dnr Bib. Giesten — Seee — EIIRIININRICM BRRNSBU' Shmd Ute SGANCDNHBIIMGCO RSOCMHSMBM MRG2 / prt, T do, t! l, Fü, T, I, utt. — — deim nüſ cia ſha Wi A » 3 ꝗ— » c M,, 4 2 /7, ⸗ Des G afen 1 Heinrich Ernſt von Schoͤnburg⸗Rochsburg Handſchriftliche „ Nachrichten uͤber ſeine Wirthſchaftsfuͤhrung i Rochsburg in Sachſen; herausgegeben un d mit Anmerkungen begleitet vom Profeſ, 2 r. D. 0. e in Breslau. Ur.. I 156 r. NN 5 △ 2 2*„. 3. Aor.. 4* 4 Erſter B— Band. Oekonomiſches Tagebuch für die Jahre 1799— 1819; nebſt einer vorläuſigen kurzen Geſchichte und Darſtellung der Rochsburgi⸗ ſchen Wirthſchaften, und des ökonomiſchen Lebens und Wirkens des Hrn. Verfaſſers im Allgemeinen, vom Herausgeber; und einem Portrait des Erſtern in Steindruck. Hall e, bei Hemmerde und Schweiſchke. 1828. Vorerinnerung. Indem ich hiermit einen ſehr lehrreichen und wichtigen Beitrag zu den, noch immer viel zu ſeltenen und doch fuͤr den practiſchen Landwirth ſo hoͤchſt nuͤtzlichen und intereſ⸗ ſanten oͤkonomiſchen Topographieen in dieſen, im Nachlaß des im April 1825 verſtorbenen Herrn Reichsgrafen und Herrn, Heinrich Ernſt von Schoͤnburg⸗Rochsburg, vorgefundenen oͤkonomiſchen Papieren dem landwirthſchaft⸗ lichen Publicum mittheile, glaube ich gewiß mit Recht, nicht nur durch den, in ſeinem Vaterlande, Sachſen, ebenſo, wie auch außerhalb deſſelben ſchon hochberuͤhmten Namen des Herrn Verfaſſers, ſondern auch durch die leicht und bald erkenntliche bedeutende Gewichtigkeit ihres Ge— haltes, der Nothwendigkeit einer beſondern Anpreiſung und Empfehlung derſelben in einer Vorrede ganz uͤberhoben zu ſeyn. Nur daruͤber glaube ich hier einige Worte voraus⸗ ſchicken zu muͤſſen, wie ich zur Herausgabe dieſer Papiere gekommen bin, was ich dafuͤr dabei gethan, und was das oͤkonomiſche Publieum dem Inhalte nach davon zu erwarten habe? IV Vorerinnerung. Wie ich ſchon fruͤher an mehreren Orten erzaͤhlt habe, hatte ich das Gluͤck, mit dem verſtorbenen Herrn Grafen von Schoͤnburg⸗Rochsburg faſt 30 Jahre lang in naͤheren, freundſchaftlichen Verhaͤltniſſen zu ſtehen. Ich verehre in ihm nicht nur meinen wuͤrdigen, theuren Lehrer in der practiſchen Oekonomie, wie er mir dies beſonders in den Jahren 1796— 97 und 1798— 99, wo ich mich ſelbſt fortdauernd in Rochsburg aufhielt, war, ſondern auch mei⸗ nen, in jener ganzen Zeit hochbewaͤhrten vaͤterlichen Freund und Goͤnner; und habe nicht nur waͤhrend meines eben bemerkten 2 jaͤhrigen Aufenthalts in Rochsburg ſelbſt, ſondern auch bei den, in den erſten 3 Jahren nachher, alle Halbjahre, ſpaͤterhin alle Jahre, und ſeit ich hier in Breslau bin, doch alle 3 Jahre wiederholten mehrtaͤgigen perſoͤnlichen Beſuchen Rochsburgs, und dann auch durch die fortwaͤhrend mit deſſen erlauchtem Beſitzer gefuͤhrte, fleißige Correſpondenz alle moͤgliche Gelegenheit gehabt, mich mit dem Zuſtande und dem Gange der beruͤhmten Rochsbur⸗ giſchen Wirthſchaften bekannt zu machen, und bekannt zu erhalten; und alle meine oͤkonomiſchen Schriften enthalten daher auch großentheils die Reſultate meiner dort geſammel⸗ ten oͤkonomiſchen Erfahrungen und Beobachtungen. Schon in den fruͤheren Zeiten aͤußerte der Hr. Graf gegen mich mehrmals ſowohl muͤndlich, als auch ſchriftlich die Idee und den Wunſch, daß ich nach ſeinem Tode aus den von ihm zu hinterlaſſenden oͤkonomiſchen Papieren das Wichtigſte und Bedeutendſte zum Behuf einer Ge⸗ ſchichte und Beſchreibung ſeiner Wirthſchaften der oͤkono⸗ miſchen Welt mittheilen ſollte; und in dem oͤkonomiſchen Vorerinnerung. v Tagebuche vom Jahre 1803 erklaͤrt er ſelbſt ausdruͤck⸗ lich, daß er ſich die große Muͤhe der Bearbeitung deſſelben nur darum gebe, weil er durch ſeine okonomiſchen Erfahrun⸗ gen und Beobachtungen auch Andern, auch der Nachkom⸗ menſchaft, nuͤtzen wolle;— und als ihm im Jahre 1821, anderwaͤrts her, das Anerbieten gemacht wurde, dieſen, dem großen Publicum nicht zu entziehenden reichen Schatz dkonomiſcher Wiſſenſchaft bekannt machen zu wollen, wozu er ſelbſt ſich vielleicht nicht gern verſtehen moͤge,— ſo ſchrieb er mir, daß er darauf geantwortet,„daß er mich bereits hierzu beſtimmt habe.“ So wurden mir denn ein Jahr nach ſeinem Tode von der verwittweten Frau Graͤfin, auf meine Bitte, ſeine ſaͤmmtlichen oͤkonomiſchen Papiere uͤbergeben, die weit uͤber 1000 von ſeiner eignen Hand geſchriebene, halb gebrochene Bogen ausmachten. Mehr als die Haͤlfte davon zeigte ſich indeß, bei genauer Durchſicht derſelben, als bloße Excerpte aus andern oͤkonomiſchen Schriften, und war nur ſehr ſel— ten mit Anmerkungen des Grafen begleitet, daher zur oͤffentlichen Mittheilung nicht geeignet. Das Uebrige aber beſtand, außer einigen in Unordnung gerathenen, unzu— ſammenhaͤngenden Papieren, in dem, was nun in dieſen Baͤnden der oͤkonomiſchen Welt vorgelegt werden ſoll, und wird; und zwar 1) vornehmlich in einem oͤkonomiſchen Ta— gebuche, welches auf die Jahre 1799— 1808(excl. 1800, wovon ſich leider nichts vorfand,) ſehr ausfuͤhrlich, fuͤr die Jahre 1809— 19 dagegen nur fluͤchtig abgefaßt iſt, aber immer unſtreitig die merkwuͤrdigſten, wichtigſten und lehr— reichſten oͤkonomiſchen Erfahrungen und Beobachtungen, — vI Vorerinnerung. und die intereſſanteſten Data aus der Geſchichte der Rochs⸗ burgiſchen Wirthſchaften, namentlich ihrer hochberuͤhmten Schafzucht enthaͤlt, deren Wahrheit ſich ſelbſt gewiß ver⸗ buͤrgt, da ſie juſt an dieſem Orte ſtehen: welchem Tage⸗ buche denn der erſte Band, oder Theil dieſer Schriften ge⸗ widmet iſt, dem ich dann nur noch einen neu erhaltenen Anhang in den Angaben uͤber den Ertrag der Wollſchuren in den Jahren 1823— 25 beigegeben habe. 2) Einen zweiten Theil machen die Entwuͤrfe und Plane zu den all— gemeinen wirthſchaftlichen Einrichtungen und Anordnun— gen und Verbeſſerungen in Rochsburg, und ſeinen uͤbrigen Beſitzungen, oder zur Einrichtung des Feldbaues und des Viehſtandes auf denſelben aus, wie ſie ſich von den Jahren 1802 bis 1825 vorfanden, die ebenfalls von der groͤßten Bedeutung und hoͤchſt lehrreich ſind, und in den ſich zwar ein, Vielen gewiß ſehr auffallendes Schwanken in der Mei— nung, die beſte Einrichtung eben getroffen zu haben, und eine ſo oͤftere Veraͤnderung und Wechſel in den Anſichten uͤber die beſte Feldeintheilung, den zweckmaͤßigſten Frucht⸗ wechſel namentlich, und den wahren Werth einzelner Cul⸗ turen in specie zeigen, welche Manche auf den Gedanken bringen moͤchten, daß es der ganzen Wirthſchaftsweiſe des Grafen an einer feſten Baſis gefehlt habe, die aber darum dennoch an ſich hoͤchſt lehrreich ſind, und zu deren Erklaͤ⸗ rung und Rechtfertigung ich auch in dem,— wie ich gleich bemerken werde,— dem erſten Bande noch vor— ausgeſchickten, eignen Aufſatze das Noͤthige geſagt habe, um den Grafen vor einer ſchiefen und unbilligen Beur— theilung in dieſer Hinſicht zu ſchuͤtzen und zu bewahren. öö— — —— ————y—— 6 tem ſond doßi te Gane ſein! auf tern Lehhe neuer⸗ und buf Drohd rnnii dden fü tuno tin Arbe nah gedac 4 6 dohg bſer dr un ſiben tels Staler halben Vorerinnerung. vIr Ich muß jedoch auch gleich hier noch bemerken, daß bei Wei⸗ tem nicht alle dieſe Plane zur wirklichen Ausfuͤhrung kamen, ſondern haͤufig blieben, was ſie waren, nur Projecte; und daß ſo vielmehr, ungeachtet derſelben, die einmal eingefuͤhr⸗ te Wirthſchaft oftmals noch mehrere Jahre ihren ruhigen Gang fortgieng: wie denn z. B. die ſchon viele Jahre vor ſeinem Tode von dem Grafen projectirte Verwandlung der, auf den Berthelsdorfer, Mohsdorfer und Helsdorfer Guͤ⸗ tern zu Futter niedergelegten Felder, oder ſogenannten Lehden in Artfelder, und die hierzu mehrmals entworfenen neuen Feldeintheilungen und Anordnungen des Feldbaues und Viehſtandes nie zu Stande kamen; und auch die, ebenfalls ſchon lange vorher beſchloſſene Anlegung einer Brandtweinbrennerei auf Kartoffeln erſt ſpaͤt ihre Ausfuͤh⸗ rung erhielt, u. dgl. m. Unſtreitig bleiben demungeachtet aber alle dieſe, wenn auch zum Theil nicht wirklich ausge⸗ fuͤhrten, Plane und Entwuͤrfe zu wirthſchaftlichen Einrich⸗ tungen an ſich in allgemeiner oͤkonomiſcher Hinſicht gewiß hoͤchſt ſchaͤtzbare, lehrreiche, intereſſante und verdienſtliche Arbeiten; und im Ganzen wird aus denſelben dennoch die wahre Geſchichte der Rochsburgiſchen Wirthſchaften in den gedachten Jahren gehoͤrig hervorgehen, indem auch da„ wo es dazu noch beſonderer ergaͤnzender, oder etwaniger, beim Leſer entſtehender Zweifel, oder Ungewißheiten berichtigen⸗ der und beilegender hiſtoriſcher Anmerkungen bedurfte, die⸗ ſelben von mir, theils nach den eignen Briefen des Grafen, theils nach meiner, bei meinen oͤftern Beſuchen an Ort und Stelle erlangten Kenntniß und Wiſſenſchaft davon, allent⸗ halben beigefuͤgt worden ſind. Die darin angenommenen VIII Vorerinnerung. und berechneten Boden-Ertraͤge, und beſonders auch die angegebenen Woll⸗ und Viehverkaufs⸗Betraͤge, ſowie die gelieferten Futter- und ſonſtigen Koſtenberechnungen ſind uͤbrigens auch ganz factiſche, wahre, etatsmaͤßige Durch⸗ ſchnittsbetraͤge; da ja ſonſt die ganzen darauf gebauten Ent⸗ wuͤrfe fuͤr den Grafen ſelbſt unnuͤtz geweſen waͤren: und ſie ſtimmen uͤbrigens auch mit den Angaben im Tagebuch voͤllig uͤberein*). 3) Einen dritten Theil dieſes Werks wer⸗ den einzelne vermiſchte, dkonomiſche Aufſaͤtze uͤber ſpecielle oͤkonomiſche Gegenſtaͤnde bil— den, die ſowohl die Rochsburgiſche Wirthſchaft insbeſon— dere, als die Landwirthſchaft uͤberhaupt betreffen; und, unter der Rubrik: oͤkonomiſche Sammlungen, wird ſich vielleicht auch eine ſchaͤtzbare Maſſe oͤkonomiſcher Leſe⸗ fruͤchte des Grafen mittheilen laſſen, die eine ſehr große Zahl intereſſanter, lehrreicher, wichtiger und nutzbarer, kurzer und ſpecieller oͤkonomiſcher Erfahrungen und Beob⸗ achtungen, Saͤtze und Angaben in ſich faſſen, wie ſie dem einſichtsvollen, eifrigen Leſer oͤkonomiſcher Schriften, und dkonomiſchen Beobachter bei der Lectuͤre, und im wirth⸗ ſchaftlichen Leben vorgekommen und aufzeichnens- und be— merkenswerth erſchienen ſind. Von eigentlichen Wirthſchaftsrechnungen iſt mir nun zwar nichts uͤberliefert worden; allein, da die beiden erſten Abtheilungen der mir uͤbergebenen Papiere die Reſultate derſelben ſelbſt enthalten, und insbeſondere die zweite Ab⸗ *) Dieſe Plane können daher auch als Wirthſchafts⸗Etats zum Theil an⸗ geſehen werden. theil? nahr nit ſ hohe V richtn wie ſidn? V beſtr V Milr fabrifie nährac tn It düüſeag dache Den Ehhn 1 fenS ihſe lh ſe mit V lngte b dr bo in ti * and, — ))8 eil an⸗ Vorerinnerung. 1X theilung auch ganze Berechnungen der Ausgabe und Ein— nahme der ganzen Wirthſchaft, und ihrer einzelnen Zweige mit aufſtellt, ſo ergiebt ſich daraus hinlaͤnglich der ungemein hohe Reinertrag derſelben, der den Grafen in Stand ſetzte, nicht nur einen ſehr bedeutenden jaͤhrlichen Hausaufwand, wie ihn ſeine Standesverhaͤltniſſe und beſonders ſeine ſchoͤne, edle, ungemeine Gaſtfreundlichkeit erforderten, zu beſtreiten, und manche einzelne große Verluſte, wie ſie das Mißlingen einiger Unternehmungen, wie z. B. einer Tuch⸗ fabrik, einer Stuterei-Anlage, namentlich, oder auch mehrere ihm leider zugefuͤgte Betruͤgereien, und in den letz⸗ ten Jahren ſogar ein gegen ihn veruͤbter ſehr großer Geld— diebſtahl ihm zuzogen, ohne Beſchwerde zu tragen, ſondern auch nach ſeinem Tode ein, wie es heißt, recht anſehnliches Vermoͤgen noch außer dem faſt unſchaͤtzbaren Schatz ſeiner Schaͤfereien zu hinterlaſſen. Dieſe ſaͤmmtlichen handſchriftlichen Papiere des Gra⸗ fen Schoͤnburg habe ich nun woͤrtlich ſo abdrucken laſſen, wie ich ſie gefunden habe, und nur zuweilen, wo es noͤthig war, nach oben, mit meinen eignen Anmerkungen begleitet; wie ſie mir meine, auf die ebenfalls oben angegebene Weiſe er⸗ langte Kenntniß der Rochsburgiſchen Wirthſchaften und der von mir nochmals eigends hierzu durchgegangene, mit ihm bis kurz vor ſeinem Tode wfüßee Briefwechſel*) in die Hand gaben. *) Sein letzter, mir unendlich theurer Brief an mich war vom 1ſten Ja⸗ nuar 1825! X Vorerinnerung. Außerdem aber habe ich nun auch erſtlich dem er⸗ ſten Bande eine ſummariſche Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften des Grafen zu Rochsburg, Berthelsdorf, Mohsdorf und Helsdorf im Ganzen, und ſeines landwirth⸗ ſchaftlichen Lebens und Wirkens im Allgemeinen vorange⸗ ſchickt und vorangehen laſſen zu muͤſſen geglaubt, um dem dkonomiſchen Publicum eine gedraͤngte hiſtoriſche Ueberſicht des Urſprungs und Ganges und der Fortſchritte der be⸗ ruͤhmten Rochsburgiſchen Wirthſchaften zu gewaͤhren, und zugleich eine ausfuͤhrlichere dkonomiſche Biographie meines hochverehrten Lehrers, vaͤterlichen Freundes und Goͤnners damit zu liefern, als die iſt, welche bereits der, im Neuen Nekrolog der Deutſchen von Voigt, B.III. S. 456— 85 von einem Ungenannten,(Herrn Hollander, der einige Jahre in dem Hauſe des Grafen lebte, und deſſen Comteß Tochter unterrichtete,) niedergelegten, allgemeinen Bio⸗ graphie deſſelben nach dem Wunſche des Verfaſſers mit bei— gegeben worden iſt,— die man hoffentlich hier nicht fuͤr uͤberfluͤſſig halten wird,— worauf ſich dann die eigentlichen, ſpeciellen Data und Nachweiſe fuͤr dieſe allgemeine Ge⸗ ſchichte und Beſchreibung der Rochsburgiſchen Wirth⸗— ſchaften in den nachfolgenden Papieren des Grafen ſelbſt in groͤßter Ausbreitung und Vollſtaͤndigkeit vorfinden werden. Zweitens habe ich aber auch dem zweiten Bande eine kurze Geſchichte und Darſtellung der Rochsburgiſchen Wirthſchaften ſeit und nach dem Dode des Gra— fen, ſoweit ſie im Beſitz ſeiner Allodial-Erben ſind, bei— gefuͤgt; theils weil ich wohl annehmen zu duͤrfen glaubte, daß es alle Freunde deſſelben intereſſiren wuͤrde, zu wiſſen, was 5 auch it nachli gen,2 ſchn 12 des 2n trofn Heri ” hund den„2 dhrerns toft (ttong um Füm Feln ternit rirdig ſen R nage uͤbe ſimm Vorerinnerung. xXI was aus ſeiner Schoͤpfung neuerlich geworden ſey? theils auch um ſo mancherlei falſche und irrige, zum Theil ſehr nachtheilige Geruͤchte faetiſch zu widerlegen und zu berichti⸗ gen, die uͤber dieſelben, und namentlich uͤber die Schaͤfereien ſich verbreitet haben. Die Data hierzu ſind ganz authentiſch. Das dieſem Werke beigegebene lithographiſche Bildniß des Hrn. Verfaſſers dieſer Schriften iſt nach einem wohlge⸗ troffenen, von dem ruͤhmlich bekannten Dresdner Mahler, Herrn Vogel, in den neunziger Jahren des vorigen Jahr⸗ hunderts gemahlten Oelbilde gemacht worden, und wird den zahlreichen in- und auswaͤrtigen Freunden, und Ver⸗ ehrern des Herrn Grafen gewiß ſehr willkommen ſeyn. Auch hoffe ich noch eine, im verjuͤngten Maaßſtab gefertigte, lithographirte Karte von Rochsburg mittheilen zu koͤnnen, zum beſſern Verſtaͤndniß der in dem Werke angegebenen Feld⸗Eintheilungen und ſonſtigen Nachrichten uͤber den Feld⸗ und Wieſenbau Rochsburgs. Von den andern Guͤ⸗ tern exiſtiren keine Karten, da ſie nicht vermeſſen worden ſind. So uͤbergebe ich denn dieſes Werk dem landwirth— ſchaftlichen Publicum, mit dem lebhaften Wunſche, daß es demſelben die Aufmerkſamkeit und den Beifall ſchenken moͤge, deren es, meiner Meinung nach, im hoͤchſten Grade wuͤrdig iſt. Schließlich bemerke ich hier nur noch, daß, außer vie— len gelegentlichen Notizen und Nachrichten uͤber einzelne Zweige der Rochsburgiſchen Wirthſchaften, beſonders aber uͤber deren weltberuͤhmte Schafzucht, wie ſie ſich in meinen ſaͤmmtlichen oͤkonomiſchen Schriften, namentlich aber in den XII Vorerinnerung. Bemerkungen auf landwirthſchaftlichen Reiſen in den Som— mern 1811— 1817, welche in 2 Baͤnden in Leipzig im J. 1815 und 1818 erſchienen ſind, ſowie auch in Sturm's, Thaer's, und andern oͤkonomiſchen Journalen vorfinden, nur noch nachſtehender ſpecieller Aufſatz uͤber dieſe Rochs⸗ burgiſche Wirthſchaft bekannt worden iſt, naͤmlich: Roͤdiger, F., Beſchreibung von Rochsburg und den dazu gehoͤrigen Guͤtern; in Putſche's Landwirth in ſeinem ganzen Wirkungskreiſe, B. II. St. I. S. 1— 18. Auch haben einige Reiſende, namentlich Herr Elsner in ſeiner Landwirthſchaftlichen Reiſe, B. II. S. 105 f. und Hr. Fisl in den Oekonomiſchen Neuigkeiten und Ver⸗ handlungen von André denſelben erwaͤhnt; welches letztere Journal neuerlich beſonders auch mehrere zum Theil heftige, polemiſche Aufſaͤtze uͤber die Rochsburger Schafzucht, und zwar ſowohl fuͤr, als gegen ſie, und in Bezug auf die in der Landwirthſchaftlichen Zeitung u. a. O. gegen ſie ge⸗ machten An⸗ und Ausfaͤlle geliefert hat. Breslau, im Nov. 1827. D. Weber. Ge ug Stna V I. Summariſche Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften des Grafen Heinrich Ernſt von Schoͤnburg zu Rochsburg, Berthelsdorf, Mohsdorf und Helsdorf in Sachſen, 1 und ſeines oͤkonomiſchen Lebens und Wirkens im Allgemeinen; v om Herausgehec, Schoͤnburg. Wirthſch. I. 8 Aa ſieben burg, burg,, ſegt gühet, Neete und H. wäß eſſond ndd dand ſond We lh hedeu Gra V deſchr Geſem den W Stande inr ig de obe Am Fuße des Erzgebirges im Koͤnigreiche Sachſen, und zwar ſieben Meilen von Leipzig, zwei und eine halbe Meile von Alten⸗ burg, drei Stunden von Chemnitz, zwei Stunden von Wechſel⸗ burg, drei Stunden von Mitweyda, eine Stunde von Penig, liegt die Herrſchaft und das Amt Rochsburg, und gehoͤrt zwar nicht zu den ſogenannten fuͤnf Schoͤnburgiſchen Receßherrſchaften Waldenburg, Glauchau, Lichtenſtein, Stein und Hartenſtein, die als ehemalige boͤhmiſche Kron- und alte meißniſche Lehne fuͤr Reichsafterlehne galten, und daher auch beſondere Vorrechte und Privilegien großer Standesherrſchaften und damit auch Sitz und Stimme in der erſten Klaſſe der Land⸗ ſtaͤnde, unter den Praͤlaten, Grafen und Herren, genießen; ſondern iſt, eben ſo wie die Schoͤnburgiſchen Herrſchaften Penig, Wechſelburg und Remiſſau, nur ein ſaͤchſiſches oder meißniſches landſaͤſſiges, zum Leipziger Kreiſe gehoͤriges, alt⸗-ſchriftſaͤſſiges, bedeutendes Rittergut, laͤßt jedoch aber ſeine Beſitzer, als Grafen und Herren von Schoͤnburg, jener, durch den Teſchener Frieden im Jahr 1779, dem Graͤflich Schoͤnburgiſchen Geſammthauſe anerkannten, und auch neuerlichſt wieder durch den Wiener Frieden von 18165 beſtaͤtigten, Vorzugsrechte großer Standesherren ebenfalls mit theilhaftig bleiben, kraft deren dieſe eine eigne Regierung und ein eignes Conſiſtorium zu Glauchau fuͤr die oben genannten fuͤnf Receßherrſchaften haben, auch die Steuern daſelbſt in ihrem Namen erheben, und nur ein beſtimm— tes Quantum davon an die Koͤniglich Saͤchſiſchen Kaſſen abzugeben haben, und auch mehrere Ritterguͤter bei ſich zur Lehn gehen laſſen, u. dgl. m. Die Herrſchaft und das Amt Rochsburg enthaͤlt, außer dem Schloſſe und Flecken Rochsburg, zwey Staͤdtchen, Lunzenau und Buragſtaͤdt, beide vorzuͤglich mit Fabrikarbeitern beſetzt, und 1* 4 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften funfzehn Doͤrfer, wovon jedoch eins oder das andere nur theil⸗ weiſe dazu gehoͤret, und worunter eben auch die hier ſchon ge— nannten drei Doͤrfer, Berthelsdorf,— welches jedoch auch ein eignes Ritter- und Schoͤnburg⸗Rochsburgiſches Lehngut iſt,— Mohsdorf und Helsdorf zu zaͤhlen ſind, in und aus welchen einige eigends erkaufte Bauerguͤter, ſo wie auch das Rittergut Berthelsdorf, zu den Wirthſchaften des Grafen Heinrich Ernſt gehoͤrten. Sie iſt 1566 von dem Hauſe Sachſen an die Grafen und Herren von Schoͤnburg gekommen, und hat eine eigne Branche der Nebenlinie von Schoͤnburg⸗Glauchau, der ſogenannten untern Linie, oder der von Hinterglauchau gebildet, bis ſie jetzt mit dem Tode des Grafen Heinrich Ernſt im Jahr 1825 dieſer Linie wieder zugefallen, und an die beiden Herren Grafen Albrecht und Ludewig von Schoͤnburg⸗ Hinterglauchau gekom⸗ men iſt. Sie liegt in einem coupirten, aber fruchtbaren Terrain, und beſteht mehrentheils aus einem, an ſich mehr ſtrengen und feſten, als lockern, Lehmboden, den nur die gute Cultur und die ſtarke Duͤngung, die er in den Wirthſchaften des Grafen Heinrich Ernſt erhielt, ſo art- und fruchtbar gemacht hat, wie er ſich in der That zeigte. An der Mulde, welche die Herrſchaft durch- ſtromt, zeigen ſich bedeutende, ſchoͤne, mahleriſche, waldige Felſenparthieen, und das kleine Rochsburger Mulde-Thal gehoͤrt an ſich ſchon zu den romantiſchen und anmuthigſten Gegenden Sachſens, wenn auch nicht die Kunſt, in den letzten Jahren des Beſitzes des verſtorbenen Grafen, daſſelbe zu einer herrlichen Land⸗ ſchaftsparthie gemacht haͤtte, die vielfaͤltig von Reiſenden beſucht wird. Im Ganzen umfaßt ſie, mit Inbegriff der 2 Staͤdtchen und der 15 Doͤrfer und ihrer geſammten Flur, faſt eine Meile. Die eigentliche Herrſchaft Rochsburg ſelbſt aber enthaͤlt an Acker⸗ feldern nur 156 ſaͤchſ. Acker à 300 Ruthen, an Wieſen einige 20 Acker, an Wald einige 100 dgl. Acker. Ein Theil davon ſind Allodialgrundſtuͤcke, das Ganze aber iſt Mannlehn. Zu dem Allodium gehoͤrte z. B. die herrſchaftliche Triftſchaͤferei nebſt dem Grundſtuͤck, worauf ſie liegt und den anhaͤngenden Wieſen; ferner der Scheunenpflug,(ein großes Stuͤck Holz), die Kursdorfer Wieſe, das ſogenannte Erbe, und die Muͤhle in Rochsburg, u. dgl. m. — Lot bzat bon! berſt 7bi ufe Auibet ſche Aſeſſ der 6 geb. l dunn 11507 e he de her Unterr⸗ dhet daree, dang dew ſch de, und lcchen der A übwech Graf 6 Veen uch G tar 3 Etal: wachher wie wir d dem N Rren des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 5 In die Haͤnde unſres Grafen Heinrich Ernſt kam die Herrſchaft Rochsburg den 26ſten November 1786, jedoch nur in Gemein⸗ ſchaft mit ſeinem Herrn Bruder Heinrich.— Graf Heinrich Ernſt von Schoͤnburg, vierter und juͤngſter Sohn des im Jahr 1777 verſtorbenen Grafen gleichen Namens, geboren den Lgſten April 1760, folgte naͤmlich,— nachdem er, im vaͤterlichen Hauſe auf das Gruͤndlichſte und Beſte unterrichtet, im Jahr 1780 die Univerſitaͤt Leipzig bezogen, und hier ein ſehr fleißiges und gruͤnd— liches Rechtsſtudium gemacht, auch einige Jahre nachher als Aſſeſſor bei der Landes⸗Regierung zu Dresden gearbeitet hatte,— der Einladung ſeines zweiten Bruders, Heinrich Wilhelm Ernſt, geb. 1751, der, da der aͤlteſte als Kind geſtorben, und der dann noch gebliebene aͤltere Bruder, Graf Ludwig Ernſt, geboren 1750, ſchon fruͤher, als Baieriſcher General, fuͤr ſeinen Antheil an der Herrſchaft abgefunden worden war, mit ihm gemeinſchaftlich die Herrſchaft uͤbernehmen wollte,— gern und willig zu dieſem Unternehmen, und am 26ſten November 1786 vereinigten ſich daher beide Bruͤder wirklich dahin, daß ſie die ſaͤmmtlichen nutz— baren Ackerſtuͤcke und Wieſen, nebſt den dazu beſtimmten Frohnen, ganz gleich unter ſich theilen, und jeder ſeinen Antheil beſonders bewirthſchaften wollten, die Forſten aber und alle andern herr— ſchaftlichen Revenuͤen, Jagd, Zinſen, Gerichtsnutzungen, ſo wie die ſogenannte Triftſchaͤferei u. ſ. w., gemeinſchaftlich benutzen, und in der Aufſicht und Leitung dieſer gemeinſchaftlichen herrſchaft⸗ lichen Angelegenheiten, ſo wie in dem Antheil an der Regierung der Angelegenheiten des ganzen Schoͤnburgiſchen Hauſes monatlich abwechfeln wollten Das ſogenannte Vorwerk bei Schloß Rochsburg uͤbernahm Graf Heinrich, und erhielt an Aeckern circa 78, und von den Wieſen auch die Haͤlfte. Eben ſo viel erhielt auf ſeinen Antheil auch Graf Heinrich Ernſt, und legte gleich in den erſten neun— ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine neue, die ſogenannte Stall⸗Schaͤferei zu Rochsburg an, die ſomit die Baſis der nachher ſo beruͤhmt gewordenen Rochsburger Schafwirthſchaft iſt, wie wir bald weiter zeigen werden. Die Wirthſchaft der Herrſchaft Rochsburg war ſchon von dem Vater der beiden Grafen, und unter der Vormundſchaft von deren Frau Mutter, einer ſehr klugen, lebhaften und thaͤtigen 6 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften Frau, nicht, wie ſonſt gewoͤhnlich, ſchlecht und ſorglos, viel⸗ mehr mit Bedacht und Sorgfalt betrieben, und ſo war auch ſchon die herrſchaftliche Triftſchaͤferei, nahe bei Lunzenau, aus 800— 1000 Stuͤck beſtehend, ſchon in den achtziger Jahren durch edle ſpaniſche Staͤhre aus Stolpen veredelt worden: wie ich aus einem Verzeichniß aller der ſaͤchſiſchen Dominien erſehen habe, die aus den damaligen kurfuͤrſtlichen ſpaniſchen Stamm⸗ ſchaͤfereien Staͤhre bezogen haben, welches in der, von dem Herrn Ober⸗-Jagd⸗Commiſſarius Michaelis in Dresden im Gouvernements⸗Blatt von Sachſen vom J. 1814. No. 18. 19. gelieferten, Geſchichte der kurfuͤrſtlichen oder jetzt koͤniglich ſaͤchſiſchen ſpaniſchen Stammſchaͤfereien mit enthalten, und auch in meinen „Landwirthſchaftlichen Bemerkungen auf einer Reiſe durch Sachſen u. ſ. w. in den Jahren 1811— 1814. Leipzig 1815. 244. S. gr. 8.“ 4 wieder abgedruckt worden iſt. Mit dem Jahr 1786 tritt denn nun alſo unſer Graf Heinrich Ernſt zuerſt als Landwirth auf: und es iſt leicht zu begreifen, daß ein Mann, wie er, von dem hellſten Verſtande, dem geſundeſten Urtheil und der lebendigſten Thaͤtigkeit des Geiſtes uͤberhaupt,— bey dem Schatze von geſammelten Kenntniſſen, den er beſaß, bey dem großen Eifer, womit er, was er unter⸗ nahm, ergeiff und ausfuͤhrte, nicht den gewoͤhnlichen Gang der ſogenannten Schlendrianswirthſchaft, als Landwirth, gehen, ſon⸗ dern, die Bahn der damals neu beginnenden hoͤhern und beſſern wiſſenſchaftlichen Cultur des Landbaues verfolgend, nur nach dem Hoͤchſten, Ausgezeichneteſten und Vollendeteſten darin ſtreben wollte, und mußte! Und ſo that er auch wirklich: und ſehr richtig ſagt der Verfaſſer ſeiner, in der Vorerinnerung erwaͤhnten, allge⸗ meinen Biographie in dem neuen Nekrolog der Deutſchen, herausgegeben von Voigt, 3ter Bd. S. 456 f., von ihm in dieſer Hinſicht:„Graf Ernſt machte die Landwirthſchaft „im weiteſten Sinne zum Hauptgegenſtande ſeines Studiums „und ſeiner ſcharfſinnig berechneten, oft gewagten und großartigen „Unternehmungen, deren Gluͤcken und Mißlingen der Wiſſen⸗ „ſchaft große Ausbeute gewaͤhrte. Wie ſein Geiſt im Auffaſſen „das Naturprodukt von dem erſten Entſtehen bis zur oberſten eQ—ᷓV—* )) 6 nwo bis „wi iů verl ük herone in ſei richtne wie ni Schw ſieſes ud d Scer Fenotr 166 nd und dache ſen. hab Yal Nai Grafe lchkei dem Und di in der dren ung d line, Geundi und d V Urij güüh eben haben des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 7 „Stufe der Veredlung und techniſchen Bearbeitung verfolgte, ſo „wollte er dieſen Weg auch praktiſch gehen, den rohen Stoff „bis zum veredelten Artefacte, und jeden Gegenſtand der Land⸗ „wirthſchaft bis zum hoͤchſten Grade induſtrieller Ausbildung „fuͤhren. Aus dieſem, obwohl ſpaͤter veraͤnderten Grundſatze „erklaͤrt ſich manche Unternehmung und ſeine ganze verzweigte „dkonomiſche Einrichtung“.— Wir werden uns hierauf auch berufen, wenn der, in der Vorrede ſchon erwaͤhnte, oͤftere Wechſel in ſeinen allgemeinen wirthſchaftlichen Anordnungen und Ein⸗ richtungen, wie ſie der zweite Band dieſer ſeiner Papiere aufſtellt, wie wir eben dort ſchon bemerkten, ſehr auffallend, wenn das Schwanken in der Meinung von dem wahren oͤkonomiſchen Werth dieſes oder jenes oͤkonomiſchen Gegenſtandes, wie es eben dieſe, und auch das oͤkonomiſche Tagebuch des Grafen zeigen, die Sicherheit und Gruͤndlichkeit ſeiner oͤkonomiſchen Anſichten und Kenntniſſe faſt zweifelhaft machen, wenn das ploͤtzliche Abſpringen des Grafen von einer Sache, z. B. von der Cultur einer wichti— gen Frucht,(namentlich des Nuͤbſens, des Klees, der Kartoffeln,) und das mit einem Mal geſchehende Wiederergreifen derſelben nach einigen Jahren zu der Meinung bringen moͤchten, daß es ſeinen wirthſchaftlichen Einrichtungen an einer feſten Baſis gefehlt habe! Allein nur in der Idee, immer nach dem Beſſern und Vollkommnern zu ſtreben, und allerdings auch mit in der großen Reiz⸗ und Erregbarkeit, und dem ſanguiniſchen Temperament des Grafen liegen die Urſachen dieſes Schwankens, dieſer Veraͤnder⸗ lichkeit in oͤkonomiſchen Dingen, nicht in der Ungewißheit und dem Mangel an wahrer oͤkonomiſcher Einſicht und Kenntniß!— Und die Hauptbaſis ſeiner Wirthſchaft,— ſtarke Duͤngung und in der Regel ſtets ſorgfaͤltige Bearbeitung des Bodens, und zu deren Behuf eine anſehnliche Viehhaltung und reichliche Futte⸗ rung derſelben,— blieb bei allen verſchiedenen Wirthſchafts⸗ planen, ſowohl bei deren Entwurf, als bei ihrer Ausfuͤhrung, die Grundidee, und wurde ſtets unverletzt und ungeſtoͤrt erhalten; und daher ſchadete auch jenes Schwanken und Veraͤndern der Wirthſchaft ſelbſt nie weſentlich, wenn es auch wirklich aus⸗ gefuͤhrt wurde,(— obwohl ſehr viele dergleichen Projcete nur eben dies blieben, wie wir ſchon in der Vorerinnerung bemerkt haben,—) indem, wie oft man auch den Fruchtwechſel z. B. 8 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften wirklich abaͤnderte, doch alles, was von Fruͤchten wirklich gebaut wurde, in dem ſtark geduͤngten und gut bearbeiteten Boden in der Regel ſtets gut gerieth, wenn nicht Witterung und Zufaͤlle nachtheilig einwirkten, und auch der Viehſtand ſtets hinlaͤnglich und gut gefuͤttert, und daher auch reichen Ertrags faͤhig blieb. Nur ein paar einzelne Unternehmungen mißlangen im Ganzen, und in Ruͤckſicht auf den davon zu erwartenden reinen Gewinn, obgleich ſie an ſich einzelne ausgezeichnete Reſultate lieferten; und der Graf litt wirklich bei der einen bedeutenden Verluſt dadurch: dies ſind die Anlage einer Stuterei, und die Errichtung und der Betrieb einer Tuchmanufaktur, wie wir nachher genauer ſehen werden. Dagegen gedieh die hochfeine Schafzucht durchaus und zu allen Zeiten auf das Herrlichſte! Und eigentlich wollte der Graf waͤhrend ſeines ganzen oͤkono⸗ miſchen Lebens ſchon von Haus aus nur eine ſogenannte freie Wirthſchaft treiben, zwar mit einem fuͤr die Regel beſtimmten Fruchtwechſel, und nicht mit einer jaͤhrlichen freien Wahl der Fruͤchte, bei der er ſich aber doch haͤufig eine Veraͤnderung, einen Wechſel in dem eigentlich angenommenen Syſtem unter be— ſondern Umſtaͤnden erlauben wollte. Seine hinterlaſſenen oͤkonomiſchen Papiere werden dadurch aber unſtreitig nur noch anziehender und lehrreicher, je mannich— faltigere, wechſelndere Anſichten und Bemerkungen uͤber oͤkono— miſche Gegenſtaͤnde ſie enthalten, und da ſie am Ende doch ein wahres, gruͤndliches Reſultat aͤcht praktiſcher Erfahrung aufſtellen, oder doch auffinden laſſen! Denn der Graf war in der That, im vollen Sinne des Worts, ein aͤcht praktiſcher Landwirth! d. h. ſeine oͤko⸗ nomiſche Kenntniß war eine theoretiſche, wiſſenſchaftliche, durch Erfahrungen begruͤndete, beleuchtete und gepruͤfte;— ſeine oͤkonomiſche Erfahrung war keine bloße Empirie, ſondern durch wiſſenſchaftliche Pruͤfung, Unterſuchung und Beſtimmung be— gruͤndet. Theorie und Erfahrung vereinigten ſich durch gegen⸗ ſeitige Huͤlfe in ihm zur wahren oͤkonomiſchen Praxis, die doch allein die Landwirthſchaft in ihrem ganzen Gebiet foͤrdern und fortſchreiten machen kann! G nr d ſinen! ausge bemüb der il vos rilij aten 5) bekanne öbuban nletun udin in de gellen hoh ſch ſchon dion und lihſte Branr die de Echf thell deonon dhaff ruve Stuf dlele G nuct, Nmac einer dem; des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 9 Als wiſſenſchaftlicher theoretiſcher Landwirth war er nicht nur durch ſeine gute allgemeine wiſſenſchaftliche Bildung, durch ſeinen hellen Verſtand und durch ſein richtiges Urtheil trefflich ausgeruͤſtet und ausgeſtattet, ſondern auch ſtets aufs Eifrigſte bemuͤht, ſich durch das Leſen der beſten oͤkonomiſchen Schriften der aͤltern und neuern Zeit weiter und vollkommner auszubilden; was ihm denn auch bei ſeinen hohen Geiſtesanlagen und ſeinem trefflichen Gedaͤchtniß leicht gelang. Er war nicht nur mit den alten Scriptoribus rei rusticae aus der klaſſiſchen Literatur wohl bekannt, ſondern hatte beſonders auch die vorzuͤglichſten aͤltern fremden und deutſchen oͤkonomiſchen Schriften, unter denen er vornehmlich die Leipziger oͤkonomiſchen Nachrichten,(die der Frei⸗ herr Peter von Hohenthal zuerſt herausgab), Leopolds Landwirth⸗ ſchaft, Muͤnchhauſens und Germershauſens Hausvater, Reichardts, Schubarts von Kleefeld und Arthur Youngs Schriften, Bergens Anleitung zur Viehzucht hoch ſchaͤtzte, fleißigſt geleſen und ſtudirt; und in der neuern Zeit hielt er Thaers Schriften, deſſen Einleitung in die engliſche Landwirthſchaft, und deſſen Grundſaͤtze des ratio⸗ nellen Ackerbaues, Schwerz'ens belgiſchen Ackerbau u. a. ſehr hoch, und las ſie oft und auf das Aufmerkſamſte, und machte ſich daraus die groͤßten und ausfuͤhrlichſten Excerpte, wie fruͤher ſchon hier bemerkt worden iſt. Aber auch faſt alle periodiſchen oͤkonomiſchen Blaͤtter las er, und hielt ſie ſich neuerlich meiſt ſelbſt; und uͤber einzelne Gegenſtaͤnde ſuchte er ſich auch ſtets aufs Gruͤnd— lichſte literariſch zu unterrichten, z. B. uͤber Tuchfabrication und Branntweinbrennerei, von denen er die erſtere eine Zeitlang, und die letztere beſonders in der letzten Zeit ſehr ſtark betrieb. Ueber Schafzucht las er beſonders ſehr ſorgfaͤltig und mit kritiſchem Ur⸗ theil alles, was daruͤber erſchien, und gab zu Anfang ſeiner oͤkonomiſchen Laufbahn vornehmlich ſehr viel auf Daubentons Schafkatechismus, obwohl er ſpaͤterhin auch mancherlei dagegen einzuwenden hatte; ſchaͤtzte Ardré's Anleitung zur Veredlung der Schafzucht ſehr nach Verdienſt, und verkannte auch nicht das viele Gute und Erfahrungsmaͤßige in Petri's Ganzem der Schaf— zucht, konnte ſich aber auch nicht enthalten, ſo mancherlei darin gemachte Behauptungen und Lehren, die er fuͤr irrig hielt, in einer eignen kleinen anonymen Schrift zu widerlegen, die unter dem Titel: 10 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften „Einige Bemerkungen eines praktiſchen Landwirths uͤber Petri's Ganzes der Schafzucht, Leipzig bei J. B. Fleiſcher 1817. 8.“ erſchienen iſt. Dieſe kleine Schrift, und die im neunten Stuͤck meines dkonomiſchen Sammlers gelieferte Abhandlung uͤber den Erdaͤpfel⸗ bau im Großen auf den Graͤflich Schoͤnburgiſchen Guͤtern in Rochsburg, nebſt einigen kurzen, die Schafzucht beſonders be⸗ treffenden, wegen ihrer polemiſchen Tendenz und weil ſie nur Vertheidigungen gegen erlittene literariſche Anfechtungen waren, zum Theil unter fremden Namen, in oͤkonomiſchen Zeitblaͤttern erſchienenen Aufſaͤtzen, ſind das Einzige, was von ſeiner oͤkonomi⸗ ſchen Feder dem groͤßern Publikum bis jetzt mitgetheilt worden iſt: allein wie gern und wie fleißig er ſich fuͤr ſich mit eigner literari— ſcher Arbeit uͤber Oekonomie beſchaͤftigte, zeigt nicht nur ſein fleißiger, großentheils oͤkonomiſcher Briefwechſel mit mir und einigen Andern, ſondern vornehmlich der in der Vorerinnerung ſchon bemerkte große und bedeutende Nachlaß ſeiner oͤkonomiſchen Papiere, deren Hauptſchatz hier mitgetheilt werden ſoll. Was nun aber den Grafen ganz hauptſaͤchlich zu einem der erſten, beruͤhmteſten und ausgezeichneteſten aͤcht praktiſchen deutſchen Landwirthe machte, war ſein großes herrliches, ausgebreitetes wirkliches Leben und Wirken in der Ausuͤbung, in dem Betriebe der Landwirthſchaft ſelbſt, in welchem er eben immer nur den Grundſaͤtzen einer richtigen Theorie folgte, nicht nackter Empirie ſich hingab, ſondern ſeine große, reiche oͤkono⸗ miſche Erfahrung, nur nach wiſſenſchaftlichen Gruͤnden gepruͤft, berichtigt und beſtaͤtigt, als ſeine Leiterin und Fuͤhrerin annahm, bei allem, was er beobachtete und wahrnahm, nach Grund und Urſache fragte, und ſo ein allgemeines wiſſenſchaftliches Reſultat, ein rationelles Princip daruͤber ſich zu bilden bemuͤht war.— Hat ihm auch die Regierung ſeines Landes keine Auszeichnung, die ſeinem hohen Verdienſt um die Landwirthſchaft jedenfalls wohl gebuͤhrt haͤtte, zukommen laſſen, ſo hat doch nicht nur ganz Sachſen, ſondern, ich kann wohl ſagen, faſt ganz Deutſchland, beſonders das mittlere und noͤrdliche, und ſo haben auch mehrere Gegenden des Auslandes,— wohin die große Zahl ſeiner Freunde und der Bewunderer der Rochsburgiſchen Wirthſchafts⸗ Einrichtungen, welche dieſe, und vornehmlich die dortige hochberuͤhmte — ktfer nngeſte keſonder nuͤndie durch gab, gemn g luthele gebroch deutſch Kahm erbreit E dhetike kannte, feb ein woerc we D wiethſ dch Dau führe Alei alf, heoba ſtatt 4-5 auch ij ſnders Steſſ keſich gllernte Dadnun de Fro E Ji honde zu gu an ihr ker's 8. nants daxfe en n s be⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 11 Schaͤferei, bei ihren nach Rochsburg gemachten Reiſen und dort angeſtellten Beſuchen,(deren es faſt taͤglich welche im Sommer beſonders gab,) beſichtiget und ihn ſelbſt kennen gelernt, und durch muͤndliche, oder ſpaͤterhin, nach dem Verluſt ſeines Gehoͤrs, durch ſchriftliche Unterhaltung mit ihm, der er ſich ſo gern hin— gab, aus dem uͤberreichen Schatz ſeiner oͤkonomiſchen Kenntniſſe gern geſchoͤpft hatten, die von ihm gewonnenen Anſichten, Urtheile und Erfahrungen uͤber landwirthſchaftliche Gegenſtaͤnde gebracht, und verpflanzt hat,— ſo haben, ſage ich, Sachſen, Deutſchland, und dieſe Gegenden des Auslandes doch ſeinen hohen Ruhm als praktiſcher Landwirth fuͤr alle Zeiten begruͤndet und verbreitet! Sein Eifer fuͤr die Landwirthſchaft und ſeine perſoͤnliche Thaͤtigkeit in ihrer Fuͤhrung und Beaufſichtigung, wie ich ihn kannte, konnten wirklich nicht groͤßer gefunden werden. Ob er gleich ſtets einen eignen Oekonomie⸗Inſpector, und vom Jahr 1816 an, wo er alleiniger Beſitzer der Herrſchaft Rochsburg wurde, ſogar zwei Oekonomie⸗Inſpectoren hatte, ſo ordnete er dennoch alle wirthſchaftlichen Arbeiten fuͤr jeden Tag ſelbſt an; und auf den verſchiedenen Hoͤfen ſelbſt waren uͤberall nur Voͤgte aus dem Bauerſtande, die unter der Oberaufſicht des Inſpectors die Aus⸗ fuͤhrung der angeordneten Arbeiten und Geſſchaͤfte ſelbſt beſorgten. Allein der Graf ſuchte dann ſeine Arbeiter auch ſelbſt jeden Tag auf, die er zum Theil auch ſchon aus den Zimmern des Schloſſes beobachten konnte, und zwar machte er alle Touren in der Wirth— ſchaft, wenigſtens in der erſten Zeit, zu Fuß, und brachte 4— 5, auch 6 Stunden des Vormittags und Morgens, und auch einige Stunden des Nachmittags in der Wirthſchaft zu, be⸗ ſonders aber in den, ihm ſtets ſehr lieben und am Herzen liegenden, Schafſtaͤllen,— bei ſeinen ihm ſo lieben Schafen, deren Pfleger er ſich auch meiſtentheils ſelbſt zuzog, indem er die meiſt ſuperklugen gelernten Schaͤfer nicht ſehr liebte. Ueberall wurde ſtreng auf gute Ordnung, Puͤnktlichkeit und ſorgſame Arbeit gehalten, und ſelbſt die Frohnarbeit habe ich dort meiſt ſehr achtſam verrichten ſehen. Er ging dabei gern ſehr freundlich mit ſeinen Leuten um, und be— handelte ſie ſehr milde, ermunterte ſie auch durch kleine Geſchenke zu guter, fleißiger Arbeit. Seine Inſpectoren beſonders fanden an ihm einen nicht nur billigen und gerechten, ſondern auch ſehr 12 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften freundlichen und wohlmeinenden Herrn, aßen an ſeinem Tiſch, und ſtanden ſich auch ſonſt recht ſehr gut*). Gegen faule, un— gehorſame, widerſpenſtige und untaugliche Leute und Arbeiter wurde er indeß auch leicht und heftig aufgebracht, ohne jedoch ſeiner natuͤrlichen großen Gutmuͤthigkeit fuͤr immer ganz zu vergeſſen. Am 26ſten November des Jahres 1786 war es denn alſo, wie wir ſchon oben bemerkten, wo der Graf Heinrich Ernſt mit ſeinem Bruder Heinrich Wilhelm Ernſt die Herrſchaft Rochsburg gemeinſchaftlich uͤbernahm und ſeine Laufbahn als ausuͤbender Landwirth antrat, und 30 Jahre ſpaͤter beſaß er ſie allein, da dieſer ſein Bruder im Juni 1816 ſtarb. Er theilte ſich, wie ſchon geſagt, in ſaͤmmtliche Felder und Wieſen mit ihm, und ſo kamen auf ſeinen Antheil an erſtern im Ganzen nur 78 ſaͤchſiſche Acker à 300 ◻¶Ruthen, alſo eine ſehr kleine Grundflaͤche, die er aber gleich aufs Beſte bearbeiten, und mit dem auf ihn kommen— den Theil des Schafmiſtes der gemeinſchaftlichen Schaͤferei, und, ſo viel ich weiß, auch mit dem, von dem zuerſt auch von ihm gehaltenen, Rindvieh gewonnenen Duͤnger, ſo wie durch Raſen— und gruͤne Duͤngung moͤglicſt bekraͤftigen ließ, mit Klee und anderm Futter in der Brache ſtark beſaͤete, und ſehr bald zu einem beſſern Ertrag brachte. Im Jahr 1792 kaufte er, nachdem er ſich mit der Prin— zeſſin von Carolath⸗Schoͤnaich aus Schleſien verheirathet hatte, das, unter Rochsburgs Herrſchaft ſelbſt als Vaſallengut, nach oben, gehoͤrige, kleine Rittergut Berthelsdorf, welches nur durch den Muldeſtrom davon getrennt iſt, und nachher, incl. der noch dazu gekauften Bauerlaͤndereien, ungefaͤhr 115 Acker Feld, 20 Acker Wieſe, 40 Acker Holz und einige Acker Teiche beſaß; und im Jahr 1795 oder 1796 hatte er, unterſtuͤtzt durch das, von ſeiner im Jahr 1795 verſtorbenen Gemahlin ihm hinterlaſſene, bedeutende Vermoͤgen, das große Rittergut Gosda in der Nieder— *) Außer ganz freier Station, Wohnung, Tiſch, Holz, Licht, Früh⸗ ſtück und Wäſche, gab er 150 Rthlr. Gehalt, und beim Erbau des achten Korns in der Winterfrucht 50 Rthlr. Prämie, eben ſo viel, wenn der Acker Rübſen im Durchſchnitte 80 Rthlr. brachte, und wenn die Schafe, incl. Lämmer, 3 Pfund Wolle pro St. gaben. dort 179 berii 1321 jwat glech ſchnli worden und ih Wa denr ter ch fäterw uge, ben Kleſe 88 im 6ch Änd, ſcäfe 95 G dren . ernppe dhofe wi, driſc Heigi ba en lichen fäͤhrt auf d dſch „Un⸗ deiter ſdoc a ſü nalſo ſt mi sburg dender I, da wie des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 13 lauſitz erkauft, gerieth aber mit dem Verkaͤufer in Proceß, ſo daß der Kauf nicht zur Ausfuͤhrung kam. Hier, in Berthelsdorf, ſchaffte er nun gleich das bisher dort gehaltene Rindvieh ab, und legte in dem folgenden Jahr 1793 im November den Grund zu ſeiner, nachher ſo welt— beruͤhmten, Schaͤferei, indem er am 1ſten November d. J. 132 Mutterſchafe und 112 Hammel, Summa 244 Stuͤck, und zwar ſchon ſehr veredelten Viehes hier beſaß. Dieſe wurden ſo⸗ gleich im Stalle gefuttert, und dieſerhalb war ſchon ein ſehr an— ſehnlicher Kleebau eingefuͤhrt, und darin allerdings zuviel gethan worden, indem man die ganze Brache mit Klee bebaut hatte, und ihn ſo alle drei Jahre auf daſſelbe Feld bringen mußte; daher er denn ſpaͤterhin nicht gut hier wachſen wollte. Freilich war aber ohne großen Kleebau uͤberhaupt keine Wirthſchaft mit Stall⸗ futterung moͤglich; und wie energiſch der Graf dieſer Einſicht folgte, zeigt z. B. auch, daß er nach dem von ihm, wie wir eben ſagten, gekauften Gute Gosda gleich fuͤr 1000 Rthlr. Kleeſaamen ſchickte! Im Jahr 1794 beſtand dieſe Berthelsdorfer Schaͤferei aus 362 Stuͤck, incl. 118 Laͤmmer, und die Wolle galt 13 Rthlr.; im Jahr 1795 enthielt ſie 178 alte Hammel, 146 Stuͤck Schafe, 29 Jaährlinge und 106 Lammer, Summa 459 Stuͤck, und ihre Wolle galt 16 Rthlr. 1 Im Jahr 1796 fand ich ſelbſt ſchon eine zwiefache Stall⸗ ſchaͤferei vor, in Rochsburg aus 352, in Berthelsdorf, incl. 96 Stuͤck Laͤmmer, aus etwas uͤber 400 feinen Schafen beſtehend, deren Wolle damals fuͤr 17 Rthlr. pro Stein verkauft wurde. Dieſes edle und feine Schafvieh nun war theils aus Stolpen, theils aus andern feinen herrſchaftlichen ſaͤchſiſchen Schaͤfereien erkauft worden, namentlich aus Dahlen, Reibers— dorf, Mutzſchen u. ſ. w., zum Theil aber auch wohl von der Triftſchaͤerei genommen. Daß eine Anzahl Stolpiſcher Original⸗Merino's gekauft worden ſey, hat der Graf, bei einem kleinen literariſchen Zwiſt, der in der landwirthſchaft⸗ lichen Zeitung, unter dem Namen ſeiner Inſpectoren, von ihm ge— fuͤhrt wurde, ſelbſt mit Beſtimmtheit verſichert, und ſich dabei auf das Zeugniß ſeines damaligen Oekonomie-Inſpectors, des 14 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften noch lebenden Amtmanns Guͤlke, berufen, der dieſe Schafe von den Fleiſchern, an welche damals der Adminiſtrator der kur⸗ fuͤrſtlichen Stammſchaͤfereien, Kreishauptmann von Carlowitz, die uͤberfluͤſſigen Maͤrzſchafe abſichtlich verkauft habe, um nicht auch aͤchtes Muttervieh in die Vaſallenſchaͤfereien kommen zu laſſen, und ſo vielmehr den eigentlichen vollen Originalſtamm den kurfuͤrſtlichen Schaͤfereien zu erhalten, gegen fuͤr damals ſehr be— deutende Preiſe im Geheimen fuͤr ihn aufgekauft habe. Spaͤter ſind aber, ſo viel ich weiß, auch noch oͤfter aͤchte Schafe aus Stolpen ſelbſt gekauft worden; wie z. B. nach dem Tagebuch von 1801 am 25ſten Mai d. J. 50 Stuͤck Muttervieh, die zu⸗ ſammen, incl. Transports, 187 Rthlr. koſteten. Aber, wie ſchon geſagt, auch aus Dahlen, Reibersdorf, Mutzſchen, Zſchoͤp⸗ pelin und einigen andern der damaligen erſten und feinſten ver⸗ edelten ſaͤchſiſchen Schaͤfereien waren Schafe geholt worden; wie denn in der Rechnung der Schaͤferei im Jahr 1798. 51 Stuͤck gekaufte ſpaniſche Schafe und 21 Stuͤck ſpaniſche Staͤhre, und in der von 1799. 28 Stuͤck ſpaniſche Staͤhre und 117 Stuͤck ſpaniſche Schafe vorkommen; und am Liſten Juni 1801 traten auch 1 30 Stuͤck Mutterſchafe aus Poͤrln bei Wurzen, und am 9ten Juli d. J. 115 Stuͤck Mutterſchafe aus der Triftſchaͤferei hinzu. Und ſo hatte ſich die Zahl der im Stall gefuͤtterten Schafe im Jahr 1797 auf 352 Stuͤck in Rochsburg, und 396 Stuͤck in Berthelsdorf, excl. 144 Lammer, Summa auf 748 Stuͤck; im Jahr 1798 aber in Rochsburg auf 485 Stuͤck, excl. 117 Läm⸗ mer, in Berthelsdorf auf 375 Stuͤck, und in dem neu hinzu⸗ gekommenen Mohsdorf, auf den dort erkauften Bauerguͤtern, auf 378 St., Summa 1288 Stuͤck; im Jahr 1799 auf 310 St. in Rochsburg, 500 St. in Berthelsdorf, 498 St. in Mohs⸗ dorf, Summa 1808 St., und im Jahr 1800 und 1801, wo auch die 2— 3 Bauerguͤter in Helsdorf dazu kamen, in Rochsburg auf 457 St., in Berthelsdorf auf 584 St., in Mohsdorf auf 474 St., in Helsdorf auf 188 St., Summa auf 1703 St., und endlich im October 1801 ſchon auf 2039 St., excl. Laͤmmer, ungeachtet ſtarken Verluſtes an ihnen, vermehrt. Die Wolle wurde 1797 mit 18, 1798 mit 20, 1799 und 1800 mit 19 Rthlr. pro Stein bezahlt, welches damals die hoͤchſten Preiſe der feinſten ſaͤchſiſchen Wollen waren. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 15 Dieſe Schaͤferei, deren ſpecielle Geſchichte wir nachher auch noch weiter erzaͤhlen werden, wurde nun, wie wir im Allge⸗ meinen hier nur noch gleich bemerken wollen, durch reichliche geſunde Futterung, durch gute Aufſtallung, durch ſorgfaͤltige Auswahl der mit einander zu begattenden Thiere und deren Be⸗ legung aus der Hand, durch ſorgfaͤltige Anzucht und Reinhaltung der Einheit des Stammes zur hoͤchſten Vollkommenheit ſowohl in Groͤße und guter Geſtalt des Viehes, als in hoher Feinheit, Edel⸗ heit und Reichthum, und ſpaͤterhin auch in einer ausgezeichneten Ausgeglichenheit der Wolle gebracht, ſo daß ſie lange Zeit fuͤr die erſte unter allen ſaͤchſiſchen feinen Schaͤfereien galt, und noch heute, wie ſie noch, den alten bewaͤhrten Grundſaͤtzen des Grafen, ihres Gruͤnders getreu, in Berthelsdorf wieder gehalten wird, gewiß eine der erſten iſt und bleibt. Man hat zwar nach— her neuerlich von einem Zuruͤckgehen derſelben viel geſprochen, von Perlen und Flattrig⸗Werden und ſogar von nachtheiliger Ver⸗ aͤnderung der Wolle durch Zulaſſung neuer dichtwolliger, weniger feinen Staͤhre, um ſie dichter zu machen; man hat in neueſter Zeit an ihr die Laͤnge getadelt, weil man anfing mehr die kurze gedraͤngte feine Wolle zu lieben: allein wenn auch allenfalls in den letzten Lebensjahren des Grafen, wo Kraͤnklichkeit und all— maͤhlige Hinfaͤlligkeit eintraten, die Auswahl der mit einander zu begattenden Thiere zuweilen nicht von ihm ſelbſt und dann weniger ſorgfaͤltig geſchehen ſeyn ſollte, ſo iſt es, wie mich die letzte eigne Durchſicht der ganzen Mutterheerde in Rochsburg im Jahr 1823 gelehrt hat, doch durchaus unwahr, daß die geſammte Schaͤferei Ruͤckſchritte gemacht habe; und von dem Einmiſchen fremder Negretti⸗Staͤhre habe ich nie auch nur die mindeſte Spur auf— finden koͤnnen, ſo ſorgfaͤltig ich auch ihr nachgeforſcht habe, und muß es geradezu und entſchieden ablaͤugnen. Wahrhaft flattrig war die Rochsburger Wolle, ſeit die Schafe ſehr gut gefuttert wurden, auch niemals, obgleich ſie wegen ihrer Laͤnge oben nicht ſo dicht und brettartig ausſah; und ſie haͤtte ja dann auch nie die großen Durchſchnitts-Ertraͤge geben koͤnnen, die ſie, wie wir nachher ſehen werden, wirklich gab, haͤtte ſie nicht unten auf der Haut dicht aufgeſeſſen. Die Neigung zum Perlen und Zwirnen ſuchte man wohl durch Staͤhre, die dergleichen Wolle nicht hatten, wieder wegzubringen, haͤtte indeß dafuͤr wohl noch 16 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften mehr thun koͤnnen. Immer gab es aber auch dicht-, kurz- und gedraͤngtwollige Schafe in Rochsburg, obgleich die groͤßte Mehr— zahl langwollig war*). Die nachtheiligen Geruͤchte uͤber dieſe Schaͤferei ſind daher in der That nur theils aus Mißgunſt und Parteilichkeit, theils aus Verwechſelung des eigentlichen Rochs⸗ burger Stammheerde-Viehes mit dem Vieh der Rochsburger Triftheerde entſtanden, welches freilich jenem nicht ganz gleich kam, wovon aber eben ſo Mutterſchafe, wie von jenem, jedoch wohlfeiler, verkauft wurden; theils ruͤhren ſie von der Beur— theilung des Rochsburger Viehes nach deſſen Nachkommenſchaft an Orten her, wo man die erhaltenen Rochsburger Schafe, zum Theil aͤchte Stamm-, zum Theil auch nur Triftſchafe ſchlecht gehalten, zweimal im Jahr lammen gelaſſen, und ſo ſelbſt her— unter gebracht hatte. Auch mag wohl anderwaͤrts gar viel Schafvieh fuͤr Rochsburger ausgegeben worden ſeyn, welches Rochsburg nie geſehen hatte; und wer einen oder einige Rochs— burger Staͤhre gekauft und von ihnen und ſeinen etwas veredelten *) Was übrigens den Werth der langen feinen Wolle an ſich, und be— ſonders ihren Werth auch zur Tuchfabrication anlangt, darüber iſt anderwärts ſchon viel geſprochen worden; am beſten aber hat neuerlich das bloße Vorurtheil gegen ſie und für die kurze Wolle am ſieg— reichſten bekämpft und gründlich widerlegt Herr v. Moro, ein großer, einſichtsvoller Wollhändler, Wollfabrikant und Schafzüchter in Mähren; nach Lauer Skizzirte Darſtellung der Verhandlungen des Vereins für Schafzucht in Brünn, vom Jahr 1826. 8. S. 24 f. So dachte auch der berühmte Tuchfabrikant, Kammer⸗ rath Oehler in Crimmitſchau in Sachſen u. A. Mag denn auch die kurze gedrängte feine Wolle jetzt im Wollhandel beliebter und geſuchter ſeyn, als die lange gleicher Feinheit, ſo frage ich: fehlt es denn dieſer ganz an Abſatz, und gilt ſie ſo viel weniger, als der Landwirth bei jener an Gewicht der Wolle verliert, da er in der Regel zufrieden ſeyn muß mit 1 ½— 2 Pfund Wolle im Durchſchnitt pro Schaf, wenn die Rochsburger 2 ¾— 3 Pfund pro Stück gab und giebt? Nur höchſt wenige kurzfeinwollige Schäfereien geben guten Wollertrag in Quanto! und wenn auch in der allerneueſten Zeit die Rochsburger Wolle faſt ganz gleiche Preiſe mit den andern feinſten ſächſiſchen Wollen gehabt hat, wie wir nachher, beſonders Bd. II., ſehen werden, z. B. 1826 den Preis von 20, und 1827 von 24 Rthlr., und zwar ohne alles Sortiment und inel. Lockenwolle; ſo möchte dieſe Schäferei wohl eher Vortheil von ihrer vielen langen Wolle haben, als Nachtheil. 1 3⸗ und Nehr⸗ a dieſe nit und Rete sburga z gleic jedoch Beur⸗ enſchaft e, zum ſchlecht ſt her⸗ r viel elches ochs⸗ elten d be⸗ der R verlich ſieg⸗ roßer, hren; igen 826. mer⸗ h die ichter dieſer jener muß n die höchſt anto! ganz ,wie Preis t und ihrer des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 17 Schafen Meſtizen erzeugt hatte, ſprach auch ſchon von ſeinem Rochsburger Vieh, welches doch keines war. Nur wo aͤchte Rochsburger Mutterſchafe aus der Stall- und Stammſchaͤferei, oder in der letzten Zeit allerdings auch aus der Triftſchaͤferei mit aͤchten Rochsburger Staͤhren aus der erſtern erhalten, und in ſich fortgezuͤchtet, und gut und ſorgſam gehalten worden ſind, da kann man vom Beſitz Rochsburger Schafviehes ſprechen, und da wird man nur eine Stimme uͤber den hohen Werth deſſelben, die Feinheit und Edelheit, und den Reichthum an Wolle hoͤren; wie z. B. hier in Schleſien, in Glumbowitz bei dem Herrn Grafen Roͤder, in Neudorf und Peterswaldau bei dem Herrn Grafen Stolberg, in Kloſter Camenz bei dem Herrn Kammerrath Plathner, auf den Guͤtern der Herren Grafen von Reichenbach, in Brechelshof bei dem Herrn Baron von Richt⸗ hofen, in Frauenhayn bei dem Herrn Grafen Zedlitz⸗Truͤtzſchler und a. a. O., wie ich ſchon anderwaͤrts mehrmals bemerkt habe. Auch ſind ja die guten, zum Theil hoͤchſten Preiſe, welche die Rochsburger Wolle immerfort erhalten hat, und der enorme Abſatz, den das Schafvieh von dort um ſo bedeutende Preiſe bis zum Jahr 1824, wo der Graf, außer Staͤhren, keins mehr verkaufen wollte, und neuerlichſt auch nach dem Tode des Grafen gefunden hat, wie wir bald ſehen werden, die ſicherſten, facti— ſchen Beweiſe gegen die Unwahrheit jener nachtheiligen Geruͤchte, die ihren Erfindern und Ausbreitern wenig Ehre machen.— Wir wollen indeß den Jahreslaͤufen in der Geſchichte der Rochs— burger Wirthſchaften getreu bleiben, und daher nun auf die Verwaltung und Fuͤhrung derſelben im Allgemeinen in dem Jahr 1796, wo ich ſie zuerſt kennen lernte, zuruͤckgehen. Das Feldſyſtem, welches jetzt befolgt wurde, war eine gute ſaͤchſiſche Dreifelderwirthſchaft mit Anbau der ganzen Brache bei reicher Duͤngung, und zwar mit Anbau von Klee, Kartoffeln, Ruͤben, auch etwas Sommerruͤbſen und Lein. Die Bearbeitung der Felder war, ſoviel ich ſie bei meiner mehrjaͤhrigen Anweſenheit in Rochsburg ſelbſt, und bei meinen oͤftern Beſuchen kennen gelernt habe, in der Regel ſtets ſehr fleißig, und ſorgfuaͤltig; und die Leopoldtſche Sommerbeſtellung, bei der nur im Herbſt die Aecker ein oder zweimal bearbeitet und gepfluͤgt, im Fruͤhjahr aber blos eingebrochen, oder geegget, und Schoͤnburg. Wirthſch. I. 2 18 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften dann gleich im Fruͤhjahr beſaͤet wurden, zeigte ſich ſchon damals hoͤchſt wohlthaͤtig fuͤr die Sommerfruͤchte, die viel hoͤher, ſchoͤner und uͤppiger, und von Unkraut reiner hier wuchſen, als auf den, haͤufig nur durch den Weg von jenen getrennten, auf die gewoͤhn⸗ liche Weiſe, aber auch ſorgſam beſtellten, nur ſpaͤter beſaͤeten Aeckern des Grafen Heinrich, des ſchon erwaͤhnten Bruders des Grafen, die beſonders viel mehr vom Unkraut, namentlich von dem dort ſehr argen Hederich, oder auch den Ranunculus-Arten litten. Der Hafer wuchs dort Mannshoch, und fett und uͤppig, und der Roggen uͤber 5 Fuß hoch: auch Weitzen und Gerſte wuchſen ſehr hoch. Die Wieſen wurden gut gepflegt, rein von Maulwurfs⸗ und Ameiſenhaufen gehalten, auf eine ganz einfache Weiſe, wo es moͤglich war, gewaͤſſert, und mit Duͤngeſalz und Aſche, be⸗ ſonders aber, mit erſtaunlichem Erfolg, mit Pferch geduͤngt; und ſo gab z. B. eine Wieſe nahe am Hofe in Berthelsdorf, circa 2 ſaͤchſ. Acker groß, faſt jaͤhrlich o— 10— 11 Fuder Heu, und 6— 7— 8 Fuder Grummet à 10— 12 Centner circa. Es wurden auch neue Wieſen und Felder auf urbar gemachten Heideflaͤchen angelegt; und fuͤr Wiederanbau der geſchlagenen Holzflecke wurde beſtens geſorgt. Im Jahr 1798, wo ich im Mai wieder nach Rochsburg kam,(welches ich im April 1797 verlaſſen hatte, um auch anderwaͤrts mich mit der praktiſchen Wirthſchaft bekannt zu machen,) und im Jahr 1799, wo ich nun bis Michael daſelbſt fortwaͤhrend blieb, wurde die Wirthſchaft des Grafen durch den ſchon erwaͤhnten Ankauf anſehnlicher Bauerhoͤfe in Mohsdorf und Berthelsdorf und in Helsdorf, wovon die in Mohsdorf 115 Acker Feld und 20 Acker Wieſe, die in Helsdorf aber 42 Acker Feld betrugen, vergroͤßert; und, wie ich auch ſchon ſagte, wurde auch an letzteren beiden Orten eine Schaͤferei angelegt, und ein großer, 1500 Schafe faſſen ſollender, Schafſtall in Mohsdorf gebaut, der aber doch nachher fuͤr dieſen Umfang zu leicht gebaut erſchien, und als der Wind einmal ſehr gegen ihn gewuͤthet hatte, wieder eingeriſſen wurde: worauf die Schafe hier und in Hels— dorf und in Berthelsdorf in den Bauerhoͤfen, und an dieſem letztern Orte auch im herrſchaftlichen Hofe in dazu eingerichteten, beſonders hell und luftig genug gemachten, Staͤllen und andern des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 19 Behaͤltniſſen gehalten, und ſtets mit gruͤnem Klee und Gemenge bis zur Stoppel gefuͤttert wurden. Leider wollte nur in Berthelsdorf der Klee nicht mehr recht gut wachſen, mußte daher durch Gemenge, Wicken und Erbſen erſetzt werden, fand ſich indeß ſpaͤter, im Jahr 1803, wieder ſehr gut ein, als er nur aller 6 Jahr auf daſſelbe Feld kam, und mit Gyps, Duͤngeſalz u. dgl. geduͤngt wurde. In Rochs⸗ burg, Mohsdorf und Helsdorf aber, wo er immer nur alle 6 Jahr von Haus aus gebaut wurde, hielt er ſich im Ganzen, wenn er nicht durch den Froſt und die Maͤuſe, oder durch die Duͤrre litt, ſtets ſehr gut, und gab einige 70— 80 Centner Kleeheu vom Acker, deſſen ſehr viel gemacht, und welches dann in Schubartſchen Kleefeimen, nachher in leichten Kleeſcheuern auf⸗ bewahrt wurde. In dieſen Jahren 1798 und 1799 wurden auch die Schafe den Winter uͤber, um die Wolle recht rein zu halten, in Kappen gekleidet; wovon ich in meinem Handbuch der groͤßern Viehzucht, B. II. S. 366 f. geſprochen habe; welches man aber doch aus verſchiedenen dort angegebenen Ur⸗ ſachen bald wieder abſchaffte, und durch die zweckmaͤßige Ein— richtung der Schafraufen, wie ſie dort auch beſchrieben und abgebildet iſt, ſurrogirte, die man auch fortdauernd beibehielt, und, mit Recht, vollkommen zulaͤnglich fand. In den Jahren 1800 und 1801, wo ich Oſtern und Michael Rochsburg wieder auf einige Tage beſuchte, da ich da— mals noch in Leipzig lebte, fing nun die dem Grafen Ernſt allein eigne, ſogenannte Stall- und Stammſchaͤferei in Rochsburg u. ſ. w. an, in der Naͤhe und auswaͤrts immer mehr Aufſehen zu erregen; und, ſoviel ich mich erinnere, wurde ſchon damals eine Anzahl Mutterſchafe nach Wien, das Stuͤck zu 100 Fl. Conv. Geld, und auch Staͤhre wurden ſchon verkauft, und dazu im November 1800 auch auf der Triftſchaͤferei 30 Stuͤck der ſchoͤnſten Staͤhrlaͤmmer ungehammelt gelaſſen. Einer meiner Freunde im Magdeburgiſchen zahlte ſchon damals 4 Friedrichs⸗ d'or fuͤr einen Jaͤhrlingsſtaͤhr, und im Jahr 1802 wurden die Maͤrzſchafe ſchon mit 10 Rthlr. das Stuͤck, und viele Staͤhre zu 25 Rthlr. verkauft. 2* 1 20 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften Die Stallfuͤtterung der Schafe war jetzt bis auf 2000 St. und mehr ausgedehnt worden; und ſo das illuſtreſte Beiſpiel einer dauernden, erfolgreichen Schafſtallfuͤtterung im Großen ſeit 1793 gegeben; und wenn der Graf auch jetzt, im Juni 1800, wie das Tagebuch von 1801 zeigt,— da wegen offen⸗ barer Uebertreibung im Schafe⸗Halten, und deren daraus ent⸗ ſtandenen, mangelhaften, und zum Theil auch weniger geſunden Fuͤtterung, der Wollwuchs ſich ſehr verminderte, und nicht unbedeutende Verluſte an Vieh, beſonders Laͤmmern, eintraten,— anfangs die Schuld davon der Stallfuͤtterung gab, und dieſelbe in Berthelsdorf und Mohsdorf abſchaffte, und die Schafe auf die angebaute Brache zur Weide trieb; ſo kehrte er doch auch hier zuweilen zur Stallfuͤtterung, deren Unſchuld an jenen Un⸗ faͤllen er bald erkannt hatte, zuruͤck; und, wenn ſogar auch wirklich ſeit dem Jahr 1810 u. f. die Felder in Mohsdorf zum Theil, und ſpaͤterhin(1814) alle Felder daſelbſt und in Hels⸗ dorf, und auch einige Felder in Berthelsdorf zu Lehden, oder zu natuͤrlichem Graswuchs, und zur Weide fuͤr die dortigen Schafe, liegen blieben, ſ. nachher; ſo blieb doch in Rochsburg die eigent⸗ liche Stammſchaͤferei immerfort, und unausgeſetzt,(ein Jahr nur etwa ausgenommen,) bei der Stallfuͤtterung beſtehen. Im Jahr 1800, oder ſchon 1799, war es auch, wo der Graf, ſtets ein Freund ſchoͤner Pferde, auf die Idee gerieth, eine edlere Pferdezucht zu betreiben, und zu verſuchen, was er in dieſer Viehgattung Vorzuͤgliches hervorbringen könne? Aus dem, in dieſem Jahr zum Verkauf kommenden Geſtuͤte des, kurz vorher verſtorbenen, Oberſtallmeiſters von Lattorf zu Klitſchen bei Belgern im Herzogthum Sachſen kaufte derſelbe einen ſchoͤnen engliſchen Hengſt fuͤr 500 Rthlr., und erhielt durch ihn von 4 oder 6 von ihm belegten Stuten ſchoͤner Art, die er in ſeinem Reit⸗ und Kutſchſtall hatte, 3 Fohlen; mußte aber den Unfall erleben, daß der Hengſt durch die Ungeſchicklichkeit eines Stallknechts einen ungluͤcklichen Fall that, das Becken zer— brach, und in Folge deſſen todt geſtochen werden mußte. Dieſer Unfall ſchreckte ihn indeß doch nicht von ſeinem diesfallſigen Vor⸗ haben ab, ſo ominoͤs er ihm auch erſchien, und er ließ ſich daher durch den, damals ſehr bekannten, engliſchen Pferdehaͤndler Koͤlz, der alle Jahre zweimal ſchoͤne engliſche Rage⸗Pferde aus London des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 21 nach Deutſchland, beſonders nach Leipzig, Dresden, Berlin, Prag und Wien, brachte, einen aͤchten Bluthengſt kommen, fuͤr den ich ſelbſt, in ſeinem Auftrag, 900 Rthlr. damals aus— gezahlt habe. Er war ein wunderſchoͤnes Pferd, von der ſchoͤnſten goldbraunen Farbe und dem trefflichſten Bau, und, nach ſeinem Geburtsbriefe, aͤchter Blutrage, und war nur des⸗ halb aus England herausgelaſſen worden, weil er einen dicken Fuß hatte. Dazu kaufte der Graf 6 Stuͤck braune Kutſchpferde, und 8 Stuͤck Falben zu Ackerpferden, alles ſchoͤne, aͤchte Mecklen⸗ burger Stuten, zu 38— 40 Friedrichsd'or das Stuͤck, von dem, ſehr beruͤhmten, Mecklenburgiſchen Pferdehaͤndler, Herrn Maaß, dem aͤltern; und ſo war eine kleine Stuterei von 1 Hengſt und 16— 18 Stuten circa angelegt. Der Hengſt bewaͤhrte ſich als ſehr potent: denn von 14 be⸗ legten Stuten fohlten 11 Stuͤck, und die Fohlen waren ſchoͤne aͤchte Producte dieſer zweckmaͤßigen Kreutzung, wuchſen bei der guten Fuͤtterung,(von Hafer, den ſie ſchon nach einem Viertel⸗ jahr erhielten, und Heu,) ſchnell und herrlich auf, und konnten im dritten Jahr ſchon fuͤr ausgewachſene Pferde gelten; und fuͤr ein ſchoͤnes Hengſtfohlen von 1 Jahre ward dem Grafen einmal von dem oͤſterreichiſchen Fuͤrſten L. ein Gebot von 100 Friedrichsd'or gemacht, aber von ihm nicht angenommen. Indeß mochten doch die Fohlen, die nur mehrere Stunden des Tags in dem Fohlen⸗ garten zu Helsdorf im Freien zubrachten, die gute Fuͤtterung nicht recht verdauen gekonnt haben; es traten einige Ungluͤcks⸗ faͤlle mit ihnen ein, und beſonders verdarb die Betruͤgerei und Schlechtigkeit des Oberaufſehers der Stuterei, ſoviel ich mich erinnere, ſehr viel; und ſo ſchrieb mir der Graf am 6. December 1804, daß er mit Eins ſeine ganze Stuterei und alle andern Pferde abgeſchafft habe, wie ich auch ſchon beilaͤufig erfahren hatte.„Es iſt dies,“ ſchreibt er mir,„mit großem Wider⸗ „willen von meiner Seite geſchehen; aber ich habe dabei zuviel „Ungluͤck gehabt, als daß ich haͤtte anders verfahren koͤnnen. „Meine Lieblings-Pferde verdarben eins nach dem andern, ohne „die mindeſte Veranlaſſung, und ohne Remedur verſchaffen „zu koͤnnen. So habe ich dieſen Sommer 5 Stuͤck eingebuͤßt. „Man behauptet, eine gichtiſche Materie des Vaters ſey ihnen wallen mitgetheilt worden. Die Unternehmung der Stuterei 22 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften „koſtet mich uͤber 12000 Rthlr., ſie ſind aber vergeſſen, und „ich bin nur froh, daß ich nicht den taͤglichen Verdruß mehr „habe;— auch wollen wir niemalen von dieſer Sache mit „einander ſprechen. Sonderbar aber iſt es doch, daß ich, ſo „lange ich lebe, immer mit Pferden großes Ungluͤck gehabt habe. „Ich bin dieſen ſchoͤnen Thieren dadurch ſo gram geworden, daß vich nur mit groͤßtem Widerwillen der Wohlanſtaͤndigkeit nach⸗ „geben, und mir wieder einen Zug Kutſchpferde anſchaffen „werde.,— Es war nach und nach eine huͤbſche Zahl Fohlen zuſammengekommen; und wenn auch einige als ausgewachſene Pferde gut verkauft worden waren, ſo kam doch aus der oͤffent⸗ lichen Lieitation ſaͤmmtlicher, noch uͤbergebliebenen, Fohlen, und auch ſeiner Kutſch- und Ackerpferde, oder der gehaltenen Stuten, die er mitten im Winter poͤtzlich veranſtaltete, und die auch wegen ploͤtzlich eingefallenen, ſtarken Schneewetters noch das Ungluͤck hatte, hoͤchſt wenig von Kaͤufern beſucht zu werden, nur ſehr wenig heraus; und der Graf behielt fuͤr ſich wirklich nun kein Pferd mehr im Stalle, als ein Reitpferd fuͤr den Inſpector: ja es wurden ſogar ſpaͤterhin fuͤr die Wirthſchaft auch nur Ochſen zur Feldbeſtellung gehalten, und nur Poſtpferde aus Penig, oder gute Bauerpferde wurden vor ſeinen Wagen vorgeſpannt, wenn er ausfahren wollte; ſo daß ich nach vielen Jahren erſt wieder einen ſchoͤnen Zug von 6 Kutſchpferden bei ihm vorfand. Lehrreich aber blieb dieſer Verſuch doch immer, wenn er auch mißlang: und mich haben dieſe wunderſchoͤnen Thiere immer ſehr erfreut, wenn ich nach Rochsburg kam, und ihr Verluſt hat auch mich ſehr geſchmerzt. In dieſen erſten Jahren des neuen Jahrhunderts,— mit den nun auch die eignen hier mitzutheilenden Nachrichten des Grafen von ſeiner Wirthſchaft beginnen, weshalb ich hier auch nur ſehr kurz daruͤber ſeyn werde,— bildete derſelbe nun auch eine wirkliche Wechſelwirthſchaft als Feldſyſtem, bei dem er ſich indeß noch viele Freiheit im Einzelnen, wie wir fruͤher bemerkten, ließ, und vorbehielt, auf ſeinen ſaͤmmtlichen Be— ſitzungen aus, die nun ſchon im Jahr 1803 und 1804, nach noch mehreren Zukaufungen von Bauerlaͤndereien in Berthelsdorf und Mohsdorf, im Ganzen, aus circa 340 ſaͤchſ. Ackern, à 300 ◻R. (oder gegen 700 Morgen à 180 ORuthen) Feldland beſtanden, des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 23 wovon 78 Acker auf ſeinen Antheil von Rochsburg, 96— 100 auf Berthelsdorf,(incl. das Rittergut, wozu aber auch noch ſpaͤter, ungefaͤhr im Jahr 1806, noch mehr, und bis zu 128 Acker in Summa, an Bauernland hinzukam) 120 auf Mohsdorf, und 42 auf Helsdorf kamen. Der feſtgeſetzte Fruchtwechſel enthielt ſehr eintraͤgliche Fruͤchte, beſonders ein jaͤhrliches Ruͤbſenland von erſt 80, dann bis 120 Morgen, eben ſo viel an Klee, der, nach oben, ſeit dem Jahr 1803 auch in Berthelsdorf wieder ſehr gut wuchs, und an Weitzen; und Kartoffeln wurden auch eben ſo ſtark, ja eine Zeitlang in noch viel groͤßerer Ausdehnung gebaut, und es wurde reicher Ertrag von allen dieſen Fruͤchten gezogen: wie z. B. das Ruͤbſenland einmal bis 18 Dresdner Scheffel vom ſaͤchſ. Acker gab, der Weitzen bis zum zehnten und zwoͤlften Korne, der Hafer bis zum zwoͤlften und vierzehnten trug, und die Kartoffeln vom ſaͤchſ. Acker erſt 150, dann bis 200 und 250 Sack à 139 Pfund brachten. Erbſen und Wicken wurden auch ſtark gebaut, und eben ſo Gemenge; und eine Zeitlang wurden auch Ruͤben in die Ruͤbſenſtoppel geſaͤet, ſo daß es nie an dem groͤßten Futterbau fehlte. Es wurde zwar oft an Veraͤnderung dieſes Fruchtwechſels gedacht, auch zuweilen wohl wirklich darin eine Veraͤnderung vorgenommen, wie z. B. ſtatt Hafer und Klee nach Ruͤbſen, ſpaͤterhin, ſeit 1808, Weitzen mit Klee folgte; es wurde auch ſpaͤterhin der Ruͤbſenbau, und dann auch der Kartoffelbau eine Zeitlang wohl ganz aufgegeben, da ſchlechte Witterung, und Inſectenſchaden ſie weniger eintraͤglich machten,— allein man kehrte auch wieder zu ihnen zuruͤck; und was man auch jaͤhrlich baute, wurde damals ſehr ſorgfaͤltig cultivirt, und trug in der Regel, wie geſagt, ſehr gut, da der Boden immer ſehr ſtark geduͤngt ward,— der Acker naͤmlich alle 3 Jahr erſt mit 40, nachher aber aller 6 Jahr mit 60 Fudern guten Duͤngers; wobei die Kartoffeln meiſt ohne Duͤnger gebaut wurden. Spaͤterhin gebrauchte man auch viel Kalk. Vom Jahr 1808 an wurde beſonders auch viel Arbeit und viel Koſtenaufwand auf das ſogenannte Erdefahren, oder das Ausgleichen und Trockenlegen der Felder verwendet, welches bei dem dortigen mehr ſchweren, als leichten, und keine durch⸗ 24 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften laſſende Unterlage habenden Boden von groͤßter Wichtigkeit und groͤßtem Nutzen war. Mehrere 100 Thaler wurden an Arbeits⸗ lohn hierfuͤr jaͤhrlich bezahlt. In Beeten wurde uͤberall geackert; aber wenn man zu Anfang die ganz ſchmalen, in dortiger Gegend gewoͤhnlichen, Ackerbeete in immer breitere verwandelte, ſo ging man doch ſpaͤterhin zu ſchmaͤlern, ein wenig gewoͤlbten, zuruͤck, die man jedoch nicht unter 12— 15 Furchen breit machte. Die AOcker⸗ geraͤthe, die man brauchte, waren nur wenige, aber zweck⸗ maͤßigſt eingerichtet. Der dortige Pflug iſt ſehr gut; die Eggen ſind faſt nur hoͤlzerne, aber ſchwere, und leichte: nachher ge⸗ brauchte man auch den Geyer. Im Jahr 1810 war es denn zuerſt, wo man, um den Schafen eine recht gute Weide zu verſchaffen, und um der, bei dem, in dortiger Gegend dem Froſte, der Duͤrre, oder dem Maͤuſe⸗ fraß allzuſehr ausgeſetzten, Kleebau, allerdings fuͤr eine ſo große Anzahl Schafe etwas unſichern, Stallfuͤtterung zum Theil wenig⸗ ſtens ſich uͤberheben zu koͤnnen, beſchloß, auf den Guͤtern zu Mohsdorf, Berthelsdorf und Helsdorf einen Theil der Feldaͤcker zu Gras oder Lehde niederzulegen, welches denn dort zuerſt mit 65, und hier mit 66 Ackern, Summa 131 Ackern geſchah, und wobei nur in Mohsdorf noch eine Feldwirthſchaft in 6 Schlaͤgen, jeder zu 9 Acker, vorerſt verblieb, ſo wie dies auch zu Berthels⸗ dorf geſchah, von dem nur wenige Acker ſogenannte Lehden wurden, bis denn im Jahr 1814 auch von den noch gebliebenen Aeckern in Mohsdorf 36 ebenfalls dieſe Beſtimmung erhielten, und nun ſo 167 Acker zur Fuͤtterung der Schafe verwendet wurden, theils als Weide, theils, indem ſie zum Theil, von 1816 an, nur vom Auguſt an beweidet, vorher aber als Heufelder ſehr gut benutzt, und dazu auch mit Aſche ſtark geduͤngt wurden, zum Heugewinn. Dabei fielen natuͤrlich alle Beſtellungs⸗ und Wirth⸗ ſchaftskoſten in Mohsdorf und Helsdorf weg; und die Bauer⸗ hoͤfe wurden meiſt verkauft, oder zum Theil auch niedergeriſſen. Schon vorher wurde auch der Hafer zum Theil nicht zur Reife gelaſſen, ſondern bald nach dem In⸗Rispen⸗Treten gehauen, und zu Heu getrocknet; und, wenn man ſo vom ſaͤchſiſchen Acker 6— 6½— 7 Schock Hafergarben à 15— 18 Pfund oirca erhielt, ſo gewann man demnach 50— 60 Centner des ſchoͤnſten ge— eit und lcdeits⸗ man u mnlichen, n doch ie mer Acker zweck⸗ Eggen der gk⸗ n den dem, auſe⸗ roße nig⸗ zu ker mit und gen, des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 25 ſundeſten Heues vom Acker, wie man es doch ſelten, oder kaum von einem Acker Wieſe gewinnen kann.— Eine Futterver⸗ mehrung ſolcher Art ſollten und koͤnnten ſich mehrere Landwirthe angelegen ſeyn laſſen, denen es an Wieſen fehlt; und ich freuete mich ſehr, ſie im Jahr 1811 auch auf dem, von ſeinem Be⸗ ſitzer, dem ehemaligen Coburgiſchen Miniſter von Kretſchmann vortrefflich bewirthſchafteten, Rittergute Obertheres bei Schwein⸗ furt ebenfalls wieder zu finden.— Man beſchraͤnkte nun die Kleeheubereitung, die man fruͤher auf viele 100 Fuder gebracht, dabei aber das Kleeheu fuͤr die Muͤtter und Laͤmmer zu fett ge⸗ funden hatte. . Wohl wurde uͤber dies Verfahren, uͤber dieſe große Aus⸗ dehnung des Futterbaues, und die daraus erfolgte Beſchraͤnkung des Getreidebaues, von den Nachbarn viel geſpoͤttelt und daran getadelt; allein der Graf wußte wohl, was ihm ſeine, damit reichlichſt gefuͤtterten, Schafe einbrachten, wie die Felder ſich dabei, und bei der ſtarken Duͤngung bekraͤftigten, und wie die wirklichen Getreidefelder auch bei ihrem geringern Umfange mehr Ertrag gaben, als ſonſt bei groͤßerm. Bei dieſer anſehnlichen Futtergewinnung aller Art, die nicht nur die, obwohl nicht ſehr ausgebreiteten und großen, aber gut gepflegten und meiſt jaͤhrlich gewaͤſſerten, und oft auch mit Pferch, oder Aſche, oder Duͤngeſalz geduͤngten Wieſen, dann die ſogenannten Lehden, oder Grasfelder, ferner der Klee⸗ bau, der Kartoffelbau, der Haferheubau, und ſonſtiger Futterbau auf den Feldern gewaͤhrten, war es nun naͤmlich allein moͤglich, eine ſo große Anzahl Schafe zu halten, und dieſe ſo reichlich, Sommer und Winter, zu fuͤttern, wie das Tagebuch und die Wirthſchafts-Entwuͤrfe hier zeigen; ſo daß erſt 2 ½ Pfund, ſpaͤterhin aber bis 3 Pfund an Heunahrung taͤgl ic, außer 1 Pfund Stroh, und fuͤr die Staͤhre, Laͤmmer und Mutterſchafe beim Saͤugen etwas Hafer*), auf ein Schaf kamen; wobei — *) Ueber die ſtarke Haferfütterung der Schafe in Rochs sburg hatten ſich auch wunderliche Gerücht e verbucket, die dem Grafen, nach einem Schreiben vom 30. November 1816, ſehr unangenehm wa aren, da man ſogar von Pfunden Hafer geſpro chem ha tte, die das Stück erhielte. In der erſten Zeit war allerdi ings viel Hafer an die Schafe, wenn auch nicht 26 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften allein dieſe nun auch den hohen Wollertrag geben und die Groͤße und Schwere des Koͤrpers ſich aneignen, und eine ſolche Maſſe Duͤngers liefern konnten, wie wir dies Alles in den Papieren und im Tagebuch angegeben finden, und nachher auch hier noch bemerken werden. Die Schaͤferei in Rochsburg und den andern Guͤtern war nun naͤmlich fortdauernd gegen 1500— 1800, eine Zeitlang auch gegen 2000 Schafe ſtark: allein man wollte nie mehr haben, als man recht reichlich Jahr aus Jahr ein fuͤttern konnte. Die Preiſe der Wolle waren jetzt in den Jahren 1803 und 1804 einige 30 Rthlr. pro Stein; und 1805 wurden gar 40, mit auf ein halb Jahr Credit, geboten, 38 Rthlr. baar deshalb nicht angenommen, und da jener Handel nicht zu Stande kam, und die Wollpreiſe indeß gefallen waren, wurde wieder mit 33 Rthlr. ſich begnuͤgt. Im Jahr 1807 wurde auch, des bedeutenden Ruͤbſen⸗ baues wegen, eine Oelmuͤhle in Berthelsdorf gebaut, und der Ruͤbſen mit vielem Vortheil hier zu Oel geſchlagen. Mit Ochſenmaſtung wurden auch ſehr gluͤckliche Verſuche gemacht, vorzuͤglich mit voigtlaͤndiſchem Vieh; und im December 1807 wurden ſo 2 Stuͤck Maſt-Ochſen fuͤr 300 Rthlr. ver— kauft. Auch Maſt-Hammel wurden haͤufig und ſo ſtark gezogen, daß das Stuͤck mit 8, 9, auch 10 Rthlr. bezahlt wurde: und die erſtere, die Ochſenmaſt, betrieb man jetzt mehrere Jahre ſo, daß man im Fruͤhjahr ſchoͤne, ſtarke voigtlaͤndiſche, oder auch pohlniſche Ochſen kaufte, die ganze Feldarbeit mit ihnen durch Tageloͤhner verrichten ließ,(indem man zu ihrer Wartung nur einige Maͤgde hielt,) und im Winter ſie dann auf die Maſt ſtellte, und im Fruͤhjahr verkaufte: wobei denn alles Zugvieh im Winter erſpart und kein Knechtegeſinde gehalten wurde: welches man indeß doch als inconvenient nach einigen Jahren wieder aufgab. in ſolcher Quantität, verfüttert worden; als aber der Klee⸗, Gemenge⸗ und Grasbau immer beſſer mit Futter verſorgten, ſiel alles Hafer⸗ füttern weg, ausgenommen bei Stähren zur Sprungzeit, bei Lämmern in den erſten Monaten, und bei den Schafen in der Säugezeit,— wie die Papiere dies näher angeben. V V fänſter cortrefii rißten! 