enhale, duc die l Gt. dääin ni⸗ „3emn ſo diegnn rldgezoge, und wen welche in alten iſ ſo iſtdas 1— 0, löiczollen d koͤnnen e 0, 227 Szäure ent⸗ 4 vach auf eine ge⸗ d warum us keinem Vitriolſu⸗ ſchaft dar Verſuche und Beobachtungen uͤber die ſpecifiſche Schwere und die Anziehungskraft verſchiedener Salzarten; und uͤber die wahre neuentdeckte Natur Phlogiſton's voen Herrn Richard Kirwan, Eſg. der Koͤnigl. Geſellſchaft der Wiſſenſchaften zu London ordentl. Mitgliede, und der Roͤm. Kayſerl. Academie der Naturfor⸗ ſcher, der Churmaynziſchen Academie nuͤtzl. Wiſſenſchaften und der Berliner Geſellſchaft naturforſchender Freunde Ehrenmitgliede. Aus dem Engliſchen uͤberſezt . und mit einer Vorrede verſehen von D. Loren; Erell, Herzogl. Braunſchw. Luͤneb. Bergrathe, und der Arzneywiſſen⸗ ſchaft und Philoſophie. O. O. Lehrer zu⸗Helmſtaͤdt. Des erſten Bandes Zweytes Stuͤck. Berlin und Stettin, bey Friedrich Nicolai, 1785. 7 -& A— al on. ber Beſchluß der Verſuche und Beobach⸗ tungen uͤber die anziehenden Kraͤfte der mineraliſchen Saͤuren. D ich nunmehr ſo genau, als mir moglich war, die Menge einer jeden mineraliſchen Saͤure zu beſtimmen geſucht hatte, welche von den Laugenſalzen und Erden bis zum Saͤttigungspunkt aufgenommen wurde: da auch ebenfalls jene Menge angegeben war, wenn ſie ſich ſo mit dem Phlogiſton verbinden, daß dieſe Saͤuren durch daſſelbe in eine luftige Geſtalt verwandelt waren; ſo bemuͤhete ich mich zunaͤchſt zu finden, wie viel von dieſen Saͤuren bis zur Saͤttigung von jeder der metalliſchen Sub⸗ ſtanzen aufgenommen wurde. Deshalb ſuchte ich die moͤglichſt geſaͤttigte Aufloͤſung von einer jeden me⸗ talliſchen Subſtanz mir zu verſchaffen, welche in irgend einer von dieſen Saͤuren aufloͤsbar war. Dieſe Aufloͤſungen entſprachen in der That meinem Vorhaben nicht unmittelbar, weil ſie beſtaͤndig einen Ueberfluß an Saͤure zuruͤckhielten; jedoch da ſie der Grund meiner nachherigen Beobachtungen waren, und da die Experimente ſelbſt in manchem A 2 Betracht 1 4— Betracht zu wiſſen nuͤtzlich ſind; ſo werde ich ihre Refultate hier kuͤrzlich erzaͤhlen, und mich lediglich an die Umſtaͤnde halten, welche auf die folgenden Saͤtze Bezug haben, oder welche zuvor noch nicht hinlaͤnglich angegeben ſind. Die Saͤuren, welche ich gebrauchte, waren in ſo weit dephlogiſtiſirt, daß ſie farbenlos waren; die Metalle waren mehren⸗ theils feine Feilſpaͤne; oder ſie waren in einem Moͤr⸗ ſer zu feinen Pulver geſtoßen. Sie wurden nach und nach zu ihren verſchiedenen Aufloͤſungsmitteln hinzugethan, weil auf dieſe Art weit mehr aufge⸗ loͤſt wurde, als wenn das Ganze auf einmal hin⸗ eingeſchuͤttet worden waͤre; und die Aufloͤſung geſchahe in glaͤſernen Phiolen mit gebogenen Roͤhren. Aufloͤſung von Eiſen in Vitriolſaͤure. 100 Gran Stangeneiſen erfodern, bei der Waͤr⸗ me von 56⁰, zu ihrer Aufloͤſung 190 Gr. reine Saͤure, deren Verhaͤltniß zu der des Waſſers, wo⸗ mit ſie verduͤnnt ſeyn ſollte, iſt, wie 1: 8, 10 oder 12. Sie wuͤrde auf Eiſen wirken, wenn gleich ihr Verhaͤltniß groͤßer oder geringer waͤre, aber nicht ſo ſtark. Wenn gegen das Ende eine Hitze von 2000 angebracht wuͤrde, ſo wuͤrden 123Gr. aͤchte Saͤure hinlaͤnglich ſeyn. Die, durch dieſe Aufloͤſung hervorgebrachte Luft, iſt voͤllig entzuͤnddar, und betraͤgt gemeiniglich 155 Cubiczoll. Eiſen iſt auch aufloͤsbar mit Beyhuͤlfe einer ſtar⸗ ken Hitze, und in geringerer Menge in concentrir⸗ ter de ich ihte t lodglic eſlgenden twochicht ten, dache giſiſit di en mehren einem Mo urden nach ngsmitteln ehr aufge⸗ nmal hin⸗ ag geſchahe ren. ſaͤnre der Waͤr⸗ Pr. veine ſerd, wo⸗ 8, 1oddet zenn gleich aͤre, aber ge Hizevon 36t. ächt brochteluſt niglich fe tintar N ananttit⸗ ter — 5 ter Vitriolſaͤure; und in dieſem Fall wird ſchwerlich einige entzuͤndbare Luft hervorgebracht, aber es erfolgt eine große Menge Vitriolluft, wie Dr. Prieſtley bemerkt hat, und zulezt ſezt ſich eine ge⸗ ringe Menge Schwefel an. Dieſe Erfahrung iſt eine deutliche Widerlegung der Hypotheſe des Hr. Lavoiſier's; denn iſt es nicht offenbar, daß die⸗ ſelbe Subſtanz, welche bey Anwendung einer ver⸗ duͤnnten Saͤure in der Geſtalt von entzuͤndbarer Luft davon geht, ſich, ſobald eine concentrirte Saͤure gebraucht wird, mit dieſer Saͤure verbindet und ſolcher Geſtalt beydes, ſowohl Vitriolluft als auch Schwefel, erzeugt? In dem erſten Falle kann jene wegen der mit der Saͤure verbundenen großen Menge Waſſeers, ſich nicht mit der Saͤure verbinden: und da die Fluͤßigkeit, weil ſie groͤßtentheils Waſſer iſt, eine große Menge ſpecifiſchen Feuers enthaͤlt; ſo nimmt ſie das Feuer auf, indem ſich die Saͤure mit der metalliſchen Erde verbindet, und geht in Luftgeſtalt davon. Aber in zweyten Falle, kann die concentrirte Saͤure, welche viel weniger ſpeeifi⸗ ſches Feuer enthaͤlt, das Phlogiſton in der Ge⸗ ſtalt entzuͤndbarer Luft nicht austreiben;(indem dieſe Luft eine große Menge Feuer aufnimmt) ſon⸗ dern ſie verbindet ſich damit, und wenn ſie durch Hitze ihres Waſſers weiter beraubt iſt, ſo bildet ſie beydes, Vitriolluft und Schwefel. 100 Gr. ohne Hitze aufgeloͤsten Eiſens geben mehr als 400 von Vitriol. 100 Gr. des cryſtalliſirten Vitriols enthalten 25 Gr. Eiſen, 20 Gr. aͤchte Saͤure und 55 Gr. A 3 Waſſer 6 Waſſer. Wenn er beynahe bis zur Roͤthe calci⸗ nirt iſt, ſo verlieren dieſe Cryſtallen ohngefaͤhr 4⁰ Gr. Waſſer. Ddie Eiſenkalche ſind mehr oder weniger aufloͤs⸗ bar in dieſer Saͤure nach dem Grade ihrer De⸗ phlogiſtiſt ſirung. Die phlogiſtiſirten(z. B. eben erſt aus einer Aufloͤſung von Vitriol durch fixe Laugen⸗ ſalze niedergeſchlagene) ſind auch mehr aufloͤsbar, und geben nach der Abdunſtung Cryſtallen, obgleich blaͤſſer als die, welche von wirklichem Eiſen gebil⸗ det werden. Jene welche weniger phlogiſtiß ſirt ſind, ſind auch weniger aufloͤsbar; das iſt, ſie erfodern mehr aͤchte Saͤure zur Aufloͤſung, und geben keine Cryſtallen, ſondern nur ein Magma, oder Mutter⸗ lauge. So auch, neu gemachte Aufloͤſungen von Eiſen, verringern und phlogiſtiſiren folglich die ſie beruͤhrende Luft, und geben auch folglich nach und nach Phlogiſton von ſich: und da auf dieſe Weiſe der Kalch mehr dephlogiſtiſirt iſt; ſo faͤllt er nach und nach nieder, es ſey denn, daß mehr Saͤure hin⸗ zugethan wird, um ihn augeloͤſt zu erhalten. Eiſen in Salpeterſaͤure. 100 Gr. Eiſen erfodern um voͤllig anfgeläſ und nicht bloß calcinirt zu ſeyn, 142 Gr. aͤchte Salpeterſaͤure, ſo verduͤnnet daß ihr Verhaͤltniß zu dem Waſſer ſey wie zu Zoder 14: und wenn dieſes lezte Verhaͤltniß gebraucht iſt; ſo kann man ſie durch ein Licht auf einige Secunden erwaͤrmen Pn den Zutritt der gemeinen Luft abhalten. In dieſem — ——————-———j the cali⸗ he 40 ſer aüds⸗ ihrer d ebench e kaugen⸗ ruflööbar, obgleich en gebi⸗ ſit ſid, erfdern ben keine Nutter⸗ ngen von h die ſe ach und Weiſe er nach ure jix . aufgebi Gr. ächte gethältni und wen kann nun erwime en In dieſem — 7 dieſem Falle werden nicht uͤber 18 Cubiczoll Sal— peterluft hervorgebracht werden; alles uͤbrige wird durch die Aufloͤſung verzehrt, und es erſcheinen keine rothe Daͤmpfe. Aber wenn das Verhaͤltniß der Saͤure zu dem Waſſer iſt, wie 1 zu 8 oder 10, und es wird Hitze angebracht; ſo wird eine weit groͤßere Menge Eiſen dephlogiſtiſirt werden, obgleich ſehr wenig davon in Aufloͤſung gehalten wird; und auf dieſe Weiſe habe ich von 100 Gr. Eiſen 83, 87 Cubiezoll Salpeterluft erhalten; und wenn man die Aufloͤſung deſtillirt; ſo kann man eine weit groͤſ⸗ ſere Menge erhalten, welche durch die Aufloͤſung vorher eingeſogen war. Von der Aufloͤſung des Eiſens, oder irgend eines andern Metalls in der Salpeterſaͤure, wird keine entzuͤndbare Luft erhal— ten, weil dieſe Saͤure weniger Verwandſchaft mit dem Waſſer, und mehr mit Phlogiſton hat als die Vitriolſaͤure; und auch viel weniger Feuer enthaͤlt, als die Vitriol- oder die Salzſaͤure(wie man in der Folge ſehen wird) und darum verbindet ſie ſich mit dem Phlogiſton anſtatt es bloß auszutreiben. Und daher kommt es, das die Vitriolſaͤure, wenn ſie gleich mit 30 mal ſo viel Waſſer verduͤnnt iſt, noch ſichtbar auf Eiſen wirken, und in der Temperatur von 55 entzuͤndbare Luft abſondern wird; da doch Salpeterſaͤure, mit 15mal ſoviel Waſſer vermiſcht, in dieſer Temperatur keine ſichtbare Wirkung auf das Eiſen haben wird. Wenn die Eiſenkalche nicht zu ſehr dephlogiſti⸗ ſirt ſind, ſo ſind ſie auch, wiewohl ſehr ſchwer, in der Salpeterſaͤure aufloͤsbar. A 4 Eiſen 8—— Eiſen in der Kochſalzſaͤure. 100 Gr. Eiſen erfodern zur Aufloͤſung 215 Gr. aͤchte Kochſalzſaͤure. Das Verhaͤltniß der Saͤure zu dem Waſſer in dem Salzgeiſte, deſſen ich mich bediente, war wie 1: 4. Wenn er ſich verhaͤlt wie 1: 4, ſo erhitzt er ſich zu ſtark: Hitze aber iſt ſchaͤdlich, weil ſie die Saͤure fluͤchtig macht. Es entbindet ſich keine Salzluft, und die Menge der entzuͤndbaren Luft iſt eben dieſelbe, als ob verduͤnnte Vitriolſaͤure ge⸗ braucht waͤre. Die Eiſenkalche ſind ebenfalls aufloͤsbar in Koch⸗ ſalzſaͤure. Man kann ſie von wirklichem Eiſen da⸗ durch unterſcheiden, daß ihre Farbe, wenn ſie nie⸗ dergeſchlagen ſind, roͤthlich iſt, da doch der Rieder⸗ ſchlag des wirklichen Eiſens gruͤnlich iſt. Kupfer in der Vitriolſaͤure. 100 Gr. Kupfer erfodern beynahe 183 Gr. aͤchte Vitriolſaͤure zur Aufloͤſung. Das Verhaͤltniß der Saͤure zum Waſſer iſt wie 1 zu oder wenig⸗ ſtens wie 1 zu 8 und es muß eine ſtarke Hitze an⸗ gebracht werden. Ich konnte nie eine Menge Kupfer gaͤnzlich aufloͤſen, ſondern um eine gegebene Menge davon aufzuloͤſen, muß noch eine groͤßere in dem Verhaͤltniß von beynahe 28 zu 100 gebraucht wer⸗ den, obgleich dieſes Ruͤckbleibſel, durch Hinzu— thuung mehrerer Saͤure, ebenfalls aufloͤsbar iſt. Wenn Kupfer auf dieſe Art dephlogiſtiſirt iſt, ſo er⸗ * haͤlt 2 Gr. L gu hheͤian, 4 1:4 p dlic, wel tſchkeine en Luft iſ ſaure ge⸗ ar inoch⸗ Eiſen da⸗ enn ſie wie⸗ er Rieder⸗ 183 Gk. Verhältniß er wenig: e Hitean⸗ age Kubſer eene enge ere in den raucht wi⸗ uch hi⸗ nflelr ſi riſt, ber⸗ hält 9 haͤlt man eine Aufloͤſung davon, wenn man warmes Waſſer zu der dephlogiſtiſirten Maſſe hinzuthut. Die auf dieſe Art bewirkte Dephlogiſtiſirung von 128 Gr. Kupfer giebt 11 Cubiezoll entzuͤnd⸗ bare Luft, und beynahe 65 Vitriolluft. Als ich die entzuͤndbare Luft erhielt, war die Saͤure ein we⸗ nig waͤſſerigter. Die Urſach warum Kupfer durch verduͤnnte Vitriolſaͤure, ja ſelbſt durch concentrirte, ohne Beyhuͤlfe einer ſtarken Hitze, nicht dephlogiſti⸗ ſirt werden kann, wie das Eiſen, ſcheint von deſſen ſtaͤrkern Anziehung zum Phlogiſton und der viel groͤſ⸗ ſern Menge davon, welche Kupfer enthaͤlt, herge⸗ leitet werden zu muͤſſen, wie wir hernach ſehen wer⸗ den. Hieraus folgt, daß 100 Gr. Kupfervitriol, 27 Kupfer 30 Saͤure und 43 Waſſer enthalten; wovon er durch die Abdunſtung oder langſame Ver⸗ kalchung ohngefaͤhr 28 verliert. Ddie Aufloſung von 100 Gr. Kupfer giebt 373 blauen Vitriol. Kupfer in Salpeterſaͤure. 100 Gr. Kupfer erfodern 130 aͤchte Salpeter⸗ ſaure zur Aufloͤſung. Wenn die Saͤure ſo weit ver⸗ duͤnnet iſt, daß ihr Verhaͤltniß zu dem des Waſſers iſt, wie 1 zu 14; ſo iſt die Beyhuͤlfe der Hitze noͤ⸗ thig, ſonſt nicht. Dieſe Aufloͤſung giebt 67 ⅜ Cubic⸗ zoll Salpeterluft. Die Kalche vom Kupfer ſind in dieſer Saͤure ebenfalls aufloͤsbar. A 5 Kupfer 10 Kupfer in Kochſalzſaͤure, 100 Gr. erfodern zur Aufloͤſung 1190 Gr. aͤch⸗ te Kochſalzſaͤure, auch den Beyſtand einer maͤßigen Hitze, wenn das Verhaͤltniß der Saͤure zu dem des Waſſers iſt, wie mzu 4½; das iſt, wenn deren eigen⸗ thuͤmliche Schwere 1,186 iſt. Wenn eine ſtaͤrkere Hitze gebraucht wird, ſo wird mehrere Saͤure erfo⸗ dert werden, da viele verfliegt. Wenn die Saͤure mehr concentrirt iſt, ſo wird ſie ſtaͤrker wirken. In meiner vorigen Schrift erwaͤhnte ich, daß 8 ½ Gr. Kupfer 86 Salzluft gaͤben: doch muß ich nun einen Umſtand beyfuͤgen, worauf ich damals nicht achtete; naͤmlich, daß das Quekſilber, woruͤ⸗ ber die Luft erhalten wurde, angegriffen war, daß alſo ein Theil der Luft dieſer Wirkung zuzuſchreiben war, welches den Schluß, welchen ich in Abſicht der Menge des Phlogiſton in Kochſalzſaͤure daraus zog, unguͤltig macht, die, wie hier ſich ergiebt, groͤßer iſt, als ich ſie dort ſchaͤzte. Die Kalche von Kupfer ſind in dieſer Saͤure ebenfalls aufloͤsbar, wiewohl nicht ſo leicht als in der Salpeterſaͤure. Zinn in der Vitriolſaͤure. 100 Gr. Zinn erfodern zu ihrer voͤlligen Auf⸗ loͤſung 872 Gr. aͤchte Vitriolſaͤure,(deren Verhaͤlt⸗ 1 zum Waſſer nicht kleiner ſeyn ſollte, als wie 1 .) wie auch den Beyſtand einer ſtarken Hitze. Wenn 4 1h A. ich⸗ ier nchn ezu dmgs derrnein eine trke Säure ef die Saure virken. eic daß c müich ih damals der, worl⸗ wor, daß ſchreihen A'ſccht daraus Aegedt, er Säure t als in ligen gi⸗ n Verpi- als vi ten bihe Denn — 11 Wenn die Wirkung der Saͤure aufgehoͤrt hat; ſo ſollte etwas warmes Waſſer zu der truͤben Aufloͤſung hinzugethan, und das Ganze wiederum erhitzt wer⸗ den. Dieſe Aufloͤſung giebt 7⸗ Cubiczoll entzuͤnd⸗ bare Luft. Zinn iſt auch in einer mehr verduͤnnten Saͤure aufoͤsbar, aber nicht in ſo großer Menge. Die Kalche vom Zinn,(ausgenommen der wel⸗ cher durch fixe Laugenſalze aus der Kochſalzſaͤure niedergeſchlagen iſt) ſind in dieſer Saͤure aufloͤsbar. Zinn in der Salpeterſaͤure. 100 Gr. Zinn erfodern zu ihrer völligen Auf⸗ loͤſung 1200 Gr. aͤchte Salpeterſaͤure, deren Ver⸗ haͤltniß zum Waſſer wenigſtens ſeyn ſollte, wie zu 25, und die Hitze nicht uͤber 600: die Menge der durch dieſe Aufloͤſung erhaltenen Luft iſt nur 10 Lu⸗ biczoll, und iſt nicht ſalpetericht. Die Aufoͤſt ſung iſt nicht bleibend; denn in wenig Tagen ſezt ſie einen weißlichten Kalch ab; und wenn das Wetter warm iſt, zerſprengt ſie die Phiole. Die Kalche vom Zinn ſind in dieſer Saͤure unaufloͤsbar. Zinn in der Kochſalzſaͤure. 100 Gr. Zinn erfodern zu ihrer Aufloͤſung 413 Gr. aͤchte Kochſalzſäͤure,(deren Verhaͤltniß zum Waſſer iſt wie 1 zu 4 ½) und auch den Beyſtand einer maͤſ⸗ ſigen Hitze. Dieſe Aufloͤſung giebt ohngefaͤhr 90 Cubiczoll entzuͤnddare und 10 Kochſalzluft. Die Kalche 12— Kalche vom Zinn ſind in dieſer Saͤure beynahe un⸗ aufloͤsbar. Bley in der Vitriolſaͤure. 100 Gr. Bley erfodern zu ihrer Aufloͤſung 600 Gr. aͤchte Saͤure, deren Verhaͤltniß zum Waſſer nicht geringer iſt, als die von zu 5, und noch beſ⸗ ſer, wenn die Menge des Waſſers noch geringer iſt; und folglich ſollte, ſo wie bey dem Kupfer, eine groͤßere Menge Bley angewandt werden, als man ſelbſt aufzuloͤſen Willens iſt. Eine ſtarke Hitze wird ebenfalls erfodert; auch ſollte heißes Waſſer zu der verkalchten Maſſe zugeſchuͤttet werden; doch ſpar⸗ ſam, weil es einigen Niederſchlag bewirkt. Dieſes Metall iſt auch, wiewohl in ſehr gerin⸗ gem Maaße, in verduͤnnter Vitriolſaͤure aufloͤsbar; denn es erhitzt ſich mit Vitriolgeiſt, deſſen ſpecifi⸗ ſche Schwere nur 1, 275 iſt. Die Bleykalche ſind etwas mehr aufloͤsbar in dieſer Saͤure; 100 Gr. Bleyvitriol durch Rieder⸗ ſchlagung gebildet, enthalten 73 Bley, 17 achte Saͤure und 10 Waſſer. Bleyvitriol, durch unmit⸗ telbare Aufloͤſung gebildet, enthaͤlt ein großes Ver⸗ haͤltniß Saͤure. Bley in der Salpeterſaͤure. 100 Gr. Bley erfodern zu ihrer Aufloͤſung ohn⸗ gefaͤhr 78 Gr. aͤchte Saͤure,(deren Verhaͤltniß zu dem 3 he un⸗ ungier ſer ni och beſ nger it; r, eine s man ewird zu der ſar⸗ gerin⸗ dbor, deeif⸗ dar Rider⸗ maͤchte unmit hes Ver —— 13 dem Waſſer ſeyn muß, wie 1 zu 11 oder 12,) und den Beyſtand der Hitze gegen das Ende. Dieſe Auf⸗ loͤſung giebt nur acht Cubiczoll Salpeterluft. Die Bleykalche ſind auch aufloͤsbar in dieſer Saͤure; aber wenn ſie ſehr dephlogiſtiſirt ſind, ſo werden ſie weniger aufloͤsbar. 100 Gr. Mennige erfodern 81 Gr. aͤchte Saͤure. 100 Gr. Salpeterſalz von Bley enthalten ohn⸗ gefaͤhr 60 Bley. Bley in der Kochſalzſaͤure. 100 Gr. Bley erfodern 600 Gr. aͤchte Saͤure zur Aufloͤſung,(wenn die ſpecifiſche Schwere des Salzgeiſtes 1, 141 iſt,) und auch die Beyhuͤlfe von Hitze, wodurch viele Saͤure zerſtreuet wird. Eine ſtaͤrkere Saͤure wuͤrde mehr aufloͤſen. Die Bleykalche ſind mehr aufloͤsbar in dieſer Saͤure, als wirkliches Bley. 100 Gr. Mennige er⸗ fodern 3 27 Gr. aͤchte Saͤure; aber weißes Bley iſt weit weniger aufloͤsbar. 100 Gr. Horn⸗Bley, durch die Niederſchla⸗ gung gebildet, enthalten 72 Theile Bley, 18 Koch⸗ ſalzſaͤure, und 10 Waſſer. Silber in der Vitriolſaͤure. 100 Gr. reines Silber erfodern zur Aufloͤſung 530 Gr. aͤchte Vitriolſaure, deren Verhaͤltniß nicht weniger 14 weniger iſt als das von 1 zu s; und wenn eine ſo concentrirte Saͤure gebraucht wird, ſo wirkt ſie auch in der Temperatur von 600 ſangſam⸗ Aber zu ei⸗ er haͤufigen Auffoͤſung wird eine maͤßi ge Hitze er⸗ der t. Dieſe Außoͤſung giebt 30 Cubiczoll Vi⸗ triolluft. Probeſilber giebt mehr Luft und erfo⸗ dert mehr Saͤure zur Aufloͤſung. Die Kalche vom Silber(d. i. Silber, durch fixe Laugenſalze aus der Salpeterſaͤure niedergeſchlagen, und gut gewa⸗ ſchen, wornach aber doch noch etwas Salpeterſaͤure zuruͤckbleibt), ſind ſogar in verduͤnnter Vitriolſaͤure, ohne Beyſtand von Hitze, aufloͤsbar. 100 Gr. durch Niederſchlagung gebildeter Silber-Vitriol, ent⸗ halten 74 Gr. Silber, ohngefaͤhr 17 achte Saͤure, und 9 Waſſer: Silber in der Salpeterſaure. 100 Gr. des reinſten Silbers erfodern zu ihrer Augoͤſung 36 Gr. wahre Salpeterſaͤure, in dem Ver⸗ haͤltniß von einem Theil aͤchter Saͤure zu 6 Waſſer, verduͤnnet; und es wird nur Hitze angebracht, wenn die Aufloͤſung mehrentheils geſaͤttigt iſt. Wenn Sal⸗ petergeiſt viel mehr oder viel weniger verduͤnnt iſt; ſo wird er ohne den Beytritt von Hitze nicht wirken. Die letzten, auf dieſe Art aufgeloͤſten Theile von Silber geben keine Luft. Probeſilber erfodert ohn⸗ gefaͤhr 38 Gr. aͤchte Saͤure, um daſſelbe Verhaͤlt⸗ niß davon aufzuloͤſen. Und die Aufloͤſung davon giebt ſeine doch Jei in ſe liſe in ber, zerf Koch tunor en; zuſt dohne nn eineſi t euch lerzu ei⸗ hia tal i, und ohr lice vn eaus der t gewa⸗ terſäͤure olſäure, e durch , ent⸗ Sände uihret m Ver⸗ Daſer, „wenn n Sal⸗ nut iſt; virken. le vot etohe erjäl⸗ bot get — 15 giebt 20 Cubiczoll Salpeterluft, da doch 100Gr. Silber, aus Hornſilber wieder hergeſtellt, ohnge⸗ faͤhr 14 geben. Silber in der Kochſalzſaͤure. Ich bin nicht im Stande geweſen Silber, in ſeinem metalliſchen Zuſtande im Salzgeiſt aufzuloͤſen; doch glaube ich, daß es bewirkt werden koͤnne, wenn Zeit genug dazu verſtattet wird, wie Herr Bagen in ſeinem Tractat vom Zinn(S. 201) ſagt. Er loͤſte 37 Gr. Silber auf, indem er es einige Tage in 2 Unzen ſtarken Salzgeiſt digerirte. Blattſil⸗ ber, ſagt man auch, werde durch ſtarken Salzgeiſt zerfreſſen,( Neum. 70.) Die dephlogiſtiſirte Kochſalzſaͤure loͤſt es ebenfalls auf nach den Beobach⸗ tungen der Herrn Scheele und Bergmann und eben dies thut die phlogiſtiſirte in einem Luftartigen Zuſtande. 