—————— ———————— — —n 4 3 . 4 5 — —— ꝛmnne praktiſche Rieſelwirth. Anleitung, natürliche Wieſen durch Bewäſſerung in ihrem Ertrage zu erhähen un d unfruchtbare Ländereien durch Waſſer in fruchtbare Wieſen umzuſchaffen. Nach eigenen Erfahrungen von G. C. Patzig, Adminiſtrator der Gräfl. Gersdorff'ſchen Rittergüter Hermsdorf und Jannowitz⸗ Mit 75 Abbildungen. ——— ſſſſſ ———Oꝓoõ——C—C— Leipzig, Gebruͤder Reichenbach. 1840. ——— —⸗—⸗;::— Im Verlage der Gebrüder Reichenbach in Leipzig ſind erſchienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Converſations⸗Lexicon, Allgemeines deutſches, fuͤr die Gebildeten eines jeden Standes, mit der gleichbedeu— tenden Benennung der Artikel in der lateiniſchen, franzoͤſiſchen, engliſchen und italieniſchen Sprache, nebſt der deutſchen Aus⸗ p ſprache der Fremdwoͤrter. Herausgegeben von einem Vereine Gelehrter. 10 Baͤnde. 2. Abdruck. gr. 8. 1839— 1840. Weiß Druck⸗Papier...... 10 Thlr.— Gr. Patenk⸗Papier....... 1414 16 ⸗ Feines Poſt⸗Papier..... 13 ⸗ 8 Ff. Schweizer Velin⸗Papier. 15 ⸗— ⸗ Zedlitz-Neukirch, L., Freiherr v., Neues Preussisches Adels-Lexicon, oder genealogische und di- plomatische Nachrichten von den in der Preussischen Monarchie ansässigen oder zu derselben in Beziehung . stehenden fürstlichen, gräflichen, freiherrlichen und ade- ligen Häusern, mit der Angabe ihrer Abstammung, ihres Besitzthums, ihres Wappens und der aus ihnen hervor- gegangenen Civil- und Militairpersonen, Helden, Gelehrte Künstler. 5 Bände. gr. 8. 1836— 39. auf fein weiss Druckpapier.... 7 Thlr. 18 Gr. auf extra fein Velinpapier 10- 12—- W. v. Türk, vollſtaͤndige Anleitung zur zweckmaͤßigen Behandlung des Seidenbaues und des Haspelns der Seide, ſowie zur Erziehung und Behandlung der Maulbeerbaͤume, nach den neueſten Erfahrungen und Beobachtungen. Mit 1 Tabelle und 2 Kupfert. 2te umgearb. Aufl. 1835.— 15 Bg. gr. 8. (jeetzt) ſteif boſch.— fruͤher 1 Thlr. 4 Gr.— jetzt 18 Gr. Deſſelben, Neueſte Erfahrungen hinſichtlich des deut⸗ ſchen Seidenbaues und der Erziehung und Behandlung der Maulbeerbaͤume, nebſt einem Plane zur Errichtung von Seidenbauvereinen. 1837.— 9 ½ Bogen. gr. 8. — broſch.— fruͤher 16 Gr.— jetzt 12 Gr. Maul⸗ und Klauenſeuche. Oder praktiſche Anwei⸗ ſung zur Erkennung, Vorbauung und Heilung dieſer beiden Krankheiten, jede fuͤr ſich allein und in ihrer Verbindung unter ſich ſelbſt, ſo wie in ihren Complicationen mit der Euterſeuche, dem Nervenfieber, Faulfieber, milzbrandartigem Fieber und an⸗ 4 dern Uebeln betrachtet. Fuͤr Thieraͤrzte und Landwirthe von 1 1 ¹ 4 — einem praktiſchen Thierarzt. 8. 1835. broſch.. 12 Gr. fn Uan Bibl. V Siessen Der praktiſche Rieſelwirth. Anleitung, natuͤrliche Wieſen durch Bewaͤſſerung in ihrem Ertrage zu erhoͤhen un d unfruchtbare Laͤndereien durch Waſſer in fruchtbare Wieſen umzuſchaffen. Nach eigenen Erfahrungen, von 1 G. C. Patzig, Adminiſtrator der Graͤfl. Gersdorff'ſchen Ritterguͤter Hermsdorf und Jannowitz.— Mit 75 Abbildungen. Leipzig, 5 Gebruͤder Reichenbach. 1840. ——— um den geſammten Wieſenbau hochverdienten Herrn Herrn Grafen von Gersdorff, Hochge boren, 1 6 1 . Erbherrn auf Hermsdorf, Jannowitz und Lipſa ꝛc., ac., ꝛc. · in tiefſter Ehrfurcht gewidmet „ vom Verfaſſer. — 1 — 9 5 8 Vorwort. Dieſes kleine Werk, welches ich mit der Bitte um nachſichtsvolle Beurtheilung dem landwirthſchaftlichen Publikum vorlege, rief ganz beſonders der oftmals aus⸗ geſprochene Wunſch des Herrn Grafen von Gers⸗ dorff, dieſen ſo hochwichtigen Culturzweig der Land⸗ wirthſchaft ſo allgemein als moͤglich zu machen, hervor. Der Herr Graf, welcher mit groͤßter Energie und ein⸗ ſichtsvollem Kennerblicke dieſem Zweige die groͤßten Opfer brachte, ja ſelbſt Reiſen in die entfernteſten Laͤnder un⸗ ternahm, um Alles aufzubieten, damit dieſer wichtige Ge⸗ genſtand,„die Bewaͤſſerung der Läͤndereien“, auf den Fluren des Vaterlandes einheimiſch werde, erbot ſich ſogar, Landwirthe aus niederen und hoͤheren Staͤn⸗ den unentgeltlich in dieſem Fache unterrichten zu laſſen. Einestheils iſt der Zweck erreicht, denn aus den fernſten Nord- und Oſtgegenden gehen Briefe ein, die kund thun, welcher Ertrag dadurch erzielt wor⸗ VI den ſei; anderntheils moͤge dieſes kleine Werk dazu beitragen, Allen, die nicht Gelegenheit haben, ſich von den in demſelben ausgeſprochenen Wahrheiten in der Wirklichkeit zu uͤberzeugen, eine Anweiſung zu geben, auf welche Art der Landwirth es moͤglich machen kann, allem Futtermangel zu entgehen. Unſere Schuͤler, welche nicht blos aus Soͤhnen Deutſchlands, ſondern auch aus Maͤnnern, geboren in den unfreundlichſten Steppen des Oſtens, beſtanden, hegten immer den Wunſch, ein Buch zu beſitzen, wel⸗ ches im Detail alle erforderlichen Regeln und Grund⸗ ſaͤtze des Wieſenbaues praktiſch naͤher erlaͤuterte. Ob⸗ gleich nun meine ausgedehnten Adminiſtrationsgeſchäfte nicht geſtatteten, zu jeder Zeit uͤber dieſen Gegenſtand zu arbeiten, und ich deshalb nicht im Stande war, ſchon fruͤher dieſen vielfach ausgeſprochenen Wunſch zu befriedigen, ſo habe ich doch in den ſtillen Stunden der Nacht nunmehr dieſe Arbeit beendet, und wuͤn⸗ ſche, daß dieſelbe ihren Zweck erfuͤllen und den Maͤn— nern vom Fach genuͤgen moͤge. Ich wiederhole die Bitte, daß man die vielleicht vorkommenden Maͤngel nachſichtsvoll beurtheilen moͤge; denn der prakti⸗ ſche Landwirth iſt wohl mit dem Pfluge, weniger aber mit der Feder vertraut. Ich habe dem Buche den Titel: „Der praktiſche Rieſelwirth“ gegeben, weil in demſelben blos von Rieſelwieſen u VII die Rede iſt. Nach vielfacher Erfahrung des Herrn Grafen von Gersdorff auf deſſen weiten Reiſen, hatten die Rieſelwieſen vor den Stauwieſen jederzeit in Hinſicht des Ertrags den Vorzug; auf ſeinen Befehl wurden demungeachtet hier kleine Ver⸗ ſuche angeſtellt, doch immer ſtanden dieſelben den Rie⸗ ſelwieſen weit nach, und ich habe deshalb auch jene nicht in Erwaͤhnung gebracht. Sollte das vorliegende Werk in mancher Hinſicht mit den Grundſaͤtzen anderer Schriftſteller uͤber den Wie⸗ ſenbau nicht uͤbereinſtimmen, ſo lege man an daſſelbe nicht den ſtreugen Maßſtab der Schule; denn es ſind alle Regeln und Grundſaͤtze aus Erfahrung genommen, und dieſe weicht ja oftmals von der Theorie, mag letztere auch ſo feſt ſtehen als ſie will, in vielen Stuͤcken ab. In dem zweiten und dritten Abſchnitte mußte die Theorie, ſollten jene ein zuſammenhaͤngendes Ganze bilden, mit zu Rathe gezogen werden; doch iſt dieſe keineswegs hypothetiſch aufgeſtellt, ſondern feſt auf Grundſaͤtze der Erfahrung gegruͤndet, und nicht nur beſtaͤtigt, ſondern auch ausfuͤhrbar gefunden worden. Die andern Abſchnitte ſind rein praktiſch— fuͤr manchen Theoretiker vielleicht zu praktiſch— doch auf feſtſtehende Wahrheiten baſirt, und ich habe deshalb, wo es nur irgend moͤglich war, Alles vermieden, was Dunkelheiten und Irrungen hervorbringen koͤnnte. - ———— VIII Moͤge dieſes kleine Werk zur ſchnellen Ausbrei— tung dieſes wichtigen Culturzweigs, „der Bewaͤſſerung der Laͤndereien“, ein Scherflein mit beitragen. Dies iſt der Wunſch Jannowitz, in der koͤnigl. preuß. Oberlauſitz, im Januar 1840. des Verfaſſers. = * 13. Inhalk. Vorwort. Erſter Abſchnitt. Werth der Wieſenwirthſchaft. Zweiter Abſchnitt. Bodenkenntniß beim Wieſenbau. §. 2— 23. Vorerinnerungen..........„ A) Der Thonboden. §. 3— 6. Eigenſchaft des Thonbodens... Wahrzunehmende Ruͤckſichten bei der Bewaͤſſerung und Ma⸗ nipulation des Thonbodens..... Bemerkungen fuͤr die Ausfuͤhrung des Kunſtwieſenbaues auf Thonboden....... Das Belegen des Thonbodens mit Raſen. B) Der Lehmboden. §. 7—11. Eigenſchaft des Lehmbodens. 1 Die Vorzuͤge des Lehmbodens bei dem Wieſ ſenban. Wahrzunehmende Ruͤckſichten bei der Bewaͤſſerung und Manipulation des Lehmbodens..... Das Anſaͤen des Lehmbodens mit Graͤſern. Das Verhalten des Waſſers zum Lehmboden. C) Der Sandboden. §. 12— 18. Eigenſchaft des Sandbodens. Manipulation des Sandbodens. Seite 9 10 13 14 8 19. 20. 21. 22. 23. . Das Bewaͤſſern des Sandbodens.. Das Anſaͤen des Sandbodens mit Graͤſern. Das Verhaͤltniß des Sandbodens zum Kunſtwieſenbau. Verhaͤltniß des Sandbodens zum natuͤrlichen Wieſenbau. Schlußbemerkungen bei der Lehre von der Manipulation und Bewaͤſſerung des Sandbodens... D) Der Moor⸗ und Torfboden §. 19—23. Vorkommen und Eigenſchaft dieſer Bodenarten. Das Verhaͤltniß des Torfbodens zum Wieſenbau. Verhaͤltniß des Moorbodens zum Wieſenbau..... Wahrzunehmende Ruͤckſichten bei der Manipulation des Moorbodens....... Die Manipulation des Moorbodens. Dritter Abſchnitt. Arten und Wirkung des Waſſers nebſt deſſen Verbeſſerung. §. 24— 46. Vorerinnerungen..l... A) Wirkung des Waſſers im Allgemeinen. §. 25— 35. 25. Erlauterung... 26. Die einzelnen Wirkungen des Waſſers... 27. 1) Düngend. a) Nährend......... 28. Was befoͤrdert beſonders die Ablagerung der duͤngenden Beſtandiheilen....... 29. b) Reizend...... 30. Beweis dieſes ſcheinbar blos theoretiſchen Grrundſatzes.— 31. 2) Aufléſend........... 32. 3) Erhaltend. Gegen die Einwirkung des Froſtes. 33. Gegen die Einwirkung der allzugroßen Hitze. 34. 4) Zerſtoͤrend, auf die der Vegetation der guten Graͤſer und Kraͤuter nachtheiligen Einfluͤſſe. Schlußbemerkungen..... ·——— .. . — XI B) Naͤhere Bezeichnung des Waſſers, wel⸗ ches zur Bewaͤſſerung angewendet werden kann, nebſt deſſen Einwirkung auf die Bildung der Graͤſer. §. 36— 42 .Arten der zur Bewaͤſſerung tauglichen Gewaͤſſer. Feld⸗ und Teichwaſſer.......... Bach⸗ und Flußwaſſer......... Ueber die Erzeugung und Vertilgung der Binſen(Juncus). . Quellwaſſer............. Moor⸗ und torfgrundige Quellen........ 2. Geſammeltes Waſſer.... C) Die Verbeſſerung des Waſſers. §. 43— 46. 43. 1) Verfahrungsweiſe, um die naͤhrende Kraft des Waſ⸗ ſers zu erhoͤhen.„......... 44. 2) Verfahrungsweiſe, um die den guten Wieſenpflanzen nachtheiligen Einwirkungen des Waſſers zu beſeitigen. 45. Beweis dieſes ſcheinbar blos theoretiſchen Grundſatzes. 46. Schlußbemerkungen......... Vierter Abſchnitt. Die praktiſche Ausfuͤhrung des Wieſenbaues. §. 47— 95. 47. Einleitung............ 48. Die Eintheilung des Wieſenbaues..... A) Der Kunſtwieſenbau. §. 49— 90. 49. Allgemeine Regeln und Vorbemerkungen, nebſt den er⸗ forderlichen Kenntniſſen, Inſtrumenten und Werkzeugen zur Ausfuͤhrung des Kunſtwieſenbaues.... 50. Wo beginnt man den Bau?....... 51. Wie legt man die zur Bewaͤſſerung heſtinumie Flaͤche? 2. Was muß im Betreff des Bodens wahrgenommen werden? Kann ein Kunſtwieſenbau ohne Raſenbedeckung ſtattfinden? Waͤs muß dabei beobachtet werde?.... . Was muß hauptſaͤchlich der Wieſenbauer verſtehen?. Welche Kenntniß muß außerdem der Wieſenbauer beſitzen? Seite — XII Seite 56. Erforderliche Inſtrumente und Werkzeuge zur Ausfuͤhrung des geſammten Wieſenbaues, nebſt deren Gebrauch... 61 57. Das Nivellirinſtrument.......... 61 58. Die Zielſcheibe............. 64 59. Die Wiſirbretchen.......... 64 60. Der rechie Winfel.......... 67 61. Die Meſtettt........... 60 62. Die Schnuren........ 683 63. Die Hand⸗ oder Schu lbkarie......... 69 64. Das Wieſenbeil......... 69 65. Die Steohſchipper......... 79 66. Die Spatenſchippe,........... 71 67. Die Planirhacke........ 72 68. Die Raſenklatſche oder der Schlaͤger...... 73 69. Die Abſteckſtaͤbe..„...... 17473 70. Ausfuͤhrung des Kunſtwieſenbaues. 33 a) Die Ausfuͤhrung des ſchmalen Ruͤcken⸗ baues. 5*§. 71— 82. . Einleitende Bemerkungen.......... 74 72. Vorarbeiten bei Ausfuͤhrung des ſchmalen Ruͤckenbaues. Zu beobachtende Ruͤckſichten bei Anlegung der Entwaͤſſe⸗ rungsgraͤben........ 75 73. Zu beobachtende Rückſichten bei der Anlegung des Haupt⸗ zuleitungsgrabens........... 77 74. Das Abſtecken der NRuͤcken durch Pfaͤhle mit Huͤlfe des Nivellirinſtrumentes............ 78 75. Verfahren, um bei der Berechnung einer unebnen Flaͤche zu finden, wie hoch oder wie tief man die Ruͤcken legen ſoll. 81 76. Das Verfahren, um bei einer ebenen Flaͤche die Ausglei⸗ chung des Bodens zu berechnen....... 83 77. Die Terraſſirung einer Anlage.. 84 78. Beruͤckſichtigung einer Regel, wenn der Hauptentwaͤſſe⸗ rungsgraben ein Bach oder Fluß iſt....... 87 79. Uebergang zur praktiſchen Ausführung des ſchmalen Ruͤcken⸗ baues...... 88 80. Fortſetzung.......... 90 81. Anlegung der Be⸗ und Entwaͤſſerungsrinnen.... 91 82. Zu beobachtende Ruͤckſichten, wenn das Entwwaͤſſerungs⸗ waſſer wieder benutzt werden ſoll..... 92 deite SO e 5ee 83. 84. 85. 86. 87. 88. 89. 90. 91. 92. 93. 94. 95. 96. XIII b) Die Ausfuͤhrung des breiten Ruͤckenbaues. §. 83— 85. Vorbemerkungen.. Vorarbeiten bei Ausfuͤh grung des breiten Rückenbaues. Uebergang zur praktiſchen Ausfuͤhrung c) Die Ausfuͤhrung des Hangbaues. §. 86— 89. Vorbemerkungen...... Vorarbeiten bei Ausfuͤhrung des Hangbaues. Wo die Abdachung der Flaͤche gebrochen iſt. Uebergang zur praktiſchen Ausführung. Der zuſammengeſetzte Bau. B) Der natuͤrliche Wieſenbau. § 91— 95. Vorerinnerungen.. Die praktiſche Ausfuͤhrung des natürlichen Wieſenbaues. Die Anlegung einer Bewaͤſſerung auf einer Flaͤche, welche nur aͤußerſt wenig Gefaͤlle hat. Die Anlegung einer Bewaͤſſerung auf einer FKlaͤche, welche bedeutendes Gefaͤlle hat, moͤge nun daſſelbe von allen Seiten nach Innen, oder blos nach einer Seite zu gehen. Das Verfahren des Planrrens bei bedeutenden Abtragun⸗ gen, mit Beruͤckſichtigung, daß die Dammerde oder Acker⸗ krume immer die beſte Schicht bleibt....... Fünfter Abſchnitt. Ausfuͤhrung aller beim geſammten Wie⸗ ſenbau vorkommender Graben⸗ und Damm⸗ arbeiten. Berechnung des koͤrperlichen In⸗ haltes derſelben, nebſt der darauf begruͤn⸗ deten Waſſerconſumtion der Graͤben, als auch Regeln um Reſervoire oder Waſſer⸗ behaͤlter anzulegen. 4 §. 96— 112. A) Grabenarbeit. §. 96— 105. Vorerinnerungen und erforderliche Vorkenntniß bei Anle⸗ gung aller Graͤben... Seite 92 94 97 97 98 101 10²2 10² 104 107 107 115 118 XIV Seite §. 97. Specielle Benennung aller beim Wieſenbau vorkommenden Gräben.............. 128 §. 98. Der Kangl..........128 §. 99. Der Hanptzuleitungsgraber... 138 §. 100. Der Hauptentwaͤſſerungsgraben... 140 §. 101. Der Bewaͤſſerungsgraben(Grippe, Rinne).... 142 §. 102. Der Entwaͤſſerungsgraben(Grippe, Rinne)..... 143 §. 103. Der Vertheilungsgraben.......... 144 §. 104. Der Einlaßgraben.......... 145 §. 105. Der Vertical⸗ oder Transportirgeaben. 147 B) Dammarbeiten. §. 106—108. §. 106. Vorerinnerungen und erforderliche Vorkenntniſſe bei Anle⸗ gung der Daͤmme..... 150 §. 107. Die Anlegung eines Dammes, in welchen eine Waſeelei⸗ ung geführt werden ſoll......... 150 §. 108. Die Anlegung eines Dammes fuͤr Waſſerbehaͤlter... 154 C) Anlegung der Waſſerbehaͤlter. §, 109— 112. §. 109. Vorerinnerung.. 157 §. 110. Allgemeine Regeln bei Anlegung der Waſſ ſerbehälter.. 158 §. 111. Die Anlegung eines Reſervoirs oder Waſſerbehaͤlters.. 158 §. 112. Nutzen des Reſervoirg........... 160 Sechſter Abſchnitt. Wehre, Stauapparate, Schleußen und Siehle. §. 113— 124. §. 113. Allgemeine Erläuterung....... 162 A) Die Anfertigung und Anle⸗ gung der Wehre. §. 114—117. §. 114. Vorerinnerungen.......... 163 §. 115. Wehre von Steinen.... 166 §. 116. Wehre von Pfaͤhlen und Gerten... 169 §. 117. Wehre von Zimmerhelz;.......171 B) Stauapparate. §. 118. Anfertigung und Einlegung deſſelben....... 173 — V— 3 — ‿ e, C) Schleußen. §. 119— 123. Allgemeine Vorerinnerungen. Schleußen, welche in Baͤchen angebracht werden... Kleinere Schleußen, welche in den Ableitungs⸗ oder Hauptzuleitungsgraben eingelegt werden..... Ganz kleine Schleußen, welche das Waſſer aus dem Haupt⸗ zuleitungsgraben entnehmen und unmittelbar auf die Wieſe führen........ — Berechnung des horizontalen Waſſerdrucks auf den Schutz einer Schleußfe........„. Steßle.... Siebenter Abſchnitt. Koſtenaufwand aller vorkommenden Ar⸗ beiten beim geſammten Wieſenbau. §. 125— 137. Nöthige Vorbemerkungen........ A) Koſtenveranſchlagung einer Wieſenan⸗ lage in Kunſtbau, ſei es Hang⸗ oder Ruͤcken⸗ bau.............. B) Koſtenveranſchlagung einer Melioration durch natuͤrliche Bewaͤſſerung..... 128. 129. 130. 131. 132. 133. 134. 135. 136. 137. C) Planirarbeiten. §. 128— 129. Ausgleichung des Bodens ohne Schnur...... Ausgleichung des Bodens nach der Schnur..... D) Einzelne vorkommende Erdarbeiten. §. 130— 136. Aufgrabung des Bodens....... Raſenabſtechen............ Naſenſetzen.............. Heranſchaffung der Raſen..... Feſtſchlagen der Raſen.......... Grabenarbeiten......... Dammarbeiten. Koſtenbetrag der Wehre, Staue und Schleußen 4 2 189 194 197 198 198 199 199 200 200 203 204 — 138. 139. 140. 141. 142. 143. 144. 145. 146. 147. 148. 149. 150. 151. 152. XVI Achter Abſchnitt. Die Pflege der bewaͤſſerten Wieſen. §. 138— 153. Noͤthige Vorerinnerungen. A) Ausfuͤhrung der Bewaͤſſerung. §. 139— 152. Wie groß iſt der Waſſerbedarf zur Bewaͤſſerung einer be⸗ ſtimmten Flaͤche? Wann und Wie ſoll gewäſſert werden? Die Bewaͤſſerung im Monat October. B) Unterhaltung Jahreszeit.. November. December. Januar. Februar.. Maͤrz. April. Mai. Juni. Juli. Auguſt. September. der Bewaͤſſerungswieſen. .153. Aufſicht uͤber dieſelben und noͤthige Beachtung in jeder Seite 206 207 209 210 211 211 212 212 213 214 215 215 216 217 217 218 — Ab W Erſter Abſchnitt. Werth der Wieſenwirthſchaft. § 1. Diejenigen Laͤndereien, welche in der Landwirthſchaft zur beſtaͤndi⸗ gen Erzeugung von Gras benutzt werden, nennen wir Wieſen. Ohne dieſelben iſt nur unter guͤnſtigen Umſtaäͤnden und beſondern localen Verhaͤltniſſen eine Viehhaltung moͤglich; da aber ohne Letztere das Fortbeſtehen einer Wirthſchaft nicht denkbar iſt, ſo iſt auch die Erzeugung von Futter die Tendenz der ganzen Landwirthſchaft. Ob nun gleich im Einzelnen der Bedarf deſſelben auch ohne Wieſen erzielt werden kann, ſo bleibt doch immer die Erzeu⸗ gung des Futters auf dem Felde eine weit koſtſpieligere, als die der Wieſen, und kann nur fuͤr ſolche Gegenden aufgeſtellt werden, wo alle Futterkraͤuter und Graͤſer ohne beſondern Duͤn⸗ geraufwand einen bedeutenden Ertrag gewaͤhren. Die Natur hat aus ihrer ſegensreichen Fuͤlle hier und da Laͤndereien geſpendet, welche durch ihren hohen Futter-Ertrag ſowohl einzelnen Landwirthſchaften, als ganzen Provinzen Reich⸗ thum und Wohlſtand gewaͤhren. Doch wuͤrde dieſe Kraft der Erzeugung zuletzt abnehmen, wenn die Natur nicht eben ſo muͤtterlich fuͤr eine hoͤchſt wohlfeile immerwaͤhrende Er⸗ ſetzung derſelben geſorgt haͤtte. Wuͤrden alle ſolche Laͤnderſtriche, welche ihren Reichthum durch die erzeugten Produkte der Vieh⸗ haltung oder durch dieſe ſelbſt gewinnen, ſich in ſolchem Wohl— 1 2 ſtand befinden, wenn ſie die Erzeugung von Futter durch koſtſpielige Duͤngung erkaufen muͤßten? Nein! Wir fragen nun: wodurch ſind dieſe vor andern ſo beguͤnſtiget? und kommen durch die Beantwortung dieſer Frage auf den Grundſtoff alles vegetabiliſchen Daſeins. Es iſt das Waſſer. Die fruchtbarſten Gefilde werden nur durch daſſelbe geſchaffen. Die ſchoͤnſten Laͤnderſtriche finden wir an den Ufern der Fluͤſſe; obgleich hier durch Ueberſchwemmungen oftmals der Ertrag einer ganzen Ernte vernichtet wird, ſo befinden ſich doch jederzeit die Landwirthe ſolcher Gegenden immer in bluͤhenderem Wohlſtande als irgend wo, denn was die Natur in einem Jahre raubt, zahlt ſie im andern Jahre doppelt wieder. Futtermangel kennen ſolche Ge⸗ genden nicht, deshalb uͤberwinden ſie leichter eine ungluͤckliche Periode, als andere Gegenden. Gab nun aber die Natur nicht jeder Gegend, unter jedem Himmelsſtriche, wo Landwirthſchaft getrieben, mehr oder weniger dieſes wichtige Element, das Waſſer? Wenige kennen den wah⸗ ren Werth deſſelben; ſie zuͤrnen dem kleinen, freundlichen Bach, wenn er nach einem Regenguß uͤber ſeine Ufer ſtromt und Zerſto⸗ rungen anrichtet. O der Thoren! ſind ſie nicht ſelbſt Schuld daran! Immer mehr werden die Ufer eingeengt, um einen Fuß breit Land zu gewinnen; dies iſt ſo jetzt die Art der Landwirthe, die Bäaͤche zu behandeln, anſtatt daß man ihnen ein weiteres Bett verſchaffte und dadurch allen Zerſtoͤrungen uͤberhoben ſein wuͤrde. Gluͤcklich iſt der, welcher Herr uͤber einen Bach iſt. Gluͤcklicher noch als der, deſſen Felder und Wieſen von einem Fluſſe be⸗ ſpuͤlt werden; dieſer kann den Extrag derſelben nicht mit Gewißheit beſtimmen, er weiß nicht ob eine Fluth ſeine Hoffnungen zer⸗ ſtoͤrt. Jener aber kann es, er weiß, die Zeit und Witterung mag kommen wie ſie will, ein reicher Ertrag bleibt ihm gewiß; darum werde ein jeder Landwirth, dem ſich nur irgend Gelegen⸗ 8 — 3 heit darbietet, ein rationeller Wieſenwirth, und es iſt ganz gleich, ob ſeine Felder naſſer Thon oder ſteriler Sand ſind, — er wird mit jedem Jahre ſeinen Wohlſtand heben. Ein jeder werde Wieſenwirth; Bewaͤſſerung iſt der Hebel des ganzen landwirthſchaftlichen Gewerbes. Eine bewaͤſſerte Wieſe iſt ein Treibhaus fuͤr den Graswuchs. Es iſt eine ſegensreiche Cultur, bei deren Ausfuͤhrung und ſach— gemaͤßer Erhaltung unter keinem Verhaͤltniſſe der Landbau ins Stocken geraͤth. Obgleich nun ſchon ſeit Jahrhunderten die Bewaͤſſerung be⸗ kannt iſt, und manche einzelne Laͤnder ihren Wohlſtand blos die⸗ ſem Culturzweig zu danken haben, ſo hat er doch in unſerm Vaterlande noch nicht dieſe Aufmerkſamkeit erregt und iſt noch nicht in dem Grade gewuͤrdiget worden, als er es wohl ver— dient; was auf der einen Seite wohl der hinten anſtehenden agrariſchen Legislatur, auf der andern Seite aber hauptſaͤchlich der Averſion der jetzigen Landwirthe vor allen Unternehmungen, welche wiſſenſchaftliche Kenntniß, eigne Aufſicht und mitunter korperliche Anſtrengungen, nebſt Thaͤtigkeit und Liebe zum Ge⸗ ſchaͤft erfordern, zuzuſchreiben iſt. Nur in den fuͤdlichen Gegenden Deutſchlands finden wir ein ſolches Wieſenareal, welches dem Gewerbe der Landwirth⸗ ſchaft entſpricht, und dort finden wir auch Wohlſtand; wir wollen deshalb unſere Augen nach ſolchen Gegenden lenken, welche uns die Bahn beſchreiben, der wir folgen ſollen, und die tauſendfache Gelegenheit benutzen, die uns die Natur mit gleicher Liebe dargeboten hat. Wenn gleich mit aller Muͤhe und Sorgfalt die noͤrdlichen Climaten nie das hervorbringen werden, was die ſuͤdlichern ohne allen Fleiß darbieten, ſo kann doch dort die Kunſt unendlich viel ſchaffen und durch die Bewaͤſſerung in 1* 4 unſerm gemaͤßigten Clima der Futterbau auf eine faſt undenk⸗ ſor bare Hoͤhe gebracht werden. ei Der Ertrag der Wieſen kann nun auf zweifache Weiſe ku durch Bewaͤſſerung geſteigert werden; es laſſen ſich dieſe Me⸗ a liorationen in Kunſtwieſenbau und natuͤrlichen Wieſenbau nu eintheilen. Obgleich die erſtere in Beziehung des Ertrags der T anderen bei weitem vorzuziehen iſt, ſo iſt doch die letztere unter in beſonderen Verhaͤltniſſen(§. 91) nur allein anwendbar. Meinen ru Leſern will ich nun ein lebendiges, treues Bild aller dieſer 8 Wieſenmeliorationen vorlegen, mag ein Jeder ſeiner Wieſe das Kleid anpaſſen, welches ihr am beſten ſteht. 3 W — ſ 1 Zweiter Abſchnitt. t ſc 1 Bodenkenntniß beim Wieſenbau. 6 Vorerinnerungen. d §. 2. Die Anſicht, daß es auf die Beſchaffenheit des Bodens beim„ Wieſenbau nicht weſentlich ankomme, iſt noch ſehr allgemein, und di wohl dadurch zu entſchuldigen, daß ein jeder Boden, wenn er n nur nothduͤrftig Feuchtigkeit enthaͤlt und beſitzt, Gras erzeugt. nn Geht man jedoch hierin etwas weiter, ſo wird man bald an ge dieſer Anſicht irre werden, denn wir bemerken z. B. daß an einem gen Orte auf Thon, Moor und Sandboden Gras waͤchſt, dahin⸗ gegen an anderen Orten wieder auf denſelben Bodenarten eine ne 5 föͤrmliche Desorganiſation der Graͤſer ſtattfindet, woraus zu erſehen iſt, daß die oͤrtlichen Verhaͤltniſſe und aͤußeren Einwir⸗ kungen eine Hauptrolle bei den Bodenarten und deren Wirkung auf die Vegetation ſpielen. Durch Bewaͤſſerung bleiben ſich nun die aͤußeren Einwir⸗ kungen auf den Boden, ſowohl in Hinſicht des Temperatur⸗ wechſels, als auch in Beziehung der Naͤſſe und Trockenheit, immer ziemlich gleich, darum auch der Boden bei der Bewaͤſſe⸗ rung einen großen Einfluß auf Quantitaͤt und Qualitaͤt des Futters ausuͤbt. Der Moorboden z. B. liefert manchmal, wenn nicht ganz unguͤnſtige Umſtaͤnde es verhindern, ohne Bewaͤſſe⸗ rung ſehr ſchoͤnes Gras, dahingegen nach der Bewaͤſſerung mit Waſſer, welches ihm nicht zuſagt, oftmals ſeine ganze Geſtalt ſich aͤndert und er nur ſchlechte, dem Thiere hoͤchſt ſchaͤdliche, unnahrhafte Graͤſer hervorbringt. Sei man deshalb ja vorſich⸗ tig in Beurtheilung ſeines Bodens, entſchließe man ſich nicht ſo ſchnell, Waͤſſerungsanlagen zu realiſiren, ohne zuvor denſelben unterſucht zu haben; ein zu ſchnelles Handeln moͤchte theuer be⸗ zahlt werden. Es ſei jedoch hiermit nicht geſagt, daß es Bo⸗ denarten gaͤbe, welche eine Wieſenmelioration ganz unmoͤglich machten, d. h. welche ihrem Koſtenaufwande gemaͤß ſich nicht verwertheten; nein! dies keineswegs, ſondern die Manipulation muß ſich nach dem Boden richten, ſie darf nicht mechaniſch nach einmal gelernten Handgriffen ausgefuͤhrt werden, ſie darf nicht in dem Thonboden wie in dem Sandboden, und im Moore wie in dem Lehmboden unternommen und die nachher ſtattfindende Bewaͤſſerung auf dem einen wie auf dem andern Boden vollzo⸗ gen werden. Ich werde meine Erfahrungen und Verſuche mittheilen, moͤgen ſie manchem Landwirth nüͤtzen. 6 Bei der Eintheilung der Bodenclaſſen erlaube man mir blos viererlei aufzuſtellen. Da es beim Wieſenbau nicht darauf an— kommt, welche chemiſche Beimiſchungen dieſer oder jener Boden enthalte, und in welchem Verhaͤltniſſe dieſelben zu einander ſtehen, ſo uͤbergehe ich das ganz und bemerke nur noch, daß der practiſche Wieſenwirth und Rieſelmeiſter ſich im Allgemeinen bei jeder Bodenart genaue Kenntniß von der obern Schicht oder Ackerkrume, der Mittelſchicht und dem Untergrunde verſchaffen muß. Die Kenntniß der beiden erſteren ſichert den Ertrag und die des letzteren mindert die Meliorationskoſten, wenn, was bei großen Bauten haͤufig vorkommt, ſchwierige Auf- und Abtra— gungen geſchehen muͤſſen. Die am haͤufigſten vorkommenden Bo⸗ denarten beim Wieſenbau ſind: der Thonboden, der Lehmboden, der Sandboden, der Moor⸗ und Torfboden. A) Der Thonboden. Eigenſchaft des Thonbodens. §. 3. Dieſe Bodenart eignet ſich in allen Climaten unter den Verhaͤltniſſen einer guͤnſtigen Entwaͤſſerung, durch welche demſelben alles Grund- als auch Tage-Waſſer entzogen werden kann, zum Wieſenbau. Nur duͤrfen ſeine Grundbeſtandtheile nicht mehr als hoͤchſtens 73 ½ feinen, abſchlemmbaren Thon enthalten, wenn dieſer Boden die Vegetation der Graͤſer befoͤrdern ſoll. Ein d ————— 7 ſo weſentlicher Umſtand derſelbe unter anderen Bodenmiſchungen zur fruchtbaren Ackererde iſt, ſo kann er doch in zu uͤberhaͤuf— tem Verhaͤltniſſe zu den anderen Miſchungen dem Pflanzen⸗ wachsthume hoͤchſt nachtheilig werden Aus folgenden darauf gern wachſenden Pflanzen kann der Wieſenwirth den Boden leicht erkennen: Dactylis glomerata, Knaulgras, Carduus nutans, große Ackerdiſtel, Arctium majus, große Klette, Bromus giganteus, große Trespe, Scabiosa pratensis, Wieſenſcabioſe, Brunella vulgaris, gemeine Pruͤnelle und andere mehr. Iſt dieſer Boden mit Geroͤlle oder Gewuͤrzel vermengt, ſo iſt ſeine Bearbeitung faſt unmoͤglich und zum Wieſenbau nicht anzurathen, iſt er jedoch frei von ſolchen zufaͤlligen Beimiſchun— gen, ſo laͤßt er ſich doch, wenn gleich unter allen Erdarten am ſchwierigſten(wegen ſeiner Adhaͤſionsfaͤhigkeit an die Werkzeuge im feuchten Zuſtande) mit Radehaue und anderen aͤhnlichen Werkzeugen bearbeiten. Die Mel iorationskoſten ſtehen in dieſem Boden nur unter der Bedingung der oben erwaͤhnten Entwaͤſſe⸗ rung, einer hinlänglichen Menge guten, warmen Waſſers und beim Eintritte einer fruͤhzeitigen Vegetation jeden Jahres, im Verhaͤltniſſe zu ſeiner Verwerthung. Wahrzunehmende Ruͤckſichten bei der Bewaͤſſerung und Manipulation des Thonbodens. Q 5 §. 4 Die Bewaͤſſerung auf dieſem Boden muß vorſichtig und mit Umſicht geſchehen, da derſelbe wegen ſeiner ſtrengen Con— ſiſtenz die aufgenommene Feuchtigkeit lange an ſich haͤlt, deshalb ſich ſehr leicht ein zu großes Uebermaß anhaͤuft und derſelbe dadurch 8 erkaltet, indem dieſer Boden uͤberhaupt nur bei angemeſſener, gegen G andere Bodenarten hoͤherer Waͤrme, geeignet iſt, fuͤr die Pflan— zenwelt ein guter Erhalter zu ſein. Doch im gleichen Verhaͤlt⸗ niſſe muß auch auf ſeine Austrocknungsfaͤhigkeit Ruͤckſicht genom— men werden, ein zu langes Ausſetzen der Bewaͤſſerung ſchadet eben ſo viel, als ein zu anhaltendes. Doch braucht er unter allen Bodenarten das wenigſte Waſſer. Feld⸗, Bach⸗ und V geſammeltes Waſſer eignet ſich wegen der hoͤheren Waͤrme gerade V vorzugsweiſe auf Thonboden zur Bewaͤſſerung. Quellwaſſer V nur dann, wenn es warme Quellen ſind, oder, wenn es vor V der Benutzung die atmoſphaͤriſche Waͤrme angenommen hat. b Bemerkungen fuͤr die Ausfuͤhrung des Kunſtwieſen⸗ baues auf Thonboden. b §. 5. Wird Kunſtwieſenbau auf Thonboden vorgenommen, ſo hat man beſonders darauf zu ſehen, daß nach Beendigung der b Anlage die Bewaͤſſerung nicht zu fruͤhzeitig beginnt. Durch das Abſchaͤlen und Wiederaufſetzen des Raſens werden die zarten G Graswuͤrzelchen beſchaͤdigt, bringt man nun auf die neu auf— V gelegten Raſen ſogleich Waſſer, ſo verhindert man das Ein⸗ wachſen derſelben in den Boden, es bildet ſich zwiſchen dieſem und dem Raſen eine Waſſerſchicht, wodurch die Wurzeln ertraͤnkt werden und die Raſen abſterben, ſo daß durch eine ſolche falſche Be— handlung ſchoͤnſte neu angelegte Wieſe total verdorben wer⸗ den kann. Vier bis fuͤnf Wochen brauchen die Raſen Zeit, ehe ſie feſt einwurzeln. Man unterſuche nur nach 4—5 Tagen die auf⸗ bo gelegten Raſen, es werden ſich ganz kleine, ſchwache, weiße i Wuͤrzelchen zeigen, welche nach unten zu gehen, nach Verlauf von wieder 8 Tagen ſind dieſelben ſchon in den Boden einge— b drungen und haben kleine Nebenzweige gebildet; in gleichem. 9 Grade geht dieſe Ausbildung fort, und nach 4—5 Wochen hat ſich der Raſen mit dem Boden innig vereint und kann von demſelben nur mit ſcharfen Werkzeugen getrennt werden. Das Belegen des Thonbodens mit Raſen. §. 6. Soll der Thonboden mit Raſen belegt werden, ſo ſuche man es gleich nach der geſchehenen Planirung auszufuͤhren, damit die obere lockere Krume, worauf die Raſen zu liegen kommen, nicht wieder feſt getreten oder gefahren werde, wo⸗ durch den feinen, zarten Graswuͤrzelchen der Raſen die ſchnelle Einwurzelung erſchwert, dieſelben wohl gar verhindert werden, in den feſtgetretenen Boden einzugehen, der Raſen an zu kraͤn— keln faͤngt und bei der beginnenden Bewaͤſſerung foͤrmlich ab⸗ ſtirbt. Die Boͤſchung der Graͤben(§. 96) in Thonboden iſt nicht von ſolchem Umfange zu nehmen, als in anderen Bodenarten, er widerſteht wegen ſeiner Bindigkeit mehr der Unterwaſchung. Einfuͤßige Boͤſchung iſt vollkommen hinreichend. B) Der Lehmboden. Eigenſchaft des Lehmbodens. §. 7. Dieſe Bodenart iſt fuͤr die Bewaͤſſerung und den Wieſen⸗ bau die vorzuͤglichſte; ſie unterſcheidet ſich von der erſtern durch ihren groͤßern Gehalt an Sand, beſitzt bei weitem nicht ſolche ſtrenge Conſiſtenz und iſt weniger ſchwer und kalt, ihre waſſer⸗ haltende Kraft iſt geringer als die der vorigen, und beſonders wegen der letzteren Eigenſchaft zur Bewaͤſſerung, wo es haupt⸗ 10 ſaͤchlich darauf ankommt, immer das richtige Maß von Feuch⸗ tigkeit und Waͤrme hervorzubringen, der geeignetſte. Die darauf wildwachſenden Pflanzen ſind: Lolium perenne, engl. Raygras, Poa trivialis, rauhes Fußgras, Bromus arvensis, Ackertrespe, Rumex crispus, Krausampfer, Leontodon Taraxacon, Loͤwenzahn, Carduus crispus, Krennsdiſtel u. a. m. Die Vorzüuge des Lehmbodens bei dem Wieſenbau. §. 8. Der Lehmboden iſt unter allen Verhaͤltniſſen, mag er ge— miſcht ſein mit was er nur wolle, moͤgen ſeine zufaͤlligen Bei— mengungen Steine, Geroͤlle oder Holz ſein, der vorzuͤglichſte zum Wieſenbau. Er wird durch Bewaͤſſerung zum Treibbeet der Graͤſer, wenn ſein Miſchungsverhaͤltniß aus 509 Lehm und 509 Sand beſteht, indem dann durch dieſelbe immer ein der Vegetation vortheilhaftes Verhältniß von Feuchtigkeit und Waͤrme hervor⸗ gebracht werden kann. Die gegenſeitige Ausgleichung ſeiner Beſtandtheile wird bewirken, daß hinlaͤnglich genug Conſiſtenz vor— handen iſt, um den Pflanzen einen ſichern Standort zu gewaͤh⸗ ren, ſich Feuchtigkeit zu erhalten, ohne Saͤure zu erzeugen und doch nebenbei zu dem zu gleichen Theilen beigemengten Sand der Atmoſphaͤre freien Zutritt geſtatten, die Waͤrme aufnimmt ohne zu verhaͤrten und die uͤberfluͤſſige Feuchtigkeit wieder aus⸗ ſtroͤmen laͤßt. Dieſer Boden laͤßt ſich, wenn er frei von Beimengungen iſt, leicht bearbeiten und vereinfacht dadurch die Meliorations⸗ koſten ſehr. ic⸗ duf and umt 11 Wahrzunehmende Ruͤckſichten bei der Bewaͤſſerung und Manipulation des Lehmbodens. §. 9. Der Lehmboden vertraͤgt unter allen Bodenarten am erſten eine ungeregelte Bewaͤſſerung, ein Verſehen in derſelben bringt nicht gleich Stockungen im Ertrage hervor, er nimmt es nicht gleich uͤbel, wenn er einmal zu lange durſtet, oder wenn er einmal zu ſatt getraͤnkt worden iſt. Doch darf man nicht glau— ben, daß eine oͤftere Wiederholung ſolcher fehlerhafter Bewaͤſſe— rung durchaus keinen Nachtheil braͤchte, es ſoll nur hiermit geſagt werden, daß eine zu große Aengſtlichkeit im Verfahren der Bewaͤſſerung nicht noͤthig iſt. Ueberhaͤufte Naͤſſe ſchadet dem Lehmboden eben ſo ſehr, als allzu lang anhaltende Trockenheit, beides iſt jedoch bei einer gut eingerichteten Waͤſſerungsanlage und bei vernuͤnftiger Behandlungsweiſe in Betreff der Bewaͤſſe⸗ rung nicht denkbar. Kommen in dieſer Bodenart beim Wieſenbau bedeutende Auf⸗ tragungen vor, ſo muß die aufgeſchuͤttete Erdmaſſe gut gerammt oder geſtampft werden, denn ſo ſchoͤn auch ohne dieſes eine neu angelegte Wieſe im Anfange ſich dem Auge darbietet, ſo erſcheint ſie doch nach Verlauf von einem Jahre in deſto mißlicherer Geſtalt. Bei der groͤßten Genauigkeit koͤnnen in dieſem Boden kaum Senkungen vermieden werden, er hat das Eigenthuͤmliche, ſich nur erſt durch die Laͤnge der Zeit feſtzulagern, und oftmals nach einem Zeitraume von mehreren Jahren, wenn man es nicht mehr vermuthet, entſtehen an Stellen, wo Ausfuͤllungen geſche⸗ hen ſind, Vertiefungen, deren Wiederherſtellung dann bisweilen die Bewaͤſſerung ſtoͤrt. ——————— 1² 5 Das Anſaͤen des Lehmbodens mit Graͤſern. §. 10. Fehlen Raſen zur Bedeckung der Flaͤche, ſo geſtattet unter allen Bodenarten der Lehmboden das Anſaͤen der Graͤſer, da er uͤberhaupt einzig und allein derjenige iſt, welcher am meiſten zu Gras inclinirt. Man befoͤrdert durch die Anſaat mit einem Gemenge guter Graͤſer, indem man die mit Raſen ein⸗ gefaßten Bewaͤſſerungsrinnen mit Waſſer fuͤllt und hierdurch der Flaͤche immer etwas Feuchtigkeit zukommen laͤßt, ſehr ſchnell eine gute Grasnarbe. Doch bemerke ich noch, daß in ſolchen Faͤllen nicht eher gewaͤſſert werden darf, als bis alles Gras aufgegangen iſt und wenigſtens eine Hoͤhe von zwei Zoll erreicht hat, auch alle Entwaͤſſerungsrinnen mit Ra⸗ ſen eingefaßt ſind, damit dann bei der ſtattfindenden Bewaͤſſerung die Ufer derſelben nicht eingeſpuͤlt und die Rinnen zugeſchlaͤmmt werden. Es ſchadet hier nichts, wenn bei großen ausgedehnten Wie⸗ ſenbauten die planirte Flaͤche nicht ſogleich mit Raſen bedeckt wird und vielleicht mehrere Tage unbedeckt liegen muß, auch wohl gar waͤhrend der Arbeit feſt getreten oder gefahren wird, die ſpaͤter aufgelegten Raſen wurzeln doch ſchnell ein und nach Verlauf von 3—4 Wochen kann die Bewaͤſſerung beginnen. Das Verhalten des Waſſers zum Lehmboden. §. 11. Auf die Qualitaͤt des Waſſers iſt nicht Ruͤckſicht zu neh⸗ men, nur vermeide man zur Bewaͤſſerung ſolches anzuwenden, beſonders wenn der Lehmboden mit Eiſenſteinen vermengt iſt, welches aus Moor⸗ und Torfgruͤnden geleitet und wegen ſeines zu großen Antheils an Humusſaͤure Riedgraͤſer und Binſen her— ach leh⸗ den, iſ eines her⸗ 13 vorbringt, welche dann, obgleich ſie mit der Zeit verſchwinden, in den erſten Jahren den Ertrag der guten Graͤſer ſehr verrin— gern und bei falſcher Behandlungsweiſe nie auszurotten ſind. Quellwaſſer iſt mit demſelben Vortheile anzuwenden, als Teich⸗ und Bachwaſſer. Erſtaunenswerthe Reſultate bringt ſolches Waſſer, welches vor der Benutzung uͤber Weiden, durch Staͤdte und Doͤrf eroder fruchtbare Felder ſtroͤmt. Die Anlegung der Graͤben erfordert im Lehmboden ſchon eine weit groͤßere Accurateſſe, als im Thonboden, er widerſteht der Unterwaſchung nicht ſo als dieſer, 1 ½⸗ bis 2fuͤßige Boͤſchung (§. 96) iſt nothwendig, wenn die Ufer der Graͤben der Reibung des Waſſers widerſtehen ſollen. C) Der Sandboden. Eigenſchaft des Sandbodens. §. 12. Dieſer Boden iſt derjenige, welcher unter ſeinen unveräͤn⸗ derlichen Beſtandtheilen den reinen Sand, ſei es nun Quarz-, Perl⸗, grober, feiner oder Flugſand, als vorherrſchende Subſtanz hat und von Natur trocken iſt. Man erkennt denſelben ſchon durch das Anfuͤhlen und Reiben zwiſchen den Fingern; er kann ſowohl Hafer und kleine Gerſte, aber nur duͤrftig Roggen und Buchweizen hervorbringen. Die darauf wildwachſenden Pflanzen ſind folgende: Nardus stricta, ſteifes Borſtengras, Festuca ovina, Schafſchwingel, Spergula, Spuͤrgel, Polygonum, Haidekorn, Verbascum, Koͤnigskerze, 14 Crysimum, Hoͤdrich, 1 Chrysanthemum, Hungerblume, Rumex acetosella, Schafampfer, Arenarea rubra, rothes Sandkraut u. a. m. „Manipulation des Sandbodens. §. 13. Dieſer Boden iſt in jeder der vorerwaͤhnten Arten nur unter G verſchiedenen Manipulationen zur Bewaͤſſerung anwendbar, er V d erfordert die groͤßte Kenntniß und genaueſte Beurtheilung bei 3 Realiſirung von Waͤſſerungsanlagen. Wollte man z. B. ſterile V Sandlehden in Kunſtwieſen umſchaffen und vermoͤge dieſes das noͤthige Gefaͤlle geben, ſei es nun durch die Kunſt oder das Beibehalten des natuͤrlich Vorhandenen, ſo wuͤrde derſelbe nie ent— ſprechende Reſultate liefern, koͤnnte man ihn nicht mit Raſen bedecken oder durch eine ſtarke Auffahrung von kraͤftigem, kur⸗ zen Stallduͤnger ihm eine feſte Decke bereiten, oder auch durch Aufſtampfen der gruͤnen Wuxzeln des Holcus mollis oder Tri- ticum repens zur ſchnellen Erzeugung von Gras zu Huͤlfe — kommen. 1 6 Kann man keines von dieſen Huͤlfsmitteln anwenden, ſo muß der Sandboden wenigſtens ein Jahr hindurch nach der Planir⸗Arbeit unangeruͤhrt liegen bleiben, unter dieſer Friſt darf an eine Bewaͤſſerung nicht gedacht werden, ja man iſt oft Vb nicht einmal im Stande, vor dieſer Zeit wegen der allzu we⸗ nigen Conſiſtenz dieſes Bodens die kleinen Bewaͤſſerungs⸗ rinnen anzulegen, ohne befuͤrchten zu muͤſſen, dieſe Arbeit zu erneuern, da faſt ein jeder Regen in dieſem lockern Boden die Ufer der Rinnen niederſpuͤlt und zuſchlammt, ausgenommen wenn man die Koſten nicht ſcheut und Raſen herbeiſchafft, um alle dieſe kleinen Rinnen mit demſelben einzufaſſen, wodurch 1 15 man dann in den Stand geſetzt wird, der Flaͤche durch Auf⸗ ſtauung von Waſſer in den Rinnen Feuchtigkeit zuzufuͤhren, was oft einen ſchnellen Ertrag hervorbringen kann. Das Bewaͤſſern des Sandbodens. §. 14.. Es iſt bei jeder Anlegung von Bewaͤſſerungsanlagen auf Sandboden, wenn derſelbe nicht mit Raſen bedeckt wird, unbe⸗ dingt noͤthig, daß derſelbe, wie§. 13 erwaͤhnt, wenigſtens ein Jahr nach der Planir-Arbeit ohne Waſſer liegen bleibt, er muß ſich erſt feſtlagern und, kann dann Waſſer erhalten, wenn der Sand, nachdem einige Stunden darauf gerießelt wor⸗ den iſt, nicht unter dem Tritte weicht und der Fuß keine Spur hinterlaͤßt. Dieſe Regel mache ſich jeder Rieſelwirth ſtreng zur Pflicht. Iſt man zu voreilig mit der Bewaͤſſerung und beobachtet dies nicht, ſo kann man mit Gewißheit darauf rechnen, nie Gras auf einer ſolchen Flaͤche zu erhalten; denn nicht nur wird das zu fruͤh darauf gelaſſene Waſſer Auswaſchungen, Durch— bruͤche und Unebenheiten verurſachen, ſondern auch der Sand zu einem teigartigen Brei werden, und alle von der Natur in den⸗ ſelben niedergelegten Graskeime verderben; bei erfolgter Trocken⸗ heit verhaͤrtet er zu einer ſteinartigen Maſſe, der abgelagerte duͤngende Schlick des Waſſers verbindet ſich nicht mit dem Bo⸗ den, ſpringt bei wiedererfolgter Trockenheit auf, zerfaͤllt in Pul⸗ ver und wird von der Luft mit hinweggefuͤhrt. Das Anſaͤen des Sandbodens mit Graͤſern. §. 15. Das in§. 10 angerathene Anſaͤen mit Graͤſern kann im Sandboden unter keiner Bedingung in Anwendung gebracht wer⸗ 16 den. Jeder Graskeim bedarf zum Aufgehen Feuchtigkeit und Waͤrme, dies kann im Sandboden ohne Bewaͤſſerung in dem Grade, als zum Keimungsproceß noͤthig iſt, nicht hervor⸗ gebracht werden, indem derſelbe immer eine zu große Neigung zur Trockenheit ausuͤbt. Wie leicht einzuſehen iſt, muß eine jede Bewaͤſſerungsanlage, ſoll ſie allen Regeln der Bewaͤſſerung im vollkommenen Grade entſpre⸗ chen, ohne Waſſerzufluß der groͤßten, nur denk⸗ barſten Trockenheit ausgeſetzt werden koͤnnen. Saͤet man nun eine Sandflaͤche mit Graͤſern an, ſo kann man er⸗ ſtens nach dem Grundſatze des§. 13 und zweitens wegen Hinwegſchwemmung des ausgeſtreuten Grasſaamens nicht waͤſ⸗ ſern. Die Trockenheit nimmt uͤberhand und kein Keimchen wird ſich blicken laſſen, der Saamen deshalb weggeworfen ſein. Es diene hier eine meiner Erfahrungen zum Beweis: Im Jahre 1836 wurde verſuchsweiſe eine kleine ſterile Sandflaͤche von 100—R. Rheinl.*) in Ruͤckenbau umgeſchaffen, die Lage war feucht, wurde jedoch durch die Formation der Ruͤcken ganz trocken. Es war der Grundſatz, dieſe kleine Flaͤche nicht wie die nebenliegende große Wieſe mit Raſen zu bedecken, ſondern mit Graͤſern anzuſaͤen. Alle Be⸗ und Entwaͤſſerungsrin⸗ nen wurden mit Raſen eingefaßt, um, was fuͤr vortheilhaft gehalten wurde, dieſelben mit Waſſer anzufuͤllen und durch die— ſen Aufſtau den Ruͤcken die noͤthige Feuchtigkeit zukommen zu laſſen. Die Flaͤche beſaͤeten wir mit: Phleum pratense, Festuca ovina, Hordeum pratense, *) Alle Laͤngenmaße ſind nach Rheinlaͤndiſchen Maßen angegeben. Der Magd. Morgen 180 Rth. à 100 ◻F. dben. 17 Agrostis canina, Lolium perenne und Holcus lanatus, und zwar im Monat Novbr. bei offnem Wetter, um dem Saa⸗ men die Winterfeuchtigkeit zu geben. Im Fruͤhjahre 1837 ge⸗ wahrte man noch nichts von dem aufgegangenen Saamen, er fand ſich noch alle im ungekeimten Zuſtande vor. Es wurden nun alle Bewaͤſſerungsrinnen mit Waſſer angefuͤllt, doch nur zu bald bemerkt, daß dies eingelaſſene Waſſer aus den Rinnen ver⸗ ſchwand und an den Ufern der Entwaͤſſerungsrinnen zum Vor⸗ ſchein kam, und zwar nicht als reines Waſſer, wie es in die Bewaͤſſerungsrinnen eingelaſſen worden war, ſondern gefaͤrbt durch die Orydation der im Boden befindlichen mineraliſchen Theile. Es konnte demnach faſt immer eine kleine Schleufe geoͤffnet ſein, ohne daß das Waſſer rieſelte, es zog ſich beſtaͤndig im Untergrunde fort. Was waren die Folgen? Auf der Hoͤhe blieben die Ruͤcken trocken und in der Niederung wurden ſie ſumpfig und erzeugten Binſen, und bis auf den heutigen Tag, nachdem 3 Jahre verfloſſen ſind, iſt von dieſer Wieſe kein Gras⸗ halm gemaͤht worden, obgleich die danebenliegende, zu gleicher Zeit angelegte und mit Raſen bedeckte Flaͤche jaͤhrlich pro Morgen 50 Ctr. des ſchoͤnſten Heues geliefert hat. Dieſe Erfahrung moͤge Manchen vor einem aͤhnlichen Miß— griff bewahren. Soll, wie oben erwaͤhnt wurde, Sand in Wieſe umge— ſchaffen werden, ſo iſt genaue Kenntniß der verſchiedenen, dem Terrain anzupaſſenden Manipulationen nothwendig; moͤge es mir gelingen, Jedem ein faßliches Bild daruͤber in Folgendem darzuſtellen. 18 Das Verhaͤltniß des Sandbodens zum Kunſt⸗ wieſenbau. §. 16. Ueber den Unterſchied zwiſchen Kunſt⸗ und natuͤrlichem Wieſenbau ſ.§. 48. Der Sandboden kann nur, wie im§. 15 naͤher auseinander⸗ geſetzt wurde, mit Bedeckung von Raſen in eine Kunſtwieſe um— geſchaffen werden, ohne dieſes iſt eine Kunſtwieſenan⸗ lage nicht moͤglich. Moͤgen auch die Raſen ſo ſchlecht ſein als moͤglich, moͤgen es Haideplaggen oder Moosraſen ſein, gleich viel, wenn man nur dem Rieſelwaſſer etwas Vegeta⸗ biliſches darbieten kann, woran es ſich reibt(§. 28), ſo wird es ſchnell wirken und in kurzer Zeit ſtatt der Haide-Mooſe und Binſen liebliche Graͤſer hervorbringen. Iſt man von ſolchem Raſen entbloͤſt, hat aber Gelegenheit von den Nachbarn die Raſen von entlegenen Triften oder wilden Plaͤtzen zu kaufen, ſo ſcheue man das Opfer nicht; uͤberſteigt der Ankauf und Heranſchaffung der Raſen pro QRth. den Preis von 4 Gr. nicht, ſo buͤrge ich Jedem dafuͤr, daß beim Kunſtwieſenbaue im Jahre der Anlage, ohngeachtet dieſer bedeu⸗ tenden Ausgabe, das Meliorationscapital ſich niemals unter 59 verzinſen wird. Bei der Raſenbedeckung macht es keinen Unterſchied, ob der Sandboden 12jaͤhriges Roggenland oder tragbares Hafer⸗ land war, nur beherzige man folgende Hauptregel, daß derje⸗ nige Boden, ſei er von welcher Beſchaffenheit er wolle, Thon⸗-, Lehm-, Sand⸗ oder Moorboden, welcher vielleicht ſeit Jahrhun⸗ derten immer mit der Atmoſphaͤre in Beruͤhrung ſtand, wieder unmittelbar unter die Raſen gebracht werde, wie§. 