. nbetrift, endern in nd, daß e uͤbrig ) wa⸗ deſto cher m Nahm unten an ndes und er Schwell vie Fig. 10. nicht nur zu ein ſolcher —n Stieh⸗ leen, weil raden wit llchen ſi ken zu ſtehen „weil ſolche rbiudung ſe nd in di jnige an- Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 287 derer Orten in Vorſchlag gebrachte angebliche Verbeſſerungen nicht mit Still⸗ ſchweigen uͤbergehen. Es wuͤrde jedoch zu weit fuͤhren, alles dasjenige hier umſtaͤndlich anzufuͤhren, was in den Anzeigen der Leipziger oͤkonomiſchen Sozietaͤt(von der Oſtermeſſe 1794.) von einer Bauart ohne Schwellen, und mit Riegeln, die nicht in die Stiehle eingezapft, ſondern an der innern Seite der Wand in den Stiehlen eingeblattet ſind, und die nur aus duͤnnen Brettern beſtehen, welche auch nicht von einem einzelnen Stiehl zum andern, ſondern uͤber mehrere zugleich weg⸗ gehen, angeruͤhmet worden. 1 Eben ſo wenig kann alles dasjenige hier woͤrtlich angefuͤhret werden, was Lange in ſeinen zufaͤlligen Gedanken uͤber die wirthſchaftliche Bau⸗ art auf dem Lande S. 311. wegen der gaͤnzlichen Weglaſſung der Ver⸗ riegelungen bei hoͤlzernen Waͤnden beibringet. Werden dieſe Vorſchlaͤge mit der bisher uͤblichen Bauart verglichen, ſo wird ſich bei dieſen ſowohl als bei jenem etwas gutes und beſſeres, aber auch etwas nach⸗ theiliges finden, ſo daß es ſchwer iſt, gerade zu im Ganzen genommen, eine fuͤr die andere den Vorzug zu geben; die Entſcheidung iſt um ſo weniger leicht, weil beide Bauarten an ſich ausfuͤhrbar ſind, und die Erfahrung von beiden gelehret hat, daß ſie ſich gut gehalten haben; wobei es aber doch auf viele Nebenumſtaͤnde ankoͤmmt, als, auf den freien Stand der Gebaͤude, ob ſie nemlich mehr oder we⸗ niger von der Gewallt der Sturmwinde getroffen werden, ferner, von der innern Verbindung, ob ſie viele Abtheilungswaͤnde haben, die dem Ganzen zu einer ge⸗ meinſchaftlichen Baſis dienen oder ob ſie mit wenigen Scheidewaͤnden verſehen, und alſo meiſtens hohl ſind. 4 Den Nutzen der Schwellen hoffe ich indeſſen im vorhergehenden bereits darge⸗ than zu haben; geſetzt aber auch, daß das Fundament aus den feſteſten Steinen beſtuͤnde, und daß das Eindruͤcken der Stiehle in daſſelbe wenn keine Schwelle vor⸗ handen iſt, nicht voraus geſetzt werden koͤnnte, ſo ſehe ich doch nicht ab, wie man das feſtere Stehen, ſtumpf auf ein ſolches Fundament aufgeſetzter Stiehle, gegen diejenigen, welche in eine Schwelle verzapft ſind, erweiſen moͤchte. Ruͤhret der ſeſte Stand der Stiehle von der eigenen Laſt des Gebaͤudes her, ſo haben die verzapften Stiehle dieſes mit den unverzapften gemein, und noch den Vortheil obendrein, daß die Zapfen das Ausweichen der Stiehle verhuͤten. Die⸗ ſer Vortheil ſcheint aber ſo wichtig zu ſeyn, daß man deshalb ſchondie Schwel⸗ len beibehalten ſollte. Oo 2 288 Vierter Abſchnitt. Bei gaͤnzlicher Weglaſſung der Riegel, oder bei der Anwendung ſolcher, welche nur uͤbergeblattet ſind, bin ich zwar geneigt den Vortheil einzuraͤumen daß die Stiehle nicht gelocht und dadurch geſchwaͤcht werden; allein, wenn geſagt wird, „daß die, bei gaͤnzlicher Weglaſſung der Riegel, oder bei Anbringung ganz ſchwa⸗ „cher uͤbergeblatteter Riegel an der innern Seite der Wand, von unten bis oben „ausgemauerte Fache das Gebaͤude mit tragen, und daß alſo die Laſt unmittelbar „auf das Fundament trift,“ ſo ſcheint mir eine nur einen halben Ziegel breite Mauer, im Verhaͤltniß dieſer geringen Dicke bei den gewoͤhnlichen Stockwerks⸗ Hoͤhen der Gebaͤude in jedem Fall zu hoch, und dergleichen Mauern zum Tragen wohl nicht ſehr geſchickt zu ſeyn, ſondern es moͤchte bei einem nur maͤßigen Druck ei⸗ ner Laſt auf ſelbige, wohl Ausbauchung und voͤlliges Auseinandergehen erfolgen. Die Mauern aber, in der(in zuerſt angefuͤhrter Schrift) vorgeſchlagenen Art zu verſtaͤrkern, daß ſie 9 Zoll Dicke erhalten, und daß alſo als Holz⸗ werk von außen um 3 Zoll mit Mauerwerk verkleidet ſey, wuͤrde alle diejenigen Fehler an ſich haben, die man bei jeder aͤußeren, mit Mauerwerk bekleideten oder berohrten Wand ſo oft gewahr wird, nemlich daß das alſo eingeſchloſſene Holz, theils wegen Mangel an Luft, theils auch durch die in die unvermeidlich entſtehen⸗ den Riſſe ſolcher Bekleidungen eingedrungene Naͤſſe, bald verſtockt und verfault. Manger warnet S. 111. ſeiner oͤkonomiſchen Bauwiſſenſchafrt nicht nur dieſerwegen, ſondern weil ein ſolches bekleidetes hoͤlzernes Gebaͤude, wenn es in Brand geraͤth auch ſehr ſchwer zu loͤſchen iſt, alſo aus erheblichen Gruͤnden, fuͤr alle Ueberkleidungen des Holzwerks mit Dachziegeln, Rohr, und bei der vorhin gedachten dreizoͤlligen Vermauerung des Holzwerkes, ſcheinen mir ſeine gebrauch⸗ ten Worte: 88 „ich weiß nicht was darunter fuͤr eine Erſparung geſucht wird, und warum „man nicht gleich die ganzen Waͤnde mit Ziegeln aufmauert?