die 1 He der Kni Mcglied ſcher, d n Herzogl — b Uair. Bidl. Siessen be 1 „A — * —— C uͤber die ſpecifiſche Schwere und die Anziehungskraft verſchiedener Salzarten; und uͤber die wahre neuentdeckte Natur Phlogiſton's Herrn Richard Kirwan, Eſg. der Koͤnigl. Geſellſchaft der Wiſſenſchaften zu London ordentl. Mitgliede, und der Roͤm. Kayſerl. Academie der Naturfor⸗ ſcher, der Churmaynziſchen Academie nutzl. Wiſſenſchaften und der Berliner Geſellſchaft naturforſchender Freunde Ehrenmitgliede.. 8— o IGr— LIO .1 . L -. 41 4. A p. K0NGLIOHNENN Aus dem Engliſchen uͤberſezt ACADBENIEN ACAI, und DES 4— H1 1. mit einer Vorrede verſehen 00 von D. Lorenz Erell, erzogl. Braunſchw. Luͤneburg. Bergrathe, und der Arzney⸗ Herzuu wiſſenſchaft O. O. Lehrer zu Helmſtaͤdt ꝛc. — Berlin und Stettin, bey Friedrich Nicolai, 4. 1783.. 7 An Herrn Richard Kirwam Eſa. Mitglied der Koͤniglichen Geſellſchaft in London ꝛc. =—— ———— ——— —— Hochzuehrender Herr! We koͤnnte ich dieſe Schrift mit mehrerem Rechte zueignen, als Ihnen, dem Urheber der Entdeckungen, die ich meinen Landesleuten, zu ihrer Be⸗ lehrung in einer Ueberſetzung liefere? Er⸗ lauben Sie mir, in ihrem Namen, Ihnen den verbindlichſten Dank, fuͤr die große Erweiterung der Grenzen der Chemie, durch Ihre emſigen, und gluͤcklichen Bemuͤhungen, hiemit dffentlich abzuſtatten. Schon Ihre Verſuche, durch Anwendung mathema⸗ tiſcher Grundſaͤtze auf chemiſche Lehren, die Beſtandtheile der Salze genauer zu er⸗ forſchen und zu beſtimmen, verdient von allen Kennern den wahrhafteſten Dank. Noch groͤßeren aber haben Sie ſich durch die Entdeckung der wahren Natur des brennbaren Weſens, oder des Phlogiſton's, erworben, da ſie den groͤßten Chemiſten der vorigen ſowohl, als der jetzigen Zeiten, ver⸗ borgen geblieben war, ſo groß die Rolle auch iſt, die jenes in der Zuſammenſetzung der Koͤrper ſpielt: daurender Ruhm und Oamk deüni Sie2 Erſa⸗ dr⸗ de diſen lberſe ten eineſ landiſ Mihe nen ler doch ie ſ 8 lihe Fortd nen vße urch Gen Ihre ma⸗ ren, er⸗ don nk, ürch des 15, der ver⸗ olle ung und Dank bleibt Ihnen dafuͤr von allen Schei⸗ dekuͤnſtlern. Edel iſts von Ihnen, daß Sie Ihre gluͤckliche unabhaͤngige Muße der Erforſchung der Natur, zur Bereicherung der Phyſick und Chemie, widmen; edel, daß Sie aus Trieb alles Wiſſenswuͤrdige in dieſen Wiſſenſchaften zu erfahren, die zu uͤberſteigenden Schwierigkeiten nicht achte⸗ ten, um fuͤr ſich, ohne fremde Beyhuͤlfe, eine ſo ſchwere Sprache, wie meine Vater⸗ laͤndiſche, zu erlernen, und ſich fuͤr Ihre Muͤhe durch das, was Sie dadurch ken⸗ nen lernten, belohnt halten. Moͤgen Sie doch ein ſpaͤtes, und gluͤckliches Alter, un⸗ ter ſolchen Beſchaͤftigungen erreichen, deſſen Sie auch durch Ihre ſanfte menſchenfreund⸗ liche Denkungsart ſo wuͤrdig ſind! Die Fortdauer Ihrer guͤtigen Freundſchaft, mit der Sie einen Fremden, zuvorkommend, beehrten, erbitte ich mir auf das angele⸗ gentlichſte; und habe die Ehre, mit voll⸗ kommenſter Hochachtung mich zu nennen Dero den 14, April 1783. Helmſtaͤdt gehorſamſten Diener L. Crell. deckun gen d tn hy lſunge ſcr be meinen ſalſcha Thl des cherlen Untern ſteebe Ritr Der T nend, gele⸗ dolr den ener —y——— Vorbericht. 5 die vorliegende Schrift enthaͤlt ſo viele wich⸗ tige chemiſche Beobachtungen und Ent⸗ deckungen, daß ich von meinen Landesleuten eini⸗ gen Beyfall wegen dieſer Ueberſetzung zu erhal⸗ ten hoffe. Das Original beſteht aus zwey Kol⸗ leſungen, die Herr Richard Kirwan,(deſſen ſo ſehr verdientes ob ich uͤbergehe, weil ich ihn zu meinen Freunden zaͤhle) vor der koͤniglichen Ge⸗ ſellſchaft der Wiſſenſchaften hielt⸗). Der groͤßte Theil der Verſuche betrift die Beſtimmung des Verhaͤltniſſes der Beſtandtheile in den man⸗ cherley gemiſchten Salzarten: ein ſehr nuͤtzliches Unternehmen, mit dem ſich ſchon einer der erſten jeztlebenden Chemiſten, der verdienſtvolle Herr Ritter, Torber Bergmann*) beſchaͤftigt hat. Der Vortheil hievon iſt ungemein groß: denn 4 5 man *) Experiments and Obſervations on the ſpeciſic gravities, and attractive powers of various ſaline ſubſtances: by Richard Kirwan, Eſq. F. R. S. read at the Royal Society Novemb. 16. 1780. Cond. 1781. 4. m. pag. 37.—— Continuation of the experiments and Obſervations on the ſpe- cifie gravities&. read at the Roy. Society. April 11, 1782. Cond. 1782 pag. 60, **) Vid. Ejusd. Opuscul. phyſ.& chemica II. Vol.& in primis Vol. I. Comment. I. de acido aereo,& Comment. II. de. analyſ. aquarum. Vorbericht. man kann theils durch Vermittelung dieſer Kennt⸗ niſſe, aus den Produkten einer Arbeit, zuruͤck auf die Menge der Beſtandtheile von einer ge⸗ wiſſen Art ſchließen: theils, wenn man Zuſam⸗ menſetzungen vermittelſt der doppelten Verwand⸗ ſchaft machen will, vorher das gehoͤrige Ver⸗ haͤltniß zu einander abmeſſen. Es iſt wahr, Herrn R. Kirwan's Reſultate ſind von denen des Herrn Bergmann's, ſo wie auch von de⸗ nen unſers Herrn Wiegleb's(S. N. Ent⸗ deckungen in der Chemie Th. 7. S. 2 ff.) oft ſehr verſchieden: ſo wie auch die beyden lezteren unter ſich nicht ganz uͤbereinſtimmen. Herr Kirwan, dem dieſe Umſtaͤnde nicht unbekannt ſind, ver— muthet, daß einige Urſachen dieſes Unterſchiedes theils in der Gegenwart oder Abweſenheit der, dem Laugenſalze oft beygemiſchten, Kieſelerde liegen moͤge; theils, daß man nicht hinlaͤngliche Ruͤckſicht auf das Kryſtalliſationswaſſer nehme, das bey ſehr vielen Mittelſalzen keine Hitze weg⸗ jagen kann, ohne ſie zu zerlegen. Die verſchie⸗ dene Menge der, von den Laugenſalzen aufge⸗ nommenen Saͤuren moͤge ſowohl von dem Grade der Trocknung der Salze, als auch von der Rei⸗ nigkeit der Alkalien abhangen, die zu den ver⸗ ſchiedenen Verſuchen angewandt waͤren. Er ſelbſt habe, bey aller moͤglichen Genauigkeit, in zwey auf einander folgenden Verſuchen, doch nicht voͤllig uͤbereinſtimmende Reſultate erhalten koͤnnen; und er habe daher immer die Mittelzah⸗ len aus mehrern verglichenen Verſuchen ange⸗ geben. Die von dieſen beruͤhmten Chemiſten unter⸗ — unternor ben Ge heit, w bald al ftiedig wir al hei fh olen Fannt ſboſte gevinn Otätke J. ſo ſci brennt Kirwe Eigenſe fionz brennbe und au durh ihnen wen die m, t wirklc la. einer„ durch ei dieſe lu tallſches nach di inwich, Vorbericht. unternommene Unterſuchungen eines und deſſel⸗ ben Gegenſtandes, und ſelbſt ihre Verſchieden— heit, wird die naͤchſte Veranlaſſung ſeyn, daß bald alle noch uͤbrige Schwierigkeiten auf eine be⸗ friedigende Art gaͤnzlich gehoben werden und wir auch in dieſem Stuͤcke zur voͤlligen Gewiß— heit kommen. Der Gegenſtand verdient es vor allen andern: denn iſt nicht eine gruͤndliche Kenntniß der einfachen und doppelten Verwand— ſchaften, die Grundfeſte der Chemie? und jene gewinnt ungemein, wenn man die Grade der Staͤrke von dieſer weiß. In der zweyten Abhandlung findet ſich die ſo ſchaͤzbare Unterſuchung uͤber die Natur des brennbaren Weſens oder des Phlogiſton's. Herr Kirwan zeigt, daß die brennbare Luft alle die Eigenſchaften beſitze, die man ſonſt dem Phlogi— ſton zuſchreibt: denn ſie macht 1) die Koͤrper brennbar; 2) giebt ſie den Metallen ihren Glanz, und auch ihre Dehnbarkeit: denn ſo wie man, durch die Heftigkeit des Feuers, dieſe Luft aus ihnen verjagt, werden ſie zu Kalch: hergegen neh⸗ men die Kalche jene beyden Eigenſchaften wieder an, wenn man einen Strom brennbarer, in wirklicher Entzuͤndung begriffener Luft auf ſie lei⸗ tet. Selbſt wenn man metalliſche Kalche, unter einer mit brennbarer Luft angefuͤllten Glocke, durch einen Brennſpiegel ſchmelzt; ſo ſaugen jene dieſe Luft ſichtlich ein, die Kalche erhalten ihr me⸗ talliſches Anſehn, und das Ruͤckbleibſel der Luft, nach dieſer Operation, bleibt noch eben ſo ent⸗ zuͤndlich, als zuvor. Auf eben dieſe Weiſe laͤßt ſich Vorbericht. ſich auch die Phosphorſaͤure, in wahren Phos⸗ phor verwandlen.— Man kann auch 3) aus brennbarer Luft und Vitriolſaͤure Schwefel dar— ſtellen. 4) Vermindert auch die brennbare Luft, die einathmungsfaͤhige, indem beyde nach ihrer Vermiſchung, durch einen brennenden Koͤrper angezuͤndet werden; doch erfolgt durch dieſe Ent⸗ zuͤndung keine andre Veraͤnderung, als daß ſehr viele Feuertheile, waͤhrend derſelben, verloren gehen. Aus den angefuͤhrten Verſuchen ſcheint die brennbare Luft und das Phlogiſton allerdings ein Weſen, nur unter verſchiedenen Geſtalten, zu ſeyn, und ſich zu einander eben ſo zu verhalten, wie die entwickelte fixe Luft zu der, noch im Kalch⸗ ſteine befindlichen.— Nach Feſtſetzung dieſer Grundſaͤtze geht Herr Kirwan zur Unterſuchung der Luftarten uͤber, die ohne offenbare Beymi⸗ ſchung andrer Salze(wie z. B. die ſauren, und die alkaliſche Luftgattungen,) gefunden werden. So zeigt er, daß die Luftſaͤure aus dephlogi⸗ ſtiſirter uft, und ohngefaͤhr 23 Phlogiſton be⸗ ſtehe: die phlogiſtiſirte Luft aber eine, mit Brenn⸗ barem uͤbergeſättigte, Luftſaͤure ſey. So uͤberredend auch die Gruͤnde fuͤr die neu⸗ entdeckte Natur des Phlogiſton's ſind; ſo laſſen ſich gegen dieſe Lehre doch noch einige Einwuͤrfe machen, die an dieſem Orte eine weitere Erwaͤ⸗ gung verdienen. Alle Eigenſchaften zeigen deutlich, daß die entzuͤndliche Luft wirklich zu den Luftarten ge⸗ hoͤre: daher entſteht die Vermuthung, ob jene nicht mit dieſen auch einen gemeinſchaftlichen Ur⸗ ſprung Fnung daft ſch Schme ſn auſert im hi bis g auch dan berdan Gewiß aus d nit ein gſäon algem den ei nur mm bandte nicht ou gſſiſzte de fire gemiſch dnthale Vorbericht. ſprung habe? Unter allen verſchiedenen Arten der Luft ſcheint die dephlogiſtiſtrte,(die wir durch Schmelzung des Salpeters in verſchloſſenen Ge⸗ faͤſſen reichlich erhalten) die reinſte: denn ſie aͤuſſert die vorzuͤglichſten Eigenſchaften der Luft —₰ im hoͤchſten Grade; die Thiere leben in ihr 6 bis 8 mal laͤnger; die Flamme wird durch ſie auch nicht nur eben ſo viel laͤnger erhalten, ſon⸗ dern ſie brennt auch viel lebhafter. Auſſerdem verdanken wir auch jezt Herrn R. Kirwan die Gewißheit, daß die fixe und phlogiſtiſirte Luft aus der dephlogiſtiſirten beſtehen, nur daß ſie mit einem verſchiedenem Verhaͤltniſſe von Phlo⸗ giſton verſehen ſind. Hier entſteht nun aus der allgemeinen Beobachtung, daß die Natur gern den einfachſten Weg gehe, und aus einerley, nur modiſicirten, Grundweſen mehrere ver⸗ wandte Koͤrper bilde, die Vermuthung, ob nicht auch in der entzuͤndbaren zLuft, die dephlo⸗ giſtiſirte die Grundlage ſey? ob ſie nicht, wie die fixe und phlogiſtiſirte, das Phlogiſton bey⸗ gemiſcht, und nur in einem andern Verhaͤltniſſe, enthalte*)?— Allerdings laͤßt ſich auf dieſe Ver⸗ muthun⸗ *) Man koͤnnte zwar ſagen, die dephlogiſtiſirte Luft mit Brennbarem vermiſcht, gebe ja, nach bekann⸗ ten Verſuchen, nur fire und phlogiſtiſirte, aber nie entzuͤndbare Luft: indeſſen weiß man, wie ſehr die Verhaͤltniſſe der Theile die Koͤrper veraͤndern: (als z. B. in Vitriolluft und Schwefel:) Sollte dies auch hier nicht der Fall mit der brennbaren Luft ſeyn koͤnnen? Vorbericht. muthungen antworten, daß Schluͤſſe von dem ein⸗ fachſten Wege der Natur ſehr ſchwankend ſind, und daß man nicht ſicher urtheilen koͤnne, welches der einfachſte Weg ſey, bis man die ganze Einrich⸗ tung der Natur, und ihre geheimſte Triebfedern kennt? eine Kenntniß, woran uns jezt noch ſehr viel fehlt, und gewiß wohl auf immer fehlen wird. Man antwortet ferner mit Grunde, daß man, nach einer geſunden Philoſophie, nicht be⸗ rechtigt ſey, einen Grundſtoff in einem Koͤrper eher anzunehmen, bis man wenigſtens aus eini⸗ gen Erſcheinungen auf ſein Daſeyn zuſchließen be⸗ rechtigt iſt: ſonſt waͤren die Vermuthungen zu grundlos, und ihre Quelle unerſchoͤpflich. Auch muͤßte man ein Weſen fuͤr einfach halten, das ſich in einer hinlaͤnglichen Menge von Verſuchen immer, als ein ſolches gezeigt habe. Um dieſe Bemer⸗ kungen auf unſre Unterſuchung anzuwenden; ſo habe man nie eine andre Luftart im Mineralreich angetroffen, als die entzuͤndbare. Zwar finde man in den Kalcherden die fixe Luft: aber,(ohne jezt die Frage uͤber ihren eigentlichen Urſprung zu unterſuchenz) ſo waͤren doch die Metalle noch durch ſehr viele entſcheidende Eigenſchaften ſehr weit von den Kalcherden unterſchieden: dieſe gaͤ⸗ ben bey jeder Behandlung in verſchloſſenen Ge⸗ faͤſſen fixe Luft; jene, bey allen ſo vielfaͤltig angeſtellten Verſuchen niemals eine andre, als die entzuͤndbare, die man noch durch keine Mittel habe zerlegen koͤnnen; und die man alſo, bis zu neuen, eine wirkliche Zerlegung erweiſenden Umſtaͤnden, als einfach anzunehmen berechtigt e 8 6. aus den Kiewat gezegen muthu nige d des P. Falle de h 6s Mfanze dos ſich und das andern, zm, d ein! nur gel dhne ale Hupe in eaulſis Peruche vidderhe Phonzen vach und * 1 2 M. de! trois Veget Gecge keſen, jeleu 1793. Vorbericht. Es iſt wahr, dieſe Bemerkungen, die ich, aus den freundſchaftlichen Briefen des Herrn R. Kirwan uͤber dieſe Gegenſtände, großen Theils gezogen habe, heben faſt alle gegentheilige Ver⸗ muthungen; indeſſen ſcheinen mir doch noch ei⸗ nige Thatſachen uͤbrig, in denen eine Erzeugung des Phlogiſtons zu geſchehen ſcheint; in welchem Folle es freylich allerdings folgen wuͤrde, daß das Phlogiſton zuſammengeſezt ſey. Es iſt bekannt, daß die gruͤne Farbe der Pflanzen von einem harzigen Weſen abhange, das ſich auf verſchiedene Weiſe ausziehen laͤßt: und das alſo viel Phlogiſton enthaͤlt. Auf der andern Seite iſts wiederum bekannt, daß Pflan⸗ zen, die, vor allem Zutritt des Tageslicht(denn ein kuͤnſtliches wirkt nichts) verwahrt, wachſen, nur gelbliche und weiſſe Blaͤtter bekommen und ohne allen Geſchmack und Geruch ſind(Vid. cel. Hope in cl. Lindſay Diſſ. de Plantar. inerementi caufſſis Edinburg. 1781. p. 34.) Eben dieſe Verſuche hat noch neuerlich Herr Sennebier*†) wiederholt. Sobald man hergegen dieſe blaßen Pflanzen dem Tageslichte ausſezt, werden ſie nach und nach gruͤn. Hier ſcheinen alſo die, in dem *) Memoires phyſico— chymiques fur l' influence de la lumiere ſolaire, pour modifier les étres des trois regnes de la nature; et furtout ceux du Vegetal. III. Tom. 1782. Ich habe noch nicht Gelegenheit gehabt, dies ſchaͤtzbare Werk ſelbſt zu leſen; ſondern kenne es nur aus den Goͤtting. An⸗ zeigen von gelehrten Sachen.(Stuͤck. 51. J. 1783. Vorbericht. dem Sonnenlichte vorhandenen Feuertheile, oder die in den Pflanzen befindlichen, durch den Stoß des Sonnenlichts in Bewegung geſezten Feuer⸗ theile, das im gruͤnen harzigen Weſen vorhan⸗ dene Phlogiſton gebildet zu haben. Man koͤnnte zwar ſagen, das Sonnenlicht enthielte Phlogi⸗ ſton in Subſtanz, weil nach Herrn Sennebier, ſelbſt die in phlogiſtiſirter oder entzuͤndlicher Luft wachſenden Pflanzen, auch im Dunkeln ihre gruͤne Farbe erhielten: allein ſo wenig ich jenes ſeugnen will; ſo erfolgt doch auch dieſelbe Er⸗ ſcheinung, wenn die bleiche Pflanze unter einer glaͤſernen Glocke, vor unmittelbarer Einwirkung der Sonne geſchuͤzt iſt. Hier kann alſo blos die Licht⸗oder Feuermaterie auf ſie wirken, weil, nach allen unſern Kenntniſſen, keine Luft, alſo auch nicht die entzuͤnddbare, durch Glas dringen kann.—— Das Guajaegummi wird durch ein feines Phlogiſton blau;(S. Herrn D. Dehnen's Beobachtungen im chemiſchen Jour⸗ nal Th. 2. S. 8o ff. u. Th. 6. S. 3.) eben daſ⸗ ſelbe erhaͤlt aber auch die blaue Farbe, wenn es, gepulvert, in einem weiſſen verſchloſſenen Glaſe, den Lichtſtrahlen ausgeſezt wird.(S. Herrn Hagemann in N. Entdeckungen in der Chemie Th. 4. S. 62)—— Das Silber, und auch deſſen Aufloͤſung werden durch hinzukommendes Brennbares ſchwarz: aber eben dieſe Faͤrbung erfolgt auch, wenn z. B. die Silbermilch den Lichtſtrahlen ausgeſezt wird: und ſie wird, nach Herrn Sennebier, im violetten Strahle ſchneller gefaͤrbt, als im rothen.— Die Arſenickſaͤure wird id dur neſſenä ſtoſenen ſet, wird iſſ des ſion 1d ſeir Eal fäluſt ve alögeſet gack Arbith, dos ſoni dr Ooerf ugeg diſen h durc 90 Ganrebi deDucc daß das wirk) Paxrih entwede de u6e (dchs dach de ſf.) Sühſen Bethu erzelgen! Sa onn engeſcho ſas phog Vorbericht. wird durch hinzukommendes Brennbares zu weiſſem Arſenick; allein eben jene Saͤure, in ver⸗ ſchloſſenen Gefaͤſſen einem ſtarken Feuer ausge— ſezt, wird auch wieder zu weiſſem Arſenick: ſcheint alſo das hinzukommende Feuer nicht das Phlogi⸗ ſton zu erzeugen? Ein hoͤchſt reiner dephlogiſti⸗ ſirter Salpetergeiſt, der in einem glaͤſernen, ſorg⸗ faͤltigſt verſchloſſenen Gefaͤſſe, den Lichtſtrahlen ausgeſezt wird, erhaͤlt wieder, nach Herrn Prof. Black, Phlogiſton.—— Das mineraliſche Turbith, das aͤtzende und verfuͤßte Queckſilber, das ſpaniſche Weiß, werden an der Sonne auf der Oberflaͤche ſchwarz; der Wismuth wird, wie in phlogiſtiſirter Luft, violett. Scheint aus allem dieſen nicht eine Erzeugung des Brennbaren durch Huͤlfe des Lichts zu folgen?(obgleich Herr Sennebier nicht glaubt, die Wiederherſtellung der Queckſilber und Silberkalche beweiſe den Satz, daß das Licht, als ein phlogiſtiſirter Koͤrper wirke.) Mich duͤnkt, es moͤchten nur zwey Wege uͤbrig ſeyn, dieſe Erſcheinungen zu erklaͤren: entweder anzunehmen, daß das Brennbare, d. i. die entzuͤndbare Luft, durch die Glaͤſer dringe: (welches den bisherigen Erfahrungen, beſonders auch der ſonſtigen Natur der Luft, nicht gemaͤß iſt:) oder zu zugeſtehen, daß ſich aus andern Subſtanzen, durch hinzukommende, oder in Bewegung geſezte Feuertheile, das Phlogiſton erzeugen koͤnne: man muͤßte denn ſogar noch den Satz annehmen wollen, daß die in oder um ſolche eingeſchloſſene Koͤrper befindliche Luft hinlaͤngli⸗ ches Phlogiſton enthalte, welches durch die Licht⸗ b ſtrahlen Vorbericht. ſirahlen abgeſondert und hernach eingeſogen, jene Erſcheinungen zu bewirken, vermoͤgend ſey. Ich wunſche uͤber dieſe Erſcheinungen eine freund⸗ ſchaftliche Belehrung, beſonders vom Herrn R. Kirwan; ſie haben mich indeſſen auf eine Idee gebracht, einen Verſuch zu machen, ob man nicht etwa durch die Kunſt brennbare Luft zuſam⸗ menſetzen koͤnne. Denn es duͤnkt mich nicht wahrſcheinlich, daß man die Natur der brennba⸗ ren Luft durch ihre Zerlegung genauer kennen ler⸗ nen koͤnne: ſie veraͤndert ſich naͤmlich nicht durch die Entzuͤndung; ſie ſaugt ſich auch ganz in die metalliſchen Kalche ein, ohne daß die davon uͤbrig gebliebene Luft im geringſten von der gewoͤhnli⸗ chen brennbaren verſchieden ſey. Ob der Braun⸗ ſtein, der ſonſt das Brennbare ſo begierig zu ſich reißt, nicht etwa das eigentliche Phlogiſton aus der entzuͤndbaren Luft herausziehen, und das üͤbrige zuruͤcklaſſen moͤchte, muͤſſen Erfahrungen entſcheiden. Man koͤnnte z. B. ſehr dephlogi⸗ ſtiſicten Braunſtein mit brennbarer Luft lange digeriren: oder zu dieſen beyden Stuͤcken Waſſer (das von aller andern Luft leer ſey) noch hinzuthun, ſie lange mit einander(etwa durch ein Muͤhldad, oder eine Stampfmuͤhle) ſchuͤtteln laſſen, und als⸗ denn den Zuſtand dieſer Koͤrper uncerſuchen. Wollte man die Natur der brennbaren Luft durch die kuͤnſtliche Zuſammenſetzung zu erfor⸗ ſchen trachten; ſo ſielen, natuͤrlicher Weiſe, bey dieſen Verſuchen alle brennbare Koͤrper, auch die verſchiedenen Luftarten weg, da beyde ſchon Phlogiſton enthalten. Man duͤrfte alſo zu der⸗ gleichen ſachen daft o werkter odr i ſeugen ſtaet dung darau inſch d6 Ahhe biſond viſſer dehnd Aeon mager in der des der O. Feuurt A bey d nit ei onderr güch deph raͤum nem h äne m luft de ſtͤrke als, un Vorbericht. gleichen Experimenten, nur die dephlogiſtiſirte Luft anwenden: und da, nach einigen oben be⸗ merkten Thatſachen, die Menge der Feuertheile, oder ihre lebhafte Bewegung, Phlogiſton zu er⸗ zeugen ſchienen: ſo wuͤrden dieſe vorzuͤglich mit jener zu verbinden ſeyn. Wenn wir auf die Wir⸗ kung des Phlogiſtons uͤberhaupt ſehn; ſo laͤßt ſich daraus ſchließen, daß es eine Menge Feuertheile in ſich enthalte, die durch die Struktur der Theile des Phlogiſtons gleichſam eingeſchloſſen, und in Ruhe erhalten werden, bis irgend eine ſtarke beſondere Bewegung, dieſe Feuerbehaͤltniſſe ge⸗ wiſſermaßen zerſprengt: denn dieſe Feuertheile befinden ſich nicht blos auf der Oberflaͤche der Atomen, wie bey der ſpecifiſchen Hitze; noch be⸗ wegen ſie ſich frey in den Zwiſchenraͤumen, wie in der empfindbaren Waͤrme. Zur Erzeugung des Phlogiſtons muͤßte alſo ein Koͤrper die Art der Struktur ſeiner Elemente haben, welche die Feuertheile, die er in Menge erhielte, einſchließen zu koͤnnen vermoͤgend waͤre. Dieſe Eigenſchaft bey der dephlogiſtiſerten Luft zu erforſchen, ſcheint mir ein Experiment dienlich, das ich ſchon an einem andern Orte(N. Entdeckung Th. 9. S. 2427.) vor⸗ geſchlagen habe. Man fuͤlle z. B. eine Retorte mit dephlogiſtiſirter Luft, und verſehe jene mit einer ge⸗ raͤumigen Vorlage, die luftleer, und dabey mit ei⸗ nem Hahne verſehen waͤre. Man gebe anfaͤnglich eine maͤßige Waͤrme, und laſſe die ausgedehnte Luft durch den Hahn in die Vorlage;: man ver⸗ ſtaͤrke die Hitze, laſſe die Luft ſo oft es noͤthig iſt aus, und erhalte die Roetorte lange in einer ſehr ſtar⸗ b 2 ken Vorbericht. ken Hitze. Der Erfolg wird zeigen, wie weit meine Vermuthung gegruͤndet, oder ob, und was ſonſt fuͤr eine Veraͤnderung dadurch vorgegangen ſey. Zu einem andern Verſuche der Erzeugung des Phlogiſtons, ſcheint auch die, von allem brennbaren Weſen befreyte Vitriolſaͤure dienlich: denn dieſe giebt, unter ſolchen Umſtaͤnden, nichts gasartiges von ſich, wenn man ſie auch einem Grade der Hitze ausſezt, der ſie in Daͤmpfe zu verwandeln faͤhig iſt.(S. Herrn Prieſtley Verſuche und Beobachtungen Th. 2. S. 25) Eine ſolche, von allem Brennbaren ſorgfaͤltig befreyte Vitriolſaͤure, ſetze man einer langen, ziem⸗ lich ſtarken Digeſtion aus: und wenn ſie am Ende doch wieder Vitriolſaͤure Luft gaͤbe; ſo ſchiene Phlogiſton erzeugt zu ſeyn. Zu eben dem End⸗ zwecke koͤnnte auch wohl die, durch den Braun— ſtein dephlogiſtiſirte ſalzſaure Luft dienen, die der ſo hoffnungsvolle, fuͤr die Chemie leyder!(mit herzlichem Antheil ſage ich es!) zu fruͤh ver— ſtorbone Galliſch(Difſ. de acido ſalis, eius- que dephlogiſticatione p. 17.) beſchrieb, und die alsdenn im Waſſer aͤußerſt wenig aufloͤsbar iſt. Koͤnnte man dieſe dephlogiſtiſirte ſalzſaure Luüft, durch lange Digeſtion, dahin bringen, daß ſie ſich wieder, wie die gewoͤhnliche ſalzſaure Luft, leicht, und ganz mit Waſſer vermiſchte; und ihre ſtarke Wirkung auf die Metalle nicht mehr aͤußerte; ſo waͤre auch hier die Wiederer⸗ zeugung des Phlogiſtons nicht unwahrſcheinlich. Man hat noch einen Einwurf gegen die Ein⸗ fachheit und Unveraͤnderlichkeit dereeſnühanen Auft. verlre Miſch de E hetße vonne gichi dan n debre ten he dber Kerhe gen fre finde hlätbe, Feuer cfſche de de niht! d wie hale gorze fondar tinen Krwo auch Re zu inna 95 ee Vorbericht. Luft. Wenn die brennbare Luft, ſagt man, nach ihrer Vermiſchung mit dephlogiſtiſirter Luft, durch die Entzuͤndung nichts, als Feuertheile verloͤre; ſo muͤßte man, wenn man dieſer Miſchung hernach wieder viele Feuertheile durch die Erhitzung gaͤbe, die brennbare ꝛuft wieder herſtellen, und ſie aus der entſtandenen fixen Luft von neuem abſondern koͤnnen; welches aber nicht geſchieht. Hierauf antwortete mir Herr Kir⸗ wan mit vielem Grunde: die Feuertheile, welche die brennbare Luft durch die Entzuͤndung verlo⸗ ren habe, ſey ihr ſpecifiſches Feuer: dies koͤnne aber nie anders vermehrt werden, als wenn ein Koͤrper aus einem feſten Zuſtande in einen fluͤßi⸗ gen, oder umgekehrten uͤbergienge. Da aber die fixe Luft ſich ſchon in einem fluͤßigen Zuſtande be⸗ faͤnde; und ihr alſo kein neues Verhaͤltniß uͤbrig bliebe, in welches ſie uͤbergehen, und dabey die Feuertheile annehme koͤnne; ſo ließe ſich jene ſpe⸗ eifiſche verloren gegangene Hitze, und mit ihr die eigne Beſchaffenheit der entzuͤndbaren Luft, nicht wiederherſtellen. Ich lege dieſe Erklaͤrung, ſo wie alle oben gemachte Bemerkungen, dem Ur⸗ theile einſichtsvoller Chemiſten vor, da meine ganze Abſicht dabey nicht war, zu widerlegen; ſondern nur zum Nachdenken uͤber einen ſo wich— tigen Gegenſtand anzureizen, fuͤr welchen Herr Kirwan nicht nur die Bahn gebrochen, ſondern auch Rieſenſchritte darauf gemacht hat, die ihm zu immerwaͤhrender Ehre gereichen werden. Ich hoffe, meinen Landesleuten bald eine zweyte Sammlung von Abhandlungen meines b 3 Freun⸗ Vorbericht. Freundes zu uͤbergeben: denn es iſt bereits eine neue Schrift von Heren Kirwan unter der Preſſe, worin er die Verwandſchaft der mineraliſchen Saͤuren mit faſt allen aufloͤsbaren Koͤrpern an— zeigt, und die Grade derſelben in Zahlen angiebt. Um die Menge des Phlogiſtons in den Metallen zu beſtimmen, bedient er ſich des ſalpetrigen Ar⸗ ſenickkoͤnigs, weil man dieſen am vollſtaͤndigſten dephlogiſtiſiren kann: auſſerdem gruͤndet er ſich auch ſtark auf Herrn R. Bergmann's Verſuche. Er zeigt darin auch, daß die Saͤuren eine ſtaͤr⸗ kere Verwandſchaft mit den Metallen haben, als mit den fixen Laugenſalzen; und auf welchem Grunde die doppelten Verwandſchaften beruhen. Die Urſach, warum der vitrioliſirte Weinſtein durch die Salpeter⸗ und Salzſaͤure zerlegt wuͤrde, beruhe auf der ungleichen Faͤhigkeit der Saͤuren, das elementariſche Feuer in ſich zu erhalten: dis Vitriolſaͤure koͤnne mehr von demſelben enthal⸗ ten, als die Salzſaͤure; and dieſe wieder mehr, als die Salpeterſäure. Nach dieſer Abhandlung haben wir noch eine andre zu erwarten, in wel— cher die Verwandſchaft der ſixen Luft mit andern Koͤrpern, und ihre Grade auch in Zahlen be⸗ ſtimmt ſind, und wo ſich die Gruͤnde mancher beſondern Erſcheinung, z. B. die Zerlegung des Kochſalzes durch Eiſen und Kalch, deutlich erge⸗ ben werden. Bis dahin empfehle ich meinen Freund und ſeine Schrift, ſo wie auch mich, dem guͤtigen Wohlwollen aller wahren Freunde einer aufgeklaͤrten Scheidekunſt. Helmſtaͤdt den 18ten April 1783. Verſuche Nachricht. Daß, auſſer einigen Druckfehlern, die durch die Ent⸗ fernung des Druckorts entſtanden, und die man der Kuͤrze der Zeit wegen, nicht alle angeben könne, doch wenigſtens aller Orten, wo Phlogiſton, und die davon abgeleiteten Woͤrter ſtehen, ſtatt Pf. Ph. leſen moͤge. ten her neuern! Perheſſe dieſer An veſen, auch de vowmen Herr) geweſen Gewiſch Katper ſelben. Er hat Unterſiu zu eihen macht, wendet h Liewan ie Ent⸗ aan der doch davon äge. =—— Verſuche uͤber die ſpecifiſche Schwere und die anziehende Kraft verſchie⸗ dener Salze. K he Lehre von den ehemiſchen Verwandſchaften hat neuerlich durch die Arbeiten des beruͤhm⸗ ten Herrn Bergmanns zu Upſal, und die noch neuern Unterſuchungen des Herrn Wenzel's große Verbeſſerungen erhalten, aber die Stufenfolge dieſer Anziehungen iſt bisher der einzige Punkt ge⸗ weſen, auf welchen ſowohl dieſe Naturforſcher, als auch die mehreſten vorigen Chemiſten, NRuͤckſicht ge⸗ nommen haben. Denn ich weiß von Keinem, außer Herr Morveau zu Dijon, welcher darauf bedacht geweſen waͤre, die verſchiedenen Grade der Staͤrke chemiſcher Anziehungen zu beſtimmen, wodurch ein Koͤrper auf verſchiedene andre, oder auf eben den⸗ ſelben Koͤrper, unter verſchiedenen Umſtaͤnden, wirkt. Er hat aber die Vortheile, welche aus einer ſolchen Unterſuchung erwachſen, ſo gut gezeigt, daß ich ſie zu einem Gegenſtande meiner Aufmerkſamkeit ge⸗ macht, und ſeit einiger Zeit viele Muͤhe darauf ver⸗ wendet habe; und ich bin dadurch in den Stand ge⸗ Kirwan's Verſuche. A ſezt, 2— N ſezt, das Verhaͤltniß der Beſtandtheile mancher Mit⸗ telſalze, und die eigenthuͤmliche Schwere der Mine⸗ ralſaͤuren in ihrem reinſten und waſſerfreyen Zuſtande, ziemlich genau zu beſtimmen. Die Grundſaͤtze, auf welche ſich dieſe Verſuche ſtuͤtzen, ſind folgende. 