52 vorſchreibt; man vergrabe denſelben nicht etwa in die Tiefe und bringe ———+† * Am mnd 19 den untern nach Oben. Die Erfahrung lehrt, daß der ſterilſte Sand bei angemeſſener Feuchtigkeit Gras hervorbringt, ſowie auch den Graswuchs befoͤrdert. Er hat durch die beſtaͤndige Einwirkung der Atmoſphaͤre ſo viel Kraft erhalten, daß die zar— ten Graswurzeln der aufgelegten Raſen in ihn eingehen und ſo lange Nahrung finden, bis es die Zeit erlaubt, denſelben mit der duͤngenden Materie, der Bewaͤſſerung, zu Huͤlfe eilen zu konnen. Bringt man jedoch denjenigen Boden unter die Raſen, welcher der Einwirkung der Atmoſphaͤre verſchloſſen war, ſo gehen die feinen Graswurzeln nicht in denſelben ein, kruͤmmen ſich, kehren wieder zuruͤck in den Raſen, von dem ſie ausgegangen ſind, vegetiren ſo lange, bis ſie in demſelben Nahrung finden, und ſterben endlich ab;z der Raſen wird gelb und erſtirbt trotz aller Bewaͤſſerung. Durch eine falſche Manipulation werden oft die groͤßten Opfer unnuͤtz vergeudet und die Bewaͤſſerung kommt in Miß⸗ credit, obgleich nicht ſie, ſondern die falſche Behandlung daran Schuld iſt. Im Allgemeinen eignet ſich der Sandboden wegen ſeiner Durchlaͤſſigkeit, obgleich er in den erſten Jahren das meiſte Waſ⸗ ſer braucht, und wegen ſeiner Reinheit von Saͤure mit am vor⸗ theilhafteſten zum Kunſtwieſenbau. Verhaͤltniß des Sandbodens zum natuͤrlichen Wieſenbau. §. 17. Fuͤr den natuͤrlichen Wieſenbau eignet ſich der Sandboden am vortheilhafteſten. „Wohl dem der Sand und Waſſer hat“ moͤchte ich ausrufen. Koͤnnte ich doch einen Jeden von der 2* 20 Wahrheit uͤberzeugen, was mit dieſen beiden in der Landwirth⸗ ſchaft zu machen moͤglich ſei. Wohl iſts ein ſchwindelnder, hoher Gedanke, Sandflaͤchen, auf denen ſich nicht ein Schaf, vielweniger eine ganze Heerde ſaͤtigen kann, in kurzer Zeit durchs Waſſer in die uͤppigſten Wieſen umzuſchaffen, allein, ſo hoch auch dieſer Gedanke uͤber dem Begriff mancher Landwirthe ſteht, ſo iſt er doch erreichbar. Moͤgen immer die großen Agronomen unſerer Zeit die Sache be⸗ kritteln, ſie kennen ja meiſt die Kraft, welche der Schoͤpfer in das Waſſer legte, nicht! Immer bleibt die Ausfuͤhrung des natuͤrlichen Wieſenbaues auf Sandboden die beſte und vortheil⸗ hafteſte Speculation des Landbaues, ganz beſonders an ſolchen Orten, wo große Flaͤchen mit wenig Ertrag vorhanden ſind und wo die Tendenz des ganzen landwirthſchaftlichen Gewerbes, der Futterbau, noch im Argen liegt. Sandſchollen, welche jetzt Aira caryophyllea, Aira cristata, Arenarea rubra und Rumex acetosella nur kaͤrglich hervorbrin⸗ gen, werden nach wenig Jahren die ſchoͤnſten Graͤſer und Kraͤu⸗ ter durch Ueberrieſelung erzeugen. Durch welche Kraft dies moͤglich iſt, bitte ich in§. 27 gefaͤlligſt nachzuſehen. Schlußbemerkungen bei der Lehre von der Manipu⸗ lation und Bewaͤſſerung des Sandbodens. §. 18. Der Sandboden laͤßt ſich unter allen Bodenarten am leich⸗ teſten bearbeiten, und iſt derſelbe nicht mit zufaͤlligen Beimen⸗ gungen, als z. B. Steine, Gerolle, Holz u. ſ. w. vermiſcht, ſo foͤrdert die Arbeit in demſelben ſehr und mindert die Melio⸗ rationskoſten bedeutend. Die Planirarbeit braucht hier beſon⸗ ders beim natuͤrlichen Wieſenbau nicht mit dieſer großen Accu⸗ rateſſe ausgefuͤhrt zu werden, als in andern Bodenarten, ſeine pu⸗ 21 Durchlaͤſſigkeit geſtattet nur bei anhaltender Inundation Stockun⸗ gen des Waſſers und ſelbſt auch dann nicht, wenn bei etwas Gefaͤlle die Sohle der oberhalb liegenden Niederung oder Telle hoͤher liegt, als die Hoͤhe des unterhalb liegenden Berges. Die Grabenarbeiten muͤſſen in dem Sandboden vorzugs— kein Graben in dieſem Boden angelegt werden, ſoll er der Un— terwaſchung und dem Einſturze nicht ausgeſetzt ſein. Im Betreff des Waſſers iſt dasjenige fuͤr den Sandboden das vorzuͤglichſte, welches viel erdige Miſchungen mit ſich füͤhrt, je truͤber das Waſſer in den erſten Jahren der Bewaͤſſerung iſt, deſto ſchneller zeigt ſich das Gras. Im allgemeinen iſt jedoch der Sand⸗ boden in Hinſicht der Qualitaͤt des Waſſers der weniger em— pfindliche, er vertraͤgt jedes. Man waͤſſere mit welchem man will, jedes wird Gras erzeugen; wenn auch das eine beſſere Graͤſer hervorbringt als das andere, ſo braucht man doch bei der Ausfuͤhrung der Bewaͤſſerung nicht aͤngſtlich zu ſein. In den erſten Jahren braucht derſelbe aber eine Unmaſſe von Waſſer, jedoch geht dieſes, wie mancher irrig glaubt, nicht verloren, ſondern es zieht ſich im Untergrunde fort und kommt endlich wieder zum Vorſchein. Manche Beiſpiele hieruͤber ſind mir in der Erfahrung vorgekommen, ich erlaube mir zur Ueber— zeugung der Unglaͤubigen hier eins derſelben anzufuͤhren. Eine Sandflaͤche von circa 150 M. Morgen war zur Be⸗ waͤſſerung eingerichtet worden; aller 2 Ruthen war dieſelbe mit kleinen Rinnen vom Hauptzuleitungsgraben nach dem Haupt— entwaͤſſerungsgraben zu durchſchnitten. Die Schleuſen des er— ſteren wurden geoͤffnet und das Waſſer trat drei Decimallinien ſtark auf die Flaͤche; ununterbrochen rieſelte daſſelbe uͤber Bord des Vertheilungsgrabens; es vergingen jedoch zweimal vierund— zwanzig Stunden, ehe das Waſſer die 2 Ruthen breite Flaͤche ——ꝑ—ęC,—Z—— 22 getraͤnkt hatte und in die Rinne einſtroͤmte, obgleich die weiter unten liegenden Rinnen ſchon durch die Sohle derſelben Waſſer⸗ zufluß erhielten und in den tiefer liegenden Hauptentwaͤſſerungs⸗ graben eine anſehnliche Quantitaͤt Waſſer ausſtroͤmten. Dieſe Erfahrung giebt einen Fingerzeig demjenigen, wel⸗ f umſchaffen will, cher eine hoͤher liegende Sandflaͤche in Wieſe an deren Fuße Laͤndereien liegen, welche zum Feldbau benutzt werden. Koͤnnen beide Flaͤchen nicht durch tiefe Graͤben von einander getrennt werden, ſo iſt letztere Flaͤche fuͤr den Feldbau wegen der anhaltenden Naͤſſe untauglich. Ein neu angelegter Graben, welcher Waſſer auf eine Flaͤche bringen ſoll, bedarf oft im Sandboden Monate, ehe ſeine Umgebungen vollkommen geſaͤttigt ſind und er ſeinem Zwecke entſpricht; deshalb muß ein Graben, welcher vielleicht beſtimmt iſt, zum Herbſte das Waſſer auf einen beſtimmten Ort zu brin⸗ gen, ſchon im Sommer zeitig angelegt und das Waſſer bis zur Saͤttigung eingelaſſen werden, damit dann nicht etwa durch ſolche unerwartete Umſtaͤnde der Plan ſcheitert. Wie ſchon erwaͤhnt findet jedoch aller dieſer Waſſerverluſt in den erſten Perioden ſtatt und nach Verlauf von zwei Jahren bedarf der Sandboden nicht mehr Waſſer, als der Thon⸗ und Lehmboden, indem dann durch die Feuchtigkeit derſelbe Con⸗ ſiſtenz genug erhalten hat, das Waſſer nicht mehr einzuſaugen, ſondern blos daruͤber hinrollen zu laſſen. D) Der Moor⸗ und Torfboden. Vorkommen und Eigenſchaft dieſer Bodenarten. §. 19. ‿ Dieſe beiden Bodenarten werden oft bei den Wieſenmelio⸗ rationen dun ein und dieſelbe gehalten und mit einander ver⸗ 23 wechſelt. Obgleich beide innig verwandt und durch gleiche Um— ſtaͤnde entſtanden ſind, ſo weichen ſie doch in ihren chemiſchen Beſtandtheilen darin von einander ab, daß in denen des Moores viel mineraliſch-unorganiſche Miſchungen ſich finden, welche jedoch alle voͤllig verweſt und mit vegetabiliſch-organiſchen Materien ver⸗ bunden ſind. Dieſe ſind jedoch ebenfalls vollkommen in Verweſung uͤbergegangen und bilden den Humus, waͤhrend in denen des Torfes ſich meiſt vegetabiliſche, zum Theil noch unverweſte Ueberreſte vorfinden. Letzterer hat demnach mehr Cohaͤſion un⸗ 9 1 ter ſeinen Beſtandtheilen als erſterer, was daraus hervorgeht, daß er auch, wenn ihm ſeine Feuchtigkeit entnommen wird, zuſammenhaͤlt und zu techniſchen Zwecken verwendet werden kann, da hingegen der Moor, wenn ihn ſeine Feuchtigkeit verlaͤßt, zu Pulver auseinander faͤllt. Im allgemeinen ſind beide Bodenarten eine Sammlung von organiſchen und unorganiſchen Ruͤckſtaͤnden der Verwe eſung, in welchen wegen der feuchten Lage und Anhaͤufung der Ver— weſung alle Aufloͤſung und fernere Verweſung aufgehoͤrt hat und der Vegetationsproceß ſtille ſteht. Daraus erklaͤrt ſich auch, daß die Moor- und Torfboden oftmals zu den reichſten, in Hinſicht ihres Humusgehaltes, zugleich aber zu den unfruchtbar— ſten in Betreff ihres Einfluſſes auf die Vegetation zu zaͤhlen ſind, da nur unter beſonderen Bedingungen die in ihnen vor findlichen Subſtanzen zur Pflanzennahrung dienen und zwar dann, wenn denſelben der uͤberhaͤufte Gehalt an Saͤure ent— nommen wird, ſei es nun durch Luͤftung der Maſſe oder durch Beimengung anderer rohen Beſtandtheile, z. B. Sand, welcher ſich vorzugsweiſe dazu eignet, indem ſich derſelbe mit dieſen Bodenarten auf das innigſte vermengt, die Stoffe, welche die Feuchtigkeit hemmen, aufnimmt und dadurch neues Leben fuͤr — 24 die Vegetation erzeugt. Folgende Pflanzen verrathen den Moor⸗ und Torfboden: Erica tetralix, Moor⸗ und Sumpfhaide, Sphagnum acutifolium, ſpitzblaͤtteriges Sphagnum, Eriophorum vaginatum, Sumpfwallgras und uͤberhaupt alle Arten der Eriophora, Equisetum palustre, Duwock, Oenanthe fistulosa, Rebendolde, Polygonum amphibium, Waſſerfloͤhkraut. Das Verhaͤltniß des Torfbodens zum Wieſenbau. §. 20. Reiner Torfboden iſt nur unter der Bedingung einer foͤrm⸗ lichen Verſenkung zum Wieſenbau und zur Bewaͤſſerung taug⸗ lich; dies iſt jedoch nur im Kleinen ausfuͤhrbar, wenn z. B. in einer großen zur Bewaͤſſerung beſtimmten Flaͤche ein Torf— lager mit eingeſchloſſen iſt, welches nicht uͤbergangen werden darf, ohne das Ganze zu verunſtalten. Im Großen iſt eine ſolche Ausfuͤhrung nicht moͤglich, denn die Verſenkung muß min— deſtens 2 Fuß tief ſtattfinden, ſoll ſie von Nutzen ſein. Da der⸗ ſelbe nur unter dieſen Umſtaͤnden anwendbar iſt und ſeine uͤbrige Behandlungsweiſe mit den Bodenarten uͤbereintrifft, mit welchen er verſenkt wird, ſo ſoll ſeiner auch fernerhin nicht mehr gedacht werden. Verhaͤltniß des Moorbodens zum Wieſenbau. § 21. Der Moorboden iſt unter allen Bodenarten der ſchlechteſte zu Bewaͤſſerungsanlagen und nur unter den folgenden drei Be⸗ dingungen anwendbar; doch wird er demohngeachtet nie mit 25 andern gleiche Reſultate liefern und hat ſchon manchem Uner- fahrnen die Luſt zur Bewaͤſſerung verleidet. Anwendbar iſt derſelbe: 1. Wenn eine gute nie Ruͤckſtau verurſachende Entwaͤſſerung moͤglich iſt, und zwar dieſelbe ſchon laͤngere Zeit vor der Anlegung zur Bewaͤſſerung ſtattgefunden hat, damit dem Moore nicht blos das Tage- ſondern auch alles Grund⸗ waſſer vollkommen entnommen und derſelbe dadurch frei von aller adſtringirenden der Vegetation ſo nachtheiligen Humusſaͤure iſt, oder: 2. Wenn eine gute mit der obern Schicht im gleichen Ver⸗ haͤltniß ſtehende Aufmengung von Sand, verbunden mit entſprechender Entwaͤſſerung, moͤglich gemacht werden kann, und endlich 3. wenn bei einer guten Entwaͤſſerung ohne Sandaufmen⸗ gung immer warmes Teich-, Bach- oder Feldwaſſer zur Bewaͤſſerung vorhanden iſt. Wahrzunehmende Ruͤckſichten bei der Manipulation des Moorbodens. § 22. Soll Moorboden zur Bewaͤſſerung eingerichtet werden, ſo entſchließe man ſich unbedingt zum Kunſtwieſenbau. Die Moore bilden groͤßtentheils eine Ebene, denen gewoͤhnlich das noͤthige Gefaͤlle fehlt, welches beim natuͤrlichen Wieſenbau unbedingt er— forderlich iſt; da nun derſelbe ganz beſonders bei der Melioration eine trockene Lage erhalten ſoll, ſo kann dies nur durch die Kunſt hervorgebracht werden und es eignet ſich vorzugsweiſe der ſchmale Ruͤckenbau(§. 71) fuͤr ſolche Laͤndereien. Dieſer Boden inclinirt trotz aller Vorſicht und bei Wahrneh⸗ mung aller Regeln ſehr zu ſchlechten Graͤſern, eine Moorſtelle ———õ—õ—õ——————— 26 wird ſich gewiß in einer guten Waͤſſerungswieſe durch ſolche Graſer auszeichnen, und obgleich es wahr iſt, 5 durch gu⸗ tes Waſſer der Moorboden ſich endlich ſüß waͤſſe bleibt -. es doch fuͤr den Landwirth immer von verſehaſten eng große Moorflaͤchen in Waͤſſerungswieſen umzuſchaffen. D Die Manipulation des Moorbodens. §. 23 Iſt der Moorboden nicht mit feſtem Wurzelgeflechte durch⸗ wachſer„was haͤufig vorkommt, ſo iſt ſeine B Kentleten leicht. Oftmals findet man jedoch ein ſo ſtarkes in einander gewachſenes Wurzelgeflechte in dieſem Boden, daß ſeine Bearbeitung, wenn noch feuchte Lage hinzukommt, unmoͤglich wird. Wenn der Moor frei von erwaͤhnten Beimengungen ſich vorfindet, ſo iſt die Anlegung der Graͤben denen im Sandboden gleich§. 18, ſie muͤſſen mindeſtens 3 fuͤßige Boͤſ⸗ ſchung erhalten; kann man mehr geben, iſt es noch beſſer, denn die von demſelben leicht angenommene Naͤſſe druͤckt von Innen nach Vhieen auf die Seitenwaͤnde der Graͤben und verurſacht ſchnelle Verſchl Iſt der Moor mit Wuͤrzeln durchwachſen, ſo beduͤrfen die Graͤ⸗ ben oftmals gar keiner Boͤſchung, dann halten die durchflochtenen Wurzeln die Seitenwaͤnde, der Moor ſpuͤlt ſich aus und ob— gleich ſo ein Graben nicht ſchoͤn ausſteht, ſo widerſteht er doch Zeit dem Einſturz und der Unterwaſchung. Waſſer be⸗ darf der Moorboden unter allen am wenigſten, iſt aber deſto empfindlicher in der Qualitaͤt deſſelben. Feidwaſſer, welches vor — der Benutzung uͤber Kies gerollt iſt, eis verbeſſert am ſchnellſten die Grasnarbe. ℳ 27 Dritter Abſchnitt. Arten und Wirkuͤng des Waſſers nebſt deſſen Verbeſſerung. Vorerinnerungen. g §. 24. Es iſt fuͤr den Rieſelwirth von groͤßter Wichtigkeit, ſich eine genaue Kenntniß ſowohl von dem Waſſeer ſelbſt als auch von deſſen Wirkung zu verſchaffen. Es wird in der Hand eines klugen verſtaͤndigen Waͤſſerers zum Schoͤpfer einer neuen kraͤftigen raſchvorwaͤrts ſchreitenden Vegetation, doch in der Hand eines Unkundigen zum Zerſtoͤrer nicht blos der Vegetation, ſondern auch des Grund und Bodens; denn Waſſer ſchafft Gras und Waſſer macht Sumpf! Beides iſt ſo nahe mit einan— der verwandt, daß leicht bei falſcher Manipulation, um das Erſtere zu erzeugen, das Letztere entſteht. Es waͤre ſehr wuͤn⸗ ſchenswerth, wenn wir den Werth des Waſſers an aͤußern Merkmalen erkennen koͤnnten, wir wuͤrden dadurch manchen Mißgriff vermeiden; denn vor der Benutzung daſſelbe auf che A miſchem Wege zu analyſiren, liegt dem practiſchen Rieſelwirth fern und fuͤhrt zu keinem Reſultat. Wir koͤnnen uns hier durchaus nicht auf ſolche Zerlegung einlaſſen, ſie bliebe immer nur einſeitig und von keinem Nutzen, wenn nicht auch eine ge— naue Analyſe des mit dieſem Waſſer zu bewaͤſſernden Bodens vorgenommen werden lloanüe⸗ und dies wollen wir dem in ſei— nem Laboratorium eingeſchloſſenen Chemiker uͤberlaſſen, der practi⸗ ſche Landwirth iſt nicht geeignet, ſich mit Reagenzien u. dergl. Wochen lang hinter einander zu beſchaͤftigen. Das gegenſeitige 28 Verhalten des Waſſers zu dieſem oder jenem Boden kann man bei genauer Beobachtung und Aufmerkſamkeit ſchon nach dem erſten mehrſtuͤndigen Berieſeln wahrnehmen und zwar auf fol— gende Weiſe: Iſt die Wieſe, worauf das Waſſer vielleicht vier und zwanzig Stunden gerieſelt hat, wieder trocken gelegt, ſo gebe man nur genau Acht, welche Farbe die Sohle der Graͤben annimmt und ob hier und da die guten Graͤſer ſich gekruͤmmt haben. Wird erſterer Farbe roͤthlichbraun und erhaͤlt das in den Rinnen noch vorhandene Waſſer eine blaue olige Ober⸗ flaͤche, ſo kann man ſicher auf großen Antheil von Eiſen im Waſſer und Boden rechnen; findet nur die roͤthliche Faͤrbung der Graͤbenſohlen ohne letzteres ſtatt, ſo iſt der Boden eiſenhal⸗ tig, das Waſſer aber rein. Verdunſtet das Waſſer in den Rinnen ſchnell und laͤßt einen ſchwaͤrzlichen Schlamm zuruͤck, ohne roͤthliche Faͤrbung, ſo iſt das Waſſer mit Vortheil uͤberall anzuwenden. Kruͤmmen ſich nach einer ſtattgefundenen anhalten⸗ den Bewaͤſſerung hin und wieder einzelne gute Graͤſer, ſo iſt das Waſſer mit uͤberhaͤufter Gallusſaͤure geſchwaͤngert. Sieht der Niederſchlag braun, welchen es auf der Grasnarbe hinter⸗ laͤßt und beſitzt uͤberhaupt das Waſſer, wenn man es in einem etwas tiefen Graben beſieht, eine dunkle Farbe, ſo hat es zu viel Humusſaͤure und kann zum Gijſte der Vegetation werden. Sieht es jedoch rein und iſt es durchſichtig, bleiben die Kieſel und Steine, uͤber welche es hinwegſtroͤmt, ganz rein, haͤngt ſich nicht an den Grabenufern ein gruͤnlicher Schleim an und wachſen nicht kriechende Waſſerpflanzen in den Graͤben, ſo iſt das Waſſer vorzuͤglich zur Bewaͤſſerung und auf allen Bodenarten an— wendbar. Sein Werth iſt auch beſonders darnach zu wuͤrdigen, wenn an den Ufern und naͤchſten Umgebungen deſſelben gute nahrhafte Graͤſer wachſen. Doch ſei auch die Qualitaͤt des Waſſers minder gut, ſo ſo 29 bleibt es doch der groͤßte Hebel der Vegetation, wenn es mit Kenntniß und Umſicht fuͤr dieſelbe angewendet wird. 4) Wirkung des Waſſers im Allgemeinen. Erlaͤuterung. §. 25. Es iſt in der ganzen geſammten Duͤngerlehre der Landwirth⸗ ſchaft kein Surrogat, moͤge es auch Namen haben, welche es nur wolle, möͤge es animaliſcher, vegetabiliſcher oder mineraliſcher Abkunft ſein, von der Kunſt oder im Gange der unendlich ſorgſamen Natur er— zeugt, aufzufinden, welches allen Bedingungen des Pflanzen— wachsthums ſo entſpricht als das Waſſer, es vereinigt alle erforderlichen Kraͤfte in ſich, den Vegetationsproceß der Graͤſer und Kraͤuter auf die hoͤchſte nur denkbarſte Stufe zu bringen, deren Ausbildung zu beföoͤrdern und fortwaͤhrendes Beſtehen zu ſichern. Jeder andere Duͤnger wirkt mehr oder weniger nur Be⸗ dingungsweiſe, denn was hilft z. B. alle noch ſo kraͤftige Duͤngung, wenn Feuchtigkeit fehlt, oder dieſelbe in zu großem Grade vorhanden iſt? Lehrt nicht die Erfahrung, daß oftmals die kraͤftigſte Duͤngung bei unguͤnſtigem Witterungswechſel aller⸗ lei Krankheiten in dem vegetabiliſchen Leben hervorbringt? Und welcher Landwirth iſt im Stande, auf die Futtererzeugung all⸗ jaͤhrlich ſeine beſten Duͤngerkraͤfte zu verwenden, ohne der uͤbri⸗ gen Wirthſchaft dabei Abbruch zu thun? Da hingegen durch die Bewaͤſſerung alle Graslaͤndereien jaͤhrlich zweimal ge⸗ duͤngt(§. 140) und durch dieſe wohlfeile und doch ſo kraͤftige Duͤngung fuͤr das Uebrige der Wirthſchaft durch die Mehrerzeu⸗ gung von Futter eher ein Duͤnger-Ueberſchuß, als ein Mangel entſteht. Koͤnnte ich doch einem Jeden in dem Spiegel der Zukunft die Schaͤtze zeigen, welche in dem Bache, welcher jetzt 30 alljaͤhrlich Verheerungen anrichtet, verborgen liegen. Jeder Augenblick nimmt in den Wellen des murmelnden Baches einen Theil dieſes großen Schatzes mit hinweg; deshalb ſaͤume man nicht, aus dieſem unerſchoͤpflichen Born des zu befoͤrdernden Wohl⸗ ſtandes mit geruͤſteter, fleißiger Hand zu ſchoͤpfen. Dieſe authentiſchen Wahrheiten moͤgen folgendes naͤher erlaͤutern: Die einzelnen Wirkungen des Waſſers. §. 26. Das Waſſer wirkt auf die Vegetation der Graͤſer und Kraͤuter durch die Bewaͤſſerung auf vierfache Weiſe und zwar 1) als duͤngende, a) naͤhrend, b) reizend, 2) als aufloͤſende, 3) als anhaltende und 4) als zerſtoͤrende Subſtanz, auf die der Ve⸗ getation der Graͤſer und Kraͤuter nach⸗ theiligen Einfluͤſſe. 1) Ouͤngend. a) Naͤhrend. §. 27. Durch die in demſelben ſich befindenden, auf das feinſte gemiſchten und zerſetzten Materien von animaliſcher, vegetabiliſcher und mineraliſcher Abkunft, welche waͤhrend der Ueberrieſelung als Schlick von dem Waſſer abgeſetzt und zum groͤßten Vortheil der Pflanzen ſich auf dem Boden und der Grasnarbe lagern. Dieſe naͤhrende Duͤngung findet beſonders bei der Herbſt⸗ und Fruͤhjahrs-Waͤſſerung ſtatt, deshalb muß auch dieſe als das Agens ganz beſonders angewendet werden. 31 Ein gutes Waſſer, welches durch fruchtbare Felder und Auen geht, ſetzt oftmals jaͤhrlich ½ bis ½ Zoll duͤngenden Schlick ab. Es iſt dem reinſten Waſſer, welches ſich dem Auge kry⸗ ſtallhell darſtellt, dieſe duͤngende Ablagerung nicht abzuſprechen. Es laͤßt ſich der in dem Fache Unerfahrne oftmals ſehr durch das Auge taͤuſchen, und glaubt, je truͤber das Waſſer, deſto groͤßer die Duͤngtheile; aber dieſe irrige Meinung fuhrt biswei— len den Rieſelwirth auf die groͤßten Abwege, denn die truͤbe, lehmige Farbe des Waſſers iſt nicht jedesmal Zeichen von gro— ßem Gehalte an Duͤngtheilen, ſondern es iſt meiſt blos erdige Miſchung, welche dem Waſſer durch momentane Verhaͤltniſſe zugefuͤhrt iſt, und oftmals der Wieſe ſchadet, wenn ſie mit ſol— chem Waſſer bewaͤſſert wird, da hingegen fuͤr Sandlaͤndereien, wo erſt Gras erzeugt werden ſoll, ſolches Waſſer von vorzuͤg— lichem Nutzen iſt; es bildet ſich durch dieſen erdigen Niederſchlag eher Humus— ich habe die Erfahrung gemacht, daß ein ſol— ches Waſſer bei einer 4— 6taͤgigen Anwendung ½ Zoll Schlick zuruͤck ließ.— Da nun ein jedes in der Natur vorkommende Waſſer Schlick ablagert, ſo erklaͤrt es ſich ſehr leicht, daß durch eine ſachverſtaͤndige Bewaͤſſerung der ſterilſte Sand in einigen Jahren in den humusreichſten Boden umgeſchaffen werden kann, da in einer ſolchen Zeitperiode dem Sande mehrere Zoll des beſten humoſen Bodens beigemengt und aufgefuͤhrt wird. Was befoͤrdert beſonders die Ablagerung der duͤn⸗ genden Beſtandtheile? §. 28. Soll die Ablagerung des duͤngenden Schlicks in dem Grade erfolgen, als es fuͤr die Pflanzen erforderlich iſt, ſo muß das Waſſer hauptſaͤchlich Widerſtand finden, oder ſtille ſtehen, da jedoch das Letztere nur bei der Ueberſtauung, nie aber bei 32 einer gut eingerichteten Rieſelwieſe ſtattfindet, hier aber blos die Berieſelung als eine fuͤr die Pflanzen wohlthaͤtigere Bewaͤſſe⸗ rung als jene naͤher erlaͤutert werden ſoll, ſo werde ich blos das Erſtere naͤher auseinanderſetzen.—1 Durch den Widerſtand der Graͤſer erhalt das Waſſer waͤh⸗ rend der Ueberrieſelung einigen Widerſtand, wodurch nun eine dem Auge kaum bemerkbare Stauung entſteht, da trotz dem daſ⸗ ſelbe immer in Bewegung ſein muß. Wir wollen annehmen, das Waſſer ſtromt uͤber das Ufer der Bewaͤſſerungsrinne eine Decimallinie, ſo wird es doch in den Graͤſern wenigſtens 5 De⸗ cimallinien hoch ſtehen und waͤhrend dieſer Reibung zwiſchen Pflanze und Waſſer findet die Ablagerung ſtatt, deshalb muß die Oberflaͤche der Wieſe ganz vorzuͤglich gut geebnet ſein. Je duͤnner nun die Waſſerſchicht uͤber den Bord der Be— waͤſſerungsrinnen ſtroͤmt, deſto vortheilhafter und entſprechender iſt die Bewaͤſſerung. Die Erfahrung lehrt, daß, je dicker das Waſſer uͤber die Oberflaͤche rieſelt, deſto weniger Gras 5 erſcheint, denn es ſetzt bei einer zu ſtarken Ueberſtroͤmung nicht e. b nur keinen Schlick ab, ſondern waͤſſert vielmehr den Boden aus,- hinterläßt blos Sand und bildet Waſſergraͤſer. V Daß die duͤngende Subſtanz des Waſſers groß ſein muß b und gewiß mit jedem andern Duͤngerſurrogat die Wage haͤlt, erklaͤrt ſich wohl auch daraus, daß nach der Erfahrung, wenn eine breite Flaͤche mit ein und demſelben Waſſer bewaͤſſert wird, 1 oberhalb jedesmal mehr und ſchoͤnere Graͤſer hervorſproſſen, als unterhalb, weil daſſelbe waͤhrend der erſten Benutzung den d Schlick ablagert, und bei dem weitern Gebrauche, beraubt von V 4 demſelben, nicht mehr naͤhrend auf die Graͤſer einwirkt. Ob⸗ V M gleich nach§. 29 die Wirkung des Waſſers nie gaͤnzlich auf⸗ 1 hoͤrt, ſo iſt ſie doch bei mehrmaliger Benutzung nie ſo groß und in die Augen fallend, als bei der erſtern, da hier ſolche Graͤſer 33 wachſen, die kein anderer Duͤnger vermag hervorzubringen. Um dies jedoch auf der ganzen Flaͤche in gleichem Grade zu erzie— len, ſpeiſe man dieſelbe durch die im§. 105 angegebenen Ver⸗ ticalgraͤben mit friſchem Waſſer und benutze das Waſſer, ohne es mit friſchem zu vereinigen, nie fuͤr eine uͤber 2 Ruthen breite Flaͤche. b) Reizend. §. 29. Reizend nennt man diejenige Kraft der Duͤngung, welche das Abſorptionsvermoͤgen der Pflanzen, Atmoſphaͤrilien aufzu⸗ nehmen und dieſelben zu aſſimiliren, erhoͤht; dieſe Kraft beſitzt nun das Waſſer in einem ganz beſondern Grade, einestheils darin, daß es ſelbſt bei gewoͤhnlicher Temperatur alle Gasarten, mit denen es unmittelbar in Beruͤhrung kommt, aus der Luft abſor— birt und waͤhrend der Berieſelung den Pflanzen mittheilt, an— derntheils, daß es durch den Waſſergehalt, welchen es denſelben zu jeder Zeit uͤbergiebt, den Einathmungsproceß derſelben erhoͤht. Die Graͤſer und Kraͤuter der Wieſen beſtehen aus 3 Theilen Waſſer und einem Theil feſten Stoffen; kann man dieſes Ver⸗ haͤltniß waͤhrend der Ausbildung derſelben immer erhalten, ſo gedeiht die Pflanze und bildet ſich im hoͤchſten Grade aus, was dadurch zu erkennen iſt, daß auf einer unbewaͤſſerten Wieſe in trocknen Jahren die Ausbildung derſelben nur kaͤrglich vorwaͤrts ſchreitet und dieſelben vor der Zeit altern. Auch bemerkt man, daß auf der untern Blattſeite der Pflanzen auf Bewaͤſſerungs⸗ wieſen die Luftblaͤschen, wenn man das Blatt unter das Ver⸗ groͤßerungsglas bringt, groͤßer ſind, als an den Blaͤttern der unbewaͤſſerten, trocknen Wieſen. 34 Beweis dieſes ſcheinbar blos theoretiſchen Grundſatzes. §. 30. Regenwaſſer iſt das von fremden Beimiſchungen reinſte, welches in der Natur vorkommt, beſitzt deshalb auch die we— nigſten naͤhrenden Duͤngtheile, und doch bleibt ſeine Wirkung, angewendet zur Bewaͤſſerung, ſich immer gleich; mag man das ſchon entwaͤſſerte Waſſer noch zehnmal zur Bewaͤſſerung be⸗ nutzen, ſo wirkt es bei der letzten Ueberrieſelung in demſelben Grade, als bei der erſten. Es lehrt hier die Erfahrung, daß alles Waſſer waͤhrend der Berieſelung, eben ſo ſchnell als es deſtituirt, auch abſorbirt, und wenn auch die Wirkung des andern Waſſers bei mehrmaliger Benutzung abnimmt, ſo hoͤrt ſie doch nicht auf und wirkt am Ende immer noch ſo viel, als ein befeuchtender Regen. Je hoͤher die Temperatur, deſto groͤßer das Abſorptions⸗ vermoͤgen des Waſſers, woraus erklaͤrbar iſt, daß beſonders in trocknen Sommern die Waͤſſerungswieſen ſich ganz beſonders auszeichnen. 2) Aufloͤſend. §. 31. Unentbehrlich iſt fuͤr alle organiſche Weſen der Trank, ohne ihn kann keins derſelben beſtehen. Durch Feuchtigkeit werden ſie gebildet und erhalten; eben ſo wie in der animaliſchen Welt das Waſſer in dem Zerſetzungsproceſſe der Nahrungsmittel die Hauptrolle ſpielt, eben ſo in der vegetabiliſchen Schoͤpfung; es iſt bei beiden zur Aſſimilation und Verdauung die conditio sine qua non. Ohne Waſſer iſt keiner dieſer Proceſſe denkbar, die naͤhrende Kraft wirkt nur durch die aufloͤſende. v—6 — — —;—Q— 3⁵ Durch das Einſaugungsvermoͤgen der Wurzeln wird die Pflanze vorzugsweiſe ernaͤhrt, nun ſind aber dieſe unzaͤhligen Oeffnungen derſelben, wodurch ſie dieſe naͤhrenden Stoffe ein— ſaugt, ſo klein, daß wir ſie mit den bloßen Augen gar nicht wahrnehmen; wuͤrden nun die von dem Waſſer abgelagerten duͤngenden Nahrungsſtoffe(§. 28) nicht zugleich auch bis auf das undenkbar Feinſte zerſetzt und gemiſcht, wie koͤnnten ſie durch dieſe kleinen Oeffnungen von den Pflanzen aufgenommen wer⸗ den? Wir ſehen dies ja deutlich in der alltaͤglichen Erfah— rung! Was nuͤtzt Duͤnger auf trockenen Feldern und Wieſen? Was hilft alle Fruͤhjahrsbewaͤſſerung, und wenn durch ſie der Schlick einen halben Zoll ſtark aufgefuͤhrt werden koͤnnte, wenn nicht eine nachhaltige Bewaͤſſerung als Auflöſung folgt? Eine jede Bewaͤſſerungsanlage bleibt von zweifelhaftem Nutzen, wenn blos Fruͤhjahrswaſſer zur Dispoſition vorhanden iſt, denn der durch dieſe aufgebrachte duͤngende Schlick loͤſet ſich wenn er nicht wieder Waſſer zur Aufloͤſung erhaͤlt, bei trock⸗ nen Perioden in kleinen Schollen von der Grasnarbe und dem Boden auf, faͤllt auseinander und wird von den Winden hin⸗ weggefuͤhrt. Ganz beſonders erfordern ſolche Laͤndereien, auf welchen ſich durch Bewaͤſſerung erſt Grasnarbe erzeugen ſoll (§. 14), eine ſolche anhaltende periodiſche Rieſelung, denn hier iſt es auffallend und bemerkenswerth, wie ſchnell ſich der Ruͤckſtand des Waſſers, wenn nachhaltige Anfeuchtung fehlt, in kleinen ge— kruͤmmten Schollen von dem Boden loͤſt und in wenigen Wochen r1 gaͤnzlich verſchwindet. 3* 36 3) Erhaltend. Gegen die Einwirkung des Froſtes. §. 32. Froſt und Hitze ſchaden beide der Vegetation. Beide treiben mehr oder minder die duͤngenden, leicht loͤslichen Beſtandtheile des Bodens aus. Das Waſſeer tritt hier zum Vortheil der Pflanzen dieſen Wirkungen entgegen. Die oftmals eintretenden naͤchtlichen Froͤſte des Fruͤhlings und Vorſommers, welche den natuͤrlichen Wieſen ſo ſehr ſchaden und ſie in ihrem Vegetiren zu⸗ ruͤckhalten, bringen fuͤr Waͤſſerungswieſen keinen Nachtheil, wenn ſie gerade in einer ſolchen Nacht gewaͤſſert worden ſind. Selbſt neues Leben kehrt wieder in die niedergebeugten, vom Froſt ge⸗ druͤckten, zarten Pflaͤnzchen zuruͤck. Hat ein naͤchtlicher Froſt die Wieſe ohne Waſſer betroffen und ihr geſchadet, ſo werden, wenn man ſogleich am fruͤhen Morgen, noch ehe der Mittag kommt, die Waͤſſerung beginnt, alle Graͤſer geheilt und Niemand wird des Nachmittags wahrnehmen, daß am Morgen die Wieſe ſchwarz ſah. Verlaͤßt im Fruͤhjahr der Schnee die Fluren, ſo folgen gewoͤhnlich ſtarke Kahlfroͤſte, welche alle Felder und Wie⸗ ſen in ihren Winterſchlaf aufs Neue verſenken. Kann waͤhrend dieſer Zeit nun anhaltend gewaͤſſert werden, daß die Froſte nicht ſo ſtark ſind und ſelbſt das Waſſer waͤhrend der Ueber⸗ rieſelung zu Eis erſtarrt, ſo werden die Waͤſſerungswieſen, wenn alles Uebrige noch das winterliche Grau bekleidet, ſchon gruͤnen und ihre Matten dem ſchoͤnſten Teppich gleich vor unſern Augen ausbreiten, und welche Luſt! wenn der Weizen noch nicht zu finden iſt und der Kornwirth im Zweifel ſteht, ob der harte, mit Froſt und Schnee ſtark beladene Winter ſeinen duͤrftigen Saaten Nachtheil gebracht haben moͤge, ziehen ſchon mit froͤh— lichem Singen die Schnitter zur Waͤſſerungswieſe. — 37 Gegen die Einwirkung der allzugroßen Hitze. §. 33. Eben ſo wenig als der Froſt ſchadet den Waͤſſerungswie⸗ ſen, bei einer ſachgemaͤßen Behandlung, die Duͤrre. Es wurde ſchon im§. 30 erwaͤhnt, daß je trockner der Sommer, deſto groͤßer der Nutzen der Bewaͤſſerung ſei. Der Rieſelwirth kann mit Gewißheit auf einen groͤßern Ertrag ſeiner Wieſen hoffen, wenn andere unbewaͤſſerte Wieſen verbrennen. In ſolchen Zei— ten bewaͤhrt ſich ganz beſonders der Grundſatz:„Eine be— waͤſſerte Wieſe iſt das Treibhaus der Graͤſer“, denn durch das immerwaͤhrende richtige Maß von Feuchtigkeit und die gleichmaͤßige Temperatur, welches beides in der Duͤrre den Graͤſern durch die Waͤſſerung zugefuͤhrt wird, befoͤrdert man das Wachsthum derſelben auf eine uͤberraſchend ſchnelle Weiſe. Iſt der Sommer naß und haben alle Wieſen Gras, ſo ſteht die Waͤſſerungswieſe gegen andere Jahre in ihrem Ertrage zuruͤck. Ein naſſes Jahr iſt meiſt auch ein kaltes, und regnet es alle Tage, ſo muß der Rieſelwirth mit ſeiner Kunſt zuruͤck— ſtehen und der Natur das Vorrecht einraͤumen; wollte er wie in trocknen Jahren waͤſſern, ſo koͤnnte leicht die Wieſe zu viel Waſſer erhalten und fuͤr mehrere Jahre zuruͤckgehen. In ſol— chen Zeiten hat der Rieſelwirth nur die frohe Hoffnung vor andern Wieſenwirthen voraus, daß, wenn auch noch ſo viel Regen anhaltend vom Himmel faͤllt, ſeine Wieſen nicht ver— ſaͤuern und keine Ueberſchwemmungen und Stagnationen ſtatt— finden werden. Fuͤr Schutz durch Entwaͤſſerung hat ſeine Kunſt geſorgt. 38 4) Zerſtörend auf die der Vegetation der guten Graͤſer und Kraͤuter nachtheiligen Einfluͤſſe. §. 34. Mit wie vielfachen Hinderniſſen hat nicht der Landwirth auf ſeinen Wieſen zu kaͤmpfen! Iſt die Lage derſelben trocken, ſo zeigen ſich bald eine Menge Haidepflanzen, welche den Gras⸗ wuchs verdraͤngen; iſt ſie feucht, ſo kommen Mooſe und andere Pflanzen zum Vorſchein, welche mit großer Schnelligkeit die Wieſe uͤberziehen und den Ertrag derſelben mit jedem Jahre verringern. In beiden Faͤllen treiben noch eine Unmaſſe von ungebetenen Gaͤſten ihr Unweſen; da giebt es Maulwuͤrfe, Rat⸗ V ten, Maͤuſe, Werlen und andere ſchaͤdliche Thiere dieſer Art. Kommt ſolchen Wieſen der Duͤngerwagen, die Sandkarre, Schippe und Hacke, nebſt allen moͤglichen Fallen und anderen Rettungs— mitteln nicht jedes Jahr zu Huͤlfe, ſo werden dieſelben bald in ein Unland verwandelt, und kein Menſch iſt im Stande, weder mit Senſe noch mit Harke, darauf zu arbeiten. Da muͤht ſich. der eine mit Kompoſtbereitung und Guͤlle, der andere beſandet und ackert ſeine Wieſe, um eine beſſere Grasnarbe zu erzielen, beide laſſen die Maulwurfshaufen ebnen und zahlen dem muͤßig— gehenden Faͤnger pro Stuͤck Maulwurf 8 Pf. Der Theoreti⸗ ker erfindet außerdem aus Liebe zum Auffallenden und Neuen Raͤucherungen, um alle ſolche unwillkommene Gaͤſte hinwegzu⸗ ſchaffen; er empfiehlt eine Menge Ingredienzen, welche beim Gebrauch den ſchleunigſten Tod dieſer Thiere herbeifuͤhren, Ga⸗ beln und andere Inſtrumente, um die Unkraͤuter auszuſtechen und zu vertilgen. Man bedenke aber nur fuͤr große Flaͤchen! Welche Laͤcherlichkeiten, welche Kleinigkeitskraͤmerei! Bringt Waſ⸗ ———— 39 ſer auf eure Wieſen, wenn es ausfuhrbar iſt, und alle ſolche Hinderniſſe werden verſchwinden. Schlußbemerkungen. §. 35. Aus allem, was hier mitgetheilt wurde, kann auch der einfachſte Landwirth einſehen, daß Waſſer uͤber alle Duͤngerſurrogate hoch hervorragt, und warum ſollte nun nicht jeder Landwirth auf— merkſamer auf daſſelbe werden, als es bis jetzt der Fall war? Kein Duͤnger, ſei es auch welcher es ſei, wirkt ſo vereinigt zum Vortheil der Wieſenpflanzen, als das Waſſer(§. 25). Man mache, iſt man zu aͤngſtlich, nur Verſuche im Kleinen, und ich bin gewiß, daß die Anwendung im Großen folgen wird. Wenn gleich einem jeden Waſſer dieſe Kraͤfte nicht alle im gleichen Grade beizumeſſen ſind, ſo iſt doch keins ganz frei von den— ſelben. Ich werde dies nach meinen Erfahrungen naͤher zu er— laͤutern ſuchen, bemerke jedoch hier, daß ein jedes Waſſer ſich ſeine eignen Graͤſer bildet, das heißt, es zerſtoͤrt theilweis die ſchon vorhandenen und erzeugt neue Arten. Will man deshalb mit einer Waͤſſerungswieſe im Ertrage nicht ruͤckwaͤrts gehen, ſo ſuche man die Anlage gleich beim Entwurf ſo zu begruͤnden, daß ſpaͤterhin nicht ein fremdes Waſſer auf die Wieſe geleitet wird. Dies wuͤrde der Fall ſein, wenn man z. B. fruͤher mit Teich- oder Bachwaſſer waͤſſerte, ſpaͤterhin dazu Quellwaſſer verwendete. Ein ſolcher Wechſel fuͤhrt oft eine mehrjaͤhrige Stockung ins Ganze und verringert den Ertrag. Die Erfah⸗ rung hat mich aus mancherlei Beobachtungen und Verſuchen ge⸗ lehrt, daß nicht blos die Bodenbeſchaffenheit auf die Lebensthaͤ⸗ tigkeit und Bildung der Pflanzen Einfluß uͤbt, ſondern daß ganz beſonders das Waſſer fuͤr Formation neuer Varietaͤten in der Familie der Graͤſer ſorgt. Es erſcheinen auf Waͤſſerungswieſen 40 Graͤſer, die zwar mit dieſer oder jener Claſſe nahe verwandt ſind, doch in Blatt und Bluͤthe oftmals bedeutend abweichen; im Allgemeinen findet man keine Wieſe in einem ſo ſchoͤnen Flor, als eine gut im Stande erhaltene Waͤſſerungswieſe. B) Nähere Bezeichnung des Waſſers, welches zur Bewäſſerung angewendet werden kann, nebſt deſſen Einwirkung auf die Bildung der Gräſer. Arten der zur Bewaͤſſerung tauglichen Gewaͤſſer. §. 36. Es ſind vier Arten von Waſſer, welche zur Bewaͤſſerung angewendet werden, naͤmlich: 1) Feld- und Teichwaſſer, 2) Bach⸗ und Flußwaſſer, 3) Quellwaſſer und 4) Geſammeltes Waſſer. Feld⸗ und Teichwaſſer. §. 37. Feldwaſſer wird dasjenige genannt, welches urſpruͤnglich vielleicht in ſehr geringer Quantitaͤt aus kleinen, im Felde lie— genden Quellen hervorkommt, alles von erſteren abſtroͤmende Waſſer aufnimmt und dadurch periodiſch einen ſtarken Zufluß erhaͤlt; geht dieſes Waſſer in unterhalb liegende Teiche, ſo erlei— det es keine weſentliche Aenderung und beide koͤnnen in eine Claſſe aufgenommen werden. Erhalten dieſelben jedoch ihren Zufluß aus Fluͤſſen, Baͤchen oder Quellen, ſo beſtimmt ſich ihre Anwendung nach denjenigen§§., in welchen von dieſen Gewaͤſ⸗ ſern die Rede ſein wird, wenn nicht vor der Bewaͤſſerung das Waſſer einige Zeit durch die groͤßere Beruͤhrung mit der Atmo— n, ng —————— EEEEEMꝑÿpiffiiiidcicii 41 ſphaͤre eine hoͤhere Temperatur annimmt und dem Feldwaſſer ziemlich gleich kommt, doch behaͤlt auch unter dieſen Verhaͤlt⸗ niſſen das Feldwaſſer noch den Vorzug, denn es iſt wegen ſei— nen duͤngenden Theilen und der ihm eigenthuͤmlichen Waͤrme 4 das vorzuͤglichſte. Wichtig iſt es fuͤr die Bewaͤſſerung, daß, wenn es die Localitaͤt erlaubt, das Feldwaſſer entweder in ſchon vorhandene Teiche oder anzulegende Reſervoire geleitet und in ihnen aufbewahrt werden kann, damit der noͤthige Waſſervor⸗ rath da iſt; ohne eine ſolche Vorrichtung iſt man manchmal ge⸗ zwungen, das ſchoͤnſte Waſſer unbenutzt vorbeifließen zu laſſen, oͤfte⸗ rer aber noch wird man Mangel daran fuͤhlen. Wie oft ergießen nicht die Wolken ihren Waſſervorrath auf unſere Fluren, wenn er am wenigſten gebraucht wird? Oft kommt, wenn man die Wieſe maͤhen will, anhaltender Regen, und wir muͤſſen dann alle ſchoͤne abgeſchlemmten Duͤngtheile der Felder unbenutzt dahin⸗ fließen laſſen. Koͤnnten wir dieſen Regen ſammeln, ſo wuͤrde er nach der Maht uns goldne Schaͤtze bringen, vor derſelben duͤrfen wir jedoch durchaus nicht mit ſolchem Waſſer rieſeln, da ſich leicht an den Halmen und Blaͤttern der Graͤſer der Schlick anſetzt und das Heu dann zum Futter der Schaͤfereien ganz untauglich wird. Solches Waſſer, vierzehn Tage nach der Maht angewendet, ruft eine ganz beſonders ſchoͤne Grummt⸗ Ernte hervor. Fuͤr ſterile Sandlaͤndereien, auf welchen Gras durch Be⸗ waͤſſerung erzeugt werden ſoll, eignet ſich das Feldwaſſer ganz beſonders; ich habe die Erfahrung gemacht, daß Flugſand ſchon im erſten Jahre der Bewaͤſſerung eine recht gute Ernte abwarf. Schneller als anderes Waſſer befoͤrdert es, vermoͤge ſeines eigenthuͤmlich hohen Waͤrmegrades, eine fruͤhzeitige Vegetation, und iſt das einzige Waſſer, welches mit Vortheil auf Moorboden zur Bewaͤſſerung angewendet werden kann. Auf ————— 42 ſchon gut beſtandenen Wieſen muß man beſonders im Vorſom⸗ mer vorſichtig mit dieſem Waſſer waͤſſern, ſonſt kann leicht eine Erſtickung der zarten Graspflaͤnzchen durch den oftmals uͤber⸗ haͤuften Schlick ſtattfinden. Nach der Bewaͤſſerung mit Feld⸗ und Teichwaſſer beſetzen ſich die Wieſen vorzugsweiſe mit folgenden Kraͤutern und Graͤ⸗ ſern*†): Trifolium repens, Trifolium pratense, Vicia cracca, Vi- cia sepium, Dactylis glomerata, Alopecurus pratensis, Poa angustifolia, Poa trivialis, Poa compressa, Festuca elatior, Festuca pratensis, Avena pratensis, Hordeum pratense und Briza media. Bach⸗ und Flußwaſſer. §. 38. Die Baͤche und Fluͤſſe beſtehen meiſt aus einer Sammlung einzelner Quellen und werden nur durch niederſtroͤmenden, zu— ſammenfließenden Regen und durch Ergießung anderer Quellen, welche im Umfange ihres Flußgebietes liegen, gebildet. Sie ſind durch ihre vielfache Beruͤhrung mit der Atmoſphaͤre waͤrmer und ſauerſtoffreicher, als reine Quellwaſſer, erhalten auch durch ihren großen Zufluß und Stroͤmung durch fruchtbare Gegenden viel duͤngende Beſtandtheile und eignen ſich, naͤchſt dem Feld- und Teichwaſſer, am beſten zur Bewaͤſſerung. Flußwaſſer iſt oftmals dem Bachwaſſer vorzuziehen, a letzteres nie ein ſo ausgedehntes Gebiet durchſtroͤmt, als erſteres, und deshalb dieſe große Maſſe von Duͤngtheilen nicht mit ſich bringt. Am ſchlechteſten eignen ſich die Baͤche dann zur Bewaͤſſerung, wenn ſie meiſtentheils nur Haiden und Sand⸗ d *) Ich habe hier blos die lateiniſchen Namen gewaͤhlt, weil die deutſchen oftmals nur provinziell ſind. 5——— 43 gegenden durchſtroͤmt haben; ſie fuͤhren keine duͤngenden Theile, wohl aber durch die herabfallenden Nadeln und Blaͤtter der Gehoͤlze, welche in dem Waſſer ausgelaugt ſind, viel Gerbe⸗ und Gallusſaͤure mit ſich, wirken unter ſolchen Umſtaͤnden nach⸗ theilig auf die Vegetation und bilden ſaure Graͤſer beſonders Binſen; obgleich mit der Zeit dieſe wieder verſchwinden und ſich andere gute Graͤſer erzeugen, ſo iſt doch die Qualitaͤt des Futters in den erſten Jahren ſchlecht. Weniger ſchadet das eiſenhaltige Waſſer. Obgleich dies gewoͤhnlich hart und kalt iſt und die vorhandenen Grä⸗ ſer, wenn ſie zum erſtenmale damit bewaͤſſert werden, zu kraͤn⸗ keln anfangen, ſo heilen ſie doch ſchnell wieder aus, und gedeihen ſobald ſie ſich an das Waſſer Pohnt haben; Werden jedoch krank, wenn ihnen wieder anderes Waſſer gegeben wird. Ich habe immer auf Wieſen, welche mit eiſenhaltigem Waſſer be— waͤſſert wurden, einen ſpaͤtern Eintritt der Vegetation wahrge⸗ nommen und beſonders Holcus lanatus darauf gefunden. Rollen die Baͤche durch Doͤrfer, worin die Guͤlle der Bauernhoͤfe(was noch ſo haͤufig der Fall iſt) ſich in dieſelben ergießt, dann ſind ſie dem Flußwaſſer vorzuziehen; ihre duͤngende Kraft iſt dann groß. Auf Wieſen, welche mit gutem Fluß- oder Bachwaſſer bewaͤſſert werden, finden ſich nach einigen Jahren folgende Kraͤuter und Graͤſer vor: Lotus arvensis, Lathyrus pratensis, Trifolium repens, Vicia cracca, Dactylis glomerata, Holcus lanatus, Phleum pratense, Anthoxanthum odoratum, alle Gattungen der Festuca, Alopecurus pratensis, Avena pubescens und vorzuͤglich Poa angustifolia. 44 Ueber die Erzeugung und Vertilgung der Binſen.(Juncus.) §. 39. Obgleich ich durch dieſen Paragraph den Gang meiner Nachweiſung etwas unterbreche, ſo will ich doch jetzt uͤber die Binſen ſprechen, da dieſelben ſchon mehrmals erwaͤhnt wor— den ſind. Mit der Erzeugung von Binſen hat es bei der Bewaͤſſe— rung ſeine eigenthuͤmliche Bewandniß; es iſt hoͤchſt merkwuͤrdig, daß man oftmals auf einer neu angelegten Waͤſſerungswieſe Stellen antrifft, welche einer foͤrmlichen Binſenanzucht aͤhnlich ſehen, dahingegen unmittelbar daneben nicht eine dergleichen peſt⸗ artige Pflanze wahrgenommen wird. Die hier angeſtellten Verſuche und Erfahrungen hieruͤber werde ich ganz der Wahrheit getreu meinen Leſern mittheilen. Es finden ſich bei einer beendeten Melioration beſonders an ſolchen Orten, wo bedeutender Auftrag ſtattfand, und der entweder verſenkte oder zur Ausfuͤllung gebrauchte Boden fruͤher oftmals unter Waſſer ſtand, eine roͤthliche oder ſchwaͤrzliche Farbe und einen unangenehmen Geruch hatte, mit einer unglaublichen Schnelligkeit Binſen vor. Solche Stellen wurden von mir be— ſonders gemerkt, um meine daruͤber aufgeſtellte Theorie durch die Praris zu begruͤnden. Immer ſah ich nach kurzer Zeit, es mochte mit Waſſer gewaͤſſert werden mit welchem auch wollte, eine Unzahl von Binſen darauf wachſen. Ließ ich nun nach Verlauf von mehreren Monaten den Raſen, auf welchem Binſen ſtanden, abheben, oder wo kein Raſen war, Binſenſtoͤcke aus— ſtechen, ſo fand ich, daß die Wurzeln derſelben die Farbe des verſaͤuerten Bodens angenommen hatten und daß, wenn dieſelben getrocknet wurden, ein roͤthlicher oder ſchwaͤrzlicher Staub von — er 45 denſelben abgeſtrichen werden konnte. Meine Anſicht wurde im mer mehr beſtaͤtigt, ganz beſonders aber am Ende dadurch, daß der fruͤher ſchlecht ausſehende und uͤbelriechende Boden eine reine Farbe ohne Geruch annahm, wenn die Binſen am uͤppigſten ſtanden. Es mochte nun mit dieſen Pflanzen vorgenommen wer⸗ den, was da wollte, man mochte ſie beſtaͤndig abſchneiden und Waſſer in ihre Stengel dringen laſſen, wenig oder anhaltend waͤſſern, gleich viel: die alten vergingen und es entſtanden neue. Dieſes ſchaͤndliche Geſtruͤppe wurde zu einer wahren Wieſen— plage.— Doch das Spruͤchwort„kommt Zeit kommt Rath“ bewaͤhrte ſich auch hier; nach Verlauf von zwei Jahren zeigten ſich wenigere, je uͤppiger die guten Graͤſer dieſe Binſen beſchatteten, deſto mehr wurden ſie verdraͤngt, und im dritten Sommer waren keine mehr zu ſehen. Hob man nun einzelne Raſen ab, ſo war der Boden ganz rein und hatte eine ſchoͤne, den Be⸗ ſtandtheilen angemeſſene Farbe. Ich ſtelle deshalb, mich auf Er⸗ fahrung ſtuͤtzend, folgenden Grundſatz auf: Wird eine Bodenart, welche durch Waſſerſtockungen Saͤure angenommen hat, aufge⸗ lockert und kommen deren Beſtandtheile dadurch mit der Atmo⸗ ſphaͤre in naͤhere Beruͤhrung, ſo wird durch dieſe Verbindung die von dem Boden angenommene Saͤure frei, entweicht nach oben und bildet Binſen, dieſe beſtehen, wenn die Saͤure nicht durch eine falſche Bewaͤſſerung unterhalten wird, ſo lange, bis alle Saͤure frei geworden und gaͤnzlich gewichen iſt. Dies gelingt ſicher dadurch, daß, wenn auch nur im ganz geringen Grade, die andern Graͤſer etwas von dieſer Saͤure aſſimiliren, durch die andern Duͤngungsbeſtandtheile aber, welche ihnen gegeben wer⸗ den, uͤppig empor wachſen und die Binſen beſchatten; durch dieſe theilweiſe Hinwegnahme der Saͤure, ihres Hauptnahrungsmittels, ſo wie auch durch die denſelben nachtheiligen Schatten, wird deren Vertilgung ſchnell befoͤrdert; denn wo Raſen aufgelegt —ᷣͦ’ÿ— —OO——————— — 46 werden, verſchwinden die Binſen einige Jahre eher, als da, wo das Waſſer erſt die Grasnarbe ſchaffen ſoll. Doch kann man auch das Wachsthum der Binſen auf dem ſchoͤnſten, von Saͤure freien Boden durch falſche Bewaͤſſerung oder ſchlechtes Waſſer ſchnell befoͤrdern. Im Gegentheil wieder, kann man auf ſolchem Boden die ſchlechteſten Binſenraſen auflegen, mit gutem Waſſer und ſachgemaͤßer Behandlung waͤſſern, und die Binſen werden nicht fortwuchern, ſondern ſchnell verſchwinden. Quellwaſſer. §. 