“ deſto anpaßender zu ſeyn.— Hierin beruhet in der That hauptſaͤchlich die Verbeſſerung des Bauwerks, denn wer verkennt wohl die Vortheile der maßiven Gebaͤude gegen die hoͤlzernen?— Der Einwand, daß es mehr koſtete maßiv als von Holz zu bauen, iſt indeſſen eben ſo bekannt als auch in gewiſſer Ruͤckſicht richtig. Manger hat ſich zwar bemuͤhet(S. 17. ſeiner oͤko nomiſchen Bauwiſ⸗ ſenſchaft) durch eine Berechnung der bei einer hoͤlzernen Wand in 100 Jahren vorkommenden Bau⸗ und Reparaturkoſten, gegen die, welche in eben der Zeit wahrſcheinlich nur bei einer maßiven Mauer erfordert wuͤrden, zu erweiſen, „daß es wohlfeiler ſey maßiv als von Holz zu bauen. hher vaͤche nen daß di ſeſagt vid ganz ſchwa⸗ en bis oben unmittelhar iegel breit Stockverts⸗ um Kragen Druck ii⸗ erfolgen. iſchlagenen als Holy diejenigen eten oder ioe Holz, entſtehen⸗ verfault. haft richt wenn es ünden, für der vorhin gebrouch⸗ dwarum auwerks, rnen?— indeſſen Hauwiſ⸗ 0 Jahren der Jeit „ Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. 289 Nun hat es zwar ſeine Richtigkeit, daß die Rechnung anders zu ſtehen koͤmmt, wenn man die Zinſen, von dem bei dem maßiven Bau gleich mehr verwandten Ka⸗ pital mit in Rechnung bringt.* Aus dieſem Geſichtspunkte iſt die Sache bei Gelegenheit der Rezenſion der Beſchreibung der Torfziegeloͤfen von W. Gilly, im loten Ban⸗ de der allgemeinen deutſchen Bibliothek, genommen, und darnach gezeigt worden, daß das maßive Bauen in aller Ruͤckſicht theurer ſey, als von Holz. Es haͤtten aber billig mit dieſen Koſten, andere zwar nicht im baaren Gelde zu ſchaͤtzende, aber gewiß ihren Werth habende Umſtaͤnde verglichen werden ſol⸗ len, wobei man am Ende doch wohl zugeben wuͤrde, „daß es in aller Aſiche vorthellgafter und beſſer ſey, maßiv als von Holz „zu bauen.“— Die vorgedachten Umſtaͤnde ſind, daß man bei maßiven Gebaͤuden mehr fuͤr Feuersgefahren geſichert iſt als bei hoͤlzernen; entſtehet aber dennoch ein Brand in einem maßiven Hauſe, ſo koͤnnen oͤfters die Mauern bei dem Wiederaufbau beibe⸗ halten werden; ferner, ſind maßive Gebaͤude im Sommer kuͤhler und im Winter waͤrmer als hoͤlzerne; auch iſt man bei erſteren fuͤr diebiſche Einbruͤche ſicherer als bei letzteren, und endlich,— wie viel iſt es nicht werth, daß bei maßiven Gebaͤu⸗ den nicht ſo oft Reparaturen vorfallen als bei hoͤlzernen; Man erwaͤge nur das oͤf⸗ tere Verſchwellen, und die damit fuͤr Landwirthe verknuͤpften Unbequemlichkeiten; wenigſtens muͤſſen die unteren Fache ausgeſchlagen werden, ſo daß die Zimmer waͤhrend der Reparatur unbewohnbar ſind; welche Muͤhſeligkeit iſt mit dem Aus⸗ und Einziehen verknuͤpft, und wie gar oft weiß der Landmann nicht einmal, wo er unterdeſſen bleiben ſoll. Noch ein Umſtand,— hoͤlzerne Waͤnde ſtehen an und fuͤr ſich nicht wegen ihrer geringen Breite oder Grundflaͤche in Verhaͤltniß ihrer Hoͤhe, ſondern bei Wirthſchaftsgebaͤuden die meiſtens einen holen Raum erhalten, als beſonders die Schaafſtaͤlle und Scheunen, werden ſie hauptſaͤchlich nur durch die aufgekaͤmmten Balken ſtehend erhalten; die Wirthſchaftsgebaͤude befinden ſich mehrentheils auf ſehr freien Plaͤtzen, ſo daß ſie von den Sturmwinden getroffen werden koͤnnen; gegen ihre Gewalt leiſtet die bloße Verbind— durch die Balken ſelten den gehoͤ⸗ rigen Widerſtand, weshalb durch heftige Oreane ſo oft hoͤlzerne Schaafſtaͤlle und Scheunen umgeworfen werden, waͤhrend daß tna we eauerm vermoͤge ihrer der Hoͤhe angemeſſenen breiteren Grundflaͤchen, ſich dieſen Anfaͤllen voͤllig widerſetzen, und nicht ſo leicht umgeworfen werden koͤnnen, als hoͤlzerne Waͤnde. den uͤberhaupt, 290 Vierter Abſchn. Von den Mauern und Waͤnden der Gebaͤude. Nach Erwaͤgung dieſer Umſtaͤnde wird man wohl zugeben, daß es, zwar nicht gerade im Sinne des Wortes, wohlfeiler, daß es aber auf