33 und die tettrr ijet m udm beffal Kchner e MS d ſonde Caſin dem? anfſtr an un Lole Fſehen dude, uh be dde unſe Gtrf Funt en Geöße e Maſe depieren ir uch tern ner Zeitlng le mehe konnte. d 1804 mit olf ib nicht t, und Rthlr. übſen⸗ d der ſuche wber der⸗ zogen, und ke ſo, auch urch nur Naſt vieh erde: hren nenge⸗ Hafer⸗ nmern — pie des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 27 Auch mit der Haltung von Kuͤhen wurde ein Verſuch ge⸗ macht, der aber nicht zu großem Beifall ausfiel. In dieſem, oder dem folgenden Jahre gerieth der Graf auch auf die Idee, ſeine Wolle in einer eigenen Tuchmanufactur ſelbſt verarbeiten zu laſſen: wozu ihm beſonders der im Jahr 1805 erfahrene große Wechſel der Wollpreiſe, und der Wunſch, ſich aͤhnlichen Vorfaͤllen fuͤr immer zu entziehen, veranlaßte. Schon viel fruͤher hatte man aus einem halben Stein feinſter Wolle ein Stuͤck Scharlach⸗Tuch machen laſſen, welches vortrefflich ausfiel, und uͤberall, auch in Dresden, bei Hof, den groͤßten Beifall fand. „Zu Anfang wurden nur 6 Stuͤhle in Berthelsdorf angelegt, und die gewebten Tuͤcher in der Nachbarſchaft von geſchickten Arbeitern gewalkt, gefaͤrbt und appretirt, und in der That erhielt man Tuͤcher, die an ſanftem, mildem, weichem Anfuͤhlen, und an Glanz nichts zu wuͤnſchen uͤbrig ließen, und den groͤßten Beifall fanden, weniger aber ſich durch Danerhaftqateit aus⸗ zeichneten*). Spaͤterhin aber wurde an Ort und Stelle, und mit mehre⸗ ren Stuͤhlen, die ganze Fabricatur gegeben, und die Sache ſollte bis zu 18 Stuͤhlen gebracht, und ſo nicht nur alle ſelbſt erzeugte, ſondern auch zum Theil noch zugekaufte Wolle zu Tuchen und Caſimiren verarbeitet werden. Da nun ſo die Wolle ganz aus dem Bereich des Wollhandels mehrere Jahre hindurch kam, ſo entſtanden ſchon damals nachtheilige Geruͤchte uͤber ſie, die indeß an und fuͤr ſich um ſo grundloſer ſeyn mußten, als eben dieſe Wolle gar nicht verkauft, alſo auch von den Wollhaͤndlern nicht geſehen und beurtheilt werden konnte. Nur im Jahr 1813 wurde, wenn ich nicht irre, ein Theil der Wolle nach Leipzig roh verkauft. Allein ſchon im Jahr 1814 zeigte ſich deutlich, daß dieſe Unternehmung nicht die gluͤcklichſte war; und bei aller unſaͤglichen Muͤhe, Aufmerkſamkeit und Thaͤtigkeit, die der Graf auf ſie wandte, indem er ſich auch wiſſenſchaftlich mit der Kunſt der Tuchbereitung beſchaͤftigte, wurde doch ſehr ungleich *¼⁴) Man verkaufte im Stück die Elle zu 4 Rthlr. von brauner, grüner, ſchwarzer und melirter, zu 5 Rthlr. und 5 Rthlr. 8 Gr. aber von blauer Farbe. 28 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften gearbeitet, uͤber geringere Haltbarkeit der Tuͤcher in der Farbe, und im Gewebe oft geklagt, und, da auch mehrere Betruͤgereien und endlich eine offenbare, ſehr bedeutende Veruntreuung an baarem Gelde von Seiten eines, mit dem Tuchverkauf beauf⸗ tragten, Commis hinzukamen, ſo wurde im Jahr 1815 die ganze Sache aufgegeben, die nun zwar an ſich keinen ſehr großen Verluſt zugezogen, vielmehr die Wolle doch immer zu 38— 40 Rthlr. pro Stein bezahlt, aber doch auch keinen ſonderlichen Gewinn gebracht, deſto mehr Aerger und Verdruß aber dem thaͤtigen Unternehmer verurſacht hatte. Unſtreitig hatte auch der damalige geſtoͤrte Gang des Han⸗ dels große Schuld dabei: wie denn uͤberhaupt die ungluͤcklichen Zeitverhaͤltniſſe der Jahre 1806— 1814 auch die wirthſchaft⸗ lichen Verhaͤltniſſe in Rochsburg nicht ganz unberuͤhrt und unge⸗ ſtoͤrt laſſen konnten. Man hatte indeß in dieſer Hinſicht im Ganzen allerdings ſehr große Urſache, mit den Fuͤgungen des Schickſals zufrieden zu ſeyn: denn Rochsburg und ſeine naͤchſten Umgebungen ge— hoͤren zu den hoͤchſt ſeltenen Ortſchaften in Sachſen und im ganzen Deutſchland, die waͤhrend der ganzen franzoͤſiſchen Occu⸗ pation von 1806— 1813 keinen Franzoſen geſehen, noch weniger einquartirt gehabt haben. Nur erſt im Jahr 1813 zog ſich das Kriegsgetummel auch bis an das ſtille, von Land⸗ ſtraßen abgelegene, einſame Rochsburg; es kam nicht nur zu ruſſiſcher Einquartirung im Schloß und in den benachbarten Doͤr⸗ fern, ſondern auch zu einem kleinen Gefecht in der Naͤhe von einer Viertelſtunde von Rochsburg, bei Arnsdorf, und auch zu einem feindlichen Einbruch in die Stammſchaͤferei zu Rochsburg ſelbſt durch Koſaken, die vielleicht dieſelbe ganz vertilgt haben wuͤrden, wenn nicht der im Schloß einquartirte ruſſiſche General ſchleunigſt geholfen haͤtte. Nur dem trefflichen Betragen der „ruſſiſchen Officiere“, ſchrieb der Graf mir,„habe ich die Er⸗ „haltung meiner Schafrage zu danken. Stellen Sie Sich vor „mein Erſchrecken, als ich mit dem Adjutanten der Diviſion, die „hierher gekommen, gleich nach dem Empfang des Generals, in „die Scheuern, und meinen Schafſtall ging, erſtere erbrochen, „und mit Pferden angefuͤllt, und meinen Schafſtall eben ſo fand, „aber auch ſchon 10 Staͤhre geſchlachtet, und aufgehaͤngt, und w ll iih W portige dieferur V nichts n 3. hMüunders Niethſch 1 tihmt; uden n di rht zu oh duee W ber ſrich tende äͤm dG donde konnt ften der Farbe, erigereen neunng an kauf deauf⸗ 1815 de ehr griße 38- 9G enderlichen aber dem des Han⸗ glüͤcklichen rthſchaft⸗ nd unge⸗ lerdings ffrieden gen ge⸗ und im Occu⸗ 1, voch r 1813 n Land⸗ nur zu n Doͤr⸗ he von uch zu hoͤburg haben heneral gen der die Er⸗ ich vor on, die als, in brochen, ſo fand, gt, und des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 29 die uͤbrigen verfolgt ſah! Ohne dieſen wuͤrdigen Mann haͤtte „ich kein Stuͤck erhalten.“ Bekanntlich zogen ſich die Armeen bald aus der ganzen dortigen Gegend weg, und außer einigem Vorſpann, und Lieferungen an Hafer, Heu und Stroh, wurde durch den Krieg nichts weiter unmittelbar dort gelitten. In dieſes zweite und dritte Decennium des neuen Jahr⸗ hunderts iſt nun unſtreitig der hoͤchſte Flor der Rochsburgiſchen Wirthſchaften zu ſetzen; und ſie hatten nun angefangen, ſehr be⸗ ruͤhmt zu werden, wie man fruͤherhin eigentlich durchaus ver— meiden wollte. Die Rochsburgiſche Schafwirthſchaft beſonders war nun⸗ mehr zu einem hohen Gipfel der Vollkommenheit gekommen; wie auch durch die hohen Preiſe der Wolle, und den immer groͤßer und vortheilhafter werdenden Staͤhr- und Zuchtvieh-Verkauf factiſch aufs Glaͤnzendſte anerkannt wurde, ſo wie auch durch das ehrenvollſte Urtheil der Sachkundigen, und wahrhaft Urtheils⸗ faͤhigen*), und wie dieſes denn auch waͤhrend des ganzen Lebens des Grafen ſtets fortdauerte, ſo viel man auch von Seiten Un⸗ kundiger, oder boͤſer Neider, dagegen vorbringen mochte. Er konnte ſich daher das oft alberne, oder doch ſtets unwahre *) Herr Staatsrath Thaer, der mehrere Male in Rochsburg war, und im Jahr 1812 von ihm, auf ſein Anſuchen um 15 Stück Schafe, ſo viel geſchenkt erhalten hatte, gehörte ganz vorzüglich zu den öffentlichen Anerkennern der hohen Qualität Rochsburger Schafe. Unter dem 2ten October 1816 ſchrieb mir der Graf, daß derſelbe, auf die Frage: ob er durch die Schäferei, die er eben geſehen, befriedigt ſey, ihm ſchriftlich,(wie ſchon damals, wegen ſeiner Taubheit, geſchehen mußte,) auf das Schmeichelhafteſte, Ehrenvollſte und Befriedigendſte ihm das geantwortet habe, was er mir auch wörtlich abſchrieb.„Zum „Abſchied ſchrieb er mir,“ fuhr der Graf dabei fort,„die ſeltene „Verbindung großer Naturſchönheiten mit hoher ländlicher Induſtrie „und Intelligenz werden mir dieſe Zeit meines Lebens unvergeßlich „machen, ſo wie auch meine tief begründete Verehrung und Dankbar⸗ „keit gegen den Herrn und Schöpfer derſelben nur mit mir ſelbſt auf⸗ „hören wird!“— Unter dem 3ten Mai 1822 ſchrieb mir der Graf wieder:„Herr Staatsrath Thaer iſt wieder hier geweſen, und hat „meine Schafe Stück für Stück unterſucht, und ſich dahin erklärt: daß „ich in der langwolligen Art das Höchſte erreicht habe!“ 30 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften Gerede gegen ſeine Schaͤferei wohl gefallen laſſen, und nur wenn es in oͤffentlichen Blaͤttern offenbar zu ſeinem Nachtheil gefuͤhrt wurde, hielt er es der Muͤhe werth, ſich durch ſeine Inſpectoren, oder Andere dagegen zu vertheidigen, und die groben Unwahrheiten aufzudecken: und nur wenn er einmal etwa Jemanden, den er achtete, gegen die eignen muͤndlichen und ſchrift⸗ lichen Urtheile, die an Ort und Stelle uͤber den hohen Werth ſeiner Schaͤferei abgegeben worden waren, nachher ſich ſelbſt widerſprechen ſah, und hoͤrte, fuͤhlte er ſich tief und bitter ge⸗ kraͤnkt*).— Es waͤre bei dem, was wir ſchon hier, und fruͤher an mehreren Orten, in den landwirthſchaftlichen Reiſe— bemerkungen von den Jahren 1811— 1814 und von 1815— 1817, ſo wie in dem neuen Jahrbuch der Landwirthſchaft zur Widerlegung der falſchen Geruͤchte, der unbegruͤndeten, nach⸗ theiligen Urtheile, der ausgebreiteten ganz unwahren Nachrichten uͤber und gegen die Rochsburgiſche Schafzucht beigebracht haben, unnoͤthig, noch mehr hier daruͤber zu ſagen: es genuͤgt, ſich auf das Factiſche zu berufen, welches hier in und aus den eignen Papieren des Grafen daruͤber vorkommen wird, dem man doch wohl nicht zutrauen darf, daß er darin abſichtlich etwas Un— wahres niedergelegt haben werde! Der Verkauf an Staͤhren und Mutterſchafvieh war nun ſeit dem Jahr 1810 immer groͤßer und bereichernder geworden, und gern wurden fuͤr ein Schaf erſt 10, dann 15, ſpaͤterhin 20, und zuletzt 25 Rthlr. bezahlt, und fuͤr einen Staͤhr 50 Rthlr.; und dabei mußte immer auf 5 Schafe 1 Staͤhr genommen werden. Im Januar 1811 war es, wo ein weſt⸗ phaͤlſcher Domainenpaͤchter dem Grafen fuͤr einen ausgezeichnet ſchoͤnen und feinen Kaͤlberjaͤhrling ſogar 1000 Rthlr. in Golde bot, welches aber keineswegs angenommen wurde. Denn nie⸗ mals ließ der Graf ein Stuͤck Schaf ſich aus der ganzen Heerde ausleſen; ja zuerſt ſelbſt nicht einmal aus den zum Verkauf be⸗ *) Auch über das von ihm verkaufte Vieh hatte er zuweilen Unannehmlich⸗ keiten, gewiß ohne ſeine eigne Schuld, und noch im letzten Jahr vor ſeinem Tode einen Proceß ſogar darüber, der indeß zu ſeinen Gunſten ausfiel. In ſeinem letzten Schreiben an mich, vom 1ſten Januar 1825, klagte er mir ſehr darüber! finmt Igen jgeich rennner lgne? dchc 181 urch d Frafen lem 2 rorden — ) Led der 3 ſaſen äibe ma wenr unte in eine errei vinn ften und nur Auhih durt ſeine „ u dee nmal ana und ſchit en Ver ſich ſali bitter ge jiet, und een Reſt 1815- ſchaft zur —, nach⸗ brichten haben, ich auf eignen n doch dos Un⸗ var nun worden, aͤterhin Staͤhr Staͤhr weſt⸗ eichnet Golde nn nie⸗ Heerde auf be⸗ ꝛehmlil⸗ Jahr vor Gunſin lar 1825, des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 31 ſtimmten Schafen ſelbſt; ſondern ſo wie die Beſtellungen ein— gingen, wurden die Schafe dafuͤr von ihm ſelbſt ausgewaͤhlt und bezeichnet. Wenigſtens war dies, ſo lange ich mich der Sache erinnern kann, der Fall; und ich bin allerdings nicht nur durch eigne Beſuche, die ich von 1800 an, wie ſchon geſagt, zuerſt doch alle halbe Jahre, dann wenigſtens alle Jahre, und von 1811 an, wenigſtens alle 3 Jahre in Rochsburg machte, und durch die jaͤhrliche fleißige Correſpondenz, in der ich mit dem Grafen bis an ſeinen Tod ſtand, in der Regel immer von allem Bedeutenden, was ſeine Wirthſchaft betraf, unterrichtet worden*). *) Leider mußte ich eine, mir dargebotene Gelegenheit, mich ſelbſt mit der Zucht Rochsburger Schafe zu beſchäftigen, ungenutzt dahingehen laſſen. Unter dem 6ten November 1812 bot mir der edle Graf, deſſen Liebe und Wohlwollen ich mich ſtets zu erfreuen hatte, an, mir eine Anzahl Schafe und Stähre ſeiner Rage unentgeldlich zu überlaſſen, wenn ich dazu von der Regierung ein Gut erhalten könne, wo ich ſie unterhalten könnte, die dagegen den Vortheil haben würde, ſeine Rage in Schleſien heimiſch zu machen. Allein, ich hatte ſchon bei Antritt meines Amtes in Breslau vergeblich um eine Gelegenheit gebeten, meinen ökonomiſchen Unterricht praktiſch zu machen; der Krieg imminirte damals, und es war nicht daran zu denken, jetzt mehr Gehör dafür dort zu finden. Auch fehlte es mir an allen eignen Mitteln zu einem ſolchen Unternehmen, deren ich doch bedurft hätte, wäre man mir auch von Seiten des Staats zu Hülfe gegangen. Ich mußte daher, da ich für mich ſelbſt einen Gutskauf nicht wagen konnte, und zu einem ſo— genannten Cheptel⸗Contract damals keine Bekanntſchaften hatte, das großmüthige Anerbieten ausſchlagen, deſſen Annahme ich mir wohl für eine andere günſtigere Zeit vorbehielt, ohne jedoch dieſe gefunden, und erreicht zu haben. Ich weiß recht wohl, wie viel ich dabei hätte ge⸗ winnen können: und daß der Graf nicht geglaubt haben möchte, ſeine Schafe bei mir in unberufene, unkundige Hände kommen zu ſehen, könnte ich allenfalls durch zwei Briefe nachweiſen, die er mir über meine Schrift über die Gewinnung der feinen und edlen Wolle u. ſ. w. geſchrieben hat. Uebrigens kann ich hier die gelegentliche Bemerkung nicht unterdrücken, daß ich, wie ich auf Gewiſſen verſichern kann, niemals einen pecuniären Vortheil von dem, was ich in Rückſicht auf Empfehlung, oder Be⸗ ſtellung Rochsburger Viehes gethan habe, gehabt, vielmehr ausdrücklich eine mir vom Grafen für das, durch mich bei ihm beſtellte, Vieh ange⸗ botene Tantieme, unter der aufrichtigſten Offerte, ſtets ohnedies ſehr gern ſchriftliche Beſtellungen auf ſeine Schafe annehmen, und an ihn beſorgen 82 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften Seine Schafe gingen nach allen Weltgegenden, nach Weſt⸗ phalen, Hannover, Braunſchweig, auch Mecklenburg,(wo ich nicht irre,) nach den Marken, Pommern, Schleſien, und nach Baiern, Boͤhmen, Maͤhren und Oeſtreich, wie nach Preußen, Pohlen und Rußland; und mit großer Freude ſchrieb er mir vom 14ten October 1815:„ich erhalte von allen Seiten Dank⸗ „ſagungen fuͤr die uͤberſchickten Staͤhre und Schafe, welches mich „unendlich freuet;“ und der Andrang danach war ſo groß, daß er, nach einem Briefe vom éten Juni 1816, in dieſem Jahre allein 67 Beſtellungen auf Schafe ausſchlagen mußte, und ſchon im Jahr 1821, ohne die diesjaͤhrigen Ablieferungen, fuͤr 21000 Rthlr. Beſtellungen bis zum Jahr 1828 hatte. Denn im Jahr 1817 hatte er, wie er mir ſchrieb, eigentlich nur zwiſchen 250 und 300 Mutterſchafe, und 50— 60 Staͤhre zu verkaufen, im Jahre 1819 aber an 400 Schafe, und 100 Staͤhre; wobei jedoch zu bemerken iſt, daß die Mutter— ſchafe auch ſehr haͤufig von der Triftſchaͤferei genommen, und in der letzten Zeit hier auch in der That den der Stallſchaͤferei voͤllig gleich waren. Die feinſten und edelſten Staͤhre aber, die er fuͤr 50 Rthlr. das Stuͤck verkaufte, waren ſtets von der Stall⸗ ſchaͤferei; und in dem letzten Jahre ſeines Lebens verkaufte er dieſe ſogar zu 100, ja zu 200 Rthlr. das Stuͤck*). Im Jahr 1815 und 1816 uͤbernahm er auch ſogar den Transport einer Anzahl Schafe, die ich fuͤr hieſige Gutsbeſitzer bei ihm beſtellt hatte, bis hierher nach Breslau durch ſeine eignen Leute, und ließ ſich nur 6 Groſchen vom Stuͤck dafuͤr bezahlen; wollte ſich jedoch ſpaͤterhin nicht wieder dazu verſtehen. zu wollen, ohne Weiteres ausgeſchlagen habe, wohl wiſſend, wie viel ich dem Unterricht, und der Freundſchaft und Güte dieſes meines väter⸗ lichen Freundes und Gönners überhaupt zu verdanken habe. *) Nach einem, von der verwittweten Frau Gräfin v. Schönburg ſelbſt in Dresden kürzlich erhaltenen, Nachweis giengen 1824. 6 Stück Stähre nach Schleſien, in Wolle, à 100 Rthlr., 2 Stähre à 75 Rthlr. nach der Neu⸗ mark, desgleichen 2 Stähre à 100 Rthlr. nach Oettenburg in Baiern, 1 auserleſener Stähr an den Herrn Grafen Wrbna in Böhmen für 200 Rthlr., ſo wie einer nach Petersburg um denſelben Preis; 3 Stähre giengen, à 100 Rthlr. pro Stück, nach Pohlen in demſelben Jahre, und Se. Königl. Hoheit Prinz Auguſt Ferdinand von Preußen erhielt 3 Jahre hinter einander jährlich 6 Stück Stähre zu 100 Rthlr. das St. 1 runde then, plten! nachhe lung in fütterun woͤhnen⸗ N ton Mſ ſ zum de er 1 i den l ſerdin m edlä e n) gaüchen ſarken e ften nach Weſ⸗ 7(wo ich „und nach Pruze, trmir vom ten Dans⸗ ſches mit groß, dai em Jahte te, und gen, füt Demn lich nur Staͤhre , und dutter⸗ und in voͤllig er fuͤr Stall⸗ fte er ar den eſitzer jgnen glen; e viel oäter⸗ bſt in nach Neu⸗ aiern, n für tähre 3 und erhtelt St. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 33 Denn oftmals gebaͤhrdeten ſich die fremden Schaͤfer gar wunderlich, wenn ſie nach Rochsburg kamen, und die gewal— tigen, ſtarken, dem Maſtvieh aͤhnlichen, Thiere transportiren ſollten, und getrauten ſich deſſen kaum*): daher man denn nachher auch das zu verkaufende Vieh einige Zeit vor der Abho⸗ lung immer austreiben ließ, damit daſſelbe, bisher der Stall⸗ fuͤtterung gewohnt, ſich an das Weiden und Laufen wieder ge⸗ woͤhnen moͤchte. Mit dem Jahre 1823 ſiſtirte indeß der Graf allen Verkauf von Mutterſchafen, und verkaufte nur noch Staͤhre, und entſagte ſo zum Theil einer jaͤhrlichen Revenue von 10— 12000 Rthlr., die er, wie er mir unter dem 22ſten October 1822 ſchrieb, in den letzten Jahren jaͤhrlich bezogen hatte. Er wollte die al⸗ lerdings ihm ganz eigenthuͤmliche, durch hoͤchſt feine und edle, in der Regel lange, und zum Theil nur auch kuͤr— zere*), ſehr reiche, uͤber den ganzen Koͤrper moͤglichſt aus⸗ geglichene Wolle, und durch große Geſtalt, langgeſtreckten Bau, ſtarken Umfang des Leibes ausgezeichnete***), Rochsburger *) So ging es auch z. B. mit den für Hn. Staatsrath Thaer beſtimmten 15 Schafen, wie mir der Graf vom 6ten Nov. 1812 ſchrieb. Der Schäfer, den er geſchickt, wollte ſich gar nicht zum Transport dieſer ſtarken Thiere verſtehen, unternahm ihn aber doch auf Zureden, brachte jedoch ſie nach einer Stunde alle wieder, und erklärte, daß er ihren Transport nicht zu übernehmen wage. Hr. Friedrich Schmalz, damals in Penig bei Altenburg, von Hn. Staatsrath Thaer damit beauftragt, ſchaffte indeß bald Rath, und ließ ſie ſehr glücklich nach Mögelin brin⸗ gen, wo ſie eine Aufnahme fanden, die nach einem, mir vom Hn. Gra⸗ fen mitgetheilten, Schreiben des Hn. Empfängers nicht glänzender ſeyn konnte.— Die Stärke der Thiere rührte indeß nur von gutem, reichen Heufutter her. **) Zu allen Zeiten gab es auch kurz und gedrängt wollige Schafe in Rochsburg, ſpäterhin aber noch mehr, als früherhin, da man bei der Auswahl der Stähre darnach verfuhr, um den Forderungen der Zeit etwas mehr zu genügen. Der Beſitz einer großen Menge von Wollproben aus den genannten Schäfereien ſeit dem J. 1798 ſetzt mich in den Stand, dieſes, und überhaupt die Fortſchritte derſelben in der Wolle factiſch nachzuweiſen. ***) Vgl. die Dimenſionen, die ich über mehrere, im J. 1814 von mir gemeſſene, Exemplare der Rochsburger Schäferei in meinen Landw. Reiſe⸗ bemerk. vom J. 1811 ff. Leipzig. 248 S. angegeben habe: wornach Schoͤnburg. Wirthſch. I. 3 34 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften Schafrage nunmehr blos fuͤr ſeine Gemahlin, und Tochter erhalten. Er vergroͤßerte daher ſeine Schaͤfereien in Berthels⸗ dorf und Mohsdorf, und glich die Triftſchaͤferei in der Qua⸗ litaͤt des Viehes mit den andern Schaͤfereien mehr, ja faſt voll⸗ kommen aus, und hinterließ ſo bei ſeinem Tode im J. 1825, incl. des, auf das, im J. 1822 noch gekaufte, Nittergut Mittelfrohne bei Chemnitz gebrachten, Hammelviehes, eine Schafheerde von 3100 Stuͤck, wovon 612 auf Rochsburg, 871 auf Berthelsdorf, 850 auf die Triftſchaͤferei der Herr⸗ ſchaft Rochsburg, und 753 auf Mittelfrohne kamen, und die noch durch 450 Stuͤck, die nach Mohsdorf kommen ſollten, vermehrt werden ſollte*); wo er dann ſeine Rage auf allen ſei⸗ nen Guͤtern eingefuͤhrt haben wuͤrde**). Wohl that er ſich, und mit dem vollſten Rechte, auf dieſe ſeine Schaf-Race, unſtreitig nur die Schoͤpfung ſeiner In⸗ telligenz, und Induſtrie, viel zu Gute.„Eine Race,“ ſchrieb er mir ſchon im J. 1821 einmal,„die faſt 4 Pfund gut gewa⸗ „ſchener, 5 Mal geſchwemmter Wolle im Durchſchnitt vom „Stuͤck giebt, und nach dem erſten Jahre voͤlli ſchlachtbar iſt, „hat noch nicht exiſtirt.— Und daß dieſe Angaben von ſei⸗ ner Rage wahr waren, zeigen die nachfolgenden Schriften, und ** ⸗ z. B. die Länge eines alten Stährs vom Ende des Halſes bis an die Schwanzwurzel 3 Berl. F. 4 Z., die Höhe, von der Sohle des Vor⸗ derfußes bis an den erſten Rückgratswirbel, 2 F. 5 3., die Peripherie des Bauches, über der Wolle in der Mitte gemeſſen, 4 F. 6 3. betrug, und bei einem Mutterſchafe die Länge vom erſten Rückgratswirbel bis ans Ende des abgeſchlagenen Schwanzes 2 F. 3½ Z., die Höhe eben⸗ ſoviel, die Peripherie des Bauches aber 3 F. 5 Z., bei einem Jähr⸗ lingsſchafe aber die Länge ſogar 2 F. 11 Z., die Peripherie des Bauches 3 F. 10 3. ausmachte. *) In einigen Papieren findet ſich eine Angabe von 3500 Stück für 1825, wovon 900 auf Mittelfrohne kamen, und über 700 auf Rochsburgs Stammſchäferei. Dieſe mag ſpäter, kurz vor ſeinem Tode, gemacht ſeyn; eine iſt vom 18ten Febr. 1825. **α) Ehe er Mittelfrohne gekauft hatte, dachte er ſogar daran, ſeine Märzſchafe caſtriren zu laſſen, um ſie als Fettvieh zu verkaufen, und zur Zucht untauglich zu machen für Andre.— Uebrigens beſaß der Graf dieſes neue Gut zu kurze Zeit, als daß wir über deſſen Bewirth⸗ ſchaftung Etwas zu ſagen hätten.— gefthre ee 377 d nichn wa d 909 22* 4 18 gröſe etyfc 1819 ¹ dit⸗ 3 piund ken dorhter Jathel⸗ dr Qua⸗ füstal⸗ J. lhdi Nittenu s, eie chsburg er Herr⸗ und die ſollten allen ſei⸗ uf dieſe r Jn⸗ jeb er gewa⸗ bom iſt ſei⸗. und des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 35 die darin enthaltenen Angaben der Wollſchur. Zum Beweis dafuͤr ſtehen aber hier gleich nur noch folgende naͤhere No— tizen. 4 Ein Jaͤhrlingsſtaͤhr mittlerer Art wurde im J. 1810 ſo gefaͤhrlich geſtoßen, daß er geſchlachtet werden mußte. Er gab, ausgeſchlachtet, 37 Pf. ſchweres Gewicht an Fleiſch das Pf. à 3 Gr.... 4 Rthlr. 15 Gr.— pf. 5½ Pf. Inſelt zu 6Gr... 1 27 9⸗—, Gekroͤſe, und andere kleine Nutzung—⸗ 12 ⸗— ⸗ Lammwolle...— ⸗ 8⸗— Wolle 24 Pf. rein gewaſchene à 40 Rthlr. den Stein. 4 1 2 104 ⸗ Werth und Ertrag Summa 10 Rthlr. 21 Gr. 10 ¼ pf Er hatte in ſeinem ganzen Leben nichts als Heu gefreſſen; und, taͤglich 3 Pfund dafuͤr gerechnet, giebt dies 10 Centner à 16 Gr.— Summa 6 Rthlr. 16 Gr. Aufwand, oder Koſten: mithin bleibt rein uͤbrig 4 Rthlr. 5 Gr. 10 ¼ pf., und dabei war dieſes Thier in der Wolle nur ſehr gering ausgeſtattet. Ein Zeithammel, der im J. 1811 zwei Mal geſchoren wurde, gab das erſte Mal 4 Pfund 4 Loth, das zweite Mal 4 Pfund 22 Loth, in Summa 8 Pfund 26 Loth rohe Wolle; und im J. 1812 gar 9½ Pfund, welches nur bei der ausgezeichneten Groͤße und Laͤnge der Thiere dort moͤglich iſt. Den eclatanteſten Beweis fuͤr den Wollreichthum dieſer Schafrage gab unter andern das Jahr 1819. Am ö5ten Jun. 1819 wurden naͤmlich a) 68 Jaͤhrlingsſtaͤhre, halb von der Trift⸗, und halb von der Stallſchaͤferei, geſchoren, und gaben jeder 3 Pfund 812 Loth gute, und 141₰ Loth Ausſchuß, in Summa alſo 3 Pfund 23 Loth Wolle, hochfeiner Art naͤmlich. b) 48 Kaͤlberjaͤhrlinge gaben zuſammen 7 Stein 13 Pfund 14 Loth gute, und 21 Pfund 16 Loth Ausſchuß, oder in Summa 8 Stein 12 Pfund 20 Loth dgl. Wolle; mithin das Stuͤck 3 Pf. 157 Loth gute, und 14 3½ Loth Ausſchuß, oder im Ganzen 3 Pfund 29 ¾ Loth Wolle. Der ſtaͤrkſte von ihnen, deſſen Wolle mit groͤßter Vorſicht gewogen wurde, gab 5 Pfund 3 X 36 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften 30 Loth rein geſchwemmte Wolle, ein anderer 4 Pfund, und ein dritter 4 ½ Pfund*). Ein Wollertrag, wie er von hochfeiner, zwei Jahr vorher mit 41 Rthlr. pro Stein bezahlter, Wolle, ſchlechthin nicht an⸗ ders zu erhalten iſt, als wenn ſie lang, d. h. 3— 4 Leipz. Zoll lang iſt! Und daß ſolche hochfeine und edle lange Wolle auch von Wollhaͤndlern und Fabrikanten damals wenigſtens der hoͤchſten Preiſe wuͤrdig gefunden wurde, zeigen die fuͤr ſie damals wirklich bezahlten Preiſe; und wenn ſie deren damals werth war, ſollte man wirklich von Seiten der Wollhaͤndler und Fabri⸗ kanten erſt 8— 10 Jahre ſpaͤter ſo weiſe geworden ſeyn, zu entdecken, daß hochfeine und edle lange Wolle wirklich nicht den hohen ſpeciellen Werth haben könne, den die kurze, gedraͤngte nur verdiene?— jetzt, zu einer Zeit, wo gerade die hochfeine lange Wolle zu den feinſten wollenen Arbeiten vortrefflich ange— wendet und gebraucht wird, und noch werden koͤnnte,— zu Shawls und Damentuͤchern, und beſonders zu neuen Damen⸗ zeugen, wie die ſogenannten Terneaux⸗Kleider**), die an Feinheit, Weichheit und Glanz dann Alles uͤbertreffen, und uͤbertreffen muͤßten, was man jetzt aufzuweiſen hat? Warum macht man nicht auch Draps des Dames, Caſimire, Merinos, Circaſſiens aus dergleichen hochfeiner langer Wolle! Sie wuͤr— den ungemeinen Beifall finden, theuer bezahlt werden, und nur aus ſolcher langen Wolle, nicht aus kurzer zu machen ſeyn!***). Was naͤmlich die neuern Preiſe der Rochsburger Wolle an⸗ langt, ſo kann von dieſen nur erſt ſeit dem Jahr 1816 wieder die *) Auch im J. 1814 ſchon war übrigens zu Rochsburg ſelbſt im Durch⸗ ſchnitt pro Stück 4 Pfund 2 Loth ſächſ., und in Berthelsdorf 3 Pf. 27 L. geſchoren worden. **) Die wahrſcheinlich nämlich nur wenig Ziegenflaum, vielmehr meiſt hochfeine Wolle enthalten mögen, da der Ziegenflaum doch noch nicht ſo gar häufig iſt. ***) Wie ich bei meiner Anweſenheit in Sachſen in dieſem Jahre hörte, ſo haben jetzt Engländer ſich mehrfach geäußert, daß ſie, wenn man dort eine hochfeine Kämmwolle nach Art ihrer engliſchen groben er⸗ zeugen werde, dieſelbe gern mit den höchſten Wollpreiſen bezahlen würden. gae enderr 13 iles: fir 3 In 3l V gebonat adm, niteb rchat fer vic de, maen M heh dur dem teebi ſicht, chele nngeber 1t82 er 5 n Et wn d ugt l don hrte, Jahre noch d, und vorher ſcht an⸗ Leip. Vole ns der amals werth Fabri⸗ yn, zu ſcht den aͤngte chfeine ange⸗ — zu men⸗ an und um os, ur⸗ und hen des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 37 Rede ſeyn, weil bis dahin dieſelbe gar nicht in den Handel kam, ſondern, nach oben, vom Grafen ſelbſt verarbeitet wurde. Im J. 1816 nun wurde dieſelbe, und zwar, wie immer, ohne alles Sortiment, und auch incl. die Wolle der Triftſchaͤferei, fuͤr 36 Rthlr., im J. 1817 fuͤr 41 Rthlr. pro Stein verkauft. Im J. 1818 wurden von einem Kaufmann aus London 40 Rthlr. geboten: allein der Graf ließ ſich durch ein Leipziger Haus be⸗ reden, die Wolle in Leipzig ſortiren, und dann nach London un— mittelbar verſenden zu laſſen. Das Sortiren geſchah, aber zur Verſendung nach London kam es nicht, weil man ſie zu koſtbar fand. Es wurde nun die ſortirte erſte Sorte an ein ſaͤchſiſches Wollhandelshaus zu 56 Rthlr. der Stein, und die uͤbrige Wolle ſo verkauft, daß einige 40 Rthlr. auf den Stein im Durchſchnitt kamen. Im J. 1819 wurde ſie ebenfalls ſehr gut, nach den Zeit⸗ verhaͤltniſſen wenigſtens, bezahlt; doch kann ich den Preis naͤ⸗ her nicht beſtimmen. Im J. 1820 und 1821 iſt ſie, ſoviel ich weiß, ſortirt, durch ein Leipziger Haus doch nach London ge⸗ gangen; und der Graf ſchrieb mir unter dem 28ſten Januar 1821, daß er ſeine Wolle von 1820 ſehr vortheilhaft verkauft habe, ſehr zufrieden damit ſey, aber es nicht auspoſaunen duͤrfe; und im folgenden Jahr ſchrieb er mir Ebendaſſelbe, mit dem Bemerken, daß er ſich bei einer conventionellen Strafe verbindlich gemacht habe, den fuͤr ſeine Wolle erhaltnen Preis nicht anzugeben. Welche Preiſe die Rochsburger Wolle nachher, ſeit 1822 erhalten hat, und wie ſie verkauft worden iſt, kann ich nicht angeben, und habe ich auch jetzt nicht erfahren koͤnnen. Im J. 1825, nach dem Tode des Grafen, wurden im Spaͤtſommer oder Herbſt, wo die Wollpreiſe ſchon gefallen waren, 28 Rthlr. pro Stein fuͤr dieſelbe geboten, aber nicht angenommen; und, da in dem folgenden Jahre die Preiſe noch ungleich mehr ſanken, ſo zeigt der Preis von 20 Rthlr. pro Stein fuͤr die ganze Wolle von 1825 und 1826, den die Frau Graͤfin, ihrem Schreiben vom 27ſten April d. J. an mich zufolge, Ende 1826 erhalten hatte, daß dieſe Wolle den feinſten ſaͤchſiſchen Wollen in dieſem Jahre gleich, oder, wegen Beimiſchung der vorjaͤhrigen, ſogar noch etwas hoͤher, als dieſe, bezahlt worden iſt. ss Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften Welchen großen Ruf denn nun auch dieſe Rochsburgiſche Schaͤferei im Auslande hatte, dafuͤr zeugt, daß der Graf nicht nur, wie er mir vom 30ſten Nov. 1824 ſchrieb, einen Antrag des ruſſiſchen Miniſteriums auf Ueberlaſſung ſeiner ganzen Maͤrzſchafe an die Regierung, durch den ruſſiſchen Conſul in Leipzig, erhielt, welchen er aber, ſeinem gefaßten Beſchluß, ſeine Rage nicht weiter zu verbreiten, getreu, ohne Weiteres aus⸗ ſchlug, ſondern daß auch noch im Monat Maͤrz 1825 vom Kai⸗ ſer Alexander ſelbſt das ſchmeichelhafte Geſuch um genaue Mit⸗ theilungen uͤber ſeine Schaͤferei an ihn ergieng,„welche man, „ſo hieß es in dem Schreiben, die erſte der Welt nenne.“ Er arbeitete die ganze Nacht hindurch, und verfaßte einen freimuͤthigen und ausfuͤhrlichen Bericht uͤber dieſelbe, den er ſogleich mit der, am andern Morgen abgehenden, Poſt abſandte. An Fremden von allen Staͤnden, und aus allen Gegenden Deutſchlands, und ſelbſt auch aus mehreren Laͤndern des Aus⸗ landes, die Rochsburg, und ſeine Schaͤferei beſuchten, und be⸗ wunderten, fehlte es, wie wir ſchon fruͤher erwaͤhnten, ſeit den letzten 12— 15 Jahren auch das ganze Jahr nicht; und unter andern brachte auch der jetzt regierende Großherzog von Sachſen⸗ Weimar einmal einige Tage in Rochsburg zu, und wendete die groͤßte Aufmerkſamkeit auf die ihm gezeigten Schafe, von den mehrere fuͤr ihn auch eigends auf das Schloß gebracht wurden. Wie ſehr ſich uͤbrigens der Graf fuͤr alle Zweige der Land⸗ wirthſchaft intereſſirte, ſo lag ihm doch die Schafzucht freilich am meiſten am Herzen, in der er darum auch beſonders ſo Gro⸗ ßes geleiſtet hat. Von jeher brachte er taͤglich mehrere Stunden im Schafſtall, bei ſeinen Lieblingen, zu; und, waͤhrend meines 2 jjaͤhrigen Aufenthalts in Rochsburg, habe ich dieſe Stunden faſt ſtets, im belehrendſten Geſpraͤch mit ihm uͤber die Schafe, mit ihm getheilt, und fand ihn ſicher immer hier bei dieſen, wenn ich ihn wo ſuchte. Die Schafſchuren waren ſeine liebſten und groͤßten Feſte, und wurden auch ſtets geſellſchaftlich gefeiert. Die Schafzucht belohnte aber auch ſeine Muͤhe und Sorge, und, wenn wir ihn vorhin ſelbſt ſagen hoͤrten, daß ihm der Zucht⸗ viehverkauf jaͤhrlich gegen 10— 12000 Rthlr. eingetragen habe, ſo iſt es keine willkuͤhrliche, und uͤbertriebene Annahme, wenn wir behaupten, daß dieſelbe ihm, mit Zurechnung des poler der al 1nd ſe 1820 1200 dieſe! Brurv malixer 3 Rthl 3 neue V mume düthi hlädo laimn W im iih, — 4) G en urgſche def nicht ntrag aanzen oriulin t, ſer res aus⸗ om Kai⸗ ue Mi⸗ de man nenne. e einen den er ſandte. henden Aus⸗ d be⸗ den nter en⸗ die den d⸗ ich des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 39 Wollertrags,(dieſen dabei pro Stuͤck auf etwas uͤber 3 Pfund*), oder aufs 100 zu circa 14 Stein, und den Stein zu 34 Rthlr., und ſo von 2500 Stuͤck Schafen, die z. B. in den Jahren 1820 u. f. incl. der Triftſchaͤferei, vorhanden waren, zu circa 12000 Rthlr. angenommen,) 22,000 bis 24,000 Rthlr. auf dieſe Weiſe jaͤhrlich brachte; ſo daß das Schaf nahe an 10 Rthlr. Brutto⸗Ertrag abgab, von welchem, nach des Grafen mehr⸗ maliger Verſicherung gegen mich, doch ein reiner Ertrag von 8 Rthlr. oirca pro Stuͤck uͤbrig blieb. Mit der Kuhwirthſchaft machte der Graf auch im J. 1819 neue Verſuche mit 6 Stuͤck guten Landkuͤhen, fand aber durch— aus ſeine Rechnung dabei nicht; wie ich, nach ſeinen eignen An— gaben, damals bereits im Jahrbuch der Landw. B. 1. St. 1. S. 202 und im Neuen Jahrbuch B. 1. St. 1. S. 184 f. nachgewieſen habe,— indem er ſogar nie einen vol⸗ len Erſatz fuͤr die auf ſie gewendeten Koſten, geſchweige denn einen reinen Ertrag von ihnen erhalten konnte. Wenn ſich nun allerdings auch in ſpaͤterer Zeit die Schaf⸗ zucht vor Allem unter den auf den Rochsburgiſchen Guͤtern be⸗ triebenen Zweigen der Landwirthſchaft auf das Ausgezeichneteſte hervorhob, ſo blieb die Feldwirthſchaft doch auch keineswegs ganz zuruͤck; und die, ſoviel ich ſie kannte, treffliche, ſorgſame Bearbeitung, und die ſtarke Duͤngung, die die Felder, neben, und bei dem zweckmaͤßigen, die Kraft des Bodens zwar moͤg⸗ lichſt benutzenden, doch nie zu ſehr erſchoͤpfenden Feldſyſtem, von ihm ſtets erhielten, belohnte ſeinen Eifer und Fleiß auch durch einen ungemein hohen und reichen Ertrag, wie er hoͤchſt ſelten, oder kaum anderwaͤrts gewonnen wird. Und zwar war nunmehr, nachdem im J. 1816 dem Grafen auch der zweite Antheil von Rochsburg zugefallen, und in Mohsdorf, und Ber⸗ thelsdorf noch mehreres Bauerland gekauft worden war, der Umfang der Feldwirthſchaft bedeutend groͤßer, ſo daß er, incl. des im J. 1822 zugekauften Ritterguts Mittelfrohne bei Chem⸗ nitz, nach der eignen, im J. 1824 vom Grafen ſelbſt mir ge— *) Dieſe Wolldurchſchnitts⸗Erträge wieſen die Papiere allerdings nach. Einzelne Jahre kamen ſie aber noch viel höher vor. 40 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften machten Angabe, 154 Acker à 300 Q◻R. auf eine jede Haupt⸗ Art betrug, oder in Summa 462 Acker. Der Nuͤbſaamen, welcher wegen oͤftern Mißrathens 2 Mal aufgegeben, und doch wieder angenommen wurde, gab zuweilen doch enormen Ertrag; naͤmlich, wie z. B. im J. 1805, und auch nachher wieder zuweilen, 16 bis 18, im Durchſchnitt aber doch 10 bis 12 Dresdner Scheffel vom ſaͤchſiſchen Acker: allein mit dem J. 1821 ward er doch fuͤr immer aufgegeben, da auch die Preiſe deſſelben ſo ſehr fielen, daß, wie mir der Graf unter dem 3ten Mai 1821 ſchrieb, bei der unguͤnſtigen Witterung, die noch dazu eintrat, an ihm allein ein Schaden von 3000 Rthlr. in dieſem Jahre erlitten wurde. An ſeine Stelle kam nun der Weitzen im erſten Duͤngen, und gab durch⸗ ſchnittlich das 8te bis 10te Korn. Beim Hafer war das 12te bis 14te Korn etatsmaͤßig angenommen; oder er gab 6 Schock zu 4 Dresdn. Schfl. Ausdruſch vom ſaͤchſ. Acker. Allein im Jahr 1815 gab er 7 ½ Schock à 4 Dresdn. Sch. d. i. 30 Sch., und, nach Abzug des Saamens von 1 ½ Sch., 28 ½ Sch. à 2 Rthlr. = 57 Rthlr. pro Acker, dazu an Stroh, 3 Mandeln pro Schock, 5 ¾ Schock, oder 11 Rthlr. 12 Gr.— Summa 68 Rthlr. 12 Gr. Pro Acker, und zwar dies auf Land, das eine Frucht mehr ge⸗ tragen hatte, als ein andres, worauf Lein geſaͤet geweſen war. Die Gerſte, die große, gab nach einem Schreiben vom 4ten Sept. 1816, in dieſem Jahre 3 Scheffel 1 Viert. 2 Metzen Dresdn. Maaß vom Schock Ausdruſch, und 6 Schock vom ſaͤchſ. Acker Erndte, der dann ſo, bei dem damaligen hohen Preiſe derſelben, incl. Stroh, auf 100 Rthlr. Ertrag gebracht wurde. Winterroggen gab etatsmaͤßig 7 Schock vom AOcker à 2 Scheffel 3 Metzen Dresdn. M. Ausdruſch; allein, nach einem Schreiben vom 30ſten Juli 1819, gab er damals auf 2 großen Kornfeldern, die mit Kalk geduͤngt waren, 13½ Schock à 2 Scheffel 2 Viertel 2 Metzen Dresdn. M. Ausdruſch, alſo 34 ⅞ Dresdn. Scheffel pro Acker.— Auch Lein wurde eine Zeitlang viel, und mit Erfolg gebaut; aber unter dem 16ten Dec. 1815 ſchrieb mir der Graf:„von dem Leinbau »werde ich abgehen muͤſſen; ich komme noch nicht auf den Er— „trag des Hafers mit ihm, obgleich er ſo ſchoͤn ſtand, daß ich „ihn wohl nicht beſſer erbauen kann,— faſt 2 Ellen hoch,— und „Dret 1 n, vſ ſochſ. Norgt zut Acer, 44 Gorgfl hrer O in Ga ſodern ini fäcſt des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 41 „und reichlichen Saamen gab, den ich theuer, zu 6 Rthlr. den „Dresdner Scheffel, zum Oelſchlagen verkaufte.“ Ueber den hohen Ertrag der Kartoffeln von 150— 200, ja, vom J. 1815 an, ſogar bis 250 Sack à 139 Pfund vom ſaͤchſ. Acker, d. i. circa von 170 Berl. Scheffel vom preuß. Morgen, und vom reichen Ertrag der Kleefelder,(à 84 Centn. Heu vom Acker,) und der Gemengfelder von 6 Schock Pro Acker, haben wir ſchon oben geſprochen. Dabei wendete der Graf aber auch freilich alle moͤgliche Sorgfalt auf ſeine Felder, nicht nur, nach oben, in Ruͤckſicht ihrer Ebnung, und Trockenlegung, die ihm mehrere 1000 Rthlr. im Ganzen koſtete, und in der Regel auch in der Bearbeitung, ſondern auch in Ruͤckſicht der Pflege und Wartung der Saa⸗ ten*); wie er denn ſo z. B., als ihm die, in dortiger Gegend hoͤchſt gefaͤhrlichen und haͤufigen, Ackerſchnecken, limax agreſtis, im J. 1822 an 50 Peniger oder 87 ½ Dresdn. Scheffel Kornaus⸗ ſaat weggefreſſen hatten, von da an wieder, wie auch ſchon viel fruͤher, dieſe Schnecken jaͤhrlich durch Kinder und Weiber ableſen ließ, welches ihm pro Acker circa 16 Gr. koſtete; oder wie er auch, wie er mir im Mai 1824 ſchrieb, ſeinen ganzen Weitzen, Beet fuͤr Beet, von Weibern jaͤten ließ, und dafuͤr pro Acker 3 Rthlr. bezahlte. Immer bedacht, zu verbeſſern, was zu verbeſſern war, erfand er bei der Ruͤbſenerndte eine beſſere Methode der Auf⸗ ſetzung des Ruͤbſens zum Trocknen in Feimen, neben den er dann auf einigen Feldtennen abgedroſchen, und von den andern auf Tuͤ⸗ chern dazu hingetragen wurde; und auch bei der Gerſte dachte er ſich eine Art der Aufſchockung in große Kaſtenmandeln aus, die ſich gegen die naͤſſeſte Witterung im J. 1816 vortrefflich be⸗ waͤhrte, wie ich in meinen Landwirthſchaftlichen Bemerkungen auf einer Reiſe im Jahr 1817. Leipzig 1819. gr. 8. S. 105 f. des Naͤhern berichtet habe. *) Hat ſich in den letzten Jahren, wo der Graf kränklich war, und nicht ſoviel Zeit im Freien zubrachte, in dem Fleiße ſeiner Ackercultur Etwas geändert, ſo lag dies nicht an ihm, und ich habe dies früher nie ge⸗ funden. 42 Geſchichte und Darſtellung der Wirthſchaften An landwirthſchaftlichen Verſuchen ſpecieller Art von Be⸗ deutung ließ der Graf es nie fehlen. So wurde z. B. auch ein Verſuch mit dem Anbau der Luzerne, des Buchweitzens, und der Neſſeln zum Futter gemacht; allein erſtere wollte ebenſo wenig, wie Eſparcette, in dortigem Boden wachſen, und die bei— den andern bewaͤhrten ſich darin auch nicht. Obgleich es an Miſt nie fehlte, ſo wurde doch auch andre Duͤngung verſucht, und angewendet; nicht nur gruͤne Duͤngung, Schlamm⸗ und Raſenduͤngung; ſondern beſonders fuͤr die Klee⸗ und Grasfelder, und Wieſen auch Duͤngeſalz aus Duͤrrenberg, Gyps aus Poͤſenek(ſehr haͤufig), und ſelbſt Oppelsdorfer Vi⸗ triolkohle aus der Gegend von Zittau, vornehmlich aber in großer Quantitaͤt Aſche, Seifenſieder- und andre Aſche,(die bis zu 10— 12 Dresdn. Scheffel pro Acker Grasfeld alle 2 Jahr aufgebracht wurde,) und auch Kalk,(mit 8 Dresdn. Scheffeln pro ſaͤchſ. Acker fuͤr die Roggen- und Kartoffelfelder,) dieſer aber nur aller 6 Jahre, und bei ſtarker Miſtduͤngung.— Geldaufwand, wo er lohnend und zweckmaͤßig erſchien, wurde nie vom Grafen in ſeiner Wirthſchaft geſcheuet, wie groß er auch war. Die Branntweinbrennerei endlich wurde in den letzten Jahren von ihm auch noch ſehr ſtark aus Kartoffeln betrieben, und in Mittelfrohne wurde auch ein treffliches Bier gebrauet; woruͤber, ſowie uͤber alles das, was, nach dem Tode des Gra⸗ fen am 19ten April 1825, in und mit ſeinen Wirthſchaften vor⸗ gegangen iſt, wir uns in den, den Wirthſchaftsplanen im zwei⸗ ten Bande hier begefuͤgten, nachtraͤglichen und Schlußbemerkun— gen des Weitern erklaͤrt haben. So war denn Sorgen, Schaffen, und Wirken im gro— ßen Gebiet der edlen Landwirthſchaft ſein ganzes Leben; und alle Kraft und Luſt, und alles Streben ſeines ſtets regen, un⸗ ermuͤdlichen, thaͤtigen Geiſtes wandte er dieſem ſchoͤnen Ziele zu: und wie gluͤcklich war er dabei, wenn ihm gelang, was er unternahm, und wenn theilnehmende Freunde, und Bekannte, unter denen ich nie der letzte war, ſeine Freude, ſeinen Genuß, ſeine Genugthuung mit ihm theilten! runge dles Or ef ix Nraib des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 48 Er war innig von Cicero's bekanntem Ausſpruch durch⸗ drungen, und hat dieſen ſelbſt durch ſein ganzes thaͤtiges, und edles Leben bewaͤhrt: Omnium autem rerum, ex quibus aliquid adquiritur, nihil eſt agricultura melius, nihil uberius, nihil libero homine dignius! Breslau, im Juni 1827. 1 Weber. ſne i II. Oekonomiſches Tagebuch des 1 Grafen Heinrich Ernſt von Schoͤnburg über ſeine Wirthſchaftsfuͤhrung zu Rochsburg, und ſeine uͤbrigen Guͤter, fuͤr die Jahre 1799— 1819 excl. 1800, nebſt einem Anhang uͤber den Ertrag der Wollſchuren in den Jahren 1823— 1825. I. Furs Jahr 1799. Monat Maͤrz. Duͤngeſalz wurde geſtreut, in Rochsburg den 11ten Maͤrz bis den 13ten Maͤrz, in Berthelsdorf den 11ten Maͤrz bis den 13ten Maͤrz, in Mohsdorf den 11ten Maͤrz bis den 15ten Maͤrz, in Helsdorf den 16 Maͤrz bis den 26 Maͤrz. 13 Saͤmmtliches Salz war von Halle geholt, und der Erfolg ent⸗ ſprach den davon gemachten guten Erwartungen. Die Krankheit der Laͤmmer, welche voriges Jahr meine beſte Zuzucht wegraffte, und die ich nicht benennen kann, weil ſie noch in keinem Buche aufgefuͤhrt iſt*), nahm dieſes Jahr ihren Anfang,— in Berthelsdorf den 14ten Maͤrz mit zwei Laͤmmern, in Mohsdorf an eben dem Tage mit vier Laͤmmern. In Berthelsdorf ſcheint das zuerſt krank gewordene Lamm ſich zu beſſern. Bis 16ten Maͤrz Abends hat das Uebel ſich nicht vermehrt. Es ſcheint uͤberhaupt dieſe Krankheit nicht die naͤmliche zu ſeyn, welche voriges Jahr ſo viele Laͤmmer ploͤtzlich wegraffte. Die *) Sie iſt wohl keine andere geweſen, als die Lähme der Lämmer, über die ſpäterhin ſoviel geſchrieben worden iſt, und die ſich allerdings von der Zeit an immer mehr zeigte, von wo an man für eine immer beſ⸗ ſere und reichlichere Fütterung der Schafe und Lämmer ſorgte, und hier zuweilen auch zuviel that, welches früher nicht der Fall war. Anm. des Herausg. 48 DOekonomiſches Tagebuch jetzigen kranken Laͤmmer haben alle dicke geſchwollene Knie; bei denen vom vorigen Jahre war keine Geſchwulſt zu bemerken, vielmehr waren ſie innerlich und aͤußerlich aͤußerſt geſund, nur daß man bei der Oeffnung ein ſehr dickes, fettes Blut fand, welches ich dem fetten Kleefutter zuſchrieb, und daher letzteres dieſes Jahr bei den Mutterſchafen ganz vermied. Uebrigens iſt dieſe Krankheit mit der vorjaͤhrigen,— wenn ſie naͤmlich wirklich anderer Art iſt—, darin einerlei, daß die kranken Laͤmmer nicht ſtehen koͤnnen, obgleich die diesjaͤhrigen Kranken merklich munterer ſind. Doch es giebt bei jedem Uebel Grade. Bis den 20ſten März iſt keins von denen Laͤmmern geſtor⸗ ben, wo die Krankheit ſich in die Fuͤße gezogen hatte. Denen ſie in den Leib trat,— wahrſcheinlich iſt noch eine beſondere Urſache da⸗ bei—, dieſe hat ſie in kurzer Zeit getoͤdtet, und deren ſind bis heute 23 Stuͤck.— Beſeeres Futter fuͤr die Schafe in Mohsdorf, und uͤberall warme Behandlung der Laͤmmer, ſcheint dem Uebel Einhalt gethan zu haben.— Ich muß noch eine Bemerkung hier beifuͤgen, daß naͤmlich,— nach des Schaͤfers in Mohsdorf Angabe—, die Laͤmmer, welche bei ihm unter Verzuckungen und Geſchrei crepirt ſind, nach der erſten Muttermilch nicht laxirt haben; welches ſonſt gewoͤhnlich geſchieht*). Der Schaͤfer in Mohsdorf hat ferner ein dergleichen dickes Knie geoͤffnet, woraus betraͤchtlich viel Materie gegangen. Heute, den 21ſten Maͤrz, haben ſich wiederum drei ſteife Laͤmmer angegeben, bei einem rauhen Morgenwinde, und eins von den vorigen iſt crepirt: alle in Berthelsdorf. Den 27ſten hat ſich nichts Neues in Berthelsdorf angege⸗ ben, aber zwei Laͤmmer ſind in Mohsdorf crepirt. Alle Laͤm— mer ſcheinen ſehr von der eingetretenen, mit einem ſcharfen Morgenwinde verbundenen, Kaͤlte zu leiden. Dieſe ſcheint auch mehr noch, als der Gemang, welchen einige in Verdacht bringen wollen,— da die Muͤtter damit gefuͤttert werden,— Schuld zu ſeyn. So viel iſt ſchon bemerkt, daß immer mit dem Mor⸗ genwinde, und der daher entſtehenden Kaͤlte, die Anfaͤlle kom⸗ *) Dieſe Bemerkung hat die Erfahrung widerlegt. m. fäſem inm vir d de Texe d lim Hi deſtr esat est edii ſouge dem 8 h ie; bei nerken, d, nur t ſond, legtass ⸗ wern daß die ihrigen lebel geſtor⸗ ꝛen ſie e da⸗ eute orf, ebel des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1799. 49 men. Es wuͤrde auch nichts leichter ſeyn, als die Sache aus dieſem Geſichtspunkt darzuſtellen, ohne ſie doch hierdurch zu be⸗ ſtimmen. Da es aber hier um Wahrheit zu thun iſt, ſo muͤſſen wir Folgendes nicht unbemerkt laſſen: a) die ſtaͤrkſten Laͤmmer werden am erſten von der Krankheit angegriffen(nach des Mohsdorfer Schaͤfers Angabe, die⸗ jenigen, deren Muͤtter die meiſte Milch haben); b) andere Schaͤfereien ſind dem Morgenwind und der Kaͤlte auch ausgeſetzt, und man hoͤrt nie von dergleichen Anfaͤllen. Dagegen finde ich ſchlechterdings noͤthig zu erwaͤhnen, daß „aa) die Laͤmmer ganz außerordentlich froſtig zu ſeyn ſcheinen, indem ſie ſich ganz ungewoͤhnlich zuſammen⸗ draͤngen und auf einander legen, welches den Schaͤ⸗ fern ſelbſt als ganz etwas Beſonderes vorgekommen; bb) daß der Stall in Mohsdorf bei dem wenigen Vieh in der That nicht zu warm iſt, auch die Laͤmmer in Berthelsdorf den Windſtoͤßen ausgeſetzt ſind, ob⸗ gleich der Eingang mit Stroh verwahrt iſt. Den 23ſten Maͤrz, Abgang ſieben in Mohsdorf. Den 2 4ſten, eins in Berthelsdorf und zwei in Mohsdorf. Der Schaͤfer auf letzterer Schaͤferei haͤlt ſich uͤberzeugt, daß das Ueberſaugen Schuld an der Krankheit ſey, und vielleicht hat er Recht. Dies paßte auf Fuͤtterung des Kleehe's und Gemangs, auch daß groͤßtentheils die ſtaͤrkſten Laͤmmer fallen; ferner daß ſie ganz beſonders gierig ſind. Bis den 29ſten Maͤrz war kein Abgang. Die Laͤmmer waren bei waͤrmerm Wetter munter und geſund. An dieſem Tage aber ſtellte ſich ein ſtarker Froſt mit Schneegeſtoͤber und Morgenwind ein, und den 30ſten Maͤrz waren ſchon wieder 5 Laͤmmer in Mohsdorf und 6é in Berthelsdorf abgegangen. Hierbei wird nun wohl Jeder glauben, daß der Froſt die Urſache der Krankheit ſey; allein ich glaube dies vielmehr 1) von dem durch die Kaͤlte vermehrten Appetit der Laͤmmer, und dann 2) davon, daß die Schaͤfer, der uͤblen Witterung wegen, ſie nicht von den alten Schafen ſepariren konnten, daher die Gelegenheit zum Ueber⸗ ſaugen durch Naſchen leichter vorhanden war.— Ich war an dem naͤmlichen Tage in dem Rochsburgſchen Triftſtall, und fand Schoͤnburg. Wirthſch. I. 4 —— —ꝛ,˖—;y — 50 Oekonomiſches Tagebuch es da viel kaͤlter, als in Mohsdorf und Berthelsdorf,— ferner begegnete ich vor einigen Tagen Laͤmmern, die ſchon mit den Muͤt⸗ tern ausgetrieben wurden—, und beide Arten waren geſund. Der wichtigſte Einwand wider das Ueberſaugen iſt die Erfahrung in Berthelsdorf, daß Laͤmmer in den Kauhorden,— die alſo unmoͤglich naſchen konnten—, eben ſo ſteif wie die an⸗ dern geworden, und daran crepirt ſind.— Ferner ſehen die ſteifen Laͤmmer ſehr geſund, und vorzuͤglich munter in Anſehung ihrer Augen aus, und haben ſehr ſtarken Appetit. Dieſen hat aber ein Thier, das ſich uͤberfreſſen hat, nicht, und die Augen haben bei einer Ueberladung immer einen truͤben Blick.— Sollte vielleicht die Krankheit eine durch zuruͤckgetretene Ausduͤnſtung verurſachte catarrhaliſche Schaͤrfe ſeyn, die das Thier toͤdtet, ſo⸗ bald ſie ſich auf die edlen Theile wirft?— Vorigen Jahres, da ich Kleeheu fuͤtterte, ſtarben auch die Jaͤhrlinge davon, wel⸗ che die allerſtaͤrkſten Pelze hatten. Dieſe konnten ſich doch nicht ſo ſehr erkaͤlten, da zumal die Witterung ſehr gelinde war. Bis mit 3ten April ſind uͤberhaupt 42 Stuͤck Laͤmmer ſeit dem 30ſten Maͤrz crepirt, und die Kaͤlte vermindert ſich noch nicht, es iſt alſo auch nicht abzuſehn, wenn das Sterben aufhoͤ⸗ ren wird. Den 21ſten Nov. 1799. Mir ſcheint gegenwaͤrtig die ganze Urſache der Krankheit in ſchlechter Beſchaffenheit des Fut⸗ ters ſowohl votg Stroh, als vom Heu zu liegen. Beides war nicht mit geh iger Vorſicht ganz trocken eingebracht worden, daher denn ganz begreiflicher Weiſe die Laͤmmer ſtarben;— nicht weil ſie zu viel, und zu fette Milch vom Gemang und Kleeheu ge— noſſen hatten, ſondern weil die dumpfige Nahrung fuͤr ihre ſchwachen Naturen toͤdtlich war.— Die Kaͤlte iſt ihnen nicht zu⸗ traͤglich; aber die Rochsburgſchen Läͤmmer uͤberſtanden ſie ſehr gluͤcklich.— In dem gegenwaͤrtigen Jahre iſt alles Futter ſehr trocken eingekommen; wenn nun die Laͤmmer wieder dieſen An⸗ ſtoß bekommen, ſo kann dem Futter gar nichts zugeſchrieben werden. Ich bin aber im Voraus uͤberzeugt, daß unter goͤttli⸗ chem Beiſtand die Laͤmmerzucht auch bei Kleeheu ſehr gut aus⸗ fallen wird. ferner Mͤt⸗ nd. ſt die 1,— ie an⸗ n die hung n hat Augen Sollte ſtung ſe⸗ hres, wel⸗ icht ſeit och t⸗ die leben öttli⸗ aud⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 351 I Fuͤrs Jahr 1801.) M A r z. Den 14ten wurden in Rochsburg auf der Quiere des obern Zehendfeldes Erbſen geſaͤet, 1 Scheffel 1 Sippmaaß 1 Metze***); in Berthelsdorf auf den Muͤhlenberg 2 Sch. 1 Sippm. Da Einige behaupteten, die Erbſen giengen bei ſtar— ken Froͤſten ganz verloren, ſo wurde beſchloſſen, ſtatt ihrer Hafer zu ſaͤen, von deſſen Kraft, den Froſt auszuhalten, mich eigene Er⸗ fahrung belehrt hat. Es wird daher nur das obere Zehendfeld, Schuͤßlers Gut in Helsdorf, und der Berg hinter den Haͤuſern noch mit Erbſen beſtellt werden; die uͤbrigen ſollen nach dem Hafer geſaͤet werden. Den 15ten, Sonntag. Es war fruͤh warm, regnete Nachmittags und Abends ſtark, und fror ſo, daß den 16ten das Feld ziemlich gefroren war Demungeachtet wuͤrde ſchon Nach— mittags wider Erwarten die weitere Beſtellung uͤberall mit Er— folg vorzunehmen geweſen ſeyn, welche jedoch unterblieb.— Merkwuͤrdig war der Erfolg des Regens auf das gewalzte Erb⸗ ſenfeld. Die Erbſen naͤmlich waren darauf weit haͤufiger und mehr entblößt, als auf den ungewalzten Beeten. Da ich mir den Grund dieſer Erſcheinung dadurch erklaͤre, daß die Walze das aufgelockerte Erdreich leichter zuſammendruͤcken kann, als ſie die Erbſe in die Erde zu bringen im Stande iſt, indem dieſe, auf feſterm Erdboden liegend, ihrer Form nach mehrern Widerſtand leiſtet, ſo halte ich das Walzen im gegenwaͤrtigen Falle,— wo von Bearbeitung der Faͤlge die Rede iſt—, eher fuͤr ſchaͤdlich, als nuͤtzlich, und habe es folglich abgeſtellt. Mir ſcheint, man walzt das Erdreich mehr ab von der Erbſe, als daß man ſie da⸗ *) Vom 1800ten Jahr findet ſich kein Tagebuch vor. 9 Anm. d. Herausg. 2*²*) Der Peniger Scheffel= 4 Sippmaaß,= 8 Maaß,= 16 Metzen, und iſt gleich 28 Dresdner Metzen, oder 1 Sippmaaß= 7 Dresdner Metzen. Anm. d. Herausg. 4 4* 52 Oekonomiſches Tagebuch durch mehr bedeckte. Ein lockerer Erdboden iſt uͤberdies ganz natuͤrlich hoͤher und kann mehr in ſich ſchließen,— bedeckt mehr, als ein durch die Walze zuſammengedruͤckter. Den 17ten Maͤrz, ſtarker Froſt. Nachmittags ſehr gute Beſtellung von Erbſen in Rochsburg, Berthelsdorf und Helsdorf. Den 1 8ten, Anfang der Hafer⸗Saat in Berthelsdorf. Es konnte jedoch nur Vormittags beſtellt werden, weil Nachmittags ſtarker Regen einſiel. In Rochsburg wurden Erbſen geſaͤet auf dem oberm Zehendfelde bei der Spitze nach Berthelsdorf. Mein Verwalter verduſelte die Saat in Helsdorf— zum zweiten hal— ben Tag. In Berthelsdorf ſind wegen uͤbel gerathenen Korns eine große Menge Quecken, weshalb ich das Walzen unterlaſſen, aus Beſorgniß, die ausgeegten Quecken moͤchten dadurch mehr einwurzeln. Den 19ten Maͤrz, den ganzen Tag Beſtellung von Erbſen in Rochsburg und Helsdorf, und Hafer in Berthelsdorf. Den 2oſten Maͤrz, fruͤh Froſt, welcher aber in ſehr kurzer Zeit, ungefaͤhr um 7 Uhr fruͤh, den Anfang der Arbeit er— laubte, als Hafer-Beſtellung in Berthelsdorf.— Die Abtheilung am Bruͤckengraben wurde beendigt mit 8 Scheffel 2 Sippm. Ausſaat—: in Helsdorf Ende der Erbſen⸗Ausſaat mit 8 Schfl., und in Rochsburg auch Erbſenſaat. Das Land beſtellt ſich ſehr ſchoͤn, und es iſt um deſto nothwendiger, mit der Beſtellung zu eilen, weil in Berthelsdorf auf dem Haferfelde die Quecken mit großer Kraft austreiben. Bei Unterſuchung der Schafe in Berthelsdorf ſchien es mir, als ob ſie durch das wenige Austreiben munterer und beſſer von Anſehn geworden. Es wuͤrde dieſes nur eine neue Beſtaͤtigung einer alten ſehr richtigen Erfahrung ſeyn, naͤmlich: nichts bekoͤmmt den Schafen beſſer, als die Weide. Schön die Bewegung in freier Luft ſcheint ſie zu naͤhren, und ich ſegne auf immer die Stunde, in welcher ich den 1ſten Juni 1800 von der verdamm⸗ ten Methode, die Schafe auf dem Stall zu fuͤttern, abgebracht wurde, durch den wahrhaft jammervollen Zuſtand, in welchen endlich meine Schaͤfereien verſetzt waren*). Im Jahr 1793 *) Man wird ſich wundern, den Grafen Schönburg von Rochsburg über Schafſtallfütterung ſich ſo äußern zu hören!— Allerdings wurden jetzt des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 53 den 1ſten Mai ſing ich mit 132 Schafen und 112 Lñmmern die Stallfuͤtterung an, und ſetzte ſie bis auf vorbenannte Zeit fort. Die Schafe wurden dabei immer ſchlechter*), und gute Laͤmmer konnte ich dabei gar nicht mehr erziehen Ich bin es freilich der Wahrheit ſchuldig, zu geſtehen, daß ich in den letztern Zeiten die— ſer Stallfuͤtterung nicht genugſames Futter gehabt habe, indem der Kleebau,— ein anderes eben ſo großes Uebel, wenn er nicht und ſpäterhin die Schafe in Berthelsdorf, Mohsdorf und Helsdorf größ⸗ tentheils, oder vielmehr in der Regel nicht mehr im Stalle, ſondern auf angeſäeter und andrer niedergelegter Weide gefüttert; allein in einzelnen Perioden kehrte man doch auch bei ihnen wieder zur Stallfütterung zu⸗ rück, und für die vorzüglichſte ſeiner Schäfereien, die Stammſchäferei zu Rochsburg ſelbſt, wurde die Stallfütterung immerwährend beibehalten:— ein klarer Beweis, daß jene Aeußerungen keinen tiefen, feſten Grund hatten, und nur die Unzufriedenheit mit dem ſchlechten Anſehen jener ſeiner Schafheerden,— welches aus Mangel an Futter unfehlbar entſtanden war,— ihn zu denſelben gebracht hat— ten, und daß nur die größere Leichtigkeit, die Schafe auf dergl. Weide mit gutem und reichlichem Futter zu verſorgen, ihn bewog, in der Folge für die Regel, oder größtentheils bei dieſen Schäfereien den Weidegang, ſtatt der Stallfütterung, zu ihrem Unterhalt anzuord⸗ nen, die er unmöglich ihrem ganzen Weſen, und ihrer Natur nach für nachtheilig und unanwendbar halten konnte, weil er ſie ſonſt auch in Rochsburg ganz abgeſtellt haben würde. Man wird auch bald in dieſem Tagebache ſelbſt andre Aeußerungen fin⸗ den, die dieſe unſre Behauptungen beſtätigen. Allein ganz vorzüglich thut dies ein eigner ſpäterer Auszug aus dem Tagebuch über die Schafzucht insbeſondere, der ſich unter den Papieren des Hn. Grafen ſelbſt vorfand, worin er dieſe und andre Stellen ſeines Ta⸗ gebuchs ſelbſt ſo commentirt und berichtigt hat, wie wir dies daher auch, als ſeine eignen ſpätern Anmerkungen hierzu, hier zum Theil beifügen werden. Anm. des Herausg. *) Der Auszug quaeſt. enthält dazu folgende Bemerkung.„Davon war offenbar Urſache, daß der Schafſtand vermehrt wurde, ohne daß das „Futter in gehörigem Verhältniß vorhanden, indem der Kleebau, auf „den meine damalige ökonomiſche Unwiſſenheit Alles baute, aus ſehr „natürlichen Gründen drei Jahre gänzlich mißrieth. Vorher waren die „Schafe in ſehr gutem Zuſtande, ſo daß ich 3 Pfund, auch einmal „3 ½ Pfund im Durchſchnitt geſchoren habe.“ „Was die Weide anlangt, ſo wird wohl Niemand grünem Futter „und jungem Graſe dabei ſeine Kraft abſprechen; demohngeachtet aber „beruht der Nutzen der Weide auf dem mehrern Futter nur, welches „ſie giebt, iſt alſo blos relativ.— Wie ärmlich ſehen nicht Schafe — 54 Oekonomiſches Tagebuch gehoͤrig eingerichtet iſt*),— mich gaͤnzlich verlaſſen hatte. Allein eben ſo aufrichtig kann ich verſichern, daß nicht der Mangel, ſondern die Lebensart ſelbſt meinen groͤßten Verluſt bewirkt hat. In den letzten Jahren bekamen die Laͤmmer allezeit eine ganz eigene Krankheit, welche in einem Steifſeyn der hintern Fuͤße beſonders beſtand, und immer die ſchoͤnſten bald weg⸗ raffte. Die uͤbrig bleibenden hatten gar keinen Wachsthum, ſo daß ich noch dieſes Jahr genoͤthigt bin, 46 Stuͤck davon aus⸗ zumerzen, weil ſchon die heurigen Laͤmmer ſie uͤberwachſen ha⸗ ben.— Ich ließ es dabei den Mutterſchafen nicht an Futter, beſonders an Koͤrnern fehlen. Es ſey aber, daß ich damit zu ſpaͤt kam, oder daß das Uebel in der vorherigen Lebensart der Muͤtter lag, ich buͤßte immer taͤglich 10 bis 15 Stuͤck ein, bis ich ½ Kruͤppel uͤbrig behielt**). Sobald aber die Alten auf das Gras gelaſſen wurden, hoͤrte dies Uebel auf. Dies mußte na⸗ tuͤrlich meine Halsſtarrigkeit uͤberwinden; und vom iſten Juni an ſind meine Schafe, wie andere, behandelt worden. Sie haben freilich zugleich im Winter viel beſſeres Futter bekommen,— aber auch welcher Unterſchied in der Lammzeit! Gar keine Ein⸗ buße von Laͤmmern, und dieſe in einem Zuſtande, wie man ſie ſich nur wuͤnſchen kann. Gott ſey gedankt! Ich habe in den erſten Jahren auch gut gefuͤttert, und huͤbſche Laͤmmer zugezo— gen; allein immer Anfaͤlle von Steifſeyn im erſten und zweiten Jahre ihres Alters gehabt. Ja im letzten Jahre, im Winter von 1799 bis 1800, fingen ſogar die Zuchtſtaͤhre an, dieſe Krankheit des Steifſeyns zu bekommen, und beſonders merk⸗ wuͤrdig iſt, daß das Austreiben nur allein dieſe Krankheit heben konnte; denn die Staͤhre und Laͤmmer wurden wieder ge— ſund, wenn ich ſie aus dem Stalle auf die Weide that. Folgen davon behielten aber die Alten lange Zeit, und bei den Laͤmmern war, wie bereits erwaͤhnt, aller Wachsthum geſtoͤrt. Ich „auf der Weide aus, wenn dieſe nicht hinreichend iſt, und wie ſchön „find dagegen nicht Schafe, die reichlich auf dem Stalle gefüttert „werden.“ 1803. *) Die drei letztern Jahre ſäete ich nur Klee aus, aber erbaute keinen. Im Frühjahr verſchwand er, um den Quecken Platz zu machen. Dies erklärt ſich aus dem Mangel, dem ihre Mütter wenigſtens vor Anm. des Auszugs. **) der Lammzeit ausgeſetzt waren. oühngert ſſeete 8 e tagfal ſwg d des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 55 finde in einem aͤltern Tagebuche von 1798, daß in dieſem Jahre die ſchoͤnſten Jaͤhrlnge an eben dieſer Krankheit ſtarben*). Sie waren gut gefuͤttert, und hatten ausnehmend ſtarke und ſchoͤne Pelze,— welches letztere ein ſehr ſtarkes Argu— ment gegen die Meinung iſt, daß Kaͤlte die Urſache obiger Krank⸗ heit geweſen. Kleeheu iſt ganz unſchaͤdlich und dem Viehe ſehr gedeihlic.— Wie waͤre es auch moͤglich geweſen, bei dem jammervollen Jahre 1800,— in welchem noch nicht die Haͤlfte des gewoͤhnlichen Futters wuchs—, die Stallfuͤtterung fortzu— ſetzen! Mein ſaͤmmtliches Vieh wuͤrde mitten im Sommer ver⸗ hungert ſeyn, wenn ich nicht mit dieſem Jahre die neuere ver— beſſerte Hutungs⸗Methode erdacht und eingefuͤhrt haͤtte. Den 21ſten Maͤrz. Fruͤh Froſt, der aber nur wenig hin⸗ derte. Gegen 11 Uhr mußten die Pferde ausſpannen, wegen eingefallenen Regens. Nachmittags gute Beſtellung, und An— fang der Haferſaat in Mohsdorf mit 2 Scheffeln. In dieſem Jahre ſind nun 281 Laͤmmer angekommen, Gott Lob! ohne allen Anſtoß! Den 22ſten, Sonntag. Den 23ſten Maͤrz, fruͤh Beſtellung von Hafer in Berthels⸗ dorf, und Erbſen in Rochsburg. Nachmittag war Jahrmarkt in Lunzenau, und ſtarker Regen, welcher aber doch die Beſtel⸗ lung nicht verhindert haben wuͤrde. In Mohsdorf nur fruͤh Beſtellung. Den 2ëſten, ſchoͤne und ununterbrochene Beſtellungszeit.— Die Erbſen von der erſten Saat, die oben auf lagen, hatten Keime getrieben. Den 25ſten, Feiertag und in der Nacht ſtarker Froſt, deſſen Wirkung ohne alle Bedeutung zu ſeyn ſcheint. Ich ſetze mit Recht voraus, daß die von Erde entbloͤßten Erbſen mehr, als die bedeckten, vom Froſte leiden muͤſſen, und doch ſchienen ihre Keime ganz friſch und ohne alle Verletzung zu ſeyn. *) Dies kann ich eigentlich nicht behaupten; ſie ſtarben aber zum Theil mit dem Futter im Maule, und Doctor Agner, den ich ſie zergliedern ließ, konnte keine Urſache ihres Todes finden. Anm. des Aus zugs. 56 Oekonomiſches Tagebuch Den 26ſten Maͤrz, abermals ſehr ſtarker Froſt, der aber auch den Erbſen nicht nachtheilig geweſen zu ſeyn ſcheint; denn die Keime von den oben liegenden waren alle friſch, obgleich der Froſt ſo ſtark war, daß den ganzen Vormittag nicht gearbeitet werden konnte. Den 27ſten Maͤrz, guter Arbeitstag ohne Ausnahme. Nachmittags wurde die Hafer⸗Ausſaat in Berthelsdorf beendigt, in Summa 26 Scheffel 1 Sippmaaß. Den 2Sſten Maͤrz. In der Nacht hatte es ſtark geregnet, welches aber die Beſtellung nicht hinderte. Den 29ſten, Sonntag. Da die Feiertage herannahen, und der groͤßte Theil der Erbſen in Berthelsdorf, ungefaͤhr die kleinere Haͤlfte davon in Rochsburg, wenigſtens* in Helsdorf, und die ganze Ausſaat derſelben in Mohsdorf, ferner ſaͤmmtliche Wicken noch zu ſaͤen ſind, dabei die ſchoͤnſte Zeit zur Saat ver⸗ geht, und zu befuͤrchten ſteht, daß das Feld zu hart und durch Quecken zur Beſtellung auf die Folge untauglich werden moͤchte; ſo habe ich mich genoͤthigt geſehen, zu verordnen, daß in Mohs⸗ d 3 Lohngeſpann und in Rochsburg 1 dergl. gehalten werden ollen. Den 30ſten Maͤrz, ein guter Arbeitstag. Fruͤh ſah ich in Berthelsdorf die erſten gruͤnen Erbſen. Sie haben alſo— da— ſie den 14ten geſaͤet waren— juſt 17 Tage zum Aufgehn noͤthig gehabt. Der Samen, welcher oben auf lag, treibt ſo gut, und noch eher, als der in die Erde gebracht worden. Nachgeholt muß werden, daß den 21ſten Maͤrz das letzte Lamm in Berthelsdorf angekommen. Beſſer haͤtte die Lammzeit, Gott ſey Dank dafuͤr! nicht ſeyn koͤnnen. Es ſind 281 Laͤm⸗ mer, nach dem Unterſchied ihres Alters ſo ſchoͤn, als man ſie nur wuͤnſchen kann. Von Steifſeyn— welches mir in den vor⸗ herigen Jahren ſo viele hundert Laͤmmer gekoſtet— iſt, nach Angabe des Schaͤfers Kraichen, in Berthelsdorf nur ein einziger Fall bei eingetretener Kaͤlte geweſen. Er vergrub dies ſteif ge⸗ wordene Lamm im Duͤnger, und es hat ſich ohne weitern Anſtoß taͤglich gebeſſert*). / *) Wie auch Le op old in ſeiner Landwirthſchaft dies beſtätigt, der dieſe Krankheit hier anführt, und dem Mangel an Futter Schuld giebt, und — 1 nne el ter d Mutt darvon fmi V Mich, b Fältei nicklu V krfahr ma ae u vie hmmne lader the Wat we mn der aber 8 denn lach der karheitet onchme kendigt eregne, nnahen, ihr di odolf, ntliche vber⸗ urch te; hs⸗ een in da ig nd des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 57 Woher iſt dieſe gluͤckliche Veraͤnderung,— ohne welche meine Wirthſchaft gar nicht beſtehen konnte,— erfolgt? Ich ſchreibe ſie der eingeſtellten Stallfuͤtterung und reichlicherm Fut⸗ ter der Muͤtter zu. Wahrſcheinlich legten die Laͤmmer ſchon im Mutterleibe— durch Mangel an vollkommner Nahrung und davon abhangender gehoͤriger Ausbildung— den Grund zu die⸗ ſem fatalen Steifſeyn, welche Dispoſition durch nicht genugſame Milch,(ſowohl an Quantitaͤt als Qualitaͤt,) bei eintretender Kaͤlte in einem rheumatiſchen oder gichtiſchen Anfall ſeine Ent⸗ wickelung erhielt. Soviel iſt mir wenigſtens durch vieljaͤhrige Erfahrung bewaͤhrt, daß die Läͤmmer nicht ſorgfaͤltig genug vor dem allergeringſten Grad von Kaͤlte verwahrt werden koͤnnen! Sie erhalten ſogleich davon einen Anſtoß, und leben gleichſam neu wieder auf, ſobald die Witterung gelinder wird. Ein voll— kommner Beweis, daß ſie nicht,— wie Daubenton, nach Art der Gelehrten, ohne alle Erfahrung behauptet,— vor Eis und Schnee geſchuͤtzt ſind! Haͤtte dieſer gute Mann ſtatt 1 4jaͤh⸗ riger Erfahrung, die er faͤlſchlich vorgiebt, nur die eines einzigen Winters gehabt; ſo wuͤrde er, ſtatt kalter Behandlung der Schafe unter freiem Himmel, ſorgfaͤltig angerathen haben, ſie den gan— zen Winter in maͤßiger Waͤrme(— vorzuͤglich die Laͤmmer—) zu erhalten. Es muͤßte denn ſeyn, daß die eitle Ruhmſucht, etwas Neues zu ſagen und durch ſonderbare Behauptungen Auf⸗ ſehn zu erregen, ihn verleitet haͤtte. Wir wollen auf dieſen,— bei Sachen, die auf das Wohl ſo vieler Menſchen einen weſentlichen Einfluß haben—, ganz unwuͤrdigen Bewegungsgrund gar keine Ruͤckſicht nehmen, ſondern annehmen, daß er von den Erfah⸗ rungen, die er angiebt, ſelbſt uͤberzeugt war, und daß er dabei von ſeinen Leuten hintergangen wurde, die in ſeiner Abweſenheit nicht thaten, was er ihnen vorgeſchrieben hatte, wie das ſehr haͤufig geſchieht. Vielleicht rettete ihn auch das gelindere Klima. Soviel wird mir auf alle Faͤlle erlaubt ſeyn, meine eignen Er— fahrungen den angeblichen eines Andern ohne Ausnahme vorzu⸗ ziehen. Dieſe beſtehen aber— nach einer nunmehr sjaͤhrigen Praxis— darin, daß die alten Schafe nur zu ihrem groͤßten bemerkt, daß die Schafe gelbes Waſſer in den Gelenken der angeſchwol⸗ lenen Füße dabei haben. 58 Oekonomiſches Tagebuch Nachtheil der Kaͤlte ausgeſetzt werden; daß ſie dabei noch einmal ſo viel freſſen, ohne zu gedeihen, und weniger und ſchlechtere Wolle geben, weil ſie keinen Schweiß haben; daß ferner die Laͤmmer, bei dieſer albernen Behandlung, wie die Fliegen ſterben. Es wird kein einziger Schaͤfer ſeyn, der nicht mit gutem Ge— wiſſen dieſe Anfuͤhrungen eidlich beſtaͤrken kann. Daubenton ſah, daß die Spanier und Englaͤnder Schafe mit feiner Wolle haben und ſie immer in freier Luft erhalten. Er glaubte alſo den Stein der Weiſen durch den analogiſchen Schluß gefunden zu haben, daß die freie Luft, und,— da die wilden Thiere ihr Haar im Winter verfeinern—, beſonders Kaͤlte, die Wolle ver⸗ beſſere. Er erhielt bei dieſem Einfall fremde Boͤcke, die ſeine groͤbern Schafe belegten, und da natuͤrlich hierdurch die Wolle feiner wurde, ſo hielt er ſich fuͤr voͤllig geſichert, daß vorer— waͤhnter Schluß ſich durch die Erfahrung voͤllig beſtaͤtige.— Ohne weitere Widerlegungen halte ich mich im Gegentheil fuͤr ganz uͤberzeugt, daß eben die Englaͤnder und Spanier durch dieſe Behandlung der Schafe ſelbſt Urſache ſind, daß ihre Wolle die hoͤchſte Vollkommenheit nie erreichen wird, indem ſie ſie dadurch rieſcher machen und an Erzeugung der Stichelhaare ſelbſt Schuld ſind. Ich gehe zu meiner ehemaligen Laͤmmerzucht zuruͤck. War es wohl zu verwundern, wenn Muͤtter, die nicht genugſames Futter im Sommer und Winter hatten, dabei auf ihrem Miſte ſelbſt ſteif wurden, Laͤmmer erzeugten, welche dann vom Anfalle der Kaͤlte, durch rheumatiſche oder gichtiſche Materie,— wofuͤr ich das Steifſeyn halte,— weggerafft wurden!— Noch iſt zu bemerken, daß ich heute zwei Nitidula aenea, meſſingfarbe⸗ ner Glanzkaͤfer, auf dem Ruͤbſen ſah. Den 31ſten, ſehr guter Arbeitstag. Der Hafer auf der Galgenquiere in Rochsburg wurde geſaͤet. 1 Ausſaat: 13 Scheffel 1 Sippmaaß. Die Witterung in dieſem Monat war durchgehends kuͤhl und mitunter kalt, ohne einen einzigen warmen Tag. Zur Beſtellung war ſie vortrefflich. davon V itt d ſkoame b einmal lechtere rner die ſeden. em G⸗ enton Wole te alſo funden ere ihe le ber⸗ ſeine Volle orer⸗ fuͤr rch die h d —— Ax& des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 59 April. Den 1ſten April, betraͤchtlicher Froſt, aber kein Schade davon an den Erbſen, welche jedoch nur ſehr langſam, und bis jetzt allein die an der Oberflaͤche befindlichen zum Vorſchein kommen. Wickenſaat in Rochsburg auf den Schaͤfereiſtuͤcken vom Hanfſtuͤck an.— Saat: 9 Scheffel. Gelegentlich erfuhr ich durch den Rochsburger Schaͤfer, daß auch andere Schaͤfereien oͤfters ſehr ſtark durch das Steif⸗ ſeyn der Laͤmmer heimgeſucht wuͤrden, und daß dieſer Zufall ihnen eben ſo toͤdtlich zu ſeyn pflege, als er bei mir geweſen. Er behauptete, daß die Laͤmmer ſolchen durch die Milch erhielten. Wenn die Muͤtter auf gruͤner Weide zu reichliche Nahrung faͤn⸗ den, ſo wuͤrden oͤfters die Laͤmmer ſteif. Man muß hierbei in Erwaͤgung ziehen, daß nach Einrichtung der Schaͤfereien die Muͤtter lange von den Laͤmmern entfernt ſind, mithin die Milch ſich ſtark anhaͤuft, weshalb die Laͤmmer unter dieſen Umſtaͤnden ſich gar leicht uͤberſaugen koͤnnen, und dann ſind ſie in dem Zu⸗ ſtande eines Pferdes, welches ſich im Futter verfangen hat.— Gewoͤhnlich aber— fuhr der Schaͤfer fort— wuͤrden die Laͤm— mer damit befallen, wenn die Muͤtter in keinem guten Zuſtande, und ſie, die Laͤmmer ſelbſt, von der Kaͤlte und Morgenwind be⸗ fallen wuͤrden. Es ſtimmt dies mit meiner Erfahrung uͤberein: nur muß ich noch hinzufuͤgen, daß bei mir immer die ſtaͤrkſten Laͤmmer am Erſten befallen wuͤrden. Auf jeden Fall,— denn man muß vor Allem redlich in ſeinen Beobachtungen ſeyn,— konnte doch die Stallfuͤtterung nicht als die alleinige Urſache da⸗ von angeſehen werden*); auch nicht das Kleeheu, die Koͤrner oder anderes, zu fettes Futter; denn mit allem dieſen ſind die Schaͤfereien noch nirgends beſchwert, ſondern der Mangel iſt ihr beſtaͤndiger Begleiter. *) Aber dazu disponiren kann ſie auf alle Fälle, und dies iſt ſehr wahr⸗ ſcheinlich, da ich in den Jahren der Stallfütterung immer damit geplagt war, die Triftſchafereien aber nicht. 60 Oekonomiſches Tagebuch Den 2ten April, halber Feiertag. Um die Erbſen⸗ und Wickenſaat vor den Feiertagen zu beendigen, habe ich mich ge— noͤthigt geſehen, 2 Lohngeſpanne in Rochsburg zu halten. Den 3ten April, halber Feiertag. Aus vorerwaͤhnter Urſache mußte ich 3 Lohngeſpanne annehmen. Ende der Erbſenſaat in Rochsburg; naͤmlich 1) das obere Zehendfeld. Erbſenſaat in Rochsburg: 15 Scheffel 1 Metze. 2) Der große Krautgarten; ausgeſaͤet 1 Scheffel 1 Sippm. 2 Metzen. Es ſchien ferner, daß der zuerſt geſaͤete Hafer in Berthels⸗ dorf ausgienge. Den 4ten April. Ende der Wickenſaat in Rochsburg; naͤmlich 3 Scheffel 2 Sippmaaß auf der Spitze am Teich. Wickenſaat in Rochsburg: Summa 12 Scheffel 2 Sippmaaß. Ende der Erbſenſaat in Mohsdorf. Erbſenſaat in Mohsdorf: 37 Scheffel 1 Sippm. Saͤmmtliche Sommerſaat in Rochsburg und die Erbſenſaat in Mohsdorf ſind ſo gut beſtellt, als es die Faͤlge erlaubt. Saͤmmtlicher Same iſt gut untergebracht, ſowie auch die Erb⸗ ſen. Die mehrere Austrocknung des Feldes erlaubte den Eggen tiefer einzugreifen, und fortdauernde ſtrenge Aufſicht ermunterte die Arbeiter zu groͤßerer Vorſicht. Den 5ten, 6ten und 7ten April ſind Feiertage, die jedoch zur Herbeiſchaffung von Heu und Stroh benutzt werden. Den öten April fruͤh. Die ganze Gegend iſt mit Schnee belegt, nachdem es geſtern gedonnert hatte, und ein fruchtbarer warmer Regen gefallen war. Die Lohngeſpanne haben an Koſten betragen in Rochsburg 11 Rthlr. 2 Gr. und in Mohsdorf 24 Rthlr., Summa 35 Rthlr. 2 Gr. Da nun jedes Geſpann den Tag 1 Rthlr. 8 Gr. erhaͤlt, ſo haben 26 Geſpann einen Tag beſtellt, mithin wuͤrden meine gegenwaͤrtigen 7 Geſpanne,(denn 2 Pferde ſtehen in Rochsburg muͤßig, weil ſie Fohlen haben,) dieſe Arbeit in 4 Tagen wenig— ſtens verrichtet haben. Dagegen ſind vom 14ten Maͤrz bis mit 7ten, mithin in 25 Tagen, 11¼ Tag Verſaumniß, theils 11 git d T de Fo ſicht ſc 1 V ir Ber ſans Ner üſſimm — ttlch ein lnak, lüte, Aüſen im iheed W. mei hobe Nüh Nndur ici Schot tweige Aener her dichen d mſaat lauht. Erb⸗ Eggen lterte die nee arer burg thlr. haͤlt neine burg enig⸗ 8 bio theis des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 61 durch Witterung, theils vorzuͤglich durch Feiertage geweſen; es iſt daher nur 13½ Tag gearbeitet worden mit 7 Geſpann. Den 7ten April fruͤh hatte es ſehr ſtark zu Eis gefroren. Die Folgen davon fuͤr Ruͤbſen, Erbſen und Getreide waren gar nicht ſchaͤdlich. Den Sten April, guter Arbeitstag fuͤr Erbſen-Beſtellung in Berthelsdorf, und Haferſaat in Mohsdorf. Es war naͤmlich aus Verſehn in Mohsdorf ein ganzes Stuͤck Feld, fuͤr den Hafer beſtimmt, unbeſaͤet geblieben; daher die ganze Haferſaat in Mohsdorf erſt nachher angegeben werden kann. Die Nitidula aenea faͤngt an, ſich ſtark im Ruͤbſen zu zei⸗ gen.