1) Daß die eigenthuͤmliche Schwere der Koͤrper ſich verhaͤlt, wie ihr Gewicht, durch das Gewicht einer gleichen Maſſe von Regen⸗oder deſtillirten Waſ⸗ ſer dividirt; denn dieſes iſt der gewoͤhnliche Maas⸗ ſtab, womit jeder andre Koͤrper verglichen wird. 2) Daß, wenn Koͤrper von groͤſſerer eigenthuͤm⸗ lichen Schwere als Waſſer, in der Luft und im Waſſer gewogen werden, ſie im Waſſer einen Theil von dem Gewicht, welches ſie in der Luft hatten, verlieren; und daß dieſer Verluſt dem Gewicht gleich iſt, das eine Maſſe Waſſer von gleichem Umfange beſizt; und daß folglich ihre eigenthuͤmliche Schwere ihrem Gewicht in der Luft, oder dem abſoltiten Ge⸗ wicht, dividirt durch den Verluſt ihres Gewichts im Waſſer, gleich iſt. 3) Daß, wenn ein feſter Koͤrper von groͤßerer Darzeheenichen Schwere als eine Fluͤſſigkeit, zuerſt in der Luft und hernach in dieſer Fluͤſſigkeit gewogen waͤre, das Gewicht, welches er verliert, dem Ge⸗ wicht einer Maſſe jener Fluͤſſigkeit von einerley Um⸗ fange gleich ſey; und folglich, wenn ein ſolcher fe⸗ ſter Koͤrper zuerſt in der Luft, und hernach in einer jeden andern Fluͤſſigkeit gewogen wird, ſo wird die eigenthuͤmliche Schwere dieſer Fluͤſſigkeit ſeyn, wie das Gewicht, welches ein ſolcher feſter Koͤrper da⸗ rinn iimn ber ewich Gaſer Schwe ich we keitsw Gewi undd peronde 9 Keper hen l Ret d werde A lche theile thänich nen, d wwicer ſchwere lſche dh waͤche ſelten Velec ohne ei Deſe T der eng as eine auf Kher wicht Waß gas⸗ dim Lheil Rten, gleich ange were Ge⸗ im Herer tin dgen be⸗ Um⸗ — 3 rinn verloren hat, dividirt durch den Verluſt des Gewichts, welchen eben derſelbe feſte Koͤrper im Waſſer erlitten hat. Dieſe Aet, die eigenthuͤmliche Schwere der Fluͤſſigkeiten ausſindig zu machen, habe ich weit genauer befunden, als jene durch die Fluͤſſig⸗ keitswaage,(Areometer) oder die Vergleichung des Gewichts eines gleichen Maaßes ſolcher Fluͤſſigkeiten und des Waſſers, da beyde ſo leicht kleine Verſehen veranlaſſen koͤnnen. 4) Daß, wo die eigenthuͤmliche Schwere der Koͤrper bereits bekannt iſt, das Gewicht eines glei⸗ chen Umfangs Waſſers auch gefunden werden moͤge, da es der Quotient ihres abſoluten Gewichts iſt, di⸗ vidirt durch ihre eigenthuͤmliche Schwere. Dieſes werde ich ihren Verluſt im Waſſer nennen. Auf dieſe Art kann man, wenn die eigenthuͤm⸗ liche Schwere und das abſolute Gewicht der Beſtand⸗ theile irgend einer Maſſe bekannt ſind, die eigen⸗ thuͤmliche Schwere einer ſolchen Maſfe leicht bere h⸗ nen, da ſie, nach ihren verſchiedenen Verhaͤltniſſen, zwiſchen die eigenthuͤmliche Schwere des leichtern und ſchwerern fallen mi tiſche eigenthümliche Schwere. Aber in der That ſtimmt die eigenthuͤmliche Schwere der Maſſen, welche man durch wiekliche Erfahrungen gefunden, ſelten mit derjenigen uͤberein, welche man durch die Berechnung herausbringt; ſondern iſt oft groͤßer, ohne einige Verringerung des leichtern Beſtandtheils. Dieſe Vermehrung der Dichtigkeit iſt eine Folge von der engern Verbindung der Beſtandtheile mit einander, als eines fuͤr ſich mit ſeinen eigenen Theilen hatte; A 2 und d iß: dieſes nenne ich die mathema⸗ ali 4 A und dieſe engere Verbindung muß von der Anziehung oder Verwandſchaft dieſer Theile mit einander her⸗ ruͤhren. Ich ſtellte mir daher vor, daß dieſe An⸗ ziehung nach der Vermehrung der Dichtigkeit oder eigenthuͤmlichen Schwere beurtheilet werden muͤſſe, und daß ſie damit im Verhaͤltniß ſtuͤnde; allein ich wurde meinen Irrthum bald gewahr. Ich muß auch vorlaͤufig bemerken, daß die abſo⸗ lute Schwere mancher Luftarten durch den Herrn Fontana genau beſtimmt worden iſt. Ich war bey deſſen Experimenten gegenwaͤrtig, und das Ther⸗ mometer ſtand ohngefaͤhr auf 550, und das Barome⸗ ter auf 29 ½ Zoll. Ihr Gewicht war wie folgt: Ein Cubiczoll gemeiner Luft— 0, 385. Gran. fixer Luft— 0, 770. Kochſalz Luft— 0, 654. Salpeter Luft— O, 399. Vitriol Luft— O0, 778. alkaliſche Luft— 0, 2. entzuͤndb. Luft— 0, 035. Vom Salzgeiſte. Von der Zeit an, da ich zuerſt in D. Prieſtley's Experimenten uͤber die Luft(dieſer unerſchoͤpf⸗ lichen Quelle kuͤnftiger Entdeckungen) las, daß die Kochſalzſaͤure in der Form von Luft, ohne Bey⸗ miſchung von Waſſer dargeſtellt werden koͤnne, und daß dieſe Luft, mit dem Waſſer wieder vereinigt, eine ſaure Fluͤſſigkeit hervorbringe, welche in allem Betracht urach ſhe ih Eäurei hen 5 Verhäl Fühig Menge geviſe nlim ſtbi fit ein und we viſen, dhel, der Vo Säure jren( ſolchege geringere geſatigt weg. derer, venn dma inmer würde wüͤrde werden, bon der nüg, ſo trn;, ſo leey diyſ die z) Ind g em cht — ⸗ Betracht voͤllig dem gemeinen Salzgeiſt gleich iſt; ſo ſahe ich die Moͤglichkeit ein, die genaue Menge von Saͤure im Salzgeiſte von einer gewiſſen eigenthuͤmli⸗ chen Schwere, und durch dieſes Mittel das genaue Verhaͤltniß der Saͤure, in jeder andern ſauren Fluͤßigkeit, zu entdecken; denn wenn eine gegebene Menge von reinem fixen Laugenſalze, zuerſt mit einer gewiſſen Menge Salzgeiſt, und dann mit einer feſt⸗ geſezten Menge andrer Saͤuren geſaͤttigt wuͤrde; ſo ſchloß ich, daß eine jede Menge einer ſauren Fluͤſſig⸗ keit eine gleiche Menge von Saͤure enthalten muͤſſe: und wenn dieſe bekannt waͤre; ſo wuͤrde man auch wiſſen, wie viel das Ueberbleibſel als der waͤſſerigte Theil, ſey. Aber dieſer Schluß beruhete ganz auf der Vorausſetzung, daß eine gleiche Menge von allen Saͤuren zur Saͤttigung einer gegebenen Menge fixen Laugenſalzes erfordert wuͤrde; denn wenn eine ſolche gegebene Menge fixen Laugenſalzes, durch eine geringere Menge der einen Saͤure als der andern, geſaͤttigt werden koͤnnte, ſo faͤllt der ganze Schluß weg. Dieſer Punkt koͤnnte zwar durch das Waͤgen derer, durch dieſe Saͤuren erzeugten Mittelſalze, wenn ſie vollkommen trocken ſind, einigermaaſſen beſtimmt werden, aber demohngeachtet bliebe noch immer eine Quelle von Unrichtigkeitenfuͤbrig: denn wuͤrden ſie einer betraͤchtlichen Hitze ausgeſezt; ſo wuͤrde nothwendig ein Theil der Saͤure ausgetrieben werden, und zwar mehr von der einen Saͤure als von der andern; und waͤre die Hitze nicht ſtark ge⸗ nug, ſo wuͤrde viel Kryſtalliſationswaſſer zuruͤckblei⸗ ben; ſo daß, wenn das Gewicht gleich befunden A 3 wuͤrde, 6—— wuͤrde, dieſe Gleichheit nicht der gleichen Menge der Saͤuren zugeſchrieben werden koͤnnte; ſondern es koͤnnte vielleicht in einem derſelben, von einem ge— ringern Verhaͤltniß der Saͤure und einem groͤßern des Waſſers, und in einem andern, von einem groͤßern Verhaͤltniß der Saͤure und einem geringern des Waſſers, entſtehen, und wenn das Gewicht ungleich waͤre; ſo koͤnnte kein gewiſſer Schluß ge⸗ macht werden. Dieſer Schwierigkeit zu begegnen bediente ich mich folgenden M ittels. Erſtlich nahm ich an, daß die Menge von Salpeter⸗ und Vitriol⸗ ſaͤure, welche zur Saͤttigung einer gegebenen Menge ſixen Laugenſalzes noͤthig war, genau eben dieſelbe ſey, als die von der Kochſalzſaͤure, deren Menge ich, angeben konnte; und um die Richtigkeit jener Vor⸗ ausſetzung zu erweiſen, beobachtete ich die eigen⸗ thuͤmliche Schwere des Salpetergeiſts und des Vi— trioloͤls, deren ich mich bediente, und worinn ich nach dem Verſuche mit Laugenſalzen, ein gewiſſes Verhaͤltniß von Saͤure und Waſſer annahm; ich that dann mehr Saͤure und Waſeer hinzu, und berech⸗ nete nach obiger Vorausſetzung, welches ihre ei⸗ genthuͤmliche Schwere ſeyn muͤſſe; und da ich fand, daß das Reſultat mit meiner Vorausſetzung uͤberein⸗ ſtimmte, ſo ſchloß ich, daß lezteres richtig ſey. Die mit der Kochſalzſaͤure gemachten Verſuche ſind folgende. Ich nahm zwey Bouteillen, welche ich mit deſtillirten Waſſer beynahe vollfuͤllete, und wovon ſie uͤberhaupt 1399, 9 Gr. enthfelten, dieſe ſenkte ich meinen Parme duechſ neuert ſohr⸗ Da! iber d R pvjſher Paſſ dos wa Gadj ſodann und f Ain hätte be er enthie Waſer, bedt der E iigenthr dnem berdun deſſen daß die der Dic bon der thkſpring ——„ ich nach und nach in zwey Cylinder, welche mit ge— meiner Salzluft angefuͤllet waren, die ich aus ge⸗ meinen Kochſalze durch verduͤnntes Vitrioloͤl und Waͤrme in einer pneumatiſchen Vorrichtung mit. Queckſilber erhalten hatte; und dieſen Prozeß er⸗ neuerte ich bis das Waſſer in achtzehn Tagen ohnge⸗ faͤhr 794 Cubiczoll von der Salzluft eingeſogen hatte. Das Thermometer ſtieg in dieſer ganzen Zeit niche uͤber 559, und ſiel nicht unter 500, es moͤchte denn des Nachts geſchehen ſeyn, und das Barometer war zwiſchen 29 und 30 Zoll. Ich fand hierauf dieſes Waſſer, oder vielmehr Salzgeiſt 1920 Gr. ſchwer; das war 520, 1 mehr als vorher. Die abſorbirte Salzluft betrug alſo 20, 1 Gr. Ich unterſuchte ſodann die eigenthuͤmliche Schwere dieſes Salzgeiſtes und fand ſie 1, 225. Sein Verluſt im Waſſer (d. i. das Gewicht eines gleichen Umfangs Waſſers) haͤtte beynahe 1567, 346 Gr. ſeyn muͤſſen; aber er enthielt nur, wie wir geſehen haben, 1399, 9 Gr. Waſſer, alſo dieſes abgezogen von 1567, 346, bleibt uͤbrig 67, 445; daher muß der Verluſt der Salzſaͤure ſeyn 520, 1 Gr. folglich muß die eigenthuͤmliche Schwere der reinen Salzſaͤure, in einem ſo verduͤnneten Zuſtande, als ſie, mit Waſſer .. 520, 1 verbunden, iſt—— 2 iſ 167,446 deſſen moͤchte man doch noch den Verdacht faſſen, daß die Dichtheit dieſes Salzgeiſtes nicht bloß von der Dichtheit der Salzſaͤure, ſondern auch zum Theil von der Anziehung dieſer Saͤure gegen das Woſſer entſpringen koͤnne: und obgleich die Laͤnge der Zeit, A 4 welche = 3, 106 ſeyn. In⸗ 8—— welche erfordert wurde um das Waſſer dieſe Menge udnd von Saͤure einſchlucken zu laſſen, mich urtheilen ließ, mdan daß die Anziehung nicht ſehr betraͤchtlich ſey, ſo war tar de doch der folgende Verſuch noch uͤberzeugender. Ich ſezte 1440 Gr. dieſes Spiritus 5 Tage hätni der Salzluft aus, da das Thermometer etwas un⸗ funde ter 550 ſtand; er wog ſodann 1562 Gr. folglich in waren 122 Gr. von der Salzluft eingeſchluckt; ſei⸗ 1 ne eigenthuͤmliche Schwere war I, 253, welches ſn di genau*) mit demjenigen üderuinſeimmte, was die füe⸗ Deirhan forderte. Soſg B. Ich habe dieſe Verſuche in ihrem ganzen 6 Unadn nicht wiederholt, weil ſie ſehr ermuͤdend ezu waren; aber ich habe ſie zu verſchiedenenmalen wie⸗ nut der angefangen, ehe ich mit einiger Genauigkeit die Menge der abſorbirten Salzluft beſtimmen konnte; ed⸗ denn wenn alle Luft aus dem ganzen Cylinder abſorbirt ſtune. war, ſo hielt es ſchwer die Bouteillen ſo zu verſtopfen, daß kein Queckſilber hineinfiel; und ich war genoͤthigt, jeden Abend die Cylinder mit Luft zu fuͤllen, damit ſolche nicht, wenn etwa nur eine geringe Menge uͤbrig bliebe, vor den Morgen eingeſchluckt wuͤrde, und dann das Queckſilber nachfolgte. Ich brachte auch die gemeine Luft mit in Anſchlag, da ich deren Zutritt in *) Die Rechnung giebt vielmehr 1, 286 als die ma⸗ thematiſche ſpecifiſche Schwere einer Miſchung von 1440 Gr. Salzgeiſt von 1, 225 ſpecifiſcher Schwere und 122 Gr. Salzſaͤure von 3, 106 ſpeeifiſcher Schwere. Kl. —— —— — 9 in den Cylinder, zugleich mit der Salzluft, nicht ver⸗ meiden konnte, wie ein jeder leicht finden wird, wel— cher dieſe Verſuche wiederholen will. Da ich nun uͤberzeugt war, daß ich das Ver⸗ haͤltniß der Saͤure und des Waſſers im Salzgeiſte ge⸗ funden hatte, ſo war ich begierig es in andern Saͤu⸗ ren ebenfalls ausfindig zu machen. Ich nahm alſo 180 Gr. ſehr ſtarkes zerfloßenes Weinſteinſalz, deſ⸗ ſen eigenthuͤmliche Schwere ich aber nicht angemerkt finde; ich bemerkte, daß es ſich durch 180 Gr. Salzgeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 225 war, ſaͤttigen ließ. Bey der Berechnung findet ſich nun, daß 180 Gr. von dieſem Spiritus 48, 7 Gr. Saͤure, und 131, 3 Waſeer enthalten, wonach ich nachſtehende Tabelle machte. Sals⸗ Waf⸗ eigen⸗ Die eigenthuͤmliche Schwere ſcure. ſer. thuͤm⸗ des nach der gewoͤhnlichen Art Elichee gemachten Salzgeiſtes, iſt, nach re. Herr Beaume 1, 187 und nach Herr Bergmann 1, 190; Theile Thei⸗ aber wir finden in den Pariſer le. Abhandlungen vom Jahr 1700 50[1,497[p. 191, daß Herr Homberg 60[1, 431 ſeinen Spiritus verfertigte, deſſen 70[1, 381 ſeigenthuͤmliche Schwere 1, 300 80[1, 341 ſwar: und diejenige von dem V 90[1, 308 Geiſte, welchen D. Prieſtley 105[1, 282 gemacht hat, muß etwa 1, 500 1110[1, 259 geweſen ſeyn.(S. 3 Theil S. 1 120[1, 240 275). A 5 Hieraus 10 Salz⸗ ſaͤure. Theile. 48, 7 3 10 3 20 330 340 350 eigen⸗ thuͤm⸗ liche Schwe⸗ re. 1, 223 1, 209 1, 196 1, 185 1, 175 1, 166 1, 158 1, 151 1, 144 1, 138 1, 132 1, 127 1, 122 1, 11⁸ 1, 114 1, 110 1, 105 1, 103 1, 100 1, 097 1, 091 1, 089 1, 086 Hieraus ſehen wir, daß der Salzgeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 261 oder noch ge⸗ ringer iſt, wenig oder gar keine Anziehung gegen das Waſſer habe, und alſo nichts davon aus der Luft anziehe, und eben deswegen erhizt das Thermome⸗ ter, deſſen Kugel hineingetaucht iſt, nicht ſo als Vitriol-oder Salpetergeiſt thut, wie kuͤrzlich durch die Geſellſchaft naturfor⸗ ſchender Freunde zu Berlin be⸗ merkt worden iſt. Dieſe Tabelle iſt nicht ganz genau, weil ich bey dieſem er⸗ ſten Verſuche den Saͤttigungs⸗ unkt nicht ſo genau, als er⸗ fordert wurde getroffen hatte. Jedoch habe ich ſie nicht geaͤn- dert, weil der Irrthum gering iſt, und das Verhaͤltniß durch die Berechnung jedesmal gefun⸗ den werden kann, wenigſtens wenn die eigenthuͤmliche Schwe⸗ re dieſes Spiritus 1, 253 nicht uͤberſteigt. Ob die mathe⸗ matiſche eigenthuͤmliche Schwe⸗ re, und die von dieſer Saͤure 360[1, 084 wirklich beobachtete, in den hoͤ⸗ hern 25 Lerh Alkal men, lich ue mal bi Schwe dunnse vonen gen? 4 .A dian gent bon J, II. Gahge 7,5 Teild —— I1 Rn Sa Waf eggen hern Graden der eigenthuͤmli⸗ ſaͤure. ſer. thuͤm⸗ ſchen Schwere verſchieden ſey, liche(habe ich nicht unterſucht; aber Schwe⸗ re. die Tabelle iſt nach der Vor⸗ Theile. Thei⸗ ausſetzung gemacht, daß ſie es 'le nicht thut. 370[1,082 380[1,080 Gemeiner Salzgeiſt iſt alle⸗ 390[1,07 8[zeit mit Vitriolſaͤure vermiſcht, 400 1,076 und deswegen zu dieſen Ver⸗ [410 1,074 ſuchen nicht geſchickt. Da ich geſonnen war, durch dieſen Verſuch das Verhaͤltniß der Saͤure, des Waſſers und des fixen Alkali, in den ſogenannten Digeſtivſalz, zu beſtim⸗ men, nahm ich 100 Gr. von einer Aufloͤſung ziem⸗ lich reinen vegetabiliſchen Laugenſalzes, welches drey⸗ mal bis zur Weiße calcinirt war; die eigenthuͤmliche Schwere dieſer Aufloͤſung war, 1, 097. Ich ver⸗ duͤnnte ebenfalls den Salzgeiſt mit verſchiedenen Por⸗ tionen Waſſers; die eigenthuͤmliche Schwere der ei⸗ nen Art war I, 115, und einer andern 1, 098. Ich fand alſo, daß die obige Menge der Aufloͤſung des vegetabiliſchen Laugenſalzes zur Saͤt⸗ tigung 27 Gr. von dem Salzgeiſt erfordre, deſſen ei⸗ genthuͤmliche Schwere 1, 098 und 23, 37 Gr. von dem Sazzgeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 115 war. Nun enthalten 27 Gr. von dem Salzgeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, O98 iſt, 3, 55 Gr. Salzſaͤure, wie die Berechnung beweiſet. Weil der Grund dieſer Berechnung, wodurch das Verhaͤltniß 12— G Verhaͤltniß der Beſtandtheile im Kleinen gefunden iſt⸗ 3 nicht allgemein bekannt ſeyn moͤchte, ſo will ich zr ſolche hier mit den Worten des Herrn Cotes an⸗ fuͤhren. 3 „Die erforderlichen Data ſind die eigenthuͤmlichen. „Schweren der Miſchung und der beyden Ingredien⸗ funde „zen. Dann ſage man, wie ſich die Differenz der di „eigenthuͤmlichen Schweren der Miſchung und des rn „leichtern Ingredienz zu der Differenz der eigenthuͤmn⸗ füu „lichen Schwere der Miſchung und des ſchwerern In⸗ dl „gredienz verhaͤlt, ſo verhaͤlt ſich die Groͤße des Neng „ſchwerern zu der Groͤße des leichtern Ingredienz. al, „Ferner: wie die Groͤße des ſchwerern, multiplicirt unn „mit ſeiner eigenthuͤmlichen Schwere, ſich verhaͤlt diſen „zu der Groͤße des leichtern, mit ſeiner eigenthuͤmli⸗ tauch „chen Schwere multiplicirt, ſo verhaͤlt ſich das Ge⸗ und „wicht des ſchwerern zu dem Gewicht des leich— leine „tern.— Endlich, wie die Summe dieſer Ge⸗ Pevie „wichte ſich verhaͤlt, zu dem gegebenen Gewicht ei— ſen t „nes jeden Ingredienz, ſo verhaͤlt ſich das gegebene don „Gewicht zu dem Gewicht des geſuchten In⸗ wo „gredienz.“ def So iſt in dieſem Fall 1, 098— 1, 000= wurd 098 die Groͤße des ſchwerern Beſtandtheils nehmlich m der Salzſaͤure. Und 0, 098 ✕ 3, 100= 0,3 038 V gir das Gewicht der Saizſaͤure; und auf der andern ³ An Seite 3, 100— 1, 098= 2,(02 die Menge der⸗ des Waſſers, und 2, 002 ✕ 1, 000= 2, 002 heträa deſſen Gewicht: wenn alſo 2, 3058 Theile Salzgeiſt einen! 0, 3038 Theile Saͤure enthalten, ſo werden 27 Gr. beur dieſes Salzgeiſtes 3, 55 Sa;Uure enthalten. A Dff Auf — 13 Auf eben die Art wird man finden, daß 23, 35 Gr. Sazzgeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 115 war, 3, 55 Gr. Saͤure enthalten. Der Saͤttigungspunkt wurde ziemlich genau ge⸗ funden, wenn man den glaͤſernen Cylinder, welcher die alkaliſche Aufloͤſung enthielt, auf eine ſehr em⸗ pfindliche Waage ſezte/ und zugleich die ſaure Fluͤßig⸗ keit auf einer andern Waage wog; worauf denn der Verluſt des Gewichts den Abgang einer gleichen Menge fixer Luft, welche in der Aufloͤſung enthalten war, anzeigte; die Saͤure wurde nach und nach hin⸗ zugethan, indem man ein glaͤſernes Staͤbgen, an deſſen obern Ende ein kleiner Tropfen hieng, hinein⸗ tauchte; hiemit wurde die Aufloͤſung umgeruͤhrt, und ſehr kleine Tropfen herausgenommen, und auf kleine, mit Rettigſaft blau gefaͤrbte Stuͤckgen Papier gethan: ſobald das Papier ſich im minde⸗ ſten roͤthete, hoͤrte man auf; ſo daß allezeit nur ein ganz kleiner Ueberfluß an Saͤure vorhanden war, wofuͤr ein halber Gran gerechnet wurde: aber auf die fixe Luft, welche allezeit in der Aufloͤſung bleibt, wurde nichts gerechnet; ſondern da auf dieſe Art nur ein geringer Theil des aufgeloͤßten Laugenſalzes gebraucht wurde; ſo muß das Verhaͤltniß der fixen Luft unbetraͤchtlich geweſen ſeyn. Wenn eine Unze der Aufloͤſung angewandt waͤre, ſo wuͤrde dieſer un⸗ betraͤchtliche Theil fixer Luft hinlaͤnglich geweſen ſeyn, einen merklichen Irrthum zu verurſachen: denn ich beurtheilte die Menge der verlornen fixen Luft, nach der Differenz zwiſchen dem Gewicht, welches zu den 100 Gr. —— 14—4y— 100 Gr. hinzugethan war, und dem eigentlichen Gewicht der Maſſe. Wenn dieſer Unterſchied 2, 2 Gr. betrug, ſo ſchloß ich, daß alle fixe Luft ausge⸗ trieben war, und ich fand es wirklich ſo, da 100 Gr. dieſer alkaliſchen Aufuoͤſung, in einer Hitze von 3000 bis zur Trockenheit abgedunſtet, 10½ Gr. zu⸗ ruͤckließen, welche 10½ Gr. wie man hernach ſehen wird, 2, 2 Gr. fixe Luft enthielten. Hiernaͤchſt ließen ſich 8, 3 Gr. reinen vegetabili⸗ ſchen, von fixer Luft und Waſſer befreyten feuerbe⸗ ſtaͤndigen Laugenſalzes, oder 10, 5 mildes fixes Lau⸗ genſalz mit 3, 55 Gr. reiner Salzſaͤure ſaͤttigen; folglich ſollte das entſtandene Mittelſalz, wenn es kein Waſſer enthielte, 11,85 Gr. wiegen: aber das, durch dieſe Vereinigung entſtandene Mittelſalz wog, (nachdem die Aufloͤſung vier Stunden in einer Hitze von 1600 bis zur vollkommenen Trockenheit abge⸗ dunſtet war) ohngefaͤhr 12, 66 Gr. Von dieſem Ge⸗ wicht waren 11, 85 Gr. Saͤure und Laugenſalz; alſo war das uͤbrige, nehmlich 0, 81 Gr. Waſſer; folglich enthalten 100 Gr. vollkommen trockenes Digeſtivſalz, 28 Gr. Saͤure, 6, 55 Waſſer, 65, 4 fixes Laugenſalz. Ich war hierauf begierig meine Verſuche, mit jenen von Andern angeſtellten zu vergleichen; konnte aber keine finden, welche mit hinlaͤnglicher Genauig⸗ keit gemacht waren, außer die von Herrn Hom⸗ berg in den Pariſer Abhandlungen von 1699. Je⸗ doch fand ich nicht noͤthig ſolche mit dem Salzgeiſt zu vergleichen, da er von dem ſeinigen erwaͤhnt, daß, den? vſe au hitti ich ungef ninee wede fede einer verſeh Sänte koante duf die dern vähl hermal ẽchwen⸗ — 15 daß er Gold aufloͤſen koͤnnte, und alſo wahrſcheinlich unrein war. Vom Salpetergeiſt. Da gemeinen roͤthlich braunen oder gruͤnlichten — Salpetergeiſt, welcher außer der Saͤure und dem Waſſer, mit einem gewiſſen Theil von Pflogiſton, wie auch mit einem Theil Kochſalzſaͤure vermiſcht war, hielt ich zu dieſen Verſuchen untuͤchtig; ich bediente mich alſo bloß der depflogiſtiſirten Art, welche ganz ungefaͤrbt und reinem Waſſer aͤhnlich iſt. Dieſe reine Saͤure kann nicht in die Form von Luft gebracht werden, wie D. Prieſtſey gezeigt hat: denn wenn ſie des Waſſers und des Pflogiſton beraubt, und mit einer hinlaͤnglichen Menge elementariſchen Feuers verſehen iſt; ſo hoͤret ſie auf die Eigenſchaften einer Saͤure zu haben, und wird depflogiſtiſirte Luft; ich konnte alſo deren Verhaͤltniß im Salpetergeiſt nicht auf die Art, wie bey der Salzſaͤure beſtimmen, ſon⸗ dern ich war genoͤthigt eine andere Methode zu waͤhlen. 1) Zu 1963, 25 Gr. von dieſem Salpeter⸗ geiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 419 war, that ich nach und nach 179, 5 Gr. deſtillirtes Waſſer, und nachdem es kolt wurde, war die eigenthuͤmliche Schwere dieſer Miſchung 1, 389. 2) Zu 1984, 5 Gr. dieſer Miſchung that ich abermals 178, 5 Gr. Waſſer; ihre eigenthuͤmliche Schwere war dann 1, 362. Als dann 16— Alsdann nahm ich 100 Gr. einer Aufloͤſung von fixen vegetabiliſchen Laugenſalz, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 097 war, wie die deren ich mich vorher bey den Verſuchen mit dem Salzgeiſt bediente, und fand, daß dieſe Menge Laugenſalz mit 11 Gr. Salpetergeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 419, und mit 12 Gr. von dem Spiritus, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 389, und 13, O8 von dem, deſſen eigen⸗ thuͤmliche Schwere 1, 362 war, geſaͤttigt wurde. Die hier angefuͤhrten Zahlen waren Mittelzahlen von fuͤnf Verſuchen. Ich fand noͤthig, die Salpeter⸗ ſaͤure mit einem kleinen Theil Waſſer, welchen ich be⸗ rechnete, zu verduͤnnen. Wenn ich dieſe Vorſicht vernachlaͤßigte; ſo fand ich, daß ein Theil der Saͤure pflogiſtiſirt war, und mit der fixen Luft davon flog. Man bemerke auch, daß nach jeder Zuſchuͤttung der Saͤure, 10 Minuten der Materie zu ihrer Verei⸗ nigung verſtattet wurden; eine Vorſicht, welche ich abſolut nothwendig fand. Hieraus ſehen wir, daß,(vorausgeſezt, daß eine gegebene Menge ſipes vegetabiliſches Laugenſalz, durch ein gleiches Gewicht beyder Saͤuren geſaͤt⸗ tigt wird,) 11 Gr. Salpetergeiſt, deſſen eigen⸗ thuͤmliche Schwere 1, 410 iſt, eine gleiche Menge Saure enthalte, als 27 Gr. Salzgeiſt, deſſen eigen⸗ thuͤmliche Schwere 1, 098 iſt; das iſt 3, 55 Gr.; das Ueberbleibſel von 11 Gr. iſt alſo bloßes Waſſer nehmlich 7, 45 Gr.; folglich wenn die Dichtheit der Saͤure und des Waſſers durch die Vereinigung nicht vergroͤßert waͤre; ſo muͤßte die eigenthuͤmliche Schwere — 17 Schwere der reinen Salpeterſaͤure 11, 8927 ſeyn, denn die eigenthuͤmliche Schwere dieſer Saͤure, ſollte wie ihr abſolutes Gewicht, dividirt durch ihren Ver⸗ luſt im Waſſer ſeyn, und dieſer Verluſt ſollte wie der ganze Verluſt dieſer I Gr. nach Abzug des Ver⸗ luſts des waͤſſerigen Theils ſeyn. Nun iſt aber der ganze Verluſt= 7, 749 und der Ver⸗ luſt des waͤſſerigen Theils= 7, 45, alſo iſt der Verluſt des ſauren Theils 7, 749— 7,45= 0, 299, und folglich iſt die eigenthuͤmliche Schwere des ſauren Theils, das iſt, der reinen Salpeterſaͤure, 3, 35— 11, 8729. Aber es iſt bekannt, das die Dichtheit der Sal⸗ peterſaͤure ſowohl, als jene der Vitriolſaͤure, durch ihre Vereinigung mit Waſſer vermehret iſt; und des⸗ wegen iſt der oben gefundene Verluſt nicht das Ganze des wahren Verluſts in ihrem natuͤrlichen Zuſtande, (wenn ſie ſo gefunden werden koͤnnte;) ſondern zum Theil der Verluſt, welcher von der Dichtheit entſte⸗ het, welche ihr durch die Vereinigung mit dem Waſ⸗ ſer zuwaͤchſt: denn da ihre Dichtheit durch dieſe Ver⸗ einigung vermehret worden iſt; ſo iſt der Verluſt ge⸗ ringer als er ſeyn wuͤrde, wenn die Salpeterſaͤure nur ihre eigene Dichtheit haͤtte; und folglich iſt die oben gefundene ſpecifiſche Schwere groͤßer als ihre wahre ſpecifiſche Schwere. Um alſo die wirkliche ſpecifiſche Schwere dieſer Saͤure in ihrem natuͤrlichen Zuſtande zu beſtimmen, muß die Menge der vergroͤßerten Dichtigkeit gefun⸗ Kirwan's Verſuche. B den, 18— den, und von der eigenthuͤmlichen Schwere des Sal⸗ petergeiſts, deſſen wirkliche mathematiſche ſpeciſiſche Schwere ſich dann zeigen wird, abgezogen werden. Ich bemuͤhete mich, dieſes durch die Vermiſchung verſchiedener Theile Salpetergeiſts und Waſſers zu bewirken, indem ich beobachtete, wie viel der Raum, welchen dieſe vereinigte Maſſe einnahm, geringer war, als der, welchen die Maſſen jede fuͤr ſich ein⸗ nahmen; aber ich konnte nie zu einem hinlaͤnglichen Grade von Genauigkeit kommen. Die folgende, ob⸗ gleich nicht voͤllig genaue Art, fand ich mehr befrie⸗ digend. 12 Gr. Salpetergeiſt, deſſen eigenthuͤm⸗ liche Schwere nach der Beobachtung 1, 389 war, enthielten, wie ich nach dem vorhergehenden Ver⸗ ſuche vorausſezte, 3, 55 Gr. Saͤure und 8, 45 Waſſer: denn wenn die eigenthuͤmliche Schwere der reinen Salpeterſaͤure 11, 872 waͤre; ſo muͤßte die eigenthuͤmliche Schwere dieſer Maſſe von Saͤure und Waſſer 1, 371 ſeyn; denn der Verluſt von 3, 55 Gr. Saͤure ſollte o, 299 ſeyn, und der Verluſt von Waſſer 8,45; die 1 2 Summe des Verluſts 8, 749= 1, 371; aber wie ich ſchon geſagt habe, die eigenthuͤmliche Schwere war nach der Beobachtung 1, 389, alſo war die vergroͤßerte Dichtigkeit in dieſem Falle we⸗ nigſtens 0,018, die Differenz zwiſchen 1,380 und 1, 371. Ich ſage wenigſtens; denn da die eigenthuͤm⸗ liche Schwere 11, 872 gewiß zu hoch war; ſo war der Verluſt von 3, 55 Gr. Saͤure gewiß zu geringe; und waͤre er geoͤßer geweſen, ſo wuͤrde die mathematiſche ei⸗ gen⸗ 9 5 folgli ,,35 den, d — 19 genthuͤmliche Schwere 1, 371 noch geringer geweſen ſeyn. Jedoch iſt orß gewiß eine große Naͤherung zu dem Grade der Dichtheit, welche 3, 55 Sa;ure, durch ihre Vereinigung mit 7,45 Gr. Waſſer zuwaͤchſt, und entfernt ſich ſehr wenig von der Wahrheit, wie die Folge zeigen wird: alſo dieſe Menge von 1, 419 abgezogen, haben wir beynahe die mathematiſche eigenthuͤmliche Schwere jenes Verhaͤltniſſes der Saͤure und des Waſſers, nehmlich 1, 401. Und da 11 Gr. dieſes Salpetergeiſts 3, 55 Gr. Saͤure 7,45 Waſſer enthalten; ſo muͤßte der Verluſt des waͤſſerigen Theils hievon abgezogen werden; ſo iſt das Ueberbleibſel 0, 405 der Verluſt der 3, 55 Gr Saͤure, und folg⸗ lich iſt die wirkliche eigenthuͤmliche Schwere der rei— nen und bloßen Salpeterſaͤure= 8= 8,7654. Dieſes feſtgeſezt, ſo wird man die mathematiſche eigenthuͤmliche Schwere, und den wahren Zuwachs der Dichtheit obiger Miſchung ſinden. Alſo muß die mathematiſche ſpeciſiſche Schwere von 12 Gr. jenes Salpetergeiſts, deſſen eigenthuͤmliche Schwere nach der Beobachtung 1, 389 war, 1, 355 ſeyn; vorausgeſezt, daß er 3, 55 Gr. Saͤure und 9, 45 Waſſer enthalte; denn der Verluſt von 3, 75 Gr. Saͤure iſt 7555 0. 