40. Die Quellen'zeigen in ihrem Vorkommen große Verſchie⸗ denheit. Das Waſſer derſelben iſt ſelten in ſeinen Beſtandthei⸗ len einander gleich, daher auch ihr verſchiedenartiger Einfluß auf die Wirkung der Vegetation und Bildung der Graͤſer und Kraͤuter. Zur Bewaͤſſerung taugen diejenigen Quellen am beſten, welche entweder in flachen Gegenden aus den eindringen⸗ den meteoriſchen Niederſchlaͤgen gebildet werden, und ſich an dem freien Zutritt der Atmosphaͤre erwaͤrmen, oder ſolche, welche in Kies und Sandboden zu Tage treten und die meiſte Kohlen— ſaͤure enthalten, oder endlich diejenigen, welche aus kalkhaltigen Lagerungen kommen und eine groͤßere oder geringere Menge kohlenſaure, ſalzſaure oder ſchwefelſaure Kalkerde enthalten. Fuͤr Lehm- und Sandboden ſind ſolche Quellwaſſer an— wendbar; ſchwieriger ſchon fuͤr Thonboden, nie aber fuͤr Moorboden. Das dem Auge ſcheinbar klare Quellwaſſer hat immer unter ſeinen beigemengten Subſtanzen etwas Gerbeſtoff, Erdol, vegetabiliſche Ruͤckſtaͤnde, mineraliſche Salze und mitunter Kalk⸗ erde, iſt es warm, ſo iſt es das anwendbarſte unter dem Quell⸗ waſſer fuͤr Thonboden. 47 Moor⸗ und torfgruͤndige Quellen. §. 41. Quellen, welche aus Moorgruͤnden und Torflagern kom— men, wende man nur unter der Bedingung zur Bewaͤſſerung an, wenn deren Waſſer vor der Benutzung in Reſervoiren ge⸗ ſtanden hat oder ununterbrochen uͤber Kieſel und Sand gefloſſen iſt, wobei es ſeinen großen Gehalt an Humusſaͤure abgeſetzt und Sauerſtoff abſorbirt hat. Die Humusſaͤure, welche ſie von dem uͤberſchwaͤngerten Gehalt an Modertheilen ihrer Umgebungen ſich angeeignet haben und alles Sauerſtoffs dadurch beraubt ſind, bringt eine foͤrmliche Desorganiſation der Kraͤuter und Graͤſer hervor, da zur Befoͤrderung aller Vegetation weder eine zu große Ueberhaͤufung des Erſtern noch eine gaͤnzliche Ermangelung des Letztern ſtattfinden darf. Man erkennt ſogleich an dem braͤunlichen Niederſchlag(§. 24), welchen ſolches Waſſer waͤhrend der Bewaͤſſerung hinterlaͤßt und an dem kuͤmmerlichen Ausſehen der Graͤſer eine Wieſe, welche mit ſolchem Waſſer bewaͤſſert worden iſt. Immer nehmen die Graͤſer eine Haͤrte, welche das Thier nicht liebt, nach Bewaͤſſerung mit Quellwaſſer an, nie werden dieſelben, in Hinſicht ihrer Qualitaͤt, eine ſolche Guͤte erlangen, als durch Bewaͤſſerung mit anderem Waſſer. Ein jedes Quell⸗ waſſer erzeugt beſonders Carex acuta. Gute Quellwaſſer bilden folgende Graͤſer und Kraͤuter: Holcus avenaceus, Holcus lanatus, Aira caespitosa, Aira arun- dinacea, Agrostis cannina, Agrostis stolonifera, ganz beſonders aber Cynosurus cristatus, Trifolium rubens, Trifolium repens und Poterium sanguisorba. Auf Moorboden vertilgt gutes Quellwaſſer beſonders das Gift des Heues equisetum palustre und arvense. 48 Iſt man mit der Bewaͤſſerung mit Quellwaſſer nicht vor⸗ ſichtig und beſitzt es viel Humusſaͤure, ſo bilden ſich leicht die Arten des Eriophorum und die Lychnis flos-cuculli. Geſammeltes Waſſer. §. 42. Der große Vortheil der Bewaͤſſerung ſuͤr die Landwirth— ſchaft noͤthigt Jeden, welcher nur einigermaßen davon über⸗ zeugt iſt, die groͤßte Oekonomie mit dem Waſſer zu beobachten. Tauſende von Locglitaͤten geſtatten mit wenig Koſten die Anlegung von Waſſerbehaͤltern(§. 109); wir finden oft hier und da eingeſchloſſene Niederungen, welche wegen ihrer feuchten Lage weder zum Feldbau noch zur Wieſe benutzt, wohl aber durch die Anlegung eines Waſſerbehaͤlters zum Born des Wohl⸗ ſtandes umgeſchaffen werden koͤnnen. Solches geſammeltes Waſſer eignet ſich wegen ſeines Sauer⸗ ſtoffgehaltes, welchen es durch die ausgedehnte Beruͤhrung mit der Atmosphaͤre ſich angeeignet hat, ganz beſonders zur Be⸗ waͤſſerung, es nimmt leicht eine gelbliche Farbe an, iſt warm und hinterlaͤßt nicht ſo viel Schlick als die andern Waſſer, be— wirkt jedoch ſehr die Vegetation der Wieſenpflanzen. Es iſt wegen ſeines hohen Temperaturgrades beſonders an⸗ wendbar auf Moorboden, weniger eignet es ſich zur Bildung neuer Grasnarbe auf Sandboden. Dieſes Waſſer bildet dieſelbe Flora als Feld und Teich⸗ waſſer, ganz beſonders ſcheint Dactylis glomerata, Alopecurus pratensis und Vicia cracca durch daſſelbe hervorgerufen zu werden. —jy4 49 ) Die Verbeſſerung des Waſſers. 1) Verfahrungsweiſe, um die naͤhrende Kraft des Waſſers zu erhoͤhen. §. 43. Wir haben nun in den vorhergehenden§§. geſehen, wie und auf welche Weiſe das Waſſer auf die Vegetation wirkt und auf dieſelbe mit Vortheil angewendet werden muß. Die Erfahrung iſt und bleibt die beſte Lehrmeiſterin; ſie fuͤhrt den denkenden Menſchen immer von einem Schluß zum andern; ſo auch hier. Sie giebt ganz einfache Mittel an die Hand, um ſchlechtes Waſſer zu verbeſſern. Es mag ſo ſchlecht ſein, als nur immer möglich, ſo beſit es doch die aufloͤſende, erhaltende und fuͤr die Ben tation der Graͤſer vortheilhafte zerſtoͤrende Kraft. Mangeln kann demſelben entweder die duͤngende Kraft, oder es kann durch dieſelbe zerſtoͤrend auf die Wieſenpflanzen ein⸗ wirken; beides laͤßt ſich bedingungsweiſe heben; jene kann her— vorgebracht, dieſes beſeitigt werden. Die duͤngende Kraft des Waſſers hervor zu bringen, iſt dem Landwirth leicht, denn es ſtehen ihm viele Mittel zu Gebote. Ein Kaſten aus Latten in dem Hauptzuleitungsgraben, durch welchen alles benoͤthigte Waſſer zur Wieſe gefuͤhrt wird, angebracht und mit gutem Schafduͤnger und etwas wenig geloͤſchtem Kalk angefuͤllt, erhoͤht die duͤngende Kraft des Waſſers außerordentlich; es laugt den Duͤnger in einigen Wochen ſo aus, daß, war er kurz, nichts mehr vorhanden iſt, und war es Strohduͤnger, nur reine Stroh⸗ uͤberreſte uͤbrig bleiben. Außerdem fallen in jeder Wirthſchaft unter den Thieren Sterbefaͤlle vor; man laſſe keines von den geſtorbenen Thieren vergraben, ſondern ſchaffe alles, was zu Grunde geht, in dieſen Kaſten, es bringt fuͤr die Wieſe heilſame 4 „ 50 Früchte. Bald wird man auf der Oberflaͤche des Waſſers ein dunkles blaͤuliches Oel ſchwimmen ſehen, welches ſich auf der Grasnarbe ablagert, und im hohen Grade zu Gunſten der Vege⸗ tation wirkt. Die zerſetzende Kraft des fließenden Waſſers iſt groß, groͤßer als man glaubt; denn nach Verlauf von einem halben Jahre finden ſich in einem ſolchen Kaſten, worin die ge⸗ fallenen Thiere gelegen haben und von dem durchſtroͤmenden Waſſer beſpuͤlt worden ſind, auch nicht die geringſten Ueberreſte der Knochen mehr vor. 2) Verfahrungsweiſe, um die den guten Wieſen⸗ pflanzen nachtheiligen Einwirkungen des Waſſers zu beſeitigen. §. 44. Die auf die Vegetation nachtheilig einwirkende Kraft einiger Gewaͤſſer kann nur durch Reinigung derſel⸗ ben gehoben werden und zwar zuvoͤrderſt dadurch, daß dem Waſſer die ſchaͤdlichen Subſtanzen ganz entzogen, oder dieſelben doch wenigſtens durch andere duͤngende Theile ſo verringert werden, daß ihre Wirkung nicht mehr desorganiſirt. Dies wird dadurch erreicht, daß man das Waſſer laͤngere Zeit im ſtehen⸗ den Zuſtande der Einwirkung der Atmosphaͤre ausſetzt, wobei es alle groͤbere, in ihm ruhende Subſtanzen abſetzt und Atmo— ſphaͤrilten abſorbirt. Dies iſt das eine Mittel; das andere be⸗ ruht darin, daß man die Sohle des Grabens, worin es herge⸗ leitet wird, mit grobem Kieſel belegt, wodurch eine Reibung, und durch dieſe ein Wellenſchlag entſteht, durch welchen ver⸗ möge der hervorgebrachten groͤßern Oberflaͤche des Waſſers, die⸗ ſes mit der Atmosphaͤre vielfach in Beruͤhrung kommt, und ſich ſowohl dadurch als auch durch die Reibung der untern Waſſer⸗ flaͤche an den Steinen vollkommen reiniget und verbeſſert. 5— LõéLé éq q²ꝗ§§ꝗ§—õ— / 51 zein Beweis dieſes ſcheinbar blos theoretiſchen 1 Grundſatzes. 4§. 45. S iſt— ſen So ſehr dies nun auch dem praktiſchen Rieſelwirth bei 4 dem erſten Blicke unerklaͤrbar ſcheint, ſo iſt es doch Wahrheit, kde nicht geſchrieben aus Buͤchern, oder gehoͤrt von Andern, ſondern vie in der Praris vorgenommen, unterſucht und beſtaͤtigt gefunden. un Zum Beweis erlaube man mir ein Beiſpiel: Eine Wieſe wurde V mit Waſſer aus Moorgruͤnden bewaͤſſert, der Hauptzuleitungs⸗— en⸗ graben, ungefaͤhr 100 Rthn. lang, hatte, da er von Diſtanz ers zu Diſtanz horizontal war und doch natuͤrliches Gefaͤlle beſaß, V mehere kleine Wehre von grobem Kieſel, woruͤber das Waſſer V geleitet wurde; es floß uͤber die Wehre duͤnn und mit ſchroffem „ Gefaͤlle; von Wehr zu Wehr, zwiſchen welchen das Waſſer 3 b durch Schleußen zur Wieſe gelaſſen wurde, zeigte es eine hellere Farbe und entwickelte groͤßere Wirkung fuͤr die Graͤſer, und an V zwar ſo auffallend, daß auf jeder Abtheilung der Wieſe dieſelbe d ſich eigenthuͤmlich kundthat. en 3 ird b Schlußbemerkungen. ſen⸗§. 46. bei Da ich nun bis hierher meinen Leſern von den noͤthigſten 14 Vorkenntniſſen des Wieſenbaues, welche ſowohl in das Gebiet 8 der Theorie als auch Praris gehoͤren, ein kleines aber der 4 Wahrheit getreues Bild vorgelegt habe, ſo erlaube ich mir nun 9, noch die Bitte, daß man an demſelben nicht blos fluͤchtig vor— 5 uͤbergehen moͤge; man muß ſie nothwendig beſitzen, wenn dieſer e⸗ ſo wichtige Culturzweig, welcher die Landwirthſchaft auf eine ic undenkbare hohe Stufe bringen kann, ins Leben treten und Liebe er⸗ V gewinnen ſoll. 5 4* —ʒᷓʒᷓʒᷓʒᷓʒᷣʒᷣ̃ᷓ-——ᷓʒᷓʒᷓʒᷓ; 52 Vierter Abſchnitt. Die practiſche Ausfuͤhrung des Wieſenbaues. Einleitung. §. 47 So innig in jeder Wiſſenſchaft die Theorie mit der Praris verwandt iſt und beide das Gebaͤude halten, ſo wenig keins ohne das andere beſtehen kann, ſo unbedingt nothwendig iſt auch die Kenntniß beider beim Wieſenbau, wenn die Meliorationen das werden ſollen, was ſie werden koͤnnen. Was hilft alle Theorie, wenn die Praris mangelt! Wir fuͤhren den groͤßten Wieſentheoretiker, welcher uns vom Katheder die ſchoͤnſten Wahrheiten uͤber chemiſche Analyſirung des Waſſers, uͤber Agronomie, Pflanzenphyſiologie, Electricitaͤt, Galvanismus und anderes mehr aus ſeinen Buͤchern mittheilt, auf eine kleine Wieſe und bitten ihn, er moͤge uns doch ſagen, wie die Schnure von dem einen Pfaͤhlchen zum Andern geſpannt werden muͤſſe, und wir werden entdecken, daß die einfachſte Arbeit ihm fremd iſt. Wenn wir in einem andern Fall wiſſen, daß er eine ſchoͤne Abhandlung uͤber den Wieſenbau geſchrieben und darin ganz be⸗ ſonders die Nothwendigkeit hervorgehoben hat, warum nach den Regeln der Bewaͤſſerung alle Bewaͤſſerungsrinnen horizontal ſein muͤſſen, und wir ihn zu Einer fuͤhren, welche nicht horizontal iſt, ſo wird abermals ſeine Wiſſenſchaft an ihrer Grenze ſtehen; die Theorie ſcheitert an der Praris. So umgekehrt, der practiſche Wieſenbauer baut herrliche Wieſen, er baut nach ſeinen practiſch erlernten Grundſaͤtzen mechaniſch ohne Nachdenken, es gluͤckt ihm hier und da; Boden und Waſſeer ſind gut, fuͤnffach rentirt ſich die Wieſe, die er geſchaffen hat. Jetzt aber kommt er auf Torf⸗ — 53 boden, erhaͤlt zur Bewaͤſſerung kaltes Quell⸗- oder moorgrün⸗ diges Waſſer, er baut, und, ſollte er es nicht? Er hat ja ſchon ſeit mehreren Jahren ſich dieſem Fache gewidmet und manche Wieſe angelegt. Aber leider! es waͤchſt kein Grashalm, Binſen, Sumpf und Riedgraͤſer zur Streu nur tauglich, liefert dieſe koſtbare Anlage. So iſt es in der Wahrheit! Und mag deshalb auch nun mein Werkchen, nachdem die Theorie ſachge— maͤß darin abgehandelt wurde, ein rein practiſches werden, moͤgen die großen Geiſter der reinen Theorie daruͤber ſpoͤtteln, ich ſchreibe nicht fuͤr Maͤnner, welche in dieſem Fache mehr wiſſen als ich, ſondern fuͤr ſolche, die noch unbewandert in dem— ſelben ſind, und ich glaube gewiß, es giebt deren noch eine große Menge. Die Eintheilung des Wieſenbaues. §. 48. Unter Wieſenbau werden im Allgemeinen diejenigen Melio⸗ rationen verſtanden, durch welche mit Huͤlfe des Waſſers ent⸗ weder eine ſchon vorhandene Grasflaͤche in hoͤheren Culturzu⸗ ſtand gebracht oder ein unfruchtbares Land, ſei es nun Waldung, Feld oder Huthung, Thon, Lehm, Sand oder Moorboden in fruchtbare Graslaͤnderei umgeſchaffen wird. Dies kann auf zweierlei Weiſe(§. 1.) bewerkſtelligt werden, und zwar: 1) durch Kunſtwieſenbau, wo die Kunſt alles Natuͤrliche des Terrains uͤberwindet und eine foͤrmliche Umſchaffung der Localitaͤt ſtattfindet; 2) durch natuͤrlichen Wieſenbau, wo die Kunſt blos die Mißgeſtaltungen der Natur verbeſſert und die Kraͤfte derſelben zu Gunſten des vegetabiliſchen Lebens durch Bewaͤſſerung unterſtuͤtzt. 1 54 A) Der Kunſtwieſenbau. Allgemeine Regeln und Vorbemerkungen, nebſt den erforderlichen Kenntniſſen, Inſtrumenten und Werkzeugen zur Ausfuͤhrung des Kunſt⸗ wieſenbaues. §. 49. Der Kunſtwieſenbau iſt nach§. 48 diejenige Wieſenme⸗ lioration, bei welcher alles Natuͤrliche des Terrains verbannt wird. Die zwei Hauptbedingungen ihrer Realiſirung ſind: Hinlaͤngliches, zu jeder Zeit erforderliches Waſſer und Geſtattung einer vollkommen zweckmaͤßigen Entwaͤſſerung. Ohne Beides entſchließe man ſich nie zum Kunſtwieſenbau. Zur Ausfuͤhrung deſſelben gehoͤrt vor allen Dingen ein practi⸗ ſcher Ueberblick, d. h. genaue Beurtheilung, wie und auf welche Weiſe dieſe Meliorationen der Localitaͤt anzupaſſen ſeien, damit nicht am Ende ein foͤrmliches Feſtarbeiten ſtattfindet. Der Wieſenbauer muß wiſſen, wenn er ſeinen Bau beginnt, wie hoch oder wie tief er den Boden legt, damit durch unvorſich— tiges, allzuſchnelles Handeln die Koſten nicht um das Doppelte geſteigert werden. Wo beginnt man den Baue? §. 50. Eine Hauptregel iſt: den Bau jedesmal mit dem Gefaͤlle zu beginnen und mit ihm fort zu gehen, die Einrichtung des Anfanges ſo zu treffen, daß jſt d en m in, I' p 5⁵ am Ende des Baues eher Boden mangelt, als uͤbrig bleibt; beobachtet man dieſe Regel, ſo iſt es dem Wieſenbauer ein Kleines, ſeinen Bau, unbeſchadet des Ganzen, ſo einzurich— ten, daß er mit demſelben am Schluſſe einige Zoll niedriger geht, vorausgeſetzt, daß er auch hier im Stande iſt, alles Waſſer durch den Entwaͤſſerungsgraben abzuleiten und kein Ruͤckſtau entſteht. Um den Ausdruck,„den Bau mit dem Gefaͤlle zu beginnen und mit demſelben fortzugehen“ naͤher zu erlaͤutern, erlaube man mir Folgendes einzuſchalten. Jede Flaͤche hat zweierlei Gefaͤlle oder Abdachung, eines heißt das Haupt-, das andere das Nebengefälle. Gleichviel, ob das erſtere groͤßer als das letztere ſei, ſo heißt dasjenige, welches den Lauf des Hauptleitungsgraben beſtimmt und nach welcher Richtung derſelbe hingeht, das Haupt-, jenes aber, welches von dieſem aus nach dem Hauptentwaͤſſe— rungsgraben zugeht, das Nebengefaͤlle. Obgleich letzteres oftmals bedeutend groͤßer als erſteres iſt. Wenn ich nun ſagte, daß die Anlage mit dem Gefaͤlle beginnen ſolle, ſo verlangte ich damit, daß man den Bau dort anfange, wo der Hauptzuleitungsgraben die Flaͤche beruͤhrt, und dort ende, wo er ſie wieder verlaͤßt. Beginnt der Bau dem Laufe des Hauptzuleitungs— grabens entgegen, ſo iſt es ſchwieriger, denſelben ſo einzurich⸗ ten, daß am Ende ſich der Boden ausgleicht; weil man, wenn es deſſen zu wenig giebt, nicht tiefer gehen darf, als die untere Terraſſe liegt, und wenn ſich zu viel vorfindet doch nicht hoͤher, als bis zu dem Punkte, daß noch Waſſer auf die Wieſe zu bringen iſt, und dieſelbe mit Vortheil gewaͤſſert werden kann. Doch keine Regel ohne Ausnahme, hier ſind deren zwei. Oft geſtattet es bei Anlegung einer neuen Bewaͤſſerungs⸗Anlage die Localitaͤt nicht, oberhalb anzufangen, es ſind hier noch Hin— 56 derniſſe, z. B. Waldungen auszuroden, oder Felſen zu ſpren⸗ gen u. ſ. w., unterhalb iſt das Terrain frei und erlaubt den Bau zu beginnen. Man muß alſo, der Regel zuwider, unten an⸗ fangen, wenn die Zeit benutzt und nicht gewartet werden ſoll, bis die oberhalb gegenwaͤrtigen Hinderniſſe beſeitigt ſind. Dies iſt die erſte Ausnahme. Die Regel ſagt weiter, es iſt beſſer daß Boden fehle, als daß am Ende welcher uͤbrig ſei. Es tritt nun wohl der Fall ein, in der nahen Umgebung der neu an⸗ zulegenden Wieſenanlage waͤre ein altes Bachbett oder andere Niederungen auszufuͤllen, welches hier in Verbindung mit dem Baue leicht und auf wohlfeilem Wege ausgefuͤhrt werden koͤnne, in dieſem Falle wuͤrde es rathſamer ſein, die Maßregeln ſo zu treffen, daß Boden uͤbrig ſei. Ueberhaupt iſt es von weſent⸗ lichem Nutzen, wenn der Wieſenbauer ſich uͤber die ganzen Um⸗ gebungen ſeiner Anlage genau orientirt, damit er mit Gewißheit weiß, ob ein Plus oder Minus des Bodens im ſchlimmſten Falle ſein darf, ein ungeſchickter, nicht erfahrner Baumeiſter, welcher darauf los arbeitet ohne ſich von Allem genau zu unter— richten, macht die letzten Quadratruthen oft theurer, als die erſten Morgen, denn man bedenke, welche Unannehmlichkeiten ent⸗ ſtehen, wenn am Ende mehrere tauſend Cubik-Ellen Boden uͤbrig ſind und man nicht weiß wohin damit, oder wenn eine Unmaſſe fehlt, und man nicht weiß, woher ſie genommen werden ſoll. Wie legt man die zur Bewaͤſſerung beſtimmte 3 1I g Flaͤche? §. 51. Eine zweite Regel iſt: die Flaͤche ſo tief, als nur thunlich, unter das zur Berieſelung anzuwendende Waſſer zu legen. 57 i⸗ Im§. 27 iſt der Grund dieſer Regel genugſam erlaͤutert d worden, beobachtet man ſie nicht, ſo laͤuft man Gefahr, in we— an⸗ 4 nig Jahren, beſonders wenn das Waſſer viel duͤngenden Schlick ol, ablagert, die Flaͤche umzubauen oder tiefer zu legen. Da uͤber⸗ is haupt nie unmittelbar aus dem Hauptzuleitungs⸗ ſer graben gewaͤſſert werden darf, um die Regulirung des rit Waſſers ſtets in der Gewalt zu haben, ſo muß ſchon die Flaͤche an⸗ um ſo viel tiefer liegen, daß ſie geſtattet, einen Vertheilungs⸗ ere graben(§. 103) an der Seite der Hauptzuleitungsgraben fort⸗ emn zufuͤhren, welcher ſein Waſſer aus letzterm erhaͤlt. nne, 9 Was muß im Betreff des Bodens wahrgenom⸗ ſir⸗ men werden: m⸗§. 52. bect Naͤchſtfolgende Regel wurde im Allgemeinen im§. 16 in fec Erwaͤhnung gebracht, doch verdient ſie wegen ihrer allzugroßen ter Wichtigkeit hier noch beſondere Exrinnerung. ter⸗ Die Beobachtung, den obern Spatenſtich Erde, de welcher ſchonſeit laͤngeren Jahren, vielleicht Jahr⸗ ent⸗ hunderten, entweder unmittelbar mit der Atmo⸗ örij ſphäͤre in Beruͤhrung ſtand, oder doch unter dem nuſſ Raſen lag, wieder als obere Schicht niederzule— - gen, moͤgen nun Raſen aufgedeckt werden oder nicht. Man verfahre mit der Ausfuhrung dieſer Regel ſo genau, daß auf der ganzen Wieſe, moͤge ſie auch hunderte von Morgen zaͤhlen, nicht eine einzige Quadrat-Ruthe ohne ihre Beobachtung geebnet wird. Fuͤhrt man dies nicht mit der groͤß⸗ ten Accurateſſe aus, ſo folgen Jahre lange Stockungen im Er⸗ ur trage. Eine ſolche falſch ausgefuͤhrte Stelle zeichnet ſich viele ide Jahre durch ihr krankhaftes Gras aus; man kann dies den Arbeitern nicht genug einpraͤgen, und wird man gewahr, daß 58 einer derſelben in dieſer Hinſicht ſaumſelig verfaͤhrt, ſo gebrauche man die groͤßte Strenge. Kann ein Kunſtwieſenbau ohne Raſenbedeckung ſtatt⸗ finden? Was muß dabei beobachtet werden? §. 53. Da nach dem§. 10 erſehen worden iſt, daß nur bedin⸗ gungsweiſe der Lehmboden das Anſaͤen der Graͤſer bei Waͤſſerungsanlagen geſtattet, ſo iſt ein Haupterforderniß, daß die Flaͤche, welche in Kunſtbau umgeſchaffen wer⸗ den ſoll, eine Raſenbedeckung erhaͤlt. Sind nun auf der dazu beſtimmten Flaͤche ſchon Raſen vorhanden, ſo muͤſſen dieſe abgeſchaͤlt werden, und dieß geſchieht entweder in der Ge— ſtalt eines Quadrats, oder, erlaubt es die Conſiſtenz des Bo— dens und des Raſens, ſelbſt in Form einer 8— 10 Fuß langen und 1 Fuß breiten Rolle. So einfach dieſe Arbeit erſcheint, ſo haͤngt doch von ihrer guten Ausführung mancher Vortheil in Erſparniß der Koſten und nachheriger Bewaäͤſſerung ab. Man ſehe darauf, daß dieſelben hauptſaͤchlich eine egale Staͤrke von 2 Zoll erhalten; ich habe jederzeit gefunden, daß dieſe Staͤrke, wegen der wenigeren Verletzung der ſtaͤrkern Graswur⸗ zeln, die vortheilhafteſte iſt. Man gebe dieſe Arbeit den geſchickteſten und brauchbarſten ſeiner Leute; je gleicher und egaler die Raſen abgeſchaͤlt werden, deſto vollkommner geht die nachherige Waͤſſerung von ſtatten. Ein fauler, nachlaͤſſiger Arbeiter, welchem die Muͤhe ver— drießt, ſich bei dieſer Arbeit gehoͤrig zu buͤcken, um die Schippe, womit dieſelben abgeſtochen werden, gleichmaͤßig 2 Zoll unter den abgehauenen Raſen zu ſetzen und darunter fortzuſtoßen, wird dieſelben alle hinten ſtaͤrker formiren, als vorne, wo er die Schippe anſetzt, und dadurch entſteht dann auf der Flaͤche, welche 59 mit ſolchen Raſen bedeckt wird, eine Unebenheit, welche dem Nutzen der Bewaͤſſerung nach§. 28 nicht entſpricht. Der⸗ jenige der Arbeiter, welcher die Raſen mit dem Wieſenbeile ab⸗ haut und ihnen hierdurch die Geſtalt giebt, muß dieſelben, moͤgen es fußgroße Quadrate oder lange Rollen ſein, recht⸗ winklig formiren. Dieſer zwar unſcheinbare Umſtand iſt doch fuͤrs Ganze ſehr wichtig; wird dieſe Regel nicht beobachtet und der Raſen ſpitz oder ſtumpfwinklig geſtochen, ſo muͤſſen dieſelben bei der Bedeckung alle wieder ſo an einander gepaßt werden, als ſie abgedeckt worden ſind; und iſt dies ausfuͤhrbar? Nimmermehr, da ſie beim Abſtechen auf Haufen geſetzt und beim Bedecken wieder davon hinweggenommen werden; es wuͤrde mancher ſchoͤne Raſen verloren gehen und nicht benutzt werden konnen, da beſonders bei großen Wieſenbauten die Raſen oft⸗ mals mit der Handkarre herzu gefahren werden muͤſſen und ſie ganz untermengt zur Stelle, welche bedeckt werden ſoll, ankom⸗ men; haben ſie jedoch alle eine rechtwinklige Form, ſo entſteht keine Stoͤrung, und jeder Raſen, klein wie groß, paßt anein— ander. Was muß hauptſaͤchlich der Wieſenbauer verſtehen? §. 54. Ein Haupterforderniß zur Ausfuͤhrung des Kunſtwieſen— baues iſt die Kenntniß des Nivellirens oder Abwaͤ⸗ gens. Hierin muß der Wieſenbauer Meiſter ſein. Wie we⸗ nig wird aber von den Landwirthen dieſe ſo ſchoͤne Kunſt beach— tet, die doch im alltaͤglichen Leben ſo oft in Anwendung kommt; wie viele von denſelben haben keine Idee von dem Geſchaͤft, ſelbſt viele Conducteure ruͤhmten ſich oft gegen mich, dieſem Fache vollkommen gewachſen zu ſein, und wenn es zur Ausfuͤhrung kam, ſo zeigten ſich die groͤbſten Fehler. Es iſt eine unerhoͤrte 60 Laͤcherlichkeit, wenn manche Schriftſteller uͤber den Wieſenbau die Setzwage zum Nivelliren empfehlen koͤnnen! Ein Beweis, daß keiner derſelben noch große Kunſtanlagen unternommen hat; wohl genuͤgt dieſelbe, zur Noth einige Morgen abzuwaͤgen, aber ich erkenne den Pfuſcher, wenn er zur großen Flaͤche mit der Setz⸗ wage ankommt. Sie iſt das entbehrlichſte und zeit— raubendſte Inſtrument beim Wieſenbauz wer behaup⸗ tet, große Bewaͤſſerungsanlagen mit der Setzwage ausgefuͤhrt zu haben, der luͤgt es und beweiſt ſeine Unwiſſenheit. Es iſt nicht moͤglich. Der Zweck dieſes Buches iſt nun keineswegs, die Kenntniß des Nivellirens naͤher auseinander zu ſetzen und deſſen vielfache Methoden zu beſchreiben, ich will jedoch in§. 98 eine oberflaͤchliche Anweiſung daruͤber mittheilen und verweiſe dieje⸗ nigen, welche noch ganz unerfahren in dieſem Fache ſind, auf: Sebaſtian Grafen von Trautmannsdorf practi— ſchen Nivellir-Unterricht. 2. Aufl. Prag, Calve'ſche Buchhandlung. 1836. ein Werk, welches das Nivelliren in be— ſonderer Beziehung auf den Wieſenbau ausfuͤhrlich und ſehr faßlich lehrt. Welche Kenntniß muß außerdem der Wieſen⸗ bauer beſitzene §. 55. Naͤchſt der Kenntniß des Nivellirens muß auch der Wie— ſenbauer einige mathematiſche Kenntniſſe beſitzen; er muß Koͤrpermeſſung, Koͤrperberechnung, Flaͤchen⸗ meſſung und deren Berechnung nebſt Anlegung verſtehen, beſonders aber zeichnen koͤnnen. Das iſt viel verlangt, wird Mancher ſagen, und Viele bauen Wieſen, ohne von dieſem Allen etwas zu verſtehen. Vollkommen wahr! Allein wollen wir das Ziel der Wieſenverbeſſerung nur fuͤr ein⸗ 61 zelne Morgen ſtecken? ſoll der tuͤchtige Wieſenbauer nicht hun⸗ derte von Morgen in zuſammenhaͤngender Flaͤche anlegen und doch zuvor eine genaue Berechnung aller Koſten, nebſt einem Plan zur Anſicht entwerfen koͤnnen? Unter ſolchen Verhaͤlt⸗ niſſen wird die Kenntniß des Wieſenbaues zu einem großen Rade neben vollem Getriebe, fehlt eines derſelben, ſo tritt pe⸗ riodiſches Stocken und Stillſtand ein. Daß dies die Wahrheit iſt, davon wird die Ausfuͤhrung des Wieſenbaues jeden Wider⸗ ſacher in den ſpaͤter folgenden§§. gewiß uͤberzeugen. Erforderliche Inſtrumente und Werkzeuge zur Aus⸗ fuͤhrung des geſammten Wieſenbaues, nebſt deren Gebrauch. §. 56. Moͤge man entſchuldigen, daß ich hier mit dieſen§§. den Gang der practiſchen Ausfuͤhrung unterbreche; allein da in den⸗ ſelben alle die Inſtrumente und Werkzeuge, welche hier aufge— fuͤhrt werden, oͤfterer vorkommen und genannt werden, ſo iſt es von beſonderm Nutzen, dieſelben alle zu kennen und deren Gebrauch zu wiſſen, um jede Dunkelheiten zu vermeiden. Das Nivellir⸗Inſtrument. §. 57. Wir koͤnnen deren dreierlei beim Wieſenbau anwenden, und zwar: a) die Waſſerwage mit Libelle und Fernrohr, b) die einfache Waſſerwage mit communici⸗ render Roͤhre, e) die Queckſilberwage, ebenfalls mit commu⸗ nicirender Roͤhre. 6² Von allen dreien iſt die letztere die vorzuͤglichere zur Anwen⸗ dung beim Wieſenbau, und beſonders wegen ihrer großen Ge⸗ nauigkeit und ihres einfachen Gebrauchs. Sind die Dioptern gut gearbeitet und iſt in den Roͤhren hinlaͤngliches Queckſilber, daß dieſelben ſchwimmen koͤnnen, ſo kann faſt, nivellirt man einiger⸗ maßen mit Vorſicht, kein Fehler vorkommen; ſie kann mit leich⸗ ter Muͤhe uͤberall aufgeſtellt werden und ein einfaches Stativ oder Menſel dient ihr zur Unterlage. Mit der Waſſerwage zu nivelliren erfordert ſchon eine groͤßere Accurateſſe, weil hier das Auge blos nach der Oberflaͤche des Waſſers oder Spi⸗ rituſes in den Roͤhren den zu ſuchenden Punkt finden muß, und deshalb keinen ſolchen ſichern Augenpunkt hat, als bei den Dioptern. Es entſtehen ſehr leicht kleine Fehler beim Gebrauch der Waſſerwage, wenn der Wieſenbauer nicht ganz bewandert mit derſelben umzugehen verſteht. Die Waſſerwage mit Libelle und Fernrohr iſt nur dann mit Nutzen anwendbar, wenn die Flaͤche groß und coupirt iſt, welche abgewogen werden ſoll; ihre Aufſtellung und Juſtirung iſt ſchwierig und ihre Anſchaffung koſtſpielig. Sei nun das In⸗ ſtrument, mit welchem man nivellirt, welches es ſei, ſo mache man ſich doch zur ſtrengen Pflicht, jede Strecke, welche man abgewogen hat, nochmals ruͤckwaͤrts zuunter⸗ ſuchen, damit man gewiß ſei, alle Fehler vermieden zu haben, und die vorgefallenen etwa noch berichtigen kann. Iſt das Terrain nicht ſo ſehr unterbrochen, ſo habe ich immer die Me⸗ thode, wagerecht zu nivelliren und die Abweichungen der Horizontallinien auf den Boden durch Pfaͤhle zu markiren, vor jeder andern vorgezogen, weil man dabei nur auf ſich ſelbſt beſchraͤnkt iſt, und nicht ſo leicht Fehler vorkommen, als wenn der Scheibentraͤger die Scheibe herauf oder herunter ſchrauben ſoll; iſt derſelbe nicht ein ganz zuverlaͤſſiger Mann, und ver⸗ 63 ruͤckt er um einige Linien waͤhrend des Schraubens die Scheibe, ſo ſind die Fehler dann unvermeidlich, welche nicht vorfallen koͤnnen, wenn er mit dem Schrauben der Scheibe nichts zu thun hat, ſondern blos mit der Scheibenſtange ſo lange auf dem Boden ſuchen muß, bis der Punkt, welcher in den Horizont faͤllt, gefunden iſt. a. Die Waſſerwage mit Libelle und Fernrohr. b. Die einfache Waſſerwage mit communicirender Roͤhre. c. Die Queck⸗ ſilberwage mit communicirender Roͤhre. —— 64 Die Zielſcheibe. §. 58. Sie iſt ein einfaches, zum Abwaͤgen unentbehrliches Werk⸗ zeug, beſteht aus einer 1 ¼ ſtarken und 10—12“ hohen Latte, welche in Fuße und Zolle nach landesuͤblichen Maßen eingetheilt iſt; es bewegt ſich an derſelben vermittelſt einer Schraube eine Scheibe, entweder rund oder viereckig, welche 12“ im Durch⸗ meſſer hat und in 4 Theile getheilt iſt, von denen 2 ſchwarz und 2 weiß mit Oelfarbe angeſtrichen ſind, die Mitte des Kreu⸗ zes dieſer 4 Quadrate giebt beim Nivelliren jederzeit die geſuchte Horizontallinie an. Die Viſirbretchen. §. 59. Zwar ſehr einfache, doch beim Wieſenbau hoͤchſt noͤthige Werkzeuge. Es ſind 3 Staͤbe von gleicher Hoͤhe, gewoͤhnlich 36“ hoch, 4“ breit und 1“ ſtark, an welchen oben ein Quer⸗ bretchen von 15“ Laͤnge, 8“ Hoͤhe und 1“ Staͤrke befeſtigt iſt. Es hat alſo im Ganzen jedes 44“ Hoͤhe, und Alle muͤſſen unbedingt von gleicher Hohe ſein. 65 Die obern Querbretchen theilt man, wie die Viſtrſcheibe, in 4 Theile, und ſtreicht ſie auf dieſelbe Art mit Oelfarbe an. 4 Tſada 1 lſiſ Um dieſe Bretchen vor ſchneller Abnutzung zu ſichern und bei feuchter Witterung beim Gebrauch das Anhaͤngen der Erde zu verhuͤten, wodurch, wenn nicht genau Acht darauf ge⸗ geben wird, leicht Fehler entſtehen, laͤßt man ſie gewoͤhnlich unten mit ſchwachem Eiſenblech beſchlagen. Der Gebrauch dieſer Viſirbretchen iſt ſo einfach, daß ein jeder Arbeiter dabei keine Schwierigkeit finden kann. Soll der Wieſenbauer nicht bei jedem einzelnen Planeur ſtehen und jede Verruͤckung eines Pfaͤhlchens ſelbſt wieder in Ordnung bringen muͤſſen, ſo iſt es unerlaͤßlich, daß man wenigſtens die guten Arbeiter dieſe gebrauchen lehrt. N Dies zu erlernen iſt leicht. Wir wollen z. B. annehmen, der Pfahl a ſoll mit Huͤlfe der Viſirbretchen zu den beiden wagerechten Pfaͤhlen c und d in gleiche Hoͤhe gebracht werden. Es nehmen zwei Arbeiter jeder ein Bretchen und ſetzen dieſelben auf c und d. Derjenige in e tritt ſeitwaͤrts, nun halten beide dieſelben genau lothrecht, ein anderer ſetzt das dritte Bretchen auf den Pfahl a. Derjenige im d buͤckt ſich hinter ſeinem — 2 66 Bretchen, legt das Auge ſcharf an die obere Kante deſſelben und viſirt uͤber das in e ſtehende hinweg, wobei er zugleich gewahr werden wird, ob das auf a ſtehende uͤber das in c hervorragt, oder zu tief ſteht; er ruft nun dem Gehuͤlfen in a zu, entweder den Pfahl hinein zu ſchlagen, oder in die Hoͤhe zu ziehen, bis er bemerkt, daß die Oberflaͤche aller 3 Bretchen in horizontaler Linie ſteht, wobei auch die Pfaͤhlchen mit einander wagerecht ſein muͤſſen. Dieſe Arbeit kommt waͤhrend der Ausfuͤhrung des Wieſenbaues ſehr haͤufig vor, denn bei der groͤßten Strenge kann man doch nicht vermeiden, daß die Arbeiter ein Pfaͤhlchen verruͤcken. Der aufmerkſame Planeur wird dies, wenn er zu dieſem Pfaͤhlchen mit der Arbeit gelangt, ſogleich bemerken; er ruft zwei Arbeiter, berichtigt den Fehler und das Werk geht ungeſtort fort. Ein anderer Gebrauch davon, und ein noch ſchneller aus⸗ fuͤhrbarer als mit dem Nivellirinſtrumente, iſt folgender: LELLL — a be d e f g i k x Z. B. die 10 Ruthen lange Linie s, t iſt durch Pfäͤhlchen in 10 gleiche Theile getheilt; ihre Abdachung, welche mit dem Nivellirinſtrumente beſtimmt iſt, betraͤgt von dem Kopfe t des Pfahles x bis zues 4“; es ſollen nun dieſe 4“ Gefaͤlle gleich⸗ maͤßig auf jede einzelne Ruthe vertheilt werden, oder der Pfahl K 0,4“ tiefer als x, i 0,4“ tiefer als k und ſo fort, alle Pfaͤhle nach a zu hindurch 0,4“ tiefer als der vorhergehende ſtehen. Wollte man dies mit dem Nixvellirinſtrumente ausfuͤhren, ſo muͤßte man bei jedem Pfaͤhlchen die Scheibe um den Plus⸗ ode Minusbetrag reguliren, dies iſt bei 0,4“ ſchwierig; mit dem Viſirbretchen iſt es leicht, und zwar in folgender Ausfuͤhrung: „—“— 67 ſüm un Ein Mann ſetzt das Bretchen auf den Pfahl a, der Andere i geghr das ſeine auf x, beide jedoch lothrecht, ein Dritter das ſeine auf kerurng k, jetzt viſirt der Arbeiter in x uͤber das Bretchen nach a und enlvede markirt den Gehuͤlfen in k, welcher immer die Radehaue bei“ het, his der Hand haben muß, ſo lange, bis ihm ſcheinbar die 3 rzentee oberſten Kanten der Bretchen wagerecht ſind, der Arbeiter bei k wagereit geht nach i und es wird auf die naͤmliche Weiſe fortgefahren, ung des bis derſelbe mit ſeinem Bretchen nach e kommt, wo die Entfer— Strene nung von x bis e groͤßer iſt, als die von a bis e, es viſirt fählchen nun der Arbeiter in a nach x zu, und wenn alle Pfaͤhlchen auf met zu b dieſe Art abviſirt ſind, ſo wird das Gefaͤlle von 4“ gleichmaͤßig ken, er vertheilt ſein. erf geht Auf dieſe Art kann das ſchroffſte Gefaͤlle, wenn zwei Punkte daſſelbe angeben, auf die weiteſte Ferne gleichmaͤßig fortgefuͤhrt werden. aus⸗ Der rechte Winkel. t§. 60. 1 Verſteht der Wieſenbauer nicht nach dem Pythagoraͤiſchen 1 4 Lehrſatze mit der Kette oder Schnure den rechten Winkel anzu⸗ llchen legen, ſo giebt es, beſonders bei großen Flaͤchen, ein unent— i den behrliches Werkzeug. Ein jeder Zimmermann fertigt daſſelbe. des Man nimmt ganz gewoͤhnliche Latten dazu und macht die Schen⸗ naih⸗ kel 10— 12“ lang. Pfahl fäͤhle ihen. 1 ode dem rung: V — 1 ———— 68 Die Meßkette. §. 61. Ein allzubekanntes Inſtrument, als daß es hier noch einer beſondern Erwaͤhnung bedarf. Sie wird hauptſaͤchlich zum Ver— meſſen der Flaͤchen und zur Anlegung jeder einzelnen Terraſſe gebraucht; mangelt jedoch eine Kette, ſo verrichtet es auch ein einfaches Ruthenmaß nach landesuͤblicher Laͤnge. Schnuren. §. 62. Mehrere 100 bis 200 Fuß lange, haͤnfne Schnuren, von der Staͤrke einer ſchwachen Federſpule. Eine groͤßere Staͤrke verhindert das ſtraffe Ausſpannen derſelben; ſie ſind unentbehr⸗ lich bei der Ausfuͤhrung des Wieſenbaues und werden ſowohl zur Anlegung der meiſten Graͤben beim Kunſt«-, als wie auch beim natuͤrlichen Wieſenbau gebraucht; es dienen auch dieſelben zur Richtſchnur aller Planirarbeit. 69 Die Hand⸗ oder Schubkarre. §. 63. Man hat deren in verſchiedenen Formen, doch habe ich die nach der unten ſtehenden Zeichnung fuͤr die zweckmaͤßigſte gefunden; ſie erleichtert dem Arbeiter ſehr das Ausſchuͤtten der eingeladenen Maſſe und faͤhrt ſich ſehr leicht. Das Wieſenbeil. §. 64. Anerkannt als eins der beſten, brauchbarſten und dabei unentbehrlichſten Inſtrumente beim Wieſenbau. Iſt deſſen Nutzen und Anwendbarkeit auch ſchon in jedem Werke, welches uͤber Wieſenbau handelt, vielfach auseinandergeſetzt worden, ſo ver— langt es doch auch hier eine Stelle, wo man ſeiner ruͤhmlichſt gedenke. Es dient zum Abhauen der Raſen, zur Anlegung aller Graͤben, zur Reinigung(Hebung) alter verwachſener, ſowohl kleiner, als großer Graͤben, bei welchen oftmals wegen der zu großen Verwachſung der Spaten zur Abboͤſchung nicht angewen⸗ det werden kann. Bei Anlegung der kleinen Bewaͤſſerungs⸗ und Entwaͤſſerungsrinnen dient die an der hintern Seite angebrachte Hacke oftmals, wenn nicht gleich eine Stechſchippe bei der Hand iſt, zur Aushebung der Raſenſtuͤcke. Die Arbeit geht mit die ſem Inſtrumente ſehr ſchnell von ſtatten, und wenn der Arbeiter 70 Fertigkeit erlangt hat, mit demſelben ſicher umzugehen, ſo ſehen die damit gefertigten Graͤben ſehr ſchoͤn aus und zieren die An⸗ lage. Eine Hauptſache bei Anfertigung des Wieſenbeiles iſt, daß die obere Spitze recht nach hinten zu ausgezogen und ſcharf ſein muß, weil dieſelbe die meiſte Arbeit verrichtet und der Ab⸗ nutzung am meiſten unterworfen iſt, eben ſo, daß die untere Spitze einige Linien in den Stiel eindringt, damit ſich nicht hin⸗ ter dem Beile an demſelben Raſen einklemmt und die Arbeit erſchwert. Der Stiel iſt von hartem Holze, rund und 4 ½ lang. Die Stechſchippe. §. 65. Ein einfaches, doch ſchaͤtzbares Werkzeug. Sie iſt von gutem Eiſen gearbeitet, mit Stahl belegt, 12“ lang und 4—5“ breit. Die Oeſe muß an der Oberflaͤche der Schippe gut an⸗ geſchweißt ſein und in derſelben ſich ein etwas gekruͤmmter Stiel von hartem Holze befinden. Sie dient einestheils um in lockern Boden alle Erdarbeiten damit zu verrichten, anderntheils, um die Be⸗ und Entwaͤſſerungsrinnen, welche mit dem Wieſenbeile gehauen ſind, auszuwerfen. Es iſt jedoch, ſo zweckmaͤßig die Stechſchippe auch iſt, keineswegs nothwendig, daß beim Wieſen⸗ bau das ganze arbeitende Perſonale Werkzeuge dieſer Art beſitze. von 50 ₰ Laͤndlich ſittlich! Jede Gegend hat ihre eigenthuͤmlichen Arbeits⸗ geraͤthſchaften, ganz beſonders findet dies im Betreff der Schip⸗ pen ſtatt, mit welchen die Arbeiter, da ſie von Kindheit an mit denſelben gearbeitet haben, vertraut ſind, und geſchickt umzugehen wiſſen; man laſſe ihnen deshalb dieſelben und zwinge ſie nicht, ſich anderer zu bedienen. Es genuͤgt hinlaͤnglich, wenn nur einige vorhanden ſind, um die kleinen Rinnen damit zu reinigen. Die Spatenſchippe. §. 66. Obgleich ſie nicht unbedingt noͤthig iſt, ſo muß ich doch bemerken, daß dieſelbe unter allen Schippen, welche ich kennen gelernt habe, die einfachſte und zweckmaͤßigſte iſt, weshalb ſie auch hier eine Stelle finden ſoll. Ihre Anwendung kann als Spaten und auch als Schippe geſchehen. Ich bemerke hier, daß wenn ſpaͤterhin von Spaten geſprochen wird, jedesmal dieſe Schippe gemeint iſt. Sie graͤbt ſo gut als jener und transpor⸗ tirt die Maſſe ſo vortheilhaft als dieſe. Sie beſteht aus einem einzigen birknen, erlnen oder aspnen Stuͤck Holz, aus welchem Stiel und Schippe im Ganzen formirt wird, 3“ lang incl. der Schippe, welche 14“ lang und 6—8“ breit ſein muß. Unten 72² wird dieſelbe mit einem gut verſtaͤhlten, ſcharfen, eiſernen Schutz (Fig. a) verſehen, in welchem dieſelbe, nachdem ſie ſcharfkantig gearbeitet worden iſt, eingelaſſen und an beiden Seiten mit etwas laͤngern, geſchmiedeten Baͤndern feſt an einander genie⸗ det wird. Die Planirhacke. §. 67. Auch in manchen Gegenden Haidehacke genannt, iſt zum Planiren nach der Schnur erforderlich und anwendbarer, als die eiſerne Harke. ——QOQ—-õ———— 73 Sciut dfiei Die Raſenklatſche oder der Schlaͤger. len mi§. 68. r gent⸗ Ein Stuͤck eichne oder birkne Pfoſte, 3“ ſtark, 18“ lang und 12“ hreit, mit einem etwas gebogenen, runden Stiel, 4 wird gebraucht zum Feſtſchlagen der aufgelegten Raſen. A — Abſteckſtaͤbe. V§. 69. 12—18 Stuͤck 10 Fuß lange weiße Staͤbe, um die Haupt⸗ linien abzuſtecken und eine nach der Groͤße der Anlage zu be— 5 teihnend Menge 1—2 Fuß lange, eichne Pfaͤhlchen mit gerader dur Oberflaͤche. Ausfuͤhrung des Kunſtwieſenbaues. §. 70. Der Kunſtwieſenbau hat dreierlei Abweichungen, deren Realiſirung ganz die Localitaͤt beſtimmt, ſie heißen: a) der ſchmale Ruͤckenbau, b) der breite Ruͤckenbau und c) der Hangbau. Es hat ſich bei dem Umfange des geſammten Wieſenbaues der Grundſatz durch langjaͤhrige Erfahrung beſtaͤtigt: Je groͤßer das Gefaͤlle der zu berieſelnden Flaͤche, deſto ent⸗ 74 ſprechender die Reſultate. Da dies aber nur in Ge⸗ birgsgegenden in hinreichendem Grade fuͤr große Flaͤchen vorhan⸗ den iſt, die Ebenen jedoch gern den Vorzug mit jenen genießen wollen, ſo muß hier das noͤthige Gefaͤlle auf kuͤnſtlichem Wege gebildet werden, was durch den Ruͤckenbau bewerkſtelligt wird. b Es iſt deshalb folgende Norm durch die Erfahrung feſtgeſtellt und als feſtſtehender Grundſatz angenommen worden: Hat eine Flaͤche weder in ihrem Haupt⸗ noch Neben⸗ gefaͤlle pro Laͤngenruthe 4“ Abdachung, ſo werden Ruͤcken angelegt, hat ſie deſſen aber mehr, ſo wird zum Hangbau geſchritten. Hat ſich nun der Wieſenbauer durch practiſche Mittel, mit Huͤlfe der Kette und des Nivellirinſtruments, von dem vorhan⸗ denen Gefaͤlle einer Flaͤche genau uͤberzeugt, ſo beſteht nun die Kunſt darin: ſich im Innern ein Bild von der zu un⸗ ternehmenden Ausfuͤhrung zu entwerfen. Iſt er dies im Stande, hat er ſich in dem Fache die dazu noͤthigen Kenntniſſe angeeignet, ſo iſt es dann fuͤr ihn ein Leichtes, mit Genauigkeit zu beſtimmen, welcher Bau vorgenommen werden ſoll und kann. n 4 b t a) Die Ausfuͤhrung des ſchmalen Ruͤckenbaues. Einleitende Bemerkungen. §. 71. Ehe ich zur Ausfuͤhrung des ſchmalen Ruͤckenbaues uͤber⸗ — gehe, bemerke ich zuvor noch im Allgemeinen, daß der ſchmale Ruͤckenbau beim Kunſtwieſenbau das meiſte Waſſer zur Bewaͤſſerung bedarf, weil hier blos kleine, eine Ruthe breite Flaͤchen berieſelt werden, und dann das Waſſer in die Entwaͤſſerungsrinnen uͤberſtroͤmt. 75 Die vortheilhafteſte Laͤnge der Ruͤcken iſt 10 Ruthen; groͤßere Kuͤrze ſchadet nichts; kann man es vermei⸗ den, ſo mache man ſie nur nicht laͤnger, ihre Anfertigung erfor⸗ dert ſonſt eine groͤßere Accurateſſe und groͤßern Koſtenaufwand, weil, je laͤnger der Ruͤcken iſt, deſto groͤßer der Auftrag am Kopfe derſelben ſein muß; doch iſt dieſe Regel nicht jedesmal anwendbar, es muß dabei die Locglitaͤt beruͤckſichtigt werden. Groͤßer und gleichmaͤßiger zeigen ſich diejenigen Ruͤcken in ihrem Ertrage, deren Lage von Suͤden nach Norden oder von Norden nach Suͤden ſich erſtreckt. Es iſt dies leicht erklaͤrbar; die gleichmaͤßige Einwirkung der Sonnenſtrahlen be— wirkt im Fruͤhlinge eine ſchnellere Abtrocknung. Man wird bei Ruͤcken, welche von Oſt nach Weſt oder von Weſt nach Oſt zu liegen, ſehr bald bemerken, daß die Mittagsſeite im Fruͤh⸗— linge eher vom Schnee gereinigt iſt, als die gegen Mitternacht ſich neigende, ebenſo, daß dieſe bei der periodiſchen Bewaͤſſerung, beſonders vor der Ernte, ſpaͤter austrocknet als jene, alles die— ſes wirkt oft nachtheilig auf die Graͤſer ein. Doch iſt dies, ſo vortheilhaft es auch ſein mag, nicht uͤberall ausfuͤhrbar, die Lage der Ruͤcken wird von der Oertlichkeit bedingt, und es kann deshalb keine feſte Regel, kein beſtimmter Grundſatz angenommen werden. Vorarbeiten bei Ausfuͤhrung des ſchmalen Ruͤcken⸗ baues. Zu beobachtende Ruͤckſichten bei Anlegung der Entwaͤſſerungsgraben. §. 72. Die Vorarbeiten bei dem ſchmalen Ruͤckenbaue ſind wegen ihrer großen Mannigfaltigkeit die ſchwierigſten im Kunſtbau, und 76 V beginnen mit der Entwaͤſſerung des Terrains. Giebt nicht b ſchon die Localitaͤt die Hauptniederung der Flaͤche an, ſo muß dieſelbe mit dem Nivellirinſtrument aufgeſucht und der Haupt⸗ entwaͤſſerungsgraben nach§. 100 angelegt werden. Bei dem Kunſtbau darf nie ein krummer Graben vorkom⸗ men und es muß deshalb, da dem Wieſenbauer die Form der ganzen Anlage treu vorliegt(ſei dies nun auf einer ſchon ent— worfnen Zeichnung oder im innern Bild), dieſer Graben ſo angelegt werden, daß derſelbe auch dann, wenn die Anlage fertig iſt, demſelben Zwecke entſpricht, zu welchem er jetzt blos oberflaͤchlich angelegt wird. Es faͤllt nun bei der Ausfuͤhrung dieſes Grundſatzes ſehr haͤu— fig vor, daß ein Entwaͤſſerungsgraben durch Hoͤhen angelegt b wird, wo fruͤher nie eine Entwaͤſſerung noͤthig war; aber aus 1 dem, was ich oben lehrte, weiß der Baumeiſter, daß ſolche Hoͤhen abgetragen werden muͤſſen und auf dieſen Punct die Entwaͤſ⸗ ſerung der ganzen Flaͤche faͤllt. Bildet ein Bach, Fluß u. ſ. w. den Hauptentwaͤſſerungsgraben, ſo iſt dies angegebene Verfah⸗ V ren nicht noͤthig. Ich wiederhole dieſe wichtige Regel: Ein V jeder Entwaͤſſerungsgraben, welcher bei den Vor⸗ arbeiten zum Abzuge des Waſſers dienen ſoll, 3 muß ſo angelegt werden, daß er auch demſelben V Zweck bei dem vollendeten Bau entſpricht und nicht etwa wieder geebnet werden muß. Solche kleine, fruͤhzeitig in das Auge gefaßte Beruͤckſichtigungen machen den Bau um manchen Thaler wohlfeiler und die Ausfuͤhrung leichter. 77 Zu beobachtende Rückſichten bei der Anlegung des Hauptzuleitungsgrabens. §. 73. Iſt die Realiſirung des Hauptentwaͤſſerungsgrabens been⸗ det, ſo ſchreitet man zur Anlegung des Hauptzuleitungsgrabens mit Beruͤckſichtigung der im§. 99 angefuͤhrten Grundſaͤtze. Der Waſſerſpiegel in dem Punkte, von welchem aus, ſei es nun ein Fluß, Bach, Quell oder Teich, das Waſſer zur Flaͤche geleitet werden ſoll, muß jedesmal hoͤher liegen, als die zu berieſelnde Flaͤche, wie dies zu finden, wird in §. 98 genau gelehrt werden. Leicht iſt es moͤglich, daß dies ohne Anlegung eines Wehres, Staues oder einer Schleuße(§. 