— Roch iſt kein Jahr vergangen, wo ſie nicht in be— traͤchtlicher Anzahl im Ruͤbſen geweſen waͤre, ich habe aber den großen Schaden, welchen ſie thut, nicht eher als vorigen Jahres bemerkt, da ſie meinem Bruder ein ganzes Stuͤck Raps ver— nichtete, ſo daß er es abhauen laſſen mußte, und mir ſelbſt am Ruͤbſen betraͤchtlichen Schaden that. Es fanden ſich ſogar bei dem Ausdruſch weiße Maden in den Schoten, welche man fuͤr ihre hinterlaſſene Brut anſah, welches ich dahin geſtellt ſeyn laſſe. Soviel iſt gewiß, daß ſie die Bluͤthen abfrißt, und den meiſten Schaden thut, ehe letztere ſich aufgethan haben. Ich habe deutlich bemerkt, daß ſie ſehr haͤufig in dem aufgebluͤhten Ruͤbſen ſc befand, und doch die Anſetzung der Samenkapſel dadurch nicht verhinderte, welches mir um deſto merkwuͤrdiger geſchienen, als ich zugleich unleugbar bemerkte, daß ſie die Schoten oder Samenkapſeln ſelbſt ſehr oft angefreſſen. Außer dem vorigen Jahre habe ich nie ſo genau auf dieſe ſchaͤdlichen Inſecten gemerkt, weil ſie keinen merklichen Schaden thaten. Ich bin daher auch nicht im Stande, die Umſtaͤnde anzugeben, unter welchen ſie am ſchaͤdlichſten ſind. Mir ſchien voriges Jahres jedoch, daß ſie beim Ruͤbſen die ſchwachen Pflanzen am liebſten anfallen; der Raps aber, welchen ſie vernichteten, hatte lauter ſehr ſtarke Stoͤcke. Letzterer waͤchſt aber viel langſamer, giebt alſo der Nitidula laͤngere Zeit, die Bluͤthen abzufreſſen. Wenn der Ruͤbſen guͤnſtige Witterung hat, ſo entwaͤchſt er ihr wahrſcheinlich, und hat nicht ſo viel Gefahr als der Raps. Schaden wird die Niti- dula allezeit thun; bei untermiſchtem Regen und fruchtbarer Zeit aber wird er wahrſcheinlich nicht bemerkbar ſeyn. Die kuͤhle 62 Oekonomiſches Tagebuch Witterung und ſtarke Froͤſte ſchaden ihr gar nichts; denn ſie war nach dem geſtrigen Froſte recht wohl auf. Vielleicht thut der Regen beſſere Wirkung, da er die Pflanzen ſtaͤrkt und zum beſſern Wachsthum geſchickter macht. Vorigen Jahrs war die Trocken⸗ heit gar zu druͤckend; und waͤhrend der ganzen Nübſenblüthe fiel gar kein Regen. — Den 9ten April. Der Regen ſchadet der Nitidula aenea gar nichts; denn dieſen Morgen und die ganze Nacht hat es be— traͤchtlich geregnet, ſie war aber nur um deſto fleißiger, ſich in die Bluͤthen einzufreſſen, und ihre Anzahl hat ſich ſehr vermehrt. Auch bemerke ich keinen Unterſchied zwiſchen ſtarken und ſchwa— chen, magern Pflanzen. Sie ſcheint vielmehr die ſtaͤrkern vorzu⸗ ziehen, weil ſie da haͤufiger iſt. Meine Leute haben nicht im Felde gearbei— tet, weil es geregnet. Den 10ten April, guter Arbeitstag.— Auch kalte Winde, wie heute, machen keinen Eindruck auf die Nitidula. Heute Ende der Haferſaat in Mohsdorf. Summa 36 Sch. 2 Sippm. 2 ¾ Metze. Den 1 1ten April, Ende der Erbſenſaat in Berthelsdorf. Erbſen: 21 Scheffel 2 Sippm. 2 Metzen. Anfang der Wickenſaat in Berthelsdorf. Anfang der Wickenſaat in Mohsdorf. Den 12ten April, Sonntag. Ankunft der Schwalben in großer Anzahl. Den 183ten, Arbeitstag. Den 14ten. Von geſtern Abends zehn Uhr bis gegen Morgen regnete es ſehr ſtark; und dieſer Regen hat vorzuͤglich gute Folgen fuͤr die Vegetation gehabt; auch iſt die Kaͤlte, welche dieſen ganzen Monat herrſchte, dadurch gebrochen worden. Un⸗ geachtet des ſtarken Regens ein guter Arbeitstag. Den 15ten, guter Arbeitstag in Berthelsdorf und Mohs⸗ dorf. In der Nacht ſtarker Reif. Den 16ten April, ein guter Arbeitstag. Die Nitidula aenea faͤngt an, ſich auf eine beinahe unglaubliche Art zu ver⸗ mehren. Es iſt nicht in Abrede zu ſtellen, daß ich Pflanzen ge— funden, an den ſie ſich von außen herein in die Bluͤthe gefreſſen hatte. Indeſſen ſcheint es doch, als ob ſie der Erzeugung und b b lecht plſez ion, enaue werde Etaͤbc gen. ſeiſſs. nal ſch 7 8 heetrag niche Nut S aübee tune gſach ſ we gehe don we ch Na SMk hrr. atet her n ſie war thut der An beſeern Andn⸗ lla aeben at es be⸗ ſic 1 eermehet d ſchwa⸗ n vorzu rbei⸗ kalte Sch. des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 63 Anſetzung des Samens nicht ganz hinderlich ſey. Es wuͤrde thoͤricht ſeyn, hieruͤber ſchon aburtheilen zu wollen, ſondern nur fernere genaue Beobachtung ſoll hieruͤber entſcheiden, und dieſerhalb werde ich zwoͤlf von den meiſten angegriffenen Pflanzen an kleine Staͤbchen mit Baſt anbinden, und den Erfolg gewiſſenhaft anzei— gen. So viel iſt uͤbrigens ganz gewiß, daß, wenn die Mitidula dieſes Jahr meinen Ruͤbſen nicht zu Grunde richtet, ſie ihm nie— mals ſchaͤdlich ſeyn kann: denn ihre Anzahl iſt erſtaunend groß. Das Korn kann die fortdauernden kalten Naͤchte gar nicht vertragen, ſondern wird— anſtatt ſich zu erholen— immer ſchlechter. Es verſteht ſich, daß hier von Feldern die Rede iſt, welche nicht ſehr ſtark geduͤngt ſind, wie die Berthelsdorfer z. B. Die gut geduͤngten leiden gar nichts von dieſer naͤchtlichen Kaͤlte. Den 17ten April wurden nach dem gemachten Vorſatz Staͤbe eingeſteckt und die vorzuͤglich von der Nitidula angefallenen Pflanzen mit Baſt, ſo leiſe als moͤglich, angebunden. Dies geſchah ohngefaͤhr in der 11ten Stunde. Es waren aber— ſo wie den ganzen Tag— nicht ſo viele Kaͤfer vorhanden, als geſtern, ungeachtet es ſehr ſchoͤn warm war. Von Schaden kann ich uͤbrigens, Gott Lob! nichts bemerken; denn die Bluͤthen, welche ganz mit Kaͤfern angefuͤllt waren, ſeden ihre Schoten ohne Tadel an. Guter Arbeitstag,— Ankunft des Guckgucks! Den 18ten April, guter Arbeitstag. Meine Schafe in Mohsdorf haben mich endlich uͤberzeugt, daß das Fuͤttern der Oelkuchen Abfallen der Wolle verurſache.— Vorigen Jahrs hatte ich ſchlechteres Vieh und fuͤtterte ſehr ſchlecht; demunge⸗ achtet verlor nicht ein einziges Schaf die Wolle. Dieſes Jahr aber iſt die Anzahl von Schafen ſehr betraͤchtlich, welche die Wolle zum Theil ganz verlieren, ungeachtet ich beſſeres Vieh habe, und viel beſſer fuͤttere. Woher koͤnnte dies anders kommen, als vom Gebrauche der Oelkuchen? Auch die ſtaͤrkſten Hammel ver⸗ lieren doch die Schwaͤnze.— Fruchtbarer Gewitterregen, mit Ausnahme von Mohsdorf. Den 19ten April, Sonntag. Den Loſten April, guter Arbeitstag. Beſchluß der Wicken⸗ ſaat in Mohsdorf und Berthelsdorf. 64 Oekonomiſches Tagebuch Wickenausſaat in Berthelsdorf: 14 Scheffel 3 Sippm. Wickenausſaat in Mohsdorf: 17 Sch. 3 Sippm. Den 21ſten April. Anfoang der Erbſenſaat in Helsdorf, oder vielmehr der Beſtellung dazu. Sehr kalté Witterung, uͤbrigens guter Arbeitstag. Den 22ſten April. Ein ſehr kalter Tag, jedoch ohne Froſt. Ich glaubte, die Winterfruͤchte wuͤrden ihr gewoͤhnli— ches uͤbles Ausſehn bei dergleichen Witterung haben; ſie ſchienen aber diesmal nicht davon zu leiden. Uebrigens guter Arbeitstag. Den 283ſten April, ſehr kalter Tag. Da ich den Ruͤbſen fruͤh umging, hatte er, beſonders der in der Tiefe gele— gene, alle Staͤngel gebogen vor Kaͤlte. Arbeitstag.— Das hohe Steigen des Wetterglaſes laͤßt unter gegenwaͤrtigen Verhaͤltniſſen Froſt vermuthen; um 10 Uhr Abends aber ſcheint es ganz milde zu ſeyn. 1 Den 24ſten April. Sehr kalte Nacht mit ſtarkem Froſt. Der Ruͤbſen iſt zwar nicht erfroren, brauchte aber doch den ganzen Vormittag, um ſein geſenktes Haupt zu erheben, und da, wo die Rehe in der Nacht durchgegangen waren, iſt er wirklich erfroren. Er hat uͤberhaupt viel gelitten: denn ein ſehr großer Theil von den erſteren Blumen hat keine Schoten angeſetzt. Ob dieſes die Folge des Fraßes der Nitidula iſt, ober ob der Froſt im Fruͤhjahr die erſteren Bluͤthen verderbt hat, bin ich nicht, ganz zuverlaͤſſig zu beſtimmen, im Stande. Ich glaube das Letz⸗ tere. Es waren naͤmlich im erſten Fruͤhjahr die zeitigſten Bluͤ⸗ then wie abgeſtumpft, und die Blaͤtter, welche wie verbrannt waren, hatten nur die Haͤlfte ihrer Groͤße und waren kolbig, ſtatt zugeſpitzt zu ſeyn. Dies ſchrieb ich damals dem ſtarken Froſt beim zu zeitigen Erſcheinen der Bluͤthe zu. Aus Nachlaͤſſigkeit bin ich nicht aufmerkſam genug auf dieſe Erſcheinung geweſen, und daher außer Stand, etwas Beſtimmtes hieruͤber zu ſagen. Waͤre jedoch der Fraß der Nitidula hieran Schuld, ſo muͤßten die erſteren Bluͤthen uͤberhaupt gar keine Schoten angeſetzt ha— ben: denn die Anzahl dieſer Kaͤfer war ſo groß und ihre Ver⸗ breitung ſo allgemein, daß ich dieſes mit vollkommner Gewißheit behaupten kann. Die Kaͤfer haben ſich jetzt, dem Anſchein nach, bis auf eine unbedeutende Anzahl verloren. Die bezeichneten V b pfnſer lbeits D der R Pflnze welche nig 1 dung ſin dr Rach eren, en zu! di nin I ſäne ſe ſm, v i Gu d 28 b wäche Tene J Scifel 3 Epym, Hees Jittern och ohne gewoͤhnl⸗ eſchienen beitstag. tarkem doch ehen, ter ſehr etzt. roſt ht, et⸗ luͤ⸗ ant att roſt keit ſen, gen. zten ha⸗ er⸗ eit ch, den des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 65 Pflanzen haben groͤßtentheils ſchoͤne Schoten angeſetzt. Guter Arbeitstag. Den 25ſten April. Naͤchtlicher Froſt, wie vorigen Tages. Der Ruͤbſen hat viel dadurch gelitten, indem bei ſehr vielen Pflanzen die erſten Bluͤthen gar keine Schoten angeſetzt haben, welches ich dem Froſt zuſchreibe. Die Wicken haben eben ſo we⸗ nig als die Erbſen vom Froſte gelitten; ungeachtet ſie noch ſehr jung ſind. Die Oerter, wo die Rehe durch den Nuͤbſen in der Nacht beim Reif und Froſt gegangen waren, ſind ganz er⸗ froren, weshalb ich mich genoͤthigt ſehe, zwei Mann dabei wa— chen zu laſſen, um dieſen Unfug zu verhindern. Die Erbſen, welche nicht eingewalzt werden, haben einen großen Vorzug vor denen, welche eingewalzt ſind, ungeachtet letztere zeitiger geſaͤet worden. Die Urſache davon moͤchte wohl ſeyn, weil das Erdreich bei der Faͤlgen-Beſtellung noch zu naß iſt. Guter Arbeitstag. Den 26ſten April, Sonntag, und kein Feoſt. Den 27ſten April. Nach einem ſtarken Morgen⸗Nebel, welcher mehrentheils geſtiegen, trat ein ungemein kalter Mor— gen-Wind ein. Es iſt uͤberhaupt ſeit dem Gewitter vom 18ten d. M. eine ſo unfruchtbare, kalte Trockenheit, daß man ſich in den Februar zuruͤckgeſetzt glaubt, und der Wachsthum des Gra— ſes iſt ganz unterbrochen. Guter Arbeitstag. Den 28ſten April. Sehr kalte Nacht und Reif mit Froſt. Seit dem letztern Gewitter, den 15ten d. M., iſt die Witterung uͤberhaupt die unfruchtbarſte, die ſich denken laͤßt. Bei Tage iſt kalte Trockenheit und ein unertraͤglicher Morgenwind, und des Nachts reift und friert es. Der Ruͤbſen hat nicht nur ſehr dadurch gelitten, indem die aͤußeren Bluͤthen gar keine Schoten an den meiſten Pflanzen angeſetzt haben, ſondern ich glaube auch, daß die angeſetzten Schoten vom Froſte getroffen ſind, und ab— fallen werden, anſtatt Samen zu tragen: denn ſie ſehen ſehr elend aus, und wachſen nicht. Der Graswuchs ſteht ganz ſtill, und das Korn wird ſpitzig und gelb, natuͤrlich am auffallendſten auf Mittel- und magern Boden. Der einzige Nutzen, den dieſes traurige Wetter hat, beſteht im Abhalten der Erdfloͤhe von den Huͤlſenfruͤchten. Dieſe ſind bis jetzt ganz von ihnen ver— Schoͤnburg. Wirthſch. I. 5 66 Oekonomiſches Tagebuch ſchont, und die Wicken haben daher ein recht gutes Anſehn; der Froſt ſcheint ihnen gar nichts zu ſchaden. 4 Den Loſten April) ſtarker Reif. Ich hatte Gelegenheit, mich voͤllig davon zu uͤberzeugen, daß der Froſt meinen Ruͤbſen toͤdtet. Denn die Schoten werden gelb, wachſen nicht, und fallen zum Theil ab. Auf dieſe Art habe ich bereits F von mei⸗ ner Ernte verloren, und es iſt hoͤchſt wahrſcheinlich, daß ich ſie ganz verlieren werde: denn die Witterung ſcheint unveraͤnderlich zu ſeyn. Mein Verwalter verſicherte mich, den 26ſten und 2 7ſten d. M. Eis auf den Teichen geſehen zu haben. Wie der Graswuchs und alle Vegetation beſchaffen, ergiebt ſich hieraus von ſelbſt. Mit einem Wort, es iſt ſeit dem 29ſten April die unfruchtbarſte Witterung, deren ich mich, in der Zeit meines ganzen Lebens, zu entſinnen weiß,— naͤmlich kalt und trocken, und mit Froͤſten untermiſcht zu einer Jahreszeit, wo man in der Regel nicht mehr daran denkt. Ich muß hinzufuͤgen, daß wir dieſe ſchoͤne Witterung einem ununterbrochenen Morgenwinde zu verdanken haben. Den 30ſten April. Die Witterung iſt unveraͤndert; nur mit dem Unterſchiede, daß auch heute bei Tage die Kaͤlte des Morgenwindes unertraͤglich iſt.— Das Schickſal des Ruͤb⸗ ſens iſt eben ſo unwiderruflich beſtimmt; ſeine Schoten werden naͤmlich gelb und wachſen nicht. In Berthelsdorf traf ich ihn von gleicher Beſchaffenheit bei einem Haͤusler.— Das Trau⸗ rigſte iſt, daß das Futter fuͤr das Vieh ſein Ende hat, und ich doch nicht abſehe, wie es ſich auf der Weide ernaͤhren ſoll, da das wenige Gras annoch vor der Kaͤlte zu verſchwinden ſcheint, ohne im Mindeſten zu wachſen. Andere Jahre werde ich, wo moͤglich, wenigſtens bis zum 11ten Mai mein Winter⸗ futter ſetzen. Monat May. Den 1ſten Mai. Eine ganz andere Temperatur. Es hat zwar noch gereift, allein in vermindertem Grade, und die Luft iſt waͤrmer geworden. 6 d fuchb wlledd 6⁰ E ſutyg ſe— üle ad rüctich 2 fend. ſm ne tan de uhu ſechn; de Aerhet nen Käüſen icht, w z von ne daß ihſ eraͤnderit öſten u Wie d h hierau Apeil di t meines trocken, in der aß wir winde nur des Ruͤb⸗ rden ihn rau⸗ ich ſoll, nden derde nter⸗ hat Luft des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 67 Ende der Erbſenſaat in Helsdorf. Erbſenausſaat in Helsdorf: 31 Scheffel 3 M. Den 2ten Mai, gelinder Reif, uͤbrigens warmer und fruchtbarer ag.— Die Schafe in Mohsdorf wurden aus⸗ gekleidet*), und Anfang der Hutung daſelbſt. Es waren hier 60 Schafe, welche die Wolle in der Maaße verlieren, daß es noͤthig iſt, ſie den naͤchſten 4ten Mai trocken ſcheeren zu laſ⸗ ſen.— Der Ruͤbſen ſcheint ſich erhalten zu wollen; auf alle Faͤlle aber iſt der Schaden, welchen der Froſt gemacht, ſehr be⸗ traͤchtlich, da die erſten Schoten durch ihn verloren gegangen. Den 3ten und 4ten Mai, warmes und fruchtbares Wet⸗ ter.— Die Pferde werden zur Herbeiſchaffung des gekauften Strohes und Heues gebraucht. Den 5ten Mai. Gegen Abend um 4¼‿ auf 10 Uhr ſchickte Gott einen ſchoͤnen Gewitter-Regen, der ſich um 1 Uhr in der Nacht durch ein anderes Gewitter erneuerte, und der Noth, welche die Trockenheit von 17 Tagen verurſachte, auf einmal ein Ende machte, zumal da die Temperatur der Luft dabei ſehr warm war. Die Nitidula aenea erſcheint wiederum in großer Menge; aber der Ruͤbſen iſt abgebluͤht, und hat, Gott Lob! recht ſchoͤne Schoten angeſetzt, ſo daß der Verluſt durch Froſt unbedeutend zu ſeyn ſcheint; indem die obern Bluͤthen deſto ſtaͤrker angeſetzt haben. Die Nitidula aber ſcheint dem Ruͤbſen in der That nicht ſo ſehr gefaͤhrlich zu ſeyn. Am meiſten duͤrfte ſie noch ſchaden, wenn der Nuͤbſen noch nicht aufgebluͤht iſt, in welchem Zu⸗ ſtande,— da er noch ganz weich iſt,— ſie wohl am meiſten freſ⸗ ſen mag. Sonſt ſcheint ſie mehr vom Saft und von den Blaͤt⸗ tern der Bluͤthe zu leben, der Samenkapſel aber keinen Schaden zu thun. Den ôéten Mai, abermaliger ſehr fruchtbarer Gewitter— regen, in der Nachmittagsſtunde. *) Aus den Kappen von Leinwand, die ſie damals zur Verhütung der Verunreinigung der Wolle mit Geſäme und Futter trugen. Vgl. Weber Handbuch der größern Viehzucht B. II. S. 366. Note. Anm. des Herausg. 5* ——— — ͦ 68 Oekonomiſches Tagebuch Den 7ten Mai. Die goͤttlich fruchtbare Witterung wurde den Abend um 7 Uhr durch einen abermaligen ſehr gedeihlichen war⸗ men und fruchtbaren Regen, welcher die ganze Nacht unter⸗ miſcht angehalten zu haben ſcheint, fortdauernd. Gott ſey Dank dafuͤr! V Den 8ten Mai. Fruͤh Gewitterregen und die Temperatur eines Treibhauſes. Man kann ſich die Fruchtbarkeit nicht groͤßer wuͤnſchen, als ſie in der That iſt; daher auch die uͤppigſte Ve⸗ getation vorzuͤglich im Korn ſich zeigt. Es hatte bis hierher ein trauriges Anſehn; ſeit dem 5ten d. M. aber iſt alleinvom La⸗ ger die Rede: ſo geſchwind kann die guͤtige Hand des Schoͤp⸗ fers unſere Noth mildern. Die Bemerkungen, welche ich heute machte, ſind fol⸗ gende: 1) Das Land wird zu fett zum Kornbau; ich werde dafuͤr Weitzen ſaͤen muͤſſen, deſſen Abhuͤten im Fruͤhjahr ein neues Surrogat fuͤr die bedenkliche Zeit bis zur Kornſtoppel ſeyn wird. 2) Die Erbſen, allein geſaͤet, ſcheinen bis jetzt nicht genug— ſamen Ertrag fuͤr das Abhuͤten zu verſprechen. Entweder wir muͤſſen ſie mit Gerſte, Hafer u. ſ. w. ſaͤen, und da— durch viel dicker machen, oder wenigſtens ſie um die Haͤlfte dicker ſaͤen.— Der fernere Erfolg dieſer Erbſenſaat ſoll bemerkt werden. Den 9ten Mai. Das Abhuͤten der Wieſen, vom 1ſten Mai an, kann keinen Beſtand haben, indem nicht genug Heu vorhan⸗ den iſt, um den Schafen bis zum Heranwachſen der Erbſen u. ſ. w. Futter zu verſchaffen. In Zukunft werde ich mein Win⸗ terfutter bis auf den 11ten Mai einrichten muͤſſen. Dann glaube ich,— wenn zumal das Abhuͤten des Weitzens zu Huͤlfe kommt,— ohne Verlegenheit wegen des Futters fuͤr die Zukunft zu ſeyn. Das Gras iſt den iſten Mai noch zu weich und nicht genug heraus gewachſen. Es ſind vom 11ten Mai bis Ende des Monats noch 20 Tage, wozu die beſtimmten Hutungsplaͤtze voͤllig hinreichen ſollten, und dann koͤmmt der Weitzen, womit die Ankunft der Erbſen u. ſ. w. recht fuͤglich erreicht werden kann. Laſſe ich letztern keine hinreichende Zeit zum Wachsthum, ſo brauche ich zu viel Land zum Abhuͤten, oder es reicht wohl gar Hoh jiht tinn ebaf crN ſeehen 13ten verden 114 dtr deg dfauch Rlic d in, n rf ir da ſcen 8 der der bert erſte kunf elun ſten demn dn do vate lch d re wurde den cen war⸗ t mter⸗ tſeydin empetanu ct griße pigſte N- ſierher in nvom Le 6 Schir ſnd fe e dafuͤr hr ein ſoppel enug⸗ eder da⸗ alfte ſoll Mai han⸗ roſen Win⸗ Dann Hüͤlfe ekunft nicht Ende plͤtze vmit kann. „ ſ lgar des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 69 nicht zu. Sind die Erbſen aber ſchon erwachſen, ſo kann ich einen betroͤchtlichen Theil davon zu Heu machen, und doch meine Schafe fett fuͤttern. Bedauern muß ich es jedoch gar ſehr, daß ihr Wachsthum nicht betraͤchtlicher iſt, als ich ihn finde. Sie ſtehen ſehr ſchoͤn bei mir, aber ſeit ihrer erſten Einſaat, den 14ten Maͤrz bis mit 9ten May, ſind ſie noch keiner Querhand hoch gewachſen. Wie wird es da mit Erbauung des Samens werden, wenn Ruͤbſen darauf geſaͤet werden ſoll? Den 10ten Mai. Fruͤh ein ſchoͤner ſtarker und fruchtba⸗ rer Regen. Ueberhaupt iſt die Witterung ſeit dem 5ten Abends ſo fruchtbar geweſen, daß ich mich keiner Zeit erinnere, die die⸗ ſer gleich gekommen waͤre. Den 11ten Mai, kalte Nacht, und fruͤh etwas Reif. Bemerkungen uͤber die Erbſenſaat. Das Land, worauf die Erbſen ſtehen, hat natuͤrlich einen großen Einfluß auf ihren Wachsthum. Naͤchſtdem ſcheinen die ſpaͤter geſaͤeten vor den zuerſt geſaͤeten einen großen Vorzug zu haben: denn ſie ſind ſchon groͤßer und von freudigerm Wuchs, als dieſe. Mir koͤmmt es uͤberhaupt ſo vor, daß die Erbſe einen lockern Boden beſon⸗ ders liebt, und ſich daher mit der Faͤlgen⸗ Beſtellung*), beſon⸗ ders der feuͤhen,— wo das Land noch ſchwer iſt,— nicht recht vertraͤgt. Auch moͤchten wohl die Froͤſte den Wachsthum der erſtern Erbſen zuruͤckgeſetzt haben. ſer⸗ werde ich fuͤr die Zu⸗ kunft dem Hafer, ſo lange ich ihn noch baue, die fruͤheſte Be— ſtellung geben. Uebrigens zeigt die Beſchaffenheit der Erbſen ſchon jetzt, daß ſie ſich zum Abhuͤten vortrefflich ſchicken, und, wenn ſie zu dieſem Endzweck, wie natuͤrlich, dick geſaͤet werden, ein vortreffliches und reichliches Futter geben. Sollten ſie noch wachſen, wenn ſie abgehuͤtet werden, ſo waren ſie unvergleich⸗ lich. Iſt dieſes nicht, ſo kann man fuͤr die Zukunft Gerſte dick zum Abhuͤten ſaͤen, weil dieſe gewiß noch zu dieſem End- zweck heranwaͤchſt. 3 d. h. Seua einmaligen Pflügen des Landes im Herbſt, welches im Frühjahr bor der Saat dann nur mit der Egge tüchtig eingebrochen wurde. Anm. des Herausg. 4 70 Oekonomiſches Tagebuch Meinen Entſchluß,— erſt den 1ſten Junius die Schafe ſchwemmen zu laſſen,— mußte ich aus zweierlei u-ſachen auf⸗ geben: weil naͤmlich 1) die Schafe die Wolle haͤuſig zu verlieren anſiengen,— wahrſcheinlich oder vielmehr gewiß die Folge der Oelkuchen⸗Fuͤtterung,— und 2) weil die gruͤne Weide nicht laͤnger zureichen wollte; Stroh und andere Beifuͤtterung aber die Wolle wuͤrden verdorben haben. Heute wurde auch der Anfang mit Erde⸗Fahren*) in Berthelsdorf und Mohsdorf gemacht. Dieſe ſchoͤne Arbeit geſchieht ganz mit meinen Leuten, und verurſacht daher keine Koſten, ſondern den unentgeldlichen Gewinn von wenigſtens drei Peniger Scheffel Land, welches gegenwaͤrtig gar nicht benutzt werden konnte. 2 Den 13ten Mai. Heute Schafſchwemmen in Berthels⸗ dorf, wobei zugleich auch die Helsdorfer Schafe geſchwemmt wurden! Es war ſchlechterdings nothwendig, dazu zu thun, indem die Pelze von vielen Schafen abfallen wollten, woran ganz gewiß die Oelkuchen Schuld ſind, denn das Vieh ſelbſt iſt im Ganzen von guter Beſchaffenheit.— Die Schwemme hat recht rein gewaſchen. Ein Fehler war dabei vorgegangen, daß naͤmlich das abfließende Waſſer von den geſchwemmten Scha— fen nicht abgeleitet worden war, wodurch der Platz ſehr kothig wurde, welches in Zukunft vermieden werden wird. Uebrigens habe ich niemals ſo widerſpenſtige Schafe beim Schwemmen, als dieſe, geſehn. Beinahe jedes mußte einzeln hineingetragen werden, welches große Beſchwerde verurſachte. Den 14ten Mai. Fruͤh ſchoͤner und fruchtbarer Regen ohne Gewitter. Den 15ten Mai. Die Rochsburger Schafe wurden ge⸗ ſchwemmt. Hierbei fanden ſich unter den alten Zuchtſtaͤhren drei grobe, welche mit einer Kerbe am rechten Horn zum Aus⸗ merzen bezeichnet wurden; ſo wie die ſuperfeinen eine Kerbe in *) d. h. mit Abtragung der allzuhohen Beetränder, und Ausfüllung der Tiefen und Löcher in den Feldern, um überall gleichen und guten Waſſerabzug zu haben. Anm. des Herausg. (atleni tennzu manea jlh woilg iit gar din ga ncden. d ſt d dr auf d Ronch dan diel und ferne deSchf achen auf⸗ engen— viß die und e; Etrj verdorda en*) 1 ne Arbei her ken tens dre benußt rthels⸗ demmt thun, ganz tim hat daß ſcha⸗ thig gens nen, agen egen ge⸗ äͤhren Aus⸗ be in des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 71 das linke Horn erhielten.— Von den Jaͤhrlingen waren zwei Staͤhre grob. In der Nacht war ein ſo ſtarker Thau gefallen, daß davon das Getreide niedergelegt wurde, welches doch dem Regen wider⸗ ſtanden hatte. Den 16ten Mai. Die große Menge und die Schoͤnheit der Schoten des Ruͤbſens muß fuͤr die Zukunft zwei heilſame Folgen fuͤr mich haben; einmal, nicht gleich bei jedem uͤbein An⸗ ſchein zu verzagen, und dann, mich nicht mehr vor der Nitidula aenea zu fuͤrchten. Letztere hindert das Anſetzen der Samen⸗ kapſel gewiß nicht, wie ich dieſes Jahr mit großer Aufmerkſam⸗ keit gar deutlich bemerkt habe. Nur vor dem Aufbluͤhen kann dieſer Kaͤfer der zarten Knospe, in die er ſich einfrißt, gefaͤhrlich werden. Die Erbſen waren nach dem großen Thau gar ſehr gewach⸗ ſen; das Korn, welches ſich gelegt, wollte aber noch nicht wie⸗ der aufſtehn. 4 Beim Weitzenbau kann eine Staͤrkenfabrik das Futter ſehr vermehren. Anfang der Schafſchur in Berthelsdorf. Von 384 Stuͤck Hammel,— worunter freilich 91 Stuͤck Merzvieh waren, und viele die Pelze ganz verloren hatten,— im Gewiſſen 6 St.,— und wobei auch zwei braune, die nicht eingebunden wurden,— ferner die verputteten Jaͤhrlinge ſich befanden,— habe ich geſchoren 35 Stein 21 Pfund, mithin auf das Stuͤck nicht mehr, als 22 Pfund. Es braucht demungeachtet keiner Erwaͤhnung, daß dies aͤußerſt ſchlecht geſchoren iſt*). Derglei⸗ chen großen Schaden in Zukunft, ſo viel mir moͤglich, zu vermeiden, wird *) Für die gewöhnlichen feinen Schäfereien wäre dieſe Schur nicht ſchlecht geweſen; allein gegen die Rochsburger Schuren in der ſpätern und auch der frühern Zeit fällt ſie ſehr ab.— Man bedenke aber, daß theils die jetzt größern Schafheerden noch zum großen Theil aus zugekauftem, alterm Zuchtvieh beſtanden, und theils, daß die nachherige reichliche Füt⸗ terung derſelben auch noch nicht eingeführt war, und es wirklich gerade jetzt, wie der Hr. Graf ſelbſt ſagt, gar ſehr daran gefehlt hatte, theils endlich, daß dgl. Abſchläge überhaupt in einzelnen Jahren vorkommen. Anm. des Herausg. 72 Oekonomiſches Tagebuch 1) nur wirklich gutes Vieh fuͤr die Zukunft eingewintert; 2) alle ſchlechte Pelze, und was im Mindeſten verdaͤchtig iſt, wird ausgemerzt; 3) es wird beſſer gefuͤttert, naͤmlich 4 Gebuͤnde auf 100 St. zu einer Mahtzeit; 4) vor dem jſten Junius wird nicht geſchoren, und ſollten einige die Pelze verlieren, ſo werden ſie ausgehoben, und allein geſchwemmt, und geſchoren; 5) man wird ſich des Huͤlfsmittels bedienen, ſie den Tag oder die Nacht vor der Schur tuͤchtig ſchwitzen zu laſſen. Ausgemerzt wurden heute 52 Hammel und 47 Schafe, folg⸗ lich 99 Stuͤck von 384 Stuͤck. Den 17ten Mai. Fortſetzung der Schafſchur in Berthels⸗ dorf. Von 208 Stuͤck Mutter⸗ und Zeitſchafen wurden ge— ſchoren: Summa 20 Stein 5 Pfund, mithin vom Stuͤck unge⸗ faͤhr etwas uͤber 2⅞ Pfund. Acht und funfzig Laͤmmer gaben 1 Stein 7 Pfund, folglich das Stuͤck 1 Pfund. Bei der Helsdorfer Schur von 188 Stuͤck wurden Summa 18 Stein 10 Pfund, mithin etwas uͤber 2 ½ Pfund vom Stuͤck, abgewogen. Ausgemerzt wurden in Berthelsdorf 1 Hammel und 8 Schafe. Die ganze Summe des Merzviehes in Berthelsdorf betraͤgt daher 55 Schafe, 53 Hammel, Summa 108 Stuͤck. In Helsdorf ſind ausgemerzt 116 Schafe, 18 Hammel, Summa 134 Stuͤck. Den 18ten Mai. Schafſchur in Rochsburg. 95 alte ſpaniſche Schafe, 27 dergl. Zeitſchafe, 46 Kaͤlberjaͤhrlinge, 9 Zeit⸗ hammel, 6 Hammeljaͤhrlinge, 1 alter Hammel, Summa 184 Stuͤck, haben gegeben Summa 15 Stein 16 Pfund, mithin das Stuͤck im Durchſchnitt 15 Pfund. Ferner 251 alte Hammel gaben Summa 32 Stein 17 Pfd, folglich jeder ungefaͤhr 2½ Pfund. Ausgemerzt wurden 11 Stuͤck alte ſpaniſche Schafe und elende Zeit- und Jaͤhrlingsſchafe, und 54 alte Hammel, Summa 65 Stuͤck. Den 19ten Mai. Fortſetzung der Schafſchur in Rochs⸗ burg. 45 Staͤhre, naͤmlich 22 alte und 19 Zeitſtaͤhre(— denn des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 73 4 Stuͤck hatten die Felle verloren—) haben gegeben Summa 3 Stein 20 Pfund, folglich das Stuͤck 22ꝙ Pfund ungefaͤhr. 77 LKaͤmmer haben gegeben Summa 2 Stein 7 Pfund, alſo das Stuͤck etwas uͤber§ Pfund. Anzumerken iſt, daß fuͤr kuͤnftigen Winter mit 10 Schafen und 10 Hammeln der Verſuch gemacht werden ſoll, ſie mit ge— haͤckſeltem Futter und ohne Kappen zu fuͤttern, um gewahr zu werden, ob vielleicht die Kappen am geringen Ertrag Schuld ſind, und ob bei zweckmaͤßiger Einrichtung, nach Mayniſcher Art, die Kappen wegfallen koͤnnen, und ob dabei Vortheil in Bezie⸗ hung auf die Koſten des Haͤckſelſchneidens ſey?— auch beſon⸗ ders zu beobachten, ob das Vieh mehr oder weniger Futter beim Haͤckſelſchneiden braucht, indem bei den einander entgegenſtehen⸗ den Methoden,— naͤmlich es ſollen auch 20 Stuͤck mit Kappen aufgeſtellt werden,— alles gewogen werden ſoll. Ferner muͤſſen die Schafe fuͤr die Zukunft alle Monate ge— zaͤhlt werden.- Anfang des Hafer-Abhuͤtens in Rochsburg und Berthels⸗ dorf. Es ſoll auf dem naͤmlichen Fleck nur einmal gehuͤtet, das Feld aber in 10 Theile vertheilt werden. Gott ſchenkte uns einen ſehr fruchtbaren und gedeihlichen Regen, der in der vierten Nachmittagsſtunde anfing, und bis halb acht Uhr Abends mit kleinen Unterbrechungen ſanft fort⸗ dauerte. Er war um deſto erwuͤnſchter, da ſeit dem 1 7ten d. M. (dieſen mitgerechnet) die Thaue ſehr ſparſam fielen, und große Hitze mit austrocknendem Morgen- und Mittagswind eingefallen war. Den 20ſten Mai. Schafſchur auf der gemeinſchaftlichen Schaͤferei in Rochsburg. 623 Hammel und Jaͤhrlinge haben ge⸗ ſchoren 43 Stein, und 280 Stuͤck Schafe 31 Stein auf dem Platze. Es werden allezeit 3 Pfund Uebergewicht und 1 Pfund billig auf den zu ſchweren Stein gerechnet, mithin betraͤgt das Gewicht der Hammel⸗ und Jaͤhrlings-Wolle eigentlich 50 Stein 18 Pfund, ſo daß jedes Stuͤck von 628 Hammeln und Jaͤhr⸗ lingen gegeben hat etwas uͤber 13½ Pfund. Das Gewicht von 280 Schafen iſt alſo 36 Stein 14 Pfund, folglich hat jedes 74 Oekonomiſches Tagebuch geſchoren beinahe 3 Pfund, ungeachtet der Laͤmmer, die ſie hatten*). Dieſe wahrhafte Darſtellung giebt viel Beruhigung. Sie beweiſt mir naͤmlich offenbar, daß auf Fuͤtterung und Beſchaffen⸗ heit des Viehes Alles ankoͤmmt, und daß bei reichlicher Fuͤtte⸗ rung, NB. durch das ganze Jahr, 3 Pfund im Durchſchnitt zu rechnen, keine romanhafte Angabe iſt; vorzuͤglich, daß ich in mei⸗ nem Hauptanſchlag noch weniger geirrt habe, anzunehmen, von einem Mutterſchafe mit Lamm zu ſcheeren 2 Pfund und vom Geltevieh 3 Pfund. Aller goͤttliche Segen muͤßte ſich in Fluch verwandeln, wenn dies truͤgen ſollte; vorausgeſetzt, daß das Vieh gut, und die Fuͤtterung reichlich das ganze Jahr ſey. Wenn ich mich ganz gewiß auf meine alteren Tagebuͤcher verlaſſen könnte, ſo hatte ich ſchon einmal im Durchſchnitt 3 ½ Pfund vom Stuͤck geſchoren! Dies Jahr war freilich der Ertrag ſehr ſchlecht; doch beſſer noch, als von der gemeinſchaftlichen Schaͤferei, in Anſehung der Hammel und Jaͤhrlinge.— Wie man es treibt, ſo geht es! Haͤtte ich nicht ſo vieles elendes Vieh unter meiner Heerde gehabt, und das ganze Jahr hindurch beſſer gefuͤttert, ſo wuͤrde ich eine ſchoͤ⸗ nere Schur gethan haben! Bis jetzt haben meine Heerden im— mer im Fruͤhling und Herbſt Noth leiden muͤſſen, und im Win⸗ ter ſind ſie nur nothduͤrftig gefuͤttert worden. Dabei war das Vieh zum groͤßten Theil ſehr ſchlecht, wie z. B. dieſes Jahr, nach oben, uͤber 800 Stuͤck ausgemerzt werden mußten, ohne die zu rechnen, welche die Pelze verloren hatten. Kann man unter ſolchen Umſtaͤnden eine gute Schur erwarten? Wie thddͤricht wuͤrde es daher ſeyn, wenn man hieraus eine niederſchlagende Folgerung fuͤr die Zukunft ziehen wollte. Der Ruͤbſen, welcher wegen Durchlaufens der Rehe im Reif erfroren war, bluͤht jetzt wieder. Den 22ſten Mai, eine ſchoͤne fruchtbare Thaunacht. Schaf⸗ ſchur in Mohsdorf! Die Gewitterluft machte mich ſo ſchlaͤfrig, daß ich mich nicht genau auf mein Verzeichniß verlaſſen kann, ſondern *) Nachdem dieſe Rochsburger Wolle gelegen hatte und dann gewogen wurde, ſo hat ſie betragen Summa 98 Stein l Pfund Schafwolle und 3 Stein 1 ½ Pfund Lämmerwolle; folglich hat das Stück im Durch⸗ ſchnitt geſchoren 2 Pfund 1 ½ Viertel. he d V bei de hiem nuſge licht hin! wiß, Sche Üichel Alusſch em dider Dede hung mac M de ſie 9 Gee ſchya⸗ Füne hnitt in mi⸗ 1, bon d vom Fluch aß das ſey. plaſſen nitt jaf⸗ daß dern vogen e und urch⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 75 vielmehr glaube, bei der Schafwolle einen oder mehrere Stein nicht aufgezeichnet zu haben. Nach der Angabe betrug dieſe Schur nicht mehr, als Summa 34 Stein 5 Pfund von 474 Stuͤck; mit⸗ hin noch nicht ganz 13 Pfund pro Stuͤck. Allein ich glaube ge⸗ wiß, mich im Aufſchreiben geirrt zu haben. Denn ſaͤmmtliche Schafe hatten gute Wolle angeſetzt, und waren uͤbrigens in leid⸗ lichem Stande. In Berthelsdorf hatte es auf den vordern Feldern,— mit Ausſchluß der hinter⸗wiesneriſchen,— ſtark geregnet, und nach dem Bericht des Schaͤfers Uhlig hatte es ſtark geſchloßt, doch bei der Windſtille ohne Schaden. Gott Lob! Die Fruͤchte in Mohsdorf ſtehen nach Beſchaffenheit der Felder recht gut; der Hafer vorzuͤglich. Die Erbſen von Wiederau haben einen großen Vorzug vor dan uͤbrigen, in Anſe⸗ hung des viel ſtaͤrkern Wachsthums; daher ihr Same nach und nach allein geſaͤet werden ſoll. In Zukunft ſoll vor dem 15ten Mai die Wieſenhutung nicht angehen. Der Schaf-Beſtand wird auf keinen Fall hoͤher, als 2000 Stuͤck dieſen Winter, naͤmlich Rochsburg 500, Helsdorf 200, Berthelsdorf 600, Mohsdorf 700, Summa 2000 Stuͤck. Sollte ich nun vom 16ten November bis 15ten Mai im Stalle zubringen, ſo wuͤrde ich noͤthig haben Summa 724 Schock*). Kann ich aber,— ſo wie es in Rochsburg gewiß der Fall ſeyn wird,— durch Behuͤtung des Hafers und Weitzens vom 29ſten April bis 15ten Mai, alſo 17 Tage, mein Vieh ernaͤhren— ſo brauche ich nur Summa 656 Schock. Auf den Hafer kann ich ungefaͤhr acht Tage rechnen; wir wollen jedoch nur 6 Tage annehmen. Es bleiben alſo fuͤr den Weitzen 11 Tage, welches ganz und gar nicht zuviel gerechnet iſt. Rochsburg waͤre alſo *) Nämlich an zu Heu getrockneten Hafergarben,— wie ich wenigſtens vermuthe: denn zu jener Zeit wurde auf den Rochsburger Schäfereien nur dergleichen Haferheu im Winter gefüttert, ſoviel ich mich erinnere. Anm. des Herausg. 76 Oekonomiſches Tagebuch V b V wie viel an Kornland eine beſtimmte Quantitaͤt Schafe taͤglich braucht? Es wird gar nicht zu viel angenommen ſeyn, wenn wir V auf ein Schaf taͤglich 3 Pfund Heu rechnen. Da wir aber in la unſerm Anſchlag nicht ſo viel angenommen haben, ſo wollen wir b auf die darin beſtimmte Anzahl von 2000 Stuͤck nur taͤglich — — gedeckt, und da es 500 Stuͤck Schafe hat, ſo wird es vom ti 16ten Nov. bis mit 28ſten April brauchen, in 164 Tagen, an difer Winterfutter Summa 164 Schock, und treibt den 29ſten April zum erſten Male aus. füten Berthelsdorf wuͤrde eigentlich bei 181 Tagen,— denn es lnt b hat noch keinen Weitzen,— erfordern Summa 217 Schock. 1n H 6 12 Gebuͤnde; allein es gehen die 6 Tage, und mithin 7 Schock fetge 12 Garben, ab, bleibt alſo Summa 210 Schock, und treibt aus Kerſuc den 9ten Mai. . Mohsdorf hat 700 Schafe, und treibt gleichfalls den 9ten V gr fo Mai aus, braucht mithin Summa 245 Schock. tm Helsdorf hat keinen Hafer zu behuͤten, mithin muß es bis V V 15ten Mai die Schafe fuͤttern, welches fuͤr 200 Stuͤck in 8ei 181 Tagen betraͤgt Summa 72 Schock 20 Gebuͤnde. me Es koͤnnte wohl ſeyn, daß der Raps im Fruͤhjahr noch V Futter zum Abhuͤten gaͤbe; allein hiervon weiß meine Erfah⸗ m rung noch nichts, und auf bloße Conjectur Anſchlaͤge zu bauen, an b geziemt ſich nur fuͤr unverſtaͤndige Leute, welche leider! dieſe Nu Dreiſtigkeit immer mit ihrem Untergange bezahlen muͤſſen. Es koͤmmt auch noch darauf an, ob dieſer Raps nicht ſchon ſaͤmmt⸗ lich im Herbſt umgeackert werden muß, wenn er zu ſchlecht ſteht. Eine andere Frage, welche bemerkt werden muß, iſt dieſe: U Waͤrde es nicht nuͤtzlich ſeyn,— auf den Fall nicht ſo viel Futter 1 „ erbaut werden ſollte, als hier ohne moͤglichen Erlaß angegeben b worden, naͤmlich 691 Schock 20 Gebuͤnde,— etwas Kornland h zum Abhuͤten zu beſtimmen, um das Deficit zu decken? Es laͤßt V ſich dieſe Frage nur dadurch beſtimmen, daß man genau weiß, 1 50 Centner rechnen à 12 Gr.— Facit 25 Rthlr.— Um b d 2000 Stuͤck mit Korn taͤglich zu fuͤttern, duͤrften 2 Scheffel V V vl Ausſaat nicht zu viel ſeyn; wir wollen aber nur 1 Scheffel— 2 Sippmaaß rechnen, wobei das Vieh nicht beſtehen kann:] dies machte zum 7ten Korn, ohne das Stroh, 10 Scheffel 2 Sippmaaß à 4 Rthlr. Summa 42 Rthlr, folglich wuͤrde es V des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 77 thoͤrccht ſeyn, nur daran zu denken. Am beſten wuͤrde das Deficit durch Erdaͤpfel(Kartoffeln) auszufuͤllen ſeyn. Uebrigens iſt es gewiß, daß vor dem 15ten Junius an Ab⸗ huͤten der Erbſen ſchwerlich zu denken ſeyn duͤrfte. Ferner wird es durchaus noͤthig ſeyn, dieſe Saat durch Beimiſchung von Hafer u. ſ. w. zu verſtaͤrken; weil ſie ſonſt zu wenig Futter hergeben moͤchte; wie dieſes Jahr bei der Ruͤbſenſtoppel der Erſte Verſuch mit hintergeſaͤeter Gerſte gemacht werden ſoll. Man koͤnnte auch wohl auf die abgehuͤteten Erbſen Duͤn⸗ ger fahren, ihn unterackern und Gerſte darauf liem zum Ab⸗ huͤten*). Die Laͤmmerwolle in Mohsdorf hat betragen Summa 3 Stein 5 Pfund; jedes Lamm hat daher noch nicht ganz 4 Pfund gegeben. Man koͤnnte wohl auch unter den Hafer Moͤhren ſaͤen, ihn heranwachſen und abhuͤten laſſen, und ſodann das Feld zu Moͤh⸗ ren nutzen? oder, nach abgehuͤtetem Hafer, Kraut, Nuͤben u. ſ. w. darauf bringen. Noch muß ich eine Sonderbarkeit bei der Rochsburger Schafſchur nachholen, naͤmlich dieſe. Der Haupthammel auf der Schaͤferei, der Stall des Schaͤfers Goͤtze**), gab nicht mehr, als 3 Pfund Wolle; dagegen hatte ein Gelteſchaf in Mohsdorf 34 Pfund, und ein daſiger Zeithammel 3 Pfund. Den 24ſten Mai. Es regnete zweimal, doch nicht lange, und war eine ſehr fruchtbare Thaunacht. Den 25ſten Mai. Sehr ſanfter und fruchtbarer Regen, Nachmittags, welcher in der Nacht ſich wiederholt hat. Dabei ein ganz vortrefflicher aͤußerſt reicher Thau, ſo daß des Morgens die Tropfen von den Baͤumen, wie nach einem ſtarken Regen, herabfielen. Die Wieſen waren von dieſem reichen Segen ganz weiß. Das Abhuͤten des Hafers ſcheint von ſehr guten Folgen zu ſeyn, und der Hafer darnach ſtaͤrker zu wachſen. Vielleicht iſt das Abhuͤten als ein ſtimulirendes Mittel zu betrachten; zumal da Urin und Pferch mit in Anſchlag gebracht werden muͤſſen,— *) Gerſte taugt nur, grün gefreſſen, nicht gut für Wiederkäuer, weil die Aehren ihnen ſehr heſihiwerlht beim Wiederkäuen werden. Anm. des Herausg. *) Er kaufte den 1ſten Julius d. J. dieſen Hammel ſelbſt für 7 Rthlr. 78 Oekonomiſches Tagebuch welches letztere den großen Unterſchied zwiſchen Abhuͤten und Schroͤpfen macht, ſo wie auch beſonders, daß der Fuß des Schafs die Erde auflockert:— oder es koͤmmt auch die außer— ordentlich gute Wirkung daher, daß die Spitzen der Pflanze, welche durch Froſt oder ſonſt Schaden gelitten, abgebiſſen, und die Pflanze dadurch verjuͤngt wird. Auf alle Faͤlle iſt es leicht einzuſehen, 1) wie wohlthätig dieſes Abhuͤten fuͤr den Hafer ſchon darum iſt,— weil und indem die Schafe den Hederich gern freſſen, mithin das Feld davon reinigen;— und 2) wie nutzbar fuͤr den Beſitzer es ſey, da hierdurch einige Tage(in meinen Ver⸗ haͤltniſſen ungefaͤhr 6 Tagen bei allen Heerden) Futter erſpart werden kann. Heute kamen auch die in Stolpen beſtellten funfzig Stuͤck Merzſchafe an. Sie ſind aͤcht ſpaniſch, und voͤllig zu meinem Zwecke brauchbar, obgleich ſehr mager. Koſten-Be⸗ trag 175 Rthlr. die Schafe, und die Unkoſten 12 Rthlr., Summa 187 Rthlr. Doch haben muͤſſen ausgemerzt werden 3 Stuͤck, Alters halber. Den 27ſten Mai. Fruͤh war es warm, der Wind dre⸗ hete ſich nach Abend, war kuͤhl und heftig, und brachte uns endlich ungefaͤhr um fuͤnf Uhr einen ſehr ſtarken und durchdrin⸗ genden Regen, der mit einem unbedeutenden Abſatz bis nach 10 Uhr fortwaͤhrte. Dies iſt der erſte Regen, der ſeit dem 10ten dieſes Monats ungefaͤhr die ganze ausgetrocknete Ober⸗ faͤche durchwaͤſſert hat, wozu die vorhergehenden viel zu ſchwach waren und zu kurze Zeit dauerten. Da nunmehr auch die Huͤl— ſenfruͤchte und der abgehuͤtete Hafer uͤberall das Feld bedecken, mithin ſolches vom Wind und Sonnenſtrahlen nicht mehr ſo ſehr austrocknen laſſen, ſo duͤrfte unter goͤttlichem Beiſtand die Ge⸗ fahr vor Duͤrre voruͤber ſeyn. Den 31ſten Mai. Aus Futtermangel bin ich genoͤthigt, meine Hammel mit Hafer zu fuͤttern, bis die Erbſen genugſam erwachſen ſind. Ich gab ihnen,— es ſind 252 Stuͤck,— jede Mahlzeit 1 Scheffel Hafer Peniger Maaß fruͤh und Abends; al— lein ich mußte damit aufhoͤren, weil heute ‚vei Hammel ſich todt gefreſſen hatten, auch alle uͤbrige durch den Uebermaaß,— oder was man Ueberfreſſen nennt,— litten. Ich glaube 4 Maͤßchen, deren hettm weide bechs tnrigen dagen tber ſ ther n nehrig t; a in. ufot Scote Ti w 9 nderf nch darde did ewe fang 8 ru dlig w dict i b u d — des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 79 3 9 deren 219 auf das Sippmaaß*) gehen, duͤrften— nicht zum teie Fettmachen— aber zur Erhaltung bei ſehr knapper gruͤner lire Weide hinreichen, und dies betruͤge ungefaͤhr 5 Sippmaaß. f 9 Sechs Sippmaaß in drei Mahlzeiten wuͤrde reichlich ſenn. sdt Schon vor einigen Tagen,— es war ungefaͤhr in der Mitte . voriger Woche,— fielen die Wetterglaͤſer ſehr ſtark. Seit vier tſtn Tagen ſind ſie wieder einige Grade geſtiegen; demungeachtet gen aber ſtehen ſie immer noch zwiſchen Regen und Wind. Es iſt nußbe aber nichts darauf erfolgt, als ein gemaͤßigter Mittag- und nun— Tar mehriger Abendwind. Ich befuͤrchtete die ſchrecklichſten Gewit⸗ rſpar ter; aber es iſt mehr kuͤhl geworden. Wir brauchten wohl Re⸗ gen! Jedermann klagt beſonders uͤber den Schaden, den die Infzig Erdfloͤhe an allen Gewaͤchſen thun. Was wuͤrde aus meinen oͤllig Schoten und Wicken geworden ſeyn, wenn ich ſpaͤter geſaͤet haͤtte! Be⸗ Wir wollen uns dies fuͤr die Zukunft merken. una Wir wollen im Ganzen aber doch dem Mai die Gerechtigkeit ick, widerfahren laſſen, ihn fuͤr den fruchtbarſten zu erkennen, den ich noch erlebt habe, ſo wie der diesjaͤhrige April unter die unfrucht— re barſten gehoͤrt. uns rin⸗ ui Monat Junius. 3 Den 2ten Junius. Auf die angenehmſte Art wurde ich 5 dieſen Morgen durch einen ſehr ſtarken Regen aus dem Schlafe ch geweckt. Er ſoll ſchon zwiſchen 10 und 11 Uhr Abends ange⸗ i⸗ fangen haben, und iſt ſehr warm und durchdringend. . Noch muß ich vom vorigen Monat nachholen, daß ich in ir der Waͤrme der Jahreszeit nicht den mindeſten Grund finde, ve⸗ warum das Scheeren der Schafe nicht bis auf den 1ſten Junius ausgeſetzt bleiben ſollte. Der diesjaͤhrige Mai iſt viel waͤrmer igt, und fruchtbarer geweſen, als ich jemals mich entſinne, einen ſam erlebt zu haben, und demungeachtet waren nur wenige Tage jede wirklich warm. Dieſe haben die Wolkenburger Schafe, welche al zu dieſer Zeit geſchoren wurden, ohne Schaden uͤberſtanden. todt dder*) Sippmaaß oder ⁴ Peniger Scheffel. Doch gehen nur 92 Mäßchen cen, darauf, ſ. nachher. Anm. des Herausg. 80 Oekonomiſches Tagebuch Es iſt alſo außer Zweifel, daß die Schur,— zum großen Vor⸗ theil der Schaͤfereibeſitzer,— bis 1ſten Junius verſchoben werden kann. Am wenigſten kann dies bei mir bedenklich ſeyn, da meine Schafe in der Waͤrme eingetrieben werden, und im Schat⸗ ten zubringen.— Nur die ſchon vorher erwaͤhnte Vorſicht muß man treffen, alle Schafe, welche Wolle zu verlieren anfan⸗ gen, ſogleich ſchwemmen und ſcheeren zu laſſen. Den Sten Junius. In der Nacht des vorigen Tages hoͤrte der Wind auf, und nun bildete ſich der allervollkommenſte frucht— bare Landregen, deſſen wir dieſen Morgen genießen. Er iſt recht, wie man ihn nur wuͤnſchen kann, naͤmlich warm und ſehr fein von Tropfen, auch kein Wind dabei, ſo daß die Pflan⸗ zen ihn ganz genießen konnen. Wie vielen ehrerbietigen Dank haben wir dafuͤr Gott zu ſagen! Andere Gegenden erhielten eher ihre Befruchtung, als die unſrige; und wie oft war nicht der hy⸗ pochondriſche Verfaſſer dieſes Tagebuchs daruͤber außer ſich; al⸗ lein jene hatten auch dabei Schlagregen und mitunter Schloßen, deren Schaden erſt jetzt daſelbſt bemerkt wird. Wie wuͤrde auch mein ſtarkes Korn ſich dabei gelegt haben! Bemerken muß ich indeß, daß auf die Schoten mit Beſtand vor dem 20ſten Junius wohl nicht Rechnung zu machen ſeyn duͤrfte. Mein Schaͤfer Krehgen von Berthelsdorf war dieſen Morgen bei mir, und außerte den Wunſch, es moͤchten doch die Erbſen lieber abgehauen und im Stalle verfuͤttert, als abgehuͤtet werden. Die Begierde der Schafe nach dieſem wohlſchmecken⸗ den Futter waͤre zu groß, um Schaden am Vieh oder das zu viele Vertreten des Futters,— welches ſodann nicht genießbar ſeyn duͤrfte,— zu verhuͤten. Wenn ich nun in Erwaͤgung ziehe, wie ſehr die Erbſen in einander wachſen, und wie viel eine betraͤcht— liche Heerde durch jedesmaliges Eindringen auf das ihnen einge⸗ raͤumte Stuͤck nothwendig bei dieſer Beſchaffenheit verderben muß, ſo kann ich nicht anders, als dieſem hoͤchſt vernuͤnftigen Rath meinen ganzen Beifall geben, und es ſoll darnach verfahren werden, zumal da nothwendig eine ungemeine Vermehrung des Duͤngers dadurch erfolgen muß. Den 3ten Junius. Der Anblick des reichen Segens, den Gottes Guͤte uͤber das Land durch den Regen von vorigen Tagen ausgebreitet hatte, muß wohl jedem Landeigenthuͤmer,— der ———QZOB—OQOQ˖—Q—Q—QCO—O—ꝑ—ꝭ—O—ÿñUñLCͥ— 1 1 des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 81 vernuͤnftig genug iſt, ſein Gut ſelbſt zu verwalten,— Empfin⸗ dungen verurſacht haben, die man nur ſelbſt haben, aber nicht ſchildern kann; und die den Landwirth nicht allein fuͤr alle ge— habte Anſtrengung und Sorgen reichlich entſchaͤdigen, ſondern ihm auch die gluͤcklichſte und zufriedenſte Beſtimmung geben, Die Erbſen,— bei denen die Guͤte des Bodens im Wachsthum weit mehr, als die Zeit der Saat entſcheidet,— waren auf dem fruchtbarſten Ende des Zehendfeldes, wo die Saat aufgehoͤrt hatte, ſchon 21 Zoll lang, da ſie auf dem magerſten Theile noch nicht ½ Elle hoch ſtanden. Der Hafer hatte ſich beſonders er— holt, und das Abhuͤten iſt fuͤr dieſe Pflanze eine wahre Arzenei, indem es ſie zum ſtaͤrkern Wachsthum,— durch Erfahrung voͤl⸗ lig beſtaͤtgt,— ermuntert, und mehrere Zweige zu treiben noͤ⸗ thigt, da ſonſt nur alle Kraft in den Hauptſtengel geht. Hieraus folgt, daß man den Hafer beim Abhuͤten nicht ſchonen darf, weil er um deſto ſtaͤrker Zweige treibt und nachwaͤchſt, je tiefer der Hauptſtengel abgebiſſen worden.. Den 4ten Junius. Starker Thau, und in der eilfte Stunde Mittags ein ganz ungemein ſtarker Regen, welcher wohl 5 Stunden anhielt. Der Hafer in Berthelsdorf hat ſchoͤne Farbe, ſteht aber nicht ſo dick, wie der in Rochsburg, welchen Unterſchied ich daher leite, daß er in Berthelsdorf nicht ſtark genug abgehuͤtet worden. Den 5ten Junius. Starker Thau.— Die Wolle wurde nach Altenburg geſchafft. Den é6ten Junius. Die ſcharfe Spitze des Ruͤbſens auf dem untern Zehendfelde wurde gehauen, der uͤbrige iſt noch nicht reif. Er ſteht fuͤr die Beſchaffenheit des Bodens recht gut. Den 8ten Jun. Auf Fuͤtterung von Erbſen fuͤr die Schafe duͤrfte vor Johannis niemals ſichere Rechnung zu machen ſeyn. Heute wurde der Nuͤbſen im untern Zehendfelde und auf dem Schaͤferei⸗Stuͤck durch Froͤhner gehauen, ſo daß er ange— hauen, gerafft, und auf breit gelegte, abgetheilte Schwaden vertheilt wurde, damit er beſſer trocknen moͤchte, und nicht ſo⸗ dann aus einander gezogen werden duͤrfte, welches allezeit großen Verluſt an Koͤrnern verurſacht. Der Nuͤbſen hat uͤbrigens ſehr ſchoͤn geſtanden; welches um deſto mehr zu verwundern, da Schönburg. Wirthſch. I. 6 82 Oekonomiſches Tagebuch 1) das Zehendfeld nur vier Zoll tief Boden hat, und ſodann Fels iſt; 2) die Duͤngung nicht zu reichlich war; 3) auf dem Schaͤfereiſtuͤck der Ruͤbſen ſich noch im Fruͤhjahr ſo ſchlecht zeigte, ſo kleine Stoͤckchen hatte, daß ich immer glaubte, ihn noch um— ackern zu muͤſſen. Es regnete den Vormittag zu verſchiedenen Malen, aber nicht zu ſtark. Den 9ten Jun. Die Fruͤchte in Mohsdorf ſtehen ohne Ausnahme ſchoͤn, nur die Erbſen auf der Seite A von Nr. 1. ſind zum Theil ſehr ſchlecht, welches aber bei dem armen und er— ſchoͤpften Boden gar nicht anders moͤglich iſt. Es iſt daher die Einrichtung getroffen worden, die beſten davon abzuhauen und im Stall zu verfuͤttern, die andern aber abhuͤten zu laſſen, und ſodann das Feld ſogleich umzubrechen, es liegen zu laſſen, bis es voͤllige Gahre hat, ſodann mit Duͤnger zu uͤberfahren; noch vierzehn Tage es den Einwirkungen der Atmoſphaͤre auf rau— her Furche auszuſetzen, und ſodann zu beſaͤen. Gleiche Verfah— rungsart wird bei allen Erbſenfeldern Statt finden; mit Aus⸗ nahme der, welche wegen Samentragens oder Heumachens zu ſpaͤt geraͤumt werden ſollten, und daher nur einmal geackert werden koͤnnen. Die Wiederau'ſchen Erbſen haben einen ganz unlaͤugbaren Vorzug vor allen andern. Sie bluͤhen noch nicht, und haben ſchon Ranken von 1 Elle 5 Zoll. Andere bluͤhen ſchon, und ſte⸗ hen auch gut. Man muß zur Entſcheidung das Ende abwarten. In der heutigen Nacht hat es betraͤchtlich geregnet. Den 10ten Jun. Die vorige Nacht hat es betraͤchtlich geregnet, wie man an den Feldern ſehen kann; auch regnet es dieſen Morgen noch ſtrichweiſe nicht unbetraͤchtlich. Geſtern haben die Erbſen angefangen, ſich zu lagern. Den 12ten Jun. Heute iſt es ſehr kalt, ſo wie uͤberhaupt dieſer Monat bis jetzt mehr kuͤhl, als warm geweſen. Den 13ten Jun. Heute hat es ſtark gethaut, welche Wohlthat ſeit einiger Zeit ganz mangelte. Heute wurde der Anfang mit Dreſchen des Ruͤbſens ge⸗ macht. Es waren 12 Mann dazu. Wenn die Feuchtigkeit ſo fortgeht, ſo wird auf das Stroh und die Schoten des Ruͤbſens zur Fuͤtterung keine Rechnung zu machen ſeyn. Uebrigens iſt es odann f dem jeigte, 9 Um⸗ aber ohne 1. ſind nd er⸗ her die n und und „ bis noch qu⸗ ah⸗ s⸗ zu t e/ 1' „ 7 2 des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 83 eine ſehr vernuͤnftige Speculation, dieſe Schoten ſtatt Haͤckerling zum Einmengen fuͤr Erdaͤpfel und Koͤrner zu gebrauchen. Z. B. wenn die alten Hammel in Rochsburg gemaͤſtet wuͤrden, ſo wuͤrde wohl 1 Scheffel Koͤrner und 1 Scheffel Erdaͤpfel, Peniger Maaß, mit Ruͤbſenſchoten vermiſcht, und vertheilt in zwei Mahlzeiten, zu ihrer uͤbrigen Fuͤtterung eine ſtarke Maſt machen, welche wohl das darauf verwendete Geld bezahlen ſollte. Dieſer Abend regnete es eine halbe Stunde ſtark. Den 14ten Jun. Es regnete heute vorzuͤglich von 4 Uhr Nachmittags bis 7 Uhr ſehr ſtark. Heute verkaufte ich meinen Ruͤbſen an Schulze in Penig fuͤr 15 Rthlr. den Peniger Scheffel. Den 15ten Jun. Die erſten Erbſen zu einem Mittags⸗ futter fuͤr die Schafe wurden heute in Rochsburg gehauen. Sie ſcheinen ungemein viel Futter zu geben; der weitere Erfolg aber kann dies allein feſtſetzen. Den Ruͤbſen konnte ich zum erſten Male wieder dreſchen Nachmittags; ungeachtet er um 10 Uhr noch durchaus naß war⸗ Es waren heute Nachmittag 13 Mann dazu. Es iſt uͤbrigens ſeit einigen Tagen ſo kalt, daß ich Winter⸗ kleidung anzulegen und einzuheizen genoͤthigt bin. Den 16ten Jun. Vormittags Nuͤbſen-Ausdruſch mit 70 Perſonen, und zwei zum Reinmachen. Mit dem Schlage 11 Uhr kam ein ſehr großer Regen, der Nachmittags mit einem ſtarken Gewitterregen ſich wiederholte, und alle Arbeit verhin— derte. In Rochsburg wurden die Schafe zum erſten Mal ohne Hafer mit lauter Schoten gefuͤttert. Es ſcheint, ein Fuder rei⸗ che zu zwei Mahlzeiten, deren die Schafe vier bekommen ſollen. Indeß iſt dies noch nicht gewiß. Folglich iſt von heute Nachmittag an die Schonung der Wieſen vom Behuͤten zu rechnen. Die Schafe freſſen ohne Unterſchied die Schoten mit Be⸗ gierde. Den 17ten Jun. Solche Regenguͤſſe, als heute mit un⸗ bedeutenden Abſaͤtzen gefallen ſind, weiß ich mich, ohne alle Uebertreibung, durchaus nicht zu erinnern. Nachmittags don⸗ 6* 84 Oekonomiſches Tagebuch nerte es ſtark, und der Platzregen war immer mit kleinen Schlo⸗ ßen vermiſcht. Es iſt ein Ungluͤck, daß gleich heute die gruͤne Fuͤtterung in Rochsburg und Berthelsdorf angegangen; doch habe ich noch heute Abend zweckmaͤßige Verfuͤgungen getroffen, welche darin beſtehen, daß, wenn das Regenwetter fortwaͤhrt, die alten Schafe eine Fruͤhmahlzeit von Koͤrnern, die Laͤmmer aber ganz trocknes Futter bekommen. Den 18ten Jun. Heute iſt es ſehr windig, und nicht zu kalt. Es iſt vorzuͤglich bemerkbar, daß die gruͤnen Erbſen we⸗ niger Naͤſſe halten, als andere Pflanzen; daher man ſie ohne Gefahr auch bei der groͤßten Naͤſſe, wie geſtern, fuͤttern kann; welches beim Klee ohne große Gefahr nicht zu wagen geweſen. Sie blaͤhen auch weniger auf, und beinahe moͤchte ich ſchon be— haupten, daß gar keine Gefahr bei Fuͤtterung der Erbſen ſey. Wenn Daubenton's ſonderbare Behauptung: daß die Schafe fuͤr Kaͤlte geſchaffen worden, noch einiger Widerle— gung beduͤrfte, ſo haͤtte man nichts noͤthig, als heute in meinen Schafſtall zu gehn, um die nachtheilige Wirkung zu beobachten, die der kuͤhle Wind auf die Schafe macht, welche doch ſchon ziemlich bewachſen ſind. Sie zittern ohne Ausnahme vor Froſt, ungeachtet ich Fenſter und Thore nach der Windſeite zumachen laſſen.— Den 19ten Jun. Heute konnte wiederum Ruͤbſen gedro⸗ ſchen werden, mit 60 Perſonen; welches ſeit dem 16ten Junius Rachmittags, der Naͤſſe wegen, ausgeſetzt werden mußte. Die Witterung iſt Nachmittags gelinder. Vormittags war ſie ſehr kalt. Juſt mit heute hat die Quiere auf dem Zehendfelde Futter gegeben, vom 16ten Junius an, mithin vier Tage, ohne die einzelnen Mahlzeiten vor dem 16ten gerechnet. Auf die Quiere i*ſt geſaͤet 1 Scheffel 1 Sippm. 1 Metze; die Erbſen ſtanden aber ſehr ſchlecht, weshalb, ohne alle Uebertreibung, auf die uͤbrigen 15 Scheffel auf jeden 4 Tage Futter gerechnet werden koͤnnen, mithin 60 Tage, ohne das Huͤten auf der Stoppel, welche hier⸗ bei einen ausnehmenden Ertrag verſpricht, weil viel Gras unter den Erbſen, wenn auch letztere nicht wieder ausſchlagen. Man kann uͤbrigens nicht zu freigebig im Lobe der gruͤnen Erbſen ſeyn. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 85 Sie blaͤhen gar nicht, gedeihen dem Viehe ſehr gut und werden von ſolchem uͤber alle Maaßen gern gefreſſen; und wie austraͤglich ſind ſie nicht! Um uͤbrigens alle Verwunderung uͤber den zeitherigen ſchlechten Ertrag der Schaͤfereien mit einem Male fuͤr immer aufzu— heben, iſt es nur noͤthig, einen einzigen Blick auf die ſchlechte Be— ſchaffenheit des groͤßten Theiles meines Viehes zu werfen. Wie koͤnnten alte verhungerte Leichname einen beſſern Ertrag geben! Das erſte Beſtreben, dem Alles nachſtehen muß, wird daher ſeyn: nur gutes Vieh zu halten, und dieſes ohne Unterbrechung im Winter und Sommer gut zu fuͤttern. Das Uebrige wird ſich von ſelbſt geben. Den Loſten Jun. Heute wird die Behuͤtung der Ruͤbſen⸗ ſtoppel angefangen, nachdem die Schafe(in Rochsburg) noch vorher eine Fruͤhmahlzeit von der Quiere im Zehendfelde gefreſſen haben. Es wird daher keine Uebertreibung ſeyn, wenn wir den Scheffel zu 4 Tagen annehmen. Ruͤbſendreſchen im Zehendfelde, 63 Mann. Den 21ſten Jun. Ende des Ruͤbſendreſchens auf dem un⸗ tern Zehendfelde, um 1 Viertel auf 1 Uhr Nachmittags, mit 63 Mann. Anfang des Ruͤbſendreſchens auf dem Schaͤfereiſtuͤck am C. Plane. In Helsdorf wurde die gruͤne Fuͤtterung mit den Erbſen angefangen. Die Schafe aus Poͤrln*) kamen an. Es iſt ſchoͤnes und noch junges Vieh von feiner Wolle, 130 Stuͤck. Sie gehen mor⸗ gen nach Mohsdorf. Heute Abend wurde die Temperatur der Luft gelinde, und daher das Einheizen eingeſtellt. Den 22ſten Jun. Ruͤbſendreſchen auf dem Schaͤferei⸗ felde, mit 59 Mann. *) Eine ſehr alte, und ſchoͤne feine Schäferei bei Wurzen, Hn. Baron von Pfiſter gehorig. Anm. des Herausg. 86 Oekonomiſches Tagebuch Von den Erbſen kann ich nicht Lobredner genug ſeyn, noch weniger Gott genug danken, daß er die Menſchen auf den Einfall kommen laſſen, ſie zu ſaͤen. Es iſt eine Freude, dieſe herrlichen Pflanzen in der Fuͤlle ihres Wachsthums zu ſehen, und zu be⸗ merken, wie gedeihlich ſie dem Viehe ſind. Die Witterung iſt wieder milde, und vorige Nacht war ſeit der vorbemerkten langen Zeit wiederum der erſte Thau gefallen. Den 23ſten Jun. Thaunacht, aber kuͤhl. Heute wurde mit der Hutung auf der Ruͤbſenſtoppel im untern Zehendfelde aufgehoͤrt, weil die ganze Heerde nicht mehr Nahrung darauf fand. Die Hammel werden, von Morgen an, die Nuͤbſenſtoppel auf der Schaͤferei am C. Plane abhuͤten, und jeder Tag wird fuͤr einen halben gerechnet werden. Heute wurde auch die Ruͤbſenerndte beendigt. Es war an Ertrag a) vom untern Zehendfelde 74 Scheffel 3 Sippm. b) vom C. Planſtuͤcke 31—— Summa 105 Scheffel 3 Sippm. Zu 15 Rthlr. verkauft, betraͤgt Summa 1585 Rthlr. 18 Gr. Das Stroh iſt ſo viel werth, als die Koſten des Ausdruſches be⸗ tragen. Dieſe letztern machen 78 Rthlr. 14 Gr. Dreſcher*) 4— 19— Aufſeher Summa 83 Rthlr. 9 Gr. *) Nachſtehende Rechnung über das Tagelohn für das Rübſendreſchen lag hier bei. Anm. des Herausg. — Tagelohn⸗Zettel vom 15ten Junius bis mit 23ſten Junius, das Rübſendreſchen betreffend. Rthlr. Gr. Pf. 1 15— 18 Mann ½ Tag à 3 Gr. gedroſchen. 9=— 72— 21 Tag. 15 181—1 63— 1 Tag à 6 Gr. — 15[— 5—* Tag Rübſen rein gemacht, 15 12— 62— 1 Tag gedroſchen à 6 Gr. 16—— 64— desgl. 14 18— 59— ddersgl. 5 8 1— 32— 7 Stunden. 78] 14—] Summa Dan ihn ger 56 betra cen, trag. nüktag HSmp des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 87 Da nun beide Felder 14 Scheffel Peniger Maaßes betragen, ſo habe ich nach Abzug des Samens an 14 Scheffel den Ertrag eines Peni⸗ ger Scheffel Landes an Korn⸗Ausſaat*) gebracht auf 111 Rthlr. 5 Gr. 5 pf., wobei beſonders noch zu bemerken, daß der Froſt betraͤchtlichen Schaden gemacht, die Nitidula ganz unbetraͤchtli— chen, die Made aber ſehr großen, den ich gewiß unter den Be⸗ trag rechne, wenn ich ihn zu 30 Peniger Scheffel annehme. Den 24ſten Jun. Von 10 Uhr Mittags bis 1 Uhr Nach⸗ mittags ſtarker Regen. Die Nacht hatte es gethaut, und die Temperatur iſt warm. Heute halbe Fuͤtterung von Erbſen fuͤr Rochsburg. Den 25ſten Jun. Vortreffliche warme Thaunacht. Es wird der Anfang mit Beſtellung des untern Zehendfeldes zu den Erbſen gemacht. Zwei Pfluͤge von Mohsdorf, zwei von Ber⸗ thelsdorf, und zwei Lohngeſpanne helfen heute ackern; meine Rochsburger Pferde aber ſind Vormittags noch mit Einbringung der Ruͤbſenſchoten beſchaͤftigt. Nachmittags um 2 bis 3 Uhr ſtarker Regen.— Die Naͤſſe, die nicht aufhoͤren will, zeigt mir doch große Gefahr fuͤr meine Schafe bei der Erbſenfuͤtterung an. Ich habe verordnet, letztere nur zur Mittagszeit, und ganz vom Thau abgetrocknet, zu hauen; und immer, wo möoglich, auf einen Tag voraus, damit man eintretendes Regenwetter abwarten koͤnne; und dann die Erbſen unter Obdach auf Horden duͤnne zu legen, damit ſie abtrocknen. Wuͤrde die Naͤſſe zu groß werden, und die vorge⸗ ſchlagenen Mittel nicht hinreichend ſeyn, ſollen wenigſtens die Schafmuͤtter und Laͤmmer auf die Weide gelaſſen werden. Nachmittags mehrmaliger ſtarker Regen, am heftigſten gegen Abend bei einem Gewitter mit geſchmolzenen Schloßen und kleinen Graupeln vermiſcht. Den 26ſten Jun. Sehr ſtarker Regen in der Nacht und am Morgen bis um zehn Uhr. Ich ſchickte ſogleich Boten aus, um das Fuͤttern der Schafe mit Hafer und Haͤckſel zu beſorgen. Nach zehn Uhr Morgens zerſtreute ſich aber das Regenwetter, und die Erbſen trockneten ſo geſchwind ab, daß ich ſchon Nach— *) Das iſt an geometriſchem Ackermaaß nach dortiger Saat 1 ⅞ bis 14 Acker zu 300 ◻R. Sachſ. Anm. des Herausg. 88 Oekonomiſches Tagebuch mittags ſie ohne alles Bedenken abhauen konnte, um ſie ganz trocken Abends zu fuͤttern. Obgleich die Einbildung, daß die Erbſen gar keine Naͤſſe hielten, ganz ungegruͤndet iſt, ſo iſt doch ſo viel ganz gewiß, daß ſie die Feuchtigkeit eher fahren laſſen, und geſchwinder trocknen, als Klee, Wicken und Gras. Was aber beſonders dieſe vortreffliche Pflanze ſchaͤtzbar macht, iſt, daß man wirklich ſo viel davon fuͤr das Vieh fuͤttern kann, als man will, ohne die mindeſte Gefahr zu haben, indem ſie gar nicht blaͤhen. Dabei gedeiht das Vieh vortrefflich; und, wenn ich nur erreichen kann, niemals naß zu fuͤttern, halte ich mich bei dieſem koͤſtlichen Futter fuͤr voͤllig ſicher, und danke Gott, daß er mir ſolches entdeckte; da alle oͤkonomiſche Buͤcher zu die⸗ ſem Endzweck davon ſchweigen, auch die gemeinen Oekonomen große Gefahr vom Aufblaͤhen dabei befuͤrchten.— Indeſſen iſt die Art, ſie gleich um 1 Uhr Nachmittags zu hauen, unſtreitig die beſte. Es iſt um dieſe Zeit immer am trockenſten; und es ſcheint, als ob das Vieh ſie in einem etwas abgetrockneten Zu⸗ ſtande auch am liebſten freſſe: wenigſtens iſt dann der Thau, den man beſonders fuͤrchten muß, ganz abgetrocknet. Nachmittags wurde mit ſaͤmmtlichen Geſpannen des vorigen Tages am untern Zehendfelde geackert. Den 27ſten Jun. Fruͤh von 3 bis 4 Uhr Regen; nach⸗ her trocknes Wetter. Drei Pfluͤge von den vorigen Geſpannen ackerten, die uͤbrigen fingen das neue Erbſen-Saͤen an, und ſaͤeten 9 Peniger Scheffel.— Der uͤbrige Tag war ſehr ſchoͤn. Den 28ſten Jun., Sonntag. Thaunacht. Geſtern hoͤrte die Hut der Hammel auf der Ruͤbſenſtoppel auf, und die ganze Fuͤtterung mit Erbſen ging in Rochsburg an. Die Ruͤbſenſtoppel hat alſo zur Hutung ſechs Tage zugereicht. Den 29ſten Jun. Die Erbſenſaat auf dem untern Zehend⸗ felde wurde beendigt, mit 2 Berthelsdorfer und 2 Mohsdorfer Geſpannen, ohne Lohn⸗Ackerleute. Es ſind dahin geſaͤet 12 Schfl. 3 Sippm. 3 Metzen. Den 30ſten Jun. Sehr ſchoͤne und fruchtbare Thaunacht; aber kalt. Rachmittags wurde das Stuͤck am C. Plane zur Erb⸗ ———ᷓ des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 89 ſenſaat geackert mit ſaͤmmtlichen vorbenannten Geſpannen, wobei nur,— und dies fuͤr dieſe ganze Beſtellung,— zu bemerken, daß allezeit Nachmittags ein Geſpann zum Einfahren der Erbſen abgeht. Monat Julius. Den 1ſten Julius. Warme und fruchtbare Thaunacht.— Da die Berthelsdorfer und Mohsdorfer Geſpanne ihr Heu von der Cursdorfer Wieſe einfahren muͤſſen, ſo bin ich genoͤthigt, 3 Lohngeſpanne zu halten, um die Erbſenſaat am C. Plane heute zu beendigen. Geſaͤet wurden 5 Scheffel 2 Sippm. 2 Metzen. Der ganze Tag war warm und ſehr fruchtbar. Nachmittags regnete es X Stunde um 5 Uhr ſtark, und Abends um 8 Uhr maͤßig. Bis jetzt moͤchte dies wohl der fruchtbarſte Tag des Jahres geweſen ſeyn, weil die Temperatur ſo ungemein warm war, und kein Wind gieng. Den 2ten Jul. Thaunacht; und bei Tage untermiſchter Regen. G Den 3ten Jul. Vermiſchter Regen; aber kuͤhle Tempe⸗ ratur. Den 4ten Jul. Staͤrkerer Regen; aber noch kuͤhlere Temperatur. Die Erbſen auf dem Zehendfelde brauchten nicht ganz acht Tage zum Aufgehn. Den 5ten Jul. Das Abhuͤten der angeſaͤeten Erbſen wuͤrde unſtreitig aͤußerſt thoͤricht geweſen ſeyn. Das Meiſte wuͤrde ver— treten worden, und dem Vieh nicht zu gute gekommen ſeyn, an— ſtatt daß der Ertrag,— welcher in der That außerordentlich iſt,— abgehauen und im Stall verfuͤttert, Segen uͤber die Schafe und, durch ihren außerordentlichen Duͤnger, uͤber die Felder bringt. Meine Leute brauchen bei dieſer Fuͤtterung 1 Schock Ruͤbſenſtroh, oder wenigſtens 3 Mandeln Schuͤtten taͤglich fuͤr 500 Stuͤck Schafe, und letztere werden babei zu— ſehends fett. Vor dem 2oſten Junius aber darf ich nicht auf Futter von den Erbſen rechnen.— Wo ſie von den Schafen abgebiſſen waren,— zu dieſer Zeit waren ſie noch jung,— 90 Oekonomiſches Tagebuch da ſind ſie uͤbrigens wieder nachgewachſen; aber wo ſie abge⸗ hauen worden,— dies geſchah zu einer Zeit, wo ſie ſchon ſehr hoch gewachſen, und auch unten gelb geworden,— da iſt an Nachwuchs nicht zu denken. Man darf alſo auf letztere gar keine Ruͤckſicht nehmen; da man beim Abhuͤten der Erbſen, wenn ſie jung ſind, dem Ertrage viel zu großen Schaden thun wuͤrde, als daß er durch den Nachwuchs, welcher auch beim Abfreſſen ſehr ſpaͤrlich iſt, erſetzt werden koͤnnte. Das Abhuͤten des Hafers faͤngt jetzt an, doch uͤble Folgen zu zeigen; indem der Hafer, da er ſchoßt, gar nicht wachſen will. Es koͤnnte indeß ſeyn, daß dieſes nur ſcheinbar waͤre,— denn alle Pflanzen haben eine Zeit, wo ſie kraͤnkeln,— und der wahre Erfolg ſoll bemerkt werden.— Wenn uͤberhaupt der Hafer nicht wenigſtens 5 Schock Garben auf den Scheffel Aus— ſaat giebt; ſo iſt er nicht werth, gebaut zu werden.— Es regnete untermiſcht. Den 6ten Jul. Anfang des Umbrechens der Erbſenſtoppel auf dem obern Zehendfelde. Es regnete untermiſcht, und Nachmittags ſehr ſtark. Den Ften Jul. Fruͤh um 4 Uhr ſtarker Regen; nachher ſehr warm und uͤber alle Maaßen fruchtbar. Den 8ten Jul. Schoͤne warme Thaunacht, da der Thau ungemein reichlich gefallen war. Ich hatte geſtern zu bemerken Gelegenheit,— und auch Andere haben dieſes gethan,— daß die Erbſen, gruͤn verfuͤttert, eine ungemeine Kraft aͤußern, die Schafe bald fett zu machen. Dies liegt am Tage. Vor der Erbſenfuͤtterung waren ſaͤmmt— liche Schafe, beſonders die Rochsburger Hammel, ſehr mager; in den wenigen Wochen aber, da ſie mit Erbſen reichlich gefuͤt— tert worden, haben ſie zuſehends zugenommen; ungeachtet im Anfange einige Zeit dazu gehoͤrt, ehe ſie ſich auf dieſes Fuͤttern einrichten, und ungeachtet viele Naͤſſe geweſen, welche jedes Futter weniger gedeihlich macht. Der ganze Tag war ſehr heiß; allein des Nachts regnete es ſehr ſtark. Den 9ten Jul. Nachmittags wiederum ein ſtarker Strich⸗ regen. fate fab i nußte, an Gi d tebder etnfe acende tm ger thäur m nenk. n de t dber des dd 81 gew duuch vohl cher: Fih ſer, huupt des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 91 Das Erdefahren in Berthelsdorf auf Wiesner's Gut wurde heute beendigt. Die Erbſen fangen vor großer Naͤſſe an, zu faulen; wes⸗ halb ich heute den Berthelsdorfer Schafen ein Stuͤck einraͤumen mußte, wo die Erbſen magerer ſtehen, naͤmlich auf Wiesner's am Gickelberge. Uebrigens haben die Erbſen ſchon Schoten. Den 10ten Jul. Die erſten Erbſen zu Heu werden in Ber⸗ thelsdorf gehauen. Bei Reviſion der Wirthſchaft fand ich die Mohsdorfer Schafe merklich abgefallen, woran das Austreiben auf nicht hin— reichender Erbſenſtoppel allein Schuld war.— Dies iſt nur ein ganz geringer Beweis, wie nothwendig Aufſicht iſt. In Ber⸗ thelsdorf glaubte ich, die beſten Leute zu haben, auf die, und auf deren Einſicht und Fleiß ich mich am Meiſten verlaſſen zu koͤnnen meinte. Demungeachtet erfuhr ich ehegeſtern den 9ten d. M. ganz das Gegentheil. Mein guter Genius fuͤhrte mich dahin, als eben ein neues Stuͤck Erbſen zu fuͤttern angefangen wurde. Die Schaͤfer hatten nicht nur ſolche naß eingebracht, ſondern fuͤt— terten auch davon, ungeachtet ſie, wegen zu großer Fettigkeit bei dem beſtaͤndigen Regen, unten ganz faul und mit Erde und Schlamm uͤberzogen waren. Wenn ich nur acht Tage abweſend geweſen waͤre, ſo wuͤrde meine ſchoͤne Heerde unwiederbringlich durch dieſes Futter verloren geweſen ſeyn. Die Schaͤfer klagten wohl, daß ihre Schafe die Erbſen nicht mehr freſſen wollten; aber von der Urſache ahndeten ſie gar nichts, und wenn das Vieh faul geworden waͤre,— wie dieſes nicht zu vermeiden war,— ſo wuͤrden ſie nicht ermangelt haben, die Erbſen uͤber— haupt als die Urſache anzugeben. Eben ſo koͤnnen die Schafe bei dreimaligem taͤglichen Futter von Erbſen nicht gedeihen, weil ſie nicht genugſame Nah— rung dadurch bekommen, ſondern ſie muͤſſen vier Futter, und auf jedes ein ſtarkes Fuder fuͤr 500 Stuͤck davon bekommen. Auch hiervon waren die Schaͤfer aus Faulheit abgegangen. Den 11ten Jul. Starker Thau; aber kuͤhle Nacht. Die Merzhammel, 67 Stuͤck, werden abgeholt, und dadurch wird auch die Rochsburger Heerde rein. In Berthelsdorf wurde das Abhauen derjenigen Erbſen be— endigt, welche zu Heu beſtimmt ſind.— Auch das Stuͤck hinter 92 Oekonomiſches Tagebuch Pilzen wurde zum erſten Male fertig geackert. Die Dispoſition fuͤr die Erbſenbeſtellung iſt naͤmlich, zweimal zu ackern, und beim zweiten Male zu duͤngen. Mehr kalte, als kuͤhle Temperatur. Den 12ten Jul. Gleiche Temperatur. Regen von fruͤh 9 Uhr bis Nachmittags um 3 Uhr. Alsdann wurde es wieder warm mit ferner untermiſchtem Regen.— Den 13ten Jul. Schon in der Nacht weckte mich der ſehr ſtarke Regen: und von da an, wo ich aufwachte, bis 11 Uhr Vormittags, hat er mit ungewoͤhnlicher Staͤrke angehalten.— Solche Zeiten machen recht anſchaulich, wie nothwendig es iſt, auch im Sommer einen Vorrath von trocknem Futter zu haben! Den 14ten Jul Es hat in der Nacht wiederum ſtark ge— regnet; und bei Tage ſind heute fortwaͤhrende Strichregen, die zum Theil Muͤhlraͤder treiben koͤnnten. Es ſind Tropfen, daß man alle Augenblicke Schloßen erwarten muß. Den 15ten Jul. Thaunacht; bei Tage untermiſchter Regen. In Berthelsdorf wurde das Muͤhlenſtuͤck aufgeackert, und nunmehr wird daſelbſt ein Anfang mit Duͤngen auf dem Wiesne⸗ riſchen Grundſtuͤck gemacht, worauf die Erde gefahren worden. In Mohsdorf ſind die Pferde noch immer, wie zeither, mit Erdefahren beſchaͤftigt. In Rochsburg haben ſie immer die Erbſenſtoppel geackert, und Erbſen eingefahren.— So ſind die zeitherigen Beſchaͤfti⸗ gungen geweſen! Den 16ten Jul. Es hat gethaut, und regnete dieſen Vormittag aͤrger, als jemals. Zur Veraͤnderung hat es ſich in einen Landregen eingerichtet. Das Abhuͤten des Hafers iſt wohl unſtreitig einer von den großen Fehlern, die ich jemals in der Wirthſchaft begangen. Man kann beinahe keine Witterung haben, die fruchtbarer waͤre, als ſie jetzt ſeit Abhuͤtung des Hafers geweſen, und demungeach— tet wird die Erndte nach aller Wahrſcheinlichkeit aͤußerſt mittel— maͤßig ſeyn. Waͤre nun unguͤnſtiges Wetter eingetreten, z. B. große Trockenheit; ſo wuͤrde gewiß ein gaͤnzlicher Mißwachs ein— getreten ſeyn. Ich haͤtte daher wohl bedenken ſollen, daß jedes Schroͤpfen der Saaten einen ſtarken, viele Nahrungstheile in de ri böfen Aäben des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 98 ſich enthaltenden, Boden vorausſetzt, den ich aber noch nicht habe, wenigſtens nicht in Feldern, die ich abhuͤten laſſen. Auf den Duͤnger der Schafe,— welchen ſie beim Abhuͤten verlie— ren,— iſt auch nicht viel Rechnung zu machen, wie unſtreitig auf allen Duͤnger, der, unbedeckt, immer der Luft, Sonne und Regen ausgeſetzt iſt.— Die Methode von Neumann,— den Hafer ſtark geduͤngt, als Wieſe zu benu⸗ tzen,— bleibt jedoch vortrefflich, und ich habe genau darauf bemerkt: 1 daß er, einmal gruͤn verfuͤttert, noch genugſam heranwachſen wuͤrde, um eine ſehr ſchoͤne Heuerndte zu geben, ohne die, von mir projectirte, Ruͤbenſaat zu ſehr zu verſpaͤten. Er wird naͤmlich zu Anfang des Julius wiederum genug erwach⸗ ſen ſeyn, um ungefaͤhr den 12ten Julius gehauen zu werden; dies wird die Beſtellung nun, oder gleich zu Jacobi, oder den 25ſten d. M. moͤglich machen, welches die beſte Saatzeit fuͤr die Ruͤben iſt. Und welche koͤſtliche Eintheilung der Felder, welche hierauf Bezug hat!— Es verſteht ſich hierbei von ſelbſt, daß das Abſchneiden des Hafers zum Fuͤttern fuͤr die Schafe einen entſchiedenen Vorzug vor dem Abhuͤten hat. Es koſtet freilich mehr Arbeit und Muͤhe; allein der mehrere davon zu erhaltende Duͤnger bezahlt dies reichlich; und wenn die Frucht gehoͤrig dicht ſteht, ſo wird durch das Abhuͤten gar zu viel Futter verloren. Ich ſchreibe dieſes mit redlicher Ueberzeugung, welche die Frucht der diesjaͤhrigen aufmerkſamen Beobachtung iſt. Ich fuͤge mit Offenherzigkeit hinzu, daß ich mich beinahe uͤberzeugt halte: der uͤble Erfolg meiner Stallfuͤtterung ſey nur al⸗ lein dem Futtermangel, und nicht der Stallfuͤt⸗ terung ſelbſt zuzuſchreiben! Es iſt nicht zu glauben, welche Menge von Futter die Schafe zu ihrem Gedeihen brau— chen, und in welche erbarmenswerthe Lage ſie durch Mangel kommen! Letzteres war zeither unſtreitig immer der Fall bei mir. Viel Vieh, und wenig Futter! Daher die beſtaͤndige Sterblich— keit unter dem alten Viehe, und die Unmoͤglichkeit, Laͤmmer zu ziehen! Das Vieh aber beſtaͤndig und ohne Unterbrechung das ganze Jahr uͤber im Stalle zu erhalten, wenn es auch ohne allen Schaden fuͤr die Geſundheit waͤre,— wuͤrde doch nicht wirthſchaftlich gehandelt ſeyn, weil Vieles unbenutzt bliebe, auch 94 Oekonomiſches Tagebuch die Wieſen durch das Abhuͤten groͤßern Ertrag zu gewaͤhren ſchei⸗ nen. Um letzeres genauer zu beſtimmen, ſoll der Platz ledig bleiben, bis der ganze Ertrag der Wleſen angegeben werden kann. Den 17ten Jul. Schoͤner heiterer Tag, ohne Regen. Den 18ten Jul. Sehr kalt, ſo daß die Winterkleidung noͤthig iſt. Abends wieder Regen. Heute wurden in Rochsburg die erſten Erbſen zu Heu ge⸗ hauen.— Die in Berthelsdorf den 10ten d. M. gehauenen Erbſen wurden geſtern zum erſten Mal gewendet, und haben nicht im Mindeſten gelitten, ungeachtet ſie in dieſen acht Tagen lauter Regen und ganz unguͤnſtige Witterung gehabt haben. Den 19ten Jul., Sonntag. Heute habe ich die letzten Merzſchafe gekauft von Rochsburg*), 115 Stuͤck. Es iſt ſehr ruͤhrend fuͤr mich, unter goͤttlichem Beiſtandel die Ueber⸗ zeugung zu haben, daß ich bei dem jetzigen Umfang meiner Wirthſchaft nicht wieder noͤthig haben werde, dergleichen zu kaufen! Der Nutzen der Wieſenbehuͤtung iſt folgenderge⸗ ſtalt berechnet worden: Jeder Tag, wenn im Stall gefuͤttert wuͤrde, haͤtte erfordert auf das Schaf 3 Pfund, mithin auf 1500 Stuͤck 13 Centner 70 Pfund à 12 Gr. pro Centner, oder, dies ungefaͤhr zu Gelde gerechnet, 6 Rthlr. 18 Gr.. Wir wollen nun Rochsburg fuͤr dieſes Jahr zum Beiſpiel annehmen. Das Schafvieh iſt vom 1ſten Mai bis mit 15ten Junius auf den Wieſen gehuͤtet worden. Dies ſind 46 Tage, und ſie betragen an Gelde, nach obiger richtiger Annahme, Summa 310 Rthlr. 12 Gr. Alllein davon muͤſſen abgezogen werden 64 Scheffel Hafer 2 Rthlr., die ich genoͤthigt war, beizufuͤttern, weil nicht Gras genug vorraͤthig war,— alſo an Gelde minus 128 Rthlr. Hierzu kommen noch 9 Rthlr., Summa 137 Rthlr., fuͤr Pilzens Garten, den ich aus gleichem Grunde zu miethen genoͤthigt war. *) Von der herrſchaftlichen, beiden Hnn. Brüdern, Grafen Schönburg, gehörigen, Triftſchäferei, die ſchon ſeit 20— 25 Jahren veredelt wor⸗ den war, nach Nr. I. Anm. d. Herausg. ¹ 4 rm öcgim, dufjukei enyfndl gſe i u dan uung de Hdchet räthlch N und noch gen a ſche⸗ t ledig werden n. didung den ge hauenen dhaben t Tagen 1 letzten ſt ſehe leber⸗ ꝛeiner n zu erge⸗ ttert auf tner, Wir nen. den gen hlr. fer icht hlr. ens ar. Regen. des Grafen H. E. von Schoͤnburg. 