425⸗ und der Verluſt an Waſſer 8,45; die Summe dieſer Verluſte iſt 8,855. Solchergeſtalt iſt 5= 1, 355 und folglich iſt die vermehrte Dichtheit 1,389— 1,355,= 034. Auf dieſelbe Art wird man ſin⸗ den, daß die mathematiſche ſpeciſiſche Schwere von B 2 13,08 2—— 13, 08 Gr. von dieſem Salpetergeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere nach Verſuchen 1, 362 war, 1, 315 betragen muß; und folglich iſt deſſen vermehrte Dichtheit 047. Aber die ganze Angabe beruhet noch auf die Vor⸗ ausſetzung, daß jeder Theil dieſes Salpetergeiſts 3, 55 Gr. Saͤure enthalte. Ich konnte auf keine beſſere Art wegen dieſer Vorausſetzung zu einiger Ge⸗ wißheit gelangen, als daß ich die mathematiſche ſpeci⸗ fiſche Schwere der erſten Miſchung, welche ich mit dem Salpetergeiſt und Waſſer im Großen gemacht hatte, unterſuchte; denn wenn die mathematiſche ſpecifiſche Schwere von dieſem, mit jener Menge, welche ich in den andern kleinern Verſuchen angenom⸗ men hatte, genau uͤbereinſtimmte; ſo mußte ich ſchließen, daß die Vorausſetzung ſolcher Verhaͤltniſſe von Saͤure und Waſſer, wie ich bey jedem feſtge⸗ ſezt hatte, richtig ſey; und daß dies der Fall war, wird man bey folgender Berechnung finden. 1) Wenn zu 1963, 25 Gr. Salpetergeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1,419 war, 79, 5 Gr. Waſſer hinzugethan wuͤrden, ſo ſollie, nach obiger Vorausſetzung, die Quantitaͤt der Saͤure 634, 53 Gr. ſeyn; denn 11: 3. 55.= 1953, 25: 634, 53. Die Menge des Waſeers in dieſen 1963, 25 Gr. Satpetergeiſt ſollte alſo 13 28, 72 ſeyn; und nachdem man 179, 5 Gr. Waſſeer hinzu⸗ gethan haͤtte, ſo ſollte die ganze Menge der Saͤure und des Waſſers 21 42, 75 betragen; der Verluſt an Saͤure war alſo Sres— 2, 24, und 7 die Summe des ganzen Verluſts 1580, 46: 21 46: denn die mathematiſche eigenthuͤmliche Schwere ſollte ſeyn 8e2, 27= 1, 355 welche genau dieſelbe als die in 12 Gr. dieſes Salpetergeiſts gefunden wurde, nach der Vorausſetzung, daß ſie 3, 55 Gr. Saͤure enthielten. Ferner, wenn ich zu 1984, 5 Gr. von dieſer Miſchung 178, 75 Gr. Waſſer that; ſo war die ganze Menge des verduͤnnten Salpetergeiſts 2163, 25 Gr. und die Menge der Saͤure in 1984, 5 Gr. betrug 587,(cSI Gr.: denn— 12. 3, 55*: 1984, 5. 587, 031; der Verluſt bey dieſer Menge von Saͤure iſt 66,96 Gr. und die Summe des Verluſts an Saͤure und Waſſer, 1643, 129 Gr.; und folglich ſollte die mathematiſche eigenthuͤm⸗ liche Schwere 2e e= 1, 315 ſeyn; wel⸗ ches dieſelbe iſt, die bey 13, 08 Gr. von derſelben Miſchung angenommen wurde. Durch Fortſetzung dieſer Miſchungen, bis die mathematiſche eigenthuͤmliche Schwere und die durch Beobachtungen nahe zufammentraffen, wurde ich in den Stand geſezt, folgende Tabelle zu machen; und im Fall, daß einige Irrungen darin gefunden wer⸗ den ſollten, ſo hoffe ich, daß man ſie entſchuldigen wird, da man ſolche faſt nicht vermeiden kann, wo man das Gewicht mit ſo ausnehmender Genauigkeit angeben muß. Die beyden erſten Reihen wurden blos durch die Analogie gefunden. B 3 Salpe — 22 Vergröſ⸗ Salpe⸗ Säure. Waſſer. ſerte 2aan.)enuse ſoſhen Grs. Grs. Grs. 9—— 5, 45[0,000 10,—— 6, 45 ·0,909 111—— 7, 45 10,018 12—— 8, 45 ſo, 034 13, 08 1—— 9, 53[0,047 14, 15— 10, 6[0, 051 15, 231—— 11, 68 /[0,054 16, 308— ſ12, 755 0,054 17, 331—— 13, 83[0,051 18,455—— 14, 9[0,047 19, 3=—[1S, 98[0,044 20, 605/—— 117, 055°, 042 21, 68.— 18, 13[0,040 22,755——[i0, 205[0,038 23, 983—— 20, 23[0,036. 24, 905——[21, 45[O,933 25, 17——[22, 62 0O,030 22, 34/3, 55 23, 79 0,027 28, 51——]24, 96 O, 026 29, 68/—— 26, 13 0,024 327 85—-- 227, 30 0, 022 32, 02—— 28, 47 0,020 33, 242 29, 54 0,018 34, 20%—--[30, 71[0,016 35, 4]—— 31, 88 0, 014 36, 60—— 33, 05 0,012 2, 77— 134, 22 0,O10 38, 94—— 35, 39 0O,008 40, 11—-— 36, 36 10,005 41, 28—— 37, 73⸗0 004 4², 45—— 38, 90 0,002 Die Mathe⸗ matiſche eigen⸗ thuml. Schwe⸗ re. Eigen⸗ thüml. Schwe⸗ re durch Beob⸗ achtun⸗ gen. Anzie⸗ hung der Saäure zum Waſſ. Anzie⸗ hungdes Waſſers zur Saure, 1,537 1, 458 1, 401 1,355 1, 315 1, 286 1, 260 1, 238 1, 220 1, 205 1, 191 1, 180 1, 177 1, 160 1, 152 1, 144 1, 132 1, 130 1, 124 1, 114 1, 113 1, 109 I, 102 1, 101 1, 097 1, 094 1, 090 1, 088 1,085 1.082 1, 080 1, 537 1, 457 1, 419 1, 339 1, 362 1, 337 1, 314 1, 292 1, 271 1, 252 1, 235 1, 222 1, 217 1, 198 1, 188 1, 177 1, 162 1, 157 1, 150 1, 138 1, 135 1, 129 1, 120 1, 117 1, 111 1, 106 1, 100 1, 096 1, 091 1, 086 1, 082 0,009 O, 018 0, 027 0, 036 0, 045 0,054 0, 054 zwiſchen dieſe fallenden eigenthuͤmlichen Schweren koͤnnen gefunden werden, wenn man eine arithmetiſche Mittelzahl zwiſchen den eigenthuͤmlichen Schweren twer veccen wie de ſeigt, iben dine hen exen —— 23 Schweren nach der Beobachtung nimmt, zwiſchen welchen die verlangte liegt, und wenn man anmerkt wie viel jene eine ſolche arithmetiſche Mittelzahl uͤber⸗ ſteigt, oder darunter iſt; und wenn man denn auch eine arithmetiſche Mittelzahl, zwiſchen der mathe⸗ matiſchen eigenthuͤmlichen Schwere, wozwiſchen das Geſuchte liegen muß, und einen verhaͤltnißmaͤßi⸗ gen Ueberſchuß oder Defekt annimmt. Ich habe eine Columne von der Anziehung der Salpeterſaͤure zum Waſſer hinzugeſezt, in ſo fern ſie mit der Vermehrung der Dichtheit in gleichem Ver⸗ haͤltniß fortgeht, aber nicht weiter, weil ich mit dem Geſez ihres fernern Zuwachſes nicht bekannt bin. Ddie eigenthuͤmliche Schwere des ſtaͤrkſten Salpe⸗ tergeiſtes, welcher bis izt gemacht iſt, iſt nach Herrn Beaume 1, 500, und nach Herrn Bergmann 1, 586. Ich ſchritt hiernaͤchſt zu der Unterſuchung des Verhaͤltniſſes der Saͤure, des Waſſers und des fixen Laugenſalzes im Salpeter, auf dieſelbe Art, wie ich es zuvor bey dem Digeſtivſalz gemacht hatte; und fand, daß 100 Gr. vollkommen trockenen Salpe⸗ ters 28, 48 Gr. Saͤure, 5, 2 Waſſer und 66, 32 fipes Laugenſalz enthielten. Ich werde nun das Reſultat dieſer Experimente mit den Hombergiſchen vergleichen. Die eigenthuͤmliche Schwere des Salpetergeiſtes, deſſen ſich Homberg bediente, wog 1, 349; und von dieſem, ſagt er, wurde eine Unze 2 Dr. und 36 Gr.(d. i. 621 Troy Gewicht) erfordert, um eine franzoͤſiſche Unze(472, 5 Troy Gewicht) trockenes B 4 Weinſtein⸗ 4. — 24 Weinſteinſalz zu ſaͤttigen; nach meiner Berechnung ſind 613 Gr. hinreichend; denn dieſe eigenthuͤmliche Schwere liegt zwiſchen der tabellariſchen ſpeeifiſchen Schwere nach der Beobachtung von 1, 362 und 1. 337; und iſt faſt die arithmetiſche Mittelzahl zwi⸗ ſchen denſelben. Die uͤbereinſtimmende mathe⸗ matiſche eigenthuͤmliche Schwere liegt zwiſchen den tabellariſchen Mengen von 1, 315 und 1, 286, und iſt beynahe I, 300. Nun iſt in dieſen das Verhaͤltniß der Saͤure und des Waſ⸗ ſers, 2, 629 Sa;ure, und 7, 465 Waſſer; 8, 765 3 35 denn— 1, 300 X55 † 2,300 = 2, 465 Waſſer Undeee 2 6 29 Saͤure, und die Summe von beyden iſt 10, 044. Da nun 10, 5 Gr. mildes vegetabiliſches fixes Laugenſalz 3, 55 Gr. Saͤure zur Saͤttigung erfordern; ſo werden zu 472, 5 noͤthig ſeyn 159, 7; wenn alſo 10, 044 Gr. Salpeter 2, 629 Gr. Saͤure enthalten; ſo muß die Menge dieſes Salpetergeiſts, welcher 159, 7 gab, ohngefaͤhr 613, 2 ſeyn; und iſt alſo der Un⸗ terſchied zwiſchen uns ohngefaͤhr nur 8 Gr. 2) Homberg ſagt, daß ſein Salz, wenn es bis zur Trockenheit abgedunſtet war, 186 Gr. am Ge⸗ wicht mehr hatte als zuvor, da es doch nach mei⸗ nem Verſuche nur 62, 8 Gr. mehr wiegen ſollte als vorher. Ich werde die Urſache dieſes Unter⸗ ſchieds anfuͤhren, wenn ich von dem vitrioliſirten Weinſtein handle, denn es kann nicht blos der Ver⸗ ſchiedenheit der Abdunſtung zugeſchrieben werden. 3) Fuͤhrt A 472„ aggenti nung Dieſer daß i d nict ſa! 1ll. 5 thji ſehr ces gefi urfo 196 Dettil Eubſ detru 944 607 dn Einen Derl anore dunter he ten von naterſäu — ⏑⏑—— —— 25 3) Fuͤhrt Homberg an, daß eine Unze(d. i. 472, 5 Gr. Troy) dieſes Salpetergeiſts 141 Gr. eigentliche Saͤure enthielte: nach meiner Berech⸗ nung enthaͤlt ſie nur 123, 0g Gr. wahre Saͤure. Dieſer Unterſchied ruͤhrt augenſcheinlich davon her, daß er die Menge des Waſſers, welche ohnſtreitig in die Zuſammenſetzung des Salpeters hineingeht, nicht genau bemerkt hat, denn er verfaͤhrt nach die⸗ ſer Vergleichung 621: 186, 6= 472, 5: 141. Das Verhaͤltniß des fixen Laugenſalzes, welches ich fuͤr den Salpeter angegeben habe, iſt durch ein ſehr artiges Experiment des Herrn Fontana, wel⸗ ches in Roziers Journal vom November 1728 an⸗ gefuͤhrt wird, beſtaͤtigt. Dieſer ſcharfſinnige Na⸗ turforſcher zerſezte 2 Unzen Salpeter, indem er ihn 18 Stunden in ſtarker Hitze deſtillirte. Nach der Deſtillation blieb in der Retorte eine blos alkaliſche Subſtanz, welche 10 franzoͤſiſche Dr. und 12 Gr. betrug. Nun betragen 2 franzoͤſiſche Unzen= 944 Gr. Troy Gewicht, und die alkaliſche Materie 607 Gr. Troy; und nach meiner Berechnung ſoll⸗ ten 944 Gr. Salpeter 625 Laugenſalz enthalten. Einen ſo geringen Unterſchied kann man wohl dem Verluſt beym Uebertragen aus einem Gefaͤß ins andre, dem Wiegen, dem Filtriren, und dem Ab⸗ dunſten beymeſſen. 6 Herr Cavoiſier hat uns in den Pariſer Memoi⸗ ren vom Jahr 1776, nach Dr. Prieſtley, die Sal⸗ peterſaͤure zerlegt. In 2 Unzen franzoͤſiſchen Maaſſes B 5(= 945 26— (= 945 Gr. Tr.) Salpetergeiſt, deſſen eigen⸗ thuͤmliche Schwere 1, 3160 war, loͤſete er 2 Un⸗ zen und 1 HDr. Queckſilber auf: die Menge der, waͤh⸗ rend der Aufloͤſung, erhaltenen Luft betrug 190 franzoͤſiſche Cubiczoll(= 202, 55 engliſche.) Dieſe Luft war bloße Salpeterluft. Es blieb ein weißes merkurialiſches Salz uͤbrig, welches, nach⸗ dem es deſtillirt war, 12 Cubiczoll(= 12, 785 engliſche) Luft mit rothen Duͤnſten vermiſcht, gab, und welche wenig von gemeiner Luft verſchieden war. Nachher ſtiegen 224 Cubiczoll(— 238, 56 eng⸗ liſche) depflogiſtiſirte Luft auf, und waͤhrend der Her⸗ vorbringung derſelben, war das Queckſilber faſt wie⸗ der lebendig geworden, indem nur wenige Gran ei⸗ nes gelben Sublimats uͤbrig blieben. Die 12 Zoll Luft mit rothen Duͤnſten vermiſcht, ſagt er, entſtan⸗ den von einer Miſchung von 35 Cubiczoll Salpeter⸗ luft,(=— 38, 34 engl.), und 14 depflogiſtiſirter Luft(= 14, 91 engl.); und da das Queckſilber faſt gaͤnzlich wieder lebendig worden war; ſo ſchließt er, daß dieſe Luft von der Salpeterſaͤure entſtanden waͤre; und hieraus folgert er, daß 16 Unzen dieſes Salpetergeiſts(= 7650 Gr. Tr.) 13 Unzen 7. Dr. und 363 Gr.(d. i. 6589 Gr. Tr.) Waſſeer, und folglich nur 971 Gr. Tr. eigentliche Saͤure ent⸗ halten, und deshalb befaͤnden ſich in 2 Unzen dieſes Salpetergeiſts 263 Gr Saͤure; denn ſeine mathe⸗ matiſche eigenthuͤmliche Schwere iſt, 265. Man wird daſſelbe Gewicht von Saͤure ebenfalls darin fin⸗ den, wenn man das Gewicht der Maſſen von der verſchiedenen Luft, woraus es, wie er ſelbſt fand, beſtand, ffind, gdd, de räujt 8, S ſeted man; duft, ches wiſcl dasg mucht nag werin in d habe ſo tei len Erg gen dae 3u iigentjü und na eigen⸗ 2 Un⸗ waͤh⸗ 190 ſte.) eb ein nach⸗ 785 gab, var. eng⸗ Her⸗ wie⸗ n ei⸗ Zoll iſtan⸗ heter⸗ ſirter ſilder ließt anden dieſes zen 7. Jaſſe, te ent⸗ dieſes mothe⸗ Man in fny j der fand, jand, — 27 beſtand, oder die es wenigſtens bey ſeiner Zerſetzung gab, berechnet: denn 202, 55 Cubiczoll Salpe⸗ terluft wiegen, nach Herrn Fontana's Verſuche, 80, 8174 Gr. Tr.; und 238, 56 Zoll depflogiſti⸗ ſirte Luft wiegen 100, 1952 Gr. Tr.; und wenn man zu dieſen das Gewicht von 38, 34 Zoll Salpeter⸗ luft, und 14, 91 depflogiſtiſirter Luft hinzuthut, wel⸗ ches die 12 Cubiczoll der mit rothen Duͤnſten ver⸗ miſchten Luft ausmacht, ſo wird man finden, daß das ganze Gewicht dieſer Luft 202, 181 Gr. aus⸗ macht; die wenigen an 213 Gr. fehlenden Gran, mag man auf die Einſchluckung des Waſſers rechnen, worin er die Luft aufſieng; und auf das, was noch in dem gelben Sublimat zuruͤckblieb. Vom Vitrioldl. D as Vitrioloͤl deſſen ich mich bediente, war nicht voͤllig depflogiſtiſirt; ſondern, ob es gleich blaß war, ſo fiel es doch eiwas ins Rothe. Es enthielt eine weißlichte Materie, wie ich gewahr wurde, in⸗ dem es nach Zuſchuͤttung von reinem deſtillirten Waſſer milchicht wurde. In wiefern dieſes das Reſultat der folgenden Epperimente veraͤndern möge, habe ich nicht unterſucht; aber ich glaube, daß es ſo rein iſt, als das, welches man gewoͤhnlich bey al⸗ len Experimenten gebraucht; und daß es eben deswe⸗ gen das geſchickteſte zu meinem Vorhaben war. Zu 2519, 75 Gr. von dieſem Vitrioloͤl, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 819 war, that ich nach und nach 180 Gr. deſtillirtes Waſſer, und ſechs Stunden — Stunden nachher befand ich deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 771. Zu dieſer Miſchung that ich abermals 178, 75 Gr. Waſſer, und fand deſſen eigenthuͤmliche Schwere, nachdem es bis zur Temperatur der At⸗ mosphaͤre abgekuͤhlt war, 1, 719; es war ſodann milchicht. Ich ſaͤttigte alsdenn dieſelbe oben erwaͤhnte Menge Weinſteinoͤl, mit einer jeden von dieſen Ar⸗ ten Vitrioloͤl, auf die ſchon erwaͤhnte Art, und fand, wenn ich die Mittelzahl von 5 Experimenten nahm, daß die Saͤttigung durch 6, 5 Gr. von dem, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 819, durch 6, 96 Gr. von dem, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 771, und durch 7, 41 Ge. von dem, deſſen eigenthuͤm⸗ liche Schwere 1, 719 war, bewirkt wurde. Ich war genoͤthigt eine gewiſſe Menge Waſſer zu jeder Art des Vitrioloͤls hinzuzuthun: denn wenn es nicht verduͤnnt war; ſo bemerkte ich, daß ein Theil der Saͤure pflogiſtiſirt geworden war, und mit der fixen Luft davon gieng; aber da ich die Menge des hinzugethanen Waſſers wußte, ſo war es leicht nach der Regel der Proportion, die Menge einer je⸗ den Art des Vitrioloͤls zu finden, welche von dem Laugenſalz angenommen war. Hierauf nahm ich an, daß jede dieſer Mengen von Vitrioloͤl von verſchiedener Dichtheit, 3, 57 Gr. Saͤure enthielten, weil ſie eben ſo vielfixes vege⸗ tabiliſches Laugenſalz ſaͤttigten als uI Gr. Salpeter⸗ geiſt, der dieſe Nenge von Saͤure enthaͤlt. Sodann d, 1,41. 86 Nal vende ſund hen ſer liche diht natrt wie dnig ſs mit deſen hiene ſolle rechnl 656 Verliſ jengen „5 beg⸗ pebe⸗ dann — 29 Sodann bemuͤhete ich mich, die eigenthuͤmliche Schwere der reinen Vitriolſaͤure auf die nehmliche Art zu finden, wie ich zuvor bey der Salpeterſaͤure gethan hatte, weil man ſie nicht anders luftfoͤrmig haben kann, als mit einer ſolchen Menge von Pflo⸗ giſton verbunden, welches ſeine Eigenſchaften gaͤnz⸗ lich veraͤnderte. Der Verluſt von 6, 5 Gr. Vitriol⸗ ol, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 819 iſt, iſt, 5= 3, 572; aber da dieſe 6, 5Gr. auſſer 3, 55 Gr. Saͤure, 2, 95 Waſſer enthielten; ſo muß der Verluſt von dieſen, von dem ganzen Verluſt abgezogen werden, und dann iſt das Ueberbleibſelo, 622 der Ver⸗ luſt des reinen ſauren Theils, in dem Zuſtande der Dicht⸗ heit, zu welchem es durch die Vereinigung mit Waſ⸗ ſer gebracht iſt. Die ſpeciſiſche Schwere der eigent⸗ lichen Vitriolſaͤure iſt alſo in dieſem Zuſtande der Dichtheit, 37532= 3, 707. Aber um ihre natuͤrliche eigenthuͤmliche Schwere zu finden, muͤſſen wir ſehen, wie viel ihre Dichtheit durch die Ver⸗ einigung mit Waſſer zugenommen hat, und um die⸗ ſes zu beobachten, verfuhr ich eben ſo, wie zuvor mit der Salpeterſaͤure. 6, 96 Gr. Vitrioloͤl, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 771 war, ent⸗ hielten 3, 55 Gr. Saͤure und 3, 44 Waſſer; alſo ſollte deſſen eigenthuͤmliche Schwere nach der Be⸗ rechnung 1, 726 ſeyn, denn der Verluſt von 3, 55 Gr. Saͤure iſt 3755 5, 707 Verluſt von 3, 41 Gr. Waſſfer iſt 3, 41; und die Summe = O, 622; der 30⁰— Summe des ganzen Verluſts 4.032. Alſo, 2 96— 032 17, 261; daher betraͤgt die vergroͤßerte Dichtigkeit 1, 771— 1, 726= 64F. Wenn man dies alſo von I, 819 abzieht, ſo wird ſeine mathema⸗ tiſche eigenthuͤmliche Schwere 1, 774 ſeyn; alſo wird der Verluſt von 6, 5 Gr. Vitrioloͤl, deſſen eigenthuͤmliche Schwere nach der Berechnung 1, 819 iſt,—= 3, 664 befunden werden; aber hievon ſind, 2, 95 Gr. der Verluſt des darin enthalte⸗ nen Waſſers, und das Uebrige 0, 714*) iſt der Verluſt des reinen ſauren Theils. Alſo iſt 22.— „ 9649 beynahe die wahre ſpecifiſche Schwbere der Aernshinlichen Vitriolſaͤure. Ich fand hierauf, daß die wahre Vermehrung der Dichtheit, von der Vereinigung der Vitriolſaͤure und des Waſſers in den oben angefuͤhrten Miſchungen entſtand, und bemerkte, daß ſie in dem Vi— trioloͤl, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 771 war, 0, 84, und in dem, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 719 war, 0, 100 betrug. Um von dieſen Folgerungen einen ſynthetiſchen Beweis zu erlangen, ſo verglich ich ſie mit den eigen⸗ *) Durch ein Verſehen wurden die folgenden Be⸗ rechnungen nach der Vorausſetzung gemacht, daß der Verluſt o, 715 waͤre; aber da der Unterſchied unbedeutend war, ſo wurde die Verechnung nicht wiederholt. tinb nllcei gen de peefſ kalten ſaige Peol Fäl 2jl Etn nic ung Gr. hing 137 4 Yur Sum nathe 686. Dät nach wenig han ( Schw 1779, peeifſ J, O7 — 31 eigenthuͤmlichen Schweren der erſten Miſchungen, welche ich gemacht hatte; denn wenn dieſe Folgerun⸗ gen richtig waren, ſo mußten die mathematiſchen ſpeciſiſchen Schweren, und die vergroͤßerten Dichtig⸗ keiten zuſammen genommen, zu eben der Summe ſteigen, wie die eigenthuͤmlichen Schweren nach der Beobachtung, und ich fand, daß dieſes beynahe der Fall war, denn bey dem erſten Experiment wurden 2519, 75 Gr. Vitrioloͤl, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 819 war, mit 180 Gr. Waſſer ver⸗ miſcht; dieſes Vitrioloͤl enthielt nach meiner Berech⸗ nung 1376, 171 Gr Saͤure, und 4143, 97 Gr. Waſſer, auſſer den 180 Gr. Waſſer, welche hinzugethan wurden; der Verluſt an Saͤure war en= 277, 22. Die ganze Menge des Vitriolols war 2699, 75 Gr.; alſo war die Summe der Verluſte 1600, 81, und folglich die mathematiſche ſpecifiſche Schwere 2699, 25= 1, 1 600, 81 686; hiezu 084, als den Grad der vermehrten Dichtheit geſezt, ſo ſollte die eigenthuͤmliche Schwere nach der Beobachtung I, 770 ſeyn, woran alſo weniger als der 1000ſte Theil in 2700 fehlt, um ganz richtig zu ſeyn.. Ferner bey der Miſchung, deren eigenthuͤmliche Schwere 1,71 war, betrug die Summe der Verluſte 1779,549, und das Gewicht des Ganzen 2878,4; die ſpeciſiſche mathematiſche Schwere ſollte 7, 3 3 245— 1, 617 ſeyn: 0O, 100 hinzugethan, ſo ſollte die eigen⸗ eigenthuͤmliche Schwere nach der Beobachtung 1, 717 ſeyn, welches beynahe richtig iſt. Bey Fortſetzung dieſer Miſchungen, bis die eigenthuͤmlichen Schweren nach der Berechnung und Beobachtung beynahe uͤbereinkamen, machte ich folgende Tabelle. Die extratabellariſchen Verhaͤlt⸗ niſſe muͤſſen nach der angewieſenen Art geſucht wer⸗ den; die beyden erſten Ordnungen wutder durch Vergleichungen gemacht. Oel Ver⸗ Mathe⸗] Eigen⸗ ſr Anzie⸗] Anzie⸗ und Säu⸗ Waſ⸗ gröſſerte nariſche thüml. hung der hung des Vitriol! re. ſer. D ehris⸗ eigen⸗ Schwe⸗ Saute Waſters geiſt. tyuml. Ire nach zum zur Schwe⸗ der Be⸗ Waſſer. Saure. re. obach⸗ tung. Grs. Grs. Grs— 5, 58—“ 2,03, 0001 2, 03 2712, 032———— — 2, 49, 0051, 88411, 830, 0O05ſo, 140 — 2,95, 045 1, 774[1, 816, 045o, 149 3, 41[0, 084 1, 687 1, 77110, 684/O, 139 3, 86 0, 100[1, 6¹9[1, 7190, 1000, 137 1 4, 32, 112 1, 56311, 625], 112 O, 129 4,78, 122/1, 515[1, 637/[0, 122, 122 5, 2410, 129(1 47611, 655 0, 1290, 112 5, 70ſ0, 137 1, 4411, 578[O, 137, 100 6, 15 0, 139 1, 412 1, S551]†0, 1390, 084 6, 62 0, 140,1, 385/1, 525 0, 149/0, 045 ITiRRil ul Anzie⸗ dungdes Waſſers zut Oaute. 4 3 33 Oeil Saäu⸗ Waſ⸗ erte und re. ſer. Dichtig⸗ Vitriol 3 keit. Grs. Srs. Grs. 14,77—— 11, 22 0, 15,23—-[11,68/0, 15,69 3, 55 12, 140, 16, 15—— 12, 60/, 16,61—-— 13,05 0, 17,04%—— 13, 52 0⸗ 17,53—— 13, 98 0, 17299—— 14, 44 /, 18, 45—— 114, 90⁄0, 18,91/——[15, 360, 19,37—— 15, 2 O, 19, 83]1—— ſ16, 23 ˙0, 20, 29—— 16, 7410, 20, 757—— 112, 2010, 21, 21]/—— 117, 66 /0, 21, 67—= 18, 12 0, 22, 13—— 18, 58 /0, 22, 59 e 04 O, 223,05—— 235,51 23,97—— 20, 42 0, 24,43—— 20, 38 0, 24, 89— 25,355,— 55,31—— 25,277—— 26, 731—— 27, 19/—— 27,65!— Vergröſ⸗ Mathe⸗ ſ matiſche eigen⸗ thüml. Schwe⸗ re. — „ 237 228 220 212 205 199 191 187 18¹1 Eigen⸗] Anzie⸗ thüml. hung der Schwe⸗ Saͤure re nach der Beobach tung. — — 4 1, 1, 1, 176/1, 167 166 162 1 158 11, 1, 1, 1, 320 305 294 282 271 261 zum Waſſer. — Anzie⸗ hung des Waſſers zur Saure, Die ſpecifiſche Schwere des concentrirteſten bis jezt noch bekannten Vitrioloͤls, iſt, nach Herrn Beaume und Bergmann 2, 125. Kirwan's Verſuche. C 34 Ich ſezte das Verhaͤltniß der Saͤure, des Waſ⸗ ſers und des fixen Laugenſalzes im vitrioliſirten Wein⸗ ſtein feſt, wie ich zuvor beym Salpeter und Dige— ſtivſalz gethan hatte. Ich fand, daß die Salze, welche aus der Saͤttigung deſſelben Weinſteinoͤls ent⸗ ſprangen, mit Theilen von Vitrioloͤl von verſchiede⸗ nen eigenthuͤmlichen Schweren, nach einer Mittelzahl, 12, 45 Gr. wogen. Von dieſem Gewicht waren nur 1, 35. Gr. Laugenſalz und Saͤure, das Uebrige war alſo Waſſer, nehmlich O, 6 von einem Gran; folglich enthalten 100 Gr. vollkommen trockenen vitrioliſirten Weinſteins 28, 71 Gr. Saͤure, 4, 82 Waſſer, und 66, 67 fixes vegetabiliſches Laugen⸗ ſalz. Man bemerke, daß ich bey der Trocknung die⸗ ſes Salzes eine Hitze von 240° gebrauchte, um die anhaͤngende Saͤure deſto gewiſſer auszutreiben. Ich ließ es in dieſer Hitze eine Viertelſtunde. Nach Homberg erfordert eine franzoͤſiſche Unze(oder 472, 5 Gr. Tr.) trockenes Weinſtein⸗ ſalz zur Saͤttigung 297, 5 Gr. Tr. Vitrioloͤl, deſ⸗ ſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 674 war; aber nach meiner Berechnung wuͤrde dieſe Menge fixes Laugen⸗ ſaiz 325 Gr. erfordern: ein Unterſchied, welcher, wenn man unſre verſchiedenen Methoden, die eigen⸗ thuͤmlichen Schweren der Fluͤſſigkeiten zu beſtimmen, erwaͤgt,(da nehmlich ſeine Methode des Meſſens ſie allezeit geringer angiebt als die Meinige) die ver⸗ ſchiedene Trockenheit unſrer Laugenſalze u. ſ. w. fuͤr unbedeutend gehalten werden mag. Das hieraus entſtehende Salz wog nach Hom⸗ berg 182 Gr. Tr. uͤber das eigenthuͤmliche Gewicht des V V Daſ⸗ ein⸗ ige⸗ ahe, end⸗ ede⸗ bahl, varen brige ran; enen 18² gen⸗ gdie⸗ n die Ich iſche tein⸗ deſ⸗ nach ugen⸗ ſcher, agen⸗ umen, ens ſie ſe ber⸗ w. für Hor⸗ evich des — 35 des fixen Laugenſalzes; aber nach meinem Verſuche ſollte es nur 87, 7 Gr. mehr wiegen, denn 10, 5: 12, 45= 472, 5: ſ60, 2. Es iſt ſchwer zu ſa⸗ gen, wie Homberg dieſe große Verſchiedenheit im Gewicht, ſowohl beym Salpeter, als beym vitrioli⸗ ſirten Weinſtein ſinden konnte; es ſey denn, daß er durch das urſpruͤngliche Gewicht des Wein⸗ ſteinſalzkes, blos das Gewicht des alkaliſchen Theils, die fixe Luft, welche es enthaͤlt unge⸗ rechnet, gemeint haͤtte: und in der That, man koͤmmt in Verſuchung zu glauben, daß er dieſen Un⸗ terſchied gemacht habe: denn in dieſem Fall wuͤrde der Ueberſchuß des Gewichts beynahe ſo ſeyn, wie er ihn beſtimmt; denn 10, 5: 8, 3=— 472, 5: 373, 3. Nun war das ganze Gewicht ſeines Salpeters, wie ich oben gezeigt habe, 560, 2: alſo 560, 2— 373, 3= 126, 9, welches nur 4 Gr. mehr ſind, als er es beſtimmt hat. —. Hieraus machte er den Schluß, daß 1 Unze (472, 5 Gr. Tr.) dieſes Vitriolols 291, 7 Gr. Saͤure enthalte. Nach meiner Berechnung enthaͤlt ſie nur 213, 3; aber man muß bedenken, daß er nichts auf das Waſſer rechnete, welches in dem vitrioliſirten Weinſtein enthalten iſt; und er bildete ſich ein, daß der Zuwachs des Gewichts von der Saͤure entſtaͤnde, welche mit dem fixen Alkali darin verbunden iſt: Nun betraͤgt der waͤſſerige Theil in 550 Gr. vitrioliſirten Weinſtein 37 Gr.; der uͤbrige Unterſchied mag den verſchiedenen Graden der Ab⸗ trocknung n. ſ. w. beygemeſſen werden. C6 2 Von Von der Efßigſaͤure. „ch habe mit dieſer Saͤure keinen Verſuch gemacht; 853 aber wenn ich nach Hontbergs Experimenten die Berechnung mache, ſo finde ich, daß die eigen⸗ thuͤmliche Schwere der reinen, von allem uͤberfluͤſſigen Waſſer befreyten, Eßigſaͤure 2, 130, ſeyn muß. Es iſt wahrſcheinlich, daß deren Verwandſchaft mit dem Waſſer nicht ſtark genug ſey, um eine unregel⸗ maͤßige Vermehrung in ſeiner Dichtheit zu bewirken; wenigſtens kann ſie durch drey decimal Zahlen ausge⸗ druckt werden; und folglich kann das Verhaͤltniß der Saͤure und des Waſſers allezeit nach ſeiner eigen⸗ thuͤmlichen Schwere und abſoluten Gewicht berechnet werden. Hundert Theile von der blaͤttrigen Weinſteinerde, (oder, wie ſie eigentlich genannt werden ſollte, eßig⸗ ſauren Weinſtein;) enthalten, wenn ſie gut ge⸗ trocknet iſt, 32 Theile fixes Laugenſalz, 19 Saͤure, und 49 Theile Waſſer. Die eigenthuͤmliche Schwere des bis jezt verfer⸗ tigten ſtaͤrkſten Weineßigs iſt 1, 069. Es iſt ſchwer, den Saͤttigungspunkt mit den degetabiliſchen als mit den mineraliſchen Saͤuren zu treffen, weil jene ein ſchleimichtes Weſen enthalten, welches deren unmittelbare Vereinigung mit dem Al⸗ kali hindert, und dann werden ſolche auch gewoͤhn⸗ lich in zu großer Menge zugeſezt. Man ſollte ſie maͤßig heiß hinzuthun, und ihnen Zeit genug laſſen ſich zu vereinigen, Nach — 37 Nach dieſen Verſuchen folgt: 1) Daß fixes vegetabiliſches Alkali, eine gleiche Menge der drey mineraliſchen, und wahrſcheinlich von allen reinen Saͤuren aufnehme; denn wir haben geſehen, daß 8, 3 Gr. reines vegetabiliſches Alkali, (d. i. frey von fixer Luft) 3, 55 Gr. ven einer je⸗ den dieſer Saͤuren annehme, und folglich wuͤrden 100 Theile kauſtiſches fixes Alkali, 42, 4 Theile Saͤure zur Saͤttigung erfordern. Nun hat Herr Bergmann gefunden, daß 100 Theile des kauſti⸗ ſchen fixen Alkali, 47 Theile von der Luftſaͤure an⸗ nehmen, und dieſes iſt, wenn man bedenkt, daß ſein Alkali etwas Waſſer enthalten mag, ſehr wenig von meiner Rechnung verſchieden. Es ſollte alſo den Anſchein haben, als ob die Laugenſalze eine gewiſſe beſtimmte Faͤhigkeit haͤtten, ſich mit den Saͤuren mit einem gewiſſen gegebenen Gewicht von Saͤuren zu vereinigen; und daß dieſe Faͤhigkeit, durch das ge⸗ gebene Gewicht irgend einer reinen Saͤure, ohne Unterſchied ebenmaͤßig geſaͤttigt ſey. Dies Gewicht i*ſt ohngefaͤhr 2, 35 von dem Gewicht des vegetabi⸗ liſchen Aikali. 2) Daß die drey mineraliſchen Saͤuren, und wahrſcheinlich alle reinen Saͤuren 2, 253 mal ihres eigenen Gewichts von reinen vegetabiliſchen Alkali annehmen, das iſt, durch dieſe Menge geſaͤttigt werden. 