2 f 1 5 5 . 1 41 1 14 N S ¹ 1 1 die; 1 . — 2 1B Univ.-Bib Siessen —— 5 — 2 3 1 und die neueſten Entdeckungen hierinn um ſich jaͤhrlich eine ſichere Hopfenaͤrndte zu verſchaffen, und den Mißwachs zu verhuͤten wie auch 1 die Beſchreibung aller Arten Hopfen und die Kennzeichen des guten und verdorbenen Hopfens, ſo wie die Kundgebung ſicherer Merkmale, um den Hopfen ohne Siegel und Zuͤge zu erkennen. Fuͤr Bierbrauer und Landwirthe 4 von Jakob Ernſt von Reider, Königl. Bayer. er richtsaſſeſſor, mehrerer gelehrten, ökonomiſchen Geſellſchaften Mitgliede. BIBLIOTMLR— D. KkKONIGLICHEN ACDLAlE. AES LXNDBMES 20 MOEGI.IN Mit den illuminirten nach „ r Natur geizeichneten Abbildungen der vier Arten Hopfen. Nuͤrnberg, in Kommiſſion der Buchhandlung C. H. Zeh. 1827. ——— ☛ —xixixm——— Schon zweymal habe ich uͤber das Hopfengewaͤchs geſchrieben— Hersbrucks Hopfenbau. Bamberg 1819, bey Kunz— dann noch in ſelbigem Jahre Nachtrag hiezu„der Hopfenbau, fuͤr jeden Oekonomen das rechte Mittel, bald reich zu werden ꝛc. 7, Erſteres Werk wurde bekannlch mit vorzuͤglichem Beyfalle aufgenommen, und von Letterem ſind nicht nur allein von mir drey Auflagen unter der Zeit beſorgt worden, ſondern ſolches wurde gleich 1820 einmal, und 1822 noch zweymal, dann 1826— ſogar noch unter dem Titel:„Kurze, jedoch gruͤndliche Anweiſung zum Anbau des Hopfens ꝛc., Ulm in Commiſſion bey J. Ebner“ woͤrtlich nachgedruckt. Hieraus entnehme ich, daß noch immer „eine gruͤndliche Lehre des Hopfenbaues“ Noth thue. Seit dem Erſcheinen meines allegirten Nachtrages zu Hersbrucks Hopſenbau, habe ich milt beſonderer Auſmerkſamkeit den bedeutenden Hopfenbau, zu Hersbruck, Altdorf, Langenzenn, Lauf und Spalt beobachtet, und alle Erfahrungen hierinn ſelbſt geſammelt. Um mir aber daruͤber Gewißheit zu verſchaffen, daß durch Anbau der ſpaͤten Art Hopfen und deſſen rechten Kultur dem totalen Mißwachſe begegnet werden kann, habe ich im Jahre 1820 alle dieſe Hopfengegenden ſelbſt bereiſt, und jene Erfahrung ſo ziemlich zur Gewißheit gebracht. Ich entdeckte uͤberall die Urſache j enes totalen Mißwachſes des Jahres 1820, und traf uͤberall, vorzuͤglich in Altdorf eine Menge Hopfen im Anbau der ſpaͤtern Art— und anderwaͤrts im ausſchließllchen Anbau der fruͤhern Art und in der vernachlaͤßigten oder unrechten Kultur des Hopfens, uͤberhaupt nur Mißwachs. Nur einzelne ſchwache Stoͤcke von der ſpaͤten Art hatte auch zu Altdorf und Hersbruck dieſer Mißwachs getroffen. Altdorf, wo die ſpaͤte Art Hopfen faſt allgemein gebaut wird, hatte daher auch im Jahre 1820 eines der geſegnetſten Hopfenjahre. Und da ich meine Beobachtungen hieruͤber 6 b — w— bisher fortſetzte, welche ſich von Jahr zu Jahr beſtaͤttigten, ſo glaube ich nunmehr meiner Sache gewiß zu ſeyn, und hoffe, daß gegenwaͤrtige Abhandlung dem Beduͤrfniße einer zweckgemaͤßen Lehre der rechten Kultur und dem vorzuͤglichen Anbau der ſpaͤten Arten des Hopfens entſprechen ſoll. Ich habe deshalb die bekannten Hopfenarten abbilden laſſen, um Hopfenbauern mit denſelben genuͤgend bekannt zu machen, damit ſie ſolchen unterſcheiden, und ſelbſt kennen lernen. Um ſolches zu erleichtern, ſo habe ich alle Arten auf einem Blatte gegeben. In dieſer ausfuͤhrlichen und ſehr genauen Beſchreibung halte ich den Hopfenbau fuͤr firirt, und hoffe, daß recht viele Hopfenbauern hierauf weitere Erfahrungen begruͤnden werden. Ich habe hiebey nur die Abſicht, einen ſichern Hopfenbau zu begruͤnden, woruͤber auch ſchon Zeugniße vorliegen, daß einige hunderttauſend Hopfenſtoͤcke nur durch mich in Deutſchland mehr exiſtiren, da ich ſelbſt in den entfernteſten Gegenden uͤber eine halbe Million Hopfenfexer von der ſpaͤtern Art bisher verſandt, und dermal noch unendlich viele Beſtellungen hierauf zu erledigen habe. Ein anderer Zweck dieſer Abhandlung iſt, den im Kaufe angebotenen Hopfen ſelbſt erkennen zu lernen, um nicht wie bisher blindlings dem Siegel und der Hopſenzuͤge, und den Trugworten der Hopfenhaͤndler vertrauen zu muͤſſen. Hiernach verſchwindet von ſelbſt jedes Vorurtheil fuͤr den Ort, wo bisbher ausſchließlich nur aͤchter Hopfen gebaut werden wollte. Auch dieſe Abhandlung gebe ich dem Nachdruck Preiß, und freue mich nur hiebey, durch meine viele Bemuͤhungen den reichen Hopfenbau der Landwirthſchaft nunmehr geſichert zu haben. Nuͤrnberg und Hersbruck, im Monat Auguſt 1826. Der Verfaſſer. —— N · ⁰A A.y:——— 1——— 1 — — —— ,Q,—— 2 Die Beſchreibung der vier bekannten Arten Hopfen nach deren unterſcheidenden Merkmalen. Der Hopfen mit blauen Rehen. SpäteArt. De Reben ſind gruͤn, und auf der Seite, wo ſie der Sonne ausgeſezt ſind, blaͤulichroth gefaͤrbt, eben ſo Trollen⸗ und Blattſtiele. Dieſe Art hat im Aeuſſern ganz dasſelbe Anſehen als die weiter unten beſchriebene ſpaͤte Art mit gruͤnen Reben. Die Bluͤthenſtiele ſind noch etwas laͤnger, auch duͤnn und ſchlank, doch ſtehen die Trollen etwas weiter, und die Bluͤthenſtraͤußer ſind ſtarker und mehr ausgebreitet. Die Trollen ſelbſt aber ſind nicht ſo rund, als an der andern ſpaͤten Art, laufen ſpitzig zu, ſind faſt vier⸗ kantig, kaum Zoll lang, die Trollenblaͤttchen ſind aber eben ſo geſtaltet, und eben ſo lange, liegen aber feſter uͤbereinander, daher ſehen ſie mehr geſchloſſen aus. Zwiſchen den Blaͤttchen liegt in feinen Punkten dann der Saa⸗ menſtaub in beſonderer Menge von einer ganz hellgelben glaͤnzenden Farbe, und ſieht beſonders fein aus— hat auch einen ſehr lauten Geruch, welcher von der Menge des Saamenſtaubs zeuget. Dieſe Art reift am ſpäͤte⸗ ſten. Daher in der vollen Zeitigung der andern Arten die Trollen kaum merklich roth werden. Uebrigens ha⸗ ben die Trollen eine mehr gruͤngelbe— dünklere— Farbe, welche, wenn dieſelben getrocknet ſind, ſich in ein glänzendes hellgelb verwandelt, wo er ſich dann ſchwer von der andern ſpaͤten Art mehr unterſcheiden laͤſt. Wenn er aber nicht ausgezeitiget iſt, dann behaͤlt er nach dem Trocknen eine rauhe gruͤne Farbe. Die Blaͤtter ſind nicht gar tief eingeſchnitten, und jene Blaͤtter zwiſchen den Trollen mehr klein als groß, haben aber ganz dasſelbe Aeuſſere als jene der ſpaͤtern Art, nur die Farbe derſelben iſt ſchwarzgruͤn, unten aber etwas blaͤulichgruͤn. Die fruͤhe beſte Art mit halbrothen Reben. Die Reben ſind braungruͤn, der Länge nach ſtarck roͤthlich geſtreift. Die, Blatt⸗ und Trollenſtiele zum Theil ganz, zum Theil an der Baſis ſtarck roth, die Trollenſtiele gleichfalls der Laͤnge nach rothgeſtreift. Die Bluͤthenſtraͤußer ſind enge und gefchloſſen, nicht ausgebreitet, die Trollen ſtehen an ſtarken laͤngern Stielen, mehr herabhaͤngend und bilden nur laͤngliche Straͤußer mit wenigen weitſtehenden Trollen. Die Trollen ſelbſt haben eine glaͤnzende gelbgruͤne Farbe, welche— wenn man ſie genau betrachtet, ins Goldige ſchimmert. Die Trollen ſind laͤnglicht von 6 Linien— bis uͤber einen Zoll. Die Trollenblättchen ſind ſämmtlich beſonders lang, eyrund mit Stachelſpitzen und ſtehen ſehr gedraͤngt aufeinander, wie Schuppen, daher auch die Trollen geſchloſſen und vorne ganz ſpitzig zu laufen. Daher kann auch der gelbe Saamſtaub durchaus nicht verfluͤchtigen, da die Trollenblättchen feſtuͤbereinander ſtehen. Die Trollen erſcheinen vierſeitig, und haͤngen einzeln, ſelten paarweiße abwaͤrts.