1801. 95 Es iſt alſo beim erſten Abhuͤten die reine Einnahme der Hutung, wenn von 310 Rthlr. 12 Gr. abgezogen werden 137— ⸗— 173 Rthlr. 12 Gr. Es muß hierbei wohl erwogen werden, daß ich den großen Fehler begieng, meine Schafe zu zeitig, naͤmlich ſchon den 1ſten Mai, aufzutreiben. Dieſer Fehler hatte beſonders in dieſem Jahre ſehr empfindliche Folgen, weil das Gras, wegen der beſtaͤndigen Froͤſte im April, vor dem öten Mai gar keine Ankunft hatte, und dann ließen die Schafe nichts aufkommen. Die zweite Be⸗ nutzung ſoll in der Folge bemerkt werden. Den 20ſten Jul. Wiederum Regen. Den 2 1ſten Jul. Regen den ganzen Tag. Den 22ſten Jul. Des Morgens ſehr heftiger Regen, welcher vermuthlich die ganze Nacht angehalten, und auch ſehr reichlich erfolgte. Den 28ſten Jul. Fruͤh Nebel; um 8 Uhr abermaliger Den 24ſten und 25ſten Jul. Gutes, aber heißes Wetter und ſchoͤne Thaunaͤchte. Den 26ſten Jul. Fruͤh Gewitter mit ſtarkem Regen; her— nach Nebel, welcher ſehr fiel, und ſich in einen heftigen Land— regen verwandelte, der die ganze Nacht anhielt. Den 27ſten und 28ſten Jul. ſchoͤne Thaunaͤchte. Den 28ſten Jul. Das hintere Stuͤck auf Wiesner's wurde beendigt. Das erſte Erbſenheu wurde eingefahren in Berthelsdorf, nachdem es vom 10ten d. M., alſo 18 Tage, der uͤbelſten Wit⸗ terung ausgeſetzt geweſen.— Wir wollen noch nicht uͤber das Heumachen der Erbſen uͤberhaupt urtheilen; beim Verfuͤttern des Heues aber hat die Erfahrung folgende Hauptregel gezeigt: Man haue naͤmlich die Erbſen beetweiſe ab, und breche das Land, ſobald man nur kann, um; denn die Erbſen duͤngen gruͤn vortrefflich; gedoͤrrt aber,— wie alle Kraͤuter,— gar nicht.— 96 Oekonomiſches Tagebuch Wir muͤſſen hierbei zugleich den Erbſen die wohlverdiente Lobrede halten, daß ſie nicht nur vortrefflich fuͤttern, niemals blaͤhen, ſondern auch, ſelbſt naß gefuͤttert, ganz unſchaͤdlich ſind. Von dieſen Haupteigenſchaften habe ich in dieſem Sommer, mich zu uͤberzeugen, gar wohl Gelegenheit gehabt, weil die Naͤſſe vom Anfange des Junius bis hierher beinahe unveraͤndert geweſen 3 und ich gewiß uͤberzeugt bin, daß beim Klee meine Schafe alle faul geworden waͤren; wie ich es bereits an 87 Ljaͤmmern im Jahr—— erlebt habe. Den 29ſten Jul. Heute wurden die letzten Erbſen vom erſten Schnitt eingebracht. Den 30ſten Jul. Anfang der Erndte in Rochsburg, Ber⸗ thelsdorf und Mohsdorf. Auch wurde in Berthelsdorf das letzte Erbſenheu eingebracht, naͤmlich den 30ſten Jul. 29 Schock 12 Garben in Summa. Den 31ſten Jul. Regen mit untermiſchtem guten Wet⸗ ter.— Der Hanenbuſch in Rochsburg wurde beendigt, und in Berthelsdorf viel gehauen. Nachmittags ſehr ſtarker Regen, welcher verhinderte, mit dem Einfahren des Korns fortzufahren. 7 Monat Auguſt. Den 1ſten Aug. Fruͤh ſtarker und haͤufiger Regen, wel⸗ cher ſich den ganzen Tag wiederholt, und in der 3ten Stunde bei⸗ nahe einer Sundfluth aͤhnlich iſt. Den 2ten Aug. Fruͤh abermals Regen. Es hat der Hofprediger in Rochsburg von 5 Peniger Sippm. Land nach Kornausſaat geerndtet 370 Saͤcke Erdaͤpfel*), in welche mehr, als X½ Scheffel Peniger Maaßes geht. Wenn ich nun nach dieſem Maaßſtabe die Feldereintheilung Nr. X. beur⸗ theile, ſo finde ich, daß 30 Peniger Scheffel Land mit Erd⸗ aͤpfeln ungefaͤhr folgenden Ertrag geben wuͤrden, naͤmlich Summa *) d. h. Kartoffeln, die man in Sachſen immer Erdäpfel nennt. Anm. d. Herausg. noh erl nagi rüͤrden nitthin fir jed d 4 VRle diſem e llce diente mals idlic mmer, Näſſe (ſen alle en im n vom ſ Ver⸗ pacht, Wet⸗ und mit — des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 97 2220 Peniger Scheffel, und da nach Borowsky's Berechnung 1 Berliner Scheffel, oder ungefaͤhr ein gehaͤuftes Peniger Sipp⸗ maaß, in der Fuͤtterung ſo gut iſt, wie 80 Pfund Heu*); ſo wuͤrden dieſe Erdaͤpfel gleich ſeyn 6458 Centner 20 Pfund Heu, mithin 2000 Stuͤck Schafe fuͤttern 118 Tage, zu 3 Pfund Heu fuͤr jedes Schaf taͤglich gerechnet. Ich will hierbei auch annehmen, daß die Koſten 2 bis 300 Rthlr. betragen, ſo ſtehen ſie doch in keinem Verhaͤltniſſe mit dieſem erſtaunlichen Ertrage, den ich in Zweifel zu ziehen keine Urſache habe. Bei dieſer Gelegenheit fertigte ich die hier beigefuͤgte, ſehr merkwuͤrdige und wichtige Eintheilung meiner Rochsburger Felder. (Siehe S. 99.)— Wenn in dieſem Jahre zur Soͤmme— rung nicht genugſamer Duͤnger aufzutreiben waͤre, ſo wird der halbe Theil zu Hafer u. ſ. w. nach Nr. 10. beſtimmt, unge⸗— duͤngt, geſaͤet, oder der Duͤnger auf kuͤnftiges Fruͤhjahr ſup⸗ plirt, welches letztere noch beſſer zu den Erdaͤpfeln, als zum Hafer geſchehen kann, weil letzterer eher geſaͤet werden muß. Den 4ten Aug. Ende der Erbſenfuͤtterung in Berthelsdorf und Mohsdorf, ſie hat alſo gedauert 49 Tage; welches in Berthelsdorf fuͤr 672 Schafe zu 3 Pfund Heu, und den Centner zu 12 Gr., betraͤgt 898 Centner, oder 449 Rthlr. In Mohs⸗ dorf ſind geweſen 802 Stuͤck Schafe; mithin iſt der Ertrag von 49 Futterungstagen, à 3 Pfund taͤglich fuͤr jedes Stuͤck, geweſen 10714 Centner Heu, oder 535 Rthlr. 18 Gr. Den 5ten Aug. Regen. Demungeachtet wurde viel ein— geerndtet, und die Verſaͤumniß war ohne Bedeutung. Den 7ten Aug. Ende der Kornerndte in Rochsburg, wel⸗ che betragen hat: 88 Schock— Md. 2 Grb. auf dem Ochſenſtuͤck. 43— 3— 4— ⸗ ⸗ Schaͤfereiſtuͤck an der obern Richterwieſe. 99— 3— 9— ⸗ Hangenbuſch. Summa 231 Schock 3 Md.— Grb. *) Darin lügt aber Herr Borowsky. Die Erdäpfel verhalten ſich in der Fütterung gegen gutes Heu wie 5 zu 2. Schoͤnburg. Wirthſch. I. 7 1 98 Oekonomiſches Tagebuch Auch wurde den 7ten Aug. das Erbſenheu in Rochsburg einge⸗ fahren. Wahrſcheinlich hat ſich der Aufſeher beim Hanenbuſch um 7 Schock verrechnet, indem die Dreſcher ſo viel mehr haben wollen, und vermuthlich Recht haben. Den 9ten Aug. Ende der Erbſenfuͤtterung in Rochsburg, welche gewaͤhrt hat 54 Tage, vom 17ten Junius an, und, nach Gelde berechnet, eingebracht hat, Summa 364 Rthlr. 12 Gr., oder nach Heu 7291 Centner.— Den 10ten Aug. Heute wurden die Staͤhre unter die Rochsburger Spaniſchen Schafe, 108 Stuͤck an der Zahl, ge⸗ laſen. Der Staͤhre waren 3 Stuͤck, naͤmlich die Eilfe, der Stolpener und der Kuͤmmeltuͤrke. Die Heerde iſt in drei Haufen eingetheilt: a) in die Hammel 233 Stuͤck, worunter 39 alte Staͤhre, welche zur Zucht abgehn; dieſe Heerde fuͤhrt der Schaͤ— fer Roſt; b) 133 St. Geltevieh, Pilz; und c) 111 Stuͤck Mutterſchafe, worunter 3 Staͤhre, gefuͤhrt von Greßner. Den 11ten Aug. Bei den Erbſen wird wohl die beſte Methode ſeyn, ſie ſtets auf drei, oder doch wenigſtens auf zwei Abtheilungen zu ſaͤen, damit ſie zum Futter fuͤr das Vieh nicht zu alt werden. Man verliert im letztern Falle ſehr viel an Fut⸗ ter, und die Schafe gedeihen nicht dabei. Wie noͤthig es iſt, daß jeder Oekonom ſeine Wirthſchaft fleißig revidire, habe ich heute in Mohsdorf zu bemerken Gele— genheit gehabt. Ich fand meine Schafe daſelbſt gar ſehr verfal⸗ len, welches ganz gewiß von ſchlechter Beſchaffenheit der Erbſen in der letzten Zeit der Fuͤtterung auf dem Stalle herruͤhrt. Haͤtte ich nicht zu lange ausgeſetzt, nach Mohsdorf zu kommen, ſo wuͤrde ich dieſes ſogleich bemerkt, und Gegenanſtalten gemacht haben. So habe ich es mir allein zuzuſchreiben, wenn bei der Schur in Mohsdorf ein ſtarker Ausfall iſt; denn die Officianten bemerken entweder uͤberhaupt nichts, oder zeigen es doch gewiß nie eher an, als bis der ganze Schade ſchon geſchehen iſt. Den 12ten Aug. 1) Ende der Kornerndte in Mohsdorf und Helsdorf. 2) Die mit Erde befahrne Brache auf Wies⸗ ner's wurde vollendet. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 99 ein 0⸗.„.* uu Kuͤnftige Eintheilung der Feldarten. he Schaferei Gal untere Ze⸗ Ochſenſtück aben du r Obere Ze⸗ Hanen⸗ 56 1.das⸗ hendfeld u.[u. Stück an ln K u*Jhendfeld. buſch. d 4 2 d Stück am der Richter⸗ ber Rrautg. Ir Telch. C. Plane. wieſe. Urg un 1801 Wicken Erbſen Korn Hafer Rübſen Korn Gr, 1802 Rübſen Korn Lannert⸗ Wicken Korn Erbſen .,. Sömme⸗: die 180 3 Korn Wicken Erbſen Rübſen dun 5) Weitzen ge⸗ 1804 Sennss Rübſen Weitzen Korn Erbſen Wicken der zrbſe 3 Sömme⸗. 8 ufen 1805 Erbſen Korn Wicken rung Weitzen Rübſen alte 806 4 Sömme⸗. 3 3 bi 1 Weitzen rung Rübſen Erbſen Wicken Korn chä⸗ tuüc 1807 Wicken Erbſen Korn Weizen Rübſen Sömme⸗ 1808 Rübſen Weitzen Sömme⸗ Wicken Korn Erbſen ſte rung vei 1809 Korn Wicken Erbſen Rübſen Eimhe⸗ Weitzen cht Sömme⸗ 5 zu⸗ 1810 rung Rübſen Weitzen Korn Erbſen Wicken 1811 Erbſen Korn Wicken Senine Weitzen Rübſen 5 1812 Weitzen Sömme⸗ Rübſe Erbſe.e, l⸗ eitz rung übſen rbſen Wicken Korn al⸗ 1813 Wicken Erbſen Korn Weitzen Rübſen Suhie ſen— tte 1814 Rübſen Weitzen Simni⸗ Wicken Korn Erbſen d 5 5 3 1815 Korn Wicken Erbſen Rübſen Gimah Weitzen der 1816 Suahase Rübſen Weitzen Korn Erbſen Wicken tten 8 — 1 3— Sömme⸗ 4 wi 1817 Erbſen Korn Wicken rung Weitzen Rübſen 1818 Weitzen Sünee Rübſen Erbſen Wicken Korn dorf Sömme⸗ 1819] Wicken Erbſen Korn Weitzen Rübſen rung dd⸗ 1820 Rübſen Weitzen 4 Wicken Korn Erbſen *) Sömmerung, d, h. Kartoffeln hier. Anm, d, Herausg. tolen fätte unge den gana des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 101 Den 15ten Aug. Der große Krautgarten wurde heute vollendet. Er iſt mit 71 Fuder Duͤnger aus der aͤußern Duͤnger⸗ ſtaͤtte befahren. Auch wurde heute ſaͤmmtliches Erbſenfeld in Mohsdorf umgebrochen, naͤmlich dasjenige, welches zweimal geackert wer— den ſoll; und ebenſo ſaͤmmtliches Erbſenfeld auf Wiesner's in Berthelsdorf. Den 16ten Aug. Sehr ſtarker Regen!— Das erſte Beſtreben,— wenn Futter und Fruͤchte nicht herein geſchafft werden muͤſſen,— beſteht in Vorbereitung zur Winterſaat. Kann ich dieſe vor dem 12ten September beendigen, und dann blos ſaͤen, ſo werde ich ſehr zufrieden ſeyn, und daher auch da⸗ fuͤr keine Koſten ſparen. Denn bei uns*) entſcheidet die zei⸗ tige Saat uͤber das Gedeihen der Fruͤchte, und die Koſten werden durch den wenigern Samen zum Theil erſetzt. Heute wurde in Berthelsdorf das Stuͤck am Birnenbaume zur Saat gepfluͤgt. b Den 2oſten Aug. Sechs Staͤhre ſind nach Berthelsdorf, und acht Staͤhre nach Mohsdorf geſchafft, und unter die Schafe gethan worden, deren 170 in Berthelsdorf und 200 Stuͤck in Mohsdorf waren. Den 22ſten Aug. Neue Wieſen⸗Hutung in Rochs⸗ burg im Hopfenlande mit ſaͤmmtlichen daſigen Schafen! Es hat alſo die Kornſtoppel nur 12 Tage gewaͤhrt, naͤmlich vom 9ten Auguſt bis mit 21ſten Aug. Sie wuͤrde nicht einmal ſo lange gewaͤhrt haben, wenn ich nicht den langen Plan von meinem Bruder fuͤr das weit kleinere Schaͤfereiſtuͤck an der obern Richter⸗ wieſe eingetauſcht haͤtte. Indeſſen iſt dieſe Kornſtoppel noch nicht verlaſſen, und der fernere Ertrag wird bemerkt werden. Den 28ſten Aug. wurden die letzten Wicken in Rochsburg eingefahren. Es waren 58 Froͤhner⸗Fuder auf der Schaͤferei, wo 9 Scheffel Wicken ausgeſaͤet worden, und 27 Fuder, wor⸗ unter 12 ſtarke Fuder mit eigenen Pferden auf der Spitze am Teich, welche 3 Scheffel 2 Sippm. Samen erhalten hatte. *) Am Fuße des Erzgebürges, in coupirtem Terrain, und bei gar nicht leichtem Lehmboden. Anm. des Herausg. 102 Oekonomiſches Tagebuch Den 24ſten Aug. Anfang der Duͤngerfuhren auf dem obern Zehendfelde.. Den 25ſten Aug. Ruͤbſenſaat im großen Krautgarten, 1 ½ Metze. Den 28ſten Aug. Heute wurde der erſte Raps zur Hu⸗ tung in Mohsdorf geſaͤet, auf der Winterart, welche aus Mangel des Duͤngers dies Jahr nicht beſaͤet werden kann.— Vor acht Tagen ungefaͤhr wurden fuͤr die Schafe zwei betraͤchtliche Stuͤcke Feld mit Heidekorn beſaͤet, welches ſchoͤn aufgegan— gen iſt. Beim gegenwaͤrtigen Herausfahren des Duͤngers aus dem Rochsburger Schafſtalle bemerke ich gar wohl den großen Fehler, welchen ich dadurch begangen, daß ich dieſen Duͤnger nicht oͤfters im Fruͤhjahr und Sommer mit Jauche habe begießen laſſen: denn er iſt gegenwaͤrtig ganz duͤrre, und ſogar die gruͤne Erbſen⸗ fuͤtterung hat nicht vermocht, ihn tief unter ſich zu befeuchten. Dieſe Bemerkung iſt fuͤr die Zukunft weſentlich nothwendig; und es muͤſſen daher auch in Mohsdorf Jauchenloͤcher zu dieſem Be— huf angelegt werden.. Den 31ſten Aug. Heute wurde der Nuͤbſen auf der Schaͤ⸗ ferei geſaͤet, 3 Sippm. 1 ½ Metze. Monat September. Den 3ten September. Ich wuͤrde mir vorkommen, wie ein Mann, welcher mit einem Siebe Waſſer ſchoͤpfte, wenn ich meine Wirthſchaft ohne Erdaͤpfelland ferner fortfuͤhren wollte. Es wird allerdings die in Rochsburg nunmehr eingefuͤhrte und in der Tabelle beſchriebene Methode ein vollendetes Meiſterſtuͤck bleiben; allein die andern Wirthſchaften auf dieſe Hoͤhe zu brin— gen, wo ihr Ertrag die potoſi'ſchen Bergwerke weit uͤbertrifft, dazu, ſehe ich wohl, iſt kein Mittel, als der Erdaͤpfelbau. Ich beſtimme ſehr richtig nur meiner Felder dazu; mithin belege ich damit 30 Scheffel rnn Maaß an Kornausſaat. Ich nehme jeden Scheffel zu dem maͤßigen Ertrag von 150 Dresdner Scheffel, und den Scheffel fuͤr 1½ Centner Heu. Dies betraͤgt 6750 Centn. Heu. Haͤtte ich die naͤmliche Flaͤche mit Hafer be⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 103 ſaͤet, und ſehr reichlich zu 6 Schock geerndtet; ſo wuͤrde ich ha⸗ ben 180 Schock, das Schock zu 12 Centn. gerechnet, an Heu 2160 Centn.; mithin noch nicht das Drittheil. Es muß alſo alle nur erdenkliche Anſtrengung auf Einfuͤhrung dieſer Cultur kuͤnftiges Fruͤhjahr gewendet, und unter keinerlei Vorwand da⸗ von abgegangen werden, zumal da man auf Erdaͤpfel Korn bauen kann! G Die aͤußere Duͤngerſtelle am Schafſtalle,— nicht allein in Rochsburg, ſondern auf allen Vorwerken,— muß ſehr hoch mit Erde uͤberfahren werden, doch ſo, daß die Jauche ſich im— mer noch in die Erde hineinziehen kann, und nicht davon abflie⸗ ßen darf, weil ſonſt der Hauptendzweck,— Verbeſſerung und Schwaͤngerung der Erde mit Jauche,— wegſiele. Der Duͤn⸗ gervorrath kann dadurch gar ſehr vermehrt werden. Es iſt je⸗ doch dabei eine zweckmaͤßige Vorrichtung der Jauchenloͤcher zu⸗ gleich ſehr noͤthig, damit der Zufluß des wilden Waſſers verhin⸗ dert und die gute Jauche moͤglichſt conſervirt werde, damit man ſie zur Begießung des trocken gewordenen Duͤngers und innern Schafſtalls benutzen koͤnne. Den 5ten Sept. Heute wurde die Rapsſaat auf der Spitze am Teich zum Behuf des Abhuͤtens vollendet. . Die Duͤngerfuhren ſind nun beendigt, und haben betragen Summa 480 Fuder, wovon 71 in den großen Krautgarten, 42 auf das Hanfſtuͤck, und 367 auf das Zehendfeld gekommen. Den 8ten Sept. Ende der zweiten Wieſenhutung! Sie hat 14 Tage gewaͤhrt, indem 4 Tage Stoppelhutung geweſen. Dieſen Nachmittag regnete es gewaltig. Den Anfang machte ein Gewitter, und der Regen waͤhrte die ganze Nacht. Die Vollendung der Rapsbeſtellung auf der Galgenquiere, und ſaͤmmtliche Feldarbeit, wurde unterbrochen. Den 9ten Sept. Der Regen dauert fort. Ich habe mit Bedacht zeither unterlaſſen, die Witterung anzuzeigen, weil ſie ſehr guͤnſtig fuͤr die Feldbeſtellung war, das heißt, ganz trocken, mit untermiſchtem Regen. Heute zogen 7 wilde Gaͤnſe; welches ich als kein gutes Zeichen fuͤr den Herbſt anſehe. Den 10ten und 11ten Sept. Regen, jedoch gelinder, welcher die Feldarbeit nicht hinderte. 10⁴ Oekonomiſches Tagebuch Den 13ten Sept. Bis hierher fortdauernder Nebel. Die Rapsſaat zum Abhuͤten hat gekoſtet: 8 — 40 Rthlr. 5 Gr. fuͤr Lohngeſpanne und das Saͤen. 35— ⸗—— 2 ½ Schfl. Raps zum Samen. Summa 75 Rthlr 5 Gr. Den 14ten Sept. Anfang der Kornſaat in Rochsburg, Mohsdorf und Berthelsdorf. Den 15ten Sept. Ich war aus folgenden Gruͤnden ge— noͤthigt, jetzt das Abhuͤten der Erbſen in Rochsburg zu veranſtalten:— ſie waren naͤmlich 1) durch die letztere Naͤſſe unten faul, und die langen Naͤchte und ſtarken Thaue laſſen kein Austrocknen hoffen: wenn ich auch ſo thoͤricht waͤre, zu erwarten, daß gar kein Regen fallen ſollte. Unter der jetzigen Beſchaffen⸗ heit wuͤrde ſie kein Thier gefreſſen haben, weil auf dem Wagen der untere Koth das ganze Futter verunreinigt und ungenießbar macht; 2) wuͤrde bei der heurigen, aͤußerſt beſchwerlichen, Be— ſtellung die Anwendung von zwei, auch wohl vier Pferden, zum Hereinſchaffen des Futters aͤußerſt ſchwierig geweſen ſeyn, und viele Koſten verurſacht haben; 3) hatte ſich die Beſtellung ſehr verſpaͤtet.— Es verſteht ſich, daß nur der erſte Grund ent— ſcheidend iſt. Sie uͤbrigens duͤrre zu machen, konnte deßwegen nicht geſchehen, weil kein gruͤnes Futter fuͤr die Schafe vorhan— den, weil die Jahreszeit zu ſpaͤt war, und weil es ſehr zweifel⸗ haft iſt, ob das Heu auch wuͤrde von ſolcher Beſchaffenheit ge— worden ſeyn, daß die Schafe es gefreſſen, und es ihnen nichts geſchadet haͤtte: denn durch den vielen Meyrig hatte ſich die Naͤſſe ſo ſehr angehaͤuft, daß man die Faͤulniß im Vorbeigehen roch. In Mohsdorf war ich genoͤthigt, einige Erbſenfelder, wel⸗ che auf die erſte Furche geſaͤet werden ſollten, nunmehr drei Mal ackern zu laſſen, weil ſich Schnecken*) zeigten, und weil das Land von zu ungahrer Beſchaffenheit war. Es wird mir uͤbrigens immer deutlicher, daß ich auf allen Seiten betrogen worden; weshalb die aͤußerſte Aufmerkſamkeit und Strenge noͤthig wird. *) Limax egreſtis; die gar häufig dort vorkommen. G Anm. des Herausg. 1 V b . Jhend ſahute larker 1 um urg daͤſſe kein ten, fen⸗ gen ar e⸗ m d des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 105 Den 16ten Sept. Anfang der Erbſenhutung auf dem Zehendfelde. Es iſt mithin vom 9ten September 7 Tage Stop⸗ pelhutung geweſen. Den 17ten Sept. verließen uns die Schwalben bei einem ſtarken Rebel, und den 1 8ten Sept. waren doch wieder viele gegenwaͤrtig. Die Wickenerndte in Berthelsdorf wurde eigentlich den 17ten Sept. beendigt, und betrug 76 Schock gute Gebuͤnde. Da nun die Ausſaat betragen hat Summa 14 Scheffel 3 Sippm., ſo hat der Scheffel etwas uͤber 5 Schock gegeben. Den 22ſten Sept. Regen!— Die Wicken in Mohs⸗ dorf waren ſehr ſchoͤn, und es ſchien nur die Schuld des Vogts zu ſeyn, daß ſolche nicht bereits vorigen Tages eingebracht wor— den. In der Oekonomie muß man ſich den Grundſatz Caͤſars eigen machen: daß nichts gethan iſt, wenn noch etwas zu thun uͤbrig. Den 25ſten Sept. Der Regen haͤlt an, und verhindert heute alle Feldarbeit. Die Mulde wurde geſtern auf einmal ſehr groß, und iſt immer im Steigen. Der Naͤſſe wegen mußte ich heute die Stoppel abermals betreiben, naͤmlich den Forſt. Es iſt eine uͤbelverſtandene Sparſamkeit, die Erbſen in der Ruͤbſenſtoppel alt werden zu laſſen; man muß ſie vielmehr ab— hauen, ſo bald ſie ſich einigermaßen dazu ſchicken, weil ſonſt durch das Faulen,— welches bei der Herbſtnaͤſſe immer zu erwarten iſt,— mehr verloren geht, als durch das mehrere Wachſen ge⸗ wonnen wird; zumal da die Guͤte des Futters um ſo ſehr viel vorzuͤglicher ſeyn wird. Den 2 Sſten Sept. Das Wetter faͤngt an, ſich aufzuklaͤ⸗ ren, nachdem bis heute vermiſchter Regen geweſen. Den 29ſten Sept. Mein guter Bruder erlaubte mir ge⸗ ſtern, die Spitzen am Teiche abzuhuͤten; daher hoͤrt von heute an die Stoppelhutung auf, welche diesmal wieder gedauert hat vom 23ſten September an, 6 Tage. Mit meinen Rochsburger Schafen habe ich mich der Hu⸗ tung auf der Spitze nur einen Tag bedient, ſolche aber auch von den Berthelsdorfer Schafen, ebenſo wie auch den langen Plan, W ——— 1 . 1 1 h G 1 106 Oekonomiſches Tagebuch abhuͤten laſſen; ſo wie dieſe mir bereits auch 5 von den Erbſen auf der Schaͤferei abgefreſſen haben. Wahrſcheinlich ſind auch heute die Wicken in Mohsdorf hereingeſchafft worden. Hierbei kann ich nicht unbemerkt laſſen, daß die Wicken, ſobald ſie ganz reif werden, auch bei einem ge⸗ ringen Regen der groͤßten Gefahr ausgeſetzt ſind, indem ſie auf— ſpritzen, und ihre Koͤrner verlieren:— ſind ſie aber halb reif, ſo koͤnnen ſie viele uͤble Witterung aushalten, nur trocknen die gruͤnen Schoten ſehr ſchwer. Den 30ſten Sept. Abermaliger Anfang der Erbſenhutung auf dem Zehendfelde in Rochsburg! Die ſo oft bemerkte Nothwendigkeit fleißiger Reviſion der Wirthſchaft wurde auch heute in Helsdorf recht in die Augen fallend nothwendig gefunden. Der Duͤnger war außerſt ſchlecht gebreitet, naß geackert, und dies Alles haͤtte muͤſſen Saatacker vorſtellen, wenn nicht mein guter Genius mich noch zur rechten Zeit dahin gefuͤhrt haͤtte, um das Beſaͤen ſelbſt zu verhindern. Ich habe daher die naß geackerten Stuͤcke auf das Fruͤhjahr zu Erdaͤpfeln beſtimmt, und die uͤbrigen ſollen meine letzte Saat werden, um noch von ihrer Schwere und Feuchtigkeit abzutrock⸗ nen. Der uͤble Erfolg der Saat wuͤrde uͤberall unvermeidlich ge⸗ weſen ſeyn; und da doch gut geduͤngt worden, ſo wuͤrde das Land ſelbſt die Urſache haben ſeyn muͤſſen, obgleich es doch ganz unſchuldig geweſen waͤre. Wer nicht die ganze Beſtellung eines Feldes ſieht, kann von dem Erfolg kein richtiges Urtheil faͤllen. So viel aber iſt gewiß, daß auch hier das Sprichwort ſeine Rechte behauptet, welches ſagt: wie man's treibt, ſo geht's. Eine Wirthſchaft erfordert nicht nur eine angeſtrengte Aufmerk⸗ ſamkeit, ſondern dieſe muß auch ununterbrochen fortdauern. Heute Nachmittag fieng es wieder an zu regnen, und in der Nacht ſo ſtark, daß den 1ſten October alle Felder erſoffen waren, und die Unmoͤglichkeit vorhanden war, irgend etwas darin zu thun. Dabei ſind die Schnecken in groͤßter Menge; und, um Alles vollkommen zu machen, ſo iſt mir in Mohsdorf ein Pferd gefallen: daß ich alſo daſelbſt nur zwei Ge⸗ ſpanne ſtatt vier habe. ffuih ih aber ſo hor d d dde um gele denn troke untern e ec lter dnſcle daß der herd in Ges des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 107 Den 6ten Oct. Ende der Erbſenhutung auf dem untern Zehendfelde! Die Erbſen haben alſo nur 14 Tage gewaͤhrt, da ſie beim Abhauen wenigſtens 40 Tage reichliches Futter gegeben haͤtten: wenn ich nur den Peniger Scheffel zu 4 Tage rechne. Verdammt ſey daher das Abhuͤten der Huͤlſenfruͤchte! Nur heute erſt konnte ich der großen Naͤſſe wegen in Mohs— dorf wieder anfangen, zu ſaͤen, und zwar Nachmittags auf der Brache, ſo ſehr hatte der letztere Regen das Land durchdrungen. Auf dem Zermſcher in Berthelsdorf war noch nicht daran zu denken, ob er gleich auf der Saatfurche liegt. Die Berthels⸗ dorfer Pferde mußten in Helsdorf beſchaͤftigt werden. Die Rochsburger Pferde ackerten das untere Zehendfeld, wo ich mich vor Schnecken huͤten muß; und daher vor dem 15ten bis 20ſten Oct. nicht ſaͤen werde, ſo wie auch auf dem Schäfereiſtuͤck. Das Abhuͤten der Erbſen war ein ungeheurer Fehler, der freilich durch die ganz uͤble Witterung nothwendig wurde! Haͤtte ich aber die Erbſen abgehauen, da ſie im halben Wuchſe waren, ſo haͤtten ſie ſich nicht gelegt; und ich wuͤrde durch ihr Faulen bei eingetretener Naͤſſe nicht verhindert worden ſeyn, ſie ohne Bedenken zu verfuͤttern!— Denn nur dadurch wurde letzteres unmoͤglich, weil die untern Ranken von den Erbſen, welche ſich gelegt hatten, in Faͤulniß uͤbergegangen waren. Dieſe konnten denn freilich unmoͤglich eher abgehauen werden, bis ſie ganz trocken waren, weil die Faͤulniß und jauchichte Beſchaffenheit der untern Ranken ſich den ganzen Erbſen mitgetheilt, und ſolche fuͤr die Schafe ungenießbar und hoͤchſt ſchaͤdlich gemacht haben wuͤrde. Unter dieſen Umſtaͤnden mußte ich mich freilich zum Abhuͤten entſchließen. Ich haͤtte aber auch vorher bedenken ſollen, daß die Erbſen in der Ruͤbſenſtoppel,— weil letztere mit Korn beſaͤet werden muß,— zeitiger, als andere, verfuͤttert werden muͤſſen. Den 7ten Oct. Ein Hutungstag auf der Stop⸗ pel. Den 8ten Oct. Anfang der Hutung auf dem Schaͤferei⸗ Erbſenfelde. Heute wurde das Ackern des untern Zehendfeldes beendigt, bis auf das kleine Stuͤck. 108 Oekonomiſches Tagebuch V h.. Den 1 1ten Oct. Ende der Erbſenhutung auf dem Schaͤ⸗ tnm 1 fereiſtuͤck. 1) vi Den 14ten Oct. Heute habe ich drei Beobachtungen ge— macht. Die eine war mir nicht neu, naͤmlich: daß wir die Maul⸗ 4¹ 9 wuͤrfe nicht ausrotten duͤrfen, wenn wir nicht von Regenwuͤr⸗ er Se mern aufgefreſſen werden wollen. Dieſe thun mir jetzt am Korne ſäͤglch im Zehendfelde außerordentlichen Schaden, und ich erinnere mich V die von recht wohl, daß vor einigen Jahren dies nicht nur beim Korn Lleme der Fall war, ſondern daß ſie mir auch zwei Stuͤcke Sommer— V fiun weitzen groͤßtentheils aufzehrten! d. Ddite zweite Bemerkung iſt dieſe: daß die Schafe kein Heide⸗ iſ korn freſſen, wenigſtens die meinigen nicht; denn der Schaͤfer in ve ſeh Mohsdorf hat ſie fuͤnf Stunden durch Hunger vergebens dazu ſi: zwingen wollen. lan) Die dritte Beobachtung beſteht darin, daß der gruͤne Raps ſm außerordentlich gefaͤhrlich zum Gruͤnverfuͤttern fuͤr Schafe iſt; ni denn in dieſer Woche habe ich einen ſchoͤnen Jaͤhrling in Mohs⸗ V V dorf durch das Aufblaͤhen vom Raps verloren, und beinahe waͤre V b die ganze Jaͤhrlingsheerde daran crepirt. V Den 15ten Oct. Anfang der Abhuͤtung des Hanen⸗ b G buſches. 1 Morgen ſollen 2 Scheffel Erdaͤpfel taͤglich fuͤr die Schafe Phi l in Berthelsdorf gefuͤttert werden, und 6 Schock Sommerſtroh p 4 bis den 16ten November. 3 1 V Den 16ten Oct. Ich muß die zweite Bemerkung vom maf 14ten Oct. gaͤnzlich berichtigen, nach welcher die Schafe kein w G G Heidekorn freſſen ſollten. Geſtern habe ich mit eignen Augen ge— m ſehn, daß die Schafe in Mohsdorf, von welchen dieſe Bemer⸗ d kung herkam, es mit der groͤßten Begierde freſſen. Es iſt un⸗ hthn V moͤglich, durch Andere Beobachtungen zu machen; und man trcye darf, in der Regel, auf ihr Angeben nicht das mindeſte Ver⸗ b d —b trauen ſetzen. Dies macht ein Tagebuch fuͤr Jemanden, der ſich d und Andere liebt, ſo ſehr ſchaͤtzbar, und nur auf dieſem ugi Wege,— naͤmlich dem der ſichern Erfahrung,— koͤnnen wir m die Wirthſchaftslehre vervollkommnen. Die beſtaͤndige Naͤſſe des im heurigen Jahres, und die ſehr uͤble Beſtellung, beſtaͤtigt mich in m . om jer⸗ er⸗ 8 ˖in des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 109 meinem feſten Entſchluſſe, fuͤr die Zukunkt Alles anzuwenden, und vom Anfange des Fruͤhjahrs darauf zu denken, daß zu Michaelis die ganze Winterbeſtellung beendigt ſey. Ich habe ſchon vorher erwaͤhnt, daß die Regenwuͤrmer mei— ner Saat im Zehendfelde ſo vielen Schaden thun. Dies iſt vor⸗ zuͤglcch der Fall auf den magerſten Stellen, und beſtaͤtigt die von mir gemachte Beohachtung: daß die Inſecten und Wuͤrmer allezeit die magern und kraͤnklichen Pflanzen am Liebſten anfallen. Den 27ſten Oct. Der Fehler, welchen ich in Anſehung der Erbſen in der Ruͤbſenſtoppel begieng, daß ich ſie naͤmlich zu lange ſtehen ließ, iſt mir auch jetzt, bei der Kornſaat, beſonders ſchaͤdlich: denn ich habe Schneckenfraß, welchen ich wuͤrde ver— mieden haben, wenn ich die umgedrochene Erbſenſtoppel haͤtte lange liegen laſſen koͤnnen; welches ich jetzt wegen der ſpaͤten Jahreszeit unterlaſſen mußte. Monat November. Den 7ten November. Heute fiel der erſte Froſt ein.— Anfang der letzten Wieſenhutung mit beiden Heerden. Den 10ten Nov. Anfang, die Schafe einzukappen, in Mohsdorf mit 13 Weibern und 1 Mann, die fuͤr 700 Stuͤck in 1 Tage noͤthig waren.(Es waren eigentlich zwei Tage; aber den erſten nur acht Weiber und den zweiten nur fuͤnf Weiber.) Beim Einkleiden waren uͤberhaupt noch 2039 Stuͤck Be⸗ ſtand. Den 12ten Nov. wurde das Umbrechen der Brache in Ber⸗ thelsdorf, mithin ſaͤmmtliche Feldarbeit, beendigt, da die Korn— ſtoppel nicht umgebrochen wird. Den 18ten Nov. Einkappen der Schafe in Berthelsdorf. Den 14ten Nov. In Rochsburg wurde das letzte Getreide nachgeſaͤet, wo die Schnecken und Wuͤrmer es noͤthig gemacht hatten.— Das zuerſt nachgeſaͤet worden, war recht gut ge— kommen. Auch iſt heute das letzte Korn in Mohsdorf geſaͤet worden. 110 Oekonomiſches Tagebuch Den 15ten Nov. Anfang der trocknen Stallfuͤtterung in Mohsdorf. Den 1 6ten Nov. Die Schafe in Rochsburg wurden ein⸗ gekleidet, und ihr,— der Mutterſchafe,— Winterfutter geht nun an. Nur zufaͤllig kam ich geſtern auf ein ſicheres Mittel, die Erbſenſaat vor den Tauben ganz zu bewahren: man darf naͤmlich nur das Feld in ein Beet ackern laſſen; dann faͤllt das Einidrengen der Erbſen in die Furchen, und mit— hin alle Gefahr weg! Den 21ſten Nov. Einen ſehr großen Fehler habe ich da⸗ durch begangen, daß ich das Futter fuͤr die Schafe auf dem Felde habe aufbinden laſſen. Ich glaubte, meine Maͤgde wuͤrden den Befehl, ſehr ſtarke Gebuͤnde zu machen, befolgen; allein ohne die ſtrengſte Aufſicht iſt dies niemals der Fall, und es war ſogar diesmal nicht, da ich doch dem Schaͤfer in Berthelsdorf,— deſ— ſen Vieh davon Futter erhalten ſollte,— darauf zu ſehen, Auf— trag gab. Anſtatt daß die Wickengebuͤnde in Berthelsdorf 1 Stein*) wiegen ſollten, ſo wiegen ſie nur 11 Pfund. Die Vorſtellung von geſchwinderer Ueberſicht und Erſparniß einiger Koſten darf daher durchaus Niemanden abhalten, jederzeit ſein Futter gehoͤrig wiegen zu laſſen. Nur dadurch er⸗ langt er eine genaue Ueberſicht, und kann mit Erfolg wirth⸗ ſchaften. Bei dem geſtrigen Probedreſchen haben die Erbſen vom Schocke nur 1 ½ Sippm. Ausdruſch gegeben. Von 6 Schock muß ich 3 Rthlr. 18 Gr. Dreſcherlohn geben, und habe 2 Schfl. 1 Sippm. Erbſen, und dafuͤr an Geld 11 Rthlr. 6 Gr. Rechne ich davon ab 3— 18— Dreſcherlohn, ſo bleibt 7 Rthlr. 12 Gr.; folglich bleibt fuͤr jedes Schock nicht mehr Werth, als 1 Rthlr. 6 Gr.— Rechne ich dagegen jedes Schock zu Futter verwandt, und daß ein Gebund 15 Pfund wiegt; ſo wird dies 900 Pfund, oder in Gelde 4 Rthlr. 4 Gr. betragen, den Centner Heu auf ²) 22 Sächſ. Pfund. Anm, des Herausg. dmn de Aofre des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 111 das Wohlfeilſte zu 12 Gr. gerechnet. Es iſt alſo der Vergleich folgender: 4 Rthlr. 4 Gr. Futterwerth der Erbſen, 1— 6— geben die ausgedroſchenen Erbſen. Letzteres von erſterem abgezogen bleibt 2 Rthlr. 22 Gr., und davon noch 1— 12—J— fuͤr das Stroh abgerechnet, bleibt Summa 1 Rthlr. 10 Gr. Gewinnſt, beim Verfuͤttern der Erbſen im Ganzen pro Schock. Hierzu muͤſſen die ſchweren Fuhren und die Unmoͤglichkeit gerechnet werden, ſo vieles Heu zu 12 Gr. aufzutreiben. Heute werden die Rochsburger Hammel eingeſtallt und ein— gekappt.. Die Witterung iſt bis heute ſehr gelinde geweſen; daher denn die Schnecken ununterbrochen Schaden gethan haben. Mit Aufſtreuen von Aſche habe ich ihnen Einhalt zu thun verſucht; beſſer wuͤrde noch Kalk geweſen ſeyn, welcher mir fehlte. Mit aufgeworfenen Krautblaͤttern und klein geſchnittenen Kuͤrbiſſen iſt es auch wohl moͤglich, ſie wegzufangen, weil ſie ſich begierig an— legen. Indeß iſt in der Regel der Oekonom, welcher Schnecken⸗ fraß hat, an ſeinem eignen Ungluͤck ſelbſt Schuld. Durch mehr⸗ maliges Umackern, und beſonders dadurch, daß man das umge— ackerte Feld eine betraͤchtliche Zeit liegen laͤßt, kann man ſich dagegen ſicher ſtellen. Iſt man aber ihrer Vertilgung nicht ganz gewiß; ſo wird man am beſten thun, wenn man am ſpaͤteſten ſaͤct, beſonders nicht vor dem 25ſten October. Den 2aſten Nov. ſiel der erſte Schnee, und die Maſtung der Hammel nahm ihren Anfang. Es ſind 200 Stuͤck, und ſie erhalten fruͤh acht Gebuͤnde zu 22 Pfund, und Abends ebenſoviel; den Mittag aber 2 Scheffel 2 Sippm. Erdaͤpfel. Dies betraͤgt auf das Stuͤck 5½ Pfund, und es iſt noch etwas Ueberſchuß. Wenn durch Schnecken oder Wuͤrmer leere Flecke auf den Getreidefeldern entſtehen, ſo iſt der Wunſch des Eigenthuͤmers ganz natuͤrlich, dieſe Bloͤßen durch Nachſaͤen verbeſſern zu wollen. Er nehme jedoch dabei Folgendes wohl in Acht, ſonſt wird er 112 Oekonomiſches Tagebuch beſſer thun, ſeinen Samen zu erſparen, weil in der Regel der⸗ gleichen Nachſaͤen allezeit mißraͤth. Er muß naͤmlich 1) beſondere Aufſicht fuͤhren, daß der neu eingeſtreuete Sa— men ja recht tief in die Erde komme; denn hierin verſehen es eben die Meiſten, und verurſachen eben dadurch das Mißrathen, daß ſie den Samen nicht genug mit Erde be— decken, wodurch er theils von Haus aus ganz offen liegen bleibt, theils durch Regen von Erde entbloͤßt und vom Froſt ausgezogen wird. Die Egge wird zu dieſer Opera⸗ tion niemals geſchickt ſeyn, weil das Land ſchon zu derb geworden, als daß ſie den Samen tief genug unterbringen ſollte. Man muß eiſerne Rechen dazu nehmen, und mit vorſichtigen Handarbeitern den Samen unterrechen laſſen. Es verſteht ſich, daß hierbei nur von einzelnen Flecken die Rede iſt; außerdem muß allezeit das ganze Land umgebro⸗ chen werden u. ſ. w. 2) muß dieſes Nachſaͤen niemals geſchehen, ſo lange zu be⸗ fuͤrchten iſt, daß die naͤmliche Urſache des gehabten Scha— dens noch fortwirkt; alſo bei dem Schneckenfraß nicht vor dem 25ſten Oct.; bei den Wuͤrmern jedoch kann man eher nachſaͤen. Beobachtet man dieſes nicht, ſo hat man ſich ſelbſt zuzuſchreiben, daß die junge Saat das Schickſal der alten ganz gewiß erfaͤhrt. Den 4ten December fand ich meine Schafe in Berthelsdorf in ſchlechter Beſchaffenheit. Die Urſache ruͤhrt wohl daher, daß ſie ſich zu lange auf knapper Herbſtweide erhalten muͤſſen. Fuͤr die Zukunft duͤrfte es wohl noͤthig ſeyn, vom iſten October die Schafe fruͤh und Abends zu fuͤttern, und mit dem 1ſten Novem— ber ſie einzuſtallen. Wenigſtens duͤrfte dies in Berthelsdorf und Mohsdorf nothwendig werden. hode ſhel der l Sa⸗ Jehen das e be⸗ ſjegen vom pera⸗ derb ngen mit aſen. die bro⸗ be⸗ ha⸗ vor her ſi der dorf daß Fuͤr die em⸗ und des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 113 Dieſem Tagebuch ſchließen wir an, als Anhang, nachſte⸗ hende, in dieſem Jahre gefertigte 1 Ueberſicht des Ertrags meiner Schafzucht von ihrem An⸗ fange an, im Jahre 1793. Anno 1794. Berthelsdorf: 132 Schafe gaben 15 Stein 20 Pfund; 112 Hammel 16 Stein 18 Pfund; mithin das Stuͤck im Durchſchnitt 3 Pfund. 116 Laͤmmer gaben 1 Stein 6 Pf. Preis der Wolle 13 Rthlr. 3 Gr. Kaͤufer war Hr. Hof⸗ mann in Leipzig. Anno 17956. Den 27ſten April. 178 alte Hammel gaben 26 Stein; 146 alte Schafe nebſt 29 Jaͤhrlingen 16 Stein 12 Pfund. Im Durchſchnitt das Stuͤck 2§ Pfund. 106 Laͤmmer 3 Stein. Preis 16 Rthlr. An Hofmann in Leipzig verkauft. Anno 1796. 164 alte Maſthammel gaben 29 Stein 18 Pfund; 130 Jaͤhrlinge 18 Stein 21 Pfund; 10 ſpaniſche Staͤhre 1 Stein 21 Pfund; 24 ſpaniſche Schafe 3 Stein 5 Pfund; 78 Schafe 11 Stein 16 Pfund. Im Durchſchnitt das Stuͤck 3 ½ Pfund. 96 Laͤmmer gaben 108 Pfund. Preis 17 Rthlr. An Hofmann in Leipzig verkauft. Anno 1797. Rochsburg: 352 Stuͤck gaben 48 Stein 3 Pfund. Im Durchſchnitt das Stuͤck 3 Pfund. Berthelsdorf: 171 alte Schafe gaben 18 St. 21 Pfd; 181 Zeitvieh 23 Stein 16 Pfund; 12 ſpaniſche Zeitſtaͤhre 4 Stein 3 Pfund; 20 alte ſpaniſche Schafe 2 Stein 9½ Pfund; 12 ſpaniſche Zeitſchafe 2 Stein 20 Pfund. Im Durchſchnitt uͤber 23 Pfund.. 144 Laͤmmer 64 Pfund. Preis 18 Rthlr. An Muͤller's Erben in Zuͤllichau verkauft. Schoͤnburg. Wirthſch I. 8 114 Oekonomiſches Tagebuch Anno 1798. 1) Rochsburg, den ö5ten und 7ten Mai. 298 Maſt⸗ hammel gaben 48 Stein 4 ½ Pfund; 115 Schafe 11 Stein 13 Pfd.; 51 ſpaniſche Schafe 5 Stein 8 Pfund; 21 ſpaniſche Staͤhre 4 Stein 5 Pfund. Im Durchſchnitt 3 Pfund. 117 Laͤmmer 3 Stein. 2) Berthelsdorf, den 9ten Mai. 212 alte und Zeit-Schafe gaben 22 Stein 5 Pfund; 163 Jaͤhrlinge 17 Stein 19 Pfd. Im Durcchſchnitt das Stuͤck 2½ Pfund. 3) Mohsdorf, den 16ten Mai. 378 Schafe und Hammel gaben 40 Stein 11 Pfund. Im Durchſchnitt das Stuͤck uͤber 2½ Pfund. Preis 20 Rthlr. Verkauft an Oehler's Erben in Crimmit⸗ ſchau. Anno 1799. 1) Helsdorf, den 4ten Mai. 162 Hammel und Schafe gaben 14 Stein 13 Pfund. 2) Rochsburg: 265 Hammel gaben 35 Stein 3 Pfd.; 28 ſpaniſche Staͤhre 4 Stein 6 Pfund; 117 ſpaniſche Schafe 13 Stein 1 Pfund. Im Durchſchnitt 2 ½ Pfund. 84 Laͤmmer 2 Stein 20 Pfund. 3) Berthelsdorf: Summa 54 Stein 13 Pfund. 128 Laͤmmer 2 Stein 8 Pfund. 4) Mohsdorf: 110 Hammel gaben 15 Stein; 78 Jaͤhrlinge 7 Stein 1 ½ Pfund; 310 Schafe 29 Stein 5 ½ Pfd.; folglich das Stuͤck uͤber 2¼½ Pfund. — Preis 19 Rthlr. Berliner Lagerhaus. Anno 1800. 1) Helsdorf, den Zten und 4ten Mai. 162 Hammel und Schafe gaben 14 Stein 13 Pfund. Im Durchſchnitt 1 ¾ Pfd. 2) Berthelsdorf: 186 alte Hammel gaben 20 Stein 3 Pfd.; 163 Jahrlinge und 23 ſchlechte Hammel 16 Stein? Pfd.; 80 geringe Jaͤhrlinge 5 Stein 13 Pfund; mithin etwas uͤber 2 Pfund pro Stuͤck. Preis 19 Rthlr. Berliner Lagerhaus. 3) Rochsburg vacat die Angabe. 4) Mohsdorf vacat. Moſ⸗ Srein ſche und Stein und Ftuͤck mit⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1801. 115 Anno 1801. 1) Berthelsdorf, den 16ten und 17ten Mai, ha⸗ ben gegeben 376 Hammel,(worunter jedoch 91 Stuͤck Merzvieh war, welches vorigen Jahres nicht verkauft werden konnte; desgleichen viele verkruͤppelte Jaͤhrlinge u. ſ. w., beide nur von ſehr ſchlechter Beſchaffenheit, ſich befanden,) 35 Stein 21 Pfd; mithin das Stuͤck 2 Pfund.— Ferner 208 Mutter⸗ und Zeit⸗Schafe, 20 Stein 5 Pfund; das Stuͤck alſo 2 ¾ Pfund. 58 Laͤmmer gaben 1 Stein 7 Pfund; alſo das Stuͤck Pfund. Summa der wahren Schur in Berthelsdorf 57 Stein 11 Pfd. Hierzu kam 4 Stein 21 Pfund Sterblingswolle, Summa 62 Stein 10 Pfund. 2) Helsdorf gab den 17ten Mai von 188 Stuͤck Schafen und Hammel durch einander 18 Stein 10 Pfund; folg⸗ lich das Stuͤck 2 ½ Pfund. Summa der Helsdorfer Schur 18 Stein 10 Pfund. 3) Rochsburg, den 18ten und 19ten Mai. 95 alte ſpaniſche Schafe, 27 Zeitſchafe, 46 Kaͤlberjaͤhrlinge, 9 Zeit⸗ hammel, 6 Hammeljaͤhrlinge und 1 alter Hammel, in Summa 184 Stuͤck, haben geſchoren 15 Stein 16 Pfund; alſo jedes einzelne 1§ Pfund. 251 alte Hammel 32 Stein 17 Pfund; mithin das Stuͤck 25½ Pfund. Ferner 22 alte Staͤhre und 19 Zeit⸗ ſtaͤhre 3 Stein 20 Pfund; alſo das Stuͤck 2 ½ Pfund ungefaͤhr. Die Laͤmmerwolle von 77 Stuͤck betrug 2 Stein 7 Pfund; ſo daß ein Lamm ungefaͤhr§ Pfund geſchoren hatte. Summa der Rochsburger Schur 54 Stein 10 Pfund. 4) Mohsdorf: 474 Schafe und Jaͤhrlinge gaben 36 Stein 5 Pfund; mithin noch nicht ganz 13 Pfund das Stuͤck. Wohrſcheinlich aber iſt im Zaͤhlen der Gebuͤnde Jerthum vorge— fallen. 145 La˖ͤmmer gaben 3 Stein 5 Pfund, und Sterb⸗ lingswolle war 2 Stein 13 Pfund. Summa der Mohsdorfer Schur 42 Stein 1 Pfund. 116 Oekonomiſches Tagebuch III. Fuͤrs Jahr 1802. Monat Januar. Den 4ten Januar ſind die erſten fuͤnf Pferde aus der Stuterei abgeliefert worden: naͤmlich vier in den Ackerſtall nach Mohsdorf und eines in den Kutſchzug. Den 9ten Jan. Ankunft der Laͤmmer in Rochsburg durch zwei Staͤhrlaͤmmer. Den 1 1ten Jan. zogen zugleich viele wilde Gaͤnſe, und— was mir zu dieſer Zeit noch niemals vorgekommen— viele Ler⸗ chen, welche ſich wahrſcheinlich wegen der vorherigen gelinden Witterung verſpaͤtet hatten*). Monat Februar. Den gten Februar ließ ich vier Hammel von den auf der Maſt befindlichen nach leichtem Gewicht wiegen. Es hatte Nr. 1. 113½ Pfund „ 2. 95 2 3. 109 ⸗ 3 A4. 116 7 2 5. 112 2 Summa 5454 Pfund. Zugleich ließ mein Bruder einen gemaͤſteten Hammel ſchlachten, welcher im Leben nach leichtem Gewicht**) wog 113 ½ Pfund. *) Dieſe vermeintlichen Lerchen waren andere Vögel, welche nur Aehnlich⸗ keit mit den Lerchen hatten; wie ſich nachher ergab. **) d. h. gewöhnlichem ſächſiſchen Handelsgewicht, nicht ſächſ. Fleiſcher— gewicht, wovon der Centner nur 100 Pfund hält. Anm. des Herausg. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 117 Ausgeſchlachtet betrug ſein Gewicht: 48 Pfund an Fleiſch, ohne den Kopf, 12— Talg, 10— Kopf und Geſchlinke, 18— das Fell. Summa 83 Pfnnd. Da er nun im Leben 1134 Pfund gewogen hatte, ſo ſind durch das Schlachten abgegangen 30 ¼ Pfund. Meine vorerwaͤhnten vier Hammel haben vom 22ſten No⸗ vember 1801 an auf der Maſt geſtanden, mithin bis zum 9ten Februar,— dieſen mitgerechnet,— Summa 80 Tage. Nach obiger Abwaͤgung ſcheint es,— wenn das Fell des Schafes gar nicht in Erwaͤgung gezogen wird,— daß von dem Gewichte des lebendigen Schafes hoͤchſtens oder 60 pr. C. an nutzbaren Theilen fuͤr den Fleiſcher gerechnet werden koͤnnen; daß er es fuͤr dieſen Anſchlag nicht kaufen kann, ſondern daß uim ein billiger Abzug dieſes Werthes geſtattet werden muß. Wir wollen noch durch mehrere Verſuche die Sache zu rforſchen ſuchen. Hafergarben fuͤr die Schafe zu fuͤttern, wenn ſie in gutem Futter ſtehen, halte ich keineswegs fuͤr rathſam, weil die Erfah⸗ rung mich belehrt, daß ſie nur den Hafer und ein wenig Stroh freſſen, das Meiſte von letzterm aber liegen laſſen. Ich bin ge⸗ genwaͤrtig,— den 12ten Febr. 1802,— gendͤthigt, meinen Maſthammeln einen Zuſchuß von 3 Stein Heu bei der Fruͤhmahl⸗ zeit zu geben, um ſie nicht in den Fortſchritten der Maſt zu hin— dern. Ich halte daher dafuͤr, daß Gemang, gruͤn zu Heu ge⸗ macht, beſſer fuͤttern duͤrfte, als reif gewordener Hafer. Den 25ſten Febr. wurde die erſte Ausmerzung von den Laͤmmern in Rochsburg gemacht, naͤmlich 19 Staͤhre, 30 Schafe und 16 Hammel, welche letztere ſogleich gelichtet wurden. Die Witterung im Februar war anfaͤnglich gelinde, nach⸗ her aber ununterbrochen ſehr kalt, und mit ſtarkem Schiesde⸗ ſtoͤber vermiſcht. 118 Oekonomiſches Tagebuch Monat Maͤrz. Den 4ten Maͤrz ſind die Hammel in Berthelsdorf, und den 5ten in Mohsdorf gelichtet worden. In Rochsburg war der Anfang um acht Tage fruͤher gemacht. Den 9ten Maͤrz wurden die fuͤnf bezeichneten Hammel aber⸗ mals gewogen, und zeigten folgende Differenz ihres Gewichts ſeit dem 9ten Februar: den 9ten Febr. Nr. 1. 113 ½ Pfund den 9ten März 117 ⅞ Pfund 2. 95. 102 ½¾ ⸗ 2 Z. 109 2 1117 ⸗ 2 4. 116 ⸗ 121 7 5. 112 ⸗ 1154 ⸗ Summa 545+¼ Pfund. Summa 568 Pfund. Folglich haben dieſe fuͤnf Hammel im Durchſchnitt zugenommen jeder 4½ Pfund in 28 Tagen. Die Witterung des Maͤrzes iſt vom Anfange bis 15ten ſehr rauh geweſen, mit untermiſchtem Schnee und Froſt; den 15ten und 16ten Maͤrz aber war der Froſt ſo ſtark, als er den ganzen Winter geweſen.— Den 17ten Maͤrz iſt es ſo kalt, daß die Mulde mit Eis am Rande ſtark belegt worden, und wieder Grundeis, wie im Winter, geht. Den 18ten und 19ten Maͤrz ſtarke Froͤſte. Den 21ſten Maͤrz zeigt der Oekonomie⸗Inſpector an, daß ein Lamm an dem Steifſeyn,— wie ich dieſe Krankheit, welche mir ſonſt ſo vielen Schaden gethan, aus Unwiſſenheit nenne,— geſtorben, und auch ein anderes Lamm davon be⸗ fallen ſey. Den 283ſten Maͤrz wurde der erſte Anfang zur Sommer⸗ Beſtellung mit Einackern von Erbſen in Berthelsdorf an dem Gaͤnſeholze gemacht; allein es konnten nur 2 Sippmaaß geſaͤet werden, weil die uͤble Witterung die Fortſetzung der Beſtellung unmoͤglich machte. Es ſchneiete und regnete. Den 24ſten Maͤrz war zu uͤble Witterung, um arbeiten zu koͤnnen. 1 des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 119 Den 25ſten Maͤrz war ſehr ſtarker Froſt, welcher mich auf meinem Wege nach Mohsdorf bis 10 Uhr Vormittags trug.— Es hatten ſich wieder zwei ſteife Laͤmmer angegeben, und waren auch daſelbſt geſtorben. Sie ſollen klein und ſchwach geweſen ſeyn. Ich unterſuchte die Muͤtter und fand eine ſchlecht, die bei⸗ den andern aber, vorzuͤglich die eine, ſehr ſtark und geſund. Waͤre es gegruͤndet, daß die drei geſtorbenen Laͤmmer ſehr klein und ſchwach waren; ſo koͤnnte dieſe Krankheit wohl ein Anfall ſeyn, welchen ſie, wenigſtens die Anlage dazu, ſchon im Mutterleibe hatten. Ein Einziges Lamm unter der Heerde,— die ſich uͤbri⸗ gens munter und wohl befand,— war noch von dieſem Steifſeyn befallen; allein dieſes war ſtark, und ſchien munter zu ſeyn, auch ſaugte es, anſtatt daß die geſtorbenen gleich mit Anfall der Krankheit nicht mehr geſaugt hatten. Den 26ſten Maͤrz war wieder,— ungeachtet des ſehr ſtrengen geſtrigen Froſtes,— Anfang der Sommer-Beſtellung in Berthelsdorf mit allen Geſpannen, bis auf eins in Mohsdorf, Krankheits halber fehlend; alſo 8 Geſpann. Den 27ſten Maͤrz. Arbeitstag in Berthelsdorf mit acht Geſpannen. 1 Noch iſt nachzutragen, daß den 25ſten Maͤrz ſich die erſte Schnecke unter Froſt und Schnee zeigte, und ſeitdem ſind ſie recht gemein geworden. Den 28ſten Maͤrz, Sonntag. Den 29ſten Maͤrz. Arbeitstag mit neun Geſpannen. Den 30ſten Maͤrz. Desgleichen. Den 3 1ſten Maͤrz. Fruͤh Froſt und Schnee, wodurch die Arbeit einige Stunden verhindert wurde. Neun Geſpann, wie geſtern, in Arbeit. Der ganze Monat Maͤrz hat uͤble und kalte Witterung ge⸗ habt, ohne einen einzigen Tag warmes Wetter. 120 Oekonomiſches Tagebuch Monat April. Den 1ſten April. Sehr ſtarker Froſt.— Die Erbſen⸗ Ausſaat in Berthelsdorf wurde beendigt, 9 Scheffel Samenerb⸗ ſen und 10 Scheffel Futtererbſen. Den 2ten April, Bußtag. Den 3ten April, Arbeitstag. Den 4ten April, Sonntag. Den 5ten April. Anfang mit der Sommerbeſtellung in Rochsburg. Die Spitze am Teiche wurde mit Einem Geſpann eingebrochen. Nachmittags war Hinderniß wegen des Lunzen⸗ auer Jahrmarkts. In Berthelsdorf aber wurde mit Achs Ge⸗ ſpannen den ganzen Tag gearbeitet. Die erſten Futtererbſen werden beendigt in Helsdorf mit zwei Lohngeſpannen. Den éten April. Abends das erſte Gewitter, welches aber nicht herauf kam, und des Nachts Regen. Uebrigens Arbeitstag mit acht Geſpannen in Berthelsdorf, und drei Geſpannen, worunter ein Lohngeſpann und ein Kutſchgeſpann in Rochsburg zum Ha⸗ ferſaͤen. Den 7ten April. Arbeitstag, gleichlautend mit dem vori⸗ gen. Die Samenwicken in Berthelsdorf, 8 Scheffel 2 Sippm., wurden geſaͤet. Ein Maſthammel von der zweiten Ordnung, welche noch nicht zum Verkaufen beſtimmt iſt, wurde zur Probe geſchlachtet. Er wog lebend 104¼ Pfund. Ausgeſchlachtet hatte er 8 Pfund Wolle 8— Talg leichtes Gewicht; 49— Fleiſch mithin fehlte an der vorher beſtimmten Schaͤtzung von des Verhaͤltniſſes von ausgeſchlachtetem Viehe, gegen das lebende, ungefaͤhr 3 Pfund: denn Fleiſch und Talg betragen Summa 57 Pfund, anſtatt 60 Pfund. Den Sten April. Die Feldfruͤchte ſtehen ſehr ſchlecht. Das Schaͤfereiſtuͤkk am C. Plane war den ganzen Winter hindurch recht gut beſtanden; gegenwaͤrtig aber ſieht es ſehr ſchlecht aus. Die Froͤſte und fortdauernde kalte Witterung, welche bis jetzt keine Erholung geſtattet haben, duͤrften hieran wohl Urſache ſnn. hep m ih in int c, um! nug hema V ſſtich b len ſ dwe Uen tue di ete Neebe dacc wie ( und ſchnei in Sche ijſe 7 feth⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 121 ſeyn: denn auf den meiſten, ſpaͤt geſaͤeten, Feldern verſchwinden die Pflanzen immer mehr, welches wahrſcheinlich macht, daß ſie vom Froſte gezogen werden. Den 9ten April. Ein gelinder Regen. Vormittags war ich in Mohsdorf, wo die Saat ſehr viel gelitten hat durch Aus⸗ wintern. Indem ich uͤber die Beete weggieng, bemerkte ich deut⸗ lich, daß ihre Breite beſonders mit daran Urſache iſt. In ſchwe⸗ rem Lande, welches zumal etwas eben liegt und nicht Abfluß genug hat, duͤrften wohl achtfurchige Beete die breiteſten ſeyn, die man haben darf; und dabei muͤſſen noch die Furchen tief aus⸗ geſtrichen werden. Man ſieht es deutlich,— zumal da, wo die alten Furchen geweſen,— daß das Land von Naͤſſe zuſammen⸗ geſchwemmt worden, und daß letztere das Korn verderbt hat. Wenn zeitig geſaͤet wird, iſt die Gefahr nicht ſo groß, aber die ſpaͤte Saat iſt deſto mehr dem Verderben von Naͤſſe und Froſt dabei unterworfen. Alle zweifelhafte Stuͤcke ſollen daher in Beete von acht Furchen gelegt werden. Man kann indeß die Beete ohne Zweifel nachher noch breiter machen, wenn das Land durch Duͤngung und ſorgfaͤltige Beſtellung verbeſſert worden. Nachmittags und Abends ſtarker Strichregen, welcher den 10ten April die Sommerbeſtellung in Berthelsdorf un— terbrach; weshalb daſelbſt das Erdaͤpfelfeld geegt wurde, und zum Theil auch geackert. Nachmittags haͤufiger und ſtarker Strichregen. Den 11ten April, Sonntag. Nachmittags ſehr ſtar⸗ ker Platzregen.— Den 12ten April. Es war zu naß, um zu arbeiten. Den 13ten April. Es ſchneiete dieſen Morgen ſehr ſtark, und konnte im Felde nichts gemacht werden. Den 14ten April. Die ganze Gegend iſt dieſen Morgen mit Schnee bedeckt, und wiederum kein Arbeitstag. Den 15ten April. Wie geſtern, Alles mit Schnee bedeckt, und kein Arbeitstag. Es hat dieſe Nacht etwas gefroren. Es ſchneiete von fruͤh bis Nachmittags 4 Uhr ununterbrochen, wie im Winter. In der Nacht ſtarker Froſt. Kein⸗Arbeitstag! Den 1 6ten April. Kein Arbeitstag. Der Froſt thaute im Schatten nicht auf, und war ſo ſtark, daß er mich um zwoͤlf 122 Oekonomiſches Tagebuch Uhr Mittags noch im Schatten trug. Das Waſſer in de Fahrwege war um 10 Uhr noch mit Eis belegt. Den 17ten April. Kein Arbeitstag, weil das Land zu naß und zu ſchwer war. Wiederum Froſt. Den 18ten April. Ankunft der Schwalben. Von da an, bis mit 20ſten, Feiertage. Den 2’iſten April regnete es fruͤh. Anfang der Erbſenbeſtellung in Mohsdorf mit Futtererb⸗ ſen.— Die erſten Maſthammel werden geſchwemmt. Den 22ſten und 23ſten April. Arbeitstage.— Bei Be⸗ ſuchung von Mohsdorf fand ich heute viele Felder mit 4furchigen Beeten, wo dieſe ſchmalen Beeten in den Furchen ganz ausge— wintert waren. Wozu nuͤtzen alſo dieſe ſo vielen Fur⸗ chen?— In unſerer gebirgigen und ſchon ziemlich kalten Gegend duͤrfte wohl kein anderes Mittel ſeyn, ſich gegen das Auswintern der Feldfruͤchte zu ſichern, als ihre zeitige Beſtellung, und die Vorſicht, daß man den Schnee wegſchaffen laͤßt, wo er auf den Saaten ſich zu ſehr gehaͤuft hat, um mit dem uͤbrigen zugleich wegzuthauen: denn wenn dies nicht geſchieht, ſo ſind dergleichen Flecke verloren. Den Läſten April regnete es von fruͤh bis Nachmittags 5 Uhr, warm und ſehr fruchtbar. Auch die folgende Nacht war ſehr warm und von ſtarkem Thau begleitet. Die Erbſen, welche den 283ſten auf einigen Beete des Ochſenſtuͤckes geſaͤet und untergepfluͤgt worden,(— womit ich aber wegen Naͤſſe des Fel⸗ des aufhoͤren mußte,—) hatten ſchon den voͤlligen Keim. Ich bin deshalb beſorgt fuͤr Mohsdorf, wo acht Scheffel Erbſen, Pe⸗ niger Maaß, eingeackert, aber noch nicht geegt ſind. Man be⸗ hauptet jedoch, daß dabei keine Gefahr zu befuͤrchten ſey, weil die Erbſen gewalzt wuͤrden, wenn ſie bereits aufgegangen ſind. Uebrigens iſt die Erſcheinung mir ganz neu, die Schnecken jetzt in eben ſo großer Anzahl, als jemals im Herbſt, zu ſehen. Es verſteht ſich, daß ſie auch jetzt nicht von der Luft leben, und ich kann taͤglich den Schaden ſehen, welchen ſie thun. Den 24ſten April, Sonntag. mwe r. den? hatten ſeit d des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 128 Den 26ſten April. Guter Arbeitstag. Drei Lohngeſpann und ein Geſpann Falben*⁹) ackerten das Erdaͤpfelfeld in Berthels⸗ dorf.— In Rochsburg wurden die Erbſen eingeegt, welche den 22ſten April waren geſaͤet worden, und ſchon ſtark gekeimt hatten. Ein gleiches Schickſal betraf die Mohsdorfer, welche ſeit dem 21ſten d. M. geſaͤet worden. Der Erfolg wird zeigen, ob daraus kein Schade entſteht. Wenn die Erbſen zu tief untergeackert werden, ſo konnte wohl der Fall eintreten, daß ſie erſtickten! Wenigſtens ſind die erſt geſaͤeten in Berthelsdorf,— wo Lehmboden iſt,— noch lange nicht zur Haͤlfte aufgegangen, da die im leichten Sandbo⸗ den ganz da ſind. Den 27ſten April. Guter Arbeitstag. Es wurden 120 Rochsburger Maſthammel geſchoren, welche den 21ſten April geſchwemmt worden. Sie haben alſo juſt ſechs Tage nach der Schwemme geſtanden, und dies hat der Wolle nicht den minde⸗ ſten Nachtheil gebracht, indem ſie ſehr weiß iſt. Ich werde da— her die andern Schafe acht Tage nach der Schwemme erſt ſchee⸗ ren, weil ich glaube, der Schweiß ſoll dadurch wieder mehr in die Wolle treten, welchen die Schwemme ganz wegnimmt. Der Ertrag dieſer 120 Maſthammel iſt geweſen Summa 19 Stein 15 Pfund; mithin auf das Stuͤck noch nicht ganz 3§ Pfund. Hieran iſt offenbar Urſache das Alter der einen Haͤlfte,— welches ſehr hoch iſt,— und die ſchlechte Beſchaf— fenheit des Pelzes der andern Haͤlfte. Dies waren naͤmlich Ham— mel von der Rochsburger Triftſchaͤferei, mit kurzer Wolle. Ueberdies iſt die Schur zu zeitig: es iſt noch gar keine Waͤrme, welche gehoͤrigen Schweiß in die Wolle haͤtte bringen koͤnnen, geweſen, ſondern immer kalte Witterung. Auch war der Schweiß, welchen dieſe Wolle hatte, nur ganz geringe, in Ruͤckſicht auf die ſechs Tage, welche die Thiere nach der Schwemme im Stalle geſtanden. Wenn ſie aber auch ihre Wolle bis auf 4 Pfund im Mai gebracht haͤtten, ſo wuͤrden ſie doch das noͤthige Futter nicht bezahlt haben, und es waͤre zweifelhaft geweſen, ob ich ſie dann vortheilhaft verkauft haͤtte. Indeß iſt dieſes wieder ein neuer Beweis, wie unumgaͤnglich nothwendig es iſt, alles alte *) d. h. Rochsburger Ackerpferde. Anm. des Herausg. 124 Oekonomiſches Tagebuch Vieh abzuſchaffen. Der Schaͤfer Krehgen hat eine vor⸗ laͤufige Ueberſicht von den Schafen gemacht, welche ausgemerzt werden muͤſſen, naͤmlich: in Berthelsdorf 30 Schafe, 56 Hammel, 20 Hammel, 65 Schafe, 4 dumme, 6 ſchlechte, in Helsdorf 138 Schafe und Hammel, in Rochsburg 35 Schafe, 5 Jaghrlinge. Summa 359 Stuͤck. Davon, meint er, koͤnnten dann noch behalten und zur Maſt aufgeſtallt werden: 15 Schafe 30 Hammel von Berthelsdorf, 30 Schafe von Mohsdorf, 15 Schafe von Rochsburg. Summa 90 Stuͤck. Ueberſicht. 359 Stuͤck Merzvieh, 90 Stuͤck nach Helsdorf. Blieben: 269 Stuͤck. Es verſteht ſich hierbei von ſelbſt, daß dieſes nur eine ober⸗ faͤchliche Beurtheilung iſt, und daß bei der Schur die wahre Sortirung erſt geſchehen kann, und zwar auf folgende Art*): Beim Ausgeben der Schafe wird von mir zuerſt darauf geſehen, ob das Schaf Wolle genug hat? Alle, den es hieran fehlt, werden ohne Barmherzigkeit ausgemerzt, und zu dieſem Behuf ſogleich mit einem ſtarken Roͤthelſtrich bezeichnet. Sind ſie ge— ſchoren, ſo wird ihr Alter und Leibesbeſchaffenheit unterſucht, in Mohsdorf *) Die Vermuthung, daß noch mehr auszumerzen ſeyn würden, beſtä⸗ tigte ſich gar ſehr; denn es wurden 600 Stück ausgemerzt.— Wie kann man ſich dann verwundern, wenn man ſchlechte Wollſchur hat? llen tt. duttr, knwt dffc ine bor⸗ gemerzt zur des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 125 und die verdaͤchtigen, nebſt den mit Roͤthel bezeichneten, wer⸗ den durch Abſchneidung des linken Ohrs ausgemerzt. Es iſt viel beſſer, einige Hundert Stuͤck weniger zu halten, und die Uebri⸗ gen deſto beſſer zu fuͤttern, als mit zweihundert mittelmaͤßigen und ſchlechten die Heerde zu vermiſchen. Wenn ich das Stuͤck zu 3 Pfund rechne, ſo buͤße ich durch 200 Stuͤck ein Summa 26 Stein 6 Pfund à 20 Rthlr., betraͤgt ungefaͤhr an Wolle 520 Rthlr. und an Merzvieh 120— naͤmlich 40 Stuͤck zu 3 Rthlr. das Stuͤck. Summa 640 Rthlr. Allein dergleichen Schafe geben niemals 3 Pfund, und 4 davon ſtirbt. Demungeachtet freſſen oder verderben ſie eben ſo viel Futter, wie die andern, und wenn Letzteres der Heerde zu Gute koͤmmt, ſo uͤbertragen 1800 Stuͤck hoͤchſt wahrſcheinlich dieſen Defect. Indeſſen werde ich Alles thun, um 2000 Schafe,— aber lauter gute,— zuſammenzubringen. Noch muß ich, wegen der Schur, von den Maſthammeln be⸗ merken, daß ſie im vorigen Jahr den 18ten und 19ten Mai ge⸗ ſchoren wurden, und das Stuͤck mehr nicht gegeben hat, als 2 ¾ Pfund. Es iſt daher die Verbeſſerung bei der kuͤrzern Zeit, welche die Wolle zum Wachsthum gehabt, und in Ruͤckſicht, daß dieſe Hammel ein Jahr aͤlter geworden, gar nicht unbetraͤchtlich. Den 28ſten April. Guter Arbeitstag.— Es wurde der letzte Hafer, an 5 Scheffel, in Berthelsdorf geſaͤet, auch das Ackern des Erdaͤpfelfeldes daſelbſt zum erſten Mal beendigt, den erſten Tag mit 4 Geſpannen, den andern mit 3 Geſpannen. Den 29ſten April. Guter Arbeitstag. Die Samenerb⸗ ſen in Helsdorf werden angefangen, mit 4 Geſpannen unterge⸗ ackert zu werden; desgleichen in Rochsburg die letzten 4 Scheffel Futtererbſen. Den zoſten April. Guter Arbeitstag. Man muß das Ochſenſtuͤck in Rochsburg ſelbſt ſehen, um ſich eine Vorſtellung von der aͤußerſt ſchlechten Beſchaffenheit deſſelben zu machen. Die Furchen ſehen wie Streifen Speck aus, und das Eggen thut gar keine Wirkung darauf. Es werden dadurch nur einzelne Stuͤcke Raſen abgeriſſen, welche den Acker noch mehr verunſtal⸗ 126 Oekonomiſches Tagebuch ten. Mit einem Wort: ich werde es fuͤr ein wahres Wunder halten, wenn die Erbſen hier aufgehen. Ueberhaupt iſt das Land von vorjaͤhriger Naͤſſe dieſes Jahr eiſenfeſt, und doch konnte ich bei dieſem Erbſenfelde nicht laͤnger warten, weil es nothwen⸗ dig war, fuͤr Futter der Schafe zu ſorgen.— Drei Lohnge⸗ ſpanne in Helsdorf. Seit dem letzten Froſte iſt die Witterung im April unge⸗ mein fruchtbar geweſen, beſonders durch fruchtbare Thaue und Waͤrme. Monat Mai. Den 1ſten Mai. Es wurde die Auswahl der Zuchtſtaͤhre getroffen. Fuͤr Rochsburg wurden vier Zeitſtaͤhre mit einem langen Einſchnitt in das linke Ohr bezeichnet. Hierzu ſoll die alte Eilfe kommen. Berthelsdorf und Mohsdorf haben vierzehn Zeit⸗ ſtaͤhre und drei Jaͤhrlingsſtaͤhre erhalten, welche bezeichnet ſind mit einem langen Einſchnitt in das rechte Ohr, und hierzu ſoll der Kuͤmmeltuͤrke auch nach Berthelsdorf kommen. Unter den Jaͤhrlingen ſind 20 Stuͤck zur kuͤnftigen Zuzucht tuͤchtig befunden; drei aber durch Abſchneidung des linken Ohrs ausgemerzt,— von 27 Stuͤck dieſer Jaͤhrlinge. Von 22 Zeit⸗ ſtähren wurden 6 Stuͤck ausgemerzt.. Anfang der Wieſenhutung in Rochsburg und Ber⸗ thelsdorf. In Rochsburg ſind 369 Stuͤck, incl. der heurigen Lammer, welche aber eben ſo viel freſſen, wie die alten; in Berthelsdorf mit Laͤmmern 718 Stuͤck. Daß ich im vorigen Herbſt die Kornſtoppel nicht umgebro⸗ chen habe, thut mir gegenwaͤrtig ſehr großen Schaden; indem ich mit der Arbeit gar nicht fertig werden kann, und ſelbige bei aller Anſtrengung ſehr ſchlecht wird. Das vorige Jahr war naß, (— und dem iſt man immer ausgeſetzt,—) welches die Erde wie Eiſen feſt gemacht hat. In Mohsdorf haben 16 Pferde in neun Tagen 18 Scheffel Erbſen beſtellt, und dabei bin ich im⸗ mer der Gefahr ausgeſetzt, daß die Erbſen, wegen Feſtigkeit der „ then d h e gema lohne tthal ugen mm d ümmt eram gſefe bmſe Wr te fün fät dache m de doer d den foſ fn 1 3 8 dhecht ſedes dentii Vunde iſt das fonnte hwen⸗ uge⸗ unge⸗ e und des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 127 obern Rinde, nicht aufgehen koͤnnen. Es iſt unerhoͤrt, wie das Feld in Rochsburg nach zweitaͤgigem Eggen noch ausſieht! Haͤtte ich es vor Winters umgebrochen, ſo wuͤrde der Froſt es milder gemacht haben, und ich haͤtte gegenwaͤrtig nicht ſo viele koſtbare Lohngeſpanne noͤthig, koͤnnte auch eher Futter fuͤr meine Schafe erhalten. Bei der unumgebrochenen Kornſtoppel iſt noch das Un⸗ angenehmſte, daß man erſt ſpaͤt an das Umbrechen denken kann, und daß man allezeit wegen der Naͤſſe, die ſie haͤlt, zu zeitig koͤmmt.— Der Einwand wider die Faͤlgenbeſtellung,— daß ſie naͤmlich die Felder ſehr verwildere,— iſt zwar ganz gegruͤndet, in ſo fern naͤmlich dieſe Faͤlge ſpaͤt beſtellt wird, und dadurch dem Graſe in den Furchen Zeit gelaſſen wird, auszuſchlagen; allein dieſer Einwand wird durch zeitige Beſtellung gehoben, und faͤllt bei Erbſen und Wicken ganz weg, indem dieſe das Unkraut er⸗ ſticen. Was bei Hafer, Gemang u. ſ. w. nicht ſo zeitig be— ſtellt werden kann, muß dann geruhrt werden. Welcher große Vortheil aber iſt es, wenn man dieſes bei ³ ſeines Feldes erſpa⸗ ren kann!— Es iſt noch ein Einwand zu beantworten, und dieſer iſt nicht ganz zu heben: naͤmlich, daß die Erbſen durch das Eggen nicht ſo untergebracht werden koͤnnen, um ganz ſicher vor den Tauben zu ſeyn. Ich ſehe ſie aber doch ſeit zwei Jahren demungeachtet gedeihen; und es iſt kein Vergleich zwiſchen den Koſten von Lohngeſpann, und den von Huͤtern mit Feuergewehr gegen die Tauben, die den Erbſen nachſtellen. Die Wicken ha⸗ ben dieſe Gefahr eben ſo wenig, als der Hafer, und die Erbſen muͤſſen bei meiner Einrichtung ohnedies theilweiſe geſaͤet werden, ſo daß nur die Samenerbſen und ein Theil der Futtererbſen auf dieſe Faͤgge kommen. Zu den andern Futtererbſen wird ge— ruhrt.— Guter Arbeitstag! Den 2ten Mai, Sonntag. Den 3ten Mai, guter Arbeitstag.— Die Samenerb⸗ ſen in Helsdorf, 9 Scheffel 1 Sippm., wurden beendigt, und das Erdaͤpfelfeld daſelbſt angefangen, zu ackern. Den 4ten Mai. Der Gemang auf der Galgenquiere und Knechteſpitze wird geſaͤet. Die gelbe Schafgarbe war am Rande des Schnecken⸗ feldes,— zwar vor Winden gedeckt, aber auf keinem außeror⸗ dentlichen Boden,— X Leipziger Elle hoch gewachſen. Sie 128 Oekonomiſches Tagebuch wuͤrde ſich alſo zum Hauen oder Abhuͤten ſchon eher geſchickt ha⸗ ben.— Dies verdient die groͤßte Aufmerkſamkeit, da die Schafe dieſe Schafgarbe begierig freſſen, und ſie ihnen bekannt⸗ lich ſehr geſund iſt. Uebyigens ein aͤußerſt kalter Tag. Den 5ten Mai. Eben ſo kalt, mit untermiſchtem Regen und Graupeln; uͤbrigens guter Arbeitstag. Keine Nitidula aenea iſt im Ruͤbſen, und nur im Anfang ſeiner Bluͤthe war dieſer Kaͤ⸗ fer zu bemerken. Den 6ten Mai. Sehr ſtarker Froſt, ſo, daß das Feld nicht fruͤh vor 7 Uhr geegt werden konnte, und, nach Ausſage der Leute, Eis auf dem Waſſer gefroren war. Ich ſelbſt fand auf dem Kahne in der Mulde noch um 9 Uhr Morgens Eis ſo ſtark, als ein Meſſerruͤcken*). Uebrigens guter Arbeitstag. Den 7ten Mai. Fruͤh kalt; uͤbrigens guter Arbeitstag. Den 8ten, 10ten und 11ten Mai. Gute Witterung und guͤnſtig zur Arbeit. Am 11ten Mai wurde die Haferſaat in Helsdorf beendigt. Den 12ten Mai war fruͤh bis 10 Uhr ein Nebel, welcher ungefaͤhr den Geruch von Steinkohlen hatte. Ich glaubte gleich, aus ſchon gehabter Erfahrung, daß er Anzeige von Regen ſeyn wuͤrde, und dieſer erfolgte auch den 13ten Mai ſehr ſanft und fruchtbar, von fruͤh bis auf den Abend. Auch in der Nacht muß es betraͤchtlich geregnet haben. Der letzte Futterhafer in Rochsburg wurde geſaͤet, konnte aber nur bis zu ungefuͤhr* vollendet werden, weil es Nachmit⸗ tags regnete. Den 14ten Mai wurden die erſten Erdaͤpfel in Helsdorf gelegt; anfaͤnglich nach einer Methode, die ich noch nicht verſtehe, welche aber nachgetragen werden wird, und ſodann auf die Art, daß eine, auch zwei Furchen umgeackert werden, ehe wieder eine Furche mit Erdaͤpfeln belegt wird. *) Dieſer Froſt hat auch die Kornähren verfroren; wie ich heute, den 11ten Mai, bemerkt habe: denn ſie ſind ganz weiß. Zum Glück waren ihrer noch nicht viel aufgebrochen. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 129 Den 15ten Mai wurden die letzten 78 Maſthammel ge⸗ ſchwemmt. In Berthelsdorf fanden ſich mehrere erſt ausgegangene Erbſen, auf dem Stuͤcke Feld, wo ſelbige den 23ſten Maͤrz un⸗ tergeackert worden. Sie haben alſo 53 Tage in der Erde gele⸗ gen, ohne zu verderben, und daß ſie nicht aufgegangen, iſt um deſto merkwuͤrdiger, da der Boden etwas ſandig iſt. Es iſt ſehr kalt; ſo wie uͤberhaupt der Mai ſich durch eine fuͤr die Jahreszeit ganz beſondere Kaͤlte bis jetzt auszeichnet. Ende der Futterhaferſaat.— Gegen Abend fieng es an, zu regnen. Den 16ten Mai. In der Nacht hat es geſchneiet; die Spitzen der Berge ſind um 4 Uhr Morgens noch alle weiß, ſo wie die Felder von Hoyersdorf und Helsdorf. Hierauf warmer Regen, welcher ſich in Schnee verwandelte, und bis 6 Uhr Abends ſchneiete es. Den 17ten Mai. Kalt und untermiſchte Graupeln. Die benachbarten Berge von Hohenſtein u. ſ. w. waren den ganzen Tag mit Schnee bedeckt. Den 18ten Mai wurden die erſten Erdaͤpfel in Rochsburg gelegt. Viele untermiſchte Regenſchauer, mit Schnee vermiſcht, noͤthigten mich aber, Vormittags vor 11 Uhr aufzuhoͤren. Die Seifenſiederaſche wurde in die Furche geſtreut, wo die Erdaͤpfel liegen. Es gehoͤrt ſehr viel dazu, nur maͤßig mit Aſche zu duͤngen. Den 19ten Mai wurden die erſten Erdaͤpfel in Berthelsdorf gelegt, und in Rochsburg damit fortgefahren. Den Loſten Mai wurden die letzten 78 Stuͤck Maſthammel in Rochsburg geſchoren, und gaben Summa 12 Stein 54 Pfund; mithin fehlen 3 ½ Pfund daran, daß man auf das Stuͤck 3 ½ Pfund rechnen koͤnnte Den 22ſten Mai. Ende des Erdaͤpfellegens in Rochsburg, an Summa 58 Scheffel Peniger Maaßes. Die Unkoſten fuͤr das Schoͤnburg. Wirthſch. I. 9 130„ Oekonomiſches Tagebuch Legen dieſer 58 Scheffel Erdaͤpfel, Peniger Maaßes, betrugen in Rochsburg: 1) 6 Rthlr. 23 Gr. fuͤr Aſcheſtreuen,— 2) 5— 1— fuͤr das eigentliche Legen der Erd⸗ aͤpfel. Summa 12 Rthlr.— Gr.*) In Berthelsdorf wurde das Legen der Erdaͤpfel gleichfalls beendigt, naͤmlich 97 Scheffel Dresdner Maaßen, oder Summa 55 Scheffel 1 Sippm. 2¼ Metze Peniger Maaßes. Die Koſten dafuͤr waren, wie folgt: 3 Rthlr. 5 Gr. 6 pf. das Streuen der Seifenſie⸗ deraſche, 2— 12——— das Legen der Erdaͤpfel ſelbſt. Summa 5 Rthlr. 17 Gr. 6 pf.— Den 25ſten Mai. Der erſte wirklich warme Tag, auf den doch eine kalte Nacht folgte. Den 31ſten Mai. Schafſchur in Rochsburg auf der Trift⸗ ſchaͤfexei. Es konnten aber,— weil es von 6 Uhr fruͤh bis 10 Uhr nicht unbetraͤchtlich regnete,— nur 107 Stuͤck geſcho⸗ ren werden. Die Rochsburger Mutterſchafe und Jaͤhrlinge, und ſaͤmmt⸗ liche Staͤhre, desgleichen die ganze Berthelsdorfer und Helsdor— fer Schafheerde, wurden heute geſchwemmt. Monat Junius. Den 1ſten Junius. Fortſetzung der Rochsburger Trift⸗ Schafſchur in meinem Stalle. Es regnete naͤmlich ungemein ſtark den ganzen Tag und die darauf folgende Nacht. Dieſer Regen war fuͤr die Sommerfruͤchte entſcheidend, welche ſchon ſehr zu leiden anfiengen. Den 2ten Jun. Zur Beendigung der Rochsburger Trift⸗ Schafſchur konnte wegen Naͤſſe der Schafe nichts gethan werden. *) Das Erdäpfellegen in Helsdorf hat gekoſtet Summa 2 Rthlr. 20 Gr. 4 pf., und ſind gelegt worden Summa 27 Scheffel 2 Metzen. ☛2 nd A gen i des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 131 Den 3ten Jun. Beendigung der Rochsburger Trift⸗ Schafſchur. Es wurden auf dem Platze abgeſchoren 38 Gebuͤnde Schafwolle, 52— Hammelwolle. Summa 90 Gebuͤnde. 8 Ferner wurden RNachmittags meine Rochsburger Schafe und Jaͤhrlinge geſchoren. Es waren: 124 alte Schafe, 53 Zeitſchafe, 27 Kalberjaͤhrlinge, 7 Hammel. Dieſe haben an Wolle gegeben Summa 21 Stein 8 Pfund. Den 4ten Jun. wurde in Berthelsdorf zuerſt folgendes Schafvieh von Rochsburg geſchoren, welches vorigen Tages in Rochsburg nicht hatte beendigt werden koͤnnen, naͤmlich: 15 alte Staͤhre, 22 Zeitſtaͤhre, 26 Staͤhrlaͤmmer, 6 Zeithammel, 4 Hammeljaͤhrlinge. Summa 8 Stein 7 Pfund. Die Ueberſicht dr Rochsburger Schafſchur iſt alſo, nach Vorigem, folgende: 31 Stein 20 ½ Pfund 198 Hammel, 8— 7— 73alte Zeit⸗ u. junge Staͤhre und 10 Hammel, 21— 8 ¾— 20 4alte und Zeitſchafe, und 7 Hammel, — 2— 8¼— 84 LKðmmer. Summa 64 Stein 1 Pfund. Die Berthelsdorfer Schur hat beſtanden aus 68 Stein 16 ½ Pfund. 9— 4— Sterblingswolle. Bleibt: 62 Stein 1 22 Pfund. 9*† ———— 132 Oekonomiſches Tagebuch Dieſe 62 Stein 12 ½ Pfund ſind geſchoren worden von 581 Stuͤck Schafen, worunter 232 Schafe, 22 Kalberjaͤhrlinge, 302 Hammel, 28 Zeithammel. Iumma 584 Stuͤck, NB. 3 Stuͤck Abgang.. Dieſe Schafe und Kaͤlberjaͤhrlinge haben alſo juſt 2 Pfund gege⸗ ben, und die Hammel etwas uͤber 2 ½ Pfund. Den 5ten Jun. Schafſchur in Mohsdorf, wozu die Hels⸗ dorfer Schafe gezogen worden. Dieſe haben geſchoren Summa 20 Stein 14 ¼ Pfund. Es waren deren 200 Stuͤck; mithin hat das Stuͤck gegeben etwas uͤber 2¼ Pfund. Von den Mohsdorfer Schafen haben 370 Stuͤck, worun⸗ ter 114 Hammel waren, gegeben Summa 40 Stein 3 Pfund; mithin noch nicht ganz 2 ½ Pfund das Stuͤck. Am Tage und noch mehr in der Nacht war ſtarker Gewit⸗ terregen, der bis am Morgen anhielt. Den 6ten, Ften und 8ten Jun. Feiertage. Den 9ten Jun. wurden in Mohsdorf 274 Stuͤck Zeitvieh und Jaͤhrlinge geſchoren, und gaben: 28 Stein 4 Pfund 1— 20— Sterblingswolle. Summa 26 Stein 6 Pfund; mithin das Stuͤck ungefaͤhr 2½ Pfund. Am naͤmlichen Tage wurde in Mohsdorf von 139 Laͤmmern geſchoren Summa 3 Stein 9 Pfund; von den Berthelsdorfer Laͤmmern an 120 Stuͤck aber Summa 3 Stein 7 Pfund. Wenn wir nun die ganze Schafſchur betrachten, ſo finden wir, daß in Summa 1893 Stuͤck geſchoren worden, und daß dieſe an Wolle gegeben haben, nach dem Leipziger Waagezettel beim Nachwiegen, Summa 235 Stein 18½ Pfund; wovon die Laͤmmer,— an 348 Stuͤck,— gegeben haben 9 Stein 6 ½ Pfd. Es iſt alſo der eigentliche Betrag von obigen 1893 Schafen ꝛc. Summa 226 Stein 12 Pfund 10— 9— Sterblingswolle. Bleibt: 216 Stein 3 Pfund. küc (⸗ n des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 1838 Folglich hat das Stuͤck noch uͤber 2 ½ Pfund im Durchſchnitt ge⸗ geben, und ſind darunter uͤber 600 Stuͤck Merzvieh geweſen. Den 12ten Jun. wurden die Erdaͤpfel in Rochsburg einge⸗ eggt. Wo ſie zu ſeicht lagen, wurden ſie von der Egge ausge⸗ zogen.. Den 13ten Jun. regnete es Nachmittags ſehr ſtark, ſo daß man Schloßen befuͤrchtete, weil die Tropfen ſehr groß waren. Das ganze Land iſt davon durchdrungen, und die Zeit uͤberhaupt ſehr fruchtbar. In der Nacht regnete es noch ſtaͤrker. Den 14ten Jun. regnete es oͤfter, zumal den Vormittag anhaltend und ſtark. Den 16ten Jun. kamen die drei aͤltern Fohlen zu dem Hof⸗ prediger, Herrn Homann in Weida. Ich ſehe mich genoͤ⸗ thigt, auch fuͤr die Staͤhre taͤglich 4 Maaß Hafer zu fuͤttern, da ich bereits genoͤthigt bin, ſeit geraumer Zeit fuͤr die Schafe taͤg⸗ lich 1 Centner Heu fruͤh zu fuͤttern. Eben die Ehre widerfaͤhrt mir in Mohsdorf und Berthelsdorf, wo ich nirgends mit der gruͤnen Weide reiche; und auch in Helsdorf muß ich Stroh bei— fuͤttern. Nunmehr wundere ich mich keinen Augenblick, daß ich nur 2 ¼ Pfund vom Stuͤck geſchoren habe. Den Sommer und Herbſt ſind die Schafe zu ſehr vernachlaͤſſigt worden, und eine maͤßige Winterfuͤtterung kann unmoͤglich das wieder erſetzen. Kuͤnftig muß eine aͤngſtliche Sorgfalt auf eine ſtets gleich gute und ſehr reichliche Fuͤtterung das ganze Jahr hindurch verwendet werden, und die Schafe ſollen, um ſich zu erholen, vor dem 1ſten September nicht zugelaſeen werden.— Ich habe meine Merzhammel zu 2 Rthlr. 19 Gr., und die Schafe zu 2 Rthlr. das Stuͤck verkau⸗ fen muͤſſen, in einem Jahre, wo Andere ihre Hammel zu 4 Rthlr. verkaufen, und wo Merzvieh mehr, als jemals, geſucht wird! Dabei kann ich mich noch gluͤcklich ſchaͤtzen, daß ich ſie nur ver— kauft habe; denn da ich mit meinem guten Vieh nicht recht weiß, wie ich zurecht kommen ſoll: was wuͤrde aus meiner Wirthſchaft geworden ſeyn, wenn ich 404 Stuͤck Merzvieh uͤber dem Halſe behalten haͤtte! Feſte Regel muß es daher ſeyn, vor dem iſten Junius an gar kein Austreiben zu denken, ſondern fuͤr Futter bis dahin zu ſorgen. Wo moͤglich, muß aber dann auch dieſe —õʒm — — ——————ÿÿ— 134 Oekonomiſches Tagebuch ganze Wieſenhutung aufhoͤren, weil wenigſtens kein Vortheil da⸗ bei iſt. Die Vorurtheile, die ich bei Anfange dieſes Tagebuchs gegen die Stallfuͤtterung geaͤußert habe, ſind nur das Reſultat meiner Unwiſſenheit geweſen. Gutes und vieles Futter iſt das ganze Geheimniß der Viehhaltung; und die Nachtheile, die ich damals mit Recht von ihr empfunden habe, ſind ins⸗ geſammt aus Futtermangel entſtanden. Um Er⸗ fahrungen in der Wirthſchaft zu machen, werden viele Kennt⸗ niſſe,— die man nur nach und nach erlangt,— und eine ganz ruhige, und unparteiiſche Beobachtung erfordert! Zumal, wenn der Erfolg nicht guͤnſtig iſt, ſo unterſuche man ja unparteiiſch, ob von unſerer Seite auch Alles geſchehe, was den Erfolg ſichern konnte? Ich wette, mein Leſer! hier wird es fehlen. Den 16ten, 17ten und 18ten Jun. regnete es ſehr ſtark. Die Wolle hat in Leipzig betragen Summa 237 Stein 1 Pfund. Darvon iſt abzuziehen, wie oben, 10 Stein 9 Pfund Sterblingswolle, und 9— 6 ½— Laͤmmerwolle. Summa 19 Stein 15 ½ Pfund. Bleibt: 217 Stein 74 Pfund. Dieſe 217 Stein 7 ½ Pfund auf 1693 Schafe, die geſchoren worden, vertheilt, betragen Summa 2 ¼ Pfund, und bleibt, zum Vortheil der Schafe, ein Ueberſchuß von 144 Pfund. Die Wolle iſt uͤbrigens zu 22 Rthlr. 14 Gr. der Stein verkauft worden, und die ganze Summa an Gelde betraͤgt: 5353 Rthlr. 6 Gr. 7 ½ pf. Den 27ſten Jun. Der Endzweck dieſes Tagebuchs,— Erfahrungen, mit Aufmerkſamkeit gemacht, aufzuzeichnen,— erfordert, den Hauptfehler nicht zu vergeſſen, welchen ich da⸗ durch gemacht, daß ich vorigen Jahres die Kornſtoppel nicht um⸗ brechen laſſen, ſondern die Erbſen lieber unterackern wollen. Der Erfolg iſt geweſen, daß kaum der dritte Theil aufgegangen iſt, und dieſer dritte Theil ſchlechten Wuchs hat. Wer ſehr leichte Felder, oder ſehr wohl zubereitete Felder hat, der kann ſeine Erbſen unterackern: bei ſchwerem Boden aber wage man dies ja nicht! Es iſt gegruͤndet, daß die Erbſe große Kraft an⸗ wendet, durch den Boden zu kommen. Dieſer Anſtrengung —·Q·Q- 4 4£ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 135 ſchreibe ich aber auch den ſchlechten Wachsthum zu, welchen die⸗ jenigen haben, die noch durch die Zwiſchenraͤnder der Furchen gekommen ſind. Durch die Furchen der Kornſtoppel ſelbſt konn⸗ ten ſie gar nicht dringen; ſie trieben ihre Keime ſehr lang; da ſie aber den Widerſtand zu ſtark fanden, ſo ringelten ſie ſich, und verdarben. Es war zwar die Vorſicht gebraucht worden, ſehr ſeicht zu ackern; wenn man aber bedenkt, daß der ohnedies ſchwe⸗ re Boden zwei Winterfeuchtigkeiten in der unumbrochenen Korn⸗ ſtoppel erhalten hatte, ſo darf man ſich im Mindeſten nicht ver⸗ wundern, daß er im zeitigen Fruͤhjahre gar nicht zu bearbeiten iſt,— welches die Erbſenbeſtellung zum Viehfutter und Samen gleich unmoͤglich macht.