100 Gr. Hornſilber enthalten 75 Silber, beynahe 18 Saäͤure, und 7 Waſſer. Gold in Koͤnigswaſſer. Ich machte verſchiedene Verſuche mit Koͤnigs⸗ waſſer, durch Vermiſchung der Salpeter- und Koch⸗ ſalzſaͤuren, in verſchiedenen Verhaͤltniſſen; und fand, daß dasſenige den beſten Erfolg hatte, in welchem die aͤchte Kochſalzſaͤure zu der Salpeterſaͤure ſich ver⸗ hielt, wie 3 zu 1; und beyde ſo concentrirt wie moͤglich waren: doch wenn beyde ſehr concentrirt ſind, 16— find, ſo haͤlt es ſchwer, ſie ſo zu miſchen, daß nicht eine große Menge entweiche, weil ſie ſich einige Zeit nach der Miſchung gewaltſam erhitzen. 100 Gr. Gold erfodern 246 Gr. aͤchte Saͤure zur Aufoͤſung, wenn die beyden Saͤuren in dem oben erwaͤhnten Verhaͤltniß ſind. Die ſpecifiſche Schwere der Salpeterſaͤure, de⸗ ren ich mich bediente, war 1, 465, und die der Salz⸗ ſaäure 1, 178. Die Aufioͤſung wird beſſer bewirkt, wenn man ihr hinlaͤngliche Zeit laͤßt als wenn man Hitze anwendet. Die Hitze, deren ich mich bediente, war nicht uͤber 90 oder 1000. Es wird ſehr we⸗ nig Luft hervorgebracht, und die Aufloͤſung geht ſehr langſam von ſtatten. Koͤnigswaſſer mit gemeinen oder ammoniacaliſchen Salz und Salpetergeiſt ge⸗ macht, iſt weit weniger waͤſſerigt als das, welches aus der unmittelbaren Verbindnng beyder Saͤucen entſpringt, und folglich iſt es das geſchickteſte zu Hervorbringung von Goldcryſtallen. Gold iſt auch in der dephlogiſtiſirten Kochſalz⸗ ſaͤure aufloͤsbar, aber in ſehr geringer Menge; es ſey denn, daß dieſe Saͤure in einem dunſtartigen Zuſtande ſey: denn in einem fluͤßigen Zuſtande iſt ſie zu waͤſſerigt. In Vitriol⸗ und Salpeterſaͤure iſt es ebenfalls unauflosbar; aber die Kalche vom Golde find in der Kochſalzſaͤure leicht aufzuloͤſen, ſehr we⸗ nig in der Salpeter⸗ und faſt gar nicht in der Vi⸗ triol⸗Saͤure. Gold kann durch die concentrirte Sal⸗ peterſaͤure zerſtreuet, aber nicht aufgeloͤſt werden. Quek⸗ daßnich inige git 100 Gr. Aohtaug, ſeewähnten ͤure, d ꝛder Sa rbewirke venn man bediente, ſehr we⸗ gehſehr gemeinen tgeiſt ge⸗ welches Szuren kieſe zu Lochi ſenge; es nſtartigen aſande i tetſäureit vom Gohe „ſeheme in derv⸗ triteab ntden. Daet⸗ — 17 Quekſilber in Vitriolſaͤure. 100 Gr. Quekſilber erfodern zu ihrer Aufloͤſung 230 Gr. aͤchte Vitriolſaͤure, deren Veri haͤltniß zu dem des Waſſers wenigſtens wie 1 zu—ss iſt;) wie auch eine ſtarke Hitze. Die Luft, welche hervorge— bracht wird, iſt vitrioliſch. Von ſelbſt niedergeſchlage⸗ nes Quekſilber iſt noch weniger aufloͤsbar. 100 Gr. Quekſilbervitriol, durch Riederſchla⸗ gung hervorgebracht, enthalten 77 Quekſilber, 19 Saͤure, und 4 Waſſer. Quekſilber in Salpeterſaͤure. 100 Gr. Quekſilber werden durch 28 Gr. aͤchte Salpeterſaͤure, dehen Verhaͤltniß zu dem Waſſer wie 1 zu und„s iſt, und ohne Beyhuͤlfe von Hitze, aufgeloͤſt. Quekſilber iſt auch, jedoch in ge⸗ ringerer Menge, in einer weit mehr verduͤnnten Saͤure, mit Beyhuͤlfe von Hitze aufloͤsbar. Die hervorgebrachte Luft betraͤgt ohngefaͤhr 12 Cubiczoll, oder weniger, wenn keine Hitze angebracht wird. Hr. Lavoiſter fand die Menge der hervorgebrach⸗ ten Luft weit groͤßer, welches augenſcheinlich daher kam weil er rothen oder gelben Galpetergeiſt ge⸗ brauchte, welcher ſchon viel Phlogiſton enthaͤlt. Wenn ich 100 Gr. Quekſalber in dreymal ſo viel Saͤure, als zu deren Aufloͤſung noͤthig war, und ohne Hitze, aufoͤſte; ſo erhielt ich nur 7 Cubiczoll Salpeterluft, und die Aufloͤſung war gruͤn; aber Kirw. Verſ. 1. B. 2. St. B wenn 18— wenn ich, nachdem die Aufloͤſung geſchehen war, Hitze anbrachte; ſo erhielt ich 2 Cubiczoll mehr, und dann hatte die Aufloͤſung die Farbe von Oli⸗ venoͤl. Von ſelbſt niedergeſchlagenes Quekſilber iſt viel ſchwerer als laufendes, durch Salpeterſaͤure auf— zuloͤſen; dies ſchreibe ich der Luftſaͤure, welche in dem Riederſchlag enthalten iſt, zu. Quekſilber in Kochſalzſaͤure. Die Kochſalzſaͤure wirkt, in ihrem gewoͤhnlichen phlogiſtiſirten Zuſtande, nicht auf Quekſilber; we⸗ nigſtens nicht in ihrem gewoͤhnlichen verdichtetem Zu⸗ ſtande; aber Hr. Homberg verſichert uns in den Pariſer Abhandlungen vom Jahr 1700, daß er Quekſilber in Kochſalzſaͤure, deren ſpecifiſche Schwe⸗ re 1, 300 war, aufloͤſete, indem er es einige Mo⸗ nate in Digeſtion hielt. Die Verfaſſer der An⸗ fangsgruͤnde der theoret. und pract. Chemie zu Dijon bejahen deſſen Aufloͤsbarkeit in dieſer Saͤure eben⸗ falls, doch nur in geringer Menge. Die dephlo— giſtiſirte Kochſalzſaͤure, im luftfoͤrmigen Zuſtande, wirkt in der That darauf, ob ſie gleich in ihrem fluͤßigen Zuſtande, wegen ihrer Verduͤnnung, zu ſchwach iſt. Von ſelhſt niedergeſchlagenes Quekſilber iſt mit Beyhuͤlfe der Hitze, in Kochſalzſaͤure ebenfalls auf⸗ loͤsbar. 100 Gr. des aͤtzenden Sublimats beſte⸗ hen aus 77 Quekſilber, 16 achte Saͤure, und 6 Waſſer. dct kan das bei ſed dar N ei auft in war, mehr, din Dli⸗ der ſti ſaure ai⸗ welche i hnlichen er; we⸗ tem Zu⸗ in den daß er Schwe⸗ ſe Mo⸗ dr Ae KDion te eben⸗ dephle⸗ zuſtande, n iheem ung, t erii ni ale u ni hie 1n 6 Paſſer. — 19 Waſſer. 100 Gr. verſuͤßtes Ouekſilber enthalten 86 Quekſilber und 14 Saͤure und Waſſer. Zink in Vitriolſaͤure. 100 Gr. Zink erfodern zur Aufloͤſung 100 Gr. aͤchte Saͤure, deren Verhaͤltniß zum Waſſer ſeyn kann, wie 1 zu 8, 10, oder 12, wenn man gegen das Ende, da die Saͤure beynahe geſaͤttigt ſſt, Hitze an⸗ bringt. Eine geringe Menge ſchwarzes Pulver bleibt jederzeit unaufgeloͤſt zuruͤck. Die erhaltene entzuͤnd⸗ bareLuft betraͤgt 100 Cubiczoll. Es iſt in der verdikten Vitriolſaͤure mit Beyhuͤlfe der Hitze aufloͤsbar. 100 Gr. Zinkvitriol enthalten 20 Zink, 22 Saͤure und 58 Waſſer. Die Zinkkalche ſind in dieſer Saͤure ebenfalls aufloͤsbar, wenn ſie nicht ausnehmend dephlogiſti⸗ ſirt ſind. Zink in Salpeterſaͤure. 100 Gr. erfodern zur Aufloͤſung 125 Gr. aͤch⸗ te Salpeterſaͤure, deren Verhaͤltniß zum Waſſer, wie 1 zu 13 iſt, da man von Zeit zu Zeit Hitze an⸗ bringt. Wenn eine ſtarke Saͤure gebraucht wird; ſo wird weniger aufgeloͤſt werden, weil waͤhrend der Erhitzung viel Saͤure verfliegt. Ich konnte durch keine Behandlung Salpeterluft von dieſer B 3 Aufloͤ⸗ Aufloͤſung erhalten, weil ein Theil der Salpeter⸗ ſaͤure waͤhrend der Operation zerſezt wird. Die Kalche von Zink ſind in dieſer Saͤure eben— falls aufloͤsbar, wenn ſie nicht zu ſtark dephlogiſti⸗ ſirt ſind. Zink in Kochſalzſaͤure. Dieſelbe Menge Zink erfodert von dieſer Saͤure 210 Gr., wenn das Verhaͤltniß der aͤchten Saͤure zu ihrem Aufloͤſungsmittel iſt, wie i zu 9: und wenn man von Zeit zu Zeit eine gelinde Hitze anbringt. Wenn eine mehr verduͤnnte Saͤure gebraucht wird, ſo wird mehr aͤchte Saͤure erforderlich ſeyn, weil viel davon, waͤhrend der Erhitzung verfliegt. Auch die Kalche von Zink ſind in dieſer Saͤure aufloͤsbar. Wismuth in Vitriolſaͤure. 200 Gr. Vitrioloͤl, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 863 war, loͤſete nur 3 Gr. Wismuth in einer ſtarken Hitze auf; aber eine groͤßere Menge, wenn es gelinde dephlogiſtiſirt war. 400 Gr. Vi⸗ triolgeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 200 war, loͤſete nur 1 Gr. auf. Die Kalche von Wis⸗ muth ſind weit aufloͤsbarer. Die Aufloͤſung der 3 Gr. gab 4 Cubiczoll Vitriolluft. Wis⸗ D dert hälta Jad brach zol eben 11 Srlpete⸗ R. Saundn, depſeuße 2 dieſer Si ichten Siu⸗ 9: undwen tze anbrin raucht wid h ſeyn, wa zfiegt, ſeſer Säun re. genthuͤmlch Wismuth here Mang, 400 Gr. J were 1, 2c he don We nftſun ue⸗ Wis⸗ — 21 Wismuth in Salpeterſaͤure. Die Aufloͤſung von 100 Gr. Wismuth erfo⸗ dert nur 100 Gr. aͤchte Salpeterſaͤure, deren Vew haͤltniß zum Waſſer, wie 1 zu 8 oder 9, ſeyn muß. In dieſem lezten Falle kann eine gelinde Hitze ange⸗ bracht werden. Dieſe Aufloͤſung giebt 44 Cubic⸗ zoll Salpeterluft. Die Kalche von Wismuth ſind ebenfalls aufloͤshar in dieſer Saͤure. Wismuth in Kochſalzſaͤure. 400 Gr. Salzgeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 200 war, loͤſete nur 3 oder 4 Gr. Wismuth auf. Nickel in Vitriolſaͤure. 100 Gr. concentrirte Vitriolſaͤure loͤſen, mit Beyhuͤlfe einer ſtarken Hitze, ohngefaͤhr 4 Gr. Rik⸗ kel auf. Die Kalche von Nickel ſind weit auf⸗ loͤsbarer. Nickel in Salpeterſaͤure. 100 Gr. Nickel erfodern zur Aufloͤſung 112 Gr. Salpeterſaͤure,(deren Verhaͤltniß zum Waſſer wie I zu 11 oder 12 iſt,) mit einer maͤßigen Hitze un⸗ terſtuͤzt. Eine concentrirte Saͤure wirkt ſo ſchnell, daß vieles zerſtreuet wird. Die hervorgebrachte Salpeterluft betraͤgt 79 Cubiczoll. Auch die Kalche von Nickel ſind aufloͤsbar in dieſer Saͤure. B 3 Nickel 22— Nickel in Kochſalzſaͤure. 300 Gr. Salzgeiſt, deſſen eigenthuͤmliche Schwere 1, 220 iſt, loͤſete 4oder 5 Gr. Nickel auf, ohne Beyhuͤlfe der Hitze. Eine ſchwaͤchere Saͤure lo⸗ ſet weniger auf, und erfodert den Beyſtand von Hitze. In allen dieſen Faͤllen einer ſchweren Aufloͤ⸗ ſung, wird mehr von dem Metall durch Deſtillirung und Kohobirung aufgenommen; aber das Verhaͤltniß wird ſchwer zu beſtimmen ſeyn. Auch die Kalche von Nickel ſind in dieſer Saͤure ſchwerlich aufzuloͤſen. Kobold in Vitriolſaͤure. 100 Gr. Kobold erfodern 450 Gr. aͤchte Saͤure, (deren Verhaͤltniß zu ihrem Waſſer nicht geringer iſt als 1I zu 25) und eine Hitze von wenigſtens 2700. Wenn man warmes Waſſer auf die dephlogiſtiſirte Maſſe gießt, ſo wird eine Aufloͤſung bewirkt. Die Kalche vom Kobold ſind noch aufloͤsbarer, ſogar eine verduͤnnte Saͤure wird dazu dienen. Kobold in Salpeterſaͤure. 100 Gr. Kobold erfodern 220 Gr. aͤchte Sal⸗ peterſaͤure, deren Verhaͤltniß zum Waſſer wie 1 zu 4 iſt, da man am Ende eine Hitze von 1800 giebt. Die Kalche vom Kobold ſind in dieſer Saͤure aufloͤsbar. Kobold 72 ſer M auf So ſun wen d dß tt ac wie doc uimüche Aittaf Saunlh ſand un ten Auſt⸗ ſeſtilirung herhaͤltni ſer Saͤure te Saͤure, geringer 9270*. gſſtſirte c. fidsbarer, enen. * ichte S er wie 1” Igoe git fſr dunt Kobod — 23 Kobold in Kochſalzſaͤure. 100 Gr. Salzgeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 178 iſt, loͤſet, mit Beyhuͤlfe der Hitze, 2x½ Gr. Kobold auf. Eine mehr concentrirte Saͤure wird mehr aufloͤſen. Die Kalche vom Kobold ſind noch aufloͤsbarer in dieſer Saͤure. Spießglaskoͤnig in Vitriolſaͤure. 100 Gr. Spießglaskoͤnig erfodern zur Aufloͤſung 225 Gr. aͤchte Saͤure,(deren Verhaͤltniß zum Waſ⸗ ſer iſt, wie 1 zu ,) und eine Hitze von 4000. Man muß mehr vom Koͤnige anwenden, als man aufzuloͤſen Willens iſt; und das davon entſpringende Salz erfodert eine große Menge Waſſer zur Aufloͤ⸗ ſung; denn die verdickte Saͤure laͤßt viel fallen, wenn Waſſer hinzugethan wird. Eine weniger ver⸗ dickte Saͤure wird dieſes Halbmetall ebenfalls auf⸗ loͤſen; aber in geringerer Menge. Die Kalche vom Spießglaſe, ſogar der ſchweis⸗ treibende ſind etwas mehr aufloͤsbar. Spießglaskoͤnig in Salpeterſaͤure. 100 Gr. dieſes Halbmetalls erfodern 9oο Gr. aͤchte Salpeterſaͤure,(deren Verhaͤltniß zum Waſſer wie 1 zu 12 iſt) unterſtuͤzt von einer Hitze von 1100. Doch wird die Aufloͤſung in wenig Tagen truͤbe. B 4 Die 24 A Die Kalche vom Spießglaſe ſind in einem weit geringern Grade aufioͤsbar. Spießglaskoͤnig in Kochſalzſaͤure. 100 Gr. Salzgeiſt, deſſen ſpeeifiſche Schwere 1, 220 iſt, loͤſen ohngefaͤhr Gr. von dem Koͤnig auf, mit Beyhaͤlfe einer gelinden Hitze. Salzgeiſt, deſſen ſpeciſtſche Schwere 1, 178 iſt, wirkt eben⸗ falls darauf, loͤſet aber noch weniger auf. Ich glaube die verdikte Saͤure, wuͤrde in einer langen Zeit und mit Huͤlfe einer gelinden Hitze weit mehr aufloͤſen. Die Kalche des Spießglaſes ſind weit aufloͤs⸗ barer in dieſer Saͤure. Arſenikkoͤnig in Vitriolſaͤure. 200 Gr. Vitriolol, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 871 iſt, loͤſen, in einer Hitze von 2500, 18 Arſenikkoͤnig auf. Hiervon cryſtalliſiren ſich im Er⸗ kalten ohngefuͤhr 7, und ſind in einer groſſen Menge Waſſer aufloͤsbar. Die Kalche vom Arſenik ſind auflosbarer in die⸗ ſer Saͤure. Arſenikkoͤnig in Salpeterſaͤure. 100 Gr. dieſes Halbmetalls erfodern 140 Ge. aͤchte Salpeterſaͤure,(deren Verhaͤltniß zum Waſ⸗ ſer wie 1 zu 11 iſt), und die Beyhuͤlfe von Hitze. Es iſt mẽ: gönb hard rof al em weit I Schnan 1 Salgeſt ekt eben f. er langen deit wehr it eufto⸗ Schwere 90118 himEr⸗ en Menge rer indie⸗ — 25 Es iſt aufloͤsbar in einer weniger oder mehr verdick⸗ ten Saͤure; aber in einem geringern Grade. Dieſe Aufloͤſung giebt 102 Cubiezoll Salpeterluft. Das Barometer ſteigt auf 30 und das Thermometer auf 60. 12 Die Kalche vom Arſenik ſind in dieſer Saͤure auch aufloͤsbar.— Arſenikkoͤnig in Kochſalzſaͤure. 100 Gr. Salzgeiſt, deſſen ſpeciſiſche Schwere 1, 220 iſt, loͤſen 1½ Gr. Arſenikkonig auf; die Kochſalzſaͤure, in ihrem gewoͤhnlichen verduͤnnten Zuſtande das iſt, deren ſpeeifiſche Schwere unter 1, 17 iſt, greift ihn gar nicht an. Die Kalche vom Arſenik ſind weniger aufloͤsbar in dieſer, als in der Vitriol⸗ oder Salpeterſaͤure. Wir ſind nun faſt alle metalliſche Subſtanzen, mit welchen Saͤuren ſich zu verbinden faͤhig ſind, durchgegangen;(Braunſtein und Platina habe ich vorſetzlich weggelaſſen, weil ich von dem einen ſo wenig, als von dem andern eine hinlaͤngliche Menge in dem Grade der Reinigkeit, beſaß, als zu genauen Verſuchen erfodert wird). Wir haben auch die Menge der mineraliſchen Saͤuren geſehen, welche zur Saͤttigung anderer aufloͤsbarer Subſtanzen erfo⸗ dert wird; die metalliſchen hergegen beduͤrfen alle ein Uebermaaß von Saͤure, nicht nur damit ſie ſie aufloͤſe, weil in den mehrſten Faͤllen viel davon mit dem Phlo⸗ giſton in einer luftigen Geſtalt verfliegt, ſondern B 5 auch 26— auch aufgeloͤſt erhalte. Die Menge irgend einer ſolchen Subſtanz, welche durch eine gegebene Menge von irgend einer Saͤure aufgeloͤſet wird, iſt leicht zu finden: denn wenn 100 Gr. von irgend einer ſolchen Subſtanz bis zum Saͤttigungspunkt, oder zu ihrer Aufloͤſung, die Menge a irgend einer Saͤure aufnehmen oder erfodern; ſo wird die durch 100 Gr. dieſer Saͤure aufgenommene oder aufgelöſte 10000 Menge— ſeyn. Das Verhaͤltniß der Beſtandtheile, welches ich von verſchiedenen Mittelſalzen angegeben habe, ſcheint beym erſten Anblick ſehr verſchieden von dem zu ſeyn, welches Herr Bergmann ihnen zu⸗ geſchrieben hat. Dieſes machte mich auf einige Zeit ſehr unzufrieden, weil ich in die Geſchicklichkeit und das Urtheil dieſes vortreflichen Chemiſten das hoͤchſte Vertrauen ſetze; aber bey einer genauen Unterſu⸗ chung habe ich gefunden, daß der Unterſchied mehr anſcheinend als wirklich ſey. Herr Bergmann hat nie geſucht, die Menge der wirklichen Saͤure, in irgend einer Subſtanz, zu beſtimmen; ſondern hat, nach der Gewohnheit aller vorhergehenden Schriftſteller, allen jenen Fluͤſſigkeiten den Namen von Saͤure gegeben, welche ſie in dem verdichtetſten, oder wenigſtens ſehr verdichteten Zuſtande enthielten; welche aber zuverlaͤſſig noch ein unbeſtimmtes Ver— haͤltniß Waſſer enthalten: und durch die Menge des Waſſers verſteht er gemeiniglich das, welches bey der Cryſtalliſation zuruͤckgehalten wird. So ſagt er (im nd eintt Nenge ſtlict end ener „deg er Säun. ich 100 üſgelöſte hes ich habe, en von nen zu⸗ ige geit eitund püchſe terſu⸗ mehr Wmava Säure, ondern henden Namen htetſten cjelten s Ver⸗ enge de ches 9 Pſch im 22 (im erſten Bande S. 137), daß 100 Gr. Eiſen⸗ vitriol, 23 Eiſen, 39 Vitriolſaͤure und 38 Waſſer enthielten. Aber in ſeiner Abhandlung(von den vulkaniſchen Produkten§. 12) ſagt er, daß 100 Gr. Eiſenvitriol, 24 Eiſen, 24 dephlegmirte Vitriolſaͤure und 52 Waſſer enthaͤlt; und dieſe lez⸗ tere Berechnung iſt von der Meinigen ſehr wenig verſchieden, indem ich in 100 Gr. Vitriol, 25 Ei⸗ ſen, 20 wahre Vitriolſaͤure und 55 Waſſer annehme. Der Unterſchied ruͤhrt offenbar von der Menge, des in ſeiner dephlegmirten Saͤure enthaltenen Waſſers her. Der weſentlichſte Unterſchied zwiſchen uns be⸗ trift die Menge der Mineralſaͤuren, welche durch Laugenſalze aufgenommen werden; denn nach ſei⸗ nen und Herr Scheffers Verſuchen, nehmen ſie mehr von der Vitriol⸗als Salpeterſaͤure, und mehr von der Salpeter⸗ als Kochſalzſaͤure auf; da ſich doch dieſes nach Herr Hombergs Dr. Plummers, Herr Wenzels und meinen Verſuchen nicht ereignet. Dieſer Unterſchied entſteht wahrſcheinlicher Weiſe von den verſchiedenen Graden der Abdunſtung, wodurch die Cryſtallen von dieſen Salzen erhalten werden; aus welchem Grunde ich die Menge der Eryſtallen nicht unterſuchte, welche veraͤnderlich ſeyn muß, ſondern die Menge des trockenen Salzes, welches nach gaͤnzlicher Abdunſtung zuruͤckbleibt. Was die Menge der Erde und der metalliſchen Subſtanzen in verſchiedenen Salzen betrift; ſo ſtimmen des Herrn Bergmanns Verſuche und die Meinigen beynahe voͤllig uͤberein. Die 28— Die Vortheile, welche aus dieſen Unterſuchun⸗ gen entſpringen, ſind ſehr betraͤchtlich, nicht blos wegen Befoͤrderung der Chemie als Viſſenſchaft, welche, als phyſikaliſche Zerlegung der Koͤrper, eine genaue Beſtimmung ſowohl der Menge und des Ver⸗ haͤltnißes, als der Beſchaffenheit der Beſtandtheile der Koͤrper durchaus erfodert; ſondern ſie iſt auch der Ausuͤbung derſelben ſehr vortheilhaft. So iſt erſtlich hinlaͤnglich bekannt, daß verſchiedene wich⸗ tige Proceſſe, von alten chemiſchen Schriftſtellern und ſogar von Einigen in neuern Zeiten ſehr unbeſtimmt beſchrieben ſind: ſie geben zum Beyſpiel oͤfters die Saͤuren, deren ſie ſich bedienten, nach dem Ver— haͤltniß der Menge des fixen Laugenſalzes, der Erde, oder des Metalls an, welche eine gegebene Menge einer ſolchen Saͤure zu ſaͤttigen oder aufzuloͤſen ver⸗ moͤgend war. Nun unterrichten uns die vorherge⸗ henden Bemerkungen unmittelbar von der Menge der wahren Saͤure, welche dieſe Wirkung hervor⸗ zubringen faͤhig war, alſo muß das Uebrige Waſſer geweſen ſeyn; und wenn die Menge der bloßen Saͤure und des Waſſers bekannt iſt; ſo kann mit Huͤlfe der vorhergehenden Tabellen die ſpecifiſche Schwere leicht gefunden werden, und ſo kann auch eine Saͤure von eben der Staͤrke verfertigt werden. So lehret uns Schlutter in der beſten bis jezt vor⸗ handenen Abhandlung vom Probiren*), daß das beſte Scheidewaſſer, Silber von Gold zu ſcheiden, das⸗ *) I. B. S. 332. franzoͤſiſche Ausgabe. erſuröun⸗ ict blos ſeſhaf, pper,eine des dr andthae iſt aud So iſ ne wich⸗ een und eſtimmt ters die m Ver⸗ er Erde, Nenge en ber⸗ therge⸗ Menge ervor⸗ Vaſſer bloßen nn mit teiſſch mn auch werden. ſeztbor⸗ daß das ſcheiden di dasjenige ſey, wovon ein Pfund eine Mark, das iſt ein halb Pfund Silber aufloͤſet: dann ſollten 1000 Gr. davon 500 Silber aufloͤſen. Nun finden wir, nach den vorhergehenden Verſuchen, daß 100 Gr. verſeztes Silber 38 àchte Saͤure zur Aufloͤſung er⸗ fodern; alſo werden 500 Gr. Silber 190 Gr. erfo⸗ dern; folglich ſollten 1000 Gr. eines ſolchen Sal⸗ petergeiſtes 190 Gr. aͤchte Saͤure und 810 Waſſer enthalten. Wenn ich alſo zu der Tabelle von dem Salpetergeiſt zuruͤckgehe; ſo finde ich, nach den Re⸗ geln des Verhaͤltniſſes, daß die ſpecifiſche Schwere dieſer Saͤure ohngefaͤhr, 1, 261 ſeyn muͤſſe; denn wie ſich 190 zu 810 verhaͤlt, ſo verhaͤlt ſich 393 Saͤure zu 1675 Waſſer. Dieſes Verhaͤltniß des Waſſers iſt etwas groͤßer als was ich gebrauchte, aber Schlutter bediente ſich eines Sandbades. 