119) nicht ausfuͤhrbar ſcheint. Jetzt iſt es noͤthig, die Localitaͤt zu un— terſuchen, ob ſolche Huͤlfsmittel wegen des Ruͤckſtaues in An⸗ wendung gebracht werden duͤrfen? Iſt es moͤglich, ſo markirt man durch einen etwas ſtarken Pfahl die Waſſerhoͤhe, welche man durch eine ſolche Vorrichtung erhaͤlt(die Oberflaͤche des Pfahles giebt ſie jedesmal an). Dies darf man deshalb nicht verſaͤumen, damit eine Orientirung in jedem Augenblicke ſtattfin⸗ den kann. Von dieſem Punkte aus unternimmt man das Ni— vellement zur Flaͤche und unterſucht, ob die Hochebene derſelben tiefer, als dieſer Punkt liegt, einzelne Hoͤhen werden hierbei nicht beruͤckſichtigt, ſie muͤſſen abgetragen werden. Iſt man uͤberzeugt, daß von dem Punkte die ganze Flaͤche unter Waſſer geſetzt werden kann, ſo ſchreitet man zur Anlegung des Zuleitungsgrabens, man fuͤhrt denſelben auf der hoͤchſten Stelle der Flaͤche in gerader Richtung, oder doch in Schnurſchlaͤgen uͤber dieſe hinweg. 1) Bei Anlegung durch coupirtes Terrain(§. 98). Liegt das Plateau der Flaͤche um ſo viel tiefer als der markirte 78 Waſſerſpiegel, daß zur wagerechten Fortleitung des Waſſers ein Damm erforderlich iſt, ſo verfaͤhrt man nach§. 107; iſt dies nicht der Fall, ſo wird der Graben nach der Beſchaffenheit des Bodens und der Conſumtion des zu transportirenden Waſſers (§. 96) angelegt. Die Abſteckung geſchieht durch eine Reihe Pfaͤhlchen, welche die Mitte des Grabens und reſp. Dammes angeben, da oft eine unverzuͤgliche Anlegung des Grabens nicht— ſtattfinden kann; doch iſt es beſſer, wenn die Ausfuͤhrung beim Anfange des Baues geſchieht. Dem Hauptzuleitungsgraben gebe man auf 10 Ruthen Laͤnge 1 Zoll Gefaͤlle(§. 99). Dies iſt hinreichend, beſonders wenn die Flaͤche nur etwas we⸗ niger tiefer liegt, als das Waſſer. Giebt man unter dieſem Ver⸗ haͤltniß dem Graben viel Gefaͤlle, ſo entzieht man dies der 4 Flaͤche und laͤuft Gefahr, daß es dann nicht auf dieſe uͤberſtroͤ⸗ men kann. Iſt der Punkt, woher das Waſſer genommen wird, weit entfernt von der Flaͤche, ſo verfahre man nach§. 98— 99. Das Abſtecken der Ruͤcken durch Pfaͤhle mit Huͤlfe des Nivellirinſtruments. §. 74. Nun erſuche man, wie viel Gefaͤlle von dem Waſſerſpiegel im Hauptzuleitungsgraben bis zum Entwaͤſſerungsgraben vor⸗ handen iſt. Man meſſe dann zwiſchen beiden Punkten die Ent⸗ fernung, und dividire mit der Ruthenzahl in das gefundene Gefaͤlle, wodurch ſich nach§. 70 die Anlegung dieſes oder jenes Baues ergiebt. Hier nehmen wir an, es ſind pro Ruthe nicht 4 Zoll Gefaͤlle vorhanden und ſchreiten zum ſchmalen Ruͤckenbau. Um den Regeln des§. 50 und 51 nachzukommen und dadurch dem Feſtarbeiten(§. 49) zu entgehen, verfahre man nach §. 75 und 76. Wir nehmen z. B. an, die Ruͤckenhoͤhe oder die Bewaͤſſerungsrinnen muͤſſen 6“ unter das Waſſer gelegt werden. 79 Zur Verſinnlichung der Manipulation diene die Zeichnung: ſ 9 4 9 h 8 ä 1 „ h, 9o l ö 7 — a. Der Hauptzuleitungsgraben, b, der Entwaͤſſerungsgraben, c die Grenzlinie, an welcher ſich die Ruͤcken anſchließen und parallel fortlaufen ſollen. Man ſtecke nun von c aus durch lange Markirpfäͤhle mit Huͤlfe des rechten Winkels(§. 60) oder der Kette(§. 61) die bei⸗ den Diagonalen ß und x uͤber die ganze Flaͤche, welche in Ruͤcken gelegt werden ſoll. Selten wird in der Natur eine ſolche vorkommen, welche ein regulaͤres Viereck bildet und es geſtattet, da alle Ruͤcken eine gleichmaͤßige Breite haben muͤſſen, daß man dieſelben ſowohl oben als unten abſtecken kann. Dieſe Diagonalen oder Durchſchnittslinien bilden die Baſis, worauf die Breite, parallel mit c, aller Ruͤcken mar⸗ kirt wird. Die angemeſſenſte Breite derſelben iſt nach der Erfahrung 2 Ruthen(§. 28), alſo jede einzelne Seite 1 Ruthe, damit dieſe beim Maͤhen durch zwei Schwade abgehauen werden koͤnnen, indem bei einer groͤßern Breite dies 80 nicht moͤglich, und bei einer geringern die zweite Schwade zu klein iſt, in beiden Faͤllen alſo die Erntekoſten bedeutend erhoͤht werden. Nun ſteckt man von c aus auf beiden Diagonalen ß und x von Ruthe zu Ruthe 1 Pfaͤhlchen und viſirt dann quer uͤber dieſe geſteckten Pfaͤhlchen, ſowohl nach Oben als Unten, die Punkte d und f, welche man mit Pfaͤhlchen bezeichnet und da⸗ durch die Lage der Ruͤcken und deren einzelne Seiten erhaͤlt. Die Pfaͤhlchen d ruͤckt man nun alle 3 Fuß von dem Hauptzu⸗ leitungsgraben ab, wodurch der Damm, welcher zwiſchen dem— ſelben und den Vertheilungsgraben zu liegen kommt, gebildet wird und dadurch die Regel in Anwendung kommt, daß nie aus dem Hauptleitungsgraben unmittelbar gewaͤſ⸗ ſert werden darf(§. 51). Die Pfaͤhlchen d geben die Linie des Vertheilungsgrabens an, welcher ſein Waſſer(§. 103) durch Schleußen oder Einlaßgraͤbchen vom Erſteren erhaͤlt. Man ſtecke alsdann auf den Linien df von Ruthe zu Ruthe Pfaͤhlchen ein, welche die Be- und Entwwaͤſſerungsrinnen bezeichnen, doch fange man jedesmal mit dieſer Arbeit bei dem Pfaͤhlchen d an. Auf denjenigen Linien, welche die Bewaͤſ⸗ ſerungsrinne oder die Ruͤckenhoͤhe angeben, ſtecke man noch einen Pfahl i, von dem Pfaͤhlchen f 4 Fuß entfernt, nach oben zu ein, nach welchem der Ruͤckenkopf formirt wird. Nun nehme man das Nivellirinſtrument und bringe die Pfaͤhlchen d, g und i alle in gleiche Hoͤhe, hier 6“ unter das Waſſer in a. Die Pfaͤhlchen e, welche den Anfang der Entwaͤſſerungsrinnen be⸗ zeichnen, ſind ganz nach der Berechnung des Bodens(§. 75 oder§. 76) 7—9“ tiefer, als die Pfaͤhlchen d einzurichten; die Pfaͤhlchen f, welche ebenfalls wagerecht unter einander ſein muͤſ⸗ ſen, werden nach dem folgenden Grundſatz berichtigt: um ſo viel Ruthen die Pfaͤhle e von kentfernt ſind, um ſo viel halbe oder viertel Zolle kommen letztere den werd n 81 tiefer zu ſtehen, als erſtere. Die Punkte h zwiſchen e f richte man von dieſen beiden Punkten aus nach der zweiten, in §. 59 angegebenen Art, mit Huͤlfe der Viſirbretchen ein. Sind nun die Pfäͤhlchen alle eingerichtet und abgewogen, ſo ſtecke man neben jedem derſelben noch einen Pfahl in ſchraͤger Richtung, z. B.: (m der nivellirte, n der Beipfahl). Denn da ſolche ſowohl uͤber dem Boden, als auch unter demſelben ſtehen, ſo findet man dieſelben ſchnell wieder auf, und wenn die Arbeiter wiſſen, daß jeder Pfahl, welcher einen ſchraͤgen Beipfahl hat, nivellirt iſt, ſo nehmen ſie ſich mehr in Acht, erſteren aus ſeiner Stellung zu bringen. Kommt ein Pfahl in den Boden zu ſtehen, ſo muß zuvor ein Loch ausgegraben werden, damit er, wenn der⸗ ſelbe beim Nivelliren zu tief eingeſchlagen wird, leicht wieder herausgezogen werden kann. Ueberhaupt nivellire man nur täglich ſo viel Pfaͤhle ab, als die Arbeit vor⸗ waͤrts ſchreitet, man laͤuft ſonſt Gefahr, die Arbeit noch⸗ mals unternehmen zu muͤſſen, da bei der groͤßten Strenge die Arbeiter doch unvorſichtig genug ſind, welche zu verruͤcken. Verfahren, um bei der Berechnung einer unebnen Flaͤche zu finden, wie hoch oder wie tief man die Ruͤcken legen ſoll. §. 75. Nach§. 73 hat man ſchon gefunden, daß die Flaͤche unter dem Waſſer liegt; es ſoll nun noch berechnet und ausgemittelt werden, wie man die Anlage zum Boden realiſire, damit ſich 6 8² derſelbe ausgleicht und die Regeln des§. 50— 51 beachtet werden. Iſt der Boden ſehr uneben, ſo kann blos das Nivellement dieſe Aufgabe loͤſen. Sind die Hohen und Niederungen ziemlich einander gleich, ſo iſt es leichter, als wenn die Flaͤche dieſer beiden zu ſehr von einander abweicht. Iſt letzteres der Fall, ſo kann blos das Auge die ungefäͤhren Differenzen mit einan⸗ der vergleichen und hierzu gehoͤrt Erfahrung, der Anfaͤnger wird es nicht im Stande ſein, er muß dieſelben vermeſſen, um das gegenſeitige Verhaͤltniß genau zu ermitteln. Wir nehmen jetzt z. B. an, die Flaͤchen der Hoͤhen und Niederungen waͤren einander ziemlich gleich, dann verfaͤhrt man dabei auf folgende Art. Die Hochebene liegt 6“ unter dem Waſſerſpiegel. Man ſetzt das Inſtrument wo moͤglich ſo auf, daß die Flaͤche, welche be⸗ rechnet werden ſoll, von Einem Standpunkte aus nivellirt wer⸗ den kann. Den Punkt der Hochebene nehme man als 0 an, und dieſe nehme eine Flaͤche ein, welche ohngefäͤhr noch einmal ſo groß ſei, als die zu unterſuchenden Stellen. Es ſind deren 10 und zwar a, b, c, d, e, f, g, h, i, und k. Das Nivellement hat ergeben a liegt 40“, b 5“, c30“, g 20, h 10“ und i 15“ unter 0, da hingegen d8“, e= 0, f4“ und k 5“ hoͤher als 0. Haͤtte man nun die erſten 6 Punkte a, b, c, g, h und i in ein Niveau zu bringen, ſo duͤrfte man nur 40+ 5+ 30+ 20+ 10+ 15 mit einander addiren(— 120), mit der Anzahl der Punkte(— 6) hinein dividiren(— 20), alle dieſe Punkte mit Pfaͤhlen marki⸗ ren, deren Oberflaͤche 20“ unter 0 ſtaͤnden und ſomit waͤren dieſe Niederungen, wollte man alle nach dieſen Pfaͤhlen ebenen, unter einander ausgeglichen. Wie wir geſehen haben, ſind die uͤbrigen 4 Stellen, d, e, f und k, theils eben ſo hoch, theils hoͤher, als das Plateau der uͤbrigen Flaͤche, und ſind deshalb nach ihrem Hoͤhenunterſchied, zu welchem man zu jedem 20, 83 als die Tiefe der 6 erſten Stellen unter 0, hinzu addirt; oder a= 28, e==20, 1= 24“ und k= 25“ hoͤher als dieſe. Nun nimmt man 28 4. 20+ 24+ 25(= 97), dividirt mit 4, als die Anzahl der Punkte, hinein= 24¼. Da dieſe aber blos 4, die erſten hingegen 6 Stellen bilden, ſo werden blos 24:41 ⁄ 9,6“ angenommen und man ruͤckt die ſechs fruͤher ſchon markirten Pfaͤhle um 9,6“ höher, ſchlaͤgt in den vier letzten Stellen ebenfalls Pfaͤhle ein, welche mit den erſten in gleicher Hoͤhe ſtehen muͤſſen. Wuͤrde man nun alle dieſe nivellirten Punkte nach der Pfahl⸗ hoͤhe planiren, ſo wuͤrden dieſe zehn Stellen= 10,4“ tiefer, als die Hochebene liegen. Da nun aber Ruͤckſicht auf die Vo⸗ lumensveraͤnderung der Erdmaſſe genommen werden muß, indem bei Lockermachung derſelben 5 Zoll feſter= 7 Zoll lockerer Boden iſt, ſo kann hier fuͤglich nur 8“ Hoͤhenunterſchied ange⸗ nommen werden und von der Hochebene, welche, wie wir oben geſehn, doppelt ſo groß als die 10 Stellen iſt, 2 Zoll Abtrag ſtattfinden, um die ganze Flaͤche in gleiche Hoͤhe zu bringen und dann, nach§. 76, weiter verfahren zu koͤnnen. Das Verfahren, um bei einer ebenen Flaͤche die Ausgleichung des Bodens zu berechnen. §. 76. Haͤtten wir ein Terrain, welches ganz eben waͤre, doch ein dem ſchmalen Ruͤckenbau entſprechendes Nebengefaͤlle haͤtte, und das Waſſer laͤge z. B. 10“ uͤber demſelben, ſo wuͤrden wir trotz dem, wenn wir nicht vorſichtig zu Werke gingen, in die Gefahr kommen, bedeutende Fehler zu machen. Nehmen wir an, die Flaͤche haͤlte 12“ Nebengefaͤlle. Jetzt wuͤrden wir nun oben am Zuleitungsgraben die Ruͤckenhoͤhe ſo hoch markiren, als das Terrain iſt. Nach§. 74 muß die Bewaͤſſerungsrinne oder Ruͤckenhoͤhe wagerecht ſein, es wuͤrde demnach dieſelbe 6* .———õ—— 3— 2 —, ᷣ——————õõ—õ—õ; y 84 unten 12“ bei dem angenommenen Nebengefaͤlle uͤber dem Boden zu liegen kommen. Wuͤrden min oben zur Abdachung des Ruͤckens oder von der Be⸗ nach der Entwaͤſſerungsrinne zu 9“ Gefaͤlle beſtimmt, bei 10 Ruthen Laͤnge der Rucken nach§. 74 V unten 12“, da 1½¼= 2 ½, 9+ 2 ½= 11 ½ oder 12. V V V DT So iſt die Frage: giebt die oben weggenommene 9“ hohe und 1 Ruthe breite Erde aa den 12“ hohen, ebenfalls 1 Ruthe breiten untern Auftrag b. Das Exempel ſtellt ſich folgendergeſtalt: 100 9= 900 oberer Abtrag, V 100 12= 1200 benoͤthigter Auftrag. Nach§. 75 geben 5“ feſter Boden 7“ lockern, alſo geben 900“ feſter Boden 1260“ lockern, und wird ſich ſomit derſelbe ausgleichen. Nach dieſem Grundſatz verfahre man in allen ſol⸗ chen Faͤllen, und ſelten werden Fehler vorfallen; denn man wird ſehr leicht beſtimmen koͤnnen, ob der Pfahl oben, welcher die Ruͤckenhoͤhe angiebt, uͤber oder unter der Oberflaͤche des Terrains ſtehen muß. M ſe b 11 R Die Terraſſirung einer Anlage. §. 77. Iſt die Anlage von großem Umfange, und gehen die Ruͤcken dem Nebengefaͤlle entlang, ſo koͤnnen dieſelben oftmals dem Hauptgefaͤlle nach nicht alle in gleiche Hoͤhe gebracht wer— den, denn dieſe wird von demſelben beſtimmt. Iſt daſſelbe bedeutend, ſo finden ſich oft von 5 zu 5 Ruͤcken Abſtufungen oder Terraſſen, doch gehen auch bisweilen die Ruͤcken eine lange Strecke in„gleicher Hoͤhe fort. Hat man die Wieſe in viele 85⁵ den des ſolche Abſtufungen zu legen, ſo darf der Wieſenbauer ſich bei 19, der practiſchen Ausfuͤhrung nicht irre leiten laſſen und glauben, 17* V er muͤſſe erſt die eine fertig machen, ehe er die andere beginnen koͤnne; es muͤſſen vielmehr oft mehrere zugleich vorgenommen werden, um den Boden auszugleichen, denn es tritt haͤufig der Fall ein, daß in der zweiten Abſtufung, welche vielleicht einen Fuß tiefer liegen muß als erſtere, doch Hoͤhen vorkommen, deren Maſſe unter dieſem Niveau nicht anzubringen waͤre, ober⸗ halb jedoch Niederungen ſind, bei welchem dieſer Boden recht gut anwendbar iſt. So ſahen wir im§. 71, daß die vortheilhaf⸗ teſte Laͤnge der Ruͤcken 10 Ruthen iſt. Da dies aber nun nicht immer unter allen Verhaͤltniſſen ausfuͤhrbar iſt, indem die Flaͤche des Nebengefaͤlles oftmals auf 17— 20 Ruthen Laͤnge nicht hinreichendes Gefaͤlle hat, um mehrere Abſtufungen zu 3 geſtatten und der breite Ruͤckenbau(§. 83) wegen verſchiedener b Umſtaͤnden⸗vielleicht nicht in Anwendung gebracht werden kann, i ſo gebe hier folgendes Beiſpiel eine Anſicht davon, wie man in V ſolchen Faͤllen verfahren muß. ä — e [[d. ñ̃ V 0———— 8 o- P 1 m 5 d e E 127 1 JJxe Die Flaͤche abaed iſt gegeben und zur Anlage einer Waͤſ⸗ ele ſerungswieſe beſtimmt. 86 ß der Hauptzuleitungsgraben, x der Hauptentwaͤſſerungsgraben, o P das Hauptgefaͤlle, betrage auf 100 Nuuhen Laͤnge 9 Fuß. men das Nebengefaͤlle, auf 36 Ruthen 2 Fuß Fall. Letzteres vom Waſſerſpiegel in ß bis zur Sohle in x gerechnet. Dieſe Wieſe ſoll in ſchmale Ruͤcken gelegt werden. Die⸗ ſelben von m nach n anzulegen, wuͤrde aus zwei Gruͤnden nicht anzurathen ſein, und zwar: es fehlt von m nach n das noͤthige Gefaͤlle, um die Regel des§. 51 und den Grundſatz im Betreff der Entwaͤſſerungsrinnen(§. 74) in Anwendung zu bringen, und alles Waſſer koͤnnte blos einmal benutzt werden, indem es aus den kleinen Entwaͤſſerungsrinnen ſogleich in den Hauptent⸗ waͤſſerungsgraben einſtroͤmte und koͤnnte nur vielleicht weit unter⸗ halb, wenn kein Ruͤckſtau mehr zu befuͤrchten ſei, wieder auf die Wieſe gebracht werden. Man muͤßte deshalb die Ruͤcken von o nach p zu anlegen, und die Einrichtung nach fol⸗ gender Art treffen: Die 100 Ruthen Laͤnge des Hauptgefaͤlles theilt man in 9 gleiche Theile,= 10—Rth. Da das Hauptgefaͤlle= 9“ iſt, ſo kommen auf jede dieſer Abtheilungen 1 Fuß Gefaͤlle. Von dem Hauptzuleitungsgraben ß, beim Punkte a, wird ein wagerechter Graben, in Daͤmme eingeſchloſ⸗ ſen, nach b hinuͤbergefuͤhrt und von dieſem aus(nach§. 74) von o nach p die Ruͤcken angelegt, dieſelben kommen z. B. 4“ unter das Waſſer. Nach§. 74 die Abdachung von d nach e = 5, von e nach f= 10= 2 ³", wodurch das Grile = 1 Fuß aufgeht. Die Punkte f, welche den Entwaͤſſerungs⸗ graben fuͤr die erſte Terraſſe bilden, geben den Vertheilungs⸗ graben fuͤr die 2. ab; er erhaͤlt ſein Waſſer aus dem wagerech⸗ ten von a nach b zugefuͤhrten Hauptzuleitungsgraben, und es ———————— 4— B ——-——ö—— 8— 8—.— r———— 2 1— 87 muß hier die Regel beobachtet werden, welche im§. 103 bei den Vertheilungsgraben empfohlen werden wird. Iſt es moͤg⸗ 4 lich, ſo beobachte man hier, da eine ſolche Anlage zu dem zu⸗ ſammengeſetzten Bau gehoͤrt, das im§. 90 angegebene b Verfahren bei Anlegung der Entwaͤfferungsrinnen. 1 Man fahre nun mit den Vorarbeiten bei dergleichen Anla⸗ gen ganz nach der im§. 74 angegebenen Art fort, und ver⸗ ⸗ binde alle Terraſſen mit Verticalgraͤben(§. 105), um einer jeden, ganz nach Belieben, das noͤthige friſche Waſſer zufuͤhren zu koͤnnen. f m Beruͤckſichtigung einer Regel, wenn der Hauptent⸗ 5 waͤſſerungsgraben ein Bach oder Fluß iſt. 2§. 78. ⸗ Iſt beim ſchmalen Ruͤckenbau der Hauptentwaͤſſerungsgraben f kein kuͤnſtlich angelegter, ſondern ein Bach u. ſ. w., ſo duͤrfen die Ruͤcken nicht bis an denſelben heranſtoßen. Die Punkte f (nach§. 74) müͤſſen mindeſtens 1 Ruthe vom Ufer entfernt 3 ſein, und von dieſem aus wo moͤglich bis an die Sohle oder 3 doch ſo tief, als es der gegenwaͤrtige Stand des Waſſers in en dem Strome waͤhrend des Baues geſtattet, abgeboſcht und ein m Hang formirt werden, damit die Fluthen bei hohem Waſſerſtand ſ⸗ keine Zerſtorungen an den Ruͤckenkoͤpfen hervorbringen. 9 Das Waſſer tritt dam allmählig in die Hohe, breitet ſich 1 aus, findet keinen Widerſtand an dem Hange und ſchadet in keinem Falle der Anlage. Doch muͤſſen die Punkte f S. 74), 6 3 oder die Ausmuͤndungen der Entwaͤſſerungsrinnen, durch eine 3 Rinne mit einander verbunden werden, damit dieſer Hang in 3 trocknen Zeiten gewaͤſſert werden kann. 88 Uebergang zur practiſchen Ausfuͤhrung des ſchmalen Ruͤckenbaues. §. 79. Sind alle Vorarbeiten(§. 74) beendet, ſo ſchreitet man zur practiſchen Ausfuͤhrung. Die Arbeiten beginnen(wenn das Terrain vollkommen entwaͤſſert iſt) mit Abſchaͤlung der Raſen (§. 53); geſtattet es die Localitaͤt, ſo bringe man dieſe jedesmal neben der abgeſchaͤlten Flaͤche auf Haufen, oder ſtelle ſie, ſind es Rollen, unmittelbar ſo, daß dieſelben nicht transportirt wer⸗ den duͤrfen, ſondern ſogleich nach Beendigung des Planirens wieder aufgerollt werden koͤnnen. Ich muß jedoch bemerken, daß dies nur unter den guͤnſtigſten Umſtaͤnden ſtattfinden kann, und bei ſehr unebenem Terrain nicht ausfuͤhrbar iſt. Auf einem Terrain dieſer Art ſind ſie auf die Seite zu ſchaffen und erſt wieder heran zu fahren, wenn ſie gebraucht werden. Man vermeide jedoch das zu lange Liegen der Raſen und bringe ſie ſobald als moͤglich wieder auf die Flaͤche, ſie duͤrren ſonſt zu ſehr aus, und beduͤrfen laͤngere Zeit, um anzuwachſen. Iſt der Raſen abgeſchaͤlt und bei Seite geſchafft, das Terrain eben, ſo grabe man den Boden einen Fuß tief um, und formire die Geſtalt der Ruͤcken zwar nach den eingeſchlage⸗ nen Pfaͤhlchen, doch jetzt nur nach dem Augenmaße, jedenfalls aber ſo, daß alle Pfahlkoͤpfe 1 bis 2“ hervorragen. Iſt das Terrain tief und erfordert es Auftrag, ſo grabe man ebenfalls den Boden einen Fuß tief um, fahre Boden, er mag ſo ſchlecht ſein als er will, heran, und ſchuͤtte denſelben ſo hoch an, daß die Markirpfaͤhlchen 12—14“ hervorſtehen, grabe da⸗ neben(immer da wo noch aufgeſchuͤttet werden ſoll) einen Fuß tief die Dammerde ab, und werfe ſie auf den aufgeſchuͤtteten Boden, womit die im§. 52 angegebene Regel befolgt wird. ————————— 89 uulen Es iſt vortheilhaft, wenn 10 Mann Boden herzukarren und 1 Mann die Aufgrabung der Dammerde nebſt Bildung des Ruͤckens beſorgt. Erfordert das Terrain Abtrag, ſo gräͤbt man in der Richtung der durch die Linie e f(§. 74) bezeichneten t nan Entwaͤſſerungsrinne einen Schacht aus, und zwar jedesmal ein an das Fuß tiefer, als die Pfaͤhlchen ſtehen. Die Breite deſſel— Naia ben bedingt den Ueberfluß des Bodens, hat man ſo desnnl viel hinweggeſchafft, daß man ungefaͤhr glaubt, der noch uͤber⸗ e, ſin gebliebene reiche hin, um den Ruͤcken nach der Hoͤhe der mar⸗ t wer⸗ kirten Pfaͤhlchen zu formiren, ſo graͤbt man denſelben, mit Be⸗ anitend obachtung der im§. 52 angegebenen Regel, um, und wirft emerke, den Boden, ſo daß die ſaͤmmtlichen Pfaͤhlchen, wie ſchon oben k kann, erwaͤhnt, ungefaͤhr 1—2“ hervorſtehen. Unter ſolchen ſchwieri⸗ Auf gen Umſtaͤnden iſt man oftmals genoͤthigt, damit es nicht an hen und Dammerde fehlt, ſolche bei Grabung des Schachtes zu reſerviren. A Iſt nun in dieſem oder jenem Falle die ungefaͤhre Form meſe des Ruͤckens gebildet, ſo wird zur Planirung geſchritten. Man uſt ſpannt die Schnur zuerſt vom Punkte e nach d, von da nach d, nach e, nach g und wieder zuruͤck nach d, wodurch mit der⸗ das ſelben eine Quadratruthe umzogen wurde, und zwar ſo, daß ef un die Schnur oben auf den Kopf des Pfahles jedes⸗ ſli⸗ mal zu liegen kommt und hinter demſelben durch einen an⸗ nfalb dern kleinen Pfahl, um welchen die Schnure geſchlungen und wel. ſtrraff angezogen wird. Ungefaͤhr wie die Zeichnung andeutet: man 6 6. mag 4 K och da⸗ du V teten e wind. e“.“ 2⸗ 90 Man ſchlaͤgt und hackt nun mit der Planirhacke(§. 67) die mit dem Spaten aufgeworfene Erde klein, und ebnet den umzognen Ort genau nach der Schnur, doch ſo, daß dieſelbe ungefaͤhr 1“ uͤber die planirte Flaͤche ſchwebt. Sind die Arbei⸗ ter in dieſer Arbeit noch nicht vollkommen eingeuͤbt, ſo iſt es rathſam, in jedem Quadrat die Schnur nochmals uͤbers Kreuz zu ſpannen, damit die Sache ſo genau als moͤglich ausgefuͤhrt wird. Wir finden bei dieſer angegebenen Ausſpannung die Durchſchnittslinie d e gezogen, dieſe iſt jedoch, wie die punktirte Linie in der Zeichnung§. 74 anzeigt, nothig, um die Bildung des Dreiecks von der Bewaͤſſerungsrinne bis zum Anfange der Entwaͤſſerungsrinne hervorzubringen; da ſowohl der Verthei⸗ lungsgraben als auch die Bewaͤſſerungsrinne die Entwaͤſſerungs⸗ rinne mit Waſſer verſehen, ſo ſtrömt dieſes in der Linie e d zuſammen und ergießt ſich beim Punkt e in letztere. Iſt dieſe umzogne Flaͤche genau planirt, ſo wird die Schnur von e nach g, von g nach h und von da wieder nach e gezo⸗ gen und auf die angegebene Art planirt und ſo immer weiter von Ort zu Ort verfahren. Kommt man nun zum Pfahl i, welcher den Ruͤckenkopf bildet, ſo ſpannt man die Schnur von fenach i, von da nach f und wieder zuruͤck nach f, wodurch das ſtumpfwinklige Dreieck f i f und durch die Planirung der Ruͤckenkopf gebildet wird. Vgl. oben S. 79. Fortſetzung. §. 80. Iſt nun ein halber oder ganzer Ruͤcken auf dieſe Art fertig planirt, ſo legt man die Raſen aufV; dies geſchieht ebenfalls nach der Schnure und zwar ſo, daß man oben und unten dieſelbe zieht und mit dem Raſen erſt den Theil, welcher belegt werden ſoll, einfaßt, ſchiebt dieſelben ſo feſt als moͤglich an einander, ——————— 3—— —————————ꝛ—x—x:-—— 91 4 laͤßt jedoch da, wo die Be⸗ und Entwaͤſſerungsrinne hinreicht, m einige Zoll Zwiſchenraum und mitunter, vielleicht auf dem hal⸗ a ben Nüifon ei ne Stelle von 10 220 Quadratfuß, ganz 1.u offen, damit bei Anfertigung der Rinnen die abgehauenen Ra⸗ 1 8s ſenſtuͤcke aus denſelben nicht weggeſchafft, ſondern gleich verbraucht werden koͤnnen. Iſt nun ein Ruͤcken belegt, ſo ſchlaͤgt ein kraͤf— fihn tiger Arbeiter die Raſen mit der in§. 68 angegebene Klatſche feſt. de kire Anlegung der Be⸗ und Entwaͤſſerungsrinnen. ung§. 81. Nö Sind nun mehrere Ruͤcken fertig, ſo ſchreitet man zur An— rheĩ legung der Rinnen. Dieſelben ſind: der Vertheilungs⸗ nno⸗ graben, die Be⸗ und Entwaͤſſerungsgraͤbchen. Ihre d. Breite und Tiefe ſiehe§. 101— 102— 103. Alle dieſe Graͤb⸗ chen werden mit dem Wieſenbeil nach der Schnur gehauen und nut zwar auf folgende Art: Es wird in derſelben Linie der ſchon o⸗ markirten Pfählchen an den Endpunkten ein weißer Markirpfahl ter eingeſteckt, man mißt von dieſem aus, welcher die Mitte des Graͤb⸗ 15 chens bezeichnet, nach beiden Seiten in Zollen die halbe Breite von deſſelben und zieht von dieſen letztmarkirten Punkten die Schnure, nch ſpannt dieſelbe ſtraff an und haut nach dieſer Linie die Rinne, der nimmt alsdann mit einer gewoͤhnlichen Duͤngergabel die abge⸗ hauenen kleinen Raſenſtuͤcken heraus und verwendet dieſe ſogleich in die offen gelaßnen Stellen(§. 80). Hierauf reinigt man mit der Stechſchippe(§. 65) bis zur gehoͤrigen Tiefe die Rinne von der Erde, welche ſogleich in die ig Erdkarren geladen und anderweit verwandt wird. ich bbe den 9² Zu beobachtende Ruͤckſichten, wenn das Entwaͤſſe⸗ rungswaſſer wieder benutzt werden ſoll. §. 82. Soll der Hauptentwaͤſſerungsgraben, welcher das Waſſer aus den kleinen Entwaͤſſerungsrinnen von den Rüucken aufnimmt, daſſelbe wieder unterhalb zu einer andern Anlage fuͤhren und etwas Gefaͤlle erhalten, ſo muͤſſen die Ufer deſſelben mit Raſen ausgeſetzt werden, damit dieſelben gegen die Unterwaſchung ge⸗ ſchuͤtzt ſind. Da nach§. 74 die Punkte f alle wagerecht ſind, der Entwaͤſſerungsgraben doch Gefaͤlle erhalten ſoll, ſo muß dieſes in der Sohle deſſelben angelegt ſein, damit, wenn etwa Ruͤckſtau zu befuͤrchten ſteht, dieſer nur in die Entwaͤſſerungs⸗ graben, nie aber in die Rinnen eintritt. Wird jedoch das Waſſer nicht noch einmal benutzt, ſo kann man das Gefaͤlle nach und nach auch den Ruͤcken mit beigeben, indem man nach der Ausmuͤndung des Entwaͤſſerungsgrabens zu, neben den Punkten f(§. 74), noch ein anderes Pfaͤhlchen, ungefaͤhr 1 Fuß entfernt von dieſen, 1 oder 2 Zoll tiefer ein⸗ ſchlaͤgt, ſo daß die Entwaͤſſerungsrinne von f bis zu dieſem Punkte ein ſtaͤrkeres Gefaͤlle erhaͤlt, und ſich hierdurch die Ruͤcken nach und nach mit dem laufenden Gefaͤlle des Hauptentwaͤſſe⸗ rungsgrabens neigen und das Ufer deſſelben in einer Hoͤhe fortgeht. b) Die Ausfuͤhrung des breiten Ruͤckenbaues. Vorbemerkungen. §. 83. Obgleich der breite Ruͤckenbau wegen des weitern Erdtrans⸗ portes koſtſpieliger als der ſchmale iſt, ſo kommen doch Locali⸗ 93 taͤten vor, wo derſelbe mit Vortheil angewendet werden kann, niſſt⸗ theils weil zu deſſen Bewaͤſſerung weniger Waſſer noͤthig iſt, theils auch weil hierweniger Gefaͤlle hin⸗ reicht, eine ſonſt ſchlechte Wieſe in Kunſtwieſe umzuſchaffen. Zur Erlaͤuterung wollen wir hier nochmals die Figur aus§. 77 Vrſ den zur Hand nehmen. Wir ſahen dort, daß es die Locglitaͤt ge⸗ jn und ſtattete und daß es am vortheilhafteſten war, die Ruͤcken von Nuin o nach p zu legen. Dies verbieten aber hier die Umſtaͤnde der mm g⸗ Oertlichkeit; es iſt moͤglich, daß ein urterliecſender Muller Ver⸗ t ſn gnuͤgen daran findet, die Wieſe bei 9 dfterer mmit Ruͤckſtau ſ ug heimzuſuchen, oder es treten andere Hinderniſſe in den Weg, ne die die Niederlegung der Wieſe bei c d nicht erlauben, und es nn muß deshalb zum breiten Ruͤckenbau geſchritten werden. Die breiten Ruͤcken muͤſſen hier nun von m nachen zu bun gelegt werden; wir hatten von m nach n 24“ Gefaͤlle und ir 36 Ruthen Laͤnge. Da die Laͤnge der breiten Ruͤcken ſo groß ſein kann, als es nur irgend die Localitaͤt ihi geſtattet, ſo iſt es ganz gleich, ob ſie 100 Ruthen oder 10 ian, betraͤgt, denn da die Ruͤckenhoͤhe bei denſelben ebenfalls wage⸗ 9 recht und eine jede Seite des Ruͤckens hoͤchſtens 3 Ruthen breit dn iſt, ſo ſind auf die Laͤnge von 36 Ruthen 24“ Gefaͤlle hinrei⸗ l chend, ſowohl den Ruͤcken die noͤthige Abdachung, als auch den d Entwaͤſſerungsrinnen das noͤthige Gefaͤlle(§. 74) zu geben. Hüh Die Verhaͤltniſſe, welche im Allgemeinen die Anlage des breiten Ruͤckenbaues bedingen, ſind, wenn 1) die Flaͤche nicht ſumpfig und frei von aller Saͤure iſt; wenn 2) wenig Waſſer zur Bewaͤſſerung vorhanden iſt, und 1 3) das Terrain wenig Gefaͤlle hat. trand⸗ Local 94 Vorarbeiten bei Ausfuͤhrung des breiten Ruͤckenbaues. §. 84. Nachdem nun(nach 74) das Gefaͤlle und die Groͤße der Flaͤche gefunden, und(nach§. 75— 76) die Ruͤckenhoͤhe oder die Lage derſelben unter dem Waſſer beſtimmt wurde, ſo fuͤhrt man die Abſteckung und das Nivellement nach folgender Weiſe aus, z. B.: a Der Hauptzuleitungsgraben, b der Entwaͤſſerungsgra⸗ ben, c die Grenzlinie, an welcher ſich die Ruͤcken anſchließen und parallel fortlaufen ſollen. Die Abſteckung der Diagonalen und der 1 Ruthe entfern⸗ ten Pfaͤhlchen geſchieht ganz nach§. 74. Die Pfaͤhlchen d geben auch hier die Linie des Verthei⸗ lungsgrabens an. Hat man nun nach der Zeichnung die Flaͤche — 95 in Quadratruthen von d nach f zu eingetheilt, ſo nehme man das Nivellirinſtrument zur Hand. Angenommen von a nach b ſind 24“ Gefaͤlle und die Ruͤckenhoͤhe koöͤnne 8“ unter das Waſſer in a gelegt werden. öße der S Alle Pfaͤhle d und h werden wagerecht und 8“ tiefer als der e oder ͤͤ. Sen ſt Waſſerſpiegel in a eingewogen. Die Pfaͤhle f 16“ tiefer als fühxt— 1 2. d und h. Die beiden Pfaͤhle e, welche die Einmuͤndung und Wehe den Anfang der Entwaͤſſerungsrinne bilden, 12“ tiefer als d, die Pfaͤhle g, welche ſowohl wie i die Linie der Bewaͤſſerungs⸗ . rinnen auf beiden Seiten des Ruͤckens angeben, muͤſſen genau 5 wagerecht und 4“ tiefer als d, dahingegen i 4“ tiefer als g 91 eingerichtet werden. V Es wird hierdurch vom Punkt i bei n, die Flaͤche bis k 57 4“ mehr Abdachung erhalten, als oben von i bei d bis e, weil V der Punkt e 4“ hoͤher liegt, als der Punkt f. Es geht hier⸗ 3 aus hervor, daß beim breiten Ruͤckenbau, moͤgen die Seiten derſelben 2 oder 3 Ruthen breit ſein, je⸗ 7 desmal das Gefaͤlle der Entwaͤſſerungsrinne der unterſten Abſtufung gegeben werden muß(ſ. die Querprofile a und b 1). Nur ſo werden die durchgezogenen Bewaͤſſerungsrinnen auf der Linie gg und ü waſſerwaͤgig ange⸗ legt werden konnen und dem Zweck der Bewaͤſſerung entſprechen. Ich habe bei dieſem Beiſpiel 2 Bewaͤſſerungsrinnen auf jeder gyte Ruͤckenſeite angenommen, bei 3 Ruthen Breite genuͤgt eine der⸗ lißen gleichen vollkommen, nur muß dieſe, ſowie auch wenn 2 angebracht ſind, aller 5—6 Ruthen durch einen Verticalgraben mit friſchem nfern⸗ Waſſer aus der oberſten Bewaͤſſerungsrinne d h, welche beim breiten Ruͤckenbau breiter ſein muß, als beim brii ſchmalen, geſpeiſt werden. Die Breite deſſelben wird durch 4 die Laͤnge des Ruͤckens beſtimmt. eläh⸗ 96 Die Pfaͤhlchen k zwiſchen ef werden bei§. 74 mit Huͤlfe der Viſirbretchen eingerichtet. Iſt die Laͤnge der Ruͤcken ſehr bedeutend, vielleicht 40— 100 Nuthen, ſo wird die Linie d h oder die Ruͤckenhoͤhe als ein kleiner Hauptzuleitungsgraben be⸗ trachtet und neben demſelben auf beiden Seiten in 2—3 Fuß Entfernung ein Vertheilungsgraben angelegt und dieſer dann als die obere Bewaͤſſerungsrinne angenommen, welche ihr Waſſer durch kleine Schleußen(§. 122) aus dem Hauptzuleitungsgra⸗ ben d h erhaͤlt, denn waͤre die Laͤnge zu groß und man wollte dies Verfahren nicht beobachten, ſo wuͤrde bei der bedeutenden Menge Waſſer, welches dieſer Graben fortzuleiten haͤtte, waͤh⸗ rend ſeine Ufer wagerecht ſind, oben bei d eine viel groͤßere Menge Waſſer uͤberſtroͤmen, als unten am Kopfe bei h. Da in jedem wagerecht angelegten Graben der Druck des nachfolgen⸗ den Waſſers das vorhergehende fortdraͤngt, ſo wuͤrde auch dort, wo der Druck am heftigſten iſt, das Waſſer am hoͤchſten ſtehen und deshalb bei d oftmals mehrere Zoll ſtark uͤberſtroͤmen und doch unten bei h noch nicht die Sohle beruͤhrt haben. Die Be⸗ waͤſſerung wuͤrde demnach ganz ungleich ſtattfinden und nie be⸗ lohnende Fruͤchte bringen; bei d wuͤrde Sumpf und bei h trockne Haide entſtehen. Ein auf dieſen vorerwaäͤhnten Grundſatz gut angelegter breiter Ruͤcken wuͤrde das Anſehen der beifolgenden Zeichnung haben. — ————— 97 Hüͤlfe ähr— 95— edh in be⸗ duß n als Vaſſe ſgra⸗ vollte enden 1 wh⸗ ußere Da ge⸗ Uebergang zur practiſchen Ausfuͤhrung. dolt§. 85. tehen Die Manipulation der practiſchen Ausfuͤhrung beim breiten und Ruͤckenbau bleibt ganz dieſelbe, wie beim ſchmalen Ruͤckenbau, Ve⸗ man ſpannt wie dort die Schnur von Pfahl zu Pfahl unter e be⸗ allen den angegebenen Regeln und Beruͤckſichtigungen, planirt woöne auf dieſelbe Weiſe und bedeckt die planirte Flaͤche wie dort mit Raſen. Wegen der groͤßern Breite ſind dieſe Ruͤcken auch leer ſchwieriger zu formiren, als die ſchmalen und die Anlegung der⸗ runn ſelben iſt deswegen, weil aller Boden meiſt gekarrt werden muß, auch bei dem oberſten Terrain nicht mit dem Spaten ge⸗ worfen werden kann, koſtſpieliger als jene. c) Die Ausfuͤhrung des Hangbaues. Vorbemerkungen. §. 86. Der Hangbau iſt unter den Wieſenmeliorationen der vor⸗ theilhafteſte, weil gewoͤhnlich da, wo derſelbe unternommen 7 EEEEEEE 98 werden kann, die Natur den Bau ſehr beguͤnſtigt und huͤlfreiche Hand leiſtet. Er bedarf unter allen Waͤſſerungsanlagen das wenigſte Waſſer, weil bei dieſen daſſelbe nur erſt dann in den Haupt⸗ entwaͤſſerungsgraben eintritt, wenn es die ganze Flaͤche uͤber⸗ rieſelt hat. Aus§. 70 erſahen wir, daß eine jede Flaͤche, welche pro— Laͤngenruthe 4“ Abdachung hat, ſich zum Hangbau eignet. Dies iſt nun der Maßſtab, dem wir folgen muͤſſen, wenn ermittelt werden ſoll, ob eine Realiſirung des Hangbaues moglich iſt. Derſelbe iſt, hat das Terrain nicht zu viel Unebenheiten, die wohlfeilſte Wieſenmelioration, dahingegen oftmals, wenn bedeu⸗ tende Auf- und Abtragungen oder andere Schwierigkeiten im Wege ſtehen, koſtſpieliger, als der Ruͤckenbau. Der Hang⸗ bau erfordert, wie der Ruͤckenbau, eine genaue Berechnung des Bodens, damit ſich dieſer aus⸗ gleicht. Deshalb muß, um dieſes genau beurtheilen zu koͤn⸗ nen, den Vorarbeiten ein oberflächliches Nivellement des Ter⸗ rains vorangehen. Wenn man(nach§. 73) gefunden hat, wie hoch das Waſſer uͤber der Wieſe liegt, ſo vergleicht man(nach§. 75) die Hoͤhen und Niederungen, und wird dann leicht zu beurthei⸗ len vermoͤgen, wie hoch oder wie tief man mit dem Boden gehen darf. Vorarbeiten bei Aus fuͤhrung des Hangbaues. §. 87. Wir wollen hier zur naͤhern Erklaͤrung zwei Beiſpiele an⸗ fuͤhren, und zwar: 1) Wo die Flaͤche eine gleichmaͤßige Abdachung hat und 2) wo die Abdachung der Flaͤche gebrochen iſt. b V V —; aaaqqGqäqäqééᷣᷣLLLGLGLRLhhVnn——— ——————— 99 dhe ki 1) Wo die Flaͤche eine gleichmaͤßige Abdachung hat. ſte v“ 11111.. 8 s iſ. r e h. d. die . Die Flaͤche A, B, C, D iſt gegeben. a Der Zuleitungs graben, b der Hauptentwaͤſſerungsgraben. Das Hauptgefaͤlle 5 von A bis B beträͤgt auf die Laͤnge von 11 Ruthen 6“, das g⸗ Nebengefaͤlle von A bis C auf 5 Ruthen 30“, von B bis D 1 auf 6 Ruthen ebenfalls 30“. g⸗ n⸗ Man theilt die Linie A B nach der Ruthenanzahl in gleiche ⸗ Theile durch die Pfaͤhle d, welche alle, wie beim Ruͤckenbau, od 3 Fuß entfernt vom Zuleitungsgraben die Linie der erſten Be⸗ 1) waͤſſerungsrinne bilden, beſchreibt, wenn der Entwaͤſſerungsgra⸗ thei⸗ ben nicht ſchon parallel mit A B laͤuft, von C aus eine Dia⸗ dden gonale parallel mit A B, welche man ebenfalls von C aus nach Ruthen in gleiche Theile theilt und uͤber dieſe Puncte von d aus die Pfaͤhle f auf der Linie C D einrichtet. Die Linie A C theilt man in 2 oder 3 gleiche Theile durch die Punkte e, g, h, doch duͤrfen dieſelben nach§. 28 nicht uͤber zwei Ru⸗ an⸗ then breit ſein, weshalb hier in 3. Ebenſo die Linie B D. Nun ſteckt man auf den Linien e, e; g. g und h, h ebenfalls bei jeder ung Ruthe von der Linie A C aus Pfaͤhle. Dieſe Linien geben die Entwaͤſſerungsrinne fuͤr die oberhalb liegende Flaͤche und iſ die Bewaͤſſerungsrinne fuͤr die unterhalb liegende Flaͤche an. 7* 100 Die in der Laͤnge einer Ruthe von einander entfernt ſte⸗ henden Pfaͤhlchen ſind blos zur Spannung der Schnure bei der Planirung noͤthig, man könnte ſonſt dieſelben entbehren, allein da eine gute Planirung ſehr viel zum Ertrage der Be— waͤſſerungswieſe(§. 28) beitraͤgt, ſo ſchone man die⸗ ſelben nicht und ſchlage lieber einen Pfahl zu viel, als einen zu wenig ein. Hat man nun alle Pfaͤhlchen eingeſchlagen, ſo nehme man das Nivellirinſtrument zur Hand. Wir ſahen, daß das Neben⸗ gefaͤlle 30“ betrug. Man beginnt nun auf der Linie A C den Punkt d 6“ unter das Waſſer in a einzurichten, angenommen, daß ſich dieſe Hoͤhe nach der Berechnung des Terrains ergeben hat, geht herunter nach f, ſchlaͤgt dieſen 24“ tiefer als d und viſirt die 3 Punkte e, g, h mit Huͤlfe der Viſirbretchen ein, wodurch ſich dieſe 24“ gleichmaͤßig vertheilen. Die Punkte auf der Linie ee bringt man alle unter gleiches Niveau mit e, ſo auch die Punkte auf g g alle gleich g, wie auch auf h h alle mit h gleich hoch ſtehen muͤſſen. Auch die Punkte d auf der Linie A B ſind in gleiche Hoͤhe mit d zu bringen. Da nun das Hauptgefaͤlle 6“ betraͤgt, alle Durchſchnitts⸗ linien jedoch waſſerwaͤgig ſind, ſo wird auf der Linie B D am Punkt h bis f 6“ mehr Abdachung ſein, als auf der Linie A C vom Punkt h bis f. Waͤre dies nicht der Fall und man wollte mit Regulirung der Punkte e, g, h auf der Linie B D eben ſo verfahren, als mit den Punkten e, g, h auf der Linie A C, ſo wuͤrden dieſe ſaͤmmtlichen Linien von A nach B zu Gefaͤlle erhalten und dem Zweck einer gleichmaͤßigen Bewaͤſſe⸗ rung nicht entſprechen. Es tritt hier derſelbe Fall ein, wie bei Anlegung der breiten Ruͤcken(§. 84) und wohl zu beachten iſt die Regel, daß beim Hang- und breiten Ruͤcken⸗ bau das Hauptgefaͤlle jedesmal auf die Flaͤche der — ⁰— ———se er”YX———---—d MñᷓõN—— 101 letzten Bewaͤſſerungsrinne bis zum Hauptentwaͤſ⸗ ſerungsgraben zu geben ſei. 2) Wo die Abdachung der Flaͤche gebrochen iſt. §. 88. 6 1 5 Z ¹.* ſ ß———-— 0. 3 1 Die Flaͤche a, b, ce, d iſt gegeben und zum Hangbau be⸗ ſtimmt, es zieht ſich in der Linie ßex eine Anhoͤhe durch die— ſelbe. Das ganze Nebengefaͤlle von mun betraͤgt 40“, jedoch von m bis o nur 10“, dagegen von o bisen 30“ Wollte man nun dieſe 40“ Abdachung auf die ganze Flaͤche gleichmaͤßig vertheilen, ſo wuͤrde ein bedeutender Abtrag der Anhoͤhe ßüx und durch die dadurch entſtandene Gewinnung von Boden ein eben ſo bedeutender Auftrag bei e d erforderlich ſein, die Koſten dadurch vielleicht um das dreifache erhoͤht und das Gefaͤlle um vieles geſchmaͤlert werden. Dieſes zu vermeiden nimmt man nun die Flaͤche a, b, ß, x als einen beſondern Hangbau vor, auf die Linie ß x kommt der Entwaͤſſerungsgraben fuͤr dieſe Flaͤche, welcher zugleich der erſte Bewaͤſſerungsgraben fuͤr die Flaͤche ß, x, e, d iſt. Die Manipulationen bleiben jedoch im Betreff der Vorarbeiten ganz von derſelben Art, wie im§. 87 angegeben wurde. ——-————C— yÿõõ;ʒ——õõ— 10² Uebergang zur practiſchen Ausfuͤhrung. §. 89. Die practiſche Ausfuͤhrung des Hangbaues bleibt ganz die— ſelbe, wie beim uͤbrigen Kunſtwieſenbau, doch nehme man bei derſelben auch Ruͤckſicht auf Anlegung der Verticalgraͤben(§. 105) und lege dieſelben gewoͤhnlich auf einer durch die Vorarbeit markirten Linie an. Der Vertheilungsgraben faͤllt hier dem Namen nach weg, weil dieſer nicht, wie beim Ruͤckenbau, das Waſſer in jede Bewaͤſſerungsrinne vertheilt, ſondern gleich uͤber die Flaͤche uͤberſtroͤmen laͤßt und den Namen einer Bewaͤſſerungsrinne an⸗ nimmt. Beim Hangbau darf nur der Verticalgraben der einzige Graben ſein, welcher blos Einem Zwecke entſpricht, und zwar als Transporteur und Verſorger jeder Flaͤche mit friſchem Waſſer; alle uͤbrigen muͤſſen doppelten Zwecken dienen: jeder muß, wie ſchon im§. 87 angegeben wurde, Ent⸗ und Be⸗ waͤſſerungsgraben ſein. Iſt die beſtimmte Flaͤche zum Hangbau von ausgedehnter Groͤße dem Hauptgefaͤlle nach und dieſes bedeutend, ſo legt man Terraſſen an, d. h. man geht von 10 zu 10 Ruthen immer etwas tiefer. Beachtet man die im§. 50 angegebene Regel, ſo iſt es dann ſehr leicht, mit der ganzen A nlage um einige Fuß oder Zoll tiefer zu gehen. Der zuſammengeſetzte Bau. §. 90. Iſt eine Flaͤche von verſchiedener natuͤrlicher Geſtaltung, d. h. ziehen ſich Ebenen und Abhaͤnge ununterbrochen in derſelben fort, und ſoll doch die ganze Flaͤche in eine Kunſtwieſe iè2õéèééᷓ é⏑ẽä!äTääccäiäcäcäcäcſcäcäcäcöcöc————— —————-:—⸗—:--‚ᷣ—C—C—C—C—C—C—xxxxxyjj'— 103 umgeſchaffen werden, ſo tritt ſehr häufig der Fall ein, daß Ruͤcken- und Hangbau mit einander abwechſeln. Ein ſolcher Kunſtwieſenbau heißt alsdann ein zuſammengeſetzter Bau. Es iſt bei dieſem das Verfahren, mit Berechnung des Terrains, die Vorarbeiten und practiſche Ausfuͤhrung den der ſchon angegebe⸗ nen einzelnen Bauarten ganz gleich zu ſtellen. Nur eine Regel iſt hier vorzugsweiſe zu beachten. Die Entwaͤſſerungsgr aͤben ſpielen hier meiſt zugleich mit die Rolle der Be— waͤſſerungs⸗ oder Vertheilungsgraͤben, es muͤſſen deshalb ihre Ufer wagerecht ſein, und alle in denſel⸗ ben einmuͤndenden Entwaͤſſerungsrinnen am Ende auf 1 oder 2 Fuß ein ſchroffes Gefaͤlle haben, welches man dadurch her⸗ vorbringt, daß man unterhalb der Pfaͤhle f(§. 74) 1—2“ von dieſen entfernt noch Pfähle einſchlaͤgt, welche 2—3 tiefer ſtehen als dieſe, damit, wenn dieſer Entwaͤſſerungsgraben waͤſſert und voll Waſſer ſteht, kein Ruͤckſtau dadurch in die Entwäͤſſerungs⸗ rinnen oder wohl gar auf die Grasflaͤche verurſacht wird. Dieſe Regel muß auch wegen der in§. 27 angegebenen Aufwaͤſſerung beſonders beruͤckſichtigt werden. Fuͤhren ſie ihr Waſſer als Zu⸗ leitungsgraben wieder zu einer andern Flaͤche(§. 82), ſo duͤr⸗ fen ſie nur ihr noͤthiges Gefaͤlle in der Sohle erhalten, wo dann die Ufer derſelben, wie im gedachten Paragraph angege⸗ ben iſt, an der Ausmuͤndung des Grabens hoch werden, in ſolchen Faͤllen muͤſſen dieſelben unbedingt mit Raſen ausgeſetzt werden. Die Verticalgraͤben muͤſſen bei dem zuſammengeſetzten Bau groͤßer ſein, als gewoͤhnlich, indem die Flaͤche von großer Aus⸗ dehnung iſt, welche ſie mit Waſſer verſehen muͤſſen. Ihre Groͤße muß jedoch nur in der Breite, niemals in der Tiefe ausgedehnt werden, damit kein Waſſer verloren geht, ſondern, wenn die Schleuße geſchloſſen iſt, welche dieſelben mit 104 Waſſer verſieht, muͤſſen ſie rein abfließen und darf auf ihrer Sohle keins ſtehen bleiben. V Iſt der Wieſenbauer mit Ruͤcken- und Hangbau vertraut, ſo muß es ihm ein Kleines ſein, aus der Zuſammenſtellung dieſer einzelnen ihm bekannten Bauarten ein zuſammenhaͤngen⸗ des Ganze zu bilden. B) Der natürliche Wieſenbau. Vorerinnerungen. §. 91. Unter dem Namen natuͤrlicher Wieſenbau verſtehen V wir nach§. 48 diejenige Wieſenmelioration, wo die Kunſt blos V die Mißgeſtaltungen der Natur verbeſſert und ihre Kraͤfte zu Gun⸗ V ſten des vegetabiliſchen Lebens durch Bewaͤſſerung unterſtuͤtzt, d. h. V wo nicht eine Planirung nach der Schnur ſtattfin⸗ det, ſondern blos die groͤßten Unebenheiten auf einfache Art(§. 95) geebnet werden, die Graͤben keineswegs, wie beim Kunſtwieſenbau, in ſchnur⸗ gerader Linie fortlaufen, oder das Terrain fuͤr die Graͤben eingerichtet iſt, ſondern nur hier ganz der Localitaͤt angemeſſen in Schnurſchlaͤgen fortge⸗ fuͤhrt und dieſelben nach letzteren eingerichtet werden. Es iſt ſehr wichtig fuͤr den practiſchen Landwirth, genaue Kenntniß von dieſer Melioration zu erlangen. Sie fuͤhrt uns in einzelnen Faͤllen, wo alle unſere Kunſt und Muͤhen, nebſt den groͤßten Opfern zur Hervorbringung eines nur geringen und beſcheidnen Wuͤnſchen entſprechenden Ertrags unſrer faſt uͤberall vor⸗ kommenden untragbaren Laͤndereien ſcheitern, auf eine undenkbare —·—·—·Q—·¶·¶·nnnnrr———— ————— ·⸗⸗——————⸗—⸗⸗ÿ—⸗—⸗—ꝛ—⸗—⁊—ÿyß——⸗—⅓—⅓—:———⅛½ A 5 d. 105 Hoͤhe von Reſultaten, die dem Unkundigen ganz fremd ſind und fuͤr ihn an das Maͤhrchenhafte grenzen. Der Kunſtwieſenbau uͤbertrifft im Ertrage ſtets die Wuͤnſche des Unternehmers, allein er erfordert zwei Dinge, die nicht immer einem Jeden zu Gebote ſtehen, dieſe ſind: Geld und Raſen. Ohne dieſe beiden iſt die Ausführung nicht moͤglich. Da— hingegen bei der Verbeſſerung der ſchlechten Laͤndereien durch den natuͤrlichen Wieſenbau das erſtere zwar nicht entbehrt, aber doch nur im kleinern Maßſtabe gegen erſtere Melioration noͤthig iſt, und das zweite, der Raſen, ganz entbehrt werden kann. Es treten Faͤlle ein, wo nur der natuͤrliche Wieſenbau in Anwendung zu bringen, wo, waͤre auch noch ſo viel Geld vor— handen, der Kunſtwieſenbau nicht ausfuͤhrbar iſt. Z. B. wir beſitzen eine große Wieſenflaͤche von ſchlechtem Ertrage, es ſteht uns zur Bewaͤſſerung dieſer Flaͤche nur periodiſch Waſſer zu Gebote, die Localitaͤt geſtattet es nicht, in Zeiten des Ueber⸗ fluſſes daſſelbe zu ſammeln, um es in Zeiten des Mangels an— zuwenden, wir koͤnnen blos im Herbſt und Fruͤhjahr waͤſſern, oder: der angrenzende Bach hat wenig Ufer, ober- und unter⸗ halb liegende Muͤller haben das Waſſer in ihrer Gewalt. Faͤllt es den Obern an, ſo zieht er mit Schnelle ſeine Schuͤtze und erſaͤuft die Wieſe, oder gefaͤllt es dem Untern auf einige Tage Waſ⸗ ſer zu ſammeln, damit er Feſteszeiten alle Mahlgaͤſte befriedigen kann, ſo macht er die Wieſe zum Teiche. Was ſollen wir mit ſolchen Laͤndereien machen, um ſie in ihrem Ertrage zu erhoͤhen? Oder wir beſitzen ausgedehnte Sandſtrecken, welche unter Waſ⸗ ſer zu ſetzen ſind, wo der menſchliche Fuß im Sande verſinkt, die nahangrenzenden Felder und Wieſen bei anhaltenden Stuͤr⸗ men verſandet werden und keine Pflanze darauf gedeiht. Was —, 106 nuͤtzen ſie uns, was ſollen wir damit anfangen? In allen drei Faͤl⸗ len gilt es die Verbeſſerung durch natuͤrlichen Wie⸗ ſenbau! Wer hier zum Kunſtwieſenbau ſchreiten wollte, wuͤrde ſein Geld wegwerfen. Die Gruͤnde ſind folgende. Im erſten Falle: Durch den Kunſtwieſenbau wird jede Flaͤche hoͤher und dadurch trockener gelegt(§. 15). Iſt nun nicht jederzeit Waſſer vorhanden, ſo kann man auch, beſonders wenn es am nöthig— ſten iſt, nicht die zur Vegetation erforderliche Feuchtigkeit her⸗ vorbringen und die Wieſe wird ſchlechter als ſie fruͤ— her war. Im zweiten Falle: Kann nicht beim Kunſtbau die Wieſe vollkommen vor Ueberſchwemmung geſichert und aller Ruͤckſtau vermieden werden, ſo werden die Niederungen der Ruͤcken oder die unterſten Theile der Haͤnge verſchlaͤmmt und in wenig Jah⸗ ren Sumpf. Hinlaͤngliches Waſſer und gehoͤrige Entwaͤſſerung V ſind(nach§. 49) die Grundſaͤtze des Kunſtwieſenbaues. Im dritten Falle genuͤgen die§§. 16 und 53 voll— V kommen zur Beantwortung. Welcher Menſch iſt im Stande, fuͤr ſolche Strecken Raſen heranzuſchaffen? In einzelnen Faͤllen*4 dient wohl die im§. 