— Die Reife dieſer Art iſt zu erkennen, faͤrbig werden. Dann riechen iſt ſehr fein, und nur in kleine blaͤttchen hervortr wenn die Trollen braunrothe Flecken annehmen, und ſtarck ungleich⸗ ſie ſehr laut, und zeugen von der Menge des gelben Saamenſtaubs. Derſelbe n Puͤncktchen angehaͤuft, aber in großer Menge faſt bis an die halben Trollen trettend, und von beſonders heller goldglänzender Farbe. Dieſe Art riecht am lauteſten. —— — 2— * Die Blätter ſind glaͤnzend dunkelgruͤn. Der mittlere Lappen tiefer eingeſchnitten. Die kleinern Bläͤtter in den Bluͤthenſtraͤußern ſind viel groͤßer, dunkler von Farbe, und ſelbſt rauher, als jene der vorigen Art, aber von derſelben Geſtalt. Der gruͤnrebigte ſpaͤte Hopfen. Die Reben ſind durchaus hellgruͤn— die Blaͤtterſtiele lroͤthlicht an der Baſis. Reben⸗ und Trollenſtiele hin und wieder gruͤnrothlich gefleckt. Die Hopfentrollen ſelbſt ſtehen an kurzen duͤnnen weislichgruͤnen Stielen, und haben im ganzen ein zartes feines Anſehen. Die Trollen bilden ausgebreitete mehr runde Straͤußer, waran ſie gedraͤngt aneinander in auffallender Menge, gleichſam dicht gehäuft, ſtehen. Die Stiele, woran die Trollen ſtehen, ſind weitauslaufend, daher die Straͤußer zuſammengeſetzt aus mehrern einzelnen Straͤußern. Die einzelnen Trollen oder Haͤupter ſind mehr rundlich, offen, flatternd, indem die Blaͤttchen etwas abſtehen, und den gelben Saamenſtaub erkennen laſſen. Die einzelnen Blaͤttchen der Trollen ſind rundlaͤnglich, zum Theil mit einer Spitze, zum Theil mit verlaͤngerter Spitze. Die Farbe der Trollen iſt rein ſanft gelblichgruͤn, und wann die aͤuſſern Trollenblaͤttchen ſich gleichſam in Punckten roͤthlichbraun zu färben anfangen, dann quillt der viele gelbe Staub zwiſchen den Blaͤttchen hervor, und derſelbe iſt vollkommen reif. Der Staub liegt dann in glaͤn⸗ zend lichtgelben Punckten an der Baſis der Trollenblaͤttchen, und riecht ſehr laut. Die Blaͤtter ſind vollkommen dreylappigt, jeder Lappen hat eine vorſtehende Spitze. Die Blaͤtter haben ſtachelſpitzige regelmaͤßige große Zaͤhne, welche ſie mit allen Arten gemein haben, und ſind von einer licht⸗ gruͤnen ſanftern Farbe. Die Blaͤtter zwiſchen und an den Trollen ſind gegen die Blaͤtter der andern Arten üͤberhaupt kleiner und zarter, auch heller in der Farbe— laͤnglicheyrund, eben ſo gezahnt wie auch bey den andern Arten— und 1 bis 1 ½ Zoll lang, bald kleiner, bald groͤßer, breiter oder ſchmaͤler. Der rothrebigte Hopfen. Die Reben ſind dunkelroth, ganz reinfaͤrbig, mit erhabenen blauen Streifen, auch die Blatt⸗ und Trollen⸗ ſtiele ſind ganz dunkelroth. Die Trollen ſtehen in ganz einfachen Trauben an ſehr langen Stielen, meiſt herabhaͤngend, und zwar in beſonders langen Straͤußern. So im Auſſern ſehen ſie dem fruͤhen beſten Hopfen vor der Reife viel aͤhnlich. Auch iſt die Farbe der Trollen mit jener ganz gleich, nur die Trollenblaͤttchen ſind viel groͤßer und ungleich⸗ artig ſehr breit, liegen aber nicht ſo feſt uͤbereinander, vielmehr ſtehen dieſelben etwas ab, daher die Trollen mehr flatternd ausſehen, und eine ungleiche rundartige viereckigte Form haben. Daher laͤuft die Trolle nicht ſpitzig wie bey der fruͤhern Art, ſondern plumprundlich zu, und eine große ausgewachſene Trolle zeiget ſich nur als ein breiter flatternder Zapfen, welcher gar keine Elaſtizitaͤt hat, ſondern, wenn man denſelben auch zu⸗ ſammendruͤckt, immer in nemlicher Form bleibt. Ruͤckt man nun die Trollenblaͤttchen von einander, ſo be⸗ merkt man in auffallender Art, gar wenig gelben Saamenſtaub, welcher in ſehr kleinen Puͤncktchen an der Baſis der Trollenblaͤttchen, in blaßgelber Farbe, daher nur in geringer Quantitaͤt ſichtbar iſt. Deßhalb rie⸗ chen die Trollen ſelbſt in hoͤchſter Reife nur ſehr geringe. Es giebt hieran 1—2 Zoll lange, ſehr plumpe breite Trollen, mit abſtehenden Blaͤttern, welche ſogleich mißfallen, da man dazwiſchen wenig Saamenſtaub ſieht, und nur gleich bemerkt, daß das Oehligte zu leicht verfluͤchtigen muß. Dieſe Art hat auch noch das Eigene, daß an deſſen Bluͤthenſtielen einzelne Auswuͤchſe, als Theile von Trollen hervorkommen, welche ſogar Saamen und Saamenſtaub enthalten, bald in groͤßern ſolchen Auswuͤchſen, worinn der Saamenſtaub, und ſelbſt Saame zu bemerken iſt, bald nur in ganz kleinen Auswuͤchſen, als Andeutungen einer beſondern Fruchtbarkeit. Die Lappen der Blaͤtter ſind gleichfalls ſehr tief eingeſchnitten, das Laub aber ſelbſt, gegen jenes der fruͤhern Art, ſanft anzuſehen, und uͤberhaupt zart anzufuͤhlen. Die Bluͤthenſtkäußer ſind mit wenigen nur mittelmäßig großen Blaͤttern mit langen Spitzen beſezt⸗ gleichfalls von ſanftgruͤner Farbe, welche herzfoͤrmig, mit verläͤngerter Spitze ſind. Auch dieſe Blaͤtter ſtehen an dunkelrothen Stielen. Dieſe hier beſchriebenen vier Arten Hopfen haben nach ihrem Aeuſſern beſondere Unterſcheidungsmerkmale, worinn ſie ſich leicht erkennen laſſen. Dieſe Unterſchiede aber ſind ſehr wichtig, und beſtimmen deſſen Anbau. — Der fruͤhe Hopfen nemlich iſt dem Mißwachſe am meiſten unterworfen, weil er zu einer Zeit— im Monat Juni— bluͤhet, wo nur zu oft durch den haͤufigen Wechſel der Lufttemperatur die Bluͤthe leidet. Auch iſt derſelbe vorzuͤglich empfindlich, und leidet nicht allein nur durch den ſchnellen Luftwechſel, ſondern auch durch ſtarke Trockenheit und Näſſe, und nur in trockenen Jahren darf man einer reichen Aerndte verſichert ſeyn. Bey guter aufmerkſamen Kultur, und in rechter Lage giebt er auch immer eine Aerndte, wenn nur nicht beſonders unguͤnſtige Witterung, vorzuͤglich ſchneller Wechſel der Temperatur in den Monaten Mai und Juni denſelben trifft. Ein kuͤhler Mai, und darauffolgender naſſe Juni aber ſchaden nicht. Dieſe Art hat den meiſten Saamenſtaub, das meiſte Oehl, und haͤlt ſich daher am laͤngſten, da er auch in geringerer Ouantitaͤt doch die meiſte Kraft giebt. Er verliert auch nicht ſo leicht ſeinen Saamenſtaub und Oehl, da er ſich nicht ſo ſchnell abrippt, als die andern Arten, indem ſeine Trollen am feſteſten geſchloſſen ſind, daher in Zuſammenhaltung der oͤhligten Theile ſtets eine gewiſſe Elaſtizitaͤt der Trollen erhalten, welche ſie gegen das Abrippen ſchutzt. Wenn aber dieſe Art Hopfen