2) Dieſe Lehre in der Pharmacie iſt ſehr in die Augen fallend; beſonders bey ſolchen Arzneyen, welche von metalliſchen Subſtanzen gemacht werden, deren Kraͤfte von dem Verhaͤltniß der Beſtandtheile, und ihrer Wirkung auf einander abhaͤngt. 3) Dieſer Grad der Genauigkeit muß vorzuͤg⸗ lich zur Befoͤrderung der Kunſt des Faͤrbens und Emaillirens gereichen, weil die Proceſſe, wodurch verſchiedene ihrer Ingredienzen hervorgebracht wer⸗ den, gegenwaͤrtig viel zu unbeſtimmt ſind. So ſchlaͤgt der Proceß oͤfters fehl, wodurch gegenwaͤr⸗ tig der Niederſchlag von Caſſtus hervorgebracht wird, indem die Staͤrke der Saͤuren nicht hinlaͤng⸗ lich bekannt iſt. 4) Die 38— 4) Die Vortheile dieſer Wiſſenſchaft in der Un⸗ iä, terſuchung der mineraliſchen Waſſer, und in Pro⸗ Vſn birung der Erze, ſind in der gelehrten Abhandlung, und welche uns der beruͤhmte Herr Bergmann uͤber 98 dieſe Gegenſtaͤnde, kuͤrzlich gegeben hat, hinlaͤng⸗ ie, lich bewieſen. Und ich kann noch hinzuſetzen, daß gu die Wiſſenſchaft von der Menge der Saͤure, welche auf zur Aufloͤſung verſchiedener metalliſcher Subſtanzen,. erfodert wird, uns zugleich ein neues Licht giebt, bi G um dieſelben von einander, und die reinern von d ihren Zuſatzen, zu unterſcheiden, und uns auch in 71 einigen Faͤllen von der Menge und Beſchaffenheit in des Zuſatzes unterrichtet. So erfodern 100 d Theile reines Silber weniger Salpeterſaͤure zur n Aufloͤſung als 100 Gr. Probeſilber: ſo koͤnnen wir mi auch, wenn wir im Salzgeiſt irgend eine metalli⸗ de ſche Subſtanz aufloͤſen, wißen, ob ſolche das kleinſte mi Theilchen Silber, Quekſilber, oder Arſenik enthal⸗ x; te, weil dieſe faſt unaufloͤsbar darinn ſind; oder bend ob Spießglas, Kobold, Nickel, oder Wismuth in h der Miſchung vorhanden war, wovon ſie ebenfalls it nur ein geringes Verhaͤltniß aufzunehmen vermoͤ⸗ 1 gend iſt. Aber der Endzweck, worauf ich ſzulezt haupt⸗ di ſaͤchlich mein Augenmerk gerichtet hatte, war die ber Grade der Verwandſchaft oder Anziehung, welche ni zwiſchen den mineraliſchen Saͤuren ſtatt finden, und niſ die verſchiedenen Subſtanzen, mit welchen ſolche kän verbunden werden koͤnnen, feſtzuſetzen und abzu⸗ don meſſen: ein Gegenſtand von der aͤuſſerſten Wichtig⸗ de keit, in der l din o⸗ hundung, aann über hinld ſeßen, te, welc Uöſtanzen, ſiot giebt mnern von Sauch in hafeneit en 100 äure zur nnen vir e metali⸗ kleinſee enthob⸗ d oder swuch tbenfalz m vermi⸗ et haupts wax dit 9, welche finden, 1 tom i 1 und 4 ſen üig kel 31 keit, weil auf dieſem Grunde die Chemie, als Wiſſenſchaft betrachtet, zulezt beruhen muß. Ob⸗ gleich bereits vieles gethan, und manche allgemei— ne Bemerkung uͤber dieſen Punkt gemacht worden iſt; ſo haben ſich doch ſo mancherley Ausnahmen gefunden, ſogar gegen ſolche Bemerkungen, welche auf den ſtaͤrkſten Gruͤnden zu beruhen ſchienen, daß man nicht nur ſehr von einander abweichende Ta⸗ bellen uͤber die Verwandſchaft gemacht hat, ſondern daß auch verſchiedene ſehr geſchickte Chemiſten zweifel⸗ haft geworden ſind, ob ein gewiſſes allgemeines Geſetz uͤberhaupt angenommen werden koͤnnte. Aber wie der ſcharfſinnige Bergmann ſehr wohl bemerkt, ſo waͤre es vernunftmaͤſſiger, die Umſtaͤnde dieſer Aus⸗ nahmen zu unterſuchen, welche ohnſtreitig von der Vereinigung neuer Kraͤfte entſtehen, und Regeln mit ſolchen Einſchraͤnkungen feſtzuſetzen, welche bey der Wirkung dieſer mit einander ſtreitenden Kraͤfte bemerkt ſind. Dieſes iſt der Plan welchen ich befolgt habe; aber ehe ich zu meiner Erklaͤrung ſchreite, muß ich dieſen Gegenſtand auf eine allgemeinere Art darſtellen. Chemiſche Verwandſchaft oder Anziehung iſt diejenige Kraft, wodurch die unſichtbaren Theile verſchiedener Koͤrper ſich ſo genau vermiſchen und mit einander verbinden, daß ſie durch bloſſe mecha⸗ niſche Mittel nicht von einander getrennet werden koͤnnen. In dieſem Betracht unterſcheidet ſie ſich von der magnetiſchen und elektriſchen Anziehung. Sie unterſcheidet ſich auch von der Anziehung des Zuſam⸗ 32— Zuſammenhaͤngens hierin, daß die Leztere zwiſchen Theilchens vonfaſt allen Arten von Koͤrpern, deren Oberflaͤchen in unmittelbare Beruͤhrung mit einan⸗ der gebracht werden, ſtatt findet: aber die chemi⸗ ſche Anziehung wirkt nicht mit dem Grade von Gleich⸗ guͤltigkeit; ſondern ſie macht, daß ein Koͤrper, der ſchon mit einem andern verbunden iſt, dieſen ver⸗ laͤßt und ſich mit einem dritten vereinigt; daher hat man dieſe Verbindung eine auswaͤhlende Anziehung genannt. So hat die Anziehung des Zuſammenhaͤn⸗ gens oͤfters zwiſchen Koͤrpern ſtatt, welche keine chemi⸗ ſche Anziehung zu einander haben; ſo haben Kobold⸗ koͤnig und Wismuth keine chemiſche Anziehung zu ein⸗ ander, denn ſie werden ſich im Fluß nicht vereinigen; doch haͤngen ſie ſo feſt an einander, daß ſe bios durch den Schlag eines Hammers getrennet wer⸗ den koͤnnen. So kann man von Koͤrpern, die ſich nicht chemiſch vereinigen wollen, wenn ſie ſehr zertheilt ſind,(z B. wenn beyde in einem dunſtartigen oder luftigen Zuſtande, oder wenn ſie fluͤßig ſind), in dem erſten Falle urtheilen, daß ſie keine Verwand⸗ ſchaft, oder in dem zweyten Falle, daß ſie hoͤch⸗ ſtens nur eine ſehr geringe mit einander haben. Aber von jenen, welche ſich vereinigen, wenn nur eine davon in einem fluͤßigen Zuſtande iſt, kann man ſa⸗ gen. daß ſie eine ſehr ſtarke Verwandſchaft mit einander haben; und dies iſt die Urſach, daß die Sauren ſich groͤßtentheils mit Laugenſalzen, Erden und Metallen verbinden. Um 1,h glfet den ſir wit e diejen verei hen leni tan in Fiew. ire zwiſche ern, deren Inn enan⸗ det de teni⸗ e vondi⸗ Kötper,ſ dieſen ue ; daher h eAnzſehung mmenhi keine chem en Kobold⸗ ung meit⸗ ereinigen; ß ſee blos nnet wer⸗ h nicht vrhec. gen odet ſind)) in Verwand⸗ ſee hoch ben. Aber rur eit mn man ſe dſcheft ni „ dyfte gn, Eeden Um 33 Um die Grade der Verwandſchaft zu beſtim⸗ men, hat Hr. Geoffroy es als eine allgemeine Re⸗ gel feſtgeſezt, daß wenn zwey Subſtanzen verbun⸗ den ſind und eine davon verlaͤßt die andre, um ſich mit einer dritten zu verbinden; ſo muß man ſagen, diejenige welche ſich ſo mit dieſer dritten Subſtanz vereinigt, habe eine groͤßere Verwandſchaft damit, als mit der Subſtanz welche ſie verlaſſen hat. Die⸗ ſes iſt ohnſtreitig der Fall, wenn nur zwey anzie⸗ hende Kraͤfte in Betracht kommen. Wenn alſo Se⸗ lenit durch ein kauſtiſches fixes Alkali zerſezt wird; ſo erhellet, daß die Vitriolſaͤure eine ſtaͤrkere Ver⸗ wandſchaft mit den Alkali als mit der Erde hade. Aber in einigen Faͤllen iſt eine, dem Anſcheine nach, einfache Zerſetzung, in der That eine doppelte, und das Reſultat der Wirkung mehr als zweyer Kraͤfte: und dann iſt es nicht leicht zu wiſſen welche die groͤßeſte ſey, noch auch folglich den Grad der Anzie⸗ hung zu beſtimmen; z. B. die Vitriolſaͤure verbin⸗ det ſich mit einem milden fipen Alkali, und treibt die fixe Luft davon aus; doch folgt nicht, daß die Vi⸗ triolſaͤure durchaus das Alkali ſtaͤrker anziehe, oder ſtaͤrker davon angezogen werde als die Luftſaure; denn obgleich hier nur eine einfache Zerſetzung er⸗ ſcheint; ſo findet doch in der That eine Art der dop⸗ pelten Zerſetzung ſtatt, weil die Vitriolſaͤure ihr Feuer der Luftſaͤure abgiebt, indeß die Luftſaͤure das Alkali der Vittiolſaͤure uͤberlaͤßt; und ſo moͤchte wohl eine Zerſetzung ſtatt haben, wenn man ſelbſt vorausſezte, daß die Verwandſchaft beyder Saͤu⸗ ren mit dem Alkali, gleich ſey: um alſo eine Ge⸗ Kirw. Verſ. 1. B. 2. St. C wißheit 34— wißheit uͤber dieſe Materie zu erlangen, iſt noͤthig die Menge und Staͤrke einer jeden anziehenden Kraft feſtzuſetzen, und ſolches mit Zahlen zu bemerken. Hr. Morveau war der erſte, welcher die Noth⸗ wendigkeit dieſer Berechnung einſahe, und er hat uns dem zufolge, eine Tabelle in Zahlen, von der anziehenden Kraft in Ruͤckſicht auf Metalle, mitge⸗ theilt; aber ſeine Methode kann unmoͤglich allge⸗ mein gemacht werden. Hr. Wenzel hatte eben⸗ falls ein Augenmerk auf eine ſolche Berechnung; aber ſeine Art iſt noch unvollſtaͤndiger. Sie beſteht nur hierin: Er ſagt(S. 29) um die Groͤße der Verwandſchaft zu entdecken, welche die Salpeter⸗ ſaͤure mit den verſchiedenen Subſtanzen hat, womit ſie ſich zu verbinden faͤhig iſt, uͤberziehe man kleine gleiche Cylinder von jedem Metalle mit geſchmolzenen Bernſtein, ſo daß nur die eine Grundflaͤche frey bleibt. Dann ſetze man ſie einer gleichen Menge deſſelben Salpetergeiſts, und in derſelben Tempe⸗ ratur aus; und ſo bemerke man die Zeit der Auf⸗ loͤſung eines jeden. Die Verwandſchaft der Saͤure mit jedem dieſer Metalle wird ſich um— gekehrt wie die Zeit verhalten, welche zur Auf⸗ loͤſung gleicher Mengen davon noͤthig iſt. Und da er wohl wuſte, daß Salpetergeiſt von gleichem Grade der Dichtheit, nicht gleichmaͤßig auf jedes derſelben wirken wuͤrde, ſo verlangte er, daß ſie in einigen Faͤllen verduͤnnet und in andern Faͤllen nicht verduͤnnt, und in der nachherigen Berechnung hierauf Ruͤckſicht genommen werde ſollte. Aber Laugen⸗ —— buri Ind ad fein d godt gege Kr wat ſ ri auf 1 3 —„2—e — — — — t näthit en Kraft deken. diegeſ er he von de mitge c alle⸗ tte eben⸗ chnung, öbeſteht roße der gaſpeter⸗ „womit n kleine ohſenen de ftey Menge Lenhe⸗ der Ai⸗ aft der c um⸗ erAuf⸗ 4. Und gleichen uf jedes dj ſe rn Fäln rechung lber laugen⸗ — 335 Laugenſalze und Erden ſind hier gaͤnzlich ausgelaßen; und auch auf alle Metalle kann nach dieſer Methode kein Schluß gezogen werden. Zinn und Spieß⸗ glaskoͤnig werden von dieſer Saͤure ſehr ſchnell an⸗ gegriffen, Bley und Kupfer weit langſamer; doch iſt wohl bekannt, daß ihre Verwandſchaft mit Bley weit ſtaͤrker iſt, als mit Zinn; und ihre Verwand⸗ ſchaft mit Kupfer viel ſtaͤrker als mit Spießglaskoͤ⸗ nig. Silber und Quekſilber werden viel langſamer aufgeloͤſt; und doch iſt die Verwandſchaft der Sal⸗ peterſaͤure mit dieſen Metallen bey weitem die groͤ⸗ ßeſte, wie wir in der Folge ſehen werden. Auch kann dieſe Methode bey der Schaͤtzung der Verwandſchaften der andern mineraliſchen Saͤuren auf keine Art angewandt werden; denn obgleich die Vitriol- und Kochſalzſaͤure, verſchiedene Metalle, ſehr langſam, ſchwer und ſparſam aufloͤſen, welche durch die Salpeterſaͤure haͤufig und geſchwind auf⸗ geloͤſt werden, ſo haben ſie doch beyde wirklich eine ſtaͤrkere Verwandſchaft mit eben dieſen Metallen als die Salpeterſaͤure damit hat; welches in Ruͤck⸗ ſicht des Silbers, Quekſilbers und Bleys offen⸗ bar iſt, welche durch die Vitriol⸗ und Kochſalzſaͤure, aus der Salpeterſaͤure niedergeſchlagen werden, da doch die beyden erſten in der Kochſalzſaͤure un⸗ aufloͤsbar, und alle drey in der Vitriolſaͤure ſchwer aufzuloͤſen ſind. Wir finden alſo nicht, daß Hr. Wenzel die vorgeſezten Verſuche jemals gemacht habe; wenigſtens erwaͤhnt er ihre Reſultate nicht. C 2 Die 36—— Die Entdeckung der Menge der eigentlichen Saͤure in jeder mineraliſchen ſauren Fluͤßigkeit, und das Verhaͤltniß derjenigen, welches durch eine gegebene Menge einer Subſtanz bis zu ihrer Saͤt⸗ tigung aufgenommen wurde, fuͤhrte mich uner⸗ wartet auf die, meinem Beduͤnken nach, wahre Me⸗ thode, die Menge der Anziehung, welche jede Saͤure zu den verſchiedenen Subſtanzen hat, womit ſie ſich verbinden kann, zu beſtimmen; denn es war unmoͤglich nicht wahrzunehmen. 1) Daß die Menge der eigentlichen Saͤuren, welche zur Saͤttigung eines gegebenen Gewichts ei⸗ ner jeden Subſtanz nothwendig iſt, ſich umgekehrt verhaͤlt, wie die Verwandſchaft einer jeden Sub⸗ ſtanz zu einer ſolchen Saͤure. 2) Daß die Menge einer jeden Subſtanz, wel⸗ che erfodert wird eine gegebene Menge einer jeden Saͤure zu ſaͤttigen, ſich gerade zu verhaͤlt wie die Verwandſchaft einer ſolchen Saͤure mit einer jeden Subſtanz. So erfodern 100 Gr. einer jeden ſolchen Saͤure zu ihrer Saͤttigung eine groͤßere Menge fixes Alkali, als Kalcherde; mehr von dieſer Erde als vom fuͤchti⸗ gen Alkali; mehr von dieſem Alkali als von Bitterſalz⸗ Erde, und mehr von Bitterſalz⸗ als von Alaunerde; wie in folgender Tabelle zu ſehen iſt. Menge MM dier ntlichen it und t ene d Cat⸗ hwmr⸗ hree eSäu omnt ſi es war auren, cts ei⸗ gekchet Sul⸗ vel⸗ eden ie de ſden Säure Akkali guͤchti⸗ tterſalz⸗ unerde, Nenge — 37 Menge der Subſtanzen, welche durch 100 Gr. einer jeden von den mineraliſchen Saͤuren aufgenommen wird. Veget. Miner. Kalch⸗ fluͤchti- Mag⸗ Alaun⸗ fires fixes erde ges neſia erde Alkali Alkali Alkali Vitriolſaͤure 215 165 110 90 80 75 Salpeterſaͤure 215 165 96 87 75 65 Kochſalzſaͤure 215 158 89 79 71 55 Da dieſe Zahlen mit dem uͤbereinſtimmen, was uns die gemeine Erfahrung, in Abſicht der Ver⸗ wandſchaft dieſer Saͤuren mit ihren verſchiedenen Grundlagen lehrt; ſo koͤnnen ſie als angemeſſene Ausdruͤcke von der Groͤße dieſer Verwandſchaften an⸗ geſehen werden; und ich werde mich ihrer in der Folge als ſolcher bedienen. So verhaͤlt ſich die Ver⸗ wandſchaft der Vitriolſaͤure zu ſixen vegetabiliſchen Alkali, das iſt, die Staͤrke mit welcher ſie ſich ver⸗ einigen, oder zu vereinigen ſtreben, zu der Ver⸗ wandſchaft, mit welcher ſich dieſelbe Saͤure mit Kalcherde verbindet, wie 215 Gr. zu 110; und zu der, welche die Salpeterſaͤure mit Kalcherde hat, wie 215 Gr. zu 96 u. ſ. w. Aber ehe ich in der Vergleichung dieſer Kraͤfte weiter fortſchreite; iſt es noͤthig etwas von der Natur der Saͤttigung zu ſagen. Ein Körper, ſagt man, ſey mit einem andern geſaͤttigt, wenn er ſo genau mit dieſem andern ver⸗ bunden iſt, daß er einige beſondre characteriſtiſche Ei⸗ genſchaften verliert, welche er beſizt, wenn er von C 3 dem 38— dem andern frey iſt. So haben die Saͤuren die Eigenſchaft den Aufguß von der Sonnenwende, oder von Lackmuß roth zu faͤrben. Nach der Angabe des Hrn. Bergmanns wird ein Gran des ſtaͤrk⸗ ſten Vitrioloͤls 172, 300 Gr. dieſes Aufguſſes eine ſichtbare Roͤthe geben; und ein Cubiczoll Waſ⸗ ſer, mit fixer Luft geſaͤttigt(die ſchwaͤchſte von allen Saͤuren, wie allgemein geglaubt wird) von welcher Waſſer ohngefaͤhr nur ſeinen eigenen Umfang auf⸗ nimmt, und folglich 253 Gr. ohngefaͤhr nur einen halden Gran aufnehmen, roͤthet 50 Cubiczoll, das iſt ohngefaͤhr 12. 650 Gr. des Aufguſſes. Wenn Saͤuren dieſe Eigenſchaft verlieren; ſo ſagt man, daß ſie geſaͤttigt ſind: und wenn beyde Koͤrper ge⸗ ſaͤttigt ſind, ſo ſagt man, die Maſſe ſey in ein Neu⸗ Ptralſalz verwandelt. Wenn eine Saͤure mit weniger von irgend einer Subſtanz vereinigt iſt, als zu deren Saͤttigung erfo⸗ dert wird; ſo verhaͤlt ſich die Verwandſchaft mit dem fehlenden Theile ihrer Grundlage, wie das Ver⸗ haͤltniß, welches der fehlende Theil, zu dem Ganzen hat, welches die Saͤure ſaͤttigen kann. Wenn alſo 100 Gr Vitriolſaͤure nur mit 55 Theilen Kalcherde verbunden ſind; ſo ſollte ihre Verwandſchaft mit den fehlenden 5*⁴ Theilen, als die Haͤlfte der gan⸗ zen Verwandſchaft, gerechnet werden, weil 55 die Haͤlfte von 110 iſt: aber ihre Verwandſchaft mit dem zuruͤckbehaltenen Theile iſt wie ihre ganze Ver⸗ wandſchaft. Ich t bch de bomn faret Vi Sa lren die e, oder Aagabe ſäͤrk⸗ loigeſes el Di von aln welcher ang auf ir einen ͤl, das Wenn gt man, rper ge⸗ ein Neu⸗ deiner erfo⸗ k w as er⸗ Ganzen enn alſo falcherde aaft mit der gan⸗ il 55 de haft mi unge N⸗ 39 ·— 39 Ich werde nun zeigen wie alle Zerſetzungen, wo⸗ bey dieſe 3 Saͤuren und die oben erwaͤhnten Grund⸗ lagen allein in Betrachtung kommen, leichtlich er⸗ klaͤret werden koͤnnen. Bey allen Zerſetzungen muͤſſen wir beobachten, erſtlich, die Kraͤfte welche einer Zerſetzung wider⸗ ſtehen, und die Koͤrper in ihrem gegenwaͤrtigen Zu⸗ ſtande zu erhalten ſuchen; zweytens, die Kraͤfte, welche eine Zerſetzung und eine neue Vereinigung zu bewirken vermoͤgen. Die erſten werde ich die ruhenden Verwandſchaften, und die zweyte Art die zerſetzenden nennen. Eine Zerſetzung wird allezeit ſtatt haben, wenn die Summe der zerſetzenden Verwandſchaften groͤßer iſt, als jene der ruhenden; und im Gegentheil, wird keine Zerſetzung geſchehen, wenn die Summe der ruhenden Verwandſchaften groͤßer, oder jener der zerſetzenden gleich iſt: alles was wir daher thun muͤſſen, iſt, daß wir die Summen einer jeden die⸗ ſer Kraͤfte vergleichen. Wenn alſo eine Aufloͤſung von vitrioliſirten Weinſtein und Salpeter-Selenit gemiſcht werden; ſo wird eine doppelte Zerſetzung geſchehen, indem ein aͤchter Selenit und Salpeter das Reſultat einer ſolchen Miſchung ſind. Ruhende Verwandſchaften. Vitriolſaͤure zu firen vegetabiliſchen Alkali 21 5 Salpeterſaͤure zu Kalcherde. 96 Summe der ruhenden Verwandſchaften. 311 (14 Zer⸗ 4⁰ K Zerſetzende Verwandſchaften. Vitriolſaͤure zu Kalcherde 110 Salpeterſaͤure zu vegetabiliſchen Alkali 215 Summe der zerſetzenden Verwandſchaften. 325 Hier muß nothwendig eine doppelte Zerſetzung erfolgen. Dieſelbe doppelte Zerſetzung wird bewirkt wer⸗ den, wenn anſtatt des vitrioliſirten Weinſteins, Glaubers Salz gebraucht wird;( Margr. 392) denn die Summe der ruhenden Verwandſchaften iſt 261 und jene der zerſetzenden 275. So auch, wenn vitrioliſcher Salmiak gebraucht wird; denn die Summe der ruhenden iſt 186 und die der zerſetzenden 195, oder Epſomſalz(¶Margr. 390. Mem. Par. 1778 S. 339) oder Alaun. (Marg. 387.) Jedoch ſind die Beſtimmungen in Abſicht des Aauns nicht voͤllig ſo genau, als die vorhergehenden, weil, da der Alaun, er ſey vitrioliſch, ſalpeterig, oder Kochſalzartig, allezeit einen Ueberſluß an Saͤure behaͤlt, der Saͤttigungs⸗ punkt nicht genau gefunden werden kann, wie ich ſchon angemerkt habe, und bekannt genug iſt: je⸗ boch iſt das Uebergewicht an Seiten der zerſetzen⸗ den Verwandſchaften, wie es ſeyn muß. Wenn anſtatt einer Aufloͤſung eines Salpeter Selenits, die eines Kochſalz Selenits, mit den Aufloͤſungen der obenerwaͤhnten vitrioliſchen Mittelſalze gemiſcht wird; ſo wird dieſelbe Art einer doppelten Zerſez— zung ſtatt finden, und es wird ein wahrer Selenit gebil⸗ 110 215 — 1l aß erſegun rt wer⸗ nſteins, . 