Univ.-Bibi. Giessen 3 8 1 — 1 1 8 — 25) A Praktiſche Beobachtungen 2 uͤber die en g liſchen Gr a s amten, beſonders * uͤber ſolche, welche zur Beſtellung oder Verbeſſerung der Wieſen und /Teuſ we am ſchicklichſten ſind. Aedr aller 7 in eetn⸗ engliſchen Grasarten von R. T n ch k Aus dem Engliſchen, mit oͤkonomiſchen Anmerkungen des Herausgebers. Mit ſechs Kußfern. Ane—— Leipzig, bey Gerhard Fleiſcher dem Juͤngern. 430 5 Aus dem oͤkonomiſchen Sammler 6tes Stuͤck apart gedruckt. ötes Etick 1. Praktiſche Beobachtungen uͤber die engliſchen Grasarten, beſonders uͤber ſolche, welche am ſchicklichſten ſind zu Beſtellung oder Verbeſſerung der Wieſen und Weiden; nebſt einer Aufzaͤhlung aller engliſchen Grasarten von William Eur⸗ tis, Verfaſſer der Flora Londinenſis. Aus dem Engliſchen nach der dritten Ausgabe von R. Tuchar. Mit dkonomiſchen Anmer⸗ kungen vom Heraus⸗ geber. 5 Schon laͤngſt ſind die aufgeklaͤrtern Oekonomen jetzi⸗ ger Zeit der Meynung, daß ein großer Theil unſeres Wieſen⸗ und Weidenlandes, durch die Einfuͤhrung der ⁸) So viel auch uͤber die Graͤſer geſchrieben iſt, ſo bleibt den⸗ noch dies neue Werkchen des bekaunten engliſchen Botanikers H. Curtis, ein intereſſanter Beytrag zu der Litteratur die⸗ ſer fuͤr die Landwirthſchaft hochſt wichtigen Branche der Bo⸗ 2132 4 Beſtellung mit einigen unſerer beſten Grasarten, un— endlich eintraͤglicher gemacht werden koͤnne, als es ge⸗ genwaͤrtig der Fall wirklich iſt: und indem einige dieſer Maͤnner durch Schriften, voll des geſundeſten Raiſonne⸗ ments*) verſuchten den Landmann dahin zu bewegen, tanik; indem man nicht verkennen wird, daß darinnen eine Menge, in der Oekonomie zeither unbekannter Grasarten ange⸗ fuͤhrt, und auch mit ihren Vortheilen und Nachtheilen be⸗ ſchrieben ſind. Der Verfaſſer ſelbſt hat ſie freylich in Eng— land gefunden; indeß iſt es kein Zweifel, daß ſie auch bey uns in dem weit kraͤuterreichern Deutſchland vorkommen. Es ſind zwar nur kurze Nachrichten davon; indeß verdienen ſie ſchon den Dank der Landwirthe, die dadurch doch aufmerkſam auf dieſe Graͤſer gemacht werden. Anmerk. d. Herausg. 9) Man muß ſich in der That wundern, daß die Leute ſo lan⸗ ge vernachlaͤſſigt haben, den gehoͤrigen Vortheil aus Pflanzen von ſolcher Wichtigkeit zu ziehen, und dabey zu unterſuchen, welches in jeder Gegend das beſte Viehfutter ſey? Der Landmann, der die Saamen der Grasarten nicht unterſchei⸗ den und ausleſen kann, fuͤllt ſeine Weiden entweder mit wahrem Unkraut, oder doch mit ſchlechten und untauglichen Grasarten an; da er auf der andern Seite, bey einer geho⸗ rigen Auswahl, nach einigen Verſuchen, des beſten Futters und zwar in einem ſo großen Ueberfluß, als nur ſein Land geſtatten koͤnnte, gewiß verſichert ſeyn wuͤrde. Wenn jetzt ein Landwirth ſein Land auf Fuͤtterung benutzen will, was thut er? Er nimmt entweder den noͤthigen Saamen ohne allen Unterſchied von ſeinem eigenen unreinen Heuhaufen, oder bittet ſeinen naͤchſten Nachbar, ihm auszuhelfen. Auf dieſe Art muß nicht nur nothwendigerweiſe eine gewiſſe Mi⸗ ſchung von allerley unnuͤtzen Kraͤutern entſtehen, ſondern wenn er ſelbſt eine große Menge guten Saamen hat, ſo kann es doch ſehr leicht geſchehen, daß der, der fuͤr trocknes Land paßt, von naſſem Boden genommen wurde, wo dieſe Art ihrer Natur nach, waͤchſt, und ſo ungekehrt. Man ſollte„ gar nicht denken, daß dieſe ſo unuͤberlegte und nachlaͤſſige Verfahrungsweiſe allgemein herrſchend geworden ſey; und ¼ 5 2. 8 9 A daß er Saamen dieſer Grasarten ſammeln und ſaͤen es ge⸗ 4„: e.. 5 moͤchte, ſo gaben ſich andere die Muͤhe, ihn durch das e dieſer— iſonne⸗. . dennoch iſt dies der Fall mit beynahe allen Graßarten, aus⸗ wegen, genommen mit dem Lolch(darnel graff; Lolium) und mit dem in einigen wenigen Gegenden Englands unter dem Na⸗ men Suffolk⸗Gras(aͤhriges Riſpengras, Poa annua) ——— d bekannten Gras; und dieſer letztere Umſtand iſt, wie ich alen de⸗. glaube, mehr dem Boden zuzuſchreiben, als der Sorgfalt 1 a en. der Landleute. Wenn hingegen ein Landwirth ſich die Muͤhe uch e geben wollte, nur ein einzigesmal in ſeinem Leben ein hal⸗ 1 e. C bes oder ein ganzes Noͤſel von den verſchiedenen Gras⸗ euen ſe Saamen auszuleſen und Sorgfalt zu tragen, daß jede Art netſen fuͤr ſich geſaͤet wuͤrde, ſo wuͤrde er in ſehr kurzer Zeit genug 1 haben, um damit ſeine ſaͤmmtlichen Wieſen hinlaͤnglich zu be⸗ 1 3 ſtellen; vorausgeſetzt, daß er auf die Natur und Beſchaffen⸗ 1 heit jedes Bodens Ruͤckſicht genommen haͤtte. Zu gleicher 1 ſo lau- Zeit koͤnnte er dieſe ſeparirten Saamen unter andere Leute yflanzen verbreiten, indem er die Saamen⸗Laͤden damit verſaͤhe.— 1 erſuchen, Die Anzahl der Grasarten, die dem Landmann beſonders der vichtig ſind, iſt nach meiner Meynung ſehr gering; er 4 uterſchei⸗ braucht ſeine Aufmerkſamkeit nur auf etwa ſechs bis zehn Ar⸗ der mit ten zu verwenden. Es muß uͤberhaupt jedem auf den erſten anglichen Anblick in die Augen ſallen, wie gering die Muͤhe bey einem 1 4 er geht⸗ ſolchen Unternehmen iſt, und wie groß der daraus entſprin⸗ Füttet gende Vortheil? Wuͤrde man denjenigen nicht fuͤr halb ra⸗ 4 ein Land ſend halten, der Weizen, Gerſte, Hafer, Roggen, Erbſen, 1 enn jeßt Bohnen, Wicken, Buchweizen, Ruͤben und Unkraut aller Art ll, uus unter einander ſaͤete? Und iſt es weniger thoͤricht, ebendaſ⸗ 1 4 nen ohne ſelbe in Bezug der Grasarten zu thun?(Stillingfleet's ühruft Miſc. Tract. edit. 2. p. 365.) 1 en. Auf Wieſen⸗ und Weidenland wird haͤufiger vernachlaͤſigt als iiſ N das Ackerland; ob es gleich im Allgemeinen eine weit groͤße⸗ re Verbeſſerung zulaͤßt als dieſes. Die beſten Grasarten koͤn⸗ daror 82 nen nie mit zu großer Muͤhe gepflegt werden; denn ich habe z Land mitten in einem großen Stuͤck Land einen kleinen Fleck geſe⸗ ds ar hen, den Hr. Stillingfleet auf dem Gute des Hrn. Prier zu bihne Forley in Herefordſhire, ſeit zwoͤlf oder vierzehn Jahren kan ſpur F mit einigen auserleſenen Saamen beſaͤet hatte, waͤhrend daß äuſe zu gleicher Zeit der uͤbrige Theil des Feldes mit gewoͤhnlichem y; una 4 6 Anerbieten wohlgewaͤhlter Praͤmien zu locken;*) aber bis jetzt haben weder die Schriften der einen, ſo uͤber⸗ zeugend ſie auch waren, noch die ausgeſetzten Preiſe der andern, trotz ihrer Reizung, den gewuͤnſchten Erfolg hervorgebracht: der Lolch(RKay⸗ oder Rye. Graff) iſt bis jetzt immer noch die einzige Grasart, deren Saa⸗ men zum Behuf der Beſtellung des Wieſen⸗ und Wei⸗ delandes zu kaufen iſt, und dennoch weiß jeder unterrich⸗ tete Landmann, wie wenig paſſend dieſes Gras zu der angefuͤhrten Abſicht iſt. Man kann vielleicht nicht hin⸗ Saamen beſaͤet worden war, und habe gefunden, daß jener unbetraͤchtliche Fleck anſehnlich beſſer iſt, als das Uebrige. Dieß ſchien nicht nur mir ſo, ſondern wurde auch durch die Ausſage des Verwalters des Hrn. Prier beſtaͤtigt, der die Fruchtbarkeit dieſes Stuͤcks ſehr wohl kannte. Durch Hrn. Stillingfleets Verſuche und durch meine eigenen Beobachtun⸗ gen nun bin ich voͤllig uͤberzeugt worden, daß jeder, der ſein Land auf Gras benutzen will, ſelbiges durch dieſe Me⸗ thode, es zu beſtellen, zu einem weit hoͤhern Grad der Voll⸗ kommenhelt bringen kann, als man es auf die gewoͤhnliche Weiſe zu thun im Stande iſt. S. Kent's Winke fuͤr Be⸗ ſitzer von Laͤndereyen.(Hints to Gentlemen of Landed Property.) Auch kann man hieruͤber noch nachſehen: Anderſons Verſuche uͤber den Ackerbau und andere oͤkonomiſche Gegen⸗ ſtaͤnde(Ellays on Agriculture and Rural affairs. 2 Baͤnde in Octav) worin dieſer Gegenſtand unter einer Menge an⸗ derer ſehr ausfuͤhrlich und gut abgehandelt worden iſt; jedoch muß man bey Durchleſung dieſes Werks ſehr bedauern, daß viele der nuͤtzlichen Winke, die dieſer geſchickte Autor giebt, aus Mangel an botaniſchen Kenntniſſen deſſelben, unnuͤtz und nicht zu defolgen ſind. *) Dieß geeſchah in England von der Soeiekaͤt zu Beföor⸗ derung der Manufakturen, Kuͤnſte und Hand⸗ Iung(Soeiety for the Encouragement of manufactures, arts aud commerce). 6 —. — 4 3 aber über⸗ eiſe der Erfolg il) iſt Saa⸗ dWei⸗ terrich⸗ zu der ct hin⸗ aß jener Uebrige. durch die der die ch Hrn. obachtun⸗ der der ieſe Me⸗ der Volr⸗ vͤhnliche fuͤr Be⸗ Landed derſons ſe Gegen⸗ 2 Bände ſenge au⸗ ſt; jedoch etn, dud tor giebt, nnüt und Befit⸗ d Hand⸗ Alactures, X 7 2 laͤnglich genau beſtimmen, warum man juſt den Ge⸗ brauch des Winter⸗Lolchs oder des engliſchen Raygraſes(Loliam perenne) allen andern Grasar⸗ ten vorgezogen hat;*) hoͤchſt wahrſcheinlich verdankt er ſeine Einfuͤhrung mehr dem Zufall oder dem Umſtand, daß er eine ſehr gewoͤhnliche Grasart iſt, deren Saa⸗ men ohne Muͤhe geſammelt werden konnte, als einer Unterſuchung ſeiner Vorzuͤglichkeit vor andern Grasar⸗ .7 ten. Dieß mag jedoch ſeyn wie es will, ſo ſcheint ge⸗ genwaͤrtig doch kein Grund vorhanden zu ſeyn, warum man die uͤbrigen Grasarten vom Gebrauch ausſchließen wollte, da es doch hoͤchſt unwahrſcheinlich iſt, daß unter ungefaͤhr hundert in einer Gegend wild wachſenden Graͤ⸗ ſern:**) der Schoͤpfer der Natur nur eine einzige Art beſtimmt haben ſollte, welche ſich zu Benutzung als Weide oder Futter ſchickte. Wenn man alſo einraͤumt, daß es noch andere Grasarten giebt, die in vielem Betracht dem Lolch (Kay-Graff) vorzuziehen ſind, ſo entſteht natuͤrlich die Frage, woher kommt es, daß man bis jetzt ihren Ge⸗ brauch noch nicht allgemein eingefuͤhrt hat? Hierauf dient aber zur Antwort, daß in jeder Wiſſenſchaft, aber ganz vorzuͤglich in der Landwirthſchaft, Verbeſſerungen *) Indeß wiſſen wir doch gewiß, daß der Saamen des wol⸗ ligten Roß⸗ oder Honiggraſes(Holcus lanatus), den man in einigen Gegenden von Yorkſhire in großer Menge geſammelt hatte, in verſchiedenen Londner Laͤden unter dem Namen des Yorkfhire⸗Graſes verkauft wird. **) Das Wort Graͤſer iſt hier in dem eigentlichen batanaſchen Sinne zu verſiehen. —— —— 4 1 8 langſame Fortſchritte machen; und vielleicht giebt es kei⸗ ne Klaſſe Menſchen, die mit einer groͤßern Halsſtarrig⸗ keit an alten Vorurtheilen haͤngen und darauf beſtehen, als wie die der Landleute. Die Schwierigkeit, die einzelnen Grasarten ge⸗ hoͤrig von einander zu unterſcheiden, iſt ohne Zweifel ein großes Hinderniß geweſen.