alle Faͤlle beſſer ſey maßiv als von Holz zu bauen, und ich wuͤnſche demnach, daß die Baumeiſter lieber, an denen Orten wo das maßiv Bauen, wenn man darunter Mauern von gebrannten Steinen und Kalk verſtehet, zu beſchwerlich und zu koſtbar iſt, auf Erleichterung und Verbeſſerung der Subſtitutionsarten des vorgedachten maßiven Baues, als mit Feldſteinen, mit Piſé, oder mit Lehmpatzen bedacht waͤren, als daß ſie ſich da⸗ mit beſchaͤftigen, Verbeſſerungen bei den Bauarten der hoͤlzernen Waͤnde zu erfin⸗ den, wodurch doch im Grunde keine erhebliche und weſentliche Vortheile gegen die bekannte und uͤbliche Verbindung dieſer Waͤnde, hervorgebracht werden. Au m. Vorſtehendes kann zugleich als Beantwortung der in No. 30. von 1796. des Reichsanzeigers, aufgeſtellte Frage: ob es dauerhafter und wohlfeiler ſey, verriegelte oder unverriegelte Waͤnde zu machen, dienen. Der ehemalige Kurmaͤrkiſche Bau⸗Inſpektor, jetziger Kriegesrath Herr Schloͤnbach hat in einer kleinen Schrift, betitelt: Verſuch eines Vorſchlages zu einer Holzſparenden Bauart bei wirthſchaftlichen Gebaͤuden auf dem Lande. Berlin, 1768. eine Bauart der Scheunen mit gemauerten Pfeilern und dazwiſchen eingelegten Bohlen, in Vorſchlag 4 gebracht, welche den Mittelweg zwiſchen dem maßiven und dem Holtzbau haͤlt. Herr Schloͤnbach unterlaͤßt indeſſen nicht, dabei den Bau mit Wellerwaͤnden(die Lehm⸗ patzen waren damals ſo bekannt noch nicht) vorzugsweiſe vor jeder Holzbauart, zu den Landge⸗ baͤuden zu empfehlen. 3 Die aus gedachter Schrift(weil ſie wenigſtens hier in Berlin in den Buchlaͤden nicht mehr zu bekommen iſt) entlehnten Grund⸗ und Aufriſſe Fig. 171,(wovon zur Erſparung des Platzes hier nur die Haͤlfte gezeichnet iſt) wird die vorgeſchlagene Bauart mit Pfeilern und Bohlenfaͤchern ohne weitere Erklaͤrung deutlich machen; nur iſt folgendes anzumerken: Die Pfeilerweiten werden mit geſpundeten Brettern ausgeſetzt. Um in der Folge, wenn eins oder das andere verfault, ſolches her⸗ aus und neue hineinbringen zu koͤnnen, werden Bohlſtaͤmme gekloͤbt, nnd an den Ecken gegen dem Anſchlag dergeſtalt angebracht, daß ſolche oben an die Mauerlatten mit großen eiſernen Naͤ⸗ geln befeſtiget, in der Mitte aber und unten mit Bandeiſen, welche in die Mauer eingeduͤbelt ſind, angezogen werden. Einige Landwirthe ruͤhmen von dieſen Scheunen daß ſie vielen Luſtzug haben und ſehr trocken ſind.— Die Feſtigkeit iſt dieſer Bauart anch nicht abzuſprechen,— nur erfordern ſie doch vieles Holz.— 1 §. 150. Zuſaͤtze zu dem Da ich dieſes Werk nur in der wenigen Zwiſchenzeit welche mir meine vielen vorhergehene Dienſtgeſchaͤfte uͤbrig laſſen, und unter denen mit den Amtsgeſchaͤften verknuͤpften mancherlei Stoͤhrungen und Unterbrechungen habe aufſetzen koͤnnen, ſo hoffe ich von jedem billig denkendenden entſchuldiget zu werden, wenn ich ſchon hier am Schluß des erſten Theils einige Zuſaͤtze und Verbeſſerungen lieſere Zu S. 18. wegen der Feldſteine kann demnach angemerkt werden; daß in Berr⸗ nouilli's Reiſen durch Brandenburg, Preußen, Pommern ꝛc. Iter B. S. 141. erzaͤhlet wird: ein Landwirth haͤtte einen ungeheuern Feldſtein von 22 Fuß lang und 14 Fuß breit mit Eſſig ſprengen laſſen, um ihn ſtuͤckweiſe wegzuraͤumen. Auch in den An⸗ iug eröchid es, zwar nit aͤll beſſerſg umeiſter la vongebranna Erleichterung en Baues, alz daß ſie ſich de⸗ Jände zu efi ſeile gegen die den. Reitsanzeigen, errjegelte Winde loͤnbach hat in oljſpatenden 7, 1768 auc min Vorſchlag den(de Leſmt zu den kandge⸗ en nicht mehr u des Plates hiet Jlenfüchern ohne iten werden mit zult ſolches her⸗ den Ecken ba T eiſernen N ingedbelt fid Luſtzug haben chen— uut veine bielen verknuͤpften ſo hoff ich am Schluß iß in Ber⸗ B. G. 141. und 14 306 in den Au⸗ 291 nalen der Maͤrkiſchen dkonomiſchen Geſellſchaft zu Potsdam 1ter Band 2tes Heft iſt eine Abhandlung vom verſtorbenen Miniſter v. Herzberg uͤber die Benutzung der Feldſteine, worin er anraͤth, ſolche lieber durch Erhitzungen, als, durch Sprengen mit Pulver zu zerſtuͤcken; er fuͤhrt zugleich an, daß er irgendwo gehdret haͤtte, wie ſol⸗ ches noch leichter von ſtatten gehen ſollte, wenn man die Steine mit Eſſig oder mit Waſſer beſprengte. Erſteres ſcheint aber ein uͤberfluͤßiger Koſtenaufwand zu ſeyn. Wenn Herr Bernouillli in der Anmerkung zu vorgedachter