Fragmentariſche Nachrichten uͤber die landwirthſchaftlichen Verhältniſſe der Ritterguͤter Sahlis, Rüdigsdorf und Neuhof, nebſt Zubehoͤrungen. Fragmentariſche Nachrichten uͤber die landwirthſchaftlichen Verhaͤltniſſe der Ritterguͤter Sahlis, Nüdigsdorf und Neuhof, nebſt Zubehoͤrungen. BIBIA 9 1¹ D.NOXN B.9 1 8G AB. A’ 14 1*„ H A r.8 üeee Idb 1S zu Wrli Der hochgeehrten ſiebenten Verſammlung deutſcher Land⸗ und Forſtwirthe widmet in aufrichtiger Ergebenheit als ein geringes Zeichen ſeiner großen Hochachtung der Unterzeichnete nachſtehende Blaͤtter. Sie ſollen Rechenſchaft geben uͤber ſeine praktiſche Thaͤtigkeit im Gebiete der Land⸗ wirthſchaft und duͤrften freilich nur durch die ruͤck⸗ haltloſe Wahrheit der darin enthaltenen Angaben einigen Werth empfangen. Ihm iſt hauptſaͤchlich daran gelegen, ſich durch dieſelben Belehrung uͤber ſeine Einrichtungen und Beſtrebungen zu erwerben; indem er dieſen eigen— nuͤtzigen Zweck offen herausſtellt, ſchmeichelt er ſich mit der Hoffnung, daß ſeine angelegentliche Bitte um deren wohlwollende Aufnahme und ſchonungsvoll nachſichtige Beurtheilung die gewuͤnſchte Erfuͤllung deſto ſicherer er⸗ langen werde. Wilhelm Cruſius. Allgemeines. Das Rittergut Sahlis, nebſt den gegenwaͤrtig damit ver— bundenen Ritterguͤtern Ruͤdigsdorf und Neuhof, ſowie dem ſogenannten großen und dem Linden-Vorwerk, auch den fünf, im Dorfe Ruͤdigsdorf gelegenen, neuerlich zugekauften Bauerguͤtern liegt im Leipziger Kreiſe und Amtsbezirk Borna des Koͤnigreichs Sachſen, 1 ½ Meile von den Staͤdten Borna, Rochlitz, Penig, Altenburg, 1 Meile von Geithain, ¾ Meile von Frohburg entfernt. Das Staͤdtchen Kohren liegt faſt unmittelbar am Dorfe Sahlis. Der Abſatz der landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe geſchieht vorzugsweiſe auf dem woͤchentlichen Getraidemarkte in Penig, we⸗ niger auf dem in Altenburg. Milch wird nur wenig, und zwar nach Kohren verkauft, die Butter groͤßtentheils nach dem 5 Meilen entfernten Leipzig, weniger in der Umgegend, in letzterer dagegen der Kaͤſe; Maſtvieh zum groͤßten Theil nach Altenburg, Nutz- und Jungvieh in die naͤchſte und entferntere Umgegend abgeſetzt, die Wolle in der Regel auf dem Woll— markte zu Leipzig verkauft. Der freien Benutzung der Guͤter ſtehen ſeit einigen Jah— ren keine Hinderniſſe mehr im Wege, indem der Naturalzehnte von den Feldfruͤchten an Geiſtliche, die Frohnen und die Trift— gerechtigkeit abgeloͤſt worden ſind. In Folge des Wegfalls der 1* 4 letzten ſind die Schafe, die von allem Vieh allein noch aus⸗ getrieben werden, hinſichtlich der Weide blos auf die zu den Guͤtern gehoͤrigen Grundſtuͤcke beſchraͤnkt. An techniſchen Gewerben ſind mit der Bewirthſchaftung eine Brauerei und eine Ziegelbrennerei zur Zeit noch verbunden, uͤber deren Betrieb weiterhin das Naͤhere mitgetheilt werden ſoll. Die fruͤher ebenfalls betriebene Branntweinbrennerei iſt ſeit dem Anſchluß des Koͤnigreichs Sachſen an den deutſchen Zollverein eingeſtellt worden. Ebenſo ſeit vier Jahren die vor einiger Zeit angelegte Zuckerſiederei, da ſich beim Betriebe der⸗ ſelben, weil Ruͤben nicht in ausreichender Menge zu erlangen waren und daher der Betrieb nur beſchraͤnkt ſein konnte, ein Reinertrag nicht herausſtellen wollte. Ferner gehoͤrt noch eine Muͤhle mit einem Mahlgang und einer Malzquetſchmaſchine, ſowie eine Schmiede zum Gute. Letz⸗ tere iſt verpachtet, und dabei ſind mehrere Arbeiten, als Huf⸗ beſchlag, Ackergeraͤtharbeit in Accord gegeben, auch die unent⸗ geldliche Behandlung kranken Viehes, excl. Medicamente, dem Pachtſchmidt, der examinirter Thierarzt iſt, zur Bedingung ge— macht worden. Die vorhandenen Holzungen werfen einen hohen Ertrag ab, weil Bau- und Brennholz zu ſehr annehmlichen Preiſen leicht und ſicher Abnehmer findet. Bodenbeſchaffenheit. Der hieſige Boden iſt zum beiweitem groͤßten Theil ein ſchwerer, bindiger Lehmboden mit wenig durchlaſſendem Unter— grund, enthaͤlt eirca 50— 70 Procent Lehm und 25— 35 Pro⸗ cent Sand, iſt daher nach den, Behufs der Einfuͤhrung eines neuen Grundſteuerſyſtems aufgeſtellten Landesbonitaͤtsclaſſen, 1 n 5 meiſt in die Claſſen 3+ 6, 4+ 5 und 5, wenig davon in Claſſe 4 geſetzt worden, auch fand ſich Claſſe 6 und 6+ 9. Die abhaͤngige Lage der meiſten Felder hat bei dieſer Boden⸗ beſchaffenheit große Vortheile, daher auch bei Ruͤdigsdorf einige Breiten, deren Lage mehr wagerecht iſt, die naſſe Wit⸗ terung durchaus nicht vertragen koͤnnen. Die Ackerkrume iſt jedoch zur Zeit faſt auf allen Feldern auf 8— 10 Zoll ver⸗ tieft und dadurch den nachtheiligen Einwirkungen der Naͤſſe ſehr entgegengearbeitet worden. Zu den zumeiſt vorkommenden Unkraͤutern gehoͤren: Quecken(triticum repens), die bei naſſen Jahren, zumal wenn die Beackerung einmal zur Unzeit geſchieht, wie uͤberall, leicht ſehr uͤberhand nehmen, Trespe(bromus arvensis), Vogel— wicke(vicia cracca), Wildhirſe(panicum glaucum), Ackerranunkel (ranunculus arvensis), Huflattich(tussillago farfara), Acker⸗ rettig oder Hedrich(raphanus raphanistrum), Ackerwinde(con- volvulus arvensis). Die Wieſen beſtehen theils aus Feld-, theils aus Kunſt— wieſen, in welche ungefaͤhr der vierte Theil der ganzen Wie⸗ ſenflaͤhhee in den Jahren 1839— 1841 umgearbeitet worden iſt. Erſtere bilden die zwiſchen Feldern ſich hinziehenden Schluch— ten und tiefgelegenen, ebenen Stellen; letztere befinden ſich in einem, zu beiden Seiten von bewaldeten Hoͤhen eingeſchloſſenen Thale jenſeits Kohren an einem, ausreichend Waſſer fuͤhrenden Bache. Der Boden iſt uͤberall zum Graswuchs ſehr geeigneter Lehmboden, ſaure Stellen ſind durch verdeckte Steinſchleußen und Graͤben moͤglichſt entfernt. Die Feldwieſen geben in trocknen Jahren wenig, doch ein ſehr kraͤftiges, nahrhaftes Futter. Von den Bewaͤſſerungswieſen iſt ſchon jetzt, im zwei— ten Jahre nach ihrer Anlage, ein den fruͤheren uͤberſteigender Ertrag erlangt worden, der in den naͤchſten Jahren jedenfalls noch bedeutend zunehmen duͤrfte. 6 Die Mehrzahl der Wieſenpflanzen bilden: Raygras(lolium perenne), Wieſenfuchsſchwanz(alopecu- rus pratensis), Wieſenriſpengras(poa pratensis), Vogelwicke (vicia cracca), Primel(primula veris), Scabioſe(scabiosa columbaria), Loͤwenzahn(leontodon taraxacum), Schwingel (festuca elatior), weiche Trespe(bromus mollis), Kammgras (eynosurus cristatus), Wieſenknopf(sanguisorba officinalis), Klee(trifolium pratense, trifolium repens), Wieſenplatterbſe (Tathyrus pratensis), an wenigen Stellen nur juncus, Carex— arten und equisetum palustre. Lehden gibt es nur noch wenige da, wo der Boden ei— ner beſſern Cultur große Schwierigkeiten entgegenſetzt, die in— deſſen ſpaͤter, wenn irgend moͤglich, auch noch uͤberwunden werden ſollen. Die wenigen Teiche ſind nur zum Theil von guter Be— ſchaffenheit, liegen meiſtens kalt, ſind tief und haben wenig Zu— gang von Feldern. Holzboden iſt mit wenig Ausnahme vorzuͤglich, beſteht, wie der Feldboden, aus Lehm mit Sandzuſatz, leidet ſeiner Lage wegen nicht an ſtauender Naͤſſe und hat viel Zugang durch Feldwaſſer. Steinbruͤche ſind zwei in Angriff genommen, wovon der eine ſehr gut zu verarbeitenden Sandſtein, der zweite einen als Bauſtein brauchbaren Porphyr liefert. Lage und Flächengehalt der Grundſtuͤcke, Beſchaffenheit der Gebaͤude und Wege. Die zum Rittergute Sahlis, dem großen und Linden⸗ Vorwerk gehoͤrigen Grundſtuͤcke liegen voͤllig geſchloſſen um das ziemlich in der Mitte ſich befindende Hauptgut, die Ruͤdigs⸗ 7 dorfer und Neuhoͤfer Felder aber ſind den Wirthſchaftshoͤfen mehr zur Seite, vornehmlich gegen Abend und gegen Mittag hin gelegen, bilden jedoch ſeit der vor zwei Jahren mit den Ruͤ— digsdorfer Bauergutsbeſitzern ausgefuͤhrten Zuſammenlegung fuͤr jedes Gut ebenfalls einen geſchloſſenen Compler. Die Entfernung von Sahlis bis Ruͤdigsdorf, welches weſtlich von erſterem gelegen iſt, betraͤgt auf dem geraden Wege, der aber eines ſteilen Berges halber nicht zu fahren iſt, 1½ Meile; gleich weit entfernt iſt in fuͤdweſtlicher Richtung von Sahlis das Lindenvorwerk, einige hundert Schritte weiter Neu— hof. Nach Oſten zu liegt das große Vorwerk in gleicher Ent⸗ fernung vom Hauptgute. Der ganze Flaͤchengehalt ſaͤmmtlicher zu den Guͤtern gehoͤ— riger Grundſtuͤcke betraͤgt 1130 ſaͤchſ. Acker oder 2,450 Magde⸗ burger Morgen und zwar: 656 ½ Acker Felder,— 115„⸗ Wieſen, 28 ⸗ Lehden, 25 ⸗ Teiche, 14 ⸗ Hopfenplantage, 17 ½ ⸗ Gaͤrten, 286 ½ ⸗ Holzland. uts. Die Gebaͤude ſind in gutem Stand, die Staͤlle, mit Ausnahme eines großen Schafſtalles, gewoͤlbt. Die Wege, welche die Verbindung zwiſchen den Wirthſchaftshoͤfen herſtellen und zu den Feldern fuͤhren, ſind ſchon jetzt groͤßtentheils chauſ⸗ ſirt und werden nach und nach ſaͤmmtlich in dieſen Zuſtand verſetzt. 8 Arbeitskräfte. a) Geſpanne und deren Arbeit. Die Geſpannarbeiten werden theils mit Pferden, theils mit Ochſen verrichtet. Zur Zeit ſind dazu vorhanden 8 Paar Pferde in Sahlis, 4 Paar in Ruͤdigsdorf, dort im Fruͤhjahr 4, im Herbſte 6 Paar Ochſen, hier 2—3 Paar dergleichen. Die das ganze Jahr hindurch erforderlichen Fuhren machen es noth— wendig, ſo viel Pferde zu halten, ſonſt wuͤrde es vielleicht vortheilhafter ſein, an deren Stelle mehr Zugochſen zu brauchen, da hier bei den bergigen, zum Theil ſteilen Feldern und dem ſchweren Boden von den Pferden kaum um die Haͤlfte mehr Arbeit verlangt werden kann, als von den Ochſen, und daher die Feldarbeiten mit letztern wohlfeiler zu ſtehen kommen duͤrften. Außer den Baufuhren ſind fuͤr die Brauerei jaͤhrlich circa 400 Fuhren Torf aus dem Altenburgiſchen anzufahren und ſehr viele Bierfuhren zu leiſten; ebenſo erfordert die Ziegelei 90— 120 Torf⸗ und circa 60 Kalkſteinfuhren. Fuͤr die Wirthſchaft ſind ferner Holz und Torf herbeizuſchaffen und endlich iſt das Ausbringen des Duͤngers faſt lediglich durch Pferdegeſpanne zu bewirken. Zu Anfang des Jahres wird bei Froſtwetter Compoſt auf Wieſen gefahren und, wenn es die Zeit erlaubt, das Erdefahren betrieben. Letztgenannte Arbeit kommt uͤberhaupt das ganze Jahr hindurch bei paſſender Zeit und Witterung vor. Die abhaͤngige Lage der Felder iſt Urſache, daß der Regen von den Hoͤhen Land abſchwemmt, welches wieder aufzufahren iſt. Man wendet dazu bei groͤßern Entfernungen Schuͤtt- oder Kippkarren, in der Naͤhe ſogenannte Erd⸗ ſchaufeln, Muldbreter, an. Betraͤgt die Entfernung nicht mehr als 50 Schritte, ſo ſchafft, nach