.— 3 2 4 1 ——— ¹ 4 1 Ueber. 4ℳ Merinos-Schaafzucht in Bezug auf die Erforderniſſe der Wolle fuͤr ihre Anwendung. Ein Verſuch, als Leitfaden beim Unterricht und zur Selbſtbelehrung fuͤr Landwirthe. Mit Beruͤckſichtigung noͤrdlicher Gegenden. BIBIIOrn- D. K0XTCGL.IOHENI ASCADI.MIE. ES 8.. Von N. 1.NDBA 1.8/ 71 7 Johann Philipp Wagner.— 4 ———— Koͤnigsberg 1828. Im Verlage der Gebruͤder Borntraͤger — Vorrede. — Die Grundſaͤtze der Merinos-Schaafzucht ſind noch nicht ſo weit feſtgeſtellt und ſo allgemein verbreitet, daß allenthalben jeder angehende Landwirth bald zur Gewiß— heit gelangen koͤnnte, welche Wollart und auf welche Weiſe er dieſelbe zum Vortheil des Kaͤufers und zu ſeinem eigenen zu erzielen habe. Die gegenwaͤrtige Schrift hat den Zweck, zur Feſt— ſtellung und Berichtigung der Grundſaͤtze uͤber Merinos— Schaafzucht weitere Beitraͤge zu liefern. Sie enthaͤlt die Erfahrungen, welche ich in den letzten ſieben Jah— ren von Andern und durch meine eigenen Beobachtun— gen daruͤber geſammelt habe. Sie verbreitet ſich mehr, als die fruͤhere, uͤber die Grundſaͤtze der Fabrikation, aus denen die Beſtimmung der tauglichſten Wollart und ihrer erforderlichen Eigenſchaften nur hervorgehen kann. Der Naturaliſt ſchließt leicht fehl, wenn er jene nicht kennt, indem erſt die Zulaͤſſigkeit der Bearbeitung eines rohen Stoffes die Grenzen ſeiner Anwendbarkeit bedingt. 4) IV Die Verſchiedenheit der Merinoswolle und ihre moͤgliche Erzielung geſtatten dem Schaafzuͤchter Spiel— raum genug, ſich nach den Forderungen des Fabrikan⸗ ten zu bequemen, ſo weit ſein eigenes Intereſſe damit verbunden werden kann. Zur Befoͤrderung einer deutlicheren Einſicht in die Wollenfabrikation und die daraus fließenden Forderun— gen an das rohe Material habe ich es verſucht, die noͤthigſten Verrichtungen bei der Verwendung der Wolle zu Garn und Zeuchen auseinander zu ſetzen; die Ver— ſchiedenheit des rohen Stoffes und ſeiner Behandlung neben die Verſchiedenheit der Fabrikate zu ſtellen, die verſchiedenen Merinos-Wollarten nach der Zulaͤſſigkeit ihrer Behandlung mit einander zu vergleichen und end— lich aus der Beſtimmung des Fabrikats und der Art ſeiner Verfertigung zuſammengenommen die erforderlichen Eigenſchaften der Wolle herzuleiten. Die Kenntniß der erforderlichen Eigenſchaften der Wolle in Bezug auf ihre Verwendung ſetzt die Kennt— niß des Wollhaares als eines natuͤrlichen Koͤrpers, und eine zweckmaͤßige Leitung der Schaafzucht ſetzt die Kennt— niß von der Entſtehung und dem Fortwachſen deſſelben voraus. Die naturhiſtoriſche Kenntniß des Schaafes und ſeiner Wolle muͤßte alſo vorangehen, die Forderungen — deſton Kenf rit, denez ſenl dichen Nan dahie divinn Erülr dent Dhy) diene bon. ſbii diſe deng ihre piel⸗ lkan⸗ amit die run⸗ die Solle Ver⸗ lung die geit end⸗ Art chen der unt⸗ und nnt⸗ lben und gen v an die Wolle in Bezug auf Fabrikation folgen demnaͤchſt, und die Regeln zu einer dieſem Zweck gemaͤßen Leitung der Schaafzucht machen den Beſchluß. Dieſen Plan befolgte ich ſchon bei der weit duͤrftigeren Zuſammenſtel— lung meiner vorhergegangenen Schrift. Er iſt naturge— maͤß, und wer uͤber Wollzucht ſchreiben will, darf ihn nicht verlaſſen, ohne in Confuſion zu gerathen. Je laͤnger man der Haarerzeugung nachforſchet, deſto mehr fuͤhlt man das Beduͤrfniß phyſiologiſcher Kenntniſſe vom thieriſchen Koͤrper. Die Erfahrung leh— ret, daß ſich das Haar in der Geſtalt und Groͤße, in denen es erſcheinen kann, darum noch nicht fortpflanzt; ſie lehret aber auch, daß ein Thier, beſonders ein maͤnn— liches, in ſeinen Abweichungen von ſeines Gleichen keine Nachkommenſchaft hervorbringt, welche gaͤnzlich wieder dahin einſchlaͤgt, wenn dieſes nicht von dem andern In— dividuum des Staampaares bewirkt werden kann. Die Erklaͤrungen dieſer Erſcheinungen, ſo wie der Verſchie— denheit der Thierhaare an ſich laſſen ſich nur aus der Phyſiologie ſchoͤpfen. Es wuͤrde eines der groͤßten Ver— dienſte um Thierzucht uͤberhaupt ſein, wenn ein Mann vom Fach die Muͤhe uͤber ſich naͤhme, das landwirth— ſchaftliche Publikum mit einer populaͤren Ausarbeitung dieſer Wiſſenſchaft zu beſchenken, welche die Verſchie— denheit und Veraͤnderlichkeit der inneren Oekonomie VI und der allgemeinen Einrichtung des Koͤrpers neben der Verſchiedenheit und Veraͤnderlichkeit der Haare aufſtellte. Aus einigen dahin einſchlagenden Werken habe ich mich bemuͤht, mir einige vollſtaͤndigere Begriffe von dem We— ſen, der Entſtehung und des Fortbeſtehens der Thier— haare zu verſchaffen, und es gewagt, durch Huͤlfe der— ſelben und eigene Beobachtungen im erſten Theil dieſer Schrift mehrere Erſcheinungen zu erklaͤren. Moͤchte die— ſer Verſuch nur bald durch ein befriedigendes Werk uͤber— fluͤßig werden. Es liegt nur am Wollen, und wir be— ſitzen ein ſolches. Ueber die Eigenſchaften der Wolle, beſonders uͤber Geſchmeidigkeit und Elaſtizitaͤt, ferner uͤber die moͤgliche Entſtehung der Geſtalt der Merinoswolle, uͤber die Methoden, Dinge und beſonders Thiere und Wolle zu unterſcheiden, habe ich mir blos darum ſo viele Weit— laͤuftigkeiten erlaubt, um nachdenkenden jungen Maͤn— nern, welche keine Gelegenheit gehabt haben, ſich der— gleichen Vorkenntniſſe zu verſchaffen, ihre Erlangung zu erleichtern. Eine genauere Unterſcheidung der Merinos und ihrer Wolle von andern Schaafarten und ihrer Erzeugniſſe ſchien mir noͤthig, indem feſte Begriffe daruͤber noch nicht allgemein genug verbreitet ſind. In wie weit es mir gelungen ſein wird, die Grenz— ———————y 1— punkte der] hernd kenner in S zunden bis ſ meiſe klaſſſ fabrike bekane neht ſchre ich d der ellte. mich We⸗ Hier⸗ der⸗ ieſer die⸗ iber⸗ be⸗ uͤber liche e zu geit⸗ Naͤn⸗ der⸗ g zu hrer niſſe noch kenz⸗ VII punkte mit ihren Zwiſchenraͤumen fuͤr die Eigenſchaften der Merinos in Hinſicht auf Koͤrper und Wolle annaͤ— hernd zu treffen, muß ich der Beurtheilung der Sach— kenner uͤberlaſſen. Ein einziger halbjaͤhriger Aufenthalt in Spanien wuͤrde hoffentlich manches Licht wieder an— zuͤnden, und manchen Zweifel heben. In Hinſicht der Anwendung der Wolle beſitzen wir bis jetzt ſo wenig uͤber Wollenfabrikation, als uͤber die meiſten andern der wichtigſten Zweige der Induſtrie ein klaſſiſches Werk. Die Scheiblerſche Schrift uͤber Tuch— fabrikation iſt die einzige der Art, welche mir bis jetzt bekannt geworden iſt. Gegenwaͤrtig iſt ſie aber nicht mehr genuͤgend. Meinen Verſuch einer faſt bloßen Be— ſchreibung der Wollenfabrikation in kurzen Umriſſen bitte ich daher mit Nachſicht zu beurtheilen. Die Bemerkungen uͤber Vererbung ſind aus den Erfolgen der Einzelpaarungen entnommen, welche man in den oͤſtlichen Provinzen in abgeſonderten Haufen oder Paarweiſe auf mehreren Schaͤfereien nach dem Beiſpiel des Herrn Obriſten von Bruͤnneck auf Belſchwitz ein— gefuͤhrt hat. Die Abhandlung uͤber die Haltung der Schaafe und die darauf Bezug habenden Einrichtungen ſind eben alls von der Mehrheit der beſtens eingerichteten Schä ereien in denſelben Provinzen entlehnt, wo ſelbſt neu VIII errichtete, wie die zu Neuſtadt, Ruzau, Groß-Borken und mehrere zu Muſter dienen koͤnnen. Welchem geneigten Leſer das Schaafwaſchen und Scheeren ſchon bekannt iſt, der beliebe dieſe Kapitel zu uͤberſchlagen. Sie ſind blos fuͤr angehende Landwirthe beſtimmt, welche noch keine Gelegenheit zur Praxis da— rin gehabt haben. Sollten meine Anſichten von den erforderlichen Ei— genſchaften der Wolle in Bezug auf ihre Anwendung und von der brauchbarſten Merinos-Wollart insbeſondere Widerſpruͤche finden, welche nicht in bloßen Behauptun— gen beſtaͤnden; ſo wuͤrde die gute Sache immerhin durch Wahrheit gewinnen. So lange ich aber nicht eines an— dern uͤberzeugt werde, fahre ich fort, die Zuchtthiere nach denſelben zu beurtheilen und zu beſtimmen. Koͤnigsberg in Pr., im Oktober 1827. Der Verfaſſer. — orken und tel zu virthe s da⸗ n Ei⸗ ndung ndere ptun⸗ durch s an⸗ thiere Regiſter. — Erſter Theil. Ueber Schaafe und Wolle in na— turgeſchichtlicher Hinſicht. Erſter Abſchnitt. Ueber Verſchiedenheit der Thier⸗ haare. Erſtes Kapitel. Einleitung. Eintheilung des Haares. Be— griff von Haarlaͤnge. Zweites Kapitel. Entſtehen des Thierhaares. Begriff von Thierhaar. Drittes Kapitel. Von Unterſcheidungen der Thiere, als Ein⸗ leitung zur Unterſcheidung der Schaafarten und Raſſen. Viertes Kapitel. Ueber die Verſchiedenheit der Haarerzeu— gung bei verſchiedenen Thierarten. Zweiter Abſchnitt. Das Schaaf und die Wolle. Erſtes Kapitel. Das Schaaf als Thier. Zweites Kapitel. Unterſchied zwiſchen Wolle und Thierhaaren. Drittes Kapitel. Weſen des Wollhaares. Viertes Kapitel. Von den Eigenſchaften der einzelnen Theile des Koͤrpers in Bezug auf Wollerzeugung. Dritter Abſchnitt. Ueber Merinos und ihre Wolle. Erſtes Kapitel. Unterſcheidung der Merinos von andern Schaafgeſchlechtern. Zweites Kapitel. Unterſcheidung der Merinos und ihren Wolle unter ſich. Drittes Kapitel. Verſuch einer Erklaͤrung der Merinoswoll— form. Viertes Kapitel. Das Merinoslamm und ſeine Wolle. Vierter Abſchnitt. Vom Wachſen der Wolle. Erſtes Kapitel. Bedingungen des Beſtehens des Haares. Zweites Kapitel. Wirkung der Nahrung auf Wolle im All⸗ gemeinen. Drittes Kapitel. Bedingungen des Fortwachſens. Viertes Kapitel. Wirkungen verſchiedener Nahrungsverhaͤlt⸗ niſſe auf die Wolle. Fuͤnftes Kapitel. Veraͤnderlichkeit des Zuſtandes des Haares waͤhrend ſeiner Verbindung mit dem Koͤrper. Sechstes Kapitel. Aeußere Einwirkungen auf das Wachſen und die Eigenſchaften der Wolle, ſo wie auf ihren aͤuße— ren Zuſtand. Siebentes Kapitel. Folgen des Wechſels aller Arten von Veraͤnderungen auf die Wolle. Achtes Kapitel. Verhalten des Haares nach den verſchiede⸗ nen Lebensperioden des Thieres. Neuntes Kapitel. Vom Abſterben des Haares in ſich ſelbſt waͤhrend ſeiner Verbindung mit dem Koͤrper. Zehntes Kapitel. Veraͤnderung abgeſchorner Wolle. Eilftes Kapitel. Normalwuchs der Merinoswolle. Zwoͤlftes Kapitel. Bedingungen des aͤußeren Anſehns des Fließes. Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber Fortpflanzung. Erſtes Kapitel. Ueber die Geſetze der Fortpflanzung des Schaafgeſchlechts im Allgemeinen, ſo weit ſie ſich aus der bisherigen Erfahrung ergeben. Zweites Kapitel. Ueber die Fortpflanzung der Merinos. Drittes Kapitel. Ueber Veraͤnderungen der Schaafarten und ihrer Wolle. Viertes Kapitel. Ueber die Artung eines ſich ſelbſt uͤberlaſ⸗ ſenen Stammes. Sechster Abſchnitt. Ueber Vermiſchungen. Erſtes Kapitel. Folgen der Vermiſchung nahe verwandter Thierarten. Zweites Kapitel. Ueber die Umwandlung der gemeinen Schaaf⸗ arten in Merinos. Drittes Kapitel. Vergleichung veredelter Schaafe mit Me⸗ rinos und ihrer Wolle. es. n Al⸗ erhaͤlt, daares achſen aͤuße⸗ n von ſchiede⸗ ſelbſt 1s des g des h aus os. en und berlaſ⸗ aandter Schaaf it Me⸗ XI Zweiter Theil. Ueber die vorzuͤglichſte Merinos⸗ Wolle und ihre Erforderniſſe zum Verbrauch, her⸗ geleitet aus den Grundſaͤtzen der Fabrikation. Erſter Abſchnitt. Ueber die Vorzuͤge der Schaaf— wolle im Allgemeinen. Zweiter Abſchnitt. Ueber die Anwendung der Wolle insbeſondere. Erſtes Kapitel. Filzen und Flechten. Zweites Kapitel. Erſte Vorbereitung der Wolle zur weiteren Behandlung. Drittes Kapitel. Vom Kaͤmmen, Kratzen und Spinnen. Viertes Kapitel. Vom Weben. Fuͤnftes Kapitel. Eintheilung der Gewebe in glatte und rauche. Sechstes Kapitel. Zubereitung der Oberflaͤche glatter Zeuch⸗ arten. Siebentes Kapitel. Ueber den Unterſchied zwiſchen dem Auf— zug- und Einſchlaggarn zu bedeckten Zeucharten. Achtes Kapitel. Vom Walken. Neuntes Kapitel. Eintheilung der bedeckten Zeucharten in Fries und Tuch. Zehntes Kapitel. Letzte Zubereitungen des Tuchs. Eilftes Kapitel. Unterſchied der Tucharten nach der Art ihrer Fabrikation. Dritter Abſchnitt. Naͤhere Auseinanderſetzung der erforderlichen Eigenſchaften der Wolle in Bezug auf Tuch und Tuchfabrikation. Erſtes Kapitel. Ueber die Grundlagen der verſchiedenen Ei— genſchaften eines Tuches. Zweites Kapitel. Zuſammenſtellung der Erforderniſſe aller Wolle in Bezug auf Fabrikat und Fabrikation. Drittes Kapitel. Ueber Kennzeichen und Pruͤfungen der Wolle. Viertes Kapitel. Ueber die Anwendbarkeit der Merinos⸗ Wollarten insbeſondere. Fuͤnftes Kapitel. Vom Sortiren des Zwiſchenhaͤndlers. ————jj n XII Sechstes Kapitel. Von den Erforderniſſen der Wolle als Waare. Vierter Abſchnitt. Ueber die Bedingungen des Ge⸗ brauchswerthes der Wolle. Fuͤnfter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der Grund— lagen, welche die einzelnen Eigenſchaften der Wolle zunaͤchſt bedingen, als Einleitung fuͤr die Merinosſchaafzucht. Erſtes Kapitel. Von denjenigen Eigenſchaften der Wolle, welche blos allein vom Koͤrper abhangen, naͤmlich von der Gleichartigkeit der Haare und der Dichtheit ihres Standes. Zweites Kapitel. Bedingungen der Geſtalt, Groͤße und Grundſtoffe des Wollhaares. Drittes Kapitel. Von den Bedingungen der von den Grund- ſtoffen und der Groͤße des Haares zugleich abhaͤngigen Ei— genſchaften. Viertes Kapitel. Von den Veranlaſſungen der Veraͤnderun— gen, welche jede Eigenſchaft fuͤr ſich, und mit andern in Verbindung treffen koͤnnen. Dritter Theil. Ueber Merinoszucht. Erſter Abſchnitt. Ueber die Zucht der Raſſe. Erſtes Kapitel. Allgemeines Erforderniß der Zuchtthiere. Zweites Kapitel. Erforderniſſe fuͤr beide Geſchlechter. Drittes Kapitel. Ueber die Pruͤfung der Zuchtthiere. Viertes Kapitel. Von Zuchtſtaͤhren insbeſondere. Fuͤnftes Kapitel. Bedingungen der Erhaltung eines Stammes. Sechstes Kapitel. Sonderung des beſſeren Theils einer ech⸗ ten Mutterheerde zum Zuchtſtamm. Siebentes Kapitel. Wiederherſtellung und Verbeſſerung eines Stammes. Achtes Kapitel. Verbeſſerungen durch Inzucht und Grenzen derſelben. Neuntes Kapitel. Ueber Bezeichnungen und uͤber Verzeich⸗ niſſe von den Einzelnen einer Heerde zur Sicherung der Kenntniß der Abſtammung. Zehntes Kapitel. Unterſuchung der Nachzucht. 2ꝛ2 3 lle als 8 Ge⸗ rund, n der uͤr die Wolle, ch von ihres ze und Grund⸗ gen Ei— nderun⸗ dern in jere. ammes. ner ech⸗ g eines Grenzen gerzeich⸗ ung der XIII Eilftes Kapitel. Ueber die Wahl der Staͤhrlaͤmmer beim Kaſtriren derſelben. Zwoͤlftes Kapitel. Ueber die Bewaͤhrung der Zuchtthiere in ihren Nachkommen. Dreizehntes Kapitel. Ueber die Kreuzung der gemeinen Schaaf⸗ arten mit Merinos. Zweiter Abſchnitt. Ueber Beruͤckſichtigungen bei der Schaafhaltung in Hinſicht der Wollerzielung. Erſtes Kapitel. Beruͤckſichtigung der Wollerzielung. Zweites Kapitel. Ueber die Art und Weiſe der Ausgleichung der Heerden.. Drittes Kapitel. Eintheilung einer Heerde in verſchiedene Klaſſen nach der Verſchiedenheit ihrer Wolle. Dritter Abſchnitt. Ueber Schaafhaltung insbeſondere. Vierter Abſchnitt. Ueber die Einrichtung der Heerden. Erſtes Kapitel. Ueber die Einrichtung der Heerden nach Ge⸗ ſchlecht und Alter. 3 Zweites Kapitel. Ueber die fruͤhere und ſpaͤtere Nutzung der Stammthiere zur Zucht. Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber die Ernaͤhrung. Erſtes Kapitel. Von den verſchiedenen Nahrungsmitteln, welche das Schaaf genießen kann. Zweites Kapitel. Verſchiedenheit des Einfluſſes der Nahrungs⸗ mittel auf den Koͤrper nach Verſchiedenheit ihrer Art und ihres Zuſtandes. Drittes Kapitel. Verſchiedenheit des Gehalts an Naͤhrſtoff bei einigen Nahrungsmitteln in ihrem gehoͤrigen Zuſtande. Viertes Kapitel. Ueber den Einfluß einiger Gattungen von Nahrungsmitteln bei gleicher Vielheit auf Wolle und Schweiß. Fuͤnftes Kapitel. Folgen eines anhaltenden Genuſſes beſon⸗ derer Nahrungsmittel auf Koͤrper, Wolle und Raſſe. Sechstes Kapitel. Folgen der Vermehrung der Nahrung uͤber die feſtgeſetzten Verhaͤltniſſe hinaus auf die Raſſen. Siebentes Kapitel. Ueber die Beſtimmung des Nahrungs⸗ bedarfs bei verſchiedenartigen Mitteln fuͤr den thieriſchen Koͤrper. XIV Achtes Kapitel. Nahrungsbedarf der Merinos nach Geſchlecht und Alter, in Heu beſtimmt. Neuntes Kapitel. Ueber die Anwendung einiger beſonderen Arten von Nahrungsmitteln in Hinſicht auf Koͤrper und Wolle. Zehntes Kapitel. Ueber Weidebedarf. Eilftes Kapitel. Beruͤckſichtigungen beim Anbau verſchiedener Futterarten. Zwoͤlftes Kapitel. Ueber die Vertheilung der Nahrungsmit⸗ tel in Ruͤckſicht ihrer Qualitaͤt. Dreizehntes Kapitel. Ueber die Vertheilung der Nahrungs— mittel in Ruͤckſicht ihrer Quantitaͤt. Vierzehntes Kapitel. Ueber die Abtheilungen einer Heerde nach Verſchiedenheit des Zuſtandes der Einzelnen. Funfzehntes Kapitel. Ueber die taͤgliche Ordnung bei der Er— naͤhrung. Sechszehntes Kapitel. Ueber reine Waſſertraͤnke. Siebenzehntes Kapitel. Ueber Saathuͤtung im Winter. Achtzehntes Kapitel. Beobachtung des Wuchſes der Wolle um der Einrichtung der Ernaͤhrung willen. Sechster Abſchnitt. Ueber die Gewaͤhrung der erſten S Lebensbedingungen naͤchſt der Nahrung, mit Ruͤck— ſicht auf Koͤrper und Wolle. Erſtes Kapitel. Verhalten in Betreff des Lichts. Zweites Kapitel. Einfluß der Luft nach Verſchiedenheit ihrer Beſtandtheile auf die Geſundheit. Drittes Kapitel. Ueber den Einfluß verſchiedener Waͤrme⸗ grade auf Koͤrper und Wolle. Viertes Kapitel. Verhalten bei anhaltender Feuchtigkeit und Naͤſſe. Fuͤnftes Kapitel. Vorkehrungen gegen heftige Winde und Zugluft. Sechstes Kapitel. Nothwendigkeit der Bewegung. Siebentes Kapitel. Einige Schlußfolgen aus dem bisherigen unter Beruͤckſichtigung des gleichzeitigen Einfluſſes der Nahrung, des Luftzuſtandes und der Bewegung, auf Thier und Wolle. iebenter Abſchnitt. Die hauptſaͤchlichſten Beruͤck— „. chlecht deren r und edener gsmit⸗ ungs⸗ Heerde er Er— ihrer zaͤrme⸗ eit und de und herigen ſes der fThiet eruͤck »* XV ſichtigungen bei der Einrichtung eines Schaaf⸗ ſtalles und einiger andern Anlagen. Erſtes Kapitel. Von der Lage des Gebaͤudes und ſeinen Theilverhaͤltniſſen. Zweites Kapitel. Einrichtung der Raufen. Drittes Kapitel. Grundſaͤtze bei der Beſtimmung der Groͤße eines Stalles, wenn der Raum beſchraͤnkt iſt. Viertes Kapitel. Ueber Schoppen im Freien und Anpflan⸗ zungen zu gleichem Zweck. Achter Abſchnitt. Vergleichung der Ernaͤhrung auf der Weide mit der Haltung auf dem Stall das ganze Jahr hindurch neben gehoͤriger Bewegung im Freien. Neunter Abſchnitt. Bedingungen bei anzuſtellenden Verſuchen in der Haltung. Zehnter Abſchnitt. Ueber die zweckmaͤßigſte Behand— lung der Wolle zum Verkauf. Erſtes Kapitel. Von dem Waſchen. Zweites Kapitel. Vom Trocknen der Wolle und ihrer Be⸗ wahrung. Drittes Kapitel. Vom Waſchen der Lammwolle. Viertes Kapitel. Beſtimmung des Grades der Reinheit der Wolle. Fuͤnftes Kapitel. Vergleichungen zwiſchen der Wollwaͤſche auf dem Schaaf und der Waͤſche nach der Schur. Sechstes Kapitel. Von der Schaafſchur. Siebentes Kapitel. Vom Bereiſſen, Zuſammenlegen und Verpacken der Wollfließe. Achtes Kapitel. Vom Auflegen der Wolle an Ort und Stelle, und vom Einpacken. Neuntes Kapitel. Ueber beſondere Schurhaͤuſer. Zehntes Kapitel. Ueber die Folgen der Waͤſche auf die Ei⸗ genſchaften der Wolle. Eilfter Abſchnitt. Materialien zu einem Schaͤfer⸗ Catechismus fuͤr Lehrlinge, mit Ausſchluß des Veterinaͤr⸗Wiſſenſchaftlichen. Erſtes Kapitel. Veranlaſſungen zur Entſtellung und zum Verderben der Wolle. XVI Zweites Kapitel. Veranlaſſungen der Gefahren fuͤr die Ge— ſundheit. Drittes Kapitel. Einige Merkmale des Geſundheitszuſtan— des des Thieres in der Wolle. Viertes Kapitel. Einige Bemerkungen fuͤr Stall⸗ und Weide⸗ Ordnung. Fuͤnftes Kapitel. Verhalten beim Verſetzen der Schaafe auf weite Entfernungen. Sechstes Kapitel. Ueber die Nothwendigkeit eines Leitfadens fuͤr einen Schaafmeiſter zur Anweiſung ſeiner Unterge— benen. Zwoͤlfter Abſchnitt. Ueber Schaͤferei⸗Ertrags⸗Be rechnungen. Vierter Theil. Ueber commerzielle Verhaͤltniſſe. Erſter Abſchnitt. Unterſuchung der Frage, welche Schaafart iſt wohl fuͤr die naͤchſte Zukunft die nuͤtzlichſte? 1 Zweiter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der bisherigen ohngefaͤhren Produktion und Preiſe. Dritter Abſchnitt. Ueber den Zuſtand der Merinos⸗ ſchaafzucht in den Provinzen Oſtpreußen mit Einſchluß des litthauiſchen Antheils und Weſt⸗ preußen. Nachweiſung der in dem Bereich des Koͤniglichen Ober⸗Praͤſidii von Preußen, nemlich in den Regierungsbezirken Koͤnigs⸗ berg, Gumbinnen, Danzig und Marienwerder vorhandenen feinen Schaͤfereien, mit Angabe ihrer Anzahl und Lage. —— r=E 9 angetin Mart. .. eigenſc gewiſen; de Ha keinen üngeE zum fiſe dnn di dnes f3 dnes J. N liſt ſch 44 hensn wie ig elche die igen nos⸗ mit Jeſt⸗ aſidii nigs⸗ denen „ 1 Erſter Abſchnitt. Ueber Verſchiedenheit der Thierhaare. Erſtes Kapitel. Einleitung. §. 1. Giatheilung des Haares. Das Thierhaar wird eingetheilt in Wurzel und Roͤhre, und die Roͤhre in Huͤlle und Mark. §. 2. Begriff von Haarlaͤnge. Unter den Groͤßen⸗ Eigenſchaften des Wollhaares hat blos ſein Umfang bei einem gewiſſen Spielraum eine geſchloſſene Graͤnze. Da aber die Laͤnge des Haares waͤhrend der Dauer des Koͤrpers in der Zeit eben keinen genau zu beſtimmenden Graͤnzpunkt zeigt, indem ſich die Laͤnge mit keinem beſtimmten Zeitpunkte ſchließt, ſo muͤſſen wir zum feſten Begriff von ſeiner Laͤnge einen ſolchen beſtimmen, wozu denn die jaͤhrliche Schur Veranlaſſung giebt. Unter der Laͤnge eines Haares verſtehen wir alſo diejenige, welche es im Laufe eines Jahres erreicht hat, oder erreichen koͤnnte. Auf dieſe Weiſe laͤßt ſich das Wollhaar als ein begraͤnztes Ganzes betrachten. §. 3. Nutzen der Auseinanderſetzung des Entſte— hens und Wachſens des Haares. Aus der Art und Weiſe, wie Haare entſtehen, laͤßt ſich ihre Verſchiedenheit auf den ver— 1 — 2 Erſter Theil. Erſter Abſchnitt. ſchiedenen Thierarten und an jedem Einzelnen, ſo wie ihre Ver— daſ aͤnderlichkeit auf dem einzelnen Thier und an der Raſſe erklaͤren. uit au“ —. Int Daher folgen die Abhandlungen in dieſem erſten Theil: Diel 1. uͤber die Entſtehung; velche 2. uͤber die Verſchiedenheiten der Haararten; zwekken 3. uͤber ihre Veraͤnderlichkeit; Diſs 4. uͤber die Veraͤnderlichkeit der Raſſen und Arten. dben zu? berlieren Zweites Kapitel. érs Heffnut Das Entſtehen des Thierhaares und der daraus nat dr abgeleitete Begriff von Thierhaar. zu d mehr tin §. 4. Die Haut. Zugrmmenſetzung der Haut. Die b. Haut beſteht aus zwei Haupt⸗Schichten, von denen die eine die aile N Oberhaut, und die andere die Unterhaut oder die eigentliche Haut Mall⸗ ausmacht. Dieſe letzte iſt am dickſten.* Geiige Die Oberhaut, welche ſehr duͤnne iſt, beſteht ebenfalls aus Han einem ſehr feinen Geflechte, und zeigt neben den Haarſtellen hin ine W und wieder Vertiefungen. Bei den Anatomen heißt dieſe Haut du duf Epidermis. tchitem Die Oberhaut zieht ſich in die Haarporen hinein, und beklei— M. det dieſe. nn zv. Sie iſt auf verſchiedenen Stellen von ungleicher Dicke. ſten inn Die Oberhaut iſt mit beſondern Gefaͤßen zum Aufbewahren ben nachg von Fettkuͤgelchen verſehen, welche ihre Beſtimmung in der Ge— Giſtt ſchmeidigerhaltung der Oberhaut und der Haare haben moͤgen. ſäna Die Oeffnungen auf der Oberſeite ſind elaſtiſch geſchloſſen. V ghn Es laſſen ſich wohl Erhoͤhungen und Vertiefungen, aber keine de enf wirklichen natuͤrlichen Oeffnungen darin entdecken. 1 b alen Tyj Große Hitze blaͤttert die Oberhaut ab. ſdar dua Bei der Erneuerung der Oberhaut nach einer Zerſtoͤrung ent— NNAhta ſteht ein mehrfaches Blatt von geregelter Textur. Grir Sowohl die Ober- als Unterhaut hat noch ein fettiges Netz dfungt unter ſich, mit welchem eine jede in genauem Zuſammenhange ſteht. ſat 3 Das obere Netz unter der Oberhaut nennen die Anatomen Knd gt das Schleimnetz, auch das Malpighiſche. Der darin befindliche 108 Schleim iſt eiweißartig. if Dei vem. he Ver⸗ erklaren. il: araus Die eine die Haut ls aus en hin Haut beklei⸗ vahren er Ge⸗ en. en. r keine g ent⸗ 3 Netz ſteht. tomen ndliche Zweites Kapitel. 3 Das unterſte Netz, oder die Unterlage der eigentlichen Haut heißt auch die Fettlage. In dieſer hat das Haar ſeinen Sitz. Die Haut beſteht aus elaſtiſchen Geflechten von Fleiſchfaſern, welche noch beſondere Gefaͤße und Oeffnungen zu verſchiedenen Zwecken enthalten. Dieſe Geflechte ſind nach unten zu weitlaͤuftiger, und nach oben zu enger, bis ſich die Faſern zuletzt in die Oberhaut ganz verlieren. Graͤnzen der Menge der Maſchen, Gefaͤße und Oeffnungen. Die Menge der Maſchen einer Haut richtet ſich nach der Art des Geflechts. In der hoͤchſten Ausdehnung deſſel— ben koͤmmt es auf das engere oder weitlaͤuftigere Geflecht an, ob mehr oder weniger Maſchen auf derſelben Flaͤche ſind. Es laͤßt ſich annehmen, daß bei der Geburt des Thieres nicht alle Maſchen ſchon entfaltet ſein koͤnnen. Neue Maſchen aber koͤnnen ohne Zerſtoͤrung des beſtehenden Gefuͤges der Haut nicht entſtehen. Beſtimmung der Hautoͤffnungen. Die Haut enthaͤlt eine Menge Oeffnungen, von denen ein Theil zur Durchlaſſung der Ausduͤnſtung beſtimmt iſt, ſo wie mehrere Gefaͤße als Fett— behaͤlter erkannt werden. Poren. Nehmen wir an, daß die Anzahl der zu verſchiede— nen Zwecken in der Haut befindlichen Gefaͤße und Oeffnungen ſchon im Keime beſtimmt iſt; ſo muß ſich auch die Anzahl derſel— ben nach der Anzahl der Hautmaſchen richten, ſo, daß ein dichteres Geflecht auch mehrere Gefaͤße und Oeffnungen enthaͤlt, in ſo fern es ſich nur hat entwickeln koͤnnen. Ihre Entwickelung mit dem Wachsthum. Denn daß das ganze Geflecht der Haut bei der Geburt des Thieres ſchon in allen Theilen im Kleinen entwickelt erſcheinen ſollte, widerlegt ſich ſchon durch die ſichtbare Vermehrung der Haare und aͤußeren Maſchen der Haut waͤhrend des Wachſens. Graͤnzen der Menge. Die Menge dieſer Gefaͤße und Oeffnungen findet aber ihre Graͤnze in der Beſchaffenheit des Ge— flechts, ſelbſt enger ſtehende Maſchen werden auch mehrere Gefaͤße und Oeffnungen enthalten, als weitlaͤuftigere auf derſelben Flaͤche. Ausduͤnſtung. Der thieriſche Koͤrper duͤnſtet beſtaͤndig aus. Bei vermehrter Ausduͤnſtung gehen mehrere Theile, wie gewoͤhn— 1* 4 Erſter Theil. Erſter Abſchnitt. lich mit fort, die ſich an der Luft in Tropfen und zuletzt zum Theil in Fett verdichten. Bei hinreichendem Wechſel der Luft duͤnſtet der Koͤrper mehr aus, und ſchwitzt weniger. Die Ausduͤnſtung iſt gleich nach dem Genuß der Speiſen am ſtaͤrkſten, waͤhrend derſelben aber am ſchwaͤchſten. Ausdehnbarkeit der Haut. Kein Geflecht kann ohne Einhaͤkelung oder Durchkreuzung der Faſern beſtehen. Die moͤglichſte Ausſtreckung der Faſern bedingt auch die Aus⸗ dehnung des Geflechts nach einer Richtung hin. Wird aber ein Geflecht nach allen Richtungen zu gleicher Zeit ausgedehnt, ſo hemmt die eine Kraft die andere, die Ausdehnung in die Breite hemmt die in die Laͤnge. Die Ausdehnung des Hautgeflechts nach jeder Richtung kann alſo nie groͤßer ſein, als die in jedem Augenblick moͤglichſte Aus— ſtreckung ihrer Faſern ſelbſt. Ihre moͤgliche Ausdehnung findet hierin ihre Graͤnze. 3 Zuſammenziehung. Wenn die Urſachen der Ausdehnung aufhoͤren, ſo ſchließen ſich die Geflechte wieder enger zuſammen. Daher heißt die Haut elaſtiſch. Mit der Ausdehnung und Zuſammenziehung, oder Erweite⸗ rung und Verengung der Haur erweitern und verengen ſich auch die Maſchen, und mit ihnen die Gefaͤße und Oeffnungen, welche die Haut unmittelbar bildet, oder welche mit ihr in Verbindung ſtehen. Auch die Ausduͤnſtung vermehrt oder vermindert ſich mit jenen Veraͤnderungen. Innere Theile. Die Haut iſt mit Adern, Muskeln und Nerven durchzogen, wodurch Empfindungen, Ernaͤhrung und Be— wegung der Haut dem Thiere moͤglich werden. Die Hautbewegung iſt bei dem Thiere ſtaͤrker, wie beim Men— ſchen. Eine hieher gehoͤrige Erſcheinung iſt das Erſchuͤttern der Haut bei ihrer Beruͤhrung. Einwirkende Urſachen. Ihre Ausdehnung und Zuſam— menziehung haͤngt von verſchiedenen Urſachen ab. Waͤrme dehnt die Haut aus; Kaͤlte zieht ſie zuſammen und hemmt die Ausduͤnſtung; ſtarke Bewegung macht ſie hart; hef⸗ tige Winde bewirken daſſelbe, und trocknen noch außerdem das Fett aus; anhaltende Feuchtigkeit hemmt die Ausduͤnſtung. Staub hat dieſelbe Folge und zieht das Fett an ſich; Krankheiten deh— nen die ſcheinun Er ſch der ſande, rxts eiſ ſene G. fir die beſtimme ) woͤßnen ſich duch wenn di oder ni weiſe z A ſhiede mre Ue ſehaͤt N de Eirn dentich tir, veütäuf ſid. 6' Thälberi M hanrer 9. die Hag itereug 8 dr Hau üicer D Liſſhe eine 1 kreuung fuͤr alen eiſen an de Aus⸗ er Zeit eehhnung g kann te Aus⸗ findet ehnung mmen. weite⸗ h auch welche ndung h mit und Be⸗ Men⸗ der ſſam⸗ und heſ das ötaub deh⸗ * Zweites Kapitel. 5 nen die Haut aus, oder erſchlaffen ſie, oder veranlaſſen beide Er— ſcheinungen. Erweiterung der Haut mit dem Wachſen. So wie ſich der Koͤrper erweitert, erweitert ſich auch, im geſunden Zu— ſtande, die Haut. Da nun die Erweiterung eines thieriſchen Koͤr— pers erſt in der Ernaͤhrungsfaͤhigkeit ſeiner ſelbſt und in der Zeit ſeine Graͤnzen findet, wenn die Mittel gegeben ſind; ſo laͤßt ſich fuͤr die moͤgliche Erweiterung der Haut nicht leicht eine Graͤnze beſtimmen.. Je laͤnger die Erweiterung der Haut dauert, deſto mehr ge⸗ woͤhnen ſich alle Faſern an die Ausſtreckung, und deſto mehr fuͤllt ſich auch wohl die Haut noch mit fremden Theilen an, ſo daß, wenn die Urſachen ihrer Ausdehnung aufhoͤren, ſie nicht gleich, oder nie, die vorige Geſtalt wieder annimmt, ſondern ſich ſtellen— weiſe zuſammenhaͤuft und Runzeln wirft. Veraͤnderlichkeit ihres Zuſtandes und moͤgliche Ver— ſchiedenheiten. Auf die Geſchmeidigkeit der Haut wirken meh⸗ rere Urſachen ein. Reibung, ſelbſt Bewegung des Koͤrpers machen ſie haͤrter. Nach jeder Zerſtoͤrung ſchießt ein feſteres Zellgewebe an, dem die Einrichtung der geſunden Haut fehlt. Verſchiedenheit der Haut. Jede Haut kann verſchie⸗ dentlich beſchaffen ſein, je nachdem die Faſern, aus denen ſie be— ſteht, feiner oder groͤber, ihre Verpflechtung enger, feſter oder weitlaͤuftiger und ihre Gewebe einfach oder meyhrfach geſchichtet ſind. Eben ſo kann auch die Haut verſchiedener Thiere in ihren Theilverhaͤltniſſen verſchieden ſein. Zu den Hauptbeſtimmungen einer behaarten Haut ſcheint die Haarerzeugung ſelbſt mitzugehoͤren. Ob ſchon vom Keime aus eine beſtimmte Anzahl Poren fuͤr die Haare vorhanden ſein moͤgen, davon iſt man noch nicht feſt uͤberzeugt. Sollten ſich aber die Haare ihren Weg von der Unterlage der Haut aus ſelbſt bahnen muͤſſen, ſo kann die Anzahl der moͤg— licher Weiſe auf einer beſtimmten Flaͤche erſcheinenden Haare aller Wahrſcheinlichkeit nach doch nur durch die Art des Geflechts in ſeiner groͤßten Ausdehnung bedingt werden; in ſo fern die Durch— kreuzung des Haut⸗Geflechtes bei jedem einzelnen Thier als ein fuͤr allemal beſtimmt anzunehmen iſt. 6 Erſter Theil. Erſter Abſchnitt. §. 5. Die Haarwurzel. Die Haarzwiebel wurzelt nicht, reſcitd wie eine Blumenzwiebel, ſondern ſie iſt mit einer Huͤlle umgeben. Mumen Sie hat feine Zaͤſerchen, welche wahrſcheinlich zur Einſaugung V Ri der Nahrungsſaͤfte dienen. feſt n Ob jede Haarwurzel nur ein Haar treibe, oder ob mehrere nih 6 Haare von einer gemeinſchaftlichen Wurzel ausgehen koͤnnen, dar— ücken uͤber iſt wohl kein Zweifel mehr vorhanden, indem man ſich von di der Wahrheit des erſten Satzes durch die phyſiologiſchen Ent— rit bu deckungen hinlaͤnglich uͤberzeugt, und den andern Fall nur als vjeſ, d Ausnahme zu betrachten hat. die dom Sf §. 6. Das Hervortreten des Haares. Von der Fett⸗ ſein we lage an der unterſten Hautſchicht aus, dringt der Keim des Haa— Es feh res durch die Lederhaut durch, und wird von dem Saͤckchen, das ner W die Wurzel umgiebt, eine Strecke weit begleitet. fiſt ge Es bildet ſich nun eine foͤrmliche Roͤhre, in welche die Nah— d rungsſaͤfte aus der Wurzel eindringen, und welche waͤhrend ihres„ fn, m fluͤſſigen Zuſtandes das Mark der Roͤhre ausmachen. dA Mehrere Anatomen ſind der Ueberzeugung, daß das Haar Halt e bei ſeinem Austritt aus der Haut von der Oberhaut des Koͤrpers d. umgeben und ſo weiterfort begleitet werde, ſo das die Oberhaut 5 der Haarroͤhre mit der Oberhaut des Koͤrpers in unmittelbarer en Verbindung ſtehe. Ir ri Die Federn wachſen auf eine aͤhnliche Weiſe, nur daß das üniaf Oberhaͤutchen ſie bis auf eine gewiſſe Strecke begleitet. fehr. Die Erfahrung lehrt, daß wenn die Oberhaut des Haares im d Vergehen iſt, ſie ſich in feinen Staͤubchen von einander loͤſet. an hn Ob der Durchgang des Haares von der untern Fettlage bis V zur Oberhaut ganz frei, oder mit Hinderniſſen verbunden ſei, laͤßt c 8 ſich ſo leicht nicht entſcheiden.-Kes Es laͤßt ſich annehmen, daß die Haut, indem ſie das Haar als 1 bei ſeinem Durchgang umgiebt, auch einen groͤßeren oder geringe— clemi ren Druck auf daſſelbe ausuͤben muͤſſe, je nachdem die Art ihres unmt Geflechtes es ihr geſtattet, ſich zuſammen zu ziehen. V d Ungleichheit dieſes Druckes. Nach dem verſchiedenen b ſ di Grade der Anſpannung der Haut oder ihrer Zuſammenziehung fit muͤßte auch der Seitendruck auf das Haar verſchieden ſein. Neh⸗ unth men wir nun die Mitwirkung des Drucks der Luft in ihrem. 1 ki ——— et nicht, umgeben. ſaugung mehrere en, dar— ſich von en Ent, zur als er Fett⸗ n, das e Nah— ihres Haar oͤrpers erhaut elbarer ß das es im ge bis „laͤßt Haar inge⸗ ihres denen hung Neh⸗ ihrem Zweites Kapitel. verſchiedenen Zuſtande hinzu; ſo haͤtten wir in der letzten ein Moment mehr zur Einwirkung auf den Umfang der Haare. Richtung des Haares beim Hervortreten. Das Haar ſteht in der Haut auf dem Punkte, wo es zum Vorſchein koͤmmt, nicht aufrecht, ſondern es ſitzt ſchraͤg in derſelben; ſelbſt auf dem Ruͤcken der Thiere neigt es ſich nach hinten zu. Dieſe ſchraͤge Lage der einzelnen Haare in der Haut laͤßt ſich mit bloßem Auge an dicken Haͤuten, auf dem Pferde, dem Rind— vieh, dem Seehund beſonders deutlich merken. Die Roͤhre iſt durchſichtig. Die Farbe des Haares ſoll allein vom Schleimnetz herruͤhren, wovon die Anatomen feſt uͤberzeugt ſein wollen. Wir ſehen daß farbige Haare weiß werden koͤnnen. Es fehlt ihnen alſo das Mark. Ich ſelbſt beſitze eine Probe brau— ner Wolle deren Haare in der Mitte eine bedeutende Strecke weit faſt ganz weiß ſind. Die Roͤhre des Haares kann, ohne mit Mark angefuͤllt zu ſein, noch fortwachſen, und fuͤr ſich beſtehen, wie greiſe Haare. Das Mark muß aber bald nach ſeinem Austritt aus der Haut erſtarren. Beim Druck veraͤndert es ſeine Stelle nicht mehr. Da die Erfahrung lehrt, daß die Beſchaffenheit eines vorher— gehenden Theils des Haares durch die Beſchaffenheit des folgenden gar nicht veraͤndert werden kann, ſo laͤßt ſich vermuthen, daß ein Umlauf der Saͤfte ſich fuͤglich nicht weit in der Roͤhre erſtrecken koͤnne. Das Wachſen des Haares iſt daher fuͤr die Praxis nur als ein Hervorſchieben deſſelben anzuſehen. Begriff von Haar. Das Haar ſelbſt iſt zwar als ein fuͤr ſich beſtehendes Weſen, aber doch als ein Weſen ohne Umlauf der Saͤfte und ohne Wechſel der Stoffe zu betrachten, welches aus verſchiedenen Grundſtoffen beſteht, von denen die mehreſten ſchleimiger Natur ſind, in der thieriſchen Haut ſeinen Urſprung nimmt, und einen hoͤchſtgleichfoͤrmig gebildeten roͤhrenfoͤrmigen elaſtiſchen Koͤrper bildet, mit dem Ganzen, auf dem es waͤchſt, ſo wie mit deſſen Theilen in einem gewiſſen Groͤßenverhaͤltniß ſteht; ſeine der Länge nach abgehenden Theile auch nur der Laͤnge nach beſtaͤndig erſetzt, und erſt mit dem Koͤrper ſein Ende erreichen zu koͤnnen ſcheint. 8 Erſter Theil. Erſter Abſchnitt. Von einigen Phyſiologen wird das Haar als ein fuͤr ſich à m beſtehendes Pflanzenthier betrachtet, worauf ſeine buͤndelfoͤrmige nen Stellung hindeute. V Vi „ ſ3. mehr ande Drittes Kapitel. en 4, mehr Ueber die Unterſcheidungen der Thiere. R len. §. 7. Die drei Unterſcheidungs⸗Prinzipe zwiſchen V mehre mehreren Dingen. Alle Dinge haben das mit einander gemein, 3 daß ſie im Raume vorhanden ſind. In allen uͤbrigen menſchlichen 5, diſe Ruͤckſichten koͤnnen ſie ſowohl verſchieden als uͤbereinſtimmend ſein. ſch Mehrere Dinge ſondern wir in unſerer Vorſtellung von ein⸗ fott ander wenn ſie tine 1. gar keine Eigenſchaften, das Daſein ausgenommen, mit NM einander gemein haben; dieſe Verſchiedenheit iſt eine gaͤnzliche ttwa Verſchiedenheit in den Eigenſchaften; ferner machen wir unter 6 6841 ſolchen einen Unterſchied, welche Frrkdnn 2. nur einige Eigenſchaften gar nicht, wohl aber alle uͤbrigen, un 3 gemeinſchaftlich beſitzen; dies iſt eine unvollſtaͤndige Verſchie— uue n denheit in den Eigenſchaften, endlich machen wir auch unter 1. 9, denen einen Unterſchied, von welchen ein jedes von einan 3. alle Eigenſchaften ohne Ausnahme mit dem andern, dabei meätriſe aber in verſchiedenen Vielheitsverhaͤltniſſen theilt. Dieſe letzte eca un. Verſchiedenheit iſt eine Verſchiedenheit im Vielheitsver— Thürren g haͤltniß. enthine Dieſelben Prinzipien, nach denen wir Dinge von einander unterſcheiden, ſind es auch, nach welchen wir ſie in unſerer Vor⸗ V u0 3 ſtellung ordnen. 1 21 Wir ſtellen naͤmlich alle Dinge zuſammen, welche, ſo weit Kis i unſer Erkentnißvermoͤgen reicht, T 3 1. alle Eigenſchaften mit einander gemein haben, und nur durch ürrägtte ihre Abgeſondertheit, oder was daſſelbe iſt, ihr Fuͤrſichbeſte⸗ umigiße hen, ihre Selbſtſtaͤndigkeit von einander verſchieden ſind. V usb 8 Eine ſolche Zuſammenreihung in unſerer Vorſtellung nen— Eigenüri nen wir eine Art, und das Einzelne— ein Ding, Stuͤck, ann ir 5 Individuum, beim Menſchen Perſon.. nnefubir fuͤt ſic rformige iſchen gemein, chlichen d ſein. on ein— —, mit nzliche unter rigen, rſchie⸗ unter dabei letzte ver⸗ ander Vor⸗ weit urch eſte⸗ nen⸗ tuͤck Drittes Kapitel. 9 2. mehrere Arten, von Dingen, welche alle Eigenſchaften ge— meinſchaftlich, alſo in Verwandſchaft, aber in verſchiedenen Vielheitsverhaͤltniſſen beſitzen, heißen ein Geſchlecht; 3. mehrere Geſchlechter, welche nur einige Eigenſchaften mit ein— ander gemein, alle uͤbrigen aber nicht mit einander gemein haben, machen eine Gattung aus; mehrere verſchiedene Geſchlechter koͤnnen mit einander etwas gemein haben, was andere Geſchlechter nicht mit ihnen thei— len. In dieſem Falle nennt man eine Zuſammenſtellung mehrerer Geſchlechter eine Ordnung. 2, 3 und 4 enthalten alſo gemiſchte Eintheilungen. dieſe fortlaufenden Sonderungen und Vereinigungen laſſen ſich theils qualitativ, theils quantitativ, bis ins Unendliche fortgeſetzt denken. Die Sprache iſt nur zur Bezeichnung einer jeden zu arm. 6. Mehrere Ordnungen, welche ohne Ausnahme einer einzigen etwas mit einander gemein haben, machen ein Naturreich aus. 8. ◻ν 5 §. 8. Begriff von Thierart. Thiere, welche einerlei Koͤrperbau, Lebensart, Fortpflanzung, Entwickelungs- und Lebens⸗ dauer mit einander gemein haben, machen eine Art aus. §. 9. Begriff von Thierraſſe. Wenn mehrere Thiere von einerlei Art in Hinſicht ihrer koͤrperlichen Geſtalt, ihrer Theil— verhaͤltniße, Groͤße und aͤußeren Bedeckung mehr, als andere der— ſelben Art uͤbereinſtimmen, ſo entſtehen Unterarten, welche bei Thieren Raſſen(Schlag) genannt werden, ſobald ſie ſich in ihren Eigenthuͤmlichkeiten fortpflanzen.— §. 10. Methode der Natureforſcher Thiere zu un⸗ terſcheiden. Unter Thiere von einerlei Art kommt aber nicht eins mit dem andern vollkommen uͤberein. So wie vom Koͤrper gilt dies auch von den Haaren. Um dies einzuſehen, wird man ſchon an der Betrachtung der Unmoͤglichkeit einer einzigen Bedingung genug haben, naͤmlich der Unmoͤglichkeit der gleichmaͤßigen Unterhaltung der Kraͤfte bei allem das da waͤchſt. Daher ſondert man diejenigen die ſich in ihren Eigenſchaften am naͤchſten ſtehen, zuſammen, und ſo bekoͤmmt man fuͤr eine jede der beſondern Arten einen gewiſſen Spielraum innerhalb beſtimmter Graͤnzen. 10 Erſter Theil. Erſter Abſchnitt. §. 11. Spielraum fuͤr jede Abtheilung. Wenn z. B. z ihrel eine Schaafart 2 bis 2 ½ Fuß hoch und 3 ⅞ bis 33 Fuß lang, eine z ihre! andere aber 2 ⅞ bis 23 Fuß hoch und 4 bis 4 ½ Fuß lang wird, 5 1 und ſich auch ſo fortpflanzt, ſo macht eine jede dieſer Abtheilungen Siin fuͤr ſich eine beſondere Art innerhalb den angegebenen Graͤnzpunk— ¹. die ten aus, wovon ſich die Mitte leicht finden laͤßt. Thſs So lange ſich nun eine Thierart innerhalb ihrer urſpruͤngli— diet chen Graͤnzen fortpflanzt, ohne die der andern zu uͤberſchreiten, t. di verdienet ſie einer beſonderen Bezeichnung. di4 Die Bezeichnung einer Thierart kann durch die Bezeichnung 3 die F einer alleinigen ausſchließenden Eigenſchaft geſchehen, wenn eine 4 die ſolche vorhanden iſt, oder eines alleinigen Urſprungs. Es veran— rnthr laßt aber Verwirrungen, wenn mehrere zugleich nach einerlei Ur— Bei ſprung benannt werden, und doch verſchieden ſind. 1. die Ein einzelnes Thier gehoͤrt zu derjenigen Art, innerhalb deren 2 dai Graͤnzpunkte es faͤllt, wenn es ſich auch ſo vererbt, und ſonſt 3. deszu nichts beſonderes an ſich hat, welches die Art nicht hat, und wenn Beiß ihm keine Eigenſchaft fehlt, welche die Art mit ſich bringt.* Woie nähn Unterabtheilungen entſtehen aber, wenn z. B. an einzelnen 1. Jeit Koͤrpertheilen andere Groͤßenverhaͤltniſſe beſtaͤndig ſtattfinden... Danc 3. An §. 12. Bedingung der Beilegung des Begriffs von 4 D Raſſe. Wenn eine Raſee, eine Art, ein Geſchlecht u. ſ. w. be⸗. Wa ſtaͤndig als ſolche betrachtet werden ſollen, ſo muß ſich eine jede Bei Abtheilung innerhalb des Spielraumes einer jeden der Eigenſchaf⸗ inerſal; ten, welche bei ihrer Sonderung von andern Abtheilungen zur Grundlage dienen, auch vererben. 15 ren digſt §. 13. Bedingung der Zurechnung eines Einzelnen nucdm ſi zu einer Abtheilung. Kein Individuum kann zu irgend einer llchen Abtheilung gerechnet werden, wenn es ſich nicht in den Eigen: dtſelungn ſchaften, wegen deren es dazu zu rechnen waͤre, innerhalb des ni iörigi Spielraumes einer jeden, welchen die Abtheilung mit ſich bringt, K uſſe fortpflanzt. ſdan beſend ihrn üöti) §. 14. Unterſchied zwiſchen verſchiedenen Thierar⸗ Oöſun un ten. Thiere unterſcheiden ſich von einander: 11 1. in ihrem Koͤrperbau; die ſic 2. ihrer Lebensart; ———ͤͤͤ———— enn z. B. ang, eine ang wird, theilungen raͤnzpunk lrſprüͤngi⸗ rſchreiten, zeichnung venn eine Es veran⸗ nerlei Ur. dalb deren und ſonſt ind wenn t. einzelnen en. ffs von ſ. w. be⸗ eine jede genſchaf ngen zur nzelnen end einer n Eigen⸗ zalb des bringt, hierar⸗ Drittes Kapitel. 11 3. ihrer Fortpflanzung: 4. ihrer Entwickelungs⸗ und 5. Lebensdauer. Beim Koͤrperbau kommen in Betracht: 1. die aͤußerlich wahrnehmbare Einrichtung; naͤmlich: Geſtalt, Theilverhaͤltniſſe, Groͤße, aͤußere Bedeckung. Die innerlich wahrnehmbare Einrichtung betrift: 1. die Verdauung, 2. die Sonderung, 3. die Vertheilung und 4. die Ausſonderung der verſchiedenen in den Nahrungsmitteln enthaltenen Stoffe. Bei der Lebensart der Thiere ſind zu bemerken: 1. die Art der Nahrungsmittel, 2. die Art des Genuſſes und 3. des Haushalts mit den Mitteln. Bei der Fortpflanzung kommen außer dem, was die Phyſio— logie naͤher angeht, in Betracht: 1. Zeit der Paarung, 2. Dauer des Trachtigſeins, 3. Anzahl der Jungen, 4. Dauer des Saͤugens und 5. Wiederholung der Paarung. Bei der Dauer der Entwickelung und des Lebens koͤmmt das Zeitverhaͤltniß zwiſchen beiden in Betracht. §. 15. Willkuͤhrliche Eintheilungen nach beſonde— ren Eigenſchaften. Beſondere Eigenſchaften laſſen ſich, je nachdem wir einen beſonderen Zweck dadurch erreichen wollen, der natuͤrlichen Eintheilung zuwiderlaufend zu Richtſchnuren fuͤr Haupt— abtheilungen herausheben, und Alles darunter Begriffene nach ſei— nen uͤbrigen Eigenſchaften in natuͤrlicher Folge unterordnen. So z. B. laſſen ſich unter den Thieren alle mit Haaren bedeckten als eine beſondere Ordnung herausheben, und alle dazu gehoͤrigen nach ihren uͤbrigen Eigenſchaften in Unterabtheilungen bringen. Der Caſuar und der Seehund kommen alsdenn mit in die Reihe. §. 16. Unter die nuͤtzlichſten haartragenden Thiere, die ſich der Menſch zugeeignet hat, gehoͤret auch das Schaaf. 12 Erſter Theil. Erſter Abſchnitt. . der Viertes Kapitel. frfnd nd alles Ueber die Verſchiedenheit der Haar-Erzeugung an der verſchiedenen Haartragenden Thierarten lekliche nebſt einem Verſuch ihrer Erklaͤrung. §. 17. Verſchiedenheit der koͤrperlichen Bedeckung denheit der verſchiedenen Thierarten. Jedes Thier wird von einer n daſthe Huͤlle umgeben, welche außer dem, daß ſie ſein Ganzes allein rigt geiß ſtellt, und ihm ſo Selbſtſtaͤndigkeit giebt, es zunaͤchſt gegen das fan Element, in dem es lebt, und gegen die Erſcheinungen in demſel— bn ben zu ſchuͤtzen beſtimmt zu ſein ſcheint. te Haadi Die Grundſtoffe dieſer Bekleidung bilden ſich aus den ver— ſchiedenen Nahrungsmitteln der Thiere, nach der Art, in welcher 6.A dieſe ihre Naͤhrſtoffe ſondern, und vertheilen, verſchiedentlich. Kaſe ben Ihre Geſtalt richtet ſich nach den Grundſtoffen, der Einwir— Griß kung der inneren Lebensfaͤhigkeit des Thieres und der Gegenwir—* Harſcidmd kung des Lebens⸗Elements. lange geb Unter die verſchiedenen Arten dieſer Bedeckungen gehoͤrt auch Aa! die bei verſchiedenen Thiergattungen mit Haaren beſetzte Haut. ſteit a enander §. 18. Verſchiedenheit der Haar⸗Erzeugung bei ver⸗ 97 ſchiedenen Thierarten. Andere Thierarten tragen auch an— facht, dien dere Haare, verſchieden in Grundſtoffen, in der Fuͤgung derſelben, ferner in Geſtalt, Groͤße und Farbe. † A. So wie die verſchiedenen thieriſchen Koͤrper ſich aͤußerlich durch örperſt⸗ einen andern Koͤrperbau und andere Theilverhaͤltniſſe deſſelben aus— nuß das zeichnen; eben ſo verſchieden ſind ſie auch in ihrer innern Einrich— das Hgnr. tung zur Verdauung der Speiſen, und zur Aufnahme und Ver— 4 Dai l theilung der zur Ernaͤhrung und andern Zwecken dienenden ver— mn n ſ ſchiedenen Naͤhrſtoffe. nüthixenfal Gleich verſchiedenen Pfianzen auf demſelben Boden ziehen X dich auch verſchiedene Thierarten aus denſelben Nahrungsmitteln ver— deie finer ſchiedene Naͤhrſtoffe an ſich, und vertheilen ſie in verſchiedener auch de H. Menge, auf verſchiedenen Wegen nach ihrer verſchiedenen Beſtim— dunt. mung. Daher koͤnnen auch die Haarſaͤfte und ihre Vertheilung arſand bei verſchiedenen Thierarten nicht anders, als verſchieden ſein, folg— ien fanetn lich auch die Koͤrper denen ſie zur Nahrung dienen.. ünnen, ſu ———————— ugung zrten . edeckung von einer zes allein gegen das in demſe. den ver⸗ in welcher lich. Einwir⸗ egenwir⸗ ört auch Haut. hbei ver⸗ uch an⸗ erſelben, ch durch den aus⸗ Einrich— d Ver⸗ den ver⸗ ziehen In ver⸗ iedener Beſtim⸗ theilung i, fol⸗ Piertes Kapitel. 13 Andere Naͤhrſtoffe der Haare erzeugen aber andere Grund⸗ ſtoffe in denſelben. Von den Grundſtofſen hangen aber die Kraͤfte und alles, was darauf Bezug hat, und von der Art der Zuſam— menfuͤgung der Grundſto ffe haͤngt zunaͤchſt die Beſchaffenheit der Oberflaͤche der Haare ab. §. 19. Verſchiedenheit der Haare nach Verſchie⸗ denheit des Geſchlechts und der Groͤße. Jedes Geſchlecht in derſelben Thierart traͤgt unterſchiedliche Haare; das maͤnnliche traͤgt groͤßere, ſtaͤrkere, und das weibliche traͤgt kleinere, zartere Haar e. Eben ſo tragen die groͤßeren Thiere von einerlei Geſchlecht ihre Haare unterſchiedlich auf dieſelbe Weiſe. §. 20. Ueber Proportion des Haarwuchſes. Jede Klaſſe behaarter Thiere treibt ihre Haarlaͤnge ohne Ruͤckſicht auf die Groͤße des Koͤrpers, oder mit andern Worten: zwiſchen der verſchiedenen Koͤrpergroͤße mehrerer Thierklaſſen und ihrer Haar⸗ laͤnge giebt es keine Porportion. Bei allen Koͤrpern aber, welche zu einerlei Art gehoͤren, ſcheint auch das Haar einen der Theile auszumachen, welche unter einander in einem gewiſſen Groͤßen-Verhaͤltniß ſtehen. Der groͤßere Koͤrper derſelben Art hat das groͤbere Hautge— flecht, die groͤbere Hautfaſer und auch das groͤßere Haar. §. 21. Verſchiedenheit der Haare auf verſchiedenen Koͤrperſtellen. Mit dem Geflechtſyſtem des ganzen Koͤrpers muß das der Haut in der genaueſten Beziehung ſtehen, ſo wie das Haar wieder mit der Haut, was auch die Erfahrung beweiſet. Bei Unterſuchungen erſcheinen ſie einander ſo verwandt, daß man zu ſchließen verſucht werden koͤnnte, der eine Theil koͤnnte noͤthigenfalls die Stelle des andern vertreten. Je dicker eilte Haut iſt, deſto groͤber das Geflecht; je duͤnner, deſto feiner. Je feiner aber das Hautgeflecht iſt, deſto feiner auch die Haare. Ferner: je feiner das Hautgeflecht iſt, deſto dichter der Haarſtand. Der dichtere Haarſtand ruͤhrt nicht allein daher, daß von feineren Haaren mehrere auf denſelben Flaͤchenraum gehen koͤnnen, ſondern hauptſaͤchtlich daher, daß bei feinerem Hautge— 14 Erſter Theil. Erſter Abſchnitt. flecht mehr Maſchen auf demſelben Raume ſtehen, und die Viel— heit der Maſchen die Vielheit der Haare bedingt. Jeder einzelne Theil des thieriſchen Koͤrpers hat ſeine beſon— dere Beſtimmung, folglich auch ſeine beſondere Einrichtung. 3 Diejenigen Theile z. B. welche ſtaͤrker zu tragen haben, oder mehr ſchuͤtzen ſollen, ſind auch feſter, oder mit ſchwaͤcheren oder ſtaͤrkeren Muskeln, mit einer duͤnnern oder dickern Haut verſehen. Es koͤnnen daher nicht alle Theile der Haut eine ganz gleiche Bedeckung haben. Der Kopf, der Schweif, der Kamm, der Koder, der Ruͤcken, die Beine, die Vorder-, die Hinterſeite, der Bauch, kurz es giebt am Thier faſt keinen Theil von einiger Ausdehnung, der nicht ſeine verſchiedenen Haare im Vergleich mit denen der uͤbrigen 6. 4, 6 fauenden 9 ſörigen un erzeugte. vegen beſt⸗ Die dickere Haut findet ſich in der Regel da, wo der Umfang Drau der bedeckten Theile groͤßer, die Bewegung ſtaͤrker und wohin der dakäuern groͤßere Strom der Ausduͤnſtung, oder der groͤßere Abfluß der 1,t Vrc Saͤfte gerichtet iſt.* durdi Der Unterſchied der Haare auf den verſchiedenen Koͤrperthei— urc; len eines Thieres liegt alſo hauptſaͤchlich in der Haut und dem ner lſe oͤrtlichen Zufluß der Saͤfte. 4. durdt 5, date §. 22. Der kraͤftigere Koͤrper treibt in der Regel ein groͤße⸗ Seinn res Haar als der ſchwaͤchere von derſelben Art. ir, dis a b dr 3 §. 23. Die beiden letzten Erſcheinungen laſſen ſich nicht an— äxſr alr ders, als durch die Verſchiedenheit des Haartriebes erklaͤren. Rict dad ſhihe Sein — lSen NUärrvahl d Sein( Ales 1 A dee V Sbe ach dimn V an M ſierde mc: Hangern ₰ 4—ü,˖: die Viel ine beſon⸗ g. den, oder eren oder verſehen. ne ganz Ruͤcken, kurz es ung, der uͤbrigen Umfang oohin der fluß der rperthei ind dem mgroͤße⸗ icht an⸗ 1 Zweiter Abſchnitt. Das Schaaf und die Wolle. Erſtes Kapitel. Das Schaaf als Thier. §. 24. Das Schaaf, welches zu der Klaſſe der wieder⸗ kaͤuenden Thiere gehoͤret, hat außer dieſer Eigenſchaft mit den uͤbrigen noch manches gemein, bildet aber mit ſeines Gleichen wegen beſonderer Eigenthuͤmlichkeiten ein beſonderes Geſchlecht. Das Schaafgeſchlecht unterſcheidet ſich von den andern Wie— derkaͤuern: 1. durch eine beſondere Groͤße, durch beſondere Theilverhaͤltniſſe ſeiner Glieder, . durch eine beſondere Art von Hautgeflecht, es iſt fei— ner und loſer; 4. durch einen ſtarken Trieb zur Ausduͤnſtung, und endlich 5. durch eine beſondere Art von Haare. Seine Entwickelungs-⸗Periode dauert, wenn ſie nicht verkuͤrzt wird, bis in das fuͤnfte Jahr. Denn mit dieſem wird erſt die Zahl der Zaͤhne voll. Moͤglicher Weiſe koͤnnte es alſo ohngefaͤhr 40 Jahr alt werden. Nicht immer gelten die Zaͤhne als Kennzeichen des Alters. Bald ſchieben einige fruͤher, als um die gewoͤhnliche Zeit, bald ſpaͤter. Sein Auge reicht nicht weit. Sein Gehoͤr aber iſt ſcharf. Sein Geruch iſt ſehr ſcharf; dies beweiſ't es ſowohl bei der Auswahl der Nahrung, als ſeines Standes und Lagers. Sein Geſchmack iſt ſehr genau unterſcheidend. Alles Anſchauliche faßt es lebhaft auf. An der Haut iſt das Schaaf ſehr empfindlich. Es merkt auf das leiſeſte Anfuͤhlen ſeiner Haare, und ſucht gleich auszuweichen, auch wenn man nicht von ihm geſehen werden kann. Im geſunden Zuſtande zeigt das Schaaf eine ſehr große Be— gierde nach Nahrung. Daher ſchadet es ſich lo leicht nach langem Hungern. 2 . 16 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. Mit der wiederkaͤuenden Klaſſe kann es faſt alle Nahrung 3wi theilen, aber beſondere Graͤſer und Kraͤuter, welche feinere Be— ſolung d ſtandtheile haben, zieht es doch vor. Die In Ruͤckſicht der Einwirkungen der freien Natur auf ſeinen„ eriſe Koͤrper kann es grelles Licht nicht wohl ertragen.— ſcieden. Große Waͤrme wird ihm bald laͤſtig; Kaͤlte ertraͤgt es leichter. uß ohne Trockne Luft iſt ihm am zutraͤglichſten; feuchte wird ihm nach inen Et theilig, ſowie anhaltender Regen. Der Heftige Winde und Staub beſchweren ihm das Athmen. wohl in Das Zuſammenſtecken der Koͤpfe dei der Waͤrme ſcheint mehr ſeiner Ju um der plagenden Inſekten willen, als aus einer andern Urſache Vege zu geſchehen. Einrichm Das geſunde und erwachſene Schaaf legt ſich, nach gehoͤriger Das Saͤttigung, mit einbrechender Nacht zur Ruhe und erwartet ruhig der Luft den Anbruch des Tages. muß nur Bei allzugroßer Kraftanſtrengung zum Gehen erſchoͤpfen ſich lis zu g. endlich ſeine Verdauungs-Kraͤfte, und bei Mangel an Bewegung gerathen die Saͤfte in Stocken. Es erſchrickt leicht; ſchon vor jedem glaͤnzenden Gegenſtande, und vor jedem Geraͤuſch. Ihr Benehmen bei Gewittern iſt bekannt. Unte Keine Vorſtellung haftet lange bei ihm. Gleich nach einer beaͤngſtigenden Verfolgung beriecht es unge— 41 ſtoͤrt die Hand ſeines Verfolgers, der es feſthaͤlt. ihtem unn Es iſt ſehr geſellig. So kurz ſein Gedaͤchtniß iſt, liebt es hänglich ſein Junges ſehr, und naͤhrt es bis auf ein halbes Jahr und wit mit daruͤber. Einmal an ſeines Gleichen gewoͤhnt, verlaͤßt es nicht tung des, gerne den Haufen. Auch an den Menſchen kettet es ſich gern, titiſchs und nur ein verkehrtes Benehmen kann es von ihm entfernen. ſich zken Das Schaaf laͤßt ſich nur locken, keinesweges aber treiben. Nur allein vor dem Hunde hat es Furcht. f 45 Erſt wenn es 2 ½ Jahr alt iſt, wird es zuchtfaͤhig. ung gibt; Ein fruͤheres Zulaſſen ſchwaͤcht die Raſſe. nitr ur. Sein Begattungstrieb erſcheint jaͤhrlich, entweder zu Ende daon aü des erſten halben Jahres, oder ein Vierteljahr ſpaͤter. Venndur Fuͤnf Monate iſt es traͤchtig. ſrdrn en Es bringt 1 bis 4 Jungen zur Welt. ſtiem ſ Bei gehoͤriger Nahrung und Kraͤften nimmt es ſich ſeines giebt, 6 Jungen gern an, nur nicht wenn es ihm an Milch fehlt. V ticht ton 4—.“———=—— Lahrung inere Be auf ſeinen es leichter. ihm nach nen. eint mehr n Urſache gehoriger rtet ruhi öpfen ſich Sewegung genſtande, es unge⸗ liebt es ahr und es nicht ich gern, ernen. treiben. u Ende h ſeines Zweites Kapitel. 17 Zwiſchen dem Saͤugen und Wiederbegatten bedarf es der Er— holung der Kraͤfte. Futtermenge erſetzt dieſe in dem Falle nicht. Die Faͤhigkeit eines Staͤhres, in einer gewiſſen Periode eine gewiſſe Menge Schaafe zu bedecken, iſt nach ſeinen Kraͤften ver— ſchieden. Bei der Hoͤhen-Schaͤfereihaltung lehrt die Erfahrung, daß ohngefaͤhr 50 Stuͤck Schaafe im Laufe von 4 Wochen auf einen Staͤhr gerechnet, eine mittlere Anzahl iſt. Der Inſtinkt des Schaafes kann leicht verwoͤhnt werden, ſo— wohl in der Art und Menge der Nahrung, als in der Annahme ſeiner Jungen. Wegen der leichten Aufloͤsbarkeit ſeiner ganzen koͤrperlichen Einrichtung iſt es gar zu vielen Krankheiten unterworfen. Das Schaaf kann ſich nicht an jedes Klima, jede Temperatur der Luft, an jede Witterung auf einmal gewoͤhnen; ſondern es muß nur allmaͤhlich dazu uͤbergefuͤhrt werden, und denn doch nur bis zu gewiſſen Graden. Zweites Kapitel. Unterſchied zwiſchen Wolle und Thierhaaren. §. 25. Begriff von Wolle. Alle Koͤrperchen, welche in ihrem natuͤrlichen Zuſtande in einer gewiſſen gegenſeitigen An⸗ haͤnglichkeit erſcheinen, die ſie leicht ſpinnbar macht, bezeichnen wir mit dem Ausdrucke Wolle.(Fuͤr dieſe allgemeine Bedeu— tung des Ausdrucks Wolle iſt filzende Eigenſchaft kein charakte— riſtiſches Merkmal, indem daſſelbe nur der Schaafwolle hauptſaͤch— lich zukommt.) §. 26. Pflanzen⸗ und Thier⸗Wolle. In dieſer Bezieh⸗ ung giebt es ſowohl Pflanzen- als Thier⸗Wolle, welche aber außer der Aehnlichkeit eines aͤußerlichen Zuſammenhanges, der davon abhaͤngenden Behandlungsfaͤhigkeit und einer aͤhnlichen Verwendung zu unſeren Zwecken, nicht nur in ihrem Urſprung, ſondern auch in Geſtalt und Grundſtoffen ſehr von einander ver— ſchieden ſind, am meiſten aber in den letzten, indem es Thierwolle giebt, welche ſich, die Farbe etwa ausgenommen, ſonſt durchaus nicht von Baumwolle wuͤrde unterſcheiden laſſen. 2 18 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. Thierwolle findet ſich außer auf den Schaafen auch auf dem Bieber, dem Kaninchen, dem Kameel, der Vicogne und auf meh— reren Ziegenarten, wenn auch bei den letzten nur in kuͤrzeren Haͤr⸗ chen als Flaum zwiſchen und unter laͤngeren Haaren gemiſcht. Eben ſo ſind die Haare von jungen Seehunden, der Flaum von Baͤren und Woͤlfen ſpinnbar. §. 27. Gemeinſchaft der Thierwolle mit anderen Thierhaaren. Thierwolle hat mit allen uͤbrigen Arten von Thierhaaren das gemein, daß ihre Koͤrperchen fuͤr ſich beſtehende Corge niſthe Weſen ausmachen, auf der thieriſchen Haut entſprin— gen, aͤhnlich 6 Ge ſtalt und ahnliche Grundſtoffe beſitzen, und in Hinſicht lhres Beſtehens aͤhnlichen Geſetzen unterworfen ſind, auch mit jenen nur einerlei Beſtimmung, naͤmlich die der Be⸗ deckung und der Aus⸗ und Einfuͤhrung von Saͤften haben koͤnnen, inſofern die letzte erwieſen iſt. Der Hauptunterſchied der Schaafwolle von anderen Thier— haaren beruht keinesweges in der Geſtalt, oder in der Art der Veraͤnder: ung derſelben,(denn auch bei anderen Thieren wird das e dicker, die natuͤrliche Spitze abgerechnet, und Thierart taa wellenfoͤrmigen Flaum, wie der Wolf, der Baͤr, ie Ziege;) ſondern er beruht ganz allein in dem loſ menhange der Haarſubſtanz 2 8 2 — — 8 1 ASp⸗ vſe 2 5174 r 3 152 8„ a Die beſond e Neeſ heinut igen e welche uns das Woll⸗ „g,s S5 z iſr[aorsn Gefuͤge derſelben iſt haeder, es minder glaͤnzend erſcheint, ſich dnrch Feuchtigkeit am leichteſten durchdringen laͤßt, und daher auch die Farben leichter n das Wollhaar vereinigt ferner die Geſchmeidigkeit — n ſeines Gleichen in einem hoͤheren C aß es iſt, und beide Esgenſchaften, die 1 tere Durcht t bewirken das Fi ſch, wie die Schaafwolle, llen andern in Ruͤ ekſicht ihrer den entſchiedenſten Vorzug giebt. katur entdeckt, welcher ihr hie— zu gewiſſen Zeue charten Gegtnſtand in der J 3 ₰ — ſuchen ſe . ſaaren! Jieengeb zen aͤhnl ip⸗ neum. Nrchen;, 3 Theihn a oden as nehreren, auch Se⸗ fäin orge dn Halt. Ge ds Toll (. u ſes Aus Veſen ai auf dem duf meh⸗ ren Har⸗ nderen ten von eſtehende entſprin— und in Art der N Sa urd das manche er Baͤr, Zuſam⸗ 8275 le; das 5 „indem ichteſten nichmt mimmt, Zweites Kapitel. 19 Das Schaaf⸗Wollhaar iſt alſo durchdringlicher, anhaͤng⸗ licher und elaſtiſcher, als andere Thierhaare. Die Urſache dieſer Erſcheinungen koͤnnen nur in den Grund— ſtoffen des Haares, ihren Theilverhaͤltniſſen und ihrer Fuͤgung zu ſuchen ſeyn. §. 28. Unterſchied zwiſchen Ziegen⸗ und Schaaf⸗ haaren. Unter den Wiederkaͤuenden iſt das Schaaf⸗- mit dem Ziegengeſchlecht am naͤchſten verwandt. Gewiſſe Schaafarten tra— gen aͤhnliche Haare, wie die Ziegen, doch nicht gleichartige. Auch begatten ſie ſich mit einander. Doch iſt dies nur ein— ſeitig, bei der Bedeckung eines Schaafs von einem Ziegenbock von Erfolg, aber nicht umgekehrt. Daher finden ſich auch bei vielen Schaafarten, welche mit Ziegen gemeinſchaftlich gehuͤtet werden, ſo viele Ziegenhaare, und alle unter der Wolle befindlichen abwei— chenden laͤngeren Haare ſind auch Ziegenhaaren aͤhnlicher, als irgend eine andere Art. Die Ziegenhaare ſind nur glaͤnzender und feſter; die Schaaf— haare dagegen minder dicht auf ihrer Oberflaͤche, daher minder glatt, minder glaͤnzend, und ſchwieriger zu faͤrben. §. 29. Ueber den Ausdruck Wollhaar. Fuͤr das ein⸗ zelne Wollhaar haben wir in unſerer Sprache keinen beſonderen Ausdruck. Unter Faſer begreifen wir zwar aͤhnlich geſtaltete, aber unorganiſche, oder des organiſchen Zuſammenhanges beraubte Koͤr— perchen; daher koͤnnen wir wohl nur den Splitter eines Woll— haares Faſer heißen. Faden bedeutet wieder einen aus mehreren Theilen beſtehenden kuͤnſtlichen Koͤrper; ſo beſteht z. B. ein Asbeſt— Faden aus mehreren Faͤſerchen dieſes Koͤrpers; ein Wollfaden aus mehreren Wollhaaren. Wegen der Aehnlichkeit ſagen wir zwar auch Seiden⸗ und Spinnwebe⸗Faden; allein beide ſind ſelbſt keine organiſche Weſen, und haben auch ihren Urſprung nicht auf der Haut. Es eignen ſich alſo weder Faſern noch Faden zur Bezeichnung des Wollhaares. Dieſer letzte Ausdruck muß uns daher genuͤgen. §. 30. Begriff von Echtheit eines Wollhaares. Die⸗ ſes Ausdrucks bedienen wir uns ſowohl in Beziehung auf das Weſen eines Dinges, als in Beziehung auf den Urſprung deſſelben. 2.* 20 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. In Ruͤckſicht des Weſens begreifen wir unter dem Ausdruck Ahol, Echtheit den Inbegriff aller Merkmale, ſowohl derer, welche es twas ſc mit der Gattung oder Art von Dingen, zu welcher es gehoͤren tocknet ſoll, gemein hat, als auch derer, wodurch ſich ſeine Gattung oder„ Die Art von anderen Dingen unterſcheidet. Schwefel Wenn der Ausdruck Echtheit in Hinſicht auf den Urſprung Die gebraucht wird, ſo bezeichnet er die Identitaͤt oder denſelben Ur— Polle in ſprung, welcher ſeiner Art oder Gattung zugeſchrieben wird, oder Anmoniu die Merkmale dieſes Urſprungs. die Oft wird der Urſprung anſtatt der Eigenſchaften bezeichnet. in reiten Dies iſt aber nur in dem Falle thunlich, wenn eine gewiſſe Ab— dtt ſch r theilung von Dingen mit ihren beſonderen Eigenſchaften auch einen naät, t beſonderen Urſprung verbindet. Haben aber andere Dinge denſel⸗ dnde Ei ben Urſprung gemein, ſo giebt jene Anwendung zu Mißverſtaͤnd— Sewegun niſſen Anlaß. Vi Ein echtes Schaafwollhaar iſt demnach nur ein ſolches, welches weit der 1. mit ſeines Gleichen in einem natuͤrlichen mechaniſchen Zuſam— ruch den menhange zu ſtehen faͤhig,* hcte dan 2. in Verbindung mit ſeines Gleichen zugleich ſpinn- und tindunge filzbar iſt. ſtentiun Daß ein gewiſſer Grad von Durchſcchtigkeit eine ausſchließ⸗ en ging liche Eigenthuͤmlichkeit des Wollhaares ſei, iſt noch zu bezweifeln. der nach de Drittes Kapitel. larälf Wjaltni Das Weſen des Wollhaares insbeſondere. ea Küper dit §. 31. Ueber die Grundſtoffe der Hautbedeckung im 1 Allgemeinen. Die Grundſtoffe der Hautbedeckung haben mit, den Grundſtoffen des Koͤrpers, der ſie traͤgt, nur eine geringe p a0 22 Aehnlichkeit. Mit der Ausduͤnſtung und den Exkrementen ſtehen M fen b8 ſie in einem gewiſſen entgegengeſetzten Verhaͤltniß zu den Grund— deſink ſtoffen des inneren Koͤrpers; ſie ſind naͤher mit der Ausduͤnſtung einfl verwandt, und ſcheinen es auch mit der Haut zu ſein. 9 und Haare beſtehen zunaͤchſt aus Faſerſtoff und Galerte. inn Der Faſerſtoff iſt im feuchten Zuſtande weiß, weich und con— tractil, oder zur Kruͤmmung geneigt; im trockenem Zuſtande iſt er i 4K hart, ſproͤde und ſchmutziggrau; unaufloͤsbar im reinen Waſſer und 88 fen ber — ——————— Ausdruck velche es gehoͤren ung oder Urſprung elben Ur⸗ ird, oder zeichnet. viſſe Ab⸗ ich einen de denſel⸗ verſtaͤnd⸗ „welches Zuſam⸗ ! und sſchließ⸗ zweifeln. fe. ung im ben mit geringe ſtehen Grund⸗ unſtung e. nd con⸗ de iſt er ſſer und Drittes Kapitel. 21 Alkohol, aber gaͤnzlich aufloͤsbar in aͤtzendem Kali, auch, wie wohl etwas ſchwieriger, in Saͤuren, durch welche er weiß wird, und trocknet in der Waͤrme zu einer hornaͤhnlichen Subſtanz aus. Die enfernteren Beſtandtheile des Faſerſtoffs beſtehen in Kalk, Schwefel, freier Saͤure und bei thieriſchen Koͤrpern mit in Eiſen. Dieſelben Beſtandtheile haben ſich auch bei der Zerlegung der Wolle in Verbindung mit Oel, und bei trockener Deſtillation mit Ammonium gefunden. Die Galerte bildet in der Kaͤlte eine ſchluͤpfrige Maſſe, iſt im reinen Waſſer, aber nicht mit Alkohol loͤsbar, und unterſchei— det ſich vom Fett dadurch, daß ſie Koͤrper ſpezifiſch ſchwerer macht, welche ohne ſie ſpezifiſch leichter ſind. Sie hat eine bin— dende Eigenſchaft, und geraͤth bei der Beruͤhrung in eine zitternde Bewegung. Wirkung des Faſerſtoffes und der Galerte. In ſo weit der Faſerſtoff aus feſten Elementartheilen beſteht, macht er auch den von ihm mitgebildeten Koͤrper ſtarr und feſt. Die Ga— lerte dagegen hilft den Koͤrper, in welchem ſie mit jenem in Ver— bindung erſcheint, weich und geſchmeidig erhalten, fuͤllt leere Zwi— ſchenraͤume aus, und giebt alſo auch der Oberflaͤche des Haares ein glaͤnzendes Anſehen. Verſchiedenheit der thieriſchen Koͤrper oder Theile nach der Verſchiedenheit des Verhaͤltniſſes zwiſchen Faſerſtoff und Galerte. Es kommt alſo auf das gegenſeitige Verhaͤltniß des Faſerſtoffs zur Galerte und der naͤheren Beſtand— theile eines jeden dieſer Theile unter ſich an, ob ein thieriſcher Koͤrper dichter oder loſer, haͤrter oder weicher, ſtarrer oder ge⸗ ſchmeidiger, feſter oder leichter zertrennlich iſt. §. 32. Unterſcheidung der Wollhaare in ihren Grund— ſtoffen von den Haaren des menſchlichen Koͤrpers. Das Menſchenhaar enthaͤlt Eiwiß, etwas gefaͤrbtes Oel(das Pigment); Schwefel; Kieſelerde; und in der Aſche: phosphorſauren, kohlen⸗ ſauren und ſchwefelſauren Kalk, Kochſalzſaͤure, Eiſen und bei ſchwarzen Haaren noch etwas Mangan⸗Oxid. §. 33. Eigenſchaften welche von den Grundſtoffen abhaͤngen. Auf der Art und Menge jedes einzelnen dieſer Grund⸗ ſtoffen beruhen nun: —— 22 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. 1. der Grad des Zuſammenhanges der feſten Theile des Haares und ſeiner Oberflaͤche; 2. die mechaniſchen Eigenſchaften; 3. das phyſikaliſche Verhalten, z. B. die ſpezifiſche Schwere, das Verhalten zur Elektrizitaͤt; 4. das chemiſche Verhalten zu einfachen Stoffen und zuſammen— geſetzten Koͤrpern; 5. das Verhalten zur Wahrnehmung. §. 34. Grundlagen der Stoffe. Die Grundſtoffe des Haares und ihrer Verhaͤltniſſe hangen zunaͤchſt von der Einrich— tung des Koͤrpers ab, der ſie hervorbringt. Jede beſondere Art, jedes Geſchlecht, jedes einzelne Thier erzeugen unter aͤußeren Mit⸗ wirkungen ihre Haare immer in Verſchiedenheit und Abweichun— gen von andern. §. 35. Ueber die aͤußere Geſtalt des Haares. Ueber Verzweigungen der Haarroͤhre. Dem Haarkoͤrper ſchrei⸗ ben einige Naturforſcher beſondere Verzweigungen zu. Unter dem Vergroͤßerungsglaſe zeigen zwar Wollhaare hin und wieder kleine Erhoͤhungen, welche ihnen aber mehr in der Form von Kuͤgel⸗ chen und in ungleichen Entfernungen ankleben, und eher aus Fettkluͤmpchen zu beſtehen ſcheinen, als daß ſie der Roͤhre ange— hoͤrten. Man findet ſie indeſſen auch noch, wenn man die Haare ſchon vor der Unterſuchung, wiewohl mit Vorſicht, vom Fette zu befreien geſucht hat. Ob wirkliche Verzweigungen oder regelmaͤßige Aufſaͤtze mit Abſatzknoten, oder dachziegelfoͤrmig uͤbereinander lie⸗ gende Schuppen am Wollhaare ſich wirklich befinden moͤgen, muß weiteren wiſſenſchaftlichen Unterſuchungen uͤberlaſſen werden. Zu ihrer Verneinung ſind keine Gruͤnde vorhanden. Fuͤr die Praxis reicht es hin, das Wollhaar als eine Faſer zu betrachten, deren Oberflaͤche mehr oder weniger rauh, oder mehr oder weniger glatt ſein kann. §. 36. Dichtheit der Oberflaͤche.(Aggregations⸗Zuſtand.) Wohl aber hat das Wollhaar in der Regel eine minderdichte Ober⸗ flaͤhhe, als andere Thierhaare. Daher iſt es auch minder glaͤnzend, als dieſe. Aeußerſt ſelten findet man Wolle mit hohem Glanze nach der Entfettung. Wahrſcheinlich wird die Rauheit der Ober⸗ ſiche des iine gruͤß anlaßt. 130 und Läͤlt . . Der ſene eiyei ſcheint eet Haar alk! dder ſchlet und häͤn übrigen fande die Dihſn haben, nin Dien ſch beſch, d wtech 69 und ſ nà Duſen dung der § Re dei kralh ſchteöt nn beingen, des Haat nterſchiet der aefrekun witemn man ſbee läng id ſo win Ausdrich Haares vere, das ſſammen⸗ koffe des Einrich— dere Art, ten Mit⸗ weichnn⸗ Ueber r ſchrei⸗ nter dem er kleine Kuͤgel her aus re ange⸗ e Haare Fette zu lmaͤßige der lie⸗ en, muß en. Zu ge Faſer ), oder uſtand) te Ober⸗ gaͤnzend, Ganze er Ober⸗ 4 Drittes Kapitel. 23 flaͤhhe des Wollhaares im Vergleich mit andern Thierhaaren durch eine groͤßere Menge fuͤr die Ausduͤnſtung beſtimmter Poren ver anlaßt. §. 37. Von der Form des Haares. Laͤngen⸗Richtung und Laͤngen⸗Geſtalt. a) Richtung. Der Koͤrper eines Wollhaares beſchreibt, als ein Ganzes, ſeine eigene Figur; z. S. einen Bogenausſchnitt u. ſ. w. Oft er ſcheint es um ſeine eigene Axe gedrel Dieſe Figur welche das Wif als ein Ganzes beſchreibt, kann ſeine Laͤngenrichtung der ſchlecht weg ſeine Richtung heißen. Sie zeigt die mechaniſchen Eigenſchaften des Haares mit an, und haͤngt zunaͤchſt, theils von den Grundſtoffen, theils von der uͤbrigen Geſtalt des Haares, folglich entfernt von der Raſſe, dem Zu— ſtande des Thieres, der Nahrung und von aͤußeren Eindruͤcken ab. b) Geſtalt, Form. Diejenigen Figuren welche einzelne Theile des Haares fuͤr ſich haben, machen ſeine Form oder Geſtalt aus Die ur alſo welche jeder einzelne Theil des Haares fuͤr Fig ſich beſchreibt, iſt von der Figur die das ganze Haar beſchreibt, zu unterſcheiden. So weit ein Wollhaar eben gewachſen iſt, heißt es ſchlicht, und ſo weit es krumm gewachſen iſt, krumm. Dieſe Unterſcheidung dient mit zur naͤchſten Hauptunterſchei— dung der verſchiedenen Wollgattungen. Fi §. 38. Hoͤhe des Wuchſes und Laͤnge des Haares bei krauſer Wolle. Diejenige Laͤnge, welche ein Wollhaar be— ſchreibt wenn man es gerade richtet, ohne es aus ſeiner Form zu bringen, heißt die Hoͤhe des Wuchſes, und muß von der Laͤnge des Haares in ſeiner voͤlligen Ausſtreckung(nicht Ausdehnung) unterſchieden werden. Der Ausdruck natuͤrliche Laͤnge paßt fuͤr die Laͤnge in d Ausſtreckung am beſten, zum Unterſchied von der Laͤnge in der weiteren Ausdehnung uͤber die Emirzuſetnin hinaus. Beſtimmt man aber ein fuͤr allemal den Ausdruck Laͤnge blos fuͤr die Laͤnge in der Ausſtreckung, und Hoͤhe fuͤr den natuͤrlichen Wuchs, ſo wird man ſich nie mißverſtehen. Im Verfolg werden beide Ausdruͤcke in dieſem Sinne genommen werden. Soy er 24 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. §. 39. Laͤngenverhaͤltniß. Wenn man die Hoͤhe(des it iſch Wuchſes) mit der Laͤnge(in der voͤlligen Ausſtreckung) vergleicht, Sad dir ſo ergiebt ſich ein Verhaͤltniß zwiſchen beiden, welches Verlaͤnge— Vahlmi rungs⸗Verhaͤltniß, oder ſchlechtweg das Laͤngen⸗Verhaͤltniß heißen athangt, kann. nit berut Es laͤßt ſich bei jeder Laͤnge des Haares ermitteln, es ſei kurz fäͤltniſes oder lang. Nur muß man jedes Haar in ſeiner ganzen Laͤnge. Din und nicht einen Theil davon nehmen. V aſe und k Das Verlaͤngerungsverhaͤltniß giebt bei Merinoswollarten das naͤchſte Unterſcheidungsmerkmal ab; es iſt beſtaͤndiger als Hoͤhe und„ L Laͤnge, jedes fuͤr ſich genommen, und beſtaͤndiger als der Durch⸗ örr vum! meſſer, obgleich minder beſtaͤndig als der Dichtheitsgrad. witd der Das Verlaͤngerungsverhaͤltniß haͤngt mehr von der Raſſe und und untens dem Zuſtande des Thieres, und obgleich auch von der Nahrung zes verſtn und aͤußeren Einwirkungen, doch von dieſen beiden weniger ab, undurchſin als von jenen. Feila — hung men §. 40. Geſtalt des Umfanges(rund oder platt). ſas zu ven Pruͤft man Wolle auf dieſe Eigenſchaften, ſo finden ſich feinere llebti Haare blos ſtellenweiſe, beſonders in der Innenſeite kleiner aber de Fein tiefer Kruͤmmungen abgeplattet, groͤbere Haare dagegen auf gan⸗ V ds Häxn) zen Strecken, und nach meiner nunmehrigen Ueberzeugung auch In oft durchgaͤngig, von der runden Geſtalt ſehr abweichend, und velche Hi⸗ mehr platt, als rund. Dergleichen Abplattungen ließen ſich bei feinen Kruͤmmungen vielleicht ſchon durch die Verſchiebung der 7 44 Subſtanztheile erklaͤren, welche jedesmal entſteht, wenn ſich ein iiedenen Koͤrper biegt. Bei Abplattungen in groͤßerem Grade aber waͤre ſt ur Duß die Ueſache wohl eher in einem laͤnglich zuſammengeſchrumpften drungene Zuſtande der Poren zu ſuchen, welche die Haare paſſiren muͤſſen. dns Ht. An groͤberen Haaren laͤßt die Abplattung ſich leichter erkennen als 1 der an feineren. Fhal fr Platte Haare fuͤhren bei der Anwendung zunaͤchſt die Unbe⸗ Atoexenge quemlichkeit mit ſich, daß ſie ſich ſchwieriger ſpinnen und appreti⸗ uun die ren laſſen. drfu am am §. 41. Verhaͤltniß zwiſchen den durchſichtigen und N den undurchſichtigen Theilen. Vergleichen wir den Durch⸗ V düweühne meſſer des durchſichtigen Theils eines Haares mit den Durchmeſ— dung. ſern der beiden undurchſichtigen Theile auf den Seiten, ſo ergiebt V alein dan ee(des ggleicht, erlaͤnge⸗ heißen ſei kurz Lange ten das he und Durch⸗ ſee und rahrung ger ab, latt). feinere r aber f gan⸗ g auch , und ch bei g der ch ein waͤre mpften nuͤſſen. nen als Unbe⸗ ppreti⸗ mund Durch⸗ rchmeſ ergiebt Drittes Kapitel. 25 ſich zwiſchen dieſen und jenem ein gewiſſes Verhaͤltniß. Da der Grad der Durchſichtigkeit eines Wollhaares wahrſcheinlich von dem Verhaͤltniß ſeiner fluͤſſigeren oder weicheren Theilen zu den feſtern abhaͤngt, und hierauf auch wohl der Grad der Geſchmeidigkeit mit beruhen wird; ſo iſt die Auffaſſung des Durchſichtigkeits-Ver— haͤltniſſes fuͤr den Gebrauch der Wolle und bei der Zucht ſehr wich— tig. Die entfernteren Grundlagen dieſer Eigenſchaft ſind Thier— raſſe und Beſchaffenheit der Nahrungsſaͤfte. §. 42. Groͤße des Umfangs. Durchmeſſer. So oft aber vom Durchmeſſer der Wolle im Allgemeinen die Rede iſt, wird der Umfang des Haares als vollkommen rund angenommen, und unter jenem Ausdruck der Durchmeſſer des ganzen Umfan—⸗ ges verſtanden, folglich werden ſowohl der durchſichtige als die undurchſichtigen Theile des Haares darunter begriffen. Feinheit. Unter dieſem Ausdruck iſt, wenn keine Verglei— chung mehrerer Haare ſtatt findet, nur die Groͤße des Durchmeſ⸗ ſers zu verſtehen. Uebrigens iſt es eine bekannte Sache, daß bei Vergleichungen die Feinheit um ſo groͤßer, als der Durchmeſſer kleiner, oder das Haar um ſo groͤber, als der Durchmeſſer groͤßer iſt. Im gewoͤhnlichen Sprachgebrauch heißt feine Wolle eine ſolche, welche Haare von kleineren Durchmeſſern als gewoͤhnlich hat. §. 43. Verſchiedenheit des Durchmeſſers auf ver⸗ ſchiedenen Stellen des Haares. An keinem Wollhaar aber iſt der Durchmeſſer durchgaͤngig gleich; nur das zuerſt hervorge— drungene Ende iſt ſpitz. Geht dies einmal verloren, ſo ſpitzt ſich das Haar in dem Grade nicht wieder zu. Der auf die Spitze zu naͤchſt folgende groͤßere oder kleinere Theil hat immer einen groͤßeren Durchmeſſer, als der nach dem entgegengeſetzten Ende, naͤmlich der Haut zu, von welcher Erſchei— nung die Urſachen im Verfolg werden angegeben werden. Unter Durchmeſſer verſtehen wir daher die mittlere Groͤße deſſelben an einem Haar. Der Durchmeſſer des Haares iſt auf verſchiedenen Thieren abweichender, als ſeine Form. Daher kann er bei der Unterſchei— dung der Wollgattungen nur als Mitmerkmal, nie aber fuͤr ſich allein dazu gebraucht werden. 26 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. Der Durchmeſſer einer Gattung Wolle iſt mit einer der wich— tigſten, keinesweges aber einzig und allein der wichtigſte Punkt bei der Anwendung der Wolle. Bei Vergleichungen laͤßt ſich die Verſchiedenheit mehrerer Durchmeſſer mit dem bloßen Auge wohl erkennen; der wirkliche Unterſchied aber muß durch Inſtrumente gemeſſen werden. Die Groͤße des Durchmeſſers haͤngt theils von der Raſſe, theils von dem Zuſtande des Thieres, von der Nahrung und von aͤußeren Einwirkungen ab. §. 44. Gleichfoͤrmigkeit des einzelnen Haares. Unter der Gleichfoͤrmigkeit des einzelnen Haares verſteht man ſowohl die Uebereinſtimmung ſeiner Figuren, als ſeines Durchmeſſers von einem Ende bis zum andern. Auf dieſer Eigenſchaft beruhet mit der Grad des Gebrauchswerths der Wolle. Die Gleichfoͤrmigkeit haͤngt theils von der Raſſe, theils von dem Zuſtande des Thieres, der Nahrung und den aͤußeren Ein— wirkungen ab. §. 45. Groͤße. Laͤnge und Durchmeſſer machen die Groͤße des Haares aus. §. 46. Wichtigkeit der Kenntniß der Geſtalt des Wollhaares. Ohne genaue Kenntniß der Geſtalt des einzelnen Wollhaares laͤßt ſich uͤber die Brauchbarkeit der Wolle und Zuchtthiere kein richtiges Urtheil faͤllen. Sie zeigt nicht nur augenſcheinlich den Grad der Gleichfoͤrmigkeit und Ungleichfoͤrmig— keit im einzelnen, ſo wie die Uebereinſtimmung mehrerer Haare darin unter ſich; ſondern ſie laͤßt auch zugleich auf ihre Kraft— Eigenſchaften ſchließen. Allgemeine Grundlagen der Geſtalt und Groͤße des Haares. Form, Hoͤhe, Laͤnge und Durchmeſſer hangen zunaͤchſt von den Grundſtoffen und der Art und Menge der den Haaren zuzufuͤhrenden Saͤfte, folglich von der Raſſe und dem Zuſtande des Thieres und der ihm dargereichten Nahrung, alsdenn aber auch von aͤußeren Einwirkungen ab. §. 47. Eigenſchaften, welche allein von den Grund ſtoffen abhaͤngen. Sp der Obel hält, ſo s dageg ſinkt.7 muß ma Er. uf das Ernittel ds Gehe 8e und ihee den jäh Ruͤckſich wenn de werden k. Tro auf ſch wenn die. Käßl ſcdlih. Elet vorden i Shſt An; eer Luft! grifere C dauchigee dnn iſ. turgeſeßze ek wich— Punkt nehrerer wirkliche r Naſſe, And von Unter bohl die ers von het mit eils von en Ein— Groͤße lt des mzelnen 2 und ht nur foͤrmig⸗ Haare Kraft⸗ ße des zunaͤchſt Haaren uſtande n aber Hrund — ₰ Drittes Kapitel. Phyſikaliſche Eigenſchaften. Specifiſche Schwere. Wenn man ein Wollhaar unter der Oberflaͤche des Waſſers, etwa einen Zoll tief niedergedruͤckt haͤlt, ſo ſinkt es bald mehr oder weniger ſchnell unter. Laͤßt man es dagegen frei ſchwimmen, ſo dauert es laͤngere Zeit, bevor es ſinkt. Wird dieſer Verſuch mit ganzen Buͤſchelchen angeſtellt, ſo muß man eine noch laͤngere Zeit bis zum Sinken abwarten. Es waͤre nun intereſſant zu wiſſen, ob nicht die Pruͤfung auf das ſpeciſiſche Gewicht einer beſtimmten Wolle zugleich auch die Ermittelung der Differenzen irgend einer Eigenſchaft, zum Beiſpiel des Gehalts an Galerte, ſichern koͤnnte. So viel iſt gewiß, daß es nach der Verſchiedenheit der Koͤrper und ihrer Ernaͤhrung ſo wie der aͤußeren Ein zwirkungen zwiſchen den jaͤhrlich erzeugten Wollen eine ſo große Verſchiedenheit in Ruͤckſicht ihres inneren Gehalts giebt, daß es zu bewundern waͤre, wenn derſelbe nicht an weitlaͤuftigen Maaßſtaͤben erkennbar gemacht werden koͤnnte. Trockene Waͤrme macht das das Wollhaar aͤußerlich umge bende Fett trocken, und verurſacht eine ſchnellere Verhaͤrtung deſſel— ben, wobei anzunehmen iſt, daß die fluͤchtigern Fetttheile verduͤnſten. Nichts aber entfettet die Wolle mehr als das unmittelbar dar— auf ſchießende Licht wegen ſeiner anziehenden Kraft, beſonders wenn die Wolle naß iſt. Kuͤhle und Kaͤlte im Trocknen ſind der Wolle am wenigſten ſchaͤdlich. Elektrizitaͤt. Koͤr ayf r, in denen Elektrizitaͤt rege gemacht worden iſt, ziehen Wollhaare ſchon in einiger Entfernung ſchnell an. Syſtematiſche Tarſucge bleiben hierin noch zu machen uͤbrig. Anziehende Kraft der Wolle. Bei der Einwirkung feuch⸗ ter Luft und fluͤſſiger Koͤrper zeigen alle uͤbrigen eine geringere oder groͤßere Empfaͤnglichkeit dafuͤr. Das Wollhaar vorzuͤglich nimmt Feuchtigkeiten gern auf, je nachdem es entfettet und trocken gewor⸗ den iſt. Wolle kann in kurzer Zeit ein bis zwei Prozent ihres Gewichts wieder zunehmen. Ihre Gebrauchs⸗Eigenſchaften verlieren aber ein fuͤr allemal dabei. Ob nun dieſe Eigenſchaft der Wolle aus dem allgemeinen Na— turgeſetze der anziehenden Kraft ſchmaler Roͤhrchen, oder aus irgend 28 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. einer andern Urſache entſpringen mag, daruͤber fehlt es noch an genaueren Beobachtungen. Beim Faͤrben der Wolle ſoll ſich indeſſen ein groͤßerer Theil der Pigmente an die Spitzen der Haare ſetzen, als auf ihre uͤbri— gen Stellen. Ueber den Gebrauch der Wolle beim Rhevma. Wie der natuͤrliche Schweiß friſch abgeſchorner Wolle auf gichtkranke Stellen unſeres Koͤrpers wirken ſolle, waͤre wohl nicht ſo leicht zu erklaͤren, als wenn die Urſache in der noch kurz zuvor erwaͤhnten Anziehungskraft der Wolle ſelbſt geſucht wuͤrde. Sollte aber nicht ganz entfettete, gehoͤrig getrocknete und an einem trocknen Orte aufbewahrte Wolle, wenn ſie im Augenblick vor der Anwendung recht erwaͤrmt wuͤrde, auf gichthaften Stellen beſſere Dienſte thun? Vielleicht waͤre dazu die allerfeinſte Wolle von geſunden Thieren wegen der Menge ihrer Oeffnungen am ſchicklichſten zu gebrauchen. Denn Wolle mit Fett kaͤltet und ſchließt die Poren, anſtatt ſie zu oͤffnen. Selbſt zu wenige Reinigung oft gebrauchter Kleidungsſtuͤcke laſſen dieſe Wirkung ſchon fuͤhlen. b) Chemiſches Verhalten. Feuchte Waͤrme. Mit ihrem natuͤrlichen Schweiß behaftet geht die Wolle in feuchter Waͤrme am leichteſten in Faͤulniß uͤber. Sehr oft findet ſich der oberſte Theil der Haare von den Spitzen an noch eine Strecke abwaͤrts, wenn die Wolle lange in Schweißfett oder anderen Unreinigkeiten und feuchter Stallwaͤrme geſtanden hat, braun und ſo muͤrbe durchbeizt, daß derſelbe bei der leichteſten Ausdehnung abbrechen, oder wenn er bleibt, doch der Fabrikation waͤhrend der Verarbeitung oder im Fabrikat Uebel⸗ ſtaͤnde und Hinderniſſe in den Weg legen muß. Aetzende Alkalien greifen die Wolle an, befoͤrdern bei Waͤrme und Druck, wohrſcheinlich durch ſchwache Aufloͤſung der Subſtanz, das Filzen derſelben, und loͤſen ſie bei fortgeſetzter Ein⸗ wirkung unter einem gehoͤrigen Waͤrmegrad gaͤnzlich auf. Iſt die Einwirkung einer Seifenlauge ſo, daß das Haar noch ganz bleibt; ſo entwickelt ſich doch bei ihrer Anwendung auf der Oberflaͤche der Haare eine Materie, welche die Haare ſo zuſammen⸗ klebt, daß ſie ſich waͤhrend der Verarbeitung nur ſchwer loͤſen laſ— ſen. Außerdem kann eine ſolche Behandlung unter gewiſſen Um⸗ ſtaͤnden auch der Annahme der Farben Hinderniſſe in den Weg legen. Ueberhaupt aber wird die Wolle dadurch hart. — G nigt i Polle auch E9. Al beizend 1. einer C? geppüͤre Liſf Auſs Gnefött: de Ten Am teit unsſs dempe Bn gewaſche aff die de niz iben daß nichs aanz d 1 der Wi 2 rict im auf dm lann ſch; A Schein nird ged Du p defer de dasn ud ſo— och an Theil te uͤbri⸗ . 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Alkalien und Saͤuren wirken alſo uͤberhaupt auf die Dehnbar⸗ keit und Feſtigkeit der Wolle und loͤſen ſie, die erſten bei gehoͤriger Temperatur, die andern auch ohne dieſe endlich auf. Beruͤhrung des Erdbodens. Wenn auf den Schaafen gewaſchene und gehoͤrig getrocknete Wolle in Saͤcken unmittelbar auf die Erde geſtellt wird, ſo geht ſie in nicht langer Zeit in Faͤul— niß uͤber, und aͤußert dabei eine ſolche Schaͤrfe auf die Leinwand, daß nicht ein Stuͤckchen derſelben auf den angegriffenen Stellen ganz bleibt. Wenn ſich unter dieſen Umſtaͤnden ſtellenweiſe rothe Flecken in der Wolle finden, ſo iſt dies ein Zeichen ihrer Verweſung. Waſſer kruͤmmet die Wolle, indem es den Durchmeſſer doch nicht immer im gleichen Verhaͤltniß vergroͤßert. Nach der Waͤſche auf dem Schaaf verliert die Hoͤhe oft x, der Durchmeſſer aber kann ſich um bis zur Haͤlfte ſeines Maaßes vergroͤßern. In der Naͤſſe verliert die Wolle ihren Glanz, der gewoͤhnliche Schein wird dunkel, der Angriff wird rauh und die Eaaſtizitaͤt wird geſchwaͤcht. Durch feuchtes Einwickeln und Zuruͤcklegen der Wolle wird daher der Gebrauchswerth derſelben ſehr vermindert. Das Zuſammenkleben nach dem Trocknen, wenn die Wolle noch ſo weit gelangt, und Verluſt des gewoͤhnlichen ammoniakali— ſchen Geruchs ſind zu auffallende Merkmale eines ſolchen Zuſtandes. Ungewaſchen abgebrachte Wolle laſſe man daher nicht lange liegen, am wenigſten im Waſſer. Zur Wahrnehmung. Das Wollhaar wirft einen eigen⸗ thuͤmlichen Schein zuruͤck es mag glaͤnzen oder nicht. 30 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. Ein ganz grobes Haar zeigt einen milchweißen, das echte Woll⸗ haar aber mehr einen Waſſerſchein. In nichts aber ſind die Schaaf⸗ fließe mehr verſchieden, als in dem Schein, welchen ſie, wenn ſie gewaſchen ſind, zuruͤckwerfen. Derſelbe ſpielt zwiſchen dem Schmu— tzigweißen und dem etwas geblaͤuten Schneeweißen mit unendlichen Abſtufungen. Dieſer Schein der Wolle nach der Waͤſche hat mit der Farbe des Schweißes durchaus nichts gemein. Dauerhaftigkeit. Unter Dauerhaftigkeit verſteht man die Bedingung der Dauer des Beſtehens des(hier als unveraͤnderlich gedachten) Weſens. Sie wird bedingt durch den Grad der Ein⸗ wirkungen aͤußerer Kraͤfte, die Grundſtoffe und durch die Art der Zuſammenfuͤgung derſelben. Vergaͤnglichkeit. Wolle iſt in ihrem natuͤrlichen(nicht an⸗ gewandten) Zuſtande um ſo ausdauernder, je laͤnger das in ihr enthaltene Mark bei niedrigeren Temperaturen fluuͤſſig bleibt. In Geweben verarbeitet und gehoͤrig verwahrt, kann ſie Jahr— hunderte alt werden. §. 48. Eigenſchaften, welche durch Grundſtoffe und Groͤße zugleich bedingt werden, oder die mechaniſchen Eigenſchaften. So wie bei der Anwendung der Wolle alle Eigenſchaften der Geſtalt in Betracht kommen, eben ſo muͤſſen auch alle, welche auf Bewegung Bezug haben und ſich durch „mechaniſche Eigenſchaften“ bezeichnen laſſen, beruͤckſichtiget werden. Sie begreifen ſowohl das Verhalten der Wolle bei den Ein— wirkungen fremder mechaniſchen Kraͤfte auf ſie ſelbſt, als auch ihre eigenen Kraftaͤußerungen, wenn die Wirkung fremder Kraͤfte wie— der aufhoͤrt. Im erſten Fall zeigt ſich das Wollhaar leidend im andern thaͤtig. 1. Empfaͤnglichkeiten fuͤr Eindruͤcke. Das Wollhaar laͤßt ſich vermoͤge ſeiner Nachgiebigkeit, ohne Zerſtoͤrung ſeines Weſens, bis zu einem gewiſſen Grade nach jeder Richtung hin bie— gen, drehen und winden. So vertraut wir uns auch mit alltaͤglichen Behandlungen ge⸗ woͤhnlicher Dinge und ihren Erfolgen halten moͤgen; ſo duͤrfte es doch manchem Leſer nicht unintereſſant ſein, einigermaßen die Ge— ſetze unterſuchen zu helfen, denen die Wolle bei verſchiedenen Ein⸗ wirkangen Verhalten Die gaſen ab ges zu. In! wird, ent zugleich z keit wen gung nun Irnerſer Die? witig oder derſelben Woſoha Wſens m Ri ſeſac. ſchloſſen, der Auſen hte Woll⸗ Schaaf. wenn ſie Schmu⸗ endlichen der Farbe man die anderlich der Ein⸗ Art der nicht an⸗ s in ihr t. ſie Jahr⸗ ffe und niſchen volle ale muͤſſen h durch kſichtiget den Ein⸗ ucch ihre afte wie⸗ dend im Wollhaar g ſeines hin bie⸗ ngen ge⸗ duͤrfte eo die Ge⸗ enen Ein⸗ Drittes Kapitel. 31 wirkungen aͤußerer Kraͤfte als ein nachgiebiger Gegenſtand in ihrem Verhalten unterworfen iſt. a) Biegen. Die Theile der Oberflaͤche des Wollhaares ſind zwar feſt, ſie ₰ laſſen aber eine merkliche Biegung ohne ZJerſtoͤrung ihres Gefuͤ⸗ In dem Augenblick, daß ein gerade gerichteter Koͤrper gebogen wird, entſteht eine kreisaͤhnliche Richtung deſſelben und es nehmen zugleich zwei ſeiner Seiten ein charakteriſtiſches Merkmal an, das ſie vorher noch nicht hatten. Es entſteht naͤmlich eine aͤußere und eine innere Seite des gebogenen Koͤrpers, von denen die aͤußere Seite die laͤngere und die innere die kuͤrzere iſt. Denn waͤhrend der Biegung dehnt ſich die Auſſenſeite aus, indem ſich ihre Theile gegenſeitig von einander entfernen, und dee J nnenſeite druͤckt ſich zuſammen, indem ſich ihre Theile gegenſeitig naͤhern. Die Eigenſchaften eines Koͤrpers vermoͤge deren ſich ſeine kon— ſtruktiven Theile von einander entfernen und annaͤhern laſſen, ohne ihr Weſen und das Ganze zu ſtoͤren, begreifen wir unter Nach— gtebi gkeit oder Biegſamkeit. Je nachdem nun ein Koͤrper in dem Grade ſeiner Nachgiebig— keit weniger oder mehr beſchraͤnkt iſt, laͤßt ſich alſo auch die Bie— gung nur bis zu dem Punkte fortgeſetzt denken, wo die Theile der Innenſeite nicht mehr Raum geben oder finden koͤnnen. Die Wiegung kann aber auch von der Auſſeenſeite her gleich— zeitig oder fruͤher noch gehemmt werden, ſobald namlich die Theile derſeten keine weitere Entfernung unter ſich ohne Zerſtoͤrung ihres ens mehr geſtatten. Iſt nun auf dieſe Weiſe die Biegung auf beiden Seiten ge⸗ ſchloſſen, und der Druck wird dennoch fortgeſetzt; ſo entſteht zwiſchen der Auſſen⸗ und Innenſeite ein gegenſeitiger Druck, wobei der von der Innenſeite der ſtaͤrkere iſt, weil hier die Theile immer mehr vereint, die auf der Auſſenſeire aber immer mehr getrennt wirken. Eine weitere Folge der Fortſetzung der Gewalt uͤber den Punkt der Biegſamkeit hinaus iſt die, daß der Koͤrper wenn er noch nicht geſprengt iſt, ſeine kreisaͤhnliche Form verliert und eine ovalaͤhn— liche anzunehmen gezwungen wird. Iſt der Koͤrper ſo beſchaffen, daß ſeine aͤußeren Theile feſter ſind, als die inneren, ſo werden bei fortgeſetztem Druck die inneren 32 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. aus ihrer Lage verdraͤngt, und der Koͤrper bekommt an der Spitze ſeiner ovalen Form eine Abplattung. Sind aber die inneren Theile A des Koͤrpers feſter, als die aͤußeren, ſo muͤſſen bei fortgeſetztem Ausdehr Druck die aͤußeren zuerſt nachgeben. hund diel b) Zuſammendruͤcken der Form eines laͤnglichen vie bei Koͤrpers. iner, or Wenn hingegen ein laͤnglicher Koͤrper durch Zuſammendruͤcken Es! genoͤthigt wird, ſich auf mehr als einer Stelle zu kruͤmmen, ſo welcher⸗ werden diejenigen Theile welche nach der Innenſeite einer Figur irer Bi⸗ zu liegen, die zuſammengedruͤckten, und die nach auſſen hin, die trauch doe ausgedehnten ſein. Auör Wenn nun ein Koͤrper, welcher aus mehreren Kruͤmmungen one gis beſteht, auf dieſelben lothrecht gedruͤckt wird, ſo iſt jede einzelne Fi— dr, d gur als ein fuͤr ſich beſtehender Koͤrper anzuſehen. Sie unterliegen dehnun alsdann als Theil des Ganzen denſelben Geſetzen, wie das Ganze. ſiner c) Winden. diegunn Das Winden eines Koͤrpers um einen andern beſteht in einer un den . gleichfoͤrmigen fortgeſetzten Biegung mehrerer oder aller ſeiner Theile, iit wiu entweder in der kreisaͤhnlichen Form durch Uebereinanderlegung, oder de Then in der ſchraubenaͤhnlichen Form, durch Nebeneinanderlegung der d de einzelnen Windungen. In beiden Faͤllen wird die Innenſeite der ſenve Figuren gedruͤckt, und die Auſſenſeite gedehnt, und beim Nebenein⸗ S anderlegen wird der ganze Koͤrper außerdem noch ſchraͤg gerichtet. a m d) Drehen. S] Denkt man ſich bei einem um einen andern gewundenen Koͤr⸗ 129p .. duch in t per den in der Mitte befindlichen hinweg, ſo ſteht der umgewun— dene gedreht da. Denkt man ſich ferner dieſen gedrehten Koͤrper 4 in ſeinen Windungen ſo gepreßt, daß die Innenſeite einer jeden zu Windung ſich ſelbſt beruͤhrt, ſo erſcheint der Koͤrper um ſeine eigene 3 1 Axe gedreht. ni niſ e) Reiben.* JNanvihh Unter Reibung verſteht man die Bewegung eines Koͤrpers, ini e waͤhrend dem er von zweien andern gedruͤckt wird, von denen einer ni fin oder beide ſowohl in Ruhe als in Bewegung ſein koͤnnen. diſ Die Lage eines laͤnglichen Koͤrpers kann dabei waagerecht oder u dag lothrecht ſein. ans. Eine lothrechte Reibung bleibt unvollſtaͤndig, wenn der Koͤrper weim unter dem Druck blos gebogen und ſo bewegt wird, daß er nicht aufzuliegen koͤmmt. e m VLhenſch — 9—“—— der Spiße eren Theile ortgeſetztem unglichen nendräͤcken mmen, ſo ner Figur hin, die mmungen (nzelne Fi⸗ unterliegen das Ganze ͤt in einer ner Theile, gung, oder gung der enſeite der Nebenein⸗ gerichtet enen Koͤr⸗ umgewun⸗ en Koͤrpet iner jeden eine eigene Köͤrpers, enen einer 1. erecht oder der Koͤrder 2 er nicht Drittes Kapitel. 33 — †) Streckung. Bei der Streckung eines krummen Koͤrpers findet ebenfalls Ausdehnung und Zuſammendruͤckung, nur jene auf der Innen—⸗ und dieſe auf der Auſſenſeite, uͤbrigens unter denſelben Geſetzen, wie bei der Biegung ſtatt; die Form des Koͤrpers mag nun aus einer, oder aus mehreren(kleineren) Kruͤmmungen beſtehen. Es giebt keine Art mechaniſcher Einwirkung auf einen Koͤrper, welcher die Wolle nicht unterworfen werden koͤnnte, es ſei waͤhrend ihrer Bearbeitung, oder im verarbeiteten Zeuge waͤhrend dem Ge— brauch deſſelben. Aus dem bisherigen geht nun hervor, daß erſtlich das Biegen eines Koͤrpers, es beſtehe nun im eigentlichen Biegen oder in Win— den, Druͤcken, oder Strecken, zweierlei Veraͤnderungen, naͤmlich Aus— dehnung und Zuſammendruͤckung, oder Entfernung und Annaͤherung ſeiner Theile verurſacht; ferner, daß ohne Geſchmeidigkeit keine Biegung denkbar iſt, wenn das Gefuͤge nicht zerſtoͤrt werden ſoll, und denn: daß das Gefuͤge eines Koͤrpers oder ſeiner, Theile zer— ſtoͤrt wird, ſo bald die Biegung uͤber den Punkt hinausgeht, wo die Theile auf der Innenſeite nicht mehr einander ausweichen, oder die der Auſſenſeite der Ausdehnung nicht weiter zu widerſte— hen vermoͤgen. Biegung und Streckung koͤnnen ſowohl an einem Theil, als am ganzen Koͤrper des Haares ſtattfinden. Der Koͤrper des Wollhaares iſt nicht nur biegſam ſondern auch in ſeinem Umfange zuſammendruͤckbar und ausdehnbar. g) Zuſammendruͤckbarkeit der Materie oder der Subſtanz. Unter Zuſammendruͤckbarkeit der Materie begreifen wir diejenige Eigenſchaft eines Koͤrpers, vermoͤge deren er durch Einwirkung aͤußerer Kraͤfte eine Verengung ſeines ganzen, oder eines Theils ſeines Umfanges vermittelſt der gegenſeitigen Annaͤhe— rung ſeiner Theile von mehreren Seiten her geſtattet. Dieſer Fall koͤnnte bei der Wolle nur waͤhrend dem Wachſen in Betracht kommen, wo die noch weiche Maſſe beim Austritt aus den Poren durch den Druck derſelben verſchiedentlich geformt werden koͤnnte. h) Ausdehnbarkeit der Materie. Unter Ausdehnbarkeit der Materie begreifen wir diejenige Eigenſchaft, vermoͤge deren ein Koͤrper die Ausdehnung nach einer 2 3 34 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. oder mehreren Richtungen hin geſtattet. Eine Ausdehnung kann ſowohl in der Vergroͤßerung der Laͤnge, der Breite und der Hoͤhe einer jeden fuͤr ſich, als in der Vergroͤßerung des ganzen Umfan— ges nach allen Seiten hin beſtehen. Die Ausdehnungsfaͤhigkeit des Haares der Laͤnge nach kommt bei der Wolle als ein ſehr wichtiger Gegenſtand in Betracht, in— dem hierauf der gute Erfolg mehrerer Behandlungen bis zur letzten begruͤndet iſt. Einen Mangel an Ausdehnbarkeit bezeichnen wir bei Verglei⸗ chungen durch Sproͤdigkeit. Wenn wir die Zuſammendruͤckbarkeit der Materie ausnehmen, ſo giebt es keine Art mechaniſcher Einwirkungen von außen, der die Wolle nicht unterworfen ſein koͤnnte. ¹) Verſchiebbarkeit der Theile. Keine Biegung, Streckung, Zuſammendruͤckung und Ausdeh⸗ nung kann ohne Verſchiebbarkeit der Theile gedacht werden, wenn die Fuͤgung des in Bewegung geſetzten Koͤrpers nicht zerſtoͤrt wer— den ſoll. Wahrſcheinlich beſtimmen Laͤnge, Richtung und Entfernung der Faſern im Zellgewebe den groͤßeren oder geringeren Grad der Ver— ſchiebbarkeit derſelben. 9 Naͤchſte Grundlage der Biegſamkeit und Aus⸗ dehnbarkeit in der Verſchiebbarkeit der Theile. Biegſamkeit und Ausdehnbarkeit beruhen auf einerlei Grund⸗ lagen, naͤmlich auf der Verſchiebbarkeit der Theile. Aber nicht jeder Koͤrper iſt ausdehnbar, welcher biegſam iſt, dagegen iſt jeder Koͤrper biegſam, der zugleich ausdehnbar iſt, und dies in gleichen vor- oder ruͤckwaͤrts gehenden Verhaͤltniſſen. 2) Entferntere Grundlagen der Geſchmeidigkeit des Wollhaares. Dieſe beſtehen 1. in der Raſſe des thieriſchen Koͤrpers, 2. in ſeinem Zuſtande, 3. in der Art der Nahrung, 4. in aͤußeren Einwirkungen, welche Bedingun— gen alle, mehr oder weniger in unſerer Gewalt ſtehen. Pflanzen⸗Faſerſtoff macht geſchmeidiger, als Urſtoffe aus dem Mineral⸗Reich; Faſerſtoff ohne Galerte macht unbiegſam. Ale Verhltn lange, G ſchme Ein in der) fuͤge und Ein beſteht, menf ſtanz 0. inander nur nog G neht ſe derſelbe Anr diegſamer ten, als fange, d gen hin. Def Veryältne Rei run Mit di dich aus gſſh geſchm rriger i ung kann der Hoͤhe Unfan⸗ ich kommt racht, in⸗ zur letten Verglei⸗ önehmen, ßen, der Ausdeh⸗ en, wenn ſtoͤrt wer⸗ rnung der der Ver⸗ nd Aus⸗ Grund⸗ der nicht iſt jeder gleichen idigkeit zedingun⸗ aus dem Drittes Kapitel. 35 Alle geſchmeidigere Koͤrper enthalten Galerte in einem groͤßeren Verhaͤltniß. Ihre Geſchmeidigkeit dauert in dem Grade und ſo lange, als jene ſich darin erhaͤlt. m) Gleichzeitige Erſcheinungen mit der Ge⸗ ſchmeidigkeit. Ein hoͤherer Grad von Nachgiebigkeit(Geſchmeidigkeit) iſt in der Regel mit minder feſten Theilen, einem minder dichten Ge— fuͤge und mit kreisfoͤrmiger Richtung des Haares verbunden. Ein Koͤrper, welcher aus feſten und weichen Theilen zugleich beſteht, wird ſchon minder geſchmeidig, wenn auch nur die aͤuße— ren Theile vertrocknen, waͤhrend dem die inneren noch weich bleiben. n) Art des Zuſammenhanges oder der Zuſam— menfuͤgung der feinſten oder Urtheilchen der Sub⸗ ſtanz in Bezug auf Geſchmeidigkeit. Je dichter die conſtructiven Beſtandtheile eines Koͤrpers auf einander gehaͤuft ſind, in deſto kleineren Raͤume iſt ihre Bewegung nur moͤglich. 0) Form in Bezug auf Geſchmeidigkeit. Je weniger die Form eines Koͤrpers laͤnglich iſt, ſondern, je mehr ſie ſich der Kugelform naͤhert, deſto weniger biegſam kann derſelbe ſein. Unter gleichartigen geſchmeidigen Koͤrpern iſt derjenige der biegſamere, welcher den kleineren Durchmeſſer hat. pP) Bandform in derſelben Beziehung. Die Bandform iſt zwar geſchmeidiger auf ihren flachen Sei— ten, als ein aͤhnlicher aber runder Koͤrper von gleich großem Um— fange, aber nicht ſo biegſam, als dieſer, nach mehreren Richtun⸗ gen hin. Derjenige Koͤrper iſt alſo am biegſamſten, welcher das hoͤhere Verhaͤltniß der Galerte zum Faſerſtoff enthaͤlt, am wenigſten dicht, dabei rund iſt, und den kleinſten Durchmeſſer hat. —) Dauer der Geſchmeidigkeit. Mit dem Aufhoͤren des Lebens eines wachſenden Koͤrpers faͤngt die Geſchmeidigkeit an abzunehmen. Je mehr nun das Wollhaar aus geſchmeidigen Theilen beſteht, deſto laͤnger kann es ſich noch geſchmeidig erhalten. Es iſt alſo nicht gleich viel, wie ein Woll traͤger kurz vor der Schur unterhalten, und in welchem Zuſtande das Haar abgeſchoren wird. 3* 36 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. r) Zerreibbarkeit. In ſo weit ein Haar einer auf daſſelbe gerichteten Reibung nicht zu widerſtehen vermag, und dadurch getrennt wird, iſt es zerreibbar. Bei Vergleichungen heißt ein hoͤherer Grad von Zerreibbarkeit Muͤrbheit. Dieſe wird um ſo groͤßer, je weniger ein Haar geſchmeidige Beſtandtheile enthaͤlt. s) Zerreißbarkeit. Nach dem Grade des Zuſammenhanges(der Cohaͤſion) der Theilchen feſter Koͤrper iſt ein Punkt denkbar, uͤber den hinaus die Ausdehnung nicht fortgeſetzt werden kann, ohne jenen Zuſam— menhang aufzuheben, oder die Theilchen gaͤnzlich von einander zu trennen. Der Grad der Feſtigkeit eines Koͤrpers beſteht in dem Grade ſeines Vermoͤgens, zerreißenden Kraͤften Widerſtand zu leiſten. Bei Vergleichungen heißt ein geringerer Grad von Feſtigkeit Schwaͤche. Ein Koͤrper widerſteht dem Zerreißen am laͤngſten, je aus— dehnbarer er iſt. Auf dem Grade der Feſtigkeit der Wolle beruht mit die Dauer⸗ haftigkeit des Fabrikats. Das Vermoͤgen des Widerſtandes, oder die Feſtigkeit haͤngt von der Natur und dem Grade des Zuſammenhanges ſeiner Be⸗ ſtandtheile ab, und dieſer von der Thierraſſe, welche die Wolle her— vorbringt, von dem koͤrperlichen Zuſtande des Thieres und ſeiner Ernaͤhrung, ſo wie von aͤußeren Eindruͤcken. So weit von den Empfaͤnglichkeiten fuͤr aͤußere mechaniſche Einwirkungen. §. 49. 2. Ueber Aktive mechaniſche Eigenſchaften oder Kraftaͤußerungsfaͤhigkeiten der Wolle, beſonders uͤber die Elaſtizitaͤt. Die leidenden Eigenſchaften der Wolle in mechaniſcher Hinſicht beſtehen nur in Nachgiebigkeiten, dagegen be— ſtehen die thaͤtigen mechaniſchen Eigenſchaften derſelben in Kraft⸗ aͤußerungen. a) Einige allgemeine Bemerkungen uͤber Ela⸗ ſtizitaͤt. Wenn das Gefuͤge eines Koͤrpers durch eine aͤußere mechani⸗ — ſhe Ein tn hat, aus eig ſirebt, Kraft ſe Korper: vollkom⸗ jitaͤt Die don da Eiſchr thümäc Grund, 6 Geſamt Geſeze uns au un ihr wickende anziel derin g Nume! in ſchein Das dos der (d eine hähe Neibung , iſt es eibbarkeit hmeidige on) der hinaus Zuſam⸗ aander zu m Grade ſten. Feſtigkeit je aus⸗ je Dauer⸗ it haͤngt ner Be⸗ olle her⸗ d ſeiner ſchaniſche ſchaften ſonders Wolle in gegen be⸗ Kraft— er Ela— mechaui Drittes Kapitel. 37 ſche Einwirkung eine Veraͤnderung in der Lage ſeiner Theile erlit— ten hat, und daſſelbe nach der Aufhebung aller aͤußeren Hinderniſſe aus eigener Kraft die vorige Geſtalt wieder zu erlangen ſich be— ſtrebt, ſo heißen wir eine ſolche Kraftaͤußerung Elaſtizitaͤt, die Kraft ſelbſt eine Elaſtizitaͤtskraft und den Koͤrper einen elaſtiſchen Koͤrper; die Wiederherſtellung in den vorigen Stand mag nun vollkommen oder unvollkommen geſchehen. b) Unterſcheidung der Aeußerungen der Elaſti⸗ zitaͤtskra½ͤfte von denen anderer mechaniſchen Kraͤfte. Die Aeußerungen der Elaſtizitaͤtskraͤfte unterſcheiden ſich alſo von denen anderer mechaniſchen Kraͤfte nur darin, daß ſie bei jeder Erſcheinung durch keine fremde, ſondern durch dem Koͤrper eigen— thuͤmliche innere Kraͤfte hervorgebracht werden, wenn auch der Grund der Veranlaſſung außer dem Koͤrper liegt. c) Die beiden Grundkraͤfte der Dinge. So wie wir uns bei einer Kreisbewegung die dabei wirkende Geſamtkraft in zwei verſchiedene Kraͤfte zerlegen, um dadurch ihre Geſetze deſto leichter beſtimmen zu koͤnnen; eben ſo koͤnnen wir uns auch zur Erklaͤrung des Zuſammenhanges der Koͤrpertheile und ihrer Kraftaͤußerungen der Vorſtellung zweier entgegengeſetzt wirkenden, allen Koͤrperarten beiwohnenden Urkraͤfte, naͤmlich der anziehenden und ausdehnenden, ohne Widerſpruch bedienen, deren gegenſeitiges Verhaͤltniß die Ausdehnung eines Koͤrpers im Raume beſtimmt, und von denen die eine der andern, wenn auch in ſcheinbarer Ruhe, beſtaͤndig entgegen ſtrebt. d) Prinzipien der beiden Kraͤfte. Das Prinzip der anziehenden Kraft iſt der magnetiſchen, und das der ausdehnenden der Waͤrmekraft zu vergleichen. (Die magnetiſche Kraft eines Koͤrpers geht verloren, wenn eine hoͤhere Temperatur hinzutritt.) e) Eintheilung der Elaſtizitaͤtskraͤfte. Gleich jenen idealiſirten Urkraͤften zerfallen auch die einem Koͤrper beiwohnenden Elaſtizitaͤtskraͤfte in zwei entgegengeſetzt wir— kende, in die anziehende und ausdehnende, welche das mit einander gemein haben, daß ſie beide widerſtreben, ſobald ihnen Veranlaſſung dazu gegeben wird. f) Verhaͤltniß der Aeußerung der Elaſtizitaͤts— kraͤfte zur Einwirkung fremder Kraͤfte. Auf eine aͤußere Einwirkung erſcheint jedesmal die entgegenge— 38 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. ſetzte Wirkung von Seiten des beruͤhrten Koͤrpers, naͤmlich: wirkt die aͤußere Kraft ausdehnend, ſo erfolgt Anziehung; wirkt aber die aͤußere Kraft anziehend, ſo erfolgt Ausdehnung auf Seiten des be— ruͤhrten. g) Veranlaſſung der Kraftaͤußerungen. Aber erſt wenn die natuͤrliche Ausdehnung eines Koͤrpers geſtoͤrt wird, aͤußern ſich dieſe beiden Kraͤfte. h) Veraͤnderung der Lage und Wiederherſtel⸗ lung. Die unmittelbaren Einwirkungen auf einen elaſtiſchen Koͤrper koͤnnen ſowohl in gerader Linie, als in einer von derſelben abwei— chenden Richtung geſchehen. Wenn ein Koͤrper in gerader Linie ausgedehnt wird, ſo aͤußert ſich nur ſeine Anziehungskraft, als wiederherſtellend allein; wird er in gerader Linie zuſammengedruͤckt, ſo aͤußert ſich die Ausdehnungs— kraft ebenfalls allein. Bei nicht geraden Richtungen aber wirken auf jeder Seite, ſowohl auf der angreifenden, als der widerſtre— benden zweierlei Kraͤfte in verſchiedenen Richtungen. Veranlaſſun— gen dazu geben das Biegen(Winden und Drehen) und Strecken laͤnglicher Koͤrper. Wenn z. B. ein Koͤrper gebogen wird, ſo druͤckt er ſich auf der einen Seite zuſammen, indem er auf der andern Seite ausge— dehnt wird, bei der Wiederherſtellung aber wirken auf jeder Seite die entgegengeſetzten Kraͤfte entgegen, der gedruͤckte Theil wird ver⸗ moͤg e ſeie rn innern Kraͤfte wieder ausgedehnt, und der ausgedehnte zuſauntengezogen⸗ Wird ein krummer Koͤrper geſtreckt, ſo wird ſeine innere Seite ausgedehnt, und die aͤußere zuſammengedruͤckt, bei der Wiederher⸗ ſtellung aber wird derſelbe durch ſeine innern Kraͤfte auf der Auſſen⸗ ſeite wieder ausgedehnt, und auf der Innenſeite zuſammen gezogen. Wenn durch einen lothrechten Druck auf einen laͤnglichen Koͤr— per mehrere Biegungen entſtehen, ſo gilt das von allen Biegun— gen, was von einer geſagt worden iſt, eben ſo auch, wenn ein mehrfach gekruͤmter Koͤrper ausgeſtreckt wird. i) Zuſammendruͤcken oder Schieben. Das Zuſammenſchieben eines laͤnglichen Koͤrpers in mehreren Kruͤmmungen iſt von dem Zuſammendruͤcken eines Koͤrpers, wo— durch ſein Umfang verkleinert wird, zu unterſcheiden. Im erſten Fall geben einige Theile des Koͤrpers, wie bei jeder Biegung, nach Biegen I der un kende4 Jel riſte roßern dm li zur Fe A leußern Grad Widderl d die eie Verſa And in, dern W. ſchwindi deß ni füt de : wirkt aber die des be⸗ Koͤrpets herſtel— Koͤrper abwei⸗ ſo außert wird er dehnungs⸗ er wirken widerſtre⸗ anlaſſun⸗ Strecken ſich auf te ausge⸗ er Seite ird ver⸗ gedehnte re Seite iederher⸗ rAuſſen⸗ gezogen. hen Kor⸗ Biegun⸗ zenn ein nehreren ers, wo— mm erſten ing, nach Drittes Kapitel. 39 außen, andere nach innen Raum. Bei der Verkleinerung des Um— fangs eines Koͤrpers aber weichen alle Theile nach innen. Das Winden eines Koͤrpers um einen andern laͤßt ſich durch Biegen erklaͤren. k) Richtung der Kraftaͤußerungen. In derjenigen Richtung, in welcher auf einen elaſtiſchen Koͤr— per unmittelbar eingewirkt wird, aͤußert ſich auch die entgegen wir— kende Kraft, die Richtung ſei geradlinig oder krumm. 1) Form der Kraftaͤußerungen. Jeder elaſtiſche Koͤrper laͤßt ſich in die Lage verſetzen, daß ſeine Kraͤfte ſich ſowohl an ſeinem Ganzen, als an einem ſeiner Theile aͤußern koͤnnen. In beiden Faͤllen gelten dieſelben Geſetze nur mit dem Unterſchied, welchen veraͤnderte Angriffspunkte und Richtungen zur Folge haben. m) Abſolute Groͤße einer Elaſtizitaͤt. Nach dem Grade der Annaͤherung zur Wiederherſtellung iſt die Aeußerung einer Elaſtizitaͤt mehr oder weniger vollkommen. Der Grad der Wiederherſtellung beruht aber auf dem Verhaͤltniß des Wiederherſtellungsvermoͤgen zu der erlittenen Veraͤnderung. n) Relativgroͤße dieſer Kraͤfte. Die relative Groͤße einer elaſtiſchen Kraftaͤußerung wird wie die einer jeden andern beſtimmt. Sie ſteht naͤmlich im gerader Verhaͤltniß zur afficirten Maſſe und dem zuruͤckzulegenden Raume und im verkehrten zu der dazu erforderlichen Zeit. Oder mit an— dern Worten: die Groͤße einer Elaſtizitaͤtskraft beſteht in der Ge— ſchwindigkeit ihrer Aeußerung. In der Folge werden wir ſehen, daß nicht die abſolut hoͤchſte Elaſtizitaͤt der Wolle ein Erforderniß fuͤr die Fabrikation iſt. /) Nothwendige Bedingungen der Aeuſſerun⸗ gen einer Elaſtizitaͤt. Dieſe ſind: 1. daß die Theile des Koͤrpers, an denen ſie ſich aͤußern ſoll, nachgiebig ſeien; 2. daß ihrer Bewegung kein Hinderniß im Wege ſtehe: 3. daß eine aͤußere mechaniſche Einwirkung vorhergehe; 4. daß die Aufhebung derſelben moͤglich, und 5. daß das Gefuͤge der affizirten Theile nicht zerſtoͤrt werde. Was Nachgiebigkeit insbeſondere betrifft, ſo kann ſie nicht, wie ſchon fruͤher erwaͤhnt, ohne Verſchiebbarkeit ſtattfinden. 40 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. Oelige und fettige Theile befoͤrdern ſie. Dagegen findet ſich bei dieſen in ihrem feſten Zuſtande nicht die mindeſte Elaſtizitaͤt. Unter den Stoffen des thieriſchen Koͤrpers ſcheint ein gewiſſes Verhaͤltniß der Galerte zum Faſerſtoff die Elaſtizitaͤt zu bedingen. Knochen ſind nicht elaſtiſch, ſo lange ihnen nicht gewiſſe Beſtand— theile entnommen ſind, wohl aber das ganze Hautſyſtem. Alle Pflanzen ſind elaſtiſch, ſo lange ſie leben. So wie aber ihre fluͤſſigen und weichen Theile erſtarren, hoͤrt ihre Elaſtizitaͤt auf. Derſelbe Fall iſt es mit dem Wollhaar. Bei dieſem koͤmmt es alſo darauf an, wie lange ſich, nachdem es von ſeinem Stamme getrennt iſt, ſeine Beſtandtheile geſchmeidig erhalten koͤnnen. Der letzte Augenblick der Erſtarrung giebt einem Koͤrper ſeine bleibende Form, bis ſeine Aufloͤſung beginnt. Dieſe Saͤtze ſind wichtig fuͤr die naͤchſte Zeit vor und waͤhrend der Waͤſche und Schur. p) Huͤlfsmittel der Elaſtizitaͤt. Uebrigens befoͤrdern bei organiſchen Koͤrpern waͤhrend ihres Lebens alle Huͤlfsmittel die Elaſtizitaͤt, welche auch die Biegſamkeit befoͤrdern helfen, bei Pflanzen harzige Saͤfte, bei thieriſchen Koͤr— pertheilen Galerte und Fett. 4) Elaſtizitaͤt der Wolle. Verſchiedenheit ihrer Aeußerungen. Vermoͤge der Ausdehnungskraft richtet ſich das Haar nach ſeinem Biegen wieder auf, es ſtreckt ſich; die Ausdehnungskraft wirkt alſo hier als Streckkraft; ferner dehnt es ſich, wenn es in ſeinen Kruͤmmungen naͤher zuſammengedruͤckt worden iſt, wie— der aus; dies Ausdehnen beſteht in einer Fortſchiebung des Gan— zen und einer Ausbreitung ſeiner Theile; ſo ganz unpaſſend waͤre alſo der Ausdruck Ausbreitungskraft wohl nicht. Man koͤnnte ſie aber auch durch Strebekraft bezeichnen. Fuͤr die Fabrikation iſt ſie zu wichtig, als daß ſie uͤbergangen werden ſollte. r) Die Anziehungskraft aͤußert ſich ebenfalls in zwei verſchiedenen Formen. Einmal, wenn das Wollhaar entkraͤu— ſelt iſt, naͤhert es ſich wieder ſeinen vorigen Kruͤmmungen; dieſe Art von Kraftaͤußerung iſt auch ſchon allgemein unter dem Namen Kruͤmp-(beſſer Kruͤmm-) Kraft bekannt.(Kruͤmpen bedeutet nämlich ein Kruͤmmen durch kuͤnſtliche Vorrichtungen.) Alsdann aͤußert ſich auch die Anziehungskraft am Wollhaar, wenn daſſelbe noch uͤber ſeine Entkraͤuſelung hinaus verlaͤngert wird. * Jy dieſer ſch in ſi Aniehum ſin Fal 5 ₰ brar eri ſch wehhn lſamme die prifung maene kiner he Enkräu nſſelbe in M. dubeinanſe dr Caß ſdnglchen wollen,„ Dr) . 7. üurkeit di kaft. nde ſich Aaſtzitat. gewiſſes bedingen. Beſtand⸗ wie aber zitaͤt auf. n koͤmmt Stamme n. per ſeine woͤhrend ad ihres egſamkeit hen Kor⸗ it ihrer aar nach noskraft venn es ſt, wie⸗ s Gan⸗ ad waͤre koͤnnte brikation falls in entkraͤu⸗ dieſe Namen bedeutet Jollhaar, ert wird. Drittes Kapitel. 41 In dieſem Falle naͤhert es ſich wieder ſeiner vorigen Lage. Es zieht ſich in ſich ſelbſt zuſammen, oder verkuͤrzt ſich. Hier wirkt alſo die Anziehungskraft zuſammenziehend, einziehend, und koͤnnte fuͤr die— ſen Fall durch Einziehungskraft bezeichnet werden. s) Dieſelbe Einziehungskraft aͤußert ſich auch, wenn ein Haar entzwei geriſſen wird, indem die beiden getrennten Enden ſich mehr oder weniger und ſchneller oder langſamer aufrollend zuſammenziehen. Die Art dieſer Zuſammenziehung giebt ein Merkmal bei der Pruͤfung der Elaſtizitaͤt uͤberhaupt ab, worauf ich auch ſchon in meiner erſten Schrift aufmerkſam gemacht habe. Uebrigens iſt die Annahme eines beſondern Prinzips dieſer Elaſtizitaͤts-Aeußerung beim Zerreiſſen ohne Grund, und bedarf keiner beſondern Benennung, weil die Einziehungskraft nach der Entkraͤuſelung mit der Kruͤmmkraft nach dem Zerreiſſen eins und daſſelbe ausmacht. Mohrere, als die hier zuvor, und von mir auch ſchon fruͤher auseinandergeſetzten, wenn auch anders genannten Aeußerungen der Elaſtizitaͤt giebt es am Wollhaar als einem geſchmeidigen feinen laͤnglichen Koͤrper nicht; moͤgen ſie nun genannt werden wie ſie wollen, aber es giebt derſelben auch nicht wenigere. 8 t) Art der Aeußerung. Die Elaſtizitaͤt aͤußert ſich alſo beim Wollhaar ſowohl an ſeiner Richtung oder Form, als an ſeiner Subſtanz. Dte Form laͤßt eine Ausſtreckung und eine Zuſammen— druͤckung zu. Die widerſtrebende Kraft beſteht im erſten Fall in der anziehenden und im letzten in der ausdehnenden Kraft. Dieſe kann zur Unterſcheidung Streckkraft und jene Kruͤmm— kraft heißen. Bei der Subſtanz des Haares koͤmmt blos die Ausdehnung und mit ihr die anziehende als widerſtrebende in Betracht, und laͤßt ſich durch Einziehungskraft bezeichnen. u) Gegeneinanderſtellung der paſſiven Eigen⸗ ſchaften mit den ihnen entgegenſtehenden Kraͤften. Der Biegſamkeit gegenuͤber ſteht die Streckkraft, der Streck— barkeit die Kruͤmmkraft, und der Ausdehnbarkeit die Einziehungs— kraft. 1 I G b 42 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. Fuͤr die Praxis koͤnnten die Elaſtizitaͤtskraͤfte in aͤußere und innere eingetheilt werden. Unter jenen wuͤrden Streck- und Kruͤmmkraft, und unter dieſer die Einziehungskraft ver⸗ ſtanden. Der aͤußeren Elaſtizitaͤt ſteht Schlaffheit, und der innern ſteht Sproͤdigkeit gegenuͤber. v) Zuſammenpreſſen einer Wollmaſſe. Wenn Wolle in Maſſe zuſammengepreßt wird, ſo bekoͤmmt ihre Elaſtizitaͤt Gelegenheit ſich in allen Formen zu aͤußern. (Der Ausdruck: Elaſtizitaͤt des Umfanges iſt hier zu un— beſtimmt, Elaſtizitaͤt der Maſſe iſt verſtaͤndlicher.) Was den Grad der Elaſtizitaͤt bei der Wolle betrifft, ſo kommt es nicht darauf an, welchen Spielraum die aus ihrer Lage gebrachten Theile zu durchgehen haben, ſondern vielmehr darauf: 1. wie weit ſie den vorher eingenommenen Raum unter gleichen Umſtaͤnden wieder einzunehmen vermoͤgen, und 2. wie viel Zeit ſie dazu gebrauchen. Fuͤr die Praxis iſt die laͤngere Zeit ein Zeichen der Sanftheit. w) Gemaͤßigte Elaſtizitaͤt. Sanfte Elaſtizitaͤt. Je langſamer das Haar ſich bei irgend einer Kraftaͤußerung bewegt, und je nachhaltiger dieſe Bewegung iſt, deſto gemaͤßig— ter iſt der Grad der Elaſtizitaͤt. Unter zwei zuſammengedruͤckt ge— weſenen und wieder freigelaſſenen Wollmaſſen kann ſo wohl die eine, wie die andere, einer gleichen Wiederausbreitung faͤhig ſein, dabei aber die eine eine laͤngere Zeit dazu noͤthig haben, als die andere. Geſchmeidigkeit mit Elaſtizitaͤt verbunden, kann ſo ſubtil ſein, daß die geringſte Beſchwerung das Haar niederdruͤckt, es aber doch nach Aufhebung derſelben ſich wieder aufrichtet. Geſchmeidigkeit und Elaſtizitaͤt werden nur ſehr leicht mit ein— ander verwechſelt. x) Elaſtizitaͤtsmeſſer. Ein Maaßſtab fuͤr die aͤußere Elaſtizitaͤt der Wolle, wuͤrde ſo⸗ wohl fuͤr den Produzenten als Fabrikanten von ſehr großem Nut— zen ſein. Mit einem ſolchen ließe ſich auch zugleich die Abmeſſung der Geſchmeidigkeit verbinden. Es gehoͤren aber nur etwas muͤh— ſame Vorbereitungen der Wolle dazu. Ein genau gearbeitetes In⸗ ſtrument wuͤrde uͤbrigens nicht ſehr hoch in den Koſten zu ſtehen kommen. * Dre amu hin Polle. der drit ie die linen D und wenn aen wit (aſtiitit Eiger die Schritt. dheile z Verſltn Fixuren Eaaſhitir Mt lenentiſ da jitdi b à de beide dr tern füt V ehfen i nffi d de der füſa ſof, en der Att dnn ab. ußere und eck; und raft ver⸗ der innern bekommt hern. ier zu un⸗ etrifft, ſo ihrer Lage hr darauf: ter gleichen Sanſtheit laſtizitit eftaͤußerumg gemaͤßig⸗ gedruͤckt ge wohl die faͤhig ſein, n, als die ſubtil ſein, aber doch cht mit ein⸗ „wuͤrde ſo oßem Nut⸗ Abmeſſung etwas miſ⸗ beitetes In⸗ en zu ſihen Drittes Kapitel. 43 y) Beſchreibung meines Elaſtizitaͤtsmeſſers. Drei Cylinder, von denen der eine in den andern paßt, ſind dazu hinreichend. In den erſtern kommt die entfettete gekrazte Wolle. Der zweite moͤglichſt leicht und ebenfalls hohl, iſt graduirt. Der dritte nicht hohle Cylinder von einer beſtimmten Gewicht, ſo wie die beiden aͤußeren von einem beſtimmten Groͤße, zeigt durch ſeinen Druck im erſten Augenblick der Ruhe die Nachgiebigkeit an, und wenn dieſer dritte Cylinder ſchnell aus dem zweiten herausge— zogen wird, ſo zeigt das Aufſteigen des mittleren den Grad der Elaſtizitaͤt an. 2) Vereinte Erſcheinungen der verſchiedenen Eigenſchaften der Wolle mit der Elaſtizitaͤt. Die innere Elaſtizitaͤt geht mit der aͤußeren nicht gleichen Schritt. Jene beruht auf dem hoͤheren Verhaͤltniß der fettigen Theile zum Faſerſtoff, und ſteht alſo vielmehr im entgegengeſetzten Verhaͤltniß zu dieſer. Dagegen ſind innere Elaſtizitaͤt und Geſchmeidigkeit beſtaͤndig mit einander verbunden. Nur iſt mit Geſchmeidigkeit noch nicht immer innere Elaſtizitaͤt vorhanden. In ſo weit dieſe letzte fehlet, iſt die Wolle blos weich. Je groͤßer der Durchmeſſer und je groͤßer der Umfang der Figuren eines Haares, deſto groͤßer auch in der Regel die aͤußere Elaſtizitaͤt. Mit der innern Elaſtizitaͤt ſteht in der Regel die kreisfoͤrmige, (concentriſche) Richtung des Haares und ſeiner Figuren in gleichem Verhaͤltniß. aa) Wichtigkeit der Elaſtizitaͤt. Die Elaſtizitaͤt in Verbindung mit der Geſchmeidigkeit, welche beide der Merinoswolle eigen ſind, giebt ihr als Stoff zu Fabri— katen fuͤr die gemaͤßigten Zonen, von allen bis jetzt noch bekannten Stoffen aͤhnlicher Art, den Vorzug. Auf ihr beruht auch mit der Widerſtand gegen Reibung. bb) Grundlagen. Die Elaſtizitaͤt der Wolle haͤngt zunaͤchſt von dem Verhaͤltniß der fluͤſſigeren Theile zu den feſteren, alſo der Galerte zum Faſer— ſtoff, entfernt aber von der Raſſe und dem Zuſtande des Thieres, der Art und Menge der Nahrung und den aͤußeren Einwirkun— gen ab. 44 Erſter Theil. Zweiter Abſchnitt. cc) Nothwendigkeit der Unterſcheidung der lei⸗ denden von den thaͤtigen Eigenſchaften des Woll— V haares. Von de Alle Kraftaͤußerungen am Wollhaar kommen von den Elaſtizi⸗ V taͤtskraͤften her. Auch der letzte Moment des Widerſtandes vor dem Zerreiſſen iſt noch eine Aeußerung der anziehenden Kraft. 150 Bei naͤherer Unterſuchung der Elaſtizitaͤt des Wollhaares er—, kennt man aber bald, wie wenig dieſer Ausdruck fuͤr ſich allein zur Bezeichnung der leidenden und thaͤtigen Erſcheinungen ſich eig— net, die doch fuͤr die Praxis nothwendig einer Unterſcheidung be— duͤrfen. denen Et dr Haate echrafgeſch ſowohl in i Wenn alſo von Eaaſtizitaͤt der Wolle die Rede iſt, ſo muß dih ſin genau beſtimmt werden, ob darunter alle, oder nur einzelne Er— dn ſcheinungen der Krafteigenſchaften verſtanden werden ſollen. Puriinit dd) Widerſtand gegen Zerreiſſen. ine de Derſelbe beruht auf denſelben Grundlagen, wie das Aushalten. der Reibung, wenn naͤmlich die Angriffe eher wieder aufhoͤren, als ſaiße i das Ende der Ausdehnbarkeit erreicht iſt. in ean Dauert die zerreiſſende Kraft aber verſtaͤrkt fort, ſo erfolgt rühſ m das Zerreiſſen durch ein ſchwaͤcheres oder ſtaͤrkeres Maaß von Tjin, Kraft, je nachdem der Zuſammenhang der feſteren Theile groͤßer zminti oder aine iſt. heln d ee) Das Aushalten des Reibens beſtimmt ſich L nach dem Grade der Geſchmeidigkeit des Zuſammen⸗ Stellen. hanges ſeiner Theile und der Glaͤtte der Oberflaͤche. ich onne Je geſchmeidiger ein Koͤrper iſt, deſto mehr geben ſeine Theiie fi unter dem Druck und der Reibung nach, je feſter dagegen ſeine algmanm Theile zuſammenhangen, deſto ſchwieriger trennen ſie ſich. Endlichh emeint. je glaͤtter die Oberflaͤche oder je geringer die Unebenheit eines Koͤrna purr pers, deſto weniger Gelegenheit iſt da an andern Koͤrpern hangen. ſizen,; km zu bleiben, oder ſie ſelbſt aufzunehmen. dal,5 bii fl) Bezeichnung ſaͤmmtlicher mechaniſchen Kraͤfte 1 dri unter einem Begriff. ufa dhit Die Elaſtizitaͤtskraͤfte in ihren verſchiedenen Formen laſſen ſich landn. mit der Feſtigkeit zuſammen durch den allgemeinen Ausdruck Kraͤfte Nihen d bezeichnen; bei Vergleichungen wird ein erhoͤheter Grad derſelben fnin durch Staͤrke, ein gemaͤßigter durch Mildheii⸗ Gelindigkeit, fl Pnn⸗ und ein zu geringer durch Schwaͤche, Mattheit, im Fall des V V 1us d gänzlichen Mangels durch Kraftloſigkeit bezeichnet. bleich ſa der lei⸗ 3 Voll⸗ 1 Elaſtizi⸗ andes vor Kraft. haares er⸗ ſich allin ſich eig⸗ idung be⸗ ſo muß nzelne Er⸗ en. ſo erfolgt Naaß von eile groͤßer mmt ſich ſammen⸗ erflaͤche. ne Theile gen ſeine Endlich eines Koͤr⸗ ern hangen Kraͤfte laſſen ſich Kräfte derſlben ndigkeit, n Fall des Viertes Kapitel Von den Eigenſchaften der einzelnen Theile des Koͤrpers in Bezug auf Wollerzeugung. §. 50. Verſchiedenheit der Haare auf den verſchie— denen Stellen des Koͤrpers. Eine merkliche Verſchiedenheit der Haare auf den verſchiedenen Stellen des Koͤrpers hat das Schaafgeſchlecht mit allen anderen Thierarten gemein. Sie ſind ſowohl in ihren inneren, als aͤußeren Eigenſchaften verſchieden. Auch ſtehen ſie nicht a llenthal ben gleich dicht. Die Urſachen davon liegen theils in der Verſchiedenheit der Hauteinrichtung, theils in dem ungleichen Zufluß der Nahrungs— ſaͤfte der Haare. Das Schaaf traͤgt nicht auf allen Stellen Wolle, ſondern auf einigen auch Thierhaare; naͤmlich an den aͤußerſten Theilen, wo die Haut zu dick iſt, oder unmittelbar Knochen bedeckt. Wolle waͤchſt nur auf duͤnnerer Haut und fleiſchigeren Unterlagen. Thiere, welche unmittelbar uͤber Knochen mehr wollartige, als gewoͤhnliche Haare tragen, liefern auch in der Regel auf den Haupt— theilen die beſſere Wolle. §. 51. Verſchiedenheit der Wolle auf verſchiedenen Stellen. Die aͤußerſten Theile des Koͤrpers tragen bei vielen ſolche Haare, welche Thierhaaren naͤher ſtehen, als Wollhaaren. So oft von der Wollart eines Thieres oder einer Raſſe im allgemeinen die Rede iſt; iſt auch nur die von den edleren Theilen gemeint. Unter den edleren Theilen hat der Vordertheil des Koͤrpers kuͤrzere, krauſere, feinere und geſchmeidigere Wolle, als der hintere Theil, beſonders auf dem Kreuze. Wahrſcheinlich aber iſt es die Beſchaffenheit der Haut auf dieſen Theilen nicht allein, welche jene Verſchiedenheit veranlaßt; ſondern die Zufuͤhrung der Haarſaͤfte am vorderen Theile, in der Naͤhe der thaͤtigeren Lebenstheile, ſo wie vielleicht auch einige Ver⸗ ſchiedenheit in den dahin gefuͤhrten Saͤften uͤberhaupt, mag eben— falls ihren Antheil daran haben. Aus dieſen natuͤrlichen Urſachen laͤßt ſich nie eine voͤllige Gleichheit der Haare auf den wollbedekten Theilen erwarten, 46 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. indem wir uns beſcheiden muͤſſen, daß die Schoͤpfung bei der Ein— richtung der verſchiedenen Koͤrpertheilen mehr als einen Zweck vor Augen gehabt hat. Demungeachtet zeigen ſich zuweilen zur Bewunderung ausge— glichene Individuen, wodurch die Moͤglichkeit gegeben iſt, ganze Staͤmme, wie die Erfahrung lehret, darnach zu bilden. Dritter Abſchnitt. Ueber Merinos und ihre Wolle. Erſtes Kapitel. Unterſcheidung der Merinos von andern Schaaf— geſchlechtern. §. 52. Zur Unterſcheidung der Merinos von allen andern europaͤiſchen Schaafarten iſt es genug, wenn wir die letzten als Thiere, in Hinſicht auf koͤrperliche Beſchaffenheit und Lebensart, unter zwei Klaſſen bringen, und ſie in ſolche eintheilen, welche auf Hoͤhen, und in ſolche, welche in Niederungen oder Marſchgegenden gehalten werden, beide Klaſſen aber in Hinſicht ihrer Wolle mit dem Namen gemeine Schaafklaſſen gemeinſchaftlich bezeichnen. a) Groͤße. Das Hoͤhenſchaaf bleibt zwiſchen einer Laͤnge von ohngefaͤhr 3 bis 4 ½ Fuß, und einer Hoͤhe von 1 ½ bis 2 ½ Fuß ſtehen; das Marſchſchaaf dagegen erreicht eine Laͤnge bis zu 5 Fuß, und eine Hoͤhe von der ohngefaͤhren Haͤlfte dieſer Laͤnge, von der Naſe an bis zur Schweifwurzel gerechnet. Zwiſchen beiden Arten ſteht das Merinosſchaaf faſt in der Mitte. Seine Laͤnge faͤllt zwiſchen 4 und 4¼, und ſeine Hoͤhe zwiſchen 13 und 2 ½ Fuß. Der Staͤhr iſt 3 bis 4 Zoll hoͤher, und 4 bis 5 Zoll laͤnger. „— b Die) uen Schag ent ſich; s die S 7 1. Der Der eleichung d dag Meiinoeſcht da die beim Dasi Pälbung twas her Pöbung nätts ſer di Augen! hen hoͤher dai Nerinosſt Dy“ neinen Sas tlfflend a das go Mrnosſc leimſthn ien ni. Om non bei ein die R. gexrnnnen der rettſeiten der Ein⸗ Zweck vor ng ausge iſt, ganze olle. Schagf en andern ſletzten als Lebensart, velche auf hgegenden Wolle mit bezeichnen. ohngefuͤhr ehen; das und eine Naſe on iſt in der ſeine hähe Zoll ſaͤnger. Erſtes Kapitel. 47 b) Richtung des Koͤrpers. Die Richtung des Hintertheils des Koͤrpers laͤuft beim gemei— nen Schaaf mit der des Vordertheils hoͤchſtens gerade aus, oder ſenkt ſich; beim Merinosſchaaf aber ſteht die Gruppe etwas hoͤher als die Schultern. c) Koͤrpertheile. 1. Der Kopf. Der Kopf, der wichtigſte Theil des Thieres, giebt zur Ver— gleichung der Theilverhaͤltniſſe den meiſten Stoff. Das gemeine Schaaf hat ein verhaͤltnißmaͤßig ſchmaleres, das Merinosſchaaf ein breiteres Geſicht. Die Stirne des Merinosſchaafes iſt nicht ſo abgeflaͤcht, wie die beim gemeinen Schaaf. 3 Das gemeine Schaaf hat von einem Auge zum andern eine Woͤlbung, welche auf beiden Seiten des Kopfes, wie beim Pferde, etwas hervorſteht, und in deren Enden die Augen liegen. Dieſe Woͤlbung hat die Merinosraſſe nicht; eben ſo wenig hat ſie ſeit— waͤrts hervorſtehende Augen, ſondern ihre Stirn iſt faſt eben, und die Augen liegen einander naͤher; bekanntlich ein allgemeines Zei— chen hoͤherer Koͤrperbildung. Bei dem gemeinen Schaaf iſt der Augapfel laͤnglicher, beim Merinosſchaaf runder. Die ſogenannten Thraͤnenhoͤhlen unter den Augen, beim ge— meinen Schaaf kaum bemerkbar, zeichnen ſich beim Merinosſchaaf auffallend aus. Das gemeine Schaaf hat eine gerader auslaufende Naſe, das Merinosſchaaf eine etwas gebogenere, eine Widdernaſe,(Ram Lroͤmiſch?] heißt ja im engliſchen der Widder;) uͤber ihren Oeffnun— gen mit Falten verſehen. Das Merinosſchaaf erſcheint nie mit ſo kurzen Ohren, als man bei einigen gemeinen Arten noch antrifft. Die Naſenoͤffnungen ſind beim gemeinen Schaaf enger, und Ziegennaſen aͤhnlicher, als beim Merinosſchaaf. 2. Der Hals. Die Marſchſchaafe haben einen duͤnneren laͤngeren, die gemei— nen Hoͤhenſchaafe einen unter jenem Verhaͤltniß ſtehenden kuͤrzeren Hals. Der Hals der Merinosſchaafe aber ſteht zwiſchen beiden ohngefaͤhr in der Mitte des Verhaͤltniſſes zu den uͤbrigen Koͤr— pertheilen. 48 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. Ohne Erregung ihrer Aufmerkſamkeit tragen die Merinos⸗ ſchaafe ihren Hals etwas geſenkter, als die gemeinen Hoͤhenſchaafe. Vergleichungen hieruͤber laſſen ſich indeſſen bei der verſchiede⸗ nen Haltung und Behandlung nur ſchwierig anſtellen. 3. Der Schweif. Marſchſchaafe haben einen kuͤrzeren duͤnneren, das Hoͤhen⸗ ſchaaf und die Merinos einen laͤngeren Schweif. Bei den letzten iſt er aber duͤnner, beſonders um die Wurzel herum, als beim Hoͤhenſchaaf.* 4. Die Beine.. Bei der gemeinen Schaafraſſe ſind die Beine duͤnner, als bei den Merinos. Auch iſt die Richtung derſelben bei dem Hoͤhen⸗ ſchaaf gewoͤhnlich etwas eingebogen, beim Merinosſchaaf aber loth— recht, wenn es ſonſt gehoͤrig geboren, ernaͤhrt und gepflegt wor⸗ den iſt. 5. Die Klauen. Beim Merinosſchaaf ſind die Klauen kuͤrzer, und mehr mit Fleiſch ausgefuͤllt, als beim gemeinen. 6. Die Hoͤrner. Selten traͤgt das Merinos-Weibchen Hoͤrner. Unter dem ge— meinen Geſchlecht giebt es aber viele Arten, denen ſie durchgaͤngig eigenthuͤmlich ſind. Die Staͤhre der gemeinen Hoͤhenraſſe tragen dagegen ſelten Hoͤrner. Im letzten Fall ſind ſie kleiner, duͤnner, ſtehen einander naͤher, und ſind gleich Ziegenhoͤrnern mehr aufwaͤrts gerichtet, und nur einmal gewunden. Die mehreſten Merinosſtaͤhre aber erſchei⸗ nen mit weiter von einander abſtehenden, breiteren, vom Kopfe ſich gleich abſenkenden, zweimal gewundenen Hoͤrnern, deren haar⸗ aͤhnliche Faſern regelmaͤßig neben einander liegen. 7. Die Haut. Das Hautgeflecht des gemeinen Schaafes enthaͤlt groͤbere, das des Merinosſchaafes feinere Faſern. Die Haut iſt beim gemeinen Schaafgeſchlecht haͤrter und dik— ker, und ſitzt auf jedem Koͤrpertheile praller, feſter an, als bei den Merinos; bei dieſen iſt ſie weicher, duͤnner und voͤlliger, ſo daß ſie, beſonders auf Stellen die ſich ſenken und herunter hangen, Wammen oder Koder, wie beim Rindvieh, Falten und ringfoͤrmige Wuͤlſte bildet. Ebet erchied 5 he den bt 8 In ſ nit dem 7 H.. 4 ſchaafen.) 2 ionnen, 6 th, in 1 Niteel wi dr Neti Munas; ads der ſäitker ot Aben fir das i ealen Ma fälge, und ld die gh 0 dien bei den g aiſe 4 cden auf Ntüindun. vogegen die Kiin kunnt abe uit om int dlt 8) Fihn Daher mm eefordenie ic 2 bis if b Merinos⸗ ſenſchaafe. verſchiede, ss Hoͤhen⸗ den letzten als beim , als bei n Hoͤhen, aber loth⸗ pflegt wor⸗ mehr mit er dem ge⸗ urchgaͤngig gen ſelten einander htet, und er erſchei⸗ om Kopft eren haar⸗ öbere, das und die ls bei den er, ſo daß er hangen, ingfommige Erſtes Kapitel. 49 Eben ſo wird ſehr wahrſcheinlich ein nicht unbedeutender Un— rerſchied zwiſchen den gegenſeitigen Einrichtungen ſtatt finden, wel— che den Lebensprozeß betreffen. d) Nahrung. In Ruͤckſicht der Nahrung unterſcheidet ſich das Merinosſchaaf mit dem gemeinen Hoͤhenſchaaf in gleichem Grade von den Marſch— ſchaafen. Wenn ſie auch alle einerlei Nahrungsmittel genießen koͤnnen, ſo koͤmmt es dabei doch hauptſaͤchlich auf den Zuſtand an, in welchem ein Nahrungsmittel genoſſen wird. Saftreiche Mittel werden den Hoͤhenſchaafen leicht gefaͤhrlich. In Ruͤckſicht der Menge der Nahrung bedarf zwar der kleinere Koͤrper der Merinos nicht ſo viel, wie der der Marſchſchaafe, aber doch mehr, als der des gemeinen Hoͤhenſchaafes bei gleicher Groͤße, weil jener ſtaͤrker ausduͤnſtet. Aber nicht Alles, was das gemeine Hoͤhenſchaaf genießt, kann fuͤr das Merinosſchaaf gleich nahrhaft ſein, weil dies letzte, ſchon allen Merkmalen an der Haarerzeugung und dem Hautgeflecht zu— folge, andere Naͤhrſtoffe aus den Speiſen ziehen(abſorbiren) muß, als die gemeinen Schaafe. e) Ausduͤnſtung. Die Ausduͤnſtung iſt bei den Merinos bei weitem groͤßer, als bei den gemeinen Schaafen, ſowohl in der Niederung, als auf der Hoͤhe. Bei jenen ſetzt ſich ein großer Theil des Schweißfettes oben auf der Wolle, und zwiſchen derſelben an, und giebt ihr in Verbindung mit Staub das ſchwaͤrzliche Anſehen auf der Oberflaͤche, wogegen die Wolle des gemeinen Schaafes beſtaͤndig weiß ausſieht. Kein echtes Merinosſchaaf iſt im Vergleich mit den gemeinen Schaafen ohne ſtarken Schweißtrieb. f) Inneren Sinn. Das Merinosſchaaf ſoll furchtſamer ſein, als die andern. Es kommt aber darauf an, wie ſie gewoͤhnt werden. Auch ſoll es nicht ſo munter ſein. Beobachtungen daruͤber erfordern aber erſt eine Gleichſtellung in der Ernaͤhrung und Pflege. g) Kraͤftigkeit. Hoͤhenſchaafe haben keinen Gliederbau um ſchnell zu gehen. Daher ermuͤden ſie leicht. Bei nicht ſchnellem Schreiten und der erforderlichen Zeit zur Weide und Verdauen koͤnnen ſie doch taͤg— lich 2 bis 2½ Meilen abwechſelnd zuruͤcklegen, wenn ihnen ſonſt die Beſchaffenheit der Wege und Witterung nicht hinderlich ſind. 4 50 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. h) Ausdauer. Ob die Merinosraſſe gegen aͤußere Eindruͤcke empfindlicher, und Krankheiten leichter unterworfen ſei, als die andern, iſt noch nicht ausgemacht. Vergleichungen daruͤber erfordern ebenfalls eine Gleichſtellung in Nahrung und Pflege. i) Veraͤnderung des Aufenthalts. Die von der Natur dem Thier angewieſene Nahrung beſtimmt zugleich die Beſchaffenheit ſeines Aufenthalts. Die Vertauſchung eines angemeſſeneren Aufenthalts, mit einem minder angemeſſenen, iſt keiner Thierart auf der Stelle zutraͤglich. Das Merinosſchaaf laͤßt ſich aber allenthalben hin verpflanzen, wenn die Nahrung nicht zu verſchieden iſt, und das Thier vor zu rauher Witterung geſchuͤtzt werden kann, eben ſo gut, wie das gemeine Schaaf. k) Fruchtbarkeit. In Hinſicht der Fruchtbarkeit ſteht das Merinosſchaaf mit dem Hoͤhenſchaaf bekanntlich gleich. Selten fallen Zwillinge. Das Marſchſchaaf dagegen bekoͤmmt 3— 4 Jungen. 