Stelle anfuͤhret, daß im aten Bande der Berliniſchen Beitraͤge, ein leichtes Mittel angegeben ſey, große Feldſteine zu ſprengen, ſo dienet hier zur Nachricht, daß ſolches auch kein anderes iſt, als das Erhitzen der Feldſteine mit Feuer, und das daran ſchlagen mit großen eiſernen Hammern. In Hamburg werden zum Steinpflaſter Feldſteine von mittelmaͤßiger Groͤße genommen, die man aber zuvor ebenfals mit großen eiſernen Hammern zerſchlaͤgt; ſodann wird die gerade Flaͤ⸗ che dieſer Steine oberwaͤrts gelegt, welche etwa 3 bis 5 Zoll ins Gevierte enthaͤlt; mit dieſen einigermaßen keilformigen Steinen, wird der Steindamm, nicht wie bei uns in langen Stre⸗ cken, ſondern nach der Breite der Straße in gewoͤlbeformigen Reihen gelegt, ſo daß die dar⸗ uͤbergehenden Fuhrwerke jedesmal ein Bogenſtuck beruͤhren. Zur Anmerkung S. 37.§. 24.— Man fäaͤhret ſort in den Schleſiſchen Pro vin⸗ zial⸗Blaͤttern, den von dem Herrn v. Leſtewitz gemachten Verſuchen mit dem Bau ei⸗ niger Haͤuſer von Pifé- Arbeit, in Abſicht ihrer Wohlfeilheit und ungemeinen großen Feſtig⸗ keit alles Lob beizulegen. Im 10ten Stuͤck der gedachten Schrift(vom October 1796.) heißt es: daß jemand in Schleſien eine Bewaͤhrungsmauer 483 Ellen lang, ¾ Ellen ſtark und 1 ½ Elle hoch von Pifé-Arbeit haͤtte auffuͤhren laſſen, welche Pifé-Arbeit, ohne das gemauerte Fundament, 17 Rthlr. 14 ſgr. gekoſtet haͤtte, und waͤre dieſer durch unguͤnſtige Witterung entſtandene Preiß, im Verhaͤltniß der Bauten in den Guͤthern Groß⸗Tſchirne und Ro⸗ nicken, noch wohl um 5 zu hoch. Anm. Von Sr. Excellenz dem Herrn Etatsminiſter Grafen v. Hoym, ſind auch dem Apotheker Herrn Henkel in Kaliſch, 200 Rthlr. als eine Beihuͤlfe bewilliget worden, zu dem Verſuch mit einem kleinen Hauſe von Pifé-Arbeit, und die ſchon fertig geſtampften großen Steine welche ich dorten ſahe, waren von außerordentlicher Feſtigkeit. Beilaͤufig wegen der Benennung Piſé: der Abt Roziers in ſeiner introduction aux observa- rions ſur la phiſique etc. Paris 1777. Tom. I. S. 682., in der Abhandlung, L'art du maçon piſeur(woraus Herr Cointeraux in ſeinen Beſchreibungen ſtillſchweigend vieles entnommen hat) ſagt: daß die Ausdruͤcke, piler du ſel, piler du ciment, piler dans un mortier avec un pi- lon ete zwar in den Dictionairs recipiret waͤren, daß aber die Bauern ſich des Ausdrucks piler be⸗ dienten, z. B. piler la terre autour d'un pieu pour le rendre plus inébranlable, ſo daß nach ihrem Sinn, der Ausdruck piler ſo viel heiße, als, die Theile einer Maſſe mehr in⸗ und aneinander brin⸗ gen, wohingegen piler, nur das Zerſtoßen einer Maſſe, oder die Trennung ihrer Theile durch das Stoßen, anzeigt. S. 50 ſſt e etwas von einem ſowohl ober⸗ als unterwaͤrts gewoͤlbten Ziegelofen gedacht, wovon ich die Beſchreibung nur im Manuſcript beſaß⸗— dich t der Zeit iſen mir dieſe Piece gedruckt zugekommen, unter dem Titel: —— 2 292 Beſchreibung eines holzerſparenden und in allem Betracht vortheilhaft befundenen Ziegeloſens nebſt Riſſen, herausge⸗ ben von dem beruͤhmten Warſchauer Architekt Eigner; aus dem Ruſſiſchen uͤberſetzt; zweite Auflage. Riga und Mietau 1796, bei W. C. A. Muͤller, 8. mit 2 Kupfern. Anm. Dieſe Beſchreibuug welche in den Buchlaͤden fuͤr 8 gr. zu bekommen, iſt die nemliche, welche ein gewiſſer Herr Grebenſtein in Luͤbeck, in No. 268. des Berliniſchen Intelligenzblattes(von 1796.) bei ihm zum Kauf angekuͤndiget hat, ohne jedoch den Verfaſſer zu nennen oder den Preiß zu beſtimmen, der ſich aber bei erforderter naͤheren Erklaͤrung auf 3 Friedrichsd'or belaufen ſollte, welche Speculation in den oͤffentlichen Blaͤttern von mir geruͤget worden iſt, Die S. 50. geaͤußerte Meinung uͤber dieſe Art von Ziegeldfen, gruͤndet ſich indeſſen nicht auf hinlaͤngliche und im Großen angeſtellte Verſuche, welche der Herr Kriegesrath Peterſon, erſt bei Bromberg anſtellen wird, wovon alsdann die Reſultate bekannt gemacht werden ſollen. Jedoch iſt wohl im voraus zu bezweifeln, daß es mit der Holzerſparung ſo weit gehen ſollte, daß wie Herr Eigner verſichert, in dieſer Art von Ziegeldſen, mit 2 Faden oder 25 einſpaͤnnige Fuder Holz, fuͤnf und zwanzig Tauſend Ziegel gebrannt werden koͤnnen. Waͤre dem alſo, ſo muͤſten keine Luftziegel gemacht werden, ſondern es wuͤrde beſſer ſeyn, dem Zuruf 1 Buch Mofe Cap. 11. v. 3. zu