*) Viele dieſer Pflan⸗ *) Die Landwirthe, vorzuͤglich die gemeinern Landwirthe haben zeither die vorgeſchlagenen Graͤſer gar niemals kennen lernen koönnen, da man auch bey uns in Deutſchland nichts that, als daß man ſie ihnen beſchrieb; woraus ſie aber in der That nicht im Stande waren, eine ſolche Kenntniß davon zu er⸗ langen, als es ihnen allein nur durch Anſicht der Pflanze in getrocknetem oder lebendem Exemplare, oder wenigſtens in einer Darſtellung in guten Kupfern moͤglich iſt. Nnun ſchrieb zwar Schreber ſchon im Jahr 1763. ſeine trefliche Preis⸗ ſchrift: Botaniſch⸗okonomiſche Abh. vom Grasbau, Leipzig 8. die auch in den Oek. Nachr. XV. p. 195. ſteht: und gab alsdann auch in den Jahren 1764⸗ 77. ſeine trefliche Bota⸗ niſch⸗bkonomiſche Beſchreibung der Graͤſer, 1ſter Th. in 5, und 2ter Th. in 3 Abtheil. in Fol. mit ſchoͤn illuminirten Kupfern heraus: aber daraus konnte der Landmann die Graͤ⸗ ſer nicht kennen lernen, da das Werk mit illum. Kupf. 11 Rth. 8 gr. und mit ſchwarzen 7 Rth. 12 gr. koſtet: noch we⸗ niger aus Kerners Abbildungen der oͤkonom. Pflanzen in 800 Blaͤttern, die beynah 200 Rth. koſten. In Bernhards, Bergers, Borowskys und andern Schriften uͤber Futterbau ſind die Graͤſer zwar angefuͤhrt, aber nicht abgebildet. Sehr verdienſtlich iſt daher ein neues kleines Werkchen, was le⸗ dialich dazu beſtimmt iſt, dieſe Luͤcken auszufuͤllen, und wel⸗ ches im Ganzen recht gut ausgefallen iſt: naͤhmlich Mau⸗ kens Grasbuͤchlein, oder Anweiſung, die ſchaͤdlichen und nuͤtzlichſten Graͤſer zu kennen, jene ausrotten, dieſe vermeh⸗ ren, und erkennen zu lernen, fuͤr gemeine Landwirthe ꝛc. Leipzig 1801, 4. 1 Rth. Herr Paſtor Mauke erbi⸗tet ſich aber auch noch ſogar, die 40 darinnen beſchriebenen Grasar⸗ ten in getrockneten Exemplaren, zuſammen ſur 12 gr. abzü⸗ —— es kei⸗ ſittig⸗ eſtehen, ken ge⸗ Zweifel Pflan⸗ he haben a lernen zts that, det That n zu er⸗ Hlanze in ſtens in ſchrieb e Preis⸗ eipzig 5. und gab he Bota⸗ h. in 3, ninirten die Grä⸗ Kupf. 11 noch we⸗ n in 800 ernhards, dutterbau t. Sehr was le⸗ und wel⸗ Mau⸗ hen und vermeh⸗ virthe ie i tet ſic Graser⸗ . gtjl 9 zen ſind ſich ſo gleich und aͤhnlich, daß der im Unter⸗ ſcheiden geuͤbteſte Pflanzenkenner oft nicht im Stande iſt, ſie gehoͤrig zu trennen; um wie viel mehr muß dann nicht der bloße Landmann vor ſo einer muͤhſamen Arbeit zuruͤckſchrecken? Noch iſt eine andere Urſache, die wider die Ein⸗ fuͤhrung jener Kraͤuter gewuͤrkt haben kann, die, daß Graͤſer ſowohl als andere Pflanzen oftmals anempfohlen worden ſind, wenn man ſie doch nur aus ſehr wenigen und ſehr beſchraͤnkten Erfahrungen kannte; oder daß ſie von Leuten angeprieſen wurden, die weder als Botani⸗ ker noch als Landwirthe die gehoͤrigen Kenntniſſe von ih⸗ nen hatten, oder auch die es nur darum thaten, um aus der eeichtglaͤubigkeit des Publikums Nutzen zu ziehen. Aber die Haupturſoche iſt vielleicht die geweſen, daß diejenigen, die die Verbeſſerungen machen ſollten, die Mittel, die Verſuche auszufuͤhren nicht gehoͤrig in Haͤnden hatten. Ob der Weg, den ich in dergleichen Faͤllen eingeſchlagen habe, beſſer zum Zweck fuͤhre, wie der, auf welchem meine Vorgaͤnger giengen, muß durch den Erfolg erwieſen werden. Durch die vielen Nach⸗ laſſen.— Bekanntlich giebt auch Hr. Apotheker Saatkamp in Celle die Futtergraͤſer und Futterkraͤuter in getrockneten Exemplaren heraus; bis jetzt 2 Hefte, mit 24 Stuͤck. 2 Rth. 8 gr. Und im Jahr 1785⸗39, veranſtaltete Ehrhard in Han⸗ nover 10 Decaden, oder 100 Stuͤck getrockneter Grasarten, 10 Stuͤck zu 8 gr.: allein beyde letztern ſind nicht fuͤr den Landmann und gemeinen Paͤchter; fuͤr den ſich bloß H. Mau⸗ kens Unternehmung paßt. 3 Anmerk. des Herausgeb. 10 fragen nach Grasſaamen, die eine Menge Herren bey mir gethan haben, glaubte ich mich genoͤthigt zu ſehen, etwas zu chun, welches ihre Zufriedenheit erhielte und zugleich dem Publiko einen weſentlichen Dienſt leiſtete. Ich wuͤnſche alſo wenigſtens ſie nunmehr in den Stand zu ſetzen, uͤber eine Sache zu entſcheiden, welche ſo lan⸗ ge ſchwankend und ungewiß geweſen iſt und von welcher nicht nur ich allein, ſondern mehrere ſich einen großen Vortheil fuͤr die ganze Nation verſprechen. Ich bin uͤberzeugt, daß die Grasarten, die ich anempfehlen will, alles leiſten, was man nur von den Graͤſern unſeres Landes fodern kann; es ſind ihrer ſechs, die die Krone unſerer beſten Weiden ausmachen; die meiſten von Ihnen kommen ſchon ſehr zeitig im Jahre, alle geben ſehr viel Heu und kommen in ſolchem Boden und in denjenigen Gegenden am beſten fort, die ſich zu Wieſen und Weiden vorzuͤglich ſchicken.. Allein man muß ſich auch keine Wunderdinge von ihnen verſprechen; denn trotz aller ihrer Tugenden ſind ſie doch nur Graͤſer und als ſolche ſind ſie auch dem Um⸗ ſtand unterworfen, daß ſie nach Beſchaffenheit der be⸗ ſondern Jahreszeiten oder der Fruchtbarkeit oder Un⸗ fruchtbarkeit des Bodens, auf dem ſie geſaͤet ſind, reich⸗ lichere oder magere Erndten geben. bey ſhen, te und ſtete. ötand lan⸗ elcher roßen ie ich den ihrer chen; g im lchem beſten iglich he von n ſind Um⸗ der be⸗ r Un⸗ reich 11 Beobachtungen uͤber die hier empfohle⸗ nen Grasarten. I. Anthoxanthum Odoratum. Gelbes Ruchgras. SVeet-Scented Vernal-Graſſ. (Erſte Tafel in Kerners Abbild. ök. Pflanzen Taf. 3. und in Schrebers Graͤſern I. T. 5.) Naͤchſt dem Cynoſurus caeruleus oder dem Elf⸗ danſer(blaues Kannengras, blue-Dogs Tail Graſſ) kommt dieſes unter allen unſern engliſchen Grasarten zuerſt in die Bluͤthe, mithin iſt es ſchon als ein zeiti⸗ ges Gras ſehr zu ſchaͤtzen. Sein Werth gewinnt auch dadurch noch, daß es auf jeder Art Boden und in jeder Gegend fortkommt, indem man es ſowohl in ſumpfi⸗ gen Orten, als auch in Waͤldern(vorzuͤglich in ſolchen, die noch nicht ſehr herangewachſen ſind, oder wo das junge Holz niedergeſchlagen worden iſt), auf fetten Wie⸗ ſen und auf magern Weiden und im Sande findet. In Betreff der Erndte giebt es zwar nicht ſo viel wie einige, jedoch auch mehr wie viele andere.*) Das Vieh liebt dieſes Gras erſtaunend, und es iſt bekannt genug, daß es das einzige engliſche Gras iſt, welches wohlriechend iſt; der angenehme Geruch des neugemach⸗ ten Heues koͤmmt einzig und allein von dieſem Gras her, weshalb auch ſein lateiniſcher Beyname im Pflan⸗ *) Es waͤchſt in 2 auch 3 Schuh hohen Halmen und mit 1 Schuh langen Blaͤttern, und beſtockt ſich ſehr: umſtrickt des⸗ halb das Moos auf den Wieſen. 1 Anmerk. des Herausg. —C—O — 12 zenſyſtem odoratum, d. i. das wohlriechende, iſt. Wenn man die gruͤnen Blaͤtter zerrhe ſo theilt ſich jener angenehme Geruch ſogleich den Fingern mit, auf welche Weiſe man die Blaͤtter zu jeder Zeit, es mag bluͤhen oder nicht, ſehr leicht erkennen kann. Leute, die nicht tief in die Kenntniß der Pflanzen eingedrungen ſind, koͤnnen es, wenn es in der Bluͤthe iſt, auch dar⸗ an erkennen, daß es ſtets nur zwey Staubfaͤden oder Stamina in jeder Blume hat. Unter allen hier vorgeſchlagenen Grasarten giebt dieſes die geringſte Nenge Saamen. In gewiſſen Ge⸗ genden und noch mehr bey trockner Witterung pflegen die Blaͤtter dieſes Graſes leicht den Brand zu bekom⸗ men, welches von einer Krankheit herruͤhrt, die es in eine orangegelbe Farbe verwandelt und die oft ſchon vie⸗ len Schaden unter dieſem Graſe angerichtet hat, wel⸗ ches ich angeſaͤet hatte. II. Alopecurus pratenſis. Wieſenfuchsſchwanz. Meadow Fox-Tail Grafſ. (2te Tafel. Kerners Taf. 57. Schreber IJ. Taf. 19. I.) Dieſes treibt die Bluͤthenkolbe groͤßtentheils und in manchen Gegenden ganz und gar ſo zeitig als das Anthoxanthum; daher hat es auch als ein zeitiges Gras ſeinen Werth, und iſt uͤbrigens um vieles ſchnel⸗ ler und uͤppiger in ſeinem Wachsthum als das vorderge⸗ hende. Wenn es abgemaͤhet iſt, ſo ſchießt es ſehr ſchnell wieder auf, und giebt daher eine ſehr anſehnliche it. it ſich t, auf 8 mag ke, die rungen h dar⸗ en oder giebt ſen Ge⸗ ölege bekom⸗ ie es in Hon vie⸗ , wel— .19. 1.) eils und als das zeitiges s ſchne⸗ vorherge⸗ es ſehr ſehnüche 13 Menge Grummet.*) Wenn der Boden gut iſt, und man ein zweymaliges Erndten fuͤr nicht zuviel haͤlt, ſo ſcheint unter allen engliſchen Grasarten dieſes Gras fuͤr ein ſolches Unternehmen am ſchicklichſten zu ſeyn. Die Blaͤtter koͤnnten einigen vielleicht zu dick ſcheinen, allein man muß ſich erinnern, daß keine Grasart viel Heu geben kann, wenn nicht ihre Blaͤtter in einem gewiſſen Grade ſtark ſind. Wenn man es zeitig abmaͤhet, juſt wenn es in die Bluͤthe kommt, ſo giebt es dennoch ein weiches Heu, obgleich die Blaͤtter ſchon voͤllig groß ſind. Ueberhaupt iſt der große Nutzen, den man da⸗ durch erhaͤlt, daß dieſes und das vorhergehende Gras ſo zeitig ſind, in einer kurzen Entfernung von London gaͤnz⸗ lich verloren, weil man da mit dem Heumachen ſpaͤt an⸗ faͤngt, und weil da der Landmann eher eine allgemeine Erndte von Kraͤutern ohne Unterſchied, als von Gras, zu erwarten ſcheint. Der Wieſenfuchsſchwanz iſt in Betracht ſei⸗ nes erforderlichen Bodens eingeſchraͤnkter, als das gelbe Ruchgras, indem er wild einzig und allein nur an feuchten Orten waͤchſt; daher iſt er am aller⸗ ſchicklichſten, um ſehr naſſen Boden zu verbeſſern, aus welchem er die uͤberfluͤſſige Naͤſſe auszieht; oder auch, um ſchon vorhandene Wieſen zu verbeſſern, die einen naſſen Grund haben und die man in trocknen Sommern nicht abbrennen kann. *) Man kann es 3mal in gutem Boden hauen, wo ich es 1 ½ Ellen hoch geſunden habe. 3 Anmerk. des Herausgeb. 