39²) nften iſt dauch, ; denn die der Nargr. Maun. gen in die et ſeh alezeit igungs⸗ wie ich ſt: je⸗ erſetzen⸗ Venn Selenits döſongen gemſct rip Seerit gebil⸗ — 41 gebildet werden( Margr: 382) und man wird bey der Berechnung allezeit ſinden, daß die Sum⸗ me der zerſetzenden Verwandſchaften jene der ru⸗ henden beſtaͤndig uͤberſteigt. So auch wenn eine Aufloͤſung von vitrioliſirten Weinſtein mit einer Aufloͤſung von Salpeter⸗ oder Epſom⸗Salz gemiſcht wird; ſo wird eine dop⸗ pelte Zerſetzung erfolgen, ob ſich gleich keine ſicht— bare Veraͤnderung in der vermiſchten Fluͤſſigkeit zei⸗ gen wird, weil vitrioliſches Epſom⸗Salz ſehr auf⸗ loͤsbar in Waſſer iſt; es wird folglich nicht nieder⸗ geſchlagen wie Selenit, wegen ſeiner Unaufloͤsbarkeit. (Mem. Par 1778. p. 338.) Im erſten Fall iſt die Summe der ruhenden Kraͤfte 290 und der zerſetzen⸗ den 295; und im zweyten Fall, die der ruhenden 286 und der zerſetzenden 295. Wenn eine Aufloͤſung von Glaubers Salz mit jener von Salpeter oder Epſom Salz ver⸗ miſcht wird, ſo wird ſich ebenfalls eine unſichtbare doppelte Zerſetzung ereignen,(Mem. Par. ibid.) Folglich hatte ſich Herr Quatremere Dijon⸗val welcher neulich dieſe doppelteZerſetzung leugnete(Roz. Maj. 1782 S. 392) gewiß betrogen. Im erſten Fall iſt die Summe der ruhenden Verwandſchaften 240, und der zerſetzenden 45; und im zweyten Fall, die der ruhenden 236, und der zerſetzenden 338. Ferner, wenn eine Auflöſung von Salpeter mit einer Aufloͤ⸗ ſung Kochſalz Selenit vermiſcht wird; ſo wird eine unſichtbare doppelte Zerſetzung erfolgen,(Mem. Par. 1778 p. 341;3) indem die Summe der ru⸗ C 5 henden 42— henden Verwandſchaften 304, und die der zerſetzen⸗ den 313 iſt. Wenn eine Aufloͤſung ſalpetrigten Epſom⸗Sal⸗ zes mit der von Kochſalz Selenit vermiſcht wird, ſo wird eine doppelte Zerſetzung die Folge ſeyn,(17 Roz. 393) weil die Summe der ruhenden Ver⸗ wandſchaften 164, und die der zerſetzenden 167 iſt. Aus dieſen allen ziehe ich den Schluß: erſtlich, daß, da die Menge einer jeden Verwandſchaft, wie hier angegeben iſt, vollkommen mit allen bis jezt bekannten Thatſachen, welche ziemlich zahlreich ſind, uͤbereinſtimmet, jene Angabe ganz genau, oder beynahe ſo angeſehen werden moͤge. Zweytens, daß dieſe Zerſetzungen vollkommen mit der vorzuͤglichern Verwandſchaft beſtehen, welche bisher der Vitriol⸗ und Salpeterſaͤure mit fixen Laugenſalzen, vor je⸗ ner welche dieſe Saͤuren zu Erden haben, allgemein zugeſchrieben iſt, und die angenommenen Geſetze der Verwandſchaften nicht im geringſten verletzen, wie die Herrn Marher, Monnet und neuerlich Herr Cornette in den Pariſer Beobachtungen von J. 778 S. 330 beweiſen. Man findet jedoch eine Beobachtung in dem ſchaͤtꝛbaren Magazin chemiſcher Wiſſenſchaften, Herr Crell's Chemiſchen Journale,*) welche beym erſten *) 6 Theil. S. 78. erſtlich, t, wie is jezt cſind, oder 8, daß lichern itriol⸗ er ſe⸗ mein dde 1, we hden 778 in dem en, Heer e beym erſte —= 43 erſten Anblick einer der obigen Beſtimmungen ent⸗ gegen zu ſeyn ſcheinet; es wird daſelbſt geſagt, daß wenn Aufloͤſungen von einem Theil Alaun und zwey Theilen gemeinen Salz zuſammen gemiſcht, bis auf einen gewiſſen Grad abgedunſtet, und zum Cry⸗ ſtalliſiren hingeſezt werden, ein Glauberſches Salz gefunden wuͤrde; aber in dieſem Fall iſt die Summe der ruhenden Verwandſchaften 33, und die der zerſetzenden nur S23. Ich habe dieſen Verſuch ohne Erfolg wiederholt, und in der That geſtehet der Verfaſſer ſelbſt daß er nie gluͤckt, als nur bey der ſtrengſten Kaͤlte. Wenn er uͤberhaupt gluͤckt, ſo muß die Zerſez⸗ zung von einem groſſen Ueberfluß an Saͤure in dem Alaun entſtehen, welche auf das gemeine Salz wirkte, und ſolches zerſezte; und dieſe Erklaͤrung wird durch die geringe Menge Glauberſchen Salzes, welches, wie man ſagt, durch dieſen Proceß erhalten wird, beſtaͤtigt; denn von 30 fP gemeinen Salz und 16 6 Alaun wurden nur 15 †5 Glauberſches Salz erzeugt; da doch, wenn aller Alaun zerſezt waͤre, nach mei⸗ ner Berechnung von dem Verhaͤltniß der Saure in verſchiednen Salzen, 20 ½ und nach Herr Berg⸗ mann 22 t5 Glauberſches Salz gebildet ſeyn ſollten. Auſſer dieſen Kraͤften giebt es noch andre, wel⸗ che die Mittelſalze beſitzen, vermoͤge derer ſie ſich mit gewiſſen Subſtanzen verbinden, ohne irgend eine, oder doch nur eine ſehr geringe Zerſetzung zu erleiden; und ſo dreyfache, und zuweilen vierfache Salze bilden. Dieſes verurſacht ofters Unrichtig⸗ keiten 44— keiten, und iſt bisher noch nicht hinlaͤnglich unter⸗ ſucht.*) Beſonders haben fuͤchtige Laugenſalze dieſe Kraft; und hieraus entſtehet vielleicht der Un⸗ terſchied zwiſchen Herr Bergmanns Tabelle und der meinigen, wegen des Verhaltens dieſer Lau⸗ genſalze zu der Bitterſalzerde; denn daß jene bey voͤl⸗ liger Aezbarkeit die Bitterſalzerde aus dem Epſom⸗ Salz nicht voͤllig niederſchlagen, geſchiehet deshalb, weil ſie ſich mit dieſem Salze vereinigen und ein drey⸗ faches Salz bilden. Nach meiner Tabelle haben alle drey minerali⸗ ſche Saͤuren gleiche Verwandſchaft mit ſixen vege⸗ tabiliſchen Laugenſalzen, welches ohnſtreitig manchen auſſerordentlich ſcheinen wird, weil bekannt iſt daß Vitriolſaͤure ſo wohl den Salpeter als das Salz des Sylvius zerſezt; aber man muß bemerken, daß vi⸗ trioliſirter Weinſtein ebenfalls durch Salpeter- und Kochſalzſaͤure zerſezt wird, wie Herr Beaume Nargraaf und Bergmann, gefunden haben; und Salpeter wird durch die Kochſalzſaͤure zerſezt, wie Herr Cornette in den Pariſer Denkſchriften von 1778 weitlaͤuftig gezeigt hat, und nicht nur dieſe Salze, ſondern auch Glauberſches Salz und vitrio⸗ liſcher Salmiak, werden durch die Salpeterſaͤure zerſezt; und auch dieſe Salze, zuſamt dem cubiſchen Salpeter und ſalpetrigten Salmiak, werden durch die *) In meiner naͤchſten Schrift werde ich einige Aus⸗ nahmen unterſuchen, welche aus dieſer Quelle ent⸗ ſpringen. Unter, enſolze d Un⸗ le ud dr h beydie Epſom eshal n drey⸗ nerali⸗ bege⸗ anchen ſt, daß ah des doß bi⸗ „und ume und „wi en von rdieſe bitrio⸗ erſaure lbiſchen durch de ge Ai Gulkent —— 45 die Kochſalzſaͤure zerſezt, wie Herr Bergmann und Cornette bemerkt haben. Alles dieſes zeigt, daß dieſe Zerſetzungen die Wirkung einer doppelten Verwandſchaft, oder wenigſtens zuſammengeſezter Kraͤfte ſind. Ich vermutete immer, daß ſie von den verſchiedenen Faͤhigkeiten dieſer Saͤuren elemen⸗ tariſches Feuer aufzunehmen, entſtaͤnden; allein da mir der Gegenſtand wichtig ſchien, ſo machte ich zu mehrer Gewißheit eine Reihe von Verſuchen, welche von den bisher gemachten in verſchiedener Nuͤckſicht unterſchieden ſind; beſonders darin, daß keine Hitze angebracht wurde, und die Zerſetzung nicht durch die Cryſtalliſation, ſondern durch andre ſichre Kenn⸗ zeichen entdeckt wurde. Erſtlich verſchafte ich mir gleiche Gewichte von jeder der mineraliſchen Saͤuren, wovon jede dieſelbe Menge eigentliche Saͤure enthielt; und da ich eine jede ploͤtzlich auf eine Unze deſſelben Weinſteinoͤls goß; ſo hatte ich folgende Reſultate, da die Tem⸗ peratur von allen, vor der Miſchung 68“0 nach Fah⸗ renheit war. 100 Gr. Vitriolſaͤure, welche 26, 6 Gr. aͤchte Saͤure enthielten, auf 480 Weinſteinoͤl gegoſſen, hoben das Thermometer auf 1389 100 Gr. Salpetergeiſt, welche ebenfalls 26, 6 Gr. aͤchte Saͤure enthielten, auf dieſelbe Art auf 480 Gr. deſſelben Weinſteinoͤls geſchuͤttet, bewirk⸗ ten eine Hitze von 1200. 100 Gr. Salzgeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 220 war, und welche 26, 6 Gr. achte Saͤure enthiel⸗ 45— enthielten, auf die obige Menge deſſelben Wein⸗ ſteinoͤls geſchuͤttet, hoben das Thermometer von 69 auf 1290. Hieraus folgt, daß die Vitriolſaͤure mehr ſpe⸗ ciſiſches Feuer enthaͤlt, oder wenigſtens mehr von ſich giebt, indem ſie ſich mit fixen vaugenſalzen ver⸗ bindet, als weder die Salpeter⸗ noch Kochſalzſaure thut. Deshalb wenn die Vitriolſaͤure entweder mit Salpeter oder dem Sylvius-Salze in Beruͤhrung kommt: ſo gehet ihr Feuer in dieſe Saͤuren uͤber, welche dadurch auf einen hohen Grad verduͤnnet, und ſo von ihrer alkaliſchen Grundlage ausgetrie⸗ ben werden, deren ſich dann die Vitriolſaͤure be⸗ maͤchtigt. Dieſe Erklaͤrung iſt durch folgende Ver⸗ ſuche beſtaͤtigt. In 400 Gr. Vitriolgeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 362 war, that ich 60 Gr. Salpeter. Das Thermometer fiel von 68 auf 60 und waͤhrend dieſer Zeit war die Salpeterſaͤure nicht ausgetrieben, denn ich warf einige Kupferfeilſpaͤne hinein, und auf dieſe wurde nicht im mindeſten gewirkt; aber fuͤnf Minuten nachher erhizten ſie ſich ſichtbarlich, welches beweiſet, daß die Salpeterſaͤure anfieng ausgetrieben zu werden. Ferner, zu 400 Gr. Vitrioloͤl, deſſen ſpeci⸗ fiſche Schwere 1, 870 war, ſchuͤttete ich 60 Gr. Salpeter. Das Thermometer ſtieg ſo fort von 68 auf 1050, und die Salveterſaͤure wurde in der Ge⸗ ſtalt eines ſichtbaren Rauchs ausgetrieben. Dieſe Verſuche n Wein⸗ Rater von mht ſer mehr m ülhen de dſalzſture veder mi rüͤhrung en uͤber, ndͤnnet, usgetrie⸗ aute be⸗ de Ver⸗ eriiſche lpeter. aheend rrieden, n, und kt; abet tbarlich, anfieng en peii bo b bun TAer ge⸗ Dieſe zerſuche — 47 Verſuche beweiſen, 1) daß Mittelſalze, durch bloſſe Aufloͤſung in einer Saͤure, welche von der, welche ſie ſelbſt beſitzen verſchieden iſt, nicht zerſezt werden. 2) daß die Salpeterſaͤure, indem ſie in Dunſt verwandelt worden, eine große Menge Feuer ein⸗ geſchluckt hatte. Aber da das vitrioliſche in dieſen beyden Verſuchen in weit groͤßerer Menge vorhan⸗ den war, als zur Saͤttigung der alkaliſchen Grund⸗ lage des Salpeters noͤthig war, ſo ſchuͤttete ich 60 Gr. Salpeter in 64 des obigen Vitriolgeiſts, welche dieſelbe Menge aͤchte Vitriolſaͤure enthielten, wie die 60 Gr. Salpeter von der Salpeterſaͤure, und that 40 Gr. Waſſer hinzu, wie auch einige wenige Gran Kupferfeilſpaͤne. In weniger denn 2 Stunden wurde auf das Kupfer gewirkt, und folglich war die Salpeterſaͤure ausgetrieben. Ferner, zu ohngefaͤhr 400 Gr. Vitrioloͤl, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 870 war, ſchuͤttete ich 100 Gr. Kochſalz; es erhizte ſich augenblicklich, und trieb die Kochſalzſaͤure in der Geſtalt eines weißen Dampfs aus. Ein in die Fluͤßigkeit gehaltenes Thermometer ſtieg nur 4“; aber wenn es in den Schaum gehalten wurde, ſtieg es auf 100, und fiel wieder wenn es in die Fluͤßigkeit wiederum einge⸗ laſſen wurde: woraus folgt, daß die Vitriolſaͤure ihr Feuer der Kochſalzſaͤure abgab, und daß dieſe leztere mehr erhielt als ſie, auch in Dunſtgeſtalt aufnehmen konnte, und theilte alſo der beruͤhrenden Fluͤßigkeit Hitze mit. Aus 48 Aus dieſen Verſuchen erhellet, daß die Salpe⸗ ter⸗ und Kochſalzſaͤuren Feuer von der Vitriolſaͤure erhalten, und in einen luftfoͤrmigen Zuſtand verſezt, oder wenigſtens ſo ſehr verduͤnnet werden, daß ſie von ihrem alkaliſchen Grundtheile ausgetrie⸗ ben werden, ohngeachtet ihre Verwandſchaft mit dieſem Theile eben ſo ſtark ſeyn mag, als die mit der Vitriolſaͤure. Ich fuhr hiernaͤchſt fort zu unterſuchen, wie vi⸗ trioliſirter Weinſtein und Glaubers Salz durch Salpeterſaͤure zerſezt werden. In 400 Gr. Sal⸗ petergeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 355 war, und welche ohngefaͤhr 105 Gr. aͤchte Saͤure enthiel⸗ ten, ſchuͤttete ich 66 pulveriſirten vitrioliſirten Wein⸗ ſtein. Das Thermometer, welches auf d80 ſtand, wurde nicht im geringſten bewegt, ob es gleich in dieſer Miſchung ſtand; und es war faſt kein Zeichen einer Aufloͤſung vorhanden. Um zu ſehen ob die Vitriolſaure losgemacht ſey, ſchuͤttete ich einige Gran geſtoßenen Spießglaskoͤnig in die Fluͤßigkeit: in 24 Stunden war die Vitriolſaͤure losgemacht; denn der Koͤnig war angegriffen, und die Fluͤßigkeit wurde gruͤnlich. Dieſes Halbmetall, welches in einer Miſchung von Vitriol und Salpeterſaͤure aufoͤsbar iſt, iſt es in keiner von beyden allein; jedoch blieb noch ein großer Theil des vitrioliſirten Weinſteins unaufgeloͤſt. Hernach ſchuͤttete ich dieſelbe Menge vitrioliſirten Weinſtein in 400 Gr. Salpetergeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere, 478 war; das Ther⸗ mometer ſtieg von 67 auf 79⁰, der vitrioliſirte Wein⸗ V Salpe⸗ diolſäure drſest, dn, dß alsgerie ſchof i is die m , wie bi t durch Gr. Sal⸗ ſ war, e enthiels ten Vein⸗ Sö ſtand, gleich in Heichen ob die .Gen a. Wap denn der eit wurde in aner daudebar jedoch blch Wäinſten gelbe Muy Salperene N. dii hr e rtüſte Dä⸗ — 49 Weinſtein wurde geſchwind aufgeloͤſt, und der Spieß⸗ glaskoͤnig zeigte, daß die Vitriolſaͤure losgemacht war. Hieraus folgt, daß in dem lezten Verſuche, da die Salpeterſaͤure mit der alkaliſchen Grundlage die⸗ ſelbe Verwandſchaft hat, als die Vitriolſaͤure, aber waͤhrend der Aufloͤſung mehr Feuer von ſich gab, als noͤthig war, um die Aufloͤſung zu bewirken, die Vitriolſaͤure, indem ſie dieſes Feuer erhielt, losge⸗ riſſen wurde; denn da ſie ſich nicht mit Laugenſal⸗ zen verbinden kann, ohne Feuer von ſich zu geben; ſo muß ſie, wenn ſie dieſes Feuer zuruͤck erhaͤlt, die⸗ ſelben verlaſeen. Die Urſach warum die Salpeter⸗ ſaͤure, welche eigentlich weniger Feuer enthaͤlt, als die Vitriolſaͤure, ſo viel abgiebt, iſt, weil in die⸗ ſen beyden Verſuchen ihre Menge viel groͤßer iſt, als die der Vitriolſaͤure, indem ſie in dem erſten wie 105 zu 17, und in dem zweyten wie 158 zu 17 iſt. Aus dieſer Urſach that ich zu 60 Gr. Salpeter⸗ geiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 355 war, 1000 Gr. Waſſer, und in dieſe verduͤnnte Saͤure ſchuͤttete ich 60 Gr. vitrioliſirten Weinſtein, welche genau dieſelbe Menge Saͤure enthielten als die 60 Gr. des Salpetergeiſts. Nach acht Tagen war der vitrio⸗ liſirte Weinſtein faſt gaͤnzlich aufgeloͤſt; doch konnte ich kein Zeichen ſeiner Zerſetzung wahrnehmen, und nach der Abdunſtung wurde kein Salpeter gefunden. Hieraus ſchließe ich, daß die Salpeterſaͤure den vi— trioliſirten Weinſtein, ohne die Beyhuͤlfe der Hitze nie zerſetzen kann; und nur dann, wenn ſie betraͤcht⸗ Kirw. Verſ. 1. B. 2. St. D lich —‧=——— 5⁰° lich viel mehr Feuer enthaͤlt, und durch die Aufloͤ⸗ ſung dahin gebracht wird, dieſes Feuer von ſich zu geben. Die Zerfetzung des Glaubers Salzes und des ditrioliſchen Salmiaks,(wovon keine, wie Hr. Bergmann bemerkt hat, je gaͤnzlich geſchiehet) kann auf dieſelbe Art erklaͤrt werden; denn die auch noch ſo ſehr verduͤnnte Vitriolſaͤure zerſezt ſowohl Salpeter als ſalpetrigten Salmiak gaͤnzlich. Vitrio⸗ liſirter Weinſtein wird auch durch die Kochſalzſaͤure zerſezt, wiewohl ſehr langſam; aus denſelben Gruͤn⸗ den, und unter denſelben Umſtaͤnden, wie er durch die Salpeterſaͤure zerſezt wird, welches auch aus fol⸗ gendem Verſuche erhellet. In 400 Gr. Salzgeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 220 war, ſchuͤttete ich 60 Gr. vitrioliſirten Weinſtein. Das Thermome⸗ ter wurde nicht im geringſten bewegt, und das Salz ſehr langſam aufgeloͤſt. Um zu ſehen, ob die Vitriolſaure losgeriſſen waͤre, that ich etwas pul⸗ veriſirten Wismuth hinzu; in 12 Stunden war der Wismuth zum Theil aufgeloͤſt, und konnte durch Hinzugießung des Waſſers nicht niedergeſchlagen wer⸗ den; ein Beweis, daß er durch die vermiſchte Saͤure in Aufloͤſung gehalten wurde, welche allein die Ei⸗ genſchaft hat, deſſen Niederſchlagung durch Hinzu⸗ gieſſen des Waſſers zu verhindern, wie Hr. Wen⸗ zel entdeckt hat. Hier war die Menge der Koch⸗ ſalzſaͤure viel groͤßer als die der Vitriolſaͤure; und folglich enthielt ſie mehr Feuer; aber dieſer Um⸗ ſtand iſt allein nicht hinreichend; ſie muß auſſerdem dahin gebracht werden, ihr Feuer durch die Aufloͤ— ſung von ſich zu geben. Dieſes erhellet aus den Verſu⸗ die Außl- m ich alts und e, wiehr. gäche) mn dieac at ſove b. Ditri hſatzſäure den Grüͤn⸗ er duch hausffol⸗ Salggeiſ, üͤtrete ic hermome⸗ das Saß „oh die vas pul⸗ war der e duch lagen wer⸗ hte Siun ein die E⸗ wch Hiazir Hr. Wer⸗ z der Koc⸗ dſtuuez ud dieſer Vw⸗ uß auſetde ch de 16 elt urie Nerſu⸗ — 7 Berſuchen des Hrn. Cornette; denn wenn er eine halbe Unze vitrioliſirten Weinſtein, welcher vorher im Waſſer aufgeloͤſt war, mit zwey Unzen Salzgeiſt vermiſchte; ſo wurde der vitrioliſirte Weinſtein nicht zerſezt:(Pariſer Abhandl. J. 1778. S. 49.) denn da er bereits aufgeloͤſt war, ſo wurde durch deſſen Vermiſchung mit dem Satzgeiſt, weder Hitze noch Kaͤlte erzeugt, und folglich gab der leztere kein Feuer von ſich. Hr. Cornette bemerkte auch, daß Glau⸗ bers Salz durch die Salzſaͤure leichter zerſezt wurde als der vitrioliſirte Weinſtein; dieſes habe ich eben⸗ falls erfahren, und die ÜUrſach iſt, erſtlich, weil Glaubers Salz aufloͤsbarer in Salzgeiſt iſt als vi⸗ trioliſirter Weinſtein: und zweytens, weil deſſen al⸗ kaliſche Grundlage eine groͤßere Menge von der aͤch⸗ ten Salzſaͤure annimmt, als von der Vitriolſzure, da der vitrioliſirte Weinſtein eine gleiche Menge von beyden Saͤuren annimmtv; folglich giebt die Salzſaͤure mehr Feuer von ſich, wenn ſie ſich mit der Grundlage des Glauberſchen Salzes, als wenn ſie ſich mit der des vitrioliſirten Weinſteins verbindet. Vitrioliſcher Salmiak wird ebenfalls aus derſel⸗ ben Urſach von der Kochſalzſaͤure zerſezt; aber in allen dieſen Faͤllen muß die Menge der Kochſalzſaͤure die der Vitriolſaure weit uͤbertreffen, oder es wird keine Zerſetzung ſtatt finden. Die Zerſetzung des ſalpetrigen Mittelſalzes durch die Kochſalzſaͤure be⸗ ruhet auf denſelben Grundſaͤtzen. Hr. Cornette fand, daß eubiſcher Salpeter leichter zerſezt wurde als prismatiſcher; und dem zufolge wurden waͤh⸗ d 2 rend 52— rend der Aufloͤſung des prismatiſchen Salpeters nur 30 Kaͤlte hervorgebracht; aber waͤhrend der Aufloͤ⸗ ſung des cubiſchen fiel das Thermometer 60; ein Beweis, daß der Salzgeiſt in dem leztern Fall mehr Feuer von ſich gab als in dem erſtern: und die Menge deſſelben muß allezeit groͤßer ſeyn als die in der mineraliſchen Laugenſalze enthaltenen Salpe⸗ terſaͤure, weil dieſes zu ſeiner Saͤttigung mehr von der Kochſalz⸗ als von der Salpeterſaͤure erfodert, wie wir bereits geſehen haben. Jedoch zerſezt die Salpeterſaͤure auf ihrer Seite das Salz des Sylvius und das Kochſalz, wie Hr. Margraaf gezeigt hat; aber ſie muß allezeit in groͤſ⸗ ſerer Menge vorhanden ſeyn, als die Kochſalzſaͤure, damit ſie eine hinlaͤngliche Menge Feuer zu dieſer Wirkung enthalte. Zu 400 Gr. farbeloſen Salpe⸗ tergeiſt, deſſen ſpecifiſche Schwere 1, 478 mar, that ich 60 Gr. gemein Salz; es erhizte ſich geſchwind und wurde roth; doch ſtieg das Thermometer nur 2⁰; ein Zeichen, daß die Kochſalzſaͤure den groͤßeren Theil des Feuers, welches die Salpeterſaͤure von ſich gegeben hatte, verzehret hatte, und ſo ausgetrie⸗ ben war. Zudem beſchleunigte, in dieſem Fall, die hoͤhere Verwandſchaft der Salpeterſaͤure mit dem mineraliſchen Alkali die Zerſetzung; und folglich ge⸗ ſchiehet die Zerſetzung ohne Aufloͤſung, da doch die Kochſalzſaͤure den cubiſchen Salpeter nicht eher zer⸗ ſezt, bis ſie ſolchen aufgeloͤſt hat, welches bemer⸗ kenswerth iſt. Dieſe wechſelsweiſe Austreibung der Salpeter⸗ und Kolchſalzſaͤure durch einander iſt die wahre der ertkia 5 dug ters nur er Auftö⸗ boz ein zul wehr und die ls diein Eahe nehr don erfodert er Seite wie Hr. tingeaͤſ⸗ alzſͤure, dieſer Galpe⸗ that hwind er vat adßeren von ſich sgetrie⸗ en Fal, mit den glch ge⸗ doch die ther ze⸗ 3 bemer bonyber tij de wahre V 1 — 53 wahre Urſach, warum man ſowohl durch