von Kultur— und vorzuͤglich von der Witterung abhaͤngt, ſo haben dagegen die ſpaͤten Arten Hopfen ein ganz anderes Verhaͤltniß. Solche bluͤhen um 14 bis 21 Tage ſpaͤter, und kommen ſomit mit ihrer Bluͤthe ſchon in den Monat Juli, wo die Lufttemperatur nicht mehr ſolchem ſchnellen Wechſel unterworfen iſt. Daher giebt derſelbe auch alle Jahre eine Aerndte, wenn nur in etwas Lage und Kultur gut ſind. In guten Jahren, wo aber auch die fruͤhe Art Hopfen gedeiht, ſind dann die Aerndten ſo unermeßlich, daß man auf die Stange 1 Pfund getrockneten Hopfen rechnen darf. Derſelbe wird immer bis halben September reif, alſo um 14 Tage ſpaͤter als der fruͤhe Hopfen. Derſelbe traͤgt zwar nur kleine Trollen, allein in ungeheurer Menge, und zwar reichlich mit Saamenſtaub gefuͤllt. Dieſe Art verhaͤlt ſich zur fruͤhen Art in Hinſicht der Fruchtbarkeit, daß man annehmen darf, daß in guten Jahren der Stock gerade nochmals ſo viel Hopfen von der beſten Qualitaͤt ertraͤgt, als ein Stock der fruͤhern Art; in ſchlechten Jahren aber doch immer noch eine lohnende Aerndte giebt. Die beyden ſpaͤten beſchriebenen Arten unterſcheiden ſich einzig darinn, daß jene Art mit blauen Reben noch um 8— 14 Tagen ſpaͤter, als die andere reifet, und etwas feſter geſchloſſene Trollen bat. Die Frucht⸗ barkeit und Guͤte aber ſind ganz gleich, eben ſo die Behandlung. Hieraus ergeben ſich folgende Reſultate: Der fruͤhe Hopfen iſt der beſte, nur iſt er dem Mißwachſe zu ſehr unterworfen. Der ſpaͤte Hopfen dagegen ertraͤgt reichlicher von nemlicher Guͤte als der fruͤhe, und giebt alle Jahre eine ſichere Aerndte, bey gleicher Kultur mit dem fruͤhen Hopfen. Die vierte bekannte Art des Hopfens iſt— der ſogenannte rothrebigte. Derſelbe gehoͤrt mit zur ſpäten Art, und unterſcheidet ſich von dergleichen Art darinn, daß er auſſer den dunkelrothen Reben ein ſtaͤrkeres Gewaͤchs macht, in guten Jahren zwar nicht mehr Trollen träͤgt, aber in ſchlechten Jahren noch immer eine genuͤgende Aerndte giebt. Aber der innere Gehalt deſſelben iſt um ein volles Drittheil geringer, derſelbe wird auch von Jahr zu Jahr im Lande, und auf dem Boden ſchlechter. Von den ſpaͤten Arten aber unterſcheidet ſich derſelbe darinn, daß er in ſchlechten Jahren mehr Aerndteertrag giebt, ſomit ſicherer iſt, daß er aber in guten Jahren an Fruchtbarkeit und Ertrag den beyden ſpaͤten Arten nicht nachſtehet, aber auch an innern Gehalt um ein Drittheil geringer iſt. Derſelbe iſt nur dann von Werth, wenn der Hopfen in vielen Gegen⸗ den mißrathen iſt, dann wird er unter altem Hopfen gemiſcht, und gilt dann das Nemliche wie der gute Hopfen. Er wird deshalb auch nur in kleinen Anlagen gebaut. Die uͤbrigen Unterſchiede zwiſchen dieſen beſchriebenen Arten erkennt man ſchon ſehr leicht, wenn man die Abbildungen derſelben miteinander vergleicht. - 4— 4— Welche Arken aber am vortheilhafteſten anzubauen ſind, ergiebt ſich ſchon aus dem hier Vorgetragenen Man baut nemlich am meiſten die ſpaͤte Art mit gruͤnen Reben. Hievon hat man die groͤßten Anlagen. Von der andern ſpaͤten Art mit blauen Reben hat man nur einzelne Stoͤcke meiſt unter der andern ſpaͤten Art zer⸗ ſtreut. Ueberhauyt ſieht man niemals dieſe Art unvermiſcht in einer ganzen Anlage. Von der fruͤhen Art hat man auch ganze Anlagen nur in den beſten Lagen, die Anlagen ſind aber nicht ſo groß. Die rothrebigte Art baut man zwar unvermiſcht, allein nur in kleinen Anlagen, zu ꝛ, ja ſelbſt nur ³½ Tagwerck. Wer z. B. 2 Tagwerck Hopfengaͤrten hat, legt* Tagwerck mit fruͤhem Hopfen, ³ Tagwerck mit rothrebigtem, und das uͤbrige mit ſpätem Hopfen an. Bey dieſem Verhaͤltniße wird man auch alle Jahre eine genuͤgende Aerndte mit Sicherheit ſich verſprechen duͤrfen. Die Anlage des Hopfens. Wer Hopfen anlegen will, muß ſich die Fechſer von einer Gegend bringen laſſen, wo ſolcher in hoher Kultur ſtehet, damit er uͤberzeugt iſt, daß er die rechten Arten erhaͤlt, er muß ſolche dann kennen, und voneinander unterſcheiden lernen. Denn eine Hauptſache iſt es, jede Art Hopfen unvermiſcht auf dem⸗ ſelben Lande zu bauen. Selbſt ſchon angelegten Hopfen muß man nach und nach, nach den einzelnen Arten, ſöndern, daher einzelne Stöcke der andern Arten aushauen, und die Plaͤtze mit gleicher Art beſetzen. Zu einem ſichern Hopfenbau gehoͤrt die geeignete Lage und Boden. Die beſte Lage iſt ein ſanfter Abhang gegen Mittag, wo der Platz den ganzen Tag die Sonne hat, und gegen Norden im Ruͤcken geſichert iſt. Sind die Seiten gegen Nordoſt und Nordweſt durch Berge gleichfalls geſichert, ſo iſt die Lage die beſte. Gut iſt es, wenn ſolche Hopfenlagen in nicht zu breiten Thälern ſich befinden, auch kein großer Fluß oder Sumpf nahe an der Hopfenanlage gelegen iſt, weil Waſſer, vorzuͤglich aber ſtehendes, Nebel und Duͤnſte leichter erzeugen. In jedem Falle iſt eine abhäͤngtge Lage jener in der Ebene vorzuziehen. Der fruͤhe Hopfen verlangt zu ſeinem Gedeihen eigenſinnig dieſe gute und beſte Lage. Die andern Hopfenarten nehmen mit jeder, ſelbſt der entge⸗ gengeſetzten Lage vorlieb. Der Boden aber muß fuͤr allen Hopfen wenigſtens 2 Schuhe tief, und durchaus tragbar ſeyn. Je tieſer der Boden, je beſſer. Er muß nicht zu trocken, ſondern etwas bindend ſeyn, damit er die Feuchtigkeit etwas erhaͤlt, denn der Hopfen als ein ſehr hohes ranckendes Gewaͤchs braucht in dem durch Kultur und vielen Dung erwaͤrmten Boden viel Feuchtigkeit— doch iſt ſtehendes Waſſer demſelben verderblich. Lehmboden mit 2 Schuhe tiefer fruchtbarer Gartenerde iſt der beſte Boden, vorzuͤglich wenn ſelcher eine gute waſſerhaltende Unterlage hat— z, B. ſtrengen Thon, Felſen ꝛc. Nothwendig aber iſt es, daß ſolcher Boden auch Kalktheile enthalt, weil Kalk die Waͤrme deſſelben vermehrt. Doch waͤchſt die ſpaͤte Art auch auf gewöhnlichem Gartenlande, auch im Thonboden, und giebt die reichſten Aernten, vorzuͤglich, wenn der Boden die Feuchtigkeit laͤnger behaͤlt. Daher waͤchſt die ſpaͤte Art ſelbſt auf Sandboden, wenn ſolcher nur die Feuch⸗ tigkeit haͤlt, und gut geduͤngt iſt. Der rothrebigte Hopfen waͤchſt auf allem Lande. Wenn man Hopfen anlegt, ſo muß der Boden im Herbſte zwey Schuhe tief ein paarmal geackert, oder beſſer vier Schuhe tief rigolt werden— dann werden auf das Bayr. Tagwerck a 40,000—₰“ 30 Fuhren Dung, am beſten, Stalldung, Hornviehe und Schweinsdung untereinander im Spaͤtherbſte aufgefahren, und gehorig vertheilt, ſpaͤter untergeackert und ſo in reicher Furche bis zum kuͤnftigen Fruͤhjahre liegen gelaſſen. Im Fruͤh⸗ jahre im Monate Merz, bey langausdauernder kalter Witterung, auch im Anfange des April, werden dann zur Legung der Fechſer Furchen gezogen, entweder mit dem Pfluge, oder mit der Haue, und die ausge⸗ worfene Erde auf gewoͤlbten