16 angegebene Verfahrungsart in Bezie— hung des Ankaufs oder Heranſchaffung der Raſen, aber fuür große Flaͤchen iſt es unausfuͤhrbar. Moͤgen immerhin die großen Agronomen und Wieſenwirthe unſerer Zeit den natuͤrlichen Wieſenbau belaͤcheln, die Meiſten kennen ihn ja nur dem Namen nach, im großen Maßſtabe iſt dieſer ſo wichtige Culturzweig unſerer Landwirthſchaft nur We⸗ nigen bekannt, nur hier und da giebt man demſelben die wahre Wuͤrdigung. Die Mehrzahl klebt noch zu ſehr an dem alten Vorurtheil, ſie waͤhnen ſich klug und ſind dabei oft weiter zuruͤck, als ihre Voreltern; was nicht aus ihrem eignen Hirn hervor⸗ ging, taugt ihnen nichts. 107 Fäl⸗ Vie⸗.:[ e e 1 Die practiſche Ausfuͤhrung des natuͤrlichen wünde Wieſenbaues. erſten §. 92. und Zuvor bemerke ich noch, daß die im§. 56 bis 70 aufgefuͤhr⸗ Rqſſor 3 ten und beſchriebenen Inſtrumente und Werkzeuge zum Gebrauch ber bei der Ausfuͤhrung des Kunſtwieſenbaues auch hier in Anwen⸗ ri dung gebracht werden. Die in der Natur vorkommenden Flaͤchen, welche durch dieſe Wieſe Melioration zur Bewaͤſſerung umgeſchaffen werden koͤnnen, er⸗ kſten ſcheinen in zweierlei Geſtaltungen: oder 1) Als Flaͤche, welche nur aͤußerſt wenig Ge— Jaſ⸗ faͤlle hat und beim Kunſtwieſenbau in ung Ruͤcken umzuſchaffen ſein wuͤrde. 2) Als Flaͤche, welche bedeutendes Gefaͤlle be⸗ 5 ſitzt; gehe nun daſſelbe auch nach Innen de, von allen Seiten, oder im Allgemeinen blos Uin 1 nach einer Seite zu, es geſtattet die Kunſt di hier den Hangbau. für urche Die Anlegung einer Bewaͤſſerung auf einer Flaͤche, iſen welche nur aͤußerſt wenig Gefaͤlle hat. 3 iſt§. 93. We⸗ Die Arbeiten beginnen, wie beim Kunſtwieſenbau, mit ahre Anlegung des Hauptentwaͤſſerungsgrabens(doch keineswegs nach alten den in§. 72 angegebenen Regeln, dieſe koͤnnen hier nicht in rüͤck, Anwendung gebracht werden). Man fuͤhrt denſelben durch die wor⸗ tiefſten Niederungen der Flaͤche in Schnurſchlaͤgen, wohl auch, wenn es nicht zu vermeiden iſt, in einzelnen Kruͤmmungen und 108 verbindet mit dieſem Hauptgraben andere kleine Entwaͤſſerungen, welche aus allen Niederungen der Flaͤche das Waſſer in dieſen einfuͤhren. Hierauf ſucht man nach§. 73 den Punkt des Waſſers, mit welchem die Flaͤche beſpuͤlt werden kann, ſteckt auf der Hochebene entlang in Schnurſchlaͤgen(uiemals in Kruͤmmungen) den Haupt⸗ zuleitungsgraben ab und legt denſelben bis zur Einlaſſung des Waſſers fertig an. Sind dieſe Arbeiten beendet, ſo ſucht man durch Huͤlfe des Nivellements die uͤbrigen Anhoͤhen der Wie— ſenflaͤche. Es muͤſſen dieſelben alle tiefer liegen, als das Waſſer in dem Hauptzuleitungsgraben. Giebt es hoͤhere, ſo muͤſſen dieſelben entweder nach der in§. 95 an- gegebenen Art abgetragen, oder unberuͤckſichtigt trocken liegen bleiben. Auf alle dieſe unter dem Waſſer liegenden hoͤheren Stellen der Flaͤche fuͤhrt man vom Hauptgraben aus Transportir⸗ oder Verticalgraͤben; dieſe werden ganz nach der Flaͤche, welche ſie mit Waſſer verſehen ſollen, eingerichtet, meiſtens muß von dem ſ Erdauswurf derſelben ein kleiner Damm formirt werden, da ſie oft durch Niederungen ihr Waſſer zur Hoͤhe fortleiten muͤſſen. Alle dieſe Graͤben werden durch Schleußen(§. 122) von dem Hauptgraben getrennt, damit die Regulirung des Waſſers in der G Hand des Bewaͤſſerers ſteht. b Sind alle dieſe Graͤben fertig, ſo ſagt man: das Ge⸗ p rippe der Bewaͤſſerungsanlage iſt beendet. Nun 12 laͤßt man Waſſer in dieſelben, welches durch Schließung der 1 Schleuße in den Bach(§. 120) und durch Oeffnung der Schleuße d in den Hauptzuleitungs⸗ und Transportirgraben(§. 121— 122) d bewerkſtelligt wird. Dann fuͤhrt man von den Trans vortirgraͤben 15 g 109 Ungen, aus nach allen Stellen der Flaͤche, welche bewaͤſſert werden ſollen, dieſen kleine beuferte Rinnen(Grippen), welches auf folgende einfache Weiſe geſchieht: man ſticht mit dem Spaten(§. 66) von dem Ufer des Transportirgrabens bis zu der zur Bewaͤſ⸗ , mit ſerung beſtimmten Flaͤche eine Linie, ungefaͤhr 4“ tief, in den jebene Boden oder Raſen, nach der Richtung, welche die Rinne neh— aupt⸗ men ſoll. Iſt die Linie ſenkrecht geſtochen, ſo nehmen hierauf jdes 2 Arbeiter den Spaten und ſtechen auf beiden Seiten der Linie man 3“ entfernt in ſchraͤger Richtung, und zwar ſo, daß die Rinne Wie⸗ oben eine Breite von 6“ erhaͤlt, unten aber ſich die Spaten der als Arbeiter jedesmal bei dem Durchſtich in einer Tiefe von 4“ Giebt treffen. Iſt dieſe Arbeit beendet, ſo machen ſie von Fuß zu an⸗ Fuß Querdurchſtiche und heben dann beide zugleich die fußlange egen Ruͤckenerde oder Raſen heraus, behalten ſie auf dem Spaten und ſetzen dieſe Stuͤcke gleichmaͤßig am Ufer an, doch ſo, daß die obere Seite der Raſen nach außen zugekehrt, von innen len aber der Boden etwas mit dem Spaten angeſchlagen wird, und der die Rinne die Form eines ſpitzwinkeligen Dreiecks erhaͤlt, wie ſie die Figur als Querdurchſchnitt der Rinne zeigt. dem. J ſie iſſen. dem Durch die kleinen Ufer a kann nun das Waſſer in der rder Rinne etwas hoͤher aufgeſtauet werden und man iſt im Stande, jede Stelle zu bewaͤſſern. Nun ſticht man das Ufer des Trans⸗ . portirgrabens durch und laͤßt Waſſer in die Rinne, macht aller 1 2 Fuß kleine, 2 bis 3“ breite Einſchnitte in die beuferte Rinne. kun Ganz beſonders macht man dieſe an ſolchen Stellen, wo ſich die den Flaͤche nach mehreren Seiten abdacht, damit das Waſſer aus 2 denſelben gleichmaͤßig rieſelt. Da nun dieſe Rinnen nach dem 2) Augenmaße angelegt ſind und meiſt Gefaͤlle haben, ſo ſtroͤmt 110 das Waſſer ſchnell bis ans Ende und ergieſet ſich dort mit groͤßerer Gewalt durch die Einſchnitte als vorne, oder ſchlaͤgt ſtellenweiſe uͤber die kleinen Ufer. Um letzteres zu vermeiden, legt man auf dieſe Raſenſtuͤcke, oder erhoͤht dieſelben durch einen Spaten voll Erde. Um erſteres zu verhuͤten, verfahre man nach folgender Anweiſung: Man ſetzt von Ruthe zu Ruthe Ra⸗ ſenſtuͤcke in die Rinne und faͤngt mit dieſer Arbeit 1 Ruthe von der Einmuͤndung der Rinne aus dem Transportirgraben an. Setzt man hier Raſen ein, ſo wird das Waſſer aufgeſtaut und tritt gleichmaͤßig durch die Einſchnitte oberhalb des eingelegten Naſens; bemerkt man, daß uͤberall Waſſer ausſtroͤmt, ſo tritt man mit dem Fuße den Raſen um ſo viel nieder, daß das Waſſer in der Rinne uͤber denſelben ſtroͤmt und doch immer noch oberhalb durch den dadurch verurſachten Aufſtau durch die Einſchnitte verrieſeln kann. Mit dieſer Manipulation faͤhrt man gleicher Weiſe in der ganzen Rinne fort, das Waſſer wird dann in dieſer treppenartig fließen und gleichmaͤßig durch alle Ein⸗ ſchnitte durchgehen. Nach wenig Jahren werden nun die Stel— len, wo die Einſchnitte ſind, ſich erhoͤhen, in Folge des im §. 27 ausgeſprochenen Grundſatzes; wird man dies gewahr, ſo ſchließt man dieſe mit Raſen ein und ſticht neue. Hat man bei der im Anfange unternommenen Entwaͤſſe⸗ rung nicht alle Niederung mit Graͤben durchzogen, ſo zeigt uns jetzt waͤhrend der Bewaͤſſerung das Waſſer jede Telle und es iſt nun leicht, jede derſelben durch kleine Graͤben zu entwaͤſſern. Unter ſolchen Verhaͤltniſſen tritt nun oftmals der Fall ein, daß der Hauptzuleitungsgraben die Flaͤche durchkreuzt; dann muß nach§. 124 durch Anlegung von Siehlen das Entwaͤſſe⸗ rungswaſſer unter demſelben hinweg geleitet werden. 111 eu mi 5 ün Nachſtehende Figur diene zur naͤhern Verſinnlichung einer d.—.„ ſtläg ſolchen Wieſenmelioration. h einen te man he d Ka⸗ he von en an. lt und legten ſo wit aß das immer rh die t man d dann Ein⸗ Stel⸗ ds im Die Anlegung einer Bewaͤſſerung auf einer Flaͤche 3 welche bedeutendes Gefaͤlle hat, moͤge nun daſſelbe ahr, ſ von allen Seiten nach Innen, oder blos nach einer Seite zu gehen. §. 94. 3 In beiden Faͤllen bleibt ſich das Verfahren der Anlegung mcs gleich, bei erſterem liegt nur darin der Unterſchied, daß oftmals riſern der Hauptentwaͤſſerungsgraben unter dem Hauptzuleitungsgraben diſenn gefuͤhrt werden muß, im Uebrigen wird jede Abdachung fuͤr ſich allein, unbeſchadet fuͤr die andern, auf dieſelbe Art, als wenn blos ein einfoͤrmiges Gefaͤlle vorhanden waͤre, angelegt. Das ) 4 Verfahren dabei iſt folgendes. Z. B:: ntwäͤßſe⸗ * ———— — 2—.—— ℳ— f 1. hn ——.—„9 R.—— ——— 5 Die Flaͤche A, B, C, D iſt gegeben, um ſie durch einfache Manipulation in Bewaͤſſerungswieſe durch natuͤrlichen Hangbau umzuſchaffen. Das Hauptgefaͤlle iſt 6“, das Nebengefäͤlle 58. Die Anlegung des Hauptentwaͤſſerungsgrabens b geſchieht, wie bei allen erwaͤhnten Anlagen, auf der tiefſten Stelle der Wieſe. Ebenſo die Realiſirung des Hauptzuleitungsgrabens auf der hoͤchſten Stelle. Dieſer darf unter keiner Bedingung Kruͤmmungen erhalten, ſondern muß entweder ge⸗ rade, oder doch in Schnurſchlaͤgen ausgefuͤhrt werden. Selten wird in der Natur eine Flaͤche vorkommen, welche keine Unebenheiten hat, ſind dieſelben klein und die Flaͤche Sand⸗ boden, ſo laſſe man ſie ganz unberuͤckſichtigt, wie wir ſchon im §. 18 erſehen haben. Sind dieſelben jedoch von großem Um⸗ fange, ſo verfahre man mit denſelben nach§. 95. Ich will hier annehmen, es waͤren keine ſo großen Unebenheiten vorhan⸗ den, oder dieſelben ſchon beſeitigt. Die ganze Anlage beſteht nun in weiter nichts, als darin: daß genau wagerechte Bewaͤſſerungsrinnen ſich formi— ren. Iſt der Hauptzuleitungsgraben angelegt, fo ſteckt man 3 oder 4 Fuß von demſelben die Pfaͤhlchen x ein, und gwar hier blos bis zur ungefaͤhren Haͤlfte des Hauptgefälles der Flaͤche, weil ——————— 113 4 ſich dieſe dann in ihrer Lage ſenkt und von dort aus einige Zoll 78 tiefer wieder eine andere Reihe Pfaͤhle wagerecht eingerichtet wer⸗ 44 den koͤnnen. Man bringt nun die erſteren mit dem Nivellirinſtru⸗ 4 mente alle in gleiche Hoͤhe, mit Beruͤckſichtigung des im§. 51 8 angegebenen Grundſatzes, ſpannt uͤber die Koͤpfe derſelben die k Schnur und ſieht dann, wo Auf- und Abtrag noͤthig iſt; die ausgeſpannte Schnur giebt das unterſte Ufer der erſten D Bewaͤſſerungsrinne an, welche durch dieſe Pfaͤhle mar⸗ kirt wurde und, ſoll ſie ihrem Zwecke entſprechen, genau waſ⸗ ce ſerwaͤgig ſein muß. Schwebt die Schnur uͤber dem Boden, ſo an iſt Auftrag noͤthig und es kann dieſer ſogleich durch Raſen oder 8u. Erde regulirt werden, welche aus dieſer Rinne genommen(deren vie Breite 4—6“ und Tiefe 3—4“ genuͤgt hinreichend), mit dem ſe. Wieſenbeile gehauen und mit der Stechſchippe geraͤumt wird. er Iſt das Terrain zu hoch, und kann die Schnur nicht horizontal ig von einem Pfahl zum andern geſpannt werden, ſo macht man ⸗ mit Huͤlfe des Spatens eine kleine Rinne, in welche alsdann t die Schnur zu liegen kommt; man wird dann ſogleich ſehen, wie viel Abtrag unterhalb der Rinne noͤthig iſt, und verfäͤhrt dabei, be wenn auch nur im kleinen Maßſtabe, nach§. 95. Zur Sicher⸗ lie heit ſucht man mit dem Nivellirinſtrumente unterhalb den Punkt, in wo der Abtrag aufhoͤren ſoll und markirt denſelben durch einen Un⸗ Pfahl, damit man genau weiß, wie viel Boden hinweg ſoll. vill Da jedoch ſolche Abtragungen nur Zolle betragen, ſo giebt die In⸗ Lehre dazu ſehr leicht das bloße Auge. Wir wiſſen, die Flaͤche hat 58“ Nebengefaͤlle. 8“ mögen vom Waſſer in a bis zur nß Flaͤche ſelbſt abgehen, bleiben noch 50“. Die Lunge des Neben⸗ 4 gefaͤlles ſei 10 Ruthen. Aus§. 28 erſehen wir: ſoll die Wir⸗ te kung des Waſſers immer gleich groß ſein, ſo darf daſſelbe ohne 6 friſchen Zufluß keine groͤßere, als eine 2 Ruthen breite Flaͤche 1 bewaͤſſern, deshalb legt man, ſo wie beim Kunſthangbau, alle 8 1 114 Bewaͤſſerungsrinnen nur 2 Ruthen auseinander. Es wird nun hier eine jede 5“ hoͤher zu liegen kommen, als die untere. Man geht nun ungefaͤhr 2 Ruthen, dem Nebengefaͤlle nach, herunter und ſucht dort auf dem Boden einen Punkt, welcher 5“ tiefer als x iſt(hier c), und dann mit Huͤlfe des Nivellirinſtruments in dieſer ungefaͤhren Entfernung von x Punkte auf dem Terrain, welche mit e in gleicher Hoͤhe ſtehen, doch wo moͤglich nicht weiter als 10 von einander entfernt ſind; die gefundene Linie hat vielleicht die Form der punktirten Linie cbvc, und koͤnnen manche Stellen zwiſchen c und x weniger als 2 Ruthen, andere hingegen wieder mehr betragen. Waͤhrend jedoch alle Regeln der Bewaͤſſerung nur beim Kunſtbau ausfuͤhrbar ſind, woraus ſich auch ſehr leicht erklaͤrt, daß dieſer im Ertrage jede andere Be⸗ waͤſſerungsanlage uͤbertrifft, iſt dies beim natuͤrlichen Wieſen⸗ bau nicht der Fall, und kann hier nicht alles ſo ſtreng nach der Regel genommen werden. Hat man die Punkte c alle durch Pfaͤhle markirt und dieſe alle unter einerlei Hoͤhe, 5“ unter x gebracht, ſo ſpannt man, wie bei x angegeben wurde, die Schnur von einem Pfahle zum andern, beſtimmt ſogleich die Breite der Rinne 4“ herauf nach x zu durch eine andere Schnur, und haut dieſelbe mit dem Wieſenbeile, laͤßt die Schnur am untern Ufer ſtecken und regulirt beim Ausſchippen der Rinne ſogleich daſſelbe; das obere Ufer bleibt wie es iſt und nur in Faͤllen, wo die Rinne eine Telle durchſchneidet, muß dieſe ober⸗ halb der Rinne ausgefüͤllt werden, damit kein Ruͤckſtau entſteht und dieſe bei anhaltender Bewaͤſſerung, da doch in einem ſolchen Falle das untere Ufer hoͤher als das obere ſein wuͤrde, nicht zu einem Sumpfe wird. Auf dieſe oben von mir beſchriebene Art, wie man mit der Linie cc verfuhr, unternimmt man auch die Anlegung der Linie d, e und f, verbindet alle dieſe Rinnen mit einem oder mehreren Verticalgraͤben, was durch die V —— d-————————— — 115 nid un Laͤnge der Flaͤche beſtimmt wird und verfaͤhrt dann ganz ſo, ae. Nnn wie hier bei der tiefer liegenden zweiten Terraſſe mit den Linien heruntr ß, g, h, i und k. Wollte man hier die Terraſſirung nicht in 5 tifer Anwendung bringen, ſo wuͤrde, da doch alle Rinnen waſſerwaͤ⸗ runenis gig ſein muͤſſen, beim erſten Punkt x zu viel Abtrag und beim Tarain letzten Punkte ß zu viel Auftrag noͤthig ſein. lich miht ne Lhnie Tritt der Umſtand ein, daß ſich zwiſchen zwei Bewaͤſſe⸗ Fannen rungsrinnen eine Niederung zeigt, worin ſich vorzugsweiſe Waſ⸗ andere ſer anſammelt, ſo muß aus dieſer bis in die naͤchſte unterhalb gen de liegende Bewaͤſſerungsrinne ein kleiner Entwaͤſſerungsgraben an⸗ gelegt werden. Sollen auf dieſe Weiſe ſterile Sandflaͤchen zu aus ſich Wieſe umgeſchaffen werden, ſo iſt es ſehr anzurathen, den§. 13 ere Be⸗ Wefe⸗ genau zu beobachten. ah der durch Das Verfahren des Planirens bei bedeutenden Ab⸗ Kner tragungen, mit Beruͤckſichtigung, daß die Damm⸗ erde oder Ackerkrume immer die oberſte 9 de Schicht bleibt. Schnur,§. 95. nur an Fünne Dieſe Arbeit, welche in der Landwirthſchaft ſo haͤufig vor⸗ ri kommt, wird doch oft mit ſolchen groben Fehlern ausgefuͤhrt, eober⸗ daß ſolche abgetragene und geebnete Stellen nachher ſchlechter auſeht ſind, als ſie fruͤher waren. Die Regel des§. 52 wird wenig ſchen dabei beobachtet, man glaubt, es ſei genug geſchehen, wenn die nicht Hoͤhe zur beſtimmten Tiefe herabgetragen wird. Es geſchieht rebene die Ausfuͤhrung oftmals auf eine ſo koſtſpielige Art, daß man t man nach der Beendigung erſtaunt, wie hoch die Koſten einer ſolchen g dis Abtragung ſich belaufen. Ich werde hier dieſe einfache und ch di leichte Manipulation ganz deutlich zu erlaͤutern ſuchen. uch d G 8* 116 Der Berg F, auf der Flaͤche a, b, c, d, ſoll 2 Fuß tief abgetragen, dabei jedoch der Grundſatz des§. 52 ſtreng beobachtet werden. Man theilt die abzutragende Anhoͤhe z. B. in 3 Fuß breite gleiche Theile, quer oder der Laͤnge nach, dies aͤndert nichts. Man markirt durch einige Pfaͤhle am Rande, wie auch in der Mitte derſelben, die Tiefe des Abtrags und bringt alle dieſe Pfaͤhle in gleiche Hoͤhe; zu dieſem Zwecke muß uͤberall, wo ein Pfahl zu ſtehen kommt, ein Loch bis zur beſtimmten Tiefe eingegraben werden. Hierauf graͤbt man einen Theil um den andern, da der Abtrag des Berges 2 Fuß betragen ſoll, 4 Fuß tief aus, und ſchafft den ausgegrabenen Boden hinweg.(Die ſchattirten Li⸗ nien moͤgen bei F den ſtehenden Boden, die weißen den aus⸗ gegrabenen angeben). Da der Berg 2 Fuß abgetragen werden ſoll, man jedoch durch die Ausgrabungen nur die Haͤlfte der Oberflaͤche hinweg nimmt, ſo erklaͤrt ſich ſehr leicht, daß die ausgegrabenen Schach⸗ ten jedesmal noch einmal ſo tief, als die angenommene und be⸗ ſtimmte Tiefe ſein muͤſſen. Die markirten Pfaͤhle werden nun, ſind die Ausgrabungen beendet, 2 Fuß hervorragen. Man un⸗ terminirt nun mit Radehaue oder Schippe(dies beſtimmt die —O—ꝑOQ⏑⸗⸗Bꝛ—⸗———⸗—⸗—⸗—,—— 117 2 du Conſiſtenz und Vermiſchung des Bodens) die 4 Fuß hoch ſte⸗ ſaang henden Daͤmme, breitet dieſen untergruͤndigen Boden in den Schachten breit aus und verfaͤhrt mit dem Unterminiren ſo lange, als man vor dem Einſturz des Dammes ſicher iſt; durch dieſes Verfahren wird zuverlaͤſſig ſo viel Boden in die Schachten ge⸗ worfen worden ſein, daß die Pfaͤhlchen blos noch 4—1 Fuß hervorſtehen. Nun graͤbt man die noch ſtehenden Daͤmme von oben herab nieder und ebnet die ganze Flaͤche; die Anhoͤhe wird um 2 Fuß niedergelegt ſein, die Oberflaͤche aber aus derſelben Dammerde beſtehen, wie fruͤher. Dies iſt das einfachſte und wohlfeilſte Verfahren, um An⸗ hoͤhen abzutragen. hüi Wie man bei Ausfuͤllung der niedern Stellen verfahren iijlo muß, haben wir bei der practiſchen Ausfuͤhrung des Ruͤcken⸗ n der baues§. 79 hinlaͤnglich entwickelt. Dieſe vo liefe — à der „und en L— maus⸗ ſedoch uweg hachh dbe nun, m un— unt die 118 Fünfter Abſchnitt. —xãxãxãxòꝙᷓᷓ- Ausfuͤhrung aller beim geſammten Wieſenbau vor⸗ kommender Graben⸗ und Dammarbeiten. Berech⸗ nung des koͤrperlichen Inhaltes derſelben, nebſt der darauf begruͤndeten Waſſerconſumtion der Graͤben, als auch Regeln, um Reſervoire oder Waſſerbehaͤlter anzulegen. A) Grabenarbeit. Vorerinnerungen und erforderliche Vorkenntniß bei Anlegung aller Graͤben. 4§. 96. Die Grabenarbeiten nehmen ein großes Feld beim Wieſen— bau ein, ſie erfordern genaue Kenntniß und beſondere Accura- teſſe zur Ausfuͤhrung, kommen in vielerlei Geſtalten vor, und jede derſelben verlangt eigenthuͤmliche Beruͤckſichtigungen, ſowohl im Betreff des Terrains, durch welches dieſelben angelegt und geleitet werden(§§. 5, 11, 18, 23), als auch in Beziehung der Waſſermenge, welche ſie enthalten ſollen und endlich fuͤr den Zweck, zu welchem dieſelben dienen. Da nun in dieſem Paragraphen blos von den Kenntniſſen der Graͤben im Allgemeinen, moͤgen ſie einen Zweck haben, wel— chen ſie wollen, die Rede ſein ſoll, ſo koͤnnen nur die zwei erſtern Beruͤckſichtigungen hier in Betracht gezogen und letztere in den⸗ jenigen§§. aufgefuͤhrt werden, in welchen dann von jedem Gra⸗ ben einzeln das Näͤhere erlaͤutert wird(§. 98— 105). Wir beſchaͤftigen uns demnach hier nur mit den Fragen: — 119 1) Wie iſt der Boden beſchaffen, durch welchen der Graben gefuͤhrt werden ſoll? 2) Wie viel Waſſer ſoll derſelbe faſſen? 1) Wenn ein Graben durch die Stroͤmung des Waſſers nicht . leicht eingeriſſen und unterwaſchen werden ſoll, ſo muß er Boͤſchung erhalten, d. h. ſeine obere Breite muß gro⸗ ßer, als ſeine untere ſein. Ein jeder gut angelegte Graben beſteht aus einem Qua- drat, deſſen Grundflaͤche die Sohle, die Seitenflaͤchen die Tiefe des Grabens bilden, und aus zwei daran ſtoßenden rechtwink— ligen Dreiecken, deren Hypothenuſe die Seitenwaͤnde des Gra⸗ bens ſind, z. B.:— ——----—— 5 N s Je nachdem ſich nun bei einem Graben von 1 Fuß Tiefe die Seitenwaͤnde deſſelben nach der Anzahl der halben Fuße von der ſenkrechten Seitenflaͤhhe des Quadrates entfernen, heißt die Boͤſchung 1, 2 oder Zfuͤßige, z. B. iſt ſie 3 halbe Fuße auf 1 Fuß Tiefe entfernt, ſo heißt ſie 3fuͤßige. Um einen Graben nach gegebener Boͤſchung anzulegen, muß die Sohle, nebſt Tiefe deſſelben, beſtimmt ſein. Da der Graben blos nach der obern Breite abgeſteckt werden kann, ſo ergiebt ſich folgende einfache Rechnung: Die Tiefe multiplicirt mit der Boͤſchung und die Sohle dazu addirt, giebt die vbes abzuſteckende Breite, z. B. der Graben ſoll 2“ tief ſein, 2fuͤßige Boͤſchung und 1' Sohle erhal— ten, 2 2+ 1= 5. Alſo 5 Fuß obere Breite, oder: der 120 Graben ſoll 3 ½ tief werden, 4fuͤßige Boͤſchung und 3/ Sohle erhalten, 3½* 4+ 3= 17 obere Breite. Welche Boͤſchung man den Graͤben in den beim Wieſenbau vorkommenden Bodenarten geben muß, erſahen wir in den §§. 5, 11, 18, 23. Hat man einen Graben von großer Breite und Tiefe anzulegen, ſo iſt es immer rathſam, erſt das Quadrat des Grabens auszuwerfen und dann die rechtwinkeligen Dreiecke zu formiren. Im Allgemeinen iſt eine Hauptregel bei Anlegung der Graͤben: Jedesmal durch eine Reihe Pfaͤhle die Mitte des Grabens zu markiren. Von dieſer Linie aus iſt es dann leicht, die Breite des Grabens zu beſtimmen. Nehmen wir den Fall, daß ein Graben 6 Fuß Tiefe, 10 Fuß Sohle und 3 Fuß Böſchung erhalten ſoll, waͤhrend die obere Breite, nach der oben erwaͤhnten Rechnung, 28 Fuß betraͤgt. Da das Quadrat des Grabens, wie wir geſehen haben, zuerſt gemacht werden ſoll, ſo wird deshalb von der markirten Linie aus rechtwinklig an derſelben auf beiden Seiten 5 Fuß davon entfernt 1 Pfahl eingeſchlagen, an beiden Pfaͤhlen 6 Fuß tief ſenkrecht heruntergegraben und die Erde ausgeworfen, doch an beiden Seiten Platz gelaſſen fuͤr die uͤbrige Breite des Gra⸗ bens. Iſt dies Quadrat ausgegraben, in derſelben recht— winkeligen Linie der beiden erſten Pfaͤhle, ſo wird es noͤthig, da die obere Breite 28 Fuß betragen muß, jetzt aber erſt 10 Fuß markirt ſind, 9 Fuß nach jeder Seite zu entfernt, wieder einen Pfahl einzuſchlagen. Dies giebt die obere Breite des Grabens. Von dieſen Pfaͤhlen aus graͤbt man in ſchraͤger Richtung nach den Endpunkten der 6 Fuß tiefen, ſenkrechten Sei⸗ tenwand des fertigen Quadrates zu, den Boden aus, ebnet mit dem Spaten die dadurch entſtandene Seitenwand und giebt ſo dem Graben die erforderliche Tiefe und Breite. Sohle ſenbau n den Breite uadrat dreieck ſegung die Lrie immen. 0 Fuß obere erräͤgt. zuerſt Gra⸗ recht⸗ p wird ut aber ntfernt, Breite hräͤger nSei⸗ nt mit giebt o 121 Da ſich aber dieſe Grabenarbeiten, beſonders die der gro⸗ ßern, nach dem korperlichen Inhalte der auszuwerfenden Erd⸗ maſſe richten, ſo iſt die Kenntniß der Berechnung dieſer Maſſe ein Haupterforderniß. Hat man dieſe erlangt, ſo iſt man im Stande, dieſe Arbeiten zu beurtheilen, und die Ausfuͤhrung ſich um Vieles zu erleichtern. Das Verfahren iſt einfach und die Ermittelung geſchieht auf folgendem Wege: Geſetzt ein Graben von 10 Ruthen Laͤnge(à Ruthe 10 Fuß) iſt uͤberall gleich breit und tief; die obere Breite betraͤgt 20 Fuß, die Sohle 8 und die Tiefe 5 Fuß. Man wird den koͤrperlichen Inhalt die⸗ ſes Verhaͤltniſſes finden, wenn man die Tiefe mit der mittlern Breite multiplicirt; letztere wird ſich ergeben, wenn die obere mit 20+ 8= 14“, 2 daher 14* 5= 70=-100= 7000. Alſo haͤtte dieſer Graben 7000 Cubikfuß Inhalt. Da jedoch in der practiſchen Ausfuͤhrung das Fußmaß zu klein iſt, ſo nimmt man gewoͤhn— lich die landesuͤbliche Elle an, welche 8 Cubikfuß enthaͤlt, und dividirt in die gefundene Fußzahl mit 8, welcher Quotient dann den Inhalt des Grabens nach Cubikellen beſtimmt, z. B. 7000:8 = 875 Cub.⸗Ellen. Gehen dergleichen große Graben durch coupirtes Terrain (§. 98), ſo bleibt ſich weder Breite noch Tiefe gleich, und muͤſ⸗ ſen auf oben angegebene Art ſtuͤckweis berechnet werden; alle dieſe ſtuͤckweis berechneten Diſtanzen addirt, geben dann den In⸗ halt des ganzen Grabens. der untern addirt und mit 2 dividirt wird, z. B. 33 Der Graben A B ſoll nach ſeinem koͤrperlichen Inhalte be— rechnet werden, er iſt 35 Ruthen(à 10 Fuß) lang, doch ſeine Breite und Tiefe ganz verſchieden, die Sohle hingegen durch⸗ gaͤngig 6 Fuß breit. Man ſtecke in gleicher Entfernung(hier= 5 Ruthen) Pfaͤhle am Ufer des Grabens ein, meſſe zwiſchen dieſen, wie die punktirten Linien angeben, die Tiefe und Breite, addire die verſchiedenen Tiefen und verſchiedenen Breiten, dividire mit der Anzahl der Stationen(hier= 7) in dieſe gefundenen Summen, multiplicire die herausgekommenen Zahlen mit der Laͤnge des Grabens und das Produkt giebt den koͤrperlichen Inhalt deſſel— ben. Z. B.: (m die Sohle, n die obere Breite, o die mittlere Breite oder Querſchnitt, p die Tiefe.) a b, m= 6,, n= 20, o⸗= 13„, p= 4, b c, m= 6 n 26, o 16, p= 6, e d, m= 6, n 26 ‧, o= 16, b= 6, de, m= 6, n= 20, o 13, p= 4, e f, m ⸗= 6˙, n= 23˙, 0o 14 ,p= 5“, „ m= 6, n= 26,= 16“,= 6, gh, m= 6, n= 20„ o= 13, p= 4, 42“ 161˙, 101 ¼4 35“ 42: 7= m 6“⸗, 161: 7= n 23, 2 o 14˙6“, oder jfein durc⸗ uihen) n, wie te die ſt der punen, des ſſel Vreite 1 Dex 123 10¹ ½. 7— 0 14˙6“, 35 7= b 55,. 14/6" ◻ 5= 72/6“„ 350= 25,375 Cubikfuß, 2 Lhe— 3171 Cub.⸗Ell. 7 Fuß. Nimmt jedoch die Tiefe und Breite eines Grabens nach und nach gleichmaͤßig ab, ſo laͤßt ſich der koͤrperliche Inhalt deſſelben ſehr leicht beſtimmen, indem dann nur die Querdurchſchnitte der beiden Enden des Grabens zu berechnen, dieſe zu addiren, mit 2 zu dividiren und mit der Laͤnge des Grabens zu multipliciren ſind. Z. B. ein Graben habe 100 Fuß Laͤnge, von dem einen Ende ſei er oben 10“, unten 2“ breit und 3' tief, an dem an⸗ dern Ende oben 6“, unten 2“ breit und 2“ tief, ſo waͤre ſein koͤrperlicher Inhalt: 10+ 2 6+ 2 -X2)= 100(6,3) 4 4 2)2k 100 2 2 9+ 4= 100= 1300 Cubikfuß. 2) Wie viel Waſſer ſoll der Graben faſſen? Dieſe Frage beſchaͤftigt die Praris ſehr ſelten, denn alle Theorie uͤber die Menge des zur Bewaͤſſerung noͤthigen Waſſers ſcheitert an der Wirklichkeit; in dieſer Beziehung aͤußern unzaͤh— lig viel Umſtaͤnde ihre Einwirkungen auf dieſen Gegenſtand. So viel Verſuche ich auch daruͤber angeſtellt habe, ſo bin ich doch noch zu keinem ſichern Reſultate gelangt, meine Erfahrun⸗ gen hieruͤber werde ich im§. 139 naͤher mittheilen. Die Beantwortung der Frage, wie viel der Graben Waſſer faſſen ſoll, kann nur dadurch noͤthig werden, wenn beſondere Verhaͤltniſſe das Waſſerquantum beſtimmen, welches aus einem Bache oder Fluſſe u. ſ. w. genommen werden darf, obgleich auch dann nur die Schleuße oder andere Vorrichtung ſo einge— 124 richtet werden darf, daß blos die beſtimmte Waſſermenge durch⸗ geht. Auf welche Art dies zu finden ſei, gehoͤrt nicht hierher; ich kann meine Leſer auf§. 119 verweiſen. Um in vorkom⸗ menden Faͤllen ſich jedoch helfen zu koͤnnen, werde ich alles, was der Wieſenbauer zu wiſſen noͤthig hat, um einen Graben nach beſtimmter Waſſermenge anzulegen, hier naͤher auseinanderſetzen. Die Geſchwindigkeit(Velocitaͤt) des Waſſers ſpielt hier eine Hauptrolle, je mehr Geſchwindigkeit das Waſſer hat, V deſto mehr liefert der Graben, oder je bedeutender das Ge⸗ V faͤlle des Grabens iſt, deſto mehr bringt er Waſſer. Bei V V 10 Zoll Gefaͤlle auf 100 Ruthen Laͤnge uͤbt das Waſſer eine Geſchwindigkeit von 1 Fuß pro Se⸗ cunde aus. Man findet dieſelbe, wenn man die Entfernung bezeichnet, welche ein Koͤrper, z. B. ein Stuͤck Kork, in einer 4 gewiſſen Zeit, ſage in 30 Secunden, auf der Oberflaͤche des V Waſſers zuruͤcklegt; z. B. in 30 Secunden 30 Fuß. Man b ſagt dann, der Graben hat pro Secunde 1 Fuß Velocitaͤt. Soll jedoch die Geſchwindigkeit eines Stromes genau ermittelt werden, ſo genuͤgt die Geſchwindigkeit der Oberflaͤche nicht, denn da auf der Sohle und an den Seiten das Waſſer Widerſtand findet, V und deshalb eine Reibung erfolgt, ſo iſt an dieſen Stellen die b Geſchwindigkeit nicht von der Art, als in der Mitte des Stro⸗ mes und auf der Oberflaͤche, man muß deshalb die mittlere Ve⸗ locitaͤt ſuchen, welche dadurch gefunden wird, daß die Quadrat⸗ wurzel der obern Geſchwindigkeit ertrahirt und ½ oder 0,5 hin⸗ zugefuͤgt wird. Z. B. die oberflaͤchliche Velocitaͤt ſei pro Secunde 16“, ſo iſt die Quadratwurzel 4, dieſe von 16 abgezogen bleibt 12“, hinzuzufuͤgen ½ oder 0,5 macht 12 ½“˙ pro Secunde als eigentliche Velocitaͤt des Stromes. Soll beſtimmt werden, wie viel ein Graben pro Secunde Waſſer liefert, ſo braucht man nur die Geſchwindigkeit pro Se⸗ durch⸗ ſerher; vorkom⸗ falles, en nach rſezen. lt hie what Ge⸗ Bei das Se⸗ ernung einer he des Man Soll rden, a auf findet, len d Stro⸗ ere Ve⸗ mndru⸗ hin⸗ dunde bleibt de als ecunde ro Se⸗ 125 cunde mit dem Querprofil zu multipliciren, wodurch man die Conſumtion erhaͤlt, z. B. ein Graben habe pro Secunde 12“ Velocitaͤt in der Sohle, 10“ im Spiegel, 20“ Breite, eine ſenkrechte Tiefe von 9“ Waſſerſtand. 20+ 10 15 9 135 12 1620, 1728=09Cu⸗ bikfuß Waſſer pro Secunde. Schwieriger iſt es, einen Graben anzulegen, welcher die beſtimmte Waſſermenge faſſen ſoll. Wir beſitzen uͤber dieſen Gegenſtand manche Tabellen und in vielen Schriften iſt daruͤber verhandelt worden; allein ich habe bei der practiſchen Ausfuͤh⸗ rung gefunden, daß ſelten darnach verfahren werden kann. Man mißverſtehe mich nicht, ich will damit keineswegs ſagen, daß Fehler dieſe Huͤlfsmittel unbrauchbar machen. Allein die Ver⸗ haͤltniſſe ſind wirklich zu mannigfaltig. In allen ſolchen Berech⸗ nungen ſind z. B. Tiefe und Breite des Grabens gegeben; was nuͤtzt dies? Koͤnnen wir beim Wieſenbau den Graben nach dem Papiere ziehen? Bedingen nicht vielerlei Umſtaͤnde, wie ſchon oft erwaͤhnt wurde und aus fruͤheren§§. deutlich genug hervorgeht, die Tiefe und Breite des Grabens? Wir haben z. B. in einem Buche jener Art gefunden, ein Graben, welcher 1 Cubikfuß Waſſer pro Secunde liefern ſoll, muß bei 12“ Geſchwindigkeit pro Secunde in ſeinem Spie⸗ gel 18, in ſeiner Sohle 6 und eine Tiefe von 12“ haben, die Localitaͤt gebietet jedoch, daß wir tiefer gehen, oder um die er⸗ forderliche Boͤſchung zu erhalten, mehr Spiegelbreite geben; wie fangen wir es an? Was nuüͤtzt uns die Angabe der Spiegel⸗ breite? Wer kann in der Praris einen nur irgend bedeutenden Graben ſo einrichten, daß er jederzeit bis an die Ufer voll Waſſer geht? Ich werde ein einfaches Verfahren fuͤr dieſe Arbeit mitthei⸗ 126 len, bemerke jedoch zuvor, daß es unter allen Umſtaͤnden vor⸗ zuziehen iſt, lieber den Graben groͤßer, als kleiner zu machen und die Schleuße, welche das Waſſer entnimmt und in dieſen Graben einfuͤhrt, nach der beſtimmten Waſſermenge anfertigen zu laſſen(§. 119), ſo daß z. B., wenn der Graben 10 Cubikfuß Waſſer faſſen ſoll, derſelbe zu 12 Fuß Conſumtion eingerichtet wird, und nur die Schleuße die beſtimmten 10 Cubikfuß liefert. Wie wir ſchon erſehen haben, wird die Waſſermenge eines Grabens durch Berechnung des Querprofils und der Velocitaͤt gefunden. Die Velocitaͤt wird zu 1 Fuß pro Secunde ange⸗ nommen und der Graben muß dann auf 10 Ruthen Laͤnge 1 Zoll Gefaͤlle erhalten. Zur ſchnellen Ueberſicht diene folgende Tabelle. Das Querprofil des Grabens von 1—30 Cubikfuß Waſſerconſumtion. —————QO—:˖—õñ———O——— yé—˖˖QQ—Q,—Q—.,..y:-—-—- Conſumtion Querprofil Conſumtion Querprofil in in in in Cubikfuß. Zollen. Cubikfuß. Zollen. 1 144 16 2304. 2 288 17 2448 3 432² 18 2592 4 576 19 2736 5 720 20. 2880 6 864 21 3024 7 1008 22 3168 8 1152 23 3312 9 1296 24 3456 10 1440 25 3600 11 1584 26 3744 12 1728 27 3888 13 1872 28 4032 14 2016 29 4176 15 2160 30 4320 vor⸗ machen dieſe ertigen biffuß erictet liefen eines eitit ange⸗ Vage 127 Es ſoll nun z. B. ein Graben angelegt werden, welcher 10 Cubikfuß Waſſer faſſen und pro Secunde liefern ſoll; die obere Breite(= 100) und Tiefe(= 24) iſt durch das Ni⸗ vellement nach der Oertlichkeit beſtimmt; dann duͤrfen wir nur auf folgende Art verfahren. Wir ſuchen auf der Tabelle das noͤthige Querprofil eines Grabens zu 12 Fuß Conſumtion(— 1728), dividiren mit der Tiefe(= 24) in das Querprofil(— 1728), ſo erhalten wir die Zahl 72. Nehmen wir dieſe doppelt(722 2 144) und ziehen die obere Breite(— 100) ab von 144= 44 als Breite der Sohle. Dieſer Graben wird dann die beſtimmte Waſſermenge faſſen und bei dem angenommenen Gefaͤlle auf 10 Ruthen= 1“ auch in jeder Secunde forttransportiren. Oder: ein Graben ſoll 21 Cfß. Waſſer pro Secunde fortleiten. Das Querprofil= 3024“, die gegebene Tiefe= 36“, die obere Breite= 120“. 3024:36= 84 2= 168— 120= 48“ Breite der Sohle, denn es iſt 120+ 48= 168: 2= 84 36= 3024“ Querprofil des Grabens. Ich bemerke noch, daß zwiſchen faſſen und fortleiten im Betreff des Waſſers ein großer Unterſchied ſtattfindet. Ein Graben kann 12 Cfß. Waſſer nach ſeinem Querprofil faſſen und doch muͤnden vielleicht nur 6 Fuß pro Secunde aus, des⸗ halb ſpielt die Geſchwindigkeit, wie ich ſchon oben erwaͤhnte, eine Hauptrolle. Wir wollen annehmen, ein Graben haͤtte 17280“ Querprofil, uͤbte jedoch pro Secunde nur 6“ Geſchwindigkeit aus, ſo wuͤrden alſo 2 Secunden noͤthig ſein, ehe die Menge Waſſer 12“ fortgedraͤngt wuͤrde, da aber 1728 12 erſt den cubiſchen Inhalt von 12 Cbfß. Waſſer ausmachen, ſo lieferte dieſer Graben pro Secunde nur 6 Cbfß. Waſſer. Oder ent⸗ gegengeſetzt, der Graben haͤtte pro Secunde 18“ Geſchwindigkeit, 128 ſo lieferte derſelbe bei 17280“ Querprofil pro Secunde 18 Cu⸗ d bikfuß Waſſer, da er die ganze Maſſe von 18 Breite in einer d Secunde fortdraͤngte. Specielle Benennung aller beim Wieſenbau d vorkommenden Graͤben. §. 97. Der Kanal, 1 der Hauptzuleitungsgraben, der Hauptentwaͤſſerungsgraben, der Bewaͤſſerungsgraben(Rinne, Grippe), der Entwaͤſſerungsgraben(Rinne, Grippe), der Vertheilungsgraben, der Einlaßgraben und der Vertical⸗oder Transportirgraben. Den Zweck und die oberflaͤchliche Anlegung einiger dieſer Graͤben habe ich ſchon in einzelnen Paragraphen erwaͤhnt, in den nachfolgenden§§. jedoch ſoll ſowohl der Zweck, als auch das Verfahren der Anlegung aller dieſer Graͤben genau b erlaͤutert werden. 3 b —˖˖˖—Q—Q—O—ꝛ—ꝛ——ꝛ—ꝛ—4 — —— ——4y Der Kanal. b §. 98. Kanaͤle kommen nur bei Wieſenbauten von groͤßtem Um⸗ fange vor; es erhalten dieſen Namen Waſſerleitungen, welche n laͤngere Strecken durch coupirtes Terrain gehen und mindeſtens b 40 Cubikfuß Waſſer nach ihrem Querpoofile faſſen, gleichviel, ob ſie das Waſſer zur Bewaͤſſerung fuͤhren, oder als Entwaͤſſe⸗ rung ableiten. Die Ausfuͤhrung derſelben bleibt ſich in beiden Faͤllen gleich, nur mit dem Unterſchiede, daß im erſtern Falle 18 Cu⸗ in einer dieſer nt, in 3 auch genau em lum⸗ welche deſtens eichviel, nwäſſe⸗ beiden en Fill 129 der Kanal auf der Hoͤhe, im letztern durch die Niederung der Flaͤche angelegt wird. Beſonders findet die Anlegung eines Kanals dann ſtatt, wenn entweder 2 Baͤche mit einander verbunden, oder einer derſelben anders, vielleicht gerade gelegt werden ſoll. Die Aus⸗ fuͤhrung eines Kanals erfordert beſonders Kenntniß im Nivelliren, ohne dieſes iſt es nicht moͤglich, denſelben mit allem Vortheil und Nutzen anzulegen. Man verfahre bei einem ſolchen Unternehmen nach folgen⸗ der Vorſchrift, doch rathe ich einem Jeden, welcher nicht ganz ſicher im Nivelliren iſt, einen Mann vom Fache dabei zu Huͤlfe zu nehmen, eine kleine Erſparniß koͤnnte leicht große Opfer koſten. Zur ſpeciellen Verſinnlichung diene die Figur: „ . . . — —. — — — 2 4 5,, Es ſoll zum Punkte F aus dem Bache A ein Kanal ge⸗ leitet werden. Man hat jedoch noch nicht ermittelt, ob F tiefer liegt, als das Waſſer in A, auch iſt das Terrain, welches beide Punkte von einander trennt, ſehr uneben coupirt. Mit Huͤlfe des Nivellirinſtrumentes ſucht man den Punkt F und nimmt dieſen als Normalhorizont an, d. h. man geht mit dieſem Horizont immer wagerecht nach dem Bache zu; ob die Linie, welche man, um dieſes zu finden, mit dem In⸗ ſtrumente und der Zielſcheibe beſchreibt, gerade oder krumm 9 —qéqé—ꝗỹÿ— 130 iſt, wird nicht beruͤckſichtigt, nur ſuche man ſich immer mehr dem Bache zu naͤhern. Iſt man mit dieſem Horizonte auf dem Waſſerſpiegel in A angelangt und hat den Punkt ß gefunden, woraus ſich ergiebt, wenn das Nivellement richtig ausgefuͤhrt wurde, daß der Punkt ß wagerecht mit F liegt, doch von ß aus das Waſſer noch nicht nach F geleitet werden kann, indem der Punkt, von welchem das Waſſer entnommen, jedesmal hoͤher liegen muß, als derjenige, wohin es geleitet werden ſoll(§. 73). Nun mißt man mit der Kette die Entfernung von ß nach F und erwaͤgt, wie viel Gefaͤlle noͤthig iſt, um das Waſſer von ß nach F zu bringen. Auf 10 Ruthen Laͤnge rechnet man 1“ Gefaͤlle(§. 73), ob mehr oder weniger gegeben werden darf, beſtimmt die Oertlichkeit, immer iſt dies jedoch hinreichend, das Waſſer ſchnell fortzuleiten. Wird noch erfordert, daß 1' Waſſer uͤber F ſtehen moͤge, ſo giebt man dieſen 1fuͤßigen Waſſerſtand dem noͤthigen Gefaͤlle noch zu. Es ſind z. B. 2 Fuß erforderlich. Dann geht man mit demſelben Niveau des Punktes ß und F immer am Rande des Waſſers dem letztern entgegen, bis man zu dem Punkte gelangt, welcher 2 Fuß unter dem Waſſerſpiegel ſteht, hier C. Denkt man ſich von e nach F eine Horizontale gezogen und dies als Sohle des anzulegenden Kanals angenommen, ſo wuͤrde bei der Ausmuͤndung das Waſſer 2 Fuß uͤber F ſtehen; es ſoll jedoch nur 1 Fuß uͤber F hinſtroͤmen und 1 Fuß als Gefaͤlle der Sohle angenommen werden, es wird deshalb der Pfahl in C ſo eingeſchlagen, daß er mit ſeiner Oberflaͤche 1 Fuß unter dem Waſſerſpiegel ſteht. Iſt jedoch der Bach nicht alleiniges Eigenthum und beim Punkte ß die Grenzlinie, ſo muß von hier aus vielleicht 1 Fuß unter dem Waſſer der Normalhorizont beſtimmt und nach —— immer drzonte Putt ſ t richtg F liggt t wedden mommen, wohin uß nach Waſſer hnet man werden reichend, moͤge, Gefälle t man Rande Punkte hier C. gen und ſo wüdde 3 es ſoll gefüle hl in C 1 Fuß d beim 11 Fuß und nach 131 dem Punkte F hin nivellirt werden, man wird bei dieſem Ver⸗ fahren den Punkt ſehr leicht finden, welcher von ß mit lfuͤßi⸗ gem Waſſerſtand verſorgt werden kann. Iſt es moͤglich, den erforderlichen Waſſerſtand durch Anlegung eines Wehres(§. 114) aufzuſtauen, dann erhaͤlt man mehr Waſſer und iſt nicht gezwungen, wie oben angegeben, dem Waſſer entgegen zu gehen. Man mißt nun genau die Linie nach der Richtung, welche der Kanal von C nach F nehmen ſoll, waͤhlt dabei den gera⸗ deſten Weg, beruͤckſichtigt vorzuͤglich die Localitaͤt, um nicht unnuͤtze Koſten zu vergeuden und ſucht, iſt die Linie nicht beſtimmt, welche der Kanal gehen ſoll, große Schwierigkeiten zu umgehen. Die Linie ſei= 120 Ruthen. Man markire dieſelbe durch Pfaͤhle, welche von 10 Ruthen zu 10 Ruthen ſtehen und die Mitte des Kanals bezeichnen(§. 96), hier 12 Stuͤck, a, b, e u. ſ. f. Der Pfahl a muß unmittelbar am Ufer des Baches, der Pfahl n beim Punkte F ſtehen. Nun nimmt man das Nivellirinſtrument, ſetzt daſſelbe zwiſchen a und b, die Zielſcheibe aber auf den Punkt C, welcher 1 Fuß unter dem Waſſer ſteht, und viſirt nach dieſen, ſchneidet die Viſirlinie, das Kreuz der Scheibe, und ruft dem Gehuͤlfen, welcher die— ſelbe traͤgt, zu, daß er feſtſchrauben ſoll. Doch muß man ſich bei jedem Nivellement, nachdem feſtgeſchraubt worden iſt, durch ein nochmaliges Hinviſiren von der Richtigkeit uͤberzeugen, iſt der Gehuͤlfe nicht vorſichtig, ruͤckt er waͤhrend des Schraubens die Scheibe, und man unterſucht das Nivellement nicht ſogleich, ſo koͤnnen ſehr leicht bedeutende Fehler vorfallen. Nun wird die Scheibe in a aufgeſtellt, die vorhergehende Viſirlinie an der Stange markirt und dieſer Punkt wieder ins Kreuz viſirt, man findet, daß die Scheibe um 3 Fuß herunter geſchraubt werden muß und A deshalb 3“ höher als 9*† ————ääüküööö-ͤööů-ö——-———— ·————— ———.——-———:—::::—————QO⸗·-—Q—————,——ʒ—:— 8 132 V C iſt, hier alſo beim Anfange der Kanal 3 Fuß Tiefe erhalten muß; man ſchneidet an den Pfahl a eine III', beſſer noch, man nimmt hierzu eine ſcharfkantige grobe Feile, es geht ſchneller als mit dem Meſſer. Die Zahl wird ſo eingeſchnitten, daß die Fuß⸗ und Zollzeichen nach rechts zu ſtehen, z. B.: Iſt dies geſchehen, ſo geht der Gehuͤlfe nach b, ſetzt die Scheibe daſelbſt auf und markirt die Vifirlinie von a an der Stange. b iſt 2“ hoͤher als a. Dieſe mehr gefundene Hoͤhe addirt man zu der fruͤhern, giebt, um das Gefaͤlle gleichmaͤßig zu vertheilen, und da b= 10 Ruthen von a ſteht, 1“ Tiefe zu, alſo die Tiefe des Kanals bei b iſt 3+ 2+ 10=5 1“, und zeichnet mit der Feile an den Pfahl b die Zahl V’ 1“. Der Gehuͤlfe bleibt in b ſtehen, das Inſtrument bringt man zwiſchen b und c, viſirt nach b, um die Viſirlinie wieder zu V erhalten. Hat man durch Herauf- oder Herunterſchrauben der Scheibe das Kreuz wieder einviſirt und iſt dieſelbe feſtgeſchraubt, ſo geht der Gehuͤlfe nach e und ſetzt die Scheibe hier auf, es finden ſich, daß c 24 6“ tiefer als b iſt. Die gefundene Tiefe bei c wird von der angeſchnittenen Hoͤhe in b abgezogen und 1“ Ge⸗ faͤlle hinzu gerechnet, ſo ergiebt ſich die Tiefe des Kanals bei c b 54 2= 2 6= 2.. V II IX“ ſchreibe man an den Pfahl in c. So verfahre man von Pfahl zu Pfahl bis zum Punkte n bei F und wird als— dann die Tiefe des Kanals an jedem Pfahle angeſchnitten haben und darnach leicht der Kanal abzuſtecken ſein. 133 eihalten t, man Weicht zwiſchen 2 Punkten, z. B. zwiſchen c d, die dr als mi Oberflaͤche des Terrains bedeutend ab, ſo ſteckt man bei jeder die guß⸗ Abweichung einen Zwiſchenpfahl, hier drei, o, p, d, geht mit dem Inſtrumente und der Scheibe zuruͤck nach c, ſtellt dieſe in e und das Inſtrument ſo auf, daß die 3 Punkte o, p, q von einem Standpunkte aus einviſirt werden koͤnnen, richtet die Viſirlinie nach c und viſirt dieſelbe nach dem Kreuze der Scheibe ein. Auf dem Pfahle in c ſteht II“ IX“, dies merkt man, laͤßt die Scheibe in o aufſtellen und findet, daß dieſer Punkt 3' hoͤher als e liegt. Bei c war die Tiefe des Kanals ſeßt de 2 9“, bei o iſt das Terrain 3“ hoͤher, deshalb nan der 2 9 † 3= 5 9“ Tieſfe in o. ne Hühe Dies wird an den Pfahl in o angeſchnitten. Man viſirt nach ihmäͤßig p. Dieſer iſt 3 10“ tiefer als o, deshalb die erforderliche " Tiefe Tiefe bei P 5 9— 3 10 1- 11 571, Nun viſirt man nach—= 10“ hoͤher als p und die Tiefe V/ L des Kanals bei= 1˙ 11“+ 10“= 2 9“. man Nachdem nun alle Haupt- und Zwiſchenpfaͤhle eingerichtet der zu ſind und die Tiefe an einer jeden bezeichnet iſt, ſo ſchreitet man ben der zur Abſteckung des Kanals.§. 96 giebt uns die Regel. Be⸗ ſtimmt iſt, daß durchgehends die Sohle des Kanals 10“ Breite chraut, und der Kanal ſelbſt Zfuͤßige Boͤſchung erhalten ſoll. Man geht nach a; hier ſind 3 Tiefe angeſchnitten.(Nach auf, es V Tiefe bie l'ge⸗§. 96.) Fheic 3 2 3= 9+ 10= 19 obere Breite, V markirt erſt die Breite der Sohle und dann die Boͤſchung, oder b an jeder Seite des Pfahles. e man 10 9 3— dals⸗ z 5,3 4 ½ denn 5+ 4 ½= 9½ 2= 19 haben ——— —- ůç-ͤꝛ--————õ———.— ——————᷑—᷑—᷑—᷑—ÿ—ÿ—ÿ˖ÿ—̈—ʒ—ʒ—ʒ—ʒ—ʒ—ʒ—ÿ—ꝛ—L—ñ—Q——ʒↄ——ÿ—ℳ—x—⁊˖——ꝛ—ꝛ—ꝛ—ᷣ—ᷣ—ÿ—ÿ—ÿ— 14 8.— 1—, Auf dieſe Art verfaͤhrt man bei allen Pfaͤhlen, und wird den Kanal ſehr leicht abſtecken köͤnnen. Es ſind jedoch noch 2 Faͤlle zu beruͤckſichtigen, welche bisweilen bei Abſteckung eines Kanals vorkommen und Schwierigkeiten verurſachen. Erſtens: Die Linie welche der Kanal nehmen ſoll, geht am Abhange eines Huͤgels oder ſteilen Berges hin, und der Kanal ſoll mit der einen Haͤlfte ſeiner Breite in denſelben ein⸗ gehen, wie die Zeichnung darſtellt: m ß Z. B. An dem Pfahle e, als bezeichnete Mitte des Kanals, V iſt die erforderliche Tiefe eingetragen, z. B. 4“, demnach die obere Breite des Kanals bei Zfuͤßiger Boͤſchung 43= 12+ 10 V 22˙. Man ſteckt nun von c aus, wie bei vorhergehender b Zeichnung in a, die Sohle und Boͤſchung des Kanals durch die Punkte ß, x, a und b ab, unterſucht, wie hoch x und ß uͤber c liegt, z. B. 5“, nimmt die halbe Boͤſchung= 1 ¼ und mul⸗ tiplicirt dieſe mit der Hoͤhenabweichung= 5. 52 1½= 7 ¼, es wuͤrde nun auf dieſer Seite das Ufer des Kanals um 5“ 135 hoͤher und um 7 ½ breiter werden, und markirt den Punkt m 7 von ß, oder 13 ½, von x, oder 18 ¼1 von c. Die obere Breite des Kanals mß7 ½+ ß X= 6 † Xx= 5 + ca= 5 ☚✕ aAb= 66= 29 ¼ betragen. Zweitens tritt oftmals der Fall ein, daß das Terrain, durch welches der Kanal gefuͤhrt werden ſoll, mit ſolchen Nie⸗ derungen durchzogen iſt, bei denen die Oberflaͤche des Bodens tiefer, als die Sohle des anzulegenden Kanals liegt, z. B.: und wid V ch och ng eines 4* 5 A X B l, gt 2, ß und der bben ein⸗ Durch das Terrain A B ſoll die Sohle des Kanals nach der Tiefe der Linie c d durchgeleitet werden. Nach dem aus— gefuͤhrten Nivellement ergab ſich, daß der Kanal bei x 5“ tief, bei s hingegen 6 tief ſein muͤſſe. Der Punkt ß liegt 2“ unter der Sohle, denn er iſt 7“ tiefer als x. Es muß durch dieſe Nie⸗ derung ein Damm geſchuͤttet werden, in welchem alsdann der Kanal ſeinen Lauf fortſetzt. Man ſchlaͤgt in der Niederung meh⸗ rere Pfaͤhle, nach der Richtung der Linie c d ein, und zwar ſo, daß ihre Hoͤhe die Sohle des Kanals bezeichnen. Da be⸗ V kannt iſt, daß z. B. der Kanal immer 1 Fuß Waſſerhoͤhe aus Kanal unh die dem Bache erhaͤlt, ſo rechnet man ohne dieſen Waſſerſpiegel 2110 1 Fuß Ufer und markirt durch Pfaͤhle, welche 4 Fuß hoͤher als c d ſtehen, die Hoͤhe des aufgeſchuͤtteten Dammes, denn es ihender ie e g ch die V iſt 2' Erde noͤthig, bis zur erforderlichen Höohe der Sohle 1 Fuß Jiber Waſſerſtand und 1“ Wellenſchlag. Die uͤbrige Ausfuͤhrung ſiehe b V§. 