Hinzu⸗ thuung des Salpeters oder ſalpetrigen Salmiaks zu Salzgeiſt, als durch Hinzuthuung des gemeinen oder ammoniakaliſchen Salzes zu Salpetergeiſt, Koͤnigs⸗ waſſer erhaͤlt; wie es Hr. Cornette ſehr wohl an⸗ gemerkt hat. Selenit wird ſo wenig durch die Salpeter⸗ als Kochſalzſaͤure zerſezt, wie die Hrn. Chaptal und Cor⸗ nette bemerkt haben; die Urſach erhellet aus den obigen Grundſaͤtzen; er wird von keiner von beyden, ohne Beyhuͤlfe von Hitze aufgeloͤſt, und dann wird die Aufloͤſung durch eine fremde Hitze bewirkt, und nicht durch die, welche dieſe Saͤuren von ſich geben, wenn ſie ohne Beyhuͤlfe von Hitze wirken. Endlich, wenn ein vitrioliſches Mittelſalz, das man entweder durch die Salpeter⸗oder Kochſalzſaͤure zerſezt, bis auf einen gewiſſen Grad abgedunſtet wird, ſo treibt die Vitriolſaͤure gegenſeitig dieſe beyden Saͤuren aus; denn nachdem der freye Theil der vo⸗ rigen Saͤuren durch die Hitze der Abdunſtung ausge⸗ trieben iſt; ſo fangen dieſe Mittelſalze an zu cry— ſtalliſiren und geben folglich Hitze von ſich; da aber die Vitriolſaͤure in groͤßern Verhaͤltniß iſt; ſo reagirt ſie auf dieſe Salze, giebt ihr ſpecifiſches Feuer ihrem ſauren Grundweſen wieder, und verbindet ſich wie⸗ der mit ihrer alkaliſchen Grundlage, wie bereits erklaͤret iſt. Hieraus folgt, daß, obgleich Alaun wirklich durch die Salpeter⸗ und Kochſalzſaͤure zerſezt wird, D 3 den⸗ 34 dennoch bey ſtarker Abdunſtung dieſer Aufloͤſung, die Vitriolſaͤure,(wovon der Alaun einen groͤßern Theil enthaͤlt als irgend ein andres erdigtes Mittelſalz), auf der Salpeter⸗ und Kochſalz⸗ Alaun reaggirt, und ihre Saͤuren austreibt, wie Hr. Chaptal ge⸗ zeigt hat. In Erklaͤrung dieſer Erſcheinungen bin ich durch⸗ gaͤngig den wohlbekannten Lehre des Dr. Black ge⸗ folgt; naͤmlich, daß feſte Koͤrper, waͤhrend der Aufloͤ⸗ ſung, Hitze in ſich nehmen. Sowohl die Hitze als Kaͤlte, welche in verſchiedenen Aufloͤſungen hevorge⸗ bracht werden, ſcheinen mir auf demſelben Grund⸗ ſatze zu beruhen. Wenn das Aufloͤſungsmittel nur ſo viel oder ſelbſt weniger ſeines Feuers von ſich giebt, als das Aufzuloͤſende aufnehmen kann, ſowird Kaͤlte hervorgehracht; aber wenn es mehr von ſei⸗ nem ſpecifiſchen Feuer von ſich giebt, als das Auf⸗ zuloͤſende in ſich nehmen kann; ſo wird dieſer Ue⸗ berfluß merklich, und wirkt auf das Thermometer, im Verhaͤltniß der Menge von Hitze, welche hervor⸗ gebracht wird. Von der Verwandſchaft der mineraliſchen Saͤuren zu metalliſchen Subſtanzen. Nsdem ich alſo in jedem Fall die Uebereinſtim⸗ mung zwiſchen der Menge von irgend einer alkaliſchen oder erdigten Grundlage, welche bis zur Saͤttigung von einem gegebenen Gewicht irgend einer der drey mineraliſchen Saͤuren aufgenommen wied un ng die Sheil dſalz) nagit, dtalge durc ſack ge Auft⸗ ße alo vorge⸗ Hrund⸗ tel nur dn ſch ſowird N ſei⸗ Auf⸗ einſtime nd einer ebſe ſar ndeier 1 wied, und — 55 und die Groͤße der Verwandſchaft, welche eine jede dieſer Saͤuren mit einer ſolchen Grundlage hat, feſtge⸗ ſezt hatte; ſo richtete ich natuͤrlicherweiſe mein Au⸗ genmerk auf metalliſche Subſtanzen, um zu verſu⸗ chen, ob dieſe Uebereinſtimmung auch in Ruͤckſicht auf dieſe erforſcht werden koͤnne; aber die Schwie— rigkeiten, welche ſich bey dieſer Unterſuchung ereig⸗ neten, waren ſo groß, daß man nicht denſelben Grad von Gewißheit erwarten muß, als in der vor⸗ hergehenden. Metalliſche Subſtanzen werden, wenn ſie von allen fremden Miſchungen gehoͤrig befreyt ſind, ent⸗ weder in einem reguliniſchen Zuſtande, oder als Kalch erhalten. Dieſe Kalche, wenn ſie durch Feuer ge⸗ bildet werden, ſind beſtaͤndig mit mehr oder weniger von der Luftſaͤure verbunden, welche ſehr ſchwer davon getrennt, und ſehr bald wieder eingeſogen wird. Werden ſie durch Aufloͤſung gebildet, ſo halten ſie eben ſo gewoͤhnlich einen Theil ihres Aufloͤſungs⸗ oder Niederſchlagsmittels zuruͤck; ſo daß das genaue Gewicht des wahren metalliſchen Theils ſchwerlich feſtgeſezt werden kann. Aber wenn dieſes auch leicht zu bewirken waͤre; ſo wuͤrden ſie doch groͤßeſten Theils zu meinem Vorhaben ungeſchikt ſeyn, weil die meiſten davon, wenn ſie ſehr dephlogiſtiſirt ſind, in einigen oder auch wohl allen Saͤuren unaufloͤsbar ſind: daher waͤhle ich zum Gegenſtande meiner Ver⸗ ſuche Metalle in ihrem metalliſchen Zuſtande. Dieſe beſtehen aus ſpecifiſch verſchiedenen Erden und Phlo⸗ giſton; und hievon muͤſſen ſie einen Theil verlieren, d 4 ehe 55— ehe ſie in Saͤuren aufgeloͤſt werden koͤnnen. Aber außer dem Phlogiſton, welches in einer luftigen Ge⸗ ſtalt entfliehet, wird noch weit mehr davon,(ob es gleich von der metalliſchen Erde geſchieden iſt) durch die Verbindung der Saͤure und des Kalchs, in der Aufloͤſung zuruͤckgehalten. Dieſer, durch die ver⸗ ſchiedenen Saͤuren ſo verſchiedentlich dephlogiſtiſirte Kalch iſt es, deſſen Verhaͤltniß ich feſtzuſetzen be⸗ muͤhet war. Die groͤſte Schwierigkeit, welche ſich bey dieſer Unterſuchung fand, war, die genaue Menge der zur Saͤttigung der metalliſchen Subſtanzen noͤthigen Saͤuren zu finden; denn alle metalliſche Aufloͤſungen roͤthen eine Aufloͤſung von Lackmus; und enthalten folglich einen Ueberfluß an Saͤure. Die Urſach hie⸗ von iſt, weil die Salze, welche durch ein gehoͤriges Verhaͤltniß metalliſcher Kalche und Saͤure gebildet werden in Fluͤßigkeiten, welche keine uͤberſchuͤßige Menge von Saͤure enthalten, beynahe unaufloͤsbar ſind; und in einigen Faͤllen muß dieſe Menge, und ſogar deren Verhaͤltniß zu dem waͤßerigen Theil der Fluͤßigkeit, ſehr betraͤchtlich ſeyn, wie in den Aufloͤſungen von Wismuth. Ich bemuͤhete mich da⸗ her vergebens, dieſe Aufloͤſungen, durch kauſtiſche Laugenſalze und Kalchwaſſer, dieſes Ueberfluſſes zu berauben; denn wenn ihnen nur ein Theil der Saͤure entzogen wurde, ſo wurden verſchiedene Metalle ſchon niedergeſchlagen; und alle wuͤrden es, wenn ſie deſſen gaͤnzlich beraubt waͤren. Dieſerhalb war ich genoͤthigt, mich verſchiedener Methoden zu be⸗ dienen, —— Aber mGe⸗ db es durch in dr e b ſtiſer en be⸗ dieſer ſe der higen ungen halten h hie⸗ riges loͤet ſige at ud dheil den ſch da⸗ ſtice ſes zu Säure Netale „wen por ube⸗ jenen, —— 57 dienen, wovon ich hier ein Beyſpiel anfuͤhren will. Ich machte mit der Auſloͤſung des Silbers in der Salpeterſaͤure, weil man ſie ſehr geſaͤttigt haben kann, den Anfang. 657 Gr. dieſer Aufloͤſung enthielten, nach meiner Berechnung, und wenn ich fuͤr die Menge der Saͤure, welche als Salpeterluft weg— gefuͤhrt wurde, etwas zurechnete, 31, 38 Gr. aͤchte Saͤure, und 100 Gr. Silber. Bey dieſer Aufloͤ⸗ ſung fand ich, daß 9 Gr., eben ſo viel von einer verduͤnneten Aufloͤſung von Lackmus ſichtbarlich eben ſo ſtark roͤtheten, als eine Menge Salpetergeiſt, welche 25 von einem Gran aͤchte Saͤure enthielt: und darum urtheilte ich, daß dieſe 9 Gr. einen Ue⸗— berfluß an Saͤure enthielten, welcher s eines Grans betrug: und wenn in 9 Gr. ein ſolches Uebermaaß vorhanden iſt; ſo muß die ganze Aufloͤſung ein Ue⸗ bermaaß, von 5.65 Gran enthalten: dieſe von 31, 38 abgezogen, ſo finden wir, daß die Menge der Saͤure, welche durch 100 Gr. Silber geſaͤttigt wird 25, 78 Gr. betrage. Auf dieſe Art verfuhr ich mit den mehreſten andern metalliſchen Aufloͤſungen. Die vitrioliſchen Aufloͤſungen von Zinn, Wismuth, Spieß⸗ glaskoͤnig, Nickel und Arſenikkoͤnig, welche ein Ue⸗ bermaaß von Saͤure enthalten, ſaͤttigte ich zum Theil mit kauſtiſchen fluͤchtigen Alkali, ehe ich ſie mir dem Aufguß von Lackmus probirte; und ich bediente mich deſſelben Mittels bey der ſalpetrigten Aufloͤſung des Eiſens, Bleys, Zinns und Spießglaskoͤnigs, und bey allen Kochſalzaufloſungen. Das Verhaͤltniß der Vitriol⸗ und Kochſalzſaͤure, welches durch Bley, Sit⸗ ber und Quekſilber aufgenommen wird, beſtimmte 5 D S ich 58 ich durch Berechnung der Menge aͤchter Saͤure, wel⸗ che erfordert wird, dieſe Metalle aus ihrer Aufldͤ⸗ ſung in der Salpeterſaͤure niederzuſchlagen: und von allen Beſtimmungen ſchien mir dieſe die genaueſte zu ſeyn. Da aber alle Vitriole dieſer Metalle obgleich in einem geringen Grade, in der Salpeterſaͤure aufloͤsbar ſind; ſo war ich genoͤthigt, das Reſultat nach andern Betrachtungen zu berichtigen: und die⸗ ſelbe Nothwendigkeit ereignete ſich bey den kochſalzi⸗ gen Bley und Quekſilber. Das Reſultat dieſer Verſuche war, daß 100 Gr. von jeder dieſer Saͤuren, bis zum Saͤttigungs⸗ punkt, von jeder metalliſchen Subſtanz,(welche bis zu einem ſolchen Grade, als zu ihrer Aufloͤſung in jeder Saͤure noͤthig, dephlogiſtiſirt iſt,) die in fol— gender Tabelle ausgedruͤckten Mengen aufnehmen, welche ihren Grad der Verwandſchaft mit jedem Me⸗ talle anzeigen. Tabelle auren 0 48 Oc8 † 91 6 2 Le dand. 06( 86 008 L2e oge cre ger Ort dor 5 9 9 Hvox andx O022 v6 098 00 062 vo 91† Le 998 021 9Le 9 ε dzS ore d 391 o0e O⸗ ꝛanoj 092 oe oos ock ge 818 sr 665 z1b O9e Jomais viu Su ao ldnx ue a 00: 3„e3v, 010g0c 19p!16] wun ze eeen ee eie wie eAnu hen ann unnn waun uns an uoduvg zot in unanp= u⸗vaduzu aoa? 3 „ glec ſſane ſultot ddie⸗ ſah Ioo ngs⸗ ehis gin vpquva* 45 Mv S ele 60——— Doch kann ich nicht ſagen, daß dieſe Zahlen ge⸗ nau ſo ſind, als ich nach meinen Beobachtungen uͤber die Farbe der Aufloͤſung von Lackmus ſetzen koͤnnte; denn dieſe Anzeigen ſind ſo unſicher, daß ich mich nicht durchaus darauf verließ: ſondern ich rich⸗ tete die Zahlen ſo ein, wie ich glaubte, daß es andre Erſcheinungen erfoderten. Jedoch waren die Ab⸗ weichungen nicht ſo betraͤchtlich, um Zweifel zu er⸗ regen, daß nicht faſt alle metalliſche Erden eine ſtaͤrkere Verwandſchaft mit den drey Saͤuren haͤt⸗ ten, als fixe Laugenſalze. Nichts deſto weniger ſind die gemeinen Tabellen, welche metalliſche Subſtan⸗ zen allen andern nachſetzen, in der That richtig; ſie erfodern nur eine andre Benennung, indem ſie in der That eher Tabellen von Niederſchlagungen als von Verwandſchaften ſind; in ſo fern ſie die Ordnung ausdruͤcken, in welcher die metalliſchen Subſtanzen andre aus ihren verſchiedenen Saͤuren niederſchlagen. Aber dieſe Niederſchlagungen ſind gewoͤhnlich das Reſultat einer doppelten Verwand⸗ ſchaft, oder Zerſetzung, da das niederſchlagende Metall dem niedergeſchlagenen ſein Phlogiſton uͤber⸗ laͤßt, indeß das Niedergeſchlagene dem niederſchla⸗ genden ſeine Saͤure giebt. Auch iſt dieſes der Scharfſinnigkeit des Hrn. Bergmanns nicht ent⸗ gangen(2. N. Act. Upſal. 205,) der dies eben⸗ falls durch Verſuche beſtaͤtigt hat, welche ich wie⸗ derholet und richtig befunden habe. Obgleich Kupfer in ſeiner metalliſchen Geſtalt, Silber und Quekſil⸗ ber leichtlich aus der Salpeterſaͤure niederſchlaͤgt; ſo wird doch der Kalch vom Kupfer keines von bey⸗ den müd wei uder nern eirie wii ſe M — 61 den niederſchlagen. Da die hoͤhere Verwandſchaft der Saͤuren mit metalliſchen Erden, vor der mit Laugenſalzen und unmetalliſchen Erden, einen fer⸗ nern Beweis erfodert; ſo werde ich es hier durch einige Beyſpiele ſelbſt von denjenigen Metallen be⸗ weiſen, von welchen man gemeiniglich glaubt, daß ſie die geringſte Verwandſchaft mit Saͤuren haben. Und erſtlich, daß die Salpeterſaͤure eine ſtaͤrkere Verwandſchaft mit Silber als mit ſixen Laugenſal⸗ zen habe, erhellet aus einem beſondern Verſuche des Hrn. Monnet(Diſſolution des Metaux p. 159) Wenn eine Aufloͤſung von Silber in Salpeterſaͤure, in eine vermiſchte Aufloͤſung von ſixen Alkali und ge⸗ meinen Salz gegoſſen wird; ſo wird das Silber durch die Saͤure des gemeinen Salzes, und nicht durch das freye fixe Alkali, welches in der Fluͤßig⸗ keit enthalten iſt, niedergeſchlagen werden: denn man findet ein Hornſilber. Wenn nun die Salpe⸗ terſaͤure eine groͤßere Verwandſchaft mit dem freyen Alkali, als mit dem Silber haͤtte; ſo iſt klar, daß die Zerſetzung durch das freye Alkali bewirkt ſeyn wuͤrde; und dann wuͤrde das Silber rein, und nicht Hornſilber niedergeſchlagen ſeyn: aber weil das lezte ſtatt findet; ſo iſt klar, daß deſſen Niederſchla⸗ gung nicht durch eine einfache, ſondern durch eine doppelte Verwandſchaft bewirkt iſt. Hieraus folgt alſo, daß die Kochſalzſaͤure eine groͤßere Verwand⸗ ſchaft mit dem Silber, als die Salpeterſaͤure mit fixen Laugenſalzen hat. Ich wiederholte dieſen Verſuch mit einer Aufloͤſung von Bley und Quek⸗ ſilber, und das Reſultat war von gleicher Art, indem 62— indem Hornbley und Quekſilberſalz erzeugt wurde. Wegen des Quekſilbers ſind die Verſuche des Hrn. Bayen bekannt genug: er hat gezeigt, daß Bleyvitriol und aͤzender Sublimat ſogar durch kau⸗ ſtiſche fire Laugenſalze, nicht mehr als der Haͤlfte ihrer Saͤure beraubt werden koͤnnen(3 Roz. 93). Ferner was das Bley betrift; ſo wird, wenn vollkommen trockenes Kochſalz auf Bley, welches bis zur Weiſſe erhizt iſt, geworfen wird, das Koch⸗ ſalz zerſezt und Hornbley gebildet werden(¶ Mar⸗ graaf 35 und 38). Auch kann dieſes der Fluͤchtig⸗ machung der Saͤure durch Hitze nicht zugeſchrieben werden; denn das Alkali iſt ſo fixr, als das Bley; und es muß alſo durch die groͤßere Verwandſchaft des Bleykalchs verurſacht werden mit welchem wenn er dephlogiſtiſirt iſt, die Saͤure ſich verbinden kann. Hr. Scheele lehret uns, daß wenn eine Aufloͤſung von Kochſalz mit Glaͤtte digerirt wird, das gemeine Salz zerſezt und ein kauſtiſches Alkali erzeugt werde (Scheele vom Feuer S. 175.) Er zerſezt auch das Kochſalz, indem er deſſen Aufloͤſung blos, durch einen, mit zerſtoßener Glaͤtte gefuͤlleten Trichter lang⸗ ſam durchlaufen laͤßt*). Hr. Turner zerſezt taͤg⸗ lich das gemeine Salz durch Huͤlfe der Glaͤtte. Hr. Scheele zerſezt auch Kochſalzſelenit durch die Glaͤtte, und durch bloße Vermiſchung ohne Beyhuͤlfe der Hitze *) Scheffer Chymiſche Vorleſungen§. 39⸗ —— ——— 2=2ð—ÿʒÿʒ;——,—=22222nA —— ) tzeugt des d h dau Haſf 19,, wenn elches Koch⸗ Nar⸗ brig: leben Sley; chaft venn y. ng ane erde das urch ang⸗ daͤg⸗ Hr. ſaͤtte, der dij 63 Hitze; und die Kalcherde wird in einem kauſtiſchen Zuſtande abgeſchieden; welches beweiſet, daß dieſes Salz, durch die bloße hoͤhere Verwandſchaft des metalliſchen Kalchs mit der Kochſalzſaͤure, zerſezt wird.(Scheele vom Feuer S. 174). Daß Saͤuren weniger Verwandſchaft mit fluͤch⸗ tigen Laugenſalzen, als mit verſchiedenen metalli— ſchen Subſtanzen haben, zeigt ſich in verſchiedenen Faͤllen. Hornſilber iſt wie bekannt, in fluͤchtigen Laugenſalzen aufloͤsbar. Wenn nun dieſe Aufloͤſung mit viermal ihres Gewichts Quekſilber geſchuͤttelt wird; ſo wird ſich die Kochſalzſaͤure mit dem Quek— ſilber, und nicht mit dem fluͤchtigen Alkali verbin⸗ den; denn es wird ein ſuͤßes Quekſilber und nicht ein Salmiak gebildet werden, wie Hr. Margraaf ge⸗ zeigt hat( Margr. 286). Wenn zwey Theile Sal⸗ miak und ein Theil Eiſenfeilſpaͤne mit einander ge⸗ ſchuͤttelt werden, ſo wird man gleich den Geruch des fluͤchtigen Laugenſalzes wahrnehmen*); oder wenn anſtatt des Eiſens Mennige oder ſchweißtrei⸗ bendes Spießglas, oder Zink gebraucht wird; ſo wird dieſer Geruch, ſobald ſolche vermiſcht ſind, wahrgenommen,(9 Mem. Scav. Etrang. p. 575. Monvet. Diſſ. Met. 209.) Aber man wird na⸗ tuͤrlicher Weiſe fragen, wie es denn zugeht, daß alle metalliſche Aufloͤſungen durch Laugenſalze und Erden niedergeſchlagen werden? die Antwort iſt leicht; *) Monnoet. Diſſol. met, 71. 64— leicht; alle metalliſche Salze werden durch einen Ue⸗ berfluß von Saͤure in Aufloͤſung gehalten. Wenn Laugenſalze und Erden nur dieſen Ueberfluß von Saͤure in ſich nehmen; ſo muͤſte ſchon eine Rie— derſchlagung Statt finden; aber ſie thun noch mehr: denn ſie nehmen ſogar den groͤßern Theil des zur Saͤttigung der metalliſchen Erden noͤthigen Ver⸗ haͤltniſſes von Saͤure auf, und hiezu werden ſie mit⸗ telſt einer doppelten Verwandſchaft faͤhig gemacht; denn waͤhrend der Aufloͤſung der Metalle, entflie⸗ het nur ein verhaͤltnißmaͤßig geringer Theil des Phlo⸗ giſtons aus der Aufloͤſung; das Uebrige wird durch das Zuſammenſetzen der Saͤure und des Kalchs zu⸗ ruͤckgehalten. Wenn alſo ein Alkali oder Erde zu einer ſolchen Aufloͤſung hinzugethan wird; ſo ver⸗ laͤſt das Phlogiſton die Saͤure, und verbindet ſich wieder mit dem Kalch, indeß der groͤßere Theil der Saͤure ſich mit dem Niederſchlag vereinigt. Ohnge⸗ achtet dieſer großen Verwandſchaft der metalliſchen Erde mit Saͤuren, werden Salze, deren Grundlage ein fixes Alkali oder Erde iſt, in wenigen Faͤllen durch Metalle, oder deren Kalche zerſezt, weil dieſe Sauren unfaͤhig ſind, ſo lange ſie mit dieſer Grund⸗ lage verbunden, und dadurch eines großen Theils ihres ſpecifiſchen Feuers beraubt ſind, das mit den metalliſchen Erden verbundene Phlogiſton, fluͤchtig zu machen; welches nothwendig ausgetrieben ſeyn muß, ehe eine Saͤure ſich damit verbinden kann. Und was die metalliſchen Kalche betrift; ſo ſind ſol⸗ che gewoͤhnlich mit fixer Luft verbunden, welche auch zum Theil ausgetrieben werden muß. Aber 22 (2 nen le⸗ Wenn ij von ne Ne⸗ in nec heil de en Ver ſie mit macht; entflie SPhlo⸗ durch h zu⸗ krde zu ſo ver⸗ det ſich il der hnge⸗ lſchen MaR Flen velldieſ rGrund' a Theib wit den füchi ſtben ſeyn den komr d iid velceach Ker — 65 Aber ammoniacaliſche Salze, welche vielmehr Feuer enthalten,(denn ſie verſchlucken viel Feuer waͤhrend ihrer Bildung) wirken aus dieſer Urſache weit ſtaͤrker auf Metalle. Wenn man alſo annimmt, daß die Verwandſchaft der mineraliſchen Saͤuren mit metalliſchen Subſtanzen eben ſo ſey, wie oben, ſo ſind alle doppelte Zerſetzungen, welche die mit alka⸗ liſchen, erdigten oder metalliſchen Grundlagen ver⸗ bundenen Saͤuren bewirken, leicht zu erklaͤren, ja, ich unterſtehe mich zu ſagen, ſie koͤnnen auf keine an⸗ dre Art erklaͤret werden. Wenn alſo eine Aufloͤſung von vitrioliſirten Weinſtein, und von Silber in der Salpeterſaͤure in gehoͤrigen Verhaͤltniſſen gemiſcht werden; ſo wird Salpeter⸗ und Silbervitriol gebil⸗ det, und dieſer leztere groͤßeſten Theils niederge⸗ ſchlagen werden. Ruhende Verwandſchaften. Salpeterſaͤure mit Silber 325 Vitriolſaͤure mit vegetabiliſchen Alkali 215 Summe der ruhenden Verwandſchaften. 