3) Daß die Dichtigkeit einer Miſchung, welche wegen der Vereinigung der Beſtandtheile der ge⸗ C 3 miſchten 38 miſchten Subſtanzen die mathematiſche Dichtigkeit uͤberſteigt, von dieſer leztern deſo weniger verſchie⸗ den iſt, je geringer die Menge von einer derſelben in Verhaͤltniß gegen die Menge von der andern iſt, mehr aber, wenn jene dieſer naͤher koͤmmt; dage— gen auf der andern Seite diejenige Subſtanz, die in ſehr geringer Menge gegen die andere vorhanden iſt, von derſelben am ſtaͤrkſten angezogen wird, wenn der Ueberſchuß der wirklichen Dichtigkeit uͤber die nathematiſche am kleinſten iſt, aber nicht umge⸗ kehrt; daher der Saͤttigungspunkt vermuthlich den groͤßten Ueberſchuß der Dichtigkeit bey dem geringſten Grade der merklichen Anziehung enthaͤlt. Darum kann auch keine Zerlegung, die mittelſt einer Sub⸗ ſtanz bewerkſtelligt wird, welche mit dem einen In⸗ gredienz der Miſchung eine groͤßere Verwandſchaft hat, als mit dem andern, und als beyde Ingre⸗ dienzen unter einander haben, vollkommen ſeyn, wenn nicht der geringſte Grad der Verwandſchaft dieſer dritten Subſtanz groͤßer iſt als der ſtaͤrkſte Grad der gemiſchten Subſtanzen unter einander. Deswegen ſind wenige Zerlegungen vollkommen, wo ſich nicht eine doppelte Verwandſchaft findet; und daher haͤngt ſich der lezte Theil der geſchiedenen Sub⸗ ſtanz ſo feſt an die, womit er zuerſt verbunden war, wie alle Chymiſten bemerkt haben. Ob nun gleich die Saͤuren eine naͤhere Verwandſchaft mit dem Pflogiſton haben, als die Erden der verſchiedenen Metalle; ſo koͤnnen ſolche doch nie dieſe Erden depflo⸗ giſtiſiren, als nur auf einen gewiſſen Grad; ferner, obgleich atmosphaͤriſche Luft, und beſonders depflo⸗ giſtiſirte gſſe ruri fete! beneh terſs poſe OQu ſon der 8 gkeit ſhie⸗ Aben niſ, dage den en iſt wenn er die umge⸗ den ggſten darum Seh⸗ en In⸗ dſchaft Ingre⸗ ſeyn, dſchaft aärkſte nander. en, wo ; und Säb⸗ en wat, gleic it den jedenen dujſv⸗ farner doſb⸗ ſiſirte — 39 giſtiſirte Luft, das Pflogiſton ſtaͤrker anzieht als Sal⸗ peterſaͤure thut; ſo kann doch eben dieſe depflogiſti⸗ ſirte Luft der Salpeterſaͤure nicht voͤllig ihr Pflogiſton benehmen, wie ſolches die rothe Farbe der Salpe⸗ terſaäure, wenn Salpeterluft und depflogiſtiſirte Luft zuſammen gemiſcht ſind, beweiſet. Auch wenn man Queckſilber ebenfalls durch fixes Laugenſalz, von ſeiner Aufloͤſung, in irgend einer Saͤure, nie⸗ derſchlaͤgt; ſo behaͤlt es beſtaͤndig einen Theil der Saͤure zuruͤck, womit es anfaͤnglich verbunden war, wie Herr Bayne gezeigt hat; eben ſo geht es mit der Allaunerde, wenn ſie auf dieſelbe Art von ihrer Aufloͤſung niedergeſchlagen wird; und ſo koͤnnen ver⸗ ſchiedene anomaliſche Zerlegungen erklaͤrt werden. In der That habe ich Urſach zu zweifeln, ob nicht das Queckſilber die Saͤuren ſtaͤrker anziehe, wie die Laugenſalze thun. 4) Daß concentrirte Saͤuren gewiſſermaſſen pflogiſtiſirt ſind, und durch die Vereinigung mit fixen Alkali verdunſten. 5) Daß, wenn man die Menge des fixen Alkali im Weinſteinoͤl weiß, man auch die Menge der wirklich reinen Saͤure in irgend einer andern ſauren Subſtanz, welche ſchwer zu zerlegen iſt, beſtimmen koͤnne, als das Sedativſalz, und die vegetabiliſchen und thieriſchen Saͤuren; denn 10, 5 Gr. mildes Laugenſalz wird man jederzeit durch 3, 55 Gr. ei⸗ gentliche Saͤure ſaͤttigen koͤnnen: und umgekehrt, wenn man die Menge der Saͤure in irgend einer Fluͤſſigkeit weiß, ſo wird man die Menge des eigen⸗ E 4 thuͤmlichen 4⁰ 1— thuͤmlichen Laugenſalzes in irgend einer vegetabiliſch⸗ alkaliſchen Fluͤſſigkeit ſinden koͤnnen. Von der eigenthuͤmlichen Schwere der fixen Luft in ihrem fixen Zuſtande. D⸗ ich begierig war die eigenthuͤmliche Schwere einiger Subſtanzen zu wiſſen, welche ſchwer ohne fixe Luft zu erhalten, oder weniger auf einige Zeit gegen den Zutritt derſelben geſchuͤzt werden koͤn⸗ nen, als ſipes und fluͤchtiges Alkali; ſo wurde ich bewogen, die eigenthuͤmliche Schwere der erſten in ihrem ſixen Zuſtande, als eine noͤthige Grundlage zur Berechnung der leztern, zu ſuchen; da es klar iſt, daß ihre Dichtheit in ihrem fixen Zuſtande, ſehr ver⸗ ſchieden von der ſeyn muß, welche ſie in ihrem fluͤſſi⸗ gen, elaſtiſchen Zuſtande beſizt. Ich nahm alſo ein Stuͤck weiſſen Marmor von der reinſten Art, welches 440, 25 Gr. wog, und als ich es im Waſſer wog, fand ich, daß es 162 Gr. verlor; ſeine eigenthuͤmliche Schwere war alſo 2, 7175. Von dieſem Marmor that ich, nachdem ich ihn zu feinen Pulver gemacht, 180 Gr. in eine Phiole, und da ich die fixe Luft durch verduͤnnte Vitriolſaͤure und Hitze austrieb, ſo fand ich, daß deſſen Menge 105, 28 Cubiczoll betrug; das Thermometer ſtand auf 650 und das Barometer zwiſchen 29 und 30 Zoll; dieſer Umfang von Luft wuͤrde, bey 550 von Fahrenheit, nur 102, 4 Cubiczoll einnehmen; bey dieſer —————— cber ſchwer einige koͤn⸗ e ich en in ge zur ar iſt je ver⸗ flſ⸗ von „ und 5 162 e war chihn ühiole, blſäure Menge ſtan⸗ d 30 ovol bey eſer — 41 dieſer Temperatur, wuͤrde nach dem Verſuche des Herrn Fontana ein Cubiczoll fixer Luft(wenn das Barometer auf 290 ½ ſtuͤnde) 057 auf ein Gran wiegen; alſo betrug das Gewicht der ganzen Menge von ſixer Luft 58, 368 Gr. welches ohngefaͤhr ein Drittel von dem Gewicht des Marmors iſt. Nach bieſer Rechnung enthielten 100 Gr. von dem Mar⸗ mor 32, 42 fipe Luft. Um ſowohl das Verhaͤltniß des Waſſers und der Kalcherde, wie auch die eigenthuͤmliche Schwere der leztern zu beſtimmen, that ich 3009, 25 Gr. von demſelben Marmor, ſehr fein geſtoßen, in einen Schmelztiegel, welchen ich leicht zudeckte; der Schmelztiegel wog, mit dem was er enthielt, vor der Calcination 8394 Gr., und nachdem er 14 Stunden in einer gluͤhenden Hitze geblieben war, hatte er am Gewicht 7067, 5 Gr. Das Gewicht des bloßen Schmelztiegels war 3384, 75 Gr.; alſo wog das Pulver 1682, 75 Gr.: der Marmor hatte alſo durch die Verkalchung 1326, 5 Gr. verloren; 180 Gr. von dem Mamor ſollten alſo 79, 343 Gr. und 100 Gr. 44, ds verlieren, aber von die⸗ ſen 44, O8 waren 32, 42 fixe Luft, wie wir ſchon geſehen haben; alſo war das Uebrige, nehmlich 11, 66 Gr., Waſſfer, und die Menge der reinen Kalch⸗ erde in 100 Gr. von dem Marmor, betrug 53, 92 Gr. Ich ſchritt hiernaͤchſt zu der Entdeckung der ei⸗ genthuͤmlichen Schwere des Pulvers. C 5 In 4² 8—= In eine meßingene Buͤchſe, welche 607, 65 Gr. wog, und in deren Boden ein kleines Loch ge⸗ bohrt war, ſtampfte ich, ſo viel als moͤglich, von dem fein geſtoßenen Marmor, ſchraubte dann denn Deckel darauf, und wog beydes in Luft und Waſſer. Als ich es in lezteres eintauchte, wurde eine betraͤchtliche Menge gemeiner Luft ausgetrieben; als dieſes auf⸗ hoͤrte, wog ich es. Das Reſultat dieſes Experi⸗ ments war folgendes. 1 Grs. Gewicht der Buͤchſe in Luft ⸗ 607— 65 deren Verluſt im Waſſer ⸗ 73— 75 Gewicht der Buͤchſe und des Pulvers in Luft 4 1043— 5 Gewicht des Pulvers allein in Luft⸗ 435— 85 Verluſt am Gewicht der Buͤchſe und des Pulvers im Waſſer ⸗ 256— 05 Verluſt am Gewicht von dem Pulver allein ⸗ 182— 3 Wenn man alſo das abſolute Gewicht des Pul⸗ vers, durch ſeinen Verluſt im Waſſer dividirt; ſo wird deſſen eigenthuͤmliche Schwere 2, 3908 befun⸗ den werden. Aus dieſer Beobachtung leitete ich die eigenthuͤm⸗ liche Schwere der fixen Luft, in ihrem fixen Zuſtande ab; denn 100 Gr. des Marmors beſtehen aus 55, 92 Erde, 32, 42 fixer Luft und 11, 66 Waſſer; und die eigenthuͤmliche Schwere des Marmors iſt 2, 717. Nun verhaͤlt ſich die eigenthuͤmliche Schwere der bʒ ge⸗ dem decke As htüce auf⸗ rperi⸗ 43 der fixen Luft in ihrem fixen Zuſtande, wie ihr abſo⸗ lutes Gewicht durch ihren Verluſt im Waſſer getheilt, und ihr Verluſt am Gewicht im Waſſer verhaͤlt ſich wie der Verluſt von 100 Gr. Manmor, nach Ab⸗ zug des Verluſts der reinen Kalcherde und des Waſſers. Verluſt von 100 Gr. Marmor=— zuu= 36, 8 Gr. Verluſt von 55, 92 Gr. Kalche.= 3555= 23, 39 Gr. 737.. Verluſt von 11, 65 Gr. Waſſer= 11, 66 35, O05 Der Verluſt der fixen Luft iſt demnach 36, 8— 37, 05= 1, 75;3 folglich iſt ihre eigenthuͤm⸗ ; 32,42— liche Schwere 9,„— 18, 52; woraus denn 7 klar iſt, daß es die ſchwerſte von allen Saͤuren, oder allen noch bekannten Koͤrpern ſey, Gold und Platina ausgenommen. Von dem fixen vegetabiliſchen L Laugenſalze. D a die Art des Verfahrens bey den Expe rimen⸗ ten, welche ich mit dieſem Salze machte, bey⸗ nahe dieſelbe war, deren ich mich bey dem vorher⸗ gehenden bediente,(ausgenommen, daß ich ſolches, um ſeine eigenthuͤmliche Schwere zu finden, in der Luft, anſtatt im Waſſer wog), ſo werde ich mich damit begnuͤgen, um die Wiederholung muͤhſamer Berechnungen zu vermeiden, daß ich die Reſultate von dieſen Experimenten erzaͤhle. 1) Fand 44— 1) Fand ich, daß 100 Gr. von dieſem Alkali etwa 6, 7 Gr. Erde enthielten, die nach Herrn Bergmann kieſelartig iſt: dieſe Erde geht mit durch das Filtrum, wenn das Alkali nicht mit ſiper Luft geſaͤttigt iſt, ſo daß es ſcheint als ob ſie in der Auf⸗ loͤſung erhalten ſey, wie in der Kieſelfeuchtigkeit. 2) Fand ich, daß die Menge der fixen Luft im Weinſteinoͤl und trockenen fixen vegetabiliſchen Alkali zu verſchiedenen Zeiten, und in verſchiedenen Thei⸗ len von demſelben Salz, verſchieden war; aber daß ſie nach einer Mittelzahl, in den reinen Laugenſalzen auf 21 Gr. in 100 gerechnet werden koͤnne; und ſo moͤchte die Menge dieſes Alkali in irgend einer Aufloͤſung davon, ſehr leicht angegeben werden, wenn man ein bekanntes Gewicht einer verduͤnnten Saͤure, zu einem gegebenen Gewicht einer Aufloͤſung hinzuthaͤte, und es alsdenn wieder woͤge; denn wie ſich 21 zu 100 verhalten, ſo verhaͤlt ſich das ver— lorne Gewicht zu dem Gewicht des milden Alkali's in ſolcher Aufloͤſung. Die eigenthuͤmliche Schwere von milden und vollkommen trockenen, viermal calcinirten fixen Alkali, frey von Kieſelerde, und welches 21 P. cent fixe Luft enthielt, fand ich auf 5, 0527. Wenn es mehr ſixe Luft enthaͤlt, ſo iſt ſeine ei— genthuͤmliche Schwere wahrſcheinlich hoͤher, es ſey denn, daß es nicht vollkommen trocken waͤre, wo⸗ nach ich die eigenthuͤmliche Schwere dieſes Alkali, wenn es kauſtiſch und frey von Waſſer iſt, auf 4, 234 ſchaͤzte. Aus l züande dnit de wenn Reduh de 1 vott ſte Etn ud ver ſei M vone Erde ſeine din gle in dc 3r — 45 Aus dem Gewicht der Luftſaͤuus in ihrem fixen Zuſtande erhellet, daß fixe Laugenſalze, wenn ſie damit verbunden ſind, betraͤchtlich ſchwerer ſind, als wenn ſie entweder mit Vitriol-oder Salpeterſaͤure verbunden ſind. Demnach fand Herr Watſon in den philoſophiſchen Abhandlungen(vom Jahr 1770. S. 337) die eigenthuͤmliche Schwere des trockenen Weinſteinſalzes(die Kieſelerde einge⸗ ſchloſſen) zu 2, 761, da doch die eigenthuͤmliche Schwere des vitrioliſirten Weinſteins nur 2, 636, und die des Salpeters 1, 933 betrug. Die Urſach, warum Salpeter ſo viel leichter iſt, als vitrioliſirter Weinſtein, iſt, weil er viel mehr Waſſer enthaͤlt, und ſeine Vereinigung mit dem Alkali nicht ſo genau iſt. Endlich habe ich noch eine Tabelle, von der Menge des milden Laugenſalzes, bey einer Waͤrme von 630 entworfen, das noch 6, 7 im Hundert von Erde enthaͤlt,(welches der gewoͤhnliche Grad ſeiner Reinigkeit iſt) ſo wie es in natuͤrlichen oder kuͤnſtlichen Aufloͤſungen gefunden wird: und ob ſie gleich nicht voͤllig richtig iſt, indem ſie etwa um 1, 1 im Hundert von der Richtigkeit abgeht; ſo hoffe ich doch, daß man ſie nuͤtzlich finden wird, da dieſer Irrthum leicht berichtigt werden kann. 73 abelle Tabelle uͤber den Inhalt einer Aufloͤ⸗ ſung von milden vegetabiliſchen Alkali in Verhaͤltniß mit ſeiner eigenthuͤmli⸗ chen Schwere. Gr. der Gr. des Gr. des Vermeyhrte Mathema⸗] Sigen⸗ Aufloſung. Alkali. Waſſer. Dichtheit. kaſcherige hnmtiche Schwere. nach Beob⸗ achtung. 64, 92—-— 38, 67„ 650 1, 4451 1 497 70, 60-—— 44, 351„ 049 1, 397 1, 446 76, 281—— 50, 631„ 648, 1, 3501 1, 404 S1, 96— 5s, 7I O47 1, 324, 371 7, 641——[61, 39 ⸗ 646 1, 297] 1, 343 93, 32—-—— 67, 07, 045 1, 274] 1, 319 99, 00——[72, 75„ 644 1, 254 1, 298 104, 68%——[28, 43]1, 043 1, 237] 1, 280 110, 36—— 84, 11 ⸗ 42 1, 223] 1, 265 115, 98—— 89,⸗ 79„ 041 1, 209 1, 250 121, 66—— 95, 4„ 040 1, 198 1, 238 127, 34—— 1101, 15„ 039 1⸗ 1371 L, 226 133, 02—— ſi06, 83 038 1, 179 1, 216 138, 7——[iia, 51, 037 1, 170 1, 2Q 144, 3—— ſiis, 19„ 036 1, 162 1, 198 149, 98—— ſi23, 87„ 035 1, 1531 1 190 155, 66——[129, 55, 034 1, 149 1 1, 183¾ 161, 34— 335, 23 ⸗ 033 1, 143 1, 125 167, 02 26, 25 140, 9211 032—1. 138 1, 170 172, 70——[145, 59„ 031 1⸗ 132: 1 163 178, 38——[152, 2. 639 1, 128 1, 15 184, 06]—— l157, 95„ 029 1⸗ 123 1, 152 189, 74—— 163, 63„, 028 1, 119 L, 147 195, 42——[169, 311, 027 1, 115 1⸗ 142 201, 10—N—— 174, 99„ 020 1⸗ 112 1, 138 206, 78˙5ſ-— 180, 67„ 925 1 108] 1, 133 212, 46/ʃ0N-— 186, 35]„ 9aA 1⸗ 1071 17 129 218, 14——[192, 03, 623 1, 100, 1, 12 223, 826—— 197, 71. 022 1, O099 1, 121 329, 50——[203, 39. 021] 1, O097 1, 118 235, 18——[209, 0, 02o 1, 094] 1, 114 240, 861—— 1214, 751 019! 1, O0921 1, I11 Gr. det Fu ſen von ſs! han iten V dun thum alich Sa ſvert nach Beoſe achtung. — 47 — Gr. der Gr. des Gr. des Vermehrte Mathema⸗, Eigen⸗ Auſtöſung. Alkali. Waſſers. Dichtheit. tiſche eigen⸗ thumliche thüm liche Sch were Schwere. nach Beob⸗ 9 tungen. 246, 54,.—— 220, 43„ O0IS8 1, 689 1, 107 252, 12,—— 226, 111, O0171 1, O87 1, 104 257, 30——[231, 79„ O010 1, 085 1, 101 263, 49——[237, 47„ O015 1, O033 1, 093 269, 16——(243, 15„ Ola 1, 081 1, 095 274, 78— 2483, 33„ O013] 1, 079] 1, 092 280, 46——[234, 5„ 90272 1, 0771, 089 286, 14—— 260, 19„ O0II 1, 076 1, 087 291, 382——[265, 87„ O10 1, 0741 1, 084 297, 50——[277, 55„ 009 1, O070] 1, 079 303, 18—— 271, 2„ O08] 1, 359 1, 977 308, 36] 26, 25 282, 93„ Oo0l 1, 0O6 8 1, 25 314, 34——[288, 59„ 006] 1, O60 1, O72 319, 22—— 294, 271, e 1, 065 1, 070 324, 90——[300, 451„ 004 1, 064 1, 0568 330, 58——[305, 13„ 003 1, 063 1, 066 33„ 29—— 31 ¹„ 81„ 002 1, 002 1„ 064 341, 94—— I[317, 49]„ 0oll 1, 051 1, 062 unnreine vegetabiliſche fixe Laugenſalze, als Po⸗ taſche u. d. g. enthalten mehr fixe Luft, wie aus dem Verſuche des D. Lewis erhellet. Po⸗ taſche enthaͤlt, nach Herrn Cavendiſch 28, 4 oder 28, 7 im Hundert fixe Luft. Daher wird in Lau⸗ gen, die gleiche eigenthuͤmliche Schwere mit Lauge von einem reinen Alkali haben, die Menge der ſal⸗ zigen Materie, wahrſcheinlich in dem Verhaͤltniß von 28, 4 oder 28, 7 zu 21 ſtehen; aber die, ſes Uebergewicht iſt blos fixe Luft; und alſo wird man in obiger Tabelle die Menge des gerei— nigten Salzes finden, welches eben dieſe Lauge geben 48— geben wird. Vieles haͤngt auch von ihrem Alter ab, indem die aͤlteſte die mehreſte fixe Luft ent⸗ haͤlt. Fortſetzung der Verſuche und Beobach⸗ tungen uͤber die ſpeciſiſchen Schweren und die Anziehungskraͤfte verſchiedener Salzarten. Ehe ich mich auf die umſtaͤndliche Erzaͤhlung der neuen Verſuche einlaſſe, welche ich in Verfol⸗ gung dieſes Gegenſtandes gemacht habe, muß ich um Erlaubniß bitten, einige Verſehen, worein ich in meiner lezten Schrift gefallen bin, zu berich⸗ tigen. 1) Bey Berechnung der Menge Saͤure, welche von 10, 5 Gr. milden vegetabiliſchen fixen Lau⸗ genſalze aufgenommen wird, brachte ich den gerin— gen Theil von Erde, welchen es enthaͤlt,(nehmlich 0, 7035 eines Grans) nicht in Anſchlag: aber in groſſen Mengen Alkali iſt dieſer Antheil betraͤchtlich, und verurſacht, einen zwar geringen, aber doch merklichen Irrthum in meinen nachfolgenden Berech⸗ nungen, von dem Verhaͤltniß der Beſtandtheile in den Mittelſalzen, indem die Menge des Alkali, durch dieſen Bruch, geringer war als ich in 10, 5 Gr. vorausgeſezt hatte. Wenn dieſe Berichtigung gemacht iſt; ſo wird ſich finden, daß 100 Gr. vollkommen trockenes vegetabiliſches ſixes Alkali,(die Menge Mage be r. fte Ingenod wo de dr, d Wang ſeße Ata 11 dhal wide 3 W 6l n Alter f ent⸗ bbac rund r ng der gerfol⸗ ſch um ich in berich⸗ velche Lau⸗ erin⸗ wäͤch ber in htlic, doch erech⸗ eile i Akol⸗ 10, † tiaung 9Gr. (ie gnge — 49 Menge von Erde abgerechnet) gewoͤhnlich 22, 457 Gr. fixe Luft enthalten, anſtatt 21, wie ich vorher angenommen hatte; doch iſt die erſte Angabe richtig, wo die Erde nicht abgeſondert iſt, die man aber in der, durch drey wiederholte Verkalchungen und Auf⸗ loͤſungen gereinigten Potaſche mit Grunde voraus⸗ ſetzen kann. Folglich nehmen 100 Gr. von ſolchen Alkali, frey von Erde, Waſſer und fixer Luft 46 77 Gr. mineraliſche Saͤure(d. i. blos die ſauren Theile derſelben) auf, und 100 Gr. von gemeinen milden vegerabiliſchen Alkali nehmen ohngefaͤhr 36, 23 eigentliche Saͤure auf. 100 Gr. vollkommen trockener vitrioliſirter Weinſtein enthalten 30, 21 eige tliche Saͤure 64, 61 fixes Alkali, und 5, 18 Waſſer. Kryſtalliſirter vitrioliſirter Weinſtein verliert nur I von Hundert Waſſer in einer Hitze, in welcher deſſen Saͤure nicht im geringſten ausgetrieben wird; und folglich enthaͤlt er 6, 18 Waſſer. 100 Gr. ooͤllig getrockneter Solpeter enthalten 30, 86 Saͤure, 66 Alkali, und d, 14 Waſſer, aber in kryſtalliſirten Salpeter iſt das Verhaͤltniß des Waſſers etwas groͤßer; denn 100 Gr. dieſer Kryſtallen verloren, da ſie 2 Stunden einer Hitze von 180⁰ ausgeſezt wurden, 3 Gr von ihrem Ge⸗ wicht, ohne irgend einen ſauren Geruch von ſich zu geben; aber wenn man ſie einer Hitze von 2000 aus⸗ ſezt, ſo wird der Geruch der Salpeterſaͤure genau bemerkt. Folglich enthalten 100 Gr. kryſtalliſirter Salpeter 29, 89 reine Saͤure, 63, 97 Alkali und 6, 14 Waſſer. Kirwan's Verſuche. D 100 50— 100 Gr. voͤllig trockenes Digeſtivſalz enthal⸗ ten 29, 68 Kochſalzſaͤure 63, 47 Alkali, und 6, 85 Waſſer. 100 Gr. kryſtalliſirtes Digeſtivſalz verlieren nur 1 von Hundert von ihrem Gewicht, ehe man den Geruch der Salzſaͤure gewahr wird, und folglich enthalten ſie 7, 85 Gr. Waſſer. Aber der Irrthum, deſſen Berichtigung mir die mehreſte Zeit und Muͤhe koſtete, erfolgte daher, daß ich glaubte, daß die Miſchungen von Vitrioloͤl und Waſſer, und Salpetergeiſt und Waſſer, ihre groͤßte Dichtigkeit erreicht haͤtten, wenn ſie bis zu der Tem— peratur der Atmosphaͤre erkaltet waͤren, welche zu der Zeit, da ich meine Verſuche machte, zwiſchen 50 und 600 nach Fahrenheit war. Die erſte Miſchung hatte ich ſelbſt 6 Stunden ſtehen laſſen, welches viel laͤnger iſt als zu deren Abkuͤhlung noͤthig war; aber wenn die Saͤure ſo viel verduͤnnet war, daß ſie wenig oder gar keine Hitze verurſachte, ſo ließ ich ſie nur eine ſehr kurze Zeit ſtehen, ehe ich deren Dichtigkeit unterſuchte: allein einige Monate nachher fand ich verſchiedene von dieſen Miſchungen viel dichter, als da ich ſie zuerſt unterſuchte; und ſahe, daß zum wenigſten 12 Stunden Zeit er⸗ fordert wurden, ehe concentrirtes Vitrioloͤl, wozu zweymal ſo viel Waſſer hinzugethan wird, ſeine außerſte Dichtigkeit erhaͤlt; und noch laͤnger wenn ein geringerer Theil Waſſer gebraucht iſt: wenn ich alſo eine Miſchung von 2519, 75 Gr. Vitrioloͤl, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 819 war, mit 180 Waſſer machte; ſo fand ich deren Dichtigkeit 6 Stun⸗ den nachher 1, 771; aber nach 20 Stunden war ſie thal⸗ d6, dſalh 1 hhe „md nir de , daß lund roͤßte Tem⸗ he zu ſſchen elſte laſſen, hlung Innet chte, ich nate moen und t er⸗ wozu ſeine enn ein h aſſ deſen t180 Stun⸗ war ſ — 51 ſier, 798: folglich war nach der Schlußart in meiner vorigen Schrift, die vermehrte Dichtigkeit wenigſtens 0, 064 anſtatt O, 045 wie ich ſolche vorher befunden hatte. Als ich mich aber noch mehr concentrirten Vitrioloͤls bediente, deſſen eigenthuͤm⸗ liche Schwere 1I, 8846 war; ſo war ich im Stande, nach einer aͤhnlichen Schlußart, ſolche naͤher zu be— ſtimmen, und fand, daß die vermehrte Dichtigkeit des Vitrioloͤls, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 819 iſt, 0, 104 beträͤgt; und folglich deſſen mathe⸗ matiſche eigenthuͤmliche Schwere 1, 715 ſey. 6, 5 Gr. von dieſem Vitrioloͤl enthielten, wie ich zuvor fand, 3, 5s reine Saͤure und das Ueberbleibſel Waſſer: alſo iſt das Gewicht eines gleichen Umfangs Waſſers 3, 70 Gr.; und wenn man von dieſem das Gewicht des Waſſers, welches in die Zuſammen⸗ ſetzung des Vitrioloͤls eintritt, abzieht, ſo wird man finden, daß das Gewicht eines Umfangs von Waſſer, welches dem ſauren Beſtandtheile gleich iſt, O, 84, und folglich die eigenthuͤmliche Schwere des reinen und blos ſauren Theils 4, 226 ſey. Nach dieſen Grundſaͤtzen, und da ich die Miſchungen beſtaͤndig, wenigſtens 12 Stunden ſtill ſtehen ließ(bis das Vitrioloͤl mit viermal ſo viel Waſſer, als ſein Ge⸗ wicht betrug, verduͤnnet war, und dann oͤfters nur 6 Stunden) ehe ich ihre Dichtigkeit unterſuchte, ver⸗ fertigte ich die hier angehaͤngte Tabelle; die Tempe⸗ ratur des Zimmers erhielt ich beſtaͤndig zwiſchen 50 und 6009. D 2 Vitrioloͤl 5— —— Jitriolöl. Saur Vermehrte Mathema⸗—— Vitriolöl.] Säure. Waſſer. Dichtig⸗ m thema⸗ Phiſtkalr⸗ ke ſcheeigen⸗ ſche eigen⸗ giniole — 1 Lir. thlich⸗ thümliche ei Gran. Schwere. Schwere. 1000—— 38 2 1— 397, 95 0, 007 — 5 1 377 T 9771, a8 1are 587, 95]+ O, 105 1 633 1, 344 46 I 21—[687, 55⁄0⸗ 144. 1„ GCze b⸗ 7⁴42 5 120— 787, 95 0, 144 1- ee 75 19e— 887, 95 O, 137]1. 500, 844; 1600— 987, 950—„, 452] 1, 589 · 1700—— A 1371 1, 412 20 1087 37 1, 412 1, 336— 1800—— 87, 95 6, 1389 1 379 2 339 2— 1187, 951 0, 124 1, 79 1, 597 1253—[1287, 95] 0, 116 17 eee,, 74 00—— 0 7 22 1 6— 1387, 95 ,0⸗ 110 17 325 1, 442 7 219——[1487, 95 O/ 1121 2 304, 420 1 2200—[1587, 95] 0O, 112 17 286 1, 398 5 2300(—— ſi687, 95 0, 108 17 2691 1, 381 6 40 SS 24 25——[1787, 95 ⸗ 104 17 254 1⸗ 362 6 25——[1837, 95 0⸗ 194 1 el 1, 345 6 253,—[1937, 95 0, 101 1⸗ 2177 1, 333 2—— 3 G 220— 2087, 95 0⸗ 090 17 29 1, 320 800—[2187, 95 6, 60911„ 209 1, 307 2900—— 2297 5 9 1, 200. 27) 2237, 951 2⸗ 090 1 ⸗ 291 6 A 2387, 95 O, O90 1, 193 1, 282 1 319 612,05 2437, 9 0, 000 1, 54 1, 2/4 3 2597, 951 090, 1 1771 1, 257 59 322—[2687, 95O⸗ O89 1, 521 1. 260 1 3400[— 12787, 9 39 1, 164 1, 25 3 04=[2,87⸗ 9,, n 2 275 97 95 1233, ,95]· 0, 033] 1, 1 9 1⸗ 243 369 ean 95 0o, 073]1 1591⸗ 233 35— 3087, 95 O, 02311 ⸗ 140 1, 222 3300—— 3187, 95 0 5 144 1, 217 2000 35„ O071 1, 140 1 b 27„— 3237, 95 C, 071 1 O1, 211 ehe 4020—— 3387 95 0 G.„ 130 1, 208 4¹⁰00 22256„ 971 1, 132 n 4—— 3457, 95 0 2 1, 204 42²⁰¹ 129 070 1, 12 225—— 13537⸗ 95 0, 070 1 8 1, 198 9 4300—— 3687 95] 0 2 12 1, 195 4400— 2996„ 070 1, 12 al — 37897, 95 0„ 11, 191 4500 35 1 9 /f 070 1 11 8 1600— 3837, 95, 0 1, 1 51, 1235 6 4600—— 308 3 7 151 1 6500 3987, 95 O, 070 1 11„ 185 12 4 905 4087, 95 0,⸗ 070 1. 1 3 ½ 1, 133 1 4 0⁸—— 87 8 1 10 9 No ¹ 4187, 95 0, 070 1 5 1, 180 W 4 1, 107 1 17 7 77 und 6 Niee.? Vitrioloͤl. p —4 Tre ee 53 Vermehrte, Mathema⸗, Phiſikali⸗ — Vitriolol. Saäͤure. Waſſer. Dichtig⸗ ſtiſche eigen⸗/ſche eigen⸗ keit. thümliche thümliche Schwere. Schwere. Gran. 5 4900——[4297, 95 0O, 070 1, 105 1, 125 5000——[4387, 95 0, 070 1, 103]1 1, 172 5100—— 14487, 951 0, 069ſ. 1, 1007 1, 169 5200—— 4587, 95 O, O009 1, 099 1, 167 5300—— 4697, 95 0, O59 1, 090 1, 165 5400- ,, 95 0, 059] 1, 094 1, 163 5500——[4887, 95 0, 008] 1, 692 1, 160 5600—— 4987, 95 0O, O67] 1, 09I 1, 158 5700—— 5037, 95 0, O057 1, 030 1, 156 5800——[5187, 95 O, O067] 1, 03871 1, 154 5900—-—[9287, 95 0, 0655 1, 036 1, 15 6000——[5387, 95 O, O64] 1, 084 1, 148 6100 j 612,05[5487, 95 0O, O64! 1, 032] 1, 146 6200—— 5587, 95 O0, 053 1, 081 T, 144 6300——[s687, 951 0, 0O52 1, 030 1, 142 6400—— 5787, 3 0, O52 1, O78 1, 140 6500—-— 5397, 95 0, 001] 1, 077 1, 133 6600—— o37, 95 O, O060 I, 076 1, 136 6700——[6087, 95 0, O060 1, 074 1, 134 6800——(6187, 95 O0, Oo0 1, O22 1, 132 6900 I— 6287, 95 O0, 160 1, 070 1, 130 7000 1—— 6337, 95 0, 059 1, 0091 1, 128 Was die Salpeterſaͤure anlangt, ſo fand ich ebenfalls, daß ich wegen der Zeit, ihre Dichtheit, nachdem ſie mit Waſſer vermiſcht war, zu unterſu⸗ chen, ein wenig zu eilig geweſen war. Als ich hier⸗ auf, welchen gebrauchte, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 474 war; ſo ließ ich die Miſchungen 12 Stunden ſtehen, bis er mit 2 mal ſo viel Waſſer als ſein Gewicht betrug, verduͤnnet war; und hernach die folgenden Miſchungen wenigſtens noch 6 Stunden. Nach der vorhergehenden Schlußart D 3 fand 54— fand ich, daß die eigenthuͤmliche Schwere der reinen Salpeterſaure 5, 530 war. —. 2 Salpeter Saure.] Waſſer. Vermehrte Mathema⸗ Phiſtkali⸗ geiſ Dichtig- tiſche ei⸗ ſche eigen⸗ keit. genthuml.] thumliche Schwere.] Schwere. 900[—— 50—— 1, 557 1, 557 1000—— 60)—— 1 474 1, 474 1100[—— 707 O7 0357,1, 413 1, 448 1200— 807 O, 055/1, 357 1, 423 1300—— 907 O, 065/[1, 329 1, 394 1400—— 1007[O, 0651, 298 1, 363 1500—— 1107 0, 077 1, 273 1, 350 1600—— 1207 9, 03211⸗ 25 1, 333 1700—— 1307 0, 682 1, 233 1⸗, 315 1800—= 1407 0⸗ 98311, 27 V 1, 300 1900—— 1507 0, 083 1, 204 1, 237 2500—— 1607 0⸗ 095 1, 191 1, 269 2100—— 1707 0, 088,1, 181 1, 254 220b= 1307 O⸗ Gfl1⸗ 176 1, 247 2500—— 1907 O0, 008/1⸗ 162, 230 2400—— 2007 O⸗ 058 ˙[1, 154 1, 222 2,00—= 210⸗, 0, 0571⸗ 14 ſ, 214 2600—— 2207 0, 9651⸗ 141 1, 205 2700]—— 2307[0, 063[1, 135 1, 198 2800—— 2407 O, O061[1, 129 V 1, 190 2900—— 2507 O„ 058]‧[1, 124 1, 182 3000—— 2607 O, O55[1, 120 1, 175 3 100 393 2707 0, O054l1⸗ 116 1, 170 3 200—— 2807 0, 054 1, 111 1, 165 3300—— 2907 0, 053 1, 108 1, 161 3 400—— 3007 O, O52 11, 104 1, 156 35⁰00—— 3 107 O,⸗ OOf1, 101 1, 151 3600—— 3207[0°, 048 1, 0908 1, 145 3700—— 3307 O, 047 1, 095 1, 142 3300]—-— 3407 o, 04511, 092 1, 137 3900—— 3507 0, 043/1, 0890. 3 1, 132 4500—— 360⸗ 0O, 042/1, 037 1, 127 4100]%⁰—— 3707[0O, 037 /1, 085 V 1, 122 4200 1—— 3807 l 0, 035 1, 083 1, 118 Salpeter⸗ ſe — 55 Salpeter⸗] Saure. Waſſer. Vermehrte Mathema⸗] Phiſika⸗ geiſt. Dichtig⸗ ſtiſche ei⸗ liſche ei⸗ keit. genthüml. genthüml. Schwere. Schwere. 4300—— 3907 O, O034] m1, 080 1, 114 4400 1—— 407[o, 032 1, 078 1, 110 4500—— 4107 0, 6029 1, 077 1, 105 460— 420)[0, 027! 1, 075 1, 102 4700—— 4307 0, O9025 1, 073] 1, 098 4800—— 4 407 O, 022 1, O072] 1, O094 4900—— 4507 0, 60201. 1, 070 1, 090 5000—— 4607 0, OIS 1, 5 1, 086 5100o ⁵—= 4707 O0, 0IS1, 067 1, 082 5200=. 43907 O, O012 1, 066 1, 078 5300—— 4907 0, 008] 1, 0661 1, 074 Die vorhergehenden Verſuche wurden in der Temperatur zwiſchen 50 und 600 nach Fahrenheit ge⸗ macht; aber da ſich vermuthen laͤßt, daß die Dicht⸗ heit der obigen Saͤuren, bey einer merklichen Ver⸗ ſchiedenheit der Grade der Temperatur betraͤchtlich veraͤndert wird; ſo bemuͤhete ich mich, die Groͤße dieſer Veraͤnderung zu finden, und zu berechnen, wie dieſe Dichtheit in 550 ſeyn wuͤrde, damit die Menge der Saͤure und des Waſſers dadurch ausfindig ge⸗ macht werden moͤchte. Zu dem Ende nahm ich etwas depflogiſtiſirten Salpetergeiſt, und unterſuchte deſſen eigenthuͤmliche Schwere in verſchiedenen Graden von Hitze, und fand ſie folgendermaſſen. D 4 Grade. 55 ᷓ— Grade. eigenthuͤmliche Schwere. ſ 30—— 1, 4050 45—— 1, 4587 by 86—— 1, 4302 120—— 1, 4123 Alſo war die ganze Ausdehnung dieſes Salpe— tergeiſts von 30 zu 1200 das iſt durch 909 Hitze 0, 6327; denn 1, 4650— 1, 4123,= 0527, wobey wir ſehen, daß die Ausdehnungen mit den Graden der Hitze in nahen Verhaͤltniß ſtehen: denn wenn man mit der erſten Ausdehnung von 30 zu 46“ anfaͤngt, d. i. durch 160 Hitze 90: 0, 0527,= 16: 0, 009;3, aber in der That be⸗ wirkten dieſe 160 Hitze nur eine Ausdehnung, die 0, 9063 gleich war; denn 1, 4630— 1, 4587= 0, 006;; ſo daß der Unterſchied zwi⸗ ſchen der Berechnung und Beobachtung nur— betraͤgt; ein Unterſchied, welcher in dem gegenwaͤrtigen Falle von keiner Bedeutung iſt; und dieſer moͤchte durch die in die Lauge eingetauchte, mit Queckſilber angefuͤllte kalte Glaskugel entſtehen, weil dieſes die gewoͤhnliche Art iſt, nach welcher ich die eigenthuͤm⸗ liche Schwere der Fluͤſſigkeiten erforſche. In dem naͤchſten Falle iſt der Unterſchied noch geringer; denn 90: 0, 0527= 56: 0, 0327; aber 56 Hitze bewirkten wirklich eine Ausdehnung von 0, 0348; denn 1, 4650— 1, 4302= 0, 0343, ſo 2 . I. daß die Berechnung nur um——= abweicht. 1 ere. — 17 Ich unterſuchte hiernaͤchſt einen andern, etwas ſtaͤrkern Salpetergeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere war: Grade. eigenthuͤmliche Schwere. 