angeſtellten Verſuchen, 1 eingeuͤbter Mann mit 2 Pferden und einem Muldbret in gleicher Zeit ſo viel Land weg, als 4 Mann zum Laden und Fahren mit 9 2 Pferden und 2 Karren. Mit Zunahme der Entfernung aͤndert ſich dies Verhaͤltniß, ſo daß bei 120 Schritt der Vor⸗ theil auf Seite des Schuͤttkarren tritt. Duͤnger wird bei guͤnſti⸗ gem Wetter, zu Ende Februar's: und den Maͤrz hindurch, zu Erbſen und Kartoffeln, ſoweit ſolcher im vorhergehenden Herbſt nicht auf- und untergebracht werden konnte, ausgefahren. Nach Beendigung der Fruͤhjahrsſaat wird zu Kraut(Kopfkohl) Lein geduͤngt, auch der Kartoͤffelduͤnger der Haͤusler gefahren. Hier— auf unmittelbar folgt die Duͤngung der Brachſchlaͤge zu Raps, nach deren Beendigung dann ſehr bald das Duͤngen der Klee— ſchlaͤge geſchieht, an das ſich wieder nach der Herbſtſaatzeit und der Kartoffelerndte das ſchon erwaͤhnte Duͤngen der Kartoffel— und Erbſenfelder im Spaͤtherbſt anſchließt. Die Zeit, welche außer den Feldarbeiten, Erndte- und Duͤngerfuhren fuͤr die Ge⸗ ſpanne uͤbrig bleibt wird benutzt, um die obengenannten Bau⸗, Brennmaterial- und ſonſtigen Fuhren zu verrichten, ſo daß die Pferde das ganze Jahr hindurch beſchaͤftigt ſind und außer den Sonn- und Feſttagen nur bei ganz ſchlechtem Wetter und Weg muͤſſig im Stall ſtehen. Die Arbeitszeit umfaßt, ſoweit es die Tageslaͤnge zulaͤßt, den Zeitraum von fruͤh 5 bis Mittags 11, und von 1 bis 7 Uhr Abends. NB. Ueber die Fuͤtterung der Pferde ſoll bei den Mittheilungen uͤber die Viehzucht das Naͤhere angegeben werden. Die Arbeitszeit der Zugochſen iſt wie bei den Pferdege⸗ ſpannen. Als Futter erhalten ſie Kartoffeln mit Haͤckſel und etwas Schrotzuſatz, daneben Heu und im Sommer Klee. Die Arbeiten derſelben ſtehen im Durchſchnitt den Pferden kaum ein Drittheil nach. b) Geſinde und deſſen Arbeit. Auf jedes Zweigeſpann der Pferde wird ein Knecht ge⸗ halten, der deſſen Fuͤtterung, Putzen und uͤbrige Abwartung be⸗ 10 ſorgt und die Arbeiten mit ihnen verrichtet. Zur Abwartung ſaͤmmtlicher Ochſen ſind vier Knechte angeſtellt, die aber, da ſie nur mit vier Paaren arbeiten koͤnnen, zur Leitung der uͤbri— gen Ochſengeſpanne bei ihrer Arbeit Tagloͤhner zur Unter— ſtuͤtzung erhalten. Ueber das zur Abwartung des Rind- und Schweinviehs gehaltene Geſinde ſ. weiterhin, wo von der Zucht und Haltung dieſes Viehs uͤberhaupt die Rede iſt. Hier ſei nur Folgendes bemerkt: Saͤmmtliches Geſinde erhaͤlt Bekoͤſtigung und feſten Lohn. Brot wird nach Gewicht gegeben, ebenſo Zukoſt. Das Fruͤh— ſtuͤk beſteht aus einer Suppe von Mehl, Milch und Brot; das Mittagseſſen ebenfalls aus einer Suppe und einem Ge⸗ muͤſe, wozu zweimal in der Woche Fleiſch gegeben wird; das Abendeſſen aus Suppe, Karroffeln ꝛc. An Sonn- und Feier⸗ tagen wird Mittags und Abends Fleiſch entweder mit Gemuͤſe oder mit Salat gereicht. Der Lohn wird vierteljaͤhrig ſtei— gend gezahlt, ſo daß ein Pferdeknecht, der cirea 30 Thlr. Lohn erhaͤlt, im erſten Vierteljahr 5 Thlr., im zweiten 7 Thlr., im dritten 8 Thlr. und im letzten 10 Thlr. erhaͤlt. Ein Ochſen— knecht bekommt 20— 24 Thlr., eine Magd 18—20 Thlr. jaͤhr⸗ lich. Fuͤr die Knechte beſteht eine Kaſſe, die folgende Ein⸗ nahmen hat: 1) einen Theil der Trinkgelder, die von den Wir⸗ then fuͤr das ihnen zugefahrene Bier gegeben werden, und 2) die Strafgelder, die wegen Ordnungswidrigkeiten von den Knechten zu entrichten ſind. Es iſt naͤmlich die Einrichtung ge— troffen worden, daß Strafen von 1—10 Ngr. gezahlt werden bei Uebertretungen der Knechteinſtruction, die im Weſentlichen folgende Forderungen ſtellt: Bei dem Fuͤttern, Putzen ꝛc. vor⸗ ſchriftsmaͤßig zu verfahren; ohne Erlaubniß nicht wegzugehen; Geraͤthe und dergl. nach Gebrauch an ihren beſtimmten Ort zu bringen u. ſ. w. Aus der obenerwaͤhnten Kaſſe nun erhaͤlt jeder Knecht vierteljaͤhrig das, was nach Abzug der verwirkten 11 Strafgelder auf ſeinen Antheil faͤllt, der fuͤr alle gleich berech— net wird. c) Tageloͤhner. Spann⸗- und Handfrohnen beſtehen, wie ſchon vorhin er— waͤhnt, nicht mehr, die Handarbeiten werden insgeſammt durch freie Arbeiter verrichtet. Den Stamm dieſer bilden die Dreſcher, deren in der Regel 12 bei Sahlis, 6 beim großen Vorwerk, 6 bei Ruͤdigsdorf, mit den Bauerguͤtern, 4 beim Neuhof und Lindenvorwerk, im Ganzen alſo 28 gehalten werden. Neben dieſen ſind noch 8— 12 andere Arbeiter, die groͤßtentheils Al⸗ tershalber nicht zum Dreſchen mehr tauglich, ſondern nur noch zu leichtern Arbeiten, bei dem Hopfenbau, der Wegebeſſerung, der Anſpannung mit Ochſen und dem Haͤckſelſchneiden, zu brau— chen ſind. Bei der Haͤlfte dieſer Leute iſt die fuͤr ihre Beſchaͤftigung zu gewaͤhrende Loͤhnung nur als eine Art Penſion anzuſehen. Ferner werden noch 6 Mann gehalten, die im Herbſt und Winter Holz faͤllen, Stoͤcke roden, Holzeulturarbeiten verrich— ten und ſpaͤter bei der Heu-, Raps- und Getreideernte helfen. Die Arbeit der zuerſt erwaͤhnten 28 Dreſcher beſteht zuvoͤrderſt im Dreſchen aller koͤrnergebenden Fruͤchte. Der Raps wird fuͤr Geldlohn, nach dem Scheffel, alles Getreide aber zum 15ten Antheil der Koͤrner bei jeder Fruchtgattung gleich, gedroſchen. Gewoͤhnlich iſt mit dem Monat Mai das Dreſchen beendet, dann werden dieſe Leute bei der Ausfuͤhrung von Melioratio— nen, Straßenbau ꝛc. bis zur Heuernte, die bei den Waͤſſerungs⸗ wieſen Anfang oder Mitte Juni's beginnt, beſchaͤftigt. Hieran reihen ſich in ſchneller Folge die Ernte und das Dreſchen der Oelſaat, dann die Ernten des Getreides, des Grummets(Nach— mahd, Oehmd) und der Kartoffeln oder andrer Hackfruͤchte, nach deren Beendigung das Dreſchen wieder beginnt. An 12 Tagelohn wird, wenn die Arbeit von fruͤh 5 bis Mittag 12 Uhr und von 1 bis Abends 6, im Winter ſo lange es hell iſt waͤhret, 5 Ngr., dauert ſie von fruͤh 5 bis Abends 7 Uhr, einſchließlich ½ Stunde zum Fruͤhſtuͤck, 1 Stunde Mittag und ½ Stunde Halbabend, 6 Ngr. 3 Pf. und, ſind die Lebens⸗ beduͤrfniſſe theurer, 7 ½ Ngr. fuͤr den Tag gezahlt; fuͤr das Grasmaͤhen, Rapsſchneiden ꝛc. 7 ½ bis 8 Ngr. Die Heuernte wird auch zum Theil in Accord gegeben und dann fuͤr 1 Acker 1 Thlr. 6 Ngr. bis 1 Thlr. 10 Ngr. gezahlt. Die Getreideernte geſchieht ſtes im Accord. Dabei erhalten die Leute, je nachdem die Lebensbeduͤrfniſſe theuer oder wohlfeil ſind, das Getreide ſtark ſteht, viel ſich gelagert hat, fuͤr das Maͤhen, Abraffen, Binden, Puppen und Nachſchleppen pr. Acker 1 Thlr. bis 1 Thlr. 10 Ngr. vom Wintergetreide; vom Sommergetreide aber fuͤr das Maͤhen, Rechen, Binden, Aufſetzen nur 20— 28 Ngr. Muß ſolches abgerafft werden, ſo wird vom Acker 6 Ngr. mehr gezahlt. Außerdem bekommen die Leute waͤhrend der Ernte eine beſtimmte Quantitaͤt Bier, gewoͤhnlich pr. Mann und Frau 12 Kannen und 1 ½ Kanne Branntwein, bei andern Arbeiten wird zuweilen à Perſon 1 Kanne Bier, oder auf 12 Perſonen 1 Kanne Branntwein verabreicht. Es geſchieht dieſes jedoch nur ſelten und nur nach gut ausgefuͤhrter Arbeit, oder bei anhaltend bewieſenem Fleiß, als beſondere Remuneration. Die Frauen der vorerwaͤhnten Arbeiter, ſowie noch andere aus den naͤchſten Ortſchaften werden zum Legen und Ausnehmen der Kartoffeln, zur Heu-, Grummt-, Raps- und Getreideernte, bei letzterer natuͤrlich im Accord, zum Duͤngerbreiten ꝛc. ver⸗ wendet und erhalten dann von fruͤh 6 bis Abends 6, einſchließ— lich ½ Stunde Fruͤhſtuͤcks- und 1 Stunde Mittagszeit 4 Ngr.; von fruͤh 5 bis Abends 7, mit ¾ Stunde Fruͤhſtuͤck, 1 Stunde Mittag und ³ Stunde Halbabend, 5 Ngr.; bei dem Rapsſchnei⸗ den, ſowie bei dem Abladen in der Ernte, wo die Arbeiten 13 uͤber die Zeit waͤhren, 6 Ngr. 3 Pf. Es werden jedoch dieſe nicht ſtets beſchaͤftigt, ſondern nur dann, wenn es paſſende Arbeit fuͤr ſie giebt. Das Verfertigen der Strohſeile, das Brechen des Flachſes ꝛc. wird nach Schocken, Kloben und dergleichen im Accord von ihnen ausgefuͤhrt. Fuͤr das Schock Strohſeile wer— den 3 Pf., fuͤr 1 Kloben Flachs 12 Pf., fuͤr 1 Schock Schuͤtten zu Haͤckſel zu ſchneiden 16 Ngr. bezahlt. Ackergeraͤth. Die zur Feldbeſtellung verwendeten Werkzeuge beſtehen 1) in Pfluͤgen. Davon ſind nachbezeichnete in Gebrauch: a) der Thuͤringer- oder halbe Statenpflug. Derſelbe hat ein Vordergeſtell, gerades Streichbret, Schaar und Sech oder Meſſer, jedoch keine Sohle. Seine Vorzuͤge beſtehen in ſeinem ſicheren Gang, ſowie darin, daß bei einer ſeichten Pflugart, z. B. den Stoppeln, Brachen, mit ihm flacher gearbeitet und un— gleich mehr Furche genommen werden kann, als mit den Schwingpofluͤgen. b) Ein engliſcher Schwingpflug, mit gewundenem Streich— bret. Er arbeitet da, wo tief geackert werden ſoll, vor⸗ zuͤglicher, als der vorhergehende, wendet dann auch beſſer und erfordert weniger Zugkraft, will jedoch gut gefuͤhrt ſein, und dies wird nur durch laͤngere Uebung ermoͤglicht. Daher entſteht der Uebelſtand, daß die Leute nur mit Muͤhe und Aufmerkſamkeit nach laͤngerer Uebungszeit es zu einiger Vollkommenheit in ſeiner Fuͤhrung bringen und jeder neue Knecht beſonders auf dieſe Arbeit eingerichtet werden muß. Zur leichtern Erlernung dieſes Pfluͤgens wird dem Inſtrument eine Stelze gegeben, ſo lange bis es ohne dieſe geht. c) Der Schwerziſche Pflug entſpricht den Anforderungen, die man an einen guten Pflug machen kann, in vieler Hinſicht, namentlich arbeitet er da vorzuͤglich, wo das Land vorher ge— ——— 14 lockert war und mit ihm die Saatfurche gegeben wird. Zug⸗ kraft erfordert er jedoch mehr, als der sub b. und bei lockerem Acker ſo viel, wie der Pflug a. d) Der Ruchadlo. Davon iſt nur ein Exemplar vorhan⸗ den. Er arbeitet in lockerem Boden, uͤberhaupt da, wo es mehr auf's Kruͤmeln, als auf genaues Wenden des Ackers ankommt, gut, iſt aber durch die beiden vorher genannten Pfluͤge entbehr⸗ lich gemacht und wird nur zuweilen angewendet, weil er eben vorhanden iſt. e) Der Seelaͤnder Pflug, ein Schwingpflug mit kleinem Schaar und wenig gewundenem Streichbret, er iſt leicht, haͤlt aber nur ganz ſchmale Furchen, wendet gut, ſtreicht aber die Furchen nicht hoch und wird nur ſelten angewendet. Auch von dieſem iſt nur ein Eremplar vorhanden. Naͤchſt dem Pflug iſt das wichtigſte Beackerungswerkzeug der Haken, gewoͤhnlich Ruhrhaken genannt. Bei allen Feldbeſtel— lungen, wo mehr als eine Furche gegeben wird, kommt min— deſtens eine auf den Haken. Er lockert, richtig angewendet, beſſer als alle Pfluͤge, geſtattet ein tiefes Arbeiten, erlaubt zwar, ſtarke Furchen zu nehmen, erfordert aber auch viel Zugkraft und gibt daher einem Zweigeſpann volle Arbeit. Zu noch tieferem Bearbeiten iſt der Zimmermann'ſche Doppelhaken in Gebrauch genommen worden. Derſelbe hat an ſeiner hintern Saͤule noch ein zweites Schaar, welches tiefer greift als das vordere, und ſo kann mithin der Boden beliebig, wohl bis 15 Zoll tief gelockert werden. Dazu iſt jedoch ein Vier— geſpann noͤthig. Bei dem Arbeiten mit dieſem Haken konnte nicht ganz vermieden werden, daß Erde, die unter der Acker⸗ krume hier auf den meiſten Stellen aus ſehr bindigem, ſchwer zu cultivirendem, eiſenſchuͤſſigem Lehm beſteht, an die Oberflaͤche ge⸗ bracht wurde. Man hat es daher vorgezogen, dieſes tiefere Bearbei⸗ ten mit dem thüringer Pflug und dem gewoͤhnlichen Haken zu be⸗ -— — ——ʒ—ÿ—ÿ—:ʒ:3:—,·˖— 15 wirken. Das Pfluͤgen geht in der vollen Tiefe der Ackerkrume vor und dann folgt der Haken unmittelbar in der eben auf⸗ gefahrenen Furche. Dabei muͤſſen ihm jedoch die ſogenannten Federn oder Ruhrpfloͤcker genommen werden, damit er nicht ſtreiche, ſondern blos den Untergrund lockere. Es hat ſich dieſe Manipulation ſehr vortheilhaft, namentlich beim Raps-, Kar— toffel⸗ und Ruͤbenbau erwieſen. 