1!) Lebensdauer. Ein Merinosſchaaf kann bis in das 15te Jahr und noch ſpaͤ— ter Laͤmmer bringen, und wird gegen 20 Jahre alt. m) Wolle. Ein ſehr auffallender Unterſchied zwiſchen beiderlei Geſchlech⸗ tern liegt endlich in der Wolle. §. 53. Unterſcheidung der Merinoswolle von an⸗ dern Wollarten nebſt einer kurzen Auseinanderſetzung der dabei angewendeten Grundſaͤtze. Thierhaare ſind ver⸗ ſchieden in Form, Groͤße, Farbe und in mechaniſchen, phyſikali— ſchen und chemiſchen Eigenſchaften. Princip der Beſtaͤndigkeit der Unterſcheidungsmerk—⸗ male. Einer jeden Art von Dingen, die ſich von einer andern un— terſcheiden ſoll, muß etwas Beharrliches zum Grunde liegen. Nun eignen ſich aber nicht alle weſentlichen Eigenſchaften der Wolle, als eines Koͤrpers an ſich, zu Hauptunterſcheidungen der verſchiedenen Gattungen und Arten, weil alle jene Eigenſchaften der Wolle auf einer Schaafart, mehr oder weniger, Veraͤnderungen unter⸗ worfen ſind. Daher koͤnnen nur die beſtaͤndigeren Eigenſchaften zu Unterſcheidungsmerkmalen dienen. * „ — Die Geftalt, i Kraftzuſt beſtändige Haare, i tntſteht Die durchmniſ rehen ſi inen Mit Pelr zemene kraus. tegulaenn Sc nach dern Schl ten und Naaß bi ſenhet, gfſett, n Jyr geſest 6 diſſer Va Se llcher di Ihte die Seite fih Jr Vi unter allen und ſchnel eintt 1 ſiütt 3 j nlicher, iſt noch alls eine beſtimmt ruſchung jeſſenen, osſchaaf ng nicht geſchützt aaf mit ge. Das och ſpuͤ⸗ heſchlech⸗ on an⸗ ſetzung ſind ver⸗ phyſikal— smerk⸗ dern un⸗ . Nun olle, als hiedenen olle auf a unter⸗ nſchaften Erſtes Kapitel. 51 Die Geſtalt des Haares als Hauptmerkmal. Die Geſtalt, in der die Wolle waͤchſt, iſt beſtaͤndiger, als ihr moͤglicher Kraftzuſtand, und die durchgaͤngige Geſtalt des einzelnen Haares beſtaͤndiger, als diejenige Geſtalt, welche aus der Verbindung der Haare, in der Stapelform und auf der Oberflaͤche des Fließes entſteht. Die Groͤße als Nebenmerkmal. Wenn auch Laͤnge und Durchmeſſer des Haares unbeſtaͤndiger ſind, als ſeine Geſtalt; ſo drehen ſich doch beide bei jeder beſonderen Wollart ebenfalls um einen Mittelpunkt innerhalb ohngefaͤhr zu beſtimmenden Graͤnzen. Wolle der gemeinen Schaafraſſen. Die Haare der gemeinen Schaafraſſen ſind entweder ſchlicht, oder irregulaͤr kraus. Selten, daß ſich hin und wieder ein Haar mit einer regulaͤren Kraͤuſelung findet. Schlichte Wolle unter ſich laͤßt keine weitere Eintheilung nach der Geſtalt zu. Schlichte Wolle waͤchſt auf dem erwachſenen, gehoͤrig genaͤhr— ten und geſunden Thier im Laufe eines Jahres von 4 Zoll rheinl. Maaß bis zu einer Laͤnge von 12 Zoll und daruͤber, Ausgewach⸗ ſenheit, Geſundheit und gehoͤrige Ernaͤhrung des Thieres voraus— geſetzt, monatlich alſo ½ bis 1 Zoll und daruͤber. Ihr Durchmeſſer geht bis zu s Zoll hinunter, die entgegen— geſetzte Graͤnze aber laͤßt ſich weniger beſtimmen, weil es unter dieſer Wollgattung oft ſehr feine Haare giebt. Sie iſt oft glaͤnzender als krauſe, aber minder geſchmeidig bei gleicher Laͤnge, als Merinoswolle. Ihre Haare ſind indeſſen am wenigſten gleichfoͤrmig. Die Richtung der gemeinen Wollhaare iſt ſtarr. Nur von der Seite fuͤhlen ſie ſich ſanft an, keinesweges aber auf den Spitzen. Ihr Weſen iſt ſproͤde. Die engliſche lange Wolle hat dieſe Fehler unter allen am wenigſten. Sie iſt im Gegentheil ſehr ausdehnbar, und ſchnellt auch in gleichem Grade wieder zuruͤck. Eintheilung der ſchlichten Wollarten insbeſondere. Die ſchlichten Wollarten unterſcheiden ſich unter ſich ſelbſt wieder durch eine verſchiedene Laͤnge, und in Bezug auf Oertlich— keit und Haltung durch eine große Verſchiedenheit ihrer inneren Elaſtizitaͤt. Es giebt ſchlichte lange und ſchlichte kurze Wolle. Da der Durchſchnitt der laͤngſten in der Regel zu 12 Zoll rheinl. an⸗ 4* 52 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. genommen werden kann, ſo waͤre ohngefaͤhr 8 Zoll die Scheidelinie zwiſchen langer und kurzer Wolle dieſer Art. Aber weder lange ſchlichte, noch kurze ſchlichte Wolle kann nach dem Unterſchied ihrer Feinheit in weitere Unterabtheilungen gebracht werden, weil dieſelbe gar zu verſchieden iſt, und zu ſehr wechſelt. In Ruͤckſicht der Gleichartigkeit in Geſtalt und Kraͤften herrſcht uͤbrigens in dieſer Wollgattung eine weit groͤßere Verſchie⸗ denheit, als unter den gleichfoͤrmig gekraͤuſelten Arten. Auf ſchlichtwolligen Schaafen giebt es zuweilen an den aͤußer— ſten Theilen ganz glatte, ſtark glaͤnzende Haare, welche unter an— dern gar keine Farbe, oder nur hoͤchſt ſchwierig annehmen. Dieſe ſind bei der Fabrication unter dem Namen Glaswolle bekannt. Unterſchied zwiſchen gemeiner und Merinoswolle. Die Merinoswolle unterſcheidet ſich dagegen von der der gemeinen Schaafe erſtlich durch ihre Geſtalt; ihre Haare ſind naͤmlich nie ſchlicht, ſondern immer beinahe oder gaͤnzlich gleichfoͤrmig geſchlaͤngelt. Die Merinoswolle ſchließt alle Schraubenform aus. Das Haar iſt nur in Bogen gekruͤmmt. Eine ſolche gleichfoͤrmige Kraͤuſelung aller Haare iſt nur der Merinos, oder einer von ihr herruͤhrenden veredelten Raſſe eigen. Die Figuren der Merinoshaare unterſcheiden ſich naͤmlich von denen der gemeinen Schaafraſſen dadurch, daß ſie in kleineren gleichfoͤrmigen Bogen beſtehen, von denen die groͤßeſten eine, die kleinſte aber eine halbe Zolllinie und noch weniger einnehmen, und welche ſich in gleichen Zwiſchenraͤumen auf einander folgen. Die Gleichheit der Figuren verſteht man auch unter Gleich— foͤrmigkeit des Haares. Pruͤfung der Gleichfoͤrmigkeit. Die Gleichfoͤrmigkeit eines Haares pruͤfet man auf verſchiedenen Stellen durch das Laͤn— genverhaͤltniß, wenn man die Bogen nicht deutlich genug von ein— ander unterſcheiden kann. Zweitens unterſcheidet ſich die Merinoswolle von der ſchlichten durch eine mindere Groͤße des Haares. Auf dem gehoͤrig genaͤhrten, geſunden, erwachſenen Merinos⸗ ſchaaf faͤllt naͤmlich die Wolle ohngefaͤhr zwiſchen 1 und 2 ½ Zoll Hoͤhe, zwiſchen 2 und 4 ½ Zoll Laͤnge, zwiſchen 1 ½ und 2 malige Hoͤhe in der Laͤnge, zwiſchen 15 und 30 Bogen auf einen rheinl. zul ode grrinos Ein „ ſiſe de doſüiit dr geme Ven ſe wiede Vnnn, ſo ln die g anßteade deitſt durch d ſchaftlic Unterſch ainerlei in ihren de w teſen Das viert tung ſe jtti deſ dae fünſte teitm? an. von alle Grade f von Geſc ſenirechte nſiſtit d nir ſltene ter tn, 9 A ſch ſat ihre V pxer a — eidelinie lle kann heilungen zu ſehr Kraͤften Verſchie⸗ maͤußer⸗ ater an⸗ . Dieſe kannt. dwolle. gemeinen ſchlicht ngelt. Das nur der ſe eigen. nlich von kleineren ine, die en, und Gleich⸗ örmigkeit das Laͤn⸗ von ein— ſchlichten Nerinos⸗ BA Söll 2 malige en theinl Erſtes Kapitel. 53 Zoll, oder zwiſchen 6 und 12 Zehntauſendtheil Zoll Umfang. Das Merinoshaar waͤchſt monatlich 2 bis 4 ½ Linien. Ein dritter Unterſchied liegt in der Elaſtizitaͤt der Form. Dieſe Form, in der die Merinoswolle gebogen erſcheint, giebt der Elaſtizitaͤt Gelegenheit, ſich noch auf zweierlei Art mehr als bei der gemeinen Wolle zu aͤußern. Wenn man naͤmlich die Bogen auseinander zieht, ſo fahren ſie wieder in ihre Kruͤmmungen zuruͤck; druͤckt man ſie aber zuſam— men, ſo ſtreben ſie ſich wieder zu erweitern, ſobald in beiden Faͤl— len die Kraͤfte nicht mehr wirken. Im erſten Fall kann die ſich aͤußernde Elaſtizitaͤt die Kruͤmmkraft, und im letzten die Stre— bekraft heißen. Nur da die Veranlaſſung beider Aeußerungen durch die Form entſteht, ſo koͤnnen ſie auch unter dem gemein— ſchaftlichen Namen Elaſtizitaͤt der Form begriffen werden, zum Unterſchied von der Elaſtizitaͤt der Biegung, obgleich beide auf einerlei Principien beruhen. Es koͤmmt hier nur darauf an, ſie in ihren verſchiedenen Aeußerungen zu unterſcheiden. Die Elaſtizitaͤt der Laͤnge iſt die allgemeine, und die der Form die beſondere, blos der Merinoswolle eigene Elaſtizitaͤt. Das Merinoshaar zeichnet ſich auch noch beſonders viertens durch eine konzentriſche oder kreisfoͤrmige Rich— tung ſeines ganzen Koͤrpers aus, welche ebenfalls auf der Elaſti— zitaͤt deſſelben beruhet. Die Merinoswolle unterſcheidet ſich ferner: fuͤnftens, durch einen hoͤheren Grad von Geſchmeidig— keit in Verbindungen mit Elaſtizitaͤt. In Hinſicht der Elaſtizitaͤt unterſcheidet ſich die Merinoswolle von allen andern beſonders dadurch, daß ſie mit einem hohen Grade jener Eigenſchaft zugleich noch einen ſehr hohen Grad von Geſchmeidigkeit verbindet, und durch dieſe Vereinigung beim ſenkrechten Druck auf die Haarſpitzen eine ſo langſam ſich aͤußernde Elaſtizitaͤt mit einem ſo ſanften Eindruck auf unſer Gefuͤhl zeigt, daß wir ſie in andern Fabrikſtoffen bis jetzt vergeblich ſuchen. Die ſchlichten Wollarten dagegen fuͤhlen ſich nur beim Seitendruck ſanf— ter an, als Merinoswolle. Weiter iſt ſechstens die regulaͤr gekraͤuſelte Wolle auch in ſich ſelbſt in Ruͤckſicht der Laͤnge, der Form und des Durchmeſſers ihrer Haare die gleichartigſte. 54 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. So lange von Merinoswolle die Rede iſt, wird Gleichfoͤrmig— keit und Gleichartigkeit der Haare vorausgeſetzt, wenn nicht aus— druͤcklich vom Gegentheil die Rede iſt. Siebentens. Ihre Grundſtoffe muͤſſen einen ſehr großen Theil von Galerte mehr enthalten, als die gemeinen Wollarten, indem dieſe von der Merinoswolle auch bei gleicher Feinheit weit uͤber⸗ troffen werden. §. 54. Unterſchied in der Woll-Erzeugung zwiſchen dem Merinos⸗ und den gemeinen Schaaf⸗Geſchlechtern. a) Bewachſenheit. Das gemeine Schaaf iſt nur bis hinter die Ohren und bis auf die oberen Beingelenke mit Wolle, auf den uͤbrigen Theilen aber mit gewoͤhnlichen Thierhaaren beſetzt. Die bewachſenſten Me— rinos tragen dagegen Wolle bis nahe auf die Naſe, und bis auf die Klauen der Hinterbeine. b) Gleichartigkeit. Da auf den gemeinen Schaafarten ohnehin kein Haar mit dem andern gleich iſt, ſo faͤllt der Unterſchied der Wolle auf den aͤußeren Theilen gegen das Hauptfließ bei dieſen ſo ſehr nicht auf, wie bei den Merinos, ob man gleich oft wirkliche Thierhaare auf jenen findet. Wenn dagegen die erwaͤhnten Stellen bei den Meri— nos abweichende Wolle tragen, ſo beſtehen dieſe nur in ſchlichten Haaren. Thierhaare neben Merinoswolle finden ſich nur auf ge— ring veredelten Schaafarten. c) Dichtheit. Unter allen Wollarten waͤchſt die Merinoswolle am dichteſten, und vererbt ſich auch in dieſer Eigenſchaft, ſo wie in der Form am zuverlaͤſſigſten. d) Unterſchied im Wollgewicht. Das Marſchſchaaf liefert an fabrikmaͤßig gewaſchener Wolle im Laufe eines Jahres 5 bis 12 Pfund, und das gemeine Hoͤhen⸗ ſchaaf 1 ½ bis 2 ½ Pfund. Der Durchſchnitt des Gewichtes eines feinwolligen Fließes von einem gehoͤrig genaͤhrten und geſunden erwachſenen Merinos⸗ ſchaaf, faͤllt bei ſaͤugenden Muͤttern zwiſchen 1½ und 2 Pfund, auf dem Schaaf gehoͤrig gewaſchener, und von den Extremitaͤten befreiter Wolle, oder fabrikmaͤßig gewaſchen, zwiſchen 1½ und 2 Pfund. Staͤhre und Haͤmmel tragen den vierten Theil dieſes „ — Gewichts if von? Kalle lö ewegtn, (Mi eetrag, und nati nittlermnt des Hanf nnd bei ſſih ſahen la W Srtlend ſaare Geſchlen noch di dern alii haben n 7 ſchidet. Untese * 31 in karh trieb 0 der Ge b die ſtffenhe de air Unte führn n V Kragn, b und eine die füͤrmig⸗ ht aus⸗ en Theil indem eit uͤber⸗ wiſchen chtern. und bis Theilen ſten Mo⸗ bis auf zar mit auf den cht auf, aare auf en Meri⸗ chlichten auf ge⸗ cteſten, er Form Wolle Hoͤhen Fließes erinos⸗ Pfund, emititen t und 2 Il dieſes Erſtes Kapitel. 55 Gewichts bis zur Haͤlfte deſſelben mehr. Ein groͤßeres Gewicht iſt von Merinosſchaafen nicht zu erwarten, es ſei denn, daß die Wolle laͤnger und groͤber, oder die Wolle der Extremitaͤten mit gewogen, oder die Waͤſche unvollkommener gelaſſen waͤre. (Merkwuͤrdig iſt folgende gleichſchreitende Proportion im Woll⸗ ertrag, wenn man ſowohl von den Marſch- als Hoͤhenſchaafen, und namentlich den Merinos die mittlere Koͤrpergroͤße und den mittleren Dichtheitsgrad der Wolle annimmt: auf 1 Zoll der Hoͤhe des Haares faͤllt bei der beſten Fuͤtterung ohngefaͤhr 1 Pfund, und bei der geringſten Ernaͤhrung,/ elohe noe 1 den Wollwuchs be— ſtehen laͤßt, 3 Pfund auf dem Schaaf gewaſch e Wolle.) Alle Merinos, deren Haut dazu angerchte t i auf denjenigen Stellen des Koͤrpers, auf denen andere Schaafe gewoͤhnliche Thier— haare tragen, Wolle zu erzeugen, machen keine Art, ſondern ein Geſchlecht aus, indem dieſe Eigenſchaft weder durch Nahrung, noch durch aͤußere Einwirkungen herbeigefuͤhrt werden kann, ſon— dern allein in der Einrichtung des ganzen Koͤrpers ihren Grund haben muß, welche ſie von andern Schaafarten qualitativ unter— ſcheidet. Zweites Kapitel. Unterſcheidung der Merinos und ihrer Wolle unter ſich. §. 55. Unterſcheidung der Merinosarten unter ſich, in koͤrperlicher Beziehung, in Bezug auf ihren Haar⸗ trieb auf ihre Ausduͤnſtung und ihre Erſcheinung bei der Geburt. a) Nach ihrer koͤrperlichen Beſchaffenheit. Die Merinos laſſen ſich in Nuͤckſicht ihrer koͤrperlichen Be ſchaffenheiten unter 3 Hauptarten bringen. Die eine, als die erſte, traͤgt alle Merkmale, welche§. 53 zur Unterſcheidung der Merinos von andern Schaafarten aufge⸗ fuͤhret worden ſind, ohne Ausnahme an ſich, naͤmlich: Koder und Kragen, Bewachſenheit von der Naſe an bis auf die Hinterklauen, und eine ſehr ſtarke Neigung zur Ausduͤnſtung. Dieſe Art kennt man unter dem Namen Infantados. 56 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. Die andere, als die zweite Art, hat mit der erſten Alles ge— mein, bis auf die Hautkragen welche ihr fehlen, einige kleinere Koder und eine gemaͤßigtere Ausduͤnſtung. Unter einem beſtimmten Namen iſt ſie nicht bekannt. Beide Arten machen das ſpaniſche Merinosgeſchlecht aus. Die dritte Art unterſcheidet ſich von den beiden erſten koͤrper— lich dadurch, daß 1. ihr Koͤrper minder tief, 2. die Beine hoͤher, 3. der Kopf laͤnger, 4. der Hals duͤnner, 5. die Haut ohne Falten und Koder iſt, und daß die Bewachſenheit der Haut ſich blos auf eine ſchwache Bekleidung der Stirne und bis auf die Beingelenke erſtreckt. Die— ſer dritten Art will man das Recht, zu dem ſpaniſchen Merinos— geſchlecht zu gehoͤren, ſtreitig machen. Ob mit Grund oder nicht, bleibt ferneren Nachforſchungen uͤberlaſſen. b) In Hinſicht des Nahrungsbeduͤrfniſſes. Das Nahrungsbeduͤrfniß unter dieſen drei Arten richtet ſich nach der Koͤrpergroͤße, dem Triebe der Ausduͤnſtung und der Be— wachſenheit. Bei gleichem Geſchlecht, Alter und Groͤße duͤrften die Infan⸗ tados die meiſte Nahrung erfordern. c) In Ruͤckſicht ihrer Ausdauer. Der tiefſte, am dichteſten behaarte Koͤrperbau haͤlt am meiſten aus. Das niedriger gebaute Schaaf kann nicht ſo weit marſchieren, als das mit hoͤheren Beinen. In Ruͤckſicht der Geſundheit lehret die Erfahrung, daß die beiden erſten Merinosarten weniger inneren Krankheiten ausgeſetzt ſind, als die dritte. §. 56. Unterſcheidung der Merinoswollarten un— ter ſich. Unter allen wandelbaren Merkmalen, Merinos—⸗ wolle von einander zu uneerſcheiden, liegt das ſicherſte noch in der Form. Da dieſe aber bei einer jeden der Meri⸗ netatten Juseinan, An⸗ vir Wei Dier indem u nach eine hen, ſo b Den mach, li Ärie, we⸗ de Fnr Bei viſſen d dei dieſe ſee gewiſenn die ſen iſ mi düligen Dahäl Bei wyn Bogens; a nicht ſo le der Maaß derſchedene ſes bedin Ale: ſiedenſei Eint, ſidene f Süſge mer andern zed Müt drei dunc Nitt ſle Ner lles ge⸗ kleinere ht aus. korper⸗ ſchwache t. Die⸗ Nerinos⸗ chungen es. ztet ſic der Be⸗ Infan⸗ geiſten chieren, aß die ggeſeßt n un— rinos! herſte Meri⸗ Zweites Kapitel. 57 nosarten in gewiſſer Mannigfaltigkeit erſcheint, ſo iſt eine naͤhere Auseinanderſetzung derſelben erforderlich. An den Biegungen in der Laͤngenrichtung des Haares haben wir Weite, Hoͤhe und Umfang zu bemerken. Die Weite einer Biegung oder eines Bogens wird beſtimmt, indem man die Anzahl der Bogen auf einer Seite des Haares nach einem Zollmaaß beſtimmt, z. B. wenn 20 auf einen Zoll ge— hen, ſo betraͤgt die groͤßte Weite. Die Weite, welche die untere Oeffnung eines Bogens aus— macht, laͤßt ſich auch als die Grundlinie des Bogens, und die Linie, welche von dieſer bis zum aͤußerſten Punkte des Umfangs der Figur gedacht werden kann, als die Hoͤhe deſſelben betrachten. Bei regulaͤren Figuren ſtehen Weite und Hoͤhe in einem ge— wiſſen Verhaͤltniß, was bei irregulaͤren Figuren nicht der Fall iſt. Der Umfang eines Bogens macht ſeine Groͤße aus. Auch dieſe ſteht bei regulaͤren Figuren mit der Weite deſſelben in einem gewiſſen Verhaͤltniß. Die Laͤnge, in welcher ein Merinoshaar unausgereckt gewach— ſen iſt, macht ſeine Hoͤhe, und diejenige Laͤnge, die ſich nach ſeiner voͤlligen Entkraͤuſelung ergiebt, ſeine eigentliche Laͤnge aus. Das Verhaͤltniß der Laͤnge zur Hoͤhe kann das Laͤngenverhaͤltniß heißen. Bei regulaͤren Figuren wird es mit dem Verhaͤltniß der Hoͤhe des Bogens zu ſeiner Weite uͤbereinſtimmen. Da ſich nun die verſchiedenen Figuren der Bogen an ſich nicht ſo leicht genau beſtimmen laſſen, ſo hat man es leichter, und der Maaßſtab iſt beſtimmter, wenn man ſich zur Bezeichnung der verſchiedenen Figuren der Merinoswolle des Laͤngenverhaͤltniſ⸗ ſes bedienet. Alle Merinoswolle unterſcheidet ſich zunaͤchſt durch die Ver— ſchiedenheit ihrer Bogenform. Eintheilung der Figuren. Dieſe bilden naͤmlich ver— ſchiedene Figuren, von flachen Wellungen an, bis zur Eiform oder Schlinge. Im erſten Fall heißen die Bogen gedehnt, oder flach, im andern gedraͤngt oder hoch. Macht man noch eine mittlere Abtheilung, ſo kann man dieſe drei durch flach, mittelhoch und hoch bezeichnen. Mittlere Bogengroͤße. Die mittlere Groͤße der Bogen aller Merinoswolle gleicht ohngefaͤhr dem Halbkreis; doch uͤber— 58 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. ſteigt ſie denſelben eher um eine Kleinigkeit, als daß ſie ihn noch nicht erreichen ſollte. Nach der Verſchiedenheit dieſer Figuren laͤßt ſich nun alle Me— rinoswolle, abgeſehen von ihrer Feinheit, zunaͤchſt unter 3 Haupt⸗ abtheilungen oder Arten bringen. Eintheilung aller Merinoswolle in 3 Abtheilungen oder Arten. Mit den flaͤchſten Bogen koͤmmt das Laͤngenver⸗ haͤltniß von 1½ zu 1 als Hoͤhe, und mit den hoͤchſten Bogen das Laͤngenverhaͤltniß von 2 ⅞ zu 1 ohngefaͤhr uͤberein. Das mittlere Laͤngenverhaͤltniß waͤre alſo 13 zu 1. Alle Wolle, welche einer Verlaͤngerung bis zu 13 faͤhig waͤre, begriffe die gedehnte, und welche daruͤber ginge, die gedraͤngte Wolle in ſich. Da aber gerade die brauchbarſte Wolle, welche noch erzielbar iſt, in das mittlere Verhaͤltniß faͤllt, ſo giebt es fuͤr die Vorſtellung einen Anhaltungspunkt mehr, wenn man innerhalb der beiden Graͤnzpunkte alle Verlaͤngerung in drei Theile theilt, ſo daß der erſte Spielraum fuͤr die flachen Bogen zwiſchen die Zahlen 122 und 122, der zweite, fuͤr die mittelhohen Bogen zwiſchen 12 und 1½1¼, und der dritte fuͤr die hoͤchſten Bogen zwiſchen 1 ½½ und 1 ⅜ gegen 1 als Hoͤhe genommen faͤllt. Keine dieſer Formenarten iſt von der Feinheit abhaͤngig. Eine jede derſelben enthaͤlt alle Abſtufungen der Feinheit, welche der Merinoswolle im Allgemeinen nur eigen ſein koͤnnen. §. 57. Unter jeder Merinosart finden ſich dieſe verſchiedene Wollarten. Dem Gange der Natur nach muͤßte jede beſondere Schaafart ihre beſondere Wolle tragen. Und giebt es eine Wolle, welche ſich einer urſpruͤnglich verſchiedenen Schaafart zuſchreiben ließe, ſo waͤre es die Wollart mit hoͤheren Bogen, eine Eigenthuͤmlichkeit, welche einen ſolchen Abſtand zwiſchen ihrem Urſtamm und den uͤbrigen Schaafen vermuthen laͤßt, als ohngefaͤhr zwiſchen Schaafen und Ziegen ſtattfindet. Allein keine der bezeichneten Merinos⸗Schaafarten traͤgt aus⸗ ſchließlich eine der beſonderen Wollarten an ſich. Die erſte Merinosart erzeugt Wolle in allen drei beſchriebenen Formen, von jeder dem Merinosgeſchlecht zukommenden Feinheit, —,— euſthttt die beiden Wen zusfallen dies der Die Spuren! Di durch Krr ſclecht g ſagfangen da Tollart Ejhenſch auffallen C. ruſſe, ſobe mit einer ſanden n Auf wohl ane ganze N der Thiere iſren kürpe rinos Wol Alowneie nosgiſcher eixenſcaft ſſanzung de Nährhei nen Nerin hade Dan Thel ine augsweiſe endern J linken ließ n noch alle Me⸗ Haupt⸗ lungen ngenver⸗ gen das mittlere ig waͤre, gedraͤngte etzielbar orſtellung r beiden daß der abhaͤngig. welche h dieſe Schaafart velche ſich ließe, ſo mlichkeit, und den Schaaftn traͤgt aus⸗ ſchrübbenen n Feinhei Zweites Kapitel. 59 Elaſtizitaͤt und Gleichartigkeit des Hauptfließes eben ſo wohl, wie die beiden andern. Wenn die meiſten dahin einſchlagenden Heerden noch nicht ſo ausfallen, wie die meiſten von der zweiten Merinosart, ſo iſt dies der Thierart an ſich nicht zuzuſchreiben. Die beſten Staͤhre, die man findet, tragen mehrentheils noch Spuren von Wolle auf beiden Seiten der Naſe. Die verſchiedenen Merkmale der Merinosarten ſind aber durch Kreutzung ſo in einander uͤbergegangen, daß das ganze Ge— ſchlecht gleichſam eine ſchraͤge Leiter fuͤr die mannigfaltigſten Ab⸗ ſtufungen in Koͤrper und Wolle darſtellt. Um ſo weniger traͤgt eine dieſer Thierraſſen ausſchließlich eine Wollart, welche ſich von andern Merinos-Wollarten durch vereinte Eigenſchaften, z. B. durch Feinheit und ſanfte Elaſtizitaͤt zugleich, auffallend und beſtaͤndig auszeichnete. Es liegt daher keine Bedeutung in dem Ausdruck Merinos— raſſe, ſobald man darunter eine beſtimmte Merinos-Schaafart mit einer beſtimmten Merinos-Wollart in Verbindung ver— ſtanden wiſſen will. Auf beſondere Staͤmme ließe eine ſolche Unterſcheidung ſich wohl anwenden, dieſe genuͤgen aber zu Haupteintheilungen fuͤr das ganze Merinosgeſchlecht, ſo wie wir es kennen, nicht. Beſſer iſt es daher wohl, ſo lange von Haupteintheilungen der Thiere und der Wolle die Rede iſt, daß die Merinos nach ihren koͤrperlichen Eigenſchaften fuͤr ſich, und die verſchiedenen Me— rinos⸗Wollarten ebenfalls fuͤr ſich geſondert bleiben, und nur im Allgemeinen diejenigen koͤrperlichen Eigenſchaften aus dem Meri— nosgeſchlecht feſtgeſtellt werden, mit welchen die beabſichteten Woll— eigenſchaften zuſammentreffen, und welche ſich vereint durch Fort⸗ pflanzung bewaͤhren. Die vorzuͤglichſten Schaͤfereien in Sachſen enthalten in der Moehrheit ihrer Individuen die§. 56 unter Nummer Aà beſchriebe— nen Merinos, wovon ich mich noch in der neueren Zeit uͤberzeugt habe. Wenn ſich aber in dem einen oder andern Lande der groͤßere Theil einer Merinosart mit der einen oder andern Wollart vor— zugsweiſe befindet, ſo folgt daraus noch nicht nothwendig, daß die andern Merinosarten ſich nicht in der Mehrheit ebenfalls dahin lenken ließen. 60 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. §. 58. Unterſchied der Merinosarten in ihrer Be⸗ wachſenheit und in ihrem Schweißtriebe. Daß die bei⸗ den erſten Merinosarten an den aͤußeren Theilen bewachſener ſind, als die dritte, giebt darum der Brauchbarkeit ihrer Wolle noch keinen Vorzug; im Gegentheil die Wolle dieſer Stellen hat einen weit geringeren Gebrauchswerth. Dieſe Bewachſenheit giebt nur einen Beweis vom ſtarkem Haartrieb der Thierart ab. In Hinſicht eines moͤglich erreichbaren Dichtheitsgrades iſt zwi— ſchen den drei Merinosarten kein Unterſchied, ſobald dieſer Begriff richtig verſtanden und bei der Unterſuchung gehoͤrig verfahren wird. Denn alle drei haben Individuen mit dichteren und duͤnne— ren Fließen. Der vermeintliche Unterſchied des Wollgewichts zwiſchen den beiden erſten und der letzten Art iſt ſo groß nicht, als er ſcheint. Das Mehrgewicht bei jenen ſteckt hauptſaͤchlich in den Auſſen— theilen oder in der groͤßeren Laͤnge. Im letzten Fall aber iſt doch auch der Werth der Wolle um ſo niedriger. So weit bis jetzt die Erfahrung reicht, erſtreckt ſich die Un— gleichartigkeit der Auſſentheile bei der erſten Merinosart weiter, als bei den beiden andern, was ſich auch ſchon durch die Hautfuͤlle erklaͤren laͤßt. Allein die dritte Merinosart hat in dieſer Hinſicht keinen Vorzug vor der zweiten. Dieſe, die zweite naͤmlich, enthaͤlt eben mit die ausgeglichenſten Thiere. Unter der erſten Merinosart finden ſich aber ſehr viele Ein— zelne mit einem klebrigen Schweiß, welcher durch einen hoͤheren Grad von Ausduͤnſtung zu entſtehen ſcheint, und der im fuuͤſſigen Zuſtande in der Wolle weiß, nach dem Naßwerden aber grau er⸗ ſcheint. Dieſe Schweißart iſt durch eine gewoͤhnliche Schaafwaͤſche gar nicht, und ſelbſt durch eine Fabrikwaͤſche nicht immer zu ver— tilgen. Es erſchweret auch fuͤr den Kaͤufer die Ueberſicht des reinen Gewichts. Aber nicht alle Schaafe mit Wolle von ſchwaͤrzlichem Anſehen haben zaͤhes Schweißfett. Dies letzte erkennt man gewoͤhnlich an ſeiner Menge, und in— dem man es zwiſchen den Fingern druͤckt, an ſeinem Ankleben. Der nicht zu Die hraͤunlich zut geeig 2 heſondere §. ⁵ ſchlechts dr ande dder di ſchͤſſen Kle rerpflan Sel zungen it art gegebe nung der entweder konmen Ale Anmitri Individuen gen, und Spanien kommen. Taiuch g. nataiſt thien ſen dern öw reigt ige Aber er Be⸗ die bei⸗ der ſind, le noch at einen ſtarkem iſt zwi⸗ Begriff en wird. duͤnne⸗ chen den ſcheint. Auſſen⸗ iſt doch die Un⸗ weiter, ge Hautfuͤll keinen aͤlt eben ele Ein⸗ hoͤheren fluͤſſigen grau er⸗ gfwaͤſche zu ver⸗ s reinen Anſehen „ und in⸗ ſeben. Zweites Kapitel. 61 Der loͤsbare Schweiß iſt dagegen mit bloßem Auge entweder nicht zu erkennen, oder er erſcheint in klaren Tropfen. Die ſchwaͤrzere Bedeckung iſt aber in derſelben Heerde der braͤunlichen vorzuziehen, weil mit der letzten gewoͤhnlich keine ſo gut geeigenſchaftete Wolle verbunden iſt. Schlußbemerkung. Keine dieſer Schaafarten traͤgt eine beſondere Wollart, welche die andere nicht haͤtte. §. 59. Ueber die Reinerhaltung des Merinosge⸗ ſchlechts in Spanien. Welche ſpaniſche Heerden aus der einen oder andern der drei Merinosarten hauptſaͤchlich beſtanden haben oder noch beſtehen moͤgen, daruͤber fehlt es uns noch an Auf— ſchluͤſſen. Kleine aus der einen oder andern dieſer Heerden bezogene oder verpflanzte Staͤmme entſcheiden daruͤber zu wenig. Sehr wahrſcheinlich hat es ehedem vor den vielen Durchkreu— zungen in Spanien nur zwei, vielleicht nur eine einzige Merinos— art gegeben. Dies laͤßt jetzt noch die verſchiedene Art der Erſchei— nung der Merinoslaͤmmer bei der Geburt vermuthen, indem ſie entweder langhaarig oder kurz fallen. Die mit gemiſchten Haaren kommen unſtreitig nur von durchkreuzten Raſſen her. Alle in den letzten 25 Jahren aus Spanien mittelbar oder unmittelbar nach Deutſchland gekommenen Staͤmme haben in ihren Individuen das Gepraͤge verſchiedener Miſchungen an ſich getra— gen, und wahrſcheinlich iſt keine Hoffnung mehr vorhanden, in Spanien den echten Merinosurſtaͤmmen wieder auf die Spur zu kommen. Drittes Kapitel. Verſuch einer Erklaͤrung der Merinos⸗Wollform. §. 60. Die Form der Merinoswolle iſt an ſich ſchon als eine naturhiſtoriſche Merkwuͤrdigkeit zu betrachten. Bei echten Raſſe— thieren ſind die Biegungen ſo gleich, als die Natur nur an an— dern Dingen Gleichfoͤrmigkeit angebracht haben kann. Schwerlich zeigt irgend ein behaartes Thiergeſchlecht etwas Aehnliches. Aber auch in Hinſicht der Anwendung der Wolle macht dieſe 62 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. Form neben der Kuͤrze den wichtigſten Punkt an der Merinos⸗ wolle aus. Mit ihr laſſen ſich durch die Leitung der Zucht alle Eigen— ſchaften verbinden, welche der Wolle den hoͤchſten Gebrauchswerth geben koͤnnen. Mit ihr geht dieſe verloren. Sie verdient daher vor Allem eine naͤhere Unterſuchung in Hinſicht ihrer Grundlagen, auf denen ſie beruht. a) Kruͤmmbarkeit des Haares. Thierhaare, ſelbſt die Baumwollenfaſer beſitzen eine beſondere Neigung ſich zuſammen zu ziehen oder zu kruͤmmen. Wenn gewiſſe Thierarten zwiſchen langen ſchlichten Haaren kuͤrzere tragen, ſo ſind doch dieſe letzten unter dem Namen Flaum bekannt, ſchon mehr oder weniger kraus z. B. beim Wolf und mehr noch beim Baͤren. In dem Flaum des Ziegengeſchlechts iſt dieſe Eigenſchaft eben— falls, wenn auch in ſehr flachen Wellungen, zu erkennen. Unter allen Thierhaaren hat die Schaafwolle, beſonders aber die Merinoswolle die Neigung ſich zu kraͤuſeln, am ſtaͤrkſten. Dieſe Eigenſchaft laͤßt ſich durch Kruͤmmbarkeit am ſchicklichſten bezeich— nen. Wir nehmen ſie hier in leidender Beziehung, zur Unterſchei— dung von Kruͤmmkraft in thaͤtiger Beziehung. Einige Bemerkungen uͤber die Verſuche die Con— tractilitaͤt der Merinoswolle zu erklaͤren. Ueber die Ur⸗ ſache der Contractilitaͤt der Wolle im Allgemeinen, und der uͤber— einſtimmenden Bogen an der Merinoswolle insbeſondere, iſt man noch nicht in Gewißheit. Den Grund dieſer Eigenſchaft hat man theils aus der eigenen Schwere des Haares, theils aus dem Eindruck der Atmosphaͤre, theils auch aus dem Durchgang des Haares durch die Haut und der Structur derſelben zu erklaͤren geſucht. Unbedingt aber duͤrfte wohl keins von allen fuͤr ſich allein genommen zur Erklaͤrung ge— nuͤgen. In Ruͤckſicht der eigenen Schwere des Haares treffen wir nicht nur unter andere Thiergattungen, ſondern auch ſelbſt unter den Wolltraͤgern bei offenbar minderen Verhaͤltniſſen der Schwere der Haare die Kraͤuſelung in einem hervorſtehenden Grade an. Was den Eindruck der Atmosphaͤrve betrifft, ſo kann dieſer ebenfalls nicht fuͤr die allgemeine Urſache davon angenommen wer⸗ den, weil gleich feine und feinere ſchlichte Wolle, wenn ihre Laͤnge j—— di der) ir glich Geſtalt iſ Vas dickeren. iiner du unnere näͤßte jid Polle tra Daß ung der⸗ dn w Art, d5 eben 3 In Urſache in Haars glich zu nr Erſche Ten ſcht gle derung i ihnlich Ths Jhir ſli fine irn Ferne neſſenſen venn es nenn es ſe Nahra dern nd des dei terdricn. ders Aldge di ſicht in i der Merinos, t alle Cigen brauchenert erſuchung in ie beſondere en Haaren men Flaum Volf und nſchaft eben⸗ n. onders aber ſten. Dieſe ſten bezeich⸗ Unterſche die Con⸗ zer die Ur⸗ der uͤber⸗ , iſt man der eigenen tmosphaͤre, Haut und aber duͤrfte klarung ge⸗ treffen wir elbſt unter er Schwere ade an. kann dieſee mmen wet⸗ ihre dänge Drittes Kapitel. 63 die der Merinoswolle noch nicht uͤbertrifft, an demſelben Orte un— ter gleichen Umſtaͤnden gehalten, darum noch nicht ihre ſchlichte Geſtalt in eine gleichfoͤrmig gekraͤuſelte umaͤndert. Was die Dicke der Haut betrifft, ſo ſinden ſich zwar auf einer dickeren Haut weitlaͤuftigere, flaͤchere oder gar keine, dagegen auf einer duͤnneren Haut kleinere und hoͤhere Bogen; allein nicht jede duͤnnere Schaafhaut bringt regulaͤre Kraͤuſelungen mit ſich, ſonſt muͤßte jedes Junge der gemeinen Raſſe eine Zeitlang dergleichen Wolle tragen. Daß aber bei der Entwickelung, Ausbildung und Veraͤnde⸗ rung der Wollform die erwaͤhnten Urſachen, und darunter beſon⸗ ders die Beſchaffenheit und der Zuſtand der Haut nicht auf eine Art, es ſei befoͤrdernd oder hemmend, mitwirken ſollten, duͤrfte eben ſo wenig zu widerlegen ſein. In wie weit wir uns indeſſen berechtiget halten koͤnnen, die Urſache der Contractilitaͤt, beſonders aber der regulaͤren Formen, im Haare ſelbſt oder außer denſelben oder auf beiden Wegen zu—⸗ gleich zu ſuchen, dazu kann uns folgende Zuſammenſtellung mehre⸗ rer Erſcheinungen einige Winke geben. Wenn verſchiedene Schaafarten neben Merinos in jeder Ruͤck⸗ ſicht gleich gehalten werden, ſo entſtehet darum noch keine Veraͤn— derung in den Nichtmerinos von der Art, daß ihre Wolle jener aͤhnlich wuͤrde. Was Nahrung und Klima betrifft, ſo ſind dieſe wohl vermoͤ⸗ gend, die Wollgeſtalt nicht zur voͤlligen Entwickelung kommen zu laſſen, wo aber die Bedingungen zu einer regulaͤren Form nicht im Thier ſelbſt gegeben ſind, da vermoͤgen ſie auch nicht die angeſchaf⸗ fene irregulaͤre Geſtalt in uͤbereinſtimmende Figuren umzuaͤndern. Ferner wird kein Schaaf beim beſten Futter und der ange⸗ meſſenſten Temperatur eine regulaͤr gekraͤuſelte Wolle bekommen, wenn es einmal von Natur ungleichfoͤrmige Haare, noch weniger, wenn es ſchlichte traͤgt. Nahrung und aͤußere Einwirkungen koͤnnen alſo wohl befoͤr⸗ dern und hindern, aber nichts ſchaffen, ſie koͤnnen nichts Poſiti— ves bewirken, ſondern nur etwas veraͤndern, vermindern und un— terdruͤcken helfen, deſſen Daſein nur von der Einrichtung des Koͤr— pers ausgehen kann. Die den Merinosarten eigenthuͤmliche Wollform kann alſo nicht in aͤußeren Einwirkungen allein geſucht werden. 64 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. Beſtimmte Kanaͤle in der Haut koͤnnen es auch nicht ſein, welche den Merinoshaaren ihre Geſtalt geben. Es giebt Merinoshaare, welche, jedes fuͤr ſich, verſchiedene Figuren an ſich haben. Schlichte Stellen wechſeln mit krauſen, uͤbereinſtimmende Figuren mit ungleichfoͤrmigen ab. Alle dieſe Veraͤnderungen muͤß— ten eine eben ſo vielmalige Veraͤnderung des Haarganges in der Haut vorausſetzen laſſen, was gar nicht wahrſcheinlich iſt. Bei noch in der Veredlung begriffenen Wollarten iſt nicht ein einziges Haar, welches durchgaͤngig gleichfoͤrmig waͤre, und, man duͤrfte ſagen, nicht zwei, welche mit einander uͤbereinſtimmten. Laͤge nun die Form im Kanale der Haut, ſo ginge hieraus hervor, daß die Merinoshaut gar weniger, oft gar keine Veraͤnderung un— terworfen waͤre, waͤhrend dem die Haut eines erſt veredelten Thie— res ſich beſtaͤndig und auf jeder kleinſten Stelle veraͤndern muͤßte. (Dieſes liefe aber gegen alle Analogie.) Die groͤßere Ausduͤnſtung kann die Merinos-Wollform eben— falls nicht allein veranlaſſen. Sie iſt zu unbeſtaͤndig, um die Gleichfoͤrmigkeit unterhalten zu koͤnnen, und dann giebt es auch ſtarkſchweißige Merinos mit flaͤcheren Bogen. Der naͤchſte Grund dieſer Form kann alſo nur in ſeinen Grundſtoffen und in ihrem Verhalten gegen aͤußere Einwir— kungen zu ſuchen ſein. Die Wahrſcheinlichkeit fuͤr dieſe Vermutchung ergiebt ſich aus folgenden Gruͤnden. Die Faſern, aus denen eine Haut zuſammengeſetzt iſt, haben mit den in ihr erzeugten Haaren die groͤßte Aehnlichkeit. Man uͤberzeugt ſich am leichteſten davon, wenn man feines Handſchuh⸗Leder in verſchiedenen Richtungen zerreißt, und die da⸗ durch am Rande frei werdenden Faſern betrachtet. Alles iſt Haar an ihnen, gleich wie im Riß von Makulatur. Die Verkettung der Faſern zu einer elaſtiſchen Haut geſchieht aber in mannigfaltigen Formen, theils durch Bindemittel, theils durch beſondere Einrichtungen der conſtructiven Theile ſelbſt. Zu der letzten koͤnnte auch die Einhaͤkelung der einen Faſer in die andere vermittelſt Schlingen auf beiden Seiten derſelben ge— hoͤren, von denen die Bogen des feineren Wollhaares als Ab⸗ druͤcke betrachtet werden koͤnnen, deren Verkreuzung ſelbſt ſich in den Wollſtaͤpelchen mit hohen Bogen auf den echten Merinosſchaa⸗ fen recht deutlich wiederfindet. Liegt ſoffen des ſältriſen, modifrt In dace tungsr Dac ſe durch femung keiſtung Eben dar in aäf der? unter ge tande au 21 Polle des lis ur vil dos Uebetg dent Grund ſa Doß 6 aut Feigt in der Vo ds der H- Stule trt die ſten wiede un indem ſc uſtande unz aufg uch nicht E giebt an ſich immende hen muͤß⸗ 5 in der nicht ein nd, man immten. hervor, rung un⸗ ten Thie⸗ muͤßte. rm eben⸗ um die es auch ſeinen Einwir⸗ ſich aus „haben feines die da⸗ iſt Haar geſchieht theils ſt. n Faſer elben ge— als N⸗ t ſich in jinosſchaa⸗ Drittes Gayt Drittes Kapitel. 65 Zur Annahme dieſer Form gehoͤrt aber eine beſondere Ein⸗ eichtung der Faſern in ihren Grundſtoffen. Die den Grundſtoffen des Merinoshaares beigelegte Kraft der Zuſammenziehung duͤrfte entfernter wohl in einem hoͤheren Ver— haͤltniß der Galerte zum Faſerſtoff, ſo wie in einem groͤßern An— theil Sauerſtoff zu ſuchen ſein, welcher nach der Anſicht der Phy— ſiker auf Contractilitaͤt wirken ſoll. Liegt aber nun der naͤchſte Grund dieſer Form in den Grund— ſtoffen des Haares, gleichviel in welchen Urſtoffen und Theilver— haͤltniſſen, ſo muß auch die Form mit durch die Art der Naͤhrſtoffe modifizirt werden, welche zur Unterhaltung des Haares dienen. In dieſer Beziehung haͤngt ſie alſo von dem inneren Ernaͤh— rungsvermoͤgen des Koͤrpers hauptſaͤchlich ab. Dagegen findet ſich dieſe Form auf den Thieren, auf denen ſie durch Zufaͤlligkeiten eine zeitlang unterdruͤckt wurde, nach Ent— fernung der Urſachen im Nachwuchs wieder, z. B. nach einer Ent⸗ kraͤftung, einer Krankheit u. ſ. w. Eben ſo erſcheint auch dieſe Form, welche ein gleichartiges Paar in der Bluͤthe ſeines Alters und Kraftzuſtandes trug, auch auf der Nachzucht in der Regel wieder, wenn dieſe daſſelbe Alter unter gleichen Kraͤften erlangt hat, und dauert auch in dieſem Zu— ſtande auf den Nachkommen am laͤngſten fort. Bei der Kreuzung behaͤlt zuletzt diejenige Form, welche die Wolle des maͤnnlichen Individuums an ſich hatte, wenn auch nicht bis zur voͤlligen Gleichung, doch uͤber die des weiblichen Geſchlechts das Uebergewicht. Alle dieſe Thatſachen beweiſen, daß die Eigenthuͤmlichkeit der Merinos⸗Wollform in der Einrichtung des thieriſchen Koͤrpers ihren Grund haben muͤſſe. Daß aber das Haar diejenige Form, welche ſich außerhalb der Haut zeigt, ſchon innerhalb derſelben erhalten ſolle, waͤre nur un— ter der Vorausſetzung anzunehmen, daß es bei ſeinem Hervortreten aus der Haut, wenn auch in ſchraͤger Richtung, ſich doch auf jeder Stelle erſt wieder ſtreckte, um hervortreten zu koͤnnen, und hernach die ſchon innerhalb der Haut vorbereitete(praͤdisponirte) Form wieder annaͤhme. Hierin laͤge zwar an ſich nichts Widerſprechendes, indem ſich das Haar als elaſtiſcher Koͤrper auch in einem feſteren Zuſtande wieder in die Form zu begeben ſtrebt, die ihm eine zeit— lang aufgedrungen war. Allein die Verſchiedenheit der Figuren, 5 66 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. ſo wie eine gaͤnzliche Unterbrechung derſelben an einem und demſelben Haar ließe ſich alsdann nicht wohl erklaͤren. Viertes Kapitel. Das Merinoslamm und ſeine Wolle. §. 61. a) Das Lamm. Das Merinoslamm wird außer andern beſonderen Theilver— haͤltniſſen mit einem groͤßerem Augapfel und laͤngeren Ohren gebo— ren, als das gemeine Lamm. Die hangenden Ohren des Meri⸗ noslammes richten ſich ſpaͤter, als beim gemeinen Lamme, auf. Von dieſem unterſcheidet es ſich ferner durch einen duͤnneren Schweif und eine duͤnnere Wurzel.. Von ſeiner Haut wird es in einer groͤßeren Fuͤlle umgeben, als das gemeine Lamm. Es erſcheint in derſelben mit kleinen, oft dicht auf einander folgenden Faͤltchen, welche ſich mit der Zunahme des Koͤrpers, obgleich nicht immer gaͤnzlich, verwachſen. Im letzten Falle entſtehen verſchiedenartige Haare zwiſchen dieſen und den uͤbrigen Stellen der Haut. Die Hautfuͤlle iſt daran bemerklich, daß die Haut mit der Schweifwurzel eine Rinne bildet, und daß ſich bei den krummen Bewegungen des Thierchens Faͤltchen zeigen, welche, wenn es ſich grade richtet, wieder vergehen. Es iſt nicht mit Gewißheit darauf zu gehen, daß dieſe Er— ſcheinung der Haut alle uͤbrigen Eigenſchaften der Raſſe voraus— ſetze; ſo viel aber iſt ſicher, daß ein dickerer Schweif mit einer runden und von der Haut prall umgebenen Wurzel eine noch nicht ſehr entfernte gemeine Abkunft verraͤth. Wie ſich der Schleim, mit welchem das Lamm umgeben, faͤllt, bei der gemeinen und der Merinosraſſe verhaͤlt, iſt mir nicht be— kannt. Doch koͤmmt es mir vor, als fuͤhre die hellere Farbe deſſelben auch Anzeichen hoͤherer Eigenſchaften der kuͤnftigen Wolle mit ſich. Nur hat die Nahrung zu viel Einfluß darauf, als daß man ein— ſeitig daraus folgern koͤnnte. Auf den kuͤnftig wolltragenden Stellen bringt das Merinos— lamm, ſo wie das gemeine, ſeine Wolle in der Regel mit zur Welt. 4n n Geſe rwacjſe Die angen, gleich g verliere. Be Negul 9 Si ſchon i Gleiche J niger g Ner durch gut tweigt iſ 1 d dunige teelm. die Unghaarie rinich dn hinte de mmſſt slichn du Kn dder gen Viertes Kapitel. 67 ſem und In Ruͤckſicht der Wolle unterſcheiden ſich aber die beiderſeiti— gen Geſchlechter in den Laͤmmern nicht ſo abgeſchnitten, als in den erwachſenen Thieren. . Die Merinoslaͤmmer werden entweder mit kurzen oder mit langen, bald ausfallenden, oder mit langen und kurzen Haaren zu— gleich geboren. Die gelockten Laͤmmer werden auch glatte, und die langhaa— rigen krauſe genannt. . Langhaarige Laͤmmer. Thelver Die langen Haare ſind von verſchiedener Feinheit und Geſtalt. ken zede Einige erſcheinen in weitlaͤuftiger Wellenform, andere ſchlicht. Nach es Meri⸗ der letzten kann ſehr feine Wolle folgen, wenn ſie bald ausfallen. „anf. Sie kommen in einer Laͤnge von bis 1 Zoll in den erſten duͤnneren Wochen zum Vorſchein. Diejenigen Laͤmmer, welche nuͤr mit langen Haaren erſcheinen, ungeben, verlieren dieſe entweder ganz, oder nur zum Theil, oder gar nicht. inen, oft Bei Laͤmmern echter Raſſe fallen dieſe langen Haare in der Zunahme„ Negel aus. Sie verlieren ſie gewoͤhnlich innerhalb 4 bis 5 Monaten, oft wwiſchen ſchon in den erſten 4 Wochen, gewoͤhnlich ein Vorzeichen von Gleichartigkeit der an die Stelle tretenden Haare. t mit der Je laͤnger das Auswerfen der langen Haare dauert, deſto we— krummen niger gleichartig in der Regel iſt das Fließ zu erwarten. n es ſich Merkwuͤrdig bleibt es, daß das Ausfallen der langen Haare durch gute Ernaͤhrung befoͤrdert wird, wenn der Koͤrper ſonſt dazu dieſe Er⸗ geneigt iſt, ſie zu verlieren. evoraus⸗ Je weniger ein Lamm ſeine langen Haare verloren hat, um mit einer ſo weniger laͤßt es ſich in Hinſicht ſeiner kuͤnftigen Wolle beur— noch nicht theilen. . Die Erſcheinung der feineren Wolle in Loͤckchen beginnt bei ben, fäll, langhaarigen Laͤmmern noch zwiſchen den langen Haaren, ehe dieſe richt be⸗ gaͤnzlich ausfallen, am vorderen Theile des Koͤrpers, und geht nach dem hinteren Theile zu. deſſebben Die Entwickelung der Loͤckchen bei langhaarig gebornen Laͤm— emit ſih mern iſt der Entwickelung derſelben bei lockig gebornen Laͤmmern man inn gleich, wovon hier naͤchſt gehandelt wird. Kurzhaarige Laͤmmer. aMriiws Kurze Lammwolle erſcheint entweder ſchlicht, oder in Knoͤtchen MA. ee V Wel. oder gemiſcht. it zur. 5 Laͤmmer mit kurzen ſchlichten mehr einzeln ſtehenden Haͤrchen, die ſich wie Sammt anfuͤhlen, ſind in der Regel ſehr duͤnnwollig. Ihre Wolle bleibt außerdem kurz und unelaſtiſch. Ihr Feinheits⸗ grad iſt verſchieden, noch verſchiedener aber fallen ſie in Ruͤckſicht der Gleichartigkeit aus, und beurkunden dadurch die Miſchung des Urſtammes. Hierher gehoren auch diejenigen, welche mit einer faſt nackten Haut zur Welt kommen. Es lohnt nicht der Koſten dieſe Abarten zu cultiviren. Laͤmmer mit langen Haaren an den Auſſentheilen. Die in Loͤckchen gebornen Laͤmmer erſcheinen bei der Geburt entweder durchgaͤngig ſo, oder ſie ſind an den aͤußeren Koͤrperthei— len, beſonders aber an den Unterbeinen, vornehmlich hinten, mit langen Haaren beſetzt, gleich als wenn ſie im Vergleich mit dem uͤbrigen Koͤrper einen beſonderen Ueberzug haͤtten. Es iſt zu vermuthen, daß die letzten ebenfalls gemiſchten un ſprungs ſind. Diejenigen Laͤmmer, welche an den aͤußeren Theilen langhaa— rig, und auf den Haupttheilen gelockt erſcheinen, bekommen in der Regel ein dichteres Fließ, als die durchgaͤngig gelockten. Ueber die Abſtammung der langhaarigen und kurz⸗ gelockten Laͤmmer. Welcher Raſſe von Merinos die eine oder andere Art dieſer Laͤmmer urſpruͤnglich zuzuſchreiben ſein moͤge, iſt noch gar nicht ausgemacht. Seitdem ich mehrere Nachforſchungen daruͤber ange— ſtellt habe, habe ich mich uͤberzeugt, daß von aͤhnlichen Raſſethieren, ſelbſt von demſelben Individuum ohne Wechſel der Staͤhre, ver ſchiedene Laͤmmer fallen koͤnnen. Nur ſo viel ſcheint ſich zu beſtaͤtigen, daß Schaafe zait ge⸗ draͤngter Wolle im Durchſchnitt die kurzgelockten Laͤmmer zur Welt bringen, dagegen die gedehntwolligen mehr die langhaarigen Limmer. Daß ich fruͤher der beſten ſaͤchſiſchen Raſſe— welche ich nach Andern Eſcurials nannte— die lockigen Laͤmmer ausſchließlich zu ſchrieb, hebe ich hiermit auf, weil ſie ſich auch unter anderen Raſ⸗ ſen finden. Uebrigens muß der Stamm, von welchem die lockigen mer urſpruͤnglich herruͤhren moͤgen, ein Stamm mit beſonderen Eigenthuͤmlichkeiten geweſen ſein, da die kurzen Lammhaare ſich von den langen ſo auffallend unterſcheiden. „6 Uebe in welcher werden, ze Dieje als Lämn Kahle 0 3 vuchs mi tn zn Eben an, ach genden d dhierſan Die wieder u nit diege wejßeren An de hat man d nehr Härch ſcen ihner miger ihre lachai Da! fon and Ein D dein 1, Der kug gen Viertes Kapitel. 69 tiſcſe⸗§. 62. Die Lammwolle. 103 Ueber Merkmale der kuͤnftigen Wolle. Wie weit und in welcher Art die verſchiedenen Koͤrpertheile kuͤnftig bewachſen ſein 4 werden, zeigt ſich ſchon in ſchwachen Spuren am Lamm. Diejenigen, welche kuͤnftig die wenigſte Wolle tragen, werden als Laͤmmer ſchon mit kahlen Koͤpfen und kahlen Ohren geboren. Kahle Ohren allein fuͤhren nicht ſo unbedingt einen duͤnneren Woll— wuchs mit ſich, als in Verbindung mit kahlen Koͤpfen. Im letz— eillen. ten Falle beweiſen ſie einen ſehr ſchwachen Haartrieb. Heburt Eben ſo zeichnen ſich am Lamm auch ſchon diejenigen Stellen derthei⸗ aus, welche kuͤnftig nur allein Wolle tragen. Die nicht wolltra⸗ n, mit genden zeigen bei der Geburt unverkennbar kurze, ſpitzige und harte nit dem Thierhaare gewoͤhnlicher Art. Die Thierhaare auf unbewollten Stellen des Lammes ſind ten u wieder unter ſich verſchieden. Sie ſind ſich entweder gleich, oder mit Ziegenhaaren vermiſcht. Dieſe letzten laſſen ſich an ihrem weißeren Schein und ihrer groͤßeren Sproͤdigkeit erkennen. An den Loͤckchen hat man die Form, die Groͤße, utz⸗ die Zwiſchenraͤume(oder ihre Entfernung,) und die Gleichartigkeit derſelben zu bemerken. dieſer Je mehr die Knoͤtchen zuſammen gerollt ſind, deſto mehr An— aicht lagen zur kuͤnftigen Elaſtizitaͤt. ange⸗ Je kleiner die Loͤckchen, deſto feiner die kuͤnftige Wolle; je hieren, mehr Haͤrchen ſie enthalten, und je kleiner die Zwiſchenraͤume zwi— er ſchen ihnen ſind, deſto dichter der nachherige Wuchs; je gleichfoͤr— miger ihre Geſtalt auf allen Stellen, deſto hoͤher die kuͤnftige nit ge⸗ Gleichartigkeit. belt„ Den hoͤheren Schein der kuͤnftigen Wolle bemerkt man auch ſchon an dem einen Lamm vor dem andern, wenn ſie ſich bewegen. Ein Maaß von der Dichtheit des Standes der Loͤckchen ließe 1 ſich ohne viele Unbequemlichkeit einige Wochen nach der Geburt 1 Raſ auf ausgezeichneten Thieren abnehmen. Die Sanſtheit der kuͤnftigen Wolle iſt ſchwer zu pruͤfen, in— a Lim⸗ dem die Laͤmmer nicht immer von ihren Muͤttern rein beleckt deren werden. ſch Der Wandelbarkeit des Lammes wird aber keine Erfahrung klug genug, beſonders in Ruͤckſicht der Gleichfoͤrmigkeit und Feinheit. 70 Erſter Theil. Dritter Abſchnitt. Das, was ſich noch unter allen ſeinen Eigenſchaften am wenig⸗ ſten veraͤndert, iſt der Grad der Gleichartigkeit, in der es auf allen Stellen erſcheint. Da nun die Feinheit bei einer gewiſſen Laͤnge mit der Gleich— artigkeit in geradem Verhaͤltniß ſteht, ſo iſt ſie auch bei der wich— tigen Unterſuchung, wie naͤmlich ein Stammpaar artet, der ſicherſte Probierſtein. In Ruͤckſicht der Gleichwolligkeit des Lammes ſind beſonders die Beine bis zur Mitte der Schenkel, alsdann der Bauch und der Unterhals zu unterſuchen.“ Man kann dies am bequemſten, wenn man das Lamm mit an den Bauch gelegten Vorder- und Hinterbeinen in der Lage halten laͤßt, worin es gewoͤhnlich danieder liegt. Hat der Koͤrper Anlage zur Erzeugung unterſchiedlicher Wolle, ſo wird ſich auch auf jeder Seite von vorn nach hinten eine Schei— dung zwiſchen der Wolle des oberen, und der des unteren Theils des Koͤrpers vermittelſt einer ſo genannten Haarnath zeigen, und der obere Theil wird kuͤrzere dunkler ſcheinende, und der untere laͤngere und weißere Haare haben. Entwickelung der Loͤckchen. In Hinſicht der Entwickelung des Haupttheiles des Fließes werden beide Nebenarten von Laͤmmern hier fuͤr eins angenommen. Die Merinos-Lammwolle entwickelt ſich zur Annahme ihrer kuͤnftigen Form in Ruͤckſicht der Zeit verſchieden, je nach der Ver— ſchiedenheit, in der das Lamm geboren wird. Die Haͤrchen ſtrecken ſich nach einiger Zeit, je laͤnger die aͤußere Luft auf ſie einwirkt, gerade, und erſt, wenn ſie ſo lang geworden ſind, daß ſich die Ausduͤnſtung des Koͤrpers eine zeitlang darin aufhalten kann, fangen ſie an, Biegungen zu bekommen. Je fruͤher ſich die Bogen hinter den Haarſpitzen zeigen, deſto gleichfoͤrmiger und kuͤrzer bleiben kuͤnftig in der Regel die Haare. Bei aller laͤngeren Wolle zeigen ſich die regelmaͤßigen Bogen ſpaͤter; ein laͤngerer Theil des Haares von der Spitze ab waͤchſt ſchlichter, als bei kuͤrzerer Wolle. Dies iſt mit eine der hauptſaͤchlichſten Urſachen, welche die Beobachtung der Wolle auf dem Lamm erſchwert. Die Bogen ſind anfaͤnglich flaͤcher, hernach werden ſie kreis— foͤrmiger. Ale reißer in Je fer werd Die näͤlig ſt zur krei⸗ ſen der ſaterſin Uate widd, je L ſad, 8 kann a reſſ ab velbinder ſtnitte aottſi wenig⸗ uf allen Gleich⸗ der wich⸗ ſcherſte eſonders uch und mit an ge halten er Vole, Schei⸗ Theils en, und untere ᷣ Fließes rommen. ne ihrer eer Ver⸗ noer die ſo lang zeitlang men. n, deſto Haare. Bogen waͤchſt velche die ſie kreis⸗ Viertes Kapitel. 71 Alle Bogen aber, ohne Unterſchied ihrer Form, werden kuͤnftig groͤßer im Umfange. Je merklicher ſich die Bogen im Lammhaare zeigen, deſto hoͤ— her werden ſie ſpaͤter. Die Elaſtizitaͤt iſt anfaͤnglich ſehr ſchwach, und wird nur all— maͤlig ſtaͤrker. Mit derſelben nimmt auch die Neigung des Haares zur kreisfoͤrmigen Richtung ſeines ganzen Koͤrpers zu. Auch erſcheint das Verhaͤltniß der Ungleichheit der Wolle zwi— ſchen den verſchiedenen Koͤrperſtellen anfaͤnglich kleiner und erſt ſpaͤterhin groͤßer. Unter allen veraͤnderlichen Erſcheinungen des Thieres aber bleibt indeſſen das Verhaͤltniß der Gleichheit der Haare auf der kleinſten, ſo wie auf den verſchiedenen Koͤrperſtellen die beſtaͤndigſte. Zeit der Unterſuchung. Die Beurtheilung der Laͤmmer kann in dieſer Beziehung in den erſten 14 Tagen mit mehr Sicherheit, als ſpaͤter, gewagt wer— den, weil eine laͤngere Lammwolle an ſich weit ſchwieriger zu un— terſuchen iſt, und durch aͤußere Einwirkungen um ſo mehr entſtellt wird, je aͤlter ſie wird. Laͤmmer, welche eine zeitlang mit auf die Weide gegangen ſind, laſſen faſt gar keinen Anhaltungspunkt mehr uͤbrig. Keine Unterſuchung der Laͤmmer, auch in den erſten Wochen, kann aber ſo zuverlaͤßig geſchehen, daß man ſich nicht ſpaͤter an mehr als der Haͤlfte getaͤuſcht ſehen ſollte. Der einzige damit zu verbindende Zweck kann nur der ſein, zu ſehen, wie im Durch— ſchnitt Staͤhre ohngefaͤhr arten. Wer aber ſchon das kuͤnftige Zuchtthier im voraus zu beſtimmen wagen will, ſchadet ſich nur. Vierter Abſchnitt. Vom Wachſen der Wolle, und den hauptſaͤchlichſten auf ſie unmittelbar und mit— telbar einwirkenden Urſachen. Erſtes Kapitel. Bedingungen des Beſtehens des Haares. §. 63. Das Haar gehoͤrt unter die wachſenden Koͤrper. Ohne Nahrung kann es nicht ſein. Da das Haar ſeine Nahrung aus dem Innern des Koͤrpers in Saͤften bezieht, deren Stoffe aus den gewoͤhnlichen Nahrungs⸗ mitteln durch das Einſaugungs-⸗Vermoͤgen des Koͤrpers ausgezogen und jedem beſonderen Theil zugefuͤhrt werden, ſo muß die Nah⸗— rung des Haares jedesmal beſonders bezeichnet werden, ſo oft da— von die Rede iſt; z. B. durch Haarnahrung, Haarſaͤfte, Naͤhrſtoff der Haare. Das Vermoͤgen des Thierkoͤrpers, ſeine Nahrung zu ſich zu nehmen, ſie zu verdauen, zu ſondern, ſich anzueignen, zuzufuͤhren und auszuſondern, wollen wir unter dem Ernaͤhrungsvermoͤgen be— greifen. Es zerfaͤllt in das aͤußere und innere. Das Haar kann im thieriſchen Koͤrper unter gegebenen Um⸗ ſtaͤnden noch Nahrung finden, wenn der Koͤrper ſelbſt ſchon laͤngſt nicht mehr hat ernaͤhrt werden koͤnnen. Das beſondere Vermoͤgen des Koͤrpers, den Haaren innerhalb einer gewiſſen Zeit eine gewiſſe Menge Naͤhrſtoffe zuzufuͤhren und ſie hervorzutreiben, heißt Haartrieb. Die Haarwurzel und die Haut ſind als Huͤlfsmittel zu be⸗ trachten. In Betreff des freien Durchgangs des Haares durch die Haut iſt erforderlich, daß ſie 1. innerlich geſund, und 2. aͤußerlich nicht verdeckt ſei. Det durcj fee Die Förpers Da 1, dul 2 dur 3. dur 4 dur laſſ à duee e denen d dr Nah tigenſch rung in zugleich d ſs nit dem niider in in ſem füͤr ſede T da ſärergi den ab. Erſtes, zweites und drittes Kapitel. 73 Der letzte Fall kann ſowohl durch ihre eigenen Auswuͤrfe, als durch fremdartige Dinge veranlaßt werden. Die Geſundheit der Haut haͤngt mit von der Geſundheit des .. Koͤrpers ab. wi Das Beſtehen des Haares wird alſo bedingt: 1. durch die Wurzel, 2. durch die Nahrungsſaͤfte, 3. durch das Ernaͤhrungs-⸗Vermoͤgen des thieriſchen Koͤrpers, 4. durch die Beſchaffenheit der Haut in Hinſicht auf die Durch⸗ laſſung des Haares, und 5. durch die Abweſenheit aͤußerer Verhinderungen. 8. Zweites Kapiteel. Koͤrper. 2. Wirkung der Nahrung auf Wolle. lrpers nng,„§. 64. Verhalten der Eigenſchaften der Wolle zu ruu denen der Naͤhrung im Allgemeinen. Art und Zuſtand gen..—.. zu der Nahrungsmittel ſtehen mehr in Beziehung mit den Kraft⸗ d eigenſchaften des Haares; dagegen ſteht die Menge der Nah— rfuf rung in naͤherer Verbindung mit der Groͤße des Haares und hat Ahtſtff zugleich Einfluß auf ſeine Krafteigenſchaften. 6;(Das Qualitative der Nahrung ſteht in genauerer Beziehung iu mit dem Qualitativen der Wolle, und das Quantitative der erſten hhe wieder in genauerer Beziehung mit dem Quantitativen der letzten.) L Drittes Kapitel. linſt 4 3 Bedingungen des Fortwachſens. erhalb und§. 65. Vom Gleichgewicht zwiſchen Nahrungs⸗Be⸗ duͤrfniß und ſeiner Befriedigung in Bezug auf Haar⸗ u be⸗ Erzeugung. Das Nahrungs⸗Beduͤrfniß des thieriſchen Koͤrpers in dem verſchiedenen Zuſtande ſeines Lebens iſt von der Natur c die fuͤr jede Thierart und jedes Einzelne feſtgeſetzt. Die Groͤße dieſes Beduͤrfniſſes haͤngt nicht allein von der Koͤrpergroͤße, ſondern auch von dem inneren Verzehrungs⸗Vermoͤ⸗ gen ab. 74 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Zwiſchen der Befriedigung des Nahrungs-Beduͤrfniſſes und dem Haarwuchs findet ein gewiſſes Verhaͤltniß ſtatt. Es giebt naͤmlich eine gewiſſe Stufe des koͤrperlichen Nah⸗ rungs⸗Zuſtandes, auf welcher das Haar erſt einen Antheil von der Nahrung des Koͤrpers beziehen kann, die derſelbe zu ſich nimmt, unter welcher es aber mehr als andere Koͤrpertheile entbehren zu muͤſſen ſcheint. Dieſen Zuſtand wollen wir den gehoͤrigen Zuſtand des Koͤr— pers, die dazu erforderliche Menge Nahrungsmittel den gehoͤrigen Bedarf und die genuͤgende Befriedigung des Nahrungs-Beduͤrf— niſſes das Gleichgewicht zwiſchen Beduͤrfniß und Befriedigung heißen. Ein Kennzeichen des gehoͤrigen Nahrungs⸗Zuſtandes liegt in der Wolle ſelbſt. Die Beurtheilung deſſelben ſetzt aber die Kenntniß von der Wollerzeugung der Thierart unter Beruͤckſich— tigung ihrer Eigenthuͤmlichkeiten voraus. Dieſen Wuchs koͤnnte man den rechten, oder den gehoͤri— gen(Normal-) Wuchs heißen. Vielleicht giebt es unter allen behaarten Thierarten keine, wel— che ihren Zuſtand zum Theil im Wuchs der Haare erkennen laͤßt. Die Nichterreichung dieſes Punktes bringt in dem Wollwuchs verſchiedene Folgen hervor. Dieſe aͤußern ſich zunaͤchſt durch un— vollkommne Geſtalt und Groͤße und durch mangelhafte Krafteigen⸗ ſchaften der Haare. Viertes Kapitel. Wirkungen verſchiedener Nahrungs⸗Verhaͤltniſſe auf die Wolle. §. 66. Folgen der Unzureichenheit. Sobald der Koͤr⸗ per nicht ſo viel Naͤhrſtoff bekoͤmmt, als dies Verhaͤltniß erfordert, bleibt das Haar im Wachſen zuruͤck. Bei unzureichender Nahrung greifen die Saugadern das im Koͤrper noch vorhandene Fett an. Das Oberhaͤutchen(Epidermis) loͤſet ſich von der Haut ab, und ſetzt ſich in Flimmerchen in die Wolle. Kär gwar kun Ma und flaͤch hender; Wel hende J Vachsth b in di ſcafen Maaße den ane ar ſeht f. kriſtige Geſtak ſice And Elſtzitit ſachſcher unterſacht Kwiſchen waren di . 6 dun Nag auch noch imne dit Ala den gig meiſten andern ſes und en Nah⸗ von der nimmt, dhren zu des Kor⸗ hehbrigen Beduͤrf⸗ iedigung ndes liegt aber die Heruͤkſch⸗ gehoͤri⸗ ine, wel⸗ nen laͤßt. dollwuchs durch un⸗ rafteigen⸗ ilriſe der Kr erfordert, en das in r Haut d Viertes Kapitel. 75 Kaͤrgliche Nahrung macht die Haut duͤnn, und die Wolle zwar kurz und fein, aber muͤrbe und kraftlos. Mangel an zureichender Nahrung laͤßt die Form irregulaͤr und flaͤcher, als ſie ſich in ihrer gehoͤrigen Ausbildung bei hinrei⸗ chender Nahrung wuͤrde gezeigt haben. Wenn der Koͤrper zu ſeinem eigenen Unterhalt keine zurei⸗ chende Nahrung mehr findet, ſo ließe ſich wohl in Zweifel ſtellen, ob in dieſem Fall die Subſtanz wenigerer Haarſaͤfte eben ſo be— ſchaffen ſein moͤchte, als wenn die Nahrung in hinreichendem Maaße vorhanden geweſen waͤre. Nach der Beſchaffenheit der von einer kurzen Ernaͤhrung herruͤhrenden Haare zu urtheilen, fehlt es denſelben an der ihnen ſonſt zukommenden Geſchmeidigkeit, folglich an Galerte und Fett. Je magerer das Schaaf gehalten wird, deſto ungleicher die Wolle auf den verſchiedenen Koͤrpertheilen. Die Nahrung, welche das Haar durch Einſaugung aus der Luft beziehen koͤnnte, moͤchte wohl von unbedeutendem Belange ſein, weil man ſo oft die Haarſpitzen noch auf dem Thier abſter— ben ſieht. §. 67. Folgen einer zureichenden Ernaͤhrung. Eine kraͤftige Nahrung befoͤrdert nicht nur die gehoͤrige Entwickelung der Geſtalt und Gleichartigkeit der Haare, wenn ſonſt die urſpruͤng⸗ liche Anlage im Koͤrper dazu da iſt; ſondern ſie erhoͤhet auch ihre Elaſtizität. Noch neulich habe ich mehrere 30 Jahr alte Proben ſaͤchſiſcher Wolle, aus verſchiedenen Heerden, in dieſer Hinſicht unterſucht, und einige darunter gefunden, deren Alter man nur zwiſchen 3 und 5 Jahren geſetzt haben wuͤrde. An einer derſelben waren die Haare ſogar noch dehnbar und glaͤnzend. §. 68. Folgen einer uͤbermaͤßigen Ernaͤhrung. Die vom Magen aufzunehmende Menge Nahrung laͤßt ſich, wenn ſie auch noch ſo wenig Naͤhrſtoff enthaͤlt, nicht ohne Nachtheil fuͤr die innere Einrichtung des Koͤrpers uͤberſchreiten. Allzu reichliche und zugleich gehaltvolle Nahrung aber ſchadet dem Koͤrper, beſonders je geringer ſeine Kraftanſtrengung iſt, am meiſten und ſchnellſten. Hauptſaͤchlich bleiben die Jungen im Wachsthum zuruͤck, wie ſich dies auch bei der Pferdezucht und bei andern Zweigen der Viehzucht bewaͤhrt. — Vierter Abſchnitt. ₰ G — —— 2 2 — — 7 Bei nicht verzehrbarer Nahrungsmenge unterliegen die Schwaͤ⸗ cheren zuerſt.* Abſetzung des Schweißfettes in die Wolle. Sobald der Koͤrper mehr Naͤhrſtoffe empfaͤngt, als er anwenden kann, ſtoͤßt er ſie aus, und Alles, was bei der Ausduͤnſtung nicht gas— foͤrmig entweichen kann, bleibt in der Wolle zuruͤck und verdichtet ſich zu Fett. Die Schaͤfer nennen es einen Satz. Alles Fett welches dem Koͤrper nicht zuſagt, oder fuͤr den Augenblick zu viel iſt, zeigt ſich in der Wolle. §. 69. Nahrungs⸗Verhaͤltniß zwiſchen Koͤrper und Haaren bei Veraͤnderungen. Die Ernaͤhrung des Koͤrpers und der Haare geht nicht unbedingt gleichen Schritt vor⸗- und ruͤckwaͤrts. Bleibt die Nahrung hinter dem gehoͤrigen Bedarf zuruͤck, ſo leidet der Haarwuchs weit mehr, als das bloße Verhaͤltniß t Fehlenden mit ſich bringen koͤnnte. Fuͤnftes Kapitel. V Veraͤnderlichkeit des Zuſtandes des Haares waͤh⸗ rend ſeiner Verbindung mit dem Koͤrper. §. 70. Arten derſelben. Das Wollhaar iſt waͤhrend ſei⸗ ner Verbindung mit dem Koͤrper beſtaͤndigen Veraͤnderungen unter⸗ worfen, welche ſowohl ſein Daſein, als ſeinen Zuſtand betreffen, theils im Gange der Natur, theils in Zufaͤlligkeiten ihren Grund haben, und ſowohl voruͤbergehend, als bleibend ſein koͤnnen. Einige dieſer Veraͤnderungen gehoͤren blos dem Wachsthum 1 des Koͤrpers, andere dem zunehmenden Alter deſſelben, und noch andere jeder Lebensperiode an. Die hauptſaͤchlichſten dieſer letzten ſollen hiernaͤchſt aufgefuͤhrt verden, denen die uͤbrigen alsdenn nachfolgen ſollen. Die veranlaſſenden Urſachen dieſer Veraͤnderungen ſind: 1. Veraͤnderungen im Nahrungs-Verhaͤltniß, 2. Veraͤnderungen des Haartriebes, 3. Veraͤnderungen der Haarwurzel und der Haut, 4. Aeußere Einwirkungen. Bebaͤr 49 Iedürfn der Nahr in Geſtal Sobald den kann, nicht gas⸗ verdichten llles Fet ck zu viel s wih⸗ er. fend ſei n unter⸗ zetreffen, Grund Fuͤnftes Kapitel 77 jenet wegen ſeiner Wichtigkeit ein beſonderes 8 die Nummern 1. 2 und 3. §. 71. Veranlaſſungen der Aufhebung des Gleichge⸗ wichts zwiſchen dem Nahrungs⸗Beduͤrfniß und ſeiner Deſpedigun mit ihren Folgen fuͤr die Wolle. Das Verhaͤltniß zwiſchen dem Nahrungs-Beduͤrfniß und ſeiner Befrie⸗ digung kann Veraͤnderungen erleiden, auf der einen Seite durch die Steigerung oder Minderung des Beduͤrfniſſes und auf der andern durch Steigerung oder Minderung der Befriedigung deſ⸗ ſolRo ſelben. §. 72. Folgen der Veraͤnderungen des Nahrungs⸗ Beduͤrfniſſes. Wenn mit der Veraͤnderung des Nahrungs⸗ Beduͤrfniſſes nicht zugleich eine uͤbereinſtimmende Veraͤnderung in der Nahrung ſelbſt erfolgt, ſo erleidet das Haar eine Veraͤnderung in Geſtalt und Groͤße. 6 73 9 PngRnor AS„ Rrhs 6 NPaß⸗ §. 73. Veranlaſſungen der Erhoͤhung des Nah rungs⸗Beduͤrfniſſes. Das Nahrungs⸗Beduͤrfniß wird ver⸗ e ete 1. durch Wachſen, 2. durch Kraftanſtrengung, durch Fortpflanzung, 4. durch Einwirkungen von auſſen, beſonders durch Kaͤlte, und Winde. Eine Kraftanſtrengung darf noch keine Ermuͤdung ſein, wenn das Thier bei Kraͤfte bleiben ſoll. Die augenblickliche Erhoͤhung des Nahrungs-Beduͤrfniſſes bei der Fortpflanzung findet mehr bei den Saͤugenden ſtatt. Bei dem maͤnnlichen Geſchlecht laͤßt ſich der Kraftverluſt nicht ſo bald durch Nahrung erſetzen. §. 74. Folgen der Veraͤnderung der Nahrung auf Thier und Wolle. Beſchaffenheit und Menge der Nahrung koͤnnen ſich veraͤndern, naͤmlich erhoͤhen und erniedrigen. In beiden Faͤllen entſtehen Veraͤnderungen fuͤr den Koͤrper und fuͤr die Wolle. erſtreckt ſich auf 78 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. a) Verhalten des thieriſchen Koͤrpers bei ver⸗ aͤnderter Nahrung. Das Schaaf kann ſich wohl an andere Nahrung gewoͤhnen, aber nur allmaͤlig. Beim ploͤtzlichen Uebergang zu einer demſelben angenehmeren Nahrung uͤberladet es ſich leicht; und zu einer minder anſprechen— den kann es leicht zu lange faſten, bis der Hunger ihm Appetit verſchafft, und ſo koͤmmt der Koͤrper zu weit zuruͤck. Eine Veraͤnderung in der Beſchaffenheit der Nahrung, wenn ihre Menge dieſelbe bleibt, giebt ſich am Koͤrper, bevor noch andere Kennzeichen eintreten, durch die Veraͤnderung der Ausduͤn— ſtung und der Art und Menge des Schweißes in der Wolle zu erkennen. Sie wirkt fruͤher und merklicher auf den Schweiß, als auf die Groͤße. Eine Veraͤnderung in der Vielheit der Nahrung, wenn die Mittel in ihrer Beſchaffenheit dieſelben bleiben, hat dieſelben Wir— kungen zur Folge, nur mit dem Unterſchied, daß in der Art des Schweißes keine, ſondern nur in ſeiner Menge eine Veraͤnderung eintritt. Ein oͤfterer Wechſel in der Art und Menge der Nahrung kann dem Koͤrper nicht gedeihlich ſein. Bei jeder Veraͤnderung der Qualitaͤt und Quantitaͤt wird fuͤr den Koͤrper immer ein all— maͤliger Uebergang und eine gewiſſe Zeit erfordert, bevor er ſich wieder daran gewoͤhnen kann. b) Verhalten der Wolle bei veraͤnderter Nah⸗ rung. Der Uebergang von einer gehaltreicheren Nahrung zu einer minder gehaltvollen bei gleichbleibender Vielheit aͤußert ſich zunaͤchſt durch mindere Geſchmeidigkeit des Haarkoͤrpers, und bei zu gro— ßem Mangel an Naͤhrſtoff auch an der Minderung der Groͤße des Haares, in beiden Faͤllen werden die Bogen flacher. Verhaͤlt ſich aber der Uebergang von einer Nahrung zur andern umgekehrt, ſo zeigen ſich auch die entgegengeſetzten Folgen am Haar. Je groͤßer die Verſchiedenheit der Nahrungsmittel in Hinſicht ihres Gehalts an Naͤhrſtoff bei einer Veraͤnderung iſt, deſto ſchaͤrfer unterſcheiden ſich die aus den verſchiedenen Zeitpunk⸗ ten herruͤhrenden Theile des Haares, in Hinſicht ihrer aͤußeren und inneren Eigenſchaften, und in der Art und Menge des Schwei⸗ 36 D. gl. D degöh Je tern geſe ſicht de dem die ſowohler Di ton Rih Hnares b Päll we wehodn dder du Je tung et Größe d Ein ſo auf! Nihrung auch de Am anderun Verixxr Demn tbe Verſchide irneren E erke tung. Vhire ſ haſtigti nehtung der ſowie 1 ſil m bi bei nfa Futtenn Unue eine Vii worden i Fuͤnftes Kapitel. 79 ei vet ßes. Das Haar bekoͤmmt eine ungleiche Beſchaffenheit, ohne daß nihten der Vehler in der Naſſe zu ſuchen waͤre. . Je ploͤtzlicher der Uebergang von einer Nahrung zur an— dern geſchieht, und je groͤßer ihre Verſchiedenheit iſt: deſto mehr nehneren ſticht der folgende Theil des Haares vom vorhergehenden ab, in- ſrechen⸗ dem die Gleichfoͤrmigkeit deſſelben zu ſehr geſtoͤrt wird. Dies gilt Appetit ſowohl von der Weidenahrung, als im Stall. Die Minderung einer den Haaren fruͤher zugefloſſenen Menge Nahrung, von Naͤhrſtoff macht ſich in der Verminderung der Groͤße des vor noch Haares bald bemerklich, beſonders je laͤnger und je dichter die Ausduͤn⸗ Wolle waͤchſt. Dagegen laͤßt ſich an dieſen Wollarten eine Ver— Wolle zu mehrung der Nahrung nicht ſo merklich erkennen, als an kuͤrzerer weiß, als oder duͤnnerſtehenden Wolle. Je ploͤtzlicher eine Veraͤnderung in der Vielheit der Nah— wenn die rung erfolgt, deſto ſchneller veraͤndern ſich auch Geſtalt und ben Wir⸗ Groͤße des Haares, am erſten dieſe letzte. Att des Ein oͤfterer Wechſel in der Menge der Nahrung wirkt eben aͤnderung ſo auf Ungleichfoͤrmigkeit hin, als ein ſolcher mit verſchiedenen Nahrungsmitteln, und mit der Geſtalt und Groͤße veraͤndern ſich Nahrung auch die Kraͤfte. randerung Am nachtheiligſten fuͤr die Wolle iſt das Wechſeln der Ver⸗ r ein all aͤnderungen vom Beſſeren zum Schlechteren, und vom Mehr zum r er ſic Wenigeren, und zwar um ſo meyhr, je ſchneller der Wechſel erfolgt. Denn eben ſo kurz wechſelt alsdenn auch die dadurch entſtandene Verſchiedenheit der Biegungen und des Durchmeſſers mit den -r Nah⸗ inneren Eigenſchaften des Haares unter einander ab. Erkennung der Folgen einer Nahrungs⸗Veraͤnde⸗ 3 du eine rung. Jede Veraͤnderung in der Nahrung wirkt auf ſchwaͤchere j zunaͤchſ Thiere fruͤher, als auf ſtaͤrkere, und jede Verminderung der Nahr— ei zu gro— haftigkeit und Menge der Mittel macht ſich fruͤher, als eine Ver— er Groͤße mehrung derſelben in der Wolle bemerklich. Verhͤlt Der Einfluß der Nahrung auf Geſtalt und Kraͤfte der Wolle, mgekehft, ſo wie auf den Schweiß, laͤßt ſich bei jedem Hauptnahrungs-Wech⸗ ſel am leichteſten und zuverlaͤßigſten am Wintertheil des Haares zmittel in bei unfruchtbaren Haufen erkennen, ſobald der Uebergang von einer derung ſſ Futterart zur andern zu ploͤtzlich geſchehen iſt. n Zeixut Unverkennbar aber zeigt er ſich auch im Sommerwuchs, wenn ret außre eine Weide auf einmal verlaſſen, und eine andere ploͤtzlich ergriffen de Stne worden iſt; z. B. Stoppelweide nach Kleeweide. Erſ XSn Niorsern hſe 80 Erſter Theil. Vierter Abſche Nach Verlauf von 14 Tagen, bei einiger Uebung auch noch fruͤher, laſſen ſich die Folgen der Nahrungs⸗Veraͤnderungen, welche 8 Tage vorhergegangen ſind, ſchon erkennen. Wahrſcheinliche Urſache des gewoͤhnlichen Ausfal⸗ lens der Wolle im Fruͤhjahr bei der fruͤheren Schaaf⸗ haltung. Dieſes ruͤhrte hoͤchſt wahrſcheinlich nur allein von dem Umſtande her, daß bei dem Wechſel der Nahrung gar zu ungleich artige Saͤfte auf einander folgten, welche ſich nicht leicht zu einer ununterbrochenen Verbindung zu vereinigen vermocht haben: Dazu kam noch der Unterſchied in der Vielheit des Naͤhrſtoffes. Bei der Verminderung deſſelben mußte ſich alſo das Haar um ſo gewiſſer vom Thiere trennen. 8 ogen.⸗ §. 75. Veranlaſſungen der Veraͤnderungen in der Nahrung. Veraͤnderungen in der Nahrung koͤnnen entſtehen: 1. durch den Wechſel mit verſchiedenen Nahrungsmitteln, 2. durch den Unterſchied der Gedeihlichkeit und Ergiebigkeit der Mittel an verſchiedenen Orten und zu verſchiedenen Zeiten; 3. durch willkuͤhrliche Einrichtungen. §. 76. Zufaͤllige Veraͤnderlichkeit des Haartriebes, unabhaͤngig von der gewoͤhnlichen Nahrung. a) Folgen erhoͤheter Lebensthaͤtigkeit. Alles, was die innere Lebensthaͤtigkeit erhoͤhen und hemmen kann, erhoͤhet und hemmt auch den Haartrieb. Hieher gehoͤren: ungewoͤhnliche Nahrung, verſtaͤrkte Bewe— gung, Ueberreiz in Krankheiten, Einwirkung der aͤußeren Tempe⸗ ratur und das Abſchneiden der Haare. Der Haartrieb ſcheint mit der Ausduͤnſtung des Koͤrpers in ſehr genauer Verbindung zu ſtehen. Sobald dieſe in einem hoͤhe— ren Grade erregt wird, iſt auch der Haartrieb ſtaͤrker, wenn noch hinreichender Naͤhrſtoff dazu vorhanden iſt. In dieſem Falle vergroͤßert ſich mit der Laͤnge auch der Umfang. Es iſt eine der aͤlteſten Erfahrungen, daß in zu warmen Staͤllen die Schaafe eine groͤbere Wolle erzeugen. Wird aber die Ausduͤnſtung gehemmt, ſo ſtockt auch der Haartrieb. Da ſich dieſer Umſtand eben bei erwachſenen Thieren ereignet, ſo laͤßt ſich daraus abnehmen, daß die Erweiterung der Haut bei remehrte Haates n Ausbreitu ann. Der durch die Nach du treiben Jll ſein. 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Im erſten Fall duͤrfte durch die Ausdehnung der Hautſchichten die Verbindung der Wurzel mit der Unterlage zerſtoͤrt, im letzten Fall aber die Haut zur Durchlaſſung der Ausduͤnſtung unfaͤhig geworden ſein. b) Folgen des Abſchneidens. Die Haare wachſen langſamer, je laͤnger ſie werden. Nach dem Abſcheeren ſucht ſie aber die Natur ſchneller wieder zu erſetzen, die gehoͤrigen Umſtaͤnde vorausgeſetzt, welches auch mit ihrem Gange uͤberhaupt uͤbereinſtimmend iſt. Sobald der obere Theil des Haares erſtarrt, kann daſſelbe nicht mehr ſoviel Saͤfte aufnehmen, und je laͤnger die Wolle wird, deſto mehr hemmt ſich die Ausduͤnſtung des Koͤrpers. Sobald aber die Haare bis auf ihren weichen Theil abgeſchoren und die Ausduͤnſtung frei wird; vermehrt ſich der Andrang der Saͤfte wie— der unter der Vorausſetzung einer gehoͤrigen Nahrung, und fließt den anfaͤnglich noch offeneren Haarroͤhren in groͤßerer Menge zu. Je laͤnger aber das Haar wird, deſto mehr naͤhert es ſich wieder dem fruͤheren langſameren Gange des Wachſens. Der Haartrieb kann außer durch Abbruch an der Nahrung noch insbeſondere geſchwaͤcht werden durch Mangel an Bewegung ſowohl, als durch gaͤnzliche Erſchoͤpfung der Kraͤfte vermittelſt zu großer Anſtrengungen bei der Bewegung oder bei der Zeugung und in Krankheiten uͤberhaupt. c) Koͤrperliche Anſtrengung. Jede Bewegung des Koͤrpers befoͤrdert nicht nur die Ver— dauung, ſondern auch die Verzehrung der inneren Nahrung. Wird ſie aber anſtrengend, ſo werden die Kraͤfte angegriffen, und der einer jeden ſeiner Abtheilungen zugewieſene Naͤhrſtoff wird alsdenn abgelenkt und auf anderen Wegen verzehrt. Geht eine Anſtren⸗ gung bis zur Schwaͤchung des Ernaͤhrungs-Vermoͤgens des Koͤrpers 6 82 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. ſelbſt, ſo muß auf der Stelle eine Unterbrechung des Zufluſſes der Naͤhrſaͤfte eintreten. Beſtaͤndig angreifende Bewegungen koͤnnen darum kein Thier zu ſich kommen laſſen. d) Folgen der Zeugung. Das Wollerzeugungs-Vermoͤgen wird durch den Gebrauch der Thiere zur Zucht beſonders geſchwaͤcht. Die zur Fortpflanzung und Aufzucht erforderlichen Kraͤfte der Thiere ſcheinen mit dem Haarwuchſe in einem beſtimmten Verhaͤlt⸗ niß zu ſtehen, welches aber unter einer M ehrheit von Individuen verſchieden ſein kann. Bedecken und Saͤugen hemmen nicht nur augenblicklich Wollwuchs, ſondern die Menge der Wiederholungen laͤßt auch 5 beid en Geſchlechtern das Haarerzeugungs-Vermoͤgen fruͤher wieder verlieren. Zu junge und zu alte Thiere werden dadurch am meiſten ge⸗ ſchwaͤcht. Allzu viele und zu oft wiederholte Bedeckung entkraͤftet auch die ſtaͤrkſten Thiere in dem Grade, daß es am Haarwuchs merklich zu ſpuͤren iſt. Eben ſo fallen bei zu ſtarkem Verbrauch der Kraͤfte jedesmal die zuletzt gezeugten Laͤmmer derſelben Periode von denſelben Staͤh⸗ ren immer ſchwaͤcher, und bleiben auch nach zuruͤckgelegtem Wachs⸗ thum kleiner. Bei allzu großer Entkraͤftung zeigt ſich Mangel an Schidei und Blaͤſſe in der Wolle und auf der Oberflaͤche, Einſenkung der Stapel und einiger Stillſtand im Wachsthum. Zuweilen erſcheint auch der Schweiß verklumpt. Da die Fortpflanzungskraͤfte mit dem Haarwuchs in ſo ge— nauer Verbindung ſtehen; ſo nimmt das Haarerzeugungs-Verms— gen um ſo fruͤher ab, je mehr ein Thier waͤhrend ſeinem Wachs⸗ thum Gelegenheit eeha hat, ſeine Kraͤfte auf dieſe Art z brauchen. — Nop⸗ 1 der⸗ §. 77. Folge der Ausbreitung der Wurzel auf den Umfang des Haares. Der Umfang des Haares richtet ſich ſehr wahrſcheinlich mit nach dem Umfang ſeiner Wurzel. Der Umfang des Haares kann ſich zwar ohne die Wurzel veraͤndern; ſobald aber die Wurzel Gelegenheit bekoͤmmt, ſich auszubreiten, (N Die 9. Ha girpers um ſo! fndet, ohe nehmen! Verxroͤßer de Erwe Aoedioh N gen T) gungskr rſachen mit dem ders an 6.7 auf der tetun einen hic Drüc Much dichter hins 8 düp lattend Dn inner a haur ſi dehnung, Näide At dr onnt ten anſe noch if die Auede d duſamma tem nur iſſes der in Thier rauch der räfte der Verhaͤlt⸗ dividuen klich den auch bei er wieder eiſten ge— entkraͤftet AEAE Jarwuchs den Staͤh⸗ n Wache⸗ Schweiß kung der erſcheint in ſo ge⸗ „N em⸗ ⸗Vermo⸗ 52 5 Vachs⸗ auf den ichtet ſch del. Der verändenn; zezübraſten, Fuͤnftes Kapitel. 83 und es nicht an Zufluß des Naͤhrſtoffes fehlt, muß ſich auch das Haar in ſeinem Umfange weiter ausbreiten. Veranlaſſung der Ausbreitung der Haarwurzel. Die Haarwurzel vergroͤßert ſich erſtlich mit dem Wachsthum des Koͤrpers. Sie wird ſich aber auch nach Vollendung dieſer Periode um ſo mehr ausbreiten koͤnnen, je freieren Raum ſie um ſich her ndet, folglich auch, je duͤnner die Haut mit Haaren beſetzt iſt. Ihre Ausbreitung wird aber ſehr wahrſcheinlich ſo lange zu— nehmen koͤnnen, als die Haut ſelbſt erweiterungsfaͤhig iſt. Die Vergroͤßerung des Umfangs der Haare ſtaͤnde demnach auch mit der Erweiterung der Haut, entfernter alſo mit der Erhoͤhung der Ausduͤnſtung und der Vermehrung der Nahrung in Verbindung. Mit dem zunehmenden Alter des Thieres wird mit den uͤbri— gen Theilen des Koͤrpers auch die Wurzel an Umfang und Einſau— gungskraͤften wieder abnehmen, folglich auch mit mehreren andern Urſachen veranlaſſen, daß das Haar, wie die Erfahrung lehret, mit dem zunehmenden Alter des Thieres, an Groͤße, und beſon— ders an Umfang wieder abnimmt. rten Zuſtandes der Haut t Di Verengung und Erwei— auf den Umfang des Haares §. 78. Einfluß des veraͤnd auf den Umfang des Haares. terung der Haut hat auf jeden Fa einen nicht geringen Einfluß. Druͤcken ſich mit der Verengung der Haut die Porenraͤnder dichter an das Haar, ſo wirken ſie dadurch auch zugleich auf den Umfang verkleinernd, und ſehr wahrſcheinlich bei groͤberen Haaren abplattend. Werden dagegen die Poren, deren Begraͤnzungen wir uns immer als anſchließend zu denken haben, mit der Erweiterung der Haut ſchlaffer: ſo geſtatten ſie auch dem Haar eine groͤßere Aus— dehnung, ſobald ein groͤßerer Andrang der Haarſaͤfte ſtattfindet. Beide wirken alsdenn gemeinſchaftlich. Mit der durch aͤußere Veranlaſſungen bewirkten Ausdehnung der Haut veraͤndert ſich ebenfalls der Haartrieb. Bei einer groͤße— ren Anſpannung derſelben wird dieſer ſtaͤrker. Es koͤmmt alsdann noch auf den Zufluß der Nahrungsſaͤfte an, in welchem Grade die Ausdehnung der Haut auf die Haare wirken kann. Mit der Zuſammenſchrumpfung der Haut wird der Haartrieb geringer, wel⸗ chem nur der Zufluß der Haarſaͤfte entgegen wirken kann. 6* all 84 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. In beiden Faͤllen aber veraͤndern ſich Geſtalt und Groͤße des Haares. Außerdem waͤre wohl anzunehmen, daß die Verbindung der Wurzel mit der Haut leicht durch oͤftere Stoͤrung der verſchiedenen Hautſchichten in ihrer gegenſeitigen Lage allmaͤlig loſer werden koͤnnte, worauf Reiben und Draͤngen beſonders hinwirken moͤgen. Die Beiſpiele davon finden wir an jedem Schaafkoͤrper ſelbſt. Alle ſich reibenden Haupttheile ſind gaͤnzlich kahl. Auch iſt es bekannt, daß in nanchen krankhaften Zuſtande des Thieres die Ruͤckenhaare eine oft entgegengeſetzte Richtung nehmen. Der jedesmalige Zuſtand der Haut und die Veraͤnderungen deſſelben hangen ab: 1. auf der Seite des Koͤrpers, a) von dem Graͤde ſeiner innern Thaͤtigkeit, folglich mit von ſeinen Kraͤften, und b) von ſeiner Ernaͤhrung; 2. von aͤußern Einwirkungen, naͤmlich: a) von Antrieben zur Bewegung, b) von der Witterung, und c) von unmittelbaren Beruͤhrungen und Belaſtungen. Sollten in Hinſicht der innern Lebensthaͤtigkeit ſolche Nah⸗ rungsmittel, welche leichter blaͤhen, nicht auch eine groͤßere Anſpan— nung und Erweiterung der Haut und Poren bewirken, beſonders bei anhaltendem Genuß? Bewegung wirkt zweifach; einmal durch Erregung der inneren Thaͤtigkeit und alsdenn durch Reibung. Aus dieſen Gründen könſten z. B. Schaafe, welche eaͤglich weite Maͤrſche zur Weide zu machen haben, und wenig Nahrung finden, weder eine ſo feine, noch ſo geſchmeidige und gleichfoͤrmige Wolle liefern, als wenn ſie in der Naͤhe beſſere Nahrung bekaͤmen, weil ſchon durch die beſtaͤndige Bewegung nach der Uebereinſtim— mung aller Phyſiologen die Haut ſich verdickt, und bei ungleich— maͤßiger Anſtrengung die Ausduͤnſtung bald erhoͤhet, bald unter— druͤckt wird. Eine Veraͤnderung der Poren kann ſowohl von dem Koͤrper ſelbſt, als von auſſen her entſtehen. Im Innern kann der Grund in der Veraͤnderung der Nah⸗ rungsſaͤfte des Haares, und denn auch in der Veraͤnderung der 1 pömet llachzei Am zweiftl kungen übermäͤf No viſſen n die er u danaen k dr Anſoan Poren ſchnell wäre es noch ein Krankhei Im ſammen. d Söbald ſo gewie har, doß ndrag ennat du Ie Laſtztir drd inderung indenng Ales ſzefinſei und 9 Nn ruhä er§ ung der chiedenen werden n moͤgen. lbſt. Ale ande des nehmen. derungen glich mit en. ce Nahe Anſpan⸗ eſonders inneren e taglich Mhrung ifürmige bekämen, reinſtim⸗ ungleich d unter⸗ n Körpet der N⸗ derung der A&☛r Fuͤnftes Kapitel. 8 Lebensthaͤtigkeit, in jeder dieſer Urſachen allein, oder in beiden gleichzeitig liegen. Am nachtheiligſten wirkt eine Veraͤnderung der Poren ohne Zweifel, wenn von beiden Seiten, und beſonders erweiternde Wir— kungen zuſammen treffen, naͤmlich: Vermehrung der Nahrſaͤfte uͤbermaͤßige Bewegung und aͤußere Waͤrme. Noch ſind keine Beobachtungen daruͤber bekannt, wie weit der Durchmeſſer bei nahrhafter und vieler Nahrung und einer ge— wiſſen niederen Temperatur, hinter derjenigen Groͤße zuruͤck bleibt, die er unter einer hoͤheren Temperatur bei derſelben Nahrung er— langen koͤnnte. Durch Erſchlaffung der Haut nach vorhergegangener dauernden Anſpannung derſelben und der damit verbundenen Cedetten der Poren verlieren beide wahrſcheinlich die Kraft, ſich wieder ſo ſchnell wie gewoͤhnlich zuſammen zu ziehen. Aus dieſer Urſache waͤre es zu erklaͤren, wie bei uͤberreizter Lebensthaͤtigkeit und bei noch einigen Vorraͤthen an innerer Nahrung, der Haarwuchs in Krankheiten noch eine Zeit lang fortdauern koͤnne. Im hoͤheren Alter ſchließen ſich die Poren allmaͤlig enger zu— ſammen. Veraͤnderung der Poren durch aͤußere Einwirkung. Sobald von auſſen her auf die Hautporen auf irgend eine Weiſe ſo gewirket wird, daß ſie ſich erweitern oder verengen, iſt es denk— bar, daß in dergleichen Faͤllen, zwiſchen der Oeffnung und dem Andrang der Saͤfte ein Mißverhaͤltniß entſtehen koͤnne, indem jener entweder zuruͤckgehalten oder beſchleunigt wird. Veraͤnderung der Oberhaur insbeſondere. Wenn die Elaſtizitaͤt der Oberhaut einen großen Einfluß auf Geſtalt und Durchmeſſer des Haares hat, ſo muͤſſen beide mit jener oͤftere Ver— aͤnderungen erleiden. Denn kein Theil der Haut iſt oͤfteren Ver⸗ aͤnderungen unterworfen, als ihre oberſte Schicht. Alles wirkt auf ſie ein. Nicht nur daß die veraͤnderte Be⸗ ſchaffenheit der Luft ſie trifft, ſondern auch alle Naturerſcheinungen fallen auf ſie zu, Wind und Regen, Sonnenſchein und Kaͤlte. Außerdem bedeckt und belaſtet ſie noch der Staub. Das Gefuͤge der Oberhaut kann durch Reibungen von Wind und Regen und durch unmittelbares Angreifen, am meiſten aber durch Abblaͤtterung, wenn Krankheiten, große Waͤrme, heftige Winde, ſcharfe Kaͤlte und Regen das Fett ausgezogen haben, in Unordnung 86 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. gerathen. Das letzte ereignet ſich heſonders an jungen, mit Wolle duͤnn beſetzten Thieren. Bei unzureichender Nahrung, die Urſache ſei welche ſie wolle, faͤllt die Oberhaut in Stuͤckchen, Kleien oder Schuppen aͤhnlich, auch unter dem Namen Schindeln bekannt, ab, und dieſe ver— breiten ſich alsdenn in die Wolle. Beim Scheeren gewoͤhnlich werden die Thiere oft ſo ſehr hin und her geſchoben, daß ſie ſichtbar wund werden. Es entſteht nun die Frage, in wie weit durch die Unordnung in der Oberhaut das Haar bei ſeinem Austritt aus der Haut an ſeiner vollkommenen Entwickelung verhindert werde. Was ſich hieruͤber vermuthen laſſen koͤnnte, duͤrfte ſich darauf beſchraͤnken, daß durch die Aufloͤſung ihres Gefuͤges ihr auch das Vermoͤgen benommen wuͤrdo, ſich elaſtiſch zu ſchließ en, folglich auch nicht mehr in gleichem Grade, wie fruͤher, auf Geſtalt und Durch— meſſer des Haares durch Druck mitwirken zu koͤnnen. Wenn bei einer Verletzung der Haut die Haarwurzeln noch nicht zerſtoͤret ſind, ſo dringen die naͤchſt kommenden Haare platter und groͤber hervor, als es die Wollart mit ſich bringt. Aeußere Einwirkungen auf das Wachſen und die Eigenſchaften der Wolle, ſo wie auf ihren aͤußeren Zuſtand. §. 79. Arten der Einwirkungen von auſſen. Thier und Wolle kommen in Beruͤhrung mit der freien Na— tur, mit Dingen und mit der unmittelbaren Behandlung des Menſchen. Die Veraͤnderungen, welche durch dieſe Einwirkungen entſte— hen, ſind meiſtens bleibend, wirken weniger auf die Groͤße, als auf die innere Beſchaffenheit der Haare und ſind meiſtens hemmend und zerſtoͤrend. Sie ſind alſo um ſo wichtiger. Alle Einwirkungen von auſſen laſſen ſich eintheilen in phyſika— liſche, mechaniſche und gemiſchte. Lie ſcein, d in noch dich dunkell Lu haufen, kranken, Fäuluiß daſſangen thätißt hung d die Ha wird be Torrntſs Win unges Eine die aagen 1 eine lan peratur. Var ordnung Haut an darauf auch das lich auch Durch⸗ „ Dch⸗ In noch platter d die en jen Na⸗ ng des entſte⸗ als auf demmend phyſte⸗ Sechstes Kapitel. 87 Licht. Wahrſcheinlich hilft das Licht, beſonders im Sonnen⸗ ſchein, durch ſeine anziehende Kraft die Wolle, wenn auch vielleicht in noch ſo geringem Grade entformen, oder ſchlichter machen. Licht richtet ſehr wahrſcheinlich die Lammhaare fruͤher auf, als Dunkelheit. Luft. Stallluft verdirbt ſehr leicht durch ſtockende Futter— haufen, beſonders bei ſich entzuͤndendem Klee und durch Felle von kranken, ſelbſt von geſunden Thieren, wenn ihre Fleiſchtheile in Faͤulniß uͤbergehen. Auch beim Lammen koͤnnen aͤhnliche Veran— laſſungen entſtehen. Cadaver in der Naͤhe ſind eben ſo ſchaͤdlich. Freie Luft. Sauerſtoff ſoll das Fett zaͤhe machen. Ob ſich die Haare bei der Einwirkung der Luft zugleich thaͤtig oder nur leidend verhalten, iſt noch nicht entſchieden. Bei der ſchnellen Erſtarrung des Marks iſt das Letzte wahr— ſcheinlicher. Temperatur. Zur Belebung hat Alles, was wachſen ſoll, einer gewiſſen Temperatur noͤthig; alſo auch das Schaaf und ſeine Wolle. Die Temperatur der Luft wirkt ſowohl auf die innere Lebens⸗ thaͤtigkeit des Koͤrpers, als auf Haut und Haare. Mit der Erhoͤ⸗ hung der Temperatur erhoͤhet ſich auch die innere Lebensthaͤtigkeit; die Haut mit ihren Oeffnungen erweitert ſich, die Ausduͤnſtung wird vermehrt, und der Andrang der Saͤfte nach Verhaͤltniß ihres Vorraths erhoͤht, folglich auch der Umfang des Haares vergroͤßert, im umgekehrten Fall aber verkleinert. Eine Stallwaͤrme von 8 bis 9 Grad nach Reaumur wird fuͤr adie angemeſſenſte gehalten. Hoͤhere Waͤrme erhaͤlt den Schweiß und wahrſcheinlich auch eine laͤngere Zeit das Mark fuuͤſſwer, als eine niedrigere Tem⸗ peratur. Waͤrme befoͤrdert Ausduͤnſtung und Haartrieb um ſo mehr, je mehr Nahrungsſaͤfte vorhanden ſind. Große Sonnenhitze entzieht den Haaren das Fett; ſcharfe Winde und große Kaͤlte benehmen ihnen das fuuͤſſige Weſen, und Kaͤlte laͤßt das innere Mark um ſo fruͤher erſtarren. Allzu hohe Stallwaͤrme ſpannt die Haut der Thiere zu ſehr an, treibt groͤbere Wolle, und laͤßt dabei den Faſerſtoff des Haares mehr erſchlaffen. Dieſe Erfahrung kann nicht oft genug wiederholt werden. 88 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Die Temperatur wird bei ſehr verſchloſſenen Staͤllen, durch den Duͤnger, beſonders bei Mangel an Streu, leicht erhoͤhet. Bei zunehmender Waͤrme verliert das Thier ſeine Eßluſt. Sis dens Kaͤlte befoͤrdert ſie. e hoͤher die Kaͤlte, deſto feſter wird das Schweißfett, und vasufäheinitch verhaͤrtet ſich auch das Mark der Haarroͤhre um ſo fruͤher und wird ſproͤder. Je niedriger die Temperatur der Luft, deſto mehr wird der Haartrieb zuruͤck gehalten, wenn die uͤbrigen Umſtaͤnde gleich ſind. Das Stillſtehen der Thiere bei großer Kaͤlte macht die Glie— der ſteif, und hat nach aller Wahrſcheinlichkeit auch noch weitere Folgen auf die innere Bearbeitung der Nahrungs⸗ und Milchſaͤfte. Feuchtigkeit entfettet, entformt und verkuͤrzt das Haar in un— regelmaͤßigen Figuren. Waſſer verkuͤrzt die Hoͤhe der Wolle zuweilen bis um den vier— ten Theil, und vergroͤßert ihren Durchmeſſer, wenn es hoch koͤmmt, bis um. Erſt nach laͤngerer Zeit ſchwindet der Durchmeſſer in ſeine fruͤhere Geſtalt wieder zuruͤck. Feuchtigkeit verſchließt Poren und Haut. Bei zunehmend feuchter Luft verliert das T Thier ſeine Eßluſt, beſonders je waͤrmer ſie wird. Beruͤhrung mit andern Dingen. Chemiſch wirken alle anderen Dinge, mit welchen die Wolle als Koͤrper nur in Verbin— dung geſetzt werden kann. Je anhaltender Feuchtigkeit und Regen auf magere Wolle wirken, deſto trockner werden ihre Faſern. Die Wirkungen des Duͤngers auf Wolle ſind bekannt. Gelb gewordener Wolle kann man nicht ohne ſtarke Aufloͤſung der Sub— ſtanz auch nur einen blaſſeren Schein wiedergeben. Die mechaniſchen Einwirkungen beſtehen theils in voruͤber⸗ gehenden, theils in beſtaͤndigen unmittelbaren Eindruͤcken fremder Koͤrper. Sie laſſen ſich eintheilen in Keiben und Beſchweren. Reibung entſteht: 1. durch Bewegung der Luft; 2. durch Regen; 3. durch uͤberwehten Staub; 4. durch unmittelbare Beruͤhrung der Schaafe unter einander; 5. an Gegenſtaͤnden auf der Weide und bei der Einſtallung; 6. beim Waſchen durch Schwemmen oder Druͤcken; 7. beim Scheeren; F beit Jede ne, mu In Lirkung Vir varum reibend Ddie ninder in Formen Pfropßit Stapelſo Kraft ver Die Veobchtu um ſie do ſe geget kan Das des Futkn das Neiben ſit di En nul an ſc Srvl ft De Hyrte in diellicht dj Aehnl Nutſäüt N nüg ich, n fernt werde en, durch ühet. ne Efluſt ffett, und hre un ſo wird der leich ſind. die Glie⸗ weitere Nilchſafte. ar in un⸗ den vier⸗ h körant, meſer in voruͤber⸗ fremder rren. nander; Lung; Sechstes Kapitel. 89 8. beim Behandeln der Thiere auf andere Veranlaſſungen. Jede Beruͤhrung der Oberflaͤche der Haut macht dieſe uneb— ner, rauher. In welchem Grade trockne, kalte und heftige Winde dieſe Wirkung hervorbringen koͤnnen, lehret die allgemeine Erfahrung. Wirken dieſe Urſachen aber auf die Oberhaut des Koͤrpers, warum ſollten ſie nicht eben ſo gut, und noch in hoͤherm Grade reibend auf das Oberhaͤutchen des Haares wirken? Die Reibung der Haare durch die Bewegung der Luft iſt ein minder in die Augen fallender Gegenſtand, aber auch eben deshalb einer groͤßern Aufmerkſamkeit werth. Was da reibt, entfettet zugleich. Starke Regen dringen der Wolle auf dem Ruͤcken andere Formen auf. Bei hochgewundener Wolle verurſachen ſie leicht die Pfropfziehergeſtalt, und bei flachgewundener Wolle platten ſie die Stapelſpitzen ab, und kleben dieſe ſo zuſammen, daß ſie oft ihre Kraft verlieren, ſehr muͤrbe und dabei braun werden. Die Wirkungen eines ſtarken Regens muß man durch oͤftere Beobachtungen und Unterſuchungen genau kennen zu lernen ſuchen, um ſie von andern Erſcheinungen, deren Urſachen im Koͤrper ſelbſt iegen koͤnnen, zu unterſcheiden zu wiſſen. Das Streifen der Wolle unter den Krippen beim Aufſuchen des Futters oder unter andern niedrig ſtehenden Dingen, welche das Reiben zulaſſen, desgleichen an Waͤnden und Pfeilern, entkraͤu— ſelt die Spitzen ganz, treibt ſie auseinander, und macht ſie nicht nur an ſich ſproͤder, ſondern durch das Oeffnen der Oberflaͤche der Stapel fuͤr alle aͤußeren Eindruͤcke nur noch empfaͤnglicher. Das oͤftere Angreifen und Befuͤhlen der Laͤmmer ſtoͤret die Haare in ihrer Lage, macht ſie ohne Zweifel ſproͤder und bringt vielleicht die Lage der Haarwurzeln zugleich noch in Unordnung. Aehnliche Folgen an andern Hausthieren ſind bekannt genug. Beim Lammen kann die Wolle durch das Angreifen des Thieres beim Heben und Transportiren leiden, beſonders bei er— ſchlaffter Haut, welche die Wolle leichter fahren laͤßt. Auch kann die Wolle in den ſogenannten Stuͤtzen, Kauen oder Nothſtaͤllchen durch Futterſtreuen entſtellt werden. Noch iſt eine andre Art von Verunreinigung beim Lammen moͤglich, welche durch keine gewoͤhnliche Schaafwaͤſche wieder ent— fernt werden kann. 90 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Die Laͤmmer koͤnnen durch ihr Ueberſpringen und durch das Stehen auf den Schaafen, wenn ſie liegen, die Wolle ſehr in Un— ordnung bringen, außerdem aber noch beſchmutzen. Auch durch Verbreitung des Auswurfs beim Schnupfen wird die Wolle oft ſo ſehr verunreinigt, daß ſie durch die gewoͤhn— liche Schaafwaͤſche nicht wieder rein zu bekommen iſt. Ganze Haufen koͤnnen davon betroffen werden. Moͤgliche Folgen von Krankheiten auf die Wolle. In Krankheiten kann Wolle leiden: durch Verunreinigung beim Durchfall und bei der aͤußeren An— wendung von Medi kamenten, alsdenn durch Entſtellung beim oͤftern Angreifen waͤhrend der Behand⸗ lung. Auch koͤnnen noch verklumpter Schweiß und Hautauswuͤrfe hinzutreten. Einmiſchungen fremder Koͤrperchen in die Wolle. Die Entſtellungen der Wolle durch fremde Koͤrperchen ruͤhren theils vom Thier, theils vom Futter, theils vom Liegen oder Anlehnen, und theils vom Winde her. Das Beſchweren mit fremden Koͤrpern beſteht im Eindringen von Hautauswuͤrfen, von Erd- und Pflanzentheilchen und zufaͤlli— gen Verunreinigungen. Hautabloͤſungen aller Art vom weißen Flimmerchen an bis zum Schorf verwickeln ſich mit den Haaren ſo ſehr, daß keine Art von Waͤſche ſie heraus zu bringen vermag. So nuͤtzlich einiger Schweiß der Wolle iſt, ſo nachtheilig wird das von ihm abgeſetzte Fett. Sobald das Schweißfett in der Wolle verhaͤrtet, bringt man es wenigſtens nicht durch die gewoͤhnliche Waͤſche heraus. Zaͤher Schmutz oben an den Spitzen, welcher nicht von Fett herruͤhrt, ſondern beim Nieſen, Traͤnken, Lammen u. ſ. w. zufaͤllig entſteht, macht die Wolle leicht muͤrbe und zum Faulen geneigt. Staub iſt Koͤrper und Wolle ſchaͤdlich. Dem Thiere faͤllt er auf die Luftroͤhre und veranlaßt mancherlei Uebel; der Wolle ſar get er das Fett, wahrſcheinlich auch noch Mark aus, und macht ſie ſproͤde. Kalkſtaub ſoll aͤtzend wirken. Aber feiner Sandſtaub iſt am ausſaugendſten unter allen. Ed haher die dr herau grnich 6r gar zu eni zan Stan aet von. Ale und licht wißten d dürfniſſes geh, ſhd zuch eint Hnres ſ Gliich wöhn rüchen muſtandes fugn duf ußern Sch 6 Ohhald den d dr dſelbe ſ entt I Ma oer Wechſl ennen. Bohand Dn IfaHswirf* uaudwatfe Finringen indemgen und zuſ n„n his h an bis kKaiho Art keihe dlt 1 lte wir )heing wie v Sechstes Kapitel. 91 Er dringt um ſo tiefer ein, je duͤnner die Wolle ſteht, und je hoͤher die Bogen ſind, deſto ſchwieriger iſt er in der Waͤſche wie— der heraus zu bringen. Bei feinſtraͤngender Wolle gelingt die gar nicht. Naͤſſe ſcheint den Sand uͤberhaupt noch mehr an da Haar zu kitten, ſo wie ſich bekanntlich Waſſer und Sand leicht 8 5 8 9 nziehen. Staub gewiſſer Erdarten verbindet ſich mit der Wolle zu einer Art von Kitt, und erſchwert dadurch die Waͤſche ſehr. Alle Einwirkungen im Freien ſind, ausgenommen, daß Luft und Licht das Wachsthum der Wolle befbrdern⸗ nie guͤnſtig, ſonſt muͤßten die der Luft am meiſten ausgeſetzten Theile ihre Gleichfoͤr— p IEon migkeit behalten. Zuſammenſtellung aller Einwirkungen auf die Wolle. Aus dem Bisherigen laͤßt ſich abnehmen, daß zu gleicher Zeit mel rere Einwirkungen ſtattfinden koͤnnen, welche auf Koͤrper und Wo olle nachtheilig einwirken, z. B. Erhoͤhung des Nahrungs-Be— — duͤrfniſſs, Minderung der Nahrung, uͤbe rmaͤßic ge Kraftanſtrengun— gen, ſchaͤdliche Einwirkungen von auſſen. —. — — hentes Kapitel. Folgen des Wechſels aller Arten von Veraͤnde⸗ Mit jedem Wechſel eines Nahrungsgehalts zeigt ſich anch eine Veraͤnderung in der Form und dem Durchmeſſer des η ₰ 8 — Haares, ſo wie in dem Schweiß der Wolle. Gleiche Veraͤnderungen entſtehen mit jeder groͤßeren, als ge— woͤhnlichen, Kraftanſtrengung, mit jedem Wechſel des Geſundheit— zuſtandes uͤberhaupt, und mit dem Wechſel der aͤußeren Einwir— kungen auf die Ausduͤnſtung, in ſo weit ſie ſich auch auf den aͤußern Schweiß erſtrecken. Sobald die dem Wachsthum foͤrderlichen Einwirkungen mit den demſelben hinderlichen wechſeln und umgekehrt dieſe mit jenen, ſo entſtehen auch die Spuren davon ſichtbar in der Wolle. Sie ſind darin it dem bloßen Auge von Periode zu Periode ſo wie der Wechſel des verſchiedenen Zuſtandes ſtatt gefunden hat, zu er— kennen. iß 92 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Ein groͤßerer Durchmeſſer wechſelt mit einem kleineren, ein hellerer Schein mit einem dunkleren, ein fluͤſſiger Schweiß mit einem zaͤheren ab. Die Veraͤnderungen der Geſtalt und Groͤße in kurzen Zeitab⸗ ſchnitten ſind ſo groß, daß man die Wolle von demſelben Thier in ihren verſchiedenen Erſcheinungen, einzeln genommen, nicht wieder erkennen kann. Je ſchneller die Veraͤnderungen, deſto ungleichfoͤrmiger das Haar. Iſt einmal die Gleichmaͤßigkeit des Wuchſes unterbrochen, ſo ſtellt ſie ſich in den betroffenen Theilen nie wieder her. Jede Veraͤnderung und Unterbrechung des Wuchſes macht ſich an ſchwaͤchlicheren Thieren fruͤher kenntlich, als an ſtaͤrkeren. Nicht wieder herzuſtellen ſind die Folgen der Unterbrechung der Zufuͤhrung der Haarſaͤfte, wenn ſie nicht in der Nahrung liegt, ſei es nun, daß die Verbindung der Wurzel mit der Unterlage der Haut aufgehoben, oder ſie ſelbſt zu ihren Verrichtungen unfaͤhig wird. Es ſcheint, als wenn die Haarwurzeln, wenn ſie eine zeitlang ohne Nahrung geblieben waͤren, ihre Faͤhigkeit verloͤren, weiterhin Nahrungsſaͤfte an ſich zu ziehen. Die Folgen der Verletzung der unteren Hautſchichten ſind ebenfalls nicht wiederherſtellbar. Schwaͤchliche Thiere leiden zuerſt durch oͤfteren Wechſel aller Umſtaͤnde, welche auf ihren Zuſtand Einfluß haben, und erzeugen daher eine minder gleichfoͤrmige Wolle. Achtes Kapitel. Vom Verhalten des Haares nach den verſchiede⸗ nen Lebensperioden des Thieres. §. 81. Ueber den Einfluß der Muttermilch auf die beſtaͤndige Erweiterung der Gefaͤße, welche zur Auf⸗ nahme und Verbreitung der Naͤhrſtoffe, insbeſondere der Haarſaͤfte dienen. Wenn zu erweiſen ſein ſollte, daß die groben Haare, mit denen einige Merinoslaͤmmer geboren werden, von unreinerer Muttermilch herruͤhrten, ſo waͤre auch anzunehmen, do vegli fätin und Folgerunget fen Lanm ſch nur do ſen, dem dermäger und das V dunz de R. das weiſe ſein. 9. 8 ſen. We auch die? iin ainer zun dem ſich m nit dem taißern m di Ernährn it nr mi nure alc Aw dauen,1 fun d § ts an Lin uren, an ſweiß mit macht ſich eren. terbrechung rung liegt fterlage der n unfähig ſe zeitlang weiterhin ichten ſind jchſel aller erzeugen ſchide⸗ auf die ur Auf, eſondere 3 daß de ten werden, nzuneſmnen, Achtes Kapitel. 93 daß dergleichen Thiere um ſo weitlaͤuftigere Gefaͤße und Zellgewebe haͤtten und auch behalten muͤßten. Es ließen ſich hieraus weitere Folgerungen auf die Beſchaffenheit der erſten Milch und der naͤch⸗ ſten Lammnahrung ziehen, deren Wahrheit oder Unſtatthaftigkeit ſich nur durch Verſuche bewaͤhren koͤnnte. §. 82. Wechſelſeitiger Einfluß zwiſchen dem Wach⸗ ſen, dem Nahrungs-Beduͤrfniß und dem Verzehrungs⸗ Vermoͤgen. Mit dem Wachſen ſteigt das Nahrungs⸗Beduͤrfniß und das Verzehrungs-Vermoͤgen des Koͤrpers, und durch Vermeh⸗ rung der Nahrung wird das Wachſen befoͤrdert. Das Verzehrungs«Vermoͤgen des Koͤrpers iſt auch beziehungs— weiſe ſein Ernaͤhrungs-Vermoͤgen. §. 83. Verhalten des Haares waͤhrend dem Wach— ſen. Waͤhrend dem Wachſen vergroͤßern ſich mit dem Ganzen auch die Theile, die Wurzel, die Haut, die Poren und das Haar in einer zunehmenden Proportion zu ſeiner erreichbaren Groͤße, in— dem ſich mit dem Ernaͤhrungs-Vermoͤgen auch der Haartrieb, und mit dem Haartrieb bei zureichender Nahrung auch das Haar ver— groͤßern muß. So wie das Lammhaar an Groͤße zunimmt, nimmt ſeine Ge— ſchmeidigkeit bis in das dritte, vierte Jahr immer mehr ab; dage— gen nehmen die kreisaͤhnliche Richtung der Biegungen, Elaſtizitaͤt, Feſtigkeit, Schweißmenge, Streckung und Schluß der Stapel und der Oberflaͤche des Fließes allmaͤlig zu. Alles Ungleichartige des Fließes, beſonders die Verſchiedenheit der Haare auf den verſchiedenen Koͤrpertheilen faͤllt erſt ſpaͤterhin mehr in die Augen. Dieſe Erſcheinungen ſind auch leicht zu erklaͤren. Der juͤngere kleinere Koͤrper hat weder die Beduͤrfniſſe noch die Ernaͤhrungsfaͤhigkeit, wie der aͤltere, groͤßere; ſein Haar ſchrei— tet nur mit ſeinem Koͤrper proportionirt fort; mit ſeinem Wachſen nehmen alle Theile nur verhaͤltnißmaͤßig zu. Da das Wachſen beim Schaaf bis in das dritte, vierte Jahr dauert, ſo laͤßt ſich auch nicht vor dieſer Zeit ein Stillſtand des Haares in allen ſeinen Eigenſchaften erwarten. §. 84. Stillſtand des Wachſens. Die Zunahme des Haa⸗ res an Laͤnge ſteht in der Regel mit dem Wachſen des Koͤrpers ſtill. 94 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Jede Thierart und jedes Einzelne treiben ihr Haar nach zu— ruͤckgelegtem Wachſen im gehoͤrigen Nahrungszuſtande bis zu einer gewiſſen, der Art und dem Einzelnen eigenthuͤmlichen Ausdehnung und Laͤnge innerhalb einer beſtimmten Zeit, welche man die Nor— malgroͤße des Haares nennen koͤnnte. Wird die voͤllige Ausbildung des Koͤrpers, deren er nach ſei— ner Anlage faͤhig war, zufaͤllig unterdruͤckt, ſo findet derſelbe Fall auch bei dem Haare ſtatt. Der kleinere Koͤrper von derſelben Raſſe hat auch in der Regel das kleinere(kuͤrzere und duͤnnere) Haar. §. 85. Folgen einer Vermehrung der Nahrung nach dem Wachſen. Wenn nach zuruͤckgelegtem Wachſen eine Ver⸗ mehrung der Nahrung ohne Erhoͤhung des Nahrungs⸗Beduͤrfniſſes erfolgt, und der Koͤrper geſund iſt, ſo dehnet dieſer ſich im Um— fange bis zu einem gewiſſen Grade aus, und mit ihm die Haut und die Haare. Wenn nach vollendetem Wachsthum das Nahrungs⸗Beduͤrfniß zugenommen hat, ſo koͤmmt es auf die gleichmaͤßige Vermehrung der Nahrung an, ob das Haar gleichmaͤßig fortwachſen ſoll. Bei einer unzureichenden Zulage wird das Haar immer hinter ſeinem vorigen Wuchs zuruͤck bleiben. §. 86. Abnahme des Ernaͤhrungs⸗Vermoͤgens. Die Dauer des Wollerzeugungs⸗Vermoͤgens haͤngt von dem Unterhalt, von der Einrichtung des Koͤrpers und der Dauer ſeiner Kraͤfte ab. Mit dem hoͤheren Alter wird das Nahrungs⸗Beduͤrfniß gerin⸗ ger, und mit ihm zugleich das Ernaͤhrungs-Vermoͤgen, indem ſich das Gebiß ebenfalls verliert; die Haut ſchrumpft ein, und wird ſchlaffer; ihre Reizbarkeit vermindert ſich, mit dieſen Grundlagen auch das Haarerzeugungs⸗Vermoͤgen. Mit dem herannahenden Alter faͤngt der Koͤrper an auf den aͤußerſten Theilen und unter dem Bauche keine Haare mehr zu treiben, auch vermindert ſich der Wuchs allmaͤlig auf den am mei— ſten bewachſenen Stellen. Dies trifft das weibliche Geſchlecht fruͤ— her, als das maͤnnliche. Aus denſelben Urſachen bleibt, ſo wie das Thier aͤlter wird, bei dem einen fruͤher, bei dem andern ſpaͤter, die Laͤnge der Wolle zuruͤck, die Figur wird unregelmaͤßiger, der Durchmeſſer kleiner, die Eoſtltät drr einzelne „,sterid Lobenspelid ſeſt auf den getrachtet! Die F leit verwirt Polle wird tiwas mehr Ala Dancke d Auch ſo wie aul Ih 0 aſit. ff Jahre auf Das workämmt, nit dem 6 1 F „,% inn ginlc runa ff rng fuͤr de de axewe And durch gen Nährſt nach zu zu einer ddehnung nd Nar er nach ſei erſelbe Fall znuch in der ung nach eine Ver dedäͤrfwiſts ich im Un⸗ die Haut Beduͤrfniß rmehrung ſoll. Bei ter ſeinem ns. Die Unterhalt, Kräͤfte ab. niß gerin indem ſich und wird zrundlagen Nauf den mehr zu am mei⸗ glecht fii alter wird, der Voll kleine, di — Achtes Kapitel. 95 Elaſtizitaͤt erſchlafft, das Haar wird muͤrber, die Ungleichartigkeit der einzelnen Haare wird groͤßer, als ſie je in einer der fruͤhern Lebensperioden war. Be judeee zeigt ſich dieſe Ungleichartigkeit oft auf den Ruͤckgrat alter Staͤhre, welche fruͤher als Seltenheiten de betrachtet wurden. Die Haare behalten keine aufrechte oder gerade Stellung und Lage mehr; auf dem Ruͤcken ſenkt ſich die Oberflaͤche mehr ein; oft verwirren ſich die Spitzen immer mehr mit einander, und die Wolle wird mooſig, nur Weichheit und Elaſtizitaͤt koͤmmt wieder etwas mehr zum Vorſchein. Allein nicht jedes Fließ aͤlterer Thiere iſt in dieſem letzten Punkte den JFuͤhrlindsſtießen s gleich. Auch vermindert ſich der Schweiß, das Fließ wird im Innern ſo wie auf der Oberflaͤche blaſſer Wolle kann, wie die Erfahrung lehrt, uͤber zwei, ja drei volle at daf der Haut ſtehen bleiben, ohne daß ſie abfaͤllt. s Abfallen hat alſo, wenn es nicht auf kranken Thieren vorkoͤmmt, eihen Grund in der allzu verſchiedenen Beſchaffenheit und Menge der Nahrung bei dem jaͤhrlichen Wechſel, beſonders im erſten Augenblick des Uebergangs, wenn noch keine zureichende Weide dorßenden iſt. Das Hartſtenglige wird alsdann mit dem Weichern, das Duͤrr mit dem Gruͤnen vertauſcht. Jah al ht re D §. 87. Aufhoͤren des Haarwuchſes. Der Haarwuchs kann gaͤnzlich unterbrochen werden, ſowohl durch Mangel an Nah— rung fuͤr das Thier, als durch Aufhebung der Verbindung zwiſchen der Haarwurzel und der Haut, durch Zerſtoͤrung der Haut ſelbſt und durch das Unvermoͤgen des Koͤrpers, den Haaren den gehoͤri— gen Naͤhrſtoff zuzufuͤhren. Neuntes Kapitel. Vom Abſterben des Haares in ſich ſelbſt waͤhrend ſeiner Verbindung mit dem Koͤrper. §. 88. Wolle kann, wie die Erfahrung lehret, mehrere Jahre auf dem Koͤrper alt werden, vielleicht ohne Unterbrechung bis zum Aufhoͤren des Koͤrpers ſelbſt fortwachſen. 96 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Damit iſt aber noch nicht die Bedingung gegeben, daß auch die ganze Laͤnge des Haares einen unveraͤnderten gleich geſunden Koͤrper ausmache. Im Gegentheil, wenn daſſelbe eine zeitlang alt geworden iſt, faͤngt es an ſeinem oberen Ende an abzuſterben. Sobald naͤmlich das Mark im aͤußerſten Theil des Haares er— ſtarrt, wird dieſer Theil unfaͤhig von neuem Saͤfte aufzunehmen. Die Ausdauer der Subſtanz des Haares haͤngt zunaͤchſt von ihren Grundſtoffen und der Fuͤgung derſelben, alsdenn von dem Zuſtande des Thieres und von aͤußeren Einwirkungen ab. Die Lammhaarſpitze zeigt ſich zuerſt als abſterbend. Sie wird muͤrbe und etwas dunkler von Anſehen. Kein erwachſenes Thier traͤgt in irgend einem Zuſtande ſo ſchwache Wolle, daß ſich die Haare im Laufe eines Jahres gaͤnzlich aufloͤſeten. Wohl aber koͤnnen innerhalb dieſer Zeit die Spitzen matter Haare anfangen eben ſo ruͤckgaͤngig, wie die Laͤmmer⸗Haar⸗ ſpitzen, zu werden, wenn ſie auf ſchwachen Thieren erzeugt ſind, oder zu wenig Nahrung bekommen haben. Anhaltendes Regen— wetter befoͤrdert die Toͤdtung der Spitzen. In dieſer Hinſicht ſind die einzelnen Thiere ſehr verſchieden. Oft trifft man das fruͤhzeitige Abſterben des oberen Theils der Haare auf ſehr feinwolligen gewoͤhnlich aber ſehr ſchwaͤchlichen Thieren an. Zehntes Kapitel. Veraͤnderung abgeſchorner Wolle. §. 89. Je aͤlter das Haar wird, wenn es auſſer Verbindung mit dem Koͤrper gekommen iſt, deſto mehr trocknet es in ſeinem Umfange ein. Die Geſchmeidigkeit geht nach der Schur an der Wolle immer mehr verloren, je aͤlter ſie wird. Ein zu langes Liegen iſt ihr alſo auch in dieſer Hinſicht ſchaͤdlich. Ganz grobe und veraltete Wolle erſcheint oft ſo barſch, daß ihr Haar wirklich zerknickt werden kann. Eine Wolle, welche lange liegen ſoll, darf von Galerte und Fett nicht zu ſehr entbloͤßet ſein. Mager gefuͤtterte, ſo wie zu rein entfettete Wolle wird zu fruͤh ſtarr und muͤrbe, und iſt auch dem Mottenfraß fruͤher unterworfen. „ —— Aus i r Volln) M. nutſenen Torn wag tung. Einah paralle. Kla⸗ laufend g hemn Scht Anſci ſch an eir; Venu tung ſtche bungen, rſcheinn Schlie tenon ſer V dei d das dutich der d ſeit und 1 d die Baa Eine 9 diis von Klchl Ante inand da ger 1 Rr herwertane Da ſnſat von b daß auch geſunden eitang alt eben. Haatts t anehmen. naͤcht von von dem Sie wird tande ſo es gaͤnzlic he Spitzen mer⸗Haar, eugt ſind, 5 Nggen⸗ iſchieden. heils der vachlichen erbindung in ſeinem t immer ihr alſo ſch, deß erte und o wie zu iſ ouch — Zehntes Kapitel. 97 Aus dieſen Gruͤnden allein ſchon behaͤlt die Schaafwaͤſche vor der Wollwaͤſche einen großen Vorzug. Eilftes Kapitel. Normalwuchs der Merinoswolle. §. 90. Richtung. Das Merinoshaar waͤchſt auf dem er⸗ wachſenen und geſunden Schaaf bei gehoͤriger Ernaͤhrung, ſeine Form mag ſein, welche ſie will, in der Regel in gerader Rich— tung. Einerlei Richtung mehrerer Haare nennt man gleichlaufend, parallel. Klarheit. Wenn alle nebeneinander ſtehenden Haare gleich— laufend gerichtet ſind, ſo nennt man ihren Wuchs, in Bezug auf ihren Schein, den ſie von ſich geben, klar. Anſchließung. Parallellaufende Haare wachſen entweder ſich an einander anlehnend, oder ſie wachſen in einander eingreifend. Wenn Haare, welche Bogen haben, in gleicher gerader Rich— tung ſtehen, und ſich in einander ſchließen, ſo bilden ſich Einker— bungen, welche bei flachen Bogen nur ſchwach ſchillern(gewaͤſſert erſcheinen), bei hoͤheren Bogen aber merklicher werden. Schließen Haare mit umgelegten Bogen dicht an einander, ſo krempen ſie ſich einander wie Maſchen ein. Bei der Scheitelung und auch noch nach der Schur kann man das deutlich wahrnehmen. Der gerade Wuchs der Haare iſt ein Anzeichen von Geſund— heit und zureichender Ernaͤhrung. In der Fabrikation erleichtert er die Bearbeitung. Eine gar zu ſtarre gerade Richtung giebt aber auch einen Be⸗ weis von Sproͤdigkeit ab. Gleichlaufende Bogen laſſen eine Uebereinſtimmung der Haare unter einander vermuthen. Der geraden Richtung ſteht die verworrene entgegen. Bei der Richtung mehrerer Haare ſagt man auch gerader oder verworrener Wuchs. Den Anſchein eines verworrenen Wuchſes nennt man im Ge⸗ genſatz von klar, truͤb. 7 98 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Ungleichheit der Haare in Form, Laͤnge und Durchmeſſer laͤßt keinen gleichlaufenden oder klaren Wuchs zu, ſondern die Wolle er— ſcheint um ſo truͤber, wolkiger oder verworrener, je weniger die Haare darin uͤbereinſtimmen. Die gerade Richtung wird unterbrochen: bei Veraͤnderung des Durchmeſſers und der Form, durch Belaſtung von fremden Koͤrperchen, durch Reibung und Druck, und endlich durch die natuͤrliche Neigung ſehr elaſtiſcher Haare, ſich zu kruͤmmen. §. 91. Innere Verbindung der Stapel. Keine Meri⸗ noswolle ſteht ſo dicht, daß nicht durch koͤrperliche Bewegung, Wind und Regen gewiſſe Abtheilungen zwiſchen den Haaren ent⸗ ſtehen ſollten. Dieſe Abtheilungen ſind uͤberhaupt genommen ſehr klein, ſchlie⸗ ßen eine Anzahl Haare bis zu 100 ein, und richten ſich in ihrer Kleinheit nach der des Durchmeſſers und der Bogen. Dieſe klei— neren Abtheilungen kann man auch Buͤndelchen nennen. Wenn dieſe Buͤndelchen ſo vereinzelt ſtehen, daß ſie Zwiſchen— raͤume zwiſchen ſich deutlich erkennen laſſen, ſo heißen ſie, ihrer Aehnlichkeit wegen, Straͤnge.— Wenn ſich die Haare dieſer Buͤndelchen durch die Maſchinen noch leicht von einander trennen laſſen, ſchaden ſie der Fabrikation weiker nicht. Dem Produzenten aber iſt dieſe Wollart darum nachtheilig, weil ſie gewoͤhnlich mit leichterem Gewicht verbunden iſt. Sobald aber, beſonders bei ſchwachen Thieren und bei ſtraͤn— gender Wolle mit kleinen hohen Bogen, Schweißfett in die Wolle tritt, ſo verklebt daſſelbe die ſtraͤngenden Haare, ſobald es erſtarrt, bei klebrigem Schweiß um ſo leichter, feſt zuſammen. Die kleinen Buͤndelchen bekommen dadurch weiße Streifen, und haben das An⸗ ſehen von Zwirnfaͤden, daher ſie auch allgemein unter den Aus⸗ druͤcken Zwirn, Zwirnend verſtanden werden. Wenn das Zuſammenkleben der Haare der ganzen Laͤnge nach bis auf den Grund ſtattfindet, ſo heißt dies Grundzwirn. Bei geſunden ſtarken Thieren, ſo wie bei dichtſtehender flacher „Wolle, wenn ſie unnnterbrochen gewachſen iſt, findet man das Zwirnen weniger. Penn Das lchem E un beſtim Da Polle vo kann, ſo aewachſer Grund ve Scweiß! nen, wch ducch u den Gre ſcch auch 1.9. an ſch n Dei d dgen, dere pel verain Gri⸗ luſt de i einen nr, je kͤr Otarre we um Danrali keneli daf weſſer lͤßt Voll er⸗ deniger die re, ſich zu eine Meri⸗ Bewegung, Haaren ent lein, ſchlie⸗ ih in ihret Dieſe kli⸗ e Zwſſhen⸗ z ſie, iſret Maſchinen abrikation achtheilig, bei ſtraͤn⸗ die Volle es erſarrt, die kleinen das An⸗ den Aus⸗ ſange nac 1. ꝛder faacher t man das Eilftes Kapitel. 99 Wenige und gehaltloſe Nahrung vermehret das Zwirnen. Das Zwirnen erſchwert das Loͤſen der Haare. Es kann in ſolchem Grade da ſein, daß die Loͤſung unmoͤglich, folglich die Wolle zu beſtimmten Zwecken gar nicht brauchbar iſt. Da die Verklebung der Haare durch Schweiß in jeder Art Wolle vorkommen, und mit jedem Feinheitsgrade verbunden ſein kann, ſo laͤßt ſich eine ſo beſchaffene Wolle nur als nicht gehoͤrig gewachſen von gehoͤrig gewachſener unterſcheiden; es iſt aber kein Grund vorhanden, beim Klaſſifiziren der Wolle uͤberhaupt mit Schweiß verklebte Fließe zu einer der permanenten Klaſſen zu rech— nen, welche nur Wolle im gehoͤrigen Wuchs enthalten ſollen und deren Eintheilungen nach ganz andern Prinzipien erfolgen muͤſſen. Zu den ungehoͤrigen Erſcheinungen in der Wolle gehoͤren noch verhaͤrteter Schweiß uͤberhaupt, Hautſchindeln und Hautauswuͤrfe jeder Art, Verunreinigung durch Ungeziefer und ſeine Folgen. Der Wuchs der letzten Zeit von drei bis vier Wochen vor der Schur bildet in der ſitzenbleibenden Stoppel die Oberflaͤche des Fließes im naͤchſten Jahre mit ſeinen Vollkommenheiten und Fehlern. Wenn z. B. ſonſt gut genaͤhrte Wolle kurz vor der Schur durch zu knappe Weide zu karg unterhalten wird, ſo zwirnt ſie auf dem Grunde, bekoͤmmt Hautſchindeln und wird ſproͤde, oder filzt ſich auch wohl bei verklumptem Schweiße. §. 92. Stapelgroͤße. Mehrere dieſer Buͤndelchen vereini— gen ſich wieder zu groͤßeren Abtheilungen, und dieſe heißen Stapel. Bei dieſen haben wir die Groͤße der Grundflaͤche zu beruͤckſich⸗ tigen, deren Haare ſich in verſchiedenen Buͤndelchen zu einem Sta— pel vereinigen, und alsdann die Art dieſer Vereinigung in der Spitze. Groͤße des untern Umfanges. Je laͤnger die Haare im Laufe des Wuchſes werden, deſto mehrere vereinigen ſich zuſammen in einen Stapel. Der Umfang der Stapel bleibt daher um ſo klei⸗ ner, je kuͤrzer die Wolle bleibt bei uͤbrigens gleicher Beſchaffenheit. Starre Haare in verſchiedenen Richtungen greifen ebenfalls weiter um ſich, und vergroͤßern den Umfang der Stapel. Auch Duͤnnwolligkeit geſtattet eine weitlaͤuftigere Vereinigung. Eine ſtaͤr— kere Ausduͤnſtung befoͤrdert ſie noch uͤberdem. Der kleinere Umfang der Stapel wird dagegen bedingt: durch Kuͤrze, Feinheit, 100 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. ſanfte Elaſtizitaͤt, Gleichfoͤrmigkeit und Dichtheit, welche Eigenſchaften alle der Vereinigung wenigerer Haare auf einem kleineren Raum nicht hinderlich, ſondern foͤrderlich ſind. Zuweilen richtet ſich aber auch der Stapelumfang, beſonders je weniger fein die Wolle iſt, nach dem Schnitt bei der letzten Schur. §. 93. Stapelſpitzen. Wenn Schweißfett die Oberflaͤche des Fließes ſo bedeckt, daß man die darin verklebten Haarſpitzen nicht mehr erkennen kann, ſo hoͤret alle Beurtheilung auf. Hier iſt bloß von ſolchen Fließen die Rede, wo jener Fall nicht ſtattfindet. Erſcheinungen. Die Stapel erſcheinen in den Spitzen offen oder geſchloſſen; geſchloſſene Stapel ſind entweder ſpitz oder ſtumpf. Spitzgeſchloſſene Stapel enthalten entweder ungleich lange, oder ſehr feine, kraftloſe Haarſpitzen. Im letzten Falle ſehen die Spitzen oft braͤunlich aus. Die ſtumpfen Stapelſpitzen koͤnnen allerlei Figuren bilden. Sie erſcheinen bei kleinern Stapeln in der Regel rund, bei groͤßeren aber nicht immer rund, ſondern auch eckig; zuweilen naͤhern ſie ſich ſogar dem Viereck. Nach der Richtung der Stapel haben dieſe Flaͤchen alsdann eine etwas ſchraͤge Richtung. Dergleichen ſtumpfe Stapel ſind gewoͤhnlich mit vielem, oft zaͤhem Schweiße verbunden. Da Haare mit hohen Bogen ſich um ſo mehr an einander ſchließen, je groͤßer ihre Elaſtizitaͤt iſt, ſo kann man nicht, ohne weitere Unterſuchung von geſchloſſenen Stapeln auf Feinheit und Geſchmeidigkeit der Wolle ſchließen. Knoten ruͤhren aus mehreren von einander ganz verſchiedenen Urſachen her, und zeigen ſich ſowohl bei ganz ungleichartiger als gleichartiger Wolle. Knotige Stapelſpitzen gewoͤhnlich auf dem Vorderruͤcken ruͤhren bei ſonſt gleichartigen Haaren von einer zu großen Neigung ſich zuſammen zu ziehen her(Contractilitaͤt); dieſer Fall tritt aber mei⸗ ſtens nur bei kurzer gleichartiger Wolle ein; bei laͤngerer Wolle fin⸗ det man gewoͤhnlich ungleichartige Haare in denſelben. Gelo⸗ gnthalten Knot gänz unri Die N der Spit Je 1 Stapeſſch ed die Syi Haa Teriini der gſchl de Gexie (inzel ißtetn J als ſtaxker derrücken. En und feiner ſe dichter: tnefßn ſaürn ei Vere⸗ da ian Naxe auf ſad. beſondets der letzten Oberflaͤche aarſpitzen * Fall nicht iten ofen er ſtumpf. nge, oder Spißen den. Sie groͤßeren en ſie ſich ben dieſe lem, oft einander it, ohte yeit und hiedenen igger als ruͤhren gung ſch abet mi⸗ Volle f⸗ Eilftes Kapitel. 101 Gelockte Stapel(nicht zwirnende), in der Pfropfzieherform, enthalten in den allermeiſten Faͤllen ungleichartige Haare. Knotige oder ſich ſchneckenfoͤrmig windende Spitzen werden ganz unrichtig Zwirn genannt. Die Geſtalt der Stapel haͤngt ab: Von der Laͤnge, der Form, der Feinheit, der Geſchmeidigkeit, der Elaſtizitaͤt, der Gleichartigkeit, der Dichtheit, dem Schweiße, und von aͤußeren Einwirkungen. 4 Je groͤßer die hohen Bogen ſind, deſto leichter gehen ſie an der Spitze des Haares in irregulaͤre Kraͤuſelungen uͤber. Je laͤnger die Haare ſind, deſto weniger; je kuͤrzer, deſto mehr Stapelſchluß. Je duͤnner der Haarſtand iſt, deſto ſchwieriger verbinden ſich die Spitzen in einen geſchloſſenen Stapel. Haare, welche zu weit von einander abſtehen, um eine enge Vereinigung der Haarſpitzen zu geſtatten, koͤnnen dennoch im min⸗ der geſchloſſenen Stapel die vorzuͤglichſte Wolle ausmachen. Nur das Gewicht des Fließes macht einen Unterſchied. Einzelne ſenkrecht ſtehende Stapel werden jedesmal von einer groͤßeren Menge Schweißes zuſammen gehalten, und beſtehen oft aus ſtarreren Haaren. Man findet ſie gewoͤhnlich auf dem Vor⸗ derruͤcken. Ein Stapel iſt auf dem Thier um ſo geſchloſſener, je hoͤher und feiner die Bogen der Haare, je groͤßer ihre aͤußere Elaſtizikaͤt, je dichter ihr gegenſeitiger Abſtand, je kuͤrzer ſie ſind, je groͤßer die Schweißmenge iſt, die ſie umgiebt, und je weniger die Wolle von aͤußeren eindringlichen Koͤrpern belaſtet iſt. Vereinigung der Spitzen. Die gegenſeitige Anſchließung der Haare zu einem ſtumpfen Stapel wird befoͤrdert: durch hoͤhere kleinere Bogen derſelben, Gleichartigkeit, Kuͤrze, hohe Elaſtizitaͤt, 102 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Dichtheit, etwas Schweiß, und ebnes Abſcheeren. Der Anſchließung der Haarſpitzen ſtehen im Wege, und laſſen dieſelben eher offen: flachere und groͤßere Bogen, Ungleichartigkeit in jeder Beziehung, groͤßere Laͤnge, ſtarre, verſchiedentliche Rich— tung der Haare, Kraftloſigkeit uͤberhaupt, Duͤnnwolligkeit, Mangel an Schweiß. Offene Spitzen werden auch ſtruppig, buſchig genannt. Wirkungen aͤußerer Erſcheinungen auf die Stapel— ſpitzen. Feuchtigkeit ſchließt die Stapel feiner matter Wolle, ſo wie die Stapel ungleicher langer Wolle ſpießig; Knoten ziehen ſich unter Feuchtigkeit mehr zuſammen; heftiger Regen bringt die Haare auf dem Ruͤcken in Unordnung und macht durch das Ab— laufen an den Seiten die Stapel ſpitz. Wind, Staub, Sand, Reibung und Druck oͤffnen die Stapel und machen ſie rauch; ungleiches Abſcheeren verhindert den gehoͤrigen Schluß. §. 94. Bemerkung. Unter Stapel muß man ſich uͤbrigens nicht etwas ſo ſehr ſcharf Begraͤnztes denken. Denn erſtlich ſon— dern ſie ſich auf der Haut vor dem Abſcheeren faſt gar nicht kennt— lich von einander, und denn vereinigen ſich auch mehrere Grund⸗ abtheilungen in eine gemeinſchaftliche Spitze ohne beſtimmte Groͤße. Uebrigens hat die kuͤrzere, feinere, geſchmeidigere, elaſtiſche Wolle mit hoͤheren Bogen auch die kleineren geſchloſſeneren Staͤ— pelchen. §. 95. Richtung der Stapel. Die Richtung der Stapel gegen den Mittelpunkt des Koͤrpers iſt mehr oder weniger liegend. Einfluß darauf haben: gleichlaufende Lage der Haare, Laͤnge, Grad der Geſchmeidigkeit, Dichtheit, Schweiß, und aͤußere Einwirkungen, unter dieſen aber am meiſten der Dichtheitsgrad. Mit der Veraͤnderung dieſer Grundlagen veraͤndert ſich auch die Richtung der Stapel. 8 Da rihtung terworfen Wen Rücken, ſt, ohne qufere. fäche un Jer grade, d dert ſic Giſ geben. bindung ſchloſſene öta Verbindu wohl ad dern ube ſten unte dder ſe Jwwi Uanerem dun mel tetm 3 Syin d die On ner erſc nd laſſen hattigkeit che Ric Mangel tapel⸗ Volle, n hiehen ringt die das Ab Sand, erauch; übrigens lich ſon⸗ ͤt kennt Grund⸗ Groͤße. aſtiſche Stä⸗ Stapel liegend. ſich aüch Eilftes Kapitel. 103 Da ſich jene nun beſtaͤndig veraͤndern, ſo iſt auch die Stapel— richtung im Laufe des Jahres einer beſtaͤndigen Veraͤnderung un⸗ terworfen. Wenn ein Thier mager iſt, ſo ſcheitelt ſich ſeine Wolle auf dem L) Ruͤcken, beſonders uͤber den Schultern mehr, als wenn es beleibter iſt, ohne daß ſich dabei das Verhaͤltniß der Dichtheit veraͤndert. Zwoͤlftes Kapitel. Bedingungen des aͤußeren Anſehens des Fließes auf dem Thiere. §. 96. Oberflaͤche des Fließes auf dem Schaafe. Das aͤußere Anſehen eines Fließes begreift in ſich die Geſtalt ſeiner Ober— flächhe und das Anſehen derſelben insbeſondere. Jene haͤngt von der Geſtalt der Stapel und dem Dichtheits⸗ grade, dieſes von dem Schweiß und dem Staube ab, und veraͤn⸗ dert ſich auch mit ihnen. Geſchloſſene Stapelſpitzen koͤnnen noch kein geſchloſſenes Fließ geben. Erſt wenn die Stapelſpitzen ſelbſt in ununterbrochener Ver⸗ bindung ſtehen, wird die ganze Oberflaͤche des Fließes um ſo ge— ſchloſſener, je dichter die Haare ſtehen. Stapelverbindung zu einem Fließ. Die gegenſeitige Verbindung der Stapel kann ſtattfinden, entweder vermittelſt der Durchkreuzung aller, oder nur einzelner Haare. Der erſte Fall findet bei Merinoswolle im gehoͤrigen Zuſtande gar nicht ſtatt; wohl aber der andere. Die einzelnen von einem Stapel zum an— dern uͤbergehenden Haare ſind gewoͤhnlich die ſproͤdeſten und groͤb— ſten unter den uͤbrigen, an welche ſie ſich nicht anſchließen konnten, oder ſie ſind zufaͤllig ſo verflochten worden. Zwiſchen den Stapeln groͤberer und ſproͤderer Wolle und bei duͤnnerem Stand der Haare findet dieſe durchkreuzende Verbin⸗ dung mehr nach unten zu, bei feinerer Wolle aber und bei dich— terem Stande mehr in der Hoͤhe, oft bis dicht unter die oberſten Spitzen ſtatt. Je ebener nun die Wolle zuletzt abgeſchoren iſt, je ſtumpfer die Stapel, und je dichter ſie an einander gereihet ſind; deſto ebe⸗ ner erſcheint die ganze Flaͤche des Fließes. 104 Erſter Theil. Vierter Abſchnitt. Gleichfoͤrmigkeit der Haare in den Buͤndelchen und den Stapeln. Eine Uebereinſtimmung des Umfangs der Stapel laßt auch in demſelben Verhaͤltniß uͤbereinſtimmende Haare ver— muthen. Fließe ohne Stapel. Es giebt aber hochfeine, ſanftelaſtiſche Wolle, mit hoͤheren Bogen, welche bei ziemlicher Dichtheit und vorhergegangener ebener Schur in gar keinen Stapeln, als Behaͤl⸗ tern mehrerer Haarbuͤndelchen, ſondern nur in dieſen Buͤndelchen allein erſcheint, und fuͤr die Anwendung der Wolle die hoͤchſten zulaͤſſigen Forderungen befriediget. Unwahrſcheinlich iſt es nicht, ganze Heerden ſo bilden zu koͤnnen, da ſich ſo beſchaffene Thiere unter ſich getreu fortpflanzen. Eine geſchloſſene Oberflaͤche oder Decke des Fließes beweiſet noch nichts fuͤr den dichten Stand der Haare, indem jene bloß durch hohe, aber einander beruͤhrende Bogen, in Verbindung mit Schweiß verurſacht worden ſein kann, und die Haare dennoch weit abſtehen koͤnnen. Von dem Zuſammenhang der Decke iſt noch die Ebenheit der⸗ ſelben zu unterſcheiden. Die Ebenheit der Oberflaͤche eines Fließes haͤngt von dicht⸗ ſtehenden ſtumpfen Spitzen und vom ebenen Scheeren ab. Unebenheit des Fließes entſteht: 1. von ungleicher Laͤnge einzelner Haare oder Buͤndelchen oder Stapel, 2. von niedergedruͤckten Spitzen, 3. von nicht ebener Schur. Sanftelaſtiſche Wolle kann nicht allen aͤußeren Eindruͤcken widerſtehen, beſonders wenn ihr Stand nicht ſehr dicht iſt. Bei den beſten uͤbrigen Eigenſchaften kann ſie ſich auf dem Ruͤcken ein⸗ ſenken. Um aber zu erkennen, ob dieſer Fehler bloß an dem duͤnneren Stande der Haare liege, darf man die Haare nur auf ihre Gleich⸗ artigkeit im Durchmeſſer unterſuchen. Bewaͤhren ſie ſich darin, ſo iſt das Einſenken der Stapelſpitzen blos Zufaͤlligkeiten zuzuſchreiben. Da eine ebene geſchloſſene Oberflaͤche eines Fließes mehrere vereinte Eigenſchaften der Wolle moͤglicher Weiſe in ſich verbinden kann, welche in Bezug auf die Anwendung der Wolle die weſent⸗ lichſten ſind, und auch die Handelsſortimente verſchoͤnern hilft; außerdem noch bei der Zucht zugleich fuͤr ein Haupterforderniß taulcher de Aufm giöogen. Wer bedingten die Verſe nen Sche td, welce D wie die E ſan auf vnd vace enthalten Da auf die zeigt, nie Der ſchaſten n ganz ande heit, Sc winder f die Epiz En⸗ nie aher reviſtt C Nan ihnn üüng ds nicht Aus nen nicht ſcreiben 1 f. ) td tiode, zu der Knit dirkungen detüng Theile det Jy. M en und Stapel faſiſhe theit und Behi⸗ uͤndelchen hoͤchſten nicht, Thiere beweiſet hene boß dung mit och weit eit der⸗ dicht⸗ den oder druͤcken t. Bei ken ein⸗ jmneren Gleich⸗ rin, ſo reiben. nehrere erinden weſen⸗ en hiſt; ferderni Zwoͤlftes Kapitel. 105 tauglicher Zuchtthiere gehalten werden muß: ſo hat dieſe Eigenſchaft die Aufmerkſamkeit aller bei der Wolle betheiligten Klaſſen auf ſich gezogen. Wer ſie aber in den verſchiedenen Beziehungen als einen un— bedingten Beweis anſehen wollte, wuͤrde ſich ſehr taͤuſchen; denn die Verſchiedenheit des aͤußeren Anſehns der Fließe auf verſchiede— nen Schaafarten, haͤngt von der Verſchiedenheit der Grundlagen ab, welche dieſes aͤußere Anſehn bilden helfen. Da aber die Anzahl derſelben nicht gering iſt, ſo kann es ſich, wie die Erfahrung lehret, auch zutreffen, daß einerlei aͤußeres An— ſehn auf ſehr verſchiedenen Verhaͤltniſſen der Grundlagen beruht, und unter gleichem aͤußeren Anſehn eine ſehr verſchiedene Wolle enthalten iſt. Daher iſt die Beurtheilung der Wolle nach einem bloßen Blick auf die Oberflaͤche, in ſo fern ſie keine ſichtbaren Abweichungen zeigt, nie zuverlaͤſſig. Der Dichtheitsgrad z. B. darf bei uͤbrigens gleichen Eigen— ſchaften nur im Geringſten veraͤndert ſein; und wir haben eine ganz andere Oberflaͤche vor uns. Hohe Bogen, Eaaſtizitaͤt, Dicht⸗ heit, Schweiß und ebenes Abſcheeren ſind hinreichend, auch bei minder feinen, minder ſanften und minder gleichartigen Haaren die Spitzen derſelben in die engſte Verbindung zu ſetzen. Eine geſchloſſene Flaͤche kann daher nur als ein Mitkennzeichen, nie aber als ein(abſolutes) allgemeines unbedingtes Wahrzeichen gewiſſer Eigenſchaften betrachtet werden. Man hat im Gegentheil beſtaͤndig Urſache, Wolle in Ruͤckſicht ihrer uͤbrigen Eigenſchaften auf andern Wegen zu unterſuchen, und es nicht beim oberflaͤchlichen Blick bewenden zu laſſen. Aus dieſem Grunde iſt es auch uͤberfluͤſſig, abweichende For— men nicht geſchloſſener und gekruͤmmter Stapelſpitzen weiter be— ſchreiben zu wollen. §. 97. Veraͤnderlichkeiten des Anſehns der Wolle. a) Im Inneren. Mit der fortſchreitenden Laͤnge der Haare von Periode zu Pe⸗ riode, durch den verſchiedenen Einfluß des Nahrungs-Wechſels, der Kraftanſtrengung, der Temperatur und anderer aͤußeren Ein— wirkungen auf die Geſtalt, Groͤße und Kraͤfte der verſchiedenen Theile der Haare und auf Schweiß, kann ſich das Anſehn der 106 Erſter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Wolle von einem Thier, auch ohne Einfluß des zu- und abneh⸗ menden Alters, im Laufe eines Jahres ſo veraͤndern, daß ſich die Fließe von drei bis vier Schuren nur in den wenigſten Faͤllen als zu einem Thier gehoͤrig mehr erkennen laſſen. Keinen Monat, faſt keine Woche bleibt das innere Anſehn der Wolle daſſelbe. Die hauptſaͤchlichſten Veraͤnderungen entſtehen aber bei dem Wechſel der Weide mit der Einſtallung, beſaamter Weiden und der Stoppelweide mit unbeſammten, der Wieſenweide mit Feldweide, der Wurzelgewaͤchſe mit trockenem Futter, der mehligen Nahrung mit Rauhfutter, und bei den Schaafen beſonders waͤhrend und nach dem Saͤugen. b) Aeußerlich. Sobald ſich aufrecht gerichtete Stapel nur etwas kruͤmmen oder ſenken, die Schweißmenge zu- oder abnimmt, und der kleben— bleibende Staub ſich vermehrt; iſt gleich das Anſehn des Fließes veraͤndert. Die Veraͤnderung der Richtung der Stapel iſt§. 79 und die des Schweißes§. 74 naͤher auseinander geſetzt. Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber Fortpflanzung. Erſtes Kapitel. Ueber die Geſetze der Fortpflanzung des Schaaf— geſchlechts im Allgemeinen, ſo weit ſie ſich aus der bisherigen Erfahrung ergeben. §. 98. Ueber das Verhalten der beiden Glieder eines Stammpaares unter ſich. Zwiſchen den Gliedern eines Stamm— ranrez fi dn brpet ſnſchen d duſer Un fältniſſe, Auße fömmt no Enzelne Deh lcher Veiſ ſen Grade Gnt Verſchdde zwiſchen; gwei in ihrer? noch nicht Den den Glied trdung de 4.99 kung eine Etammes, Dijfn die angtbor Dadid dem Ota Vergleichu ddes Eine ſin Jerän ſe Eienſc ſuic unm hers Dr raartz g6t Seannait . Propo indheit un d abneh ſ ſich die gallen als lnſehn der e bei dem n Und der weide, der ung mit und nach der kleben es Fließes und die Schaaf⸗ ch aus der ein es Erſtes Kapitel. 107 paares findet in der Mehrheit der Faͤlle derjenige Unterſchied in den koͤrperlichen Eigenſchaften ſtatt, den die Natur im Allgemeinen zwiſchen dem maͤnnlichen und weiblichen Geſchlecht feſtgeſtellt hat. Dieſer Unterſchied betrifft den Bau im Allgemeinen, die Theilver⸗ haͤltniſſe, die Groͤße und die Kraft. Außer dem Unterſchied, den das Geſchlecht mit ſich bringt, koͤmmt noch der allgemeine hinzu, nach welchem auch nicht zwei Einzelne einer Thierart vollkommen mit einander uͤbereinſtimmen. Die beiden Theile eines Stammpaares koͤnnen ſich alſo moͤg— licher Weiſe in ihren Eigenſchaften nur naͤhern, und bis zum hoͤch⸗ ſten Grade aͤhnlich, aber nicht gleich ſein. Eine Uebereinſtimmung in einzelnen Eigenſchaften, neben einer Verſchiedenheit in den uͤbrigen, macht noch keine Gleichartigkeit zwiſchen zweien Thieren aus. Zwei Schaafe, welche in ihren Theilverhaͤltniſſen verſchieden, in ihrer Wolle aber nahe uͤbereinſtimmend ſind, kann man deshalb noch nicht gleichartig heißen. Den Unterſchied(die Differenz) einer Eigenſchaft zwiſchen bei⸗ den Gliedern des Stammpaares wollen wir in Hinſicht auf Ver— erbung den Spielraum derſelben nennen. §. 99. Ueber das Verhalten der Nachzucht. Die Ar⸗ tung einer Nachzucht wird bedingt durch die Beſchaffenheit des Stammes und die nachherige Haltung der Thiere. Diejenigen Eigenſchaften, welche von jenem herruͤhren, heißen die angebornen, und die andern die zufaͤlligen. Bedingungen der Vergleichung der Nachzucht mit dem Stammpaar. Nachzucht und Stammpaar laſſen nur eine Vergleichung untereinander nach gleichen Lebensperioden zu, weil jedes Einzelne mit ſeiner Wolle beſtaͤndigen vor- oder ruͤckſchreiten⸗ den Veraͤnderungen unterworfen iſt. Das Einjaͤhrige kann in ſei⸗ nen Eigenſchaften nicht ſchon dem einen oder andern Stammgliede gleich kommen ſollen. Der Nachkommen Aehnlichkeit in Hinſicht des Koͤr⸗ pers. Der ganze Organismus der Zuchtthiere oder des Stamm⸗ paares geht wieder auf die Jungen uͤber, je naͤher ſich die beiden Stammglieder in ihren koͤrperlichen Eigenſchaften ſtanden. Proportion und Mißverhaͤltniſſe, Staͤrke und Schwaͤche, Ge⸗ ſundheit und Kraͤnklichkeit erſcheinen an der Nachzucht wieder. 