folgen, wo es heißt: Wohlauf, laſſet uns Ziegel ſtreichen und brennen. Die Stelle S. 63. unten, wo es heißt, daß ein Feldofen mit 4 Schuͤrrlochern u. ſ. w. 35 Tauſend Ziegel enthaͤlt, muß noch dadurch berichtiget werden, daß dies auf dem Fall zu verſtehen, wenn der Ziegelofen von einem Schuͤrrloche bis zum andern 80 Ziegeldicken, mit dem erforderlichen Zwiſchenraum, lang iſt. Sind 100 Ziegel nach der Laͤnge der Schuͤrr⸗ loͤcher geſtellt, ſo kann man auf jedes Schuͤrrloch uͤberhaupt 10 Tauſend Ziegel rechnen, und alſo auf 4 Schuͤrrloͤcher 40 Tauſend Ziegel. Die gleich hierauf folgende Stelle, wo von der Feuerung in Feldziegeldfen die Rede iſt, muß durch ſolgendes noch umſtaͤndlicher erlaͤutert werden. Wenn in denen auf einer Seite des Ofens befindlichen Schuͤrrldchern bb bb Fig. 172. ei⸗ nige Kloben Holz unangezuͤndet, kreutzweiſe uͤbereinander eingeworfen, dieſe Schuͤrrloͤcher mit Steinen zugeſetzt, auch mit Lehm verſchmieret worden, ſo wird in den Schuͤrrloͤchern auf der aandern Seite helles Feuer angemacht, jedoch nur in geringem Grade und ſo lange mit Un⸗ terhaltung deſſelben fortgefahren, bis die Waͤrme alle Feuchtigkeit aus den Steinen ausge⸗ trieben hat. Dieſes ſo genannte Schmauchfeuer dauert etwa 3 Tage, nach welcher Zeit in den Schuͤrrlochern aa aa einige Stuͤcke Holz mehr eingeworfen und etwas in den Ofen hineinge⸗ ſtoßen werden. Mit dieſer Feuerung faͤhrt man 2 Tage lang fort, bis das in die Schuͤrrlo⸗ cher bb pb zuerſt eingelegte Holz ſich mit entzuͤndet. Von nun an wird mit nach und nach verſtaͤrktem Feuer, wobei die Schuͤrrloͤcher auf dem Ende bbbb beim jedesmaligen Feuer aufgebrochen werden, um auch von dieſer Seite Hoß nad nac ſo ſind bor Fel geſt M. ver thei hult nutb ſund, Jettaht etausge aus dem u 1796, iche, welce blates(von den Priſß aufen ſolle, nnicht auf ſon, erſt den ſollen. veit gehen den oder gebrannt de beſſer . n u. ſ. w. in Fall zu icken, wit r Schuͤer⸗ dnen, und Rede iſt, J.172:L löcher mit nauf der mit Un⸗ en ausge⸗ eit in den bineinge⸗ Schüͤrrli⸗ auf den zeite Dachſteinſtuͤcken und ſieb 293 nachzuſtechen,(welches die Ziegler auffuͤllen nennen) die Schuͤrrlocher werden aber ſogleich, nachdem Holz eingeworfen worden, wieder zugeſetzt und verſchmiert, und auf dieſe Weiſe wird ſo lange gefeuert, bis die Ziegel des Kopfs des Ofens, oder auf der Seite bbbb gahr ſind, d. i. wenn das helle Feuer, daſelbſt aͤberall durch die Decken des Ofens durchſchlaͤgt. Hierauf wird nach der Zieglerſprache, der Ofen umgewendet, das heißt, man faͤhrt in vorbeſchriebener Art mit dem Feuern fort, nur mit dem Unterſchiede, daß das eigentliche Feuern jetzt bei bb bb, und das Auffuͤllen bei aaaa, alſo das vorherige gerade umgekehrt, geſchieht. Iſt dann auch der Kopf des Ofens auf der Seite aaaa nach dem vorhergedachten Merkmale, gehdrig durchgebrannt, ſo iſt alsdenn der ganze Ofen gahr, und die Schuͤrrloͤcher werden von beiden Seiten zugeſetzt und verſchmiert. S. 90. iſt von den ſogenannten Schwammbaͤumen angefuͤhret worden, daß ſie mehren⸗ theils, aber doch nicht durchweg ſchadhaft ſind, ſondern daß ſie noch Endenweiſe gutes Holz ent⸗ halte, woraus Dachſtocke und Dachſpließe angefertiget werden koͤnnen. Ein noch beſſerer und nutzbarer Gebrauch koͤnnte von dieſen geſunden Enden wenn ſie auch nur 4 bis 6 Fuß lang ſind, oder von andern Abgaͤngen der Sageblocke und dem ſtarken Bauholze gemacht werden; ſie muͤßten nemlich zu Brettern geſchnitten und davon die bogenformigen Spurren von zuſam⸗ mengeſchlagenen kurzen Brettern angefertiget werden. Dieſe in ſo vieler Ruͤckſicht hoͤchſt vor⸗ theilhaft ſcheinende B ohlendaͤcher, werde ich bei einer andern Gelegenheit umſſtaͤndlich be⸗ ſchreiben, und ihre Anwendung bei Wohn⸗ und dlonomiſchen Gebaͤuden im 2ten Theile die⸗ ſes Werks, zeigen. Zu S. 12 9. iſt noch eine praktiſche und bewaͤhrte Methode beizufugen, um einen guten Moͤrtel zu machen. Man fäͤllet nemlich ein Gefaͤß mit Waſſer und wirft einige Stuͤcken ungeloͤſchten Kalk hinein, wodurch man ein Kalkwaſſer erhaͤlt. Eine andere Quantitaͤt von ungeloſchtem Kalk wird mit Waſſer beſprengt bis derſelbe zu Mehl zerfaͤllt; dieſes Mehl wird durchgeſiebt. Auch zerſtoößt man gute und ſtark gebrannte et ſolches ebenfals, ſo daß man Stuͤcke wie groben Sand erhaͤlt, und ſorgt dafuͤr, daß guter reiner Waſſerſand in Bereitſchaft ſey. Nunmehr werden 2 Theile Kalk, 2 Theile Ziegelmehl und 3 Theile Sand trocken recht tuͤchtig untereinander vermiſcht, bis es uͤberall eine gleiche Farbe hat; alsdann benetzt man dieſe Maſſe mit dem vorerwaͤhnten Kalkwaſſer und arbeitet alles ſo lange durch, bis es die Steifigkeit des Mortels erhalten hat. Dieſer Mortel bindet faſt ſo ſtark als Gyps, daher man auch nicht zu viel davon vor⸗ raͤthig machen muß. P p 294 Zu S. 137.