1 ———— 1 1 — 14 Den Saamen von dieſem Gras kann man ſehr leicht einſammeln; aber in manchen Jahreszeiten wird ein großer Theil davon von einer ſehr kleinen, pomeranzen⸗ farbigen Made oder Larve zerſtoͤrt, welche den Saamen verzehrt und hoͤchſt wahrſcheinlich zu irgend einer kleinen Fliege wird. Dieſes Gras unterſcheidet ſich in gewiſſer Hinſicht durch die Breite ſeiner Blaͤtter und dadurch, daß es fruͤhzeitig im May eine weiche Bluͤthenkolbe auf einem langen Stengel hervortreibt. Das Wieſen⸗Lieſch⸗ gras oder Timotheusgras(Phleum pratenſe, Meadoxw Cats-Tail Graſf) hat eine Bluͤthenkolbe, die der vom Wieſenfuchsſchwanz etwas aͤhnlich iſt, allein ſie iſt rauher anzufuͤhlen und kommt weit ſpaͤter im Sommer. III. Poa. pratenſis. Wieſen⸗Riſpengras. Smooth Stalked Meadow Graff. (3te Tafel. Kerme Taf. 354.) Die Blaͤtter dieſes Graſes fangen ſehr zeitig im Fruͤhjahr an hervorzuſproſſen und eine ſchoͤne gruͤne Far⸗ be anzunehmen; aber der Bluͤthenſtengel kommt nicht ſo fruͤh, wenigſtens eine Woche ſpaͤter als der des Fuchs⸗ ſchwanzes. Jedoch verhindert dieſer unbedeutende Un⸗ terſchied in Hinſicht der zeitigen Bluͤthe gar nicht, die⸗ ſer Grasart einen eben ſo hohen Werth beyzulegen, als den vorhergehenden; und ich bin voͤllig der Meynung, daß an Orten, wo man zeikiger Grasfuͤtterung benoͤthigt iſt, dieß nicht beſſer erreicht werden koͤnne, als durch de e glichen lich ſe ſchwa den 3 V gar zu Aſh albs di hader einet anſchr leicht en wid ein pomeranzen⸗ den Saamen einer kleinen ſſer Hinſcht h, daß es e auf einem ſen⸗lieſch⸗ n platenſe, eenkolbe, dis iſt, allein ſpaͤter im erafl. hr zeitig in e grüne Fat⸗ kommt nicht er des Fuchs ndeutende Un⸗ w nich, di⸗ zulegen, 6 der Meyfun, ung benöhligt 2 Allr ſe, gs d 135 3 4 die Verbindung dieſer drey Grasarten. Kommt zu gleicher Zeit mit in Anſchlag, daß die Heuerndte reich⸗ lich ſeyn ſoll, ſo muß man von dem Wieſenfuchs⸗ ſchwanz einen groͤßern Theil als von den beyden an⸗ dern nehmen. Dieſes Gras liebt mehr einen trocknen als einen gar zu feuchten Boden; und daher behaͤlt es ſein gruͤnes Anſehen in lange anhaltendem trocknen Wetter beſſer, als die meiſten andern Grasarten; jedoch gedeihet es in Heyderley Boden gut und wuͤrde ſogar auf dem Ruͤcken einer trocknen Mauer fortkommen; wiewohl es weit uͤppiger auf einer fetten Wieſe wachſen wird. Jedoch muß bemerkt werden, daß es eine Wurzel hat, die in der Erde wie die von der Quecke(Triticum repens) fortkriecht und beynahe eben ſo ſchwer auszurotten iſt. Man muß daher bey deſſen Einfuͤhrung, da wo man nicht gemeynt iſt, die Weidung ſtets zu behalten, mit Vorſicht zu Werke gehen. Unter den kleinen Verbeſſerungen, die ich mir ſchmeichle, gelegentlich bey Beſtimmung der eigen⸗ thuͤmlichen Unterſcheidungszeichen einiger engliſchen Pflanzen gemacht zu haben, iſt keine, die uns ſo viel Oenugthuung gegeben haͤtte, als die, welche ſich auf dieſe Grasart und das rauhſtengliche Rispen⸗ gras(Poa trivialis) bezieht. Dieſe beyden Grasarten ſind ſich ſo ſehr gleich und aͤhnlich, daß ſie an dem kleinen Unterſchied, wel⸗ chen Linne ſehr dunkel charakteriſirt hat, kaum zu un⸗ terſcheiden ſind. Allein man kann ſie in einem Augen⸗ blick mit der allergroͤßten Leichtigkeit und Zuyerlaͤſ⸗ 16 ſigkeit unterſcheiden, wenn man bey jeder derſelben nur auf zwey Unterſchiede aufmerkſam iſt. Die Poa Pratenſis hat einen weichen Stengel, die trivialis einen rauhen, welches man leicht wahr⸗ nehmen kann, wenn man ihn zwiſchen dem Daumen und einem Finger durchzieht; und welches von kleinen ſcharfen Puͤnktchen herruͤhrt, die man erblickt, wenn die Huͤlſe, die das Blatt um den Stengel bildet und womit ſie ihn bedeckt, vergroͤßert wird.(Siehe die erſte Figur der erſten Tafel). Die trivialis hat an der Baſis oder dem untern Theile des Blattes ein lan⸗ ges ſpitziges Haͤutchen; Ate Tafel 2te Figur; die pra— tenſis ein kurzes und ſtumpfes, 3te Taf. 2te Fig. Dieſe beyden Grasarten unterſcheiden ſich uͤbri⸗ gens noch durch eine Menge andrer Umſtaͤnde weſent⸗ lich von einander, doch iſt es nicht noͤthig, ſich hier bey dieſen aufzuhalten, und diejenigen, die noch genauer davon unterrichtet zu ſeyn wuͤnſchen, moͤgen deshalb die Flora Londinenſis nachſehen. Noch wollen wir ein ſehr unterſcheidendes Kenn⸗ zeichen dieſes Graſes angeben: es wirft oder ſtoͤßt nehm⸗ lich nie, als nur einmal im Jahre(im May) den bluͤ⸗ henden Stengel ab, dahingegen viele andere Grasar⸗ ten, und vorzuͤglich der Lolch(Kay-Graſſ) und das Jaͤhrige Rispengras(Dwarf- Meadow-Graſſ, Poa annua), ſie ſtets abſtoßen. Vermoͤge dieſer Eigen⸗ heit in Verbindung mit ſeiner Dauerhaftigkeit und Gruͤne, ſcheint es ein ſchickliches Gras fuͤr Raſenplaͤtze und Garten⸗Ebenen zu ſeyn. Ich diee und; Vun Bod ſchei ſo ben dieſe Gras des dochi ſteng auf t votzü naſſe bedeck geebt, zum zartes gen d *) G ein aa koſ —= nur engel, wahr⸗ umen ſeinen wenn t und he die it an lan⸗ 7 pla- uͤbri⸗ deſent⸗ hier nauer b die Kenn⸗ nehm⸗ hll⸗ rosar⸗ d das Graſſ, Eigen⸗ t und nyläße Jc 17 Ich habe gefunden, daß bey trocknem Boden ſich die Erndte dieſes Graſes jaͤhrlich betraͤchtlich vermindert und zuletzt ſogar ſehr unbedeutend wird, wenn deſſen Wurzeln ſich zu ſehr mit einander verſchlungen und den Boden ausgeſogen haben; welches ſie ſehr gern zu thun ſcheinen. Auf feuchten Wieſen iſt dieſe Wirkung nicht ſo bemerklich geweſen.*) Im ganzen genommen hat dieſes Gras eher bey mir verlohren als gewonnen. IV. Poa trivialis. MRauhſtaͤngliches Riſpengras. Rough-Stalked Meadow-Grafſ. (zte Tafel. Kerner Taf. 253.) So aͤhnlich auch dieſes und das vorhergehende Gras einander in ihrem Aeußern, vorzuͤglich in der Art des Bluͤhens ſind, ſo weſentlich unterſcheiden ſie ſich doch in bian uͤbrigen Eigenſchaften. Denn das weich⸗ ſtengeliche(Poa pratenſis) findet man hauptſaͤchlich auf trocknen Weiden, das rauhſtengeliche aber vorzuͤglich auf feuchten Wieſen oder an den Raͤndern naſſer Graͤben; es liebt die Feuchtigkeit und eine ruhige bedeckte Gegend. Ob es daher gleich wenig Graͤſer giebt, die mehr Heu geben und beſſer zur Weidung und zum Heumachen ſind, als dieſes, ſo iſt es doch ein ſehr zartes Gras, und deshalb den nachtheiligen Wuͤrkun⸗ gen der ſehr ſtrengen Kaͤlte oder düaroßen zochenbiſ *) Gleichwohl ſagt der Verfaſſer oben, daß das Gras mehr einen trocknen Boden liebe. Soviel ich es kenne, waͤchſt es am beſten in feuchtem Boden. Anmerk. des Herausgeb. dkonom. Samml. 6 St. B 18 zu ſehr unterworfen. Auf ſehr naſſem Grunde, nahe bey der Themſe, habe ich wahrgenommen, daß es ſehr groß waͤchſt, da es hingegen auf magerm Lande durch⸗ aus klein und niedrig bleibt. Es iſt vielleicht keine unbedeutende Empfehlung, daß es den groͤßten Theil der auf der ungemein fruchtba⸗ ren Wieſe bey Salisbury wachſenden Grasarten aus⸗ macht, welches ſchon von Stillingfleet erwaͤhnt und noch ausfuͤhrlicher in den Memoirs of the Bath agri- cultural Society, Vol. I. p. 94. beſchrieben iſt. Siehe uͤbrigens den Anhang. Wir muͤſſen noch bemerken, daß die Saamen von der Poa trivialis und Poa pratenſis, aber noch mehr die der erſtern, ſich ſehr leicht an einander anhaͤngen und mit einander verwickeln, gleichſam als wenn Spinnenweben darunter gemiſcht worden waͤren, welches einige Schwie⸗ rigkeit macht, ſie beym Saͤen gehoͤrig zu verbreiten. V. Feſtuca pratenſis. Gemeiner Wieſen⸗Schwingel. Meadov Feſcue-Grafſ. (ste Tafel.) Unter den verſchiedenen hier abgehandelten Gras⸗ arten kommt dieſe im Aeußern dem Lolch(Ray-Graſſ) am naͤchſten, welchem es jedoch, wie mir ſcheint, in vielen Hinſichten vorzuziehen iſt, wenigſtens, wenn man unternimmt, Wieſen anzulegen oder zu verbeſſern. Es iſt groͤßer und hat mehr Blaͤtter; es iſt voͤllig perenni⸗ rend, gar nicht zaͤrtlich und kommt nicht nur in ſehr naſſem, ſondern ebenfalls auch in trocknem Boden fort. aunde, mihe daß e ſeh lande duch Empfeplun nein fruchtbe asarten aus erwäͤhnt und 2 Bath git chrieben ſ Saamen vin vch mehr die gen und mit pinnenweben nige Schwie bbreiten. gel. delten Gras⸗ (Ray-Grall ſchint, in s, wenn wan beſſen.(e oͤllg pernni t nut inſeht Phen fort ſteifer iſt. 19 Ich habe es in allen Gegenden wachſend gefunden, von den Sandgruben zu Charlton bis zu dem Weidenthal bey Batterſee: und auf den allerbeſten Wieſen um Lon⸗ don trifft man es im groͤßten Ueberfluß; kurz ich kenne keine Grasart, von der man vermuthen koͤnnte, ſie wuͤrde die Maͤngel, uͤber die man beym Lolch klagt, beſſer vermeiden, als dieſes, und dennoch iſt es bis jetzt ſoviel ich weiß, noch nirgends beſonders anempſohlen worden. Auch beſitzt es eine Eigenſchaft, die deſſen Einfuͤhrung zu einem allgemeinern Gebrauch ſehr an⸗ raͤth: es giebt nehml ich mehr Saamen, als irgend eines von den andern, welcher uͤberdieß leicht einzuſammeln iſt und ſehr gut fortkommt. In einer Hinſicht aber ſteht es den drey erſten Grasarten nach, indem es ſeine Bluͤ⸗ thenſtengel nicht eher als etwa gegen die Mitte des Juny zu treiben anfaͤngt, ohngefuͤhr vierzehn Tage bis drey Wochen ſpaͤter, als der Wieſenfuchsſchwanz. Jedoch kann es noch nicht fuͤr ein Spaͤtgras angeſehen werden, da die meiſten Arten des Straußgraſes(Agroſtis) und das Wieſen⸗Lieſchgras(Phleum pratenſe, Meadov Cats-Tail Graſf) wenigſtens noch um drey Wochen ſpaͤter bluͤhen. Es muß ſorgfaͤltig von dem Wieſen⸗ ſchwingel(Feſtuca elatior, Tall Feſcue-Graſſ) un⸗ terſchieden werden, welcher ihm ſehr aͤhnlich, aber viel VI. Cynoſurus criſtatus, Steifes Kemmgras. Creſted Dogs- Tail Graſſ. (6te Tafel. Kerner Taf. 86.) Ich ſtelle dies Gras hauptſaͤchlich deswegen hier B 2 20 als anpreiſenswerth auf, weil es ein ſehr beliebtes und geſundes Futter fuͤr die Schaafe iſt und weil man es auf unſern beſten und geſuͤndeſten Weiden findet. In trock⸗ nen Gegenden waͤchſt es von freyen Stuͤcken und will in Wieſen, die ſehr naß ſind, nicht recht gedeihen. Es bluͤhet beynahe zu derſelben