108 Erſter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Aehnlichkeit der Nachkommen in Hinſicht der Wolle. Jedes Individuum theilt dieſelbe Form und dieſelben Kraftanla⸗ gen der Wolle, in derſelben Gleichartigkeit oder Abweichung auf den verſchiedenen Koͤrperſtellen, ſelbſt auf den kleinſten, eben ſo auch die Maͤngel der Wolle, welche in einem fehlerhaften Orga— nismus des Koͤrpers ihren Grund haben, beſonders merklich aber denen von ſeinem eigenen Geſchlecht wieder mit. Die Erfahrung zeigt aber zwiſchen dem Stammpaar und den Nachkommen nie eine vollkommene Uebereinſtimmung. Derjenige Unterſchied in den Eigenſchaften, welcher auf der Geſchlechtsverſchiedenheit beruht, findet ſich auch bei den Nachkom— men wieder. In der Regel gleicht das Maͤnnliche in den weſent— lichſten Eigenſchaften mehr dem Maͤnnlichen, und das Weibliche dem Weiblichen. Nur gleicht kein Nachkommen dem Stammggliede ſeines Ge— ſchlechts vollkommen; der maͤnnliche nicht vollkommen dem Vater und der weibliche nicht vollkommen der Mutter, ſondern beide Theile naͤhern ſich nur in ihren Geſammteigenſchaften dem Stammpaare. (So oft von Vererbung die Rede iſt, gilt dies nur von der Mehr⸗ zahl der Faͤlle.) Dieſe Annaͤherung der Nachzucht iſt um ſo vollkommner, je uͤbereinſtimmender die Stammglieder in ihren Eigenſchaften unter ſich ſind. Je groͤßer aber die Entfernung darin zwiſchen beiden iſt, deſto abweichender vom Stamm fallen die Nachkommen. Die Nachkommen erben nicht alle Eigenſchaften ihres Stamm— geſchlechts in gleichem Grade. In einigen naͤhern ſie ſich denſelben mehr, in anderen weniger. In Betreff des Verhaͤltniſſes zwiſchen Koͤrper und Wolle findet bei der Nachzucht leichter eine Aehnlichkeit im Aeußeren des Koͤr— pers, als in der Wolle ſtatt. In Betreff des Koͤrpers fuͤr ſich vererben ſich die Theilverhaͤlt— niſſe eines Stammgliedes eher, als ſeine Groͤße, und was die Wolle insbeſondere angeht, ſo vererbt ſich die Geſtalt der Wolle und mit ihr der Umfang der Haare leichter, als die Laͤnge, und die Form wieder leichter als der Umfang, indem Koͤrpergroͤße und Wolllaͤnge unter allen Eigenſchaften des Thieres in einem hoͤheren Verhaͤltniß von der Nahrung und der uͤbrigen Haltung abhangen. Demnaͤchſt pflanzen ſich das Verhaͤltniß der Haare zwiſchen den verſchede ſandes a Unte kommen nen aͤhn Korper! pätere! terſchieden De üh um! W de die das der die würde Erfahrun hälriſen Den die Rede Nachkomn 1 Auen wto Haate.. ſchn ne ſch um ſe Sranng dizelnen er Wolle. Kasftana⸗ ſichung auf n, eben ſo fften Orha⸗ erkich ain ir und den r auf der Nachkom⸗ den weſent. Wiblij ſeines Ge⸗ dem Vater ide Theile mmpaate. der Mehr⸗ mmner, je iſten untet hen beiden ten. Stamm⸗ denſelben Volle findet des Kor⸗ eibverhält⸗ was die der Wole ange, und rgroͤße und em hoheren abhangen. wiſchen den Erſtes Kapitel. 109 verſchiedenen Koͤrpertheilen und der Grad der Dichtheit des Haar⸗ ſtandes am getreueſten fort. Unter mehreren gleichzeitigen oder nach einander folgenden Nach⸗ kommen eines Stammpaares faͤllt nicht eins dem andern vollkom— men aͤhnlich; im Gegentheil findet oft der groͤßte Unterſchied an Koͤrper und Wolle zwiſchen ihnen ſtatt, ſelbſt bei Zwillingen. Der ſpaͤtere Nachkommen kann von dem erſten deſſelben Paares ſehr verſchieden ausfallen. Die Mehrzahl der Nachkommen eines Stammpaares dreht ſich aber um die Eigenſchaften deſſelben innerhalb gewiſſer Spielraͤume. Waͤre z. B. in ſo weit es Wolle betreffen ſollte, die Laͤnge 3 Zoll, die Weite einer Biegung Zoll, das Laͤngenverhaͤltniß 13 Zoll, der Feinheitsgrad nach Dollond 12888 Joll, die Schwere des Fließes 2 Pfund; ſo wuͤrden die Eigenſchaften der Nachkommen nach den bisherigen Erfahrungen ohngefaͤhr in folgenden auf- oder abſteigenden Ver⸗ haͤltniſſen zu denen des Stammes ſtehen koͤnnen: die Laͤnge groͤßer oder kleiner um ⸗ bis 3 der Laͤnge der Stamm— wolle, das Laͤngenverhaͤltniß um ꝛ3bis à groͤßer oder kleiner als das der Stammwolle, der Durchmeſſer groͤßer oder kleiner um ꝛ bis 2 des Durch— meſſers der Stammwolle, die Schwere groͤßer oder kleiner um— bis ¾½ der Schwere des Stammfließes. Wenn von Vererbung der Eigenſchaften eines Stammpaares die Rede iſt, ſo verſteht man dieſes nur von der Mehrzahl der Nachkommen und nicht von allen ohne Unterſchied, indem es im⸗ mer Ausnahmen giebt. §. 100. Ungleichheit der Nachzucht mehrerer Stamm⸗ paare. Da die Erfahrung nicht eine vollkommne Gleichheit zwi— ſchen zwei einzelnen Thieren einerlei Art aufweiſen kann, ſo laͤßt ſich um ſo viel weniger eine hoͤchſte Aehnlichkeit zwiſchen mehreren Stammpaaren unter ſich und zwiſchen ihrer Nachzucht und deren einzelnen Gliedern erwarten, wenn ſie auch alle von einem gemein⸗ 110 Erſter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. ſchaftlichen Urſtamme herruͤhren. Sie koͤnnen ſich nur um einen gemeinſchaftlichen Mittelpunkt innerhalb gewiſſer Graͤnzen oder Spielraͤume drehen. Zweites Kapitel. Ueber die Fortpflanzung der Merinos. §. 101. Die beharrlichſten Merinosarten ſind die beiden erſten der drei§. 56 aufgefuͤhrten Arten, unter der Vorausſetzung, daß die Individuen eine Wolle erzeugen, deren Laͤngenverhaͤltniß nicht unter 13 ſteht, die einzelnen Haare des Hauptfließes moͤg— lichſt gleichartig und die erforderlichen koͤrperlichen Eigenſchaften vorhanden ſind. Ein Merinosſtaͤhr mit der beſchriebenen Wolle uͤbertraͤgt bei einem Schaaf aus demſelben Geſchlecht, wenn auch von verſchiede— ner Art: Richtung der Glieder, Groͤße, Theilverhaͤltniſſe, Figur der Wolle, Dichtheit, Gleichartigkeit der Haare mit Abweichungen einzelner kleinen Stellen und das Verhaͤltniß der Wolle auf den verſchiedenen Koͤrpertheilen in den meiſten Faͤllen auf den Nachkoͤmmling ſo genau, daß ſich unter den Laͤmmern großer Heerden die Nachkommenſchaft ſchon allein nach der Wolle, unter Bewaͤhrung durch gefuͤhrte Zuchtre— giſter verfolgen laͤßt. Die mittleren Verhaͤltniſſe der feineren Merinosheerden dieſer Art ſind nach dem Zuſtande, in welchem bis jetzt noch die mehreſten gefunden werden, ohngefaͤhr folgende, wenn die Jaͤhr⸗ lingswolle, wie billig, davon ausgeſchloſſen wird: Laͤngenverhaͤltniß 13⅞ bis 13. Laͤnge 3 bis 3 ½ Zoll, Biegungen auf einen Zoll 18 bis 22, oder 5 nach Dollond, Schwere des Fließes unberiſſen 13½ bis 2 ½ Pfund. Stamm Veraͤnder vorüberge einer laßt wer 1. dul teräͤndert liag eines vicht d dſenn, nehenden Nat Anag alten di Mu löname tumm einen Anzen oder 6. ebeiden ausſetzung, nderhaͤtniß ließes mo igenſchaften exkraͤgt bei verſchiede⸗ er kleinen pertheilen , daß ſich haft ſchon te Zuchtre⸗ psheerden noch die die Jähr⸗ 6 D Oollend, Drittes Kapitel. Ueber Veraͤnderungen der Schaaf⸗Arten und 9 ihrer Wolle §. 102. Moͤgliche s drtn der Nachzucht vom Stamme in Ruͤckſicht des Koͤrpers und der Wolle. Die Veraͤnderung der Eigenſchaften fortlaufender Geſchlechter ſind von voruͤbergehenden Veraͤnderungen zu unterſcheiden. Der Koͤrper einer Raſſe kann ſowohl in Hinſicht ſeiner inne⸗ ren, als aͤußeren Einrichtung und, als bei den Schaafen beſonders wichtig, in Hinſicht der Haut Veraͤnderungen erleiden. §. 103. Moͤgliche Veranlaſſungen der Veraͤnderung einer Thierart. Die Veraͤnderung einer Thierart kann veran⸗ laßt werden: 1. durch einen beſonderen Zuſtand eines Gliedes des Stamm⸗ paares, 2. durch beſondere angebarne Eigenthuͤmlichkeiten des Stamm⸗ paares, 3. durch allmaͤlige gleichfoͤrmig fortſchreitende Veraͤnderungen in der Nahrung, der uͤbrigen Lebensart und den Einwirkun⸗ gen aͤußerer Urſachen; 4. durch Vermiſchung mit andern naͤher oder entfernter ver⸗ wandten Raſſen. a) Vererbung des Zuſtandes. Der Zuſtand, in welchem ſich ein Koͤrper im letzten Augenblick befindet, hat ſehr großen Einfluß auf die Art ſeiner Vererbung. Mit der Veraͤnderung des Kraftzuſtandes eines Stammpaares veraͤndert ſich auch der Zuſtand der Nachzucht. Der Nachkoͤmm— ling eines juͤngern ſchwaͤchern Paares wird und kann in der Regel nicht ſo ausfallen, als der von zwei ausgewachſenen kraftvollen Thieren, eben ſo wenig der Nachkoͤmmling eines an Kraͤften ab— nehmenden Paares. Nachkoͤmmlinge von juͤngern Paaren muͤſſen indeſſen mehr Anlage zur Kraͤftigwerdung haben, als ſolche von ſchwaͤchlichen alten Staͤmmen. Nur ein hoͤheres Alter an ſich giebt noch keinen Beweis von Abnahme der Kraͤfte. 112 Erſter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Ein Stammpaar von ungleichen Kraͤften kann keinen ſo kraͤf— tigen Nachkoͤmmling liefern, als ein ſolches Stammpaar, welches auf beiden Seiten kraͤftig iſt. Was fuͤr Wirkungen die Schwaͤche des einen Geſchlechts vor dem andern in der Nachkommenſchaft hervorbringe, daruͤber fehlt es noch an Beobachtungen. Eben ſo iſt auch uͤber das Verhalten der letzten Laͤmmer eines Staͤhres aus derſelben Periode, welche ſeine Kraͤfte am meiſten in Anſpruch genommen haben, gegen die fruͤher erzeugten noch zu We⸗ niges bekannt. b) Ueberſchreitung der Graͤnzen einer Raſſe in einzelnen Nachkommen. Uns meiſtens unbekannte Urſachen veranlaſſen bei allen zahmen Thierarten die auffallendſten Erſcheinungen von Abweichungen ein— zelner Nachkommen in der Groͤße und den Theilverhaͤltniſſen von denen des Stammpaares. Dieſe aͤußeren Abweichungen laſſen uns auf aͤhnliche im inneren Koͤrperban ſchließen, welche ſich nicht alle aͤußerlich zu erkennen geben, es ſei denn beim Schaafgeſchlecht in der Wolle, welche die Auslegerin des Koͤrpers iſt, von welcher wir mit Recht in der Mehrheit der Faͤlle Ruͤckſchluͤſſe auf den inneren Koͤrperbau machen koͤnnen. Iſt ein ſolcher Koͤrper nur zeugungsfaͤhig, ſo vererbt er ſich auch meiſtens in ſeinen Abweichungen. c) Jede angeborne beſondere Eigenthuͤmlichkeit des Koͤr⸗ pers an gewiſſen Theilen oder in den Theilverhaͤltniſſen uͤbertraͤgt ſich in den mehreſten Faͤllen auch auf die Nachkommen. Beſondere Eigenſchaften eines Stammpaares koͤnnen fuͤr die folgenden Ge— ſchlechter angeborne Eigenſchaften werden. d) Nahrung. Mit der Fortdauer beſonderer Nahrungsmittel und eines be⸗ ſondern Vielheits⸗Verhaͤltniſſes derſelben veraͤndern ſich auch die Beſtandtheile und die Theilverhaͤltniſſe des Koͤrpers, und mit den Geflechten der Haut zuletzt auch die Haarwurzel und das Haar. Sowohl durch beſtaͤndige hoͤchſte Fuͤlle, als durch beſtaͤndigen Mangel an zureichender Nahrung kann ein Koͤrper eine ſolche Ver⸗ aͤnderung erleiden, daß auch die Vergroͤßerung oder Verkleinerung des Wollhaares ſichtbar wird. Das Schaaf richtet ſich unter allen Hausthieren am erſten nach der Art und Menge der Nahrung die es genießt. Ein dr Dhie Auc dder und Sch andere Im kale Kaninchen Trete zeitig d dazu ge⸗ Ei inliche Der untet N riſſen d St anders; etwas ſch —— für mſ und der, m, 2, wi d Nit di Nim it ſeinet mſo krif⸗ t, welches jlects ver rüber fiſt mer eines meiſten in ch zu We⸗ Raſſe in len zahmen ungen iir⸗ tniſſen vn laſſen uns nicht all ſchlecht in elcher wir n inneren kdt er ſich des Koͤr⸗ üͤbertraͤgt Beſondere den Ge⸗ eines be⸗ auch die wmit den Haar. ſtändigen olche Ver⸗ kleinerund am eſten Drittes Kapitel. 113 Eine Umaͤnderung der Vegetation bringt auch in der Groͤße der Thiere eine Umaͤnderung hervor. e) Klima. Auch eine Umaͤnderung des Klima's kann auf die vollkommenere oder unvollkommenere Entwickelung des Koͤrpers Einfluß haben. Schon im Gefuͤhl der Behaglichkeit giebt ſich das Thier eine andere Stellung, als wenn es unter aͤußeren Eindruͤcken leidet. Im kalten Winde und Regen kruͤmmt ſich das Schaaf wie ein Kaninchen, und zieht ſeine Haut zuſammen. Treten bleibende Veraͤnderungen in Nahrung und Klima gleich⸗ zeitig ein, ſo kann ſich ein Stamm um ſo leichter umaͤndern. Durch die Veraͤnderung des Aufenthalts iſt die Moͤglichkeit dazu gegeben. Eine fortdauernde Verſchiedenheit in der uͤbrigen Haltung kann aͤhnliche Folgen haben. f) Taͤgliche Bewegung. Der Aufenthalt in der Ebne und an ſteilen Gebirgen muͤſſen unter Mitwirkung verſchiedener Nahrung unter den Theilverhaͤlt⸗ niſſen des Koͤrpers eine Verſchiedenheit zu Wege bringen. Schon derſelbe Koͤrper koͤnnte ſich wohl auf der Ebne etwas anders zu bilden anfangen, als am Abhange und im erſten Fall etwas ſchwerer nach vorn zu werden. Die mehreſten hochkletternden Thiere haben einen laͤngeren ſpitzeren Hals. Welche Zeit zum Umgeſtalten einer Schaafart ohne Vermiſchung mit einer andern, blos durch Veraͤnderung der Nahrung und der uͤbrigen Lebensart gehoͤre, daruͤber fehlt es noch an Verſuchen, wo— fuͤr nachkommende Naturliebhaber vielen Dank wiſſen wuͤrden. Langſam, aber gewiß, bringen Veraͤnderungen des Aufenthalts und der Lebensart eine Veraͤnderung in der koͤrperlichen Einrich— tung, wenn auch zunaͤchſt erſt in den Theilverhaͤltniſſen, folglich mit der Zeit auch in der Wolle hervor, welcher nur durch eine geſchickte Leitung in der Zucht begegnet werden kann. §. 103. Veraäͤnderung der Wollart mit der Raſſe. Mit dem Koͤrper veraͤndert ſich auch die Wollart. Nimmt jener an Groͤße und Kraft zu, ſo haͤlt auch das Haar in ſeiner Vergroͤßerung einen proportionirten Schritt. Es veraͤn— 8 114 Erſter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. dert ſeine kreisfoͤrmige Richtung in eine mehr gerade, und bleibt minder geſchmeidig. Umgekehrt verkleinert es ſich mit dem Koͤrper in aͤhnlichem Verhaͤltniß, ohne dadurch ſeine Form zu verlieren. Nur der Woll— ertrag vermindert ſich in dieſem Falle, und das Wollgewicht der Auſſentheile bekoͤmmt eine groͤßere Ueberlegenheit uͤber das Gewicht des Hauptfließes. §. 104. Anzeichen der Veraͤnderung einer Schagf⸗ raſſe. Die wiederholte Erſcheinung eines veraͤnderten Dicht⸗ heitsgrades auf den Nachkommen eines Stammpaares iſt der ſicherſte Beweis einer vorgegangenen Veraͤnderung in der koͤrperli— chen Conſtitution, wenn alle uͤbrigen Umſtaͤnde gleich geblieben ſind; beſtaͤnde die Veraͤnderung auch blos in der Erweiterung der Haut. Derſelbe Fall findet bei der Veraͤnderung der Form des Haa— res ſtatt. Erſcheint die Wolle auf mehreren Generationen unter uͤbrigens gleich gebliebenen Umſtaͤnden in ihrem veraͤnderten Zu— ſtande fort, ſo liegt der Grund ebenfalls in der Veraͤnderung der koͤrperlichen Einrichtung. Die Veraͤnderung des Durchmeſſers liefert mit der Form den— ſelben Beweis unter gleichen Umſtaͤnden. Schwieriger aber, als bei der Geſtalt und Groͤße, iſt den Ur— ſachen von Veraͤnderungen in der Geſchmeidigkeit und Elaſti— zitaͤt nachzugehen, weil bei dieſen zugleich aͤußere Urſachen auf eine fuͤr uns verborgenere Weiſe mitwirken koͤnnen. Dies laͤßt ſich nur durch Veraͤnderung der Haltung erforſchen. §. 105. Die gewoͤhnlichſte Ausartung der Merinos. 1) Der Wolle. Das Kreisfoͤrmige der Figuren geht leicht in das Flaͤchere, nie aber das Flaͤchere in das Kreisfoͤrmige uͤber, ohne Vermiſchung mit dergleichen Staͤhren. Iſt einmal jene Eigenſchaft in einem Stamme verloren, ſo kehrt ſie aus der Mitte deſſelben Stammes nicht wieder zuruͤck. Bis jetzt lehret wenigſtens die Erfahrung das Gegentheil noch nicht. Das kuͤrzere Haar wird leicht laͤnger, das feinere leicht groͤ— ber. Das Laͤngenverhaͤltniß veraͤndert ſich mit der Form. Die Ge— ſchmeidigkeit geht leichter in Starrheit, und mit ihr alſo die ſanftere Elaſtizitaͤt in eine mehr ſchnellende uͤber. Ein dichterer Stand der — zaare tm uͤbe R Indivit Ungle artige Ga ale. 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Der Bauch mit den Auſ— ſentheilen bleiben weniger mit Wolle beſetzt, der Grad der Dicht⸗ heit des Haarſtandes vermindert ſich; das Wollhaar ſelbſt verliert an Groͤße und Kraft, und dieſe Richtungen einer Raſſe nehmen von Geſchlecht zu Geſchlecht zu. Zuletzt erſcheint die Wolle als ein bloßer Flaum, und die Haut auf den am wenigſten befleiſchten Stellen gleicht einer getrockneten Blaſe; ſie wird zuletzt hornartig ohne alle Spur von Geſchmeidigkeit. Keine Ausartung vererbt ſich ſicherer als dieſe. Die Anzeichen derſelben bei den Laͤmmern beſtehen in einem ungewoͤhnlich ſchma— len Koͤrper mit einem dieſem Verhaͤltniß gemaͤßen ſpitzen Kopf, Ziegenhorn aͤhnlich aufrechtſtehenden Hoͤrnern, ſcharlachfarbigen Hornwurzeln und Augenliedern, einem langen ſchmalen Hals, ſpi— tzen Schultern, und ganz kurzen, oft kaum bemerkbaren Haͤrchen ohne Lockenform. Erwachſen liefern dergleichen Thiere in ihrem beſten Alter kaum die Haͤlfte des gewoͤhnlichen Wollertrages. Die Temperatur, welche ihnen behagt, ſo wie Art und Zuſtand der Nahrungsmittel, welche ihnen zuſagen, ſind ſehr beſchraͤnkt. Sie ernaͤhren ihre Laͤmmer nur kaͤrglich und ihr Lebensalter iſt kurz. Dieſer Ausartung iſt die dritte Merinosart(nach§. 56.) am meiſten und die erſte am wenigſten ausgeſetzt. Sie iſt aber nicht nur urſpruͤnglichen, ſondern auch durchkreuz⸗ ten Raſſen, und dem Anſchein nach dieſen am meiſten eigen. Man trifft dergleichen Schaafe ſchon auf den unterſten Stufen der Ver— edelung an. Ihre feine, aber ungleichartige und ungleichfoͤrmige Wolle auf blos veredelten Thieren muß fruͤherhin manchen Fehl— griff bei der Wahl der Zuchtthiere, beſonders der Staͤhre veranlaßt haben. 8 X 116 Viertes Kapitel. Ueber die Artung eines ſich ſelbſt uͤberlaſſenen Stammes. §. 106. Wilde Paarung. Wie ſich ein Haufen gleicharti⸗ ger Thiere bei freier Lebensart in allen ſeinen Eigenſchaften fort⸗ pflanze, haͤngt von den Geſammteigenſchaften eines jeden Zuchtpaares fuͤr ſich, und von dem Verhaͤltniß derſelben zwiſchen den beiden Einzelnen jeden Paares insbeſondere ab. In Hinſicht der angebornen Eigenſchaften der Nachzucht bei der wilden Paarung koͤmmt es darauf an, in wie weit die Mehr— heit der Weibchen eines Stammes unter ſich gleichartig, von feine— rem oder groͤberem Bau, kleiner oder groͤßer, ſchwaͤcher oder ſtaͤrker war, und wie weit in dieſer Hinſicht die Maͤnnchen den Weibchen uͤberlegen waren oder nicht. Da kein Stammpaar mit dem andern, kein Einzelnes mit dem andern uͤbereinſtimmt, ſo muß die Verſchiedenheit eines Haufens um ſo groͤßer ſein und werden, je groͤßer der urſpruͤngliche Mutter— haufen, je groͤßer die urſpruͤngliche Anzahl der Staͤhre war, und die kuͤnftige bleiben wird. Die ſtaͤrkeren geben den Ausſchlag. Uebergewicht des Staͤrkeren. Bei freier Paarung haben die Staͤrkeren, folglich auch die in der Regel die groͤbere haͤrtere Wolle tragenden Staͤhre die Oberhand. Je groͤßer nun ihre Zahl im Verhaͤltniß zu den ſchwaͤcheren iſt, deſto leichter die Ausartun⸗ gen der Wolle. Die minder ſtarken maͤnnlichen Individuen, welche leicht die beſſeren Wolleigenſchaften an ſich tragen koͤnnen, haben in der Re— gel nur den geringeren Einfluß auf die Nachkommen. Beſtaͤndige Veraͤnderungen bei freier Paarung. Da nun dieſe Urſachen beſtaͤndig vorhanden ſein koͤnnen, ſo geht daraus hervor, daß eine Heerde bei freier Paarung nie ſtill ſtehen kann, ſondern ſich veraͤndern muß. Ruͤckgang. Ein guter Mutterſtamm kann ſeine Eigenthuͤm⸗ lichkeit noch lange vererben, wenn auch die maͤnnlichen Individuen minder geeigenſchaftet ſind; allein zuletzt behalten dieſe doch die Oberhand. Ein Stamm erhaͤlt ſich alſo bei freier Ueberlaſſung um ſo eher wie er iſt, je groͤßer und aͤlter er iſt. Allein er wird in dieſem hall ⸗ ſchen ſieren, Elaſti 1 gettent der maͤ ner Eig Unterſch Fom dng ¹ Stim lichkeit ſchung M gener( Ettem d zu erre gengeſe 1 ſeiner Indivie den at dint erſe Haurden Ejgenſch Ve dividuun feiten au heruerfer hüſm, v tetgt i iſ kur hier vor Aoſſene gleichart⸗ aſten ſort⸗ nes jeden zwiſchen zucht bei ie Mehr⸗ von feine, der ſtarker Weiöchen jmit dem Haufens Mutter⸗ vat, und ung haben re haͤrtere ihre Zahl lusartun⸗ leicht die n der Ne— daarung⸗ „ſo geht jill ſtehen genthum⸗ ndividuen um ſo her diin dieſe Viertes Kapitel. 117 Falle auch entgegengeſetzte Extreme in ſich vereinigen. Die koͤrper⸗ lichen Eigenſchaften koͤnnen moͤglicher Weiſe dabei wohl nichts ver— lieren, nur das, was wir ſuchen, naͤmlich Feinheit, geſchmeidige Elaſtizitaͤt und Gleichartigkeit wird mehr fehlen. §. 107. Ein Stamm in mehrere getrennt. Einmal getrennt nimmt jeder Theil ſeine beſondere Richtung, je nachdem der maͤnnliche Stamm eines jeden Theils in der Geſammtheit ſei— ner Eigenſchaften von den andern abweicht. Ein anfaͤnglich kleiner Unterſchied in Koͤrper und Wolle wird mit der Zeit immer groͤßer. Form und Dichtheit in der letzten verſchieden iſt ſchon zur Abar— tung genug. Alle von einem gemeinſchaftlichen Urſprung herruͤhrenden Staͤmme behalten aber immer gewiſſe hervorſtehende Eigenthuͤm— lichkeiten mit einander gemein, wenn ſie ſich ohne fremde Einmi— ſchung gegenſeitig fortpflanzen. Wiederherſtellung. Die Wiedererlangung verloren gegan⸗ gener Eigenſchaften, wie wir ſie ſuchen, haͤlt ſchwer, weil ſie in Extremen beſtehen. Das Extrem der aͤußerſten Grobheit wuͤrde eben ſo langſam zu erreichen, und eben ſo ſchwierig zu erhalten ſein, als das entge— gengeſetzte. Moͤglichkeit der Verbeſſerung eines Stammes aus ſeiner Mitte durch vorzuͤgliche Muſter, in einzelnen Individuen. Zufaͤlliger Weiſe koͤnnen aber auch Ausnahmen in den entgegengeſetzten Eigenſchaften des Koͤrpers und der Wolle ver— eint erſcheinen, wie dies die taͤgliche Erfahrung in allen guten Heerden lehrt, und ſelbſt uͤber die bisher bekannten Graͤnzen dieſer Eigenſchaften hervorſtechen. Vererblichkeit derſelben. Da nun jedes maͤnnliche In⸗ dividuum immer wieder etwas von ſeinen beſondern Eigenthuͤmlich— keiten auf die Nachzucht uͤbertraͤgt, ſo laͤßt ſich durch dergleichen hervorſtechende Individuen auch der Stamm ſelbſt immer mehr er— hoͤhen, vorausgeſetzt, daß der Erfolg durch guten koͤrperlichen Un— terhalt immerfort geſichert wird. Daß auch eine Wiederherſtellung nur von maͤnnlicher Seite erzielt, oder, wenn die Moͤglichkeit auf der andern Seite gegeben iſt, nur durch den maͤnnlichen Stamm erhalten werden kann, wird hier vorausgeſetzt. 118 Erſter Theil. Sechster Abſchnitt. Den Folgen einer veraͤnderten Nahrung ganz begegnen zu koͤn⸗ nen, iſt hoͤchſt wahrſcheinlich; eben ſo auch in Wirſich der Folgen eines veraͤnderten Klima's. Sechster Abſchnitt. Ueber Vermiſchungen. Erſtes Kapitel. Folgen der Vermiſchung nahe verwandter Thier⸗ arten. §. 108. Ueber den Erfolg von Kreuzungen in Bezug auf koͤrperliche Einrichtung. Bei der Vermiſchung zweier verwandten Thierarten gehen von beiden Seiten Eigenſchaften auf die Nachzucht uͤber, welche kein Theil des Stammpaares zuſammen an ſich traͤgt. Die Nachzucht bekoͤmmt eine aus den Geſammteigenſchaften des Stammpaares gemiſchte Natur. Welche Verſchmelzungen von beiden Seiten im Koͤrper des Nachkommen vorgehen möuͤſſen, beweiſen nicht allein die verſchiede— nen Verhaͤltniſſe einzelner Koͤrpertheile, ſondern auch bei Schaafen das Gemenge der Haare von beiden Seiten des Stammpaares oft auf der kleinſten Stelle. Bei Kreuzungen mit Merinos kommen die ſchlichteren Haare des gemeinen Schaafes mit regulaͤr gekraͤuſelten Straͤngen der Me⸗ rinos vor. Die Abweichungen der Eigenſchaften des Nachkoͤmmlings von den Eigenſchaften jedes einzelnen Gliedes des Stammpaares ſind in der Regel um ſo groͤßer, je verſchiedener das Stammpaar ſelbſt war. Beweiſe dazu liefert die taͤgliche Erfahrung. viduen, dn Ge ohngxf veiblich griſion d m Landn von d Grad Mehr. 4 anderu däner almal 6 bedecke Gucht ze und die de den d des lot anderu ku koͤn ir dolgen Bezug g zweier fften auf ſammen ſchaften rper des erſchiede⸗ Schaafen ares oft Haate der Me⸗ ngs von ares ſind aar ſebſt Erſtes Kapitel. 119 Wird eine ſolche Vermiſchung durch aͤhnliche maͤnnliche Indi— viduen, wie die aus dem erſten fremden Stamme, mit den folgen⸗ den Generationen, fortgeſetzt; ſo entweicht zuletzt die urſpruͤngliche Natur des weiblichen Stammes von der Nachzucht immer mehr, und der maͤnnliche Stamm behaͤlt, je weiter hinaus, ein deſto groͤ⸗ ßeres Uebergewicht; zuletzt entſteht eine gaͤnzliche Umwandlung. Fruͤher dachte man ſich den Erfolg einer ſolchen Vermiſchung ohngefaͤhr ſo, als wenn mit jeder Generation die Eigenſchaften des weiblichen Stammes in folgender geometriſchen Infiniteſimal⸗Pro⸗ greſſion verdraͤngt wuͤrde, 1, 1, ¾ u. ſ. w. und die Eigenſaften des maͤnnlichen Stammes zunaͤhmen, wie: 2, 4, u. ſ. w. Haͤtte ſich dieſes durch Erfahrung bewaͤhrt, ſo haͤtte man eine Landwolle von 16 Grad Dollond vermittelſt eines Merinosſtammes von 8 Grad ſchon in der vierten Generation bis auf einen halben Grad Unterſchied verfeinert haben koͤnnen, was ſich aber aus der Mehrheit der in der Erfahrung gegebenen Faͤlle nicht erwieſen hat. Im Gegentheil bewaͤhrt es ſich unaufhoͤrlich, daß dieſe Um— aͤnderung von Geſchlecht zu Geſchlecht in keiner Annaͤherung zu einer beſtimmten Progreſſion, ſondern nur in ungleichem Maaße allmaͤlig vorſchreitet. Schon durch die erſte Vermiſchung erleiden Koͤrper und Haut⸗ bedeckung eine ſichtbare Veraͤnderung. Das Uebergewicht des maͤnnlichen Stammes auf die Nach⸗ zucht zeigt ſich in der Regel zuerſt am Vordertheil des Koͤrpers, und die Umaͤnderung des hintern Theils erfolgt zuletzt. So auch bei den Haaren dieſer Theile. Doch geht die Umaͤnderung derſelben nicht auf allen Punkten des lothrechten Umfanges in gleichem Maaße vor ſich. Die Ver— aͤnderung laͤngs dem ganzen Ruͤckgrad erfolgt weit langſamer als auf den Seiten. Auch die Haare fuͤr ſich erſcheinen nicht auf einmal veraͤndert, ſondern die Eigenſchaften derſelben veraͤndern ſich mehrentheils in einer gewiſſen Reihefolge. Der Einfluß des weiblichen Stammes zeigt ſich nicht mit jeder Generation in gleichem Grade ſchwaͤcher, indem die Nachzucht zu— veilen wieder mehr das Gepraͤge der Mutter traͤgt. Er verliert ſich nur erſt im Laufe mehrerer Generationen, und nimmt in ungleichem Maaße ab. 120 Erſter Theil. Sechster Abſchnitt. Die Umwandlung einer Thierart kann alſo vollkommnerer oder unvollkommner, ſchneller oder langſamer vor ſich gehen. §. 109. Folgen der Kreuzungen in Hinſicht auf koͤr⸗ perlichen Zuſtand. Die Schwaͤche des Organismus ſolcher Nachkommen und der Mangel an Ausdaurungsvermoͤgen, die ſich ſo haͤufig nach den erſten Vermiſchungen in der Nachzucht zeigen, iſt wohl eine der naͤchſten Folgen dieſer Vereinigung mehrerer ſonſt nicht zuſammen verbunden geweſener Eigenſchaften. Die Nachzucht der erſten Generationen waͤchſt und gedeiht da⸗ her nicht ſo gut, als die der folgenden unter gleichen Umſtaͤnden, bis die Umaͤnderung der Raſſe eine hoͤhere Stufe erreicht hat. Das bisher Geſagte gilt auch von den Schaafen. Zweites Kapitel. Ueber die Umwandlung der gemeinen Schaafarten durch Merinos insbeſondere, oder uͤber den Gang der Veredlung. §. 110. Zweck der Veredlung. Der ganze Koͤrper der gemeinen Schaafraſſe ſoll ſich umaͤndern. Die ganze innere Einrichtung, die Werkzeuge der Verdauung, Einſaugung(und Verbreitung), und der Ausſonderung ſollen um— geaͤndert, das Groͤßere ſoll kleiner, das Kleinere groͤßer werden. Neue Formen ſollen an die Stelle der alten treten, kurz: das Gleichgewicht der Theilverhaͤltniſſe der Raſſe muͤtterlicher Seits ſoll aufgehoben und ein neues an ihre Stelle geſetzt werden. Die Umwandlungen erfolgen in den verſchiedenen Syſtemen des innern und aͤußern Koͤrpers nur allmaͤlig. Bei einer ſolchen Umwandlung erſcheinen nicht alle Syſteme auf einmal in gleichem Grade veraͤndert. Die neuen Theilver⸗ haͤltniſſe des Koͤrpers kommen erſt an einigen, nicht an allen Gliedern zugleich zum Vorſchein. Die Haut wandelt ſich nur ſtellenweiſe von vorn nach hinten zu um; Ausduͤnſtung und Haarerzeugung erfolgen deshalb nicht auf allen Stellen in gleichem Maaße. Sa nie hie Schweif In nehr. 2 Bei geld, und Diyſchen De auf die Kennzeic Verf he erſe aragäniß de zy ig eine re malien cnitk ze die dt nang aller Whriiun dE nür mt d Schrit ſe Jeg durch welh wenden ſol auf dͤr⸗ üs ſolcher ’, die ſch t zi, erer ſonſ deiht da⸗ aſtanden, hat. ſfarten pper der dauung, len um⸗ werden. rh: das eits ſol yſteinen zyſteme Zweites Kapitel. 121 Was nun am Koͤrper und an der Wolle ſich zuerſt veraͤndert, wird hier zu zeigen verſucht werden. Umaͤnderung des Koͤrpers. Erfolg. 1. Die Ausdehnung der Bewachſenheit erfolgt ſchneller, als die Erhoͤhung des dichteren Standes. 2. Veredelte Schaafe erſcheinen ferner ſchon in den erſten Gene— rationen mit einem groͤßeren Schweißtrieb, und zwar zuerſt am Vordertheil des Koͤrpers. Oft breitet ſich der Schweißtrieb an einem Koͤrper ſehr un— gleichmaͤßig aus, ſo daß man einige Stellen mit weniger, und an— dre mit mehr Schweiß behaftet findet. Das letzte iſt haͤufig auf dem Schultern⸗Schluß der Fall. Schweiß. In den erſten Generationen zeigt ſich an der Nachzucht hin und wieder in einzelnen Streifen ein braͤunlicher Schweiß, oft bis zur Tiefe des braunſten Candis. In ſpaͤteren, doch hoͤheren Generationen verbreitet er ſich ſchon mehr. Auch wird ſeine Farbe heller. Bei ſchon ho Goredale n Thieren erſcheint der Schweiß hell— gelb, und unter Vorausſetzung der Sehärigen Temperatur in klaren Troͤpfchen, wenn ſonſt kein zufaͤlliges Hinderniß da iſt. Die Verſchiedenheit der Nahrung hat aber zu viel Einfluß auf die Farbe des Schweißes, als daß dieſelbe zu einem abſoluten Kennzeichen anderer Eigenſchaften dienen koͤnnte. Verſchiedene Perioden der Veredlung der Wolle. Die erſte begreift die Veraͤnderung der Schlichtheit der Wolle in unregelmaͤßige Kraͤuſelung; die zweite die Veraͤnderung der unregelmaͤßigen Kraͤuſelung in eine regelmaͤßige der Haarſtraͤnge, welche wieder nach der all— maͤligen Verbreitung von vorn nach hinten in verſchiedene Zeitab— ſchnitte zerfaͤllt; die dritte Periode umfaßt die Vollendung der Uebereinſtim— mung aller Haare in ihrer Form, ebenfalls nach ihrer allmaͤligen Verbreitung von vorn nach hinten in unterſchiedlichen Abſtufungen. Die Erhoͤhung der Krafteigenſchaften der Wolle kann aber nur mit der Umaͤnderung der koͤrperlichen Einrichtung gleichen Schritt halten. Je groͤßer der Unterſchied iſt zwiſchen den maͤnnlichen Thieren, danleh welche, und der weiblichen Raſſe, deren Natur umgeaͤndert werden ſoll, deſto mannigfaltiger und abweichender koͤnnen auch 4 122 Erſter Theil. Sechster Abſchnitt. nur die Umaͤnderungen ſelbſt ſein, und um ſo laͤnger muͤſſen ſie dauern. Der Einfluß muͤtterlicher Seits behaͤlt auch noch zuweilen bei einzelnen Nachkommen abwechſelnd die Oberhand. Da die aͤußeren Theile und ihre Verhaͤltniſſe, naͤmlich Groͤße, Theilverhaͤltniſſe, Haut und Haare nicht ohne die innere Einrich— tung des Koͤrpers umgeaͤndert werden koͤnnen, ſo laͤßt ſich von je— nen auf dieſe ſchließen. Die Annaͤherung einzelner Eigenſchaften eines Nachkommen koͤnnen noch fuͤr keinen Beweis von der Vollendung der Umwand⸗ lungen des ganzen Koͤrpers gelten. Die Theilverhaͤltniſſe des Koͤrpers, ſeine innere Einrichtung, die Beſchaffenheit der Haut und der Haare, und die Ausduͤn— ſtungsfaͤhigkeit koͤnnen hier nur zuſammen entſcheiden helfen. Erſt wenn dieſe in Verbindung umgeaͤndert ſind, was ſich zum Theil aus der Beſchaffenheit der Wolle erkennen laͤßt, kann nur eine fortdauernde Vererbung ſtattfinden, und nur dieſe ſelbſt kann zuletzt entſcheiden. Die augenblickliche Beſchaffenheit der aͤußeren Theile und Theilverhaͤltniſſe des Koͤrpers giebt noch nicht allein einen Beweis von vollendeter Umwandlung der Raſſe ab, ſondern erſt eine fort⸗ dauernde Vererbung der dahin zu rechnenden Eigenſchaften. So lange ein veredeltes Schaaf noch keine gleichfoͤrmige Haare auf den edleren Theilen des Koͤrpers beſitzt, ſo lange iſt es noch nicht als zum Merinosgeſchlecht gehoͤrig zu betrachten. Finden ſich bei mehreren Vererbungen gewiſſe Theile der Ver— haͤltniſſe noch nicht den zu erzielenden gleich, und bleiben ſie immer daſſelbe, ſo kann man ſie als neue ſich erſt bildende Raſſe-Eigen— ſchaften betrachten, welche nur durch Gegenvorkehrungen wieder gehoben werden koͤnnen. Die Uebertragung poſitiver Eigenſchaften der Merinos, z. B. des groͤßeren Koͤrpers, der regulaͤren Kraͤufelung, des dichteren Haarſtandes, erfolgt ſchwieriger, als das Gegentheil, naͤmlich die Minderung der Groͤße, die Flaͤchung der Kraͤuſelung und die Ver— duͤnnung des Haarſtandes. Ohngefaͤhre Zeitbeſtimmung fuͤr die gaͤnzliche Um— wandlung der gemeinen Wolle. Die ſchlichte Wolle wird erſt kraus; das Krauſe wird alsdann gleichfoͤrmiger; di verſ gleich nſt nach mung ullett ſ Vir nül verſch Nehm ſ bekanme macht zwan doden, ſe wälche n in Mein derlich ſe ſehlt wuͤr t kine Kruu dünſiigen Ochor der gewi die Naſe ung mit; tand aber Verli 4. tte uüdcnmter nen weede tires wnin ſch nan Ju dire Lole kann ſin im ſi miiſen ſe dweilen bei nlch Griße nere Emnich ſich von ſe Lachkommen r Umwand inrichtung die Ausdin. helfen. was ſich zun t, kann nur ſelbſt kann TJheile und nen Beweis it eine fort⸗ iften. rmige Haat iſt es noch le der Ver en ſie immer ſſe⸗Eigen⸗ ungen wieder rines, z. B. es dichteren nimüͤch die d die Ver⸗ liche Un Zweites Kapitel. 123 die verſchiedene Wolle auf Len verſchiedenen Koͤrpertheilen wird gleichartiger; erſt nach dieſen Veraͤnderungen tritt voͤllige Uebereinſtim— mung der Haare mit der hoͤheren Feinheit und zuletzt ſanfte Elaſtizitaͤt ein. Wir haben alſo fuͤnf verſchiedene Hauptveraͤnderungen in ſo viel verſchiedenen Zeitabſchnitten. Nehmen wir nun fuͤr jede Stufe auch nur 2 Generationen, ſo bekommen wir derſelben zehn; fuͤr eine jede 2 Jahre gerechnet, macht zwanzig, und 3 Jahre, macht dreißig, als die kuͤrzeſten Pe⸗ rioden, je nach der Beſchleunigung oder Aufſchiebung der Paarung, welche zu einer vollſtaͤndigen Umwandlung der gemeinen Wollart in Merinoswolle nach dem gewoͤhnlichen Gange der Natur erfor⸗ derlich ſein wuͤrden, inſofern bei der Wahl der Staͤhre nichts ver— fehlt wuͤrde. §. 111. Kreuzung der Marſchſchaafe mit Merinos. Eine Kreuzung der Marſchſchaafe mit Merinos hat noch keinen guͤnſtigen Erfolg gezeigt. Schon die zweite Generation dauert in keiner Niederung bei der gewoͤhnlichen Lebensart mehr aus; fuͤr Hoͤheweiden dagegen iſt die Raſſe zu groß; die Wollart formt ſich zwar nach einer Kreu⸗ zung mit Merinos bald und ziemlich gleichhaarig um, ihr Haar— ſtand aber bleibt zu duͤnn. Drittes Kapitel. Vergleichung veredelter Schaafe mit Merinos und ihrer Wolle. §. 112. Da die Veredlung mehrere Geſchlechter hindurch in unbeſtimmteren Verhaͤltniſſen geht, ſo kann man ſich weder unter einem veredelten Schaaf noch unter ſeiner Wolle etwas Beſtimm— teres denken, als daß ſie nicht die Eigenſchaften der Merinos an ſich tragen. Zu einer ohngefaͤhren Vergleichung mit den Merinos und ihrer Wolle kann daher nur eine Veredlung auf den mittleren Stu— fen am ſchicklichſten angenommen werden. 124 Erſter Theil. Sechster Abſchnitt. Das veredelte Schaaf hat unproportionirte Theilverhaͤlt— niſſe, theils nach der Seite der Merinos, theils der gemeinen Raſſe hin; ſeine Bewachſenheit erſtreckt ſich hoͤchſtens von der Stirne an, mit Unterbrechung des Wuchſes auf dem Kopfe und hinter den Ohren, bis auf die mittleren Beingelenke. Im Vergleich mit dem Merinosſchaaf iſt die Wolle auf den verſchiedenen Koͤrpertheilen weit ungleicher; auf den aͤußerſten Wolltheilen kommen noch Zie— genhaare zum Vorſchein; der Stand ſeiner Haare iſt viel duͤnner, als beim Merinosſchaaf, auch ſetzt es viel weniger Schweiß ab. Die Farbe deſſelben iſt brauner, als bei den Merinos, unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden, beſonders der Nahrung. Die veredelte Wolle. Das veredelte Wollhaar hat keine Gleichfoͤrmigkeit. An veredelter Wolle aͤndern ſich die kleineren Bogen am obe— ren Ende zeitig in weitlaͤuftigere mit verſchiedenen Richtungen um. Der obere Theil des Haares wird viel eher groͤber und ſproͤder. Das Laͤngenverhaͤltniß von veredelter Wolle laͤßt ſich alſo gar nicht beſtimmt angeben. Es kann ſich vom geringſten bis zum dreifachen erſtrecken, je nachdem die Kraͤuſelungen Formen haben. Die Richtung des Haares nimmt einen ungeregelten Lauf; es iſt oft um ſich ſelbſt gedreht; die Richtung eines regelmaͤßig ge— kraͤuſelten Haares ſetzt ſich dagegen ohne Abweichung fort, ſo daß ſeine Bogen in einerlei Richtung auf einander folgen, auch wenn es ſich im Ganzen zum Kreiſen neigt. Veredelte Wolle iſt 5 Zoll lang und daruͤber; Merinoswolle dagegen nur 1½ bis 4, aͤußerſt ſelten 5. Veredelte Wolle hat im Durchmeſſer ungefaͤhr zꝛr bis e Zoll, oder nach Dollond 16 bis 11 Grad; Merinoswolle dagegen faͤllt unter 5zes Zoll oder unter 11 Grad Dollond. Veredelte Wolle beſitzt lange nicht die Sanftheit als Merinos⸗ wolle; es fehlt nur an einem Maaßſtab, ſie zu beſtimmen. Die Elaſtizitaͤt iſt dagegen bei jener ſtaͤrker. Der Schein der veredelten Wolle nach der Waͤſche iſt viel truͤ— ber, lehmartiger; der von der Merinoswolle viel heller. Es kann alſo nicht fehlen, daß veredelte Wolle auch nach den Beſtandtheilen ihrer Grundſtoffe und allen darauf beruhenden Ei— genſchaften von den Merinos-Wollarten verſchieden ſein muß. Der veredelten Wolle fehlt der paralelle Wuchs der Haare gaͤnzlich, den die Merinoswolle hat. Auch 6 be jen Vered Auch teiche von Venn tr übrigen Vexen uf Thier⸗ Nach d dern te Ärt hat Stellen hat irregu 7 Von der e Drittes Kapitel. 125 h Auch ſind ihre Stapel groͤßer und ungleicher unter einander, aisunk n Raſe als be jener. Zeredelter Wolle fehlt es durchgaͤngig an Gleichartigkeit. luch hat ſie keinen Stapelſchluß, ausgenommen auf Thieren, welche von ſtarkſchweißigen Merinos abſtammen. Anttſein Wenn die Oberflaͤche des Fließes eine Farbe hat, ſo iſt ſie un— en noch zie ter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden lehmartig oder braͤunlich. viel dimr Wegen der Verſchiedenheit des Bodens aber kann dies nur veiß ad. auf Thiere unter demſelber Haufen angewendet werden. nos, unte Nach der Waͤſche bildet ein Fließ veredelter Wolle kein gleich⸗ foͤrmiges Netz. ar hat kin Ueterſezeit ung veredelter Merinoswolle von an— ern krauſen gemeinen Arten. Eine krauſe Wolle gemeiner ed am A hat weitkänfgs re, gleichlaufende Bogen, welche durch ſchlichte tungen um. Stellen unterbrochen werden; eine durch Merinos veredelte aber hat irregulaͤre, kleinere und groͤßere Biegungen durch einander. ic alſo gar Von der erſten gehen oft nur 6 bis 4 Bogen auf einen Zoll. Zweiter Theil. ———— Ueber die vorzuͤglichſte Merinos-Wolle und ihre Erforderniſſe zum Verbrauch, hergeleitet aus den Grundſaͤtzen der Fabrikation. Einleitung. §. 113. Ueber die Nothwendigkeit der Erhaltung und Verbreitung wiſſenſchaftlicher Kenntniſſe in den Gewerben. Die nuͤtzlichſten Gewerbe eines Landes bleiben die— jenigen, welche nicht nur weſentliche Beduͤrfniſſe befriedigen helfen, ſondern auch verſchiedene Klaſſen ſeiner Bewohner beſchaͤftigen. Bei uns ſind es Metallfabriken, Gerbereien, Leinwand- und Tuch— manufakturen. Einem jeden Staate iſt daran gelegen, ſich in Ruͤckſicht aller weſentlich nothwendigen materiellen Mittel von andern moͤglichſt unabhaͤngig zu erhalten. Praktiſche Kenntniſſe gehen aber bei an— haltenden Stockungen im Verkehr mit denen, die ſie beſitzen, ge— meiniglich wieder verloren, und die Nachkommen muͤſſen, ſo oft zu— faͤllige Veranlaſſungen im Verkehr zur Vervollkommnung irgend eines Zweiges wieder aufmuntern, von neuem den muͤhevollen und unſichern Weg betreten, den die Vorfahren ſo leicht haͤtten vorzeich— nen koͤnnen. Die meiſten nicht landwirthſchaftlichen Gewerbe entbehren aber leider noch der Vortheile allgemein anerkannter Syſteme in allen Stuͤcken, welche nicht Arbeit, ſondern die Anwendung wiſſenſchaft⸗ licher Grundſaͤtze betreffen. Noch haben wir keine genuͤgende Werke uͤber die Fabrikation des Leders, des Hutes und des Tuches, eben ſo wenig uͤber die erforderlichen Eigenſchaften der mehreſten dazu afüt ſcen! wenn ſich p weit ſie nchen ko Die rerſcheden dum Kal dent nuri ſat wied; nd ſe d uf hndler, geblieben wie er; genſchaft, jülbaten genſchaſten aber den Lefer kann man ten, der du ſei, un ſe nicht in imen gau e thrn de ſüchſten T jſeis well tußt, the Auch f zpſcheften d dörkkte E di hie 5 olenidne lenge gin üher ſ ſaſrung d fteen. erhaltung ſe in den bleiben die digen hälfen beſchäftigen „und Tuch kſicht alle noͤglichſ ber bei an⸗ beſiten, ge⸗ ſo oft zu⸗ ung irend wollen und emvorzeich: pehren aber ne in alln wiſſenſcht genüend des duches er mäͤiſtn Einleitung. 127 dazu erforderlichen rohen Materialien. Wie wohlthaͤtig aber wuͤrde es ſchon laͤngſt fuͤr den Landwirth geweſen ſein und noch werden, wenn ſich derſelbe mit den Grundſaͤtzen der Wollenmanufaktur, in ſo weit ſie auf Wolle, als den rohen Stoff, Bezug haben, bekannt machen koͤnnte. Die Bezeichnung der erforderlichen Eigenſchaften der Wolle zu verſchiedenen Zwecken muͤßten aber mit vom Fabrikanten und nicht vom Kaufmann allein ausgehen. Der Kaufmann, als ſolcher, lernt nur im Allgemeinen kennen, worauf der hoͤchſte Werth ge⸗ legt wird; der Fabrikant dagegen kann ihm erſt ſagen warum, und ſo belehren beide den Produzenten. Auf der andern Seite koͤnnen der Fabrikant und der Woll— haͤndler, wenn ſie von der Schaafzucht ohne Erfahrungs⸗-Kenntniſſe geblieben ſind, dem Landwirth keine Regeln an die Hand geben, wie er zu dieſer oder jener Wollgattung, zu dieſer oder jener Ei— genſchaft gelangen koͤnne. Ihnen koͤmmt es nur zu, von allen er— zielbaren Gattungen die brauchbarſte in ihren erforderlichen Ei— genſchaften zu beſtimmen, die Mittel und Wege ihrer Erlangung aber den Produzenten zu uͤberlaſſen. Oeffentliche Mittheilungen uͤber den Betrieb eines Gewerbes kann man aber in der Regel von keinem Geſchaͤftsmanne erwar— ten, der die Benutzung ſeiner Zeit ſeinem Geſchaͤft ſelbſt ſchuldig zu ſein, und die Fruͤchte ſeines Nachdenkens, Fleißes und Aufwan— des nicht in dem Danke eines Gegners auf dem Markte finden zu koͤnnen glaubt. Was fuͤr Gattungen Wolle am allgemeinſten begehrt ſind, lehren die Maͤrkte; aber welche beſondre Eigenſchaften ihnen den hoͤchſten Werth geben, daruͤber iſt noch zu wenig Licht verbreitet, theils weil man ſich jetzt noch nicht allgemein zu verſtaͤndlichen wußte, theils weil das Intreſſe es nicht wollte. Auch fehlt es noch an mehreren Maaßſtaͤben fuͤr gewiſſe Ei— genſchaften der Wolle, durch deren Anwendung die Grundſaͤtze fuͤr die Fabrikation mehr geordnet und befeſtiget werden koͤnnten. Der hiernaͤchſt folgende Verſuch einer Auseinanderſetzung der Wollenfabrikation moͤge den damit unbekannten Wißbegierigen ſo lange genuͤgen, bis einmal ein wiſſenſchaftlicher Praktiker die Muͤhe uͤber ſich nimmt, mit einer ſyſtematiſchen auf Wiſſenſchaft und Er— fahrung begruͤndeten Darſtellung der Sache das Publikum zu er— freuen. 128 Zweiter Theil. Erſter Abſchnitt. Erſter Abſchnitt. §. 114. Ueber die Vorzuͤge der Schaafwolle vor an⸗ dern Stoffen zu beſtimmten Zwecken. Die Anwendung der Wolle zum Polſtern und Wattiren, zu Schnuͤren, zu Geſtrikken und Geweben, fuͤr Fuß-⸗, Pferde⸗ und Schlafdecken, fuͤr Bekleidung und andere Beduͤrfniſſe und Boaquemlichkeiten kennt meiſtens je— dermann. Bei einem ſo nuͤtzlichen Zweig fuͤr Gewerbe und Landwirth— ſchaft, als die Wollenfabrikation iſt, duͤrfen nur die Vorzuͤge der Schaafwolle vor allen andern anwendbaren Stoffen nicht außer Acht gelaſſen werden. Zur Abhaltung der Waͤrme und alles Anhaͤnglichen, ſo wie des Staubes und der Naͤſſe iſt keine Zeuchart ſo zweckmaͤßig als Leinwand. Schaafwolle dagegen zieht Feuchtigkeit und Naͤſſe leichter an ſich; daher taugt ſie auch zu Kiſſen und Polſter fuͤr den beſtaͤn— digeren Gebrauch weniger. Auch laſſen ſich aus Schaafwolle keine ſo leichte Zeuche ver— fertigen, als wie aus Seide und Baumwolle. Ferner behalten zum Spannen und Ziehen, zum Binden und Naͤhen, Hanf, Leinen und Seide den Vorzug: Baumwolle in gleicher Menge und von gleicher Zubereitung zerreißt ſchon eher als jene, Wolle aber am leichteſten. Ihre Haare leiden nicht das feſte Zuſammendrehen, wie die der Baumwolle und der uͤbrigen genannten rohen Stoffe. Nicht minder ſind zur Erhaltung der oͤfteren Reinigung lei⸗ nene und baumwollne Zeuche vorzuziehen. Die Weiſſe, die Geſchmeidigkeit, Reinlichkeit und Wohffeilheit haben beim ſchoͤnen Geſchlecht ſowohl zum gewoͤhnlichen als ſeltne— ren Gebrauch der Baumwolle den Vorzug eingeraͤumt, den ſie auch wahrſcheinlich behalten wird, ſo weit es Sorge fuͤr Geſund— heit und haͤusliche Oekonomie geſtatten werden. Es koͤmmt aber bei dem Tragen baumwollner Kleidungsſtuͤcke bei mancher Verrichtung die Sparſamkeit zu kurz, durch zu baldi— ges Aufreiben werden ſie naͤmlich mit der Zeit zu theuer. Bei a nalne Kle renthümlüc nadurch gen laſſen. Die! dor allen! wegen ite vnmitteb kanntiich häͤle Auch des Gelvet Sie b denſelben n vollkommen Schag Da 1 müſen dn nnſer gr ſein Eigenſh dre Sbff Polle Virmnng. der, und au ſer erſchwer Väiter runüch 6 Geſe ſchr l ſichte n werden lonne Em vi der deute Wem; t gleichn lle vot an, vendung der 1 Geſtrin Bekleidum meiſtens j Landwirt Vorzuͤge de nicht auße hen, ſo wie kmaͤßig als Zeuche ver⸗ dinden und mwolle in ſchon eher nicht das er uͤbrigen nigung lei⸗ vohffeilheit als ſeltne⸗ t, den ſit r Geſunde dungsti ch zu baldi er Erſter Abſchnitt. 1²9 Bei anſteckenden Krankheiten taugen weder wollne, noch baum⸗ wollne Kleider und Bettuͤberzuͤge. Beiderlei Haare haben das Ei— genthuͤmliche mit einander gemein, daß ihre Oberflaͤche rauch iſt, wodurch Duͤnſte an ihnen hangen bleiben, und ſich weiter forttra— gen laſſen. Die unerreichbaren Vorzuͤge dagegen, welche Wolle als Stoff vor allen uͤbrigen beſitzt, beſtehen in Folgendem: Sie haͤlt erſtlich Kaͤlte mehr, als einer der uͤbrigen Stoffe ab, wenn ſie zu dieſem Zweck ſo bearbeitet wird, als ſie es zulaͤßt. Auf der Oberflaͤche eines Wollenzeuches ſtehen die Haarendchen wegen ihrer Elaſtizitaͤt mehr hervor und verhindern dadurch das unmittelbare Aufliegen aller Punkte der Oberflaͤche, wodurch be— kanntlich vorhandene Waͤrme des bedeckten Koͤrpers ſich laͤnger er— haͤlt. Auch laͤßt kein anderer roher Stoff eine ſolche Verdichtung des Gewebes in dem Grade zu, als Schaafwolle. Sie befoͤrdert ferner die Ausduͤnſtung des Koͤrpers, und bringt denſelben nie in die Gefahr ihrer Unterdruͤckung, eben weil ſie keine vollkommen glatte Flaͤche auf Zeuchen bilden kann. Schaafwolle laͤßt weiter eine waſſerdichte Zubereitung zu. Da Wolle Feuchtigkeit leicht an ſich zieht und feſthaͤlt, ſo muͤſſen aͤußere Wollenbekleidungen zum Gebrauch in rauher und naſſer Witterung zur Abhaltung der Naͤſſe moͤglichſt dick und dicht ſein, Eigenſchaften, welche auch die Wolle mehr, als irgend ein an— derer Stoff ihrer Natur nach zulaͤßt. Wollene Zeuche, denen es an Dichtheit fehlt, fuͤhren bei naſſer Witterung zugleich den Nachtheil mit ſich, daß ſie unpaſſend wer— den, und außer dem Uebelſtand auch noch die Bewegung der Glie— der erſchweren und fruͤhere Ermuͤdung veranlaſſen. Weiter geſtatten die vereinten Eigenſchaften der Schaafwolle, naͤmlich Geſchmeidigkeit und Elaſtizitaͤt, daß aus derſelben ſowohl ſehr leichte nachgiebige, als feſte und dauerhafte Zeuche verfertiget werden koͤnnen, welche keine anderen Stoffe zu gewaͤhren vermoͤgen. Eine der wichtigſten damit in Verbindung ſtehenden Eigenſchaften der Zeuche beſteht in der Widerſtandsfaͤhigkeit gegen Reibung. Wenn andere Stoffe laͤngſt durchgerieben ſind, haͤlt Wolle un— ter gleichen Umſtaͤnden noch aus. 9 130 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Auch laͤßt die Geſchmeidigkeit dieſer Wolle insbeſondere die Verſchoͤnerung der Oberflaͤche eines Zeuches von jeder Dicke zu. Sehr dickes baumwollnes Garn aber giebt nur eine der Sack— leinwand aͤhnliche Zeuchart. Schaafwolle wirft endlich den Farbenſchimmer am ſchoͤnſten ohne kuͤnſtliche Erhoͤhung des ſchwachen, ihr eigenthuͤmlichen Glan— zes zuruͤck. Dem Einlaufen wollner Geſtricke zu begegnen, laſſen ſich ein Faden von Wolle und ein Faden von Baumwolle recht gut mit einander verbinden. Nur muß bei farbigen Sachen jeder Theil fuͤr ſich vorher gefaͤrbt werden. 1 Zu weiß bleibenden Sachen wird auch Wolle mit Baumwolle zum dritten bis vierten Theil vermiſcht. Motten von wollnen Sachen außer den Kleidungsſtuͤcken ab⸗ zuhalten, ſind oͤfteres Reinigen und Beraͤuchern mit Pfeffer die beſten Mittel. Zweiter Abſchnitt. Von der Anwendung der Wolle. Erſtes Kapitel. Filzen und Flechten. §. 115. Arten der kuͤnſtlichen Verbindungen der Woll⸗ haare unter einander. Die Anwendung der Wolle theilt ſich zunaͤchſt ein in ihre Anwendung im loſen und in die im verbun— denen Zuſtande. Die Verbindung der Wollhaare zu einem feſten Zuſammenhang kann ohne und durch Zuſammenwindung derſelben geſchehen. Ihre Vereinigung in zufaͤlliger Lage, ohne Zuſammenwindung kann durch bloßes wiederholtes Druͤcken unter Feuchtigkeit und Waͤrme bewerkſtelliget und unter Mitwirkung von kalihaltigen, thon⸗ ariijen u der Voll Die ſvinnen beſtimmt Die webe. W dbgleich d gewendet! Aus dns Geicke Fii feineren andere. endchen wähnlich Die Mer nicht zu Erke ll ſortimn, Dae 1. die Entſ enander dſondere de dick zn. ine der Sack am ſchönſtn nlichen Gn aſſen ſich in cht gut mi er Theil ſi 7 Baumwol⸗ gsſtucken ab Pfeffer dir lle. der Voll⸗ theilt ſich verbun⸗ mmenhang hen. eenwindung tigkeit und ticen,thon Erſtes Kapitel. 131 artigen und andern Mitteln befoͤrdert werden. Dieſe Behandlung der Wolle heißt Filzen und das Verfertigte Filz. Die Verbindung der Wollhaare durch Zuſammenwinden heißt ſpinnen, und das Geſponnene heißt Faden, ein Faden von un— beſtimmter Verlaͤngerung Garn. Die Geflechte von Garn theilen ſich ein in Geſtricke und Ge⸗ webe. Dieſe letzten fuͤhren auch den allgemeinen Namen Zeuche, obgleich dieſer Ausdruck auch in engerem Sinne verſchiedentlich an— gewendet wird. Aus Garn laſſen ſich leichtere, feſtere und dauerhaftere, leich— ter auszubeſſernde, Zeuche verfertigen, als durch bloßes Fitzen, und Geſtricke gewaͤhren nicht die Dichtheit als Gewebe. Filzen laſſen ſich alle Wollarten. Die eine giebt nur einen feineren und auf der Oberflaͤche zarter anzufuͤhlenden Filz, als die andere. Zu einem feinen Hutfilz mit kurzen hervorſtehenden Haar endchen eignet ſich auch nur kurze moͤglichſt ſchlichte Wolle. Ge— woͤhnlich wird Lammwolle und vorzuͤglich daͤniſche dazu genommen. Die Merinos⸗Lammwolle weiß man zu dieſem Zweck bis jetzt noch nicht zu entkraͤuſeln. Zweites Kapitel. Erſte Vorbereitung der Wolle zur weiteren Behandlung. §. 116. Vom Sortiren. Der Hutfabrikant muß ſowohl ſortiren, als der Zeuchfabrikant. Das Sortiren kann nicht zweckmaͤßig geſchehen, wenn 1. die Wolle ſich nicht deutlich erkennen laͤßt; dies kann durch Entſtellung auf allerlei Weiſe veranlaßt werden, a) durch zu weitlaͤuftiges Auseinanderzerren, b) durch Verwirrung, c) durch Verunreinigung, u. ſ. w. Die Sortirung koſtet um ſo mehr Zeit, je ſchwieriger die Fließe oder ihre Theile auseinander zu bringen ſind. Wolle verklebt ſich um ſo mehr in einander, je mehr Schweiß ſie noch enthaͤlt, je feuchter ſie zuſammengepackt, je weitlaͤuftiger ſie aus— einander gezerrt und je feſter ſie gerollt und gebunden worden iſt. 9 ₰ℳ 132 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Das Sortiren muß alſo vor der Reinwaͤſche geſchehen, weil durch dieſelbe die Wolle zu ſehr zerſtuͤckelt wird. Die Grundſaͤtze, nach denen das Sortiren vorzunehmen iſt, gehen aus der Beſtimmung der Fabrikate und der Art ihrer Ver— fertigung hervor. Nach der Unterſuchung beider Gegenſtaͤnde kom— men alsdenn die Grundſaͤtze der Sortirung an die Reihe. Des Sortirens mußte hier als der zuerſt vorangehenden Ver⸗ richtung erwaͤhnt werden. §. 117. Zweck der Auseinanderſetzung der Verrich⸗ tungen bei einer Wollenzeuchfabrikation. Die hier naͤchſt⸗ folgende Abhandlung hat die Unterſuchung der erforderlichen Eigen⸗ ſchaften der Wolle, ſowohl in Bezug auf die daraus zu verfertigen— den Zeucharten, als in Bezug auf ihre Bearbeitung und auf ihr Verhalten gegen fremde dabei mitwirkende Grundſtoffe und Koͤrper zum Gegenſtande. Der Zweck dieſer Auseinanderſetzung geht dahin, zu zeigen, in wie weit die moͤglichen Beſchaffenheiten der Wolle zum Vortheil oder Nachtheil der Sache und der einzelnen Verrichtungen gereichen koͤnnen, um vermittelſt dieſer Kenntniß die Zucht und Haltung, ſo weit es ſich mit dem Vortheil des Beſitzers vertraͤgt, danach einzurichten. Ueber dieſen Zweck hinaus erſtreckt ſich aber die hier folgen de Zergliederung nicht. Die naͤchſten Zwecke und hauptſaͤchlichſten Verrichtungen bei einer Zeuchfabrikation ſind: 1. das Loͤſen und Ordnen der Haare, um ſie zum Spinnen vor— zubereiten, das Spinnen ſelbſt, das Weben, beim Tuch das Verdichten durch die Walke, . bei Farbeſtimmungen das Faͤrben und 6. beim Tuch, zur Vollendung der Oberflaͤche, das Scheeren. Alle uͤbrigen Verrichtungen koͤnnen nur als Huͤlfsverrichtun— gen, zur Erreichung des letzten oder der naͤchſten Zwecke, angeſehen werden. Eine ſolche iſt z. B. das Entfetten und Reinigen der Wolle vor der weitern Bearbeitung. — 5 8 8 ,it Pole ma drum al nehrern Die nachher heraus b Schr geſern gin iienſchſte her um ſo der Fabei Kat daher wi Pole za Zur reichend, wendet. Seift macht, au Das gewaſchen tie ninmt Dan Nadindon und den E ſch vewan Nach dem Sche drs Vaſc Die nnfetten, daätmt, dch gewignüce und gin griffn ne Urn und ſprod fen, veil ahman iſ ihret Ver⸗ ſande kom⸗ hſe. enden Ve Verric dier nachſ hen Eixer verfertigen d auf iſr nd Körper U zeigen, Vortheil gereichen Haltung, t, danach folgende ngen bei anen vor⸗ eeren. errichtun⸗ angeſchen de Vell Zweites Kapitel. 133 §. 118. Fabrikwollwaͤſche. Der natuͤrliche Schweiß der Wolle macht ſie zaͤhe, und erſchwert das Trennen der Haare. Schon darum allein beduͤrfte ſie der Entfettung, wenn es auch nicht aus mehrern andern Nuͤckſichten geſchehen muͤßte. Die Wolle wird zwar, um ſie leichter bearbeiten zu koͤnnen, nachher wieder eingeoͤlt; allein dieſes Oel laͤßt ſich leichter wieder heraus bringen. Schon vor der Waͤſche muß die Wolle von allen anhangenden Faſern gaͤnzlich befreit werden; indem ſich dieſe, je nachdem ſie ge— eigenſchaftet ſind, in der Waͤſche ebenfalls weiß waſchen, und nach— her um ſo ſchwieriger oder gar nicht mehr erkannt werden koͤnnen, der Fabrikation aber große Nachtheile zufuͤgen. Kaltes Waſſer loͤſet den Schweiß der Wolle nicht voͤllig auf; daher wird es erwaͤrmt. Wird es zu ſehr erhitzt, ſo macht es die Wolle zaͤh und hart. Zur Reinigung grober Wolle iſt bloßes warmes Waſſer hin— reichend, bei feinerer aber werden noch beſondre Huͤlfsmittel ange— wendet. Seife darf nicht gebraucht werden, indem ſie die Wolle haͤrter macht, aufloͤſet und mancher folgenden Behandlung im Wege ſteht. Das naͤchſte Mittel iſt, daß man das Waſſer, in welchem Wolle gewaſchen worden iſt, wieder zum Waſchen der naͤchſtfolgenden Par⸗ tie nimmt. Denn im Wollſchweiße ſelbſt ſind Theile enthalten, welche in Verbindung mit Waſſer geeignet ſind eine Art Lauge zu erzeugen, und den Schweiß in anderer Wolle leicht aufloͤſen zu helfen, indem ſich verwandte Theile unter einander verbinden. Nach Hellot bildet das Fluͤchtige des Urins als Laugenſalz mit dem Schweißfett eine Seife, die ſich im Waſſer aufloͤſet. So lange das Waſchwaſſer noch weiß iſt, enthaͤlt es auch noch Seife. Die gewoͤhnlichſte und wohlfeilſte Methode, Wolle voͤllig zu entfetten, iſt der bekannte Gebrauch von 4 Urin und ³¾ Waſſer, erwaͤrmt, aber noch nicht bis zum Sieden. Doch wendet man dieſe Behandlung nur bei feiner und mit gewoͤhnlicher Schweißmenge behafteter, aber nicht bei ſehr magerer und grober Wolle an, indem dieſe letzte vom Urin zu ſehr ange— griffen wird. Urin iſt deſto laugehaltiger, je aͤlter er iſt. Zu viel macht hart und ſproͤde. 134 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Je klebriger das Fett iſt, deſto ſchwieriger faͤllt die Waͤſche. Der Verluſt der Merinoswolle an Gewicht bei der zweiten oder Fabrikwaͤſche faͤngt nach der reinſten Schaafwaͤſche mit 12 von hundert an und geht bis 25. Hiernach waͤre der Verluſt bei einer mittelmaͤßigen Schaaf waͤſche im Durchſchnitt 18 bis 19 Prozent.. Wolle, von welcher das Fabrikat weiß bleiben ſoll, wird ge— bleicht. Dies geſchieht entweder im Thau oder durch kuͤnſtliche Mittel. Schwefeldaͤmpfe machen Wolle und wollene Zeuche nur hart, aber liquide ſchweflichte Saͤure, womit die Chemiſten bekannt ſind, bleicht ſie zum Beſten, und benimmt ihr am wenigſten die Sanftheit. 2 8 Beim Bleichen der Wolle im Freien muß man ſie immer naß erhalten, ſonſt geht ihre Kraft verloren. Die Folge der Waͤſche fuͤr die Wolle beſteht darin, daß die Haare ſich verdicken, und wegen des Verluſtes des ſie aͤußerlich umgebenden Fettes und durch die wahrſcheinliche Entziehung der Galerte aus der Haarſubſtanz ſelbſt ungeſchmeidiger werden. ₰ Die gegenſeitige Lage der Haare und der Zuſammenhang des Fließes geht gaͤnzlich verloren. Alles zertheilt ſich in groͤßere und kleinere Stuͤckchen, welche oft in der Form von Stricken mit zu— ſammen klebenden Haaren zum Vorſchein kommen. Das Trocknen der Wolle geſchieht im Schatten, damit ſie nicht zu hart wird. Je unreiner Wolle zur Fabrikwaͤſche koͤmmt, deſto mehr Zeit Koſten und Gewicht gehen verloren. Da der Verluſt an der Schaafwaͤſche bei der fabrikmaͤßigen Reinigung derſelben zwiſchen 12 und 25 Prozent faͤllt, ſo koͤnnte bei Abſchaͤtzungen folgende Stufen ſtattfinden: 1ſter Grad 12 bis 15 Prozent Verluſt, Ater„ 16„ 19„„ ter„ 20„ 25„„ Der Hutfilz bedarf eben ſowohl der hoͤchſten Reinheit des Stoffs, als das Garn. 1 11 der Wo Tolle kr Schauft, ponnen i die feitt De Ads ſie in ei licher I Su handlung trſordern⸗ 6.1 der Be krauſen gen von vitd 5, ferigender Liſche weiten itle von wird ge⸗ künſlihe nur hart unnt ſind, Danftheit mmer naß , daß die aͤußerlic jung der 1. dang des gere und mwit zu⸗ damit ſe ehr Zeit maͤßigen * konnte it des 135 Drittes Kapitel. Vom Kaͤmmen, Kratzen und Spinnen. §. 119. Ueber die Nothwendigkeit der Vorbereitung der Wolle zum Spinnen durch Kaͤmmen und Kratzen. Wolle kann nicht ſogleich in dem Zuſtande, in welchem Sie vom Schaafe, oder aus der Waͤſche und Farbe koͤmmt, zu Garn ge⸗ ſponnen werden, wenn daſſelbe gleichfoͤrmig werden ſoll. Die Haare liegen theils in ungleicher Entfernung, theils in feſter Verwirrung zuſammen. Aus dieſer Urſache bedarf die Wolle einer Vorbereitung, um ſie in eine neue zweckmaͤßigere Ordnung zu bringen, als ihr natuͤr— licher Wuchs ſelbſt mit ſich bringt. Zu dieſem Zweck unterwirft man ſie verſchiedentlichen Be— handlungen, von denen die hauptſaͤchlichſten beſondere Werkzeuge erfordern. §. 120. Natuͤrlicher Unterſchied in der Zulaͤſſigkeit der Behandlung zwiſchen langer ſchlichter und kurzer krauſer Wolle. Bei der unuͤberſehbaren Menge von Abſtufun⸗ gen von der laͤngſten ſchlichten Wolle an bis zur kuͤrzeſten krauſen, wird es zu einem kurzen allgemeinen Ueberblick der daraus zu ver⸗ fertigenden Fabrikate am einfachſten ſein, von den beiden Endpunk⸗ ten, der ſchlichten und der Merinoswolle aus, die verſchiedenen Be⸗ handlungen, denen ſie ſich unterwerfen laſſen, mit ihren Fabrikaten nebeneinander zu ſtellen. Das Ordnen der Haare zum Spinnen kann nicht bei allen Wollgattungen auf gleiche Weiſe geſchehen. Die Behandlung der⸗ ſelben iſt zunaͤchſt nach Verſchiedenheit ihrer Laͤnge verſchieden. §. 121. Vom Kaͤmmen langer Wolle. Bevor lange Wolle zu Garn geſponnen wird, trennt man zur Erlangung einer groͤßeren Gleichmaͤßigkeit des Fadens die laͤngeren Haare von den kuͤrzeren; ferner waͤchſt keine lange Wolle durchgaͤngig ſo ſchlicht, daß die Kunſt nicht noͤthig haͤtte, das Minderſchlichte noch mehr zu ſtrecken. Beide Zwecke laſſen ſich durch einerlei Behandlung erreichen. 136 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Ehedem wurde lange Wolle durch Fachen gelockert, eine Ver— richtung welche noch bei der Hutfabrikation im Gebrauch iſt. Es wird naͤmlich eine auf einen Bogen geſpannte Seite an die Wolle gehalten, und in Bewegung geſetzt. Ihre Schwingungen reiſſen vom Wollhaufen Haare los und ſchleudern ſie weiter. Umſtaͤndlicher als dieſe Verrichtung iſt das hin und wieder jetzt noch beibehaltene Kaͤmmen, aber es iſt wirkſamer. Lange Wolle wird naͤmlich mit den Sänden durch Kaͤmme gezogen, wie Flachs durch die Hechel. Dieſe Kaͤmme enthalten in zwei Reihen lange Zinken, von denen die hinteren kleiner, als die vorderen ſind. Vor dem Durchziehen wird die Wolle auf den Kaͤmmen bald mit dem einen, bald mit dem andern, abwechſelnd gekaͤmmt oder gerade geſtreckt. Der Ruͤckſtand beſteht theils in verworrnen langen, theils in kurzen Haaren, und betraͤgt* bis zur Haͤlfte des ganzen Gewichts. Zur Erleichterung des Voneinandertrennens und Streckens der Haare wird das Oel durch Erwaͤrmen der Kaͤmme in Kohltoͤpfen fluͤſſiger gemacht. In England werden auf Cartwrights-Maſchinen von einem Aufſeher und 10 Arbeitern taͤglich 240 Pfund gekaͤmmt, waͤhrend dem bei der Handarbeit ein Mann kaum 4 Pfund zwingt. Wenn Wolle auf dieſe Weiſe behandelt werden ſoll, ſo gehoͤrt wenigſtens eine Haarlaͤnge von ſechs Zoll und eine gewiſſe Feſtig— keit dazu um das Ziehen auszuhalten. Allzu ungleiche Laͤnge iſt in Hinſicht des bezweckten Ausziehens zu wenig ergiebig; zaͤhe, verworrne und verfilzte Haare laſſen ſich zu leicht zerreiſſen, ebenſo kraftloſe Wolle uͤberhaupt; in beiden Faͤl— len wird die Arbeit erſchwert und verzoͤgert. Das Kaͤmmen auf die beſcheiebene Weiſe macht die Wolle hart und ſtarr. Zwar enthaͤlt die Kammwolle die laͤngeren und groͤberen Haare, aber die Erwaͤrmung der Kaͤmme, die oft aus Unvorſicchtigkeit bis zum Erhitzen gebracht werden, benimmt der Wolle eben ſowohl, wie große Sonnenhitze, ihr Mark und Fett. Dieſe Abhandlung iſt hier deshalb ſo ausfuͤhrlich mitgetheilt worden, um ſpaͤterhin zu zeigen, in wie weit Merinoswolle einer aͤhnlichen Behandlung unterworfen werden koͤnne, oder nicht. — 41 tung z Erangun ſt es vo in kleinen haken ve Volf b Neb ſoch einig der Vale Nach gen, un Die femden Hie und die Vei nachſorti die ihen nat tung, da ſehr erſch den, wen wärde, w de zeuche gen lf da ſe bei waßfr gemiſchen zu du al Die dnc wenn t. 4 Jal ad ander far Din in allgem, Heine Va iſ. hainzungen deiter wieder et ange Dal wie gac nken, won mmen bnd kammnt ode „ theils in Gewichte eckens der ohltoͤpfen en einem wahrend t. ſo gehoͤt ſe Feſtig⸗ ſsziehens aſſen ſich iden Fä⸗ olle hatt „Haare, kkeit bi ſowwoh utgetheit olle einer ſicht Drittes Kapitel. 137 §. 122. Vom Zertheilen kurzer Wolle als Vorberei— tung zum Kratzen, vom Schlagen und Einoͤlen. Zur Erlangung der moͤglichſten Gleichmaͤßigkeit bei allen Verrichtungen iſt es von großem Nutzen, wenn ſie vor ihrer weiteren Bearbeitung in kleinere Stuͤckchen zerriſſen wird. Es werden dazu mit Wider— haken verſehene Maſchinen gebraucht, welche unter den Namen Wolf bekannt ſind. Neben dem Zerreiſſen der Wolle in dieſer Maſchine werden noch einige beſondere Zwecke erreicht, z. B. vollkommnere Reinigung der Wolle von Staub, und Zerreiſſung verfilzter Theile. Nach dem Zerreiſſen wird ſie oft erſt noch auf Horden geſchla— gen, um ſie deſto mehr aufzulockern. Die darauf folgende naͤchſte Verrichtung iſt das Ableſen aller fremden Theilchen, welche noch in der Wolle ſitzen koͤnnen. Hierauf werden die Wollſtuͤcken mit den Haͤnden aufgezupft, und die Haare dadurch ſchon mehr geſtreckt. Bei wichtigen Fabrikaten wird die Wolle in Stuͤckchen noch nachſortirt. Die weiteren Behandlungen der Wolle wuͤrden ſchon durch ihren natuͤrlichen Schweiß, wie vielmehr nicht bei voͤlliger Entfet— tung, durch ihre Starrheit und das Zuſammenhangen der Haare ſehr erſchweret und ſelbſt der Zweck der Verrichtungen verfehlt wer— den, wenn ſie nicht von neuem mit einem fuͤſſigen Oel verſehen wuͤrde, welches ſich bei der nachherigen Waͤſche des Garnes oder des Zeuches leichter, als der thieriſche Schweiß, wieder herausbrin— gen laͤßt. Bei feiner Wolle wird zum Einfetten gutes Baumoͤl; und zwar bei weißer Wolle auf 8 Pfund, bei gefaͤrbter auf 6 Pfund und bei gemiſchten Farben auf 4 Pfund 1 Pfund Oel genommen. Zu viel Oel macht die Wolle klumpig. Zu altes Oel macht ſie zaͤhe. Dies iſt auch der Fall, wenn Wolle zu lange im Fett liegt, auch wenn dieſes bei ſeiner Anwendung nicht alt war. §. 123. Vom Kratzen kurzer Wolle. Kurze Wolle von 4 Zoll und darunter kann nur zwiſchen kleinen Widerhaken ausein— ander gebracht und wieder geordnet werden. Die Werkzeuge, an denen dieſe Haͤkchen angebracht ſind, heißen im allgemeinen Kratzen. 138 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Die Haͤkchen beſtehen aus nachgiebigen Drathſtuͤckchen. Jedes Stuͤckchen Drath wird an jedem Ende zu einem ſtumpfen Winkel ſchwach gebogen, ſo daß zwei Haͤkchen in gleicher Richtung entſtehen, welche durch den mittleren Theil des Drathſtuͤckchens verbunden bleiben. Die beiden gebogenen Enden werden auf Fahlleder geſteckt, welches etwas dick und dazu beſonders elaſtiſch bereitet worden iſt. Zwei und zwei Haͤkchen auf dem Leder ſtehen alſo auf der Kehr— ſeite derſelben durch das Mittelſtuͤck des Draths in Verbindung. Die Haͤkchen ſind an ſich nachgiebig, und außerdem im Leder noch etwas beweglich, damit ſie der Gewalt beim Auseinanderziehen der Wollhaare um ſo leichter nachgeben. Dieſe Haͤkchen ſtehen nicht auf der Flaͤche des Leders, das eine hinter dem andern, ſo daß ſie etwa ſenkrechte Reihen bildeten; da— durch wuͤrden Zwiſchenraͤume entſtehen, und ganze Buͤndelchen oder Lagen von Haaren unberuͤhrt bleiben; ſondern ſie ſtehen in ſchraͤ— ger Richtung und ſo dicht hintereinander, daß man in jeder Rich— tung, die ſich nur auf einer Flaͤche nehmen laͤßt, auf Haͤkchen ſtoͤßt, und kein Buͤndelchen Haare waͤhrend dem Kratzen unberuͤhrt durch— gehen kann. Damit nun die Haͤkchen beim Auflegen der Wolle nicht zu viel Haare auf einmal faſſen, werden die Kratzen noch mit feinen Scheer— flocken bis zu einer gewiſſen Hoͤhe angefuͤllt, woruͤber alsdenn die Wolle geſtrichen wird.. Zum Kratzen werden jedesmal 2 mit Haͤkchen beſetzte Werkzeuge erfordert, wobei die Haͤkchen der einen den Haͤkchen der andern ent— gegenlaufend gerichtet werden muͤſſen. Jede der beiden Kratzenflaͤchen macht alsdenn gegen die andre eine entgegengeſetzte Bewegung. Zwiſchen den Kratzen wird die Wolle mehreremale geſtrichen. Dadurch werden die Haare aus ihrer zufaͤlligen Lage in einerlei Richtung gebracht. Wenn nun die Wolle aus den Kratzen heraus gehoben wird, ſo bildet ſie lockere Schichten oder Blaͤtter, in denen ein Haar neben dem andern in moͤglichſt gerader und gleicher Rich— tung liegt. Beim Kratzen der Wolle koͤmmt man ſchneller zum Zweck, wenn man von groͤbern Inſtrumenten zu feinern uͤbergeht, und ſo die Wolle einer mehrmaligen Behandlung unterwirft. Wo noch das Kratzen mit der Hand im Gebrauch iſt, da haben de vrſch ſcidene! ſachüch n dem Ka Rr deſto glei ter kann Die Lockrheit, die kuit der I Rd auf die Eß und ourch itzung de haare eth Makn teiſſen e hre erford hird das; Verd neit venige de Tnwend wirden an n. Jedes ſen Vinfel eutiihen, derdunden dir gſteck worden iſ. der r erbindum. Leder nut ziehen de , das ein deten; d elchen oder in ſchra⸗ dder Nich⸗ zen ſtoͤßt tt durch⸗ ſt zu viel n Scheer. sdenn die zerkzeuge eern ent⸗ die andre efrichen eiterlei heraus n denen er Rich⸗ ck, wenn d ſo di da haben Drittes Kapitel. 139 die verſchiedenen Kratzinſtrumente unter beſondern Namen ihre ver⸗ ſchiedene dem Arbeiter angemeſſene Groͤße. Seitdem aber die Kratzen auf Walzen geſpannt, und mehrere zugleich in einer Maſchine vereinigt werden, welche die eine gegen die andere treibt, kann man dieſe Inſtrumente betraͤchtlich ver— groͤßern.— Das Kratzen der kuͤrzeren Wolle hat denſelben Zweck, wie das Kaͤmmen der laͤngeren, naͤmlich die Loͤſung und Wiederordnung der Haare. Der Erfolg beider Verfahrungs-Arten, unterſcheidet ſich haupt— ſaͤchlich nur dadurch, daß beim Kratzen kein Ruͤckſtand bleibt, was beim Kaͤmmen unvermeidlich iſt. Je gleichlaufender und lockerer die Haare neben einander liegen, deſto gleichmaͤßiger kann ein Faden daraus entſtehen, und deſto leich— ter kann das Spinnen verrichtet werden. Die Klarheit gekratzter Wolle iſt wohl ein Kennzeichen der Lockerheit, aber noch kein Merkmal der gleichen Lage der Haare. Die gleiche Vertheilung der Haare haͤngt von der Gleichartig⸗ keit der Wolle ab. Je dichter die Wolle gewachſen iſt, deſto weniger muß davon auf die Werkzeuge aufgelegt werden. Es kann einen Grad von Dichtheit geben, welcher die Locken und durch ſie die Faͤden allzu gefuͤllt laͤßt, wodurch alſo eine Ver— kuͤrzung des Fadens entſteht, indem er auf jeder Stelle zu viel Haare enthaͤlt. Nie kann und darf der eigentliche Zweck des Kratzens im Zer⸗ reiſſen einer Wolle beſtehen, welche fuͤr das beabſichtigte Fabrikat ihre erforderliche Laͤnge hat. Nur bei uͤbermaͤßiger Laͤnge der Wolle wird das Zerreiſſen ein Nothmittel. Vor dieſem war beim Gebrauch der Handkratzen jener Zweck weit weniger erreichbar, als nunmehr auf den Maſchinen, welche die Anwendung groͤßerer Kraft zulaſſen. Uebrigens kann nichts geeigneter ſein, als das Jerreiſſen der Wollhaare um eine ungleiche Laͤnge unter denſelben hervorzubringen. Ueberhaupt leiſten bis jetzt die Kratzmaſchinen weiter nichts, als daß ſie die Arbeit beſchleunigen helfen, dies aber auf Koſten der Ordnung der Haare, welche durch die Handkratzen gegeben werden kann, und auf Koſten der gleichmaͤßigen Laͤnge. ———: — 140 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Je ſchneller die Maſchine gedrehet wird, deſto ſchneller zer— reiſſen die Haare. Das Loͤſen derſelben geht um ſo beſchwerlicher und langſamer von ſtatten, je mehr ſie dieſer Behandlung widerſtehen. Dieſe Ei— genſchaft einer Maſſe Wolle nennt man in der Fabrikation Zaͤhig⸗ keit. Sie findet ſich in der Regel bei magerer, an der Sonne aus— getrockneter und alter Wolle mehr, als bei fetter und neuer. So fein und ſo kuͤnſtlich auch die Kratzen gemacht werden, ſo reichen ſie doch nicht hin, die feinſte Merinoswolle, wenn ſie etwas geſtraͤngt gewachſen iſt, auseinander zu ziehen, wenn auch die Haare noch nicht zuſammenklebend ſind. Es ſchlaͤngeln ſich die fei— nen Straͤnge der feinſten Wolle oft noch zwiſchen den Kratzenhaͤk⸗ chen durch, und gehen ſo in den Faden uͤber. Dergleichen feinen ungeloͤſeten Wollſtraͤnge veranlaſſen ein oͤfte— res Zerreiſſen des Fadens, und wenn ſie in das Fabrikat uͤberge⸗ fuͤhrt werden, entweder Ungleichheit oder leere Zwiſchenraͤume. Um ſich durch das Kratzen loͤſen zu laſſen, darf alſo die Wolle nicht zu fein geſtraͤngt, zuſammen verklebt, in den Spitzen verfilzt oder mit Fett uͤberladen ſein. Die Haͤkchen in den Kratzen ſind von ſo feinem Drath, ſo dicht an einander gereihet, und bildet eine ſo ebene Flaͤche, daß faſt das geringſte fremde Koͤrperchen, welches ſich noch in der Wolle befindet, die Inſtrumente in Unordnung bringt oder auch verdirbt, indem die Haͤkchen entweder eine verkehrte Richtung bekommen oder ausgebrochen werden. Zur Erhaltung der Gleichmaͤßigkeit des nachher zu ſpinnenden Garnes und zugleich zur Schonung der Werkzeuge muß alſo die Wolle von allen fremden Koͤrperchen frei ſein. Sie muß ferner die erforderliche Kraft beſitzen, daß ſie waͤh— rend dem Kratzen nicht zu einer unbrauchbaren Kuͤrze zerreißt. Dieſes trift leicht feucht gelegene, oder feucht eingeſackte und nachher vermoderte Wolle, ſo wie auch alte. Da gekratzte Wolle nicht in der Form eines Blattes verſpon— nen werden kann, ſo muß ſie die einer duͤnnen lockern Rolle bekom— men, welche unter dem Namen Locke bekannt iſt. Die Dicke dieſer Locken richtet ſich nach der Feinheit des dar— aus zu ſpinnenden Fadens. Das Zuſammenrollen der gekratzten Wolle in Locken geſchieht bei den Handkratzen durch geeignete Wendungen der Inſtrumente, —— hei Kratz indem eit perbindu güſcht, Die nuf der? beſtalt! derung fi hit zur 6 Krau werden in Dif mehr d iſt richt Vei ſo iſt vo twenig zu Je” Dberfäche diij Polle vo und Vol ſchon gef Auf. di, inden Päle aer das veit waſ dinn auf den„ wob Ung in T 1 12 Drahn zu heit d den ens En Haaren, die neller za. longſamet diſt E ten dähiy Sonne aus euer. werden, ſ ſie eima auch i ich die ſi⸗ Kratzenhit en ein äft⸗ kat iberge iume. die Vole verfiht dath, ſo , daß fäſt der Wole verdirtt ekommen innenden alſo die ſſe wih⸗ eißt. kte und verſpon⸗ ebekom⸗ des dar geſhiht ſtrumente, Drittes Kapitel. 141 dei Kratzmaſchinen aber durch eine Vorrichtung an denſelben ſelbſt, indem ein beſonderes Inſtrument, welches mit der Maſchine in Verbindung ſteht, von der letzten Walze jedesmal ſo viel Wolle abſticht, als zu einer Locke gehoͤren ſoll. Die Eigenſchaft der Wolle, ſich leicht locken zu laſſen, beruht auf der Anhaͤnglichkeit der Haare gegen einander, folglich auf ihrer Geſtalt und ſanften Elaſtizitaͤt, und macht alſo keine beſondre For— derung fuͤr ſich aus, da dieſelben Eigenſchaften auch der Spinnbar⸗ keit zur Grundlage dienen muͤſſen. Krauſe Wolle kann noch ſo gerade geſtrichen ſein; ihre Haare werden in den Wollblaͤttern immer noch aneinander hangen. Daß ſie zu dem Ende noch beſonders zerriſſen werde, um deſto mehr elaſtiſche Endchen zu bekommen, welche in einander greifen, iſt nicht abſolut noͤthig. Wenn der Wolle der gehoͤrige Grad der Elaſtizitaͤt an ſich fehlt, ſo iſt von dem Zerreiſſen der Haare zur Erhoͤhung jener Eigenſchaft wenig zu erwarten. Je oͤfter Wolle durch die Kratzen geht, deſto rauher wird die Oberflaͤche der Haare. Diejenigen Kratzen, auf denen die letzte Behandlung der kurzen Wolle vor dem Spinnen vorgenommen wird, heißen Streichen, und Wolle, die ſich zu einer ſolchen Behandlung eignet, oder auch ſchon geſtrichen iſt, Streichwolle. Auf Kratzmaſchinen koͤnnen 3 bis 4 Handarbeiter erſpart wer— den, indem taͤglich auf einen Arbeiter 6 bis 8 Pfund gekratzter Wolle gerechnet werden koͤnnen. Das Maſchinenkratzen der Wolle koͤmmt bei gleichem Gewicht weit wohlfeiler zu ſtehen, als das Kaͤmmen der langen Wolle. Man kann auf Maſchinen zwei bis dreimal mehr Wolle kratzen als kaͤm⸗ men, wobei freilich die Koſten der Maſchinen und ihrer Unterhal⸗ tung in Betracht kommen. §. 124. Vom Spinnen im Allgemeinen. Haare durch Drehen zu einem FJaden vereinigen heißt ſpinnen. Das Drehen bewirkt, daß ſich ein Haar um das andere windet, und ſo gewun— den eins das andere feſthaͤlt. Ein Faden beſteht alſo aus mehreren in einander gewundenen Haaren. Die nachfolgende Abhandlung iſt ein Verſuch, aus der ſehr 142 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. verwickelten Theorie des Spinnens das fuͤr den Wollproduzenten Wiſſenswuͤrdigſte heraus zu heben, welcher noch nicht damit be— kannt iſt.— Spinnbarkeit. Faſern irgend einer Art, welche beſtimmt ſind verſponnen zu werden, ſetzen eine gewiſſe Laͤnge, Feinheit, Ge— ſchmeidigkeit und Kraft voraus. Dieſe Erforderniſſe laſſen ſich un— ter dem Ausdruck Spinnbarkeit begreifen. Solche Faſern z. B. welche bei einem gewiſſen Umfange zu kurz, bei einer gewiſſen Laͤnge zu ſtarr, oder auch zu ſchwach waͤren das Winden auszuhalten, waͤren nicht ſpinnbar. Geringſte Anzahl von Haaren fuͤr jede Stelle eines Fadens. Die geringſte Anzahl von Haaren, welche ſich moͤglicher Weiſe zu einem Faden vereinigen laͤßt, haͤngt von der Laͤnge, dem Umfang und dem Grade der Geſchmeidigkeit derſelben zugleich ab. Bei gleicher Feinheit und Geſchmeidigkeit, aber groͤßerer Laͤnge wird eine geringere Anzahl Haare erfordert, als bei kuͤrzeren Haa— ren unter denſelben Umſtaͤnden, um einen Faden bilden zu koͤnnen. Bedingungen der moͤglichſten Feinheit eines Fa— dens. Die Feinheit der Haare bedingt noch nicht allein die Fein— heit eines Fadens. Die groͤßere Laͤnge und Geſchmeidigkeit muͤſſen noch dazu kommen. Ein Faden bleibt um ſo groͤber, je groͤber, kuͤrzer und ſtarrer ſeine Faſern ſind. In den beiden letzten Faͤllen wird eine um ſo groͤßere Anzahl Haare fuͤr jede Stelle des Fadens erfordert, wenn ſie ſich in ihren Windungen unter einander feſt⸗ halten ſollen. Bedingungen der moͤglichen Menge von Haaren in einem Faden von beſtimmtem Umfang. Je feiner und ge⸗ ſchmeidiger die Haare und je flaͤcher ihre Bogen ſind, deſto mehrere laſſen ſich zu einem Faden von beſtimmtem Umfange zuſammen—⸗ fuͤgen. Je hoͤher die Bogen der Haare ſind, deſto weniger ſchmiegen ſie ſich im Faden an einander; er wird alſo um ſo weniger mit Haare gefuͤllt, er bleibt um ſo mehr hohl, laͤßt ſich beim Weben nicht dicht genug anſchließen, und daher laͤuft das Fabrikat in der Walke ungewoͤhnlich ein, ohne deshalb dichter zu werden. Es pol— ſtert ſich auf, ohne Gediegenheit zu bekommen. Ein Faden kann um ſo ſchwieriger gefuͤllt werden, wenn die Wollhaare auf den Kratzen zu weitlaͤuftig auseinander gezerrt wer— den, als daß ſie in dem beſtimmten Umfang einer Locke in genuͤ— gender7 m zum des Fade Der durſelbe uehr H Bet gen ein ge länge venigerer haagen; um ſon pets bri alſo der Be dungen ſchmeidige gen an ei diſtimmte nder ſed ded hängt ſor goͤglihſt. tinen Ete Unglei hr un malechen Der bein Knd binbeſchn Jutruewe Vein Um it ſomißkeit äinheit, Ge 1 en ſich un Imfange a dach wann lle eins mäͤglihe tnge, dem ugleich a herer Läng eren Haa⸗ kunnen. nes Fa— die Fein it muͤſſen ſe geäber, ten Falen es Fadens nder feſt aren in und ge⸗ mehrere uſammen⸗ chmiegen ſiger mit Weden at in de Es p wenn die zettt vet e in gende Drittes Kapitel. 143 gender Menge enthalten ſein koͤnnten. Wenn ſich auch der Spin— ner zum Theil darnach richten kann, ſo wird doch das Ausziehen des Fadens um ſo ungewiſſer. Der Umfang eines Fadens bleibt um ſo groͤßer, je weniger derſelbe zuſammengedreht wird. Ein feinerer Faden kann daher mehr Haare enthalten, als ein groͤberer. Bedingungen der geringſten Anzahl von Windun— gen eines Fadens, oder des loſeſten Zuſammendrehens. Je laͤnger, feiner und anhaͤnglicher die Haare unter ſich ſind, deſto wenigerer Windungen beduͤrfen ſie, um als Faden zuſammen zu hangen; bei gleicher Laͤnge und Feinheit aber beduͤrfen ſie derſelben um ſo mehrere, je ſproͤder ſie ſind. Denn das Winden eines Koͤr— pers bringt ihn aus der Richtung, die er fruͤher hatte; je ſproͤder alſo derſelbe iſt, deſto weniger fuͤgt er ſich. Bedingungen der moͤglichſten Anſchließung der Win⸗ dungen unter ſich. Je laͤnger, feiner, gleichfoͤrmiger und ge— ſchmeidiger die Haare ſind, deſto enger ſchließen ſich die Windun— gen an einander, oder deſto kleiner wird ihr Durchmeſſer bei einer beſtimmten Anzahl von Haaren; je ſproͤder, groͤber und kuͤrzer ſie aber ſind, deſto offener muͤſſen die Windungen bleiben. Bedingung der Gleichfoͤrmigkeit eines Fadens. Dieſe haͤngt ſowohl von der moͤglichſten Gleichartigkeit der Faſern als ihrer moͤglichſt gleichartigen Vertheilung und Zuſammenwindung auf allen ſeinen Stellen ab. Ungleiche Laͤnge und Durchmeſſer, und eine Miſchung von mehr und minder geſchmeidigen Haaren unter einander geben einen ungleichen Faden. Der Gleichfoͤrmigkeit des Fadens ſtehen beſonders alle kleinen beim Kratzen unaufgeloͤſet gebliebenen Straͤnge oder verklebten Haar⸗ buͤndelchen im Wege, ingleichem alle in der Wolle ſitzen gebliebenen Hautauswuͤrfe. Beim Lockenſpinnen uͤberhaupt wirken alle fremde Koͤrperchen in der Wolle noch triftiger und ſchneller auf das Winden des Fa— dens, als beim Spinnen durch die Finger oder aus der Hand. Wenn ſich waͤhrend dem Drehen nur das geringſte Flimmer⸗ chen oder Koͤrnchen im Faden befindet, ſo entſteht eine Ungleichheit zwiſchen den Windungen dies⸗ und jenſeits des fremden Koͤrperchens. Um in Bezug auf Oberflaͤche und Umfang eines Fadens, Gleich— foͤrmigkeit in denſelben zu bringen, iſt ferner erforderlich, daß ſich 144 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. die Enden der Haare in moͤglichſt gleicher Entfernung hinter ein— ander folgen. Sind nun die zu ſpinnenden Haare ungleichartig, ſo kann um ſo weniger Ordnung in ihrer Folge ſtattfinden, und die groͤberen und ſproͤderen Haare werden von dem Mittelpunkte des Fadens am weiteſten abſtehen, die feineren und geſchmeidigeren ſich aber mehr anſchließen, mithin beide eine ungleiche Oberflaͤche auf dem Faden bilden. Ferner, wo ſich beim Spinnen kuͤrzere feinere Haare mit laͤn— gern groͤbern begegnen, da bleiben die groͤberen gerader und ziehen ſich aus den Windungen der feinern leicht wieder heraus, oder es verurſacht wenigſtens ungleiche Stellen, von denen die duͤnnſten am erſten zerreiſſen, beſonders, da ſich der meiſte Drath auf dieſe hinwirft und ſie ſprengt. Bedingungen der Feſtigkeit eines Fadens. Dieſe haͤngt theils von der Beſchaffenheit der Haare an ſich, und theils von dem Grade ihres Zuſammenhanges unter ſich ab. Die Haare an ſich ſind um ſo feſter, je feſter ihre Grundſtoffe zuſammen hangen, je groͤßer die Gleichfoͤrmigkeit des Umfangs des einzelnen Haares und je groͤßer die Gleichartigkeit unter allen iſt. Die Windungen der Haare tragen nur unter gewiſſen Bedin— gungen zur Befeſtigung eines Fadens bei. Ein Faden darf weder zu loſe noch zu feſt gedreht, auch muß ſeine Kraft moͤglichſt gleich— maͤßig vertheilt ſein. Art, wie eine Ziehkraft auf eine Menge zuſammen⸗ gewundener Faſern wirkt. Ein Faden kann auf zweierlei Art zerreiſſen, einmal, indem die Faſern ſelbſt durchriſſen werden, und denn, indem blos ihr Zuſammenhang aufgehoben wird. Das eine kann ohne das andere ſtattfinden. Die Zerreißbarkeit der Faſern ſelbſt, welche zu einem Faden verbunden ſind, haͤngt von ihrer Geſammtkraft ab, nach Abzug desjenigen Theils derſelben, welcher durch das Zuſammendrehen ver— loren geht. Der bloße Zuſammenhang der Faſern aber haͤngt von dem Grade des Zuſammendrehens ab. Wirkung des Zuſammendrehens. Jede Faſer fuͤr ſich widerſteht einer darauf wirkenden Ziehkraft am kraͤftigſten, wenn ſie gar nicht gedreht iſt, inſofern alle Theile derſelben zum Wider— ſtande gleichmaͤßig mitwirken koͤnnen. Je weniger Theile dagegen and ſel driu lei einen un pungende Wa⸗ n Verb Da ſeinzelnen tber auf de Vider ſern das wendeh. c nur in dießtrij hang ge die Haa Ein ſ feſter Be Kraft migkeit Ha denen 2 dem Fade En nicht ſo Otellm. def herfic duch we rüñier den d di genden u raucher Di tndchen ſinter ein vkann um ie gaäderen des Fadens n ſich un de auf dn te mit li und zießen 8, oder a e duͤnnin h auf diſ 5. Diſe und theid undſtoffe angs des alen iſ. en Bedin arf weder iſt gleih zmmen⸗ terlei Art den, und Das eine n Fnden h Abzug hen ver⸗ von dem für 8ſch en, went m Vder⸗ ſe daoegen Drittes Kapitel. 145 und je ungleichmaͤßiger dieſe einer Ziehkraft widerſtehen koͤnnen, deſto leichter zerreißt ſie. Das Letzte iſt der Fall, wenn die Faſer einen ungleichmaͤßigen Umfang oder nicht vollſtaͤndig zuſammen— hangende Theile hat. Was hier von der einzelnen Faſer gilt, gilt auch von mehreren in Verbindung. Das Drehen bezweckt daher nur den Zuſammenhang zwiſchen einzelnen Theilen einer Faſer und zwiſchen mehreren Faſern, wirkt aber auf die Faſern ſelbſt als Ziehkraft, und mindert ſchon dadurch die Widerſtandsfaͤhigkeit derſelben bis auf den Punkt, da die Fa— ſern das Winden nicht mehr auszuhalten vermoͤgen und geſprengt werden. Die Faſern, welche einen Faden bilden ſollen, beduͤrfen alſo nur in ſo weit des Zuſammendrehens, daß ſie bei einwirkenden Ziehkraͤften nicht vor ihrer eigenen Zerreißung außer Zuſammen— hang gerathen. Ein Faden kann naͤmlich zerreißen, ohne daß noch die Haare ſelbſt dahin gelangen. Ein Faden bleibt alſo, in ſo weit es das Drehen betrifft, um ſo feſter, je wenigere Windungen er noͤthig hat. Bedingungen der gleichmaͤßigen Vertheilung der Kraft eines Fadens. Dieſe beruht auf der hoͤchſten Gleichfoͤr— migkeit deſſelben und auf der hoͤchſten Gleichartigkeit in der Kraft. Haare von ungleichen Kraͤften(beſonders Haare von verſchie— denen Thieren bei verſchiedenem Zuſtande derſelben) geben auch dem Faden ungleiche Staͤrke. Ein feiner loſer, aber gleichmaͤßig geſponnener Faden zerbricht nicht ſo leicht, als ein groͤberer, feſter geſponnener, mit ungleichen Stellen. Beſchaffenheit der Oberflaͤche eines Fadens. Die Oberflaͤche eines wollnen Fadens kann mehr oder weniger glatt oder rauch werden. Je laͤnger und ſchlichter die Haare ſind, je mehr ſie in gleich— maͤßiger Folge hinter einander folgen und je feſter ſie gedreht wer— den, deſto glatter wird der Faden. Bei kuͤrzeren, krauſeren, ohne Ordnung hinter einander fol genden und loſer gedrehten Haaren dagegen wird der Faden um ſo raucher. Die auf der Oberflaͤche eines Fadens hervorſtehenden Haar— endchen ſtehen um ſo mehr von derſelben ab, je ſchlichter und ſproͤ 10 146 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. der ſie ſind; ſie ſchließen ſich aber um ſo geſchmeidiger an und um den Faden herum, je elaſtiſch-geſchmeidiger ſie an ſich ſelbſt ſind. Ergiebigkeit der Wolle im Faden. Denkt man ſich eine gewiſſe Menge Faſern, welche zu einem Faden beſtimmt ſind, in gerader Richtung neben und hinter einander gelegt, ſo kann man ſich auch vorſtellen, daß jedes Umdrehen den Faden im Vergleich mit der Laͤnge, welche die Faſern einnahmen, verkuͤrzt. Durch Fort⸗ ſetzung des Drehens nimmt ſeine Laͤnge immer mehr ab, bis er geſprengt wird. Diejenige Wolle giebt den moͤglichſt laͤngſten Faden aus einem beſtimmten Gewicht, bei welcher man die wenigſten Haare und die wenigſten Windungen noͤthig hat, ohne dabei die uͤbrigen Forde— rungen, die Gediegenheit des Fadens ausgenommen, unerfuͤllt zu ſehen. Je laͤnger, feiner und elaſtiſch-geſchmeidiger alſo eine Wolle iſt, deſto mehr eignet ſie ſich auch fuͤr jenen Zweck. Der moͤglichſten Ausdehnung des Fadens ſtehen entgegen: Starrheit, uͤbermaͤßige Laͤnge, Ungleichartigkeit und Zaͤhigkeit der Haare und zu vieles Fett in der Wolle. Selbſtaufloͤſung eines Fadens. Ein Faden loͤſet ſich um ſo leichter auf, je weniger er gedrehet iſt, und je ſproͤder die Fa— ſern ſind, aus denen er beſteht, indem dieſe ihre fruͤhere Richtung wieder ſuchen, aus welcher ſie gebracht worden ſind. Flanell, Molton, Decken und aͤhnliche Zeuche verlieren bei der geringſten Anſtreifung an einen Koͤrper einzelne Haare aus ihren Einſchlagfaͤden, weil dieſe in der Regel ſehr loſe gedreht ſind, ohne welches auch der Zweck dieſer Zeucharten weniger vollkommen erreicht werden koͤnnte. Zuſammenſtellung der hauptſaͤchlichſten allgemeinen Eigenſchaften der Wolle in Bezug auf Spinnen. Wolle im Allgemeinen iſt zum Verſpinnen um ſo geeigneter, je feiner, je elaſtiſch-geſchmeidiger, je gleichartiger in Geſtalt und Krafteigen— ſchaften und je reiner von fremden Koͤrperchen ſie iſt. Das bisher Geſagte gilt fuͤr jede Art Wolle und fuͤr alle Me— thoden, Wolle zu ſpinnen. Nun kommen wir auf die verſchiedenen Methoden ſelbſt. Eintheilung der verſchiedenen Spinnmethoden, ſo weit ſie bis jetzt in Anwendung gekommen und bekannt ſind. W rerchiede ach zuſomme ss zur Von der Augenbl xn, we giſchehen Drehen er däſt verr noch wo gehalten muß al griffen Vo Derbinde Auf aus verf M wendet: dem R im Duur Spinde, man dre deſinma wird de heißt S Bei hach der hne 3u ben wor derden. de Tale d laͤn ge lber m unnten derden, Und un ſt ſnd dſch eine t ſid, in kann wan Vrrglich durch got⸗ ab, bis sus einen e und di en Forde⸗ gerfüͤll z ahigkeit dſet ſich r die Fa⸗ Richtunh eren bei are aus ht ſind, kommen meihen Voll iner, je fteigen⸗ 1 Drit s Kapi itel. 147 ſind. Das Spinnen der Wolle geſchieht bis jetzt noch auf zwei verſchiedene Weiſen. Nach der einen werden die Faſern in dem Augenblick, daß ſie zuſammengewunden werden ſollen, ſo weit getrennt oder vereint, als zur Dicke des beabſichteten Fadens fuͤr noͤthig erachtet wird. Von den ſo georoͤneten Faſern wird aber nur von Augenblick zu Augenblick ein ſehr geringer Theil frei gelaſſen, um gedreht zu wer— den, weil die Trennung und Ordnung der Faſern nicht ſo ſchnell geſchehen kann. Diejenige Menge von Faſern, welche einmal vom Drehen ergriffen wird, kann ohne Zuruͤckwindung des Fadens nicht mehr vermindert werden. Daher muͤſſen diejenigen Faſern, welche noch nicht zum Drehen kommen ſollen, unter beſtaͤndigem Druck gehalten werden. Die Vertheilung der Faſern zu einem Faden muß alſo immer eher geſchehen, als ſie vom Drehen vollſtaͤndig er— griffen werden. Waͤhrend dem Spinnen wird der Faden in ununterbrochener Verbindung mit den ungeſponnenen Faſern zu erhalten geſucht. Auf dieſe Art wird die Kammwolle geſponnen, und das dar⸗ aus verfertigte Garn heißt Kaͤmmgarn. Nach der andern Methode, welche bei kuͤrzerer Wolle ange— wendet wird, bringt man ſchon vorher die Wolle in Wuͤlſte unter dem Namen Locken von der Dicke eines halben Zolles ohngefaͤhr im Durchmeſſer, befeſtiget dieſe Locken mit dem einen Ende an die Spindel, und an dem andern Ende zieht man dieſelbe Locke, indem man dreht, immer weiter aus einander, bis der Faden nach ſeiner Beſtimmung genug zertheilt und gewunden iſt. Auf dieſe Weiſe wird die Streichwolle geſponnen und das daraus erlangte Garn heißt Streichgarn. Beide Methoden unterſcheiden ſich hauptſaͤchlich darin, daß nach der erſten die Faſern und Haare waͤhrend ihrer Vertheilung ohne Zug, nach der andern aber ohne Vertheilung(weil dieſe ſchon vorhergegangen iſt), im Zuge zu einem Faden verbunden verden. Die erſte dieſer Methoden kann auf alle Arten ſpinnbarer Wolle, die andere aber nur Auf Wollhaare von einer gewiſſen Laͤnge und aͤußeren Elaſtizitaͤt, dagegen auf Faſern oder Wolle uͤber und unter eine gewiſſe Laͤnge hinaus nach allen bis jetzt be kannten Einrichtungen aus einleuchtenden Gruͤnden nie angewendet werden, in ſo fern ein glatter Faden erfolgen ſoll K 9 148 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Die erſte dieſer Methoden wird in der Regel nur auf Kaͤmm— wolle und die andere auf Streich-(oder Kratz-) Wolle ange— wendet. Man koͤnnte jene auch die Glattſpinnerei, und dieſe die Krausſpinnerei nennen, von ihren verſchiedenen Wirkungen hergenommen, oder auch nach den verſchiedenen Wollgattungen: Lang- oder Kurzſpinnerei. Die paſſendſte Benennung duͤrfte aber von der Art zu wirken entlehnt werden, und nach dieſer haͤtten wir Druck- und Zug— ſpinnerei. Naͤhere Auseinanderſetzung der erſten Methode, oder des Spinnens der langen Wolle. Das einfachſte In—⸗ ſtrument zum Spinnen langer Wolle iſt die Spindel, welche man hin und wieder noch bei den Hirten ſieht, welche ſie auf der Erde tanzen laſſen. Das Vollkommenſte aber, welches zum Spin— nen langer Faſern je erſonnen werden konnte, und deſſen Prinzi— pien auch Jenny bei der Baumwollen-Spinnmaſchine zum Grunde legte, iſt das uͤberall gebraͤuchliche Leingarn-Raͤdchen unſeres Braun— ſchweigiſchen Landsmannes, das, indem es den Faden drehet, ihn auch zugleich aufwickelt, was bis jetzt bei der kurzen Schaafwolle noch nicht in Anwendung gebracht werden konnte. Auf dieſem einfachen Raͤdchen ſpinnt indeſſen ein geuͤbter Spin— ner an einem Pfunde des feinſten Garnes wenigſtens 3 bis 4 Tage. §. 125. Vom Spinnen der Kaͤmmwolle auf Maſchi— nen. Bis jetzt wurde die Kaͤmmwolle bei uns noch meiſtens auf dem einzelnen Raͤdchen, in England aber ſchon laͤngſt auf Maſchi— nen geſponnen. E. Cartwright erfand die erſte im Jahre 1790. Auf dem Feſtlande ſind dieſe Prinzipien erſt ſpaͤter bekannt geworden. Dagegen befinden ſich an einigen Orten im koͤnigl. preuß. Staate von den Beſitzern ſelbſt erfundene Maſchinen zu dieſem Zweck. Vorrichtungen zum Strecken, Ordnen und Spinnen uͤber 6 Zoll langer Wolle muͤſſen auf aͤhnlichen Prinzipien beruhen, nach wel— chen alle lange Faſern uͤberhaupt, z. B. Hanf und Flachs zu be— handeln waͤren. Die Haupthinderniſſe liegen aber in der Schwierigkeit der pro— portionirten Vertheilung langer Faſern von Anfang an, und in der Ertheilu den Aug Dal und then Bei die Her tien der In Vorſoinm anwendba Wif Hert J ohne C Muſch M riitunge 1.1 dere.. Zoll lan gezogen fünnen. Das ſtdett, berggen Mn eſciden 8 1 Eine deit de ſcon en ner Aus iſ Kaͤmn, olle ange⸗ „und dieſe Veungen lonnungn: t zu wirke Methode, fachſte N del, welch ſie auf de zum Spin, ſſen Prirzi⸗ n Grunde s Braun⸗ ehet, ihn haafwoll dter Spin⸗ 5 3 bis! Naſchi⸗ ſtens auf fRN aſchi⸗ ² 1700. er bekannt l preuß. zu dieſem ber 6 Zol nach wel —hs z b. it der d und in dit Drittes Kapitel. 149 Ertheilung und Erhaltung der geraden Richtung derſelben bis auf den Augenblick ihrer Zuſammendrehung. Daher ſind Maſchinen zum Spinnen langer Wolle noch ſelten und theuer. Bei der diesjaͤhrigen(1827) Kunſtausſtellung in Berlin haben die Herren Coquerill vorzuͤgliches Kaͤmmgarn von ihren Maſchine— rien der erwaͤhnten Art geliefert. In der neueſten Zeit iſt auch eine amerikaniſche Baumwollen— Vorſpinnmaſchine erfunden worden, welche vielleicht auf Kaͤmmgarn anwendbar ſein wird. Auif der diesjaͤhrigen Pariſer Kunſtausſtellung hat ſich ein Herr John Collier durch eine Maſchine bekannt gemacht, welche ohne Erwaͤrmung der Kaͤmme taͤglich bei der Anſtellung zweier Menſchen 20 Pfund liefert. Maſchinerien zum Spinnen der Kaͤmmwolle mit allen Vorbe— reitungen dazu kommen auf 12— 15000 Rthlr. zu ſtehen. §. 126. Vom Spinnen der Streichwolle insbeſon dere. Zum Spinnen im Zuge kann nur kurze elaſtiſche Wolle genommen werden, welche nicht unter einem, und nicht uͤber 4 Zoll lang ſein darf. Ehedem wußte man durch einen Menſchen auch nur einen Faden ſpinnen zu laſſen. Ein Arbeiter konnte in einem Tage hoͤch— ſtens 2 Pfund Wolle kratzen und Garn zu Tuch daraus verfertigen. Die Natur der Streichwolle erlaubt es aber, daß mehrere Lo— cken neben einander in einen Rahmen geſpannt, von eben ſo viel gegenuͤber ſtehenden Spindeln gedreht, zu gleicher Zeit in die Laͤnge gezogen und auch alle Faͤden zu gleicher Zeit aufgewickelt werden koͤnnen. Das Spinnen feiner Streichwolle zu feinen Faͤden wird be foͤrdert, wenn von groͤberem Vorſpinnen zum feineren Aus sſpim anen uͤbergegangen wird. Man bedient ſich dazu verſchiedener Spinnmaſchinen unten verſchiedenen Namen. In Berlin werden ſie in vorzuͤglicher Brauchbarkeit verfertiget. Eine beſondere Fein-Spinnmaſchine hat man in der neueſten Zeit der Erfindung eines Amerikaners zu verdanken. Auch der ſchon erwaͤhnte Herr John Collier hatte auf der diesjaͤhrigen Pa riſer Ausſtellung eine verbeſſerte von ſeiner Erfindung vorzuzeigen 150 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. §. 127. Vergleichung der Unkoſten beim Spinnen der Kaͤmm- und Streichwolle. Vermittelſt einer Spinnma— ſchine arbeitet ein Mann fuͤr ſechs bis zehn Handſpinner. Ein Maſchinenſpinner kann in einem Tage bis 16 Pfund lie fern, waͤhrend dem es der Handarbeiter zum hoͤchſten auf 4 Pfund, gewoͤhnlich aber bei mittelfeiner Streichwolle nur auf 2— 3 Pfund bringen kann. Das Wirken der Locken⸗Spinnmaſchinen wird aber wohl nie ohne die beſtaͤndige Leitung des Menſchen aus folgenden Gruͤnden ſtattfinden koͤnnen. Die Anzahl der Windung en auf eine gewiſſe Laͤnge vertheilt ſich naͤmlich beim Streichwoll-Spinnen vom Drehpunkte aus in ungleichem Verhaͤltniß. Alsdenn iſt auch die Windung eines Fadens bei verſchiedene Wolle verſchieden. Folglich kann auch die Annaͤherung des 3 punktes nach dem Drehpunkte hin am Schluſſe des Drehens bei verſchiedener Wolle nicht dieſelbe ſein. Beides iſt der Grund, warum das Streichwoll⸗Spinnen auf Maſchinen noch immer die verſtaͤndige Leitung des Menſchen bei jedem Zuge bedarf, von dem nur allein das Verhaͤltniß der abwech⸗ ſelnden Geſchwindigkeit des Ziehens und Drehens die Beſtimmung der Feinheit des Fadens und ſeines Zuſammendrehens abhaͤngt. Da nun bis jetzt Kaͤmmwolle nur in eiſtem aaden von jedem Spinner geſponnen werden konnte, ſo wird es einleuchtend, warum das Spinnlohn des Kaͤmmgarns, und bei dan großen Abgang an minder brauchbarer Wolle beim Kaͤmmen auch der Koſtenpreis die ſer Garnart, ſelbſt aus der groͤbſten Wolle im Vergleich mit Streichgarn ſo hoch zu ſtehen kam. Das Streichgarn kann auf Maſchinen um 50 bis 75 Prozent wohlfeiler bearbeitet werden. teh §. 128. Hauptunterſcheidung zwiſchen langer und kurzer Wolle. So wohl fuͤr Hand⸗ als Maſchinenſpinnerei giebt es zwiſchen Laͤnge, Durchmeſſer und Geſchmeidigkeit ein gewiſſes abnehmendes Verhaͤltniß, ohne welches keine Verbindung zwiſchen Haaren oder Faſern mehr ſtattfinden kann. Hier findet alſo die Kuͤrze der Einſchlagwolle ihre Graͤnze. Je kuͤrzer die Haare ſind, deſto feiner und geſchmeidiger muͤſſen ſie ſein, um geſponnen werden zu koͤnnen. Da goles, nen wer Eintheil nicht ſp kurze⸗ de De ſiſten,- Oherfl länoer er ged ⸗ ₰ ſtiſchen ſchein k ſvonnen V winnen Untet d vird 41 inter d nird, Spinnen Sdinnma ger. s Pfund le zuf piin — pun er wohl ie n Gruͤnde nite aus it erſch jedenen innen auf enſchen bei er abwech⸗ dſtcimmune bhäͤngt. von jeden d, warum lbgang au pteis die gleich wit ger und prei giebt gewiſſe zwiſchen et alſo de zger miſin Drittes Kapitel. 151 Da nun Streichwolle nicht fuͤglich unter der Laͤnge eines Zolles, und nicht wohl uͤber 42 Zoll bis 5 Zoll im Zuge geſpon— nen werden kann, ſo waͤren in Bezug auf Fabrikation folgende Eintheilungen aller Schaafwolle ebenfalls zulaͤſſig: ſpinnbare und nicht ſpinnbare Wolle, und die ſpinnbare wieder in lange und kurze. §. 129. Unterſchied zwiſchen Kaͤmm⸗ und Streich garn, oder: Unterſchied zwiſchen dem Garn aus langer grober und dem aus kurzer feiner Wolle, hergeleitet aus dem Vorhergehenden. Lange ſchlichte Wolle giebt, geſponnen, einen feſten, wenig elaſtiſchen, glatten, ſlachsaͤhnlichen Faden, auf deſſen Oberflaͤche um ſo weniger Haarendchen zum Vorſchein kommen, je laͤnger die Haare ſind, je feiner der Faden geſponnen, und je feſte er gedrehet wird. Dagegen giebt kurze gekraͤuſelte Wolle einen loſeren mehr ela ſtiſchen Faden, auf deſſen Oberflaͤche um ſo mehr Enden zum Vor— ſchein kommen, je kuͤrzer die Haare ſind, je dicker der Faden ge ſponnen und je weniger feſt er gedrehet wird. Laͤngere groͤbere Wolle laͤßt ſich daher zu einem feineren Faden ſpinnen, als kuͤrzere feinere. Viertes Kapitel. Vom Weben. §. 130. Von der Anwendung des Garns im Allge meinen. Garn kann entweder zum Stricken und Sticken, oder zum Flechten von der geringſten Breite von Baͤndern an bis zu großen Flaͤchen von Zeuchen angewendet werden. Hier ſoll nur von Zeuchen die Rede ſein. .131. Aufzug und Einſchlag. Das Garn, welches zu zeiche beſtimmt iſt, wird eingetheilt in den Theil, welcher der Laͤnge nach durch das Zeuch geht, und als der unbewegliche Theil unter dem Namen Aufzug oder Kecte auf den Stuhl geſpannt wird, und in denjenigen Theil, mit welchem als dem beweglichen unter dem Namen Einſchlag, Einſchuß, der Aufzug durchkreuzt wird. 152 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. §. 132. Vorbereitungen zum Weben. Abhaspeln. Von der Spindel wird das Garn auf den Haspel und vom Has— pel auf Spuhlen von verſchiedener Groͤße, nach der Verſchiedenheit der Beſtimmung des Garns, zum Aufzug oder zum Einſchlag ge— bracht. Aufzuggarn. Das Aufzuggarn wird nun zu derjenigen Laͤnge und in ſo viele Faͤden abgetheilt, als die beſtimmte Laͤnge und Breite erfordern, und hierauf in Leimwaſſer getaucht, und nach dem Trocknen auf den Stuhl gebracht. Das Einſchlaggarn wickelt ſich von den kleinern Spuhlen bei ſeinem Durchgang durch die Kette ab, indem dieſe Spuhlen auf Pfriemchen und in kleine Behaͤlter(Schiffchen) geſteckt werden, welche die Kette durchkreuzen. Der Stoff hat demnach ſchon ſehr viel auszuhalten, bevor die eigentliche Zeuchverfertigung, das Weben, beginnen kann. Eintheilung der Verrichtungen bei der Verferti— gung eines Zeuches. In Hinſicht der Zubereitung eines Zeu— ches ſelbſt laͤßt ſich jedes Gewebe in zweierlei Beziehung nehmen, einmal in Ruͤckſicht ſeines Inneren, und alsdann in Ruͤckſicht ſei— ner Oberflaͤche insbeſondere. Zur Darſtellung des Ganzen gehoͤren Weben, und(beim Tuch) Walken; zur Darſtellung der Oberflaͤche gehoͤren Glaͤtten und Faͤrben, und beim Tuch Rauhen und Scheeren insbeſondere. §. 133. Vom Weben. In Hinſicht des Webens koͤmmt zunaͤchſt die Art zu kreuzen in Betracht. Die Faͤden des Aufzugs koͤnnen einer um den andern durch— kreuzt werden, ſo daß der Einſchlagfaden uͤber den einen und unter dem andern abwechſelnd durchgeht, wie bei gewoͤhnlich verfertigter Leinwand; dies iſt die einfachſte Art zu flechten oder zu weben. Alsdenn kann auch ein Faden um zwei, oder zwei um zwei, und ſofort abwechſelnd durchflochten werden. Die erſte Art von(zuſammengeſetzter) Wirkerei heißt auch ge— koͤpert. Bei rauchem Garn wird in der Regel nur die einfache, ſelten die gekoͤperte Wirkerei angewendet. Jede Wirkerei fuͤr ſich laͤßt ſich wieder in loſere und dichtere eintheilen. Die nn ſo nd Una. ten, ge di Haate Hagte werden. 4.1 het hat nen Aeg drad an glchma ſaliß (anthel 6. 6 her und dng bedit Glat Gſwebe. dn. als Snrich volle läie Die chafenhen hünkkato Abhaspe nd von gpe dechinen Einch 1 zu derjenean immte ling etaucht, und Spuhlen ie Epuhlen an teckt werdan en bevor de n. Yerferti⸗ eines deu⸗ gnehmen, ckſicht ſa und(beim latten und ere. s koͤmmt ern durch⸗ und unter erferrigter veben. um zwei, auch ge⸗ he, ſelte d dichtee Fuͤnftes Kapitel. 153 §. 134. Bedingungen der erforderlichen Eigenſchaf— ten eines Gewebes. 1. Ein Gewebe muß moͤglichſt gleichfoͤrmig ſein. Dieſe Beſchaffenheit wird bedingt: a) durch die Gleichmaͤßigkeit in der Zuſammentreibung der Faͤden, alsdenn b) durch die Gleichfoͤrmigkeit der Faͤden ſelbſt. Die Gleichfoͤrmigkeit der Faͤden iſt um der Schoͤnheit willen um ſo noͤthiger, je loſer ein Gewebe bleiben ſoll. Ungleiche Faͤden und ſolche, welche fremde Koͤrperchen enthal— ten, geben ein ungleiches Gewebe. Dichtheit. Es kann aber um ſo dichter werden, je mehr Haare in den Faͤden enthalten, je gleichfoͤrmiger und geſchmeidiger Haare und Faͤden ſind, und je dichter ſie zuſammengeſchlagen werden. §. 135. Webſtuͤhle mit Regulatoren. In der neueſten Zeit hat man an die Webſtuͤhle eine Maſchinerie unter dem Na— men Regulator angebracht, durch welche jeder zulaͤſſige Dichtheits⸗ grad eines Zeuches nach Belieben beſtimmt und die Faͤden in gleichmaͤßiger Entfernung, welche zu dem Dichtheitsgrade im Ver— haͤltniß ſteht, eingeſchlagen werden koͤnnen. Fuͤnftes Kapitel. Eintheilung der Gewebe in glatte und rauche. §. 136. Unterſchied zwiſchen den Geweben aus lan— ger und kurzer Wolle. Der Stoff und die Art ſeiner Zuberei— tung bedingen die Art und Beſchaffenheit eines Zeuches. Glatte Faͤden geben glatte und rauche Faͤden nur rauche Gewebe. §. 137. Gewalkte und ungewalkte Zeuche. Gewebe aus Streichwolle laſſen ſich im Vergleich mit Geweben aus Kaͤmm— wolle leichter und vollkommner verdichten. Die Verdichtung eines Zeuches haͤngt ſowohl von der Be— ſchaffenheit der Wolle, als von der Art ihrer Behandlung in der Fabrikation ab. 154 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Da ein Hauptmittel der Verdichtung im Walken beſteht, ſo nennt man auch alle rauchen Zeuche Walkzeuche, zum Unterſchied von den glatten als nicht dazu beſtimmten. Eine jede dieſer Zeuchgattungen unterſcheidet ſich wieder durch die Verſchiedenheit ihrer Wirkerei und des Flaͤchenmaaßes. Sechstes Kapitel. Zubereitung der Oberflaͤche glatter Zeucharten. §. 138. Die Anſpruͤche der Schoͤnheit und Bequemlichkeit an glatte Zeucharten beſchraͤnken ſich auf Feinheit und Gleichfoͤrmigkeit der Faͤden, Gleichfoͤrmigkeit des Gewebes, Glanz neben einem ſchoͤnen Farbenluͤſter, Sanftheit der Oberflaͤche und Geſchmeidigkeit des Ganzen. Alle glatten Zeucharten bekommen die ſchoͤnſte Oberflaͤche, wenn Ketten- und Einſchlagfaͤden von gleichem Gehalt an Haaren ſind. Dieſe Uebereinſtimmung befoͤrdert auch die Haltbarkeit. Ferner erfordern dieſe Zeucharten feſt gedrehete Faͤden, weil ſie weiter nicht auf irgend eine andre Art mit einander verbunden werden koͤnnen, ſondern ein jeder in dieſer Beziehung fuͤr ſich ab— gerundet in der Zeuchflaͤche unabhaͤngig liegt. Je loſer aber die Faͤden eines Zeuches, welches dem Filzen nicht unterworfen wird, gedrehet ſind, deſto leichter bleiben die Haare bei entſtehenden Reibungen an andern Gegenſtaͤnden hangen, oder laſſen ſich gaͤnzlich herausziehen. Der Grad der Dichtheit einer glatten Zeuchart haͤngt zunaͤchſt von der Dichtheit der Faͤden an ſich, und alsdenn von der Dichtheit des Gewebes ab. Glatte Gewebe laſſen ſich nicht ohne Entſtellung ihrer Ober flaͤche weiter verdichten. Man erkennt leicht die Beſchaffenheit der Wolle, welche dieſe Zeuchart ſo ſchoͤn wie moͤglich darſtellen helfen ſoll. Je ſchlich ter, laͤnger und glaͤnzender oder in der Subſtanz gediegener die dazu beſtimmten Haare ſind, deſto hoͤher wird der Zweck er reicht. . Ne driu nic All fandlune um A gen bwa weil in brauch Auj auch ſei ſen föſe Fern inſclag aun ii ka ' feh Wu dings ge ein witkt 5 Chei ſcharten temlichkeit fache, wenn Raten ſinde nket. den, weil ſe rverbunden iir ſich ad dem Filzen n die Haare angen, oder 1 kif er Lumns welche d J ſchlih à gedienne der Zurk Siebentes Kapitel. 155 Merinos- und alle von ihr herkommenden Wollarten taugen dazu nicht. Alle rauchen Zeucharten dagegen laſſen eine unterſchiedliche V handlung ihrer Oberflaͤche zu Be Siebentes Kapitel Ueber den Unterſchied zwiſchen dem Aufzug- und Einſchlaggarn zu bedeckten Zeucharten. §. 139. Bedeckte Zeucharten erfordern ein feſtes Garn zum Auſzuge, nicht nur, damit es alle Anſtrengungen und Reibun— gen waͤhrend der Bearbeitung aushalte, ſondern auch hauptſaͤchlich, weil in der feſten Kette die Haltbarkeit aller Zeuche zu ihrem Ge brauch hauptſaͤchlich begruͤndet wird. Außerdem duͤrfen die Kettenfaͤden auch um deswillen nicht zu rauch ſein, damit ſie ſich deſto leichter neben einander auf und ab bewegen koͤnnen, indem rauchere Faͤden die Reibung vermehren, ſich ſelbſt durchreiben, und die Verrichtung erſchweren. Aus dieſen Urſachen wird zum Kettengarn uͤberhaupt, beim Tuch aber beſonders, laͤngere feſtere Wolle genommen, und der Fa den feſter gedreht Ferner muͤſſen die Faͤden der Kette zu Tuch feiner ſein als die Einſchlagfaͤden, damit jene von dieſen uͤberdeckt werden koͤnnen. Zum Einſchlaggarn fuͤr bedeckte Zeuche waͤhlen die Fabrikanten die kuͤrzere, elaſtiſche und geſchmeidigere Wolle Achtes Kapitel. om Walken. §. 140. Zweck des Walkens. Der Verdichtung durch Wal ken muß die voͤllige Befreiung von dem in Wolle und Faͤden neuer dings gekommenen Fett, Leim und zufaͤlligen Verunreinigungen, alſo ein wirkliches Waſchen vorhergehen. Ehedem, und zum Theil auch jetzt noch wurden die Gewebe zur Erreichung beider Zwecke, naͤmlich des Waſchens und des Wal 156 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. kens, mit Fuͤßen getreten, d. h. auf altdeutſch und noch auf eng— liſch gewalkt. Daher kommt noch der Namen Walkmuͤhle, eine Anſtalt, wo Haͤmmer den Druck ausuͤben, und deren Wirkung ſowohl das Waſchen als das Verdichten zum Gegenſtande hat. Das Waſchen geſchieht vermittelſt Thonerde, oder Seife in kaltem Waſſer. Zur Entfettung beſonders weißbleibender Zeucharten bedient man ſich anſtatt gewoͤhnlicher Talgſeife, entweder flandriſcher, oder venetianiſcher, oder man nimmt Mehl oder mehlige Subſtanzen, wie Gruͤtze, Hafer, Bohnen u. ſ. w. dazu. Beim haͤuslichen Verbrauch der Zeuche oder des Garnes thut Waſſer von gekochten Erbſen, auch von ausgelaugeten vorher zer— riebenen Erdtoffeln oder Kaſtanien dieſelben Dienſte ohne Seife. Das Filzen des Gewebes beſteht nicht nur in einer groͤßeren Annaͤherung der Faͤden gegeneinander, ſondern auch in einer enge— ren gegenſeitigen Verflechtung der auf der Oberflaͤche der Faͤden her— vorragenden Haarſpitzen. Auf dieſe letzte Wirkung, naͤmlich das Verflechten, iſt es beim Walken hauptſaͤchlich abgeſehen. Das Filzen fuͤr ſich genommen wird bewirkt durch wiederhol— tes Druͤcken unter Feuchtigkeit und Waͤrme. Die beiden letzten Erſcheinungen verurſachen auch ohne Druck ſchon die Wirkung des Kruͤmmens bei der Wolle. Bedingungen der Erleichterung des Filzens in den Eigenſchaften der Wolle. Wolle mit ſanfter Eaaſtizitaͤt laͤßt ſich eher verdichten, als ſtarre. Ferner kann der Verdichtung durch gefuͤllte, nicht zu hart gedrehte Faͤden und dichtes Weben ziemlich vorgearbeitet werden. Glatte Faͤden(ohne hervorſtehende Haar— endchen) laſſen ſich am ſchwierigſten filzen. Je groͤßer aber die Zwiſchenraͤume zwiſchen den Haaren in den Faͤden und zwiſchen den Faͤden im Gewebe ſind, deſto unvoll— kommener und ungleichmaͤßiger bleibt die Verdichtung, deſto mehr Zeit und Koſten erfordert die Verrichtung des Walkens ſelbſt, und deſto unzuverlaͤſſiger bleibt die Erreichung einer beſtimmten Laͤnge und Breite des Zeuches. Das gegenſeitige Verflechten der Haare wird befoͤrdert: 1. durch die Laͤnge der hervorſtehenden Haarendchen, 2. durch die natuͤrliche Neigung derſelben ſich zu kruͤmmen, und 3, N Al enochen nnſeit di vriberer dyn ſie lümii Al den laufe ſo dage en, de ( ſo werd hervor die Ohe Auf duch die Der die nati kleiner Ein iche g An Auge tn nunde m ſechs urd lebe ſcieden. Ba! Initfen fäae und Nömn e d nebes, ge nuͤſſn, Um, der natüͤt noch auf en⸗ eine Anſalt ag ſovo de at. der Saff i arten bedin driſcher, an Subſtanm Garnes t en vorher ze hne Seife iner groͤßere neiner enge Fiden her iſt es beim h wiederhol⸗ ohne Drut s in den tizität laßt tung durch den ziemlic ende Hear, Harren in ſiy unvol deſto meht ſelbſt, und aten Lange dert: mmen, Vüd 4 Achtes Kapitel.»157 3. durch die Dauer der Verrichtung des Walkens ſelbſt. Alle Zeuchflaͤchen, welche die laͤngſten hervorſtehenden Haar— endchen haben, verfilzen ſich, in ſo weit ihnen Gelegenheit zu ge— genſeitiger Beruͤhrung gegeben wird, am erſten. Die Faͤden zu den Tuchkanten oder Leiſten muͤſſen, da ſie aus groͤberen Haaren beſtehen, immer etwas laͤnger, als der Aufzug den ſie begleiten, genommen werden, wenn ſie ſich nicht unverhaͤlt— nißmaͤßig verkuͤrzen ſollen. Alle Zeucharten und Geſtricke aus groͤberen und laͤngeren Haa— ren laufen durch das oͤftere Waſchen und ſelbſt waͤhrend dem Tragen, ſo lange ſich noch Haare auf der Oberflaͤche befinden, am meiſten ein, bis ſie kahl werden. (Soll ein duͤnngewebtes Tuch ſcheinbare Dichtheit bekommen, ſo werden ihm vor der Walke durch Aufkratzen einige Haare mehr hervor gelockt, alle in gleiche Richtung gebracht, und ſo bedeckt ſich die Oberflaͤche des Tuches ſehr bald mit einem duͤnnen Filz. Auf derſelben Urſache, naͤmlich der Laͤnge der Haare, beruhet auch die Bewerkſtelligung des Hut- und Mantelfilzes.) Demnaͤchſt wird das gegenſeitige Verflechten der Haare durch die natuͤrliche krauſe Geſtalt der Wolle um ſo mehr befoͤrdert, je kleiner die Bogen und je lebendiger die Elaſtizitaͤt der Haare ſind. Ein Zeuch filzt ſich daher um ſo leichter, je groͤßer die urſpruͤng— liche gegenſeitige Anhaͤnglichkeit der Haare war, in ſo fern ſie bis zum Augenblick des Filzens nicht zufaͤllig unterdruͤckt oder aufgeho— ben wurde. Zur Erleichterung des Filzens drehet man das Garn zur Kette rechts und das zum Einſchlage links. Ueber das Filzen ſind die Anſichten der Fabrikanten noch ver— ſchieden. Bei Tuͤchern aus Merinoswolle ſoll es hauptſaͤchlich durch die Entſtehung neuer Haarendchen, vermittelſt Zerreißung, auf der Ober⸗ flaͤche und durch die gegenſeitige Kruͤmmung der neu entſtandenen Endchen beſonders veranlaßt werden. Daß beim Walken neue Haͤrchen auf der Oberflaͤche des Ge— webes, theils durch Hervordraͤngen, theils durch Zerreiſſen entſtehen muͤſſen, iſt denkbar. Um aber Tuch aus Merinoswolle filzen zu laſſen, ſind neben der natuͤrlichen Geſtalt ihrer Haare Druck, Feuchtigkeit und Waͤrme, 158 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. wie die Erfahrung lehret, hinreichend genug, ohne noͤthig zu haben, zu jener Erklaͤrung Zuflucht zu nehmen. Auch wuͤrde ſich wohl Niemand getrauen, die Behauptung zu rechtfertigen, daß die Oberflaͤche des Gewebes durch das Walken allein eine groͤßere Menge neuer Haarendchen bekomme, als ſie vor— her bei der Abnahme vom Stuhl ſchon gehabt habe. Das Filzen wird behindert: 1. durch zu glatte Haare, 2. durch zu kurze Haarendchen, 3. durch groͤßere Starrheit der Haare, 4. durch einen groͤßeren Durchmeſſer und durch große hohe Bo— gen, beide in Verbindung mit Starrheit. 5. durch zu vieles Fett und bei Gerber⸗Wolle ehedem wegen ihres Kalkes. Die moͤglichſte Gleichmaͤßigkeit der Filzung eines Gewebes auf allen Stellen wird bedingt, außer durch Gleichmaͤßigkeit des Filzens ſelbſt, durch Gleichfoͤrmigkeit des Gewebes und der Faͤden und durch moͤglichſte Gleichartigkeit des Stoffes in jeder Beziehung auf Geſtalt und Krafteigenſchaften. Sie wird alſo behindert: durch Ungleichartigkeit der Wolle, durch Ungleichfoͤrmigkeit und ungleichen Gehalt der Faͤden und durch ungleiches Weben. Eine Folge des Filzens eines Zeuches iſt noch die, daß es ſich zugleich verdickt. Beide Erfolge in Verbindung verurſachen weiter, daß das Ge— webe ſich in demſelben Grade, als es ſich verengt und verdickt, von allen Seiten zuſammenziehen, folglich kuͤrzer und ſchmaͤler werden muß. Bei Tuch kann von der Laͤnge bis zu ꝛ und von der Breite bis zur Haͤlfte verloren gehen. Das Zuſammenziehen eines Gewebes in ſich ſelbſt von jeder Richtung her nennt man das Einlaufen oder Kruͤmpen deſſelben. Es iſt vom eigentlichen Filzen noch zu unterſcheiden. Erſt muͤſſen ſich die Haare naͤhern, bevor ſie ſich verfilzen koͤnnen. Der Grad des Einlaufens haͤngt ab: 1. von der gegenſeitigen Entfernung der Faͤden im Gewebe, 2. von der lockeren oder dichteren Lage der Haare in den Faͤden, wenn ſie ſich ſchon im Gewebe befinden, 3 von kruͤm Unab nns loſer ſüche ſch fützeren 4 Die ſchen An paben. Oi5 lriat ia d de Vale der ander gemein. Oog heſondre In d Brund in twiegen ſeben noch dieſen zu Veide Aſammen düter der Vam⸗ in ferdn agther dur En zu letinmte? Da uu dag ſchwer ein gering enſdapvete deſſide w Siuſc Linlauſn d Daaſ keine dichte der Anwend ſe g Ng zu haben ehauptang 1 das Walin e, Als ſie d ße hohe? wegenjil jhras nes Gewebes nißigkeit des es Und der in jeder der Volle, und durch daß es ſch aß das Ge⸗ erdickt, von aler werden der Bruit von jeder deſſelben erſt wuͤſiy zowebe, den Fi Achtes Kapitel. 159 3. von der geringeren oder groͤßeren Neigung der Haare ſich zu kruͤmmen, wenn ſie Gelegenheit dazu bekommen. Unabhaͤngig von der Natur des Stoffes laufen loſere Gewebe aus loſer geſponnenen Faͤden und mit laͤngern Haaren auf der Ober— flaͤche ſchneller ein, als dichtere Gewebe mit dichteren Faͤden und kuͤrzeren Haarendchen. Die Beſchaffenheit der Wolle an ſich kann ſchon einen weſent— lichen Antheil an dem ungewoͤhnlichen Einlaufen eines Gewebes haben. Die Bemerkungen der Fabrikanten, daß dieſes und jenes Fa— brikat in der Walke zu ſehr eingelaufen ſei, und daß, in ſo weit die Wolle daran Antheil haben koͤnne, dieſe oder jene Wollart vor der andern das Einlaufen befoͤrdert habe, ſind unter ihnen ſehr all— gemein. Sogar ſchreiben ſie den Wollarten aus verſchiedenen Laͤndern beſondre Eigenheiten in jener Hinſicht zu. In den mehreſten dergleichen Faͤllen kann und muß aber der Grund in nichts Anderem geſucht werden, als in der dem An— ſchmiegen der Haare ſo unguͤnſtigen Form zu hoher Bogen und da— neben noch in zu hoher Elaſtizitaͤt ohne Geſchmeidigkeit, welche in dieſem Zuſtande ebenfalls die Annaͤherung der Haare verhindert. Beide Urſachen laſſen keine Fuͤllung der Haare und kein dichtes Zuſammenſchlagen der Faͤden zu. Daher ſchrumpft dann das Zeuch unter der groͤßeren Gewalt der Walkhaͤmmer ſo ſehr ein. Wenn ein Gewebe ſich zu fruͤh filzt, ſo verſchließt es den in ihm ſitzenden Unreinigkeiten von Fett u. ſ. w. den Ausweg, um vorher durch die Waͤſche herausgebracht werden zu koͤnnen. Ein zu ſtarkes Einlaufen bringt aber das Fabrikat unter das beſtimmte Maaß zuruͤck. Da nun dergleichen Wolle, wie die vorher beſchriebene, noch dazu ſchwer wiegt, oder mit andern Worten, bei gleichem Gewicht einen geringeren Fadenertrag giebt; ſo entſteht fuͤr den Fabrikanten ein doppelter Nachtheil durch die Anſchaffung und den Gebrauch derſelben. Schaafexkremente mit Oel vermengt, hemmen das allzuſtarke Einlaufen der Zeuche. Das ſtaͤrkere Einlaufen eines Gewebes giebt aber darum noch keine dichte Filzung. Dieſen Begriff muß man von jenem auch in der Anwendung trennen. 160 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Denn minder einlaufende Gewebe koͤnnen demungeachtet eine dichtere Filzung bekommen. Haare von flaͤcherer Form laſſen unter uͤbrigens gleichen Eigen— ſchaften und Umſtaͤnden ein dichteres Filzen zu, als Haare von hoͤherer Form; bei gleicher Form aber geſtattet die hoͤhere Geſchmei— digkeit unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden auch eine groͤßere Anfuͤl— lung der Faͤden und Verdichtung des Gewebes. Hoͤhere Bogen verkrempen ſich mehr in einander als flaͤchere, aber dadurch befoͤrdern ſie die eigentliche Verdichtung noch nicht. Daß der ſaͤchſiſchen Wolle ſchon laͤngſt große Vorzuͤge in Hin— ſicht des Walkens beigelegt wurden, hatte ſeinen natuͤrlichen Grund in der Feinheit, Geſchmeidigkeit und Kuͤrze der Wollhaare, welche einen feineren und doch gefuͤllten Faden hergaben, und dadurch eine groͤßere Verdichtung, bei minderem Einlaufen des Gewebes zu ließen, als andere Wolle mit entgegengeſetzten Eigenſchaften. Gewoͤhnlich nimmt man ſaͤchſiſche und alle ihr aͤhnliche Wolle zum dritten Theil neben mittelfeiner Wolle anderer Art. Das Walken bewirkt noch, das die Faͤden ſich wieder etwas aufdrehen und nicht mehr ſo feſtgedrehet bleiben. Denn indem ein Faden der Laͤnge nach zuſammengedruͤckt wird, werden die Windungen wieder lockerer. Zu feſt gedrehete Faͤden aber halten das Fett und andre Un— reinigkeiten zu ſehr an ſich. Es muß daher hierin ein Mittelweg beobachtet werden. Je laͤnger die Verrichtung des Walkens dauert, deſto rauher werden die Haare auf der Oberflaͤche, und deſto mehr geht die Schoͤnheit der Farbe verloren, wenn das Gewebe ſchon gefaͤrbt war. Die zum Filzen nach beliebigen Abſtufungen geeignete Wolle darf alſo: 4 1. keinen zu glatten Faden geben; 2. keine zu hohen Bogen haben; 3. weder zu kraftlos noch ſproͤde ſein, indem die erſte Beſchaffen— heit das Filzen gewoͤhnlich in zu hohem Grade befoͤrdert, die letzte aber behindert, ſondern ſie muß einen gewiſſen Grad ſanfter Elaſtizitaͤt beſitzen, ſowohl um ſich fuͤgen zu laſſen, als auch einem allzu innigen Verfilzen widerſtehen zu koͤnnen. Ohne dieſe Bedingung hilft ein hoͤherer Feinheitsgrad der Wolle zum Filzen nicht mehr, als ein geringerer. Bei 4 en! kreisß dens um: Wide — es zl Vend Pale Eintt 6. 14 iine lang ſiche gie zu d zu den le u bkomn §.140 zes Decke dußpr beſe Um de u fennn, in Uadnu mäͤter ſe 1 1 den mit Häüte Dau lſeils dien te inte itt üngeachtet e geeichen Eion als Hnare ih öhere Geſhn größert ni er als flicn, noch nitt tuͤge in h rlichen Gu⸗ lhaare, vic und dadura s Gepeebes chaften. mliche Voll r. vieder etwas dräͤckt witd d andre l⸗ r Mittelnen deſto rauher hr geht die gefarbt wa. gnete Voll Beſchaffen fordert, d iſſen Gend u loſſen, la du konn tad drel Neuntes Kapitel. 161 Bei gleicher Elaſtizitaͤt und Geſchmeidigkeit aber befoͤrdert 4. ein hoͤherer Feinheitsgrad die Verbindung der Haare, und 5. kreisfoͤrmige Haare, deren Endchen auf der Oberflaͤche des Fa dens nicht ſpießig oder aufrechtſtehen, ſondern ſich auf und um den Faden kruͤmmend anlehnen, hemmen vermoͤge ihrer Widerſtrebungskraft in einigem Grade das Filzen, indem ſie es zugleich befoͤrdern, und ſtellen alſo dadurch den Grad der Verdichtung eines Zeuches um ſo mehr in die Hand des Walkers. Neuntes Kapicel. Eintheilung der bedeckten Zeucharten in Fries und Tuch. §. 141. Allen Zeuchen aus Streichwolle kann man entweder eine langhaarige, oder eine kurzhaarige Bedeckung der Ober⸗ flaͤche geben. Zu den erſten gehoͤren Molton, Bieber, Fries Kalmuk u. ſ. w. Zu den letzten alle Tucharten, welche um eine kurzhaarige Decke zu bekommen, geſchoren werden muͤſſen. Zehntes Kapitel. Letzte Zubereitungen des Tuches. §. 142. Scheeren. Diejenigen Zeuche welche mit einer kur⸗ zen Decke verſehen werden ſollen, die eigentlichen Tuͤcher, werden zuvor beſchoren. Um dem Tuch eine ſchuͤtzende und zugleich ſchoͤne Decke geben zu koͤnnen, iſt erforderlich, daß die auf der Oberflaͤche des Tuches in Unordnung angedruͤckt liegenden Haarendchen geordnet, und noch mehrere neue dazu hervor gelockt werden. Zu dem Ende wird das Tuch der Laͤnge nach mit verſchiedenen mit Haͤkchen verſehenen Inſtrumenten uͤberſtrichen oder gerauhet. Dazu werden theils Kratzen, in der Form von Kartaͤtſchen, theils die mit Widerhaken verſehenen Pflanzenkolben gebraucht, wel⸗ che unter dem Namen Diſtel-Karden bekannt ſind. 11 162 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Das Rauhen wirkt hauptſaͤchlich auf den Einſchlag, weil das Gewebe der Laͤnge nach, die Einſchlagfaͤden alſo queeruͤber geſtrichen werden. Je nachdem nun die Einſchlagfaͤden mehr oder weniger mit Haaren angefuͤllt, feſter oder loſer gedrehet, dichter oder loſer zu— ſammen geſchlagen und gefilzt worden ſind; danach kann das Rau⸗ hen eingerichtet werden. Je weniger Haare ein Gewebe enthaͤlt, deſto weniger vertraͤgt es das Rauhen, es mag nun ſchwammicht dick, oder nur duͤnn ſein; alſo deſto duͤnner und ungleicher bleibt auch die Haardecke. Tuch, auf welchem man die Faͤden erkennen kann, heißt faden— ſcheinig. In Geweben, welche das Rauhen aushalten ſollen, muͤſſen die Haare ſo befeſtigt ſein, daß ſie ſich bei dieſer Verrichtung nicht ganz herausziehen laſſen. Die Befeſtigung der Haare darf man aber nicht bloß der Wir⸗ kung des Filzens uͤberlaſſen, ſondern fie muͤſſen auch ſchon im Faden, wenn auch loſe doch etwas feſt, gewunden ſein. Die Haare duͤrfen aber wieder nicht zu feſt zuſammen gedrehet ſein, damit ſie noch hervorgelockt werden koͤnnen. Um das gaͤnzliche Ausziehen der Haare zu vermeiden, wird das Tuch zuvor naß gemacht. Ob die herausgezogenen Haarendchen auf der Oberflaͤche eines gewalkten Zeuches mehr aus natuͤrlichen, oder mehr aus Enden von neuem zerriſſener Haare beſtehen moͤchten; dies ließe ſich wohl nicht leicht beantworten. Wollte man indeſſen es verſuchen glatten wollenen Zeuchen, durch Zerreiſſen ihrer Haare, eine tuchaͤhnliche Decke zu geben, ſo duͤrfte die Vermuthung im Allgemeinen ſchwerlich fuͤr das Ge— lingen ausfallen. Beim Walken unter Haͤmmern iſt es noch weniger zu erwar— ten, daß durch Zerreiſſen neue Haarendchen in groͤßerer Anzahl ent⸗ ſtaͤnden, als die Menge der ſchon vorhanden geweſenen betruͤge. Scheerinſtrumente. Die bisher gebraͤuchlichſten Werkzeuge zum Scheeren haben die Form der allgemein gebraͤuchlichen Schaaf⸗ ſcheere im Großen, mit dem Unterſchied, daß ſie nach dem vorderen Ende zu breiter werden. Bei feinerem Tuche wird das Scheeren ſechs, zehn und mehrere male wiederholt. Idenn Tuſtkatzun geſtere E ſbſchneide kertäͤrkt n Hienne inem Tuch Nuue nehrere Er ſs bieher, nacht, derr Iltt ſole bei weit u ſamkeit w Nach Walle ſcho §. 143 Annahme ͤr die T d der Ke por iter R Krben in d Pole ſih Iirie ſegt leber; fathende K hin T r heller zuleſen, Fß itt Glag, weil de zide grich toder Lſi z kann das Ja eniger vertin der nur din e Haardeck , heißt fihr ſollen, miſe -richtung icht Aloß der Wir⸗ for in Faden, men gedrehet neiden, wird erflaͤche eine aus Endm ſße ſich wohl nen Zeuchen ke zu geben fär dus Ge⸗ der zu erwar⸗ Arzahl ent⸗ n Werkzeuge chen Schri dem votden wund meſer Zehntes Kapitel. 163 Jedem Abſcheeren gehet aber eine Einnaͤſſung des Tuches und Aufkratzung der Haare(das Rauhen) vorher, damit noch immer mehrere Endchen hervorgezogen, ihre Richtung um des gleichmaͤßigen Abſchneidens willen gerade, und zugleich die Dichtheit der Decke verſtaͤrkt werden. 1 Hieraus laͤßt ſich beſonders erkennen, wie noͤthig es ſei, zu einem Tuche kraͤftige Wolle zu verwenden. Neue Scheermaſchinen. In der neueren Zeit haben ſich mehrere Erfinder durch zweckmaͤßigere und foͤrdernde Einrichtungen des bisher gebraͤuchlichen oder ganz neuer Inſtrumente verdient ge— macht, deren Anſchaffung indeſſen zum Theil ſehr koſtſpielig war. Jetzt ſoll aber ein Amerikaner ein ſolches erfunden haben, welches bei weit minderen Koſten den neu erfundenen in Hinſicht der Wirk— ſamkeit wenigſtens gleich kommen ſoll. Nach dem Scheeren wird das Tuch gefaͤrbt, oder, wenn die Wolle ſchon vorlaͤufig gefaͤrbt war, wieder nachgefaͤrbt. §. 143. Erforderliche Eigenſchaften der Wolle zur Annahme der Farben und zufaͤllige Folgen des Faͤrbens fuͤr die Wolle. Um allen dunkeln Farben auf Zeuchen, bei denen es der Koſten lohnet, mehr Haltbarkeit zu geben, wird die Wolle vor ihrer weitern Bearbeitung indigoblau gefaͤrbt. Bei Vermiſchungen mehrerer Farben unter einander iſt das Faͤrben in der Wolle außerdem noͤthig. Ohne Reinheit aber nimmt Wolle keine Farbe an. Die dunkelſten Farben erfordern die reinſte und zugleich die weißeſte Wolle. Es iſt ein Irrthum, wenn man glaubt, daß alle nicht weiße Wolle ſich fuͤr dunkle Farben paſſe, beſonders zu ſchwarz. Dieſe Farbe ſetzt ſich aber in jenem Fall nur fleckig und grau an. Ueber die Durchdringlichkeit und Anziehungskraft der Wolle fuͤr faͤrbende Stoffe iſt noch wenig zu ſagen. In Hinſicht der Durchdringlichkeit iſt das feinere durchſichtigere Haar dem groͤberen undurchſichtigeren vorzuziehen. Alle groͤberen Haare an demſelben Stuͤck zeigen die Farben heller. Ob magere, trockene oder geſchmeidige Wolle am beſten die Farben annimmt, daruͤber ſind die Schriften uͤber Faͤrberei nach zuleſen. Z 11* 164 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Ohne Fett nimmt Baumwolle kein Roth an. Da der Schein der Wolle zunaͤchſt von den Beſtandtheilen des Haares abhaͤngt, ſo fragt es ſich, in welchem Verhaͤltniß die Empfaͤnglichkeit der Wolle fuͤr Farbe damit in Verbindung ſtehe. Es ſcheint wohl angenommen werden zu koͤnnen, daß die hellſte Wolle wenn nicht fuͤr die Annahme der Farben am empfaͤnglich— ſten, dennoch fuͤr die Zuruͤckwerfung des Luͤſters am geeigneteſten waͤre. Man erkennt dies, wenn man an gefaͤrbten ungleichhaarigen Zeuchen, z. B. an Frieß, groͤbere und feinere Haare gegen das Licht gehalten in dieſer Beziehung unterſucht. Diejenigen Haare, welche den Waſſer- oder Stahlſchein von ſich geben, werfen auch die Farben am ſchoͤnſten zuruͤck. Ein Durchzug durch Seifwaſſer, ſo wie das Gefaͤrbte die Farbe verlaͤßt, giebt der Farbe einen ſeidenartigen Glanz. Das Faͤrben ſchadet uͤbrigens der Wolle noch mehr als das Waſchen. Die Geſchmeidigkeit und der Zuſammenhang der Subſtanz ge— hen durch die Einwirkungen des Kali und beſonders der Saͤuren immer mehr verloren. Daher nimmt nicht bei jeder Farbe der Durchmeſſer zu. Die Vorbereitungen zur Annahme der Farbe ſchaden oft mehr, als das Auftragen der Farbe ſelbſt. Alles Trocknen geſchieht im Schatten damit die Haare nicht zu ſproͤde werden. 7 §. 144. Wiederausdehnen der Zeuche. Um das ge⸗ walkte Zeuch, welches ſich zu ſehr eingekruͤmpt und eine unebne Richtung nach allen Seiten hin bekommen hat, wieder auszudehnen und in eine ordentliche Lage zu bringen, wird daſſelbe in zweifacher Richtung, ſowohl in die Breite, als in die Laͤnge wieder ausge— dehnt(gerahmt). Je weiter nun dieſes Ausdehnen getrieben wird, deſto mehr geht der durch das Filzen bezweckte Vortheil der Dichtheit und der Dicke wieder verloren, und deſto mehr laͤuft nachher ein Kleidungs— ſtuͤck, ſobald es nur auf irgend eine Weiſe feucht, geſchweige naß wird, wieder ein. Bei keiner Verrichtung bewaͤhrt ſich die Gleichartigkeit und Gleichmaͤßigkeit des Stoffes, des Gewebes und des Filzens mehr, als beim Rahmen. ) 9ℳ4 nen kann ſen werde und ebene Nun tiennen. 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Eine moͤglichſt dichte kurze Decke von feiner Kraftwolle bedarf nun keiner Verrichtung mehr, um die Haarendchen an die ihnen gegebene Lage zu gewoͤhnen, wohl aber muß eine Decke von laͤn— geren und ſproͤdern Haaren noch beſonders gepreßt werden. Das Preſſen hat zum Zweck, den Haͤrchen auf der Oberflaͤche eine bleibende Lage und der Oberflaͤche zugleich Glanz zu geben. Zu dem Ende wird das Tuch mit Waſſer beſprengt, mehrfach gefaltet und zwiſchen jede Lage Tuch glatte Pappierpappen, unter dem Namen Prefßſpaͤne bekannt, gebracht. Jedes Stuͤck Tuch bekoͤmmt unten und oben ein Brett und jedes Brett bei gewoͤhnlichen Fabrikaten eine erwaͤrmte Eiſenplatte. Durch dieſe Platten loͤſet ſich das Waſſer in Duͤnſte auf, ver⸗ breitet ſich uͤber jede Tuchflaͤche, und bewirkt ſo den Glanz. Mehrere Stuͤcke Tuch kommen ſo zuſammen unter eine Preſſe. In England war vor dem das warme Preſſen geſetzlich verboten. §. 146. Kruͤmpen vor dem Verbrauch. Das Kruͤmpen hat zum Zweck: 1. dem Zeuche den Preßglanz zu nehmen, weil dieſer durch Regen⸗ tropfen verſchwindet, und dem Zeuche anfaͤnglich ein fleckiges Anſehn giebt, 2. das Zeuch muß vorher moͤglichſt dicht zuſammen ſchrumpfen, damit demſelben waͤhrend dem Tragen vorgebeugt werde. Das Einkruͤmpen entſtellt aber die Oberſluthe des Zeuches um ſo mehr, je weiter daſſelbe einlaͤuft, und je ſproͤder die Haarenden ſind. Dieſe richten ſich naͤmlich alsdann gerade auf, und veran— laſſen dadurch ein ſchlechtes Anſehn und ein rauhes Gefuͤhl auf der Oberflaͤche. Das ſogenannte Dekatiren beruhet auf demſelben Princip, wi die warme Preſſe. 166 Zweiter Theil. Zweiter Abſchnitt. Eilftes Kapitel. Unterſchied der Tucharten nach der Artz ihrer Fabrikation. §. 147. Tucharten laſſen ſich wieder auf verſchiedenerlei Weiſe verfertigen; erſtlich nach der Art des Gewebes in einfacher oder zu— ſammengeſetzter Wirkart; zweitens dicker oder duͤnner, loſer oder dichter, in einer jeden dieſer Abaͤnderungen, ſo weit es der Stoff zulaͤßt. Eine letzte Unterſcheidung koͤmmt noch in der Breite und in der beim Verkauf uͤblichen Laͤnge fuͤr jede beſondere Gattung hinzu. Zwiſchen den Beduͤrfniſſen und dem Aufwande ganzer Klaſſen im freien Verkehr lebender Menſchen ſetzen ſich von Zeit zu Zeit aller Wandelbarkeit der Mode ungeachtet gewiſſe Verhaͤltniſſe feſt, welche in allen Erzeugniſſen der Gewerbthaͤtigkeit Abſtufungen her⸗ vorbringen, die ſowohl in der Verſchiedenartigkeit und Menge der Haupt⸗ und Huͤlfsſtoffe, als in der Art der Verfertigung des Gan⸗ zen ihren Grund haben. Die naͤchſte Eintheilung der Tucharten iſt in leichtes und ſchweres oder ſogenanntes Kerntuch. Beide laſſen ſich nach Ver⸗ ſchiedenheit des Stoffes und der weiteren Bearbeitung in weitere Unterabtheilungen bringen. In Hinſicht der Fabrikation aber laͤßt ſich Tuch am ſchicklich ſten eintheilen: in dichtes und loſes Gewebe, und das erſte wieder in dickes und duͤnnes. Was fuͤr Eigenſchaften der Wolle, vorlaͤufig noch abgeſehen von Feinheit, zur Erreichung dieſer verſchiedenen Zwecke am foͤr— derlichſten ſeien, darauf hinzufuͤhren ſoll der hiernaͤchſt folgende Ver— ſuch einer Auseinanderſetzung der hoͤheren Tuchfabrikation dienen. 3 Ueber 11 Beſchaffen ¹ ſeine 1 ſane 3. ſäne 4 ſein Dyſ der Fahrit Lanſ vit duches in Die d hangt ah: 1. von ſchfe 2, von Haat 13. von d d von d Areihe ddenerli de facher din er, bſer in es der Eiß er Breite n dere Gatt ganzer Kaſ deit zu zit ehaltniſe fi tufungen her Nange der nh des Gan leichtes und h nach Ver n in weite ꝛn ſchicklih erſte wieder h abgeſehen icke am för „ Ger olgendee ion dinen. 167 Dritter Abſchnitt. Naͤhere Auseinanderſetzung der erforder⸗ lichen Eigenſchaften der Wolle in Bezug auf Tuch und Tuchfa⸗ brikation. Erſtes Kapitel. Ueber die Grundlagen der verſchiedenen Eigen ſchaften eines Tuches. §. 