590 Zerſetzende Verwandſchaften. Salpeterſaͤure mit vegetabiliſchen Alkali 215 Vitriolſaͤure mit Silber 390 Summe der zerſetzenden Verwandſchaften 60½ Eben ſo ergehts, wenn anſtatt einer Aufloͤſung von vitrioliſirten Weinſtein, Glaubers Salz, oder Kirw. Verſ. 1. B. 2. St. E vitrioli⸗ 66—— vitrioliſirter Salmiak, oder Selenit, Epſom⸗Salz, oder Alaun gebraucht wird; denn in allen dieſen Faͤllen iſt das Uebergewicht beſtaͤndig an Seiten der zerſetzenden Kraͤfte; doch bewirken die Aufloͤſungen von Selenit und Alaun nur eine geringe Nieder⸗ ſchlagung. Ich fand auch, daß die Aufloͤſung von Silber, durch die vitrioliſchen Aufloͤſungen von Eiſen, Kupfer, Zinn, und wahrſcheinlich durch manche andre vi⸗ trioliſche Aufioͤfungen, wenn aus keiner andern Ur⸗ ſache, wenigſtens aus dieſer niedergeſchlagen wurde, weil ſie allezeit einen Ueberfluß an Saͤure enthalten; wenn indeſſen eine geſaͤttigte Aufloͤſung von Silber, mit einer ſehr geſaͤttigten Aufloͤſung von Bley oder Quekſilber vermiſcht wird; ſo wird das Silber nicht niedergeſchlagen, wie ich bemerkt habe; und in bey⸗ den Faͤllen iſt das Uebergewicht an Seiten der ru⸗ henden Verwandſchaften. Auch die ſalpetrigte Aaſlefund des Silbers wird zerſezt, und das Silber durch alle kochſalzige Mittel⸗ ſalze niedergeſchlagen; die Grundlage mag entwe⸗ der alkaliſch, oder erdigt, oder metalliſch ſeyn,(wie ich bemerkt habe;) und dieſe Zerſetzungen werden beſtaͤndig durch das Uebergewicht der Verwandſchaf⸗ ten, wie ſie oben dargeſtellet ſind, angezeigt. Auf dieſelbe Art wird Silber aus der Vitriol⸗ ſaͤure durch kochſalzige Mittelſalze, niedergeſchlagen, es mag ihre Grundlage alkaliſch, erdigt, oder me⸗ talliſch ſeyn, wie ich durch Verſuche gefunden habe un ⸗Sa, dieſen den der dingen Na⸗ öitbe, Kupfer, dte vi⸗ dern le⸗ wurde, thalten; Sitber, cy oder ber nicht inbey⸗ der ꝛe⸗ Swid Mtel⸗ entwe⸗ in,(wie werden nſchf t. Virir⸗ ſclagen der u⸗ ube und —— 67 und wie das Gleichgewicht der Verwandſchaften erfodert. Die ſalpetrigte Aufloͤſung von Bley wird auch zerſezt, und das Bley(es ſey denn, daß die Auſtoͤ⸗ ſung ſehr duͤnn iſt) in der Geſtalt des Bleyvitriols, durch alle vitrioliſche Mittelſalze, wie auch durch alle kochſalzige Mittelſalze groͤßtentheils niederge⸗ ſchlagen; ausgenommen kochſalziges Silberſalz, wel⸗ ches ſolches bloß vermittelſt ſeines Ueberfluſſes an Saͤure niederſchlaͤgt. Die Kochſalzaufloͤſung von Bley wird durch alle vitrioliſche Mitteſſalze zerſezt, ausgenommen Sele⸗ nit und Nikkelvitriol, welcher es bloß Kraft eines Ueberfluſſes an Saͤure niederſchlagen kann. Die ſalpetrigte Aufloͤſung des Quekſilbers wird auch zerſezt, und das Quekſi lber meiſtens als Quek⸗ ſilbervitriol, durch alle vitrioliſche Mittelſalze nie⸗ dergeſchlagen, ausgenommen nicht durch Bleyvi⸗ triol, welcher es bloß durch einen Ueberfluß an Saͤure zerſetzen kann. Die ſalpetrigte Aufloͤſung von Quekſilber wird auch durch kochſalzige Mittelſalze zerſezt; ausgenommen das ſalzſaure Silber und Bley, welche es bloß durch einen Ueberfluß an Saͤure bewirken koͤnnen. Quek⸗ ſilbervitriol wird auch durch kochſalzige Mittelſalze zerſezt, welche Zerſetzung ſehr begreiflich iſt, wenn man nur die entgegengeſezten Kraͤfte erwaͤgt; doch zeigt ſich nicht allezeit eine Niederſchlagung, wie ich angemerkt habe, beſonders, wenn kochſalziger Alaun E 2 g54 58— gebraucht wird, welches ich der Leichtigkeit zuſchreibe, womit eine geringe Menge des Quekſilberſalzes, in einem Ueberfluß an Saͤure aufzuloͤſen iſt. Silber⸗ ſalz zerſezt Quekſilbervitriol bloß durch ſeinen Ueber⸗ fluß an Saͤure. Hieraus ſehen wir, warum Hornſilber, durch fixe Laugenſalze nie ohne Verluſt reducirt werden kann, wie Hr Margraaf gezeigt hat,(¶ Margr. 277;) auch konnte es uͤberhaupt nicht zerſezt wer⸗ den, wenn nicht die Wirlung der Hitze dem Alkali zu Huͤlfe kam. Wenn zu einer Aufloͤſung des aͤzenden Subli⸗ mats, Vitrioloͤl hinzugethan wird, ſo wird ſich eine Zerſetzung zeigen; aber, wie Hr. Bergmann ſehr wohl anmerkt, dieſes entſtehet nicht von einer Zer⸗ ſetzung, ſondern von dem entzogenen Waſſer, welches noͤthig iſt, den Sublimat aufgeloͤſt zu erhalten. Wenn zu einer Aufloͤſung von Eiſenvitriol etwas Salpeterſaͤure hinzugethan wird; ſo wird ſie augen⸗ blicklich truͤbe, weil die Salpeterſaͤure den Eiſenkalch zu ſehr dephlogiſtiſirt; aber das Hinzuthun mehrer Saͤure ſtellet die Durchſichtigkeit wieder her, weil der dephlogiſtiſirte Kalch durch eine groͤßere Menge Saͤure noch aufloͤsbar iſt. Ich laſſe eine Menge an⸗ drer beſondrer Erſcheinungen weg, welche nach die⸗ ſen Grundſaͤtzen erklaͤret werden koͤnnen. Ich habe in der vorhergehenden Tabelle, der Vitriolſaͤure in Ruͤckſicht auf Wismuth. und ſo auch der Kochſalzſaͤure in Ruͤckſicht auf Nickel und Wis⸗ muth Greibe, ſes, in ober⸗ lüer⸗ t, dur⸗ werden Nargr ſeit wer⸗ Nkali Eubl⸗ ſch äne ann ſeht ner ger velchen tn. dda adgen⸗ ſenkalch mehrer er, weil Menge enge an⸗ nch de le, N ſuut ⸗ muth — 69 muth zwo verſchiedene Verwandſchaften zugeſchrie⸗ ben. Die erſte zeigt diejenige, welche dieſe Saͤu⸗ ren zu jenen Metallen haben, wenn ſie bloß durch Aufloͤſung in dieſen Säͤuren dephlogiſtiſirt ſind. Die zweyte Zahl diejenige, welche die Saͤuren da⸗ mit haben, wenn ſie mehr dephlogiſtiſirt ſind, als ſie durch die Aufloͤſung in der Salpeterſaͤure zu ſeyn pflegen. Auf der andern Seite haben alle Saͤuren weniger Verwandſchaft mit den Kalchen von Eiſen, Zink Zinn und Spießglas, wenn ſie bis auf einen gewiſſen Grad dephlogiſtiſirt ſind; aber weil ich von dieſer Dephlogiſtiſirung kein Merkmal angeben konnte, ſo verſuchte ich nicht die Verringerung, welche es in den Verwandſchaften der Saͤuren verurſacht, an⸗ zuzeigen. Von der wechſelsweiſen Niederſchlagung der Metalle aus den mineraliſchen Saͤuren. Tch komme nun auf den lezten Punkt meiner uUn⸗ terſuchung, und welcher am ſchwerſten mit dem Grade von Richtigkeit zu beſtimmen iſt, welchen ich in den vorigen Theilen zu erreichen faͤhig war. denn erſtlich iſt noͤthig, die Menge von Phlogiſton in je⸗ dem zu finden; aber nicht nur im Allgemeinen, ſon⸗ dern auch nach ihren verſchiedenen Graden der De⸗ phlogiſtiſirung durch jede der Saͤuren. Bey dieſem leztern beſonders kann ich nicht behaupten, daß ich nur zu irgend einiger Gewisheit gelangt bin, doch hoffe ich, daß das, was ich vorbringen werde, che⸗ E 3 miiſchen 70 u miſchen Leſern nicht unnuͤtz ſeyn moͤge, weil es nicht ganz ohne Grund iſt, und auch keiner chemiſchen Erfahrung widerſpricht; ſondern im Gegentheil mit manchen uͤberein koͤmmt, und eine leichte Aufloͤſung aller Erſcheinungen gewaͤhret. Von der abſoluten Menge des Phlogiſtons in den Metallen. Doo Verhaͤltniß des Phlogiſtons der metalliſchen Subſtanzen gegen einander, iſt durch Hr. Bergmann auf eine ſo meiſterhafte Art erforſcht, daß ich es als den Grund meiner Unterſuchungen feſtſetze. Nach ſeiner Entdeckung bleibt nichts uͤbrig, als die abſolute Menge deſſelben in irgend einem Me⸗ talle zu finden; denn alsdenn kann es durch eine leichte Berechnung in allen uͤbrigen beſtimmt werden. Die Subſtanz, welche ich zu dieſem Vorhaben waͤhlte, war Arſenikkoͤnig, weil er der groͤſten, obgleich nicht einer vollkommenen Dephlogiſtiſirung durch Sal⸗ peterſaͤure faͤhig iſt. Von 100 Gr. in duͤnner Salpeterſaͤure aufge⸗ loͤſten Arſenikkoͤnig erhaͤlt man, wie ſchon bemerkt iſt, 102 Cubiczoll Salpeterluft, wenn das Ba⸗ rometer auf 30°%, und das Thermometer auf 60 ſteht. Ich muß hinzuſetzen, daß ich den Verſuch nur mit 5 Gr. machte, ſo daß ſich die Berechnung auf die Menge der Luft bezieht, welche 100 Gr. gegeben haben moͤgten. Ich wiederholte den Verſuch drey⸗ mal mit demſelben Erfolg. Ich bemuͤhete mich, durch gelinde Abdunſtung mehr Luft von dem Ruͤckbleib⸗ ſel — 71 nich ſel zu erhalten; aber obgleich friſcher Salpetergeiſt rſthen roth dadurch wurde; ſo war doch die Menge der ünit Luft ganz unbetraͤchtlich. iü Nun enthaͤlt dieſe Menge Salpeterluft 6, 86 Gr. Phlogiſton, nach der Berechnung, welche in mei⸗ ditoke ner vorigen Schrift zu finden iſt; und hieraus ſchließe ich, daß 100 Gr. Arſenikkoͤnig 6, 86 Gr. Phlogi⸗ ſton enthalten. Dieſer Koͤnig wurde von Hrn. uüſter Wolf bereitet, und war vollkommen glaͤnzend. u d Wenn alſo das relative Verhaͤltniß in Metallen einict iſt, wie es Hr. Bergmann gefunden und wie es ühnn in der erſten Columne der folgenden Tabelle geſezt würg, iſt; ſo wird die abſolute Menge ſeyn wie in der nen Re zweyten Columne gezeigt iſt. neeleich 7 E Jelative Menge des Phlogiſtons. Abſolute Menge. dit 102 Gr. God— 394— 24,32 8“, Kupfer— 312— 19,65 Kobold— 270— 17,01 faß Eiſen— 233— 14,57 R alſe Zink— 182= 1, 45 kmat Nickel— 136— 9, 82 dosda Spießglaskoͤnig— 120— 27,55 boftſt. Zinn— 114— 7, ¹8 nur mi Arſenikkoͤnig— 1090— 6, 86 auf di Silber— 100— 6, 30 gutin Quekſilber— 74— 4,56 uch v⸗ Wismuth— 357— 3,59 üng Bley— 43— 2,20 itlei⸗ e E 4 Da ſel Da dieſer Punkt, wie mich duͤnkte, von eini⸗ ger Wichtigkeit war; ſo bemuͤhete ich mich, ſolchen durch andre Verſuche weiter zu beſtaͤtigen; und weil Silber eine gewiſſe Menge Phlogiſton verliert wel⸗ ches waͤhrend ſeiner Aufloͤſung in Salpeterſaͤure da⸗ von geht; ſo hieit ich dafuͤr, daß wenn die Aufl'⸗ ſung mit nichts in Verbindung kam wovon ſie Phlo⸗ giſton wieder erhalten koͤnnte, ſondern bis zur Trok⸗ kenheit deſtillirt, und gaͤnzlich von der Saͤure geſchie⸗ den wuͤrde; daß, ſage ich, ſo viel Silberkalch uͤbrig bleiben ſollte, als mit der Menge des verlornen Phlogiſtons uͤbereinſtimmet. Und wenn dieſe Menge Phlogiſton mit der, dem Silber in der vorhergehen⸗ den Tabelle angewieſenen, uͤbereinſtimmte, daß als⸗ denn dieſe Tabelle richtig waͤre. Zu dieſem Entzweck loͤſete ich 120 Gr. reine Feilſpaͤne von Probeſilber in duͤnner dephlogiſtiſirter Saſpeterſaͤure auf, und erhielt davon—4 Cubiczoll Salpeterluft. Dieſe Aufloͤſung dunſtete ich bis zur Trockenheit gelinde ab; durch die Abdunſtung fand ich ein wenig von dem Silber fluͤchtig gemacht, aber nicht mehr als ein Viertel eines Grans. Ich de⸗ ſtillirte ſodann das trockene Ruͤckbleibſel und hielt es eine Stunde in einer beynahe weiſen Hitze in einer bedeckten gruͤnen Glas⸗Retorte. Waͤhrend der De⸗ ſtillation gieng eine Menge Salpeterſaͤure davon; ein gruͤn und weißes Sublimat ſtieg in den Hals der Retorte, und etwas gieng ſogar in die Vorlage uͤber. Da alles kalt war, zerbrach ich die Retorte, deren Inneres ſogar von einer gelben und rothen Farbe — dn eini⸗ ſolchen d veil n vel⸗ urede 3 Auße ſe phe ur Trot⸗ geſchie⸗ übrig elornen Nenge ergehen⸗ daß al⸗ „ teine iſirter biegoll dzat go fand ht, aber Ich de⸗ hieltes in einer der de⸗ davon; en Hal Vorſche Natkte, wothen zatbe /—OA 23 Farbe durchdrungen und zum Theil mit einem aus⸗ nehmend feinen Silberſtaube uͤberdeckt war, welcher ſchwerlich abgeſchabt werden konnte. Das Ruͤck⸗ bleibſel von dem Silber war vollkommen weiß und frey von Saͤure, aber nicht in einen Kumpen zu⸗ ſammengeſchmolzen; und da es geſammelt wurde, wog es 94 Gr.; es waren alſo 26 Gr. verloren; das iſt, ſublimirt oder verglaſet: aber von dieſen 26 Gr. waren 9 Gr. Kupfer,(denn 100 Gr. Probe⸗ ſilber enthalten 2x Kupfer); alſo blieben nur 17 Gr. reines Silber nicht reducirt, indem ſie entwe⸗ der ſtaͤchtig gemacht oder verglaſet waren. Die ganze Menge des reinen Silbers in 120 Gr. Pro⸗ beſilber betraͤgt 1 Gr.; wenn alſo IIr Gr. rei⸗ nes Silber, wegen ihres Verluſts an Phlogiſton, 17 verlieren; ſo ſollten 100 Gr. reines Silber 15, 3 verlieren; und nach obiger Tabelle ſollten 1§, 3 Gr. Silber 0, 94s von einem Gran Phlogiſton enthalten. Wir wollen nun ſehen ob dieſe Menge von Phlogiſton mit der, welche 100 Gr. reines Sil⸗ ber durch die Aufloͤſung in Salpeterſaͤure wirklich verlieren, uͤbereinſtmmt. 100 Gr. reines Silber geben, wie ſchon geſagt iſt, 14 Cubiczoll Salpe⸗ terluft, welche nach meiner Berechnung 6, 038 von einem Gran Phlogiſton enthalten, welches von 0, 945 nur um 8s verſchieden iſt. Der nicht redu⸗ cirte Theil des Silbers betrug 15, 3 Gr. und nach der Berechnung(was es wegen des Verluſts des Phlogiſtons, welches in der Salpeterſaͤure enthalten iſt, betragen ſollte,) wuͤrde es 14 Es von einem Gran betragen; ein gewiß unbedeutender Unterſchied. — E 5 In 74—— In dieſem Verſuche ſublimirte ſich nur ſo viet Silber, als kein Phlogiſton wieder erlangen konnte; das Uebrige erhielt es wieder von der durch die Auf⸗ loͤſung verſchluckten Salpeterluft, und auch von dem Phlogiſton welches mit der Saͤure und dem Kalch verbunden blieb. Waͤre dieſes nicht, ſo ſehe ich nicht ein, warum nicht alles Silber ſublimirt ſeyn wuͤrde.- Ferner: Als Dr. Prieſtley verſchiedenemal Quekſilber in der Salpeterſaͤure aufgeloͤſet und durch das Abziehen dieſer Saͤure wieder belebt hatte, fand er beſtaͤndig eine betraͤchtliche Menge deſſelben nicht hergeſtellt. Um zu ſehen, ob dieſes Verhaͤltniß mit meiner Berechnung zutraͤfe, habe ich das Expe⸗ riment, welches er machte, und welches in ſeinem 4aten Theile(S. 262) zu finden iſt, mit vieler Sorg⸗ falt unterſucht. Wir finden daſelbſt, daß als er 17 Qt. 13 Gr.= 321 Gr. Quekſilber in Salpe⸗ terſaͤure aufgeloͤſt hatte 1½ Ot. das iſt 36 Gr. nicht wiederhergeſtellt wurden. Nun ſollten nach meiner Berechnung 56 Gr. nicht reducirt werden; denn 100 Gr. Quekſilber geben 12 Cubiczoll Salpeter⸗ luft; alſo ſollten 321 Gr. 38, 53 geben, welche 2, 58 Gr. Phlogiſton enthalten; und wenn(zufolge der Tabelle) 4, 56 Gr. Phlogiſton noͤthig ſind um 100 Gr. Quekſilber zu metalliſiren; ſo werden 2, 58 erfodert, um 56 Gr. deſſelben zu metalliſiren: Ich bin indeſſen durch meine eigenen Verſuche uͤberzeugt, daß mehr als 50 Gr. verkalcht gefunden werden wuͤrden, wenn zu Aufloͤſung des Quekſilbers dephlo⸗ giſtiſirte Salpeterſaͤure gebraucht, und die Aufloͤſung mit biet inte, luf⸗ nm Ka e it ſeyn temal durch fand nicht Ktniß erve⸗ inem zorg⸗ er pe⸗ iht at denn eter⸗ elche folge dum 2,58 r36 zeugt, erden yhle ſng mit — 25 mit Hitze und einer ſtarken Saͤure gemacht waͤre; aber diejenige, deren ſich Dr. Prieſtley bediente, enthielt, weil ſie von der rothen oder gelben Art war, ſchon zu viel Phlogiſton, welches zu der Wiederbelebung einer groͤßern Menge Quekſilber bey⸗ trug, als ſonſt gefunden ſeyn wuͤrde. Es iſt gewiß, daß Dr. Prieſtley nachher einen großen Theil von demjenigen wieder belebte, welches urſoruͤnglich nicht reducirt wurde: aber dieſes geſchahe, nachdem es einige Zeit der freyen Luft ausgeſezt war, wovon die Kalche der vollkommenen Metalle allezeit Phlo⸗ giſton anziehen, wie ſich beym Hornſilber zeigt, wel⸗ ches ſich ſchwaͤrzt, wenn es der Luft ausgeſezt wird: und hieraus fließen auch die Verwandlungen, wel⸗ che durch Hr. Bayen gemacht ſind. Aber Dr. Prieſtley, deſſen lichtvollen Verſu⸗ chen die Chemie ſchon ſo vieles zu verdanken hat, iſt ſo guͤtig geweſen mich mit einigen zu verſehen, welche mehr unmittelbar dahin abzwecken, die ge⸗ genwaͤrtige Frage aufzuklaͤren. In einem Verſuche fand er, daß beynahe QOt. Mennige, das iſt 118 Gr., wovon alle Luft ausge⸗ trieben war, 40 Unzen Maaße entzuͤndbare Luft, das iſt, 75, 8 Cubiezoll— 2, 65 Gr. Phlogiſton verſchluckten, und ſodann hergeſtellt wurden: dann wuͤrden 100 Gr. Mennige zu ihrer Verwandlung beynahe 2, 25 Gr. Phlogiſton erfodern. In einem andern mit mehr Sorgfalt gemachten Verſuche, fand er, daß 480 Gr. Mennige 108 Unzen Maaße ente 76— entzuͤndbare Luft einnahmen; dem zufolge ſollten alſo 100 Gr. Mennige zu ihrer Herſtellung 1, 40 Gr. Phlogiſton erfodern; und in zwey andern Verſu⸗ chen fand er dieſe Menge noch geringer. Hierbey merke ich an: erſtlich, daß das Ganze der Mennige nicht dephlogiſtiſirbt war; denn außer, daß ſie nie voͤllig gleichmaͤßig verkalcht iſt, ſo muß viele waͤh⸗ rend der Austreibung ihrer eignen Luft verwandelt ſeyn; zweytens, daß die Menge des Phlogiſtons in der entzuͤndbaren Luft groͤßer geweſen ſeyn mag, da dieſes nach der Temperatur und nach dem Gewicht der Atmoſphaͤre verſchieden iſt; ſo daß alſo dieſe Verſuche im Ganzen die in der Tabelle angegebenen Reſultate bekraͤftigen. Von der Verwandſchaft der metalliſchen Kalche mit Phlogiſton. aß entzuͤndbare Luft oder Phlogiſton, durch die Vereinigung mit einer metalliſchen Subſtanz zu einem betraͤchtlichen Grade verdickt wird, ſo daß ihre ſpecifiſche Schwere, der von der metalliſchen Erde, womit ſie ſich verbindet, nicht nur gleich iſt, ſondern ſolche uͤbertrift, mag aus dem Beyſpiele mit der fixen Luft geſchloſſen werden, welche durch die Vereinigung mit der Kalcherde eine ſpecifiſche Schwere erlangt, welche der des Goldes gleich iſt. Daher kann man denn von der metalliſchen Er⸗ de, welche das Phlogiſton durch die innigſte Verbin⸗ Aid dücn, umit t dnd kowm wied vaduc konn mt he wil fre ume wic in ſin fal berſe en alſc 9 Gr. Verſu⸗ Hitey Nemg ſen l wih wandel ſtons in nag, da jewicht dieſe ſbenen ſhen b wchde uöſtang ſo daß aliſchen ſeich iſ eyſpiel e durch eeifſche leic ſt hen ee imiſte gerbin⸗ — 77 Verbindung am ſtaͤrkſten und in groͤßeſter Menge ver⸗ dichtet, behaupten, daß ſie die groͤßeſte Verwandſchaft damit habe, ſo daß wenn wir die ſpecifiſche Schwe⸗ re eines, von Phlogiſton ſowohl als fixer Luft voll⸗ kommen reinen Kalchs finden koͤnnten, wie auch, wenn wir deſſen Dichtheit mit derjenigen von dem hernach reducirten Kalche vergleichen, die Dichtigkeit wiſſen koͤnnten, welche Phlogiſton durch ſeine Vereinigung mit einem ſolchen Kalche erlangt. Aber ſolche Kal⸗ che anzuſchaffen iſt bisher noch unmoͤglich geweſen, weil ſie ſich waͤhrend ihrer Dephlogiſtiſirung, mit firer Luft, oder einigen Theilchens ihres Menſtru⸗ ums verbinden; und folglich wird ihr abſolutes Ge⸗ wicht vermehret, obgleich ihre ſpecifiſche Schwere in etwas vermindert wird. Aus dieſem lezten Um⸗ ſtande erhellet, daß die ſpecifiſche Schwere der Kalche viel weniger von der Schwere ihrer Metalle verſchieden ſey, als die ſpeeiſiſche Schwere, wel⸗ che das Phlogiſton durch ſeine Verbindung mit die⸗ ſen Kalchen erlangt, von der, welche es in ſeinem unverbundenen Zuſtande beſizt, verſchieden iſt; eben wie die Dichtigkeit des lebendigen Kalchs weit weni⸗ ger von der des Kalchſteins verſchieden iſt, als die Dichtigkeit welche fixe Luft durch ihre Verbindung mit lebendigem Kalch erlangt, von der welche ihr in ih— rem luftigen Zuſtande gehoͤret. Deshalb alſo, anſtatt die Menge der Verwandſchaft der metalliſchen Kalche mit Phlogiſton von nachſtehendem Satz abzuleiten, daß die Verwandſſchaft der metalliſchen Kalche mit Phlogiſton, in einem zuſammengeſezten Verhaͤltniß ihrer Menge und Dichtheit in jedem Metalle 28— Metalle beſtehe, bin ich vielmehr gendthigt ſolche von dieſem andern abzuleiten; daß die Verwand⸗ ſchaft der metalliſchen Kalche mit Phlogiſton ſich gerade zu verhalte wie die ſpecifiſche Schwere der verſchiedenen Metalle; und umgekehrt, wie die Menge des Kalchs, welche in einem gege⸗ benen Gewicht dieſer Metalle enthalten iſt. Dieſer lezte Satz iſt eine Naͤherung zu dem auf dieſe Wahrheit gegruͤndeten erſtern; daß je groͤßer die Menge des Phlogiſtons in irgend einem Me⸗ talle iſt, je geringer iſt die Menge des Kalchs in einem gegebenen Gewicht dieſes Metalls; und daß die Dichtheit welche das Phloguton erlangt, wie dieſpecifiſche Schwere des Metalls ſey. Jedoch iſt dieſer lezte Satz nicht voͤllig richtig; denn dieſe Dichtheit iſt viel groͤßer: inzwiſchen iſt es die genaueſte Raͤherung welche ich machen kann: und das Mangelhafte deſſelben iſt nur in Ruͤckſicht auf jene Metalle merklich, welche eine Menge Phlo⸗ giſton enthalten, als Gold, Kupfer, Kobold und Eiſen: in Ruͤckſicht der uͤbrigen iſt es von keiner Wichtigkeit. Wenn alſo die ſpeeifiſche Schwere der