Zeit, wie der gemeine Wie⸗ ſenſchwingel(Feſtuca pratenſis), und treibt eben nicht viel Blaͤtter. Da ſeine Bluͤthenſtengel und Knoſpen von dem Rindvieh nie angegangen werden, ſo kann man den Saamen ſehr bequem einſammeln, wenn die Hu⸗ thung vorbey iſt. Anmerkung. Da ich neuerlich gefunden habe, daß dieſes Gras bloß kleine Blaͤtter traͤgt, daß ſeine Stengel hart ſind und das Rindvieh ſie niemals frißt, und daß ferner ſeine Wurzeln ſo zaſericht ſind und ſo wenig tief in die Erde eindringen, daß es in trocknen Sommern wenig beſſer als eine jaͤh⸗ rige Pflanze wird, ſo bin ich hierdurch bewogen worden, von ſeinen innern Vorzuͤgen weniger guͤn⸗ ſtig, als ehemals, zu denken, und die andern ſonſt beſchriebenen Grasarten, als bey weitem vor⸗ zuͤglicher zu erkennen. In Betreff dieſer ſechs Grasarten uͤberhaupt laͤßt ſich annehmen, daß: Wieſenfuchsſchwanz und Rauhſtengli⸗ ches Riſpengras ſich am beſten fuͤr feuchten und naſſen Boden ſchicken. Gemeiner Wieſenſchwingel und gelbes Rau mißic gras man inmer ältd nicht von ſ fen T ſe gu geho Siche Falca einand elictes und man es auf In tack⸗ und wil in ihen. Es weine Wie⸗ t eben nicht nd Knoſpen ſo kann man enn die Hur habe, diß daß ſeine ſie viemah ſo zoßtiht vringen, daß als eine jäh⸗ occh bewogen weniger gin d die andan weitmn vor⸗ erhaupt ſäßt uhſtengl⸗ ruchten ud nh gelbet 2 T Rauhgras am beſten fuͤr etwas feuchtes oder nur maͤßig trocknes Land ſind. Wieſen⸗Riſpengras und Steifes Kemm⸗ gras am liebſten auf trocknen Weiden gedeihen. In den ſuͤdlichern Theilen Englands*) wuͤrde man vergebens erwarten, trocknen Boden mit einem immergruͤnen Graßteppich zu uͤberziehen. Das Gras haͤlt da die Trockenheit in heißen verſengenden Sommern nicht aus. Bey einem ſolchen Klima kann man nur von ſolchen Pflanzen, deren Warzeln bis zu einer gro⸗ ßen Tiefe in das Erdreich eindringen, erwarten, daß ſie gruͤn ausſehen und gut gedeihen ſollen, wie z. B. vom gehoͤrnten Schotenklee(Lotus corniculatus) vom Sichelklee,(ſchwediſche Luzerne, Medicago Falcata) Kerme Taf. 369. u. a. m. In Anſehung der Bluͤthezeit folgen ſie ſo auf einander: 1.) Gelbes Rauhgras. 2.) Wieſenfuchsſchwanz. 3.) Wieſen⸗Riſpengras. 1 4.) Rauhſtengliches Riſpengras. 5.) Gemeiner Wieſenſchwingel. 6.) Steifes Kemmgras. Ich haͤtte zu dieſem Verzeichniß ſehr leicht noch eine große Menge mehrerer Grasarten hinzufuͤgen koͤnnen, und ſolche, die es vielleicht im hohen Grade verdient haͤtten; allein ich befuͤrchtete, daß, wenn ich mehrere *) Noch viel mehr alſo in Deutſchland, wo Luft und Klima weit trockner ſind als in England. 232 anempfehlen wollte, dieſes die Schwierigkeit der Ein⸗ fuͤhrung von Grasſaamen vermehren würde, ohne einen verhaͤltnißmaͤßigen Vortheil auf der andern Seite hervorzubringen. Jedoch will ich hier die Gelegenheit ergreifen, eini⸗ ge wenige Bemerkungen uͤber einige andere engliſche Grasarten beyzufuͤgen, und zwar von ſolchen, deren wuͤrklich ſchon unternommene Cultur, und uͤber dieſelben ſeit zwanzig Jahren angeſtellten Beobachtungen, eine genauere Kenntniß von ihnen nothwendig zu machen ſcheinen. Agroſtis Capillaris. Haarfoͤrmiges Straußgras. Fine Bent Graſſ. Dies iſt ein ſehr gemeines Gras, das man auf allen duͤrren Heiden und Weiden und an den Straßen⸗ raͤndern findet, und welches ſich durch ſeine ſehr fein aus⸗ einander gehenden Buͤſchel oder Riſpen auszeichnet. Ein hauptſaͤchlicher und fuͤr uns ganz unuͤberwindlicher Einwurf wider dies ganze Geſchlecht von Pflanzen iſt ihre große Spaͤtigkeit des Bluͤhens; denn wenige Ar⸗ ten davon kommen eher als im Juny in die Bluͤthe. Das haarfoͤrmige Straußgras iſt indeß unter allen Ar⸗ ten dieſes Geſchlechts diejenige, die noch am meiſten ver⸗ dient, gebaut zu werden, da ſie eine von den zeitigſten noch iſt und feine und viele Blaͤtter hat. Aus dieſer Grasart beſtehet in vielen Theilen Eng⸗ lands der Raſen unſerer ausgebreitetſten Weiden, Gruͤn⸗ de und Schaaftriſten. Ich habe haͤufg ganze Morgen nem grast Vieſe eine c ſowe Vorn eit der Ein tde, ohne der andeen eifen, ein⸗ de engliſche ſen, deren er diſſelben nen, eine zu machen 3 man auf Straßen⸗ ſein aus⸗ uszeichnet. windlicher Klanzen iſt wenige At⸗ ie Blüthe. rallen Ar⸗ meiſten ver⸗ en zeltigſen hellen Et⸗ den, Crin nze Nergen 23 Landes einzig und allein mit dieſem Gras bedeckt geſe⸗ hen. JFuͤr bloße Grasplaͤtze und Raſenflaͤchen ſcheint es beynahe das beſte unter allen unſern engliſchen Grasar⸗ ten zu ſeyn, da es ſchnell waͤchſt, ſich gut mit der Senſe maͤhen laͤßt, feine Blaͤtter hat, und die Trockenheit der Witterung beſſer als die meiſten andern vertragen kann. Die Blaͤtter des buͤſchelfoͤrmigen Straußgra⸗ ſes(Agroſtis faſcicularis) ſind noch feiner, auch wuͤr⸗ de dieſes wahrſcheinlich zu dem nehmlichen Endzweck auf feuchtem Boden beſſer ſeyn, als das haarfoͤrmige. Agroſtis paluſtris. Sumpf⸗Straußgras. Marfh Bent Grafl. So haͤuſig auch die Agroſtis capillaris auf trock⸗ nem Boden vorkommt, ſo waͤchſt dies Sumpf⸗Strauß⸗ gras doch in noch bey weitem groͤßerer Menge auf naſſen Wieſen und in moraſtigen Gegenden, wo es ſehr haͤufig eine anſehnliche Groͤße erreicht. Seine Blaͤtter ſind fein, ſo wie die der uͤbrigen Arten; es leidet aber den nehmlichen Vorwurf der Spaͤtigkeit des Bluͤhens wie die uͤbrigen. Aira aquatica. Waſſer⸗Schmelen.*) Water Hair-Grafl. In Hinſicht der Suͤßigkeit ſeiner Saͤfte uͤbertrife dieſe Art alle engliſche Graͤſer und kann jedem auslaͤndi⸗ *) Man nennt es im Deutſchen auch Kleines Militz⸗ oder Milenzgras, auch Quellgras, Waſſer⸗Schmiele, Kerner Taf. 509.*. A. d. Ueberſ. 3 24. ſchen, und bis jetzt bekannten an die Seite geſetzt wer⸗ den; allein man kann es nicht kultiviren, da es einzig und allein eine Waſſerpflanze iſt.*) Alopecurus Geniculatus. Gegliederter Fuchsſchwanz. Flote Fox-Tail Grafſſ. Er iſt, ſo wie der Manna⸗Schwingel(Feſtuca fluitans) ein angenehmes Futter fuͤr das Nindvieh und giebt auch viel Heu, allein es erfodert einen Boden, der, nach meiner Meynung, fuͤr Wieſen zu naß iſt. 7. Avena EFlatior. Wieſen⸗Hafer. Tall Oat-Grafſ.**) Man findet ihn haͤufiger in der Nachbarſchaft von Wieſen an Hecken und Zaͤunen als auf den Wieſen ſelbſt, auf welchen man ihn nur zuweilen in Ueberfluß antrift. Er iſt zeitig, giebt ſehr viel Heu und eine ſehr anſehn⸗ liche Menge Grummet. In Hinſicht ſeiner Guͤte kommt er dem Wieſen⸗ fuchsſchwanz(Alopecurus pratenſis) nahe, und ſcheint kein uͤbles Surrogat an deſſen Stelle zu ſeyn. Im Auslande wird er gebauet;*en) ſiehe deshalb an⸗ *) In ſehr naſſen Gegenden koͤnnte man doch einige Benutzung deſſelben damit moͤglich machen. Anmerk. des Herausgeb. **) Das bekannte Franzoſ. Raygras, Fromental. S. Schrebers Graͤſer Taf. I. Kerner Taf. 723. 3 Anmerk. des Herausg. *23) In Deutſchland ſehr viel. Man hat es mit Klec auszuſaͤen angerathen, um ihn in Verbindung mit dieſem trockenen les ——.—· (Feſluca dvieh und n Boden, aß iſt. haft von en ſelbſt, Jantrift. anſehn⸗ Wieſen⸗ he, und zu ſeyn. zhalb an- Benutzung sgeb. chtebets aubg eauuzwſäen j kwoenen 25 nals of agriculture etc. V. XII. p. 441. Man hat auch eine Abaͤnderung vom Wieſenhafer mit knotigen Wurzeln, welche in einigen Theilen Englands ein be⸗ ſchwerliches Unkraut fuͤr die Kornfelder iſt. 1 Avena flaveſcens. Gold⸗Hafer. Yellow Oat-Graff. Dieſer erfodert trocknen Boden, iſt eher zeitig als ſpaͤt und gieb ziemlich viel Heu. Auch iſt er ein gu⸗ tes Schaaffutter. Avena Pubeſcens. Zarthaariger Hafer. Kough Oat-Graſſ. Iſt ziemlich zeitig, nicht ſehr zaͤrtlich, giebt viel Graſe ohne Gefahr jung verfuͤttern zu koͤnnen; allein dazu iſt es wenigſtens fuͤr den Kleebau in der Brache durchaus nicht zu empfehlen, weil es perennirend iſt, und ſich außer⸗ ordentlich beſtockt, und folglich fuͤr die Zeit, wo der Klee aus der Brache weg iſt, Unkraut im Getreide ſeyn wuͤrde. Fuͤr Klee⸗ und Luzerne Koppeln aber paßt es noch eher; indeß weil es auch da leicht die Luzerne beſonders durch ſein Wuchern vertreiben koͤnnte, ſo empfehle ich es beſonders zum einzelnen Anbau oder zum Anban auf eigentlichen Wieſen oder Grasplaͤtzen. Es waͤchſt ſehr hoch, bis 2 Ellen, und wird von allem Vieh ſehr gern gefreſſen. Auf 160 Quadrat⸗ Ruthen ſaͤtt man 60 Pfund. Es giebt 2 bis 3 ſehr reiche Erndten, vorzuͤglich im zten Jahr. S. eine eigne Abh. davon. Miroudol Abh. vom Reygras, Carlsruhe 1762.§. 3 gr. auch in Schrebers neuer Samml. I. p. 191⸗212. kerner Gugenmus ok. Schriften, p. 360. In Leipzig ko⸗ ſtet der Centner 12, 15⸗16 Rth. Anmerl. des Herausgeb. 26 Heu. Auch macht er einen guten Raſen, jedoch ſind ſeine Blaͤtter von ungemein bitterm Geſchmack. Briza media. Mittleres Zittergras. Common Quaking-Graſi. Dieſes liebt kalkigen Boden, kommt aber auch auf andern fort; es giebt eine maͤßige Menge Heu und wuͤrde vermuthlich eine gute Schaafweide werden. Bromus mollis. Weicher Treſp. Soft Brome-Graſſ. (Schreber JI. Taf. 8. 