— Den 27ſten Jun. Anfang der Ruͤbſenerndte. Je⸗ dermann erſtaunte uͤber die Schoͤnheit des Nuͤbſens, ſo lange er auf dem Felde ſtand; und auch beim Hauen war ich ſelbſt voller Erwartung: der heutige Tag aber laͤßt einen aͤußerſt ſchlechten Ertrag erwarten. Den 29ſten Jun. Die Fortſetzung der Erndte wird durch Regen unterbrochen. Den 30ſten Jun. Fortſetzung der Ruͤbſenerndte. Monat Julius. Den 1ſten Julius. Anfang der Erbſenfuͤtterung in Ber⸗ thelsdorf und Helsdorf den 5ten Jul. Ende der Ruͤbſenhutung, welche die⸗ ſes Jahr das Schafvieh nicht verbeſſert hat. Den éten Jul. Anfang der Erbſenhutung in Rochs⸗ burg auf dem Ochſenſtuͤck. Die Futtererbſen auf der Nuͤbſenſtoppel ſind geſaͤet worden. den 5ten Jul. im großen Krautgarten, und den 10ten Jul. auf den Schaͤfereiſtuͤcken. Diesmal wurden ſie auf die rauhe Furche geſaͤet, und letztere hin⸗ ter dem Saͤemann eingebrochen. Dieſe Methode hat die gute 136 Oekonomiſches Dagebuch Folge, daß die Erbſen mit Erde bedeckt werden, und daher we⸗ der den Tauben, noch der Trockenheit ausgeſetzt ſind. Das Anhaͤufeln der Erdaͤpfel durch einen Haken mit dop⸗ peltem Streichbrett*) wurde eben in Rochsburg zum zweiten Male, und in Rochsburg zum erſten Male angefangen; als den 13ten und 14ten Jul. ein ausnehmend ſtarker Regen die Fortſetzung unmoͤglich machte. 8 Die Methode, das Erdaͤpfelfeld durch dieſen Haken mit doppeltem Streichbrett zu bearbeiten, iſt ſo vollkommen, daß mir keine Verbeſſerung moͤglich zu ſeyn ſcheint. Hier iſt das ganze Verfahren der Kartoffel-Cultur:„In ein gut zubereitetes Feld, welches im Fruͤhfahr nach zweimal geackert worden, wer⸗ den im Anfange und erſten Haͤlfte des Mai's die Erdaͤpfel durch den gewoͤhnlichen Pflug gelegt. Man zieht naͤmlich eine Furche, legt die Erdaͤpfel hinter den Pflug auf die Tiefe der abgeſchnitte— nen Furche,— damit die Egge ſie nicht herausreiße,— wirft zwei Furchen bei, und faͤngt bei der vierten von Neuem an, zu legen. Ehe die Erdaͤpfel herauskommen, und wenn das Feld— unkraut ſich zeigt, ſo wird es geegt, nach der Laͤnge und Queere, nach Beſchaffenheit des Landes. Waͤre ſeicht geackert worden, und das Feld waͤre ſehr locker, ſo muͤſſen ungemein leichte Eggen dazu angewendet werden, damit man die Erdaͤpfel nicht heraus⸗ reiße. Iſt dieſes Eggen nicht hinreichend, das Feld rein vom Unkraut zu halten, ſo muß man es mit der Handhacke noch durch⸗ arbeiten laſſen, und wenn die Erdaͤpfel hoch genug ſind, wird mit dem Hakenpfluge zuerſt gehaͤufelt. Ein Mann fuͤhrt das Pferd zwiſchen den Reihen, und da das einzige Rad, das vorn am Grindel angebracht iſt, hoch geht, ſo wird,— natuͤrlich das erſte Mal nur ſeicht,— ungefaͤhr um die Haͤlfte gehaͤufelt, ſo wie das Beduͤrfniß es eben erfordert. Sind die Erdaͤpfel hoͤ⸗ her gewachſen: ſo wird nunmehr das Anhaufeln dadurch vollen⸗ det, daß man mit dem Hakenpfluge abermals die Zwiſchenraͤume durchzieht. Da das Rad nunmehr tief geht, ſo nimmt der Ha⸗ ken ſehr viel Erdreich aus den Furchen, und die doppelten Streichbretter druͤcken es an die Erdaͤpfelreihen viel vollkommner *) Ein gewöhnlicher ſogenannter ſächſiſcher Cultivator, der 8 bis 10 Rthlr. koſtet. Anm. des Herausg. N, hitt v ültu b nibe h, mli t fi V tehan ſimſ ang d ſ —-— des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 137 an, als durch das Behacken mit der Hand: denn da die Streich⸗ bretter beweglich ſind, ſo kann man ſie ganz nach dem Beduͤrfniß der Zwiſchenraͤume ſtellen. Nur durch dieſen Hakenpflug iſt es moͤglich, die Erdaͤpfel— Cultur,— die nuͤtzlichſte unter allen,— recht ins Große zu treiben; und durch dieſe wichtige Entdeckung bin ich bewogen wor⸗ den, die Eintheilung meiner Felder dahin zu aͤndern, daß ſie naͤmlich in Rochsburg nun enthalten ſoll: 3 Ruͤbſen, Korn, Erdaͤpfel, Erbſen, Weitzen, Wicken; auf den Vorwerken aber, nach Einthelluns in 6 Theile: 1) u. 2) Korn, 1 3) Erdaͤpfel, 4) Hafer und Klee, 5) Erbſen, 6) Klee. Die diesjaͤhrige Theurung des Hafers und die aͤußerſt ſchlechte Beſchaffenheit deſſelben, wenn man ihn kauft, noͤthigt mich, ihn ſelbſt zu bauen. Vielleicht wird auch in Zukunft der Ruͤbſen⸗ preis ſo geringe werden, daß man deſſen Cultur aufgeben muß, weil zu Viele ſich darauf legen. Bis jetzt aber iſt der Ruͤbſen⸗ ertrag noch hoͤher, als der von Koͤrnern, wenn man naͤmlich nur Duͤnger im Ueberfluß hat; ſonſt,— im Fall die Duͤngung den andern Feldern entzogen wird,— duͤrfte großer Schade da⸗ bei ſeyn.— Noch muß beim eignen Erbau des Hafers der Vortheil in Erwaͤgung gezogen werden, daß dabei die unange⸗ nehmen und laͤſtigen Fuhren nach Kaufhafer wegfallen. Wenn der Klee wieder bei mir geraͤth, ſo iſt er den Huͤlſen⸗ fruͤchten, wegen ſeines beinahe doppelt ſtarken Ertrags, weit vorzuziehen; und die Schnecken haben die Wicken und Erbſen mit ihm ja gemein. Ich glaube auch, durch zweimaliges Ackern mich dagegen ſichern zu koͤnnen; beſonders, wenn ich die Methode befolge: beim erſten Mal Ackern gleich das Feld tuͤchtig eineggen zu laſſen,— vielleicht auch, es zu walzen. — 138 Oekonomiſches Tagebuch Der Grund hiervon liegt am Tage; indem damit den Schnecken zugleich ihre Nahrung und Zuflucht benommen wird. Auch duͤrfte es bei der Klee⸗Cultur weſentlich noͤthig ſeyn, den Klee nie⸗ mals voͤllig in die Bluͤthe treten zu laſſen; um zeitiger das Feld raͤumen zu koͤnnen..— Bei dieſer Methode wuͤrde die Fuͤtterung fuͤr die Schafe folgende ſeyn: im Anfang Klee,— zu Haͤckſel mit untermiſch⸗ tem Stroh geſchnitten, oder gruͤn gefuͤttert;— ſodann die Erb⸗ ſen, welche dieſerhalb in Abtheilungen geſaͤet werden muͤſſen; und dann Kornſtoppel und Wieſenbehutung, nachdem von den Wieſen Heu fuͤr die Pferde gemacht worden.— Auf dieſe Art kaͤmen wir wieder auf den Weg, von welchem wir ausgegangen, naͤmlich auf Stallfuͤtterung; nur mit viel mehr Einſicht, durch Erfahrung gelaͤutert. Noch iſt bei dieſer Cultur zu bemerken, daß der Same von allen Arten nothwendig ſelbſt erzeugt werden muß. Zu die— ſem Behuf muß die erſte Abtheilung der Erbſen um ſo viel groͤßer werden, als zum Samen nöthig iſt; und vom Klee bleibt der zu⸗ erſt zum Haͤckſelfutter abgehauene dazu ſtehen. Es laſſen ſich noch zwei wichtige Verbeſſerungen zu dieſer Cultur hinzufuͤgen: 1) bei der Winterfrucht kann die eine Haͤlfte Korn und die andere Haͤlfte Weitzen ſeyn, der im Fruͤhjahr zum Abhuͤ⸗ teen dient; 2) in den Zwiſchenraͤumen der Erdaͤpfel,— wenn dieſe zum zweiten Male behaͤufelt werden,— koͤnnen Ruͤben geſaͤet werden. Den 29ſten Jul. Ende des Erdaͤpfel⸗Anhaͤufelns in Mohs⸗ dorf! Die zeitherige Naͤſſe,— denn es hat bis heute, von dem hier bemerkten Tage an, beſtaͤndig geregnet,— war an dieſer Verhinderung beſonders mit Schuld. Den 30ſten Jul. Das Ochſenſtuͤck in Rochsburg wird zu ackern angefangen. itxen, Nv Anf 2 temn N hüſch rxeic far ſe wmadte irn, w watab undi im E heſcet —— zemme dden nict et duun du era idnaken Auch ke nie⸗ Feld cae niſo⸗ Erb⸗ und eſen men llich ime die⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 189 Monat Auguſt. Den 4ten Auguſt. Ende der Erbſenhutung in Rochs⸗ urg..8 is Den 5ten Aug. wurde das erſte Korn in Rochsburg einge⸗ fahren, nachdem in Rochsburg und Berthelsdorf den 2ten Aug. der Anfang mit Hauen und Schneiden gemacht worden. Den öéten Aug. Anfang der Kornſtoppelhutung, und Ab⸗ ſetzung der Laͤmmer in Rochsburg. 4 Merkwuͤrdig iſt, daß die Gerſte unter dem Gemang vor— trefflich ſteht, und daß in einem Stuͤck Gemang in Mohsdorf, wo vorigen Jahres Hafer geſtanden, dieſes Jahr beinahe gar keiner ſteht, ungeachtet er die Haͤlfte der Ausſaat ausmacht, und ungeachtet Erbſen und Wicken ſehr ſchoͤn ſtehen. Dieſe Bemer⸗ kung, welche ſo ſehr fuͤr den Wechſel der Fruͤchte zeugt, iſt ge⸗ nau beobachtet, Monat September. Den 13ten Sept. Anfang der Kornſaat in Mohsdorf, und in Rochsburg werden heute die Erbſen auf der Nuͤbſenſtoppel im Stalle zu fuͤttern angefangen. Den 14ten Sept. Das Ochſenſtuͤck in Rochsburg ward beſaͤet mit 8 Schfl. 3 Sippm. Korn. 4.. Ende der Ackerbeſtellung in Berthelsdorf! Meine Schafe in Rochsburg, vorzuͤglich Laͤmmer und Hammel, kommen ohne meine Schuld in ſehr ſchlechten Zuſtand, indem ſie keine Schoten freſſen wollen, die jung ſind, und welche ich nicht entbehren kann. Vielleicht iſt die Naͤſſe des geſtrigen Regens daran Urſache. Ich habe Antimonium verordnet, um Freßluſt zu erregen.. Den 15ten Sept. Anfang der Kornſaat in Berthelsdorf. In Rochsburg wurde mit der Spitze am Teich von den Knechten zu ſaͤen angefangen, mit 2 Schfl. 2 Sippm. 2 Metzen. Beim Erdaͤpfelausnehmen iſt Folgendes zu bemerken: man muß den Haken, mit Beibehaltung der Streichbretter, auf den Pflugwagen, oder ein Vordergeſtell eines Pflugs, legen, und eine 140 Oekonomiſches Tagebuch Zeile um die andere ausackern; weil man ſonſt eine Zeile mit der andern bedeckt, wenn nicht zwiſchen jeder aufgeackerten Zeile eine liegen bleibt. Den 16ten Sept. wurde das Stuͤck an der Richterwieſe be⸗ ſaͤet mit 4 Schfl. 1 Sippm. Den 17ten Sept. wurde die Galgenquiere mit 6 Scheffel 1 Sippm., und die Bauerſpitze mit 1 Schfl. 2 Sippm. 3 Metzen beſaͤet. Weil es viel geregnet hat, und die Erbſen ſehr naß ſind, ſo bin ich genoͤthigt, ſeit dem 16ten September die Schafe, Staͤhre und Laͤmmer auszutreiben; die Hammel aber bekommen Erbſen. Den 21ſten Sept. Heute in der Nacht vom Loſten bis 21ſten hat es nicht nur gereift, ſondern auch einen Meſſerruͤcken ſtark gefroren. Dies hat aber dem Erdaͤpfelkraut bei mir noch nichts geſchadet. Auf dem Erbſenfelde ſind, ungeachtet der geweſenen großen Hitze des Sommers, viele Schnecken. Ich befuͤrchte ſie auch auf der Galgenquiere, und dem Ochſenſtuͤcke, auf dem Theile, wo Gemang geſtanden; wenigſtens habe ich ihren Geifer dort geſe— hen, und drei Schnecken auch gefunden. Man kann ſich bei Soͤmmerungen niemals ihretwegen beruhigen. Den 2oſten Sept. Ende der Kornbeſtellung in Berthels⸗ dorf, bis auf das Erdaͤpfelfeld. Den naͤmlichen Tag wurden meine erſten Fohlen zum erſten Male geritten. Sie waren ungemein willig. Den 26ſten Sept. Bis heute hat es von dem erſten Froſte an immer gereift, und in den Thaͤlern gefroren. Heute iſt war⸗ me Witterung eingetreten. 112 Schafe wurden in Rochsburg zur Zucht ausgeſucht, und ſie ſind ohne Ausnahme von außerordentlich guter Beſchaf⸗ fenheit. Den 27ſten Sept. Heute iſt der große Krautgarten mit 3 Sippm. 2 Metzen(Korn?) beſaͤet worden. In Berthelsdorf wurden 92 Schafe ausgeſucht zur Zuzucht, wozu noch 25 Schafe von Helsdorf kamen, Summa 117 Schafe, ſaͤmmtlich ausnehmend ſchoͤn. Den Lsſten Sept. ſind in Mohsdorf zur Zucht ausgeſucht worden Summa 140 Schafe. 369 E 1 nel 1 nehme Erec vünſch 4 klung 81' der de Lenſte eritd inde dS ſch porter fen R D —* — — — 2—2 —.— .— —— 22 1- -— —²+*½ 60— — — ꝶ̃æ — — — — — — mit der Ale eine ſe be⸗ chefe Reten ſind, cafe, nmen bis ücken mir des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1802. 141 Es ſind alſo zur kuͤnftigen Zuzucht nur beſtimmt Summa 369 Schafe. Es waren auch nicht mehrere vorhanden, welche zu einer vollkommnen Zuzucht tauglich geweſen waͤren. Den 30ſten Sept. Die Erdaͤpfel in Berthelsdorf auszu⸗ nehmen, wurde angefangen. Der Haken mit beweglichem Streichbrett leiſtet auch hier Dienſte, die man nicht verbeſſert wuͤnſchen kann. Auch war am 30ſten September das Ende der Winterbe⸗ ſtellung in Mohsdorf, an Sununa 32 Schfl. 3 Sippm. 2 M. Korn. Monat October. Den Lten Oct. Anfang der Erdaͤpfelerndte in Rochsburg. Den 5ten Oct. wurde das Probebeet, in Anſehung der Seifenſiederaſche, ausgenommen. Fuͤnf, eine jede an 130 Schritte, lange Zeilen, ſtark mit Seifenſiederaſche geduͤngt, ga⸗ ben 8 Saͤcke Erdaͤpfel; und fuͤnf dergl. Zeilen, ungeduͤngt, gaben 8 Saͤcke und 1 Sippm. Es iſt alſo nach dieſem genauen Ver⸗ ſuch eben gar keine Wirkung von der Seifenſiederaſche zu er⸗ warten! 1d Heute wurde auch bei meinem Bruder der Ruͤbſen zum er⸗ ſten Male abgeſchroͤpft. Den 7ten Oct. Ende der Winterſaat in Mohsdorf. Den 8ten Oct. Ende der Erbſenfuͤtterung, welche ge⸗ waͤhrt hat vom 13ten Sept. bis 8ten Oct., mithin 25 Tage. Ende der Erdaͤpfelerndte in Helsdorf. Den 8ten Oct. Anfang der Stoppelhutung. Den 9ten Oct. Ende der Erdaͤpfelerndte in Rochsburg. Den 165ten Oct. ſchlachtete der hieſige Hofprediger einen Hammel, welcher ihm vor neun Viertel Jahr aus der Rochs⸗ burger Schaͤferei als ein Buttling verkauft war, und in dieſer Zeit, weil er ſo viel Futter hatte als er freſſen wollte, ſo zuge— nommen hatte, daß er, ausgeſchlachtet, ohne den Kopf wog 57 Pfund Fleiſch und 18 Pfund Inſelt, ſchwer Gewicht. Heute Anfang der Erdaͤpfelerndte in Helsdorf. Starker Froſt in der Nacht. 142 DOekonomiſches Tagebuch Den 1 6ten Oct. Die Schaͤfereiſtuͤcke werden beſaͤet; wie folgt: mit 8 Scheffel 2 Metzen.— Saͤmmtliche Ausſaat in Rochsburg betraͤgt daher Summa 32 Scheffel 3 Metzen. Die Umbrechung des Erdaͤpfelfeldes in Berthelsdorf wird beendigt. Monat November. Den 22ſten November werden die Schafe— 1700 Stuͤck— uͤberall eingekappt. Es wuͤrde aber die Weide auf eignen Grundſtuͤcken lange nicht zugereicht haben, wenn nicht fremde Weide gemiethet worden, und dieſe iſt bei den Rochsbur⸗ ger Gaͤrten zum Theil dem Viehe ſchaͤdlich. In Zukunft muß daher die Winterfuͤtterung vom 1ſten November an gerechnet werden. Zwei oͤkonomiſche Ideen, die ich heute gehabt, verdienen genaue Unterſuchung: 1) Wenn dem Hakenpflug,— wie ſolcher zu den Erdaͤpfeln gebraucht wird,— das linke Streichbrett genommen, und ſolcher auf ein Pfluggeſtell geſetzt wird, ſo ſcheint es, als ob er ſodann zwei Endzwecke erfuͤllen wuͤrde: naͤmlich a) das Land mehr aufzulockern und nicht ſo feſt zu druͤcken, wie der gewoͤhnliche Pflug mit ſeinem Streichbrett; b) koͤnnte vielleicht dann mit ihm nur mit einem Pferde gepfluͤgt, und alſo mit gleichem Geſpann doppelte Arbeit verrichtet werden. Da dieſem Pflug das Fach fehlt, ſo koͤnnte die Hinzufuͤgung deſſelben wahrſcheinlich die Arbeit erleichtern. 2) Die Englaͤnder eggen an einigen Orten im Fruͤhling ihren Weitzen, anſtatt ihn zu drillen! Dies duͤrfte bei uns vor— zuͤglich anwendbar ſeyn, wenn Klee in den Weitzen geſaͤet worden. Es muͤſſen Verſuche angeſtellt werden, ob nach dem Abhuͤten des Weitzens beides mit Erfolg geſchehen kann?— woran beinahe nicht zu zweifeln iſt. ſnl M nder T an nic 1700 e auf nicht sbur⸗ muß cnet enen pfela men, ſt es, mlich cken, nnte und den. des Grafen H. E. v. Schöͤnburg. 1802. 143 Monat December. Den 3ten Dec. Heute wurde eine kleine Anzahl junger Staͤhre aufgeſtellt, neun Stuͤck naͤmlich, um ohne Kappen mit Haͤckerlingsfutter geſpeiſt zu werden. Dies iſt wichtig; weil beim gluͤcklichen Erfolge 1) die Kappen wegfallen wuͤrden, und weil 2) das zu Haͤckerling geſchnittene Futter große Erſparniß an der Menge des Futters machen muͤßte. indem die Schafe ſodann nich mehr waͤhlen koͤnnen. 144 Oekonomiſches Tagebuch b IV. Fuͤrs Jahr 1803. Monat Januar. Den 24ſten Januar wurde Verſuch mit den abgetrockneten Neſſeln*) gemacht. Alle Arten Schafe fraßen ſie gern, un⸗ geachtet dieſe duͤrren Neſſeln ſehr alt am Stamme geworden, und das Schafvieh ſchon ſatt war, als ihm ſolche in der Nachmit⸗ tagsſtunde um 2 Uhr vorgelegt wurden.— Die Berthelsdor⸗ fer neuen Wieſen in Reſſeln zu legen, wuͤrde daher ſehr rathſam ſeyn. Den 28ſten Jan. In der Nacht fror es ein wenig; aber vom 1ſten d. M. bis heute iſt ohne Veraͤnderung ſehr harter kah⸗ ler Froſt mit ſcharfem Morgenwinde die unveraͤnderliche Witte⸗ rung geweſen. Das Winterkorn und der Ruͤbſen, die ohne alle Bedeckung ſind, ſcheinen jedoch gar nichts gelitten zu haben; wo— bei wohl zu bemerken, daß waͤhrend dieſer ganzen Zeit der Erd⸗ boden niemals aufthauete. Monat Februar. Den 1ſten Februar wurden wiederum 5 Maſthammel ge⸗ wogen: Nr. 1. 104¼ Pfund „ 2. 106 ¾ ⸗ * 3. 99 ¼„ 4. 87 ¾ ⸗ „ 5. 99 4¾ ⸗ Summa 497 Pfund. *) Die gemeine Neſſel, Urtica urens. Anm. des Herausg. Nr fate gſcha zu be b an E über w nan de der Aus ndeſen Pol muͤſer reh ſſ alaget we und vobe und ſchein nothwe ub! jj Nfonde techne hate t ſ, ſ te temm n bi nit, d üien in ſcng tm Gen ſe kine Shoönd kneten un⸗ den, hmit⸗ Sdor⸗ hſam aber kah⸗ itt⸗ alle wo⸗ Erd⸗ ge des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1803. 145 Diesmal wurden die Hammel fruͤh gewogen, ehe ſie gefreſſen hatten, anſtatt daß dieſes vorigen Jahres nach zwei Mahlzeiten geſchah, auch neun Tage ſpaͤter. Zu gleicher Zeit fiel mir ein, um das Wachſen der Wolle zu beobachten, die Wolle von fuͤnf Stuͤck jeder Sorte, am Herz— mit 1. bezeichnet— auf dem Wirbel— mit 2.— und am Ende des Kreuzes— mit 3.— zu meſſen. Wahrſcheinlich aber wird dieſe Bemuͤhung keine buͤndigen Reſultate geben, weil man doch unmoͤglich genau den naͤmlichen Fleck und den Grad der Ausdehnung der Wolle wieder finden kann. Soviel habe ich indeſſen bei dreißig Stuͤck bemerkt, daß das Verhaͤltniß der Laͤnge der Wolle an dieſen Orten ſehr verſchieden war; bei einem war an dieſem, bei einem andern an jenem Orte die Wolle laͤnger. Bei dieſer Beſichtigung fiel in die Augen, daß die Staͤhre nicht genugſames Futter erhielten; daher fuͤr jedes Stuͤck 1½ Pfd Heu, vom Lten Februar an, zugelegt wurde. Es iſt nicht zu glauben, wie nothwendig die genaueſte Aufſicht auf das Schaf⸗ vieh iſt! und es ſcheint mir, daß bei mittelmaͤßiger Fuͤtterung allezeit Schaden iſt, und daß der Vortheil nur von dem koͤmmt, was man uͤber das Nothduͤrftige fuͤttert! Drei Pfund Erdaͤpfel, und 2 Pfund Heu u. ſ. w. mit Stroh zu Haͤckſel geſchnitten,— wobei das Stroh nicht in Anſchlag des Gewichts koͤmmt,— und dies wohl durch einander gemiſcht in vier Futter vertheilt, ſcheint mir das noͤthige Maaß fuͤr Zuchtvieh zu ſeyn; doch muß nothwendig 1 bis 2 Pfund Stroh in dieſe Miſchung kommen. Den 13ten Febr. Die Schafe in Rochsburg ſind, Gott Lob! in gutem Stande, und ihre Wolle bekoͤmmt Schweiß. Beſonders merkwuͤrdig iſt das Gedeihen der 9 Probe⸗ Staͤhre, wel⸗ che ohne Kappen mit, zu Haͤckerling geſchnittenem, Futter unter⸗ halten werden. Ihr Gedeihen in 12 Tagen, da ich ſie nicht ſah, iſt auffallend. Man ſieht daraus, was genugſames Fut⸗ ter vermag. Waͤren dieſe neun, ſehr ſchwachen, Staͤhre unter den uͤbrigen ſtaͤrkern geblieben, ſo lebten ſie wahrſcheinlich nicht mehr; denn ſie waren ſehr duͤrftig. Jetzt ſind ſie ziemlich den uͤbrigen gleich, und haben ſich auch vortrefflich auf den Haͤcker⸗ ling eingerichet.— Dem mehrern Futter und deſſen ungeſtoͤr⸗ tem Genuß ſchreibe ich uͤbrigens ihre Zunahme allein zu. Daß ſie keine Kappen tragen, iſt fuͤr ſie unſtreitig ſehr wohlthaͤtig; Schoͤnburg. Wirthſch I. 10 ———-=·ÿ—ęqjjy— 146 Oekonomiſches Tagebuch allein die andern, welche Kappen tragen, nehmen auch nach Verhaͤltniß ihres Futters zu. So viel iſt aber gewiß, daß die Wolle, bei der Einrichtung, ſaͤmmtliches Futter zu Haͤckerling zu ſchneiden, und in Kaͤſten zu fuͤttern, eben ſo rein bleibt, als bei den Kappen, und daß dieſe eine große Beſchwerde fuͤr die Schafe und Schaͤfer ſind, und betraͤchtliche Unkoſten machen,— naͤmlich zeither ungefaͤhr jaͤhrlich 205 Rthlr. Dies Geld kann zum Theil erſpart werden, wenn auf jedem Vorwerk eine Haͤcker⸗ lingsmaſchine iſt. Wahrſcheinlich koͤnnen ein oder zwei Mann in einem Tage das Futter fuͤr die ganze Woche ſchneiden. Sind die Knechte nicht beſchaͤftigt, ſo koͤnnen ſie ſolche Arbeit auch mit ver— richten. Auch die Schaͤfer haben mehr Muße dazu, wenn ſie nichts mehr mit den Kappen zu thun haben, wenigſtens koͤnnen ſie nunmehr, ohne Beihuͤlfe, ihre Erdaͤpfel ſchneiden und ſtam⸗ pfen. Hierzu muß noch das Wichtigſte gerechnet werden, naͤm⸗ lich eine wahrſcheinlich ſehr große Erſparniß des Futters, und die Unmoͤglichkeit fuͤr die Schafe, nur das Beſte auszufreſſen. Bei dieſer Einrichtung kann man ihnen auch ſo viel Stroh zuſchneiden, als man fuͤr gut befindet, und uͤberhaupt eine voͤllig gleiche Ein⸗ theilung des Futters machen; welches ſo ſehr wichtig iſt. Die wichtigſten Gegenſtaͤnde der Anſtrengung fuͤr dieſes Jahr duͤrften ungefaͤhr folgende ſeyn: I. Die vollkommenſte Sommer⸗ und Winterbeſtellung. II. Wiedereinfuͤhrung des Ruͤbſenbaues in Rochsburg. III. Der Kleebau in Berthelsdorf wird erneuert. IV. Schlamm wird nach Moͤglichkeit gefahren, und we⸗ nigſtens ſo viel, daß die Einrichtung mit den Krautlaͤndern fuͤr dieſes Jahr in Mohsdorf, und fuͤr das kuͤnftige auch in Ber— thelsdorf eingefuͤhrt werden kann.— Dieſe Einrichtung beſteht darin, daß fuͤr die Zukunft, ſtatt 120 Scheffel, nur 100 Schfl. Land zum Fruchtwechſel beſtimmt werden. Zwanzig Scheffel werden jaͤhrlich ſtark beduͤngt, aber nicht mit Korn u. ſ. w. be— ſaͤet, ſondern drei Jahre lang mit 1) Kraut, 2) Kohlruͤben, 3) Moͤhren, oder Ruͤben, oder Erbſen, Gemang u. ſ. w. blos zum Viehfutter benutzt. Nach dieſer Zeit, und mit dem dritten Jahre, werden ſie wieder geduͤngt, und treten in den ordentlichen Fruchtwechſel, von welchem nun ein anderes Stuͤck Land zu eben dieſem Endzweck angewendet wird.— Rochsburg kann indeß ch noch vi die kerlig „ als ür de 1, kann aͤcker⸗ inn in d die tver⸗ in ſie nnen tam⸗ am⸗ die Bei den, din⸗ deſes des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 147 ſeine eingefuͤhrte Eultur ohne mehrern Futteranbau erhalten.— Von den jaͤhrlichen 20 Scheffel Land wuͤrde nun beſtimmt, un⸗ gefaͤhr 9 Scheffel fuͤr Mohsdorf, 7—— Berthelsdorf, 4—— Helsdorf. Summa 20 Scheffel. Genaue Beobachtung im naͤchſten Fruͤhjahr wird entſcheiden, ob es anwendbar ſeyn duͤrfte, im Herbſt auf die Krautlaͤnder, ſowohl Kohlruͤben⸗, als das Krautland, Wintergetreide zu ſaͤen, um es im Fruͤhjahr als Schaffutter zu benutzen; und das Moͤh⸗ ren⸗ oder Ruͤbenland mit Erbſen oder Gemang u. ſ. w. zu beſaͤen, und bei Zeiten abzuhauen, und gleichfalls als Schaffutter zu be⸗ nutzen, um die Moͤhren vor dem Unkraut zu ſchuͤtzen.— So lange der Teichſchlamm zureicht, wird dieſer vorzuͤglich zu den Krautlaͤndern genommen, und der uͤbrige Duͤnger dem gewoͤhnli⸗ chen Fruchtwechſel ganz gelaſſen. Zu letztern duͤrfte,— nach meiner jetzigen Kenntniß,— das Vortheilhafteſte ſeyn: 1) Ruͤbſen, im Herbſt gruͤn abgehauen und verfuͤttert, und auf die Stoppel Lein geſaͤet; 2) Weitzen, abgehuͤtet, mit Kloeſannen beſaͤet, und dieſer ſtark eingeegt; 3) Klee,— zwei Mal zu Heu und Samen; dann abgehuͦ⸗ tet, und tief umgebrochen; 4) Erdaͤpfel; 5) Korn; 6) Erbſen. Dieſe hohe Cultur einzufuͤhren, verbunden mit der vorerwaͤhnten Einrichtung von Krautlaͤndern, muß fuͤr jetzt das Ziel ſeyn, bis Hopfenbau, Krappbau, Waidbau und Zuckerpflanzungen u. ſ. w. beigefuͤgt werden koͤnnen. V. Mit dem Pferdefutter muß Erſparniß gemacht werden: a) durch eigenes Heu; b) Wickgebuͤnde; c) Erdaͤpfel; d) gruͤnes Futter. 10* —— S——— 148 Oekonomiſches Tagebuch VI. Die Schafkappen muͤſſen abgeſchafft, und auf jedes Vorwerk eine Haͤckſelmaſchine angeſchafft werden.— Wo moͤg⸗ lich wuͤrde auf ein Schaf taͤglich gefuͤttert 3 Pfund Erdaͤpfel und 2 Pfund Rauhfutter zu Haͤckerling geſchnitten, und gut mit den Erdaͤpfeln vermiſcht, wozu den Schaͤfern lange Gabeln mit Zin⸗ ken gemacht werden koͤnnen. Hierzu Stroh, nach Beſchaffenheit des Vorraths und in billigem Verhaͤltniß mit dem uͤbrigen Futter. VII. Damit die Einrichtung mit dem Krautlande in Ber⸗ thelsdorf fuͤr kuͤnftiges Jahr eingefuͤhrt werden koͤnne, ſo muß die Hammelmaſt dahin verlegt, auch der obere Teich und Halter daſelbſt geſchlaͤmmt werden. VIII. Die Neſſel⸗ und Schafgarben⸗Pflanzungen in Ber⸗ thelsdorf muͤſſen mit Ernſt betrieben werden. Den 15ten Februar trat das Thauwetter ein, und den 19ten Febr. Abends um 10 Uhr ging das Eis. Den Loſten Febr. Eigentlicher Anfang der Lammzeit. Meine Schaͤfer waren in Beſorgniß, ihre fetten Schafe moͤchten ſchwer die Laͤmmer bekommen; allein die alte Regel be⸗ ſtaͤtigte ſich vollkommen, naͤmlich: je fetter und ſchoͤner das Schaf, je kleiner das Lamm;— je aͤrmlicher das Schaf, je groͤßer das Lamm. Uebrigens ſind die Laͤmmer, Gott Lob! von ausgezeichneter Su⸗ perfeinheit.— Es ſollen 50 Staͤhre zum Verkauf aufgezogen werden. Monat Maͤrz. Den 1ſten Maͤrz wurden die fuͤnf ausgeſuchten Maſthammel aufs Neue gewogen. Sie hatten an Gewicht: Nr. 1. 107 Pfund 2 2. 109¾ 2 3. 10⁴½ 2 A4. 100½ 2 2 5. 103 ¾ ⸗ Summa 525 Pfund, ſage: Fuͤnfhundert und fuͤnf und zwanzig Pfund. N d' poten wmnm leobe genon Ein ai ſi tiche i geryind 8 & ton bt d ſtzlch Mdo Nrxge iiht 6- denr flu vij gen, Gebu reit ha nache deeſf Teter ſech auf jedes W moͤg⸗ vfel und nit den nit jn⸗ fferhei uͤbrigen n Ver⸗ 0 muß Halter Ber⸗ nmel und fund. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 149 Da ſie nun beim vorigen Wiegen, am 1ſten Febr., an Gewicht hatten: Summa 497 ¼ Pfund; ſo haben ſie in 28 Tagen zuge⸗ nommen an 27 Pfund. Im vorigen Jahre hatten die fuͤnf Probe⸗Hammel in gleicher Zeit nur 4 ½ Pfund das Stuͤck zu⸗ genommen. Den é6ten Maͤrz trat aufs Neue Winterkaͤlte ein, mit etwas Schnee. Die Teiche ſind mit Eis bedeckt, und die Mulde geht mit ſtarkem Grundeis. Bei der neuen Wieſe auf dem Wehr⸗ teiche iſt ſie ſchon zu. Dabei iſt ſtarker und unangenehmer Mor⸗ genwind! TSed Den 15ten Maͤrz fieng es ſtark an, zu thauen: nachdem vom 6ten Maͤrz an große Kaͤlte und vieler Schnee geweſen. Den 17ten Maͤrz. Gewaltiger Winterfroſt, der um deſto ſchaͤdlicher ſeyn duͤrfte, da es vorher ſtark gethaut hatte, und der Boden ganz weich war. Den 18ten Maͤrz. Großer Froſt in der Nacht!— Am Morgen hatte ich das uͤberraſchende Vergnuͤgen, die erſte Nach⸗ richt vom Steifſeyn der Laͤmmer zu hoͤren! In Rochsburg war es ein geſegneter Anfang mit 4 Stuͤck! Es ſcheint beinahe, als wenn die zu reichliche Milch der Muͤtter, im Ueber⸗ fluß genoſſen, an der Krankheit Urſache ſey*). Mit Ge⸗ wißheit kann ich indeß nichts behaupten, weil aͤltere Erfahrun⸗ gen,— wo die Laͤmmer von elenden Schafen kurz nach ihrer Geburt damit befallen wurden,— der Vermuthung zu wider⸗ ſtreiten ſcheinen. Doch habe ich auf acht Tage, ſtatt Erdaͤpfel, Heu zu fuͤttern befohlen, um die Milch weniger nahrhaft zu machen.— Auch in Berthelsdorf und Mohsdorf hat dies Steifſeyn ſich gezeigt. Am letztern Orte ſind zwei Laͤmmer daran geſtorben.— Den 22ſten Maͤrz. Es ſind bis heute an Laͤmmern einge⸗ zeichnet: 24 Staͤhre, 34 Kaͤlberlaͤmmer, unter den 4 Ausſchuß üd 1 Hammellamm. Summa 59 Stuͤck. *) Sehr wahrſcheinlich, oder vielmehr gewiß! Anm. des Herausg⸗ 150 Oekonomiſches Tagebuch Die Witterung iſt, leider! ſeit dem 1 7ten d. M. die naͤm⸗ liche, d. h., bei Tage warm, und des Nachts ſtarker Froſt. Den 24ſten März. Heute iſt wieder ein Lamm an der ge⸗ woͤhnlichen Krankheit geſtorben, und ſeit geſtern verrathen viele, — durch den Anſchein von Mattigkeit und vieles Niederlegen,— ihren kranken Zuſtand. Von Erdaͤpfeln,— wie die Schaͤ— fer meinen,— kann dies nicht herruͤhren; denn ſie erhalten keine mehr. Ob aber nicht vielleicht die Koͤrnerfuͤtterung fuͤr die Laͤmmer zu fette Milch giebt, und dadurch dieſe Krankheit verurſacht,— wodurch ſich alle zeit⸗ herige Phaͤnomene erklaͤren ließen; dies will ich unentſchieden laſſen. Es iſt aber angeordnet, daß die Mutterſchafe, von heute an, keine Garben, unausgedro⸗ ſchenen Hafers naͤmlich, ſondern bloßes Heu erhalten. Der Er⸗ folg wird Belehrung geben. Den 28ſten Maͤrz. Neue Waͤgung der Maſthammel: Nr. 1. 106 Pfund 2. 1132 3. 121 4. 1171 5. 1097 ⸗ Summa 568 Pfund. Sie haben alſo in 28 Tagen zugenommen Summa 43 Pfund: Nr. 1. hat 1 Pfund weniger, als den iſten Maͤrz ge⸗ X N* XNXN NK W wogen, ⸗ 2.— 4 Pfund mehr, ⸗ 3.— 17 ⸗ 2 4 2 4.— 17 7 2 5.— 6* 2 Das Steifſeyn der Laͤmmer hat, ohne allen weitern Anfall, nachgelaſſen. Wahrſcheinlich duͤrfte daher wohl die zu fette Milch der Muͤtter,— durch Koͤrner und andres fettes Futter er— regt,— die Urſache der Krankheit ſeyn, welches denn die Ein— richtung nothwendig machen wird, den Mutterſchafen, ſobald ſie Laͤmmer haben, zwar ſehr reich⸗ liches, aber doch nicht fettes, eher mageres Futter zu geben, beſonders aber Heu! le nam⸗ T derge⸗ biele n,— Sche⸗ keine und zeit⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 151 Den 30ſten Maͤrz. Der erſte Tag, wo kein Nachtfroſt war. Vormittags regnete es ſtark. Die Saaten erholen ſich. Die Urſache davon iſt: daß der Same im Herbſt tief untergebracht war. Wenn hierin im Herbſt das mindeſte Verſehn geſchehen waͤre, ſo wuͤrde ein totaler Mißwachs dieſes Jahr unvermeidlich geweſen ſeyn. Niemals iſt das Korn ſtaͤrker angegriffen worden! Anfang der Sommerbeſtellung in Helsdorf mit Erbſen. Den 31ſten Maͤrz. Anfang der Sommerbeſtellung in Ber⸗ thelsdorf mit Gemang. Monat April. Den 1ſten April. Anfang der Sommerbeſtellung in Rochs⸗ burg, mit Wicken auf dem Zehendfelde. Den Lten April ſind eingezeichnet worden: 5 Kaͤlberlaͤm⸗ mer, worunter 1 Ausſchußlamm, und 2 Staͤhrlaͤmmer. Den 5ten April. Heute zeigte ſich ein ſteifes Lamm in ei— ner Kauhorde zu Rochsburg.— Da die Mutter,— wie ſammtliche Schafe mit Laͤmmern,— nichts als Heu bekommen hat, ſo ſcheint dies meine vorigen Bemerkungen zu widerlegen, daß naͤmlich zu nahrhaftes Futter die Urſache dieſer Krankheit ſey. Ohne im Mindeſten entſcheiden zu wollen, ſey mir indeß nur erlaubt, anzufuͤhren: 1) daß das Heu gekauftes Futter iſt, mithin betruͤglicherweiſe mit Grummt vermiſcht; 2) alle uͤbrigen Laͤmmer befinden ſich wohl; 3) ſollte es nicht auch moͤglich ſeyn, daß ein damm,— bei ganz fehlerfreier Milch der Mutter,— ſich doch uͤberſau⸗ gen koͤnnte. In Arthur Young' Schriften iſt ein Aufſatz uͤber dieſe ziemlich genau beſchriebene Krankheit, deren Urſache der Verf. in Unverdaulichkeit ſetzt, und ſie daher mit Lavements und Brech⸗ weinſtein curiren will.— Dies iſt auch meine eigne Meinung; nur kann ich mir immer nicht erklaͤren, warum die Laͤmmer ihren Appetit dabei behalten? Ferner, woher koͤmmt denn das gelbe Waſſer und die geſchwollenen Kniee? 152 Oekonomiſches Dagebuch Wenn ich recht beobachtet habe; ſo ſind die Laͤmmer, wel⸗ che im Winter kommen, wenn die Kaͤlte am groͤßten iſt, davon befreit. Sollte vielleicht dieſe Kaͤlte ſie vor Ueberladung ſchuͤtzen? Mir iſt dieſe gefaͤhrliche Krankheit noch ein Raͤthſel*). Heute wurde die Sommerbeſtellung in Helsdorf beendigt; auch die erſten Futtererbſen in Rochsburg geſaͤet, 3 Scheffel auf dem Hanenbuſch. Den 12ten April ſind eingezeichnet in Rochsburg: 6 Staͤhrlaͤmmer, 2 Kaͤlberlaͤmmer, 1 Hammellamm. Den 18ten April wurde die Erdaͤpfelgrube in Helsdorf ge⸗ oͤffnet. Die Schwere der Erde hatte die Erdaͤpfel breit gedruͤckt, und ihre Verweſung gab einen fuͤrchterlichen Geruch. Es waren in dieſer Grube 160 Saͤcke, mithin der Verluſt ſehr betraͤchtlich, da zumal in dieſem Jahre gar keine Erdaͤpfel, auch fuͤr den theuerſten Preis nicht, zu kaufen ſind.— Die Anlegung der Grube war das Werk meines letzten Oekonomie⸗Inſpectors, glor⸗ reichen Andenkens; und der Fehler lag darin, daß die Erdaͤpfel keine Luft gehabt, und daß die ganze Schwere der Erde unmit— telbar auf ihnen gelegen. Meinem Erachten nach duͤrften die beſten Gruben diejenigen ſeyn, wo die Erdaͤpfel ſchichtenweiſe in Laub, oder allenfalls in Stroh liegen, und auch damit vor dem Froſt— mit genugſamen Uebertrage— verwahrt ſind. *) Die ſpätern Erfahrungen Sturm's, Strecker's, Stönig's und Lüder's, über die Lähme der Lämmer, haben bekanntlich die Urſache der⸗ ſelben zum Theil, und beſonders in einer fehlerhaften, und hauptſächlich allzu nahrhaften Nahrung der Mutter gefunden, die eine unverdauliche Milch erzeugte, zum Theil aber auch in der Witterung; und immer ha⸗ ben ſich die Verdauungswerkzeuge als die zunächſt leidenden Theile gezeigt, worauf aber auch das Nervenſyſtem ergriffen, und jener Starrkrampf erzeugt wird. Man hat auch die Krankheit zu hei⸗ len gelernt, durch ſtärkende Mittel, den Müttern und Lämmern ge⸗ geben, durch Brennen der mit den Fingern zugehaltenen Haut der Lämmer an mehrern Stellen des Körpers, worauf etwas Terpentinöl eingegoſſen wird, oder auch durch zweimalige tägliche kalte Waſſerbäder, in Schleſien aber auch blos durch ein kleines Haarſeil an jedem leidenden Beine. Anm. des Herausg. fn dic ſtlcht def. edn finme und dars 4 au Ge Fur olier droch 7 des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1803. 158 Den 16ten April wurden die erſten 50 Maſthammel ge⸗ ſchoren. Sie gaben,— es waren eigentlich nur 49 Stuͤck, weil ein ſchon geſchorner dabei war,— Summa 7 Stein 13 ½ Pfund. Ich hatte mehr erwartet, und da die Hammel ſehr fett waren, ſo kann ich die Urſache nicht angeben, warum ſie nicht mehr gaben. Sonderbar aber iſt es, daß ſie ſehr we— nig Schweiß hatten, ungeachtet ſie bis acht Tage nach der Schwemme abgetrocknet waren. Den 19ten April regnete es in der Nacht etwas Weniges. Dies iſt ſeit dem Winter die erſte Feuchtigkeit, welche das Land durch Regen erhielt, ob es gleich an Thauen und zuletzt an Rei⸗ fen nicht gefehlt hat. Die Winterfruͤchte ſehen aber auch ſehr ſchlecht und aͤrmlich aus. Wenn nicht aͤltere Erfahrungen den Verf. belehrt, daß das Korn ſich oft noch ſpaͤt erhaͤlt; ſo wuͤrde er den groͤßten Theil der Rochsburger Saaten zum Umackern be⸗ ſtimmen. Indeſſen iſt in dieſem widerwaͤrtigen Winter aller Ruͤbſen und Raps, und der groͤßte Theil des Weitzens im ganzen Lande, durch den anhaltenden kalten Morgenwind, erfroren und zu Grunde gegangen. Ein noch nie erhoͤrter Fall! Bei der diesjaͤhrigen Sommerſtellung wurde vom Verf. eine aͤußerſt wichtige Veraͤnderung vorgenommen; naͤmlich: alles Getreide und die Huͤlſenfruͤchte ꝛc. wurden auf die rauhe Furche geſaͤet, und ſodann erſt umgebrochen, und dann ge⸗ quiert*). Bei dieſer Verfahrungsart iſt das Getreide, der großen Trockenheit unbeſchadet, unvergleichlich aufgegangen**). Man kann ſich leicht vorſtellen, daß die Koͤrner in die tiefen Zwiſchen⸗ raͤume fallen, dadurch beſſer bedeckt werden, und mehr Feuch⸗ tigkeit finden, als bei der gewoͤhnlichen Beſtellungsart. Wenn nun hierauf, wie bei der letzten Haferſaat in dieſem Fruͤhjahre der Fall war, das Land auch gut gewalzt wird; ſo halte ich dies fuͤr die vollkommenſte Sommerbeſtellung. Auch werde ich,— bis aufs Walzen,— die naͤmliche Methode bei der Winterbeſtel⸗ *) In der Queere geegget. **) Man ſollte glauben, daß die Körner reihenweiſe hierbei aufgehen wür⸗ den; allein dies iſt gar nicht der Fall, indem das Quteren ſie recht ſchoͤn vertheilt. Anm. des Herausg. —* 1 f 4 1 ¹ 1 n e 5 1 1 1 I 1 8 3 8 1 1 154 Dekonomiſches Tagebuch lung anwenden; weil ſo ſehr viel darauf ankoͤmmt, daß der Sa⸗ me tief unterouune). Den 21ſten April regnete es ſtark den ganzen Vormittag, nachdem es geſtern ohne Regen ſtark gegraupelt hatte. Es war ſehr noͤthig, daß das Winterkorn Feuchtigkeit erhielt: denn ſein gaͤnzlicher Untergang war nicht fern. Heute wurden in Berthelsdorf ausgemerzt: a) fuͤr den Fleiſcher 13 Stuͤck alte Schafe, 34— alte Hammel. Summa 47 Stuͤck; b) fuͤr Guͤlke ꝛc. 23 alte Schafe, Summa 70 Stuͤck. Hierbei iſt zu bemerken, daß allenfalls doch einige Hamner da⸗ von, aber gar keine Schafe, beibehalten werden koͤnnten. Ferner in Rochsburg: a) fuͤr den Fleiſcher 10 Stuͤck alte Schafe, 1 Hammel. Summa 11 Stuͤck; *) An einem andern Orte fand ſich als Bemerkung zu dieſer Stelle des Ta⸗ gebuchs noch Folgendes: „Dieſe nämliche Methode iſt auch dieſes Jahr(1803) beim Korn mit dem beſten Erfolg beobachtet worden.— Daß die Samenkörner dabel beſſer bedeckt werden,— als bei der ſonſt gewöhnlichen Art, nämlich das Feld vor dem Säen einzubrechen,— wird wohl Jedermann einge⸗ ſtehen.— Unerklärlicher iſt es, daß bei dieſer Verfahrungsart,— beinahe nur die Hälfte der Winterſaat gebraucht wurde, und das Feld iſt doch mit Pflanzen reichlich bedeckt.— Beſſer würde wahrſcheinlich noch die Sommerbeſtellung geworden ſeyn, wenn der vorerwähnten Be⸗ ſtellungsart noch der Geyer beigefügt worden; ſo nämlich, daß der Same auf die rauhe Furche geſäet, durch den Geyer eingebrochen, und dann in die Länge und Queere,— welches letztere durchaus nothwendig iſt,— geeggt, auch wohl noch ausgelenkt werde; obgleich das Letztere durch die Walze erſetzt werden kann.— Bei der Winterbeſtellung fällt natürlich der Geyer und die Walze weg.“ Der Herausg. der Ga⸗ nittag, 8 war m ſeh des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1803. 155 b) fuͤr Guͤlke ꝛc. 12 Stuͤck alte Schafe, Summa 23 Stuͤck. Von dieſen allen kann jedenfalls kein Einziges beibehalten werden. Es iſt auch noch zu bemerken, daß 26 Stuͤck Staͤhre zum Verkauf beſtimmt ſind. Den 2 sſten April wurde der zweite Transport Maſtham⸗ mel, an 50 Stuͤck, geſchoren. Sie gaben Summa 7 Stein 9 Pfund. Es fehlen alſo 12 Pfund, um auf den Hammel 3 Pfund zu haben. Dies iſt eine ſehr geringe Schur! naͤmlich auf das Stuͤck nur 3 Pfund, wenn man naͤmlich auch die vor⸗ herigen 7 Stein 13 Pfund dazu rechnet, und dieſe Summe, an 15 Stein 1 Pfund, auf 99 Stuͤck vertheilt! Auch wurden heute die Schafe in Helsdorf ausgemerzt, naͤmlich: 50 Stuͤck Schafe, worunter 10 fuͤr Guͤlke ꝛc. und 40 fuͤr den Fleiſcher waren; und 7 Hammel fuͤr den Fleiſcher. Diejenigen, welche fuͤr den Fleiſcher beſtimmt ſind, haben ium Zeichen das linke Ohr verloren; die fuͤr Guͤlke beſtimmten aber er⸗ hielten doppelte lange Einſchnitte in das linke Ohr. Es waren auch welche vorhanden, die ſchon ehedem das linke Ohr verloren hatten, aber beibehalten werden ſollten; dieſen wurde ein einfacher Ein— ſchnitt gegeben, um ſie dadurch zu bezeichnen. Noch eine Bemerkung der Schaͤfer verdient nachrichtlich an⸗ gemerkt zu werden; daß naͤmlich die Laͤmmer, welche ſehr glatt geboren werden, niemals viel Wolle erhalten ſollen. Auch hat ein junges Lamm bei Krehgen, kurz nach der Geburt, ſtark gekroͤpft. Daß die Schafe das Futter von ſich geben,— was man bei den Pferden Aufſetzen nennt,— iſt eigne Erfahrung. Eine neue Erfindung, das Getreide vor dem Einfluß jeder Witterung zu ſchuͤtzen, beſteht darin: die Garben in der Mitte, die andern aber,— ſo viel davon moͤglich,— an dieſe herum— zuſetzen, und uͤber ſolche, ſo weit die Aehren gehen, eine Kappe von Leinwand zu machen, welche durch ihre oben erhoͤhete, und ſchief abgehende Richtung, den Regen abhalten wird. Man muß dabei eine Einfaſſung von Bindfaden haben, um dieſe Kap⸗ pen unten ſchaͤrfer zuſammenziehen zu koͤnnen, damit das Waſ⸗ — 156 Oekonomiſches Tagebuch ſer ungefaͤhr als wie an einem Regenſchirme ablaufe.— Die Erfahrung wird uͤber den Werth dieſer Erfindung entſcheiden, und der Verſuch damit ſoll dieſes Jahr angeſtellt werden*). Den 25ſten April. Ausmerzung in Mohsdorf an alten Schafen: 13 fuͤr den Fleiſcher, 20 fuͤr Guͤlke ꝛc., 5 Hammel fuͤr den Fleiſcher, 5 dumme. Summa 43 Stuͤck. Uebrigens ſeit dem Anfang des Regens fruchtbare Witte⸗ rung bis hierher. Der Regen hat fortgedauert bis mit 19ten April, ſo daß er der Beſtellung aͤußerſt hinderlich war, auch den 20ſten, wo das Wetter ſich aufheiterte, ſolche unmoͤglich machte. Monat Mai. Den 1ſten Mai wurden die letzten Maſthammel geſchoren. Funfzig Stuͤck gaben Summa 7 Stein 16 Pfund; mithin der Hammel 3 Pfund. Ueberhaupt haben nun dieſe ganzen 150 Maſthammel bei der Schur gegeben Summa 22 Stein 16 ½ Pfund; mithin jeder 3½ Pfund. 3 Ferner haben 119 Merzſchafe, worunter 34 Merzham⸗ mel, gegeben Summa 11 ·Stein 2 Pfund; mithin das Stuͤck 225 Pfund. Den 14ten Mai hat die Erdaͤpfelbeſtellung in Rochsburg angefangen, ſowie auch auf den uͤbrigen Vorwerken:— allein der Regen iſt ihr ſehr hinderlich geweſen; und oft iſt die Arbeit unterbrochen worden, und heute, den 20ſten Mai, muß ſie, wegen großer Naͤſſe im Felde, ungeachtet das Wetter ſchoͤn iſt, ganz eingeſtellt werden. *) Die Koſten ſind dabei doch zu groß. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1803. 157 Die Erdaͤpfel ſind nach Keimen ausgeſchnitten, welches zwar Koſten und Aufenthalt macht, aber viel Futter erſpart. Meine Fehler bei dieſer Er daͤpfelbeſtellung ſind ge⸗ weſen: 1) daß ich mich zu diel auf die Voͤgte bei Ausfuͤhrung der Samen⸗Erdaͤpfel verlaſſen habe, und dieſe, wie immer zu erwarten, dabei nicht vorſichtig genug umgegangen ſind, und nicht die beſten ausgewaͤhlt haben; 2) die Erdaͤpfel haben nicht genug gekeimt; 3) ſie ſind nicht in genugſamer Anzahl vorhanden; ditte⸗ 4) habe ich das Ausſchneiden zu lange anſtehen laſſen, und wurde dadurch beim Legen,— aus Mangel an Men— daß ſchen,— beſonders in Mohsdorf, ſehr behindert; wo 5) an einigen Orten in Rochsburg ꝛc. war das Erdaͤpfelland noch zu naß. Was uͤbrigens dies Ausſchneiden der Kenne fuͤr einen Erfolg haben werde, muß ich der goͤttlichen Fuͤgung uͤberlaſſen. Aus Mangel an Samen⸗-Erdaͤpfeln war ich gezwungen, den Verſuch gleich im Großen zu machen, und hatte dabei muͤndliche und ſchriftliche Verſicherungen fuͤr dieſe Methode*). oren. Im Ausſchneiden ſelbſt iſt uͤbrigens nichts verſehen worden. der Den 21ſten Mai. Heute regnet es wieder, und verhindert alle Beſtellung. Dies iſt ſeit dem 21ſten April bis heute immer bei der Fall geweſen. Alles, was im Felde hat koͤnnen verrichtet thin werden, das hat man der Zeit beinahe abſtehlen muͤſſen. Das Einlegen der Erdaͤpfel wird nun ſehr bedenklich. ü Den 21ſten und 22ſten Mai. Nebel und ſehr ſtarker Re⸗ ch gen. Dabei iſt es unſtreitig ſehr fruchtbar, nur nicht gut fuͤr den, der Erdaͤpfel zu legen hat: denn es iſt unmöglich, ins Beld urg zu kommen. lein beit. ¹ 9*) Dieſe Methode der Kartoffelcultur hatte in Rochsburg ſtets den brillan⸗ 8 teſten Erfolg, und wurde daher ſtets beibehalten, wie ich öfters ſchon it an andern Orten bemerkt habe, und worüber nachzuſehen iſt: Ueber den Kartoffelbau im Großen, auf den Gräfl. Schönburgiſchen Gütern in Rochsburg nach handſchriftlichen Nachr. des Hrn. Grafen ſelbſt, in meinem Oekonomiſchen Sammler St. 9.(Ceipzig 1804.) Anm. des Herausg. —— 158 Oekonomiſches Tagebuch Uebrigens den 21ſten Mai Anfang der Wieſenhutung in Rochsburg, und zwar Nachmittags. Die Schafe benah⸗ men ſich dabei, wie bei jeder andern Veraͤnderung des Fut— ters,— das heißt, ſie nahmen die gruͤne Weide nicht mit der Begierde an, die ich erwartet hatte. Dieſe Beobachtung und eine andere,— daß die Schafe immer am Liebſten wieder in ih— ren Stall zuruͤckkehren, beſtaͤtigt auch gar ſehr in der Hoffnung fuͤr beſtaͤndige Stallfuͤtterungl! Auch der Schaͤfer Goͤtze hat bei einem Hausſchafe und Lamme gleiche Beobachtung gemacht. Den 24ſten Mai. Wieder Erdaͤpfel zu legen angefan— gen.— Man muß ſich dabei ja huͤten, die Abtheilungen zu groß zu machen, weil durch das Hin⸗- und Herziehen ſo viele Zeit verloren wird, und natuͤrlich die Koſten ſich ſehr mehren. Der Wirth Leonhard in Rochsburg hatte zeitig Erdaͤpfel, in Keime geſchnitten, gelegt, und zeigte mir heute den Erfolg: ſie waren naͤmlich ſehr ſchoͤn aufgegangen, und obgleich der Keim an der einen Pflanze ſehr unvorſichtig an der Ecke mit ſehr wenig Fleiſch abgeſchnitten war, ſo hatte er doch einen ſehr ſchoͤnen Stock getrieben, und ungemein viele Wurzeln geſchlagen. Der Keim der andern Pflanze war verkehrt gelegt worden, ſo daß der Keim unten und der Schnitt oben gelegen. In dieſer Lage hatte der Keim durch den Erdapfel, oder durch ſein eignes Fleiſch, durchgetrieben. Dieſe letztere Erſcheinung iſt uͤberaus merkwuͤrdig! Anfang der Wieſenhutung in Berthels⸗ dorf.— Noch niemals habe ich ſo ſchoͤnes Vieh im Herbſt ge⸗ habt, als es dieſes Jahr aus dem Winter koͤmmt. Den 27 ſten Mai. Schafſchur auf der Rochsburger gemein⸗ ſchaftlichen Schaͤferei; unterbrochen durch den Regen. . 46 Gebund Hammelwolle. Den 28ſten Mai. Beendigung der Rochsburger Triftſchur mit 80 Gebund Schafwolle, Summa 76 Gebund*) auf dem Schur⸗Plane von 893 Stuͤck Vieh. *) Wieviel ein ſolches Gebund gewogen, iſt nicht angegeben. Ich erinnere mich aber, daß gemeiniglich 8— 9— 10 Pelze höchſtens zuſammenge⸗ legt wurden in ein Gebund,— nach ſächſiſcher Art, und es möchten zwiſchen 1½ und 2 Pfund Wolle auf 1 Schaf im Durchſchnitt kommen. Anm. des Herausg. n, 16 ¹o worde kann des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 159 Heeuute auch Schafſchwemme in Berthelsdorf von dem daſi⸗ gen, und dem Rochsburger Vieh. Uebrigens iſt das erſte Tuͤrkiſche Korn in Berthelsdorf gelegt worden. Starker Regen, welcher auch den 29ſten Mai fruͤh fortwaͤhrte. Den 3 1ſten Mai. Die naſſe Witterung hat angehalten bis mit heute, und die Fruͤchte und Graͤſer haben dabei nicht gewon⸗ nen, indem ſie bei aller Feuchtigkeit und mit untermiſchter Waͤr⸗ me doch nicht gewachſen, ſondern zum Theil,(wie Erbſen und Gerſte beſonders,) zuruͤckgekommen ſind. Schafſchwemme in Mohsdorf, und vom Helsdorfer Vieh daſelbſt! Konat Junius. Den 1ſten Junius. Schafſchwemme der Rochsburger Staͤhre. Schafſchur in Berthelsdorf von 372 Stuͤck, worunter 131 Jaͤhrlinge und Zeitvieh 14 Stein 10 Pfund 130 alte Hammel 18— 16½— 111 Mutterſchafe 11— 10¾— Summa 44 Stein 15 Pfund; mithin haben dieſe 37 2 Stuͤck gegeben 983 Pfund, und daher das Stuͤck uͤber 2 ⅝ Pfund. Uebrigens war heute ſehr ſtarker und oft wiederholter Ge⸗ witterregen! Den 2ten Jun. Schafſchur in Helsdorf.— 164 Stuͤck haben gegeben 20 Stein 8 ½ Pfund; mithin das Stuͤck 2 Pfd. Den 4ten Jun. Schafſchur in Mohsdorf: 238 alte und Zeitſchfe 24 Stein 19 Pfund 127 alte und Zeithammel 15— 12— 152 Jahrlinge 14— 1— Summa 54 Stein 10 Pfund. Mohsdorf hat ſich alſo ſehr ſchlecht gehalten.— Man kann wohl uͤberhaupt bei einer ganzen Heerde im Durchſchnitt 160 Oekonomiſches Tagebuch nicht mehr rechnen, als 2½ Pfund vom Stuͤck. Es verſteht ſich noch dabei, daß die Schafe gut gefuͤttert ſeyn muͤſſen, ſonſt ge⸗ ben ſie auch dies nicht. Meine aͤlteren Rechnungen, nach den ich in Berthelsdorf 3½ Pfund geſchoren, muͤſſen wohl aus Zer⸗ ſtreuung falſch gefertigt ſeyn*). Zwar habe ich dieſes Jahr in Rochsburg einen Hammel und einen Schaf⸗Pelz genau wiegen laſſen, und jeder gab 4 Pfund; allein ſolche einzelne Beiſpiele, wovon das Schaf(die Lieſe) beſonders merkwuͤrdig iſt, weil es noch ein Lamm hatte, kommen zur Zeit in gar keine Betrach⸗ tung.. Gegen Abend regnete es wieder ſehr ſtark.— Die Felder in Mohsdorf gleichen einem Schwamm, und ſind vom Graſe ſchon ſehr verwildert. Darauf ſollen nun Erdaͤpfel kommen!— Ich und meine Leute, wir ſind jedoch fuͤr diesmal außer aller Schuld; weil der viele Regen alle Arbeit unmoͤglich gemacht hat. Bleibt die Witterung ſo widerwaͤrtig, als gegenwaͤrtig; ſo ſollen Ruͤben ſtatt der Erdaͤpfel geſaͤet werden, weil die Körner fuͤr Gemangfutter zu theuer ſind. Den 5ten Jun. habe ich die erſten hervorgekommenen Erd⸗ aͤpfel aus Keimen geſehen. Man muß Eigenthuͤmer ſeyn, ſich ganz in meine Lage denken, und eben ſo eifriger Freund der Wirthſchaft ſeyn, wie ich, um ſich eine Vorſtellung meiner gro⸗ ßen Freude machen zu koͤnnen! Den éten Jun. Lammſchur in Rochsburg, und von 64 Staͤhren. Dieſe letztern haben gegeben Summa 8 Stein 9¼ 4 Pfd; mithin das Stuͤck 2½ Pfund. Ein und achtzig Laͤmmer aber haben nur gegeben Summa 1 Stein 13 Pfund, und darunter war noch betraͤchtlich viel Ausſchußwolle. Heute hat es, ſeit dem 19ten April, zum erſten Mal nicht geregnet, nachdem geſtern noch ſtarke Gewitterregen mit einander wetteiferten. Den 7ten Jun. Heute war ich in Mohsdorf, wo noch immer nichts im Felde zu thun iſt. Es iſt gewiß ſehr traurig, ſich in einer gaͤnzlichen Unmoͤglichkeit zu ſehen, ſeine Hauptbeſtel⸗ *) In der Folge zeigte ſich das Gegentheil,— es mag wohl richtig ge⸗ rechnet worden ſeyn. Anm. des Herausg. und, 86 Jo üer, und ha E glüc legen. d dr! tran de Nanne ge klnn? a Ah A maac Joere ganz dabei merkſe ben. b Dinter wejede nict m li n duſc der noſn mäͤg werde eeſchn ohne 1 1 0%1 miet ſih ſanſt ge⸗ den ic 6 zer⸗ Jaht in wiegen iſpiel, weil es etrach⸗ Felder Graſe 1— aller hat. ſollen fuͤr Edd⸗ ſich d der r gro⸗ n 64 ofd, mina viel nicht ander noch urig, eſtel hug g⸗ uog. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 161 lung, wie bei mir die Erdaͤpfel in Mohsdorf ſind, zu vollenden! Bis Johannis will ich Erdaͤpfel legen, ſo viel ich kann; dann aber, wenn ich zu viel Feld uͤbrig behalten ſollte, halb Gemang und halb Nuͤben, oder letztere ganz allein ſaͤen; wenn ich noch ſo gluͤcklich ſeyn ſollte, meinen Vorrath von Erdaͤpfeln auszu⸗ legen. In Rochsburg wurde angefangen, die Erdaͤpfel zu eggen. Mit zwei Umgaͤngen wurden davon viele ausgeriſſen, beſonders bei der Ausackerfurche; ſo daß ich nur mit einem Umgang fort— fahren durfte. Wo das Land ſehr ſchwer iſt, ſchadeten zwei Um⸗ gaͤnge gewiß nichts. In Berthelsdorf werden die Laͤmmer geſchoren. Uebrigens gab die Einrichtung der Lehmwand im neuen Garten mir einen traurigen Unterricht, wie nothwendig es iſt, beſtaͤndig auf das reine Dreſchen Achtung zu geben. Dieſe Lehmwand iſt ganz mit Korn ausgeſchlagen, und die dabei ange⸗ ſtellten Arbeiter brachten mir ein ganzes Gebund unausgedroſche— ner Aehren. Wie viel mag ich wohl bei gegenwaͤrtigem Preiſe, zu 10 Rthlr. den Scheffel, durch dieſe gottloſe Nachlaͤſſigkeit meiner Dreſcher, meines Vogts und vorigen Inſpectors,— glorreichen Andenkens,— verloren haben! Allein mir geſchieht ganz recht, weil ich nicht ſelbſt darauf Achtung gegeben, und mich dabei begnuͤgt habe, dem Inſpector und Vogt ernſtlichſt Auf⸗ merkſamkeit einzuſchaͤrfen, die aber ihre Pflicht nicht erfuͤllt ha⸗ ben.— Sonderbar iſt es, daß ich wohl einmal im vorigen Winter, unter ſtrenger Aufſicht, habe noch dreſchen laſeen,— wo jedes Gebund genau durchgeſehen wurde,— und dabei doch nicht mehr Ausdruſch erhalten habe, als vorher. Wahrſchein— lich muͤſſen die Dreſcher doch Mittel gefunden haben, meinen Aufſeher mit ſichtlichen Augen zu betruͤgen! Den g9ten Jun. wurde der erſte Verſuch mit dem Walzen der Erdaͤpfel gemacht, und er gerieth vortrefflich. In einem naſſen Jahre, wie das gegenwaͤrtige bis hierher wan war, iſt es un⸗ moͤglich, ſo trocken zu ackern, daß keine Kloͤße auf dem Felde werden. Letztere wuͤrden eher ſtets die Arbeit mit dem Cultivator erſchweren; ja es wuͤrde unmoͤglich ſeyn, die Erdaͤpfel damit ohne Schaden anzuhaͤufeln. Dieſem hilft nun aber die Walze ab, wenn ſie zeitig Vehranich wird, ehe der Kloß zu ſehr verhaͤr⸗ Schoͤnburg, Wirthſch. I 111 162 Oekonomiſches Tagebuch tet.— Man muß daher gleich nach dem Eggen walzen. Es ſchadet dies Letztere den aufgegangenen Erdaͤpfeln im Minde⸗ ſten nicht, und das Feld wird dadurch vortrefflich zum Anhaͤufeln vorbereitet. 4 Fuͤr die Zukunft iſt anzumerken, daß in unſerer Gegend die Vegetation vor dem 1ſten Junius nicht recht lebhaft wird. Den 11ten Jun. Neuer Anfang von Erdaͤpfellegen in Mohsdorf. Es war ſehr noͤthig, daß ich ſelbſt dahin kam, ſonſt wuͤrden mein Vogt und Inſpector noch nicht angefangen haben. Die Schwierigkeiten der heurigen Beſtellung der Erdaͤpfel,— beſonders in Mohsdorf,— ſind unglaublich; und das zuerſt be⸗ ſtellte Land iſt wie Fels ſo hart. Wenn darauf Erdaͤpfel wachſen, ſo glaube ich an Wunder! Heute wurde die Wolle in Rochsburg nachgewogen. Bei der Schur waren, incl. 1 Stein 13 Pfund Laͤmmerwolle, Summa 54 Stein 144 Pfund; heute aber Summa 55 Stein 14 ½ Pfund. Davon hat der Inſpector fuͤr Beyer in Leipzig erhalten 52 Stein 2 Pfund, und 3 Stein 12 ½ Pfund ſind zum Spinnen zuruͤck⸗ behalten. Es waren 44 Gebuͤnde*), welche dem Inſpector uͤberliefert wurden. Seitdem es nicht mehr regnet, iſt der Wind kalt, und der Wachsthum hoͤrt beinahe gar auf. Beſonders ſetzen mich die Erbſen in Verlegenheit. Sie wachſen nicht, ſind noch ſehr niedrig, und bluͤhen ſchon. Den 12ten Jun. wurde die Wolle von Berthelsdorf, Mohs⸗ dorf und Helsdorf nachgewogen. Sie betrug,— incl. 11 Stein 2 Pfund von den Merzſchafen,— Summa 134 Stein 5 ¼ Pfd bei der Schur, und beim Nachwiegen Summa 1837 Stein 16 ⅔ Pfund. Die Lammwolle betrug bei der Schur 5 Stein 10 Pfund,— beim Nachwiegen nur 5 Stein 5 Pfund. *) Wenn dieſe 44 Gebünde 52 Stein 2 Pfund enthielten, oder 1146 Pfd, ſo kömmt auf ein Gebund 26 Pfund circa, und dabei kamen auf 1 Ge⸗ bund meiſt 8 Pelze, wenn dagegen bei der Triftſchäferei in Rochsburg, die immer weniger ſchor, 9 bis 10 Pelze auf ein Gebund kamen, oder die Gebünde weniger Gewicht hatten. Anm. des Herausg. — 22—.= 2 —— =—— i vaßen. Ninde⸗ myaufeln Gegend ird. gen in , ſonſt haben. el,— herſt be⸗ vachſen, n. Bei Somma Jfund. Stein zurick⸗ ſſpeczor t, und mich Hſehr lohs⸗ Stein Pfd Stein Stein 45 Pfd, 1 Ge⸗ ſsburg, 4, dder gudg. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1803. 168 Der Inſpector hat nach Leipzig uͤberkommen: 50 Stein 2 Pfund von Rochsburg, 137— 16¼— von Berthelsdorf ꝛc. 5— 5— daſige Laͤmmerwolle. Summa 193 Stein 1½ Pfund. Die muͤhſame Verfaſſung dieſes Tagebuchs iſt beſonders be⸗ ſtimmt, durch aufrichtige Darſtellung meiner Beobachtungen und Erfahrungen der Nachkommenſchaft nuͤtzlich zu ſeyn. Die ſeit dem 19ten April ganz ungewoͤhnlich fortdauernde Naͤſſe macht die Beſtellung ſo ſchwierig, daß ich heute, am Sonntag, das Legen meiner Erdaͤpfel fortſetzen mußte. Dadurch habe ich dieſe mir unentbehrliche Cultur auf einige Beete been— digt. Gleich in der heutigen Nacht kamen wieder ſtarke Gewit— terregen, welche bis den 14ten fruͤh,— wod ich dieſes ſchrei— be,— eine ſo große Raͤſſe in das Land gebracht haben,— daß in langer Zeit an keine Arbeit im Felde zu denken iſt. Ich wuͤrde alſo die Haͤlfte meiner Erdaͤpfel in Mohsdorf eingebuͤßt haben, wenn ich mich auf meine Leute verlaſſen,— die den 1 1ten d. M. noch nicht anfangen wollten, und wenn ich nicht den Sonntag zu Huͤlfe genommen haͤtte. Dafern es allerdings Gruͤnde fuͤr Ruhetage geben ſollte, ſo koͤnnen ſie doch unmoͤglich auf nothwen— dige oͤkonomiſche Arbeiten angewendet werden, wo der Verzug ſo unerſetzlich iſt. Das gegenwaͤrtige Jahr gehoͤrt uͤbrigens wohl unſtreitig unter die merkwuͤrdigſten fuͤr Oekonomen! Der Winter hatte groͤßtentheils kahlen Froſt, mit kaltem Morgenwinde verbunden. Man hielt ehedem dergleichen Witterung, wenn ſie nicht mit ab⸗ wechſelndem Thauwetter verbunden war, wohl fuͤr unſchaͤdlich. Die Erfahrung hat aber das Gegentheil bewieſen. Nicht allein an Korn, ſondern beſonders an Weitzen, war der Schaden ſehr groß; doch hat ſich vieler Weitzen, den die Beſitzer, ſo ſchlechten An— ſchein er auch im Fruͤhjahre gab, doch ſtehen laſſen, auch noch recht gut gefunden, und er giebt uns einen neuen Beweis, daß man niemals mit dem Umackern ſchlechter Fruͤchte ſich uͤbereilen muͤſſe. Das Korn,— das gegenwaͤrtig aus allen Gegenden wegen ſei⸗ ner Schoͤnheit geprieſen wird, ſcheint mir dieſe Lobſpruͤche nicht zu verdienen, ſondern viel zu duͤnne zu ſtehen; weshalb ich hohen 11* 164 Oekonomiſches Tagebuch Getreidepreiſen entgegen ſehe. Indeſſen kann nicht in Abrede ge⸗ 4 ſtellt werden, daß das Winterkorn ſich uͤber alle Erwartung ge⸗ funden hat.— Der Klee iſt ganz ausgegangen, bis auf einige wenige Stuͤcke, welche einen ganz ungewoͤhnlich ſchlechten Wuchs zeigen, ſo daß er am heutigen Tage an den mehrſten Orten kaum 5 Zoll hoch iſt. Eben ſo ſchlechten Wuchs hat das Gras; unge⸗ achtet die Witterung zu ſeinem Wachsthum gar nicht vorthell⸗ hafter gedacht werden koͤnnte. Ich glaube daher, daß die Wur⸗ zeln durch den langen kahlen Froſt gelitten haben.— Die Erb⸗ ſen ſind in Helsdorf ganz gelb und verdorben. Auch auf den uͤbrigen Vorwerken haben ſie keinen Wuchs; weshalb ich vor dem 1ſten Julius an Stallfuͤtterung nicht denken kann. An den Erdaͤpfeln, welche von ausgeſchnittenen Keimen ge⸗ legt werden, habe ich bis jetzt Folgendes bemerkt: 1.) die Keime treiben viel mehr Wurzeln, als die ganzen Erd⸗ aͤpfel; 2) ſie kommen zeitiger; 3) ſcheinen aber im Kraute duͤrftiger. „Den 17ten Jun. Die Regenguͤſſe dauern, leider! immer fort. Heute Abend war ein ſo heftiger, daß ich mich kaum ſei⸗ nes gleichen erinnere. Die Wolle hat in Leipzig, incl. 5 Stein 15 Pfund Laͤm⸗ merwolle, betragen: Summa 197 Stein 6 Pfund Zuruͤckbehalten ſind 6— 12— Mithin betraͤgt die ganze Schur Summa 200 Stein 18 Pfund. Dies betraͤgt an Gelde,— den Stein zu 27 Rthlr. 2 Gr.,— 5438 Rthlr. 19 Gr., und iſt gewonnen worden von 1585 Stuͤck Schafen, worunter 120 Stuͤck als wahrer Ausſchuß an den Fleiſcher verkauft werden mußten. Das Schaf hat alſo im Durchſchnitt gegeben 2½ Pfund, und bleiben dann noch 330 ¾ Pfund Ueberſchuß. Daraus folgt: 1) daß das mehrere Futter, in Vergleichung gegen voriges Jahr, beinahe gar nicht auf mehrern Ertrag der Wolle ge⸗ wirkt hat; 2) daß ich nicht mehr, als 2½ Pfund fuͤr das Stuͤck in An⸗ ſchlag bringen darf. — Undſ währt Echief „ Ernem menb b V 7 nnd dl Khjed is bd Ntut ge tnde 2 d Ptt dn 19 Tatro lt m ralb än dos dern Onre den dann Nanj ira ſden dih tun mite Rec 2„ 40 hece e ftung ge⸗ feinige Vachs kauw nge⸗ orthel Wur⸗ ſe Erb⸗ uf den or dem en ge⸗ Erd⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1803. 165 Den 21ſten Jun. Heute Nachmittag war der ſtaͤrkſte Windſtoß, den ich je erlebt habe. Er begleitete ein Gewitter, und waͤhrte gluͤcklicherweiſe nur ungefaͤhr eine Minute; wobei er Schieferdaͤcher abdeckte und die ſtaͤrkſten Baͤume aus der Erde riß. Einem einzigen kleinen Gaͤrtner warf er neun reich beſetzte Pflau⸗ menbaͤume um, und mir im Walde die groͤßten Buchen! Den 23ſten Jun. Die fatale Näſſe haͤlt immerfort an, und alle Feldarbeiten muͤſſen abgeſtohlen werden,— Die neue Methode,— die Erdaͤpfel mit dem Pflug zu legen, iſt ein gro⸗ ßes Gluͤck fuͤr mich, weil dadurch dem Unkraute moͤglichſter Ein⸗ halt geſchieht. Die Leute, welche ſie nach der zeitherigen Art behandeln, ſind in der groͤßten Verlegenheit. Den 2 7ſten Jun. Am heutigen Siebenſchlaͤfer⸗Tage faͤngt die Witterung an, ſich zu gutem Wetter zu neigen; nachdem vom 19ten April an beinahe ununterbrochene feuchte und naſſe Witterung geweſen. Indeſſen hat letztere den Fruͤchten ſelbſt nicht nur keinesweges geſchadet, ſondern ſie haben ſich dabei ſehr wohl befunden; ein neuer Beweis, daß Naͤſſe vor Johan⸗ nis nichts ſchadet! Den 28ſten Jun. Heute wurde mit Haͤufeln der Erdaͤpfel ein kleiner Anfang gemacht. Man darf, bei meiner Methode, das erſte Anhaͤufeln nicht bis an die Stoͤcke ſelbſt bringen, ſon⸗ dern es muß ein kleiner Zwiſchenraum bleiben. Wenn das Streichbrett bis an die Erdaͤpfel zum erſten Male ſtreicht, ſo wer⸗ den viele Stoͤcke umgebogen und mit Erde bedeckt, und dieſe ſind dann verloren; denn der Umfang ihres Krautes verhindert die Pflanze, ſich wieder zu heben, und ſie verfault daher, wegen ihrer Feuchtigkeit, in kurzer Zeit. Wenn das Erdreich ſehr ſchuttig und milde, ſo koͤnnte dies eine Ausnahme machen: große Behutſamkeit iſt aber allezeit zu empfehlen. Den 30ſten Jun. Heute iſt das Ende der Wieſenhu⸗ tung in Rochsburg. Sie hat gewaͤhrt vom 2 iſten Mai Nach⸗ mittags bis mit heute. Es haben gefreſſen 331 alte Schafe ꝛc. und 81 Laämmer. Rechnen wir die erſtern zu 3 Pfund Heu, und die Laͤmmer zu 2 Pfund; ſo wuͤrde dieſes betragen Summa 420 Centn. auf 40 Tage, wobei der halbe Tag nicht gerechnet iſt. Ich haͤtte geſaͤet. 166 Oekonomiſches Tagebuch alſo 35 Fuder Heu, jedes zu 12 Centner, erbauen muͤſſen, um dem Nutzen der Abhutung gleich zu kommen, welches nach Ver⸗ haͤltniß der Groͤße der abgehuͤteten Plaͤtze wohl nicht angenommen werden kann. Wollte man dagegen einwenden, daß ein Lamm nicht 2 Pfund Heu fraͤße, ſo wuͤrde ich theils dieſes nicht zugeben koͤnnen; theils muͤßte billig in Anſchlag gebracht werden, daß auf den abgehuͤteten Plätzen in dieſem Jahre der Graswuchs ſehr duͤrftig war. Monat Julius. Den 1ſten Julius. Anfang der Erbſenfuͤtterung in Rochs⸗ burg!— Ein Schaf fraß ſich bei der letztern Mahlzeit todt, und viele waren aufgeblaͤht. Die Urſache mochte die Jugend der Erbſen ſeyn, und beſonders der Fehler, welchen die Schaͤfer begangen, die Mahlzeiten zu geſchwind auf einander folgen zu laſſen. Es giebt wohl uͤberhaupt kein Futter, an welchem die Schafe, wenn es ihnen recht gut ſchmeckt, ſich nicht todt freſſen koͤnnten. Den 4ten Jul. Anfang der Erbſenfuͤtterung in Ber⸗ thelsdorf. Den gten Jul. wurden die erſten Ruͤben in Rochsburg geſaͤet, und waren den 14ten ſchon aufgegangen. In Berthelsdorf wurde die Ruͤbenſaat angefangen d.. und in Mohsdorf d.... Den 18ten Jul. wurden die letzten Ruͤben in Rochsburg Das Korn hat viele weiße Flecke, welche theils von der Naͤſſe, theils von einem Wurm entſtehen, welcher die Wurzel anfrißt. Ueberdies ſind auch viele Aehren, deren Koͤrner verwel⸗ ken, ohne weiß zu werden. Man erkennt ſie daran, daß ſie auf— gerichtet unter den uͤbrigen ſtehen, welche ſich, ihrer Schwere wegen, geſenkt haben. Den 21ſten Jul. Starker Gewitterregen in Rochsburg, der alle daſige Erdaͤpfel niederlegte! Wir haben bis jetzt immer untermiſchten Regen gehabt, welcher um deſto heilſamer geweſen, jſe„ um ac Ner⸗ ommen lamm zugeben daß tuf d ſihr des Grafen H. E. v. Schönburg. 1803. 167 da theils die Ruͤbenſaat eben vollendet worden, theils die Erd⸗ aͤpfel in Mohsdorf und auf dem Schaͤfereiſtuͤck in Rochsburg in ſehr traurigem Zuſtande ſich befinden. In Mohsdorf ſind ſie zum Theil noch nicht das erſte Mal gehackt, und daher reichlich mit Diſteln und Winde durchwachſen:— in Rochsburg aber, wo ſie auf benanntem Schaͤfereiſtuͤck zwar zum erſten Mal gehackt, und von Unkraut rein ſind, haben ſie doch keinen rechten Wachsthum. Da indeß die auf dem Zehendfelde Anfangs auch nicht wuchſen, jetzt aber recht ſchoͤn ſtehen, ſo wollen wir noch nicht alle Hoff⸗ nung aufgeben, wenn nur bald und trocken gehaͤufelt werden kann. Den 23ſten Jul. Ende der NRuͤbenbeſtellung. es ſind ausgeſaͤet worden 2 Centner. Die ſehr ſchlechte Beſchaffenheit der Erdaͤpfel auf der Schaͤ⸗ ferei wird durch einen Wurm verurſacht, welcher Keime und Staͤngel unter der Erde abfrißt. Wahrſcheinlich iſt es die Made des Maikaͤfers. Der ſpaniſche Blick*) iſt blos die Folge von der War⸗ tung der Schafe. Meine Heerde von Geltevieh in Rochsburg hat ihn in hohem Grade, weil ſie dem Staub und der Sonne ausgeſetzt iſt, und die uͤbrigen, welche im Stalle bleiben, ſehen weiß aus. Den 25ſten Jul. Die Maden, welche meine Erdaͤpfel in der Erde abfreſſen und ganz vernichten, ſind gelblich und glatt, ſehr lebhaft, haben einen ſpitzigen dunklern Kopf und duͤnnen langen Koͤrper**). Den 26ſten Jul. Ende des Erdaͤpfel⸗Anhaͤufelns in Rochs⸗ burg auf dem Schaͤfereiſtuͤck. *) d. h. das ſchwärzliche, und gut geſtapelte Anſehen der Oberfläche der Pelze, oder Fließe. Anm. des Herausg. **½) Dies paßt mehr auf die Made des Maikäfers, als die der Phalaena acrotis ſegetum, die im J. 1826 in Schleſien viel Schaden in den Kar⸗ toffeln that. Anm. des Herausg. 468 Oekonomiſches Tagebuch Monat Auguſt. Den z3ten Auguſt erſt wurden die letzten Erdaͤpfel in Mohs⸗ dorf angehaͤufelt. Das iſt zum Erbarmen; allein blos die Folge der großen Naͤſſe im Fruͤhjahr! Den 4ten Auguſt hat die Erndte in Rochsburg und Ber⸗ thelsdorf angefangen. Den 7ten Aug. ward die erſte Unterſuchung uͤber meine Erdaͤpfel angeſtellt. Das Reſultat fiel ſehr bedenklich aus, in— dem theils nur weniger Knollenanſatz, theils gar keiner daran be— findlich war. Die ganzen Erdaͤpfel hatten vor den von Keimen einen ſo entſchiedenen Vorzug, daß, wenn er ſich beſtaͤtigt, es eanz laͤcherlich ſeyn wuͤrde, jemals wieder Keime zu legen. Der Inſpector Marbach unterſuͤchte ſie den andern Tag, und wollte ſie beſſer gefunden haben; wovon der Erfolg zu erwarten.— Wenn ich ohne Uebertreibung annehmen darf, daß jeder Erdapfel, der in drei Keime geſchnitten worden, von jedem Keim nur drei Erdaͤpfel bringt, ſo wuͤrde ich dadurch doch eine Mahlzeit fuͤr meine Schafe fuͤr den ganzen Winter haben. Es ſind naͤmlich gelegt worden 527 Saͤcke. Ich rechne nur 27 Saͤcke als voͤllig verloren, auf den leeren Stellen; und ſo wuͤrde jener Ertrag be⸗ tragen Summa 4500 Saͤcke. Nan rechne ich fuͤr die Jaͤhrlinge 2 Pfund die Mahlzeit, und fuͤr das alte Vieh 2¼ Pfund, und es ſind 322 Lammer und 1178 alte Schafe zu fuͤttern. Dieſe wuͤrden nun in 182 Tagen,— taͤglich 31 Sack gerechnet,— beduͤrfen Summa 3822 Saͤcke zu 142 Pfund. Dieſer aͤußerſt geringe Ertrag von 52 Scheffel Land, Peniger Maaßes, nach Kornausſaat, wuͤrde noch meine Erwartung uͤbertreffen, da eine ſo große Menge von Ungluͤcksfaͤllen mich bei der Erdaͤpfelbeſtellung betroffen haben, Bei der gewaltigen Naſſe konnte ich nicht ins Feld, und, außer dem Legen, welches groͤßtentheils ſehr ſpaͤt er⸗ folgte, zur uͤbrigen Beſtellung kommen, und gegenwaͤrtig druͤckt eine lange anhaltende Trockenheit, mit großer Hitze ver⸗ bunden, die Erdaͤpfelpflanzen. Sie haben zwar bei mir noch eine ſchoͤne dunkelgruͤne Farbe; bei Andern aber, wo ſie zeitiger gelegt ſind, fangen ſie ſchon an, ſehr ſtark zu welken; auch ſind die Erdaͤpfel ſehr klein. ttld ſſeen burg Schaf 1 wurde t, dorvon ſe uſt V linm: b V ſick Nar er hrr i 6 da düchfi NAum fäte net) MA ſte he bon Re hente heben Sei der 32 Mohs⸗ Folge d Dar meine 8, in⸗ tan be⸗ ſeimen t, es Der wollte — apfel drei fͤr dwwüch dollg ag be⸗ jrlinge „ und Dieſe herſt nach eine Uung t ind t er⸗ aͤrtig ver⸗ noch diger ſed des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 18083. 169 7 Den 11ten Aug. wurde mit Hutung auf der Kornſtop⸗ pel der Anfang gemacht. Es haben alſo die Erbſen vom 1ſten Julius bis mit 10ten Auguſt zu gruͤnem Futter in Rochs— burg gereicht, mithin Summa 41 Tage, fuͤr 466 Stuͤck Schafe ꝛc., wovon aber 81 Stuͤck auf der Erbſenſtoppel ernaͤhrt wurden, ſo daß eigentlich nur 385 Stuͤck wirklich Erbſen erhiel⸗ ten; obwohl zuletzt doch auch dieſe 81 Stuͤck eine Abendmahlzeit davon bekommen haben. Die Erbſen ſtanden freilich ſchlecht; die erſte Haͤlfte war zu duͤnne geſaͤet, und die zweite Haͤlfte hatte keinen Wuchs. Auf dem mißrathenen Schaͤfereifelde wurde ein Erdaͤpfel— ſtock aufgehoben, welcher ſchoͤnes Kraut hatte; demungeachtet war er an der Wurzel von dem gelben Wurm angefreſſen, hatte aber uͤber dem Fraß neue Wurzeln und Ausſchoͤßlinge gemacht. Es waͤre daher wohl moͤglich, daß dieſe noch neue Erdaͤpfel zum Viehfutter erzeugten.— Die großen Verwuͤſtungen des gelben Wurms haben bei mir den feſten Vorſatz bewirkt, alle Erdaͤpfel⸗ ſtuͤcke in den Furchen, wo die Erdaͤpfel zu liegen kommen, mit ei— ner Vermiſchung von Schlamm und Kalk, nach Behrends Methode, ſo wie bei der Seifenſiederaſche geſchehen, ſtark be— ſtreuen zu laſſen; auch dazu dieſen Herbſt uͤberall Anſtalten ma⸗ chen zu laſſen. Den 13ten Aug. kam in der Nacht ſtarker Regen, welcher von 2 Uhr bis fruͤh 7 Uhr anhielt. Er war nothwendig, wenn die Erdaͤpfel nicht ganz verderben ſollten. Dieſer Regen wieder— holte ſich 1 den 14ten Aug. durch ein Gewitter. Dieſe beiden Tage haben wahrſcheinlich uͤber den Ertrag der Erdaͤpfel entſchieden. Den 20ſten Aug. Mein Bruder hat von vier Scheffel Gerſte 32 Schock 1 Mandel ſtark Gebuͤnde eingeerndtet; und der Wirth Leonhard von 3 Sippm. Haferausſaat 10 Schock 3 Mandel; mithin uͤber 14 Schock gut Gebuͤnde vom Scheffel. Den 22ſten Aug. Bei der diesjaͤhrigen Behuͤtung der Kornſtoppel war ein großer Fehler begangen worden, naͤmlich der, daß die Stuͤcke, worauf die Schafe huͤteten, nicht theil— weis, ſondern uͤber und uͤber behuͤtet worden. 170 Oekonomiſches Tagebuch Nun kamen die Schafe alle Tage auf das naͤmliche Stuͤck, und ihr Geruch verleidete ihnen die Weide ſo, daß ſie das ſchoͤnſte Steingras nicht mehr freſſen wollten, ſondern ſichtlich abnahmen. Nunmehr iſt aber die Einrichtung getroffen worden, welche in der That weſentlich noͤthig iſt, naͤmlich, daß jedes Feld in kleinen Theilen abgehuͤtet wird, und daß die Schafe niemals eher wieder auf den Fleck, welcher abgehuͤtet worden, kommen duͤrfen, bis die ganze Reihe der Abtheilun— gen beendigt iſt. Auf dieſe Art iſt ihnen die Weide immer neu, und ſie behalten ihre Freßluſt. Den 24ſten Aug. Die Einrichtung mit Hutung der Schafe, naͤmlich ſolche theilweiſe zu benutzen, und die abgehuͤteten Ab⸗ theilungen zu verſchonen, hat ſichtbaren Nutzen fuͤr die Zunahme der Schafe. Den 25ſten Aug. wurden die letzten Wicken auf dem Ze⸗ hendfelde eingebracht. Es ſind von 8 Scheffel 3 Sippm. 2 M. Ausſaat eingeerndtet worden Summa 61 Fuder. Der Ertrag nach dem Gewichte ſoll nachgeholt werden, wenn ſolche aufgebunden ſind. Monat September. Den 1ſten Sept. Sollte es nicht am Beſten ſeyn,— da ich den Duͤnger nicht dreimal bearbeiten kann, ſondern genoͤthigt bin, ihn zur Saatfurche aufzufahren,— entweder 1) auf die rauhe Furche zu ſaͤen, um das Samenkorn in moͤglichſte Verbindung mit dem Duͤnger zu brin gen? oder 2) auf den gebreiteten Duͤnger ſelbſt zu ſaen, und dann das Land flach unterzuackern? Letztere Methode ſcheint am Meiſten die Nutzung des Duͤngers zu ſichern; ſetzt aber ganz kurz gefaulten Duͤnger voraus. Der lange Duͤnger ſchiebt ſich zuſammen, und macht dadurch das Aufſaͤen auf ihn unmoͤglich. Im letztern Fall alſo, wo langer Duͤnger iſt, wird die Methode Nr. 1. befolgt, von beiden aber Verſuch gemacht werden. ir, Und b ſchonſe ſehmen. ein der daß de gehüte heilun⸗ halten ſchafe, Ab⸗ ahme ze M. nach den des Grafen H. E. d. Schoͤnburg. 1803. 171 Den 6ten Sept. Nachdem einige Tage vorher ſehr kalter Wind mit untermiſchtem Regen das Erdreich ein wenig ange⸗ feuchtet, ſo tritt mit dem heutigen Morgen ein wahrer Landregen ein, deſſen Wirkung bei Ruͤben und Erdaͤpfeln ſehr wohlthaͤtig ſeyn duͤrfte. Den letztern iſt er um deſto nothwendiger, als die meiſten Erdaͤpfel noch ſo klein, als wie Nuͤſſe waren, und daher eine ſehr ſchlechte Erdaͤpfelerndte zu erwarten ſtand, wegen der außerordentlichen Trockenheit, die zeither geherrſcht. Den S8ten Sept. wurden im Garten 605 Weitzenkoͤrner aus Schleſien geſteckt Elle von einander,— eine Art, von der ich gar ſehr wuͤnſchte, Samen zu haben. Den 14ten Sept. Vor einigen Tagen haben wir anhal⸗ tenden und durchdringenden Regen gehabt, welcher die ſchoͤnſte Hoffnung gab, daß meine ſpaͤt gelegten Erdaͤpfel nunmehr auf das Staͤrkſte wachſen wuͤrden; heute Nacht aber hat es, leider! ſchon angefangen, zu frieren, und wird die naͤchſte Nacht ſaͤmmt⸗ liches Erdaͤpfelkraut zerſtoͤren, mithin auch dieſe Hoffnung ver⸗ nichten. Den 15ten Sept. Meine Vorherſagung vom Erfrieren des Erdaͤpfelkrauts hat ſehr richtig zugetroffen. Es iſt total er⸗ froren, ſo wie alle Gurken, Bohnen, Kuͤrbiſſe ꝛc. Schoͤnes Jahr t!! Den 17ten Sept. Das Erbſenfeld in Rochsburg auf dem Hanenbuſch, zu Korn geduͤngt, hat mir vollkommneren Auf⸗ ſchluß uͤber das zeitherige oͤftere Mißrathen des Getreides gege⸗ ben. Es iſt der Duͤngervorrath nicht hinreichend, um alle drei Jahre zu duͤngen, und der Schafduͤnger iſt zu ſtrohig, um Wir⸗ kung zu thun: naͤchſtdem iſt er zeither zu tief untergeackert wor⸗ den, um den Graswurzeln des Getreides zu Gute kommen zu koͤnnen. Hieraus folgt: 1) daß ſaͤmmtlicher Duͤngervorrath auf x des Feldes kom⸗ men; die andere Haͤlfte, oder F, mit Kalk geduͤngt werden muß; 2) daß etwas weniger eingeſtreut, und daß ſo fuͤr mehrere Feuchtigkeit des Duͤngers geſorgt werden muß; 3) daß wir den Duͤnger ſeichter unterackern muͤſſen. — 172 Oekonomiſches Tagebuch— In Anſehung der Erdaͤpfel aus Keimen habe ich ſchon jetzt, durch mehrmaliges Nachſuchen, die Bemerkung machen koͤn— nen: daß Keime groͤßere Erdaͤpfel geben, aber nicht in ſo großer Menge, als diejenigen, welche unzerſchnitten gelegt worden. Der Grund liegt wohl darin, daß mehrere Keime, welche ſich an einem unzerſchnittenen Erdapfel befinden, einander die Nah— rung wegnehmen, mithin ihre Erdaͤpfel nicht ſo groß ziehen koͤn— nen. Es folgt daraus: daß die Keime großen Vorzug vor ganzen Samen⸗Erdaͤpfeln auch in Anſehung des Ertrags haben; daß aber dieſe Keime naͤher an einander, ungefaͤhr ſechs Zoll, gelegt werden muͤſſen*). Den 30ſten Sept. Heute wurden ſaͤmmtliche Schaͤfereien mit Staͤhren verſorgt, naͤmlich es kamen 1) nach Rochsburg zu 100 Schafen 4 Staͤhre; 2) nach Berthelsdorf zu 66 Schafen 3 Hauptſtaͤhre, und die alte Eilfe; 3) nach Mohsdorf zu 128 Schafen 5 Staͤhre. Es ſind alſo belegt Summa 294 Schafe. Die Staͤhre ſollen nur zwei und eine halbe Woche darunter bleiben, ſodann aber auf gleiche Zeit friſche Staͤhre unter die Zuchtſchafe gethan werden; weil 1) die Staͤhte ohne Abwechſelung ſich zu ſehr abnutzen; *) Zwar hat der Hr. Verfaſſer dieſes Tagebuchs hier keine Nachricht von dem Ertrag dieſer ſeiner aus Keimen erzeugten Kartoffeln in dieſem Jahre gegeben; aber wohl findet ſich Etwas darüber gelegentlich in dem Tage⸗ buche von 1804; und in dem angeführten eignen Aufſatze deſſelben in mei⸗ nem Oeck. Sammler ². IX. S. 111. giebt er ſelbſt den Ertrag der⸗ ſelben im J. 1804 im Ganzen vom Sächſ. Acker à 300 ◻R. auf etwas über 150 Säcke circa à 142 Pfund an, d. i. über 100 Preuß. Scheffel auf den Preuß. Morgen, von 180 R., und auch das Jahr 1804 war in ganz Sachſen dem Kartoffelbau ſehr ungünſtig. Vom J. 1814 an rech⸗ nete man ſogar 250 Säcke pro Acker Ertrag. Anm. des Herausg. on ſett in köͤn⸗ großer orden. ſche ſih ſe Roh⸗ jen kon⸗ rdaͤpfeln e Keime werden fereien d die runter er die t von Jahre Tage⸗ nmei⸗ g der⸗ süber dl auf dar in Rut⸗ 159. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 173 2) weil die letzten Laͤmmer bisher immer ſehr ſchwach ausge⸗ fallen, welches den verlornen Kraͤften der Staͤhre zuzu⸗ ſchreiben ſeyn duͤrfte*). Daß man die Staͤhrlaͤmmer nicht zu lange bei den Muͤttern laſſen muͤſſe, weil ſie zeitig ſchon als Staͤhre ſich zeigen, beweiſt das gegenwaͤrtige Jahr, wo ich 4 Laͤmmer dadurch erhalten habe, die indeß, ungechtet der großen Jugend ihrer Vaͤter, doch ſehr ſtark ſind. Uebrigens ſind folgende Schafe ausgemerzt, und mit Ab⸗ ſchneidung des linken Ohrs bezeichnet worden: 1) in Berthelsdorf 20 Stuͤck 2) in Mohsdorf 45— 3) in Rochsburg 6— Summa 71 Stuͤck. Noch muß ſch hier erinnern, daß bei der Kornbeſtellung in Rochsburg dieſes Jahr ein großer Fehler dadurch begangen worden, daß das Erbſenfeld nicht gleich nach Abbringung der Erbſen umgebrochen worden; indem dadurch, daß das Feld Zeit zum Verraſen gehabt, die Kornbeſtellung nothwendig ſehr ſchlecht ausgefallen iſt. Monat October. Den 11ten October. Nachdem das Wetter ſich den 8ten Nachmittags in Regen verwandelt hatte, ſo ſchneiet es heute gar. Den 15ten Oct. Wenn hohes Gras im Korne ſtand, ſo glaubte ich zeither, es wuͤrden die Schafe dadurch ſehr gewinnen, wenn ich dies Korn ſchneiden ließ, wodurch, bei hohen Stoppeln, der ſaͤmmtliche Vorrath von Gras fuͤr ſie blieb; allein die Er⸗ fahrung hat mich beſſer belehrt. Die hohe Stoppel hindert das Schaf am Freſſen; das lange Gras wird von ihm niedergetreten, *) Wohl zu beachten für die, welche jetzt 100, 150 und 200 Schafe von einem Stähre in einem Jahre belegen laſſen! Anm. des Herausg. 174 Oekonomiſches Tagebuch und hernach nicht mehr geachtet, weil es ohnedies zu alt wird; und haupſaͤchlich wird der Zuwachs des jungen Graſes gar ſehr dadurch verhindert. Man thut deshalb beſſer, das Korn hauen zu laſſen, und zwar tief am Boden ab. Es wird nicht allein mehr Stroh gewonnen, ſondern die Schafe gewinnen auch im Ganzen mehreres und beſſeres Futter. Bei der diesjaͤhrigen ſehr naſſen Fruͤhjahrsbeſtellung ſind mir doch einige Bedenken wegen der ſehr breiten Beete in meinem ſchweren Lehmboden aufgeſtoßen. Es iſt naͤmlich in der Korn— ſtoppel groͤßtentheils Waſſergras aufgewachſen, welches mir ein Zeichen zu ſeyn ſcheint, daß dieſe breiten Beete zu viel Waſſer halten. Wenigſtens ſcheint mir eine ebene Lage bei hieſigem ſchwerem Lehmboden ſie nicht zu geſtatten. Hat das Feld voll— kommenen Abhang, ſo wird davon kein Nachtheil zu verſpuͤren ſeyn. Uebrigens iſt nicht in Abrede zu ſtellen, daß breite Beete, wegen des oͤftern Hin⸗ und Herziehens beim Pfluͤgen, die Arbeit nicht ſo foͤrdern, als ſchmaͤlere.— Daß die Luftduͤngung auf einem ſchmalen Beete mehr von der Erde werde angezogen wer⸗ den, als auf einem breiten, glaube ich kaum. Die mehrere Abwechſelung der Hoͤhe und Tiefe und die mehrern Furchen beim ſchmalen Beete ſcheinen dazu allerdings geſchickt zu ſeyn; das breite Breit haͤlt aber mehrere Feuchtigkeit, und hat auch genugſame rauhe Oberflaͤche. Den 25ſten Oct. Die Naͤſſe haͤlt an, und erſchwert gar ſehr alle Arbeit, beſonders das Erdaͤpfel⸗ und Ruͤben-⸗Aus⸗ nehmen. Die Nuͤben fuͤttern gut; machen aber eine unglaubliche Menge Duͤnger, ſo daß meine Schafe in Mohsdorf bei den Scha⸗ fen, welche im Stalle bleiben, taͤglich dreimal einſtreuen muͤſſen. Kalk auf Kornfelder ꝛc. zu ſtreuen, um die Schnecken zu vertilgen, ſchien mir dieſen Herbſt, da mein Bruder hier in Rochsburg den zweiten Verſuch damit machte, nicht viel Erfolg zu verſprechen. Der Kalk war im Regen geſtreuet, und den an⸗ dern Morgen ſah ich ſelbſt Schnecken uͤber den geſtreueten Kalk ziehen, ohne einige Empfindung zu zeigen. Demungeachtet iſt aber doch der Erfolg in der That außerordentlich; die Saat hat von Schnecken gar nichts gelitten, ungeachtet letztere in großer Menge darauf waren, wie ich ſelbſt geſehen habe. Es iſt uͤber⸗ ſſô vo al Wwm Küde oexe berd. ater ndo ein, unuj Koch ſeerk gritt hacer den ſent näͤm al wird; gor ſehr Thauen tallein uch im ng ſind meinem ⸗Korn⸗ mir ein Waſer ieſigem ld vol⸗ rſpüͤren eBeete, e Atheit ung auf gen wer⸗ meſeiee Furchen u ſeyn, it auch t gar Aus⸗ bliche Scha⸗ iſen. en zu ier i Erfolg den an⸗ en Kal chtet ſ Saat ho artit ſt ihe des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 175 dies hier von Kleeland und Erdaͤpfelfeld die Rede. Man muß aber beim Streuen wohl beobachten, daß ſolches zu einer Zeit ge— ſchehe, wo die Schnecken außer der Erde ſind, und mithin vom Kalk getroffen werden koͤnnen, worauf wohl der ganze Erfolg zu beruhen ſcheint. Monat November. Den 2ten Nov. Heute Nacht und den ganzen Tag ſtellte ſich wahre Winterwitterung, d. h. der ſtaͤrkſte Froſt ein, von 3 Zoll tief in die Erde. Da ich noch die wichtigſten Arbeiten, das Umbrechen ſaͤmmtlicher Felder, beinahe ganz vor mir habe; ſo iſt die Ausſicht ſehr truͤbe. Nur gegen Mittag konnte ich etwas Stoppel ackern. Im Erdaͤpfelfelde war dies unmoͤglich. Den Zten Nov. Anfang der Nuͤbenfuͤtterung in Rochs⸗ burg.— Die Ruͤben ſind gefroren. Es iſt unmoͤglich, zu ackern. Den 4ten und 5ten Nov. Gleicher Froſt und gleiche Un⸗ moͤglichkeit zum Ackern. Den 9ten Nov. Heute Abend ſtellte ſich gelinde Witterung ein, nachdem der ſcharfe Winterfroſt vom 2ten Nov. bis heute ununterbrochen fortgewaͤhrt hatte. Den 11ten Nov. Anfang der voͤlligen Stallfuͤtterung in Rochsburg. Die Schafe haben aber ſchon lange fruͤh und Abends ſtark im Stalle gefuͤttert werden muͤſſen, weil ſie ſich durchaus nicht mehr durch das gruͤne Futter ernaͤhren konnten. Sie er— halten jetzt 50 Gebuͤnde Gemang fruͤh, eben ſo viel Abends, und zweimal Ruͤben.— Der Fehler iſt vermieden worden, der ſonſt meine Schaͤfereien jederzeit zuruͤckſetzte, daß die Schafe naͤmlich um gegenwaͤrtige Zeit Mangel litten. Den 16ten Nov. verlor ich in Rochsburg einen Jaͤhrling, welcher ſich an Ruͤben todt gefreſſen. Es werden den Schafen zwei Mahlzeiten Ruͤben gegeben, naͤmlich um 10 Uhr fruͤh und Nachmittags um 2 Uhr. Die Schaͤfer hatten die erſte Mahlzeit bis 12 Uhr verſpaͤtet, und da die zweite um 2 Uhr ſehr reichlich war; ſo ging der Uugluͤcksfall ganz natuͤrlich zu: denn das Schaf * 1 176 Oekonomiſches Tagebuch uͤberfrißt ſich in Allem, was ihm ſchmeckt, beſonders wenn es noch nicht ausgefuͤttert iſt. Uebrigens genießen die Schafe ge⸗ genwaͤrtig mit großer Begierde die Ruͤben, welche ſie anfaͤnglich nicht anſehen mochten. Man kann Anfaͤngern in dieſer Wirth⸗ ſchaftsart nicht genug empfehlen, ſich an den erſten Widerwillen der Schafe gegen ein neues und ſonſt gutes Futter im Mindeſten nicht zu kehren. Meine waͤhleriſche Rage vernichtet Alles, was ihr zum erſten Male angeboten wird. Man fahre aber nur fort, das naͤmliche Futter, jedoch in kleinen Portionen, damit die Thiere ſich ja nicht uͤberfreſſen koͤnnen, zu geben, und ſie werden bald lernen, es mit Begierde zu freſſen. Den 25ſten Nov. Heute ſind die letzten Wicken in Rochs⸗ burg aufgebunden worden. Es waren bei der Erndte 61 Fuder, welche fuͤr ſtark ausgegeben wurden, aber nicht mehr gegeben haben beim Aufbinden, als Sumnma 71 Schock 2 Metzen, das Gebund zu 18 Pfund. Dies betraͤgt gerade 702 Centn. zu 110 Pfund.— Wenn wir nun dieſes Stuͤck, das obere Zehendfeld, zu 22 Scheffel an Kornausſaat annehmen, ſo iſt der Ertrag des Peniger Scheffels,— den Centn. ganz maͤßig mit 14 Gr. in Anſchlag gebracht,— geweſen 34 Rthlr. Hierzu koͤmmt noch das, was an ausgefallenen Wicken zu rechnen iſt. Ausgeſaͤet iſt aber worden 8 Scheffel 3 Sippm. 2 Metzen; mithin hat der ausgeſaͤete Scheffel Wicken gegeben,— wenn wir der Kuͤrze wegen die Ausſaat auf 9 Scheffel annehmen,— ungefaͤhr 8 Schock zu 18 Pfund das Gebund. Monat December. Den é6ten December. Anfang der Erdaͤpfelfuͤtterung in Rochsburg. Es erhalten 472 Stuͤck zur Mittagsmahlzeit 9½ Sack. Wir wollen hier zugleich die Futterordnung in Rochsburg fuͤr dieſen Winter anfuͤhren, weil ſie, nach dem gegenwaͤrtigen Zuſtande des Viehes, vollkommen zweckmaͤßig zu ſeyn ſcheint, mithin zur kuͤnftigen Nachachtung dienen kann. Ston I venn e9 vofe ge⸗ f äͤnglic Nith⸗ ernilen indezen „ wad ſdur fort mit die werden Rochs⸗ Fuder, egeben „ das tn. zu obere , ſo maͤßig Hirrzu ſſ. Meten; wenn 7,— ng in ahlzeit zburg aiigen ſceat, des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 177 Futter⸗Ordnung für Rochsburg, den 11ten December 1803 bis 15ten Mai 1804. A. 100 Mutterſchafe erhalten fruͤh: 6 Gebund Wicken zu 18 Pfund 108 Pfund Mittags: Erdaͤpfel 300— Abends: 6 Gebund Wicken zu 18 Pfund 108— „ Summa 516 Pfund; mithin erhaͤlt jedes Mutterſchaf 5 Pfund taͤglich. Dabei werden zwei Gebuͤnde Rockenſtroh, die zur Einſtreu dienen, ihnen Nachmittags zum Durchſuchen aufgeſteckt. Von Lichtmeſſe an erhalten ſie Heu-Zulage. B. 93 Stuͤck Gelte⸗Vieh erhalten fruͤh: 4 Gebund Wicken zu 18 Pfund 72 Pfund Mittags: Erdaͤpfel zu 3 Pfund jedes 279— Abends: 3 Gebund Wicken zu 18 Pfund 54— ferner: 5 Gebund Stroh zu 12 Pfund 60— Summa 465 Pfund; jedes alſo 5 Pfund taͤglich. C. 36 alte Staäͤhre erhalten fruͤh: 2 Gebund Wicken zu 18 Pfund 36 Pfund Mittags: Erdaͤpfel 108— Abends: 2 Gebund Wicken 36— Summa 180 Pfund; folglich jeder alte Staͤhr 5 Pfund taͤglich. D. 69 Lammſtaͤhre erhalten fruͤh: 4 Gebund Wicken zu 18 Pfund 72 Pfund Mittags: Erdaͤpfel 207.— Abends: 4 Gebund Wicken 72— Summe 351 Pfund; mithin jeder Lammſtaͤhr uͤber 5 Pfund. Schoͤnburg. Wirthſch I. 12 178 Oekonomiſches Tagebuch E. 174 Hammel erhalten fruͤh: 9 Gebund Stroh Mittags: 4—— Abends: 9—— Summa 22 Gebund, zu 14 Pfund ungefaͤhr, Summa 308 Pfund. Dabei erhalten dieſe Hammel Mittags jeder 3 Pfund Erdaͤpfel 522— Summa 830 Pfund; alſo etwas uͤber 4 Pfund taͤglich bis mit 26ſten Januar. Von da an erhalten ſie taͤgl. 12 Stein Heu 264 Pfund und 8 Gebund Kaufſtroh zu 8 Pfund 64— Erdaͤpfel, wie oben 522— Summa 850 Pfund; daher beinahe 5 Pfund das Stuͤck. Die uͤbrigen Schaͤfereien erhalten beinahe gleiches Futter, nur Helsdorf bekoͤmmt fuͤr 150 Stuͤck fruͤh 4 Stein Heu Mittags 3—— Abends 4—— Summa 11 Stein Heu; und jede Mahlzeit 3 Gebund Stroh, Summa 9 Gebund Stroh. Der Erfolg wird lehren, ob ein ſo betraͤchtlicher Unterſchied in der Fuͤtterung auch im Ertrage einen Unterſchied machen werde. Schon jetzt ſehe ich ſehr deutlich ein, daß ein Schaf, mit Erdaͤpfeln gefuͤttert, niemals ſein Futter bezahlen kann.— Wenn ein Schaf nach der diesjaͤhrigen Fuͤtterung 3 Pfund taͤg⸗ lich davon erhaͤlt, ſo frißt es in einem Jahre ungefaͤhr 73½ Sack Erdaͤpfel zu 142 Pfund. Dies macht, zu einem Mittelpreis an⸗ geſchlagen,— den Sack 12 Gr.,— Summa 3 Rthlr. 21 Gr. Fuͤttere ich dagegen 1 Pfund Heu, ſo betraͤgt dies im Jahre 34¼ Centn. zu 14 Gr. Summa 1 Rthlr. 23 Gr.; mithin koͤmmt die Erdaͤpfelfuͤtterung noch einmal ſo theuer zu ſtehen, als die Fuͤtterung mit Heu. Wenn nun der Ertrag an Wolle ꝛc. dieſen großen Verluſt nicht erſetzt,— wie voraus zu ſehen, daß es ganz gewiß nicht geſchehen wird,— ſo wuͤrde es die groͤßte Einfalt von der Welt 7 m, ren ſi ton O hr Fu drei e ungeft welce aact! Fühlerd S zu ttWo fujeder thilzu iſde Sma ( ſn wir fur A Weim § Pfu 2— Pfund, Janugk, Tfund — fund; ter, nur ˖Stroh. reerſchied machen Scaf, nn.— nd taͤg⸗ 1 Erd vreis an⸗ 21 Gr. Jahre rkoͤmmt als die Verbuſt wwſß nich ade Wät des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1803. 179 ſeyn, fuͤr die Zukunft die Erdaͤpfel an Schafe zu verfuͤttern: ſon⸗ dern ſie muͤſſen vielmehr an Schweine verfuͤttert werden, weil ich von Ochſen wenigſtens noch keine Erfahrung habe, ob ſie auch ihr Futter bezahlen.— Laßt uns daher, nach Anleitung der drei Schweine, welche wir dieſes Jahr geſchlachtet haben, eine ungefaͤhre Berechnung ihres Ertrags machen.— Die Koſten, welche mir dieſe Schweine vor dem Aufſtellen auf die Maſt ge— macht haben, koͤnnen nicht in Anſchlag gebracht werden, weil Fehler dabei vorgegangen; wir wollen aber ihren Ankaufspreis fuͤr jedes zu 10 Rthlr. rechnen, Summa 30 Rthlr. Einkauf. Sie haben acht Wochen auf der Maſt geſtanden, wir wollen aber 10 Wochen fuͤr jedes annehmen; und alle Wochen haben ſie erhalten 3 Sack Erd⸗ aͤpfel zu 12 Gr., und 1 Sippm. Gerſte zu 1 Rthlr.; folglich haben ſie jede Woche gekoſtet 2 Rthlr. 12 Gr.; folglich in 10 Wochen Summa 25 Rthlr. Unterhaltung, oder Maſt. Ihre Abwartung, (— dieſe kann aber im Großen unmoͤglich ſo viel koſten,—) wol— len wir rechnen 1 Rthlr. den Monat. Summa 2 Rthlr. 12 Gr. fuͤr Abwartung. Recapitulation. 30 Rthlr.— Gr. Ankauf, 25——— Maſt, 2— 12— Abwartung. Summa 57 Rthlr. 12 Gr. der Ausgabe. Beim Schlachten haben dieſe drei Schweine gewogen: das eine 143 Pfund das andere 114 ½— das dritte 115 ¾— Summa 373 Pfund ſchweres Gewicht, dazu 100 Pfund Wuͤrſte, 38— Schmeer. Summa 511 Pfund. Wir wollen dieſe 511 Pfund nur zu 2 Gr. 6 pf. das Pfund an⸗ ſchlagen,— um dem Vortheil des Kaͤufers Spielraum zu laſ— ſen,— ſo betraͤgt dies doch Summa 353 Rthlr. 5 Gr. 6 pf., oder fuͤr das Stuͤck 17 Rthlr. 18 Gr. Alles dieſes iſt gar ſehr zum Nachtheil der Schweine ge— rechnet; denn ich wuͤrde wahrſcheinlich einige zwanzig Thaler fuͤr 12* 180 Oekonomiſches Tagebuch jedes bekommen haben,— ſie haben auch nur acht Wochen auf der Maſt geſtanden,— und zwei Mutterſauen waren nicht ge⸗ ſchnitten, welches ihre Zunahme, beſonders an Schmeer, gar ſehr verhinderte. Da nun die Bilanz folgende iſt: 57 Rthlr. 12 Gr.— pf. Ausgabe, 53— 5— 6— Einnahme Summa 4 Rthlr. 6 Gr. 6 pf. plus die Ausgabe; ſo koͤnnen wir unter obigen Umſtaͤnden fuͤglich annehmen, daß die Schweine ihr Futter ziemlich bezahlen, woran mit den Schafen bei dem Erdaͤpfelfutter gar nicht zu denken iſt. Eine ſehr wichtige Beobachtung in dieſem Jahre iſt folgende. In Rochsburg und Berthelsdorf wurden die Laͤmmer gut gehal— ten, und beſonders vor der großen Sonnenhitze in Acht genom⸗ men, indem die Schaͤfer ſie von 11 Uhr bis 4 Uhr Nachmittags im Stalle behielten, und uͤberdem ihre Weide ganz in der Naͤhe war. In Mohsdorf dagegen fehlte es mir an Futter, und ich war genoͤthigt, eine halbe Stunde vom Stalle Weide zu miethen. Anſtatt darauf das alte Vieh weiden zu laſſen, war ich thoͤricht genug, die Laͤmmer dahin zu ſchicken. Der Erfolg von beiderlei Behandlungsart war nun folgender: Berthelsdorf hatte gar keine dummen Lämmer; Rochsburg ein einziges; 3 Mohsdorf aber hatte beinahe die Haͤlfte. Die Folgerungen daraus ſind ganz leicht zu machen; naͤmlich: 1) man halte die Lammer immer im Ueberfluß, und fuͤttere ſie bis auf den Herbſt im Stalle; 2) wenigſtens gebe man ihnen keine ſehr entfernte Weide; 3) man ſetze ſie nie der Sonnenhitze allzuſehr und zu lange aus. fer nit m2 V üs km d n held ann gu D itden ai varen nit meer, ga ſcr sgabe, zmen, diiſ t den Shlt te ſſ folgen ger gut gche⸗ Act genon⸗ Nachmiten in der Näh er, und ich zu miethen. ic thoricht folgender: nlicc: üttere ſie ide; zu lange des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1803. 181 V. Fuͤrs Jahr 1804. Monat Januar. Den 4ten Januar haben die Laͤmmerſtaͤhre 2 Maaß*) Ha⸗ fer mit 4 Maaß Haͤckerling, und die alten Staͤhre 1 Maaß Hafer und 2 Maaß Haͤckerling taͤglich Zuſchuß erhalten. Es ſind aber 68 Lammerſtaͤhre und 35 alte Staͤhre. Den 23ſten Jan. iſt in Berthelsdorf das Ruͤbenfeld und in Helsdorf Stoppel geackert worden. Die Ruͤben waren noch ganz gut. Die Witterung iſt dieſen Monat ſehr gelinde geweſen. Monat Februar. Den Lten Februar fand ich Himbeerſtraͤucher ganz ausge⸗ ſchlagen.. Den 3ten Febr. haben die jungen Staͤhre abermals 1 Maa Hafer Zulage bekommen; ſo wie das Geltevieh 2 Maaß geringes Getreide von heute an taͤglich erhaͤlt. Den Ften Febr. ſtarke Kaͤlte und großer Schnee. Den 11ten Febr. Thauwetter. Heute gieng ein Schaf ab, weil ſein Lamm eine falſche Lage gehabt. Bei ſeiner Oeff⸗ nung fand ich, daß das zeitherige Futter 3 Pfund Erdaͤpfel, 2— Garben und Etwas Stroh nicht erhoͤhet werden duͤrfe: denn das Schaf war nur von mitt⸗ ler Statur und keins von den Vorzuͤglichen, demungeachtet aber ſehr fett. Meine Schaͤfer fuͤrchten ſich deshalb ſehr vor der Lammzeit. *) Ein Maaß= 2 Metzen, oder † Sippmaaß. Anm. des Herausg. 182 Oekonomiſches Tagebuch Den 12ten Febr. Mit Morgenwind tritt ſtarker Froſt ein. Den 18ten Febr. Bei Beſichtigung meiner Maſthammel, welche ich in 4 Wochen nicht geſehen, mußte ich mit Verdruß be— merken, daß ihre Wolle keinen Wachsthum und keinen Schweiß hat. Beides iſt mir um deſto unerklaͤrlicher, als ſie doch gut zunehmen, und nicht zu alt ſind. Den 25ſten Febr. Heute kam das erſte Lamm in Rochs⸗ burg gluͤcklich an. Unſer Herr Gott ſey gelobt! Monat Maͤrz. Den 1ſten Maͤrz wurden neun Pferde von mir verauctionirt. Vier alte Pferde giengen ab, zu 52 Rthlr. eine Mecklenburger Stute, 65—— Stute von f. Zuzucht, 63—— desgl. 63—— desgl. Summa 243 Rthlr. Ferner zu 66 Rthlr. eine vierjaͤhrige Stute, 50— 12 Gr. ein dreijaͤhriger Wallach, 61——— eine zweijaͤhrige Stute, 60——— dergl. 63——— dergl. Jedes von dieſen Fohlen hat woͤchentlich 3 Maaß Hafer und 42 Pfund Heu erhalten. Wir wollen nicht in Anſchlag bringen, daß der Hafer ſeit einigen Jahren 4 Rthlr. der hieſige Scheffel, und das Heu 18 Gr. bis 1 Rthlr. gekoſtet hat, ſondern nur die maͤßigſten Preiſe zu 2 Rthlr. den Scheffel, und 14 Gr. den Centn. Heu annehmen. Bei dieſer Vorausſetzung koſtet ein zweijaͤhriges Fohlen, ohne Wartung und Stroh, welches letztere wir fuͤr den Duͤnger anſchlagen koͤnnen, 22 Rthlr. 1 ⅞ Gr. fuͤr 11 Scheffel 2 Metzen Hafer, 11— 6— 2o0 Centner Heu. Summa 33 Rthlr. 7 ¾ Gr. jaͤhrlich. gs di wiüt alſo Der d N vee E Get. hhtte 8s a d T ſan geſ Mei Aſ n Mauat Wennaie, nan etdi 1 ſe von n in Noh ctjonirt. c, 2 er und ringen, ceffel nur die LCentn. äͤhriges füͤr de Hajet, des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 188 Aus dieſer ſehr gemaͤßigten Berechnung ergiebt ſich, daß die drei zweijaͤhrigen Fohlen mir gekoſtet haben Summa 199 Rthlr. 21 Gr. Erhalten habe ich 174——— alſo iſt Verluſt Summa 25 Rthlr. 21 Gr. Der dreijaͤhrige Wallach koſtet Summa 99 Rthlr. 22 ¾ Gr. Erhalten 50— 12— Verluſt 49 Rthlr. 10 ½ Gr. Die vierjaͤhrige Stute koſtet Summa 133 Rthlr. 6 Gr. Erhalten 66——— Verluſt 67 Rthlr. 6 Gr. Saͤmmtliche Pferde waren ohne Fehler und von ſchoͤner Geſtalt. Der Weg der Auction ſchien der beſte zu ſeyn, und ich hatte alle Mittel angewendet, recht viele Kaͤufer herbeizuziehen. Es ergiebt ſich aber hieraus ganz offenbar, daß es ſehr nachtheilig in meinen Verhaͤltniſſen iſt, Pferde zu— ziehen zu wollen, zumal da noch ſehr viele Koſten und Unannehmlichkeiten gar nicht in Anſchlag gebracht worden; als: die Wartung, Curen fuͤr Krankheiten, Abgang an Fohlen, und beſonders die Groͤße der Auslage, welche ſo ſehr ſpaͤt einigen Nutzen wiedergiebt. Den 7ten Maͤrz. Erfreulicher Anfang des Steifſeyns der Laͤmmer mit 3 Stuͤck! Es wird dem Ueberſaugen der Laͤmmer durch zu viele Milch der Alten Schuld gegeben, und dieſer Ueber⸗ fluß ſoll von Erdaͤpfeln herruͤhren:— die im Winter angekom— menen Laͤmmer, fuͤnf Stuͤck, haben aber davon nicht den minde⸗ ſten Anſtoß gehabt. In Berthelsdorf ſind auch drei ſteife Laͤmmer. Den 8ten Maͤrz. Meine Schaͤfer haben wegen der ſteifen Laͤmmer den Weg eingeſchlagen: 1) den Muͤttern keine Erdaͤpfel, ſondern Heu zu geben; 2) die Milch den Muͤttern zu nehmen, welche deren zu viel hatten, und dann erſt die Laͤmmer ſaugen zu laſſen, welche den Anfall vom Steifſeyn hatten; und 3) dieſen ſteifen Laͤmmern den Schwanz abzuſchneiden. 18⁴ Dekonomiſches Tagebuch Dieſe Mittel haben die gewuͤnſchte Wirkung gehabt, daß keine neuen Patienten ſich gezeigt haben, und die vorhan⸗ denen ſich beſſern. Ueberhaupt bin ich weit beruhigter uͤber dieſe Krankheit, ſeitdem ich mich uͤberzeugt habe, daß das Ueberſaugen der Laͤmmer die alleinige Urſache derſelben iſt: denn nunmehr iſt es, unter goͤtt⸗ lichem Beiſtande! ſehr leicht, ſie zu vermeiden. Man darf nur 1) die fettere Fuͤtterung der Muͤtter mit Koͤrnern und Erd— aͤpfeln in Heufuͤtterung verwandeln; und 2) wenn demungeachtet die Milch zu reichlich waͤre, den Muͤt— tern etwas davon nehmen laſſen. Die Haupteinwendung wider dieſe Theorie, daß naͤmlich zu der Zeit, als die Schafe bei mir am Schlech— teſten gefuͤttert wuͤrden, dieſe Krankheit am Staͤrkſten war, mithin das Ueberſaugen daran nicht Urſache ſeyn koͤnne, widerlegt ſich dadurch, daß die Schafmuͤtter doch bei der Lamm— zeit verbeſſertes Futter durch Koͤrner damals erhielten. Es laͤßt ſich alſo wohl einſehen, das dieſes mehrere und beſſere Futter vorzuͤglich auf ihre Milch wirkte, und daß die Laͤmmer,— von vorher ſchwacher Beſchaffenheit,— dieſe Ueberladung um deſto weniger vertragen konnten.— Indeſſen wird uͤber Alles dieſes die Erfahrung am Beſten entſcheiden. Den 18ten Maͤrz. Die beſte Beſtaͤtigung der vorgetrage⸗ nen Theorie vom Steifwerden der Laͤmmer erhielt ich heute. Die eingefuͤhrte Diaͤt von bloßer trockener Fuͤtterung fuͤr die Schafe, welche Laͤmmer haben, hatte Alles in den beſten Zuſtand verſetzt, und die Laͤmmer,— ſelbſt die ſteif geweſenen,— waren recht ſehr munter. Heute fiel es mir ein, wenn man das Erdaͤpfel⸗ futter fuͤr die Schafe theile, und es ihnen halb um eilf Uhr und halb um drei Uhr, Mittags und Abends, gaͤbe, zugleich mit ausgedroſchenem Wickſtroh, ſo koͤnne dieſes nichts ſchaden. Al— lein gleich nach der erſten Mahlzeit von 1 ¼ Pfund Erdaͤpfeln auf das Mutterſchaf hatte ich zwei ſteife Laͤmmer. Wie viel ſich de— ren durch die zweite Mahlzeit angeben werden, weiß ich nicht. Da ich aber nunmehr meiner Sache gewiß bin, ſo werden die Erdaͤpfel ganz und gar fuͤr die ſaugenden Schafe weggelaſſen, und dieſelben bloß mit ungedroſchenen Wicken und Witſudh ge⸗ fuͤttert. feute yf dieſe Es! Anfa bewi ſauge nuügſ Lanm Umſtä ü d rwu hag dhfl ſand fiter bohe ha me d borhan⸗ ſeiddem immer die inter gdtt⸗ darf nur und Erd, den Mit Schlech⸗ n war, Lamm⸗ s laͤßt Futter von m da 8 diſes getrage⸗ . Die Schaft, herſeßt, n recht dapfel⸗ he und ich wit n. A V feln au Aſich d ich rich erden U ſſen, äiroh des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 185 Den 15ten Maͤrz. Das eine von den ſteifen Laͤmmern iſt heute geſtorben. Es iſt aber krank geweſen, ehe das erſte Erd— aͤpfelfutter gegeben worden; mithin kann die Krankheit durch dieſe Erdaͤpfel wohl vermehrt, aber nicht erregt worden ſeyn. Es war uͤberdies eines von den erſten Laͤmmern, die den erſten Anfall des Steifſeyns gehabt, welches der abgeſchnittene Schwanz bewies.— Uebrigens beweiſt dies wider die Theorie des Ueber⸗ ſaugens gar nichts. Auch bei bloßem Heu iſt Letzteres gar wohl moͤglich; wenn z. B. das Schaf zu viel Milch geſammelt oder das Lamm zu haſtig davon genoſſen hat. Wer kann alle dergleichen Umſtaͤnde bei gut gefuͤttertem Vieh vermeiden? Am wenigſten iſt daher eine Wiederholung dieſer Krankheit bei einem Lamme zu verwundern, welches von dem erſten Anfalle noch nicht wieder hergeſtellt war. Es wird auch nicht behauptet, daß die Erd⸗ aͤpfel dieſe Krankheit bewirken; ſondern die mehrere und wahr— ſcheinlich auch fettere Milch, welche die Schafe durch Erdaͤpfel— futter erlangen, ſetzt die Laͤmmer groͤßerer Gefahr aus, als beim bloßen Heufutter. Wer will daran zweifeln, wenn man bei ru— higer Beobachtung und ohne Vorurtheil bemerkt, daß gleich nach der erſten Erdaͤpfelfuͤtterung die Laͤmmer traͤger und weniger munter werden, und ein neuer Patient ſich zeigt! Es iſt wahr, die Erdaͤpfelfuͤtterung in Mohsdorf hat bis jetzt nur ein ſteifes Lamm gehabt. Aber die Mohsdorfer Schafe ſind auch den ganzen Winter weniger gut gefuͤttert worden, und wer— den daher wahrſcheinlich nicht zu viele Milch haben.— In Berthelsdorf, wo bereits drei ſteife Laͤmmer waren, hat der An— fall aufgehoͤrt, ſobald die Erdaͤpfelfuͤtterung eingeſtellt wurde. Merkwuͤrdig iſt, daß bei den Laͤmmern, welche vor Weih— nachten oder zu Januar angekommen, ſich dieſe Krankheit nie— mals gezeigt hat. Vielleicht iſt die Urſache geweſen, daß die Muͤtter ſich durch die Winterpflege,— welche bei mir immer noch beſſer, als die Sommer- und vorzuͤglich Herbſtnahrung war,— noch nicht genugſam erholt hatten, um zu viele und zu fette Milch zu haben. Den 16ten Maͤrz. Heute faͤngt es an, zu thauen, nach⸗ dem vom 12ten Februar bis heute ein ſtrenger Winter mit vie⸗ lem Schnee uns belaͤſtigt hatte. 186 Oekonomiſches Tagebuch Den 18ten Maͤrz. Die Theorie von der Urſache des Steif⸗ werdens der Laͤmmer beſtaͤtigt ſich dadurch vollkommen, daß nicht der mindeſte Anfall mehr davon iſt, und ſaͤmmtliche Laͤmmer ſich ſehr wohl befinden, ſeitdem die Muͤtter auf magerere Koſt geſetzt worden. In der Nacht hat es ſtark gefroren. Den 19ten Maͤrz. Die Laͤmmer, wenn ſie beſtaͤndig bei ihren Muͤttern ſind, gewoͤhnen ſich ſehr leicht das Wollfreſſen an; und, da die Muͤtter ihnen ihr Heu bald wegfreſſen, ſo glaubte ich wohlzuthun, wenn ich bei der Fuͤtterung ſie beide trennte, und den Laͤmmern indeſſen Heu gaͤbe. Dieſe Trennung, und die da— durch verurſachte Anhaͤufung der Milch bei den Muͤttern ſeit ge⸗ ſtern hat gleich die Wirkung gehabt, daß heute drei Laͤmmer ſteif ſind. Es iſt dies ein neuer Beweis von der Richtigkeit der Theo⸗ rie uͤber dieſe Krankheit. Ich habe ſogleich dieſe Trennung unter⸗ brochen, und bin gewiß uͤberzeugt, daß kein neuer Anfall erfol⸗ gen wird, weil die Milch der Muͤtter ſich nunmehr nicht mehr anhaͤufen kann. Den 2oſten Maͤrz. Bei Durchſicht meiner Getreiderech⸗ nung fand ich folgenden Kornertrag im Jahre 1803: 1) Berthelsdorf: ausgeſaͤet 28 Scheffel 1 Sippm.; eingeerndtet 133 Scheffel 2 Sippm. 2 ½ Metzen; mithin, nach Abzug des Samens, noch nicht ganz das 5te Korn, und davon muß noch das Dreſcherlohn fuͤr das Bauergut abgezogen werden. 2) Rochsburg: ausgeſaͤet 32 Scheffel ½ Metze; aus⸗ gedroſchen 109 Scheffel ½ Metze; mithin nach Abzug des Sa⸗ mens,(— hier iſt namlich das Dreſcherlohn in natura entrich⸗ tet,—) etwas Weniges uͤber 4 ½⅞ Korn. 3) Mohsdorft: ausgeſaͤet 32 Scheffel 3 Sippm. 2 M.; ausgedroſchen 169 Scheffel 1 Sippm. 1½ Metze; mithin, nach Abzug des Samens, etwas uͤber das vierte Korn; davon geht aber noch ab ſaͤmmtliches Dreſcheriohn von 182 Schock, das Schock zu 15 Gr. 4) Helsdorf: ausgeſaͤet 12 Scheffel; ausgedroſchen 59 Scheffel 1½ Metze, alſo nach Abzug des Samens noch nicht das 4te Korn, und davon iſt auch noch das Dreſcherlohn, an V V V 183G ghiher V Eetrag ſo diß Jn Ro ricte, de übri nrde nacht. unng ui hreſät dß d gehbr Den a Gdent; m ſd de do dhe woe vür herig ſcrt. Peſen esStei⸗ deg nicht ne ſch dig bei ſen an, glaubte e, und die da⸗ ſeit ge⸗ er ſteif Theo⸗ unter⸗ erfol⸗ zufen derech⸗ ppm.; nach davon rden. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 187 15 ⅞ Gr. vom Schock, von 44 Schock 2 Mand. 7 Garben ab⸗ zuziehen. Saͤmmtliches Kornland,— welches dieſen preiswuͤrdigen Ertrag gegeben, iſt ſehr gut geduͤngt und bearbeitet worden; ſo daß ich mir nicht den mindeſten Fehler dabei vorwerfen kann. In Rochsburg haben zwar die Maͤuſe große Verwuͤſtung ange⸗ richtet; es ſind aber dergleichen Vorfaͤlle ganz gewoͤhnlich; und die uͤbrigen Vorwerke haben gar keinen Anſtoß gehabt;— auch wurde vor der Erndte viel Ruͤhmens von ihren Saaten ge— macht.— Rechne ich nun die Koſten der mehrmaligen Beſtel⸗ lung und der Erndte zu den bereits angefuͤhrten Dreſcherkoſten; ſo beſtaͤtigt ſich daraus meine laͤngſt gehabte Meinung, daß der Ertrag vom Kornbau zu den allergeringſten Ertraͤgen gehoͤrt. Wenn auch bisweilen Jahre kommen, wo man das 10te Korn erbaut; ſo treten doch dieſe Faͤlle gar zu ſelten ein; und die Saa⸗ ten ſind unaufhoͤrlichen Anfaͤllen von der Witterung und allen Ar⸗ ten von Ungeziefer ausgeſetzt. Naͤchſtdem erfordert das Korn große Auslage und erſchoͤpft den Boden maͤchtg.— Wenn nur das Strohbeduͤrfniß auf andere Art zu befriedigen waͤre; ſo wuͤrde ich gewiß ganz aufhoͤren, es zu bauen! 3 Den 21ſten Maͤrz. Schon geſtern veraͤnderte ſich die zeit⸗ herige Thauluft, und heute iſt es voͤlliger Winter, und ſchneiet ſtark. Den 25ſten Maͤrz fieng es an, gelinde zu thauen; den 28ſten Maͤrz aber regnete es ſtark. Monat April. Den 9ten April. Immer rauhe und kalte Witterung. Geſtern und heute iſt das Land mit Schnee bedeckt. Nachzuholen iſt, daß ein geſchlachteter Maſthammel, le⸗ bendig 134 leichte Pfund ſchwer, geſchlachtet gegeben hat 64 Pfund Fleiſch, 18— Inſelt, ohne den Kopf und die Eingeweide zu rechnen. Oekonomiſches Tagebuch Dies beſtaͤtigt aufs Neue die Theorie, daß S des lebendi⸗ gen Gewichts vom lebenden Schafe, wenn es gemaäͤſtet worden, uͤbrig bleiben. In ſchwerem Leipziger Gewicht machen dieſe 64 Pfund Fleiſch aus 58 Pfund, die 18 Pfund Inſelt 17 Pfund; jenes zu 3 Gr., dieſes zu 4 Gr. gerechnet, giebt 10 Rthlr. 2 Gr. Geld⸗ werth. Den 11ten April ſind die erſten 60 Maſthammel geſcho⸗ ren worden, und haben gegeben 8 Stein 18 Pfund; mithin hat jeder Hammel gegeben 3 ¼ Pfund. Im vorigen Jahre gaben die naͤmlichen Hammel den 1ſten Junius, mithin 51 Tage ſpaͤter, der Hammel 3 Pfund, und die Maſthammel, welche den 1 6ten April, den 23ſten April und den 1ſten Mai geſchoren wurden, gaben da⸗ mals im Durchſchnitt 3 ¾ Pfund. Es wird noͤthig ſeyn, den fernern Erfolg abzuwarten, der ſich aber gewiß nicht vortheilhaf⸗ ter zeigen wird.— Woher koͤmmt aber dieſe große Verminde⸗ rung des Wollertrags? Die gegenwaͤrtigen Hammel ſind, in Vergleich mit den vorjaͤhrigen, Juͤnglinge und viel groͤßer und ſchoͤner. Die Fleiſcher, welche ſie gekauft haben, bezeugen ſelbſt, daß ſie noch keine dergleichen geſehen,— und doch gaben ſie wiederum weniger Wolle! Findet dieſe geringe Ausbeute bei ſaͤmmtlichem Vieh Statt, ſo muß ich mich uͤberzeugen, daß eine maͤßige Fuͤtterung und verhaͤltnißmaͤßig groͤßere Anzahl von Schafen das Vortheilhafteſte bei der Schafzucht iſt,— vorzuͤg— lich aber ſtarke Strohfuͤtterung im Winter! Die gegenwaͤrtige Schur iſt hierzu in der That entſcheidend. Ich habe bei der groͤßten Unparteilichkeit auch nicht die mindeſte Urſache, eine ge⸗ ringe Wollſchur auf meine Schuld zu ſchieben. Die Schafe ſind ſaͤmmtlich jung, und das ganze Jahr gut gefuͤttert; ſo daß die Fleiſcher ſie zum Schlachten mit Vergnuͤgen kaufen wuͤrden. Habe ich nun eine gleiche Wollſchur, wie ehedem, da ich ſehr knappe Fuͤtterung hatte, ſo iſt es ja offenbar, daß das Schaf beſſeres Futter nicht bezahlt, und daß ich alſo meine Schafe,— mit Ausſchluß der zum Staͤhrverkauf beſtimmten Rochsburger Schaͤferei,— in groͤßerer Anzahl mit geringerm, aber doch reichlichem Futter vortheilhafter unterhalten kann.— Iſt aber blos das Maſtvieh ſo zuruͤckſetzend in der Wolle, dann kann ent⸗ weder 9)! 49 b ite en Nan u V iud;, ſen.) umert mmel in Ec wäͤn aj dl dn.- gha den. Ech geſe Jeer dil ſ dat Nhu unt Nai do den ren hab de löendi dt worden, 54 Pfund ; ſenes zu Gr. Geh⸗ (l geſch⸗ ütthin hat gaben die äter, der en April, ben da⸗ n, den heilhof⸗ minde⸗ d, in er und ſebſ aden ſe eute bei daß eine thl von voljüͤg⸗ waͤrtige bei der ine ge⸗ fe ſind daß die uͤrden. t ſehr Schaf *e,— purger doch ſeabdet na dr⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 189 2a) das Alter, weil doch die gegenwaͤrtigen Hammel ſaͤmmt⸗ lich abgeſchoben haben, mithin wenigſtens nicht mehr jung ſind; oder b) das zeitige Scheeren derſelben, weil vielleicht die Waͤrme erſt die Wolle treibt*); oder ¹) die Maſt ſelbſt daran Schuld ſeyn. Ich bin ganz außer Stand, in dieſer aͤußerſt wichtigen Sa⸗ che ein Urtheil zu faͤllen, da ich auch unter dieſen 60 Ham⸗ meln vortreffliche Pelze gefunden habe, wovon einer beinahe vier Pfund gewogen hat, ungeachtet der Hammel einer der fetteſten war. Auf der andern Seite habe ich laͤngſt vor der Schur meine Bemerkung oͤffentlich geaͤußert, daß die Wolle an dieſen Maſt— hammeln gar nicht wuͤchſe.— Mit einem Wort: die diesjaͤh⸗ rige Schur wird entſcheidend fuͤr die kuͤnftige Einrichtung mit dem Futter fuͤr die Schafe ſeyn. Den 16ten April. Anfang der Erbſenbeſtellung auf allen Vorwerken, außer Helsdorf, wo Wicken geſaͤet wur⸗ den.— So ſpaͤt habe ich niemals beſtellt. uUungeachtet wir noch einen anhaltenden und ſtrengen Winter gehabt haben, ſo ſind doch wieder Schnecken in Menge vorhan⸗ den. Mein Bruder behauptet, daß ſie ihm wiederum im Korne Schaden thun, woran ich nicht zweifle, ungeachtet ich es nicht geſehen. 3 Ob bei der Winternaͤſſe breite oder ſchmale Beete vortheilhafter ſind? iſt noch unentſchieden. So viel iſt gewiß, daß die Naͤſſe ſich bei ſchmalen Beeten mehr in die Furche zieht und hier anhaͤuft, wenn die Beete keinen rechten Abzug**) haben; und daher erſaͤuft und fault Alles in der Furche unter ſolchen Umſtaͤnden aus. Iſt die mindeſte Ungleichheit oder Vertiefung im ſchmalen Beet, ſo bleibt das Waſſer, wenn gleich das Beet nur vierfurchig iſt, ſtehen; mithin kann ich unparteiiſch den Nutzen nicht einſehen, welchen dieſe ſchmalen Beete gewaͤh— ren ſollen? Bei breiten Beeten, wenn ſie keine Vertiefungen haben, worauf hier Alles ankoͤmmt, vertheilt ſich die Naͤſſe *) Das iſt wohl die Haupturſache! Anm. des Herausg. **) Und beſonders keinen durchlaſſenden Untergrund. Anm. des Herausg. 190 Oekonomiſches Tagebuch mehr, und wird den Pflanzen nicht ſo gefaͤhrlich. Man kann auch beim breiten Beete die Furchen tiefer ausſtreichen, weil letz⸗ tere ſeltener vorkommen. In unſerm ſchweren Boden ſcheint unumgaͤnglich nothwendig zu ſeyn, daß man das Waſſer nicht anhaͤufen laſſe. Dazu iſt das tiefere Ausſtreichen der Furchen, und beſonders ſind Queerfurchen nothwendig. Letztere muͤſ⸗ ſen ausgeſchaufelt werden; und, wo das Feld nicht entſchiedenen Abzug hat, da muß man ſie vielfaͤltig, wo noͤthig, alle zwanzig Schritte, anlegen, damit ſich in ihnen nicht zu viel Waſſer ſam— meln koͤnne. Das Naͤmliche iſt nothwendig, wo die Beete zu lang ſind. Dieſe Vertheilung und moͤglichſte Abziehung des Waſſers i*ſt ein weſentliches Erforderniß zum Gedeihen der Winterfruͤchte! Durch ſchmale Beete erreicht man ſeinen Endzweck nicht; aber die breiten Beete bearbeiten ſich auch beſſer, bleiben alſo allezeit vorzuͤglicher*). Den 20ſten April. Schon den 17ten verhinderte der Re⸗ gen die Beſtellung, welche den Tag vorher angegangen war; und erſt heute Nachmittag konnte ſie wieder angefangen werden. Heute wurden auch die letzten 121 Maſthammel geſchoren, und haben gegeben Summa 17 Stein 20 Pfund; mithin ſind ſie den gleich, die am 1 1ten April geſchoren worden. Sie haͤt⸗ ten aber, ihrer Groͤße und dem erhaltenen Futter gemaͤß, 4 Pfund geben ſollen! Den 21ſten April. Anfang der Gerſtenſaat in Rochs⸗ burg und Helsdorf. In Berthelsdorf werden Wicken geſaͤet. Den 24ſten April. Ich habe mir ſelbſt einen Jaͤhrling fuͤr 16 Rthlr. von des Schaͤfers Vieh gekauft. Er iſt als Haus⸗ hammel aufgezogen, und hatte in der Laͤnge 1 Elle 6 Zoll vom Schwanz bis zum Widerriſt, und war vom Boden bis dahin eben ſo hoch. Ich habe zwar unter meinen Jaͤhrlingen auch meh⸗ *) Den 29ſten Auguſt. Ich laſſe jetzt ſämmtliche Beete nur zehnfurchig machen, weil ich überzeugt bin, daß die Geſtalt ſolcher tief angetriebe⸗ nen zehnfurchigen Beete,— nämlich folgende,— Alles iſt, was man thun kann, um Feuchtigkeiten möglichſt abzuleiten. Es wird dabei vor⸗ ausgeſetzt: 1) tiefes Ackern, damit die Feuchtigkeit auch tiefer eindringen könne; 2) tiefes Ausſtreichen der Furchen, damit ſie ihren Zweck immer er⸗ füllen können, das Waſſer abzuleiten. d riſcht 1 nen me ſein ei Nr wol ſmir bäohſt afge Weachſ wod hibe Eche ſtuñ dti erſtde ben do Nor zu ſch viel hatt Nan kamn veil let⸗ dn ſcheint aſer iich durt, ztereviß ſchiedenen ezwanig aſer ſam⸗ e zu lang Vaſeers rfruͤchte! t; aber allezeit der Re⸗ r; und w choren, c ſod See hat⸗ „4 Pfund n Roche⸗ geſäet. ling füͤr Haus⸗ oll vom z dahin ch meh⸗ hufurchig getriebe⸗ was man abei bor⸗ an bnte; immer ⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 191 rere, die an Laͤnge und Hoͤhe ihm gleich ſind; allein er iſt weit beſſer ausgefuͤttert, daher ſtaͤrker, und nimmt ſich darum beſſer aus. Haͤtte ich meine Staͤhre als Laͤmmer und im Sommer und Herbſt beſſer gehalten, ſo wuͤrden ſie ihm gleich ſeyn. Beſonders werde ich mir kuͤnftig Mehltraͤnke mit Oelkuchen empfohlen ſeyn laſſen. Den 25ſten April. Erſter warmer Tag in dieſem Fruͤh⸗ jahr; Ankunft der Schwalben und des Guckgucks. Es iſt aber noch zu naß, um die Beſtellung wieder anzufangen. Mit zwei Maaß Erdaͤpfeln pro Stuͤck,(mit Haͤckſel ver⸗ miſcht,) und mit Stroh gefuͤttert, aber ohne alles Heu, neh⸗ men meine Ochſen doch ſichtbar zu, und ich bin uͤberzeugt, daß ſie in einem halben Jahre bei Ruhe vollkommen fett ſeyn wuͤrden. Wir wollen aber auch ein ganzes Jahr dazu annehmen; und doch iſt mir auch dann kein Thier bekannt, was ſein Futter ſo reichlich bezahlt! Dieſe unwiderlegliche Bemerkung hat ſich heute mir aufgedrungen, und ſie wird den weſentlichſten Einfluß in meine Wirthſchaft haben. Den 2sſten April. Die verkauften Helsdorfer Schafe wurden geſchoren. Es waren 137 alte Schafe, welche gegeben haben Summa 16 Stein 3 Pfund; mithin hat jedes einzelne Schaf geſchoren 2 ½ Pfund, und iſt im Ganzen 20 Pfund lUeber⸗ ſchuß. Vier Staͤhre haben gegeben 11 Pfund; welches bei ihrer Fettigkeit kaum glaublich iſt. Vorigen Jahres waren ſie freilich erſt den 6ten Junius geſchoren, mithin 39 Tage ſpaͤter, und ga⸗ ben damals im Durchſchnitt 2 ⅝ Pfund. Monat Mai. Den 2ten Mai wurde die zweite Abtheilung Erbſen in Rochsburg geſaͤet. Es war mir nicht moͤglich, eher in das Feld zu kommen,— wegen Naͤſſe: auch war daſſelbe noch von der ſchwerſten und uͤbelſten Beſchaffenheit, und konnte nur durch vielfältiges Eggen gezwungen werden. Schon vor einigen Tagen hatte ich Gelegenheit, zu beobachten, daß die Schnecken auch im 192 Oekonomiſches Tagebuch Fruͤhjahre der ſpaͤten Erbſenſaat gefaͤhrlich ſind; ſie freſſen ſo⸗ gar die Samenerbſen, welche oben liegen, mit ihrer harten Rinde an. Heute wurde,— wegen der vielen fortwaͤhrenden An⸗ faͤlle,— beſchloſſen, gar keine Pferde mehr zu halten. Schon den Aoſten April iſt meine Wolle,— incl. der ge⸗ meinſchaftlichen Rochsburger und der Laͤmmerwolle,— der Stein zu 34 Rthlr. an Hrn. Niedner in Naumburg ver⸗ kauft worden. Den 4ten Mai ſind die Schafe in Berthelsdorf auf die Sommerweide gegangen. Es waren 277 Stuͤck. Den 5ten Mai gehen 225 Stuͤck Schafe in Mohsdorf auf die Sommerweide, und 141 Stuͤck bleiben mit den Laͤmmern bis mit 27 ſten Mai im Stalle. Den 9ten Mai. Das Erdaͤpfelfeld in Rochsburg ward umgebrochen. Den 14ten Mai. Daß unſere zeitherige Art, zu pfluͤgen, große Maͤngel hat, liegt am Tage. Das einſchneidige Schaar, das Sech und das unbewegliche Streichbrett ſind die vorzuͤglich⸗ ſten Urſachen, warum die Pflugarbeit ſich ſo ſehr zum Nachtheil gegen gegrabenes Land zeigt. Wenn es darum zu thun waͤre, Ziegelſteine auf den langen, an einander haͤngenden Streifen zu machen, ſo wuͤrde unſer gewoͤhnlicher Pflug dieſem Endzweck voll⸗ kommen entſprechen. Das Sech und das Schaar ſchneiden die Furche glatt ab, ohne,— wenn es nicht die Beſchaffenheit des Bodens ſelbſt thut,— die Verbindung der Furche im In—⸗ nern derſelben im Mindeſten zu unterbrechen; und, damit das abgeſchnittene Erdreich den Einfluͤſſen der Luft nicht zu ſehr aus⸗ geſetzt werde, ſo druͤckt das Streichbrett die abgeſchnittene Scholle feſt an die bereits umgebrochene an. Iſt das Land mild und trocken, ſo ſieht man die Furchen von Weitem glaͤnzen. Das Streichbrett hat naͤmlich die abgeſchnittene Furche glatt gedruͤckt, und dadurch, bei der vorhandenen Feuchtigkeit, Alles gethan, die Erde den Einwirkungen der Luft zu entziehen, mithin ſie un⸗ fruchtbar zu machen. Beim gegrabenen Lande dagegen ſind uͤberall Zwiſchenraͤume, die der Luft ꝛc. den Eingang verſtatten, und man darf ſich daher nicht im Mindeſten uͤber den Unterſchied des gegrabenen und geackerten Feldes wundern. Der Ackermann unn d hunbe den im unders gen Dieſes an I a x de Etr ſeͤe cern! ter, u ferſen. p⸗ er harten den An⸗ 1. der 8 — der wurg ver⸗ fauf die dorf auf nern bis g ward ;fluͤgen, Schaar, auͤglch⸗ Ratehe un wdre, treifen zu weck vol⸗ geiden die nheit des im In⸗ mit das ihr aus⸗ Scholl nild und Das edrückt gethan, ſie un⸗ an ſind daſodeen, Urrecchd Ackermann des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 193 kann dabei auch nicht das Mindeſte thun;— ſein Streichbrett iſt unbeweglich, und das einſchneidige Schaar und das Sech wer⸗ den immer die abgeſchnittene Furche unveraͤndert laſſen. Ganz anders wird ſich dies verhalten, wenn wir, ſtatt des einſchneidi⸗ gen Pflugſchaars, ein zweiſchneidiges, oder Hakenſchaar anſetzen. Dieſes wuͤhlt und zertheilt daher die Erde; das Sech iſt dann ganz unnoͤthig, und ein doppeltes bewegliches Streichbrett macht die Arbeit vollkommen.— Ich bin naͤmlich,— zumal wenn das Streichbrett unten ausgeſchnitten iſt,— ſodann im Stande, das jedesmalige Streichbrett nur ſo viel wirken zu laſſen, als zum lockern Umwenden des Landes noͤthig iſt. Die Erde locker machen aber, und wenden, ſind die Endzwecke des Pfluͤgens. Wir koͤnnen aber noch einen wichtigen Vortheil bei dieſem Pflug mit doppeltem Streichbrett erhalten, naͤmlich den, daß wir das Land durchgehends und ohne Angetriebe ackern, und in kuͤrzerer Zeit, als es ſonſt moͤglich iſt. Dieſes iſt ſogleich begreiflich, wenn wir bedenken, daß bei dop— peltem Streichbrett es in unſerer Gewalt iſt, das rechte oder linke Streichbrett wirken zu laſſen, nachdem wir mit dem Pfluge herunter oder herauf ziehen: denn das nicht brauchbare Streich— brett wird ſodann in Ruhe geſetzt, und wirkt gar nicht*). Der Knecht ſetzt alſo wieder ein, wo er herunter gekommen, ohne die Zeit mit Hin⸗ und Herziehen zu verderben. Ackern Mehrere zuſammen, ſo noͤthigt Einer den Andern zum Fortarbeiten. Fuͤgen wir, bei unſerm ſchweren Boden, das Umwuͤhlen und Lockermachen der Unterlage des Feldes hinzu; ſo glaube ich, daß ſodann Alles gethan iſt, was man von Pflugarbeit erwarten kann. Die Englaͤnder haben dazu den Minirpflug erfunden: ich glaube aber, daß unſer deutſcher Haken das Naͤmliche leiſten wird. Er untergreift das Land, macht es locker und wendet es doch nicht. Beides iſt unſere Abſicht. Ob und daß dadurch das Auswintern der Winterfruͤchte auf immer gehoben werden wuͤrde, *) Das Streichbrett müßte alſo ſo eingerichtet ſeyn, daß es ſtets auf einer Seite am Pfluge ruhend angelegt, und an der andern herausſtehend und wirkſam geſtellt werden kann, wie man dergl. an Pflügen wohl hat;— nicht darf es, wie beim Cultivator, auf beiden Seiten ſtets feſt heraus⸗ ſtehend bleiben. Anm. des Herausg. Schöͤnburg. Wirthſch, I. 13 194 Oekonomiſches Tagebuch vermuthe ich zwar mit großer Wahrſcheinlichkeit; aber nur die Erfahrung kann dies entſcheiden.— Furchen ſind indeß, ſelbſt bei dieſer wenn auch noch ſo tief ausgelockerten Unterlage, dennoch ganz gewiß nicht entbehrlich*). Wir duͤrfen nur betrachten, wie langſam beim Thauwetter die Unterlage der Felder aufthaut, wenn ſchon lange aller Schnee weggeſchmolzen iſt. Haͤtte nun das Waſſer durch Furchen keinen Abzug, ſo muͤßten die Win⸗ terfruͤchte nothwendig leiden. Keine Wirthſchaft kann gut eingerichtet heißen, wenn nicht alle Arbeiten in Anſehung des Zeit⸗ und Koſtenaufwandes genau beſtimmt ſind. Die Aufſeher, welche man zu den Arbeitern ſtellt, erfordern wieder Aufſeher: wenn aber jeder Ackermann, jeder Maͤher ꝛc. weiß, wieviel er fuͤr ſein Tagelohn verrichten muß, ſo hat man nur noͤthig, Aufſeher auf die Guͤte der Arbeit zu haben, und man kann ſich im Voraus eine Ueberſicht machen, wieviel die wirthſchaftlichen Arbeiten an Zeit- und Koſtenaufwand betragen werden? Wo nicht viel Menſchen ſind, wird es wohl am Beſten ſeyn, beſondere Hofarbeiter in Sold zu nehmen. Den 16ten Mai ſind die erſten Erdaͤpfel in Rochsburg ge⸗ legt worden, und den 1 7ten Mai in Berthelsdorf. *) An einem andern Orte fand ich eine Bemerkung des Hrn. Verf. über dieſen Gegenſtand, die ich hier einſchalten will, wohin ſie weſentlich ge⸗ hört.—. L Der Verſuch, durch einen, dem Pfluge folgenden, Haken die Unterlage der Furche auflockern zu laſſen,— um das Verlaufen des Waſſers zu befördern und das Land trocken zu legen,— wie Werner in einem eignen Buche anräth,— hat gar keine Wirkung gezeigt. Es ſcheint vielmehr dadurch das Land noch näſſer zu werden, indem die Feuchtigkeit nunmehr nur tiefer eindringt, anſtatt abzulaufen. Die aufgelockerte Tiefe iſt aber nicht hinreichend, ſie zu abſorbiren, und das Land wird alſo um deſto mehr ein naſſer Teig. Auch verhärtet ſich die aufgelockerte Tiefe gar bald, und man wird, bei dem nachherigen Ackern, von dieſem Auflockern gar nichts gewahr. Ferner: obgleich der Pflug die aufgelockerte Thonſchicht wirklich bedeckt, ſo kann doch die Vermiſchung nicht ganz vermieden werden, und ſchadet der Vegetation. Die Koſten der Bearbeitung durch den Haken werden alſo durch nichts vergütet. Der Herausg. —— ren. einen! de um 1) ſpanſſ V verden, ſär gf Vicce Aach er advric uSc r Wol a zo uch nur It kei V zaccen m ut W er ber nur ij deß, ſebſt d, dennoch chuen, wie lſthont, Häͤne uun die Wa⸗ wenn nicht des genau Arbeitern ckermann, verrichten eer Arbeit machen, aufwand es wohl en. dodd Re . Verf. üben veſentlich g Haken di rrlaufen des eWerner tzeigt. Es indem die ufen. Dir 7, und das tet ſich die nachherigen G obglih nn doch de Pagaüdd. dh ud deraush. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 196 Den 22ſten Mai wurden die Rochsburger Laͤmmer geſcho⸗ ren. 80 Stuͤck haben gegeben 38 Pfund. Ich veranſtaltete einen neuen Verſuch, naͤmlich: die Laͤmmer nach der Schur mit Leinoͤl zu waſchen, um 1) ihre Wolle mehr wachſend zu machen, und 2) ihnen den ſpaniſchen Blick zu geben. Letzteres wuͤrde dadurch gewiß erreicht werden; es ſchien aber, als ob die Wolle durch das Leinoͤl zu ſehr gefaͤrbt wuͤrde, und man machte mich bange, daß keine Waͤſche dieſes Gelbwerden der Wolle herausbringen koͤnnte. Auch erinnerte ich mich, daß die Englaͤnder von den Spaniern ausdruͤcklich begehrt haben: ſie moͤchten das Waſchen der geſchor⸗ nen Schafe mit Ockererde,— wodurch die Spanier den Wuchs der Wolle gedrungner machen wollten,— unterlaſſen, weil dies der Fabrication nachtheilig waͤre. Ich habe mithin meinen Ver— ſuch nur auf fuͤnf Stuͤck Laͤmmer eingeſchraͤnkt, und dieſe ſtark nit Leinoͤl am ganzen Koͤrper waſchen laſſen. Sie ſind nebſt dem Zeichen des vierten Jahres der Verbeſſerung mit einer Vorkerbe am rechten Ohre bezeichnet. Den uͤbrigen Laͤmmern iſt der Kopf und die Fuͤße bis an die Schenkel mit Leinoͤl gewaſchen worden, cber nicht der Koͤrper. Den 23ſten Mai. Anfang der Hutung in Rochsburg mit 98 alten Schafen, 51 Zeitſchafen, 41 Kaͤlberjaͤhrlingen, 29 alten Staͤhren, 65 Staͤhrjaͤhrlingen. Summa 284 Stuͤck. Darvon gehen aber noch 14 verkaufte Staͤhre ab. Am naͤmlichen Tage ſind 156 alte Hammel, 14 Zeithammel, Summa 170 Stuͤck, nach Helsdorf auf die Weide gethan worden. Zwanzig davon gehen aber nach Berthelsdorf. Bei Reviſion der Rochsburger Schaͤferei habe ich 5 Mut⸗ terſchafe angemerzt, und durch einen langen Einſchnitt in das 13* 196 Oekonomiſches Tagebuch linke Ohr von der Spitze an bezeichnet; welcher langer Einſchnitt im linken Ohr fuͤr die Zukunft des Ausmerzzeichen ſeyn ſoll. 45 Zeitſchafe habe ich den alten Zuchtſchafen zugeſetzt. Es wuͤrden alſo,— wenn die Buͤcher richtig ſind,— Summa 188 Schafe fuͤr dieſes Jahr in Rochsburg zugelaſſen werden. Bei den vorhandenen 65 einjaͤhrigen Staͤhrlaͤmmern ſind 2 dumme, S 1 kahlkoͤpfiger Summa 3 Stuͤck ſchlechte und uͤberhaupt 8 Buttlinge, die wahrſcheinlich nicht groß genus zum Verkauf werden. Es waͤren alſo ungefaͤhr 54 Stuͤck einjaͤhrige, die ſich zum Ver⸗ kauf qualificirten. Saͤmmtliches Rochsburger Vieh hat, dem Anſchein nac, ſehr ſchoͤne Wolle, beſonders die Mutterſchafe und die al⸗- ten Staͤhre. Am wenigſten haben die Jaͤhrlingsſtaͤhre Wolle angeſetzt; welches ihrer Vernachlaͤſſigung bis zim 4ten Januar offenbar zuzuſchreiben iſt. Dieſe Jaͤhrlingsſtaͤhre ſind jetzt in der That ſchoͤn von Geſtalt; was wuͤrden ſie ader ſeyn, wenn ich eher auf den Verkauf gedacht haͤtte!— Wie man's treibt, ſo geht's!. Noch muß ich erinnern, daß zwei beſonders feine Staͤhre fuͤr die Rochsburgiſche Zuzucht durch einen langen Einſchnitt im rechten Ohre bezeichnet worden. Den 28ſten Mai wurden die Lämmer in Berthelsdorf und Mohsdorf geſchoren. Den 28ſten Mai. Ende des Erdaͤpfel⸗Legens in Helsdorf, und Anfang der Beſtellung dazu in Mohsdorf. Den 2oſten Mai. Ende des Erdaͤpfel⸗Legens in Rochs⸗ burg. Den 31ſten Mai. Schafſchur in Mohsdorf von 361 Stuͤck. Sie haben gegeben Summa 41 Stein 6 Pfund; mithin das Stuͤck noch nicht ganz 2 ¼ Pfund. durch de, u (witer Ue — 1 de bricyit in ſel en unnt Lum verden ern ſind in nach, die al⸗ gſtaͤhre zum Sſaähre d da -M eEtihre ſchnitt im dorf und helsdorf, Nochs 1 Stuck. hhin das des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 4197 Monat Junius. Den 1ſten Junius. In Mohsdorf ſind ausgemerzt— durch einen langen Einſchnitt im linken Ohr—: 36 gelte Schafe, 48 Mutterſchafe Summa 84 Stuͤck. In Berthelsdorf ſind ausgemerzt Summa 56 alte Schafe. Ende der Erdaͤpfelbeſtellung in Berthelsdorf⸗ Den 2ten Junius. Ankunft der Erdaͤpfel in Rochsburg. Den 6ten Jun. Ende der Erdaͤpfelbeſtellung in Mohs⸗ dorf, und mithin in ſaͤmmtlicher Wirthſchaft. Abends ſtarker Gewitterregen. Ueberſicht ſaͤmmtlicher Wollſchuren 1804. 1) in Rochsburg. 187 Schafe und Geltevieh 21 Stein ½ Pfund 169 Hammel 21— 84— 98 Staͤhre 11— 21— Summa 454 Stuͤck. Summa 54 Stein 8 Pfund. Laͤmmerwolle von 80 Stuͤckk 1— 18— Summa 56 Stein 4 Pfund. 2) in Berthelsdorf. 181 Stuͤck Maſthammel 26 Stein 164¼ Pfund 110— Schafe 12— 8— 165— Geltevieh 17— 12 4— Laͤmmerwolle 1— 3— Summa 57 Stein 18 Pfund. 3) in Mohsdorf. 361 Stuͤck 41 Stein 17 Pfund Sterblingswolle 5— 6— Laͤmmerwolle 1— 21¼— Summa 49 Stein ¾ Pfund. d ——— —— 198 Oekonomiſches Tagebuch 4) in Helsdorf. 137 Stuͤck wogen 16 Stein 3 Pfund Summa 179 Stein 3¼ Pfund. Dazu Uebergewicht in Leipzig 1— 20— Sununa 181 Stein 1½ Pfund. Das einzelne Gewicht iſt mithin geweſen: 187 Schafe und Gel— tevieh in Rochs⸗ burg wogen 21 St. ¼ Pfd à Stuͤck circa 2, Pfd 170 Hammel 21— 10——— 24— 98 Staͤhre 11— 19½——— 234— 181 Maſthammel in Berthelsdorf 26— 164——— 341 110 Schafe 12— 8——— 2 ¾— 165 Stuͤck Geltevieh 17— 12 ½——— 2 ½— 361 Stuͤck in Mohs⸗ W dorf 41— 17——— 2 ˙— 137 Stuͤck Schafe in Helsdorf 16— 3——— 2 ¾— S. 1409 Stck wogen zuſ. S. 168 St. 21 4 Pfd à Stck circa 27 Pfd 239 Lammer wogen 108 ½ Pfund à Stuͤck circa 3 Pfund. Den 1 1ten Jun. ſind die Futtererbſen auf der Bauernſpitze am Teich geſaͤet. Einige Tage darauf wurde auch das umgebro⸗ chene Stuͤck auf der Knechteſpitze am Teich beſaͤet. Den 13ten Jun. Erſter Landregen, der ſehr erwuͤnſcht iſt, weil die große Trockenheit alle Vegetation verhinderte. Er waͤhrte bis den 14ten Jun. zu Mittag, und drang voͤllig durch das ausgetrocknete Land. Bei den in Mohsdorf jetzt ſich drehend gezeigt habenden Jaͤhrlingen hat man einen ſonderbaren Wurm im Hintertheile des Kopfes gefunden, welcher ſich da Gaͤnge gefreſſen; ungefaͤhr von Geſtalt einer Ackermade mit zwei ſchwarzen Punkten auf dem Kopfe. Einige hatten mehrere ſolcher Wuͤrmer im Kopfe*). *) Die Made des Oestrus ovis, der Schafbremſe, iſt unſtreitig damit ge⸗ meint, worüber die vortreffliche Abhandlungſ des Hrn. Kammerrath 7 btalft worden then, Grum ernſpiße ngebro⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 199 Den 25ſten Jun. Da die Erbſen in Rochsburg zum Stallfutter gar nicht wachſen wollen, ſo bin ich heute genoͤthigt worden, eine Wieſe von der gemeinſchaftlichen Schaͤferei zu mie⸗ then, welche mir koſtet 80 Centner Heu und 140 Centner Grummet! Den 27ſten Junius. Es regnete ſtark. Monat Julius. Den 3ten Jul. Sehr ſtarker Platzregen in der Nacht, welcher meine ſchoͤne Gerſte in Rochsburg niederlegte und ver⸗ darb. Den 10ten Jul. Anfang des Erdaͤpfel⸗Haͤufelns auf dem Schaͤfereiſtuͤk in Rochsburg, welches auch beendigt wurde. Den 1 1ten Jul. wurde das Ochſenſtuͤck zu hacken angefan⸗ gen; allein ich mußte aufhoͤren, weil das Land noch zu ſchwer war. Nachmittags ſtellte ſich ſehr ſtarker Landregen ein. Der Regen hat uͤberhaupt ſeit dem 24ſten Junius nur wenige Tage ausgeſetzt. Es iſt mir daher unmoͤglich geweſen, mehr zu thun. Den 11ten, 12ten und 13ten Jul. ſehr ſtarker Regen, ohne Aufhoͤren. Am letztern Tage Anfang der Erbſen⸗Stall⸗ fütterung in Rochsburg. Den 16ten Jul. war kein Regen, aber den 17ten Jul. Nachmittags ein ſtarker Gewitterregen.— Es iſt mir unmoͤglich, fuͤr meine Erdaͤpfelfelder das Mindeſte zu thun. Sie ſchwimmen und verderben in Unkraut! Unter ſol⸗ chen Umſtaͤnden muß man zwar keinen Entſchluß faſſen; indeſſen wird es doch ſehr nuͤtzlich ſeyn, meine Gedanken uͤber die Erd⸗ apfel,— beſonders in Vergleichung mit dem auf der naͤmlichen Flaͤche Land zu erbauenden Gemang,— hier aufzuzeichnen.— Das Reſultat der diesjaͤhrigen Erfahrung wird ſodann meinen Entſchluß beſtimmen. Die Erdaͤpfel ſind Plathner im Neuen Jahrb. der Landw. B. IV. St. 1. Nr. 1. mehrern Ausweis giebt. Anm, des Herausg. 200 Oekonomiſches Dagebuch 1) offenbar ſehr koſtbar zu erziehen. Die zeitherige Beob⸗ achtung giebt fuͤr den Peniger Scheffel Kornland Summa 7 Rthlr. baare Auslage; mithin von 60 Scheffel Land 420 Rthlr. 2) ſie ſind vieler Gefahr unterworfen, wovon das vorige und heurige Jahr unlaͤugbare Beweiſe geben kann. Dieſe Ge— fahr iſt nicht nur a) bei dem Legen und b) beim Bearbei— ten, ſondern auch c) beim Ausnehmen ſehr groß. 3) Der Ertrag,— wenn nicht dazu geduͤngt wird,— iſt nicht ſehr bedeutend. Vorigen Jahres hatte ich im Durch— ſchnitt Summa 87 Saͤcke. Da die vortheilhafteſte Angabe fuͤr die Erdaͤpfel dahin lautet, daß 2 ½ Pfund Erdaͤpfel an Nahrhaftigkeit gleich ſind 1 Pfund Heu; ſo wuͤrden dieſe 87 Saͤcke,— welche nach Abzug des Samens, den wir zu 5 S;cke annehmen muͤſſen, eigentlich nur 82 Saͤcke ausmachen, und dafuͤr hier berechnet werden ſollen,— betragen: 82 Saͤcke zu 142 Pfund,— zu 2 ½ Pfund im Gleich⸗ gewicht gegen Heu, oder ungedroſchene Gemanggarben*) a 1 Pfund gebracht, ſind gleich 4657 Pfund Heu oder Gemang. Es wuͤrde alſo der Acker von 1 Peniger Scheffel Kornausſaat, welcher dieſe 82 Saͤcke Erdaͤpfel geliefert, an Ertrag fuͤr Fuͤtte⸗ rung gegeben haben, 1) als Gemang, Summa 4 Schock 19 Garben, die Garbe zu 18 Pfund gerechnet; 2) als Heu, Summa 42 Centner 1 Stein 15 Pfund. Dies iſt doch offenbar ein ſehr geringer Ertrag bei der großen Auslage und vielen Gefahr! Wir wollen aber, um die Sache unparteiiſcher zu betrach⸗ ten, den hoͤchſten Ertrag annehmen, welchen ich vorigen Jahres gehabt habe, naͤmlich den vom Zehendfelde an 159 Sa;cken vom Peniger Scheffel Kornland; fuͤnf Scheffel gehen dann fuͤr Sa⸗ men ab,—(wenn man gleich die Haͤlfte als Futter in Anſchlag bringt, indem eigentlich 10 Saͤcke fuͤr 1 Scheffel Kornland aus⸗ *) d. h. blos zu Heu gemachtes Gemenge, nicht auszudreſchendes, nicht in Körner gewachſenes: denn letzteres, ungedroſchen verfüttert, müßte ſich viel beſſer gegen Kartoffeln ſtellen. Anm. des Herausg. d ſicnei 154 S8 pfund ſir 19 1) V Ti vil b the gche giic bei rurdarin o das auch b Vinche unh, der u pfud unaͤdroſc dun ben Genmg D' ) Hierzu Ochſen ſecen; errs ln uge Beob⸗ Sunma fel kand orige wd Dieſ be⸗ Bearbei „— ij Durch⸗ laute, Pfund zug des ich nur len,— Geeich⸗ een*) mang. wdſad, e Füne⸗ ſie Garbe und. großen betrach⸗ Jahres en vom r Sa⸗ nſchlag d aus⸗ endes, cföttet, 1us. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 201 zuſchneiden waren,—) es bleiben alſo nur reiner Ertrag Summa 154 Saͤcke. Dieſe betragen zu 142 Pfund in Summa 21,868 Pfund Erdaͤpfel, welche nach obiger Beſtimmung zu 2½ Pfund fuͤr 1 Pfund Heu betragen: 1) als Gemang, Summa 8 Schock zu 18 Pfund die Garbe;— 3 2) als Heu, Summa 79 Centner 2 Stein 13 Pfund. Wir wuͤrden alſo bei 8 Schock Gemang unſtreitig großen Vor⸗ theil gehabt haben; da die Auslage und Arbeit ohne allen Ver⸗ gleich beim Gemange geringer ſind. Die Schwierigkeit beſteht nur darin, zu beſtimmen, ob das Land, welches 154 Saͤcke Erdaͤpfel hervorgebracht, auch wohl 8 Schock Gemang gegeben haͤtte? Beinahe bin ich dieſer Meinung.— Wir wollen aber auch noch, der Wahrheit gemaͤß, die Sache dahin berichtigen, daß 2 ½ Pfund Erdaͤpfel nicht ſo viel leiſten, als 1 Pfund Gemang, ungedroſchen, ſondern daß wir dazu 3 Pfund annehmen muͤſſen! Nun betragen dieſe 154 Saͤcke nur 7289 Pfund an Heu oder Gemang, und ſind gleich 1) als Gemang,§umma 6 Schock 3 Mandel; 2) als Heu, Summa 1 Stein 7 Pfund. Hierzu koͤmmt auch noch die Behutung der Gemangſtoppel! Den 21ſten Jul. Heute habe ich die Erdaͤpfel auf dem Ochſenſtuͤck in Rochsburg unterſucht. Es war Gefahr dabei, ſtecken zu bleiben; die Erdaͤpfel ſind ungefaͤhr ein Glied eines Fin⸗ gers lang, und aͤußerſt kraͤnklich; die meiſten aber ſind gar nicht aufgegangen. Daran iſt der Same, der von ſchlechter Beſchaf— fenheit war, Schuld, und die uͤberaus große Naͤſſe ſeit dem 27ſten Jun.— Auf naͤchſten Donnerstag ſollen ſie zum letzten Male unterſucht werden, und wenn ſie ſich nicht, wider alles Er— warten, gebeſſert haben, ſo ſoll das Land mit Ruͤben beſaͤet werden. Den 25ſten Jul. Der Zuſtand meiner Wirthſchaft iſt in der That traurig. Die Erbſen verderben ganz; die Ruͤben koͤn⸗ nen nicht geſaͤet werden, und dem allmaͤhligen Untergange der Erdaͤpfel muß ich ruhig zuſehen!— Denn es iſt mir unmoͤg— lich, wegen fortwaͤhrender großer Naͤſſe, das Mindeſte fuͤr ſie zu thun.— Unter den Erdaͤpfeln ſind die auf dem Ochſenſtuͤck 202 Oekonomiſches Tagebuch die ſchlechteſten; indeſſen ſchien es mir doch geſtern, als ob die Reihen, welche bisher vor Unkraut nicht mehr zu ſehen waren, wieder ſichtbar wuͤrden, und als ob die Erdaͤpfel einiges Aufleben zeigten. Unſtreitig haben die untern Wurzeln dieſer Erdaͤpfel durch große Naͤſſe gelitten und ſind angefault, wie ich an einigen Stoͤcken bemerkte, die ich ausgezogen habe;— beſonders aber haben auch die Regenwuͤrmer dieſe Wurzeln angegriffen. Ich bemerkte aber ſchon an den ausgezogenen Pflanzen, daß ſie neue Wutrzeln naͤher an der Oberflaͤche der Erde trieben; und ich erklaͤre mir daraus ihr Wiederaufleben, wenn ich anders das Letztere rich⸗ tig bemerkt habe. Hieraus aber ſcheint mir zu folgen, daß ich dieſe Erdaͤpfel nicht mit der Handhacke bearbeiten darf, ſondern allein mit dem Haken:— denn die Handhacke wuͤrde die obern Wurzeln zerſtören. Den 27ſten Jun. Der Regen hat fortgewaͤhrt bis den 25 ſten! Die Erbſen in Rochsburg wurden in zwei Tagen weiß von der großen Naͤſſe! Es iſt alſo die Erbſe kein Futter, auf das man rechnen kann.— Die Erdaͤpfel in Rochsburg ſind gaͤnz⸗ lich verdorben, und werden wohl umgeackert werden muͤſſen. Auch ſie toͤdtete die ungeheure Naͤſſe, indem die Wurzeln ange— fault ſind. Doch hat auch die ſchlechte Beſchaffenheit des Sa⸗ mens reichlichen Antheil an dieſem Mißrathen! Heute wurden 122 Schafe durch 21 Staͤhre in Rochsburg belegt, welche mit einander abwechſeln. Nur heute erſt konnte ich das Hacken der Erdaͤpfel wieder anfangen, aber auch nur in Berthelsdorf allein. Monat Auguſt. Den 3ten Aug. wurden 56 Mutterſchafe in Berthelsdorf zur Zucht ausgewaͤhlt. Anfang der Kornerndte in Berthelsdorf und Mohsdorf. Den 4ten Auguſt. Anfang der Erndte in Mohsdorf. Es wurden heute daſelbſt Summa 136 Schafe zur Zuzucht ausge⸗ waͤhlt. Es ſind alſo in Allem zur Zuzucht beſtimmt Summa 3 inne mmer i de V da den wend d uun ait alle Ern 1 12 Dr d nt gleg de tiſtoſe 4— 1 8 ſi Lei von d 00 ob die en varen, Aufleben Adiyfel mm einigen ders aber e. dh ſie neue herkläͤre tere ric⸗ ten darf, his den eiß von uf das Sn müſſen. n ange⸗ des Se⸗ ochsburg e wiedet elsdorf f. j. 8 oudge⸗ Suuun des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 203 Summarum 314 Schafe*). Nechnen wir 70 Stuͤck gelte, ſo bleiben 244 Laͤmmer. Den ö5ten Aug. ſind die Staͤhre unter die Mohsdorfer und Berthelsdorfer Schafe gelaſſen worden. Den 9ten Aug. Anfang des Ruͤbenſaͤens auf dem Ochſen⸗ ſtuͤkk.— Ende des Erdaͤpfelhackens in Berthelsdorf. Den 10ten Aug. Heute werden die Staͤhr-⸗ und Kaͤlber⸗ laͤmmer in Rochsburg geſchieden. Es war ſehr noͤthig, und ich muß immer noch befuͤrchten, daß noch einige zugekommen. Der ganze Monat hat naſſe Witterung gehabt. Monat September. Den 4ten September. Die Witterung iſt vom 2ten d. M. an ſchoͤn. Den iſten regnete es ſehr ſtark. Die Furchen der Erbſenfelder ſollen in Zukunft ausgeſtri⸗ chen werden. Den 7ten Sept. Heute wurden die diesjaͤhrigen Staͤhre zum erſten Male auf die Weide gethan. Sie betrugen ſich uͤber alle Erwartung gut, und fraßen ſogleich. Ende der Ruͤbſenbeſtellung im obern Zehendfelde mit 1 ½ Dresdner Scheffel. Den 16ten Sept. Die Laͤmmerſtaͤhre werden im Stalle mit Klee gefuͤttert, nachdem ſie acht Tage geweidet hatten. Die Zuchtſtaͤhre werden heute aus den Heerden der Mut⸗ terſchafe gethan. *) Es ſind den 11ten Auguſt aufs Neue 14 Stück in Berthelsdorf und 22 Stück in Mohsdorf zugelaſſen worden. Daher denn der Beſtand von den zugelaſſenen Schafen iſt: 70 Stück in Berthelsdorf, 158— in Mohsdorf, 122— in Rochsburg. Summa 350 Stück. —— ——=— ——ᷣ—ᷣ’xͦᷣ 2⁰4 Oekonomiſches Tagebuch Monat October. Den 3ten October wurden die erſten Erdaͤpfel in Berthels⸗ dorf ausgenommen. Der Ruͤbſen, auf welchem die Unterlage von Erde aus der Duͤngerſtelle gefahren worden, zeichnet ſich beſonders aus. Wenn man Erde dazu haben kann, ſo wird es vortrefflich ſeyn, ſie zur Unterlage jeder Duͤngung zu machen. Die Laͤmmerſtaͤhre erhalten taͤglich fuͤnf Mahlzeiten an jun— gem Klee, und allezeit ſo viel, als ſie nur freſſen moͤgen; ohne daß bis jetzt ein einziger Anfall vom Aufblaͤhen Statt fand. Es ſcheint mir, daß die Gefahr des Aufblaͤhens nur bei ausgehungerten Thie⸗ ren eintritt, welche zu jaͤhling und zu viel freſſen. Den 25ſten Oct. der erſte Froſt. Monat November. Den 3ten November geht die Winterfuͤtterung der Staͤhre an. Sie erhalten taͤglich Summa 5 Centner Wickenheu und 9 Maaß Hafer. Die Wicken ſind in 3 Mahlzeiten eingetheilt, jede zu acht Stein à 22 Pfund; und um 10 Uhr fruͤh und 3 Uhr Nachmittags erhalten ſie den Hafer zu neun Maaß taͤglich. Es ſind 179 Stüͤck.— Dieſe Winterfuͤtterung fieng mit betraͤcht⸗ lichem Froſt an, und dieſer hat ſich den 5ten Nov. in wahre Winterkaͤlte verwandelt. Den 12ten Nov. konnten wieder Ruͤben gezogen, und es konnte auch geackert werden. Die vorherige Kaͤlte iſt aber ſehr groß geweſen, und man ſagt, daß alle Erdaͤpfel in der Erde er⸗ froren, welches im vergangenen Jahre nicht der Fall war. Von heute geht der Zinshafer an.— Die Staͤhre gedeihen offenbar, und es iſt gar kein Zweifel, daß ſie mit zwei Jahren voͤllig gemaͤſtet ſind. Ich getraue mir auch, mit Ueber⸗ zeugung zu behaupten, daß— bei taͤglichem Futter von 3 Pfund Heu und 3 Maͤßchen Hafer,(deren 92 auf das Peniger Sipp⸗ maaß gehen,) pro Stuͤck,— der Ertrag in dieſen beiden Jah⸗ de uümmen h man unn. T d 41 Tng Noänd 3 Ghyyn wied das ungefähr mit dem Kornland in Verthels erde aus der nders aus. reflich ſey⸗ ten an ju⸗ gen; oße fand. 6 erten dhi⸗ de Sühtt kenheu und eingetheln und z lhr glch. E tbeträͤcht⸗ „ und es aber ſehr Erde er⸗ ar. Staͤhte mit zwei nit leber⸗ 3 Tfund aiger Soh⸗ beden Hy des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 205 zuſammen 8 Pfund Wolle pro Stuͤck wenigſtens ſeyn wird, und daß man den Hammel, ohne Wolle, zu 10 Rthlr. verkaufen kann. Dann wuͤrde die ungefaͤhre Bilanz folgende ſeyn: 1) Unkoſten. 13 Rthlr. 8 Gr. fuͤr 20 Centner Heu zu 16 Gr. 5——— 2 Scheffel 2 Sippm. Hafer zu 2 Rthlr. Sumuna 18 Rthlr. 8 Gr. ſaͤmmtlicher Ausgabe in zwei Jahren. 2) Ertrag. 12 Rthlr. 8 Gr. fuͤr 8 Pfund Wolle zu 1 Rthlr. 13 Gr. das Pfund. 10——— der Hammel ohne Wolle. Summa 22 Rthlr. 8 Gr. Ueberſicht. 22 Rthlr. 8 Gr. Einnahme. 18— 8— Ausgabe. Summa 4 Rthlr.— Gr.; mithin jedes Jahr 2 Rthlr. reiner Ertrag, ohne den Duͤnger. Den 14ten Nov. Heute in der Nacht fiel der erſte Schnee, und dieſen Morgen iſt die ganze Landſchaft weiß. Monat December. Den 3ten December. Von heute an bekommen die Staͤhre 12 Peniger Maaß Hafer taͤglich. Es ſind aber deren 177 Stuͤck. Den 15ten Dec. Nach Heutiger Berechnung haben 41 Peniger Scheffel Wickenausſaat an aufgebundenem Wickenheu gegeben Summa 1961 Centner. Wenn wir nun annehmen, daß 3 Sippm. Wicken ſo viel Land beſäen, als 1 Scheffel Korn; ſo misd das Land, wo 1 Scheffel Korn hingeht, gegeben haben ungefaͤhr etwas uͤber 35 Centner. Vergleichen wir dieſen Ertrag mit dem Klee; ſo haben in Berthelsdorf dieſes Jahr 13 Scheffel Kornland, auf 2 Schnitten, gegeben Summa 603 Centner; dies 206 Oekonomiſches Tagebuch betraͤgt auf den Peniger Scheffel Kornland etwas uͤber 46 Centn. Die Koſten von beiden Gewaͤchſen werden ſich ziemlich gleichen. Wicken erfordern einmal mehr Acker⸗Arbeit; der Klee aber zwei Schnitte!— Bei dem Ertrage muß in Anſchlag gebracht werden, daß der Klee auf Land kam, das zwar niemals damit beſaͤet worden, wo er aber doch auf einem nicht ganz unbetraͤchtli⸗ chen Stuͤcke neuen Landes ganz ausgegangen war. Dabei war der erſte Wuchs mittelmaͤßig gut, der zweite aber gar ſchlecht. Es wurden uͤberhaupt 60 Fuder auf beide Erndten eingefahren. Er war uͤberdies in die zweite Frucht auf das von natuͤrlicher Beſchaffenheit ſchlechteſte Feld geſaͤet, welches jedoch vorher zweimal gut geduͤngt worden.— Die Wicken ſtanden im Durchſchnitt gut; eber alle auf ausgetra⸗ genem Lande. Den 18ten Dec. ließ ich drei Laͤmmerſtaͤhre vom vorigen Maͤrz wiegen. Sie wogen: Nr. 1. der große Chriſtoph 97 ½ Pfund ⸗ 2. ein Staͤhrlamm ohne Hoͤrner 9— ⸗ 3. ein Staͤhr mit Hoͤrnern 98 ½— alſo jeder im Durchſchnitt Summa 96 Pfund 21 Loth. Rechnen wir nun, daß dieſe Staͤhrlaͤmmer ungefaͤhr den 15ten Maͤrz geboren ſind, mithin den 18ten Dec. 246 Tage alt wa⸗ ren, daß jedes in dieſer Zeit gefreſſen hat 5 Centner 4 Stein Heu und 2 Sippm. Hafer,— welche Annahme aber eigentlich ganz gewiß viel zu hoch iſt; ſo wuͤrde die Auslage, den Centner Heu 16 Gr., und das Sippm. Hafer 1 Rthlr. angeſchlagen, betragen: 4 Rthlr. 8 Gr. 5 Centner 4 Stein Heu, 2——— 2 Sippmaaß Hafer. Summa 6 Rthlr. 8 Gr. Dagegen iſt der gewoͤhnliche reale Werth*) eines ſolchen Staͤhr⸗ lammes zu 96 Pfund 21 Loth an Gewicht,— wenn wir *) Ohne alle Rückſie cht auf ſeinen Werth als ächter Rage⸗Zuchtbock. Anm. des Herausg. und it racen eeiner a dac Mähy Summ Jühel zahner ſt 45 Cnn lich g 9 leichen lee aber zwei ag üracht dami beet unbeträͤcht ar. Daii te aber ga⸗ ide Erndte cht auf w et, wehe fausgetty n vorigen und Aoth. e den lat age alt d ner 4 Stin her eigenlih den Centne ngeſchlagn 7 zen Stäͤht wenn wir ahtod. deraus, des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 207 he nur den erprobten Maaßſtab, daß das lbendige Gewicht S fuͤr den Fleiſcher giebt,— annehmen: fuͤr 54 Pfund Fleiſch und Inſelt zu 3 Gr. Rühlr. 18 Gr. 2 Pfund Wolle zu 1 Rthlr. 13 Gr. 3— 2— Summa 9 Rthlr. 20 Gr. und zwar dies ohne den von ihm gegebenen Duͤnger irgend zu rechnen.— Rechnen wir hiervon die Auslage ab; ſo bleibt reiner Gewinnſt 3 Rthlr. 12 Gr. Dieſen Ertrag hat in 246 Tagen wohl noch kein Thier, ſo lange die Welt ſteht, ge⸗ geben! Dies beſtaͤtigt meinen alten Satz: Alles— viel— Maͤßig— gar nichts. Ankunft des erſten Lammes. Den 19ten Dec. Eben ſind zur Vergleichung gewogen worden 3 alte Staͤhre, wovon gab: Nr. I. ein gehoͤrnter Staͤhr 125½ Pfund ⸗ II. ein kolbiger, ungehoͤrnter 124 ½— ⸗ III. ein gehoͤrnter 123 ½ 1— Summa 37 3½ Pfund. Mithin gab jeder von dieſen aͤltern Zuchtſtaͤhren im Durchſchnitt Summa 124¼ Pfund Gewicht. Ferner wurden gewogen drei Jaͤhrlingsſtaͤhre, welche naͤchſtes Fruͤhjahr zum zweiten Male zahnen. Sie gaben: Nr. I. 108 Pfund 2 II. 1201— „ III. 120 ¼— Summa 3494 Pfund; mithin jeder im Durchſchnitt Summa 116 ¾ Pfund. Hieraus ergiebt ſich ganz offenbar die ungluͤckliche Folge, daß man nicht zu viel in die Schafe wenden kann! Es ſind naͤmlich die Laͤmmerſtaͤhre beſſer, als die Zeitſtaͤhre, und dieſe beſſer, als die viel aͤltern Zuchtſtaͤhre gefuͤttert worden. Rechnen wir nun die Zeit und das viel mehrere Futter, welches die aͤltern gegen dieſe Lammſtaͤhre gefreſſen haben, ſo iſt im Er⸗ trag zum Vortheil der beſſer gefuͤtterten ein ſo großer Unterſchied, daß gar keine Berechnung deshalb noͤthig iſt; zumal da der Woll⸗ ertrag,— als zeither alleiniger Wiedererſatz des Futters,— nicht betraͤchtlich war, und 3 Pfund gewaſchene Wolle kaum 2⁰08 Oekonomiſches Tagebuch erreiche.— Wir wollen jedoch dieſe Berechnung ungefaͤhr machen: denn gegenwaͤrtig iſt es unmoͤglich, ihr eine vollkom— mene Evidenz zu gebeu.— Die Zeitſtaͤhre ſollen alſo erhalten haben taͤglich 3 Pfund Heu, wogegen der Hafer, den ſie ge⸗ freſſen, nicht in Anſchlag gebracht wird. Nun ſind ſie ein Jahr und 246 Tage alt, mithin im Ganzen 611 Tage, und haben waͤhrend dieſer Zeit gefreſſen 16 Centner 3 Stein 7 Pfund Heu, welches, zu 16 Gr. den Centner, betraͤgt 11 Rthlr. 1 Gr. Auf⸗ wand. Dagegen haben ſie gegeben pro Stuͤck: 1) an Wolle, a) im erſten Jahre, 3 Pfund zu 13 Gr. = 4 Rthlr. 15 Gr.; b) im zweiten Jahre, wo wir fuͤr die 246 Tage nicht ſo viel rechnen duͤrfen, ſondern nur 2 ¼ Pfund à 1 Rthlr. 13 Gr.=— 3 Rthlr. 21 Gr. Summa 8 Rthlr. 12 Gr. 2) an 116 Pfund lebendiges Gewicht, im Durch⸗ ſchnitt zu 15 fuͤr den Fleiſcher; ſolches gerechnet, giebt 66 Pfund à 3 Gr., und betraͤgt mithin 8 Rthlr. 6 Gr. Summa Surmarum 16 Rthlr. 18 Gr. Es iſt alſo der reine Ertrag, wenn von 16 Rthlr. 18 Gr. Einnahme labgezogen werden 1— 1— Ausgabe Summa 5 Rthlr. 17 Gr. Ich habe alſo in 611 Tagen 5 Rthlr. 17 Gr. gewonnen, und bei den Laͤmmern in 246 Tagen 3 Rthlr. 12 Gr.— Ein gro⸗ ßer Unterſchied! In dieſem Jahre wuͤrden die Laͤmmerſtaͤhre wenigſtens, um nur ganz kurz zu gehen,— gegeben haben 4 Pfund Wolle zu 1 Rthlr. 13 Gr. 6 Rthlr. 4 Gr. ferner 40 Pfund Fleiſch ungefaͤrr 5——— Summa 11 Rthlr. 4 Gr. Ertrag. Aufwand wuͤrde dagegen hoͤchſtens geweſen ſeyn 10 Centner Heu zu 16 Gr. 6 Rthlr. 16 Gr. 1 Scheffel Hafer 2——— Sumna 8 Rthlr. 16 Gr. er Tie khm LVale,! a 31 ſen A deſed Kgeden Jhg Dauege liglch dö Rte Nvinn fras 0 T düic ſchani Stahr Durt Denn daß er an, n ſcwer Sche, ungeftir ſe vollkom⸗ ſ erhalten de ſe ge⸗ ſe ein Jahr und heben fund hen Gr. Au 1 13 G.. wo wir ſondern 3 Rtyle Durch⸗ „giebt Ithle. nen, und Ein gre⸗ merſtaͤher en haben rtrag. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 209 innahme 11 Rthlr. 4 Gr. Ausgabe 8— 16— Summa 2 Rthlr. 12 Gr. Ertrag von vorher 3— 12— Summa 6 Rthlr.— Gr. Wir koͤnnen aber auf ein ſo gefuͤttertes Thier ganz gewiß 5 Pfund Wolle, und 50 Pfund Fleiſch bei dieſem Alter in einem Jahre an Zunahme rechnen, und dann wuͤrde der Ueberſchuß 10 Pfund Fleiſch zu 3 Gr. 1 Rthlr. 6 Gr. B 1— Wolle 1— 13— Summa 2 Rthlr. 19 Gr. und obige 5— Summa Summarum 3 Rthlr.— Gr. ſeyn. Noch einleuchtender iſt der Fall bei den aͤltern Staͤhren. Sie ſind vierjaͤhrig, haben alſo vier Wollſchuren, jede zu 3 Pfund gegeben,— zu ihrem Vortheil gerechnet— betraͤgt Ihr gegenwaͤrtiges Gewicht an 124 ½⅞ Pfund 15 Rihlr. 12 Gr. zu à 3 Gr.—— Summa 27 Rthlr. 12 Gr. Dagegen haben dergleichen Staͤhre gefreſſen pro Stuͤck zu 3 Pfd taͤglich 39 Centner 4 Stein,— betraͤgt zu 16 Gr. Summa 26 Rthlr. 12 Gr. Es bleibt alſo in vier Jahren 1 Rthlr. Gewinnſt, oder auf jedes Jahr Summa 6 Gr.— salvo errore calculi! Wir wollen aber, ſtatt obigen Raiſonnements, eine andere Ueberſicht geben, welche auf Erfahrung und vernuͤnftige Wahr⸗ ſcheinlichkeit gegruͤndet iſt. Es iſt folgende: Nach obiger Angabe des Oekonomie-Inſpectors hat ein Staͤhrlamm,— welches 246 Tage alt war,— gewogen im Durchſchnitt von drei Stuͤck Summa 96 Pfund 21 Loth. Wenn wir ihm nun das naͤmliche Futter geben, und rechnen, daß er alt wuͤrde 881 Tage; ſo nehmen wir gewiß nicht zu viel an, wenn wir ihn, nach Verhaͤltniß dieſer Zeit, 150 Pfund ſchwer halten.— Er hat ja in 246 Tagen 96 Pfund 21 Loth Schoͤnburg. Wirthſch I. 14 — —yy—⏑ÿꝛÿõ—Q;⏑'O—Oℳ·˖—ã————— — —-——’’’’—:— 210 Oekonomiſches Tagebuch zugenommen, warum ſoll er in 635 Tagen nicht 53 Pfund 11 Loth zunehmen, da wir ja gleiches Futter fuͤr ihn rechnen, und er in ſeinem beſten Wachsthum iſt! Bei dieſer Annahme wird er, zu fuͤr den Fleiſcher à 3 Gr. gerechnet, geſchlachtet geben 90 Pfund an Fleiſch und Inſelt, und an Geld dafuͤr 11 Rthlr. 6 Gr. Fuͤr Wolle werden wir wahrſcheinlich bekom⸗ men, das erſte Jahr inel. der Lammwolle, 4 Pfund und das zweite Jahr 5 Pfund, mithin im Ganzen 9 Pfund, zu 1 Rthlr. 13 Gr., betraͤgt 13 Rthlr. 21 Gr. Beides iſt nicht zu viel gerechnet: denn der Zjaͤhrige Ham⸗ mel des hieſigen Hofpredigers,— den er doch als einen ver⸗ worfenen Buttling gekauft hatte,— wog ausgeſchlachtet 57 Pfd Fleiſch und 18 Pfund Inſelt.