107. dmuld 8—— 3 7 Sollten außerdem noch Stellen vorkommen, wo das Ter⸗ 3 rain wegen tiefer Lage nach dem Nivellement ergeben haͤtte, daß um 5 g 3 136 die Tiefe des Kanals weniger als 2 Fuß ſei, ſo müſſen bis zu dieſer Hoͤhe auf beiden Seiten Daͤmme aufgeſchuͤttet werden, damit der Ifuͤßige Wellenſchlag(Ufer) ſich durch alle Niederun⸗ gen durchzieht und das Waſſer bei Anſchwellung nicht uͤbertritt. Der Wellenſchlag oder Ufer eines Kanals muß nach der hoͤch— ſten Menge Waſſer, welches in den waſſerreichſten Zeiten in denſelben tritt, berechnet werden; z. B. ein Fuß Waſſer ſoll fortwhrend in dem Kanale fließen, es kommen aber Zeiten vor, wo vielleicht 3 Fuß Waſſerhoͤhe in demſelben ſtattfindet, nun rechnet man, daß auch dann, wenn die hoͤchſte Waſſerquantitaͤt in demſelben fließt, die Umgebungen des Kanals vor Ueber— ſchwemmungen geſichert ſind, 4fuͤßige Tiefe, als 3-Fuß fuͤr den hoͤchſten Waſſerſtand und außerdem noch 1 Fuß Ufer, ſchuͤttet, wenn das Nivellement angab, daß der Kanal vielleicht 163“ Tiefe erhalten ſolle(46— 15 3"= 2/ 99, noch einen 2/ 9“ V hohen Damm auf beiden Seiten auf. b Iſt der Kanal fertig abgeſteckt, ſo geht man zur practiſchen Ausfuͤhrung uͤber. Man zieht nun an denjenigen Pfaͤhlen, welche die Sohle deſſelben beſtimmen, von einem zum andern V die Schnur und graͤbt die beſtimmte Tiefe ſenkrecht aus, wodurch man alsdann ſowohl Tiefe, als auch Sohle erhaͤlt und der Wuͤrfel des Grabens formirt iſt, und verfaͤhrt alsdann ganz V nach§. 96. Sind die Seitenwaͤnde loſe und man befuͤrchtet, daß dieſelben nicht ſtehen moͤchten, ſo beſetzt man dieſelben ent— b weder mit Raſen, und zwar ſo, daß man dieſe blos auflegt, V die unterſten jedoch mit hoͤlzernen Naͤgeln befeſtigt, weil dieſe durch den Druck der obern leicht aus ihrer Lage, ehe ſie ange⸗ V wachſen ſind, verdraͤngt werden. Oder, was von groͤßerer Dauer und beſonders in ganz loſem Sandboden mit Vortheil anzuwenden iſt, man legt die Ufer mit fichtenem Reißig aus und verfaͤhrt dabei auf folgende Art: bis zu werden, lederun⸗ äten in ſſer ſol ten vor, , nun antität Ueber⸗ für den ſchüͤtte, 1 36 2 90 iſchen ihlen, dern odurch d der n gan ürchtet en enf⸗ jflegt, dieſe nge⸗ ßerer rtheil aus 137 XN a waͤre der ausgegrabene Kanal, doch ſind deſſen Seitenwaͤnde noch nicht geebnet, ſondern nur ſchraͤg heruntergeſtochen; man graͤbt auf beiden Seiten der Ufer nach der punktirten Linie X ß noch eine anderthalbfuͤßige Breite ab, nimmt gruͤnes fichte— nes Reißig und hackt dieſes in anderthalbfuͤßige Laͤngen, legt die letzt ausgegrabenen Breiten mit einer 6“ ſtarken Schicht Reißig aus, doch ſo, daß die Spitzen der Aeſtchen nach dem Kanal, die Sturzen nach hinten zu liegen kommen, deckt auf dieſelbe eine 4 ſtarke Schicht Boden, rammelt dieſen feſt, auf dieſen wieder eine 6“ ſtarke Schicht Reißig, und ſo faͤhrt man fort bis oben herauf; die letzte Schicht, welche das Ganze deckt, muß natuͤrlich Boden ſein. Dann haut man mit dem Wieſenbeile die Seitenwaͤnde ſchraͤg ab und ebnet dieſelben genau. Ein auf dieſe Art angelegter Kanal widerſteht den groͤßten Stroͤmungen und man iſt im lockern Sandboden oft gezwungen, dieſe Ope— ration vorzunehmen. Das Ebenen der Sohle fuͤhrt man mit Huͤlfe der Viſirbretchen aus, indem man von Pfahl zu Pfahl durch kleine Pfaͤhlchen die Oberflaͤche der Sohle markirt und dann nach der im§. 59 angegebenen Weiſe verfaͤhrt. 138 Der Hauptzuleitungsgraben. §. 99. Dies iſt derjenige Graben, welcher im kleinern Maßſtabe als der Kanal unmittelbar aus dem Fluſſe, Bache, See oder Teiche das Waſſer entnimmt und zur Flaͤche, welche bewaͤſſert werden ſoll, fuͤhrt. Er muß jedesmal auf der hoͤchſten Stelle fortge— leitet werden und da das Waſſer in demſelben hoͤher ſtehen muß, als das Plateau der Flaͤche liegt, mit Daͤmmen umgeben ſein, deren Kante beim hoͤchſten Waſſerſtand um einige Zoll hoͤher, als das darin ſtehende Waſſer ſein muß. Leitet dieſer Graben das Waſſer aus der Ferne herzu, ſo kann man demſelben bis dahin, wo er die zu bewaͤſſernde Flaͤche beruͤhrt, ſo viel Gefaͤlle geben, als die Locglitaͤt erlaubt, es muͤßte denn zu ſcharf ſein und das Waſſer reißend werden, dann bringt man von 10 zu 10 oder von 20 zu 20 Ruthen kleine Wehre von Steinen in demſelben an, um dem Waſſer einen ruhigen Gang zu geben, doch ſo bald der Graben die Flaͤche der Bewaͤſſerung beruͤhrt, darf er hoͤchſtens auf 10 Ru⸗ then Laͤnge 1“ Gefaͤlle erhalten, und muß das Haupt⸗ gefaͤlle von Diſtanz zu Diſtanz gebrochen ſein, welche ſich nach den anzulegenden Terraſſen richten. Wollte man dem Haupt⸗ zuleitungsgraben mehr als das oben angegebene Gefaͤlle geben, vielleicht pro Ruthe Laͤnge 1“ Fall und die Diſtanz der wage⸗ rechten Terraſſe, welche aus dieſem Graben bewaͤſſert werden ſollen, waͤre dem Hauptgefaͤlle nach 20 Ruthen lang, ſo wuͤrde am untern Stau(§. 118) eine Waſſerhoͤhe von 20“ ſtehen und oben die Sohle des Grabens kaum bedeckt ſein, die Schleußen (§. 122) aber, welche ihr Waſſer aus dieſem Graben erhalten und zur Flaͤche fuͤhren, wagerecht liegen, nicht gleichmaͤßig Waſ— ſer erhalten und die Bewaͤſſerung unregelmaͤßig von ſtatten gehen. e als reiche erden ortge⸗ muß, ſein öher, I, ſo läche „es ain eine nen 139 Der Druck des Waſſers wuͤrde auch auf den untern Stau zu ſehr einwirken und fuͤr deſſen Dauer Gefahr bringen. Iſt es moͤglich, die Sohle des Hauptzuleitungsgrabens hoͤher als die zu bewaͤſſernde Flaͤche zu legen, ſo hat man dadurch den Vortheil erlangt, daß jeder Tropfen Waſſer benutzt werden kann, doch tiefer als 6“ lege man die Sohle deſſel— ben nie unter die Flaͤche. Kann man die Ufer des Hauptzuleitungsgrabens mit Ra⸗ ſen behaͤngen, ſo iſt dies ſehr gut, man ſichert denſelben dadurch vor Unterwaſchung, die Raſenrollen muͤſſen laͤnger als die Sei— tenwaͤnde des Grabens ſein, damit ſie oben noch um 1 bis 2“ uͤberhaͤngen und dadurch mehr Haltbarkeit erlangen. Auch iſt bisweilen noͤthig, das Verfahren mit fichtenem Reißig(§. 98) in Anwendung zu bringen, kann man dann noch Raſen uͤber— haͤngen, iſt es noch vortheilhafter, wenn gleich auch dieſelben nicht ſo ſchnell anwachſen, ſo erhaͤlt doch der Boden unter dem— ſelben manche Conſiſtenz und widerſteht der Stroͤmung ſpaͤterhin noch beſſer. Anzurathen iſt, wenn es die Localitaͤt erlaubt, daß man den Hauptzuleitungsgraben lieber breit und ſeichte, als tief und ſchmal anlegt, damit bei Anfuͤllung deſſelben mit Waſſer erſtens die Schleußen ſogleich welches erhalten, und die Bewaͤſ— ſerung ſchnell beginnt, und zweitens nicht unnuͤtz Waſſer in dem— ſelben ſtehen bleibt, welches nicht benutzt werden kann. Die Anlegung nebſt Ausfuͤhrung eines Hauptzuleitungs— grabens geſchieht ganz auf die im§. 98 angegebene Art, nur im kleinern Maßſtabe und das Verfahren bleibt in jeder Be— ziehung dem bei Anlegung eines Kanals gleich. 140 Der Hauptentwaͤſſerungsgraben. §. 100. Dieſer Graben, welcher alles Waſſer von der Flache auf⸗ nimmt, iſt entweder ein kuͤnſtlich angelegter oder ein na⸗ tuͤrlicher. In beiden Faͤllen muß derſelbe Gefaͤlle haben, wenn er ſeinem Zwecke entſprechen ſoll. Wie viel? dies beſtimmt die Oertlichkeit! Je mehr, deſto beſſer. Beim Kunſtwieſenbau darf nur ein einziger Haupt⸗ entwaͤſſerungsgraben die Flaͤche durchſchneiden, da derſelbe als ein kuͤnſtlicher vor der Ausfuͤhrung der Anlage realiſirt wird (§. 72), ſo ſteht es ganz in der Willkuͤhr, denſelben anzulegen wo es am thunlichſten und fuͤr die Anlage am zweckmaͤßigſten iſt, es waͤre eine Landverſchwendung, mehrere dergleichen Graͤben anzubringen, beim Kunſtwieſenbau gilt hierin die Regel: Ein einziger Hauptentwaͤſſerungsgraben nimmt alles Waſſer auf und fuͤhrt es mit raſchem Gefaͤlle hinweg. Bei dem natuͤrlichen Wieſenbau, wo das Terrain nicht durch die Kunſt geehnet wird, muͤſſen oft zwei und mehrere Hauptentwaͤſſerungsgraͤben(§. 93) auf ein und derſelben Flaͤche angebracht werden, doch ſchadet dies hier weniger, weil dieſe Melioration nur auf großen Flaͤchen ſtattfindet und deshalb auf ein wenig Land nicht Ruͤckſicht genommen werden kann, auch hier oft das Terrain ſo unguͤnſtig iſt, daß nur mehrere Haupt— entwaͤſſerungsgraͤben das Land von Verſumpfung retten koͤnnen. Der Hauptentwaͤſſerungsgraben ſpielt, wie wir ſchon geſe— hen haben, eine wichtige Rolle beim Wieſenbau und iſt, neben— bei geſagt, derjenige, welcher die meiſten Streitigkeiten unter Nachbarn hervorbringt. Wohl demjenigen, der das Entwaͤſſe— rungswaſſer ſeiner Laͤndereien nicht in einen Graben zu leiten 141 nothig hat, welchen eine ganze Gemeinde reinigen und ausheben muß, er iſt gewiß gezwungen, will er keinen Ruͤckſtau haben, die Reinigung mit ſeinen eigenen Leuten zu unternehmen. Die Bedingungen eines guten Entwaͤſſerungsgrabens ſind: auf⸗ 1 1) Moͤglichſt lange gerade Richtung, dai 2) hinlaͤngliches, wo moͤglich gleichfoͤrmiges d Gefaͤlle, 3) genuͤgende Groͤße fuͤr das fortzufuͤh⸗ 8 rende Waſſer, d6 4) regelmaͤßig eher zu ſchraͤge, als zu ſteile 1 Boͤſchung mit feſten Ufern. n Hauptſaͤchlich iſt anzurathen, daß bei Anlegung des Ent⸗ wo 1 . waͤſſerungsgrabens ſtreckenweis, vielleicht aller 3 bis 4 Ruthen, Ih Markixrpfaͤhle in die Sohle deſſelben ſo tief eingeſchlagen werden, 3 daß ihre Oberflaͤche mit derſelben abſchneidet, es haben dann 5 bei ſpaͤterer Raͤumung die Arbeiter immer Anhaltepunkte, wie 4 tief die Sohle fruͤher geweſen iſt und auch fernerhin bleiben ſoll, damit nicht durch ein unnöͤthiges Tiefergraben die Ufer verengt und die Boͤſchung unterwaſchen wird. P—.—,—„.—.— 5 di Dreifuͤßige Boͤſchung bleibt fuͤr die Hauptentwaͤſſerungsgraͤ⸗ S f ben die vortheilhafteſte. Gehen dieſelben nicht in gerader Rich— vere ache tung, was wohl ſelten ausfuͤhrbar iſt, ſo iſt es immer ſehr A vortheilhaft, die Wendungen ſtumpfwinklig zu formiren, damit all das Waſſer am Ufer keine zu große Reibung und Anſtoß aͤußert, uch wodurch ſonſt leicht Einriſſe und Zuſammenſtuͤrzungen entſtehen. zung ⸗ Die Anlegung eines Hauptentwaͤſſerungsgrabens geſchieht . ganz nach der im§. 98 angegebenen Art, doch ſind hier, wie ſe ſich von ſelbſt verſteht, nie Daͤmme nothig. en⸗ ter ſſe⸗ iten 142 Der Bewaͤſſerungsgraben(Grippe, Rinne). §. 101. Die Anlegung deſſelben wurde ſowohl beim Kunſtwieſenbau (§. 81), als auch beim natuͤrlichen Wieſenbau(§. 93 und 94) ſchon erwaͤhnt. Doch iſt uͤber dieſen Gegenſtand noch vieles zu ſagen, was beruͤckſichtigt werden muß. Die Anlegung einer Bewaͤſſerungsrinne erfordert ganz beſondere Accurateſſe, ſoll ſie den Zweck einer vollſtaͤndigen regelmaͤßigen Bewaͤſſerung errei⸗ chen, d. h. ſoll durch ſie das Waſſer in einer ganz gleichfoͤrmi⸗ gen, duͤnnen Schicht uͤber die Oberflaͤche der Wieſe vertheilt werden, denn hierzu gehoͤrt nicht nur, daß ſie eine wagerechte Lage hat, ſondern ihre Uferkanten muͤſſen auch ganz horizontal ſein. Die Flaͤche, welche einem jeden Bewaͤſſerungsgraben zur Ueberrieſelung beigegeben wird, darf nie breiter als 3 Ruthen ſein. Die beſte und vortheilhafteſte Breite iſt 2 Ruthen(§. 28), doch kann man ſich an dieſes Maß, beſonders beim natuͤrlichen Wieſenbau, nicht ſtreng binden, die Locgalitaͤt gebietet, oft eine geringere, oft eine groͤßere Breite als 2 Ruthen annehmen zu muͤſſen. Die angemeſſenſte Breite dieſer Graͤben iſt 6 bis 8“ und ihre Tiefe 4“, beim Ruͤckenbau macht man dieſelben an ihrer Einmuͤndung im Vertheilungsgraben um 1 bis 2“ breiter als am Ende, beſonders muß dieſes bei Ruͤcken beobachtet werden, deren Laͤnge uͤber 5 Ruthen betraͤgt. Ihre Anfertigung(§. 81) erfordert noch beim Ruͤckenbau ganz beſonders folgende Beruͤck⸗ ſichtigung. Die Pfaͤhlchen d i(§. 74), welche, wie dort ſchon geſagt, die Ruͤckenhoͤhe angeben, muͤſſen auch zugleich das Me⸗ dium des Bewaͤſſerungsgrabens bezeichnen, denn da die Ruͤcken nach beiden Seiten gleiche Abdachung haben, 143 muͤſſen auch die Ufer des Grabens nach beiden Seiten gleich weit von der Mitte entfernt ſein, damit beide Ufer in gleicher Hoͤhe ſtehen und nicht uͤber das eine mehr Waſſer uͤberſtroͤmt, als uͤber das andere, oder wohl gar die zu tiefe Lage des einen Ufers das Ueberrieſeln des Waſſers uͤber das andere ganz verbietet und deshalb eine Ruͤckenſeite zu viel Waſſer, die andere zu wenig oder nichts erhaͤlt; die nachherige Verbeſſerung eines ſolchen Fehlers bringt Stoͤrungen in der Ausfuͤhrung der Bewaͤſſerung und nutzloſe Koſtenverſchwendung hervor. Daß die Bewaͤſſerungsrinnen rechtwinklig vom Vertheilungs⸗ graben ausgehen ſollen, wie manche Schriftſteller behaupten, iſt ſchoͤne Theorie, doch in der Praris oftmals nicht ausfuͤhrbar und von keinem Einfluß auf die Bewaͤſſerung, weder in ihrer Ausfuͤhrung noch in ihrer Wirkung. Bei der erſten Einlaſſung des Waſſers in die Bewaͤſſe⸗ rungsrinnen muß genau Acht gegeben werden, um ſogleich die etwaigen Vertiefungen oder Erhoͤhungen an den Uferkanten zu beſeitigen. Beim Hangbau iſt die Breite dieſer Graͤben, moͤgen ſie auch noch ſo lang ſein, gleich groß und zwar 6“ und es muͤſſen beſonders die untern Uferkanten wagerecht ſein, weil hier blos uͤber dieſe das Waſſer rieſelt. Der Entwaͤſſerungsgraben(Grippe, Rinne). §. 102.. Die Beſtimmung dieſes Grabens iſt, das abgerieſelte Waſ⸗ ſer aufzunehmen und dem Hauptentwaͤſſerungsgraben oder einem unterhalb liegenden Vertheilungsgraben zuzufuͤhren. Beim Ruͤcken⸗ bau muͤſſen dieſelben(nach§. 74) mindeſtens pro 1 Ruthe Laͤnge ½˙ Gefaͤlle erhalten, und werden an ihrer Ausmuͤndung um 2—3“ breiter formirt, als am Anfange. 144 Im Uebrigen erhalten ſie dieſelbe Breite und Tiefe, als glite die Bewaͤſſerungsgraͤben(§. 101) und ihre Anlegung iſt ganz richt dieſelbe, wie bei jenen. Beim Hangbau der Kunſtwieſe giebt es eigentlich keine Entwaͤſſerungsrinnen, ſie muͤſſen den Zweck Vertl der Bewaͤſſerungsrinne mit verbinden, indem ſie oberhalb ent⸗ leict waͤſſern und unterhalb bewaͤſſern.— Grab Beim natuͤrlichen Hangbau(§. 94) kommen ſie mitunter wäͤhr blos als Entwaͤſſerungsrinne vor, ihre Breite und Tiefe richtet aufht ſich daſelbſt nach der zu entwaͤſſernden Flaͤche, doch muͤſſen ſie dem T ſo viel als moͤglich gerade gelegt werden, nie duͤrfen ſie Kruͤm— rin o mungen erhalten. Bode Der Vertheilungsgraben. 1 §. 103. Wieſe Dieſer Graben iſt gewoͤhnlich der naͤchſte Begleiter des zu w Hauptzuleitungsgraben, und kommt blos beim Ruͤckenbau vor; b halr er erhaͤlt ſein Waſſer durch die Einlaßgraͤbchen(§. 104) aus hinfahr erſterem und vertheilt es in die Bewaͤſſerungsrinnen, da der⸗ d ſelbe jedoch gleich die Stelle eines Bewaͤſſerungsgrabens vertritt, mn d ſo muß er(nach§. 74) genau wagerecht und in gleicher Hoͤhe die de mit den Bewaͤſſerungsrinnen angelegt werden. eine Seine Breite richtet ſich nach der Flaͤche, welche er mit und Waſſer verſorgen ſoll. 12“ ſind jedoch immer hinreichend, das noͤthige Waſſer zu faſſen, weil die Verticalgraͤben(§. 105) meiſt ihr Waſſer aus dem Hauptzuleitungsgraben entnehmen und nicht b aus dieſem mit geſpeiſt werden, nur beim Hangbau kann er, wenn der oben erwaͤhnte Fall eintritt, dadurch den Namen des 6 7 Vertheilungsgrabens verdienen, da hier die untern Haͤnge bis⸗ weilen durch einen Verticalgraben ihr Waſſer aus ſelbigem legade erhalten. Seine Tiefe iſt gewoͤhnlich 4“ und es muß beim Ruͤcken⸗ ertt bau die Sohle deſſelben mit denen der Bewaͤſſerungsrinnen in deſſen 145 gleichem Niveau ſtehen, damit bei eingeſtellter Bewaͤſſerung nicht uͤberfluͤſſiges Waſſer in denſelben ſtehen bleibt. Sind die Sohlen der Bewaͤſſerungsrinnen mit denen des Vertheilungsgrabens in gleichem Niveau, ſo kann dann ſehr leicht, wenn man den letzteren an einem Ende durch einen kleinen Graben mit einer Entwaͤſſerungsrinne verbindet, welche man waͤhrend der Bewaͤſſerung mit einem Raſen verſetzt und bei aufhoͤrender Bewaͤſſerung oͤffnet, alles Waſſer, ſowohl aus dem Vertheilungsgraben, als auch aus den Bewaͤſſerungsrinnen rein abgelaſſen werden, wodurch keine Oxydation, wenn der Boden mit mineraliſchen Subſtanzen, beſonders Eiſen ver⸗ mengt iſt, entſteht, welche bei wieder beginnender Bewaͤſſerung auf die Graͤſer ſehr nachtheilig einwirkt. Auch wird ſo die Wieſe ſchneller trocken, was beſonders vor der Heuernte ſehr zu wuͤnſchen iſt; bleibt jedoch Waſſer in den Graͤben ſtehen, ſo haͤlt ſich die Wieſe immer feucht und erſchwert das Daruͤber— hinfahren bei Hinwegſchaffung des Futters(§. 153). Die Ausfuͤhrung des Vertheilungsgrabens geſchieht ganz in der Art, mit dem Wieſenbeile und der Stechſchippe, wie die der Be- und Entwaͤſſerungsrinnen, nur beobachtet man hier eine gleichmaͤßige Breite und es werden die Pfaͤhlchen d(§. 74 und§. 84) als Medium des Grabens angenommen. Der Einlaßgraben. §. 104. Dieſer kleine Graben dient dazu, das Waſſer aus dem Hauptzuleitungsgraben zu entnehmen und dem Vertheilungs— graben zuzufuͤhren, er durchſchneidet den zwiſchen beiden Graben liegenden Damm und wird oftmals durch eine Schleuße(§. 122) erſetzt, deren Laͤnge ſo groß als das Einlaßgraͤbchen iſt und deſſen Benennung, Einlaßgrabchen, dann gaͤnzlich wegfaͤllt; 10 146 doch kann er auch, will man die Koͤſten der Anfertigung der Schleuße erſparen, mit Huͤlfe eines Bretchens oder Raſen geͤff⸗ net und geſchloſſen werden(§. 119). Unter jeder Bedin— gung muß er Gefaͤlle erhalten, ſei es nun eine Schleuße oder der Graben ſelbſt, ſo muß das Gefälle mindeſtens 2½ betragen und am Ende mit der Sohle des Vertheilungsgrabens abſchneiden. Iſt eine Terraſſe, dem Hauptgefaͤlle nach, laͤnger als 6 Ru⸗ then, ſo muß dieſelbe 2 Einlaßgraͤbchen erhalten, betraͤgt ſie jedoch blos 6 Ruthen, ſo iſt eins hinreichend, hinlaͤngliches Waſſer zu liefern. Die Breite deſſelben iſt nach der Waſſermenge zu berech⸗ nen, doch ſind auch hier 6 bis 8“ jedenfalls hinreichend, ſowohl fuͤr denjenigen, welcher das Waſſer unmittelbar dem Verthei⸗ lungsgraben, als auch fuͤr den, welcher das Waſſer einem Ver⸗ ticalgraben zufuͤhrt. Beim Ruͤckenbau muß die Anlegung deſſelben immer ſo ausgefuͤhrt werden, daß er der Entwaͤſſerungsrinne gegenuͤber liegt, z. B.: an eini mit erze ſſer wc⸗ vohl hei⸗ 2 ver⸗ o ber Auch muß das gegenſeitige Ufer des Vertheilungsgrabens, an welchen das Waſſer aus dem Einlaßgraben anſchlägt, um einige Zoll erhoͤht werden, damit daſſelbe beim Anſchlag nicht mit Gewalt uͤberſtromt und Auswaͤſſerungen oder gar Sumpf erzeugt. Der Vertical⸗ oder Transportirgraben. §. 105. Die Anwendung und Ausfuhrung dieſes Grabens kommt nur beim Hang- und zuſammengeſetzten Bau vor. Er hat den Zweck, einer jeden Flaͤche friſches Waſſer zuzufuͤhren. Im §. 28 ſahen wir, daß es ein Haupterforderniß einer vollkom⸗ menen Bewaͤſſerung iſt, das ſchon abgewaͤſſerte Waſſer ohne friſchen Zufluß nicht noch ein- oder mehreremal zu benutzen. Dieſen erneuerten Zufluß erhaͤlt man durch den Vertical⸗ oder Transportirgraben, er iſt deshalb beim Wieſenbau ein ſehr noth⸗ wendiger Graben, ohne denſelben wuͤrde bei ausgedehnten Flaͤchen der Ertrag ſehr verſchieden ausfallen. Beim Hangbau werden die Verticalgraͤben in einer Ent⸗ fernung von 5 zu 5 Ruthen angebracht, durchſchneiden dem aͤlle nach alle Bewaͤſſerungsrinnen und muͤnden in den Nebengef unterſten aus, z. B.: 10* Ihre Breite und Tiefe iſt die der Bewaͤſſerungsrinnen, eben ſo geſchieht auf gleiche Weiſe ihre Anfertigung. Sind die Ter⸗ raſſen, welche ſie mit Waſſer verſorgen, von großem Umfange, ſo erhalten ſie daſſelbe unmittelbar aus dem Hauptzuleitungs⸗ graben, ſonſt aber blos aus dem Vertheilungs⸗ oder erſten Be⸗ waͤſſerungsgraben. Beim zuſammengeſetzten Bau muß der Ver⸗ ticalgraben oftmals durch eine Ruͤckenanlage gehen, ehe er zu ſeinem Beſtimmungsort gelangt und dann vertritt eine Entwaͤſ⸗ ſerungsrinne der Ruͤcken, welche bis in den Vertheilungsgraben gezogen wird, die Stelle deſſelben. Das Gefaͤlle, welches der Verticalgraben erhaͤlt, iſt das des Nebengefaͤlles. Nie darf ein ſolcher wagerecht an— gelegt werden, und vielleicht die Stelle eines Be⸗ waͤſſerungsgrabens mit vertreten, unter ſolchen Um⸗ ſtaͤnden wuͤrde er den Nutzen, welchen durch ihn die Bewaͤſſe— rung erhalten ſoll, nicht gewaͤhren. Alle Graͤben, welche dieſer Graben durchſchneidet und nicht mit Waſſer aus demſelben gefuͤllt werden, muͤſſen durch eingeſetzte Raſen von ihm getrennt ſein. 149 Beim Hangbau ſetzt man jedesmal an der unterſten Ufer⸗ kante der von dem Verticalgraben durchſchnittenen Bewaͤſſerungs⸗ rinne in erſteren ein Raſenſtuͤck ein, iſt nun die Bewaͤſſerungs⸗ rinne voll Waſſer und rieſelt, dann tritt man den eingelegten Raſen etwas nieder, in der Art, daß hier im Verticalgraben immer noch ein Theil des Waſſers uͤbergeht und in die untere Rinne eintritt. Da alles abgerieſelte Waſſer jedesmal wieder in die untere Bewaͤſſerungsrinne uͤberſtromt und dadurch die letzteren Terraſſen mehr Waſſerzufluß erhalten, als die erſteren und nach§. 30 ſich das Waſſer immer wieder von ſelbſt er— friſcht, ſo iſt ein kleiner Zufluß(die eingelegten Raſen bringen ihn endlich hervor) von ganz friſchem Waſſer hinreichend, dem ſchon benutzten neue Kraft zu geben. Zur Verſinnlichung der einzulegenden Raſen diene die Zeich— nung: p 150 B) Dammarbeiten. Vorerinnerungen und erforderliche Vorkenntniſſe bei Anlegung der Daͤmme. §. 106. Einen guten dauerhaften Damm anzulegen iſt eben ſo ſchwierig und faſt moͤchte ich ſagen ſchwieriger, als einen zweck⸗ maͤßigen Graben in Ausfuͤhrung zu bringen. Sollen Daͤmme aufgeſchuͤttet werden, ſo muß man zuvor ihren Zweck erwaͤgen, d. h. man muß ſich uͤberzeugen, zu was der Damm noͤthig iſt; es kommen beim Wieſenbau zwei Faͤlle vor, welche einen Dammbau bedingen, und zwar: 1) Um Waſſerleitungen durch Niederungen in erforderlicher 4 Hoͤhe anzulegen, 2) um Waſſer zu ſammeln, wo der Damm als Schutz⸗ wand deſſelben dient. Es iſt bei beiderlei Ausfuͤhrung hauptſaͤchlich folgende Frage zu beruͤckſichtigen, auf welche ſich dann dieſelbe gruͤndet und nach feſten Grundſaͤtzen in Anwendung gebracht werden muß: Von welcher Conſiſtenz iſt der Boden, welcher zum Dammbau angewendet werden ſol ne Die Anlegung eines Dammes, in welchen eine Waſ⸗ ſerleitung gefuͤhrt werden ſoll. §. 107. Hat man zur Schuͤttung ſolcher Daͤmme zu Waſſerleitungen thonigen oder lehmigen Boden, ſo iſt die Anlage der Boͤſchung (K. 108) auf 1 Fuß Dammhoͤhe 2 Fuß hinreichend und wird auch dem ſtaͤrkſten Waſſerdruck widerſtehen, nur muß bei der Aufſchuͤttung des Dammes der Boden gut feſtgerammelt werden; niſſe en ſo weck Uvor was Fälle ung wird der rden; 151 d U iſt jedoch das zu verwendende Material Sand oder anderer lockerer Boden, ſo muß die Anlage der Boͤſchung zu 3 Fuß genommen werden. Hier iſt die Einlegung des fichtenen Rei⸗ ßigs ganz beſonders zu empfehlen, der Damm erhaͤlt dadurch eine unglaubliche Feſtigkeit und nur mit groͤßter Muͤhe kann ſo ein Damm, wenn er mehrere Jahre gelegen hat, wieder nieder⸗ geriſſen werden. Hat man Raſen, ſo iſt ſowohl im Thon-, Lehm- und Sandboden die Bedeckung mit ſelbigem ſehr anzurathen, der Damm erhaͤlt eine groͤßere Feſtigkeit und man verhindert dadurch die Verſumpfung der unmittelbaren Umgebungen deſſelben. Da ſolche Dammarbeiten ſehr haͤufig beim Wieſenbau vor⸗ kommen, beſonders bei Anlegung der Kanaͤle und anderer Zu⸗ leitungsgraͤben durch coupirtes Terrain(. 98), ſo werde ich ſuchen, durch ein Beiſpiel die Ausfuͤhrung deutlich zu machen, 3. B.: 2, 5 Querſchnitt. Es ſoll durch die Niederung f h, in der Hoͤhe des Punktes C, der Waſſerſpiegel eines Grabens durchgefuͤhrt werden, der Graben ſoll eine obere Breite von 10', eine Sohle von 4“ und eine Tiefe von 5 erhalten, die Flaͤche fh liegt 7“ unter C. Das Medium des Grabens iſt nach§. 96 durch den Pfahl X ſchon markirt und der Wellenſchlag, welchen der Damm uͤber dem Waſſerſpiegel C erhalten ſoll, iſt zu 1 angenommen. Man ſtecke nun die Hoͤhe des Dammes, welche= 8 ſein muß, da 15² die Flaͤche feh 7“ unter C liegt, der Wellenſchlag jedoch 1“ uͤber G ſein ſoll, durch die Pfaͤhle em und gan ab, doch ſo, daß dieſelben mit ihrer Oberflaͤche nicht nur die Hoͤhe des Dammes bezeichnen, ſondern auch zugleich deſſen Katzenbreite, welche 4“ breiter als a b(die obere Grabenbreite) iſt. Da a b= 10 die Seitenufer zuſammen= 4, ſo betraͤgt die Koppe des Dam⸗ mes= 14“ und muͤſſen die Pfaͤhlchen em und gen jeder 7“ von x entfernt ſein. Nach der Hoͤhe des Dammes(= 8) berechnet man die Anlage der Boͤſchung, dividirt mit 2 hinein, wodurch die Anzahl der Fuße gefunden wird, welche auf beiden Seiten abzuſtecken ſind, z. B. 8 3= 24: 2 12, und ſtellt nun ſowohl den Pfahl f 12 entfernt von m, als auch h 12 von n ein; f, m, n und h müſſen in gerader Linie ſtehen. Durch f und h hat man die Grundlinie des Dammes gefun⸗ den, welche= fm= 12 Pmn= 14+ n h= 12 = fh= 38% damn=(a b+† bg Tae) iſt. Nun ſchuͤttet man nach der ungefaͤhren Form der Figur f, e, g, h die Erdmaſſe auf, rammelt beſtaͤndig jede Schicht feſt, beruͤckſichtigt jedoch nur die Hoͤhe des Dammes, weniger die Linie f e und g h, da die Erde des Grabens a, b, c, d, welche auf beiden Seiten des aufgeſchuͤtteten Dammes geworfen wird, den Bedarf zur Planirung des Dammes und beſonders der Boͤſchung f, e, m und n, g, h hergiebt. Iſt die Hoͤhe des Dammes beendet und derſelbe gut feſt gerammelt, ſo ſchrei— tet man zur Ausfuͤhrung des Grabens und verfaͤhrt mit der— ſelben ganz auf die Art, als wenn dieſer im feſten Terrain an— gelegt werden ſolle, mit Beruͤckſichtigung der Raſenbedeckung oder Reißigbekleidung. Noch diene ein beſonderes Beiſpiel zur Belehrung, z. B.: Es ſoll aus einem Bache u. ſ. w. ein Waſſerabfluß entnommen und durch ein Terrain gefuͤhrt werden, welches durchgaͤngig inein, eiden 12 153 fuͤr den Graben nur 1 Fuß Wellenſchlag geſtattete, weshalb das Waſſer, wenn es hoͤher als einen Fuß ſteigt, uͤber die Ufer ſtromt. Da aber bei großen Fluthen das Waſſer oftmals um 3 Fuß ſteigt, ſo wuͤrde nun die Aufgabe gegeben, daſſelbe auch bei dem hoͤchſten Stande im Graben zu erhalten. 4ℳ Man lege den Graben nach erforderlicher Tiefe und Breite im feſten Boden auf die im§. 96 angegebene Art an. Das Waſſer wird in demſelben bei gewoͤhnlichem Waſſerſtand 1 Wel⸗ lenſchlag haben, es ſind jedoch 3 ½ erforderlich, ſollen die Um⸗ gebungen vor Ueberſchwemmung geſichert ſein. Man markire an den Ufern des Grabens in a und b durch Pfaͤhle die Damm⸗ hoͤhe= 3 ¼˙, berechne die Boͤſchung des Grabens, ſie ſei 2fuͤ⸗ ßig, 3½ 2= 7“ davon die Haͤlfte= 3 ¼, ſtecke den Pfahl ß z 3 entfernt von a und in eben derſelben Entfernung den Pfahl x i von b, doch muͤſſen dieſe zugleich die Hoͤhe des Dam⸗ mes markiren. Man nehme nun zu beiden Seiten des Grabens 2' Dammufer und markire es durch die Pfaͤhle lp und m k, berechne die Boͤſchung des Dammes, ſie ſei Zfuͤßig, 3 ½ 3= 10 ¼ davon die Haͤlfte fuͤr jede Seite 10 ½: 2= 54¼, bezeichne ſie durch die Pfaͤhle n und o, ſchuͤtte nun zu beiden Seiten des Grabens a, b, c, d die Daͤmme n, p, z, a und b, i, k, o, planire dieſelben, nachdem ſie tuͤchtig gerammelt worden ſind, nach den Linien n p und ko, ſetze die innern Seiten a z und 154 b i mit Raſen oder Reißig aus und dieſer Damm wird dem Drucke des Waſſers auch bei der groͤßten Fluth widerſtehen. Die Anlegung eines Dammes fuͤr Waſſerbehaͤlter. §. 108. Alle ſolche Daͤmme, welche als Schutz einer bedeuten⸗ den Waſſermenge dienen, muͤſſen faſt durchgaͤngig 3fuͤßige Boͤſchung haben. Thon- und Lehmerde eignet ſich am beſten dazu, auch iſt Sand, wenn er gut gerammelt wird, dabei zu verwenden, nur Moor- oder Torfboden vermeide man. Bei allen Erdarten iſt eine Raſenbelegung der Waſſer- oder Bruſtſeite rathſam, oder man kann dieſelben mit einer 6“ ſtar⸗ ken Schicht großer Steine belegen, welche man in die Erde D ammes noch einrammt, ſo iſt dadurch fuͤr die Dauer des beſſer geſorgt. Nun iſt die Frage, wie verfaͤhrt man mit der Ausfuͤhrung eines ſolchen Dammes? Wir wollen zur Erlaͤuterung die obige Figur annehmen. Die Oberflaͤche G, A, K, B heißt die Koppe des Dammes, die dem Waſſer zugekehrten Seitenflaͤche A, B, C, D die Bruſtſeite, H, I und F, C die An⸗ lagen der Boͤſchung, und der Theil des Dammes, welcher uͤber die Linie a b, als den angenommenen Waſſerſpiegel, her⸗ vorragt, der Wellenſchlag, welcher mindeſtens 2 Fuß uͤber dem V. 155 den Waſſerſpiegel betragen muß, beſonders wenn der Waſſer⸗ ſpiegel eine ausgedehnte Flaͤche hat und der daruͤber gehende Luftzug bedeutende Wellen verurſacht. Die Hoͤhe des Dammes min ſei= 10, ſo macht man in bindiger Erdmaſſe gewoͤhnlich FC=mn, GAa atman und I H= zm n, und die Grundflaͤche des Dammes wird betragen=(FC= mn — 10⁰+(H F= G A 4 11— 3 ½+ F H— 4 m n = 5)= 10+ 3 ¼+ 5= 18 ¼. Iſt der Boden locker, ſo macht man IH und F G= 11 mn= 15„GA= zmn= 5, und es wuͤrde alsdann die Grundlinie des Dammes = 15+ 15+ 5= 35" ſein. (Ich bemerke hier, daß letzteres ſelbſt in bindigem Boden dem erſtern vorzuziehen iſt, ausgenommen man koͤnnte, wie ſchon angegeben wurde, die Steinbedeckung ausfuͤhren.) Man ſtecke nun, wie ſchon oͤfter erwaͤhnt, durch die Pfaͤhle die v nebſt Koppe und Boͤſchungen ab, ſchuͤtte nach dieſen markirten Punkten den Damm, rammele jede einzelne Schicht feſt und bekleide am Ende die planirten Flaͤchen mit Raſen u. ſ. w. Da nun oftmals der Fall eintreten kann, daß die Koppe nebſt Hoͤhe und Boͤſchungen des Dammes gegeben iſt, ſo findet man die Grundlinie deſſelben, wenn man die Hoͤhe mit der Boͤſchung multiplicirt und die Koppe dazu addirt, z. B. G A = 4„m n= 6 und die Boſchung 3fuͤßig, 6 3= 18+44 — 22 untere Breite des Dammes. Den koͤrperlichen Inhalt eines Dammes zu berechnen, gleicht ganz der Berechnung des Inhaltes der Graͤben, man ſucht naͤm— lich die obere und untere Breite deſſelben, addirt dieſe, nimmt davon die Haͤlfte, wodurch die mittlere Breite oder der Querſchnitt 4 gefunden wird, multiplicirt dieſen mit der Hoͤhe, w belches das 156 Querprofil giebt. Dies multiplicirt mit der Laͤnge des Dam⸗ mes giebt den koͤrperlichen Inhalt deſſelben, z. B.: Die Koppe= 8“, die untere Breite= 22“, die Hohe des Dammes= 6 und die Laͤnge= 50. 26 9— 4 †. 22= 25— 13 6 78 503900 Cubikfuß. Noch werde ich eine Regel angeben, welche bei Aufſchuͤt⸗ tungen von Daͤmmen fuͤr Waſſerbehaͤlter in Anwendung gebracht werden muß, z. B. die Linie a b gebe die Grundflaͤche oder Sohle des Waſſerbehaͤlters an: 12 2 62 2 d!. E Beim Punkt c ſoll die Anlegung des Dammes geſchehen, wollte man nun auf der Flaͤche a b die Aufſchuͤttung deſſelben vornehmen, ſo wuͤrde keine innige Verbindung zwiſchen dem feſten und lockern Boden ſtattfinden, und das Waſſer baldigſt zwiſchen dieſen beiden Schichten einen Ausweg finden; um dies zu vermeiden, grabe man bis zur ungefaͤhren Haͤlfte des Dam⸗ mes e, einige vielleicht 2 Fuß tief, die Sohle(— c, d, f, e) aus, nehme nun d f als einen Theil der Grundlinie des Dam⸗ mes und fange hier die Aufſchuͤttung an, wodurch alsdann bei c die Linie a b mit der Bruſtſeite des Dammes ck innig durch Raſen u. ſ. w. verbunden werden kann. c) Anlegung der Waſſerbehälter. Vorerinnerung. §. 109. Die immer mehr ſich verbreitende Anerkennung der Wirkſam⸗ keit des Waſſers zwingt jeden denkenden Landwirth, welcher ſich von dem Werthe deſſelben uͤberzeugt hat, die groͤßte Oeco⸗ nomie mit demſelben zu beobachten. Manche kleine jetzt unbeachtete Quelle kann durch Sammlung ihres Waſſers, wie ſchon im§. 42 erwaͤhnt wurde, zum Born des Wohlſtandes werden. Mit den wenigſten Koſten ſind oftmals ſolche Waſſerbehaͤlter herzu⸗ ſtellen, ja wir finden dieſelben ſogar ſchon vorhanden und— nicht benutzt. Wie leicht iſt nicht ein Teich, welcher im Laufe des Jahres manchen Cubikfuß Waſſer durch ſein Abflußgerinne nutzlos dahin fließen laͤßt, nur durch eine vielleicht einfache Er⸗ hoͤhung des Dammes oder Erweiterung ſeines Gebietes zu einem praͤchtigen Reſervoire umzuſchaffen? Es giebt hier und da eine Niederung, deren Eindaͤmmung ſchon von Seiten der guͤtigen Natur zum Theil geſchehen iſt, und jetzt weder zu Feld noch zu Wieſe paßt, welche durch wenig Koſten eine ſegensreiche Vorrathskammer fuͤr unfruchtbare Fluren werden kann. Gewiß! es liegt manchem Landwirth der goldene Schatz zu Fuͤßen, wel⸗ cher in nebelgrauer Ferne geſucht wird. Moͤgen doch Viele durch dieſes kleine Werk darauf aufmerkſam gemacht werden, daß oft⸗ mals das, was wir mit gleichguͤltigen Augen betrachten, noch der Schoͤpfer unſers Wohlſtandes wird. Es ſoll in nachfolgenden§§. die Anleitung gegeben werden, wie es moͤglich iſt, Reſervoire anzulegen und welchen Nutzen dieſelben haben. 158 Allgemeine Regeln bei Anlegung der Waſſerbehaͤlter. §. 110. Es giebt deren viere, welche alle in Anwendung gebracht werden muͤſſen, ſoll die Anlegung eines Reſervoirs ſich verwer⸗ then und dem gewuͤnſchten Zwecke entſprechen: 1) Die Flaͤche darf nicht zu klein ſein, welche zu dieſem 2) 3) 4) Zwecke verwandt werden ſoll, muß vollkommen geleert (entwaͤſſert) werden koͤnnen und ihr Gefaͤlle nach einer Seite zu haben. Es muß an den Stellen, wo die Abdachung ſich ebnet, eine Eindaͤmmung moͤglich ſein. Es muͤſſen alle Punkte des Zufluſſes hoͤher liegen, als die Flaͤche ſelbſt, welche das Reſervoir bildet und darf dieſe Flaͤche nicht tiefer liegen, als die Laͤndereien, — welche ihr Waſſer zur Bewaͤſſerung von derſelben erhal⸗ ten, damit, wenn dies nicht beſondere Verhaͤltniſſe ver⸗ bieten, das Reſervoir bis auf den letzten Tropfen benutzt werden kann. Ausnahmen finden hierin ſtatt, wenn das Reſervoir ſchon ein fruͤherer Teich zur Fiſcherei war, und die Bewaͤſſerung ſpaͤter als der Teich reali⸗ ſirt wurde, dann muß man ſich damit begnuͤgen, nur einen Theil davon zu nehmen und nicht etwa auf den Ruin des Einen das Andere erbauen. Die Anlegung eines Reſervoirs oder Waſſerbehaͤlters. §. 111. Der Zufluß des Waſſers zur Anfuͤllung eines Reſervoirs kann entweder direct aus einem Fluſſe oder Bache abgeleitet itet 159 werden, oder man erhaͤlt denſelben durch Leitungen von Feld⸗ und Regenwaſſer, welches periodiſch einen Fluß ernaͤhrt, zu mancher Zeit aber keinen Tropfen Waſſer darbietet. Im erſteren Falle leitet man vom Fluſſe oder Bache durch einen der Waſſermenge angemeſſenen Graben daſſelbe in den umdaͤmmten Behäͤlter, muß jedoch als Ausmuͤndung dieſes Gra⸗ bens die hoͤchſte Stelle der Flaͤche annehmen, damit man unter allen Umſtaͤnden denſelben bis dahin fuͤllen kann, ohne Ruͤckſtau in den Graͤben und ſeinen Umgebungen zu verurſachen. Die Ausmuͤndung des Reſervoirs muß nicht durch einen gewoͤhnlichen Teichſtänder, ſondern durch eine Schleuße(§. 121) ausfuͤhrbar gemacht werden, damit das abfließende Waſſer genau nach dem Bedarf der zur Bewaͤſſerung beſtimmten Flaͤche gegeben werden kann. Vortheilhaft iſt es, wenn man, um die Daͤmme zu ſichern und das zu viele Waſſer in naſſen Jahren ohne Nach⸗ theil abfuͤhren zu koͤnnen, noch außer der Hauptſchleuße ein ein⸗ faches Freigewinner einlegt, doch muß hier neben dem ſogenann⸗ ten Freigraben, welcher das Waſſer aus dem Freigewinner hin⸗ wegfuͤhrt, am Damme entlang noch ein anderer Graben, wel⸗ cher, wenn es noͤthig iſt, das Waſſer aus dem Freigraben auf⸗ nimmt und in denjenigen leitet, welcher das Waſſer zur Bewaͤſ⸗ ſerung auf die Flaͤche fuͤhrt, angelegt werden. Doch muß der⸗ ſelbe durch einen Stau oder Schleuße von erſterem getrennt ſein, damit ganz nach dem Bedarf der Bewaͤſſerung mit dieſem Waſſer verfahren werden kann. Die Daͤmme ſelbſt, welche zum Schutz eines ſolchen Waſ⸗ ſerbehaͤlters dienen, werden auf die im§. 108 angegebene Art ausgefuͤhrt. Im zweiten Falle, wenn man blos auf Feld⸗ oder Regenwaſſer beſchraͤnkt iſt, verfaͤhrt man zwar mit der Anlegung des Behaͤlters auf dieſelbe angegebene Weiſe, nur iſt hier ein groͤßeres Gebiet erforderlich, und es muͤſſen alle Zuleitungsgraͤben 160 mit Gefaͤlle angelegt werden, damit ſie das Waſſer ſchnell zum Behaͤlter bringen. Je weiter man nun das Gebiet ausdehnen kann, deſto mehr erhaͤlt man Waſſerzufluß und dieſes Waſſer iſt auch das ſchaͤtzbarſte fuͤr die Bewaͤſſerung(§. 42). Die Anlegung der Reſervoire in der Ebene iſt bei weitem koſtſpieliger und ſchwieriger, als in huͤgeligen Diſtricten, was hier die Natur ſchuf, muß dort die Kunſt nachbilden, und obgleich wir aus nachfolgendem§. erſehen werden, daß der Kutzen eines ſolchen Waſſerbehaͤlters groß iſt, ſo moͤchte ich doch Niemand anrathen, wenn nicht ſchon eine natuͤrliche Niederung da war, durch Ausgrabung einen ſolchen Behaͤlter ſchaffen zu wollen. Was nuͤtzt eine Sammlung von einigen tauſend Cu⸗ bikfuß Waſſer? ihre Anzahl muß in die Millionen gehen, ſollen ſie nuͤtzen. Man berechne nur: die Flaͤche iſt nicht groß, welche man mit einem Cubikfuß Waſſer pro Secunde waͤſſern kann(§. 139), und fuͤr die man pro Tag= 86,400 Cubikfuß noͤthig haͤtte. Den Bedarf aufs ganze Jahr, zu 2 Monaten à 30 Tage angenom⸗ men, muͤßte man ein Waſſerquantum von 5,184,000 Cubikfuß haben, dazu waͤre eine Flaͤche zum Reſervoire von circa 33 ¾ M. Morgen erforderlich, angenommen, daß in demſelben die Hoͤhe des Waſſers durchgaͤngig 6 Fuß ſei. Wer iſt nun im Stande, ſo einen Behaͤlter auszugraben und ganz zu umſchuͤtzen? Nutzen des Reſervoirs. §. 112. Wir haben aus dem 3. Abſchnitt erſehen, welchen Nutzen zu jeder Jahreszeit die Bewaͤſſerung den Vegetabilien gewaͤhrt, wie immer eine Bewaͤſſerung der andern vorarbeitet und wie alle vereint wirken. Es treten aber oftmals Zeitumſtaͤnde ein, wo ein harter Waſſermangel druͤckend und ein andermal wieder, wo eine zu uͤberhaͤufte Waſſermenge laͤſtig wird, wodurch dann die ——ʒ˖—·ꝑ˖——-y-———— 161 Fi Bewaͤſſerung der einen Jahreszeit nicht in dem Grade nuͤtzt, als nn es moͤglich waͤre, wenn vereinte Kraͤfte immer nachwirken koͤnnten. iſt Solchen Maͤngeln ſind wir durch die Anlegung der Reſervoire 1 nicht ausgeſetzt, wir ſammeln in Zeiten der Fuͤlle und geben in item Zeiten der Noth. Die trockenſten Jahre koͤnnen dann nie ſcha⸗ 6 den, denn im Fruͤhjahre giebt es doch immer ſo viel Waſſer, und daß tuͤchtig gewaͤſſert und demungeachtet noch mancher Cubikfuß de Waſſer geſammelt werden kann, um daſſelbe in trocknen Perio⸗ vc den zu Gunſten unſerer Wieſen zu verwenden.. ig Oftmals traͤufeln die Wolken im Sommer bedeutenden Regen T aus und geben uns, wenn wir ihn ſammeln koͤnnen, einen Cu⸗ großen Waſſervorrath, wodurch wir alsdann in den Stand len geſetzt werden, jeden Witterungswechſel zu unſerm Vortheil zu nan benutzen. h, Es iſt fuͤr eine Waͤſſerungswieſe der großte Nutzen, wenn en in jeder Jahreszeit auf verſtaͤndige, ſachgemaͤße Art gewaͤſſert 2 werden kann; es wird nur einzig und allein hierdurch die hoͤchſte P Vollkommenheit und Ertragsfaͤhigkeit einer Wieſe erreicht. Tritt R. nur einmal ein Stocken durch Waſſermangel in der Waͤſſerungs⸗ ohe operation ein, ſo geht der Ertrag zuruͤck; es iſt ein wirklich nde ſchmerzliches Gefuͤhl fuͤr den Rieſelwirth, wenn er ſeine Waͤſſe⸗ rungswieſen durſten ſieht und nicht helfen kann, denn er weiß aus Erfahrung, daß bald ein Ruͤckgang folgt. Eine jede andere Wieſe vertraͤgt leichter Trockenheit, als eine Waͤſſerungs⸗ wieſe, ihre Graͤſer und Kraͤuter ſind Treibhauspflanzen, an en Feuchtigkeit und gleichmaͤßige Temperatur gewoͤhnt; tritt nun ein lang anhaltender Wechſel oder Beduͤrfniß ein, ſo widerſtehen rt ue ſie nicht lange, ſie fangen an zu kraͤnkeln, werden gelb und ſin, erhalten die Fruͤhreife. der, Ich rathe einem Jeden, deſſen Terrain es geſtattet und wenn die Perioden ſtattfinden, wo ihm bekannt iſt, daß Waſſermangel 11 16² eintritt, ſolche Waſſerbehaͤlter, wo es die Localitaͤt erlaubt, anzulegen; obgleich ihre Anlage, wenn ſich nicht ganz guͤnſtige Verhaͤltniſſe vereinen, bedeutenden Koſtenaufwand verurſacht, ſo bringen ſie doch in wenig Jahren ihr Anlagecapital wieder, und keiner wird es bereuen, welcher es gethan hat, wohl aber mancher, der es thun konnte, ſpaͤterhin wuͤnſchen, daß er es gethan haͤtte. Sechſter Abſchnitt. Wehre, Stauapparate, Schleußen und Siehle. Allgemeine Erlaͤuterung. §. 113. Ein Haupterforderniß bei Ausfuͤhrung des geſammten Wieſen⸗ baues iſt die Kenntniß, alle dieſe genannten Gegenſtaͤnde anfer⸗ tigen zu laſſen und ſie an den Ort zu bringen, wo ſie wirklich hin gehoͤren; es geſchehen hierin oftmals die groͤbſten Mißgriffe. Die Anfertigung derſelben wird nicht nur oft ganz verkehrt ausgeführt und giebt ihnen eine ganz fehlerhafte Conſtruction, V ſondern auch der gewaͤhlte Ort der Anlegung verraͤth eine nur oberflaͤchliche Kenntniß des Wieſenbaues. Wie oft z. B. ſieht man nicht in dem Bache, woraus das Waſſer zur Ent⸗ waͤſſerung genommen wird, eine koſtſpielige Schleuße eingelegt, . deren Anfertigung und Einlegung die Meliporationskoſten, welche gewoͤhnlich auf die cultivirte Flaͤche mit uͤbertragen werden, um das Doppelte erhoͤhen, deren Zweck vielleicht mit groͤßerem Vor⸗ theil ein einfaches Wehr erfuͤllt haͤtte? Oder: ſieht man nicht 163 einit hier und da eine Schleuße, zwar wohlfeil und einfach angefer⸗ änſig tigt, den Hauptzuleitungsgraben verſchließen, an deren Stelle ein rnargt ganz einfacher Stauapparat viel vortheilhafter ſein wuͤrde, denn lvidde es kommen zu einer Zeit, wo wir es nicht vermutheten, noch de aber unerwartete bedeutende Regenguͤſſe, ſie fuͤllen den Graben durch ij et 8s die hereinſtuͤrzenden Fluthen mit einer Menge Waſſer, Laube, Gehoͤlze u. ſ. w., welches letztere ſich an die Schleuße legt und den Durchgang des Waſſers verhindert, es ſchlaͤgt uͤber die Daͤmme, zerreißt dieſelben und verſchlemmt die uͤppig ſtehenden Graͤſer und Kraͤuter, macht Durchbruͤche und bringt uns Scha⸗ den auf vielerlei Wegen; dahingegen der Stau, und wenn er auch geſchloſſen iſt, zu jeder Zeit die andraͤngenden Fluthen, welche unvermuthet eintreten, uͤber ſich wegrollen laͤßt und die 5 Bewaͤſſerung demungeachtet ihren geregelten Gang fort geht. Bei der Anlegung der Wehre, Staue und Schleußen ſind Was? Wie und Woꝛ drei Hauptfragen, welche beim Wie⸗ ſenbau manche Schwierigkeiten hervorrufen, ihnen zu begegnen Veſen⸗ erfordert Kenntniß und Accurateſſe. Hierin beurtheile man den anfer⸗ geſchickten Wieſenbauer! witklich digrife 4) Die Anfertigung und Anlegung verkehrt der Wehre. frucin Vorerinnerungen. iih elne 4 B.§. 114. Ent⸗ Die Wehre haben vor den Schleußen den Vorzug einer groͤ⸗ ngelegt, ßern Dauer und weniger Gefahr, ſo daß ſie, ohne alle Aufſicht, auch welche bei großen Fluthen und Eisgängen, immer ihren Zweck erfuͤllen. en, un Sie werden nur in Fluͤſſen und Baͤchen angelegt, aus wwelchen das m Vor⸗ Waſſer zur Bewaͤſſerung entnommen wird und man bringt ſie ge⸗ nnn uit woͤhnlich, wenn es die Localitäͤt erlaubt, 10 bis 20 Fuß unterhalb 11* 164 des Ableitungsgrabens an, doch mit Beruͤckſichtigung des durch das Wehr erforderlichen Ruͤckſtaues, durch deſſen Hoͤhe auch das nothige Waſſer in denſelben eintritt, damit ſich dieſer oder deſſen Schleuße, wenn das Waſſer Sand mitbringt, nicht ſo leicht zuſaͤndet, ſondern letzterer uͤber das Wehr mit fortgefuͤhrt wird. Die Wehre ſind feſte, unveraͤnderliche Daͤmme aus Steinen oder Holz, und ihre Anlage bedingt ganz die Localitaͤt. Haͤtte man z. B. nothig, jederzeit ein Fuß Waſſer in den Ableitungs⸗ graben eintreten zu laſſen, und die Sohle deſſelben laͤge mit dem gewoͤhnlichen Waſſerſpiegel des Baches im Niveau, ſo muͤßte das Waſſer in dem Bache mindeſtens ein Fuß in die Hoͤhe geſtaut werden. Dies zu bewerkſtelligen muͤßte ein Wehr in den Bach eingebaut werden, welches ein Fuß hoͤher, als deſſen gewoͤhnlicher Waſſerſpiegel waͤre. Nun iſt die Frage: erlaubt es die Localitaͤt immerwaͤhrend, den Waſſerſpiegel des Baches um einen Fuß zu erhoͤhen? d. h. geſtatten es die oberhalb liegenden Nachbarn? denn durch 1 Fuß Aufſtau wird das Waſſer in dem Bache(die Laͤnge von 1 Fuß Gefaͤlle) ins Niveau gebracht, unberuͤckſichtigt der Fluthen, wo vielleicht bisweilen 2—3 Fuß Waſſer uͤberfaͤllt. Geht nun der Bach mit mattem Gefaͤlle und ſind ſeine Ufer niedrig, ſo wird dieſe Ruͤckſtaulaͤnge bedeutend und fuͤr die oberhalb liegenden Ufer⸗Nachbarn nach⸗ theilig ſein. Hat jedoch der Bach viel Gefaͤlle und ſind ſeine Ufer ſteil, ſo wird die Entfernung des Ruͤckſtaues unbedeutend und die ſteilen Ufer jeden Nachtheil fuͤr die obern Uferbeſitzer verhindern; unter letzten Umſtaͤnden iſt die Anlegung eines Wehrs anzurathen, in erſterem Falle jedoch waͤre die Schleuße(§. 