2. Kerner Taf. 108.) Was ſoll ich von dieſem Gras ſagen? von einem Gras, uͤber das man ſo verſchiedene Meynungen unter⸗ haͤlt; welches das allerhaͤufigſte auf den meiſten unſerer Wieſen um London herum iſt, und welches, wenn man es maͤhete ſobald es Aehren trieb, den hauptſaͤchlichſten Theil der Erndte ausmachen und wahrſcheinlich kein uͤbles Heu geben wuͤrde? aber zu dieſem Zeitpunkt ſieht man die uͤbrigen Graͤſer und Pflanzen als noch nicht hin⸗ laͤnglich hervorgekommen an: man laͤßt es alſo zur Reife gelangen, und ehe noch die Wieſe oder Wei⸗ de gemaͤhet wird, ſeinen Saamen verlieren, und ſo iſt es ſo gut wie verloren, oder doch nur von gerin⸗ gem Werth. Auf den Wieſen um London wird er⸗ alle Jahre neu geſaͤet, denn es leidet keinen Zweifel, daß er nur eine jaͤhrige Pflanze iſt. Da es ein zei⸗ tiges Gras iſt, ſo koͤnnte er allerdings mit Nutzen kult gege welch ſerer 8.) an einem en unter⸗ munſerer enn man hlichſten lich kein unkt ſieht nicht hin⸗ alſo zur der Wei⸗ und ſo on gerin⸗ wird er Zweiſt z ein zei⸗ ſt Nutzen 27 kultwirt werden, ſo wie es mit dem Lolch geſchieht, gegenwaͤrtig ſehe ich ihn bloß als ein Unkraut an, welches den Boden ruinirt und das Wachsthum beſ⸗ ſerer Kraͤuter verhindert. Bromus Erectus. Aufrechter Treſp. Upright Brome-Grafſ. Es waͤchſt wild auf Weiden, die kalkigen Bo⸗ den haben, auf welchem es, nachdem was ich beob⸗ achtet habe, einzig und allein eingeſchraͤnkt iſt und einen betraͤchtlichen Theil des Graſes ausmacht. Wenn es in Gaͤrten gebaut wird, ſo ſcheint es eine guͤnſti⸗ gere Meinung zu verdienen, als wenn man es blos wild wachſen ſieht; uͤbrigens iſt es ſchon einiger Ver⸗ ſuche werth, vorzuͤglich da es ein zeitiges Gras iſt. Cynoſurus Caeruleus. Elfdanſer oder blaues Kemmgras. Blue Dogs-Tail Grafl. Dieſe iſt die zeitigſte unter allen unſern engli⸗ ſchen Grasarten, indem ſie vierzehn Tage eher als das gelbe Rauhgras(Anthoxanthum odora- tum, SWeet Scented Vernal) bluͤhet. Dies Gras waͤchſt von ſeibſt auf den Gipfeln der hoͤchſten Kalkſtein⸗Felſen in den noͤrdlichen Theilen Großbrit⸗ tanniens; und giebt zwar nicht ſehr viel Heu, koͤnnte jedoch in gewiſſen Gegenden beſonders ein gutes Fus⸗ ter fuͤr die Schaafe abgeben. Auch vertraͤgt es die Trockenheit außerordentlich gut,, 7f 28 Dactylis Glomerata. Rauhes Hundsgras. KRough Cocks-Foot Grafſ. (Kerner Taf. 224.) Ein rauhes, ſproͤdes Gras, das aber erſtaunlich ausdauert und ſehr viel Heu giebt, man trift es ſehr haͤuſig in Baumgaͤrten; auch iſt es ziemlich zeitig. Feſtuca Ovina. Schaafſchwingel, Schaafgras. Sheeps Feſcue-Grafl. (Kerner Taf. 321.) Durch Beobachtungen, die uͤber dieſes Gras da, wo es wild wuchs, angeſtellt worden ſind und durch ſeine Kultur auf einem naſſen Boden, welcher das Gegentheil von ſeinem natuͤrlichen iſt, bin ich bewogen worden, eine andere Meynung uͤber dieſe Grasart zu ha⸗ ben, als die meiſten Schriftſteller. Linne, wenn ich nicht irre, war der erſte, der es aus einem guͤnſtigen Geſichtspunkt anſah; er ſagt in ſeiner Flora Suecica S. 30. folgendes davon:„Dieſes „Gras iſt ein vorzuͤgliches Futter fuͤr Schaafe, indem „ſie ſolche Anger und Weiden gar nicht lieben, auf de⸗ „nen es nicht waͤchſt.“ Deshalb nennt er es auch ovi— „ma.— Gmelin in ſeiner Flora Sibirica, ſagt:„daß „die Tartarn waͤhrend des Sommers ſich da ihren „Aufenthalt waͤhlten, wo die groͤßte Menge dieſes „Graſes waͤre, weil es das geſundeſte Nahrungsmittel „fuͤr alle Arten von Vieh, auch fuͤr Rindvieh, haupt⸗ „Kaͤchlich aber fuͤr die Schaafe ausmacht.“ Leeil ſcheff abwe Londo b id eine hurt. einu behol vielle die d Anſpr bae Vie b die? vart von p b behalt tule Boder man wolle Boden die au miſch Zeitta kaum vir zu⸗ d6s eſtaunlic it es ſehr tig. Gras da, ind durch ſcher das bewogen tt zu ha⸗ der es ſagt in Dieſes „indem „auf de⸗ auch ovi⸗ t: daß da ihren ge dieſes nosmittl „hne 9 Es iſt moͤglich, daß dieſes Gras in den hoͤhern Theilen des noͤrdlichern Europas in Anſehung ſeiner Be⸗ ſchaffenheit und der Ergiebigkeit ſeiner Erndte, von der abweicht, die es bey uns hat; in den Gegenden um London waͤchſt es freywillig auf trocknen hochliegenden Heiden und Angern; und in dieſen Gegenden giebt es eine ganz unbedeutende Menge Heu; die Blaͤtter ſind hart und rauh und ſein Ausſehen in trocknen Sommern ein unangenehmes Braun. Auf fettem, naſſem Boden behalten die Blaͤtter ihre gruͤne Farbe und werden zwar viel laͤnger; allein es bleibt dennoch eine kleine Pflanze, die daher keine ergiebige Ernte geben und mithin keine Anſpruͤche machen kann, als ein gutes Heugras angeſe⸗ hen zu werden. Es verhaͤlt ſich in der That zum Wieſenfuchsſchwanz(Alopecurus pratenſis) wie die Maaßliebe(Daiſy) zu der⸗wilden Weg⸗ warte(Cychorium Intybus). Bey der Cultivirung von Pflanzen iſt die alte Regel wohl im Gedaͤchtniß zu behalten: die Natur wird die Oberhand behalten(na⸗ ture will prevail). Wenn wir eine Pflanze zu einem Boden zwingen, der ganz von dem verſchieden iſt, wo man ſie ſtets gefunden hat, ſo betriegen wir uns ſelbſt; wollte man den Schaafſchwingel auf einen fetten naſſen Boden ſaͤen, ſo wuͤrden die Pflanzen und Grasarten, die auf einem ſolchen Boden und in der Gegend einhei⸗ miſch ſind, ihn ſehr bald uͤberwaͤltigen und nach dem Zeitraum von einem oder zwey Jahren wuͤrde man kaum noch einen Stengel davon ſehen. Oder wollten wir zum Beſten unſerer Schaafe,(im Fall nehmlich, daß es wirklich uͤberwieſen ſey, daß ſie dies Futter un⸗ 30 gewoͤhnlich liebten, wiewohl ich das Gegentheil von Maͤnnern, die gute Beobachter waren, habe verſichern hoͤren) auch wirklich unſere hochliegenden Heiden und Anger beackern und damit beſtellen, ſo wuͤrden unſere Schaafe doch in trocknen Sommern darauf vor Hunger umkommen. Worin beſteht denn alſo eigentlich der ge⸗ ruͤhmte Werth von dieſem Graſe? Herr Anderſon, das iſt allerdings wahr, hat zwar zehn Seiten mit dem Lobe der Vortreflichkeit dieſes Graſes vollgefuͤllt, aber er irrt ſicherlich(qumanum eſt errare), wenn er, nach⸗ dem er die Blaͤtter als wenig dicker wie Pferdehaare oder Schweineborſten beſchreibt und ihre Laͤnge als ſel⸗ ten ſechs oder ſieben Zoll uͤberſteigend angiebt, ſagt: „daß es im Stande ſey, eine unermeßliche Menge von „Heu herzugeben, und verſpraͤche eines der wichtigſten „einheimiſchen Graͤſer zu werden, an welchem der Land⸗ „mann die bedeutendſte Acquiſition gemacht haͤtte.“ Bey uns ſcheint es nur zu dem Endzweck an⸗ wendbar zu ſeyn, wenn man einen ſchoͤnen, gut aus⸗ ſehenden Raſenplatz haben will, der wenig oder gar nicht abgemaͤht zu werden braucht. Zu dieſer Abſicht muß man es in der Mitte des Auguſts ſaͤen, und zwar in einer offnen nicht zu trocknen Gegend, und ferner breit geworfen*) und dieß ziemlich dick, auf Hfeinen ſorgfaͤltig bearbeiteten und geebneten Boden. Wenn es einmal auf einem Ort recht Wurzel gefaßt hat, ſo macht es in kurzer Zeit einen ſo ſtarken, *) D. h. mit der Hand ausgeſaͤet, im Gegenſatz der Drillſaat mit der Saͤemaſchine. Anmerk. des Herausgeb. dich men ker eine der wits natl beſir 31 encheil ven dichten Raſen, daß ſich nicht leicht viel Unkraut ein⸗ viſſchem mengen kann, und daß es mit wenig Muͤhe in ge⸗ deiden und hoͤriger Beſchaffenheit gehalten werden kann. den unſee or Hungt Feſtuca Duriuscula. lch der ge⸗ Haͤrtlicher Schwingel. nderſon, Hard Feſcue Graff. n mit dem Er erfordert mit dem Wieſen⸗Riſpengras illt, aber(Poa pratenſis) und Schaafsſchwingel(Feſtuca er, nach⸗ ovina) gleichen Boden, da man alle drey nicht ſelten ferdehaare auf Mauern findet; auch trift man ihn haͤufig auf ge als ſil unſern Angern, Wieſen und Weiden. Nach Vey⸗ k, ſagt: ſchiedenheit des Bodens wechſelt er ſehr in der Laͤnge jenge von und Breite der Blaͤtter ab, ſo wie auch in Anſe⸗ vichtigſien hung der Farbe ſeiner Bluͤthenriſpe. Jedoch unter⸗ der land⸗ ſcheidet er ſich in jeder Gegend gar ſehr vom tte“ Schaafsſchwingel. zweck an⸗ gut aus⸗ Er iſt zeitig und giebt viel Heu, ſeine Blaͤt⸗ oder gar ter ſind fein und von einem ſchoͤnen gruͤn; da⸗ ſer Abſict her ich auch ſonſt geglaubt habe, er ſey un⸗ den, und ter allen Graͤſern das ſchicklichſte und beſte fuͤr lnd, und einen Grasplatz: allein ich habe gefunden, daß, dick, auf ſo ſchoͤn er auch treibt, wenn er erſt geſaͤet Boden. oder angebaut iſt, daß er doch leicht ſehr duͤnn 3d geſ wird, und nach einer kurzen Zeit gaͤnzlich ver⸗ d ſoke ſchwindet. Nach den Oertern zu urtheilen, wo er natuͤrlich waͤchſt, ſo ſcheint er ſich ſehr zu den der Dilliat Grasarten zu eignen, die man zu Schaaffuͤtterung beſtimmen will, wegeb. 32 Feſtuca elatior. Hoher Wieſenſchwingel. Tall Feſcue-Graſſ. (Kerner Taf. 97. Sehtehers Graͤſer I. Taf. 2,) Er iſt dem gemeinen Wieſenſchwingel(Feſtuca Pratenſis) ſehr aͤhnlich, jedoch we vefenele ch verſchieden: man findet ihn natuͤrlich wachſend in Moraͤſten, wor⸗ in er oft zu einer großen Hoͤhe anwaͤchſt; er iſt nicht weichlich und giebt ſehr viel Heu, aber ich befuͤrchte, er iſt fuͤr den Gebrauch als Heu zu rauh und ſproͤ⸗ de; jedoch kann er ein gutes Gras fuͤr ſolche Arten des Bodens ſeyn, deren zu große Naͤſſe man nicht ableiten kann, oder die mit Geißblatt(Meadow Sweet) oder aͤhnlichem Unkraut uͤberlaufen ſind, oder ferner auch fuͤr ſolche, die ohne Schaden uͤberſchwemmt werden koͤnnen. Der Saamen dieſes Graſes geht nicht gut auf, wenn er bebaut wird, daher dies Gras nur durch Zerſtuͤckelung und Einpflanzung der Wurzeln ſortge⸗ pflanzt werden kann. Hiermit wuͤrde man nun zwar keine große Schwierigkeit haben, wenn man nur uͤbrigens vorausſehen koͤnnte, daß es durchaus der Koſten ſo werth ſey; wie es dies, wie ich ſehr der Meynung bin, in gewiſſen Faͤllen allerdings iſt. Ich habe in der That ſchon oft gedacht, daß die Wieſen am beſten beſtellt wuͤrden, wenn man die Wurzeln der Graͤſer und anderer Pflanzen mit einer gewiſſen Ordnung verpflanzte; und ſo ſonderbar auch gegen⸗ waͤrtig ein ſolches Unternehmen ſcheinen moͤchte, ſo wird es doch wahrſcheinlich in Zukunft einmal verſucht wer⸗ wend ben, terer und geler Fke daf. 2) (Feſtuca iſchieden: len, wor⸗ it vicht befürchte, und ſord⸗ che Arten nan nicht Meadow ind, oder ſchwemmt guk auf, ir durch ſortge⸗ un zwar nan nur haus der ſehr der ſt Ich Wieſen Varzeln gewiſſe i gehir chr, ſo nſocht wer⸗ 3 werden. Es wuͤrde wenigſtens den großen Vortheil ha⸗ ben, daß man auf dieſe Art ſchaͤdliche Unkraͤuter mit leich⸗ terer Muͤhe ſchwaͤchen koͤnnte, bis die nuͤtzlichen Gras⸗ und Pflanzenarten zu dem gehoͤrigen Grad von Staͤrke gelangt waͤren. d Feſtuca Loliacea. Lolchartiger Schwingel. Darnel Fefſcue-Grafl. Man findet es ziemlich ſpaͤrlich auf guten Wieſen in der Naͤhe von London. Es iſt dem Winterlolch (Lolium perenne) außerordentlich aͤhnlich, allein es iſt noch ſchlanker und giebt auch mehr Heu. Seine Blaͤt⸗ ter ſind rauh, wie die vom Winterlolch, auch treibt es zu ſehr im Stengel. Es iſt unbezweifelt eine eigne Art; ſehr ausdauernd, ziemlich zeitig, von ſehr ſchnellem Wuchs; jedoch hat es keine kriechenden Wurzeln. Es verdient mehr Aufmerkſamkeit, als eine Menge anderer, die mit vielem Gepraͤnge angeruͤhmt worden ſind. Von dem Saamen dieſes Graſes gilt das nehmli⸗ che, was bey der Feſtuca elatior davon geſagt iſt; dieſe Pflanze kann daher ebenfalls nur auf dieſelbe Art, wie jene, fortgepflanzt werden. Eine umſtaͤndlichere Nachricht von der Feſtuca loliacea, elatior und pratenſis findet man in der Flora Londinenſi, faſc. 6. Feſtuca Cambrica. Cambriſcher Schwingel. Welfh Fefcue-Graff. Er hat ſowohl in ſeinem Aeußern als auch in An⸗ konom. Samml. 