— Um das allzuſchnelle Erhaͤrten des Gypſes zu verhuͤten, machen die Stuckaturer, beſonders wenn ſie Gypsmarmor verfertigen, den Gyps mit ſtaͤrkern oder ſchwaͤ⸗ chern Lehmwaſſer an, je nachdem ſie durch erſteres eine langſamere und durch letzteres eine ge⸗ ſchwindere Erhaͤrtung des Gypſes erlangen. Zu S. 150. kann noch das in der HDandlungszeitung Gotha 1786. 3ter Jahr⸗ gang S. 99. angezeigte Mittel, das Eiſen mittelſt des Waſſerbleies fuͤr dem Roſt zu bewah⸗ ren, bemerkt werden. Man nimmt wohlgereinigtes Schweineſchmeer; nachdem dieſes mit ein wenig Waſſer zerſchmolzen iſt, thut man 4 Unzen Camphor in Stuͤcken geſchnitten hin⸗ ein, und wenn es untereinander gefloßen iſt, nimmt man das Gefaͤß vom Feuer hinweg, in⸗ dem die Miſchung noch warm iſt, ſetzt man diejenige Quantitaͤt Eiſenſchwaͤrze hinzu, welche erforderlich iſt, ihr eine Bleifarbe zu geben. Mit dieſer Maſſe reibt man nun das Eiſen und den Stahl ab; die Stuͤcke, welche man auf die Art zurichten will, muͤſſen vorher in dem Grad erwaͤrmt ſeyn, daß man kaum die Hand daran leiden kann, und wenn ſie erkaltet ſind, reibet man ſie mit Leinwand ab. Viele machen hieraus ein Geheimniß. Zu S. 161. kann angemerkt werden, daß in eben dem Stuͤcke der obgedachten Hand⸗ lungszeitung S. 142. ein Mittel angegeben iſt, das Kupfer zu bronziren.— Zu S. 162. in dem nemlichen Stuͤcke der Handlungszeitung S. 193. beſinde ſich auch eine Beſchreibung von der Bleiweißfabrike in Berlin. Nach S. 240 iſt in Koͤnigsberg in Preußen ebenfals eine Bleiweißfabrike. In No. 246. des Reichsanzeigers(v. 1796.) S. 6 232 befindet ſich folgende Nachricht vom Herrn Profeſſor Gdtting zu Jena, eine neue Art Bleiweiß betreffend. Dieſes Bleiweiß (heißt es,) welchem er den Nahmen neues Bleiweiß gegeben hat, koͤnne zwar nicht wohl⸗ ſeiler als ein anderes aͤchtes Bleiweiß verlaffen werden, es waͤre aber damit noch einmal ſo viel auszurichten als mit dem erſteren, z. B. wenn man mit einer gewiſſen Menge des engliſchen oder andern aͤchten Bleiweißes 12 Quadratfuß Flaͤche anſtreicht, ſo kann man mit eben ſo viel von dem neuen Bleiweiß, 24 Quadratfuß anſtreichen. Zu S. 171. iſt anzumerken, daß bei den Materialien, auch der Steinpappe zur Bede⸗ ckung der Daͤcher haͤtte gedacht werden ſollen. Da ich aber eben erſt im Begriff bin, Ver⸗ ſuche damit anzuſtellen, ſo werden die Reſultate davon und alles was uͤber dieſe Materie zer⸗ ſtreut bekannt geworden, bei dem Abſchuitt von Bedeckung der Daͤcher, im 2ten Theile folgen. S. 181. iſt gleich Anfangs des 113ten§. ein Peſenrliches Verſehen bei dem Abſchrei⸗ ben des Concepts begangen worden. ——— nachen de der ſchwi⸗ ds eine ge⸗ zter Jahr⸗ zu bewah⸗ dieſes mit nitten hin⸗ weg, in⸗ u, welche Eiſen und dem Grad ind, reibet en Hand t ſich auch Nachricht Rleiweiß cht wohl⸗ h einnal denge des man mit zur Bede⸗ iin, Ver⸗ gterie zer⸗ ie folgen, bſchre⸗ ——— 293 Es muß nemlich Zeile 3, 4 und 5 dieſes§., anſtatt daß der Eindruck der Korper auf die darunter befindliche Flaͤche im umgekehrten Ver⸗ haͤltniſſe mit der Groͤße dieſer Flaͤche ſtehe, heißen: daß der Eindruck der Koͤrper auf jeden Punkt der darunter befindlichen Flaͤche im umgekehrten Verhaͤltniſſe mit der Groͤße dieſer Flaͤche, ſtehe. Zu S. 193. oben, iſt zuzuſetzen, daß wenn die Plinte eines Gebaͤudes weder mit Werk⸗ ſtuͤcken noch mit Feldſteinen bekleidet werden kann, man dazu die beſten gebrannten Mauer⸗ ſteine nehmen, und ſolche nicht blos mit Kalk berappen muß, weil ſelbiger nicht lange feſt ſitzt, ſondern man macht eine Miſchung von ungeldſchtem Kalk, Theer, Hammerſchlag, Ziegel⸗ mehl und geſtoßenes Glas; zuerſt nimmt man dieſe Maſſe etwas dick, und verſtreicht damit die Fuge, nachher macht man ſie etwas duͤnne und uͤberſtreicht damit die Plinte etliche mal bei guten warmen Tagen. Zu S. 194. und 195. Auch ſelbſt in dem Fall wenn die Mauer ein flexibler oder biegſamer Koͤrper waͤre, wurde ſich dennoch der Orucc uuf vir Grundfluͤche verrtheitlen, welches aber um ſo mehr ſtatt findet, da das Fundament ein zuſammenhaͤngender Koͤrper iſt. S. 202.