— Es ſind auch 9 Pfund Wolle in zwei Jahren fuͤnf Monaten bei dieſem Futter gewiß nicht zu viel gerechnet. Wir haben daher Einnahme 11 Rthlr. 6 Gr. Fleiſch, und 13— 21— Wolle. Summa 25 Rthlr. 3 Gr. Die Fuͤtterung berechnen wir folgendergeſtalt: a) an Heu in 151 Tagen taͤglich 1Pfund 1 Centn. 1 Stein 19 Pfd 151— zu 2 Pfund 2— 3— 16— 580— zu 3— 15— 4— 2— Summa 20 Centn. 1 Stein 15 Pfd. an Gelde ungefaͤhr Summa 13 Rthlr. 14 Gr.— b) an Hafer. in 151 Tagen zu 1 Maͤßchen 151 Maͤßchen 151— zu 2— 302— 580— zu 3— 1740— Summa 2193 Maͤßchen. Es machen von letztern 219 ein Peniger Sippm., folglich obiges Erforderniß Summa 2 Scheffel 2 Sippm.*) zu 2 Rthlr., Summa 5 Rthlr. *) Hier ſind 219 Mäßchen auf 1 Sippmaaß gerechnet, wenn früher nur 92 gerechnet waren; es muß daher hier ein anderes kleines Maaß ge⸗ de go aiten! tn züte dairbe 11Gr. 53 Pfund rechnen, eAnnahme geſchlach Held dair lich bekn ) und dos 11 Rthe rige Han⸗ inen der⸗ t57N, d Wole tzu viel — . Hobiges Fth, früher nun 6 Maaß ge des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1804. 211 Die Koſten ſind alſo 13 Rthlr. 14 Gr. Heu, und 5——— Hafer. Summa 18 Rthlr. 14 Gr. Ueberſicht: Einnahme 25 Rthlr. 3 Gr. Ausgabe 18— 14— Bleibt Summa 6 Rthlr. 13 Gr. Einnahme. Haͤtten wir aber bloße Wolle zur Einnahme,— an 13 Rthlr. 21 Gr. in zwei Jahren,— ſo haͤtten wir bei dieſer Fuͤtterung in zwei Jahren Einbuße Summa 4 Rthlr. 17 Gr. Wir wollen nun noch das dritte Jahr,— bei der naͤmli— chen Fuͤtterung,— bloß den Wollertrag an 5 Pfund rechnen. Dieſer betruͤge à 1 Rthlr. 13 Gr. das Pfund, Summa 7 Rthlr. 17 Gr.; die Fuͤtterung aber an 10 Centner Heu 7 Rthlr. 8 Gr. und 5 Sippmaaß Hafer 2— 12— Summa 9 Rthlr. 20 Gr. alſo Verluſt 2 Rthlr. 3 Gr. Hieraus folgt offenbar, daß, je laͤnger ich noͤthig habe, mein Schaf zu fuͤttern, um es zu dem hoͤchſten Grad der Maſtfaͤhigkeit zu bringen, um deſto geringer mein Vortheil iſt, weil die Wolle allein das Futter nicht bezahlen kann. Anders aber wuͤrde ſich die Sache verhalten, wenn in der laͤngern Zeit das Schaf,— außer der Wolle,— auch an Fleiſch zu— naͤhme in dem erforderlichen Verhaͤltniſee. Ich glaube aber, daß dabei Gefahr vorhanden waͤre, das Schaf zu verlieren.— Indeſſen muß dieſen Punkt erſt Erfahrung berichtigen. Haben wir aber eine Art von Schafvieh, welches bei glei⸗ chem Futter die angenommene Schwere von 150 Pfund erſt in meint ſeyn, oder es findet ein Irrthum in dieſer Zahl 219 ſtatt; aber im Ganzen bleibt es bei dem Aufwand von 2 Scheffel 2 Sippm. Hafer zu Futter für ein Stück in 2 Jahren. Anm. des Herausg. 14* 212 Oekonomiſches Tagebuch 3 Jahren 5 Monaten,— mithin 1 Jahr ſpaͤter,— erreichte; ſo haͤtten wir Gewinnſt 32 Rthlr. 20 Gr. Auslage 28— 10— Summa 4 Rthlr. 10 Gr. reinen Ertrag, und da dieſer im zweiten Jahre betrug 6 Rthlr. 13 Gr., ſo haben wir durch das laͤngere Fuͤttern 2 Rthlr. 3 Gr. Verluſt. Die Race, welche in zwei Jahren bei gleichem Futter ſo fett wird, als eine andere in drei Jahren, iſt mithin um die Haͤlfte eintraͤglicher. Den 3 1ſten Dec. Saͤmmtliche Ruͤben,— welche ohne— dies naß und gefroren hereingekommen waren, ſind durch den ſtarken Winterfroſt verdorben. Unſtreitig duͤrfte die beſte Art, ſie zu behandeln, ſeyn, daß man ſie vor Eintritt des Froſtes ganz trocken ausziehen, und in Gebuͤnde, oder Gruben, die vor dem Froſt verwahrt ſind, bringt, wo ſie ſich gewiß bis Maͤrz halten, und mit Stroh ſehr gute Fuͤtterung geben. Das Geltevieh in Rochsburg hatte dabei beſſeres Ausſehn, als jetzt, da es mit bloßem Heu gefuͤttert wird. Merkwuͤrdig iſt es, daß gedachtes Vieh,— nachdem es den ganzen Herbſt mit Ruͤben gefuͤttert worden war, das Stockblut*) ohne Ausnahme bekam, als es auf Heu geſetzt wurde. 1 *²) So nennt man in Sachſen eine Art von hämorrhoidaliſchem Zufall, wo ſich Blut vor und an den After anſetzt, und das Schaf am Miſten hin⸗ dert: wogegen Aderlaſſen am Auge, Wegſchaffen des angeſetzten Blutes mit, in Speichel getauchtem, Finger, oder einem kleinen Hölzchen, oder auch Kliſtire von Seifwaſſer angewendet werden. Anm. des Herausg. uhj 83 10„% dem 7— mmatt. durb gi kthle. 3 6, hem zunn thin um de eſche ohne⸗ durch den heſte Att ſtes gan bor dem halten, vieh in d mit dah gffnrer 7, ades Zufall, wo Miſten hine gten Bluteh Hölzchen, „aubg. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 218 VI. Fuͤrs Jahr 1805. Monat Februar. Deñn Lten Februar ließ ich meine Probe⸗Staͤhre wiegen. Sie gaben folgende Ueberſicht: a) Die Zuchtſtaͤhre, gewogen den 18ten Dec. 1804. gew. den 2ten Febr. 1805. Nr. 1. 125¼ Pfund 131 Pfund „ 3. 123 4— 1814— Summa 373 ¾ Pfund. Summa 389 Pfund. Dieſe Zuchtſtaͤhre haben alſo in 46 Tagen mehr gewogen Summa 15 Pfund 16 Loth; mithin Jeder 5 Pfund 53 Loth, und das Gewicht im Durchſchnitt von dieſen drei Staͤhren iſt geweſen den 18ten Dec. den 2ten Febr.. 124 Pfund 16 Loth. 129 Pfund 21¾ Loth leicht Gewicht ſaͤchſiſch. b) Die Zeitſtaͤhre, welche in der Mitte des Maͤrz zwei Jahr alt werden, wogen den 18ten Dec. 1804. den 2ten Febr. 1805. Nr. 1. 108 ½ Pfund 122¼ Pfund „ 2. 120 ¾— 133½— 2 3. 120½—„126— Summa 349 ½ Pfund. Summa 382 Pfund. Zunahme im Ganzen 32 ½ Pfund. Es hat alſo Jeder dieſer Zeitſtaͤhre in 46 Tagen zugenommen 10 Pfund 26 ¾ Loth. Im Durchſchnitt iſt als Gewicht von Je⸗ dem an dieſem Tage geweſen den 18ten Dec. den 2ten Febr. 116 Pfund 16 Loth 127 Pfund 10 Loth. —ÿ—ÿ;— —;—x;ęCL’’öꝛö 214 Oekonomiſches Tagebuch c) Die Laͤmmerſtaͤhre, welche in der Mitte des Maͤrz ein Jahr alt werden, wogen den 18ten Dec. den 2ten Febr. Nr. 1. 97 ¾ Pfund 108½ Pfund 2. 94— 109 ½— ⸗ 3. 98 ½— 115— Summa 290 Pfund. Summa 333 Pfund. Dieſe drei Lammſtaͤhre haben alſo zugenommen in 46 Tagen Summa 43 Pfund; mithin Jeder 14 Pfund 10 Loth. Im Durchſchnitt hat jeder gewogen den 18ten Dec. den 2ten Febr. 96 Pfund 21 Loth 111 Pfund. Hieraus folgt der laͤngſt bekannte Satz, daß jedes Thier um deſto weniger eintraͤglich iſt, je laͤngere Zeit es braucht, um zu ſeiner Vollkommenheit zu kommen.— Wir ſehen hier, daß alte Staͤhre in 46 Tagen 5 Pfund 51 Loth Jeder zunehmen. Wir duͤrfen, wegen vorzuͤglicher Beſchaffenheit dergleichen Flei⸗ ſches, das Pfund davon mit Beſtand auf 3 Gr. anſchlagen; wir wollen aber nur 2 Gr. 6 pf. annehmen;— weil x5 vom leben⸗ digen Gewicht abgeht, und weil hier von leichtem Gewicht die Rede iſt. Es wuͤrde alſo obige Zunahme eines alten Staͤhrs in 46 Tagen in Gelde betragen— Summa 12 Gr. 11 pf. Zeitſtaͤhre gaben im Durchſchnitt 10 Pfund 26 Loth, mithin 1 Rthlr. 3 Gr. 2 pf. Die Lammſtaͤhre gaben 14 Pfund 10 Loth, oder 1 Rthlr. 11 Gr. 9 pf. Welcher Unterſchied! und doch haben ſie gleiches Futter ge— habt.— Es wird daher wohl nicht zu raſch geſchloſſen ſeyn, wenn wir zur Regel annehmen: daß alte Thiere ihr Futter nicht ſo bezahlen, als junge Thiere, ſelbſt in der Zeit, daß beide auf die Maſt geſtellt werden.— Der Verluſt iſt bereits erwieſen worden, welcher aus der laͤngern Zeit, in der man ein Thier unterhaͤlt, entſteht; mithin iſt ein unlaͤugbarer Grundſatz: je zeitiger eine Rage ihre Vollkommenheit erreicht, um deſto eintraͤglicher iſt ſie. Zum Verkauf und zur Maſt ſollen daher kuͤnftig nur Jaͤhr— linge genommen werden. ( kunft dann 6s wi nuar 6 N 119 nifr u en, d ai, mdd vn di on ke arr zu ſucht dan ner gele km im( b ſaͤhre als d am li wogen Febr. pfund — nd. 46 Tagn oth. Ir des Thir ſcht, un er, daß nehmen — Flei⸗ n; wir boben⸗ üch de ahrs i nithin ttter ge⸗ ſen ſeyn, ter nicht eide auf erwieſen n Thier m deſto Jahr⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 215 In Nuͤckſicht der Zuchtſchafe iſt beſtimmt worden, in Zu— kunft nur ein Lamm von jedem Mutterſchafe zu ziehen, und es dann ein Jahr gelte gehen zu laſſen, um es fett zu verkaufen. Es wird alſo in Zukunft das Mutterſchaf, z. B. geboren im Ja⸗ nuar 1805, den 24ſten Junius 1806 belegt, alt 1 Jahr 6 Monat; erhaͤlt das Lamm im Nov. oder Dec. 1806 alt 1 Jahr 11 Monat; ernaͤhrt das Lamm bis erſten Juni 1807 alt 22 Jahr, bleibt dann gelte bis zu dieſer Zeit 1808, und iſt nun alt 3 ½ Jahr. 1* Dieſe Methode, welche bei den Mutterſchafen unmoͤglich noch mehr zu verkuͤrzen zu ſeyn ſcheint,—— man muͤßte denn ſo ſtark fuͤt⸗ tern, daß das Schaf gleich nach dem Abſetzen des Lammes im Juni, oder 2½ Jahr alt, ſchlachtbar waͤre, welches ich vor der Hand dahin geſtellt ſeyn laſſe,— hat zugleich den Vorzug, daß man viel groͤßere Fortſchritte in Vervollkommnung der Art ma⸗ chen kann, indem man im Stande iſt, immer etwas Schoͤneres zur Zucht zu waͤhlen*). Am naͤmlichen Tage ſind die Staͤhre zum Verkauf unter⸗ ſucht worden, und ich habe nun durch Augenſchein die Ueberzeu⸗ gung, daß ſie ſammtlich vortrefflich ſind,— von durchaus fei⸗ ner Wolle, und von ſchoͤner Geſtalt. Es ſind zum Verkauf aus⸗ geleſen Summa 1 54 Stuͤck, naͤmlich: 37 mit einem Loch im lin— ken Ohr; 28 mit Einſchnitt im rechten Ohr; 26 mit Einſchnitt im linken Ohr; 8 ohne Abzeichnung,— Summa 94 Lamm⸗ ſtaͤhre.— Ferner Summa 56 Zeitſtaͤhre, und 4 dergleichen aus dem Nothſtalle. Summa 60 Stuͤck Zeitſtaͤhre mit Abrupf am linken Ohr. 1 *) Dies ſcheint nicht ausgeführt worden zu ſeyn: und bei Anführung der⸗ ſelben an einem andern Orte iſt dabei vom Hrn. Verf. die doppelte Ge⸗ genbemerkung beigefügt worden, daß 1) die erſten Lämmer der Schafe nie ſo ſchön ſind, als die folgenden; 2) daß vielleicht, um die Rage zur höchſten Vollkommenheit zu bringen, das Mutterſchaf, wenn es zuge⸗ laſſen wird, vielmehr drei Jahr alt ſeyn müſſe!— Uind darnach iſt auch, ſoviel ich weiß, immer wirklich verfahren, die Schafe ſind immer erſt im dritten Jahre zugelaſſen worden. Anm. des Herausg. —— — 216 Oekonomiſches Tagebuch Monat Maͤrz. Den 14ten Maͤrz wollte ich den Staͤhren vor ihrem Ab⸗ gang eine Garbe jede Mahlzeit zulegen; allein ich bemerkte ſchon bei der erſten Mahlzeit, daß es Ueberfluß war. Von heute an bekoͤmmt das Zeitvieh in Rochsburg fruͤh und Abends einen Stein, Summa 2 Stein taͤglich mehr. Den 19ten Maͤrz. Anfang der Fruͤhlings-Be⸗ ſtellung in Berthelsdorf mit Erbſen.— Verkauf der Maſt⸗ hammel. Den 20ſten Maͤrz. Da heute 46 Tage verfloſſen, daß die Probeſtaͤhre gewogen worden, naͤmlich ſeit dem 2ten Febr., ſo wurden ſie heute zum letzten Male genau gewogen, und gaben folgendes Reſultat: es wogen 1) die Zuchtſtaͤhre den 2ten Febr. den 20ſten März. Nr. 1. 131 Pfund 131½ Pfund 2. 126 ½— 129 ½— 3. 131 ½— 1838½— Summa 389 Pfund. Summa 3991 Pfund. Dieſe drei Zuchtſtaͤhre haben alſo in 46 Tagen zugenommen Summa 10 ¼ Pfund; folglich hat jeder Einzelne zugenommen Summa 3 Pfund 16 Loth. Bei dieſem letzten Waͤgen iſt das Durchſchnittsgewicht eines Jeden dieſer drei Staͤhre geweſen Summa 133 Pfund 5 ½ Loth. 2) Die Zeitſtaͤhre wogen den 2ten Febr. den 20ſten März. Nr. 1. 122 ½ Pfund 121 ½⅞ Pfund 5 2. 133 ¾— 135* 7 3. 126.—— 133— Summa 382 Pfund. Summa 390 Pfund. Zunahme im Ganzen Summa 3 Pfund — „ von Jedem dieſer drei Zeitſtaͤhre alſo Summa 2 Pfund 214 Loth. Das Duͤrchſchnitts⸗ gewicht eines Jeden iſt Summa 130 Pfund. Zunche Jawr uncſch rriher V duc her. Eeker ſcr berr he zuku di vede danni meder zu beſ Gewich fete ſ b deüi ahn,. nic i betra hemn g⸗ merkte ſcon ochsbung hmehr. gs⸗ Ve⸗ der M , doß de Febr.„ſo nd gaben d. enommen genommen n iſt das veſen ieſer drei hſchnits⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 217 3) Jährlingsſtaͤhre wogen den 2ten Febr. den 20ſten März. Nr. 1. 108 ½ Pfund 120 ½⅞ Pfund „ 21 1 09½— 119— s 3. 1135— 116— Summa 333 Pfund. Summa 355 ¾ Pfund. Zunahme dieſer drei Jaͤhrlingsſtaͤhre im Ganzen, Summa 20 Pfund. Jeder hat zugenommen alſo Summa 6 Pfund 214¼ Loth. Das Durchſchnittsgewicht eines Jeden iſt Summa 118 Pfund 16 Loth. Vorſtehende aͤußerſt geringe Zunahme kann allein erklaͤrt werden durch den boͤſen Weg, welchen die Schafe in Rochsburg zu ihrer Traͤnke haben. Sie bekommen ſchmerzhafte boͤſe Beine, und dies hindert ſie,— ſehr begreiflich— am Zunehmen.— Es wird daher fuͤr die Zukunft aͤußerſt nothwendig ſeyn, daß ihnen ihr Waſſer durch Ochſen in den Schafſtall geſchafft werde, ſobald die uͤbeln Wege angehen. Hiermit kann auch der Gebrauch von Leinoͤlkuchen verbunden werden, und die Vorwiehtunden von beiden ſind dieſem Sommer zu beſorgen. Uebrigens erhellt auch aus gegenwaͤrtiger ueberſicht des Gewichts, daß die Maſt von jungem Vieh die allervortheilhaf⸗ teſte iſt. Das Durchſchnittsgewicht betraͤgt: vom Jaͤhrlingsſtaͤhr 118 Pfund 16 Loth vom Zeitſtaͤhr 130——— vom Zuchtſtaͤhr 133— 54¼— Zwoͤlf Pfund lebendiges Fleiſch,— von dem wiederum u ab⸗ gehen,— und die Wolle von hoͤchſtens 5 Pfund entſchaͤdigen mich nicht fuͤr ein Jahr Fuͤtterung. Dies Futter wuͤrde naͤmlich betragen: 6 Rthlr. 14 Gr. 10 Centner Heu zu 16 Gr. à 3 Pfund taͤglich, 4——— 2 Scheffel Hafer zu 2 Noͤßel den Tag gerechnet. Summa 10 Rthlr. 14 Gr. Aufwand. 218 Oekonomiſches Tagibuch Der Ertrag aber wuͤrde allein ſeyn: 7 Rthlr. 17 Gr. 5 Pfund Wolle zu 1 Rthlr. 13 Gr. —— 18— 6 Pfund ausgeſchlachtetes Fleiſch ſchwer Gewicht. Summa 8 Rthlr. 11 Gr.; mithin waͤre Verluſt Summa 2 Rthlr. 3 Gr. Laßt uns dagegen mit Unparteilichkeit betrachten, wie der Ertrag vom Jaͤhrling ſich zeigt. Er wiegt im Durchſchnitt 118 ½ Pfund leichtes Gewicht; wir koͤnnen ihn alſo ausgeſchlachtet, und nach ſchwerem Gewicht, ungefaͤhr rechnen Summa 54 Pfund, dies zu 3 Gr., betraͤgt 6 Rthlr. 18 Gr. Da dieſe Jaͤhrlinge ſchon Lammwolle gegeben haben, und wirklich erſt ein Jahr alt ſind, ſo muͤſſen wir dieſe Lammwolle zu ihrer jetzigen Wolle rechnen, und wir nehmen ſie dann ganz gewiß nicht mit 4 Pfund pro Stck zu hoch an. Letztere zu 1 Rthlr. 13 Gr., betraͤgt: Summa 6 Rthlr. 4 Gr. Recapitulation. 6 Rthlr. 4 Gr. Wolle, 6— 18— Fleiſch. Summa 12 Rthlr. 22 Gr. Ertrag pro Stuͤck. Nun hat dieſer Jaͤhrling hoͤchſtens erhalten,(— denn den ge⸗ wogenen Jaͤhrlingen iſt die neuere ſtaͤrkere Fuͤtterung noch nicht zu Statten gekommen,—) in 35 Tagen à x Pfund 17 ½4 Pfund Heu 60— à 1— 60—— 70— à2— 140—— 200— à3— 600+₰— Summa 3 65 Tage. Summa 817% Pfund Heu. oder, der Kuͤrze wegen, 7 ½ Centner zu 16 Gr.,— betraͤgt Summa 5 Rthlr. Heu. An Hafer hat er hoͤchſtens erhalten in 140 Tagen 3 Noͤßel, in 225— 2— welches ungefaͤhr betraͤgt,— jedoch zum Nachtheil des Jahr— lings gerechnet,— Summa 555 Noͤßel, deren 92 ein Peniger de eunmah §126! ugr betra Blebt: r nſſ itos br rin zohe Rtateun 2 d dan dum und en, d da.- de gäit bald in Einteit, 4 der. — ¹) Aach NMaß gißl fir in d. N. n, Thai unda fel a Rehr ſchef ich n Niße u h ſaclets zit 1 Gr. ſe der Eina 118 pim t, und na pfund, we elinge ſche r alt ſi le rechnn, Pro Sit enn den ge noch nict . hetraͤg alten ds Jäht aa Peunoe des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 219 Sippmaaß ausmachen*); mithin ungefaͤhr 6 Peniger Sippm. zu 12 Gr., oder an Gelde Summa 3 Rthlr. Hafer. Die Aus⸗ lage betraͤgt alſo: 3 Rthlr. Hafer, 5— Heu. Summa 8 Rthlr. Recapitulation. 12 Rthlr. 22 Gr. Einnahme, 8—,—— Ausgabe Bleibt: Summa 4 Rthlr. 22 Gr. Gewinnſt. Wir muͤſſen aber freilich in Anſehung der zweijaͤhrigen Schafe in Anſchlag bringen, daß die Staͤhre, wovon die Rede iſt, in dem erſten Jahre vernachlaͤſſigt waren. Es muß alſo noch genauere Beobachtung angewendet werden, um das Verhaͤltniß des Er⸗ trags und Aufwands im zweiten Jahre zu beſtimmen. Den 22ſten Maͤrz. Seit dem Ouartal iſt das Wetter warm und angenehm geweſen. Geſtern aber trat Morgenwind ein, der uns dieſe Nacht einen wahren Winterfroſt gebracht hat.— Ich habe dieſen Winter die Bemerkung gemacht, daß die Kaͤlte uns mit den Zeitungen richtig angezeigt worden. So— bald in den noͤrdlichen Gegenden, Schweden, Daͤnemark, der Eintritt großer Kaͤlte angezeigt war, ſo ſtellte ſie ſich einige Tage nach der Ankunft der Zeitungen auch hier ein. *) Nach Dresdner Maaß iſt Nößel ſoviel als ½ Kanne. Nach Peniger Maaß aber ſollen, wie der Hr. Verf. an einem andern Orte ſagt, 4 Nößel auf eine dortige Kanne gehen; und er erklärt da auch 1 Nößel für ein halbes Peniger Nößel. Allein mit den Mäßeln und Nößeln iſt der Hr. Verf. überhaupt in beſtändiger Unſicherheit: denn bald gehen, nach ihm, 219(was ganz falſch iſt), bald 92 Mäßel, oder Nößel auf 1 Peniger Sippmaaß, bald auch nur 52 Nößel auf 1 Peniger Scheffel; und noch anderswo ſoll ſich beim Nachmeſſen gezeigt haben, daß 224 Nö⸗ ßel auf 1 Dresdner Scheffel gehen. Man muß ſich daher bei ſeinen Rechnungen blos nach dem Betrag in Scheffeln, und Viertel⸗ ſcheffeln oder Sippmaaßen richten. Uebrigens gehen, wie ich nachträglich bei näherer Erkundigung erfahren habe, 420 Dresdner Nößel auf 1 Peniger Scheffel, oder 228 auf 1 Dresdner Scheffel. Anm. des Herausg. 220 Oekonomiſches Tagebuch Den 28ſten Maͤrz. Die Rochsburger Mutterſchafe erhal⸗ ten jetzt,(— es ſind aber Summa 105 Stuͤck,—) taͤglich fruͤh 6 Stein Heu, Mittags 1 Sippmaaß Hafer, Nachmittags 6 Stein Heu, Abends 5— dgl. und Gerſten⸗ Ueberkehr, Summa 17 Stein Heu 1 Sippm. Hafer und Gerſtenſpreu. Jedes alſo 3½ Pfund Heu, beinahe 1 Noͤßel⸗Maaß Hafer mit Haͤckerling, und die Ueberkehr*). Fiele letztere weg, ſo muͤßten ſie 4 Pfund haben, und 1 Maͤßel Hafer.— Bei dieſem Fut— ter werden ſie ſehr ſchoͤn auch bei den ſaugenden Laͤmmern er— halten. Das Geltevieh(Summa 109 Stuͤck) bekommt: fruͤh 5 Stein Heu Mittags 4—— Abends 5—— Summa 14 Stein Heu; mithin Jedes taͤglich 3 Pfund und dabei Stroh.— Dies Futter wird vor der Hand zu meinem Zweck hinreichend ſeyn. Monat April. Den Ften April wurden die Laͤmmer,— Summa 313 Stuͤck,— auf 1 Dresdner Noͤßelmaaß Hafer taͤglich geſetzt.— Nun ſind aber in Rochsburg den 18ten Dec. 1804 die erſten Laͤmmer gekommen. Dieſe haben den erſten Hafer erhalten,— naͤmlich 104 Stuͤck,— den 1ſten Februar, und zwar 1 Schef⸗ fel woͤchentlich, bis zum 17ten Maͤrz; mithin Jedes 1½ Rößel. Vom 17ten Maͤrz bis 7ten April haben ſie woͤchentlich erhalten Summa 1 Scheffel 2 Sippmaaß; alſo Jedes 3 Roͤßel.— Vom 7ten April an erhalten ſie taͤglich vier Maaß, oder woͤchentlich Summa 2 Scheffel. Da das erſte Lamm den 18ten December 1804 angekommen, ſo haben die Laͤmmer unſtreitig ſchon vor *) Statt dieſes 1 Nößel Hafer erhalten die Mutterſchafe vom 7ten April an taglich 3 Pfund Heu. — ᷣ-— des dm tſten ud der? Anfang 9 Bei den⸗ anderes ſ bekommen ſcr hench Dar V den SOen f de die 1 noerach 3 hunn fatder a Dan w benach Dadache denn ger. die 9 Jo bn ſi den be hat ma ſüt, i de Paſer wtt u ſähr ar ruklſe an Jei utterſ 1 th — ſäglch berfehr Jerſenſta naß Haftra g, ſo mißn dieſen ge kämmern e ſs Futtet umma 3513 geſeßt.— dee arfen holten,— r1 Schef 1 Rühel Hechalten — Vom wochentlch December ſchon vot von ter des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 221 dem 1ſten Februar Hafer bekommen; allein er iſt nicht bemerkt, und der Betrag wird ſehr unbedeutend ſeyn, da die Laͤmmer im Anfang geraume Zeit zubringen, ehe ſie ihn freſſen lernen.— Bei den Mutterſchafen iſt die Haferfuͤtterung, wenn ſie reichlich anderes Futter haben, ganz uͤberfluͤſſg.— Die Laͤmmer aber bekommen von heute an Haͤckerling zugemiſcht, welches ich fuͤr ſehr zweckmaͤßig halte. Der Froſt hat uns ſeit zwei Tagen verlaſſen, und den 8ten April konnte wieder beſtellt werden. Den 9ten April. Sehr ſtarker Froſt in der Nacht! Er hindert die Beſtellung dieſen Morgen. Die Erbſen und das Gemang werden jetzt folgendergeſtalt untergebracht: erſt werden die ſchmalen vier- und ſechsfurchigen Beete eingebrochen; dann wird geſaͤet; hierauf ein Umgang in die Laͤnge geegt; hernach gequiert, und endlich der Laͤnge nach ge⸗ eggt oder ausgelenkt. Den 11ten April. Heute wurde ich ſehr beſchaͤmt durch zwei benachbarte Schaͤfer, welche mir mein Vorurtheil gegen die Oelkuchenfuͤtterung benahmen.— Sie ſagten naͤmlich: wenn meine Schafe im Jahre des Verſuchs nicht vorher Hun⸗ ger gelitten oder ſonſt einen Anſtoß gehabt haͤtten, ſo wuͤrden die Oelkuchen ihnen nimmermehr die Wolle abgetrieben haben. Ich bin uͤberzeugt, daß ſie Recht haben, und werde mich darnach richten. Den 12ten April. Wenn die Ackerbeete in ſo ſchwerem Boden, als ich zu bearbeiten habe, zu lang ſind, oder zu naß, ſo thut man am Beſten, ſie durch eine Ahlewand zu theilen, das heißt, ihre Mitte durch dieſe Ahlewand zu zerſchneiden, damit das Waſſer der einen Haͤlfte in dieſer Ahlewand ablaufe, und ſich nicht zu ſehr anhaͤufe. Es iſt am, Beſten, dieſe Ahlewand recht ſehr zu vertiefen, und nicht zu bearbeiten, ſondern verraſen zu laſſen.— Ingleichen finde ich auch nunmehr aus Erfahrung am Beſten, daß man, wenn die Enden der Furchen hoͤher ſind, als ſie ſeyn ſollten, und dem Waſſer mithin keinen rechten Abfluß geſtatten, 8 daß man, ſage ich, in dieſem Falle eine Ahlewand mache, und ſie durch Queerfurchen durchſchneide, um mittelſt der letztern das 1222 Oekonomiſches Tagebuch de — Waſſer abzuleiten.— Hilft man ſich nach der gewoͤhnlich3en Ri Haut Art, durch Erdefahren, ſo hat man cnen. 1) viel Koſten; 2) auf den abgefahrnen Stellen waͤchſt nichts, und f 3) waͤhrt es nicht lange, ſo muß man wieder von Reuem ane ahem 1 fangen. Kc Haben nun die Winterfeuchtigkeit oder Regenguͤſſe die Furchen V ſunm. vollgeſchwemmt, welche man bei Faͤlgen-Beſtellung, oder ſr aſtt ſonſt,— ohne vorher zu ackern,— beſaͤen moͤchte, ſo thut V dan man am Beſten, dieſe vollgeſchwemmten Furchen durch einen 3 1 Pflug,— im Herauf⸗- und Herunterziehen,— aufreißen zu 3 laſſen. V 8 Den 18ten April wurden die erſten diesjaͤhrigen Hammel V 5 geſchoren. Es waren 75 Stuͤck, und gaben 270 Pfund, mithin i Jeder 3 ½ Pfund, oder etwas uͤber 3 Pfund 19 Loth. a Den 15ten April. Anfang guter Vorſaͤtze, und— die' Thema erſte Schwalbe. er, da Den 28ſten April wurden wiederum 75 Maſthammel ge ſmaleg ſchoren, welche an Wolle gaben Summa 266 ¼ Pfund; alſo jeder ſi b Hammel 17 2½ Loth. mh i roct, n Efog Monat Mai. 82 V Den 8ten Mai wurden abermals 76 Stuͤck Maſthammel V 8 4 V geſchoren, welche 12 Stein 6 Pfund gaben; mithin jeder ſui Tn 3 ¾ Pfund Wolle. 3 Es wurde auch an dieſem Tage ein Maſthammel zur Probe zns geſchlachtet, welcher,— ausgeſchlachtet,— an ſchwerem Ge—⸗ d wicht wog ARAſen 444¾ Pfund Fleiſch, i 12½4— Uunſchlitt. Erſteres wenigſtens zu 3 Gr. gerechnet, und letzteres zu 4 Gr., V betraͤgt: b 5 Rthlr. 13 Gr. 6 pf. Fleiſch, 2— 2——— Inſelt — ö————a— Summa 7 Rthlr. 15 Gr. 6 pf, d ihit und vn Ruma 2 de Suuh elung, dte„ſo tu durch ein aufreißen en Hamm d„ mithn d— ni nmel ge⸗ dſ ſcder ſthammal jin jeder ur Probe erem Ge⸗ zu 40, des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 223 Die Haut und uͤbrige Abgaͤnge wollen wir fuͤr die Unkoſten rechnen.— Vor einigen Tagen hat der Sohn des Schaͤfers Goͤtze von einem alten Schafe, das bereits fuͤnf Laͤmmer gehabt hat, die⸗ ſes Jahr aber gelte geweſen iſt, und von deſſen Jaͤhrling, zu⸗ ſammen 10 Pfund Wolle, rein gewaſchen und von vorzuͤglich fei⸗ ner Beſchaffenheit, geſchoren. Den 17ten Mai wurden die letzten 72 Maſthammel geſcho⸗ ren. Dieſe gaben nur Summa 11 Stein 2 Pfund, oder Jeder 334 Pfund. Es waren aber auch die kleintten.— Im Durch⸗ ſchnitt haben dieſe Maſthammel Jeder gegeben 3§ Pfund, womit ich aber im Mindeſten nicht zufrieden bin. Den 2oſten Mai. Die Naͤſſe nimmt wieder uͤberhand, und Niemand kann im Felde arbeiten. Dies iſt nun das dritte Jahr, daß die Erdaͤpfelbeſtellung mir unmoͤglich gemacht wird: denn allezeit kann ich vor Naͤſſe nicht in die Aecker! Die Land⸗ leute ſind noch viel weiter zuruͤck, als ich,— denn ſie haben noch vielen Hafer zu ſaͤen. Gerſte iſt noch gar nicht unterge⸗ bracht, und nur ſehr wenig Erdaͤpfel.— Was wird wohl der Erfolg von dem Allen ſeyn! Den 26ſten Mai. In Berthelsdorf iſt bei gegenwaͤrtigen ſchmalen Beeten der Fehler in der Sommerſaat begangen worden, daß ſolche Beete nach der Saat gequiert worden. Dadurch hat ſich der Samen in die Furche gezogen. Man muß bei ſchmalen Beeten quieren, ehe geſaͤet wird! Den 27ſten Mai. Die Erfahrung belehrt mich, daß die Wieſen-Behuͤtung aufgegeben werden muß. Ich habe nur in Rochsburg 133 alte Schafe, 38 Zeitſchafe, 37 Kaäͤlberjaͤhrlinge, 14 alte Staͤhre, 7 Zeitſtaͤhre. Summa 229 Stuͤck. 224 Oekonomiſches Tagebuch in Berthelsdorf: 136 alte Schafe, 55 Zeitſchafe, 26 Kaͤlberjaͤhrlinge, 11 Zeithammel, 4 Hammelaaͤhrlinge Summa 232 Stuͤck. in Mohsdorf: 155 alte Schafe, 28 Zeitſchafe, 44 Kaͤlberjaͤhrlinge, 2 alte Hammel, 19 Zeithammel, 7 Hammeljaͤhrlinge Summa 255 Stuͤck. Den 15ten Mai habe ich in Rochsburg und den 13ten auf den uͤbrigen Orten die Weide angefangen, und heute ſchon finde ich mich genoͤthigt, fuͤr Rochsburg eine Wieſe zu miethen, damit meine Schafe nicht verderben, indem beim zweiten Mal Abhuͤten die Wieſen beinahe ganz rein ſind.— Berthelsdorf hat ganz Helsdorf zu behuͤten; und demungeachtet habe ich 18 Stuͤck nach Mohsdorf thun muͤſſen, und nunmehr 32 Stuͤck nach Rochs⸗ burg; ſo daß in Berthelsdorf und Helsdorf nur 182 Stuͤck blei⸗ ben; auch hat am letztern Orte das liegen gebliebene Ruͤbenfeld viel geholfen.— Auch in Mohsdorf wuͤrden die Schafe nicht ge— nugſames Futter haben, wenn nicht die ſehr betraͤchtlichen Ruͤ⸗ benfelder ſo viele Unterſtuͤtzung gaͤben.— Bei allem dem be⸗ merke ich,— beſonders bei den Rochsburger Mutterſchafen,— keine Zunahme, ſondern eher das Gegentheil.— Auch die Wieſen ſcheinen ſich zu verringern. Es wird daher wohl das Vernuͤnftigſte ſeyn, kuͤnftiges Jahr die Schafe ganz im Stalle zu behalten, und die Wieſen durch Jauche der Ochſen zu verbeſ— ſern*). Bis zur Erbſenfuͤtterung duͤrften dann die Erdaͤpfel be⸗ ſonders nuͤtzlich ſeyn, weil dann die Laͤmmer nicht mehr geſaͤugt *) Es wurden jetzt Ochſen ſtatt der Ackerpferde gehalten. Vgl. Aufſatz I. Anm. des Herausg. de werden, b= 3 V 4 nach V den inge zui mte derg De Helsl in und? den tbis z llie de dA vec ſenden ſich in den bein c dung uj hatte die du ds chu tin, d lchen e Vacht daß mar winne. Sthäna Sten auf don finde d, dawi Achaden ſhat gan Stüͤck nih ach Roch Sruck hleu Rübenfel nicht ge⸗ hen Ri⸗ dem be⸗ ffen,— Auch die wohl das Stallez zu verbe dapfalhs he geſtu l. nufſs! erous. des Grafen H. C. d. Schoͤnburg, 1805. 225 werden, und mithin keine Gefahr des Ueberſaugens zu befuͤrchten iſt.— Gegenwaͤrtiger Fruͤhling iſt freilich der Vegetation aͤu⸗ ßerſt nachtheilig, und daher nicht ganz von ihm auf andere Fruͤh⸗ linge zu ſchließen. Wer leiſtet aber die Gewaͤhr, daß nicht meh⸗ rere dergleichen kommen? Den 28ſten Mai. Ende der Er daͤpfel⸗Beſtellung in Helsdorf. 2 Den 30ſten Mai wurde die Erdaͤpfelbeſtellung in Rochs⸗ burg und Berthelsdorf beendigt. Monat Junius. Den 8ten Junius. Die kalte und unfruchtbare Witterung hat bis zum Quartal d. 5ten d. M. ausgehalten. Noch an der Haͤlfte dieſes Tages war eine durchdringend kalte Luft mit einem uͤbel riechenden Heerrauch verbunden, aber in der Nachmittags⸗ ſtunde veraͤnderte ſich nach und nach die Temperatur, und hat ſich in milde fruchtbare Witterung verwandelt. Indeſſen iſt durch den beinahe fortdauernden Winter der Klee- und Graswuchs ſehr zuruͤckgeſetzt worden; die Baͤume bluͤhen jetzt erſt, die ſonſt Ende Aprils, wenigſtens Anfangs Mai's bluͤheten, und man hat ein⸗ heizen muͤſſen bis zum Quartal. Den Feldfruͤchten aber hat dies gar keinen Schaden gethan, vielmehr hat das Winterkorn ſich zum Verwundern erholt. Meine zeitige Gerſte iſt durch die kalte Naͤſſe zum Theil gelb geworden, faͤngt aber auch ſchon wieder an, ſich zu erholen. Merkwuͤrdig iſt es, daß die kalte Witte⸗ rung auf die Pelze der Schafe Einfluß zu aͤußern ſchien: denn ſie hatten noch vor kurzer Zeit keinen Schweiß, und erſt jetzt faͤngt die Wolle an, ſich aufzuthun. Ich halte fuͤr nothwendig, bei⸗ des abzuwarten, ehe man die Schur anfaͤngt, weil ich uͤberzeugt bin, daß man ſonſt an Gewicht und an Guͤte der Wolle betraͤcht⸗ lichen Schaden leidet. Ueberdies habe ich bemerkt, daß der Wachsthum der Wolle im Sommer hoͤchſt unbedeutend iſt, und daß man mithin mehr an der alten, als an der neuen Wolle ge⸗ winnt. Wenn daher die Waͤrme der Witterung und die docker⸗ Schoͤnburg. Wirthſch. I. 15 226 Oekonomiſches Tagebuch helt der Wolle nicht dazu noͤthigt, ſo iſt es gewiß rathſam„ die ir na Schur bis 1ſten Julius zu verzoͤgern. ſund Den ulten Jun. Die Lämmer in Rochsburg wurden ge⸗ d d ſchoren. Es waren deren 103 Stuͤck und haben gegeben Summa Summ 181 Pfund. Es hat mithin jedes gegeben etwas uͤber Pfund. d 6 Ein einzelner Lammſtoͤhr wurde gewogen, und hatte an tiñ Gewicht 74 Pfund, worunter 13 Pfund Wolle, und dies war b dn noch nicht der groͤßte.— Ein Kaͤlberlamm, zur Probe gewogen, nit den wog 54 Pfund, worunter 1 Pfund 19 ½ Loth Wolle nicht mit V 19 begriffen. Es wog alſo eigentlich 55 Pfund 191 Loth. Der ttf Wollanſatz fuͤr dieſe Thiere verſpricht fuͤr die Zukunft ſehr viel, b ſowohl an Feinheit, als Gewicht.— Das Alter dieſer Thiere’ iſt hoͤchſtens 5 Monat. Den 12ten Jun. wurden die Laͤmmer in Berthelsdorf ge⸗ ” ſchoren. Es waren 71 Stuͤck, und gaben Summa 105 Pfund; V in alſo beinahe an 1½ Pfund das Stuͤck.. h Den 18ten Jun. wurden die Mohsdorfer Laͤmmer, als die trie g letzten, geſchoren; 137 Stuͤck daſelbſt gaben 178 Pfund; folglich 5 jedes 1½ Pfund. G Die ganze Laͤmmerſchur iſt folgende: feme b b Mohsdorf 137 Lämmer 178 Pfund d G Rochsburg 103— 131— ten, un Berthelsdorf 71— 105—— ſ Summa 311 Stuͤck. Summa 414 Pfund, V In oder 18 Stein 18 Pfund, und vom Stuͤck 1 ½ Pfund*).— h B Die Wolle von einem Kaͤlberlamm in Mohsdorf hatte die Läͤnge em. von 3 Zoll Leipziger Maaß. ent, Dcen 15ten Junius. Schafſchur in Berthelsdorf, üne wohin auch die Mohsdorfer gebracht wurden. 33 Den 16ten Jun. Schafſchur in Rochsburg. Aus der Beilage**) des Inſpectors wird ſich ergeben, daß dieſes Iue Ka 4 *) Von 5 Monat alten Lämmern iſt dies eine ungemein ſtarke Schur; doch bee verſteht ſich, daß die Wolle ganz roh, oder ungewaſchen iſt, da man non in Sachſen die Lämmer vor dem Scheeren gar nicht ſchwemmt. de Anm. des Herausg. 2 *³) Dieſe fand ſich nicht bei den Papieren; aber die Schur war in der That ſo, wie hier angegeben. Anm. des Herausg. i uhſm, urg wunng gegeben Lu uͤber 1 Ta und hatee und dies m tobe genen olle nichtn doth. N fft ſehr i dieſer Thin elsdorf ge 55 Pfun, , als d z folglic 8 Tfund 1— 3— Pfund, und*)— die länge elsdorf, rg. Aa daß diſt eSchur; 1 1 ſt, da N- mt. Heraue ur war in ſſ Peauig des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805, 227 Jahr meine Schafe,— ohne Laͤmmerwolle,— Jedes drei Pfund Wolle gegeben haben.— Es wurde zum Verſuch der Pelz des ſtaͤrkſten und dichteſten Staͤhrs gewogen, und er gab Summa 5 ¾¼ Pfund).- Den 17ten Jun. Heute Nacht hat es in den Thaͤlern ge⸗ reift. Den 21ſten Jun. Anfang der gruͤnen Fuͤtterung mit den Laͤmmern. Den 27ſten Jun. wird dieſen Laͤmmern alle Ha⸗ ferfuͤtterung entzogen, und ſie erhalten bloßen Klee. Monat Julius. Deen öten Jul. wurden die Staͤhre unter die Rochsburger Schafe gelaſſen. Es wurden ſogleich mehrere belegt; ich ſollte alſo den 6ten December die erſten Laͤmmer haben.— Heute wurde auch ſaͤmmtliches Rochsburger Vieh auf die Stall⸗ fuͤtterung geſetzt.— Den öten Jul. wurde ein Stuͤckchen reifer Ruͤbſen geſchnit⸗ ten, und *) Den Preis der Wolle dieſes Jahres hat der Hr. Graf nicht angegeben; ich kann indeß nachſtehendes Nähere darüber ſagen.— Als ich im Sept. d. J. juſt in Leipzig war, ſchrieb mir derſelbe unter dem 30ſten Sept., daß von einem Leipziger Hauſe,(welches einige Jahr darauf fallirte, und ein ſehr anſehnliches Gebot auf die Wolle gethan hatte,— wie ich nachher hörte, von 40 Rthlr. pro Stein,—) um die Wolle gehandelt, aber Credit bis Oſtern 1806 verlangt werde; daher er mich bäte, mich genauer nach dieſem Hauſe zu erkundigen, indem von einem Gegenſtand von 10000 Rthlr. die Rede ſey.— Die von mir eingezogene Erkundigung fiel nicht für das Haus aus. Indeß wa⸗ ren dem Hrn. Grafen von einem andern Wollhandelshauſe 38 Rthlr. baar geboten, jedoch wegen jener Ausſicht zu 40 Rthlr. nicht ange⸗ nommen worden. Kurz nach Ankunft meiner Antwort fielen mit Eins die Wollpreiſe wieder, das andre Haus wollte die ausgeſchlagenen 38 Rthlr. nicht mehr geben, und ſo wurde, wie ich nachher hörte, die Wolle für 33 oder 34 Rthlr. 4 Gr. pro Stein verkauft. Anm, des Herausg. 15* 228 Oekonomiſches Tagebuch den 9ten und 10ten Jul. ſaͤmmtlicher, Gott ſey Dank! ſehr wohlgerathener Ruͤbſen. Den 10ten Jul. wurden auch die erſten Erdaͤpfel n haͤufelt. Den 12ten Jul., Anfang der Erbſenfuͤtterung auf dem Schaͤfereiſtuͤck an der Richterwieſe.— Vorher iſt 7 ½ Tage Klee gefuͤttert worden. Dazu waren 8 Ochſen im Futter, aber von heute an 12 Ochſen, und die Schafe bis incl. den 15ten Ju⸗ lius. Ein Theil der letztern gieng indeß den 16ten Julius auf die Weide. Den 16ten Jul. habe ich durch den Pachter Schulze in Penig eine gute Methode bei der Schafſchwemme gelernt. Es iſt bekannt, daß es den Schafen ſchwer wird, aus dem Waſſer zu kommen, und daß ſie ſich auf dem gewaͤſſerten Boden verun⸗ reinigen. Beides vermeidet man, indem der Ausgang von Brettern gemacht wird, welche in der Queere mit Latten beſchla⸗ gen ſind. Den 18ten Jul. Der Ruͤbſen laͤßt ſich mit Rechenſtielen, ohne alle Gefahr des Verluſtes an Koͤrnern, wenden. Dieſe Entdeckung macht die Methode,— ihn auf den Schwaden lie⸗ gen zu laſſen,— zur allervorzuͤglichſten. Den 23ſten Jul. Man hute ſich ja, beim Ausjaͤten der Erdaͤpfel, die ausgehackten Diſteln liegen zu laſſen: denn wenn ſie nur einigermaßen mit Erde bedeckt ſind, oder feuchte Witte⸗ rung erhalten, ſo ſchlagen ſie ſogleich friſche Wurzeln und kom⸗ men recht gut fort, wie mich die heurige Erfahrung belehrt hat. Heute war auch das Ende der Ruͤbſenerndte, welche, Gott Lob! ſo vortrefflich ausgefallen, daß ich vorher keine Vor⸗ ſtellung davon gehabt hatte. Zwoͤlf Acker Landes hoͤchſtens ha⸗ ben gegeben Summa 216 Scheffel 2 Sippm. 2 Metzen Dresdn. Maaß, wovon der Scheffel fuͤr acht Thaler verkauft worden, betraͤgt Summa 1733 Rthlr. Davon geht nur ab das Dreſcher⸗ lohn und der Samen. Vgl. voriges Jahr. Den 25ſten Jul. Heute lernte ich eine vortreffliche Me⸗ thode kennen, die Erdaͤpfel zu legen. Das Feld wird naͤmlich 1 lauter ndi ummal grd ahwa dßer 9. N ltgen DM zäferii i gereic naheil tt dage unded Heleder 2 ſob eine, Ind das ſatte 61 n habe düheſin d mals e Enn ſ dan T Eddäyfl 1 tte runga er ſſt 7149 Fütter, c en 15t n Julius an Schulzei elernt. G dem Waſſe den verun gang bon n beſchla⸗ chenraen, dn. Diſe chwaden li uijäten der denn wenn chte Witte⸗ mund kom⸗ lehrt hat. e, wecche keine Vor⸗ chſtens ſe gen Dreid uft wodde as Driſh! refite! wid unt des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 229 in lauter Angetriebe*) geackert, und die Erdaͤpfel durch Weiber in die Ruͤcken gelegt; ſolche von Unkraut rein gehalten, und nur einmal mit dem Cultivator gehackt. Man ſieht leicht ein, daß die groͤßte Gefahr der Naͤſſe dadurch vermieden wird; und die Muͤhwaltung, ſie vom Unkraut rein zu halten, wird doch nicht groͤßer ſeyn, als nach meiner zeitherigen Methode. Auch kom⸗ men die Erdaͤpfel in ganz lockeres Land und nicht zu tief zu liegen. Ddeean 3iſten Jul. Heute endigten ſich die Erbſen auf der Schaͤferei. Dieſe fuͤnf Scheffel Land an Kornausſaat haben mit⸗ hin gereicht fuͤr 485 Stuͤck Schafe und 22 Ochſen zwanzig Tage. Ein Theil der Schafheerde aber wurde geweidet, und in den erſten acht Tagen waren nur 12 Ochſen gegenwaͤrtig; auch hat die Hu⸗ tung der Ruͤbſenſtoppel geholfen. Monat Auguſt. Den iſten Auguſt wurden die erſten Ruͤben in Rochsburg auf dem obern Zehendfelde,— welches den ſchoͤnen Ruͤbſen die— ſes Jahres getragen,— geſaͤet, und heute Mittag, den 3ten Aug., gehen ſie ſchon auf. Es iſt uͤberhaupt in Rochsburg und Helsdorf 1 Centner Nuͤbenſamen geſaͤet. Den Sten Aug. ließ ich zwei Staͤhrlaͤmmer wiegen, wovon das eine,— vorher noch nicht gewogen,— 79½ Pfund hatte, und das andere, welches den 11ten Junius 74 Pfund wog, hatte 81 Pfund. Mit dieſer Zunahme von 7 Pfund in 57 Ta⸗ gen habe ich im Mindeſten nicht Urſache, zufrieden zu ſeyn. Bei⸗ nahe fange ich an, die Erſparniß an Hafer zu bereuen. Der Erdaͤpfelbau hat bis jetzt meinen Erwactungen nie⸗ mals entſprochen**), weil *) d. h. ſo, daß eine Furche gezogen, und gleich mit umgewandtem Pflug neben ihr eine andere, welche zuſammen fallen, und einen kleinen Rücken bilden.„Anm. des Herausg. **) Woran jedoch das Keimelegen keine Schuld hat, wie ſich gleich zeigt. Anm. des Herausg. 230 Oekonomiſches Tagebuch 1) in den zeitherigen naſſen Jahren die Keime durch die Feuchtigkeit theils verdarben, theils ſehr litten; 2) das Unkraut beinahe nicht zu daͤmpfen war, und auch zum ſchlechten Ertrag beſonders beitrug; 3) die Koſten dadurch ſehr vermehrt wurden, und 4) die Erndte,— weil nicht geduͤngt worden,— ſehr ge⸗ ring ausfiel. 1 Dieſem wahren lebel hoffe ich kuͤnftig dadurch zu begegnen⸗ 1) daß ich niemals Erdaͤpfel ohne hinreichende Duͤngung lege; 2) daß das Land, wo ſie hinkommen ſollen, entweder im Herbſt ſchon, oder doch im Fruͤhjahr, in lauter Angetriebe entweder durch den Pflug oder durch den Cultivator ge⸗ ackert, und die Erdaͤpfel auf dieſe Angetriebe gelegt wer⸗ den.— Hierdurch erreiche ich folgende Endzwecke: a) ich vermeide die Periode des Eineggens, wo das Land flach liegen bleibt, und die Gefahr der Naͤſſe . und des Unkrauts eintritt; b) die Egge reißt mir keine Keime aus; ¹) ich behalte die ganze Kraft des Duͤngers in der Mitte der Ruͤcken; d) der Erdaͤpfelkeim liegt immer trocken. Ob das Unkraut dann beſſer oder mit mehr Muͤhe zu vertilgen ſeyn wird, muß die Erfahrung lehren; eben ſo, ob es beſſer iſt, den Duͤnger gewoͤhnlich zu breiten, und ſodann in Ruͤcken zu ackern, oder dieſe Ruͤcken ſchon im Herbſt zu machen, mit dem Duͤngerwagen in dieſe Reihen zu fahren und den Duͤnger in ihre Vertiefungen zu breiten.— Den 20ſten Aug. Die Erdfloͤhe, Schnecken oder Regen⸗ wuͤrmer haben meine ganze Nuͤbenſaat im obern Zehendfelde weg⸗ gefreſſen. Ich finde daher rathſam, fuͤr die Zukunft nach dem Ruͤbſen Lein zu ſaͤen. Ich habe allerdings dieſes Jahr einen großen Fehler began⸗ gen, daß ich die Erbſenfelder, auf welche Nuͤbſen kommen ſollte, nicht gleich nach Abbringung der Erbſen habe umbrechen laſſen. Die Hutung erſetzt die Gefahr, um eine gute Ruͤbſenerndte zu kommen, und das nun nothwendige dreimalige Ackern nicht, wel⸗ ches beides durch die vielen Schnecken verurſacht wird, die ich . wegufc d ſitt b Imgebte d ſheinlc Ackere ſcheſen meinen, Nauene lauf wur de nſen 3 ſahin nen F daveigen undd d. dade keine in ge 4 hüſe unft ſ kawett dat, man imn unt en und auch zun d 4 — ſehr ge dgnen: ungung lege entweder in ter Angetric Lultidator de glegt n dwecke: hens, wo ahe der Ri fr r Mcte zu veriihn ds beſſen ücken n , mit dem ger in ihre der Regen delde weg⸗ t vach dem Sehlet degr kommen ſlt drechn lit ſüdſenerne ern Ci,“ t win, 1 des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1806. 231 leicht vertilgt haben wuͤrde, wenn ich die Erbſenſtoppel gleich umgebrochen haͤtte. Den 22ſten Aug. Um meine Ochſenmaſtung mit wahr⸗ ſcheinlichem Erfolg des Abſatzes einzurichten, und zugleich die Ackerarbeiten nicht zu gefaͤhrden, iſt folgende Einrichtung be⸗ ſchloſſen worden. Den'ſten October werden zehn Stuͤck von meinen gegenwaͤrtigen und zehn Kauf„Ochſen aufgeſtellt; den 1ſten November aber die dreißig uͤbrigen. Der wahrſcheinliche Ver⸗ kauf wuͤrde daher ſeyn den 8ten Januar, und den 8ten Februar. Den 26ſten Aug. Seit dem Siebenſchlaͤfer, oder dem 2 7ſten Junius, iſt die Witterung naß geweſen. So fruchtbar dies Anfangs war, ſo laͤſtig wird es bei jetziger Erndte und Be⸗ ſtellungszeit. Erſtere iſt ſo verſpaͤtet worden, daß ich erſt heute mein Korn habe ſchneiden koͤnnen. Die Beſtellung bietet einen traurigen Anblick dar. Vor Naͤſſe kann man nicht in das Feld, und die Schnecken ſind wie geſaͤet. Es iſt dies Letztere eine Folge davon, daß ich die Erbsſtoppel nicht gleich habe umbrechen laſſen. Haͤtte ich dieſes gethan, ſo waͤre das Feld trockner, und ich haͤtte keine Schnecken. Den sſten Aug. wurden die Staͤhre aus ſaͤmmtlichen Heer⸗ den genommen. Den 30ſten Aug. Wenn die Noth am groͤßten, iſt die Huͤlfe am naͤchſten! Alle Einnahmen der Gegenwart und Zu⸗ kunft ſind auf dem Punkt, durch das anhaltende erſtaunliche Re⸗ genwetter zu verderben; der guͤtige Vater, unſer allmaͤchtiger Gott, ſcheint aber heute beſſere Witterung zu ſchenken, und da⸗ mit auf einmal unſerer Noth ein Ende zu machen. 232 Oekonomiſches Tagebuch Monat September. Den 2ten September fieng das Wetter an, ſich aufzuzie— hen, nachdem den 1ſten Sept. noch der ſtaͤrkſte Regentag in die⸗ ſem naſſen Jahre geweſen war. Den 5ten Sept. wurden die Probe⸗Laͤmmer gewogen. Der kolbige wog 89 Pfund, und der gehoͤrnte 85—„ Es hatte alſo der kolbige Staͤhr ſeit dem 8ten Auguſt, wo er 81 Pfund wog, zugenommen Summa 8 Pfund in 28 Tagen.— Der gehoͤrnte aber in gleicher Zeit nur 52 Pfund; denn er wog den 8ten Auguſt 79 ½ Pfund.— Es ſcheint dabei, daß der Klee viel beſſer fuͤttert, als die Erbſen, denn bei der Erbſenfuͤtterung hatte der kolbige Staͤhr in 57 Tagen nur 7 Pfund zugenommen. Den 10ten Sept. habe ich den erſten Ruͤbſen in dieſem Jahre auf dem Stuͤck an der Richterwieſe ſaͤen koͤnnen. Die Beſtellung war aber ſchlecht, und das Feld naß und ſchwer, ſo daß mehrere ausgeſtrichene Furchen vor Naͤſſe glaͤnzen. Es iſt mir aber nicht moͤglich geweſen, eher und beſſer zu beſtellen, wegen der großen Naͤſſe!— Den 18ten September habe ich den letzten Ruͤbſen in Rochs⸗ burg auf dem Ochſenſtuͤck geſaͤet. Er hat zum Aufgehen unge— faͤhr 3 ½ Tage noͤthig gehabt.— In Berthelsdorf bin ich mit der Ruͤbſenbeſtellung den 20ſten Sept. fertig geworden*). Dieſe ſaͤmmtliche Ruͤbſenbeſtellung iſt beſonders merkwuͤr⸗ dig! Denn 1) ſchien es wegen der ſehr großen Naͤſſe faſt un⸗ moͤglich, daß ſolche koͤnnte je beendigt werden; und da wirklich die Schwierigkeiten außerordentlich waren,(— z. B. bei Duͤn⸗ gerfuhren blieben die Ochſen beinahe mit dem Wagen ſtecken,—) ſo beweiſt dies, wie viel ein feſter Wille ausrichten kann„ und wie unumgaͤnglich noͤthig er bei wirthſchaftlichen Angelegenheiten iſt. 2) Die Schwierigkeit der Beſtellung vermehrte ſich auch noch durch die Schnecken, die auf dem Ochſenſtuͤck in ungeheu⸗ rer Anzahl vorhanden waren. Anfaͤnglich wollte ich walzen laſ⸗ ſen; uͤberzeugte mich aber bald, daß dieſe Operation ganz un⸗ *) Dies iſt ungemein ſpat für dortige Gegend! Anm. des Herausg. gfekſan 0 Per ſh feu ralaſe rorden dn S al in lij ch dn 24 sſt de Sch Türei liſen, ban he wver 3 netkwi öd jet wel n dashe terge uͤber 1 ſt aujge Wentag ne Lewwogen. guſt, wo 8 Tagen— denn er vog daß der Kle enfütterun genommen. in dieſem ſen. Die hwer, ſo Es ſſ beſtellen, n Jochi⸗ ehen unges bin ich mit 5*) merküͤr⸗ efäſt un⸗ a virklch bei Dun⸗ ken,—) in, und genheiten ſch ouch ugeeheu⸗ valzen li w gang u⸗ eralsg. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 233 84— wirkſam geweſen war. Ich entſchloß mich alſo, das Feld,— 10 Peniger Scheffel,— durch Kinder ableſen zu laſſen; naͤm⸗ lich fruͤh und Abends, wenn die Schnecken ihre Schlupfwinkel verlaſſen haben*). Es iſt eine unglaubliche Menge abgeleſen worden, wovon der Erfolg nachgetragen werden ſorll.— Auf dem Schaͤfereiſtuͤck glaubte ich keine zu haben, weil ich einige Mal im Daruͤbergehen ſie nicht bemerkt hatte, und deswegen ließ ich nicht leſen. Allein ich habe mich ſehr geirrt, und heute, den 24ſten, muß ich ſchon das ganze Stuͤck ableſen laſſen, und es iſt zweifelhaft, ob ich es retten kann! Der Schaden, den die Schnecken daran gethan, iſt ſchon ſehr betraͤchtlich.— Waͤre ich vorſichtiger geweſen, und haͤtte vor der Saat ableſen laſſen,— beſonders wenn ich die Erbſenſtoppel gleich umgebro⸗ chen haͤtte,— ſo wuͤrde ich wahrſcheinlich dieſen ganzen Scha— den vermieden, auf jeden Fall aber beſſer beſtellt haben. 3) Iſt dieſe Ruͤbſenbeſtellung wegen der ſpaͤten Jahreszeit merkwuͤrdig, und daruͤber kann allein der Erfolg entſcheiden. Bis jetzt hat man freilich immer den Ruͤbſen gern zeitig geſaͤet, weil man in der Meinung iſt, daß er dann den Winter beſſer aushalte; die großen Blaͤtter aber tragen auch oft zu ſeinem Un⸗ tergange bei, wenn der Schnee lange liegt.— Uebrigens iſt uͤberall ſehr gut geduͤngt. Monat October. Den 4ten October. Wir werden bei dem diesjaͤhrigen Aequinoctio recht Gelegenheit haben, zu beobachten, ob die Regel gegruͤndet iſt, daß, wenn um dieſe Zeit der Mercurius im Barometer ſteigt oder faͤllt, und demungeachtet anderes Wetter erfolgt, als man darnach zu erwarten hat, es ein Zeichen ſey, daß die Witterung, welche das Barometer angezeigt, bis zum andern Aequinoctio herrſchend ſeyn werde. *) Die Unkoſten auf den Peniger Scheffel betrugen, ungefahr 19 Gr.— Das Ganze namlich 8 Rthlr. 1 Gr. für 10 Peniger Scheffel. 2863 Oekonomiſches Tagebuch Es hat naͤmlich das Wetterglas vom Aequinoctio bis heute ſehe ſchoͤnes Wetter angezeigt, welches demungeachtet bis heute nicht eingetreten iſt, vielmehr iſt es naß und nebelig geweſen. Den 7ten Oct. Heute wurden die beiden Probeſtaͤhre abermals gewogen. Es hatte der kolbige 86 1 Pfund, der gehoͤrnte 93 ½— Der kolbige hat alſo ſeit dem 5ten Sept. abgenommen 2 ¾¼ Pfund, und der Gehoͤrnte hat zugenommen 8 ½ Pfund*). Meine Staͤhr⸗ laͤmmer haben uͤberhaupt abgenommen, ſowohl wegen der Naͤſſe, als auch weil der junge Klee, den ich jetzt fuͤttern muß, ihntn nicht ſoviel Nahrung zu geben ſcheint. 4 Hierbei haben ſich ganz natuͤrlich meinem Gedaͤchtniß die zeitherigen Erfahrungen dargeſtellt, nach welchen mein Schafvieh allezeit bei gruͤner Fuͤtterung entweder abgenommen, oder doch wenigſtens nicht zugenommen hat. Koͤnnte man allezeit das gruͤne Futter gehoͤrig trocken haben, ſo wuͤrde dies der Fall ge⸗ wiß nicht ſeyn; allein die ſo oft eintretende Naͤſſe verdirbt Alles, und es haͤlt ſodann ſchwer, daß die Schafe ſich nur wieder von dem Anſtoß erholen, den ſie dadurch erhalten. Rechnen wir noch hierzu, daß das Futter, gruͤn verfuͤttert, ganz gewiß den Er⸗ trag vom Felde nicht giebt, welchen es bringen wuͤrde, wenn man die, zum Verfuͤttern beſtimmte, Frucht zur Reife kommen ließe; ſo leuchtet der Nachtheil der gruͤnen Fuͤtterung noch mehr ein. Ich halte daher nunmehr dafuͤr, daß eine gleiche trockene Fuͤtterung, mit Traͤnke von Oelkuchen verbunden, allein im Stande iſt, die Schafzucht zur hoͤchſten Vollkommenheit zu brin⸗ gen.— In der zeitherigen Einrichtung iſt angenommen, daß die gruͤne Fuͤtterung der Schafe vom 15ten Mai bis 1ſten No⸗ vember waͤhrte;— jetzt aber nehmen wir an, daß die trockene Fuͤtterung nur bis mit dem 25ſten Aug. dauere, und rechnen hier alſo fuͤr ſie vom 15ten Mai bis dahin 102 Tage. Wir nehmen den Schafſtand nicht hoͤher an, als Summa 900 Stuͤck, *) Der kolbige wog namlich den 5ten Sept. 89 Pfund, und der ge⸗ hoörnte 85 Pfund. wia ſis an 1 dt is tan g heweſen den pa nen 22 ſi Neine Sih gen der Ri muß, ijn dachtniß Schafuih oder doc llegeit das e Fall ge⸗ iebt Alles, wder dn en wi noch wiß deb⸗ ürde, im eife konnn Fnoch ni te trocken allein in ti u brin⸗ men, dih lſten Re die wocken und recnn Lage. M 900 Süt „und d des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 285 und jedes Schaf ſoll erhalten 4 Pfund taͤglich. Dies wuͤrde, zum Vortheil der Schafe, taͤglich betragen Summa 33 Cent⸗ ner Heu ꝛc. Wir brauchen alſo in dieſen 102 Tagen Summa 3366 Centner. Waͤhrend dieſen 102 Tagen aber haben wir verzehrt: a) das Heu der Wieſen; b) 60 Scheffel Kornland mit Erbſen beſaͤet. Wir wollen das Wieſenheu zu 1000 Centner anſchlagen, und ſtatt der Erbſen,— weil ihr Ertrag zu ungewiß iſt,— Ge⸗ mang nehmen. Dieſen nehmen wir, nach Abzug des Samens, ſehr maͤßig an, zu 5 ½ Schock vom Acker, und rechnen das Ge⸗ bund zu 18 Pfund. Dies macht 3240 Centner. Wir haben alſo Summa 4240 Centner Einnahme, und 3366— Beduͤrfniß Bleibt: Summa 874 Centner Ueberſchuß; und wir haben zugleich eine vortreffliche gleiche Fuͤtterung, ohne alle Gefahren und Unannehmlichkeiten der gruͤnen Fuͤtterung*)! Vom Löſten Auguſt an iſt die Kornſtoppel und Kleeſtoppel gerechnet. Dies duͤrfte um deſto mehr zureichend ſeyn, da, nach Erdaͤpfeln, halb Korn und halb Erbſen in die letztere Stoppel aber Spoͤrgel geſaͤet werden duͤrfte. Nach dieſem Plane wuͤrde die Winterfuͤtterung vom 1ſten Nov. bis 15ten Mai, oder in 196 Tagen, Statt haben.— Wir rechnen,— weil Ueberkehr ꝛc. vorkoͤmmt,— nur taͤglich 92 Centner. Dies macht 6272 Centner. Dazu nun rechnen wir *²) Dieſe Idee führte den Hrn. Grafen ſpäterhin, im Jahre 1817, zu einem Verſuche, ſeine Heerden das ganze Jahr, excl. der Stoppel, nur mit trocknem Futter zu füttern, das Stück mit 2 Pfund Heu, und 1 Pfund Stroh täglich; und es fand ſich, daß dem Vieh dieſe Fütterung vor⸗ trefflich bekam, aber die Wolle ſtärker, oder weniger zart, barſcher, und trockner, weniger ſchweißig dabei wuchs: daher man die Sache wieder aufgab, die übrigens früher ſchon Holzhauſen, und nachher Hr. v. Ehrenfels und Hr. v. Widtmann auch verſucht haben. Anm. des Herausg. 236⁶ Oekonomiſches Tagebuch 94* 1500 Centner Grummet, 8000— Kleeheu, 1620— voeorerwaͤhnte Erbſen im halben Erd⸗ aͤpfelfelde. Summa 6120 Centner*). Das geringe Deſicit kann durch Erdaͤpfel oder Gerſtechrot er⸗ ſetzt werden. Das fehlende Heu fuͤr die Laͤmmer aber iſt viel wichtiger! Wir muͤſſen es theils von Verbeſſerung der Wieſen hoffen, theils von Erſparniſſen fuͤr verkauftes Vieh,— welches zeitiger abgeht,— oder endlich im ſchlimmſten Falle es kaufen. Heeuute habe ich auch gehoͤrt, daß ein benachbarter Wirth ſein Erdaͤpfelkraut mit Aſche, wie Sauerkraut(fuͤrs Vieh), ein⸗ legt, welches naͤhere Erkundigung erfordert. Den 11ten und 12ten Oct. ſehr ſtarker Nachtfroſt. Es iſt merkwuͤrdig, daß ich den 11ten noch eine Schwalbe geſehen habe: und mein Inſpector will deren heute, den 12ten Oct., viele noch geſehen haben. Die Huͤhner fangen, wie die Leute ſagen, erſt an, ſich zu mauſern. Gott gebe, daß dies wirk⸗ lich noch gute Witterung verſpricht! Der groͤßte Theil meines Grummets, Etwas Kleeheu, zuſammen ungefaͤhr 30 Fuder, ohne das Grummet, welches noch nicht gehauen iſt, 30 Schock Gemang, 120 Schock Hafer und meine ſaͤmmtlichen Erdaͤpfel ſtehen auf dem Spiele! *) Hierzu aber wird folgende Eintheilung der Felder lorderlich ſeyn: 1) Rübſen, 2) Weitzen mit Klee, 3) Klee, 4) Gemang, 5) Erdäpfel, 6) Gerſte mit Linſen; oder(den 14ten November 1805): 1) Rübſen, 2) Weitzen mit Klee, 3) Klee, 4) Gemang. 5) Erbſen, 6) Gerſte mit Linſen. 8 zochbu ſobe V dit nich gicheu, dütter, zuſen en vo wiſſei V heugewe uag! E äwal d henon dandern gner ſi gee r Alle lcche ſämn undt man! Seſ nt 31 3 ſen da we mi un un Wi hube 1 tſtenſcn ober ſſ n z der Wn— — becch ees kaufnn arter Vin Vieh)„d toſt. 0 e geſehen een Oct, ie Leute ds witk⸗ A wen 80 Fader 30 Stuf Erddhl jſehn: des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 237 Den 1 titen Oct. habe ich auch die Winterfuͤtterung mit den Rochsburger Staͤhr- und Kaͤlberlaͤmmern angefangen. Die große Verwirrung, in der meine ganze Wirthſchaft jetzt iſt, hat mir nicht erlaubt, ſie wiegen zu laſſen. Sie bekommen aber Kleeheu, ſoviel ſie freſſen wollen. Leider aber iſt letzteres ohne Blaͤtter, und beſteht blos aus Stielen! Sollte ſich Germers⸗ hauſen's Angabe, den Klee naͤmlich ganz gruͤn durch Zwiſchen⸗ lagen von Stroh duͤrren zu koͤnnen,— nicht beſtaͤtigen, ſo be⸗ zweifle ich ſehr den Nutzen der Klee-Cultur, wenn beſonders von Heugewinnung die Rede iſt. Viele Koſten, und doch mißlicher Ertrag! Eben jetzt, den 12ten Oct., habe ich wiederum zwei Schwalben um meinen Schafſtall fliegen ſehen, Abends fuͤnf Uhr. Den 13ten Oct. Meine Staͤhrlaͤmmer haben beſonders abgenommen. Wie will das aber anders ſeyn, wenn eine oͤftere Aenderung des Futters Statt findet, und wenn die Naͤſſe bei gruͤner Fuͤtterung eintritt? Veraͤnderung im Futter nehmen ſie nie gern an, und Naͤſſe ſetzt ſie gleich zuruͤck. Eben faͤngt es an, zu ſchneien. Alle Baͤume haben noch ihr Laub; das Obſt iſt noch nicht abgenommen, und nun dieſes Alles mit Schnee bedeckt zu ſehen, giebt zwar einen ungewoͤhn⸗ lichen und in der That ſchoͤnen Anblick; wenn man aber, wie ich, ſammtliche Erdaͤpfel, 120 Schock Hafer, 22 Schock Gemang und vieles Grummet noch im Felde und Wieſe hat, ſo möͤchte man weinen. Geſtern Schwalben, und heute Schnee! Heute erhielten auch die Staͤhrlaͤmmer die erſten Erdaͤpfel. Sie ſahen ſie, wie gewoͤhnlich, gar nicht an; nachdem ſie aber mit Koͤrnern vermiſcht worden, haben ſie ſie ausgefreſſen.— Sie erhielten heute 3 Saͤcke; in Zukunft aber 4 Sack, oder 3 Pfund ungefaͤhr Jedes. Den Loſten October. Die uͤble Witterung iſt bis mit ge⸗ ſtern fortdauernd geweſen. Heute Nacht hat es ſtark gefroren. Demungeachtet ſind noch heute fruͤh Schwalben in Lunzenau ge⸗ weſen, nach eingezogener ganz gewiſſer Erkundigung!— Bis mit heute habe ich erſt Summa 1148 Saͤcke Erdäaͤpfel heraus, ungeachtet aller angewendeten vielfachen Bemuͤhung. Den Liſten Oct. Heute zeigte ſich ein dummer Staͤhr unter den diesjaͤhrigen. Ein Beweis, daß die Behandlungsart, — —— — —— 238 Oekonomiſches Tagebuch welche jetzt ſorgfaͤltig beobachtet worden, nicht allgemein ſchützt. Man hat, wie gewoͤhnlich bei mir, vorher gar nichts an dieſem Staͤhr bemerkt*). keine Nahrung dem Viehe geben. Meine Rochsburger Ochſen er⸗ hielten deren, ſoviel ſie freſſen wollten; ich ſah mich aber dem⸗ ungeachtet genoͤthigt, ihnen Erdaͤpfel,— fuͤr Jeden 1 Maaß,— und Gerſtenſtroh beizufuͤgen, weil ich die Abnahme der Ochſen bei bloßen Ruͤben offenbar bemerkte; und doch hatten ſie einige Tage bei dieſem Ruͤbenfutter Ruhe gehabt. am letztern Tage ſich minderte. Demungeachtet habe ich das Ausnehmen der Erdaͤpfel fortſetzen koͤnnen, ob es gleich eine ſaure und theure Arbeit war. Den 28ſten Oct. Die Nuͤben, welche auf dem Ruͤbſen⸗ felde ſtehen geblieben, ſind von ſehr geringem Ertrage. Es wuͤrde mir nicht damit gedient geweſen ſeyn, wenn das ganze Feld damit beſtanden geweſen. Beſſer wird es ſeyn, das Land gehoͤrig zur Weitzencultur vorzubereiten. Den 30ſten Oct. Wie ſehr der gewoͤhnliche Gang der Natur gegenwaͤrtig unterbrochen worden, beweiſt Folgendes: Den sſten Oct. war noch eine Schwalbe auf meinem Erd⸗ äpfelfelde, welche alle Arbeiter geſehen haben! Den 2gſten Oct. ein heftiger Froſt, und heute faͤllt bei ge⸗ lindem Wetter gewaltiger Schnee.— Unter ſolchen Umſtaͤnden iſt es unmoͤglich, das Feld regelmaͤßig zu beſtellen. Auch Erdaͤpfel und den anſtehenden Hafer bin ich bei aller Anſtrengung außer Stande, zu retten. Das ganze ſaͤchſiſche Gebirge iſt in demſelben Falle.— Merkwuͤrdig iſt dabei, daß Ruͤbſen, Korn und das Gras,— bei aller naſſen und mitunter auch warmen Witte⸗ rung,— nicht den mindeſten Wachsthum zeigt. 9) Dieſe Bemerkung war zu voreilig. Der Stähr quaest. ſtarb noch den 1 nämlichen Tag, und dies beweiſt offenbar, daß er nicht drehend war. Er hatte eine Art böſes Weſen, welches der Schlag endigte, das, was die Schäfer die Seuche nennen. Den 22ſten Oct. Die weißen Ruͤben wollen bei uns gar Den 28ſten und 24ſten Oct. Gewaltiger Froſt, der aber natürlich ſr die kiſte ge D Echnee, wcht. ar vi nich feſfeld und da vudde euen ihan md fn. Gru nurt der wn Wie ase theu V het R wel rich de b ten dlgeni ſtin nicts a a r. in be us iger Ocſe nic aber hn 1 Nanß.- e der Oc tten ſe enn ſt, der ah be ich do Heine ſaun Nuͤbſen ge. Gt as ganze dos kand Gang de gendes: einem Erd ilt bei ge⸗ Umſtäͤnden Hördäyfe ng außer demſelben en und dat nen Wite ſtard ret tdrehendk I, N,M des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 239 Das ſpaͤte Daſeyn der Schwalben duͤrfte wohl auch die natuͤrliche Folge der ganz ungewoͤhnlichen Witterung ſeyn, und fuͤr die Zukunft nichts bedeuten. Vermuthlich ſind ſie ſpaͤt zu Neſte gegangen, und ihre Jungen erſcheinen uns jetzt. Monat November. Den 2ten November. Der Froſt dauert fort, ſo daß der Schnee, ob er gleich nicht hoch liegt, doch nicht im Mindeſten weicht.— Geſtern unterſuchte ich,— beinahe von ungefaͤhr, oder vielmehr es war, als wenn ein guter Genius mich ganz ſanft dazu bewegte,— das hieſige Erd⸗ apfelfeld, und fand, daß der Froſt gar nicht eingedrungen war, und daß ich den ganzen Tag haͤtte arbeiten koͤnnen. Natuͤrlich wurde auf heute Alles veranſtaltet, und ich erhielt hierdurch einen neuen praktiſchen Beweis, daß man niemals genug ge⸗ than, wenn man nicht Alles ſelbſt unterſucht, und beſonders, daß es thoͤricht iſt, gleich an Allem zu verzwei⸗ feln. Heute wird die Arbeit uͤberall anfangen, ungeachtet das Grundeis auf der Mulde geht. Den 5ten Nov. Die Probe⸗Staͤhre wurden gewogen: den 7ten Oct. wog er Nr. 1. ein kolbiger wog 88 Pfund 86 ½ Pfund „ 2. ein gehoͤrnter wog 95— 93 ½4— ⸗ 3. ein neuer 91— Die wenige Zunahme der Thiere iſt ſehr erklaͤrlich: denn ſie fie⸗ len bei dem jungen Klee ab, und nahmen das Winterfutter im Anfange nicht an: auch war Letzteres im Anfang nicht ſo reichlich, als es ſeyn ſollte. Den 10ten Nov. Geſtern fieng es an, ein wenig zu thauen, aber heute thauet es ſtark. Seit dem erſten Eintritte hat der Froſt bis hierher ununterbrochen angehalten, und nur Mittags konnte geackert, und konnten Erdaͤpfel ausgenommen werden. Ich hatte bei Letztern den Fehler begangen, die Zeilen nicht nach der Reihe, ſondern Zeile fuͤr Zeile auszunehmen. Der Froſt machte es nunmehr unmoͤglich, die liegen gebliebenen Zei⸗ len nachzuholen, da die angeackerten Furchen nicht vor den 240 Dekonomiſches Tagebuch Streichbrettern wichen.— In ſo ſpaͤter Jahreszeit darf man keine Zeile liegen laſſen! Vom Genuſſe des Korns werden viele Leute krank, weil es feucht und mit zu vieler innerer Naͤſſe eingebracht iſt. Aus letz⸗ terer Urſache duͤrfte wohl auch die Schaͤdlichkeit des Mutterkorns entſpringen! Den 12ten Nov. Heute iſt ſchon wieder eine ſtaͤrkere Kaͤlte eingetreten, als wir gehabt haben, da geſtern aller Froſt aus der Erde war. Den 13ten Nov. Heute habe ich den groͤßten Theil mei⸗ nes Hafers bei gewaltigem Froſte eingebracht. Noch ſteht aber einiger aus.— Welche Zeiten! Die Futter⸗Eintheilung fuͤr dieſes Jahr beſteht in Fol⸗ gendem: 1 1) Mohsdorf a) Geltevieh 2 ½ Pfund taͤglich, b) Mutterſchafe 3 Pfund das Stuͤck. 2) Berthelsdorf a) Geltevieh 2 ¼ Pfund, b) Schafe 3 Pfund taͤglich, c) Hammel 2 Pfund. Das Futter beſteht in Gemang, wovon das Bund fuͤr Mohsdorf zu 15 Pfund und in Berthelsdorf zu 17 Pfund angeſchlagen wird, und in Kleeheu. 3) Rochsburg 148 Schafe 30 Gebund zu 17 Pfund taͤglich, 89 Gelteſchafe 15 Gebund dito 17 Pfund, 167 Staͤhre 36 Gebund zu 17 Pfund.— Ueberdies erhalten die Schafe Ueberkehr.— Das Erbſenſtroh iſt ihnen als Heu angerechnet, und ich muß auch noch von dem Gemang 40 Schock dreſchen laſſen zum Samen, wofuͤr das Geltevieh reichlicheres Gerſtenſtroh erhaͤlt.— Ich habe bei die— ſer Gelegenheit auch verſucht, ob Schafe bei bloßem Stroh und 4 Pfund Erdaͤpfeln beſtehen koͤnnten, und ſie befanden ſich recht wohl dabei. An Hafer erhielten 177 Stuͤck Lammſtaͤhre ſeit dem iſten Nov. bis 3ten Dec. taͤglich 9 Maaß; vom 3ten Dec. aber an „ 1R. ſe abe ſcafe aberh⸗ 68 gl 4 4 burg. uge: atn dn te tun, ng tt ſt 4 des Nunn ſer eine ſit ſern allr 1 ten Thelén eoch ſeht ſteht in ge ür Moßen angeſchan Erbſenſtet ch von da wofle de habe bii rStroh den ſch it Nn ie Dee u des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 241 12 Maaß, und bald darauf 1 Scheffel Peniger Maaß, wobei ſie aber von den zugetheilten Wicken viel uͤbrig ließen. Den 22ſten Nov. habe ich auch das Austreiben der Mutter⸗ ſchafe einſtellen muͤſſen: denn der Winter nimmt immer mehr uͤberhand. Wenn es gleich einmal thaut, ſo friert und ſchneiet es gleich wieder. Den 30ſten Nov. Das erſte Lamm in Rochs⸗ burg! Monat December. Den 3ten December wurden die Staͤhre wiederum ge⸗ wogen: den 5ten Nov. Abnahme Nr. IJ. 86 Pfund 88 Pfund 2 Pfund II. 93— 95 ⅔— 2 ½— „ III. 85 ½— 91—— Minus 10 Pfund. Der Fehler hat unſtreitig daran gelegen, daß das Futter nicht aufgebunden war: die Schaͤfer haben alſo weniger gefuͤttert, als den Staͤhren beſtimmt war. Sie glaubten naͤmlich: wenn etwas in den Raufen uͤbrig bliebe, ſo waͤre dies ein Zei⸗ chen, daß die Schafe ſchoͤn zuviel erhalten. Dieſer Grundſatz aber iſt ganz falſch. Nur der Hunger kann die Schafe vermoͤgen, alle Sturzeln aufzufreſſen.— Von heute an erhalten die Schafe, und zwar 167 Staͤhre 39 Gebund zu 17 Pfund, 89 Stuͤck Geltevieh 33 Gebund zu 17 Pfund, 148 Mutterſchafe 33 Gebund zu 17 Pfund. Letztere aber auch noch die Ueberkehr, und 2 Sippm. Schrot alle Wochen ins Saufen. Den 4ten Dec. Eben berichtet der Schaͤfer, daß er die vorerwaͤhnte Quantitaͤt Futter unmoͤglich fuͤttern koͤnne, ſondern daß Folgendes vollkommen hinreichend ſeyn wuͤrde: Schoͤnburg, Wirthſch. I. 16 242 Oekonomiſches Tagebuch 9 Gebund fuͤr die Schafe, 4— faur das Geltevieh, 12— fauͤr die Staͤhre. Summa 25 Gebund zu 17 Pfund jede Mahlzeit; dabei 5 Gebund Stroh taͤglich, und 4 Oelkuchen; desgleichen 4 2 Sippm. Schrot fuͤr die Mutterſchafe, welchen 7 auch die Ueberkehr gehoͤrt. Den 18ten Dec. ſind die drei Probe⸗Staͤhre abermals gewogen worden. Sie haben zu meiner unausſprechlichen Freude in dieſen Tagen Jeder 3 Pfund zugenommen. Hier iſt die Ueber— ſicht: Sie wogen den 3ten Dec. und den 18ten Dec. Zunahme Nr. IJ. 86 Pfund 91 Pfund 4 Pfund ⸗ IIJ. 93— 95 ½— 2 ¾4— 2 III. 33½— 388— 3— Summa Zunahme 941 Pfund. Der Durchſchnitt ihres Gewichts iſt alſo pro Stuͤck Summa 91 Pfund 21 ½ Loth. Die drei Probe⸗Lammſtaͤhre vom vorigen Jahre wogen den naͤm⸗ lichen Tag im Durchſchnitt Summa 96 Pfund 21 Loth; mithin ſind die diesjaͤhrigen geringer heutigen Tages, im Durchſchnitt Summa 5 Pfund, welches ich lediglich der dummen Erſparung an Futter von Seiten meines Schaͤfers zu verdanken habe.— Nach der Zunahme aber, welche ſie in dieſen 15 Tagen gezeigt haben, hoffe ich, die vorjaͤhrigen noch einzuholen, nnd wahrſcheinlich ſie zu uͤbertreffen, welches denn lediglich no der Ruhe, in welcher ſie jetzt ſind, da ſie nicht zur Traͤnke gehen duͤrfen, zu verdanken ſeyn duͤrfte. Da ſie 12 Gebund zu 17 Pfund jede Mahlzeit erhalten, ſo wuͤrde Jeder taͤglich freſſen 3 ½ Pfund. Wir muͤſſen aber bemerken, daß 11 alte Staͤhre etwas mehr, als die uͤbrigen erhalten, und beſonders, daß die 12 Gemang⸗ garben, ſo Mittags verfuͤttert werden, ganz gewiß nicht leit, dle dafe, wit hre aberm gichen Frn iſt die Uebe Zunahne dt Sorma zen den nän oth; mihh Durchſchnit Erſparung habe.— 15 Dagen diazuholen m lediglch zur Trin u 17 T en 33 P diwd nt 12 Gmur gni i T des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1805. 243 17 Pfund jede wiegen.— Wenn nun dieſe Staͤhre in Zu— kunft eben ſo zunehmen, wie in den letztern 15 Tagen, ſo ſollten ſie den 2ten Junius 1806 im Durchſchnitt wiegen Summa 121 Pfund. Den 22ſten Dec. Von heute an ſehe ich mich genoͤthigt, den Mutterſchafen auf jede Mahlzeit 11 Gebund, ſtatt der zeithe⸗ rigen 9 Gebund, zu geben. 16.* 244 Oekonomiſches Tagebuch Fuͤrs Jahr 1806. Monat Januar. Den 2ten Januar. Wenn man von den Fortſchritten ſei⸗ nes Viehſtandes genau unterrichtet ſeyn will, ſo hat man kein 1 anderes Mittel, als deſſen Gewicht zu beſtimmten Zeiten zu un⸗ terſuchen. Die dazu beſtimmten Stuͤcke aber muß man genau zeichnen, ſonſt wird man ſich auf die Reſultate niemals verlaſſen koͤnnen, wovon ich mich am Ende des vorigen Jahres zu uͤber⸗ zeugen Gelegenheit gehabt habe.— Jetzt ſind drei Staͤhre mit Halsbaͤndern verſehen, und dieſe haben heute nach leichtem Gewicht gewogen: Nr. I. 97 Pfund IIJ. 92— b- III. 90— Summa 279 Pfund; im Durchſchnitt alſo Jeder Summa 93 Pfund. Den 10ten Jan. Eben erhalte ich die unangenehme Nach⸗ richt, daß ſich ein ſteifes Lamm in Rochsburg eingefunden von ddeer ſchoͤnſten und groͤßten Art. Es iſt ſeit einigen Tagen gutes Kleeheu gefuͤttert worden, und dies beſtaͤtigt aufs Neue of⸗ fenbar, daß das Ueberſaugen Urſache dieſer Krankheit iſt. Die zeitige Ankunft der Laͤmmer ſchuͤtzt alſo auch nicht davor. Den 28ſten Jan. Nach abgelaufenen vier Wochen wurden W die Probe⸗Staͤhre abermals gewogen, und gaben folgendes Re⸗ ſultat: Nr. 1. 99 ⅞ Pfund —.- 2. 94 ½— - 3. 90 ¾— Summa 283 ¾ Pfund. 1 Sie haben alſo in vier Wochen zugenommen Summa 4 ½ Pfund, unnd Jeder 1 Pfund 16 Loth.— Dies beſtaͤtigt aufs Neue die große Lehre der Maſtung, daß naͤmlich je ſpaͤrlicher die Fuͤt⸗ erung Jenwe — — ortſchrite, hat man Zeiten an fman ga nals berleſt res zll ihe Staͤhre n leichten nehme Ic gefunden m gen gute Neue c rankheit ſ. davor. hen wurden ggendes R 4 4 Tw taufs Ne ſe ded des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1806. 245 terung iſt, um deſto theurer ſie iſt. Ich kann mir aber im ge— genwaͤrtigen Falle nicht helfen. Den S0ſten Jan. Die Rochsburger Mutterſchafe fangen an,— bei ſehr gutem Futter und in leidlichem Zuſtande,— die Wolle an den Seiten zu verlieren. Ich ſchreibe dieſes auf Rechnung der Oelkuchen, und werde mich wahrſcheinlich nicht irren.— Sie erhielten zeither 4 Stuͤck taͤglich, und ihrer ſind 143 Stuͤck.— An dem uͤbrigen Viehe bemerke ich zur Zeit nichts, welches ganz erklaͤrlich iſt, da die Mutterſchafe die ſchwaͤchſten ſind, und verſchiedene einen Anſtoß gehabt zu haben ſcheinen.— Da ich nun uͤberdies keinen Erfolg von dieſer Oel— kuchentraͤnke bisher bemerkt habe, ſo finde ich dienſam, dieſe unnoͤthige Ausgabe abzuſchaffen, und dafuͤr lieber Schrot ins Saufen zu thun, wozu das geringe Getreide angewendet wer⸗ den kann. Monat Februar. Den 10ten Februar. Heute machte ich den Ueberſchlag meiner Kornerndte im vorigen Jahre, welcher folgende Ueberſicht gab: Die Ausſaat betrug 9 Scheffel 3 Sippm. 1 Metze, und der Ausdruſch,— nachdem die Dreſcher vom Schock Sippm. erhalten hatten,— war 99 Scheffel. Es hat alſo im Durch⸗ ſchnitt 10 ⅞ Korn gegeben,(— und zwar dies im bloßen Kalke,—) oder acht Scheffel auf den Peniger Scheffel Korn⸗ Land!— Ich fange an, einzuſehen, wie nothwendig meinen Feldern der Kalk iſt. Da nun der Scheffel Peniger Maaß ge⸗ genwaͤrtig 16 Rthlr. ſteht, ſo habe ich alſo den Scheffel auf 162 Rthlr. 16 Gr. benutzt, ohne das Stroh. Den 25ſten Febr. Die Probe⸗Staͤhre wogen heute: Nr. I. 101 Pfund ⸗- II. 96— ⸗ III. 93— Summa 290 Pfund; ſie haben alſo in vier Wochen zugenommen Summa 6 ¾ Pfund; mithin Jeder 2 Pfund 5 ¾ Loth. —-wð— 246 Oekonomiſches Tagebuch Monat Maͤrz. Ich habe in Rochsburg . 74 Kaͤlberlaͤmmer und 63 Staͤhrlaͤmmer Summa 137 Stuͤck. Dieſe haben bis heute, den jſten Maͤrz, an Hafer erhalten Summa 4 Scheffel 3 Metzen. Von heute an erhalten ſie woͤ— chentlich 2 Peniger Scheffel.— Sie erhalten ferner taͤglich Summa 165 Pfund Heu. Jede Veraͤnderung wird angezeigt werden. Der vorher noͤthig geweſene Futter⸗Aufwand iſt un⸗ bedeutend. Den 25ſten Maͤrz wurden die Probe⸗Staͤhre abermals ge⸗ wogen, und gaben: Nr. I. 1084 Pfund ² II. 1024— III. 93— Summa 304 ½ Pfund. Sie haben alſo im Durchſchnitt zugenommen Summa 14 ½ Pfund; und jeder Staͤhr einzeln Summa 4 ½ Pfund. Im Durchſchnitt hat Jeder gewogen Summa 1012½ Pfund. Den 31ſten Maͤrz. Die Fuͤtterung der Rochsburger Schafe,— bei welcher ſie offenbar zunehmen,— iſt gegen⸗ waͤrtig folgende: 1) Die Schafe, deren 154 Stuͤck ſind, erhalten jede Mahl⸗ zeit 9 Stein Heu, mithin taͤglich 27 Stein, welches noch nicht 4 Pfund auf das Stuͤck iſt. Dabei bekommen ſie et⸗ was Schrot ins Saufen, naͤmlich alle 14 Tage 1 Scheffel 2 Sippm., und zwar 5 geringes Getreide und Gerſte. 2) Das Geltevieh, deſſen 86 Stuͤck ſind, bekommt jede Mahlzeit 4 Stein Heu, alſo taͤglich 12 Stein, welches et⸗ was uͤber 3 Pfund auf jedes Stuͤck betraͤgt. 8) Die Staͤhre, deren 167 Stuͤck ſind, bekommen jede Mahlzeit 9 Stein Heu; mithin taͤglich 27 Stein, welches auf das Stuͤck etwas Weniges uͤber 3 ½ Pfund betraͤgt. Die Fuͤtterung der Staͤhre iſt aber fehlerhaft; denn ſie ſollten wenigſtens 4 Pfund Jeder haben. lune lun lun ge örfira alten ſen ferner tint⸗ id angeg wand iſtue bermals 1 pfund; Durchſchnit Rochebueger wiſt gegun⸗ jede Maſe velches nac nmen ſieer 21 Schef ¹ Gerſe kommt ja welches i mmen ſa in, walte beträgt ſſe ſalr des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1806. 247 Monat April. Den 5ten April. Anfang der Fruͤhlings⸗Beſtel⸗ lung in Berthelsdorf. Den 8ten April. Anfang der Fruͤhlings⸗Beſtel⸗ lung in Helsdorf und Mohsdorf. Den 9ten April. Anfang der Fruͤhlings⸗Beſtel⸗ lung in Rochsburg. 4 Den 10ten April ſah ich zwei Schwalben in Mohsdorf. Deen 19ten April wurden 70 Maſthammel geſchoren, wel⸗ che gegeben haben: 85 9 Stein 17 Pfund gute Wolle, —— 11— gelbe Wolle, —— 2 ¾— Futterwolle. Summa 10 Stein 8¼½ Pfund; folglich das Stuͤck 3 ½ Pfund. Es iſt nicht zu verwundern, daß ſie nicht mehr gaben; denn ſie kamen zwar gut in den Winter, aber 1) die Winterfuͤtterung war bis 2ten Februar zu geringe, da beſonders auch das Kleeheu, welches ſie erhielten, nicht von guter Beſchaffenheit war; 2) die Maſtung mit Erdaͤpfeln gieng erſt vom 2ten Februar an, und dauerte bis 10ten April, alſo 67 Tage; und 3) fehlten 51 Tage am Jahre. Es iſt alſo wohl kein vernuͤnftiger Zweifel, daß, wenn nach der Regel verfahren worden waͤre, dieſe Hammel uͤber 4 Pfund je⸗ der wuͤrden gegeben haben. Den 22ſten April. Abermalige Waͤgung der Probe⸗ Staͤhre. den 25ften März. Nr. I. wog 114 ½ Pfund 108 ½ Pfund „ II.— 108— 102 ½¾— III.— 103 ¾— 93 ½— Summa 326 Pfund. Summa 304 ½⅞ Pfund. Sie haben alſo zuſammen in acht und zwanzig Tagen zugenommen 21 ½ Pfund; Jeder alſo 7 Pfund 5 ¾ Loth, und das Gewicht jedes einzelnen Staͤhrs iſt im Durchſchnitt umma 108 Pfund 6 248 Oekonomiſches Tagebuch 21¼ Loth. Eine ſehr bedeutende Zunahme, da ſie, nach obiger Fuͤtterungs⸗Angabe, nur etwas Weniges uͤber 3 ½ Pfund taͤglich an Heu erhalten haben. Es beſtaͤtigt dieſes vollkommen die Nuͤtzlichkeit der Schafhaltung,— MB. bei vielem Futter! Heute ließ ich auch mein Getreide wiegen. Das Maaß Korn wog 18 Pfund Gerſte— 14— Hafer— 12— 1 Den 28ſten April wurden die Schafe in Rochsburg ausge⸗ merzt, Summa 70 Stuͤck, wovon Hr. Graf von R eichenbach 50 Stuͤck à 10 Rthlr. Jedes erhielt,— 60 bleiben zur Weide in Rochsburg, naͤmlich alte Schafe, welche noch nicht verſetzt haben,— und 120 Jaͤhrlinge und Zeitvieh ſind nach Helsdorf heutigen Tages gegangen. Ich habe niemals eine ſchoͤnere Heerde geſehen! 1 f Monat Mai. Den 2ten Mai. Erbſen im großen Krautgarten geſaͤet, zur Interims⸗Fuͤtterung. Wenn die Regel zutrifft, ſo bluͤhen ſie den 4ten Julius, als der neunten Woche. Heute ſcheint auch die kalte Beſchaffenheit der Luft uns ver⸗ laſſen zu haben, und mit mehrerer Waͤrme ſind die Schwalben eingetroffen. Da ich ſchon den 10ten April zwei Schwalben ge⸗ ſehen habe, ſo wird man kuͤnftig ſagen muͤſſen: Zwei Schwal⸗ ben machen keinen Sommer!. Den 9ten Mai waren die Erbſen im Hopfenlande aufgegan⸗ gen, welche den Zten Mai geſaͤet worden; ſie ſind mithin 6 Tage in der Erde geweſen. Den 10ten Mai wurden die erſten Erdaͤpfel nach der neuen Art im Unter-Angetriebe gelegt. Da die Haken nicht in Ordnung waren,— man klegte ſie naͤmlich auf ein Pfluggeſtell, wo ſie dann gar keine Ruͤcken machen konnten,— ſo wurden die Ange⸗ triebe mit gewoͤhnlichem Pfluge gemacht. Die Achſe des Pflugs, wo das Stellrad geht, druͤckt durch ſeine Laͤnge das Angetriebe etwas nieder; es ſchadet aber dies nicht viel„ indem wahrſchein⸗ da wah än 3e— 4 m 4 1 dos Jan vug aug Reichenba en zur We nicht bert ach Helshde nere Hen dden geſde „ſo blihr uft uns de Schwaben walben ge ii Schwal⸗ aufgegan⸗ in 6 Tage der neuen n Oednung ell, voſe n die Arg⸗ des Pfun⸗ 3 Anweti vaßeſhir des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1806. 249 lich dadurch der Haken die jungen Erdaͤpfel beſſer mit neuer Erde bedecken kann. Dieſe Methode ſcheint uͤbrigens ſehr gut zu ſeyn, indem der Erdapfel trocken und in vielem lockern Lande zu liegen koͤmmt. Heute hat ein ſchreckliches Hagelwetter die Peniger Hoffel⸗ der, die Flecken von Dittmannsdorf, Langenleube, Rottendorf, und einen Theil von Ober⸗Elsdorf und Arnsdorf zu Grunde gerich⸗ tet. Nicht nur die Feldfruͤchte ſind weggeſchlagen, ſondern der groͤßte Schaden beſteht noch in Verſchwemmung des guten Lan— des.— Ich Thor! war unzufrieden, daß dies Gewitter nicht herankam, weil ich Regen brauchte! So ſind wir Menſchen! Unſer Herr Gott aber ſey gelobt, daß er dies unuͤberſehbare Un⸗ gluͤck von mir abwendete! Den 17ten Mai ſind die letzten Erdaͤpfel auf dem Ochſen⸗ ſtuͤck gelegt worden. Es iſt ſchon jetzt einzuſehen, daß die gegen— waͤrtige Methode noch mehr foͤrdert, als die zeitherige; die Pfluͤ⸗ ger und die Einleger hindern ſich nicht; das Eineggen der gelegten Erdaͤpfel faͤllt weg, und hoͤchſt wahrſcheinlich werde ich auch nur einmal zu haͤufeln brauchen. Das Reinigen durch die Hacke hat dieſe Methode mit der vorigen gemein; die Vorzuͤge derſelben aber ſind ſehr groß, naͤmlich: 1) der Samen⸗Erdapfel liegt trocken, und 2) in lockerm Lande, anſtatt daß er bei der vorigen Methode auf der Sohle lag; 8) er liegt ungeſtoͤrt, und 4) kann beſſer bearbeitet werden; 5) bei dieſer Methode wird die gefaͤhrliche Zeit vermieden, wo das Feld eingeeggt liegen mußte, und wo Alles verdarb, wenn Naͤſſe eintrat; 6) die Keime werden nicht ausgeeggt oder vom Zugvieh zer⸗ treten. Den 25ſten Mai. Ankunft der Erdaͤpfel, welche alſo 15 Tage gelegen!