6. St. C 34 ſehung ſeiner Eigenſchaften einige Aehnlichkeit mit der Peſtuca duriuſcula. Ich konnte niemals etwas voll⸗ kommnen Saamen davon in meinen Gaͤrten zu Lam⸗ beth-Marſh oder zu Brompton erhalten. Feſtuca Fluitans. Manna⸗Schwingel. Flote Feſcue-Graſſ. Man ſehe davon Alopecurus Geniculatus. Hordeum Murinum. Maͤnſe⸗Gerſte. Wall Barley-Graff oder Squirrel- 1 Tail Graſſ. Sie iſt haͤufig am Fuͤß von Mauern und neben den Wegen, ſeltener aber auf Wieſen und Weiden an⸗ zutreffen, doch hat man ſie in einigen Theilen Englands unter dem Heu gefunden. In Menge iſt ſie den Pfer⸗ den ſehr ſchaͤdlich, indem ihnen die Huͤlſen oder Sta⸗ cheln der Aehren im Maule ſtecken bleiben, und daſ⸗ ſelbe ſo wund machen, daß ſie nicht im Stande ſind, zu freſſen. Man muß es kennen lernen, damit man es vermeiden koͤnne.*) Was wir bis jetzt von der Maͤuſegerſte wiſſen, ſcheint mir, ob es gleich einen ſehr beruͤhmten Urheber hat, wenigſtens in Hinſicht der Art(Species) unrichtig *) In Sachſen waͤchſt es haͤufig wild, an Mauern, und iſt ſehr leicht an ſeiner Aehnlichkeit mit der Gerſte zu erkennen; es wird nur ½. 3 Ele hoch. Anmerf, des Herausgeb. zu ſe Thane deum was! vathe funder ausm. gült, und d wie d ſc t mit der twus voll mzu Lam. rel. d meben eiden an⸗ fnglands en Pfer⸗ er Sta— und daſ ſind, zu tman es ewiſſen, Urheber unrichtig nd iſt ſir ennen; es geh⸗ 35 zu ſeyn.— Irgend ein Botaniker, welcher die Inſel Thanet*) beſucht, mag es entſcheiden, ob es das Hor- deum murinum, pratenſe oder maritimum betreffe, was oben geſagt iſt. 1 Hordeum Pratenſe. Wieſengerſte. Meadow Barley-Graſfſ. Dieß iſt ein laͤngeres und feineres Gras, als das vorhergehende und wird vorzuͤglich auf guten Wieſen ge⸗ funden, woſelbſt es oft einen großen Theil der Erndte ausmacht. Da aber die Wieſengerſte weder ſo viel Heu giebt, noch ſo zeitig iſt, wie viele andere Grasarten, und da ſie vielleicht die nehmlichen uͤblen Eigenſchaften, wie die Maͤuſegerſte hat, ſo muß man ſie nur mit Vor⸗ ſicht einfuͤhren. Holcus Lanatus. Wolliges Roß⸗ oder Honiggras. Meadov Soft-Grafſ. (Kerner Tafel 217. Schreber I. Taf. 20.) Dies iſt ein ſehr gewoͤhnliches Gras auf allen Wie⸗ ſen und Weiden, ſo wie auch in weiten Thaͤlern und auf Waldplaͤtzen, wo das Holz unlaͤngſt weggeſchlagen iſt, es iſt nicht zaͤrtlich, giebt viel Heu, bluͤht aber wohl *) Das Uebel, welches dieſes Gras bey den Pferden hervor⸗ bringt, iſt von ſo ernſthaften Folgen, daß ich Leute gekannt habe, welche, wenn ſie genoͤthigt waren, ſelbſt nur kurze Zeit daſelbſt zuzubringen, Heu von London haben kom⸗ men laſſen. C 2 3 4⸗ 36 einen Monat ſpaͤter, als das Anthoxanthum. Sobald ſeine rothe Bluͤthenriſpe zum Vorſchein kommt, ſo hal⸗ ten die Landleute es fuͤr die rechte Zeit, dieß Gras zu maͤhen. Seine Blaͤtter ſind weich und wollich; wenn es nicht aus dieſer Urſache vom Rindvieh verſchmaͤht wuͤrde, ſo koͤnnte es einigen der beſten Grasarten gleich geſetzt werden, und wenn es zeitlicher waͤ— re, ſo wuͤrde es ſogar den Vorzug vor ihnen haben.) Holceus Mollis. 1 Weiches oder kriechendes Honiggras. Creeping Soft-Graſſ. Ich denke gegenwaͤrtig beſſer von dieſem Gras als es der Fall war, wie ich es in der 54ſten Nummer der Flora Londinenſis beſchrieb und abbildete, da ich ge⸗ funden habe, daß es auf ſandigem Boden gut fort⸗ kommt und daß es die Trockenheit im Sommer beſſer, als die meiſten andern vertraͤgt. Der Capit. Dorſet iſt der Meynung, daß es ebenfalls mit Vorrtheil auf unfruchtbaren Sandboden anzubauen waͤre. *) Soviel ich von mebrern Schleſiſchen Landwirthen gehoͤrt ha⸗ be, wird der Holcus daſelbſt ſehr haͤufig fuͤr Melkkuͤhe und beſonders auch fuͤr Pferde,(ſelbſt fuͤr Schaafe) gebauet, die es alle ſehr gern freſſen. Es waͤchſt 2 bis 3 Schuh hoch in gutem Boden, waͤchſt aber auch auf ſandigtem recht gut. Im erſten Jahre ſchon giebt es 2, in dem folgenden 3 bis 4 Aerndten. Man ſaͤet es im Maͤrz auf feuchten oder ſandig⸗ ten Boden, mit oder ohne Klee. S. Leipz. Intellig. Bl. noch vom Jahr 1780. p. 334. 1781. p. 242. 1782. p. 207. 1783. p. 413. Anmerk. des Herausgeb. 37 Sobal Lolium Perenne. „ſo hal⸗ Winterlolch, engliſches Raygras. Gras Ray oder Rye-Graſſ. ; wenn Ob das Lolium perenne gleich nicht alle die Ei⸗ ſchmäht genſchaften beſitzt, die man bey einem Graſe wuͤnſcht, rasarten ſo kann man es deshalb doch noch nicht als ganz ohne her waͤ⸗ Werth betrachten und geradezu verwerfen. Die Kla⸗ ihnen ge, die man ſo allgemein gegen dieſes Gras erhebt, daß es nehmlich faſt weiter nichts als Stengel und Halm hervorbringe, wird man bloß dann beſtaͤtigt finden, wo dieſe Pflanze auf abhaͤngigen Weiden und in trocknen a8, Gegenden waͤchſt; auf fetten feuchten Wieſen hat es mehr Blaͤtter; auch ſcheint es die allgemeine Meynung der Landwirthe zu ſeyn, daß es ſehr nahrhaft fuͤr das os als ner der Rindvieh, und ſehr gut zur Fuͤtterung deſſelben anzu⸗ i ge wenden ſey. Da ſeine Blaͤtter einen ſehr ſchnellen t ſot⸗ Wuchs haben, und ſeine Bluͤthenriſpen immer fort trei⸗ beſſe, ben, ſo ſollte man es nie ſaͤen, um bloß einen Grasplatz orſet oder ſchoͤnen Raſenfleck zu erhalten.*) eil auf Einige Stuͤckchen Raſen, die mir Hr. Loveden ſchickte, und die aus ſeinen beſten Wieſen geſtochen wa⸗ ren, beſtanden hauptſaͤchlich aus dem Lolium perenne. iitz Es bleibt jedoch noch ſehr viel uͤͤbrig, was uns noch an ühe und tt, die dieſem ſo gemeinen Gras kennen zu lernen iſt, da es hoch in hdn) Die in Deutſchland damit gemachten Verſuche haben es bloß ſandir zu dieſem Zweck beſtimmt; zum Futterbau gar nicht, zumal tellig da man gefunden, und haͤufig erfahren hat, daß es das Vieh⸗ 2, weegen ſeiner Schaͤrfe, ungern frißt; und hoͤchſtens nur jung ſſan,n und friſch. Getrocknet frißt es kein Vieh. 1 Anmerk. des Herausgeb. 38 ſelbſt in der Freyheit bis ins Unendliche abzuaͤndern hende ſcheint; ich habe eine Spielart davon mit doppelten üſ Blumen geſehen und eine andere mit Borſten, beyde iich ſind ſehr ſelten. Die Riſpe findet man an Orten, wo 6 dieſe Pflanze ſehr uͤppig ſteht, bisweilen in Aeſte ge— Weid theilt. Die Saamen von ſo einer Spielart bringen nicht immer dieſelbe wieder hervor. Die Abaͤnderung mit ſpatelfoͤrmiger Riſpe(battledoor variety) iſt ſehr haͤufig. Auf einigen Weiden und auf ſolchen, die 3 nicht ſehr feucht ſind, haben wir ſeine Stengel gegen V den Herbſt nochmals bluͤhen geſehen(viviparous); in n einigen Gegenden haben wir es vorzuͤglich blos dt, Blaͤtter hervorbringen geſehen, in andern faſt blos men, Bluͤthenſtengel. he Da ich vielfaͤltigemale Spielarten von Pflanzen dett zum Behuf des Landbaues oder zu andern Entzwecken tine verbeſſert habe, ſo halte ich es auch fuͤr hoͤchſt wahr⸗ und ſcheinlich, daß man ein gleiches von dieſem Graſe er⸗ ſe langen koͤnne. d. m Poa Aquatica. diee Waſſer⸗Riſpengras.*) 6 Water oder Reed Meadow-Graſfſ. fin (Kerner Taf. 346.) V ſchn Dies iſt ſo wie der Mannaſchwingel einzig und V hfe allein eine Waſſerpflanze, da es von ſelbſt bloß in ſte⸗ nich Ei * Auch großer Merlitz. Er waͤchſt 4⸗6 Fuß hoch, mit großen Blaͤttern. Je oͤfter man ihn mäͤht, deſto beſſer I waͤchſt er; mar laſſe ihn aber nicht zu alt werden. Grün ſowohl als auch als Heu iſt er ſehr geſund: haͤufig wird er zu Herel uanden doypelten deyde en, wo eſte ge⸗ bringen 39 henden Waſſern oder in Gegenden, die periodiſch uͤberſchwemmt werden, waͤchſt. In Ebenen, die nicht hinlaͤnglich ausgetrocknet werden koͤnnen, iſt es faſt das einzige Gras fuͤr das Heu und Weidung. Poa annua. Jaͤhriges Riſpengras. Dvarf Meadoev Gral.. Es iſt dies in jedem Welttheil ein gemei⸗ nes Gras. Wenn es nicht von der Kaͤlte lei⸗ det, ſo bluͤhet es ſtets und traͤgt ſtets Saa⸗ men, und zwar ſehr ſchnell. Es waͤchſt beyna⸗ he auf jedem Boden und in jeder Gegend; aͤn⸗ dert ſehr in der Groͤße ab, erreicht aber nie eine betraͤchtliche Hoͤhe. Seine Blaͤtter ſind zart und werden ſehr vom Rindvieh geſucht; allein ſie ſind dem Unfall unterworfen, daß ſie durch die Winterkaͤlte oder durch die Trockenheit im Som⸗ mer oft verdorben werden. Es bedeeckt ſogleich die friſch aufgeworfene Erde, daher findet man es haͤuſig an den Raͤndern von Wegen. Wenn ſein Saamen ausgefallen iſt, ſo verbreitet es ſich ſchnell, wenn es nicht durch noch ſchneller wachſende Pflanzen erſtickt wird. Uebrigens kommt es dadurch nicht zum Bluͤhen, wenn es gewalzt wird, wie Herr Stillingfleet vermuthet hat. geſchnitten, und ſoll da beſonders gern gefreſſen werden. Er wird auf feuchten Wieſen viel gebaut. Anmerk. des Herausgeb. 3 ———— 4 Phalaris Arundinacea. Schilfiges Glanzgras.*) 4 Reed Canary-Graſſ. Ddie Blaͤtter dieſes Graſes ſind etwas hart, allein ſie wachſen in großer Anzahl und haben ſo eine Suͤßig⸗ keit, daß man geneigt werden ſollte zu glauben, ſie muͤßten ein angenehmes Futter fuͤr Rindvieh ſeyn. Da wo man die Erndte oder eine große Menge von Futter zum hauptſaͤchlichen Zweck hat, wuͤrde ich den Anbau dieſes Graſes, in Geſellſchaft der Feſtuca clatior auf naſſen Wieſengrund anempfehlen. Phleum Pratenſe. 1 Timotheus⸗ Wieſen⸗Lieſchgras. Meadov Cats-Tail Graſſ. (Kerner Taf. 196. Schreber I. Taf. 14.) Es erfordert naſſes Land, giebt ſehr viel Heu, iſt aber ſproͤde und ſehr ſpaͤt. Ich kenne keinen Vorzug dieſes Graſes, den der Alopecurus pratenſis nicht in einem gleich hohen Grad beſaͤße.