— Bei dem hier angefuͤhrten Beiſpiele von Unterſahrungen unter großen Ge⸗ woͤlbepfeilern kann ich billig das in dieſem Jahre unter der Aufſicht des Koͤnigl. Bau⸗ Inſpek⸗ tors Herrn Krauſe zu Beeskow, von den dortigen Maurern und Zimmerleuten ausgefuͤhrte wichtige Bauſtuͤck nicht mit Stillſchweigen uͤbergehn, wo nemlich ein 60 Fuß hoher und 5 Fuß dicker Pfeiler der alten gothiſchen Kirche, worauf die Gewoͤlbe ruhen, anfing ſich zu beugen; welcher Pfeiler von unten bis zur Hdͤhe von 33 Fuß abgebrochen, die Gewoͤlbe abgeſteifet und von neuem untermauert worden. Das beſorglichſte hierbei war, daß das Hauptgewolbe erſt auſ der Hoͤhe von 60 Fuß, das Seitengewoͤlbe aber ſchon bei 34 Fuß Hohe gegen den Pfeiler ſtrebte. Anm. Es iſt zu wuͤnſchen daß Herr Krauſe ſein Verſprechen erfuͤllen mag, eine umſtaͤndliche Be⸗ ſchreibung nebſt Zeichnung von dieſen Veranſtaltungen und wichtigen Bauauffuͤhrung, in den Sammlungen nuͤtzlicher Aufſaͤtze die Baukunſt betreffend, welche allhier in Berlin herauskommen werden, mittzuheilen. Zu S. 215.— Eine von dem Herrn Geh. Ober⸗Baurath Eytelwein mitgetheilte leichte Mthode, einen gedruckten Bogen zu verzeichnen, wenn die halbe Weite A B Fig 173, und die Hoͤhe A G gegeben iſt, duͤrfte hier noch beizufuͤgen von Nutzen ſeyn. Man nehme B willuͤhrlich an; mache BE gleich CD, ziehe aus der Mitte von DE in F die ſenkrechte Linie FG, und durch die Linie GE die Linie G H, ſo iſt E der Mittelpunkt fuͤr den Bogen B H und G der Mittelpunkt fuͤr den Bogen C(H..— Soll die Flaͤche AB C mehr oder weniger Inhalt, oder der Bogen mehr oder weniger gedruckt ſeyn, ſo darf man nur den Punkt D naͤher oder entfernter vou A annehmen. S. 224. Da die ſogenannten d'Espieſchen flachen Gewoͤlbe hauptſaͤchlich zu Decken uͤber die Zimmer dienen ſollen, ſo wird davon im 2ten Theile bei dem Abſchnitte vom innern Ausbau der Gebaͤude, das weſentliche daruͤber, angefuͤhret werden. — Zu S. 267. oben; Bei dem Entwurf eines Grundriſſes und der Vorgelege, muß ſchon Bedacht darauf genommen werden, wie die Roͤhren am vortheilhafteſten auf dem Dachboden zu ſtehen kommen koͤnnen, theils um ſelbige ſchicklich und dauerhaft in Schornſteinen zuſammen zu ziehen, ohne dem ſchaͤdlichen Aufſetzen oder dem ſogenannten Aufſatteln auf die Balken und Dachverbindungs Hoͤlzer, zu folgen, oder zu den eben ſo nachtheiligen Unterſtuͤtzungen mit Holz, Zuflucht zu nehmen, anderntheils auch um nicht wegen der Schornſteinrdhren viele Bal⸗ ken durchzuſchneiden oder zu vertrump fen. Da nun das letztere die Lehre von den Balkenlagen vorausſetzt, ſo wird in der Folge und bei der Abhandlung uͤber dieſen Gegenſtand, auch noch ein mehreres uͤber die zweckmaͤßige Anorduung und Führung der Roöhren, vorkommen. Zu S. 271.— Wenn man nicht Dachſteine von der beſten Guͤte hat, oder weil neue Dacher doch einige Naͤſſe durchlaſſen, ſo werden die maßiven Gebaͤude dadurch ſehr conſervi⸗ ret, wenn duͤnne, jedoch recht kiehnigte Bretter in der ganzen Laͤnge des Geſimßes oben drauf geleget werden; die Knaggen oder Aufſchiebliche ſind alsdenn ſo zuzuſchneiden, daß zwiſchen ſelbigen und dem Brette, noch etwas Spielraum uͤbrig bleibt; doch wuͤrde es auch eben nicht ſchaden, wenn ſie etwa auf dem Brette aufſtuͤnden, denn ihr Druck iſt vertheilt. Zu S. 274. kann noch, die nicht unzweckmaͤßig ſcheinende Bemerkung eines praktiſchen Baumeiſters angefkihret werden, daß man nemlich bei Gebaͤuden von Lehmpatzen, die Plinte oder das Fundament nicht wie bei andern maßioen Gebaͤuden außerhalb vorſtehen laſſen ſolle, weil ſich das Regenwaſſer darauf ſetzt, und die gleich auf das Fundament folgenden Lehmpa⸗ tzen beſchaͤdiget.. Wenn man aber noch eine Schicht mit Mauerſteinen üͤber das Fundament, auffuͤhrte, alsdenn moͤchte das Vorſtehen der Plinte wohl unſchaͤdlich ſeyn, jedvch muß der Abſatz der Plinte jederzeit eine Abdachung oder Schraͤge haben. Zu S. 276.