Metalle ſo iſt, wie ſie die erſte Columne der folgenden Tabelle vorſtellet; ſo wird die Verwandſchaft ihrer Kalche ſeyn, wie in der zweyten Cotumne gezeigt iſt. Die dritte Columne druͤckt dieſe Verwandſchaften in Zah⸗ len aus, welche mit jenen, welche die Verwand⸗ ſchaften der Saͤuren mit ihren Grundlagen ausdruͤk⸗ ken, von gleicher Art ſind. Speeifi⸗ bhe old De Silbe Dee Lu i Kol Eſe Aie In Re M 0”p Der wee her na 1 und Ne gti ſchen 5 ho nitjen kſolch dand⸗ ſ hure 3 hete n gech ten ſt uf diſe ger de n Me⸗ äͤchs falls; giſton kealls ichtig; rit es kann: fficht ühlo⸗ ud keinet tlleſ rabelle Kalche di Zahy wand⸗ dduis deeiſs — 79 Specifiſche Schwere Verwandſchaft der Kalche mit Phlogiſton. Gold 19— 0,25— 1041 Quekſilber 14—- 0, 147— 612 Silber 11,091— 0,118— 491 Bley 11,33— 0,/116— 493 Kupfer 8,8— 0,109— 454 Wismuth 9„6— 0,099— 412 Kobold 7,7— O0,092— 383 Eiſen 7,2— 0,890— 325 Arſenikkoͤnig 8,31— 0,089— 370 Zink 7, 24— 0,0817— 340 Nickel 7,33— 0,0812— 338 Zinn— 0,075— 312 7, Spießglaskoͤnig 6,86 0,074— 308 Hier ſehen wir, daß der Bleykalch eine groͤßere Verwandſchaft mit Phlogiſton habe, als die Kalche irgend eines der unvollkommenen Metalle; und da⸗ her koͤmmt deſſen Nutzen beym Abtreiben; denn nachdem er ſein eigenes Phlogiſton verloren hat; ziehet er den von den niedern Metallen an ſich, und befoͤrdert auf dieſe Art ihre Verkalchung und Verglaſung. Obgleich die Zahlen i in der zweyten Columne, die groͤßere oder geringere Verwandſchaft der metalli⸗ ſchen Kalche mit Phlogiſton ziemlich gut ausdruͤcken; ſo haben ſie doch dieſe Unbequemlichkeit, daß ſie mit jenen, welche die Verwandſchaften der Saͤuren mit mit andern Grundlagen ausdruͤcken, nicht uͤberein⸗ ſtimmend ſind; wodurch ihr Rutzen in enge Gren⸗ 8„ zen eingeſchraͤnkt wird, da ſie, in dieſer Ruͤckſicht mit jenen, welche die Verwandſchaften der Saͤuren ausdruͤcken, nicht zu vergleichen ſind; ich bemuͤ⸗ hete mich daher in dem einen oder andern Falle eine Gleichheit zwiſchen ihnen zu finden, um ſie zu demſelben Fuß zu ſetzen, wie man in dem naͤchſten Paragraphen ſehen wird. Von der Verwandſchaft der Vitriolſaͤure mit dem Phlogiſton im Schwefel. Noo dem oben angenommenen Grundſatz iſt dieſe Verwandſchaft in einem zuſammengeſezten Verhaͤltniß von der Menge des Phlogiſtons, welche durch 100 Gr. der Vitriolſaͤure aufgenommen wird, und von der Dichtheit, welche es durch ſeine Ver⸗ einigung mit der Saͤure erlangt. Nun enthalten 100 Gr. Schwefel 59 Saͤure und 41 Phlogiſton; und die ſpecifiſche Schwere des Schwefels iſt 2,344; folglich der Verluſt am Gewicht des Schwefels im Waſſer— 16, 42, 66 Gr.; der Verluſt am 7 Gewicht des ſauren Theils des Schwefels iſt, 22½ — 13, 06 Gr.; alſo iſt der uͤbrige Verluſt des Schwe⸗ fels, der Verluſt des phlogiſtiſchen Theils= 28, 70 Gr.; da alſo das abſolute Gewicht des Phlo⸗ giſtons 41 Gr. iſt, ſo wird deſſen Dichtheit 1, 429 = z rr ſeyn; und da 100 Gr Vitriolſaͤure 70 Phlogi⸗ übereln Gren⸗ Jütſcht Snren bexi in Fül im ſie nächſte oſſäure ſel Fiſtdieſe ggeſezten weſche mwird, Ver⸗ hahgen ſogſten; 12,344 vefels im erluſt am ſſt pin 8sSchwe⸗ 6= 39, des Thl- it„9 ſune 70 phloge⸗ — 81 Phlogiſton aufnehmen, ſo wird deſſen Verwand⸗ ſchaft 1, 420 70= 100 ſeyn. Wenn man aber die Verwandſchaft der Vitriolſaͤure mit dem Phlo⸗ giſton im Schwefel, auf dieſelbe Art, wie die Ver⸗ wandſchaft der metalliſchen Kalche mit Phlogiſton, geſucht haͤtte; ſo wuͤrde die Menge dieſeibe ſeyn, obgleich der Ausdruck dieſer Menge nach der auf eine andre Art angeſtellten Berechnung verſchieden waͤre: denn auf dieſe Weiſe wuͤrde die Verwand⸗ ſchaft ſich gerade zu verhalten, wie die Dichtheit des Phlogiſtons; und umgekehrt, wie die Menge der Vitriolſaͤure, welche in 100 Gr. Schwefel ent⸗ . 1, 42 halten iſt, das iſt 24.2=,233 alſo iſt dieſer Ausdruck dem vorigen gleich und ſtimmt damit uͤber⸗ ein, naͤmlich 100. Auf dieſe Art fand ich die in der dritten Columne ausgedruckten Mengen, die mit jenen gleichartig ſind, welche die Verwand⸗ ſchaften der Saͤuren mit ihren Grundlagen aus⸗ druͤcken. Alſo iſt die Verwandſchaft des Gold⸗ kalchs mit Phlogiſton 1041, denn— 024. 100::, 25. 1041 u. ſ. w. Der dritte noͤthige Punkt, um die Erſcheinun⸗ gen, welche die Aufloͤſungen und die Niederſchlagun⸗ gen der Metalle begleiten, zu erklaͤren, betrift die Beſtimmung des Verhaͤltniſſes des Phlogiſtons, welches ſie durch Aufloͤſung in jeder dieſer Saͤuren verlieren, und die Verwandſchaft, welche ihre Kal⸗ che mit dem ſo verlornen Theile haben. Ich bin Kiew. Verſ. 1. B2. St. 5 nicht ſ 83——— nicht im Stande geweſen, dieſes durch einen diree⸗ ten Verſuch zu beſtimmen; denn ob ich gleich den Theil, welcher als Luft entfliehet, beſtimmen konnte; ſo konnte ich doch den nicht beſtimmen, welcher ebenfalls von dem Metalle geſchieden, aber in der Aufloͤſung zuruͤck gehalten wird; aber aus verſchie⸗ denen Nebenbetrachtungen bin ich bewogen zu den⸗ ken, daß das Verhaͤltniß des Phlogiſtons, welches von den Metallen durch die verſchiedenen Saͤuren getrennt wird, nach einer Mittelzahl ſo ſey, wie in folgender Tabelle ausgedruͤckt iſt. 83 8 Auyb 4 8 luyb —— sel ⸗nS 0 85 r — danvlev povwqan ——;— anylaozac Ivõqpana —— danvy olan E Panq aoldnx uod 5 8 84— Nach dieſer Vorausſetzung kann die Verwand⸗ ſchaft der Kalche mit den fehlenden Theilen ihres Phlogiſtons leicht berechnet werden; denn man kann ſie als Saͤuren betrachten, deren Verwandſchaft mit dem fehlenden Theile ihrer Grundlage wie das Ver⸗ haͤltniß iſt, welches dieſer Theil(wie ſchon gezeigt iſt) mit dem Ganzen hat. Da alſo die Verwandſchaft des, ſeines Phlogiſtons voͤllig beraubten Eiſens 375 iſt, da es durch die Aufloͤſung in der Vitriolſaͤure 2 ſeines Phlogiſtons verliert; ſo iſt die Verwandſchaft des Eiſens mit dieſen zwey Dritteln, ³ ſeiner ganzen Verwandſchaft, das iſt 3 von 375= 250. Dieſe Verwandſchaften, nebſt jenen der drey Saͤuren mit den verſchiedenen Kalchen, ſind ſaͤmtlich in folgender Tabelle vorgeſtellet. —, 0o0L] ot⸗ 49e[09s] oor ſooc lo⁸ 16 † O62 vo ſoge 991 vo]d h a8u Plo — 992 oanpldlvpoV 50. 36e] 861 31 57e oE 0et'oseerg Ser[ocr ot 8[592 998] 808 888 88⁸ 00b Zeees? 16 ½ ve b 815895 8: vojcſh i P J vOr 0Oos 09? Oö6e voxk P1t[S2LISot 02IſSSc[9S9E aanplaspdS O28] 008 888[Oo? 098[862 1e8?[16 88 812 098 oLe bo1 11 p 09(]ſ OOc oOe:t 098 01 0b2 318 zer 668 ert 881 eqe oOLe ⸗anplonnce vm n——,—.——— 03,u⸗Cagvd epe e nung unea⸗enn en e uuſe 21 ue 74a425 ⸗91dD gog aunmelo 1 8 an 8 an e SS S==5SS 2F 86—— Die Verwandſchaften der Kalche mit Phlogiſton ſind nach einer Mittelzahl genommen; denn faſt alle metalliſche Subſtanzen ſind einer groͤßern oder mindern Dephlogiſtiſirung faͤhig, nach der Art, der Dichtigkeit und Dephlogiſtiſirung ihres Aufloͤſungs⸗ mittels. Jemehr ſie dephlogiſtiſirt ſind, um deſto groͤßer iſt ihre Verwandſchaft mit Phlogiſton; und um deſto geringer gemeiniglich ihre Verwandſchaft mit den Mineralſaͤuren. Jedoch giebt es einen De⸗ phlogiſtifirungspunkt, wo die Anziehung der Saͤuren zu den Kalchen am ſtaͤrkſten iſt: ſo ziehet die Vitriol⸗ ſaͤure den Wismuth ſehr ſtark an, wenn er durch die Salpeterſaͤure dephlogiſtiſivt iſt; und die Koch⸗ ſalzſaͤure ziehet ſowohl den Wismuth als den Nickel maͤchtiger an, wenn ſie durch Salpeter⸗ und Vitriol⸗ ſaͤure dephlogiſtiſirt ſind. Aus dieſen Umſtaͤnden koͤnnen wir leichtlich begrei⸗ fen, was ſich in den meiſten Faͤllen ereignet, wenn ein Metall in die Aufloͤſung eines andern gewor⸗ fen wird. Wenn alſo ein Stuͤck Kupfer in eine geſaͤttigte Silberaufloͤſung geworfen wird ſo wird das Sil⸗ ber niedergeſchlagen werden; denn das Uebergewicht iſt an Siten de r zerſetzenden Kraͤfte. Ruhen⸗ Phlogſfen ennfoſt all ößern oder er Au der Auftöſune⸗ um deſc ſſton; ud wandſchaf einen De⸗ er Saͤuren ie Vitriol⸗ der durch die Koch⸗ den Nickel d Vitriol⸗ P begrei⸗ t, wenn gewete geſattigte das Eil ergewiht — 87 Ruhende Verwandſchaften. Salpeterſaͤure mit Silber 375 Kupferkalch mit Phlogiſton 363 Summe der ruhenden Verwandſchaften 738 Zerſetzende Verwandſchaften. Salpeterſaͤure mit Kupfer 255 Silberkalch mit Phlogiſton 491 — Summe der zerſetzenden Verwandſchaften 746 Die Aufloͤſungen muͤſſen beynahe geſaͤttigt ſeyn, ſonſt wird eine große Menge des hinzugethanen Me⸗ talls durch die freye Luft aufgeloͤſet werden, ehe ſich ein Niederſchlag zeigen kann; doch muß ſie wenig⸗ ſtens in einigen Faͤllen nicht voͤllig geſaͤttigt ſeyn, wie wir gleich ſehen werden. Ich ſagte in den meiſten Fällen, weil in eini⸗ gen, beſonders wo Quekſilber, Wismuth, Kobold, Spießglaskoͤnig oder Arſenik genommen werden, eine andre Kraft dazu kommt, welche bisher noch nicht voͤllig unterſucht iſt; naͤmlich, die Anziehung der Kalche gegen einander, deren ich gelegentlich erwaͤh⸗ nen werde. Es iſt bemerkenswerth, daß die niederſchla⸗ genden Metalle durch dieſes Verfahren mehr dephlo⸗ F 4 giſtiſirt 88— giſtiſirt werden, als durch unmittelbare Aufloͤſung in ihren verſchiedenen Saͤuren: und daß ſie ſogar durch Menſtrua aufgeloͤſt werden, welche ſie ſonſt nicht angreifen wuͤrden, weil ihr Phlogiſton durch zwey Kraͤfte anſtatt einer, von ihnen geriſſen iſt. Solchergeſtalt wird ein Stuͤck Kupfer, welches ſonſt nur in der Vitriolſaure unmittelbar aufzuloͤſen iſt, die ſehr concentrirt und zu einem hohen Grade er⸗ hizt iſt, alsdenn doch in einer verduͤnnten kalten Aufloͤſung von Silber oder Quekſilber in der Vi⸗ triolſaͤure, oder ſogar in einer vervuͤnnten Aufloͤſung von Eiſen, welche der freyen Luft ausgeſezt iſt, aufgedoͤſt werden; ein Umſtand welcher mit Recht die Verwunderung des Hrn. Margraaf und Hrn. Wen⸗ zeis erregte, weiche die Theorie davon nicht einſa⸗ hen: und hieraus ſehen wir, wie Kupfer durch die Natur gebildet werden kann und warum es allezeit eine Miſchung von Eiſen enthaͤlt. Von Aufldſungen in der Vitriolſaͤure. D eſe Saͤure loͤſet Eiſen und Zink auf ohne Bey⸗ huͤlfe der Hitze weil ihre Verwandſchaft mit deren Kalchen groͤßer iſt, als die Verwandſchaft, welche dieſe Kalche mit dem Theile von Phlogiſton haben, welchen ſie verlieren muͤſſen, ehe ſie ſich mit der Saͤure verbinden oͤnnen,(wie die Tabelle zeigt;) aber alle andere metalliſche Subſtanzen verbinden ſich — ſ5n — — — „. ————— B— tlufüſin ſe ſogar te ſeinſ giſon duch gerſſen ſ. relches ſ zulbſen i Grade er⸗ ten kalten der Vi Aufüſung geſet iſt Recht die n. Wen⸗ ht einſa⸗ durch die allezeit aͤne ohne Ben⸗ ſſcaft mit andſchft, phlogſſin ſe ſch mi ell eir) verbunm — 89 ſich nur mit dieſer Saͤure, wenn ſie verdickt und erhizt iſt. Von Aufldſungen in der Sapeterſaͤure. D Salpeterſaͤure hat weniger Verwandſchaft mit allen metalliſchen Subſtanzen als die Vi⸗ tol⸗ oder Sochſolzſaͤure. Sie hat auch weniger Verwandſchaft damit, als dieſe mit dem Theile von Phlogiſon haben, welchen ſie verlieren muͤſſen, ehe ſie ſich mit ihr verbinden koͤnnen; jedoch loͤſet ſie ſolche alle auf,(Gold und Platina ausgenommen) ſo⸗ gar ohne Beyhuͤlfe der Hitze, weil ſie ſich mit Phlo⸗ giſton verbindet, wenn ſie nicht zu duͤnn iſt; und die Hitze welche durch ihre Vereiniaung mit Phlogi⸗ ſton hervorgebracht wird, iſt hinlaͤnglich eine Aufloͤ⸗ ſung zu befoͤrdern. Aber wenn ſie zu ſtark iſt; ſo wird ſie ohne Beyhuͤlfe der Hitze ſo wenig auf Bley als Silber wirken, wie Boyle und Boerhave bemerkt ha— ben;*) denn der Unterſchied zwiſchen ihrer Ver⸗ wandſchaft mit dieſen Metallen, und der Verwand⸗ ſchaft dieſer Metalle mit dem Theile von Phlogiſton, welchen ſie verlieren muͤſſen, ehe ſie ſich mit ihr ver⸗ binden koͤnnen, iſt ſehr groß; und wenn ſie ſehr F 5 ſtark *) 1— Boerh. 503 2— Boyle 335. 9⁰°— ſtark iſt, ſo enthaͤlt die Fluͤßigkeit nicht Feuer genug um das Phlogiſton in eine luftige Geſtalt zu brin⸗ gen, und das Metall in eine Fluͤßigkeit zu verwan⸗ deln. Eben daſſelbe wuͤrde wahrſcheinlich in Ruͤck⸗ ſicht auf das Quekſilber bemerkt werden, wenn es nicht ſchon in einem fluͤßigen Zuſtande geweſen waͤre. Stahl hat auch bemerkt, daß ſie in Aufloͤſung des Silbers ſehr wenig Hitze, und in Aufloͤſung des Bleys oder Quekſilbers gar keine hervorbringt*). Dieſes iſt leicht zu erklaͤren, da wir nun wiſſen, daß Silber nur wenig, und Bley viel weniger Phlogi⸗ ſton enthaͤlt; da die Hitze offenbar, nach dem durch Dr. Crawford entdeckten Geſetze, durch die Ver⸗ einigung des Phlogiſtons mit der Saͤure hervorge⸗ bracht wird: denn metalliſche Kalche erzeugen keine Hitze. Was das Quekſilber betrift, iſt die Bemer⸗ kung nicht ganz richtig; denn deſſen Aufloͤſung iſt mit Hitze vergeſellſchaftet, wie Hr. Lavoiſier an⸗ gemerkt hat, 1 Lavoiſ. 248. *) Stahl uͤber die Salze 168. dur genug at ugrin⸗ zu ven⸗ ich in gur n, wenn veſen vir. Rüöſung de ſöſung des thringt) iſen daß t Jhlxi dem durch die Ver hervorger hen keine Bemer⸗ fünf ſ 2r In Vn — 91 Von Aufloͤſungen in der Kochſalzſaͤure. Von dieſer Saͤure iſt bekannt, daß ſie Metalle weniger dephlogiſtiſirt als irgend eine andre. Wo der Theil des Phlogiſtons, welcher nothwendig abgeſchieden werden muß, ſtaͤrker angezogen wird als die Saͤure ſelbſt, bewirkt ſie keine Aufloͤſung, oder wenigſtens nur eine ſehr langſame, ohne Bey⸗ ſtand der Hitze; ebenfalls erfolgt ſie nicht, wenn die Anziehung⸗der Saͤure gegen den Kalch ſtaͤrker iſt, als gegen den Theil des Phlogiſtons, welchen ſie abſcheidet; wenn das Verhaͤltniß der Saͤure zu einem ſolchen Kalch nur ſehr klein iſt: denn eine ſo geringe Menge Saͤure enthaͤlt nicht Feuer genug, um das Phlogiſton fluͤchtig zu machen; und daher iſt zur Aufloͤſung des Bleys in dieſer Saͤure Hitze noͤthig. Die dephlogiſtiſirte Saͤure wirkt ſtaͤrker. Von 9²—— Von Niederſchlaͤgen von und durch das Eiſen. D' wechſelsweiſen Niederſchlagungen des Ei⸗ ſens und Kupfers aus der Vitriolſaͤure durch einander, ſind im allgemeinen durch Hrn. Monnet und Bergmann gut erklaͤret; ich werde hier die Urſach dieſer Niederſchlagungen etwas genauer zeigen. Wenn ein Stuͤck Kupfer i in eine friſch gemachte geſaͤttigte Aufloͤſung von Eiſen geworfen wird, ſo wird keine Aufloͤſung geſchehen; auch wird in zwoͤlf Stunden noch nichts von dem Kupfer aufgeloͤſt ſeyn, noch auch in einer laͤngern Zeit, wenn der Beytritt der Luft von der Aufloͤſung abgehalten wird; wenn aber die Aufloͤſung der freyen Luft ausgeſezt iſt, ſo wird ſich bey Zuthuung eines fluͤchtigen Alkali zei⸗ gen, daß in 24 Stunden auf das Kupfer gewirkt ſey; auch ſelbſt noch eher wenn Hitze angebracht iſt; und es wird dabey ein Eiſenkalch niedergeſchlagen. Die Wirkung der Verwandſchaften iſt im erſten Falle folgende. Ruhende In des d. te darh Monnet hier die genauer rmachte ird, ſo zwoͤlf t ſenn zeytrit venl t, ſo A dis gewiekt ſcht iſt; hlagen. erſten Mfene —— 93 Ruhende. Vitriolſaͤure mit Eiſenkalch 27⁰ Kupfer mit ſeinem Phlogiſton 360 Summe 630 Zerſetzende. Vitriolſaͤure mit Kupfer 260 Eiſenkalch mit Phlogiſton 250 Summe 510 Folglich kann in dieſem Falle keine Zerſetzung ge⸗ ſchehen; aber da im zweyten Fall, viel von dem Phlo⸗ giſton der Eiſen⸗Solution entzogen iſt; ſo iſt die Verwandſchaft des Eiſenkalchs mit der Saͤure ver⸗ mindert, und die mit dem Phlogiſton vermehret; alſo koͤnnen die ruhenden Verwandſchaften angenom⸗ men werden, als Vitriolſaͤure mit Eiſenkalch 240 Kupfer mit ſeinem Phlogiſton 360 6⁰00 und die zerſetzenden. Vitriolſaͤure mit Kupfer 260 Eiſenkalch mit Phlogiſton 370 630 Aber 94— Aber man koͤnnte aus der vermehrten Verwand⸗ ſchaft des Eiſenkalchs mit Phlogiſton ſchließen, daß, weil das Eiſen ſein Phlogiſton wieder erhaͤlt, die Saͤure darauf zuruͤck wirken und das Kupfer verlaſ— ſen werde; und dieſes wuͤrde gewiß geſchehen, wenn es ſein Phlogiſton in hinlaͤnglicher Menge wieder erhielte: aber der Beytritt der Luft und der Hitze hindert, daß es daſſelbe, wenigſtens in hinlaͤngli⸗ cher Menge, zuruͤck behalten kann. Dieſe vermehrte Verwandſchaft des Eiſenkalchs mit Phlogiſton iſt keine bloße Vorausſetzung: denn wenn in eine Aufloͤſung von Eiſen, welche ſo weit dephlogiſtiſirt iſt, daß ſie keine Cryſtallen geben will, etwas friſches Eiſen geworfen wird; ſo wird der arm gemachte Kalch ſo viel von dem, waͤhrend der Aufloͤſung des friſchen Eiſens ausgegebenen Phlogi⸗ ſton wieder anziehen, daß ſie nun Cryſtallen geben wird, wie Hr. Monnet in ſeinem vortreflichen Tractat von den Vitriolen angemerkt hat. Die ver⸗ minderte Anziehung des Eiſenkalchs zu der Saͤure iſt auch aus dieſem Verſuche deutlich; ſie erhellet auch aus der Nothwendigkeit, zu einer truͤben Auſoͤ⸗ ſung von Eiſen mehr Saͤure hinzuzuthun, um deſſen Durchſichtigkeit wieder herzuſtellen. Die Kupfer⸗ kalche ſchlagen auch eine dephlogiſtiſirte Aufloͤſung von Eiſen nieder, indem die Verwandſchaft der Saͤure mit einem ſolchen Kalch 240, und die mit dem Kupfer 260 iſt. In Ruͤckſicht der Eiſenaufloͤ⸗ ſung in Salpeterſaͤure ereignet ſich eben daſſelbe; aber —— wand⸗ 1 deß, d de even wen wieder er Hize längie kalchs denn weit nwil, d der d der ſgi⸗ ehen cen dels aure hellet lwäd⸗ deſen upfer⸗ bſung t der e mit außlo ſelbe ller — 95 aber da dieſe Aufloͤſung einen großen Ueberfluß an Saͤure enthaͤlt; ſo wird ſogar ein Theil des Ku⸗ pfers aufgeleſt, ehe etwas von dem Eiſen nieder⸗ geſchlagen iſt. Was die Aufloͤſung des Ciſens in der Kochſalz⸗ ſaͤure betrift; ſo ſchlaͤgt Kupfer in 24 Stunden nichts davon nieder, wenn ſie gleich der freyen Luft aus⸗ geſezt iſt. Aber wenn ein reines Stuͤck Eiſen in eine Auflo⸗ ſung von Kupfer in der Vitriolſaͤure geworfen wird; ſo wird das Kupfer ſogleich niedergeſchlagen: denn hier ſind die, in dem erſten Entwurf dargeſtellten ruhenden und zerſetzenden Verwandſchaften aufge⸗ hoben, indem die ruhenden die zerſetzenden werden, und umgekehrt. Es iſt unnoͤhtig hinzuzuſetzen, daß Kupfer auf dieſelbe Art durch Eiſen aus der Salpe⸗ ter⸗ und Kochſalzſaͤure niedergeſchlagen wird. Hierauf beruhet der Gebrauch, aus einigen mi⸗ neraliſchen Waſſern, mittelſt des Eiſens, Kupfer auszuziehen. Dieſe Waſſer geben nachher durch die Abdunſtung Eiſenvitriol; aber es iſt merkwuͤr⸗ dig, daß dieſer Vitriol viel blaſſer als der(emaint und weniger geſchickt zum Faͤrben iſt,(2 Schlut⸗ ter 507). Die Urſach davon iſt, weil er mehr de⸗ phlogiſtiſirt iſt; und zwar weil man nicht nur vor⸗ naͤmlich altes Eiſen gebraucht, ſondern auch, weil Kupfer, welches mehr Phlogiſton enthaͤlt, als ein gleiches 96— gleiches Gewicht von Eiſen, ſolches ſeines Phlogi⸗ ſtons mehr beraubt, als es geſchehen wuͤrde, wenn es in der Vitriolſaͤure bloß aufgeloͤſt waͤre. Gegoſſenes Eiſen wird nach Schlutter eine Kupferaufloͤſung ſchwerlich niederſchlagen; und Hr. Bergmann hat in der That gefunden, daß es weniger Phlogiſton enthaͤlt als Stangeneiſen. Ich habe allezeit gefunden, daß Silber aus ſei⸗ ner Aufioͤſung in der Salpeterſaͤure, durch Eiſen leichtlich niedergeſchlagen werde Indem die Summe der ruhenden Verwandſchaften 625 und die der zer⸗ ſetzenden 746 war; doch hat Hr. Bergmann be⸗ merkt, daß eine ſehr geſaͤttigte Aufloͤſung von Sil⸗ ber ſehr ſchwer, und nur durch einige Arten von Eiſen niedergeſchlagen wurde, ſo ar wenn die Auf⸗ loͤſung verduͤnnt und ein Ueberfluß an Saure hinzu⸗ gethan war*); die Urſach dieſer ſonderboren Er⸗ ſcheinung, ſcheint mir von einem Umſtande herzulei⸗ ten zu ſeyn, weſchen Hr. Scheele bey Ausoͤſung des Quekſilbers zuerſt bemerkt hat; naͤmlich, daß die Salpeterſaͤure, wenn ſie damit aeſaͤttiat iſt, noch etwas davon in ſeiner metalliſchen Geſtalt anneh⸗ men wird**). Das naͤmliche ereignet ſich bey Auf⸗ loͤſung des Silbers in der Salpeterſaͤure in einer ſtarken *) Diſſert. de Phlog. Quantitate in Metal. p. 6. 