3. Eggen. Die hier gebraͤuchlichen Eggen ſind ſchwere hoͤlzerne zu 2 Pferden, leichtere dergleichen Saateggen fuͤr 1 Zugthier, ſowie leichte Eggen mit eiſernen Zinken. 4. Zum Beſtellen der Fruͤhjahrsſaaten wird ein Inſtrument, hier Krimmer genannt, angewendet. Daſſelbe beſteht aus Bal— ken von eichenem Holz, bildet ein gleichſchenkliges Dreieck und iſt gewoͤhnlich mit 18 ſtarken Eiſenzinken verſehen, die nach unten in einer breiten, nach vorn gebogenen Spitze endigen. Es wird durch ein Zweigeſpann fortbewegt und verrichtet beim Beſtellen der Fruͤhjahrsſaaten auf die Herbſtfurche das Lockern und, wenn es noͤthig ſcheint, das Unterbringen der Saat ganz gut. W 5. Iſt der Boden zu hart, oder ſoll die Lockerung tiefer ge— ſchehen, ſo wird der Reißer angewendet. Dies iſt eine Art Scarrificator mit 5 ſtarken Zinken von Eiſen, die in einem auf Vordergeſtell ruhenden Geruͤſt eingeſetzt, nach unten und vorn, wie beim Krimmer, gebogen, jedoch mit kantiger, keil— artiger Spitze verſehen ſind. Er arbeitet hier beſſer, als der auch vorhandene Erſtirpator mit Eiſenzinken, die Schaarſpitzen oder ſogenannte Gaͤnſefuͤße haben. Verſuchsweiſe wurden angeſchafft holſteiner Saat- und Schneideggen, ſchwere mit eiſernen Zinken verſehene und zum Zuſammenkoppeln eingerichtete Eggen, jedoch gefunden, daß das Arbeiten mit vorerwaͤhnten Ackerwerkzeugen vorzuziehen ſei. 16 Zu dem Bearbeiten des gedrillten Rapſes, ſowie der Kar⸗ toffeln, des Kopfkohls, der Ruͤben ꝛc. werden angewendet, je nachdem es noͤthig erſcheint. a) Der Igel, dreibaͤlkige Egge mit Eiſenzinken, mit Stellung. b) Ein kleiner Haken mit Stelze oder Raͤdchen, conſtruirt wie der gewoͤhnliche Ruhrhaken nur mit Streichbretern zum Stellen. c) Der kleine Felgpflug, kleiner dreiſchaarige Erſtirpator mit Stelze, die ſogenannte Pferdeſchaufel, zum Reinigen der Furche vom Unkraut, ebenfalls zum Stellen. d) Der Haͤufelpflug mit blechernen Streichbretern. Er wird vorzugsweiſe nur zur Bearbeitung des Rapſes verwendet. Walzen ſind ſchwerere und leichtere vorhanden, jene zum Zerdruͤcken der Erdkloͤße, dieſe zum Walzen der Sommerſaat. Die unter dem Namen der Hohenheimer bekannte Drill⸗ maſchine iſt zur Drillſaat des Rapſes in Gebrauch. Ein Pferd und ein Mann zur Fuͤhrung beſtellen taͤglich 4 Acker damit. Bei den vielen Fuhren, den ſteinigen Wegen und dem ſchweren Boden iſt die Unterhaltung und Ergaͤnzung der Wagen und des Ackergeraͤthes eine ziemlich bedeutende Aus— gabe. Das Schaͤrfen der Pflugſchaare, ſowie die Inſtanderhal— tung der Pfluͤge iſt vom Stuͤck zu 1½ Thlr. fuͤr die Schmiede⸗ arbeiten in Accord gegeben; ebenſo der Hußbeſchlag aufs Paar Pferde mit 7 Thlr. An Wagen ſind fortwaͤhrend gegen dreißig Stuͤck vorhanden, naͤmlich fuͤr jedes Zweigeſpann ein tuͤchtiger Ruͤſt⸗ wagen, dann zwei ſtaͤrkere zu den Bierfuhren. Ferner mehrere Wagen zum Herbeiſchaffen des Futters, zum Ausfahren der Jauche oder Guͤlle und zu den Duͤngerfuhren. Letztere dienen zugleich, nachdem ſie mit großen Leitern verſehen worden, zu den Ernte⸗ fuhren. 17 Aer⸗ 6, Feldbau. a) Fruchtfolge. ing Fuͤr die zu S.ahlis und zu dem großen Vorwerke ge⸗ 6 hoͤrigen Felder, die zuſammen liegen(vergl. Taf. I.) und von den dun bei dem Hauptgute gehaltenen Geſpannen bearbeitet werden, iſt nachſtehende Fruchtfolge gewaͤhlt und dadurch die gehegte Er— imi wartung vollſtaͤndig erfuͤllt worden. nce Schlag I. Angeſaͤete Schafweide. . II. Raps, ſtark geduͤngt. wid ⸗ III. Winterweizen. . IV. Erbſen. K d. V. Roggen. m. VI. Kartoffeln, geduͤngt. dill⸗„ VVII. Gerſte. Peed ⸗ VIII. Maͤheklee. mi. ⸗ IIX. Winterroggen, ſchwach geduͤngt. d dem. X. Hafer. ij de 3 XI. Bebaute Brache, geduͤngt. Aui⸗ ⸗ XII. Wintergetreide. dehhc⸗ ⸗ XlIII. Gerſte. mide⸗ ⸗ XIV. Maͤheklee. pur ⸗ XV. Wintergetreide, ſchwach geduͤngt. deißh ⸗ XVI. Hafer. Nuſ⸗ Die Vortheile dieſer Fruchtfolge ſind vornehmlich folgende: etere Es hat jede Frucht einen angemeſſenen Standort, wie ſie auf gauche dem hieſigen Boden ihn verlangt; es wird fuͤr die, im Verhaͤlt⸗ glec niß zum Areal bedeutend ſtarken Viehſtaͤnde, freilich mit Unter⸗ in⸗ ſtuͤtzung der dem Klee ſo guͤnſtigen Bodenbeſchaffenheit, die aus— reichende Menge Gruͤnfutter, ſowie hinlaͤnglich Stroh producirt, und ſattſam Duͤnger gewonnen, um in dem angezeigten Maaße damit auszureichen; die Arbeiten haben ſich ferner im Vergleich 2 4 18 mit der fruͤhern Dreifelderwirthſchaft viel gleichmaͤßiger uͤber das ganze Jahr vertheilt, und mehrere Fruͤchte einer beſſern und doch leichteren Beſtellung ſich zu erfreuen, weil die vorangegan⸗ genen Gewaͤchſe ihnen den Boden in einem beſſer vorbereiteten Zuſtande uͤberlaſſen. Der Anbau von Halmfruͤchten iſt moͤglichſt ſtark, weil dieſe, wie aus den nachſtehend angegebenen Ertraͤgen erhellet, immer naͤchſt dem Raps die hoͤchſte Bodenrente abwerfen.— Dem Rapsbau wird der 16. Theil des Feldes uͤberlaſſen, welches S Verhaͤltniß ſich als angemeſſen erweiſt.— Erbſen werden mehr des Strohes, als der Koͤrner wegen gebaut.— Die den Kartoffeln gewidmete Flaͤche iſt ausreichend.— Der Klee ge⸗ deihet in dem vorliegenden Boden uͤberaus ſicher. Von der damit beſetzten Flaͤche ganz allein wird das Rindvieh bis Ende Septembers gut erhalten. Die Pferde bekommen gewoͤhnlich den Juni und Juli hindurch ebenfalls Klee und daneben nur die halbe Haferration; ſelbſt den Schafen kann theilweis bis zu An⸗ fang der Stoppelweide dieſes Futter gereicht werden, und den— noch betraͤgt der Gewinn an Kleeheu gewoͤhnlich noch 300— 800 Ctr. des Jahres. Die Brache im XI. Schlage wird mit ernennten Haͤuslerkartoffeln, mit Lein, Wickengemenge, Ruͤben und Kopfkohl beſtellt, nach den letzteren folgt dann, anſtatt der or derparſh Sommerweizen. Es hat dieſe Fruchtfolge auch noch den gr —— R — — — — 4— ½ — — έ½ ρ — — daß der Uebergang zu ihr aus der fruͤheren Dreifeld g unguͤnſtigen Standort gebrachten Frucht, zu bewirken war und ſte dem Wirthſchafter viel freie Hand zu einer willkuͤhrlichen Benutzung des Bodens nach Zeit-, Handels- und Witterungs⸗ verhaͤltniſſen laͤßt, ihm alſo die von einer ſogenannten freien Wirthſchaft geruͤhmten Vortheile darbietet, ohne daß er die anz ohne bedeutenden Verluſt, durch geringen Ertrag einer auf 19 mit dieſer verbundenen großen Nachtheile, die natuͤrliche Folge eines regelloſen Verfahrens, zu befuͤrchten hat. N Fuͤr Ruͤdigsdorf, Neuhof und das Lindenvorwerk wurde eine Fruchtfolge in 13 Schlaͤgen gewaͤhlt, weil auf dieſem Boden Gerſte und Erbſen einen minder guͤnſtigen Standort finden und die Lage der Felder zu ihrer Vertheilung in 13 Schlaͤge geeigneter war. Uebrigens fanden hier dieſelben Gruͤnde wie dort fuͤr die Umwandlung der bisherigen Dreifelderwirthſchaft in eine Fruchtwechſelwirthſchaft ſtatt; hauptſaͤchlich die Noth— wendigkeit und das Verlangen, ohne Verkuͤrzung des Ertrags an verkaͤuflichen Produkten hinlaͤnglich Futter fuͤr die ſtarke Viehhaltung auf eigenen Grundſtuͤcken zu gewinnen, die Feld— beſtellung zu erleichtern und den Reinertrag der Wirthſchaft zu erhoͤhen. Die hieſige Fruchtfolge iſt nachſtehende: I. Angeſaͤete Brache. II. Raps, ſtark geduͤngt. III. Winterweizen. IV. Kartoffeln. V. Gerſte. VI. Maͤheklee, gegypſt. VII. Winterroggen, geduͤngt. VIII. Hafer. IX. Beſoͤmmerte Brache, geduͤngt. X. Weizen. XI. Maͤheklee. XII. Roggen. 1 —2 XIII. Hafer. Bei Sahlis gehoͤren zu einem Schlag 25 ¾ Acker, bei Ruͤdigsdorf 18 Alker. 20 b) Anbau der Fruͤchte. Die Brache in Schlag I. wird mit weißem Klee, dem etwas rother beigemengt iſt, unter das vorhergehende Sommergetreide beſaͤet. Es hat ſich ergeben, daß bei dieſem Verfahren eine groͤßere Menge Futter auf der Seliſſäfig geringen Flaͤche erzeugt wird, als durch eine Anſaat von Raygras, Timotheus⸗ gras und Spoͤrgel. Das von den Kleeweiden zu befuͤrchtende Aufblaͤhen der Schafe iſt bisher dadurch vermieden worden, daß den Thieren vor dem Austreiben etwas Stroh vorgelegt und der Klee erſt dann, nachdem ſie mindeſtens eine Stunde auf den Lehden geweidet, nach und nach eine immer groͤßere Flaͤche davon zur Weide eingeraͤumt wird. Gegen die Mitte des Monats Juni beginnt das Aus— fahren des Schafduͤngers zu Raps mit 20 Fudern à 20 Ctr. pr. Acker, der ſogleich ſeicht untergeackert wird. Kalk uͤngung wird angewendet, wo es nothig erſcheint. Nach etwa 3— 4 Wochen wird das Feld geeggt, dann mit dem hier uͤblichen, ſehr gut arbeitenden Ruhrhaken quer be— arbeitet, daſſelbe nach Befinden in 2— 3 Wochen wiederholt und gewoͤhnlich Mitte Auguſt's das Feld in der Richtung, wie die Reihen angelegt werden ſollen, gehakt, eingeeggt und ge— walzt, wonach mit der Hohenheimer Drillmaſchine die Saat er— folgt. Zur ſpaͤteren Bearbeitung derſelben wird zuerſt der drei— ſchaarige Reihenſchaufler(Felgpflug), nach dieſem der Haͤufel— pflug angewendet. Erlaubt es die Witterung, ſo werden im Spaͤtherbſt die Reihen nochmals mit dem letztern durchzogen. Im Fruͤhjahr dann erfolgt, ſobald der Boden trocken genug iſt, die Bearbeitung mit Reihenſchaufler und Haͤufelpflug noch einmal. Die Reife tritt gewoͤhnlich in der Mitte des Juli's ein. Das Abbringen geſchieht mit der Sichel. Gleich nach dem— ſelben werden