148. Von der Beſchaffenheit des Inneren. Beſchaffenheit des Inneren eines Zeuches betrift: 1. ſeine Schwere, 2. ſeine Dicke, 3. ſeine Dichtheit. 4. ſeine Geſchmeidigkeit. Dieſe Eigenſchaften zuſammen genommen begreift man auch in der Fabrikſprache unter dem Ausdruck Kern im allgemeinen Sinne. Sonſt wird dieſer Ausdruck auch bei tauglichen Eigenſchaften eines Tuches im engeren Sinne genommen. Die Beſchaffenheit des Inneren, oder des Kerns eines Tuches haͤngt ab: 1. von der Beſchaffenheit der Wolle, in Geſtalt- und Krafteigen ſchaften; 2. von der Menge der im Durchſchnitt eines Fadens enthaltenen Haardurchmeſſer; 3. von dem Grade der Zuſammenwindung der Haare im Faden; 4. von der gegenſeitigen Entfernung der Faͤden im Gewebe, oder ſeinem Dichtheitsgrade; 5, von dem Grade der Filzung. a) Der Grad der Leichtigkeit und Schwere eines Tuches beruhet auf der Schwere der in einer gewiſſen Flaͤche enthaltenen Wolle. 168 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Da nun groͤbere Wolle keinen ſo langen Faden giebt, als fei⸗ nere bei gleichem Gewicht, ſo kann aus groͤberer Wolle kein ſo leichtes Tuch verfertiget werden, als aus feinerer bei gleicher Dicht⸗ heit. Leichter laͤßt ſich aber eine Zeuchflaͤche aus groͤberer Wolle dar— ſtellen, wenn man bei der moͤglichſten Duͤnnheit der Faͤden zugleich das Geflecht ſowohl durch loſeres Weben als durch geringeres Wa⸗ ken weitlaͤuftiger bleiben laͤßt. b) Der Grad der Dicke einer Zeuchflaͤche haͤngt von der Griße der Haardurchmeſſer und ihrer Menge im Queerdurchſchnitt der Faͤden, von der Dichtheit des Webens und der des Filzens zugleich ab. Ein Zeuch kann dem Anſchein nach dick ſein, und dennoch we— nigere Haare als ein anderes enthalten. c) Der Grad der Dichtheit eines Tuchs beſtimmt ſich: 1. nach der Beſchaffenheit der Wolle; 2. nach der Menge der Haare im Faden; und 3. nach der Dichtheit des Webens und Filzens. Die Dichtheit eines Gewebes haͤngt am wenigſten von der Dicke der Faͤden. Aus feineren Faͤden laͤßt ſich ein dichteres Tuch liefern, als aus groͤberen, wenn die Wolle der letzten die Eigen⸗ ſchaften ſich zu ſchmiegen und zu filzen in einem minderen Grade beſitzt. Noch weniger beruht die Dichtheit eines Gewebes auf der Feſtigkeit der Zuſammenwindung der Faͤden, beſonders der Ein— ſchlagfaͤden. Abgerundete gleichfoͤrmige Faͤden geſtatten wohl ein dichtes An⸗ einanderreihen derſelben im Gewebe, keinesweges aber eine zuſam⸗ menhangende Verbindung der Haare des einen Fadens mit denen des andern, und dies um ſo weniger, je weniger Haarendchen auf den Faͤden hervorſtehen, je feſter alſo die Haare gedrehet ſind. Soll daher eine durchgaͤngige Verbindung einer Zeuchflaͤche in ihrem Innern nach jeder Richtung ſtattfinden, ſo duͤrfen die Faͤden weder zu glatt, noch zu feſt gedrehet ſein. Weiter iſt der Grad der An haͤnglichkeit der Haare fuͤr die Verbindung der Faͤden unter ſich eine nothwendige Eigenſchaft. Der Aufzug fuͤr Tuch muß nur ſo feſt geſponnen ſein, daß er das Zucken beim Schlagen und die Reibung der Faͤden unter ſich waͤhrend des Durchſchießens des Einſchlags aushaͤlt; der Einſchlag⸗ ſeden dat durcſhhi Niß uch ben nüſſen au den gleich raume laſ Di? Bleicharig 9) 2 wohl an d Derdicte Das Eine dichten, i waſſerdicht Eiſe glic. Inden Vorſchein fäche. Dahel Päll, we ncht u ſo tit ſo ſaarke Kle, in flüüt m *) d. perſcjaft Aich Vole uid innig; tſe chne: dt dadn we Aüm ſanſteEai 8 dag den, wedet f) 6e t. giüt, als fa Tule en Laha diht dab⸗ Jüden zut eringeres d M erer Volle d on der Gei rchſchnitt d ens zugit dennock we imt ſich ken ron der hteres Tuch de Eigen deren Grade es auf der lder Ein dichtes An⸗ eine zuſam mit denen ndchen auf ſind. ſchfläche in de Faden te fuͤr di ſchaft. in, daß unter ſi Einſchle Erſtes Kapitel. 169 faden darf aber nur ſo weit zuſammenhangend ſein, daß er das Durchſchießen deſſelben durch den Aufzug vertraͤgt. Maͤßige Dichtheit der Faͤden reicht nicht allein hin, ein dichtes Zeuch bewirken zu helfen, ſondern die Faͤden, folglich auch die Wolle, muͤſſen auch moͤglichſt gleichfoͤrmig ſein, damit ſie ſich allenthal— ben gleich dicht anſchließen koͤnnen, und keine ungleichen Zwiſchen— raͤume laſſen. Die Bielefelder Leinwand hat eben in der Fuͤllung und der Gleichartigkeit des Fadens vor andern ſo viele Vorzuͤge. d) Dichtheit in Verbindung mit Dicke. Dickes Garn giebt wohl ein dickes Zeuch, aber ohne Filzbarkeit ſeiner Wolle, und ohne Verdichtung durch Weben und Walken keine Dichtheit zugleich. Das Gewebe bleibt aufgepolſtert und ſchwammicht. Eines der wirkſamſten Mittel ein Gewebe moͤglichſt zu ver— dichten, iſt die Koͤperwirkerei, welche auch von den Englaͤndern zu waſſerdichtem Manteltuch angewendet wird. Eine gekoͤperte Flechtart befoͤrdert das Filzen und Verdicken zugleich. Indem aber dabei die Kettenfaͤden mehr neben einander zum Vorſchein kommen, ſo verhindern ſie leicht die Bedeckung der Ober— flaͤche. Daher eignet ſich zu dickem Tuch von einfachen Geflechte nur Wolle, welche dicke gefuͤllte Faͤden liefern kann, alſo Wolle mit nicht zu hohen Bogen; bei Koͤperarbeit aber bedarf der Faden kei— ner ſo ſtarken Fuͤllung, wohl aber einer laͤngeren geſchmeidigen Wolle; in beiden Faͤllen aber duͤrfen die Faͤden nicht zu glatt, folglich muß auch die Wolle nicht zu lang ſein. e) Duͤnnheit mit Dichtheit. Die Verbindung dieſer Eigenſchaften laͤßt ſich außer durch dichtes Weben und Walken nur durch Wolle erlangen, deren Haare ſich ſchon beim Spinnen leicht und innig zu einem feinen und gleichfoͤrmigen Faden verbinden laſſen, ohne daß derſelbe glatt und zu feſt gedreht wird. Je feiner der Faden werden kann, deſto hoͤher muß ſeine Gleichfoͤrmigkeit ſein. Zu duͤnnem und dichtem Tuche kann Wolle nicht Feinheit und ſanfte Elaſtizitaͤt in zu hohem Grade beſitzen. Es taugt hiezu weder Wolle mit flaͤcheren noch mit hohen Bo gen, weder in aͤußerſter Laͤnge noch Kuͤrze. †) Geſchmeidigkeit des Tuches. Mit den Bedingungen 170 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. der Duͤnnheit in Verbindung mit der Dichtheit ſind auch die fuͤr die Geſchmeidigkeit des Zeuches gegeben. g) Die bisherigen Anforderungen an Tuch: Dichtheit und Dicke, jede Eigenſchaft fuͤr ſich, und beide unter ſich und mit Ge— ſchmeidigkeit in Verbindung betreffen das ganze Innere des Zeu— ches, oder ſeinen Koͤrper. Nun bleibt die Aufſtellung der Forderungen noch uͤbrig, welche auf die Darſtellung der Oberflaͤche hauptſaͤchlich Bezug haben. §. 149. Darſtellung der Oberflaͤche insbeſondere. Waltkzeuche laſſen ſich auf ihrer Oberflaͤche in verſchiedentlicher An⸗ nehmlichkeit fuͤr Auge und Gefuͤhl darſtellen. Dieſe Darſtellung betrift ſowohl die Oberflaͤche an ſich ohne Ruͤckſicht auf Farbe, als den Farbenſchein beſonders, in ſoweit er in der Art der Darſtellung der Oberflaͤche begruͤndet ſein kann. Oberflaͤche an ſich. Bei glatten Zeuchen beſteht die Schoͤn— heit der Oberflaͤche in der Harmonie der Faͤden und ihrem Farben— 9 cC 2 luͤſter; beim Tuch dagegen in der voͤlligen Bedeckung der Faͤden vermittelſt uͤberliegender Haͤrchen. Dieſe Bedeckung iſt um ſo ſchoͤner, je feiner die deckenden Haͤrchen, je gleichlaufender ihre Richtung, je anſchmiegender ihre Lage und je kuͤrzer, dichter und ebener die Bedeckung iſt, je ange⸗ nehmer ſie den Farbenſchimmer wirft und je ſanfter ſie fuͤr das Gefuͤhl iſt. Die Feinheit der Haardecke liegt unmittelbar in der Wolle ſelbſt, und in der Feinheit der Faͤden. Ein feiner Faden ohne feine Wolle giebt noch kein feines Tuch. Ununterbrochenheit. Die Oberflaͤche muß eine ununter⸗ brochene Flaͤche bilden, ohne Zwiſchenraͤume zwiſchen den deckenden Haarenden und den bedeckten Faͤden. Geſchloſſenheit. Dichtheit. Die Bedeckung muß in ſich moͤglichſt geſchloſſen ſein, ſo daß ſich die einzelnen Haͤrchen kaum bemerklich machen. Sie muß gleichſam nur in einem Fluß be— ſtehen. Dieſelben Bedingungen, welche ein dichtes und zugleich ge— ſchmeidiges Gewebe liefern, gewaͤhren auch eine aͤhnliche Decke, mit den Unt wickiger Je und jed deängt a denn von Dag wenn die Fogen zu Penic den ds d Ehe Vertief Die ſammente Ang gläichem. die 1. die⸗ ¹ wen und hheil 3. beim ten al de an dr ihrte hahe ung im J Die bäiden Ba Phoͤher üt die b da lueſch ſtetin gſ dae ſch aujue auf ihte g Ernd don itt. ind auch di f Ditthat m ch und nit d Innere des zu j uͤbrig, ui Bezug hadn. isbeſonden. edentlicher i u ean ſcch o ;, in ſobbeit ſein fann. hrem Farben g der Faden ht die Schön die deckenden riegender iſr iſt, je ang ſie fuͤr dae der Volle Faden ohne eine ununter den deckenden muß in ſic ärchen kaur n Fluß e d zugleih 9 che Dace, n Erſtes Kapitel. 171 dem Unterſchied, daß auf der Oberflaͤche die Feinheit der Haare wichtiger wird, als im Zeuche ſelbſt. Je kuͤrzer und feiner die Haare, je loſer die Faͤden gedrehet, und je dichter die Haare durch Weben und Walken zuſammen ge— draͤngt auf einander folgen, eine deſto dichtere Decke laͤßt ſich als— denn von den Haarendchen auf der Oberflaͤche des Gewebes bilden. Dagegen wird die Dichtheit der Decke um ſo weniger erreicht, wenn die Haare zu grob, zu ſtarr, beſonders bei den gehaͤkelten Boögen zu lang, und zu ungleichartig ſind. Weniger gehaltvolle oder Faͤden mit zu wenig Haaren vertra— gen das viele Rauhen und kurze Scheeren nicht. Ebenheit. Die Oberflaͤche darf keine Erhoͤhungen und Vertiefungen zeigen. Dieſe entſtehen durch Ungleichheit der Faͤden, ungleiches Zu— ſammentreiben der Haare und ungleiches Filzen und Scheeren. Ungleiche Faͤden kommen von ungleicher, unreiner Wolle, un— gleichem Kratzen und Spinnen. Die moͤglichſte Ebenheit der Oberflaͤche entſteht, wenn 1. die Wollhaare moͤglichſt gleichartig ſind; 2. wenn die Haarendchen in den Faͤden, die Faͤden im Gewebe und die Verdichtung beim Walken moͤglichſt gleichmaͤßig ver— theilt werden koͤnnen, und zuletzt 3. beim Tuchſcheeren auf gleichmaͤßiges Aufſtreifen und Abſchee⸗ ren alle Aufmerkſamkeit verwendet wird. Die anſchmiegende Lage der Haarendchen beruht auf der Art ihrer Form und auf dem Grade ihrer Geſchmeidigkeit. Hohe Bogen und Sproͤdigkeit der Haare ſtehen dieſer Forde⸗ rung im Wege. Die gerade und gleichlaufende Lage haͤngt ebenfalls von beiden Bedingungen, beſonders aber von der Form der Haare ab. Je hoͤher und ſtarrer die Bogen derſelben ſind, deſto irregulaͤrer bleibt die Lage der Haarendchen auf der Oberflaͤche, indem dieſe nur Ausſchnitte aus den Bogen ſind und ſich alsdenn nicht ganz ſtrecken laſſen. Die hohen Bogen der Haare oder ihre Ausſchnitte verlieren ſich auf der Oberflaͤche unter den mancherlei Einwirkungen, welche auf ihre Entkraͤuſelung zielen, nur dann, wenn ſie mit einem hohen Grad von Geſchmeidigkeit verbunden ſtehen. Iſt dies aber nicht 172 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. der Fall, ſo ſtreben ſie, ſobald ſie unter der Preſſe wegkommen, danach, wieder ihre vorige Richtung einzunehmen. Iſt einmal das Haar in einer gewiſſen Richtung, beſonders in der Form ſchmaler hoher Bogen erſtarrt, ſo laͤßt es ſich, wenn es fruͤher auch noch ſo geſchmeidig war, doch nur ſchwierig aus derſelben heraus bringen, und an eine andre gewoͤhnen, am wenig⸗ ſten laͤßt ſich eine unzaͤhlbare Menge Haarendchen in einerlei Rich⸗ tung und anſchmiegende Lage bringen. Die bleibende Richtung der Haͤrchen haͤngt von der Kuͤrze und der Elaſtizitaͤt derſelben ab. Je kuͤrzer die Haͤrchen ſind, deſto weniger koͤnnen ſie von und durch fremde Koͤrper aus ihrer Lage gebracht werden; je hoͤher die Eaaſtizitaͤt iſt, deſto laͤnger erhalten ſie ſich in der ihnen durch Kunſt beigebrachten Lage. Die Kuͤrze der Haarendchen, welche decken ſollen, kann aber auf der einen Seite durch Dicke und weitlaͤuftig liegende Faͤden im Gewebe, und auf der andern durch einen zu duͤnnen Stand der uͤberliegenden Haͤrchen ſelbſt beſchraͤnkt werden. Je dicker naͤmlich die Faͤden, je weitlaͤuftiger zugleich das Ge— webe, und je duͤnner der Stand der deckenden Haͤrchen: deſto laͤn⸗ ger muͤſſen dieſe zur Bedeckung ſein. Die Kuͤrze der Haͤrchen wird ferner beſchraͤnkt durch Mangel hinreichender Geſchmeidigkeit der Haare. Je mehr dieſe an kurzen Haͤrchen fehlt, deſto leichter ſtehen die Haarendchen von der Oberflaͤche ab, und richten ſich gerade aufwaͤrts. Dies verurſacht aber ein um ſo unangenehmeres Anſehn und Gefuͤhl. Um in einem ſolchen Zuſtande moͤglichſt lange zu beharren, be— duͤrfen die die Oberflaͤche aus zmachenden Haarendchen eines gewiſſen Grades von Elaſtizitaͤt neben ihrer Geſchmeidigkeit und Kuͤrze, um nach erfolgter Stoͤrung ihrer kuͤnſtlichen Lage ſich wieder in dieſelbe begeben zu koͤnnen. Wie augenblicklich ſchnell dies nach einer jedesmaligen Beruͤh— rung geſchehen mag, laͤßt ſich mit bloßen Sinnen gar nicht be— obachten. h) Farbenluͤſter. Alles, was die Oberflaͤche eines Zeuches an ſich verſchoͤnern hilft, befoͤrdert auch den Farbenluͤſter. Dieſer wird, ſo weit es die Wolle betrift, bedingt durch klaren Schein, durch eine feine dichte Haardecke und moͤglichſt gleichlaufende an ſchnigen in die d Gere nſen die daher ie due dieſe Säl ſeich aiſ gen werd bifſenhei rufe in de praleend ſichen E ſenluͤſtere Jen Phentliche En Duuftäce auf aͤnal noͤchen Nich tjttal au ngict aä dLge Ling flic. bgwerfſel l. die artig d venn und diche 4. 1 y. 70 vind die Ing, deſenderz ßt es ſch, ven t ſchwieig a⸗ nen, an vng n einerei di von der Kin chen ſind, di aus ihrer on laͤnger erhetn len, kann or liegende Faden nen Stand de leich das Ge⸗ en: deſts(än⸗ arch Mange ze mehr diee renoͤchen vor Anſehn und behatren, be ines gewiſen t und Khe h wieder in iyen Beruͤh⸗ ar nicht be⸗ nes Zeuche ſter. Diſſt aren Scei glaufende Erſtes Kapitel. 173 ſchmiegende Haͤrchen von moͤglichſt feſter Oberflaͤche, indem von die ſen die Farben am beſten zuruͤck ſtraͤhlen. Gerade gegen den Blick gerichtete oder aufrecht ſtehende Haare laſſen die Farben nicht ſo ſchoͤn zuruͤckwerfen, als wenn ſie liegen. Daher iſt das Anlehnen der Haͤrchen auf der Oberflaͤche ebenfalls aus dieſer Urſache ſo ſehr erforderlich. Soll die Farbe auf allen Punkten der Zeuchflaͤche moͤglichſt gleich erſcheinen, ſo muß auch die gleichartigſte Wolle dazu genom— men werden. Denn Ungleichheit der Haare in Umfang, in Be⸗ ſchaffenheit ihrer Oberflaͤche, und in den Verhaͤltniſſen ihrer Grund— ſtoffe koͤnnen nur einen ungleichen Farbenſchimmer geben. Der natuͤrliche Glanz der Wolle ſelbſt, welche an ſich nie ſehr prallend iſt, hilft den Farbenſchimmer ſanft erheben. Es duͤrfte aber nicht eines Jeden Geſchmack ſein, dieſen natuͤr— lichen Schimmer durch beſondre Glanzmittel auf Koſten des Far— benluͤſters erhoͤhet zu ſehen. Je mehr ein Gegenſtand glaͤnzet, deſto mehr verbirgt ſich ſeine eigentliche Farbe. Ein ſanftes Gefuͤhl gewaͤhret eine Tuchdecke nur, wenn die Oberflaͤche aus moͤglichſt feinen, geſchmeidig⸗-elaſtiſchen, dicht und eben auf einander folgenden, gerade und gleichlaufend gerichteten Haar— endchen beſteht. Nicht ſo beſchaffenen Haaren kann man zwar durch Zwangs— mittel auf eine zeitlang eine gerade, gleichlaufende und anſchmie— gende Richtung geben, allein ſie ſuchen doch fruͤher oder ſpaͤter ihre aͤltere Lage wieder. Einheit oder Gleichartigkeit aller Theile der Ober— flaͤche. Dieſe kann nur in moͤglichſt annaͤhernder Vollkommenheit bewerkſtelliget werden, wenn 1. die Wolle in ihren Haaren moͤglichſt gleichfoͤrmig und gleich— artig iſt, 2. wenn Kratzen, Spinnen, Weben, Walken, Rauhen, Scheeren und Rahmen, jede Verrichtung fuͤr ſich, moͤglichſt gleichmaͤßig geſchehen kann(ein Vortheil beim Gebrauch der Maſchinen). §. 150. Allgemeine Eigenſchaften, welche das In⸗ nere des Tuches mit der Oberflaͤche zugleich betreffen. i) Feſtigkeit. Einem jeden Gewebe aus irgend einem Stoff wird die Feſtigkeit hauptſaͤchlich in der Kette, und zwar durch moͤg— 174 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. lich feſt gedrehete, aber ſich nicht ſelbſt ſprengende, gehoͤrig gefuͤllte Faͤden aus nicht zu kurzer, aber feſter, und doch geſchmeidiger Wolle gegeben. Indem nun die Kette einwirkenden Ziehkraͤften entgegen wirkt, haͤlt dagegen der Einſchlag jede nicht gaͤnzlich zerſtoͤrende Reibung um ſo eher aus, je feſter ſeine Haare an ſich, und je inniger ſie mit einander verbunden ſind. In dieſer letzten Bedingung findet die Kuͤrze der Einſchlag wolle eine Graͤnze. k) Ausdauer in ſich ſelbſt. Die Dauer des Beſtehens eines Tuches beruht zum Theil auf der Art der Zuſammenſpin⸗ nung, Wirkung und Filzung des Ganzen und auf der Zubereitung der Oberflaͤche; zum Theil aber auch auf dem Weſen der dazu ge nommenen Wolle ſelbſt. Haltbarkeit wird, was Wolle angeht, durch ihre urſpruͤnglichen Kraͤfte bedingt. Je muͤrber und je weniger elaſtiſch ſie iſt, deſto fruͤher hoͤrt ihr Weſen auf. Mager gefuͤtterte, oder ſor die Fabrikatur auch noch ſo vo zufaͤllig entnervte Wolle wird, ſei lkommen, nicht lange vorhalten. —— ₰ » Bei der groͤßten Schonung v bald, die Oberflaͤche ſieht aus wie Leinen, und das Tuch haͤlt kaum mehr die Reibung in dem Grade aus, wie Leinen oder andr Zeucharten. Gerade hier giebt ſich der Unterſchied zwiſchen einem feinen Haare von hungrigen Thieren und einem ſolchen von wohlgenaͤhr⸗ ten am ſichtbarſten zu erkennen. 1 1) Innere Kraft. Wenn das Zeuch keine Falten werfen d 3 g verſchwindet die behaarte Decke 3 und die Oberflaͤche da, wo ſie gedruͤckt worden iſt, ſich nicht ab— platten ſoll, wie bei rauhen baumwollnen Zeuchen der Fall iſt, ſo muͤſſen die Faͤden von elaſtiſcher Wolle moͤglichſt gefuͤllt werden. m) Wenn ſich endlich das aͤußere Anſehn moglichſt lange erhalten ſoll, ſo gehoͤren dazu: 1. eine dichte und kurzhaarige Decke auf der Oberflaͤche; denn eine loſe und langhaarige Decke kann gewaltſamen Angriffen und Reibungen keinen ſolchen Widerſtand leiſt en, als eine dichte behaarte; 2. gehoͤrt dazu ein hinlaͤnglicher Grad von Elaſtizitaͤt der Wolle. . Dlamm i 17 1„ 4 44 f ll . M V AA 0l hand 9 Der lcher ein⸗ r elie 5 fare, Al nitt. „Siti gfül ſcmaäigr Vol entzegen wie törende Rain d je innir der Einſ des Beſteße Juſammenſi er Zubereitn —n der dau g urppruͤnglihn j ſeeift, deſt olle wird, ſei othalten. haaxte Dech uch häͤlt kaum n oder and einem feinen wohlgenaͤhr alten werfen ich nicht eb⸗ er Falliſ, ſo fült werden. glchſt lange fache; denn en Angiiftn n, als en ſiizitit de Zweites Kapitel. 175 n) Dem Einlaufen wird moͤglichſt vorgebeugt durch Dicht⸗ heit des Zeuches, beſonders aber durch Anfuͤllung der Faͤden mit Haaren ohne zu hohe Bogen und Sproͤdigkeit, ferner durch dich— tes Weben und Walken. §. 151. Begriff von feinem Tuch. Die Feinheit des Fadens bewirkt die Feinheit des Tuches noch nicht allein. Auch beim allerfeinſten Tuche kann man den Einſchlagfaden im Vergleich mit Faͤden aus andern Stoffen noch gar nicht fein nennen, ſondern die Feinheit des Tuches haͤngt zugleich mit von der elaſtiſchen Ge— ſchmeidigkeit der Haare, ihrer innigen Verbindung und einer vor zuͤglichen Sanftheit der Oberflaͤche ab. Zweites Kapitel. Zuſammenſtellung der Erforderniſſe aller Wolle in Bezug auf Fabrikat und Fabrikation. Eine Wiederholung um des kuͤrzeren Ueberblicks willen. §. 152. Allgemeine Erforderniſſe. Die erſten Bedin⸗ gungen der moͤglichen Anwendbarkeit einer gegebenen Wolle ſind: ein gewiſſer Grad 1. von Feſtigkeit und 2. von Loͤsbarkeit oder Trennbarkeit. Die Wolle bedarf um ſo mehr Feſtigkeit, je angreifender die Behandlungen ſind, denen ſie ausgeſetzt werden ſoll. Der geringſte Grad von Feſtigkeit und Dauerhaftigkeit iſt der, welcher eine Wolle der Bearbeitung noch faͤhig macht. Nichts iſt der Fabrikation nachtheiliger, als eine ſolche Schwaͤche der Haare, daß ſie die verſchiedenen Verrichtungen, welche mit der Wolle vorgenommen werden muͤſſen, nicht auszuhalten vermoͤgen. Alsdenn wird das Arbeitslohn unverhaͤltnißmaͤßig erhoͤhet, die Zwecke der verſchiedenen Verrichtungen werden dabei nur unvoll— ſtaͤndig erreicht, und das Fabrikat ſelbſt bleibt immer unvollkommen. Eine der erſten Hauptbedingungen, welche bei der Anwendung aller andern Arten von Stoffen gilt, findet alſo auch hier ſtatt. Ausdaurungs⸗Vermoͤgen. Liegt Dauerhaftigkeit in der 176. gweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Haarſubſtanz, ſo erhaͤlt ſie auch das Fabrikat, inſofern das Weſen der Wolle waͤhrend der Behandlung nicht zerſtoͤrt wird. Ein zweites Erforderniß iſt die Loͤsbarkeit. Wolle muß ſo weit loͤsbar ſein, daß ſie nach Erforderniß moͤglichſt unverſehrt von einander getrennt werden kann. Eine Wolle kann bei ihrem Auseinanderziehen ſich ſchwieriger oder leichter trennen laſſen. Im erſten Fall nennt man ſie zaͤh, und im letzten loͤsbar, offen(nicht aber los, weil dieſer Aus— druck einen geringen Grad der Dichtheit bezeichnet). Je zaͤher eine Wolle iſt, deſto mehr erſchwert ſie ihre Vorbe— reitung zum Spinnen, und deſto ſchwieriger laͤßt ſie ſich waͤhrend dieſer Verrichtung ſelbſt auseinander ziehen. Reinheit. Zur moͤglichſt gleichmaͤßiger Bearbeitung der Wolle und Zubereitung des Fabrikats darf nicht das geringſte fremde Faͤ— ſerchen darin ſitzen bleiben. Jedes kleinſte Flimmerchen ſchwaͤcht beim Spinnen auf einer Seite den Faden, waͤhrend dem es ihn auf der andern Seite dicker werden laͤßt, und die ſchoͤnſte Ober— flaͤche eines Tuchs wird durch feſtſitzende Knoͤtchen oder Pflanzen— faͤſerchen, wenn ſie auch noch ſo duͤnn verbreitet ſind, ſichtbar ent— ſtellt. Laͤnge. Dieſe koͤmmt ſowohl in Hinſicht der Zeuche, als der Bearbeitung der Wolle in Betracht. Sie wird naͤmlich zunaͤchſt durch den Zweck ihrer Anwendung bedingt. Nicht jede Laͤnge paßt fuͤr alle Zwecke, fuͤr alle Bearbeitungen gleich gut, und nicht jede Laͤnge fuͤhret alle uͤbrigen Eigenſchaften in angemeſſenen Graden mit ſich. Glatte Zeucharten erfordern eine andere Laͤnge als Tuch. Auch fuͤr die verſchiedenen Tucharten wird darin wieder ein Unterſchied gemacht. Die hoͤchſte Laͤnge kann nur bei glatten Zeucharten Anwen⸗ dung finden, Tuchgarn erfordert aber eine beſtimmte Laͤnge und Kuͤrze. Je laͤnger die Wolle beim Tuch, deſto weniger Dichtheit im Gewebo, deſto ſchnelleres Verfilzen der Oberflaͤche, und deſto minder dicht ihre Bedeckung. Bei beliebigem Gebrauch einer verſchiedenen Laͤnge und bei freier Wahl entſcheiden die uͤbrigen Eigenſchaften der Wolle. Die Laͤnge dienet zugleich zum Merkmal des Grades der ſanf— ten Elaſtizitaͤt. Dieſe iſt ſelten mit der groͤßeren Laͤnge verbunden. 4 ein grverlche nr die R Das( Fäe gehen ad nochi Alein, gel Kraft be fkbe, doch ie Vderſ Fabrkaten, ſhere Fei nomie wile Endlic och in get Gräͤber tere Voll, Gleich rerarſacht be käſonders, den Enden ſcadet in j Daher Huurts von! In Fat däͤutnd, ſe durch Ujli dihhth ſt ſch wäh den Faden, a n ſat der; uce Ei kn un ider alf wu - diſce ſtung uun hnitt ſofern de d twird, t. Dole m, ſt unvetſet. rſcch ſchuine a man ſiezi veil dieſer de h. ſi ihre Ven ſe ſih waͤhnn eitung der Vl gſte framde zi erchen ſchwit nd dem es iſr ſchünſte Ober der Pflanzen ſichtbar ent⸗ ruche, als de mlich zunagf earbeitunge Eigenſchaften Tüch. n wieder ein erten Arwen⸗ e Länge und dihſtheit in eſto minde age und Wolle. des der ſenf g vexbunde Zweites Kapitel. 177 Feinheit. In Hinſicht des Fabrikats koͤnnte eine Wolle, die erforderliche Laͤnge und Feſtigkeit vorausgeſetzt, ſo fein ſein, als es nur die Natur derſelben mit ſich bringt. Das Gewebe gewinnt dabei an Dichtheit und Geſchmeidigkeit; beide gehen auch auf die Deckung der Oberflaͤche uͤber, und dieſe wird noch in ihrem Farbenluͤſter verſchoͤnert. Allein, da es ſehr ſelten der Fall iſt, daß hochfeine Haare ſo viel Kraft beſitzen, als minder feine, und daher, wenn auch im Ge— webe, doch nicht auf der Oberflaͤche gewaltſamen Einwirkungen glei— chen Widerſtand entgegen ſetzen koͤnnen; ſo muͤßte ſchon darum bei Fabrikaten, welche mehr auf das Beduͤrfniß berechnet ſind, die hoͤhere Feinheit zuruͤck ſtehen, wenn dies auch nicht um der Oeko— nomie willen fuͤr noͤthig erachtet wuͤrde. Endlich gewaͤhrt ein hoͤherer Feinheitsgrad dem Fabrikanten noch in gewiſſen Faͤllen einen andern weſentlichen Nutzen. Groͤbere Wolle giebt naͤmlich keinen ſo langen Faden, als fei— nere Wolle, von gleichem Gewicht. Gleichfoͤrmigkeit. Ungleichfoͤrmigkeit des einzelnen Haares verurſacht beim Spinnen und Weben oͤfteres Zerbrechen der Faͤden, beſonders, wenn die Haare in der Mitte duͤnner, als an den bei— den Enden ſind. Ungleichheit an dem einen oder andern Ende ſchadet in jener Beziehung weniger. Daher hilft die Erforſchung des mittleren Feinheitsgrades eines Haares von ungleichem Durchmeſſer nicht viel. Im Fabrikat gilt keine Fraktion. Iſt die Ungleichfoͤrmigkeit bedeutend, ſo leiden auch die Oberflaͤche und der Farbenſchimmer durch Ungleichheit in der Bedeckung. Dichtheit des Haarſtandes. Dichter gewachſene Wolle haͤlt ſich waͤhrend der Bearbeitung mehr zuſammen, und fuͤllt eher den Faden, als eben ſo bearbeitete duͤnner gewachſene Wolle; folg— lich hat der Dichtheitsgrad der Wolle auch Einfluß auf das Ge— webe. Es kann einen Dichtheitsgrad geben, welcher die Bearbei— tung erſchwert, und dabei von keinem weſentlichen Nutzen iſt. Die verſchiebene Wirkung dichter und duͤnner gewachſener Wolle auf die Beſchaffenheit eines Zeuches ergiebt ſich erſt dei einer Mi— ſchung unterſchiedlich dichter Wolle. Gleichartigkeit. Fuͤr jedes Fabrikat ohne Unterſchied muß die Wolle moͤglichſt gleichartig ſein. 12 178 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Dieſe Forderung iſt die unbeſchraͤnkteſte Bedingung fuͤr alle Zeucharten und ſteigt um ſo hoͤher, je feiner ſowohl glatte als tuch⸗ artige Zeuche werden ſollen, wenn ſonſt die Brauchbarkeit der Wolle gegeben iſt. Jede Verſchiedenheit der Wolle in Form, Laͤnge, Feinheit, Elaſtizitaͤt, Schein und ſelbſt in der Dichtheit der Lage der Haare veranlaßt auch eine Verſchiedenheit in allen mechaniſchen Be— handlungen und ihren Erfolgen, naͤmlich im Faden und Gewebe, in der Oberflaͤche im Farbenſchein und in der Haltbarkeit des Fa— brikats. Wolle von ungleicher Laͤnge und ungleichem Durchmeſſer ſoll ſich im Gewebe beſſer filzen laſſen. Dieſer Satz iſt wahr, aber nur in gewiſſen Faͤllen. Wenn aber ſchwierig zu filzende Wolle mit einer andern beſſer dazu geeigneten vermiſcht wird, wenn ferner das Groͤbere durch das Feinere feiner und das Sproͤdere durch das Sanftere ſanfter wird; ſo laͤßt ſich darum das Prinzip der Gleichartigkeit fuͤr die Fabrikatur uͤberhaupt und fuͤr das Filzen insbeſondere nicht umſtoßen. Auch bei dieſer Verrichtung zeigt Ungleichartigkeit der Haare ihre Folgen. Das Gegentheil iſt aber fuͤr die Oberflaͤche und den Farben— luͤſter bei hoͤheren Fabrikaten zu wichtig, als daß eine abſichtliche Vermiſchung ungleicher Wolle blos um der Verdichtung willen jene Beruͤckſichtigungen aus den Augen zu ſetzen berechtigte. Die Uebereinſtimmung der Haare im Durchmeſſer und in der Form iſt noch viel wichtiger in der Anwendung, als die voͤllige Uebereinſtimmung in der Laͤnge, wenn Gleichmaͤßigkeit im Gewebe, in der Decke und im Farbenluͤſter erreicht werden ſoll. §. 153. Beſondere Eigenſchaften der Wolle fuͤr Tuch. Kuͤrze der Einſchlagwolle. Der Einſchlag im Tuch iſt derjenige Theil, welcher hauptſaͤchlich die behaarte Decke des Gewebes hergeben muß. Die Einſchlagfaͤden muͤſſen alſo ſelbſt moͤglichſt behaart ſein. Ein Faden iſt aber um ſo behaarter, je mehrere Haarendchen er auf einer gewiſſen Strecke enthaͤlt. Bei gleicher Anzahl von Haardurchmeſſern auf einer gleichen Laͤnge eines Fadens, geben die laͤngeren Haare die wenigſten End chen, die kuͤrzeren alſo die mehreſten. de! ſit àl 8o Im bhind zwi Diel Fein ann das? dird, beid ſg genug Glan dung m beftedern handlung außer etn Voll ſicht oh iine zu ſ hebes bei Naaß de Zun nach alit noll an, Deh dich die er Vole! gewiſſen wendet wer Varfirigu Für d ſitechmd dcß nuß, di vorig Verditn Deerfühh, littnan d Jeſt benerft d nechaniſchen a en und Gina tbarkeit des 1 Durchmeſte iſt wahr, ner andern biſ 3 Gröbere dut Sauftere ſarfn gartigkeit ſi beſondere nicht ſchattigkeit da und den Fatte eine abſiclict ung willen i hte ſer und in w als die voͤll eit im Gewt ol. Polle füt ſcha in Tuc gtte Decke de zehaart ſti te Haarenit f einet jiißa wenigſen e Zweites Kapitel. 179 Die Laͤnge der feinſten und ſanfteſten Wolle ſpielt zwiſchen 2 ½ bis 3 ½ Zoll rh. Im ſpaniſchen Wollhandel machte man fruͤher einen Unter— ſchied zwiſchen gewoͤhnlicher Leoneſe und zwiſchen kurzer. Die letzte wurde am hoͤchſten bezahlt. Feinheit. Geſchmeidigkeit. Zum Einſchlag fuͤr Tuch kann das Wollhaar, wenn die ganze Fabrikation gehoͤrig eingerichtet wird, bei der mindeſt erforderlichen Laͤnge nicht fein und geſchmei— dig genug ſein. Glanz und Feſtigkeit der Wolle befoͤrdern in Verbin— dung mit jenen den Zweck dieſer Fabrikate und ihres Anſehns; ſie befoͤrdern zugleich die mehreſten Verrichtungen bei der letzten Be— handlung, und ſtehen keinem Zwecke der Tuchfabrikation im Wege, außer etwa der Glanz in einigem Grade der Annahme der Farbe. Wolle kann ferner im hoͤchſten Grade geſchmeidig ſein, nur nicht ohne Elaſtizitaͤt. Ein zu großer Mangel daran bewirkt eine zu ſtarke Verdichtung des Fadens beim Spinnen und des Ge— webes beim Walken. In beiden Faͤllen koͤmmt das beabſichtete Maaß des Garnes oder des Gewebes nicht heraus. Zu weiche, minder elaſtiſche Haare haben nicht Kraft genug, nach erlittenem Druck ſich wieder aufzurichten, wie z. B. Baum— wolle an aufgerauhetem Parchend. Die Hoͤhe der Geſchmeidigkeit fuͤr die Anwendung wird alſo durch die erforderliche Eigenſchaft einiger Elaſtizitaͤt beſchraͤnkt. Wolle bedarf neben moͤglichſter Geſchmeidigkeit immer eines gewiſſen Grades von Elaſtizitaͤt, wenn ſie zu Tuch ange— wendet werden ſoll. Beide machen die Hauptbedingungen zur Verfertigung dieſes Fabrikats aus. Fuͤr die Fabrikation iſt aber derjenige Grad von Eaaſtizitaͤt hinreichend, welcher, wenn das Haar dem allergeringſten Druck wei⸗ chen muß, nach Aufhebung deſſelben noch im Stande iſt, es wieder in die vorige Richtung zu ſetzen Ein gewiſſer Grad von Elaſtizitaͤt hilft auch das zu ſchnelle Verdichten des Fadens und des Gewebes verhindern, und was die Oberflaͤche deſſelben betrift, die Haarendchen auf der Decke nach er— littenem Druck ſchneller wieder aufrichten. Je fruͤher und laͤnger man die Abplattung nach dem Druck bemerkt, deſto geringer iſt die Elaſtizitaͤt. 12* 180 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Die Elaſtizitaͤt darf aber auf der andern Seite auch nicht wieder ſo groß ſein, daß ſie zur Starrheit wuͤrde. Starre Wolle kratzt und ſpinnt ſich ſchwieriger. Je ſtarrer die Haare, deſto weniger fuͤgen ſie ſich bei allen Verrichtungen, deſto mehr ſtehen ſie der Verdichtung beim Weben und Filzen, des ſtarken Einlaufens ungeachtet, ſo wie der Verſchoͤ⸗ nerung der Oberflaͤche im Wege. Starre Haare behalten nicht lange, nachdem ſie unter der Preſſe weggekommen ſind, ihre angeſchmiegte Lage, ſondern ſie rich⸗ ten ſich verſchiedentlich wieder auf, bilden eine verworrene Decke, und fuͤhlen ſich rauher an. Erſt unter Vergroͤßerungs-Glaͤſern wird man dies deutlicher gewahr; bei ungleichartiger und gemiſch— ter Wolle laſſen ſich die minder geſchmeidigen Haare auf der Ober— flaͤhhe eines Tuches auch ſchon mit bloßen Augen erkennen. Druck und Reibung moͤgen ſenkrecht auf die Spitzen der Haͤr— chen oder von der Seite erfolgen; Haare mit ſanfter Elaſtizitaͤt werden immer am erſten nachgeben. Je ſtarrer und groͤber die Wolle, deſto weniger kurz darf auch das Tuch geſchoren werden, ſonſt fuͤhlt es ſich noch um ſo rau— her an. Auch werfen kurze, mehr aufrecht ſtehende Haare bei weitem nicht den Farbenluͤſter, als ſolche, welche ſich in einerlei ſchraͤger Richtung befinden. Geſchmeidigkeit und Elaſtizitaͤt ſind alſo in ihren Aeußerungen einander entgegen geſetzt, und die eine wird bei der Anwendung der Wolle zu Tuch nur durch die andere beſchraͤnkt. Ein guͤnſtiges Verhaͤltniß zwiſchen beiden heißt, in Beziehung auf Wolle ſanfte Elaſtizitaͤt, wegen des ſanften Gegendrucks beim Anfuͤhlen. Auf dieſem guͤnſtigen Verhaͤltniß beruht die hoͤchſte Vervoll⸗ kommnung des Tuches. Es fehlt nur noch an einem Maaßſtabe dazu. Schluß. Alle erforderlichen poſitiven Eigenſchaften der Wolle beſtehen alſo: 4 1. in dem moͤglich hoͤchſten Grad der Feinheit; 2. der Geſchmeidigkeit, in Verbindung mit Elaſtizitaͤt; 3. der Gleichartigkeit; . der Feſtigkeit; Hin einer dem Zwecke zuſagenden Laͤnge. — G 95 Polle. 1. wege 12. an zu 3. anh 14 wege 5. Ungl 6. Unle 7. Untii Ninde bel ſe w Säht ant fätbe Jn wachſen! Thie Van ſringen la ſm, un dwvon zu doch ſchen urück ble gliche Ar de ſäden vi guf n den, in ſ fm. Cher du erwißn Hanrüin ſanmen Beit auch dief nitt. r. ſe ſch bei aler ing bein Vin vie der Ve ſie unte w ondern ſieit worrene De, rungs⸗Glhſe er und geniſt eauf der ohn kennen. ͤpiten der hit ffter Caſthitt urz datf auch um ſo rau⸗ aee bei weiten nerlei ſchrin Aeußeruntn wendung de in Beäiehun endrucks bein ſchſte Vervol⸗ n Naaßſtabe im der Wolt it; Zweites Kapitel. 181 §. 154. Die gewoͤhnlichſten Fehlerhaftigkeiten der Wolle. Eine gegebene Wolle kann unpaſſend ſein: 1. wegen Mangel an paſſender Laͤnge, 2. an zureichender Feinheit und ſanfter Elaſtizitaͤt, 3. an hinreichender Feſtigkeit und Dauerhaftigkeit, 4. wegen unpaſſender Dichtheit, 5. Ungleichartigkeit, 6. Unloͤsbarkeit, und 7. Unreinheit. Minder feſte Wolle kann nicht zu allen Farben benutzt werden, weil ſie von dieſen unterſchiedlich angegriffen wird. Sehr magere Wolle ſoll ſich auch in gewiſſen Faͤllen nicht ſo gut faͤrben laſſen, als Wolle mit noch einigem Schweißfette. In Hinſicht der Gleichartigkeit kann Wolle ungleichhaarig ge⸗ wachſen oder mit ungleicher vermengt ſein. Thierhaare unter Wolle nehmen nicht mit ihr gleiche Farbe an. Von den Stichelhaͤrchen muß Niemand die Meinung ſich auf— dringen laſſen, als haͤtten ſie, in je groͤßerer Menge ſie ſich vorfaͤn⸗ den, um ſo leichter die Gefaͤlligkeit, beim Spinnen der Wolle alle davon zu fliegen. Wenn dem auch zum Theil ſo iſt, ſo kann man doch ſicher darauf rechnen, daß der groͤßere Theil davon immer noch zuruͤck bleibt. Sie nehmen weder mit der Wolle gleiche Farbe, noch gleiche Appretur an, und verurſachen außerdem noch das Zerreißen der Faͤden ſchon waͤhrend dem Spinnen, oder auf dem Stuhl. Bis hieher ſind die weſentlichſten Erforderniſſe der Wolle als Stoff in Hinſicht auf Tuchfabrikation oberflaͤchlich aufgezaͤhlt wor— den, in ſo weit ſie die Groͤße und die Subſtanz des Haares betref— fen. Eben ſo noͤthig iſt es aber auch, der zufaͤlligen Hinderniſſe zu erwaͤhnen, die einer zweckmaͤßigen Fabrikation im Wege ſtehen koͤnnen, und entweder im Wuchs der Wolle oder in Beſchaffenhei— ten, welche durch aͤußere Einwirkungen entſtanden ſind, ihren Grund haben. Fehler in der Geſtalt und im zuſammenhangenden Wuchs. In Hinſicht der Loͤsbarkeit kann Wolle in den Spitzen, feſt verknotet, mit Fett verklumpt, zuſammengerollt, in der ganzen Haarlaͤlge aber fein und feſt geſtraͤngt, durchgaͤngig von Fett zu— ſammen verklebt, oder gaͤnzlich verworren oder verfilzt ſein. Bei hochfeiner Wolle koͤnnen die Straͤnge ſo duͤnn ſein, daß auch die feinſten Kratzen ſie nicht aufzuloͤſen vermoͤgen. 18² Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Um Wolle ohne ſie zu zerreißen, kratzen zu koͤnnen, duͤrfen die Haare nicht in einander verflochten ſein, ſondern ſie muͤſſen ſich nur in einem lockern Zuſammenhange unter einander anlehnen, ſo daß ſich jedes Haar, ohne zu zerreißen, leicht unter den andern heraus⸗ ziehen laſſen kann. Dieſer Aurderl ſtehen die erwaͤhnten Uebel— ſtaͤnde entgegen. Alle dergleichen Maͤngel ſind ſedra Angehenden in der Schaaf⸗ zucht ſchon zu bekannt, als daß es hier einer weitlaͤufigen Ausein— anderſetzung derſelben erfordern ſollte. In Ruͤckſicht der Unloͤsbar— keit der Haare aber duͤrfte doch die Erinnerung nicht uͤberfluͤßig ſein, daß nicht nur die Haare ſogenannter Zwirnwolle, ſondern auch uͤber— haupt jeder feingeſtraͤngten Wolle, wenn ſie an ſich fein iſt, oft durch die feinſten Kratzinſtrumente nicht von einander zu trennen ſind, ſondern in ihrer feſten Verbindung bleiben und ſich zwiſchen den Haͤkchen durchſchlaͤngeln, ſo in den Faden und das Fabrikat uͤbergehen, und es, wenn ſie bleiben, entſtellen helfen, oder, wenn ſie beim Reinigen oder Rauhen der Oberflaͤche getroffen werden, kleine Oeffnungen veranlaſſen, welche oft erſt eine Zeit lang nachher, nach— dem das Fabrikat ſchon getragen wird, zum Vorſchein kommen. In Hinſicht der Reinheit kann eine Wolle mangelhaft er— ſcheinen, wenn ſie 1. mit Hautauswurf behaftet, 2. mit Fett und Staub in Verbindung beladen, und 3. mit allerlei fremden Koͤrperchen durchſtreuet iſt. In Hinſicht der Nichtannahme der Farbe kann Wolle gelblich oder braun durchbeizt ſein. Gelbe Wolle hat ſchon durch das Eindringen der Feuchtigkeit ſehr an Kraͤften verloren, und iſt durch kein Mittel wieder herzu⸗ ſtellen. Mit braunen Spitzen verhaͤlt es ſich eben ſo. Sie entſtehen theils von Duͤnger, auf dem Lager oder durch Ueberſpringen unter einander, oder ſie haben ihren Grund in andern Veranlaſſungen, welche vom Thier herkommen. Bleiben die Haarſpitzen laͤngere Zeit mit dieſen Verunreinigun— gen behaftet, ſo werden ſie unwiederherſtellbar braun, und ſterben auch bald ab. Fuͤr die Fabrikation bleiben ſie alsdenn ein großes Hinderniß. Maſtige Fuͤtterung. So nennt der Fabrikant denjenigen V V zoiend de fa⸗ welche Dies ergehend 4 dem T Dem ache lent hiilig. S plaikoiſc ſachtheilige ze Fadrit dall, wen Huare vr Hau nach der Behande zem ſie l fit werden Fren die die T Fäͤrben u Sie und ð ſät diſe nicht tſeiigen Pole ihte Koryt derſelde ge L fchrung n Altei lägr pi nitt. nnen, drfin miſſn ſch m nlehnen, ſt 1 andern ſens rväͤhnten N in der ehn aufigen Auen der Unlenr überflüßig i dern auch itn h fein iſ, t der zu tran d ſich zwiſce S das Fabtit en, oder, wen werden, gleine nachher, nach kommen. gangelhaft er no le gelblich Feuchtigket wieder herzu Sir entfehen ringen unter anlaſſungen, runreinigin. und ſtatben ein groſ at degfenihen Zweites Kapitel. 183 Zuſtand der Wolle, wenn ſich Schweißfett in und auf ſie abgeſetzt hat, welches in der Waͤſche nicht herausgebracht worden iſt. Dies kann nun eben ſowohl in einem beſtaͤndigen, als vor— uͤbergehenden Schweißtriebe gelegen haben. Im erſten Fall gehoͤrt er dem Thier, im letzten der Ernaͤhrung an. Dem Verbrauche der Wolle iſt es aber einerlei, worin die Ur⸗ ſache liegt. Eine ſolche Beſchaffenheit iſt ihm immer doppelt nach— theilig. Sie erſchwert die Schaͤtzung des Gewichtsverluſtes in der Fabrikwaͤſche. Dieſes Hinderniß der Beurtheilung wird aber noch nachtheiliger, wenn das in der Wolle befindliche Fett auch durch die Fabrikwaͤſche nicht herauszubringen iſt. Das Letzte iſt oft der Fall, wenn es ſo haͤufig in die Wolle gedrungen iſt, daß es die Haare verklebt, ohne daß es aus der zaͤhen Fettart beſteht. Hautſchindeln laſſen ſich auf keine Weiſe, weder vor noch nach der Schur aus der Wolle bringen, und ſtehen jeder Art von Behandlung im Wege, duͤrfen aber mit verhaͤrtetem Schweiße, von dem ſie uͤbrigens nicht ſo leicht zu unterſcheiden ſind, nicht verwech— ſelt werden. Fremde Faͤſerchen werden zum Theil bei der Waͤſche ſo weiß wie die Wolle, und laſſen ſich nachher nicht eher erkennen, bis das Faͤrben und Appretiren an die Reihe kommen. Sie koͤnnen aus Hanf, Flachs, Stroh, Spreu, Holzfaſern und Blaͤttern beſtehen, und ſo große Entſtellangen anrichten, daß dieſe nicht ohne große Koſten und Verluſt, auch wohl gar nicht, zu beſeitigen ſind. Wolle von kranken Thieren iſt um ſo ſchwaͤcher, je ſchwaͤcher ihre Koͤrper waͤhrend dieſem Zuſtande geweſen ſind, und je laͤnger derſelbe gedauert hat. Wolle von kranken oder todten Thieren laͤßt ſich nach der Er— fahrung nicht ſo gut faͤrben als Wolle von geſunden Thieren. Alter nach der Schur. Friſche Wolle laͤßt ſich feiner und laͤnger ſpinnen, als aͤltere von derſelben Art. Je aͤlter abgeſchorne Wolle wird, deſto mehr ſchwindet ſie an Umfang, deſto ſtarrer und zugleich muͤrber wird ſie, ſo wie alles Mark vertrocknet. Ihr gewoͤhnlicher friſcher Geruch verliert ſich ebenfalls. §. 155. Ueber Nachhuͤlfe zur Verbeſſerung einiger Maͤngel. Lange Spitzen. Zu lange und zu abweichende Spitzen 184 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. der Haare abzuſchneiden erfordert Zeit und Koſten, und darum ver⸗ liert der bleibende Theil des Haares doch ſeine Natur nicht. Zu lange Wolle ſucht man durch Kratzen zu zerreißen. Ob aber eine ſo behandelte Wolle neben einer andern von paſſender Laͤnge, im natuͤrlichen Wuchs unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden, daſſelbe Fabrikat liefern koͤnne, leuchtet ſogleich in die Augen. Wenn der Fabrikant eine Wolle hat, die er fuͤr ſich allein gar nicht, oder doch nur bei unvollſtaͤndiger Erreichung des vorgeſetzten Zwecks gebrauchen kann, ſo ſucht er ſie mit einer andern zu ver⸗ miſchen. Gezwirnte Wolle durch vieles Oel loͤſen zu wollen hat wie— der ſeinen Nachtheil. Allzuviel macht klumpig und knotig. Das Einlaufen zu verhindern. Ein Bad von etwas verduͤnnter Kalilauge mit der Haͤlfte des Gewichts der Wolle in Seife ſoll derſelben die Elaſtizitaͤt benehmen, und ſie nicht mehr einlaufen laſſen. Glaͤnzend macht eine Aufloͤſung beſonders von venetianiſcher Seife gleich nach dem Faͤrben, ſo wie alle Daͤmpfe bei unmittel— barem Preſſen. Sie benehmen aber auch den Haaren einen Theil ihrer Elaſtizitaͤt. Drittes Kapitel. Ueber Kennzeichen und Pruͤfungen der Wolle. a. Einfache Kennzeichen und Pruͤfungen der weſentlichſten Eigenſchaften der Merinoswolle von erwach⸗ ſenen Thieren. §. 156. Ueber die einfachen Kennzeichen und Pruͤ⸗ fungen der weſentlichſten Eigenſchaften der Wolle, ſo— wohl in ihrem natuͤrlichen, als gereinigten Zuſtande. 1. Am einzelnen Haar. Als Erforderniſſe fuͤr die Fabrikation verdienen die genaueſte Behandlung: die Geſtalt des Haares, die Geſtalt des Umfangs der Bogen, As Eigenſche der Gr das Ve de Ver die Str 5. 1 1. Be Zuſt nlüglicſe: Ehhit ſg wichen drniſe du vunher au veſc nißt Son Ee dorf a ſißde in iiſcendſe ditt Nin di iit Sunnarie an eine d Eben ung vorn hnitt nd darum b acar dich. iu zarnizn. lner andern i übrigens getn et ſoglei i tſſich allin des vorgeſtgn andern zun vollen hat n knotig. zad von eine der Vale i ſe nict mi venetianiſche bei unmitte nen Thei und Pruͤ⸗ Polle, ſo— zuſtande. die gmauiſ Drittes Kapitel. 185 der Grad der Gleichfoͤrmigkeit derſelben, die Hoͤhe, in der das Haar waͤchſt, ſeine Laͤnge, das Verhaͤltniß beider, die Oberflaͤche der Roͤhre, die Richtung des ganzen Haares, der Grad der Durchſichtigkeit, der Durchmeſſer, der Grad der Durchdringlichkeit, die Geſchmeidigkeit, die Elaſtizitaͤt, die Dehnbarkeit, die Feſtigkeit. Als Huͤlfsmerkmale, deren Kenntniß wieder auf andere Eigenſchaften ſchließen laͤßt, koͤnnen angeſehen werden: der Grad der Durchſichtigkeit, das Verhaͤltniß der Grundſtoffe, die Verbindung der Haare unter einander auf dem Thier und die Streckbarkeit der Straͤnge oder Stapel. H. 157. 2. Arten der Unterſuchungen. 1. Bedingungen des Erkennens durch das Geſicht. Zuſtand des Unterſuchenden. Der Unterſuchende muß moͤglichſt ruhig, ſein Blick aber heiter ſein. Erhitzung, oder Ermattung und Blendung der Augen, Wech— ſel zwiſchen Licht und Schatten, Rauch, Staub und andere Hin— derniſſe duͤrfen weder im Augenblick der Unterſuchung, noch kurz vorher auf das Geſicht gewirkt haben. Beſchaffenheit des Lichts. Das helle Tageslicht, nur nicht Sonnenſchein iſt fuͤr die mehreſten Augen das Zutraͤglichere. Es darf aber auf keine Weiſe gehemmt werden. Alle hohen Gegen— ſtaͤnde in der Umgebung mindern die Helligkeit des Lichts. Am taͤuſchendſten iſt der Schein eines Gegenſtandes in der Tiefe ver— deckter Raͤume. Bei einem ſcharfen Geſicht laſſen ſich auch Unterſuchungen im Sonnenſchein anſtellen, doch ſchicklicher an einzelnen Haaren, als an einer Menge Wolle, indem dieſe durch ihre Weiße blendet. Eben ſo laſſen ſich Unterſuchungen bei einer kuͤnſtlichen Erleuch— tung vornehmen, wenn das Geſicht ſcharf genug dazu iſt. 186 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Gegenſchein. Haare und Wolle halte man auch im Schatten nicht dem Lichte geradezu entgegen, ſondern man laſſe daſſelbe ſeit— waͤrts darauf fallen, ſo daß die Augen dem Lichte etwas naͤher ſind. Nur darf in dieſem Falle im Hintergrunde Nichts blendendes liegen. Einzelne Haare ſind um ſo ſchwieriger zu erkennen, je naͤher ſie auf Wolle gehalten werden. Auch darf es kein hellgrauer Gegenſtand ſondern der Hinter— grund muß moͤglichſt dunkel und ohne Glanz ſein. §. 158. Bedingungen bei der Pruͤfung durch das Gefuͤhl. Die Finger duͤrfen weder zu kalt, oder verklammt, noch zu ſehr in Ausduͤnſtung ſein. §. 159. Zuſtand der Wolle. Die Unterſuchungen einiger Eigenſchaften koͤnnen an der Wolle in ihrem natuͤrlichen Zuſtande, bei den mehreſten aber beſſer im reinen Zuſtande vorgenommen werden. Im natuͤrlichen Zuſtande der Wolle ſtehen Schweiß, Fett und Unreinigkeiten der genaueren Unterſuchung mancher Eigenſchaften im Wege, und veranlaſſen Taͤuſchungen. Die Waͤſche dagegen benimmt dem Haar ſeine Gleichfoͤrmigkeit, und zieht es in irregulaͤren Figuren zuſammen. Sie verkuͤrzt alſo ſeine Hoͤhe. Dabei vergroͤßert ſie den Durchmeſſer. Die Haare kommen zugleich aus ihrer gleichlaufenden Lage, und erſcheinen ver— worren. Das Mark erſtarrt in der Roͤhre, und das ſie umgebende Fett wird ihnen entzogen. Sie verlieren alſo an Geſchmeidigkeit, ihre Elaſtizitaͤt bleibt nicht ſo ſanft. In dieſem letzten Zuſtande wird die Wolle verbraucht, und vom Fabrikanten und Kaufmann unterſucht. Der Schaafzuͤchter dagegen beurtheilt die Wolle mehr in ihrem natuͤrlichen Zuſtande, indem er mehr das Schaaf vor Augen hat, und ſich ſo leichter uͤben kann und muß. Die Verſchiedenheit des Zuſtandes der Wolle macht alſo in Hinſicht ihrer Beurtheilung einen ſehr großen Unterſchied aus. Allein es iſt fuͤr beide Theile, den Erzieler und Verbraucher, nuͤtzlich, die Wolle in jedem Zuſtande unterſuchen zu koͤnnen, indem ihre verſchiedenen Eigenſchaften ſich in dem einen Zuſtande beſſer, als im andern erkennen und pruͤfen laſſen. 1 züinnde wonmen, Diej jnterſuch dichthei⸗ ⸗ Die 1 „ beurtheie fünnen im and ſind, Dir eie boß! abgene Muſſt nen ni Länge f ſch, vn Onpeln, ſann w ohne al Un Aichtun n Fle und de nit. . △ 1 in Schatte aſſe daſſebe ſet tvas naher ſi ichts(lede ſchts blendnde K nnen, je raſe in der hin g durch w erklammt, me cungen einin ichen Zuſtand, vorgenommen eiß, Fett und Eggenſchaſten laicförmigkit everkärzt a Die Ham ſſcheinen ver e umgebende ſchmeidigkei braucht, und zehr in ihrem Auyen hat, ncht alſo in jed aus. Verdrauche zanen, inde ſtande biſe Drittes Kapitel. 187 §. 160. Die Unterſuchungen der Wolle in ihrem natuͤrlichen Zuſtande koͤnnen theils auf dem Thier, theils von demſelben abge— nommen, vorgenommen werden. Diejenigen Eigenſchaften, welche am ſchicklichſten auf dem Thiere unterſucht werden koͤnnen, ſind Lage und Verbindung der Haare und Dichtheit. Die Form der Haare laͤßt ſich auf dem Schaaf nicht wohl beurtheilen, wenn die Bogen nicht ſehr hoch ſind. Denn Bogen koͤnnen im Stapel bei gleichlaufender Lage der Haare hoch ſcheinen und ſind es nicht. Der Grad der Dichtheit kann nur allein auf dem Thier als eine bloß vom Koͤrper abhaͤngige Eigenſchaft beurtheilt werden. Ihn an abgenommener Wolle ohngefaͤhr vermuthen zu wollen, dazu ge— hoͤrt viel Uebung, und denn duͤrfen die Haare noch nicht zuſammen— gedruͤckt worden ſein. Den Dichtheitsgrad weiß man bis jetzt noch nicht anders, als nach Blick und, Griff zu ſchaͤtzen, obgleich die Anwendung eines Maaßſtabes dazu wohl nicht unmoͤglich waͤre. Ferner laſſen ſich auf dem Koͤrper noch am bequemſten beur— theilen: Art und Menge des Schweißes, ſo wie die Form der Haarſpitzen, wenn ſie frei liegen. Ungleichfoͤrmigkeit. Auf der Oberflaͤche eines Fließes koͤn⸗ nen naͤmlich hin und wieder noch Haare vorkommen, welche in Laͤnge, Form und Durchmeſſer von den uͤbrigen mehr, als dieſe unter ſich, verſchieden ſind, und welche man in einzelnen Straͤngen und Stapeln entweder zufaͤllig nicht bemerkt oder gar nicht findet. Dieſe kann man bei einem nahen und ſcharfen Ueberblick uͤber das Fließ ohne alle Beruͤhrung am erſten entdecken. Ungleiche Richtung. Eben ſo laͤßt ſich auch die verſchiedene Richtung der Haarſpitzen auf der Oberflaͤche eines minder ſchweißi— gen Fließes am beſten uͤberſehen, wenn daraus Schluͤſſe auf den Grad der Geſchmeidigkeit oder Sproͤdigkeit gezogen werden ſollen. Iſt aber die Oberflaͤche des Fließes mit Schweißfett uͤberklebt, ſo darf man nicht erwarten wollen, an den einzelnen Haaren die Spitzen gehoͤrig beurtheilen zu koͤnnen. Sie muͤſſen alsdenn wie alle uͤbrigen Eigenſchaften der Wolle nach der Abnehmung vom Koͤrper unterſucht werden. §. 161. Art der Unterſuchung nach der Abnehmung 188 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. vom Koͤrper. Abnehmen. Wenn man Wolle in ihrem natuͤr⸗ lichen Zuſtande vom Schaaf abgenommen beurtheilen will, ſo ſuche man ſie beim Abnehmen moͤglichſt zu ſchonen. Es gehoͤrt ſehr viel Uebung dazu, ausgezupfte Haare noch zu beurtheilen. Daher iſt das Abſchneiden vorzuziehen. §. 162. Verfahren bei der Unterſuchung der Wolle ohne Inſtrumente zur bloßen Betrachtung und Ver— gleichung. Man ſucht ein Staͤpelchen ohne Zerren oder Druͤcken in der Ordnung, worin es gewachſen iſt, moͤglichſt wohlerhalten, zu bekommen; laͤßt es in der Hand ruhig liegen, und betrachtet in dieſer Lage die Geſtalt, die Gleichfoͤrmigkeit, die Richtung der Spitzen, und den Schein der Wolle. Hierauf nimmt man einige Straͤnge einzeln davon ab, ſchaͤtzt oder mißt ihre Bogenzahl, und pruͤft das Laͤngenverhaͤltniß, und zugleich die Elaſtizitaͤt; zuletzt ſucht man mehrere Haare einzeln in moͤglichſt ungeſtoͤrter Richtung zu gewinnen, legt ſie auf einen Handſpiegel, vergleicht ſie in Ruͤckſicht ihrer Uebereinſtimmung und beobachtet und pruͤft zuletzt ihre Be— weglichkeit und die Beſchaffenheit der Oberflaͤche der Roͤhre durch Wendungen gegen das Licht, Ueberſtreichen u. ſ. w., ohne noch vor⸗ her die Wolle gedruͤckt zu haben. §. 163. Verfahren bei Vergleichungen. Man legt Stapel, Straͤnge und einzelne Haare nebeneinander, die oberen Spitzen jedesmal in gleicher Richtung, die Haare moͤgen gleich oder ungleich lang ſein, und vergleicht ſo Bogenart, Bogenzahl, Gleich— foͤrmigkeit, Richtung der Spitzen, die ganzen Haare und den Schein der Wolle mit einander. Alsdenn ſetzt man die einzelnen Straͤnge und Haare neben und miteinander gleichzeitig in Bewegung, ohne den einen Theil vor dem andern mehr ausgereckt oder zuſammenge⸗ druͤckt zu haben, als der natuͤrliche Wuchs mit ſich bringt. Der zuerſt ſich geradſtreckende Strang hat die flaͤcheren oder ungleicheren Bogen. Hierauf laͤßt ſich die Beweglichkeit an einzelnen Straͤngen oder Haaren nebeneinander pruͤfen. Die gegenſeitige Kruͤmmkraft kann nur durch Meſſung derſel⸗ ben an jedem einzelnen Strang oder Haar fuͤr ſich beſonders ver— glichen werden. Kann man aber von einer nach irgend einem Maaß oder Zahl V 1 gfännts) 0 rurr zuf 9.160 ten der 1, am ll „ 42—ſ41 2 in Ch im ni 3 zuſte inn 34 à am nt deren ſtͤdm Ela ſ6 nur erken füte der 19 d 0 iſter Oiſi Tull gii der Hberfi ſtneddige, ſilen ſi nitt ilen vil ſo ſuc s gehärt ſchr r eilen. Daher ng der Lu ag und d. noder Dritn t wohlethat und betrag ie Nichtun umt man ein Bogerzahl, n) tät; zulgt ſah dr Nictung ſie in Nückſih uleßt ihre e Nöhre durch öhne noch vor „ Man , die oben en gleich on zahl, Gleit d den Schei lnen Stran vegung, ohne zuſammenge. ringt ſächeren oder tringen ode ſſſung dere eſonders aaß oder d Drittes Kapitel. 189 beſtimmbaren Eigenſchaft die abſolute Groͤße haben, dann hoͤren alle relativen Vergleichungen, nach einem unbeſtimmten Mehr oder We⸗ niger auf, und der Zahlenunterſchied gilt dann nur allein. §. 164. Von beſtimmbaren oder meßbaren Eigenſchaf⸗ ten der Wolle. Beſtimmbar oder meßbar ſind bis jetzt nur: 1. am einzelnen Haar allein: Durchſichtigkeit, Durchmeſſer, nach Maaßſtaͤben fuͤr einzelne Dehnbarkeit, Haare. Einziehungskraft, 2. in Stapeln oder auch zugleich in kleinen Straͤngen: Sſ2 e ..„ Form M 3 im natuͤrlichen(Jorm, nach Maaßſtaͤben füͤr Zuſtande: Bogenzahl, einzelne Haare und 3 Laͤngenverhaͤltniß,) Straͤnge; im gereinigten Toſtiakoi nach Maaßſtaͤben fuͤr ein⸗ 8 eſtigkeit 4 Zuſtande: Feſtigkeit, zelne Haare allein. 3. am einzelnen Haar, ſo wie an einer ganzen Wollmaſſe, im gereinigten Zuſtande koͤnnen bis jetzt noch durch keine Maaß⸗ ſtaͤbe erkannt werden: die Grade der Geſchmeidigkeit und Elaſtizitaͤt, wiewohl dieſes moͤglich iſt. §. 165. Ihrer Natur nach gar nicht meßbar, ſondern nur erkennbar, am einzelnen Haar, ſind: Beſchaffenheit der Ober— flaͤche der Roͤhre, Gleichfoͤrmigkeit und Richtung des Haarkoͤrpers. Die Beſchaffenheit der Oberflaͤche der Haare und der Grad ihrer Geſchmeidigkeit ſind zwar noch im natuͤrlichen Zuſtande der Wolle pruͤfungsfaͤhig, aber nicht ohne Gefahr der Taͤuſchung. Bei der Oberflaͤche koͤmmt naͤmlich das Schweißfett, und bei der Ge⸗ ſchmeidigkeit der Grad der Dichtheit mit dem Schweiß ins Spiel. Stehen die Haare weitlaͤuftiger auseinander, ſo geben ſie beim An— fuͤhlen auch eher nach, und ſcheinen geſchmeidiger zu ſein. Am ſicherſten pruͤfet man daher Oberflaͤche und Geſchmeidigkeit. der Wollhaare im reinen Zuſtande derſelben. §. 166. Ihrer Natur nach gar nicht meßbar, ſondern nur erkennbar an Wolle in Maſſe im gereinigten Zuſtande der⸗ ſelben ſind: 190 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Grad der Anhaͤnglichkeit der Haare unter ſich, Gleichartigkeit, Zeit des Wachſens, Geſchlecht und Zuſtand des Thieres von dem ſie herruͤhrt und Alter der Wolle nach dem Abnehmen, die drei letzten indeſſen ſehr unzuverlaͤſſig. §. 167. Beruͤckſichtigungen bei allen Unterſuchungen. Da bei aller Wolle die obere Haͤlfte der Haare, den Stand auf dem Thier angenommen, von der unteren Haͤlfte in ihren Eigen⸗ ſchaften ſehr verſchieden iſt; ſo thut man wohl ſich bei allen Unter— ſuchungen hauptſaͤchlich nach dem oberen Theil der Haare, wenn auch nicht in Hinſicht auf die Gleichheit der Form, doch auf die der Feinheit zu richten. §. 168. Vom Meſſen verſchiedener Eigenſchaften der Wolle. Bedingung der Gleichfoͤrmigkeit. Eine weſentliche Bedingung zur Groͤßen-Beſtimmung einzelner Eigenſchaften eines Haares iſt ſeine Gleichfoͤrmigkeit. Ohne dieſe kann weder die Form, noch der Durchmeſſer beſtimmt werden. Ein Haar, welches auf der einen Haͤlfte 18 Bogen, und auf der andern Haͤlfte 22 zaͤhlt, iſt kein Haar von 20 Bogen. Oben 11 Grad Dollond und unten 8, durch allerlei Zufaͤlle entſtanden, giebt kein Haar von 9½ Grad fuͤr die Fabrikation. Bei Ungleichfoͤrmigkeiten darf alſo kein Durchſchnitt genommen, ſondern es muß die Groͤße jedes einzelnen, wenigſtens der Endtheile angegeben werden. Meßbare Eigenſchaften. Der Durchſichtigkeitsgrad kann nur durch ein Inſtrument, wie das Dollondſche erkannt werden. §. 169. Durchmeſſer. Der ganze Durchmeſſer kann oebenfalls nur genau durch meſſende Inſtrumente gefunden werden. Der Dollondſche Feinheitsmeſſer umfaßt aber einen zu geringen Theil des Haares. Zur Meſſung der Feinheit der Wolle in einer Anzahl von 100 Haaren, iſt das von Herrn Koͤhler erfundene Inſtrument ſehr zweck— maͤßig. Herr Mechanikus Duͤbler in Berlin, Friedrichsſtraße No. 62., hat ebenfalls einen optiſchen Maaßſtab erfunden. Vielleicht waͤre das Inſtrument des Herrn Profeſſor Schilling in Breslau, ebenfalls fuͤr Wollunterſuchungen anwendbar. dinzalner Mit biltt neſen he Sol. ſen gebre anwendb. 1.ſ Tolle. egen ihri de Blickt Tuge R Boge ſnitt. ſe herrühr n ei letzten inde tterſuchung den Stand in ihren En bei allen u r Haare, ne m, doch auf enſchaften di Eine weſentlt genſchaften eins kann weder d dogen, und alf Dogen. ˖allerlei zufü Fabrikation. nitt genomme g der Endt) keitsgrad ku annt werden. hmeſſer im funden werd nen zu geringn tzahl von 1 c.ſr.. 4 ent ſehr dwit ſtraße Roe⸗ feſſor Schölin endbar. Drittes Kapitel. 191 Mit was fuͤr Inſtrumenten moͤgen denn die Herren Anatomiker bis jetzt die Capillargefaͤße, deren Groͤße ſie ſo genau angeben, ge— meſſen haben? Sollten die Inſtrumente, welche zum Auffangen der Lichtſtrah— len gebraucht werden, nicht auch auf irgend eine Art fuͤr Wolle anwendbar ſein? §. 170. Ueber Unterſuchungen zur Anwendung der Wolle. Fuͤr die Praxis dient die Unterſuchung einzelner Haare, wegen ihrer allgemeinen Ungleichheit, zu wenig. Aber zur Uebung des Blickes und Griffs fuͤr nachherige Unterſuchungen ganzer Maſ— ſen ſind ſie, ſo lange wir noch anderer Maaßſtaͤbe entbehren muͤſſen, von unverkennbarem Nutzen. — §. 171. Durchſchnitt der Feinheit. Den Durchſchnitt der Feinheit einer Wollmaſſe beſtimmen zu koͤnnen, dazu fehlt es uns bis jetzt noch an Mitteln. §. 170. Die Dehnbarkeit kann man am ſicherſten mit In⸗ ſtrumenten pruͤfen, indem das Ziehen mit den Fingern Taͤuſchungen veranlaſſen kann. Denn die Haare ſchneiden ein. Der Grad der Dehnbarkeit laͤßt ſich an einem einfachen Laͤn— genmaaßſtabe abnehmen. §. 173. Form. Zur Erkennung der Form muß man nur die einzelnen Haare oder Straͤnge in verſchiedener Richtung gegen das Auge zu bringen ſuchen. Alsdann entgehen demſelben die flaͤchſten Bogen ſo wenig, wie die hoͤchſten. §. 174. Das Bogenzaͤhlen an Straͤngen und Haaren. Das Zaͤhlen der Bogen kann am ſchicklichſten durch Anpaſſen derſelben an einen Maaßſtab geſchehen, an welchem von Strecke zu Strecke die Anzahl graduirt iſt. Die ſchicklichſte Form fuͤr einen ſolchen Maaßſtab waͤre ein Faͤcher, gegen deſſen Radien oder Strei— fen die Ruͤcken, nicht die Oeffnungen oder Schenkel der Bogen an— gepaßt werden muͤßten. §. 175. Bedingungen beim Ausrecken der Bogen zur Unterſuchung des Laͤngenverhältniſſes. Das Haar oder 192 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. der Strang darf nicht weiter ausgeſtreckt werden, als bis man keine Kruͤmmungen am Haar mehr gewahr wird. Das Meſſen geſchieht am ſicherſten mit feinen Zangen, indem man mit den Fingern das Haar zu weit bedeckt. §. 176. Hoͤhe und Laͤnge im Strang und im einzelnen Haar koͤnnen nicht ohne wirkliches Meſſen beſtimmt werden, und zwar vermittelſt Inſtrumente. Laͤnge. Im Stapel oder Strang kann die Laͤnge nicht genau entdeckt werden. Die Ausſtreckung der Haare im Stapel iſt unzureichend, bei ungleichen Haaren finden ſich nur einige ſchon angeſpannt, waͤhrend dem andere noch zuruͤckbleiben. Je mehr Haare in einem Stapel zuſammen ſind, deſto weni⸗ ger kann man eine voͤllige Ausſtreckung aller Haare in demſelben erwarten. §. 177. Ein Inſtrument zum Bogenzaͤhlen und zugleich zum Hoͤhen- und Laͤngenmeſſen duͤrfte nur ſehr einfach ſein. Feſtigkeit iſt nur durch Inſtrumente an Stapeln, Straͤngen und einzelnen Haaren zu pruͤfen. Fuͤr den letzten Fall ſind beranntlich welche vorhanden. §. 178. Ueber Pruͤfungen ohne Maaßſtaͤbe. Nach⸗ giebigkeit(Geſchmeidigkeit). Die Nachgiebigkeit oder Ge⸗ ſchmeidigkeit des Haares kann ſtattfinden, ohne Widerſtandsfaͤhig— keit. Daher muß ſie als eine Eigenſchaft fuͤr ſich betrachtet werden. Im natuͤrlichen Zuſtande der Wolle iſt ſie wegen des Schweiß⸗ fettes nicht fuͤr ſich allein genug zu erkennen. §. 179. Fuͤr die Nachgiebigkeit oder Geſchmeidigkeit der Wolle in Maſſe fehlt ebenfalls noch ein Maaßſtab. Man ſucht ſie daher durch allerlei Handgriffe zu erforſchen, als durch Ueber— ſtreichen, Druͤcken, Biegen, Drehen u. ſ. w. So pruͤft man ſie z. B., indem man einzelne Haare oder Straͤnge und Stapel nach allerlei moͤglichen Richtungen in Bewegung ſetzt. Das Aufdruͤcken von der Seite iſt wegen ungleicher Dichtheit der Lage der Haare und wegen ungleicher Fettigkeit, welche beide das Gefuͤhl mehr beſaͤnftigen, taͤuſchend. Der ſenkrechte Druck auf Sribi Je arro in ſo ge Eindh freichen; Bein der Seit efäſl. I bkuͤnden) uht, went. de en rit Staub. Diher Talle zu n . 18 diſſ in el ſäimitts noch Koe Tr helfen. Im für ſch al Man kann dem ſen Poll Ua dinen vm ben faſt 4 18 iner Vol it idem diſn on um ſt n iſt; ſo n Ein hekaͤme Duck br nitt. 6 b 0 Iangen inin einzelnen hau den, und ae ige nicht gn Wrreichend, annt, wuͤtn d, deſto win. e in demſab allgleich zun . n, Straͤngen anden. he. Nat rit oder 6⸗ rſtandsfaͤhn chet werde des Schwei zmmeidigkeit Mnn ſücht durch Ueber: der Stting vegung ſth zer Dich welch lin te Drulk dh i nmn kei Drittes Kapitel. 193 die Spitzen iſt daher vorzuziehen, wenn man dazu gelangen kann. Je ſtarrer das Haar, deſto ſtehender die Spitzen. Sie ſind aber um ſo geſchmeidiger, je ſanfter das Haar iſt. Eine glattere Oberflaͤche der Haare taͤuſcht leicht beim Ueber— ſtreichen; denn der Haarkoͤrper kann doch ſproͤde ſein. Beim Angreifen einer Maſſe Wolle mit der Hand wirkt ſowohl der Seitendruck der Haare, als das Einſtechen der Spitzen auf unſer Gefuͤhl. Es laͤßt ſich hieraus abnehmen, auf welchen unſicheren Gruͤnden das Schaͤtzen der Geſchmeidigkeit einer Maſſe Wolle be— ruht, wenn wir den Zuſtand des Unterſuchenden noch dazu nehmen. Die Spitzen koͤnnen aber wieder wegen verhaͤrteten Schweißes, mit Staub verbunden, ſproͤder erſcheinen, als ſie wirklich ſind. Daher iſt dieſe Eigenſchaft am allerſicherſten an gewaſchener Wolle zu pruͤfen. §. 180. Fuͤr die entgegenſtrebende Kraft der Haare, wenn dieſe in einer Wollmaſſe nach allerlei Richtungen gebogen, oder ſeitwaͤrts und ſenkrecht zuſammengepreßt werden, haben wir auch noch keinen Maaßſtab. Wir muͤſſen uns hiebei ebenfalls noch mit Handpruͤfungen be— helfen. Im natuͤrlichen Zuſtande der Wolle laͤßt ſich dieſe Eigenſchaft fuͤr ſich allein nicht beurtheilen. Denn Fett hemmt die Elaſtizitaͤt. Man kann ſie alſo beſſer im voͤllig reinen Zuſtande erforſchen. Denn je nachdem bei einer bloßen Schaafwaͤſche noch Fett in der Wolle bleibt, erſcheint ſie klumpig, nimmt unter gleichem Druck einen um ſo kleineren Raum ein, und aͤußert nach Aufhebung deſſel— ben faſt gar keine Elaſtizitaͤt. §. 181. Sanfte Elaſtizitaͤt. Wenn bei dem Gegendruck einer Wollmaſſe in der Hand ein angenehmes Gefuͤhl verbunden iſt, indem ſie nur einen allmaͤligen Widerſtand leiſtet; ſo heißt man dieſen Gegendruck ſanft. Da nun die Endſpitzen eines Wollhaares um ſo weniger ſtechend ſind, als das Haar an ſich geſchmeidiger iſt; ſo wird das Gefuͤhl der Sanftheit dadurch erhoͤhet. Einen Meſſer fuͤr ſanfte Elaſtizitaͤt an einer ganzen Wollmaſſe bekaͤme man, wenn man dieſelbe in einem Cylinder zuerſt unter Druck braͤchte, und nach Aufhebung deſſelben einen leicht zu heben 13 194 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. den Koͤrper darauf ſtehen ließe. Dieſer leichtere Koͤrper waͤre ein zweiter Cylinder, welcher in den erſten paßte, und oberhalb gra— duirt waͤre. In dieſen inneren Cylinder kaͤme der Gewichtskolben zu ſtehen; ich bin feſt uͤberzeugt, ein ſolches Inſtrument wuͤrde auf ganze Fließe angewendet(die vollkommenſte Fabrikwaͤſche vorausge⸗ ſetzt) zu merkwuͤrdigen Aufſchluͤſſen fuͤhren, beſonders in Verbindung mit einem Chronometer. Daß vor dem Gebrauch eines ſolchen Inſtrumentes die Wolle durch Kratzen in moͤglichſt gleiche Lage gebracht werden muͤßte, waͤre allerdings erforderlich. Auch ein bloßer Woll⸗Raummeſſer koͤnnte in mancher Hinſicht nuͤtzen. Es bleibt wohl noch manches Mittel zur Erforſchung der Woll— eigenſchaften zu verſuchen uͤbrig. So iſt die Anwendung des ſpezifiſchen Waͤgens auf Wolle noch nicht gehoͤrig verſucht. §. 182. Benutzung des ſpezifiſchen Gewichts. Die Anfuͤllung eines mit einer Fluͤſſigkeit und einer Skala verſehenen Gefaͤßes waͤre ein leichteres Mittel, als das ſpezifiſche Waͤgen im Freien. §. 183. Dauerhaftigkeit gegen Reibung. Selbſt dieſe Dauerhaftigkeit ließe ſich durch mechaniſche Vorrichtungen pruͤfen. §. 184. Ueber die Anwendung von Inſtrumenten uͤberhaupt. Nichts hellt den Verſtand mehr auf, als beſtimmte Abmeſſungen. Im praktiſchen Leben iſt nur ihr Nutzen ſelbſt nicht beſtimmbar. Nur muͤſſen Inſtrumente außer ihrer Genauigkeit ſo viel wie moͤglich fuͤr Jedermann und leicht anwendbar, leicht und moͤglichſt billig zu erlangen ſein. §. 185. Ueber die Unterſuchung der Eigenſchaften, welche ihrer Natur nach nicht meßbar ſind. Zuſammen— hang der Oberflaͤche. Die Oberflaͤche der Haare pruͤft man, indem man ein Haar zwiſchen den Fingern durchzieht. Dieſe Un— terſuchung muß zu allerletzt vorgenommen werden, wenn man meh⸗ rere Eigenſchaften an einem Haar unterſuchen will. Bei alf dem Das die Krun Hoh Ten freift, o Fort glat, a6 ſciedener de Lht Ni man dſt zalnen. M Gle durch nic dtüfen. und ſer mender leicht un d N‿ 9 Srrany, man auch n der G mmn. N daln un läßach du men giſ ſtoffe m keit für Kär . bera Ument iih n dor s in ben ala verſehenen ſche Dageni 1 9. Eebſſt tungen piih n främen als d z beſtin hen fiſtn ni keit ſo viel we und mäglicht : genſchafte zuſenn an tre pruͤft! ſt. dür 4 ſ Ne Drittes Kapitel. 19 Ct Bei mehreren geht es nicht wohl, es ſei denn, daß man noch auf dem Thier mit den Fingern uͤber die Wolle weg ſtreichen kann. Das Fett macht ſie aber glatt, und auf der andern Seite ſtehen die Kruͤmmungen der Haare im Wege. Hoͤhere Bogen fuͤhlen ſich beim Ueberſtreifen rauher an. Wenn man ein Haar von unten nach oben durch die Finger ſtreift, ſo findet man die Oberflaͤche ebener, als von oben nach unten. Form des Umfangs des Haares. Ob ein Haar mehr glatt, als abgerundet iſt, erkennt man bald, wenn man es in ver— ſchiedener Richtung, oder einigemal um ſich ſelbſt gedreht, gegen das Licht haͤlt. Richtung. Die Richtung des ganzen Haarkoͤrpers erkennt man oft ſchon an einzelnen Straͤngen, am deutlichſten aber an ein zelnen Haaren. Nur muß man ſie durch Abdruͤcken zwiſchen Papier entfetten. Gleichfoͤrmigkeit. Die Gleichfoͤrmigkeit der Haare laͤßt ſich durch nichts beſſer, als durch das Ausſtrecken der Stapel und Straͤnge pruͤfen. Je gleichmaͤßiger ſich die Haare in der Ausſpannung zeigen, und je vol ſükommner ſie, vereint, dieſelbe zulaſſen, deſto uͤbereinſtim— mender ſind ſie in ihrer Form. Dieſe Art Wollpruͤfung iſt ſehr leicht und zugleich unterrichtend. Da aber in den wenigſten Faͤllen die Form aller in einem Strang enthaltenen Haare mit ſeiner Form uͤbereinſtimmen, ſo muß man auch dieſe darauf einzeln unterſuchen. Der Grad der Anhaͤnglichkeit ergiebt ſich: 1. durch das Ineinandergreifen der Bogen, beſtimmter aber noch 2. in der Art des Zuſammenhanges auf der Scheerſeite des Flie— ßes zu erkennen. Gleichartigkeit. Die Gleichartigkeit der Haare kann man an der Gleichfoͤrmigkeit der Straͤnge noch nicht gewiß genug erken— nen. Man muß ſie daher in Hinſicht auf Form und Durchmeſſer einzeln unterſuchen. Bei der Zucht iſt dies in allen Faͤllen uner⸗ laͤßlich. Von den nicht meßbaren Eigenſchaften erfordern einige zuſam— men geſetzte Verſuche. Dahin gehoͤren: die Verhaͤltniſſe der Grund⸗ ſtoffe unter ſich; die Dauerhaftigkeit der Wolle; ihre Empfaͤnglich— keit fuͤr Farbe und ihre Walkfaͤhigkeit. Koͤnnten wir die Grundſtoffe der Wolle in ihren Verhaͤltniſſen 13* 196 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. leichter pruͤfen, ſo haͤtten wir ohne Zweifel ſchon die Schluͤſſel zu ſo manchen anderen Erſcheinungen mehr. b. Ueber die gegenſeitigen Verbindungen der Eigenſchaften der Wolle. §. 186. Ueder die Nothwendigkeit der Kenntniß der Wolle in Maſſe. So nuͤtzlich auch die Unterſuchungen der Woll⸗ eigenſchaften an einzelnen Haaren ſind, indem ſie Blick und Gefuͤhl uͤben, ſo unzureichend ſind ſie doch bei der durchgaͤngigen Verſchie⸗ denheit der Wollhaare auf allen Thieren zur Beurtheilung eines gegebenen Fließes um ſo mehr bei einer groͤßeren Menge Wolle. Wenn auch bei der Anwendung der Wolle weniger genau auf einzelne Eigenſchaften zu ſehen ſein mag, ſo iſt dies doch dem Zuͤchter nicht gleichguͤltig, welcher in einer einzigen Paarung den Grund zu einer neuen Art legen kann, die fruͤher in Menge noch nicht vorhanden war. Praktiker koͤnnen es in Blick und Gefuͤhl zum Erſtaunen weit bringen, man darf nur auf Maͤrkten Beobachtungen anſtellen; allein bei der Schaafzucht helfen Aug' und Hand wenig. Wer darin was leiſten will, muß genauer beurtheilen und pruͤfen koͤnnen. Er muß zaͤhlen und meſſen, wo er nur dazu gelangen kann, und, wo die Kunſt nicht aushilft, Vergleichungen anſtellen, und von leichteren Entdeckungen auf unbekannte ſchließen, zu denen er noch nicht ge— langen kann. Verſuche eine Beſchaffenheit der Wolle aus andern Erſcheinungen zu vermuthen. Hiezu koͤnnen nur ſolche Er⸗ ſcheinungen gewaͤhlt werden, welche in der Regel gleichzeitig vorkom— men, die Wahrſcheinlichkeit gewinnt, wenn die Vermuthung da iſt, daß gleichzeitige Erſcheinungen einerlei Urſprung haben koͤnnen. Die Folgerungen werden entweder von einer Beſchaffenheit der Wolle auf die andere, oder von Beſchaffenheiten des Koͤrpers auf die Wolle gezogen. 1. Eigenſchaften der Merinoswolle, welche gewoͤhnlich in Verbin— dung erſcheinen. Form in Verbindung. Hohe Bogen. Hoͤhere Bogen ſind ſowohl mit laͤngerer, als kuͤrzerer, mehr aber mit feinerer und ge⸗ ſchmeidigerer Wolle, als flache Bogen verbunden. Bei duͤnnerem Stande der Haare ſtraͤngen ſie aber leicht, und cche vhe fn ſe alet Mitte nach vicht ſe aber m dung. Die ſ verbunden Unter! ben Umctt an Dogen Kord Glei am meſſe bunden. Man Unglache ſangenden di den dberer der wit engeten Geſchmeid Di G ſir in An daar uſt Tjienſt etbas, 4 meſſers be Irreg dderſde ſin gälen dagen nach ümn auch ing Eiſcen Äün Verſt auf Dun nitt. er Eoeiſten Kenntniß ſungen der d. lick und G ngigen Ver urtheilung ie Menge Vole niger genau dies doch de n Paarung d in Nenge ne Erſtaunen wei anſtellen; allein Wer darin wer anen. Er m 1, und, w von leichn noch nicht aus anden nur ſolche hzeitig votte nuthung deſt en können. ſchafenheit de s Körpers au ſich in Verti ere Bogen anerer un nber licht n Drittes Kapitel. 197 gehen daher auch leicht in Zwirnen uͤber. Auf der Oberflaͤche wer— fen ſe alsdann allerlei buſchige Geſtalten und Knoten. Mittelhohe Bogen trift man nicht leicht bei der kuͤrzeſten, aber auch nicht haͤufig bei der laͤngſten Merinoswolle an. Man ſindet ſie aber mehr mit hoͤherer, als mit geringerer Feinheit in Verbin— dung. Die ſanfte Elaſtizitaͤt kann ebenfalls in hohem Grade mit ihnen verbunden ſein. Unter den Wollarten mit flaͤcheren Bogen finden ſich unter glei— chen Umſtaͤnden keine von ſolcher Kuͤrze, als unter denen mit hoͤhe— ren Bogen. Kurze Wolle mit kleinen flachen Bogen iſt außerſt ſelten. Gleichfoͤrmigkeit in Verbindung. Gleichfoͤrmi girit iſt am meiſten mit hoͤheren Bogen, kuͤrzerer und feinerer Wolle ver⸗ bunden. Mangel an Gleichfoͤrmigkeit des Haares iſt in der Regel mit Ungleichheit des Durchmeſſers, folglich mit allen uͤbrigen davon ab⸗ hangenden Abweichungen begleitet. Die auffallendſte Abweichung in der Form trift in allen Faͤllen den oberen Theil des Haares. Es entformt ſich zuweilen gaͤnzlich, oder mit andern Worten: er wird ſchlicht. Mit dem Verluſt der engeren Bogen iſt ganz klar auch ein verhaͤltnißmaͤßiger Verluſt der Geſchmeidigkeit verbunden. Die Erweiterung der Bogen, muß man indeſſen nicht unbedingt fuͤr ein Anzeichen von Vergroͤberung halten. Hierauf muß man das Haar erſt ſehr genau unterſuchen. Iſt die Wolle von einer hohen Thierraſſe, ſo wird man neben der Erweiterung der Bogen kaum etwas, oder auch gar nichts von einer Vergroͤßerung des Durch— meſſers bemerken; bei veredelter Wolle aber beſtaͤndig. Irregulaͤr abwechſelnde Ungleichfoͤrmigkeit kann mit in Zufaͤllen, aber jede vom Stamm aus proportionirt zunehmende, in den mehr— ſten Faͤllen im Thier ihren Grund haben. Bogen, welche ſich im vollen Wuchſe des Haares von unten nach oben in einer gewiſſen Proportion vergroͤßert zeigen, haben auch einen in demſelben Verhaͤltniß ungleichen Durchmeſſer. Dieſe Erſcheinung trift man oft noch an hoch veredelter Wolle an. Abweichungen in der Gleichfoͤrmigkeit fallen an hoͤheren Bogen zuerſt auf. Durchſichtigkeit. Je dicker und unbiegſamer Wollhaare ſind, 198 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. deſto weniger durchſichtig findet man ſie. Ganz grobe Wollhaare laſ— ſen ſelbſt unter guten Inſtrumenten keinen Theil mehr durchſichtig erſcheinen. Bei Wollhaaren, welche nur zum Theil durchſichtig ſind, koͤnnen wir daher aus dem Verhaͤltniß des durchſichtigen Theils zum undurchſichtigen auf den Grad der Geſchmeidigkeit des Haares ſchlie— ßen. Dieſe Unterſuchung fuͤhrt indeſſen zu keiner Beurtheilung der Wolle in Maſſe. Laͤnge in Verbindung. Das laͤngere Wollhaar iſt in der Regel mit flaͤcheren Bogen verſehen, das kuͤrzere dagegen mit hoͤheren. Selten aber, daß man das kuͤrzere Haar auf erwachſenen Thie— ren im kraftvollen und geſunden Zuſtande mit flachen Bogen antrift; das laͤngere Haar erſcheint dagegen in jeder Bogenform. Wolle mit laͤngeren Haaren iſt in der Regel nicht ſo gleichfoͤr— mig, fein und gleichartig, und in der Haarſubſtanz auch nicht ſo ge— ſchmeidig, als Wolle mit kuͤrzeren Haaren. Dagegen iſt ihre aͤußere Elaſtizitaͤt ſtaͤrker. Feinheit der Wolle in Verbindung. Auf dem Thier. Mit der Feinheit des Haares koͤnnen alle uͤbrigen Erforderniſſe der Wolle fuͤr das Fabrikat und die Bearbeitung gegeben ſein, doch nicht unbedingt. Hat auch das Haar das erforderliche Laͤngenmaaß, ſo koͤnnen ihm doch auf der andern Seite gewiſſe Eigenſchaften in dem Grade fehlen, als ſeine Feinheit hoͤher ſteigt, naͤmlich: Elaſtizitaͤt und Feſtigkeit. Das Schaaf liefert in ſeiner Jugend die feinſte Wolle; aber ſpaͤterhin koͤnnen Mangel an gehoͤriger koͤrperlichen Entwickelung und hinreichender Nahrung das Haar feiner bleiben laſſen, als es unter den entgegengeſetzten Umſtaͤnden geworden ſein wuͤrde. Als— denn fehlt aber dem Haar meiſtens der gehoͤrige Grad von Elaſti— zitaͤt und Dauerhaftigkeit, welcher ihm auf gut genaͤhrten, geſunden, erwachſenen Thieren digent iſt. (Beſitzt aber Wolle nur ſo viel Elaſtizitaͤt, daß ſich ihre Spitzen auf der behaarten Decke des Fabrikats, in ſo fern es Tuch ſein ſoll, nicht platt druͤcken, wie z. B. in aufgekratztem Parchend, und daß ſie den Zug im Spinnen aushaͤlt; ſo kann ſie nicht fein ge— nug ſein.) Auf erwachſenen, gut genaͤhrten und geſunden Merinos iſt in der Regel das feinere Haar auch mit hoͤheren, und zugleich kleineren Bogen verbunden, die Haare von Jaͤhrlingen, ſchwaͤchlichen und rcfanget nit ghine⸗ zmnit ſag bi ſch. ſe Bogel ſleinere. Und! Aus And von Rer. dagn g lenehm velche zählt ri leiter vor on 3 zu dervorgin Drittes Kapitel. 199 verhungerten Thieren ausgenommen; ſo daß der Satz feſt ſteht: mit kleineren Bogen iſt ein kleinerer Durchmeſſer verbunden, ohne damit ſagen zu wollen: das feinere Haar habe immer feinere Bogen bei ſich. Bei groͤberer Wolle findet man nur groͤßere Bogen, wenn ſie Bogen hat; aber bei feinerer findet man ſowohl groͤßere als kleinere. Kleinere Bogen ſcheiden alſo groͤbere Wolle aus. Und dies iſt genug, um in ihnen ein Kennzeichen zu haben. Aus zwei verſchiedenen Meſſungen, welche ich vor mir habe, und von welchen ich eine der Freundſchaft des Herrn Block ver— danke, ſcheint hervorzugehen, daß ſich die Bogen mit der ſteigenden Feinheit nicht nach einer arithmetiſchen, ſondern nach einer hoͤheren, (ich kann nicht gerade ſagen geometriſchen) Progreſſion vermehre. Denn auf 11 Grad Dollond ſielen 11 Bogen, 10„„„ 16„ 9„„„ 18„ 8„„„ 22„ 10„„„ 23„ 72½„„„ 26 t„ 7„„,„ 27„ 6 ½„„„ 29„ 6„„„ 30„ 7„„ 30„ 6„„„ 32„ 5„„„ 34„ Nehmen wir nun bis jetzt noch alle Wolle, welche uͤber 30 Bogen geht, oder ungefaͤhr unter 6 Grad Dollond faͤllt, noch als Ausnahme, und rechnen wir auf der andern Seite alte Wolle 7 1 1 welche weniger als 16 Bogen, oder mehr als 20 Grad Dollond 7„ zaͤhlt, nicht mehr zur Merinosraſſe, ſo bekommen wir eine Stufen⸗ leiter von 15 Bogen und 5 Grad Dollond, welche ein Verhaͤltniß von 3 zu 1 geben wuͤrden, wenn dies aus den 12 Meſſungen ſelbſt hervorginge. Dies verhaͤlt ſich aber nicht ſo. Nach derſelben kommen naͤmlich auf einen Grad Dollond von der geringſten Wolle Bogen, aufſteigend ¹ 1 1 200 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. ‿ von mittelfeiner Wolle 255 Bogen, —.95 4 40 AA O0 von der feinſten Wolle 5 Bogen, ◻ι 1 Olde —‿ Aus dieſen Verhaͤltnißzahlen geht nun hervor, daß die Groͤße der Bogen mit jedem Zehntauſentheil⸗-Zoll aufſteigend um ohngefaͤhr einen halben Bogen ab-, oder abſteigend um einen halben Bogen zunimmt, folglich bei hoͤheren Feinheiten mehrere Bogen auf einen Zoll gehen, und daß die Beſtimmung der Feinheit ſchwankender wird, wenn die Inſtrumente ſoweit noch richtig zeigen. Allein hier wird gerade fuͤr die Anwendung der Wolle der Unterſchied auch gleichguͤltiger, indem es ohnehin noch ſehr wenig Wolle mit 28 Bogen giebt. Gehen wir aber auf die geringeren Feinheiten zuruͤck, ſo finden wir, daß ſich bei dieſen der Unterſchied und zwar bis auf 22 Bo⸗ gen hin weit bemerklicher macht, ſo daß mit jedem abnehmenden Bogen der Durchmeſſer in hoͤherem Verhaͤltniß zunimmt. Bis dahin gehen ohngefaͤhr 2 ½ Bogen auf einen Grad Dollond, bei hoͤchſt feiner Wolle aber 4 bis 6. Da uns nun die Bogen bis zur Zahl 24 ſehr ſicher leiten, ſo koͤnnen wir uns vorlaͤufig mit dieſem Huͤlfsmittel begnuͤgen, bis wir zu einer ſchnellern Entſcheidung ein beſſeres finden. Mit jedem fehlenden Bogen z. B. unter 20 faͤllt alſo auch der Werth der Wolle in einer hoͤheren Proportion zuruͤck. Dutiſßs Neſſungen von verſchiedenen Augen auf verſchiedenen Inſtrumenten ſind aber unzuverlaͤſſiger, als das Abzaͤhlen der Bogen. Und dann betreffen dergleichen Meſſungen doch immer erſt ein Haar, oft nur einen Theil eines Haares. Daͤgegen haben wir bis jetzt fuͤr Wolle in Maſſe noch kein einziges J Neß inſtrument zur Beſtimmung irgend einer Eigenſchaft. Die Bogenzahl mag alſo bis auf eine gluͤcklichere Entdeckung die Stelle vertreten. Die feinere Wolle iſt ferner nicht immer die kuͤrzere; aber alle kuͤrzere Wolle gehoͤrt meiſtens unter die feinere. Unter einr höhe len mel Venk nird ſich dn die fe vollen, d fähre. Gleic hanre nd Sie dttennene 3n welche n Poll z feinere J virklichi ſo, wie b digech der Form Rt ditzelnen Kärverth dem uns Inter den üt iürrinfi ſcaftn. Gef der Art zund ſdine, went ſtrit, bi chn geſtt ii da her ſa Unt ſie Geſe daß die 6 d um ohngſt n halben Aun Hogen auf in eit ſchwanknir tgen. Alen ſr Unterſchitd aud Wale mi n uric, ſo finde is auf 2 Bo⸗ abnehmenden immt. Grad Dolbo ſcher leiten, hegnuͤgen, bi n. ällt alſo aut rrick. fverſchiedenn Abzahlen de unmer erſt ein ſe noch kein Eigenſchaft Entdeckunn ere; abet- Drittes Kapitel. 201 Unter gleichen Umſtaͤnden der Haltung iſt auch feinere Wolle einer hoͤheren ſanften Elaſtizitaͤt faͤhig, als groͤbere, indem es der letzten mehr an den Bedingungen der Geſchmeidigkeit fehlt. Wenn wir einmal einen Elaſtizitaͤtsmeſſer haben werden, ſo wird ſich ergeben, daß die ſanfte Elaſtizitaͤt unter gleichen Umſtaͤn— den die feinſte Wolle hat, ohne dieſen Satz ſo weit ausdehnen zu wollen, daß jede feine Wolle auch die ſanfteſte Elaſtizitaͤt mit ſich fuͤhre. Gleichartigkeit in Verbindung. Gleichartigkeit der Haare findet ſich ſeltener bei flaͤcheren, als bei hoͤheren Bogen. Sie laͤßt ſich zunaͤchſt an der Uebereinſtimmung ihrer Bogen erkennen. In Hinſicht auf Feinheit duͤrfte die hoͤhere Gleichartigkeit, welche man bei feinerer Wolle antrift, eben nicht bei groͤberer Wolle zu ſuchen ſein. Es koͤmmt indeſſen immer darauf an, ob feinere Wolle, welche uns gleichartiger vorkoͤmmt, es auch jedesmal wirklich iſt. Wir merken nur nicht in dem Grade den Unterſchied ſo, wie bei groͤberer Wolle. Das einzige Mittel, ſich von dieſer Eigenſchaft moͤglichſt zu uͤberzeugen, beſteht in der Unterſuchung der Form der einzelnen Haare. Mit der uns ſo vorkommenden hoͤchſten Gleichfoͤrmigkeit des einzelnen Haares und aller Haare unter ſich auf den verſchiedenen Koͤrpertheilen muß auch eine ſehr hohe Feinheit verbunden ſein, in— dem uns diejenigen Unterſchiede entgehen, welche doch nothwendig unter den Haaren noch ſtattfinden muͤſſen. Je uͤbereinſtimmender die Haare in ihrer Geſtalt ſind, deſto uͤbereinſtimmender ſind ſie es alsdenn auch in den Krafteigen— ſchaften. Geſchmeidigkeit in Verbindung. Sie laͤßt ſich ſchon in der Art der Form der Haare einigermaßen erkennen. Zunaͤchſt iſt ſie mit der hoͤheren verbunden, wenn dieſe mehr eine, wenn auch umgelegte Schlinge, als wenn ſie einen Kreis be— ſchreibt; ſanft trift man ſie eher bei halbkreisfoͤrmigen Bogen, als bei ſolchen an, die ſich dem vollen Kreiſe naͤhern, oder entgegen— geſetzt flach ſind. Bogen, deren Schenkel nicht in einer Linie, ſonder hin und her ſtehen, haben mehr Sproͤdigkeit bei ſich. Unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden beguͤnſtiget die flaͤchere Form die Geſchmeidigkeit am wenigſten. 202 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Haare, deren Spitzen mehr nach verſchiedenen Richtungen hin auseinander ſtehen, als ſich zuſammen neigen, ſind ſproͤder, inſofern ſie nicht durch zuſammenklebendes Fett verbunden ſind, in welchem Fall kein Schluß gefaͤllt werden kann. Eine progreſſive Zunahmn der Bogengroͤße von unten herauf nach dem oberen Ende hin ſpricht mehr fuͤr das ſproͤdere Haar. Eine bewegliche kreisfoͤrmige Richtung des ganzen Haares kann nur mit Geſchmeidigkeit verbunden ſein. Bei ohngefaͤhr gleicher Form kann die feinere Wolle auch die groͤßere Geſchmeidigkeit beſitzen. Geſchmeidigkeit und Dehnbarkeit muͤſſen in den mehrſten Faͤl— len zuſammen angetroffen werden. Der Grad der Anhaͤnglichkeit der Haare unter einander iſt bei aufrechtem gleichlaufendem W Wuchs ein Merkmal des Grades der Geſchmeidigkeit, wenn ſie nicht zufaͤllig verklebt ſind. Die unſichtbaren Eigenſchaften der Haare ſind aber ſchwieriger aus ihrer Geſtalt zu entnehmen. Sie laſſen ſich beſſer durch Pruͤ— fungen erkennen. Geſchmeidigkeit iſt an dem Grade der Beweglichkeit eines Haa⸗ res auf allen ſeinen Punkten erkennbar; man darf es nur in ver— ſchiedenen Richtungen in Bewegung ſetzen. Fuͤr Wolle in Maſſe ließen ſich zur Erforſchung der Geſchmei— digkeit Eindruͤcke unter dazu geeigneten Vorrichtungen anbringen, wobei gleichmaͤßige Reinheit unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden vorauszuſetzen waͤre. Elaſtizitaͤt in Verbindung. Ein Wollhaar kann ſehr ge⸗ ſchmeidig ſein, darum aber iſt es noch nicht elaſtiſch. Elaſtizitaͤt iſt der Geſchmeidigkeit geradezu entgegen, und er⸗ ſcheint in hoͤherem Grade bei allen Eigenſchaften, welche das Ge— gentheil von den Begleitungen der Geſchmeidigkeit ſind. Staͤrkere Elaſtizitaͤt iſt in der Regel mit flaͤcheren Bogen und einem groͤßeren Durchmeſſer verbunden. Sanfte Elaſtizitaͤt in Verbindung. Je groͤßer die Nachgiebigkeit eines Haares iſt, deſto langſamer zeigt ſich die Ela— ſtizitaͤt im Fall der Bewegung. Da nun gemaͤßigte Elaſtizitaͤt wei— ter nichts iſt, als eine Verbindung zwiſchen Elaſtizitaͤt und Ge— ſchmeidigkeit, ſo iſt jene von allen Kennzeichen begleitet, welche nur mit Geſchmeidigkeit in Verbindung ſtehen koͤnnen. V Man aſanmen 1n, und Wenn durchmeſſ iſt ich! an dem Haote Net bibden tün. Al K Gaxd udem Wal weder al f unbewegl jehen all Eigen deh! tt Caſti Feſ hang h dere Har glanzende Krnf neſer in gtäßteen. cen Anſt ftuhe, a ſit Poll eh Unter ordichen A dir anm rinose aucl fachern am elſte Bei debrauch ſ.— ch mehrſten; reinander iſ §8 Kaſtizitit 3 8 8 zitat und tet, weich 3 6(r, 5(Sr⸗ e eo Okades Drittes Kapitel. 203 Man pruͤft ſie bei der Ausdehnung der Bogen an der Art des Zuſammenfahrens derſelben, bei der Beobachtung an jeder Beweg⸗ ung, und an dem Verhalten der Wollmaſſe beim Druck. Wenn ein Fließ bis auf den Grund ohne Verkleinerung d Durchmeſſers und ohne Verfilzung gewachſene Haare enthäͤlt, ſ6 laͤßt ſich bei der Schur am aller bequemſten die Eaaſtizitaͤt deſſelben an dem Zuſammenhange des Fließes auf der Scheerſeite pruͤfen. Haare mit ſanfter Elaſtizitaͤt werden daſelbſt gleichſam ein Netz bilden, deſſen Maſchen, obgleich unregelmaͤßig, doch um ſo kleiner, als die Haare fein und ſanft elaſtiſch ſind. Man pruͤft dieſe Eigenſchaft noch beſonders durch das Anziehen des Fließes, indem man dabei ſein Verhalten beobachtet. Das Fließ darf dabei weder auf einmal ganz folgen, noch außer dem ergriffenen Theil unbeweglich liegen Leen⸗ ſondern alle Theile muͤſſen ſich beim An— ziehen allmaͤlig in Bewegung ſetzen. Eigene Verſuche ſalehirn hieruͤber am richtigſten und kuͤrzeſten. Dehnbarkeit in Verbindung. Dehnbarkeit iſt mit ſanf⸗ ter Elaſtizitaͤt beſtaͤndig verbunden. Feſtigkeit in Verbindung. Die Feſtigkeit des Haares haͤngt theils von der Fuͤgung ſeiner Subſtanz ab. Das glaͤnzen— re Haar hat die Anlage zu groͤßerer Feſtigkeit, als das minder— 1 Kraft und Ausdauer koͤnnen immer mit eine m kleineren Durch⸗ meſſer in einem eben ſo hohen Grade verbunden ſein, als mit einem groͤßeren. Doch erſcheint in der Regel feinere Wolle, unter glei— chen Umſtaͤnden erzeugt, ſchwaͤcher, und verliert in den Spitzen fruͤher, als groͤbere, ihre Kraft. Filzbarkeit in Verbindung. Ungeſponnen filzt ſich krauſe Wolle eher zuſammen, als ſchlichte. Unter krauſer Wolle laͤßt ſich die feinere am erſten zuſammen verdichten, und bei gleicher Feinheit die mit hoͤheren Bogen. Im Gewebe aber verwirren ſich auf der Oberflaͤche am erſten die laͤngeren und kraftvolleren Haare, und bei Geweben aus Me⸗ rinoswolle die mit weitlaͤuftigen hohen Bogen eher, als die mit flaͤhheren; ſchlichte Lammwolle am allerwenigſten, krauſe aber mit am erſten. Bei Fabrikaten aus mittelfeiner Wolle mit groͤßeren Bogen gebraucht man daher einen Zuſatz von feinerer minderelaſtiſcher, 204 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. oder auch nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde von Lammwolle, um das allzu ſtarke Einlaufen der Gewebe in der Walke von dieſer Seite einigermaßen zu hemmen. Fuͤr die Fabrikation filzt ſich eine Wolle leicht eher zu viel als zu wenig. Empfaͤnglichkeit fuͤr Farbe in Verbindung. Alle nach der voͤlligen Entfettung noch glaͤnzenden Haare nehmen Farben um ſo weniger an, je mehr ſie glaͤnzen. Der Grund davon muß in der Beſchaffenheit der Oberflaͤche liegen. Auch an jedem gefaͤrbten Zeuge wird man finden, daß es eine an ſich reine Farbe ſchoͤner leuchten laͤßt, wenn es nicht geglaͤttet, als wenn es geglaͤttet iſt. In wie weit das Verhaͤltniß der fettigeren Theile des Haares zu den faſerigen Einfluß auf die Annahme oder Nichtannahme der verſchiedenen Farben haben koͤnne, muß ſich durch weitere Forſchun— gen der Kunſt noch naͤher aufklaͤren. Loͤsbarkeit in Verbindung. Die Anzeichen von moͤglichſt leichter Loͤsbarkeit der Wolle fallen gleich in die Augen. Was den Antheil betrift, den der Wuchs der Wolle daran haben kann, ſo iſt die Neigung der Haare bei duͤnnerem Stande ſich in Straͤnge zu bilden, und demnaͤchſt auch leicht in Zwirn uͤberzugehen, eine der naͤchſten Veranlaſſungen, das Voneinandertrennen der Haare zu er⸗ ſchweren. Alsdenn kommen noch verworrener Wuchs oder Verfil⸗ zung der Haare ſelbſt durch Krankheiten, Mangel an Nahrung oder andere Umſtaͤnde veranlaßt, hinzu. Allgemeine Merkmale in denen ſich mehrere Eigen⸗ ſchaften zugleich erkennen laſſen. Der Schweiß iſt eine zu wandelbare Erſcheinung, als daß man ihn mit zu den beſtaͤndige— ren Begleitern der uͤbrigen Wolleigenſchaften zaͤhlen koͤnnte. Lichtſchein. Der Lichtſchein der Wollhaare zeigt ſich nach der Waͤſche noch verſchieden. Die Helligkeit deſſelben faͤllt hoͤher und tiefer, bis ins Truͤbgelbliche, auch bei der reinſten Waͤſche. Da ein beſonderer Schein der Wolle nach der Waͤſche, in Be— zug auf die Annahme der Farben, nicht unwichtig ſein koͤnnte, und als eine Eigenthuͤmlichkeit gewiſſer Schaafarten und Individuen vorkoͤmmt; ſo iſt er durchaus nicht außer Acht zu laſſen. Ein ho— her Schein begleitet in der Regel die feinſte und ſanfteſte Wolle. Dieſer Schein haͤngt ab von den Grundſtoffen der Haare und insbeſondere von der Ebenheit und Dichtheit der Oberflaͤche. r iſ 87 Inget Naht t ds dhieren, ünter uͤb den Vorz Das djiete mu rechſel. mnterſucher du d nißige E mn, geho nͤg mögl z dine: din 4 dne 6 5, md 6. md Ohe en! Uebe fläche d ba ſühe ſeeſenſt dem Jhi Tolle e nirkich Ene dale nitt im bald n R. nebſt al di nur in pnit. Vanmuule, t eher auril dung. Aler hmen Farbe b d davon mi ſedem gefite i Farbe ſti Hgeglättet ſ heile des hm dichtannamen weitete Forſh en von mäͤglch hen. Vas da hen kann, ſo iſ in Strͤnge zu hen, ane de der Haade zu e ichs oder Vei Nahrung d hrere Eige eiß iſt eine den beſtändie koͤnnte. zeigt ſich nac en fällt füße eh Viſche. Tiſche in Be mkünnte, und * Individun ſen. En e ſteſte Vol der Haake verflache Drittes Kapitel. 205 Er iſt nach dem verſchiedenen Alter der Thiere verſchieden. In der Jugend iſt er hoͤher, als ſpaͤterhin. Nahrung erhellt oder verdunkelt ihn verſchiedentlich nach der Art des hervorgetriebenen Schweißes. Daher kann man nur unter Thieren aus denſelben Haufen Vergleichungen anſtellen, auch nur unter uͤbrigens gleich beſchaffenen Thieren denen mit hoͤherem Schein den Vorzug geben. Weiter laͤßt ſich derſelbe nicht anwenden. Das blaſſe Ausſehen der Wolle im entkraͤfteten Zuſtande der Thiere muß man mit dem eigentlichen Schein der Wolle nicht ver— wechſeln. Daher iſt dieſer am zuverlaͤſſigſten nach der Schur zu unterſuchen. Zu den allgemeinen Merkmalen, mit welchen mehrere zweck— maͤßige Eigenſchaften der Merinoswolle in Verbindung ſtehen koͤn⸗ nen, gehoͤren ferner: 1. moͤglichſte Gleichfoͤrmigkeit des einzelnen Haares; 2. moͤglichſte Uebereinſtimmung unter allen Haaren; 3. eine Bogenform, welche wenigſtens den Halbkreis erreicht, oder ein Laͤngenverhaͤltniß, welches zwiſchen 1½ und 1 faͤllt; 4. eine moͤglichſt kreisfoͤrmige Richtung des ganzen Haares, wenn es allein genommen wird; 5. moͤglichſter Schluß der Stapel; 6. moͤglichſte Dichtheit des Standes der Haare,(nicht blos der Oberflaͤche;) 7. ein hochgelber Schweiß in klaren Tropfen oder Augen. Ueber die Beurtheilung der Wolle aus der Ober— flaͤche der Fließe. Geſchloſſene Staͤpelchen von kleinem Umfange bei hoͤheren Bogen und mittlerer Laͤnge der Haare, koͤnnen, wenn ſie ſonſt uͤberall in gleicher Groͤße und Form erſcheinen, und auf dem Thier eine ununterbrochene Decke bilden, die allervorzuͤglichſte Wolle enthalten, und enthalten ſie auch in der Mehrheit der Faͤlle wirklich. Eine aͤhnliche Oberflaͤche verbirgt nur nicht immer aͤhnliche Wolle, ſo wie umgekehrt zwei ungleich erſcheinende Oberflaͤchen nicht immer eine verſchiedene Wolle zu erkennen geben koͤnnen, ſo— bald nur die geringſte Verſchiedenheit im Dichtheitsgrade dazu tritt. dit mindergeſchloſſener Oberflaͤche kann große Geſchmeidigkeit nebſt allen andern begehrten Eigenſchaften verbunden ſein. Die Anſicht der Stapelſpitzen und der ganzen Oberflaͤche iſt nur in ſo weit nuͤtzlich, als man offenbare Fehler ſchon an ihnen 206 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. entdecken kann. Iſt dies aber nicht der Fall, dann hoͤrt alle Praͤ— ſumtion auf. Die Oberflaͤche eines Fließes auf demſelben Thier geſtaltet ſich anders, waͤhrend dem es noch waͤchſt, und anders in ſeinem reife— ren Alter; ſie erſcheint veraͤndert, wenn das Thier außergewoͤhnlich ſeine Kraͤfte anſtrengen muß, und veraͤndert ſich mit den zunehmen— dem Alter immer mehr, ſo daß, wenn ſaͤmmtliche Fließe von jedem einzelnen Thier im Laufe ſeines Lebens zuſammen genommen wuͤr— den, ſie keinem einzelnen insgeſammt zuzuſchreiben ſein wuͤrden; ſelbſt von Jahreszeit zu Jahreszeit, beſonders aber bei dem Wechſel mehr ſchweißtreibender Nahrung mit minder ſchweißtreibender auf laͤngere Zeit, vor allen aber bei dem Wechſel des Aufenthalts im Stall mit dem im Freien veraͤndert ſich die Oberflaͤche eines Fließes jedesmal. Bei der Beurtheilung der Zuchtthiere iſt daher keine Maxime unſicherer, als die Oberflaͤche eines Fließes zum Hauptan— haltungspunkt zu nehmen, ohne ſich in weitere Unterſuchungen ein— laſſen zu wollen. Von je mehreren Momenten eine Eigenſchaft oder ein Zuſtand bedingt wird, deſto unſicherer ſind die einſeitigen Schluͤſſe. Warum ſollte man aber mit Gewalt die Kennzeichen auf we— nigere zuruͤck zu fuͤhren verſuchen wollen, wenn es einmal die Na— tur der Sache nicht geſtatten will? Viertes Kapitel. Ueber die Anwendbarkeit der Merinos-Wollarten insbeſondere. §. 187. Ueber die Anwendung der Merinoswolle. 1. Im Allgemeinen. Zum Kaͤmmen eignet ſich Merinoswolle, ſo wie hochveredelte Gattungen dieſes Urſprungs weit weniger, als lange ſchlichte Wolle, in ſofern die Schlichtheit der Haare dadurch bezweckt werden ſoll. Die Kuͤrze der Merinoshaare verhindert nicht nur das gehoͤrige Ausziehen derſelben aus den Kaͤmmen, ſondern ſie verlieren auch ihre Kraͤuſelungen um ſo weniger, je hoͤher ihre Bogen ſind und ſ riſer hendlung Nur weit vorg wolle no gbraucht Ver ngleichert 1 diejent i dijenig ſibſt wird teurer, i do uhne diſteht ſtimmun henſchim Faſern le davon vei kektuch Knmen empfehle dis dain degdegc Merine R ichter die gege cnit ann hi dr. Thier iſtntt es in ſüinen n er außergediſe nit den zunz, Fließe von 1 genomman hen ſein vit bei dem A veißtreibende es Aufenthelt läche eines g ee iſt daher i es zum Hupte nterſuchungen e oder ein zuſtan Schläſſ. amaeichen auf ne zeinmal die g 5⸗Wollrr yerinoswolle vie hochveredt ſchlichte V ckt werden ar das gli ſe verliern uic Bogen ſih n Nät alle g Viertes Kapitel. 207 je groͤßer ihre Federkraft iſt, wenn ſie auch zur Ertragung der Be⸗ handlung feſt genug waͤre. dur Wolle von Schaafen, die in der Veredlung noch nicht weit vorgeſchritten ſind, und ſolche, welche die Kuͤrze der Merinos— wolle noch nicht erreicht hat, kann zum Kaͤmmen nech ſchicklich gebraucht werden. Veredelte Wolle laͤßt ſich um ſo weniger gerade ſtrecken, je ungleichartiger, wie doch gewoͤhnlich der Fall iſt, ihre Haare ſind, und diejenigen, welche ſich noch ſtrecken laſſen, fahren bald wieder in diejenige Lage zuruͤck, welche ſie vorher hatten; die Verrichtung ſelbſt wird, wenn ſie durch Haͤnde geſchieht, bei kuͤrzerer Wolle theurer, indem ſie um ſo mehr Zeit wegnimmt. Der Hauptnachtheil beim Kaͤmmen kurzer krauſer Wolle be— ſteht in der groͤßeren Menge des Ruͤckſtandes, welcher immer min— der brauchbar iſt, und oft die Haͤlfte des Gewichts und daruͤber betraͤgt, was bei langer ſchlichter Wolle nicht in dem Grade ſtatt— findet; endlich giebt ein Fabrikat aus gekaͤmmter Merinoswolle ein Mittelding, das weder unter glatte noch unter bedeckte Zeuche zu rechnen iſt, ein Fabrikat, deſſen Oberflaͤche in ſichtbaren Faͤden beſteht und doch rauch erſcheint oder glatt gepreßt keine Ueberein— ſtimmung in der Richtung der Deckung zeigt, einen ſchlechten Far⸗ benſchimmer von ſich giebt, beim haͤuslichen Gebrauch Staub und Faſern leichter aufnimmt und an ſich haͤlt, und ſich nur mit Muͤhe davon reinigen laͤßt. Dafuͤr ſind leichte Tucharten oder tuchaͤhnliche Zeuche mit voller Bedeckung vorzuziehen. Nur die Verwendung der laͤngern veredelten Wolle zu Beu⸗ teltuch waͤre Unternehmern in den oͤſtlichen Provinzen, wo ſie des Kaͤmmens und des Spinnens der Kaͤmmwolle kundig ſind, ſehr zu empfehlen. Bis jetzt wird dem Vernehmen nach das beſte Beuteltuch in Berlin und im Voigtlande verfertiget. Es koͤmmt in acht bis zehnerlei Sorten in den Handel. Alle veredelte Wolle laͤßt ſich nur auf aͤhnliche Weiſe wie die Merinoswolle am beſten anwenden. Nur ſind die Fabrikate aus veredelter Wolle von denen aus echter Merinoswolle in demſelben Verhaͤltniß verſchieden, als es die gegenſeitigen Eigenſchaften dieſer Wollgattungen ſind. 208 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Tuch aus veredelter Wolle von den unterſten Stufen, welche im Durchſchnitt noch grob und hart, in jeder Beziehung aber un— gleichartig iſt, kann nur die gemeinſten Beduͤrfniſſe befriedigen. Beſonders hat Wolle von veredelter Inzucht in den unter— ſten Grader alle Fehler der Merinoswolle, aber keinen ihrer Vor— zuͤge, hauptſaͤchlich die von einer hochgebogenen Art abſtammende vereinigt mit Ungleichartigkeit in der Regel die hoͤchſte Sproͤdigkeit. Alle krauſe, mit allen Uebelſtaͤnden fuͤr die Fabrikation behaf— tete Wolle eignet ſich indeſſen doch beſſer zum Walken, als zu glat— ten Zeuchen. Die Entſcheidung der Frage: in wie weit eine hochveredelte Wolle neben echter Merinoswolle den Forderungen der Fabrikation Genuͤge leiſten koͤnne, beruhet alſo blos auf der Beſchaffenheit ihrer beſonderen Eigenſchaften. In gegebenen Faͤllen koͤnnen einzelne Partien veredelter Wolle Vorzuͤge vor Merinoswolle haben. Der Spielraum der Merinoswolle in Hinſicht aller Eigen— ſchaften iſt ſo groß, und das Gelingen der Veredlung im Laufe mehrerer, wenn auch vieler Generationen ſo gewiß, daß es eben zu verwundern ſein wuͤrde, wenn nicht laͤngſt veredelte Wolle in Bezug auf ihre Anwendung brauchbarer, als manche Merinoswolle von echter Raſſe ſelbſt ſein ſollte. Dies hebt aber im Allgemeinen die Vorzuͤglichkeit der echten Merinoswolle vor der veredelten, ſo lange ſich dieſe noch nicht auf eine gleiche Stufe erhoben hat, nicht auf. 2. Vergleichung der verſchiedenen Merinos⸗Wollarten in Hinſicht ihrer Anwendbarkeit. Alle Merinoswolle eignet ſich am ſchicklichſten zu Zeucharten mit bedeckter Oberflaͤche, hauptſaͤchlich aber wegen ihrer hohen Filz— barkeit zu Tuch. Da jede verſchiedene Geſtalt der Merinoswolle bei gleicher Behandlung ein anderes Fabrikat giebt, und zugleich verſchiedene Behandlungen zulaͤßt, welche bei einer andern Geſtalt der Wolle nicht anwendbar ſein wuͤrde, und uͤber dieſen Punkt der Tuchfa— brikation im allgemeinen noch gar Nichts feſtgeſtellt iſt; ſo moͤgen die hiernaͤchſt folgenden Andeutungen, welche kuͤnftig ein Praktiker bei genaueren Mittheilungen zum allgemeinen Beſten ebenfalls zu beruͤckſichtigen haben wird, dem mit der Sache gaͤnzlich Unbekann— ten unterdeſſen genuͤgen. 4) ſein rilkährli idem die Füͤll Pollart; n mit Ober rengt, daß äigen, a dr hnnre laſen, it d erdue N geſette ten des fict, ab Haarend zuftecht iſ was inthe iwnig) ſtiehng di oſt J) gene N ſehr hed Un ſchit ſten St ufin, ae Daii 8 aber riſſ bef beft tdig ücht ind 3 It keinen ihrr rArt üfß 1 üchſe Syrii Rabrikation ie aken, als zu eine hochverz en der Fabrikt der Beſchfn veredelter B ſcht aler Eige Dlung im Lauf ß, daß es dbe udete Velle i che Merinodme ichkeit der i e koch nicht s Wollart it. zu deuchnn hrer hohen d olle bei gleice feich verſcieden tat dr Wol gt der Tuchſ itt; ſo miy 9 ain Puütt ten ebenfilsn alich Unsekne Viertes Kapitel. 209 a) Merinoswolle mit flachen Bogen. Feinheit des Fadens. Dieſe Wollart geſtattet keine ſo willkuͤhrliche Verduͤnnung des Fadens, als die hoͤher gebogenen, indem die Anhaͤnglichkeit der Haare, welche dieſe beſitzen, jener fehlt. Fuͤllung. Die geringſte Fuͤllung des Fadens, welche dieſe Wollart zulaͤßt, iſt daher immer noch groͤßer, als bei den Wollar— ten mit hoͤheren Bogen. Oberflaͤche. Da die Form vitſin Wollart es ſchon mit ſich bringt, e die Haͤrchen eine mindere Anhaͤnglichkeit gegen einander zeigen, als bei den andern Wollart ten, gleiche Geſchmeidigkeit vor— eeces ſo koͤnnen die Haarendchen, welche ſich nicht in den Fa⸗ den einſpit nen laſſen, nicht anders, als ſtarr den Faden umgeben. Ihre Anzahl bleibt um ſo geringer, je laͤnger die Wolle iſt. Die Anſchließung der Faͤden beim Weben iſt daher ge— ringer, als bei den uͤbrigen Wollarten unter gleichen Peſeden. Verdichtung in der Walke. Eine ſo innige Vereinigung der Haare und Faͤden, als die anderen Wollarten beim Walken zu⸗ laſſen, iſt, bei gleicher Laͤnge der deckenden Enden, ebenfalls nicht zu erwarten. Wenn aber dieſe laͤnger hervorragen, ſo entſteht der entgegen⸗ geſetzte Nachtheil, daß die Oberflaͤche des Tuches ſich, den Abſich— ten des Fabrikanten entgegen, ſchneller zufilzt, oder vielmehr uͤber— filzt, als ſie ſoll. Die Oberflaͤche des Tuches bekoͤmmt bei flach gebogener Wolle keine ſo gediegene oder dichte Deckung, als bei hoͤher gebo— gener. Die Flaͤche ſelbſt bleibt fadenſcheiniger. Iſt endlich Wolle dieſer Art dazu noch ſproͤde, ſo ſtehen die Haarendchen auf der Oberflaͤche des Tuches, wie am Faden mehr aufrecht in abweichenden Richtungen, wodurch dann Alles verfehlt iſt, was das Fabrikat annehmlich und ſchoͤn machen ſollte, und das Gewebe ſelbſt bleibt mehr dick, als im Inneren gediegen(oder kernig). Doch geſtattet flachgebogene Wolle noch eine naͤhere An— ſchließung ihrer Haare und Faͤden, als hochgebogene, wenn beiden die Geſchmeidigkeit in gleichem Grade mangelt. Ihre Anwendung. Im Allgemeinen eignet ſich flachgebo— gene Wolle fuͤr ſolche Zeucharten, deren Beſtimmung es iſt, keine ſehr bedeckte Oberflaͤche zu haben. Unbedingt aber giebt dieſe Wollart fuͤr Tuch das beſte Ket— 14 210 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. tengarn her, gleiche Laͤnge, Feinheit, Sanftheit und Kraft bei den uͤbrigen vorausgeſetzt. b) Merinoswolle mit hohen Bogen. Ausdehnung des Fadens. In Hinſicht der gegenſeitigen Anhaͤnglichkeit der Haare zeigt dieſe Wollart das Gegentheil von der flachgebogenen. Unter aller Merinoswolle laͤßt ſie Fein— heit, Laͤnge und Sanftheit fuͤr gleich angenommen, die weiteſte Ausdehnung des Fadens zu. Bei gleicher Menge von Haardurchmeſſern auf einer gewiſſen Fadenlaͤnge und einer gleichen Anzahl von Windungen giebt ſie einen dickeren Faden, folglich auch bei gleichen Windungen und gleicher Dicke einen mindergefuͤllten Faden, als Wolle mit fla— chen en. e Oberflaͤche des Fadens iſt wegen der hoͤheren Geſtalt der woßen raucher, die Haarendchen fuͤgen ſich dem Faden naͤher an. Beim Weben laſſen ſich aus dieſem Grunde Faͤden aus hoch— Feorzeder Wolle einander naͤher anſchließen, als Faͤden aus flach— gebogener von gleichem Umfange, ohne dadurch die innere Verbin— dung des Gewebes zu erhoͤhen. Die Faͤden beruͤhren ſich nur mehr von außen. Beim Walken aber geben Zeucharten aus hochgebogener Wolle die Erſcheinung, daß ihr Flachenmaaß im Versleich mit demſelben Wächenmaa von Zeuchen aus flachgebogener e lle von gleichen Faͤden und gleichem Gewebe ſich oft uͤber alle Berechnung, durch Einlaufen loder Kruͤmpen) vermindert, vhne d daß dieſes Einlau⸗ fen ſchon eine innige Vereinigung der Zeuche zur Folge haͤtte. Im Gegentheil koͤnnen dieſe gegen Zeuche aus flaͤcherer Wolle bei glei— chem Walken und unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden in ihrer Ver— filzung loſer bleiben, und demohngeachtet weit mehr einlaufen. Das Einſchrumpfen einer Zeuchflaͤche macht noch nicht das Filzen derſel— ben aus. Hohe Wollbogen widerſtehen dem Anſchmiegen der Haare um ſo mehr, je hoͤher und ſproͤder ſie ſind. Nur bei hoher Fein— heit und Geſchmeidigkeit laſſen ſie eine innige Verbindung und Anſchließung der Haare zu. Hoͤchſt waͤhrſcheinlich wird ſich ſpaͤterhin, wenn Eaaſtizitaͤts— meſſer im Großen in Gebrauch kommen ſollten, ergeben, daß ein Uebermaaß von Elaſtizitaͤt uͤber einen gewiſſen Punkt hinaus auch ein verhaͤltnißmaͤßiges Einſchrumpfen des Zeuches mit ſich fuͤhrt. Tas Kne Wol fnin H hen bei öleiben prde,d der Bog Jls eine! neiſtensd g ſa ſn, ſtretet, Un fachen dder auc diſch, u dgge dr wie Mo deen ſi ſ ein fein Diſe u en alg Anu nu dickem ſchrit heit und Arf ogen. t der gen Ggenſei it un eunn te! Mh b olle laßt gt ſieſ en, de wei eiti auf einer genn. her eren fht p Fad en ha ſiden aus er Feden al G0s ſs fac einnere Verbin⸗ n ſihh nar wa ünin ener R h mit demit le von gli echnung, d jdieſes Ein lge hätte. Volle 1 en in ihrer Ii einlaufen. 5 as ſihen deſt jegen der Saant bij loher Fein etbindung umd i Cleſtiitit geben,”d daß 6 kt hinaus ic it ſch fiſt Viertes Kapitel. 211 Was die Oberflaͤche des Zeuches betrift, ſo liefert hochgebo— gene Wolle nur dann eine ſich anſchmiegende Decke von gleichlau— fenden Haarendchen, wenn ſie ſo geſchmeidig iſt, daß ſich die Haͤr⸗ chen bei der letzten Zubereitung ſchlicht ziehen und in eine bleibende Lage bringen laſſen. Iſt aber die Wolle nur ſo weit ſproͤde, daß das Schlichten der deckenden Haarendchen als Bogen oder Bogenausſchnitte nicht moͤglich wird, ſo iſt auch keine andere als eine unregelmaͤßige Lage derſelben zu erwarten. Und dies wird meiſtens der Fall ſein. Mag auch Wolle der Art urſpruͤnglich ſehr geſchmeidig gewe— ſen ſein, die Figur eines ſehr hohen Bogens wird doch um ſo ſtarrer, je aͤlter das Haar nach dem Abſcheeren wird. Um ſich hievon zu uͤberzeugen, unterſuche man nur die Ober— flaͤhhen von verſchiedenem nicht aus ſeiner Lage gekommenen Tuche, oder auch ſelbſt auf noch nicht lange getragenen Kleidern mikrosko— piſch, und man wird eine außerordentliche Verſchiede enheit in der Lage der Haͤrchen finden. Einige Flaͤchen erſcheinen ſo verworren, wie Moos, andere dagegen mit Klumpen von Haͤrchen bedeckt, in denen ſich oft noch ganze Bogen zeigen. Iſt nun die dazu verbrauchte Wolle fein, ſo findet man zwar ein fein behaartes Tuch, aber keine ebene und ſanfte Bedeckung. Dieſe wird um ſo unanſehnlicher und barſcher, je kuͤrzer die Haͤr— chen abgeſchoren werden. Anwendung. Wolle dieſer Art kann am ſchicklichſten nur zu dickem Tuch mit ſehr gefuͤllten Haaren gebraucht werden, wenn ſie nicht hoͤchſt fein und dehnbar iſt. Bei einiger Sproͤdigkeit laſſen ſich duͤnne Zeuche mit wenig gefuͤllten Faͤden nicht daraus verfertigen, ohne daß nicht das Innere des Gewebes in zu gerin— ger Verbindung, und die Bedeckung der Oberflaͤche wegen Mangel an Haͤrchen nicht zu unanſehnlich blieben. Zum Aufzuggarn iſt ſie gar nicht anwendbar, indem dieſe Faͤ— den eine um ſo groͤßere Reibung zu ertragen haben, je hoͤher die Bogen ſind. c) Merinoswolle mit mittelhohen Bogen. Dieſe Wollart ſteht in Allem, worauf nur die Geſtalt der Wolle Einfluß hat, zwiſchen flach- und hochgebogener Wolle unter Vorausſetzung der Gleichheit aller uͤbrigen Verhaͤltniſſe ohngefaͤhr in der Mitte. 14* 213 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Im Faden laͤßt ſie ſich mehr ausdehnen, als flach gebogene, und erreicht nahe die Ausziehbarkeit der hochgebogenen. Die Fuͤllung des Fadens und der Grad des Zuſammendrehens ſtehen mehr in der Willkuͤhr des Fabrikanten. Die auf der Oberflaͤche des Fadens hervorſtehenden Haarend— chen ſchmiegen ſich um denſelben mehr an, als bei flach- und hoch— gebogener Wolle von derſelben Geſchmeidigkeit. Beim Weben laſſen ſich Haare von mittelhohen Bogen inni— ger mit einander verbinden, als flach- und hochgebogene Wolle von uͤbrigens gleicher Beſchaffenheit, indem hohe Bogen das Anſchließen der Haare im Inneren der Faͤden und des Zeuches, flache aber die aͤußerliche Verbindung der Haare erſchweren. Beim Walken laufen mittelhochgebogene Haare nicht ſo ſchnell ein, als hochgebogene, aber mit mehr Erfolg, als bei blos flacher Wolle. Die Deckung der Oberflaͤche laͤßt ſich wegen der naͤheren An— ſchmiegung der Haare im Faden dichter, als bei den beiden andern Wollarten, und ebener, als bei der hochgebogenen darſtellen, weil ſich die mittelhohen Bogen leichter entkraͤuſeln laſſen. Anwendung. Unter den Merinos⸗Wollarten erfuͤllt alſo die mittel hochgebogene, abgeſehen von Feinheit, im Allgemeinen die Forderungen der Fabrikation an Tuch noch am vollkommenſten, in ſofern ihrer Brauchbarkeit im Uebrigen kein Hinderniß im Wege ſteht, fuͤr jede Art von Beduͤrfniß, womit noch Zierlichkeit verbun— den werden kann. Vereiniget ſie aber noch zugleich Feinheit und gemaͤßigte Ela— ſtizitaͤt in hoͤheren Graden, worin ſie ſich eben ſowohl, wie die andern Wollarten, bewaͤhret: ſo giebt es keine unter ihnen, welche alle Vorzuͤge von Brauchbarkeit in ihren Geſammteigenſchaften ſo verbaͤnde, als dieſe. Auch ſteht ſie der Schoͤnheit des Farbenluͤ— ſters nicht im Wege. Zu gemiſchten Zeucharten, welche glatte Faͤden, z. B. von Baumwolle oder Seide, zur Kette haben, und einer feinen krauſen Decke beduͤrfen, eignet ſie ſich ebenfalls am beſten. Der Grad ihrer geringeren oder hoͤheren Eigenſchaften be— ſtimmt ihre Anwendung naͤher. Eine beſondere Beruͤckſichtigung in dieſer Beziehung macht noch die Verſchiedenheit der Wolle nach der Verſchiedenheit der Koͤrperſtellen, von denen ſie herruͤhrt. Bei 9 flizes v werden. Bei Wale. Bis vachſener meiter; drin zu Bei aach vich oen iſter dau nicht do Nurter nur de So hwn ihr rict etw Grul rud dau drucn, 2 A Stüce ſonſt an La beider hrit. Als ſach Rboga ogenen. 0.. Alammendtehe Reſenden Hun 1 faac Vnd h ohen Bopu bogene Voll n das Anſchi e, flache ein Haare vict, folg, als bit der naheren den beiden ande darſtellen, we n. affällt alſo d „im Algeweir vollkommeii nderniß in erlichkeit ver gemäͤßigte! owohl, wie! er ihnen, vie teeigenſchaffne ( it des Farden, dr, z dll er fiten kruſſn Eixenſchften tziehung uch rchiedenſat Viertes Kapitel. 213 Bei annaͤhernder Gleichartigkeit derſelben kann kein Theil eines Fließes von dieſer Wollart anders, als zum Einſchlag verbraucht werden. Bei minderer Gleichartigkeit aber entſcheidet die Laͤnge der Wolle. Bis hierhin iſt von der Anwendung der Fließe geſunder er— wachſener und gehoͤrig ernaͤhrter Thiere die Rede geweſen. Nun folgt die Unterſuchung der Anwendbarkeit der Merinos— wolle nach Geſchlecht und Alter und dem aͤußeren Zuſtande der⸗ ſelben. §. 188. Von der Anwendbarkeit der Merinoswolle nach Verſchiedenheit des Geſchlechts und Alters des Thieres und ſeiner Koͤrpertheile. Staͤhrwolle. Bei ge— meiner Wolle lohnt es der Muͤhe nicht ſo gut, einen Unterſchied darin zu machen, als bei der Merinoswolle. Bei Merinoswolle fuͤr hoͤhere Fabrikate muͤßte man ſie, wenn auch nicht ihre groͤßere Laͤnge ſie dazu empfehlen wuͤrde, ſchon we— gen ihrer groͤßern Kraft zur Kette herausſuchen. Hammelwolle dient wegen ihrer gewoͤhnlichen Weichheit nicht dazu, ſondern laͤßt ſich bei einiger Uebereinſtimmung mit der Mutterwolle gewoͤhnlich mit dieſer zum Einſchlag vermiſchen, und nur die kraͤftigſte darunter muß fuͤr die Kette bleiben. Die beſſeren Theile gehoͤrig genaͤhrter Schaaffließe geben mit der Jaͤhrlingswolle den beſſeren Einſchlag her. Die Anwendbarkeit der Wolle von den Außentheilen beſtimmt ſich nach ihrer Verſchiedenheit. Sobald dergleichen Wolle die gehoͤrige Weiße nicht mehr hat, kann ihr nur die geringſte Beſtimmung gegeben werden, wenn man nicht etwas Beſſeres damit verſchlechtern will. Grobe hochgebogene Wolle von den Außentheilen iſt, wenn ſie noch dazu ſehr ſproͤde iſt, weit weniger zu allerlei Zwecken zu ge— brauchen, als ſchlichte von denſelben Theilen. Die Wolle von den Außentheilen koͤmmt unter dem Namen Stuͤckwolle in den Handel. Man muß ſie aber von zerſtuͤckelter, ſonſt an ſich brauchbarer Wolle unterſcheiden. Lammwolle gemeiner Art eignet ſich am beſten zu Hutfilz; bei der Zeuchfabrikation kann ſie wegen der Schlichtheit ihrer Haare, 214 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. welche auch ſchon die Anlage zur Starrheit zeigt, nur unter Ein— ſchlagwolle fuͤr gemeine Zeucharten gemiſcht werden. Lammwolle von veredelten Raſſen iſt dagegen ſchon, wenn ſie die gehoͤrige Laͤnge hat, zur Miſchung unter Einſchlagwolle fuͤr mittelfeine Zeuch- und Nähſoitene beſonders um der Fuͤllung der Faͤden und Deckung der Oberflaͤche willen, zu gebrauchen. Lammwolle von echten Merinos weiß man aber jetzt ſchon, wenn ſie wenigſtens eine Laͤnge von 1 bis 1½ Zoll erreicht, und von der Raſſe her und durch gute Ernaͤhrung einigen Zuſammenhang erlangt hat, recht gut unter den Einſchlag fuͤr feine Fabrikate an— zuwenden, wobei es indeſſen auf die Beobachtung des gehoͤrigen Verhaͤltniſſes der Vielheit ankoͤmmt, um weder der Elaſtizitaͤt des Zeuches noch ſeiner Dauerhaftigkeit zu ſchaden. Lammwolle iſt um ſo brauchbare ed, je mehr Zuſammenhang ſie nach dem Abſcheeren zeigt, und je feiner, beſonders aber je gleich— artiger ſie iſt. Der Verbrauch der Lammwolle hat in der juͤngſten Zeit ſo zu— genommen, daß ſie bei mittelmaͤßiger Veredlung faſt eben ſo, als die Wolle der erwachſenen Thiere derſelben Heerde, bezahlt wird, wenn 1 ſi nur eine Laͤnge von 1 Zoll und daruͤl ber hat, und rein iſt. b ſich kuͤrzere Lammwolle, deren Laͤnge noch nicht einen Joll erre icht t, ar fS aumwollen⸗Spinnmaſchinen verarbeiten laſſe n moͤchte, waͤre wohl einer genaueren Unterſuchung werth. Zur aͤußern Bedeckung des Hutfilzes taugt feine Merinos— Lammwolle ſo lange noch nicht, bis man Mittel zu ihrer Entkraͤu— ſelung, vielleicht durch Daͤmpfe, wird anzuwenden wiſſen. Lammwolle von geringeren Merinosraſſen kann zufaͤllig wegen groͤßerer Laͤnge und Elaſtizitaͤt in der Anwendung vor feinerer, aber kuͤrzerer oder ſchlafferer Merinos⸗Lammwolle Vorzuͤge haben. Die Wolle des Jaͤhrlings aller Schaafgattungen haͤlt zwiſchen der Lammwolle, die er getragen hat, und ſeinem ſpaͤtern Erzeugniß in Hinſicht der Feinheit und Nachgiebigkeit bei vorſchreitender Ela— ſtizitaͤt das Mittel, und giebt, zum Einſchlag gebraucht, das ſanf— teſte Fabr kkat, welches Wolle feiner Raſſe in jedem hoͤhern Alter nur geben kann. Doch wird dieſer Zweck um ſo mehr verfehlt; je kraftloſer dieſe W Tolle bleibt. In dem letzten Fall traͤgt ſie das Thier gewoͤhnlich am feinſten. Die Verſchiedenheit der Wolle in Hinſicht auf ihre Anwen— dung fuͤhrt nun auf das Sortiren. „ — 9 1. in! 2. in! (N Dee fürz ell, 1 and ſcrid M Das an Soafa nu ſid „—, lManfſ Fleſe, kornten. ijten E Und leb u weſſer die bei dm N And ſchnik. 1 ar unter den. dgegen ſhan, de harnan m der Fülun ebrauchen. an aber jett. erreicht, unn n zufamma eine Fabriket⸗ g des gehine er Claſciztit 9 § 3 ..- Zu 4 uſammenlane dops hop 4 ders aben ſe gleſt nyſter Jeit ſon ſt„bon ſ ſ Tehen ſo, d0 „ ſ de, bezahlt wird, r 16 at, und vain iſe wicht oi. micht enen zal iten laſſen wict viſſen. zufallig wey g vor feinrrn Vorzuͤge habt gen hält zwiſhhn atern Erzeulgui ſchreiterder Cla⸗ nucht, das ſanf löhern Ale ie verfehlt; traͤgt ſie di f ihre Vnn d Fuͤnftes Kapitel. 216 Fuͤnftes Kapitel. Vom Sortiren des Zwiſchenhaͤndlers. §. 189. Gemeine Wolle laͤßt ſich zunaͤchſt eintheilen: 1. in von Thierhaaren freie, und 2. in mit dergleichen durchmiſchte Wolle. Die erſte Abtheilung kann wieder zerfallen, in laͤngere und kuͤrzere, und eine jede dieſer letzten Abtheilungen etwa in ſanftere und ſproͤdere Wolle. Die Merinoswolle fuͤr ſich theilt ſich ein nach ihrer Form: in flach, mittel und hochgebogen. Bis jetzt wird aber die Merinoswolle noch nicht nach der Ge⸗ ſtalt, veredelte indeſſen ſchon nach der Laͤnge zum Verkauf ſortirt. Das erſte kann darum noch nicht ſtattfinden, weil die mehreſten Schaͤfereien in Hinſicht der Geſtalt noch nicht ausgeglichen ge— nug ſind.- Die weitere Eintheilung dieſer Wollarten beruhen auf den Forderungen fuͤr die Fabrikation: Feinheit in Verbindung mit ſanfter Elaſtizitaͤt und Gleichartigkeit. Weder fuͤr Feinheit, noch fuͤr ſanfte Elaſtizitaͤt ſind bis jetzt Maaßſtaͤbe vorhanden, welche auch nur auf Handproben oder ganze Fließe, geſchweige auf eine groͤßere Menge angewendet werden koͤnnten. Das ganze Sortiren beruhet daher, die Unterſcheidung der Laͤnge abgerechnet, auf der Anſicht jedes Einzelnen, der ſich damit beſchaͤftiget, nach Blick und Griff. In der Beurtheilung des Unterſchiedes verſchiedener Wolle in ihren Eigenſchaften kann es auch Jemand durch Aufmerkſamkeit und Uebung ziemlich weit bringen; ſobald es aber auf Graͤnzlinien zu meſſender Abſtufungen ankoͤmmt, ſo weicht jeder Einzelne darin, wie bei aller Schaͤtzung ungemeſſener Gegenſtaͤnde, unabſichtlich von dem Andern ab. Haͤtten wir aber Maaßſtaͤbe fuͤr Feinheit und Elaſtizitaͤt der Wolle in Maſſe, ſo ließen ſich innerhalb dem Spielraume einer je— den dieſer Eigenſchaften gleichviel Abſtufungen machen, z. B. fuͤr Feinheit 10, fuͤr Geſchmeidigkeit in Verbindung mit Elaſtizitaͤt und Gleichartigkeit, eine jede beſonders, ebenfalls 10. 216 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Fehlte alsdann nur einer dieſer 3 Eigenſchaften etwas an einem beſtimmten Grade, ſo kaͤme das Fließ, die uͤbrigen Eigenſchaften moͤchten noch ſo hoch ſtehen, nicht in dieſelbe Klaſſe; oder, was daſſelbe waͤre, der niedrigſte Grad einer von den 3 Eigenſchaften beſtimmte die Klaſſe. Kein Fließ iſt aber ſo gleichartig, daß es nicht abweichende Theile haben ſollte, welche zu einem Sortiment fuͤr ein beſtimmtes Fabrikat nicht paſſen. Ungleichartige Fließe werden daher ſo weit zertheilt, als es die noͤthige Gleichartigkeit eines Sortiments fuͤr ſeine Beſtimmung er— fordert. Auch das gleichartigſte Fließ kann noch den 6— 8 Theils ſei— nes Gewichts Abgang haben. Es wird alſo, ſo weit Auge und Griff Abweichungen bemerken koͤnnen, um den Rand beriſſen. Die auf dieſe Weiſe entſtehenden Abriſſe ſind natuͤrlich von ſehr verſchiedener Art. Abriſſe von gleichartigeren Fließen ſind ſanfter und gleicharti— ger, als Abriſſe von weniger uͤbereinſtimmenden Fließen. Bei großen Wollpartien werden daher die Abriſſe nach den verſchiedenen Wollhaufen, von denen ſie genommen ſind, geſondert gehalten, und nur die uͤbereinſtimmenden unter einander gethan, wenn ſie nicht weiter ſortirt werden ſollen. Unſortirte Abgaͤnge ſeloͤſt von hochveredelter Wolle koͤnnen we— gen ihrer Ungleichheit nur zu gewoͤhnlichen Fabrikaten gebraucht werden. Werden aber die Abriſſe ſortirt, ſo kommen zuerſt alle Stuͤcke, welche nicht mehr weiß, ſondern von der Lagerfeuchtigkeit durchbei— zet ſind, allein. Hierauf werden alle reinen Stuͤcke, welche noch einen regelmaͤ— ßigen Haarwuchs haben, von allen andern geſondert, deren Wolle nicht regelmaͤßig gewachſen iſt, und wieder nach ihrer Verſchieden— heit ſortirt. Alle Stuͤcke aber von unregelmaͤßigem Wuchs, wie knotige, verfilzte und dergl. kommen fuͤr ſich, und koͤnnen allenfalls nur noch nach Laͤnge und Sanftheit, wenn es der Muͤhe lohnt, ſortirt wer— den. Stuͤcke der letzten Art machen auch nur die eigentliche Stuͤck⸗ wolle aus. Das ſt ſp ſch Unres Verwiſch Gelb item ord farben in rinunt; do Der Febriennter ur ſo we das ene ſt oder! M deen ma Plectoral hat. die duvor ang ſtiumt In ftemder; dert von noch zum dm giſtcr Naade widin d Eben bleiben. Der dun St be. D Und den Dah zum Va Nur fir den hnitt m Knds an ein gen dynſehet Klaſſe der, 1 n 3 henten nicht abweite tein beſtinne heilt, als 6 Beſtimmun fimmun — 8 Thait hungen benire d nrrirſich we und gleicharti Fen. driſſe nach de ſind, geſondr inander getf le können aten gebraut ſt alle Stith igkeit durcli einen raelmi „ deren Volle Vrrſchiden. wie knotigt alls nur vof ſortirt wen ntliche Silt Fuͤnftes Kapitel. 217 Das Sortiren der Stuͤckwolle nimmt aber viel Zeit weg, und iſt alſo ſehr koſtſpielig. Unregelmaͤßig gewachſene Stuͤckwolle kann fuͤr ſich allein(ohne Vermiſchung) nur zu ganz gewoͤhnlichen Artikeln verbraucht werden. Gelb und braun gewordene Wolle taugt noch viel weniger zu einem ordentlichen Fabrikat, indem ſie ſo wenig dunkle als helle Farben in dem Grade und ſo gleichmaͤßig, wie weiße Wolle an— nimmt; dabei auch zu muͤrbe iſt. Der Zwiſchenhaͤndler, der ſich nicht mit der Genauigkeit des Fabrikanten bei der Sortirung befaſſen kann, bringt ſeine Wolle nur ſo weit in Sortimente, daß der Abnehmer uͤberſehen kann, ob das eine oder andre ſeinen Beduͤrfniſſen im Allgemeinen angemeſſen iſt oder nicht. Merinoswolle wird unter 7 bis 8 Abtheilungen gebracht, wel— chen man die Bezeichnungen Super Electoral, erſte und zweite Electoral, erſte und zweite Prima, Secunda und Tertia gegeben hat. Die Graͤnzen einer jeden dieſer Abtheilungen koͤnnen aus den zuvor angegebenen Gruͤnden nicht anders als nach Gutduͤnken be— ſtimmt werden. In London kommen ohngefaͤhr 40,000 Ballen zu 2 Centner fremder Wolle zuſammen. Darunter befinden ſich nur einige Hun— dert von dem erſten Sortiment. Und dieſe geringe Quantitaͤt iſt noch zum Theil aus ſolchen Partieen gezogen worden, welche auf dem Feſtlande zuruͤck bleibt. Ungleichartige Fließe werden ebenfalls getheilt, und jeder Theil wird in das ihm zukommende Sortiment gebracht. Eben ſo wird mit den Abgaͤngen verfahren, welche fuͤr ſich bleiben. Der Zwiſchenhaͤndler muß die Wolle vor dem Sortiren erſt vom Staube und andern Unreinigkeiten durch Klopfen befreien laſſen. Das Sortiren koſtet uͤberhaupt unglaubliche Muͤhe und Zeit, und dies um ſo mehr, je unreiner und zerſtuͤckelter die Wolle iſt. Daher kann auf den Oekonomien dieſer Verrichtung Vieles zum Vortheil eingeleitet werden, ohne Nachtheil des Beſitzers. Nur kann Wolle in der erſten Hand im Allgemeinen weder fuͤr den Handel noch fuͤr die Fabrikation ſortirt werden. 218 Zweiter Theil. Dritter Abſchnitt. Sechstes Kapitel. Von den beſondern Erforderniſſen der Wolle als Waare. §. 190. Kein Fabrikant kann ſeinen Betrieb auf alle Fabri— kate, kein Wollhaͤndler ſeinen Handel auf alle Gattungen aus— dehnen. Jeder Einzelne ſucht nur ſeinen Bedarf nach ſeinen Beduͤrf— niſſen zum moͤglichſt billigſten Preiſe. Nicht Alles paßt fuͤr ſeinen Zweck und fuͤr ſein Zahlungsver— moͤgen. Preiſe und Werth haben fuͤr ihn eine Graͤnze. Der Fabrikant ſieht demnaͤchſt auf die erforderlichen Eigen— ſchaften der Wolle, in Bezug auf die daraus zu verfertigenden Fa— brikate, unter Beruͤckſichtigung ihrer Bearbeitungsfaͤhigkeit. Ein Fabrikant oder Kaufmann kann 1. mehrere Gattungen Wolle entweder gar nicht, oder doch nicht mit gleichem Vortheil gebrauchen; 2. kann er nicht jede beliebige Quantitaͤt uͤbernehmen. Wenn auch ſein Fond hinreicht, ſo verdirbt ſie ihm doch, wenn er ſie nicht vor der Zeit anwenden kann; 3. ſeinen Bedarf kann er nur zu dem Preiſe einkaufen, den er mit dem noͤthigen Ueberſchuß wieder zu erlangen hoffen kann. Jede Fabrikeinrichtung fuͤr beſtimmte Fabrikate bildet naͤmlich mit der Zeit ein geſchloſſenes von andern verſchiedenes Ganzes, welches ſelbſt fuͤr die naͤchſtverwandten Fabrikate oft nicht zu ge— brauchen iſt. Eine Caſemirfabrik iſt keine Tuchfabrik. Je groͤßer die Veraͤnderung des Fabrikats iſt, deſto noͤthiger iſt ein neuer Markt. Denn eine Zeuchart veraͤndern heißt alte Kunden aufgeben, um neue zu ſuchen. Bei einer dargebotenen Wolle beruͤckſichtiget der Kaͤufer ferner, ob ſie fuͤr ſich allein durchgaͤngig, und vielleicht zu mehrern Zwecken, oder ob ſie nicht ohne Vermiſchung mit anderer Wolle von ihm verbraucht werden kann. Das gleichartigſte Fließ in der geſuchten Gattung iſt ihm in jeder Hinſicht das Nutzbarſte, indem er deſto weniger minderbrauch⸗ bare Abgaͤnge zu gleichen Preiſen mit der beſſeren Wolle zu bezah— len hat. gr üb nic mn C wolläufget Auch indem Fel Fiulniß i Hüher Kelnen nich Tuben pen a meiden, weit ſi handel no hfeis uf denden da an ſich u Eine ds Vun hrit. àr Völeit ö auf alez Gattungn h ſeinen e ſein Jahlunde rin. orderlichen ein verfertigenden Ffahigkeit „oder doch nit nehmen. Vm doch, wenn er te bildet niii iedenes Gmn⸗ oft nicht z rik. —, deſpo nitſn ndern heißt in er Käufer ferner weſtern Zwecken Polle von inf zung iſt ir r minderbrue 2h! Tollezu lch Sechstes Kapitel. 219 Er uͤberſchlaͤgt ferner den Verluſt, den er bei der Reinigung noch an Gewicht erleiden kann, eben ſo auch Zeit und Koſten ihrer vorlaͤufigen Behandlung, z B. der Sortirung. Auch ſieht der Kaͤufer auf den trocknen Zuſtand der Wolle, indem Feuchtigkeit ihr gar zu bald die Kraͤfte benimmt und ſie in Faͤulniß uͤbergehen laͤßt. Hoͤhere Eigenſchaften der Wolle, welche fuͤr den Zweck des Ein— zelnen nicht nothwendig erforderlich ſind, oder ihm keinen zufaͤlligen Nutzen gewaͤhren koͤnnen, erkennt er nicht an. Er ſucht aber Alles zu meiden, was ihm Verluſt bringen koͤnnte. Der Kaufmann, welcher die Beduͤrfniſſe mehrerer Fabrikanten zu befriedigen ſucht, oder auf freiem Markt groͤßeren Nutzen von Waaren mit hoͤheren Eigenſchaften zu erlangen hoft, laͤßt dieſe, ſo weit ſie in der Wolle enthalten ſein koͤnnen, fuͤr ſich nicht unbe⸗ merkt, und bezahlt mehr, wenn Concurrenz vorhanden iſt. Der Zwiſchenhaͤndler hat noch mehr als der Fabrikant noͤthig auf Reinheit der Wolle zu ſehen, weil ſich eine Waare nie unſiche— rer beurtheilen laͤßt, als im unreinen Zuſtande, auch ſich am wenig— ſten darin empfiehlt. Der Fabrikant hat noch die Moͤglichkeit vor ſich, einen Scha— den auf anderen Wegen wieder ausgleichen zu koͤnnen, als jener, der den Stoff nur im rohen Zuſtande wieder verkauft. Er hat ferner um des ſchnellen Umſchlags willen noch mehr, wie der Fabrikant zu beruͤckſichtigen, ob ſich die Wolle ſchnell in Sortimente darſtellen laßt, was durch Unreinigkeit jeder Art, durch Beſtaubung, Zerſtuͤckelung und Zuſammenklebung der Fließe ſo ſehr erſchwert wird. Der Zwiſchenhaͤndler hat endlich uͤberhaupt auf alle moͤgliche Erforderniſſe jetzt um ſo mehr Ruͤckſicht zu nehmen, als der Woll⸗ handel nach den auswaͤrtigen Handels- und Fabrikoͤrtern groͤßten⸗ theils auf dem Wege der Commiſſion betrieben wird, und den Su⸗ chenden dadurch ein groͤßerer Spielraum zur Auswahl eroͤffnet iſt. §. 191. Ueber Verſchiedenheit der Verkaͤufe. Bei Vergleichungen koͤnnen leicht hervorſtechende Fehler der einen Partie an ſich von geringerer, dagegen verborgene Fehler an einer andern von groͤßerer Wichtigkeit ſein. Eine ſubtile Verſchiedenheit in Geſtalt, Sanftheit, Kraft, Art des Wuchſes, Gleichartigkeit und Reinheit kann in den Augen 220 Zweiter Theil. Vierter Abſchnitt. des Kenners eine Werthſchaͤtzung mit 10— 15— 20 Prozent Un⸗ terſchied zu Wege bringen. Ein Vorzug in dieſer Beziehung koͤmmt dem Verkaͤufer immer zu ſtatten. Im Fall des Uebergewichts der Verkaͤufer beſteht er auf einem hoͤheren Preis. Iſt aber das Uebergewicht auf der Seite der Kaͤufer, ſo verkauft jener wenigſtens mit zuerſt. Uebrigens haͤngt der Werth einer Waare immer von derjeni— gen Beſchaffenheit ab, welche ſie im letzten Augenblick des Ver— kaufs hat. Vierter Abſchnitt. Ueber die Bedingungen des Gebrauchs⸗ werthes der Wolle. §. 192. Ueber die Bedingungen des Gebrauchs⸗ werthes der Wolle. Wolle kann leicht ſo beſchaffen ſein, daß ſie ſich zu einem Faden ſpinnen laͤßt, wenn ſie nur nicht gar zu kurz, zu ſchwach, zu unloͤsbar oder zu unrein iſt. Um aber verwebt werden zu koͤnnen, dazu gehoͤrt ſchon etwas mehr Feſtigkeit. Wolle iſt fuͤr beſondre Fabrikate um ſo brauchbarer, je mehr ſie in Hinſicht der Laͤnge, Feinheit, Geſchmeidigkeit, Elaſtizitaͤt(mit Inbegriff der Ergiebigkeit), Feſtigkeit, Gleichartigkeit, leichten Behandlung, und Reinheit den Forderungen ihrer Fabrizirung und des Fabrikates ſelbſt ent⸗ ſpricht.. Lon fir meſ 1. Längt 2. Fein dur N wenig trfunden. Rr) Rij ſezn br 3. Tld ſüe hatt dei jeder j D'f fat gegel Dihſe) dinen defn malgräße Pächn Nnſe N. Vrtaͤknil de feſen, Alein⸗ thrfühtes die und Jornient benen d Em Betract: tigen Ver ſchnit. — I Ww, Nruſnt Nor. M Veräänſe inm zerkaͤufer beſtgt, vicht auf de 8 lſt. zeimer von di genblick des 4 Geörauch es Gebrauch ſchaffen ſein, nur nicht gu pört ſchon en chbarer, jen it) kates ſahſt Vierter Abſchnitt. 221 Von dieſen Eigenſchaften laſſen ſich nach Maaßſtaͤben ohnge⸗ faͤhr meſſen: 1. Laͤnge in mehreren Stapeln und 2. Feinheit, doch nur am einzelnen Haar. Zur Anwendung bei einer Maſſe von Wolle hat man bis jetzt ſo wenig fuͤr Feinheit wie fuͤr die uͤbrigen Eigenſchaften Maaßſtaͤbe erfunden. Nur der Grad der Reinheit laͤßt ſich pruͤfen. Bei jeder Eigenſchaft laͤßt ſich eine Groͤße denken, in welcher ſie zu beſtimmten Zwecken am angemeſſenſten iſt. Z. B. wenn wir fuͤr noch mehrere Eigenſchaften ſchon Maaß— ſtaͤbe haͤtten: bei der Laͤnge 2 ½ Zoll, Feinheit 22 Bogen, Sanftheit 10 Grad, Elaſtizitaͤt 6 Grad, Feſtigkeit 10 Grad, Gleichartigkeit 10 Grad, Reinheit 12 Grad, leichte Behandlung 10 Grad, bei jeder dieſer Eigenſchaften mehr oder weniger. Dieſe Beiſpiele ſind hier ohne alle Anwendung auf ein Fabri— kat gegeben. Diejenige Groͤße nun, welche bei irgend einer Eigenſchaft fuͤr einen beſtimmten Zweck am angemeſſenſten waͤre, koͤnnte ihre Nor⸗ malgroͤße fuͤr dieſen Zweck heißen. Welchen Antheil nun jede beſondere Eigenſchaft einer gegebenen Maſſe Wolle an ihrem Gebrauchswerthe habe, oder in welchen Verhaͤltniſſen alle in Hinſicht auf ihren Gebrauchswerth zu einan⸗ der ſtehen, iſt bloß Sache der Erfahrung. Allein die Darſtellung dieſer Verhaͤltniſſe ließe ſich doch in ein ohngefaͤhres Syſtem bringen, wenn die Brauchbarkeit als ganze Groͤße, und fuͤr eine gewiſſe Groͤße jeder beſondern Eigenſchaft ein Normalantheil davon beſtimmt wuͤrde, womit denn bei jeder gege— benen Wolle jede einzelne Eigenſchaft verglichen werden koͤnnte. Eine ſolche Aufſtellung ſetzte freilich die Meßbarkeit jeder in Betracht kommenden Eigenſchaft, und eine Baſis fuͤr die gegenſei— tigen Verhaͤltniſſe aller nach Verſchiedenheit der Fabrikate voraus. 222 Zweiter Theil. Vierter Abſchnitt. Zum Beiſpiel fuͤr irgend ein Fabrikat waͤren als Normalgroͤ— ßen anzunehmen: wäre faergeſehe auf: ine Laͤnge. von 2 ¾½ Zoll 4 eine Lönge von 2 Zol⸗ und das gegen⸗/ 15 Feinheit..„ 6 Grad, ſeitige Verhäͤlt⸗ 7's Geſchmeidigkeit„ 10„ nuß in dem An⸗ 12 Fſaſtirita. theil an der 4— 1 Elaſtizilat e 6/ Brauchbarkeit 15 Feſtigkeit..„ 10„ fuͤr jede Eigen⸗ 4 25 Gleichartigkei aft,(d a Gleiihardertei.„ 10„ V ditfie ain rs leichte Behandlung„ 10„. ſo ließe ſich auf dieſe Werthantheile jeder Preis einer gegebenen Wollpartie repartiren. Wenn wir nun fuͤr den ganzen Werth die Zahlen 32 Rthlr. oder 160 Rthlr. annehmen, ſo wuͤrden nach den Normalſaͤtzen auf jede einzelne Eigenſchaft in der vorhergehenden Folge zu ſtehen kommen: 2 Rthlr. 10 Rthlr. 8.„ 40„ 4 20 77 2 7 10 77 4„ 20„ 8„ 40„ 4/ 20 7 32 Rthlr. oder 160 Rthlr. Der Grad der Reinigung koͤnnte ebenfalls zu einer Werthpo⸗ tenz erhoben werden. Ihr Werth laͤßt ſich aber in gegebenen Faͤl— len am kuͤrzeſten nach dem Gewichtsverhaͤltniß beſtimmen, welches ſich aus der Pruͤfung ergiebt. Sobald eine Sache durch die Beſchaffenheit einer einzigen Eigenſchaft fuͤr einen beſtimmten Zweck unbrauchbar wird, helfen die uͤbrigen zu dem vorgeſetzten Zweck nichts. Die Unbrauchbarkeit einer Sache fuͤr den einen Zweck, macht ſie aber darum noch nicht unbrauchbar fuͤr den andern. In dem einen Falle kann ſie einen hoͤheren, im andern einen geringeren Werth haben. Es kann aber auch der umgekehrte Fall ſtattfinden. 