7 34—— 1, 4750 bey— 49—— 1, 4653 l 150—— 1, 3792 Hier ſtehen die Ausdehnungen mit den Graden der Hitze ebenfalls beynahe in Verhaͤltniß; denn 1160 Hitze,(der Unterſchied zwiſchen 34 und 150) bewirkten eine Ausdehnung von 0o, 0067, und nach der Berechnung 0, 0123, welches leztere von der Beobachtung nur um— verſchieden iſt. 10000 Nach dieſem Verſuche ſehen wir, daß je ſtaͤrker der Salpetergeiſt iſt, um deſto mehr wird er durch den⸗ ſelben Grad von Hitze ausgedehnt, denn wenn der Salpetergeiſt des leztern Verſuchs in demſelben Ver— haͤltniß waͤre ausgedehnt worden, als bey dem er— ſtern; ſo muͤßte deſſen Ausdehnung durch 1169 Hitze 0O, 0679 ſeyn, da ſie doch nur zu o, 0958 befunden wurde. Da die Ausdehnung des Salpetergeiſts viel groͤßer iſt, als die des Waſſers in demſelben Grade von Hitze; und weil er nur aus Saͤure und Waſſer beſteht; ſo folgt deutlich, daß ſeine groͤſſere Ausdeh⸗ nungskraft dem ſauren Theile zugeſchrieben werden muͤſſe; und folglich je mehr Saͤure eine gegebene D5 Menge 58 Menge Salpetergeiſt enthaͤlt, um deſto groͤßer iſt ſeine Ausdehnungskraft. Wir koͤnnten alſo voraus⸗ ſetzen, daß die Ausdehnung des Salpetergeiſts das Mittel zwiſchen der von der Menge des Waſſers, und der von der eigentlichen Saͤure erfolgenden Ausdehnung waͤre; aber es giebt noch eine andre Kraft, welche dieſes einfache Reſultat hindert: nehm⸗ lich die gegenſeitige Anziehung der Saͤure und des Waſſers zu einander, welche macht, daß ſie einen kleinern Raum einnehmen, als die Summe ihrer ver⸗ einigten Maſſen, welche Verdickung ich deshalb ihre vermehrte Dichtigkeit genannt habe. Wenn wir dies in die Berechnung ziehen; ſo koͤnnen wir annehmen, daß die Ausdehnung des Salpetergeiſts gleich iſt den Ausdehnungen der Menge des Waſſers und der eigentlichen Saͤure, nach Abzug der Verdichtung, welche ſie durch ihre gegenſei— tige Anziehung erlangt; und dieſe Regel gilt von allen andern heterogenen Zuſammenſetz⸗ ungen. Um die Menge der Saͤure und des Waſſers in ſolchem Salpetergeiſt zu finden, deſſen eigenthuͤm⸗ liche Schwere bey ſolchen Graden der Temperatur, welche von denen, in der Tabelle befindlichen verſchie⸗ den iſt, beobachtet war;(. B. 54, 55, oder 56⁰0 nach Fahrenheit;) ſo iſt das der ſicherſte Weg, wenn man bemerkt, wie viel dieſer Salpetergeiſt, durch einen ſtaͤrkern oder geringern Grad von Hitze, aus⸗ gedehnt oder verdichtet iſt, und wenn man dann nach der Regel der Proportion aufſucht, wie deſſen Dicht⸗ heit 1 het ſeh itt gi rißhut bon H nehme rs I fand berm wecch rüng üti wel ind bra äen — 59 rit heit bey 550 beſchaffen ſeyn wuͤrde. Aber Falls dies 3 nicht geſchehen kann; ſo werden wir uns der Ge— 56.... ſers wißheit ſehr naͤhern, wenn wir 1de fuͤr jede 150 aden von Hitze uͤber oder unter 350 nach Fahrenheit, an⸗ andte nehmen, wenn die eigenthuͤmliche Schwere des Spi⸗ neha⸗ ritus zwiſchen, 400 und 1, 300 iſt. 9 de Was das Oel und den Vitriolgeiſt betrift, ſo einen fand ich die Ausdehnungen ausnehmend unregelmaͤßig, ver⸗ vermuthlich wegen einer fremden weißen Materie, ihre welche, nach ſeiner groͤßern oder mindern Verduͤn— dies nung, mehr oder weniger darin zertheilt oder aufge⸗ men, loͤßt ſt. Dieſe Materie wollte ich nicht trennen, lich weil ich gewillet war, die Dichtigkeit dieſer Subſtanz ſſers in dem Zuſtande zu probiren, wie ſie gewoͤhnlich ge— Jder— braucht wird. Gemeiniglich fand ich, daß 15⁰ nſei⸗ Hitze ohngefaͤhr einen Unterſchied von 135s glt in ſeiner eigenthuͤmlichen Schwere bewirken, wenn ſet⸗— 4 ſe ſie 1, 800 uͤberſchreitet; und von 125s wenn deſſen eigenthuͤmliche Schwere zwiſchen 1, 400 und 1, ers in 300 iſt; ſeine Ausdehnung iſt groͤßer als jene des häm⸗ Waſſers, und um ſo viel groͤßer als er ſtaͤrker iſt. ratur, Die Ausdehnungen des Salzgeiſts ſtehen mit den iſcie⸗ Graden von Hitze in nahen Verhaͤltniß, wie aus rz⸗ folgender Tabelle zu ſehen iſt. wenn— Gr. eigenthuͤmliche Schwere. dun 2 1. 1216 ui⸗ be 54—— 1, 1860 mnach) 66—— I, 1 820 ich⸗ t 128—— 1, 1631 heit Folglich 60— 6 5* nüni Folglich ſolten—s fuͤr jede 2 10 uͤber oder vite unter 55, addiret oder ſubtrahiret werden, um ſie 4, d auf 559 zu bringen, als den Grad, nach welchem a Ge deſſen Verhaͤltniß von Saͤure und Waſſer berechnet ſoaz iſt. Die Ausdehnungskraft dieſer Saͤure iſt viel raud groͤßer als die des Waͤſſers, und auch wie die der n ſu Salpeterſaͤure von gleicher Dichtheit. 4 Ich ſchreite nun zur Unterſuchung der Menge der V b reinen Saͤuren, die bey dem Saͤttigungspunkt, von den verſchiedenen Subſtanzen, womit ſie ſich vereini⸗ mu gen, aufgenommen werden. fei V valle Von dem mineraliſchen Alkali. 3 D* Laugenſalz, wovon ich Gebrauch machte, V 7 erhielt ich durch Herrn Turner, welcher es 8 durch einen beſondern und ſcharfſinnigen Prozeß, in ri der groͤßeſten Reinigkeit, aus dem Kochſalz zieht. 11 dit Von dieſem Alkali machte ich einen Theil, nach der gewoͤhnlichen Art, ziemlich kauſtiſch; und als ma 6 ich eine Unze dieſer kauſtiſchen Aufloͤſung, bis zur tern V V Rhſ voͤlligen Trockenheit, abdunſten ließ, fand ich, fu daß es 20, 25 Gr. eigentliches Salz enthalte. jer Ich war uͤberzeugt, daß nur der waͤſſerige Theil, 84 waͤhrend der Abdunſtung, davon gieng, da die hr Menge der darin enthaltenen fixen Luft, nur ge⸗ V Sas ringe war, und um dieſe zu verjagen, wuͤrde eine V hülken weit ſtaͤrkere Hitze erfodert werden, als die, welche i ich gebrauchte. Dieſes trockene Altali loͤſete ich un⸗ 3 3 mittelbar — 61 oder mittelbar im doppelten Gewicht von Waſſer auf; und m ſte da ich es mit verdunnter Vitriläure ſaͤttigte; fand dhen ich, daß es 2, 25 Gr. ſixe Luft enthielt, als welches uan das Gewicht war, weiches der geſaͤttigten Auflo⸗ t ul ſung f hlür, um dem dereinigten Gewicht des ge⸗ ded brauchten Waſſers, Alkali und Vitriolgeiſts gleich „ zu ſeyn. ge der Die Menge der, zur Saͤttigung von 100 Gr. „von reinen mineraliſchen Alkali, noͤthigen, reinen Vi⸗ peiui⸗ triolſaͤure, fand ich 60 oder 61 Gr.; die alſo ver⸗ fertigte geſaͤttigte Aufloͤſung wog, nachdem ſie zur vollkommenen Trockenheit abgedunſtet war, 36, 5 Gr.; aber von dieſem Gewicht waren nur 28, 38 Alkali und Saͤure, alſo war das Uebrige nehmlich 8, 12 mot Gr Waſſer. Folglich enthalten 100 Gr. vollkom⸗ 1 men trockenes glauberſches Salz 29, 12 reine 1 Vitriolſaͤure, 48, 6 reines Alkali, und 22, 29 1 Waſſer; aber kryſtalliſirtes glauberſches Salz hat eine weit groͤßere Menge Waſſer; denn 100 Gr. dieſer nach Kryſtallen ver bwien, nachdem ſie gluͤhend heiß ge⸗ als macht waren, 55 Gr. von ihrem Gewicht. Ich zur vermuthe daß diſer Verluſ blos von der Abdun⸗ ich, ſtung des waͤſſerigen Theils entſtehe, und daß die halte. uͤbrig bleibenden 45 Gr. aus Alkali, Waſſer und dhel⸗ Saͤure, in demſelben Verhaͤltniß, wie die oben er⸗ ndie waͤhnten 100 Gr. vollkommen trockenen glauberſchen rx Salzes, beſtanden; denn 45 Gr. dieſes Sazes ent⸗ eine hielten 13. 19 Gr. Vitriolſaͤure, 21, 87 fixen lche Alkali, und 9, 94 Waſfer; folglich beſtehen 100 un⸗ Gr. kryſtalliſirtes glauberſches Salz aus 13, hae 19 Vi⸗ —2 6² K x 19 Vitriolſaͤure, 21, 87 Alkali, und 46, 94 Waſſer. Ich ſattigte dieſes Alkali auch mit depflogiſtiſir⸗ ter Salpeterſaͤure, und fand, daß 100 Gr. des Laugenſalzes,(in dem Verſuche worauf ich mich am meiſten verließ) 57 der reinen Salpeterſaͤure annah⸗ men; aber dieſe Menge veraͤnderte ſich bey einigen Verſuchen um wenige Gran;(bisweilen 60, bis⸗ weilen 63 Gr.) ſo daß ich glaube, das durch das Alkali angenommene Verhaͤltniß dieſer Saͤure, ſey beynahe daſſelbe, als das bey der Vitriolſaͤure. Wenn man nun annimmt, daß dieſe Menge 57 Gr. betrage; ſo enthalten 100 Gr. vollkommen trockenen eubiſchen Salpeters 30 Saͤure, 72, 18 Alkali, und 17, 82 Waſſer; aber kryſtalliſirter cubiſcher Salpeter enthaͤlt etwas mehr Waſſer; denn 100 Gr. dieſer Kryſtallen verlieren etwa 1 durch langſame Trocknung; alſo enthalten 100 Gr. des kryſtalliſir⸗ ten Salzes, 28, 8 Saͤure, 50, 09, Alkali, und 21, I1 Waſſer. Von reiner Kochſalzſaͤure erforderten 100 Gr. dieſes Alkali von 63 bis 66 oder 67 Gr.; vielleicht iſt eine Urſache dieſer Verſchiedenheit, daß es außer⸗ ordentlich ſchwer iſt den wahren Saͤttigungspunkt zu treffen. Wenn man annimmt, daß es 66 Gr. ſind, ſo enthalten 100 Gr. vollkommen trockenes ge⸗ meines Salz beynahe 35 eigentliche Saͤure, 53 Alkali und 13 Waſſer; aber 100 Gr. dieſer Kryſtallen ver⸗ lieren 5 durch Abdunſtung; alſo enthalten 100 Gr. dieſer Kryſtallen 33, 3 Saͤure, 50 Alkali, und 16, 7 Waſſer. Das V Das andes Remaſ Daſſer ſolchen Salp Säl Aca . a alb V gewe V 1oc ßd ale . ddd n dun b vel and niner ſan 1, —— 53 Das Verhaͤltniß der fixen Luft, des Laugenſalzes und des Waſſers im kryſtalliſirten Alkali fand ich folgen⸗ dermaſſen aus. 210 Gr. dieſer Kryſtallen wurden in Waſſer 240 aufgeloͤßt; die Aufloͤſung wurde mit einer ſolchen Menge Salpetergeiſt geſaͤttigt, welche 40 reine Salpeterſaͤure enthielt; hiernach machte ich den Schluß, daß die 200 Gr. Alkali, 70 eigentliches Alkali enthielten. Die geſaͤttigte Aufloͤſung wog 40 Gr. weniger, als die Summe ſeines eigenthuͤmlichen Gewichts, und des hinzugethanen Salpetergeigs; alſo verlor ſie 40 Gr. fixe Luft. Das lUeberbleibſel alſo des erſten Gewichts der Kryſtallen, muß Waſſer geweſen ſeyn, nehmlich 90 Gr.; folglich enthielten 100 Gr. dieſer Kryſtallen, 35 Alkali, 20 fipe Luft, und 45 Waſſer. Dieſes Verhaͤltniß iſt, vorzuͤglich in Ruͤckſicht auf das Alkali, ſehr verſchieden von demjenigen, das die Herren Bergmann und Cavoiſier gefunden ha⸗ ben, welches ich der gebrauchten friſch kryſtalliſirten Sode zuſchreibe, die Meinigen waren ſchon vor einigen Monaten gemacht, und hatten durch die Ab⸗ dunſtung wahrſcheinlich viel Waſſer und fixe Luft verloren; wodurch ſich das Verhaͤltniß des Ganzen aͤndert. Nach der Berechnung dieſer Philoſophen nehmen 100 Gr. dieſes Alkali Z0 fipe Luft auf. Die eigenthuͤmliche Schwere des krhſtalliſirten mineraliſchen Alkali befand ich, in der Luft gewo⸗ gen 1, 421. Von 64— Von dem fluͤchtigen Alkali. E iſt ohnmoͤglich, nach den alten chemiſchen Methoden, das Verhaͤltniß der Beſtandtheile in den fluͤchtigen Laugenſalzen, ſo wenig im fluͤſſigen als im feſten Zuſtande, zu finden; denn, wenn es auch gleich von der fixen Luft befreyet werden kann; ſo kann man es doch, wegen ſeiner außerordentlichen Fluͤſſigkeit, nicht vom Waſſer trennen. Um alſo die⸗ ſes Verhaͤltniß zu finden, muͤſſen wir unſre Zuflucht zu den Experimenten des Dr. Prieſtley nehmen, der durch ſeine neue Zerlegung, dieſes Alkali, frey von der Luftſaͤure und Waſſer, in der Form von Luft dar⸗ ſtellte: und im dritten Bande ſeiner Beobachtungen (S. 494 lehret er uns, daß 15 Maaß alkaliſche Luft, 1 Maaß fixe Luft aufnehme, und dadurch geſattigt werde. Laßt uns annehmen, daß das Maaß 100 Cubiczoll enthalte; ſo nehmen 185 Cubiczoll alkaliſche Luft 1900 fixe Luft auf; aber 185 Cubiczoll alkaliſche Luft wiegen, nach einer Mittelzahl, 42, 55 Gr.; und 100 Cubiczoll fixe Luft wiegen 57 Gr.; alſo nehmen 100 Gr reines fluͤchtiges Alkali frey von Waſſer, 134 fire Luft auf. Als ich aus den ſublimirten Kryſtallen die Luftſaͤure austrieb, ſo fand ich, daß 100 Gr deſſel⸗ ben 53 fire Luft enthielten; und alſo, nach der vor— hergehenden Schlußart, aus 39, 42 eigentlichen Alkali, und 7, 33 Waſſer P. cent beſtanden. Wenn ich eine Aufloͤſung dieſes Alkali mit der Vitriol⸗Salpeter⸗ und Kochſalzſaure ſaͤttigte; ſo fand ich, daß 100 Gr. des reinen Alkali, 106 von der Vitriol⸗ Mirib⸗ gahſa D füͤch 407, Auft velche ſe ſe Liew iſchen gellein genals enn d kam; ntüichen alſo die zuflucht en, der ey von ift dar⸗ tungen kaliſche dadurch dos 18 185 dhahl, 351 Akal len die ze deſſeb der vol⸗ geualicen en. ſi mrder 4 fnd Gbun der Uieiol⸗ ʒ— 65 Vitriol⸗ 115 von der Salpeter⸗ und 130 von der Kochſalzſaͤure aufnahmen. Die eigenthuͤmliche Schwere des kryſtalliſirten fuͤchigen Alkali's war, in der Luft gewogen, I, 4076. Das Verhaͤltniß des Waſſers in den verſchiede⸗ nen ammoniakaliſchen Salzen habe ich, wegen ihrer Fluͤchtigkeit, nicht ausſindig machen koͤnnen; aber ich glaube, daß es ſehr geringe ſey, da fluͤchtiges Alkali und fixe Luft, ohne Beyhuͤlfe des Waſſers, kryſtalliſi⸗ ren, wenn beyde in einem luftigen Zuſtande ſind. Von der Kalcherde. Goch loͤſete dieſe Erde zuerſt in Salpeterſaͤure auf, J und fand, daß, nachdem ich auf den Verluſt der fixen Luft und des Waſſers gerechnet hatte, wie ich vorhin erwaͤhnt habe, 100 Gr. von der reinen Erde, 104 der reinen Salpeterſaͤure aufnehmen. Anſtatt dieſe Erde unmittelbar in der Vitriolſaͤure aufzuloͤſen, ſchlug ich deren Aufloͤſung in Salpeter— ſäͤure, durch allmaͤhlige Zuſetzung von jener, nie⸗ der, und fand, daß, um dieſes zu bewirken, nur 91 oder 92 Gr. der reinen Vitriolſaure erfordert wurden. 100 Gr. dieſer reinen Erde erfordern zu ihrer Aufloͤſung 112 reine Kochſalzſaͤure. Die Aufloͤſung, welche zuerſt keine Farbe hat, wird gruͤnlich, wenn ſie ſteht. Natuͤrlicher Gyps iſt in ſeinem Ver⸗ Kirwan's Verſuche. E haͤltniß 66 haͤltniß der Saͤure, Erde, und des Waſſers verſchie⸗ den, indem 100 Gr. deſſelben 32 bis 34 Saure, eben ſo viel Erde, und 26 bis 32 Waſſer enthalten. Der Kuͤnſtliche enthaͤlt 32 Erde, 20, 44 Saͤure und 38, 56 Waſſer; wenn er gut getrock⸗ net iſt, verliert er ohngefaͤhr 24 Waſſer, und folg⸗ lich enthaͤlt er 42 Erde, 39 Saäͤure und 19 Waſſer im Hundert. 100 Gr. ſorgfaͤltig getrockneter ſalpetriger Sele⸗ nit, enthalten 32, 28 Saͤure, 32 Erde und 34, 72 Waſſer. 100 Gr. gut getrockneter ſalzſaurer Selenit, der gar keine Saͤure verloren hat, enthalten 42, 56 Saͤure, 38 Erde und 19, 44 Waſeer. Von der Magneſia oder Bitterſalzerde. ) Erde konnte, wenn ſie vollkommen trocken und von fiper Luft frey war, in keiner Saͤure ohne Hitze aufgeloͤſet werden. In der Temperatur der Atmosphaͤre machte auch die ſtaͤrkſte Salpeter⸗ ſaͤure in 24 Stunden keine Wirkung auf dieſelbe; aber in einer Hitze von 1800 griffen dieſe Saͤuren, mit vier oder ſechsmal ſo viel Waſſer verduͤnnet, ſolche merklich an: da aber vieles von den Saͤuren durch die Hitze zerſtreuet wird; ſo konnte ich die ei⸗ gentlich erforderliche Menge von Saͤure, um eine gegebene Menge davon aufzuloͤſen, auf keine andre Art beurtheilen, als durch Niederſchlagung der Auf⸗ loͤſungen durch eine andre Subſtanz, deren Faͤhigkeit, Saͤuren Stu * — 67 Saͤuren anzunehmen, bekannt war. Die Subſtanz, deren ich mich bediente, war ein ziemlich kauſtiſches vegetabiliſches Alkali. Auf dieſe Weiſe fand ich, daß 100 Gr. der reinen Magneſia, 125 Gr. reine Vitriolſaͤure, 132 Salpeter⸗ und 140 Kochſalz⸗ ſaͤure annahmen. Keine der Aufloͤſungen roͤthete die vegetabiliſchen blauen Saͤfte, alle ſchienen etwas Gallertartiges zu enthalten; das in der Kochſalz- ſaͤure wurde gruͤnlicht, wenn es einige Zeit ſtand. 100 Gr. vollkommen trockenes Epſamerſalz enthalten 45, 67 reine Vitriolſaͤure, 36, 54 reine Erde, und 17, 83 Waſſer; aber 100 Gr. kryſtalli⸗ ſirtes Epſamerſalz verlieren 48 durch das Trock⸗ nen, und folglich enthalten ſie 23, 75 Saure, 19 Erde, und 57, 25 Waſſer. Gemeines Epſamer⸗ ſalz enthaͤlt einen Ueberfluß von Saͤure; denn deſſen Aufloͤſung roͤthet vegetabiliſches Blau. 100 Gr. gut getrocknetes nitroͤſes Epſamerſatz enthalten 30, 64 Saͤure, 22 reine Erde und 37, 36 Waſſer. Die Aufloͤſung des gemeinen Epſamerſalzes, kann nicht wohl getrocknet werden, ohne vieles von ſeiner Saͤure ſammt dem Waſſer zu verlieren. Die eigenthuͤmliche Schwere der reinen Bitter⸗ ſalzerde iſt 2, 3296. Von der thonichten oder Alaunerde. Def Erde enthielt ohngefaͤhr 26 P. Cent fixe Luft, ohngeachtet ich ſie vorlaͤufig eine halbe Stunde gegluͤhet hatte: hieruͤber wunderte ich mich E 2 ſehr 68 ſehr, weil die meiſten Schriftſteller ſagen, daß ſie faſt gar keine enthalte. Sie loͤſete ſich, bey einer maͤßigen Erhitzung in Saͤuren auf, bis die Hitze auf 2200 geſtiegen war: nachher fand ich, daß die Aufloͤſung leichter war, als die Quantitaͤten, die in dem erwaͤhnten Verhaͤltniß angewandt waren. 100 Gr. dieſer Erde, nach Abzug der fixen Luft, erfordern 133 reine Vitriolſaͤure zur Aufloͤſung. Dieſe Aufloͤſung machte ich in einem ſtark verduͤnnten Vitriolgeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 093 war, in welchem das Verhaͤltniß der Saͤure zu dem Waſſer beynahe war, wie 1 zu 14. Dieſe Aufloͤſung enthielt einen geringen Ueberfluß an Saͤure, indem ſie vegetabiliſche blaue Saͤfte in braͤunlich roth verwan⸗ delte; aber ſie kryſtalliſirte ſich, wenn ſie kalt wurde, und die Kryſrallen waren alaunfoͤrmig, ſo daß ich glaube, daß dieſes beynahe das wahre Verhaͤltniß ihrer Saͤure und Erde ſeyßz aber es war nicht Waſ⸗ ſer genug vorhanden, um ſtarke Kryſtallen zu bilden. Da dieſe Aufloͤſung einen Ueberfluß an Saͤure ent⸗ hielt, ſo that ich mehr Erde hinzu, konnte aber doch nicht verhindern, daß ſie blaues Papier roth faͤrbte, bis ſie ein unaufloͤsbares Salz bildete; das iſt, ein ſolches Salz, welches eine außerordentliche Menge Waſſer zur Aufloͤſung erfordert, und obgleich ein Theil davon auf dieſe Art unaufloͤsbar geworden war, ſo behielt doch ein andrer Theil noch einen Ueberfluß an Saure, ſo daß zugleich ein Theil mit Erde, und ein andrer Theil mit Saure uͤberſaͤttigt zu ſeyn ſchien, Falls das Faͤrben der vegetabiliſchen blauen Saͤfte, ein ——— 69 ein Beweiß einer uͤberfluͤßigen Saͤure iſt, welches in der That in dieſem Falle zweifelhaft ſcheint. 100 Gr. vollkommen trockener Alaun enthal⸗ ten 42, 75 SaJure, 32, 14 Erde, und 25, 02 Waſſer; aber kryſtalliſirter Alaun verliert 44 P. cent durch die Austrocknung; folglich enthalten 100 Gr. deſſelben 23, 94 Saͤure, 18 Erde und 58, 06 Waſſer. 100 Gr. dieſer reinen Erde nehmen, ſo viel ich beurtheilen kann, 153 der reinen Salpeterſaͤure auf. Die Aufloͤſung roͤthete dennoch vegetabiliſche blaue Saͤfte; aber nachdem dieſe Menge reine Erde hinzu⸗ gethan war, ſo fieng, wie mich duͤnkte, ein unauf⸗ loͤsbares Salz ſich an zu bilden. Die Aufloͤſung wurde truͤbe, wann ſie kalt war, und konnte durch 500 mal ſo viel Waſſer nicht gaͤnzlich aufgeloͤſt werden. Dieſelbe Menge reiner Erde erfordert 173, 45 reine Kochſalzſaͤure zur Aufloͤſung; aber die Aufloͤ⸗ ſung roͤthete doch noch die vegetabiliſchen blauen Saͤfte. Nachher wurde ein unaufloͤsbares Salz gebildet; aber der Anfang ſeiner Bildung kann, ſo wenig in dieſem, als in den vorhergehenden Faͤllen, genau entdeckt werden. Die eigenthuͤmliche Schwere der Alaunerde, welche 25 P. Cent fixe Luft enthaͤlt, fand ich zu 1, 9901. E 3 Vom 70— Vom Pſſogiſton. Ehe ich mich anſchicke, das Verhaͤltniß des Pflo⸗ giſtons in verſchiedenen Miſchungen, beſonders in pflogiſtiſirten Saͤuren, ausfindig zu machen, wird es noͤthig ſeyn, etwas von der Natur deſſelben zu ſagen. Es iſt uͤberall angenommen, daß fixe Luft, oder die Luftſaͤure, wie ſie eigentlicher zu nennen iſt, in einem gedoppelten Stande exiſtiren koͤnne; in dem einen iſt ſie gebunden und unelaſtiſch, wenn ſie nehm⸗ lich mit Kalcherde, Laugenſalzen, oder Magneſia vereinigt iſt; in dem andern iſt ſie fluͤßig, ela⸗ ſtiſch und luftfoͤrmig, wenn ſie wirklich von aller Verbindung frey iſt. In ihrem dichten und unelaſti⸗ ſchen Zuſtande, kann ſie nie allein und unverbun— den mit andern Subſtanzen dargeſtellt werden; denn den Augenblick, da ſie davon getrennt wird, nimmt ſie ihre luftartige und elaſtiſche Form an. Eben dieſes kann vom Pflogiſton geſagt werden; es kann nie in einem feſten Zuſtande allein und unverbun⸗ den mit andern Subſtanzen dargeſtellt werden; denn in dem Augenblick, da es davon getrennt iſt, er⸗ ſcheint es in einer fluͤſſigen und elaſtiſchen Geſtalt, und wird dann gewoͤhnlich entzuͤndbare Luft genen⸗ net. Dieſer verſchiedene Zuſtand derſelben Sub⸗ ſtanz entſteht, nach den unſterblichen Entdeckungen des Dr. Blak, von den verſchiedenen Theilen des elementariſchen Feuers, welches in ſolchen Subſtan⸗ zen vorhanden und von ihnen eingeſchluͤckt iſt, wobey ihre merkliche Hitze dieſelbe bleibt, und jenes des⸗ halb ſo⸗ des win tnu oder „ in dem hm⸗ :eſia lla⸗ aller aſti bun⸗ enn —— 71 halb ihr ſpecifiſches Feuer genannt wird. Wegen Mangel an Aufmerkſamkeit auf dieſe verſchiedenen Zuſtaͤnde, iſt das wahre Daſeyn des Pflogiſton, als ein eigenes Grundweſen, oͤfters in Zweifel gezogen, und die Chymiſten ſind aufgefordert worden, ſolches fuͤr ſich in ſeinem feſten Zuſtande darzuſtellen, ohne zu bedenken, daß ſo wenig fixe Luft fuͤr ſich in einem feſten Zuſtande gezeigt werden kann, eben ſo wenig ſolches bey dem Pflogiſton auch geſchehen koͤnne. Andre hergegen haben von der Natur der entzuͤndbaren Luft voͤllig unrichtig geurtheilt, und ſich eingebildet, daß es eine Zuſammenſetzung von Saͤure und Pflogi⸗ ſton ſey. Die Urſache warum fixe Luft nicht aus ir⸗ gend einer Subſtanz, in einem dichten Zuſtande dar⸗ geſtellt werden kann, iſt, weil, wenn ſie getrennt wird,(z. B. durch eine Saͤure) allezeit eine doppelte Zerlegung ſtatt findet, indem die Saͤure ihren ſpeci— fiſchen Antheil von Feuer der dichten fixen Luft mit⸗ theilt, welche dann eine luftartige Geſtalt annimmt indeß die fixe Luft die Subſtanz, womit ſie verbun⸗ den war, der Saͤure uͤberlaͤßt. Dieſes iſt ſo richtig, daß obgleich bey der Aufloͤſung von gebrannten Kalch in der Salpeterſaͤure eine betraͤchtliche Hitze entſteht, dennoch eine Aufloͤſung von Kreide, in dieſer Saͤure, faſt gar keine hervor bringt; denn alles das Feuer, welches in dem erſten Falle losgeriſſen und empfind⸗ bar gemacht wurde, iſt in dem zweyten Falle durch die fixe Luft eingeſogen, indem dieſes juſt das Mittel iſt, welches ſie in eine luftartige Form verwandelt. Die Trennung des Pflogiſton von einer metalliſchen Erde, in der Geſtalt der entzuͤndbaren Luft, entſteht E 4 aus 7²— eben der Urſache, indem die aufloͤſende Saͤure ihr richee Feuer dem Pflogiſton mittheilt, welches dann eine n du luftartige Form annimmt, indeß das Pflogiſton der neli metalliſchen Erde die Saͤure uͤberlaͤßt. Es iſt ge⸗ wiß, daß bey dieſer Gelegenheit viel empfindbare Hitze hervorgebracht wird, wovon drey triftige Urſachen an⸗ 8 gegeben werden koͤnnen; erſtlich iſt das Verhaͤltniß i der fixen Luft, in einem gegebenen Gewicht roher Kalch⸗ Mi erde, viel groͤßer als das vom Pflogiſton in irgend einem ni Metall,(wie hernach gezeigt werden ſoll,) indem jenes ein Drittel, und das Pflogiſton im leztern Falle l9 meiſtentheils nicht einmal ein Sechstel betraͤgt. N Zweytens, vieles von dem Pflogiſton verbindet ſich, de waͤhrend der Aufloͤſung, mit der Saͤure ſelbſt, und m treibt einen Theil ſeiner eigenthuͤmlichen Menge von en Feuer aus, wie Dr. Crawford gezeigt, und ich ſeit⸗ al dem ſelbſt erfahren habe; und dieſes Feuer muß eine ſo empfindbare Hitze verurſachen. Drittens, vieles von a dem Pflogiſton vereinigt ſich, waͤhrend der Aufloͤſung, dor mit der umgebenden Atmosphaͤre, und treibt auch a einen Theil ihres ſpeciſiſchen Feuers aus, und dieſes da muß ebenfalls eine empfindbare Hitze verurſachen; J. und daher kommt es, daß metalliſche Solutionen, in in einem leeren Raum, mit weniger Hitze vergeſell⸗ bat ſchaftet ſind, obgleich mit mehrerer Aufbrauſung als hi in freyer Luft. Die Aufloͤſung der metalliſchen Th Kalche iſt nicht mit ſo viel Hitze vergeſellſchaftet, Luf als die Metalle ſelbſt, nicht allein, weil weder die wan aufloͤſenden Saͤuren, noch die umgebende Luft ſehr enth pflogiſtiſirt iſt, ſondern auch, weil ſie eine elaſtiſche durch Fluͤſſigkeit, in einem dichten Zuſtande, enthalten, dyfo welche — 73 welche vieles von dem, durch die aufloͤſenden Saͤu⸗ ren ausgetriebenen Feuer in ſich ſaugt, indem es eine luftartige Form annimmt. Nachdem ich den Urſprung und die Bildung der entzuͤndbaren Luft nunmehr erklaͤrt habe; ſo ſchreite ich nun weiter fort, um ihre Identitaͤt mit dem Pflogiſton zu zeigen. Durch Pflogiſton wird ge⸗ woͤhnlich dasjenige Grundweſen in brennbaren Koͤr⸗ pern verſtanden, wovon ihre Entzuͤndbarkeit vorzuͤg⸗ lich abhaͤngt; dasjenige Grundweſen, welches den Netallen ihre Dehnbarkeit und ihren Glanz giebt; das, mit Vitriolſaͤure verbunden, Schwefel bildet; und das gemeine Luft vermindert. Nun aber iſt entzuͤndbare Luft das wahre Gruͤndweſen, welches allein wirklich entzuͤndbar iſt, wie Herr Volta ſehr ſchoͤn gezeigt hat. In der That ſind die brennbaren Subſtanzen entweder thieriſch oder vegetabiliſch, als Horn, Haar, Fett, Holz, u. ſ. w. aus welchen allen Dr. Hales entzuͤndbare Luft gezogen hat; oder Holzkohlen, woraus Herr Fontana ſie erhielt; Dr. Prieſtley aber entband ſie aus Harzen, Weingeiſt, und Aether, in welchen allen es das einzige entzuͤnd⸗ bare Grundweſen iſt; und ſie ſind nur in dem Ver⸗ haͤltniß entzuͤndbar, als ſie ſolches enthalten; oder Phosphorus, aus deſſen Saͤure Dr. Prieſtley dieſe Luft, mittelſt der Mennige, bekommen hat; denn es war die Saͤure und nicht die Mennige, welche ſolche enthielt, wie Dr. Prieſtley richtig ſchloß, da die durch das Zerfließen erhaltene Saͤure nie gaͤnzlich depflogiſtiſirt iſt, bis ſie erhitzt und in Glas verwan⸗ E y delt 74— delt wird, wie Herr Margraaf gezeigt hat; oder es ſind mineraliſche Subſtanzen, als Schwefel, woraus die entzuͤndbare Luft durch fixe Laugenſalze, und nach Dr. Prieſtley, auch durch Kochſalzluft ge⸗ zogen wird; oder Erdpech und aͤhnliche Subſtanzen, welche man alle dahin bringen kann, daß ſie ſolche von ſich geben; oder metalliſche Subſtanzen, als Zink und Arſenickkoͤnig, welche beyde entzuͤndbar ſind; aber keines davon iſt ſo, wenn es ſeiner ent⸗ zuͤndbaren Luft beraubt iſt: dieſes iſt alſo das eigent⸗ liche und einzige entzuͤndbare Grundweſen in einer je— den Subſtanz. Ich geſtehe, daß die entzuͤndbare Luft, welche faſt aus allen dieſen Subſtanzen er⸗ folgt, ungemein unrein ſey; daß ſie von einigen eine Miſchung von Luftſaͤure oder Oel enthalte, und von allen einen gewiſſen Theil der Subſtanz, welche fie hergiebt oder austreibt; und daher iſt ihr Geruch, nach Beſchaffenheit der Subſtanzen, woraus ſie ge— zogen iſt, verſchieden: aber es iſt ebenfalls gewiß, daß keine dieſer Subſtanzen, etwas zu ihrer Ent⸗ zuͤndbarkeit beytrage; im Gegentheil iſt ſie um ſo we⸗ niger entzuͤnddar,(d. i. es muß ſo viel mehr Luft beygemiſcht werden, ehe ſie zuͤndet) jemehr ſie von dieſen fremden Subſtanzen enthaͤlt. Daher wird entzuͤndbare Luft von Moraͤſten ganz verzehrt;*) und im Gegentheil, entzuͤndbare Luft von Metallen, welche die reinſte von alen iſt, iſt auch die aller ent⸗ zuͤndbarſte. Zweytens *) 15. Roz: 146 — 75 Zweytens iſt auch entzuͤndbare Luft das Grund⸗ weſen, welches metalliſche Erden in einen metalli— ſchen Zuſtand bringt, und ihnen ihren metalliſchen Glanz giebt. Dieſes iſt durch Zerlegung und Zu⸗ ſammenſetzung erwieſen, und folglich kann man ſagen, daß es ſo vollſtaͤndig dargethan ſey, als ir⸗ gend eine Sache in der Naturlehre; ſo hat Dr. Prieſtley, blos durch Hitze, aus Eiſen und Zink entzuͤndbare Luft gezogen; und das ſeines Pflogiſtons alſo beraubte Eiſen, verlor ſeinen Glanz und war von einer ſchwarzen Farbe, welche gelinde depflogiſtiſir— tes Eiſen allezeit annimmt, wie bey dem Eiſenmohr zu ſehen iſt: ſo auch wenn Zink und Arſenickkoͤnig einmal entzuͤndet ſind, verlieren ſie ihr metalliſches Anſehen; ſo auch entzuͤndet ſich eine Miſchung von Bley und Zinn in einer maͤßigen Hitze, und dann ſind beyde in einen, alles Glanzes und aller Dehnbarkeit beraub⸗ ten Kalch verwandelt. Auf der andern Seite, wenn ein Strom entzuͤndbare Luft, waͤhrend der Entzuͤndung ſelbſt, auf Eiſenkalch, Bley oder Queckſilber gelei⸗ tet wird; ſo werden ſolche ſogleich wieder hergeſtellt, und zu ihrer metalliſchen Geſtalt zuruͤck gebracht, wie aus dem Verſuche des Herrn Gaußier erhellet*). Folgender Verſuch iſt noch entſcheidender: wenn man eine polirte eiſerne Platte in eine in Vitriol⸗-oder Kochſalzſaͤure geſaͤttigte oder verduͤnnte Aufloͤſung von Kupfer legt,(ich erwaͤhne dieſe, weil ſolche ge⸗ woͤhnlich zur Hervorbringung entzuͤndbarer Luft ge⸗ braucht *) 10. Roz: 313⸗ 26 +— R braucht werden, obgleich das Reſultat daſſelbe iſt, e T wenn man ſich andrer Saͤuren bedient;) ſo wird V ntt ſe kein Aufbrauſen entſtehen, man wird keine entzuͤnd⸗ eule bare Luft erhalten; ſondern das Eiſen wird aufgeloͤſt, fae d und das Kupfer in ſeiner metalliſchen Geſtalt nieder⸗ Gee geſchlagen werden. Hier muß entzuͤndbare Luft, auf ſion die gewoͤhnliche Art, hervorgebracht werden; denn Fa die Saͤure verlaͤßt das Kupfer und loͤſet das Eiſen auf; aber dieſe entzuͤndbare Luft verliert ſogleich f ihre luftartige Form, und vereinigt ſich mit dem ä Kupfer, eben wie fixe Luft Laugenſalze verlaͤßt, um V der ſich, ohne einiges Aufbrauſen, mit Kalch zu vereini⸗ me gen; und eben durch dieſe entzuͤndbare Luft wird nic Kupfer dahin gebracht, daß es Glanz, Dehnbar⸗ V ſe keit, und jede andre metalliſche Eigenſchaft erhaͤlt. J Aber wenn die Kupferſolution nicht mit Kupfer geſaͤt⸗ V tigt iſt, ſo kann man eine geringe Menge entzuͤnd⸗ bare Luft auffangen, weil der Ueberfluß an Saͤure ve mehr von dem Eiſen losreißen wird, als das calci⸗ üd nirte Kupfer einſchlucken kann. Entzuͤndbare Luft M iſt alſo das Grundweſen, welches metalliſche Erde di metalliſch macht; und wenn Metalle blos eine eigen⸗ de thuͤmliche Erde und Pflogiſton enthalten; ſo enthaͤlt 6 entzuͤndbare Luft gewiß nichts anders, als Pflogiſton. V g Wenn CEiſen und Arſenickſaͤure mit einander digerirt V 6 werden, ſo wird keine entzuͤndbare Luft erzeugt; ſon⸗ ü1 dern die Arſenickſaͤure wird groͤßtentheils in weiſſen a Arſenick verwandelt, wie Herr Bergmann und d. auch Herr Scheele bemerkt hat*); welche Urſache fin kann hren *†) Nov. Act. Upſal. p. 210. Kon. Velen Acad. puer Handlingar, Vol. 30. p. 288. be iſ, wird fund⸗ güſt naͤer⸗ 1 den Eifa ogleic dem um reini⸗ wird nbar⸗ rhaͤlt geſät⸗ ind⸗ jure alci⸗ Luft Ee igen: thält ſſton. gerit ſon⸗ eiſſen An) ſach kann cad. —— 77 kann angegeben werden, warum entzuͤndbare Luft nicht ſowohl durch dieſe, als durch alle andern Saͤuren erzeugt wird, als daß dieſe metalliſche Saͤure jene aufnahm, und dadurch in eine halbmetalliſche Geſtalt verwandelt wurde, wie durch reines Pflogi⸗ ſton? doch erzeugt dieſe Saͤure entzuͤndbare Luft vom Zink, weil der Zink mehr Pflogiſton von ſich giebt, als der Arſenickkoͤnig einſchlucken kann; aber er ziehet ſie an, und wird durch einen Theil derſelben metal⸗ liſch gemacht; und blos der Ueberfluß erſcheint in der Geſtalt entzuͤndbarer Luft, wie Herr Scheele be⸗ merkt hat. Dieſe entzuͤndbare Luft iſt in der That nicht rein, denn ſie haͤlt etwas vom Koͤnig aufgeloͤ⸗ ſet; aber dieſer Theil des Koͤnigs geht nicht in ihre Miſchung, wie klaͤrlich erhellet. Drittens, entzuͤndbare Luft iſt die Subſtanz, welche mit Vitriolſaͤure, Schwefel bildet; denn es iſt dieſelbe Subſtanz, welche die Vitriolſaͤure von den Metallen ſcheidet; und dieſe alſo getrennete Subſtanz vereinigt ſich, bey hinlaͤnglicher Menge und unter den rechten Umſtaͤnden, ſo damit, daß gemeiner Schwefel gebildet wird. Eben ſo wird Schwefel gebildet, wenn man cconeentrirte Vitriolſaͤure mit Eiſen oder Wismuth, oder wenn man vitrioliſirten Weinſtein mit dem Spiesglaskoͤnig deſtillirt. Eben dieſes iſt es: welches gemeine Luft verringert, wie Dr. Prieſtley deutlich gezeigt hat,(im 5ten Buch ſeiner Beobachtungen S. 84;) aber ob ſie gleich in ihrem luftigen Zuſtande, nachdem ſie die große Menge Feuer, welche zu ihrer luftartigen Form erfordert wird, 5 A=. 