ſchwache Gebunde gemacht und dieſe je dreißig Doppelreihen aufgeſetzt. Bei dieſem Verfahren, bei dem nur 21 Tageloͤhner gebraucht werden, betragen die Erntekoſten vom ſaͤchſ. Acker etwa 1 Thlr. 25 Ngr. Die Frucht wird, nachdem ſie gehoͤrig ausgetrocknet, auf Wagen mit Tuͤchern ausgeſchlagen eingefahren und in die Banſen gelegt, die zu dem Behuf mit einem trocknen geglaͤtteten Fußboden verſehen ſind. Der Aus— druſch geſchieht groͤßtentheils durch die Hand und wird den Leu— ten, je nachdem der Raps gut ſchuͤttet, mit 6— 8 Ngr. fuͤr den Dresdner Scheffel bezahlt. Der bis jetzt gehabte hoͤchſte Er— trag war im Jahre 1842 bei Drilleultur 21 ½ Dresdner Schef⸗ 14 vom Acker. In den Jahren 1839— 40 wurde verſuchs— veiſe auch ein Theil des Rapſes breitwuͤrfig, der uͤbrige in eil ih zn henſaat beſtellt und es betrug die Ernte im erſten Jahre bei Reihenſaat 17 ½ Scheffel vom Acker 2 ½ 2 ⸗ breitw. Saat 14 ¾. 2 im zweiten⸗ ⸗ Reihenſaat 16 ½ ⸗. ⸗. breitw. Saat 13 ¼ ⸗ 2 3lee Boden, Duͤngung und Bearbeitung vor dem Saͤen waren natuͤrlich ganz gleich. Weizen wird vorz in Schlag III., zuweilen im X. Schlag angebaut. Man hat, obgleich der hieſige Boden ſeiner phyſiſchen Beſchaffenheit und ſenes chemiſchen Beſtand— theilen nach zum Anbau des Weizens und des Hafers beſſer, als zu dem des Roggens und der Gerſte geeignet ſcheint, von jeher im Verhaͤltniß doch nur wenig Weizen, dagegen viel Roggen hende weil man von dieſem ſtets einen hoͤhe— ren Ertrag hatte. Sehr haͤufig war fruͤher auch Brand im Wei⸗ zen, was den ban wohl ebenfalls verleidet haben mag. Seit vier Jahren iſt jedoch dieſe Krankheit nicht mehr vorgekommen. Ob dies Zufall iſt, oder darin liegt, daß der Saamenweizen ſeit der Zeit erſt voͤllig ausgereift geerntet und gleich vom Felde weg, bevor er in der Scheune ſchwitzt, gedroſchen, dann auf dem Speicher duͤnn geſchuͤttet, oft gewendet und vor der 22 Ausſaat mit Kalk ꝛc. gebeizt wird, iſt wohl ſchwer zu entſcheiden; richtig dagegen bleibt es, daß der Ertrag vom Roggen in der Regel hoͤher iſt und gewoͤhnlich nur in der Folge nach Raps von dem des Weizens uͤbertroffen wird. Die Beſtellung des Weizens nach gedrilltem Raps iſt fol— gende: die Daͤmme werden vermittelſt des Erſtirpators quer durchzogen und mit der Egge eingeebnet; hierauf bleibt das Feld einige Zeit liegen und erhaͤlt erſt ſpaͤterhin, etwa 2— 3 Wochen vor der Saat eine ſehr ſorgfaͤltige Saatfurche, weil es auch hier ſich erwieſen hat, daß es dem Gedeihen des Weizens foͤrderlich iſt, wenn man ihn nicht auf das friſchgepfluͤgte Land, ſondern auf ein ſolches ſaͤet, das einige Wochen zuvor zum letzten Male geackert wurde und ſich nun wieder gehoͤrig geſetzt hat. Erheiſchen es die Umſtaͤnde, ſo wird auch wohl zwiſchen dem Einebnen der Daͤmme und dem Saatpfluͤgen noch eine Hakenfurche gegeben, gewoͤhnlich geſchieht jedoch dieſes nicht, da das unter Drillcultur geſtandene Feld ſich ohnedies ſo klar haͤlt, daß ein groͤßeres Pulvern nur nachtheilig ſein wuͤrde, weil der hieſige Boden dann bei anhaltender Naͤſſe ſehr leicht feſt zu— ſammenſchwimmt. Die Saat ſelbſt wird hier am liebſten kurz vor oder nach Michael vorgenommen. Um dieſe Zeit braucht man 12— 14 Dresdner Metzen Samen auf den Acker, ſpaͤter etwas mehr. Das Aufeggen im Fruͤhjahr wird nach Befinden ange— wendet und ſehr oft mit ſichtbarem Vortheil. Der Durchſchnitts— ertrag von dieſer Frucht war in den letzten fuͤnf Jahren 12 Dresdner Scheffel vom ſaͤchſiſchen Acker. Hier ſei zugleich in Bezug auf die Bearbeitung der Felder im Allgemeinen bemerkt, daß dieſelben zu allen Fruͤchten, mit Ausnahme der gedrillten und behackten, in breite Beete von 12 — 16 Furchen, und nur die wenig Abzug habenden, namentlich die bei Ruͤdigsdorf, in ſchmaͤlere von 8 Furchen Breite gelegt werden. Jene laſſen bei geneigter Lage, wenn der Acker tief 23 bearbeitet und mit Waſſerfurchen gehoͤrig verſehen wird, viel an Arbeit und Saamen erſparen und gewaͤhren der Frucht ei⸗ nen gleichmaͤßigeren Standort. Die nach dem Weizen folgenden Erbſen werden im zeiti⸗ gen Fruͤhjahr, nachdem die im Herbſt umgebrochene Stoppel den Winter uͤber in rauher Furche gelegen, aufgeſaͤet und mit dem Krimmer untergebracht. Sie haben hier den vorzuͤglichſten Standort und geben in der Regel mehr an Stroh und Koͤr⸗ nern, als die Schlag XI. im Duͤnger gebauten. Die Ausſaat betraͤgt auf 1 Acker 1 ½ Dresdner Scheffel und davon wurden im fuͤnfjaͤhrigen uriidi 8 ¾ Scheffel geerntet. Der Anbau des Roggens nach dieſer Frucht iſt in der Regel ſehr ſicher. Das Feld wird, nachdem die Erbſen abge— bracht, quer gehakt oder ſeicht mit dem Pfluge umgebrochen, bleibt dann einige Wochen, waͤhrend welcher es geegg wird, liegen und erhaͤlt Anfang Septembers die Saatfurche. War das Feld jedoch ganz rein, ſo bleibt die Stoppel liegen bis Ende Auguſt's und wird dann ſofort tief zur Saat aufgepfluͤgt. Nach Maͤheklee wird zur Roggenſaat in der Regel nur eine Furche gegeben. Der Klee iſt hier lange, oft in drei Schnitten zu benutzen, und auf einem von Quecken reinen Felde gewaͤhrt erfahrungsmaͤßig eine ſo lange Ausnutzung deſſelben, bei der das Feld nur einmal, 2— 3 Wochen vor der Saat ſorg⸗ faͤltig gepfluͤgt wird, einen groͤßern Nutzen, als ein mehrmali⸗ ges Pfluͤgen, das ſich, wenn es kurz hinter einander geſchieht, in dieſem Boden nicht mit Vortheil ausfuͤhren laͤßt, weil das untergebrachte Unkraut ꝛc. zu langſam verrottet. Ebenſo wird es nach der ſogenannteu bebauten Brache in den Schlaͤgen X. und XI. gehalten. Einen ſchlimmen Feind haben die jungen Roggenſaaten im Herbſt an den Schnecken, die ſich bei einigermaßen naſſer Wit⸗ terung ſofort zeigen und zuweilen bedeutenden Schaden anrich⸗ 24 ten. Aufſtreuen von Kalk vor Sonnenaufgang hilft etwas, wenn nicht bald darauf Regen erfolgt. Der durchſchnittliche Ertrag war in den letzten fuͤnf Jahren vom Acker 13 ½ Dresdn. Scheffel bei einer Einſaat von 1 ¼ Scheffel; fuͤr die beſte Saat— zeit haͤlt man 2 Wochen vor und 2 Wochen nach Michaelis. Kartoffeln werden bei Sahlis nach Roggen, in einer Duͤngung von 15 Fudern Rindviehmiſt pr. Acker, der wo moͤg— lich im Herbſt ſchon aufgebracht wird, bei Ruͤdigsdorf nach Weizen ungeduͤngt angebaut. Es werden gewoͤhnlich eine Pflug— und zwei Hakenfurchen gegeben, dann nach vorhergegangenem Eg— gen mit dem Haken ganz flache Furchen gezogen, die Saatkartoffeln eingelegt und durch das tiefere Spalten der Daͤmme zuge— deckt. Man pflegte fruͤher die groͤßeren Kartoffeln zur Saat zu nehmen, ſchnitt davon den obern Theil, die ſogenannte Kuppe, weg und verwendete das Uebrige zu Viehfutter. In dem lau⸗ fenden Jahre ſind jedoch nur ganze, ausgewachſene Setzkar— toffeln verwendet und mit Stuͤcken, ſowie mit Augen verglei— chende Verſuche verhe daen worden. 3* Die Trockenfaͤule hat ſich nur im vorigen Jahre bei Ruͤ— digsdorf gezeigt, es wurden, ſobald wahrzunehmen, daß die gelegten Kartoffeln nicht aufgingen, aus den Sahliſer Kellern und Mieten geſchnittene Seßkartoffeln auf daſſelbe Feld ge— bracht; dieſe gingen vollſtaͤndig auf und die Ernte war noch gut. Es kann dies als ein neuer Beweis gelten, daß nicht, wie oft angenommen worden, Boden, oder Duͤngung oder Feldbeſtellung Urſache des Ausfaulens ſind, ſondern ledig— lich die Beſchaffenheit der Kartoffeln. Zu bemerken iſt hierbei noch, daß in Ruͤdigsdorf die Kartoffeln ebenſo in trockenen, luftigen Kellern aufbewahrt wurden, wie jene, die geſund waren. Nachdem die Kartoffeln aufgegangen, werden ſolche uͤber— eggt, ſpaͤter die 2 ¼ Fuß weiten Reihen zuerſt mit dem ſogenannten — 25 Igel, dann mit dem dreiſchaarigen Reihenſchaufler und zuletzt mit dem Haͤufelpflug durchzogen. Die Ernte war durchſchnittlich 180 Dresdner Scheffel vom Acker. Die Aufbewahrung ge— ſchieht, wie ſchon oben erwaͤhnt, in trockenen, luftigen Kellern und Mieten, letztere werden nach der gewoͤhnlichen Weiſe in langen äehnen oder runden Haufe aufgeſchichtet, mit Stroh be⸗ deckt und mit der Erde belegt, die aus dem Graben e geworfen wird, der die Miete umzieht. Gerſte wird im Fruͤhjahr auf das im Herbſtg gepfluͤgte Kartoffelfeld aufgeſaͤet und enn den Krimmer untergebracht. Nur wenn der Boden ſich ſehr feſtgeſetzt hat, wird daſſelbe vor der Saat aufgehakt. de im XIII. Schlag gebaute Gerſte er— haͤlt gewoͤhnlich drei Pflugarten, eine im Herbſt, das Ruhren mit dem Haken im Fruͤhjahr und die Saatfurche. Klee wird gleichzeitig geſaͤtt und eingeeggt. Die Ausſaat betraͤgt auf 1 Acker 1 ½ Scheffel, Ernte durchſchnitt ttlich 14¼ Scheffel Gerſte. Im IX. und XV. Schlage bei Sahlis, im VII. und XII. bei Ruͤdigsdorf werden die Roggenſtoppeln wo moͤglich bald nach der Ernte geſtuͤrzt, um ſolche im Spaͤtherbſt noch ruhren zu koͤnnen, der Hafer wird dann im Fruͤhjahr aufgeſaͤet und mit— tels des Krimmers und der Egge eingebracht. Der Froſt be⸗ reitet hier den Boden beſſer vor, als alle Ackerinſtrumente, deshalb laͤßt man ſich nur ausnahmsweiſe beigehen, zur Hafer— ſaat im Fruͤhjahr zu pfluͤgen. Die Ausſaat iſt im Durch⸗ ſchnitt vom Acker 2 Dresdner Scheffel, der Ertrag 21 Schef⸗ fel geweſen. Im Schlage XI. bei Sahlis und IX. bei Ruͤdigsdorf, mit der Bezeichnung:„bebaute Brache“, werden Lein, Kar⸗ toffeln fuͤr die hieſigen Arbeiter, die dazu den Duͤnger zu lie— fern haben, Weißkleeſamen und Erbſen gebaut. Die Kleeſchlaͤge werden im Fruͤhjahr, wenn die Pflanze den Boden vollſtaͤndig deckt, mit Gyps geduͤngt und dazu auf den 26 Acker 3—4 Scheffel verwendet. Die Wirkung deſſelben iſt bei trockener Witterung eine ganz ausgezeichnete. Der Klee wird, wie ſchon erwaͤhnt, in Gerſte und W interweizen im Fruͤhjahr eingeſaͤet und dabei letzterer im April gewoͤhnlich aufgeeggt oder gewalzt. Als Aus sſaat verwendet man vom Maͤheklee auf den Acker 1 Dresdner Metze, vom Weideklee nur ½ des obigen Saatquantums. Wieſenbau. Schon Eingangs wurde angedeutet, daß nur die kleinere Flaͤche der Wieſen einen kraͤftigen Graswuchs zeige, der durch den Umbau in Kunſtwieſen hervorgerufen worden ſei. Auf einer weit groͤßeren Fl laͤhhe hingegen, auf ungefähr 85 Ackern, kann Bewaͤſſerung der Lage halber nicht angebracht werden, daher hat man bei dieſen, um die Ertragsfaͤhigkeit moͤglichſt zu heben, ſich veranl laßt gefunden, ſie rege lmaͤßig in 4 Jahren ein Mal mit Compoſt zu duͤngen, der aus allerl lei Abgaͤngen beſteht. Gewoͤhnlich kommt dazu die Torfaſche aus der Zie⸗ gelei und Dennereß