3 git ſe rriche un! lemn Vert Eit! ar Norme) ie Bruucht Dieſe n ‿ deen Anthe! Bei jed! Aige iſt ee gaccem Gre Jeder en kraucbarkeit Derhantheit Jlächuid, oh. dum T Auf ane, anthei Däi r So kine tung un da wice Dueihſ de Cuff Jal, ſ (nnc de äine gi Maaßſide denänftie harkeit auf hritt. n als thurien 11 1 5 pötenz.* 4 einer ge ge geöin anzen Verth n, ie Cigenſchaft einer We 3 gegebenen d immen, welche aner einjigen r vitd, helfe zweck, mih ern. n andern tin umgekthttrd” dls Narnale Vierter Abſchnitt. 223 Mit jedem beſondern Zweck aͤndern ſich aber auch die Nor⸗ malſaͤtze und die Graͤnzpunkte fuͤr jede beſondere Eigenſchaft und ihren Werth. Es iſt denkbar, daß jede auf' oder abſteigende Entfernung von der Normalgroͤße endlich auf Punkte fuͤhren muͤſſe, mit welchen die Brauchbarkeit der Sache zu dem beſtimmten Zwecke aufhoͤrt. Dieſe Punkte koͤnnten Graͤnzpunkte des Gebrauchswerths fuͤr gegebene Faͤlle heißen. Die Normalgroͤße jeder einzelnen Eigenſchaft bezeichnete als— dann ihren Antheil am hoͤchſten Werthe, und die Graͤnzpunkte ihren Antheil am niedrigſten Werthe. Bei jeder zu einem beſtimmten Zweck fuͤr brauchbar erkannten Sache iſt es denkbar, daß ihre verſchiedenen Eigenſchaften nicht in gleichem Grade den Forderungen entſprechen koͤnnen. Jeder einzelnen Eigenſchaft geht alsdann, wenn mit der Un— brauchbarkeit fuͤr den beſtimmten Zweck Verluſt eintritt, an ihrem Werthantheil ſo viel verloren, als ſie ſich von ihrem Normalſatz, gleichviel, ob auf- oder abſteigend, entfernt. Zum Beiſpiel: Auf eine Normallaͤnge von 2 ½⅞ Zoll fiele der Werth⸗ antheil mift............ 2 Ntlhlr. Bei der aͤußerſten Laͤnge von 5 Zoll aber nur mit. 1„ So kaͤme auf 2½ Zoll Unterſchied eine ziee hunnde rung un........... 1 Rtehlr. Die wirkliche Laͤnge einer Partie Wolle waͤre im Durchſchnitt 3 ½ Joll; die Entfernung der Laͤnge vom Normalſatz alſo 1 Zoll, ſo betruͤge die Werthminderung..... 2 Rthlr. (nach dem Verhaͤltniß: 2 ½ Zoll: 1 Zoll— 1 Rthlr.:* Rthlr.) Das Vorzuͤgliche oder Mangelhafte vereinter Eigenſchaften wuͤrde ſich alſo auf dieſem Wege genau ermitteln laſſen. Ob es nun gleich nie dahin kommen wird, den Gebrauchswerth einer gegebenen Wolle auf dieſe Weiſe zu ermitteln, wenn auch Maaßſtaͤbe dazu vorhanden waͤren; ſo beruhet demohngeachtet jede vernuͤnftige Beurtheilung einer Sache in Hinſicht ihrer Brauch⸗ barkeit auf einer dunkeln Vorſtellung aller Verhaͤltniſſe, ohne daß 224 Zweiter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. man ſich oft ſelbſt in der Praxis genaue Rechenſchaft davon zu ge— ben weiß. Dieſe vergleichende Darſtellung moͤge uͤbrigens dem minder bewanderten Theoretiker zum Beweis dienen, wie wenig eine ein— zelne der erforderlichen Eigenſchaften, z. B. Feinheit, das Ganze der Brauchbarkeit einer gegebenen Wolle ausmacht. Daß wir die Feinheit fuͤr ſich hoͤher ſchaͤtzen, als ihr verhaͤlt— nißmaͤßiger Antheil bei der Anwendung der Wolle mit ſich bringt, liegt blos darin, daß wir mit ihr noch andere Erforderniſſe in Verbindung vermuthen. Fuͤnfter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der Grundlagen, welche die einzelnen Eigenſchaften der Wolle zunaͤchſt bedingen, als Einleitung fuͤr die Merinosſchaafzucht. Erſtes Kapitel. Von denjenigen Eigenſchaften der Wolle, welche blos allein vom Koͤrper abhangen, naͤmlich von der Gleichartigkeit der Haare und der Dichtheit ihres Standes. §. 193. Gleichartigkeit der Haare in Form und Groͤße auf jeder einzelnen Stelle des Hauptfließes. 1. Die Bedingung der Gleichartigkeit unter allen Haaren welche nie vollkommen iſt, ſondern nur als dem hoͤchſten Grade der Vollkommenheit ſich annaͤhernd gedacht werden kann, liegt einzig und allein im Koͤrper. gddetſ ni vrrſchn um. Gleicht ſde für ſi räben zu Wenn dhwechſell,5 and des Dir glacharige ud Unfangt 9 De 1 Se wie de däthen⸗ dra(inditl ben ſ me dn Nachko in denſebene Aif d Darthmeſe rung und Verhältni 3m 9 gewiſe Wa du erzeugen. beenden E und Jobi von der R Toͤr tde Eigen uge zu ih der E ſwichen den hritt haſt wumn g, gens den yi nſeit das ö ft. als ihr ue e mit ſich h Erfordernſ * vi wech Volle beirhng iht. volle, u namlich de e und de ̈ ᷣ 3 em und Gti 6. rallen hon hoͤchſten G den kam Erſtes Kapitel. 225 Weder Nahrung, noch aͤußere Einwirkungen,(die Vermiſchung mit verſchiedenen Staͤmmen ausgenommen) aͤndern Ungleicharti⸗ ges um. Gleichartigkeit und Ungleichartigkeit der Haare vererben ſich, jede fuͤr ſich, immer nur zu beſtimmt, um ſie nicht dem Koͤrper zu— ſchreiben zu ſollen. Wenn Figuren und Durchmeſſer an einzelnen Haaren zufaͤllig abwechſeln, ſo zeigt ſich die angeborne Ungleichartigkeit der Form und des Durchmeſſers verhaͤltnißmaͤßig fort, und bei urſpruͤnglicher Gleichartigkeit veraͤndern ſich alle Haare in gleicher Groͤße. Form und Umfang ſtimmen im letzten Fall, in jedem Zeitpunkte uͤberein. 2. Der Dichtheitsgrad des Haarſtandes. So wie die Gleich-oder Ungleichartigkeit der Haare haͤngt auch der Dichtheitsgrad einzig und allein von der Raſſe und der beſon— deren(individuellen) Beſchaffenheit des Thieres ab. Beide verer— ben ſich am allergetreueſten. Den Dichtheitsgrad findet man bei dem Nachkommen in jedem Alter ſo, wie er bei ſeinem Stammvater in demſelben Alter war, in den meiſten Faͤllen wieder. Auf alle uͤbrigen Eigenſchaften aber, naͤmlich Form, Laͤnge, Durchmeſſer, Geſchmeidigkeit, Elaſtizitaͤt und Feſtigkeit wirken Nah— rung und Eindruͤcke von außen mit dem Koͤrper in verſchiedenen Verhaͤltniſſen gemeinſchaftlich. Im Koͤrper des Thieres iſt erſt die Moͤglichkeit bedingt, eine gewiſſe Wollart, innerhalb der der Raſſe eigenthuͤmlichen Spielraͤume zu erzeugen. Seine Einrichtung beſtimmt die Graͤnzen jeder beſondern Eigenſchaft fuͤr ſich. Der Grad ihrer Entwickelung und Ausbildung aber, ſoweit ſie jene Spielraͤume geſtatten, haͤngt von der Nahrung und der uͤbrigen Haltung ab. Weder Nahrung noch Haltung werden einer Wollart eine poſi— tive Eigenſchaft geben, wenn die Thierraſſe von Natur keine An— lage zu ihrer Erzeugung erhalten hat. Der Einfluß von beiden beſchraͤnkt ſich nur auf die Spielraͤume zwiſchen den vom Koͤrper geſteckten Graͤnz⸗Punkten. 15 226 Zweiter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Zweites Kapitel. Bedingungen der Geſtalt, Groͤße und Grund— ſtoffe, welche mit einander zum Theil im Koͤrper, zum Theil außer demſelben ihren Grund haben. §. 194. Die Geſtalt oder Form iſt einzig und allein in den Grundſtoffen, folglich in der Thierart begruͤndet. Sie kann durch Groͤße und Zuſtand des Koͤrpers, ſo wie durch Nahrung nur inner⸗ halb gewiſſen Grenzen unterſchiedlich dargeſtellt(modificirt), aber nie durch Nahrung oder aͤußere Einwirkungen allein erzeugt werden. Dieſe koͤnnen auf die Geſtalt des Haares nur foͤrdernd oder min⸗ dernd, hemmend, ſelbſt vernichtend, aber nicht hervorbringend wirken. Die Geſtalt geht nur aus den Grundſtoffen hervor, ſteht zur Groͤße des Haares in einem gewiſſen Verhaͤltniß, und haͤngt alſo zugleich von dem Ernaͤhrungsvermoͤgen der Haarwurzel und des Koͤrpers, und von der Menge des innerhalb einer gewiſſen Zeit zu— gefuͤhrten Naͤhrſtoffes, unter Begleitung anderer Eigenſchaften ab. Nur das Merinoswollhaar, und kein anderes, bedarf im Ver⸗ haͤltniß zu ſeiner Geſchmeidigkeit einer gewiſſen Groͤße des Durch— meſſers um fuͤr die Form empfaͤnglich zu ſein. Je groͤßer ſein Durchmeſſer iſt, deſto geringere Neigung hat es ſich uͤberhaupt kreisaͤhnlich(oder koncentriſch) zu richten. Die Faͤhigkeit des Haares, in ſeinen Figuren eine koncentriſche gichtung anzunehmen, ſetzt als erſte Bedingung Geſchmeidigkeit ſeiner Subſtanz voraus, bevor die Figur in einen beharrlichen Zu— ſtand koͤmmt. Da nun jeder feſte Koͤrper, oder jeder ſeiner Theile ſeine bleibende Form erſt im letzten Moment der Erſtarrung ſeiner fluͤſſigen Theile annimmt; ſo laͤßt ſich vorausſetzen, daß das Haar ſehr geſchmeidig aus der Haut hervortreten muß, um dieſe Geſtalt des Merinoswollhaares annehmen zu koͤnnen. Demnaͤchſt bedarf das Haar zur Beibehaltung ſeiner Form einer gewiſſen Kraft, wenn es darin beharren, und gegen aͤußere Ein— wirkungen einigermaßen geſchuͤtzt ſein ſoll. Das Gegentheil erkennt man an den ſchlichten Lammhaarſpitzen und an anderer kraftloſen Wolle, deren Spitzen ſich leicht entkraͤuſeln. —— Merinosw Ein w. anliſe, 1 liden konn wigt it Einft V gehaltrcher aänier llpi ich fchr. geön dſ Dan. Ä. grdinger,d der Formi tl, und! wo Griſe Die tich darſte tinige Na der Doghn Al die dem häͤkniß d aler aufm nicht aus d Sonſ langts zm Durcmeſe Gleit Gleichhe näßigkei nit ſch ſt. dine tin ſ u häͤlt da Haate nat und iſte iſt die n Vole ric und allein i Sie kann e modiftitt n erzeugt wende Ndernd oder ni ardringend wite hervor, ſieht und ſaͤngt al 1 wurzel und der gewiſſen Joit z Goenſchaſttn Mroͤße des D ere Neigung u richten. eine koncentit eſchmeidigin behatrlihen der ſeiner dh Erftrrung ſein , dyß de Haa un dieſe Geſti iner Form ein hen außere d Lammhantſi acht entkrinin Zweites Kapitel. 227 Ein weitlaͤuftiger Abſtand der Haare unter ſich ſcheint zu ver⸗ anlaſſen, daß hoͤhere Bogen entſtehen oder vielmehr ſich beſſer aus— bilden koͤnnen; wenn die Raſſe einmal zur kreisfoͤrmigen Geſtalt ge— neigt iſt. Einfluß der Nahrung auf die Geſtalt. Die Form der Merinoswolle entwickelt und erhaͤlt ſich bei minder ſaftvoller, aber gehaltreicher Nahrung am erſten. Wieſen und Kleeweiden ſind bei einiger Ueppigkeit derſelben der Form nicht guͤnſtig. Sie wird naͤm⸗ lich flaͤcher. Gutes Wieſen- und Kleeheu aber ſind abwechſelnd gegeben das beſte Futter dazu. Kleeheu allein treibt leicht flache Bogen. Mehlige Nahrung iſt im Nothfall, wenn auch in ſehr geringer, doch fortdauernd gegebener Menge, ebenfalls zur Erhaltung der Form, ſo wie anderer Eigenſchaften das beſte Unterſtuͤtzungsmit⸗ tel, und verdiente nie ganz weggelaſſen zu werden, beſonders da, wo Graͤſer und Kraͤuter mindergehaltvoll wachſen. Die Wirkung von gehaltloſem Gras dagegen laͤßt ſich auch bei nicht duͤrftigem Wuchs da, wo es im Sypaͤtherbſt eine Zeit lang die einzige Nahrung ausgemacht hat, bald an der verſchwundenen Hoͤhe der Bogen erkennen. Alle Wurzelgewaͤchſe haben keinen nachtheiligen Einfluß auf die dem Haar eigenthuͤmliche Form, wenn nur das gehoͤrige Ver— haͤltniß derſelben zum trocknen Futter, das ſich nach der Erfahrung aller aufmerkſamen Schaafzuͤchter im Allgemeinen feſtgeſtellt hat, nicht aus den Augen gelaſſen wird. Sonſt treiben zu viele waͤſſrige Nahrungsmittel wohl ein langes Haar, aber in flachen Biegungen zwar mit einem kleineren Durchmeſſer aber mit um ſo geringerer Kraft. Gleichheit der Form. Eine Hauptbedingung der Gleichheit der Figuren eines Haares liegt in der Gleich— maͤßigkeit einer angemeſſenen Temperatur. Jedes Wollhaar neigt ſich naͤmlich zu dem Koͤrper hin, in welchem Elektrizitaͤt rege iſt. Eine angeriebene Stange Siegellack zieht das Haar an, aber eben ſo auch die Hand ſelbſt, auch wenn man es gerade aufrecht haͤlt. Bei hoͤherer Temperatur des Thierkoͤrpers ſenken ſich die Haare nach Verhaͤltniß ihrer Geſchmeidigkeit, ihres Durchmeſſers und ihres Abſtandes mehr nach der Haut zu. Daher bilden ſehr oft die regelmaͤßigſten Haare den unanſehnlichſten Stapel, wenn die Wolle nicht ſehr dicht ſteht. 15* 228 Zweiter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Derjenige Theil der thieriſchen Temperatur, welcher durch den inneren Zuſtand des Koͤrpers bedingt wird, haͤngt ab: von der inneren Lebensthaͤtigkeit des Thieres, ohne Ruͤckſicht auf Nahrung, von der Art und Menge der Nahrung und von dem Grade ſeiner Kraftanſtrengung. Aeußerlich aber haͤlt ein dichterer Stand der Wolle die Einwirkung einer aͤußeren niederen Temperatur mehr ab. Eine hoͤhere Dichtheit der Haare erwaͤrmt alſo mehr, als eine nie— drigere, und dann noch beſonders, wenn das Schweißfett auf den Spitzen der Haare durch die aͤußere Luft zaͤh geworden iſt, und alle Fettkluͤmpchen zuſammen bei kleinen Zwiſchenraͤumen gleichſam eine deckende Kruſte bilden. In der Verſchiedenheit der die Wolle umgebenden Temperatur liegt ſehr wahrſcheinlich auch ein Antheil an der Verſchiedenheit der Figuren zwiſchen den Perioden der Weide und des Aufenthalts im Stall, wenn waͤhrend dem letzten die Temperatur nicht ſo oft wech⸗ ſelt als waͤhrend der Weide. Doch kann die Verſchiedenheit der Form der Temperatur der Weide nicht allein zugeſchrieben werden, weil außer ihr noch Nahrung und andre aͤußere Einwirkungen von außen dazu kommen. Veraͤnderung der Form. Mit der Zunahme des Koͤrpers iſt auch die Form einer Veraͤnderung unterworfen. Die ſchlichteren Lammhaare werden, wie wir geſehen haben, durch krauſere Haare, und kleinere flaͤchere Bogen durch groͤßere kreisaͤhnlichere erſetzt. Sobald aber das Haar mit dem Stillſtande des Koͤrpers die⸗ jenige Form erlangt hat, welche ihm alsdenn urſpruͤnglich eigen iſt; veraͤndert ſich keine flaͤchere Form mehr in eine hoͤhere, ſondern alle Veraͤnderungen, denen ſie noch unterworfen werden kann, gehen auf Flaͤchung der Bogen bis zu ihrer gaͤnzlichen Schlichtung hinaus. Die Form des Haares ſcheint von Natur zur Entkraͤuſelung geneigt zu ſein, ſobald es nur aͤußeren Einwirkungen ausgeſetzt wird. Eine Hauptveraͤnderung erleidet es zunaͤchſt in der Spitze, je mehr ſich dieſe vom Koͤrper entfernet. Es entkraͤuſelt ſich, indem es zugleich in der Entkraͤuſelung erſtarrt. Reibungen, Winde, Feuch⸗ tigkeit und Regen ziehen naͤmlich die am naͤchſten ihnen ausgeſetzten Theile gerade; zu gleicher Zeit wird aber auch demſelben Theil des Haares durch dieſelben Einwirkungen und alsdenn auch noch durch Sonnenſchein Mark und Fett ausgeſogen. Das Haar erſtarrt alſo in ſeiner Entkraͤuſelung. Pahr tüſtr Haa virme ſic efarret. Auße⸗ Haares iſ Veranderl dogen ſi ünnen mit Derale ſ d R Iae oen Bil Forn der erkennen Mit Durchweſt des Haare Das ds giſcht Eine vermiſct, Otaui nie Das lete ſanen len vngade an ſeints Den ſo witd v Anglech. di dr aaar deß dige Gi unmitta Staub N auch der des Mar Zweites Kapitel. 229 Wahrſcheinlich iſt es aber auch, daß die groͤßere Entfernung dieſer Haarſpitze von der Haut durch die Entbehrung der Koͤrper⸗ waͤrme ſich ebenfalls um ſo ſchneller entformt, je fruͤher ihr Mark erſtarret. Außer dieſer beſtaͤndigen Veraͤnderung an dem oberen Theil des Haares iſt aber auch die Form des mittleren Theils noch zufaͤlligen Veraͤnderungen unterworfen. Hoͤhere, dem Haar eigenthuͤmliche Bogen koͤnnen mit flaͤcheren, nur nicht umgekehrt, und kleinere koͤnnen mit groͤßeren aber in aͤhnlicher Form abwechſeln. Dergleichen Veraͤnderungen haben in dem Einfluß und Wech— T nn ſel der Nahrung und aͤußerer Eindruͤcke ihren Grund. Jede Abaͤnderung in den einwirkenden Urſachen von nur eini— gem Belang laͤßt die Spuren ſchon innerhalb acht Tagen an der Form des Haares zuruͤck, welches man noch acht Tage ſpaͤter leicht erkennen kann. Mit der Form veraͤndert ſich auch in den mehreſten Faͤllen der Durchmeſſer, beſonders wenn die Veraͤnderungen mehr die Mitte des Haares betreffen. in ds dar Das Haar erhaͤlt ſich in ſeiner Form um ſo laͤnger, je mehr 1. es geſchuͤtzt iſt. vir e,n s Eine der beſten Decken fuͤr daſſelbe bildet Schweißfett mit Staub „. e vermiſcht, wenn die Haare ſelbſt ſchon dicht genug ſtehen, um den Staub nicht tief in die Wolle hineinfallen zu laſſen. des Körde Das Haar entformt ſich aber um ſo ſchneller, je weniger Ga— runglich ti lerte ſeine Beſtandtheile enthalten, je weniger es von fettigen Thei— len umgeden, und je mehr es durch eine minderdichte Anſchließung an ſeines Gleichen allen aͤußeren Einwirkungen ausgeſetzt iſt. Wenn die Koͤrperkraͤfte abnehmen, und der Haartrieb nachlaͤßt; ſo wird von da an die Bogenform zuerſt kleiner und zuletzt ganz ungleich. Die Gleichfoͤrmigkeit verſchwindet mit der gleichlaufenden Lage der Haare zugleich. Die Form wird in ihrer Ausbildung zuruͤckgehalten: durch uͤp⸗ pige Grasnahrung, durch unzureichende Ernaͤhrung der Haare, durch unmittelbare Beruͤhrungen und Belaſtungen mit Hautſchindeln, Staub und Schmutz, je laͤnger, deſto mehr, und dem Anſchein nach auch durch Ausſetzung an die Kaͤlte und darauf folgende Erſtarrung des Marks und Fettes. ore ſapde ohere, ſondene earr haat erian: 230 Zweiter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Wenn aber unter mehreren gleichfoͤrmigen Haaren ſich einzelne zeigen, an denen ſchlichte Stellen mit krauſen, uͤbereinſtimmende Bogen mit ungleichen abwechſeln: ſo liegt dies in der Raſſe des Thieres, und nicht in der Nahrung oder in aͤußeren Einwirkungen. Bei ſehr feiner Wolle koͤnnen kraftloſe Haare eben ſo ſchlichte Spitzen bekommen, als bei veredelter Wolle, z. B. nach anhalten— dem Regen. Mit der Gleichfoͤrmigkeit des Umfangs haͤngt auch die Gleich— foͤrmigkeit der Laͤnge zuſammen. Beide werden durch die Gleichmaͤßigkeit des Wachſens bedingt. §. 195. Von den Bedingungen der Groͤße des Haares. a) Aeußerſte Groͤße. Die moͤglichſt erreichbare Groͤße des Haares liegt: 1. in einem gewiſſen Verhaͤltniß zwiſchen den Koͤrpertheilen und dem Ganzen, 2. in der Grenze des Ernaͤhrungsvermoͤgens der Haarwurzel und des Koͤrpers, und 3. auf der innerhalb einer gewiſſen Zeit aufnehmbaren Menge von Naͤhrſtoff, folglich mit auf der augenblicklichen Faͤhigkeit der Haarwurzel und des Koͤrpers ſich zu ernaͤhren. Die Menge der Haarſaͤfte haͤngt von der Menge der allgemei— nen Nahrungsſaͤfte des Koͤrpers uͤberhaupt ab. Die Menge des Nahrungsſtoffes fuͤr den ganzen Koͤrper haͤngt wieder von der Menge der Nahrungsmittel und von dem Vermoͤ— gen des Koͤrpers ab, ſie aufzunehmen. Die Groͤße der Haarwurzel ſteht ſehr wahrſcheinlich mit der Art des Zellgewebes in der genaueſten Beziehung. Das Anziehungsvermoͤgen der Haarwurzel beruht in Ruͤckſicht ſeiner Dauer auf ihrer eigenen Einrichtung, alsdenn auch noch auf ihrer unmittelbaren Verbindung mit der Fetthaut, als ihrem Sitz, und mit den uͤbrigen Hautſchichten. b) Die aͤußerſte Kuͤrze haͤngt von dem mindeſten Nah⸗ rungsverhaͤltniß zwiſchen Koͤrper und Haar ab. Fuͤr jede Thierart und jedes einzelne Thier giebt es eine aͤußerſte Kuͤrze, unter der das Haar nicht mehr fortbeſtehen kann. c) Auf die Laͤnge fuͤr ſich innerhalb der beſtimmten Graͤnzen wirkt nur allein der Grad des Haartriebes foͤrdernd oder hemmend. leuße d t durch 2 durch . beſtimmte 1. die? 2 dnwi Niſe. aitin zgjech uuf mg rne Aontic nuh dede ſetr Eine dal wied frag ſähr treten, ben wir rend den . ſhiedene iner Der der ga 9.1 Haares das davo und chen un Einti nen, Uü fuͤre, verlich nitt. mn ſch i üürrinſinne, in dr Nſ en Einvitin. eeben ſo ſit 5. nach angee auch die 6 zachſens b e des han legt: drpertſeitn Harrvurzel mbaren Mag kichen Fahigit dren. nge der alhme en Koͤret le⸗ on dem Va lich mit d uht in Fücſ n auch noch u ads iſten Et . G ninbeſen Nat s eine aufer kann. dr bcim zfoͤrdend Zweites Kapitel. 231 Aeußere Eindruͤcke koͤnnen nur hemmend mitwirken. d) Der moͤglichſte Umfang des Haares wird bedingt: 1. durch die moͤglichſte Ausbreitung der Wurzel, und 2. durch die moͤglichſte Menge der aufzunehmenden Saͤfte. e) Auf den Umfang des Haares allein innerhalb den beſtimmten Grenzen koͤnnen Einfluß haben: 1. die Veraͤnderung der Haarwurzel und Poren; 2. einwirkende fremde Stoffe und Koͤrper, z. B. Waͤrme und Naͤſſe. fk) Laͤnge und Umfang in Verbindung koͤnnen gleich— zeitig aͤhnliche Veraͤnderungen erleiden, wenn verſchiedene Urſachen zugleich auf die Groͤße des Haares einwirken, z. B. wenn die Nah⸗ rung vermehrt wird, und die Erweiterung der Haut in demſelben Augenblicke ſtattfindet, oder wenn die Nahrung vermindert wird, und die Haut ſich verengt. Beide Eigenſchaften koͤnnen aber auch gleichzeitig entgegenge⸗ ſetzte Einwirkungen erfahren, wenn z. B. die Nahrung vermehrt wird, indem ſich die Haut mehr zuſammenzieht. In dieſem letzten Fall wird die Laͤnge oder das Wachsthum befoͤrdert und der Um— fang ſehr wahrſcheinlich verkleinert. Moͤglicher Weiſe kann er ein— treten, wenn bei niedriger Temperatur die gehoͤrige Nahrung gege— ben wird. Alsdenn muß naͤmlich die letzte das Haar treiben, waͤh⸗ rend dem die erſte auf Haut und Poren zuſammenziehend wirkt. g) Laͤnge und Umfang koͤnnen gleichzeitig, aber in ver⸗ ſchiedenem Verhaͤltniß Veraͤnderungen erleiden, je nachdem bei einer Veraͤnderung in der aͤußeren Natur die Haut ſich verengt, oder zugleich mit der Haarwurzel ſich erweitert. §. 196. Von den Bedingungen der Grundſtoffe des Haares. Die Art der Grundſtoffe und ihre Theilverhaͤltniſſe, das davon abhangende Gefuͤge der Oberflaͤche und das phyſikaliſche und chemiſche Verhalten des Haares hangen zunaͤchſt von der inne— ren Einrichtung des Koͤrpers, und alsdenn von der Art des dem Haar zugefuͤhrten Naͤhrſtoffes ab. Sie beruhen hauptſaͤchlich auf dem Vermoͤgen des Koͤrpers, aus den ihm angewieſenen Nahrungsmitteln gewiſſe Stoffe ſich anzueig— nen, und dieſelben jeder beſonderen Abtheilung des Koͤrpers zuzu— fuͤhren, ſie beruhen alſo auf der Art des Thieres und ſeiner koͤr⸗ perlichen Beſchaffenheit insbeſondere. 232 Zweiter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Bei den ſo ſehr verſchiedenen Arten von Mitteln iſt es aber denkbar, daß unter den Vielheitsverhaͤltniſſen ihrer Grundſtoffe ein ſehr großer Unterſchied moͤglich ſein muͤſſe, welcher ſowohl von der Art, als der Menge der Nahrung herruͤhren koͤnne. Wenn auch jede beſondere Thierart aus einer Mannigfaltigkeit von Koͤrpern nur gewiſſe ihr gerade zutraͤgliche Naͤhrſtoffe an ſich zu ziehen eingerichtet iſt; ſo iſt doch nicht in Abrede zu ſtellen, daß bei dem Genuß verſchiedenartiger Mittel, oder einer gewiſſen Art von Mitteln in verſchiedenem Zuſtande und in verſchiedener Menge unter den vom Koͤrper daraus an ſich gezogenen Stoffen wenigſtens ein Unterſchied in den gegenſeitigen Vielheitsverhaͤltniſſen entſtehen muͤſſe, wie wir auch z. B. bei der Milch an den Folgen einer Weide in Heidekraut und einer Weide auf fetten Wieſen bemerken. Die Verſchiedenheit der Nahrungsmittel haͤngt wieder vom Bo— den und Klima, von der Kultur und von Zufaͤllen ab. Anhaͤnglichkeit der Haare. Die Anhaͤnglichkeit der Woll⸗ haare unter ſich iſt weniger in einer phyſikaliſchen Eigenſchaft allein, als in ihrer Struktur zugleich zu ſuchen. Die Wolle muß außer ihren Biegungen mit ſehr feinen Haͤkchen verſehen ſein, welche uns ſelbſt unter den Mikroskopen noch verborgen bleiben. Schlaͤgt man mit einem glatten Stabe in einen Wollhaufen hinein; ſo faͤhrt die Wolle uͤber demſelben oft ſo in einander zuſam— men, daß ſie ſich ohne Nachhuͤlfe nicht wieder von einander begiebt. Dies koͤnnte den Biegungen allein zugeſchrieben werden. Die gegen⸗ ſeitige Anhaͤnglichkeit der Haare bewaͤhret ſich aber noch beſtimmter, wenn man zwei Wollhaare unter einander in die leiſeſte Beruͤhrung bringt. Dieſe Eigenſchaft findet ſich ſowohl unter den feineren als groͤbe— ren Haaren, und kann nur vom Gefuͤge der Grundſtoffe abhangen. Drittes Kapitel. Von den Bedingungen der von den Grundſtoffen und der Groͤße des Haares zugleich abhaͤn⸗ gigen Eigenſchaften deſſelben. §. 197. Dazu gehoͤren: a) die Geſchmeidigkeit; 2)* 0) 5 dt Die ſ? ſiſtit. Eine i— hiſonã Die Aft de abaelit ) f. di Gins ni de vaac⸗ rſ vidr d. de brihrun ôO nüſen ſch dicken und hen Uberar da flſteen i wan ſe dif acten m z der tinzige M‚ Niht dlt; auch na Siſße nie ach d di h enen befin Lenn rrindt if ſent in Nanches ten i ſmf mn. in d 8 1. dur, 2 ein 1 3. durh hnit. ſiin ſt 6 hh a Grundif, „Munrixit ayrſf af de zu ſtele iner gewiſſn— ſchiedener M. lgen einer d bemerken. wieder von d nab. lichkeit der Vu Lherſchaſt ali Loll muß auft ein, welche uns 2 nen Volhhrufe anander zuſen einander beſi den. Die gir roch heſtinre iſte Beriſte teren als gi ſtoffe abhengn jundſofen döhan Drittes Kapitel. 233 b) die Elaſtizitaͤt; c) die Feſtigkeit, und d) die Dauerhaftigkeit der Subſtanz. Die ſanfte Elaſtizitaͤt zerfaͤllt in Geſchmeidigkeit und reine Ela— ſtizitaͤt. Eine glaͤnzende Oberflaͤche des Haarkoͤrpers beruht auf der (Cohaͤſion), Feſtigkeit oder der feſten Verbindung ſeiner Grundſtoffe. Die Auseinanderſetzung der Hauptgrundlagen wird hinreichen, die abgeleiteten Eigenſchaften zu erklaͤren. a) Geſchmeidigkeit. Die Geſchmeidigkeit wird zunaͤchſt durch ein gewiſſes Verhaͤlt⸗ niß der weicheren Beſtandtheile zu den feſteren, und dies Verhaͤlt— niß wieder durch die Art und Menge der Naͤhrſtoffe, alſo durch die Ernaͤhrungsfaͤhigkeit und die Nahrung beſtimmt. Die Saͤfte, welche die Haarroͤhre aus dem Koͤrper einſaugt, muͤſſen ſich aller Wahrſcheinlichkeit nach allmaͤlig in derſelben ver— dichten und ſich an die feſteren Theile der Roͤhre in ſo unmerkli— chen Uebergaͤngen anſetzen, daß man zwiſchen den weicheren und den feſteren Theilen keine ſcharfen Graͤnzlinien ziehen koͤnnte, wenn man ſie auch mit Huͤlfe oder Inſtrumente noch ſo genau zu beob⸗ achten im Stande waͤre. Der Grad der Durchſichtigkeit des Haares waͤre vielleicht der einzige Maaßſtab, dies Verhaͤltniß annaͤhernd zu beſtimmen. Nicht alle Nahrungsmittel befoͤrdern die Geſchmeidigkeit gleich gut; auch nicht an ſich zutraͤgliche Mittel in jedem Zuſtande. Suͤßes Heu und mehlige Nahrung befoͤrdern ſie beſonders, ſo wie auch Oehlkuchen. Die geringſte Geſchmeidigkeit geben alle Futterarten, welche in einem beſtimmten Volumen den wenigſten Naͤhrſtoff enthalten. Wenn aber im Innern des Haares keine Geſchmeidigkeit be— gruͤndet iſt, ſo helfen alle aͤußeren Huͤlfsmittel, z. B. fettigen Theile, ſie nicht laͤnger erhalten, als bis ſie erſtarren. Manches gut genaͤhrte Fließ fuͤhlt ſich bald nach dem Abſchee— ren ſehr ſanft, aber nur kurze Zeit der Luft ausgeſetzt, ſchon barſch an. Zu ihren Bedingungen gehoͤrt alſo mehr, als aͤußerliches Fett. Die Geſchmeidigkeit wird erhoͤhet . durch gehaltvolle Nahrung; hein gehoͤriges Verhaͤltniß fluͤſſiger Nahrung; 3. durch gehoͤrige Aufloͤſung derſelben, und — 234 Zweiter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. 4. durch Schweiß, welcher die Roͤhre umgiebt. Die Geſchmeidigkeit wird vermindert, durch 1. gehaltloſe Nahrung, z. B. durch ſogenanntes ſaures Futter; 2. durch ein Mißverhaͤltniß zwiſchen trockner und fluͤſſiger Nah— rung; 3. durch zu ſchnelle Erhaͤrtung der Subſtanz des Haares durch Beſtaubung, Winde, Naͤſſe, Sonnenſchein ꝛc. b) Dehnbarkeit der Subſtanz. Dieſe Eigenſchaft kann ohne Geſchmeidigkeit nicht gedacht wer— den, obgleich Geſchmeidigkeit ohne Dehnbarkeit da ſein kann. Dehnbarkeit ſetzt außer Geſchmeidigkeit noch eine eigenthuͤm— liche Zuſammenſetzung der Faͤſerchen voraus, wodurch ſie erſt moͤg— lich wird. Die Einrichtung liegt zunaͤchſt im Koͤrper und der Art der Naͤhrſtoffe. c) Die ſanfte Elaſtizitaͤt beſteht in einem gewiſſen Verhaͤltniß zwiſchen Geſchmeidigkeit und Streckkraft, welches bis jetzt in der Praxis noch nicht beſtimmt werden kann, wohl aber vorhanden iſt. Dies Verhaͤltniß wird durch gute Arten von Heu und durch mehlige Nahrung befoͤrdert, durch Alles aber behindert, wodurch nur Geſchmeidigkeit unterdruͤckt, und die Streckkraft des Haares zu groß werden kann. d) Feſtigkeit. Die Feſtigkeit der Haare beruht auf dem Zuſammenhange ihrer Subſtanz und wird uͤberhaupt bedingt durch das Haar-Erzeugungs— vermoͤgen des Thieres, durch hinreichende Naͤhrſaͤfte und einen gleichmaͤßigen Zuſtand des Thieres. Das ſchnellere oder langſamere Wachſen duͤrfte auf die Feſtig— keit des Haares nicht ohne Einfluß ſein. e) Dauerhaftigkeit. Die Dauerhaftigkeit der Subſtanz haͤngt von der Art ihrer Grundſtoffe, und dieſe außer von dem Thier zugleich von der Art der Nahrung ab. f) Arten der Einwirkungen auf jede einzelne Eigenſchaft der Haare. Jede beſondere Eigenſchaft kann alſo zu gleicher Zeit von meh— reren Einwirkungen betroffen werden, welche aͤhnliche oder entge— gengeſetzte Folgen haben koͤnnen. kinwirk briße d ach aif de a'F 5)1s )is hir Nur ſt di aglichte in leßten di gücf g dr Umſtäns Daſ . ſchwachetſc die Ged ſeirkerer des Snaras indern. Nahron uf de Ge wetden, n de Tyier denſei iſ di 6 de Geunde es g d H,⸗ R Maakes werden. erfordetn Aan tes und de Grun „— ſchritt 6 tes ſaures detr und fläͤſſte n WM des Huure des Han . nicht gedatt ſein kam j eine eigett durch ſie atr und der Au iſchmeiigket h zicht beſtim nHeu und du whindert, woder kkraft des hr mmenhange Haar⸗Erzeun tſafte und ſe auf de ii in dr At ijn ich von der⸗ ſede einitl erZeit von che oder eng Viertes Kapitel. 235 Viertes Kapitel. Von den Veranlaſſungen der Veraͤnderungen, welche jede Eigenſchaft fuͤr ſich, und mit andern in Verbindung treffen koͤnnen. §. 198. Ueber das gegenſeitige Verhaͤltniß der Einwirkungen auf die Grundſtoffe zu denen auf die Groͤße des Haares. Was auf die Grundſtoffe wirkt, kann auch auf die Groͤße wirken, naͤmlich: a) das innere allgemeine Ernaͤhrungsvermoͤgen; b) der Haartrieb insbeſondere; c) Art und Menge der Nahrung; d) aͤußere Einwirkungen. Nur ſind nicht einer jeden Einwirkung beide Theile nothwen— dig zugleich unterworfen, obgleich dies zufaͤllig ſtattfinden kann, und im letzten Fall wirkt ein Einfluß mit dem andern nicht nothwen— dig gleichfoͤrmig, wenn auch zufaͤllig, ſondern nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde entgegengeſetzt. Das innere Ernaͤhrungsvermoͤgen kann naͤmlich kraͤftiger oder ſchwaͤcher auf die Beſchaffenheit der Grundſtoffe wirken, ohne daß die Groͤße des Haares nothwendig dabei betroffen werde. Ein ſtaͤrkerer oder ſchwaͤcherer Haartrieb kann dagegen auf die Groͤße des Haares Einfluß haben, ohne die bisherigen Grundſtoffe zu ver— aͤndern. Nahrungsmittel koͤnnen auf beide, auf das innere Weſen und auf die Groͤße des Haares als auf zweierlei Weiſe wirkend gedacht werden, naͤmlich nach der Verſchiedenheit der Naͤhrſtoffe, welche das Thier aus ihnen zu ziehen vermag, und alsdenn nach Verſchie— denheit ihrer Vielheit. Die Grundſtoffe der Nahrungsmittel ſcheinen indeſſen mehr die Grundſtoffe des Haares, ihre Vielheit dagegen mehr die Groͤße des Haares beſtimmen zu helfen. Hieruͤber muͤſſen aber noch weitere Beobachtungen angeſtellt werden. Die Wichtigkeit und das Anziehende des Gegenſtandes erforderten eigentlich ſyſtematiſche Verſuche. Aeußere Einwirkungen treffen gewoͤhnlich das Weſen des Haa— res und ſeine Geſtalt mit dem Umfang, indem ſie die Verhaͤltniſſe der Grundſtoffe eher veraͤndern und den Umfang erweitern koͤnnen. 236 Zweiter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Die Erhoͤhung der inneren Lebensthaͤtigkeit duͤrfte ebenfalls eine Veraͤnderung auf die Beſchaffenheit der Grundſtoffe aͤußern, indem es nicht einerlei ſein kann, ob die Bereitung der allgemeinen Naͤhrſtoffe des Koͤrpers langſamer oder ſchneller vor ſich gehe. Bei einer behaglichen Lebensweiſe ſetzen ſich Naͤhrſtoffe ganz anders an, als bei beſtaͤndiger Unruhe. Die Veraͤnderungen der Haarwurzel mit denen der Haut und der Poren, wirken auf den Umfang und zum Theil auf die Laͤnge vielleicht ohne alle Beruͤhrung der Grundſtoffe ein. Das innere Weſen und die Groͤße des Haares koͤnnen ſich alſo, jeder Theil fuͤr ſich, veraͤndern, aber auch zufaͤllig mit einander Veraͤnderungen erfahren, welche unſere Zwecke zu foͤrdern oder zu behindern vermoͤgen, und zwar Veraͤnderungen von einerlei und von entgegengeſetzter Art. §. 199. Ueber die Veraͤnderungen des Durchmeſſers des oberen Theils des Haares insbeſondere in jedem Zuſtande des Thieres. Die Veraͤnderung des Durchmeſſers am oberen Theil des Haares iſt von der Veraͤnderung ſeiner Form zu unterſcheiden. Das Wollhaar wird an ſeinem oberen Ende gewoͤhnlich groͤ⸗ ber, je weiter es empor waͤchſt. Dieſe Haargattung iſt es aber nicht allein, welche einer ſolchen Veraͤnderung unterworfen iſt, ſondern alle Thierhaare haben ſie auf allen Stellen mit einander gemein, welche ſich von der Haut in einer gewiſſen Weiſe ſchon entfernt haben, den Flaum ausgenom— men, ſo lange er noch unter den uͤberſtehenden Haaren verborgen bleibt. Dieſe Veraͤnderung iſt nach Verſchiedenheit der Groͤße eines Haares verſchieden. Grobe lange Wolle verdickt ſich oft bis zur Haͤlfte und daruͤber, und an manchen Wollhaaren artet der obere Theil ſogar in wirkliche Undurchſichtigkeit und Starrheit, wie bei anderen Thierhaaren, aus. Da nie der umgekehrte Fall ſtattfindet, daß naͤmlich das Haar am oberen Theile einen kleineren Umfang bekoͤmmt, als es fruͤher hatte; ſo kann die naͤchſte Urſache jener Veraͤnderung auch nur von außen kommen, obgleich die Bedingungen der Empfaͤnglichkeit im Haare ſelbſt gegeben ſein muß., — Af nii bene Art ſi⸗ jen dwiſi rnithende f ingir er u Ohne t rehmen, lid duch Einſot ie Ausding dind und d m de Sc Sd oft? iücene Then Juffaleis fudm, deren dun den gt kaum änen, jinen. Deſ d aige Ern ſcenäch d nag ſe e treffen. Dijjel en ijres! fate Voge netkafigen Du tm Loler Je gl rill auf we ſt er um Na dan fit ſehe Ad ühete d zuſamnen weniger daß die een mlich das Du 45 en als e? ſen 2 auch bur! 8 un ofänglihen es fti Viertes Kapitel. 237 Auf alle Faͤlle ſind diejenigen Haare, welche auf die beſchrie⸗ bene Art ſich veraͤndern, in der Fuͤgung ihrer Grundſtoffe mit groͤ— ßeren Zwiſchenraͤumen verſehen, oder ihre Subſtanz hat eine groͤßere anziehende Kraft, gleichviel. Der Umfang erweitert ſich einmal, je laͤnger er der Luft ausgeſetzt iſt. Ohne einmal zur Einſaugung von Gasarten unſere Zuflucht zu nehmen, ließe ſich die Erweiterung der Roͤhre vielleicht ſchon allein durch Einſaugung von Feuchtigkeit aus der Luft erklaͤren, wozu die Ausduͤnſtung des Koͤrpers ſelbſt das ihrige beitragen koͤnnte. Wind und Sonnenſchein machen die erweichte Subſtanz erſtarren und das Haar mag ſich dabei ganz leidend verhalten. So oft das Haar abgeſchnitten wird, wird auch der ſtehen ge— bliebene Theil, je weiter er hervorwaͤchſt, wieder groͤber. Auffallend aber iſt es, daß ſich unter den Merinosarten Thiere finden, deren Wolle kaum in den zwei bis drei erſten Zolllinien, von oben gerechnet, wenn auch eine Flaͤchung der Figuren, doch kaum einen, oft gar keinen ſichtbaren Unterſchied ihres Umfanges zeigen. Dergleichen Haare muͤſſen alſo eine ſolche Structur haben, daß eine Erweiterung derſelben weniger ſtattfinden kann, alſo wahr⸗ ſcheinlich eine engere und feſtere Verbindung ihrer Theilchen haben, mag ſie nun das Oberhaͤutchen allein oder das ganze Haar be— treffen. Diejenigen Wollarten, bei denen nur ſo geringe Veraͤnderun— gen ihres Umfanges ſtattfinden, haben in der Regel mehr hohe als flache Bogen, geſchloſſenere Stapelſpitzen und uͤberhaupt keinen weitlaͤuftigen Stand, und ſind fein. Dagegen ſind die Erweiterungen der Bogen an aller veredel⸗ ten Wolle um ſo merklicher, je tiefer die Stufe iſt, auf der ſie ſteht. Je gleichartiger die durchgaͤngige Form des Haares iſt, gleich— viel auf welcher hohen Stufe von Feinheit, deſto weniger ungleich iſt der Umfang deſſelben. Man muß ſich nur huͤten, die Erweiterung der Bogen unbe— dingt fuͤr ein Zeichen der Vergroͤßerung des Durchmeſſers anzu⸗ ſehen. Aus der Erweiterung des Umfanges eines Haares an dem oberen Theil laͤßt ſich ſchließen, daß die Maſſe deſſelben minder feſt zuſammenhangen muß, indem es dem Eindringen der Feuchtigkeit weniger Widerſtand leiſtet, und man kann in dieſem Fall erwarten, daß die Wollwaͤſche dergleichen Haare noch groͤber machen muß. 238 Zweiter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. (Es koͤmmt alſo ſehr viel auf die Beſchaffenheit der Oberflaͤche des Haares an, welche ſich in dem Verhalten der Spitzen ſehr deut— lich zu erkennen giebt, beſonders je fruͤher dieſe nach der Schur auszuarten anfangen.) §. 200. Ueber die gleichzeitige Veraͤnderung des Umfangs und der Form. Mit jeder Vergroͤberung des oberen Theils iſt auch eine Erweiterung oder Aufhebung der Form, nicht aber mit jeder Veraͤnderung der Form eine Erweiterung des Um— fanges verbunden. Das echte Merinoshaar erweitert ſich am we— nigſten. §. 201. Ueber die gleichzeitigen Veraͤnderungen der Krafteigenſchaften mit den Grundſtoffen der Geſtalt und der Groͤße des Haares. Jaede Veraͤnderung der Grund— ſtoffe, der Geſtalt und Groͤße wirkt auch auf die davon abhaͤngigen Krafteigenſchaften. In Ruͤckſicht der Geſtalt und Groͤße vermindert jede Erweite— rung der Figuren und beſonders des Umfangs zug leich die Ge— ſchmeidigkeit, und jede Ve erkleinerung des Durchmeſſers auch auf derſelben Stelle die Kraft. §. 202. Verhaͤltniß der Ab⸗ und Zunahme des Um⸗ fangs des Haares zu der Ab⸗ und Zunahme ſeiner Laͤnge bei vermehrter Nahrung. Daß das Haar bei vermehrter Nahrung außer dem, daß es ſchneller waͤchſt, auch bis zu einem ge— wiſſen Umfange zunehmen kann, iſt eine ausgemachte Sache. In welchem Verhaͤltniß aber der Umfang des Haares in die⸗ ſem Fall gegen ſeine Laͤnge zunimmt, koͤmmt hauptſaͤchlich darauf an, ob und in wie weit ſich zu gleicher Zeit die Haarwurzel noch ausbreiten, oder die Hautoͤffnung noch mehr erweitern kann. Treten dieſe beiden Faͤlle zu gleicher Zeit ein, ſo kann das Haar an Umfang bedeutend zunehmen. Dies laͤßt ſich in heißen Sommertagen bei guter Stoppelweide, und uͤberhaupt waͤhrend dem Wachſen des Koͤrpers nur zu deutlich merken. Beharrt aber die Haut in ihrem Zuſtande, und hat der Koͤrper das Wachſen uͤberſtanden, ſo aͤußert ſich eine Vermehrung der Nahrung wahr— ſcheinlich mehr auf die Laͤnge des Haares. Sii ve Prrel und ſcanl lich mn nahr auf di §. 293. dogen mi rnxen un Wwfang des uc die Grd die Geſt die theits ind Actung undd al, was aui fde Form dawittel mnüeden vi diſem u Di Va und Duehr Dethätriß Form und aber verſchi lin des eir, und Vinrere dlen außeren Iis auj da cnit. heit de der 4 doc Opißen ſeht de raͤn derung, berung des 4 der Form, eiterung da eitert ſich m inderunaen en der Gii erung der Grn dvon abſängi ett jede Erweit zugleich de G meſſers auch a ahme des! eſeiner Liu bei vermir bis zu einm, hte Sache. 5 Haates it uptſächlich dar Haatwurzel ue ſtern kann. n, ſo knn de tt ſch in heiß cſaupt wahre Vehant i r das Püi Nahrung i Viertes Kapitel. 239 Bei vermehrter Nahrung wirkt alſo die Vergroͤßerung der Wurzel und Pore, ſo lange ſie noch ſtattfinden kann, hoͤchſtwahr— ſcheinlich mehr auf den Umfang, und der Grad des Haartriebes mehr auf die Laͤnge des Haares. §. 203. Ueber die gleichzeitigen Veraͤnderungen der Bogen mit dem Durchmeſſer insbeſondere. Die Einrich⸗ tungen und der Zuſtand des Koͤrpers und der Haut, wodurch der Umfang des Haares zuerſt bedingt wird, beſtimmen mit demſelben auch die Groͤße der Biegung, doch nicht allein. Die Geſchmeidigkeit hat auch ihren Antheil daran. Da nun dieſe theils in dem Ernaͤhrungsvermoͤgen des Thieres, theils in der Nahrung und aͤußeren Einwirkungen ihren Grund hat, ſo wirkt alles, was auf Geſchmeidigkeit Einfluß hat, durch ſie mittelbar auch auf die Form. Unmittelbar aber haͤngt die Form von der den Koͤrper zunaͤchſt umgebenden Temperatur allein, und, was aͤußeren Einfluß betrift, von dieſem mehr, als der Durchmeſſer ab. Die Veraͤnderungen aller Arten von Einwirkungen auf Form und Durchmeſſer koͤnnen alſo nicht immer auf beide in gleichem Verhaͤltniß wirken. Es kann alſo auch nicht fehlen, daß zwiſchen Form und Durchmeſſer oft Mißverhaͤltniſſe entſtehen, beſonders aber verſchiedene Verhaͤltniſſe zwiſchen beiden auf verſchiedenen Stel— len des einzelnen Haares, und hauptſaͤchlich zwiſchen dem Sommer— und Wintertheil,(Weide und Einſtallung) eintreten, indem jener allen aͤußeren Eindruͤcken, welche doch auf die Form mehr wirken, als auf den Durchmeſſer, mehr und laͤnger ausgeſetzt bleibt. SDritter TZTheil. Ueber Merinoszuſcht, unter Beruͤckſichtigung der aufgeſtellten Forderungen. Erſter Abſchnitt. Ueber die Zucht der Raſſe. Inhalt dieſes Abſchnittes. Begruͤndung, Erhaltung, und Verbeſſerung eines Stammes. Erſtes Kapitel. Allgemeines Erforderniß der Zuchtthiere. §. 204. Vom erſten Stamm. Die Beſchaffenheit der Nachkommen liegt in den Geſammteigenſchaften des erſten Stammpaares und in dem Alter ſeiner eigenen Raſſe. Zweites Kapitel. Erforderniſſe fuͤr beide Geſchlechter bei der Gruͤn⸗ dung eines Stammes. §. 205. Alter der Raſſe. Die Fortpflanzungsfaͤhigkeit eines Thieres in den beſonderen Eigenſchaften ſeiner Art beruht auf der Beharrlichkeit der koͤrperlichen Einrichtung dieſer Art, alſo auf einem gewiſſen Alter derſelben. Je nel naiger fet Bei d en abweie um Nnſe geſchlechter uwenig u Dunrttr nit berſchieln ſſonderer, fenende, u tin tame En Et ſinrürper diſts Alter ſ. 2l5. ſaften ie zuctthſeres alein de wäͤche ſa ſöchſten( von ißter lft der Fal Noch t aus wche thier heri Nar Iaſaltr dir wahrſc 65 mj aahtthiet. vit de dir wann nit 5 M ſchaafts werden n 1, keine —i. Uch *△ Forderung htthiere Beſchaffenhei aften des e en Raſſe ei der Grut weſähigkett t beruht i r Att, ae + Zweites Kapitel. 241 Je neuer die Einrichtung eines thieriſchen Koͤrpers iſt, deſto weniger feſt iſt ſie, folglich auch deſto weniger vererbungsfaͤhig. Bei der Schaafzucht kommen auſſerordentlich viele Erſcheinun— gen abweichender Nachzuchten bei Stammpaaren von unbeſtritte— nem Raſſealter in den hoͤchſten geſuchten Eigenſchaften an beiden Geſchlechtern vor, die ſich nur durch die Neuheit einer Vermiſchung zu wenig uͤbereinſtimmender Individuen erklaͤren laſſen. Denkbar iſt es auch, daß bei vier Geſchlechtsfolgen vier Staͤhre mit verſchiedenen Eigenſchaften, und bei jeder Geſchlechtsfolge ein beſonderer, anders wirken muͤſſen, als nur zwei moͤglichſt uͤberein— ſtimmende, und daß im erſten Fall der vierte Nachkoͤmmling ſeinem erſten Stammpaar kaum mehr aͤhnlich ſehen wird. Ein Stamm, der ſich zuverlaͤſſig vererben ſoll, muß alſo in ſeiner koͤrperlichen Einrichtung eine gewiſſe Feſtigkeit, oder ein ge— wiſſes Alter erreicht haben. §. 206. Nothwendigkeit der beabſichteten Eigen⸗ ſchaften in dem Zuchtthiere ſelbſt. Der Urſprung eines Zuchtthieres aus einem gewiſſen Stamm verbuͤrgt aber noch nicht allein die Zuverlaͤſſigkeit der Vererbung derjenigen Eigenſchaften, welche ſeinem Stamme eigen ſind, ſondern es muß ſie ſelbſt im hoͤchſten Grade beſitzen, weil einzelne Thiere in den Abweichungen von ihrer Art ſich ebenfalls wieder vererben koͤnnen, wie dies ſehr oft der Fall iſt. Noch wird zu wenig Unterſchied gemacht zwiſchen dem Stamm, aus welchem, und zwiſchen dem Paar, von welchem das Zucht— thier herruͤhrt. Nur bei ohngefaͤhr gleichen Eigenſchaften aber verſchiedenem Raſſealter, verdient das Thier von aͤlterer Raſſe den Vorzug wegen der wahrſcheinlich zuverlaͤſſigeren Vererbung. Es wird kein Beiſpiel aufzuſtellen ſein, daß ein maͤnnliches Zuchtthier mit zufaͤllig angeborner ungleichartiger Wolle die Mehr⸗ heit der Laͤmmer beſſer geeigenſchaftet erzeugt habe, als die Schaafe waren, mit denen er gepaart wurde. §. 207. Raſſeeigenſchaften eines Merinos⸗Zucht⸗ ſchaafes. Aus allen Merinosraſſen koͤnnen Zuchtthiere genommen werden, wenn dieſe ſelbſt 1. keine Hautfalten von der Bedeutung an ſich tragen, daß an⸗ 16 242 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. dere Haare darauf erzeugt werden, als das Hauptfließ an ſich traͤgt, den Koder ausgenommen; 2. daß ihr Schweißtrieb nicht ſo ſtark iſt, daß bei einer ſorgfaͤl— tigen Schaafwaͤſche mehr als 16— 20 Prozent in der Fa— brikwaͤſche noch verloren gehen, oder auch: daß ihr Schweiß an ſich nicht von zaͤher Art iſt. §. 208. Erforderliche Eigenſchaften eines Merinos⸗ zuchtthieres insbeſondere. Bei der Leitung der Zucht iſt we⸗ der der Koͤrper, noch die Wolle, jedes fuͤr ſich, ein ſicherer Weg— weiſer, ſondern beide koͤnnen nur in Verbindung zur Erreichung unſerer Zwecke in Hinſicht auf Wollzucht beruͤckſichtiget werden. §. 209. Von den Wolleigenſchaften deſſelben. Fein⸗ heit beſtimmt die Tauglichkeit eines Wolltraͤgers als Zuchtthieres noch nicht allein, ſondern moͤglichſte Uebereinſtimmung der Haare auf jeder einzelnen und auf den verſchiedenen Koͤrperſtellen in Ver— bindung mit ſanfter Elaſtizitaͤt. Die Uebereinſtimmung der Haare auf jeder kleinſten Stelle des Hauptfließes iſt vor der Uebereinſtimmung der verſchiedenen Koͤr⸗ pertheile zu unterſcheiden, einmal, weil dieſe letzten ihrer Natur nach verſchiedene Haare tragen, und denn auch, weil auf verſchie⸗ denen Stellen eine Uebereinſtimmung in Abweichungen ſtattfinden kann. Dieſe Geſammteigenſchaften verbuͤrgen auch am erſten das Alter eines Stammes. Iſt nur Gleichartigkeit der Haare vorhan— den, ſo ſtehen ſie auch mit unbedeutenden Ausnahmen dem mittle— ren Feinheitsverhaͤltniß ſchon nahe. §. 210. Graͤnzen der zulaͤſſigen Eigenſchaften der Wolle eines Zuchtthieres: 1. die Laͤnge darf nicht unter 2 ⅞ und nicht uͤber 4 Zoll gehen; 2. die Hoͤhe muß ſich zur Laͤnge verhalten wie 1 zu 1 ½ bis 2. 3. die Feinheit darf nach dem gegenwaͤrtigen Zuſtand der vor⸗ zuͤglichſten Heerden am Vordertheil nicht unter 22 Bogen, am Hintertheil nicht unter 18 Bogen; oder nach Dollond: am Vordertheil nicht uͤber 8 ½ bis 9 am Hintertheil nicht uͤber 10 ½ bis 11 fallen; Lin H theile Vac bei e nißm Pale R vichts Dder J ſict ſoder de jit ſ ſreng 5e nar 6.Nob. Imt ve hritt. hrupticß n 6 bei tine rozent in 4 : daß ihr di. ines Merii der Zucht in ſichertr g zur Erna ſchtiget werdn deſſelben. fi 5 als zuchttſi nmung der tyertilen ind tinſten Stale des ſchiedenen Kt zeen ihrer Nat weil aof verſ hungen ſtatfin ham erſten! er Haare voh zmen dem mi enſchaften ber 4 Zol gſe 1 3u f biô zuſtand der Zweites Kapitel. 243 Hin Hinſicht der Gleichartigkeit der verſchiedenen Koͤrper— 4 theile ſind es ſchon ſelten Thiere, bei denen nach vollendetem Wachsthum die Blattwolle 24, und die Kreuzwolle 22 Bogen bei einem Laͤngenverhaͤltniß zwiſchen 1 ½ und 13 zaͤhlt. Bei laͤngeren Koͤrpern geben die Auſſentheile einen verhaͤlt nißmaͤßig kleineren Theil des Wollgewichts, als bei kuͤrzeren. Leicht geht das Uebergewicht nach dem Kopf zu uͤber, deſſen Wolle bei weitem geringer im Werthe ſteht. Bei duͤnnwolligen Fließen iſt das Verhaͤltniß des Wollge wichts von den Auſſentheilen am aller nachtheiligſten. Der Dichtheitsgrad des Haarſtandes ſei ſo, daß die Wolle nicht in einzelnen Straͤngen mit leeren Zwiſchenraͤumen, be ſonders ſo wenig wie moͤglich auf den Schultern ſtehe. Der gewoͤlbte Bau dieſes Koͤrpertheils bringt es uͤbrigens mit ſich, daß die Wolle auf demſelben nie ganz geſchloſſen im ſtrengen Sinne des Wortes ſtehen kann. Hochfeine Mutterſchaafe geben ſelbſt bei guter Haltung oft nur 1½ Pfund gehoͤrig gewaſchener Wolle im ungetheilten Fließ. „Ueber Schweiß und Schweißtrieb insbeſondere. Zur Zucht darf kein Merinosſchaaf ohne Schweißtrieb gewaͤhlt werden. Der Grad deſſelben darf keinen Grund mehr zur Zuruͤck— ſetzung eines Zuchtthieres abgeben, inſofern der Schweiß ſelbſt nicht braun, zaͤhe und unaufloͤsbar uͤberhaupt iſt, oder auch bei der moͤglichſt reinſten Schaafwaͤſche mehr als 20 Prozent Verluſt in der Fabrikwaͤſche mit ſich fuͤhrt. Der tropfenklare Schweiß iſt dem geronnenen, und der hellere dem dunkleren auf Thieren aus denſelben Haufen be gleichem Alter, gleicher Nutzung, gleicher Nahrung und lleicher Haltung vorzuziehen; nur kann man ſich nach der Schweiß— farbe eines ganzen Haufens nicht richten, indem dieſe zwar mit durch das Ausſonderungsvermoͤgen des Krpele aber auch zugleich durch die Art der Nahrung und des Bodenſtaubes hervorgebracht wird. In Hinſicht auf das aͤußere Anſehn iſt bei gleicher Boden— farbe die ſchwaͤrzliche Oberflaͤche eines Fließes der braͤunlichen eines andern vorzuziehen, weil im letzten Fall gewoͤhnlich nicht ſo feine Haare, wohl aber ein weeitlaͤuftigerer Stand derſelben damit verbunden iſt. 16* 244 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. 7. Schein der Wolle. Bei ſonſt gleichen Eigenſchaften iſt der hellere Schein dem dunkleren vorzuziehen. 8. Allgemeine koͤrperliche Erforderniſſe. Die allgemei⸗ nen Forderungen an ein Zuchtthier in Hinſicht ſeiner koͤrper— lichen Tauglichkeit beduͤrfen hier keiner weiteren Erwaͤhnung. Wohl aber ſind voͤllige Geſundheit, gehoͤrige Groͤße, wie ſie die Raſſe im Durchſchnitt mit ſich bringt und Kraftfuͤlle, welche eben nicht in der Tiefe des Koͤrpers zu ſuchen iſt, nicht genug zu empfehlen. Flecken auf den wolltragenden Stellen muͤſſen ſchlechter— dings vermieden werden. Flecken auf zarten Hautſtellen, wie um die Augen und auf Naſe und Lippen vererben ſich nicht immer. Von feleckigen Zungen bewaͤhrt es die Erfahrung. Drittes Kapitel. Ueber die Pruͤfung der Zuchtthiere. §. 211. Pruͤfung einiger Wolleigenſchaften auf dem Koͤrper. In Hinſicht der Geſchmeidigkeit der Wolle kann man ſich bei vielem Schweiße und großer Waͤrme ſehr taͤuſchen; im Gegentheil aber auch auf der andern Seite bei der Beurthei⸗ lung eines Thieres, welches ſich eine Zeit lang im Freien aufgehal⸗ ten hat, zu weit gehen, und der Wolle eine zu geringe urſpruͤng⸗ liche Anlage zur Geſchmeidigkeit zuſchreiben. Bis jetzt noch ohne Maaßſtaͤbe fuͤr Geſchmeidigkeit kann man nur durch Uebung in dieſer Beurtheilung einige Fertigkeit erlangen. Beſchaffenheit der Thierhaare auf den aͤußerſten Theilen des Fließes. Je mehr die Haare an den aͤußern Koͤr⸗ pertheilen ſich in Geſtalt und Weichheit den Wollhaaren naͤhern, deſto ſanfter iſt das Hauptfließ. Je mehr jene aber von denen des Hauptfließes abweichen, deſto ungleicher in Geſtalt und Groͤße ſind auch in der Regel die des Hauptfließes. Je ſproͤder die Haare auf den Auſſentheilen, deſto ſproͤder die Wolle uͤberhaupt. Dies Merkmal iſt wichtig. Große Bewachſenheit und Dichtheit haben noch keine Gleich⸗ artigkeit im Gefolge. Unte perſtellen lichung d ds Körpe hen. Dieſe Hiri twas linge Tenn) ſauxt in b we vrwer n tt nen ſachn. Ad nict nit ſondern u ſ dders. dich dehete a ſenem ge Froten, ſchoſſen die Hen vitt tenchutn ſe. do dlon. ſicht ſenn i teren Emig ürige Gii, t und Kuff ſuchen iß muͤſſen ſche ie Augen unde r. Von fett hine aften auf der de Polle iin ae ſchr uſch bei der Durt Freien dufge geringe unſ ikeit kamn ttigkeit elne den aͤußent den äußttn llcharen nin Zabweichn, d er Negl de! deſto ſton ih keine b Drittes Kapitel. 245 Unterſuchung der verſchiedenen wolltragenden Koͤr⸗ perſtellen in Hinſicht auf Gleichartigkeit. Bei der Unter⸗ ſuchung der Wolle auf dem Thier iſt beſonders die Hinterhaͤlfte des Koͤrpers in Bezug auf alle Eigenſchaften derſelben zu unterſu— chen. Dieſe Haͤlfte macht den groͤßern Theil des Gewichts aus. Hier iſt die Wolle groͤber und ſproͤder, in der Regel auch um etwas laͤnger, beſonders aber ungleichfoͤrmiger. Wenn Wolle auf einem geſunden, gehoͤrig genaͤhrten und uͤber— haupt im beſten Zuſtande befindlichen Thier keine parallele, ſondern eine verworrene Lage ihrer Haare, gleichſam wie Baumwolle zeigt; ſo hat man alle Urſache die Wolle auf Ungleichartigkeit zu unter— ſuchen. In Ruͤckſicht der Gleichartigkeit der Haare begnuͤge man ſich nicht mit der Gleichfoͤrmigkeit derſelben im Strange oder Stapel, ſondern unterſuche ſie darauf noch in den einzelnen Haaren be— ſonders. Dichtheit. Nur von feineren Haaren koͤnnen moͤglicher Weiſe mehrere auf dieſelbe Flaͤche gehen. Darum aber ſind die Haare noch nicht fein, weil ſie dicht ſte— hen. Groͤbere Haare koͤnnen ſich ebenfalls dicht an einander ſchlie— ßen. Dies gilt indeſſen nur von Individuen derſelben Art und von nahe verwandten Raſſen. Duͤnnhaarigkeit iſt in der Regel mehr mit Schwaͤche, dichte— rer Stand dagegen mehr mit Kraft verbunden. Ferner ſcheint bei ohngefaͤhr gleichfeiner Wolle die ſehr dicht ſtehende nach der Waͤſche eben nicht die geſchmeidigere zu ſein. Uebrigens hat Duͤnnwolligkeit die meiſten Abweichungen von einem gehoͤrigen Wuchs zum Gefolge, z. B. Straͤngen, Zwirnen, Knoten, Entkraͤuſeln. Auf der andern Seite bewaͤhrt ſich dagegen bei gleicher Fein heit ſehr dicht ſtehende Wolle nach der Schur eben nicht als die ſanftere. Die Unterſuchung der Duͤnnwolligkeit auf dem Koͤrper erfor— dert Umſicht. Zur Unterſuchung dieſer Eigenſchaft iſt das Eingreifen mit der Hand in die Wolle nicht hinreichend. Sproͤdere Wolle mit ge— ſchloſſener Oberflaͤche giebt weniger nach, als geſchmeidigere, welche die Hand ſchneller auf die Haut dringen laͤßt, ſondern man muß 246 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. den gegenſeitigen Abſtand der Haare auf der Haut mehr durch den Blick zu ſchaͤtzen ſuchen, wenn man die Wolle ſcheitelt, welches aber behutſam ohne Zerren und Druͤcken der Haare geſchehen muß. Haare mit hohen Bogen koͤnnen in Hinſicht der Dichtheit ſehr taͤuſchen, indem ſie einen breiteren Raum einnehmen. Ueber den Dichtheitsgrad kann bis jetzt unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden nur das Gewicht entſcheiden. Einige Beruͤckſichtigungen bei der Unterſuchung des Schweißes. Der zwiſchen den Haaren ſich aufhaltende Schweiß iſt von dem auf der Oberflaͤche ſich anſetzenden Schweisfett zu un— terſcheiden. Beide haben in ihrer Farbe nichts mit einander gemein. Im Gegentheil kann das letzte in Verbindung mit Staub ſchwarz erſcheinen, und der innere Schweiß aus klaren Tropfen beſtehen. Wenn ſich gar kein Schweiß in der Wolle aufhaͤlt, ſo ſieht ſie blaß aus. Man muß aber dieſe Blaͤſſe nicht mit weißem Schweiße verwechſeln. Iſt Schweiß in der Wolle vorhanden, ſo erſcheint er entweder in klaren Tropfen, oder in truͤber klebriger Maſſe von verſchiede— nem Gelb, oder auch von weißer Farbe, ohne durchſichtig zu ſein. Ob ſich eine Schweißart, wenn ſie nicht in klaren Tropfen be— ſteht, durch die Schaafwaͤſche leicht aufloͤſen laſſe, kann nur durch r Schein der Wolle. Oft wird der Schein nur dadurch dunk⸗ ler, daß bei abfaͤrbendem Staube der Regen das Schweißfett mehr in die Wolle hinein verbreitet hat. Daher laͤßt ſich der Schein am beſten nach der Waͤſche unterſuchen. §. 212. Schicklichſte Zeit der Pruͤfung. Ein Schaaf iſt in Hinſicht der Wolle, welche es zu tragen faͤhig iſt, nicht zu je— der Zeit nach der Schur gleich ſicher zu beurtheilen. Die Form, welche die kurzen Stoppeln zeigen, kann ſich aus vielerlei Urſachen kurz vor und nach der Schurzeit nicht gehoͤrig entwickelt haben. Auch laſſen ſich die kuͤnftige Laͤnge und Beſchaffenheit der Wolle im oberen Theil des Haares nur aͤußerſt ſchwierig im voraus ohn— gefaͤhr erkennen. Hat aber die Wolle ihren ungeſtoͤrten Wuchs behalten, ſo kann man ſich wenigſtens bei demſelben Haufen nach dem Verhaͤltniß der Zeit richten. bei Das uuch der Ane dn Ertra Iln, als Auch aun der6 Pähu Cäl ſir. i u d Dautthei ſaht ine denn am ſauptſach dufi ſi nit/ 6 jin gehöre r Vanlaſſa duach de del an D 1. 2 Thiere iine Vergl dechem 1 dratt, u ten dedde ters und Verſchi Ba hat man chnit. daut mar durh l ſcet daare geſche, ht der Dät ehwen. ker übrigens nterſuchun, ufhaltende 3 Schweisfet it einander ndung mi e aus klaren dif aufhäͤlt, ſo ſ itt weißem Schwe ſceeint er entwed iſe von verſchied dwohſſchuig zu ſtt kaaren Tohfen ſe, kann nur u nur dadurch Schweißfettn t ſich der h ing. Ein Et. hig iſt nich n zeien. Die ir zvielerlet rſt ertwikel habe affnheit der W gim voraus! dehalte, tit dem Vrni doc Drittes Kapitel. — Bei zuruͤckgebliebenem Wuchs taͤuſchet die Feinheit ebenfalls. Das einzige, woran man ſich in den erſten 5— 6 Monaten nach der Schur halten kann, iſt der Grad der Gleichartigkeit. Laͤngere Haare kommen gleich nach der Schur beſonders an den Extremitaͤten am erſten wieder hervor, indem ſie ſchneller wach— ſen, als kuͤrzere feinere. Auch ſtehen laͤngere ſproͤdere Haare mit ihren Spitzen mehr von der Haut ab, als geſchmeidigere. Waͤhrend und kurz nach der Sprung- und Saͤugezeit iſt die Wolle fuͤr den Mindergeuͤbten ebenfalls nicht ſo gut zu beurtheilen, als vor derſelben, oder, was die Staͤhre betrift, eine etwas laͤngere Zeit nach derſelben. Junge Zuchtthiere laſſen ſich am ſicherſten beurtheilen, wenn ſie wachſen und in ihrem kraftvollſten Zuſtande ſind. Die Beurtheilung der Zuchtthiere erfordert uͤbrigens eine moͤg— lichſt genaue Kenntniß der einwirkenden Umſtaͤnde auf Koͤrper und Wolle. In Ruͤckſicht der Jahreszeit und anderer Umſtaͤnde iſt zur Beurtheilung die ſchicklichſte Zeit die, wenn die Thiere im Fruͤh— jahr eine Zeit lang wieder im Freien gegangen ſind, weil man als denn am ſicherſten beurtheilen kann, in wie weit aͤußere Umſtaͤnde hauptſaͤchlich auf die Geſchmeidigkeit der Wolle wirken. Zufaͤllige Beſchaffenheiten muß man aber kennen lernen, um ſie nicht fuͤr weſentlich mit dem Thier verbunden zu halten. Da— hin gehoͤren: Ungleichheit der Oberflaͤche durch ſchlechtes Scheeren; Veranlaſſungen aller Art zum Reiben; Entſtellung der Oberflaͤche durch die Laͤmmer, durch Staub und Regen; Verklebung der Sta— pel am Vordertheil durch fettige Traͤnke u. ſ. w. §. 213. Bedingungen bei der Vergleichung zweier Thiere nach ihrer Wolle. Wenn zwiſchen mehreren Thieren eine Vergleichung angeſtellt werden ſoll, ſo muͤſſen die Thiere von gleichem Alter, und zur Zucht gar nicht oder gleichmaͤßig dazu ge— braucht, und alsdenn unter gleichen Umſtaͤnden ernaͤhrt und gehal— ten worden ſein; ſonſt aber muß man die Verſchiedenheit ihres Al— ters und ihres Kraftaufwandes beruͤckſichtigen, nicht weniger die Verſchiedenheit aͤußerer Einwirkungen bei verſchiedenem Aufenthalte. Bei Vergleichungen zweier Thiere nach ihrer abgeſchornen Wolle hat man beſonders darauf zu ſehen, ob die naͤchſt vorhergegangene 248 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. Schur in dieſelbe Zeit fiel, ob die Wolle gleich lange Zeit auf dem Koͤrper geſtanden, gleich lange Zeit vom Koͤrper abgenommen, und gleich gut behandelt und aufbewahrt worden iſt. Viertes Kapicel. Von Zuchtſtaͤhren insbeſondere. §. 214. Je unvollkommner die Eigenſchaften der Mutterſchaafe ſind, deſto vollkommner muͤſſen die der Staͤhre ſein. Koͤrperbau. Staͤhre echter Raſſe haben einen laͤnglichen, nicht kurzen, aber dicken Hals, breite,(nicht ſcharfe) Schultern, keine zuſammenſtehenden Beine, ſondern eine lothrechte Stellung, und das Kreuz wenigſtens nicht niedriger als die Schultern, eher hoͤher, als dieſe. Viele Schaafzuͤchter ſehen auf ein ſtarkes Kreuz. Dies bringt aber die minder werthvolle Wolle. Es iſt noͤthiger, bei allen Staͤh— ren auf einen breiten Vorderkoͤrper und breite Schultern, bei den Staͤhren aber beſonders auf einen langen aber ſtarken Hals Ruͤck— ſicht zu nehmen. Wenn ſich eine unverhaͤltnißmaͤßige Breite des Kreuzes in einer Raſſe erblich macht, ſo iſt es auch um das Uebergewicht der beſſeren Wolle geſchehen. Bewachſenheit. Diejenigen Staͤhre, welche die beſte Wolle tragen, haben unter andern Eigenſchaften auch die, daß nicht blos die Stirne, ſondern auch die Backen im Zuſammenhange mit der Stirne und noch ein Theil der Naſe, wie mit einem Schilde be— deckt bewachſen ſind. Selbſt an den minder reich beſetzten Geſich— tern vorzuͤglicher Staͤhre bemerkt man noch Spuren von kurzer Wolle laͤngſt der Naſe, unſtreitig noch Ueberbleibſel einer Kreuzung. (Nur darf man nicht von der Bewachſenheit des Kopfes auf alle uͤbrigen Eigenſchaften ſchließen wollen, indem jene ſich ſchon in der erſten Generation einer Veredlung mittheilt.) Auch muß man keine Raſſe ſich dahin neigen laſſen, in dieſem minderbrauchbaren Theil ein Uebergewicht zu bekommen. Es giebt Exemplare, an denen die um Kopf und Koder gewachſene Wolle den dritten Theil des Gewichts des Fließes ausmachten Staͤhre mit ungewoͤhnlich dicken kurzen ſtarren und weißen Thierhaaren(Stichelhaaren), im Geſicht und beſonders auf der Naſe ſind andern, welche davon befreiet ſind, nachzuſetzen. ein er bi iier El Frbetwaͤſch Den lt un; es ki z wie we 269 ngegenſe loblit eines ſener Kum ſ Durug di de eme 12 und ihr ſacſin G glecen Gi Dana ſtelen in verſchieder auf Urſcr. 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Die Taug⸗ lichkeit eines Staͤhres beweiſet ſich in der Beſchaffenheit der Mehr⸗ zahl ſeiner Laͤmmer. Kaum faͤllt in den vorzuͤglichſten Heerden bei der ſorgfäͤltigſten Paarung die Nachzucht ſo, daß weniger als zehn vom hundert fuͤr das Ganze nicht paſſen. §. 216. Ueber die Vergleichung einzelner Staͤhre und ihr Werthverhaͤltniß. Der erſte Vorzug gebuͤhret der hoͤchſten Gleichartigkeit der Koͤrpertheile bei uͤbrigens ohngefaͤhr gleichen Eigenſchaften. Demnaͤchſt muß das Gleichartigere der Haare auf den Haupt— ſtellen in Verbindung mit dem Grade der Gleichartigkeit auf den verſchiedenen Koͤrpertheilen, dem Ungleichartigeren, ohne Ruͤckſicht auf Urſprung, vorgezogen werden. Unter gleichartigen Thieren iſt wieder das mit ſanfterer Wolle vorzuziehen. Doch darf dieſe nicht zu ſchlaff, ſondern ſie muß mit einem gehoͤrigen Grad von Elaſtizitaͤt verbunden ſein. Bei uͤbrigens gleicher Beſchaffenheit behaͤlt wieder der dich⸗ tere Stand, und zuletzt die groͤßere Beſtaͤndigkeit der Wolleigen⸗ ſchaften, mit dem fortſchreitenden Alter des Thieres den Vor⸗ zug. §. 217. Die erforderlichen Eigenſchaften in Verbin⸗ dung. Da die Brauchbarkeit eines Zuchtthieres nicht von einer einzigen Eigenſchaft abhaͤngt, ſo kann man bei der Unterſuchung mehrerer Thiere und ihrer Vergleichung nur auf die Summe der erforderlichen Eigenſchaften Ruͤckſicht nehmen, welche ein jedes in— nerhalb der Graͤnzen ihrer Zulaͤſſigkeit beſitzt, z. B. in wie weit das Erforderliche der Laͤnge, des Laͤngenverhaͤltniſſes, der Feinheit, Gleichartigkeit und des Gewichts mit einander vereiniget ſind. 250 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. Die ſanfte Elaſtizitaͤt wollen wir einſtweilen als ein Laͤngenver— haͤltniß einigermaßen erkennbar in demſelben mit einbegriffen an— nehmen, und allen fuͤnf zuvor aufgeſtellten Erforderniſſen im hoͤch— ſten Grade ihrer Zweckmaͤßigkeit gleiche Wichtigkeit beilegen, wenn auch dieſes in der Praxis nicht fuͤr allgemein guͤltig aner⸗ kannt werden moͤchte. Dieſer hoͤchſte Grad von Zweckmaͤßigkeit wuͤrde als Norm in Zahlen ausgedruͤckt, und zwar mit einem gewiſſen Spielraum, als Differenz zweier Zahlen fuͤr den hoͤchſten Grad der Brauchbarkeit und den geringſten der Zulaͤſſigkeit, als die Graͤnzpunkte. Von den laufenden Preiſen wuͤrden der hoͤchſte und der nie— drigſte auf alle Eigenſchaften zu gleichen Theilen, der hoͤchſte Preis auf die hoͤchſten Grade, und der niedrigſte auf die niedrigſten Grade repartirt, und ſo entſtaͤnden auch Normalſaͤtze des Werthes. In wirklichen Faͤllen wuͤrden nun die an Wolle vorgefundenen Eigenſchaften mit den Normalſaͤtzen verglichen, und von den beſte— henden Preiſen der hoͤchſte und niedrigſte nach Verhaͤltniß darauf vertheilt. Dies Verhaͤltniß ergiebt ſich, wie leicht einzuſehen iſt, aus den Differenzen. Z. B. von 100 Rthlr. und 75„ auf Feinheit bei 6 Grad Dollond 20 Rthlr. bei 9 15 kaͤmen Differenz 3 Grad und 5 Rthlr. In einem wirklichen Fall betruͤge die Feinheit 7 Grad, Differenz 1 Grad mehr— 13 Rthlr. weniger oder 2 Grad weniger— 3 ½ Rthlr mehr, alſo 18 ⅜, und ſo bei den uͤbrigen. Fuͤnftes Kapitel. Bedingungen der Erhaltung eines Stammes. §. 218. Dieſe beſtehen: 1. in einer zweckmaͤßigen Auswahl der Zuchtthiere, 2. in der Sicherung der Erkennung des Urſprungs der Nach kommen, z'in der Lin der zuch, 5, in der Die L ie Haltun, § pA9: einer Re Aebͤeſerung dſe die ben ſenden auch Srig dad Dieſe Genaawionen Enfemung; eigenſ Meincsraſſ kenn Sti da de N nicht über leicht in In beber drauchswert Gigen Ning deiten. Ueben der Volha denigen Ünzaupt d Irzuch in nlich M 3 ſolche Sie Spuren 1 ungen de ten Schn ſchnit ſen als dn Lana nit enüegf fforderniſen in b ictigtin n llgemein gite wuͤrde als Aa ſen Spielenn d der Brautt Pnzpuntte. hächſte und n en, der hochſt die niedrigſen 6 des Werthes, Tole vorgrfune und von den ſi h Verſaͤctniß dr uſehen iſt aus! 9 Nehlr. 5 Rthlr. ditt7 Grad, hlr. weniger hlr mehr, / Srannes 139 9 hiete, qo ſörungs del — G⅜T — Fuͤnftes Kapitel. 3. in der Verhuͤtung der Ausartung durch Nahrung, in der moͤglichſten Schonung der Thiere beim Gebrauch zur Zucht, in der moͤglichſten Sorgfalt fuͤr die Geſundheit. Die Bedingungen 3, 4 und 5 gehoͤren zur Abhandlung uͤber die Haltung der Schaafe. . — . 5 . §. 219. Ueber das Eigenſchaftsverhaͤltniß der Staͤhre zu einer Mutterheerde im Allgemeinen. Zur Erhaltung oder Verbeſſerung eines Stammes durch Staͤhre derſelben Art muͤſſen dieſe die beabſichteten Eigenſchaften nicht nur moͤglichſt vereint, ſondern auch in einem hervorſtechenden Grade beſitzen, wenn der Erfolg bald und moͤglichſt vollkommen gelingen ſoll. (Dieſe Bedingung leidet aber bei der Veredlung in den erſten Generationen um der Vermeidung einer allzu großen gegenſeitigen Entfernung willen einige Beſchraͤnkung.) Eigenſchaften der Wolle insbeſondere. Soll ſich eine Merinosraſſe mit der nutzbarſten Wollart erhalten, ſo waͤhle man keinen Staͤhr, deſſen Wolle im Laͤngenverhaͤltniß unter 1(obgleich bei der Veredlung ein Verhaͤltniß von 1ã3⅞bis zu 13 zulaͤſſig iſt) und nicht uͤber 1½ ſteht. Im erſten Fall kann die Figur der Bogen ſich leicht in eine flaͤchere, im letzten aber in eine zu hohe umaͤndern. In beiden Faͤllen erleidet die Wollart eine Minderung an ihrem Ge— brauchswerth. Gegen keines der uͤbrigen Erforderniſſe ſei man gleichguͤltig. Alle Maͤngel und Fehler pflanzen ſich leichter fort als Vollkommen⸗ heiten. Uebereinſtimmung unter mehreren. Zu allen Zwecken der Wollzucht muß mit moͤglichſt gleichartigen, alſo auch moͤglichſt wenigen Staͤhren, welche den Schaafen in den Wolleigenſchaften uͤberhaupt uͤberlegen ſind, unternommen, und bis zur Bewaͤhrung der Inzucht fortgefuͤhrt werden, wenn nicht die Wolle in der groͤß⸗ ten Ungleichheit ſtehen bleiben ſoll. Nur gar zu haͤufig, vielleicht in den mehrſten Faͤllen enthalten ſolche Schaafe, welche ſich nicht mehr unter veredelte rechnen laſſen, Spuren von zu unpaſſenden, oder nicht lange genug verfolgten Kreu— zungen der Merinosarten untereinander. Es finden ſich bei derglei— chen Schaafen auf jeder beſten Stelle in den kleinſten Staͤpelchen 252 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. Haare, welche bei aller Gleichfoͤrmigkeit eines jeden fuͤr ſich, doch die Form und Laͤnge auffallend von einander abweichen. Hieraus laͤßt ſich auf die ſtellenweiſe unterſchiedliche Einrichtung der Haut, wo nicht des ganzen Koͤrpers ſolcher Thiere ſchließen. Sechstes Kapitel. Sonderung des beſſeren Theils einer echten Mutterheerde zum Zuchtſtamm. §. 220. Da außer der Form und einem beſtimmten Laͤngen⸗ verhaͤltniß die Grade der Feinheit und der ſanften Elaſtizitaͤt, welche wir nach unſeren Zwecken verfolgen, der Natuͤrlichkeit der Merinos nicht angemeſſen ſind, ſondern die aͤußerſten Graͤnzpunkte auf einer Seite ihres Spielraums ausmachen, ſo kann auch ein ſolcher Stamm nur durch die Paarung des Geſuchten mit dem Geſuchten erhalten werden. Daher iſt an der Auswahl der Mutterſchaafe zu dieſem Zweck eben ſo viel gelegen, als an den maͤnnlichen Thieren, weil ohne die erforderlichen Eigenſchaften von beiden Seiten das Ziel um ſo ſchwieriger zu erreichen iſt. Die Erhaltung eines ſolchen Hauptſtammes vertraue man nie einem einzigen Thier allein an, indem man nicht wiſſen kann, wel— che nachtheilige Anlagen in ihm verborgen ſein koͤnnen. Man nehme aber auch nicht mehrere als noͤthig ſind, um nicht unnoͤthiger Weiſe die Ungleichartigkeit zu vermehren, indem auch unter den aͤhnlichſten Thieren die Verſchiedenheiten in Koͤrper und Wolle noch mannigfal— tig und groß ſind. Daß ſchon viele Verſuche mit beſonderen Zuchtſtaͤmmen vergeb⸗ lich gemacht worden ſein moͤgen, kann nicht widerlegt werden. Es iſt aber auch leicht zu erklaͤren. Dem ungeachtet ſteht der Ausfuͤhrbarkeit der Sache, wie die Erfahrung ebenfalls lehret, nichts im Wege, wenn nur der Stamm gehoͤrig ausgewaͤhlt, die Staͤhre moͤglichſt geſchont, nicht zu alte und ſchwache Zuchtthiere genommen, und die Nachkommen kenntlich ge— ſichert werden. Vie § A. ibe Ve iſ iiduen mi lmmen ei gczielen ſh ultzt A zicer, wenn ſiit nuͤtter prichen den urur der Varbind de Nurur ih de Dolkem ammnere d Datch der Miyh Vorgänger dr leste. digtwolixer leteen de i da de dicter dſ ſeruxr b Die be ioneen Dit derlen. di me men, ſ cce rurſcte Anes Nat Am fordernif ilt fieien, ſchnit. ſeden fir ſt, döweichen. ſchiedüche Chn er Thier⸗ ſchien einer echtn oamm. beſtimmten lin en Elaſtzitit ne lichkit der Ven titzxunte auf in Hein ſolcher Stan Geſuchten erhalt afe w diaſen zt hier, well ohhe ten das ziel m vertraue nul t wiſſen kann, nen. Mani t unnorſixer nter den ihylct olle noch nami zuchtſtämme uen detlegt werden der Sache, wi in nur det Eun t nicht zu alh enmen kennüt! Siebentes Kapitel. 253 Siebentes Kapitel. Wiederherſtellung und Verbeſſerung eines Stammes. §. 221. Ueber die Verſuche, gegenſeitige quantita⸗ tive Verſchiedenheiten einer Eigenſchaft zweier Indi⸗ viduen mit einander zu verbinden, um an dem Nach⸗ kommen ein mittleres Verhaͤltniß derſelben Eigenſchaft zu erzielen(Combinationen). Da das maͤnnliche Geſchlecht ſich zuletzt Alles unterwirft, ſo iſt es nur als eine Zufaͤlligkeit an— zuſehen, wenn zuweilen ein Nachkommen die zu veraͤndernde Eigen⸗ ſchaft muͤtterlicher Seits gleichſam in dem arithmetiſchen Mittel zwiſchen den Verſchiedenheiten ſeines Stammpaares an ſich traͤgt, und nur der Erfolg kann zeigen, ob es ſich darin fortpflanzt. Verbindungen zu dergleichen Zwecken koͤnnen indeſſen, obgleich die Natur ihren Weg geht, nie ſchaden, wenn das Geſuchte oder das Vollkommnere auf der Seite des Staͤhres, und das Unvoll— kommnere oder Nichtgeſuchte auf der Seite des Schaafes iſt. Beſteht aber der Fall umgekehrt, ſo wird die Erwartung in der Mehrheit der Faͤlle getaͤuſcht. Und dieſe Erfahrung ſo vieler Vorgaͤnger muß Anfaͤngern belehrend genug ſein, um von Verſuchen der letzten Art abzuſtehen. Dahin gehoͤret beſonders die Paarung dichtwolligeren Schaafe mit duͤnnwolligeren Staͤhren, wenn dieſen letzten die uͤbrigen Eigenſchaften abgehen. Der dichter beſetzte Staͤhr mit haͤrterer Wolle bringt allerdings dichter beſetzte Nachkommen, aber auch Wolle von aͤhnlicher Haͤrte hervor. Die beſſeren Eigenſchaften der Schaafe gehen bei minder ge— eigneten Vaͤtern mit jeder Wiederholung der Kreuzung immer mehr verloren. Will man alſo Kreuzungen zu bloß einſeitigen Zwecken vorneh⸗ men, ſo gehe man bei der Wahl der maͤnnlichen Zuchtthiere eben ſo vorſichtig zu Werke, als wenn man ſie zu einer gaͤnzlichen Reform eines Mutterſtammes waͤhlen wollte. Man ſorge nur fuͤr ſolche Zuchtthiere, welche die Haupter— forderniſſe moͤglichſt vereint beſitzen, und laſſe alsdenn der Na⸗ tur freien Lauf. 254 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. . 222. Vortheile der Einzelpaarungen. Der Haupt— vortheil der Einzelpaarung beſteht nicht ſo ſehr in der Erlangung einer beabſichteten Wollart durch Vereinbarung— denn dieſe rich— tet ſich doch zuletzt nach der Wolle des Staͤhres,— als in einer Verbindung des Beſſeren mit dem Beſſeren, in der Sicherung der Nachkommenſchaft einer ſolchen Verbindung und in der fruͤheren Erlangung einer Einheit der Wolle durch die Anwendung wenige— rer, aber uͤbereinſtimmender Staͤhre, ſo wie in ihrem laͤngeren Ge⸗ brauch. Sie fuͤhret indeſſen auch die Nachtheile einer erzwungenen Paa— rung mit ſich, wenn, was wohl als moͤglich gedacht werden kann, der freie Inſtinkt eine zuverlaͤſſigere Vererbung maͤnnlicher Seits zur Folge haben ſollte. Die Beobachtung entgeht Einem nicht leicht, daß nicht die erſte beſte Zutheilung die genuͤgendſte iſt. Doch machen dergleichen Faͤlle immer eine Ausnahme, und ſind nicht ſo bedeutend, daß allein darum dieſe Einrichtung nicht zu be— folgen waͤre. Achtes Kapitel. Verbeſſerungen durch Inzucht und Graͤnzen derſelben. §. 223. Moͤgliche Verbeſſerungen durch dieſelben. Feinheit und Geſchmeidigkeit der Wolle ſind ſchon durch In— zucht zu erhoͤhen, wenn auf die Wahl der Zuchtthiere unter Be— ruͤckſichtigung der uͤbrigen Eigenſchaften die groͤßte Sorgfalt ver— wendet wird. Schwieriger faͤllt bei der bloßen Inzucht die Erhoͤhung der ſanften Elaſtizitaͤt, indem vorzuͤglichere Muſter darin aͤußerſt ſelten vorkommen, wenn dieſe Eigenſchaft nicht ſchon eine Eigen— thuͤmlichkeit eines Stammes iſt. Groͤße und Kraft des Koͤrpers laſſen ſich dagegen bald er— heben, wenn neben einer dahin abzielenden Auswahl der Staͤhre ohne Zuruͤckſetzung ihrer uͤbrigen Erforderniſſe alle uͤbrigen Einrich— tungen dazu getroffen werden. Hierher gehoͤren hauptſaͤchlich: ein reiferes Alter der Zuchtthiere, keine uͤbernatuͤrliche Beſchleunigung V der Maarung Sen und . 4. indeſſen von engleichan daleichfätn friber. N iande iſt 6 Tenn a in ſe nur nſce damit) inre fl dint werde Kan at dh eine oder ſer un ſch Mſt Alkmmenhe nijlen. M wvollkomm dente Thien de Dacferr niicen h du ſänm S da w Vegn 1 einem gn rſten gal veiſung. o es lſchnit ungen 4 ſehr ind re 4 ng— 45 hres,— al h in der Sißen und in der fi Anwendung ihrem lann er erzwungenn gedacht werdan ing mannlchte, ht, daß nich di Nusnafmne, urdi rrichtung nicht und Grane durch dieſet ind ſchon di uchtthiere unnn geͤßte Sorzftt t die Etſthin Nuſtr driit ht ſchon einte ſch dagegen (uswahl der all ibtige n hauotſichtt ſich Beſbline Neuntes Kapitel. 255 der Paarung, Voruͤberlaſſung der Schwaͤcheren, nicht zu entfernte Weiden und zureichende angemeſſene Nahrung. §. 224. Graͤnzen der Inzucht. Durch keine Inzucht wird indeſſen von Natur ungleichfoͤrmige Wolle gleichfoͤrmig, und ungleichartige gleichartig. Wenn ſie ſich verfeinert, ſo gehen Ungleichfoͤrmigkeit und Ungleichartigkeit in bleibendem Verhaͤltniß mit hinuͤber. In der allerfeinſten Wolle, ſelbſt auf Thieren im beſten Zuſtande iſt es noch erkennbar, wenn der Fall ſtattgefunden hat. Wenn alſo dieſe Eigenſchaften einem Stamme fehlen, ſo koͤn— nen ſie nur aus einem andern Stamme durch ſolche Individuen, welche damit verſehen ſind, wieder hergeſtellt werden. Eine flaͤchere Form kann nur durch eine hoͤhere, und Un— gleichheit jeder Art nur durch das Minderunggleiche ver— draͤngt werden. Wenn aber unter Feinheit, ſanfter Elaſtizitaͤt und Dichtheit, die eine oder andere dieſer Eigenſchaften fuͤr ſich zu erhoͤhen iſt, ſo hat man ſich vorzuſehen, in den maͤnnlichen Zuchtthiere die hoͤhere Vollkommenheit der einen Eigenſchaft auf Koſten der uͤbrigen zu waͤhlen. Mit dem Vollkommneren der einen vererbt ſich auch das Unvollkommnere der andern. Neuntes Kapitel. Ueber Bezeichnungen und uͤber Verzeichniſſe von den Einzelnen einer Heerde zur Sicherung der Kenntniß der Abſtammung. §. 225. Zur Sicherung der Erkennung der Abſtammung ein— zelner Thiere iſt ſo wohl die Bezeichnung des Stammpaares als der Nachkommen, daneben aber auch die Ueberzeugung von der wirklichen Paarung und der wirklichen Zugehoͤrigkeit des Lammes zu ſeinem Stammpaar erforderlich. Des Urſprungs einer Nachzucht kann man ſich auf zweierlei Wegen verſichern. Entweder bemerkt man ſich die Abkunft von einem gewiſſen Stamm, oder von einem gewiſſen Paar. Im erſten Fall giebt es eine generelle, im letzten eine ſpezielle Nach— weiſung. Wo es die Umſtaͤnde nicht geſtatten, die gehoͤrige Zeit und 256 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. Muͤhe auf die Einzelpaarung zu verwenden, da iſt es zur Sicherung der Kenntniß von der Abſtammung eines Thieres hinreichend, wenn die beſten Schaafe mit den beſten Staͤhren beſonders gehalten, alle Gemeinſchaft der verſchiedenen Weidehaufen unter einander gemie— den, und die im beſten Haufen fallenden Laͤmmer mit einem eini— gen, leicht bemerklichen Zeichen verſehen werden. Diejenigen von der Nachzucht, welche ſpaͤterhin nicht einſchlagen, werden aus dem Haufen entfernt, und ihre Nachkommen weiter nicht ausgezeichnet. Eine ſolche Einrichtung reicht hin, dem Beſitzer die Ueberzeu— gung zu gewaͤhren, daß diejenigen Stuͤcke der Nachzucht aus dem beſten Haufen, welche ſich ſelbſt wieder dazu qualifiziren, ohne Be— denken zur weiteren Fortpflanzung genommen werden koͤnnen. Dennoch iſt es bei dieſer Einrichtung nothwendig, daß we— nigſtens die dem Anſchein nach tauglichen Zuchtthiere aus dieſem Stamme zuvor mit wenigeren Schaafen gepruͤft werden. Da es bei groͤßeren Heerden gar nicht thunlich iſt, mit einzel— nen Staͤhren beſondere Haufen Schaafe zur Bedeckungszeit allein zu halten, ſo muß man ſeine Zuflucht zur Einzelpaarung nehmen, wenn man nicht die ausgeſuchteſten Schaafe mit den ausgeſuchteſten bewaͤhrten Staͤhren frei unter einander gehen laſſen will. Zur Auszeichnung bediene man ſich unſchaͤdlich gemachter Thiere, um aller Gefahr der Vereitlung der Einrichtung zu entgehen. Einem Staͤhr theile man taͤglich nicht mehr als zwei bis drei Stuͤck zu. Die Einzelpaarung macht ſpezielle Bezeichnungen und Verzeich⸗ niſſe uͤber alle Stuͤcke der Zuchtthiere noͤthig, um ſowohl das Stamm⸗ paar als auch nachher das Lamm erkennen zu koͤnnen. Das Syſtem, eine einfache und eine dreifache Einheit mit der Verzehnfachung beider, bei der Nummerirung zum Grunde zu legen, iſt noch immer am einfachſten. Nur ſind daneben Taͤfelchen mit Nummern ſehr zweckmaͤßig.. §. 226. Ueber die Einrichtung der Verzeichniſſe zur Ueberſicht der Heerde in Beziehung auf Zucht und Wolle, und in Beziehung auf die Nachkommen. Rubrikenfolge. 7 Staͤhre. 1. die laufende Nummer, 2. die Abſtammung, maͤnnlich, weiblich, I 4 us. 4 die 9 z beſol 6. Kör! —,————— —mn lhſonnt ö.. Neuntes Kapitel. 257 itan hiere heni 3. das Alter, beinen n 4. die Koͤrpergroͤße,— n unter in 5. beſonders auffallende Theile und Theilverhaͤltniſſe, 98 Wat 6. Koͤrperkraft, Lämmer nit i 7. Beſchreibung, I. des Hauptfließes: a) Laͤngenverhaͤltniß oder erden. Die ſagen, wardn, ter nicht auen viitee Bogenart, ber di b) Lange, d Nachzuct, c) Feinheit,„ guf dem Blatt und zualiftiren, a) Gleichfoͤrmigkeit, Kreuz, werden känn e) Geſchmeidigkeit, kuthwadi †) Gleichartigkeit, uchtthiere als g) Dichtheit, rüft werden. h) Schweiß, Art und Menge, thuniich if, mit i) Schein, Behenungehei k) Glanz: Einapaatung n II. der Auſſentheile: nit der ausggſch 0) Bewachſenheit, hen laſſen wil. Kopf, Beine, Bauch, düch gmacht m) Gleichartigkeit, tung zu entyie Kopf, Nacken, Schultern, Kreuz, Lenden, Bauch, neßt as zit) Wollgewicht im vorigen, in dieſem Jahre, 0) Veraͤnderungen in Geſtalt, Laͤnge und Gewicht. nungen und 1 Schaafe. rfaehädr 1. laufende Nummer, 2. Aſtammung, maͤnnlich, weiblich, fache Einhein 3, Alter zum Grunde 1,, daneben Tiſth 4 S. 6. Wollart, Vetzeichni 7. Gleichfoͤrmigkeit, fzucht undd 8. Laͤnge, n. 9. Feinheit, 10. Geſchmeidigkeit, 7 11. Gleichartigkeit, 12. Dichtheit 13. Schein, 17 258 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. 14. Auſſentheile, 15. Wollgewicht im vorigen, in dieſem Jahre, 16. Veraͤnderungen in Geſtalt und Laͤnge, 17. Paarung, 18. Nummer des Lammes, 19. allgemeine Bemerkungen uͤber das Lamm. Schaafe, von denen noch keine maͤnnlichen Nachkommen zur Zucht gebraucht werden koͤnnen, lohnen dieſer Muͤhe und nach Um— ſtaͤnde auch der Koſten noch nicht. Laͤmmer. 1. laufende Nummer, 2. Abſtammung, maͤnnlich, weiblich, . unbehaarte Theile, mit Thierhaaren beſetzte Theile, kurz gelockt, fein, mittelmaͤßig, durchaus langhaarig, durchaus gemiſcht, 8. kurz gelockt, und nur an den Auſſentheilen langhaarig, 9. am Bauch dieſelbe, oder abweichende Wolle, 10. Dichtheit, 11. Zeit des Ausfallens der langen Haare, 12. ſtehengebliebene lange Haare. Das Lamm bekoͤmmt, wenn die Schaafe in Klaſſen abgetheilt ſind, ein beſonderes Urſprungszeichen, nach Verſchiedenheit der Klaſſe auf einer beſondern Stelle.* Dieſes Urſprungszeichen muß aber von dem küͤnftigen Num⸗ mer⸗ oder Klaſſenzeichen verſchieden ſein. Im Verfolg richtet ſich die Urſprungsbezeichnung des Lammes nach der Klaſſe des Schaafes, wenn nur Klaſſenbezeichnungen ſtatt⸗ finden, das Schaaf mag herſtammen, woher es will. Nichts iſt uͤbrigens unzweckmaͤßiger, als das Abſtumpfen der Ohren an Laͤmmern, welche beibehalten werden ſollen, der Zweck ſei, welcher er wolle. Die Natur hat dem Thiere das Ohr nicht umſonſt gegeben. Könnte das Nummeriren auf eine andere Art ſicherer geſchehen, ſo wuͤrden die Einſchnitte gewiß nicht allgemein ſtattfinden. Alle beſondere Bezeichnungen der Schaafe zu beſondern Zwecken auf laͤngere Zeit nehme man mit Oelfarbe am Kopfe vor, wo es noch keiner brauchbaren Wolle ſchadet. 255AgF 7 ——;ꝗ—QO—— 5 §.E Ind Tolle beſe weil die intimmene dau NReige d) Pand nung ant von einer Haarigen fäiner, glei ſe auf d Auſſinſte 1 ihnlicer, du erwarte N di ſindem T beheteüch zwiſchen Saanni werden. Der düü auc die de Aalt rtifemn zm welche m in der R. rühren, ſchnit. hen Nachkonn Mäͤhe und ut u langhaatig, ſ Ut, in Klaſſen vbhr ſchiedenheit dul em käͤnftign! chnung der lr nbezeichnungn, s wil. das Abſtuwir en ſolen, de dhiete das Hhrl⸗ it ſchert iſt ſiottfinden. 96 beſondern zi Kopfe vot, 1 — ◻ — Zehntes Kapitel. 2 Zehntes Kapitel. Unterſuchung der Nachzucht. §. 227. a) Zeit der Unterſuchung. In den erſten acht Tagen iſt die Gleichartigkeit der kuͤnftigen Wolle beſſer, als im Laufe des erſten halben Jahres zu beurtheilen, weil die Wolle erſt nach Verlauf eines Jahres anfaͤngt eine uͤber— einſtimmende Figur in den Haaren zu bekommen, in ſo fern ſie dazu Neigung hat. b) Laͤmmer. Kennzeichen echter Raſſe. Wenn es auf den Unterſchied der Laͤmmer bei ihrer Erſchei— nung ankommen ſoll, ſo muß den gelockt geboren werdenden, als von einer urſpruͤnglich verſchiedenen Raſſe herruͤhrend, vor den lang— haarigen der Vorzug gegeben werden. c) Kennzeichen ihrer beſonderen Eigenſchaften. Je kleiner, gleichartiger, ſanfter und dichter die Loͤckchen, deſto feiner, gleichartiger, ſanfter und dichter die kuͤnftige Wolle. Was als Lamm langhaarige Wolle auf den Lenden hat, ohne ſie auf dem ganzen Koͤrper zu haben, wird in der Regel auf den Auſſenſtellen ſehr abweichend vom Hauptfließ. Je ſanfter die Haare der aͤußeren Koͤrpertheile und je woll— aͤhnlicher ſie ſind, deſto ſanfter iſt in der Regel die kuͤnftige Wolle zu erwarten. Da die Wolle in der Periode des Wachsthums der Thiere be⸗ ſtaͤndigen Veraͤnderungen unterworfen, und von der Wolle in dem beharrlichen Zuſtande derſelben ſehr verſchieden iſt; ſo kann auch zwiſchen der Wolle eines Nachkoͤmmlings und der Wolle ſeines Stammes nur aus gleichen Altersſtufen eine Vergleichung angeſtellt werden. Der echte Jaͤhrling kann nur eine Wolle tragen, wie ſie der Staͤhr auch als Jaͤhrling trug. Die Wolle des Nachkoͤmmlings im juͤngeren Alter kann alſo der Wolle des einen oder andern Gliedes des Stammpaares im reiferen Alter nicht gleich kommen. Zum Schluß hieruͤber nur noch die Bemerkung, daß Laͤmmer, welche mit laͤngeren Haaren in ungleicher Entfernung beſetzt ſind, in der Regel von einem Stammpaar mit ungleichartiger Wolle her ruͤhren, die Schuld liege auf welcher Seite ſie wolle. 17* 260 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. Eilftes Kapitel. Ueber das Kaſtriren mit Hinſicht auf die Taug— lichkeit der Zuchtſtaͤhre. §. 228. Bei veredelten Heerden iſt es nothwendig. Bei noch zungen zuſammengebrachten Staͤmmen, die ſich erſt bewaͤhren ſollen, iſt es gleichguͤltiger. Der Beſitzer eines alten Stammes aber wird ſich ſchon vor Nachtheil zu huͤten ſuchen; denn ein Lamm kann immer nur nach Wahrſcheinlichkeit beurtheilt werden. Zwoͤlftes Kapitel. Ueber die Bewaͤhrung der Zuchtthiere in ihren Nachkommen. . 229. Zur Pruͤfung angeſchaffter oder junger Staͤhre iſt die Einzelpaarung mit acht bis zehn Stuͤck Schaafen, und die beſondere Bezeichnung derſelben auf eine bleibende Art, am ſchick⸗ lichſten alſo durch Ohrnummern, ſchlechterdings erforderlich. Sind aber nur zwei, hoͤchſtens drei Staͤhre zu pruͤfen, ſo nehme man einen beſonderen Haufen von 70 bis 100 bezeichneter Mutter⸗ ſchaafe, und laſſe alle hintereinander einen jeden Staͤhr wenigſtens 14 Tage lang, mit einigen Unterbrechungen, doch bei keiner uͤber einen Tag, unter den Haufen. Alsdenn entſcheidet die Lammzeit uͤber die Herkunft. Nur muß der Anfang mit dieſer Paarung etwas vor der Pe— riode gemacht werden, in der die Schaafe am hitzigſten werden. Bewaͤhrung eines Zuchtthieres als eines ſolchen. Die Mehrheit der Laͤmmer, nicht die Geſammtheit kann nur ent⸗ ſcheiden, indem es immer Nachkommen mit Abweichungen giebt. Doch wird der Grad dieſer Abweichungen ſelbſt wieder in eini— gem Verhaͤltniß mit der Beſchaffenheit des groͤßeren Theils der Laͤmmer ſtehen. Ein Staͤhr muß die Mehrheit der Laͤmmer bei ihm gleichen⸗ den Mutterſchaafen dieſen wieder gleich, bei minder geeigenſchafteten Mutterſchaafen aber uͤber dieſelben erhaben liefern; ſonſt hat er kein lehezewic Gaxnthel In T hende zu Etäͤhr, d Mehrheit Otamme kmmen den Grad mus) zvi Generatid 80 fachen, wenn ſich M gen bei de Erte, ſ da Sanſt Dag glicforn ſ. 2 Söll eine ſiche Sc umnei ſten und Ol fähign fortuf V alle beſi bſchit 3 duf d d hre. othwendiß. N erſt bewaͤhte, Stammes a enn ein Lan verden. tthiere in ihn der junger Sta k Schaaſen, vnd dende Mt, an ſt as erfordetlch re zu prüfen, o Hbezeichneter Ir een Staͤhr wan doch bei kein ſcheidet die lmn g etwas vot de hitzigten nan ais eines ſilt mtheit kann Aöweichungen ge⸗ ſelöſt wieder i größeren The nir bei ihm gi nder greigenihi ern; ſonſtut Dreizehntes Kapitel. 261 Uebergewicht uͤber die Schaafe, und ein einmaliger Beweis vom Gegentheil muß ein hinreichender Grund zu ſeiner Entfernung ſein. In Betreff eines Mutterſchaafes verdient es ebenfalls aus der Heerde zu kommen, wenn es in Folge der Paarung mit einem Staͤhr, deſſen Laͤmmer in der Mehrheit ſich bewaͤhren, und in der Mehrheit der abweichenden kleineren Zahl ſich nicht ſehr weit vom Stamme entfernen, ein mindertaugliches Lamm zur Welt bringt. Dreizehntes Kapitel. Ueber die Kreuzung der gemeinen Schaafarten mit Merinos. §. 230. Bedingungen des Erfolgs. Die moͤglichſte Voll— kommenheit und Ausdauer dieſer Umwandlung wird bedingt durch den Grad der Annaͤherung der koͤrperlichen Eigenſchaften(Organis— mus) zwiſchen den maͤnnlichen und weiblichen Zuchtthieren bei jeder Generation. So paſſen z. B. nicht ſo gut zuſammen hohe Bogen mit ſehr flachen, ein ſehr dichter mit einem ſehr duͤnnen Haarſtande, als wenn ſich dieſe Eigenſchaften gegenſeitig naͤher ſtehen. Man vermeide alſo ſo viel wie moͤglich allzu große Abſtufun— gen bei den Kreuzungen, in Hinſicht der koͤrperlichen Geſtalt und Groͤße, ſo wie in Hinſicht der Geſtalt und Laͤnge, beſonders aber der Sanftheit der Wolle. Dagegen kann die Wolle eines Staͤhres im Uebrigen nicht gleichfoͤrmig, gleichartig und ſanft genug ſein. §. 231. Ueber die Auswahl der zu veredelnden Schaafe. Soll eine ſchlichte Wolle merinosartig werden, ſo waͤhle man zuerſt ſolche Schaafe, welche bei einem geſunden Koͤrper und guter Hal— tung die feinſte und geſchmeidigſte Wolle ihrer Art am ausgebreite— ſten und am dichteſten tragen. Sollte ein weibliches Individuum bei einem ſchwaͤchern Koͤrper faͤhiger ſein, die Eigenſchaften des maͤnnlichen Thieres auf die Zucht fortzupflanzen, als bei einem ſtaͤrkeren Koͤrper? Wenn dies der Fall ſein koͤnnte, ſo waͤre es, bis jetzt ohne alle beſtimmte Erfahrung daruͤber, nur unter der Bedingung zuzu 262 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. geben, daß die Vermiſchung geſchaͤhe, bevor der weibliche Theil ſeine voͤllige Reife erlangt haͤtte. Denn in dieſem Zuſtande ſtaͤnde er noch dem feineren Gewebe des maͤnnlichen am naͤchſten. Ein von Alter ſchwaͤcherer Koͤrper muß dagegen in ſeiner innern Einrichtung weit weniger Uebereinſtimmung haben, als er in ſeinem beſſern Alter hatte, und es iſt hoͤchſt wahrſcheinlich, daß die Laͤm— mer im ſpaͤtern Alter eines Schaafes, in ſo fern ſchon die Abnahme der Kraͤfte angefangen hat, unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden, ungleichartiger in der Wolle ausfallen werden, als ſeine fruͤheren Laͤmmer. §. 232. Wahl der Staͤhre zur Veredlung. Raſſe. Kit Falten verſehene Staͤhre laſſen an der Nachkommenſchaft ge— woͤhnlich noch Ringe um den Hals zuruͤck, welche immer eine ab— weichende Wolle behalten. Wolle derſelben. Die erſte Veredlung fange man mit Me⸗ rinosſtaͤhren mit flaͤcheren Wollbiegungen doch nicht unter dem Ver⸗ haͤltniß von 1 ¼ zu 1 an, weil in dieſem letzten Falle die Wirkung zu gering iſt, im entgegengeſetzten aber bei hohen Bogen in den erſten Generationen eine ſehr harte, duͤnnſtehende und knotige, leicht ſtraͤngende und zwirnende Wolle entſteht. Wolle dieſer Art eignet ſich fuͤr keine Zeuchſorte. Sie iſt das allerſchlechteſte Produkt, das man abſichtlich erzielen koͤnnte. Der Feinheitsgrad kann eben um einiger Annaͤherung willen der mittlere ſein, z. B. 20 Biegungen; nur ſehe man auf die moͤg— lichſte Ausgeglichenheit, indem dieſe das nutzbarſte Fließ liefert, und ſelbſt als Beweis der Herkunft von einem alten Stamme die Ver— erbung auch noch am erſten verbuͤrgt. Ferner waͤhle man keine Staͤhre mit zu kurzer und zu dichter Wolle, indem dieſe Eigenſchaften in der Einrichtung des Koͤrpers liegen, und ſich von denen der gemeinen Schaafraſſe zu weit ent— fernen. Doch ſind dieſe Beruͤckſichtigungen der Wahl der Wollform unterzuordnen. Die Groͤße der Staͤhre ſei die mittelmaͤßige, weder zu groß noch zu klein, ebenfalls um allzugroße Abweichungen zu vermeiden. Uebrigens gilt alles Andere in den vorhergehenden§§. von den Zuchtſtaͤhren geſagte auch hier. Slbſ; fabenden ſchigen, dunſelben h ſ. AM Veredlu weiten Ii theil der Ä ſcaffnſeit tn Neiiols Thiet ſti ſoirer Tel netzt wi 42 derten haben, o zu wüſſe r deſto cher Ebe Eigenſcha *8 rm Nriiege drchernt, Mch dredze barkeit mit den duch ſchon ſt hochſt derje glhnti mih dc heden. 6 Lärper⸗ lich blei Thel ſen d ſuͤnde er . ſeiner unen er in ſainen aß die lin ie Abnnine Umſtäͤndn, ne fruͤhern z. Naſſe enſchſt ge er eine al⸗ mit Me⸗ dem Ver⸗ Virkung en in den knotige, zie iſt das te g willen die moͤg⸗ ffert, und die Ver⸗ zu dichte 3 Körpers weit ent⸗ Wolſforn er zu grot vermeiden d. von den Dreizehntes Kapitel. 263 Selbſt die Uebereinſtimmung der gleichzeitigen und nacheinander folgenden Staͤhre iſt bei einer Veredlung eben ſo wohl zu beruͤck— ſichtigen, als bei hoͤheren Raſſen, weil kleine Unterſchiede unter denſelben ſich auch an veredelten Schaafen ſehr bemerklich machen. §. 233. Ueber die Mittel zur Beſchleunigung der Veredlung. Beſchleunigung. Wenn Mutterſchaafe mit dem zweiten Jahre zur Paarung kommen, ſo hat dies außer dem Vor— theil der Beſchleunigung der Vermehrung noch in Hinſicht der Be— ſchaffenheit der Nachzucht den, daß am Schluſſe einer beſtimm— ten Periode, z. B. von 20 Jahren, die alsdann vorhandenen Thiere ſaͤmmtlich von hoͤheren Generationen ſind, als bei einer ſpaͤteren Zulaſſung. Wenn z. B. im letzten Fall erſt die vierte Generation ausge— merzt wird, ſo koͤmmt im erſten Fall ſchon die ſechste an die Reihe. §. 234. Ueber die Selbſtſtaͤndigkeit einer umgeaͤn⸗ derten Schaafart. Es kann eine Raſſe Selbſtſtaͤndigkeit erlangt haben, ohne darum fuͤr eine urſpruͤngliche Raſſe angeſehen werden zu muͤſſen. Je mehrere Eigenſchaften einer Raſſe ausſchließlich eigen ſind, deſto eher iſt ſie fuͤr eine Urraſſe zu halten. Eben ſo verhaͤlt es ſich auch mit einer Wollart, wenn ſie ſolche Eigenſchaften beſitzt, welche ihr vor andern ausſchließlich angehoͤren, z. B. regulaͤre Kraͤuſelung, gleichviel ob ſie unmittelbar aus dem Merinosgeſchlecht von beiden Seiten abſtamme, oder von einer durchkreuzten Raſſe. §. 235. Bedingungen der Gewißheit von der Brauch⸗ barkeit eines Staͤhres aus einer veredelten Raſſe. Ob mit den Eigenſchaften der Merinoshaare, ſobald ſie ſich vererben, auch ſchon die voͤllige Umwandlung des Koͤrpers erfolgt ſein moͤge, iſt hoͤchſt wahrſcheinlich. Derjenige Koͤrper, welcher ſeine Haare in gleichen Formen und gleichartigen Grundſtoffen, wie ſein Urſtamm, beſtaͤndig erzeugt, muß auch ſchon eine aͤhnliche Einrichtung ſeines Innern erlangt haben. Es ſpricht ſchon ſehr viel fuͤr die bezweckte Beſchaffenheit des Koͤrpers, wenn er nach zuruͤckgelegtem Wachsthum eine ſich aͤhn— lich bleibende Wolle in der beabſichtigten Beſchaffenheit liefert. 264 Dritter Theil. Erſter Abſchnitt. Der ſicherſte Pruͤfſtein aber iſt die Nachzucht aus der Paa— rung mit ſolchen weiblichen Staͤmmen, welche in Hinſicht der Gleich— artigkeit, Gleichfoͤrmigkeit, ſanften Elaſtizitaͤt und Dichtheit den maͤnnlichen Thieren wenigſtens gleich ſtehen, weil bei mindern Ei— genſchaften weiblicher Seits die Nachzucht ſich verhaͤltnißmaͤßig wei— ter erheben kann, im entgegengeſetzten Fall aber, wenn die Mutter— ſchaafe den Staͤhr uͤbertreffen, die Mehrheit der Laͤmmer auch in ihren Eigenſchaften geringer ausfallen. Steht es mit der Einrichtung ſeines Koͤrpers noch nicht feſt, ſo erfolgt zunaͤchſt Ungleichartigkeit der Zucht. „ Bewährt ſich aber die Mehrheit derſelben in der Uebereinſtim— mung mit dem Mutterhaufen, ſo iſt auch die fernere Brauchbarkeit des maͤnnlichen Thieres erwieſen, und mit ihr auch die Wahrſchein⸗ lichkeit fuͤr die Brauchbarkeit ſeines Gleichen von derſelben Abkunft gegeben, welche aber doch nicht ohne Pruͤfung unbedingt anzuneh— men iſt. Zweiter Abſchnitt. Ueber Beruͤckſichtigungen bei der Schaaf⸗ haltung in Hinſicht der Wollerzielung, einige unzuſammenhangende Bemerkungen. Erſtes Kapitel. Beruͤckſichtigung der Wollerzielung. §. 236. Einige Bemerkungen zur Beruͤckſichtigung der Bodenart in Bezug auf die verſchiedenen Eigen— thuͤmlichkeiten einer Schaafraſſe. Bei den Schaafen kom⸗ men in Bezug auf Nahrung und Weide in Betracht: Groͤße, Hoͤhe, und des Koͤrpers; Schweißtrieb das. Nhrung. das A Tegen beſſar lingrit inmer eher, d Eine gt⸗ ſalten dagectt Shaatd⸗ ſtubige wiſt⸗ ſich ünmaen ſett, ſo bh was aber ih Al zumn iußeren Cinut der Körper ao Ale S 7 fir Stilfümn Dä dg üinſcht d dder dinned Ir Hi Muxe des G. da Bn ſiande ſed a dn Kan kann, i fü fir ſol⸗ fuf der bih iie unrt urs Kamp i Krder uh ten kanate Unoada delcher ſch b ng erhate der Pa der Glei, dttheit— indemn E⸗ mäßig wei⸗ ie Mutte. er auch in ict fſ rreinſtim uchbarkeit zahrſchein Abkunft anzunez⸗ htigung Eigen— zfen kon Erſtes Kapitel. 265 Laͤnge und. Dichtheit der Wolle. Das groͤßere und mehr ſchweißtreibende Thier bedarf mehr Nahrung. Das hochbeinige Thier kann weiter und auf beſchwerlichen Wegen beſſer gehen. Es bedarf aber eines hoͤheren Weidewuchſes. Laͤngere duͤnnſtehende Wolle waͤchſt bei wenigerer Nahrung immer eher, als kuͤrzere dichtere. Eine groͤßere Menge Schweißfett und eine groͤßere Dichtheit halten dagegen mehr den Staub ab. Schaafe mit hochgebogener Wolle eignen ſich nicht ſo gut fuͤr ſtaubige und ſandige Triften, als bei flachgebogener Wolle. Haben ſich einmal Unreinigkeiten jenes Urſprungs in die Wolle hinein ge— ſetzt, ſo bringt ſie keine gewoͤhnliche Schaafwaͤſche wieder heraus, was aber bei flaͤcherer Wolle leichter iſt. All zu duͤnner Wollwuchs hat ſeine beſondere Nachtheile. Die aͤußeren Einwirkungen erlangen zu viel Einfluß auf die Wolle, und der Koͤrper iſt dabei nicht geſchuͤtzt genug. Alle Raſſen mit kurzer und duͤnner Wolle eignen ſich mehr fuͤr Stallfuͤtterung. Bei der Weide kommen in Betracht die Entfernung und in Hinſicht der Nahrung hoͤherer oder niedriger Wuchs, in dichterem oder duͤnnerem Stande, und die Gelegenheit zur Traͤnke. In Hinſicht des Treibens ſind zu beruͤckſichtigen Art und Menge des Staubes. Der Beruͤckſichtigung der Entfernung der Weide vom Schaaf— ſtande ſind alle uͤbrigen unterzuordnen. Ein Koͤrperbau, welcher kein lange dauerndes Gehen aushalten kann, iſt fuͤr weit entlegene Weiden um ſo weniger geeignet. Fuͤr hohen Weidenwuchs paßt nur das Marſchſchaaf, welches auf der Hoͤhe bei niedrigem Wuchs ſich ſelbſt aufreiben und nur eine unterbrochen gewachſene Wolle liefern wuͤrde. Fuͤr kurze Weiden paſſen keine hochbeinigen Schaafe. Knapp koͤnnte eine Weide heißen, auf welcher ein groͤßerer Koͤrper nach vollendetem Wachsthum ſich nicht gleichmaͤßig ernaͤh— ren koͤnnte. Unbedingt zu knapp kann eine Weide genannt werden, auf welcher ſich keine Schaafe irgend einer Art ohne weitere Unterſtuͤz— zung erhalten koͤnnen. 266 Dritter Theil. Zweiter Abſchnitt. Fuͤr knappe Weide paſſen keine großen Koͤrper. Fuͤr knappe Weide eignet ſich eine urſpruͤnglich kuͤrzere Wolle nicht ſo gut, als eine urſpruͤnglich laͤngere. Bei der kuͤrzeſten Wolle auf ſtaubigen Triften leidet der groͤ— ßere Theil des Haares. Der verſchont gebliebene Theil iſt alsdann zu gering, um der Wolle in den Augen des Kaͤufers eine guͤnſtige Meinung von ihrer Brauchbarkeit zu geben. Urſpruͤnglich laͤngere Wolle waͤchſt auch bei wenigerer Nahrung hoͤher, als urſpruͤnglich kuͤrzere, und wird dadurch bei knapper Weide um ſo eher brauchbar. Fuͤr knappe Weide eignet ſich ſehr dicht ſtehende Wolle nicht ſo gut, als gewoͤhnlich dicht ſtehende. Bei jener bedarf der Koͤrper mehr Nahrung, wenn ihre Entwickelung nicht unterdruͤckt werden ſoll. Die Entfernung und Beſchaffenheit der Weide ſind vor der Trift zuerſt zu beruͤckſichtigen. Bei zureichender Weide iſt das dichtere Fließ auf alle Faͤlle vorzuziehen. Die Wolle ſchuͤtzt ſich ſelbſt mehr, und zugleich auch den Koͤrper. Auf kurzem gediegenen Weidewuchs paßt das kurzwollige dicht— beſetzte kleinere Schaaf. Bei ſtaubigen Triften ſind die kuͤrzeſten und laͤngſten Wollar⸗ ten gleich nachtheilig. Bei jenen dringt der Staub bis auf die Haut durch, bei dieſen kann man keine Reinheit in der Waͤſche ſo leicht erlangen, beſonders wenn ſie hohe Bogen hat. Die Benutzung der Schaafe zum Horden kann unter gegebe⸗ nen Umſtaͤnden, z. B. bei entfernteren Auſſenſchlaͤgen, oder im Fall eines unzureichenden Strohbaues im Duͤngen groͤßere Vortheile ge— waͤhren, als es der Wolle Nachtheil bringt. Im vordlichen Deutſchland ſcheint indeſſen das Horden dem jungen Vieh niemals gut zu bekommen. Wer zum Horden genoͤthiget iſt, der wendet nicht ſeine beſten Wolltraͤger daran. Zum Horden dienet ein kraͤftiger mit Wolle gut beſetzter Koͤr⸗ per, um den Wechſel der Witterung deſto eher aushalten zu koͤn⸗ nen, am wenigſten aber Thiere mit zaͤhem Schweiße, wegen zu feſter Verbindung mit dem ſich anſetzenden Staube. Bei reichlicher Menge geſunder Nahrungsmittel, deren Abwei⸗ dung leicht gefaͤhrlich werden koͤnnte, eignet ſich die Fuͤtterung auf den Etnle vn kann. die itt fcfimmen,) ſeit und dls Eine ei ls in eine zat Ungürſt diſen bleibeg niglchſt indG Terindermn NMhrens ttten Iahwo 7.316 Polle. 2ul ſt fir die d wech in d Zur Eiue ſe ange don fann, waßih 1. das n ausgennn 2 müglic n mit der t vnügſitſ à de Nor 1 0 f. 338. hatung der mmikunga n Enkang, de hau Nalch dn n ſamni n beſiin weide nere Wele det der nrd iſt alsdann ne günſige Nahrun) knapper dolle nicht er Koͤrper ct werden d vor der alle Fäͤll leich auch lige dicht en Woler s auf de Vaſche ſo er gegebe er im Fal Ntheile ge orden dem ine beſten bter Kit en zu kin wegen i ren Abte tterung dl Erſtes Kapitel. 267 dem Stalle am beſten, wenn das Futter nicht beſſer verwendet wer— den kann. Die Summe der Lokalumſtaͤnde muß uͤbrigens die Schaafart beſtimmen, wo die gegenwaͤrtig eintraͤglichſte Schaafart mit Sicher— heit und Nutzen gehalten werden kann oder nicht. Eine Gegend, in welcher feuchte Luft, Nebel und Regen oͤfter, als in einer andern herrſchen, iſt den Eigenſchaften der Wolle offen— bar unguͤnſtiger, als die letzte, je mehr die Schaafe ſich ſelbſt uͤber— laſſen bleiben. Werden ſie aber mit der gehoͤrigen Sorgfalt davor moͤglichſt in Acht genommen, ſo ſind in ſolchen Gegenden keine Veraͤnderungen der Wollart wahrzunehmen. Mehrere laͤngſt dem friſchen Haff in Oſtpreußen ſchon ſeit meh⸗ reren Jahren verpflanzten Staͤmme beſtaͤttigen dies. §. 237. Bedingungen der gehoͤrigen Ausbildung der Wolle. Die Ausbildung der erforderlichen Eigenſchaften der Wolle iſt fuͤr die Fabrikation eben ſo wichtig, als die Grundlage derſelben, welche in den Thierraſſen begruͤndet ſind. Zur Erreichung dieſes Zweckes in moͤglichſter Vollkommenheit, ſo lange dies noch mit dem Vortheil des Eigenthuͤmers beſtehen kann, muß derſelbe trachten: 1. das Fortwachſen des Haares, ohne daß es, Krankheitsfaͤlle ausgenommen, abbricht; alſo: ein ununterbrochener Wuchs; moͤglichſte Feinerhaltung des Haares, ſo weit ſich dieſelbe noch mit der geringſten Schwere des Fließes vertraͤgt; 3. moͤglichſte Erhaltung der ſanften Elaſtizitaͤt; moͤglichſte Erhaltung der Gleichmaͤßigkeit des Wuchſes; und 5. der Reinigungsfaͤhigkeit. 2 §. 238. Erzielung der Feinheit. In Hinſicht der Er⸗ haltung der Feinheit muͤſſen alle Vorkehrungen gegen nachtheilige Einwirkungen darauf, ſie moͤgen voruͤbergehend, oder bleibend ſein, in Einklang gebracht werden. Die hauptſaͤchlichſten Beruͤckſichtigungen in dieſer Hinſicht ſind: Moͤglichſte Zuruͤckhaltung der Ausdehnung der Haut, in der moͤglichſten Unterdruͤckung der darauf einwirkenden Ur⸗ ſachen im Freien und im Stalle; alsdann moͤglichſte Verhuͤtung des Auftreibens des Koͤrpers durch beſtaͤndig blaͤhende Nahrung. Bei uͤppiger Gras- und Klee— weide iſt dies beſonders in Obacht zu nehmen. 268 Dritter Theil. Zweiter Abſchnitt. §. 239. Erzielung der ſanften Elaſtizitaͤt. Der moͤg⸗ lichſte Grad einer ſanften Elaſtizitaͤt wird, ſo weit es die Art der Wolle geſtattet, durch zweckmaͤßig darauf hinwirkende Nahrungs— mittel in Verbindung mit dem gehoͤrigen Verhaͤltniß der Traͤnke oder ſaftiger Nahrung uͤberhaupt erreicht. §. 240. Ueber die vollſtaͤndige Entwickelung und Ausbildung des Haares. Dieſe begreifen einen ununter⸗ brochenen und gleichmaͤßigen Wuchs deſſelben, und ſind vom Ernaͤhrungsvermoͤgen des Thieres und dem veraͤnderlichen Zuſtande deſſelben, ſo wie von der Art und Menge der Nahrung ihrem Wechſel und von aͤußeren Einwirkungen abhaͤngig. Die Gleichmaͤßigkeit des Wachſens im Allgemeinen haͤngt ab: von der Beſtaͤndigkeit des Ernaͤhrungsvermoͤgens; 2. von der Staͤtigkeit des Verhaͤltniſſes zwiſchen dem Nahrungs— beduͤrfniß und dem Zufluß an Naͤhrſtoff; 3. von der Beſtaͤndigkeit der Ausdehnung der Haut; und 4. von der Beſtaͤndigkeit der aͤußeren Temperatur. Die entfernteren Grundlagen des gleichmaͤßigen Wachſens ſind: 1. alle Veranlaſſungen, welche das Ernaͤhrungsvermoͤgen verſtaͤr⸗ ken oder ſchwaͤchen koͤnnen, Zulaͤnglichkeit und Mangel an Nahrung, Anſtrengungen, Fortpflanzung; 2. alle, welche auf den Haartrieb beſonders wirken, unter den vorerwaͤhnten Urſachen die Fortpflanzung hauptſaͤchlich; 3. alle Veranlaſſungen, welche das Nahrungsbeduͤrfniß vergroͤ⸗ ßern oder vermindern, Wachſen, Anſtrengung, Fortpflanzung, Angewoͤhnung, zunehmendes Alter:; 4. alle Veranlaſſungen, welche durch das verſchiedene Verhaͤltniß des Naͤhrſtoffes in verſchiedenen Nahrungsmitteln von verſchie— denen Oertern und Zeiten entſtehen koͤnnen; 5. alles, was auf die Ausdehnung der Haut wirken kann, es ſei von innen oder auſſen, mehr oder weniger innere Thaͤtigkeit, mehr oder weniger Nahrungsſtoff, mehr oder weniger Bewe⸗ gung, mehr oder weniger Beaͤngſtigung, Waͤrme und Kaͤlte; 6. die Vergroͤßerung der Haarwurzel kann nur durch einen ver groͤßerten Andrang von Saͤften entſtehen. Die naͤchſten und entfernten Grundlagen wirken alſo hier zum Theil gegenſeitig auf die andere. — da) ziſe minn ä der l fl. düſtr darin fät der IA tung in i 6. 4 Telle ini ſamkeit Hende kadi Anon C. mlnen udd „. e eih N„. ne Nlah 23 Gleich von d 5 † er, bar werden der ma die Att d Nahrung der Trin Ung und Inuntet⸗ ſind von Zuſtande ng ihrem haͤngt oö. Nahrunge nd ſens ſind: n verſtar⸗ Nangel en unter den c; F vergrd fanzung, Verhaltni zn verſchir⸗ n, es ſii Thatigkeit, der Bewe d Kälte einen ve o hitt zmn Zweites Kapitel. 269 Da die Erzielung einer brauchbaren Wolle außer durch die Raſſe mit durch die Haltung der Thiere bedingt wird, ſo iſt alſo bei der letzten nicht allein die Erhaltung des Stammes, ſo weit dieſer davon abhaͤngt, ſondern auch die Erlangung der Brauchbar— keit der Wolle zu beruͤckſichtigen, was in der Abhandlung uͤber Hal— tung in Kurzem wiederholt werden wird. Zweites Kapitel. Ueber die Art und Weiſe der Ausgleichung der Heerden. §. 241. Veranlaſſungen der Ungleichartigkeit der Wolle in einer Heerde, auch bei der groͤßten Aufmerk⸗ ſamkeit auf die Leitung der Zucht. Die Nachzucht einer Heerde kann ſich um ſo weniger gleichen, je verſchiedenartiger und zahlreicher der Mutterhaufen geweſen iſt und je mehr Staͤhre ge— braucht worden ſind. Die Urſache liegt in der abſoluten Verſchiedenheit jedes ein— zelnen Individuums von andern. Kein Thier iſt dem andern gleich. Jeder neue Staͤhr bringt eine Veraͤnderung in der Wolle mit, wenn ſie auch noch ſo ſubtil iſt. Je groͤßer alſo die Anzahl der gebrauchten Staͤhre, deſto ver— ſchiedener die Wolle in der Heerde. Waͤhrend der Veredlung hat man in den erſten acht bis zehn Generationen keine uͤbereinſtimmende Wolle zu erwarten, ob ſie gleich von der dritten, vierten Generation an ſchon ziemlich brauch— bar werden kann. §. 242. Erhaltung der Gleichartigkeit in der Heerde durch die Entfernung der ungleichartigeren Einzelnen. Nichts muß ſich der Beſitzer neben einer zweckmaͤßigen Leitung der Zucht mehr angelegen ſein laſſen, als die einzelnen Thiere ſeiner Heerden moͤglichſt gleichartig zu bekommen. Er befoͤrdert ſeinen Vortheil in dem Vortheil des Kaͤufers. Dazu dient ihm außer ſeiner Aufmerkſamkeit bei der Leitung der Zucht zugleich die Aus— zeichnung der ungleichartigeren Thiere, um dieſe zuerſt aus den Heerden zu entfernen. 270 Dritter Theil. Zweiter Abſchnitt. Zur Ausgleichung der Heerden iſt dies letzte Mittel wirkſamer, als die Leitung der Zucht ſelbſt ſein kann, indem dieſe zwar neben der Erhoͤhung der Eigenſchaften auch die Ausgleichung zum Zweck hat, aber nicht verhindern kann, daß eine große Anzahl der Nach— kommen theils zuruͤck bleiben, theils ausarten koͤnnen. Wenn aber der jaͤhrlich zu veraͤußernde 6te bis 7te Theil in den minderbrauchbaren Thieren beſteht, ſo gleicht ſich eine Heerde da— durch fruͤher aus, als ſich nach dem Gange der Natur bei der Ver— edlung oder auch ſelbſt bei Vermiſchungen naher Verwandſchaften erwarten laͤßt. Ausmerzen. Beim Ausſondern koͤmmt zunaͤchſt die Beſchaf— fenheit der Wolle, alsdenn die Nutzbarkeit des Thieres in ſeiner ferneren Wollerzeugungs⸗ und Fortpflanzungsfaͤhigkeit, ſo wie zuletzt ſeine Tauglichkeit zum Fettmachen in Betracht. Außer den Eigenſchaften, welche beſtaͤndige Ungeſundheit des Koͤrpers und ſeine Untauglichkeit zur Zucht betreffen, werden alle uͤbrigen in Betracht genommen, welche die Wolle angehen, und zwar in folgender Ordnung, wenn nicht beſondere Zufaͤlle eine Aus⸗— nahme noͤthig machen: 1. zu geringe Ergiebigkeit; 2. Ungleichartigkeit der Auſſentheile des Koͤrpers; 3. Ungleichartigkeit der Haare unter ſich auf den beſten Stellen:; 4. weitlaͤuftige Entkraͤuſelung in den oberen Spitzen; 5. zuletzt mindere Sanftheit. Drittes Kapitel. Eintheilung einer Heerde in verſchiedenen Klaſſen nach der Verſchiedenheit ihrer Wolle. §. 243. Nuͤtzlichkeit der Abtheilungen der Heerden. Kein Schaafſtamm iſt wie der andere, kein Thier wie das andere, wenn ſie auch alle von einerlei Art ſind. Dem Beſitzer kann es alſo nicht gleichguͤltig ſein, was er hat, was er veraͤußert, und wie ſich das Ganze in der Fortpflanzung erhaͤlt. Wer keine ſpeciellen Verzeichniſſe uͤber ſeine Heerden fuͤhret, kann wenigſtens allgemeine Qualifikationszeichen fuͤr unterſchiedliche Abtheilungen anwenden, ſowohl, um alle einzelnen Thiere von min⸗ derem Pert. ſe ſtad eit prxtung d Eummes, i H.un,n abtheilun ⸗ ſafte b ſt und ſchd nicſt in 2 ſmwten, dk Das 31: ſol,, muß 1 Heerde enl Unterjuchu ſ. 15 1 keiner Unde Auf den er d nachſte teten Gigermn welche man ts noch echn Nachzucht a hne Thallynd Ratmie vorg dine En daheleg gleichen w ſa dnr nicht ane Aihn b wit an3 ſatt, at 4b nehin bd tweſt n et Raſſe ſn du Rrine A irit ten, a afd ſ. 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Das Zuchtthier, welches zur Fortpflanzung beſtimmt werden ſoll, muß gerade im Gegenſatz zu dem ſtehen, welches aus der Heerde entfernt werden ſoll. Nur bedarf jenes einer genaueren Unkerſuchung. §. 245. Die Auszeichnung der Zuchtthiere kann nach keiner Unterſcheidung in echte und veredelte geſchehen. Auf den erſten Anſchein ſollte man glauben, daß dies der ſicherſte und naͤchſte Weg ſei, ſich einer getreuen Fortpflanzung der beabſich⸗ teten Eigenſchaften zu verſichern. Allein da in ſolchen Heerden, welche man nicht anders als fuͤr Vollblutraſſen halten kann, wenn es noch echte Merinos geben ſoll, beſtaͤndig ein gewiſſer Theil der Nachzucht ausartet, bei hochveredelten Staͤmmen dagegen der groͤ— ßere Theil jene uͤbertreffen kann, ohne daß aͤußere Unterſcheidungs— merkmale vorhanden waͤren, ſo wuͤrde bei gemiſchten Heerden eine Eintheilung in veredelte und echte Individuen, wenn auch der⸗ gleichen wirklich vorhanden waͤren, aus den augegebenen Gruͤnden gar nicht ausfuͤhrbar ſein. Wollte man aber nur die hoͤchſte Vollendung des Koͤrperbaues, den wir an der Raſſe wie ihn die Natur in den ſeltenſten Muſtern giebt, abnehmen koͤnnen, und das, was wir gerade in der Wolle als das fuͤr unſere Zwecke Vollkommenſte ſuchen, beides als Maaß— ſtab der Echtheit aufſtellen, ſo koͤnnte nicht mehr alles, was die Raſſe im Durchſchnitt mit ſich bringt, dazu gerechnet werden; die Graͤnze des Natuͤrlichen wuͤrde auf der einen Seite zu weit uͤber— ſchritten, auf der andern zu ſehr beſchraͤnkt. §. 246. Gleichfoͤrmigkeit und Gleichartigkeit als der hauptſaͤchlichſten Inbegriffe aller Haupterforder⸗ 272 Diritter Theil. Zweiter Abſchnitt. niſſen der Wolle, dienen allein zur Richtſchnur bei der Sonderung der Schaafe. Aus dem Inhalt des zweiten Theils ergiebt ſich, daß Feinheit allein noch nicht die Brauchbarkeit einer gegebenen Wolle, vielweniger eines gegebenen Zuchtthieres beſtimmt. Wer blos der Feinheit nachgeht, kann in Gefahr kommen, ſich dadurch den Wollertrag zu ſehr zu mindern oder auch die Raſſe zu ſchwaͤchen, wenn er noch ſo gluͤcklich iſt, nicht auf Meſtizen zu tref— fen, die noch nicht fortpflanzungsfaͤhig ſind. Nur die Summe der Eigenſchaften eines Zuchtthieres kann ſeinen Werth fuͤr ſich und im Vergleich mit andern beſtimmen. Allein zur Unterſuchung großer Heerden erlaubt es nicht immer die Zeit den Weg der genauen Unterſuchung einzuſchlagen. Wenn man ſich daher an folgende einfache Punkte haͤlt, ſo verfehlt man das Beſſere nicht leicht. Die allgemeinſte Richtſchnur zur naͤchſten Eintheilung aller Schaafe in Hinſicht auf Zucht bleiben: 1. die Eigenthuͤmlichkeit des Merinoshaares, naͤmlich ſeine gleich— foͤrmige Figur, und 2. der Grad der Uebereinſtimmung aller Haare unter ſich, oder ihre Gleichartigkeit auf dem Thier. Mit dieſer ſind in der Regel alle uͤbrigen Eigen— ſchaften verbunden. §. 247. Genuͤgende Anzahl von Abtheilungen, fuͤr veredelte und Merinosſchaafe zuſammen. Zum Zweck der Zucht genuͤgen 4 Abtheilungen, wenn ſie ſich durch folgende Eigen— thuͤmlichkeiten von einander unterſcheiden: Die iſte Abtheilung, als fuͤr die vorzuͤglichſten Zuchtthiere be— ſtimmt, enthaͤlt nur ſolche, welche die moͤglichſt gleichartigſte Wolle auch noch auf den Auſſentheilen neben den uͤbrigen Faͤhigkeiten eines Zuchtthieres beſitzen. Die ête begreift alle Thiere, deren Hauptfließ noch auf allen Stellen moͤglichſt gleichartige Wolle mit den zulaͤſſigen Abweichun— gen enthaͤlt, deren Auſſentheile aber ſchon in Hinſicht der Form der Haare abweichen. Die 3te Abtheilung faͤngt mit der Ungleichartigkeit des Haupt— fließes an, und enthaͤlt alle Stuͤcke, welche zwar auf dem Vorder— theil des Koͤrpers gleichartige, auf dem Kreuze aber ungleichartige Wolle traͤgt. Die 40 nn Otele Will m ter Klaſſe! daſtztit llckliche, rrungen ſet noh kin N Einthit in den blſte watet koſſſ deglächn. 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Eintheilung der Zuchtſtaͤhre. Staͤhre, welche ſaͤmmtlich in den beſten Heerden gebraucht werden koͤnnen, laſſen ſich nicht weiter klaſſifiziren, ſondern nur rangiren, oder einzeln unter ſich vergleichen. Koͤnnte bei der Klaſſifikation der Zuchtthiere Feinheit den ein⸗ zigen Maaßſtab ausmachen, und die Wolle einer Rippe zum Pruͤf— ſtein hinreichen, ſo ließen ſich ſo viele Klaſſen denken, als Punkte fuͤr das bewaffnete Auge noch bemerklich gemacht werden koͤnnten. Jede Verſchiedenheit der Anſicht fiele alsdenn bei der Mehrheit der Beurcheiler hinweg. Da aber bei einem Zuchtthier mehrere Eigenſchaften als die Feinheit, ins Spiel kommen, und ihre Geſammtheit zu beruͤckſich— tigen iſt, wenn auch nach einer einzelnen, als der vorzuͤglichſten Eigenſchaft geurtheilt wird, ſo kann es nicht fehlen, daß Verſchie— denheit der Meinungen uͤber einzelne Thiere und ihre gegenſeitige Beurtheilungen entſtehen muͤſſen. Beim Schaafbonitiren geht es daher, wie beim Bonitiren der Pferde, des Bodens und anderer Dinge. §. 248. Schaafregiſter. Zur Beobachtung der Thiere in Hinſicht ihrer Geſundheit, der Beſchaffenheit und Menge der jaͤhrlichen Wolle, ihrer Fortpflanzungsfaͤhigkeiten und der Artung der Nachzucht dienen am ſchicklichſten Verzeichniſſe, welche mit dem Begattungsregiſter in Verbindung geſetzt werden koͤnnen. Bei Thieren, welche noch nicht zur Fortpflanzung des Zucht— ſtammes gebraucht werden koͤnnen, lohnt es der Muͤhe nicht. §. 249. Gleiche Feinheit macht noch keine zwei, geſchweige tauſend Individuen gleich. Nehmen wir die ins Unendliche ge⸗ henden Variationen eines jeden abgeſonderten Schaafſtammes in 18 274 Dritter Theil. Zweiter Abſchnitt. der Form, der Laͤnge und der Uebereinſtimmung der Haare an, ſo muͤßte man ſich eben erſt verwundern, wenn in allen Heerden mit einem gewiſſen Feinheitsgrade auf jedem Thier auch alle uͤbrigen Eigenſchaften in gleichem Verhaͤltniß angetroffen wuͤrden. §. 250. Ueber den Unterſchied zwiſchen Schaafſorti— menten und Wollhandelsſortimenten. Fuͤr den Handel werden gegenwaͤrtig 8 bis 10 Wollſortimente gemacht. Die beiderſeitigen Sortimentsabtheilungen muͤſſen darin uͤber— einſtimmen, daß bei einer jeden die aͤußerſten Sortimente die ent— gegengeſetzten Endpunkte ausmachen, von denen der eine das hoͤchſte Brauchbare, und der andere das geringſte enthaͤlt, und zwiſchen denen, von dem einen zum andern eine Stufenleiter ſtattfindet. Nehmen wir den Fall an, daß fuͤr Schaafzucht und Handel nur eine vierfache Abtheilung gebraͤuchlich waͤre, ſo muͤßten die bei— derſeitigen in der Reihefolge ſich gegenuͤberſtehenden Sortimente auch dieſelbe Wolle enthalten, naͤmlich 2 wie 2, und 3 wie 3. Auf beiden Seiten wuͤrden aber Ausnahmen gemacht werden muͤſſen. Es koͤnnen naͤmlich einzelne Thiere eine an ſich ſehr brauch— bare Wolle, im uͤbrigen aber keine Eigenſchaften als Zuchtthiere an ſich haben, z. B. keine gehoͤrige Ergiebigkeit, zu wenig uͤbereinſtim⸗ mende Auſſentheile, einzelne bedeutende Abweichungen auf andern Stellen, einen zu kleinen oder zu ſchwachen Koͤrper oder zufaͤllige Fehler anderer Art. Dieſe Ausnahmen duͤrften aber nicht verhin⸗ dern, daß nicht die Mehrheit der Fließe in den gegenſeitigen gleichnamigen Sortimenten uͤbereinſtimmte. Bei ungleicher Anzahl von Sortimenten auf der einen oder der andern Seite, muß das abſolut Beſſere auch in den hoͤheren Abtheilungen enthalten ſein. Es koͤnnen indeſſen beſondere Umſtaͤnde, welche nicht in der Art der Wolle liegen, eintreten, und die gegenſeitige Uebereinſtim— mang in der Mehrheit der Fließe gar nicht beſtehen laſſen, wenn naͤmlich Wolle von an ſich ſehr brauchbarer Art zufäͤllig in ihrer Ausbildung zuruͤckgehalten wird, muͤrbe und mit Fehlern anderer Art behaftet oder entſtellt, mit ungleichartiger Wolle durchmiſcht und noch dazu nicht gehoͤrig gereiniget erſcheint, auch nicht vor der Fabrikwaͤſche weiter zu reinigen iſt. In dieſem Falle hoͤrt alle Ver⸗ gleichung von ſelbſt auf. Daß der Produzent ohne beſondere Aufforderungen von ſeiner Perſoͤnlichkeit und Lage her nie fuͤr Handel oder Fabrikation eine Vetniſche 17 in könneG. dingerma Allgis heerdenſt den, deſtitt Qualtitno: eringeren ſt Je Dantiit) tn aus de W Zuſanmen k. diſhiftge 1. ni d mit d a mit de 4 nit der nit der däͤnd dA. 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Je ungleichartiger aber die Heerden ſind, eine deſto groͤßere Quantitaͤt hat ein Kaͤufer noͤthig, um gewiſſe Gattungen oder Sor⸗ ten aus denſelben zu bekommen. Dritter Abſchnitt. Ueber Schaafhaltung insbeſondere. Zuſammenſtellung der verſchiedenen Zwecke und Beruͤck— ſichtigungen bei derſelben. §. 251. Begriff. Die Schaafhaltung im engeren Sinne beſchaͤftiget ſich: 1. mit der Einrichtung der Heerden, .mit der Ernaͤhrung, mit der uͤbrigen Wartung und Pflege, .mit der Darſtellung der Wolle zum Verkauf, „mit der Einrichtung der auf dieſe Zwecke Bezug habenden Gebaͤude und Anſtalten. 0œꝙ— §. 252. Der Hauptzweck bei der Schaafhaltung beſteht (wie bei jedem andern Zweige) in der moͤglichſt vortheilhafteſten Benutzung der Heerde durch Wollerzielung und der uͤbrigen Vieh⸗ nutzungen bei der moͤglichſten Beſchraͤnkung des Koſtenaufwands. 18* 276 Dritter Theil. Dritter Abſchnitt. §. 253. Bedingungen des hoͤchſten Wollertrages, ſo weit er von der Haltung abhaͤngt. Die moͤglichſte Woll⸗ erzeugung auf einem Schaaf wird außer ſeiner urſpruͤnglichen An— lage noch befoͤrdert: 1. durch die Art und Menge der Nahrung, und 2. durch moͤglichſte Verwahrung der Wolle vor nachtheiligen aͤußeren Einwirkungen. §. 254. Der Werth der Wolle wird bedingt außer durch die Raſſe: 1. durch die Ernaͤhrung, 2. durch die uͤbrige Haltung, 3. durch die Art der Darſtellung der Wolle zum Verkauf. §. 255. Bedingungen des Gelingens der Zuzucht. Die Menge und das Aufkommen derſelben haͤngen von der Kraͤf⸗ tigkeit und Geſundheit des Stammes und der gehoͤrigen Nahrung, Wartung und Pflege, ohne Verwoͤhnung, ab. §. 256. Der Werth des uͤberſchießenden Zuchtviehes be⸗ ruhet mit auf der Ueberzeugung des Publikums in Hinſicht des Wollwerthes und der Ausdauer der Raſſe, und der Werth des Schlachtviehes auf der Leichtigkeit des Fettmachens und der Naͤhe der Verbrauchsoͤrter. §. 257. Die vorzuͤglichſten Beruͤckſichtigungen bei der Schaafhaltung betreffen: 1. die Erhaltung der Geſundheit der Thiere, 2. die Erzielung einer moͤglichſt werthvollen Wolle, 3. die Erhaltung der Eigenthuͤmlichkeiten der Raſſe in der Woll⸗ erzeugung, ſo weit dieſe nicht von der Leitung der Zucht ab⸗ haͤngt. §. 258. Bedingungen der Erhaltung der Geſund⸗ heit. Dieſe beruht außer auf der urſpruͤnglichen Beſchaffenheit des Koͤrpers auf der nachherigen Ernaͤhrung und uͤbrigen Haltung. §. 259. Vortheile und Bedingungen eines kraͤftigen geſunden Stammes. Ein kraͤftiger geſunder Stamm gewaͤhrt de Lurth duj ein 5 bende ſin feht, derſ genheit doe gahl um 3 Enälid an gföns daten Ver §.A tints Sf. het de 9 letzten un ſein fartt 4.20 ten, went⸗ ten ſtath 9N Gegenſtnn Jleich zu ktra get, jſie Val⸗ ichen h iſtheilgn durch die erkauf. Zuzucht der Kraͤf⸗ ſahrung, ehes be⸗ nſicht des Verth des und der be der der Voll⸗ zucht ab⸗ Geſund— ſchaffenhii n Haltung kräftiget mm owviht Dritter Abſchnitt. 277 die Vortheile, daß entlegenere Weiden ſich beſſer benutzen laſſen, daß ein Schaaf um ſo laͤnger zur Zucht gebraucht werden, und eine Heerde ſich um ſo ſchneller vermehren, oder, ſobald Ueberſchuß ent— ſteht, derſelbe um ſo zahlreicher veraͤußert, oder, wenn keine Gele— genheit dazu da iſt, die Lammzucht bei gleicher Erhaltung der Voll⸗ zahl um ſo mehr beſchraͤnkt werden kann. Endlich ſichert ein geſunder kraͤftiger Stamm, wenn im Uebri— gen gehoͤrige Vorſicht angewendet wird, um ſo mehr vor unmittel⸗ baren Verluſt. §. 260. Bedingungen der fortdauernden Geſundheit eines Stammes. Die urſpruͤngliche oder angeborne Beſchaffen⸗ heit des Koͤrpers hat ihren Grund in der Beſchaffenheit und dem letzten Zuſtande des beiderſeitigen Koͤrpers des Stammpaares, ſein fortdauernder Zuſtand aber zugleich mit in der Haltung. §. 261. Die Wolle kann ſehr leicht mit dem Koͤrper ausar⸗ ten, wenn ſich derſelbe auch nur erweitert und in dieſem veraͤnder— ten Juſtande beharret. Ein ſolcher Zuſtand iſt ſchon vererblich. §. 262. Bei der Haltung der Schaafe giebt es alſo keinen Gegenſtand, wobei nicht die Raſſe, der Koͤrper und die Wolle zu⸗ gleich zu beruͤckſichtigen waͤren. Vierter Abſchnitt. Ueber die Einrichtung der Heerden. Erſtes Kapitel. Ueber die Einrichtung der Heerden nach Ge⸗ ſchlecht und Alter. §. 263. Geringſte Zahl einer Heerde. Unter 200 Stuͤck lohnt es nicht der Koſten und Muͤhe, eine feinwollige Heerde zu 278 Dritter Theil. Vierter Abſchnitt. halten, indem ſonſt die Wollmaſſe in den Augen des Kaͤufers zu gering bleibt, kein verhaͤltnißmaͤßiger Preis bezahlt wird und die Unkoſten nicht gedeckt werden. §. 264. Groͤße eines anzuſchaffenden und zu halten— den weiblichen Stammes. Wer das Vergnuͤgen genießen will die Zinſen ſeiner auf Merinosſchaͤfereien verwendeten Kapitalien bald zu genießen, der ſchaffe von derjenigen Stuͤckzahl, welche ein— mal im Ganzen gehalten werden kann, den 10ten Theil gleich in Mutterſchaafen und auf jedes Hundert 2 bis 3 Staͤhre je nach der Verſchiedenheit ihres Kraftzuſtandes an. Alsdann hat er die Hoff— nung vor ſich, daß er wenigſtens in 4 Jahren, wenn ſonſt keine unvorhergeſehenen Hinderniſſe in den Weg treten, an Schaafen die Doppelzahl, folglich den Bedarf fuͤr die Vollzahl hat, wenn die Benutzung auf 6 Jahre berechnet werden kann, was aber einen kraͤftigen Stamm in beiderlei Geſchlecht vorausſetzt. §. 265. Beſtandtheile einer Heerde nach dem Ge⸗ ſchlecht. Haͤmmel. Obgleich die Wolle des maͤnnlichen Ge— ſchlechts minder ſanft iſt, als die des weiblichen von gleicher Art, ſo verliert doch die Haͤmmelwolle Vieles von der angebornen Sproͤdigkeit, und oft in Ruͤckſicht ihres Gebrauchs ſelbſt zu viel Kraft, und bleibt dabei ſehr weich. Unter der Wolle einer Schaͤ— ferei macht ſie daher immer ſowohl fuͤr den Beſitzer, als den Ver— braucher einen ſehr nuͤtzlichen Theil aus, in ſo fern nur die Thiere in ihrem Unterhalt nicht zuruͤckgeſetzt werden. Alsdenn iſt ſie einer zu kurz oder unterbrochen gewachſenen Schaafwolle von gleicher Art vorzuziehen. Mutterſchaafe. Wenn ſich die Wolle eines ganzen Mut— terhaufens im Wuchſe ſchoͤn praͤſentiren ſoll, ſo gehoͤret ein gro— ßer Nahrungsaufwand dazu. Fehlt aber im Gegentheil das Ge— hoͤrige, ſo iſt auch keine Wolle unanſehnlicher, als die von ſaͤugen— den Schaafen, welche gewoͤhnlich durch eingeſtreutes Futter noch mehr entſtellt, uͤberhaupt alſo in ihrem Gebrauchswerthe am mei— ſten zuruͤckgeſetzt wird. Jaͤhrlinge. Die Wolle der Jaͤhrlingshaufen iſt in der Regel die feinſte und geſchmeidigſte in derſelben Heerde. Nur ver— liert ſie um ſo mehr an ihrem Werche, ein je groͤßerer Theil der Lammwollſpitzen einen Beſtandtheil ihrer Haare ausmacht. Zu dem erhe müſet Pale ohng kamm 1. keine f 2 eine! gchän ſein ki 266,1 ſhwiche anf de tnas ſe ottng i Fernatme wenn nich kann. Bei i üiber, wenn ſer Gattun. Ättt deſi mit Vorti Miſten. Angen ſtre ſolle thnxgfße ſo Dubon dun d unt dh lu3 m zu geſunden ſaäfers und die halten, teßen dil Kapitaie elche ain gleich in nach der die Hoff nſt keine aafen die wenn die ber einen m Ge⸗ jen Ge⸗ her Art, gebornen ſt zu vit rer Schi⸗ den Ver⸗ Thiere ſie einer gleicher in Mut ein gro⸗ das Ge⸗ ſäugen⸗ ter noch am mei⸗ ſt in de Nur ber Theil ur 3u dem Erſtes Kapitel. 279 Ende muͤſſen die Laͤmmer ſo geſchoren werden, daß die Jaͤhrlings— Wolle ohngefaͤhr nur 10 Monat bis zur Schur zu wachſen hat. Lammwolle iſt am brauchbarſten, wenn ſie: 1. keine der laͤngeren Stamm- oder Milchhaare enthaͤlt, und 2. eine Laͤnge von wenigſtens einen Zoll erreicht hat, was bei gehoͤriger Nahrung nach Verlauf von 5 Monaten der Fall ſein kann. §. 266. Nutzbarſtes Alter. Sobald die Thiere vor Alters⸗ ſchwaͤche anfangen wenigere Wolle zu geben, wird dieſe zwar wie⸗ der etwas feiner, aber auch zugleich um ſo kraftloſer. Ihre Bei⸗ behaltung iſt alſo, wenn noch außerdem die ſchicklichſte Zeit zum Fettmachen voruͤberginge, in keiner Beziehung von weiterem Nutzen, wenn nicht noch der Verkauf zur Zucht damit verbunden werden kann. Bei den Merinosſchaafen iſt in der Regel die beſte Zeit vor— uͤber, wenn ſie 3 bis 4 Laͤmmer gehabt, und bei den Haͤmmeln die⸗ ſer Gattung, wenn ſie das 6te bis 7te Jahr erreicht haben. §. 267. Alterklaſſen. Die Klaſſen einer Heerde nach dem Alter beſtimmen ſich nach dem hoͤchſten, in welchem ein Thier noch mit Vortheil veraͤußert werden kann, es ſei zur Zucht oder zum Maͤſten. Angenommen, daß mit dem 7ten Jahre die Benutzung auf— hoͤren ſollte, oder muͤßte, ſo wuͤrde eine Heerde von 1000 Stuͤck ohngefaͤhr ſo zu ſtehen kommen: 143 7 jaͤhrige 143. 6„ 443 3„ 143 4„ 143 3„ 4143 2„ 143 1 Davon die Haͤlfte Mutterſchaafe mit 286 Stuͤck. Von dieſer Anzahl belegbarer Mutterſchaafe waͤren alſo 170 zur Erhaltung der Vollzahl hinreichend, es blieben alſo jaͤhrlich 143 zu veraͤußern, wovon der Abgang noch abzuziehen waͤre. Zur Beſtimmung der benoͤthigten Anzahl Laͤmmer, bei uͤbrigens geſundem Vieh und geſunder Nahrung, darf man nur die hoͤchſte 280 Dritter Theil. Vierter Abſchnitt. Anzahl Jahre nehmen, bis zu welcher man das Thier benutzen will und 1 davon abziehen, ſo zeigt der Reſt den ſo vielten Theil der ganzen Heerde an, welcher in Mutterſchaafen zu belegen iſt; z. B bei 7 Jahren, welche man als das hoͤchſte Alter fuͤr alle Thiere beſtimmen wollte, wuͤrde in den unterſtellten Faͤllen der ſechste, und bei ſechs Jahren der fuͤnfte Theil des Ganzen in Mutter— ſchaafen zureichen. Hammelheerden. Bei kleinen Heerden, welche nicht bis zu 400 Stuͤck groß ſein koͤnnen, und nicht weit von Fleiſchmaͤrkten entfernt liegen, koͤnnen oft Hammelheerden, wenn ſie feinwollig ſind, mit groͤßerem Vortheil gehalten werden, als Zuchtheerden, welche oft noch nicht einbringen was ſie koſten, wenn keine Aus— dehnung moͤglich iſt. In Hinſicht der Maͤſtung ziehen einige Viehhaͤndler das ge⸗ ſunde Mutterſchaaf dem Hammel vor. Zweites Kapitel. Ueber die fruͤhere und ſpaͤtere Nutzung der Stammthiere zur Zucht. §. 268. Ueber das zulaͤſſige Alter. Jeder Gebrauch zur Zucht vor zuruͤckgelegtem Wachſen ſchwaͤcht Stamm und Raſſe. Beſtaͤndige Nahrungsfuͤlle kann dieſe Folgen zwar aufhalten, allein nie gaͤnzlich entfernen. Denn in den beſtgehaltenen Heerden zeichnet ſich die Nachzucht von anderthalb-jaͤhrigen Schaafen, wenn jene ihr volles Alter er⸗ reicht hat, immer durch eine verminderte Koͤrpergroͤße, gegen andere von gleichem Alter, aber kraͤftigerer Abſtammung aus. §. 269. Ueber die Beſtimmung der Lammzeit. Ob es rathſam ſei die Laͤmmer fruͤhzeitig kommen zu laſſen; dies kann nur ein jeder Schaafzuͤchter fuͤr ſich nach dem Verhaͤltniß ſeines Futter⸗ vorraths und der Beſchaffenheit ſeiner Gebaͤude beſtimmen. Je hoͤher die Kopfzahl gegen Futter und Weide geſtellt iſt, deſto weniger fruͤh duͤrfen die Laͤmmer kommen. Bei ſchon abgemeſſener Nahrung werden die Vortheile einer fruͤhen Lammzucht durch die entſtehenden Nachtheile und Gefahren in Futtermangel zu gerathen, nicht aufgewogen. 1 dr Nachät cder d durh Sthwächun Es iſt er Exſchla duchen enin Soll 12 uſſer, daß t diſer Puit beinen d da de ſcüyſt ite von allen zuzulgſſene Bei niglih zun ſm wefr in noen und⸗ Und dadurc⸗ worbereite Wſ veniger fr heit und ſ dun de N. DMin lüeran„dß miſſ, d 1 ter ohne 7. N70. fang, ls i dictiſens da ſc tich dührt häm„ dutzen wil Theil de iſ, 8 alle Thin er ſechen 1 Mar⸗ nicht bi hmarkten inwollig theerden, ine Aus⸗ e das ge⸗ der rauch zu Naſſe. ufhalten, nchzucht Alter er⸗ e, gegen aus. . Ob es kann nur Futter⸗ . ſell iſ eile einer Gefahen Zweites Kapitel. 281 Was an der Lammwolle, ſo wie durch den fruͤheren Gebrauch der Nachzucht zur Fortpflanzung gewonnen wird, geht an Futter, oder durch das geringere Gewicht der Mutterwolle und durch die Schwaͤchung der Raſſe doppelt verloren. Es iſt eine Seltenheit, wenn die Wolle der Lammſchaafe bei der Erſcheinung der Laͤmmer im Januar nicht im Wuchs unter— brochen erſcheint. Soll aber eine Unterbrechung des Wuchſes ſtattfinden, ſo iſt es beſſer, daß ſie am Ende des Haares, als in der Mitte vorkoͤmmt. Dieſer Punkt iſt fuͤr die Fabrikation nicht ſo unbedeutend, als er ſcheinen duͤrfte. Wo die moͤgliche Groͤße der zu haltenden Stuͤckzahl ſchon er— ſchoͤpft iſt, da duͤrfte es alſo aus dieſen Gruͤnden gerathener ſein, von allen belegbaren Schaafen nicht die ganze Zahl vor der Erndte zuzulaſſen, bis eine Ueberſicht uͤber dieſelbe erlangt werden kann. Bei kaͤrglichen Erndten iſt es beſſer, die Heerde ſo wenig wie moͤglich zu vermehren. Man erhaͤlt als denn von den Mutterſchaa— fen mehr und beſſere Wolle, als wenn ſie bei kaͤrglichem Unterhalt tragen und ſaͤugen ſollen; auch bleiben ſie eher ſtark und geſund, und dadurch wird fuͤr das naͤchſte Jahr eine guͤnſtigere Lammzucht vorbereitet. Wo ſtrenge und anhaltende Winter herrſchen, da duͤrfen deſto weniger fruͤh die Laͤmmer kommen, wenn man nicht ihre Geſund— heit und oft ihr Leben auf das Spiel ſetzen will. Auch wird als— denn die Wartung und Pflege fuͤr die Schaͤfer zu muͤhſelig. Darin aber ſtimmen alle erfahrnen Schaͤfereibeſitzer wieder uͤberein, daß die Laͤmmer wenigſtens ſo fruͤh im Jahr erſcheinen muͤſſen, daß ſie bei der naͤchſten Einſtallung an dem gewoͤhnlichen Futter ohne viele weitere Unterſtuͤtzung Antheil nehmen koͤnnen. §. 270. In Hinſicht der oͤfteren Wiederholung der Paa— rung, als in Jahresfriſt, hat uns die Natur in der Dauer des Traͤchtigſeins und des Saͤugens zu deutliche Winke gegeben, als daß ſich nicht die Folgen der Schwaͤchung, die ſich ſchon ſo oft be— waͤhrt haben, im Voraus erkennen laſſen ſollten. 282 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Fuͤnfter Abſchnitt. Ueber die Ernaͤhrung. §. 271. Wichtigkeit der Ernaͤhrung. An allen nicht von der Raſſe herruͤhrenden Erfolgen fuͤr Koͤrper und Wolle hat die Leitung der Ernaͤhrung unter allen mitwirkenden Urſachen den groͤß⸗ ten Antheil. Von ihr hangen Geſundheit und Beharrlichkeit der Koͤrperraſſe und die voͤllige Ausbildung der Haare nach ihrer ur⸗ ſpruͤnglichen Anlage in Groͤße und Kraͤften, ſo wie die Ermaͤßigung derſelben innerhalb der ihr angewieſenen Graͤnzen am meiſten ab. Erſtes Kapitel. Von den verſchiedenen Nahrungsmitteln, welche das Merinosſchaaf genießen kann. §. 