Beeten, gleich unſern ſogenannten Bienfaͤngen aufgehaͤuft. Die Furchen werden am ſchicklichſten von Mittag gegen Mitternacht gezogen, 1 ½ bis 2 Schuhe lief, um ſo hoͤher ſind dann die Beete, und 1 1 bis 2 Schuhe breit, und 3—4 Schuhe von einem bis zum andern. In ſolcher Art muß das Land hergerichtet ſeyn, in welches die Fechſer eingelegt werden ſollen. Das Hopfenfechſerlegen geſchieht dann, 5 — 5— wenn der alte Hopfen aufgeriſſen, und die Wurzeln beſchnitten werden; dann nimmt man von 4— 6 jäͤhrigen Stoͤcken 5— 4 Zoll lange, kleinfingersdicke, geſunde Fechſer, und bringt ſolche ſogleich friſch aufs Feld, bindet ſolche in einem Tuch vor ſich herum, und ſteckt, waͤhrend ein anderer laͤngſt der Furche hingeht, und alle 4 bis 5 Schuhe in die Furche ein handtiefes Loch hauet, 3 Fechſer in dieſes Loch aber ſo ein, daß die Augen aufwaͤrts ſtehen, und ein Fechſer vom andern 2 Zoll abſteht. Man ſchuͤttet nun ohngefaͤhr einen Hut voll Erde uͤber die Fechſer, ſo daß die Erde zwey Zoll hoch in einem Haͤufchen daruͤber zu ſtehen koͤmmt. Will man nun, daß der neugelegte Hopfen noch im erſten Jahre eine Aerndte geben ſoll, ſo darf man nur eine fette Gartenerde, und oben darauf eben ſo viel fetten ſpeckigten Dung bringen. Wenn man das nicht will, ſo be⸗ deckt man die Fechſer mit Erde, welche man vom Beete nimmt. Dieſe Loͤcher, worinn die Hopfenfechſer geſezt ſind, müſſen aber nach der Schnur ſo angelegt werden, daß ſie mit denen— der naͤchſten Furchen im Quin⸗ kunx zu ſtehen kommen, und daß man von jedem Stock aus in jeder Reihe ſogleich das Ende erblicken kann. Die Arbeiten am Hopfen auf dem Felde. Sind nun die Reben des neu angelegten Hopfens 3 Schuhe hoch hervorgewachſen, ſo beſteckt man jeden Stock mit 6— 8 Schuhe hohen Stecken, und weiſt die Reben darum an. Spaͤterhin bindet man die Reben ein bis zweymal an. Niedrige Stecken taugen durchaus nicht. Sodann wird gleich mit dem Behacken des Hopfens angefangen. Solches geſchieht, indem man mit der Haue das halbe Beet in die Furche, worinn die Hopfen⸗ ſtöcke ſtehen, heruͤberzieht. Um Johannis wird dann dieſer Hopfen zum zweytenmal behackt, indem die andere Haͤlfte des Beets gar auf die Hopfenſtöcke heruͤber gebracht wird, und nun da das Beet ſteht, wo zuvor die Furche war. In ſolcher Art ſtehen nun die Stoͤcke uͤber Schuh tief in der Erde, welche ringsum in einer Höhlung von den Reben abgezogen wird, damit ſich das Waſſer in dieſer Hoͤhlung ſammeln kann. Gleich waͤhrend oder nach einem Regen werden die Zwiſchenraͤume zwiſchen den Hopfenſtocken mit Kohl und andern Gemuüßen bepflanzt, welche dann noch ſpaͤterhin einmal gefrettet werden. Wenn der alte Hopfen eingeaͤrndtet iſt, dann werden die Reben des jungen Hopfens gleichfalls X Schuh hoch von der Erde abgeſchnitten, und nach Hauße geſchaft, die Stecken ſoßleich geſammelt, und auch zu ſeiner Zeit der Kohl und das dahin ge⸗ pflanzte Gemuͤße geaͤrndtet. Bey ſolcher Kultur laͤßt ſich ſchon eine ſchoͤne Aerndte erwarten, welche die Koſten der Hopfenanlage ſicher bezahlt. Im folgenden Winter geſchiehet an dieſem Hopfen weiter nichts mehr, als daß die Stangen fuͤr das kuͤnftige Jahr herbeygeſchaft werden. Man braucht, je nachdem man den Hopfen nahe oder weit legt— 14— 1600 bis 2000 Stangen. Jeder Stock muß eine Stange erhalten. Zwey oder mehrere Stoͤcke an eine Stange hinzuweißen, taugt nichts, es giebt dann viel Laub, und wenig Hopfen. Auf gutem kraͤftigen Lande, bey vielem Dung darf man den Hopfen naͤher legen. Die ſpaͤten Arten wollen am weiteſten auseinander gelegt ſeyn, da ſie die ſtaͤrkſten Stoͤcke machen. Die Stangen ſind junge Tannen oder Fichten, welche von der Rinde befreyt, glatt gemacht, und unten am dicken Theile geſpitzt werden. Alle Stangen ſollen wenigſtens 30 Schuhe hoch ſeyn. Je hoͤher der Hopfen an den Stangen hinauflaͤuft, um ſo mehr Trollen und ſogenannte Schnuͤre ſezt er an. Letztere haͤngen herab, und ſind voller Trollen. Die Spitzen der Reben aber verlaͤngern ſich, und tragen dann um ſo mehr Trollen. Dem Hopfen in ſchlechten Lagen, bey ſchlechtem Boden, und mangelhafter Kultur giebt man kuͤrzere Stangen. Der ſpaͤte Hopfen er⸗ heiſcht die hoͤchſten Stangen. Im naͤchſten Fruͤhjahre, aber beſſer im Januar— und Februar ſchon, wenn kein Schnee mehr liegt, wird dann der Dung in dem aͤltern Hopfen— bey zweyjährigem angefangt, mit 20 Fuhren aufgebracht, und ſogleich derſelbe in die Furchen eingetragen und eingelegt. So bleibt der Dung liegen bis die Froͤſte aufhoͤren und man die Erde bearbeiten kann. Dann werden die Stoͤcke— auch die erſt im vorigen Jahre gelegten, aufge⸗ deckt, und die Erde ganz in die Furchen, wo der Dung liegt, heruͤbergebracht, und ſo die ganze Wurzel auf allen Seiten von Erde entbloͤßt. Mit Ausnahme des erſt im vorigen Jahre gelegten Hopfens, werden alle Stoͤcke ſtarck bis in die Krone beſchnitten, die Wurzel ausgepuzt, von allen ſchadhaften Theilen befreyt, 2 Schoſſen und Nebenwurzeln abgenommen, wobey dann die Hopfenfechſer geſammelt und die jungen Triebe ſaͤmmtlich abgebrochen, und als Salat geſammelt werden. Krancke Stoͤcke werden ſogleich ganz herausgenom⸗ men, und gleich ein neuer Stock auf deſſen Stelle gelegt. Man laͤßt aber nicht mehr Stoͤcke auf einmal auf⸗ decken, als man ſogleich beſchneiden kann, um ſie noch am Abend wieder zuzudecken. Solches geſchieht, indem man mit der Haue die Erde auf beyden Seiten in der Furche zuſammen und über den Stock herzieht. Der Stock muß dann 2 Zoll hoch mit Erde uͤberdeckt ſeyn. Das Beſchneiden geſchieht mit einem ſcharfen krummen Gartenmeſſer, und muß mit Gewandtheit und Vorſicht vollzogen werden. Es iſt ſolches die Hauptbedingung alles Hopfenbaues. Sind dann die Reben 2— 3 Schuhe hervorgewachſen, welches bald oder ſpaͤte von der Witterung abhäͤngt, ſo werden die Stoͤcke geſtaͤngt. 3 Zu dem Ende werden die im Winter angeſchafften und hergerichteten Stangen aufs Hopfenfeld gefahren⸗ wo unausgeſetzt die Loͤcher zu den Stangen mit dem Stoßeiſen von 1 bis 1 ½ Schuhe Tiefe, nach Verhaͤltniß der Größe der Stangen, gemacht werden. Die Loͤcher werden gegen die Wetterſeite auf halb Schuhe Weite vom Stock gemacht. In das Loch wird dann die Stange eingeſteckt, und feſtgetretten. Hiebey werden die alten unbrauchbaren Stangen gleich ausgeſchoſſen, abgebrochene Spitzen in weiterm Behauen der Stangen erſetzt. Weibliche Perſonen binden dann von den bervorgeſchoſten Reben 2— 3 der ſtaͤrkſten und geſuͤndeſten, und verſucht feſiſtehende ſo bald als moͤglich links windend um die Stange mit Binnſen, oder auch mit Stroh locket an. Die uͤbrigen Reben werden abgeriſſen, bis auf ein oder zwey ſogenannte Reſervereben, welche man auf dem Boden liegen laͤßt.