gute Erde, Teichſchlamm, Kehricht von Der davon zuſammengeſetzte den Hoͤfen und etwas Kalk. ihrlich mehrmals Haufen wird oft mit Jauche begoſſen und jah Die den Wirthſchaftshoͤfen naͤher gelegenen durchgeſtochen. Wetter mit Jauche(Guͤlle) uͤber⸗ Wieſen werden bei feuchtem fahren. Bei Nrußoſ ſind einige Acker Wieſe Moorboden, die nur ſchlechtes Futter gaben, durch me hrmaliges he dabei befindli— ſehr ſaueres und ſtarkes Ueberſchien mit Sand aus einer na chen Grube bedeutend ver beſſert worden. Es ſtellte ſich jedoch dabei heraus, daß dieſe Melioration in der Weiſe nur d da aus⸗ o Sand in der Naͤhe zu haben iſt, weil fuͤhrbar ſein duͤrfte, w 27 im entgegengeſetzten Falle die Koſten den vollen Werth des Grundſtuͤcks bald uͤberſteigen moͤchten. Hier wurde der Sand nun ſchon 6 Zoll hoch aufgeſchuͤttet, und es wird dies in eini— gen Jahren nochmals, wenn auch nicht ſo ſtark, wiederholt werden muͤſſen. Bei gewoͤhnlichen Jahren geben die natuͤrlichen Wieſen zwei ziemlich gute Schnitte. Bei dem Graswuchs beſonders guͤnſtigem Wetter lieferte der erſte Schnitt ſchon mehrmals 30 Centner, der zweite 18 Centner ganz geſundes und nahrhaftes Duͤrrfutter vom Acker. Die in den Jahren 1839— 1842 zu Bewaͤſſerungswie⸗ ſen umgewandelte Flaͤche betraͤgt gegen 30 Acker. Vor jener Zeit beſtanden dieſe Wieſen aus kleinern, bald durch Holzſtrei⸗ fen, bald durch tiefe Waſſerlachen und den allenthalben ſich durchſchlaͤngelnden Bach getrennten Parcellen, die an manchen Stellen hoch und trocken, an andern naß und tief lagen, und deshalb ſaueres Futter gaben. Das Umbauen dieſer Flaͤche bot daher viele Schwierig⸗ keiten dar und wurde koſtſpielig, ſo daß im Durchſchnitt der ſaͤcſſ. Acker, einſchließlich der Wehre ꝛc., auf 200 Thaler zu ſtehen kam. Der Lauf des Bachs wurde regulirt und, wo es nur ging, ein Durchſtich angelegt. Vorzugsweiſe iſt Hang⸗ bau in Anwendung gekommen, Ruͤcken- oder Beetbau nur ver— ſuchsweiſe auf einer kleinen Flaͤche. Die Neigung nach dem Abzugsgraben, den mehrentheils der Bach bildet, iſt nicht gleich, ſo daß auf die Ruthe oft nur 1,5 Zoll gegeben werden konnten, waͤhrend an den uͤbrigen Stellen der Fall von 0“ 2“ — 1˙0“ betraͤgt. Der Boden, welcher groͤßtentheils aus bin— digem, mit wenig Sand vermengtem Lehm und nur auf ei— nigen Stellen, wo ſich fruͤher Sandbaͤnke angeſetzt hatten, aus mehr Sand beſteht, verlangt ſeiner Beſchaffenheit nach viel Abzug und iſt daher bei den Abtheilungen, wo die Locglitaͤt 28 dieſen nicht geſtattete, mit Horizontal⸗- und Verticalgraͤben zur Genuͤge verſehen worden. Auf Taf. II. iſt der vollſtaͤndige Plan der erwaͤhnten Wieſen beigelegt. Ueber den Ertrag laͤßt ſich etwas Sicheres noch nicht angeben, da die vorigen Ern⸗ ten nur theilweiſe von vollſtaͤndig beraſetem Boden gewonnen wurden, indem der uͤbrige Theil erſt friſch angeſaͤet werden mußte. Denn weil fruͤher die Wieſenflaͤche kleiner war und daher die geſchaͤlten Raſen kaum zu den Daͤmmen und Zuleitungsgraͤben, ſowie zur Befeſtigung der Bachufer auslangten, konnte natuͤr⸗ lich nur eine kleine Flaͤche damit belegt werden. Die nicht da⸗ mit belegten Stellen wurden zwar mit Graͤſern und Klee be— ſaͤet, lieferten jedoch Anfangs nur langes, duͤnn ſtehendes Gras, weil das Bodengras fehlte und der Klee nicht gedeihen wollte. In dem jetzigen Jahr verſprach der erſte Schnitt viel, allein ungewoͤhnlich heftiges und ſehr lange anhaltendes Regenwetter brachte die Baͤche zu außerordentlicher Hoͤhe, alles Heu wurde verſchlaͤmmt und ein Theil des gemaͤheten weggefuͤhrt, ſo daß der wirkliche Ertrag ſich nicht genau angeben laͤßt. Indeß hat ſich doch ſo viel erwieſen, daß auf den Stellen, die vollſtaͤndig beraſet waren, das Doppelte der fruͤher erbauten Heumaſſe gewonnen wurde. In der Naͤhe des Ritterguts Ruͤdigsdorf iſt ebenfalls eine kleine Wieſe von ungefaͤhr 3 Ackern Flaͤche in eine Bewaͤſſerungs⸗ wieſe mit Hangbau umgewandelt worden, doch kann das Be⸗ rieſeln zur Zeit noch nicht vollſtaͤndig ſtattfinden, da eine Muͤhle, jetzt in anderer Hand, das Waſſer nicht zu jeder Zeit entneh— men laſſen wuͤrde und es daher nur bei Ueberfluthungen des Muͤhlgrabens zu benutzen iſt. Bei der Berieſelung wurde bisher folgendes Verfahren ange⸗ wendet: im Fruͤhjahr, wenn harte Froͤſte nicht mehr zu be⸗ fuͤrchten, wurde ſtark, d. h. ein- bis zweimal 24 Stunden hin⸗ ter einander auf eine und dieſelbe Stelle und dann wieder einen 29 Tag lang nicht gewaͤſſert, und ſolches in dieſer Abwechslung fortgeſetzt bis zum Eintritt lebhafter Vegation, etwa bis zur Mitte Mai's. Von da an bis zur Heuernte aber wurde nur ſchwach von Zeit zu Zeit uͤber Nacht gewaͤſſert, um den Erd⸗ boden in feuchtem Zuſtand zu erhalten. Acht Tage nach vollen— deter Heuernte wiederholte man zwei bis drei Wochen lang die ſtarke Waͤſſerung bei heißen Tagen, jedoch blos des Nachts, und ließ ihr dann bis zur Grummeternte wieder eine ſchwache folgen. Nach dieſer Ernte wird aber bis zu Eintritt der Froͤſte ununterbrochen ſtark berieſelt und nur jeden dritten Tag, damit die Wieſen wieder etwas abtrocknen, ausgeſetzt. Obſtbau. Wege, Triften und Gaͤrten ſind faſt allenthalben mit Obſt⸗ baͤumen beſetzt, vorzugsweiſe gedeihen die Kirſchen. In den beſſern Jahren hat der Pacht fuͤr ſaͤmmtliches Obſt auf 7—800 Thlr. ſich belaufen. Teiche und Fiſcherei. Schon Eingangs wurde erwaͤhnt, daß die hieſigen Teiche, ihrer Lage wegen, nicht zu den ausgezeichnetſten gehoͤren. Nach der jetzt beſtehenden Eintheilung ſind 16 Acker Wagegut-(Haupt⸗) Teiche, 9 Acker Streck⸗, Brut- und Streichteiche, von denen zwei kleine an 1 ½ Acker Flaͤche zu Winterhaltungen benutzt werden und als ſolche ziemlich ſicher ſind, vorhanden. Kommen waͤhrend des Winters, oder zu anderer Zeit durch ungewoͤhnlich heftigen und anhaltenden Regen, in deſſen Folge die Teiche uͤbertreten und die Fiſche fortgehen, nicht beſondere Verluſte vor, ſo wird gewoͤhnlich Brut und zweiſoͤmmriger Satz zum Beſetzen der 30 Hauptteiche ſelbſt gezogen, in guͤnſtigen Faͤllen auch noch Satz oder Brut verkauft. Eingeſetzt werden auf den Ackern der mehr⸗ erwaͤhnten Hauptteiche 2 Schock zweiſoömmriger Satz, von dem ein Stuͤck gewoͤhnlich im Durchſchnitt 1 Pfund wiegt. Sie ſtehen zwei Jahre und erlangen in dieſer Zeit eine Groͤße, daß 30— 40 Stuͤck im Durchſchnitt einen Centner Speiſekarpfen geben. Das Schlaͤmmen der Teiche wird in Zwiſchenraͤumen von 15— 20 Jahren auf den Stellen, wo Feldwaſſer ein— ſtromt, noͤthig und der gewonnene Schlamm auf Haufen ge⸗ bracht, mehrmals gewendet und dann auf Wieſen, ſeltener auf Felder gefahren. Forſtweſen. Die zum Rittergute Sahlis gehoͤrigen Nadelholzdiſtricte, die mit Inbegriff der neuerlich in Nadelholz umgewandelten Laub⸗ holzſtuͤcke ein Areal von 90 Acker 252 Ruthen(incl. 130 ORuthen Wege) einnehmen, ſind, um einen nachhaltigen Ertrag zu gewaͤhren, im Jahre 1826 vermeſſen und der Flaͤche und dem Beſtande nach in vier Benutzungsperioden eingetheilt worden. Der normale Umtrieb wurde hierbei auf achtzig Jahre angenom⸗ men, da die Erfahrung lehrt, daß dieſer Zeitraum vollkommen hinreicht, das ſtaͤrkſte Landbauholz auf dieſem Boden zu erziehen. Eine jede Periode faßt demnach 20 Jahre, und der Gleichmaͤßig⸗ keit wegen, und um nicht mit den Rechnungen ſogar in kuͤnftige Jahrhunderte zu gelangen, wurde der Anfang der erſten Periode ins Jahr 1820 geſetzt. Daß bei dieſer Einrichtung keineswegs jeder Ort, ſobald er zur Hauung kommt, gerade 80 Jahr alt iſt und zu ſein braucht, verſteht ſich von ſelbſt und bleibt auch ohne Nachtheil fuͤr die Nachhaltigkeit, indem ſowohl ſtarkes als auch ſchwaches Bauholz erfordert wird, und der jedesmalige Revierverwalter am beſten beurtheilen kann, welche Orte in 31 jeder Periode vor den uͤbrigen zur Hauung kommen muͤſſen. Um der Verwaltung voͤllige Freiheit zu laſſen, und um nicht auf ein fuͤr allemal ſchwankende Rechnungen den nachhaltigen Etat zu gruͤnden, iſt gar kein Maſſenetat ausgeworfen, vielmehr die Flaͤche als einziger Anhaltpunkt angenommen worden. Eben deshalb iſt es auch gar nicht noͤthig, alle Jahre ein gleiches Quantum und eine gleiche Flaͤche zu hauen, vielmehr ſollte durch jene Periodeneintheilung nur ſoviel bewirkt werden, daß theils die verſchiedenen Altersclaſſen in Bezug auf Windbruch, Abfuhr ꝛc. richtig auf einander folgen, theils aber auch der Ver⸗ waltung ein ſicherer Anhalt gegeben werden konnte, die Hauun⸗ gen von 20 zu 20 Jahren wenigſtens einander gleichzuſtellen. Hierbei koͤnnen demnach bei nur einiger Vorſicht alle guͤnſtigen Umſtaͤnde benutzt, ſo z. B. bei ſich darbietendem ſtarken Abſatze in einzelnen Jahren die Hauungen vergroͤßert, bei mangelndem Abſatze dieſelben verkleinert werden. Auch werden unvorherge⸗ ſehene groͤßere als gewoͤhnliche Anforderungen, ſobald man die Hauungen oberflaͤchlich auf der Karte nachtraͤgt und ihre Groͤße ungefaͤhr ſchaͤtzt, den ganzen Bewirthſchaftungsplan nicht im Mindeſten erſchuͤttern. 