78 R wird, eingeſogen hat, ſich mit gemeiner Luft, bey der gewoͤhnlichen Waͤrme der Atmosphaͤre, ſchwer und langſam verbindet, indem ihre Beruͤhrungs⸗ punkte, wegen ihrer verſchiedenen Dichtigkeit, ſehr gering ſind, auch keine Subſtanz bey der Hand iſt, den großen Theil elementariſchen Feuers, welches beyde enthalten, aufzunehmen, und wovon ſolche eine große Menge verlieren muͤſſen, bevor ſie ſich mit einander verbinden koͤnnen; ſo verbindet ſich doch, ſage ich, die entzuͤndbare Luft bey ihrer an⸗ fangenden Erzeugung,(wie Dr. Prieſtley es ſehr ſchoͤn ausdruͤckt) und ehe ſie ihre ganze Menge des eigenthuͤmlichen Feuers erhaͤlt, mit gemeiner Luft ſehr leicht, und wird nach Verhaͤltniß ihrer Reinig⸗ keit vermindert. Aber wenn zu einer Miſchung von beyden, Feuertheilchens von hinlaͤnglicher Dichtheit, um ſichtbar zu werden, hinzukommen; ſo wird ein Grad von Hitze erregt, welche, indem ſie den de⸗ pflogiſtiſirten Theil der gemeinen Luft in einem ſtaͤr⸗ kern Grade verduͤnnet als ſie es bey entzuͤndbarer Luft vermag*), ſie beyde in naͤhere Beruͤhrung bringt, ihre Anziehung zu einander vermehret; und indem ſich beyde verbinden, geben ſie ihr Feuer von ſich; oder, mit andern Worten, ſie entzuͤnden ſich, wenn ſie in gehoͤrigen Verhaͤltniß bey einander ſind, ohne einige Zerlegung irgend eines Theils; man muͤßte denn den Verluſt einer großen Menge ihres eigenthuͤmlichen Feuers eine Zerlegung nennen; welcher *) 5. Prieſtley: 3395 vicher ied; tgtſe ln, doß wel obe din Ein And ſch lich (d Fen fie ſe, ſen diſch diſe 3 der) dß ſole gebe Eien Chen Lugen fn) er itzung —y 29 welcher Verluſt gewoͤhnlich keine Zerlegung genannt wird; denn man ſagt nicht vom Waſſer, daß es zer⸗ legt ſey, wenn es Eis wird, noch auch von Metal⸗ len, wenn ſie beym Erkalten feſt werden. Auf alles dieſes wird man vielleicht antworten, daß entzuͤndbare Luft ohnſtreitig Pflogiſton enthaͤlt, welches alle vorerwaͤhnte Wirkungen hervorbringt; aber daß das Pfogiſton, welches ſie enthaͤlt, mit einer andern Subſtanz verbunden ſey, welche nach Einigen eine Sauce, nach Andern Erde, und noch Andern gemeine Luft ſey. Dieſen Hypotheſen kann ſich eine allggemeine Bemerkung entgegen ſetzen, nehm⸗ lich, daß weil entzuͤndbare Luft, wenn ſie rein (das iſt, wenn ſie von allen fremdartigen Subſtan⸗ zen, welche zu ihrer Entzuͤndbarkeit nichts beytragen, frey) iſt, allezeit dieſelben Eigenſchaften hat; ſo muß ſie, wenn ſie aus Pflogiſton mit einer andern Sub⸗ ſtanz verbunden, beſteht, allezeit mit derſelben ſpe⸗ cifiſchen Subſtanz verbunden ſeyn; das iſt, wenn dieſe eine Saͤure iſt, ſo muß es jederzeit dieſelbe Art der Saͤure, oder wenn es eine Erde iſt, ſo muß es je⸗ derzeit dieſelbe Art der Erde ſeyn; denn wir finden daß Subſtanzen, welche nur blos zu einem Ge⸗ ſchlechte gehoͤren, allezeit mit irgend einer andern ge⸗ gebenen Subſtanz, Miſchungen hervorbringen, deren Eigenſchaften ſehr von einander verſchieden ſind. Eben ſo ſehen wir, daß die verſchiedenen Arten von Laugenſalzen, oder Erden, oder Metalle, mit ein und derſelben Art Saͤure, weſentlich verſchiedene Miſchungen hervorbringen. Dieſes iſt eine Regel, welche, 80— welche, ſo viel ich weiß, keine Ausnahme leidet; und wenn wir ſie auf die obenerwaͤhnten Voraus⸗ ſetzungen anwenden; ſo wird ſie ſolche gaͤnzlich auf⸗ heben; denn es laͤßet ſich ohnmoͤglich denken, daß das Pflogiſton in einer jeden Subſtanz, welche ent⸗ zuͤndbare Luft hervorbringt, entweder dieſelbe Saͤure, oder Erde, oder gemeine Luft antreffen koͤnne. Aber noch naͤher beweiſen folgende Gruͤnde, daß keine Saͤure, von welcher Art ſie auch ſey, die Grundlage der entzuͤndbaren Luft ſeyn kann. 1) Hat Dr. Prieſtley durch bloße Hitze ent⸗ zuͤndbare Luft von Metallen geſchieden. Nun aber enthalten Metalle keine Saͤure, ausgenommen etwa ihren depflogiſtiſirten Kalch, welchen einige große Chymiſten Bergmann und Scheele von einer ſauren Natur zu ſeyn glauben; aber dieſe Kalche koͤn⸗ nen nicht in die Zuſammenſetzung der entzuͤndbaren Luft gehen, ſonſt wuͤrde die entzuͤndbare Luft von jedem verſchiedenen Metall, verſchiedene Eigenſchaf⸗ ten haben, wie bereits gezeigt iſt; eben ſo wenig ſind dieſes die Saͤuren, denen man einen Antheil an der Zuſammenſetzung der entzuͤndbaren Luft zuſchreibt, ſondern man ſchreibt es vielmehr jenen Saͤuren zu, wodurch dieſe losgeriſſen iſt. Da nun dieſe Luft nicht nur durch Saͤuren, ſondern auch durch Laugen⸗ ſalze*) von Metallen geſchieden wird; ſo muß dieſe Vorausſetzung von ſelbſt wegfallen. 1 Eben *) Mem. Par. 1776. p. 687. ent⸗ ober etwa große einer kon rren von ef ſod der deidt, e zu, tnicht ugen der 2 — 8t Eben dieſe Gruͤnde ſtreiten mit gleicher Staͤrke gegen die Vorausſetzung, daß eine Erde von irgend einer Art in die Zuſammenſetzung dieſer Luft eingehe; auch giebt es keinen Fall von irgend einer Erde, welche, durch irgend ein Mittel, auf immer fuuͤſſig gemacht iſt, ausgenommen im Flußſpaht. Wenn es uͤberdem eine metalliſche Erde waͤre; ſo muͤſte man nothwendig vorausſetzen, daß ſie in einem me⸗ talliſchen Zuſtande ſey, und wie koͤnnte ſie dann der Wirkung aller Arten von Saͤuren entgehen? Denn keine Saͤure iſt vermoͤgend, entzuͤndbare Luft zu zer⸗ ſetzen. Endlich kann man nicht ſagen, daß gemeine Luft die Grundlage von entzuͤndbarer Luft ſey, wir muͤſten denn annehmen, daß gemeine Luft zu der Zu⸗ ſammenſetzung der Metalle gehoͤre; denn Dr. Prieſtley hat durch die Sonnenhitze, entzuͤndbare Luft aus denſelben in einem Gefaͤß voll Queckſilber erhalten, zu welchem gemeine Luft keinen Eingang hatte. Dies geſchahe ſo gar im leeren Raum. Auſſerdem bilden gemeine Luft und Pflogiſton ganz andre Miſchungen, die ſehr verſchieden von ent⸗ zuͤndbarer Luft ſind, z. B. fixe und pflogiſtiſirte Luft, wie wir gleich ſehen werden. Allen dieſen Vorausſetzungen kann man mit Recht entgegenſetzen, daß ſolche auf keinem richtigen Verſuche, oder auf irgend einer dekannten Gleichheit ge⸗ gruͤndet, ſondern nur willkuͤhrlich ſind; oder zum wenigſten aus Verſuchen hergeleitet worden, welche keine beweiſende Kraft haben. Dahergegen iſt die Meinung, daß entzuͤndbare Luft nichts anders ſey Kirwan's Verſuche. F als 82—— als Pflogiſton, das durch elementariſches Feuer in eine fluͤſſige Geſtalt gebracht iſt, unmittelbar auf dem Verſuche gegruͤndet, wodurch entzuͤndbare Luft, durch bloſſe Sonnenhitze, in einem vollkom⸗ men leeren Raum, aus Metallen abgeſchieden wird; eben wie die, mit Marmor verbundene, fixe Luft im feſten Zuſtande(worin ſie mit dem Golde faſt von gleicher Dichtheit iſt) von dem Marmor geſchieden, und blos durch Hitze in eine beſtaͤndig fluͤſſige Geſtalt gebracht wird. Zum Beweiſe des Daſeyns einer Saͤure in ent⸗ zuͤndbarer Luft, hat man angefuͤhrt, daß, wenn dieſe Luft durch das mit Lackmus blau gefaͤrbte Waſſer gienge, ſie ſolches ſogleich roͤthete. Ich habe dieſes öfters erfolgen ſehen, wenn entzuͤndbare Luft, durch Vitriolgeiſt, aus Eiſen gezogen war; aber wenn dieſe Luft durch Kalchwaſſer geleitet, und ſo gewaſchen iſt, und man ſie dann durch eine Infuſion von Lackmus durchlaͤßt, oder darin bewegt; ſo wird ſie ſolche nicht im geringſten verfaͤrben; dieſes habe ich im Junius 1779 von Herrn Fontana thun ge⸗ ſehn. Man hat auch behauptet, daß wenn entzuͤnd⸗ bare Luft und alkaliſche Luft zuſammen gemiſcht wuͤrden, ſolche eine Wolke bildeten; aber dieſes hat Dr. Prieſtley im 4ten Bande ſeiner Beobachtungen voͤllig widerlegt. Daß irgend eine Art Erde zu dem Weſen der ent⸗ zuͤndbaren Luft durchaus erfordert werde, kommt mir hoͤchſt unwahrſcheinlich vor; auch weiß ich von kei⸗ nem Verſuche, woraus manes ſchließen koͤnne. Daß metalliſche Subſtanzen durch entzuͤndbare Luft aufge⸗ loͤſt nver in dr auf bore Alkom⸗ od, re it aſt d Hieden, Geſtal nent⸗ wenn arbte habe Luft oher d ſo ſon ied dabe 1 zund⸗ niſcht 8 hot ungen derent ntol ki D uige⸗ tſt -9— VN= 83 loͤſt erhalten werden koͤnnen, iſt gewiß; aber eben ſo gewiß iſt auch, daß ſie zu threr Entzuͤndbarkeit) nichts beytragen, und voͤllig davon verſchieden ſind. Aber die Meinung, daß entzuͤndbare Luft aus gemeiner Luft, welche mit Pflogiſton uͤberſättigt iſt, beſtehe, gruͤndet ſich auf ſehr ſcheinbare Schluͤſſe, welche aus Verſuchen gezogen ſind, die ſich in ver⸗ ſchiedenen Theilen der Werke des Dr. Prieſtley fin⸗ den, und welche um ſo mehr Aufmerkſamkeit verdie⸗ nen, da die von dieſem vortreflichen Naturforſcher erwaͤhnten Thatſachen, keinem Zweifel unterworfen ſind. Ich will mich bemuͤhen, ſolche mit Genauig⸗ keit vorzutragen; zugleich aber ſolche Anmerkungen beyfuͤgen, welche, nach meiner Meinung, den. Schluß, welchen man daraus gezogen hat, ſchwaͤ⸗ chen werden. Im erſten Theile der Beobachtungen des Dr. Prieſtley finden wir, daß von einer Menge ſtark entzuͤndbarer Luft, nachdem man ſolche in einer glaͤ⸗ ſernen Flaſche(welche in einem Gefaͤſſe mit Waſſer befindlich war, deſſen Oberflaͤche der Atmosphaͤre ausgeſetzt wurde) ſtark ſchuͤttelte, nach 10 Minu— ten, beynahe ein Viertel der Menge verſchwunden war; das Ueberbleibſel wurde einathmungsfaͤhig, war aber nur ſchwach entzuͤnddar. Durch ferneres Schuͤtteln wurde ſie bis auf die Haͤlfte vermindert, F 2 und *) 2. Prieſtley 268. 84 und dann brannte ein Licht darin, doch nur ſchwach; wenn man aber das Schuͤtteln ein wenig laͤnger fort⸗ ſegte, ſo loͤſchte es ein Licht aus. Hierauf werde ich dieſe Bemerkungen machen; erſtlich, daß aus die ſem Verſuche deutlich erhellet, daß, wenn die auſſere einathmungsfaͤhige Luft keinen Zutritt in das Innere der Flaſche hatte, ſo war beynahe die Haͤlfte der ent⸗ zuͤndbaten Luft verwandelt, oder beſtand aus einath⸗ mungsfäͤhiger Luft, weil nach dem Verſuche eine ſolche Menge Luft darin gefunden wurde. Nun aber iſt durchaus ohnmoͤglich, daß eines von beyden ſich zutragen konnte; denn entzuͤndbare Luft konnte nicht zur Haͤlfte, oder auch nur um ein Drittel oder ein Viertel ihres Umfangs, in einathmungsfaͤhige Luft verwandelt werden: denn eben ein Viertel einath⸗ mungsfaͤhige Luft enthaͤlt mehr Materie als viermal ſo viel entzuͤnddare Luft, dem Umfange nach; es iſt alſo klar, daß die aͤuſſere Luft Zutritt dazu gehabt haben muͤſſe. Zweytens, ich ſchuͤttelte ohngefaͤhr ein Noͤßel entzuͤndbare Luft, welche ich aus Eiſen bekommen und vorlaͤufig durch Kalchwaſſer gehen laſſen, und uͤber Queckſilber erhalten hatte, in einer, mit einem Glasſtoͤpſel zugemachten, glaͤſernen Bouteille, in ohngefaͤhr zwoͤlfmal ihres Umfangs Waſ⸗ ſer, aus welchem die Luft heraus gekocht war. Das Schuͤtteln wurde zu verſchiedenenmalen wenigſtens 2 Stunden fortgeſezt. Eine große Menge der Luft war in der That eingeſogen, wie man bey Oefnung der Bouteille im Waſſer ſahe, allein das Ueberbleibſel zeigte ſich bey der Salpeterprobe ſo ſchaͤdlich, und wurde eben ſo entzuͤndbar befunden wie zuvor. Auch — 85 Auch Dr. Prieſtley bezeugt, daß entzuͤndbare Luft, welche einen Monat lang verbunden geweſen war, nachher ſo entzuͤnddar wie immer befunden worden waͤre.(3 Pr. 267.) Die wahre Erklaͤrung des erſtern Experiments ſcheint alſo folgende zu ſeyn: Erſtlich, Waſſer ſaugt leicht entzuͤndbare Luft ein, aber verbindet ſich nicht damit; denn nachdem es„ davon eingeſchluckt hat, ſo iſt ſein Geſchmack gar nicht veraͤndert; wie Dr. Prieſtley bemerkthat(1. Pr. 196). Waſeer ſchluckt auch leicht gemeine Luft ein; wenn alſo entzuͤndbare Luft in Waſſer, welches mit der Atmosphaͤre Ge⸗ meinſchaft hat, geſchuͤttelt wird, ſo muß die ent⸗ zuͤndbare Luft nothwendig, wegen ihrer Einſaugung vermindert werden; und der ſo eingeſogene Theil geht ſogleich aus dem Waſſer in die Atmosphaͤre uͤber, wie der Geruch, welchen man bemerkt, wenn die Menge der entzuͤndbaren Luft betraͤchtlich iſt, be⸗ weiſet. Dieſer Uebergang veranlaßt die fernere Ein⸗ ſaugung der entzuͤndbaren Luft, welche denn auf gleiche Weiſe entfliehet. Mittlerweile ſteigt die, unter der Flaſche befindliche, gemeine Luft in die⸗ ſelbe wie aus den richtigen Verſuchen des Dr. Prieſt⸗ ley*) ſowohl als des Herrn Fontana erhellet; und folglich muß ſich die Luft in der Flaſche, durch die Probe milder Salpeterluft, langſam pflogiſtiſirt F 3 und *) Pr. 96. 159,;3 Pr. 156 pzil Abhandlung, 1779 S. 443. —— und einathmungsfaͤhig zeigen; aber ein ferneres Schuͤtteln wird die gemeine Luft zerſetzen,(wie wir bald ſehen werden,) und dann wird ein Licht aus⸗ geloͤſcht werden Derſelbe Prozeß findet ſtatt, wenn entzuͤndbare Luft lange in Waſſer ſtehet, deſſen Ober⸗ faͤche der Atmosphaͤre ausgeſezt iſt. Einen andern Verſuch, zu gleichen Entzweck, aber wie es ſcheint, mehr entſcheidend, finden wir im 4ten Bande der Beobachtungen des Dr. Prieſtley S. 386. Es wird daſfelbſt erzaͤhlt, daß ein Theil entzuͤndharer Luft, /weiche in einer glaͤſernen Roͤhre verſchloſſen, hermetiſch verſiegelt und erhizt wurde, bis das Glas erweicht war,) das Glas ſchwarz faͤrbte; und als man die Roͤhre oͤfnete; ſo fand ſich, daß dieſe Luft bis auf ein Drittel verringert, und das Ueberbileibſel blos pflogiſtiſirte Luft ſey, welche weder Kalchwaſſer niederſchlug, noch auch durch Sal⸗ peterluft angegriffen wurde, oder im Mindeſten ent⸗ zuͤnddar war. So entſcheidend aber dieſer Verſuch auch ſcheint, ſo wird ein wenig Nachdenken die Unmoͤg⸗ lichkeit zeigen, daß entzuͤndbare Luft, aus einem Drit⸗ tel pflogiſtiſirter Luft und zwey Drittel Pflogiſton be⸗ ſtehen ſollte; denn erſtlich wiegt ein Cubiczoll pflogi⸗ ſtiſirte Luft o, 377 von einem Gran; nun nehme man an, daß zu dieſer pflogiſtiſirten Luft zwey Drittel ihres Umfangs von Pflogiſton hinzugethan ſey; und um die Vorausſetzung noch ſtaͤrker zu ma⸗ chen, ſo nehme man an, daß Pfilogiſton kein Ge⸗ wicht habe, ſo wird nach der Vorausſetzung dieſe Maſſe von pflogiſtiſirter Luft und Pflogiſton, ent⸗ zuͤndbare ——— erneres e wir als⸗ denn Daer „abet ir im eſtle Lheil ohre urde, vatz ſich, und elche zal⸗ it⸗ ſch aög⸗ Dri⸗ be⸗ ſogi ehme wweh ethan um⸗ nG⸗ b lnt baxt 87 zuͤndbare Luft machen, und einen Raum von 3 Cu⸗ biczoll einnehmen, und dieſe 3 Cubiezoll werden nicht mehr als 0, 377 eines Grans wiegen; wenn aber 3 Cubiczoll entzuͤndbare Luft o, 377 eines Grans wiegen; ſo muͤßte ein Cubiczoll O, 105 von einem Gran wiegen, welches nicht ſeyn kann; ſonſt wuͤrde entzuͤndbare Luft ein wenig mehr als ein Drittel leichter ſeyn, als gemeine Luft; dies aber iſt gegen alle Verſuche, welche bisher gemacht ſind, und beſon⸗ ders gegen jene des Herrn Cavendiſch, Fontana und Dr. Prieſtley ſelbſt, welche beweiſen, daß ſie ohn⸗ gefaͤhr eilfmal leichter ſey als gemeine Luft. Zwey⸗ tens, wird behauptet, daß die Materie, welche das Glas ſchwarz faͤrbte, der wahre pflogiſtiſche Theil der enzuͤndbaren Luft ſey, welcher hernach durch die Mennige davon geſchieden wurde. Dieſes enthielt alſo keine pflogiſtiſirte Luft; aber iſt es nicht gewiß, daß wenn genug davon vorhanden geweſen waͤre, daß alsdenn die Mennige wuͤrde in Bley verwandelt worden ſeyn? und wuͤrde nicht entzuͤndbare Luft wie⸗ derum von dieſem Bley geſchieden werden koͤnnen, obgleich keine pflogiſtiſirte oder gemeine Luft vorhan⸗ den waͤre, um ihre andern vermeintlichen Beſtand⸗ theile herzugeben? Drittens, bey einem Verſuche des Dr. Prieſtley beſtand die entzuͤndbare Luft, welche in der am meiſten erhizten Glasroͤhre enthalten war, in einer ſo kleinen Blaſe, daß kein Verſuch damit gemacht werden konnte: alſo machte in dieſer wenig⸗ ſtens die pflogiſtiſirte Luft kein Drittel aus, ſondern war ganz unbetraͤchtlich; das Ueberbleibſel alſo, wel⸗ ches von dem Bleykalch im Glaſe eingeſchluckt war, F 4 beſtand 88— beſtand blos aus reinem Pflogiſton; daher iſt alſo dieſer Verſuch ein ſtarker Beweis fuͤr meine Mei— nung. Viertens, wenn Pflogiſton durch Hitze zerſezt werden, und dann ein Reſiduum von pflogiſtiſirter Luft, welches ein Drittel ſeines Umfangs aus⸗ machte, zuruͤcklaſſen koͤnnte; ſo koͤnnte ſeine Verringe⸗ rung, welche auf ſeine Entzuͤndung mit gemeiner oder depflogiſtiſirter Luft erfolgt, nie ſo groß ſeyn, als man ſie durch wiederholte Verſuche gefunden hat; denn wenn entzuͤndbare und gemeine Luft in dem Verhaͤltniß von Eilf der leztern zu Vier der erſtern entzuͤndet wird; ſo vermindert ſich dieſelbe in einem Umfange, welcher dem Ganzen der entzuͤndbaren Luft, und einem Fuͤnftel der gemeinen Luft,(nach Herrn Volta*) gleich iſt, und die Verringerung iſt etwa 2 Fuͤnftel des Ganzen; oder noch genauer: von funfzehn Maaß bleiben ohngefaͤhr 8, 8 uͤbrig; aber wenn die entzuͤndbare zerſezt wuͤrde, und ein Drittel davon, welches pflogiſtiſirte Luft waͤre, uͤbrig bleiben ſollte; ſo wuͤrde nicht voͤllig ein Fuͤnftel vom Ganzen verſchwinden, und das Reſiduum ſollte 10, 54 Maaß betragen. Dieſes beweiſet deutlich, daß entzuͤndbare Luft nie zerſezt ſey,(man muͤſte denn den Verluſt ihres Feuers eine Zerſetzung nennen;) aber waͤhrend der Entzuͤndung ſelbſt, wird ſie gaͤnz⸗ lich auf den reinen Theil der einathmungsfaͤhigen Luft uͤbertragen, und verbindet ſich damit. Fuͤnftens. Um eine noch deutlichere Einüchti in dieſe Materie zu erlangen *) Roz. Apri. 1779. S. 295. b V ttnge lrbeite iichtor deſen kn. ſt alſo Mei⸗ krſes ſuüter 6 ad. ſertine emein bſen, en hat, dem eſtern einem haren nach eung uer: rig; ein rig on 10, daß denn en;) gan eluf ftens lie zu anyin — 89 erlangen, bat ich Herrn Capallo, welcher in den Arbeiten mit dem Loͤhtrohr ſowohl, als in den Vor⸗ richtungen zu den Luftexperimenten ſehr erfahren iſt, dieſen Verſuch in meinem Laboratorium zu wiederho⸗ len. Wir fuͤlleten zu dem Ende eine Roͤhre, welche 10, Joll lang und x Zoll im Durchmeſſer war, mit entzuͤndbarer Luft, die wir aus Eiſen, vermit⸗ telſt des Queckſilbers, geſammlet hatten; und nach⸗ dem wir die Roͤhre gluͤhend heiß und ſchwarz ge⸗ macht, und ſo weit erweicht hatten, daß wir bey⸗ nahe befuͤrchten mußten, die Luft moͤchte ſich einen Weg durch dieſelbe bahnen; ſo oͤfneten wir ſie uͤber Queckſilber. Die Luft war nur um ꝛ vermindert, und entzuͤndete ſich mit einem Knall ſo laut, als eine gleiche Menge derſelben entzuͤndharen Luft, welche nicht erhizt war. Die einzige Frage bleibt alſo uͤbrig, woher die pflogiſtiſirte Luft kam, welche Dr. Prieſtley gefun⸗ den zu haben erwaͤhnt? Die Umſtaͤnde bey dieſem Verſuche wuͤrden uns eine genugthuende Antwort ge⸗ ben; aber Herr Prieſtley hat mir neuerlich gemel⸗ det, daß er glaube, es ſey wirklich entzuͤndbare Luft geweſen, daß aber etwas davon geflohen ſey, bevor die Flamme angebracht werden konnte. Es ſcheint alſo hinlaͤnglich bewieſen zu ſeyn, daß entzuͤndbare Luft, die von den Saͤuren oder andern Subſtanzen,(welche ſie aus ihren Grundbeſtand⸗ theil austreiben, und auch von allen Theilchen des Koͤrpers, womit ſie urſpruͤnglich verbunden war) ge⸗ reinigt ſind, wie z. B. entzuͤndbare Luft, die aus F 5 dem 90 ᷓ— dem Eiſen erhalten, und in Kalchwaſſer gut gewa⸗ ſchen iſt, ein und dieſelbe Sudſtanz mit Pflogiſton iſt, und daß ſie blos in der Menge des Feuers ver⸗ ſchieden ſind, indem entzuͤndbare Luft beynahe dieſelbe Menge dieſes Elements enthaͤlt, als ein gleicher Um⸗ fang von atmosphaͤriſcher Luft, wie Dr. Crawford dey einigen neuerlich gemachten Verſuchen, welche dem Pub⸗ likum naͤchſtens werden mitgetheilt werden, gefun⸗ den hat. Dieſes widerſpricht den hoͤchſt wichtigen Entdeckungen dieſes geſchickten Naturforſchers nicht, daß Feuer und Pflogiſton einander zuruͤckſtoßen: indem die Meinung davon blos die iſt, daß die Hinzu⸗ thuung des Pflogiſton zu irgend einer Subſtanz, als zu einathmungsfaͤhiger Luft, depflogiſtiſirten Saͤu⸗ ren, metalliſchen Kalchen, einen Theil des, in einer ſolchen Subſtanz bereits enthaltenen Feuers austreibt, und im Gegentheil, durch die Wegſchaffung des Pflogiſton von irgend einer Subſtanz, die Menge des, durch eine ſolche Subſtanz eingeſogenen Feuers, vermehret wird. Es moͤchte, vorausgeſezt, daß entzuͤndbare Luft und Pflogiſton ein und dieſelbe Subſtanz ſey, außer⸗ ordentlich ſcheinen, daß entzuͤndbare Luft ſich ſo leicht mit Waſſer vermiſchen ſollte, da doch Pflogiſton ſol⸗ ches beſtaͤndig zuruͤckſtoͤßt, und davon zuruͤck geſtoßen wird; aber dieſes haͤngt lediglich von dem Zuſtande der naͤmlichen Subſtanz ab, welche, wenn ſie ge⸗ bunden und feſt iſt, Pflogiſton, und wenn ſie ver⸗ duͤnnet und luftfoͤrmig iſt, entzuͤndbare Luft genannt wird. In dieſem lezten Zuſtande vermiſcht ſie ſich mit 6 gewa. ſogiſion ds ber⸗ eädälbe warlw⸗ ſoedoe dem hu „eu chtigen S nicht, ſioßen: Hinzu⸗ , als Säͤu⸗ einer reibt, des enge jers, e Lſt außer⸗ oleicht on ſ geſoßen uſtnde ſee gy ſeewe gnum hich mit 91 mit Waſſer, nach dem Verhaͤltniß ihrer Verduͤnnung, wie ſie gleichfalls in der weniger dichten Geſtalt ihres feſten Zuſtandes thut: ſo wird Aether durch zehnmal ſo viel Waſſer voͤllig eingeſogen. Dippels animali⸗ ſches Oel vermiſcht ſich gaͤnzlich mit Waſſer; eben dieſes thut Steinoͤl, und alleoͤfters deſtillirte weſent⸗ liche Oele, und der Spiritus Rektor der Pflanzen.. Es laͤſſet ſich noch ſehr vieles von den verſchiede⸗ nen Zuſtaͤnden des Pflogiſton, von ſeinem am mei⸗ ſten verduͤnnten bekannten Zuſtande, z. B. von dem der entzuͤndbaren Luft bis zu ihrem dichteſten Zu⸗ ſtande, in welchem ſie mit metalliſchen Erden verbun⸗ den iſt, anfuͤhren ꝛc. Ich habe bereits 8 verſchie⸗ dene Zwiſchenzuſtaͤnde bemerkt, wovon jeder von dem andern, wegen des Antheils elementariſchen Feuers, welches ſie enthalten, unterſchieden iſt, in⸗ dem dieſe Menge, ſo viel ich urtheilen kann, ſich eben ſo verhaͤlt, wie die Verduͤnnung des Pflogi— ſton; aber dieſe Unterſuchungen gehoͤren nicht zu meinem gegenwaͤrtigen Gegenſtande. Ich werde blos anmerken, daß Pflogiſton in einem vielleicht 100 mal duͤnnern Zuſtande als entzuͤndbare Luft, worinn es folglich vielmehr Feuer enthaͤlt, vermuth⸗ lich die elektriſche Fluͤſſigkeit ausmache. N. S. Seitdem ich obiges geſchrieben habe, bin ich mit einem Briefe vom Dr. Prieſtley beehret worden, worin er mir meldet, daß er die Kalche vom Eiſen, Kupfer, Bley und Zinn, blos durch Schmelzen in entzuͤndbarer Luft, mittelſt eines Brenn⸗ glaſes, glaſes, in die metalliſche Geſtalt wieder hergeſtellet habe. Eine gewiſſe Menge entzuͤndbarer Luft, war waͤhrend der Reduktion von Jedem eingeſogen; aber der aͤbrig gebliebene Theil war eben ſo entzuͤndbar, daß alſo keine Zerſetzung ſtatt gefunden hatte, ſon⸗ dern das Ruͤckbleibſel hatte dieſelben Eigenſchaften wie der eingeſogene Theil. Auf dieſelbe Art hat er auch Salpeterdunſt in Salpeterluft, und Phosphorſaure in Phosphorus verwandelt. Und ſeit der Mitthei— lung der lezterwaͤhnten Verſuche, welche ihm auch ein ſicherer Beweis von der Gleichheit der entzuͤnd⸗ baren Luft und des Pflogiſton zu ſeyn ſcheinen, iſt er ſo guͤtig geweſen, mir zu melden, daß er die Kalche von Metallen in alkaliſcher Luft ſowohl, als in entzuͤndbarer Luft wieder hergeſtellet, und auch einen Phosphorus gebildet habe; auch daß er nicht zweifle, er werde jede andre Miſchung hervorzubrin⸗ gen im Stande ſeyn, woran man Pflogiſton Antheil zu haben vermuthet. Dieſes, ſagt er, ſtimme mit verſchiedenen ſeiner vorigen Verſuche uͤberein, vor⸗ zuͤglich mit demjenigen, wodurch er entzuͤndbare Luft aus alkaliſcher Luft, mittelſt des elektriſchen Funkens, und fluͤchtiges Alkali aus Eiſen, welches durch Sal⸗ peterluft mit Pflogiſton uͤberſaͤttigt iſt, hervorbrachte; welches er, ſeit der Bekanntmachung ſeines lezten Bandes, zu wiederholtenmalen gethan hat. Dieſe Beobachtung, ſezt er hinzu, koͤnne einige Sachen in der Theorie der Chemie erklaͤren helfen; beſonders die Verwandſchaft, welche alle Saͤuren, ſowohl mit Pflogiſton als mit Laugenſalzen haben; aber er ſagt, daß alkaliſche Luft auſſer dem Pflogiſton noch etwas anders eſtelle , war aber lnüdr, t, ſen⸗ flenne er auc porſult Nitthei⸗ n auch tzuͤnd⸗ en, iſt er de l, als d auch er nicht brin⸗ ntheil e mit vor⸗ edüt nkens, Sal⸗ rche; leten Dieſe Sachen ſondes vhſmt feot, twas anders — 93 anders enthaͤlt, weil, wenn dieſe Luft gebraucht wird allezeit etwas uͤbrig bleibt, welches weder alkaliiche noch entzuͤndbare Luft iſt; aber er bedarf mehr Son⸗ nenſchein, um ſeine Verſuche uͤber dieſen Gegenſtand, vollkommen zu machen und zu erweitern*). Von der Menge des Pflogiſton in Salpeterluft. 