— Nun geht es ſogleich uͤber das Behacken. Solches iſt dasſelbe als bey dem neuangelegten Hopfen. Eben ſo geſchieht das zweyte Behacken. Man pflanzt gleichfalls allerley Gemuͤße, vorzuͤglich obere und untere Kohlrabi und Runkelruͤben zwiſchen die Hopfenſtoͤcke. Steht der Hopfen dicht, ſo wird nicht viel aus den Pflanzen wer⸗ den, vorzuͤglich, wenn der Hopfen vollkommen herangewachſen iſt. Nur bey ſolchem Hopſen, welcher weit gelegt iſt, und wo die Anlage nicht breit an Abhaͤngen ſtehet, laͤßt ſich eine Aerndte an Gemuͤße erwarten. Von Zeit zu Zeit wird der Hopfen und die Pflanzen gefrettet, um den Boden vom Unkraute rein zu erhalten. Spaͤterhin werden die Reſervereben abgeſchnitten, wenn nicht eine davon angebunden worden, und von Zeit zu Zeit die hervorkommenden Reben abgeriſſen; eben ſo wird mit dem Rebenanbinden ſo lange fortgefahren, als man auf 16 Schuhe hohen ganz einfachen Leitern noch an den Stangen hinauflangen kann. Späterhin werden dann 6 Schuhe hoch alle Blaͤtter und Rancken mit dem Meſſer von untenauf abgenommen, und ſolche ſogleich vom Felde weggeſchafft. In ſolcher Art wird aller Hopfen behandelt, nur daß man den ſpaͤten Hopſen nicht uͤber 10 und den rothrebigten Hopfen nicht uͤber 8 Jahre ſtehen laͤßt. Nach der Aerndte werden die in den Furchen niedergelegten Stangen ſobald als moͤglich, auf dem Felde in ſogenannten Kuppeln, wovon eine 200 bis 250 Stangen zählt, aufgeſteltt.. In kalten Lagen werden die Hopfenſtoͤcke mit Erde bedeckt, indem man mit der Haue Erde aus den Furchen Handhoch uͤber die Stoͤcke heraufzieht, auch mit einem Hutvoll Miſt im Spaͤtherbſte bedeckt, welches vom höchſten Nutzen iſt. Das Anlegen jungen Hopfens im Herbſte taugt nichts. Die Aerndte des Hopfens. der meiſte Hopfen eigentlich erſt auf dem Boden ſchlechter wird oder verdirbt, vorſichtig, ſachverſtaͤndig und reinlich genug umgehen. Genau beobachte man 7 Hiebey merke man ſich: daß man kann mit dem Hopfen nicht⸗ folgende Vorſchrift: Wenn die Hopfentrollen an den Spitzen der Stoͤcke bisher gruͤnlichweis, anfangen gruͤnlichgelb zu werden, dieſelben laut riechen, und man bey dem Zerdrücken einer Trolle an den Fingern oͤhligte Theile verſpuͤrt, ſo iſt es Zeit, den Hopfen zu aͤrndten. Iſt die Witterung warm geweſen, ſo faͤngt die Aerndte Anfangs September, — —— 5— bey kuͤhler Witterung in Mitte September an. Der ſpaͤte Hopfen zeitiget immer erſt im halben September. Man nimmt zuerſt den fruͤhen Hopfen ab, und zwar, indem man nur immer die zeitigen Stangen ausſucht, und faͤhrt ſo mit dem ſpaͤten, und rothrebigten Hopfen fort. Vorzuͤglich hat man mit der Aerndte dieſes letz⸗ tern zu eilen, weil, wenn derſelbe ſeine Zeitigung erlangt hat, ſchnell verfliegt, wenn er uͤberzeitig an den Stangen bleibt. Man ſchneidet die Reben 2 Schuhe hoch ab, wiegt die Stange vorſichtig hin und her, um ſie locker zu machen, und hebt dann dieſelbe mit dem Hopfenſtangenheber heraus, um die Spitze nicht abzu⸗ brechen. Indem man die Stange auf die Erde niederhaͤlt, ſtreift man die Hopfenreben ab, legt die Stange in die Furche, windet den Hopfen auf einen Buͤndel, und bringt ihn ſchnell nach Hauſe. So waͤhlt man immer nur die zeitigen Stangen aus, bringt aber nie mehr Vorrath nach Hauſe, als man in 24 Stunden abpfluͤcken kann, denn, wenn der Hopfen in Buͤndeln lange liegt, ſo erhitzt ſich derſelbe, und wird roth. Vorzuͤglich muß man dann mit dem Abpfluͤcken deſſelben eilen, wenn ſolcher naß eingebracht worden war. Deshalb muß man denſelben, erſt wenn der Thau abgetrocknet und bey hellem Wetter abſchneiden. Es iſt beſſer denſel⸗ ben laͤnger an den Stangen zu laſſen, als ſolchen lange liegen laſſen zu muͤſſen. Zu Hauſe muß man die Rebenbündel an einem luftigen Orte duͤnne nebeneinander hinlegen. Ueberhaupt iſt die Hopfenaͤrndte nach Moͤglichkeit zu beſchleunigen, weshalb man ſich mit den noͤthigen Menſchen hiezu ſchon vorgeſehen haben muß. Unter denſelben werden dann die zerſchnittenen Reben ausgetheilt, und jedem Pfluͤcker aufgegeben, die Trollen genau von den Stielen abzupfluͤcken, ohne Stiele und Blaͤtter mit abzureißen, oder die Trollen zu zerreißen. Deshalb pfluͤckt jeder Pfluͤcker fuͤr ſich in einen Korb, welchen der Herr, wenn er voll iſt, ſelbſt in die Wanne ſchuttet, wo immer der Vorrath von einem Tage zuſammengetragen wird. Fruͤhe wird dann dieſe Wanne geleert, und der gepfluͤckte Hopfen auf dem Trockenboden aufgeſchuͤttet. Die Trockenboͤden muͤſſen ganz rein, luftig, und gegen Regen geſichert, und geraͤumig genug ſeyn. Hier wird alle Tage die gepfluͤckte Quantitaͤt Hopfen ganz duͤnne, und ausgebreitet aufgeſchuͤttet und alle 24 Stunden mit einem Rechen vorſichtig gewendet, aber keine Trolle zerriſſen. Iſt die Witterung trocken, ſo duͤrret der Hopfen ſchnell, und man ſchiebet dann nur den trocknen Hopfen mit dem Rechen naͤher zuſammen, damit man Platz fur den andern gewinnt, bis er ganz trocken iſt, wo er dann auf 3— 4 Schuhe längliche breite Haufen zuſammengebracht wird. Am Tage macht man die Laͤden auf, und giebt ſoviel als moͤglich Luftzug, Nachts macht man die Laͤden zu. Iſt aber waͤhrend der Aerndte Regenwetter, ſo muß man den Hopfen laͤngere Zeit ausgebreitet liegen laſſen, da er nur ſchwer trocknet. Man iſt dann mit dem Raume ſehr beengt, weshalb jene Rahme mit Bindfaden geſchnuͤrt, gute Dienſte thun, da hierauf der Hopfen ſchneller trocknet, und man ſolchen leicht, und oͤfter wenden kann, ohne ihn zu beruͤhren und zu zerreißen. Muß man daher naſſen Hopfen einbringen, ſo muß man eilen, denſelben ſogleich abzupfluͤcken, und dann recht duͤnne ausbreiten. Wird aber bey guter Witterung der Hopfen zu ſchnell zeitig, ſo nimmt man denſelben von den Stangen ab, und bringt die Rebenbündel in eine Scheune oder Gewolbe, und ſtellt ſolche nebeneinander auf den Boden hin, wo er ſich dann 5— 6 Tage ſo haltet./ Der Hopfen iſt trocken, wenn er rauſchet, und in allen Theilen ſteif iſt, dann darf man ihn gleich in die Zuͤgen fuͤllen, wo er dann recht feſt eingetretten werden muß. Die Zuͤgen ſtellt man dann in eine trockene Kammer oder Gewoͤlbe, und haͤlt Sonne und Luft davon ab, bis man denſelben verkaufet. Der in der Aerndte gut behandelte Hopfen, muß eine glänzende reine hellgelbe Farbe haben, die Trollen muͤſſen ganz, ohne Stiele und Blaͤtter ſeyn, und wenn man eine Handvoll zuſammendruͤckt, ſich elaſtiſch wieder aus dehnen, und laut riechen. Sieht aber der Hopfen roth, ſchwaͤrzlichgrau, und iſt uͤberhaupt ungleich von Farbe, und der Saame iſt ſchwarz, dann iſt der Hopfen verdorben, Wenn aber der Hopfen nur allein roth iſt, dann kann er noch gut ſeyn, denn die rothe Farbe iſt noch kein Anzeigen von Verdorbenheit, wenn anders die Farbe auch hellroth iſt. Nur wenn die Farbe dunkelroth iſt, und ins Schwaͤrzliche faͤllt, dann iſt der Hopfen ver⸗ dorben. 