2 Als normale Holzart iſt die Fichte anzunehmen, in— dem dieſe nicht nur zu ausgezeichneter Schoͤnheit in den hie— ſigen Forſten erwaͤchſt, ſondern auch alle uͤbrigen Holzarten an Schnelligkeit im Wachsthum uͤbertrifft. Nur fuͤr die erſten vier Decennien moͤchte ſie in letzterer Hinſicht von der Laͤrche uͤber⸗ troffen werden(ganz beſtimmte Vergleichungen konnten bisher nicht angeſtellt werden); daher dieſe Holzart auch in neueſter Zeit fuͤr ſolche Orte, die der allgemeinen Dispoſition zufolge kein hoͤheres Alter erreichen koͤnnen, alſo zur Benutzung fuͤr die dritte Periode in Anwendung gebracht iſt. Durchforſtungen koͤnnen nicht zeitig genug angefangen und, verſteht ſich jedesmal mit Vorſicht, nicht haͤufig genug wieder— 32 holt werden, daher auch alle Pflanzungen, die ſich hier vor den Saaten ausnehmend auszeichneu, nicht unter 5 Fuß Ent⸗ fernung vorzunehmen ſind. Was endlich die in dem hier beigefuͤgten Flaͤchenverzeich⸗ niſſe nicht mit aufgefuͤhrten uͤbrigen Nadelholzbeſtaͤnde anbe— langt, die gleichfalls zum Rittergute Sahlis im Allgemeinen gehoͤren, ſo z. B. die Nadelholzculturen im kuͤhlen Morgen, ſo ſind dieſe theils zu unbedeutend, um ein eignes nachhal— tiges Ganzes zu bilden, theils nicht unzweckmaͤßig als Re— ſerven fuͤr unvorhergeſehene Faͤlle anzuſehen und als ſolche zu behandeln. Von den uͤbrigen zum Rittergute Sahlis gehoͤrigen Holzgrundſtuͤcken wuͤrden ſich zwar mehrere ſehr vortheilhaft zur Nadelholzcultur eignen, ſo z. B. der Hain, Vogelberg und Tannig bei Kohren, ferner der Lenkersberg und der Terpitzer⸗ berg vom Dorfe Sahlis bis zum hinterſten Steinbruch; allein bei allen wuͤrde einmal die Abfuhr große Schwierigkeiten ver⸗ urſachen, dann bei den erſtgenannten auch die Naͤhe von Koh— ren und die dadurch unvermeidliche Holzdieberei die gerechte Beſorgniß erregen, daß man ſchwerlich die Nadelholzbeſtaͤnde bis zur Haubarkeit in vollem Beſtand und Schluſſe erhalten koͤnnte. 33 1vé u vuol gu „u ut dnue n ‚uonvch n 9O aap I :ppuagyl aoguv 8.u uoaqvC OC uo e e e e ee 0811— 812 80 913 2 818 812 8 8 16 0e-———————————— oer-8. un pla9 Q unog 5b28 92 S 6 ſ86 8 8 ſSa z IIal e OIIes[21II.... u* o lguv g ——— boz 6 b⁵e----8ß—— ros6+ uo plagL du es. —————[— bo»n—————— loo[»[„ u bo u 5 —— 602 2[o9o 0OI ſelas 2 66[9 IV 8838 ue1le d ——— Pez e[I—— Kra 1I Kor r[Fré 18 f..u⸗clla eG V EEEEEEENEEEEEENIINNIENNNEEEEEEE 1gH) „5088 0061— 1881”'0881— 1981 N0981— 1781'OrSI- 1S81. nda adogs ee e den dn 1A AI ‧22I III 2III A0.II ſapulg pd0g ——N————— 3 ⁴ Alle Laubholzbeſtaͤnde ſind in 15jaͤhrigem Umtrieb gehalten, wo das Unterholz, mit Ausſchluß der neuen Laßreiſer, voͤllig zu Reißigſchocken oder zu Haufen, und von den Scheitbaͤumen die aus der dritten oder vierten vorhergegangenen Periode mit Ausſchluß der Eichen, Buchen, Ulmen und Ahorne, abgetrieben werden. Nach Abzug des Holzes zur Feuerung der herrſchaft— lichen Kuͤche und Zimmer, der ausgeſetzten Deputate und des Wirthſchaftsbedarfs wird alles uͤbrige verkauft. Viehzucht. Pferde. Gewoͤhnlich ſind, wie bereits erwaͤhnt, 8 Zweigeſpanne bei Sahlis und 4 dergleichen bei Ruͤdigsdorf vorhanden. Ihre Ab⸗ wartung, ſowie alle damit zu verrichtenden Arbeiten liegen, wie ebenfalls bemerkt, lediglich den dazu gehaltenen zwoͤlf Knech— ten ob. Ihre Fuͤtterung iſt, mit Ausnahme der Zeit, wo Klee mit gereicht wird, eine Sommer und Winter hindurch gleichmaͤßige. Nur zur Saatzeit oder Ernte wird eine Koͤrnerzulage gegeben. Es bekommt naͤmlich jedes Pferd taͤglich 2 Dresdner oder 4 Ber⸗ liner Metzen Hafer mit dem noͤthigen X Zoll langen Haͤckſel und 10 Pfund Heu. Tritt jene Zulage ein, ſo erhaͤlt jedes Pferd 21¾— 2 ½ Metzen Hafer taͤglich. Es iſt nothwendig, dieſen Thieren auch bei der kuͤrzeren Arbeitszeit im Winter die gleiche Fuͤtterung zukommen zu laſſen, da ſie fortwaͤhrend, wenn nicht allzu ſchlimmes Wetter und ſchlechte Wege ſind, ſchwere Arbeit haben. Aufgezogen werden Spannpferde nicht, ſondern, wenn deren Anſchaffung nothig iſt, hier in der Gegend nicht unter 5 Jahr alt zugekauft. Es bietet ſich hierzu gute Gelegenheit, da die Bauern 35 ſogenannte Landpferde aus Preußen, Mecklenburg, Hannover ꝛc. ⸗ und Zjaͤhrig durch Haͤndler ſich zubringen laſſen, ſie neben 1 oder 2 aͤltern Pferden zu leichter Arbeit benutzen und mit 4—6 Jahren verkaufen. Rindvieh. Seit einer laͤngeren Reihe von Jahren werden hier drei Rindviehraßen gezuͤchtet. Seit einem Jahr befinden ſich zwei davon, die Allgauer und die Egerlaͤnder, in einem Stalle beim Hauptgut. Fruͤher ſtand jedoch die letzterwaͤhnte Raße auf dem großen Vorwerk, wo jetzt kein Rindvieh mehr, ſondern nur Schafe aufgeſtellt ſind. Die dritte Raße, ein Schweizerſchlag, ſteht zu Ruͤdigsdorf. Die Allgauer Raße hat ſich hier, wie auch aus den im Anhang Taf. B. beigelegten Ertract aus den Milchtabellen hervorgeht, als die nutzbarſte erwieſen; natuͤrlich im Verhaͤltniß zu der Groͤße der Thiere und der conſumirten Futtermenge. Die Anzahl der gehaltenen Kuͤhe dieſer Raße belaͤuft ſich auf etliche und funfzig Stuͤck nebſt zwei Zuchtbullen. Jung⸗ vieh wurde bisher verhaͤltnißmaͤßig viel gezogen, da der Vieh— beſtand vor 15 Jahren durch die Lungenſeuche bis auf einige Stuͤck reducirt worden war, von denen nun nach und nach die obgenannte Zahl wieder angezogen wurde. Zugekauft wurden keine Allgauer Kuͤhe; der Zufall wollte uͤberdies, daß in manchen Jahren ganz unverhaͤltnißmaͤßig viele Ochſenkaͤlber fielen und dadurch ſowohl, wie durch den Umſtand, daß die Kalben oder Ferſen, die man, um recht großes und ſtarkes Vieh zu ziehen, fruͤher erſt nach ihrem dritten Jahre zum Ochſen ließ, haͤufig fett wurden, deshalb nicht zukamen und nun an den Fleiſcher verkauft werden mußten, wurde die Vermehrung des Viehſtammes ſehr aufgehalten. 3* 36 Vor einigen Jahren konnten daher erſt die nach der Vieh⸗ ſeuche angeſchafften Landkuͤhe nach und nach wieder entfernt werden. Im Sommer des Jahres 1842 war nun auch die neue Einrichtung mit den Viehſtaͤllen getroffen und dabei fuͤr die Allgauer Kuͤhe der Raum auf 60 Stuͤck, ſtatt der fruͤher nur gehaltenen 45 Stuͤck, berechnet worden, es mußten deshalb noch einige juͤngere Kalben, als kuͤnftig darin ſtehen ſollen, mit in den großen Stall gezogen werden. Es laͤßt ſich jedoch nun⸗ mehr erwarten, daß, wenn kein beſonderer Unfall es verzoͤgert, im Jahr 1844 der Stamm auf die Zahl von Milchkuͤhen ge⸗ bracht ſein werde, die man vor der Hand haben will. Dann ſoll nach und nach einer der beiden andern Staͤmme reducirt und durch Allgauer erſetzt werden, um das Ziel, beim Hauptgut 100 Stuͤck Mellkuͤhe von dieſer Raße und das noͤthige Jung— vieh zu halten, zu erreichen. Die Egerlaͤnder Kuͤhe ſind, wie angegeben, ſeit dem vori⸗ gen Jahre beim Hauptgut mit aufgeſtellt an Zahl einige 40 Stuͤck. Vorher bildeten dieſe die Haltung beim großen Vor— werk. Die Vortheile, die zu erwarten waren, wenn die Rind— viehzucht ſo concentrirt wuͤrde, daß anſtatt ſruͤher zwei Melk— kuhſtaͤlle und Milchwirthſchaften bei Sahlis und dem großen Vorwerk und einen Jungviehſtall beim Lindenvorwerk zu haben, nunmehr ſaͤmmtliches Rindvieh bei dem Hauptgut aufgeſtellt und der Aufſicht am naͤchſten gebracht wuͤrde, erſchienen ſo bedeu— tend, daß man, da ohnedies die Erneuerung der Gebaͤude noth⸗ wendig geworden, zur Ausfuͤhrung ſchritt. Die Hauptſchaͤferei wurde dagegen vom Hauptgute auf das ſogenannte große Vorwerk verlegt, weil dies hinſichtlich der Trift keinen Unterſchied machte, und dem Neuhof theilte man etwas mehr Hammel zu, damit der fruͤher durch 15— 20 Stuͤck auf dem Lindenvorwerk gehaltenes Jungvieh erzeugte Duͤnger erſetzt werde. — 4 37 Die Egerlaͤnder Kuͤhe ſtehen hinſichtlich des Milchertrags den Allgauern und den Schweizern nach, wie der beilie⸗ gende Extract aus den Milchtabellen nachweiſt. Wenn man aber beruͤckſichtigt, daß ihre Milch die der andern Staͤmme an Qualitaͤt uͤbertrifft, und ſie a weniger als die Allgauer, we⸗ niger als die Schweizer an Futter conſumiren, ſo ergiebt ſich doch von ihnen ein Ertrag, der nur dem der Allgauer nach— ſteht. Zur Maſtung eignet ſich dieſer Schlag ganz beſonders, die Fleiſcher kaufen auch die zum Schlachten tauglichen feilgebote— nen Stuͤcke ſehr gern, und ſagen von dieſem Vieh:„es mache Gewicht“. Es ſetzt zwar weniger Talg an, als das Allgauer, giebt aber dafuͤr ſehr ſchoͤn mit Fett durchwachſenes kerniges Fleiſch von großer Conſiſtenz, durch die es eben verhaͤltniß— maͤßig mehr in das Gewicht faͤllt. Vor 18 Jahren iſt dieſe Raße aus Boͤhmen hierher gebracht und rein in ſich fortgezuͤchtet worden, indem nur ſelbſtgezogene Sprungochſen, wie auch bei den beiden andern Raßen, zum Gebrauch gekommen ſind. Durch zweckmaͤßige Auswahl der Zuchtthiere und angemeſſene ſorgfaͤl— tige Pflege iſt dieſer Stamm zu anſehnlicher Groͤße und Schoͤn— heit gebracht worden, ſo daß ſchon Stuͤcke von 1200 Pfund lebendem Gewicht, ausgeſchlachtet an Fleiſch und Talg 615 Pfund wiegend, vorgekommen ſind. Verſchnittene Bullenkaͤlber ſind Zugochſen geworden, die ihres beſonders lebhaften Temperaments wegen beſſer, als alle andern arbeiten. Der Abſatz der Kaͤlber geſchieht faſt aus⸗ ſchließlich zur Zucht. In der Umgegend, namentlich im Alten— burgiſchen, iſt dieſes Vieh ſehr beliebt, und wird daher gut bezahlt. Die Schweizer, von dem großen rothſcheckigen Stamm, den man in mehren weiten fruchtbaren Thaͤlern der Schweiz, beſonders in den Cantonen Friburg und Bern findet, ſind unter dem hier gehaltenen Rindvieh die groͤßten Thiere und ſtehen 38 bei der Wirthſchaft in Ruͤdigsdorf. Es ſind in der Regel 34 Stuͤck Kuͤhe und einige zwanzig Kalben und Jungvieh vorhan— den. Direct aus der Schweiz hierher gebracht, wurde auch dieſer Stamm von der Lungenſeuche vor 15 Jahren ſtark mitgenom⸗ men. Spaͤter wurden 12 Kuͤhe aus dem Anhaltiſchen zugekauft, da ſich aber zeigte, daß dieſe Thiere nicht reines Schweizer— vieh waren, ſondern aus einer Kreuzung mit Frieslaͤndern entſtanden ſein mochten, wurden ſie nach und nach wieder ausgemerzt und durch nur von dem erſten Stamme zugezo— gene erſetzt. Die anliegende Tabelle weiſt nach, wie ſich die Milchnutzung dieſer Kuͤhe herausſtellte. Als Schlachtvieh ſind dieſe Schweizer weniger gut; ſie maͤſten ſich ſchwer, wenn ſie nicht mehr jung ſind, und der Flei— ſcher kauft ſie nicht ſo gern, wie Stuͤcke der andern Raßen, weil das Fleiſch grob iſt und nicht ſo viel Gewicht macht. Zur Kreuzung auf Landvieh, von dem es hier einen ſtarken Schlag giebt, iſt es ſehr beliebt, der Abſatz des Nutzviehs daher leicht und zu guten Preiſen zu bewerkſtelligen. Die Fuͤtterung des Rindviehes beſteht waͤhrend des Som— mers in Klee, Wickfuttergemenge und Kohl, mit welchen Gewaͤchſen, wie ſchon erwaͤhnt, ſo viel Flaͤche bebaut wird, daß das Vieh vollſtaͤndig ernaͤhrt werden kann. Dazu bekom— men ſie einen nahrhaften Trank, dem Biertrebern, oder, wenn dieſe fehlen, gekochte Kartoffeln und ein wenig in warmem Waſſer aufgeloͤſter Getreideſchrot beigemiſcht werden. Vorge— legt wird das Gruͤnfutter des Tages fuͤnfmal in kleinen Gaben. Waͤhrend des Winters beſteht die Fuͤtterung hauptſaͤchlich in einem Bruͤhfutter, aus Spreu, Haͤckſel, gehackten Ruͤben, oder Kartoffeln, die mit heißem Waſſer aufgebruͤht werden. Das— ſelbe wird den Thieren zweimal des Tags, Vormittags 9 Uhr und Nachmittags 4 Uhr, vorgelegt. Daneben bekommen ſie fruͤh Stroh, Nachmittags Grummet, oder in Ermangelung 39 deſſen Ueberkehr(Kurzſtroh), auch trockenes Gemenge aus Haͤckſel und Kartoffeln, und Abends wieder Stroh. Biertrebern oder etwas Schrot werden dem Bruͤhfutter und nach Befinden auch dem Saufen Traͤnke zugeſetzt. Bei den jaͤhrlich entworfenen Winterfuͤtterungsplaͤnen iſt angenommen worden, daß die Schweizer 28 Pfund, die Allgauer 24 Pfund und die Egerlaͤnder 20 Pfund Heuwerth taͤglich bekommen ſollen. Die