119) anzuempfehlen. Da durch die Anlegung des Wehres nur ſo viel Waſſer in den Ableitungsgraben tritt, als die Hoͤhe des Wehres von dem angenommenen Waſſerſpiegel aus betraͤgt, ſo muß die Hoͤhe ——ᷣ—ᷣ—x—————— 165 durch deſſelben ſtets das Maximum der Hoͤhe des erforderlichen Waſ⸗ auch ds ſers in dem Ableitungsgraben betragen, denn nur bei Fluthen der deſſe wird mehr Waſſer in denſelben eintreten, da der Hauptzug ſo leict des Waſſers in den Bach immer nach dem Ueberfall des Wehres at wird. ſtattfindet. Steinen V Die Wehre koͤnnen entweder aus Steinen oder Holz ange⸗ .Hite fertigt werden, ſind Steine vorhanden, ſo ſind dieſe immer vor⸗ litung V zugsweiſe dazu zu verwenden. Doch muß unter beiden Verhaͤlt⸗ mit den niſſen noch im Allgemeinen bemerkt werden, daß, um das Un⸗ müßte terwaſchen und Umſpuͤlen zu verhuͤten, eine ganz beſondere Accu⸗ rateſſe beim Wehrbau obwalten muß, denn bei dem bedeutenden ie Hohe Druck und der Ueberfallshoͤhe bahnt ſich das Waſſer, wenn es den u nur kleine Zwiſchenraͤume findet, ſchnell einen groͤßern Weg und erlaubt durchbricht oder umgeht den nicht vorſichtig unternommenen Bau, Babes und eine Wiederherſtellung iſt oft ſchwieriger und erhal koſtſpieliger, als ein Neubau. d das Gegen das Unterwaſchen ſichert eine dem Baue angemeſſene ſeem Boͤſchung. Stromaufwaͤrts iſt eine 2 bis 3fuͤßige und ſtromabwaͤrts zweilen eine 3 bis 4fuͤßige hinreichend.(Boͤſchung heißt: ſo viel Mal die n Hoͤhe des Wehles von der Mitte deſſelben aus ſtromauf⸗ oder dlan ſtromabwaͤrts in der Sohle des Wehres enthallen iſt) Z. B.: 3 Die Hoͤhe des Wehres betraͤgt 4 Fuß, die Boͤſchung ſtromauf⸗ nr waͤrts ſoll 2fuͤßig ſein, ſo muß die Stelle, von wo aus der 1 3 Wehrbau nach der Hohe deſſelben zu ſteigt, 8 Fuß von der z3 Mitte entfernt ſein. Wehrs .119)„— Waſſet res vol“ ie Hohe 166 Die Boͤſchung ſtromaufwaͤrts ſichert das Wehr gegen den Anſtoß des Waſſers und bezweckt eine allmaͤhlige Hebung des letztern, diejenige ſtromabwaͤrts hindert einen zu ſchnellen Nie⸗ derſturz und die dadurch leicht entſtehende Unterwaſchung. Man giebt den Boͤſchungen die Form einer Cyeloide oder krummen Linie, deren Endung in die Sohle des Baches allmaͤlig uͤbergeht. Das Umſpuͤlen vermeidet man dadurch, daß man mit dem Wehrbau 3 bis 4 Fuß tief in beide Ufer eingeht und da,, wo dieſelben abſchneiden, eine Verklei⸗ dung von Steinen oder Holz ſenkrecht an denſelben anbringt, wodurch dann das Waſſer einen feſten Anſchlag erhaͤlt und nicht in die Ufer eindringen kann. Der Wehrbau muß entweder im Sommer bei kleinem Waſſer, oder was noch beſſer iſt, bei Ab⸗ daͤmmung des Waſſers geſchehen. Wehre von Steinen. §. 115. Man gräͤbt an der Stelle, wo das Wehr angelegt werden ſoll, die Sohle des Baches auf die ganze beſtimmte Laͤnge und Breite des Wehrs 1 bis 2 Fuß tief aus, geht jedoch mit letz⸗ terer einige Fuß tief in die Ufer ein und graͤbt dieſe auf ihre ganze Hoͤhe aus. Man ſchlaͤgt nun in die Mitte, wo der Ueberfall des Wehres angelegt werden ſoll, ein oder zwei Mar⸗ kirpfaͤhle, welche die Hoͤhe deſſelben beſtimmen und fuͤhrt nun zwei Mauern, entweder von Bruch⸗ oder Sandſteinen, recht⸗ winklig durch den Bach auf, deren Hoͤhe ungefaͤhr 8 bis 12“ unter die Hoͤhe der Markirpfaͤhle zu ſtehen kommt. Dieſe Mauern muͤſſen ganz nach der Groͤße des Baches oder des Fluſ— ſes 1 bis 2 Fuß ſtark und parallel 8 bis 12“ von einander entfernt ſein; da wo ſie in die Ufer eingehen, erhoͤht man die— en den ig d en Ni⸗ Nan lloide le des det man beide Verklei⸗ tbringt, d nicht eder in hei A⸗ velden ge und iit lez⸗ uif ihre wo der j Ma⸗ t nun echt⸗ 124 Dieſe Fui⸗ mander an di⸗ 167 ſelben um 1 bis 2 Fuß, welche Hoͤhe von dem Waſſerſtande bei Fluthen beſtimmt wird, damit das Waſſer beim Ueberfallen, wo es die meiſte Kraft aͤußert, nicht in die Ufer einwaͤſcht, ſondern zwiſchen dieſen Mauerkoͤpfen gedraͤngt bleibt. Den Zwiſchenraum der beiden Mauern fuͤlt man durch Lehm oder Sand, mit kleinen Steinen vermengt, aus, und ſtampft bis oben herauf die Maſſe feſt zuſammen. Hierauf verbindet man die beiden Mauern mit einem ſehr flach liegenden Bogen aus Steinen, deſſen Koppe genau die Hoͤhe der Markirpfaͤhle und die aufzuſtauende Waſſerhoͤhe erreicht. Die hoͤhern Mauerkoͤpfe verbindet man jedoch ganz mit einander. Die ausgegrabene Stelle wird nun ſowohl ſtromauf- als ſtromabwaͤrts mit rauhen Steinen ausgefuͤllt, deren Zwi— ſchenraͤume man mit kleinen Steinen auskeilt; hat man dieſe Ausfuͤllung mit der Sohle in gleiche Hoͤhe gebracht, ſo markirt man an den verticalſtehenden ausgegrabenen Uferwaͤnden mit der Schnur oder kleinen eingeſchlagenen Pfaͤhlen die krumme Linie der Boͤſchung und ſetzt nach dieſen Zeichen dieſelbe mit Steinen aus, fuͤttert alle kleine Zwiſchenraͤume mit ausgewaſchenem Sand, in welchem blos noch die reinen Koͤrner enthalten ſein muͤſſen, voll, und uͤbergießt die ganze Flaͤche mit hydrauliſchem Kalk, woraus dann ein foͤrmliches Conglomerat entſteht. Stromauf⸗ waͤrts fuͤhrt man nun an beiden Ufern der Boſchung Mauern als Bekleidung der Ufer auf, welche ſo hoch als die beiden Mauerköpfe ſind und deren aͤußere Flaͤche mit den Seitenufern des Baches abſchneiden muͤſſen. Die Mauern muͤſſen jedoch in dieſelben eingehen und die ausgegrabenen Stellen ziemlich aus— fuͤllen. Stromabwaͤrts, wo auf gleiche Weiſe ſolche Mauern angelegt werden, brauchen dieſelben jedoch nicht, wie ſtromaufwaͤrts, bis an die⸗Endung des Wehres gleich der Waſſerhoͤhe zu ſein, ſondern dieſelbe richtet ſich ganz nach der bei großen Fluthen 168 uͤberſtromenden Waſſerhoͤhe, man giebt ihnen dieſelbe Form, als die der Cycloide der Boͤſchung. Die noch leeren Stellen hinter den Mauern ſtampft man mit Thon oder Lehm aus und bedeckt die Oberflaͤche dieſer Stellen mit Raſen. 7 Seitenanſicht. Boͤſch. Sohle. Boſch. in, als pft mmn e dieſer 169 Wehre von Pfaͤhlen und Gerten. §. 116. Bei kleinen Baͤchen gebraucht man hierzu nur Pfaͤhle und Gerten; ſolche Wehre koͤnnen von jedem Landwirth ſelbſt ange— legt werden; obgleich manche deren Dauerhaftigkeit bezweifeln, ſo ſind mir doch mehrere dergleichen Wehre bekannt, welche ſchon viele Jahre ſtehen und noch in keiner Hinſicht gelitten haben. Ihre Anfertigung geſchieht auf folgende Art: Man graͤbt, wie beim vorhergehenden Wehrbau, an der Stelle, wo daſſelbe hinkommen ſoll, den Ort ſeiner ganzen Laͤnge und Breite nach aus. Man ſchlaͤgt nun da, wo der Ueberfall ſtattfindet, zwei Rei⸗ hen ſtarke Pfaͤhle(wo moͤglich von eichnem Holze) rechtwinklig im Bache ein; dieſelben muͤſſen wenigſtens 6 bis 8 Fuß tief in die Sohle eingehen und ungefähr 1 Fuß von einander entfernt ſtehen, auch mehrere Fuß breit in die Seitenufer reichen. Hier— auf werden ſowohl ſtromauf- als auch ſtromabwaͤrts da, wo die Boſchungen endigen ſollen, ebenfalls quer durch den Bach Pfaͤhle eingerammt, deren Oberflaͤche mit der Sohle abſchneiden, es wird nun, als Lehne der Boͤſchungen, die Schnur von letzteren nach erſteren gezogen und alsdann immer in Entfernungen von 1 Fuß Pfahlreihen eingeſchlagen. Da jedoch oftmals Hinder⸗ niſſe nicht geſtatten, daß alle Pfaͤhle bis zur beſtimmten Tiefe eingeſchlagen werden koͤnnen, ſo werden dieſe nach Beendigung des Baues und der Auflegung der Raſen nach der Schnur abgeſchnit— ten. Sind nun alle Pfaͤhle eingeſchlagen, ſo werden dieſelben mit Weiden-oder fichtenen Gerten gehörig, ſowohl der Laͤnge, als auch der Quere nach, durch einander verflochten. Man fuͤllt alle Zwiſchenraͤume mit Erde aus und um dieſelbe ſowohl, als auch das Geflechte beſtmoͤglichſt feſt zu rammeln, ſchreitet 170 man mit der Ausfuͤllung und Verflechtung immer gleichmaͤßig fort. Iſt dies beendet und hat man damit den Boͤſchungen die erfor⸗ derliche Form gegeben, ſo bedeckt man die ganze Oberflaͤche des Wehres mit Raſen(wo moöglich Rollen) und nagelt dieſelben mit 2 Fuß langen hoͤlzernen Naͤgeln an. Die Grasnarbe der Raſen muß nach Oben zugekehrt ſein. Die Seitenflaͤchen der Ufer rammt man mit Boden feſt und formirt die vorderſte Schicht, welche der Waſſerſpuͤlung ausgeſetzt iſt, mit einer ſenk— recht ſtehenden Lage Raſen, welche man mit dem Ufer innig verbindet. Kann man nach Beendigung den Wehrbau ungefaͤhr 2 bis 3 Wochen ſtehen laſſen, ehe man Waſſer daruͤber fuͤhrt, ſo iſt man mehr gegen Zerſtoͤrungen geſichert. Obgleich nun dieſe Wehre nicht ſo dauerhaft, als jene von Stein ſind, ſo entſprechen ſie doch vollkommen ihrem Zwecke, ſind wohlfeil und leicht her— zuſtellen.. Seitenanſicht. A Grundriß. 2 0 0 2 53424—R—M—öMö pnao——-—— A Cſ. 1—.. Boͤſch. 0ObOO 9 0 00 0 0 90 5 6—0 6e o. o oo o o. 0-00 e 0ͤ85900 890 2 22 9 0 2 0 779 Sohle 85 9 026 20000 00 20 90 0 0 0 5 7 9 O06 929296006G0 0 G6680 o 0 O0 G ☛ 60000000 0 002 699 9 0 0 0094 90 0CBo.———.———⸗—=⸗oehhheee e eX+. 6 20860 8 do 0 8 — 9. 8—— 8 Böſch. B G6. 0o 0=n: 4——0o 4 0 0 1 0 0 fort. effor⸗ ſe des ſelben e der nder derſte ſenk⸗ nnig fäͤhr um, rdieſe rechen her⸗ — — — 171 Vorderanſicht. N S X 18 4— 8 1 f X L— 8—/ Wehre von Zimmerholz. §. 117. Bei groͤßern Baͤchen und Fluͤſſen, wo Steine fehlen und das Wehr von Holz angefertigt werden muß, darf nicht auf dieſe einfache Art gebaut werden, ſondern die Ausfuͤhrung geſchieht mit Zimmerholz und es muß ein foͤrmlicher Roſt geſtoßen werden. Die Ausfuͤhrung des Wehres geſchieht auf folgende Art: Mit der Ausgrabung verfaͤhrt man wie bei vorhergehenden Bauten. Man ſchlaͤgt alsdann an der Stelle, wo die Wehr⸗ hoͤhe oder der Ueberfall zu ſtehen kommt, quer durch den Strom und 2 bis 4 Fuß in die Ufer eine Spundwand von 6 bis 8⁰ ſtarken gezimmerten Pfaͤhlen ein. Bei dieſen Einſchlagungen nimmt man die beiden Eckpfaͤhle zuerſt vor, welche ſodann als Lehne der ganzen Wand dienen; an dieſen beiden Pfaͤhlen bringt man an jeder Seite ein langes Stuͤck Zimmerholz an, welche man mit Klammern verbindet, ſie haben den Zweck, daß alle Pfäͤhle in ein und derſelben Richtung in die Sohle eindringen. Die Schließung der Spundwand muß in der Mitte ſtattfinden, damit die letztern Pfaͤhle, welche eine keilfoͤrmige Geſtalt erhal⸗ ten, die uͤbrigen Pfaͤhle eng zuſammendraͤngen. Die Einſchla⸗ gung aller Pfaͤhle bei dieſem Wehrbau muß mit dem ſogenann⸗ ten Lauframmel geſchehen. 17² Iſt dieſe Spundwand mindeſtens 6 Fuß tief in die Sohle eingeſchlagen, ſo bringt man dieſelbe, entweder durch tieferes Einſchlagen oder durch Abſchneiden, in gleiche Hoͤhe mit derſelben, giebt jedem Pfahl einen Zapfen und legt auf dieſelben die Grund⸗ ſchwelle. Vortheilhaft iſt es, wenn die Zapfen der Endpfaͤhle durch dieſelben hindurch gehen und feſt genagelt werden koͤnnen. Auf dieſe Grundſchwelle kommen(wie die Queranſicht zeigt) 3 oder 4 Saͤulen zu ſtehen, auf welchen der Oberbaum zu ruhen c kommt, deſſen Oberflaͤche abgerundet ſein muß und die Wehrhoͤhe angiebt. Zur Sicherung des ganzen Wehres verbindet man die Saͤulen mit Baͤndern. b Er. 2. ‿ᷓ—- ˖‿⸗m«U‧)ů·-··;— — Grundriß. Nr. 3. V ſ H Stromauf⸗ und ſtromabwaͤrts ſchlaͤgt man an den Seiten⸗ ufern, ſowie auch an den Endungen der Boͤſchungen(ſiehe Grund⸗ b riß), Spundwaͤnde ein, deren Pfaͤhle jedoch nicht ſo tief einzu⸗ b gehen brauchen, als die der Mittelwand; auf alle dieſe kommen Schwellen zu liegen. 173 Nr. 1. Vorderanſicht. Nr. 4. L— M Mittelfronte. Hierauf verbindet man die Mittelfronte nach der Geſtalt der Boͤſchungen, bis an deren Enden, mit ſtarken Staͤben, welche man durch Saͤulen unterſtuͤtzt. Nun fuͤllt man den Kaſten des Wehres mit Lehm, Sand und Steinen vermengt aus, welche man jedoch ſo feſt als moͤglich rammt, beſchlaͤgt alsdann die ganze Oberflaͤche des Wehres mit 4 bis 6“ ſtarken Bohlen. Ich erwaͤhne nochmals, daß der ganze Bau auf beiden Seiten einige Fuß tief in die Ufer eingehen muß. Die Seitenwaͤnde der Ufer bekleidet man ebenfalls mit Bohlen, welche an Saͤulen, die auf den Schwellen der Querwaͤnde angebracht ſind, feſt genagelt, oder was noch beſſer iſt, in dieſelben eingefalzt werden. Die Sohle des Stromes belegt man nach dem Ende der Boͤſchung ſtromabwaͤrts mit großen rauhen Steinen, damit hier das Waſſer einen Anſtoß findet und die Spundwand nicht unter⸗ waͤſcht. B) Stauapparat. Anfertigung und Einlegung deſſelben. §. 118. Stauapparate ſind kleine Wehre, durch welche das Waſſer gehoben und abgelaſſen werden kann, und es ſind dieſelben vorzugs⸗ 174 weiſe beim Wieſenbau anzuwenden. Sie ſind von Holz und werden nur in den Hauptzuleitungsgraben eingelegt. Ihre Anfertigung iſt wohlfeil und in vieler Hinſicht den Schleußen vorzuziehen(§. 113). Denn ſie entſprechen, wie die Wehre, bei Fluthen ohne alle Aufſicht ihrem Zwecke, da ſie zu jeder Zeit, auch wenn ſie geſchloſſen ſind, viel und wenig Waſſer uͤberlaſſen und doch unter dieſen verſchiedenen Umſtaͤnden der Bewaͤſſerung ihren geregelten Fortgang geſtatten. Zur ſpeciellen Erlaͤuterung moͤge die Zeichnung eines ſol⸗ chen Staues dienen, ſie bezeichnet die Vorderanſicht deſſelben. Vorderanſicht. Die Grundſchwelle a iſt ein vierkantiges, 6 bis 8“ ſtar⸗ kes Zimmerholz, 2 bis 3 Fuß breiter, als die Sohle des Grabens, worin der Stau gelegt werden ſoll. b b ſind ſchraͤge Saͤulen, durch Zapfen in die Schwelle a eingelaſſen; die Hoͤhe und Richtung derſelben bedingt das Grabenufer, das Maß wird jedesmal ſo dazu genommen, daß ſie mit ihrer innern Kante mit den Ufern abſchneiden; ſie bekommen daſelbſt einen Falz, in welchem zum Schließen und Oeffnen des Staues 2 oder 3 Breter oder Pfoſten ſich beliebig auf und nieder bewegen laſſen, 1 175 man befeſtigt dieſelben mit kleinen Kettchen an eine der Saͤulen b, damit nicht ungebetene Gaͤſte ſich dieſelben aneignen koͤnnen. An der Schwelle a werden an der Seite, welche ſtrom⸗ abwaͤrts zu liegen kommt, die zwei kleinen Schwellen cc ange⸗ bracht, deren ſowohl ſchraͤge als auch herunterneigende Lage der Graben und deſſen hier gebrochenes Gefaͤlle§. 99 bedingt. Man verbindet die Saͤulen b und Schwellen e durch die Baͤn⸗ der f f. Auf die Schwellen c befeſtigt man eine Verdielung von Bretern und ein auf der hohen Kante ſtehendes Bret g (ſ. Seitenanſicht), um durch letzteres den Anſchlag des Waſſers an das Grabenufer zu verhindern. Auch kann man ſtromaufwaͤrts eine Verdielung anbringen, doch iſt dies nicht noͤthig, da die Sohle des Grabens wagerecht und das Gefaͤlle deſſelben hinter dem Stau gebrochen iſt, ſo uͤbt das Waſſer keinen ſolchen Druck aus, welcher eine Unterwa⸗ ſchung befuͤrchten ließ, eine gute Belegung der Sohle mit Raſen einige Fuß vor demſelben ſichert deſſen Dauer vollkommen. Jedoch hinter der Verdielung d ſichert man die Sohle des Grabens durch Einlegung rauher Steine gern, damit nicht durch den ſchnellen Sturz des Waſſers Auswaſchungen in demſelben entſtehen. Die Breter oder Pfoſten e muͤſſen eine ſolche Hoͤhe haben, daß, wenn ſie geſchloſſen ſind, durch die Aufſtauung das Waſſer in alle oberhalb liegende Schleußen eindringt und dieſe mit ihrer ganzen Oeffnung unter dem Waſſerſpiegel liegen. ————O—ÿ—ÿ—ꝛꝛꝛ———— — 1————— 1 176 be dn V d d Seitenanſicht. V V— Legt man ſo einen Stau ein, welcher jedesmal am Ende V einer dem Hauptgefaͤlle nach horizontal liegenden Wieſenterraſſe im Zuleitungsgraben angebracht wird, ſo graͤbt man in die Ufer V nach der Groͤße der Schwelle a ein und legt den Stau ſo, daß V 7 a mit der Sohle des Grabens und die innern Kanten von b, V. c und f mit dem Ufer deſſelben abſchneiden, fuͤllt dann die aus⸗ V gegrabenen Stellen mit Erde, welche feſt gerammelt wird, aus b 1 und belegt ſowohl einige Fuß ſtromauf- als auch ſtromabwaͤrts in der naͤchſten Umgebung des Staues die Grabenufer mit Raſen. V be a C) Schleußen. Allgemeine Vorerinnerungen. V I §. 119. V Die Schleußen werden beim Wieſenbau in verſchiedenen V b 35 Geſtalten und unter verſchiedenen Groͤßen angewandt. u ¹ In Baͤche oder Fluͤſſe werden nur dann Schleußen einge⸗ b b legt, wenn es die Nachbarn oder andere Verhaͤltniſſe nicht geſtatten, das Waſſer jederzeit zu ſtauen(§. 114), ſie ſind dann V ne in ſolchen Faͤllen anwendbar, denn ſie haben vor den Wehren b den Vorzug, daß man durch ſie das Waſſer zu einer ſehr bedeu⸗ V 1 tenden Hoͤhe anſpannen und ſchnell wieder ablaſſen kann. Ganz dc enen ge⸗ icht ann hten ꝛdeu⸗ Ganz 177 beſonders iſt die Anlegung der Schleußen in Baͤchen dann zu empfehlen, wenn das Waſſer nur periodiſch aufgeſtaut werden darf, der Ableitungsgraben ein Reſervoir fuͤllt und dadurch dieſes in kurzer Zeit vollgeſammelt werden kann; denn ſie geſtat⸗ ten, daß man das ganze Waſſer des Baches in den Ableitungs- graben fuͤhrt und in wenig Tagen einen großen Waſſervorrath erhaͤlt, nachher jedoch wieder, wenn man die Schleuße oͤffnet, dem Waſſer ſeine fruͤhere Hoͤhe giebt und mit den Nachbarn niemals in Colliſion geraͤth. Jeder Ableitungs⸗ oder Hauptzuleitungsgraben muß durch eine Schleuße von dem Bach, Fluſſe u. ſ. w., woraus er das Waſſer entnimmt, getrennt ſein, hier iſt weder Wehr noch Stau anwendbar, denn dieſe Graͤben(wenn ſie nicht Entwaͤſſerungs⸗ graͤben ſind), muͤſſen zuweilen ſo feſt geſchloſſen ſein, daß kein Tropfen Waſſer in dieſelben eintritt und dies kann nur durch die Schleuße hervorgebracht werden. Eben ſo muͤſſen alle Einlaß⸗, Vertical⸗ oder Transportirgraͤ⸗ ben ihr Waſſer durch Schleußen aus dem Hauptzuleitungsgraben erhalten, damit das Wie viel? ganz in der Willkuͤhr des Be— waͤſſerers ſteht. Zu dieſem Zwecke werden zwar von Manchem Breter und Raſen anempfohlen, allein eine zu große Oeconomie hierin bringt oft einige Jahre nachtheilige Folgen fuͤr die Bewaͤſſe⸗ rungsanlage; denn wie leicht reißt nicht das Waſſer, wenn Breter und Raſen die Graͤbchen verſchloſſen haben, eines derſelben nieder, und fuͤr den Schaden haͤtte manche Schleuße gebaut werden koͤnnen. Eine beſondere Accurateſſe erfordert die Einlegung der klei⸗ nen Schleußen(§. 122); wenn ſie nicht genau beobachtet wird, ſo geſchehen leicht Unterwaſchungen, weil ſie gewoͤhnlich mit etwas Gefaͤlle eingelegt werden(§. 104) und das Waſſer als⸗ dann vermoͤge dieſes einen groͤßern Druck ausuͤbt.. 12 178 Die Schleußen kommen in dreierlei Geſtalten beim Wie⸗ ſenbau vor, und zwar: 1) Große Schleußen, welche in Baͤche eingelegt werden. 2) Kleinere Schleußen, womit die Ableitungs⸗ oder Zu⸗ leitungsgraͤben von dem Bache u. ſ. w. getrennt und verſchloſſen werden. 3) Ganz kleine Schleußen, welche das Waſſer aus dem Hauptzuleitungsgraben annehmen und durch die Einlaß⸗ oder Verticalgraͤben auf die Wieſe zur unmittelbaren Bewaͤſſerung fuͤhren. Da in einzelnen vorkommenden Faͤllen die Nothwendigkeit vorhanden ſein koͤnnte, genau zu beſtimmen, wie viel dieſe oder V jene Schleuße pro Secunde Waſſer lieferte, oder eine nach einem V V ——2ꝙ —, 9 — — beſtimmten Waſſerquantum anfertigen zu laſſen, ſo erlaube man mir nur kuͤrzlich folgendes daruͤber zu erwaͤhnen. Den Ausfluß einer Schleuße findet man, wenn man aus V der Hoͤhe ihres Ausfluſſes unter dem Waſſerſpiegel die Quadrat⸗ b wurzel ſucht und dieſe mit 5, 4 multiplicirt, woraus ſich die b 4 Velocitaͤt pro Secunde ergiebt; dieſe mit der Flaͤche(Area) ihrer 6 Oeffnung wieder multiplicirt, giebt den Waſſer⸗Ausfluß: z. B. i eine Schleuße habe 4 Fuß unter der Oberflaͤche des Waſſers 6 ihren Ausfluß, ihre Hoͤhe betraͤgt 4 Fuß und ihre Breite 2 Fuß. „ 2Va= 2 2 5, 4 10, 8(4*˖ 2)= 86, 4, b 10, 8 iſt die Velocitaͤt pro Secunde und 86, 4 Cubikfuß Waſ⸗ ſer Ausfluß pro Secunde. Oder es ſoll eine Schleuße ange⸗ fertigt werden, welche eine gewiſſe Quantitaͤt Waſſer pro Se⸗ 1 g cunde liefert. Dies zu finden, muß die Hoͤhe des Ausfluſſes ſ derſelben bekannt ſein, man zieht ebenfalls die Quadratwurzel aus der Hoͤhe, multiplicirt mit dieſer 5, 4, dividirt mit der V 3 gefundenen Zahl in das beſtimmte Waſſerquantum, wodurch man g) 1 4 die Oeffnungsflaͤche der Schleuße erhaͤlt, z. B.: n Wie⸗ verden. der Zu⸗ unt und nus dem Einlaß⸗ elbaren wigkeit eſe oder jeinem he man m aus 1d rat 7 h die nit der ch man 179 Es werden 86, 4 Cubikfuß Waſſer pro Secunde verlangt, die Schleuße ſoll ihren Ausfluß 4 Fuß unter der Oberflaͤche des Waſſers eihan lten. 2Wa= 2 5,4— 10, 8 in 86, 4= 8 7 Querprofil der anzufertigenden Schleuße. Schleußen, welche in Baͤchen angebracht werden. §. 120. Anfertigung dieſer Schleußen geſchieht auf folgende — Art: Man ſtoͤßt an der Stelle, wo die Schleuße eingelegt werden ſoll, eine Spundwand von Pfoſten oder Bohlen rechtwinklig in die Sohle des Baches, mindeſtens 4 Fuß in dieſelbe. Dieſe Spundwand geht, wie beim Wehrbau, einige Fuß tief in die Ufer, und muß mit beſonderer Accurateſſe, um das Unterwaſchen der Schleuße zu verhuͤten, eingerammt werden. Auf dieſe kommt nun die Grundſchwelle zu liegen; kann man jede Pfoſte oder Bohle durch einen Zapfen mit derſelben in Verband bringen, ſo iſt es deſto beſſer, jedenfalls aber muͤſſen die am Ende ſtehenden mittelſt Beefen in die Grundſchwelle eingelaſſen und vernagelt werden. Letzter 3 e kommt ſo zu liegen, daß ihre Oberflaͤche hoͤchſtens 2 Zoll uͤber die Sohle des Bachs hervorragt. Auf dieſe kommen nun Saͤu⸗ len zu ſtehen und zwar, ganz nach der Groͤße des Baches, 3 oder mehrere, nie duͤrfen dieſelben weiter als 4 bis 6 Fuß von einander entfernt ſtehen, damit der horizontale Druck des Waſſers keine zu große Gewalt auf die Schuͤtze ausuͤbt(§. 125), ſich dieſe leicht aufziehen laſſen und die ganze Schleuße dem Drucke leichter widerſteht. Die Hoͤhe der Saͤulen bedingt die Tiefe des Baches, man macht dieſelben gern nach dem Verhaͤlt⸗ niß, daß nothigenfalls die Schuͤtze ganz uͤber den Waſſerſpiegel herausgehoben werden koͤnnen. Man verbindet nun die Saͤulen 12* 180 oben mit einem Querbaum durch Zapfen und es erhalten die— ſelben an der innern Seite einen Falz, in welchem die Schuͤtze auf und abgehen, oder was beſſer iſt, 2 Latten auf jeder Seite, welche die Schuͤtze halten, damit man, wenn irgend einer der⸗ ſelben defect wird, denſelben vermittelſt Hinwegnehmung der Latten ganz herausnehmen kann, ohne den Querbaum abzu⸗ heben. b An der Grundſchwelle werden, ſowohl ſtromauf- als auch ſtromabwaͤrts, nach der Breite des Baches drei oder mehrere Querſchwellen durch Zapfen befeſtigt, von denen die beiden aͤußerſten an dem Ufer gelegenen wo moͤglich auch auf die Spundwand zu ruhen kommen. Von den Schwellen, die ſtrom⸗ abwaͤrts liegen, erhalten die Saͤulen jede eine Strebe, welche durch Zapfen an beide befeſtigt werden, ſie muͤſſen ſtark und. von gutem Holze angefertigt ſein, denn ſie halten die ganze Schleuße und muͤſſen fuͤr den Waſſerdruck Gegendruck leiſten. Stromaufwaͤrts giebt man blos den beiden Endſaͤulen ſolche Streben. Nun bedeckt man die Vorder⸗ und Hinterſchwellen mit Pfo⸗ ſten oder Bretern, welche geſpundet und mit hoͤlzernen Naͤgeln an die Schwellen befeſtigt werden. Die Schuͤtze, welche die erforderliche Stauhoͤhe erhalten, werden aus Pfoſten oder Bre⸗ tern angefertigt und mit eingeſchobenen Baͤndern verſehen, mit Huͤlfe zweier Ketten und einer Walze, welche zwiſchen jeden 2 Saͤulen angebracht ſind, in die Hoͤhe gewunden. Die Sei— tenufer bekleidet man wie beim Wehrbau mit Pfoſten oder Boh⸗ len, die Saͤulen, welche dieſelben halten, werden wie dort in die Endſchwellen durch Zapfen befeſtigt. Man verbindet die Bekleidung mit der Verdielung durch einen Spund, und zwar ſo, daß die Endſchwelle den Falz und die erſte Pfoſte oder Bohle den Spund erhaͤlt. V 181 ten die—— e 3 Seitenanſicht. üe l er Sei V iner der⸗ ung der n ä — als auch E nehrer 1 e beiden A auf die ie ſtrona welle Grundriß. ark und 8 U e ganze leiſten. ſolche Nagenn 1 Ache de Anſicht von Vorne. Dder Bre⸗—— hen, mit en jeden ie Sei⸗ Boh⸗ V dort in V g dorch jalz und — — —-õ—— 5 —ÿ—ÿ—x—xxꝛ—— 182² Kleinere Schleußen, welche in den Ableitungs⸗ oder Hauptzuleitungsgraben eingelegt werden. §. 121. Die Anfertigung und Einlegung dieſer Schleußen kommt beim Wieſenbau ſehr haͤufig vor; dieſelben anzulegen iſt das Werk des Wieſenbauers, er verlaſſe ſich dabei ja nicht auf practiſche Zimmerleute, dieſe nehmen die Sache nicht genau genug. Ueberhaupt bei Einlegung der Schleußen ſei der Rieſelwirth jedesmal ſelbſt dabei! es kommt beim Wieſenbau zu viel darauf an, wie dabei manipulirt wird, uner⸗ ſetzlichen Schaden bringt oftmals eine oberflaͤchliche Ausfuͤhrung; man denke nur, wenn z. B. kurze Zeit vor der Heuernte eine ſolche Schleuße unterwaſchen wird und mit verheerender Macht ſich ein Strom Waſſer auf unſere in ſchoͤnſter Pracht ſtehenden Wieſen ergießt? Welcher Jammer, wenn man Schuld an ſol— chen Verheerungen iſt! Ich ſpreche aus Erfahrung, meine freund⸗ lichen Leſer, man ſorge ja in der Zeit gegen ſolche Faͤlle. Ehe ich zur wirklichen Ausfuͤhrung dieſes Schleußenbaues uͤbergehe, erlaube man mir nachfolgende Vorerinnerung. Soll eine Schleuße das Waſſer aus dem Bache u. ſ. w. entnehmen und in den Hauptzuleitungsgraben fuͤhren, ſo lege man die Grundſchwelle a, worauf die Schleuße zu ſtehen kommt, in der Entfernung von dem Bache u. ſ. w., daß die Seitenſchwellen c mit ihrer Endung und ſomit die Vorderdielung und Beklei⸗ dung der Ufer des Grabens mit dem des Baches abſchneidet, wodurch jede Umſpuͤlung vermieden wird. Scheut man die Koſten nicht, ſo iſt es noch vortheilhafter, wenn man die Ufer des Baches da, wo der Graben einmündet, 4 bis 6 Fuß breit ebenfalls mit einer Bekleidung verſieht, es verrichten dies Pfoſten. 183 Iſt nun die Stelle ausgemittelt, wo die Grundſchwelle 8⸗ Ode der Schleuße zu liegen kommt, ſo rammt man eine Spundwand quer durch den Graben und legt erſtere dann auf, mit Beruͤck⸗ ſichtigung des im§. 120 Geſagten. Nun verbindet man mit a tonm der Grundſchwelle Seitenſchwellen zur Befeſtigung der Dielung, wi das welche ganz wie beim vorhergehenden Schleußenbau ausgefuͤhrt nicht auf wird. Auf die Grundſchwelle a ſetzt man die beiden Saͤulen e e u gellug. und verbindet dieſe mit dem Oberbaume d, durch welchen in der ſei der Mitte ein laͤnglich⸗viereckiges Loch zum Durchgehen des Schutz⸗ dt bein armes angebracht ſein muß. Die Saͤulen ege werden auf den d, uner⸗ Seitenflaͤchen, ſowohl ſtromauf- als auch ſtromabwaͤrts, mit führung; Falzen verſehen, worin die Uferbekleidung angebracht wird. Die ni ie uͤbrige Einrichtung iſt ganz wie bei der vorerwaͤhnten groͤßern r Mcht. Schleuße, nur daß der Schutz nicht wie dort mit Kette und lehenden Walze, ſondern durch den angebrachten Arm f, welcher mit an ſol⸗ Löchern verſehen ſein muß, und durch den Oberbaum d hindurch freund⸗ geht, mit Huͤlfe einer kleinen Kette und eines Baumes gehoben und niedergelaſſen wird. enbaues Koch muß ich hier eine Kleinigkeit in Erwaͤhnung bringen, g. Söl welche doch manchmal bedeutenden Einfluß auf das Ganze aus⸗ ntnehmen uͤbt. Die geoͤffneten Schleußen findet man meiſtens mit einem man de hölzernen Nagel verſehen, welcher durch eines der Armloͤcher hin— t in dr V durch geſteckt und auf den Oberbaum aufgelegt, den Schutz haͤlt. ſihwelle V Da nun hierdurch dem ſchadenfrohen Nachbar oder dem Hirten Veklei⸗ auf der nachbarlichen Weide ein ſehr einfaches Mittel gegeben neidet, V iſt, eine große Stoͤrung in der Bewaͤſſerung durch das bloße V Herausziehen dieſes Nagels zu verurſachen, ſo habe ich, um ihafter V dies zu verhindern, an allen ſolchen Schleußen in den Ober— tündet V baum, da wo der Nagel hindurch geſteckt wurde, an der einen Seite eine eiſerne Schraubenmutter feſt anbringen laſſen, und eine eiſerne Schraube, welche an dem vierkantigen Kopfe mit Huͤlfe ſieht,& 184 eines Schraubenſchlüſſels feſt und los gedreht wurde, vertrat die Stelle des hoͤlzernen Nagels, hierdurch war ich allen dergleichen Unannehmlichkeiten uͤberhoben. Bei dieſer Vorrichtung laſſe man aber ja die Schrauben⸗ mutter feſt in dem Oberbaum anbringen, damit man blos die Schraube los zu drehen hat; denn wie oft muß nicht bei kalten Tagen die Schleuße geoͤffnet oder geſchloſſen werden, die Haͤnde des Rieſelwirths ſind oftmals kaum im Stande, vor Erſtarrung die Schraube heraus zu bringen und feſt zu halten, viel weni⸗ ger denn die kleine Mutter; man glaube mir, manche wird ins Waſſer fallen. Seitenanſicht. Vorderanſicht. B. N —, 11 ʒʒ Grundriß. Nv V 3 ℳ rat die glhen rauben⸗ los die jkalten Haͤnde crrung weni⸗ d ins L 185 Ganz kleine Schleußen, welche das Waſſer aus dem Hauptzuleitungsgraben entnehmen und unmittelbar auf die Wieſe fuͤhren. §. 122. Dieſe Art Schleußen kommen beim Wieſenbau am haͤufig— ſten vor, ihre Anfertigung iſt einfach und kann von jedem Zim⸗ mermanne ausgefuͤhrt werden. Die Groͤße derſelben bedingt ganz die Flaͤche, welche ſie mit Waſſer zu verſorgen haben, da jedoch aller 5 Ruthen eine derſelben angebracht ſein muß, ſo iſt eine Hoͤhe und Breite von 4 bis 6“ jedenfalls hinreichend, ihren Zweck zu erfuͤllen; diejenigen, welche das Waſſer in einen Ver⸗ ticalgraben ausmuͤnden, muͤſſen bisweilen 2“ groͤßer ſein. Man verfertigt dieſelben aus fichtenen oder kiefernen Pfo⸗ ſten, ſie beſtehen aus dem Schleußenkopf und der Rinne, die Hoͤhe des erſteren bedingt die Hoͤhe des Grabenufers und die Laͤnge der letztern der Damm, welcher den Hauptzuleitungs⸗ graben vom Vertheilungsgraben trennt. Die Decke des Kopfes, welche mit dem Ufer abſchneidet, wird in ſchraͤger Richtung nach der Rinne zu aufgeſchlagen, damit alles Schnee⸗ und Regen⸗ waſſer von derſelben ablaͤuft. Den Griff des Schutzes laͤßt man gern durch die Kopfdecke durchgehen, damit man entweder durch einen kleinen hoͤlzernen Nagel oder Keil den aufgezogenen Schutz oben erhaͤlt. Da, wo die Schleuße die Stelle des Einlaßgrabens ver⸗ tritt und nach§. 104 Gefaͤlle erhalten muß, legt man dieſelbe etwas ſchraͤg, damit dadurch das erforderliche Gefaͤlle bezweckt wird. Liegt die Sohle des Hauptzuleitungsgrabens bedeutend hoͤher, als die zu bewaͤſſernde Flaͤche, und kann man dieſes Ge⸗ faͤlle durch die Schraͤglegung der Schleuße nicht hervorbringen, ſo formirt man den Kopf derſelben um ſo viel hoͤher, und macht 186 zwiſchen Kopf und Rinne eine ſogenannte Schleußenkam⸗ mer(Fig. B.), welche vorne mit Bretern bis zu der Hoͤhe der Grabenſohle zugeſchlagen iſt und auf dieſen alsdann der Schutz zu ſtehen kommt, wo dann bei Oeffnung deſſelben das Waſſer herunter in die Kammer ſtuͤrzt und in die Rinne uͤbergeht. In allen ſolchen Faͤllen muß der Sturz des Waſſers in der Schleuße niemals hinter derſelben ſtattfin⸗ den, indem ſonſt zu große Auswaſchungen vorkommen wuͤrden. Sollte jedoch, was in einzelnen Faͤllen ſtattfinden kann, der Sturz des Waſſers hinter der Schleuße nicht zu vermeiden ſein, ſo bringt man hinter derſelben einen Schutz oder halb offene Rinne an, auf welcher das Waſſer den Sturz ausuͤbt und dann einige Fuß fortrollt, damit es erſt die Druckkraft verliert, ehe es in den Graben eingeht. Legt man eine Schleuße ein, ſo graͤbt man den Damm durch, und zwar macht man die Ausgrabung groͤßer, als die Breite der Schleuße betraͤgt, ebnet die Sohle der ausgegrabenen Stelle und belegt dieſelbe vorn und hinten mit Raſen, ſo, daß die Narbe oben iſt; zwiſchen denſelben fuͤllt man den Raum mit Erde aus und legt die Schleuße darauf, doch ſo, daß ihre Ein⸗ muͤndung ungefaͤhr 2“ hoͤher, als die Grabenſohle des Haupt⸗ zuleitungsgrabens, ihre Ausmuͤndung mit der Grabenſohle des Vertheilungsgrabens wagerecht liegt; man ſetzt nun ſowohl vorne als hinten an beiden Seiten Raſen feſt an und rammelt den Zwiſchenraum mit Erde aus. Die eingelegten Raſen ſchneidet man mit dem Spaten nach der Form des Grabenufers ſchraͤg ab. Stromaufwaͤrts bricht man dieſelben ſtumpfwinkelig nach der Muͤndung der Schleuße zu ab, damit das im Zuleitungs⸗ graben ſtroͤmende Waſſer ſich nach der Oeffnung der Schleuße zudraͤngt. kam⸗— he der 2, d Schu 1 V — Vafer““ ——— l. In B. iſſers ttfin⸗ ürden. „ det ſän, V ofene——— dam :, ehe Berechnung des horizontalen Waſſerdrucks auf den Damm Schutz einer Schleuße. 2u. 5 die§. 123. eenen Obgleich ſolche hydroſtatiſche Berechnungen nur ſelten bei doß der practiſchen Ausfuͤhrung des Wieſenbaues vorkommen, ſo n wü treten doch auch, beſonders bei großen Meliorationen, Faͤlle ein, eEi⸗ wo deren Kenntniß nöthig iſt, um eine Vorrichtung darnach zu Haupe realiſiren, und es iſt im Allgemeinen doch fuͤr den Wieſenbauer hle des von Wichtigkeit, ſich in vorkommenden Faͤllen helfen zu koͤnnen. vorme Es gilt nun hier der Lehrſatz: eit dr„Der Seitendruck, welchen das Waſſer auf eine grebde vertical ſtehende Wand in Geſtalt eines Rectanguls her⸗ ſbrag vor bringt, wird gefunden, wenn man den im Fußmaß nach ausgedruͤckten Inhalt der Flaͤche mit der Tiefe ihres ungs⸗ Schwerpunktes unter dem Waſſerſpiegel und dem Ge⸗ (oi wichte eines Cubikfußes Waſſer multiplicirt.“ hleuße Z. B. das Schutzbret einer Schleuße in Geſtalt eines Rectan⸗ guls, deſſen Breite 6 Fuß und die geſchuͤtzte Waſſerhoͤhe 4 Fuß 188 iſt, das Gewicht eines Cubikfußes Waſſer zu 50 Pfund ange⸗ nommen, muß— wie viel Seitendruck aushalten? Die Breite A B= 6“, die geſchuͤtzte Waſſerhoͤhe B C = 4“, der Schwerpunkt M= 1˙, B C= 2. Ein Cubik⸗ fuß Waſſer h= 50 Pfund. AB2 B C) Mh. 6* 4= 24* 2= 48 ᷑ 50= 2400 Pfund. D) Siehle. §. 124. So nennt man beim Wieſenbau diejenigen Vorrichtungen, welche das Waſſer entweder unter einem hoͤher liegenden Gra⸗ ben hindurch, oder uͤber einen tiefer liegenden hinweg leiten. Iſt der untere Graben groͤßer als der obere, ſo muß der letztere ſein Waſſer in einer Siehle uͤber erſteren hinweg fuͤhren, iſt jedoch der obere groͤßer als der untere, ſo leitet der letztere mit Huͤlfe der Siehle das Waſſer unter erſterem hinweg. Im erſteren Falle beſteht die Siehle blos aus einer ſtarken, geſpuͤndeten, dreiſeitigen Rinne aus Pfoſten oder Bohlen, und muß zur Sicherung, nach ihrer Laͤnge und Breite, ein oder zwei Joche erhalten, damit ſich die Seitenwaͤnde nicht ziehen koͤnnen und das Waſſer durch die dadurch entſtehenden Spalten auslaͤuft. — ) S V X Im zweiten Falle iſt die Siehle eine ganz einfache vierſei⸗ tige Rinne, ebenfalls aus Pfoſten oder Bohlen, muß jedoch, da ſie nur bei Entwaͤſſerungsgraͤben vorkommen kann, eher zu groß als zu klein ſein und mit etwas Gefaͤlle eingelegt werden. 189 ange⸗ Die Einlegung der Siehlen iſt ſo einfach, daß es hier keiner Erwaͤhnung weiter bedarf. Nur bei letzteren muß bemerkt wer⸗ 230 den, daß wenn eine dergleichen eingelegt wird, man den daruͤber Cubif hingehenden Graben abdaͤmmen und die Stelle, wo die Einle⸗ gung ſtattfinden ſoll, durchgraben muß, damit die Seitenumge⸗ bungen der Siehle feſt gerammelt und mit Raſen ausgeſetzt werden koͤnnen. Zur Hervorbringung einer groͤßern Dauer uͤberſtreicht man die Schleußen und Siehlen mit Theer. ungen, En Siebenter Abſchnitt. leiten tztere Fpoch Koſtenaufwand aller vorkommenden Arbeiten beim ulfe geſammten Wieſenbau. Noͤthige Vorbemerkungen. idd§. 125. und zwei Wir haben nun bisher ſaͤmmtliche beim Wieſenbau vorkommende fennen Arbeiten kennen gelernt und geſehen, auf welche Art dieſelben glaͤuft. ausgefuͤhrt werden, es muß im Intereſſe eines Jeden hauptſäͤch⸗ lich liegen, auch den Koſtenaufwand derſelben naͤher zu erfah⸗ = ren, um darnach nicht nur im Ganzen zu beurtheilen, wie viel eine ſolche Melioration koſten moͤge, ſondern auch waͤhrend der Ausfuͤhrung ſelbſt den Arbeiter in jeder einzelnen vorkommenden Arbeit begutachten zu koͤnnen. bis⸗ Manche ſchoͤne Wieſenmelioration unterbleibt, die vielleicht 4 mit wenig Koſtenaufwand ausgefuͤhrt werden koͤnnte; und her; warum? Weil der Unternehmer in die Haͤnde eines arroganten, verden. 190 unreellen Wieſenbauers faͤllt, welcher die Anforderungen zu hoch ſtellt, in der Meinung, die Sache werde nur von ihm allein verſtanden und kein Anderer koͤnne die Arbeit beurtheilen. Durch ſolche Leute, die nur hier und da bei den reichern Gutsbeſitzern Anlagen realiſiren, verliert dieſe ſo wichtige Culturmethode und wird unter ſolchen Umſtaͤnden nie zum Hebel der Landwirth⸗ ſchaft werden. Auch der aͤrmere Landwirth muß damit bekannt ſein, es muß ihm Gelegenheit gegeben werden, die Sache zu beurtheilen und das fuͤr ſich Paſſende auszuwaͤhlen, damit nicht der Einzelne, ſondern Alle, die nicht am alten Schlendrian hän⸗ gen, Vortheil davon ziehen. Ehe ich jedoch zur ſpeciellen Ueberſicht der Koſten uͤbergehe, muß ich nochmals, wie ſchon im§. 15 in der Anmerkung erwaͤhnt wurde, erinnern, daß alle Ruthen und Fuße nach rheinlaͤndi⸗ ſchem Maße angegeben ſind und der Morgen zu 180 DRuthen = 18,000 ◻Fuß angenommen iſt. Um doch, da dieſe Flaͤchenmaße nicht in jedem Lande be⸗ kannt ſind, ſich uͤberall darnach richten zu koͤnnen, habe ich die Maße einiger Laͤnder nach Pariſer ◻Fuß angegeben und den Magd. Morgen à 1,000 angenommen, wonach man dann leicht das landesuͤbliche Maß gegen das rheinlaͤndiſche vergleichen kann. pro ◻Fuß. Prens. Morgen. Baden, Morgen= 34,115= 1, 400 Bayern, Morgen, Juchart= 32,290= 1,3345 Frankreich, Hectare— 94,768= 3, 916 Großbritannien, Acre— 388,341= 1, 881 Hannover, Morgen= 24,650= 1, 02 Heſſen(Chur⸗), Acker=— 21,507= 0, 8 Heſſen(Großherz.), Morgen= 23,690= 0,9091 Oeſterreich, Joch= 54,542 2, 25 Preußen, Morgen 180 Rth.= 24,196= 1, 000 — rthode virh⸗ kanm he zu nicht haͤn⸗ 191 pro◻Fuß. Preuß. Morgen. eind Deſaͤtine= 103,622= 4, 11 Sachſen, Acker 300 QRth.— 52,247— 2, 159 Vrneneh Morgen= 29,868= 1,2344 Alle Arbeitstage ſind in den naͤchſtfolgenden§§. zu 10 Ar⸗ beitsſtunden angenommen. A) Koſtenveranſchlagung einer Wieſenanlage im Kunſtbau, ſei es Hang⸗ oder Rückenbau. §. 126. Soll eine Melioration dieſer Art unternommen werden, ſo iſt die Hauptfrage, wie hoch ſteht der uͤbliche Lohn, welcher einem guten Arbeiter taͤglich gegeben wird? Hiernach kann nur der Aufwand pro Morgen beſtimmt werden. Iſt nun das Terrain mit Holz oder Geſtruͤppe beſtanden, erfordert es deshalb Rodungen, oder hat man mit Felſen zu kaͤmpfen und ſind dieſelben nur vermittelſt Sprengungen zu be⸗ ſeitigen, oder iſt es ein lettenartiger, mit großen und kleinen Steinen vermengter Boden, oder durchſchlaͤngelt ein tiefes Bach⸗ bett das Terrain, welches zugeſchuͤttet werden ſoll, oder muß es an einzelnen Stellen 3 bis 4 Fuß Ab⸗ oder Auftrag erhalten, ſo rechnet man mit Einſchluß aller Graben⸗ und Dammarbeiten, ausgenommen des Wehr⸗ und Schleußenbaues pro Mann taͤg⸗ lich ½ Ruthe. Gebe man nun dem Arbeiter pro Tag 6 gGr. oder 7 ½ Sgr., ſo kaͤme der Magdeburger Morgen= 180 QRthn. — 90 Thlr. Doch iſt dieſer Koſtenaufwand nur unter den allerunguͤn⸗ ſtigſten Verhaͤltniſſen anzunehmen, und treten nicht alle dieſe Schwierigkeiten in den Weg, ſo kann man mit Gewißheit pro 192² Mann taͤglich ½ ◻ Rthn. veranſchlagen, deshalb wuͤrde bei obigem Tagelohn der Magdeburger Morgen 60 Thlr. koſten. Iſt das Terrain guͤnſtiger, d. h. kommen nur einzelne bedeutende Auf- und Abtragungen vor, giebt es nur mitunter Holzrodungen, iſt im Ganzen die Flaͤche ziemlich eben, ſo muß der Arbeiter pro Tag 1 ⸗Rthe. fertig liefern, der Magdeb. Morgen deshalb 45 Thlr. zu ſtehen kommen. Hat man eine Flaͤche, welche nur wenig Unebenheiten hat, ſo daß die Arbeiten meiſt mit der Spatenſchippe ohne bedeutende Trans⸗ porte ausgefuͤhrt werden koͤnnen, ſo liefert der Mann pro Tag 1 ½ Ruthe mit Inbegriff aller ſonſtigen Arbeiten, und der Magd. Morgen kommt bei gedachtem Tagelohn auf 30 Thlr. Meliora⸗ tionsaufwand. Dies moͤchte nun bei obigem Tagelohn als das Minimum anzuſetzen ſein, welches unter den guͤnſtigſten Umſtaͤnden je ein Morgen Kunſt— wieſe koſten wuͤrde. Es muß jedoch noch bemerkt werden, daß es vortheilhafter iſt, auf eine Flaͤche, welche Unland war, und deren Ertrag unter Null ſtand, lieber als Meliorationscapital 70 Thlr. zu ver⸗ wenden, als auf eine fruͤher ſchon ergiebige Wieſe 30 Thlr. Feſt bleibt der Grundſatz:„daß je ſchlechter der fruͤhere Ertrag der Flaͤche, deſto wohlfeiler die Melioration, je hoͤher der fruͤhere Ertrag, deſto theuerer dieſelbe.“ Hat man eine alte Hutung oder trockene Heideberge, welche in keiner Hinſicht dem Beſitzer einen Ertrag brachten, und es geſtatten die Verhaͤltniſſe, hier eine Kunſtbewaͤſſerung anzulegen, ſo i*ſt doch ſicher darauf zu rechnen, daß man im dritten Jahre 40 Ctr. des ſchoͤnſten Heues pro Morgen ernten wird. Welche Zinſen wird man unter ſolchen Umſtaͤnden erhalten! und wie ſchnell wird der darauf verwendete Fonds wieder gewonnen ſein? Dahingegen eine Wieſe, welche fruͤher 30 Ctr. ohne Kunſt⸗ — — nnuß godeb. ſat, ſo rans⸗ Tag Nadd. liora⸗ lohn uter inſt⸗ after trag er⸗ bleibt etrag e, ſe elbe. welch d es pen, ſo 0Ctr. zinſen ſchnel ſein⸗ Kunſt 193 bewaͤſſerung pro Morgen gewaͤhrte, wird laͤngere Zeit beduͤrfen, das darauf geopferte Meliorationscapital wieder zu bringen und mag auch daſſelbe nicht eine ſolche Hoͤhe erſteigen, ſo kann doch niemals, wie vielleicht Mancher irrig glaubt, in letzterm Falle in demſelben Verhaͤltniß als in erſterm die Bodenrente durch Bewaͤſſerung geſteigert werden; deshalb wer Anlegung von Bewaͤſſerungswieſen beabſichtigt, fange bei den ſchlech⸗ teſten Wieſen an. B) Koſtenveranſchlagung einer Melioration durch natürliche Bewäſſerung. §. 127. Hier gilt es einer andern Hauptfrage, als im vorhergehenden Paragraph; obgleich hier, wie bei allen landwirthſchaftlichen Arbeiten, das Tagelohn einen Hauptgegenſtand des mehr oder we⸗ niger Betrags der Koſten ausmacht, ſo kann doch weniger Ruͤck⸗ ſicht darauf genommen werden, weil ſich bei dieſem Bau die meiſten einzelnen Arbeiten nach den nachfolgenden§§. an die Arbeiter veraccordiren laſſen, beſonders wenn die noch zu erwaͤhnende Hauptfrage nicht beruͤckſichtigt zu werden braucht: Ob naͤmlich theilweis Planirarbeiten, d. h. bedeutende Ab⸗ und Auftragungen noͤthig ſind? Nie duͤrfen beim natuͤrlichen Wieſenbau die Planirarbeiten pro ORuthe hoͤher, als 1 ½ gGr. zu ſtehen kommen, oder der Mann taͤglich weniger als 4 ½ ORuthen anfertigen, wornach bei 6 gGr. Tagelohn der Magd. Morgen 10 Thlr. koſtet. Betraͤgt der Aufwand der Planirarbeit mehr als 10 Thlr., ſo iſt es vortheilhafter, kunſtgerecht zu bauen, weil dann durchs doppelte Anlagecapital mindeſtens dreifache Zinſen erwachſen. 13 194 Sind nur ſtellenweis Planirungen auszufuͤhren, ſo kann der Morgen mit Anlegung der beuferten Grippen und uͤbrigen Rinnen fuͤr 4 bis 6 Thlr. vollkommen hergeſtellt werden. Sind jedoch gar keine Planirarbeiten erforderlich und be⸗ ſteht die Melioration blos in Anlegung der Grippen und Rin⸗ nen, ſo iſt dieſe Arbeit niemals hoͤher als 2 Thlr. pro Mor⸗ gen zu veranſchlagen. Ich muß jedoch bemerken, daß in dieſen drei Faͤllen das Gerippe der Bewaͤſſerung nicht in Anſchlag gebracht worden iſt, dies beſteht nur in Anfertigung von Graͤ⸗ ben und Daͤmmen und laͤßt ſich am einfachſten nach§. 135 und 136 beſtimmen. Doch mit Einſchluß dieſes letztern darf der Koſtenbetrag pro Morgen in keinem Falle beim natuͤrlichen Wieſenbau 15 Thlr. uͤberſteigen und wird eben ſo wenig auch unter den guͤnſtigſten Umſtaͤnden unter 2 Thlr. ausfuͤhrbar ſein. C) Planirarbeiten. Ausgleichung des Bodens ohne Schnur. §. 128. Obgleich dieſe Arbeit nicht zur eigentlichen Planirung gezaͤhlt werden kann, ſo ſtelle ich doch dieſelbe mit in dieſe Claſſe, da ſie der wirklichen Planirarbeit mit der Schnur vorangehen muß. Es iſt die Arbeit des§. 75 und 95 und kann am vortheilhaf⸗ teſten nach Cubiſchem Inhalt berechnet und an die Arbeiter ver⸗ accordirt werden. Eine groͤßere Entfernung als 20 Ruthen das Material zu transportiren, darf beim Wieſenbau nicht vorkom⸗ men, nur unter ganz beſondern Umſtaͤnden duͤrfte ein weiterer Transport ſtattfinden, z. B. wenn eine obere Flaͤche bewaͤſſert werden ſoll, wo nur unter der Bedingung einer Niederlegung dieſelbe ausgefuͤhrt werden kann und der Abtrag uͤber 20 Ruthen cann ügen be⸗ Rin⸗ Mor⸗ dieſen ſchlag gri⸗ 135 ezählt e, da muß. eilhaf⸗ vel⸗ das rkom⸗ eiterer vaͤſſer legung Ruthen 195 weit anzubringen iſt. Solche Faͤlle koͤnnten jedoch nur blos aus Liebhaberei vorkommen, finden ſie außerdem ſtatt, ſo hat der Wieſenbauer ſchlecht berechnet und die Schuld des groͤ⸗ ßern Koſtenbetrags liegt an ihm. Um nun bei dieſer Arbeit einem ſichern Maßſtabe zu folgen, werde ich meine daruͤber an⸗ geſtellten Verſuche und Erfahrungen und den darnach berechneten Koſtenaufwand, nebſt dem Verfahren, auf welche Art man am leichteſten den Abtrag berechnen kann, mittheilen. Ich erwaͤhne dabei noch, daß hier nie Ruͤckſicht auf den Auftrag, welcher mit dieſem Boden bewerkſtelligt werden ſoll, genommen wird. Auf 15 Mann, welche den Boden mit der Handkarre hinweg fahren, wird 1 Mann zum Cbenen deſſelben gerechnet, welcher jedoch mit in die Maſſe gezaͤhlt wird und deſſen Tagelohn die Uebrigen mit tragen muͤſſen. Eben ſo kann auch nicht die Ver⸗ aͤnderung des Volumens der Erde§. 75 beruͤckſichtigt werden, der Accord iſt blos nach dem feſten ausgegrabenen Terrain zu berechnen. Ein guter Arbeiter ſchafft taͤglich bei Karren. Cbfß. 3 Ruth. Entfernung in einer Karre à 1½ Cfß. Inhalt= 150= 225 5 ⸗ do.= 120= 180 7 27 do.= 90= 135 10 2 do.— 70— 105 15 ⸗ do.= 50= 75 20 ⸗ do.