100 Gr. Eiſenfeilſpaͤne, welche in einer hin⸗ laͤnglichen Menge ſehr verduͤnnter Vitriolſaͤure aufge⸗ loͤſt waren, brachten, mit dem Beyſtande allmaͤhlig angebrachter Hitze, 155 Cubiczoll entzuͤndbare Luft hervor, das Barometer ſtand auf 29, 5 und das Thermometer zwiſchen 50 und 600. Da nun ent⸗ zuͤndbare Luft und Pflogiſton einerley iſt, ſo betraͤgt dieſe Menge entzuͤndbarer Luft, 5, 42 Gr. Pflo⸗ giſton. Ferner 100 Gr. Eiſen in depflogiſtiſirter Salpe⸗ peterſaͤure aufgeloͤſt, gaben in einer allmaͤhlig ver⸗ ſaͤrkten, und bis auf Hoͤchſte getriebenen Hitze, 83, 87 Cubiczoll Salpeterluft. Und da dieſe Salpeterluft beynahe *†) Seitdem dieſe Schrift dem Druck uͤbergeben iſt, finde ich, daß Herr Pelletier die Arſenickſoure in einen Koͤnig verwandelt habe, indem er blos ent⸗ zuͤndbare dufe durch eine Aufloͤſung dieſer Saͤure in zweymal ſo viel Waſſer gehen ließ. Ro Journal Februar 1782. 4 3 ies beynahe die ganze Menge des Pflogiſton enthaͤlt, welches Eiſen abſetzen kann,(indem es durch dieſe Szure vollkommener depflogiſtiſirt wird, als durch irgend ein anderes Mittel) ſo folgt, daß 83, 87 Cubiczoll Salpeterluft, wenigſtens 2, 45 Gr. Pflo⸗ giſton enthalten; aber man kann vernuͤnftigerweiſe denken, daß die ganze Menge Pflogiſton, welche Eiſen abſetzen wird, durch die Vitriolſaͤure nicht aus⸗ getrieben ſey, und daß Salpeterluft mehr davon austreiben, und einſchlucken koͤne. Um zu verſu— chen, ob ſich dieſes wirklich ſo verhielte, calcinirte ich eine gewiſſe Menge gruͤnen Vitriol, bis deſſen eiſenartiger Beſtandtheil voͤllig unſchmackhaft war; ich zog ſodann aus 64 Gr. dieſes Kalchs zwey Cu⸗ biczoll Salpeterluft; folglich wuͤrden 100 Gr. dieſes Kalchs 3, 12 Cubiczoll Salpeterluft geben; und wenn 83, 87 Cubiczoll Salpeterluft 5, 42 Pflogi⸗ ſton enthalten, ſo enthalten 3, 12 Cubiezoll dieſer Luft 0, 2 von einem Gran Pflogiſton; folglich zie⸗ her Salpeterſaͤure aus 100 Gr. Eiſen 2 Zehentheile eines Grans mehr Pflogiſton, als die Vitriolſaͤure; alſo enthalten 83, 87 Cubiczoll Salpeterluft, welche beynahe alles Pflogiſton, welches Eiſen abſezt, in ſich ſchließen, 5, 62 Gr. Pflogiſton. 100 Cubiczoll Salpeterluft enthalten folglich 6, 7 Gran Pflogiſton: und weil 100 Cubiczoll Sal⸗ peterluft 39, 9 Gran wiegen; ſo muß ſie 33, 2 Gran Salpeterſaͤure enthalten. Ferner enthalten 100 Gr. Salpeterluft 10, 792 Pflogiſton und 83, 208 Saͤure. Als — ſ— tthaͤl dieſe ducch 6, 87 Ffe herwiſe welch öt aus⸗ dabon berſu⸗ cinirte deſſen war; dh Cu⸗ dieſes und ſogi⸗ deeſer jie⸗ wele ſdone, welche , in Jich lSa- 2Gean f 10, 3 95 Als ich dieſe Verſuche zuerſt machte, bildete ich mir ein, daß die alſo ausgetriebene Salpeterluſt, alles Pflogiſton von denen, in der Salpeterſaͤure aufgeloͤſten Metallen enthieite, da von dieſer Saͤure bekannt iſt, daß ſie die Metalle, ſo vollkommen wie moͤglich depflogiſtiſirt; ich bemerkte aber bald, ſo wie Dr. Prieſtley und Herr Fontana, daß der groͤßere Theil hievon, wieder eingeſogen und in der Aufloͤſung zuruͤck gehalten worden, indem die Saͤure und Kalch, nach der ſchoͤnen Bemerkung des Herr Scheele, eine groͤßere Anziehung zu Pflogiſton haben, als jedes fuͤr ſich; daß jedoch die Berech— nung beynahe richtig ſey, werde ich durch ihre Ue⸗ bereinſtimmung mit der Menge von Pflogiſton, welche Dr. Prieſtley im Bley entdeckt hat, und die, welche ganz augenſcheinlich im Arſenickkoͤnig, im Silber und Queckſilber enthalten iſt, in meiner naͤchſten Schrift deutlich zeigen. Von der Menge des Pſlogiſton in firer Luft. Ebe ich es unternehme, dieſe Menge zu beſtim⸗ men, wird es noͤthig ſeyn zu beweiſen, daß die ſixe Luft uͤberhaupt Pflogiſton enthalte; und des⸗ halb iſt deſſen Natur und Urſprung aufs Kenaueſt zu unterſuchen. Dr. Prieſtley entdeckte zuerſt, daß in allen Prozeſſen, in welchen Pflogiſton von irgend einer Subſtanz 96—,— Subſtanz losgemacht iſt, wie in der Verbrennung, Einathmung, Verkalchung der Metalle, Faͤulung, Zerſetzung der Salpeterluft durch einathmungsfaͤhige Luft ꝛc. fixe Luft, von der gemeinen oder depflogiſtiſirten Luft, in welcher dieſe Prozeſſe gemacht ſind, niedergeſchlagen wird; und daß dieſe beyden lezten Luftarten, beydes am Gewicht und im Umfange, verringert werden, und daß ſie hernach weniger, oder durchaus nicht geſchickt zu dieſen Prozeſſen ſind, nach Verhaͤltniß der Menge des Pflogiſton, welches entbunden worden war. Dieſe Thatſachen werden von alien zugeſtanden; ihr Syſtem mag beſchaffen ſeyn wie es wolle. Doch meint Dr. Prieſtley eine Ausnahme von dieſer all⸗ gemeinen Regel geſehen zu haben; denn er ſagt, daß in der Verbrennung der entzuͤndbaren und gemei⸗ nen Luft, keine fixe Luft niedergeſchlagen werde,(5 Pr. 124). Er ſcheint auch geneigt zu ſeyn, eine andre Ausnahme in dem Falle der Verbrennung des Schwefels zuzulaſſen. Die Fragen, welche hier entſtehen, ſind: erſtlich, ob die fixe Luft, welche bey dieſen Umſtaͤnden er⸗ ſcheint, von der einathmungsfaͤhigen Luft entſtehe, oder nicht? Zweytens, wenn ſie von der einath⸗ mungsfaͤhigen Luft entſtand, ob ſie in dieſer Luft vor⸗ handen war; oder ob ſie waͤhrend des Pro⸗ zeſſes, welcher ſie hervorbrachte, erzeugt war? Und wenn dem alſo iſt, welches ſind ihre Beſtand⸗ theile.. Die nung, ktalle, duuch e der de diſe d; vd Gewit. doß ſt ſickt zu Menge war. n; ihr Doch er all ſagt, gemei⸗ ,(5 eine des rſlich, en er⸗ tſtehe, einathe uftvor⸗ 3 Peo war- elini die 97 Die erſte Frage iſt leicht zu beantworten; denn bey ſolchen pflogiſtiſchen Prozeſſen, welche die Zer⸗ ſtoͤrung ſolcher Subſtanzen bewirken, die vorher ſchon fixe Luft enthalten,(wie die aus dem Thier⸗ und Pflanzenreich) kann man annehmen, daß die fixe Luft in manchen Faͤllen, beydes von der zerſez⸗ ten Subſtanz und von der einathmungsfäͤhigen Luft entſtehe, und von dieſer Art ſind die Prozeſſe der Verbrenaung und Faͤulung der mehreſten animali⸗ ſchen und vegetabiliſchen Subſtanzen; aber von der fixen Luft, welche ſich in ſolchen pflogiſtiſchen Pro⸗ zeſſen zeigt, welche mit Subſtanzen die keine fixe Luft enthalten, vorgenommen werden, muß man urtheilen daß ſie von der einathmungsfaͤhigen Luft allein entſtehe. Und von dieſem Falle haben wir vier deutliche Beyſpiele; die Verkalchung der Me⸗ talle, die Zerſetzung der Salpeterluft durch einath⸗ mungsfaͤhige Luft, die Verminderung der gemeinen Luft durch den elektriſchen Funken, und endlich, ihre Verringerung durch Amalgamation. Was erſtlich die Verkalchung der Metalle betrift, ſo hat Dr. Prieſtley bemerkt, daß durch dieſe Ope⸗ ration einathmungsfaͤhige Luft(und blos dieſe allein) zwiſchen ein Viertel und ein Fuͤnftel, beydes in ih⸗ rem Gewicht und Umfange vermindert wird; aber Herr Cavoiſier hat bewieſen, daß nichts verloren gehe, oder durch die Gefaͤſſe entfliehe,(wie Herr Scheele behauptete;) denn das Ge⸗ wicht und die Materialien bleiben underringert, wenn die Operatſon in verſchloſſenen Gefaͤßen ge⸗ Kirwan's Verſuche. G macht 98 macht wird*). Der Theil alſo, welchen die Luft verliert, wird von dem Kalch aufgenommen, wobey man denn findet, daß er daſſelbe Gewicht gewinnt, welches die Luft verliert. Nun aber iſt die Luft, welche im Kalch enthalten iſt, fixe Luft; denn Herr Capoiſier hat ebenfalls bemerkt, daß bey der Ver— kalchung des Bleyes durch Sonnenhitze, uͤber Kalch waſſer, das Waſſer ein wenig truͤbe gemacht wur⸗ de**). Es ift gewiß, daß Dr. Prieſtley in einem aͤhnlichen Verſuche dieſe Truͤbheit nicht bemerkte; aber er beurtheilt dieſen Umſtand ſehr richtig, indem er behauptet, daß der Bleykalch die fixe Luft vorzuͤg⸗ licher verzehre, als der Kalch. Und dieſe Behaup⸗ tung iſt nicht willkuͤhrlich; denn von den metalli— ſchen Kalchen, und beſonders von dem Bleykalch, iſt bekannt, daß ſie die ſipe Luft ſo ſtark anziehen als lebendiger Kalch, oder vielmehr noch ſtaͤrker***): und was dieſe Materie auſſer allen Zweifel ſezt, iſt, daß die Bleykalche alle, fixe Luft geben, und inſon⸗ derheit der graue Bleykalch, welcher derjenige iſt, welchen Dr. Prieſtley in dem Verſuche, worauf ich mich beziehe, anwandte; dieſer giebt durch Hitze blos fixe Luft. Andre Bleykalche geben naͤchſt der ſixen Luft, auch depflogiſtiſirte Luft; aber ich werde eben⸗ falls zeigen, daß dieſes urſpruͤnglich fixe Luft gewe⸗ ſen ſey. Wenn *†) Mem. Par. 1774. *) 1. Caooiſier 291. * ρ*£) Vogel§. 599. 2. N. Act. Upſal. 240. IX. Mem, Scav. Etrang. 544. ——= 2o— 2˖ 2d2— 22 =— 1' — ₰uA„„ jLuft voben uinnt, duft ert er Ta⸗ Kalch t wur⸗ neinem nerkte, indem ozug⸗ haup⸗ netalli⸗ lch, iſ en als a. iſ ſon⸗ eſ. Modf heblos e firen eden⸗ gewe⸗ Wenn ſ 90. K. — 99 Wenn Eiſenfeilſpaͤne mit Waſſer vermiſcht in verſchloſſene Gefaͤſſe gethan werden; ſo werden ſolche in Roſt verwandelt, und die aufliegende Luft um ein Viertel verringert werden, wie Herr Cavoiſier be— zeugt*); Dr. Prieſtley aber hat gezeigt, daß Eiſen⸗ roſt ſelten andre als fixe Luft gebe, welche durch bloſſe Hitze davon ausgetrieben werden koͤnne**). Ja Eiſen allein, welches 3 Monate, uͤber einem Gefaͤſſe mit Waſſer, der gemeinen Luft ausgeſezt war, verminderte dieſe Luft um ein Fuͤnftel; und da es der depflogiſtiſirten Luft uͤber einem Gefaͤſſe voll Queckſilber ausgeſezt wurde, verminderte es ſolche um ein Zehntheil in 9 Monaten †**). In allen dieſen Faͤllen konnte die fixe Luft gewiß von nichts anderm kommen, als von der aufliegenden einath⸗ mungsfaͤhigen Luft, und dem Pflogiſton der Metalle. Zweytens iſt wohl bekannt, daß wenn Salpe⸗ terluft durch einathmungsfaͤhige Luft uͤber Kalch⸗ waſſer zerſezt wird, ſo ſchlaͤgt ſich Kalch nieder †). In dieſem Falle muß alſo auch die fixe Luft von der einathmungsfaͤhigen Luft und dem Pflogiſton der Sal⸗ peterluft entſtehen; denn von der Salpeterſaͤure kann ſie nicht erfolgen, weil dieſe Luft nicht zerſezt ſondern von dem Waſſer, uͤber welchen die Miſchung beyder G 2 Luftarten *) 1. Cavoiſter 192. X) 2. Pr. 112. „†*) 2. Pr. 182. 4 Pr. 253. 1) 1. Pr. 114. z. Pr. 30. 1. Pr. 132. 100— Luftarten gemacht iſt, aufgenommen wird, wie Herr Bewly unleugbar bewieſen hat: und daher kommt es, daß, wenn nicht eine große Menge Kalchwaſſer gebraucht wird, ſo daß die Salpeter⸗ ſo⸗ wohl, als die Luftſaͤure darauf wirken koͤnne; ſo wird keine Niederſchlagung des Kalchs vorgehen, wie Herr Fontana bemerkt hat: denn die Salpeter⸗ ſaͤure wird ſich des Kalchs vorzuͤglich vor der Luft⸗ ſaure bemaͤchtigen. Dr. Prieſtley hat wirklich be⸗ merkt, daß wenn eine mit Salpeterluft angefuͤllte Blaſe, in Kalchwaſſer getaucht wurde, ſolche einen Niederſchlag von Kalch auf der Oberflaͤche des Waſ⸗ ſers bewirkte.(1. Pr. 213.) Aber er geſteht an einem andern Orte, daß dieſes von der Un⸗ faͤhigkeit der Blaſe, Salpeterluft einzuſchließen, entſtehe,(1. Pr. 76 und 128.) welches Herr Beaume lange vorher ebenfalls bemerkt hat. (Beaume uͤber den Aether 285). Das Pflogiſton geht durch die Blaſe, und vereinigt ſich ſehr genau mit der gemeinen Luft*). Auſſerdem wirkt Salpe⸗ terluft auf die Blaſe ſelbſt und ziehet fixe Luft daraus. (1 Pr. 214) Folglich auch, wenn man Regen⸗ waſſer, durch ſorgfaͤltiges Kochen und Befreyung von ſeiner eigenen Luft, geſchicktmacht, eine Menge Salpeterluft einzuſchlucken, ſo wird es ſolche, wenn man es wiederkocht, ſo rein zuruͤck geben wie zuvor; aber wenn man gemeines Waſſer, auf dieſelbe Art, Salpeterluft einſchlucken laͤßt; ſo wird es beym Ko⸗ chen *) 3. Pr. 156, — -—2-—-——— = S —— wie daher Nenge iesſo⸗ ne, ſo roehe dpeten r Luft⸗ ich be⸗ efüͤllte einen Waſ⸗ geſteht t Un⸗ ieen, elches , hat. ſſon nau alce⸗ Taud. Kegen eyung Nenge weng duvor; de Alt, m Ke⸗ qal — 101 chen auch einen Theil fixe Luft geben.(3 Pr. 109) Traͤgt ſich nicht dieſes offenbar deswegen zu, weil ge⸗ meines Waſſer atmosphaͤriſche, oder etwas reinere Luft enthaͤlt, welche durch die Miſchung mit der Salpeterluft in fixe Luft verwandelt wird? Dieſer Verſuch beweiſet ebenfalls, daß Waſſer ſich niemals mit Pflogiſton vereinigt, indem es nichts davon aus der Salpeterluft annimmt, wo die Verbindung des Pflogiſton mit der Saͤure von der ſchwaͤchern Art iſt. Drittens, wenn der elektriſche Funke durch ge⸗ meine Luft durchgeht; ſo wird dieſe Luft um ein Viertel vermindert werden, und eine Aufloͤſung von Kalch, die ſie beruͤhrt, wird niedergeſchlagen, und eine Aufloͤſung von Lackmus voth gefaͤrbt werden. (1 Pr. 184. 186) Woher konnte die hier er⸗ zeugte fixe Luft anders entſtehen, als von der ge⸗ meinen Luft, und von dem Pflogiſton der metalli⸗ ſchen Ableiter? Dieſer vortrefliche Naturforſcher hat auch gezeigt, daß ſie von nichts anderm entſpringen konnte: denn nachdem dieſe Luft alles was ſie konnte, zu jener Erzeugung beygetragen hatte, d. i. wie ſie aufs Aeuſſerſte verringert war; ſo veraͤnderte er die Fluͤſſigkeiten, konnte aber keine Veraͤnderung in ihrer Farbe, noch auch das mindeſte Zeichen von fixer Luft hervorbringen. Dieſer Verſuch iſt auch in Frankreich wiederholt, und das Inwendige der Glasroͤhre, worin die gemeine Luft enthalten war, war mit einer Aufloͤſung von kauſtiſchen fixen Alkali angefeuchtet, und das Alkali wurde nach der Opera⸗ tion kryſtalliſirt gefunden; aber wenn die Roͤhre von G 3 Luft 102— Luft leer gemacht war, und der Verſuch wiederholt wurde; ſo wurde keine Veraͤnderung, welche es auch ſeyn mochte, bey dem Alkali wahrgenommen. Eſſai ſur' Electricité par Mr. le Comte de la Copede Vol. I. p. 155. Viertens, wenn Bley und Queckſilber in einer, zum Theil mit gemeiner Luft angefuͤllten, Phiole ge⸗ ſchuͤtteit wird, ſo wird dieſe Luft um ein Viertel ver⸗ ringert werden, und das Ruͤckbleibſel wird man voͤllig pflogiſtiſirt finden: die Verringerung wird noch groͤßer ſeyn, wenn die Phiole depflogiſtiſirte Luft enthaͤlt; (1 Pr. 149.) das Bley wird in Kalch verwandelt, indem die Verkalchung die bekannte Wirkung von der Amalgamation der unedlen Metalle iſt; und die⸗ ſer Kalch ſaugt die erzeugte fixe Luft ein, denn Dr. Prieſtley trieb dieſe Luft davon aus,(1. Pr. 144) und daher kracht ein Amalgama von Bley und Mercurius, wenn es erhizt wird*). Woher konnte dieſe fixe Luft anders entſtehen, als von der einathmungsfaͤhigen Luft? denn gewiß, weder Bley noch Queckſilber enthalten einige. Wenn man auf obige Verſuche aufmerkſam iſt, ſo wird die Antwort auf die zweyte Frage eben ſo leicht ſeyn. Es iſt gewiß, daß gemeine Luft nicht aus einem Viertel ihres Umfangs fiper Luft beſteht: denn wenn ſie es thaͤte, ſo muͤßten die uͤbrigen drey Viertel depflogiſtiſirte Luft ſeyn; und wenn dies waͤre, ſo muͤßte das abſolute Gewicht einer Miſchung von *) 1. Malouin 105. ——————— — — O —x deehol be es umen. de la nne, ole ttelver⸗ nvoͤlli großer thaͤlt undelt, d von ddie⸗ n Dr. P. Ble doher der Bley m iſ, ben ſo nicht eſteht: n drey n dies ſchun 1 — 103 von drey Viertel depflogiſtiſirter Luft, und ein Vier⸗ tel fixer Luft, zum wenigſten mit dem abſoluten Ge⸗ wicht, eines gleichen Umfangs gemeiner Luft, bey⸗ nahe uͤbereinkommen; aber in der That iſt es weit davon entfernt: denn 4 Cubiczoll gemeine Luft wo⸗ gen 1, 74 Gr.; aber eine Miſchung von 3 Cubiczoll depflogiſtiſirter Luft und 1 fixer Luft wiegen 1, 33 Gr.; auch hat man noch niemals vorausgeſezt, daß ein ſo großer Theil fixe Luft in gemeiner Luft vor⸗ handen ſey. Zudem, wenn fixe Luft in gemeiner Luft vorher vorhanden waͤre, ſo muͤßte ſolche durch Kalchwaſſer, wenigſtens in einigen Grade, davon geſchieden werden. Ich habe einen Theil fixer Luft, mit zwanzig Theilen depflogiſtiſirter Luft vermiſcht, wie auch mit zwanzig pflogiſtiſirter Luft in verſchloſſenen Ge⸗ faͤſſen, und dieſe Miſchungen verfehlten nicht, Kalch⸗ waſſer truͤbe zu machen. Aber man ſchuͤttle gemeine Luft noch ſo lange mit Kalchwaſſer in verſchloſſenen Gefaͤſſen, ſo wird ſich nicht die mindeſte Truͤbheit zeigen; eben ſo wenig wirkt lebendiger Kalch, unter dieſen Umſtaͤnden auf gemeine Luft im Mindeſten, wie Dr. Prieſtley bemerkt hat.(2. Pr. 184) Der freywillige Niederſchlag des Kalchwaſſers entſteht alſo von einer zufaͤlligen Verbreitung der fixen Luft, durch ge⸗ meine Luft; und die Langſamkeit dieſer Niederſchlagung beweiſet, daß ihre Menge ſehr geringe ſey. Die Schlußfolge von obigen Experimenten, wird noch weit ſtaͤrker gegen die Praͤexiſtenz der fixen Luft in gemeiner Luft ſeyn, wenn anſtatt der gemeinen Luft, depflogiſtiſirte Luft gebraucht wird; denn da iſt die Verringerung ſo groß, und die Menge der erzeugten 6 4 fixon 1⁰4— fixen Luft ſo betraͤchtlich, daß auf keine Weiſe ange⸗ nommen werden kann, daß ſie vorher vorhanden geweſen, da ihre Eigenſchaften Jenen, der depflo⸗ giſtiſirten Luft eigenen, ſo ſehr entgegen ge⸗ ſezt ſind. Hierauf hat man geantwortet, daß fire Luft in gemeiner Luft mit irgend einem unbekannten Grund⸗ ſtoffe verbunden ſey, welcher ſie ſtaͤrker anziehe als gemeiner Kalch; aber daß ſie von dieſem Grundſtoffe durch das, in pflogiſtiſchen Prozeſſen entbundene Pflogiſton niedergeſchlagen werde, da es durch dieſen Grundſtoff noch ſtaͤrker angezogen wuͤrde; und zwey⸗ tens, daß die Verringerung im Gewicht und Um⸗ fang, der einathmungsfaͤhigen Luft in pflogiſtiſchen Prozeſſen, nicht gaͤnzlich von der Trennung der ſixen Luft, ſondern von irgend einer andern Urſache ent⸗ ſpringe. Aber keine von dieſen Antworten iſt genugthuend; denn die Vorausſetzung einer ſolchen Grundlage iſt offenbar willkuͤhrlich, da ſolche durch keinen Verſuch unterſtuͤzt wird. Es iſt auch gegen die Analogie, da kein Beyſpiel von Trennung der fixen Luft, noch auch einer Saͤure, von irgend einer Subſtanz, blos durch die groͤßere Verwandſchaft des Pflogiſton mit einer ſolchen Subſtanz, vorhanden iſt. Sie iſt auch unzulaͤnglich fuͤr die Abſicht, zu welcher ſie die⸗ nen ſoll; denn von depflogiſtiſirter Luft koͤnnen 97 Theile von 100, durch pflogiſtiſche Prozeſſe in fixe Luft verwandelt werden; und kann man ſich einbil⸗ den, daß 97 Theile in 1 00 von jener blos fire Luft waͤre, ——⏑iꝛ— ange⸗ janden depfo⸗ en ge⸗ duti Geund⸗ ehe als dſioffe undene dieſen weh⸗ Um⸗ ſliſchen r firen he ent⸗ end, K dſach Aogie, noch ſſtanz, dgiſton Sie it ſe die en 97 in fr dith elfft vace, — 105 waͤre, die mit weniger als 3 Theilen eines unbe⸗ kannten Grundſtoffes verbunden ſey? Ich ſage weni⸗ ger als 3 Theile; denn nach der gegenwaͤrtigen Vor⸗ ausſetzung, nahm dieſer unbekannte Grundſtoff das Pflogiſton von der Subſtanz, welche die fixe Luft davon entband, auf; und doch betrug dieſe mit der ganzen Menge von Pflogiſton, welches ſie aufnahm, nur 3 Theile von Hundert. Kann man annehmen, daß dieſes maͤchtige Verhaͤltniß von fixer Luft, Kalch⸗ waſſer nicht im Geringſten angreiffen wuͤrde, wie be— kanntlich depflogiſtiſirte Luft nicht thut? Kann man annehmen, daß eine ſolche ungeheure Menge fixer Luft, in ihrem freyen Zuſtande, voͤllig ungeſchickt dazu iſt? Zudem iſt dieſer unbekannte Grundſtoff eigentlich doch nichts als pflogiſtiſirte Luft, mit wel⸗ cher fixe Luft auf keine Art in Verbindung treten kann; und wenn ihr Pflogiſton abgewaſchen wird, ſo findet man nicht, daß ſolche von einer wenig ver⸗ dorbenen gemeinen Luft verſchieden ſey. Wir finden auch, daß dieſe Idee, welche zuerſt von Dr. Prieſt⸗ ley im erſten Anfange ſeiner Unterſuchungen vorge⸗ bracht war, nun von ihm verworfen worden.(Th. 5. S. 3 1.) Und er denkt nun ſehr richtig, daß gemeine Luft nicht* ihres Umfangs fixe Lutt enthalte. Was die Verringerung des koͤrperlichen Umfangs betrift, ſo iſt es gewiß, daß dieſelbe nicht ganz von der Trennung der fixen Luft abhange: denn wenn auch gleich kein Theil der fixen Luft eingeſogen wer⸗ den ſollte; ſo muß doch, da ein Theil der gemeinen G 5 Luft 106— Luft in fixe Luft verwandelt worden, eine Verrin⸗ gerung des Umfangs vorhanden ſeyn, indem fixe Luft ſpeciſiſch ſchwerer iſt, als gemeine Luft, und die koͤrperlichen Raͤume verhalten ſich umgekehrt wie die eigenthuͤmlichen Schweren; aber die Verringe⸗ rung der Maſſe muß gaͤnzlich, und jene des Um⸗ fangs muß ebenfalls groͤßten Theils, von der Ein⸗ ſaugung der ſixen Luft durch das Waſſer, oder von der Subſtanz, wovon das Pflogiſton entſpringt, ab⸗ hangen. Ich habe nach und nach ſechs Maaß Sal⸗ peterluft zu zweyen depflogiſtiſirter Luft, die ich von dem rothen von ſich ſelbſt entſtandenen Queckſilber⸗ kalch erhielt, hinzugethan, und nach jeder Vermi⸗ ſchung unterſuchte ich ſie mit friſchem Kalchwaſſer, und nach jeder befand ich, daß der Kalch niederge⸗ ſchlagen, bis vom Ganzen ohngefaͤhr ein Zehntheil uͤbrig war, daß alſo neun Zehntheile dieſer depflogi⸗ ſtiſirten Luft, offenbar in fixe Luft verwandelt waren; und da vorher keine fipe Luft in der depflogiſtiſirten Luft vorhanden war; ſo war ſie ohnſtreitig durch die Vereinigung des Pflogiſton der Salpeterſaͤure, mit dem wirklich depflogiſtiſirten Theile der depflogiſtiſir⸗ ten Luft erzeugt. Hier ſehen wir, wie fixe Luft in den meiſten uͤb⸗ rigen pflogiſtiſchen Prozeſſen, welche in gemeiner Luft gemacht werden, erzeugt wird. Das Pflogi⸗ ſton wird durch den depflogiſtiſirten Theil der gemei⸗ nen Luft angezogen, verbindet ſich damit, treibt ei⸗ nen Theil ſeines Feuers aus, und bildet ſo fixe Luft. Jedoch entgehet gewoͤhnlich ein Theil dieſer reinen Luft der Wirkung des Pflogiſton, indem ſie von der Menge Herrin⸗ m fire und awie Alenie ds Un⸗ er Ei der don , ab⸗ Eal⸗ ſh von fſaber⸗ Vermi⸗ waſer, dderge⸗ hnthei ſni gren, ſrten die w ſſiſſe⸗ —nüb⸗ meiner pfog⸗ geme⸗ eibt e⸗ pe li reinn nn der Mnge — 107 Menge der pflogiſtiſirten Luft, welche ſich allezeit in gemeiner Luft findet, und ohngefaͤhr zwey Drittel davon ausmacht, auf dieſelbe Art geſchuͤzt wird, wie das Gold durch das Silber, und das Silber durch das Gold, gegen die Wirkung ihrer gewoͤhnli⸗ chen Aufloͤſungsmittel, geſchuͤzt wird; und dieſes iſt der Grund, warum in einigen pflogiſtiſchen Pro⸗ zeſſen, die Verringerung groͤßer iſt, als in andern, und warum die Verringerung auf lange Zeit lang⸗ ſam zunimmt. Auch iſt die Vorausſetzung, daß gemeine Luft aus zwey Fluͤſſigkeiten, einer pflogiſtiſirten und einer depflogiſtiſirten beſtehe, nicht willkuͤhrlich; ſondern durch verſchiedene Verſuche bewieſen. Wenn eine Miſchung von drey Theilen pflogiſtifirter und einem Theil depflogiſtiſirter Luft gemacht wird; ſo wird ſie dieſelben Wirkungen thun wie gemeine Luft; ein Licht wird darin brennen, und ein Thier wird darin leben, wie in gemeiner Luft*). Zudem kann ge⸗ meine Luft gewiſſermaſſen in dieſe Beſtandtheile zer⸗ legt werden, wenn man ſie uͤber reines Waſſer ein⸗ ſchließt; denn depflogiſtiſirte Luft vermiſcht ſich weit mehr mit Waſſer, als gemeine Luft, wie Herr Fon⸗ tana bemerkte(Phil. Trans. 1779. p. 443 und 444**), und Scheele uͤber das Feuer§. 9a.) Folglich *) Mem. Par. 1771. p. 191. *) Er belehrte mich, daß Waſſer xr ſeines Um⸗ fangs depflogiſtiſirter Luft einſchlucke, und nur 2ꝛ22 gemeine Luft. 108— Folglich wenn man gemeine Luft, einige Zeit uͤber reinen Waſſer ſtehen laͤßt; ſo wird ſie verringert wer⸗ den, indem der reinere Theil meiſtens durch das Waſſer eingeſchluckt wird: und das Ueberbleibſel wird aus einem ſo großen Verhaͤltniß von pflogiſtiſirter Luft beſtehen, daß kein Licht darin brennen will(1. Pr. 158.4. Pr. 353) Herr Scheele trieb den Theil, wel⸗ chen das Waſſer eingeſchluckt hatte, wieder aus, und fand ihn depflogiſtiſirt. Er fand auch, daß pflogiſti⸗ firte Luft uͤberall nicht vom Waſſer eingeſogen wird. Hieraus ſehen wir, warum die ganze Maſſe von gemeiner Luft, nie in fixe Luft verwandelt werden koͤnne; denn kein Theil derſelben wird ſich mit Pflo⸗ giſton vereinigen, auſſer der depflogiſtiſirte,(welcher nie uͤber ein Drittel des Ganzen ausmacht.) Dieſes hat Herr Scheele entſcheidend bewieſen, indem er die Schwefelleber einer Miſchung von pflogiſtiſirter und depflogiſtiſirter Luft ausſezte; die Miſchung war in demſelben Verhaͤltniß verringert, als ſie depflogi⸗ ſtiſirte Luft enthielt, und nicht mehr.(Scheele §. 43.) Pflogiſtiſirte Luft iſt alſo nicht das gewoͤhnliche Produkt gemeiner pflogiſtiſcher Prozeſſe, ſondern das pflogiſtiſirte Ruͤckbleibſel, welches nach ſolchen Prozeſſen gefunden wird, muß vorher vorhanden ge⸗ weſen ſeyn. Man kann dies offenbar aus dem Er⸗ folge der Miſchung von Salpeter und ſehr reiner depflogiſtiſirter Luft ſchließen: denn beynahe das Ganze der leztern wird in Luft verwandelt, welche durch Waſſer verzehrt wird, und Kalch niederſchlaͤgt, wie it uͤbee et wer⸗ ih das dſüvd dredi (N. heil,we⸗ , und flogiſt⸗ witd. iſe bon werden t Pfo⸗ waber Dieſes dem er ijuter jwar fiogi⸗ hec hrliche ſondern ſolchen den ge⸗ dem Er⸗ reiner he de nibe wie — 109 wie wir geſehen haben; daß alſo kein Theil davon in pflogiſtiſirte Luft verwandelt wird, die bekannt⸗ lich mit Waſſer unvermiſchbar iſt. Nun wirkt die Salpeterluft eben auf dieſelbe Art auf gemeine Luft, und iſt blos in den Graden verſchieden, folglich war die pflogiſtiſirte Luft, nach ihrer Pflogiſtiſirung in den gewoͤhnlichen Prozeſſen nicht durch dieſe Operation erzeugt, ſondern ſie war vorher vorhanden. Pflogiſtiſirte Luft beſteht aus fixer Luft, mit Pflogiſton uͤbergeſaͤttigt; ſo wie Schwefel aus fluͤch⸗ tiger Vitriolſaͤure mit Pflogiſton uͤbergeſaͤttigt; und ſo wie ſich Schwefel nicht jedesmal erzeugt,(wenn ſich Vitriolſaͤure mit Pflogiſton verbindet,) ſondern nur fluͤchtige Vitriolſaͤure: ſo bildet ſich auch nicht jedes⸗ mal pflogiſtiſirte Luft, wenn reine Luft ſich mit Pflogiſton verbindet, ſondern vielmehr fixe Luft: Ich ſage übergeſaͤttigt; denn ſie enthaͤlt eine ſolche Menge von Pflogiſton, daß ſie im Waſſer unaufloͤs⸗ bar iſt. Viele Verſuche des Dr. Prieſtley ſetzen dieſe Wahrheit in ein helles Licht. So hat dieſer beruͤhmte Narurforſcher gefunden, daß wenn pflogiſti⸗ ſirte Luſt im Waſſer,(wo die Luft herausgekocht, und deſſen Oberflaͤche der Atmosphaͤre ausgeſezt iſt) geſchuͤttelt wird, daß ſolche in einem hohen Grade gereinigt werde,(eben wie Schwefel durch Rei⸗ bung in Waſſer zerſezt wird;) und wenn ſie denn zwey oder dreymal durch Kalchwaſſer gelaſſen wird, ſo macht ſie ſolches truͤbe(2 Pr. 218.) Hier wird alſo der Ueberfluß von Pflogiſton, wegen ſeiner Zu⸗ ruͤckſtoßung durch das Waſſer, leichtlich von dem depflogi⸗ 110— depflogiſtiſirten Theil der Atmosphaͤre angezogen, welcher unmittelbar von dem Waſſer, aus dem die Luft heraus gekocht war, eingeſogen wird; die pflo⸗ giſtiſirte Luft wird alſo dadurch zerſezt, und zum Theil in fixe Luft verwandelt, welche das Kalch⸗ waſſer truͤbe macht. Auch wird ein Theil der fixen Luft zerſezt, wie wir gleich ſehen werden, und daher kommt der Grad der Reinigkeit, welchen ſie erhaͤlt. Ferner, wenn der elektriſche Funke durch fixe Luft geht; ſo werden drey Viertel davon unaufloͤsbar in Waſſer gemacht werden, und wahrſcheinlich wuͤrde das Ganze ſo werden, wenn die Operation lange ge⸗ nug fortgeſezt wuͤrde.(1. Pr. 248) Bey dieſem unaufloͤsbaren Ueberbleibſel fand Herr Fontana, daß es pflogiſtiſirte Luft ſey, und daß, wenn dieſe pflogiſtiſirte Luft in Waſſer geſchuͤttelt wurde(deſſen Oberflaͤche der Atmosphaͤre ausgeſezt war) ſolche wiederum gemeine Luft wurde,(Recherches Phyſi- ques 77) das iſt, ſie wird beynahe einen glei⸗ chen Grad der Reinigkeit erlangen, wie die gemeine Luft. Dieſes beſtaͤtigt voͤllig alles dasjenige, was bisher in Betracht dieſer Luftarten geſagt worden iſt; ebenfalls, wenn man eine Miſchung von Eiſen— feilſpaͤnen und Schwefel, die zu einem Teig gemacht ſind, der fixen Luft ausſezt, und jene in eine in— nere Bewegung geraͤth; ſo wird ein Theil der fixen Luft in pflogiſtiſirte Luft verwandelt werden.