zu verabreichenden Futtermaterialien reducirt man nach den jetzt faſt allgemein geltenden Saͤtzen auf Heu. Gruͤn⸗ futter iſt gewoͤhnlich in ausreichender Menge vorhanden, und nicht wohl nach Gewicht anzugeben, da von jüͤngerem oder aͤlterem Klee und Wickfutter nicht ſtets die gleiche Quantitaͤt auch die gleiche Fuͤtterung gewaͤhrt, und daher wohl bisweilen 80 Pfund Gruͤnfutter beſſer fuͤttern moͤgen, als 100 Pfund dergleichen zu anderer Zeit. Zur Abwartung des Viehes, das, wie ſchon vorhin er— waͤhnt, gewoͤhnlich aus 100 Stuͤck Milchkuͤhen und Zuchtochſen bei Sahlis, 40 ⸗ jungem Rindvieh ebendaſelbſt, 34 ⸗ Miichkuͤhen u. ſ. w. bei Ruͤdigsdorf, und 22 ⸗ jungem Vieh daſelbſt ohne die Zugochſen beſteht, werden an erſterem Orte neun, am zweiten vier Maͤgde gehalten, die das Futter fuͤr das Rind— vieh abhauen und vorlegen, den Stall beſorgen, d. h. den Duͤnger ausbringen, das Vieh putzen, melken, alle vorkommen— den Arbeiten beim Milchweſen verrichten und naͤchſtdem noch das Schweinvieh abwarten muͤſſen. Ebenſo wird waͤhrend der Wintermonate von dieſen Maͤgden Alles beſorgt, was bei dem Zubereiten des Futters, mit Ausnahme des Haͤckſelſchneidens, zu thun iſt und uͤberhaupt zur Abwartung des Rind⸗ und Schweine⸗ viehes, ſowie zum Milchweſen gehoͤrt. Ueberdies ſollen ſie noch 40 des Abends bis 10 Uhr ſpinnen. Die zur eignen, ſowie zur fremden Aufzucht beſtimmten Kaͤlber werden 3— 4 Wochen bei der Kuh gelaſſen, dann von dieſer abgeſondert, und mit einem Trank von Hafermehl und feinem Gerſtenſchrot, dem etwas Milch zugeſetzt wird, ſowie mit gutem ſuͤßem Heu genaͤhrt. Sobald ſie ihn annehmen, wird Hafer vorgelegt, den man ihnen bis nach vollendetem erſten Jahre fortgiebt. Iſt es ½ bis ¾ Jahr alt, ſo wird dem Kalbe ſchon Bruͤhfutter gereicht, daſſelbe je— doch mit gekochten Kartoffeln und Schrot verſetzt. Bis zum Alter von 1— 1 ¾ Jahren ſucht man die Thiere ganz gut zu naͤhren, dann bekommen ſie ſchmalere Koſt, um ſie nicht allzu geil und fett zu machen; zwiſchen dem zweiten und dritten Jahre werden ſie zugelaſſen. Kurz vor dem Kalben giebt man denſelben dann, wie uͤberhaupt den hochtragenden Kuͤhen, gern etwas gekochten Roggen. Die gewonnene Milch wird zum geringſten Theil friſch ver⸗ kauft, die meiſte zu Butter und Kaͤſe verarbeitet. Erſtere wird vorzugsweiſe in Faͤßchen gelegt und den ganzen Sommer hin— durch nach Leipzig, waͤhrend des Winters jedoch meiſt in der Umgegend verkauft. Bei gleicher Fuͤtterung ſind von den ver— ſchiedenen Raßen bei wiederholten Verſuchen nachſtehende ziem— lich gleichbleibende Reſultate in Bezug auf Qualitaͤt der Milch erlangt worden. Nach dem dazu gebrauchten glaͤſernen Milchmeſſer enthaͤlt die Milch der Allgauer Kuͤhe 14 Procent Rahm, ⸗ Eger„ 1414 ⸗ 3 - Schweizer ⸗ 13 ¼. Ferner ergaben ſich aus dieſem Rahm, der genau zu dem Zeitpunkt abgenommen war, wo die Milch ausgerahmt hatte, m j, 41 d. h. bevor ſolche in das erſte Stadium der Saͤure uͤbergehen wollte, nachſtehende Reſultate: 100 Gewichtstheile Rahm oder Sahne von der Allgauer Kuh⸗ milch lieferten 16,50 Gewichtstheile feſte Butter, 81 Gewichtstheile Buttermilch,(Ruͤckſtand der abgebut— terten Sahne.) 100 Gewichtstheile dergleichen von der Eger Kuhmilch 18,50 Gewichtstheile Butter und 80 Gewichtstheile Butter— milch. 100 Gewichtstheile dergleichen von der Schweizer Kuhmilch 19,25 Gewichtstheile Butter und 79 Gewichtstheile Buttermilch. Von der abgelaſſenen oder abgerahmten Milch wurde er⸗ langt: 14,35 Procent trockene Kaͤfemaſſe, ohne Salz, vom Allgauer Vieh, 13,06 ⸗ dergleichen vom Eger Vieh, 13,84 ⸗ dergleichen vom Schweizervieh. Ueberſi cht des T Ailch= ⸗Ertrages von je 5 Kuͤhen der Allgauer, Schweiz er und Eger Raße vom 1842 Jannar.. Februar. März... April.. Juni.. Anguſt. September Oetober.. November December. = 2 g 2 2 Jahre 184 Z. Allganer Kühe. Berner Kühe. E ger K lühe. öͤ 1 ENT E.N E T N 1 N Bernen e e ee ⸗ e e ¹* Bemerkungen. 44. 4. 3. 23. 31. 13. 7. 28. 73. 65. 56. 3 Aunn Ke Kannen ann Kann. Kann Kann Kann. Kann. Kann. Kann. Kann. en Kann 58 147 264 290% 93 14 41 275 280] 125 208 03 105 183 35 1⁰3 279 220 254 69 1333 ⸗ 262 254 112 185 ⸗ V 93 158 . 93 335 193 243¹ 36 117 ⸗ 179 226] 94 173 68 144 vs ſind bei dem Ve t- 84 276 161 232— 90 307 147 2190 83 160 233 34 121„Es ſind bei dem Verſuch 195] 51 269 152 165] 145]/ 72 292 133 218= 68 165 2488 ⸗ 98 Kuhe von den bezeichneten Ra⸗ 487 ⸗ 223 132 163 3133 ⸗282 101 214 25 166 200 2 87 ßen gewaͤhlt und beobachtet wor⸗ 418 191 89 139 3056 ⸗ 264 75 195 ⸗ 159 184 279 53„ die in d ahr Kolber 333 35 138 47 94] 263 322 2355 134] 247 131 163 253 ⸗ven⸗ die in dem Jahr Käͤlber 250 357] 125 ⸗ 56 241 286 2111 ⸗ 87 282] 102 158 218 242 zogen und in angemeſſener Zeit 172 282 110 ⸗ ⸗ 216 269 171] 10¹] 511 2437 39 121 179 234 wieder tragend wurden. 115 236 79 348 ⸗ 170 235 109 2-8 ⸗ 203 ⸗ 105 152 182 82 189 42 287 321] 127 227 73 284 ⸗ 173 240 90 108 171 Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. Sa. 2145 20522067 1893 1954 1969 1899 1985/1845 1878 1655 1728 1565 1489 1673 ——————— Durchſchnittl. Milchertrag Durchſchnittl. Milchertrag Durchſchnittl. Milchertrag von einer Allgauer Kuh: von einer Berner Kuh: von einer Eger Kuh: 2022 ¼ K. 1915 ¼ K. 1622 K Es gab daher im Jahr 1842 eine Allgauer Kuh dunhſe niiſ. 560 Pfd. Sahne, 93 ¼ Pfd. Butter, 498 Pfd. Kaͤſe. 2 2 2 ⸗ Berner ⸗ 502 ⸗ ⸗ 96 ¼ 2 2 460 ⸗ ⸗ 2 ⸗ 2 ⸗ Eger ⸗ 2 456 ⸗ 2 85½ 2 ⸗ 364 ⸗ 2 -2]=. +— 43 Iſt nun anzunehmen, daß der Durchſchnittspreis von 1 Pfund Butter 5 Ngr., von 1 Pfund Kaͤſe 7 Pf. iſt, ſo wuͤrde die jaͤhrliche Nutzung Geldwerth haben: Von einer Allgauer Kuh 27 Thlr.— Ngr. 1 Pf. „* Schweizer Kuh 26„ 23 ⸗„ 3 ⸗ „ ⸗ GEgerländer Kuh 22 ⸗„ 8„ 7 ⸗ Schäferei. Es werden gegen 1500 Stuͤck Schafe gehalten, ohne die jedes Jahr gezogenen Laͤmmer, ungefaͤhr 300 Stuͤck an Zahl. Die Schafe ſind mittelgroßen Schlags, mit feiner, ziemlich aus— geglichener Wolle und geben, auf Hammel, Schafe und Jaͤhr⸗ linge im Durchſchnitt berechnet, 2 Pfund Wolle das Stuͤck jaͤhrlich. Auf dem ſogenannten großen Vorwerk ſtehen ſeit dem Jahre 1842 die Mutterſchafe, Jaͤhrlinge, Laͤmmer und Sprung— boͤcke, die alten und jungen Hammel dagegen auf dem Neu— hof. Alle Außenweide(Hutung auf fremden Fluren) iſt abgeloͤſt, auch duͤrfen die Schafe nicht in die zu den Guͤ— tern gehoͤrigen Nadel- und Laublhoͤlzer gehen, ſie ſind al— ein auf die im Eingang erwaͤhnten wenigen Lehden, die Stoppelweide, die Hutung auf den Wieſen bis 1. Mai und nach abgebrachtem Grummet und auf die jaͤhrlich als Weide vor— handenen 44 Acker Land, die des darauf folgenden Rapſes wegen brache bleiben und mit Weideklee beſaͤet ſind, beſchraͤnkt. Bei dem ſtarken und im hieſigen Boden ſo ſicheren Kleebau kann den Schafen, wenn die Weide ſie nicht vollſtaͤndig naͤhrt, auch ſpaͤter, wenn die Brache umgebrochen worden, Klee im Stalle vorgelegt werden; außerdem erhalten ſie aber auch noch jeden Morgen vor dem Austreiben ein Futter Stroh. Die Winterfuͤtterung beſteht in Stroh, Heu und Kartoffeln; wenn dieſe nicht ausreichen, in Koͤrnern. 44 Beigelegt iſt einer der jaͤhrlich zu entwerfenden Futterungs— plaͤne, aus dem ſich ergiebt, in welcher Weiſe fuͤr die Schaͤferei das Winterfutter verabreicht wird. Bei demſelben iſt jedoch zu bemerken, daß er fuͤr das, nach dem duͤrren Sommer 1842 ſehr futterarme Winterhalbjahr 18½ berechnet iſt, wo den Schafen keine Kartoffeln, wenig Heu, noch weniger Grummet und nur karg gemeſſen Stroh gereicht werden konnte. Das Vieh iſt uͤbrigens dennoch gut durch den Winter gebracht worden, hat ſo ziemlich die gewoͤhnliche Quantitaͤt Wolle geliefert und außer dem im Futterplan angegebenen ſehr wenig an Getreide noch zugelegt erhalten. In beſſeren Jahren wird fuͤr die Schafe, je nach Alter oder Geſchlecht, taͤglich aufs Stuͤck 3 Pfund Heuwerth gerechnet. Seit 4 Jahren iſt bei der hieſigen Schaͤferei der Verſuch gemacht worden, Sommerlammung einzufuͤhren; im erſten Jahre wurden nur die gelte gebliebenen und die vierzaͤhnigen Mutter— ſchafe Anfangs Maͤrz zum Bock gelaſſen; allein der reichlichen Ernaͤhrung und der vielen dabei aufgewendeten Wicken, von deren Fuͤtterung man groͤßere Geilheit erwartet, ungeachtet, kamen nur wenige Thiere zu, die wenigen gezogenen Laͤmmer gediehen jedoch ſehr ſchoͤu. Im naͤchſten Jahre ließ man, an— ſtatt fruͤher im September, im December unter, und erhielt 200 ſehr ſchoͤne Laͤmmer. Im naͤchſten Jahr ging man zum Maͤrz uͤber, um die Laͤmmer im Auguſt zu erhalten, wo die Alten gewoͤhnlich die reichlichſte Weide haben. Es wurden nun auch abermals 200 Laͤmmer gezogen, aber die Lammzeit fiel in die ſo trockene Periode des Jahres 1842, wo es weder Weide noch Klee gab und es viele Opfer an Getreide erfor⸗ derte, um das Vieh nicht verkuͤmmern zu laſſen. Dies hat abgeſchreckt und bewogen, die Laͤmmer im Mai zu ziehen, wo die Alten ausreichende Weide und vom Juni an gewoͤhnlich Klee nach Beduͤrfniß erhalten koͤnnen. Sind 45 nun auch die Reſultate bis jetzt nicht ſo geweſen, daß man Fut⸗ tererſparniſſe gemacht, oder beſondere Vortheile wahrnehmen ge⸗ konnt haͤtte, ſo iſt man doch zu der Ueberzeugung gelangt, daß bei guͤnſtigeren Umſtaͤnden der Vortheil mehr auf Seite der Sommer⸗, als der Winter- oder Fruͤhjahrslammung iſt. Der Schafmeiſter und die Knechte erhalten einen Antheil des Reinertrags der Schaͤferei, der dann verbleibt, wenn alles uͤber die beſtimmte Quantitaͤt des Winterfutters weiter ver⸗ wendete Futter an Getreide, Heu und Kartoffeln nach feſtge— ſtellten Saͤtzen, nebſt allen anderen Ausgaben fuͤr die Schaͤfe⸗ rei von ihrem Bruttoertrage abgezogen iſt. Schweinzucht. Sie findet nicht in beſonderer Ausdehnung ſtatt. Die zur Aufzucht des Maſtviehes fuͤr die Wirthſchaftsconſumtion nicht noͤthigen Ferkel werden theils als ſolche, theils als Laͤufer, zu— weilen auch gemaͤſtet, verkauft. Die gehaltene Raße iſt hier beliebt, in der Umgegend, unter dem Namen der Sahliſer, ge— ſucht und ſtammt urſpruͤnglich von der Champagner Raße ab. 46 Plan der fuͤr das Winterhalbjahr 1843 zu beſtimmenden Fuͤtterung des Viehſtandes bei den Wirthſchaften Sahlis und Rüdigsdorf, mit Zubehoͤr. Es werden in dieſem Winter zu erhalten ſein: 24 Spann⸗ und 1 Reitpferd. 25 Stuͤck. 108 Stuͤck Kuͤhe und Bullen, reducirt auf Kuͤhe= 108 20 ⸗ Zugochſen.„ 7—= 26 52 ⸗ große Kalben 2 ⸗ 7— 40 45 ⸗ kleine ⸗. 