— Vielleicht iſt hin und wieder jemand geneigt, mit dem angefuͤhrten Holzanſtrich Verſuche anzuſtellen, weshalb alſo dasjenige was zur Empfehlung dieſes An⸗ ſtrichs in No. 290 des Reichsanzeigers euthalten iſt, hier umſtaͤndlich mitgetheilet wird. 297 1 e eng un laͤngſt(heißt es) wurde der Londoner Societaͤt zur Aufmunterung der Kuͤnſte und Manufakturen . vom Herrn William Pattenſon ein bewaͤhrtes Recept zum Anſtriche des der Luft und dem Wetter ausgeſetzten Holtzes mitgetheilt. Theer, Ocker und andere Miſchungen ſchuͤtzen das Holtz nicht hin⸗ laͤnglich vor der Witterung. Herr P... machte daher mancherlei Verſuche, um eine mehr dazu zuptſachlich dienliche Miſchung ausfindig zu machen, und fand endlich eine, die fuͤr das Regenwaſſer undurch⸗ cuitte bom dringlich iſt, vom Wetter und der Sonnenhitze nicht beſchaͤdiget, ſondern von derſelben noch mehr . gehaͤrtet und dauerhafter gemacht wird. Auch iſt ſie zugleich wohlfeiler und haltbarer als der An⸗ ſtrich mit Farbe. Man nimmt nemlich drei Theile an der Luft geſchlemmten Lehm, zwei Theile Holtzaſche und einen Theil feinen Sand. Dies wird durch ein feines Sieb gelaſſen, und dann ſo viel Leinoͤhl hinzugethan, daß es zum Anſtrich mit dem Pinſel geſchickt wird; nur muß man die Maſſe vollkommen gut durcheinander mengen. Es wie Farbe zu reiben, waͤre vielleicht noch rath⸗ muß ſchon ſamer. Dieſer Anſtrich wird ſodann zweimal aufgetragen, das erſtemal duͤnne, das zweitemal Naehßndo Duüladen aber ſo dick als ſich's thun laͤßt. Die Proben die Herr P... davon der gedachten Geſellſchaft zu⸗ ammen ſandte, waren ohngefaͤhr 7 bis 8 Monathe lang ſo gleich der Luft ausgeſetzt worden, und ſchon die die Valken Katur der Beſtandtheile laͤßt eine große Dauerhaftigkeit davon erwarten, weil dieſer Anſtrich im⸗ zungen mit mer haͤrter und feſter wird. diele Bal⸗ In No. 245. des Reichsanzeigers iſt noch zur Berichtigung angefuͤhret worden, daß man ſich auch anſtatt der Holzaſche, fein geſiebter Steinkohlen⸗Aſche bedienen koͤnne. xr Folge kmaͤßige weil neue r conſerbi⸗ oben drauf ß zwiſchen eben nicht praktiſchen die Plinte ſſen ſolle, Lehmpa⸗ denn moͤchte derzeit elnt ngefuͤhrten dieſes Ae eird, Pp 3 Verzeichniß der Druckfehler und Verbeſſerungen des erſten Theils. Seite IIIIIIIIL LIIIIIIIIIIIIIIIIII I1 14. Zeile 14. von oben, ließ Anſtreichen ſtatt Anſtrichen. 14.— 20. v. o. l. Miszellaneen ſt. Miszellanien 20.— 3. v. o. l. Friedrichshagen ſt. Friedrichsdorf. 29.— 14. von unten l. Kruͤſte ſt. Kurſte —— 2. v. u. l. Kiehnen ſt. Kuͤchern 38.— 15. v. o. ſtreiche man das oder aus. 45.— 2. v. o. l. werden ſt. wird. 48.— 10. v. o. l. Tiſch ſt. Tiich. 65.— 18. v u. I. Crells ſt. Crolle. — 8 3. neu. J. Maineet i Meinerts. 71.. 44.. 4. aus er 64 en Fi ur. 73.— 9. v. v. l. Spießglas ſt. Woe glas. 77-— 2. v. b. J. eben ſt. den. 220.— 13. v. o. ſtreiche man das aber aus.. 121.— 22. v. o. Mercure de France ſt. M. de Francoi. 124.— 17. v. o. l. 111 Zoll lang ſt. 10 ½ Zoll. 139.— 5. v. b. I. Plinins ſt. Thitius. 131.— 2. v. u. l. geſtoßenen Maſtix ſt. gegoſſenen Maſtix. 147. No. 6. l. Sollinger Stahl ſt. Soltinger. 157. Zeile 15. v. u. l. bis 30 ſt. bis 20. 3 162.— 5. v. o. l. Silber gemacht ſt. ſerarbeit gebraucht. —§. 103.— 5. l. Mennige ſt. Menninge. 3 169.— 7. und 8. l. leſe man, und welches wegen ſeiner ꝛc. —— 3. v. u. l. nimmer ſt. immer. 181.— 17. v. o. l. vermindert ſt. veraͤndert. 218.— 13. v. o. l. Woͤlbung ſt. Woͤltburg. 224.§. 132. Z. 7. l. Haus ſt. Hans. 230.— 13. v. u. l. zerdruͤckt ſt. gedruͤckt.. 255.— 19. v. o. l. im Hauſe Stufen nach den andern Zimmern. 283.— S. v. o. l. ſo daß ſt. ſo dem... 284.— 7. v. o. l. Dachbinderſtiehlen ſt. Dachbaͤnderſtiehlen. —-— ern. —— 2—r Seee ee 2————— vone fiep 7 Ka 10. 1 e — — ——————— ——— 30 Kig 3& Fcg. Z Sere- M . eG. 2et ze⸗ 7 1 10 4 f — S 4— S— +—,— 2* 7 8 8 4 8— 4 . A„* A— 4— 4 . 4 . 1 —— ———————— —————— 2g. 53. 7⸗ a- 25 1 — S 2. ELIEIEINNI I EIELEIEIELER mMaaaflet 2u‿ Ey. 22 Kar De. LlLI TUWT Su 44. rne d 8 b 1 2 . o She. Feg. r 2 4 1 1 1 1 4 1 1 1 1 1 1 70 n. r IMLANAI 2 Maauofuas a Fig. 70. 24. 2 Maaohted Lu Sg. 29. 14 1 L X 4 4* — ᷑☛ — G8Gb m LLLLIIIII 70 — 9 14 ₰ N — A; 81 1 1 3:1 3 1. 1,.1 2 3 I 2 9 G 71 . 1.1 1: : 54 11* 8 5 2 Ii L 9 11 1 11 3 7 1½ : 3 8 8 I; 8l li 1 8 3.1 :1.1 :* 4 2 1. 14 E 14 : 11* 11 1 g 51 14 8 51 1 1 61 41 1 11 1; 22 44, 22 2— —— ℳðℳ——;P—·::ͤ ⸗---—--SeS 5 Euſe- 6 4 20 30 70 1 Eri 70 voe. Eg. ö, be 0. rie er Sg. A. von Vig. r ar,. Feg. 343. voe Slg. 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