272. Bedingungen der Angemeſſenheit derſelben. Die Angemeſſenheit eines Nahrungsmittels fuͤr ein Thier laͤßt ſich zunaͤchſt an ſeinem Begehren erkennen, welches daſſelbe im geſun⸗ den Zuſtande, und ohne durch Entbehrung gereitzt zu ſein, vermoͤge eines angebornen Triebes(Inſtinkts) danach aͤußert. Dieſer Trieb giebt jeder Thierart ein, was dem Koͤrper und ſeiner inneren Oekonomie nuͤtzt, was derſelbe zu ſich nehmen, ver⸗ dauen, im Inneren verbreiten und ausſondern kann. Geſicht, Geruch, Geſchmack und Gefuͤhl geben ihm zu erken— nen, was ihm dienet oder ſchadet. Dieſe Sinne ſind danach eingerichtet, von den ihm angemeſſe— nen Nahrungsmitteln auf eine angenehme Art gereitzt, und von den ihm minder dienlichen und ſchaͤdlichen zuruͤckgehalten oder ge⸗ ſchreckt zu werden. Die Art des Schaafgebiſſes deutet auf keine Fruͤchte, ſondern nur auf Pflanzen hin, die es leicht zerdruͤcken kann. Hartſtenglige Pflanzen wird es nicht achten, wenn es weichere haben kann. Feine Graͤſer und Kraͤuter liebt es am meiſten, unter den griſin votz 309 heſtehen die N fine Gras, Unter len, dem: inderer V Die deni Vrrzeichiſſe hr 1 im ſeikui Aber air ſanen mwüt den Manſer den 3 and Berüͤcſſchte e 8 cher ale Ki ſenfrüchte, ſmier) vu 8 ſ, 40 lgew achſe, ſoe et Baumi Erdfrüchte, krdcofflr, och mit E zum Ge 9. W. rert dr. Lönege ger gerr ſten. Dur endlung m. hiidenng äßern Ma züning entgehen d fatenhet unehmen itn ſi n nicht von le hat de den griß ichkeit der ihrer ur⸗ rmaͤßigung weiſten al. welche erſelben. er läßt ſc im giſu vermoͤg order und zmmen, ver n zu erken angemeſſe und von moder ge e, ſonden es weichn junter wt Erſtes Kapitel. 283 Graͤſern vorzuͤglich diejenigen, welche in Halmen und nicht in Sten⸗ geln beſtehen. Die Merinos ſollen auf den ſpaniſchen Gebirgen mehr das feine Gras, als die beliebteſten Kraͤuter verfolgen. Unter den Kraͤutern geht es bei uns dem gewuͤrzhafteſten von allen, dem wilden Thymian, welcher allenthalben waͤchſt, mit be— ſonderer Vorliebe nach. Die dem Schaaf ſchaͤdlichen Pflanzen erfordern große beſondere Verzeichniſſe. Sie ſind auch oͤrtlich verſchieden, und gehoͤren zu der Arzneikunde fuͤr dieſe Thiergattung beſonders. Aber eine kurze Ueberſicht deſſen, was das Schaaf noch außer ſeinen gewoͤhnlichen Nahrungsmittel genießen, und wie es demnach dem Menſchen unter alle Himmelsſtriche folgen kann, duͤrfte fuͤr den Freund der Natur welcher dieſes zufaͤllig leſen ſollte, auch ohne Beruͤckſichtigung des Nutzens nicht ohne Anziehung ſein. Das Schaaf kann ſchon als Lamm fremde Milch, erwachſen aber alle Kernfruͤchte, ihr Stroh, Saathalme und Blaͤtter, Huͤl— ſenfruͤchte, ſelbſt gruͤne dicke Bohnen wie in Frankreich, das Huͤl— ſenſtroh vorzuͤglich wegen der Blaͤtter, alle Gemuͤſearten, alle Wur— zelgewaͤchſe, ihr junges Kraut, junge Zweige, alles Laub einheimi— ſcher Baͤume, Obſt, wilde Baumfruͤchte, Kaſtanien, Eicheln, wilde Erdfruͤchte, wie Pilzen, die Ruͤckſtaͤnde von Oelſaamen, Malz und Erdtoffeln mit Appetit verzehren, und wuͤrzt ſich ſeine Gerichte noch mit Salz. Zum Getraͤnk ſucht es nur reines Waſſer. §. 273. Verirrungen des Inſtinkts. Zuweilen aber verlaͤßt der Inſtinkt das Thier. Hunger und Durſt laſſen ihn auf Abwege gerathen, und Verwoͤhnung kann ihm andere Richtung geben. Durch die Bezaͤhmung der Thiere und ihre kuͤnſtliche Be⸗ handlung muß die urſpruͤngliche Richtung des Inſtinkts eine große Veraͤnderung erleiden, beſonders die des Geſchmacksſinnes bei einer groͤßeren Mannichfaltigkeit von Nahrungsmitteln und der Art ihrer Zubereitung. Beſonders bei jungen Thieren kann es dem Beobachter nicht entgehen, daß ihr Nahrungstrieb auf mancherlei Art eine Uner⸗ fahrenheit verraͤth, welche im freien Naturzuſtande ſchwerlich an— zunehmen ſein duͤrfte; indem junge Schaafe manches Schaͤdliche koſten, ſchlucken ſie auch ſchon oft einen großen Theil deſſelben hin— 284 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. unter. Beſonders iſt dies der Fall, wenn ſie auf Schwaͤmme ſtoßen. Sobald der Menſch dem Thier die Nahrung beſtimmt, muß er ihm durch ſeine Einſicht zu Huͤlfe kommen. Zweites Kapitel. Verſchiedenheit des Einfluſſes der Nahrungsmittel auf den Koͤrper, nach Verſchiedenheit ihrer Art und ihres Zuſtandes. §. 274. Genießbarkeit. Jedes Mittel, welches zur Er⸗ naͤhrung beſtimmt iſt, muß auch fuͤr das Thier, welches daſſelbe genießen ſoll, genießbar, d. h. ſo beſchaffen ſein, daß das Thier es in ſeine Gewalt bekommen, zu ſich nehmen und verdauen kann. Nicht alle Mittel ſind gleich leicht genießbar. Wurzelgewaͤchſe und hartſtenglige Pflanzen koſten dem Schaaf mehr Muͤhe zu ver— kleinern, als Gras und Heu. §. 275. Verdaulichkeit. Ueber die verſchiedenen Grade der Verdaulichkeit der verſchiedenen Futterarten fuͤr das Schaaf haben wir noch keine ſyſtematiſchen Verzeichniſſe, was ſo ſehr zu wuͤnſchen waͤre. Unter den Grundſtoffen werden Pflanzen⸗Eiweiß und Kleber als die unverdaulichſten angegeben. Gras und Heu ſind leichter zu verdauen, als Koͤrner; gut ge— wonnenes Heu leichter, als Gras; feine Halmgraͤſer und feine Kraͤuter leichter, als breitblaͤttrige und rundſtenglige; Schroot leich— ter, als Koͤrner; oͤlige Nahrung ſchwerer, als nicht oͤlige. §. 276. Verſchiedenheit der Nahrhaftigkeit der ver⸗ ſchiedenen Nahrungsmittel. Unter dieſem Begriff verſteht man den Gehalt an Naͤhrſtoff in einem beſtimmten Maaß oder Gewicht eines Nahrungsmittels. Ein Nahrungsmittel iſt um ſo viel nahrhafter als das andere, jemehr Naͤhrſtoff es in gleicher Maſſe enthaͤlt. Der thieriſche Naͤhrſtoff beſteht aus verſchiedenen Grundſtoffen, unter denen der Zuckerſtoff mit einer der wichtigſten iſt. 1II. 9 dir Ernͤhhn faltung 9 tetcſa dſerts beill ſurper zl en In du2 mmme Nttu thne vullge. den, ſod mi: dem richt aach ſb Die un komwen den daut, jſ am Baäſelil Kätpers, un So wie Kkefſaat vo und durch ſe nachthelig n Mindaf neeßt zu De hni fetdeitzer di ihm Gfiit werden kana. 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Die leichtere oder ſchwierigere Verdauung giebt fuͤr das Be— kommen derſelben die ſicherſten Anzeichen. Was ſich ſchwierig ver— daut, iſt auch in der Regel nicht ſehr gedeihlich. Blaͤhende Mittel wirken auf Erweiterung der Haut und des Koͤrpers, und veranlaſſen leicht Krankheiten. So wie die Pferde nach Roggen, Gerſte, Wicken, Erbſen und Kleeſaat vor der Bluͤthe leicht verſetzen ſollen, iſt es auch denkbar und durch die Erfahrung erwieſen, daß ſie auch dem Schaaf leicht nachtheilig werden. Minder ſaftreiche und trocknere Nahrungsmittel ſagen ihm mehr zu. Der Hafer iſt nach der Ueberzeugung aller beobachtenden Schaͤ⸗ fereibeſitzer die einzige Kornart, welche in dieſer Hinſicht am erſten ohne Gefahr, jedoch auch nur in beſchraͤnktem Maaße verfuͤttert werden kann. Alle fuͤr eine Thierart genießbaren Nahrungsmittel laſſen ſich in dieſer Beziehung unter zwei Haupteintheilungen bringen: 1. in ſolche, welche beſtaͤndig zur voͤlligen Saͤttigung, und 2. in ſolche, welche nur unter Einſchraͤnkungen genoſſen werden koͤnnen. Die erſte koͤnnte man Hauptnahrungsmittel nennen. Zu dieſem gehoͤrt vor allen gutes Wieſenheu, wahrſcheinlich auch Klee, Wicken und Spergelheu, unter den Stroharten Erbſenſtroh, in ſo fern es blos auf die Erhaltung des Koͤrpers ankommen ſollte. Zu den in ihrer Anwendung beſchraͤnkten Nahrungsmitteln kann mit mehr Gewißheit Kleeheu gerechnet werden. Dieſe Gat⸗ tung laͤßt ſich wieder unterſcheiden in ſolche, welche in Verbindung 286 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. mit Stroh zur Hauptnahrung dienen koͤnnen, und in ſolche bei denen dies nicht der Fall iſt. Mit Stroh geben Hauptnahrungsmittel ab, Kleeheu, Halm⸗ fruͤchte in Mehltraͤnke, Wurzelgewaͤchſe, darunter vorzuͤglich die Erdtoffeln, Schlempe aller Art; jedoch alle in verſchiedenen Viel⸗ heitsverhaͤltniſſen. Hierunter duͤrften auch Kaſtanien gerechnet wer— den koͤnnen. Alle uͤbrigen Mittel koͤnnen vom Schaaf auch in Verbindung mit Stroh nicht zur voͤlligen Saͤttigung genoſſen werden. Sie ſind nur als Zugaben zwiſchen den Hauptfuttern, oder in Verbindung mit genießbareren Mitteln anzuwenden, und erfordern in Ruͤckſicht der zulaͤßigen Vielheit große Aufmerkſamkeit ſowohl in Bezug auf die Geſundheit des Thieres, als auf die Beſchaffenheit der Wolle. §. 278. Verſchiedenheit der Nahrhaftigkeit und Ge⸗ deihlichkeit der Mittel von einerlei Art. Die Nahrhaftig⸗ keit jeder beſonderen Art von Mitteln iſt nach Oertlichkeit, und Anbau ſehr verſchieden. So wie auf ſaurem Boden leichteres Korn mit dickerer Huͤlſe, dagegen auf Saͤure-freiem Boden ſchwereres Korn mit duͤnnerer Huͤlſe waͤchſt; eben ſo verſchieden an Gehalt muͤſſen auch Graͤſer und Kraͤuter wachſen. Gewaͤchſe auf friſchem Duͤnger behagen gewoͤhnlich den Thieren lange nicht ſo gut, als ſolche nach ſeiner erſten Benutzung. Auch bei der Baͤckerei, Brau- und Brennerei ſoll ſich der dadurch ent— ſtehende Unterſchied in der Art der Grundſtoffe der Fruͤchte ſehr bemerklich machen. Die Erfahrung lehret daſſelbe auch an der Erdtoffel. Futter und Weiden muͤſſen alſo in dieſer Beziehung ſehr ver⸗ ſchieden ſein. Alles, was nach der Sommer⸗-Sonnenwende uͤber der Erde waͤchſt, erlangt nicht mehr die Kraft, als vor derſelben. Beſon— ders gehaltlos wird die Spaͤtherbſtweide auf wild wachſenden Graͤ— ſern.(Ueber die Saathuͤtung im Verfolg.) §. 279. Verſchiedenheit und Veraͤnderlichkeit der Gedeihlichkeit eines Mittels nach der Verſchiedenheit und Veraͤnderlichkeit ſeines Zuſtandes. Nicht alle nahr⸗ haften und gedeihlichen Mittel ſind in jedem Zuſtande gleich nahr⸗ haft und gedeihlich. der d1 iuzrem. der inn thun und d Vabindunti Der Trocken a Nahran dt leichtt An e derügrten(is Ktſten Ai. ſitht. Im n um ſo geſſ tebar aufg tung durchat biin äle ſ Spanſ ſänger ſe Ninf hei gehöri b Erwa krnen aha ſut und e der Gige Em kalter Aahr. . W. keſens de hr Peſene gerni ſener 1 X iter eit un Gir J' d Nahrunnar tſant,—„ di nit welch in ſoche echen, aah orzüglch edenen di rechnet we Verbindan . Sie ſun Verbindun, n Nuͤckſic Bezug au der Woll t und Ge Nahrhaſti ſkeit, und teres Korn ſchwereten an Gehal den Thien ung. Aud adurch ent ruͤchte ſch ſch an de g ſehr vir r der Erde n. Beſon⸗ inden Gräͤ⸗ hkeit der jeden eit all ni gleich wije Zweites Kapitel. 287 Der Zuſtand eines Mittels theilt ſich ein in den inneren und aͤußeren. Der innere betrifft das Leben der Pflanze, oder ihr Wachs⸗ thum und zugleich ihren todten Zuſtand, wenn ſie naͤmlich außer Verbindung mit dem Boden geſetzt iſt. Der aͤußere Zuſtand beſteht, ſo weit er hier zu nehmen iſt, in Trockenheit oder Naͤſſe. Nahrungsmittel im gruͤnen Zuſtande. Das Gruͤn ent⸗ zuͤndet leicht Lunge und Leber. Am erſten ſchaden alle von Luft und Licht noch nicht genug beruͤhrten Graͤſer und Kraͤuter, Laub und Knospen, uͤberhaupt die erſten Ausbruͤche, ſo wie Alles, was beſtaͤndig im Schatten ſteht. Im naſſen Zuſtande. Dergleichen Nahrungsmittel werden um ſo gefaͤhrlicher, wenn ſie naß werden. Ueberhaupt wird unmit— telbar auf Thau und Regen der Genuß jeder ſaftreichen Nah— rung durch Erzeugung der Aufblaͤhung ſehr gefaͤhrlich, beſonders beim Klee und bei neuen Sproͤßlingen in der Stoppel. Spaͤtherbſtweide iſt der Geſundheit um ſo gefaͤhrlicher, je laͤnger ſie naß bleibt. Minderſaftreiche und trocknere Nahrungsmittel ſagen bei gehoͤriger Traͤnke dem Schaaf mehr zu, als ſaftreiche und naſſe. Erwaͤrmte Nahrung lieben die Schaafe ſehr. Die Folgen koͤnnen aber nur Erſchlaffung der Verdauungswerkzeuge und der Haut, und eine beſchleunigte Ausduͤnſtung, vielleicht auch eine min— dere Gediegenheit der Oberflaͤche der Haarroͤhre ſein. Eine Angewoͤhnung daran koͤnnte im Fall eines Wechſels mit kalter Nahrung um ſo ſchaͤdlicher werden. §. 280. Veraͤnderlichkeit und Vergaͤnglichkeit des Weſens der Nahrungsmittel. In Hinſicht der Aufloͤſung ihres Weſens geht die eine Art von Nahrungsmittel vor der an— dern jener entgegen. Je aͤlter ſie werden, deſto mehr mindert ſich ihre Nahrhaftig— keit und Genießbarkeit, bis zu ihrer voͤlligen Aufloͤſung. Jedem thieriſchen Koͤrper unbedingt nachtheilig werden alle Nahrungsmittel, welche, indem die Aufloͤſung ihrer Subſtanz be— ginnt, dieſelbe durch unangenehme Luftarten zu erkennen geben, mit welchen bei noch nicht vertrockneten Saͤften oder hinzutretender 288 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Naͤſſe Schimmel verbunden iſt. Dieſer erſcheint aber erſt ſpaͤter als die Aufloͤſung beginnt, der aber gewoͤhnlich der ſogenannte mo— drige Geruch vorhergeht. Hierher gehoͤren beſonders Gras von ſolchen Stellen, auf denen in waͤrmeren Tagen lange Waſſer ge⸗ ſtanden hat, faulendes Laub u. ſ. w. Die Lehre uͤber die Erhaltung der Nahrungsmittel erfordert ein beſonderes Werk, in welchem vielſeitige Erfahrungen in Ord⸗ nung zuſammengeſtellt werden muͤßten. Unter allem, woruͤber geſchrieben werden mag, iſt dieſer Ge— genſtand fuͤr den Landwirth mit der wichtigſte. Wie nuͤtzlich z. B. iſt fuͤr den angehenden Landwirth die Kennt⸗ niß vom folgendem Verfahren: Zwiſchen Wieſen- oder Kleeheu legen mehrere Landwirthe Schichten von gut gewonnenem Stroh, und uͤberſtreuen das Heu zugleich mit Salz, wenn man Urſache hat, ein fruͤhzeitiges Verder⸗ ben deſſelben zu befuͤrchten, oder das Heu an ſich fuͤr nicht ganz zutraͤglich zu halten. Rotabage aus Saamen gezogen erhielten ſich durch ſtufen— weiſe angebrachte horizontale Zugloͤcher in den Haufen. §. 281. Schluß in Betreff der Geſundheit des Thie— res. Alle Arten von Mitteln, welche ſich von der dem Schaaf von der Natur angewieſenen Nahrung, des feinen Graſes und der von ihm geſuchten Kraͤuter, am weiteſten entfernen, koͤnnen ihm auch durch ihre Einwirkungen auf die inneren Verrichtungswerkzeuge und ſeine natuͤrlichen Koͤrperſtoffe am erſten nachtheilig werden. Die Anwendung eines Mittels erfordert alſo um ſo groͤßere Vorſicht, je weniger daſſelbe vom Schaaf geſucht werden wuͤrde und je weniger es daran gewoͤhnt iſt. Schnell blaͤhende, ſo wie alle waͤſſerige Nahrung iſt ihm bei anhaltendem Genuß unbedingt ſchaͤdlich. Wenig Beſtimmtes laͤßt ſich noch uͤber diejenigen Gewaͤchſe ſagen, an welchen ſich Gewuͤrme, oder Eier von ihnen befinden, welche ſich im Koͤrper des Thieres entwickeln und fortdauern koͤnnen. Noch wuͤrde wohl ein aufmerkſamer Schaͤfer ausgelacht wer— den, welcher mit dem Vergroͤßerungsglaſe in der Hand die Beſchaf⸗ fenheit der Gewaͤchſe, beſonders die Anbruͤche der Verweſung und die ſie umgebenden Thierwelten unterſuchte. ¹ Als ils t m. Aber d Vegweiſttn ils zu erk t Jede n anderung 17 nrt er welit gilt ſch de Giſſt ders dif dnr Vrich ein 9.Ben 1⁰⁰ Pfundn Kleeße Erdtof Se ſd linſen iſenf Snſen Afer Vehen Nogae Heun Kechnet Drittes Kapitel. 289 aſt ſoit 1 Gras von Alles iſt belebt; es kaͤme hier blos auf die Arten der Bewoh— ner an. Aber auch ohne Glas ſind Farbe und Geruch ſchon ſehr ſichere 2Vaſſet Bäſe g Wegweiſer, wenigſtens den Zuſtand eines an ſich unſchaͤdlichen Mit— tels zu erkennen. tel efde Jede Veraͤnderung der Farbe einer Sache zeigt auch eine Ver— gen in d aͤnderung in ihrem Inneren an, der Gegenſtand ſei von welcher Art er wolle; und eine nachtheilige,(modrige, verſtockte) Luftart dieſer G giebt ſich dem Geruch ſogleich zu erkennen. Es iſt kaum glaublich, wie ſchnell dergleichen Gasarten beſon⸗ die Kennt ders auf die Lunge wirken. Landwirtf in das u Drittes Kapitel. zes Verder ruͤht gan Verſchiedenheit des Gehalts an Naͤhrſtoff bei ih ſuf einigen Nahrungsmitteln in ihrem gehoͤ— rigen Zuſtande.. des Thiu§. 282. Reduktion verſchiedener Futterarten auf Heu. Schaaf un 100 Pfund gutem Wieſenheu werden gleichhalten: üi dem Klecheu.......... So bis 90 Pfund, wui a Erdtoffeln.... 200„ swekkäe(Sehr unbeſtimmt wegtn allzn großer Ver⸗ werden. ſchiedenheit ihres Gehalts.) ſo geißn Rotabaga. z.. 300„ tden würd(In dieſem Verhaͤltniß zeigte ſie nicht glei— che Wirkung mit 200 Pfund Erdtoffeln auf ung iſt ihn die Wolle.) Linſenſtroh... 120„ Gewach Erbſenſtio 130„ n beftd Gerſtenſtuoh........ 150„ ern künnn Haferſtroh 190„ glatt Werzenſtroy...... 300„ die diß Roggenſtroh. 660„ uard Heu wird gegen Gras derſelben Art wie 4 zu 1 bis 5 zu 1 rwiſin gerechnet. 19 290 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Es waͤre anziehend und nuͤtzlich, die Verhaͤltniſſe der verſchie— denen Kornarten, wenn auch in noch ſo kleinen Quantitaͤten gege— ben, zu Heu uͤberſehen zu koͤnnen. Viertes Kapitel. Ueber den Einfluß einiger Gattungen von Nah— rungsmitteln bei gleicher Vielheit auf Wolle und Schweiß.. §. 283. Unbeſtimmtheit in den bisherigen Angaben und Vermuthungen, welche darauf Bezug haben. So lange nicht planmaͤßige Verſuche uͤber die Einwirkungen verſchie— denartiger Nahrungsmittel auf Wolle gemacht werden, welche aber ſo leicht nicht ſind, und neben dem Aufwande an Mitteln, Raum, Zeit und zum Theil auch an Wolle, viel Aufmerkſamkeit und Muͤhe erfordern, welche aber bis jetzt gefehlt haben; ſo lange laͤßt ſich bei keinem beſonderen Mittel oder Zuſtande deſſelben ein Verhaͤltniß mit einiger Genauigkeit beſtimmen. Was ſich bis jetzt daruͤber ſagen laͤßt, beruht auf Wahrneh— mungen in ſolchen Faͤllen, in welchen die eine oder andere Art von Mitteln in vorherrſchender Vielheit gegeben wurde, oder auf Ver⸗ gleichungen zwiſchen den Nahrungsmitteln auf mehreren Schaͤfereien bei aͤhnlicher Wolle. Es laͤßt ſich indeſſen erweiſen, daß es nicht an der Vielheit der Nahrungsmittel allein liegen kann, wenn ſie ihre Einwirkungen auf die Wolle verſchiedentlich aͤußern, auch noch nicht an der Menge des Naͤhrſtoffs allein, ſondern zugleich an der verſchiedenen Beſchaf— fenheit deſſelben. §. 284. Pflanzen in ihrem ſaftigen Zuſtande wirken mehr auf die Groͤße als auf die Krafteigenſchaften der Haare, im trock— nen Zuſtande aber mehr auf Geſtalt und Kraͤfte. Wurzelgewaͤchſe wirken mehr auf Laͤnge, als auf Umfang und Kraͤfte. Getreide befoͤrdert weniger die Groͤße, als Elaſtizitaͤt und Geſchmeidigkeit zugleich. Gu 6 Klee uf Geſchie leichtt Mittel w. drrgräßel Mireln al! bitheds ſhafener B ohl und 7. 69 auf dieln mehren i Alsdenn ſ Vakzacgen „.S in Att, 9 heret. Dii Nenge Beſon ſch Getrei Gräber dnd firer Une von keinen firtrung Rürnfs gcj nict diiimge fen ſd der verſch titaten gegh on Mh Wolle Angaben ben. E⸗ en verſchit welche aber lt, Naum, und Mäͤhe ßt ſich bei Vethaͤltniß [Vahrue ere Art von auf Ver⸗ Schäfereien Vielheit nwirkungen der Menge en Beſch virken mehr im trock uf Unfhn nſizſt und Viertes Kapitel. 291 Gutes Wieſenheu befoͤrdert beides. Kleeheu ſcheint mehr auf Groͤße und Kraft, und weniger auf Geſchmeidigkeit zu wirken. Leicht nachtheilig wirken alle den Magen ſchnell fuͤllenden Mittel wegen des unverhaͤltnißmaͤßigen Andranges der Saͤfte auf Vergroͤßerung des Haares, und eine Abwechſelung mit dergleichen Mitteln auf Ungleichfoͤrmigkeit hin. Hieher gehoͤren: hohes und dichtſtehendes Gras, eben ſo be— ſchaffener Klee, dicke Blaͤtter, wie von Hederich, Ruͤben, Raps, Kohl und Erdtoffeln. §. 285. Einfluß der verſchiedenen Nahrungsmittel auf die Ausduͤnſtung des Koͤrpers. Die Ausduͤnſtung ver mehren mehlige und oͤlige Nahrungsmittel vor andern am erſten, alsdenn die grasartigen vor dem Heu, und Gras und Heu vor Wurzelgewaͤchſen. §. 286. Eben ſo bringen verſchiedene Nahrungsmittel einen in Art, Menge und Farbe verſchiedenen Schweiß in der Wolle hervor. Bei Roggen und Erbſen ſetzt ſich das Schweißfett in groͤßerer Menge ab. Beſonders bemerkbar an der Menge des Schweißfettes machen ſich Getreide und Klee. Groͤberes Heu dagegen laͤßt die Wolle mit weit weniger Schweiß und ſtarrer erſcheinen. Unter den hier aufgeſtellten Erfahrungsſaͤtzen iſt man gewiß von keinem allgemeiner uͤberzeugt, als von dem, daß bei der Ver— fuͤtterung des Getreides bei einem vorherrſchenden Uebergewicht des Naͤhrſtoffs im Vergleich gegen eine gehoͤrige Heufuͤtterung die Wolle doch nicht ſo lang waͤchſt, als bei dieſer, waͤhrend dem die Ein— wirkungen des Getreides mehr an den Krafteigenſchaften zu ſpuͤ— ren ſind. 292 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Fuͤnftes Kapitel. Folgen eines anhaltenden Genuſſes beſonderer Nahrungsmittel auf Koͤrper, Wolle und Raſſe. §. 287. Jedes von andern verſchiedene Nahrungsmittel ent⸗ haͤlt, abgeſehen von der Verſchiedenheit der Vielheit, ſeine beſon⸗ dere Art von Näͤhrſtoff, ſobald es ſich in Geſtalt und innerem Bau von andern unterſcheidet. Daß nun das Thier blos gleichartige Stoffe aus allen ihm von der Natur zugewieſenen Mitteln ziehen ſollte, wird erſtlich durch die Erfahrung bei andern Thieren in aͤhnlichen Verhaͤltniſſen wider⸗ legt, und denn iſt es auch nicht ſchwer es zu begreifen. Milch und Fleiſch von derſelben Thierart enthalten— bei glei— cher Saͤttigung— andere Beſtandtheile, welche ſich durch ihre Ver⸗ ſchiedenheit im Geſchmack und in ihrer Umwandlung, ſo wie auch bei kuͤnſtlicher Trennung deutlich zu erkennen geben. Die Verſchiedenheit dieſer Beſtandtheile wird nicht blos durch eine Verſchiedenheit in der Menge des Naͤhrſtoffes bewirkt, ſon— dern liegt hauptſaͤchlich in der verſchiedenen Natur deſſelben. Zoͤge aber auch der thieriſche Koͤrper aus verſchiedenen Mitteln einen durchgaͤngig aͤhnlichen, nur in ſeinen Theilverhaͤltniſſen ver⸗ ſchiedenen Naͤhrſtoff; ſo waͤre dieſer Unterſchied ſchon hinreichend, in der Natur der inneren Beſtandtheile des Koͤrpers und ihrer Ver⸗ bindung eine Verſchiedenheit zu bewirken. Wirkt nun eine verſchiedene Beſchaffenheit des Naͤhrſtoffs zu⸗ gleich mit einer verſchiedenen Vielheit auf den Koͤrper, ſo muß im Fall einer gleichartigen Wirkung von beiden Seiten die Abweichung der Raſſen um ſo groͤßer werden. Mit der Veraͤnderung des Koͤrpers leidet aber auch die Wolle eine Veraͤnderung. §. 288. Allmaͤlige Veraͤnderung der Wolle mit dem Koͤrper durch die Verſchiedenheit der Nahrungsmittel. Bei einem beſtaͤndigen Genuß beſonderer Nahrungsmittel kann es nicht fehlen, daß nicht auch die Krafteigenſchaften der Wolle eine bleibende Veraͤnderung erleiden ſollten, wenn fruͤher das Schaaf andere Nahrungsmittel genoß. 1 bei g heBeſchafs ſit und Git Auch jnderte Nt Ditt ger hinzl, ter von einte §.Sg die füſtge mehr der. ßere Neng defto mehr der Geſalt hrartrieb b. tntzegengiſe⸗ Ueber d teichi ſ.W. bedaefs. rn und M ſs Hauptze hdrniß de de ille ſiwnt werde Kdl. Ernihrung an ſcch au rgs duſtb orderer d Nnf. smittel a ſeine bein⸗ id innern n ihm vor ſtaich durg iſſen widen — hei glei ihre Ver )wie auch blos durch vitkt, ſon⸗ lben. ren Mitti tniſſen ver inreichend, ihrer Ver⸗ grſtoffs zu ſo muß in Abweichung die Volle mit dem gsmittel ul kann d Polle tin das Ei Fuͤnftes, Sechtes und Siebentes Kapitel. 293 Bei gleicher Saͤttigung wirkt das eine Mittel mehr auf die Beſchaffenheit der Oberflaͤche des Haares, und auf ſeine Feſtig— keit und Geſchmeidigkeit, als das andere. Auch bei gleichbleibender Feinheit kann Wolle ſchon eine ver— aͤnderte Natur annehmen. Tritt nun noch eine Vergroͤßerung des Haares mit dem Koͤr— per hinzu, ſo entfernen ſich zwei verwandte Wollarten um ſo wei— ter von einander. Sechstes Kapitel. . 289. Folgen der Vermehrung der Nahrung uͤber die feſtgeſetzten Verhaͤltniſſe hinaus auf die Raſſen. Je mehr der Koͤrper durch eine allmaͤlige Angewoͤhnung an eine groͤ— ßere Menge von Nahrungsmitteln ſich zu erweitern gezwungen wird, deſto mehr dehnet ſich auch die Haut aus, und je groͤßer zugleich der Gehalt an Naͤhrſtoff iſt, deſto ſtaͤrker werden Ausduͤnſtung und Haartrieb befoͤrdert. In den entgegengeſetzten Faͤllen erſcheinen auch entgegengeſetzte Wirkungen. Siebentes Kapitel. Ueber die Beſtimmung des Nahrungsbedarfs bei verſchiedenartigen Mitteln fuͤr den thieriſchen Koͤrper. §. 290. Prinzip bei der Beſtimmung des Nahrungs⸗ bedarfs. Wegen der verſchiedenen Einwirkungen verſchiedener Ar— ten und Menge von Nahrungsmitteln auf die Wollerzeugung als Hauptzweck, muß der geringſte Nahrungsbedarf nach dem Er— forderniß des Koͤrpers, der hoͤchſte aber nach den Erforderniſſen der Wolle unter Beruͤckſichtigung der Erhaltung der Raſſen be— ſtimmt werden. §. 291. Die Saͤttigung des thieriſchen Magens iſt von der Ernaͤhrung des Koͤrpers zu unterſcheiden, indem nicht alle Arten an ſich zutraͤglicher Nahrungsmittel gleich viel Nahrhaftigkeit, oder, was daſſelbe iſt, Naͤhrſtoff enthalten. 294 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. §. 292. Begriff von erforderlichem Bedarf an Nah rung. Unter einem beſtimmten Bedarf an Nahrung wird eine gewiſſe Menge eines beſtimmten Mittels verſtanden, welche zur Er— haltung des Koͤrpers auf eine gewiſſe Zeit hinreicht, gleichviel, zu wie viel Malen dieſe beſtimmte Menge eingetheilt wird. Die kuͤr⸗ zeſte Zeit, auf welche ſich der Nahrungsbedarf fuͤr Thiere beſchraͤn— ken laͤßt, iſt die Zeit von Tag und Nacht. §. 293. Verſchiedenheit des Bedarfs in der Maſſe. Je mehr Naͤhrſtoff ein Mittel in einer beſtimmten Maſſe enthaͤlt, deſto geringer kann die Vielheit des Mittels bei der Zutheilung ſein. Je geringer aber der Gehalt deſſelben iſt, deſto groͤßer muß die zu gebende Quantitaͤt ſein. §. 294. Graͤnzen der Maſſe. Die Vielheit eines Nah⸗ rungsmittels, welche der thieriſche Magen zu einer einmaligen Saͤt⸗ tigung aufzunehmen vermag, hat ihre Graͤnzen in ſeiner Einrichtung. §. 295. Verſchiedenheit des Naͤhrſtoffs bei gleicher genoſſenen Maſſe. Bei gleicher Anfuͤllung des Magens mit verſchiedenen Nahrungsmitteln kann demungeachtet der Gehalt an Mihſeſ ſehr verſchieden ſein. Es iſt alſo auch der Fall denkbar, daß bei beſtaͤndig genuͤgen— der Anfuͤllung des Magens, der Koͤrper dennoch nicht ſeine gehoͤ⸗ rige Nahrung bekaͤme. §. 296. Eben ſo moͤglich iſt aber auch der entgegengeſetzte Fall, daß bei hinreichendem Naͤyrſtoff eine unzureichende Anfuͤllung des Magens ſtattfinden kann. §. 297. Beſtimmtes Maaß zur Ausfuͤllung des Ma⸗ gens. Nach der Verſchiedenheit der Nahrungsmittel hat jede Thier⸗ art auch eine verſchiedene Einrichtung des Magens zur Aufbewah— rung und Verdauung derſelben erhalten. Jede Saͤttigung erfordert eine gewiſſe Ausfuͤllung des Ma⸗ gens, wenn er nicht auf ſich ſelbſt zerſtoͤrend wirken ſoll. Es giebt daher fuͤr jede Thierart und fuͤr jedes einzelne Thier, nach vorher— gegangener Verdauung des fruͤher Genoſſenen, einen geringſten Grad oder ein geringſtes Maaß von Nahrungsmitteln fuͤr einen ein— ¹ nähhn Ge⸗ aäl ſattf Auf di füll werde? ter das( Es gll fir ein eit uu uutrice. N. maß auchi Maßes . A Niht allen Quntität n velcheen uue von 4 W de einigen, Nahruns §.300. naieſche Tyil ſane f an Nal ing wird in (iche zar e gleichvie d. De ü er Naſſ. aſſe enthit eilung ſei muß die eines Na aligen Sit inrichtung. gleicher Ragens mit Gehalt u ih genuͤge ſeine gehoͤ⸗ iſetzte Fal fuͤllung de ſ des Ma ſede Thier Aufbewa g des M l. Es hih nach vot ngſten ond ir einn n Siebentes Kapitel. 295 maligen Genuß, ohne welches die nothduͤrftigſte Anfuͤllung nicht wohl ſtattfinden kann. Auf der andern Seite darf aber auch der Magen nicht uͤber— fuͤllt werden, wenn ſeine Verdauungskraft nicht geſchwaͤcht werden, oder das Ganze ſelbſt nicht in Gefahr kommen ſoll. Es giebt alſo in dieſer Beziehung auch ein hoͤchſtes Maaß fuͤr eine einmalige Saͤttigung. Saͤttigung iſt alſo von Ernaͤhrung zu unterſcheiden. §. 298. Beſtimmung des Bedarfs zur Ernaͤhrung. Die Beſtimmung des Bedarfs an Nahrungsmitteln auf eine gewiſſe Zeit darf alſo nicht allein nach dem Gehalt an Naͤhrſtoff, ſondern muß auch zugleich mit Beruͤckſichtigung des kleinſten und groͤßten Maaßes geſchehen. „§. 299. Verhaͤltniß der Maſſe(des Volumens). Nicht alle Futterarten koͤnnen der Oekonomie des Koͤrpers in der Quantitaͤt genuͤgen, oder auch von derſelben aufgenommen werden, in welcher ſie mit Heu verglichen, der Menge der gewoͤhnlichen Heunahrung gleichkommen, oder als derſelben gleichkommend ange— ſehen werden. Sollte nun der Koͤrper eine gewiſſe Menge Nahrungsmittel ohne Ruͤckſicht auf die Maſſe, und nur nach einem beſtimmten Ge halt von Naͤhrſtoff jedesmal zu ſich nehmen muͤſſen, ſo wuͤrde er bei einigen zu ſehr uͤberfuͤllt, bei andern zu leer bleiben. Achtes Kapitel. Nahrungsbedarf der Merinos nach Geſchlecht und Alter, in Heu beſtimmt. §. 300. Allgemeines Verhaͤltniß. Der Koͤrper des Me rinosgeſchlechts kann taͤglich mit dem zwanzigſten bis fuͤnfzehnten Theil ſeines Gewichts in Heunahrung unterhalten werden. Der Durchſchnitt waͤre alſo ohngefaͤhr 2s des Koͤrpergewichts Aber die groͤßte Menge kann bei einem Schaaf auf 4 Pfund, bei einem Staͤhr auf 6 Pfund und bei einem Hammel bis auf 8 Pfund Heu ſteigen. 296 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Da aber bei der Merinosſchaafhaltung die Wollerzielung den Hauptgegenſtand ausmacht, ſo muß die Ernaͤhrung ſo viel wie moͤg— lich unter Beruͤckſichtigung derſelben geregelt werden. §. 301. Hoͤchſte Vielheit der Nahrung in Bezug auf Wolle. Bei 2 Pfund Heu, oder bei demſelben Gehalt in andern Mitteln auf Heu berechnet, mit Einſchluß des Strohes, laͤßt ſich ein Schaaf außer der Lammzeit ſehr gut unterhalten. Dies Verhaͤltniß iſt das Hoͤchſte, um feine Wolle in der hoͤchſten Brauchbarkeit zu erzielen, was ich auf zwei Schaͤ— fereien, auf denen Alles genau zugemeſſen und gewogen wurde, ge— funden habe. Der Wollertrag war bei gehoͤriger Schaafwaͤſche 2 Pfund vom Lammſchaaf. Eine Vermehrung der Nahrung uͤber dies Verhaͤltniß hinaus wird, wenn auch bei feiner Wolle, nicht ſo leicht durch Vergroͤße— rung des Haares, doch durch das Abſetzen des Schweißfettes in die Wolle nachtheilig. Das Mehrgewicht erſetzt alsdenn den Ver— luſt am Werthe ſo leicht nicht, vielweniger das noch uͤberfluͤßig ver— wendete Futter. Wer nicht mißt und nicht wiegt, und doch glaubt mehr als 2 Pfund Heunahrung auf den Kopf zu verwenden, der laſſe ja erſt meſſen und wiegen. Wer aber wirklich mehr giebt, der weiß ſein Futter auf Merinoswolle noch nicht recht zu verwenden. Zur Spielerei ließe ſich allenfalls zwiſchen der Hoͤhe des Woll— haares, dem jaͤhrlichen Wollgewicht und dem taͤglichen Bedarf an Heunahrung ein gewiſſes Verhaͤltniß annehmen, z. B. Zoll Hoͤhe, Pfund Wolle, „ Heu; Zoll Hoͤhe oder Laͤnge, Pfund Wolle, „ Heu. +½ O½ S½ d §. 302. Ueber das Berhaͤltniß der Zulagen bei ſtei⸗ gendem Nahrungsbeduͤrfniß. Die einer Zulage beduͤrfenden Haufen bei einer Zuchtheerde ſind: die Laͤmmer, die Jaͤhrlinge, die Staͤhre, die Lammſchaafe. nehme untt an, Fatenugi dürfwiſes tyngkfäht tber füͤr dan zulr üliu Vn dd Mächnahrun le ale d 5 üi p enett Tlvic da iſt drtüber ke Ein ef richen. Echline körnen. Denn nicht nach Erſltunge Im Le gedefnt, o Geſond Staͤhte nterhaln, Anſtut de ſet zu ze ſungszet den ſie um nit in den der zuc di dandlung de Nutte annaſung! falls noh ruͤber iel wie md 9 4 Hezun duf it in mie rohes, i en. Ale in d zwei Sche wurde,„ ſchaafwäſt tniß hinaus h Wergröß⸗ eißfettes in den Ver⸗ flüͤßig ver⸗ jmehr ale laſſe ja eiſ e weiß ſäh en. e des Wal Bedarf an bhei ſtei dduͤrfenden Achtes Kapitel. 297 Nehmen wir fuͤr das Junge 18 Monate als fuͤr den Zeit⸗ punkt an, von welchem an es mit den Erwachſenen eine gleiche Futtermenge bekommen kann; ſo wuͤrde die Steigerung des Be— duͤrfniſſes monatlich des ganzen Futters, oder alle 6 Wochen ohngefaͤhr 22 und vierteljaͤhrig x ausmachen. Dieſer Zeitraum iſt aber fuͤr den wachſenden Koͤrper zu lang, als daß er bis dahin ohne Zulage bleiben koͤnnte. Von dem Augenblick an, daß die Laͤmmer anfangen, andere als Milchnahrung zu genießen, kann in den erſten 4 Wochen eine Zu— lage alle 8 Tage, ſpaͤterhin alle 14 Tage, und ſo monatlich ſteigend bis zu einer Zwiſchenzeit von ſechs Wochen erfolgen. Allzufruͤhes Fuͤttern der Laͤmmer ſchwaͤcht ihren Magen. Da ihr Zuſtand gar zu verſchieden ſein kann, ſo laſſen ſich daruͤber keine allgemeine Regeln angeben. Ein Jeder muß ſich darin nur nach dem Zuſtande der ſeinigen richten. Schlimm genug, wenn die Muͤtter ſie nicht hinreichend ſaͤugen koͤnnen. Wenn Kuhmilch angewendet wird, ſo laſſe man die Laͤmmer nicht nach Gefallen ſaugen. Uebrigens iſt dies noch das leichteſte Erhaltungsmittel. Im Lamm kann der kuͤnftige Koͤrper entweder uͤbermaͤßig aus⸗ gedehnt, oder in ſeiner Ausbildung unterdruͤckt werden. Beſonders unpaſſend iſt, ſo nuͤtzlich ihnen auch der Aufenthalt im Freien iſt, das mehrſtuͤndige Verweilen derſelben auf uͤppigen Weiden, wo ſie ſich nur aufſchwellen. Staͤhre muͤſſen eigentlich das ganze Jahr hindurch kraͤftig unterhalten, doch nicht bis zur Unbehuͤlflichkeit aufgetrieben werden. Anſtatt der Heufuͤtterung nach freier Willkuͤhr iſt es beſſer, ſie von Zeit zu Zeit durch Koͤrner zu unterſtuͤtzen. Damit bis zur Be— deckungszeit warten zu wollen iſt nicht ganz paſſend. Einmal aͤu— ßern ſie um dieſe Zeit nicht viel Eßluſt, und denn haben ſie auch nicht in dem Augenblick das gehoͤrige Verdauungsvermoͤgen. Wenn aber auch dieſe Hinderniſſe nicht ſtattfaͤnden, ſo will doch die Um— wandlung des Naͤhrſtoffs in den Zeugungsſtoff ſeine Zeit haben. Mutterſchaafe. Ueber das Verhaͤltniß der Zulage bei Her— annahung und waͤhrend der Lamm- und Saͤugezeit beſtehen eben— falls noch keine feſte Regeln. Die allgemeine Erfahrung lehrt aber daruͤber ſo viel, daß bei zureichender Ernaͤhrung vor der Lammzeit 298 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. der vierte Theil als Zulage doch nicht hinreichend iſt, Thiere und Wolle in gutem Stande zu erhalten. Zulage muß 3 bis betragen. §. 303. Nothwendigkeit der Beſtimmung des Be⸗ darfs an Nahrungsmitteln auf kurze Zeitabſchnitte. Da auf der einen Seite das Nahrungsbeduͤrfniß des groͤßeren Theils einer Zuchtheerde und auf der andern der innere Gehalt der Nah⸗ rungsmittel ſich beſtaͤndig veraͤndern, ſo darf man auch nicht auf zu lange Zeit hinaus eine gleichmaͤßige Ernaͤhrung vorſchreiben wol— len, ſondern dieſe muß ſich nach dem ſteigenden Beduͤrfniß der Hau— fen und nach der Verminderung des Nahrungsgehalts in den Mit⸗ teln richten. §. 304. Ohngefaͤhres Futterverhaͤltniß fuͤr die ver— ſchiedenen Geſchlechtsabtheilungen im Laufe der Ein— ſtallung in den noͤrdlichen Provinzen. Folgendes Futter⸗ verhaͤltniß duͤrfte vielleicht von dem natuͤrlichen Nahrungsbeduͤrfniß, wenn 2 Pfund Heunahrung auf das erwachſene nicht ſaͤugende Schaaf gerechnet werden, nicht ſehr weit entfernt ſein. Auf die Hälfte Novbr. Januar. März. Auf die Hälfte Oktobers. Dezbr. Februar. April. Mai. Staͤhre.. 14 ⸗ 2½, 2 ⅞ ⸗ 2 2 1 lb. Mutterſchaafe.. 1 ⸗ 2 2½ ⸗ 3 ½ ⸗ 141¼„ Unfruchtbare 1 711 ⸗ 2 2½ 1„ S = Staͤhrjaͤhrlinge.. 5 2 15¾„ 2 2½ ⸗ 1 ¾„ 3 Mutter⸗ und 1.23 311 S 4 inge 7 ⸗ 1 Hammel⸗ Jaͤhrlinge 3 13 17 2 t„ 2 Staͤhrlaͤmmer, 1* 14 ⸗„„ Mutterlaͤmmer. 4„ 2 ⸗ 2 ⸗ 1 ⸗„ 3 2 Bei den 3 erſten Abtheilungen iſt das Schwinden der Nahr— haftigkeit einigermaßen beruͤckſichtiget. Die Lammzeit iſt in den Januar geſetzt. Dieſer Auseinanderſetzung zufolge entſteht folgender taͤglicher Durchſchnitt: fuͤr 1 Staͤhr 2½ Pfund, „ 1 Mutterſchaaf 2 ½ Pfund, „ 1 unfruchtbares und erwachſenes Stuͤck 2 Pfund, „1 einjaͤhrigen Staͤhr 2 Pfund, eber di don M §.I. dets Butf cen Nich fahrnen W Vicke ſein. Erdto feln für das wiſts Vihh als Haupt In d Eröſe werd Vo lei ſſter onkebe dnt di in iir ie id hharfe it, tich dem 9. Luch w Raßeen Ge Den 83 Dm di d Fuucht. Dam 1 dälfe zucht und, ſeres Scha üßeren d zalt der N ich nicht chreihen w niß der g. in den M uͤr die der der Ein tdes Futte gsbedärfniß, ht ſäugende — Kd Hälſte Mai. R in der Naht der täglih Pfund Neuntes Kapitel. 299 fuͤr 1 einjaͤhriges Schaaf 1 Pfund, Staͤhrlamm 1 Pfund, Zibbenlamm 3 Pfund, — 77 — 77 Neuntes Kapitel. Ueber die Anwendung einiger beſonderen Arten von Nahrungsmitteln in Hinſicht auf Koͤrper und Wolle. §. 305. Einige Hauptnahrungsmittel. Kleeheu macht dickes Blut und fuͤhret leicht Entzuͤndungen herbei. Nach derglei— chen Milch werden die Laͤmmer leicht ſteif; daher wird es von er— fahrnen Wirthen mit Wieſenheu abwechſelnd gegeben. Wickenheu ſoll bei gleichem Gewicht weit weniger nahrhaft ſein. Erdtoffeln. Unter allen Neben⸗Futterarten ſind die Erdtof— feln fuͤr das Schaafvieh noch mit am geſundeſten, wenn ein ge— wiſſes Vielheitsmaaß nicht uͤberſchritten wird, indem ſie ſich auch als Haupt⸗Nahrungsmittel gebrauchen laſſen. Im verkleinerten Zuſtande in Scheiben bis zur Dicke einer Erbſe werden ſie von den Schaafen am liebſten genoſſen. Wo leichter Sand iſt, werden ſie ungewaſchen gegeben. Bei feſter anklebender Erde muͤſſen ſie ſehr rein gewaſchen werden, weil ſonſt die in den Augen der Erdtoffeln ſitzen bleibende ſchmierige Erde dem thieriſchen Magen nachtheiliger ſein ſoll, als in einem lockereren Zuſtande, mit Sand vermiſcht. Durch ihren großen Gehalt an Feuchtigkeit wird das Maaß fuͤr ihre jedesmalige Anwendung beſchraͤnkt. Da dieſelbe nicht ohne Schaͤrfe iſt, ſo bewirkt ſie in einem verhaͤltnißmaͤßigen Uebermaaß nach dem Zuſtande des Thieres Durchfall. Auch waͤre vielleicht das Verlammen der Schaafe nach dem haͤufigen Genuß von Erdtoffeln zum Theil daraus zu erklaͤren. Denn bei uͤberladenem Magen wirken ſie auch mechaniſch auf die Frucht. Wenn die Erdtoffeln zur Hauptnahrung genommen werden, ſo duͤrfen auf den Kopf geſunder erwachſener Thiere außer der Zucht und Saͤugezeit nicht uͤber 1½ Pfund gerechnet werden. Juͤn⸗ geres Schaafvieh kann ſie nicht einmal in dieſer Menge vertragen. 300 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Das nunſchaͤdlichſte Maaß aber iſt 1 Pfund auf den Kopf, als der taͤglichen Nahrung, und 1 ½ Pfund beim Saͤugen, mit einer ver— haͤltnißmaͤßigen Zulage von Stroh oder anderem Rauhfutter. Ohne Rauhfutter laſſen die Erdtoffeln die Wollhaare duͤnn und muͤrbe. Mit demſelben geben ſie ihnen eine ſolche Beſchaffen— heit, daß man ihren Einfluß gar nicht bemerkt. Wegen ihrer leichteren Erhaltbarkeit und wenig koſtſpieligen Anbau's machen ſie eins der zweckmaͤßigſten Nahrungsmitteln aus. Auffallend iſt es, daß man ſich bis jetzt ſo wenig Muͤhe gege— ben hat, ihre ſo mannigfaltigen und ſo ſehr verſchiedenen Arten in Hinſicht auf Naͤhrſtoff naͤher zu unterſuchen. Den Gehalt am feſteren Theil kann man zum Theil ſchon aus dem ruͤckſtaͤndigen Gewicht nach ihrer Abdaͤmpfung erklaͤren. Wenn ihr Gehalt an Naͤhrſtoff im Vergleich mit Heu auf das Verhaͤltniß von 2 zu 1 geſetzt wird, ſo iſt dies nur im Allgemei— nen zu verſtehen. Die Rotabaga iſt von geringerm Naͤhrſtoffgehalt, als die Erdtoffel; das Verhaͤltniß zu dieſer iſt ohngefaͤhr wie 5 zu 3. Sie unterliegt auch fruͤher dem Verderben, beſonders die weiße. Die gelbe Art haͤlt ſich laͤnger, hat aber weniger Naͤhrſcoff, als die weiße. Erdaͤpfel ſind bis zetzt nicht nachtheilig befunden worden. Nur darf man bei ihrem Gebrauch den Umſtand nicht außer Acht laſſen, daß ſie in Frucht und Blaͤttern weniger Nahrungsſtoff als die Erdtoffeln enthalten, und daß nach dem Abſchneiden der Staͤn— gel dieſe nie ganz trocknen, folglich leicht in Stocken gerathen koͤnnen. Sie dienen am beſten zur Abwechslung mit nahrhafterem Futter. Wurzelgewaͤchſe erfordern bei ihrer Verkleinerung in gro— ßer Kaͤlte eine beſondere Aufmerkſamkeit. Der auf der Oberflaͤche der Schnitte befindliche Saft wird ſelbſt im Stalle in der Naͤhe der Thuͤren nicht vor dem Gefrieren bewahrt, und dadurch koͤnnen beſonders die Lammſchaafe ploͤtzliche Erkaͤltung leiden. Auch huͤte ſich Jedermann, angefrorne Gewaͤchſe zu verfuͤttern, wenn er nicht, wie Beiſpiele lehren, die ganze Heerde in Gefahr bringen will. §. 306. Von Huͤlfs⸗Nahrungsmitteln. Laub. Das ehuf ger⸗ lriifhalti das! Kren, aufh In dhi 4 Fuß tien 38 knnd 8 97 wenn d ua Vale un 5 das iſun Nt 10 darbens dſt Eich ij nur richt d auf das Bu Caſta 1 Qart Caſn Fäg. Auch 9 Volleni Trygen §. 307.1 waänlch de deden dhne in einem zu kleürigen S. d geſchmeid ntheit dem. ſünhaupt ij dn Nature do cht wenn de— tiglch af Schu im grringe heien, ga apf, als d ait eiger d gfottr. olhaate di he Diſtzn koſtſon mitteln a Mͤhe ih en Arten eil ſchon m laͤren. heu auf de in Algemei it, als die zu 3. die weiße * Rährſtf, den wordn. außer Ach nosſtoff als der Stin⸗ n gerathen ahrhaſteren ung in gi rOberftäͤhe der Rihe urch können verfüttern in Geini Neuntes Kapitel. 301 Schaaf genießt jede Laubart gern, am liebſten aber die mehr Ger⸗ beſtoffhaltigen. Die Gewinnung des Laubes iſt bekannt. Das Laub der Caroliniſchen Pappel iſt dem der andern Weide⸗ arten, auf denen ſich mehr Inſekten aufhalten, vorzuziehen. In der hieſigen Gegend werden ſie im Anfang Auguſt 3 bis 4 Fuß tief, etwas ſchraͤg von Norden nach Suͤden angepflanzt. Man kann ſie zu vierjaͤhrigen Schlaͤgen anlegen. Laub betrachte man aber nie als Hauptfutter, ſondern mehr als Mittel zur Mund- und Magenreinigung und als Medizin, wenn einmal einige Zwecke unterſtellt werden ſollen; ſonſt wird die Wolle um ſo haͤrter, und der Schweiß nach vielem Laub hat noch das beſondere an ſich, daß er ſehr harzig wird. Mit der Laubfuͤtterung iſt auch die Gefahr des fruͤheren Ver⸗ derbens der Zaͤhne verbunden. Eicheln ſind weder Koͤrper noch Wolle nachtheilig, wenn ſie nur nicht als Hauptnahrung gegeben werden. Sie wirken ſchnell auf das Blut und auf den Schweiß in der Wolle. Caſtanien geben ein ſehr nahrhaftes Futter. Ein einziges Quart Caſtanien auf eine Kuh taͤglich giebt der Milch große Vor— zuͤge. Auch den Schaafen bekommen ſie ſehr gut, und ſchaden der Wolle nicht. Wegen der harten Schaale iſt aber eine Verkleinerung noͤthig. §. 307. Unter den Mehlfruͤchten wirken Gerſte und Hafer, vorzuͤglich der letzte, vortheilhafter, als Roggen und Erbſen. Die beiden letzten, hauptſaͤchlich der Roggen, erregen die Ausduͤnſtung in einem zu hohen Grade, und ſetzen einen ſich bald verdichtenden klebrigen Schweiß in die Wolle ab. Dieſe waͤchſt kraͤftig aber nicht ſo geſchmeidig, als nach Gerſte und Hafer. Der letzte beſonders ertheilt dem Haare Glanz und ſanfte Elaſtizitaͤt, und der Wolle uͤberhaupt einen leicht loͤsbaren Schweiß, inſofern ein Thier nicht von Natur einen zaͤhen Schweiß hat. Das ohngefaͤhre hoͤchſte Maaß von Koͤrnern oder Erbſen iſt, wenn der Austritt des Schweißes verhuͤtet werden ſoll, 4 Loth taͤglich auf den Kopf. Schroot. Theils um der leichteren Verdauung willen, theils um geringe Quantitaͤten von Koͤrnern deſto gleichmaͤßiger zu ver⸗ theilen, giebt man ſie lieber in Schroot. 302 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. §. 308. Oelkuchen machen ſich fuͤr die Wolle nicht nach— theilig, ſo lange ſie nicht in ſolchem Maaße gegeben werden, daß ſie die Wolle mit zu vielem Schweißfett beladen. Nur koͤnnen Oelkuchen unverdaulichere Oelſaamen-Arten ent⸗ halten, wenn man ihre Zuſammenſetzung nicht kennt, und denn haben ſie auch noch den Fehler, daß ſie leicht verſtocken, und ſchon, ehe der Schimmel erſcheint, den Thieren ſchaͤdliche Gasarten zu— fuͤhren. Ein ſolcher Zuſtand laͤßt ſich indeſſen ſchon an dem Ge ruch erkennen. Nach dem Gebrauch von Oelkuchen ſollen Fohlen ſteif werden. Bei Laͤmmern will man nach ihrer Anwendung Durchfall be merkt haben. Dieſe Erſcheinungen koͤnnten aber in fruͤheren Urſachen oder in einem Mißverhaͤltniß der Vielheit begruͤndet ſein. Drei bis vier Pfund Oelkuchen auf 100 Erwachſene taͤglich ſchaden nicht. §. 309. Zufaͤllige Nachtheile, welche durch die Anwen— dung von Schroot und Leinkuchen⸗Trank entſtehen koͤnnen. Bei allzu großer Verduͤnnung des Tranks gewoͤhnen ſich die Schaafe leicht an zu vieles Trinken, ſie verſchleimen ſich leicht den Magen, und gehen auch leicht in Gaͤhrung oder Saͤurung uͤber. Um den daraus entſtehenden nachtheiligen Folgen vorzubeugen, beſchraͤnke man die Fluͤſſigkeit der Traͤnke ſo weit, daß jeder Kopf noch Antheil daran nehmen koͤnne, laſſe die Getraͤnke ſelbſt nie zu alt werden und die Gefaͤße oft reinigen. §. 310. Schlempe. Daß Schlempe nicht mehr ſo nahrhaft ſein kann, als der Stoff, aus welchem ſie herruͤhrt, bedarf wohl keiner Erinnerung. Denn Kohlenſtoff und Zuckerſtoff ſind entwichen, und die zu— ruͤckbleibenden Stoffe haben eine Veraͤnderung erlitten, welche fuͤr Thier und Wolle zugleich weniger nahrhaft geblieben ſein muͤſſen. Bei der Schlempe koͤmmt es alſo hauptſaͤchlich darauf an, in welchem Grade der Naͤhrſtoff der Meiſche entzogen worden iſt. Auf der andern Seite iſt nicht in Abrede zu ſtellen, daß durch die Gaͤhrung mancher dem Thier leicht ſchaͤdlicher Stoff entwichen iſt. Da der Verbrauch der Schlempe nicht ohne Verduͤnnung ge— ſſchehen kann, ſo geht die Beſtimmung des hoͤchſten Maaßes ihrer wmadung! de lleibt fü ri Rahrſtun ifte 5 wied di Dai de dr Peinzir nereien iſt der Quantitis okrſhieden ſo verſchi jedenen 1 daß 00 dtauchodre ſeder Art fa . 311. 6 N das Mahth. Stroh ohnt auch gleich Vole beme Eihſen⸗ dre Arten. nan in Al Gevihr Krauter* mit Iſt aben 4 Virkſa tnſuchung g in düchann de daünangen ſchudenn Ri fervorſehen ds, 8 duß es keine eenAttn it, und im en, und ſan Gasattn g an dem b. ſteif wern Durchfall irſachen aie jſene taglit die Anwen den koͤnnen. die Schaif den Maym r. votzubeuge Fjeder Kuf ſelbſt nie ſo nahrße bedatf vo und die z , welche ſ rin muͤſſen rauf an, orden iſt dn, daß duc entvichni edunnund Maßes fhre Neuntes Kapitel. 303 Anwendung nicht von der Wolle, ſondern vom Koͤrper aus, und es bleibt fuͤr jeden beſonderen gegebenen Fall zu entſcheiden, wie viel Naͤhrſtoff in einem ſaͤttigenden Futter enthalten ſei, und wie oft es wiederholt werden koͤnne. Bei der bis jetzt noch herrſchenden ſo großen Verſchiedenheit der Prinzipien, Methoden und Ausfuͤhrungen derſelben in Bren— nereien iſt auch noch zu viel Schwankendes in der Beſtimmung der Quantitaͤt der Schlempe zur Verfuͤtterung an Schaafe. Ebenſo verſchieden ſind auch die Erfolge ihrer Anwendung, zumal bei den verſchiedenen Neben-Fuͤtterungsmethoden im Allgemeinen. Daß beim Gebrauch der Schlempe von Getreide eine ſehr brauchbare Wolle erzielt werden kann, iſt gewiß. Eben ſo hat ſich auch die Anwendung der Erdtoffel⸗Schlempe fuͤr die Wolle guͤnſtig erwieſen. Um aber ein zweckmaͤßiges Fuͤtterungs⸗Verhaͤltniß ſaͤr Schlempe jeder Art feſtzuſtellen, muͤßte man erſt Verſuche nach ihrem verſchie— denen Gehalt anſtellen. §. 311. Stroh⸗Arten. Unter allem Stroh iſt Erbſenſtroh das Nahrhafteſte. Wenn es zu Ende gegangen iſt, und anderes Stroh ohne weitere Huͤlfsmittel ſeine Stelle verſehen muß, ſo iſt auch gleich eine Veraͤnderung des Schweißes und der Form in der Wolle bemerklich. Erbſen- und Wickenſtroh ſoll leichter Kolik veranlaſſen, als an— dere Arten. Ueber den Einfluß der verſchiedenen Getreide⸗Stroh⸗Arten tappt man im Allgemeinen auch noch ſehr im Dunkeln. Gewoͤhnlich werden die dazwiſchen wachſenden Graͤſer und Kraͤuter mit beruͤckſichtiget, wenn daruͤber geurtheilt wird. Iſt aber auch nur von reinem Stroh die Rede, ſo laͤßt ſich uͤber ſeine Wirkſamkeit kein ſicheres Urtheil faͤllen, wenn nicht eine Un— terſuchung in Hinſicht des unvollſtaͤndigeren Ausdreſchens bis zum Abſchlagen der Aehren vorhergegangen, und dazu noch alle uͤbrigen Bedingungen bei dergleichen Unterſuchungen beobachtet worden ſind. Die Verwendung des Strohes zu Futter dreht ſich in den ver⸗ ſchiedenen Wirthſchaften zwiſchen z und 1 Pfund auf den Kopf. In Ruͤckſicht der Wolle macht ſich Getreideſtroh bei einem hervorſtehenden Vielheitsverhaͤltniß dadurch beſonders bemerklich, daß es keinen ſichtbaren Schweiß in die Wolle abſetzt, ſondern dieſe 304 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. blaß erſcheinen laͤßt, dabei auf die Oberflaͤche des Haares nicht nachtheilig wirkt, wohl aber demſelben nur wenig Geſchmeidigkeit mittheilt. In Ermangelung anderer Mittel duͤrfte blos Strohfuͤtterung neben Schroottraͤnke, vielleicht ſchon bei 4 Loth taͤglich auf den Kopf der Erwachſenen, in Hinſicht der Wolle noch eine gute Aus— huͤlfe gewaͤhren. §. 312. Salz. Der Zweck des Salzgebens ſollte nur der der leichteren Verdauung bleiben. Demnach waͤre es ſchon bei der erſten Weide zutraͤglich. Da aber friſches Gras dieſelbe Wirkung als Salz hervorbringt, wenn dieſes in einiger Quantitaͤt gegeben wird, ſo wird ſich jeder Schaͤfer nach den Umſtaͤnden richten. Denn da das Schaaf einen angebornen Trieb nach Salz hat, und bei maͤßigem Genuß nie unmittelbarer Nachtheil davon geſpuͤrt wird, ſo hat man ſich nur vorzuſehen, bei hoher Waͤrme nicht ohne Noth den Durſt der Thiere zu reizen, wenn man nicht umhin kann, ſie uͤber Pfuͤtzen⸗-(Timpel, Lachen⸗) haltige Wege und Wei⸗ den zu fuͤhren. Den ſaͤugenden Schaafen beſonders dienet Salz zu deſto beſſe— rer Aufloͤſung der Nahrung, folglich auch zu groͤßerer Gedeihlichkeit der Milch. In ſo fern Salz auf die Aufloͤſung der Nahrungs— mittel, folglich auf die Vertheilung der Naͤhrſtoffe Einfluß hat, hat es auch Einfluß auf die Wolle. §. 313. Beruͤckſichtigungen bei der Anwendung be⸗ ſonderer Futterarten in Bezug auf das Thier. Bei der Anwendung eines Mittels hat man auf die Genießbarkeit deſſelben zu ſehen, in welchem Zuſtande es am verdaulichſten iſt, oder ob auch das Thier Herr deſſelben werden kann, und ob Verkleinerung oder Erweichung noͤthig iſt. So fuͤttert man z. B. das Korn in Garben, oder dieſe zu Haͤckſel geſchnitten. Wenn das Futter, welches zu Haͤckſel geſchnitten werden ſoll, nicht durchgaͤngig geſund und rein, ſondern theilweiſe dumpfig, be⸗ ſtaubt oder beſchlaͤmmt iſt, ſo kann es um ſo leichter gefaͤhrlich wer⸗ den. Im ungeſchnittenen Zuſtande ſucht das Thier es ſelbſt aus. bein fmiger Sitt Unter die Auch k auf einmo nen, und damit ſe Gleicn Fenigen d5 haten, ua. In de döurgiſche ultur auf Ueber dieſ Däi der ſun ni ſind uch 4 du dericiſ den den B Di d 8 1. durch zagtes nicht ſtmeigin trohfüttenn, gich aſf n ne gute le nur der w hon bei n Revorbrin rd ſich jo h Sah har von geſblirt nicht ohne icht umhin und Vi udeſto biſ Hedeihlichtn Nahrunge iß hat, hal ndung de r. Bei de dt diſtb⸗ iſt, oder 1 erkleinerung er dieſe zu werden ſtl dunfig d fahlch in ſebſt ae Zehntes Kapitel. 305 Beim Gebrauch der Spreu muß man von Zeit zu Zeit den— jenigen Stuͤcken, welche langſamer, als andere das Futter kauen, unter die Lippen ſehen laſſen. Auch muß man bei ihrem Gebrauch keine ſo große Quantitaͤt auf einmal nehmen, daß die Thiere ſie leicht uͤber ſich ſtreuen koͤn— nen, und der Stand vor der Krippe muß etwas geraͤumig ſein, damit ſie nicht unter einander uͤber den Hals und Ruͤcken reichen. Gleiche Vorſicht iſt beim Einlegen dieſes Futters und beim Reinigen der Krippen noͤthig. Zehntes Kapitel. Ueber Weidebedarf. §. 314. Verhaͤltniß der Weideflaͤche zur Kopfzahl. Vier bis fuͤnf Pfund Gras geben 1 Pfund gehoͤrig getrocknetes Heu. Wenn nun S bis 10 Pfund Grasnahrung dem Schaaf taͤglich eben ſo gedeihlich ſein moͤchten, wie 2 Pfund Heu deſſelben Ur⸗ ſprungs, ſo ließe ſich unter gegebenen Umſtaͤnden die erforderliche Weidenflaͤche bald ermitteln. Da wir aber bis jetzt noch keine Ergebniſſe ſyſtematiſch ange— ſtellter Verſuche im ſtrengen Sinne genommen daruͤber beſitzen, ob der Schaafkoͤrper taͤglich ſeine 8 bis 10 Pfund Gruͤnes ohne Nach— theil ſeiner Geſundheit(mit Einſchluß der Magenſchwaͤchung) unaus— geſetzt genießen kann, ſo muͤſſen wir dieſen Punkt weiteren wiſſen— ſchaftlichen Unterſuchungen uͤberlaſſen, und uns an den Durchſchnitt halten, welche gewiſſe Gegenden mit ſich bringen. In den Oſtſee-Provinzen werden auf einen preußiſchen(mag⸗ deburgiſchen) Morgen nach Beſchaffenheit der Bodenart und ſeiner Kultur auf die Dauer von 6 Monat 3 bis 5 Koͤpfe gerechnet. Ueber dieſe letzte Zahl ſteigt das Verhaͤltniß bis jetzt nicht. Bei der Vertheilung der Weide kann keine ſo genaue Abmeſ— ſung, wie beim Stallfutter, ſtattfinden. Allein ſo viel wie moͤglich ſind auch dabei die beſonderen Beduͤrfniſſe der verſchiedenen Haufen zu beruͤckſichtigen. So wird Niemand nahe und zutraͤglichere Wei⸗ den den Laͤmmern entziehen, und ſie den Hammeln einraͤumen. Die Dauer des Aufenthalts auf einer Weide wird bedingt: 1. durch ihre Naͤhe oder Entfernung, 20 306 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. 2. durch die Art der Gewaͤchſe, 3. die Groͤße, und 4. die gegenſeitige Entfernung oder den dihteren oder duͤnneren Stand derſelben, 5. durch das Verhaͤltniß der Thiere zur Weide ſelbſt. In Nichts herrſcht unter den Schaͤfern mehr Mangel an Ue— bereinſtimmung, als in der Eintheilung der Tageszeit fuͤr das Huͤten. Der Begriff von einer einmaligen Saͤttigung ſcheint noch nicht gehoͤrig veranſchaulich, und die Ueberzeugung von der nothwendigen Zwiſchenzeit und ihrer Dauer zur inneren Verarbeitung des Ge— noſſenen noch nicht genug eingepraͤgt zu ſein. Im Ganzen genommen duͤrfte bis jetzt noch im Huͤten das meiſte Verſehen unter allen Schaͤfereieinrichtungen begangen werden. Eilftes Kapitel. Beruͤckſichtigung beim Anbau verſchiedener Futter⸗ arten. §. 315. Einrichtung der Weiden. In den noͤrdlicheren Gegenden wird weiße Kleeweide mit Thimothaͤi⸗Gras durchmengt fuͤr die zutraͤglichſte und zugleich fuͤr die ſicherſte ge— halten. Gleich nuͤtzlich iſt die Spergelwerder Rothe Kleeweide bleibt immer ſehr gefaͤhrlich. §. 316. Ueber Futteranbau. a) Verſchiedene Futterarten. Zum Anbau waͤhle man das am ſicherſten zu Erzielende. In den noͤrdlicheren Provinzen z. B. ſcheint der Klee ſeit ei— nigen Jahren nicht mehr von Beſtand bleiben zu wollen. Die Erdtoffel ſind in den hintereinander gefolgten trockenen Sommern doch noch beſſer gerathen. Jede Oertlichkeit erfordert aber in die⸗ ſer Beziehung ihre eigene Beruͤckſichtigung. Ferner iſt es nicht rathſam, fruͤhzeitig vergehende Nahrungs⸗ mittel, z. B. weiße Ruͤben, mit Hintenanſetzung laͤnger ausdauern— der, wie der gelben Ruͤben und Erdtoffeln erzielen zu wollen, wenn ft lngert ſc bringe. b. d 1 ſter b ſran ſt i des Küren Körper kar⸗ ſict die ſ *) Ba ſtmmt der ui 1 Oder Verl dungen, Jahte nac Rſſelbe iſt Rchthaltbe Uinmer i Däch dern Vor andere Re beſeren The dn iürigen D meht, z bedarf, ſ nen Nahen ſin Vorrat⸗ 2 die do dnünn gevihüte nicht de werden, n den ſol, angal m szeit ſit ae int noch ii nothwendi ung des. n Hüten i ngen werden JFutter⸗ nordlichern haͤi⸗Grat ſicherſte ge⸗ Kleeweide eelende. Kle ſeit ii olen. Dir Sommern aber in die Nahrungs raausdauen vollen, venn Eilftes Kapitel. 307 fie laͤngere Zeit ausreichen ſollten, als es ihre Erhaltbarkeit mit ſich bringe. b) Fuͤtterungen. In Betreff der Vorſorge fuͤr zureichende Nahrung hat ein Be— ſitzer bei den Schaafen noch mehr Urſache, als beim Zugvieh, die Zukunft zu beruͤckſichtigen, weil es hier nicht allein die Erhaltung des Koͤrpers, ſondern auch die Gewinnung der Wolle gilt. Der Koͤrper kann ſich aber noch erhalten, wenn auch die Wolle noch nicht die Haͤlfte des Gewichts erreicht. c) Feſtſtellung der Kopfzahl. Bei ſchon in gehoͤrigem Gange befindlichen Wirthſchaften be⸗ ſtimmt der Anbau die Kopfzahl, und nicht die Kopfzahl den Andau. Auf den wahrſcheinlichen Fall eines nothwendigen Stillſtehens oder Verminderns der Kopfzahl iſt es eine der erſten Beruͤckſichti— gungen, ob die Veraͤußerung eines Theils der Heerde im naͤchſten Jahre nachtheiliger ſei, als eine gleiche Anzahl Laͤmmer, oder, was daſſelbe iſt, ob es rathſamer ſei, von den Erwachſenen nur das Nichthaltbare um jeden Preis zu veraͤußern, und dagegen ſo viel Laͤmmer weniger kommen zu laſſen, als von dem ſonſt uͤberzaͤhligen Vieh veraͤußert werden mußte. 3) Zeit, die Paarung zu beſtimmen. Vor der beſtimmten Ueberſicht uͤber die Erndte laſſe man, wenn andere Beweggruͤnde dazu vorhanden ſind, nur einen, etwa den beſſeren Theil des Mutterhaufens belegen; mit der Beſtimmung uͤber den uͤbrigen Theil warte man aber bis zur voͤlligen Einerndtung. e) Beruͤckſichtigung eintretender harter Kaͤlte. Da es eine bekannte Erfahrung iſt, daß der Koͤrper um ſo mehr, als die Kaͤlte ſteigt, Nahrung bis zu einem gewiſſen Grade bedarf; ſo wird es bei der Feſtſtellung der Kopfzahl zur vorhande nen Nahrung immer wohlgethan ſein, auf jenen Fall einen gewiſ ſen Vorrath bereit zu ſtellen. †) Ungewißheit der Saathuͤtung. Die Saathuͤtung kann da nur zum Ernaͤhrungsplan gehoͤren, wo beſtimmt Froſt eintritt, und auch nur in ſo weit, als ſich ſeine gewoͤhnliche Dauer erſtreckt. In allen Gegenden aber, wo dies nicht der Fall iſt, darf auch gar keine Ruͤckſicht darauf genommen werden, wenn großem Schaden an Land und Vieh vorgebeugt wer⸗ den ſoll. 20* 308 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. 8) In Hinſicht der Ausdehnung des Winterfutter⸗Anbau's kann man ſich unter Zuziehung einigen Ueberſchuſſes nach der Ta⸗ belle richten. 1 Zwoͤlftes Kapitel. Ueber die Vertheilung der Nahrung in Betreff ihrer L Qualitaͤt. §. 317. Unterſuchung der Nahrungsmittel nach der Erndte und vor dem Gebrauch. Die Berechnung der Nah⸗ rungsmittel auf Heu darf nicht nach den allgemein angenommenen Durchſchnitts⸗Verhaͤltniſſen geſchehen, welche man von dem gehoͤ⸗ rigen Zuſtande derſelben entnommen hat, ſondern jene Berechnung muß nach den Verhaͤltniſſen angelegt werden, welche aus der wirk⸗ lichen Beſchaffenheit der vorhandenen Mittel fließen. Wenn z. B. in dem einen Jahre das Wachsthum uͤppiger ge⸗ weſen iſt, als in einem andern, und die Geywaͤchſe einen groͤße— ren Umfang erlangt haben, ſo enthalten ſie nicht immer verhaͤltniß— maͤßig mehr Nahrungsſtoff; im Gegentheil es findet ſich dieſer ge⸗ woͤhnlich in einem um ſo geringeren Verhaͤltniß darin, als ihr Wachſen beſonders durch Naͤſſe ohne vielen Sonnenſchein beſchleu⸗ nigt worden iſt. In dieſen Faͤllen werden die waͤſſerigen Theile vor den feſteren in einem groͤßeren Verhaͤltniß, als ſonſt, vorhanden ſein. Das Heu z. B. wird nach einem ſolchen Wuchs im Laufe des Winters mehr eintrocknen, als auf denſelben Stellen unter guͤnſtigerer Wit⸗ terung kuͤrzer gewachſenes, uͤbrigens unter gleichen Umſtaͤnden der Gewinnung. Da nun im letzten Fall das Heu mehr Nahrungsſtoff in einer kleineren Maſſe vereinigt, ſo waͤre kein Grund vorhanden, wenn man die Portionen von gleicher Groͤße, wie ſonſt, laſſen wollte. Bei minder gehaltvollem Futter hat man auch noch denjenigen Theil zu beruͤckſichtigen, welcher vom Vieh ungenoſſen liegen bleibt. §. 318. Die Beruͤckſichtigungen, welche bei der Vertheilung der Nahrungsmittel nach ihrer Beſchaffenheit zu nehmen ſind, be— treffen: Meiden loi Salenn 4*, Pied 8. 8 gätten. Rffahre dhräch ſan. Zwoͤlftes Kapitel. 309 hetze 1. die Geſundheit des Thieres, 2. die Eigenſchaften der Wolle, 3. die Erhaltung der Gl leichfoͤrmigkeit des Raſſekoͤrpers, und 4. die Haushaltung mit den Sachen ſelbſt. §. 319. Vertheilung der verſchiedenartigen Nah⸗ n Beni rungsmätteln nach ihrer Zutraͤglichkeit. Unter Thieren glei⸗ cher Art kann nicht jedem Einzelnen dieſelbe Art von Mitteln, d ſelbe Zuſtand oder dieſelbe Menge einer Nahrung gleich zutr aͤglich lnach de ſein, ſobald ſein Ernaͤhrungsvermoͤgen nach Verſchiedenheit des Ge⸗ ng der Na ſchlechts, des Alters und des koͤrperlichen Zuſtandes uͤberhaupt von genommemn dem Ernaͤhrungsvermoͤgen ſeines Gleichen abweicht. dem geſt Die Laͤmmer duͤrfen nicht mit leicht blaͤhenden, ſchwer ver— eBerechnan daulichen Sachen zu fruͤh beſchweret werden. us der wirk⸗ Feines geſundes Wieſenheu mit feinem Klee durchmengt, und demnaͤchſt Hafer in Gar ben ſind ihnen am zutraͤglichſte en. gyriget ge Fuͤr das junge Vieh Fberhaupt ſind beſonders die Spaͤtherbſt— inen gtiße Weiden leicht nachtheilig. aethältziß Wiedergeneſende duͤrfen nicht in uͤppige Baum- und Roß— ih disſet e gaͤrten. Jene ſind wegen ihres ſchattigen und hohen Wuchſes am cin, als iſ gefaͤhrlichſten. hein beſchle 3 G. 320. Beſtimmung der Nacheinanderfolge der ver⸗ den feſtern ſchiede enen Nahrungsmittel in Hinſicht ihrer Erhalt— barkeit. Alle Nahrung auf der Weide oder in Futter, welche zuerſt ungenießbar, unverdaulich, kraftlos und ungeſund wird, wird zuerſt verbraucht. ſein. Das des Wintels ſigerer Vi nſtaͤnden de 4... §. 321. Vertheilung der verſchiedenartigen Mittel zur Erhaltung der Gleichmaͤßigkeit der Eigenſchaften der Wolle. Dieſer Zweck kann nur bei einer moͤglichſt gleich— maͤßigen Befriedigung des Nahrungsbeduͤrfniſſes durch moͤglichſt gleichartige Mittel erreicht werden. ſoſf in ane nden, wenn en wolle. hdenjenigen ſſen begen e.. ſſen den§. 322. Die gleichmaͤßige Befriedigung des Nahrungsbeduͤrf⸗ niſſes zu jeder Zeit wird bedingt: Vertfi 1. durch die Verbindung mehrerer Nahrungsmittel in der Art, be daß zu jeder Zeit ſo viel wie moͤglich in allen zuſammen gleich— nen ſi viel Naͤhrſtoff in moͤglichſt gleicher Maſſe enthalten iſt; ————— 310 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. 2. dadurch, daß mit dem zunehmenden Verſchwinden der Nahr⸗ haftigkeit der Mittel ein verhaͤltnißmaͤßiger Erſatz in demſel— ben oder in andern Mitteln erfolgt, und 3. daß bei denjenigen Haufen, bei welchen ſich das Nahrungs— beduͤrfniß vergroͤßert, auch eine verhaͤltnißmaͤßige Bermnehrung der Nahrung ſtattfindet. §. 323. Nebeneinanderfolge. Um der Gleichmaͤßigkeit der Nahrung fuͤr Koͤrper und Wolle willen muß bei verſchiedenen Fut⸗ terarten darauf geſehen werden, daß ſo viel wie moͤglich das Nahr— hafte mit dem minder Nahrhaften verbunden, und nicht das beſte Futter innerhalb einer gewiſſen Zeit allein verfuͤttert werde, es ge— ſchehe waͤhrend der Einſtallung, wann es wolle. Gutes Heu und das minder gehaltreiche Stroh kommen bei den Mehreſten zuerſt, das Erbſenſtroh aber, wenn es nur moͤglich iſt, zuletzt an die Reihe. Aus denſelben Gruͤnden muͤſſen die verſchiedenen Nahrungs⸗ mittel ſo mit einander verbunden werden, daß zu jeder Zeit eine moͤglichſt gleichmaͤßige Vertheilung des Naͤhrſtoffs, aber auch zu— gleich der Maſſe zur moͤglichſt gleichmaͤßigen Ausfuͤllung des Ma— gens ſtattfindet, ſo weit nur beide Zwecke mit einander vereinbar ſein koͤnnen.. Dieſe Beruͤckſichtigung iſt ſowohl waͤhrend der Weide, als im Stalle erforderlich. §. 324. Ueber die Nuͤtzlichkeit der Verbindung trock⸗ ner und ſaftiger Nahrungsmittel zu jeder Zeit. Der Umlauf der Saͤfte erfordert beſtaͤndig einen Theil der Nahrung in fluͤſſigem Zuſtande, es ſei nun in Waſſer oder in ſaftreicher Nah— rung. Nur zu aufeallend macht ſich die Folge eines Mißverhaͤlt⸗ niſſes darin in der Sproͤdigkeit einer ſolchen Wolle bemerklich, welche unter andern Umſtaͤnden ihrer Natur nach nicht anders als hoͤchſt ſanft ſein muͤßte. Daher iſt die Verbindung der Strohfuͤtterung neben der Weide, und im Winter die Verbindung der Wurzelgewaͤchſe und der Schroot— traͤnke mit der uͤbrigen trocknen Nahrung theils nuͤtzlich, theils nothwendig. §. 325. Miſchung. Bei manchen Mitteln macht ihre Un⸗ zureichenheit in der Maſſe bei großer Nahrhaftigkeit um der Aus⸗ fllung der tne Niſch So m. funden. Das un komme Gerſe ſauwarmen ſauf einige fobendem Didde um Waſſ Dart in tern will Da notſwend M Edoffln die gleich werden, nach dem un wäßte nälg ſei da ſonſt nic wuchs h erhalten. . 3 der Kin in der Nair ah in dumſt⸗ 6 Naſtuns Vermun maͤßigket e iedenen zu h das Nir cht das i verde, es kommen bi nur mͤglih Naßrungs⸗ * Zeit eine er auch zu⸗ a des Ma⸗ er vekeinba eide, als in ung trock⸗ Zeit. De Nahrung in reicher Nah⸗ Mißverhält bemerklic, anders als der Weide, der Schroot⸗ lich, theil dt ihte um der lr Zwoͤlftes Kapitel.. 311 fuͤlung des Magens oder einer allgemeineren Vertheilung willen eine Miſchung anraͤthig. So wird Klee mit Haͤckſel untermiſcht fuͤr ſehr zweckmaͤßig be⸗ funden. Das ſogenannte Bruͤhfutter, welches allgemein in Aufnahme zu kommen ſcheint, beſteht in folgender Verbindung: Gerſte, Roggen oder Weizen eine beliebige Menge wird mit lauwarmem Waſſer zu einem dicken Brei angeruͤhrt, und nach Ver⸗ lauf einiger Stunden unter beſtaͤndigem Umruͤhren mit ſo viel kochendem Waſſer uͤbergoſſen, daß die Miſchung gar wird. Wieder nach Verlauf einiger Zeit wird die Miſchung mit kal— tem Waſſer verduͤnnt, ſo daß aus 1 Berliner Scheffel 300— 600 Quart angemiſcht werden, je nachdem man ſchwach oder ſtark fuͤt— tern will. Das Garbruͤhen und die taͤgliche Erneuerung des Futters iſt nothwendig. Mit dieſer Miſchung mengt man nun das Haͤckſel und die Erdtoffeln an. §. 326. Allmäaͤliger Uebergang von einer Art Mittel auf die andere. Endlich duͤrfen um eben der Urſachen willen die gleichzeitig gegebenen Mittel nicht mit einem Male abgebrochen werden, um an ihre Stelle neue zu ſetzen; ſondern ein Mittel muß nach dem andern, jedes in allmaͤlig abnehmenden Portionen aufhoͤ⸗ ren, waͤhrend dem die neuen Mittel, eins nach dem andern in all⸗ maͤlig ſteigenden Portionen an die Stelle der vorigen treten. Bei dieſem Verfahren wird man, wenn in der Ernaͤhrung ſonſt nichts verfehlt wird, nicht die geringſten Abſtufungen im Woll⸗ wuchs gewahr werden, und die Koͤrper ſelbſt werden gleichmaͤßiger erhalten. §. 327. Verfahren bei Eroͤffnung der Weide und bei der Einſtallung insbeſondere. Die Schaafe muͤſſen erſt allmaͤlig an die Weide gewoͤhnt werden. Ein ploͤtzlicher Wechſel hat fuͤr Koͤrper und Wolle zu vielerlei Nachtheile. Alle erfahrene Landwirthe kommen dahin uͤberein, waͤhrend dem Genuß des erſten Gruͤns noch trocknes Futter zu geben, um den Wirkungen einer ploͤtzlichen Veraͤnderung fuͤr Koͤrper und Wolle einigermaßen vorzubeugen. — — 312 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Zum Beifutter im Anfang der Weide muß ſehr gutes Futter beſtimmt werden, ſonſt ſuchen um dieſe Zeit die Schaafe lieber Stroh als Heu. Um der gleichmaͤßigeren Ernaͤhrung willen koͤnnen bei anhal— tend trockner Witterung diejenigen geſunden Stellen behuͤtet wer— den, welche ſonſt blos darum uͤbergangen werden muͤſſen, weil ſie die Graͤſer zu ſchnell hervor treiben. Bei anhaltendem Regenwetter muͤſſen hoͤher liegende minder treibende Stellen geſucht werden. Auf ſolchen iſt Spergel mit Vortheil zu benutzen. Zur Ausgleichung des erforderlichen Nahrungsbedarfs wird auch im Fruͤhjahr vom Anfang bis zur vollen Weide auf den Kopf ½ Pfund Getreide gegeben. Nachhuͤlfe mit Schroot von Gerſte oder Hafer in demſelben Verhaͤltniß, wenn auch nur zur Haͤlfte, ſichert die Gleichmaͤßigkeit des Wuchſes am erſten. So wie an die Weide, muͤſſen die Schaafe auch allmaͤlig an die Stallfuͤtterung gewoͤhnt werden.. Aus demſelben Grunde wird das Fuͤttern mit Stroh eine Zeit lang vor dem Einſtallen ebenfalls empfohlen, was ſich auch durch den geſunden Zuſtand ſo gehaltener Heerden in der ſpaͤten Herbſt— zeit allenthalben bewaͤhrt.. Zur Verhuͤtung der Unterbrechung des Wuchſes und zur Ver⸗ huͤtung der Ungleichfoͤrmigkeit des Haares koͤnnten es keine natͤrli— cheren Mittel, als Wurzelgewaͤchſe geben. Im Fruͤhjahr wuͤrden es die Erdtoffeln allein ſein. Dreizehntes Kapitel. Vertheilung der Nahrung in Betreff ihrer Quan⸗ titaͤt. §. 328. Vor jeder Vertheilung werden alle Futterarten auf Heu reducirt, ein Reſerve-Vorrath abgezogen, und hierauf der Be— darf der Heerde nach den in§. 304 aufgeſtellten Anſaͤtzen fuͤr jede Abtheilung berechnet. Im Fall der Unzureichenheit der Vorraͤthe wird nach Verhaͤlt⸗ niß jener Anſaͤtze das zuzutheilende Quantum gemindert, bei einem Ueberſchuß aber nichts zugelegt. Pas be zwiſen wi Innt in I d. 047. Miöwachſes meſung vich richt ſo ſche Um de eine ernſtle der zu beſl hineichende ſx ſor und beſonde V hegi leber de dich Ver ' S K0 Puürteſchan V ß zu verſc ſter eine a V an R t evacſſ Mrr Ni z und Mute nalche ſchn riſſs veran den bei anſe r behütt ne üſſen, wal gende mig bedarfs ni auf den gun in demſebe leichmaſigki allmälig an oh eine Zeit hauch durch zaͤten Herbſt lnd zur Va eine natarli ahr wuͤrden r Quan⸗ feratten auf juf der Be⸗ zen fuͤr jed ach Vethäl t, bei einen Dreizehntes Kapitel. 313 Was beſonderen Haufen an Nahrungsmitteln ausſchließlich zu⸗ gewieſen wird, koͤmmt alsdenn von der ihm zugetheilten Futter— menge in Abzug. Bleibt etwas uͤbrig, ſo geht es auf die uͤbrigen Haufen uͤber.. Auf alle Faͤlle aber muß, wenn auch der geſammte Futtervor— rath noch ſo knapp iſt, dennoch etwas zuruͤck behalten werden. §. 329. Weiden ſind nach Verſchiedenheit ihres Triebes in Huͤtungsſchlaͤge, wenn auch wegen ihrer Veraͤnderlichkeit oder ihres Mißwachſes nur auf kurze Zeitabſchnitte einzutheilen, und ihre Ab— meſſung nicht ganz dem Augenmaaße zu uͤberlaſſen, wenn es auch nicht ſo ſehr genau auf kleine Unterſchiede ankoͤmmt. Um der Geſundheit der Thiere willen verdienet der Umſtand eine ernſtliche Beruͤckſichtigung, daß eine Weide nicht ſogleich wie— der zu behuͤten iſt, ſobald ſich der Nachwuchs fuͤr das Schaaf in hinreichender Hoͤhe zeigt. Je ſchneller der Boden treibt, deſto gefaͤhrlicher wird derſelbe, und beſonders bei naſſer Witterung, welche eben das Hervorſprießen beguͤnſtiget. Vierzehntes Kapitel. Ueber die Abtheilung der Individuen einer Heerde nach Verſchiedenheit ihres Zuſtandes zur gleich— maͤßigen Theilnahme an der Nahrung. §. 330. Stellung der Haufen. Unter den Staͤhren, Mutterſchaafen, Jaͤhrlingen und Laͤmmern iſt das Nahrungsbeduͤrf— niß zu verſchieden, als daß die eine Klaſſe derſelben in der Regel unter eine andere geſtellt werden koͤnnte. Im Nahrungsbeduͤrfniß naͤhern ſich aber am meiſten: 1. erwachſene Unfruchtbare und Staͤhr-Jaͤhrlinge; 2. Mutter- und Hammel⸗Jaͤhrlinge; und 3. die Laͤmmer im Laufe des erſten Jahres. Mit Zuziehung der von einander geſondert bleibenden Staͤhr⸗ und Mutterhaufen gaͤbe es alſo fuͤnf nothwendige Abtheilungen, welche ſchon allein durch die Verſchiedenheit des Nahrungsbeduͤrf— niſſes veranlaßt wuͤrden. 314 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Koͤmmt aber noch bei den Laͤmmern eine zu große Verſchie⸗ denheit des Alters, und fuͤr die ganze Heerde ein verſchiedener Ge— ſundheitszuſtand hinzu, ſo koͤnnen die vielfachen Abtheilungen fuͤr die Erhaltung der Ordnung leicht zu zahlreich werden. Funfzehntes Kapitel. Ueber die taͤgliche Ordnung bei der Ernaͤhrung. §. 331. Hintereinanderfolge der verſchiedenen Mit⸗ tel. In Hinſicht der Verdauung ſind die Lebenskraͤfte des Mor— gens beim Erwachen noch nicht ſo thaͤtig, wie am Tage, des Abends dagegen ſind ſie mehr erſchlafft. Die mittlere Tageszeit iſt alſo dazu die ſchicklichſte. Des Morgens zum erſten Futter dient das leichter Verdauliche ſchon allein darum, damit die Thiere ſich nicht uͤbernehmen. Im Laufe des Tages kann auf ſaftiges oder feuchtes Futter Stroh, und auf trocknes nach der Verdauung die Traͤnke folgen. §. 332. Anzahl der taͤglichen Mahlzeiten. Die Wie⸗ derholung der Weide oder Fuͤtterung richtet ſich nach der Zeit der Verdauung und der inneren Verzehrung. Der Grad derſelben iſt nach dem verſchiedenen Alter und koͤrperlichen Zuſtande verſchieden. Starke Bewegung und kalte Winde befoͤrdern ſie. Bei geſundem erwachſenem Vieh duͤrfen im tiefen Winter der taͤglichen Futter nicht mehr als 4, und in laͤngeren Tagen hoͤchſtens 5 ſein.. Laͤmmer und Schwache bekommen weniger Futter, aber oͤfter. Der junge wachſende Koͤrper kann zwar weniger Nahrung aufnehmen, als wenn er ſein Wachſen vollendet hat, allein er ver— zehrt ſchneller, und der Hunger tritt fruͤher wieder ein. Bei dieſen iſt alſo eine oͤftere Wiederholung noͤthiger, als bei Erwachſenen. Alte und ſchwache Koͤrper dagegen verzehren das Genoſſene langſamer. §. 333. Nutzen der Beobachtung der caͤglichen Ord— nung. Es iſt faſt unglaublich, wie viel im Fall der Noth durch beſtaͤndige Beobachtung der Ordnung in der taͤglichen Wartung und Pflege geleiſtet werden kann, wenn nur dafuͤr geſorgt wird, daß ſo rſ nie mb⸗ tealen Fur Unruhe Vothergegal pnders vie ghüriger 3 Mache dung nit E pfund. N (33 euchtiei Neines heuge am er 9 ſogt ruägücher den zu ſei ad. ung fir ſeh Schneen ſi Leder lii da Ne ſat, fann: Jles wilker Früher d Etzvate Jfiligeeien in Eyruc; Nadr d rungn ähe diſt d ſ düͤrfen. Der d Vaſtr und thenſeit u t Roße Terche erchidener üthalungn en. Ernähe edenen N raͤfte des M age, des An ſte ſter Verdaulch neymen. ruchtes Futter fanke folgen. n. Die Vi c der Zeit i fad derſelben i noe verſchiede e. en Winter d agen hoͤhſt tet, aber lin niger Naßen , allein e n in. Bei diſt fwachſenen. des Genoſſt gli cen di der Nut d n Wrrtunen at mid, u Sechszehntes Kapitel. 315 viel wie moͤglich jedes Thier zu dem ihm angemeſſenen und zuge— theilten Futter gelangen und zu gehoͤriger Zeit bekommen kann. Unruhe und Schreien vernichten zum Theil die Wirkung des Vorhergegangenen, und das Gedeihen des naͤchſten Genuſſes. Be— ſonders viel liegt an dem Traͤnken der Thiere zur Genuͤge und zu gehoͤriger Zeit. Mancher Schaͤfer koͤmmt taͤglich mit ½ Pfund Heu in Verbin— dung mit Strohnahrung weiter, als ein anderer mit einem ganzen Pfund. Sechszehntes Kapitel. Ueber das Traͤnken mit reinem Waſſer. §. 334. Zur Erhaltung der leichteren Fluͤſſigkeit des Bluts iſt Feuchtigkeit der Nahrung unerlaͤßlich. Reines kaltes Waſſer reiniget und ſtaͤrkt die Verdauungs-Werk— zeuge am erſten. Ob ſogenanntes hartes oder weiches Waſſer dem Schaafkoͤrper zutraͤglicher ſei, darauf ſcheinen noch keine Verſuche angeſtellt wor— den zu ſein. Hagel-, Schnee- und Eiswaſſer werden wegen leichter Erkaͤl⸗ tung fuͤr ſehr gefaͤhrlich gehalten. Schneewaſſer faͤrbt bekanntlich andere Dinge gelb, und beißt das Leder leicht durch. Die Natur weiſet das Thier ſchon an, wenn es Gelegenheit hat, ſeinen Durſt zu ſtillen. Wird er aber brennend, ſo iſt ihm Alles willkommen, was nur fuuͤſſig iſt. Fruͤher, als man die Schaafe gar nicht nach dem Beiſpiel des Erzvaters vernuͤnftiger Weiſe zur Traͤnke fuͤhrte, mußten durch Zufaͤlligkeiten um ſo mehr Krankheiten entſtehen. Daher kam denn der Spruch: das Schaaf darf nicht trinken. Ueber die Traͤnke waͤhrend der Fruͤhjahrsweide ſind die Mei— nungen getheilt. Es bleibt aber noch eine Frage, ob nicht die Saͤfte des friſchen Grauͤns ſelbſt noch einer weiteren Aufloͤſung be— duͤrfen. Der Vorenthalt iſt widernatuͤrlich. Man ſorge fuͤr gutes Waſſer und unterlaſſe es nicht, den Schaafen wenigſtens die Ge— legenheit zum Trinken zu geben. 316 Dritter Theil. Fuͤnfter Abſchnitt. Je eher auf ein Futter, beſonders bei leicht blaͤhender Nah— rung getraͤnkt wird, deſto gefaͤhrlicher fuͤr die Geſundheit. Am unſchaͤdlichſten iſt die Traͤnke nach der Verdauung des vor— hergehenden Futters. Bei Lammſchaafen kann die Traͤnke temperirter ſein. Hierzu dient ein beſonderes Gefaͤß am beſten, aus welchem in die Rinnen geſchoͤpft werden kann. Die Traͤnke in Eimern nimmt zu viel Zeit weg. Waͤhrend der Lammzeit ſind ohnedies nicht Haͤnde genug vorhanden. Bei kuͤnſtlichen Traͤnken von Zeit zu Zeit reines geſundes Waſſer zu geben, waͤre wohl ganz naturgemaͤß, indem jene eben nicht zur Reinigung der Speiſebehaͤlter dienen koͤnnen. §. 335. Ueber die moͤgliche Wirkung der Natur des Waſſers auf die Wolle. In Ruͤckſicht der im Waſſer enthal— tenen Stoffe kann es nicht gleichguͤltig ſein, von welcher Art und in welcher Menge ſie vorhanden ſind, indem ſie waͤhrend dem Nah— rungsprozeß wahrſcheinlich nicht alle ausgeſondert, ſondern zum Theil mit in den Koͤrper uͤbergehen moͤgen. Bei der beſten Anlage der Wolle zur Geſchmeidigkeit und der angemeſſenſten Nahrung ganzer Heerden, kommen ſo aufeallende Erſcheinungen von Mangel daran vor, daß ſie ſich bis jetzt nicht anders erklaͤren laſſen. ⸗ Siebenzehntes Kapitel. Ueber Saathuͤtung im Winter. §. 336. Vor dem erſten Froſt ſoll dieſe Nahrung den Thie⸗ ren nachtheilig ſein.(Der Froſt hat die allgemeine Wirkung, daß er die Koͤrper unterſchiedlich vom Sauerſtoff befreit. Bei wachſen— den Koͤrpern ſchadet er alſo in Bezug auf Nahrung weniger, als bei nicht mehr Wachſenden. Die Fuͤtterung von angefrornen Wur⸗ zelgewaͤchſen, wonach die Thiere wegen des entwickelten Zuckerſtoffs ſo luͤſtern ſind, gehen bald in Faͤulniß uͤber, was beim wachſenden Halm ſobald noch nicht geſchieht, und koſten beim Verſuch ihrer Verfuͤtterung oft vielen Hunderten das Leben.) In Ruͤckſicht der Wolle hat anhaltende Saathuͤtung den Nach— theil, daß ſcharfe Winde die Oberflaͤche des Haares ſehr reiben, ru odir daß d di Oberft mer ſcht Die deden, T ſorfälle, in ic nicht le dann jedesnn Denn prhtung gen geicfürmi Beobach ( (. 337. tungsmen maaß an T peratur ver ſie Futtern unn, ama Nitreln das dnnt witd, drn, fit d dhal dih ſ. 338 dij dr En tpit der entung! lade, noc Nahrun u eneict ne ühender N dheit. auung ds e ſein. zin in die gin Wihrend en. eines gainde dem jene ar n. r Natur de Paſfer enthu lcher Art und nd dem Nah⸗ ſondern zun jgteit und e ſo auflen bis jett nit f ung den J Wirkung, di Bei wachſer weniger, d fftornen Wu⸗ en zuckerfif im wachſende Verſuch iſe ung der Ai e ſir nin Siebenzehntes und achtzehntes Kapitel. 317 oder daß die Kaͤlte die das Haar umgebenden Fetttheilchen feſt an die Oberflaͤche verkittet. Nach jeder Saathuͤtung faͤllt die Waͤſche immer ſchwer. Die Saathuͤtung kann aber noch nachtheiliger fuͤr die Wolle werden, wenn ein oͤfterer Wechſel zwiſchen Einſtallung und Weide vorfaͤllt, indem die Schaafe bekanntlich nach dem Genuß der letzten ſich nicht leicht wieder an die Staͤllkoſt gewoͤhnen. Dadurch leidet dann jedesmal die Gleichfoͤrmigkeit des Haares. Wenn aber die Schaafe neben Saatweide beſtaͤndig an Stroh— nahrung gewoͤhnt bleiben, ſo laͤßt ſich dadurch wenigſtens der Un— gleichfoͤrmigkeit vorbeugen. Achtzehntes Kapitel. Beobachtung des Wuchſes der Wolle um der Einrichtung der Ernaͤhrung willen. §. 337. Beobachtungsregeln in Hinſicht der Nah⸗ rungsmenge. Sobald ſich der Schweiß in der Wolle durch Ueber⸗ maaß an Nahrung(in dieſer Beziehung) bei unveraͤnderter Tem⸗ peratur verdickt, oder Bogen und Durchmeſſer groͤßer werden, muß die Futtermenge im Allgemeinen, wenn es der Koͤrper noch erleiden kann, ermaͤßiget, oder wenn unter mehreren gleichzeitig verfuͤtterten Mitteln das eine oder andere als beſonders darauf hinwirkend er— kannt wird, und dennoch keine Minderung der Nahrung ſtattfinden kann, fuͤr das zuruͤckgenommene Mittel oder den zuruͤckgenommenen Theil Erſatz erfolgen. §. 338. Verhuͤtung der Ausartung der Raſſe. Jede bei der Ernaͤhrung zu treffende Einrichtung, welche die Brauch⸗ barkeit der Wolle ſichert, bewahret auch am erſten die Raſſe vor Ausartung von dieſer Seite her, indem das Schaaf weder Hunger leiden, noch gemaͤſtet ſein, auch nicht mit grob- und hartfaſeriger Nahrung unterhalten werden darf, wenn der erſte dieſer Zwecke erreicht werden ſoll. 318 Diritter Theil. Sechster Abſchnitt. Sechster Abſchnitt. Ueber die Gewaͤhrung der erſten Lebens⸗ Bedingungen naͤchſt der Nahrung, mit Ruͤckſicht auf Koͤrper und Wolle. Erſtes Kapitel. Verhalten in Betreff des Lichts. §. 339. Nothwendigkeit des freien Genuſſes des Lichts. So wohlthaͤtig, wie auf die Pflanzen wirkt das Licht auch auf den thieriſchen Koͤrper. Seine anziehende Kraft hilft das innere Leben und die Ausduͤnſtung unterhalten. Das Licht ſcheint uͤberhaupt mehr geeignet zu ſein, vorhande— nen Waͤrmeſtoff zu erregen, als welchen mitzutheilen. So wie es nun natuͤrliche und kuͤnſtliche Farben an Dingen an ſich zieht, zieht es auch die Ausduͤnſtungen aus lebenden Koͤr— pern an ſich. 3 3 Aus dieſem Grunde darf das Licht den Schaafen im Stall uͤber— haupt, oder auf einzelnen Stellen deſſelben nicht entzogen werden. §. 340. Ueber Sonnenſchein. Die Wirkungen deſſelben erfahren die demſelben zunaͤchſt ausgeſetzten Theile des Thieres: die Augen, die Haut und die Wolle. Bei grellem Schein werden die erſten leicht geblendet. Wird dieſe Einwirkung heftiger, ſo vertrocknen Haut und Haar⸗ roͤhre. 4. Die Schaafe ſind daher einer großen Sonnenwaͤrme moͤglichſt zu entziehen, und auf der Weide mit dem Geſicht von den Strah⸗ len abwaͤrts zu richten. Zweites Kapitel. Einfluß der Luft nach Verſchiedenheit ihrer Be— ſtandtheile auf die Geſundheit. §. 341. Eintheilung der Beſtandtheile der uns um⸗ gebenden Luft. Dieſe beſteht aus den Theilen, welche die eigent⸗ ſih luſt hr athalte 31 ichen Lu NMrturforſch Viertheie Salpeterſi ſenſoff⸗ Dilſe pers andem Ganzen in V ſowohl zu 9 4 hat eine a in den ver vird V ass die A Liee pern, der ſtüngeatfm baffnſei ſierſche d it in g zn nizt erienigmn geh ben ti Eri em hun beiſ ſer de⸗ G üandn unmer wen L u lice dehn Luſtarten V dethiei itt enuſſes d virkt das li Kraſt hiſt e ein, vorhande nan Dingen lebenden K in Stullun ſtzogen weide Ingen deſſe Thieres: leendet. aut und hu warme mäͤltt oon den Er der untm richediih Zweites Kapitel. 319 liche Luft ausmachen, und aus fremden Theilen, welche zufaͤllig in ihr enthalten ſein koͤnnen. §. 342. Die vornehmſten Beſtandtheile der eigent⸗ lichen Luft. Sie beſteht aus verſchiedenen Theilen, in welche die Naturforſcher ſie zu zerlegen wiſſen. Sie enthaͤlt ohngefaͤhr drei Viertheile Sauerſtoff und ein Viertheil Stickſtoff, der auch Salpeterſtoff genannt wird, beide in Verbindung mit etwas Koh—⸗ lenſtoff. Dieſe Theilverhaͤltniſſe ſind der Erhaltung des thieriſchen Koͤr- pers angemeſſen. Sie erleiden aber oft Veraͤnderungen mit dem Ganzen in ihrer beſtaͤndigen Verbindung mit der uͤbrigen Natur, ſowohl zu unbeſtimmten als zu beſtimmten Zeiten. §. 343. Verſchiedenheit ihres Zuſtandes. Die Luft hat eine andere Beſchaffenheit in Ruͤckſicht auf ihre Beſtandtheile in den verſchiedenen Jahres- und Tageszeiten. Die Morgenluft z. B. wird von Naturforſchern und Aerzten fuͤr geſuͤnder gehalten, als die Abendluft. Sie erleidet aber auch eine Ruͤckwirkung von denjenigen Koͤr— pern, deren Leben ſie unterhaͤlt. Wenn Pflanzen und Thiere Luft eingeathmet haben, ſo athmen ſie dieſelbe in einer ganz andern Be⸗ ſchaffenheit wieder aus. Derjenige Grundſtoff der Luft, welcher das thieriſche Leben hauptſaͤchlich unterhaͤlt, iſt der Sauerſtoff. Dieſer bleibt im Koͤrper, und derjenige Theil der eingeathmeten Luft, wel— cher nicht unmittelbar dazu faͤhig iſt, wird wieder ausgeſtoßen. In demjenigen Zuſtande, in welchem ſich der ausgeſtoßene Theil nun— mehr befindet, traͤgt derſelbe zur Erhaltung des Lebens nichts mehr bei. Er iſt dem Koͤrper vielmehr ſchaͤdlich. Je mehr nun athmende Koͤrper gleicher Art in einem gewiſſen Raum beiſammen ſind, deſto eher wird die anfaͤnglich zutraͤglich ge— weſene Lebensluft von Augenblick zu Augenblick des das Leben er— haltenden Beſtandtheils beraubt, und der uͤbrige Theil bleibt dazu immer weniger faͤhig. §. 344. Fremde Beſtandtheile derſelben. Die gewoͤhn⸗ liche Lebensluft kann aber auch noch weiter durch allerlei andere Luftarten verdorben werden, welche theils in den Ausduͤnſtungen des thieriſchen Koͤrpers durch die Haut, theils in ſolchen beſtehen, 320 Dritter Theil. Sechster Abſchnitt. die von Naturerſcheinungen oder von Veraͤnderungen feſter und fuuͤſſi⸗ ger Koͤrper herruͤhren; z. B. wenn Metalle oder wachſende Koͤrper, oder beſondere Stoffe derſelben verbrennt werden, wenn gewachſene Koͤrper anfangen zu modern, und Fluͤſſigkeiten zu gaͤhren und zu faulen. Luft mit fremden Duͤnſten. Unter den fremdartigen Luft⸗ theilen, welche dem Schaaf am erſten ſchaͤdlich fuͤr ſeine Geſundheit werden koͤnnen, ſind es hauptſaͤchlich alle Arten Daͤmpfe, welche auch dem Menſchen, nach dem gewoͤhnlichen Ausdruck, ſchwer auf die Bruſt fallen, oder ſeine Lunge angreifen. Hieher gehoͤren ſtinkende Nebel und Daͤmpfe von harziger oder metalliſcher Natur, wie z. B. bei Abſchwefelungen oder andern Verrichtungen entſtehen. §. 345. Mindere Zutraͤglichkeit der Luft bei allzu hoher Waͤrme. Ein hoͤherer Waͤrmegrad der Luft kann den Thie⸗ ren mehr oder weniger nachtheilig werden, mit je ſchaͤdlicheren Be— ſtandtheilen die Luft ſchon an ſich angefuͤllt iſt. Drittes Kapitel. Ueber den Einfluß verſchiedener Waͤrmegrade auf Koͤrper und Wolle. §. 346. Auf den Koͤrper. Einer jeden beſonderen Art von thieriſchen Koͤrpern iſt auch nur ein gewiſſer Grad von Waͤrme am zutraͤglichſten. Je hoͤher derſelbe wird, deſto mehr wird die innere Lebens— thaͤtigkeit des Koͤrpers und mit ihr die Ausduͤnſtung und der Haar— trieb erhoͤhet, und dadurch der Abgang der Kraͤfte beſchleuniget. Je hoͤher die Waͤrme ſteigt, deſto mehr bedarf das Thier des Wechſels der Luft. Sie wird ihm um ſo fruͤher unertraͤglich, je laͤnger es auf derſelben Stelle bleibt, wenn kein Luftwechſel erfolgt. Die dem Schaaf am beſten zuſagende Luftwaͤrme ſtellt ſich zwiſchen 8 und 10 Grad Reaumur. Je mehr es der Luft von dem niedrigſten dieſer Grade ab an Waͤrme fehlt, oder, welches daſſelbe iſt, je kaͤlter ſie wird, deſto weniger wirkt ſie mehr auf die Ausdehnung des Koͤrpers und der Haut, mit ihren Oeffnungen, ſo wie auf Ausduͤnſtung und Haartrieb. det dam Fal- patt dat Ven denheng tor auch b der wei gener ſei ſin s 8 lle. der eine tende 1 Ausdäͤnſe t. Drittes Kapitel. 321 der und f. 8* Der Koͤrper iſt alſo unter gleich bleibenden Umſtaͤnden weniger m znas dem Fall ausgeſetzt, Kraͤfte zu verlieren. Im Gegentheil, er er— ſdher 5 ſpart daran in dem Verhaͤltniß, als ſich die Temperatur erniedriget. Wenn das Thier ohne Bewegung iſt, bedarf es eines hoͤheren durigt⸗ Waͤrmegrades, als wenn es in Bewegung iſt. 1 Gent(Beim Stillſtehen in der Kaͤlte erfrieren dem Schaaf leicht wa die Fuͤße. peni Sollte nicht hierin mit eine Urſache der ſo leidigen Klauen— Fe frr krankheit liegen?) ur, wie;§. 347. Unmittelbarer Einfluß der Waͤrme auf die hen. Wolle. Derjenige Zuſtand der Waͤrme, welcher fuͤr das Schaaf am angemeſſenſten iſt, iſt es auch fuͤr die Wolle, mit der Beſchraͤn— ſ ei alt kung, daß, wenn ein hoͤherer Waͤrmegrad den Eigenſchaften der un den di Wolle nachtheilig werden kann, eine Erniedrigung deſſelben bis auf einen gewiſſen Punkt herab zum Nutzen gereichen kann. Jeder in der Luft ſich allmaͤlig verhaͤrtende Koͤrper, nimmt diejenige Geſtalt, in welcher er bis zum Anfang ſeiner Aufloͤſung beharrt, im letzten Augenblick ſeiner Erſtarrung an. Der Zuſam⸗ menhang ſeiner Beſtandtheile muß aber bei verſchiedener Tempera⸗ tur auch verſchieden, naͤmlich bei einer hoͤheren Temperatur loſer, kgrade oder weitlaͤuftiger, bei einer niedrigeren dagegen enger, oder gedrun⸗ gener ſein, indem im letzten Fall die Luft ſchwerer, im erſten da— gegen leichter druͤckt. In Anwendung auf das Thierhaar muß, wenn die Beſtand⸗ theile ſeines Weſens enger mit einander verbunden ſind, auch der Umfang ſeines Koͤrpers kleiner, und ſeine Oberflaͤche gedrungener ſeim als wenn dieſelbe Maſſe in ihrem Inneren weitlaͤuftigere Ver⸗ dlicheren S. eren Art ve Warmer Teet. nnere di bindungen hat. und der Hnr 22* ſchleunint§. 348. Einfluß der Waͤrme auf den Schweiß in der dn Thi Wolle. Die Ausduͤnſtung der thieriſchen Koͤrper unterſcheidet ſich -a5 Th P.„..— 2.—₰ 6* 7 rrtiglih durch eine Verſchiedenheit ihrer Ausdehnbarkeit im gasfoͤrmigen Zu— Agllc), cthſl iſ Haüdo... . fult Diejenige, welche bei gleicher Temperatur fruͤher tropfbar wird, me ſtellt„. beſteht aus minder edlen Theilen, welche ſich um ſo fruͤher zu Fett örnde verdichten, als bei einer ſolchen Ausduͤnſtung, deren Niederſchlag Hrade 9b!. 1. a 9 6 ſich erſt ſpaͤter und in geringerer Menge bemerklich macht. e wird, h Je tiefer die aͤußere Temperatur ſteht, deſto leichter wird die zrrti Ausduͤnſtung unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden gehemmt, und die und Hauſ 21 rytts un 322 Dritter Theil. Sechster Abſchnitt. hervordringende niedergeſchlagen. Die unedleren Theile verdichten ſich alsdenn am erſten zu Fett, indem ſie ſich um die Haare anlegen. Bei anhaltender Kaͤlte kann das Schweißfett, welches ſich an die Haare feſtſetzt, ſo erſtarren und antrocknen, daß keine natuͤr⸗ liche Temperatur des Waſſers daſſelbe wieder aufzuloͤſen vermag. §. 349. Vorkehrungen gegen verdorbene Luft. Die Mi dererlaenn einer friſchen geſunden Luft wird um ſo eher noͤthig, je ſchneller die fruͤher vorhandene verdorben wurde. Sie kann auf zweierlei Weiſe bewerkſtelliget werden, entweder durch Er⸗ friſchung(Erneuerung) der Luft auf derſelben Stelle, oder durch Veraͤnderung des Aufenthalts. Im erſten Fall iſt es eine nothwendige Bedingung, daß die aͤußere Luft ſelbſt geſund ſei. Es koͤmmt alſo bei der Anlegung der Staͤlle zunaͤchſt am meiſten darauf an, unter was fuͤr einer Be— ſchaffenheit der gewoͤhnlich herrſchenden Luft dies geſchieht, und als— denn, daß das Innere und die Umgebungen der Staͤlle ſelbſt von allen Arten Verunreinigungen moͤglichſt befreit gehalten, hauptſaͤch— lich keine Cadaver in ihrer Naͤhe geduldet werden. Eine zweite Bedingung bei der Einrichtung der Staͤlle iſt die, daß Luftzuͤge ſowohl zur Ableitung der zur Lebenserhaltung untaug⸗ lich gewordenen, als zur Herbeifuͤhrung friſcher geſunder Luft ange— bracht werden. Zur Lenkung der Luftwaͤrme im Stall ſtelle man ſich das Oeff— nen und Verſchließen von Thuͤren und Fenſtern in ſeine Gewalt, und halte einen Thermometer dabei.(Fruͤher moͤgen auch Ther— mometer in Brau- und Brennereien belacht worden ſein.) Im Freien benutze man zum Treiben und Huͤten die guͤnſtig— ſten Tageszeiten, naͤmlich die Fruͤh- und Abendſtunden, ſobald und ſo lange kein Nebel und Thau im Wege ſtehen, und die Weide trocken iſt. Thaͤler ſind in der Regel kuͤhler als Hoͤhen, wenn in den letz⸗ ten Luftwechſel ſtattfindet. Wo dies aber nicht der Fall iſt, da ſind, wenn es die uͤbrigen Umſtaͤnde zulaſſen, die Hoͤhen um des leichte— ren Luftwechſels willen vorzuziehen. §. 350. Vorkehrungen bei hoher Waͤrme. Bei hoher Waͤrme uͤbernachten die Schaafe beſſer auf dem Hofe bei reinlicher Streue, als im Stall. aſt ai nie moͤglic zanden ſir⸗ Die werden ko⸗ 8 Im— die S cha aaf dem Aufen 8 konmen ſo wanſtl er uft da Lſt dot kreis els ſir d Dein oder freien Tertifüng Dei h wenigſten di tigung der Darche A de Vaatte ſe Deie gen Pläten ſagen i ‚aum. dar nun en Vnn ſ. 1t 92 duf d den 3) lün Einfe b Gährung 3 de ne 3 di N Drittes Kapitel. 323 le verdich dte 1 4 Iſt aber kein anderer Ausweg, ſo ſtelle man ſie ſo vereinzelt Wnun wie moͤglich, wenn neben den Schaͤfereigebaͤuden noch andere vor— b kanry handen ſind. 1— 8 ung Die Plätze muͤſſen auf alle Faͤlle luftig ſein, oder ſo gemacht u werden koͤnnen. fn In Freien laſſe man bei druͤckender Waͤrme ohne Sonnenſchein u 98 die Schaafe nicht zu lange auf einer Stelle, ſondern wechsle mit dem Aufenthalt, auch wenn ſie noch nicht gleich wieder zur Weide kommen ſollen. Die Ausduͤnſtungen des Koͤrpers theilen ſich der Lagerſtelle mit. Je oͤfter dieſe gewechſelt wird, deſto weniger wird die Luft von unten herauf verdorben, und deſto friſcher iſt der Luft⸗ kreis fuͤr den Haufen. Beim Wechſel des Aufenthalts im Freien ſind holzleere Hoͤhen, oder freie Abhaͤnge und offene Thaͤler, nur keine eingeſchloſſenen wurde. d⸗ der durch , Oder di ung, daß d Aalegung d ir einer d Vertiefungen zu waͤhlen. t, und alé Bei hoher Waͤrme laſſe man die Schaafe nicht auf Sand, am e ſäbbſt von wenigſten auf Kieſelſand, auch nicht unmittelbar auf Duͤnger, ſon— „hauptſach dern auf kuͤhlendem Boden und aͤhnlicher Streue unter Beruͤckſich⸗ tigung der Reinerhaltung der Wolle liegen. talle iſ d Durch brennendes Lager werden die Schaafe zu allererſt fuͤr cung untnun die Blattern empfaͤnglich. er luft ane Bei entlegenen Triften pflanze man hin und wieder auf lufti⸗ gen Plaͤtzen etwa in einer gegenſeitigen Entfernung von 12 bis 15 ch das Off Fuß Baͤume an, hauptſaͤchlich in der Richtung gegen Suͤdweſt, ine Gewalt oder man errichte ganz einfache Schoppen mit offenen Waͤnden, zur auch Ther Beſchattung in den heißeſten Stunden. in.) die gͤnſt§. 351. Einfluß der Waͤrme auf Nahrungsmittel. nen, ſchad Auf den Zuſtand der Nahrungsmittel hat Luftwaͤrme einen weſent⸗ ad die Wed lichen Einfluß. Bei ſehr hohen Graden derſelben gehen ſie leicht in Gaͤhrung und Verweſung uͤber, ſobald ſie nicht mehr mit der in den le Erde wachſend in Verbindung ſtehen, beſonders wenn Feuchtigkeit ſi, de ſid mit Waͤrme verbunden iſt. des licht Bei ſehr hoher Kaͤlte werden feuchte Nahrungsmittel fuͤr den Magen leicht zu kalt, bis zum Gefrieren gebracht. Schroot und oͤlige Mittel werden im Getraͤnke dicker und da— Ba ſißn durch oft unverdaulich. bei keitt 21* 324 Dritter Theil. Sechster Abſchnitt. Viertes Kapitel. Verhalten bei anhaltender Feuchtigkeit und Naͤſſe. §. 352. Feuchtigkeit und Naͤſſe wirken zuſammenziehend auf den Koͤrper, mindern die Eßluſt, und benehmen der Wolle ihre Form und ihre Geſchmeidigkeit. Waͤrme und Feuchtigkeit bringen oft noch auf dem Thier die Wollſpitzen zum Faulen. In Ruͤckſicht der Geſundheit iſt die gefaͤhrlichſte Weide in naſſen Niederungen, und was angeſaͤete Weide betrifft, naſſer Klee. Bei anhaltendem Regen iſt kein Gegenmittel ſichernder, als Stroh. Das Schaaf ſucht es alsdenn von ſelbſt, wenn es nur gut erhalten iſt. In Ruͤckſicht der Verwahrung der Thiere vor Nebel, Thau und Regen, giebt es nur ein Mittel, ſo lange der Futtervorrath es geſtattet, naͤmlich die Einſtallung, welche aber bei entſtandenem Reif ſchlechterdings nothwendig iſt. Große mit Fluͤſſigkeiten angefuͤllte Gefaͤße im Stall vermehren die Feuchtigkeit, wenn ſie offen ſtehen. Bedeckt gehen ſie um ſo fruͤher in Saͤure uͤber. Die Vorraͤthe duͤrfen daher nicht ſo ſehr groß ſein. Fuͤnftes Kapitel. Vorkehrungen gegen heftige Winde und Zugluft. §. 353. Heftige Winde hemmen das Athmen, die Ausduͤn⸗ ſtung uͤberhaupt, unterdruͤcken dieſe oft, trocknen Haut und Haare vom Fett aus, machen an beiden die Oberflaͤche rauh, und beladen die Wolle mit Staub. Im Freien darf alſo nicht gegen den Wind getrieben, wenn es aber nicht zu vermeiden iſt, am wenigſten gejagt werden. Beim Weiden muß jedesmal das Geſicht vom Winde abwaͤrts gerichtet werden, indem die Schaafe ſonſt um ſo eher Gefahr lau⸗ fen, ſich zu blaͤhen. Der Fuͤhrer hat alſo gleich anfaͤnglich mit dem Haufen ſeine Stellung danach zu nehmen. Waͤhrend der Einſtallung muͤſſen bei entſtehenden Sturmwin⸗ den die Thuͤren immer auf der entgegengeſetzten oder einer Nebenſeite geoͤffnet werden. Ploͤtzlich erkaͤltend werden Windſtoͤße bei ſtarkem 65ʃ der Hoh- . 4 verſetzen? wenn als . 291 ſttzt vor d „srT.. ſſcn, ſ — ino mute O Dis Da⸗ legen dec ᷣ ☛ eir er die wain 2 . Fuͤnftes Kapitel. 325 Froſt fuͤr Laͤmmer und ſaͤugende Schaafe, bei der Oeffnung der Thuͤren. Es entſteht alsdenn bekanntlich ein eiſiger Duft, welcher 1 1/ ind M ſich jedesmal uͤber einen großen Theil der Stallflaͤche verbreitet. Zur Abwehrung dieſes Uebels kann man die Eingaͤnge bis zu wmwenzisen der Hoͤhe, wo man noch beguem uͤberſchreiten kann, mit Brettern er Voll n verſetzen, und mit der Erhoͤhung des Duͤngers ebenfalls erhoͤhen, gkeit brin wenn auch von auſſen ein Auftritt angelegt werden muß, oder man ſetzt vor diejenigen Thuͤren, welche zum taͤglichen Durchgang dienen ide in nie muͤſſen, Vorhallen, wenn auch von bloßem Stroh, oder eigentlich r Klee. kleine Schoppen, denen man die Eingaͤnge von den Seiten giebt. hernder, Dieſe Schoppen dienen auch zum Aufenthalt waͤhrend dem Ein— venn es legen des Futters fuͤr die naͤchſtſtehenden Haufen. Reöel, The§. 354. Zugluft. Wenn der thieriſche Koͤrper bei heftigen ttervort Eindruͤcken des Windes dieſe auf allen Seiten in gleichem Grade etfanderen erleidet, ſo ſchadet ihm dies nicht ſo ſehr, als wenn einzelne Theile in ungleichen Graden davon betroffen werden, z. B. wenn der Koͤr— termehre per einer Oeffnn ng gegenuͤber ſteht, durch welche die Zugluft nur ſe mſ auf einen Theil des Koͤrpers ſtoͤßt.“ In einem Gebaͤude duͤrfen daher weder Loͤcher noch Ritzen in Waͤnden und Thuͤren in derjenigen Hoͤhe ſtattfinden, durch welche die Zugluft auf Schaafe und Laͤmmer noch ſtoßen koͤnnte. Es iſt bekannt, daß die Thiere ſich gern an Waͤnde legen. Die Zugluft wird in Staͤllen durch einander gegenuͤberſtehende Thoren und Thuͤren, und durch offenſtehende Loͤcher im Boden ſehr icht ſo ſiſ Zugluft befoͤrdert. Wenn aber fuͤr den Luftwechſel dicht unter dem Dach zwiſchen die Auddn dieſem und der Schwelle, Oeffnungen auf jeder Seite einander ge— tund Han genuͤber angelegt werden, ſo kann durch dieſe keine Zugluft fuͤr die und beldde Schaafe entſtehen. neben, went tden. Sechstes Kapitel. nde abwaͤrte Gefahr la Nothwendigkeit der Bewegung. lich mit dn §. 355. Bewegung befoͤrdert die Verdauung der Speiſen, Sturmwi- die weitere Bearbeitung der Naͤhrſaͤfte und ihre Verbreitung nach ne Moemſtt ihren verſchiedenen Beſtimmungen mehr, als der Zuſtand der Ruhe. b ze bei ſariem 9———ͤ——— 326 Dritter Theil. Sechster Abſchnitt. Das Schmalz einiger Thierarten wird durch zu langes Liegen auf der Maſt unter allen gehoͤrigen Umſtaͤnden oft ungenießbar. Mangel an Bewegung macht die Saͤfte ſtocken, beſonders bei der Milch, laͤßt weniger den Luftwechſel zu, und haͤlt das Wach— ſen zuruͤck. Uebertreibung der Bewegung ermuͤdet und entkraͤftet. Un⸗ ter mehreren Folgen gehoͤret auch die Schwaͤchung aller inneren Theile, welche zunaͤchſt die Verarbeitung der Speiſen, oder das innere Verzehrungsvermoͤgen betreffen. Siebenles Kapitel. Einige Schlußfolgen aus dem bisherigen fuͤr die Haltung unter Beruͤckſichtigung des gleichzeitigen Einfluſſes der Nahrung, des Luftzuſtandes und der Bewegung auf Thier und Wolle. §. 356. Allgemeine Bedingung der Haltung. Bei zureichender Nahrung in ſaftigen und feuchten und in trocknen Mitteln, muß die Haltung der Schaafe in Ruͤckſicht des Aufent⸗ halts, der Nahrung und Bewegung, hauptſaͤchlich nach der Be— ſchaffenheit der Witterung eingerichtet werden. §. 357. Bei warmer trockner Witterung ſei der Aufent— halt im Freien; die Nahrung kuͤhlend; die Natur weiſet ſie in dem neuen Wachsthum ſelbſt an; und die Bewegung mittelmaͤßig. 1 §. 358. Bei warmer naſſer Witterung ſei der Aufenthalt im Freien kuͤrzer; die Nahrung wegen der in ſolcher Zeit ſchwaͤcheren Kraft leichter zu verdauen und auch in einiger geringeren Menge; die Bewegung ſei ſehr maͤßig, denn die Ausduͤnſtung erhoͤhet ſich bei ſolcher Witterung leichter. §. 359. Bei Kaͤlte und Trockenheit iſt die Verdauungs⸗ kraft, oder eigentlich das innere Verzehrungsvermoͤgen ſtaͤrker, folg⸗ lig das Nahrungsbeduͤrfniß groͤßer. Der! In Vei Die dder auch ſhadet he⸗ Um ¹ ntur nich t b H„ur ſonſt nut d . Wnd warmehd ſcher den kenheit indem m. ihrer Seſ Veidegan Sodenlage wiſſen. N. Ait viͤher den Vade eine urſor dabei ſehr Ver Diid nic DNd mißigſm Oeite her Siebentes Kapitel. 327 nes. e, n Der Aufenthalt ſei im Stall bei maͤßiger Bewegung, im Freien 3 ohne Weide. (ſondee. 6 4.. 1.. 2 ean Die Nahrung beſtehe in trocknen Mitteln bei gehoͤriger Traͤnke, 5 Pacj Ac, oder auch in ſaftigem Futter, in ſo fern der Froſt noch nicht ge⸗ ſchadet hat, oder auch augenblicklich ſchaden koͤnnte. Um Ausduͤnſtung und Haartrieb zu maͤßigen, ſei die Tempe⸗ ratur nicht hoͤher, als 8 bis 100 Reaumur. räftet. l ler innan oder die §. 360. Bei Kaͤlte und Naͤſſe ſei der Aufenthalt, wenn es ll; die Nahrung er⸗ waͤrmend und kraͤftig, doch wegen der Ruhe des Koͤrpers nicht ſchwer verdaulich, die Vielheit bleibe hoͤchſtens dieſelbe, wenn nicht etwas gemindert. 4,, für de§. 361. Der Uebergang von der Kaͤlte zur Waͤrme erfor⸗ Hzeitigen dert einen uͤbereinſtimmenden Uebergang von erwaͤrmenden zur kuͤh⸗ 6 lenden Nahrung in allmaͤligen Abſtufungen; und im umgekehrten 5 und Fall, beim Uebergang von der Waͤrme zur Kaͤlte, auch die allmaͤ— .. lige Veraͤnderung der kuͤhlenden in erwaͤrmendere Nahrung. n. d 8. 365 Die Veruͤckſichtigung des Weihſals wwiſchen Trok⸗ kenheit und Naͤſſe iſt im Sommer wichtiger, als im Winter, ddf indem man wäͤhrend der Einſtallung die Wahl der Mittel nach ihrer Beſchaffenheit und die Bedingung der Menge mehr, als beim h der B Weidegang in ſeiner Gewalt hat. Wer Weiden von verſchiedener Bodenlage hat, wird ſie ſchon in dem unterſtellten Fall zu benutzen wiſſen. Nur kann ein ploͤtzlicher Wechſel einer zureichenden oder 1 Aufen gut naͤhrenden Weide mit einer hoͤher liegenden minder ergiebigen ſe in de den Wollwuchs zu merklich veraͤndern. In dieſen Faͤllen koͤmmt gäßig. eine urſpruͤnglich maͤßige Ernaͤhrung und ein allmaͤliger Uebergang dabei ſehr zu ſtatten. Aufurhai Wer aber bei anhaltender Naͤſſe in der Lage und Art der ſchwachtte Weide nicht viel Wahl hat, dem bleibt kein anderes Mittel uͤbrig, en Menge als die Nahrungsmenge exas zu mindern und Stroh nebſt Salz rhohet ſch dagegen zu geben. §. 363. Schluß. Auf dieſe Weiſe kann in den gegebenen Faͤllen die Ernaͤhrung des Koͤrpers und der Wolle noch am gleich— maͤßigſten unterhalten, und einer Umaͤnderung der Raſſe r eſer Seite her am erſten vorgebeugt werden. erdauunge aärker, fol⸗ 328 Diritter Theil. Siebenter Abſchnitt. (Streng genommen haͤtte hier die wiederholte Zergliederung mancher Urſache wegfallen, und ihre bloße Erwaͤhnung zur Ablei— tung praktiſcher Regeln vielleicht genuͤgen koͤnnen. Bei dieſen kann man aber die Urſachen nicht oft genug wiederholen und nahe genug ſtellen.) Siebenter Abſchnitt. Die hauptſaͤchlichſten Beruͤckſichtigungen bei der Einrichtung eines Schaafſtalls und einiger andern Anlagen. Erſtes Kapitel. Von der Lage des Gebaͤudes und ſeinen Theilverhaͤltniſſen. §. 364. Brunnenwaſſer. Die erſte Bedingung bei der Anlegung eines Stalles iſt geſundes Brunnenwaſſer. Die Naͤhe eines offenen Waſſers uͤberhebt dieſer Nothwendigkeit nicht. Das Rinnen⸗Hauen bei ſtarkem Froſt bringt, wenn ſich noch Waſſer vorfindet, nur Erkaͤltung, indem es noch waͤhrend dem Trinken gefrieren kann; und alsdenn iſt es auch i kleine und ſchwaͤchliche Thiere nicht immer erreichbar. §. 365. In unruhigen Gegenden, an viel begangenen Straßen und Wegen lege man, wenn man es umgehen kann, kei⸗ nen Stall an. §. 366. Beſchaffenheit des Grundes. Feuchter Grund fuͤhrt beſtaͤndig kalte Ausduͤnſtung und das Beſchlagen der Steine an? Waͤnden mit ſich. Daher waͤhle man den Grund moͤglichſt tre 1 357 Pyfände fe Wmn lehne en, von, käuſelt Kann? d umgebe xr Enffernt Neihe ſo, von der D gleice The Ni h † Enftrnungn den erſpane kann ſie ric 3* fahren n Nitre, 4 und d Das onn Mch d /6 hrate Thäte nitt. Erſtes Kapitel. 329 eren§. 367. Schuͤtzende Lage. Wenn der Boden und andere de dinin Umſtaͤnde freie Wahl laſſen, ſo ſtelle man ihn nicht ganz frei, ſon⸗ undrcſen dern lehne ihn gegen eine ſanfte Anhoͤhe an, nur nicht auf Stel— ) len, von denen man aus Erfahrung weiß, daß der Wind ſich da kraͤuſelt. Kann ein Stall nicht durch die oͤrtliche Lage geſchuͤtzt werden, ſo umgebe man ihn, nicht dicht an den Waͤnden, ſondern in eini— ger Entfernung mit Baͤumen. Die Richtung des Gebaͤudes beſtimme man ſo, daß den ge— 3 woͤhnlichen heftigſten Sturmwinden eine Giebelecke entgegenſteht. ht Aunhi§. 368. Pfeiler. Bei zwei Reihen Pfeiler ſtelle man jede Reihe ſo, daß die eine von der andern ſo weit entfernt iſt, als dg ſall von der Wand. Alsdenn theilt ſich die Breite des Stalles in drei en. gleiche Theile. Die Pfeiler laſſe man der Laͤnge des Stalles nach in derſelben Entfernung folgen, welche ſie in der Breite deſſelben haben. Als⸗ denn erſpart man mit den Raufen den meiſten Raum. Man kann ſie richten, wie man will. ſeinen§. 369. Thore und Thuͤren. Um der Rettung bei Ge⸗ fahren willen gebe man jedem Giebel ein Thor, aber nicht in der Mitte, auch nicht einander gegenuͤber, ſondern das eine in den einen . aund das andere in den andern Winkel, um den Zug zu vermeiden. tung bei d Nach der Hofſeite zu koͤmmt zu jedem Querdurchgang eine Die Nije breite Thuͤre. nich. de Wenn auf der entgegen geſetzten Seite die Anbringung einiger noch Viſt Thuͤren fuͤr gut befunden wird, ſo duͤrfen ſie aus dem vorher an— den Linin gefuͤhrten Grunde nicht einander gerade, ſondern ſie muͤſſen ſchraͤg ad ſchwichii gegenuͤber ſtehen. Jede zum Ein- und Austreiben beſtimmte Oeffnung muß we—⸗ nigſtens 8 bis 10 Fuß weit ſein. iel begangen Jedes Thor ſchneide man im oberen Drittel quer durch, ſo ehen kann, V daß man nach Gefallen die Fluͤgel auf- und zumachen kann. Bei dieſer Einrichtung kann man friſche Luft hereinlaſſen, ohne die un— terſten Schichten ploͤtzlich zu veraͤndern. deuchter Gm Zum Eingang der Leute muͤſſen kleine Thuͤren angebracht werden. 3 der Et Keund nigt§. 370. Hoͤhe. In den noͤrdlichen Gegenden iſt 9 bis 10 Fuß rheinl. die angemeſſendſte Hoͤhe. 330 Dritter Theil. Siebenter Abſchnitt. §. 371. Decke. Ohne dichte(Lehm⸗) Decke haͤlt kein Stall warm. Die Waͤnde koͤnnen alsdann von Holzwerk ſein. Alles Bedecken mit Futter aber hilft keine Kaͤlte abhalten. Da— neben iſt das Futter ſelbſt noch dem Verderben um ſo eher ausgeſetzt. In der Decke duͤrfen keine beſondere Oeffnungen ſtattfinden. Nichts iſt kaͤltender in einem ſolchen Stalle als dergleichen Loͤcher. Menſchen und Thiere koͤnnen es darunter nicht aushalten. Das Futter muß vom Boden herunter getragen werden. Jede noͤthige Bodenoͤffnung werde mit einer leicht beweglichen ſich ſelbſt wieder ſchlieſſenden Thuͤre verſehen. Es muß im Stall reine, aber keine Zugluft herrſchen. Die Decke macht man am wohlfeilſten, indem man abgeſchnit— tene Stangen uͤber die Balken dicht an einander legt und ſie mit Strohlehm beklebt. Das Bewickeln der Stangen iſt nicht noͤthig. §. 372. Fenſter. Die Helligkeit im Stalle muß moͤglichſt gleichmaͤßig ſein. Die Schaafe gehen nicht gern auf dunklere Stellen zu, ſo lange ſie an helleren noch Futter finden.— Der Seitenfenſter duͤrfen nicht viele, aber ſie muͤſſen groß und hell ſein. Damit die Fenſter deſto weniger beſchaͤdigt werden, flaͤche man die Bruͤſtung gaͤnzlich ab. Jedes Giebelthor und jedes Seitenthor kann oberhalb ein klei— nes Fenſter haben. §. 373. Ableitung des Dunſtes. Der Dunſt ſteigt bis dicht unter die Decke und haͤlt ſich da am laͤngſten auf. Zu ſeiner Ableitung helfen keine Fenſter, wenn ſie nicht dicht an die Decke ſtoßen, auch keine Dunſtkanaͤle in der Decke ſelbſt. Dieſe letzten nehmen zu wenig auf, weil ſich hier der Dunſt im rechten Winkel brechen muß. Die allerzweckmaͤßigſte Einrichtung zur Erhaltung der friſchen Luft fuͤr Thiere, Wolle und Gebaͤude iſt die Freilaſſung der Zwi— ſchenraͤume zwiſchen dem Dach und der Dachſchwelle auf jeder Seite des Gebaͤudes. Wenn man dieſe Zwiſchenraͤume einen um den andern, oder um den dritten Balken, doch auf beiden Seiten nothwendig in gleicher Richtung von einer Wand zur andern, mit beweglichen La⸗ —— V dm urſieht, dr Etürme § 30. eſie Die Fel freie Luftli Erhaltung de n andern in R Ba iſt ſterbriſtun. unter 200 Zur al Theil Ralk, Viellich und Kalkwaſ Dei der heſten, wenn Nefüttert der halüng dig duf ifter z hkeitbeſon 4 der Vor Nein fraut Venn ab dnl ln,ſſud g d Nuf von der Ead bezweifet dn Dan N nenn es n 6 nitt hilt en En ſein. Kühattn. d eher aligeſe gen ſatfnen gleichen hi halten. werden. ht bemeith erſchen. man abgeſce egt und ſen ſt nich nilſn muß moglih nzu,ſo lng 4 iſſen groß m den, faͤche m erhalb ein unſt ſteigt auf. ſee nicht i der Dunii unz der ffü aſſung di auf jeder e n andern,“ nothwendi beweglihe Erſtes Kapitel. 331 den verſieht, ſo hat man die Temperatur, ſo wie die Abhaltung der Stuͤrme am erſten in ſeiner Gewalt. §. 374. Futterlager. Der Stallboden iſt eigentlich nicht der beſte Platz fuͤr das Futter. Die Feuchtigkeit dringt auch durch den dickſten Aeſtrich. Ohne freie Luftzuͤge dicht unter dem Boden iſt daher keine vollkommene Erhaltung des Futters zu erwarten. §. 375. Material lit die Waͤnde. Lehmwaͤnde ſind allen andern in Ruͤckſicht des Warmhaltens vorzuziehen. Bei ihrer Errichtung beruͤckſichtige man die Flaͤchung der Fen— ſterbruͤſtung. Zwei Fuß iſt die gewoͤhnliche Dicke bei einer Laͤnge unter 200 Fuß. Zur aͤußeren Bekleidung werden acht Theile Lehm und ein Theil Kalk genommen. Vielleicht waͤre eine Lehmmaſſe mit aufgeloͤſetem Eiſenvitriol und Kalkwaſſer, als Bindemittel, durchknetet, ebenfalls anwendbar. Bei der Beſtimmung der Groͤße eines Stalles thut man am beſten, wenn man vorerſt von den Raufen ausgeht. Zweites Kapitecel. Von der Einrichtung der Raufen. §. 376. Im allgemeinen. Wenn nur Heu und Stroh verfuͤttert werden, ſo ſind Raufen nicht nothwendig. Bei der Ver⸗ theilung dieſer Futterarten in Buͤndeln, von ohngefaͤhr 10 Pfund, auf oͤfter zu erneuernder reiner Streue, entſteht noch die Bequem— lichkeit beſonders fuͤr die Lammſchaafe, daß ſie ſich weniger druͤcken, und der Vortheil fuͤr die Wolle, daß ſich weniger Futter in die Nacken ſtreut. Wenn aber ſchon Klee und kurzes Futter gegeben werden ſol— len, ſo ſind Raufen unentbehrlich. Ob Raufen eine gleichmaͤßigere Vertheilung, als eine Fuͤtterung von der Erde gewaͤhren, wenn reine Streue da iſt, koͤnnte noch bezweifelt werden. Den Vortheil leiſten indeſſen Raufen gewiß, daß das Futter, wenn es nicht uͤbermaͤßig hineingeſtopft wird, in der Umgebung 332 Drirter Theil. Siebenter Abſchnitt. einer reineren Luft, als unmittelbar von der Erde, genoſſen wer den kann. Wir wollen ſie gleich in ihren zwei Beſtandtheilen nehmen, in den Sproſſen und Krippen. Die Sproſſen oder Staͤbe muͤſſen gerade und ſtark ſein, und duͤrfen aus keinen natuͤrlichen Aeſten beſtehen, welche bald zu viel, bald zu wenig Raum geben, mit ihren knolligen Aeſtchen dem Thier wehe thun und die gewoͤhnliche Gewaltaͤuſſerung der Thiere nicht aushalten koͤnnen; ſondern ſie muͤſſen voͤllig daumdick, vollkommen rund und geſchnitzt ſein. Ihre Laͤnge muß mit Ein— ſchluß der Zapfen wenigſtens 2 ½ Fuß, ſie kann aber noch groͤßer ſein. Der gegenſeitige Abſtand der Sproſſen im Lichten darf nicht uͤber 3 ½ Zoll rheinl. gehen. Enger duͤrfen ſie aber auch nicht ſtehen. Im erſten Fall kann das Thier ſchon ſeinen Kopf durchzwaͤngen, im letzten aber des Futters nicht ganz theilhaftig werden. Der Neigungswinkel der Sproſſen falle ohngefaͤhr zwiſchen 70 bis 75 Grad. Tiefer hat er fuͤr die Wolle den Nachtheil, daß, indem die Schaafe ihren Kopf mehr zuruͤckbeugen muͤſſen, die Wolle um den Nacken durch das beſtaͤndige Falten deſſelben ſehr ſtark ge— druͤckt und gerieben wird, ſo daß man glauben ſollte, am beſten Raſſethier eine fremdartige Wolle daſelbſt zu finden. Dafuͤr mache man lieber den Einfallswinkel etwas kleiner, und die Sproſſen etwas hoͤher. Man kann dies um ſo eher, wenn die Arippe nicht zu ſchmal iſt. Zum Ueberfluß laſſen ſich an der inneren Sproſſenwand Schutz⸗ bretter anbringen, die aber um ſo nothiger werden, je ſchraͤger die Sproſſen geſtellt werden. Die Krippe darf fuͤr das Schaaf nicht breiter, als 5 Zoll zwiſchen der Leiſte und den Sproſſen, und der Saum nur 2 Zoll hoch ſein, wenn das Merinosſchaaf nach einer mittleren Groͤße noch zum Futter ſoll gelangen koͤnnen, ohne das Aufſteigen auf die Krippen, welches Unordnung fuͤr die uͤbrigen hervorbringt, noͤthig zu haben. Jedes Uebermaaß macht Unbequemlichkeit. Hoͤhe des Standes. Aus dieſer Urſache und um das Un⸗ terkriechen der Schaafe unter die Raufen und das Reiben des Nak— kens an den Krippen zu verhuͤten, duͤrfen die Beine der Raufen nie uͤber 1 Fuß Hoͤhe haben. Beſſer iſt es, man legt ſie auf. Schwellen. V V chwet pnden, als 4 Die 44 gichkung ſſ fin Staun ant, aber 1 lct widd. b en A. Geſtat gt Raufe beſt a (Seiten dennt welche ohnn dunge faglege Ei vundern das alerurm i 3 KDee G verden, alagt Im erſia fůigng, ſ ſede gdaran t, welce d dar fe auf ſden teuz gerich iſtigen di dii ine Llnginint 1 da Vii jedes ſ ſe ri f zgn 1 ſe alſo durg nitt. Fnoſſen w. len me, und ſtarf t welche t, n Aaſtha e ung der de ig dauniit muß mi och groͤße t iten darne uch nicht tin durchywang erden. gefär zwiſc Nachtheil, dar ſen, die Wal ſcht ſtar lte, am beſt Defür vut d die Spruſe je Krippe n nwand Sche je ſchräͤge tet, als 53 zum nür 23 nittleten Gi ſſteigen ꝛuf Nöringt, 1” it. d um das deiben des R ine der Juſ un lett ſ Zweites Kapitel. 333 Schwere derſelben. Eine Raufe darf nie ſchwerer gemacht werden, als daß noch 2 Mann ſie bequem regieren koͤnnen. 2 Die Krippe muß waagerecht ſtehen. Bei einer ſchraͤgen Richtung ſetzt ſich in den ſpitzen Winkel nach dem Rande zu der feine Staub, welcher beim Ausraͤumen nicht mit abgefegt werden kann, aber vom Schaaf mit den dahin fallenden Koͤrnern abge⸗ leckt wird. Den Raufen kann man eine laͤngliche, und auch eine runde Geſtalt geben. §. 377. Bei laͤnglichen Raufen, welche auf jeder Seite eine Krippe haben ſollen, wird außer ihrer Breite von 5 Zoll auf jeder Seite noch ein Zwiſchenraum von 6 Zoll zur unteren Weite der Raufe beſtimmt. Dieſer Zwiſchenraum wird zugleich auf beiden Seiten der Laͤnge nach mit ſchraͤg ſtehenden Brettchen verſehen, welche ohngefaͤhr 4 bis 5 Zoll hoch ſind und oben in der Geſtalt eines Daches zuſammenſtoßen, damit das herabfallende Futter ſich deſto eher nach der einen und andern Seite hinvertheile, und die Zunge zugleich beim Ergreifen des Futters einen Widerſtand findet. Ein runder Baum, in dem die Sproſſen ſtecken, iſt fuͤr die Schaafe das allerunbequemſte. Die Sproſſenleitern koͤnnen ſowohl mit der Krippe verbunden werden, als beweglich bleiben. Im erſten Fall bekommen ſie unten keinen Baum zu ihrer Be⸗ feſtigung, ſondern werden am Anfang des Daͤchelchens durch daſ⸗ ſelbe hindurch, und in die Krippe in der ſchraͤgen Richtung gefuͤh⸗ ret, welche der Sproſſenleiter gegeben werden ſoll. Zur feſteren Verbindung der Raufenleitern werden dieſelben auf jedem Giebelende mit den Fußbrettern befeſtiget, welche uͤber Kreuz gerichtet ſo weit verlaͤngert werden, und in dieſer Form das Einſteigen der Schaafe verhindern. Bei einer Sproſſenhoͤhe von 2 ½ Fuß darf die obere Weite der Raufe dieſes Maaß ebenfalls nicht uͤberſteigen, ſonſt wird der Nei⸗ gungswinkel zu ſpitz. Die Weite einer Raufe ſollte eigentlich ſo eingerichtet ſein, daß jedes fuͤr eine Mahlzeit beſtimmte Futter in derſelben ſo vertheilt werden koͤnnte, daß jeder Kopf auf ſeiner erſten Stelle auch ſeinen gehoͤrigen Antheil davon bekommen koͤnnte. In dieſem Falle wuͤrde ſie alſo durch die aufzunehmende Menge Rauhfutter beſtimmt. Da 334 Dritter Theil. Siebenter Abſchnitt. aber daſſelbe ſo ſehr verſchieden iſt, ſo iſt es um ſo bequemer, wenn die Raufenleitern beweglich bleiben, und auf niedrigeren und hoͤhe⸗ ren Kruͤcken, welche in den Giebeln angebracht werden, aufgehaͤngt werden koͤnnen. Unten werden ſie, ſo oft es zur Bequemlichkeit der Schaafe geſchehen kann, mit Haken in der Form eines lateini— ſchen zuſammengehakt. Abmeſſung des Ranumes fuͤr eine beſtimmte Anzahl Schaafe. Eine zweiſeitige Naufe von 12 Fuß rheinl. Laͤnge nimmt 20 traͤchtige Schaafe auf. Erforderlicher Raum einer mit Schaafen beſetzten gera— den Raufe: Länge der Raufeeloel 12 ⅞ Fuß, Freier Raum auf beiden Enden 2 Fuß, alſo 4 Breite der Rauſfe.. 2 Fuß, Zwei Schaaflängen..... 8„ Freier Raum auf jeder Seite 2 Zuß, allo... 4„ Breite 14 Fuß, Quadrat 2391 Fuß, auf 20 Stuͤck vertheilt machen 12 Quadratfuß auf den Kopf. §. 278. Runde Raufen. Eckigrunde Raufen laſſen ſich leichter und feſter bauen, als kreisrunde. Sehr bequem laſſen ſie ſich um Pfeiler anbringen, wenn dieſe 3 bis 4 Fuß dick ſind; oder man nimmt einen umgeſtuͤrzten Kegel von Brettern, welcher in einer Hoͤhe von 1 Fuß uͤber der Erde 4 Fuß im Durchmeſſer hat. Um dieſen Kegel ſtellt man 8 Staͤbe, alle 5 Zoll in der ange— gebenen Hoͤhe vom Kegel entfernt. Der Zwiſchenraum iſt fuͤr die runde Krippe beſtimmt. Oberhalb giebt man den 8 Staͤben dieje⸗ nige Neigung, welche eine Sproſſenleiter bei einer laͤnglichen Raufe bekommen wuͤrde, etwa in dem Verhaͤltniß von 4 zu 3, gegen den untern Abſtand. Die obere und untere Verbindung der Staͤbe beſteht in Kraͤn— zen, welche in 2 Theile getheilt und vermittelſt eiſerner leicht auf⸗ zuhebender Haken verbunden ſind, ſo daß man die Raufen nach —Q—Q——— Gfälen l ntes iſt hjchſe Bei ei Schaafe vect man den uſl Zur t⸗ den Naufe 1 1 der Dſt Nundiu diſezten Du indem die u Dei der findet ſih kleinerer, a die Beſetun türr ühert Nur ken derden Di iuß ſöfintt dn di ſt unde Rauße dir ein krichtung 31 N dr dmgn ane Nunde dinſcht di ſd e. inglichen Zweites Kapitel. 335 4 3 Gefallen leicht wegnehmen kann. Mit jedem Theil des unteren der n Kranzes iſt denn auch die Haͤlfte der Krippe feſt verbunden. So a. ech ſah ich ſie zu Neuſtadt bei Danzig. n Bei einer eckigrunden Form laſſen ſich auf 1 Fuß Umfang zwei d Schaafe rechnen. Das Verhaͤltniß laͤßt ſich ohngefaͤhr treffen, wenn man den unteren Durchmeſſer einer ſolchen Raufe mit 6 multiplizirt. umte Ah. Zur Berechnung des Raumes einer mit Schaafen beſetzten run⸗ heinl.la den Raufe gehoͤren folgende Saͤtze: 1. der Durchmeſſer z. B........... 5 Juß, beſetten 2. zwei Schaaflaͤngen...... 8 ½„ 3. freier Raum ringsum 2 Fuß, fuͤr d den n Durchmeſſer 4„ 1 172 Fuß, ¹ mit 17 ½„ inge 169 5 betraͤgt das Quadrat 306 ½ Fuß. Runde Raufen laſſen ſich nicht anders als im Quadrat ihres beſetzten Durchmeſſers mit Zuziehung des freien Raumes benutzen, indem die Abſchnitte des Quadrats nicht zu beſetzen ſind. Bei der Vergleichung verſchiedener Durchmeſſer mit Beſetzung dite t; findet ſich bald, daß ein groͤßerer Durchmeſſer nuͤtzlicher iſt, als ein kleinerer, und daß ſich von 4 Fuß Durchmeſſer bei den runden an rat 2391 ff die Beſetzung gegen die laͤnglichen beinahe ſchon ausgleicht, nachher den Kopf. aber uͤberſteigt. Nur kann der Stallraum ſelbſt nicht ſo vortheilhaft ausgefuͤllt en laſſen ſt werden. Die aͤußerſte Groͤße wird aber durch die Tiefe eines Stalls be⸗ n, wenn di ſchraͤnkt, vorausgeſetzt, daß die Pfeiler noch nicht im Wege ſtehen. ſtürztin— Bei ſchmalen Staͤllen koͤnnen am fuͤglichſten 2, bei tiefen 3 üͤber det b runde Raufen angebracht werden. Fuͤr eine Tiefe von 35 Fuß ſind 2 Raufen von 5 Fuß Durch⸗ lin der meſſer am allerpaſſendſten. Die Pfeiler koͤnnen bei einer neuen Errichtung zu Mittelpunkten fuͤr dieſelben dienen. Iſt der Stall ſchon vorhanden, ſo laſſen ſich leicht Verglei— chungen anſtellen, ob nur 2 oder 3 mit der meiſten Benutzung des Raumes geſtellt werden koͤnnen. Runde Raufen gewaͤhren fuͤr Thier und Wolle in ſo mancherlei Hinſicht groͤßere Vortheile. Wo Raum genug vorhanden iſt, da ſind ſie vorzuziehen. Wo es aber daran fehlt, da muß zu den laͤnglichen gegriffen werden. um iſtfit! Staͤben di mglichen R 3, gegmn ſteht in Kri- ner leict u Nauftn d ——.————QU——— 336 Driitter Thell. Siebenter Abſchnitt. §. 379. Sorge fuͤr hinlaͤngliche Raufen. Wo nur ſo viel Raufen ſind, daß die vorhandene Kopfzahl ſo eben Platz daran hat, da entſteht jedesmal ein Draͤngen. Beſſer iſt es alſo man ſtelle und fuͤlle eine Raufe mehr, wenn es nur irgend angehen will. Jeder Zwiſchenraum zwiſchen den Raufen und zwiſchen Pfei— lern und Raufen, welcher weniger als 2 Fuß betraͤgt, muß ver— ſchloſſen werden. Sonſt draͤngen ſich die Thiere hindurch, und die Wolle reibt ſich zu ſehr. §. 380. Traͤnkkrippen. Je tiefer Traͤnkkrippen ſind, deſto mehr beſchmutzen die Schaafe die Wolle. Die Traͤnkkrippen muͤſſen an dem einen Ende einen hoͤheren Rand haben, als am andern, um ſie entleeren zu koͤnnen. An dem niedrigeren Ende wird ein Zapfloch angebracht. Bei unzureichenden Traͤnkkrippen entſteht ebenfalls leicht das Draͤngen mit allen ſeinen Folgen, beſonders bei Schroot- und Oel— Traͤnke fuͤr die traͤchtigen Schaafe und die Wolle zugleich. §. 381. Zwinger oder Nothſtaͤllchen. Dieſe muͤſſen nicht von Brettern, ſondern von Flechtwerk und dabei noch ſo luftig wie moͤglich ſein. Die Raufen werden quer geſtellt, mit der einen Ecke nach der Wand zu, und ſind gewoͤhnlich 3 Fuß lang, die Sproſſen 2 bis 24½ Fuß hoch, 3 ½ Zoll von einander entfernt, und die Raufen oben gegen 1 ½ Fuß und unten 3 bis 4 Zoll weit. Die Krippe ſteht auf jeder Seite um 5 Zoll mit einem kleinen Rande vor. Auf jeder Seite dieſer Raufen ſteht nur ein Schaaf. Zwei in einem ſolchen Behaͤlter bennenhiden ſich unter einander, und die Laͤmmer gewoͤhnen ſich an das Milchrauben. Leichter gelangt man zu dergleichen Zwangſtaͤllchen, wenn ſie, in ſo fern Raum genug da iſt, hinter einer geraden Raufe gemacht werden, ſo daß nach der Wand zu ein Gang bleibt, die Raufe vorn ſteht, und dahinter das Schaaf mit dem Lamme folgt. Der Platz muß aber andern Schaafen unzugaͤnglich gemacht werden koͤnnen. Am ſchicklichſten laſſen ſich dieſe Staͤllchen in der fuͤr die Lamm— ſchaafe beſtimmten Abtheilung anbringen. §. 382. Einige beſondere Beruͤckſichtigungen. An Eitgi ingen lfteſäle Gebäudes! Vorzu wohl im jolten. J nhl wit l. den Kopf. tel des Ge En d dn ſehr dit Eine dätſſchſte 1 fale ſihr de dii ein and wie die Neſe Dee Mülit die junagen haͤndes. A die Keg eer ſte ein bnn itt Drittes Kapitel. 337 n T nu Eingaͤngen leiſten auf den Seiten 2 Fuß hohe Rollen, wie bei dn da dn Pferdeſtaͤllen, ſehr gute Dienſte. ſt i aſt nn Vor Allem muͤſſen Ecken und Kanten an allen Theilen des ad angeſen Gebaͤudes und an allen Geraͤthen abgerundet ſein. zwiſcen Vorzuͤge oder Gitter muͤſſen beſtaͤndig vorraͤthig ſein, um ſo rägt, min wohl im Stall, als bei der Waͤſche und Schur, Ordnung zu er— ndurch, w halten. Nur duͤrfen ſie nicht ſchwer ſein. ppan ſin i Drittes Kapitel. enn ſie Grundſaͤtze bei der Beſtimmung der Groͤße eines nnen. Anw e. Stalls, wenn der Raum beſchraͤnkt iſt. falls eicht d tuut⸗ und 9.§. 383. Bei der Eintheilung des Stallraumes beruͤckſichtiget geih man vorerſt den Raum zur Treppe und Futterbereitung, welche eins ausmachen koͤnnen, ohngefaͤhr mit 15 Fuß. Alsdenn koͤmmt der erforderliche Raum fuͤr die gegebene Stuͤck— Wina zahl mit 12 Quadratfuß einſchließlich der Pfeiler und Raufen auf den Kopf. Dieſer eigentliche Stall macht am ſchicklichſten das Mit— Et nah tel des Gebaͤudes aus. Epruſſn 20 Fuͤr die Traͤnkrinnen muß auch einiger Raum berechnet werden. eNaufen u Wird das Geboulde ſehr lang, ſo bringt man zu groͤßerer Be⸗ tppe ſtht quemlichkeit den Treppengang in die Mitte der Laͤnge, aber groͤßten— theils außerhalb des Gebaͤudes ſo an, das man das Innere deſſel— ben noch uͤberſehen kann. Ein Treppengang in der Mitte innerhalb des Stalls benimmt zu ſehr die freie Ueberſicht und macht dunkel. Eine Schlafkammer mit dem noͤthigen Handwerkszeug fuͤr Ge— aagf. Iwi ander, und! hen, dide raͤthſchaften und dem noͤthigen Platz zu ihrer Anfertigung iſt eben Nulſe Feu falls ſehr paſſend. id, de i Bei einem großen Stall kann ſie dem Treppengang gegenuͤber ne fült und wie dieſer, angelegt werden. inlih om Die letzte Beruͤckſichtigung verdient einen beſonderen Platz fuͤr — die juͤngſten Lammſchaafe, etwa mit 20 Fuß von der Laͤnge des Ge fur diein baͤudes. In dieſem Raum koͤnnen auch die Zwinger, aber nicht die Krankenſtaͤllchen angebracht werden. Auf irgend einer Seite iſt ein beſonderes Cabinet anzubringen, das nach auſſen geht. 0 gungtn N 338 Dritter Theil. Siebenter Abſchnitt. Viertes Kapitel. Ueber Schoppen im Freien und Bepflanzungen zu gleichem Zwecke. §. 384. Einen großen Vortheil gewaͤhren bepflanzte Plaͤtze in der Naͤhe der Staͤlle, doch um der Verhuͤtung des Reibens willen mit nicht zu rauhen Staͤmmen, die in einer Entfernung von etwa 12 Fuß auseinander ſtehen. Bei entfernten Weiden wo kein Schatten zu haben iſt, ſind leichte Schoppen am bequemſten, welche mit Stroh oder Gebuͤſch bedeckt werden. Dergleichen Schoppen koͤnnen zugleich zum Aufenthalt waͤhrend dem Trocknen nach der Waͤſche dienen, wenn dieſe in der Naͤhe iſt. §. 385. Kraͤutergaͤrten und Medikamente nebſt In— ſtrumenten. Um die noͤthigſten Vorbeugungs⸗ und Heilmittel ſelbſt gleich bei der Hand zu haben, muß ſich der Schaͤfer einen kleinen Kraͤutergarten anlegen. Medikamente. Inſtrumente. Auch muͤſſen die benoͤthig— ten Inſtrumente mit ſolchen Heilmitteln, welche nicht leicht verder— ben, immer bereit gehalten werden. Achter Abſchnitt. Vergleichung der Ernaͤhrung auf der Weide mit der Haltung auf dem Stall das ganze Jahr hindurch neben gehoͤriger Bewegung im Freien. §. 386. In Ruͤckſicht auf das Thier. Wenn zu jeder Zeit uͤber Futter geboten werden kann, da ſichert ſich die gleichmaͤ⸗ ßige Haltung der Schaafe vom Stall aus mehr, als bei der Un⸗ oleichhelt* Alegeſett,. nach beſta E R und Vew 91 un! 2 3 vire, wüͤn in der letſg werden ſe Vo dlt man ſch ge deſſe elben ſe 1 t 9, Keolige g. enge uur ſa den de S da un voranden, ſn ſeinem b (0. der Tempere, llberha F dah nicht da da. Reanzuaga anzte Plie Reibens n nung von haben iſ, oder Geiſ nthalt wäͤßrn der Niähe i te nebſt In eilmittel ſebſt einen kleinen die bendtſit tleicht vede Tenn zu die glick ſs bei d Achter Abſchnitt. 339 gleichheit der Nahrung und aͤußerer Einwirkungen im Freien, vor— ausgeſetzt, daß Niemand in den großen Irthum verſiele, die Schaafe auch beſtaͤndig eingeſperrt zu halten. Der Genuß der freien Natur und Bewegung zu ſchicklicher Zeit und auf nicht nachtheilig werden— den Plaͤtzen und Wegen waͤre hiebei eine nothwendige Bedingung. Ein duͤnn beſchatteter freier Platz mit kurzer dichter Narbe in eini— ger Entfernung vom Stall wuͤrde dazu ſchon hinreichen. §. 387. Was die Wolle betrifft, ſo muͤßte dieſe ſchlechterdings dabei gewinnen, indem ſie allen heftigen und belaͤſtigenden Einwir— kungen von auſſen entzogen, und dabei in gleichmaͤßigem Wuchs erhalten wuͤrde, wie ſchon der im Winter wachſende Theil des Haa— res, ſo wie zum Theil alle Wolle beweiſet, deren Schaafe vor der Schur nicht auf die Weide gekommen ſind. §. 388. Nur die Oekonomie wuͤrde es in den wenigſten Faͤllen geſtatten. Bei blos trocknem Futter, daß auch am ſicherſten anzuwenden waͤre, wuͤrde eine nachhaltige Kraft erfordert werden, wenn nicht in der letzten Zeit des Erndtejahres Getreide zu Huͤlfe genommen werden ſollte. Wo aber nicht ſo viel Heufutter gewonnen werden koͤnnte, und man ſich auf den erſten Zuwachs verlaſſen wollte, da muͤßte man deſſelben ſehr gewiß ſein. Uebrigens waͤre die Gefahr nicht ſehr groß. Das Projekt gienge nur verloren. Denn waͤre das Gruͤne noch zu kurz, ſo koͤn— nen die Schaafe es ſich holen. Bei der Gruͤnfuͤtterung aber im Sommer iſt Gefahr immer vorhanden, ſo wohl wegen Mangel an Vorſicht beim Futter und in ſeinem Vorlegen, als wegen Mangel an Umſicht in Ruͤckſicht der Temperatur der Luft. Ueberhaupt aber ſind die wenigſten Laͤndereien ſo beſchaffen, daß nicht das Schaaf zu groͤßerem Vortheil der Wirthſchaft ſich etwas holen, als ſich bringen laſſen ſollte. * 340 Dritter Theil. Neunter Abſchnitt. Neunter Abſchnitt. Bedingungen bei anzuſtellenden Verſuchen in der Haltung. §. 389. Wenn Verſuche angeſtellt werden ſollen, ſo muß mehr als einer unter denſelben Bedingungen auf einander folgen, oder es muͤſſen mehrere gleichzeitig vorgenommen werden koͤnnen. Bei Verſuchen ſehe man zu, ob ein Erfolg nur fuͤr gewiſſe Faͤlle, oder fuͤr alle paßt. Unter ſolchen Umſtaͤnden, welche nicht von dem Thier, ſondern von Urſachen außer demſelben abhangen, haͤlt es bei entſtehenden Veraͤnderungen ſchwer, zu entſcheiden, welchen Antheil die Nah⸗ rung, und welchen aͤußere Einwirkungen daran haben, wenn man die Wirkungen der verſchiedenen Futterarten nicht bei gleicher Tem— peratur und unter allen andern gleichen Umſtaͤnden beobachten kann. Die oͤftere Beobachtung der Geſtaltung der Bogen, des Durch— meſſers und des Schweißes von vier zu vier Wochen, iſt fuͤr den Schaafhalter das einzig ſicherſte Mittel, die Wirkung der Futter⸗ arten und ihrer Wechſelfolge, ſo wie den Zuſtand des Koͤrpers ſelbſt kennen zu lernen, je mehr die uͤbrigen Umſtaͤnde gleich geblieben ſind. §. 390. Schwierigkeiten bei Verſuchen. Mit verſchie⸗ denen Nahrungsmitteln und Methoden Verſuche anzuſtellen, geht bei einer Heerde um ſo weniger an, je gemiſchter ſie iſt. Man ge— raͤth alsdann in Verlegenheit, ob ein Erfolg ganz oder zum Theil, und in welchem Grade in dem Thier oder in der Nahrung und der Methode ſeinen Grund hat. Zu Verſuchen koͤnnen nur Thiere von einerlei Raſſe, Geſchlecht, Alter und Kraͤften mit moͤglichſt gleichartiger Wolle gebraucht werden, und zur Beurtheilung der Wirkungen auf Wolle beduͤrfen die Thiere einerlei Temperatur. Im⸗Mangel dieſer Bedingungen eben liegt der Grund ſo man— cher verſchiedenen Urtheile uͤber die Wirkungen verſchiedener Dah rungsarten. Das Verlammen nach der Anwendung irgend einer beſondern Futterart, z. B. nach Erdtoffeln, Oelkuchen und dergleichen hat wohl weniger ſeinen Grund in dem Nahrungsſtoff dieſer Mittel, als in den Umſtaͤnden, daß man dieſen Erſatzmitteln entweder zu ra Nihr 3 ſe Körpernn tder die 1i⸗ jeweſen, un dder man? nogen auft heben Nan lch gevordcf Eine mekſame 7 Unfalen uch An Sn thoden ben als an denc zu juit Nieſos jn Neſes T' §. Rl tet ſich alle daſage ſo mß re folgen, önnen. ſr fuͤr dniſ Tjiet, ſande i entſeſende heil die Ae n, wenn m glicher Tem dachten kann. des Durch „itt füt de g der Futtn Korpers ſibt geblieben ſi Mi verſch uſteleen, ge ſt. Mang e zum Dhi Nahrung u en nur Tſir wit noͤlit urtheilung d emperatun zrund ſ nin hiedenet R ner beſotin erglechn dieſer Ni n entedr Zehnter Abſchnitt. 341 viel Naͤhrkraft in einer unzureichenden Quantitaͤt beigelegt, und die Koͤrper durch Mangel an hinlaͤnglicher Nahrung gelitten haben; oder die Futter- und Traͤnkgefaͤße ſind fuͤr die Stuͤckzahl zu klein geweſen, wodurch beſonders im Anfang ein Draͤngen entſtanden iſt, oder man hat auch wohl des Guten zu viel gethan, und die Thier⸗ magen auf einmal mit einer zu großen Maſſe uͤberladen, wodurch neben Blaͤhungen das mechaniſche Abdraͤngen der Frucht unvermeid— lich geworden iſt. Eine genauere Kenntniß von dem verſchiedenen Nahrungsge— halt der Gewaͤchſe in ihrem gehoͤrigen Zuſtande, ſo wie eine auf— merkſame Unterſuchung des zu gebenden Futters kann dergleichen Unfaͤllen vorbeugen. An Haͤmmeln laſſen ſich die verſchiedenen Futterarten und Me⸗ thoden beſſer pruͤfen, weil ihr koͤrperlicher Zuſtand beſtaͤndiger iſt, als an den andern Abtheilungen. Zu jung nimmt ein geſunder Koͤrper Alles zu leicht auf. Zu alt fehlt es ihm an der gehoͤrigen Ernaͤhrungskraft. Ein Thier im beharrlichen Zuſtande iſt hiezu das tauglichſte. Eine ungewoͤhnliche Futterart und eine ungewoͤhnliche Methode koͤnnen die Wolle aus Vorurtheil oder durch boͤſen Willen leicht in Verruf bringen. Daher hat der Einzelne ſowohl als ganze Klaſſen dieſes in jenem Falle mit zu beruͤckſichtigen. Zehnter Abſchnitt. Ueber die zweckmaͤßigſte Behandlung der Wolle zum Verkauf. Erſtes Kapitel. Von der Waͤſche. 6. 391. Anfang der Schurzeit. Die Zeit der Schur rich tet ſich allenthalben nach dem Klima In den oͤſtlichen Provinzen ———— 342 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. der preußiſchen Monarchie kann ſie nicht wohl vor Anfang Juni unternommen werden, ohne Gefahr zu laufen, daß Menſchen und Thiere erkranken, und die Waͤſche mißlinge. §. 392. Eintheilung der Waͤſche in die vor und in die nach dem Abſcheeren, oder in Schaaf- und Woll— waͤſche. Die Wolle kann entweder vor oder nach der Schur ge— waſchen werden. Im erſten Fall heißt die Waͤſche Schaafwaͤſche, und im letzten Fall Wollwaͤſche. Bei der Wollwaͤſche wird noch der Unterſchied mit kaltem oder warmem Waſſer gemacht. Die Wollwaͤſche mit kaltem Waſſer iſt beſonders in Frankreich uͤblich. Hier ſoll nur von der Schaafwaͤſche die Rede ſein. §. 