7 7— 22 225 196 13 alte Schweine, reducirt auf ſolche= 13 21 große Laͤufer.. ⸗= 18 40 kleine ⸗. 2„:—== 260 74 51 1656 Stuͤck Schafe und zwar 590 Hammel. 1066 Mutterſchafe, Staͤhre und Laͤmmer. 47 Die vorhandenen Futtervorraͤthe beſtehen aus dem nach— folgend aufgefuͤhrten und ſind auf Heuwerth nach den dem Unterzeichneten angemeſſen ſcheinenden Saͤtzen reducirt. reducirt Futterbeſtaͤnde. Fuder Meider Centner Sanfeſs Centner 1) Wieſenheu.... 115— 1725 1725 2) Grummei...... 35— 525 420 3) Kleehen....... 48— 720 720 4) Kartoffeln..—- 3150 4500 2100 5) Rüben...—— 600 190 6) Kränt—— 1200 200 7) Spreu von allem Ge⸗ treide, von 2500 Schck. pro Schck. 3 ½ Pfd...—— 800 3350 8) Erbſen⸗ und Klee⸗ ſtroh à 10 Ctr..... 137— 1370 600 9) Gerſten⸗ und Ha⸗ ferſtroh 993 Schck.—— 5000 2000 10) Rapsſtroh u. Kap⸗ Pen........—— 2600 800 11) Roggen⸗ und Wei⸗ zenſtroh nach Abzug des zu Strohſeilen und zur Einſtreu zuruͤckblei⸗ benden.—— 7800 1115 12) Biertrebern von 525 Dresdn. Scheffel bis Mitte Mai.....—— 600 1200 Summa——— 111420 Hiervon iſt zunaͤchſt in Ab⸗ zug zu bringen: 48 Transport Die Pferde bekommen auf die Zeit vom November bis Mitte Mai das Stuͤck monatlich 3 ½ Scheffel, betraͤgt 569 Dresdner Scheffel Hafer; dieſe 569 Scheffel ſind gleich 580 Centner abſol. Gewicht................ pro Pferd taͤglich 4 Pfd. Heu. .. ⸗ 3„⸗ Häckſel.. Fuͤr das auf 196 Stuͤck alte Thiere reducirte Rindvieh ſoll die Einrichtung getroffen werden, daß fruͤh Stroh pro Stuͤck zu 4 Pfd. Heuwerth, Vormittags Siede aus Haͤckſel, Spreu, Rapskappen, 1 reducirt Futterbeſtaͤnde. Fuder Vanena Centner Heuwirth Centner Transport— 11420 Heu fuͤr die Pferde und das hels junge Rindvieh von Mitte Ker Mai bis Ende Juni..— 82 Kartoffeln zu Saamen und Abgang, ſowie zur Speiſung.......— 420 Deputate fuͤr die Kuͤhe des Foͤrſters und Schaͤfers an Spreu, Stroh, Kar⸗ toffeln und Hheu— 96 598 verbleiben——- 10822 Heuwerth. Ctr. Latus haben ſoll 10822— 1340 1340 — 195 — 18 12162 1553 98 92 — — 49 Transport geſchnittenem Kleeheu und Kartoffeln, auf Heuwerth 5 Pfd.; Mittags ein trocknes Denſendg aus Haͤckſel, Ruͤben, Grummet 3 Pfd.; Nachmittags 4 Uhr Siede, wie Vormittags, 5 Pfd.; Abends Stroh, wie fruͤh 3 Pfd., Summa 20 Pfd. gegeben, betraͤgt daher auf 200 Tage fuͤr 196 Stuͤck Das Ruͤdigsdorfer Vieh bekommt na⸗ tuͤrlich etwas mehr, circa 25 Pfd., das Eger Vieh um ſo viel weniger. An Getreideſchrot wird der Zuſchuß be⸗ tragen auf 6 ½ Monat 160 Scheffel.. Der Hafer und die Kleien fuͤr Kaͤl— ber 52 ⅞ Scheffel............. Fuͤr die Schweine wird zu verwen⸗ den ſein Milch und Molken, Roggen⸗ kleien fuͤr's junge Vieh; Kartoffeln, Spreu, Traͤbern fuͤr die Zucht- und daſſelbe mit Schrot und Erbſen fuͤr die Maſtſchweine, taͤglich 3 Mal pro Stuͤck, pro Tag auf Heuwerth reducirt 5 Pfd. Hiervon gehen ab 12 Maſtſchweine, die im December geſchlachtet werden; dieſe ſind zu rechnen fuͤr 18 Stuͤck, da⸗ her 33 Stück 7 Monate...... Die Erbſen kommen in Zurechnung mit Kleien ⸗ ⸗.. 7 Schrot 2 2 2 2 Milchabgaͤnge ⸗ 3 4 Fuͤr die 1656 Schafe kann gegeben werden: N N Latus Heuwerth. Ctrw. Hhaben ſoll 12162 1553 7127 440 440 112 112 — 310 12— 10 15— 20— 12771 9542 Transport Fruͤh: 1 Futter Heu pro Stuͤck ½ Pfd. um 10 Uhr: Winterfruchtſtroh, Heu⸗ werth 4 Pfd.; Mittags: Erbſen⸗ oder Kleeſtroh, Heuwerth Pfd.; Nachmit⸗ tags: Winterfruchtſtroh, Heuwerth 4 Pfd.; Abends: Rapsſtroh, halb Kleeheu oder Grummet, ¼ Pfd........... Die Hammel bekommen circa 350 Dresdner Scheffel Kartoffeln anſtatt des Mittagsfutters; die Laͤmmer und Staͤhre als Zuſchuß pro Monat 14 Scheffel Ha⸗ fer und Erbſen; dieſes betraͤgt auf 6 Monate 85 Centner........... In den Monaten Maͤrz und April kann ſaͤmmtlichen Schafen ein Zuſchuß an Koͤrnerfutter gegeben werden von 2 4 Scheffel Hafer des Tages, 135 Scheffel Heuwerth. Ctr. ſo daß demnach ein Ueberſchuß von 181 Centnern Heuwerth verbliebe. In Anſchlag iſt hierbei nicht gebracht, was den Maſtochſen und Schweinen an Getreideſchrot, ſowie den abzuſetzenden Kaͤl⸗ bern an Gerſtenſchrot und Hafermehl, ſowie an Heu zu verab⸗ reichen ſein wird. Sahlis, am 1. November 1842. Theodor Bake, Oekonomieinſpector. haben ſoll 12771 9542 — 3048 255 255 180 180 13206 13025 — 48 hſen Kaͤl⸗ rab⸗ Techniſche Gewerbe. Brauerei. Die Brauereigebaͤude ſind nahe bei dem Wirthſchaftshofe in Sahlis gelegen. Die Malztennen, Darre, Siedegeraͤth, Kuͤhlſchiffe, Bottiche, Gaͤhrraͤume und Keller ſind in gu— tem Zuſtand und ſo umfaſſend, daß der Betrieb noch mehr ausgedehnt werden koͤnnte, als es gegenwaͤrtig der Fall iſt, wo jaͤhrlich ungefaͤhr 5000— 6000 Eimer Bier, theils obergaͤhriges, theils untergaͤhriges oder Lagerbier geliefert und davon etwa 1500— 2000 Eimer nach Leipzig, 3000— 4000 Eimer in die Staͤdte Geithayn, Rochlitz, Wechſelburg, Penig, Burgſtaͤdt, Waldenburg, Hohenſtein, Koh⸗ ren und in die umliegenden Doͤrfer abgeſetzt werden. Das Sahliſer Bier hat ſich einigen Ruf erworben, den man zu erhalten ſucht, indem nur das beſte Material zur Bier⸗ bereitung verwendet wird. Angeſtellt iſt ein Braumeiſter, der naͤchſt Deputaten ſei⸗ nen Lohn nach der Menge des producirten Bieres empfaͤngt, die noͤthigen Gehuͤlfen auf eigene Koſten zu erhalten, Malz und Bier herzuſtellen, den Vertrieb zu beſorgen, fuͤr nicht ein— gehende Geldreſte zu haften hat und unter der Aufſicht der Wirthſchaftsverwaltung ſteht.- Ziegel- und Kalkbrennerei. Sie wird mehr zum eignen Bedarf, als um Verkaufs— producte zu liefern in Betrieb erhalten, da zum Bauen Ziegel und Kalk oft gebraucht, letzterer auch zur Feldduͤngung ſtark verwendet wird. Sie liefert im Durchſchnitt des Jahrs etwa 100,000— 120,000 Stuͤck Ziegel verſchiedener Art, ließe ſich aber leicht ſtaͤrker betreiben, wenn ein vortheilhafter Abſatz ſtattfaͤnde. Ziegel ſind jedoch in hieſiger Gegend eine nicht 4* 5²2 beſonders geſuchte Waare, weil das Mauern mit Bruchſteinen, das Decken mit Schiefer gewoͤhnlich und Ziegeleien in großer Anzahl und geringer Entfernung vorhanden ſind. Zur Feuerung wird Torf verwendet, der aus dem Altenburgiſchen, 1 Meile weit, die zu brennenden Kalkſteine 2 ½ Meile weit anzufahren ſind. Nechnungsweſen. Die hier gefuͤhrten Rechnungen beſtehen zunaͤchſt aus Journalen und Manualen fuͤr Naturalien, Viehbeſtaͤnde und techniſche Gewerbe, ſowie fuͤr die Geldeinnahmen und Aus— gaben. Aus dieſen wird in die Hauptrechnung uͤbergetragen und zwar ſo, daß die Naturalrechnung von der Geldrechnung controlirt wird, und ſo umgekehrt. Wo dies nicht iſt, muͤſſen in Bezug auf letztere Quittungen als Belege dienen. Die Hauptrechnung iſt in tabellariſcher Form gehalten; jeder Wirthſchaftszweig hat ſeine eigenen Capitel und Abthei⸗ lungen. Allmonatlich wird ein Extract aus den Wirthſchafts⸗ rechnungen uͤber alle Gegenſtaͤnde geliefert, die dahin gehoͤren. Zu jeder Zeit kann abgeſchloſſen und der Stand der Caſſe ſo— wohl, wie der Vieh- und Naturalienbeſtand nachgewieſen wer⸗ den. Fuͤr jeden einzelnen Zweig laͤßt ſich am Jahresſchluß eine Reinertragsberechnung ſehr leicht anlegen, da ſich die Materia— lien dazu in den Capiteln vorfinden und nur zuſammengeſtellt zu werden brauchen. Bei Einrichtung dieſer Rechnung hat man ſich nur an das rein Factiſche gehalten, Stroh, Duͤnger und Arbeits⸗ leiſtungen werden bei vorbezeichneten Reinertragsberechnungen nach feſten Preisſaͤtzen angenommen: fuͤr 1 Pferdearbeitstag — wird Thlr., fuͤr 1 Ochſenarbeitstag* Thlr., fuͤr 1 Geſinde⸗ —— 53 arbeitstag ½ Thlr., fuͤr 1 Maͤnnertag ¾ Thlr., und fuͤr 1 Wei⸗ bertag ¾ Thlr. berechnet. Stroh und Duͤnger kommen eigent⸗ lich zwar nicht beſonders in Rechnung, weil man beide gegen einander aufhebt; von dem in die Hopfenanlagen oder Gaͤr⸗ ten wird jedoch das Fuder von 20 Ctr. mit 1 Thlr. in An⸗ ſatz gebracht. Verwaltung. Dem mit Bewirthſchaftung der Guͤter betrauten Verwal⸗ ter oder Inſpector liegt ob, uͤber alle Theile der Wilrthſchaft, Fruchtfolge, Viehſtand, Arbeitskraͤfte, Melioratio⸗ nen ꝛc. Plaͤne zu entwerfen, dieſe dem Gutsherrn zur Geneh⸗ migung vorzulegen, nothwendig erſcheinende Abweichungen von der einmal getroffenen Beſtimmung anzuzeigen und vom Gange der Wirthſchaft regelmaͤßig Bericht zu erſtatten. Die Verwal⸗ tung und Vertretung der Caſſe hat derſelbe ebenfalls uͤber, ebenſo die Fuͤhrung der Buͤcher, aus denen von dem angeſtell⸗ ten Rechnungsfuͤhrer die Uebertragung in die Hauptrechnung geſchieht. Auch beſorgt er mit Bewilligung des Gutsherrn die Ein⸗ und Verkaͤufe und beaufſichtigt uͤberhaupt Alles, was zur Wirthſchaft gehoͤrt. Bei dem Hauptgut iſt zur Beaufſichtigung der Geſpanne und deren Arbeiten ein Voigt angeſtellt. Ebenſo in Ruͤ⸗ digsdorf, wo, wie ſchon erwaͤhnt, diejenigen Geſpanne ſtehen, welche die Ruͤdigsdorfer, Neuhoͤfer, Lindenvorwerks⸗ und Bauergutsfelder zu bearbeiten haben. Zur Beaufſichti⸗ gung der Tageloͤhner werden der Schafmeiſter und ein Mann, der im Winter den Forſt zu begehen hat, verwendet. Es er— halten dieſe Leute die Anweiſung zu den vorzunehmenden Ar— beiten entweder am Abend zuvor, oder am fruͤhen Morgen. 54 Die Meierei und Hauswirthſchaft ſtehen unter Leitung und Aufſicht von Frauen, in Ruͤdigsdorf unter der Frau des Voigts, welche Butter, Kaͤſe ꝛc. nach Sahlis abliefert, von wo aus der Verkauf ſtattfindet. Fuͤr die Aufſicht und Bewirthſchaftung der Holzungen, ſowie zur Ausuͤbung der Jagd iſt ein Revierjaͤger oder Holz⸗ foͤrſter angeſtellt, der zu ſeiner Unterſtuͤtzung noch einen Bur⸗ ſchen oder Holzvoigt hat. Auf Koſten des Verfaſſers gedruckt. 1 pon 1 N 3 A] —+ — — Der Schuster-— grund, in(nand- steiner 5 Flur Ir Danedeba9 AhA a. 1, 8 6 4 A g 2 f Wir nouu he Kare 2.. . 8 5 l d lis„ aa 2b 24₰ AR n bre e Wance 11 A 1. CIIA een en aen, ,rtt eee Snchne, Küdigsdorl, ruholund Lindenvorwerk we nmnen. Sne, Wch. hählt, 5 e, h 2 nen Ta‿l e —. — von nandtre= waab Apfren iA A2 Jladt 1 7 e. 6 r 2 25„— A ReTed,eieen 1 d 9 7 7 e N aphee a dn nac Aokren( J— nrpd 1 3 N a— K TEp A2 8 Cene 5 A 8 D K SSr ee 5 a Kne—* 8 8 2 mannare l 3. 8 W n eue 3. 1 1 Oheee m a mn— —— Ieeerae.—— . U. abmuada 1—, .„— 3— 3 2— 5— mondiͤbun oc,n, 7 2. 2 2 TI.— e he 3/7„A eeen aaeſ„ ea me 4— 3 n Ao B.eruen nen e, qate day 2 Ae. 4 d — W Vn— eAA dn nn S 1 A 7 4 1 7— 8 A,’ r, a an 1 L A uK he dnJea Aᷓm m aam 77 . 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Solour& Grey Controi Chari Blue Cyan Green Vellow Heod Magenta Wnite Grey!l Grey 2— Grey 3 Grey 4 Black