*) *) Mein ganz zuverläſſiger Vogt hat die Erdäpfel ſchon den 24ſten Mai geſehen; mithin haben ſie nur 14 Tage gelegen. 250 Oekonomiſches Tagebuch Den 27ſten Mai. Anfang der gruͤnen Fuͤtterung in Rochsburg! Die Jaͤhrlingsſtaͤhre nahmen den gruͤnen Klee mit Freuden an; die Laͤmmer aber verabſcheuten ihn, wie gewoͤhn⸗ lich alles neue Futter. Beim Kleebau habe ich im vorigen Jahre und in dieſem zwei bedeutende Fehler gemacht; naͤmlich: 1) daß ich den jungen Klee im Herbſt nicht abgehuͤtet, ſon⸗ dern abgehauen habe,— die Erfahrung aber belehrt mich, daß der abgehauene Klee nicht ſo gut waͤchſt, als der abge⸗ huͤtete; 2) daß ich in dieſem Fruͤhjahr den Kleeſamen mit der ordent⸗ lichen Egge untergebracht, da ſie doch haͤtte umgewendet werden ſollen, damit der Same nicht zu tief einkaͤme, wel⸗ ches,— wie ich nun bemerke,— Schaden thut. Gewicht der Wolle von 70 Stuͤck Maſthammeln: Nr. 1. 7 Pelze— Stein 18 Pfund 2.7——— 19— 3.8— 1— 2— 4. 8— 1— 4 ½— 2 5. 8— 1—— ⸗ 6. 8— 1— 34— ⸗ 7. 8— 1— 1— „ 8.8— 1— 56 ½— 9. 8— 1— 4— Summa 9 Stein 17 Pfund. Gelbe Wolle—— 11— I Futterwolle—— 2— Summa 10 Stein 84 Pfund. à Stuͤck 3½ Pfund. Die Laͤmmerſchur iſt folgende geweſen: 1) Rochsburg 140 Stuͤck haben gegeben Summa 7 Stein 6 Pfund; mithin Jedes 1 Pfund. An Fleiſch⸗ Gewicht gaben 3 Stuͤck, naͤmlich: Nr. 1. 60 Pfund 3 2. 58—— 5 3. 56 ⅔— 131 S „dos“ ades 8 unm Ihb eines glaubt 1040 Jedes d T en fünna, Künn gn Ru 1 n, bie vdi und in ögefütt, t belehrt ni als der h it der orde umgewende käme, u zut. rumeln. ad; withr , nämic des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 2) Mohsdorf, den 27ſten Mai. 181 Stuͤck haben gegeben Summa 7 Stein 13 Pfund; olaliche Jedes 1 ½ Pfund. Hoͤchſt merkwuͤrdig iſt das Wollgewicht einzelner daſt iger 1806. 251 Lammſtaͤhre. Es haben naͤmlich 4 Lammſtaͤhre gewogen: an Fleiſch an Wolle Nr. I. 50 Pfund 2 ½ Pfund ⸗ IJ. 55— 2 ½— „ III. 56—— IV. 60— 2 ¼ Ich bekenne freimuͤthig, daß ich bisher npt an an die Moͤglichkeit eines ſolchen Wollertrags von 2½ Pfund von einem Lamm ge— glaubt habe. 3) Berthelsdorf. 104 Stuͤck haben gegeben Summa 5 Stein 16 Pfund; folglich Jedes 1½ Pfund. Zwei Staͤhrlaͤmmer wogen an Wolle: Nr. 1. 24 Pfund 7 2. 2— Der Betrag ſaͤmmtlicher Laͤmmerwolle iſt: Rochsburg 7 Stein 6 Pfund Mohsdorf 7— 13— Berthelsdorf 5— 16— Summa 20 Stein 13 Pfund. Und zwar macht dieſes pro Stuͤck 1½ Pfund*). Den 25ſten Mai. Neue Waͤgung der Staͤhre. wog den 28ſten April Nr. I. 120 ¾ Pfund 114*½△ Pfund ⸗ H. 108— 108— ⸗ III. 106— 103 ½— Summa 335 Pfund. Es hat alſo jeder Staͤhr in dieſer Zeit zugenommen Summa 3 Pfund, und das Gewicht im Durchſchnitt iſt Summa 111 Pfd 21 Loth. Den 30ſten Mai. Die Zuchtſtaͤhre wurden ausgeſucht, in Summa 30 Stuͤck. Es hielt in der That ſchwer, ſie auszufinden, *) Enorme Schur, wie ſie kaum eine andre Schäferei aufzuweiſen haben möchte! Anm. des Herausg. 252 Oekonomiſches Tagebuch und da 11 Stuͤck fuͤr voͤllgg grob zu halten, nur als Hammel zu gebrauchen ſind, ſo iſt leicht zu ermeſſen, daß es nicht ſo leicht iſt, als man glaubt, eine vollkommene Heerde ſich zu verſchaffen!— Uebrigens haben die Zuchtſtaͤhre Baͤnder mit Nummern erhalten, und die Hammel ſollen ſchwarze Baͤnder erhalten. Den 29ſten Mai. Schafſchur: 1) von Geltevieh an 208 Stuͤck, Summa 19 Stein 16 Pfund in 18 Gebunden à Stuͤck 27 Pfund; 2) von 92 Stuͤck Geltevieh in Berthelsdorf Summa 11 Stein 5 ½ Pfund in 9 Gebunden à Stuͤck 275 Pfund; 3) 135 Stuͤck Geltevieh in Mohsdorf Summa 15 Stein 17 Pfund in 12 Gebunden à Stuͤck 27 Pfund*). *) Vom Inſpector Marbach angefertigt ſindet ſich hierbet folgende Ueberſicht der ganzen Wollſchur von 1806. Gänzlicher Wollbetrag vom Jahre 1806. 1) Maſthammel. 70 Stück in 9 Gebund 9 Stein 17 Pfund à Stck 3 ½ Pfund 2) Merzſchafe. — in 3 Gebund 4 Stein 11 Pfund à Stck 2— 3) Stähre. 9— in 1 Gebund 1 Stein Pfund à Stck 33— 4) Merzſchafe. 18— in 2 Gebund 1 Stein 18 Pfund à Stck 2 ½— 5) Merzſchafe. 209— in 18 Gebund 19 Stein 16 Pfund à Stck 2— 6) Geltes Vieh in Berthelsdorf. 92— in 9 Gebund 11 Stein 5 ½ Pfund à Stck 2— 7) Geltes Vieh von Mohsdorf. 135— in 12 Gebund 15 Stein 17 Pfund à Stck 2— 8) Geltes Vieh in Rochsburg. 110— in 12 Gebund 13 Stein— Pſund à Stck 2 ¾— — 9) Mutterſchafe von Rochsburg. 60— und 4 Hammel in 6 Gebund 6 Stein 12 Pfund Stck 23— 10) Stährjährlinge. 160— in 18 Gebund 22 Stein— Pfund à Stc 3— Summa 913 Stück in 90 Gebund 105 Stein 9½ Pfund. An Futterwolle und gelber Wolle, welche in Berthelsdorf lieget, 1— 4— an einzelnen Pelzen, ſo in die Ge⸗ bund mit eingebunden, 4 ½— Summa 106 Stein 18 Pfund. à Stück 2 ½ Pfund. Die Lammſchur iſt, wie oben angegeben. Anm. d. Herausg. ſen he gef hur dm ſarn en li ung de de d hanne t: tſol ſact ſ erſtifn. nern tihe 4 19 E d; uu 11 E ; 15 En 1) bel foloe 3. Pfur 4l9 des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1806. 258 Monat Junius. Den 9ten Junius. Erſter Verſuch mit Doͤrren des Klees im gruͤnen Zuſtande auf Feimen durch un⸗ termiſchtes Stroh!— Ich habe die beſte Hoffnung dazu. Den 16ten Jun. ſind die Kaͤlberlaͤmmer von den Staͤhrlaͤm⸗ mern getrennt worden, und letztere erhalten nunmehr 6 Maaß Hafer, welches auf jedes Staͤhrlamm betraͤgt etwas uͤber 1 ½ Maͤßchen. Ein heute geſchlachteter Ochſe hat gewogen: Fleiſch 18 Stein 8 Pfund Talg 3— 11— Eingeweide!— 12— Monat Julius. Den 15ten Julius ſind die Staͤhre unter die Schafe gelaſ⸗ ſen worden, deren 270 Stuͤck ſind.— An eben dem Tage hat die Haferfuͤtterung fuͤr die Staͤhrlämmer aufgehoͤrt. Den Lüiſten Jul. iſt der erſte Duͤnger auf das Ruͤbſenfeld gefahren worden. Monat Auguſt. Den 4ten Aug. Ende des Duͤngerfahrens in Rochsburg. Den 2tſten Aug. Anfang der NRuͤbſenſaat in Rochs⸗ burg.— Das Ruͤbſenfeld hat außerordentlich gelitten. Nach⸗ dem es vortrefflich geduͤngt und beſtellt war, kam ein ungemein ſtarker und ſehr lange, mehrere Tage, anhaltender Regen, wie ein ſteter Platzregen, und verhinderte eine ganze Woche, auch laͤnger, das Unterackern des Duͤngers, welcher natuͤrlich dadurch ungemein litt. Auch der bereits aufgeackerte Boden wurde durch dieſen zu ſtarken Regen ungemein feſt gemacht; die Furchen, wo der Haken gegangen, wurden,— wo nur im Mindeſten Abhang war,— bis auf den Grund ausgeſchwemmt.— Man kann 254 Oekonomiſches Tagebuch hieraus den Schluß ziehen, daß an Bergen das Hacken der Fur⸗ chen unterbleiben muͤſſe, weil Letzteres einen jaͤhen Abhang nicht vertraͤgt. Den 24ſten Aug. Der Ruͤbſen faͤngt ſchon an aufzu⸗ gehen. Den 25ſten Aug. Beendigung der Ruͤbſenſaat in Rochs⸗ burg.— Heute wurde der erſte Nuͤbſen in Berthelsdorf und Helsdorf geſaͤet. Den 30ſten Aug. Die Staͤhre und Lämmer in Rochsburg kommen auf die Weide. Monat September. Den Lten Sept. Ein Verſuch, Oel ſchlagen zu laſſen, iſt ſehr vortheilhaft ausgefallen. 3 Scheffel 2 Viertel Dresdner Maaß Winterruͤbſen hat an Oel gegeben Summa 108 Kannen Dresdner Maaß*), und an Oelkuchen Summa 73 Stuͤck. Die Kanne koſtet gegenwaͤrtig hier 10 Gr.; wir wollen ſie aber nur zu 8 Groſchen, und die Oelkuchen zu 18 pf. das Stuͤck rechnen, macht Summa 3 Rthlr. 1 Gr. Der Ertrag von dieſen 3 ½ Schfl. Dresdn. Maaß iſt alſo Summa 39 Rthlr. 1 Gr. Mit Zenautr Noth habe ich beim rohen Verkauf 8 Rthlr. fuͤr den Scheffel erhalten;— dies macht 28 Rthlr., welche abgezogen werden muͤſſen. Es bleiben alſo 11 Rthlr. 1 Gr. Gewinnſt.— Wenn ich nun auch bei einer eigenen Muͤhle fuͤr den Oelſchlaͤger fuͤr dieſe 3 Schfl. 1 Rthlr. 1 Gr. rechne, ſo bleiben doch noch auf den Scheffel Dresdner Maaß reiner Gewinnſt Summa 2 Rthlr. 20 Gr., und dieſer Gewinnſt bleibt, wenn auch der Preis des Ruͤbſens faͤllt, weil man ſodann weniger fuͤr Letztern beim Verkauf erhaͤlt. *) Der Dresdner Scheffel giebt alſo 32 Kannen Oel Dresdn. Maaß 32 1 1 Pfund 18 Loth. V berbe fül Fale oder fuu wen ſe lic ſie ver mu an d 8 Für⸗ lhon it an alf in Aac dorf u kochöh aſſen zoner mnen De er nar thnen, Echf. nauer Waf des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1806. 255 Monat October. Beim Erdaͤpfel⸗Ausnehmen bemerke ich, daß der groͤßte Fehler beim Legen der Keime vorgeht, wenn und indem Letztere zu weit aus einander gelegt werden. Ich werde mich daher naͤch⸗ ſtes Fruͤhjahr der Pflanzenſtecker bedienen, woran Zacken zu 6 Zoll Weite den Weibern die Diſtanz vorſchreiben ſollen.— Zum Ausnehmen der Erdaͤpfel wird es uͤberhaupt fuͤr die Zukunft noͤthig ſeyn, die erforderlichen Leute im Voraus zu miethen, da⸗ mit ſie nicht fehlen.— Endlich,— da die diesjaͤhrige Me— thode, naͤmlich die Erdaͤpfel in aufgeackerte Ruͤcken zu legen, ſich ſehr vortheilhaft zeigt, dabei aber weder Egge noch Pflug anwendbar iſt, um das Unkraut zu vertilgen,— ſo wird naͤch⸗ ſtes Fruͤhjahr nothwendig ſeyn, durch die Weiber alle acht Tage die Reihen durchgehen zu laſſen, um jedes aufgehende Unkraut ſogleich zu vertilgen. Das Erdefahren muß der Beduͤngung vorhergehen, nicht ihr nachfolgen: denn im letztern Falle vergraͤbt die Erde den Duͤnger, und die abgegrabenen Stellen muͤſſen neu beduͤngt werden.. Monat November. Es giebt Felder, welche ſehr ſchwer durch Erdefahren zu verbeſſern ſind, weil es an Erde fehlt, um die Vertiefungen aus⸗ zufuͤllen. Dergleichen z. B. das hieſige Ochſenſtuͤck. In dieſem Falle, und wenn das Waſſer der Furchen zu weit zu laufen hat, oder der Abhang der Furchen zu jaͤhling iſt, muß man Waſeer⸗ furchen in die Queere ziehen Dieſe aber muͤſſen nothwendig, wenigſtens eine halbe Elle tief, ausgeſtochen werden; auch muͤſſen ſie eine gewiſſe Breite haben, oder mit einem Worte, wirk⸗ liche Abzugsgraben ſeyn. Im entgegengeſetzten Falle verſtopfen ſie ſich bald, und ſind dann mehr ſchaͤdlich, als nuͤtzlich. Es verſteht ſich auch von ſelbſt, daß man ihnen Abfall verſchaffen muß. Es iſt uͤbrigens beſſer, zwei Waſſerfurchen zu viel, als nur zu wenig anzulegen. Wenn ſie aber ausgeſchaufelt werden, ſo muß allezeit das Erdreich nach der Seite geworfen werden, 256 Dekonomiſches Tagebuch wo man die Furche oͤffnen muß, ſonſt wuͤrde ein Berg entſtehen, da der Pflug im Zuſtreichen der Furche ſie erhöhet hat. Meine Erdaͤpfelerndte iſt dieſes Jahr vortrefflich geweſen. Ich habe naͤmlich auf dem Ochſenſtuͤck, wo ich heuer ſpaͤt, den 25ſten Oct., wo man ſtaͤrker greift, an Korn geſaͤet habe 16 Scheffel 3 Viertel Dresdn. Maaß, erbaut Summa 1832 Saͤcke. Ich habe daher auf das Land, was mit 1 Dresdner Scheffel Korn beſaͤet wird, erhalten Summa 109 ¼ Sack à 142 Pfund. Das Land war aber auch zu Ruͤbſen und zwar ſehr ſtark geduͤngt; alle Sorgfalt in der Bearbeitung war angewen— det, und die Witterung war guͤnſtig. Es koſtete aber auch da⸗ gegen, nach meinem genau gefuͤhrten Manual, fuͤr alle Arbeit, die das Keimſchneiden, und Legen, das Behacken, und Jaͤten des Landes, Ausnehmen, ferner das Waͤchterlohn, das Abtra⸗ gen, und Ausnehmen ꝛc. verurſacht hat, Summa 225 Rthlr. 3 Gr. Es koſtet mir alſo der Dresdn. Scheffel Kornland, alles gerechnet, Summa 13 Rthlr. 10 Gr. 4 pf. Da ich nun we⸗ nigſtens 96 Dresdn. Scheffel Kornland in Zukunft mit Erdaͤpfeln u belegen gedachte, ſo wuͤrde auch das Arbeitslohn dafuͤr koſten Summa 1289 Rthlr. 8 Gr. Es iſt wohl moͤglich, daß Erſpar⸗ niſſe angebracht werden koͤnnen, beſonders wenn die aͤltere Me— thode,— wo die Egge das Jaͤten verrichtete,— wieder ein— gefuͤhrt wuͤrde. Dafuͤr iſt aber auch die viele Arbeit der Och— ſen,— die beinahe nicht aufhoͤrt,— gar nicht in Anſchlag ge— bracht, und die baare Auslage fuͤr Ochſenarbeiten duͤrfte viel— leicht eben ſo viel betragen, als die beabſichtigten Erſparniſſe, wel⸗ che vielleicht ohnedies der Erndte nachtheilig ſind, ja ſie gar in Gefahr ſetzen. Wir muͤſſen indeß dabei niemals vergeſſen, daß die Erdaͤpfel zu Viehfutter beſtimmt ſind. Ich bemerke gegen— waͤrtig, daß drei Pfund Erdaͤpfel bei den Staͤhren beinahe gar keine Wirkung thun, und daß ſie bei vier Pfund beinahe eben ſo viel Heu freſſen, als ſie außerdem wuͤrden gefreſſen haben. Wir wollen aber annehmen, daß 4 Pfund eben ſo viel thun, als 1 Pfund Gemang,— welches ich nicht glaube,— ſo wuͤrde ich dann doch auf den Dresdner Scheffel Land, von der Beſchaffen⸗ heit, wie das heurige Erdaͤpfelland, gewiß 4 Schock Gemang zu 9 Centner das Schock erbaut haben. Vergleichen wir nun „ t 42 Endte Wohu Wir Erdſ vielt gen! ſchlei nicht nig ſuche endͤit bunder des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1806. 257 die 4 Pfund Erdaͤpfel fuͤr 1 Pfund Gemang von der heurigen Erndte an 1094 Sack; ſo habe ich an Gemang 3960 Pfund, an Erdaͤpfeln 3916— Wozu alſo die große Auslage, Muͤhe, Arbeit und Gefahr?— Wir koͤnnen dabei auch ziemlich mit Gewißheit annehmen, daß Erbſen und Bohnen ein aͤhnliches Reſultat geben werden!— Wie viel weniger Muͤhwaltung macht zugleich die Garbenfuͤtterung ge⸗ gen die mit Erdaͤpfeln! Und dann iſt man dort auch dem Unter⸗ ſchleif weniger ausgeſetzt! Indeſſen kann ich, aus Mangel an Erfahrung, durchaus nicht behaupten, daß die Erdaͤpfel bei andern Thieren eben ſo we⸗ nig fuͤttern, als bei den Schafen. Hieruͤber muͤſſen erſt Ver⸗ ſuche entſcheiden. Den Ften Nov. wurde die Ackerarbeit in Rochsburg be⸗ endigt. Den 23ſten Nov. wurde die Fuͤtterung der Schafe mit ge⸗ bundenem Heu angefangen. Es erhielten: 1) die Zeitſtaͤhre taͤglich ungefaͤhr 2 ½ Pfund Heu, 4— Erdaͤpfel, 1— Stroh. Summa 7 Pfund taͤglich pro Stuͤck. 2) die Staͤhrjaͤhrlinge 2 Pfund Heu, 8½— Erdaͤpfel, 14— Stroh. Summa 7 Pfund pro Stuͤck. 3) die Mutterſchafe 3 Pfund Heu, 3— Erdaͤpfel. Summa 6 Pfund pro Stuͤck. 4) das Geltevieh, naͤmlich Zeitvieh und Jaͤhrlinge 5 ½ Pfund Erdaͤpfel, 1 ½¾— Stroh, 1— Heu. — Summa 7 ½ Pfund pro Stuͤck. Schoͤnburg. Wirthſch. I. 17 258 Oekonomiſches Tagebuch Die Schafe und Jaͤhrlinge ſcheinen ihr Futter am Wenigſten be⸗ zwingen zu koͤnnen; wir muͤſſen aber den Winter und die Lamm⸗ zeit abwarten. Monat December. Die großen Waſſerfurchen, welche ausgeſchaufelt werden, erfordern, daß alle dahin gehende Furchen der Beete auf beiden Seiten geoͤffnet werden. Da die erſtern viel tiefer, als die Letz⸗ tern ſind, ſo kann das Waſſer von ihnen nicht in letztere ein— treten, und bei Vertiefungen,— die man dann doch nicht ganz vermeiden kann, ſenkt ſich ſaͤmmtliches Waſſer in die großen Waſſerfurchen, anſtatt daß es ſonſt durch die nicht geoͤffnete, kleine Furche verſchloſſen bleibt.— Dieſen Fehler habe ich die⸗ ſes Jahr an mehreren Stellen beim Ochſenſtuͤck in Rochsburg begangen. Den 12ten Dec. Beendigung des Umbruchs der neuen Wieſen in Berthelsdorf. Ein ſehr merkwuͤrdiger Verſuch mit tzweimaſigem Scheeren der Schafe wurde heute gemacht. Ich habe 28 Stuͤck in Ber⸗ thelsdorf dazu beſtimmt; ſie ſind von Alter, wie folgt: Lauter diesjaͤhrige Laͤmmer,— faͤlſchlich Jaͤhr⸗ linge genannt,— und haben gegeben: 3 Stein 3½ Pfund gute Wolle, —— 8— Socken. Summa 3 Stein 11 ½ Pfund. Nach der Waͤſche hat dieſe Wolle gewogen (vaoat) und nach dem Sortiren iſt uͤbrig geblieben (vacat.) ſten be⸗ kamm⸗ verden, beiden ie lep te ein⸗ nicht roßen fnete, ˖die⸗ burg ewen deeren Ber⸗ ühr⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1807. 259 VIII. Fuͤrs Jahr 1807. X Monat Maͤrz. Dcen 11tten Maͤrz. Es ſind 7 Stuͤck Geyer zur Feldarbeit beſtellt. Die Laͤnge der Zinken betraͤgt in gerader Richtung . Elle Leipziger Maaß. Sie haben drei Balken, ſind ſehr ſchwer und werden gute Dienſte thun. Vom ten Maͤrz an ſind in Rochsburg 3 Ochſen, und vom 8ten Maͤrz an 2 Ochſen in Mohsdorf auf die Maſt geſtellt worden. Vor einigen Tagen bekam ich, durch goͤttlichen Beiſtand, den Einfall, fremdes Vieh in Strohfuͤtterung zu nehmen, naͤm— lich von 1½ Gebund fuͤr das Stuͤck. Dies wird meiner Wirth— ſchaft ſehr aufhelfen; weil die Ochſen beſonders zu theuer ſind, um ſie auf die Maſt zu ſtellen.— Noch zweckmaͤßiger aber wird das Maͤſten von Kuͤhen nach Engel's Methode ſeyn, und zwar von 70 Stuͤck das ganze Jahr, welche dreimal ver— kauft werden. Den 25ſten Maͤrz fruͤh 6 Uhr Abgang von 52 Staͤhren, zweijaͤhrig. Sie ſind groͤßer, als die Letztern, und ſchoͤner ge— baut; allein ihr Haar ſcheint weniger fein zu ſeyn. Wir werden muͤſſen ſorgfaͤltiger in der Wahl zur Zuzucht ſeyn; ſonſt duͤrfte eine wahre Ausartung erfolgen. Bei dieſer Gelegenheit wurden die aͤltern Wollproben un— terſucht. Es ſcheint mir, daß das Alter, oder die laͤngere Zeit des Aufbewahrens, die Wollfaden feiner macht, vermuthlich weil der Schweiß und das Haar ſelbſt vertrocknen. Die Pro— ben von Halitſch, die zwei Jahr alt, waren ſuperfein, und bei ihrer Ankunft fielen ſie mir doch ihrer geringen Feinheit wegen auf. Theoretiſch leuchtet dieſe Beobachtung ohnedies ein, und wenn ſie gegruͤndet iſt, ſo folgt daraus, daß man nach die⸗ 17* 260 Oekonomiſches Tagebuch ſen alten Proben niemals urtheilen, und Vergleichungen zwiſchen ihnen und neuern anſtellen kann. Wir haben den allerſtaͤrkſten Winterfroſt, welcher Wagen und Pferde traͤgt. Monat April. Den 2ten April habe ich die erſte Aſche ſtreuen koͤnnen, weil bis heute foͤrmlicher Winter war; aüch ſah ich heute den er⸗ ſten Rothwuͤſtling. Den 5ten April ſind die Laͤmmer in Rochsburg abgeſetzt worden, ohne daß weder ſie, noch die Muͤtter ſich um einander bekuͤmmert haben; vielmehr waren beide ſehr ruhig. Den 6ten April iſt der braune Maſtochſe aufgeſtellt worden. Den S8ten April. Anfang der Fruͤhlingsbeſtellung in Hels⸗ dorf. Den 19ten April. Nach einigen warmen und angenehmen Tagen, welche ein Gewitter bei Schmellen veranlaßt hatten, iſt wieder wahrer Winterfroſt eingetreten, und jetzt ſchneiet es. Den 19ten und 2oſten April winterte es foͤrmlich ein. Der Schnee lag eine halbe Elle tief, und die Fenſter nach dem Winde zu waren gefroren, wie im Winter, auch die Teiche ſtark mit Eis belegt.— Dieſe Witterung hat bis heute, den 24ſten April, angehalten, und nur die Sonne hat groͤßtentheils den Schnee aufgezehrt. Ich bin durch Krankheit verhindert, die Wirkung zu beobachten, welche dieſe Witterung auf meinen Nuͤbſen gehabt hat: man ſagt aber, daß er, Gott Lob! nichts gelitten, und nur hier und da Staͤngel geknickt ſind. Er war vor dem Eintritt dieſer Witterung ſchon im Schoſſen, und wollte anfangen, zu bluͤhen.— Ich werde nicht ſo leicht den Eindruck vergeſſen, den dieſen Morgen die noch mit Schnee bedeckte Ge— gend machte, in der haͤufig Schwalben flogen, die erſten, die ich dies Jahr ſah, und zwar Mauerſchwalben. Den 25ſten April wurden 8 Maſtkuͤhe aufgeſtellt. dorf viſchen dagen nnen, en en geſett nder den. elo⸗ men „if ˖en. dem ſtork iſten den die nen chts war ollte ruck Ge⸗ ich des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1807. 261 Monat Mai. Den 16ten Mai ſind die letzten Paſtinakwurzeln in Mohs⸗ dorf Nr. 1. geſaͤet worden. Monat Junius. Den iſten Junius Mittags geht die Maſt von 16 Ochſen in Mohsdorf an. Die zweiſchuͤrigen Schafe wurden in Berthelsdorf geſchoren. Das Stuͤck hat nicht mehr gegeben, als 1 Pfund 2 Loth ge⸗ ſchwemmte Wolle. An Wollvermehrung iſt daher nicht viel durch die zweimalige Schur erhalten worden. Den gten Jun. iſt das erſte Kleeheu in Rochsburg gehauen worden. Den 9ten Jun. wurde das Hopfenland gehauen. Den 18ten und den 20ſten Jun. wurde der Nuͤbſen in Rochsburg gehauen,— und den 18ten und 19ten in Helsdorf und Berthelsdorf. Den 21ſten Jun. Mittags kam der zweite Transport von Ochſen aus dem Vogtlande an; 20 Stuͤck, wovon acht zum Zug, und 12 Stuͤck zur Maſt beſtimmt wurden, deren Futter vom 2 1ſten Mittags angeht. Den 26ſten Jun. war ein aͤngſtlicher Tag fuͤr mich. Eine Menge von Unannehmlichkeiten beſtuͤrmte mich, und um Ein Uhr Mittags traf Rochsburg und Berthelsdorf ein ſtarkes Schloßen⸗ wetter, welches an meinem Ruͤbſen, der eben gedroſchen wurde, auch am Getreide vielen Schaden that. Es fielen Schloßen wie große Haſelnuͤſſe; gluͤcklicherweiſe aber dauerte es nicht lange, ſonſt wuͤrde die gaͤnzliche Vernichtung aller Feldfruͤchte unvermeidlich geweſen ſeyn. In der Gegend umher hat es mehr Schaden ge⸗ than, auch hat der Sturm zwei Scheunen umgeriſſen. Beim Ruͤbſendreſchen habe ich die Einrichtung getroffen, daß jede Tenne ihre beſtimmte Anzahl Leute hat. Zwoͤlf Perſo⸗ nen ſind hinreichend; naͤmlich ſechs zum Dreſchen, vier zum Ruͤbſenholen und zwei zum Sieben. Bei der Fegemaſchine ſind 262 Oekonomiſches Tagebuch zwei bis drei Perſonen hinreichend. Der Aufſeher der Tenne erhaͤlt 3 Gr. mehr, als die andern. Die Ruͤbſenerndte iſt beendigt den 30ſten Junius. Ich habe erhalten: 1) in Rochsburg 146 Scheffel 2 Viertel 2 Metzen, nach Abzug des Samens 145 Scheffel zum Verkauf à 8 Rthlr., macht Summa 1160 Rthlr. Koſten(des Ausdruſches und der Erndte) 77— Bleibt Summa 1083 Rthlr. Dieſe geben auf 14 Acker Feld fuͤr jeden Acker Summa 77 Rthlr. 8 Gr. 6 pf. Er war aber ſtark von Schloßen beſchaͤdigt. * 2) Berthelsdorf hat gegeben 72 Scheffel 1 Viertel; alſo zum Verkauf, nach Abzug des Samens, ungefaͤhr 71 Scheffel Dresdner Maaß à 8 Rthlr., Summa 668 Rthlr.— Gr. Unkoſten 54— 18— Bleiben Summa 513 Rthlr. 6 Gr., welche auf 13 Acker fuͤr Jeden betragen(ungeachtet er ſehr ge— litten von Schloßen), Summa 39 Rthlr. 11 Gr. 6 pf. 3) Helsdorf 60 Scheffel zum Verkauf; alſo 480 Rthlr. Unkoſten 384— Bleiben Summa 446 Rthlr. Alſo auf 7 Acker fuͤr jeden: Summa 63 Rthlr. 17 Gr. Monat Julius. Den ten Julius hat die Beſtellung des Nuͤbſenfeldes mit Gemang und Klee in Rochsburg ihren Anfang genommen. Den Sten Jul. ſind zwei neue Ochſen in Mohsdorf auf die Maſt geſtellt worden; der Rothſchimmel von Berthelsdorf und der ſchwarze von Rochsburg. 2 dielen Ar hr ge⸗ ni nen. jfde und des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1807. 263 Den 13ten Jul. Ende der Gemang⸗ und Klee⸗Beſtellung auf der Ruͤbſenſtoppel in Rochsburg.— Großer Sturm, der vielen Schaden an Gebaͤuden und Baͤumen that! Den 15ten Jul. wollten meine Staͤhre aus Durſt nicht mehr freſſen; eine Warnung, ſie bei großer Hitze,— auch wenn man gruͤn Futter hat,— nicht vom Trinken abzuhalten; es ſey denn, daß man ganz ſaftiges Futter habe. Man ſoll den Schafen daher auch bei gruͤner Fuͤtterung taͤglich Traͤnke an⸗ bieten. Der ſchoͤne Zuſtand meiner Felder kann am beſten dadurch beurkundet werden, daß ich auf einer ganzen Art in Mohsdorf genoͤthigt bin, die Diſteln abhauen zu laſſen, damit ſie nur nicht Samen tragen. Den 17ten Jul. wurden die erſten Staͤhre unter die Rochs⸗ burger Schafe gelaſſen. Die Letztern beſtanden in 53 alten Schafen, und 94 Zeit⸗ und Jaͤhrlingsſchafen. Summa 147 Stuͤck. Ausgemerzt wurden Summa 37 Stuͤck. Monat Auguſt. Den 3ten Aug. habe ich zufaͤllig, auf der Rochsburger Schaͤferei, eine Art Erdaͤpfel entdeckt, die fuͤr mich wichtige Fol⸗ gen haben kann. Sie iſt ſchon voͤllig reif; ſehr mehlreich und traͤgt ſehr große Erdaͤpfel reichlich. Die Schaͤferinn hatte ſie in der Mitte des April gelegt, und behauptete, daß ſie vom Froſte nichts leide. Welche Wohlthat! Erdaͤpfel zu haben, die man ſchon im Auguſt ausnehmen kann! Sie erlauben zeitige Winter— korn⸗Beſtellung, und ſetzen nicht in Gefahr, die Erdaͤpfelerndte durch Froͤſte zu verlieren. Ein Schaf, das ein ſaugendes Lamm hat, ſtaͤhrte heute. Den 11ten Aug. wurde der zweite Klee in Rochsburg ge⸗ hauen. Den 18ten Aug. Anfang der Ruͤbſen⸗Beſtellung in Rochsburg. 264 Oekonomiſches Tagebuch Ende der Duͤngerfahrens aus dem Rochsburger Schafſtall. Das Ausſchneiden der Hoͤrner bei den Staͤhren iſt weſent⸗ lich nothwendig*), wie die heurige Erfahrung mich belehrt, denn bei Vielen wuͤrde in Kurzem der Tod erfolgt ſeyn, wenn Indeſſen hat mir doch ich laͤnger ſaumſelig geweſen waͤre. dieſe Nachlaͤſſigkeit in ſo fern vielen Schaden gethan, daß die Staͤhre nicht ſo zugenommen haben, als es außerdem hoͤchſt wahrſcheinlich geſchehen waͤre. Den 21ſten Aug. fruͤh war ſchon der Ruͤbſen aufgegangen, welcher den 18ten geſaͤet worden; alſo in drei Tagen. Den 25ſten Aug. Das letzte Ruͤbſenſtuͤck in Rochs⸗ burg,— das Hanfſtuͤck,— wurde heute beſaͤet. Den 26ſten Aug. Anfang der Ruͤbſenſaat in Ber⸗ thelsdorf und Helsdorf. Den 27ſten Aug. Ende des Duͤngerfahrens in Mohs⸗ dorf, Berthelsdorf und Helsdorf. Den 28ſten Aug. Ende der Ruͤbſenſaat in Mohsdorf und Helsdorf. Den 2gſten Aug. Ende der Ruͤbſen-Beſtellung in Berthelsdorf. Monat September. Den 2ten Sept. Anfang der Kornſaat in Helsdorf. Den 9ten Sept. iſt die Kornbeſtellung in Helsdorf beendigt. Den 11ten Sept. Ende der Kornbeſtellung in Berthels⸗ dorf. Den 21ſten Sept. ſind die Staͤhre unter die Berthelsdorfer Schafe gelaſſen worden. *) d. h. wenn ſie nach dem Kopfe zu mit den Spitzen ſich kehren„ und in denſelben hineinwachſen wollen, oder doch zu nahe anliegen an den Kopf. Anm. des Herausg. höburger weſent⸗ belehrt, „ wenn ir doch daß die hochſ gangen, Rochs⸗ Ber⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1807. 265 Monat October. Den 1ſten October wurden 40 Scheffel Kalk geloͤſcht zur Kleeduͤngung. Den Loſten Oct. ſind die letzten 60 Scheffel Kalk zur Klee⸗ duͤngung geloͤſcht worden. Monat December. Den 1 1ten Dec. haben die 58 Kauf⸗Staͤhre taͤglich 1 Sack Erdaͤpfel zu ihrem uͤbrigen Futter erhalten. 266 Oekonomiſches Tagebuch IX. Fuͤrs Jahr 1808. Monat Maͤrz. Den 24ſten Maͤrz wurde ein Staͤhrjaͤhrling geſchlachtet, weil er drehend war. Er wog ausgeſchlachtet 2 Stein 3 Pfund ſchwer Gewicht, und 5 ¾— Inſelt. Wir koͤnnen daher wohl mit Beſtand annehmen, daß er,— wenn er geſund geweſen, und bis 1ſten Junius gefuͤttert wor⸗ den,— wohl 45 Pfund Fleiſch und 12 Pfund Inſelt gehabt haben wuͤrde. Ferner, incl. der Lammwolle, koͤnnen wir mit Gewißheit 5 Pfund zu 1 Rthlr. 13 Gr. rechnen. Dies wuͤrde alſo den Werth des Jaͤhrlings, ohne Uebertreibung, bringen auf 45 Pfund Fleiſch zu 3 Gr. 5 Rthlr. 15 Gr. 10— Inſelt zu 5 Gr. 2— 2— 5— Wolle zu 1 Rthlr. 18 Gr. 7— 17— Summa 15 Rthlr. 10 Gr. V Zur Fuͤtterung iſt noͤthig: An Hafer a) als Lamm bis 1ſten Jun. 2 ½ Sippm. P. M. b) das folgende Jahr zu 2 Maͤßchen taͤglich 2 Scheffel Sumuma 2 Scheffel 2¼ Sippm. Peniger Maaß. An Gelde zu 2 Rthlr. den Penig. Scheffel Summa 5 Rthlr. 6 Gr. An Heu a) als Lamm bis 1ſten Junius 167 Pfund b) das folgende Jahr 1277— 1 Summa 1444 Pfund, oder ungefahr Summa 13 Centner zu 16 Gr., an Gelde 8 Rthlr. 16 Gr. chr iger des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 267 Ueberſicht. 15 Rthlr. 10 Gr. Einnahme, 13— 22— Ausgabe. Summa 1 Rthlr. 12 Gr. Gewinnſt, ohne den Duͤnger zu rechnen. Monat April. Der Winter hat ohne Aufhoͤren vom 8ten December bis heute, den 1ſten April, gewaͤhrt. Beſonders gefaͤhrlich war der vorige Monat; im Anfange deſſelben trat Thauwetter ein, welches die Felder entbloͤßte, und dann aufhoͤrte. Hierauf folgte ein ununterbrochener ſehr kalter Morgenwind, welcher noch an— haͤlt, und heute hat es wieder ein wenig geſchneiet.— Wenn waͤrmere Witterung eintritt, wird man erſt im Stande ſeyn, die Wirkung dieſer Witterung auf Ruͤbſen und Klee und Korn anzuzeigen. Gegenwaͤrtig gewaͤhrten vorzuͤglich Ruͤbſen und Klee einen traurigen Anblick: doch ſind die Wurzeln wenig gezo⸗ gen, weil der Froſt immer anhaltend war. Den Lten April ſind die Laͤmmer in Nochsburg abgeſetzt worden. Es ſind deren 73 Staͤhrlaͤmmer, und 69 Kalberlaͤmmer Summa 142 Stuͤck, und erhalten taͤglich 7 Maaß Hafer, oder 162 Noͤßelmaaß. Den öten April fieng es an, ernſtlich zu thauen, nachdem der Winter ohne Unterbrechung vom 8ten December gewaͤhrt hatte.— In der heutigen Nacht regnete es warm, welches große Hoffnung giebt, daß der Nuͤbſen ſich wieder erholen wird, welcher durch den kahlen Froſt, beſonders aber durch Maͤuſe und Rehe, außerordentlich gelitten hat.— Wie noͤthig es iſt, den Nuͤbſen zeitig zu ſaͤen, beweiſt dies Jahr vorzuͤglich. Die hoch und fett gewachſenen Blaͤtter ziehen im Winter, wo ſie verfau— len, eine Art von Decke uͤber ihn, welche jeder Witterung wider⸗ ſteht. Bei den ſtarken kahlen Froͤſten, welche dieſes Jahr vom iſten Maͤrz bis mit 4ten April ohne Aufhoͤren, mit einem ſchar⸗ 268 Oekonomiſches Tagebuch fen Morgenwinde begleitet, dem Ruͤbſen zuſetzte, hat er ſich doch an den Orten, wo er dieſe pergamentartige Bedeckung hatte, unter ihr ganz gruͤn erhalten. Uebrigens war gluͤcklicherweiſe bei dieſen kahlen Froͤſten der Erdboden ganz trocken. Vom ö5ten April bis 9ten in der Nacht war die Witterung gemaͤßigt warm, und es fiel eine Menge Regen, daß die Mulde, welche vorher ſehr klein war, bis an die ſogenannten Schweine⸗ ſtaͤle gieng. In der Racht vom 9ten fiel wieder Schnee und trat Froſt ein. Den 19ten April die erſte Schwalbe.— Froͤſte fort⸗ waͤhrend, doch untermiſcht. Monat Mai. Den 6ten Mai wurden die Wicken auf dem Ochſenſtuͤcke geſaͤet. Den 10ten Mai waͤhlte ich meine Zuchtſtaͤhre aus, Summa 23 Stuͤck. Kaufſtaͤhre wurden ausgewaͤhlt Summa 34 Stuͤck, und Hammel Summa 24 Stuͤck. Immer wird mir merkwuͤrdig bleiben, daß ich die naͤmliche Heerde 4 Tage vorher beſah, und ihre Wolle ohne allen Schweiß und ausgeartet fand; und heute, da der Schweiß auf einmal ſtark eingetreten war, dies Alles veraͤndert, und die Wolle,— anſtatt ausgear— tet zu ſeyn,— als verſchoͤnert beurtheilen mußte, ſo ſtreng ich ſie auch unterſuchte. Den 17 ten Mai wurden die Rochsburger Laͤmmer geſcho⸗ ren. 129 aͤͤltere Laͤmmer gaben 170 Pfund Wolle, und 15 Stuͤck nachgekommene nur 3 Pfund. Hierbei iſt zu bemer⸗ ken, daß beſonders die Kaͤlberlaͤmmer ausgezeichnet feine Wolle hatten. Ein Staͤhrlamm wurde gewogen, und hatte 75 Pfund mit der Wolle.— Es iſt nun wohl nicht zu laͤugnen, daß die Staͤhre uͤberhaupt ſtaͤrkere Wolle haben, als die Schafe; indeſſen ſcheint es doch beinahe, daß zu ſtark treibendes Futter auf den Wuchs der Wolle einen nachtheiligen Einfluß habe,— d. h. das Haar zwar laͤnger, aber auch etwas ſtaͤrker mache.— Weit da mi er ſich eckung en der terung Kulde, veine⸗ und fort⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 269 entfernt hieruͤber, zur Zeit noch entſcheidend urtheilen zu wollen, wird es doch vielleicht nicht nachtheilig ſeyn, die Theorie vorzu— tragen, welche ſich auf dieſe Wahrſcheinlichkeit gruͤndet. Es er⸗ haͤlt nach derſelben das Lamm 2 ½ Sippm. Peniger Maaß Hafer, naͤmlich bis die gruͤne Fuͤtterung angeht, denn bei dieſer wird er ihm nach und nach entzogen; ſo daß ſich das Lamm daran gewoͤhnt, keinen mehr zu erhalten.— Fuͤr 400 Laͤmmer macht dies Summa 250 Scheffel Peniger Maaß. Vom Junius an rechnen wir bis zum Ausmerzen drei Jahre, waͤhrend welcher jedes Individuum taͤglich 4 Pfund guten Futters erhaͤlt. Dies betraͤgt jedes Jahr ungefaͤhr Summa 13 Centner. Alſo wird die Ausgabe ſeyn: 2½ Sippm. Hafer zu 12 Gr 1 Rthlr. 6 Gr. 39 Centner Heu zu 16 Gr. 26——— Summa 27 Rthlr. 6 Gr. Dagegen koͤnnen wir wohl annehmen: 1 Pfund Lammwolle, 3 ½¾— 3 ½— in 3 Jahren jedes Jahr. 57— Summa 114 Pfund Wolle zu 1 Rthlr. 13 Gr.; mithin an Gelde: fuͤr Wolle 17 Rthlr. 18 Gr. 6 pf. fuͤr Merzvieh 6————— Summa 23 Rthlr. 18 Gr. 6 pf. Einnahme. Der Verluſt von 3 Rthlr. 11 Gr. 6 pf. wuͤrde durch den Duͤn⸗ ger erſetzt, und— wahrſcheinlich— ohnedies am Futter er⸗ ſpart; weil die hier zugetheilte Portion ganz gewiß nicht aufge⸗ zehrt wird. Daß der Staͤhr-Verkauf hierbei eine Veraͤnderung macht, verſteht ſich von ſelbſt. Fuͤr gewoͤhnlichen Schafbeſtand aber, ſo wie uͤberhaupt fuͤr ſaͤmmtlichen Viehbeſtand, gilt wohl unſtreitig die Regel: daß man reichlich und gut, aber nicht mit Leckerbiſſen ſuͤttern muͤſſe. 3 270 Oekonomiſches Tagebuch Das Vieh gewoͤhnt ſich ſogleich an Letztere, und will weiter nichts genießen. Die Koſten ſind zu groß, und das Vieh faͤllt ab, ehe es ſich wieder auf gewoͤhnliche Koſt einrichtet.— Wenn die Erdaͤpfel⸗Brennerei zu Stande koͤmmt, werden wir vielleicht die Schafe und Hammel,— wenigſtens die Letztern,— in zwei Jahren maſtfaͤhig und fett haben, und dann an Wolle und Fleiſch mehr erhalten. Daruͤber aber muß die Erfahrung allein entſcheiden.— So viel iſt ausgemacht, daß wenigſtens 1800 Stuͤck zu meiner Wirthſchaft noͤthig ſind; naͤmlich: 400 in Rochsburg, 400 in Berthelsdorf, 400 in Mohsdorf, 100 in Helsdorf. Summa 1 300 Stuͤck. Es iſt nun auch Zeit, von den Erfahrungen uͤber den Ruͤbſen in dieſem Jahre Etwas zu ſagen.— Vom iſten Maͤrz bis 8ten April war er von Schnee entbloͤßt und hartem Froſt mit ſchneidendem und ununterbrochenem Morgenwinde aus— geſetzt. Den 21ſten Maͤrz beſah ich ihn, und gab ihn gaͤnzlich verloren. Demungeachtet hat er ſich,— unter goͤttlichem Bei— ſtand,— erhalten, und ſteht,— wo keine leere Flecke ſind,— recht ſchoͤn. Die Rehe hatten ihm beſonders Schaden gethan, und wo ſie die Krone abgebiſſen, ging er voͤllig ein. Ich habe uͤberhaupt bemerkt, daß die Pflanzen, welche nur etwas von ih⸗ rer Krone behalten, insgeſammt wieder ausſchlagen, auch meh⸗ rere Staͤngel treiben, die wiederum gute Schoten anſetzten. Iſt aber die Krone weg, ſo iſt die Pflanze unwiederbringlich todt; denn aus der Wurzel ſchlaͤgt ſie nicht aus. Behaͤlt der Ruͤbſen ſeine Decke,— wenn ſie gleich wie Pergament ausſieht, und Alles erſtorben ſcheint,— ſo iſt doch ganz und gar nichts verlo— ren. Die Pflanzen ſchlagen wieder aus und heben die Decke.— Ferner ſind die Pflanzen, deren Krone nahe an der Erde ſitzt, viel weniger Gefahr ausgeſetzt, als diejenigen, an den die Krone ſich uͤber die Erde erhoben hat. Sollte die zu zeitige und zu dicke Saat dies,— wie ich glaube,— bewirken, ſo muͤßte beides vermieden werden. Beſonders aber habe ich die zu ſtarke Ausſaat deshalb in Verdacht. Pflanzen, die zu nahe veiter hfäͤll t.— en wir w Wole hrung gſtens des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 271 ſtehen, koͤnnen ſich nicht breiten, ſondern heben ſich.— Uebri⸗ gens war bei dieſem ſchrecklichen und unerhoͤrten Anfall,— naͤm⸗ lich bei dem beſtaͤndig ſchneidenden Morgenwinde vom 1ſten Maͤrz bis mit 8ten April,— beſtaͤndige Trockenheit. Untermiſchte Naͤſſe mit Aufthauen konnte vielleicht die Pflanzen gezogen und voͤlig vernichtet haben. Dies Jahr uͤberzeugt mich unwiderleg— lich, daß der Ruͤbſen im Herbſte weder abgehauen, noch abge⸗ huͤtet werden darf, wenn er auch noch ſo ſtark und fett bewach⸗ ſen; denn die Blaͤtter ſind ſein Schutz gegen die Winterkaͤlte.— Das Wildpret, und hier beſonders die Rehe, thun ihm auch großen Schaden. Die Pflanzen, von den ſie die Kronen abfreſ⸗ ſen, ſind verloren. Man muß daher auf Mittel denken, ſie ab⸗ zuhalten. Diejenigen, welche mir bis jetzt beigefallen, ſind: 1) Einzaͤunung mit Horden,— deren Koſten natuͤrlich erſt zu berechnen; 2) Umziehung der Felder mit Retzen,— dito Koſten; 3) Begießung des Nuͤbſens mit Jauche, oder andern, den Rehen und Wildpret widrigen Sachen*). Den 18ten Mai wurden die Rochsburger Jaͤhrlings⸗ ſtaͤhre geſchoren. Es waren 80 Stuͤck, und gaben Summa 15 Stein 14½ Pfund; mithin Jeder uͤber 44 Pfund des Stuͤck. An einigen Orten hat man den loͤblichen Gebrauch, ſobald das Austreiben der Schafe angeht, den Hammeln die Schwaͤnze ab⸗ ſcheeren zu laſſen. Monat Junius. Den ö5ten Junius iſt die Kleefuͤtterung in Rochsburg ange⸗ gangen, und den öéten in Berthelsdorf, und den 12ten in Mohsdorf. *) Das ſicherſte Mittel— Wegſchießen— ergriff der Graf nicht gern, weil es ihm Vergnügen machte, zuweilen einen Trupp von 6— 8— 10 Rehen außer dem Walde zu ſehen, und ſein Hr. Bruder die Jagd ſehr liebte. Anm. des Herausg. 272 Oekonomiſches Tagebuch Den 2 8ſten Jun. Unaufhoͤrliche Veraͤnderlichkeit der Wit⸗ terung droht mit großer Gefahr fuͤr den Ruͤbſen. Dieſe Gefahr belehrt mich, daß es weſentlich nothwendig iſt, große Tuͤcher fuͤr die Ruͤbſenerndte fertigen zu laſſen; den Ruͤbſen, ſobald er gehauen worden, aufzubinden; ihn auf dieſe Tuͤcher zu ſtellen, und, ſobald er trocken, ihn auf Wa⸗ gen mit Planen in die Scheunen zu fahren. Monat Auguſt. Den 22ſten Auguſt. Anfang der Ruͤbſenbeſtellung in Ber⸗ thelsdorf und Mohsdorf. Die Methode des Hrn. Baͤhrends iſt vortrefflich! Bei der ungeheuern Duͤrre dieſes Jahres habe ich doch auf dem obern Zehendfelde vortrefflichen Kleewuchs, ungeachtet er zum zweiten Jahre ſteht. Andern, und mir ſelbſt in Mohsdorf, geht er nach dem erſten Hiebe ein vor Trockenheit. Auf gedachtem Ze⸗ hendfelde aber, wo ich Kalk mit Erde vermiſcht, nach Baͤh⸗ rends Methode, geſtreut habe, iſt er das zweite Mal noch ſchoͤner, als das erſte Mal gewachſen, und im Fruͤhling war doch kein Klee, ſondern bloßes Gras mit wenig Kleeſtoͤcken ver⸗ miſcht zu ſehen.— Zugleich kenne ich keine wohlfeilere Duͤn⸗ gung in hieſiger Lage. Zehn Scheffel Kalk erhalte ich fuͤr eine Klafter Scheitholz; mithin koſtet mir der Acker damit zu duͤn— gen,— jedoch ohne Fuhrlohn,— 2 Rthlr. 12 Gr. Das Zutraͤglichſte duͤrfte aber wohl ſeyn, dieſen Kalk im Herbſte zu ſtreuen. Den 23ſten Aug. Ende der Ruͤbſenbeſtellung in Berthels⸗ dorf und Mohsdorf. Koche er Wit⸗ Gefahr 9 dm ihn uf uf Dr Ber⸗ Bei eern Aten Rer T Re⸗ Baͤh⸗ noch war ber⸗ Dun⸗ eine un⸗ Das zu el⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1808. 247 Monat September. Den 3ten September. Ende der Raͤbſenbeſtellung in Nochsburg. 1 Monat November. Den 28ſten November iſt das erſte Lamm angekommen. Schoönburg. Wirthſch. 1. 18 274 Oekonomiſches Tagebuch X. Fuͤrs Jahr 1809 9. 1 Durch ein Verſehen der Schaͤfer waren drei Laͤmmer vom Jahre 1808 zugekommen, und dieſe haben in dem erſten Jahre ihres Lebens ſehr ſchoͤne Laͤmmer zur Welt gebracht, ohne im Mindeſten dadurch entkraͤftet oder verſtellt zu ſeyn. Wenn der Klee etwas alt wird, ſo freſſen die Schafe die harten Stiele nicht. Der Schaͤfer Krehgen hatte voriges Jahr die Sturzeln dieſes veralteten Klees mit dem Beil abge— hackt, ehe er den Ueberreſt gefuͤttert, und dieſe Sturzeln duͤrre gemacht. Ungefaͤhr 30 Centner von dergleichen Kleeheu wur⸗ den ſehr begierig von den Schafen in dieſem Winter gefreſſen. Wenn man Hafergarben ungedroſchen fuͤttert, ſo gewoͤhnen ſich die Schafe leicht an, nur den Hafer abzufreſſen, und das Stroh liegen zu laſſen. Dabei nehmen ſie dann aber natuͤrlich ab. Man muß alſo bei dergleichen Fuͤtterung entweder die Ha⸗ fergarben zu Haͤckerling ſchneiden laſſen, oder Antimonium unter das Salz geben. Letzteres erweckt ihre Eßbegierde, und thut wahre Wunder. Indeſſen iſt es allezeit am Beſten, dergleichen Futter zu verfuͤttern, wenn die Kaͤlte am ſtaͤrkſten iſt, und nicht damit anzufangen und zu endigen, ſondern es in der Mitte des Winters zu gebrauchen: denn wenn die Schafe von der gruͤnen Fuͤtterung abgehen, ſo wollen ſie ausgeſuchtes gutes Futter ha⸗ ben, und das Naͤmliche findet Statt, wenn der Maͤrz angeht. Die Laͤmmer duͤrfen nur ſo lange bei ihren Muͤttern bleiben, als ſie ſaugen, weil ſie ſonſt den Letztern die Wolle abnagen. *) Leider hat ſich nun kein ausführlicheres allgemeines wirthſchaftliches Tagebuch nach dem von 1808 unter den Papieren des ſeligen Gra⸗ fen v. Schönburg mehr vorgefunden; und wir können daher nur noch das anſchließen, was ſich meiſt blos in Rückſicht auf Schafzucht,— im Ganzen auch nur Weniges,— in Bezug auf die Jahre 1809— 19 Hiſtoriſches noch vorfand. Die Aufſätze in Band II. dieſer Schriften aber vertreten zum Theil die Stelle dieſes Tagebuchs. Anm. des Herausg. 1 ſer vom jJahy⸗ hne in Schaßt voriges abge⸗ duͤrre wyr⸗ ſen. wüinen d das tütlich he da⸗ nunter d tht leichen —nicht e des ünen ha⸗ . ben, gen. iches Fra⸗ das im .19 tn 9. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1809. 275 Beſonders muß man die Laͤmmer niemals bei den Alten laſſen, wenn Letztere freſſen. Hierbei muß man aber die ſchwaͤchſten Laͤmmer zeichnen, und ſie einige Zeit laͤnger unter dem Mutter— haufen laſſen, als die uͤbrigen, weil ſonſt die ſtaͤrkern ſie vom Futter abtreiben. Die Hoͤrner der Staͤhre wachſen oft in den Kopf dieſer Thiere, verhindern ihre Zunahme, und toͤdten ſie am Ende, weil Fleiſch und Horn in Faͤulniß uͤbergeht. Man kann ihnen aber ohne Bedenken dieſe Hoͤrner abſaͤgen. Das ſtarke Bluten wird durch einen Verband von Spinnengewebe und Leinwand gleich geſtillt, und den zweiten Tag frißt ein ſolcher Staͤhr, und iſt ohne alle Empfindung. Den 2ten Maͤrz. Das lange Saugen der Laͤmmer richtet ihre Muͤtter zu Grunde, ohne ihnen beſonders zu nuͤtzen. So⸗ bald ſie daher Hafer und Heu gehoͤrig freſſen, iſt es am Beſten, ſie abzuſetzen. Doch verſteht ſich dabei ganz natuͤrlich, daß man ihnen das beſte Futter im Ueberfluß gebe.— Dieſes Jahr wur⸗ den ſie den 27ſten Maͤrz abgeſetzt; kuͤnftig aber geſchieht dies einzeln, ſobald Jedes genugſam ſich zum Freſſen eingerichtet hat. Den 15ten Julius ſind die Staͤhre unter die Rochsburger Schafe gelaſſen worden. 18*† 276 Oekonomiſches Tagebuch IX.— Fuͤr die Jahre 1810— 19. Den 1ſten Junius 1810 wurden drei Lammſtaͤhre ge⸗ wogen: Nr. 1. ein kolbiger wog— Pfund - 2, ein gehoͤrnter wog 73— z5 3. ein dergl. wog 84—— Das letztere Gewicht habe ich mir beinahe nicht als moͤglich ge⸗ dacht von einem halbjaͤhrigen Thiere! Von den, dieſes Jahr nach Leipzig verkauften, Merzham⸗ meln hat einer von meiner Rage,— hoͤchſtens dreijaͤhrig,— ausgeſchlachtet an Fleiſch, ohne Inſelt, gewogen Summa 71 Pfund. Wo es nicht an Streu fehlt, gewinnt die Wirthſchaft un— ſtreitig, wenn— ſtatt des Pferchs— die Schafe des Nachts und auch bei der Mittagsruhe im Stalle erhalten werden, und man ihnen reichlich einſtreut. Ein Jaͤhrlingsſtaͤhr wog bei der Schur,— den 1ſten Mai 1811,— 136 Pfund Leipz. Gemichr; und ein Zeithammel 144 Pfund. Zur Vollkommenheit der Schafzucht iſt es durchaus erfor⸗ derlich, daß die Schafe ununterbrochen reichliche und ihnen angenehme Nahrung erhalten. Bekom⸗ men ſie auf einmal zu viel, ſo waͤhlen ſie nur das Beſte heraus, und verabſcheuen den Ueberreſt. Sie muͤſſen daher dieſes Futter nach und nach bekommen, damit die Luſt zum Speiſen immer erneuert werde. Aus dieſem Grunde iſt ein eigner Mann erfor⸗ derlich, welcher im Sommer den eingefuͤtterten Klee auflockere und umwende, und— auch außer der Futterſtunde— nach⸗ fuͤttere.— Eben dieſe Vorſicht iſt bei der Winterfuͤtterung,— beſonders bei geſchnittenem Futter,— nothwendig. Die außerordentliche Trockenheit und Hitze dieſes Jahres verurſachte bei einer meiner Schafheerden in Mohsdorf,— ins⸗ geſammt zweijaͤhrig und ſehr beliebt,— ein furchtbares Ster— ben. Von hundert und einigen Stuͤcken verlor ich in wenigen Tagen 33 Stuͤck! Man fand bei ihrer Oeffnung Blut in der des Baaſe kleine ſache Kranr di haut einſ vert fur Gal des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1810— 19. 277. Blaſe und alle Anzeigen einer verdorbenen Galle, die ſich in die kleinen Eingeweide ergoſſen hatte, und ſo wahrſcheinlich die Ur⸗ ſache des Todes geworden war. Allen Anzeigen nach iſt dies die Krankheit, welche Germershauſen unter dem Namen der Hitze beſchreibt: allein ſein empfohlnes Mittel des Aderlaſſens hatte keine gute, ſondern nachtheilige Wirkung.— Da ich einſah, daß verdorbene Galle die Urſache der Krankheit ſey; ſo verordnete ich zwei Tage hinter einander Glauberſalz, zu 1 Loth fuͤr jedes Stuͤck, fruͤh unter Hafer gemiſcht, um die ergoſſene Galle abzufuͤhren,— doch ohne ſonderliche Wirkung. Der im Fruͤhling gewogene Zeithammel wog den iſten Rov.— ohne Wolle— 152 Pfund. Ein Staͤhrlamm von dieſem Jahre den 1ſten Nov. 105 Pfund mit Wolle. Im November kam ein Lamm an, das krumme Beine hatte. Der Schaͤfer ſchiente es, und die krummen Beine wuch⸗ ſen gerade. Sonſt waren bei der gruͤnen Kleefuͤtterung die Excremente der Schafe fluͤſſig; ſeitdem ihnen aber dabei Hafer gegeben wird, haben ſie aufgehoͤrt, fluͤſſig zu ſeyn, und ſind trocken, wenn ſie gleich ſo viel Klee bekommen, als ſie verzehren wollen. Jahr 1812. Den 5ten Mai wog der ſtaͤrkſte Lammſtaͤhr mit Wolle 85 ⅞ Pfund Leipziger Gewicht. Die Wolle wog 2 Pfund. Wir koͤnnen hierbei nicht unterlaſſen, nachfolgenden Anhang uͤber den Ausfall des ſo wichtigen Verſuchs, der in den Jahren 1810— 12 mit Einfuͤhrung der zweimaligen Schur der Schafe gemacht wurde, hier anzuſchließen. Der Herausgeber. 278 Oekonomiſches Dagebuch Anhang 4 uͤber die zweimaligen Wollſchuren in den Jahren 1810— 12, Heute wurde die Idee,— die Schafe zweiſchuͤrig zu ma— chen,— wirklich ausgefuͤhrt. Veranlaſſung dazu gab, theils die Tuchfabrik,— weil durch kuͤrzere Wolle die Tuͤcher beſſer und ſchoͤner werden ſollen; theils der Glaube, daß durch oͤfteres Abſcheeren das Haar beſſer wachſen, und Erſparniß beim Sortiren bewirken duͤrfte. Die abgeſchorne Wolle hat nur fuͤnf Monate geſtanden, weshalb der Ertrag der Schur um 5 vergroͤßert werden muß, damit die Anſicht richtig werde. Indeſſen iſt dadurch auch die bequemſte Zeit zur Schur aus⸗ gemittelt worden, naͤmlich der 1ſte Mai und 1ſte November. Unſere Aufmerkſamkeit mußte nothwendig beſonders dar⸗ auf gerichtet ſeyn: 1) wie viel Wolle die Schafe iu Durchſchnitt bei der dreima⸗ ligen Schur geben? 1 2) wie viel dieſe ungewaſchene Wolle Abgang bei der reinen Waͤſche zeigt? 3) wie ſich der Ertrag der Rochsburger Schafe,— bei Ha⸗ ferfuͤtterung im Sommer,— gegen den der uͤbrigen Schafe, die keinen Hafer erhielten, verhaͤlt? Die gemachten Beobachtungen ſind folgende: ad 1. Es wurden 1032 Stuͤck geſchoren, und dieſe ga⸗ ben 3130 Pfund. Hierzu muͤſſen wir X rechnen fuͤr den fehlen⸗ den ſechsten Monat. Wir koͤnnen daher die Schur,— nach ver— nuͤnftiger Wahrſcheinlichkeit,— anſchlagen zu 3756 Pfund. Nach dieſer Angabe hat jedes Schaf gegeben 3 Pfund 2039 Loth. In zwei Schuren wird es alſo geben 7 Pfund 848 Loth(2). Wenn wir alſo 1200 Schafe,— als den jetzigen Beſtand,— annehmen; ſo haben wir in zwei Schuren von ihnen zu erwar— ten 87844% Pfund, oder 397 Stein ungewaſchene Wolle*). *) d. h. ganz rohe, auch ungeſchwemmte, da fie zur Fabrica⸗ tion beſtimmt war. Anm. des Herausg. des Grafen H. E. v. Schönburg. 1810— 19. 279 Nan giebt letztere: ad 2. vom Stein 7 Pfund 13 Loth ganz reine Wolle*). Wir koͤnnen alſo Rechnung machen auf 2940 Pfund 9 Loth reine Wolle. Dieſe betragen an Gelde 6666 Rthlr. 1. Gr., und Tuͤcher koͤnnen daraus gefertigt werden Summa 92 Stuͤck zu 27 Rthlr. Gewinnſt, Summa 2484 Rthlr.; zu 20 Rthlr. aber, 1840 Rthlr. Hierzu kommt die Lammwolle an 300 Pfund von eben ſo viel aͤmmern.— Dieſe Wolle giebt nach aͤltern Verſuchen 11 Pfund vom Stein; mithin erhalten wir 150 Pfund reine Wolle, welche nach obigem Preiſe betragen 337 Rthlr. 12 Gr. Es koͤnnen ferner daraus gefertigt werden ungefaͤhr 5 Stuͤck Tuch, an Gelde zu 27 Rthlr., Summa 125 Rthlr.; zu 20 Rthlr. Ge⸗ winnſt, Summa 100 Rthlr. Nach dieſen hoͤchſt wahrſcheinlichen Vorausſetzungen iſt von der zweiſchuͤrigen Schaͤferei zu erwarten: 7003 Rthlr. 13 Gr. Wolle, 2609——— Fabrication. Summa 9612 Rthlr. 13 Gr. Sollten aber die Tuͤcher nur zu 20 Rthlr. Gewinnſt zu ver⸗ kaufen ſeyn, ſo wuͤrde ein Verluſt eintreten von 669 Rthlr. Mit beſtimmter Gewißheit laͤßt ſich zwar jetzt die Ueberſicht nicht machen; ſo viel aber iſt gewiß, daß der Ertrag eher zu ge⸗ ring, als zu hoch, angenommen worden. Bei einſchuͤriger Wolle wuͤrden wir— zu 3 Pfund ge— ſchwemmter Wolle— an reiner Wolle nur 2460 Pfund, mithin 480 Pfund 9 Loth weniger, erhalten haben, und doch iſt die Annahme von 3 Pfund viel zu hoch,— nach zeitheriger Erfahrung!. Ferner iſt ein weſentlicher Vortheil, daß die Wolle viel dichter wird,— wie ſich jetzt den 4aten Jun. 1811,— unwi⸗ derleglich zeigt. Auch nehmen die Schafe viel beſſer zu. *) Wie ſie verarbeitet wird in der Manufactur. Anm. des Hcrausg. Nr. 1— 7. 280 Oekonomiſches Tagebuch Nach vollendeter Waͤſche ſoll der Durchſchnitt des Ertrags hier aufgefuͤhrt werden, und dann wird ſich auch erſt das Ver⸗ haͤltniß der Rochsburger Schafe zu den uͤbrigen beſtimmen laſſen. Die projectirte Einrichtung mit der Beſtellung und mit der Ochſenfuͤtterung,— wodurch der ganze Futter⸗Erbau der Schaͤ⸗ ferei zugetheilt wird,— kann dabei eine betraͤchtliche Vermeh⸗ rung des Schafbeſtandes,— ſo wie die reichlichere Fuͤtterung in Berthelsdorf und Mohsdorf,— eine Vermehrung des Woll⸗ ertrags bewirken. Rochsburg, den 1ſten Nov. 1810. Nach Beendigung der Waͤſche von der Herbſtſchur 1810 haben 145 Stein 8 Pfund 2 Loth zweiſchuͤrige ungewaſchene Wolle gegeben Summa 49 Stein 17 Pfund 14 Loth reine Wolle; mithin hat der Stein dieſer ungewaſchenen zweiſchuͤrigen Herbſtwolle,— mit Auslaſſung eines unbedeutenden Bruchs,— vom Stein gegeben Summa 7 Pfund 17 Loth. Wir hatten nach der Probewaͤſche nur angenommen 7 Stein 13 Loth; mithin iſt bei jedem Stein ein Ueberſchuß geweſen von 4 Loth. Die Fruͤhjahrs-Schur 1811 hat vom Stein bei der Probewaͤſche gegeben: 1ſte Sorte 10 Pfund 13 Loth 2te— 9— 1— 3te— 9— 3— 28 Pfund 17 Loth. Abgang beim Sortiren 18— Bleiben Summa 27 Pfund 31 Loth; alſo im Durchſchnitt 9 Pfund 10½ Loth. Hierzu die ſpeciellen Verzeichniſſe der wirklichen Wollſchuren des n etrags Ver⸗ ſaſen. nider öh⸗ ermah. tterung Wol⸗ 1810 ſchene reine ürigen 6,- Nnach ſn it ei der ten ———ℳ—— des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1810— 19. 281 1) Woll⸗Verzeichniß der Schur im Herbſte 1810. 62 Pfund 25 Loth gute Wolle von 53 Laͤmmern exel. 13—— 30— 12 106— 22 61— 11 3 Pfund 31 Loth der Sack Nr. 1. — Kopfwolle von dieſen exol. 2 Pfd 16 Loth ein Getreideſack. — Bauch⸗ und Beinwolle, auch von dieſen excl. 2 Pfund 28 Loth der Sack Nr. 14. — gute Wolle von 68 Stuͤck Jaͤhr⸗ lingsſchafen excl. 3 Pfd 28 Loth der Sack Nr. 3 — Kopf⸗, Bauch⸗ und Beinwolle von dieſen excl. 6 Pfd 21 Loth ein Getreideſack und ein Wollſack Nr. 2. 12 Stein 10 Pfund 6 Loth oder 274 Pfund 6 Loth Summa der am 1ſten Nov. 1810 geſchor⸗ nen Wolle. 2) Verzeichniß der am 6ten und 7ten Nov. 1810 geſchornen Wolle in Rochsburg von den Muteerſchafen und Staͤhren, als: 1) Von 142 Mutterſchafen excl. 3 Stuͤck, welche mit der Wolle im Beſtande ſind: 339 Pfund 20 Loth gute Wolle 1ſte Sorte. 7— 26— Abgang die Saͤcke Nr. 5. und Nr. 10. 331 Pfund 26 Loth Summa der 1ſten Sorte. 181 Pfund 4 Loth Bauch⸗ und Beinwolle 2te Sorte. 7— 9.— Abgang die Saͤcke Nr. 6 und 8. 173 Pfund 27 Loth Summa der 2ten Sorte. 282 Dekonomiſches Tagebuch 46 Pfund 30 Loth Kopfwolle 3te Sorte. 5— 26— Abgang 2 Getreideſaͤcke. 41 Pfund 4 Loth Summa der 3ten Sorte. Recapitulation. 331 Pfund 26 Loth Wolle 1ſte Sorte, 173— 27—— Lte Sorte, 41— 4—— 3te Sorte. 546 Pfund 25 Loth Summa Summarum der Wolle von 142 Mutterſchafen. Fonnunt auf ein Mut⸗ terſchaf 3 Pfund 27 Loth Wolle. 2) Von 1 alten Staͤhr am 7ten Nov. 1810. 1 Pfund 18 Loth gute Wolle 1ſte Sorte, —— 10— Bauch⸗ und Beinwolle 2te Sorte, —— 2— Kopfwolle 3te Sorte. 1 Pfund 30 Loth Summa, welche in den Saͤcken Nr. 5 und 8. befindlich, aber bei jenen Sorten abgerechnet iſt. 3) Von 12 Lammſtaͤhren eodem. 11 Pfund 26 Loth gute Wolle 1ſte Sorte exel. des Sackes, 7— 10— Bauch⸗ und Beinwolle 2te Sorte excl. des Sackes, 1— 12— Kopfwolle 3te Sorte excl. des Sackes. 20 Pfund 16 Loth Summa Summarum der Wolle von 12 Lamm⸗ ſtaͤhren, wo auf jedes einzelne Staͤhrlamm 1 Pfund 22 ¾ 3 Loth Wolle kommt. 3) Verzeichniß der am 6ten Nov. 1810 geſchornen Wolle. 1) Von 56 Jaͤhrlingshammeln in Rochsburg. 120 Pfund 22 Loth gute Wolle, erſte Sorte, 4— 1— Geyicht des Sackes Nr. 4. 116 Pfund 21 Loth Summa der guten Wolle. d on 14 n Mur. Wolc. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1810— 19. 283 82 Pfund 3 Loth Bauch⸗ und Beinwolle zweite Sorte, 3— 19— Gewicht des Sackes Nr. 7. 78 Pfund 16 Loth Summa der Bauch⸗ und Beinwolle. 24 Pfund 20 Loth Kopfwolle dritte Sorte, 2— 24— Geywicht des Getreideſackes. 21 Pfund 28 Loth Summa der Kopfwolle. 116 Pfund 21 Loth Summa der 1ſten Sorte) ſaͤmmtlich an 78— 16—-——— 2ten— Schoͤnemann zum 21— 28——— 3ten— Waſchen gegeben. 217 Pfund 1 Loth Summa Summarum von 56 Jaͤhrlingsham⸗ meln; mithin kommt auf einen Jaͤhrlingshammel 3 Pfd 28 Loth. 4) Verzeichniß der am 8ten und 9ten Nov. 1810 in Ber⸗— thelsdorf geſchornen Wolle, als: 1) von 273 Hammeln und 14 Schafen zuſammen 287 Stuͤcken Schafvieh. 184 Pfund 9 Loth gute Wolle erſte Sorte excl. 3 Pfd 27 Loth der Sack Nr. 9. 196— 13— dergl. 3 Pfund 31 Loth der Sack Nr. 12. 176— 29— dergl. 3— 31———— 13. 557 Pfund 19 Loth netto gute Wolle erſte Sorte.. 225 Pfund: 26 Loth Bauch- und Beinwolle zweite Sorte excl. 3 Pfund 26 Loth der Sack Nr. 11. 124— 13— dergl. 3 Pfund 19 Loth der Sack Nr. 7. 350 Pfund 7 Loth netto die zweite Sorte. 150 Pfund 11 Loth netto Kopfwolle dritte Sorte excl. der 3 Ge⸗ treideſaͤcke. 284 Oekonomiſches Tagebuch Recapitulation.. 557 Pfund 19 Loth netto gute Wolle erſte Sorte, 350— 7—— Bauch⸗ und Beinwolle zweite Sorte, 150— 11—— Kopfwolle dritte Sorte. 1058 Pfund 5 Loth Summa Summarum der Wolle von 287 Stuͤck Schafvieh. Ueberdies noch 3 Pfund 4 Loth alle 3 Sorten Wolle von einem Hammel ſchwarze Wolle. 2) von 4 Staͤhren, welche von Rochsburg nach Berthels⸗ dorf unter die Maſthammel gegeben, wurde am 9ten Nov. 1810 nachfolgende Wolle geſchoren, als: 3 Pfund 22 Loth gute Wolle erſte Sorte, 2— 14— Bauch⸗ und Beinwolle zweite Sorte, 2— 4— Kopfwolle dritte Sorte. 13 Pfund 8 Loth Summa Summarum. 5) Verzeichniß derjenigen Wolle, welche am 10ten Nov. 1810 in Mohsdorf von 156 Stuͤck Schafvieh, als: 80 Mutterſchafen und 75 Jaährlingsham⸗ meln iſt, geſchoren worden, naͤmlich: 1) von 80 Stuͤck Mutterſchafen. 99 Pfund 6 Loth gute Wolle erſte Sorte, 4— 1— Abgang der Sack Nr. 2. 95 Pfund 5 Loth Summa erſte Sorte. 86 Pfund 16 Loth Bauch⸗ und Beinwolle zweite Sorte, 3— 28— Abgang der Sack Nr. 6. 82 Pfund 20 Loth Summa zweite Sorte. 31 Pfund 1 Loth netto Kopfwolle dritte Sorte excl. 2 Pfund 19 Loth der Getreideſack. ſdes 31 orte, a W neinem rthel⸗ n 9ten Mob. ieh, am⸗ des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1810— 19. 285 Recapitulation. 95 Pfund 5 Loth Summa erſte Sorte, 82— 20—— weite Sorte, 31— 1—— diitte Sorte. 1 208 Pfund 26 Loth Summa Summarum von 80 Mutter⸗ ſchafen. 2) Von 75 Jaͤhrlingshammeln. 116 Pfund— Loth gute Wolle erſte Sorte, 3— 31— Abgang der Sack Nr. 1. 112 Pfund 1 Loth Summa erſte Sorte. 82 Pfund 14 Loth Bauch⸗ und Beinwolle 2te Sorte, 2— 28— Abgang der Sack Nr. 14. 79 Pfund 18 Loth Summa zweite Sorte. 34 Pfund netto Kopfwolle dritte Sorte excl. der Getreideſack mit 2 Pfund 17 Loth. Recapitulation. 112 Pfund 1 Loth Summa der erſten Sorte, 79— 18——— zweiten Sorte, 34————— ddirriten Sorte. 225 Pfund 19 Loth Sunma Summarum von 75 Jährlings⸗ hammeln. 3) Von 93 Jaͤhrlingsſchafen am 12ten Nov. 1810. 107 Pfund 26 Loth gute Wolle erſte Sorte, 3— 13— Abgang der Sack Nr. 15. 104 Pfund 13 Loth Summa erſte Sorte. 94 Pfund— Loth Bauch⸗ und Beinwolle zweite Sorte, 3— 17— Abgang der Sack Nr. 16. 90 Pfund 15 Loth Summa zweite Sorte. 46 Pfund 23 Loth Kopfwolle dritte Sorte, 2— 4— Apwbgang ein Geteeideſack. 44 Pfund 19 Loth Summa der dritten Sorte. 286 Oekonomiſches Tagebuch 1 Recapitulation. 104 Pfund 13 Loth Summa der erſten Sorte, 90— 15——— zweiten Sorte, 44— 19——— ddritten Sorte. 239 Pfund 15 Loth Summa Summarum von 93 Jaͤhrlings⸗ ſchafen. 4) Von 160 Laͤmmern am 183ten Nov. 1810. 134 Pfund 18 Loth gute Wolle erſte Sorte, 3— 20— Abgang der Sack Nr. 18. 130 Pfund 30 Loth Summa der erſten Sorte. 150 Pfund 18 Loth Bauch⸗ und Beinwolle zweite Sorte, 2— 29— Apbgang der Sack Nr. 17. 147 Pfund 21 Loth Summa der zweiten Sorte. 45 Pfund 6 Loth Kopfwolle dritte Sorte, 2— 7— Abgang ein Getreideſack. 42 Pfund 31 Loth Summa der dritten Sorte. Recapitulation. 130 Pfund 30 Loth Summa der erſten Sorte, 147— 21——— zweiten Sorte, 42— 31——— ddritten Sorte. 321 Pfund 18 Loth Summa Summarum von 160 Lammern. Recapitulation ſaͤmmtlicher in Mohsdorf geſchornen Wolle. 208 Pfund 26 Loth von 80 Mutterſchafen. 225— 19—— 75 Jaͤhrlingshammeln, 239— 15—— 95 Jaͤhrlingsſchafen, 321— 18—— 160 Lagͤmmexn. 995 Pfund 14 Loth Summa Summarfim, 10. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 287 5) Summariſche Ueberſicht der im Herbſte vom 1ſten bis mit 13ten Nov. 1810 gehaltenen Schafſchur auf den Schaͤfe⸗ reien zu Rochsburg, Berthelsdorf und Mohsdorf. 1) In Rochsburg. 631 Pfund 9 Loth gute Wolle erſte Sorte, 352——— Bauch⸗ und Beinwolle zweite Sorte, 77— 4— Kopfwolle dritte Sorte. 1060 Pfund 18 Loth S. Summarum oder 48 Stein 4 Pfd 13 2th. 2) In Berthelsdorf. 566 Pfund 9 Loth gute Wolle erſte Sorte, 352— 21— Bauch- und Beinwolle zweite Sorte, 152— 15— Kopfwolle dritte Sorte. 1071 Pfund 13 Loth Summa Summarum oder 48 Stein 15 Pfund 13 Loth. ähtlnge Hierzu noch 3— 4— alle 3 Sorten ſchwarze Hammelwolle von 1 Hammel. 1074 Pfund 17 Loth Summa Summarum oder 48 Stein 18 Pfund 17 Loth. 8) In Mohsdorf. 442 Pfund 17 Loth gute Wolle erſte Sorte, nmern. 400— 10— Bauch⸗ und Beinwolle zweite Sorte, 152— 19— Kopfwolle dritte Sorte. 995 Pfund 14 Loth Summa Summarum oder 45 Stein 5 Pfd 14 Loth. Recapitulation. . Stein Pfund Loth 1640 Pfd 3 Lth gute Wolle 1ſte Sorte dder 74 12 3 1104— 31— Bauch⸗ u. Beinw. 2te S. oder 50 4 31 382— 6— Kopfwolle 3te Sorte oder 17 8 6 3— 4— in 3 S. ſchwarze Wolle oder— 3 4 3130 Pfd 12 Lth Summa Summarum oder 142 6 12 288 Doekonomiſches Tagebuch 6) Verzeichniß der zweiſchuͤrigen Wolle im Jahre 1811. 1008 Stuͤck Schafvieh gaben bei der Fruͤhjahrsſchur 1811 an zweiſchuͤriger Wolle.. 2882 Pfund ö Loth. Jedes einzelne Stuͤck davon gab im Durchſchnitt 2 Pfund 2723 Loth. 714 Stuͤck Schafvieh gaben bei der Herbſtſchur 1811 an zweiſchuͤriger Wolle... 2201 Pfund 24 Loth excl. Lammwolle*). Es kommt daher im Durſchſchnitt auf jedes einzelne Stuͤck 3 Pfund 213 ¾ Loth. 628 Stuck Schafvieh gaben bei der Fruͤhjahrsſchur 1812 an zweiſchuͤriger Wolle.. 1940 Pfund 9 Loth. Im Durchſchnitt auf jedes einzelne Stuͤck kommt 3 Pfund 334½413 Loth. 7) Im Jahre 1812 haben 230 Pfund 26 Loth zweiſchuͤrige Wolle aus Rochsburg erſte Sorte, durch Schefler gewaſchen, nach der Vaͤſche gegeben am 12ten October 1812 98 Pfund 18 Loth. Betraͤgt fuͤr den Stein 9 Pfund 144½§ ½ Loth. *) Davon gaben in Rochsburg allein Erſte Sorte. Zweite Sorte Wolle. 1) 185 Mutterſchafs 285 Pfund 30 Loth 225 Pfund 14 Loth 2) 51 Jährlingsſchafe 92— 14— 44— 1— 3) 71 Kälberläammer 133— 16— 64— 12— 4) 56 Hammel 140— 24— 62— 25— 5) 12 Stähre. Summa 375 Stück. Summa an beiden Sorten 49 Stein 7 Pfund 27 Loth, oder pro Stück 2 Pfund 2833 Loth. des 18tt. hur lalt nd d bo— nitt 1811 ij d 24 1' zelne Siut ur 18. d 9 Loch lt Kochturg „nach de korte Volle nd 14 koth f1=⸗ 12— 25— 7 Jffund Loth. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1813. 14. 289 Jahr 1813 und 1814. Ddie einſchuͤrige Schur gab diesmal(1818) im Durch⸗ ſchnitt 3 Pfund geſchwemmte Wolle vom Schaf. Die Haferfuͤtterung iſt zur Vervollkommnung der Rage— bei den Laͤmmern— ganz unerlaͤßlich. Es iſt aber ſehr rathſam, ihnen Hafer in Verbindung mit Haͤckerling, und im Herbſt nach und nach mit Erdaͤpfeln und Ruͤben zu geben, damit der Ueber⸗ gang zu dem gewoͤhnlichen Futter dadurch erleichtert und jeder Abfall der Zunahme dadurch verhindert werde. Die Schafſchur in Rochsburg war dies Jahr viel beſſer, als in Berthelsdorf. Die zweijaͤhrigen Staͤhre gaben dort im Durchſchnitt das Stuͤck 4 Pfund 8 Loth, wenn die Hammel hier im Durchſchnitt das Stuͤck nur 2 Pfund 24 Loth gaben. Mein Bruder und ich leiden dieſes Jahr(Juni) einen ſehr großen Verluſt auf der gemeinſchaftlichen Schaͤferei,— auf 1500 Rthlr.,— indem 150 Stuͤck Jaͤhrlinge an der Faͤule geſtorben ſind. Dies iſt aber kein reines Ungluͤck: denn es konnte recht gut vermieden werden. Aufmerkſamkeit auf dieſe Thiere war Pflicht; eben ſo ſehr, als auf Schaͤfer und Knechte. Letz⸗ tere wuͤrde bewirkt haben, daß dieſe Leute keine Fehler begangen haͤtten; und wenn dies doch geſchehen waͤre, ſo wuͤrden wilde Kaſtanien, von dem Augenblick an gebraucht, da man bloße Haut bemerkte, gewiſſe Huͤlfe geſchafft haben. Jahr 1815. Durch ein Verſehen des Schäfers waren mehrere Zeitſchafe in Rochsburg zugekommen. Den 24ſten Junius 1815 erſchien das erſte Lamm, und weder Mutter noch Laͤmmer erhielten an— dere Nahrung, als gruͤnen Klee. Dabei ſind Letztere recht gut gerathen, ohne daß man einen Unterſchied zwiſchen ihnen und den Haferlaͤmmern bemerken koͤnnen. Schoöͤndurg. Wirthſch. I. 19 290 Oekonomiſches Tagebuch Jahr 1816. In dieſem Jahre wurde ein Verſuch gemacht mit 4 Jaͤhr⸗ lingen, die Dichtheit der Wolle durch oͤfteres Scheeren zu befoͤrdern. Anfanss ſchien dieſe Methode, Erfolg zu haben; bei der letzten Schur aber zeigte ſich, daß hoͤch⸗ ſtens der Unterſchied einer dreimaligen Schur wenige Loth betrage, und alſo gar nicht in Betracht kommen koͤnne gegen die Unbrauch⸗ barkeit der oͤfters abgeſchornen Wolle. Jahr 1817. beſtaͤtigte ſich ganz die Bemerkung: daß gruͤne Fuͤtterung im Sommer die Wolle verbeſſert, trockenes ſie verſchlechtert. Auch reicht die gruͤne Fuͤtterung weiter, als wenn die naͤm— liche Flaͤche zu Heu gemacht worden. Es wurden dies Jahr auch Verſuche angeſtellt, wieviel ein Schaf bei bloßer Heufuͤtterung taͤglich wohl verzehrt? Es fand ſich Folgendes: Ein Mutterſchaf fraß 3½ Pfund 1 Ein Zeitſchff... 3 ¾— Ein Jaͤhrlingsſchaff. 3— Ein alter Staͤhr... 3 ½— Ein Hammel. 3 4— Im Durchſchnitt alſo das Stuͤck 3 ½ Pfund. 7— Jahr 1818. Nach den zeither erlangten Erfahrungen und Einſichten koͤmmt bei der Schafzucht Alles auf gute und reichliche Fuͤtterung an, beſonders bei der erſten Entwickelung. Die Verfahrungs⸗ art dabei iſt folgende: 1) das Mutterſchaf erhaͤlt, ſo lange das Lamm ſaugt, nichts als gutes Heu,— damit die Laͤmmer ſich nicht uͤberſaugen und ſteif werden.— Ob in Dampf gekochte ähr⸗ fteres Nethode oß höch betrage braud⸗ g im aͤm⸗ Aen fand cten rung ngi⸗ ugt, nch foche des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1818. 291 Erdaͤpfel ſo, wie rohe, ſchaden, muß erſt durch Verſuche gepruͤft werden; 2) die Schafe werden den 5ten Auguſt zugelaſſen, und die Laͤmmer werden den 16ten April abgeſetzt. Von dieſer Zeit an erhalten ſie 3) täͤglich 2 Noͤßelmaaß Hafer auf dreimaliges Fuͤttern. Ddies betraͤgt vom 15ten April bis 1ſten October 1 Scheffel 2 Viertel Dresdner Maaß,— denn 1 Scheffel wird zu 224 Noͤßelmaaß gerechnet,— ungeachtet er beim Nach⸗ meſſen 227 dergleichen Noͤßelmaaß enthielt. Der Scheffel zu 1 Rthlr. 12 Gr., betraͤgt dieſe Lammfuͤtterung 2 Rthlr. 6 Gr. Ad 2 und 3. Die Laͤmmer erhalten nur 1 ¾ Maͤßchen Hafer. Dabei erhaͤlt jedes Lamm taͤglich 2 Pfund Heu, weil es wohl nicht mehr den gruͤnen Klee bei dieſer ſtarken Haferfuͤtterung ver⸗ zehren duͤrfte; in 168 Tagen 336 Pfund,— ungefaͤhr 3 Centn. zu 14 Gr.,— betragen 1 Rthlr. 18 Gr. Heu. Vom jſten October bis 1ſten Junius erhaͤlt dieſer nunmeh⸗ rige Jaͤhrling in 243 Tagen,— jeden Tag 2 Pfund Heu,— 486 Pfund, Summa 4 Centner 2 Stein, 2. Rthlr. 13 ½ Gr. Ferner zur Mittagsmahlzeit 3 Pfund Erdaͤpfel, oder 3 Saͤcke zu 9 Gr., 1 Rthlr. 21 Gr. Er koſtet alſo im erſten Jahre ſeiner Exiſtenz 8 Rthlr. 11 Gr. In jedem der folgenden Jahre theilen wir ihm 11 Centner Heu zu 14 Gr. zu, weil das Plus der Erdaͤpfelfuͤtterung von ei⸗ ner Mahlzeit taͤglich nur 3 Gr. im Jahre betraͤgt.— Dieſe 11 Centner aber koſten 6 Rthlr. 10 Gr. Jedes Individuum wird 4 Jahr behalten und dann ausge⸗ merzt. Es hat alſo in 4 Jahren gekoſtet: erſtes Jahr 8 Rthlr. 11 Gr. drei folgende Jahre 19— 6— Summa 27 Rthlr. 17 Gr. Auslage. 2922 Oekonomiſches Tagebuch Dagegen werden wir bei dieſer Fuͤtterung hoͤchſt wahrſcheinlich erhalten: 1) Wolle,— jedes Jahr 3 ½ Pfund,— Summa 14 Pfund zu 1 Rthlr. 19 Gr. der Stein 40 Rthlr. 2) Verkauf des Merzviehes rech⸗ nen wir zu 8 Rthlr. fuͤr den Hammel, und 10 Rthlr. fuͤr das Schaf; folglich im Durchſchnitt 9——— Summa 34 Rthlr. 2 Gr. Wenn alſo dieſe Fuͤtterung eingefuͤhrt und fortgeſetzt wird; ſo haben wir in vier Jahren von jedem Schaf einen reinen Ueber⸗ ſchuß von 6 Rthlr. 9 Gr. nach Abzug der Fuͤtterungskoſten, und folglich jedes Jahr 1 Rthlr. 14 ½ Gr. Ohne aber auf Fuͤtterungskoſten Ruͤckſicht zu nehmen, wird uns— bei dieſer Methode— jedes Schaf im Jahre einbringen 8 Rthlr. 12 ½ Gr. Wir rechnen dabei, daß in Anſehung des ſehr hoch ange⸗ nommenen Wollgewichts das Mutterſchaf durch Hammel und Staͤhre uͤbertragen werden wird. Sollten wir aber demungeach⸗ tet irren; ſo werden wir unſern Irrthum gewiſſenhaft an⸗ zeigen*). Sehr entſcheidend fuͤr das Gedeihen der Schafe wird das Kochen durch Daͤmpfe— der Ruͤben, Erdaͤpfel— vielleicht auch des naſſen Klees— fuͤr die Schafe ſeyn, obgleich fuͤr jetzt nur theoretiſch beurtheilt. Die Hammel freſſen bei Strohfuͤtterung dies Jahr 9 Pfund Erdaͤpfel taͤglich; nach dieſerhalb angeſtelltem Verſuche. 25 Rthlr. 2 Gr. *) Was trägt da nun eine Schäferei von 1500 Stück Schafen ein! Welch hoher Ertrag!— An einem andern Orte rechnet der Hr. Verf. die Einnahme von 1500 Stück Stallſchafen auf: 238 ⅞ Stein Wolle à 40 Rthlr....= 9540 Rthlr. Lammwolle. 150— Merzvieh 370 Stück à 9 Rthlr. incl. der Schafe 3375— Summa 13065 Rthlr., ohne Bock⸗ und Zuchtſchaf⸗Verkauf. Anm. des Herausg. 6 ſref J. iſem 5 Mut wekäm ceinich ¹. 2Gr. des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1819. 293 In dieſem Jahre 1818 habe ich abermals ungefaͤhr 15 ſteife Laͤmmer gehabt, ob ich gleich nur Heu fuͤtterte. Unter dieſem Heu aber war ungedroſchenes Wickenheu mit Koͤrnern fuͤr die Mutterſchafe verfuͤttert worden, und hatten dieſe Krankheit der Laͤmmer verurſacht. Jahr 1819. Die Schur der Jaͤhrlinge in Rochsburg hat folgenden Er⸗ trag gegeben: 1) 68 Staͤhrjaͤhrlinge, halb Stall- halb Triftart, haben geliefert den 22ſten Mai 10 Stein 14¼ Pfund ſortirte Wolle, 1— 9 ¾— Kocken. Summa 11 Stein 11 Pfund; folglich jeder Staͤhr: 3 Pfund 84 ½ Loth gute Wolle, 14— ausgeſchoſſene. Summa 3 Pfund 23+ Loth pro Stuͤck. 2) 48 Kaäͤlberjaͤhrlinge: 7 Stein 13 Pfund 4 Loth ausſortirte Wolle, 21— 16— ausgeſchoſſene. Summa 8 Stein 12 Pfund 20 Loth; folglich: 3 Pfund 15 7 Loth gute Wolle, 14 ¾— ausgeſchoſſene. Summa 3 Pfund 293 Loth. Bei dieſer Schur wurde der Pelz eines Kaͤlberjaͤhrlings beſonders — mit groͤßter Vorſicht gewogen, und gab das unglaubliche Ge— wicht von 5 Pfund 30 Loth ſehr rein geſchwemmter Wolle. Zwei andere Kaͤlberjaͤhrlinge gaben 4 und 4½ Pfund*). *) und wieviel und oft hat iman nicht ausgeſprengt, daß die Rochsburger Schafe nicht Wolle genug geben! Anm. des Herausg. Schönburg. Wiethſch. I. 20 — ———y——— 294 Oekonomiſches Tagebuch Dieſes Jahr hat eine ganz neue Behandlung der Schafe herbeigefuͤhrt:. 1) Alle Koͤrnerfuͤtterung,— wenn ſie nicht in ungedroſche⸗ nen Garben als Heu beſteht,— iſt voͤllig aufgehoben.— Der Grund davon iſt nicht allein die Koſtbarkeit der Koͤrner, ſondern auch die Ueberzeugung, daß die Schafe ſich bei Koͤrnern auf dieſe verlaſſen und nicht genugſames andres Futter verzehren,— mithin weniger zunehmen. 2) Dagegen werden die Laͤmmer ſo lange bei ihren Muͤttern ggelaſſen, bis ſie ſich ſelbſt abgewoͤhnen. 3) Wenn gleich die Meinung des Hrn. Germershauſen, daß ſpaͤte Laͤmmer feinere Wolle erhielten, ſich beſtaͤtigen ſollte; ſo kann doch dieſe Methode nicht eingefuͤhrt werden, weil 1e d ee a) die Staͤhre zum Verkauf in ſo kurzer Zeit nicht ge— nugſam erwachſen; b) das Schwemmen der Schafe gefaͤhrlich werden wuͤrde. Sollte aber die vorgedachte Theorie ſich wirklich beſtaͤtigen; ſo koͤnnte eine Anzahl Schafe,— ungefaͤhr 30 Stuͤck,— auf dieſe Art behandelt,— die noͤthigen Zuchtſtaͤhre lie⸗ fern, welche dann zwei Jahr erwachſen muͤßten, ehe ſie gebraucht wuͤrden. derSthe wavviche⸗ ten— Kärnee ſich de 8 andres Muͤten hauſen, beſtäthen tt welden des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1823— 25. 295 XII. Anhang. Angabe der Wollſchuren in den Jahren 1823— 25*). Einnahme an Wolle von der Schafſchur 1828. 1) Von der Rochsburger Stallſchaͤferei. von 195 Schafen 23 Stein 5 Pfd gute Wolle in 19 Geb.(Nr. 1., ein dergl. 3— 11¼— Locken iſt ungeſchwemmt geſchoren worden. den 27ſten und 28ſten Mai 1823. 12— 16 ⁄— gute Wolle in 9 Geb. 1 von 95 gelten Scha⸗ 1 17— Locken fen Nr. 2., incl. 10 St. alten Nr. 1. den 28ſten Mai 1823. 10— 14— gute Wolle in 8 Geb. 9 von 87 Jaͤhrlings⸗ 1— 13— Locken ſchafen. den 28ſten Mai 1823. — 134— gute Wolle in 3 Geb. 9 von 21 Staͤhren und — 144— Locken 3 Jaͤhrlingsſchafen. den 4ten Jun. 1823. 9ĩ⁴ 57 Stein 17 ½ Pfd S. Summarum, und zwar: 50 Stein 5 ½ Pfd gute 7— 1134— Locken⸗ Wolle ut s. —Vʒ—ꝛ·— *) Dieſen Anhang, der mir erſt ganz neuerlich noch zugekommen iſt, kann ich nicht unterlaſſen, hier beizufügen, da dergl. von andern Jah⸗ ren hier auch vorgekommen ſind. Der Herausg. 20* —— — 296 Oekonomiſches Tagebuch 2) Von der Berthelsdorfer Schaͤferei. . M von 824 Stuͤck, . als: 127 Schafen 106 Stein 6 Pfd gute Wolle in 80 Geb./ und 697 Hammeln 17— 10— Locken incl. 34 St. Jaͤhr⸗ lingshammeln von 123 Stein 16 Pfd Summa Summarum.] Rochsburg. ut s. 3) Von der Triftſchaͤferei. 108 Stein 14 ½ Pfund gute Wolle in 82 Gebunden, 5— 19— Kocken. 114 Stein 11 ½ Pfund Summa Summarum, am 26ſten und 27ſten Mai 1823. Hierzu —— 18 ¾— Summa von Drehenden und Sterblingen in 1 Geb. abgeliefert am 7ten Jun. 1823. 115 Stein 8 Pfund Summa Summarum. 4) Von der Mittelfrohner Schaͤferei. 32 Stein 8 Pfund gute Wolle in 22 Gebunden, 7— 8— LKocken. 39 Stein 16 Pfund Summa, nach Angabe des Richters Unger, und am ö5ten Jun. nach Rochsburg abgeliefert. 5) An Lammwolle. 5 Stein 8 Pfund von 124 Laͤmmern der Stallſchaͤferei in Rochsburg, —— 14¼— von 4 Laͤmmern in Berthelsdorf, 5— 6— von der Triftſchaͤferei. 10 Stein 15 Pfund Summa Summarum der Lammwolle*). *) Nach einer Beilage, die ich hierbei fand, gaben 21 Stähre und 3 Jähr⸗ lingsſchafe, die den 4ten Jun. 1823 geſchoren wurden, allein 4 Stein 6 Pfund; alſo das Stück 3 Pfund 24 Loth Wolle. Anm. des Herausg. d des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1823— 25. 297 19 4 Recapitulation. Stic,. dtefn 57 Stein 17 ¾ Pfund Sumna bei Rochsburg, unntn 128— 16——— WBerthelsdorf, 83 115— 8——— Triftſchaͤferei, d.Jhf tn um 4 39— 16——— Mittelfrohne. 336 Stein 13 ½ Pfund S. Summarum gute und Lockenwolle. Hieruͤber 10 Stein 15 ¾ Pfund Summa Summarum an Lammwolle. Rochsburg, am 8ten Jun. 1823. Nachtrag. un— Stein 12 Pfund 22 Loth gute und 2 Pfund 2 Loth Locken von 4 Jaͤhrlingsſtaͤhren, welche am 28ſten Jun. geſchoren. m—— 15— 16— dergl. gewaſchene Fellwolle bis rten 3i1ſten Aug. 1823. 837 Stein 18 Pfund 14 Loth Summa Summarum an Wolle, und 3 10 Stein 15 ½ Pfund— Loth S. Summarum an Lammwolle. nget,. ehur Einnahme an Wolle von der Schur des Jahrs 1824. rei in a) in Rochsburg. 3 von 336 alten Schafen 1 18 Suan d6 Ped nte5 44* und 58 Jährlingsſchafen, — geſchoren am 31ſten Mai. 9 6— 4— gute in 5 Geb. 2 von 49 Staͤhren und 1— 19¼— Locken 1 Jaͤhrllingsſchaf. ihr 64 Stein 16 Pfund Summa bei Rochsburg. Sten (NB. Ein Staͤhr gab 3 Pfund 22 Loth Wolle.) ———— 298 Oekonomiſches Tagebuch b) in Berthelsdorf. 37 Stein 24 Pfd gute in 29 Geb. 2 von 207 Hammeln und 11— 3— Locken 95 Schafen. 3— 111— gute in 3 Geb. 9 von 28 Jaͤhrlingsham⸗ 1— 1¼— Locken. meln. 29— 31¼— gute in 25 Geb. 4 8— 3 ¾— Locken von 252 Hammeln. 30— 16¾— in 19 Gebunden grobe*) von 60 Scha⸗ fen und 124 Hammeln. 120 Stein 194 Pfd Summa bei Berthelsdorf. Recapitulation. 64 Stein 16 Pfund Summa in Rochsburg, 120— 19 ¼—— in Berthelsdorf. 185 Stein 13½ Pfund Summa Summarum. c) in Mittelfrohne. 40 Stein 3 Pfund gute in 30 Gebund, 83— 34¾— grobe in 20 Gebund, 1——— Locken⸗ 833 Stein 17¼ Pfund Summa bei Mittelfrohne. d) Triftſchaͤferei. 76 Stein 16 Pfund gute in 64 Gebund, 11— 14— Locken. 88 Stein 8 Pfund Summa von der Triftſchaͤferei. Summariſche Wiederholnng. 64 Stein 16 Pfund Summa Stallſchaͤferei Rochsburg, 120— 19 ½—— Berthelsdorf, 83— 174—— Nittelfrohne, 88— 8—— Triftſchaͤferei. 357 Stein 164 Pfund Summa Summarum. *) d. h. weniger hochfeine: denn Landwolle gab es hier gar nicht. Anm. des Herausg. meln und lugeſu neln. — Scha⸗ mmeln. 9, des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 1823— 25. 299 Verzeichniß der im Jahre 1825 geſchornen Wolle, als: 1) Gebund⸗Wolle a) auf der Triftſchaͤferei. 86 Stein 18 Pfund in 73 Gebunden von 848 Stuͤck, am 27 ſten Mai und 7ten Jun. 1825. b) von der Stallſchaͤferei in Rochsburg. 81 Stein 19¼ Pfund in 55 Gebunden, von 574 Stuͤck am 6ten und 20ſten Jun. 1825*). c) bei ebenderſelben Schaͤferei befindlich. 4 Stein 3 Pfund in 3 Gebunden von 30 Stuͤck eingekauften Hammeln am éten Jun. 1825. —) auf der Schaͤferei Berthelsdorf. 116 Stein 11 Pfund in 82 Gebunden von 838 Stuͤck, am 9ten und 17ten Jun. 1825. 289 Stein 8 Pfund S. Summarum der Wolle in 213 Geb. 2) an Lammwolle. 10 Stein 21 ½ Pfund von 228 Laͤmmern in der Stallſchaͤferei zu Rochsburg, geſchoren am 28ſten Mai. 2— 6—— 81 L;nmmern der Schaͤferei zu Ber⸗ thelsdorf am 1 7ten Jun. 1825. 7— 11 ¾—— 248 Lämmenn der Triftſchaͤferei, ge⸗ ſchoren am 20ſten Jun, 1825. 20 Stein 17 Pfund Siumnma Summarum der Lammwolle. Rochsburg, am 21—ſten Jun. 1 825. *) Nach einer Beilage, die vom Amtsrichter Unger atteſtirt iſt, gaben dies Jahr die Mutterſchafe pro Stück 3 Pfund 4 Loth, die Jährlinge pro Stück 3 Pfund 11 Loth, und die Hammel pro Stück 3 Pfund 1 Loth Wolle, Anm. des Herausg. „ nebſt Halle, Gebauerſchen Buchdruckerei. gedruckt in der ——ꝛꝛ——————ꝛ—ꝛ— ———