**) *) Robrartiges Canarlengras. Jung, oder zu Herel geſchnitten, frißt das Vieh es gern in Fruͤhjahr. **½) Sumpfige Wieſen kann man damit ſehr verbeſſern. Es wächſt 3 bis 4 Schuh hoch, und kann oftmals gehauen wer⸗ den. Man kann es den ganzen Sommer ausſaͤen. Es iſt allem Vieh geſund. S. davon noch Krauſens funſzigjaͤhri⸗ gen Unterricht von der Gaͤrtnerey,(Berlin 1773. 8.) p. 640⸗ 43.— Noch koͤnnten hier einige Graͤſer mehr, als die Seirpi, die airae, ſerpitoſa und flexuoſa und endere zugeſetzt werden. Anmerk. des Herausg. t, alleig Sißig. den, ſie n. Da Futter Anbau tior auf ) u, iſt Gorzug ſhht in hnitten, u. G4 en wet⸗ Es iſ igiaͤhti⸗ p. 640⸗ als die a und „ 4¹ Triticum Kepens.. Quecken. Creeping Wheat-Graſf oder auch 1 Couch-Graſſ. Die Quecken ſind dem Landmann ſo wie den Gaͤrt⸗ nern hinlaͤnglich als ein hoͤchſt beſchwerliches Unkraut bekannt. In wie fern ſie, vermoͤge der Zeitigkeit ihrer Blaͤtter als ein Futtergras zu empfehlen ſind, will ich nicht wagen zu beſtimmen.*) Anweiſung, die in den Paͤcktchen*) enthaltenen Grasſaamen zu ſaͤen, Wenn man im Stande iſt, einen Boden zu fin⸗ den, der weder ſehr naß, noch ſehr trocken iſt, ſo wird jeder Saamen gut darauf fortkommen, und man kann alle Grasarken auf einen und denſelben Fleck ſaͤen; wenn man aber einen ſolchen Boden nicht bekommen kann, ſo muß jede Art auf einen beſondern Fleck geſaͤet werden, je nachdem es ihre verſchiedenen Eigenſchaften erfodern; und es iſt dann einerley, ob ein Grasgarten oder ein Baumgarten oder Feld dazu genommen wird, wenn ſie nur gut bearbeitet und rein gehalten ſind. *) Die Queckenwurzeln gewaſchen und getrocknet, werden, wie bekannt, haͤufig im Fruͤhjahr verfuͤttert. Anmerk. des Herausgeb, **) Dieß ſind nehmlich die Saamen der ſechs beſchriebenen und abgebildeten Grasarten, welche man bey dem Verfaſſer in London bekommen kann. Anmerk. d. Ueberſ. 4 2² Man muß den Grund aufgraben, in Beete bringen und eggen und dann jede Art des Saamens ganz duͤnn in eine beſondere Furche ſaͤen; wovon jede neue bis zwoͤlf Zoll von der andern abſtehen muß; ſodann be⸗ deckt man den Saamen ganz leicht mit Erde. Das Ende des Monats Auguſts oder der Anfang des Sep⸗ tembers iſt hierzu die beſte und ſchicklichſte ZBeit. Wenn das Wetter nicht ungewoͤhnlich trocken iſt, ſo wird der Saamen bald anfangen aufzugehen und die einzige Ar⸗ beit, die er erfordert, iſt, daß man innerhalb der er⸗ ſten acht Tage nach ſeinem Emporſproſſen, fleißig jaͤtet, und wenn er zu dick ſteht, die Pflaͤnzchen duͤnner ſetzt und die herausgenommen ſind, in neue Rei⸗ hen bringt. Wenn ein ſehr ſtrenger Winter eintritt, wo ſo⸗ wohl die von Natur wachſenden als auch die geſaͤeten Kraͤuter leiden ſollten, ſo iſt es ſehr gut, wenn man die beſaͤeten Stellen mit Matten oder Farrenkraut oder irgend etwas dem aͤhnlichen bedeckt. Man muß im Fruͤhjahr das erſte trockne Wetter ſogleich benutzen, um das junge Gras nieder zu treten oder zu walzen, damit die Wurzeln, die der Froſt ge⸗ woͤhnlich locker und los macht, feſter in die Erde kom⸗ men, und man muß ſich wohl in Acht nehmen, ſie voͤl⸗ lig rein von Unkraut zu bewahren. Wenn es weiter im Fruͤhling hin kommt, ſo werden viele davon ihre Bluͤthenſtengel zu treiben anfangen und einige werden dies jeden Sommer zu thun fortfahren. Wenn der Saamen in jeder Bluͤthenriſpe reift, ſo muß man ihn ſorgfaͤltig ſammeln und im Herbſte ausſaͤen, zu welcher — — —̈/Tͦ ½ — — bringen az dünn neut bis ann be⸗ Das 6 Sep⸗ Wenn didd der ige Ar⸗ der er⸗ ig jaͤte! dnnet e Rei⸗ wo ſo⸗ geſceten in man ut oder Wetter u treten toſt ge⸗ de kom⸗ ſie vil⸗ Zweiter on ihre werden en der mon ihn welcher 43 Zeit die Wurzeln der erſten, gleichſam der Mutterpflan⸗ zen, welche nun beſonders tragen, getheilt und ver⸗ pflanzt werden muͤſſen, um dadurch mehr Reihen oder Furchen zu erhalten. Die Wurzeln des Wieſen— Riſpengraſes(Smooth Stalked Meadow-Graſl), welche wie die von den Quecken kriechen, koͤnnen ganz vorzuͤg⸗ lich auf dieſe Art vermehrt werden, und ſo kann nach und nach eine große Bepflanzung mit dieſen Graͤſern bewerkſtelligt und viel Saamen geſammelt werden. Indem man auf dieſe Art den Saamen vermehrt, muß der Theil oder Flaͤche des Bodens, die man damit zu beſtellen gemeynt iſt, gehoͤrig vorbereitet werden. Wenn der Boden ſehr unrein iſt, ſo iſt es am beſten (vorausgeſetzt, daß es Weidenland iſt) die Oberflaͤche aufzureißen und bis auf den Grund abzubrennen; oder wenn dieß Verfahren nicht fuͤr rarhſam gehalten wuͤrde, ſo muͤßte man den Grund aufpfluͤgen und zu wiederhol⸗ ten Malen eggen, die Queckenwurzeln und die Wurzeln anderer ſchaͤdlicher Pflanzen verbrennen, bis der Boden vollkommen rein und klar geworden iſt; wozu ein paar Beſtellungen, wie mit Erdaͤpfeln, Ruͤben und dergl. viel mit beytragen.. Auf dieſe Weiſe wird der Boden, den man beſaͤen will, vortreflich vorbereitet, und ohne, daß man viel Verluſt und Schaden dabey haͤtte. Iſt er alſo fertig und man will ihn in eine Wieſe oder Weide verwandeln, ſo muß man ihn mit folgendem Gemenge und breit ge⸗ worfen beſaͤen: Wieſenfuchsſchwanz(Alopecurus pratenſis) ein Noͤßel; Wieſenſchwingel(Feſtuca pratenſis) 44 desgleichen; Wieſen⸗Riſpengras(Poa pratenſis) ein halbes Noͤßel; Rauhſtengliches Riſpengras (Poa trivialis) desgleiche; Steifes Kammgras (Cynoſurus criſtatus) ein Viertel Noͤßel; Gelbes Ruchgras(Anthoxanthum odoratum) desgleichen; Kriechender Klee(Trifolium repens) ein halbes Noͤßel; Wieſenklee(Trifolium pratenſe) oder an deſſen Statt Breitblaͤttriger Klee, wie man ihn in den Laͤden zu kaufen bekommt, ebenfalls ein hal⸗ bes Noͤßel. Wenn das Land ſehr naß iſt, kann man das Steife Kammgras und das Wieſen⸗Ri⸗ ſpengras weglaſſen, vorzuͤglich das erſtere. S. was oben uͤber dieſe beyden Grasarten geſagt worden iſt. Wenn man ein nach dieſen Angaben eingerichte⸗ tes Gemenge in dem Verhaͤltniß von ungefaͤhr drey Scheffeln fuͤr einen Acker,*) auf einen nicht ſauern, gut gelegenen Boden ausſaͤet, ſo wird es, wie ich verſichern kann, in zwey Jahren die allervortreflichſte Wieſe her⸗ vorbringen, und da alle dieſe Grasarten nicht zaͤrtlich und beynahe perennirend ſind, ſo werden ſie zwar ſchon ſelbſt nicht geſtatten, daß ihr Boden durch ſchaͤdliche Kraͤuter gar zu ſehr verunreinigt werde: indeß da dieſel⸗ ben ſich, trotz aller unſerer gegen ſie angewandten Be⸗ muͤhungen entweder durch den Duͤnger, oder auf andere Art, dennoch einzudraͤngen pflegen, ſo muß man, ſo⸗ *) 1 Buͤſchel iſt etwas uͤber eines Dreßner Scheffels groß; und 1 engliſcher Acker— 219. ſaͤchſ. Quadrat⸗Ruthen oder 186 Quadrat⸗Ruthen Calenberg. Maaßes, oder 285 Quadr. Ruthen Rheinlaͤnd. Aumerk. des Herausgeb. bald! ßen merkſ den, uͤber halte düͤge V 1 3 V einer gend es in Wir zu be zen od Viſ nnß, licha gun zu An und ken, beytt als a Durz die S muß ſchan *) Es dur uc Natenſ ſpungras mmgtas Gelbes egleichn, in Halbes dder an die man s ein hal kann man ſen⸗Ri⸗ 8. wars miſt. getihte⸗ äh dh nern, gut verſchern iſe her⸗ äͤrtlich vor ſchon ſchdlche da dieſel⸗ den Be⸗ ufandere nan, ſo⸗ fäls guß⸗ athen odr 85 Quchl ege 45 bald dies der Fall wirklich iſt, ſie ſorgfaͤltig ausrei⸗ ßen. Denn eine ſolche Wieſe erſordert die groͤßte Auf⸗ merkſamkeit; kann man dieſe aber nicht darauf verwen⸗ den, oder ſollte mit der Zeit das Unkraut die Oberhand uͤber die Graͤſer, die man eigentlich ausgeſaͤet hatte, er⸗ halten haben, ſo muß man das Ganze wiederum auf⸗ pfluͤgen und von nauem mit demſelben Saamen oder mit einer beſſern Miſchung, wenn man dieſelbe ausfindig gemacht haͤtte, beſaͤen. Denn ich bin uͤberzeugt, daß es in zukuͤnftigen Zeiten ſo gewoͤhnlich ſeyn wird, eine Wieſe mit einer ſolchen Vermiſchung von Grasſaamen zu beſaͤen, als es jetzt iſt, daß man ein Seld mit Wei⸗ zen oder Gerſte beſtellt.— Wenn ein Landwirth blos die Abſicht haͤtte, eine Wieſe zu verbeſſern, nicht aber ſie erſt zu bilden, ſo muß, nachdem alle ſchaͤdliche Kraͤuter, ſoviel als moͤg⸗ lich ausgerottet ſind, etwas alter, verfaulter Duͤnger ganz duͤnn uͤber die Wieſe geſtreut werden, und zwar zu Anfange Septembers; zu welcher Zeit die Wuͤrmer und Inſekten*) eine große Menge Erde durchwuͤh⸗ len, und in die Hoͤhe werfen; welches ſowohl ſehr viel beytraͤgt, den Wachsthum des Mooſes zu verhindern, als auch den Boden aufzulockern, ſo daß nicht nur die Wurzeln der Pflanzen gut eindringen, ſondern auch die Saamen gut darin fortkommen koͤnnen. Sodann muß man den Boden gut eggen, und dieſelbe Vermi⸗ ſchung von verſchiedenen Grasſaamen hineinſaͤen, wie *) Es iſt die natuͤrliche Beſchaͤftigung dieſer Thiere, die Erde durchzugraben und zu duͤngen; denn die Wurmgaͤnge ſind nichts anders als der Duͤnger dieſer Wuͤrmer. 46 wir ſie oben angegeben haben; nur in einer geringern Menge. Iſt die 9 ſehr fett, d iſt das Duͤngen weniger noͤthig.*) Anhan g. Einige Winke zur Verbeſſerung 9 der Wieſen. Bey einer guten Wieſe muß nach meiner Meynung bey den darauf wachſenden Kraͤutern eine Vereinigung folgender Erforderniſſe ſtatt ſinden, nehmlich 1. daß ſie in Menge wachſen, 2. daß ſie eine gute Nahrung geben, 3. Daß ſie zeitig hervorkommen. Was demnach ihren Wachsthum in Menge betrift, ſo iſt dieſer in den meiſten Faͤllen der Haupt⸗ Entzweck des Landwirths. Man darf ſich daher nicht *) Im Original folgt nun noch eine Aufzaͤhlung aller in Eng⸗ land einheimiſchen Grasarten nach ihren Claſſen, wo H. Curtis 28 St. mehr angezeigt hat, als andere engliſche Bo⸗ taniker; und darauf noch ein Anhang uͤber die Grasarten, die H. Curtis in verſchiedenen Stuͤcken wilden Raſens, die er ſich aus verſchiedenen engliſchen Gegenden kommen ließ⸗ vorfand. Da beydes zu ſpeciell und bloß fuͤr England inter⸗ eſſant iſt, ſo habe ich es meiner gleich Anfangs angekuͤndigten Abſicht, nur allgemeinnuͤtzliche und intereſſante Nachrichten aus fremder Laͤnder Landwirthſchaft einzurucken, getreu, hier weggelaſſen. Anm. d. Herausg. eringern s dingen ung Neynung rinigung r Haupt⸗ öher nict ler in Eng⸗ 1, uo 9. noliche Bo⸗ Grasgkten, uſens, de mmen li gland ine⸗ gekͤndile Nohlihlen el, gellel rglss. 