393. Ueber die Lage der Waſchſtelle. Die Waſch⸗ ſtelle waͤhle man in einer ſolchen Gegend, wo eine moͤglichſt be— queme, reine und ſtaubfreie Austrift nach einem nahen, geſunden und nicht zu uͤppig bewachſenen Weideplatz benutzt werden kann. Das Waſſer darf nicht zu ſeicht ſein. Auch darf nicht zu nahe am Ufer gewaſchen werden. Bei zu geringer Tiefe bleibt die Waͤſche an ſich zu unvollkom— men, und die Waͤſcher werden auch durch die gebuͤckte Stellung fruͤher ermuͤdet. Jedes Waſſer, das da gebraucht werden ſoll, muß moͤglichſt frei von verunreinigenden Theilen ſein. Hierhin gehoͤren beſonders Gewaͤſſer mit gruͤnem Schleim, mit behaarten Saamen verſchiede— ner Pflanzen und mit Faſern uͤberhaupt. §. 394. Ueber die Eintheilung der Haufen zur Waͤ— ſche. Die Haufen werden am bequemſten, wie ſie gehuͤtet werden, gewaſchen. Wenn eine Eintheilung derſelben nach der Beſchaffenheit der Wolle vorgenommen werden ſoll, ſo geſchieht ſie am ſchicklichſten kurz vor dem Scheeren. Bei trocknem Wetter faͤllt die beſte Tageszeit zum Waſchen zwiſchen 9 und 6 Uhr vom Morgen zum Abend. Der Menſch kann nicht wohl uͤber 5 Stunden, bei einiger Un— terbrechung, den Tag uͤber im Waſſer arbeiten, ohne daß ihn die Haͤnde erlahmen. Man on zu gre ſzen kuͤhl, Die 0 ſo, daß 84 — L theilunget Haufin g. den des I Der(n ſcch deſto( Ehe dſe allen in de ſch nur en welche auig ſen, durcht durch noch Do Del L dr Vole, And taub, Schweifft dedanden. zwiſche Stidehri etfücine. I wetden, wa entfernen t. F.. 4 4 Erſtes Kapitel. 343 Atfang a—. nſ N- Man ſuche es daher zu verhuͤten, daß das Waſchen nicht we— Men pp) J Ae, e Ar.„ enſchn m gen zu großer Stuͤckzahl zu ſpaͤt gegen Abend hin dauere, wenn es ſchon kuͤhl, und das Waſſer kaͤlter werden kann. Die Eintheilung der zur Waͤſche beſtimmten Haufen treffe man vor anuu ſo, daß das Waſchen vor Sonnenuntergang beendigt werden kann. der Sü Noch bei Sonnenſchein eingenaͤßte Schaafe ſuche man noch haafuiſt waͤhrend demſelben zu Ende zu waſchen, weil ſich mit dem Unter⸗ ſche widi Lang der Sonne die Temperatur zu ſchnell veraͤndert, und die gemact— Waͤſche erſchwert. 8 kreic ilt Bei kleinen gemiſchten Heerden und kuͤhlem Wetter nehme in. man Haͤmmel, zuerſt und zuletzt vor. Am Waſchplatz werden fuͤr die zu waſchenden Schaafe zu Ab⸗ Di Vſt theilungen von 200— 250 Stuͤck Pferche geſchlagen. Sind die miyſicſt Haufen groͤßer, ſo druͤcken ſie ſich zu ſehr. Das Weitlaͤuftigerwer⸗ ſet, aſinor den des Raumes dient zu keiner Abhuͤlfe. tden ean Der Schaafmeiſter muß Futter bereit halten, damit die Thiere ſich deſto leichter von einer Stelle zur andern locken laſſen. Ehe das Thier nach dem Waſſer getragen wird, muß es vor allen in der Wolle ſteckenden Holzſtuͤckchen und Futterfaſern, die ſich nur ergreifen laſſen, gereinigt, und von andern Unreinigkeiten, nicht zu nahe zu wnvollker iäte Etin welche augenſcheinlich durch das Waſchen ſich nicht verdraͤngen laſ⸗ ſen, durch Abſcheeren befreit werden, damit nicht das Waſſer da muß muͤglt durch noch unreiner werde. ren beſonden Der Schaafmeiſter hat die Leute im Anfaſſen und Tragen der een verſchi Schaafe zu unterrichten, und darf kein Schleppen oder Ziehen an den Beinen geſtatten. fen zur e§. 395. Arten der Unreinigkeiten in der Wolle. In whuͤtet verdn der Wolle befinden ſich Pflanzenfaſern, erdige Theile, als Sand und Staub, und Schweiß ſowohl in Tropfen als verdichtet, oder ſhaffenſeit Schweißfett, daß letzte theils frei, theils mit Sand und Staunb m ſchiklichin verbunden. Zwiſchen Schweiß und Schweißfett laͤßt ſich keine ſo genaue Scheidelinie ziehen, indem dasjenige vom Schweiß, was ſich nicht verfluͤchtiget, allmaͤlig zu Fett wird. Nun kann als Gegenſtand der Waͤſche nur dasjenige betrachtet werden, was ſich durch Waſſer zum Theil oder ganz aus der Wolle entſernen laͤßt. A zum Waſtt ei einixer e daß ihnd 344 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Pflanzenfaſern koͤnnen aber nicht ohne die groͤßte Gewalt des Waſſers aus der Wolle vertrieben werden. Um ſo nothwendiger iſt es alſo, die Wolle davor zu verwahren. Aber alle erdigen Theile laſſen ſich, in ſofern ſie, was indeſſen ſeltner der Fall iſt, noch keine feſtere Verbindung, beſonders mit zaͤhem Schweiße eingegangen ſein, vollſtaͤndig aus der Wolle ent— fernen. Hierauf iſt auch beſonders zu ſehen, nicht nur, weil ſie dem Zwecke der Fabrikation im Wege ſtehen, ſondern auch weil ſie dem Kaͤufer die wahrſcheinliche Abſchaͤtzung des Reingewichts um ſo un— zuverlaͤſſiger machen. Schweiß und Schweißfett ſind nur zum Theil aufloͤsbar. In je gyoͤßerer Menge ſie in der Wolle zuruͤck bleiben, deſto mehr wird die Ungewißheit des Reingewichts vergroͤßert, und die Wolle iſt bei langem Liegen oft nicht mehr zu ſortiren, indem die Haare ſich alsdenn zu feſt in einander verkitten. Auf der andern Seite iſt Wolle, wenn ſie gaͤnzlich entfettet iſt, nicht mehr ſo erhaltbar, als wenn ſie noch einen Theil des thieri⸗ ſchen Fettes in ſich enthaͤlt. §. 396. Art der Vertreibung der Unreinigkeit. Dieſe Gegenſtaͤnde, naͤmlich erdige Theile und Fett, koͤnnen vermittelſt des Waſſers nicht auf einerlei Weiſe aus der Wolle entfernt werden. Erdtheile, welche bei der Beruͤhrung des Waſſers leicht zer— gehen, laſſen ſich nicht ohne Bewegung des Waſſers oder der Wolle im Waſſer herausbringen; Sand am wenigſten. Denn, wenn ein Koͤrper, welcher mit Sand und Staub be— haftet iſt, naß wird, ſo ſchließen ſich bekanntlich dieſe Koͤrperchen erſt recht den groͤßeren an. Es iſt daher im erſten Augenblick des Naßwerdens der Wolle eine ſtarke Bewegung erforderlich, um die erdigen Theile ſobald wie moͤglich los zu ſpuͤhlen. Bei dem Waſchen ſelbſt iſt es indeſſen nicht gleich viel, wo ſich die zu vertreibenden Unreinigkeiten befinden. Oben auf der Wolle ſind ſie leichter wegzubringen, als tiefer einwaͤrts. Ferner: je laͤnger die Wolle iſt, einen deſto weiteren Weg hat jedes fremde Koͤrperchen zu machen, ehe es verdraͤngt werden kann. Bei der Waͤſche bewirkt die Naͤſſe beſonders noch, daß die Stapelſpitzen ſich noch enger zuſammen ſchließen, und die Unreinig— aten um ſ me Jihen Endlidt werden dien mengehalte als bei anck InH und Nerg inmer von tiger dobarf die C gefunden w. ſchend, unt wicht zu hat de E. rict zanzich ewiſſe Lng⸗ Der O liſen,ſezih brriheung) Sind n döweißftte Sünute no R inder dindn un 4. denen V Volle gewe it Erſtes Kapitel. 345 ir Ganrte nth 8 keiten um ſo weniger durchlaſſen. Dies iſt beſonders bei unbeſchnit— ſendie tener Jaͤhrlingswolle der Fall. Endlich: je krauſer die Wolle iſt, von deſto mehreren Seiten nan werden die Unreinigkeiten durch die Biegungen der Wolle zuſam— r Vl mengehalten. 2 1 Pa K 1 W Sand und Staub laſſen ſich alſo, in ſofern ſie noch nicht mit 1 zu vielem Fett verbunden ſind, oder zu tief in der Wolle ſitzen, blos „ wei ſea mechaniſch, vermittelſt der Bewegung des Waſſers, aus der Wolle jwil ſin heraus bringen. ha un ſa Fett und Schmutz. Alles Fett vertrocknet an der Luft zu . einer ſchmierigen, zuletzt feſten Maſſe. ruflädn Der Schaafſchweiß iſt, wie ſchon geſagt worden, nicht bei allen blün, d Raſſen gleich. Bei einigen beſteht er aus minder zaͤhen Theilen, ößert, und h als bei andern, und iſt daher leichter oder ſchwieriger loͤsbar. en, inden d In Hinſicht der Zaͤhigkeit iſt der Schweiß auch nach der Art und Menge der Nahrung ſehr verſchieden, daher haͤngt es nicht emfittt iſ immer von der Menge des Schweißes ab, ob er leichter oder ſchwie— il des thieri riger loͤsbar iſt, ſondern mit von ſeiner inneren Beſchaffenheit. Er kann an magerer Wolle und in geringerer Menge ſehr zaͤh ſein. gkkeit. Diß Die Grundſtoffe des Wollſchweißes ſind ſehr verſchiedenartig den vermitttt gefunden worden. Kali und Saͤuren ſind aber darunter vorherr— ffernt werde ſchend, und die letzten ſcheinen aller Erfahrung nach das Ueberge— ers leicht zu wicht zu haben. ers oder di Die Erfahrung lehret, daß der Schweiß nur zum Theil und nicht gaͤnzlich durch Waſſer geloͤſet werden kann, wozu noch eine d Staub l gewiſſe Temperatur deſſelben noͤthig iſt. ſe Körpeg Der Schweiß laͤßt ſich alſo von dem Waſſer um ſo ſchwieriger loͤſen, je zaͤher er urſpuͤnglich geweſen, oder mit der Zeit durch ſeine ns der l Beruͤhrung mit der Luft geworden iſt. Sind noch dazu erdige Theile ſeit laͤngerer Zeit durch das Schweißfett mit den Haaren verklebt, ſo wird die Aufloͤſung dieſes ich viel, w Schmutzes noch mehr behindert. ben aufd Oft findet ſich Erdſtaub mit dem Schweiße in ſo feſter Ver— bindung, daß man dieſe als chemiſch vereinigt betrachten kann. 9. Theile ſod ren Veg h verden kam 5 ich, I die unriin §. 397. Schwierigkeit der Waͤſche nach den verſchie denen Wollarten und den Koöoͤrperſtellen auf denen die Wolle gewachſen iſt. Schlichtere Wolle laͤßt ſich leichter waſchen, 346 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. als krauſere. Daher zeichnen ſich auch in demſelben Haufen die groͤberen Schaafe gleich nach der Waͤſche gewoͤhnlich durch einen hel— leren Schein aus. Je mehr eine Wollart mit Schweiß behaftet, und je groͤßer die waͤhrend dem Wachſen darauf gefallene Staubmenge iſt, je mehr Neigung dieſe gehabt hat, ſich mit dem Schweiße zu verbinden, deſto ſchwieriger iſt die Wolle zu waſchen. Daher ſind alle gemei— nen Schaafe leichter, als Merinos, alle Staͤhre ſchwieriger als Schaafe, und alle juͤngeren leichter als die aͤlteren zu waſchen. Unter den verſchiedenen Koͤrperſtellen ſind am ſchwierigſten zu reinigen die Hintertheile, der Bauch, der Hals, die Seiten und das Kreuz. Vom ganzen Koͤrper bleibt alſo nicht viel uͤbrig. Die Wolle unter dem Halſe wird taͤglich mit Schweiß, Feuchtigkeit und Staub von neuem beladen und dabei noch beſtaͤndig gerieben. Je laͤnger Schaafe enge geſtanden haben, deſto mehr Schmutz befeſtiget ſich laͤngſt den Seiten hin. Selten daß es den Waͤſchern gelingt, dieſe Stellen mit den uͤbrigen gleich gut zu reinigen. Man erkennt auch ſchon die dunkleren Seitenſtreifen aus der Ferne. Fett, welches Wollhaare zuſammenklebt, wodurch fein ge— ſtraͤngte Wolle zu Zwirn wird, iſt nicht zwiſchen derſelben heraus zu bekommen. Verfilzte Wolle laͤßt am allerwenigſten die fruͤher aufgenom— menen Unreinigkeiten wieder los. Alle Wollſtellen, von denen man vorausſehen kann, daß ſie nicht zu reinigen ſind, dagegen aber das Waſſer ſelbſt verunreini— gen werden, muͤſſen zuvor beſchoren werden, welche Verrichtung mit dem Ableſen des Strohes u. dergl. vereiniget werden kann. Pflanzentheile und Faſern, beſonders Spreu, Holznadeln, Flachsſchaͤben und aͤhnliche Koͤrperchen ſind um ſo weniger aus der Wolle zu bringen, je feiner und muͤrber ſie ſind. Die letzte Be— ſchaffenheit verurſacht, daß ſie ſich immer mehr verkleinern und tie— fer in die Wolle eindringen, je mehr ſie beruͤhret und gedruͤckt werden. Wolle haͤlt alle Koͤrperchen um ſo feſter an ſich, je krauſer, dichter und filziger ſie iſt, und je mehr ſich die Oberflaͤche des Flie— ßes nach dem Eindringen derſelben geſchloſſen hat. Die groͤßte Muͤhe beim Waͤſchen erfordert die Wolle unter dem Hals, und, wenn Schaafe enge geſtanden haben, die ſchwarzen Linien laͤngſt den Seiten. (.398.) Seſandth⸗ och nicht 9 ind inmer mmaufgelöſet Quellwaſſert Quellen her die Gif funen ſchr 5 in Hinſich fakkhalig,ſti Met andern Ben zu entfettann einer groͤßes Hatt m in Gegenſan Beim ſtens nieder, In de Artesn ſebſt un ſa ſen es ſeinen Auf hi itung, de gt werden, hanr und d dtt ſich nicht tn, ſondern huher. Venn a ſiſtt ſo ble nicht ue dänmn Schneßafi Da de or Ennrit K b M di Mahrune t.— Erſtes Kapitel. 347 en Haufen p §. 398. Beſtandtheile und Temperatur des Waſſers. duech en ham Beſtandtheile. Kein Waſſer, außer deſtilirtem und Regenwaſſer, nd ſe gißr doch nicht nach Gewittern, iſt ganz rein⸗ In allen andern Waſſern g t r ſind immer noch Pflanzen und Erdtheilchen theils aufgeloͤſet theils e zu vette unaufgelöͤſet enthalten, und zwar im Flußwaſſer weniger, als im ſud ſe Quellwaſſer, und in ſolchen Gewaͤſſern, deren Zufluͤſſe aus nahen ſbriin Quellen herruͤhren. 3 mſft r Die Grundſtoffe der im Waſſer enthaltenen erdigen Theilchen koͤnnen ſehr verſchieden ſein. Daher aͤußert auch nicht jedes Waſſer ſcwiꝛift in Hinſicht auf den Schweiß der Wolle gleiche Wirkung. Iſt es Seiten und Ji kalkhaltig, ſo loͤßt ſich der Schweiß bald auf. el ubtig. 8 Mit erdigen Theilen behaftetes Waſſer iſt aber wieder in einer Daugtitätu andern Beziehung der Wolle aͤußerſt nachtheilig; ſelbſt wenn es ſie riön, zu entfetten faͤhig iſt, naͤmlich durch Bewirkung der Erſtarrung oder nehr tm einer groͤßeren Sproͤdigkeit. den Väſche Hart nennt man Waſeer, deſſen erdige Theile ſehr hervor ſtechen, einien. Ma im Gegenſatz von weichem, welches derſelben weniger enthaͤlt. er gerne. Beim Kochen des Waſſers ſchlagen ſich dergleichen Theile mei— ich fein z⸗ ſtens nieder, und ſetzen ſich in einer feſten Kruſte an. eſebben heru⸗ In dieſem Fall ſoll Salpeter vorherrſchend ſein. Hartes Waſſer macht aber alle Oberflaͤchen, die es beruͤhret, aüͤher aufßere ſelbſt um ſo haͤrter, je mehr es Poren auf denſelben findet, in de— nen es ſeine Theilchen abſetzen kann. kann, daßf Auf Huͤlſenfruͤchte aͤußert hartes Waſſer bekanntlich eine ſolche bſt verunrin Wirkung, daß ſie um ſo laͤnger kochen muͤſſen, oder nur theilweiſe de Verrich gar werden, je haͤrter es iſt. eden kann Dieſelbe Wirkung aͤußert es auch ſehr bemerklich auf das Woll— 1, Hohntde haar und den in der Wolle befindlichen Schweiß. Dieſer verdich— veniger aue tet ſich nicht nur in hartem Waſſer noch mehr, anſtatt ſich zu loͤ⸗ Die lezted ſen, ſondern das Haar wird auch ſteifer und auf ſeiner Oberflaͤche ſeinern und rauher. Ff et und glü Wenn auch kalkhaltiges Waſſer den Schweiß der Wolle bald loͤſet, ſo bleiben doch die Folgen des Sproͤdewerdens derſelben ih, j kni nicht aus. fläche des ſ Zeigen ſich dieſe Folgen aber nicht, ſo liegt der Grund der Schweißaufloͤſung in andern Urſachen, als in kalkigen Theilen. Polt Da die vorherrſchenden Grundſtoffe des Schweißes ſelbſt nach der Einrichtung des thieriſchen Koͤrpers und der Art und Menge die ſhvi 4. der Nahrungsmittel von verſchiedener Art ſein koͤnnen, ſo kann das ————— 348 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Waſſer die Entfettung eines Fließes vor dem andern, und einer ganzen Parthie Wolle vor der andern beguͤnſtigen, ohne daß man in Ermangelung chemiſcher Kenntniſſe und Verfahrungsarten im Stande waͤre, die wahren Urſachen davon zu entdecken, was ſelbſt der wiſſenſchaftlichen Kenntniß noch nicht immer gelingt. Daher iſt ein ſolches Waſſer, welches die wenigſten fremden Theile in ſich enthaͤlt, zur Wollwaͤſche immer das beſte. Zur Aufloͤſung des Schweißes und Fettes in der Wolle behaͤlt alſo dasjenige Waſſer den Vorzug, welches die wenigſten fremden Theile enthaͤlt, in welchem ſich Erbſen gut kochen, und wenn es etwas erwaͤrmt wird, eine milchichte Seifenaufloͤſung ergiebt, die nicht flockicht erſcheint, es mag nun Teich- oder Flußwaſſer ſein. Teiche mit Quellen enthalten gewoͤhnlich hartes Waſſer. Ge— ſammeltes Regenwaſſer iſt zur Schaafwaͤſche am tauglichſten. Schneewaſſer enthaͤlt eine Schaͤrfe, nach welcher die Wolle ſehr wahrſcheinlich hart werden kann. Es iſt etwas aͤtzend. Meerwaſſer iſt gar nicht anwendbar. Die Weichheit ſtehender und fließender kleiner Gewaͤſſer ſcheint noch beſonders von der Bodenart abzuhaͤngen, uͤber welcher ſie ſte— hen oder fließen. Eiſenhaltiger Boden giebt hartes Waſſer. Eben ſo iſt auch Waſſer unter uͤbrigens gleichen Umſtaͤnden weicher, welches im Freien der Luft und dem Licht mehr ausgeſetzt iſt, als ſolches, welches in Vertiefungen und im Schatten ſteht oder fließt. Waſſer nimmt um ſo weniger das Schweißfett der Wolle auf, je fettiger es ſelbſt iſt. Nach mehrerer Fabrikanten Erfahrungen ſoll aber ſehr weiches Waſſer die Aufloͤſung des Schweißes eben nicht beguͤnſtigen. Fuͤr dieſen Fall waͤre wohl anzunehmen, daß das Waſſer ſchon mit irgend einem Stoffe geſaͤttiget ſein muͤſſe, welcher die weitere Aufnahme fettiger Theile verhindere, der aber gleichwohl das Waſ— ſer weich anfuͤhlen laſſe. Waͤrmegrad. Nicht jeder Waͤrmegrad des Waſſers iſt der Waͤſche gleich guͤnſtig. Je kaͤlter das Waſſer iſt, deſto weniger loͤſen ſich zergaͤngliche Erdtheile und das Fett. Bei niedrigerer Temperatur, als 130 Reaumur, iſt gar kein Verſuch zu machen. Das N Ene hi dr Vollf und klebrig riweiartig? zur. Renumur ne Eine A7 Diſche am n Dahtſch lberein, nef nach dm vn zllaſſen m Sebſtu wiſen Van Pole temn. Menſche die Na geherig zu dt hein und S ſech anders Da Aif ane chewiſce dergtar. Die dar ſſung nur 4 Drück ne §. 399. ſets, Fti Ae dlen Sitn forderlih ., e zaͤhe 2½ dät erforde 1 Erſtes Kapitel. 349 n, und en dhne d n. rungzte d cen, was ſ lingt. 4 nigſtn ſin ſte. T Woll WR (Das Reaumurſche Inſtrument iſt allenthalben zu haben.) Eine hoͤhere Waͤrme, als ohngefaͤhr 22 Grad loͤſet dagegen das in der Wolle befindliche Fett zu ſehr auf, und macht ſie ſchmierig und klebrig. Einige darin befindlichen Stoffe ſcheinen ſich ſogar eiweißartig zu verhaͤrten. Zur Wiederherſtellung einer mißlungenen Waͤſche reichen 170 Reaumur nicht hin. Eine Waſſerwaͤrme von 16 bis 200° Reaumur befoͤrdert die nigſten finn Waͤſche am meiſten. und ven Wahrſcheinlich koͤmmt dieſe Waͤrme mit derjenigen ohngefaͤhr ns ergidt, uͤberein, welche ſich zwiſchen Haut und Wolle befindet, die aber ußwaſſer ſan nach dem verſchiedenen Dichtheitsgrade derſelben noch Unterſchiede 5 Vaſer. zulaſſen muß. glichten Selbſt die nur leicht anhangenden Erdtheile beduͤrfen einer ge— ſcher die L wiſſen Waſſerwaͤrme, um ſich deſto eher zertheilen und von der ätend. Wolle trennen zu koͤnnen. . Menſchen und Thiere verdienen nicht minder Beruͤckſichtigung. ewaͤſet ſchei Die Menſchen bleiben um ſo weniger im Stande die Arbeit welcher ſieſſ gehoͤrig zu verrichten, je kaͤlter ihnen wird, und je muͤder ſie werden. Bekanntlich erlahmen die Sehnen der Haͤnde bei der Anſtren— gung derſelben im Waſſer viel eher, als außer demſelben. hen Umſin Das Waſſer iſt in Hinſicht ſeiner Temperatur ſehr empfindlich. mehr auzgi Die verſchiedenen Tageszeiten, der Wechſel zwiſchen Sonnen— Schatte ſchein und Schatten, ſo wie die Erhebung des Windes ſtimmen ſie gleich anders. der Wollen Die Aufloͤſung des Schweißes und Fettes geſchieht alſo durch eine chemiſche Einwirkung des Waſſers unter einer gewiſſen Tem— er ſeht nie peratur.. ſünſizen 1 Die damit verbundenen Erdtheile aber koͤnnen nach der Auf⸗ az Wnſtt t loͤßſung nur mechaniſch, naͤmlich durch Stroͤmung des Waſſers oder ſcher die wii durch Druͤcken aus der Wolle entfernt werden. 5 M ſwohl das 3—.. huoh§. 399. Erforderliche Zeit zum Eindringen des Waſ⸗ ſers. Fettige Theile umgeben mehr oder weniger das Haar von allen Seiten. Zum Eindringen des Waſſers in die Wolle, und zu ſeiner Verbindung mit dem Schweiß iſt alſo eine gewiſſe Zeit er— forderlich. Je zaͤher der Schweiß und je kaͤlter das Waſſer iſt, deſto mehr Zeit erfordert das durchgaͤngige Eindringen deſſelben. Vaſſets il! ſch zerzine n, iſtgiit 350 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Nur wirkt das Waſſer, je laͤnger der Aufenthalt der Wolle in demſelben dauert, entweder durch Ausſaugung der Galerte oder durch Verhaͤrtung von auſſen immer mehr auf die Wolle ein. Dieſe Grundſaͤtze ſind geltend, die Waſchmethode ſei nun, welche ſie wolle. §. 400. Verhuͤtung des leichten Verſchließens der Spitzen. Es muß moͤglichſt vermieden werden, daß die Stapel bei der Beruͤhrung des Waſſers ſich oben nicht ſchließen, damit diejenigen fremden Theilchen, welche noch aufloͤsbar und zu entfer— nen ſind, einen Ausweg finden koͤnnen. Die Stapel koͤnnen ſich aber bald und um ſo leichter ſchließen, je mehr und ſchneller ſie gerieben werden, es ſei mit den Haͤnden oder durch ſchnell fließendes Waſſer oder ſchnelles Hin- und Her— ſchwenken. Sie verſchließen ſich alsdenn um ſo eher, je laͤnger und ſpießiger ſie ſind. Nicht nur jeder Stapel fuͤr ſich, ſondern auch die ganze Ober— flaͤche kann dem Austreten der fremden Koͤrperchen dadurch ver— ſchloſſen werden, wenn die Haare auf derſelben ſpitzig und dazu noch etwas kraftlos ſind. Die Spitzen legen ſich alsdenn waͤhrend dem Schwimmen oder Abſpuͤlen flach auf die Oberflaͤche nieder, und koͤnnen eine ſo dichte abgedachte Flaͤche bilden, daß ſelbſt beim Nachdruͤcken nicht die geringſte Aufloͤſung von Schmutz, geſchweige feſtere Koͤrperchen herausgedruͤckt werden koͤnnen. Ferner muß darauf geſehen werden, daß die Wolle nicht einge— naͤſſet wird, ohne ſie zugleich in der erſten Einnaͤſſung voͤllig reini— gen zu koͤnnen. Wird ſie einmal trocken, ohne noch die voͤllige Rei— nigung erhalten zu haben, ſo iſt dieſe oft nicht mehr moͤglich. Dieſe Erſcheinung ließe ſich wohl ſo erklaͤren, daß erdige Theile, welche ſchon in hohem Grade aufgeloͤſet ſind, von der aͤußeren Luft um ſo inniger an die Oberflaͤche des Haares angedruͤckt und getrock— net werden. Die bisherigen Grundſaͤtze ſind geltend. Die Waſchmethode ſelbſt ſei nun, welche ſie wolle. §. 401. Vom Gebrauch des Waſſers im natuͤrlichen Zuſtande. Fließendes Waſſer. Bei fließendem Waſſer er— neuern ſich jeden Augenblick alle Theile deſſelben, und nehmen alle loͤsbaren Theile auf der Stelle weg. Auch kann es nicht ſo lange getruͤbt bleiben, wie ſtehendes. Das ſ dict ſo vie planger e nber oſt und Venn ſ Pflanzenthet werden kanl dr Väll in In dend fue Vafl §. 10,7 anwendharan kaine, und zu dern und der Git dei So und Staud n glein ohne: da, wi bi a Bei nin in, der Gl eunn, rufße Tenn’ ſo muß ſuſt vitd m etromung di ene den di Che hen. wün hält, und m V Vo lena m dere itt 4 Erſtes Kapitel. 351 it der Vale,— 4 Wle Das ſtehende enthaͤlt dagegen, wenn es keine Quellen hat, Ren d nicht ſo viele eldiße Theile 15 den oberen Schichten, und iſt auch, ſim b1 je laͤnger es von Luft und Licht beruͤhrt worden iſt, milder, dabei d aber oft unreiner. Wenn indeſſen ein ſtehendes Waſſer keine erdigen, ſondern nur ſchitßene Pflanzentheile enthaͤlt, und die Aufruͤhrung des Grundes verhuͤtet dnß dede werden kann, ſo ſtehen die letzten eben nicht immer der Reinigung ſhließen e der Wolle im Wege. wund a In den meiſten Faͤllen iſt, wenn man wegen der Waſchſtelle freie Wahl hat, das ſtehende dem fließenden Waſſer vorzuziehen. lechter ſcli nit den gin§. 402. Vom Schwemmen. Die bei der Schaafwaͤſche hin nif anwendbaren Methoden laſſen ſich eintheilen in ſolche, mit denen keine, und in ſolche, mit denen Nachhuͤlfe verbunden iſt. Zu den Methoden ohne Nachhuͤlfe gehoͤren das Schwemmen und der Gebrauch des Waſſerſturzes. Bei Schaafen, welche keine ſpitzigen Stapel, wenig Schmutz und Staub in der Wolle haben, reicht oft ſchon das Schwemmen allein ohne einige Nachhuͤlfe zur Reinigung der Wolle hin.“ Kraͤche win Da, wo geſchwemmt werden ſoll, muß das Waſſer wenigſtens daß ſelbſ de 3 bis 3 ½ Fuß tief ſein. nut, geſcne Bei niedrigerem Stande werden nicht alle Koͤrpertheile getrof— fen; der Grund des Waſſers wird, wenn ihn die Fuͤße erreichen koͤnnen, aufgeruͤhret, und der Schlamm ſenkt ſich alsdenn auf den Ruͤcken der Schaafe in die Wolle hinein. „ je langer u die ganze Obe⸗ r dadurch ver tzig und dah denn waͤhtn ale nicht ein ig voͤllg i die voͤligeg Bei ſtehendem Waſſer iſt eine Laͤnge von 60 bis 70 Fuß er— nixlch forderlich, wenn nicht das Schwemmen durch zu oͤftere Wiederho— iß erdige Ji lung die Thiere zu ſehr beunruhigen und die Kraͤfte erſchoͤpfen ſoll. der aäuferen Wenn bei fließendem Waſſer queer durch geſchwemmt werden ikt und grn ſoll, ſo muß es von der Gegenſeite wieder zuruͤck geſchehen koͤnnen, ſonſt wird nur diejenige Seite vollkommner gewaſchen, welche der Prichnehe Stroͤmung ausgeſetzt iſt. Bei einer doppelt ſo großen als die angegebene Strecke koͤn— nen die Schaafe den Weg an demſelben Tage nur zweimal ma— chen. In dieſem Falle kann am erſten Tage nur die Nachmittags— zeit, und am folgenden die Morgenzeit benutzt werden, damit die wMene Wolle nicht moͤglicher Weiſe trockne. richt ſt Um der Sicherheit willen werden, wo es ſich thun laͤßt, Gaſſen enatuͤrlice den Puſtr nd nehſené” 352 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. von glatten Stangen gebildet, welche mit dem Waſſer ſpiegelgleich liegend an Pfaͤhlen befeſtiget werden. Das Springenlaſſen von Britſchen herab befoͤrdert wohl das Zerſtaͤuben der loſer anſitzenden fremden Theile, es greift aber ne⸗ ben dem Uebel, daß das Waſſer in die Ohren dringt, die Thiere ſehr an, und laͤßt die Schwaͤcheren oft unterliegen, indem ihnen der Athem vergeht. Sind die Thiere gut genaͤhrt und in Hitze getrieben, ſo wird dieſen das Springen noch gefaͤhrlicher. Fuͤr wohl befleiſchte und ſchwache Thiere iſt alſo dieſe Me— thode gleich gefaͤhrlich. 3 Hin und wieder hat man geſchloſſene Behaͤlter zu Schwemm— anſtalten errichtet. Es hat auch auf der andern Seite das Gute, daß mit jedem Augenblick das Waſſer ſich erneuert, aber auch wie— der den Nachtheil, daß die Reibung zwiſchen Waſſer und Haaren etwas ſtark wird. Allein nicht alle Theile des Fließes werden beim Schwemmen gleich gut getroffen. Der Nacken wird kaum beruͤhrt, außer daß er eingeweicht wird, und der hinterſte Theil des Koͤrpers kann nicht gegen den Strom gerichtet werden. Alle erdigen Theile laͤngſt dem Ruͤcken werden beim Schwem— men mehr aufgeweicht, als weggeſchwemmt, und verunreinigen da⸗ her auf dieſen Stellen die Wolle noch eher, indem ſie ſich tiefer in die Wolle nach der Haut zu einſenken. Enthaͤlt die Seitenwolle vielen und zaͤhen Schweiß, ſo loͤſet ſich derſelbe durch das bloße Schwemmen gar nicht auf, beſonders, wenn das Waſſer nicht die gehoͤrige Waͤrme hat. Bei langer Wolle hat das Schwemmen noch den beſondern Nachtheil, daß ſich die Oberflaͤche des Fließes bald zuſchließet. Bei ſpitzig gewachſener und bei ſehr beladener Wolle laſſe man daher unter den vorzunehmenden Verrichtungen das Schwemmen nicht zuerſt ergreifen. Im erſten Falle ſchließt ſich das Fließ zu, und im letzten ſenkt ſich das ſchmutzige Waſſer auf dem Ruͤcken zu Boden. Wenn die Waͤſche durch bloßes Schwemmen gut gelingen ſoll, dann muͤſſen die Schaafe moͤglichſt rein, der Schweiß darf nicht zu zaͤh auch nur in geringer Menge vorhanden, und die Wolle nicht zu lang ſein. Es giebt indeſſen keinen Fall, wo eine noch ſo gut gelungene Schwemmwaͤſche alle Fließe und alle Koͤrperſtellen ſo dargeſtellt haͤtte, daß keine Nachhuͤlfe dabei noͤthig geweſen waͤre. 103 por dem nithig iſt, ſhen und; Beim ſchſt reinel wie mäglic: Diefeni in, werdert ditlt ſilſſt! ſer ſeht Um al dem beſten und bie laſſenden( Diſe Grund zu ſe auf ale⸗ Grfahr vor Mt d Ufr aus, des zutrag Vo J fönnen, do den, wenn ſ Juginge der Gaͤdud Das l dem das S ftei mehr 1 d ie K pſen und wnl fu da Siſu er nur iü erden, d Lefäte dem Ueben üitt, Erſtes Kapitel. 353 ier ſcienege ſi ſxaget§. 403. Bedingung der Sicherung des Grundes kädn ul vor dem Aufruͤ hren bei der Nachhuͤlfe. Wenn Nachhuͤlfe z duit In noͤthig iſt, ſo muß vorher der Grund des Waſſers da, wo Men⸗ nnt, n— ſchen und Thiere ſtehen ſollen, vor Aufruͤhren geſichert werden. n, d Beim Waſchen, beſonders in ſtehenden Gewaͤſſern, iſt ein moͤg— t und d lichſt reiner Grund erforderlich, damit das Waſſer nur ſo wenig riche 44 wie moͤglich getruͤbt werde. Diejenigen Wollwaͤſchen, welche ſonſt wohl noch gelingen koͤnn— aſſo wi ten, werden hauptſaͤchlich durch das Aufruͤhren des Grundes ver— . eitelt, ſelbſt denn noch, wenn man auch keinen Schlamm im Waſ— * zu Schwer. ſer ſieht. Säit de Um allem Aufruͤhren des Grundes vorzubeugen, werden mit jüer aih dem beſten Erfolg einfach gebaute Bruͤcken 25 bis 30 Fuß lang, ſir und hu und 5 bis 6 Fuß breit, mit einem einfachen, das Waſſer durch⸗ laſſenden Gelaͤnder verſehen, angewendet. in Schwemme Dieſe ſenket man ohngefaͤhr 3 ½ Fuß tief ins Waſſer ohne den hr. auer d Grund zu beruͤhren, welches nothwendig erforderlich iſt, und bindet Förxers kan ſie auf allen 4 Ecken mit Stricken ſo feſt als moͤglich, um aller Gefahr vorzubeugen, an derb eingerammte Pfaͤhle. beim Schne Mit dieſem Waſchboden werden zwei kleinere Bruͤcken vom runreinigen Ufer aus, ſo weit es noͤthig iſt, in Verbindung geſetzt, die eine fuͤr ſeeſich tit das Zutragen, und die andere fuͤr das Wegtragen der Schaafe. Wo Waſſermuͤhlen mit Austriften verbunden benutzt werden hweiß, ſo l koͤnnen, da kann man ſich der Flußbetten mit gutem Erfolg bedie— auf, beſonde nen, wenn ſie auch etwas hoch liegen. Zugaͤnge dazu laſſen ſich leicht durch Bohlen an den Waͤnden den beſohd der Gebaͤude anlegen. zuſchließet Das Untertauchen des Kopfes darf niemals ſtattfinden, in— Vole laſem dem das Schaaf, ſobald es in der Gewalt der Haͤnde iſt, ſich nicht as Schvem frei mehr erheben kann. Die Kopf- und Backenwolle wird mit der hohlen Hand be⸗ im laßten goſſen und gewaſchen. de ncleni§. 404. Gebrauch des Waſſerſturzes. Wenn ein Sturz⸗ vei darf fall der Geſundheit der Thiere nicht nachtheilig werden ſoll, ſo darf n dn er nur 1 bis 1 ½ Fuß hoch ſein; das Thier muß dabei ſo gehalten werden, daß die Stelley welche getroffen werden ſoll, nur auf der walt qluur Oberflaͤche vom Waſſer beruͤhrt wird. Auch muß der Kopf vor V 3 nnſ dem Ueberſtroͤmen geſichert werden. äre 354 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Die naͤchſte Wirkung eines Sturzfalles iſt aber die, daß die heftige Reibung des Waſſers, wenn auch die Reinigung der Wolle von Sand und erdigen Theilen vollkommner geſchehen kann, die Haare ſehr rauh macht, und ihnen zugleich das natuͤrliche Fett in einem ſehr hohen Grade benimmt. Feſten Schmutz verdraͤngt aber ein Sturzfall ohne vorherge— gangene Loͤſung keinesweges, wenn nicht die Geſundheit des Thie— res Preis gegeben werden ſoll. §. 405. Nothwendigkeit der Handwaͤſche. Klebriger und feſter Schmutz erfordert Nachhuͤlfe. Dieſe beſteht entweder in einer unmittelbaren Behandlung der Wolle, oder in dem Gebrauche kuͤnſtlicher Mittel, und in beiden zugleich. Unter die letzten gehoͤrt auch die Erhoͤhung der Temperatur. Vortheil der Handwaͤſche. Bei der Handwaͤſche wird die Wolle durchgaͤngig reiner. Man kann ſich der Reinigung aller Koͤrpertheile mehr verſichert halten. Das Waſchen wird ſchneller verrichtet, und die Thiere werden nicht ſo angeſtrengt. Zur leichteren Beurtheilung einer gewaſchenen Wolle hilft aller⸗ dings die beſtehende Ordnung der Haare in ihrem natuͤrlichen Wuchs. Allein der Nachtheil einer unvollkommenen Waͤſche, welche zugleich mehr noch der Beurtheilung im Wege ſteht, iſt fuͤr den Verkaͤufer in den mehreſten Faͤllen bei weiten groͤßer. Außerdem bleibt auch nach einer Schwemmwaͤſche kein Fließ in ſeiner natuͤr⸗ lichen Ordnung wegen der noch folgenden Behandlungen. §. 406. Vorhergehende Aufweichung. Klebriger ober feſter Schmutz erfordert nicht nur Nachhuͤlfe, ſondern auch eine vorhergehende Aufweichung. Weder beim Schwemmen noch bei einem Sturz koͤnnte ein Thier nicht ſo lange im Waſſer bleiben, bis ſich der Schmutz ſo weit aufgeloͤſet haͤtte, daß er ſo ziemlich aus der Wolle heraus zu waſchen waͤre. Schon zum durchgaͤngigen Eindringen in die Wolle bedarf das Waſſer eine gewiſſe Zeit, wie viel mehr noch zur Aufweichung der feſteren Stellen. Kann aber die eigentliche Waͤſche nicht noch waͤhrend der Zeit tewmonm! ſtwert wel Sowor ſung verm den, daß? ſerausgebret ſen laſſn, die gleichzen Roypn Tenn ſind mäͤglie von einem! den Tropfen Ein he zuſammenhe Swiſchenrat Der he ß darum ſe erden. Aatzd Ddande Schaft vor D ie zn din, daß d dn, welche ſt wrrden räcende Au Tällic ſin dun hi Nac ſ dur Viſt thode ſchn ſändlich. nit. Erſtes Kapitel. 355 ütr di, d ſigun de d dehen tin, ntilih zt Sowohl Fett, als andere Theile koͤnnen naͤmlich durch Aufloͤ— ſung vermittelſt des Waſſers in einem ſolchen Zuſtand verſetzt wer— den, daß ſie ſich nachher, wenn ſie nicht ſogleich aus der Wolle herausgebracht werden, auf dem gewoͤhnlichen Wege nicht mehr loͤ vorgenommen werden, da die Wolle naß iſt, ſo kann ſie leicht er ſchwert werden, oder gar mißlingen. lohne wie undheit da 3 12 ſen laſſen, was ſehr haͤufig der Fall iſt. Es iſt daher beſſer, wenn das Einnaͤſſen und das Reinwaſchen ſche. Ah an einem Tage geſchehen, und zwiſchen beiden Verrichtungen allen falls ein Paar Stunden Zeit verfließen. Beßanälmn Eine laͤngere Zeit iſt aber nicht erforderlich. und i 1 Im Gegentheil, diejenigen Schaafe, welche nach Verlauf einer Stunde wieder gewaſchen werden, laſſen ſich ſchneller reinigen, als r dnnen die gleichzeitig eingenaͤßten, welche ſpaͤter an die Reihe kommen. Wenn Waſſer zwiſchen ſolche feine Koͤrper, wie doch Haare ſind, moͤglichſt ſchnell ein- und durchdringen ſoll, ſo kann man dies von einem heftigen Strom weniger, als von feinen ſanft einfallen— den Tropfen erwarten. andwſche wi Niinigung all rwird ſchele . Ein heftiger Strom wirkt auf ſeine Gegenſtaͤnde eher wie eine dale viñ d zuſammenhangende Flaͤche, als wie ein Koͤrper, deſſen Theilchen in ſim mile Zwiſchenraͤume einfallen. Wiſhe, n Der heftigſte Strom kann uͤber ein Schaaf weggehen, ohne eht, iſt fü daß darum das Innere der Stapel, ſelbſt die Spitzen durchdrun— ſir. Auße gen werden. in ſeinet ni Nichts dringt aber leichter ein, als ein anhaltender Staubregen. ungen. Beſonders bemerklich macht ſich dies an der Wolle, wenn Schaafe von einem Thau oder Nebel zufaͤllig befallen werden. Klebriger Die zweckmaͤßigſte Einweichung koͤnnte daher nur darin beſte— ndern auch a hen, daß die Schaafe unter einen feinen Regenfall gebracht wuͤr— den, welches, ohne bis zum Abtrocknen zu warten, ſo oft wieder— turz könne holt werden muͤßte, bis Verſuche mit einzelnen Thieren eine hin— der Scmi reichende Aufloͤſung zu einer leichten Waͤſche zeigten. Polle herni Vielleicht waͤre eine drei- bis viermalige Wiederholung am er— ſten Tage hinreichend. Nach jedem ſanften natuͤrlichen Regen findet man die Wolle zur Waͤſche am beſten vorbereitet. Mit Gießkannen iſt dieſe Me— thode ſchon zum Vortheil verſucht worden. So iſt ſie aber zu um ſtaͤndlich. polle bedaffe dufweicung ihtend de 356 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Ein ſolcher Regenfall waͤre aber leicht zu bewerkſtelligen. Man lege nur eine Brunnenroͤhre queer vor einen Damm, und verſehe ſie mit 2 bis 3 Reihen feiner dicht neben einander ſtehenden Loͤcher. Der Platz vor der Rinne duͤrfte nur in einer ſo breiten Trift beſtehen, als die Waſſerbogen der Rinne beſtreichen koͤnnten. Bekanntlich bedienet man ſich auf aͤhnliche Art eingerichteter Roͤhren zur Beſprengung oͤffentlicher Wege und zum Duͤngen mit Fluͤſſigkeiten. §. 407. Ueber die Vortheile des Ruͤcklingshaltens der Schaafe waͤhrend dem Waſchen. Im Waſſeer iſt die na⸗ tuͤrliche Stellung des Thieres gar nicht dazu geeignet Sand, Staub und Schmutz aus der Ruͤckenwolle fahren zu laſſen. Mit jedem Druck und jeder ſenkrechten Bewegung des Waſſers ſenkt ſich alles Anhaftende immer tiefer hinein, und verunreiniget nun erſt den urſpruͤnglich reiner gebliebenen Theil der Wolle. Denn in dieſem Theil erſcheint die meiſte Wolle nach der gewoͤhnlichen Waͤſche un— reiner, als ſie vorher war. Aller noch leicht aufliegender Sand und Staub laͤßt ſich daher am ſchicklichſten entfernen, wenn man das Schaaf ruͤcklings in das Waſſer bringt, in 6 bis 8 Hin⸗- und Herzuͤge der Laͤnge nach in der Bewegung gleich einer Saͤge abſpuͤlet, und die Wolle mit den Fingern zu lockern, zu ruͤtteln und abwechſelnd Waſſer dage⸗ gen zu ſtroͤmen, eine Zeit lang fortfaͤhrt. Hierauf kann erſt geſchwemmt, und da, wo dieſes nicht hilft, mit den Haͤnden nachgeholfen werden. Dieſe Methode hat noch nirgends ihren Zweck verfehlt wo ich ſie nur an noch ungewaſchenen Schaafen in meiner Gegenwart habe anwenden laſſen, und wird unter andern zu Blumbeßg bei Gum⸗ binnen bei einem alten Merinosſtamm, welchem es an Hinderniſſen gegen die Waͤſche in Ruͤckſicht der Feinheit, Dichtheit und des ge⸗ hoͤrigen Schweißtriebes nicht fehlt, mit dem beſten Erfolg fortgeſekzt. §. 408. Tiefe des Waſſers, in welcher gewaſchen werden muß. Die oberen Schichten des Waſſers ſind bekanntlich immer waͤrmer, als die unteren. Beim Spuͤhlen und Waſchen darf man daher das Schaaf nicht zu tief in das Waſſer hinein halten. Das unreine Waſſer, welches beim Druͤcken hervorquilt, darf nicht wieder in die Wolle hineinſinken. Dies dfüint,ud. Daher i dus V. Druck außt auf zu kaltt „1nn Taſchen. m der Sct wilen de werden. Oer ſeelen ſind zum! das Paſcht 2Mrſcher der andere ſanmen ge Der e Der Vah muß, da Leuten dur . 4 nicht dur die Oberſt und die S drücken das ſnden es wedden fe den ſal Van den miſ dieder)l 5 18 it Erſtes Kapitel. 357 kſtlian. N. 68, 1 n, ſ Dies geſchieht aber, ſo oft die zu waſchende Stelle gerade oben fähnda aufliegt, oder auch außerhalb des Waſſers gehalten wird. ſ hee Daber muͤſſen jedesmal die zu waſchenden Stellen ſeitwaͤrts aitn 8 das Waſſer hinein gerichtet werden, ſo daß die Haͤnde keinen let ein g Druck außerhalb deſſelben thun koͤnnen, doch nicht zu tief, um nicht un et auf zu kalte Waſſerſchichten zu ſtoßen. §. 409. Trennung der Verrichtung des Haltens vom Waſchen. Beim Reinigen der Wolle durch Menſchenhaͤnde muß lingiſ um der Schonung des Thieres und der Sicherung des Gelingens väſer iſ der willen die Verrichtung des Haltens von der des Waſchens getrennt tt Sand, werden. ſen. Ni ſir Wer da haͤlt, kann nicht waſchen. Denn nicht alle Koͤrper— jſentt ſih u ſtellen ſind fuͤr den Halter gleich gut erreichbar. nun ert w Zum ordentlichen Halten und Wenden des Schaafes, wie es Denn in diſt das Waſchen der verſchiedenen Stellen erfordert, ſind wenigſtens hen Wiſche un 2 Menſchen noͤthig. Der eine haͤlt Kopf und Vorderbeine, und der andere die Hinterbeine, in jeder Hand ein Bein und nicht zu— läßt ſcch dahe ſammen gelegt. rüͤcklingsi Der erſte ſorgt dafuͤr, daß kein Waſſer in die Ohren komme. der Unge re Der Wahn, daß das Zuhalten der Ohren dazu hinreichend ſei, de Woll muß, da die Erklaͤrung des Ohrbaues etwas langweilig iſt, den Leuten durch ein ſtrenges Verbot benommen werden. Das Waſchen ſelbſt wird am vollſtaͤndigſten und mit dem we— iſes nicht ſi nigſten Zeitaufwande verrichtet, wenn auf jeder Seite des Thieres ein Waͤſcher ſteht. . derfehlt we Gegenwatit mbag bei Gr §. 410. Verrichtung des Waſchens ſelbſt. Es darf nicht durch Reiben geſchehen; dadurch verſchließt ſich das Fließ, die Oberfliche wird theils verfilzt, theils in anderer Art entſtellt, und die Spitzen werden an ſich rauher; ſondern es muß nur im Druͤcken beſtehen. Das Druͤcken der Wolle geſchieht nicht nach dem Koͤrper zu, ſondern es wird ſo viel Wolle, als mit der Hand ſchicklich gefaßt werden kann, in der Hand gedruͤckt, als wenn ſie geknetet wer⸗ den ſollte. Wenn mit klebrigem Schweiße behaftete Stellen gedruͤckt wer— den muͤſſen, ſo darf man das Druͤcken auf derſelben Stelle nicht wiederholen, ohne die Wolle vorher wieder aufgelockert zu haben, an Hinderiſ heit und da Erful forgit er gewaſl ſind bekante d Waſchen u hinein hils ervorguik, 4 358 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. was auch zuletzt geſchehen muß, wenn die gedruͤckte Stelle verlaſſen und eine andere vorgenommen wird. Schweißige verklebte Stellen muͤſſen abwechſelnd gedruͤckt und gelockert werden, damit von neuem Waſſer eindringen kann, und ſo werden dieſe Verrichtungen bis zur moͤglichſten Reinigung wie— derholt. Die Waͤſcher muͤſſen mehrere Stellen hintereinander abwechſelnd vornehmen, damit einer jeden Zeit gelaſſen wird, von neuem Waſ—⸗ ſer aufn teßrnen zu koͤnnen. §. 411. Gegenſtroͤmen mit Waſſer. Das Druͤcken der Wolle preßt keinen Schweiß auch keinen darin enthaltenen Sand, ſondern nur die darin enthaltenen im Waſſer loͤsbaren Unreinig— keiten heraus, in ſo fern ſie frei gemacht werden koͤnnen. Daher iſt, wenn ſich zuletzt noch Sand in der Wolle befindet, das Gegenſtroͤmen des Waſſers mit den Haͤnden, oder mit kleinen Gefaͤßen zu verſuchen, und oft noch ſehr foͤrderlich, indem ſie ge— ſcheitelt wird. Zur Waͤſche muͤſſen moͤglichſt beſonnene, ſtarke und fleißige Leute gewaͤhlt werden. Wenn waͤhrend dem Waſchen das Schaaf mehrmals hin- und hergeſchwenkt wird, ſo ſpuͤlen ſich dadurch die geloͤſeten Unreinig— keiten eher ab, die zuſammengedruͤckte Wolle wird wieder lockerer, und das Waſſer erneuert ſich auf derſelben Stelle. §. 412. Ueber die Vertheilung des Waſchens nach den verſchiedenen Koͤrpertheilen, oder uͤber die Theilwaͤſche. Wenn man einem jeden Theil die Reinigung eines ganzen Schaa— fes uͤberlaſſen will, ſo entſteht Unordnung im Zu- und Wegtragen, und Zeitverluſt und Unbequemlichkeit fuͤr den Revidenten. Bei der Schaafwaͤſche gereicht die Verthe,d beſtimmter Ver⸗ chtungen an beſtimmte Perſonen ſo viel es Ort, Zeit und andere mſtaͤnde geſtatten, ſehr zum Vortheil. So wird z. B. die meiſte Zeit erſpart und die Ordnung am beſten erhalten, wenn die Waſchenden auf ihrer Stelle bleiben und andere Perſonen zum Zu- und Wegtragen beſtimmt werden. Die bei dem Schaafwaſchen vorkommenden beſondern Verrich⸗ tungen außer dem Aufſichthalten beſtehen im Beleſen, Zutragen, Einnaͤſſen, Waſchen, Abſpuͤlen und Wegtragen. * t 1† A Um n N. hii dem Pütheilune lber den Die enl nicht genl die rimf 1. Kopf u Diſ in einer lſtelt, d den ende Da Orick n der Scha Eſte hen. ſnit, Erſtes Kapitel. 359 Suleuiſ Um nun verſichert zu ſein, daß kein Koͤrpertheil am Schaaf id gt. bei dem Waſchen uͤberſehen wird, thut man wohl, wenn man jeder ner zin Abtheilung von vier Mann einen beſtimmten Koͤrpertheil zutheilt, rRed d uͤber den kein Paar Waͤſcher hinaus greifen darf. meicgänd Die Eintheilung des Schaafes in zwei oder drei Theile foͤrdert nicht genug, mehr als vier Theile aber wuͤrden zu klein werden. endt eüntn Die vierfache Eintheilung iſt daher hinreichend. Dieſe begreift von neuen de 1. Kopf und Hals, 2. Schultern, Bruſt und Widerrißt, 3. Sei⸗ ten, Bauch und Mittelruͤcken, 4. den uͤbrigen hinteren Theil. Jede Waͤſcherpartie beſteht aus vier Perſonen; aber zum Ein— —₰ das Dritn und Abſpuͤlen ſind auf jeder der dazu beſtimmten Stellen drei er— thaltenen En forderlich. en, t Die Reihenfolge der Beſchaͤftigten iſt folgende: a) 3 Perſonen zum Einweichen,* zd. fir b) 4 Perſonen zum Waſchen des Hintertheils, 54 nit llein c) 4 Perſonen zum Waſchen des Bauches, der Seiten indem ſie ge und des Ruͤckens, 4) 4 Perſonen zum Waſchen der Bruͤſte, der Blatter und ke und flfßtn des Widerrißts, -) 4 Perſonen zum Waſchen des Halſes und des Kopfes, zrmals hine m und ſſſten Unrin †) 3 Perſonen zum Abſpuͤlen. ken. 4 4. nitder bin Dieſe verſchiedenen Haufen werden in gerader Linie, und nur in einer Entfernung von zwei zu zwei Schritten hinter einander geſtellt, damit kein Theil den andern hindern, aber auch der eine hens nahhe dem andern ein Schaaf bequem zureichen kann. Theilwiſt Das Zu- und Wegtragen kann durch 2 Perſonen fuͤr jedes garzen Etu Stuͤck, nach der Entfernung durch mehrere Paare, und das Beleſen und Wegtrg der Schaafe im Pferch von vier, allenfalls juͤngern oder aͤlteren dentn. 3 geſchehen.— beſtimmter I Jeder bei der Waͤſche beſchaͤftigte Haufen verrichtet an dem zeit und mn Theil, der fuͤr ihn beſtimmt iſt, ſo lange ſeine Arbeit, bis das Weitergeben befohlen wird. fe Ordnung w Dieſer Befehl muß von demjenigen Haufen abhangen, welcher elle bleiben e den Hals als den ſchwierigſten Theil, zu waſchen hat. werden Vom Hineinbringen an bis zum Herausbringen wird das Thier undern Veti immer ruͤcklings, und mit dem Kopf in die Hoͤhe gehalten. ſon. Hutkagel,.— 3— 4 ſen, duun„Zur Aufſicht ſind 3 Mann erforderlich, einer im Pferch, der 360 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. zweite den Waͤſchern gegenuͤber, und der dritte ſieht die gewaſche— nen Schaafe nach. Der Aufſeher im Pferch ſieht darauf, daß kein Druͤcken der Thiere entſteht, die Schaafe gehoͤrig beleſen, beſchnitten, angefaßt und getragen werden. Der Aufſeher der Waſchenden ſieht ebenfalls auf Ordnung in Ruͤckſicht der Behandlung der Thiere und des Waſchens, ſo wie des gleichzeitigen Weitergebens, welches in moͤglichſter Ordnung, aber zur Erſparung der Zeit ſchnell geſchehen muß. Bei dieſer Einrichtung kann dem Unterſuchenden der Waͤſche auch nicht ein Stuͤck entgehen, ohne daß er ſich von der Stelle zu begeben noͤthig haͤtte. Anfaͤnglich uͤbereile man die Leute nicht. Wenn 4 bis 5 Stuͤck durch die Haͤnde gegangen ſind, ſo wiſſen ſie ſchon die Vortheile zur Foͤrderung der Sache beſſer zu finden, als man ihnen beſchrei— ben kann. Doch muß ein Jeder das Seinige beobachten. Foͤrderung. Sind Beſchaffenheit und Temperatur des Waſ— ſers nur einigermaßen guͤnſtig, ſo kann man bei dieſer Methode taͤglich 3 bis 400 Stuͤck bequem, bei einiger Anſtrengung aber auch 450 bis 500 Stuͤck mit einem Male rein bekommen, ohne die zweite Waͤſche noͤthig zu haben. Iſt einmal die Arbeit im Gange, ſo muß jeder Theil ſeine Ar— beit an einem Schaaf in einer Minute verrichtet haben. Es darf ſich dabei noch Niemand uͤbereilen, wenn nur nicht unnuͤtzer Weiſe zu lange auf einer Stelle zugebracht wird. Beſſer iſt es indeſſen, wenn die Schaafe zum zweiten Mal, aber in friſchem Waſſer aus demſelben Behaͤlter, ganz nach derſel— ben Einrichtung nachgewaſchen werden. Die erſte Waͤſche iſt aber als die Hauptwaͤſche zu betrachten. Keine Muͤhe darf dabei geſparet werden. Doch muͤſſen bei der erſten Waͤſche in einer Stunde ohngefaͤhr 100 Stuͤck durch die Haͤnde gehen. Damit aber beim zweiten Waſchen nicht zufaͤllig von den zu allerletzt gewaſchenen Stuͤcken keine wieder zuerſt an die Reihe kom⸗ men, muß beim erſten Waſchen die erſte gewaſchene Haͤlfte beſon— ders eingepfercht werden. Die Zwiſchenzeit zwiſchen dem erſten und zweiten Waſchen kann eine Stunde dauern. Bei li rixt nachw Venn mnſeatt eine im Ordnur goch Niem Bei ei dhren iſt e der ſchon me fönnen. 946 Scheafwaſe fubigen I ſen die Sch dht vorgen de iattfnden een, wodu ſnhaltende nſtder voll nart Um m Gewalt zu n verſchaft imeinen N nt zutem Eir ger 1 annaden iihim und ſezen tun. Ale i fer, wenn 1 Bein( ſnitt Erſtes Kapitel. 361 it die ue ju Paah Bei laͤngerem Verweilen laſſen ſich die zuletzt gewaſchenen ſchwie⸗ tein diitn riger nachwaſchen. 1 nit, ni Wenn es Platz und Leutezahl erlauben, zwei Waͤſcherreihen, ſ, anſtatt einer, aufzuſtellen, ſo kann man dies ebenfalls mit der groͤß— uf Ounen ten Ordnung bewerkſtelligen, nur nicht zum allererſtenmal, wenn iſten 1 noch Niemand eine Anleitung bekommen hat. ſcſſtr Ain Bei einem fuͤr Landleute ſo ungewoͤhnlichen taktmaͤßigen Ver⸗ fahren iſt es gut, wenn den Tag zuvor die dazu beſtimmten Arbei— ter ſchon mit Stellung und Verrichtungen bekannt gemacht werden koͤnnen. Dieſe Reihenwaͤſche kann man anwenden in fließendem und ſtehendem Waſſer, ohne und mit Floͤßen. ſiß M 1 n der Etl n4 bis E n di Turte§. 413. Von der Waͤſche in Gefaͤßen. Der Erfolg der ihnan bichn Schaafwaͤſche nach dem bisherigen Verfahren bleibt aber der ſorg— ahien faͤltigſten Vorkehrungen ungeachtet, doch immer ſehr ungewiß, in— nr ds Viſ dem die Schaafſchur nur innerhalb eines kurzen Zeitraums im Fruͤh— iſer Mthed jahr vorgenommen werden kann. zung aber aut In den dringendſten Augenblicken, wo kein Aufſchub mehr ohre die zwin ſtattfinden darf, kann zu kuͤhle Witterung oder Regenwetter eintre— ten, wodurch das Waſſer getruͤbt oder zu kalt wird. Es koͤnnen dheil ſene!h anhaltende Winde kommen, welche nach der Waͤſche die Schaafe ben. Es di wieder vollſtaͤuben. unnüter Wi Das Schwemmen wirkt an ſich ſchon ſehr angreifend auf die Thiere, und der Aufenthalt im Waſſer auf die Menſchen, wie viel zweirn A mehr bei kuͤhler Witterung. n nach diſ Um nun die Zeit des Vornehmens der Waͤſche mehr in ſeiner Gewalt zu haben, und Menſchen und Vieh moͤglichſte Erleichterung zu verſchaffen; laͤßt ſich eine Einrichtung befolgen, welche ich einmal in einem Nothfalle Jemand angab, und ſeitdem hin und wieder mit gutem Erfolg im Gebrauch iſt. zu betracle ohrarſi.— 1 aie ün Sie gewaͤhrt neben den Vortheilen, die zuvor erwaͤhnten Uebel jg von den in zu vermeiden, auch noch den, daß man ſich den Mangel an taug— t znſee lichem und hinreichendem Waſſer in den meiſten Faͤllen leicht er— die Reihe be ſetzen kann. Alle dieſe und noch mehrere Vortheile kann man ſich verſchaf— fen, wenn man das Waſchen in beſonderen Gefaͤßen verrichten laͤßt. Beim Gebrauch beſonderer Gefaͤße bedarf man erſtlich weniger Häͤlfte beſt Paſchen ien 362 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Waſſer, indem 3 bis 500 Stuͤck in demſelben Waſſer zum erſten— male gewaſchen werden koͤnnen. Ferner kann die Waſchſtelle eher da gewaͤhlt werden, wo Aus⸗ trift und Weide ihre Naͤhe erfordern. Auch kann man um ſo eher kleine Regenwaſſerſammlungen dazu benutzen. Unreines Waſſer laͤßt ſich leicht reinigen, indem man daſſelbe auf verworrenes, dicht zuſammen gepreßtes Stroh auffallen und durchlaufen laͤßt, welches leichter einzurichten iſt, und nach der Erfahrung eines Praktikers beſſere Dienſte dabei thut, als ein Sandbad. In einem Gefaͤß erwaͤrmt ſich das Waſſer leichter durch die Thiere ſelbſt, je mehr ihrer ſich darin aufhalten. Den Waͤrmegrad kann man aber außerdem durch erwaͤrmtes Waſſer nach Beduͤrfniß leicht ſteigern, indem man in der Naͤhe unter wenigen Umſtaͤnden einen Keſſel voll Waſſer von 8 bis 10 Handeimer Inhalt bis zum Kochen warm halten laſſen kann. Bei dem Gebrauch der Waſchgefäße laſſen ſich ebenfalls beſon— dere Mittel zur leichtern Loͤſung der Unreinigkeiten anwenden, was in einem freien Waſſer nicht ſo leicht moͤglich iſt. Das gebrauchte Waſſer kann man nach Beduͤrfniß und Belie— ben vermindern und gaͤnzlich auslaufen laſſen, und eine Erneuerung deſſelben iſt leichter moͤglich. Die Arbeiter haben den Vortheil im Trocknen zu ſtehen. Sie koͤnnen alſo um ſo laͤnger, kraͤftiger und munterer ihre Verrichtun⸗ gen erfuͤllen. Fuͤr Menſchen und Thiere entſteht bei dem Gebrauch von Ge⸗ faͤßen die wenigſte Gefahr. Die Anwendung der Ruͤcklings⸗- und Reihenwaͤſche wird aber beim Gebrauch der Gefaͤße nothwendig. Die Aufſicht iſt bei keiner andern Einrichtung genauer zu fuͤh⸗ ren, als bei dieſer. Die Anſchaffungskoſten ſind in Vergleich mit andern Waͤſchan— lagen gering, und die Erhaltung unter einer Bedachung und beſtaͤn⸗ diger Anfuͤllung mit Waſſer leicht. Moͤglicher weiſe laſſen ſich noch Nebenbenutzungen fuͤr haͤus⸗ liche oder wirthſchaftliche Zwecke damit verbinden, z B. zum Flachs⸗ roͤſten unter einer Bedeckung. 414 ſi nache N dihten bre Muͤhlen ſiken De Denn fäſt 9 lingen wegen Das Gch ſir die Sm nuf jde S legen däßt. di En nach den ve man nämie Geftßes, un tinander foli Bei diſ Munſchen, hringen. Zur be Oaite diſſe belche in de Pverſehen e Pfoſcens hezuegende den, d dringen, we ar Bohlen: Hed, it einem de dur ſcce in und wied Än auj Imn fennen. du d Kaſes nt ſdal gſat ſe damit hnitt Erſtes Kapitel. 363 Laſtt z e. Imn cir§. 414. Einrichtung der Waſchgefaͤße. Ein ſolches Ge— nen, a fäß mache man 30 Fuß rheinl. lang, 3 ½ Fuß hoch und 3 Fuß im eo Lichten breit. rinaing Muͤhlenbaumeiſter wiſſen dergleichen Gefaͤße gegen den ſehr den ſtarken Druck einer ſolchen Waſſermaſſe am beſten anzugeben. Denn faſt alle erſten Verſuche von Zimmerleuten oder Tiſchler miß⸗ lingen wegen Mangel an Zuſammenhang. Das Gefaͤß koͤmmt auf Schwellen zu ruhen, welche ſich zugleich dem man e toh auffiln, ſ und nah fuͤr die Standplaͤtze der Waͤſcher benutzen laſſen, indem man ſie ei thut, auf jeder Seite 12½ bis 2 Fuß hervorſtehen, und mit Brettern be⸗ 1 legen laͤßt. lictt wn Die Entfernung dieſer Schwellen laͤßt ſich am vortheilhafteſten dan Vimn nach den verſchiedenen Verrichtungen der Arbeiter beſtimmen, wenn 4 nat Bif man naͤmlich die beiden aͤußerſten Schwellen 6 Fuß vom Ende des enigen Unſti Gefaͤßes, und die uͤbrigen vier Schwellen von 4 ½ zu 4 ½ Fuß auf „Inat bis einander folgen laͤßt. Bei dieſer Einrichtung laſſen ſich die verſchiedenen Partien jcbenfalls beſe Menſchen, welche eine Reihenwaͤſche erfordert, ſehr ſchicklich an— anwenden,n bringen. Zur beſſeren Zuſammenhaltung des Gefaͤßes koͤnnen auf jeder Seite deſſelben dicht an den Waͤnden Pfoſten angebracht werden, welche in den Schwellen einzuzapfen und von auſſen mit Streben zu verſehen ſind, die von der Spitze der Schwelle nach der Mitte des Pſoſtens zu gerichtet werden koͤnnen, damit die fuͤr die Waͤſcher uͤberzulegenden Bretter Platz haben. Im Inneren des Gefaͤßes laſſen ſich die Waͤnde von unten nach oben, einem jeden der aͤußeren Pfoſten gegenuͤber, Leiſten an— ürfniß und d0 d eine Erumr mzu ſtehen.7 ihre Verit Bäürau it bringen, welche zu mehrerer Verhuͤtung des Auseinandertreibens der Bohlen moͤglichſt an die aͤußeren Pfoſten zu befeſtigen ſind. nviſce nid Beide, Pfoſten und Leiſten ſind uͤber der oberſten Bohle noch — mit einem derben Riegel zu verſehen. g genauer d Zur ſicheren Befeſtigung der Waͤnde mit dem Boden koͤnnen hin und wieder Kniebaͤnder angelegt werden. andern Vie Oben auf dem Gefaͤß darf nirgends etwas queer uͤber zu lie— chung und gen kommen. Zur willkuͤhrlichen Ablaſſung des Waſſers wird der Boden des Kaſtens nach dem entgegengeſetzten Ende hin ohngefaͤhr um 4 bis 6 Zoll geſenkt, und die Waͤnde werden in dieſem Verhaͤltniß erhoͤ⸗ het, damit eine waſſerrechte Richtung des Gefaͤßes bleibt; unter ungen fir e B. zum far 364 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. der Giebelwand an dieſem Ende wird alsdenn eine kleine Oeffnung und vor derſelben im Innern ein Aufzug angebracht, deſſen Hand⸗ griff oben hervorſtehen und daſelbſt mit kleinen Loͤchern verſehen ſein kann. In Ermangelung eines Gefaͤlles bei einem ſtehenden Waſſer laͤßt ſich mit einem ſolchen Waſchgefaͤß eine Pumpe verbinden, wo— bei noch einige Fuß Fall uͤber ein mit Leiſten verſehenes Brett zum Abſpuͤlen zugleich benutzt werden koͤnnen. §. 415. Vom Herausbringen der Schaafe aus dem Waſſer. Nach Beendigung der Waͤſche muß das Schaaf auf der Stelle aus dem Waſſer gehoben, und ruͤcklings herausgebracht wer⸗ den, damit waͤhrend der Zeit das meiſte Waſſer ablaufen kann. Das Schaaf darf aber waͤhrend dem Tragen die Waſſerflaͤche nicht mehr beruͤhren. Denn beim freien Austritt aus einer Schwemme zieht das Schaaf das ſchlammige mit Holz, Kraut, Stroh, allerlei Faſern und unreinem Schaum uͤberdeckte Waſſer an das Ufer, und beladet damit ſeinen Ruͤcken von neuem, oft in groͤßerem Maaße, als es auf ſich trug, ehe es ins Waſſer kam. Abnehmen. Bei hohen Ufern muͤſſen ein Paar Menſchen oben ſtehen, welche das Thier den Herausbringern abnehmen. Bohlen koͤnnen zu ihrem Stand allenfalls mit Leiſten queer— uͤber beſchlagen werden. Dieſe Obenſtehenden halten das Schaaf mit flachen Haͤnden an den Vorder⸗ und Hinterbeinen ſo lange ſtill, bis das Waſſer zu ſtroͤmen aufhoͤrt, und zu troͤpfeln anfaͤngt. Die Wolle darf waͤhrend der Zeit gar nicht abgedruͤckt wer⸗ den, ſondern bleibt ſo viel als moͤglich in der Lage, wie ſie aus dem Waſſer koͤmmt. Nach der Waͤſche duͤrfen die Thiere nicht lange ohne Bewe⸗ gung bleiben. §. 416. Ueber den Gebrauch von Huͤlfsmitteln bei der Schaafwaͤſche. Hartes Waſſer wird ſchon weicher wenn es andere Gegenſtaͤnde beruͤhren muß, an denen ſeine erdigen Theile zum Theil leicht hangen bleiben koͤnnen. Z. B. Schichten von Pflanzen, verworrnes Stroh u. dergl. Die erdigen Theile ſchlagen ſich aber um ſo leichter nieder, je hoͤher die Waͤrme des Waſſers zu ſtehen koͤmmt. das Kt Stichten it Vil ui ſ ethohe n Grad N. Die d ſnd, ſefin? Unter di de Scweſh Aufbfung de diſ A ſich ſ vert Tager: tigket nit? um ſo leichi Die ſon Sticke inn kunz mehr Bai ei Etüͤck bedan Das 9. kenen Schne Daes duch der Aan ſls drufe ktit Vale wenden habe zber doch de dei Ve ß, vie be Ven a ſo hnn die nt halne A das bride dade Wenan und; Taſe da d ————— nit. Erſtes Kapitel. 365 ne leimeoff ach dſſn ze Lüchern dn Das Kochen des Waſſers und das Stehenlaſſen der unterſten Schichten iſt der leichteſte Weg zu weichem Waſſer zu gelangen. Will man aber die Subſtanz der Wolle nicht zu ſehr angreifen, thende d⸗ ſo erhoͤhe man die Temperatur des Waſſers nicht uͤber 20, hoͤchſtens ne vetin 22 Grad Reaumur. ſchenes dit. Die Thiere ſelbſt, ſo wie ſie eine Zeit lang im Waſſer geweſen 1 ſind, helfen die Waͤrme deſſelben erhoͤhen. Unter diejenigen Mitteln, welche das Waſſer zur Aufloͤſung haaft an des Schweißfettes geeigneter machen, gehoͤrt zunaͤchſt die Schweiß⸗ Aufloͤſung der Schaafe ſelbſt. Dieſe Aufloͤſung enthaͤlt naͤmlich eine aͤtzende Kraft. Sie kann ſich ſo verſtaͤrken, daß den Schaafwaͤſchern die Haut davon aufſpringt. s Schagf ai erausgebrach. ablaufen am ndie Taſfn Wegen ihrer naͤchſten Verwandtſchaft, oder eher noch Gleichar⸗ einer Scum tigkeit mit dem Schweiße jedes einzelnen Thieres kann ſie denſelben um ſo leichter wieder aufloͤſen helfen. Die ſo entſtehende Wollſchweißlauge kann fuͤr die nachfolgenden Stuͤcke immer ſo lange benutzt werden, bis das Waſſer keine Wir⸗ kung mehr aͤußert. Bei einer zweimaligen Waͤſche eines Haufens von 300 bis 500 Stuͤck bedarf es waͤhrend der erſten Waͤſche keiner Erneuerung. Das Kali in Lauge und Seife loͤſet die in der Wolle enthal— it Stroh, ale an das Ufer, u räͤßerem Maaß Paar Menſt abnehmen. mit Leiſten en tenen Schweiß⸗ und Fetttheile auf. t fachen di Da es aber auch zugleich aͤtzend auf die Haarroͤhre wirkt, und das Vaſt auch der Annahme gewiſſer Farben im Wege ſtehen ſoll; ſo koͤmmt es blos darauf an, in welcher Menge man auf eine beſtimmte Quan⸗ dögerictr titaͤt Wolle Lauge oder Seife von einem gewiſſen Kaligehalt anzu— wenden habe, um nicht nachtheilig auf die Wolle zu wirken, dabei aber doch den Zweck der Anwendung nicht zu verfehlen. Bei Verſuchen dieſer Art verſieht man ſich zuweilen in der Do⸗ eage, wieſtu 1 nxe on ſis, wie bei der Anwendung des Schießpulvers und des Opiums. Wenn auf ein Schaaf Loth gereinigte Potaſche gerechnet wird, ſfemittint ſo kann die Anwendung derſelben bei der Schaafwaͤſche noch keine wechet um nachtheiligen Folgen haben. e enign d Nur das Nachtheilige haben Lauge und Seife, daß ſie die Wolle HSciiin ſproͤde, klebrig und filzig machen. Weniger nachtheilig iſt die Waͤſche in einem Bade von † Urin ſichte nin und ⁵ Waſſer bis zu 20 bis 30 Grad Reaumur. Die Wolle wird dadurch gaͤnzlich entfettet. 366 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Dieſe Wirkung wird ſo erklaͤrt. Das Fluͤchtige(Ammonium) bildet mit dem Schweißfett eine Seife, welches im Waſſer loͤsbar iſt. So lange das Waſſer noch weißlich truͤbe iſt, iſt noch Seife darin. Wenn nun aber auch die Wolle nach Urin ſich nicht verfilzt, ſo wird ſie doch nach dem Gebrauch deſſelben, in dem angegebenen Verhaͤltniß, ſproͤder als ſie vorher war. Uebrigens iſt der Gehalt der auf das Schweißfett wirkenden Stoffe des Urins nach dem Alter deſſelben ſehr verſchieden. Je aͤlter er wird, deſto aͤtzender wird er. Wahrſcheinlich duͤrfte bei der Gefaͤßſchaafwaͤſche x alten Urin bei dem angegebenen Waͤrmegrad den beſten Erfolg haben. In Waſſer von abgekochten Erbſen, ſo wie von zerriebenen Erdtoffeln, laͤßt ſich Wolle ohne weitere Zuthaten rein waſchen. Bei einer Gefaͤßwaͤſche waͤren dieſe Mittel ebenfalls zu verſuchen. Erbſen haben mit Urin darin Aehnlichkeit, daß ſie phosphor— haltig ſind, und zwar unter allen Feldfruͤchten am meiſten. Unter den einheimiſchen Gewaͤchſen ſoll das Farrenkraut, oder Rheinfarren in ſeiner Aſche das meiſte Kali enthalten. Eine Lauge davon waͤre zur Beihuͤlfe ebenfalls zu verſuchen, da daſſelbe hin und wieder haͤufig waͤchſt. Wer tauglichen Thon haben kann, der ſchwaͤmme ihn zuvor. Die Anwendung der Exkremente zur Reinigung des Tuches iſt alt. Wer davon einen Gebrauch zu gleichem Zweck bei der Schaaf— waͤſche machen will, der laſſe erſt einen Abſud davon machen, und dieſen moͤglichſt rein abgießen, ſonſt wird die Wolle durch die darin enthaltenen Faſern mehr entſtellt, als der Vortheil ausmacht der dadurch erreicht werden koͤnnte. Jedes Mittel, welches die Waͤſche beſchleunigen hilft, gewaͤhret fuͤr die Wolle den Vortheil, daß ſie fruͤher aus dem Waſſer koͤmmt. Je unſchaͤdlicher es alſo auf die Wolle ſelbſt wirkt, deſto zweckmaͤßi— ger iſt es. Das unſchaͤdlichſte, keine Farbe verderbende Mittel wird ent⸗ weder Flandriſche oder Venetianiſche Oelſeife bleiben. Da 5 bis 6 Procent fuͤr die vollkommenſte Fabrikwaͤſche hin— reichen, ſo duͤrfte 1 ¾ bis hoͤchſtens 2 Procent des Gewichts reiner Wolle, alſo ohngefaͤhr auf den Kopf 1 Loth zum Ueberfluß hin— reichen. 31 uf ti drr Erfo Die Gt diſe Aufliſt das G jerung derſe Liüſche dch ſig it. In Gigt dies un ſö gt §.an. Paſſer ba Paſchens ne bei derſelber men werden denommen n Penn a iſt zanz der, 148. ſiufge Ren tur gute fol Fill, duß lict wahrend⸗ der Regen au den nadn f iie Voll der usdin ung Nr wi ttthen, weil ſpduch der dei zu ve hyunc, inden Noll licht— Ac i der Haut fi ti, inde Lole erheit. ni. 4 19 Erſtes Kapitel. 367 Lhnn Zu anfaͤnglichen Verſuchen waͤre 4 Loth ebenfalls hinreichend, Wäſ lin bis der Erfolg bewieſe, wie weit man damit gehen koͤnnte. t,i noch d Die Seife wird aber erſt im heißen Waſſer aufgeloͤſet, und 4 dieſe Aufloͤſung unter das Waſchwaſſer gemiſcht. ſcch nict ui Das Schwitzenlaſſen der Schaafe vor der Waͤſche zur Befoͤr⸗ dem anggi derung derſelben, ſetzt ihre Geſundheit in Gefahr, und foͤrdert die Waͤſche doch nicht, wenn die Temperatur des Waſſers nicht guͤn— ſeißfett nite ſtig iſt. verſchidn. In Gegenden, in welchen die Witterung ſchnell wechſelt, iſt dies um ſo gefaͤhrlicher. he alm li g haben.§. 417. Ueber die Wiederholung des Waſchens. Vom von zirribr Waſſer bei dem zweiten Waſchen. Die Wiederholung des tein waſche Waſchens muß in Waſſer aus demſelben Behaͤlter und wenigſtens alls zu verſute bei derſelben Temperatur, wenn nicht bei einer hoͤheren, vorgenom— iß ſe phosphe men werden, es ſei denn, daß zuletzt ein milderes Waſſer dazu neiken. genommen werden koͤnnte. rrrntraut, ode Wenn aber das Gegentheil ſtattfindet, ſo iſt die zweite Waͤſche en. Eine Laun oft ganz vergeblich, und die Wolle wird ſproͤder. da daſſelbe ſi §. 418. Ueber das Vorwaſchen im Herbſt. Eine vor— nme ihn zur⸗ laͤufige Reinigung der Wolle im Herbſt kann fuͤr Thier und Wolle nur gute Folgen haben, doch nur in der Vorausſetzung dieſer beiden Faͤlle, daß die Wolle nicht wieder naß beſtaubt, und die Thiere nicht waͤhrend der Zeit, daß die Wolle noch naß iſt, kalten Winden zung des dtt bei der Schi G n machn, oder Regen ausgeſetzt werden. Wenn dieſe Faͤlle in Obacht genom— . 7 tn e.. c. durch diede men werden koͤnnen, ſo wird durch eine Waͤſche vor der Einſtallung auanatt die Wolle von einer ausſaugenden, und das Thier von einer die Ausduͤnſtung hemmenden Belaͤſtigung befreit. Nur waͤre das Anfaſſen oder Druͤcken der Wolle nicht anzu— rathen, weil die dadurch entſtehenden offeneren Spitzen den Winter hindurch der Reibung zu viel Bloͤße geben wuͤrden. hilft gxxiin Paſer tin dſh wänf Bei zu verkaufenden Thieren iſt aber dieſe Prozedur nicht wohl thunlich, indem ein Kaͤufer an der im Fruͤhjahr blaſſer ausſehenden nire nid Wolle leicht Anſtoß nehmen koͤnnte. ꝛeeck Auch in dem Fall iſt ſie nicht anzurathen, wenn Staub auf öriknüſhe der Haut feſtſitzt. Alsdann iſt es beſſer, man wartet das Fruͤhjahr Gericli ne ab, indem ſich der Staub waͤhrend der Zeit mit der wachſenden Neberfuß Wolle erhebt. 368 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Nur bei Transportſchaafen iſt die Herbſtwaͤſche auch mit Auf⸗ opferung eines Theils der Wolle allein um der Geſundheit der Thiere willen auf alle Faͤlle mathſäͤi, in ſo fern es die Witterung noch erlaubt. §. 419. Pruͤfung der Reinheit von allen erdigen Thei⸗ len. Die Klarheit des aus der Wolle abfließenden Waſſers giebt noch keinen Beweis von ihrer Reinheit. Denn nichts iſt mehr ge— eignet, unreines Waſſer ſelbſt zu klaͤren, als eben Wolle. Bei der Waͤſche iſt ſie immer als ein Sieb zu betrachten, das alle Unreinig⸗ keiten des Waſſers erſt recht aufnimmt. Eben ſo wenig kann der aͤußere Schein der Wolle in dem Au— genblick, in welchem ſie aus dem Waſſer koͤmmt, fuͤr einen Maaß⸗ ſtaab ihrer Reinheit gelten. Denn weitlaͤuftiger ſtehende Haare geben keinen ſo hellen Schein von ſich, als dichter ſtehende, bei gleicher Laͤnge und Feinheit. Wohl aber laͤßt ſich ungleiche Waͤſche an den ungleich helleren oder dunkleren Stellen des Fließes erkennen, mit Ausnahme zwir⸗ nender Wolle auf dem Ruͤcken, welche immer dunkler erſcheint. Wo keine Erdtheilchen mehr ſind, erſcheint ſie waſſerklar; wo aber dergleichen noch anſitzen, da wirft ſie einen dunkleren Schein von ſich. Zur Ueberzeugung vom eigentlichen Zuſtande der Reinheit gelangt man erſt dadurch, daß man dergleichen Stellen noch mit den Fingern uͤberſtreicht, oder wenn man ſo nichts wahrnehmen kann, die Staͤpelchen feſt zuſammen dreht und dabei die her— vorquillende Feuchtigkeit beobachtet. Iſt die Wolle erdrein, ſo er— ſcheinen auch klare Waſſer- oder Schweißtropfen, ſind aber noch Erdtheile darin, ſo ſind auch dieſe Tropfen truͤbe und erdfarbig. Hauptſaͤchlich muͤſſen diejenigen Stellen unterſucht werden, wel— che am ſchwierigſten zu waſchen ſind, beſonders der Unterhals. Es iſt ſelten, daß man eine Ungleichheit in der Waͤſche der inneren Theile nicht auch ſchon von weiten an der Oberflaͤche des Fließes erkennen koͤnnte. Doch laͤßt ſich daraus der Grad der Unreinig— keit noch nicht abnehmen. Geruch und geſchoren w Ie ſch wird ſie Der thun laͤt, doch bei lar Es blei ih jhr lui mit ab abla au A4 It da werden bei räunlich ſ. A¹l. ſens hänct, dern von der dannt, ſäntk aedi .,. Ne ftt ſ deſ li Anter e, ie Volt au Hmufis i Piſte m Var ſ ftuͤher ſe ſchnit Zweites Kapitel. 369 ſte uut ui der Giunhn Zweites Kapitel. n es die Ni. iieun Vom Trocknen der Wolle und ihrer Bewahrung waͤhrend dieſer Zeit. en erdigend, adn nig§. 420. Nothwendigkeit des voöoͤlligen Trocknens. nichts if Feucht eingeſackte Wolle unterſcheidet ſich durch einen dumpfigen n Woll. d Geruch und durch feſtes Zuſammenkleben der Haare, ſo daß ſie, das dlelnn wenn man ein Fließ vom andern trennen oder ausbreiten will, aller Schonung ungeachtet zerreißt. Wolle muß alſo moͤglichſt trocken Voll in ee geſchoren werden. t fir iinn N Je ſchneller Wolle trocknet, deſto ungeſchmeidiger oder ſtarrer wird ſie. Der Sonnenſchein iſt moͤglichſt zu meiden. Wo es ſich nur thun laͤßt, laſſe man die Schaafe lieber in den Schatten treiben, doch bei langſamer Bewegung der Haufen. ger ſeehende he icer ſefend, 1 räei ſal Es bleiben noch mehrere im Waſſer befindlichen erdigen Theile t Auänahmme zw. d nir eſhin in ihr kleben, welche bei langſamerem Trocknen zum Theil noch ſe wiſttlin, Fiit ablaufen. 1 dnienn 3 Iſt das zuletzt gebrauchte Waſſer nicht ganz rein geweſen, ſo 1 3 werden bei ſchnellem Eintrocknen die Stapelſpitzen oft gelblich oder ſtande der Riie braͤunlich. Stellen uac nihtz nihnte§. 421. Dauer des Trocknens. Die Dauer des Abtrock⸗ und dabej nens haͤngt auf der einen Seite von der Witterung, auf der an— le erdrein, dern von der Art und Beſchaffenheit der Wolle ab. n, ſind dhrn Feinere, dichter ſtehende, hochgebogene Wolle und Wolle auf e und afn ſtark ausduͤnſtenden Thieren trocknet ſchwieriger, als die gegentheilige. rſuch wende Je fettiger die Wolle, je feiner geſtraͤngt und je verfilzter ſie dr Untrſa iſt, deſto laͤnger haͤlt ſie die Feuchtigkeiten an ſich. Viſche dr in Unter gleichartigen Thieren trocknet die Jaͤhrlingswolle und efflche de Fi die Wolle auf aͤlteren Mutterſchaafen fruͤher ab, als auf den uͤbrigen. zrad der Unit Um aber die Wolle nach ihrer Erſtarrung im Waſſer wieder einige Geſchmeidigkeit erlangen zu laſſen, iſt es noͤthig, daß zwiſchen der Vollendung der Waͤſche und dem Abſcheeren der Wolle deſſelben Haufens eine Zeit von wenigſtens 3 Tagen verſtreiche, ſo daß fuͤr Waͤſche und Schur 5 Tage zu rechnen ſind. Wer fruͤher ſcheeren laͤßt, bekoͤmmt eine um ſo ſproͤdere Wolle, je fruͤher ſie trocken war. 370 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Eine laͤngere Zeit haͤuft dagegen den natuͤrlich getriebenen Schweiß zu ſehr an, es ſei denn, daß die Wolle nicht trocken ge— nug waͤre. Alsdenn gebietet die Noth. Die Pruͤfung der gehoͤrigen Abtrocknung geſchieht unter dem Halſe. §. 422. Moͤgliche Verunreinigungen nach der Waͤ⸗ ſche. Nach dem Waſchen kann die Wolle wieder verunreiniget werden: 1. durch die Laͤmmer, durch Niederlegen der Schaafe auf unreine Stellen, durch ſtaubige Triften und Weiden, durch unreines Nachtlager waͤhrend dem Scheeren, durch unſaubere Stellen auf dem Scheerplatz, durch Staub und Faſern, welche der Wind herbeiwehen kann, durch unreine Gefaͤße, Behaͤlter und Lagerſtellen, durch unreine Stellen beim Einpacken, durch unreine, und . duͤnne Saͤcke, welche den Staub durchlaſſen. *. . . C O&& p 0 .. . — —+ H . §. 423. Vorkehrungen gegen Verunreinigungen der Wolle waͤhrend des Trocknens. Die Laͤmmer muͤſſen des Nachts abgeſondert gehalten werden, und ſind alſo vorher ſchon daran zu gewoͤhnen, ſonſt verunreinigen ſie nicht nur die Wolle der Mutterſchaafe, ſondern ſie bringen ſie auch immer mehr in Un— ordnung. Außerdem ſind die Schaafe moͤglichſt vor ſtaubigen Triften und Weiden, vor ſtaubiger und kurzer Streue, vor Gehoͤlz und Ge— ſtraͤuch, ſchnellem Treiben und Draͤngen vor den Stallwaͤnden und Raufen wenn ſie nicht abgeputzt worden ſind, vor Horden und Wagen in Acht zu nehmen, ſo wie vor Sturmwinden zu verwah— ren, wenn ſich in der Ferne Staubwolken erheben. Ueberhaupt, wenn die Reinheit der Wolle geſichert bleiben ſoll, ſo halte man um dieſe Zeit auf 4 bis 5 Tage hinreichende Weide in der Naͤhe des Stalls oder hinreichendes Futter bereit. Drittes Kapitel. Vom Waſchen der Lammwolle. §. 424. Nothwendigkeit der gleichzeitigen Laͤmmer⸗ waͤſche. Die gewaſchene Wolle der Mutterhaufen wird gewoͤhn⸗ lh durch ge erſter ſanders rnuß ſie andere g ringee 3 d was kil ſelben e Im J immer Deſin 2 timperat ndigen 2 auch noch Doſtt id verdiatet Tollmiſ ferdigen Verbindu Las durch ein hälſfemit Fnecn gefahr Das hritt ilc Reti ſe hicht tom ſſchieht unn 1 nach der teder verunrih Stellen ſcheeren, 6 herbeiweſen km elen, inigungen de amer muͤſſen de aſſo vother ſce ht nur die A nmer mehr inle igen Tiiftené Geholz und Stallwaͤnden w vor Horden M winden zu vern 1. ſchert bleiben inreichende Vi wbereit. ole. igen Limne in witd gmiſ Drittes Kapitel. 371 lich durch die ſchmutzigen Koͤpfe der Laͤmmer entſtellt. Gleich nach der erſten Waͤſche der Mutterſchaafe muͤſſen daher die Laͤmmer, be— ſonders am Kopfe, wenn auch nur leicht, gewaſchen werden. Man muß ſie nicht ſchwemmen, ſondern ſchnell aus einer Hand in die andere gehen laſſen, damit ſie bald aus dem Waſſer kommen, und das Waſſer zu dem Kopfwaſchen mit den Haͤnden ſchoͤpfen laſſen, um das Untertauchen gaͤnzlich zu vermeiden. §. 425. Erforderliche Laͤnge der Lammwolle. Uebri— gens kann die Lammwolle nicht fuͤglich eher abgeſchoren werden, bis ſie einen Zoll lang gewachſen iſt. Sonſt hat ſie einen weit ge— ringeren Gebrauchswerth. Der Jaͤhrlingswolle ſchadet es dagegen gar nicht, wenn ſie et— was kuͤrzer bleibt. Im Gegentheil iſt der ſpaͤtere Nachwuchs der— ſelben elaſtiſcher. Im Fall des laͤngeren Stehenbleibens der Wolle beduͤrfen die Laͤmmer einer nochmaligen Waͤſche. Viertes Kapitel. Beſtimmung des Grades der Reinheit der Wolle. §. 426. Bei einer nicht zaͤhen Schweißart und einer Waſſer— temperatur von 17 bis 22 Grad Reaumur loͤſen ſich nicht nur alle erdigen Theile, welche in der Wolle ſitzen, auf, ſondern es geht auch noch der aufloͤsbarſte Theil des Schweißes ſelbſt mit in das Waſſer uͤber. Nur diejenigen Schweißtheile, die ſich ſchon mehr verdichtet haben, und die Haare feſter umgeben, bleiben bei der Wollwaͤſche auf dem Schaaf in der Wolle zuruͤck, ſo wie auch alle erdigen Theile, welche ſchon fruͤher mit dem Schweiß eine innige Verbindung eingegangen ſind. Was nun von dieſer Art noch in der Wolle bleibt, kann erſt durch eine hoͤhere Waſſertemperatur in Verbindung unterſchiedlicher Huͤlfsmittel ſo weit aus derſelben verdraͤngt werden, daß es den Zwecken der Fabrikation nicht mehr im Wege ſteht. Eine ſolche Waͤſche heißt man Fabrikwaͤſche. Der Verluſt an Gewicht, welchem auf dem Schaaf gewaſchene Wolle in der Fabrikwaͤſche noch unterworfen ſein kann, betraͤgt ohn— gefaͤhr zwiſchen 12 und 25 vom Hundert. Das mittlere Verhaͤltniß bei einer Schaafwaͤſche waͤre alſo 17. 24* 372 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Fuͤnftes Kapitel. Vergleichungen zwiſchen der Wollwaͤſche auf dem Schaaf und der Waͤſche nach der Schur. §. 427. Das Waſchen nach der Schur ſichert allerdings eine hoͤhere und gleichmaͤßigere Reinigung der Wolle. Ihr Gelingen haͤngt weit weniger von Witterung und oͤrtlichen Umſtaͤnden ab. Menſchen und Thiere werden einer großen Plage und der Beſitzer mancher Gefahr uͤberhoben. Auf der andern Seite fuͤhrt es aber folgende Unbequemlichkei— ten und Nachtheile mit ſich. Wenn die Waͤſche nach der Schur allgemein ſtattfinden ſollte, ſo koͤnnten ſich die wenigſten Landwirthſchaften ſelbſt damit befaſſen. Das Troknen abgeſchorner Wolle erfordert weitlaͤuftige Anſtal— ten, große Raͤume und Aufſicht, und weit laͤngere Zeit, als auf dem Thiere. Es muͤßte alſo, um die Wolle zu einer beſtimmten Zeit fuͤr den Verkauf bereit zu halten, im noͤrdlichen Deutſchland fruͤher, wie gewoͤhnlich geſchoren werden. In Gegenden, wo die Witterung oft wechſelt, kaͤme alsdenn noch die Verunreinigung und moͤgliche Zerſtreuung der Wolle durch heftige Winde hinzu. Das Wenigſte von dem, was Winde herbeiwehen, koͤnnte durch eine zweite Waͤſche wieder herausgebracht werden. Wollte man gleich nach der Waͤſche mehrere Horden mit naſſer Wolle zum Trocknen uͤber einander ſchichten, was etwa angerathen werden koͤnnte, ſo geht dies darum nicht, weil das Waſſer der oberen Schichten immer wieder auf die unteren fallen wuͤrde. Aus dieſen Gruͤnden wuͤrde die Waͤſche nach der Schur nicht in jeder Landwirthſchaft ausfuͤhrbar ſein. Weſentliche Nachtheile ergeben ſich aber durch eine ſolche, fuͤr den Handel und den Gebrauch der Wolle, naͤmlich: 1. wenn abgeſchorne Wolle waͤhrend dem Waſchen auch noch ſo vorſichtig behandelt wird, ſo iſt doch das Zerfallen eines Flie— ßes in ſehr kleine Theile und Stuͤckchen nicht zu verhindern. Beim Herausheben aus dem Waſſer zerreiſſen die groͤßeren Stuͤcke, welche das Treten, Stampfen und Heben verſchont hat, noch durch das Gewicht des Waſſers und ihre eigene Schwere. ) 8 Das nicht wͤſe nati Ver l ert allerdinns Ir it in Unſtind, und der de ⸗Unbeguenich ſtattfinden ſol iſt damit 3 eitaäuftige Anſ te deit dn al immten zui ſür uiſchland frͤher ſt, käme aleèden der Voll dar hen, könnte d orden mit mſe etwa angerniſe das Waſſer d allen wüͤrde. der Schr iit eine ſolche 1 j: en auch noch falln einto ſl t zu arhihe den ſn die giiß en eihri 1 aigene Sre Fuͤnftes Kapitel. 373 2. Das Abſtroͤmen und Abtroͤpfeln des Waſſers zieht die Haare nicht nur mehr aus ihrer natuͤrlichen Lage, als die Schaaf⸗ waͤſche, ſondern es benimmt ihnen auch bei weitem mehr ihre natuͤrliche Form. 3. Verwirren ſich die Haare bei einer Waͤſche nach der Schur weit mehr unter einander. War ihre Lage gleichlaufend, ſo geht dieſe meiſtens verloren. Dieſe drei Umſtaͤnde erſchweren aber dem Kaͤufer: a) Die Ueberſicht von der Beſchaffenheit der Wolle in Ruͤck⸗ ſicht ihrer Gleichartigkeit. So gewaſchene Wolle kann mit Wolle von todten Thieren und mit Lammwolle vermiſcht wer— den, ohne daß es ſelbſt der vorſichtigſte Kenner bemerkt; zer— ſtreut liegende Stuͤckchen fallen ihm entweder nicht in die Haͤnde, oder es entgehen ihm die Merkmale, welche ſich an groͤßeren Stuͤcken mehr und ſchneller wahrnehmen laſſen. b) Eine genaue Sortirung nach der Schur gewaſchener Wolle wird wegen ihrer Zerſtuͤckelung und Vermengung ent— weder zu koſtſpielig, oder gar nicht mehr moͤglich. Ueberhaupt ſind ſolche gleichartige Sortimente, wie ſie ſich von auf den Schaafen gewaſchener Wolle darſtellen laſſen, bei einer Waͤſche nach der Schur nie erreichbar. c) Vor der Waͤſche aber laͤßt ſich Wolle eben ſo wenig genau fuͤr die Anwendung ſortiren, als nach der Waͤſche, be— ſonders wenn die Spitzen, auf welche ſo vieles ankoͤmmt, nicht deutlich erkannt werden koͤnnen. d) In Ruͤckſicht der Vermiſchung iſt ein halbes Loth un— paſſender Haare hinreichend, um auf einer halben Elle Zeuch bemerkt zu werden. Bei Wolle von der Schaafwaͤſche kann alſo der Fabrikant ſein er Waare eine hoͤhere Vollkommenheit geben. e) Wenn Wolle, die nach der Schur gewaſchen iſt, noch Anhaͤngſel enthalten hat, oder waͤhrend dem Tyoekgen bäri irgend einen Zufall neue hinzu gekommen ſind; ſo Kii dieſe ebenfalls wegen Zerſtickelung und Vermengung der? Wo ne fpi terhin nicht ſo abgeleſen werden, als bei Wolle aus der 3 Haaf⸗ waͤſche. †) Nach der Schur gewaſchene Wolle bekoͤmmt das fluͤſſige dark nicht wieder, welches die Wolle auf dem Schaaf nach der Waͤſche von neuem aus dem Koͤrper an ſich zieht. 374 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Hierin liegt aber die wichtige Bedingung der laͤngeren Ausdauer ihrer Kraͤfte und ihres Weſens uͤberhaupt, ſo wie auch der leichteren Sicherung gegen das Anfallen der Motten. Je mehr Schweiß und Fett noch in der Wolle ſitzt, deſto weniger greifen dieſe Erzfeinde ſie an. Der Grad des Schweiß⸗ und Fettgehalts findet indeſſen ſeine Grenzen. g) Das Waſchen nach der Schur mag nun kalt oder warm geſchehen; es bringt demnach mehrere und groͤßere Nachtheile als Vortheile, im Vergleich mit dem Waſchen auf den Schaafen. Das warme Waſchen der Wolle uͤber die bei der Schaafwaͤſche anwendbare Temperatur des Waſſers hinaus, wuͤrde die Wolle noch mehr entkraͤften und doch in den wenigſten Faͤllen die Fabrikwaͤſche entbehrlich machen koͤnnen. Dieſen Urſachen zuſammengenommen hat Sachſen und durch daſſelbe die uͤbrigen deutſchen Staaten, welche Merinosſchaafzucht treiben, einen Antheil des Begehrs nach Elektoralwolle zu verdanken. Sechstes Kapitel. Von der Schaafſchur. §. 428. Gegenſeitiges Intereſſe bei dem Abtheilen der Schaafe bei der Schur mit Hinſicht auf den Ver— kauf der Wolle. Dem Kaͤufer muß Gelegenheit gegeben werden, eine moͤglichſt genaue Ueberſicht von der Sache zu bekommen, um nur das zu kaufen, was er nach ſeinen Beduͤrfniſſen benutzen kann, und um zugleich den Werth des Ganzen deſto beſſer zu beurtheilen. Man verfahre dabei nur ſo, daß weder dem Zwiſchenhaͤndler, noch dem Fabrikanten etwas verdorben wird. Aldann hat keiner von beiden Theilen einen vernuͤnftigen Grund anzugeben, dasjenige Abtheilen der Wolle abzurathen, was ihm ſelbſt nur die ſicherſte Ueberſicht zu geſtatten vermag. Denn aus denſelben Gruͤnden geht ja auch der Zwiſchenhaͤnd— ler bei ſeiner Sortirung genauer in das Kleinere ein, um ſeinem Adnehmer dieſe Ueberſichten zu erleichtern. §. 429. Verfahren im Allgemeinen. Was der Kauf⸗ mann oder der Fabrikant nothwendig ſondern muͤßte, auf den Schaͤ— fereien aber ſchon abgeſondert ſteht, oder auf dieſen leichter und be— fimnter ge Pale vert ſleiben; z fut gewac der Wiſche reiner Voll fahren. gangig u beſte. The man dicſen von der ü ſoch die zu Entha einander 9e den feinen Dai man nat d Polle keic durch Una⸗ in und an ie, lnt⸗ 8 Dulce W weniger la⸗ wird nicht Renaue unn dandels in 15 Unnesch von Dahuu der Kaufer zritt 9 der laͤn ttu te au ens üb das Anflen 3 in der Dal- 3 Der(tnh 8 ne Geenzmn m kalt odere rißere Tna ruf den Sczt der Schanftit de die Vallene die Fabrſediſ ichſen und dur rrinosſchaaßue ole zu verdankn dem Abtheile auf den Ja gegeben wen bekommen, a benutzen i rzu beurtſiit Zwiſchenhinde nunftigen Gmn „ was ihm - zviſchenſi rin, um ſein Pi der L den Ebi „auf den e lichte un — St Sechstes Kapitel. 3 ſtimmter geſondert werden koͤnnte, als wenn es ſchon mit anderer Wolle vermiſcht iſt, kann auch zur Waͤſche und Schur geſondert bleiben; z. B. die Lammwolle, alle Wolle von kranken Thieren, von Schlachtfellen. Demnaͤchſt muß alle Wolle fuͤr ſich bleiben, welche fleckig, ver— filzt gewachſen, mit Hautauswuͤrfen und Futter behaftet und in der Waͤſche zu unrein geblieben iſt. Mit gehoͤrig gewachſener und reiner Wolle wird nun am zweckmaͤßigſten auf folgende Weiſe ver— fahren. §. 430. Vom Abtheilen der Wolle. Fließe mit durch gaͤngig ungleichartiger Wolle ſondere man von denen, deren beſten Theile gleichartige enthalten, und unter dieſen letzten theile man diejenigen noch beſonders ab, deren Kreuzwolle zu auffallend von der uͤbrigen verſchieden iſt. Von den beſten Fließen trenne man noch die zu ſehr abweichenden Auſſentheile. Enthaͤlt aber eine Heerde veredelte und feine Schaafe unter einander gemiſcht, ſo behandle man jeden Theil fuͤr ſich, und zwar den feinen Theil auf folgende Weiſe— Bei Wolle von ziemlich gleichartigen feinen Heerden laſſe man nur die Auſſentheile der Fließe, ſo weit die minderbrauchbare Wolle reicht, bereiſſen, doch nur durch aufmerkſame Leute, indem durch Unachtſamkeit und Mißverſtand nur gar zu oft Unreinigkeiten in und an den Fließen bleiben, waͤhrend dem oft noch brauchbare Stuͤcke unter dem Abgang bleiben oder gar erſt handbreit abgeriſſen werden, wenn die wegzunehmende Stelle nur einen daumenbreit betraͤgt. Weiter gehe das Eintheilen und Abſondern der Wolle auf den Schaͤfereien zum Verkauf aus der erſten Hand nicht. Noch viel— weniger laſſe man Fließe in ihren beſſeren Theilen zerreiſſen. Dazu wird nicht allein eine ſehr genaue Wollkenntniß, ſondern auch eine genaue ununterbrochene Bekanntſchaft mit dem Gange des Woll— handels in den vornehmſten Fabrikgegenden des In- und Auslan— des und mit den Veraͤnderungen der Sortimente erfordert, in denen die Wolle zu Markt koͤmmt. Die Fließe feiner Staͤmme auf der Schaͤferei nach den ſubtilen Unterſchieden ſondern zu wollen, welche in Ruͤckſicht der Zucht ſchon von Bedeutung ſein koͤnnen, lohnet darum nicht der Muͤhe, weil 5 der Kaͤufer dieſe ſo leicht nicht anerkennt, oder auch manches Fließ 376 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. in ſeinem gegenwaͤrtigen Zuſtande fuͤr ſeine Zwecke anders beurthei⸗ len muß. Die beiden Schaafklaſſen z. B., welche nach meiner Feſtſetzung fuͤr meine Praxis alle Thiere mit gleichartigen Haaren im Haupt— fließ in ſich begreifen, und ſich nur durch eine hoͤhere und geringere Annaͤherung der Auſſentheile zu den edleren unterſcheiden, trenne man nie, mit der Ausnahme, daß nur der ſehr geringe Theil, wel⸗ cher in den gewoͤhnlichen Ausnahmen der Zuzucht beſteht, davon entfernt bleibe. Dagegen gereicht es ohne alle Einwendung fuͤr Kaͤufer und Ver— kaͤufer zum Nutzen, wenn alle Fließe, welche auf dem Vordertheil gleichartige, und auf dem Hintertheil nur ungleichartige Wolle tra⸗ gen, als der naͤchſtfolgende beſſere Theil ebenfalls von aller andern durchgaͤngig ungleichartigen Wolle, alſo die Wolle der dritten Schaaf⸗ klaſſe von aller uͤbrigen geſondert bleibt. Die Jaͤhrlingswolle kann indeſſen fuͤr ſich abgeſondert und in eben der Art beriſſen werden, wie durchgaͤngig gleichartige feine, indem dieſe Separirung dem Kaͤufer einige Erleichterung gewaͤhren, ihm auch im Voraus einige Ueberzeugung von der kuͤnftigen Be⸗ ſchaffenheit der Heerden gewaͤhrt. Bei hochfeinen Heerden miſche man die Wolle von verſchie⸗ denen Vorwerken, auch wenn ſie noch ſo gleichartig iſt, nicht un— tereinander, in ſo fern die Haltung ſo verſchieden geweſen iſt, daß man es an dem gegenſeitigen Verhaͤltniß der Geſchmeidigkeit mer⸗ ken kann; ſonſt wird der Werth der beſſer beſchaffenen nicht erkannt. Das Abtheilen der Wolle auf die hier zuvor beſchriebene Weiſe gewaͤhrt dem Kaͤufer den Vortheil: 1. einer beſtimmteren Anſicht von der Angemeſſenheit der Waare fuͤr ſeine Beduͤrfniſſe, 2. eines ſicheren Ueberblicks uͤber den Werth der Sache, 3. der Anwendung eines kleineren Kapitals, wenn ihm der theil— weiſe Ankauf geſtattet wird, wie z. B. auf Kommiſſionslagern, ein Vortheil, der ſich erſt in der Zukunft um ſo groͤßer zeigen wird, je mehr die Heerden ausgeglichen ſein werden. Eine ſolche Abtheilung der Wolle iſt alſo kein eigentliches Sor⸗ tiren. Die Anwendung dieſes Ausdrucks darauf fuͤhret nur zu Miß⸗ verſtaͤndniſſen. §. 431. Nacheinanderfolge der Haufen beim Scheeren. Sirverchient ti mfangeſt hwiit ts ſrünnen. Venn a ſen ſollen, 3 nd bezeichn? 3 Haufin 4 den Aucheb Priel Jeit 1. §.61¹ und Säcke ſn der Schetr Einſacen An Penn 4 Auſſcitht, ſn Der man ſt iir die W. ſhimmſte. ftenen. Um unt nfrend den koent. 9.483.7 14 Yeleſen ſeſzum Scher ehuff bein Venagn de der Stläten ing aset fen ſid de ſe tungen. Das DMt denden Sc ſe chnit. ke ander dene mane Fißter Pnnre in z öhere und gnng terſhedn, 5 greinge Thl, ict bäſtet, ae er Käͤuftr uhn f dem Verden cartige Valen von aller gün der deitten Cah hgeſondert und glicharige fein kerung gewähren er kuͤnftigen B vole von derſct tig it, nicht jgeweſen iſ dü ſchmedigkeit i nen nicht aim eſchriebene i enheit der Vm rSache, in ihm dir h ammiſiokelagen d grußtr zi werden. ſigentlches d tit nur zu Ih eim Schetnn Sechstes Kapitel. 377 Bei verſchiedenen Schaafabtheilungen muß man mit der feinſten zu⸗ erſt anfangen, und ſo immer weiter abwaͤrts gehen, um die Abriſſe, ſo weit es ſich thun laͤßt, bei der folgenden Wolle wieder gebrauchen zu koͤnnen. Wenn Schaafhaufen nach beſondern Abtheilungen geſchoren wer— den ſollen, ſo hebt der Schaafmeiſter dieſelben den Tag vorher aus, und bezeichnet ſie auf dem Geſicht und nicht auf der Wolle, nach den Haufen zu denen ſie gehoͤren, recht merklich, damit hernach beim Ausheben jedes Einzelnen Nichts verfehlt werde, und nicht zu viel Zeit verloren gehe. §. 432. Weitere Vorbereitungen. Scheeren, Schleifſtein und Saͤcke ſind in Stand zu ſetzen; die Standplaͤtze fuͤr die Schaafe, der Scheer- und Packplatz nebſt dem Gebaͤlke, auf welches beim Einſacken Wolle zu liegen kommen kann, ſind beſtens zu reinigen. Wenn man die Saͤuberung des Gebaͤlkes bis zum Einſacken aufſchiebt, ſo fliegt der Staub in die Wolle. Der nach der Reinigung ſich wieder niederſetzende feine Staub iſt fuͤr die Wolle, beſonders auf der Scheerſeite der Fließe, der aller— ſchlimmſte. Durch Abklopfen laͤßt er ſich nicht mehr davon ent— fernen. Um und uͤber dem Scheerplatz darf nichts liegen, was vor und waͤhrend dem Scheeren der Wind auf Schaafe und Wolle wehen koͤnnte. Der Schaafmeiſter giebt des Morgens nur ein ſchwaches Futter. Die zuerſt an die Reihe kommenden aber werden erſt, nachdem ſie geſchoren ſind, gefuͤttert. §. 433. Weiter vorfallende Verrichtungen beim Schee⸗ ren. Beleſen oder Reinleſen und Beſchneiden der Schaafe, ehe ſie zum Scheerer getragen werden, Zutragen, Scheeren, Halten der Schaafe beim Anſcheeren und Wenden, Zuſammenlegen der Fließe, Wegtragen der Buͤndel, wenn die Lagerſtelle weit ab iſt, Aufleſung der Stuͤckchen, Sonderung derſelben in gelbe und weiße, Reinhal— tung des Scheerplatzes, Wegtragen der Schaafe und Scheerenſchlei— fen ſind die hauptſaͤchlichſten beim Scheeren vorfallenden Verrich— tungen. Das Beſchmieren verletzter Schaafe geſchieht von den zutra⸗ genden Schaͤfern oder dem Schaafmeiſter. ————— — 378 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Von den in die Wolle von neuem eingedrungenen, oder an derſelben haͤngenden Faſern wird da, wo die unbeſchornen Schaafe ſtehen, Alles abgeleſen, was nur gegriffen werden kann, und von friſchem beſchmutzte Stellen, ſo wie Alles, was ſich durch die Waͤſche nicht hat reinigen laſſen, wird mit Scheeren abgeſchnitten, ehe das Schaaf zum Scheerer hingetragen wird. Beim Anſcheeren und Wenden iſt immer Jemand noͤthig, der das Thier haͤlt, wenn es auch nur von einem Kinde geſchieht. Man denke nicht, daß dadurch zu viel Haͤnde verloren giengen. Der Scheerer gewinnt alle durch das Halten verlorne Zeit wie— der; das Scheeren wird mit mehr Ordnung verrichtet; es wird manchem Unheil vorgebeugt, und das Thier nicht mißhandelt. Mancher ungeſchickte Scheerer, der nur Haut und Wolle ver— dirbt, iſt vielleicht zum Halten noch gut genug. Zur Saͤuberung verunreinigter Stellen nehme man keinen Sand, weil ſich derſelbe ſogleich der Wolle mittheilt, und durch Feuchtigkeit auch ſo anklebend wird, daß er nicht wieder herauszubringen iſt. Keine der uͤbrigen zuvor genannten Verrichtungen kann weg— fallen, und keine darf mit der andern verbunden Einem, anſtatt Zweien uͤbertragen werden, wenn Ordnung herrſchen ſoll. §. 434. Anzuſtellende Gehuͤlfen. Auf 25 bis 30 Schee⸗ rer koͤnnen gerechnet werden; Beleſer und Beſchneider, Zu⸗ und Wegtraͤger, Kinder zum Halten der Schaafe beim Anſcheeren und Wenden, Kinder zum Reinigen des Scheerplatzes, zum Aufleſen der Stuͤckchen, Perſon zum Sondern der gelben von den weißen, zum Zuſammenlegen der Fließe, von denen einer dieſelben von den Scheerern wegholt, und 1 Wegtraͤger der Buͤndel. Zu keiner dieſer Verrichtungen wird der Schaafmeiſter gebraucht. Dieſer muß um Aufſicht halten zu koͤnnen, nicht weiter beſchaͤftigt werden. Er hat naͤmlich darauf zu ſehen, daß kein Thier unpaſſend und ungebuͤhrlich gegriffen und behandelt werde. Beſonders beim Feſt⸗ binden der Schaafe ſind dieſe dem zu ſcharfen Zuſammenſchnuͤren der Beine, wodurch die Sehnen erſchlaffen, ferner dem Druͤcken ₰ 1 +— ai ban Elent wſſe ligen N gundwerdenifr Beim Iu aufaher zug . 435. 12 in ſied en 3 „Tſce N nenlego 1 Kotd G. 1Kord 2 Kärbe m pen, N Idder Emn Jſchoren hat ne aſe folgendena ſt dicen ſelg⸗ Scur kann dn⸗ Für den z. in notſwend schabeen werd uchwolle paſſen rhſin. breit ſſt 5 gleitet die nit Teeil witder Well wieder un Sch gögauct werde Enlih en r gewöhnlihe chnit. drungeden n nbeſornen d den kan, m ſch durh dd ggeſchnitn g Jenand nit Kinde gech de verloten an en verlorne ſn verrichtet, 6, iht wißhanden dut und Vun jeman keinen eu d duech Feucht rautzubringen iſ zrungen kann n den Einem, anie ſſcen ſol. uf B bis 30 heeren und ee 7 en weißen, enen einer d aafmeiſte lcha tt weiter beſte dhier unvoſſth eſandets bein Sechstes Kapitel. 379 mit dem Ellenbogen, und dem Hin— und Herſchieben auf der Stelle wo ſie liegen, zum Verderben der Wolle und der Haut, bis zum Wundwerden derſelben ausgeſetzt. Beim Zuſammenlegen der Fließe muß ein ſachverſtaͤndiger Aufſeher zugegen ſein. §. 435. Geraͤthſchaften und Sachen. Außer dem Schleif— ſtein ſind an Geraͤthſchaften noch noͤthig: 2 Tiſche nebſt 2 Scheeren und 2 Handfegern fuͤr die Zuſam— menleger; ferner Bindfaden, 1 Korb fuͤr weiße Stuͤckwolle, 1 Korb fuͤr gelbe Stuͤckwolle, 2 Koͤrbe beim Tiſch fuͤr entſtehende Abriſſe, Beſen und Schip— pen, Saͤcke und Stricke. Jeder Scheerer haͤlt ſeinen Federwiſch, um die Stelle, wo er geſchoren hat, von jedem Wollflimmerchen zu reinigen, welche alle folgenden Fließe entſtellen, ſo wie ſie nur liegen bleiben. Denn ſie druͤcken ſich ſogleich wieder an das neue Fließ an. Eine ganze Schur kann dadurch nur aͤuſſerſt unanſehnlich werden. Fuͤr den Fall, daß Verletzungen entſtehen, muß eine Salbe, und zur nothwendigen Auszeichnung einzelner Stuͤcke Rothſtein bereit gehalten werden. §. 436. Von den Scheeren. Keine Scheere iſt fuͤr Meri⸗ noswolle paſſend, welche auf der Grundlinie uͤber 1 bis 1 ¾ Zoll rheinl. breit iſt, und eine groͤßere Laͤnge als 3 bis 32 Zoll in Ver— bindung mit dieſer Breite hat. Bei einer groͤßern Breite der Schneiden von der Spitze ab, gleitet die mit der Scheere ergriffene Wolle unter derſelben zum Theil wieder weg, und der Abſchnitt wird ungleich. Keine Schaafſcheere kann ohne Gefahr der Verletzung der Haut gebraucht werden, deren rechte Spitze abwaͤrts gekruͤmmt iſt. Dies geſchieht aber gewoͤhnlich von den Fabrikanten, um den Scheeren Nachdruck zu geben, wenn derſelbe im Buͤgel und in der Richtung der Schenkel fehlt. Ferner macht jede Scheere muͤde und ſchmerzet die Hand um ſo eher, wenn der Scheerer genoͤthigt iſt, dieſelbe an die Kanten der Schneiden zu legen, um nur ſchneiden zu koͤnnen. Endlich kann mit einer Scheere, deren ganzer Koͤrper, wie bei der gewoͤhnlichen Scheere ganz gerade gerichtet iſt, die Wolle nicht 380 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. auf allen Stellen in gleicher Ebenheit abgeſchoren, ſondern ſie muß dazu beſonders eingerichtet werden. Die Biegung in der Form eines Kreisausſchnitts reicht aber dazu nicht hin. §. 437. Vom Schleifen der Scheeren. Das Schlei⸗ fen muß ſo geſchehen, daß keine Spitze eine Richtung nach aus— waͤrts bekomme, wodurch ſie nicht mehr zum Schluß zu bringen ſind; auch darf die Schneidelinie(Facette) nicht ſenkrecht, ſondern ſie muß, etwa bis zur Haͤlfte der Dicke, ſchraͤg laufen. §. 438. Verrichtung des Scheerens. Die Scheere wird auf den Koͤrperſtellen, auf welchen in einem fort geſchoren werden kann, moͤglichſt waagerecht gehalten, damit nicht uneben geſchoren und das Thier verletzt werde. Auf allen Stellen, wo ſich die Hand frei bewegen kann, wird von der Rechten zur Linken geſchoren, um die Scheere und den Schnitt immer vor Augen zu haben. Das Scheeren von der Linken zur Rechten veranlaßt Stufen in der Wolle. Geuͤbte Scheerer ſchließen die Spitzen der Scheere nicht bei jedem Schnitt zuſammen, ſondern laſſen ſie immer etwas offen, um ſie deſto ſchneller vorwaͤrts ruͤcken zu koͤnnen. Je weniger Wolle in die Breite mit der Scheere gefaßt wird, deſto leichter geht das Scheeren vor ſich. Der Schnitt darf nicht uͤber 2 Zoll lang ſein. Je feiner die Haare ſind, und je dichter die Wolle ſteht; deſto ſchwieriger laͤßt ſie ſich ſcheeren. Es laſſen ſich daher waͤhrend dem Scheeren manche Bemerkungen anſtellen, wenn nur kein Sand in der Wolle iſt. Wenn die Scheerer ein Stuͤck waͤhrend ihrer Verrichtung der Leichtigkeit wegen loben, ſo hat man alle Urſache die Wolle in Hin— ſicht des Mangels an Feinheit und Sanftheit, oder in Hinſicht der Unterbrechung des Wuchſes zu unterſuchen. Unter den verſchiedenen Koͤrperſtellen ſind die Stellen uͤber den beiden Schultern und der Unterhals am ſchwierigſten eben zu be— ſcheeren. Auf keiner Stelle darf die Haut ſo kahl beſchoren werden, daß man von Wolle nichts mehr erblicken koͤnnte, ſondern es muß eine gute Klingendicke zur Abhaltung der Inſekten noch ſtehen bleiben. 4 — -= — — „ A 2 * Otan An N N 9. 440. Sheeren. 3 3 fägn gieh dan und die Fofwo⸗ ſo wie alle beſt ber, bis das Die Wole ſt harum nicht in die Fließwolle Venn ſich, 4 faun ſo werde „ Werde. G 411 △ 9. Ml, 3 d dir Schtenr nich holen di Si ſcnit in, ſenden. gſchnittt ditt en. Das d Nichtung mi 1 Schluß bhm t ſentrett laufen. tp M Die Otm dt geſchoren ie jt uneben gſt ewegen kann, „Scheere und veranlaßt Stuf Scheere nicht ger etwas dfet Scheere geftin Schnitt drſn Wolle ſteſe daher wähne nur kein En ter Vetrichun edie Volkit der in hüſt je Stelen lir igien ehn n doren welden ndern es nh tin ch ſiehen ghäe Sechstes Kapitel. 381 Zu kurze Haarſtoppeln bilden auch mit hinzukommendem Schweiß und Staub leicht einen Filz, welcher das kommende Fließ uͤberdeckt. Die Wolle wird mit der linken Hand nur maͤßig angezogen, damit die Haut ſich nicht mit erhebt. Wenn dies aber geſchieht, ſo wird ſie blaß, und der Scheerer merkt nicht, daß er ſie mittrifft. Mittelmaͤßige Scheerer vollenden die Schur bei einem erwach⸗ ſenen Thier, Staͤhre ausgenommen, in einer Stunde, ſehr geuͤbte in einer halben, alsdenn aber auch ſelten in gehoͤriger Ordnung. Anfaͤngern werden am ſchicklichſten Jaͤhrlinge oder Alte gegeben. §. 439. Beruͤckſichtigung der Unverſehrtheit des Fließes und ſeiner Geſtalt, in der es nach dem Abſchee⸗ ren erſcheinen muß. Die Aufgabe beim Abſcheeren des Fließes iſt die, daß das Fließ ſo abgeſchoren werde, daß es moͤglichſt ganz bleibe. Der Scheerer muß ſich daher beim Abſcheeren und Umwenden, ſo viel er nur kann, in Acht nehmen, und dafuͤr ſorgen, daß das Thier nicht mit Fuͤßen und Hoͤrnern die Wolle zerreiſſe. Jedes Fließ wird ſo abgeſchoren, daß es, wenn man daſſelbe ausbreitet, ſo ausſieht, wie ein ausgebreitetes Fell nach dem Schlach⸗ ten des Thieres. Es muß alſo laͤngs dem Bauche bis unter den Hals nach dem Kinn zu aufgeſchlitzt werden. §. 440. Nacheinanderfolge der Koͤrpertheile beim Scheeren. Zur Befoͤrderung der Genauigkeit in der Befreiung feiner Fließe von allen Uebelſtaͤnden kann die Wolle um den Schwanz und die Kopfwolle von den Ohren an bis auf Stirne und Backen, ſo wie alle beſchmutzte Bauch- und Hinterwolle ſo lange ſtehen blei— ben, bis das Hauptfließ abgeſchoren iſt. Die Wolle der Auſſentheile vor dem Hauptfließ abzunehmen, iſt darum nicht rathſam, weil alsdann um ſo leichter etwas davon in die Fließwolle kommen kann. Wenn ſich aber in der Mitte des Fließes beſchmutzte Stellen finden, ſo werden dieſe mit abgeſchoren. §. 441. Stellung und Lage. In einigen Gegenden ſitzen die Scheerer nicht, ſondern ſie ſtehen waͤhrend dem Scheeren, und haben die Schaafe vor ſich auf Tiſche liegen. Bei dieſer Vorrichtung kann aber ein Scheerer nicht ſo leicht Herr uͤber das Thier bleiben; auch ermuͤden ſchwaͤchere Perſonen 382 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. beim Stehen leichter. Das Sitzen iſt daher vorzuziehen, nur nicht das mit geſtreckten Beinen auf ebener Erde. Am bequemſten iſt die Einrichtung mit Sitzbaͤnken und Scheer— tiſchen, welche auf die aller einfachſte Art von Brettern, uͤber feſt— liegende Kloͤtze oder(Geruͤſt-) Boͤcke gelegt, gemacht werden koͤnnen. Der Tiſch wird ohngefaͤhr 2½ Fuß, und die Sitzbank nicht volle 2 Fuß(ohngefaͤhr 13½) hoch geſtellt. Zwiſchen Tiſch und Sitzbank muß aber um der freieren Bewe— gung willen 2 Fuß Raum geleſſen werden. Mancher zu beſcheerende Theil auf dem Thier erfordert die auf— rechte oder uͤbergebuͤckte Stellung des Scheerers. In dieſem Fall ſetzt er ſich bequem auf den Tiſch neben das Thier. Die Scheertiſche muͤſſen behobelt ſein, und koͤnnen eine um ein Weniges ſchraͤge Richtung, etwa in der Abweichung eines Zolls, nach dem Scheerer zu bekommen. Die Scheerer koͤnnen immerhin den Anfang an dem Kopfe von oben herunter machen und den Hals ringsum abſcheeren, wie ſie zu thun gewohnt ſind. Dieſes hat auch ſeinen zureichenden Grund. Der Hals laͤßt ſich nur ſehr ſchwierig in horizontaler Lage beſchee— ren. Nur duͤrfen ſie das Fließ an keiner andern Stelle als unter dem Halſe aufſchlitzen. Dieſes iſt aber noͤthig, weil ein Halsring am Fließe beim Zu— ſammenlegen der Wolle hinderlich iſt. Zum Abſcheeren des uͤbrigen Fließes erfordert das Thier eine beſtimmte Lage, welche, ſo lange am Hauptfließ geſchoren wird, nur einmal veraͤndert zu werden braucht. Wenn ein Thier angeſchoren iſt, ſo kann man daſſelbe an einen Knebel, der von den Vorder-bis zu den Hinterbeinen reicht, mit den Vorderbeinen an das eine, und mit den Hinterbeinen an das andre Ende mit breiten Baͤndern ſo binden, daß ſich die Fuͤße mit den Baͤndern nicht abſtreifen koͤnnen. Dieſes gewaͤhrt fuͤr Schee— rer und Thiere die ruhigſte Lage. Da die Thiere waͤhrend dem Scheeren mit den Koͤpfen ſtark aufſchlagen, ſo koͤnnen ihnen Abgaͤnge von Wolle, beſſer aber noch kleine Strohpolſter, wofuͤr jeder Scheerer zu ſorgen hat, unterge— legt werden. Thiere welche nur einigermaßen große Hoͤrner haben, muͤſſen waͤhrend dem Scheeren beſtaͤndig gehalten werden; alle Staͤhre aber ohne Unterſchied. on der 2 wden Sch 7. en zugekehrt In diend andern aucb Ptt dais je ſchwierigan Vein Uid nach der binkct Füten dbern on iſm db 0 ſeren nm ſ nd Hinterf ni Iſt daszu gtißten Ordiſ eöt durch dn Ir Stele gene fandig nach, teen, von wong In muß. . 440. dch dem En rden. Durzn nn nict inm y ſtlle widde 1 nes Schaaf V ¹ * . Um Bere d13 N di üheen Anjänge, d auſ den diſ fden diſ ſchnit. Kunhiger, ne bbänke ude Drrtem, lni nct werdnh Sitzbane ntt, der frainn de ier erforder u es. In diſmi ljier. koͤnnen eimem eichung eines ſ an dem Kopfen ſcheren, wie ſie greichenden Geu ntaler Lage biſ en Stelle als am Fliee bein dert das Tit geſchoren wi an daſſelbe n erbeinen richt hinterbeinen n 1 ſch die Fi gewͤhtt fin e üt den Küyfh le, beſſer aber orgen hat, m ner haben, n nz alle Stii Sechstes Kapitel. 383 In der erſten Lage zum Scheeren koͤmmt der Kopf des Thie— res dem Scheerer zur Linken zu liegen, den Bauch nach dem Schee— rer zugekehrt. In dieſer erſten Lage wird nicht nur die ganze linke Seite, ſondern auch noch der ganze Ruͤcken vollſtaͤndig abgeſchoren. Wer das Letzte unterlaͤßt, dem gelingt es in keiner andern Lage, die ſchwierige Stelle uͤber den Schultern gerade zu treffen. Beim Umwenden des Thieres bleibt daſſelbe mit dem Kopf nach der Linken zu liegen. Das Umwenden geſchieht ſo, daß der Ruͤcken oberwaͤrts, nach dem Scheerer hin, und nicht unterwaͤrts von ihm ab gekehrt wird, damit die abgeſchorne Wolle oben auf zu liegen koͤmmt. Nach dem Umwenden wird ſie zwiſchen die Vorder— und Hinterfuͤße in moͤglichſter Ordnung hingelegt. Iſt das Hauptfließ abgeſchoren, ſo legt es der Scheerer in der groͤßten Ordnung ſeitwaͤrts hin, wo kein Schaaf darauf treten kann; giebt durch Rufen zu verſtehen daß es abzuholen ſei, was auch auf der Stelle geſchehen muß; ſcheert nun die ſtehengelaſſene Wolle voll— ſtaͤndig nach, und legt das Letzte auf einer beſondern Stelle zuſam— men, von wo es um der Ordnung willen auch bald weggeholt wer— den muß. §. 442. Abholen der Schaafe. Das Laufenlaſſen derſelben nach dem Scheeren macht Unordnung. Sie muͤſſen weggetragen werden. Durch das lange Liegenbleiben werden ſie ſteif, und koͤn— nen nicht immer gleich wieder in Bewegung kommen. Bevor nicht das zuletzt Beſchorne weggeholt, und die Scheer— ſtelle wieder von allen Flimmern ganz rein abgefegt iſt, wird kein neues Schaaf demſelben Scheerer hingegeben. Siebentes Kapitel. Vom Bereiſſen, Zuſammenlegen und Verpacken der Wollfließe. §. 443. Vom Zuſammentragen und Legen der Fließe. Beim Abholen der Fließe koͤnnen ſie auf derſelben Stelle von allen Anhaͤngſeln, doch mit moͤglichſter Schonung, reingeſchuͤttelt und ſo auf den Tiſch gebracht werden. 384 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Wer das abgeſchorne Fließ vom Scheerer wegholt, hebt es ſo auf, daß er das eine Ende deſſelben mit der einen, und das andere Ende mit der andern Hand faßt und den mittleren Theil dazwiſchen druͤckt, und ſo bringt er es auf dem Tiſch, wo es ſogleich in ſeine natuͤrliche Geſtalt entfaltet werden kann. §. 444. Vom Bereiſſen der Fließe. Vom Rande des Fließes wird nur dasjenige abgenommen, was nicht mit dem Gan⸗ zen uͤbereinſtimmt. Hierhin gehoͤren: 1. Wolle mit Thierhaaren, 2. die Wolle vom Koder, 3. zu lange Haare vom Scheitel oder zwiſchen den Ohren her, 4. zu lange Haare an den Hinterſchenkeln, und 5. alle Schwanzwolle. Von der Bauchwolle wird nur ſo viel abgenommen, als be⸗ ſchmutzt iſt. Daß uͤberhaupt jede beſchmutzte Stelle entweder beſchnitten oder die ganze Stelle abgenommen werden muß, bedarf wohl keiner weitern Anempfehlung. Zur Aufnahme der abgeriſſenen Wolle ſind auf jeder Seite des Tiſches zwei Koͤrbe noͤthig. Bei großen Partien feiner Wolle lohnt es nach Umſtaͤnden der Muͤhe, die Abriſſe in reine und unreine ſondern zu laſſen, bei geringerer Wolle aber weniger. §. 445. Gewichtsverhaͤltniß der Abriſſe. Bei einer be⸗ ſtaͤndig gehoͤrigen Streue und gehoͤrigen Reinigung und Verwah— rung der Wolle waͤhrend dem Trocknen nach der Waͤſche, duͤrfen bei hochveredelten Schaafen, deren Kopf- und Koderwolle nicht ſehr abſticht, die ſo entſtandenen Stuͤcke nicht mehr als den 15ten hoͤch— ſtens den 12ten Theil des Ganzen betragen, den Abfall mitgerechnet. §. 446. Zuſammenlegen. Demn kuͤnftigen Beurtheiler und Bearbeiter der Wolle iſt alles daran gelegen, dieſelbe ſo wenig wie moͤglich zerſtuͤckelt zu finden, ſowohl um eine ſchnolre Ueberſicht zu gewinnen, als auch um Zeit und Koſten bei der Bearbeitung zu erſparen, und gleichartigere Sortimente zu gewinnen. Bei dieſer Verrichtung des Zuſammenlegens der Fließe muß un ſch ir mm erſt naenn r zum Sets Der( Völle erſchta das Iſt Flächen von Daßer dus ſwei 13ui 71 der Sqq benfals. d nun in der Zuſammenle Jx lincdh krauzen ſich u und Fett end daß eé nicht. henden Thein denn nur ale Je vnodit füſte ſie gon tinander veln ſerilben dasn ic,beſondere 21 ſadgehen kän Füt mur kag, ſo ſt Erzin t ſc witi ſt auch ſ ſid Ner dem dunden ner Vel. wit t und ve dunnnng n 1 nich mar tunh Un ing natäͤl llicen d 8n aha alten fe, 6 ſchnitt wegot, zit 1 den, und de d ſeten Theltuae d s ſeglcc n . Vem Nah nicht mit wn 6 en den Ohre. ind dgenommen, al utweder beſchnit „bedarf wohl nd auf ſeder d es nach Unitn andern zu liſa eiſſe. Bei in igung und der Wiſce, Koderwole kihe abs den lutn mäbfall niten⸗ - Im gen Beurthit jeſebe ſo wenn: ſchnellere leor. der Benrbeinn imen. ens der Fuihe Siebentes Kapitel. 385 man ſich immer vorſtellen, daß die zu verpackende Wolle immer nur erſt nach einem viertel oder halben Jahre oder auch noch ſpaͤ— ter zum Sortiren und zum Bearbeiten an die Reihe kommen kann. Der Grad der Zerſtuͤckelung und des Zuſammenklebens der Wolle erſchwert oder erleichtert die Verrichtungen des Sortirens. Das Zuſammenkleben entſteht um ſo leichter, wenn ſich zwei Flaͤchen von der Schnittſeite beruͤhren. Daher duͤrfen weder im einzelnen Fließ Falten bleiben, noch zwei Fließe mit ihrer Schnittſeite zuſammen gelegt werden. Der Schweiß befoͤrdert das Zuſammenkleben auf die Dauer ebenfalls. Dazu koͤmmt noch die Wirkung des Drucks, er liege nun in der Maſſe der Wolle ſelbſt, oder im Druͤcken derſelben beim Zuſammenlegen. Je laͤnger nun Wolle dicht zuſammen liegt, deſto mehr durch⸗ kreuzen ſich die einzelnen Haͤrchen, und je nachdem ſie noch Schweiß und Fett enthaͤlt, kann eine ſolche gegenſeitige Verklebung entſtehen, daß es nicht mehr moͤglich iſt, die einzelnen im Zuſammenhang ſte⸗ henden Theile mechaniſch zu entfalten. Das Ganze erſcheint als— denn nur als eine vereinte Maſſe. Je unordentlicher nun Fließe oder Buͤndel zuſantmengelegt, je feſter ſie gerollt und ſpaͤter in den Saͤcken zerſtampfet und unter einander verſchoben werden, deſto leichter iſt beim Herausnehmen derſelben das Zerreiſſen des Ganzen oder der einzelnen Theile moͤg— lich, beſonders wenn ſich kein Leitfaden an ihnen befindet, dem man nachgehen koͤnnte. Fehlt nun ein ſolcher um die fuͤr ſich beſtehenden Fließe oder ganze Buͤndel in ihrer zum Theil ſehr verſteckten und gepreßten Lage, ſo iſt das Zerreiſſen unvermeidlich. Einzelne Fließe laſſen ſich, je laͤnger ſie zuſammen gelegen ha⸗ ben, ſchwieriger aus einander nehmen, als ganze Buͤndel, ſo bequem ſie auch ſind, wenn die Wolle bald zum Sortiren koͤmmt. Vor dem Einſacken mache man keine zu große Haufen unge⸗ bundener Wolle. Die unteren Schichten werden dadurch zu ſehr gedruͤckt und verklebt, und die Fließe gerathen unter einander in Unordnung, wenn ſie nicht gar durch einander fallen, ſo daß ſie nicht mehr unverſehrt gegriffen werden koͤnnen. Um ein Fließ nach der Schur ſo viel wie moͤglich in ſeiner natuͤrlichen Beſchaffenheit, ſo weit ſich dieſelbe noch bei der Waͤſche erhalten hat, erkennen und ſchnell uͤberblicken zu koͤnnen, muß man 25 ———— —————— ÿöͤGB—„—˖„ 386 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. es ſo zuſammen legen, daß es leicht wieder auseinander gelegt wer⸗ den kann. Zu dem Ende muß ein Fließ, indem man es zuſammen legen will, ſo wenig wie moͤglich gezerrt werden. Die Wolle darf ferner nicht an den Seiten des Tiſches ſo lang herunter hangen, daß ſie durch ihre eigene Schwere zerreißt. Die Tiſche duͤrfen auch nicht ſo breit ſein, daß zwei Menſchen ſich kaum erreichen koͤnnen. Es werden fuͤr das Zuſammenlegen der Fließe 2 Tiſche neben einander geſtellt, theils um vorraͤthige Fließe aus der Hand zu le— gen, theils um auch wieder ein neues Buͤndel anlegen zu koͤnnen, waͤhrend dem das andere zugebunden wird. Dadurch erlangt man den wichtigen Vortheil, daß keine Wolle in Unordnung geraͤth oder zufaͤllig verunreinigt wird. Denn wenn Wolle moͤglichſt rein bleiben ſoll, ſo darf ſie ſo wenig wie moͤglich ihre Stelle wechſeln. Wenn Wolle bald nach der Schur zur Sortirung kommen ſoll, ſo koͤnnen die Fließe einzeln gelaſſen werden. Iſt dies aber noch ungewiß, ſo iſt es auf alle Faͤlle beſſer, mehrere, am ſchicklichſten drei Stuͤck zuſammen zu legen. Das Zuſammenlegen und Binden muß aber aͤußerſt loſe ge— ſchehen. Fließe laſſen ſich am beſten wieder von einander nehmen, wenn die Schnittſeite des einen auf die Oberſeite des andern, und Kopf bei Kopf gelegt werden. Die beſſere Wolle nehme man nicht zum Umſchlag des Buͤn— dels, weil derſelbe allen nachtheiligen aͤußeren Eindruͤcken, beſonders durch die Beruͤhrung des Sackes am erſten ausgeſetzt iſt, und auf dieſe Weiſe oft die beſten Fließe entſtellt oder verdorben werden, bevor ſie der Kaͤufer zu ſehen bekoͤmmt. Das Innere der Buͤndel enthaͤlt alsdenn nichts Aehnliches mehr. Verfahren mit guten Stuͤcken. Alle weißen Stuͤcke, welche als mittlere Theile eines untadelhaften Fließes derſelben Schaafabtheilung betrachtet werden koͤnnen, kommen auf das oberſte Fließ des Buͤndels unter einer kleinen Ueberdecke zuſammen. In jedes beſondere Buͤndel koͤmmt nur ein verhaͤltnißmaͤßiger Theil der Fließſtuͤcke, damit nicht in das eine zu viel, und in das andere zu wenig kommen. Fuͤr die auf dem Scheerplatz zuſammengeleſenen weißen Stuͤcke 4 tid in b i Pege ſſt Wenn( viel Abfallde Anotdnun 7 In de Dieſe korn zwirumgſf. tae Ableſnd zuſant man an Snr von Nac. 1 liegt d eit di E Rund über mals zuſam. olſammen l Dem m n, dß he ſondig bockex gebung Das N. imner in ded ber nac d usnendet ſanmenſchna man dos dle Das(o igen derh fieße um ſo⸗ 4 ſdict enn wehr g 3 ſch näre 18 Funai i Das de c den bringm, tausziſ 9 hrit. mander gie. ₰ Siebentes Kapitel. 38 wird ein beſonderer Korb gehalten, welcher aber beim Legetiſch nicht im Wege ſtehen darf. Wenn ſich zu viel Fließſtuͤcke unter dem Abgang und noch zu viel Abfallſtuͤckchen unter den Fließen befinden, ſo liegt dies in der Anordnung zur Aufſicht. In die Mitte des Buͤndels werden keine Stuͤckchen gelegt. Dieſe kommen alle oben auf und zuſammen, damit nicht durch eine Zerſtreuung derſelben das Anſehn der Fließe entſtellt und das kuͤnf⸗ tige Ableſen erſchwert werde. Zuſammenfalten. Ein Buͤndel von 3 bis 4 Fließen faltet man ſo zuſammen, daß der aͤußere Rand nach innen koͤmmt, und vom Ruͤcken bedeckt werde. Die Ordnung ſchreibt ſich beim erſten ds zuſannan de ten des dſt, daß zwei an eße 2 Tſcen s der Sand anlegen z iin (, dj kind Blick von ſelbſt vor. nin. Dmn m Liegt das Buͤndel in gehoͤriger Lage auseinander, ſo faltet man venig wie n erſt die Seiten, alsdenn die beiden Enden zuſammen, ſo daß kein Rand uͤber den andern hinaus reicht, hierauf faltet man es noch— Lortiung kann mals zuſammen und umbindet es einmal und ſo loſe, daß es nur zuſammen bleibt. fale dale bi Beim Zuſammenlegen eines Buͤndels iſt vor allem zu verhuͤ— a legen. ten, daß es nicht gepreßt, vielweniger von den Enden her aufge— er aͤbßerſt le rollt, ſondern moͤglichſt locker zuſammen gelegt und auch eben ſo locker gebunden werde. nder nehien ne Das Rollen ſprengt die Ruͤcken des Fließes, was man nicht andern, ud c immer in demſelben Augenblick ſchon wahrnehmen kann, daß ſich aber nach Verlauf einer laͤngeren Zeit immer findet, wenn man es nſchlag ded⸗ auseinander nehmen will. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit dem Zu— druͤcken, beſe ſammenſchnuͤren. Je feſter dieſes geſchiehet, deſto gewiſſer findet gſest it,nd man das Fließ nach laͤngerer Zeit durchſchnitten. Das lockere Zuſammenlegen gewaͤhrt dagegen noch den beilaͤu— ſigen Vortheil bei der Einſackung, daß das Zuſammentreten der Fließe um ſo dichter geſchehen kann. Je dichter dagegen jedes einzelne Buͤndel in den Sack koͤmmt, deſto mehr Zwiſchenraͤume entſtehen und deſto weniger dicht laſſen ſich mehrere Buͤndel zuſammentreten. verdotben nen nnere der dür e weifen Stle Flißes derſe nen auf das. k r Um jedes Buͤndel wird eine duͤnne Schnur nur einmal, nicht inin kreuzweiſe gebunden, um es bis zum Einſacken zuſammen zu halten. verhaltntßeſe, Das Band darf nur aus glattem Bindfaden beſtehen. Rauhe Faͤ— den bringen Schaͤben hinein, und laſſen ſich nachher auch nicht 9— herausziehen, ohne die Wolle zu zerreiſſen. jen weißen 5 rid, und in ———————J,,, 388 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Die Bindfaden-Schnur kann um die Wolle bleiben, wenn dieſe eingeſackt wird, weil ſie beim Wiederherausnehmen derſelben aus dem Sack den beſten Wegweiſer abgiebt. Nach jedem Buͤndel muß der Tiſch von Staub und Flimmer— chen mit Handfegern wieder gereinigt werden. Die Buͤndel kommen bis zum Einſacken auf eine moͤglichſt reine Stelle, von derjenigen etwas entfernt, wo eingeſackt wer⸗ den ſoll. Die Wollbuͤndel beduͤrfen eines reinen Platzes und reiner Waͤnde. Man muß ſie in gute Ordnung, und die einzelnen Rei⸗ hen nicht zu hoch legen, ohne eine andre wieder davor zu bringen, ſonſt fallen ſie uͤber Nacht leicht um, wodurch die Wolle ſehr v ver⸗ unreinigt werden und in Unordnung gerathen kann. Achtes Kapitel. Vom Auflegen der Wolle an Ort und Stelle, und vom Einſacken. §. 447. Vom Auflegen der Wolle ohne ſie einzu⸗ ſacken. Um eine beſtimmtere Ueberſicht von der Beſchaffenheit der Wolle zu bekommen, iſt es fuͤr den. Unterſuchenden freilich beſſer, wenn er ſie uneingeſackt beſehen kann. Die Wolle ſei trocken, auch wenn man ſie nicht gleich einſa— cken will. Sobald eine Feuchtigkeit in ihr verduͤnſtet, ohne daß der na— tuͤrliche Schweiß wieder nachdringen kann, erfaͤhrt ſie in ihrem Weſen eine Verwandlung, die ſich durch den Mangel ihres natuͤr— lichen Geruchs zu erkennen giebt. Die Lagerſtelle muß ſelbſt moͤglichſt trocken ſein. In der Naͤhe darf dumpfe oder uͤbeln Geruch verbreitende Luft uͤberhaupt ſo wenig als auf der Lagerſtelle ſelbſt herrſchen, weil die Wolle auch Duͤnſte aus der Luft an ſich zieht. Die La— gerſtelle darf nur nicht beſtaͤndig zuglaͤftig und hell ſein. In bei— den Faͤllen wird das Haar ſproͤder, und im letzten werden leicht die Motten herbeigelockt. Man bringe ſie daher auch nicht unter Ziegeldaͤcher. Das Behaͤltniß muß ſo ſein, daß man es nach Gefallen luͤften und erhellen kann. Ddi 18 tiit von o Auf et den ſuuer wie in einl Haup i Haorfen, Its ſonders mig 14687 wenn das d gſchehm. 41 vielerlei! In 1 der Volle Bei fa Sack immat (N C De e den, weil as Strud ha A Je en kumnt an 2 ſen und ofi n ens gar nin in wache ihn 1 En ſoh Ieder reine Geni⸗ kennen kan, der Ei nuß ſe alel Fad nden darun ten duln et Die Voll Wle ſe da dad dn guj n Jliße Achtes Kapitel. 389 Die Wolle lege man ſo, daß der Kaͤufer moͤglichſt freien Zu⸗ tritt von allen Seiten zu derſelben habe und Licht gewinnen koͤnne. 1 Auf einigen Guͤtern hat man uͤber der Erde auf trocknem Bo⸗ Dan den feuerfeſte Gewoͤlbe mit Regalen in der Mitte, um welche man, wie in einer Molkerei, frei herumgehen kann. Wähe Hauptmittel, die Motten abzuhalten, ſind das Belegen mit no üngn Hopfen, Juchten, Pfeffer und das Beraͤuchern mit dem letzten, be⸗ ſonders mit ſpaniſchem. auf eine nie Platzes un die einzehn)§. 448. Vom Einſacken. Es iſt immer beſſer fuͤr die Fließe, tdauur jrlne wenn das Zuſammenlegen derſelben zugleich waͤhrend der Schur die Vole ſi geſchehen kann. ann. Je groͤßer aber die Heerden ſind, deſto weniger kann es aus vielerlei Urſachen ſogleich geſchehen. Im letzten Fall iſt ebenfalls die groͤßte Ordnung im Hinlegen der Wolle zu halten noͤthig. tt und Ot Bei feiner Wolle iſt eine aͤußere Umgebung um den eigentlichen Sack immer noͤthig. Die Saͤcke muͤſſen auf der Innenſeite ſehr gut abgefegt wer— ahnt ſie tin den, weil an neuer Leinwand außer feinen Schaͤben auch noch viel troſcaffrſit Staub haftet. Je enger ein Sack iſt, ein deſto groͤßerer Theil der Wolle koͤmmt an die Waͤnde zu liegen, welche ſie entſtellen, beſtauben laſ⸗ ſen und oft noch mit Schaͤben verunreinigen. Um einen Sack nicht zu unbequem zur Verladung zu machen, gebe man ihm eine Weite von ohngefaͤhr 5 berliner Ellen, und mache ihn eben ſo lang. Ein ſolcher Sack nimmt an 4 Centner und mehr Wolle auf. Jeder Sack oder Doppelſack wird vorher gewogen, und das reine Gewicht derſelben außerhalb, wo man es jederzeit leicht er⸗ kennen kann, angemerkt. Z. B. in der Naͤhe eines Zipfels. Der Eintreter kann die Buͤndel nach Erforderniß oͤffnen; er 1 muß ſie alsdenn aber in der groͤßten Ordnung hinlegen und den ſic ziht z Faden darum laſſen. Das Oeffnen darf ſich aber nur auf die letz— hel ſti. J ten Falten erſtrecken, welche die beiden Enden des Buͤndels machen. ten wada Die Wolle ſelbſt bleibt zuſammen. Das Eintreten muß mit bloßen Juͤßen und platt geſchehen. tbiche., Der Einſacker hat ſich in Acht zu nehmen, daß er nicht mit ac Gifalen u dem Fuß zwiſchen Sack und Wolle trifft, ſonſt trennt er die Ruͤcken der Fließe auf der Stelle von einander. enden fralich lſ (e nicht glachi ohne daß den ährt ſie in he dangel iſrts n ein. Fetuch verbtitr lle ſabſt heuſt ———— 390 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Noch weniger darf er ein neues Buͤndel zwiſchen die ſchon im Sack befindliche Wolle und dem Sack hineinzwaͤngen wollen. Als— denn wird die Ungleichheit der Ausfuͤllung noch groͤßer. Gegenwaͤrtig bindet man ſich nicht mehr ſo ſtrenge an eine gewiſſe Richtſchnur die Saͤcke zu fuͤllen. Man giebt ihnen z. B. die Form von Mantelſaͤcken in der zuvor angegebenen Groͤße, verſieht ſie mit Schnuͤrloͤchern und Ueber— klappen, und laͤßt ſie liegend anfuͤllen, indem zwei einander gegen— uͤber ſitzende Menſchen die ihnen zugereichte Wolle unter ſich neh— men. Bei dieſer Methode werden die Buͤndel am znderſegrerfen erhalten. Neuntes Kapitel. Ueber beſondere Schurhaͤuſer. §. 449. Von Schurhaͤuſern. In Gegenden, wo die Wit⸗ terung unbeſtaͤndiger iſt, muß man das Scheeren im Freien ver— meiden. Bei ploͤtzlicher Umwandlung des Wetters kann die Wolle ver— unreinigt, in Unordnung gebracht und zerſtreut werden. Am ſicherſten geſchieht daher das Scheeren jedesmal unter Obdach. Bei großen Schaͤfereien lohnt es der Koſten, eigene Schurhaͤu— ſer planmaͤßig einzurichten, welche zugleich zum Aufbewahren der Woll⸗ bis zu ihrer Weiterbefoͤrderung dienen koͤnnen, wenn ſie euerfeſt gebaut werden. Die Eintheilung eines ſolchen Gebaͤudes kann man ſo auf einander folgen laſſen: 1. einen Schaafſtand fuͤr die ungeſchornen, und heinen fuͤr die geſchornen Schaafe neben einander, alsdenn . den Scheerplatz, und darauf 4. einen Platz zum Zuſammenlegen der Wolle. Wenn ein Scheerer mit ſeinem Schaaf bequem ſitzen ſoll, ſo muß man ihm ein Geviert von 16 Fuß einraͤumen, 4 Fuß zur Sitzbreite und 4 Fuß in der Richtung nach vorn. Eine bequeme Ueberſicht erlangt man uͤber die Scheerer, wenn zwei und zwei Reihen mit dem Geſicht einander gegenuͤber ſitzen. Wir wollen ſie eine Abtheilung nennen. 1 de 4 tinr Näiht Der E ttzutheilen Dem( Ende iſt d ſede er Seiteĩ i M Die 2 ponkt jeder) Soll eit ſo daif es nehma. A3 K tielt fernteren de vor die rech Dee Fa Die Fei Nebrig gei ſeen ſei. Dim er n dem Schaat Briir vyng Venn i angelegt wenn dis an den Schee, fül den Athelar Uifen Far de baͤudes! ed von Von u — d theice dangen ve⸗ welche u dalas Die At it Neuntes Kapitel. 391 cen die, hſell die ſchon 6:..—. . män Jede Abtheilung erfordert alſo einen Raum von 10 Fuß von N.. niß n einer Reihe zur andern. Der Scheerplatz wuͤrde alſo der Laͤnge nach von 10 zu 10 Fuß d ſttenge abzutheilen ſein. Vnſfin 7 Koanen dünß bereidt, vor die aa fallen. Zu dem Pöe mn En e iſt ie vorthei Pofteſte Einrichtung der Fenſtor⸗ die, daß auf a Wchi jeder Seite ein Fenſter dem andern gegenuͤber ſteht. a einmda g Die Mitte eines jeden Fenſters wuͤrde alſo auf den Mittel⸗ le unn ſu punkt jeder Abtheilung fallen. mn unverſ Soll ein Fenſter fuͤr die Naͤchſtſitzenden ſeine Wirkung thun, ſo darf es nicht uͤber 2 ½ Fuß hoch von dem Boden den Anfang nehmen. Die Breite kann 4 Fuß ſein. Je tiefer und hoͤher das Fenſter iſt, deſto beſſer fuͤr die ent— fernteren demſelben gegenuͤberſitzenden Scheerer, denen das Licht er. vor die rechte Hand fallen ſoll. Die Fenſter muͤſſen zu oͤffnen ſein. en, wo die N Die Fenſterwaͤnde muͤſſen nach innen alle geflaͤcht werden. Uebrigens duͤrfte der Einfall des Lichts von oben am paſſend⸗ ſten ſein. Dem Scheerplatz giebt man einen Querdurchgang, welcher mit in Freien w die Volen den. dem Schaafſtande und dem Wollplatz in Verbindung ſteht, in der jdesmal ir Breite von wenigſtens 6 Fuß, bei freierem Raum mehr. Wenn nur ein Gebaͤude von 30 oder 38 Fuß Tiefe im Lichten eigene Schuit angelegt werden kann, ſo koͤnnen im erſten Fall von jedem Fenſter Aifbewiütn. bis an den Durchgang auf jeder Seite 3, und im letzten Fall 4 Scheerer, folglich im erſten Fall 12 und im letzten 16 in einer gan— zen Abtheilung ſitzen. Jeder Zuſatz an der Tiefe unter 8 Fuß hilft In nm ßr zu nichts, wenn nicht in einer Reihe 2 Scheerer mehr ſitzen koͤnnen. Fuͤr die gewoͤhnlichſten Faͤlle wuͤrde alſo eine Laͤnge des Ge— baͤudes von 40 oder 50 Fuß zum Scheerplatz hinreichen. 1 Von Abtheilung zu Abtheilung koͤnnte laͤngſt dem Durchgang der,gämn auf jeder Seite ein Pfeiler ſtehen. Dieſe Pfeiler duͤrften aber nicht von der Scheidelinie der Ab theilungen verruͤckt werden, weil ſie ſonſt das Licht hemmen wuͤrden. unen, wen n ſta ih Bei neuen Anlagen wuͤrde uͤbrigens der Einfall des Lichts von nen, 4 jt oben vorzuziehen ſein. Der Scheerplatz kann auf jeder Seite eine Fenſterthuͤre haben, Schara, n welche zugleich die Stelle eines Fenſters vertritt. ggeniün ſ Die Abtheilungen fuͤr den Schaafſtand lege man nicht zu klein ————— 2. ——J 392 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. an, weil es fuͤr die Thiere weit beſſer iſt, daß ſie, wenn ſie geſcho⸗ ren ſind, allein zu ſtehen kommen, als daß ſie in dem ungeſchornen Haufen immer beunruhigt werden. Der Platz fuͤr die abgeſchorne Wolle muß wegen der Genauig⸗ keit, die das Zuſammenlegen erfordert, eben ſo hell und geraͤumig ſein, als der Scheerplatz ſelbſt. Er kann ringsum mit niedrigen breiten beweglichen Tiſchen, alle von gleicher Hoͤhe, verſehen werden. In dieſem Raume muß auch die Bodentreppe angebracht wer⸗ den, um die debuͤndelte Wolle am naͤchſten auf ihre Lagerſtelle zu bringen. Die Oeffnung zum Einſacken auf dem Boden muß ebenfalls uͤber dem Wollplatz angebracht werden, weil nachher die Wollſaͤcke ein ſehr paſſendes Lager auf den unten ſtehenden niedrigen Tiſchen haben. Der Wollraum kann ebenfalls 40 Fuß von der Laͤnge des Ge⸗ baͤudes einnehmen, und wenigſtens auf einer Seite mit 4 Fenſtern verſehen werden, wenn in der Giebelwand eine(Doppel⸗) Thuͤre angebracht werden kann. In dieſem Raume wird auch die Waage angebracht. Der Boden kann, ausgenommen auf der Abtheilung uͤber dem Schaafſtande, zum Wolllager bis zum Einſacken dienen. Eine Laͤnge von 140 rheinl. Fuß bei einer Tiefe von 30 oder 38 Fuß im Lichten, und einer Hoͤhe von 12 Fuß(ſchon wegen des Einſackens) reichen hin, bei großen Schaͤfereien, doch nur in der Naͤhe eines Schaafſtalles, zur groͤßten Foͤrderung, Sicherung des Gelingen und Bequemlichkeit bei der Schur zu dienen. Es befinden ſich deren unter verſchiedentlichen Abaͤnderungen ſchon ſeit mehreren Jahren in Weſtpreußen, zu Belſchwitz und Fin⸗ kenſtein, mit einigem Unterſchied in den Dimenſionen. Zehntes Kapitel. Ueber die Folgen der Waͤſche auf die Eigenſchaf⸗ ten der Wolle. §. 450. Folgen der Waͤſche und des Abſcheerens auf die Wolle. Die Laͤnge verkuͤrzt ſich nur um ein Geringes. Die Hoͤhe aber verliert 3 bis 1, indem die Naͤſſe die Haare irregulaͤr zuſammen zieht. De Du fil, wo dit die Ge tunz in Wa der beleben Die Feſ gauert Tos ſcht immt, iſt der Peinaung kon tein. Da anen hauptſeit hi Schur auf d hang, je nach ſad. Im er Net nit ung ſelche um ſo d die Boge Grißert Ir hanrinde Je ſturr ſt ſch mit i foarbündelce Jon der ſ. De mr tnͤge dr R dr Schur nic nir inneal onn ſid i an ſo lthe udmen. di kreisf dic wehr oden un Sitn u Satad d dir Obefie, V Die 8eſ6 und der Bine Noe Juſehn rauche hrit Zehntes Kapitel. 393 , wenn ſ mwi Der Durchmeſſer vergroͤßert ſich unterſchiedlich. Es giebt In) Faͤlle, wo dies bis zu einem Drittel der fruͤheren Groͤße geſchieht. Die Geſchmeidigkeit verliert durch die Erſtarrung der Sub— ſtanz im Waſſer. Einige Zwiſchenzeit bis zur Schur kann ſie wie— der beleben helfen. Die Feſtigkeit iſt nur ſo lange groͤßer, als die Feuchtigkeit dauert. Was ſich nach der Waͤſche deutlicher als vor derſelben aus⸗ (gen derG hel un gi um mit nan. verſijenne de angebtagt, ihre burzn, nimmt, iſt der der Wolle eigenthuͤmliche Schein. Bei gehoͤriger n mi n Neinigung koͤmmt derſelbe erſt in ſeiner wahren Geſtalt zum Vor— yet de S ſchein,; yee die Wl Bei einem freien, ununterbrochenen Wuchs der Wolle nach der nidrign di Hauptſeite hin erſcheinen die Haarenden des Merinofließes bei der . Schur auf dieſer Seite in naͤherem oder entfernterem Zuſammen— 3 ling de hang, je nachdem die Haare ſelbſt geſchmeidig, elaſtiſch oder ſtarrer tmit 4 Smn ſind. Im erſten Falle bildet der Grund des Fließes gleichſam ein dupye9) dj Netz mit ungleichen Haarabtheilungen und leeren Zwiſchenraͤumen, welche um ſo kleiner ſind als die geſchmeidige Elaſtizitaͤt groͤßer, trach und die Bogen hoͤher und kleiner ſind. weilung über d. Groͤßere Bogen laſſen zwar auch noch einen Zuſammenhang jenen. der Haarenden, aber unter groͤßeren Zwiſchenraͤumen, zu. üefe von 39 c Je ſtarrer aber die Haarenden ſind, deſto weniger verflechten (chon weyn ſie ſich mit einander, und deſto vereinzelter und gerader ſtehen die doch nur nd Haarbuͤndelchen. „Sicherung Von der Schnittſeite darf man aber nie auf das Ganze ſchlie⸗ enen. ßen. Die unterſten Haarenden koͤnnen feiner ſein, als die oberen Abaͤndermne vermoͤge der Raſſe, oder wenn die Haare in der letzten Zeit vor lſchwiz unh der Schur nicht mehr ſo gut ernaͤhrt worden ſind, wenn es auch nen. nur innerhalb der 3 bis 4 letzten Tage ſtatt gefunden haͤtte. Als⸗ denn ſind die Endchen feiner und geſchmeidiger, und kruͤmmen ſich um ſo leichter, ſobald ſie in das Waſſer und an die freie Luft kommen. eEßenſh. Die kreisfoͤrmige Richtung der Haare geht durch die Waͤſche auch mehr oder weniger verloren. Alle Haare liegen beſonders in den Spitzen verworrner gegen einander. izeerene 1 Sobald dem Fließ die unreine Decke benommen iſt, erſcheint Griige die Oberflaͤche deſſelben in einer ganz andern Geſtalt. iſt de her Die Geſchloſſenheit des Ganzen, ſo wie die der Stapelſpitzen und der Buͤndelchen iſt mehr oder weniger verloren und das aͤußere Anſehn raucher. 394 Dritter Theil. Zehnter Abſchnitt. Nach der Reinigung durch die Waͤſche erkennt man an Fließen von aͤhnlicher Wolle, aber von verſchiedenen Thieren, wenn ſie ihrer Auſſentheile beraubt ſind, nicht leicht mehr ihren Urſprung. Hier erſcheint ſie in ihrer wahren Geſtalt, ohne Beziehung auf den Koͤrper. Wenn aber auch die Stapel bei der Waͤſche nicht ganz in ihrer Lage bleiben, ſo iſt dies doch nicht ſo wichtig, als eine reine Waͤ— ſche, indem die Wolle in den Haͤnden des Zwiſchenhaͤndlers ohne— dies manche Behandlung erfaͤhrt, welche die Stapel aus ihrer na— tuͤrlichen Lage bringt. Man muß nur die Waͤſche zweckmaͤßig einzurichten und zu be— ſchleunigen ſuchen. Form. Was bei der Waͤſche noch am unveraͤnderlichſten bleibt, iſt die Form der Haare, auch wenn ſie aus ihrer Lage gebracht ſind, vorausgeſetzt, daß die Wolle beim Waſchen nicht gerieben wurde. Durchgaͤngig ohne alle Veraͤnderung bleibt ſie indeſſen nicht, es ſei denn bei hochgebogener Wolle, deren Figuren ſich durch die Naͤſſe noch mehr zuſammen ziehen, und dadurch der Fa⸗ brikation noch hinderlicher werden. Dauer der Geſchmeidigkeit nach dem Abſcheeren. Das ſanfte Gefuͤhl, welches ein Fließ in dem Augenblick, da es ſo eben abgeſchoren iſt, oder eine Zeit lang nachher gewaͤhrt, wenn es in andere eingewickelt gelegen hat, verſchwindet bald, ſobald es nur auf eine kurze Zeit den Einwirkungen der Luft und des Lichts ausgeſetzt geweſen iſt. Nunmehr zeigt ſich erſt, ob die Haare wirklich geſchmeidige Elaſtizitaͤt beſitzen oder nicht. Peranlaſſ 1.451.) ei zu engenn hefißen, ſe ſſenn dieſe zu (iſt und durcn tiit hoher I Juher der d der Volle a Dieſe l Dei zu? nſtens(ängs bidng nit e Deſͤud rict entient Auſſchätten uſtfen des Spub macht ſttihr und f deſchnu da de Anwen kutze, inint, b beim danuner ſenanderraig iehen. ſhnit. in Eilfter Abſchnitt. 395 it wan l de.. un, de i Eilfter Abſchnitt. u liſcen, din Materialien zu einem Schaͤfer⸗Catechis⸗ mus fuͤr Lehrlinge, mit Ausſchluß des iht gn a 2 1 eei 6 m ne Veterinaͤr⸗Wiſſenſchaftlichen. haee(Zum Theil Wiederholungen.) apel aus jin, vicchten ud e Erſtes Kapitel⸗ Veranlaſſungen zur Entſtellung und zum Verder— ben der Wolle. randetlchſente hrer lage o jm nitt vn§. 451. Im Stall leidet die Wolle durch Reiben der Schaafe bläüt ſe ide bei zu engen Raͤumen unter ſich, ferner an Pfeilern, Raufen und durn Fijuren Gefaͤßen, je mehr Ecken ſich daran finden, und unter den Raufen, dddurch der wenn dieſe zu hoch geſtellt ſind; ſie leidet durch Feuchtigkeit der Stall— luft und durch Benaͤſſen beim Trinken untereinander in Verbindung ein Abſchen mit hoher Waͤrme oft ſo, daß die Haarſpitzen zu faulen anfangen. Alaendlck, R Außer der Ueberfuͤllung mit Schweiß benehmen jene Einwirkungen her gevͤhtt,ne der Wolle auch ihre Elaſtizitaͤt. ett bald, ſhd. Dieſe bleibt zwar weicher, wird aber ſchlaffer und minderfeſt. uft und delh Bei zu dichter Stellung der Schaafe ſetzt ſich der Schweiß meiſtens laͤngs den Seiten feſt, wo er der Wolle durch ſeine Ver⸗ rklich geſchn bindung mit Staub ein ſchwaͤrzliches Anſehn giebt. Beſtaͤubung der Wolle entſteht leicht, wenn die Schaafe nicht entfernt gehalten werden, durch Reinigen der Raufen, durch Aufſchuͤtteln des Futters, beſonders des Erbſenſtrohes, durch Herab⸗ werfen des Futters und durch Auftreten auf ſtaubige Streue. Staub macht Wolle um ſo ſchmutziger, je feiner er ſelbſt und je fettiger und feuchter die Wolle iſt. Beſchmutzung ohne Staub entſteht durch unreines Lager und bei der Anwendung gemiſchter, beſonders der Oeltraͤnke. Die Behaftung mit fremden Koͤrperchen entſteht durch zu kurze, einſtechende Streue aller Art: durch Beſtreuung mit Futter beim Herunterwerfen, Einlegen und Ausleeren, und durch das Ueber⸗ einanderreichen der Thiere, waͤhrend dem ſie das Futter nach ſich ziehen. 396 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. §. 