4 — — — 8— Die Krankheiten und Feinde, welchen der Hopfen unterliegt. Der aͤrgſte Feind bleibt immer unguͤnſtige Witterung, welche dann allgemeinen, oder wenigſtens theil⸗ weiſen Mißwachs herbeyfuͤhren kann. Aber nicht anhaltende Naͤſſe, und nicht anhaltende Trockenheit veranlaßt den Mißwachs, ſondern einzig der ſchnelle Wechſel der Lufttemperatur. Denn der Hopfen iſt ein durch Kultur und vielen Dung verzaͤrteltes und gewaltſam herangetriebenes Gewaͤchs, welches daher um ſo empfindlicher gegen jede aͤuſſere Einwirkung iſt. Iſt nun der Hopfen in dem durch vielen Dung erhitzten Boden ſchnell heran⸗ gewachſen, und voll Safts, in den durch Waͤrme ausgedehnten und deshalb verlaͤngerten Gefaͤßen, und die Luft wird ſchnell kalt, ſo geht der hervorgelockte Pflanzenſaft bis zur Wurzel zuruͤck, und die aͤuſſern Theile, die Spitzen der Reben und Bläͤtter vertrocknen, und verderben endlich, weil ſie ohne Leben ſind. Haͤlt nun kalte Witterung an, ſo ſtockt das ganze Wachsthum der Pflanze, und die einzelnen Theile, wenn ſie nicht auf⸗ einmal durch Heftigkeit des Froſtes ſchon verdorben waren, erhohlen ſich wieder nach und nach, behalten aber immer einen Mangel. Nur folgende ſukzeſſive feuchtwarme Witterung bringt den Organismus wieder in Ord⸗ nung, und der Hopfen kann ſich dann wieder vollkommen erhohlen. Folgt aber auf Warme— ſchnell ſtarke Kaͤlte, und hierauf wieder eben ſo ſchnell ſtarke Waͤrme, dann wird die Pflanze erhitzt, die Saͤfte gaͤhren ſchneller, daher die Pflanze ſtark ausduͤnſtet. Das nemliche erfolgt, wenn auf warmen Taͤgen kuͤhle Näͤchte ſolgen. Scheint nun die Sonne, ſo glaͤnzen die Bläͤtter als wenn ſie mit Firniß uͤberzogen wären. Daher die Honigthaue. Dauert eine ſolche Witterung laͤnger an, ſo erzeugen ſich Mehlthaue, und dann ſchnelles Verderben der Pflanzen, vorzuglich, wenn trockne rauhe Witterung anhaͤlt. Faͤllt aber feuchtwarme Witte⸗ rung oder nur naſſe Witterung ein, dann wird der Honig⸗ und Mehlthau wieder abgewaſchen, die Pflan⸗ zenpori wieder geoffnet, und die Vegetation erſezt dann den erlittenen Mangel von ſelbſt wieder ſchnell. Der Honigthau, und die Verderbniß der einzelnen Pflanzentheile aber hat die ohnedem auf der Hopfen⸗ pflanze in Menge befindlichen Blattläuße in ungeheurer Menge hervorgelockt, welche dann auch noch die von der Witterung verſchont gebliebenen Theile zerſtoͤren. Viele wollen die Pflanzen dadurch retten, daß ſie alle Blaͤtter abnehmen, allein ſolches hilft nichts, denn der ohnedem kranke Stock muß neue Blaͤtter treiben, und erſchoͤpft ſich hiedurch gaͤnzlich, daß er keine Frucht mehr bringen kann. Hiegegen hilft kein Mittel. Auch nicht das Abſchuͤtteln oder Abwaſchen ꝛc. der Pflanzen. Hat dieſes Uebel die Pflanze vor der Bluͤthe getroffen, ſo erhohlt ſie ſich ganz gewiß bis zur Bluͤthe von ſelbſt wieder, und liefert immer noch eine Aerndte, hat aber freylich dieſes Uebel die Pflanze in der Bluͤthe ſelbſt getroffen, dann iſt totaler Miß⸗ wachs vorhanden. Bluͤht daher der Hopfen ſpaͤter, z. B. im Juli, ſo wie jener Späte, welcher erſt um Jakobi, wie man ſagt, anfliegt, wo die Witterung ſchon gleicher und anhaltender iſt, ſo kann denſelben auch kein totaler Mißwachs mehr treffen. Und hierinn liegt das Geheimniß— jeden totalen Mißwachs des Hopfens zu vermeiden, wenn man nur die ſpaͤtern Arten pflanzet, die Stoͤcke aber nicht zu alt werden laͤßt, und keine kranken Stoͤcke in der Anlage duldet. Noch ſicherer geht man aber, wenn man Hopfen in verſchiedenen entgegengeſetzten Lagen anlegt, da oͤfters nur eine Lage von der Witterung ge⸗ troffen wird, die andere aber verſchont bleibt. Spaͤterhin im Jahre von Johannis angefangen, iſt die Witterung gleichfoͤrmiger und anhaltender, auch weniger kalt und kuͤhl. Spaͤtere Froͤſte oder Reife z. B. im September, ſchaden aber dem Hopfen nicht. Eine aͤuſſerſt gefaͤhrliche und zerſtoͤrende Krankheit des Hopfens iſt der Kupferbrand. Die Reben und Hopfentrollen werden ſchnell braunroth, die Blaͤtter fallen ab, und die Pflanze verdirbt von oben herein. Blaͤtter und Trollen verdorren, und ſehen wie verbrannt aus. Solcher trifft den Hopfen bald fruͤher, bald ſpaͤter. Der fruͤhe Kupferbrand iſt allemal verderblich, bemerkt man aber ſolchen, wenn die Trollen ſchon ausgewachſen ſind, dann muß man alle befallene Stoͤcke ſchnell vom Felde bringen, und die Trollen abpfluͤcken. Es bleibt ſolcher aber immer ſchlechter Hopfen. Der Kupferbrand befaͤllt ſchnell ganze An⸗ lagen. Woher ſolcher ruͤhrt, hat man noch nicht ausmitteln koͤnnen, wahrſcheinlich auch durch die Witterung. —— — 9— Doch iſt derſelbe ſelten, und findet ſich nur in heißen Jahren z. B. 1811. Er iſt aber niemals total, ſondern trifft nur einzelne Lagen, ja meiſt nur einzelne Stoͤcke.(Ob daher die Krankheit nicht ſchon in der Pflanze lieget?) Die Hopfenſtoͤcke ſelbſt gehen entweder aus, oder kraͤnkeln— Letztere erhohlen ſich aber leicht wieder. Dieſe Röthe iſt aber ganz verſchieden von dem ſogenannten Stangenroth. Solches entſteht, wenn der Hopfen im uͤberzeitigen Zuſtande an den Stangen bleibt, und vorzuͤglich, wenn fruͤhe ſtarke Reife bey heller warmer Witterung den Hopfen an den Stangen treffen. Allein dieſe Roͤthe ſchadet dem innern Gehalte des Hopfens gar nichts, und in Hersbruck wird ſolcher Hopfen beſonders ausgeſucht, und allda verbraut. Man hat ſolchen aber deshalb nicht gerne, weil er dem Hopfen durch ſeine grelle hellrothe Farbe ein un⸗ gleiches Anſehen giebt, welches den Kaͤufer abſchreckt. Dieſes Stangenroth aber iſt ſehr weit von dem ſoge⸗ nannten Bodenroth des Hopfens verſchieden. Stangenroth iſt nemlich ein glaͤnzendes hellroth, dagegen Bodenroth iſt dunkelroth und faͤllt ins Schwaͤrz⸗ liche. Bodenroth iſt eine Verderbniß, uͤberhaupt eine Mangelhaftigkeit des Hopfens, denn ſolcher bodenrother Hopfen— bleibt allerdings ſchlecht, und verdorben. Er wird zulezt grau, ſelbſt ſchwaͤrzlich, und theilt dem Biere einen ſchimmlichten Geſchmack mit. Auſſer der Farbe erkennt man denſelben ſchon an ſeinem fauligten und ſchimmlichten Geruch, und wird uͤberhaupt als verdorbener Hopfen betrachtet. Wenn derſelbe endlich grau⸗ ſchwaͤrzlich geworden iſt, ſo heißt er ſtengelgrau— weil der Stiel der Trolle ganz ſchwarzgrau ausſieht. Dann iſt er aber ſchon ſehr ſchlecht. Solches Bodenroth entſtehet, wenn der Hopfen nicht gehoͤrig getrocknet und gedoͤrrt worden war, wenn er zu dicht aufeinander laͤngere Zeit liegt, oder unausgetrocknet in Zuͤgen gepackt worden iſt, wenn es darauf geregnet hatte, uͤberhaupt iſt Naͤſſe die Urſache dieſes Verderbens, welches vorzuͤglich bey naſſer Aerndtewitte⸗ rung bey dem Mangel an Trockenboͤden der Fall iſt. Selbſt