47 wundern, daß ein verſtaͤndiger Landmann keinen Auf⸗ wand an Muͤhe oder Arbeit ſcheuet, um jenen Zweck zu erreichen, da die Menge des Futters die hauptſaͤchli⸗ che Quelle iſt, ſeinen Pacht zu bezahlen und ſein Rind⸗ vieh zu erhalten. Aber daraus folgt noch nicht, daß die Menge des zu erhaltenden JFutters ſo einzig und aus⸗ ſchließend beabſichtigt werden muͤßte, um zu Erlan⸗ gung derſelben Rauhes Hundsgras, Geisblatt (Meadow Sweet) und andere ſolche ſproͤde Kraͤuter zu bauen und zu cultiviren. Graͤſer, die als ungemein gut fuͤr Rindvieh an⸗ geruͤhmt, wie z. B. der Schaafſchwingel(Feſtuca ovina) oder bloß wegen der Suͤßigkeit ihrer Blaͤtter empfohlen worden ſind, werden demnach, wenn man findet, daß ſie in der Menge des Heues, welches ſie ge⸗ ben, mangelhaft ſind, nie der Erwartung eines Land⸗ wirths oder Viehmaͤſters entſprechen, da der Haupt⸗ grundſatz bey dieſen Leuten iſt: wenn eine Wieſe gut ſeyn ſoll, ſo muß ſie viel Heu geben. Das Rindvieh hat in Anſehung des Futters ganz unbezweifelt einen eignen Gefallen oder Ge⸗ ſchmack,*) in welchem man ihnen bisweilen genoͤthigt *) Wie unrichtig wir bey Beunrtheilung des Geſchmacks der Thiere gewoͤhnlich verfahren, mag folgende Thatſache dienen zu zeigen: Mein Garten zu Brompton wurde im Fruͤhjahr 1789. einige Monate lang, von einem oder einem Paare Haſen heimgeſucht, die vielen meiner Pflanzen betraͤchtlichen Schaden zufuͤgten. Diejenige, an der ich jene Verheerungen zuerſt entdeckte, war die ſchneeweiße Binſe,(luncus niveus) deren Bluͤthen und Bluthenſtengel die Haſen abfra⸗ ßen, da ſie hingegen eine Menge andrer Pflanzen, ſelbſt die Agroſtis Cornueopias von der in Wglier's Flor. Ca- 48 iſt, nachzugeben. Allein dieſer Grundſatz muß auch nicht zu weit ausgedehnt werden; denn ſo wenig als ein Landmann ſeine Pfluͤger und Arbeiter mit Leckerbiſſen ſaͤttigen kann, eben ſo wenig kann er im Allgemeinen ſein Rindvieh bloß mit feinem und ausgeſuchtem Heu und Kraͤutern fuͤttern. Dem ſey aber wie ihm wolle, ſo weiß ich doch ſoviel, daß das Gras, welches zwar das meiſte Heu giebt, dennoch nicht immer das nahr⸗ hafteſte iſt und daß das Rindvieh das Heu und Grum⸗ met, welches man vom Wieſenfuchsſchwanz macht, nicht ſo gern frißt, als das vom Haarfoͤr⸗ migen Straußgras(Agroſtis capillaris) und vom Niederliegenden Klee(Trifolium procumbens). Ueberdieß iſt bekannt„ daß das Rindvieh haͤufig dasje⸗ nige Futter nimmt, zu welchem es aus Nothwendigkeit gewoͤhnt wurde, ob es gleich Anfangs kaum bewogen werden konnte, es nur anzuruͤhren. Viele ſind gewohnt, wenn ſie Verſuche machen, zu ſchnell bioß nach dem aͤußern Anſehen einer Pflanze wenn ſie nur erſt gepflanzt oder geſaͤet iſt, Schluͤſſe zu folgern. Das unbedeutendſte Kraut hat oft ein viel⸗ veiſdkeihendes Anſehen, wenn die Wurzeln friſche, gute Erde * rol. geſagt wird, ſie werde von den Thieren ſehr geſucht, gaͤnzlich verſchonten oder ihnen doch nur ſehr wenig thaten. Ein anderes noch ſuͤßeres Gras, welches dicht daneben wuchs, wo ſie des Nachts ſich aufhielten, ließen ſie ebenfalls ſtehen, und fraßen die weißen Binſen voͤllig bis auf den Grund ab. — unter den Brittiſchen Grasarten zieht der Haſe das nie⸗ derliegende Riſpengras(Poa brocumbens) den an⸗ dern vor.— niß aud enig ds ein Lekadiſm Algemeina chtem da ihm wole, dölchs zwar j dos nahr⸗ und Grum⸗ hsſchwan Haarfer⸗ 8) und vom vcumdens) auffg dasſe⸗ tvendigkeit um berugen te machen, ner Pfanze Schliſſe u iſt en vel frſche gue Eh n ſät geſch r reig thern daneben duci beriols ſtäen den Guund d hiedei Wbels) d dle 49 Erde haben, um hineinzuſchlagen; aber die wahre Be⸗ ſchaffenheit zeigt ſich erſt, wenn das Kraut, das man beobachtete, bereits einige Jahre auf einer Wieſe oder Weide geſtanden hat; wenn ſeine Wurzeln und Faſern durch den langen Wachsthum ſich in einander verwi— ckelt haben und wenn es mit andern Pflanzen, die da⸗ neben ſtehen, um jeden Zoll Boden, den es einnehmen will, ſich erſt gleichſam ſtreiten muß; wenn es aber denn noch viel Heu giebt, ſo iſt es gewiß ein gutes Kraut. Wir ſehen, daß die Luzerne, wenn man ſie ganz ſich ſelbſt uͤberlaͤßt, in kurzer Zeit von Unkraut uͤberzogen und verdraͤngt iſt; und wenn man breitblaͤt⸗ trigen Klee ſaͤet, welcher ganz unbezweifelt perennirt, ſo wird man im erſten Jahr zwar einegroße Erndte da⸗ von machen; aber uͤberlaͤßt man nun das Feld oloß ſich ſelbſt, ſo wird der Klee, ſo wie die Luzerne jaͤhrlich in geringerer Menge wachſen; nicht etwa daß er bloß zwey⸗ jaͤhrig waͤre, wie einige vermuthet haben, ſondern weil andere Kraͤuter, die ſtaͤrker und dauerhafter ſind oder die ſich mehr fuͤr dieſen Boden ſchicken, den Platz ein⸗ nehmen. Dieß zeigt deutlich, daß wenn man eine gute Pflanze einfuͤhren will, ſie auch eine kraftvolle Pflanze ſeyn muß, die im Stande iſt, gut Wurzel zu faſſen, ſich gegen Andraͤngen des Unkrauts zu ſchuͤtzen und fort⸗ zufahren, viel Heu zu geben.*) *) In dieſer Ruͤckſcht muß man ſchlechterdings nie auf Wieſen ſogenannte Grasbhloͤßen, ſie ſeyen entſtanden, woraus ſie wollen, dulden, ſondern ſie beſaͤen. Sonſt ſetzt ſich daſelbſt das Unkraut feſt, und greift dann immer weiter um ſich. Anmerk. des Herausgeb. Skonom. Samml,. 6 St. D 50 In Hinſicht des zweyten Erforderniſſes, daß die Wieſen nehmlich ein nahrhaftes Futter abgeben müuͤſſen, ſo iſt dieß ohne Zweifel ein ſehr wichtiger Ge⸗ genſtand, und man muß bedauern, daß unſere Kennt⸗ niß in Anſehung der Kraͤuter, die hierzu die vorzuͤg— lichſten ſind, noch ſo eingeſchraͤnkt iſt. In Betreff de⸗ rer, die gebaut worden ſind, kann man wohl mit eini⸗ ger Zuverläſſigkeit ſprechen; denn es iſt z. E. wohl be⸗ kannt, daß Klee, Lucerne, Eſparſette und noch einige andere Pflanzen, die Eigenſchaft haben, das Rindvieh fett zu machen oder zu maͤſten: aber was fuͤr Grasarten oder andere Kraͤuter, die bis jetzt noch keiner beſondern Bebauung unterworfen geweſen ſind, dieſe Eigenthuͤm— lichkeit auch beſitzen, bleibt bis jetzt immer noch durch Verſuche ausfindig zu machen uͤbrig. Da im Allgemeinen Huͤlſenfruͤchte dem Rind⸗ vieh gut bekommen, ſo kann man fuͤglich ſchließen, daß eine gewiſſe Menge davon ſich gut fuͤr Weiden ſchicken muͤſſe. Einige Weiden ſind,. nach dem was man be⸗ funden hat, mit mehr Vortheil zu beweiden, als an⸗ dere; ollein ob nun dieſes von der beſondern Lage, oder den verſehesdenen darauf wachſenden Kraͤutern herkom⸗ me, bleibt bis jetzt immer noch unausgemacht. In Ruͤckſicht des 3ten Erforderniſſes, daß nehm⸗ lich die Graͤſer einer Wieſe zeitig hervorkommen muͤſ— ſen, ſo beklagen ſich insgeſammt alle Landleute und Viehmaͤſter hieſiger Gegend, daß ſie im Fruͤhjahr Mangel an zeitiger Fuͤtterung haͤtten. Diejenigen Pflan⸗ zen alſo, die ſehr zeitig ihre Blaͤtter treiben, verdienen dß geben er Ge⸗ dennt orzig eff de⸗ eini⸗ l be⸗ einige dvich zarten ndern hum⸗ urch Nind⸗ eßen, eiden n be⸗ s an⸗ oder rkom⸗ nehm⸗ müſ⸗ te und icſix Pfan⸗ dienen Y 51 mithin große Aufmerkſamkeit; in ſo weit dieſe Erwar— tung Grasarten betrift, ſo leiſtet das gelbe Ruch— gras(Anthoxanthum odoratum) der Wieſen⸗ fuchsſchwanz(Alopecurus praten lis) und das Wie⸗ ſen- und Rauhſtengliche Riſpengras(Poa pratenſis und trivialis), alles was man nur von ihnen auf Engliſchem Boden erwarten kann. Sehr viel haͤngt jedoch von den Jahreszeiten ab; iſt der Win— ter ſehr ſtreng, oder wehen im Fruͤhjahr viel nord⸗ oͤſtliche Winde, ſo bleibt alles Gras ſehr zurüͤck. Um den Einwirkungen ſolcher Witterung entgegen zu arbeiten, ſollten die Weiden warm liegen, nicht mit vieler Naͤſſe durchweicht, endern purch dichte Hecken beſchirmt und in kleine Einzaͤunungen einge— theilt werden. Wo eine zeitige Abweidung ein haupſſächli⸗ ches Beduͤrfniß iſt, ſo verdienen andere Pflanzen, als juſt Graͤſer, auch einen Platz unter ihnen, wie zum Beyſpiel der ſpitzige Wegerich Rib-Wort oder Rib-Graff; Plantago lanceolata); Moͤnchs⸗ kopf, Loͤwenzahn(Dandelion; Leentodon Ta- raxacum); Wieſenklee(Broad Jeuved Clover; Trifolium pratenſe); und noch viele andere. So vortheilhaft zeitige Kraͤuter zum Behuf von Weidung ſind, eben ſo ſind ſie es nicht min— der in Anſehung des Heumachens. In der Mitte des Mays aufs ſpaͤteſte, iſt eine dergleichen Wieſe am beſten zum Abmaͤhen und das Grummetmachen D 2 52 kann dann zu der Zeit geſchehen, wenn uͤbrigens in der Gegend erſt das Heu gemacht wird. Ich habe manchmal gedacht, aber vielleicht iſt dieſer Gedanke nicht gut ausfuͤhrbar, daß man zwey verſchiedene Arten von Wieſen haben ſollte, die eine des Heues wegen, die andere der Weidung wegen; dann muͤßten die Heuwieſen einzig und al— lein mit Grasarten beſtellt ſeyn, und hauptſaͤchlich deshalb, damit das Heu weit eher als gewoͤhnlich gemacht werden koͤnnte, welches in der That von großem Nutzen ſeyn wuͤrde, am meiſten, wenn es ſchon im May geſchehen koͤnnte. Denn im Juny und July, wo die Hitze der Sonne weit betraͤchtli⸗ cher iſt, werden die Blaͤtter und Stengel ſelbſt der ſaftigern Pflanzen ausgetrocknet, und wenn dieß lan— ge anhaͤlt, ſo muß das Gras natuͤrlich ſehr weſent— lich darunter leiden. 20 drigens 1 vieleict daß man en ſollt Weidung und al⸗ ptſachlih twöhnlic that von wenn es m Nuny trächtli ſlbſt de diß lan. wiſent △△ * 7 —— S—————————— ————————— ————————-————————————— 8———— — —— d 1 1 ₰ — + ◻ ꝛ₰ 00 O — 8 0 CI Colour& Grey Control Chart ase Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnite Grey 1 Grey 2 Grey 3. Grey 4 Black — 8 Solour& Grey Gortrol Chart 23e3e Blue Cyan Green Vellow Hed Magenta Wnite Grey! Grey 2. Grey 3 Grey 4 Black