452. Im Freien kann Wolle bei zu großer Waͤrme oder Kaͤlte ſowohl durch Entfettung als zu feſte Erſtarrung, durch die Reibung heftiger Winde an der Oberflaͤche der Haare, und durch Beſtaubung, Feuchtigkeit, Naͤſſe und Beladung mit fremden Koͤr⸗ perchen aller Art leiden; durch Naßwerden unter Baͤumen, Ge— buͤſchen und Geſtraͤuchen; beim Treiben uͤber hohes naſſes Gras und auf feuchtem Lager; durch Reiben und Beſchmutzen an allen erreichbaren Gegenſtaͤnden, beſonders an geſchmierten Wagen. Unter allen Uebeln aber, welche der Aufenthalt im Freien der Wolle zufuͤhren kann, iſt in der Regel keines ſchlimmer, als das Eindringen des Sandes und Staubes auf leichtem Boden bei hef— tigen Winden, waͤhrend dem Treiben, und beim Horden. Weitlaͤuftige Triften vermehren den Staub in der Wolle, veranlaſſen bei hinreichender Nahrung eine groͤßere Ausduͤnſtung des Thieres, folglich auch eine Vermehrung des Schweißes und Schmutzes. §. 453. In Folge der Weide leidet die Wolle durch Ver⸗ unreinigung beim Durchfall, beſonders beim erſten Gruͤn. Beim Huͤten unter niedrigem Geſtraͤuch oder zwiſchen hochſteng— ligen, leicht verunreinigenden Gewaͤchſen koͤnnen ebenfalls große Nachtheile entſtehen, z. B. durch das Klebenbleiben von Diſteln, Kletten und Nadeln, Wacholder und anderem Geſtraͤuche. Vor anhaltendem Regen hat man die Wolle um ſo eher zu verwahren, je fettloſer ſie iſt. §. 454. Horden. Das Wieſenhorden hat in Ruͤckſicht auf Wolle den Vorzug vor dem Feldhorden, daß die Wolle weniger beſtaubt wird, es erkaͤltet aber leichter den Koͤrper, als dieſes. §. 455. Beim Aus⸗ und Eintreiben kann die Wolle leiden durch das Draͤngen und Aufeinanderſteigen der Schaafe, durch Rei⸗ ben laͤngs den Seiten, wodurch die Wolle beſonders bei ſchwaͤchli— lichen Thieren mit ſchlaffer Haut gleichſam in Stricke gerollt wird und wie geſponnen ausſieht. Je enger Wege, Gaͤnge und Thuͤren ſind, deſto weniger kann das Draͤngen vermieden werden; eben ſo auch, wenn Raufen und Krippen nicht zureichen. §. 456. Die moͤgliche Verunreinigung der Wolle nach der Waͤſche bis zum Abſcheeren iſt ſchon in der Abhandlung uͤber die Waͤſche zergliedert worden. V (457. Etſſtaub Perunreinig ſzes der⸗ zuch unrein Durch lließes auch zachheili Aüberfällung Nach d Folgen, wie Praandaſi 6.459 Kaankheite ites Genuſſe t(der gi on dr Nat. und von E dit di 8 fihrdet werde Uhnunn und. Kannkheit 9.460. inütſtt d faben irn 1. unnital Lin dn dn il Nahrun ſchrit. Kroet Kim,, ſerung, un e Haan, u ni fim unter Dium, ſuhes nie iſchnußen R nierten dan. nthalt in din ſchlimmer htem Bode Wim Horden. Staub in deg grißere Aueie des Echveißs, de ole darch! ſten Grin. e zwiſchn hacſt nen denfaleee pebden von I Geſträuche ae Wolle wt en hat in ät ß die Päll w rpet, als diſ kann die Lalt „Schaf, ut ſonders bi ſtee Strike geul: h ditb vuniri „venn Nauff kaa endlung ie Erſtes Kapitel. 397 §. 457. Bei der Schur kann die Wolle ebenfalls durch den Strohſtaub auf dem Standplatz der Schaafe; durch Staub und Verunreinigung auf dem Scheerplatz, durch Unreinigkeit des Lager⸗ platzes der Wolle und der letzten Ruheſtellen zum Einſacken, ſo wie durch unreine Saͤcke ſelbſt noch ſehr entſtellt werden. Durch unebnes Abſcheeren wird die Oberflaͤche des kuͤnftigen Fließes auch wieder uneben. §. 458. Beſondere Behandlungen und Veranlaſſungen. a) Bemalen. Wolle mit klebrigen Materien zu bemalen, kann nur beim Transportiren entſchuldigt werden. v) Das Schwitzenlaſſen der Schaafe iſt Koͤrper und Wolle nachtheilig. Jener leidet durch uͤbermaͤßige Ausduͤnſtung, dieſe durch Ueberfuͤllung mit fettigen und waͤſſrigen Theilen des Schweißes. Nach der Waͤſche beſonders bringt das Schwitzenlaſſen aͤhnliche Folgen, wie Feuchtigkeit uͤberhaupt mit ſich. Zweites Kapitel. Veranlaſſungen der Gefahren fuͤr die Geſundheit. §. 459. Ueber die gewoͤhnlichen Veranlaſſungen der Krankheiten. Dieſe ruͤhren von Nahrungsmitteln oder der Art ihres Genuſſes, von der Entbehrung des Genuſſes der freien Na— tur,(der geſunden Luft und des Lichts,) von heftigen Einwirkun⸗ gen der Naturerſcheinungen, von inneren und aͤußeren Verletzungen und von Entkraͤftung her. Die Gelegenheiten, bei welchen die Geſundheit der Thiere ge⸗ faͤhrdet werden kann, finden ſich im Stall und auf der Weide, beim Paaren und Lammen, beim Waſchen und Scheeren, bei anſtecken⸗ den Krankheiten und auf Transporten. §. 460. Gefahren bei der Ernaͤhrung. Das Schaaf iſt in Ruͤckſicht der Nahrung mancherlei Krankheiten unterworfen. Sie haben ihren Urſprung entweder: 1. unmittelbar in ſchaͤdlichen, oder 2. in dem ſchaͤdlichen Zuſtande ſonſt an ſich zutraͤglicher Mittel, 3. in zufaͤllig genoſſenen ſchaͤdlichen Dingen, die ſich unter der Nahrung befinden, 398 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. 4. in ungeſundem Waſſer, 3 5. in langem Hungern, 6. in unzureichender Ernaͤhrung, 7. in ploͤtzlicher Ueberladung des Magens, 8. in uͤberfluͤßiger Ernaͤhrung, 9. in unzeitiger Folge der Traͤnke. §. 461. Waͤhrend der Einſtallung insbeſondere koͤnnen der Ge— ſundheit nachtheilig werden: ſchlechte Luft, Mangel an Licht; zu große Waͤrme und Kaͤlte, Mangel an Bewegung, zu enger Stand, beſonders an Raufen und Krippen. Verletzungen koͤnnen ſtattfin— den: durch Anſtoſſen und Hangenbleiben an Ecken, in den Raufen, durch Einſtoſſen in ſcharfe und ſpitzige Gegenſtaͤnde, durch Fallen in Gefaͤße und durch Beſchaͤdigung beim Ueberſpringen. Auf dem Lager kann ihre Geſundheit leiden: durch Erhitzung auf brennendem Duͤnger, beſonders bei Haut- und Fußkrankheiten, durch Erkaͤltung auf naſſem Lager, durch Liegen in der Zugluft an Ritzen und naͤſſenden Steinen, beſonders zur Lammzeit. In Hinſicht der Nahrung kann ihnen außer ſchlechter Beſchaf— fenheit des Futters an ſich, noch ein ſchlechter Zuſtand deſſelben ge— faͤhrlich werden, wenn es Staub oder andre fremde Koͤrper enthaͤlt, beſonders aber wenn es ſtockig, dumpfig oder modrig(muldrig)h iſt, was alles gleichviel bedeutet. Es kann dicht auf dem Stallboden durch Duͤnſte ſeine Friſch— heit, und ſelbſt noch in der Raufe bei zu dichtem und zu vielem Einlegen durch den Hauch der Thiere ſelbſt ſeinen natuͤrlichen Ge— ruch verlieren und warm werden. Bei der Winterfuͤtterung liegt es, wenn auch nicht immer im Mangel an Ordnungsliebe, doch im Mangel an Kenntniß von Ge— halt und Beſchaffenheit des zu gebenden Futters, und ſeiner Unter— ſuchung, wenn aus ungeſunder Nahrung Schaden entſteht. In den Ecken der Krippen kann ſich viel Staub, und in den Traͤnkgefaͤßen viel Schleim anſammeln. Lange in den Krippen ſtehendes Waſſer geht in Faͤulniß, und zuſammen geſetzte Traͤnke geht zunaͤchſt und bald in Saͤure uͤber. In beiden Faͤllen verlieren die Thiere das Verlangen danach. Dies iſt der naͤchſte Nachtheil davon. Endlich iſt im Stall die Gefahr eines offenbaren Verluſts durch Feuer als ein ſehr wichtiger Gegenſtand zu beherzigen. 4 462. Pume, bre M' ſen ferl ne ſiſtige W ſha ie du Ferletzungen Rähe von u In des örg 84 6 td d, bure 1 1 Sande und ſ. 464. die Ermuͤdun verloren. Aff nah Pne viele. b Gefahr 11 alle b 4 ale Br à alee P 4 alle Nit trum, b all alsg 96 d. ale heſ befälenen thau bed leberſe iſin riſr ſtaſtbefalte tndiſln Falc eReogen, der A- aber Gewäch de Af de! iſt ſcadl 9 465, ſchnit. dere konnend dangel an bi. 8, zu enger e gen konnen fen ken, in den ga raͤnde, duch 3 pringen. n: durch Eiſte ind Fußkranihe in der zugluf ammzeit. ſchlecter Biſt zuſtand deſſeltn nde Kdper u nodrig(muddi Duͤnſte ſain di tem und zu n natürichn uch nicht innne Kenntnis dene und ſeite le den entfet taub, und in tin Fäulnis, in Säure Vallangen don ein Verlſtde tzigen Zweites Kapitel. 399 §. 462. Im Freien kann der Koͤrper leiden: durch zu große Waͤrme, brennenden Sonnenſchein, beſonders die Jungen an den Ohren, ferner: durch Kaͤlte zum Erfrieren einzelner Glieder, durch heftige Winde und Stuͤrme, beſonders wenn ſie kalt ſind, durch ſchaͤdliche Luft, Nebel, anhaltend kalten Regen, durch Plagen und Verletzungen von Fliegen, durch feuchtes naſſes Lager, durch die Naͤhe von vielem Rauch und Daͤmpfen; ſo wie durch Beſchaͤdigun— gen des Koͤrpers aller Art. §. 463. Beim Treiben gefaͤhrden die Geſundheit: zu ſchnel⸗ les Treiben, ſtaubige Triften, tiefer Sand, Schlamm und naſſes Gras, durch Erkaͤltung; gegen den Wind gehen, treiben auf heißem Sande und ſteile Berge hinauf, in Furcht- und Schweißjagen. §. 464. Weiden. Je entfernter die Weiden, deſto leichter die Ermuͤdung, deſto mehr Zeit geht fuͤr Genuß und Verdauung verloren. Auf nahrhafter Weide wird ein laͤngerer Aufenthalt, beſonders ohne viele Bewegung, am erſten gefaͤhrlich. Gefaͤhrliche und ſchaͤdliche Weiden ſind: 1. alle beſtaͤndig unter Schatten ſtehenden Plaͤtze, 2. alle Bruͤche, 3. alle Plaͤtze wo ſich nur ein uͤppiger Wuchs zeigt, 4. alle Raͤnder von noch ſtehenden Gewaͤſſern bei warmer Wit, terung, 5. alle ausgetrockneten Vertiefungen, welche keinen Abzug haben, 6. alle beſtaubten, uͤberſchwemmten, mit Honig⸗ und Mehlthau befallenen, mit Spinnweben uͤberzogenen, mit Reif und Eis⸗ thau bedeckten Weiden. Ueberſtehendes Waſſer macht bei warmer Witterung auch die beſten Graͤſer und Kraͤuter fuͤr das Schaaf ungeſund. Dieſe Eigen⸗ ſchaft behalten ſie auch nach ihrer Abtrocknung; ſei es nun daß ſie in dieſem Falle leicht in Faͤulniß uͤbergehen, oder ſchaͤdliche Gewuͤrme erzeugen, oder daß beides die Veranlaſſung iſt. Wo aber beſtaͤndig Waſſer ſteht, da erzeugen ſich auch ſolche Gewaͤchſe die dem Schaaf an ſich ſchaͤdlich find. Auf der Weide wird den Schaafen das Anbeiſſen der Pilzen oft ſchaͤdlich. §. 465. Auf ſandiger Weide bekommen die Laͤmmer Wuͤrmer. ——— 400 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. Schnell treibender Boden verurſacht viele Blutkrankheiten. Kurze dichte Weide auf Angern ſtumpft fruͤhzeitig die Zaͤhne ab. Sowohl bei zu magerer, als zu uͤppiger Weide entſtehen meh— rere nachtheilige Folgen fuͤr die Geſundheit, als bei mittelmaͤßig naͤhrenden. §. 466. Allgemeine Veranlaſſungen in Betreff der Nahrung. Die Gefahr des langen Hungerns und ploͤtzlicher Ueberfuͤllung kann entſtehen bei anhaltend ſtarkem Regen, ferner zur Zeit der Waͤſche und Schur, auf Transporten, nach uͤberſtan— denen Krankheiten, uͤberhaupt nach jedem Vorfall, der nur zur Aus⸗ ſetzung der gewoͤhnlichen Stillung des Hungers, oder zu groͤßerer Anregung des Appetits Veranlaſſung geben kann. Alle Seen und Teiche, deren Wellen bleiben dien farbigen Schaum an das Ufer treiben, haben ſelten fuͤr das Thier unſchaͤdliches Waſſer. Aber diejenigen Gewaͤſſer ſollen am gefaͤhrlichſten ſein, welche zu einer beſtimmten Zeit im Jahr gruͤnende Pflanzen treiben, wel⸗ ches in der gewoͤhnlichen Sprache das Bluͤhen des Waſſers ge— nannt wird. Oft findet ſich in friſch gegrabenen Brunnen uͤbel riechendes Waſſer, welches ein Beweis von ſchaͤdlichen darin enthaltenen Luft⸗ arten iſt. Solches Waſſer kann den Thieren auf der Stelle gefaͤhr— lich werden. Dergleichen Brunnen muͤſſen eine Zeit lang unbenutzt bleiben, das Waſſer oft und in großer Menge ausgeſchoͤpft, und ſich ſelbſt uͤberlaſſen werden. Doch muͤſſen ſie nicht unmittelbar zu— gedeckt werden, ſondern daß Waſſer muß mit der freien Luft wenig— ſtens in Beruͤhrung bleiben. Gewoͤhnlich wird zur Befoͤrderung der Aufloͤſung noch Salz, wenn es wirkſam ſein ſoll, bis zu eini— gen Scheffeln gebraucht. Mangel an Bewegung ſchwaͤcht das innere Verzehrungs⸗ vermoͤgen und laͤßt die Naͤhrſaͤfte und die Ausduͤnſtung ſtocken und ſchwaͤcht dadurch den Appetit. Bei ſcharfen Winden tritt um ſo leichter Erkaͤltung ein. Ploͤtzliches Stillſtehen nach ſtarker Bewegung kann dieſelben Folgen haben. Thauwetter erkaͤltet die Schaafe leicht, eben ſo Winde, welche uͤber Schneegebirge kommen. Auf der Winterweide kann leicht Erkaͤltung des Magens be— ſonders bei jungen und ſchwachen Schaafen erfolgen. 0 gen menungen ſchlch auf gwühnlice heit Thau Dash die eiſte Bei gin Schagſen nic .. prauch der verden durc derholung d (. 405. ſaß ſie in d ſgſondere A. die gen ſen, ſind b Natten f. 459. herden. Eb⸗ zehrunge Das Be, rch zu ard §. H. Ktung Dr pung deſelt di Er neht die Th i duuct un durch Düch nung den Nrleunge ſchrit 1 Drntenn iſwet deihn, 2 Teide rntſtſen als dei nine n in Bettiſ erns und ſi arkem Nern, rten, nach lir dl, der wrul re, oder zu gir . en fatbigen Ete unſchädliches de licſſten ſein, w fanzen treiben, en des Paſſers nen üͤbel riace⸗ in enthaltenen uf der Stle h däi lng uten e ausgeſchuft, nicht unmittl efreien luſte d zur Veiüdne in ſoll, bi n innere Vengſer oünſtung ſuän Vinden tiit u caung kann diſ in ſo Vude nh ing de Tuh olgen. Zweites Kapitel. 401 Ob gewoͤhnlicher Grasthau ſchaͤdlich iſt, daruͤber ſind die Meinungen noch getheilt. Ohne Zweifel koͤmmt es hiebei haupt⸗ ſaͤchlich auf die Beſchaffenheit der Pflanzenausduͤnſtung und auf die gewoͤhnliche Beſchaffenheit der Luft einer ganzen Gegend an, in wie weit Thau und Nebel ſchaͤdlich ſein koͤnnen, oder nicht. Das Horden erkaͤltet ſehr leicht, beſonders Junge und Schwache. Die erſte Folge iſt gewoͤhnlich der Durchfall. Bei guͤnſtigen Naͤchten kann aber der Aufenthalt im Stall den Schaafen nicht ſo zutraͤglich ſein, als unter freiem Himmel. §. 467. Veranlaſſungen zur Entkraͤftung beim Ge— brauch der Thiere zur Zucht. Der Koͤrper kann entkraͤftet werden durch Paaren, Beſchleunigung der Paarung, zu oͤfterer Wie— derholung derſelben, Gebaͤhren, Saͤugen und Melken. §. 468. Lammen. Der Gefahren beim Lammen ſind ſo viele, daß ſie in der arzneiwiſſenſchaftlichen Lehre uͤber die Schaafe eine beſondere Abhandlung verdienen. Die gewoͤhnlichen Uebel welche ſaͤugende Schaafe begleiten koͤn⸗ nen, ſind boͤſe Euter und ungeſunde Milch. Ratten und Marder freſſen oft die Euter an. §. 469. Verſtuͤmmelungen zur Unzeit koͤnnen gefaͤhrlich werden. Eben ſo die Art wie ſie geſchehen. Hieruͤber ſind beſondre Belehrungen zu benutzen. Das Bezeichnen der Ohren kann bei allzu tiefem Einſchlagen, wo durch zu große Stuͤcke verloren gehen, ebenfalls gefaͤhrlich werden. §. 470. Bei der Waͤſche koͤnnen die Thiere leiden, durch Er— kaͤltung, Druͤcken, Verletzung, Einathmung des Waſſers und Einſtroͤ mung deſſelben in die Ohren. Die Erkaͤltung bei der Waͤſche iſt um ſo leichter moͤglich, je mehr die Thiere kurz vorher, um ſie in den Pferch einzutreiben, in Furcht und Angſt gejagt worden ſind. §. 471. Beim Scheeren koͤnnen entſtehen: Laͤhmung der Sehnen durch zu feſtes Binden, Beſchaͤdigung der Lebenstheile durch Druͤcken, uͤble Lage und Behandlung, Erſchwerung und Hem— mung des Athmens durch krummes Liegen und Zuhalten der Naſe, Verletzungen durch Stechen und Schneiden. 402 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. Durch zu kahles Abſcheeren werden Fliegen und andere Inſek⸗ ten am erſten herbei gefuͤhrt. §. 472. Die Vermiſchung, ſelbſt die Naͤhe von krankem Vieh, ſo wie die Weide worauf es gegangen iſt, Perſonen und Kleider, auch Inſtrumente welche es beruͤhrt haben, koͤnnen immer wieder gefaͤhrlich werden. Daher muͤſſen diejenigen, welche es be— handeln, nicht in denſelben Kleidern und Schuhen, und ungewaſchen, auch nicht ſobald wieder unter die geſunden Haufen kommen. Auch muͤſſen die Operationen, beſonders bei Fußgeſchwuͤren, nicht in der Naͤhe der geſunden Haufen, vielweniger unter denſel⸗ ben vorgenommen werden. §. 473. Noch giebt es einige Zufaͤlligkeiten welche von den Thieren ſelbſt herruͤhren, naͤmlich: das Beſpringen unter einan— der, das Wollfreſſen der Laͤmmer, was ihnen fruͤher oder ſpaͤter Krankheiten, oft auch den Tod zu Wege bringt, und das Stoſſen. Gegen das Wollnaſchen ſoll ein Abſud uͤbel riechender Kraͤuter, welcher der Wolle nicht ſchadet, und daran gegoſſen wird, ein Ver— wahrungsmittel ſein. Das beſte aber beſteht in dem Abſcheeren der Wolle an und um das Euter noch vor der Lammzeit. Das Stoſſen ſcheint nicht unmittelbar den Thieren zu ſchaden, ſonſt haͤtte es wohl die Natur verhuͤtet. Zufaͤllig bringt es nur zu oft Schaden und Verluſt. Auf die Wolle hat es keinen Einfluß, außer an den unmittel— bar getroffenen Stellen, deren Wolle ohnedem gleichguͤltig iſt. Das Verbinden der Augen hat auch wieder viele Nachtheile. Am beſten iſt es, man giebt koſtbaren Thieren, wie einem Pferde, ſeinen geſchloſſenen Platz. §. 474. Bei allen Vorfaͤllen des Schaaflebens ſind Junge, Schwache und Traͤchtige, alsdann aber auch zu gut Genaͤhrte am erſten in Gefahr. er ner Hlerde ſäben dhng derkaäuen z. drunz ſchaft unſ Polle nac ein Schäſe Suſtande ke ſo nimmt, tes zu ſch derileinern, der in en nägens. Jede gewiſen Fi Cobal dder eine in Und de Ne ther in ſi Nahrunn Venn uit. Drittes Kapitel. 403 und anden a Drittes Kapitel. Einige Merkmale des Geſundheitszuſtandes des däße don n ſe, Prinn, Thieres in der Wolle. en, konnen er gen, weche§. 475. Ein Schaͤfer, der das Benehmen aller Thiere ſei— und ant ner Heerde im Ganzen genommen kennt, der da weiß wie ſie ſtehen, fe kunnn gehen und liegen wie ſie eſſen und trinken, wie die Abſonderungen j Fute nach der Verſchiedenheit des Genoſſenen ſind, und wie oft ſich die⸗ iaer ma ſelben ohngefaͤhr wiederholen, der da beſonders weiß, wie das Wie⸗ derkaͤuen geſchieht, und wie die Thiere, wenn ſie in gewoͤhnlicher Ordnung ſich bewegen, ihren Kopf tragen, wie ſie ſich nach Geſell⸗ ſchaft umſehen, und ſich beſonders ihrer Jungen annehmen, wie die Wolle nach Verſchiedenheit des Zuſtandes des Thieres ſitzen muß; ein Schaͤfer, der dies Alles von den Schaafen in ihrem geſunden Zuſtande kennt, wird auch bald erblicken, wenn ein Thier ſich nicht ſo nimmt, als wenn es in ſeinem gehoͤrigen Zuſtande waͤre, noch 1 ehe er zufaͤllig an der Augen- und Hautfarbe erwas merkt. Es giebt a wid, in aber auch einige Kennzeichen an der Wolle, welche die Abweichung des Thieres von ſeinem gehoͤrigen Zuſtande vermuthen laſſen. 9 en welche vn ꝛgen unter i fruͤher oder ſi d das Stoſſe ſchender Kräutt det Valle in §. 476. Aus einigen Erſcheinungen der Wolle und Thjieren zu ſin des Schweißes auf den Zuſtand der Haut und des Thie— bringt e nn res zu ſchließen. Wenn ſich Form und Durchmeſſer des Haares verkleinern, ſo liegt die Schuld entweder im Mangel an Nahrung, an den uni oder in einer fruͤher begruͤndeten Schwaͤche des Ernaͤhrungsver— ächgülti i moͤgens. viele Nad Jede Haut umſchließt im geſunden Zuſtande das Haar mit einer vie einem pfe gewiſſen Feſtigkeit, welche beinahe nach Graden zu beſtimmen waͤre. Sobald aber das Lammen ſich naͤhert, das Saͤugen eintritt, oder eine innere Unordnung entſteht; ſo wird ſie ſchlaffer, und laͤßt bens ſnd Je die Haare leichter fahren. au Gmährte Bei bevorſtehenden Krankheiten tritt dieſe Erſcheinung oft fruͤ— her ein, ehe ſich noch Spuren in den Augenadern zeigen. Ferner: wenn die gleichlaufende Lage der Haare verſchwindet, und die Wolle anfaͤngt verworren zu wachſen; ſo liegt die Urſache eher im fruͤhern Zuſtande des Koͤrpers, als in der augenblicklichen Nahrung. Wenn ſich die gewoͤhnliche Richtung der Haare auf dem Ruͤcken 26* ———————————ÿ—— 404 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. veraͤndert hat, und die Stapel anſtatt nach hinten zu, ſich nach vorn hin neigen, ſo iſt eine anhaltende Krankheit vorhanden, in ſo fern man ſich durch die Laͤnge der Zeit davon uͤberzeugen kann, daß eine ſolche verkehrte Richtung nicht zufaͤllig veranlaßt worden iſt. Wenn in der Mitte der Wolle ſich Hautſchindeln zeigen, ſo koͤmmt dies vom Mangel an hinreichende Nahrung oder einer in— nern Krankheit, und wie es mir ſcheint, auch von ploͤtzlicher Er— kaͤltung her. Dieſe Urſachen haben zur Folge, daß ſich das Oberhaͤutchen in kleinen Stuͤckchen von der Haut loͤſet, und dieſe ſo weiß, wie Mehl— kluͤmpchen, in die Wolle abſetzt. Dieſe Erſcheinung iſt gewoͤhnlich noch mit dem Verſchwinden der Geſtalt der Haare auf dieſer Stelle verbunden. Das Schweißfett laͤßt ſich von dergleichen Hautabſaͤtzen dadurch leicht unterſcheiden, daß, wenn man beide mit den Fingern reibt, das Fett ſich ſanft unter denſelben zertheilt, die Hautſtuͤckchen aber ſich feſt, wie kleine Koͤrner, anfuͤhlen. 4 Wenn der Schweiß in dem Nachwuchs der Wolle ſich vermin— dert, oder gaͤnzlich weg bleibt; ſo iſt entweder auf Erkaͤltung, oder auf Abnahme der Kraͤfte zu ſchließen, ſie komme nun von augen— blicklichem Mangel, oder aus dem Zuſtande des Koͤrpers ſelbſt her. Wenn auf einem Thier die Oberflaͤche ſeiner Wolle ſich blaſſer zeigt, als ſie fruͤher erſchien; ſo iſt ſicher auf Kraftverminderung, und bei einer fortdauernden Erbleichung der Wolle auf anhaltende innere Krankheit zu ſchließen. Wenn bei juͤngeren Thieren Kopf und Bauch fruͤhzeitig kahl werden, nachdem ſie vorher mit Wolle beſetzt waren, ſo iſt dies ein Beweis von ſchwachem Haartrieb, oder kraftloſer Wolle oder ſchlaf— fer Haut, oder allem zugleich. Wenn die Haut ſchlaff wird, ſo laͤßt ſie die Haare eine ſich ausbreitende(divergirende) Richtung nehmen; die urſpruͤngliche Ge— ſtalt der Haare verliert ſich alsdann; ſie wachſen ſogar in verſchie— denem Umfang, wenn es fruͤher nicht der Fall war. Der Schweiß bleibt allmaͤlig zuruͤck. Zuerſt zeigt ſich ſeine Abweſenheit im In— neren des Fließes, ſpaͤter auch die Verblaſſung der Oberflaͤche. baäſigen: Aus und Viet Gerſtal b ſunden nur dur, Da D Neihe w gffält dit dageg und wed det, und Taaͤnke gelung d ſch klein ſe kännen Naheplat 3 hjere, laß gem Llinernn d dieſe ausnache demſalben a welcher Die uitt iten, ſch Hoc vorhande tzeugen iann, laßt woun ſ indeln zin ung oder en von glöͤzlte 3 Oberſäuce weiß, nig ung iſt gevi ( auf diſte ichen Haukali emit den gime die Hautfict Vole ſcch berme Gältund, a nun von aae zoeders ſelbſt Polt ſich bl craftverwindenn le auf angyde j frͤhzeini n, ſo iſt di Volle oder ſi e Hacbe ein arſoräͤnzlche ogar in driſh t. Der Sch eſemheit in) Obexfäche Viertes Kapitel. 405 Viertes Kapitel. Einige Bemerkungen fuͤr Stall- und Weide⸗ ordnung. §. 477. Eintheilung der Haufen. Im Stall duͤrfen nicht mehr als 200 bis 250 in einer Abtheilung beiſammen ſtehen, wenn ſie ſich ſelbſt bei hinreichendem Raum nicht unter einander belaͤſtigen ſollen, beſonders beim Fuͤttern und Traͤnken und beim ausmachen. Ohne Vorzuͤge oder Gitter kann dies aber freilich in demſelben Stalle nicht bewerkſtelligt werden. Fuͤr lammende Schaafe wird ein beſonderer Platz eingerichtet, welcher wieder ſeine Unterabtheilungen nach der Zeitfolge enthaͤlt Die Stuͤtzen, Kayen, kleine Abzaͤunungen fuͤr Schaaf und Q.O—õ———— 406 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. 4 Lamm ſind nur dann zu gebrauchen noͤthig, wenn ſich das Schaaf des Jungen nicht gut annehmen will oder Ammenſtelle vertre— ten ſoll. Kranke, welche einer beſonderen Wartung und Pflege beduͤrfen, muͤſſen ohnedies gleich geſondert werden. Um nach Gefallen Abtheilungen machen zu koͤnnen, muͤſſen leichte und leicht zu verbindende Vorzuͤge von verſchiedener Groͤße, doch mit ſo feſten Sproſſen gemacht werden, daß die Thiere ſie nicht leicht durchbrechen koͤnnen. Eine große Erleichterung iſt es fuͤr den Schaͤfer; wenn die Vorzuͤge an jedem Ende mit Stricken feſt gebunden werden, mit denen man ſie unter einander in jeder Richtung vereinigen kann. §. 478. Nebenſtaͤlle. Bei der Benutzung eines ungewoͤhn⸗ lichen Aufenthalts fuͤr Schaafe vermeide man jeden Platz, wo ſich Dreſchſtaub befindet oder noch hinkommen kann. §. 479. Vorſorge fuͤr den noͤthigen Raum zur Lamm—⸗ zeit. Wo noch eine Vergroͤßerung der Heerden ſtattfinden kann, da unterlaſſe man nicht, zeitig genug fuͤr eine geſunde und bequeme Stallung zu ſorgen, damit nicht Jung und Alt in die Gefahr kommen, ſich beſtaͤndig zu preſſen, in ungeſunden Behaͤltern ſich auf— halten zu muͤſſen oder gar zu erfrieren. §. 480. Beobachtung der gehoͤrigen Futterzeit. Manche ſcheinen von nichts weniger uͤberzeugt zu ſein, als von der Nothwendigkeit einer beſtimmten Ruhezeit zur Verdauung. Auf den uͤppigſten Weiden laͤßt man dem Appetit der Thiere ganze halbe Tage lang ununterbrochen freien Lauf. §. 481. Einige allgemeine Verrichtungen. Abſtutzen der Schwaͤnze. Das Abſtutzen der Haͤmmelſchwaͤnze bis wenig⸗ ſtens auf die Haͤlfte der Laͤnge iſt darum noͤthig, weil dadurch die uͤbrige Wolle um ſo reiner bleibt, und das Thier in gewiſſen Faͤl— len nicht ſo behindert wird. Die an denſelben wachſende Wolle iſt ohnedem zu geringe, als daß ſie in Betracht kommen koͤnnte. Ob durch das Stutzen der hintere Koͤrpertheil ſich ſo aus— dehne, daß es der Wolle zum Nachtheil gereichen koͤnne, iſt noch nicht ausgemacht. 4. 4. gelte Ha 1 die We hen werden Das Kurz fen die X da leicht d ſo, vie mit Dieſe! gewaſchen, ten vad Drrch fteſen abd 5. 4 geiten. ſind beſon Unterſuche Diſſe Mundes, und auf Eben dageszeit 6. 48 une ſtick Deehes,) der Geri 9,4 heim Tr nittel. Gehe der &△ Jaohn u merfſare — e chem Er önnen, d Kſtitdenn aß die Thin hifer; nen den wenden, vereinigen an enes unxeni e pla, w um zur Lamn krfnden ann, d nde und begu tin de Geft Behültern ſch i Futterzii ſein, als von gerdauung, Ah iere gane ſ en. Aöſtuzen wänze bis uin weil dadurg d in gewiſen i zu gerinye, dl ſich ſo un fänne, iſt n Viertes Kapitel. 407 §. 482. Vorlaͤufiges Beſcheeren der Schaafe und gelte Haufen. Kurz vor der Lammzeit iſt den traͤchtigen Schaa⸗ ſen die Wolle um das Euter und auf allen Stellen, wo ſie verdor— ben werden koͤnnte, abzuſchneiden, und bis zur Waͤſche zu verwahren. Das Abreiſſen duͤrfte aber nicht erlaubt werden. Kurz vor Anfang der Weide wird ebenfalls allen gelten Hau— fen die Wolle an den Leiſten der Hinterbeine abgeſchoren, weil ſie da leicht verunreinigt werden kann. Nit dieſer Wolle wird eben ſo, wie mit der von Mutterſchaafen, verfahren. Dieſe Wolle wird bei der Schaafwaͤſche in einem Korbe mit gewaſchen, und zu der weißen Stuͤckwolle gethan, wenn ſie ſelbſt rein und weiß iſt. Durch dieſe Vorkehrung werden auch die Laͤmmer vom Woll— freſſen abgehalten. §. 483. Unterſuchungen der Schaafe zu beſtimmten Zeiten. Zur Unterſuchung des aͤußeren Zuſtandes der Schaafe ſind beſondere Zeitpunkte feſtzuſetzen, wo die ganzen Haufen der Unterſuchung unterworfen werden. Dieſe muß ſich erſtrecken auf das Innere des Auges und des Mundes, hinter den Lippen, auf Euter, Klauen und Schweißtrieb und auf das gehoͤrig feſte Anſitzen der Wolle. Eben ſo muß auch bei vorfallenden Krankheiten eine beſtimmte Tageszeit zur Unterſuchung aller Kranken verwendet werden. §. 484. Das Allernothwendigſte bei einer Schaafhaltung iſt eine ſchickliche Eintheilung der Zeit fuͤr Wartung und Pflege des Viehes, Reinigung und Zubereitung des Futters und Inſtandſetzung der Geraͤthſchaften. §. 485. Benehmen gegen die Schaafe. Verfahren beim Treiben oder Fuͤhren. Alter Majoran iſt ein gutes Lock— mittel. Gehetzt muß nur im hoͤchſten Nothfall werden. Der Gebrauch eines Hundes zum Mittreiben und Lenken ohne Jagen und Beiſſen iſt eine Schaͤferkunſt, allein ſie iſt durch Auf merkſamkeit und beſtaͤndige Uebung des Thieres ihm beizubringen. Verfahren im Stall. Man muß die Schaafe vor ploͤtzli chem Erſchrecken und oͤfterer Beunruhigung in Acht nehmen. 8 408 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. Deshalb iſt auch das oͤftere Angreifen oder Haſchen der Schaafe, ſobald es nicht noͤthig iſt, zu unterlaſſen. Fuͤnftes Kapitel. Verhalten beim Verſetzen der Schaafe auf weite Entfernungen. §. 486. Folgen und Gefahren. Beim Transportiren koͤnnen Mangel an Waſſer, Wechſel der Weide, des Waſſers und der Wege, ſo wie in Nothfaͤllen Mangel an Obdach gefaͤhrlich werden. 1 Anſtrengung uͤberhaupt, wenig Nahrung, haͤufiger Staub, Ge⸗— genwinde, ſchlechtes feuchtes Lager, alles dieſes wirkt auf das Thier. Dazu kommen noch die Gefahren der Anſteckung. Die Wolle wird auf Transporten, je laͤnger ſie dauern, deſto mehr im Wachſen gehemmt; die Ordnung des Gleichlaufens der Haare geht verloren. §. 487. Verhalten auf dem Transport. Die Haufen duͤrfen, wenn es moͤglich iſt, nie uͤber 250 bis hoͤchſtens 300 Koͤpfe groß ſein. Zahlreichere Haufen laſſen ſich auf befahrnen Straßen, in Hohlwegen, ſo wie beim Durchgehen durch Staͤdte, beim Weiden fremder Heerden in der Naͤhe, beim Begegnen mit ſolchen unter— weges, beim Unterbringen im Nachtquartier, bei verbotenen oder gefaͤhrlichen Weiden und bei irgend einer andern Gefahr nur aͤußerſt unbequem lenken. Ein ſolcher Haufen bedarf auf weite Maͤrſche 3 Mann zum Fuͤhren, um 2 bei der Heerde zu behalten, wenn der Dritte ſich zur Erkundigung, um Straßen, Triften und Weiden, um Nacht⸗ quartier u. ſ. w. davon entfernen muß. Nichts giebt mehr Unordnung, als die Naͤhe einer fremden Heerde. Ehe man ſich umſieht, laufen zwei Heerden zuſammen, beſonders zur Sprungzeit. Bei der beſten Geſundheit duͤrfen die Schaafe taͤglich nicht mehr als 2 bis 2 ½ Meilen machen, im Anfang noch weniger, aber nie mehr. Eine einmalige Exmuͤdung laͤßt ſie auf dem Marſche nicht wieder zu ſich kommen. Daher nd von d vanden. Auch a Unter aur die mi Pechſel bet Ind iſt alſ (cher. däßt ſich fäiheit finde dher mi C Unterw Pacht inm t auch erle nd gebe ih dNreben ein ſhet ſe re um T din, welche de Inſeiter Des N Nd 2. üccht wiſen Adten, O da N. uiß nan ni ſindi. 58 ed ung ds ſithendem a Dei ſ lain eines de zi et ds Ort nehine ſe Atteten de die Scht 7. 488 en de Schaſt, anf wete nsportitey Vaſſers un ac gefährit r Staug, G uf das Thie⸗ uern, deſeo Naufene der Die Haufen 5 300 Käpfe Straßen, in eim Weiden ſchen unter otenen oder nur aͤußerſ Mann zum Dritte ſch um Mht⸗ e fremden zuommen, gich nich iiger, abe Miiſhe Fuͤnftes Kapitel. 409 Daher muß, wenn getrieben wird, jederzeit langſam getrieben und von den Fuͤhrern das Nachtquartier nicht zu fruͤh geſucht werden. Auch auf kurzen Maͤrſchen kann man ſie ermuͤden. Unter den zum Behuͤten frei ſtehenden Plaͤtzen benutzt man nur die mit der allerſicherſten Weidenahrung. Bei dem taͤglichen Wechſel bekoͤmmt ohnedies der Koͤrper das Angewoͤhnte nicht mehr, und iſt alſo bei jeder andern Einwirkung fuͤr Alles um ſo empfaͤng— licher. Laͤßt ſich keine Weide von nothwendig erforderlicher Beſchaf— fenheit finden, ſo muͤſſen die Schaafe mit gutem Heu und Stroh, oder mit Erbſenſtroh oder Hafer in Garben unterhalten werden. Unterweges treibe man um der Sicherheit willen auf die Nacht immer unter Obdach, doch nie in einen Schaafſtall, wenn es auch erlaubt wuͤrde, ſondern in Scheunen oder in Gaſtſtaͤllen, und gebe ihnen des Abends und des Morgens Stroh zum Futter, daneben eine recht gute Streue von geſunden reinem Stroh. Dieſe ſichert ſie vor Anſteckung und dient ihnen zugleich zur Erholung. Zum Transport verſehe man ſie mit voͤlligen leinenen Hem— den, welche ſie am erſten vor Anſteckung ſchuͤtzen, und auch noch die Inſekten und den Einfluß der Witterung abhalten. Des Morgens wird wieder ein Strohfutter gegeben, da man nicht wiſſen kann, wie weit noch, beſonders laͤngſt Schonungen, Staͤdten, Doͤrfern und Gaͤrten die naͤchſte Weide entfernt iſt. Den Regen warte man ab, und bei anhaltendem Regenwetter laſſe man nie weiden, ſondern fuͤttere lieber den Transport be— ſtaͤndig. Des Morgens vor dem Aufbruch, oder im Fall der Ermange— lung des Waſſers wird bei der erſten ſich findenden Gelegenheit an fließendem Waſſer getraͤnkt. Bei ſolchem Verfahren hat man auf einer 100taͤgigen Reiſe kaum eines Raſttages noͤthig. Die Fuͤhrer haben ſich unterweges beſtaͤndig nach der Geſund— heit des Ortsviehes zu erkundigen, um im Nothfall Umwege zu nehmen; ſie ſelbſt aber haben ſich von ihrer Seite mit guͤltigen Atteſten der naͤchſten Behoͤrde in der Gegend zu verſehen, wo ſie die Schaafe in Empfang nehmen. §. 488. Verhalten kurz vor und nach der Ankunft. 410 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. Wenn die Schaafe bald ihren Beſtimmungsort erreicht haben, ſo fange man an, ſie allmaͤlig an wenigere Bewegung zu gewoͤhnen. Nach der Ankunft an ihrem Beſtimmungsort muͤſſen ſie nicht ſogleich ſehr ſtark gefuͤttert werden, damit ſie ſich etwa bald erholen ſollten. Dies kann die entgegengeſetzte Wirkung haben, indem die Thiere auf Transporten gewoͤhnlich nur kaͤrglich unterhalten und daran gewoͤhnt werden, und die Verdauung noch zugleich in der Bewegung ein Befoͤrderungsmittel findet. Beſſer iſt es daher, man giebt ihnen nach ihrer Ankunft an— faͤnglich wenige, aber gehaltreiche, doch leicht verdauliche Mittel, allenfalls mit Salz gewuͤrzt, und unterſtuͤtzt ſie mit Hafer oder Gerſt-Schroot⸗-Traͤnke. Das Traͤnkwaſſer muß moͤglichſt friſch und rein ſein, weil be— kanntlich eine Veraͤnderung des Waſſers ſchon allein hinreichend iſt, einen Koͤrper erkranken zu laſſen. §. 489. Ueber allmaͤlige Angewoͤhnung beim Wechſel des Aufenthalts. Da mit einem andern Aufenthalt auch eine andere Luft und Lufterſcheinungen, anderer Boden, andere Nah— rungsmittel verbunden ſein koͤnnen und in der Regel ſind, ſo koͤmmt es auf den Geſammteinfluß aller dieſer Veraͤnder ungen an, ob er fuͤr ein Thier zu ertragen iſt, oder nicht. Im letzten Fall wuͤrde nur eine allmaͤlige Angewoͤhnung, der gegenwaͤrtigen Generation ſelbſt, oder auch der naͤchſtnachfolgenden am ſicherſten dahin fuͤhren. Hat ſich aber eine Nachkommenſchaft in mehreren Generatio— nen wieder gewoͤhnt, ſo koͤnnen von neuem Verſetzungen geſchehen. Am ſicherſten verfaͤhrt man, wenn man dazu die kraͤftigſten Thiere im beſten Alter ausſucht. Es muͤſſen mehrere Zwiſchenpunkte ausgewaͤhlt werden, von wo aus die Verpflanzung ſpaͤterhin geſchehen kann. Die Staͤmme muͤſſen auf Hoͤhen und nur mittelmaͤßig in der Nahrung erhalten und an freien Aufenthalt und Weide gewoͤhnt bleiben. Pber d einer= 6. 10,91 gitfeden uu Untergebe⸗n Pcrung ſ 2 neverzeichr4 bſi ſo vised nn, aleesſie höriger n rithige finn fir ihn ſalb ne gMorren. Nanchenze fahe rchten im ſczen wiſen e. eißen Catettzu Nüthig an din öeſonde 2 1 4 Jupe Aäfle, n Unterwor tſn 4§i per f lich R dn An d wa krnine dolle Lnutr u ürauch der it. ächt fuben, ſ du gevähnen niſin ſe ti wa dadd ehaln ben, indn in ter alten und Zgleich in u Ankunft an liche Mit t Hafer odet ſän, weil he dinreicend iſ in Vechſel alt auch eine andere Nah.: ind, ſo kommt rungen an, ch wohnung, de ſmnachfolgenden en Generati gen geſchehe die kräſtiſte werden, von fmißig in de ede gewoͤhnt Sechstes Kapitel. 411 Sechstes Kapitel. Ueber die Nothwendigkeit eines Leitfadens fuͤr einen Schaafmeiſter zur Anweiſung ſeiner Untergebenen. §. 490. Ueber die Nothwendigkeit eines geordneten Leitfadens ſuͤr Schaafmeiſter zum Gebrauch fuͤr ihre Untergebenen. Fuͤr einen Schaafmeiſter iſt ein Handbuch zur Anlehrung ſeiner Untergebenen, beſtaͤnde es auch nur in einem Na— menverzeichniß, darum unentbehrlich, weil einem ſolchen Manne, bei ſo vielen ihn ablenkenden Vorfaͤllen, nicht abgefordert werden kann, alles Wiſſenswuͤrdige moͤglichſt vollſtaͤndig, kurz und in ge— hoͤriger Ordnung vorzutragen. Ein ſolches Handbuch iſt noch noͤthiger fuͤr ihn um der Anzuweiſenden willen, als eine Anweiſung fuͤr ihn ſelbſt, die theoretiſche Krankheits- und Heilmittellehre aus⸗ genommen. Mancher wird, was die Praxis betrifft, ſo wie er nach einer folgerechten Ordnung auf einen Punkt koͤmmt, mehr daruͤber zu ſagen wiſſen und ſich verſtaͤndlicher machen koͤnnen, als es durch einen Catechismus geſchehen koͤnnte. Noͤthig iſt nur die Beſchraͤnkung des erſten Unterrichts bei je— dem beſondern Gegenſtande fuͤr den erſten Anfaͤnger auf alles das, was das geſunde Auge leicht erkennen und der geſunde Verſtand ohne beſondere Schulkenntniſſe leicht begreifen kann. Der einem angehenden Schaͤfer benoͤthigte Unterricht koͤnnte ſich wohl auf nachſtehende Gegenſtaͤnde und in folgender Ordnung erſtrecken: Vorkenntniſſe. . Zergliederung des Schaafes in die konſtructiven Theile; ihre Beſtimmung; . Zufaͤlle, denen ſie durch innere und aͤußere Veranlaſſungen unterworfen ſein koͤnnen; . Koͤrperliche Unterſchiede zwiſchen den verſchiedenen vorhande⸗ nen Raſſen; alsdenn uͤber Wolle, ihr aͤußerlicher Unterſchied, Art zu wachſen, Unterbrechung des Wuchſes, Anſehn geſunder kraftvoller und fauler Wolle, Einwirkungen von auſſen auf Koͤrper und Wolle, die allgemeinſten Erforderniſſe zum Ver⸗ brauch der Wolle, Unterhaltung des Wuchſes, Reinhaltung. — . — 412 Dritter Theil. Eilfter Abſchnitt. Von dem, was ein Schaͤfer bei den Schaafen zu beo⸗ jfätliher bachten hat. Mit dem Aufenthalt der Schaafe im Freien muß In der Anfang gemacht werden. Nihe, Die Vorſtellungen des Neulings werden dabei nicht mit der Ser, Wr Mannigfaltigkeit von Gegenſtaͤnden und Verhaͤltniſſen uͤberladen, tr der 3 als wenn man ihn zuerſt in den Stall fuͤhren wollte. Een Jaht Zunaͤchſt alſo: Ueber das Verhalten des Schaͤfers beim Auf— titkter Eu enthalt der Schaafe im Freien, Treiben, Huͤten, Gebrauch der Dauben 5 Hunde, Saathuͤtung waͤhren der Einſtallung, beſondere Beobach— ter, 16 ℳ. tungen und Verrichtungen vor und waͤhrend der Weidezeit, erſter Sss den Anfang der Weide, Weidearten, ihre Schaͤdlichkeit und Geſundheit, ihre Zutraͤglichkeit nach Verſchiedenheit des Alters und des Zuſtan⸗ n Sita des der Thiere, Vergleichungen zwiſchen der Weidenahrung in Hin— mmnn ſicht ihrer Nahrhaftigkeit, Verſchiedenheit in Hinſicht der Nahrungs⸗ menge, Eintheilung der Weide auf die ganze Zeit, Eintheilung der Weidehaufen, Vertheilung der Weide auf die verſchiedenen Haufen, taͤgliche Ordnung, Traͤnke waͤhrend der Weidezeit, Neben⸗ fuͤtterung, Folgen des Wechſels in Art und Menge, beſondere Beo⸗ bachtungen kurz vor der Einwinterung, Zeit derſelben, uͤber das Verhalten des Schaͤfers waͤhrend der Einſtallung, Einrichtungen, Bedingungen ihrer 2ockmß aseir⸗ Schoppen, Gebande, Geraͤth ſchaften, Haltung, Ernaͤhrung, Wartuͤng und Pflege, Folgen des Uebermaaßes und Mangels der Nahrung, Schonung 5 Thieres und der Wolle, beſondere Verrichtungen bei der Einwinterung, Stellung und Abtheilung der verſchiedenen Haufen, Beruͤckſichtigung beim Ein⸗ und Austreiben, Stall⸗Luft, Futterarten, ihre Schaͤdlich hr 3 keit und Geſundheit, ihre Zutraͤglichkeit nach Verſchiedenheit des Alters und des Zuſtandes der Thiere, Unterſuchung der Beſchaffen⸗ heit des Futters, Mittel ſeiner Erhaltung, Vergleichung in der destl Nahrhaftigkeit, Dauer der Verdauung, gehoͤrige Nahrungsmenge Arne nach Verſchiedenheit des Zuſtandes, Eintheilung des Futters auf dee nnhe. die Zeit der Einſtallung, Verbindung mehrerer Futterarten neben 1ne, und mit einander, Vertheilung des Futters auf die verſchiedenen Srh. Haufen, taͤgliche Ordnung fuͤr einen jeden, Genuß der Luft und L Bewegung im Freien, von der Zucht, außer den gehoͤrigen Kenn⸗ dünn e zeichen der Tauglichkeit, Untauglichkeit, Faͤhigkeit zu ſaͤugen, beſon neidne G dere Beobachtungen und Verrichtungen kurz vor und waͤhrend der 2 Lammzeit, uͤber das Verhalten bei Krankheiten der Schaafe, Be riien 1 handlung der Schwachen und Kranken in Nahrung und Pfege Eum 3 itt. gaſen zu in Fräin me i nict nit d riſen iüeraden ke. fers bein duj Gebrauch de ddere Beobac ſeidtzeit, erſi nd Geſundhei V nd des Juſtan ahrung in Hn. der Naheungs , Eintſeilun, verſchiedenen dezeit Neben⸗ beſondere Beo hen, ubet dos Einrichtungen, dude, Gerith ge, Folgen de ng des Thitei Einwinterune erüͤckſichtigun hre Schaͤdlic ciedenheit di der Beſchaffn eichung in de faßrunyemenge Fultes auf trarten neben everſchiedenen der Luſt und ſtigen Ken ſugen, b dwhren Schanſ, d ng und hi Sechstes Kapitel. 413 gefaͤhrlicher Zuſtand und Krankheiten, verſchiedene dabei vorfallende Verrichtungen, Heilung, Verhalten bei anſteckenden Krankheiten in der Naͤhe, in der Heerde, uͤber das Verhalten bei der Waͤſche und Schur, Waſchen, Scheeren, Verpacken der Wolle, uͤber die Einthei— lung der Zeit zu den verſchiedenen Verrichtungen im Laufe jedes halben Jahres, Monats und Tages, Transportiren, Behandlung verſetzter Schaafe. Daubenton's Plan iſt fuͤr hoͤher unterrichtete Menſchen be— rechnet, als es die Klaſſe der Tageloͤhner mit ſich bringt. Was wohl noch fehlen duͤrfte, waͤre ein Catechismus des Ve— terinaͤr⸗Wiſſenſchaftlichen, wozu die Schaafmeiſter ſelbſt die wichtig— ſten Erfahrungsfaͤlle, in ſoweit ſie nicht von der Theorie abhangen, am zuverlaͤßigſten wuͤrden mittheilen koͤnnen. Zwoͤlfter Abſchnitt. In einer Abhandlung. Ueber Schaͤferei⸗Ertrags⸗Berechnungen. §. 491. Ueber Vergleichungen des Ertrags verſchie— dentlicher landwirthſchaftlichen Unternehmungen. Die Unterſuchung, in wie weit Schaafzucht da, wo ſie ausfuͤhrbar iſt, nuͤtzlich werden kann, ſetzt eine Vergleichung ihres Reinertrags mit dem Reinertrag derjenigen Benutzungen voraus, welche an ihrer Stelle ſtattfinden koͤnnten. Wenn aber eine Landwirthſchaft um irgend eines Zweiges willen umgeaͤndert werden ſoll, ſo faͤllt der Begriff einer Ertrags— vergleichung zwiſchen dem neuen Zweig und anderer an ſeine Stelle zu ſetzenden Erzeugniſſe weg, ſondern, da eine neue wirthſchaftliche Einrichtung an die Stelle der alten tritt, ſo kann eine Ertrags⸗ vergleichung auch nur zunaͤchſt zwiſchen dieſen beiden ſtattfinden. 414 Dritter Theil. Zwoͤlfter Abſchnitt. Der neuen Wirthſchaft fallen alle Umaͤnderungs- und Einrich— tungskoſten zur Verzinſung zur Laſt. Sind Meliorationen außer dem Ertrag des neuen Zweiges anzunehmen, ſo kommen ihr dieſe dagegen zu gut. Der Ertrag einer neu anzulegenden Schaͤferei bei einer umge— aͤnderten Wirthſchaft kann nur als Theil der neuen Wirthſchaft mit dem Ganzen am ſchicklichſten zur Vergleichung kommen. Es muͤſſen aber dabei ganze Rotations- und Zuchtperioden zum Grunde gelegt werden. So allgemein verſchieden nun auch oͤrtliche Verhaͤltniſſe in Bezug auf Erzeugung und Abſatz ſind, ſo waͤre es doch zu wuͤn— ſchen, daß gewiſſe Faͤlle zu ſolchen Vergleichungen aufgeſtellt wuͤr— den, welche in der Wirklichkeit ſtattfinden koͤnnten. Nur muͤßten bei den Werthanſaͤtzen ganz andere Prinzipien zum Grunde gelegt werden, als gewoͤhnlich geſchieht; hauptſaͤchlich duͤrften da keine fingirten Marktpreiſe angenommen werden, wenn durch ihr Ausbieten eine Ueberfuͤhrung des Marktes vor Augen liege. §. 492. Vergleichung der Eintraͤglichkeit der ver— ſchiedenen Schaafarten unter ſich. Eine ſolche Vergleichung erfordert die Bekanntſchaft mit dem Werthverhaͤltniß der gegenſei— tigen veraͤußerlichen Produkte, die Kenntniß von den verſchiedenen Schaafarten, ſo wie ihrer Unterhaltungskoſten. Unterhaltungskoſten. Wenn das Marſchſchaaf gehoͤrig unterhalten werden ſoll, ſo betraͤgt ſein Nahrungsbedarf zwei bis dreimal ſo viel, als der des Hoͤhenſchaafes. Das gemeine Hoͤhenſchaaf kann zwar als ein einheimiſches Thier mit geringerer Nahrung vorlieb nehmen, als das fremde Merinos; allein ſoll die Wolle von jenem ſich gehoͤrig ausbilden, ſo iſt der Unterſchied zwiſchen beiden Arten ſo groß nicht. Be— ſtimmte Angaben fehlen hieruͤber. Wir wollen Nler die Unterhal⸗ tungskoſten aller Art gleich 1 anſetzen und die des Merinosſchaafes gleich 1½. Ertrag. Das mittlere Wollgewicht des M rſchſihafts wollen wir auf...... 8 Pfund, das Wollgewicht des gemeinen Hohenſchaafes nuf. 2, und daß des Merinos auf....... 2 dn S dert) der 1 lanſchlagen. Venn dol d Hoͤhenſchn Beim Y 1 Unterſchied ‚eim Na iſerſüſg gere zun Erſatz da Venn wi! keſten und denr gen, nimüch de des Hohenſchn! Äſd den Voll ni anneytnen,, 3) bel ſterhaltungskt 8 P 0 †¾ b) bei Utechelcanaeke it nd Einric rationen außer aen ihr dieſe ei eint unge Wiriſchn mmen. zuchtperiode thältniſe in och zu wuͤn⸗ foeſtellt wiͤr⸗ e Prinzivitn hauxtſchlic erden, wenn vor Augen t det ver⸗ Vergleichun der gegenſe verſchiedenen hagf gehönt arf zwei hi einheimiſchts zdas ftumde iy ausliben, nicht. Br⸗ ie Unterhal⸗ wooſchanſt Zwoͤlfter Abſchnitt. 415 den Werth der beiden erſten Wollarten gleich 4, und der letzten gleich 11 anſchlagen. Ertrag an Fleiſch. Wenn das Marſchſchaaf gleich 100 Pfund wiegt, ſo wiegen das Hoͤhenſchaaf und das Merinss ohngefaͤhr 35 Pfund. Beim Verkauf des Schlachtviehes machen auch die Felle einen Unterſchied. Laͤmmer. Beim Marſchſchaaf kann jaͤhrlich wenigſtens ein Lamm als uͤberfluͤſſig gerechnet werden, bei den andern aber muß jedes Lamm zum Erſatz dienen. Wenn wir nun nach dieſem rohen Entwurf die Unterhaltungs— koſten und den Ertrag bei allen drei Schaafarten in Gelde anſchla— gen, naͤmlich die Unterhaltungskoſten des Marſchſchaafs zu 12½ Thlr. des Hoͤhenſchaafs zu Thlr., und des Merinos zu 22 ½ Silbergr., und den Wollwerth nach dem auf Thatſachen gegruͤndeten Verhaͤlt— niß annehmen, ſo ergeben ſich folgende Nutzungsverhaͤltniſſe: a) beim Marſchſchaaf. Unterhaltungskoſten aller Art 1 ½ Thlr. Ertrag. 8 Pfund Wolle zu 4 Sgr... 32 Sgr. 4 Lamm. 10„ x des Fleiſchpreiſes. 15„ — 57 Sgr. b) beim gemeinen Schaaf. Unterhaltungskoſten 15 Sgr. Ertrag. 2 ¾ Pfund Wolle zu 4 Sgr. 10 Sgr. F des Fleiſchpreiſes... 4„ 14 Sgr. c) beim Merinos. Unterhaltungskoſten 22 ½ Sgr. Ertrag. 2 Pfund Wolle zu 11 Sgr. 22 Sgr. F des Fleiſchpreiſes..... 4„ 26 Sgr. Es iſt wohl nicht zu bezweifeln, daß bei den hier angenom— menen Saͤtzen Jedermann, welcher Schaafhaltung nur einiger— —— 416 Dritter Theil. Zwoͤlfter Abſchnitt.— maßen kennt, zuerſt das Marſchſchaaf und zuletzt das gemeine Hoͤ⸗ henſchaaf waͤhlen wuͤrde, wenn er freie Wahl im Boden haͤtte. Die Englaͤnder ziehen aus der Leiceſter-Raſſe Thiere zu 130 bis 150 Pfund Schwere, und 10 bis 12 Pfund feine, 10 bis 11 Zoll lange Wolle. Ihr Nahrungsbeduͤrfniß iſt mir noch nicht ge— nau bekannt geworden. Wahrſcheinlich laͤßt es ſich auf 10 bis 12 1 Pfund trockne Nahrung annehmen. 1 17. 8 Atlandicg u Mrrhſt auch dil, Un ſlict in ſar Mſ — Maſſe nitt as gmene 5 odm ſitke. Thiae u h ine, 1 is noch licht auf lo bi 1 Vierter Theil. Ueber commerzielle Verhaͤltniſſe. Erſter Abſchnitt. Unterſuchung der Frage, welche Schaaf⸗ art iſt wohl fuͤr die nachſte Zukunft die nuͤtzlichſte? §. 493. Bedingungen in Ruͤckſicht der Oertlichkeit. Die Frage: ob Schaafe an einem Orte gehalten werden koͤnnen, oder nicht, wird durch die Oertlichkeit bedingt. Wo nur ungeſundes Waſſer iſt, da verbietet es ſich von ſelbſt. §. 494. Wo Lage und Gewaͤchſe des Bodens entſcheiden, da muß die Spekulation zuruͤcktreten. Der Satz:„fuͤr hohen Graswuchs eignen ſich keine Merinos⸗, und fuͤr kurzen keine Marſchſchaafe“ ſteht feſt. Die Wolle unſerer inlaͤndiſchen Marſchſchaafe muͤßte einer Ver— beſſerung unterworfen werden, wenn ſie der engliſchen, ſelbſt der juͤtlaͤndiſchen und oͤſelſchen gleich kommen ſollte. Marſchſchaafe liefern zwar viel Wolle, allein ihr Unterhalt koſtet auch viel, und hohe Preiſe ſind fuͤr die beſten Arten derſelben nicht ſo leicht bei uns zu erwarten, weil erſtlich in England eine unge— 1 heure Maſſe dieſer Wollart erzielt, und wohlfeil verarbeitet, auf 27 ———— —D— ¼ 418 Vierter Theil. Erſter Abſchnitt. der andern Seite bei uns aus veredelten Heerden die laͤngere Wolle immer zu den gewoͤhnlichen Fabrikaten der Art mit verbraucht wird. Eine Kreuzung zwiſchen Niederungsſchaafen und Merinos iſt gar nicht anzurathen. Wird eine ſolche auf mehrere Generationen fortgeſetzt, ſo geht zuletzt die Raſſe zu Grunde, den Fall einer un— beſchraͤnkten Stallfuͤtterung ausgenommen. Bleibt aber eine Kreu— zung dieſer Art auf den erſten Generationen ſtehen, ſo giebt es eine Wollart, welche weder fuͤr glatte, noch fuͤr tuchartige Zeuche gut anzuwenden iſt, ein Gut zu nichts. Wer alſo ſeinen Boden nicht durch eine andere Schaafart beſſer benutzen kann, der bleibe beim Naturgemaͤßen ſtehen, halte Marſch— ſchaafe, wo keine Hoͤhenſchaafe gedeihen, und verſchaffe der Wolle nur einen ununterbrochenen Wuchs. §. 495. Welche Merinoswollart bringt jetzt und wahr— ſcheinlich auch in der naͤchſten Zukunft noch den meiſten Nutzen fuͤr die noͤrdliche Landwirthſchaft bei der Be— nutzung der Hoͤhenweiden? Daß jede Art Wolle zu irgend etwas nuͤtzlich iſt, weiß Jedermann. Den Landwirth intereſſirt aber die naͤhere Frage: Was nuͤtzt gegenwaͤrtig, und was in der naͤchſten Zukunft wohl am beſten? oder, was daſſelbe iſt, bringt der feinere Kopf mit wenigerer Wolle, oder der groͤbere Kopf mit mehr Wolle die meiſte Erndte ein? Dieſe Frage iſt rein merkantiliſch. Ihre Beantwortung kann ſich nur auf Thatſachen des Augenblicks beſchraͤnken. Man hat ſie aber irriger Weiſe theoretiſch zu behandeln geſucht, als wenn der Gegenſtand einer Stabilitaͤt unterworfen waͤre. Das Produkt des Gewichts mit dem Werthe bei verſchiedenen Schaafraſſen, und die Ausſicht auf dauernden Abſatz der Wolle ohne Ruͤckſicht auf Zuchtvieh-Verkauf muͤſſen hier den Ausſchlag geben. Jener Frage liegt aber Feinheit als Hauptprinzip im Gegenſatz der Wollergiebigkeit zum Grunde. Dieſe Anſicht iſt noch nicht vom gehoͤrigen Standpunkte aus genommen. Zuerſt koͤmmt die Species der Wolle, und alsdenn Feinheit als Mitbedingung, doch beide nur vereint in Betracht. Bei ſehr knapper Weide taugen Schaafe mit hochfeiner Wolle nicht. Sie giebt ein zu geringes Gewicht, und das fehlende wird, wenn auch bei hoͤheren Preiſen, doch nicht leicht erſetzt. Die Frage verdient aber einer Unterſuchung da, wo es in Lillu l Jarüfen. . 49 ihſte Ne Mand Hauptfief Trausſuc ſ 9. 4 Nehmen G dn Vol dhngefähr güenhe N net auf einn inen konnn. milie der Dee. ftemde C ſch einma t. ſanget Val⸗ rütauc vin, d Meints ji Generaiorn Fall eine ber eine gun giebt iz ei ge deuche n hagfart biſe halte Marſh ffe der Vol und waht en meiſten ei der Be⸗ de zu irged Was nitt am beſen. rigerer Val rndte ein! Beantwortunn anken. M icht, als wenn jverſchiedenen der ole dhe usſclag gön Hin Gegenſt coh niht v t die Syeii doh beide ni üfüner Bul fühlede ni ßt. 3„. da, wo 6 4 Erſter Abſchnitt. 419 der Willkuͤhr des Beſitzers ſteht, das eine oder das andere zu er— greifen. §. 496. Die im zweiten Theil dieſer Schrift beſchriebene vorzuͤg— lichſte Merinoswolle iſt mit keiner beſonderen Thierraſſe verbunden. Man muß ſie unter allen, welche nur keine Hautfalten im Hauptfließ und keinen zaͤhen Schweiß haben, in einzelnen Thieren herausſuchen, und ſich ſo einen Stamm bilden. Eine Heerde kann ſehr verſchiedenen Urſprungs und doch ſehr gleichartig ſein. Dieſe Wollart vertraͤgt auch die moͤglichſte Menge Nahrung, um ihre ſanfte Elaſtizitaͤt zu erhoͤhen, ohne dadurch den Umfang des Haares bis zur Verminderung ihres Werthes zu vergroͤßern. Aus den Preisverhaͤltniſſen der verſchiedenen Merinoswollſor⸗ ten, wie ſie jede Schaͤferei ohne Sortirung mit ſich bringt, laſſen ſich Folgerungen ziehen, welche zur Verfolgung der Forterzielung der beſten Merinosart aufmuntern. Zweiter Abſchnitt. Zuſammenſtellung der bisherigen ohnge⸗ faͤhren Produktion und Preiſe. §. 497. Inlaͤndiſche Produktion und Conſumtion. Nehmen wir in der Monarchie 11 bis 12 Millionen Schaafe, und den Wollertrag derſelben auf 200000 Centner an, ſo koͤnnen wir ohngefaͤhr 50000 bis 80000 Centner inlaͤndiſcher uͤber die Grenze gehende Wolle davon abnehmen, und den Reſt von 120000 Cent⸗ ner auf drittehalb Millionen Familien im Staate vertheilen, um einen ohngefaͤhren Durchſchnitt fuͤr die innere Conſumtion zu be— kommen. Das hoͤchſte Verhaͤltniß waͤre alſo 5 Pfund auf die Fa— milie, oder ohngefaͤhr 1 Pfund auf den Kopf. Die Ausfuhr der Wollenwaaren muͤßte alsdenn gegen eingefuͤhrte fremde Wolle und wollne Zeuche gleich gerechnet werden, wenn es ſich einmal ausgleichen ſoll. 420 Vierter Theil. Zweiter Abſchnitt. b Lenlin Inlaͤndiſche Wollmarkt-Preiſe.(Von 110 Pfund.) ruhne molk Gering veredelte Wolle. Feine Merinoswolle. e Sact 1822.— 50 bis 55 Thaler. 140 bis 160 Thaler. Sack We 1 1823.— 45„ 50„ 105„ 125„ So 1824.— 40„ 50„ 130„ 140 7 rathig; 1825.— 50„ 55„* 160„ 130„ ilndic 1826.— 25„ 30„ 75„ 90 Iod 1827.— 30„ 35„ 100„ 110„ §. 498. Auswaͤrtige Conſumtion. Die jaͤhrliche Con— 4 dill ſumtion in den weſtlichen Provinzen der Monarchie mit Zuziehung der Niederlande iſt auf 30 bis 40000 Sack Wolle zu 2 ½ Centner in Anſchlag zu bringen. Die daſigen Fabriken liefern mehr Waaren fuͤr den Welthandel. 69 Conſumtion der fremden Wolle in England.(Nach Privatberichten.) ddet i ¹ Irhten. Ueberhaupt, darunter 3arugal, aus Deutſchland. geaß 1800. 8300000 1bb.„ 7300000 1b. 330000 1b. 1 1805. 7600000„„ 6600000„ 647000„ 1810. 9700000„„ 6500000„ 2300000„ dus 1815. 12800000„„ 9000000„ 3200000„ fir Kun 1316. 7800000„„ 44700000„ 2500000„ Nr⸗ 1817. 8600000„„ 4300000„ 3600000„ werffhſg 1818. 17700000„„ 6300000„ 9100000„ 3 h 1819. 12500000„„ 7100000„ 4100000„ Einfuhr in England. ormiſſ⸗ Aus Spanien. Aus Deutſchland. 1821. 38550 Saͤcke, 34908 Saͤcke, ä à 200 1b. à 250 1b. den Hn 7710000 1b. 8700000 1b. rrlin: Ueberhaupt. ſer 1822. 16000000 1b. nach den Zollregiſtern, darunter waren aus Deutſchland gekommen 11000000 1b. deß 1823. 19300000 1b. ſteagr 1824. 22500000„ and ne 1825. 48700000„ Jinſin a 1826. 16000000„darunter 1000000 1b. aus Neuholland, kann me alſo von ohngefaͤhr 500000 Koͤpfe von daher. auf 30 und) wenwoll. Thaler rliche Con⸗ t Juiehung 3 Cantner gehr Waxren atberichten, deutſchlnd. 000 b. 7000 0000 4 0000 70000 0000 5 0000„ 6000„ untet waren 1ooOoooo h- Mauholan, ſevon doher Zweiter Abſchnitt. 421 Wenn die Vorraͤthe in England ſackweiſe angegeben werden, ſo rechne man zum hoͤchſten 300 Pfund auf den Sack, und vergleiche die Sackzahl mit dem jaͤhrlichen Verbrauch von 25 bis 40 tauſend Sack Wolle. So viel waren z. B. im April 1826 in England noch vor— raͤthig; nach andern Berichten, wahrſcheinlich mit Inbegriff der inlaͤndiſchen Wolle 65 bis 70 tauſend. Ueber die Conſumtion fremder Wolle in England enthaͤlt das Edinbourg Review 1823, einen Aufſatz von Bishop uͤber die Wolltaxe. Die Wolleinfuhr von Botany-⸗Bay betrug: 1817. 281 Sack Wolle, 1827. 1 Million Pfund. §. 499. Eingangszoll in England. Dieſer betraͤgt 1 Pence, oder.2 Shilling Sterling vom Pfund. Impoſt in Frankreich, ſeit dem 27. Juli 1822. Auf kalt gewaſchene ſuperfeine Wolle fuͤr 100 Kilogrammen 40 Fr. feine 2 7 1 2 30„ Srdinäre„„„„ 20„ Die Reduktionen findet man in Nelkenbrechers Taſchenbuch fuͤr Kaufleute, 12te Auflage, welches die Muͤnzen, Wechſelcourſe, Maaße und Gewichte aller Laͤnder mit Reduktionen enthaͤlt, und ohngefaͤhr 13½ Thaler koſtet. §. 500. Unkoſten in England, wenn Wolle zum Verkauf in Commiſſion gegeben wird. 1. Nach dem Gewicht. Auf das Gewicht von 1 Centner faͤllt an allgemeinen Unkoſten von Hamburg aus, mit Ausſchluß des Zolls ohngefaͤhr ½ Pfund Sterling, der jetzige Zoll betraͤgt ohngefaͤhr eben ſo viel, auf 1 Cent⸗ ner faͤllt alſo 1 Pfund Sterling. 2. Vom Werthe. Die Unkoſten vom Werthe laſſen ſich auf 10 bis 11 Procent anſchlagen. Die Hinſchaffungskoſten aus Deutſchland bis Hamburg und die Unkoſten daſelbſt ſind noch extra zu berechnen, ſo wie die Zinſen auf Vorſchuͤſſe. Mit Einſchluß dieſer auf ein halbes Jahr kann man bei den feinen Wollſorten den Abzug vom Verkaufpreis auf 30 bis 33 Prozent annehmen. 422 Vierter Theil. Zweiter Abſchnitt. §. 501. Produktion in England. Nach einem Privatbe⸗ richt vom Jahr 1819 wurde dieſe auf 150 Millionen Pfund ange⸗ nommen, wovon aber der groͤßte Theil aus langer Wolle beſteht. Innere Conſumtion Englands. Dieſe zu geben iſt un⸗ moͤglich. Hier nur ein Beiſpiel. In Rochdale, einem Staͤdtchen in Lan— caſhire, werden woͤchentlich 20000 Stuͤck Flanell und Boys, jedes Stuͤck zu 46 Yards, in einem Jahre alſo 47 Millionen Yards fabri⸗ zirt, wovon 17 Millionen ins Ausland gehen ſollen, die andern aber im Lande verbraucht werden. §. 502. Mehrjaͤhrige Durchſchnittspreiſe der Meri⸗ noswolle in London. Dieſe ſpielen zwiſchen 2 und 6 Shilling, oder in 4 Abſtufungen, von 2, 3 ½, 42 und 6 Shilling.(Die hoͤheren Preiſe bis 9 und 9 ⅞ kommen hier der kleinen Quantitaͤten wegen, welche ſo hoch ſteigen, nicht in Betracht.) §. 503. Folgerungen. Aus den in⸗ und auslaͤndiſchen Prei⸗ ſen gehet hervor, daß der Preis der geringſten veredelten Streich⸗ wolle ſich zu der feinſten Merinoswolle bis dahin ohngefaͤhr verhal— ten hat, wie 1 zu 3. Setzen wir zwei Mittelpreiſe in gleicher Pro⸗ greſſion dazwiſchen, ſo bekommen wir: 1, 1 ½, 2 ¾ und 3 Shilling, alſo fuͤr die gering veredelte 1, beſſere 13½, noch beſſere 2 ½ und feinſte 3 Schilling. Dieſen Preisverhaͤltniſſen wollen wir einmal alle veredelten und Merinosſchaafe in 4 Klaſſen gedacht gegenuͤber ſtellen, und einer jeden dasjenige Wollgewicht zuſchreiben, was ſich durch Erfahrung in der Mehrheit der Faͤlle bewaͤhrt hat. Das niedrigſte Gewichtsverhaͤltniß, welches wir zum Nachtheil der feinwolligeren Schaafſorten fuͤr die geringeren annehmen koͤn⸗ nen, waͤre folgendes: geringſte Schaafe 2½ 1b. Preis 1 macht 2 ½, gut veredelte 2 1b. Preis 13 37 feine 1 5 lb. Preis 2 ½— ————T—T—— 3, In ſt. kann meit: bei ubtic gemeinerde vermehraf Mue Käufer 6. Esn inneren deſe beit dital er teltet Fa⸗ hen Se. werden. M Konkurrin die Prei Dals nun Than behaupte, beodaät ſultate Ils Reſ t. nen Priv⸗ Nfund anae däle lt gtben ſſt 1 cchen in an Bohs, jedes Nands fün die anden der Meri öb Shillin linz(di Quantititen ſccen Prei⸗ en Struch ſahr verhel⸗ leicher Dre⸗ 3 Ohiling rund fäͤnſt redelten und „und eine Erfahrune zm Nachthel nehmen kon. Zweiter Abſchnitt. 123 hoch feine Schaafe 1 1b. Preis 3 macht 3. 2 Schaafe mit den geringſten Wollſorten bringen alſo 5 ⅞ ein, wenn 2 von den hoͤchſten 6 ⅞ einbringen. Die Nummern 1 und 2 in Verbindung behalten einen beſtaͤn— digeren Werth, als 2 und 3 in Verbindung. In den fruͤheren Jahren war dies Preisverhaͤltniß den feine⸗— ren Sorten noch nicht ſo guͤnſtig, als in der juͤngſten Zeit. So lange alſo die feinſten Schaͤfereien den dreifachen Preis der geringſt veredelten davon tragen, bringen ſie noch Vortheil. Der Mehraufwand zur Unterhaltung iſt durch das angenom⸗ mene niedrige Gewichtsverhaͤltniß hinreichend gedeckt. §. 504. Tuch bleibt am laͤngſten Beduͤrfniß, ſo lange es nur noch bezahlt werden kann, folglich auch die Wolle, die dazu gehoͤret. In Hinſicht des Verhaͤltniſſes der Produktion zur Conſumtion kann man annehmen, daß, ſo lange nicht im Laufe zweier Jahre bei uͤbrigens freiem Verkehr eine volle Erndte liegen bleibt, im All— gemeinen noch kein Ueberfluß vorhanden iſt. Neben den Schaafen vermehren ſich auch die Menſchen. Nur koͤnnte ſich bei gleichbleibendem Beduͤrfniß die Anzahl der Kaͤufer mindern. Es hat naͤmlich die taͤglich fortſchreitende Vervollkommnung des inneren Betriebs der Wollenmanufakturen meiſtens zur Folge, daß dieſe bei allen groͤßeren Vortheilen auch ein groͤßeres Betriebs⸗Ka⸗ pital erfordern, dadurch aber auch eine große Anzahl minderbemit— telter Fabrikanten, die in der wohlfeileren Fabrizirung nicht glei⸗ chen Schritt halten koͤnnen, nach und nach aus der Reihe gedraͤngt. werden. Mit der Anzahl der Fabrikanten, veraͤndert ſich nun auch die Konkurrenz im Wollankauf und eine ſolche Veraͤnderung wirkt auf die Preiſe. Denn es iſt nicht gleich viel, unter wie viel Haͤnde 4 Milliio— nen Thaler vertheilt ſind. Das Gegentheil wird wohl Niemand behaupten wollen, welcher den Gang des Verkehrs nur etwas genau beobachtet hat, und die Marktpreiſe der Dinge nicht blos als Re— ſultate todter Verhaͤltniſſe, ſondern auch zugleich und hauptſaͤchlich als Reſultate moraliſcher Handlungen betrachtet. Das Verhaͤltniß — 124 Vierter Theil. Zweiter Abſchnitt. zwiſchen Vorrath und Nachfrage iſt bei weitem nicht das Einzige, welches die Marktpreiſe der Dinge beſtimmt. So wie aber auf der einen Seite die Anzahl der Fabrikanten zum Wollaufkauf ſich verringert, ſo moͤchte doch auf der andern 1 — Seite die Anzahl der Kaufleute zum Wollhandel ſich vermehren, je laͤnger man ſich uͤberzeugt, daß Wolle kein M odeartikel, ſondern Beduͤrfniß, folglich ein Spekulationsartikel iſt, und daß mit den Fortſchritten der Gleichartigkeit der einzelnen Heerden in ſich und gegen einander, und mit der Aufmerkſamkeit der Eigenthuͤmer auf eine zweckmaͤßigere Verwahrung der Wolle auf den Schaafen und auf ihre Behandlung bei der Schur auch zugleich ein Sortiments— Handel in dieſer Beziehung ſicherer, und mit einem geringeren Ka— pital betrieben werden kann, als wenn die Heerden in der Wolle noch zu ſehr gemiſcht ſind. im z. B. 100 Centner feiner Wolle im Verkaufswerthe zu 1½ Thaler das Pfund gegenwaͤrtig aufzukaufen, bedarf man, der hoͤher geſtiegenen Preiſe ungeachtet, bei weitem das Kapital nicht mehr, welches noch vor 10 Jahren dazu erforderlich war, weil ſich jetzt ſchon viele Heerden finden, welche faſt durchgaͤngig dergleichen Wolle liefern, was aber damals nur bei ſehr wenigen der Fall war. Bei der Beſtaͤndigkeit des Beduͤrfniſſes der Merinoswolle wer— den alſo diejenigen Schaͤfereibeſitzer, welche die brauchbarſte Wollart in ihrer beſten Beſchaffenheit nicht aus den Augen laſſen, auch fuͤr beſtaͤndig einen lohnenden Zweig des landwirthſchaftlichen Betriebes in Merinosſchaafen finden. Dritter Abſchnitt eber den Zuſtand der Merinosſchaaf⸗ icht in den Provinzen Oſtpreußen mit Einſchluß des litthauiſchen Antheils und Weſtpreußen. In den dieſſeitigen Provinzen haben zwei Heerden, die eine zu Staneitſchen und Blumberg, die andere zu Subkau, beide vor reißig urſs antmann mancher d 1 ben, derels winſch k wunu. 6,8 1 Pr Jahten 45 Ucht ge E 1 6ns ſtens ken 1 Mu arkten„ den ſind. Herrn voh 1.000 Mun zachniß„b r Dergrüßerdn — itt. jt de Einig, der Fürienn auf der anden Hvermehen, ttikel, ſenden daß mit d n in ſich und nthuͤmer auf Schaafen und Sortiments, eringeren Ka⸗ in der Vole irf man, der Kapitnl nicht var, weil ſich g dergleichen der Fall war. noswolle wer; barſte Vollar ſſen, auch fir hen Betriede en, die eit u, bäide vit Dritter Abſchnitt. 425 dreißig und etlichen Jahren aus Staͤmmen des beruͤhmten Ober— amtmann Fink's Heerde zu Coͤſitz im Anhaltſchen begruͤndet, ſo mancher der hiernaͤchſt aufgefuͤhrten Heerden die Entſtehung gege— ben, deren Wollart zur Erreichung des vorgeſteckten Zieles Nichts zu wuͤnſchen uͤbrig laͤßt. Der allererſte Stamm zu Belſchwitz ruͤhrte ebenfalls von Sub— kau her. In Betreff der ſo eben genannten Heerde wird es fuͤr den Kenner genug ſein, hier zu erwaͤhnen, daß ſchon ſeit mehreren Jahren kein Staͤhr mit hochgebogener Wolle zur Fortpflanzung ge— braucht, und daß, was die Erhoͤhung der Wolle und ihre durch— gaͤngige Gleichartigkeit anlangt, ſchon ſeit mehreren Jahren wenig— ſtens keine andere in der Provinz hoͤher, und nur wenige auf den Maͤrkten zu Breslau und Berlin notoriſch ihr gleich bezahlt wor— den ſind. In der Reihe der genannten Heerden ſteht auch die zu Oſtro— witt in Hinſicht ihrer Qualitaͤt und ihres Alters, von welcher eben— falls ſich ſchon viele Verzweigungen in die Provinzen verbreitet haben. Die ſpaͤterhin aus den genannten Heerden oder aus auswaͤrti— gen Provinzen und Laͤndern dieſſeits verbreiteten Heerden, ſo wie diejenigen, welche durch die vaͤterliche Unterſtuͤtzung Sr. Majeſtaͤt, des Koͤniges, unter Anordnung Er Erxzellenz des Koͤnigl. geheimen Raths und Oberpraͤſidenten von Litthauen, Oſt- und Weſtpreußen, Herrn von Schoͤn, ſeit 1824 eingefuͤhrt worden ſind, und gegen 12000 Mutterſchaafe betragen, ſinden ſich in dem nachſtehenden Ver⸗ zeichniß, von denen die mehreſten noch eine vier- bis fuͤnfmalige Vergroͤßerung zulaſſen. in dem n Preußent bere vit Anet ——— Nachweiſung der in dem Bereich des Koͤniglichen Ober-Praͤſidii von Preußen, naͤmlich in den Regierungsbezirken Koͤnigs berg, Gumbinnen, Danzig und Marienwerder vorhandenen feinen Schaͤfereien, mit An⸗ gabe ihrer Anzahl und Lage. Anmerkung. Wo unter den Namen der Herren Gutsbeſitzer kein beſonderer Wohnort angegeben worden iſt, trifft derſelbe mit den in der anderſeitigen Nach⸗ weiſung angegebenen Namen der Schaͤfereien uͤberein. ———— ä Anzahl der feinen Schaafe: e Namen 3 dan 8 335 denfeßden an Aiten er zugehoͤrigen fen inclſ⸗ 9t— n Gutsbeſitzer. Schäfereten. Stahre ämmer Summa No. No. Hammel I. Regierungsbezirk Koͤnigsberg. 1. Kreis Allenſtein. 1[Hr. Oberamtm. Noth Kl. Bertung u. zu Allenſtein Schaͤf. Vorw. 820 430 1250 2⸗ Baron v. Hover⸗ beck Nickelsdorff 650 200 850 3 ⸗ Schacht Kutzborn 204 73 227 4⸗ Freytag Pathaunen 346 136 482 5⸗ Steffen Sapuhnen 27 23 50 6— ⸗ v. Buh! Gradtken 31.— 3 Summa 2050 862 2912 2. Kreis Braunsberg. 1[Hr. Juſtiz⸗Commiſſions⸗ Rath Hermes zu Braunsberg Auhof 36— 36 2/h⸗ Lieut. v. Woiski Baſien 400 120 520 3⸗ Hauptm. v. Buhl(Gr. Koͤrpen 135 70 205 4 ⸗ Lieutenant v. Mar⸗ quardt Woͤlken 12⁴ 58 182 Summa 695 248 943 3. Kreis Pr. Eylau. 11Hr. Doct. Motherby zu Arnsberg Heyde 361 96 457 2 Landſchaftsrath v. 1(Beisleiden 334 112 446 Oldenburg auf 2 Glamslack 59 191 250 Beisleiden 3 Molwitten 350%-— 350 4 Zohlen 328 158 486 3 Graf v. Luckner Gr. Lauth 150 90 240 4⸗ Cammerr. Deutſch Graventhinen 500 200 700 u. Goͤrken 5 Kammerherr Graf 7 v. Kalnein Kilgis 600 100% 700 6⸗ Baron v. Roth⸗ 1 Knauten 440 196 636 kirch zu Knauten 2(Lutſenthal 632 360 932 3[Drangſitten 923 260] 1183 Latus 48731— 1,32 6380 1Ht. Gu 4²9 lnen Stan —— nn Namen Namen e feinen Schaafe: än ſeee d der denſelben an alten Imner Sumg, 41 Scl. unt eunn der zugehoͤrigen fE Aatſ an in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stähre Lämmer Summa un — No. No. Hammel Transport. 4677 1703] 6380 Noch 3. Kreis Pr. Eylau. 71Hr. Landſchaftsdirector 4301b v. Kraft a. Kraft⸗ hagen Borken 2966 262 558 Doo 8) 8S⸗ v. Heyden Nerfken 126 72 198 3¹Y 9[verw. Fr. Obriſtlieut. v. 186 KK Braun auf Neuken Palpaſch 309 141 450 3 10 /Hr. Landr. v. Kreutz ſ Peiſten 4— 4 11⸗ v. Podewils auf Penken 310 80 390 A 2 Penken 2(Seeben 330 160 490 8, A 3 Dollſtädt 110 230 340 12 ⸗ Hauptmann v. Ko⸗ blinsky auf We⸗ terkeim Warkhauſen 187— 187 13]1 ⸗ Juſtizamtm. Koſ⸗ ſack Sardinen 243 107 350 14⸗ Zerbe Gr. Sausgar⸗ . ten 52 14 66 n ü 15 ⸗Major v. Ziegen⸗ Te horn Kl. Steegen 102— 102 16 ⸗ Amtmann Maul Gr. Waldeck 58 1 u. Conditten. 6501 190] 840 48 Summa. 7396 2959] 103⁵⁵ 9 11 45 91 71 4. Kreis Fiſchhauſen. — 50 3 156 486 3 0 1/Hr. Gutsbeſ. v. Czud⸗ W W nochowsky Schreitlacken 1⁰9 16 125 2L⸗ Oberamtm. Nie⸗ 3 derſtetterſche Er⸗ 100% A- ben auf Kirſchnenen Ringels 450 209 659 196Gſi 3/⸗ Gutsbeſitzer Tucke Dommelkeim 150 109 259 3609 4„ Gutsbeſitzer Kuhn Wartnicken 328 168 496 26010 5 Gutsbeſ. Gemnich Barruͤcken 621— 62 — 17036 Latus 1099 5021 1601 ‧ —½ Namen der Gutsbeſitzer. E η Anzahl der feinen Schaafe Noch 4. Kreis Fiſchhauſen. Hr. General ⸗Paͤchter Hir holz ti Aunr⸗ off „ Gutsbeſ. Schwinck ⸗ Amtmann Haack auf Gaffken „ Oberamtm. Laddn ⸗ Oberamtm. Lobach zu Gruͤnhoff Landrath v. Auer auf Korpehnen Gutsbeſ. Caspar 13⸗ Gutsbeſ. Wachſen zu Lochſtaͤdt 141⸗ Bauerw. Homp 5. Kreis Friedland. — Frau Gener. v. Stut⸗ terheim auf Ab⸗ barten Baron v. d. Golz zu Schloß Domnau 2 Hr. 3⸗ Major v. Holzen⸗ dorff auf Galben 4A⸗Kriegsrath Riebes 5⸗ Gutspächt. Buſch auf Kromargen Namen der denſelben Schaen. zugehörigen ſienmel Wan Schaͤfereien. Fehre ämmer Summa No. Hammel Transport 1099 502] 1601 1[Berholz 372 115 487 2 Mandken 180 152 332 Cornieten 389 189 578 Oſterau 257 601 317 Baͤrwalde 761— 76 Kupzau 210 126 336 Panjes 256 60 316 Laptau 480 205 685 1 Lochſtaͤdt 200% 100 300 4 Nodems 200— 200 Litthauſchdorff 2 20 46 Summa 3745] 1520 5274 Ludwigshoff 448 217 665 1Boͤgen 220— 220 2Luiſenthal 154— 154 3 Naukritten 200 96 296 4[Wittenfeld 224— 224 Guwehnen 366 212 578 Hohenfelde 270 130 400 Keegels 65— 6 Latus 18ss 655] 2543 Anan Snh Anzahl der feinen Schaafe: Namen Nam 35 Barſ der der denſelben Schaa⸗ 1 Ho zugehoͤrigen fh n in Gutsbeſitzer Schaͤfereien. Stähre Lämmer Summa No. No. Hammel Transport 1888¹½ 655 2543 Noch 5. Kreis Friedland. 6 Hr. General⸗Landſchafts⸗) rath v. Kraft Krafftshagen! 3888 198 586 7⸗ Schachv. Witte⸗ nau auf Kiſſitten Carolinenhoff 166 79 245 8Sſ⸗ Segqueſtor Schie⸗ 1 Kapſitten— 232 232 mann auf Kapfit⸗ 2 Wangnick 522— 522 ten 9 Amtm. Schwinck Liesken 648 123 771 10 Rittmeiſter Beh⸗ rendt Lieckeim 201 100 301 11 Gutsbeſitzer Gnaps Loyden 22 16 38 12 Lieutenant Step⸗ puhn Lackmedien 120%— 120 13 v. Goſtkowski Markinen 352 143 495 14 ⸗ Baron v. d. Golz auf Mertensdorff Goͤetzlack 180 109 289 15 Patſchke Maͤckelburg 35 15 50 16 Sequeſtor Brinck- 1(Perkau 450 m— 450 mann auf Perkau 2Pollkitten 150 300 450 17⸗ Juſtizamtm. Lip⸗. kau auf Plenſen Schaffſtaͤdt 292 195] 487 18 Inſpektor Lukatis Pohlen 340 157 ß497 19⸗ Lieuten. v. Knob⸗ 4 Puſchkaiten 59561— 595 loch auf Puſchkai⸗ 2 Dommelkeim 8³ 69 152 ten 20 ⸗ Major v. Viereck 1 Poſtehnen 114 311 425 auf Poſtehnen 2Karſchau 567— 567 21 Amtmann Hardt Plackheim 41¹9 135 567 Latus 25ae 2850] 10382 ——— 432 Namen Namen Anzahl der feinen Schaafe: der denſelben ſan alten der zugehoͤrigen fnanr an tn Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stähre Lämmer Summa No. No Hammel Transport 7523] 2850] 10382 Noch 5. Kreis Friedland. 22 /Hr. Gutspaͤchter Sta⸗ die Rambſen 220 57 277 23 ⸗ Lieuten. v. Petzin⸗ ger a. Gr. Schwa⸗ raunen Broſtkaͤrſten 716 260 976 24 v. Brederlow auf Gr. Saalau Garbnicken 494 186 680 25] Graf v. Klinckow⸗ ſtroͤm 3 Sehmen 580 261 841 266 Baron von Ko⸗ nigsegg a. Spor. witten Pelcklack 147 100 247 27 ⸗ Baron v. Korff Schoͤnbruch 630 250 880 28⸗ Hauptm. v. Gott⸗ erg Pr. Wilten 1536— 153 29⸗ Gutsbeſ. Rhode Woopen 72 30 102 30 ⸗ Lieuten. v. Gott⸗ berg Gr. Klitten 254 65 319 Summa 10798] 4059] 14857 6. Kreis Gerdauen. 11[Hr. Gutspaͤchter Pod⸗] 1 Kl. Gnie 399 61 460 lich zu Kl. Gnie 2(Gr. Gnie 143 303 446 2 Graf v. Klinkow⸗ 1 Korklack 496 150 646 ſtroͤm auf Korklack 2 Heiligenſtein 473 195 668 3 Heinrietten⸗ 398 145 543 1 feldt 3[Frau Hauptmann von Rauter Wielckamm 347 176 523 4[Hr. Major v. Heyking Abellinen 242 77 319 5 ⸗ General⸗-Lieutenant Kurkenfeld u. 934 6261560 v. Wrangel zu Vorwerkern Coͤln am Rhein Philippsthal u. Gnedtken. 6 ⸗ Baron von Hey⸗ Vorwerk 95 52 147 king auf Lonſchken![Kl. Lonſchken. Latus 1 35271 1785]1 5312 lenen gca. b m Lämmer e Snn V — 3ſen sbf 680 241 100 u0 A 880 153 10 433 6„ Anzahl der ſeinen Schaafe Namen t deh 8 3 er denſelben Schac der zugehoͤrigen ſinae dn 1 Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Snubre Lämmer Summa No. No. Hammel Transport 3527] 17851 5312 Noch 6. Kreis Gerdauen. 71/[Hr. v. Wernsdorff Polleycken 730 353] 1083 8 v. Saucken auf 1(Raudiſchken 331 297 628 Raudiſchken ALingwarowen 297 297 im Kreiſe Darkehmen 9 Rittm. v. Werns⸗ dorff 4 Truntlack 260 130] 390 10[Frau Reichs⸗Graͤfin von Schwerin zu Ber⸗ lin Skandau 786 300 1086 11[Hr. Jungſchulz von Roͤbern Laggarben 328— 328 12 Buſſe Stablack 129 117 246 13 Hauptm. v. Schef⸗ fer zu Neuaſtra⸗- Vorwerk Bo⸗ wiſchken kellen. 359 112 471 Summa 6747] 3094] 9841 7. Kreis Heiligenbeil. 1˙1[Hr. Amtmann Salz⸗ mann Balga 625 261 886 2⸗ Amtsr. Hammil⸗ ton zu Branden⸗ burg Ceynen 550 250 8⁰0 3⸗ Bar. v. Buttlar Bregden 282 128 410 4 Amtm. Siegfried Carben 708 237 945 5 Landſchaftsr. v. d. Groͤben Doͤſen 414 222 636 6 ⸗ Landr. v. Auers⸗ wald auf Keimkal⸗ len Auerswalde 600 200 800 7[Frau v. d. Groͤben Gr. Klingbeck 370 200 570 8 Hr. Oberamtm. Ruff⸗ mann auf Kobbel⸗ bude Kamnicken 446 206 652 9 Baron v. Wolff Kukehmen 186 84 270 Latus 1 4181] 1788] 5969 ———; Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen de der denſelben Behaen er., r⸗ an in zugehoͤrigen ffen inel Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stäͤhre Lämmer Summa No. No. Hammel Transport 4181 1788 5969 Noch 7. Kreis Heiligenbeil. 10/Hr. Obriſt v. Wolky Lindenau 510 154 664 11⸗Landſchaftsr. Nie⸗ derſtetter Luiſenhoff 232 97 329 12 v. Negelein auf 1 Haſſelberg 242 156 398 Luͤtkenfuͤrſt 2 Luͤtkenfuͤrſt 563 241 804 13 v. Glaſſow Partheinen 100 100 200 14 Landſchaftsdirect. v. Brandt auf Pel⸗ len Kupgallen 163 54 217 151⸗ Oeſtreich a. Pott⸗ litten Heyde 250 100 350 16]⸗Friſch Romansguth 30%— 30 17 ⸗ General⸗Landſchafts rath v. Brandt Roſſen 964 315 1279 18 Sequeſtrirtes Ruhnenberg 50— 50 19[Hr. Hauptm. v. Bron⸗ ſert Schettnienen 181 94 275 20 Koch auf Weſſels⸗ hoͤfen Kelmkeim 150 80 230 2à2⸗=⸗ v. Bardeleben Wilknitt 700 300 1000 22⸗ Gutspaͤchter Paſ⸗ ſarge Wolittnick 100 72 172 Summa 8416] 3551] 11967 3. Kreis Heilsberg. 11[Hr. Landrath v. Con⸗ radi Bundien 234 102 336 2 Friedlaͤnder Dittrichsdorff 175— 175 3 Landſchaftsrath von Strachowsky Elditten 800%— 800 4⸗ v. Mathy Klotainen 204— 204 Latus f 1413 102] 1515 — —— ——,9 S— 8—-S —, in in Lammner Sunm Qↄ—qV—Mÿ 1788 ö9h 300]%1000 t Nl a 100fle —— Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen Srzafhefs 8 der der denſelben Schaa⸗ an in Gutsbeſitzer Bhe zerehen femahre Lämmer Summ Ber. Schäaͤfereien. Stäh Summa No. No. Hammel Transport 1413 102 1515 Noch 8. Kreis Heilsberg. 5/Hr. Hauptmann v. Ho⸗ ſius Quetz 155 75 230 6 Hauptm. v. Hat⸗ ten in Stargard Sperlings 22²⁰ 171 391 7 ⸗ Lieuten. v. Plocky Scharnick B. 200 200 8—⸗ Obriſtlieutenant v.. Spieſſ Scharnick A. 38— 38 9⸗ Landſchaftsr. We⸗. decke Schmolainen 490— 490, 10 Hauptm. v. Buhl auf Gr. Kerpen Zechern 299 170 469 11 Amtm. Foͤrſtnow— im Amte Heilsberg Neuhoff 218 99 317 Summa] 3033] 617 30650 9. Kreis Pr. Holland. 1 Hr. Birkner Neu⸗Kuſſfeld 122 58 180 24⸗ Obriſt v. Huͤlſen 1(Bardeleben 2056— 205 zu Koͤnigsberg 2Hirſchfeld 20565 y— 205 3(Gr. Marwitz— 200 200 3 Laͤchelinſche Mi⸗ 1 norennen zu Elbing Alt⸗Dollſtaädt 128 90 218 4 Graf v. Doͤnhoff Hohendorff 259 177 436 5 Leopold Meyer Juden 216 121 337 6 Ritter Kiſt⸗ Powunden 170 130 300 7 Lieutenant Woͤlke Canthen 364 148 512 8 v. Rabe Laubnitz 60 31 91 9 Amtm. de Terra Boͤhlenhoff 640 215 855 10 Kaufmann Henke zu Elbing Angnitten 189 156 345 Latus 2558] 1326! 3884 28* ——ͤ Anzahl der feinen Schaafe: E Namen d Nemfeßn . er denſelben( 1 der zugehoͤrigen ſhrhanen dn in G d Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Srähre Lämmer Summa und qs No. No. Hammel—4 Transport 2558] 1326] 3884 1 2 Noch 9. Kreis Pr. Holland. 1 11 Fr. Graͤfin zu Dohna Weeskenitt 380 280] 660 1lör. t — 12 Hr. Zimmermann Sollainen 182 120 302 V 4 13„ Landſchaftsrath Fi⸗ 1 Reichwalde 462 2810] 743 ſcher zu Wickerau 2 Wickerau 300% 200] 500—, i 3 Pfeiffertswalde 400%— 40⁰ 1.7 14 ⸗ Staatsminiſter Graf 1(Storchneſt 772— 772 91 zu Dohna auf 2(Schlobitten 738 162 900. Un Schlobitten 3 Schoͤnfeld 1031— 1031 442 4 Guhren— 5211 521 2n 5 Mutterſegen 522— 522 t 6[Stoͤpen 400— 400 A . 7 Koppeln— 674 674 6² 4 15 ⸗ Oberlandesgerichts⸗ 3 rath Graf v. Ka⸗ 9 nitz zu Marienwer⸗ ½ der Podangen 240% 162] 402 8** b 16 ⸗Melzer Elend 1056 75] 180 9 3 171 ⸗ v. Jannewitzſche Minorennen Gr. Tippeln 456 210 666 V 18] ⸗ Gutspaͤchter von cf⸗ d9 Beſſer Draulitten 7¹⁰ 302 1012 V et 19 ⸗ Oberamtmann Eg⸗ n gert Weeskenhoff 900 500 1400 21⸗ T 20 ⸗ Amtmann Radzi⸗ 2 bor zu Pr. Marck Jankendorff 915 400 1315 211⸗ Graf zu Dohna Schlodien 496 340 836 4, E auf Schlodien Schwoͤlmen 441 214 655 Lan . Carwinden 178 103 281 al 22h⸗ Graf Fink von b Finkenſtein auf 1 1 Schoͤnberg Roſſitten 328 180 508 V 23⸗ Landrath v. Hacke Dargau 812 2001 1012 Summa 13326] 6250] 19576 Namen ——— Namen 437 Anzahl der feinen Schaafe: der der denſelben Bohnan, an in zugehoͤrigen ſfen incl Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Staͤtre Lämmer Summa No. No. Hammel 10. Kreis Koͤnigsberg.(Stadtkreis)——— 11. Kreis Koͤnigsberg.(andkreis) 1[Hr. Oberpraͤſident von Schoͤn Exellenz zu Koͤnigsberg Arnau 148— 148 2⸗ Kreisrath Nitſch⸗ mann Carmitten 434 168 602 3 ⸗Obermarſchall Graf 1(Amalienhoff 288— 288 von Doͤnhoff zu 2 Borchersdorff 428 234 6062 Friedrichſtein 4⸗ Amtm. Schmidt Neuendorff 122 122 244 5⸗ Amtmann Hoff⸗ mann Trempau 127 113 240 6 5⸗ Doct. Jachmann zu Koͤnigsberg Neſſelbeck 178 89 267 7⸗ Landſchaftsr. Mah⸗ raun Condehnen 280 56 336 8 von Bardeleben 1 Neu⸗Kingitten 460%— 460 auf Rienau 2 Alt⸗Kingitten 560— 560 9 Major, Baron von Huͤlleſſem a. Kug⸗ gen Molſehnen 234 158 392 10 h⸗ Kommerzien⸗Rath Schwink zu Koöo⸗ nigsberg Friedrichsberg 202 96 298 11 Bar. v. Hauſen⸗ 1(Sudnicken 372 272 644 Aubier auf Sud⸗ 2(Kirſchappen 298— 298 nicken 12 ⸗ Gutsbeſitzer Abegg auf Aweyden Karſchau B. C. 345 216 561 13 Landſchaftsr. Sem— britzky Hinterwalde 300 145 445 14 Obriſt von Bruͤn⸗ neck zu Erfurt Willkuͤhnen 524— 524 Summa 5300 1669 6969 438 Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen 1 der denſelben ſan alten der 7 Schaa⸗ an n zugehoͤrigen ffen incl t Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Srtaͤhre Lämmer Summa No V No Hammel 12. Kreis Labiau. * Gutsbeſ. Herbig Paddeim 203 50 253 2 Gutsbeſ. Spaͤth Drooſten 6021 3351 937 Summa 805 385 1190 13. Kreis Memel. 1[Hr. Commerzienr. Ma⸗ clean zu Danzig Proͤckuls 9146 439 1353 2⸗ Hofr., Doct. Mor⸗— gen zu Memel Clemmenhoff 1721 106 278 Summa 14. Kreis Mohrungen. 1086 545 1[Hr. Staatsmin. Reichs⸗] 1 Proͤckelwitz 450 2001 650 burggraf zu Dohna 2 Pachollen 3266 602 928 auf Schlobitten 3(Koͤnigsſee 497— 497 4 Vatersſeegen— 390 390 5[Armuth 600%— 600 6 Adamshoff 1656— 165 2 ⸗ Amtm. Radzibor Pr. Mark 515 100 615 3⸗ Gutsp. Sauerhe⸗ 1(G⸗ Muͤnſterberg 812— 812 ring zu Gr. Muͤn⸗ 2(K. Muͤnſterberg— 329 329 ſterberg 4 ⸗ Lteuten. Meske Mothalen 337 161 498 56 ⸗ Staatsrath, Reichs⸗ Burgg. zu Dohna auf Finkenſtein Goͤrken 363— 363 6⸗ General⸗Land.ſchafts rath Graf v. Fin⸗ kenſtein BSaͤskendorff 1965 785 2750 7 Amtmann Reichel 1 Maldeuten 700 200 900 jun. auf Maldeuten 2 Seegertswalde 200 280 480 3 Poſorten 470— 470 8⸗ Amtmann Reichel sen. Terpen 196 641 260 Latus 1 7596] 3111 10707 139 na Anzahl der fein 1 Anz’e e inen Scha⸗ e: Namen Namen an e— 55 ; 0 ain der der denſelben Schaa⸗ unet eunne 4. zugehoͤrigen fen incl Gutsbeſitzer. Schafereien. Stähre Lämmer Summa — No. No. Hammel Transport. 7596 111 10707 3 50 335 99 Noch dug 14. Kreis Mohrungen. b 9Hr. Landſchaftsrath von 1 Buͤndtken 60 40 100 Polenz auf Vene⸗2 Venedien 117 62 179 dien 10⸗ Major von Dom⸗ Beſtendorff 600 400 1000 eül en hardt auf Beſten⸗ 2 Kl. Smrodt 350 200 550 130] fäſp. dorff 3 Pfalsdorff 400%— 400 „ 11[Frau Majorin v. Gru⸗ 06 5 ſzcezynſka Saſſen 258 120 378 5.Lieuten. v. Hoͤpf⸗ 61 163 12 Hr. Lieute uni ner Glocken 97 564 161 18=⸗ Graf zu Dohna Reichertswalde 294— 204 14 ⸗ Lieuten. v. d. Gro⸗ ben Kalliſten 169 110 279 1 g 15⸗ Lieuten. Mows 3ki Bornaͤdtken 322 152 474 eu Fn 166 ⸗ Wittke Kloben 250 95 345 il la 47⸗ Bartelt Banners 405 218 623 5 18⸗ Albrecht Gartenpungel 181 60 241 M d 19⸗Amtm. de Terra](Negelack 2011 93] 294 600 4—— ]1 Summa 11300] 4715] 16015 600G65 .8 59 3 15. Kreis Neidenburg. 6 o 1[Hr. v. Lavergne auf Peguilhen Balden 342 123 465 2⸗ Guthzeit Bialutten 304— 304 7 4 3 ⸗ K üchmeiſter von 1 Grodtken 377 223 600 Sternberg a. Grodt 2 Gr. Pr ellenk 398— 398 Prz 5 7750 ken— 7 4 Fraͤulein von Meyer Kl. Tauerſee 188 112 00 80 a 5˙[Hr. Werdermann Kl. Koſſlau 153 62 215 0 6 Kummer a. Ryd⸗— 1 zewo in Weſtpr. Gr. Koſſlau 400— 1 400 6 3 7 Sembray Mapiwodda 54 47 101 5——ʒ—— y—.—————— Summa 2216 — 1 1G7D’ -———— 440 Anzahl der feinen Schaafe Namen Namen der denſelben ſan alten der Schaa an in zugehoͤrigen fen incl Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stähre Lämmer Summa N 9. N o. Hammel 16. Kreis Oſterobe. 1 ‧Hr. Hauptmann v. d. Groͤben a. Gras⸗ nitz Langguth 479 219 698 Hauptmann von Woiski Ramten 261 130 391 3 Lieutenant Meske 1(Froͤdau 686 425] 1111 auf Froͤdau 2 Annenhoff 365 365 3([Rauſchken 525— 525 4 Wilhelmshoff— 442 442 5(Gr. Grieben 350— 350 6[Kl. Grieben 300— 300 4 Amtsr. Freiwald Lichteinen 229 43 272 5⸗ Amtm. Freiwald 1 Moͤrlen 177 200 377 zu Oſterode 2 Thierau 500!— 500 8 Rittm. v. Jaskiauf 1(Schmiegwalde 1050 350 1400 Schmiegwalde incl. Naſtei⸗ ken u. Rheins⸗ guth 2 Wittigwalde 400%— 400 7(Fr. Amtsraͤthin Weiſſ⸗ ermel Doͤhringen 308 100 408 8[Hr. Gutsp. Schaͤdlich Domkau 204— 204 9⸗ Gutsp. Weiſſer⸗ mel Kl. Groͤben 126— 126 10 Hof⸗Marſchall v. d. Groͤben zu Ber⸗ lin Haaſenberg 1 750 2501 1000 Summa 62710] 2159 8869 17. Kreis Ortelsburg. 1 Hr. Landr. v. Berg Gr. Borken 499 264 763 2 Hrif v. Aſchen⸗ ach Gilgenau 255 95 350 3 hac or v. Fabeck Jablonken 767 480 1247 4]⸗ Lzeutenant⸗ Wan⸗ ſelow Kobulten 155 106 261 5 ⸗ Kammer ⸗Aſſeeſſor Klebs zu Koͤnigs⸗ berg Malſchoͤwen 532 294 826 Summa 2208 1259] 3447 30„ 10Fkac 9 hon 1 441 1— Anzahl der feinen Schaafe: Namen Aia idſt an alten der der denſelben Schaa⸗ zu in Ante eunn 3;1 zugehörigen ſPrahen Lä Summa Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stahre Lämmer 3 . Hammel — No. No. d e 18. Kreis Raſkenburg. 1 r Rfanſtez 26 76 443 11[Hr. Langenſtraßen[Gr. Blauſtein 64 179 60 RAK 3 390 6 550 2⸗ Amtmaun Wagner Babzins 390 160 330 —— 3 2 5— 5 7 1gf 6 6 3⸗ Graf zu Dohna 1 Kl. Wolfsdorff 518 Sog z4 20 auf Doͤnhoffſtaͤdt 2 Krumlack 40%— 400 1 1 3 Garbenick 3 3 ul Braf Bre 250— 250 — 8 4 Graf v. d. Groͤben 1(Langheim 356— 359* —-. auf Langheim 2 Sußnicken 29 99) 2 2 G rE;— 650 650 92, 3 Wotterkeim 44. 44, e 200— 200 - un 4 Spegels 280— 280 15 5(Gudnicken 8 5 a 8 2 Korlit 24 5 80 4 2. 5 Frau v. Wenczierska Görlitz 124 6 14 S 54 23 1 6 Hr. Baron v. d. Trenck 1 Leunenburg 74. 220. 279 7 500 7 G¶☛. 472 260 732 e a auf Praſſen 2 Wettin 462 130 592 30 to 3 Landtkeim 7 4 — g 8— 580 7⸗ Oberamtm. Schlick Schrengen 589 89 5 4 eg 25 20 19 8⸗ Rittmeiſt. v. Borke Tolcksdorff 1125 918 43 9⸗ Gutspaͤchter Hecht Heinrietten— 8 4 5 100 1 zu Warnickeim hoff 391 154 555 6 gf⸗ 2 SN( 2 9) 5— - A 10 Frau Graͤfin von Doͤn⸗ 1(Weipoth 300 200 500 ff Wehlack 2 Albertinhau⸗ hoſf auf Wehlack 2 Albertinhau 134 100 234 zu Berlin ſen 517 229 746 3 Eliſenthal 9 44 4 — 25 250 10 10 /Hr. v. Dargitz Wendehnen 23— 140 90 16 S Summa. 7800 3886] 11686 97 19. Kreis Roͤſſel. 1[Hr. Landrath v. Knob⸗. b 370 loch auf Banſen Neuſorge 850 350]1200 247— 2.6 83 ſe 2⸗ v. Kurowsky Biſchdorff 102— 102 96 üt 3 Lunitz Duͤrwangen 120 120 4 Krauſe Kattmedien 4766— 476 91 8 1 ur. Latus 5us 350 1889 ———— 442 Namen Namen Anzahl der feinen Schaafe: der denſelben ſanalten 1 der zugehoͤrigen Srhe an in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Seuther Lämmer Summa No. No. Hammen Transport 1548 350] 1898 Noch 19. Kreis Roͤſſel. 5˙[Hr. Eylers Kuhnkendorff 90— 90 6 ⸗ Scholten Legienen 1390 5 1395 7 Binder Loßainen 204 1 205 8 Landſchaftsrath von Kurowski Molditten 352 178 5830 9 Lieuten. Anders Kl. Ottern 102— 102 10 Hofr. u. Kreisphyſi⸗ b kus Dr. Schleuſſ⸗ ner zu Heilsberg Teiſtimmen 122— 122 11 Lieutenant Dre⸗ wello Worplack 300%— 300 Summa. 4108 534] 4642 2. Kreis Wehlau. 11Hr. Amtsrath Peter⸗ 1Kleinhoff 864 376]1 1240 ſon zu Kleinhoff 2(Gauleden 230 100 330 2 Gutspacht. Teich⸗ mann zu Linkeh⸗ nen Starkenberg 284 91 375 3 Hofrath Cruſe zu Koͤnigsberg Podollen 300 160 460 4 Kriegesr. v. Fah⸗ 1(G. Eiſerwagen 235— 2³⁵5 renheid auf Bey⸗ 2(K. Eiſerwagen 350— 350 nuhnen 3 Damerau— 520 520 4 Richau 585]— 5885 5 Gutspaͤcht. Hoyer Kl. Mauen 50— 50 6 Friedrici Ernſtwalde 50 30 80 7 Bar. v. Werthe.r d Koͤnigl. Preußiſcher Geſandte zu Paris Neumuͤhl 148 145 293 8 Agent Caspar zu Koͤnigsberg Koppershagen 400 150 550 Latus 34961 1572] 5068 443 fänen Schang — Sui Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen an alten u der denſelben Schaa⸗— der daa⸗ an in anner Sunn zugehoͤrigen fen incelſ— Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stäͤhre Lämmer Summa No No. Hammel 4 1 Transport. 3496 1572 5068 Noch 20. Kreis Wehlau. V 9/Hr. Falinsky zu Po⸗. V V polken Garbeningken 72 391 11 J 10 Graf von Schlie— 5 ben zu Gerdauen(Soͤtzendorff 780 2201 1000 295 Summa. 4348]/ 1831 6179 15. 5 100 n Wiederholung 5 3 des F ae Regierungsbezirks Koͤnigsberg. 1 Kreis Allenſtein 2050 862 2942 2 2 Braunsberg..... 695 248 943 376u 3 Pr. Eylau 3—. 7396 2959 10355 100G 4 2 Fiſchhauſen... 3745 1529 5274 5 ⸗ Friedland..... 10798 4059] 14857 6 Gerdauen... 6747 3094 9841 1S 7⸗ Heeiligenbeil.... 8416 3551]11967 8S= Heilsberg. 1.. 3033 617 3650 60 400 9 Pr. Holland.... 13326 6250] 19576 A* 10% ⸗ Kdnigsberg(Stadtkreis).——— — 3 11 Koͤnigsberg(Fanderois⸗.— 5300 1669] 6969 29ö 122 ²⸗ Labiau... 1. 805 385] 1190 „* 13 ⸗ Memel..... 1086 545 1631 146 ⸗ Mohrungen.... 11300 4715 16015 AA 15 Neidenburg 2216 3567 2783 3 16 Oſterode. 6710 2159 8860 17 ⸗ Ortelsburg.... 2208 1239 3447 - 18 ⸗ Raſtenburg.... 7800 3886 11686 145 4, 19) ⸗⸗ Röͤſſel... 4108 534 4642 5 20-⸗ Wehlau— 43488 18311 6179 c Summa. 102087] 40699[142786 5/51 6*σ . Anzahl der fein haa M Namen V Namen 1 der einen e da A der de enſelben an alten 4 Schaac . der 3 zugehoͤrigen fen den 2 5— in 1 Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Seäbixe Lämmer Summa Gut No. No Hammel do 9— 4 II. Regierungsbezirk Gumbinnen. 1. Kreis Angerburg. 9 Hr. Na 11Hr. Amtm. Romeyke V liet zu Loͤtzen 1 Przytullen 454 68 522 Dh⸗ Marn 2 Grafv. Lehndorff1 Steinort 300— 300 net auf Steinort 2Kl. Steinort 650%— 650 d⸗ lieu 3 Labab— 310 310 auf 4 Taberlack 350— 350 ſFau lan⸗ 5 Kittlitz— 150 150 I bet . 6[Stawken 600 200 800 Shr Aittr 3 Koͤnigl. Remonte⸗Depot. Sperling 292)— 292 V ken; 4 Hr. v. Fahrenheida. ſchen Angerapp Popiollen 32— 32 V 5⸗ Landſchaftsr. Spe⸗. covius Steinbach— 65 381 103 1o dieut Summa 2743 766 3509 ker 5 Ma) 2. Kreis Darkehmen. N 1 ‧[Hr. Forſtreuter Gailboden 344 149 493 2⸗ Amtmann Bur⸗ 1(Weedern 563 41⁰ 973 chard auf Weedern 2 Sodehnen 361— 361 3]=⸗ Lieutenant Seel a. 1 Dinglauken—— Dinglauken 2 Grasgirren 446 240 686 31 4⸗Kriegsrath v. Fah⸗ 1 Schaͤferei⸗Ab⸗ 685 357 1042 renheid auf Bey⸗ bau von Me⸗ nuhnen duniſchken r Ant 2Wolehnen 193 104 297 T, u 3 Roſſoſſen 310 130 440„. Su 5/b⸗ von Fahrenheid Sodarren und 55³ 228 781 4, Gush auf Angerapp Paulsdorff Fu u 6 ¹h⸗ Holſt Menkim 163 71] 234 Rem 7 ⸗ Bar. v. Heyking 1 Peſſeln 449— 449 ſihhe Ang auf Ernſtburg 2 d empen— 291 291 An 8 Rauſchning(G Notrinen 59 41 100 den Latus 1 41261 2021] 6147 410G9 Namen A Namen Anzahl der feinen Schaafe: an alten der denſelben Se.— der er denſel Schaa⸗ an Let zugehdrigen ſfen inc! an ann Gutsbeſitzer Schaͤfereien. Seäcre Lämmer Summa 5 un No No. Haminel Transport. 4126] 2021] 6147 Noch . 2. Kreis Darkehmen. 9Hr. Major von Hey⸗ lienſtaͤdt Eßeriſchken 1170 340 1510 10 Adminiſtrat. Don⸗1 Koͤnigsfelde 500 270 770 ner zu Koͤnigsfelde 2 Friedrichsberg 793 793 11⸗ Lieuten. Henſche— auf Pogrimmen Wilhelmsberg 646 290 936 12[Frau Landraͤthin Sper⸗ ber Kleßowen 519 274 793 13 Hr. Rittmeiſter v. Sau⸗ 1 Tarputſchen— 300 300 ken auf Tarput⸗ 2 Neuhoff 412— 412 ſchen 3 Labſchiken 300— 300 4 Tartarren 340 260% 600 5 Luiſenhoff 300%— 3⁰0 14„⸗ Lieutenant v. Sau⸗ 1 Julienfelde 173 74 247 ken auf Julienfelde 2 Adamsfelde 132 80 242 15 ⸗ Maior v. Heyking Aſcherninken 145 49 194 16 ⸗ Obriſt⸗Lieutenant v. Mayer Elkinehlen 137 71 208 Summa 9693] 4029] 13722 3. Kreis Goldapp. 1 ˙Hr. Amtm Aſſmann Kiauten 550 190 740 2⸗ Gutsbeſ. Arnoldt Bredaunen 564 232 796 3⸗ Gutsbeſ. Arnoldt Caſſuben 330 120 450 4 ⸗ Gutsbeſ. Albrecht Diſſelwethen 270 130 400 5(Frau Lieuten. v. Gla⸗ Vorwerk Ca⸗ ſenap a. Rogainen thrinenhoff 268 93³ 361 6[r. Amtmann Hecht Rekowken 322 138 460 7 Juſtizamtm. Reu⸗ 1 ter Gr. Blandau 2001 145 345 Summa 1 2504] 1048] 3552 446 Namen Namen der denſelben Anzahl der feinen Schaafe: an alten der*1. Schaa⸗ an in zugehoͤrigen fen ꝛncl Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Gräßre Lämmer Summa in No. Hammel „ 4. Kreis Gumbinnen. 1[Hr. Simpſon Adl. Plicken . und Perkallen 1100 300 1400 2 Amtmann Bruno Buylien 694 309 1003 3 Amtm. Wloͤmer Gruͤnweitſchen 176 166 342 4 Oberamtm. Neu⸗ Szirgupoͤnen mann und Werdeln 348 201 549 5 Oberamtm. Sieg⸗ fried Brakupoͤnen 619 1856 804 6 Oberamtmann von Blumberg und Schoͤn 1 Samohlen 533 232 765 7 Lieuten. v. Schoͤn Stannaitſchen 670 294 964 8 Amtmann Bur⸗ chard Kieſelkehmen 8556 466] 1321 9 Landrath v. Lyn— cker Nemmersdorff 284 195 479 Summa 5279 2348] 7627 5. Kreis Heydekrug. 1 ½ r. Amtmann Franz Radkezu Adl. Hey⸗ dekrug Heydekrug 88— 8 2⸗ W. Beerhohm Feilenhoff 100 60 160 Summa 108 60 168 6. Kreis Inſterburg. 4 ˙Hr. Wagner Blockinnen 199— 199 27⸗ Oberamtmann von Schoͤn auf Blum⸗ berg Laugallen 185 101 286 3⸗ v. Sandes Pieragienen 202 183 38⁵ 4 Herzogl. Deſſauſche Ad⸗ miniſtration zu Nor⸗ kitten Schloſſberg 250 43] 293 Latus 836 327 1163 447 det ſäinen Schah Anzal inen S Schaſ,— Anzahl der feinen Schaafe: „ Namen Namen nlenſe— u ſn der der denſelben Schaa⸗ an in nndee.. zugehoͤrigen ſfen inel un eun Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stäßre Lämmer Summa No. No. Hammel ————— Transport 836 327 1163 b Noch 6. Kreis Inſterburg. 5[Frau von Below auf! t /Lugowen 460%— 460 Lugowen 2 Petremſchen— 500% 500 4 3 Oſtlepſchen 547— 517 V 6 Hr Obriſt⸗Lieutenant v. 1 Friedrichsgabe 228 160 388 Schoͤn auf Frie⸗ 2Lenkutſchen 70]— 70 drichsgabe .57 Summa 2111 987] 3098 7. Kreis Johannisburg. 11[Hr. Oberlandesgerichts⸗ rath von Hippel auf Kl. Keſſel Adl. Keſſel 121 52 173 Landſchaftsr. Geb— hard 1 Borken 162 95 257 3⸗ Amtmann Cruͤger Lupken 450 188 638 4⸗ Meſſling Dlugikont 114 58 172 5 ⸗ Ebhard Kommorowen 99 70 169 5 ⸗ Lieuten. Jordan Drygallen 252 70 322 7⸗ Caleulator Ziehe Drygallen 152 50] 202 Summa 1350 583 1933 — 8. Kreis Loͤtzen. 1[verw. Frau Landraͤthin — v. Prziborowsky 1 ⁶¹H 1 zu Loͤtzen Berghoff 233 36 269 AHr. Behr Kl. Koſuchen 7 7 35 Rittm. Werner Domain. Law⸗ 448 152 600 ken 1 Summa 688 188 876 9 9. Kreis Lyck. 10!— 1[Hr. Nitſchmann V Piſtken 300 70 370 189 2⸗ Maſchke zu Reu⸗ ſchendorff Carlsſorge 400%— 400 3⸗Neumann Rogallicken 90— 90 4 Latus. 790 70 860 ———— ,, (Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen e der denſelben an alten er 4. Schaa⸗ G der zugehlrigen ſfen Anas, an in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stäͤhre Lämmer Summa No. No. Hammel Transport. 790 70 860 Noch 9. Kreis Lyck. 4˙[r. Domaͤne zu Sko⸗ matzko Ogrodtken 500% 200 700 5]¹⸗ Schulz zu Stra⸗ daunen Wittinnen 40⁰ 200 600 6⸗ Stenzler Leegen 120 123] 243 7⸗ Heinrichs zu Lyck 1(Lyck 300%— 300 2Meuendorff 419 441 860 8SE= Saworra Miechowen 1⁰⁰ 20 120 9⸗ Rohleder Kobilinnen 30 9 39 10 Dolenga Koſſewen 60 22 82 111⸗ Bergau Kopyken 75 49 124 12⸗ Vogel Romotten 22— 22 13]⸗ Landrath v. Kan-„ 3 newurf(Baitkowen 558 199 757 Summa 3374 1333] 4707 10. Kreis Niederung.——— 11. Kreis Oletzko. 1 Hr. Landſchafts⸗Direct. v. Salzwedel Drosdowen 408 160 568 2 Frau Kammerr. Girod Bialla 205] 150 355 3 Hr. Gutsbeſ. Schulz zu Bialla Kl. Bialla 1176— 117 4⸗ Oberamtmann von Lenski Seedranken 438 255 693 5⸗ Gutsbeſitzer Hill— mann Nordenthal 380 150 530 6¹⸗ Gutsbeſitzer Simp⸗. ſon auf Plicken Wenſoͤwen 1039 274! 1313 7⸗ Gutsbeſitzer von Lenski Statzen 211— 211 Latus. 27981 989] 3787 N Anzahl der feinen Schaafe: Nam ca Namen ͤ „ donſofhon an alten der der denſelben ehas. n zugehoͤrigen fen incl an in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stähre Lämmer Summa und No.. No. H ammel — Transport- 2793 989 3787 Noch 11. Kreis Oletzto. 8 Hr. Domainen⸗ Paͤchter V Geelhgaar Czychen 5201 163 83 ) Gutsbeſ. Grinda Grindashoff 130 80 210 V 10 Domainen⸗Paͤchter Senaß tmmen 17s dts] it Thies Polommen 1 3751 3151. 1¹130 Summa f 4323 1547 5870 12. Kreis Pilkallen. 1˙Hr. Carl v. Plehwe Dwariſchken 124 7 200 24 Friedr. Schmalz Kuſſen 8556 220] 1075 3 Ad. v. Sanden Meſchkuppen 197 94 291 4 Amtmann Elsner Uſchpiauken 359 83 442 5 Amtmann Auguſt Pieper. Loͤbegallen 583 293 870 6 ⸗ Gutsbeſ. v. Luͤb⸗ tow Doresthal 147 94 241 7 Amtm. Heiden⸗(Grumbkoypkai⸗ 329 231 560 reich ten Summa 2594] 1091 368 13. Kreis Ragnit. 1[Hr. von Sanden auf Tuſſainen und 929 305 1234 Adl. Tuſſainen Vorwerker Bernhardshoff u. Klappaten 2⸗ Rittmeiſt. v. San⸗1 Kindſchen, 1936— 193 den a. Adl. Kind⸗ Vorwerk ſchen 2Charlotten⸗ 81 151 232 walde 3 Frau Landraͤthin Sper⸗. ber. Gerskullen 806 400] 1206 4[Hr. Geheimer. Schroͤ⸗ Lesgewang⸗ 508 164 672 der zu Gumbinnen minnen 5(Fr. Rittm. v. Saden Sommerau 407 246 653 6⸗ Obriſtlieutenant v. Preczißewska Kaſſigkehmen 376 75]¹ 451 Latus 1 3300] 13411 4641 29 450 Anzahl der feinen Schaafe: Namen 5 A ine— er denſelben Schaa⸗ der zugehoͤrigen ſen hae gn in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Lkähre Lämmer Summa No. No. Hammel Transport 3300] 1341] 4641 Noch 13. Kreis Ragnit. 71Hr. Donalitius Wiſchwill 138, S⸗ Landſchafts⸗Rath 36 174 Solmelnſen,. nig v. d. Oye Breitenſtein 346 12 9⸗ Shen⸗ Amtmann 8 338 „Schlenther Moulienen 600% 200 10[Koͤnigl. Domainengut] 1Lougallen 149— 10 V Lougallen 2Vorwerk 3 Schackwethen 13² 7 229 Summa. 4665] 1686 6351 14. Kreis Sensburg. 1 Verw. Frau Maj. von Mirbach a. Sor⸗ quitten Millucken 532 259 791 2v. Redeckerſche Er⸗ ben Eichmedien 575 280 855 3[verw. Frau von Bie⸗ berſtein Baranowen 994 84 1078 4 ʃ[Hr. v. Winterfeld Broͤdienen 348— 348 5 ¹⸗ v. Ziegler Bothau 263— 263 6¹⸗ Eſchholz Heinrichshoͤfennß 152— 152 7⸗ Rittmeiſter Reh Sternfelde 74— 74 8E⸗ Schulz Muͤhlenthal 202— 202 9]⸗ Stach v. Goltz⸗ 1 Roſoggen 3— 3 heim auf Roſog⸗ 2(Ribben 6— 6 gen.. 10⸗ Nuttkowski zu 7 Nikolaiken Ruttkowen 110— 110 11-⸗ Gutsvpaͤchter Eſch⸗ 3 holz Glashuͤtte 207— 207 Summa 3466] 623] 4089 451 2 Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen 15 der denſelben anauten der 415 Schaa⸗ an in — zugehoͤrigen fen incl— Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Gtähre Lämmer Summa No. No. Hammel 15. Kreis Stallupoͤnen. 11Hr. Rittmeiſter von Sanden zu Goͤ⸗ ritten Schaͤferei 406 140 546 2⸗ Gutsbeſitzer Kaͤs⸗ wurm auf Toll⸗ mingkehmen Samonienen 343 160 503 3 verw. Frau Amtmann Reuter zu Wal⸗ dukadel Ballupoͤnen 512 180 692 4[Hr. Pfarrer Rauſch⸗ ning Enzuhnen 85 39 124 5⸗ Gutsbeſitzer Haſ⸗ ſenſtein Eckertsberg 52 28 80 6 ⸗ Oberamtm. Has⸗] Sodargen und forth Schwiegupen 302 1841 486 Summa 1700 7311 2431 16. Kreis Tilſit. 11Hr. Landrath Dreſſ⸗] 1(Schreitlaug 706 600 1306 ler zu Schreitlaug⸗ 2 Wilkiſchken 400%— 400 ken 3[Kalwaiten 356 300 656 4 Nauſſeden 1521— 152 ⸗ v. Sanden auf Tuſſainen Baubeln 450 350 800 Summa 2064 1250 3314 Wiederholung des Regierungsbezirks Gumbinnen. 1[Kreis Angerburg— 2743 766 3509 2⸗ Darkehmen 9693 4029] 13722 33¹⸗ Goldapp. 2504 1048 3552 4]⸗ Gumbinnen... 5279 2348] 7627 5 ⸗ Heydekrug.. 108 60 168 66 ⸗ Inſterburg. 2111 987 3098 7⸗ Johannsburg. 1350 583 1933 Sl ⸗ Ooͤtzen.... 688 188 876 9 ⸗ Lyck. 3374 1333] 4707 10 ⸗ Niederung.——— 11 ⸗ Oletzko...... 4323] 1547 5870 12 Pillkallen.... 2594 1091] 3685 136 ⸗ NRagnit... 4665 1686 6351 14 ⸗ Sensburg... 3466 623 4089 155 ⸗ Stallupoͤnen 1700 7311 2431 16 ⸗ Tilſit.. 2064 1250 3314 Summa 1 46662] 18270] 64932 29 F — G&t Namen Anzahl der feinen Schaafe ame nahl der feinen Schaaſe der denſelben ſan alten „ 6„ 1 Namen 2 Schaa⸗( i der zugehoͤrigen en. uci an. in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Staͤhre Lämmer Summa nd No No. Hammel T— III. Regierungsbezirk Danzig. 8. 1. Kreis Berent. 1/[Hr. Landſchaftsrath v. Czavlinsky Alt Bukowitz 550— 950 2⸗ Landſchaftsrath v. Plaskowsky Gorra 173³ 60 233 Gutsbeſitzer Brok⸗ kes Orle 1310 375 1685 Oberamtm. Eng⸗1[Pogutken 350 200 550 ler auf Pogutken 2 Mallar 300— 300 Lieuten. v. Broͤn Czernikau 200 50 250 Erbpachts⸗Beſitzer von Kutſchen⸗ bach Lindenberg 100— 100 Erbpachts⸗Beſitzer Goͤtzmann Kobilla 2⁰00 50% 250 Gutspächter Eng⸗ Schloß Ky⸗ ler ſchau 81 44 125 Hauptmann von H uͤlſen Thomaßewo 100 25 125 Summa 3364 804] 4168 2. Kreis Carthaus. „Commerzienr. Leſ⸗] 1 Tockar 300 100 400 ſe zu Danzig 2 Exau 200 00 300 3 Mehlken 100— 100 2 b. Kleiſ Rheinfeldt 614 51 665 3 Hupen v. Win⸗ Lappin und diſch attinenz Man⸗ koczyn 400 100 500 4 v. Laſſewski Neſtempohl 320 135 455 5 Helfenſtein zu 1 Pempau 448— 448 Leeſen 2 Bertſch 40%— 40 Latus 2422 486] 2908 M 1 Kee Lhag 00 40⁰0 9 30 100 15 0 500 45 39 48 40 — 88] L der Gutsbeſitzer. Ko. Noch 2. Kreis Carthau 6/Hr. Amtsr. v. Stein zu Carthaus 7 Heering S8 Muͤller 9 F icht 10h⸗ Gutspaͤcht. Beelke 14 Stadtrath Weich⸗ brodt zu Danzig 3. Kreis [Hr. Fe he lm v. ſtein Boden⸗ V V zugehoͤrigen 3 Danzig. rdinand Wil⸗ Namen der denſelben Schafereien. Tr ansport 8 Fi t ſchkau Mirchau Ottomin Banin Wan newitz Mahlkau Anzahl der feinen —. Schaafe: an alten Schaa⸗ an in Summa (Stadtkreis) 1 Hochſtrieſſ — fen incl— Stähre Lämmer Summa — und Hammel 2422 486 2908 g 5 1 150 52 202 400 100 500 200 50 250 100 500 150 150 50] 200 250]!— 350 72 888 4560 V 400! 126 26 Summa 400 126 526 4. Kreis Danzia.(Landkreis) 1[ Hr. J. G. Fuchs zu Danzig Zankenczin 240 110 350 ⸗ Behrendt Nenkau 250 120 370 31„⸗J. Bolt Kl. Kelplin 120 60]% 180 4ο⸗◻ Anders Biſſau 200 60 260 5 Frau Wittwe D. Sie wert Schoͤnfeld 340 163 3 6 Hr. F. Roͤpell zu Dan⸗ zig Matzkau 500] 150 650 7 Ruüumker Schwintſch 1150 250]1400 SE⸗ v. Tiedemannge⸗ nannt von Bran⸗ 4 dis auf öhanon Bartlin 64⁴2 190„83⸗ 92 1 twe Heſſ Bangſchin 435— 43 10[Hr. v. Parp a rt Borrenczin 230— 236 11 G uth Artſchau 480 60 24 12 Wtw. Heſſe zu Bang⸗ 6 ſchin Goſſin 44 4 V 70 13[Hr. Behrend Rexin 760%— 710 14 Schulze Saalau 242 168 110 15 Simon Liſſau 362 701 43, Latus 1 6045] 1662] 770 —— 5 1 454 ac e a men Namen Anzahl der feinen Scha 4fe: der denſelben ſan alten der Schaa⸗ an in —. zugehoͤrigen ſfen anel Gutsbeſitzer. Schaͤfereilen. Staͤbte Lämmer Summa No. No. Hammel Transport 6045 1662 7707 Noch 4. Kreis Danzig.(Landkreis) 16r. Blankenburg Gr. Kleſchkau 130 30 60 17⸗ Siegebith Conradshamer 31 35 66 18⸗ Matthieu Oliva 35 23 58 19 ⸗ v. Gralath zu Sullmin Schaͤferei 300%— 300 20 Weikhmann Mattern 250— 250 21⸗ Schoͤnbeck Czapeln 250 99 349 22] Thi mm Jenkau 214 100 314 231⸗ Bolke Blankau 450 180 630 24⸗ v. Gralath zu 1(Sullmin 271 260 531 Sullmin 2 Hochkelpin 345— 345 3 Rambau 309— 309 25 ⸗ v. Dombzki Smegorczin 50— 50 26 ⸗ Helfenſtein zu 1 Kl. Leſen 120 100 220 Kl. Leſen 2(Gr. Leſen 680 150 830 3 Ellernitz 160— 160 27⸗ Paleske, Erben zu Kokoſchken Carlshoff 209 145 354 28 ⸗ v. Tiedemann Ruſſoczyn 400 166 566 20⸗ Bollhagen Prauſt 260 100 360 30 ⸗ E. Steffens Gr. Golmkau 400 245 645 31⸗ F. S. Schulz Mittel Golm⸗ kau 400 220 620 32 ⸗ v. Wittke Kl. Golmkau 360 62 422 33 ⸗ A. L. Muhl zu 1hlkau 750 170 92⁰ Uhlkau 2Kl. Kleſchkau 940 100 1040 34 ⸗ Pohl Senslau 600 160 760 35 ⸗ 2 ahrendt Kohling 120 41 164 36 /⸗ Fr antz ius Lagſchau 495 117 612 37 ⸗ S chuſterius Katzke 310 200 510 38⸗ Laͤchelin zu Sob⸗ 1(Sobbowitz 75 330 805 bowitz 2 Roſſiczewken 350— 350 3 Wartſch 250— 259 Latus 1 15959] 4695] 20654 Namen Namen der denſelben Anzahl der feinen Schaafe: an alten der 21 Schaa⸗ an in zugehoͤrigen fen inel— Gutsbeſitze Schaͤfereien. Stäͤbre Lämmer Summa 7 un No. No Hammel V Transport 15959] 4695] 20654 Noch 4. Kreis Danzig.(Landkreis) 39 /Hr. v. Sanden[Gr. Trampken 294 184 478 40⸗ Heine zu Subkau Muhlbanz 6899— 689 Summa 16942 4879] 21821 5. Kreis Elbing 11Hr. Birkner zu Car⸗ dienen 3 Reh berg 200 50 250 2⸗ v. Struenſee Neu⸗Schoͤn⸗ walde 1434 100 243 3⸗ F. Alſen Droͤwshoff 380 120 500 4 ⸗ Baumgarth Kickelhoff 14⁴9 68 217 5⸗ Gottl. Baum zu Elbing 1(Gr. Wogenapp 238— 238 Summa 1110 338 1448 6. Kreis Neuſtad 1[Frau Graͤfin v. Kro⸗. ckow Bohlſchau 599 214 813 2 Hr. Rodenacker Celbau 280 280 3 Heinrich Hee⸗ ring Occalitz 114— 114 4[Frau Graͤfin v. Kay⸗ Pentkowitz 515 185 700 ſerling zu Dan⸗ 2Schmechau 300— 300 zig 5 Hr. Gutspaͤcht. Setzke Polchowken 3— 3 6- Major v. Below Rutzau 800— 809 auf Rutzau Oslanin 122— 122 7 Frau Landesdirector v.— Weiher Smazin 35 35 SHr. Gnaſſ 3 Kl. Starzin 54— 54 9⸗ Landrath Leſſe zu Schlochow Wyßeczin 1100% 300 1400 10. Wegner Zoppot 200 30 230 Latus 1 4122 729 4851 — Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen 1 3 Af d an alten der der denſelben Schare⸗ an zugehoͤrigen fen incl Gutsbeſitzer Schafereien. Sräͤre Lämmer Summa 2 un No. No. Hammel 3 Transport 4122 729] 4851 Noch 6. Kreis Neuſtadt. 11 Hr. Krugbe her Carl 5 Kruge Zoppot 20 6 26 12 Sberamtm. Meske 1(Czechoczin— 219 219 zu Czechoczin 1 2(Breslin 368— 368 Summa 4510 954 5464 — On— 89„ 7. Kreis Marienburg. 1 1 11Hr. Oberſchulz Funck[Campenau 1 224 209 43 1 ⸗Einſaße Plath(Eichwalde 1 4193 159 352 Summa 417 368 785 8. Kreis Pr. Stargardt. 1Hr. Mac⸗Lean Czerpenczin 413 110 5²³ 2⸗ Amtmann Plehn Dalwin 870] 233 1103 3 Gi topcht⸗ Blech Goſchin 41a4= 100] 604 4 v. Kalckſtein auf 1 Klonewken 275 100 345 Klonewken 2 Marienwill 100 65 165 3(Neumus 150 60 210 5 Gutspaͤchter Frie⸗. d rich Luko czin 7⁰⁰ 130 830 6 Leibitz Piw⸗1 Kl. Malzau 550— 550 n icke a. kl. Malz au 2Gr. Malzau 515 250 265 7 Bar. v. Paleske) 1 Spengawken 439 350.99 zu Spengawken 2 Helenowo 340—— 340 3 Czechlau 537 2971 834 r— 4 Selnin 43254 43 8 Amtsrath Heine 1(Subkau 670— 670 zu Subkau 2/Rathſtube 420 600 1020 V 3(Starrenßin 471— 471 4 Felgenau 13513 400 913 s5 Narkau 1 792— 792 6 Nuͤhlburg 1 6891— 689 Latus 9295] 2785] 12080 — Anzahl der feinen Schaaf — 5 Anzahl der Schaafe: Namen Namen en— „„S,( in der der denſelben Schaa⸗ an in net Sunn— zugehoͤrigen fen incl 3 Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stähle Lämmer Summa — No. V No. Hammel 5———————O————— KFit Transport 9295] 2785 12080 1 1 Noch 8. Kreis Pr. Stargardt. 6 4 ·19, A 81Hr. Amtsrath Hein*7 Czarlin 900— 900 15 zu Subkau(s Groningen 442— 43² 5 A 9 Gnieſchau 867— 867 ü zni 10(Kollenz 1458— 458 9 v. Peguilhen Stenzlau 752 263 1015 V V 60 10⸗ Gutsp. Raabe Swaroczin 1190 300 1490 99 43 70 ar 5— 31 5 11⸗ Gutsbeſitzer Beh⸗ 68] 7 rend Gr. Turze 454 200 654 12 Gutsp. Behrke r Waczmiers 900 300 1200 zu Gr. Waczmiers 2/Kl Waczmiers 620— 620 43 ⸗ v. Palubicki Liebenhoff 900 300 1200 533———— 1 Ills 14 ⸗ Uphagen zu Kl. 1 Kl. Schlanz 321 84 405 60 Schlanz 2 Nothhoff 200— 200 d1 375 155⸗ Lieuten. Conrad Borkan 170 1030] 12⁰00 7 65—. , 85 16 ⸗ Willmann Bielawken 750] 100 850 0G* 9' 17⸗ Gutspächter Pig⸗ V— dn loſewitz Pelplin 200 100 300 5 18 ⸗ Amtmann Schulz Mirotken 162 60 222 705 1 A 19⸗ Amtm. Wittich⸗ 8 ſche Erben Czarnilaſſ 400 150 550 8 201⸗ Lieuten. Conrad Bordzichow 400 100 500 670 V 1000 21 Amtmann Würtz, 1[Vw. Stargardt 00 100 500 41 Vorw. Stargardt 2Kokoſchken 900 300] 1200 9ʃ3 1 . 7 22 Intendant Moͤller Kocborowo 200 60 260 16 1200 Summa 20871 6232 27103 Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen iafge der denſelben Baiten der zugehoͤrigen ſenhae an in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stäßzre Lämmer Summa No. No. Hammel Wiederholung des Regierungsbezirks Danzig. 1/Kteis Beren.„ 3364 804 4168 2 ⸗ Carthaus. 3672 888 4560 3 Danzig(Stadtkreis)..— 400 126 526 4 ⸗ Danzig(Landkreis). 16942 4879 21821 5⸗ Elbing.... 1110 338 1448 66 Neuſtadt 4510 954 5464 7 ⸗ MNarienburg. 417 368 785 8SI⸗ Stargardt. 208711 62321 27103 Summa IV. Regierungsbezirk Marienwerder. 1. Kreis Conitz. 1[Hr. Oberamtm. Cru⸗ ſius 2⸗ DOberſchulz Zbi⸗ litzki 3/⸗ v. Skorſewskia. Zandersdorff 4⸗ Comiſſionsr. Graͤ⸗ ber 5 ⸗ Oberſchulz Rhode 6¹⸗ Gutspaͤcht. Scher⸗ bach zu Conitz 7⸗ Juſtizrath Lenz zu Conitz 8⸗ Gutsbeſitzer Leſſi 9*⸗ Gutsbeſ. Bogen 10 ⸗ Gutsbeſitzer Wehr zu Kenſau Friedrichs⸗ bruch u. Zabno Koſſabude Sawuͤſt Tuchel Granau Paglau Seehlen Zwangsbruch Mockrau Kl. Kenſau 51286] 14589] 65875 550— 550 4— 4 6— 6 15 5 20 150 2 152 2— 2 330— 330 500— 500 210 100 310 Summa 1784 118] 1902 änen Schadſ — an 1 umet Eu V — — 550 2— — on Namen Namen der denſelben 459 Anzahl der feinen Schaafe: an alten der zugehoͤrigen fSrhnſ an in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Staͤhre Lämmer Summa No. No. Hammel 2. Kreis Deutſch⸗Crone. 11Hr. v. Berille Züͤtzer 1926]— 1926 2⸗ v. Falkenhayn Nackel 365— 365 3 v. Zychlinski Dyck 684 269 953 4 v. Grabski Martzdorff 13066— 1306 5 Kegel Vorw⸗ Kattun 160 50 210 6 Boͤck zu Poſen Hohenſtein 55 9 64 7 Reuter zu Schla— now bei Woldenberg Krumpohl 125— 125 S Herrn Gebruͤder Star⸗ 1(Seegenfelde 98 50 148 gard zu Mkl. Fried⸗ 2 Roſe 35 20 55 land 9[Hr. Drewelow Vorw. Schrotz 867!— 867 Summa 5621 398 6019 3. Kreis Culm. 11[Hr. Gutsbeſ. Schoͤn⸗ born zu Graudenz Oſtromecko 1800 200 2000 2 General von Hin⸗ denburg zu Thorn Gzyn 1200— 1200 3 Landrath v. Kro⸗ 1/(Falenczyn 1300 2001 1500 cher zu Vinzelberg 2 Gluchowo 1200 300] 1500 bei Stendal 3(Plutowo 800 300] 1100 4 Amtsr. Wundſch Lippinken und Bottſchin 1100 400 1500 5 Gutsbeſ.⸗Wittwe Lenz Grubno 620 370 990 6 Hr. v. Staskt Trzebez 1000 200] 1200 7⸗ v. Zboinskiwohnt in Polen Mgoßez 1300 200] 1500 s Gutsbeſ. Segler Plusnitz 7⁰⁰ 7⁰⁰ 9 Geheimer. Hart⸗ mann in Marien⸗ werder Gorinnen 540 232 772 10 Gutsbeſitzer Hooff Blendowo und zu Rondſen Wilhelmshoff! 639! 3081 947 Latus 1 12199% 27104 4909 160 — N(Anzahl der feinen Schaafe Namen RNamen'affenſJ A5 5 3 5 0( 6 der del denſelben Schaa⸗ an in . zugehoͤrigen ſſenänclſ Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Seitrg Lanmer Summa No. No Hamnrel Transport 12199 2710] 14909 Noch 3. Kreis Culm. 14 H. Gutsbeſ. v. Loga Wychorts 500% 200] 700 12⸗ Gutsbeſ. Schulz Storlus 550 150 700 — 13 ⸗ v. Parpart Bayerſee 505 200 705 84 144⸗ Oberamtmann von Kaweczynski Althauſen 400%— 400 15⸗ Poſtdir. Espagne zu Culm Linda 400% m— 400 16 ⸗ Capit. v. Truch⸗ 1 ſes Grzegorß 450% 150 600 17 Wtw. Kittel zu Unis⸗ law Zyglond 400 5⁰0⁰% 450 18 Hr. Gutsbeſ. v. Val⸗ 1 Krußzyn 400 200 600 tier zu Krußyn 2 Tittlewo 250— 250 19⸗ v. Kobylinski Golotty 344 200 544 20⸗ Gutspaͤcht. Kirch⸗ ner Oſtrowo 370 30 400 2A Gutsbeſ. v. Wilk⸗. rycki zu Rynſk Wabez 340% 300 640 22 Gutsbeſ. Schön⸗ born zu Graudenz Wronie 300 200 500 23 ⸗ v. Makomaski Stollno 300 60 360 24 ⸗ Lieutenant Hertell Schwentoslaw 300%— 300 25 v. Kczewski Rybinietz 200 60 260 26 Ober⸗Regierungsr. Sabath zu Bres⸗ lau Robakowo 256— 256 7 ⸗ Major v. Valtier Neuhoff 200 75 275 Latus 1 18664] 4585] 23249 den Schaafe — 8 5(Anzahl der feinen Schaafe: N amen Namen— aia der der denſelben Schaan dr— amer Sunan. zugehorigen fen incl 6 Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stäßre Lämmer Summa No. b No. Hammel 7/10 G14009p———— 15 Transport. 18664] 4585] 23249 Noch 3. Kreis Culm. 28 1[Hr. Gutsbeſ. Grodzki Schoͤnborno 200— 200 29⸗ v. Plachecki Battlewo 170 30 200 30⸗ Oberamtm. Bar⸗ 2 tels Stablewitze 150— 150 10 a 31=⸗ v. Lyskowski Oborry 120 40 160 1 32⸗ Gutsbeſitzer Gott⸗ t lieb Parpart Dorpoſch 190 75 175 A 331⸗ v. Stolle Pol. Lunau 200— 200 R— Summa 19604] 4730 24334 - 4. Kreis Flatow. 11Sr. Majeſtaͤt der Koͤ⸗ - nig, Beſitzer. Dispo⸗ nent Herr Geheime 150G0 Reg.⸗Rath Schir⸗ meiſter 1 Flatow 3994 11025096 50 4 2[Liebmann Meyer, 7ao Wolfſche Erben in 7 i Berlin. Disponent. 7 5t Herr Adminiſtrator.. Bartels Krojanke 26690 1525 4194 3[Hr. Oberamtm. Kuͤhn Sypniewo 11156 400 1515 30, 40 Summa. 7778 3027] 10805 00 ſü 5. Kreis Graudenz. 00 500 60]G³ 1Hr. Regierungs⸗Chef⸗ Praͤſident v. Hip⸗. pel zu Oppeln Leiſtenau 972 230] 1202 2⸗ Generalp. Sab⸗ 1(Gr. Thymau— 100 100 d1 bath zu Thymau 2 Babken 200— 200 V 3 Gottſchalk 400% m— 400 3⸗ Amtsrath Haniſch 1 g. Bialaſchowo 420%— 420 zu Gr. Bialaſchowo 2 k. Bialaſchowvo 588— 588 95 3(Sapott— 00 300 A 4⸗ Amtm. NMathiee Kittnowo 810— 810 5⸗ Joh. v. Poleski Zaskoy 350— 350 . 2 a V Latus 3740] 630] 4370 —————— 462 Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen . der denſelben ſan alten— der eſ, Schaa⸗ an in . zugehoͤrigen ffen inc! Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stäöhrs Lämmer Summa No. No. Hammel Transport 3740 630] 4370 Noch 5. Kreis Graudenz. 6 Hr. Amtm. Oſſmann] 1 /Sallno 600% 20⁰00 800 zu Sallno 2 Prenslawitz 350— 350 7⸗ Generalpaͤcht. Ber⸗ 1 Dombrowken 1750%— 1750 rdu zu Dömbrir⸗ 2 Bogußewo 990%— 990 . ken 8S⸗ Oberamtm. Bie⸗ 1 Mellno 1709— 1700 ler zu Mellno 2[Linowo 1400%— 1400 9⸗ Praͤſid. v. Tettau Zakrzewo 110 91 201 10⸗ Graf v. Groͤben Zawda A. B. D 400%— 400 11⸗ v. Koſſowski Zawda 128 74 202 12⸗ Vincent v, Kalck⸗ ſteirn Nogath 200% 100 300 13 ⸗ v. Wolinski Hansguth 7 34 101 14⸗ Jacob Nartin. Schoͤnborn Gr. Ellernitz 211 107 318 15 ² Frau Amtsr Frieſe zu 1Schwenten 442 286 728 Schwenten[2 Neuvorwerk 361— 361 tzer. Jacobkowo 68 56¹ 124 17⸗ Oekonomie ⸗Com⸗ miſſar. Schrader zu Schoͤnbruͤck †(Kl. Schoönbruͤck 375— 375 18 ¹⸗ v. Kowaczynski Sarnowken 11 16 129 19 ⸗ v. Karwatt Gr. Biallablott 1556— 155 20 ⸗ Haniſch zu Skus⸗] 1(Skusjewo 147— 147 jewo 2 Fellux 150— 150 2t⸗ Carl Muͤller Grutta 42²⁰ 200 620 22⸗ Amtmann Weigel Roggenhauſen 680 380 1060 Latus. 14557] 2174] 16731 31Ht. Aml. GEhzots A⸗ Obeſka ſel P⸗ Donh! Ki Ch 8 6. 48 tſFänigl.. amtac chal WGonigl. 1 amte tag WNren Gu 9H: Bu 4 7 ½ 1 ht. Gen kath e — 463 Namen Namen Anzahl der feinen Schaafe: der denſelben ſan alten der zugehoͤrigen ſen nch an in Gutsbeſitzer. Schafereien. Stähre Lämmer Summa No. No. Hammel Transport 14557] 2174 16731 Noch 5. Kreis Graudenz. 23 /r. Amtmann Bock zu] 1 Szumilowo 870 170] 1040 Szumilowo 2(Gollembiewko 430 50 780 24 Oberamtmann Po⸗ ſelger. Vorw. Rehden 500 300 800 25 Domainen⸗Pachter Köſelitz Czeczewo 520 100 620 26 Chales Kunterſtein und Torpen 400% 150% 550 7 Reichel Turßnitz 450 200 650 28 Oberamtm. See⸗ ger Engelsburg 1298 521 1819 29 Landrath v. Gru⸗ 1(G. Schoͤnwalde 1200% 450 1650 ßezynski zu Gr. 2(Schoͤnowo 640 300 940 Schoͤnwalde Summa. 20865 4715] 25580 6. Kreis Loͤbau. 1 Koͤnigl. Domainen⸗Be⸗ ur Herr Nue⸗ zaban 100% 100% 200 2 Koͤnigl. Domainen⸗Be⸗ 1 Lonkorrek— 260 ꝑc211]= 265 amter Herr Frey- 2(Vorw. Kullig 211 611 tag zu Lonkorrek 3 3 Frau Gutsbeſ. Ziffer Adl. Turzewo 56 2 35 4 Hr. Baron v. Collaſſi[Adl. Straßewo 3 2 Summa 822 355] 1177 7. Kreis Marienwerder. 11Hr. Gener.⸗Landſchafts⸗ 1 Kloͤtzen rath und Landrath, 2 G. Trommnaus 19366 807] 2743 Freiherr v. Roſen⸗ 3 Hochezehren berg auf Kloͤtzen 2400— 240 2 Hans Carl von 1 Kl. Ottlau 202 206 408 Buddenbrock zu 2(Gr. Ottlau Birkholz b. Schweid⸗ 3 Carlshoff 200% 103 303 nitz 175 103 278 3 v. Polenz Germen 257 9³ 350 4 Graf v. d. Groͤben 1 Neudorffchen auf Neudoͤrffchen 2 Albrechtshoff 90 238 328 3 Kloſterſee 234 74 308 Latus 3334! 1624! 4958 — ————— 464 G u Namen der tsbeſitzer. 4 — Noch 5 Frau Gener. v. Stan⸗ ger 6 ˙[Hr. Amtsrath Krieſſ zu Oſtrowitt 7 Julius Plehn zu Kopitkowo 8 Schwartz 9 verw. Amtm. Plehn 10 Hr. Kurtius zu Alt⸗ jahn 11[[das Curatorium der Pott⸗ und Caro⸗ leſchen Stiftung zu Elbing 12 /Hr. Nehring 136⸗ Weſtphal 14 Oberamtm. Four⸗ nier zu Brodden 15⸗ Hintzmann 16⸗ Iuſtiz⸗Commiſſarius Raabe zu Marien⸗ werder 17 ⸗ Freiſchulzerei⸗Beſ. Heinrich Golz 18 verw. Amtmann Plehn u Bielſk 19 Hr. Puuropanßt, Kling⸗ ſporn Kreis Marienwerder. — Anzahl der feinen S Schaafe Namen 3 an alten der denſelben Schaa a1 n zugehoͤrigen fen incl Schaͤfereien. Staͤhre Lämmer Summa un No. Hammel Transporr 3334 1624 4958 Littſchen 1436— 143 Oſtrowitt 650 56 706 2Luchowo 350 200 550 3 Smentau 500 300 800 4 Kulmaga 450— 450 1 Kopitkowo 800 417 1217 2 Kornatken 603— 603 Munſterwalde 400 200 600 Bielſk 400 4⁰9 809 [Altjahn 725 480 1205 2 Kirchenjahn 800— 800 Koſiellec 1³⁰ 20 150 Rinkowken 70⁰ 300 1000 Kl. Smentau 264 117 381 1(Brodden 500 550] 1050 2 Neuhoff 400%— 400 Janiſchau 400 200 600 Gr. Krebs 331— 331 Jellen 1 195 84 279 1(Gr. Wyrembi 400— 400 2Kl. Wyrembt 400— 400 Pehsken 155 126 281 Summa 1 13030] 5083] 18113 „ LandG v. e auſtn „Kinigl. 99 wit G 5 1 0 5671 (209 50 (300 800 d 450 171317 603 00 ſ 80 80 9 80 10 - 1”o (200 d 20 151 600 100] 417A 100 465 Anzahl der feinen Schaafe: Namen Namen der der denſelben ſanͤlten 8. zugehoͤrigen ffen inel au in Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Staͤhre Lämmer Summa No. No. Hammel 8. Kreis Roſenberg. 11[Hr. Obriſt v. Bruͤn⸗ Gr. Belſchwitz neck auf Er. Belſch⸗ und die Vorw. witz kl. Belſchwitz, Friedrichsburg Huͤtte, Char— lottenburg, Jacubau 3300 1200] 4500 2 Landſchaftsdirector 1 Neudeck 400 300 700 v. Hindenburg 2(Wolla 400%— 400 auf Neudeck 3 Koͤnigl. Geſandte und 1 Finkenſtein 417— 417 wirklicher geheimer 2 Mutterſeegen 385— 385 Staatsrath, Herr 3(Gr. Liebenau— 729 729 Reichs⸗ Burggraf 4 Kl. Liebenau 3414— 311 u. Graf zu Dohna, 5(Badeln 492— 492 Excellenz auf Fin⸗ 6 Gr. Albrechtau 663— 663 kenſtein 7 Michelau 14 716 730 8(Gruͤnhoff 293— 293 9 Merino ſſ 355— 355 10 Liebenbruch 653— 653 11 Vogtenthal 450%— 450 4[Hr. Reichsburggraf und Graf zu Dohna Brunau 637 47 1109 5 v. Hahnenfeld 1 Goldau 574— 574 zu Goldau 2(Joachimsthal 579— 579 3(Garden— 292 292 4 Friedrichshoff 474— 474 6 Schach v. Witte⸗ nau Gr. Nipkau 405 150 555 7 Rittmeiſter Schach v. Wittenau Gr. Jauth 800 200 19000 S⸗ Reichsgraf v. Fin⸗ kenſtein Schoͤnberg 3113 826 3939 9⸗ Erb⸗, Amts⸗Haupt⸗ mann und Land⸗ ſchaftsr. v. Polenz Langenau 696 380 1076 10 ⸗ Graf v. d. Groͤben 1 Ludwigsdorff 850]%— 850 2(Biſchdorf 3301— 330 Latus. 1165911 5265] 21856 0 466 5 91 Anzahl der feinen Schaafe: 1 Namen Namen— 4 der denſelben ſan alten „ 4475 Schaa⸗ G der zugehoͤrigen fen incl 1 d4 4 6u6 8 g F;, n„ Sch foro⸗ Stähre[Lämmer Summa Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. käͤh S No. No. Hammel— Transport 16591 5265 21856 1 — d. 2 Noch — 7„ ₰ Adl. 6+ 8. Kreis Roſenberg. 1 111[Hr. du Bois zu Gr.] 1[Gr. Falkenau 300— 300 9 Falkenau 2Kl. Falkenau 400%- 400 Tn 3(Raſenfeld 250%— 250 1 4(Willenbruch— 300 300 5 Althoff— 250 250.5. 1 6 Peterkau 400%— 400 7(Sophienwalde 450 50 500 12⸗ Landhofmeiſter und Oberpräͤſtdent von. Auerswald Faulen 9⁰0 422 1322 13⸗ Land⸗ und Land⸗ 1(Gr. Brauſen 400 200 600 lht. Amt. ſchaftsrath v. Beſ⸗ 2 Kl. Brauſen 390— 300 au ſer zu Gr. Brauſen 3 Fabian 200%— 200 Guff. 14 verw. Frau Hauptm. v. 1(Januſchau 200 200 400.K. Nieſewand auf 2 Annenhoff 200— 200 Gucf Januſchau 15Hr. von Polens zu 1 Heinrichau 708 409 1117 S Heinrichau 2 Auguſtenhof 6036— 603 3[Ober⸗ u. Nie⸗ der Traupel 627— 627 16⸗ Obriſt v. Groll⸗ 10. 1 mann— Stein 255 123 378 17]⸗ Erbamts⸗Hauptm., 1(Gr. Seehren 300]— 300 Ht. vols Reichsburggraf und 2 Gramten 150% 200 350 felt Graf zu Dohna auf Raudniz—⸗ Han 18 Rittmeiſt. v. Win⸗.(. terfeld Montig 22⁰ 32 252 éit 4 ⸗Guti 19⸗ Adl. Gutspachter 1 Schrammen 92 40 132 5r Kecker zu Schram⸗ 2 Orkuſch 40 34 74 fn! men 6: don 20 Hr. Landſchaftsdirector 1 Limbſee 500% 340 840 ugs von Hindenburg 2(Sobiewolla 200%— 200 einan⸗ auf Neudeck FFEinat⸗ Latus 24286] 7865] 32151 467 — Alan in Nar[Anzahl der feinen Schaafe: 2e am et NDamen n der denſelben ſan alten n a der Ir; Schaa⸗ an in nerſeſe. zugehoͤrigen fen incl— Aunme Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Sraͤhde Lämmer Summa No. No. Hammel —— 165 AGh Transport. 24286 7865] 32151 Noch 8. Kreis Roſenberg. A1[Adl. Gutspaͤchter Herr 1[Gr. Plauth 600% 400 1000 Maſuhr auf Gr. 2/Kl. Plauth 600— 600 -1 Plauth V 40 22[Hr. Kickton— Pachutken 47 23 70 . A 23] Freiherr v. Schoͤn⸗ 1 Kl. Tromnau 550 460 1010 10 30 aich auf Kl. Trom- 2(Thiergarth 350— 350 50% 20 nau— 3 10 24⸗ v. Behr(Adl. Peterwitz 414! 145] 5359 500 Summa. 26847 8893] 35740 13n 9. Kreis Schlochau. 15.. 6o 11Hr. Amtmann Preuſſ 1(Schlochau 409 409 .3 Schl„Schl 3 400 zu Schlochau 2Schlochau 40⁰⁰ 800 -W 2⸗ Guktsbeſitzer Major M A v. Maſſow Peterkau 150— 150 Gutsbeſ. Guͤter⸗ bock Breitenfelde 900% 200 1100 Summa. 1859 600] 2459 10. Kreis Schwetz. C S—* —ꝑ —;—:;-’’ — ½——— ———— 25 1338 1— 1 . a 11Hr. von Schwanen⸗ Schwenten 7o 3ü0 feld zu Sartowitz Sartowitz und.— Dziki ⸗ 1200 400 1600 21⸗ Hauptm. v. Krohn Gruppe 30 18 48 3 ⸗ v. Gordon zu Gr. 1 Gr. Sipſau 409 280 689 22 Sibſau 2 Laskowitz 4— 4 S 4⸗ Gutsbeſitzer Liedke Wierß 51— 5 6 3! 5⸗Krauſe zu Niewi⸗ 5 4 7 Bin(Zembowo 4— 4 6 ⸗ von Saſſ Ja⸗ 1080 worski 4 Lippinken 3— 3 1e 7(Einſaße Step. Bold Montau 100%— 100 3 S[Einſaße Hans Gorz[Kommerau 80)— 80 Latus 1835] 698 2533 Namen Namen Anzahl der feinen Schaafe: der denſelben au alten . 2*1. Schaa⸗ der zugehoͤrigen tenamclſ an in Gutsbeſitzer. Schaͤfereten. Seöͤhre Lämmer Summa No. No. Hammel Transport. 1835]/ 698] 2533 Noch 10. Kreis Schwetz. 9Hr. Probſt Kalicki Schwecatowo 1— 1 10⸗ Gutspäch. v. Korc⸗ zinskif— Roßanna 1— 1 11⸗ Erbpaͤchter Sre⸗ tag(Sallnowo 2— 2 Summa 11. Kreis Strasburg. 1[Hr. Juſtiz⸗Commiſſarius!, 1[Dembowalonka Hennig zu Ma⸗ 2(Jwanken rienwerder 2⸗ Landrath v. Wy-⸗ 1(Gr. Konojad bicki zu Gr. Kono⸗ 2 Kl. Konojad Ia 3 ⸗ v. Schoͤnborn zu Graudenz Neudorf 4⸗ Krieger zu Kar⸗] 1(Karbowo bowo 2 Niskebrodno 5⸗ v. Karwatt auf 1 Jablonowo Bialoblott 2(Czekanowo 6⸗ Landſchafts⸗Rath v. Czapski Sumowo 7⸗ Ouednau Gorczechowko S⸗ v. Bakowska Choyno 9⸗ v. Koſowski auf 1(Gajewo Gajewo 2 Napole 10 1h⸗ v. Lyskowski Mileßewo 11⸗ Amtm. Schloß Guttowo 12 Amtm. Weißer⸗ Vorw. Stras⸗ mel burg 1839 698 — &☛ 510— 510 363 247 610 163— 163 24 42 256 120 58 178 70 28 98 750 250 1006 102— 102 Summa 6315] 2560] 8875 At 1 Gut⸗ dden Echant,.— — V Ra mc n Namen— feinen Schaafe: n i V der der denſelben Schaa⸗ an— mer enn. zugehoͤrigen fen inolſ— Gutsbeſitzer. Schafereien. Stähre Lämmer Summa No. No. Hammel 4 638] 159 9— 12. Kreis Stuhm. 1 ˙[Hr. Graf v. Rittberg Stangenberg 1100% 400] 1500 2%⸗ Graf von Siera⸗ Gr. u. Kl. Wa⸗ kowsky zu Gr. plitz u. Reich⸗ Waplitz andreſſ 750% 200 950 . 3⸗ v. Lyskowsky Altendorff 80 30 110 2 4⸗ Schoͤn Sparrau 58 35 93 Ws- 5 v. Wilczewsky Michorowo 90 40 130 b V 6 v. Waldowsky G. Teſchendorf 200 150 350 V 7⸗ Graf von Siera⸗ V kowsky zu Gr. b Waplitz Gruͤnfelde 155— 155 8⸗ v. Donimiensky 1(Buchwalde 455 245 700 auf Buchwalde ATelkwitz 350 150 500 9⸗ v. Lyskowsky auf 1 Bruch 220— 220 nn Bruch 2Choyten 100— 100 10 ⸗ Sielmann Trankwitz 25 100 225 üj 11⸗ Komrowsky auf 1 Lautenſee 250— 250 27h Lautenſee AKucen— 250 250 at 3 Litefken 160— 160 . d 12 ⸗ Zimmermann Lichtfelde 100 40 140 Summa. 4193] 1640]/ 5833 510 760 163 FoO 400. 91 13. Kreis Thorn. 0 4 13t 11Hr. v. Grabcezewski Stawkowo 750 250 1000 0¹360 2h⸗ Parpart Wypcz 230 200 43⁰0 „25 3-⸗ v. Goſk Kuczwaly 450 150 600 4 56 4⸗ Sponnagel Folſong 220 80 300 8 8 5⸗ v. d. Lanken Przeczno 200 137 337 O100, 6⸗ Znaniecki Wymiſtowo 100 60 160 7⸗ v. Truchſes Zelgno 300 100 400 Latus 22501 9771 3227 985 — Anzahl d einen Schaafe: amen Namen eeeeee Schaafe der denſelben Sa 2 Schaa⸗; der zugehoͤrigen ten Incl an i Gutsbeſitzer. Schaͤfereien. Stähre Lämmer Summa No. No Sammer V Transport. 2250 977 3227 Noch 13. Kreis Thorn. 8SHr. v. Wilkcycki auf 1/[Rynſk 215 180 395 Rynſk d[2 Orzechowko 280— 280 9⸗ v. Kalkſtein auf 1(Pluskowenz 355— 355 Pluskowenz 2 Zaleſie 50 200 250 10⸗ von Skorßewski auf Labiſchin Cichovadz 450%— 450 111 ⸗ Spon nage Oſtaßewo 7 80 157 12⸗ v. Krußinska Nawra. 500 200 700 13⸗ v. Bieſiekiers⸗ kyj Grabia 600% 300 900 14 ⸗ v. Dziatowskiſ 1(Turzno 700 159 859 zu Turzno 2(Gappa 200 61 261 3 Smaruy— 100 100 4 Brzezno— 100 100 15 ⸗ Wolff Gronowo 200 100 300 Summa. 5877 2457 8334 Wiederholung des Regierungsbezirks Marienwerder. 1[Kreis Conitz..... 1784 118] 1902 2 ⸗ Deutich Crone.... 5621 398 6019 3 ⸗ Culm... 3.. 19604 4730]% 24334 4 ⸗ Flatow. 1. 5.. 7778 3027 10805 5⸗ Graudenz.... 3 20865 4715 25580 6 ⸗ Lobau..... 3 822 3551177 7⸗ MNarienwerder.... 13030 5083]18113 S ⸗ Roſenberg. 3... 26847] 8893] 35740 9⸗ Schlochau..... 1859 600] 2459 10 ⸗ Schwetz..... 1839 698 2537 111 ⸗ Strasburg..... 6315] 2560 8875 121 ⸗ Stuhm..... 41936 1640] 5833 131 ⸗ Thorn...—. 5877] 2457] 8334 Summa 116434] 35274 151708 — 471 Anen Schuuſe Anzahl der feinen Schaafe: nn an nlten chaa⸗ umer Eumn 68 auel an in Stähre[Lämmer Summa und · Hammel 97] Wur Haupt⸗Wiederholung. 180 3 A I. Regierungsbezirk Koͤnigsberg. 102087 40699 142786 20 3 II.„„ Gumbinnen— 46662] 18270] 64932 4 6 4 1 III.„„ Danzig.(51286] 14589 65875 89 f— 20 10 IV.„„ Marienwerder. 116434 35274 151708 300G 900 5 859 Haupt⸗Summe[316469 108832 425301 Pl 3 1⁰ 100G 100 1001 30 1 n 838 ——— 118]9 398] öll 730 23 007 1080' 715 BFdh— 35511 683 ſSll3 93] 35ll 90 209 9s B 60 40 öds 7lſlöli8 ——⸗—— Einige Verlagsbuͤcher der Gebruͤder Borntraͤger in Koͤnigsberg. W. A. Kreyſſig's Erfahrungstheorie der Pflanzen- und Thierproduktion nebſt Anwendung derſelben zur Feſtſtellung ſicherer Grundregeln fuͤr den Feldbau und die landwirthſchaft⸗ liche Thierzucht. Aus den Erſcheinungen der Natur, ſo wie ſich ſolche den Beobachtungen in der Chemie, in angeſtellten Verſuchen und in den Erfolgen der Landwirthſchaft darbieten, hergeleitet und entwickelt. 2 Theile. Preis 3 Thlr. 16 Ggr. Bei der ungewoͤhnlich guͤnſtigen Aufnahme welcher ſich des Verfaſſers Handbuch der Landwirthſchaft zu erfreuen hatte, und nach dem Urtheile competenter Richter, welche dieſe Erfahrungstheorie im Manuſkripte geleſen haben, duͤrfen wir dem landwirthſchaft⸗ lichen Publiko ein vorzuͤglich intereſſantes und wich—⸗ tiges Werk in demſelben verheiſſen. Verſuch eines Beweiſes daß die Pferderennen in England ſo wie ſiejetzt beſte—⸗ hen, kein weſentliches Befoͤrderungsmittel der beſſe⸗ ren edlen Pferdezucht in Deutſchland werden koͤnnen. Von C. F. W. von Burgsdorff. Koönigl. Landſtallmeiſter von Oſtpreußen und Litthauen, Direktor des koͤnigl. Hauptgeſtuͤtes Tra⸗ kehnen u. ſ. w. Preis 12 gGr. oder 15 Sgr. Die amtliche Stellung des Verfaſſers, ſo wie die Erfolge ſei— nes Wirkens machen es uͤberfluͤßig das Werk der Aufmerkſamkeit der Pferdezuͤchter zu empfehlen, nur moͤge noch erlaubt ſein zu ſagen: daß das Werk außer den auf dem Titel erwaͤhnten Gegenſtande, noch wichea Bemerkungen und Fingerzeige uͤber Pferdezucht uͤberhaupt enthaͤlt. Der Kartoffelbau im Großen und ſein entſchiedener Nutzen bei Verwendung der Kartoffelfrucht zur Brandtweinbrennerei, Maͤſtung und Fuͤtterung des Nutzviehes. Nebſt einer Anleitung zu einem leichten, nicht koſtſpieligen und die uͤbrigen Wirthſchaftsverhaltniſſe gar nicht ſtoͤrenden Verfahren, zum Anbau und zur oben benannten Verwendung dieſer wohlthaͤtigen Frucht, dabei die Zeichnung und Beſchreibung eines durch viele Verſuche ſehr vervollkommten, Zeit, Holz und Arbeit erſparenden, nicht koſtſpieli— gen Brennaparats von W. A. Kreyſſig. 2te Auflage. Geheftet. 18 Ggr. oder 22 Sgr. Was der Leſer in der ebengenannten Schrift finden wird, giebt der Titel ausfuͤhrlich an und duͤrfte der Name des bekannten und geſchaͤtzten Verfaſſers die beſte Buͤrgſchaft fuͤr die Tuͤchtigkeit und die Nuͤtzlichkeit dieſes Werkes leiſten. Yetrle fuch den Ind eiges rückſich r Oſtſſt It BGn 318 Ir B. Cou zt B Neht nitthſchan In t bter Jot dieſes 1E Dak d Eine 8 ten Jalw ahtem 22 im aufts is and? nnd Erf⸗ helehtm tſche kert [(¶C—. megen durangehe dich Scht 4 Uebi Uudlio dätete d K„E. ſhaft” d Kreyſſig, W. A., Handbuch zu einem natur⸗ und zeitgemaͤßen 3 Betriebe der Landwirthſchaft in ihrem ganzen Umfange 4 nach den bewahrteſten phyſikaliſchen und dkonomiſchen Grundſaͤtzen und eigenen, mehr als zwanzigjaͤhrigen Erfahrungen, mit beſonderer . eisberg Ruͤckſicht auf das rauhere Klima des noͤrdlichen Deutſchlands und „ der Oſtſeekuͤſten⸗Länder bearbeitet. gr. 8. 1825 und 26. — 1r Band. Der Feldbau. 2 Thlr. Cour. oder 2 Thlr.— Sgr. oder 3 Fl. 36 Kr. 3 2r Band. Landwirthſchaftl. Thierzucht und Thierheilkunde. 2 Thlr. Oorodukhon Cour. oder 2 Thlr.— Sgr. oder 3 Fl. 36 Kr. t ſice 39 Band. Handbuch zum zweckmaͤßigen Betriebe der techniſchen otthſäan Nebengewerbe der Landwirthſchaft. 2 Thlr. 6 Ggr. Cour. oder kthſcheft 2 Thlr. 8 Sgr. oder 4 Fl. 3 Kr. Ar Band. Grundſätze fuͤr die zweckmaͤßige Organiſation groͤßerer wolche de Wirthſchaften, die landwirthſchaftliche Buchfuͤhrung, Guͤter⸗Ver⸗ en und n anſchlagung und die eigene Bewirthſchaftung und Verpachtung dentwickelt. der Landguͤter. 2 Thlr. 18 Ggr. Cour. oder 2 Thlr. 23 Sgr. oder 4 Fl. 57 Kr. Ger ſcch des Zur Wuͤrdigung dieſes praktiſchen Werkes wird es genügen von J und nac den hoͤchſt vortheilhaften Urtheilen in allen, ſo wohl land⸗ tstheorie in wirthſchaftlichen, als Literaturzeitungen, nur zwei ſpeciell anzufuͤhren: ethſchaſt⸗ 1. In den neuen Annalen der Mecklenburgiſchen Landwirthſchaft „ und wig⸗ 13 ter Jahrgang 1ſte Haͤlfte wird von demſelben folgendes geſagt: „Dieſes nach den bewaͤhrteſten phyſikaliſchen und oͤkonomiſchen Grund⸗ —— ſatzen und eigenen mehr als 20 jaͤhrigen Erfahrungen ausgearbeitete Werk darf ohnfehlbar zu den beſten neuern deutſchen Lehrbuͤchern gezaͤhlt werden. Bei ſo manchem Wiſſenswuͤr⸗ digen, das es enthaͤlt, finden wir darin auch das originelle und ſcharf— ezt bei ſinnige Syſtem befolgt: die Abtheilung der im Feldbau zu erzielen— ner heſſ den Fruͤchte nach ihren phyſikaliſchen Eigenſchaften zu machen.“ ꝛc. 8 koͤnna. 2. Eine Anzeige und Beurtheilung in André's oͤkonomiſchen Neuig⸗ Ti reiſtet un keiten Jahrgang 1826 Nro. 42 beginnt mit folgenden Worten:„Mit Aſtutes d wahrem Vergnugen machen wir das ganze landwirthſchaftliche Pub⸗ likum auf das Erſcheinen einer Schrift aufmerkſam, die uns mehr Gerfolge ſ als andere geeignet ſcheint, richtige, auf Grundſaͤtze rnantkeit de und Erfahrungen geſtuͤtzte Anſichten und Kenntniſſe, N u ſagen: Belehrungen und Regeln zu verbreiten und in's prak⸗ Ppunde, noch tiſche Leben einzufuͤhren.“ ꝛc. „pͤberhau. — Anleitung zur Zucht, 3 Pflege und Wartung edler und veredelter Schaafe. Fut uu Fur angehende Schafzuͤchter, Schafer und Schaͤferknechte. Von Frie⸗ 3 liu Nä drich Schmalz. Preis 15 Ggr. Cour. oder 19 Sgr. oder 1 Fl.§ Kr. gee. Na Ueber dieſe Schrift, deren Verfaſſer dem landwirthſchaftlichen tiie B3 Publiko laͤngſt als bewaͤhrter Schriftſteller bekannt iſt, ſind bereits dr Ali mehrere oͤffentliche, hoͤchſt guͤnſtige Urtheile erſchienen; z. B. heißt Sen Ftue es in„Sturm's Beitraͤgen zur deutſchen Landwirth⸗ ſudt ſchaft“ 5r Band S. 190:„Dieſes Werk gehoͤrt unbedingt unter köſtſu⸗ die vorzuͤglichſten Schriften, welche wir uͤber Schagfzucht beſitzen, 21 Gehef ja in vieler Hinſicht moͤchte es ſelbſt auch die beſten uͤbertreffen. Es iſt erſchoͤpfend ohne weitlaͤuftig zu ſein, außerſt populaͤr und doch in 3 wecitd,Gitt einer edlen Sprache geſchrieben. Zunaͤchſt iſt es zur Bildung der ſunten un Schaͤfer beſtimmt.“ ꝛc. ghii und V In der Leipziger Lireraturzeitung von 1827. No. 228: „Vor ſehr vielen dergleichen Anweiſungen zeichnet ſich dieſe ruͤhnlich aus; der Verfaſſer erſcheint uͤberall als ein gewandter Praktikus, der durch eigenes Nachdenken, Pruͤ⸗ fen des Geleſenen und vorurtheilsfreien Beobachtungen das Zu— trauen des Leſers verdientec. Die verbeſſerte Kartoffelbranntweinbrennerei mit einem neuen Dampf⸗Apparat für Oekonomen, Brennerei⸗Beſitzer und Steuer⸗Beamte. Von Carl Wilhelm Schmidt. Koöoͤnigl. Fabriken⸗Inſpektor. Mit einem Kupfer. Geheftet. Preis 1 Thlr. Cour. oder oder 1 Thlr.— Sgr. oder 1 Fl. 48 Kr. Die in dieſem Werke bekannt gemachten Neuerungen und Ver— beſſerungen in der Methode des Branntweinbrennens aus Kartoffeln, verdienen wohl um ſo mehr die Aufmerkſamkeit aller Brennerei-Be ſitzer, da die vielen Schriften des erfahrungsreichen Verfaſſers uͤber ahnliche Gegenſtaͤnde ſich des allgemeinſten Beifalls zu erfreuen haben. Die kurze Aufzaͤhlung der Vortheile, welche bei der Befol— gung der angegebenen Methode zu erlangen ſind, wird am ſicherſten fuͤr den Werth des Ganzen ſprechen: 1. wird der erzielte Branntwein weder im Geſchmacke noch im Ge— ruche dem aus Roggen gewonnenen nachſtehen; 2 keirh das Mahlen der Kartoffeln nach dem Daͤmpfen ganz erſpart; 3. bildet ſich die Maiſche im Daͤmpfen von ſelbſt und fließt(wie die vom Roggen) rein ab; 4. werden die feuchten Duͤnſte, welche bei den bisherigen Metho— den den Gebaͤuden hoͤchſt nachtheilig wurden, zur Bildung der Maiſche verwendet— und dadurch die fruͤhe Zerſtoͤrung der Gebaͤude verhindert; bleiben die Schaalen der Kartoffeln zuruͤck; kann der Dampf⸗Apparat in jeder Brennerei, ohne beſondere Koſten zu verurſachen, aufgeſtellt werden; iſt die Einrichtung nicht koſtſpielig, es werden ſelbſt Arbeiter dabei erſpart und iſt die Einrichtung dem(Preußiſchen) Be⸗ ſteurungs⸗Syſteme angepaßt. Am Schluſſe des Werkes endlich folgen noch mehrere bewaͤhrte Recepte; z. B. Hefen zu verfertigen, ſo wie eine Anweiſung zur kalten Deſtillation. Das Ganze der Deſtillirkunſt, durchaus praktiſch bearbeitet von Carl Wilh. Schmidt. Mit Kupfern. Preis 2 Thlr. 16 Gr. Cour. oder 2 Thlr. 20 Sgr. oder 4 Fl. 48 Kr.. Die Schriften des Verfaſſers uͤber techniſche Gegenſtaͤnde und namentlich die, welche die Veredlung des Branntweins lehren, ſind allgemein als hoͤchſt brauchbar geſchaͤtzt. Dieſen Beifall hat das hier genannte Werk ſich um ſo mehr erworben, da in demſelben nicht nur alle neu entdeckten Vortheile nach ſorgfaͤltiger Pruͤfung benutzt, ſondern auch alle Vorſchriften nach langjaͤhriger Erfahrung ſo abgefaßt ſind, daß nach denſelben mit Sicherheit praktiſch gear⸗ beitet werden kann. ₰ —õÿ— deite 2508 im? date Bl dien iite 252i Jaite 265 l dend diite 267 muͤſnt Site 268 1 V Site 270 15 lies r iite 272 1 — — ‿ ⸗ += 2 ᷣ 4 4 2 18 S= — 8 In 9 Sateatt 7. Nr.Me eichnet ſä betall als n Berichtigungen zu Wagners Merinos⸗Schaafzucht. — um renne⸗ V Seite 243 Zeile 2 von oben, anſtatt: ſelten Thiere lies ſeltene Vuenu Thiere. M in Seite 250 Zeile 1 von oben, anſtatt: ein Laͤngenverhaͤltniß lies Alt.-gr im Laͤgenverhaͤltniß. ten un, V Seite 251 Zeile 8 von unten, anſtatt: ſind, unternommen lies ſind, Kattifn die Paarung unternommen. nnere 1 Seite 252 Zeile 2 von oben, anſtatt: die Form lies in Form. jaſdſn Seite 265 Zeile 10 von unten, anſtatt: Weidenwuchs lies Wei— der S dewuchs. Am ſchhern Seite 267§. 237 Zeile 7, anſtatt: muß derſelbe trachten lies uch nh muͤſſen zu erlangen getrachtet werden. 3ue Seite 268 letzte Zeile, anſtatt: auf die andere lies auf einander. Anyfen„r Seite 270 Drittes Kapitel Ueberſchrift, anſtatt: in verſchiedenen u fi lies in verſchiedene. 3 Seite 272 letzte Zeile, anſtatt: traͤgt lies tragen. Cen Nahe Seite 276§. 255, anſtatt: haͤngen lies hangen. Aüidmir Seite 279 Zeile 6 von unten, anſtatt: davon die Haͤlfte lies 5 nuhir Anzahl der uͤber 3 Jahr alten, davon die Haͤlfte. Seite 282 Zeile 13 von unten, anſtatt: nuͤtzt lies nutzt. 2. beben Seite 287 Zeile 7 von unten, anſtatt: jener entgegen lies jener ri Äbbeir fruͤher entgegen. Schen) Ne Seite 298 Zeile 2 von oben, anſtatt: Zulage lies Die Zulage. beraete Seite 300 Zeile 13 von unten, anſtatt: Staͤngel lies Stengel. innih Seite 302§. 309 Zeile 5, anſtatt: und gehen lies und jene gehen. — Seite 307 c Zeile 11, anſtatt: mußte lies muͤßte. V Seite 312 Zeile 13 von oben, anſtatt: 2 Pfund lies 1 Pfund. I'chmidt Seite 315 Zeile 2, anſtatt: und zu lies und es zu. 8. Seite 325§. 354 Zeile 4, anſtatt: Wenn der Koͤrper lies wenn tände und das Thier. hten, ſi Seite 326§. 358 Zeile 3, anſtatt: leichter zu verdauen lies e leichter verdaulich. Prüfun Seite 343 Abſatz 7 von oben Zeile 1, anſtatt: vor lies von. zerfahtung Seite 376 Abſatz 3 von oben Zeile 3, faͤllt gewaͤhren weg. eiſch gan Seite 393 Abſatz 5 von oben Zeile 2, anſtatt: Hauptſeite lies Hautſeite. Seite 414 Abſatz 5 von oben letzte Zeile, anſtatt: liege lies liege. —— ——B˖—ę——V:—·˖—— — 7 m unnn, nmu 8 2no; zee= Aannn. 2— D —— —y;— —— f 8 I. M, e 2 — V — ⁰————— K‿ber deze 4 B 74 74 vera, k 5 —— ———— — — „ 6 53. l. S ſchar nic Ke=ehe ſaſherre 2 I, Meee Weee , Mat mee— (VVWV=VVvIVVV— V NMMrVNNA AVVTAAAAᷓÄA;AA;A;AAAAANA 8 NANUMNAWVNN (AADwR d S VN GOAAAAAsAAAᷓAÜAEA;AAAA I I 8 — N (WNWNN AAAAEn;ſ;ꝑ,nꝑA»̊,‚ꝑ‚nęnQꝑ‚QAꝑnꝑ‚ęOAꝗ˖ X NWw ¶ NM ····ʒ·ê·ůêäêä· ·x·¶·¶·¶· ··· Seſereereeeeee AAAAnnege AAnꝑnAN;ꝑAꝑꝑN—ꝓ—O NX WVé—9—O ————nnAæ;ᷓ;ð A —.'y—ſ ld,her n We wrie— ptRe uhe, eihchet. U7. , ..... 5.. aes W u,, WabeSekeeie 4 d hece 5cz— Moeliler— een S, de M Le. b 27 e 1 M —— REenn— 2 ‿— —„,. 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