(3 Pr. 257) Eben ſo fand er in einem andern, eben ſo be— ſondern Verſuche, daß Vitriolluft durch die allmaͤh⸗ lige Ausduͤnſtung des Pflogiſton, aus einer Aufioͤ⸗ ſung dieſer Luft im Waſſer, in Schwefel verwandelt werde; ſogen, m die iffo⸗ ſum Lad⸗ t fe dͤher ethaͤlt. jLuſt ar in vüͤrde he ge⸗ ſeſem tana, deſe deſſen vſche yl. lei dne was den iſen⸗ nacht de ine 1 M o le⸗ miy lſl⸗ kelt de; —— 111 werde; wie man taͤglich in den heißen Baͤdern in Aachen bemerken kann. Und hieraus ſehen wir, daß fixe Luft, auch in ihrem elaſtiſchen Zuſtande, faͤhig ſey einen Ueberfluß von Pflogiſton anzuneh⸗ men, wenn dieſes Leztere unmerklich von irgend einer Subſtanz geſchieden iſt, und dann ſich in pflogiſtiſirte Luft umzuaͤndern. Eben dieſes kann auch, unter gewiſſen Umſtaͤnden, wie wir bald ſehen werden, durch einen ſchleunigen und haͤufigen Zufluß von Pflogiſton erzeugt werden. Ich darf nicht vergeſſen anzufuͤhren, daß pflogiſtiſirte Luft, nachdem ſie durch Schuͤttelung im Waſſer, von Pflogiſton ge⸗ reinigt iſt, durch pflogiſtiſche Prozeſſe wiederum ver⸗ ringert werden koͤnne, und daß fixe Luft, wie ge⸗ woͤhnlich, daraus niedergeſchlagen werde.(2. Pr. 219.) Ein Umſtand, welcher zu der Zeit fuͤr un⸗ erklaͤrbar gehalten wurde, und welcher auch nach allen andern, auſſer den hier vorgetragenen Grund⸗ ſaͤtzen, wovon er eine unmittelbare Folge iſt, in der That unerklarlich iſt. Da ich alſo ſynthetiſch bewieſen habe, daß die Beſtandtheile der fixen Luft, reine elementariſche Luft und Pflogiſton ſind; ſo werde ich mich nun be⸗ muͤhen, auch durch ihre Zerlegung daſſelbe darzu⸗ thun: daß ſie Pflogiſton, und zwar in ſolcher Menge enthalte, daß ſie unter depflogiſtiſirte Saͤuren ge⸗ rechnet zu werden verdient, beweiſet ihre Wirkung auf Braunſtein. Dieſer halbmetalliſche Kalch iſ, wie der vortreſliche Chymiſt, Herr Scheele, be⸗ wieſen hat, blos in pflogiſtiſirten Saͤuren voͤllig auf⸗ ionbar 112— loͤsbar, und wird durch fixe Laugenſalze in der Ge⸗ ſtalt eines weißen Kalchs daraus niedergeſchlagen. Er fand aber auch, daß der Braunſtein auch in Waſſer, welches ſtark mit fixer Luft geſchwaͤngert war, aufloͤsbar ſey; und ebenfalls in der Ge— ſtalt eines weiſſen Kalchs davon niedergeſchlagen werde.(35. Mem. Stockh. p. 96.) Wenn ſixe Luft zu wiederholtenmalen in Waſſer aufgeloͤſt und wieder ausgetrieben wird; ſo laͤſſet ſie allezeit ein Ueberbleibſel zuruͤck, welches im Waſſer unaufloͤsbar iſt, ſich durch Salpeterluft verringern laͤßt, und thieriſches Leben zu erhalten vermoͤgend iſt. Folglich iſt ſie offenbar zerſezt, indem ſich das Pflo⸗ giſton von ihr trennet, und ſie nach und nach mit der atmosphaͤriſchen Luft, wegen der zuruͤckſtoßenden Kraft) zwiſchen dem Brennbaren und dem Waſſer, ſich vereinigt. Dr. Prieſtley fand zwar, daß ein Licht nicht darin brennen wollte, aber dieſes kommt blos von einer Beymiſchung einer geringen Menge noch nicht zerſezter firer Luft, wovon, nach den Ver⸗ ſuchen des Herrn Cavendiſch, ein Reuntheil hinrei⸗ chend iſt ein Licht auszuloͤſchen*). Auſſerdem hat Herr Achard ſixe Luft in Luft, faſt von eben der Reinigkeit als gemeine Luft ver⸗ wandelt, indem er ſie 5 oder 6 mal durch geſchmol⸗ zenen Salpeter gehen ließ.(Mem. Berlin. 1778) Herr Cavallo ließ ſie nur einmal durch geſchmolze— nen Salpeter gehen, und fand ſie doch betraͤchtlich verbeſſert. ⁵) 1. Pr. 34. 40. 2. Pr. 219. 220, dirhiſ ringert fogi Schm ſe a werd man Ko jich kann nen ſin de diſ Aufr imme Jäd ſeh n Ko die ber füü und ) giewa der ge⸗ tlogen. uüc in noger der he gichſhe Vaſer läſſetſe Vaſer ringern gend iſ. Pfo⸗ ach mit ößenden Vaſer, duß ein ommt Jenge Ver⸗ hjara⸗ n Lutt uft ver⸗ eſchmol⸗ 171) ſchmohhe⸗ naͤchih erhiſt —— 113 verbeſſert; denn ſie wurde durch Salpeterluft ver— ringert. In dieſem Falle zog die Salpeterſaͤure das Pflogiſton an, denn es iſt bekannt, daß ſie durch die Schmelzung des Salpeters pflogiſtiſirt wird, ſo daß ſie auch durch vegetabiliſche Saͤuren ausgetrieben werden kann.(2. N. Act. Upf. 171) Auch kann man Koͤnigswaſſer machen, wenn man Salpeter mit Kochſalzſaͤure miſcht. Ich werde nun kuͤrzlich dasjenige in Betrachtung ziehen, was man gegen dieſe Lehre einwenden kann. Erſtlich moͤchte es nicht leicht zu begreiffen ſchei⸗ nen, daß der Zutritt von Pflogiſton irgend eine Sub⸗ ſtanz, leichter im Waſſer aufloͤslich machen follte, da bekannt iſt, daß es faſt alle Saͤuren weniger in dieſer Fluͤſſigkeit aufloͤsbar macht; aber ein wenig Aufmerkſamkeit wird zeigen, daß Pflogiſton nicht immer dieſe Wirkung aͤuſſere: denn die Saͤure des Zuckers iſt weniger aufloͤsbar in Waſſer als Zucker ſelbſt, obgleich der Zucker aus dieſer Saͤure, mit Pflogiſton verbunden, beſtehet. Die depflogiſtiſirte Kochſalzſaͤure vereinigt ſich ſchwerer mit Waſſer, als dieſelbe Saͤure thut wenn ſie pflogiſtiſirt iſt, wie der beruͤhmte Bergmann bemerkt hat*). Kauſtiſches fluͤchtiges Laugenſalz iſt durch Herr Scheele zerſezt und befunden, daß es aus einer in Waſſer unauf⸗ loͤsbaren *) Anleitung.§. 333⸗ Kirwan's Verſuche. 5 114— löͤsbaren Luft und Pflogiſton beſtehe, ſo daß ſie nur durch Vereinigung mit Pflogiſton, aufloͤsbar in Waſſer gemacht wurde. Es wuͤrde uns von unſerm Gegenſtande zu weit abfuͤhren, wenn wir die Gruͤnde dieſer Ausnahmen aufſuchen wollten: aber die That⸗ ſachen ſind gewiß. Ein andrer Einwurf koͤnnte von dem merkwuͤr⸗ digen Verſuche, welchen wir im 5ten Bande der Beobachtungen des Dr. Prieſtley finden, herge⸗ nommen werden, nach welchem, indem die brenn⸗ bare und die gemeine Luft durch den elektriſchen Funken uͤber Kalchwaſſer entzuͤndet wurde, die Ver⸗ ringerung auf einmal erfolgte, der Kalch aber nicht niedergeſchlagen wurde; allein da es eben ſo gewiß iſt, daß fixe Luft durch andre pflogiſtiſche Prozeſſe nieder⸗ geſchlagen wird, ſo beweiſet dieſer Verſuch nur, daß unter dieſen beſondern Umſtaͤnden, wo eine große Menge von Pflogiſton ploͤzlich erhizt, und auf ein⸗ mal auf den depflogiſtiſirten Theil der gemeinen Luft uͤbertragen wird, pflogiſtiſirte Luft gebildet werden moͤge, ſo wie Schwefel und fluͤchtige Saͤure gebildet wird, wenn eine große Menge von heißen Pflogiſton auf einmal mit der Vitriolſaͤure verbunden wird. Dieſem iſt ein andrer Verſuch des Herrn Ca⸗ vallo aͤhnlich, wo er fand, daß durch die Verpuf⸗ fung des Schießpulvers, eine große Menge pflogiſti⸗ ſirte Luft erzeugt wurde*); und noch ein andrer des *) Cavallo von der Luft. S. 812. * ijſe nu oöbor in Mnſerm deGnde di V. werfwun ande de herge e brenn⸗ ktriſche die Ver⸗ her nicht gewißiſt enidder⸗ ur, daß e große uf ein⸗ en Lüft weeden gebiida ſfogſſo iidd. emn Ca⸗ eVerpui pflegſ an ande. T — 115 des Dr. Prieſtley, worin er fand, daß wenn eine Miſchung von gleichen Theilen Schwefels und Sal⸗ peters angezuͤndet wurde, nur ein Zwoͤlftheil der er⸗ zeugten Luft, fixe, und das Uebrige pflogiſtiſirte Luft war. Aber ich geſtehe, daß die Umſtaͤnde des vor⸗ hergehenden Verſuchs mir noch nicht hinlaͤnglich be⸗ kannt ſind, weil ich noch nicht im Stande geweſen bin, ihn auf eine ſolche Art zu wiederholen, die allen Zweifel hebe, theils, ob nicht durch den Kitt, wo⸗ *mit der Drath, der das elektriſche Feuer leitet, be⸗ feſtigt war, waͤhrend der Verbrennung Luft ent⸗ wiſcht ſey; theils, ob nicht die geringe Menge der gebrauchten entzuͤndbaren Luft die fixe Luft gehindert habe, merkbar zu ſeyn. Es kann auch ſehr wohl noͤthig ſeyn, daß zu der Erzeugung der fixen Luft das Pflogiſton auf einen gewiſſen Grad verdichtet werde, wie es in gewoͤhnlichen Faͤllen iſt; und viel⸗ leicht, wenn es auſſerordentlich verduͤnnet iſt, wie in der entzuͤndbaren Luft von Metallen, ſo entſteht daraus eine andre noch unbekannte Zuſammenſetzung. So viel iſt gewiß, daß alle andre entzuͤndbare Luft, wenn ſie durch den elektriſchen Funken entzuͤndet wird, fixe Luft erzeugt; und alle andre entzuͤndbare Luft iſt eigenthuͤmlich ſchwerer als metalliſche, und enthaͤlt vor der Entzuͤndung offenbar keine fixe Luft. Herr Warltien fand, nachdem er metalliſche entzuͤnd⸗ bare Luft verbrannte, eine weiſſe pulverigte Sub⸗ ſtanz,(vermuthlich einen Kalch) welcher vermuth⸗ lich die fixe Luft eingeſogen hatte. Jedoch in dem gewoͤhnlichen Prozeß der Ver⸗ brennung animaliſcher und vegetabiliſcher Subſtanzen H§ 2 iſts 116 E iſts gewiß, daß fixe Luft von der gemeinen Luft ge⸗ ſchieden wird, und daß die ganze Veringerung blos ihrer Erzeugung und Einſaugung zugeſchrieben wer⸗ den muß. Herr Cavoiſier hat dieſe Punkte in das helleſte Licht geſezt. Er brachte ein brennendes Licht unter ein weites Gefaͤß, welches auf Queckſil⸗ ber ſtand: die Luft dehnte ſich zuerſt wegen der Hitze aus, und das Licht wurde kurz nachher ausgeloͤſcht; aber da alles kalt war, ſo war faſt keine Verringe⸗ rung. Er brachte ſodann eine kauſtiſche fixe alka⸗ liſche Lauge unter das Gefaͤß; die Luft wurde ſogleich verringert, und die Verringerung betrug beynahe ein Neuntheil des Ganzen. Er brachte naͤchſtdem eine geringe Menge Vitriolſaͤube hinein; das Alkali erhizte ſich ſogleich, gab ſeine fixe Luft von ſich, das Oueckſilber ſiel wieder, und die Luft nahm in dem Gefaͤße denſelben Raum ein, wie zuvor; ſo daß alſo dieſer Verſuch voͤllig entſcheidend iſt. Er zuͤndete auch ein Licht an in depflogiſtiſirter Luft und da es ausgeloͤſcht war, brachte er eine kauſtiſche fixe alkaliſche Lauge hinein, und nur dann wurde dieſe Luft um 12 Drittel davon in fixe Luft verwandelt, aber das uͤbrige Drittel war ſo wenig pflogiſti⸗ ſirte Luft, daß vielmehr ein Licht vollkommen gut darin brannte, und als es ausgegangen war, wurde die Luft durch ein kauſtiſches fixes Laugenſalz zur Haͤlfte verzehrt, und das uͤbrige war doch nur noch wenig ſchlechter als gemeine Luft.(Mem. Par. 1777. p. 195. c.) Indeſſen glaubt doch Herr Cavoiſier, daß durch die Verkalchung der Metalle, keine fixe Luft erzeugt ——- 2 ↄ e„.=—: luft ge i bos N wer⸗ dodein tennages durce der h gelbſch zerringe zpe alea⸗ ſogleich beynahe chſidem Akal c, das in dem oß alſ ändete da es te fi de dic wandet, pflogiti mmen gut t, wurde nſclß z ͤuur voc r.1777 ſi u cgea — 117 erzeugt werde, ſondern daß die Metalle den depſto⸗ giſtiſirten Theil der gemeinen Luft einſaugen, und dadurch in Kalch verwandelt werden. Und hierauf gruͤndet ſich ſeine auſſerordentliche Meinung, daß gar kein Pflogiſton vorhanden ſey, da es doch klar iſt, daß ſelbſt das Queckſilber entzuͤndbare Luft giebt, (und folglich Pflogiſton enthaͤlt) und daß es einen Theil hievon waͤhrend der Verkalchung verliert; folglich wird, wie er ſelbſt zugiebt, daß es waͤhrend des Verbrennens eines Koͤrpers geſchieht, durch die Vereinigung der entzuͤndbaren Luft und des depflogi⸗ ſtiſirten Theils der gemeinen Luft wirkliche Luftſaͤure hervorgebracht, die nach dieſer Vereinigung von dem Kalch eingeſogen wird. Es iſt gewiß, daß der Queckſilberkalch, wie auch die Kalche von Bley und viele andre, depflogiſtiſirte Luft geben; aber denn wird das Queckſilber allezeit wieder hergeſtellt; wor⸗ aus erhellet, daß es das Pflogiſton von der fixen Luft wieder annimmt, von welcher alsdenn nichts als der depflogiſtiſirte Theil uͤbrig bleibt, welches dann in der Geſtalt von depflogiſtiſirter Luft erſcheint. Nach Prieſtley wird das Queckſilber nie gäͤnzlich wieder hergeſtellt; und daher erhielt er zugleich ein wenig fixe Luft von dem Queckſilberkalch.(2. Pr. 2177.) Aber nach Herrn Cavoiſiers Verſuchen wurde alles Queckſilber wieder hergeſtellt, und des⸗ halb erhielt er keine fixe, ſondern lauter depflogiſti⸗ ſirte Luft. Auf dieſe Art kann man ihre verſchiede⸗ nen Beobachtungen deutlich erklaͤren; und der Grund davon beruhete wahrſcheinlich auf den verſchiedenen Graden der Hitze, welche ſie anwandten, und H 3 auf 118— auf der verſchiedenen Pflogiſtiſirung ihrer Saͤuren. Die depflogiſtiſirte Luft, welche aus der Mennige entbunden wird, entſtehet auch von einer Wieder⸗ herſtellung eines Theils des Bleyes, welche allezeit ſtatt findet;*) auch iſt es kein Wunder, daß dieſer Kalch fixe Luft depflogiſtiſire, weil er auch Koch⸗ ſalzſaͤure depflogiſtiſiret, wie Herr Scheele bemerkt hat*r). Hiergegen wird man wahrſcheinlich einwenden, daß die depflogiſtiſirte Luft in der Mennige vorher vorhanden geweſen ſeyn muͤſſe, indem ſie durch die Kochſalzſaͤure ausgetrieben wurde; aber die⸗ ſes folgt nicht: denn wenn man Braunſtein in gemeiner Salzſaͤure, welche pflogiſtiſirt iſt, auf⸗ loͤſet, und hernach durch Vitriolſaͤure davon austreibt, ſo wird man ſie ebenfalls depflogiſtiſirt finden. Ich werde nun weiter gehen, um das Ver— haͤltniß des Brennbaren und der elementariſchen oder einathmungsfaͤhigen Luft, in fixer Luft ausfindig zu machen. Dr. Prieſtley hat im 4ten Bande ſeiner Beob⸗ achtungen(S. 380.) hinlaͤnglich bewieſen, daß Salpeter⸗ *) Beaume. 7. 1. Pott. Lithog. 29. 3. Dict. Chym. 205. **) Kon. vet. Acad. Handling. vol. XKXV. p. 193. Säuren. Nennige Vider⸗ Rlzai ujir uch gah. le benah nwenden jbother ſe durch er die⸗ ſein in alf⸗ davon ggitiſit Ver⸗ addet adig u er Beob ſen, daß Salpeter i Cbyr » W —— 119 Salpeterluft der gemeinen Luft eben ſo viel Pflogiſton mittheilt, als ein gleicher Raum entzuͤndbarer Luft thut, wenn ſie in demſelben Verhaͤltniſſe mit gemei⸗ ner Luft gemiſcht entzuͤndet wird. Wenn ſich nun entzuͤndbare Luft mit gemeiner Luft verbindet, ſo vereinigt ſich ihr ganzes Gewicht damit, weil ſie nichts anders als reines Pflogiſton enthaͤlt; da nun Salpeterluft die gemeine Luft in eben dem Grade pflogiſtiſirt, wie entzuͤndbare Luft thut, ſo theilt jene eine ſolche Menge von Pflogiſton mit, die dem Ge⸗ wicht eines eben ſo großen Raums von entzuͤndbarer Luft gleich iſt. Nun wiegen 100 Cubiczoll entzuͤnd⸗ bare Luft 3, 5 Gr.; folglich theilen 100 Cubiczoll Salpeterluft 3, 5 Gr. Pflogiſton mit, wenn ſie ſo viel Pflogiſton der gemeinen Luft abgeben, als ſolche aufnehmen kann. Ich ſage, daß Salpeter⸗ luft ſo viel Pflogiſton abgiebt, weil es gewiß iſt, daß ſie nicht alles ihr Pflogiſton der gemeinen oder depflogiſtiſirten Luft mittheilt; denn ſie enthaͤlt weit mehr, wie bereits gezeigt iſt, und wie aus der ro⸗ then Farbe erheilet, welche ſie beſtaͤndig annimmt, wenn ſie mit gemeiner oder depflogiſtiſirteruft vermiſcht iſt. Dieſe Farbe haͤngt von der Verbindung der Salpeterſaͤure mit ihrem zuruͤckgebliebenen Pflogiſton ab, und nicht von der alsdann erzeugten fixen Luft; noch auch von der zuruͤckgebliebenen pflogiſtiſirten Luft; wie es ſehr klar iſt. Daher iſt die ſo erzeugte Saͤure fluͤchtig.(2. Pr. 267.) Ein Maaß der reinſten depflogiſtiſirten Luft und zwey der Salpeterluft nehmen nur 13½ Theile eines 9 4 Maaßes 120— Maaßes ein, wie Dr. Prieſtley beobachtet hat. (Th. IV. S. 245.) Man nehme an, daß ein Maaß 00 Cubiczoll enthalte, ſo wird beynahe alle Salpeterluft verſchwinden, indem ſich ihre Saͤure mit dem Waſſer, uͤber welchem der Verſuch ge⸗ macht iſt, verbindet, und 97 Cubiczoll von der de⸗ pflogiſtiſirten Luft, werden durch ihre Vereinigung mit dem Pflogiſton der Salpeterluft in fixe Luft verwandelt, folglich nehmen 97 Cubiczoll der de⸗ pflogiſtiſirten Luft alles Pflogiſton auf, welches 200 Cubiczoll der Salpeterluft ihr mittheilen koͤnnen, und dieſes haben wir 7 Gran ſchwer gefunden; alſo wird ein Gewicht von fixer Luft, das dem von 97 Cubiczoll depflogiſtiſirter Luft und 7 von Pflo⸗ giſton, gleich iſt, 7 Gr. Pflogiſton enthalten. Nun wiegen 97 Cubiczoll depflogiſtiſirter Luft 40, 74 Gr.; wenn wir zu dieſem 7 Gr. hinzuthun, ſo haben wir das ganze Gewicht der fixen Luft, das 47, 74 Gr.= 83, 755, Cubiczoll gleich iſt: und folglich enthalten 100 Cubiczoll fixer Luft 8, 357 Gr. Pflogiſton, und das uͤbrige elementari⸗ ſche Luft. 100 Gr. fixe Luft enthalten 14, 661 Pflogi⸗ ſton, und 85, 339 elementariſche Luft, welche, wenn ſie des Pflogiſtons beraubt und mit der gehoͤrigen Menge elementariſchen Feuers verſehn wird, wiederum ſich als depftogiſtiſirte Luft zeigte. Folglich werden auch 100 Cubiczoll de⸗ pflogiſtiſirter Luft, durch 7, 2165 Gr. Pflogiſton in fixe Luft verwandelt, und werden dann zu dem 2— tet hat. daß ein dſeolle Siure ſuh ge der d einigung ire lut der de⸗ es 200 koͤnnen, funden; em bon Pflo⸗ thalten. uft 40, un, ſo , das hiſ: ut 8, ekau⸗ pfogi welche, git der verſehe rte lui qol v Pſbgſen dan zu dem — 121 dem Raum von 86, 34 Cubiczoll herunter ge⸗ bracht. Und wiederum, wenn 100 Cubiczoll fixer Luft zerſezt werden, ſo werden dieſe 115, 821 Cubiczoll depflogiſtiſirte Luft geben, und 7, 2165 Gr. Pflogiſton abſetzen; vorausgeſezt, daß die Zer⸗ ſetzung vollkommen, das iſt, die depflogiſtiſirte Luft durchaus rein ſey. Als ich dieſe Bemerkungen uͤber die Natur der firen Luft dem Dr. Prieſtley vorlas, hatte ich das Vergnuͤgen, ſeinen ganzen Beyfall zu erhalten, und er gab mir die Erlaubniß dieſes zu erwaͤhnen, ob er gleich in ſeinem lezten Werke entgegengeſezte Be⸗ hauptungen vorgebracht hat. Von der Menge des Pflogiſton in vitrioliſcher Luft. 1) Beſtimmte ich die Menge der Salpeterluft, welche ein gegebenes Gewicht Kupfer gab, wenn es in der depflogiſtiſirten Salpeterſaͤure aufgeloͤſet wurde, und wußte durch dieſes Verfahren, wie viel Pflo⸗ giſton es mittheilt. 2) Unterſuchte ich die Menge des Kupfers, welches eine gegebene Menge der depflogiſtiſirten Vitriol⸗ ſaͤure aufloͤſen konnte, und bemerkte, daß ſie die groͤßte Menge Kupfer nicht aufloͤſen konnte; H 5 ohne 1 2² r— ohne noch eine Menge zu depflogiſtiſiren, welche ſie nicht aufloͤſet. 3) Erforſchte ich, wie weit ſie den Theil depflo⸗ giſtiſirt, den ſie voͤllig aufloͤſet, und wie weit ſie denjenigen depflogiſtiſirt, den ſie blos verkalcht. 4) Wie viel entzuͤndbare Luft eine gegebene Menge Kupfer giebt, wenn es in der Vitriolſaͤure auf das vortheilhafteſte aufgeloͤſet iſt. 5) Ziehe ich von der ganzen Menge des Pflogiſton, welches durch die Vitriolſaͤure ausgetrieben iſt, den Theil, welcher in der entzuͤndbaren Luft ent⸗ halten iſt, ab; das Ueberbleibſel zeigt, wie viel davon in der vitrioliſchen Luft enthalten ſey. Die eigentlichen Verſuche waren folgende: 1) 100 Gr. Kupfer, welche in der depflogiſtiſirten Salpeterſaͤure aufgeloͤſt waren, gaben mir 627, 5 Cubiczoll Salpeterluft, welche nach der vorhin erwaͤhnten Berechnung 4, 52 Gr. Pflogiſton zenthalten. 2) 100 Gr. eigentliche Vitriolſaͤure loͤſen 54, 73 Kupfer auf; und 100 Gr. Kupfer erfordern zur Aufloͤſung ohngefaͤhr 182, 714 Gr. eigentliche Vitriolſaͤure. Ferner 100 Gr. Kupfer, wenn ſie in der Vütriolſaͤure aufgeloͤſt ſind, behalten nur ſo viel Pflogiſton zuruͤck, als in 3 Cubiczoll Salpe⸗ terluft enthalten iſt, d. i. O, 2 von einem Gran; folglich, weil 100 Gr. Kupfer 4, 52 Pflogiſton von ſich geben, ſo beraubt die Vitriolſaͤure ſolche um 92 velche dyſo⸗ det ſe Acht Menge ure auf ggiſton, en iſt, fft ent⸗ die viel . de: lſſieten ir 67, wothin ogjſton 54, 13 dern zur gentüche weng ſie en nur ſ l Sahbe im Gran, pfeyin zunch um — 123 um 4, 52— d: 2, d. i. 4, 32 Gr. Pflo⸗ giſton. 3) um 70 Gr. Kupfer in der Vitriolſaͤure auf die vortheilhafteſte Art aufzuloͤſen, muͤſſen 20 Gr. mehr gelinde depflogiſtiſirt werden; alſo muͤſſen um 100 Gr. Kupfer in dieſer Saͤure aufzuloͤſen, noch 28, 6 depflogiſtiſirt werden. 8 Gr. dieſes gelinde depflogiſtiſirten Kalchs gaben 4 Cubiczoll Salpeterluft; alſo wuͤrden 28, 6 geben 14, 3, welche 0, 958 Pflogiſton enthalten; aber 28, 6 Gr. Kupfer enthalten, vor irgend einer Depflogi⸗ ſtiſirung, 1, 292 Gr. Pflogiſton, alſo verlie⸗ ren ſie durch dieſe gelinde Depflogiſtiſirung O, 344 von einem Gran Pflogiſton. Folglich wenn 100 Gr. Kupfer in der Vitriolſaͤure aufgeloͤſet wer⸗ den, ſo betraͤgt die Menge des ausgetriebenen Pflogi⸗ ſton 4, 32+ O0, 34= 4, 66 Gr. 4) Die Menge der entzuͤndbaren Luft, welche 100 Gr. auf die vortheilhafteſte Art in der Vitriol⸗ ſaͤure aufgeloͤßten Kupfers geben, iſt 11 Cubic⸗ zoll, welche auf O, 385 von einem Gran an Pflogiſton betragen. 5) Die Aufloͤſung von 100 Gr. Kupfer in der Vi⸗ triolſaͤure gab uͤber Queckſilber 75, 71 Cubiczoll Luft; aber hiervon waren nur 11 Cubiczoll ent⸗ zuͤndbare Luft. Das Uebrige war alſo vitriol⸗ ſaͤure Luft, welche 64, 71 Cubiczoll betrug. 6) Folglich betraͤgt die Menge des, waͤhrend der Aufloͤſung der 100 Gr. Kupfer in der Vitriol⸗ ſaͤure, 124— ſaure, ausgetriebenen Pflogiſton 4, 66 Gr.; V bonde hievon enthaͤlt die entzuͤndbare Luft 0, 385 von gut einem Gran: alſo muß das Uebrige, welches aus rthal 4, 275 Gr. beſteht, in den 64, 71 Cubiczollen Bitriolluft enthalten ſeyn: alſo enthalten 100 Cubiczoll Vitriolluft 6, 6 Gr. Pflogiſton und 21, V her „ Gr. Saͤure, und da 100 Cubiczoll dieſer Luft d 77, 8 Gr. wiegen, ſo enthalten 100 Gr. dieſer u. Luft, 8, 48 Gr. Pflogiſton und 91, 52 Saͤure. 6 1 Von der Menge des Pflogiſton in 4 Schwefel. 4 Ouſ bemuͤhete ich mich durch Schaͤtzung der, f waͤhrend der Verbrennung erzeugten fixen Luft 7 zu finden. G vl Oben auf einer glaͤſernen Glocke, welche offen hu war, befeſtigte ich eine große Blaſe, welche be⸗ ſtimmt war, die, waͤhrend der Verbrennung ausge⸗ 4 dehnte fixe Luft aufzunehmen, wovon gewoͤhnlich 1 eine Menge entflieht, wenn dieſe Vorſicht nicht ge⸗ t braucht wird. Unter dieſe Glocke, welche ohnge⸗ V j faͤhr 3000 Cubiczoll Luft enthielt, ſezte ich ein aus V 1 Schwefel bereitetes Licht, welches 347 Gr. wog; 1 der Tocht(welcher nicht verzehrt war) wog einen 1 halben Gran: es war auf ein ſehr duͤnnes zinnernes Naͤpfchen geſezt, um das Ueberfließen des Schwe⸗ fels waͤhrend der Verbrennung zu verhindern; und un beydes a 5 6r; 85 von dos aus deglen ten 1oo und, eſer lun r. dieſr 1, 5 nin ng der, en Luft 3 dffen che de Jalsge⸗ woͤhnlich nicht ge d ohage⸗ Hein eud Gr. wo, wog einn jinnane es hhe din und beydes — 125 beydes wurde von einem Drath, welcher auf einem Brette in einem Gefaͤſſe mit Waſſer befeſtigt war, gehalten. Sobald die Schwefelkerze mit einer ſehr ſchwa⸗ chen Flamme angezuͤndet war, wurde ſie mit der Glocke zugedeckt, nachdem die Luft aus der Blaſe ausgedruͤckt war. Das inwendige der Glocke wurde bald mit weiſſen Daͤmpfen angefuͤllt, ſo daß die Flamme nicht geſehen werden konnte. Eine Stunde nachher hatten ſich die Daͤmpfe voͤllig geſezt, und alles war kalt. Das Waſſeer ſtieg in der Glocke zu einer Hoͤhe von 87, 2 Cubiczoll; woraus ich ſchließe, daß 87, 2 Cubiczoll fixe Luft erzeugt wa⸗ ren, welche 7, 287 Gr. Pflogiſton enthalten, die ſich von der Vitriolſaͤure trennten, und mit dem de⸗ pflogiſtiſirten Theile der gemeinen Luft unter der Glocke verbanden. Als die Schwefelkerze gewogen wurde, fand ſich, daß ſie 20, 75 Gr. verloren hatte, alſo enthalten 20, 75 Gr. Schwefel 7, 287 Gr. Pflogiſton, auſſer der Menge des Pflogiſton, welche in der Vitriolluft zuruͤckblieb. Dieſe Luft muß 20, 75— 7, 287= 13, 464 Gr. be⸗ tragen haben, welche I, 141 Gr. Pflogiſton ent⸗ halten; alſo iſt die ganze Menge des Pflogiſton in 20, 75 Gr. Schwefel 8, 428 Gr; folglich enthalten 100 Gr. Schwefel 40, 61Gr. Pflogiſton und 59, 39 Vitriolſaͤure. Es ſind bisher verſchiedene Verſuche gemacht, um das Verhaͤltniß der Beſtandtheile im Schwefel zu beſtimmen, aber alle ſind offenbar fehlerhaft geweſen 126— geweſen. Der erſte war der von Stahl, wel⸗ cher die Menge des Pflogiſton aus der, nach lang⸗ ſamer Verbrennnug uͤbrigbleibenden Saͤure berech⸗ nete; da aber viel von der Saͤure ſowohl, als dem Pflogiſton zerſtreuet, auch die uͤbriggebliebene Saͤure pflogiſtiſirt war, und viel Feuchtigkeit von der Luft anzog, ſo konnte aus dieſem Verſuche gar kein Schluß gezogen werden. Die zweyte Art war, eine Schwefelleber zu bereiten, und dieſe durch eine ge⸗ linde lange fortgeſezte Hitze in einen vitrioliſchen Weinſtein zu verwandeln, und das Gewicht dann zu berechnen, welches eine gegebene Menge Alkali durch dieſe Behandlung gewinnen wuͤrde, dieſes war auch von Stahl erfunden, und durch Brandt und Neumann befolgt, und hiernach beſtimmten ſie, daß das Verhaͤltniß des Pflogiſton zu der Saͤure bey⸗ nahe ſey, wie 1 zu 16. Aber waͤhrend der Bil⸗ dung der Schwefelleber, ſo wohl durch den naſſen als durch den trocknen Weg, wird vieles von dem Pflogiſton und der Saͤure zerſtreuet, wie der Dunſt und der Geruch, welcher davon entſteht, deutlich zeigt; auch enthielt ihr Alkali fixe Luft, welche es waͤhrend der Operation verlor, und wovon ſie keine Berechnung machten, weil ſie das Daſeyn derſelben nicht wußten, und der nitrialiſche Weinſtein, welchen ſie bildeten, oder das polychreſt Salz, hielt viel un⸗ zerſezten Schwefel zuruͤck, welches allezeit geſchieht, wenn es nicht ſtark erhizt wird; daß alſo auch dieſe Art ſehr fehlerhaft war. Doch ſchloſſen einige nachherige Chymiſten, welche dieſen Verſuch mit mehrern Fleiß machten, daraus, daß Schwe⸗ fel dy dſee 4 wel⸗ t ung⸗ d dant⸗ as dm ene Saue der li in Schu ar, eine eine ge⸗ ioliſchen donn zu li durch ar auch dt und nen ſie, ure bey⸗ er Bil⸗ naſeen n dem Daun dewnüch elche es ſie keine derſelben welchen diel un⸗ geſchäh auch die — 127 fel ½ an Pflogiſton enthalte.(Erxleben§. 760). Als ich Schwefelblumen in einer durchloͤcherten meſſingernen Buͤchſe in Waſſer wog, fand ich, daß deren eigenthuͤmliche Schwere 1, 924 war. Sie blieb ½ Stunde in Waſſer, ehe einige Luftblaſen auf⸗ ſtiegen; als ich aber die Buͤchſe oͤfnete, fand ich den mittlern Theil der Blumen voͤllig trocken, ſo daß ich nicht zweifelte, daß noch einige Luft zuruͤckblieb, und daß deren eigenthuͤmliche Schwere noch groͤßer ſey. Herr Petis wog den Schwefel in Oel und fand deſſen eigenthuͤmliche Schwere 2, 344, welche mir beynahe dir wahre zu ſeyn ſcheint. Von der Menge des Pflogiſton in Koöchſalzſaͤuren Luft. 8 Gr. in farbeleſen Salzgeiſt aufgeloͤſeten Kupfers gaben 4, 9 Cubiczoll Luft, wenn die Luft uͤber Waſſer erhalten war, und die Luft war entzuͤndbar. 8, 5 Gr. Kupfer, welche in derſelben Menge von eben dem Salzzgeiſt aufgeloͤſt waren, und wenn die Luft uͤber Queckſilber erhalten war, gaben 91, 23 Cubiezoll Luft; aber hievon waren nur 4, 9 Cubic⸗ zoll entzuͤndbare Luft, alſo war das Uebrige, nehm⸗ lich 86, 38 Salzluft, welche 56, 49 Gr. wiegen. Da nun Salzgeiſt das Kupfer gewiß nicht mehr depflogiſtiſirt, als Vitriolſaͤure thut, ſo folgt, daß dieſe 4, 9 Cubiczoll entzuͤndbare Luft und 86, 38 Cubiezell 128 o—— Cubiczoll Kochſalzluft nicht mehr Pflogiſton enthalten, als von der nehmlichen Menge Kupfer durch die Vitriolſaͤure getrennt wurde: und weil 100 Gr. Kupfer der Vitriolſaͤure 4, 32 Gr Pflogiſton mit⸗ theilen; ſo wuͤrden 8, 5 Gr. Kupfer 0, 367 von einem Gran Pflogiſton geben; dieſes iſt alſo die ganze Menge, welche durch die Kochſalzſaͤure ausgezogen, und in 91, 28 Cubiczollen enthalten iſt; und wenn man hievon die Menge des Pflogiſton, welche in 4, 9 Cubiczollen entzuͤndbarer Luft enthalten iſt, abziehet,(= 0, 171 von einem Gran) ſo iſt das Uebrige, nehmlich: O, 375— 0, 171= 0, 196 alles Pflogiſton welches in 86, 38 Cubiczollen Kochſalzſaͤure gefunden werden kann. So koͤnnen 100 Cubiczoll Kochſalzſaͤure Luft nur beynahe 0, 227 von einem Gran Pflogiſton und 65, 173 Saure ent⸗ halten 8 Hieraus ſehen wir, warum ſie ſo ſchwach auf Oele, Weingeiſt ꝛc. wirkt, indem ſie nur eine ge⸗ ringe Verwandſchaft mit Pflogiſton hat; und warum ſie durch die Vereinigung mit Pflogiſton aus keinem Grundſtoffe ausgetrieben wird, wie die Bitriolſaͤu⸗ ren und Sapeterſaͤuren, da ihre Verwandſchaft das mit ſo unbetraͤchtlich iſt. hſ ———