wenn der von den Stangen abgenommene Hopfen auf Buͤſcheln laͤngere Zeit liegen bleibt, ſo erhitzt ſich derſelbe, und wird gleichfalls roth, doch ſchadet ſolches dem innern Gehalte deſſelben nicht. Solcher naſſer oder unausgetrockneter Hopſen erhitzt ſich, gehet dann in eine ſchnelle Gaͤhrung uͤber, wird dumpfig, ſchimmlicht, verbrennt. Wird aber dieſe Gaͤhrung unterbrochen, durch Ausbreiten, Wenden, Trocknen des Hopfens, ſo wird dem Verderben geſteuert. Allein es koͤmmt nun darauf an, wie weit das Verderben ſchon vorgeruͤckt war. Man kann ſolchen verdorbenen Hopfen nicht mehr gut machen; deshalb ſchwefelt man denſelben, welches zwar die graue und rothe Farbe mindert, ja den Trollen eine gelbe aber matte Farbe mit⸗ theilt, an dem innern verdorbenen Gehalte aber nichts beſſert. Man ſagt von ihm: er hat Saft und Kraft verloren. Dieſe Verderbniß iſt deshalb ſo gefaͤhrlich, weil man ſolche nicht gleich bemerkt, denn ſolcher Hopfen ſieht aͤußerlich noch glaͤnzendgelb aus, waͤhrend er im Innern ſchon ganz grauſchwarz iſt, ſo mit dem Hopfen auf dem Boden, und eben ſo mit jenem in Säcken gepackten. Daher iſt es Regel allen Vorrath von Hopfen von Zeit zu Zeit umzupacken, oder zu wenden. Eine andere Krankheit iſt der ſchwarze Brand. Reben, vorzuͤglich die Spitzen derſelben, und die Blaͤtter werden ganz ſchwarz, als wenn ſie mit Ruß uͤberſtreut waͤren, ſchrumpfen zuſammen, und verkuͤmmern am Stocke. Solcher trifft aber nur die Hopfenſtoͤcke, wenn Reben und Blaͤtter noch jung und zart ſind, und noch vor der Bluͤthe. Er verdirbt aber nicht den Stock, ſondern ein ſolcher Stock erhohlt ſich wieder, und giebt noch einen genuͤgenden Ertrag, wenn nicht anders die Witterung zu ſchlecht wird. Deshalb finden ſich nur einzelne Stoͤcke, welche hievon befallen ſind, und haben ſomit auf den Aerndteertrag nur den geringſten Einfluß. Wie dieſer ſchwarze Brand entſtehe, und die Urſachen hievon ſind noch nicht entdeckt worden. Beſondere Lagen, vorzuͤglich in engen Thaͤlern nahe am Waſſer, und hiebey feuchte Witterung, ſcheinen ſolchen hie und da zu veranlaſſen. Fleißige Kultur, dann der Luftzug, ſo wie heitere warme Witterung, ſetzen dem weitern Vor⸗ ſchreiten ein Ziel. Wahrſcheinlich entſteht der ſchwarze Brand durch gewiſſe Inſekten, und dauert nur ſo lange, bis deren Verwandlung voruͤber iſt. Bekannte Inſekten, als Feinde des Hopfens ſind: iſt ſeiner Sache nicht gewiß, daß eine Art von Inſekten, welches ſich häͤufig auf der Hopfenpflanze aufhaͤlt, ſolcher ſey. Vorzuͤglich in der Aerndte will mancher bemerken, daß der Freſſer in ſeinem Hopfen an den der Sache aber iſt, daß in der Aerndte bey trockner warmer Witterung der uͤberzeitige Hopfen auseinander flattert, weil die Luft deſſen Oehl in den Hopfentrollen ſchnell verflüchtigen laßt, der Saamenſtaub faͤllt aus, daher die Klage, daß der Hopfen an den Stangen verſchwinde, daher die Erklaͤrung in einem— Freſſer. Dagegen ſind Blattlaͤuße, Erdfloͤhe und Schnecken auf der Hopfenpflanze bekannt einheimiſch, und ſo lange nur die Pflanzen geſund ſind, ſo kann auch die groͤßte Menge derſelben den Pflanzen ſelbſt nichts au⸗ haben. Wir finden ja dieſe Thiere noch auf vielen andern zaͤrtern Pflanzen, welche doch nicht denſelben er⸗ liegen. Gegen die Erdfloͤhe hilft nichts, als warme Witterung und viel Dung, damit die Reben bald er⸗ ſtarken, wo ihnen dann die Erdfloͤhe nichts mehr anhaben koͤnnen. Gegen die Blattlaͤuße hilft auch weiter nichts, als ein Platzregen, und hierauf folgende kuͤhle Witterung. Die Schnecken thun den geringſten Schaden, da ſie die jungen Reben, eigentlich nur die jungen Blaͤtter anpacken, uͤber 2— 3 Schuhe Hoͤhe aber nicht hinankriechen. Gegen alle dieſe Feinde hilft ein fleißiges Behacken und Fretten, und die Abnahme aller ſchadhaften Blaͤtter, dann das Aushauen aller kranken Stoͤcke, in der ſchnellen Wegraͤumung vom Felde. Uebrigens wer⸗ den alle dieſe Feinde auf den Pflanzen nicht uͤberhand nehmen, ſo lange die Pflanzen geſund und im Wachs⸗ 1 thume begriffen ſind, ſpaͤter aber z. B. bey der Aerndte ſchaden alle dieſe Feinde am wenigſten. Der geringſte Feind iſt die Raupe des Hopfennachtvogels, welcher ſich ſelten ſo vermehren kann, daß er ganze Hopfenſtoͤcke in der Wurzel zerſtoͤret, da ja immer drey Wurzeln einen Stock bilden. Es bleiben von den zwey andern Stoͤcken noch Reben genug zum Anbinden uͤbrig. Bey einer aufmerkſamen fleißigen Kultur werden alle dieſe In⸗ ſekten auf den Hopfenpflanzen nicht uͤberhand nehmen koͤnnen, noch weniger einen bedeutenden Schaden bringen. Der Hopyfenhandel. Waͤhrend der Aerndte werden allemal die Hopſenpteiße gemacht. Spaͤtere Preiße haͤngen von auſſeror⸗ dentlichen Zufaͤllen ab. Der Hopfenbauer verkauft am beſten von der Aerndte bis Weihnachten. Er giebt gleich in der Aerndte ab, und macht ſo bis Weihnachten alle Preiße mit. Der Hopfeneinkaͤufer aber verliert nichts, weil von der Aerndte bis zum Monat May die Nachfrage, und der Bedarf unausgeſetzt waͤhret. Der Hopfenbauer verkauft vom Boden weg am ſicherſten, weil er wegen Austrocknung des Hopfens kein Riſſiko zu tragen hat, als wenn der Hopfen läͤngere Zeit in Zuͤgen iſt.— Der Hopfenbauer muß immer darauf ſehen, daß er dem Hopfenkaͤufer einen reinen neuen Hopfen anbie⸗ then kann. Er muß daher jede Art Hopfen ſondern, denn der Hopfenhaͤndler vermiſcht ſolche ſchon ſelbſt. Die gewoͤhnlichen Kunſtgriffe der Hopfenhaͤndler aber ſind folgende: Der Hopfen wird als Spalter oder boͤhmiſcher Hopfen geſtempelt, in welcher Eigenſchaft er allen jenen Brauern angehaͤngt wird, welche aus Vorurtheil, oder ſonſtigem Intereſſe ſi ſich gerne nicht uͤberzeugen wollen, daß unſer innlaͤndiſcher Hopfen lauter Spalter und immer beſſer ſey, als jeder Auslaͤndiſche. Es werden Siegel, und ſogar die beſondere Art der Hopfenzuͤgen deshalb zur Taͤuſchung beygeſchaſſt. Solche Brauer, wwelche ſich durch Siegel und Zuͤgen täuſchen laſſen, verſtehen nemlich nicht, den Hopfen zu unterſcheiden. Sie nind entweder zu ſaul, oder zu dumm dazu, deshalb haͤngen ſie am alten Schlendrian. Der vernuͤnftige Brauer Der ſogenannte Freſſer. Doch will man ſolchen immer noch nicht genau kennen, oder vielmehr, man Stangen ſey. Viele geben dem Erdfloh Schuld, welcher auch den zeitigen Hopfen auffreſſe. Das Wahre an — 11— aber ſieht nicht auf Siegel*) und nicht auf den Hopfenhaͤndler, ſondern auf die Waare ſelbſt, welche er ſach⸗ gemaͤß unterſucht, und nach ihrem Werthe zu beurtheilen verſtehet. Verſtehet aber ſolches der Brauer, ſo haben die Kuͤnſte der Hopfenhändler ſogleich ein Ende. So— preißen die Hopfenhaͤndler ihren Hopfen als Spalter— oder Boͤhmerwaare dem Brauer an. Am Ganzen wird die Zuͤge gleich als Hopfen mit im Ge⸗ wicht angerechnet. Der