2) 39 Speusk. Handl. p. 0. ns Phlogs ud wenn lre guutte ee n. und h. en, daß 6 eiſen. ber aus ſe⸗ auch Eſfen die Summe die der jer⸗ mann be⸗ von Ell⸗ Arten von mde Auf⸗ re hinju⸗ ten Er⸗ herbie Ausdſung nich, daß tiſh noch ſt anneh⸗ bey duf ein einer ſearte pb 97 ſtarken Hitze; denn, wie ich zuvor bemerkte, die lezten hineingeworfenen Silbertheile geben keine Luft, und ſind folalich nicht dephlogiſtiſirtt. Nun mag dieſe Zuſammenſetzung des Silberkalchs und des Silbers in ſeiner metalliſchen Geſtalt, durch Ei⸗ ſen wohl nicht niederzuſchlagen ſeyn, indem das Sil⸗ ber in ſeiner metalliſchen Geſtalt, den Kalch verhin⸗ dert, mit dem Eiſen in Beruͤhrung zu kommen, und Phlogiſton davon zu ziehen: und ſo iſt auch biswei⸗ len bemerkt, daß Eiſen eine Außoͤſung von Quek⸗ ſilber in dieſer Saͤure nicht niederſchlage*). Man hat lange geglaubt, daß Eiſen durch Zink aus Saͤuren niede geſchlagen werden koͤnne, obgleich Neumann dieſes lange vorher leugnete; aber Hr. Bergmann hat dieſen Punkt hinlaͤnglich aufgeklaͤrt, indem er gezeigt hat, daß Zink das Eiſen aus der Vitriolſaͤure nicht niederſchlagen koͤnne, bis die Ei⸗ ſenaufloͤſung einen Theil ihres Phlogiſtons verliert. In Ruͤckſicht der Salpeterſaͤure fand ich, daß Zink kein Eiſen niederſchlaͤgt, ſondern im Gegentheil, Ei⸗ ſen Zink niederſchlage; aber in kurzer Zeit löſet die Saure den Zink wieder auf und laͤßt das Eiſen fal⸗ len, welches offenbar von der zu großen Dephlogi⸗ ſtiſirung des Eiſenkalchs herkoͤmmt. Aber Zink ſchlaͤgt Eiſen, obgleich mit Muͤhe, aus der Kochſalzſäͤure nieder; denn nach 24 Stunden gaben die Gallaͤpfel noch *) Crell neueſte Entdeck. S. 266. Sitw. Verſ. 1. B. 2. St. 6 1 noch eine Schwaͤrze. Ich muß auch hinzuſetzen, daß Eiſen den Zink aus der Vitriolſaͤure nicht nie⸗ derſchlaͤgt. Die meiſten metalliſchen Subſtanzen, welche durch Eiſen aus der Salpeterſaͤure niedergeſchlagen ſind, werden bald nachher gewiſſermaaßen wieder aufgeloͤſt, weil die Salpeterſaͤure bald das Eiſen zu ſehr dephlogiſtiſirt, es folglich fallen laͤßt, und auf die andern Metalle zuruͤckwirkt und ſie wieder aufloͤſt. Die Niederſchlagung der thonigten Erde aus dem Alaun durch Eiſen, iſt dem Ueberfluß der Saͤure im Alaun, welche erſt das Eiſen dephlogiſtiſirt, bey⸗ zumeſſen; und wenn dieſes dephlogiſtiſirt iſt, ziehet es die Saͤure ſtaͤrker an. Auf der andern Seite, ſchlaͤgt die Alaunerde das Eiſen nieder, wenn die Eiſenauf⸗ loͤſung durch Hitze dephiogiſtiſirt ſt. Sie kann auch dieſe Wirkung hervorbringen, wenn man Eiſen ſei⸗ nes Ueberfluſſes an Saͤure, welche es in Aufloͤſung haͤlt, beraubt. Von öhauſegen nnit ni⸗ en, wech ergeſchlagn ſen widder as Eſeenzo , und auf ſe wſeder Erde aus er Saure ſſit, bey⸗ ſ, ziehet „ſchgt äſenauf⸗ ann auch Eſſen ſes Außſſung M — 99 Von Niederſchlaͤgen von und durch Kupfer. Wo Silber in der Salpeterſaͤure aufgeloͤſt iſt, und ein Stuͤck Kupfer in die Aufloͤſung hin⸗ eingeworfen wird, ſo geſchiehet es bisweilen, daß das Silber nicht niedergeſchlagen wird, wie Dr. Lewis bemerkt hat*). Dieſes geſchiehet, entwe⸗ der wenn die Salpeterſaͤure mit Silber uͤberſaͤttigt iſt, indem ſie einiges in ſeiner metalliſchen Geſtalt aufgenommen hat, wie ſchon bemerkt worden; oder wenn das Silber zu ſehr dephlogiſtiſirt iſt: denn ſo iſt deſen Verwandſchaft mit Phlogiſton, welche die vornehmſte Urſach ſeiner Niederſchlagung iſt, weni⸗ ger als 491; alsdenn bedient man ſich des Huͤlfs⸗ mittels es zu erhizzen und mehr Saͤure hinzuzuthun, wodurch es weiter dephlogiſtiſirt wird. Doch haͤlt die Salpeterſaͤure allezeit ein wenig Silber zuruͤck. (Schlutter 362. Hiſt. Mem. bar. 1728). Man ſagt gemeiniglich, daß wenn Feilſpaͤne von Kupfer in eine kochende Aufloͤſung von Alaun geſchuͤttet werden, ein Kupfervitriol gefunden und die Alaunerde niedergeſchlagen wuͤrde. Wenn die⸗ ſes wahr waͤre; ſo wuͤrde es zu bewundern ſeyn, weil Kupfer ſogar mit Beyhuͤlfe von Hitze, bloß in der verdichteten Vitriolſaͤure aufloͤsbar iſt. Ich machte G 2 alſo *) Commereium Philoſ. p. 157. — =—— ————;ʒy—— — — —ꝛ 100— alſo den Verſuch und fand, daß nach 24 ſtuͤndigen Kochen nicht der mindeſte Theil des Kupfers aufge⸗ loͤt war: denn die Farbe der Aufloͤſung wurde durch fuͤchtige Laugenſalze nicht veraͤndert; und obgleich der Alaun niedergeſchlagen war; ſo behielt er doch ſeine ſalzartige Geſtalt; ſo daß er nur ſeinen Ueber⸗ fluß an Saͤure in dieſem Verſuche verlor. Von Niederſchlaͤgen von und durch Zinn. inn wird durch keine metalliſche Subſtanz in ſeiner metalliſchen Geſtalt niedergeſchlagen. Die Urſach iſt, weil deſſen Niederſchlagung, nicht die Wirkung einer doppelten Verwandſchaft iſt; ſon⸗ dern von der alleinigen groͤßern Verwandſchaft ſei⸗ nes Aufloͤſungsmittels mit einer jeden andern metalli⸗ ſchen Erde. Metalle, welche durch Zinn aus der Salpeterſaͤure niedergeſchlagen werden, werden nach⸗ gehends wieder aufgeloͤſt, weil die Saͤure das Zinn bald verlaͤßt, indem es zu ſehr dephlogiſtiſirt wird. Von fändige is ufge⸗ dundedurch d oögſic elt er edod nen leber durc öſtanz in ſſchlagen. i,, nicht iſt; ſon⸗ hoft ſei⸗ metalli⸗ ans der en nach⸗ das Jinn rtwied. —˖ 9 101 Von Niederſchlaͤgen von und durch Bley. Maeale, in Vitriol⸗ und Kochſalzſaͤure aufzu⸗ M loͤſen und durch Bley niederzuſchlagen, wer⸗ den nach Anzeige des Grades der Verwandſchaften, jedoch langſam, niedergeſchlagen, weil die erſten Theile des Bleys, die aufgeloͤſt werden, ſchwer auf⸗ zuloͤſende Salze bilden, welche ſeine Oberflaͤche be⸗ decken, und es gegen die fernere Wirkung der Saͤure ſchuͤzzen; und doch enthaͤlt es ſo wenig Phlogiſton, daß ein großer Theil davan aufgeloͤſt ſeyn muß, ehe es genug von ſich giebt, um die aufgeloͤſten Metalle niederzuſchlagen. Hr. Bergmann bemerkte, daß eine ſehr geſaͤt⸗ tigte Aufloͤſung von Bley ſchwerlich, wenn uͤber⸗ haupt, durch Eiſen niederzuſchlagen war. Entſte⸗ het dieſes nicht ebenfalls von einigen Bley, welches in ſeiner metalliſchen Geſtalt aufgenommen iſt? Ei⸗ ſen ſchlaͤgt das Bley nicht aus der Kochſalzſaͤure nie⸗ der, obgleich ein Niederſchlag erſcheint; denn dieſer Niederſchlag enthaͤlt noch Salzſaͤure; im Gegentheil ſchlaͤgt Bley das Eiſen aus dieſer Saure nieder, ob⸗ gleich ſehr langſam. G 3 Von 103—— Von Niederſchlaͤgen von und durch Quekſilber. O'la der Unterſchied zwiſchen den ruhenden und zerſetzenden Kraͤften ſehr gering iſt; ſo wird doch Quekſilber aus der Vitriol ure durch Kupfer geſchwind niedergeſchlagen, weil die Anzie⸗ hung des Quekſilberkalchs zu Phlogiſton ſehr ſtark iſt; und ein in dem Kupfer enthaltener, ſehr gerin⸗ ger Theil davon, iſt hinlaͤnglich es wieder zu be⸗ leben. Silber ſchlaͤgt das Quekſilber aus der Vitriol⸗ ſaͤure nicht nieder, es ſey denn, daß es Kupfer ent⸗ hoͤlt; und dann ſchlaͤgt es ſolches nieder: jedoch wenn Silber und mineraliſcher Turbith deſtilliret werden; ſo gehet das Quekſilber in ſeiner metalliſchen Geſtalt uͤber, Wenzel 42;) weiches beweiſet, daß die Verwandſchaft des Quekſilberkalchs durch Hitze vermehret wird. Der Unterſchied zwiſchen den ru⸗ henden und zerſetzenden Kraͤften iſt in der That ſehr geringe. Silber ſchien mir Quekſilber aus der Sal⸗ peterſaͤure, wiewohl ſehr langſam, niederzuſchlagen, wenn die Aufloͤſung mit Hitze gemacht und nicht uͤberſaͤttigt war; aber wenn die Aufloͤſung des Quek⸗ ſilbers ohne Hitze geſchehen war, ſo wurde es gar nicht niedergeſchlagen. Auf der andern Seite ſchlaͤgt Quekſilber das Silber aus dieſer Saͤure nieder; nicht wegen des Uebergewichts der gewoͤhnlichen zerſetzen⸗ den Kraͤfte; ſondern wegen der Anziehung des Quek⸗ filbers drc en ruhende dng iſt lan durch die Anie⸗ ſehr ſtar ehr geiin der zu be⸗ r Virio⸗ kupfer en⸗ -: jedoch deſtiliret etallſchen jſet, daß b bit den ro⸗ dhat ſche der Sal⸗ uſchlagen, und nich des Quek⸗ de es get eteſclägt der; nict rſebe⸗ ds dur ilert — 193 ſilbers und Silbers gegen einander: denn ſie bilden theils ein Amalgama, theils bilden ſie Baͤumgen, und ſelen bleibt eins von beyden in der Aufloͤſung. Eine aͤhnliche Vegetation erfolgt, wenn Aufloͤſungen von beyd Metallen in derſelben Saͤure zuſammen gemiſcht berden. Silbe ſchlaͤgt das Quekſilber aus der Auf⸗ loͤſung des aͤzenden Sublimats nicht nieder; ſon⸗ dern im Gegentheil ſchlaͤgt Quekſilber das Silber aus der Kochſatzſaͤure nieder: und wenn eine Aufloͤ⸗ ſung von Hornſilber in fluͤchtigen Alkali mit Quek— ſilber gerieben wird, ſo wird das Silber von ſeiner Saͤure befreiet und Calomel gebildet werden,(1 Margraaf 284) und doch wenn das lezte und Sil⸗ ber deſtilliret werden; ſo wird das Quekſilber in ſei⸗ ner metalliſchen Geſtalt uͤbergehen und Hornſilber gebildet werden(Ebendaſ. 286). Daſſelbe geſchiehet wenn Silber und aͤzender Sublimat deſtilliret wer⸗ den,(1 Pott. 338. Stahl von Salzen 306;) indem die Verwandſchaft des Quekſilberkalchs mit Phlogiſton durch die Hitze zunimmt. 6 4 Von 124— Von Niederſchlaͤgen von und dürch Wismuth. Bo der Bitriolſaͤure habe ich die Summe der ruhenden und zerſetzenden Kraͤfte gleich an⸗ genommen, obgleich in der That bisweilen die eine, bisweilen die andre, das Uebergewicht hat. Wis⸗ muth ſchlaͤgt in 6 Stunden nichts von Kupfervi⸗ triol nieder; noch erfolgt es vom Kupfer bey Wis⸗ muthvitriol. Kupfer, ſagt man, ſchlage Wismuth aus der Salpeterſaͤure nieder; aber ich habe auch geſehen, das Kupfer in ſeiner metalliſchen Geſtalt durch Wismuth aus derſelben niedergeſchlagen wurde. Die Veraͤnderungen entſtehen von der ver⸗ ſchiedenen Dephlogiſtiſirung des Kupfers. Von Niederſchlaͤgen von und durch Nickel. Wo gleich Nickel pulveriſirt wird; ſo ſchlaͤgt er doch ſelten ein Metall nieder. Zink ſchlaͤgt von der Aufloͤſung des Nickels in der Vitriol⸗ und Salpeterſaͤure ein ſchwarzes Pulver nieder, wovon Hr. Bergmann, nach einer ihm eigenen Art, gezeigt hat, daß es aus Arſenik, Nickel und ein wenig Zink ſelbſt beſtehe. Der Arſenik et — ſd duuch Summe dite geih. deiln dein, ti ſct. W don Fuhfer pir bey Di⸗ ſge Vümuth i ſabe auch ſchn Gettl deegeſclage don derver 8 dacc ß ſtb Aicöbn ttſe pͤlte Hantr im ſeni, i Arſei ſtt —— 1⁰5 het den Kalch des Nickels an*), aber Zink ſchlaͤgt den Nickel aus der Kochſalzſaͤure nieder. Die Aufloͤſung des Eiſens in Vitriolſaͤure wirkt auf den Nickel; und die des Nickels in derſelben Saͤure wirkt auf Eiſen; aber keines ſchlaͤgt das an⸗ dre in 24 Stunden nieder; jedoch ſcheint nach laͤn⸗ gerer Weile das Eiſen den Vorzug zu haben. Aber Eiſen ſchlaͤgt den Nickel aus der Salpeterſaͤure offen⸗ bar nieder; und obgleich der Nickel das Eiſen eben⸗ falls niederzuſchlagen ſcheint; ſo entſtehet dieſes nur von der allmaͤhligen Dephlogiſtiſirung des Eiſens. Nickel faͤllet Kupfer in ſeiner metalliſchen Ge⸗ ſtalt aus der Vitriolſaͤure. Er ſchlaͤgt auch Kupfer aus der Salpeter⸗ und Kochſalzſaͤure nieder; aber Kupfer faͤllet den Arſenik aus der ſalpetrigten Auf⸗ loͤſung des Nickels. Die vitrioliſchen und ſalpetrig⸗ ten Aufloͤſungen des Bleys ſcheinen beſonders auf de Nickel zu wirken; das iſt, ſolchen ohne einige Zerſetzung aufzulöſen, indem ſich die Kalche mit ein⸗ ander verbinden. Die vitrioliſchen und ſalpetrigten Aufloͤſungen des Nickels, wirken auf dieſelbe Art einige Zeit auf Bley; aber zulezt ſcheint Nickel den Vorzug zu haben. Bey der Kochſalzſäͤure ſcheint Bley das Uebergewicht zu haben, ob man gleich ei⸗ nen ſchwarzen Niederſchlag bemerkt, welches von ihnen auch in die Auflöſung des andern geworfen wird. G 5 Nickel *) Suensk. Handl. 1780. . 0⁴ 105— Nickel ſchlaͤgt Wismurh aus der Vitriol und Salpeterſaͤure geſchwind nieder; aber was die Koch⸗ ſalzſäͤure betrift; ſo fand ich, daß jedes dieſer Halb⸗ metalle in der Solution des andern aufloͤsbar war; doch ſchlaͤgt Nicke den Wismuth ſehr langſam nie⸗ der, und nur zum Theil: und Wismuth fället ein rothes Pulver, welches ich fuͤr Ocher halte, aus der Aufloͤſung des Nickels. 4 Rickel und Zinn wirken bey der wer ſelsweiſen Vermiſchung ihrer Salze nur ſchwach au einander; aber die Niederſchlaͤge ſind, ſo wie ſie nach der angege⸗ benen Staͤrke der Verwandſchaften erfolgen ſollten. Von Niederſchlaͤgen von und durch Kobold. Wboh wird durch Zink ſo wenig aus der Vitriol⸗ als Salpeterſaͤure gefaͤllt: aber er ſchien mir aus der Kochſalzſaͤure durch Zink niedergeſchlagen zu werden. Obgleich Eiſen den Kobold aus den drey Saͤu ren niederſchlaͤgt; ſo fand ich doch viel von dem Ko⸗ bold, ſowohl durch die Vitriol⸗ als Salpeterſaͤure zuruͤck behalten; vorzuͤglich aber durch die leztere, welche, nachdem ſie den Kobold fallen laͤßt, ſolchen nachher wieder aufnimmt, und den dephlogiſtiſirten Eiſenkalch fahren laͤßt. Obgleich ———— riol und deKoch⸗ gſeholb⸗ bar nr, ſon nie fällt i le, au läweiſen nnander, angege⸗ ſolten. triol⸗ Rwit lagen Sä em Koe rſäͤure lztere, ſolhen iſiten gii —— 107 Obgleich der Nickel den Kobold ſelbſt nicht nie— derſchlaͤgt, wie die in der Aufloͤſung bleibende Roͤthe beweiſet; ſo ſchlaͤgt er doch beſtaͤndig eine andre fremdartige Subſtanz daraus nieder. Die Aufloͤ⸗ ſung des Kobolds in der Kochſalzſaͤure wird durch Hinzuthuung des Nickels farbelos. Wismuth iſt in der vitrioliſchen und ſalpetrigten Solution des Kobolds aufloͤsbar, und verurſacht einen geringen weißen Niederſchlag, greift aber den wirklichen koboldiſchen Theil nicht an. Dieſe Auf⸗ loͤſungen in der Vitriolſaͤure koͤnnen keinem Ueberfluße an Saͤure beygemeſſen werden weil ſie ineiner duͤngen Saͤure und ohne Hitze gemacht werden. Kupfer ſchlaͤgt auch eine weiße Subſtanz aus der ſalpetrigten Aufloͤſung des Kobolds nieder, welches ich fuͤr Arſenik halte. Es haͤlt ſchwer ſowohl ſehr reinen Nickel als Kobold anzuſchaffen: die, welche ich gebrauchte, wa⸗ ren es offenbar nicht. Von Niederſchlaͤgen von und durch Spießglaskoͤnig. Krfer faͤllet ſo wenig den Spießglaskoͤnig, als es durch denſelben aus der Vitriolſaͤure nieder⸗ geſchlagen wird: wenigſtens geſchieht es nicht in drey Tagen; aber Spießglasvitriol inſonderheit loͤſet es langſam auf. Auf —½— 108— Auf den Koͤnig wird auch durch Bleyvitriol ge⸗ wirkt; denn er wird roth nachdem er 15 Stunden in der Aufloͤſung dieſes Vitriols geblieben iſt; und Bley ſchlaͤgt ihn ſelten aus der Vitriolfaͤure nieder. Ich fand auch, daß gepulverter Koͤnig den Quek⸗ fi ilbervitriol ſehr ſchlecht niederſchlug. Wismuth ſchlaͤgt ſo wenig dieſen Koͤnig als die⸗ ſer jenes, in 24 Stunden aus der Vitriolſaͤure nieder. Obgleich Zinn dieſen Koͤnig aus der Salpeter⸗ ſaͤure faͤllet; ſo wird doch, wenn der Koͤnig in eine Aufloͤſung von Zinn in der Salpeterſaͤure geworfen wird, in 16 Stunden keines von beyden in der Aufloͤſung gefunden werden; entweder wegen der De⸗ phlogiſtiſirung oder wegen der Verbindung beyder Kalche mit einander. Eiſen ſchlaͤgt diefen Koͤnig nicht volig aus der Kochſalzſaͤure nieder; ſondern es ſcheint ein dreyfa⸗ ches Salz gebildet zu ſeyn, welches aus der Saͤure und beyden Kalchen beſtehet. Der Koͤnig iſt auch in dem ſalzſauren Eiſen aufloͤsbar. 1 Auch Kupfer ſchlaͤgt den Koͤnig in 16 Stunden nicht aus der Kochſalzſaͤure nieder; und wenn der Koͤnig in falzſaures Kupfer geworfen wird; ſo wird er aufgeloͤſt; und fluͤchtige Laugenſalze werden keinen blauen, ſondern einen gelblich weiſen Niederſchlag geben; ſo daß auch hier ein dreyfaches Salz gebil⸗ det iſ. Von ——O⏑⏑O⏑:⏑ꝛ—ꝛ—ꝛ—ꝛ—ꝛ—---—— nivir tioſt 1 ſüre Eibe ahet büllg ſth dlid j de ducch de S Arſeni ſalbetr ic gle 1 nicht n deß bei löſung dor, d iriol ge Stunden ſt und nieder. en Qutf als die e nieder. alpeter⸗ in eine geworfen in der der de⸗ beyder s der weyfas Sdure auchin btunden enn der ſo widd keinen erſchlag z gebi⸗ Ton ——— 109 Von Nuderſen von und durch den Arſenikkoͤnig. ie Aufloͤſungen von Arſenik wirken in den mei⸗ ſten Faͤllen wie zwey Saͤuren. So wird auf Ehfn, Kupfer, Bley, Nickel, und Zink durch Arſe⸗ nikvitriol gewirkt(d. i. durch deſſen Aufloͤſung in Vi⸗ triolſaͤure); ſie geben aber ſelten einen Niederſchlag. Auch Eiſen ſchlaͤgt den Arſenik aus der Salpeter⸗ ſaͤure nicht nieder; aber Kupfer thut es, und ſogar Silber giebt einen geringen weißen Niederſchlag; aber Arſenikkoͤnig ſchlaͤgt das Silber in 16 Stunden voͤllig nieder. Folglich ſcheint der vorige Nieder⸗ ſchlag ein dreyfaches Salz zu ſeyn. Auch Quekſilber ſchlaͤgt den Arſenik nur ſparſam aus der Salpeterſaͤure nieder, und ſcheint ſich damit zu verbinden; es wird jedoch ſelbſt in 24 Stunden durch Arſenikkoͤnig gefaͤllet. Wismuth bildet in der ſalpetrigten Aufloͤſung des Arſeniks einen leichten Niederſchlag; aber der Arſenikkoͤnig macht einen haͤufigen Niederſchlag in der ſalpetrigten Aufloͤſung des Wismuths; ſo daß, wie ich glaube, die Kalche ſich verbinden. Nickel ſchlaͤgt den Arſenik aus der Salpeterſaͤure nicht nieder; aber beyde Kalche verbinden ſich; in⸗ deß bringt der Arſenikkoͤnig in der ſalpetrigten Auf⸗ loͤſung des Nickels einen haͤufigen Niederſchlag her⸗ vor; doch bleibt die Fluͤßigkeit gruͤn; daß alſo der Nickel 110— Nickel gewiß nicht niedergeſchlagen iſt; der weiße Niederſchlag ſcheint in dieſem Fall ein etwas dephlo⸗ giſtiſirter Arſenik zu ſeyn. Dieſer Koͤnig verurſacht auch einen weißen Nie⸗ derſchlag in der ſalpetrigten Aufloͤſung des Kobolds, aber die Fluͤßigkeit bleibt dennoch roth. Bey der Kochſalzſaͤure ſchlaͤgt das Kupfer den Koͤnig nieder; aber fluͤchtige Laugenſolze geben mit dieſer Aufloͤſung kein Blau, welches ſſet, daß ſich das Kupfer mit dem Arſenik verbindet. Eiſen ſchlaͤgt den Arſenik ebenfalls nieder. Zinn iſt in der Kochſalzſolution des Arſeniks aufloͤsbar; aber ich konnte keinen Niederſchlag bemerken, auch ſchlaͤgt der Arſenikkoͤnig das Zinn nicht nieder. Weder Wismuth noch Arſenikkoͤnig ſchlagen ein⸗ ander in 16 Stunden aus der Kochſatzſaͤure nieder. Auch auf den Spießglaskoͤnig wird durch den ſalz— ſauren Arſenik gewirkt, ob gleich kein Niederſchlag erfolgt: auch ſchlaͤgt der Arſenikkoͤnig jenen nicht nieder. — — b V V V er waße 3 Nyhlo⸗ ßen Ri Koboldz, pfer den eben mit ſet, daß Eiſen ſt in der aber ich ſchlägt gen ein⸗ nieder. ſalz⸗ wchlag vicht ——— Colour& Grey Controi Chart Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnhite— SGrey—— Grey 2 Grey 8 Grey 4 Black