= 30= 45 Erde hinweg. Zu 6 gGr. Tagelohn kaͤme bei 3 Ruthen Entfernung der M. Morgen 1 Fuß tief abzugraben, den Boden hinweg zu ſchaffen und denſelben wieder einzuebnen= 20 Thlr. die Ruthe (angenommen, daß die Oberflaͤche allemal im Decimalfuß der 13* 196 Morgen= 18,000 0◻'“ berechnet wird)= Zoll tief pro QRuthe 2 ¾ de Es moͤge folgende Tabel e zur ſchnellen Ueberſicht dienen. 2 Gr. 8 Pf., der Koſtet Koſtet Koſtet Entfernung ſder M. Morgen die Ruthe der Zoll Tiefe nach à 18,000 r. à 100. ſauf die—Rthe. Rthn. Rhnl.,— 5gA LSIAIA LSSIAIA 3 20)——[—2 8—— 2½ 7 29 12 9— 3 11 ½—— 31½ 10 42 19)—— 58 ½—— 5 ½ 15 609B8 s 20 100——— 13] 4—4 1 1 ½ Soll nun z. B. eine Flaͤche, welche uneben iſt, abgetragen werden, der Punkt des Abtrags ſei= o geſetzt, ſo iſt dieſelbe durch einige Pfaͤhle zu markiren und alsdann die Groͤße derſel⸗ ben genau zu beſtimmen. Man ſchlaͤgt nun an einigen Stellen der abzuſteckenden Flaͤche wagerecht mit dem Punkte o Pfaͤhle ein, damit die Ar⸗ beiter mit Huͤlfe der Viſirbretchen mit dem Abtrag immer in gleicher Hoͤhe fortgehen. Dann ſteckt man an mehreren Stellen, die mit ihrer Oberflaͤche von einander abweichen und an Flaͤche V ziemlich gleich ſind, ebenfalls Pfaͤhle ein, mit dem Bemerken b an die Arbeiter, daß hier, um die abzutragende Hoͤhe zu ermit⸗ teln, Erdkegel ſtehen bleiben ſollen, wie die Figur zeigt. 1 b fa — 1 Nach der Entfernung des Transportes veraccordirt man den Abtrag. Er ſei z. B. 5 Ruthen, man zahlt pro Zoll Tiefe nach der Tabelle= 3 ¾ Pf. Wie ſich von ſelbſt verſteht enen. man —xxx— 197 muß dies nach dem uͤblichen Tagelohn veraccordirt werden, z. B. bei 4 gGr. Tagelohn zahlt man 3 von 3 ¾ Pf. Iſt der Abtrag ausgefuͤhrt, ſo mißt man den Umfang des abgetragenen Terrains nach Ruthen, er ſei z. B. 320 Ruthn., es ſtehen 5 Erdkegel, daran iſt Nr. 1= 16“, Nr. 2= 20, Nr. 3= 8, Nr. 4= 5, Nr. 5= 10“ hoch, man addirt die Hoͤhen 16+ 20+ 8+† 5+ 10= 59: 5 als Anzahl der Kegel= 11 ¾° mittlere Hoͤhe des Abtrags wuͤrde die Ruthe nach dem angegebenen Lohn pro 1 Zoll Tiefe 3 ½¼ Pf., 11 ½ 3 ½= 3 Gr. 3 ½ Pf., koſten und der ganze Abtrag 230 3 Gr. 3 ¼ Pf.= 31 Thlr. 9 Gr. 10 ½ Pf. Aufwand betragen. Auf dieſe angegebene Art laſſen ſich dergleichen Abtragun— gen am leichteſten uͤberſehen und am ſicherſten beurtheilen. Ausgleichung des Bodens nach der Schnur. §. 129. Dieſe Arbeit iſt eine der wichtigſten beim Wieſenbau, beſon— ders bei der Ausfuͤhrung des Kunſtbaues, es haͤngt von derſel⸗ ben der Ertrag der Wieſe in Hinſicht der Quantitaͤt und Qua⸗ litaͤt des zu erzeugenden Futters ab. Wird ſchlecht planirt, ſo ent— ſteht, Stagnation des Waſſers, das Gift der Vegetation, und leicht am Ende Sumpf oder unfruchtbare Haideſtellen, die ſich lange Jahre auszeichnen; deshalb verfahre man bei dieſer Ar— beit mit der groͤßten Accurateſſe, und wohl moͤchte ich bezweifeln, daß es vortheilhaft ſei, dieſelbe an die Arbeiter zu veraccordiren, beſſer iſt es immer, ſie geſchieht im Tagelohn von beſonders dazu auserwaͤhlten Leuten, oder ſie wird bei großen Bauten von mehreren zugleich unter der Aufſicht eines geſchickten Pla⸗ 198 neurs ausgefuͤhrt, der die vorkommenden Fehler leicht bemerkt und in der Zeit berichtigt. Da es jedoch ebenfalls von Intereſſe ſein wird, zu wiſſen, wie viel ein Mann pro Tag fertig planiren kann, ſo habe ich bei genauer Aufſicht und verſchiedenen Verſuchen gefunden, daß ein Mann taͤglich 150 Ruthen oder 1500 ◻ Fuß genau nach der Schnur ebͤnen kann, mit dem Bemerken, daß der zu planirende Boden locker und nicht mit Steinen oder Holz vermengt ſein darf, auch muß der noch etwa fehlende Boden mit der Schippe zu erlangen, oder der zu viele nebenan gleich unter zu bringen ſein, damit der Arbeiter nicht mit der Karre welchen zu holen oder hinweg zu fahren braucht. D. Einzeln vorkommende Erdarbeiten. Aufgrabung des Bodens. §. 130. Die Aufgrabung des Bodens und zwar gewoͤhnlich einen Spatenſtich= 1 Fuß tief, kommt meiſt nur beim Hangbau, wenn das Terrain eben iſt, vor. Iſt das Erdreich locker und laͤßt es ſich durchgaͤngig mit dem Spaten bearbeiten, ſo graͤbt ein Mann taͤglich im Thonboden 7-Ruthn.= 700 ¶ Fuß im Lehmboden 8 ⸗=q 800 ⸗ im Sandboden 10— 12-= ÿ6 ͤ1000— 1200 ⸗ Raſenabſtechen. §. 131. Dieſe Arbeit kann, wie wir ſchon im§. 53 erſehen haben, auf zweierlei Weiſe ausgefuͤhrt werden und zwar mit dem Qua⸗ ————— merkt viſen de ich daß einen gbau, und gräbt uß aben, Lua— 199 drathieb oder in Rollen. Soll dieſe Arbeit, ſei es nun auf erſtere oder letztere Art, raſch vorwaͤrts gehen, ſo ſind 3 Mann dazu erforderlich. Ein Mann haut und zweie ſchaͤlen ab. Dieſe drei müſſen bei beiden Operationen taͤglich 30 Ruthn. oder 3000 Fuß Raſen abſchaͤlen und dieſelben bei Seite auf Haufen ſetzen. Raſenſetzen. §. 132. Ein guter Arbeiter beſetzt taͤglich eine Flaͤche von 20 Ruthn. oder 2000 ◻ Fuß mit Raſen, welche durch den Quadrat⸗ hieb abgeſchaͤlt ſind, doch muͤſſen ihm dieſelben herangefahren werden, ſo daß er dieſelben bloß aufzulegen braucht. Die Be— deckung mit Rollen, wozu 2 Mann erforderlich ſind, geht etwas langſamer von ſtatten, weil dieſelben nur in ganz guͤnſtigen Umſtäͤnden ſo zur Hand liegen, daß ſie nicht wenigſtens ein kleines Stuͤck transportirt werden muͤſſen; liegen dieſelben weiter als 5 Ruthen, ſo muͤſſen ſie durch einen andern Arbeiter heran⸗ geſchafft werden; 2 Mann bedecken unter den angegebenen Be⸗ dingungen taͤglich eine Flaͤche von 28 bis 30 ORuthn. oder 2800 bis 3000 Fuß. Heranſchaffung der Raſen. §. 133. Dies beſtimmt ganz die Entfernung des Woher und Wohin, 12 ◻ Juß Raſen, gleich viel ob er durch den Quadratſtich ge⸗ wonnen oder ob es Rollen ſind, kann ein Mann in ſeine Karre laden und nach§. 128 z. B. taͤglich auf 5 Ruthen Entfernung 120 Karren à 12 Fuß Raſen= 1440 ◻ Fuß heranſchaffen. Das Aufladen der Raſen in den Handkarren erfordert eben ſo viel Zeitaufwand als das Einladen des Bodens, deshalb kann auch hier derſelbe Maaßſtab als in§ 128 angenommen werden. 200 Feſtſchlagen der Raſen. §. 134. Das Feſtſchlagen der Raſen mit der Klatſche§. 68 iſt eine der ſchwierigſten Arbeiten, es koͤnnen hierzu nur kraͤftige Maͤnner gebraucht werden, und auch dieſe halten die Arbeit nicht alle Tage ununterbrochen aus, man ſieht ſich immer genoͤthigt mit den Arbeitern zu wechſeln. Wechſelt dieſe Arbeit unter den Leuten, ſo kann ein jeder taͤglich 30 Ruthn.— 3000 Fuß feſtſchlagen. Grabenarbeiten. §. 135. Die Anfertigung neuer Graͤben und Aushebung veralteter nimmt beim Wieſenbau ein großes Feld ein, es kommen hier viele Umſtaͤnde vor, die mit in Erwaͤhnung gebracht werden muͤſſen, z. B. die Bearbeitung des Bodens, die Beſeitigung zu⸗ faͤlliger Hinderniſſe, die Beſchaffenheit des Terrains: ob naß oder trocken, der Transport des auszuwerfenden Bodens, ob der⸗ ſelbe ſogleich beſeitigt werden kann oder herausgefahren wer⸗ den muß und dergleichen mehr. Solche einzelne vorkommende Faͤlle, machen oft einen kleinen Graben theurer, als einen weit groͤßern, doch laſſen ſich alle neu anzulegende Graben auf die im§. 96 angegebene Art nach cubiſchem Inhalt leicht berechnen und darnach an die arbeitende Claſſe verloͤhnen, kleine Graben werden vortheilhafter nach der Laͤngenruthe verdungen, weil der cubiſche Inhalt nach Ellen oder Fußen bei deren Ausfuͤhrung zu klein iſt, um darnach den Preis feſtzuſetzen; ſo wuͤrde z. B. bei einem Graben, der 2“ mittlere Breite und 1 Tiefe haͤtte, der Cubiffuß auf ½ Pf. zu ſetzen ſein, und dabei immer noch der Veraccordirende Schaden erleiden, weil bei ſolchen kleinen Gra⸗ ſt eine inner t alle t mi jeder wer⸗ nende weit f die chnen raben der rung .B. e, der ch der Gra⸗ 201 ben, iſt die Sohle und Tiefe nicht von groͤßter Egalitaͤt, leicht eine Abweichung entſteht. Alle Graͤben bis 10“ mittlere Breite und 6 Tiefe ſind von mir gewoͤhnlich nach Laͤngenruthe veraccordirt worden und zwar bin ich bei dem hier uͤblichen Tagelohne von 6 gGr. nach fol⸗ gender von mir feſtgeſetzter Tabelle verfahren. Im lockern Boden, wo die Ar⸗ Im feſten Boden, wo Hinderniſſe, z. B. Holzrodun⸗ beit durch den Spaten verrich⸗ gen, Sumpf, Steine ꝛc. zu beſeitigen ſind und uͤber⸗ tet wird, unberuͤckſichtigt ein⸗ haupt die Radehaue in Anwendung gebracht werden zelner hinwegzuraͤumender muß. Hinderniſſe. 10 mittlere Breite 6“ Tiefe pro Ruth. 14 Gr.= 12 Gr. 9 2 2 5⸗ ⸗ 2— 12 ⸗= 10 2 8 7 2 4 2 2— 7„⸗— 5 ½ 2 . 1 5 51— 1„ 7 7 3 ½ 2 2— 5½ 7— 3 ⅓ 6“ ⸗ 2 3 2-— 4— 2 ½ 2 5* 3 2 2 ½ 2 2— 3 ⅓ 2— 2. 4 2 ⸗ 2⸗ 2— 2 ⸗ g—— 1 ¾ 2 3“ 2 2 1 ½ ⸗ 2— 1 ½ 2— 1 2 — 3 2— 1 2 2 2 1˙ 2 2 ⸗— 2 ⸗ Graͤben unter dieſer Breite und Tiefe, beſonders ſolche beim Kunſtwieſenbau vorkommende von 6—8“ Breite und 4 Tiefe muß ein Mann taͤglich 40 Ruthen fertig liefern, d. h. ohne Hinwegſchaffung des Bodens. Graͤben oder Canaͤle, welche die oben angegebene Breite und Tiefe uͤberſchreiten, koͤnnen mit Vortheil nur nach cubiſchem Inhalt veraccordirt werden. Verbietet ihre allzu große Ausdeh⸗ nung nach Breite und Tiefe das Herauswerfen des Bodens, was beſonders dann ſtattfindet, wenn beſondere Verhältniſſe nicht geſtatten, daß der Boden nach beiden Uferſeiten geworfen werden kann und nur auf eine Seite geſchafft werden muß; ſo iſt die Ausfuͤhrung derſelben koſtſpielig und muß hier beſondere Ruͤck⸗ ſicht darauf genommen werden. Es iſt mir unter ſolchen Ver⸗ haͤltniſſen jedoch nur ein Fall vorgekommen, welchen ich zu mei⸗ 202 nen Erfahrungen zaͤhlen kann, und ich werde ihn— vielleicht kann er manchem nuͤtzen— mit auffuͤhren. Es wurde ein Canal von 10 Fuß Sohle und durchgaͤngig Zfuͤßige Boͤſchung durch ein ſehr moraſtiges mit Holz und unterirdiſchem Wurzelwerk durch⸗ wachſenes, hoͤchſt unebenes Terrain gefuͤhrt; die Laͤnge des Ca⸗ nals betrug 375 Ruthen, die Localitaͤt gebot die Erdmaſſe auf eine Seite zu ſchaffen und ſie mußte deshalb meiſt mit der Hand⸗ karre herausgefahren werden, die Arbeiter erhielten 3 Pf. pro Cubikelle, und verdienten ſich, obgleich die Zeit der Ausfuͤhrung im Spaͤtherbſt fiel und ſie bisweilen mit den groͤßten Schwierig⸗ keiten zu kaͤmpfen hatten, der Mann taͤglich 6 gGr. Alle Schwierigkeiten, welche bei Anfertigung neuer Graͤben vorkommen koͤnnen, laſſen ſich beſeitigen, nur ſumpfig mooriges Terrain macht die Ausfuͤhrung oftmals auf einfachem Wege un⸗ moͤglich. Einlegungen von Faſchinen, fichtenen Reißigs und Ein⸗ ſchlagen von ſtarken Pfaͤhlen koͤnnen hier nur gegen das Zuſammen⸗ ſchwimmen der Seitenwaͤnde ſichern und die Fortſetzung geſtatten. Was ein ſolcher Bau koſtet laͤßt ſich auf dem Papiere ohne Kenntniß der Oertlichkeit nicht beſtimmen, es ſind Fälle, welche, was ein Gluͤck iſt, nur ſelten vorkommen. Was die Hebung veralteter Graͤben anbetrifft, ſo iſt genau darauf zu achten, wie ſehr dieſelben verſchlaͤmmt und verwachſen ſind. Werden dieſe alle 2 Jahre gereinigt, ſo kann ein Mann taͤglich in einem Graben von 2 Fuß Tiefe 10 Ruthen raͤumen, und demſelben ſeine fruͤhere Geſtalt wieder geben. Bei 4' mittlere Breite und 2“ Tiefe taͤglich 8 Ruth. 2 5— 6* 2 2 4 3* 2 7 2 7 6— 8* 2 4— 5 2 7 6 2 8— 10. ⸗ 2 5— 66 ⸗. 5 Die Raͤumung der Rinnen beim Kunſtwieſenbau, welche alle Jahre erneuert werden muͤſſen, laͤßt ſich weniger nach Ru⸗ nau hſen tann niel, 203 then beſtimmen, ſondern es muß im Allgemeinen angegeben werden, da hier zugleich das Fortſchaffen der ausgeworfenen Erde mit in Erwaͤhnung kommt. Beim Ruͤckenbau muͤſſen 3 Mann taͤglich einen M. Morgen nnd beim Hangbau 1 ¼ M. Morgen voͤllig herſtellen, d. h. alle Rinnen nach der Schnur aushauen, den Boden gehoͤrig herauswerfen, daß dieſelben wie fruͤher 4“ Tiefe erhalten und denſelben hinwegſchaffen§. 153. Damm⸗Arbeiten. §. 136. Die Ausfuͤhrung der Daͤmme laͤßt ſich am beſten, beſon⸗ ders wenn dieſelben bedeutend ſind, nach dem koͤrperlichen Inhalt § 108 berechnen und an die Arbeiter verdingen. Es fragt ſich nun, iſt das Materiale weit zu transportiren und ſoll der Damm mit Raſen bedeckt werden. Ich werde die Entfernungen des§. 108 nochmals anneh⸗ men, nicht aber wie dort nach Zollen, ſondern nach Cubikellen à 8 Cubikfuß, die Tabelle darſtellen; obgleich an manchen Orten die Schachtruthe à 144 Cubikfuß bei ſolchen Arbeiten gebraͤuch⸗ lich iſt, ſo ſcheint mir die Elle mehr das richtigere zu ſein. Angenommen wird, daß der Boden, woraus der Damm geſchuͤttet werden ſoll, mit der Schippe oder Spaten in die Karre geladen werden kann. So zahlt man bei 6 Gr. Tagelohn auf die Entfernung pro Cubikelle von 3 Ruthen=— Gr. 2 ¾ Pf. 2 5 2—— 2 3 ½ 2 =— ⸗ 74 10 ⸗=— 6 ⸗ ⸗ 15 ⸗= ⸗ 8 —;— 204 Man muß bei dergleichen Accorden den Arbeitern die Hoͤhe nebſt untere Breite mit Angabe der Boͤſchung des Dammes durch Pfaͤhle genau bezeichnen und beſonders darauf ſehen, daß der Boden gehoͤrig feſtgerammelt wird; das Rammeln nebſt Plani⸗ rung des Dammes wird mit eingerechnet und nicht beſonders bezahlt. Soll die Flaͤche des Dammes mit Raſen bedeckt und feſtge— ſchlagen werden, ſo iſt es hinreichend, wenn naͤmlich dieſelben unter einer Entfernung von 20 Ruthen herzugeſchafft werden koͤnnen, auf die Cubikelle ½ Pf. Zulage zu geſtatten. E. Holzarbeiten. Koſtenbetrag der Wehre, Staue und Schleußen. §. 137. Der Koſtenaufwand des Wehrbaues laͤßt ſich durchaus nicht nach einem gewiſſen Maaßſtabe genau angeben, der Mehr⸗ oder Wenigerbetrag des Aufwandes haͤngt einzig und allein von der Oertlichkeit und andern Umſtaͤnden ab. Wenig wuͤrde es nuͤtzen, wollte ich die Koſten eines Wehrbaues angeben, bei der willkuͤrlich angenommenen Breite und Tiefe eines Stromes. Sind die dabei zu verwendenden Materialien in allen Gegenden denn in gleichem Werthe? Haͤngt nicht das Meiſte davon ab? Es koͤnnte deshalb eine ſolche Angabe mehr auf Irrungen fuͤhren, als Vortheil fuͤr das Ganze bringen und ich gehe deshalb zum Koſtenaufwand der Stauapparate uͤber, und beſtimme dieſelben nach der Breite des Grabens, die Schuͤtze von Bretern, Verdielung und Seitenanſchlag aus Pfoſten angefertigt. Sollen Staue an⸗ gefertigt werden, ſo muß dem Zimmermann oder demjenigen, welcher dieſelben herſtellen ſoll genau angegeben werden 1) wie breit die Sohle des Grabens, dühe urch der ani⸗ ders ſge⸗ lben den 205 2) wie groß die obere Breite deſſelben iſt und 3) wie hoch die Stauhoͤhe ſein ſoll. Der Grundſchwelle giebt man die Laͤnge der obern Graben⸗ breite, wodurch dann die Einlaſſungen derſelben in die Seitenufer §. 118 mit gebildet werden. Ein Stau deſſen Holz. Summa. Gr. Pf. Thlr. Gr. Thlr. Gr. Pf. obere Breite 2“ beträͤgt koſtet Arbeitsloͤhne 3 6— 10— 13 6 4 ⸗ 2. 5—— 22 1 3— 6⸗ ⸗ 2 2 5— 1 4 1 9— 8— 10“⸗ 3. 8— 2 8 2 16— Die geringe Abweichung der Arbeitsloͤhne kommt daher, weil der kleine Stau eben ſo viel Arbeit erfordert, als der große, denn jener bedarf eben ſo viel Zapfen, Zapfenloͤcher und Falze als dieſer; nur daß mit letzterem bei Ausfuͤhrung der Anfertigung ein ſchwererer Umgang iſt, als mit erſterem, wodurch auch nur der groͤßere Zeitaufwand entſteht. Derſelbe Fall tritt auch bei der Anfertigung der Schleußen §. 122 ein. Was die großen§. 120 und§. 121 anbetrifft, laſſen ſich die Koſten wie beim Wehrbau und aus denſelben Gruͤnden nicht beſtimmen. Eine kleine Schleuße§. 122 mit Schieber koſtet anzuferti⸗ gen 3 Gr. 6 Pf. den Bedarf der Pfoſten dazu beſtimmt die Laͤnge. Zur Bedeckung der Rinnen habe ich gewoͤhnlich Schwa⸗ ten nehmen laſſen. Eine Schleuße, welche einen erhoͤhten Kopf erhaͤlt, bedarf mehr Arbeit und kann fuͤr 5 gGr. angefertigt werden. Noch bemerke ich, daß alle Verbindung bei den kleinen Schleußen nicht durch eiſerne, ſondern durch eichene hoͤlzerne Naͤ— gel bewerkſtelliget wird. ————— ——— 1 4 —— —— 206 Achter Abſchnitt. Die Pflege der bewaͤſſerten Wieſen. Noͤthige Vorerinnerungen. §. 138. Mit dieſem Abſchnitt beginnt das Wirken des Rieſelwirths, ſeine Gegenwart iſt nun uͤberall erforderlich, er muß ſelbſt ſehen wo es fehlt, ſich nicht auf ſeine Leute verlaſſen, denn es iſt leichter eine Bewaͤſſerungswieſe anzulegen als die⸗ ſelbe im guten Stande zu erhalten. Falſche Manipu⸗ lation zerſtoͤrt das ſchoͤnſte Werk, welches mit den groͤßten Opfern erkauft wurde. Hier gilt was v. Wildungen ſagt: „Froſt und Hitze, naß und kalt Muß er freudig tragen.“ Keine Witterung muß dem Rieſelwirth zu rauh ſein, ſeine Fuͤße muͤſſen Naͤſſe vertragen koͤnnen, ſeine Haͤnde duͤrfen nicht zu zart ſein, um noͤthigenfalls im Waſſer oder Schlamm mit denſel— ben zu arbeiten. Er muß ſeine Waͤſſerungswieſen mit Liebe be— ſuchen, ſie muͤſſen unter ſeiner Aufſicht ſtehen. Die Waͤrter der⸗ ſelben muͤſſen taͤglich berichten, ob etwas vorgefallen iſt. Unter ſolchen Bedingungen nur werden die Anlagen ſegensreiche Fruͤchte bringen. Die Pflege der Bewaͤſſerungswieſen beſteht in der wirklichen Ausfuͤhrung der Bewaͤſſerung ſelbſt und in der Inſtandhaltung. 207 A. Ausführung der Bewäſſerung. Wie groß iſt der Waſſerbedarf zur Bewaͤſſerung einer beſtimmten Flaͤche? §. 139. In§. 96 wurde ſchon oberflaͤchlich erwaͤhnt, daß die Kennt⸗ niß, wie viel Waſſer zur Bewaͤſſerung eines beſtimmten Flaͤchen⸗ raumes noͤthig ſei? ſich blos auf Theorie gruͤndet, keineswegs aber in der Praris mit Gewißheit angenommen werden kann. Ich werde dies hier naͤher zu erlaͤutern ſuchen. Man denke ſich ein Cubikfuß Waſſer der Hoͤhe nach in 12“ getheilt, dieſe neben einander gelegt und es wuͤrden 120◻ Flaͤchenraum 1 ſtark be⸗ deckt ſein, nun wollen wir jeden dieſer Zolle wieder in 20 Theile zerlegen, woraus ½ Decimallinie Waſſerhoͤhe entſteht oder 20* 12— 240 Flaͤche unter Waſſer geſetzt werden koͤnnte. Dies iſt nun allerdings eine ſchoͤne Theorie, allein wie ſieht es damit in der Praris aus? Es fragt ſich, wie lange bedarf es Zeit, daß ſich alle Bewaͤſſerungsrinnen mit Waſſer anfuͤllen, wie viel Gefaͤlle hat die Flaͤche und wie breit iſt die— ſelbe nebenbei, noch wie viel mal wird das Waſſer benutzt? Hier hoͤrt die Berechnung des Theoretikers auf. Man erlaube mir nun aus der Quelle der Erfahrung zu ſchoͤpfen. Ein Graben, welcher pro Secunde 1 ½ Cubikfuß Waſſer gewaͤhrte, bewaͤſſerte nachhaltig eine Flaͤche von 13 Morgen, dieſelbe war dem Nebengefaͤlle nach verſchieden breit, theils 25, 40 und 51 Ruthen, ſie war ein zuſammengeſetzter Kunſtbau und beſtand meiſtens aus Ruͤcken. Hatte nun dieſe Flaͤche mehrere Tage genuͤgend Waſſer erhalten, ſo wurden die Schleußen im Zuleitungsgraben geſchloſſen und die Wieſen trocken gelegt; un⸗ terhalb bewaͤſſerte daſſelbe Waſſer dann eben ſo nachhaltig als 208 oben eine 10 Morgen große Kunſtwieſe, alſo wurde mit dieſem kleinen Waſſer 23 Morgen Wieſe nachhaltig bewaͤſſert und noch muß ich bemerken, daß wenn beide Wieſen trocken lagen, dies Waſſer nochmals auf Sandlaͤndereien benutzt wurde. Bei jedes⸗ maliger Bewaͤſſerung dieſer einzelnen Flaͤchen, ſtromte das Waſ⸗ ſer unmittelbar in den Hauptentwaͤſſerungsgraben uͤber und konnte auf keine der uͤbrigen wieder benutzt werden; die Waſſer⸗ quantitaͤt zur Bewaͤſſerung beſtand demnach blos in dieſem 1 ¾ Cubikfuß. Anderswo lagen Laͤndereien von 1000 M. Morgen Flaͤcheninhalt, dieſelben beſtanden theils in niedergelegten alten Teichen, moorigen Gruͤnden und ſterilen Sandlehden. Dieſe ſaͤmmtlichen durch natuͤrlichen Wieſenbau verbeſſerten Laͤndereien wurden nachhaltig periodiſch mit 22 Cubikfuß Waſſerausfluß pro Secunde gewaͤſſert und ſelbſt auf dieſe Menge Waſſer war nur in guͤnſtigen Zeiten mit Sicherheit zu rechnen, oftmals waren kaum 14 Cubikfuß vorhanden und dann allerdings mußten nur ſolche Flaͤchen Waſſer erhalten, welche es am noͤthigſten bedurften, im erſten Falle jedoch, erhielt eine jede Flaͤche von dieſen 1000 Morgen alle 6 Tage 24 Stunden hinlaͤngliches Waſſer. Es mußte allerdings mit dieſem wenigen Waſſer im Verhaͤltniß zu den Laͤndereien, welche damit bewaͤſſert wurden, die groͤßte Oeco⸗ nomie und Ordnung getrieben werden, da jedoch beſonders die Moorgruͤnde oftmals das Waſſer mehrere Wochen entbehren konnten ohne in ihrem Ertrage zuruͤckzubleiben, ſo kam daſſelbe den andern, beſonders den Sandflaͤchen mit zu Huͤlfe, und hier— durch wurde es moͤglich unter ſtrenger Aufſicht und Ordnung 1000 Morgen Wieſen mit einem Waſſerzufluß von 22 Cubiff. Pro Secunde nachhaltig zu bewaͤſſern. Wir erſehen aus dieſen angefuͤhrten Beiſpielen, daß mit wenig Waſſer oft viel geleiſtet werden kann, doch wird deshalb immer der Grundſatz feſt ſtehen bleiben:„Je mehr Waſſer, —.— —, ——— ——— 209 deſto beſſer.“ Man verſtehe mich jedoch hierin recht, nicht etwa ſei damit geſagt, je mehr Waſſer auf die Wieſe gelaſſen wird, deſto beſſer fuͤr den Graswuchs; dies nicht, ſondern je mehr Waſſer zur Dispoſition vorhanden, deſto ſeltener wird Mangel daran eintreten und die Bewaͤſſerung niemals in Stocken gerathen. Wenn und Wie ſoll gewaͤſſert werden⸗ §. 140. In§. 26 heißt es:„das Waſſer wirkt zum Vortheil der Vegetation. 1) Duͤngend oder naͤhrend und reizend. 2) Aufloͤſend. 3) Erhaltend. 4) Zerſtoͤrend auf die der Vegetation der Graͤſer und Kraͤuter nachtheiligen Wirkungen.“ Soll nun das Beſtehen der Wieſenpflanzen im vollkommen⸗ ſten Grade ſtattfinden, ſo muͤſſen dieſe vier Wirkungen ſich ver⸗ einen, und um dieſe Vereinigung ſachgemaͤß hervorzubringen, muß die Zeit ihres Daſeins benutzt werden; in der Kenntniß dieſer Perioden und in deren richtiger Anwendung liegt die Kunſt, eine Waͤſſerungswieſe zum erſtaunenswerthen, nicht denkbaren Ertrage zu bringen. Um nun in jeder Beziehung und unter allen Verhaͤltniſſen und Umſtaͤnden das Verfahren der Bewaͤſſerung darzuſtellen, werde ich dieſelbe nach jedem einzelnen Monat modificiren, er⸗ waͤhne jedoch noch zuvor: daß Die Bewaͤſſerung des Herbſtes und Fruͤhjahrs als duͤngende Waͤſſerung oder als das Agens fuͤr die Grasnarbe anzuſehen iſt§. 27— 30. Die Bewaͤſſerung des Vorſommers als aufloͤſende Waͤſſerung, d. h. als zerſetzende Wirkung des duͤngenden Nie 14 210 derſchlags, und deshalb der erſtern auf dem Fuße folgen muß (§ 31). Die Bewaͤſſerung des Sommers als erhaltend, die deshalb nur dann angewendet wird, wenn die Pflanzen ihrer beduͤrfen, d. h. wenn ihnen die zum Fortbeſtehen und fernern Ausbildung noͤthige Feuchtigkeit mangelt(§. 32). Die Bewaͤſſerung des Winters als zerſtdͤrend, indem durch ihre Anwendung nicht blos die den guten Wieſenpflanzen 8 nachtheiligen Unkraͤuter, ſondern auch alle ſchaͤdlichen Thiere vernichtet werden(§. 34). Das Rieſeljahr beginnt mit dem. Monat October, deshalb ſoll derſelbe auch oben an ſtehen, und wir werden nun gleich hoͤren, welche Manipulation der⸗ ſelbe von dem Rieſelwirth verlangt. Die Bewaͤſſerung im Monat October. §. 141.. Hier heißt es: wenn das Grummet oder der letzte Schnitt hin⸗ — weg geſchafft iſt, keinen Tropfen Waſſer der Wieſe ent— zogen. Man waͤſſere in dieſem Monat faſt ununterbrochen fort, und man braucht vielleicht woͤchentlich nur einen Tag damit auszuſetzen. Ueberhaupt braucht man im Herbſt und Fruͤhjahr die ſtreng angenommene Theorie des periodiſchen Waͤſſerns nicht ſo genau zu befolgen, es ſchadet in dieſer Zeit wenig, wenn auch einmal die Schleußen vierzehn Tage hintereinander offen bleiben. Treten kalte Regen oder Schneegeſtoͤber ein, ſo rieſele man fort und unterbreche nur die Bewaͤſſerung bei warmen, freundlichen Tagen. Faͤngt die Wieſe an ſchwaͤrzlich zu werden, ſo waͤſſere man ſeltener, doch ſo lange man noch nichts davon gewahr wird, waͤſſere man ungeſtoͤrt ſtark fort. Die Herbſtbe⸗ waͤſſerung uͤbt ſowohl auf Menge als auf Guͤte des in folgen⸗ den Jahre zu gewinnenden Futters einen großen Einfluß aus. —— —— utß eden, davoll ebſthe⸗ folgen⸗ 6 alds. 211 Nur den Moorboden verſchone man, wenn beſonders haͤufige Regenguͤſſe eintreten, mit zu uͤberhaͤuftem Waſſer, ſeine erzeug⸗ ten Graͤſer, ſollen es nicht Sumpfgraͤſer werden, muͤſſen mehr durch Trockenheit gezwungen werden, eine beſſere Geſtalt anzu⸗ nehmen; nur erſt dann, wenn ſich Phleum pratense und Tri- folium repens auf dem Moorboden zeigt, kann die Bewaͤſſerung in dieſem Monat in gleicher Art ſtattfinden, als auf andern Wieſen Die Bewäſſerung im Monat November. §. 142. In dieſem Monat muß beſonders bei kalten Tagen anhal⸗ tend gewaͤſſert werden, tritt jedoch noch, was bisweilen der Fall iſt, ſchone, warme Witterung ein, ſo wird das Waͤſſern ganz eingeſtellt, denn die Hauptduͤngung muß für die Wieſe im Mo⸗ nat October vorzugsweiſe ſchon ſtattgefunden haben. Treten im Monat November ſolche trockene Froͤſte ein, daß das Rieſel— waſſer aufzufrieren anfaͤngt, ſo ſchließe man die Schleußen und uͤbergebe die Wieſe dem Winterſchlaf, ſollte es jedoch wieder eune werden oder Schnee fallen, ſo waͤſſere man periodiſch fort, d. h. 2—3 Tage gebe man der Wieſe Waſſer und 1—2 Tage ſeg⸗ man wieder damit aus. Die Bewaͤſſerung im Monat December §. 143. Iſt noch offenes Wetter, ſo wiſe re man wie im vorher gehenden Monat. Sobald aber anhaltender Froſt eintritt, dann beſchließe man die Waͤſſerung. Sollte edn eine Wieſe viele Mooſe oder Haidepflanzen haben, ſo kommt die im§. 34 an⸗ gegebene Wirkung des Waſſers in Anwendung, man laſſe als dann in dieſem Monat, wenn ſcharfer Froſt ohne Schnee eintritt, 14* 212 ununterbrochen Waſſer auf ſolche ſchlechte Graͤſer, je dicker das Eis auf denſelben liegt, deſto vortheilhafter; beſonders die Ra⸗ nunkeln werden in kurzer Zeit dadurch vernichtet. Haidekraut braucht zwei Winterwaͤſſerungen, ehe es gaͤnzlich vergeht, doch wird ihm nach dem erſten Winter, wenn es in und unter Eis geſtanden hat, das fernere Wachsthum benommen. Moos vergeht ſogleich, es zieht ſich foͤrmlich vom Boden ab und verſchwindet mit dem thauenden Eiſe. Eine ſolche ſchlechte Wieſe nimmt, wenn einen Winter hindurch auf dieſe Art mit ihr verfahren worden iſt, ein ganz anderes Anſehen an; es finden ſich mit dem Beginnen des Fruͤhlings ganz andere und zwar gute Wieſenpflanzen ein. Doch huͤte man ſich ja, mit einer guten Wieſe ſo zu verfahren, es moͤchte ſchlimme Folgen bringen, man wuͤrde eine geringe Ernte im folgenden Jahre haben. Auch wo erſt Gras erzeugt werden ſoll, z. B. auf Sandlaͤndereien durch den natuͤrlichen Wieſenbau, laſſe man bei ſtarkem Froſt kein Waſſer auf die Flaͤche, es ſchadet mehr als daß es nuͤtzt. Die Bewaͤſſerung im Monat Januar. §. 144. Hier muͤſſen alle Schleußen geſchloſſen ſein, nur wenn Zerſtoͤrung beabſichtigt wird, verfahre man wie im Monat De⸗ cember. Die Bewaͤſſerung im Monat Februar. §. 145. Bricht in dieſem Monat der Winter auf und thauen alle Graͤben ab, ſo laͤßt man das Schneewaſſer erſt vorbeifließen, ehe man waͤſſert. Die Wieſe erhaͤlt durch die Naͤſſe des auf⸗ thauenden Schnees Feuchtigkeit genug, ſich eine lange Zeit hin⸗ uten man. wo urch fein wenn ₰△ Ho⸗ 213 durch zu erhalten. Man kann alsdann den ganzen Monat mit der Bewaͤſſerung inne halten. Iſt noch anhaltender Winter, ſo denke man an keine Be⸗ waͤſſerung, ſondern ſehe nur oft nach, daß alle Schleußen ge⸗ ſchloſſen ſind, damit nicht beim ſpaͤteren Ausgange des Winters Durchbruͤche entſtehen oder gar Eis auf die Wieſe zu liegen kommt. Die Bewaͤſſerung im Monat Maͤrz. §. 146. In dieſem Monat erfordern die Wieſen nun ſchon eine groͤßere Aufmerkſamkeit. Verlaͤßt der Winter die Fluren und war der vorhergehende Herbſt trocken, ſo benutze man, ſo bald ſich Gelegenheit darbietet, das Waſſer. War jedoch der Herbſt naß und geſtattete derſelbe ſchon eine genügende Bewaͤſſerung, ſo laſſe man die erſten Fluthen voruͤberſtromen und waͤſſere nur dann, wenn ſich das Waſſer an zu faͤrben faͤngt, d. h. wenn es ſeine lehmige Farbe verliert. Doch ganz ungenutzt laſſe man dieſen Monat nicht verſtreichen, erlauben es die Froͤſte, ſo waͤſſere man wenigſtens, ſelbſt wenn auch der Herbſt naß war, in 8 Tagen einen Tag anhaltend. Wird das Wetter freundlich, und faͤngt die Sonne ſchon an, ihre Strahlen erwaͤr⸗ mend auf unſere Wieſen zu verbreiten, ſo waͤſſere man tuͤchtig. Wechſelt man mit der Bewaͤſſerung, ſo moͤge dies bei Tage geſchehen, die Nacht hindurch gebe man in dieſem Monat der Wieſe jedesmal reichlich Waſſer, damit nicht etwa ein ſcharfer Nachtfroſt dieſelbe trocken findet. In Gegenden, wo die erſten Fruͤhjahrsfluthen viel erdige Beſtandtheile mitbringen, laſſe man dieſelben niemals auf eine gute Wieſe, wohl aber ununterbrochen auf ſo eine, auf welcher erſt Gras erzeugt werden ſoll, je lehmiger das Waſſer im 214 Fruͤhjahr, deſto ſchneller Graswuchs auf einer Flaͤche, welche noch keinen hat. Die Bewaͤſſerung im Monat April. §. 147. In dieſem Monat benutze man vorzugsweiſe alles Waſſer. Ganz beſonders wohlthaͤtig wirkt die Aprilwaͤſſe⸗ rung auf Sandlaͤndereien, wo Gras erzeugt wer⸗ den ſoll, auf ſolche Flaͤchen laſſe man ohne alle Schonung das Waſſer ſtroͤmen, es wird nur vortheilhaft wirken. Hat man dieſen Monat hindurch anhaltend gewaͤſſert, und entzieht der Wieſe das Waſſer, ſo wird man einen trocknen Niederſchlag gewahr werden, welcher wie eine Haut ſich auf dem Sande niedergelagert hat und aus deſſen geheimnißvoller Decke in kur⸗ zer Zeit zarte Graspflaͤnzchen hervorſproſſen werden. Fuͤr ſolche Laͤndereien iſt die Aprilwaͤſſerung beſſer, als die Bewaͤſſerung des ganzen uͤbrigen Jahres. Gute Wieſen bewaͤſſere man in dieſem Monat anhaltender, als in ſpaͤtern, denn die Aprilwaͤſſerung iſt mit als Hauptduͤn⸗ gung anzuſehen, doch lege man dieſelben oftmals trocken, waͤſſere z. B. 3 Tage und den vierten ſetze man aus. Tritt jedoch ſehr freundliches Wetter ein und man vermuthet Nachtfroͤſte, ſo waͤſſere man einen Tag um den andern, die Naͤchte jedoch ſtets. Bei anhaltendem Regen ſetze man am Tage ganz mit der Be⸗ waͤſſerung aus und waͤſſere nur des Nachts, denn allzuuͤber⸗ haͤufte Naͤſſe erregt beſonders in dieſem Monat Faͤulniß in den Wurzeln der Graͤſer. Bei ſehr rauhen kalten Tagen laſſe man die Wieſe nie ohne Waſſer, jedoch hemme man daſſelbe etwas, damit nur all— maͤhlig gewaͤſſert wird. welche 1 ſſ k⸗ ver⸗ nung Hat tieht ſchlag dande kur⸗ die der, dun⸗ ſſere edoch 215 Die Bewaͤſſerung im Monat Mai. §. 148. Die Bewaͤſſerung in dieſem iſt bei⸗ als duͤngend, theils als aufloͤſend zu betrachten, er da b waͤſſere man nur ſeltener und periodiſcher, z. B. 1 Tag waͤſſere man und 2 Tage lege man die Wieſe trocken. Giebt es anhaltende N dkacht⸗ froͤſte, ſo unterlaſee man am Tage alles Waͤſſern und offne blos Abends die Schleußen, um ſie des Morgens wieder zu ſchließen. Hat man es einmal verſehen und ein Nachtfroſt die Wieſe ohne Waſſer angetroffen, ſo eile man fruͤh ſo bald der Tag grauet, alle Schleußen mit Macht zu oͤffnen, damit nicht etwa die Sonne auf die Wieſe ſcheint ohne Waſſer zu finden. Kommen warme Naͤchte, ſo unterlaſſe man ebenfalls des Nachts zu waͤſſern. Bei rauhen Tagen waͤſſere man. Werden die Tage ſehr warm, ſo waͤſſere man ſelten. Hat man zur Bewaͤſſerung gutes Feld⸗ und Teichwaſſer, ſo waͤſſere man in dieſem Monat beſonders vorſichtig, damit man nicht die nachkommenden Graszweige erſtickt und dadurch ein duͤnnes Gras erhaͤlt. Die Bewaͤſſerung im Monat Juni. §. 149. Steht das Gras in dieſem Monat noch auf der Wieſe, ſo waͤſſere man bei ſehr warmen trockenen Tagen ofterer und be— ſonders des Nachts. In dieſem Monat kommt beſonders die reizende Duͤngung des Waſſers in Betracht. Hat man die Abſicht, baldigſt zu maͤhen, ſo lege man die Wieſe wenigſtens 8 Tage zuvor trocken, man kann jedoch, wenn des Morgens gemaͤht werden ſoll, am Abend noch etwas Waſſer darauf laſſen, wo— 216 durch das Maͤhen des Graſes erleichtert wird. Iſt dieſer Mo⸗ nat ſehr naß, ſo halte man ganz inne mit der Bewaͤſſerung, ebenſo auch, wenn fruchtbare, warme Regen in trockenen Perio⸗ den einfallen. Man huͤte ſich beſonders das Umſtellen des Waſſers am Tage vorzunehmen, dies muß jedesmal des Mor⸗ gens oder des Abends geſchehen, denn der ſchnelle Wechſel von Hitze zur Kuͤhle, und ſo entgegengeſetzt, wirkt nachtheilig auf die Vegetabilien ein. Nach der Ernte laſſe man die Wieſe we⸗ nigſtens acht Tage trocken liegen, mag die Hitze ſo groß ſein, als ſie will und ſollte die Grasnarbe auch gelb zu werden an— fangen, deſto vortheilhafter iſt es dann. Die Bewaͤſſerung im Monat Juli. §. 150. Nun muß, wenn die Wieſen vom Futter geleert ſind und wie ſchon im§. 149 erwaͤhnt, 8 Tage ohne Waſſer gelegen haben, nachhaltig und anhaltend gewaͤſſert werden, man kann nun immer 8 Tage ununterbrochen hintereinander waͤſſern, ohne zu glauben, man ſchade dadurch, doch in der zweiten Woche waͤſſere man ſeltener, vielleicht aller 3 Tagen gebe man der Wieſe 8 Stunden Waſſer, huͤte ſich aber ja, die Wieſe austrocknen zu laſſen, denn die Pflanzen der Bewaͤſſerungswie⸗ ſen koͤnnen durchaus nicht anhaltende Trockenheit vertragen, ſie ſind an Waſſer gewoͤhnt und beduͤrfen deshalb auch immer deſ⸗ ſelben(§. 112). Tritt eine Regenperiode ein, ſo hoͤre man in dieſer Zeit mit der Bewaͤſſerung auf. Faͤngt das Gras an eine ziemliche Hoͤhe zu erreichen, dann waͤſſere man auch ſeltener. Iſt daſſelbe Anfangs Juni gemaͤht, ſo wird nun mit dem Ende dieſes Monats der zweite Schnitt erfolgen muͤſſen, denn auf einer guten Waͤſſerungswieſe bedarf das Gras zu ſeinem Wachsthum und Ausbildung nicht laͤnger ₰ 8 Mo⸗ erung Peri⸗ n des Mer⸗ A von uu we⸗ fein, Cll⸗ 217 als 8—9 Wochen Zeit. Soll gemaͤht werden, ſo verfahre man wie im Monat Juni. Die Bewaͤſſerung im Monat Auguſt. §. 151. Iſt das Gras abgemaͤht und erwartet man noch eine dritte Schur, ſo verfahre man wie im Monat Juli mit der Bewaͤſſe— rung. Soll jedoch die Maht erſt noch geſchehen, ſo waͤſſere man ſelten und feuchte nur die Wieſe allmaͤlig an. Iſt die Wieſe noch im Ertrage zuruͤck und findet die Maht erſt Ende des Monats ſtatt, ſo betrachte man die nachherige Bewaͤſſerung ſchon als duͤngend und waͤſſere anhaltend, ſobald das Futter hinweg iſt. Auf moorigen Wieſen waͤſſere man in dieſem Monat, wenn das Futter hinweg gebracht iſt, beſonders ſehr anhaltend; gutes Waſſer, angewandt bei warmer Witterung, welche doch in die⸗ ſem Monat noch ſtattfindet, macht dieſe Wieſen am erſten ſuͤß und ruft gute Graͤſer hervor. Die Bewaͤſſerung im Monat September. §. 152. Iſt das Futter noch zu maͤhen, ſo behandele man die Wieſe wie ſchon in andern Monaten angegeben wurde. Iſt jedoch die Ernte vorbei, ſo laſſe man alles Waͤſſern ſein und vollbringe erſt die Raͤumung der Rinnen(§. 153) und Hinwegſchaffung des dadurch gewonnenen Bodens; iſt dies geſchehen, dann waͤſſere man anhaltend, nur bei anhaltendem Regenwetter ſetze man aus.. In dieſem Monat findet ſchon die Ablagerung des duͤngen⸗ den Schlicks waͤhrend der Bewaͤſſerung ſtatt und man kann die⸗ ſelbe ſchon mit zur Herbſtwaͤſſerung rechnen. 218 Treten noch ſehr ſchoͤne warme Tage ein, ſo unterlaſſe man am Tage das Waͤſſern und öffne die Schleußen nur des Abends 8 Mitto Dio 7„ 1 81 murn 7[ 181 Nioſ. iſt jedoch die Witterung unfreundlich, ſo lege man die Wieſe nur aller 3 Tage einen Tag lang trocken. „ B) Unterhaltung der Bewäſſerungs⸗ wieſen. §. 153. io inorbaftune der aa, e e Die Unterhaltung oder praktiſch Pſlege der Bewaͤſſe⸗ rungswieſen erfordert, ganz nach der Ausdeh nung der bewaͤſſer⸗ ten Flaͤche, einen oder mehrere Aufſeher; ohne Aufſicht darf eine bewaͤſſerte Wieſe nie ſein, doch darf auch der Auf⸗ ſeher kein vornehmer Herr ſein, er darf nie ohne Waſſerſtiefeln 11 SSiVVo Ror 31— ſ und pe gehen. Es giebt auf einer Bewäſſerungswieſe — de 2 jederzeit eine ſolche Maſſe von Kleinigkeiten, welche im Auge M gehalten ſein wollen, daß man nie mehr als 200 M. Morgen Waͤſſerungswieſe einem Aufſeher anvertrauen darf, ſoll die Auf⸗ ſicht ſo vollzogen werden, wie man es wuͤnſcht. Der Auf⸗ ſeher iſt jedoch andererſeits keineswegsderjenige, welcher alle Reparaturen allein beſorgt, ſondern er iſt hauptſaͤchlich dazu da, alles Vorgefallene zu melden, kleine Ausbeſſerungen mit Ligener Hand zu berichtigen, in der Ernte Obacht auf die Maͤher, ſo wie auch auf die Fuhrleute zu ha⸗ ben, damit letztere nicht abſichtlich durch unvorſichtiges Fahren die Wieſe ruiniren und es dem Zugviehe erſchweren; mit einem Worte, er muß fuͤr alles ſorgen und hauptſächlich in der Zeit dafür Sorge tragen, daß nicht aus kleinen unſcheinbaren Din⸗ gen große koſtſpielige Reparaturen oder Storungen entſtehen, — man⸗ ſends, Wieſe in uge tgen Auf⸗ luf⸗ ige, mn er kleine Eunte ha⸗ 1 hren inem Zeit Din⸗ iehen 8 15 d 219 deshalb ſcheue man auch nicht, hat man die Opfer fuͤr die An— lage einer Bewaͤſſerungswieſe gebracht, alljaͤhrlich einige Depu⸗ tate einem Mann zu geben, welcher dafuͤr ſorgt, die Anlage nicht nur zu erhalten, ſondern dieſelbe durch gewiſſenhafte Aufſicht zu verbeſſern. Um die Pflege der Waͤſſerungswieſen ſpeciell ange⸗ ben zu koͤnnen, werde ich die vorkommenden Arbeiten nach den Jahreszeiten beſtimmen und mit dem Herbſt beginnen. Der Herbſt iſt der Anfang des Rieſeljahrs(§. 140); ſobald der letzte Schnitt von den Wieſen hinweggeraͤumt iſt, er⸗ fordern dieſelben die groͤßte Aufmerkſamkeit des Rieſelwirths, dann beginnen die Arbeiten. Soll eine Waͤſſerungswieſe mit den Schafen beweidet werden, was durchaus nichts ſchadet, ſo muß dies vor der Raͤumung der Graͤben und Rinnen geſche⸗ hen, doch ſpaͤteſtens Anfang October aufhoͤren. Mit Rindvieh zu beweiden wird Niemand einfallen, es waͤre ein ſtrafbarer Frevel und koͤnnte dazu nur die groͤßte Hungersnoth oder Un⸗ wiſſenheit verführen. Iſt die Beweidung beendet, ſo muͤſſen alle Rinnen ſorgfaͤltig geraͤumt werden, aller daraus gewor⸗ fener Boden darf nicht am ganzen Grabenufer hin ausgebreitet, ſondern muß auf kleine Haͤufchen geſetzt werden; iſt die Raͤumung beendet, ſo laͤßt man Waſ⸗ ſer auf die Wieſe, um zu ſehen, wo etwa kleine Niederungen entſtanden ſind, man wird dieſelben ſogleich gewahr werden und verwendet zu ihrer Ausgleichung den aus den Rinnen gewonne⸗ nen Boden, oder auch dazu, um den Ufern der Rinnen wieder eine horizontale Uferkante zu geben. Iſt man jedoch uͤberzeugt, daß der Boden nicht ganz auf dieſe Weiſe verwendet werden kann, was jedoch ſelten der Fall ſein wird, ſo muß man gleich bei der Raͤumung der Rinnen denſelben in die Handkarre, welche man neben die Rinnen ſtellt, laden und von der Wieſe hinweg— ſchaffen. Die Raͤumung der groͤßern Graͤben wird man nicht 220 jedes Jahr nothig haben, geſchieht dies ein Jahr ums andere, ſo iſt es hinreichend; iſt ein Graben dem Boden gemaͤß ange⸗ legt und bringt das darin liegende Waſſer nicht viel Sand oder andere erdige Beſtandtheile mit, wodurch der Graben ſchnell ver⸗ ſchlaͤmmt, ſo braucht dies nur aller drei Jahre unternommen zu werden. Nachdem nun die Raͤumung gaͤnzlich vorbei iſt, beginnt die Bewaͤſſerung, doch muß dann, obgleich man weiß, daß alle Rinnen gereinigt ſind, alle Tage die Wieſe beſucht werden, denn durch das herabfallende Laub oder andere ins Waſſer fallende Gegenſtaͤnde verſtopfen ſich bisweilen die Schleußen und Ninnen und die Bewaͤſſerung geht nicht regelmaͤßig von ſtatten. Nimmt nun die Erde das Winterkleid an, und treten heftige Froͤſte ein, ſo ſchließe man die Schleußen und uͤbergebe die Wieſe ihrem Winterſchlaf. Im Winter hat der Rieſelwirth zwar mehr Ruhe, doch darf er ſeine Waͤſſerungswieſen nicht ganz ohne Aufſicht laſſen. Der Froſt hebt bisweilen die Schleußen und bringt dadurch, wenn es nicht ſogleich wahrgenommen wird, fuͤr die Wieſen oftmals großen Nachtheil. Der Rieſelwirth muß wenigſtens alle Wochen 2 Mal ſeine Wieſe beſuchen. Merkt man, daß der Winter zu Ende geht, und hat der Wind die Hauptzuleitungsgraͤben, wenn kein Waſſer in denſelben geweſen iſt, voll Schnee geweht, ſo iſt es ſehr vortheilhaft, wenn man dieſelben vor dem Thauwetter vom Schnee reinigen laͤßt, man muß ſonſt oftmals ſehr lange warten, ehe der feſtgelagerte Schnee in den Graͤben zerrinnt und die Bewaͤſſerung beginnen kann. Hat man dies nicht ge— than, ſo moͤchte ich faſt mit Gewißheit behaupten, daß man bereut, es nicht gethan zu haben. Es iſt wirklich unglaublich, aufthauet, denn durch das Thauwetter und den vielleicht wieder eintretenden Froſt wird der Schnee in dem Graben zu Eis und wie lange es dauert, ehe ein mit Schnee zugewehter Graben —— 221 verhindert lange Zeit das regelmaͤßige Fließen des Waſſers und ſomit die Bewaͤſſerung. Im Fruͤhlinge hat der Rieſelwirth weniger die bewaͤſ⸗ ſerte Wieſe, deſto mehr jedoch die Daͤmme, welche nicht bewaͤſ⸗ ſert werden, im Auge zu behalten, damit nicht etwa ein Maul⸗ wurf u. ſ. w. dieſelben durchloͤchert und ſpaͤterhin dadurch Durch⸗ bruͤche des Waſſers entſtehen. Da der Raum dieſer Daͤmme beſchraͤnkt iſt und die Wieſe rein von dieſem Ungeziefer wegen des Waſſers bleibt, ſo ſind es mitunter nur einzelne ſolcher Subjecte, welche ſich einfinden. Da jedoch die Daͤmme auf beiden Seiten von Waſſer umgeben ſind, und dieſe Thiere nur auf den Daͤmmen ihr Unweſen treiben koͤnnen, ſo ſind ſie durch gewoͤhnliche Fallen ſehr leicht zu vertreiben. Im Sommer muß beſonders die Wieſe in der Erntezeit gut behandelt werden. Hauptſaͤchlich erfordert die jedesmalige Maht eine beſondere Aufſicht, und zwar, daß erſtens gut und tief, und zweitens der Laͤnge nach im Heu und quer uͤber die Ruͤcken in Grummet gemaͤht wird oder entgegenge⸗ ſetzt. Nie duͤrfen zwei Ernten in ein und derſelben Richtung gemaͤht werden. Es iſt unvermeidlich, daß nicht hier und da kleine Kaͤmme ſtehen bleiben, wird nun z. B. ſtets nach der Laͤnge der Ruͤcken das Gras abgehauen, ſo wird in wenig Jah⸗ ren in der Mitte der Ruͤckenſeite eine Erhoͤhung entſtehen, weil hier durch den Kamm das Rieſelwaſſer mehr Widerſtand findet und mehr Duͤngung ablagert. Ebenſo iſt auch hauptſaͤchlich Obacht auf das Abfahren des Futters zu nehmen. Obgleich nun manche Schriftſteller das Befahren der Waͤſſerungswieſe widerrathen, ſo habe ich mich nie daran gekehrt, denn man bedenke nur, wenn man den guten Rath befolgte und das Futter in Tuͤchern hinwegſchaffen wollte, wie viel Feld muͤßte alljaͤhrlich zum Flachsbau verwendet werden, 222 um die Leinwand dazu zu erzeugen? und wie lange wuͤrde man Zeit brauchen, ehe man 1000 Ctr. Futter hinweg ſchaffte? Der Landwirth dankt Gott, wenn er ſein Futter trocken hat, ſoll er denn zum Hinwegbringen deſſelben mehr Zeit verbrauchen, als zum Trocknen ſelbſt? Wenn man das Futter in Tuͤchern hin⸗ wegtragen ſollte, moͤchte wohl dem Landwirth die Luſt zum Rie⸗ ſeln vergehen. Eine gute Waͤſſerungswieſe muß in der Ernte ſo trocken ſein, daß keine Spur der Naͤder hinterbleibt. Iſt es moͤglich, und man kann beſondere Raͤder mit breiten Felgen zum Abfahren des Futters haben, ſo iſt es gut; iſt es nicht moͤglich, ſo ſchadet es auch nichts. Es iſt eine kleine Muͤhe, daß, wenn das Futter hinweg geſchafft iſt, der Wieſenaufſeher etwanige Spuren wieder ebnet, doch kann ich verſichern, daß auf den Wieſen, wo ich habe das Futter hinweg ſchaffen laſſen, nie Storungen in der nachherigen Bewaͤſſerung dadurch entſtanden ſind. Fuͤrchte ſich deshalb Niemand vor dem Hinwegbringen des Futters; man baue nur und verfahre in jeder Hinſicht nach den Regeln meines Buches und kein Futter wird in Tuͤchern hinweg geſchafft werden muͤſſen. — 1 ütde man fſte’ Der t, ſoll er cen, als hemn hin⸗ zum Rie⸗ Ernee ſo It es gen zun wäglic, , wenn„ ewanige auf den en, nie en ſind. hen des h den inweg Seite 10, Zeile 13, B ‿ erichtigungen. Krausdiſtel. ' . u. l. oder ſt. aber. l . gel. . u. l. Fruchtbarkeit ſt. Feuchtigkeit. S 1 Svdver — Pn erhaltend. . o. l. befruchtender. v. o. l. hat ſie deſſen, oder mehr. . u. ſt. 10 ORth. I. 11,1 ORth. . u. ſt.— 5% l.— 92. . M. l. ſt. za4. * w. l. der Ueberfluß. . u. l. ebenſten ſt. oberſten. muß die unterſte Zahl der Abbildung rechts 36“ ſtatt 30“ ſein. 15 v. u. l. Stuͤckenerde. 15 v. o. l. rieſeln ſt. verrieſeln. 2, 4, 17 v. o. l. 5 fl. 10°. 3 iſt ſo zu interpungiren: Velocitaͤt, in der Sohle 10, im Spiegel 20“ Breite. 5 v. 6 v. 41 v. 8 u. 5 v. 4 v. 3 v. 17 u. 6 v. 18 v. 2 v v. l. 1620: 1728. u. l. uneben(coupirt). u. l. dann ruft man dem Gehuͤlfen ec. Z. 5 v9. u. l. 2˙, 5 ⁄ ſt. 2, 6 /4. u. l. ß ſt. c. d. o. l. Koppenbreite. 9. l. die Kopbe= 40. 18 l. Freigerinne. u. l. Bewaͤſſerung. o. l. Lehre ſt. Lehne; ebenſo S. 171, Z. 13 v. o. . l. Streben ſt. Staͤben. zig. ‿ 5 — — — 8 S 3 —₰ 88 — — 8 — 5 5 — — S — ₰ 8 ——————— L 1 IIIIIII Pf Ann Srrir Ammnfſ mʒſm O em 3 5 6 7 8 9 unteitung, natürliche Wieſen durch Bewäſſerung in ihrem Ertrage zu erhähen un d unfruchtbare Ländereien durch Waſſer in fruchtbare Wieſen umzuſchaffen. Nach eigenen Erfahrungen von Coſoùr& Grey Control Chart Blue Green Vellow Hed Magenta White— GV2— Grey 3 Grey 4 Black GesSſſer Reichenbach. 1840. L l 1I nlg ſf ILl W Oem 3 4 5 6 7 3 59 natürliche Wieſen durch Bewäſſerung in ihrem Ertrage zu erhähen un d unfruchtbare Ländereien durch Waſſer in fruchtbare Wieſen umzuſchaffen. Nach eigenen Erfahrungen 4 von 3 CGoſour& Grey Control Chart 43eee Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnhits GSrey!(Gr0 2— Grey 3 Grey 4 Black — ebruder Ne iſchen bach. 1840.