Hopfen iſt mit alter oder geringerer Sorte gemiſcht, das Ganze oͤfters noch geſchwe⸗ felt, manchmal mit fein zerſtoßenem Pech, oder gar feinem gelblichen Sandſtaube vermiſcht. Dieſer Hopfen wird um den theuerſten Preiß gegeben, reſp. verborgt, welchen der Hopfen im ſelbigen Jahre erreicht. Gegen alles dieſes kann ſich der Brauer in folgender Art ſicher ſtellen: Dem vernuͤnftigen Brauer iſt es gleichguͤltig, wo der Hopfen her iſt, wenn der Hopfen nur Saamenſtaub⸗ mehl und Oehl, weshalb derſelbe ja gebaut wird, noch in noͤthiger Menge enthaäͤlt, hierauf allein muß bey der Unterſuchung des zum Kaufe angebottnen Hopfens das Augenmerk gerichtet werden. Hiernach nimmt er aus der angebottenen Hopfenzuͤge oben, unten, in der Mitte uͤberall ein Haͤuſchen Hopfen heraus, und legt ſolche Haͤuſchen, ohne ſie zu vermiſchen, nebeneinander auf den Tiſch vor ſich hin, und unterſucht, ob ſolche eine gleiche Farbe haben. Sind alle Trollen ganz, und haben eine gläͤnzende hellgelbe Farbe, ſo iſt der Hopfen friſch und ſehr gut, vorzuͤglich wenn er noch laut riecht. Iſt aber der Hopfen von ungleicher Farbe, und beſteht meiſtens oder ganz aus gruͤngelbligten Trollen, ſo iſt ſolcher ſpaͤter aber guter Hopfen. Hat dieſer Hopfen aber mitunter hellgelbe große Trollen, ſo iſt ſolcher mit der fruͤhen Art vermiſcht, ſo wie der Spalter, Hersbrucker und Altdorfer beſte Art. Je mehr nun ſolche hellgelbe Trollen darunter ſind, um ſo ſchoͤner iſt die Farbe des Ganzen, und daher um ſo beſſer der Hopfen. Große und viele rothe Trollen darunter, zeugen ſchon von einem Mangel des Hopfens— und wenn der Hopfen deshalb auch noch nicht ſchlecht iſt, ſo kann er doch nicht als aͤcht angeſprochen werden, Siegels, der Zuͤge, und des Hopfenhaͤndlers ohngeachtet. Gut getrockneter rothrebigter Hopfen, wenn deſſen Trollen erhalten ſind, welche noch vor der Reife abgenommen worden ſind, läßt ſich dann nicht durch die Farbe, ſondern durch den Geruch, Art des Hopfenmehls, zum Theil Geſtalt, von der beſſern Art unterſcheiden und erkennen. Von den ſpaͤten Arten aber unterſcheidet er ſich durch Geſtalt und Farbe auſſallend. Sind aber die Trollen ſtark zerriſſen, und haben dieſelben und die Blaͤttchen eine rothbraune Farbe, und iſt derſelbe nicht ganz rein, vorzüglich wenn viele Bläͤttchen eine mattgelbe Farbe haben, ſo hat der Hopfen einen beſondern Mangel, und man muß darauf ſehen, ob nicht alter, oder rothre⸗ bigter, oder bodenrother Hopfen darunter iſt. Den rothrebigten Hopfen erkennt man leicht an ſeinen großen rothbraunen Trollen mit dunklen Stielen. Den bodenrothen Hopfen aber daran, daß deſſen Farbe ins ſchwaͤrz⸗ lichte geht, und die Stiele ſchwarzgrau, wie bereift, ſchimmlicht, ausſehen. Der alte Hopfen iſt ſelten ganz, beſtehet meiſt aus Blaͤttern und hat eine matte blaßgelbe Farbe, in den Trollen wird dann der Saamenſtaub roth, ſtatt gelb, und nimmt ſchon im dritten Jahre einen etwas ſauern Geruch an. Nach der Farbe des Saamenſtaubs kann man das Alter des Hopfens ſuͤr 3— 4 Jahre erkennen. Späaͤter dann nicht mehr. Aller alter Hopfen iſt weniger werth, als friſcher. Selbſt der beſte Hopfen verliert ſchon im andern Jahre ꝛtel, oft ötel ſeines innern Gehaltes. Doch kömmt hiebey gar viel auf die Art, Jahrgang, Behandlung des Hopfens c. au. Hopfen läßt ſich zehn Jahre aufbewahren, iſt aber dann freylich wenig mehr werth, weil deſſen beſte Ei⸗ *) Anmerkung. Man muß das Hopfengewaͤchs nicht mit dem Weinſtocke in eine Katechorie ſtellen. Der Weinſtock ge⸗ boͤrt dem Auslande an, dagegen waͤchſt der Hopfen bey uns wild. Deſſen Veredlung iſt daher in ganz Deutſchland im nemlichen Grade moͤglich, der Unterſchied von Stadt, und Landhopfen in den bisher beruͤhmten Hopfenorten iſt nur allein in der Art, Kultur, und aufmerkſamen Behandlung— begruͤndet. Wie arg aber bisher Siegel und Ort taͤuſchten, er⸗ kennt der, welcher einige Zeit in einem ſolchen beruͤhmten Hopfenort gewohnt, und das alles mitgemacht hat. Man darf immer annehmen, daß in ſolchen Orten wenigſtens die Haͤlfte ſo betitelten Landhopfens als Stadtgut geſiegelt, und dafuͤr verkauft wird, ſo geſchieht es in Spalt— in Altdorf— in Hersbruck. Der dumme Brauer nur laͤht ſich das Siegel unter die Naſe ſtoßen, um ſo leichter iſt er anzufuͤhren. 7 — — 12— genſchaften das Oehligte, und der Saamenſtaub ſich nach und nach ganz verlieren, und nur leere Blaͤtter zu⸗ ruͤckbleiben. Darinn wird eigentlich der groͤßte Unterſchleif getrieben, daß jedesmal unter ſchoͤnen friſchen Hopfen eine Parthie alten Hopfens gemiſcht wird. Daher der meiſte Hopfen der Hopfenhaͤndler ſo zerriſſen, blaͤtterigt, ausſieht. Am beſten iſt der Hopfen, wenn man eine Handvoll aus der Züge nimmt, und ſolcher beſteht aus Ijauter lichtgelben Trollen mit gruͤnen Stielchen, und lautem Geruch, und wenn man ihn zuſammendruͤcket, er ſchnell wieder auseinander gehet. Iſt der Hopfen aber hellroth und hat doch einen lauten Geruch, und keine ſchwarzen Stiele, ſo iſt derſelbe nur ſtangenroth, und kann immer ein friſcher guter Hopfen ſeyn. Ob der Hopfen mit Sand oder Pech gemengt iſt, bemerkt man, wenn man die auf den Tiſch gelegten Haͤuflein aus⸗ klopft. Hopfen, welcher geſchwefelt iſt, bringt man auf eine Kohlenpfanne, wo ſich uber den Kohlen der Geruch des Schwefels alſobald verrathet. Den Hopfen muß man ſich bey trocknem Wetter vorwiegen laſſen. Um Hopfen ſelbſt kennen zu lernen, und ihn ganz genau wuͤrdigen und verſtehen zu lernen, muß man alle vier Arten, oder wenigſtens jene drey ſelbſt bauen, von jeder Art ein paar handvoll rein abpfluͤcken, kunſtge⸗ recht trocknen, und dann ſolche nebeneinander hinlegen, auch einen Theil miteinander vermiſchen. Dieſe Proben aber einige Jahre ſo, gegen Staub geſichert, aufbewahren. Bey dieſer augenſcheinlichen Probe werden dann jene angeprießenen Siegel und Zuͤgen nicht weiter das alte Vorurtheil von Land⸗ und Stadthopfen, von Böhmer, Spalter oder Hersbrucker Hopfen, nur als aͤchten Hopfen ſich aufdringen zu laſſen, unterhalten. Sondern jeder, welcher ſeiner fuͤnf Sinne maͤchtig iſt, wird jeden ihm angebottenen Hopfen hienach auf das genaueſte beurtheilen koͤnnen. Hieraus wird ſich aber die Ueberzeugung dann von ſelbſt ergeben, daß man den Hopfen in Boͤhmen wie in Nuͤrnberg, in Bamberg wie in Muͤnchen, in Dres⸗ den wie in Spalt, und um Berlin wie in Hersbruck von nenlicher Guͤte und in gleicher Menge ſtets nur rein und aͤcht erbauen wird, wenn man dieſe Arten baut, und wie ange⸗ geben kultivirt, und behandelt. „ —— A 8 4— 8 9 1⸗=. , b 3 , A N M Aℳ 8 N u 775 2— 8& I. Zer Hopfen wut blauen Neben ſpate Art II Die fruhe beste Art wul halbrolhen RNeber II. Jer g ren rebꝛgte Hoßfen. 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